summaryrefslogtreecommitdiff
path: root/old/7hnhr10.txt
diff options
context:
space:
mode:
Diffstat (limited to 'old/7hnhr10.txt')
-rw-r--r--old/7hnhr10.txt2816
1 files changed, 2816 insertions, 0 deletions
diff --git a/old/7hnhr10.txt b/old/7hnhr10.txt
new file mode 100644
index 0000000..65f5226
--- /dev/null
+++ b/old/7hnhr10.txt
@@ -0,0 +1,2816 @@
+The Project Gutenberg EBook of Hin Und Her, by H. H. Fick
+
+Copyright laws are changing all over the world. Be sure to check the
+copyright laws for your country before downloading or redistributing
+this or any other Project Gutenberg eBook.
+
+This header should be the first thing seen when viewing this Project
+Gutenberg file. Please do not remove it. Do not change or edit the
+header without written permission.
+
+Please read the "legal small print," and other information about the
+eBook and Project Gutenberg at the bottom of this file. Included is
+important information about your specific rights and restrictions in
+how the file may be used. You can also find out about how to make a
+donation to Project Gutenberg, and how to get involved.
+
+
+**Welcome To The World of Free Plain Vanilla Electronic Texts**
+
+**eBooks Readable By Both Humans and By Computers, Since 1971**
+
+*****These eBooks Were Prepared By Thousands of Volunteers!*****
+
+
+Title: Hin Und Her
+
+Author: H. H. Fick
+
+Release Date: June, 2005 [EBook #8392]
+[This file was first posted on July 6, 2003]
+
+Edition: 10
+
+Language: German
+
+Character set encoding: US-ASCII
+
+*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK, HIN UND HER ***
+
+
+
+
+E-text prepared by David Starner, Delphine Lettau, Charles Franks, and the
+Online Distributed Proofreading Team
+
+
+
+HIN UND HER
+
+Ein Buch fuer die Kinder
+
+Zusammengestellt von H. H. FICK
+
+Supervisor of German, Cincinnati Public Schools
+
+
+
+
+
+
+
+INHALT
+
+
+ 1. Am Morgen
+ 2. Der Tag bricht an
+ 3. Der Hahnenruf
+ 4. Beim Fruehstueck
+ 5. Zur Schule
+ 6. Bruder und Schwester
+ 7. Der Specht
+ 8. Die Uhr
+ 9. Schuleifer
+ 10. Raetsel
+ 11. Unser Hof
+ 12. Die Haustiere
+ 13. Sprueche
+ 14. Die Aepfel
+ 15. Peter Faulpelz
+ 16. Der Knabe am Bache
+ 17. Daheim
+ 18. Der Bau des Hauses
+ 19. Die Wohnung der Maus
+ 20. Karls Hase
+ 21. Das Lied vom Monde
+ 22. Das Mueckchen und das Maedchen
+ 23. Nasch-Ernst
+ 24. Der blinde Geiger
+ 25. Das Brot im Weg
+ 26. Die schoenen Drei
+ 27. Das Vogelnest
+ 28. Der Drache
+ 29. Die Voeglein
+ 30. Vom Haenschen
+ 31. Sprueche
+ 32. Die Schnecke
+ 33. Die Henne und die Entlein
+ 34. Die Tageszeiten
+ 35. Kind und Sonne
+ 36. Sonne und Regen
+ 37. Astern
+ 38. Raetsel
+ 39. Voegel und Blumen
+ 40. Danksagungstag
+ 41. Vom Vater
+ 42. Die vier Brueder
+ 43. Die zwoelf Monate
+ 44. Die Blaetter tanzen
+ 45. Die vier Jahreszeiten
+ 46. Winters Ankunft
+ 47. Der Tannenbaum
+ 48. Vogel am Fenster
+ 49. Das Bueblein auf dem Eise
+ 50. Raetsel
+ 51. Weihnachtsfreude
+ 52. Schneesterne
+ 53. Brief vom Weihnachtsmann
+ 54. Zu Neujahr
+ 55. Verstehst du das?
+ 56. Der Schneemann
+ 57. Maerz
+ 58. Ostergruss
+ 59. Der Osterhase
+ 60. Der Obstgarten
+ 61. Sprueche
+ 62. Die Voegel im Fruehlinge
+ 63. Das rote Huehnchen
+ 64. Raetsel
+ 65. Der naseweise Bello
+ 66. Heil, Amerika!
+ 67. Petersilie
+ 68. Das Kind und sein Bluemchen
+ 69. Nachlaessigkeit
+ 70. Ein Raetsel
+ 71. Was wuerdest du tun?
+ 72. Was wollen wir spielen?
+ 73. Die schlaue Katze
+ 74. Kannst du es sagen?
+ 75. Der Sperling
+ 76. Das Pferd und der Esel
+ 77. Der kluge Star
+ 78. Der Apfelbaum
+ 79. Der Hase und der Fuchs
+ 80. Sprueche
+ 81. Der Hase und die Schildkroete
+ 82. Hasenbraten
+ 83. Der Schein truegt
+ 84. Der Frosch
+ 85. Vom listigen Grasmuecklein ein lustiges Stuecklein
+ 86. Ein toerichter Streit
+ 87. Herr Wind! Herr Wind!
+ 88. Das Fuenkchen
+ 89. Raetsel
+ 90. Das Gaensebluemchen
+ 91. Die gruene Stadt
+ 92. Deutschland
+ 93. Sonnenschein
+ 94. Die Koenigin Luise
+ 95. Das goldene Schloss
+ 96. Die kleinen Muessiggaenger
+ 97. Der gute Kamerad
+ 98. Der Goldbaum
+ 99. Gerettet
+100. Sprueche
+
+
+
+
+1. AM MORGEN.
+
+ Die Erd' erwacht, die Sonne lacht
+ Sie an mit hellem Schein
+ Und ruft ihr zu: komm aus der Ruh',
+ Der ganze Tag ist dein.
+ Guten Morgen.
+
+
+
+
+2. DER TAG BRICHT AN.
+
+Es ist dunkel. Am Himmel leuchten die Sterne. Zwischen ihnen steht
+der Mond. Nun wird es langsam heller. Im Osten zeigt sich ein lichter
+Schein. Das ist die Morgendaemmerung. Die meisten Leute schlafen noch
+fest, aber der Hahn ist wach und kraeht ganz laut. Bald steigt die
+Sonne empor. Dann ist es Tag. Die Voegel sind erwacht und zwitschern.
+Jetzt stehen auch die Menschen von ihrem Lager auf und gehen gestaerkt
+an die Arbeit. Die Tiere im Freien suchen ihre Nahrung und das Vieh
+im Hofe bekommt sein Futter. Im Garten und auf den Wiesen glaenzt der
+Tau. Alles ist neubelebt.
+
+
+
+
+[Illustration]
+
+
+3. DER HAHNENRUF.
+
+ Im ersten Hofe kraeht der Hahn,
+ Da faengt auch gleich der zweite an
+ Und denkt: "Haett' ich's zuerst getan!"
+ Doch, wie der zweite kaum beginnt,
+ Kraeht schon der dritte Hahn geschwind.
+ Der viert' und fuenfte faul nicht sind
+ Und fallen schnell ins Lied mit ein,
+ Denn jeder will der erste sein,
+ Und jeder will am schoensten schrei'n.--
+ Bald rufen alle in der Rund',
+ Als staenden sie zusamm' im Bund,
+ Und tun die Morgenstunde kund
+ Aus voller Kehle laut und schnell:
+ "Die Nacht entweicht, der Tag wird hell.
+ Kikeriki! Kikeriki! Wir sind zur Stell'!"
+ So soll'n auch wir in allen Sachen,
+ Wo's gilt, zum guten zu erwachen,
+ Es wie der Hahn am Morgen machen.
+
+
+
+
+4. BEIM FRUEHSTUECK
+
+_Mutter_: Papa, Karl, Emma und Klara, hurtig, kommt zu Tisch!
+Das Fruehstueck ist aufgetragen!
+
+_Papa_: Sieh! Da bin ich schon. Guten Morgen!
+
+_Emma_ und _Klara_: Liebe Mama und lieber Papa, Wir sind
+auch bereit und wuenschen euch einen recht guten Morgen!
+
+_Mutter_ und _Vater_: Vielen Dank, ihr Kinder! Wo steckt
+aber der Karl?
+
+_Emma_ und _Klara_: Da kommt er!
+
+_Karl_: Seid nicht boese, liebe Eltern, ich habe mich
+verschlafen. Es soll aber gewiss nicht wieder geschehen!
+
+_Mutter_: Schon gut! Setzt euch alle. Schaut, dass der Papa
+bedient wird! Emma, reiche doch das Brot herueber und gib mir die
+Butter. Nun, trinkt eure Milch! Klara und Emma, fuer euch habe ich ein
+Stueck Kuchen.
+
+_Karl_: Bekomme ich nicht auch eins?
+
+Mutter: Du bist zu spaet gekommen! Dafuer musst du Strafe leiden. Heute
+ist fuer dich nur Brot vorhanden.
+
+_Karl_: Ach, liebe Mama! Ich bin so hungrig!
+
+_Mutter_: Ei! Hungern sollst du nicht. Da ist eine Semmel und
+dann habe ich auch noch ein Ei fuer dich. Aber der Kuchen ist nur fuer
+die puenktlichen Leute da, merke dir das! So, seid ihr nun alle
+fertig?
+
+_Kinder_: Jawohl, Mama!
+
+_Mutter_: Stellt eure Stuehle an ihre Plaetze! Jetzt koennt ihr
+gehen! Du, Karl, holst dem Vater noch die Zeitung herein!
+
+_Karl_: Gerne, liebe Mutter!
+
+_Kinder_: Ade, Papa! Leb wohl, Mama! Heute mittag sehen wir uns
+wieder!
+
+
+
+
+5. ZUR SCHULE.
+
+ Nun hurtig vom Stuhle
+ Und schnell in die Schule;
+ Es ist an der Zeit.
+ Holt Huete und Kappen,
+ Bringt Tafeln und Mappen;
+ Nehmt auch fuer die Pause
+
+ Euch etwas zum Schmause;
+ So, Kinder, jetzt seid
+ Zur Arbeit bereit!
+
+
+
+
+6. BRUDER UND SCHWESTER.
+
+Es ist Morgen. Die Nacht hindurch hat es geregnet und immer noch
+fallen einzelne Tropfen. Seit einigen Tagen besucht der kleine
+Wilhelm die Schule. Er hat einen neuen Anzug, eine huebsche Muetze und
+einen bunten Schulsack erhalten. Wie leid tut es ihm, dass alles vom
+Regen soll nass werden. Da kommt die gute Schwester Emilie. Sie muss
+fuer die Mutter noch einen Gang auf den Markt machen. Nun will sie den
+Bruder unter den Schirm nehmen und ihn bis an das Schulgebaeude
+begleiten. Wilhelm fasst die Schwester am Kleide, und sie treten in
+die Tuere. Aber, siehe da, der Regen hoert auf und als Emilie
+vorsichtig die Hand ausstreckt, kann sie kein Troepfchen mehr spueren.
+Da darf auch der zottige Spitz mit ins Freie.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+
+7. DER SPECHT.
+
+ Herr Specht! so frueh schon klopfest du!
+ Was stoerte dich denn aus der Ruh'?
+ Es herrscht noch Stille im Erdenraum--
+ Du haemmerst schon am Fichtenbaum.
+
+ "Ist es auch frueh, ist's nie zu frueh,
+ An Arbeit fehlt's dem Fleiss'gen nie,--
+ Wer Tages etwas will gewinnen,
+ Der muss recht fruehe schon beginnen."
+
+
+
+
+8. DIE UHR.
+
+Eben hatte es sieben geschlagen. Die Mutter ging in die Kammer, um
+den kleinen Leo zu wecken. Der war aber schon wach und sass aufrecht
+im Bette. "Ei, Leo!" sagte die Mutter, "Wie kommt denn das? Sonst muss
+ich dich viele Male rufen und schuetteln, und heute bist du ganz
+munter!" "Ach, denke nur, liebe Mama," sagte Leo, "ich War ja auch
+noch so muede und haette gerne laenger geschlafen. Aber da hatte auf
+einmal die grosse Uhr dort an der Wand ein Gesicht wie ein Mensch, und
+machte immerfort: Auf! raus! Auf! raus! Nun hatte ich Angst, liegen
+zu bleiben und wollte aufstehen. Jetzt hoerte ich die Uhr ganz
+deutlich sagen: Recht so! Recht so! und sie sah wieder freundlich
+aus!"
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+
+9. SCHULEIFER.
+
+ Im Winter, wenn es frieret,
+ Im Winter, wenn es schneit,
+ Dann ist der Weg zur Schule
+ Fuerwahr noch mal so weit.
+
+ Und wenn der Kuckuck rufet,
+ Dann ist der Fruehling da,
+ Dann ist der Weg zur Schule
+ Fuerwahr noch mal so nah.
+
+ Wer aber gerne lernet,
+ Dem ist kein Weg zu fern;
+ Im Fruehling, wie im Winter,
+ Geht er zur Schule gern.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+10. RAETSEL.
+
+ Im Wasser schwimmt es, gross und klein.
+ Nun rat' einmal, was das mag sein!
+
+ Wer waescht sich so rein
+ Und haelt sich so fein
+ Und braucht doch kein Handtuechelein?
+
+ Ich weiss ein kleines, weisses Haus,
+ Hat nichts von Fenstern, Tueren, Toren;
+ Und will sein kleiner Wirt hinaus,
+ So muss er erst die Wand durchbohren.
+
+
+
+
+11. UNSER HOF.
+
+Hinter dem Hause ist ein Hof. Da haben viele Tiere Platz. In einer
+Ecke steht die Hundehuette. Dort wohnt Nero. Er bewacht unser Haus.
+Auf der Kellertreppe sitzt Mieze. Das ist die graue Katze. Sie waescht
+und putzt sich gern. Im Korbe liegen ihre vier Kaetzchen. Die koennen
+noch nicht sehen. Mitten im Hofe geht der stolze Hahn. Er hat bunte
+Federn und einen roten Kamm. Bei ihm sind fuenf huebsche Hennen. Auch
+Tauben fliegen herbei und picken Koerner auf. Seht doch den grossen
+Puter da drueben! Der ist zornig und jagt die anderen Voegel fort.
+
+
+
+
+12. DIE HAUSTIERE.
+
+ Lieb Kindchen, sag mir an,
+ Was ein Haustier nuetzen kann!
+
+ Die Kuh gibt Milch uns, liebe Mutter,
+ Draus macht man Kaese, Rahm und Butter.
+ Das Pferd zieht fleissig deinen Wagen
+ Und kann dich in die Ferne tragen.
+ Der Hund schuetzt treu dir Hof und Haus.
+ Die Katze lauert auf die Maus.
+ Das dicke, schmutz'ge, dumme Schwein
+ Bringt Schinken uns und Wuerste ein.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+
+13. SPRUECHE.
+
+Lust und Liebe zum Dinge
+Macht Muehe und Arbeit geringe.
+
+Morgen, morgen, nur nicht heute,
+Sagen alle traegen Leute.
+
+Lerne Ordnung, liebe sie;
+Ordnung spart dir Zeit und Mueh'.
+
+
+
+
+14. DIE AEPFEL.
+
+Am Montag morgen wollte Otto seinen Freund Ludwig zur Schule abholen.
+Als er aber in die Stube trat, war niemand da. Vorne beim Fenster
+stand ein Korb voll Aepfel. Die waren schoen gelb und rot. Gerne haette
+Otto einen genommen. Aber er dachte: "Nein, das tue ich nicht, die
+AEpfel gehoeren nicht mir."
+
+Schnell wollte er wieder zur Tuere hinaus. Da kam gerade Ludwigs
+Mutter herein. Die freute sich sehr, als sie Otto sah. Sie steckte
+ihm beide Taschen voll Aepfel. Dann rief sie Ludwig und gab den beiden
+Kindern noch einen Apfel mit auf den Weg. Mit frohem Herzen gingen
+die Knaben nun zur Schule.
+
+
+
+
+15. PETER FAULPELZ.
+
+ Laengst ist schon die Schule aus,
+ Alle Kinder sind zu Haus:
+ Peter nur, der faule Bube,
+ Muss noch sitzen in der Stube,
+ Hat gelernt nicht, noch geschrieben,
+ Hat sich draussen 'rumgetrieben.
+ Nun geht es ihm bitterschlecht--
+ Faulpelz, das geschieht dir recht!
+
+
+
+
+16. DER KNABE AM BACHE.
+
+Siehst du den Knaben dort am Bache sitzen? Es ist Robert, der mit
+seiner armen Mutter in dem kleinen Haeuschen wohnt. Sie hatten fuer den
+Abend nichts zu essen. Da sagte Robert: "Mutter, ich will zum Bache
+gehen und einige Fische fangen."
+
+Hier sitzt er nun ganz stille. Zwei Fische hat er schon gefangen, und
+den dritten macht er eben vom Haken los. Wie wird sich die Mutter
+freuen, wenn Robert mit den Fischen nach Hause kommt!
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+17. DAHEIM.
+
+Hurra, die Schule ist aus! Schnell eile ich nach Hause, denn die
+Mutter wartet schon auf mich. Sie hat ja mancherlei Arbeit, die ich
+fuer sie besorgen kann. Erst bekomme ich aber ein grosses Stueck
+Butterbrot. Wenn ich das gegessen habe, hole ich Kleinholz aus dem
+Keller. Damit macht die Mutter das Feuer im Kuechenofen an fuer das
+Abendessen. Dann gehe ich zum Metzger, um das Fleisch heimzubringen,
+das der Vater am Morgen bestellt hat. Auf dem Wege bringe ich aus dem
+Kramladen Seife mit und Streichhoelzchen. Auch sonst muss ich der
+Mutter in der Kueche noch zur Hand gehen. Ich tue es gerne, denn ich
+habe mein Muetterlein lieb. Wenn ich alles besorgt habe, darf ich eine
+Weile auf der Strasse mit anderen Kindern spielen.
+
+Bald ist es Zeit zum Abendessen geworden. Richtig, da ruft mich schon
+die Mutter. Der Vater ist nun auch schon nach Hause gekommen, und
+meine aelteren Geschwister sind ebenfalls da. Wir sitzen jetzt alle um
+den grossen Tisch im Esszimmer, und der Vater erzaehlt, was er waehrend
+des Tages in der Stadt gehoert und gesehen hat. Nach dem Essen nimmt
+der Vater die Zeitung, und meine kleine Schwester und ich machen
+unsere Schularbeiten. Da muss manchmal die liebe Mama ein wenig
+helfen. Spaeter liest sie uns eine schoene Geschichte vor, oder spielt
+mit uns Domino und Lotto.
+
+Ich glaube, es ist nirgends schoener als abends daheim.
+
+
+
+
+18. DER BAU DES HAUSES.
+
+"Kommt, Knaben, wir wollen ein Haus bauen," sagte Emil zu Karl und
+Heinrich, "Ich will den Keller ausgraben," sprach Karl. "Und ich,"
+sagte Emil, "ich bin der Maurer; ich nehme Kalk und Steine und baue
+die Mauern." Da meinte Karl: "Du darfst aber die Tueren und die
+Fenster nicht vergessen. Ohne Tueren kann man nicht in das Haus
+hinein, und durch die Fenster soll Luft und Licht in die Zimmer
+kommen." Heinrich sagte: "Ich bin der Zimmermann; ich setze die Tueren
+und Fenster und lege den Fussboden. Von einem Stockwerke in das andere
+mache ich Treppen. Und oben auf das Haus setze ich das Dach; das
+schuetzt vor Regen und Schnee. Unser Haus soll ein Wohnhaus sein mit
+Kueche und Zimmern und einem Boden unter dem Dach."
+
+
+
+
+19. DIE WOHNUNG DER MAUS.
+
+ Ich frag' die Maus:
+ Wo ist dein Haus?
+ Die Maus darauf erwidert mir:
+ Sag's nicht der Katz',
+ So sag' ich's dir.
+ Treppauf, treppab,
+ Erst rechts, dann links,
+ Dann wieder rechts
+ Und dann grad' aus--
+ Das ist mein Haus;
+ Du wirst es schon erblicken!
+ Die Tuer ist klein,
+ Und trittst du ein,
+ Vergiss nicht, dich zu buecken!
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+20. KARLS HASE
+
+"Papa, darf ich ein wenig deinen Stock nehmen?"
+
+"Ja, Karl, aber was willst du damit machen?"
+
+"Einen Hasen will ich schiessen, Papa."
+
+"Dann musst du ja auf das Feld gehen."
+
+"O nein, dein Stock ist meine Flinte und unsere alte Katze ist der
+Hase."
+
+Der Vater gab seinem Sohne den Stock. Karl legte ihn an die rechte
+Wange, zielte und rief: "Piff, paff! piff, paff!" Ei, wie die Katze
+von dem Stuhle unter den Tisch sprang!
+
+Karl aber lachte und rief: "Hast du nun meinen Hasen laufen sehen,
+Papa?"
+
+
+
+
+21. DAS LIED VOM MONDE.
+
+ Wer hat die schoensten Schaefchen?
+ Die hat der gold'ne Mond,
+ Der hinter unsern Baeumen
+ Am Himmel drueben wohnt.
+
+ Er kommt am spaeten Abend,
+ Wenn alles schlafen will,
+ Hervor aus seinem Hause
+ Zum Himmel leis' und still.
+
+ Dann weidet er die Schaefchen
+ Auf seiner blauen Flur;
+ Denn all' die weissen Sterne
+ Sind feine Schaefchen nur.
+
+ Sie tun sich nichts zuleide,
+ Hat eins das andre gern,
+ Und Schwestern sind und Brueder
+ Da droben Stern an Stern.
+
+ Und soll ich dir eins bringen,
+ So darfst du niemals schrei'n,
+ Musst freundlich wie die Schaefchen
+ Und wie ihr Schaefer sein!
+
+
+
+
+22. DAS MUECKCHEN UND DAS MAEDCHEN.
+
+[Illustration]
+
+
+Ein Mueckchen flog um ein Licht, das am Abend auf dem Tische brannte.
+Da sagte ein Maedchen, welches nebenbei sass und strickte: "Mueckchen,
+bleib' von dem Lichte, sonst verbrennst du dich!" Das Mueckchen aber
+folgte nicht und flog so lange auf und nieder und um das Licht, bis
+es daran seine Fluegelchen sengte und in die Flamme fiel. "Habe ich es
+dir nicht gesagt?" sprach das Maedchen. "Haettest du auf mich gehoert,
+muesstest du jetzt nicht sterben!"
+
+
+
+
+23. NASCH-ERNST.
+
+Ernst konnte das Naschen nicht lassen. Er ging oft an den Schrank, um
+Zucker zu naschen. Die Mutter schalt, aber es half nicht.
+
+Eines Tages ging Ernst in die Scheune. An der Wand hing etwas Rotes.
+Ernst sagte: "Oh, hier hat die Mutter Zuckerzeug versteckt. Ich
+sollte es nicht finden!" Schnell kletterte er auf einen Stuhl, um es
+zu holen. Er biss gierig hinein. Aber, o weh, es verbrannte seinen
+Mund. Er liess das Zuckerzeug fallen und schrie laut. Nun kam die
+Mutter und gab ihm einen Trunk Wasser. Was Ernst naschte, war nicht
+Zucker gewesen. Es war roter Pfeffer.
+
+Ernst naschte nie wieder.
+
+
+
+
+24. DER BLINDE GEIGER.
+
+Ein armer, blinder Geiger ging auf der Strasse. Er suchte den Weg mit
+seinem Stocke. Seine Geige trug er unter dem Arme. Bald kam er an
+einen Steg. Als er das merkte, getraute er sich nicht hinueberzugehen.
+Hans und Eugen kamen daher, und der arme Mann bat, sie moechten ihn
+doch ueber den Steg fuehren. Aber die mutwilligen Buben lachten den
+Geiger aus und liefen weg.
+
+Da kam die kleine Lina aus der Schule. Die wartete nicht, bis sie
+gebeten wurde. Sie fasste den Blinden bei der Hand, brachte ihn ueber
+den Steg und schenkte ihm einen Cent, den sie von ihrer Mutter
+bekommen hatte.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+
+25. DAS BROT IM WEG.
+
+ Im Weg das Kruemchen Brot
+ Tritt nicht mit deinem Fuss,
+ Weil's in des Hungers Not
+ Ein Tierlein finden muss.
+ Leg's auf den Stein vor'm Haus,
+ Und kannst du, broesel's klein:
+ Still dankt es dir die Maus
+ Und still das Voegelein.
+
+
+
+
+26. DIE SCHOENEN DREI.
+
+ Voeglein im hohen Baum,
+ Klein ist's, ihr seht es kaum,
+ Singt doch so schoen,
+ Dass wohl von nah und fern
+ Alle die Leute gern
+ Horchen und stehn.
+
+ Bluemlein im Wiesengrund
+ Bluehen so lieb und bunt,
+ Tausend zugleich;
+ Wenn ihr voruebergeht,
+ Wenn ihr die Farben seht,
+ Freuet ihr euch.
+
+ Waesserlein fliesst so fort
+ Immer von Ort zu Ort
+ Nieder ins Tal;
+ Duerstet nun Mensch und Vieh,
+ Kommen zum Baechlein sie,
+ Trinken zumal.
+
+ Habt ihr es auch bedacht,
+ Wer hat so schoen gemacht
+ Alle die drei?
+ Gott, der Herr, machte sie,
+ Dass sich nun spaet und frueh
+ Jedes dran freu'.
+
+
+
+
+27. DAS VOGELNEST.
+
+In einem Garten lebte ein Voegelein, das sehr schoen singen konnte. Es
+baute sich in einem Busch ein huebsches Nestchen. In dieses legte es
+Eier hinein und bruetete Junge aus. Einmal suchte das alte Voegelein
+Futter fuer seine Kinder. Da sahen zwei Buben das Nest und nahmen es
+samt den Jungen weg. Darueber wurde die Mutter der jungen Voegelein
+sehr traurig.
+
+Sie flog hin und her und schrie, so laut sie konnte. Die Knaben
+machten sich aber nichts daraus. Endlich hoerte die Schwester der
+boesen Knaben das Voegelein schreien. Gleich ging sie hin und nahm
+ihren Bruedern das Nestchen Weg und trug es wieder in die Hecke. Seit
+dieser Zeit hatten die Voegelein das Maedchen recht lieb, und wenn es
+im Garten war, sangen sie noch einmal so schoen wie sonst.
+
+
+
+
+28. DER DRACHE.
+
+Mein Bruder Karl hatte einen grossen Drachen gemacht. Er war aus holz
+und Papier. Um untern Ende befand sich ein langer Schwanz und am
+obern eine lange, duenne Schnur.
+
+Nachmittags gingen wir hinaus auf das Feld hinter unserm Hause. Es
+war ein schoener Tag; die Sonne schien praechtig, und es wehte ein
+guter Wind. Wir liessen den Drachen steigen. Er stieg so hoch, wie die
+Schnur reichte. Wir konnten ihn kaum noch sehen.
+
+So standen wir lange im Schatten neben dem Zaune. Auch unser Hund
+Karo kam unter dem Karren hervor. Wir waren sehr vergnuegt, bis der
+Abend dem Spiele ein Ende machte.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+
+29. DIE VOEGLEIN.
+
+ Warum wohl die Voeglein fliegen koennen?
+ Ei, das magst du ihnen schon goennen.
+ Auf der Erde sind Tiere viel
+ Und haben hier und dort ihr Spiel.
+ Da war kein Platz fuer die Voegel mehr;
+ Das dauerte den lieben Gott so sehr,
+ Darum hat er ihnen Fluegel gegeben,
+ Dass sie dort oben in Lueften schweben;
+ Da koennen sie spielen den ganzen Tag
+ Und haben Platz, wie viel jedes mag.
+
+
+
+
+30. VOM HAENSCHEN.
+
+Haenschen und Gretchen spielten im Garten. Da kam ein schoener
+Schmetterling geflogen. Gleich wollte Hans ihn fangen. Gretchen rief:
+"Ach, lass doch das huebsche Tierlein gehen!" Aber Hans hoerte nicht
+darauf. Mit dem Hute in der Hand lief er dem Schmetterlinge nach. Er
+schaute immer nur in die Hoehe. Patsch,--fiel er in einen tiefen
+Graben voller Wasser. Der Schmetterling flog munter davon. Haenschen
+ging weinend heim und wurde noch ausgelacht.
+
+
+
+
+31. SPRUECHE.
+
+ Ein gutes Kind gehorcht geschwind
+ Und folgt sofort aufs erste Wort.
+
+ Was du nicht willst, das man dir tu',
+ Das fueg' auch keinem andern zu.
+
+ Vorgetan und nachbedacht
+ Hat manchem grosses Leid gebracht.
+
+ Quaele nie ein Tier zum Scherz,
+ Denn es fuehlt, wie du, den Schmerz.
+
+
+
+
+32. DIE SCHNECKE:
+
+ Die Schnecke ist gar uebel dran.
+ Wie muss sie sich doch plagen!
+ Sie muss ihr Haus
+ Tagein, tagaus
+ Auf ihrem Ruecken tragen.
+
+ Die Schnecke ist nicht uebel dran.
+ Sie weiss sich wohl zu schuetzen:
+ Nimmt sie Gefahr
+ Vom Feinde wahr,--
+ Bleibt sie im Haeuschen sitzen.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+33. DIE HENNE UND DIE ENTLEIN.
+
+Die kleine Anna hatte eine Henne zum Geschenk bekommen. Diese legte
+jeden Morgen ein Ei. Als nun Annas Mutter eines Tages das Nest mit
+zwoelf Eiern sah, nahm sie dieselben voller Freude in die Kueche. Aber
+siehe da! Die Henne jammerte und suchte ihr Nest. Nun fand sie in der
+Naehe ein Entennest, in dem auch Eier waren. Sie setzte sich darauf,
+bis die Jungen herauskamen. Das waren aber Entchen statt Kuechlein.
+Doch die Henne hatte sie so lieb, als ob es Kuechlein waeren. Sie
+suchte Futter mit ihnen und nahm sie unter ihre Fluegel, damit ihnen
+kein Leid geschehe. Doch eines schoenen Tages liefen die Kleinen
+davon. Wohin? In grosser Angst eilte die Henne hinterher. Die Entchen
+waren zum Teiche gelaufen. Umsonst warnte die Henne: "Das ist Wasser!
+Ihr muesst ertrinken!" Lustig schwammen die kleinen Enten schon umher,
+und alles Glucken der alten Henne brachte sie nicht ans Ufer zurueck.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+34. DIE TAGESZEITEN.
+
+Hoch am Himmel steht die Sonne. Sie leuchtet so hell, dass man sie
+nicht lange ansehen kann. Wenn die Sonne morgens aufgeht, wird es auf
+der Erde hell. Dann sagen die Leute zu einander: "Guten Morgen!" Die
+Sonne steigt nun immer hoeher und hoeher, bis sie zuletzt fast ueber
+unserem Kopfe steht. Es ist jetzt Mittag. Wenn sich Bekannte treffen,
+wuenschen sie einander: "Guten Tag!" Bald darauf neigt sich die Sonne
+wieder abwaerts. Sie sinkt bis an den Rand des Himmels. Alsdann sieht
+sie wie eine grosse, feurige Kugel aus und faerbt die Wolken schoen rot.
+Auf einmal ist sie verschwunden. Es wird dunkler und die Nacht bricht
+an. Man bietet sich "Guten Abend!" und wuenscht allen vor dem
+Schlafengehen eine "Gute Nacht!" Nun kommt die Zeit der Ruhe.
+
+
+
+
+35. KIND UND SONNE.
+
+_Kind_: Sag einmal, liebe Sonne, wohin gehst du, wenn es Abend
+wird? Es heisst dich doch niemand fortgehen. Ich meine, du koenntest
+immer bei uns bleiben. Das waere so schoen!
+
+_Sonne_: Nein, mein Kind, das kann nicht sein! Wenn es Nacht
+wird, schlafen die Leute, und du schlaefst auch. Beim Schlafen braucht
+man mich aber nicht. Ich reise dann weit, weit fort in ein fernes
+Land. Dort wohnen auch Menschen: Vaeter, Muetter und viele brave
+Kinder. Wenn ich zu diesen komme, haben sie ausgeschlafen. Vater und
+Mutter stehen dann auf und arbeiten, und die groesseren Kinder gehen in
+die Schule, um zu lernen.
+
+_Kind_: Ei, ei! Und wenn du bei diesen Menschen gewesen bist,
+wohin gehst du hernach?
+
+_Sonne_: Wenn ich dort gewesen bin, komme ich wieder zu dir, wie
+an jedem Morgen. So reise ich zu allen Menschen auf der ganzen Erde.
+
+
+
+
+36. SONNE UND REGEN.
+
+ Die Sonne sprach: "Ich will scheinen
+ So fort und immerfort!"
+ Der Regen sprach: "Ich will fallen
+ Ohn' Ende an jedem Ort!"
+ Die Sonne: "Du machst ja alles
+ Auf der Erde gang nass!"
+ Der Regen: "Du machst zu trocken,
+ Wenn du scheinst ohn' Unterlass!"
+ Die Sonne: "Ich mache fruchtbar,
+ Und alles freut sich mein!"
+ Der Regen: "Du machst zu trocken,
+ Dich mag man nicht allein!"
+ So haben sie lang gestritten,
+ Doch wurden sie einig zuletzt:
+ Sie wollten miteinander wechseln,
+ Und so ist es denn auch jetzt.
+
+
+
+
+37. ASTERN.
+
+Ein kleiner Knabe lag einmal im Grase und schlief. Da sah er im Traum
+einen Engel, der eine wunderschoene Blume in der Hand trug. Der Engel
+sagte, dass es im Himmel viele solche Blumen gebe. Der Knabe haette sie
+gerne gehabt. Als er aufwachte, lagen da ein paar glaenzende
+Samenkoerner. Die pflanzte der Knabe in seinem Garten. Als der Herbst
+kam, waren aus den Samen die Blumen entstanden. Sie sahen gerade wie
+Sterne aus. Der Knabe rief seine Eltern. Vater und Mutter sagten:
+"Das sind Sternblumen oder Astern. Die sollen uns an den, Himmel
+droben erinnern."
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+
+38. RAETSEL.
+
+Loch bei Loch,
+Und haelt doch.
+Was ist's?
+
+Rat! Das Haus hat lauter Treppen,
+Keine Fenster, keine Zimmer;
+Wer drin wohnt, muss es immer
+Auf seinem Ruecken schleppen.
+
+Es ist ein Ding, hat Stamm und Zweig' und Blaetter,
+Schuetzt dich vor Sonne und im Regenwetter.
+
+
+
+
+39. VOEGEL UND BLUMEN.
+
+ Die Voegel, sie fliegen wie Blaetter im Wind;
+ Da winken die Bluemlein zum Abschied geschwind.
+ Es singt in den Baeumen der Herbst schon sein Lied,
+ Fort ziehen die Voegel, die Blumen sind mued'.
+
+ Im Sueden die Voegel, die Blumen im Schnee,
+ Sie warten, dass wieder der Fruehling ersteh'.
+ Dann lachen die Blueten, das Voegelein singt;
+ Dann duftet's und jubelt's, bis rings alles klingt.
+
+
+
+
+40. DANKSAGUNGSTAG.
+
+Was tut ihr, wenn euch jemand etwas geschenkt hat oder recht gut
+gegen euch gewesen ist? Nicht wahr, ihr sagt: "Danke schoen!"
+Vergesset das ja nicht! Wir Menschen, gross und klein, haben fuer gar
+vieles dankbar zu sein. Die Kinder koennen sich freuen, wenn sie noch
+Eltern haben, die sie lieben und fuer sie sorgen. Erwachsene Leute
+sollen froh sein, wenn sie gesund sind und keine Not zu leiden
+brauchen. Doch das wird oft nicht bedacht. Deshalb ist ein Tag da, an
+dem ein jeder von feiner Arbeit ausruhen und froehlich Gott danken
+soll fuer allen Segen. Im Herbste, wenn die Ernte vorueber ist, kommt
+der Danksagungstag. Da gibt es meistens gut und reichlich zu essen
+und zu trinken. In den Kirchen ist Gottesdienst. Auch fuer die Armen
+und Ungluecklichen wird gesorgt, damit ein jeder im Herzen dankbar
+sein moege fuer das Gute und Schoene, was das Jahr gebracht hat.
+
+
+
+41. VOM PUTER.
+
+ Puter, Puter, Polterhahn,
+ Hast 'ne rote Weste an,
+ Hast 'ne rote Nasenspitze
+ Und 'ne rote Zipfelmuetze;
+ Aber das gibst du wohl zu:
+ Ich bin schoener doch als du!
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+
+42. DIE VIER BRUEDER.
+
+ Vier schoene Brueder kenn' ich wohl,
+ Geschmueckt so wunderbar;
+ Sie kommen schon seit alter Zeit
+ Zu uns in jedem Jahr.
+ Der erste Bringt uns einen Strauss,
+ Streut Blumen um sich her.
+ Den zweiten schmueckt ein goldner Kranz
+ Von Aehren voll und schwer.
+ Der dritte reicht uns Aepfel dar
+ Und neuen goldnen Wein.
+ Der vierte ist in Pelz gehuellt
+ Wie Schnee so weiss und rein.
+ Wer nennt die schoenen Brueder mir,
+ Geschmueckt so wunderbar?
+ Sie kommen schon seit alter Zeit
+ Zu uns in jedem Jahr.
+
+
+
+
+43. DIE ZWOELF MONATE.
+
+ Gleich anfangs mit dem neuen Jahr
+ Erscheint der kalte Januar,
+ Dann kommt alsbald der zweite Mann,
+ Der Februar, in Eile an.
+ Der Maerz ist nun auch nicht mehr weit,
+ Und der April ist bald bereit.
+ Ihm folgt der wunderschoene Mai,
+ Der Juni kommt drauf schnell herbei,
+ Und ist der Juli nun erst da,
+ So ist auch der August schon nah;
+ Ihm schliesst sich der September an,
+ Und der Oktober folgt alsdann.
+ November ziehet schleunig ein,
+ Dezember wird her letzte sein.
+
+
+
+
+44. DIE BLAETTER TANZEN.
+
+ Die Baeume stehen ruhig da,
+ Die Blaetter fluestern leise.
+ Hoert ihr den Wind, hei, hussassa,
+ Bald blaest er seine Weise.
+
+ Da braust der Wind gar wild einher
+ Und ruettelt an den Baeumen,
+ Er beugt sie hin, er beugt sie her,
+ Laesst keine Zeit zum Traeumen.
+
+ "Halt ein, du stuermischer Gesell',
+ Wir stehen fest wie Lanzen!"
+ Die Blaetter aber lachen hell:
+ "Herr Wind, wir moechten tanzen!"
+
+ "Ei," ruft der Wind, "ein luftig Wort,
+ Da kann ich stark mich zeigen!"
+ Er Blaest die bunten Blaetter fort;
+ Die tanzen froh den Reigen.
+
+ Der Wind ist fort, der Tanz ist aus,
+ Die Blaetter sinken nieder;
+ Der Schnee streckt sein Decke aus,
+ Der Fruehling hebt sie wieder.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+45. DIE VIER JAHRESZEITEN.
+
+Es gibt vier Jahreszeiten: Fruehling, Sommer, Herbst und Winter. Im
+Fruehling wird die Luft warm. Der Schnee schmilzt, und die Fluesse
+werden wieder frei vom Eise. Auf den Wiesen und in den Gaerten keimen
+Graeser und Kraeuter, auf den Feldern gruent die Saat, und die Baeume
+bekommen frisches Laub. Sie treiben Knospen und Blueten. Die Voegel,
+welche im Herbste in waermere Laender gezogen waren, kehren zurueck.
+Andere Tiere, die den Winter in ihren Hoehlen verschlafen hatten,
+wachen auf und kommen hervor. Mit dem Sommer werden die Tage laenger,
+und die Waerme nimmt zu. Das Getreide wird reif und vom Landmanne
+geschnitten. Auf den Sommer folgt der Herbst. Im Herbst gibt es Obst,
+Trauben und Kartoffeln, auch wird die Saat fuer das naechste Jahr
+bestellt. Das Laub der Baeume vertrocknet und faellt zur Erde nieder.
+Die Tage werden immer kuerzer. Oft ist es neblig und rauh. Bald wird
+es recht kalt; die Fluesse frieren zu, und es gibt Schnee. Die Voegel
+koennen draussen kein Futter finden. Sie kommen in die Strassen und vor
+die Tueren, um einige Koerner und Broeckchen zu suchen. Zu Hause wird
+eingeheizt; aber im Freien tummeln sich die Kinder, gleiten auf dem
+Eise, oder fahren Schlitten. Sie freuen sich darauf, einen Schneemann
+machen zu koennen. Bald naht auch das liebe Weihnachtsfest.
+
+
+
+
+46. WINTERS ANKUNFT.
+
+ Im weissen Pelz der Winter
+ Steht lang' schon hinter der Tuer,
+ Ei, guten Tag, Herr Winter,
+ Das ist nicht huebsch von dir!
+
+ Wir meinten, du waerest, wer weiss wie weit,
+ Da kommst du mit einmal hereingeschneit.
+ Nun, da du hier bist, so mag's schon sein;
+ Aber, was bringst du Gutes uns Kindelein?
+
+ Was ich euch bringe, das sollt ihr wissen:
+ Froehliche Weihnacht mit Aepfeln und Nuessen
+ Und Schneeballen,
+ Wie sie fallen,
+ Und im Jaenner
+ Auch Schneemaenner!
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+47. DER TANNENBAUM.
+
+ So manches Baeumchen in dem Wald
+ Verliert im Herbst die Blaetter,
+ Jedoch der liebe Tannenbaum
+ Der trotzet Wind und Wetter.
+
+ Ist alles draussen oed' und leer,
+ Steht er im gruenen Kleide
+ Und setzt sich stolz ein Kaepplein auf,
+ Ein Kaepplein weiss wie Kreide.
+
+ Das nimmt er aber artig ab
+ Am frohen Weihnachtsfeste,
+ Und gruesset liebevoll und gut
+ Die Kinder all' aufs Beste.
+
+ O Tannenbaum, o Tannenbaum,
+ Du kannst mir sehr gefallen,
+ Du bist der allerliebste mir
+ Doch von den Baeumen allen.
+
+
+
+
+48. VOGEL AM FENSTER.
+
+ An das Fenster klopft es: pick, pick!
+ "Macht mir doch auf einen Augenblick!
+ Dicht faellt der Schnee, der Wind weht kalt,
+ Habe kein Futter, erfriere bald.
+ Liebe Leute, o lasst mich ein,
+ Will auch immer recht artig sein!"
+
+ Sie liessen ihn ein in seiner Not;
+ Er suchte sich manches Kruemchen Brot;
+ Blieb froehlich manche Woche da.
+ Doch als die Sonne durchs Fenster sah,
+ Da sass er immer so traurig dort:
+ Sie machten ihm auf, husch, war er fort.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+49. DAS BUEBLEIN AUF DEM EISE
+
+Es war Winter. Da kam ein Knabe an einem Teiche vorbei. Der Teich war
+zugefroren. Der Knabe hatte grosse Lust, auf das Eis zu gehen. Der
+Vater aber hatte es ihm verboten. Das Eis war noch nicht stark genug.
+Der ungehorsame Knabe wagte sich dennoch auf das Eis. Er hackte
+darauf mit seinen Stiefeln. Auf einmal krachte das Eis. Der Knabe
+fiel in das Wasser hinein und schrie laut um Hilfe. Ein Mann eilte
+herbei und zog ihn heraus. Ganz durchnaesst musste der Knabe nach Hause
+laufen. Die Mutter brachte ihn in das Bett, und dazu wurde er noch
+von seinem Vater bestraft.
+
+
+
+
+50. RAETSEL.
+
+Weiss wie Kreide,
+Leicht wie Flaum,
+Weich wie Seide,
+Feucht wie Schaum.
+
+Wer baut wohl die billigste Bruecke?
+Wer reisst sie nieder und schlaegt sie in Stuecke?
+
+Was moegen das fuer Blumen sein,
+Die unsre Fenster zieren,
+Wenn drauss' vor Kaelte Stein und Bein
+Im rauhen Winter frieren?
+Sie sind nicht rot und blau gemalt,
+Wie Blumen auf den Wiesen,
+Und wenn die liebe Sonne scheint,
+In Wasser sie zerfliessen.
+
+
+
+
+51. WEIHNACHTSFREUDE.
+
+Am Abend vor Weihnachten kam Else zur Mutter gelaufen und rief:
+"Denke nur, Anna Maurer hat mir heute ins Ohr gesagt, sie haetten seit
+gestern kein Holz, kein Brot und keine Milch. Und sie haben doch ein
+kleines Kind, und die Grossmutter ist krank. Darf ich der Anna heute
+Abend mein Brot geben?"
+
+"O, gewiss," sagte die Mutter, "geh nur gleich hin. Bringe ihnen auch
+diese Kanne voll Milch. Robert soll seinen kleinen Schlitten voll
+Holz laden und es hinfahren." Wie freuten sich die Kinder, dass sie
+den armen Leuten helfen durften.
+
+Aber Robert wollte noch mehr tun. Er bat den Vater um ein ganz
+kleines Tannenbaeumchen. Das schmueckte er mit farbigen Sternen und
+Lichtlein. Dann suchte er seine warme Kappe fuer Maurers Karl und nahm
+ein Saecklein voll Nuesse. Else holte eine ihrer Puppen. Alles das
+packten sie in einen Korb.
+
+Als es dunkel war, nahm Robert das Baeumchen und Else den Korb. Sie
+gingen hin und stellten die Sachen leise vor Maurers Tuer. Dann
+klopften sie und eilten davon.
+
+Wie sich da die armen Leute freuten! Aber auch Robert und Else
+meinten, noch nie so schoene Weihnachten gehabt zu haben, wie diesmal.
+
+
+
+
+52. SCHNEESTERNE.
+
+_Olga_: Komm, liebe Mama, komm geschwind! Ich hab' dir etwas
+mitgebracht. Rate, was es ist!
+
+_Mutter_: Nun, was mag das wohl sein! Blumen, Obst oder gar
+Kuchen?
+
+_Olga_: O, nein, nein; ganz etwas anderes. Schoene, weisse Sterne
+sind es. Sieh her, hier hab' ich sie in meiner Schuerze!
+
+_Mutter_: Wo sind sie denn? Ich kann nichts sehen.
+
+_Olga_: Ach, Mama! Sie sind nun fort, und ich habe mich doch so
+gefreut, sie dir zu bringen. Es sind nur noch kleine Tropfen auf
+meiner Schuerze. Ich moechte weinen!
+
+_Mutter_: Weine nicht, liebe Olga: Solche Sterne koennen nicht
+bleiben. Die Waren einmal Wasser, und die Kaelte machte sie zu Schnee.
+Da sehen sie gerade wie kleine, blitzende Sterne aus. Nachher werden
+sie wieder zu Wasser. Menschen, Tiere und Pflanzen trinken das
+Wasser. Nach und nach holt die Sonne auch viele Tropfen hinauf zu den
+Wolken. Ohne Wasser koennten wir gar nicht leben.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+53. BRIEF VOM WEIHNACHTSMANN.
+
+Daheim, am 1. Januar 1913.
+
+Liebe Kinder!
+
+Mein Vetter, der Neujahrsbote, bringt Euch meine Gruesse und Wuensche.
+Eure Bitten habe ich, wie Ihr wisset, erfuellt. Erfreuet Euch nur
+recht an den Geschenken.
+
+Wenn nun heute mein Baum noch einmal strahlt und glitzert, dann nehmt
+Euch vor, auch in diesem Jahre immer lieb und brav zu sein. Ihr koennt
+Euren Eltern und mir keine groessere Freude machen. Schreibt mir zur
+rechten Zeit wieder, ob Ihr Wort gehalten habt. Dann schenke ich Euch
+das naechste Mal, was Ihr als gute Kinder verdient.
+
+Euer Freund
+
+Der Weihnachtsmann.
+
+
+
+
+54. ZU NEUJAHR.
+
+ Noch nicht erwachsen bin ich,
+ Drum wuensch' ich kurz, doch innig:
+ Ein glueckliches Neujahr!
+
+ Und was euch freut, das weiss ich:
+ Wenn brav ich bin und fleissig,
+ Mehr als ich sonst es war.
+
+ Gesundheit, Freude, Frieden
+ Sei allen euch beschieden,
+ Wie heut, so immerdar.
+
+
+
+
+55. VERSTEHST DU DAS?
+
+ Er ritt auf einem Rappen aus,
+ Da kam etwas vom Himmel,
+ Und als er wieder kam nach Haus,
+ Da war der Rapp' ein Schimmel.
+ Verstehst du das?
+
+
+
+
+56. DER SCHNEEMANN.
+
+Es hatte geschneit. Dick lag der Schnee auf Strassen und Plaetzen. Die
+Knaben wollten sehen, wie tief er wohl sei. Sie wateten hindurch, dass
+der Schnee in die Stiefel fiel. "Heute wollen wir einen Schneemann
+bauen!" So riefen Fritz, Karl und Otto. Schnell machten sie einen
+grossen Schneeball und waelzten ihn im tiefen Schnee herum. Bald wurde
+der Ball so gross, dass ihn die Knaben nicht mehr fortbringen konnten.
+Nun waelzten sie einen neuen Ball heran, den setzten sie auf den
+ersten. Oben darauf kam ein kleiner Ball, das war der Kopf des
+Schneemannes. In den Kopf steckte Fritz zwei Kohlen, das waren die
+Augen. Auch Nase und Mund, ja sogar die Rockknoepfe des Mannes wurden
+aus Kohlen gemacht. Nun bekam der Schneemann noch zwei Arme. In den
+einen Arm legten ihm die Knaben einen grossen Stock.
+
+Da stand er nun und drohte. Aber der arme Mann konnte nicht schlagen.
+Fortlaufen konnte er auch nicht, als ihn die jungen mit Schneebaellen
+warfen. Doch das war noch das Schlimmste nicht! Auf einmal guckte die
+liebe Sonne ueber das Dach. Da fing der Schneemann an zu weinen.
+Traenen liefen ihm ueber das Gesicht und den weissen Pelzrock. Es war
+gut, dass die Sonne heute nicht noch laenger schien, sonst waere er ganz
+zu Wasser geworden. Morgen aber oder uebermorgen wird's wohl so
+kommen.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+57. MAERZ.
+
+Nach vielen trueben Tagen sehen wir den blauen Himmel wieder. Manchmal
+scheint auch schon die Sonne freundlich auf die Erde herab. Da muss
+der Winter weichen. Der Schnee faengt an, zu schmelzen, und nur noch
+des Nachts gibt es ein wenig Eis. An schoenen Tagen laesst sich
+vielleicht ein Vogel hoeren, und ein fleissiges Bienchen fliegt umher.
+Auf dem Felde und im Wald sieht es aber noch recht oede aus. Nur die
+Weiden und Birken haben graue Kaetzchen, und an den Zweigen der Ulme
+sind kleine Blueten. Die Kinder gehen ins Freie; sie spielen Ball oder
+lassen den Drachen steigen.
+
+
+
+
+58. OSTERGRUSS.
+
+ Das Haeschen im Walde eilt hin und her,
+ Nach Eiern ist heute ein grosses Begehr.
+ Es borgt bei der Henne, es borgt bei dem Spatz
+ Und sucht fuer die Nester den passenden Platz.
+ Ein artiges Kindlein erhaelt heut' sein Ei.
+ Es schleppen die Haeschen die Eier herbei;
+ Und bist du am Ostermorgen erwacht,
+ Hat Haeschen die Nester gefuellt ueber Nacht.
+
+
+
+
+59. DER OSTERHASE.
+
+Bald ist es Ostern. O, wie freue ich mich, denn es kommt der
+Osterhase! Der bringt schoene, bunte Eier. Wir wollen ihm deshalb ein
+Nest zurecht machen. Oft versteckt der Osterhase die Eier. Dann
+muessen wir sie suchen. Zuweilen legt er sie in Huete, Schuhe oder
+Koerbe. Auch unter den Schrank hat er sie schon gelegt. Ja, er steckt
+sie uns wohl gar in die Taschen. Welche Freude, wenn wir sie finden!
+Erst zaehlen wir sie und spielen damit. Spaeter essen wir sie; sie
+schmecken gut. In Washington werden am Ostermontage viele Kinder zum
+Praesidenten eingeladen. Sie koennen lange auf dem Rasen bei dem grossen
+Hause spielen. Da gibt es dann viele und sehr schoene Ostereier. Die
+werden hin und her gerollt und schliesslich verzehrt. Ihr moechtet auch
+dabei sein, nicht wahr?
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+60. DER OBSTGARTEN.
+
+Neben dem Gemuese und den Blumen ist oft ein Platz, auf dem nur Gras
+und Obstbaeume wachsen, es ist der Obstgarten. Welche Pracht, wenn die
+Baeume im Fruehlinge bluehen! Der Kirschbaum kommt zuerst mit seinen
+weissen Blueten. Dann ziehen der Birnbaum und der Pflaumenbaum ihr
+weisses Kleid an. Am schoensten aber Bluehen der Apfelbaum und der
+Pfirsichbaum, die bluehen schoen rot. Das Obst ist zuerst gruen; dann,
+wenn die Sonne recht heiss scheint, wird es gelb, rot oder blau. Ah,
+Wie schmecken Kirschen und Pflaumen so gut! Wenn sie nur schon reif
+waeren!
+
+
+
+
+61. SPRUECHE.
+
+Was Haenschen nicht lernt,
+Lernt Hans nimmermehr.
+
+Gute Sprueche, weise Lehren
+Muss man ueben, nicht bloss hoeren.
+
+Frage nicht, was and're machen,
+Sieh auf deine eig'nen Sachen.
+
+
+
+
+62. DIE VOEGEL IM FRUEHLINGE.
+
+Im Winter sind nur wenige Voegel Bei uns. Wo sind die andern? Sie sind
+fortgezogen nach waermeren Laendern. Jetzt wird es aber auch hier bei
+uns warm, und die Voegel kehren zurueck. Bald werdet ihr sie singen
+hoeren. Fleissig fliegen sie zum Baume. Sie arbeiten. Im Schnabel
+tragen sie Stroh, Heu, Pferdehaare oder auch kleine Zweige herbei;
+damit bauen sie ihre Nester.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+63. DAS ROTE HUEHNCHEN.
+
+_Huehnchen_: Hier ist ein Weizenkorn. Wer wird mir helfen, es zu
+pflanzen? Bitte, hilf du mir, Frau Gans.
+
+_Gans_: Es tut mir leid, aber ich kann dir nicht helfen.
+
+_Huehnchen_: Bitte, hilf du mir, Frau Ente.
+
+_Ente_: O, ich kann dir heute nicht helfen. Ich habe so viel mit
+meinen Kindern zu tun.
+
+_Huehnchen_: Nun, dann hilf du mir, alte Katze.
+
+_Katze_: Ich kann dir auch nicht helfen. Ich muss meine Kaetzchen
+waschen.
+
+_Huehnchen_: Willst du mir denn nicht helfen, kleines Schwein?
+
+_Schwein_: Ich kann keinen Weizen pflanzen. Ich bin zu muede.
+Pflanz du ihn selber.
+
+_Huehnchen_: Das will ich auch tun! Ich lege dich in die Erde,
+Koernchen, und die Sonne, der Regen und der Wind werden dich wachsen
+lassen.
+
+
+ * * * * *
+
+
+_Huehnchen_: Jetzt ist der Weizen reif. Wer wird ihn nach der
+Muehle fahren? Willst du es tun, Frau Gans?
+
+_Gans_: Es tut mir recht leid, Huehnchen, aber heute kann ich
+nicht nach der Muehle fahren. Ich habe Rueckenschmerzen.
+
+_Huehnchen_: Willst du es tun, Frau Ente?
+
+_Ente_: Nein, ich kann auch nicht fort. Ich muss jetzt schwimmen.
+
+_Huehnchen_: So tu du es, alte Katze!
+
+_Katze_: Sch! Sch! Ruhig! Ich laure auf eine Maus. Ich kann
+diesmal nicht gehen.
+
+_Huehnchen_: Bitte, tu du es doch, kleines Schwein.
+
+_Schwein_: Ach was! Es ist gerade Zeit fuer mein
+Mittagsschlaefchen. Du kannst den Weizen selber zur Muehle fahren.
+
+_Huehnchen_: Das werde ich auch tun.
+
+
+ * * * * *
+
+
+_Huehnchen_: Hier ist Mehl. Wer wird Brot daraus backen? Willst
+du das Brot backen, Frau Gans?
+
+_Gans_: Ei, nein! Ich habe in meinem Leben noch kein Brot
+gebacken.
+
+_Huehnchen_: Willst du das Brot backen, Frau Ente?
+
+_Ente_: Ich! Brot backen? Nein, das kann ich wirklich nicht tun.
+
+_Huehnchen_: Backe du das Brot, alte Katze!
+
+_Katze_: Ich tue alles andere auf der Welt lieber als backen.
+
+_Huehnchen_: Wach auf, kleines Schwein, und back du das Brot.
+
+_Schwein_: Ach! lass mich in Ruhe. Ich will dir beim Essen
+helfen, wenn es gebacken ist.
+
+_Huehnchen_: Gut; da backe ich es selbst.
+
+
+ * * * * *
+
+
+_Huehnchen_: So, jetzt ist das Brot gebacken. Sechs schoene,
+braune Laibe. Wer will helfen essen?
+
+_Gans, Ente, Katze, Schwein_: Wir wollen dir helfen!
+
+_Huehnchen_: O, nein! Nun brauch' ich euch auch nicht. Ich werde
+es essen, und meine Kuechlein sollen mir helfen. Gluck, gluck, gluck!
+
+
+
+
+64. RAETSEL.
+
+Rate flink:
+Ein kleines Ding,
+Duenn und spitz;
+Sticht wie der Blitz.
+
+Zwei sind's, die nebeneinander steh'n
+Und alles ganz gut und deutlich seh'n,
+Nur immer eines das andre nicht,
+Und waer' es beim hellsten Tageslicht.
+
+
+
+
+65. DER NASEWEISE BELLO.
+
+In einem Stalle wohnten fuenf kleine Hunde mit ihrer Mutter. Alle
+waren schoen weiss mit braunen Flecken. Sie spielten lustig umher und
+lernten auch von der Mutter Ratten und Maeuse fangen.
+
+Nur einer der Kleinen wollte nicht folgen. Er wollte auch nicht mit
+seinen Geschwistern spielen, sondern trieb sich lieber draussen herum.
+Einmal war Bello--so hiess der kleine--wieder hinausgeschlichen. Bei
+der Tuere stand ein Topf voll schwarzer Farbe. Bello wollte gerne
+wissen, was darin waere, und so steckte er seine Nase hinein. Aber, o
+weh! er kam mit dem Kopfe zu Weit hinein und warf den Topf um. Jetzt
+war er ueber und ueber mit schwarzer Farbe bedeckt. Langsam ging er
+zurueck und blieb mit haengendem Kopf auf der Tuerschwelle sitzen. Seine
+Mutter und seine Geschwister schaemten sich des schmutzigen,
+naseweisen Bello.
+
+
+
+66. HEIL, AMERIKA!
+
+ Hoch die Fahnen,
+ Sie gemahnen
+ An das teure Vaterland.
+ Rot und weiss die Streifen winken,
+ Licht im Blau die Sterne blinken,
+ Sind der Freiheit Unterpfand.
+
+ Freudig singen
+ Wir und bringen
+ Gruesse viel von fern und nah.
+ Wo die Flaggen munter wehen,
+ Stolz wir, sie beschuetzend, stehen,
+ Deiner wert, Amerika!
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+67. PETERSILIE.
+
+Es waren einmal zwei Kinder, ein Knabe und ein Maedchen. Das Maedchen
+hiess Silie, der Knabe Peter. Die Kinder konnten sich gar nicht
+miteinander vertragen. Sobald sie zusammenkamen, stritten sie und
+schlugen einander. Dies machte den Eltern viel Kummer. Das aergerte
+den Paten der Kinder, der ein Zauberer war. Er sprach zu den beiden:
+"Hoere ich euch wieder zanken, so lasse ich euch zur Strafe
+zusammenwachsen."
+
+Es dauerte gar nicht lange, so war wieder Streit; Silie schlug den
+Peter, und Peter schlug Silie. Da kam der Zauberer durch die Luft
+gefahren und ruehrte beide mit seinem Stabe an. Nun waren sie
+verwandelt. Peter wuchs in die Erde hinein als Wurzel, und oben auf
+ihm Silie als gruenes Kraut. Der Zauberer nannte sie nun zusammen:
+Petersilie.
+
+
+
+68. DAS KIND UND SEIN BLUEMCHEN.
+
+ Ward ein Bluemchen mir geschenket,
+ Hab's gepflanzt und hab's getraenket.
+ Voegel, kommt und gebet acht!
+ Gelt, ich hab' es recht gemacht?
+
+ Sonne, lass mein Bluemchen spriessen!
+ Wolke, komm es zu begiessen!
+ Richt' empor dein Angesicht,
+ Liebes Bluemchen, fuercht' dich nicht!
+
+ Und ich kann es kaum erwarten,
+ Taeglich geh' ich in den Garten,
+ Taeglich frag' ich: Bluemchen, sprich,
+ Bluemchen, bist du boes auf mich?
+
+ Sonne liess mein Bluemchen spriessen,
+ Wolke kam, es zu begiessen;
+ Jedes hat sich brav bemueht,
+ Und mein liebes Bluemchen blueht.
+
+ Wie's vor lauter Freuden weinet,
+ Freut sich, dass die Sonne scheinet;
+ Schmetterlinge, fliegt herbei,
+ Sagt ihm doch, wie schoen es sei!
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+
+69. NACHLAESSIGKEIT.
+
+Eine fleissige Mutter baute in ihrem Garten Gemuese aller Art. Eines
+Tages sagte sie zu ihrer kleinen Tochter: "Lieschen, sieh da an der
+untern Seite des Kohlblattes die kleinen, netten, gelben Tuepfelchen!
+Das sind die Eier, aus denen die schoenfarbigen, aber verderblichen
+Raupen kommen. Suche diesen Nachmittag alle Blaetter ab und zerdruecke
+die Eier, so wird unser Kohl gruen und unversehrt bleiben."
+
+Lieschen meinte, zu dieser Arbeit sei es immer noch Zeit, und dachte
+am Ende gar nicht mehr daran. Die Mutter war einige Wochen krank und
+kam nicht in den Garten. Als sie aber wieder gesund war, nahm sie das
+saumselige Maedchen bei der Hand und fuehrte es zu den Kohlbeeten, und
+siehe! aller Kohl war von den Raupen abgefressen. Man sah nichts mehr
+als die Stengel und Gerippe der Blaetter. Das erschrockene und
+beschaemte Maedchen weinte ueber seine Nachlaessigkeit. Die Mutter aber
+sprach: "Tu' kuenftig das, was heute geschehen kann, sogleich heute
+und verschiebe es niemals auf morgen!"
+
+
+
+
+70. EIN RAETSEL.
+
+Ratet, ratet, was ist das:
+Es ist kein Fuchs und ist kein Has'.
+Es hat zwei Augen und kann nicht sehen.
+Es hat zwei Fuesse und kann nicht gehen.
+Es hat zwei Ohren und kann nicht hoeren.
+Es hat zwei Haende und kann sich nicht wehren.
+
+Es ist ein Maedchen huebsch und fein,
+Tut niemals zanken und niemals schrei'n.
+
+Was fuer ein Maedchen mag das sein?
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+71. WAS WUERDEST DU TUN?
+
+"Wenn ich ein Koenig waere," sagte ein Kind, "liesse ich mir ein Schloss
+bauen bis an die Wolken!"
+
+"Und ich," sagte ein anderes, "truege nur Kleider von Silber und
+Gold!"
+
+"Und ich," rief ein dicker Bube, "ich aesse nur Kuchen und Wurst!"
+
+"Ich," sagte ein kleines Maedchen und wurde ein wenig rot, "ich gaebe
+allen armen Kindern Geld, dass sie sich Brot und Kleider kaufen
+koennten!"
+
+
+
+
+72. WAS WOLLEN WIR SPIELEN?
+
+_Ella_: In fuenf Minuten ist Essenszeit,
+ Noch schnell was zu spielen, das waere gescheit!
+
+_Toni_: Ei! Jede holt ihre Puppe heraus,
+ Wir tragen sie etwas spazieren ums Haus.
+
+_Ella_: Das Puppenholen haelt aber doch auf!
+ Komm, spielen wir haschen; ich fange dich, lauf!
+
+_Toni_: Beim Haschen kommt man ja gar nicht zur Ruh'.
+ Ach! spielen wir lieber Blindekuh!
+
+_Ella_: Bei Blindekuh komme ich immer zu Fall.
+ Topp! Weisst du was, spielen wir Fangeball!
+
+_Toni_: Ach was, das Ballspiel machte mir niemals Spass;
+ Reifentreiben, das waere noch was!
+
+_Ella_: Die Reifen, die sind auch drinnen im Haus.
+ Was meinst du, wir suchen Mama einen Strauss!
+
+_Toni_: Wir duerfen ja nicht auf dem Rasen springen.
+ So lass uns lieber ein Liedchen singen!
+
+_Ella_: Ich habe den Husten, faellt eben mir ein!
+
+_Toni_: Na, gut! So spiele ich fuer mich allein!
+
+_Ella_: Ganz alleine? O, das waere nicht schlecht:
+ Dir ist ja auch nimmer ein Vorschlag recht!
+
+_Toni_: Was spiele ich nun?--Die Zeit geht vorbei--
+ Zum Wettelaufen gehoeren doch zwei!
+
+_Ella_: Mir ist nicht sehr zum Spielen zu Mut--
+ Alleine tanzen geht auch nicht gut!
+
+_Toni_: Mama ruft zum Essen! Wir muessen ins Haus!
+ Ach, Ella, nun ist mit dem Spielen es aus!
+
+_Ella_: Wie ist die Zeit nur so hingegangen!
+ Wir haben ja nicht einmal angefangen!
+
+_Toni_: Ja! weisst du, das Ueberlegen und Streiten!
+ Es war doch wirklich recht dumm von uns beiden!
+
+_Ella_: Wir haben recht kindisch uns angestellt!
+
+_Toni_: Nach Tische spielen wir--
+
+_Ella_: Was dir gefaellt!
+
+
+
+
+
+73. DIE SCHLAUE KATZE.
+
+Die Nachbarin hatte einen zahmen Zeisig, den sie oft aus dem Kaefig
+liess. Dann huepfte das Tierchen in der Stube umher und suchte Krumen
+am Boden. Die alte Katze war immer sehr freundlich mit dem Voegelchen.
+Vor einigen Tagen aber erfasste sie ploetzlich den Zeisig, nahm ihn ins
+Maul und sprang mit ihm auf den Tisch.
+
+Die Nachbarin erschrak und glaubte, die Katze wolle ihr liebes
+Voegelein auffressen. Da sah sie jedoch, dass die Stubentuere offen war
+und eine fremde Katze sich ins Zimmer geschlichen hatte. Schnell
+jagte sie diese hinaus, und sieh, die alte Hauskatze sprang sogleich
+vom Tische herab und liess den Zeisig auf den Boden fallen, ohne ihm
+etwas zuleide getan zu haben. Hat die alte Katze nicht klug
+gehandelt?
+
+
+
+
+74. KANNST DU ES SAGEN?
+
+ Es sassen zehn Sperlinge auf dem Dach;
+ Da kam der Jaeger und schoss danach;
+ Er traf davon nur vier.
+ Wie viel bleiben sitzen?
+ Das sage mir.
+
+
+
+
+75. DER SPERLING
+
+ Ich bin wohl ein gemeiner Wicht,
+ Das Singen, das versteh' ich nicht,
+ In schoenen Kleidern geh' ich nicht;
+ Es sieht mich auch der Mann kaum an;
+ Nur boese Buben dann und wann,
+ Die werfen mich mit Steinen;
+ Und dennoch will mir's scheinen,
+ Als sei so schoen die ganze Welt,
+ So blau die Luft, so gruen das Feld--
+ Zip, zip, zip! Ich hab' die Welt so lieb!
+
+
+
+
+76. DAS PFERD UND DER ESEL.
+
+Einst schleppte ein Esel eine schwere Last. Neben ihm ging ein
+lediges Pferd. Der Esel bat das Pferd, es moege ihm doch helfen;
+allein es hoerte nicht auf seine Bitte. Zuletzt konnte der Esel nicht
+mehr weiter; er fiel zu Boden und starb.
+
+Nun lud der Treiber die ganze Last dem Pferde auf. Er zog dem toten
+Tiere die Haut ab, und das Pferd musste dieselbe noch obendrein
+tragen. Hilf deinem Naechsten in der Not.
+
+
+
+
+77. DER KLUGE STAR.
+
+Ein durstiger Star wollte aus einer Wasserflasche trinken. Er konnte
+aber das Wasser mit seinem kurzen Schnabel nicht erreichen. Da hackte
+er damit aufs dicke Glas; doch er vermochte nicht, es zu zerbrechen.
+Dann stemmte er sich gegen die Flasche und wollte sie umwerfen. Aber
+dazu war er nicht stark genug.
+
+Was tat der kluge Star zuletzt? Er las kleine Steinchen mit seinem
+Schnabel zusammen und warf eines nach dem andern in die Flasche.
+Dadurch stieg das Wasser endlich so hoch, dass er es erreichen konnte.
+Jetzt loeschte er seinen Durst.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+78. DER APFELBAUM.
+
+ Der Apfelbaum, das ist ein Mann!
+ Kein andrer gibt so gern wie der.
+ Im Winter, wenn man schuettelt dran,
+ Da gibt er Schnee die Fuelle her.
+ Im Fruehling wirft er Blueten nieder.
+ Im Sommer herbergt er die Finken.
+ Jetzt streckt er seine Zweige nieder,
+ Die voller Frucht zur Erde sinken.
+ Drum kommt und schuettelt, was ihr koennt!
+ Ich weiss gewiss, dass er's euch goennt.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+79. DER HASE UND DER FUCHS.
+
+Ein Hase und ein Fuchs machten im Winter eine Reise. Alles war mit
+Schnee bedeckt. Der Hunger plagte sie sehr. Da sahen sie ein Maedchen
+mit einem Korbe kommen, darin war Brot. Das merkte der Fuchs und
+sagte zu dem Hasen: "Lege dich wie tot auf den Boden, dann wird das
+Maedchen den Korb niederstellen, um dich aufzuheben. Ich nehme den
+Korb weg und mache mich schnell davon. Du eilst mir nach, und dann
+lassen wir es uns wohl sein." Das war dem Hasen recht.
+
+Der Fuchs verbarg sich hinter einem Haufen Schnee, und der Hase legte
+sich nieder. Das Maedchen stellte den Korb richtig hin und griff nach
+dem Hasen. Da schlich der Fuchs hervor und machte sich mit dem Korb
+so schnell davon, dass das Maedchen ihm nicht nachkam. Unser Hase aber
+eilte ihm in grossen Saetzen nach. An einem Wasser hielten sie still.
+Weil aber der Fuchs nicht teilen wollte, so sagte der Hase: "Brot
+haben wir, jetzt sollten wir auch noch Fische haben. Dann haetten wir
+ein Essen wie die grossen Herren. Stecke deinen Schwanz ins Wasser, so
+werden sich die Fische daran haengen, denn die haben jetzt auch nicht
+viel zu beissen."
+
+Der Fuchs ging an den Weiher hin und hing seinen Schwanz in das
+Wasser. Es dauerte aber nicht lange, so war er im Eise festgefroren.
+Der Fuchs konnte ziehen und zappeln, wie er wollte--das Eis liess ihn
+nicht los. Er musste nun zusehen, wie der Hase ein Brot nach dem
+andern verzehrte. Dann rief der listige Hase dem Fuchs zu: "Im
+Fruehjahr sehen wir uns wieder. Lass dir die Zeit nicht zu lang werden,
+bis das Eis auftaut."
+
+
+
+
+80. SPRUECHE.
+
+Wer andern eine Grube graebt,
+Faellt selbst hinein.
+
+Wer redet, was er nicht sollte,
+Muss hoeren, was er nicht wollte.
+
+Kein besseres Kissen in Freude und Schmerz,
+Als gutes Gewissen und froehliches Herz.
+
+
+
+
+81. DER HASE UND DIE SCHILDKROETE.
+
+Ein flinker Hase forderte einst die langsame Schildkroete zum Wettlauf
+auf. Sie willigte ein, und eine grosse Eiche im Walde sollte das Ziel
+sein.
+
+Mit den ersten Sonnenstrahlen machte sich die Schildkroete auf den
+Weg, der Hase aber hatte keine grosse Eile. Er spielte lange im Grase
+umher, ehe er ans Laufen dachte. Endlich sprang er fort und holte die
+Schildkroete wirklich ein. Da er jedoch sah, wie muehsam sie vorwaerts
+kroch, legte er sich im Schatten eines Baumes nieder und schlief fest
+ein.
+
+Als er erwachte, war es schon lange nach Mittag. Da rannte er, so
+rasch er konnte, den Weg entlang. Aber, siehe da, als er die Eiche
+erblickte, sass die Schildkroete schon darunter und lachte den Hasen,
+der seine Zeit verspielt und verschlafen hatte, tuechtig aus.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+82. HASENBRATEN.
+
+ Auf dem Dach viel blanke Zapfen,
+ Zu dem Schnee viel kleine Tapfen,
+ Alle laufen nach dem Kohl!
+ Haeschen, das gefaellt dir wohl?
+
+ Naechtlich, bei des Mondes Schimmer,
+ Sitzt es dort zu schmausen immer;
+ Knusperknaeuschen, gar nicht faul:
+ Ei, du kleines Leckermaul!
+
+ Haeschen ist es schlecht bekommen;
+ Vater hat's Gewehr genommen;
+ Eines Abends ging es: bumm!
+ Bautz! da fiel das Haeschen um.
+
+ Kannst du wohl das Ende raten?
+ Heute gibt es Hasenbraten,
+ Apfelmus mit Zimt dazu.
+ Ach, du armes Haeschen du!
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+83. DER SCHEIN TRUEGT.
+
+Bei einem Teiche wohnten viele Gaense. In der Naehe hatte auch ein
+Fuchs seinen Bau. Gar oft versuchte er, sich eine Gans oder ein
+Gaensekuechlein zu fangen. Daher fuerchteten sich diese sehr vor dem
+braunen Gesellen. Einst war der Fuchs sehr hungrig. "Heute muss ich
+mir einen fetten Braten holen!" sagte er zu sich selber.
+
+Er streckte sich, so lang er war, im Grase aus und ruehrte kein Glied.
+Als die Gaense den Raeuber so liegen sahen, kamen sie naeher und erhoben
+ein freudiges Geschnatter. "Jetzt werden wir Ruhe haben!" sprachen
+sie. "Unser Feind ist nicht mehr am Leben!"
+
+Schnell sprang der Fuchs auf, erwischte den Gaenserich beim Fluegel und
+trug ihn in seine Hoehle.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+84. DER FROSCH.
+
+_Berta_: Geschwind, geschwind, Mama!
+
+_Mutter_: Was fehlt dir? Wer hat dir etwas zuleide getan?
+
+_Berta_: Sieh nur, was mir unser Spitz in den Schoss fallen liess!
+
+_Mutter_: Einen kleinen Frosch! Und deshalb bist du so
+erschrocken? Rasch, nimm den kleinen Burschen und setze ihn in das
+Gemuesebeet!
+
+_Berta_: Tragen soll ich das haessliche Tier? Ich wuerde es um
+alles in der Welt nicht in die Hand nehmen!
+
+_Mutter_: Nun, dann muss ich es tun! Schau, wie ich jetzt das
+Tierchen anfasse und es ins Beet huepfen lasse. Hopp, da sitzt es
+schon drinnen.
+
+_Berta_: O, Mama, was tust du? Warum hast du den Frosch nicht
+getoetet?
+
+_Mutter_: Weil er ein sehr nuetzliches Tier ist. Freust du dich
+nicht, wenn es im Garten die zarten Ruebchen und die suessen Erbsen
+gibt, die Papa jedes Fruehjahr pflanzt?
+
+_Berta_: Gewiss, Mama! Ich esse beides sehr gerne; aber was hat
+das mit dem Frosch zu tun?
+
+_Mutter_: Hoere nur, du wirst es gleich erfahren. Den Raupen und
+Kaefern schmecken diese Gemuese auch gut, gerade wie dir. Im Fruehlinge
+stellen sich diese Insekten ein und fressen die Blaettchen ab, so dass
+die Pflaenzchen sterben muessten, wenn der Frosch nicht zur Hand waere.
+Der glatte Bursche huepft dann durch den Garten, faengt die Raupen,
+Fliegen und Kaefer, und die Pflaenzchen wachsen wieder. Soll ich den
+Frosch zum Dank dafuer toeten, Berta?
+
+_Berta_: Nein, liebe Mama; und wenn ich wieder sehe, dass ein
+Knabe einen Frosch quaelt, will ich ihm sagen, was ich heute von dir
+gelernt habe.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+85. VOM LISTIGEN GRASMUECKLEIN EIN LUSTIGES STUECKLEIN.
+
+ Klaus ist in den Wald gegangen,
+ Weil er will die Voeglein fangen;
+ Auf den Busch ist er gestiegen,
+ Weil er will die Voeglein kriegen.
+ Doch im Nestchen sitzt das alte
+ Voegelein just vor der Spalte,
+ Schaut und zwitschert: "Ei, der Taus!
+ Kinderlein, es kommt der Klaus,
+ Hu, mit einem grossen Pruegel,
+ Kinderlein, wohl auf die Fluegel!"
+ Brr, da flattert's: husch, husch, husch!
+ Leer das Nest, und leer der Busch.
+ Und die Voeglein lachen Klaus
+ Mit dem grossen Pruegel aus,
+ Dass er wieder heimgegangen
+ Zornig, weil er nichts gefangen;
+ Dass er wieder heimgestiegen,
+ Weil er konnt' kein Voeglein kriegen.
+
+
+
+
+86. EIN TOERICHTER STREIT.
+
+Zwei Knaben, Albert und Paul, suchten im Walde Nuesse. Da bemerkte
+Paul eine grosse Walnuss unter einem Baume und rief seinem Kameraden
+zu: "O, sieh dort vor dir die Walnuss!" Albert hob sie schnell auf und
+steckte sie in seine Tasche. Damit war aber Paul nicht zufrieden; er
+sagte: "Die Nuss gehoert mir, ich habe sie zuerst gesehen!" "Und ich
+habe sie aufgehoben," erwiderte Albert trotzig; "ich gebe sie nicht
+her!" So stritten sie heftig, und schon wollten die toerichten Knaben
+einander schlagen, als Georg, ein aelterer Junge, herbeikam, der im
+Walde Eichhoernchen schoss. Albert und Paul baten den grossen Knaben, er
+solle entscheiden, wem die Nuss gehoere. Was tat Georg? Er zerbrach die
+Nuss mit einem Steine und gab jedem der beiden Streitenden ein Stueck
+von der Schale. "Den Kern," sprach er, "behalte ich als Lohn dafuer,
+dass ich euer Richter war!" Dann ging er lachend fort.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+87. HERR WIND! HERR WIND!
+
+ Ein Bauer hat ein Haus gehabt,
+ Und auf dem Haus ein Dach.
+ Zur Nachtzeit kam der Wind getrabt,
+ Da ward der Bauer wach.
+ Wie's heulte, krachte, klirrte, klang!
+ Der arme Bauer flehte bang:
+ "Ich bitt' dich, lass' dein Toben,
+ Und lass' mein Dach dort oben,
+ Herr Wind! Herr Wind!"
+
+ Des Daches Luken schlossen gut
+ Der Bauer und sein Knecht.
+ Da ward der Wind voll Trotz und Wut
+ Und kreischte: "Nun erst recht!"
+ Herr Wind! Herr Wind! du boeser Wind,
+ Du bist wie manche Kinder sind,
+ Die das just haben wollen,
+ Was sie nicht haben sollen.
+ Herr Wind! Herr Wind!
+
+ Mit Draeuen draengt der Wind und drueckt
+ Mit Groll und grausem Krach;
+ Er zieht und zerrt und ruettelt, rueckt
+ Und reisst vom Haus das Dach.
+ Zerstoert ist herzlos Heim und Haus;
+ Der Bauer sieht so traurig aus,
+ Sein Weib und seine Kleinen,
+ Sie stehen da und weinen.
+ Herr Wind! Herr Wind!
+
+ Hast du's gehoert, mein liebes Kind?
+ Sei freundlich, friedlich, froh!
+ Denn wuerdest du ein solcher Wind,
+ Dann spraech' man von dir so:
+ Du bist nicht gut, du tust nicht gut,
+ Du bist ein wild und trotzig Blut,
+ Das stets gern haben wollte,
+ Was es nicht haben sollte!----
+ Herr Wind! Herr Wind!
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+88. DAS FUENKCHEN.
+
+Das Kind hatte mit dem Fuenkchen gespielt, obgleich seine Mutter es
+schon oft verboten hatte. Da war das Fuenkchen fortgeflogen und hatte
+sich ins Stroh versteckt. Das Stroh fing an zu brennen, und es
+entstand eine Flamme, ehe das Kind daran dachte. Da wurde es dem
+Kinde bange, und es lief fort, ohne jemandem etwas von der Flamme zu
+sagen. Und da niemand Wasser darauf schuettete, ging die Flamme nicht
+aus, sondern breitete sich im ganzen Hause aus. Als sie an die
+Fenstervorhaenge kam, wurde sie noch groesser, und das Bett, worin die
+Leute nachts schliefen, brannte hell auf, und die Tische und die
+Stuehle und die Schraenke und alles, was der Vater und die Mutter
+hatten, das wurde vom Feuer erfasst, und die Flamme wurde so hoch wie
+der Kirchturm. Da schrieen die Leute vor Schrecken, die Glocken
+laeuteten; es war fuerchterlich zu hoeren, und die Flamme war
+schrecklich zu sehen. Nun fing man an zu loeschen, indem man Wasser in
+das Feuer schuettete und spritzte; aber es half nichts; das Haus
+brannte ganz ab, und nur noch ein wenig Kohlen und ein bisschen Asche
+blieben uebrig. Da hatten nun die Eltern des Kindes kein Haus mehr und
+kein Plaetzchen, wo sie wohnen und wo sie schlafen konnten, und auch
+kein Geld, um sich ein neues Haus und neue Betten und Tische und
+Stuehle zu kaufen. Ach, wie weinten die armen Eltern! Und das Kind,
+das mit dem Fuenkchen gespielt hatte, war schuld daran.
+
+
+
+
+89. RAETSEL.
+
+Kennt ihr die Blume, in guter Ruh'
+Dreht sie sich immer der Sonne zu;
+Sie hat viel Samenkoerner schoen,
+Wie Strahlen ihre Blaettchen stehn.
+
+Erst weiss wie Schnee,
+Dann gruen wie Klee,
+Drauf rot wie Blut,
+Dann schmeckt es gut.
+
+
+
+
+90. DAS GAENSEBLUEMCHEN.
+
+[Illustration]
+
+Die Rose feierte einmal ihren Geburtstag. Sie stand mitten im Garten,
+und alle Blumen kamen zu ihr, um ihr Glueck zu wuenschen. Zuerst kamen
+die stolze Lilie und die praechtige Tulpe, hernach kamen die kleinen
+Blumen. Alle neigten sich vor der Rose und sagten: "Wir wuenschen dir
+Glueck, liebe Rose."
+
+[Illustration]
+
+Aber ein kleines, weisses Bluemchen getraute sich nicht, nahe an die
+Rose heranzutreten, weil es so schuechtern und bescheiden war. Es
+blieb von ferne stehen und fluesterte nur: "Ich wuensche dir auch
+Glueck, liebe Rose!" Die Rose hatte das Bluemchen aber gesehen und
+winkte ihm, naeher heranzutreten. "Komm doch naeher, liebe kleine
+Schwester," sagte die Rose guetig. Als nun das Bluemchen naeher
+herangetreten war, fragte die Rose: "Wie heisst du denn, liebe
+Kleine?" Da sprach es ganz leise: "Ich heisse Gaensebluemchen."
+
+[Illustration]
+
+"Aber, liebes Gaensebluemchen," sagte die Rose freundlich, "du bist ja
+tausendmal schoener als alle andern Blumen. Du sollst jetzt nicht mehr
+Gaensebluemchen, sondern Tausendschoen heissen, weil du tausendmal
+schoener bist als alle." Darueber freute sich das gute Gaensebluemchen
+so sehr, dass es ueber und ueber rot ward, und seit der Zeit haben alle
+Gaensebluemchen--rote Ohrlaeppchen.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+91. DIE GRUENE STADT.
+
+ Ich weiss euch eine schoene Stadt,
+ Die lauter gruene Haeuser hat.
+ Die Haeuser, die sind gross und klein,
+ Und wer nur will, der darf hinein.
+
+ Die Strassen, die sind freilich krumm,
+ Sie fuehren hier und dort herum;
+ Doch stets gerade fort zu gehn,
+ Wer findet das wohl allzuschoen!
+
+ Die Wege, die sind weit und breit
+ Mit bunten Blumen ueberstreut.
+ Das Pflaster, das ist sanft und weich,
+ Und seine Farb' den Haeusern gleich.
+
+ Es wohnen viele Leute dort,
+ Und alle lieben ihren Ort.
+ Ganz deutlich sieht man dies daraus,
+ Dass jeder singt in seinem Haus.
+
+ Die Leute, die sind alle klein,
+ Denn es sind lauter Voegelein;
+ Und meine ganze gruene Stadt
+ Ist, was den Namen "Wald" sonst hat.
+
+
+
+
+92. DEUTSCHLAND.
+
+[Illustration]
+
+Weit weg von hier liegt Deutschland. Das ist ein schoenes Stueck Erde.
+Zu Deutschland gehoeren Preussen, Sachsen, Bayern, Baden und andere
+kleinere oder groessere Staaten. Dort gibt es breite und tiefe Fluesse.
+Der Rhein, die Elbe und die Donau sind am bekanntesten. Daneben
+finden sich weite Ebenen, hohe Berge und dichte Waelder. Auch fehlt es
+nicht an Staedten, in denen viele fleissige Leute leben. Berlin,
+Muenchen, Koeln, Dresden, Frankfurt und manche andere sind
+bemerkenswert. Ueberall hat man praechtige Wohnhaeuser, reiche Kirchen
+und herrliche oeffentliche Gebaeude. Alles wird sehr sauber und
+ordentlich gehalten. Von Hamburg und Bremen aus fahren maechtige
+Dampfschiffe und Segler nach allen Gegenden der Welt. Deutschland
+besitzt auch zahlreiche grosse Fabriken. Die Felder werden auf das
+Beste bestellt. Die deutsche Fahne ist schwarz, weiss und rot
+gestreift. An der Spitze des Reiches steht der deutsche Kaiser.
+
+
+
+
+93. SONNENSCHEIN.
+
+ Sonnenschein,
+ Klar und rein,
+ Leuchtest in die Welt hinein;
+ Machst so hell, so warm und schoen
+ In den Taelern, auf den Hoeh'n,
+ Die du alle ueberstrahlst
+ Und so hold und lieblich malst.
+
+ Sonnenschein,
+ Klar und rein,
+ Kehre auch ins Herz mir ein!
+ Wenn ich habe heitern Sinn,
+ Gut und froh und freundlich bin,
+ Dann ist's in dem Herzen mein
+ Wunderbarer Sonnenschein.
+
+
+
+
+94. DIE KOENIGIN LUISE.
+
+Vor hundert Jahren lebte in Preussen eine Koenigin, namens Luise. Sie
+war jung und schoen, aber auch ebenso gut. Ein jeder liebte sie. Schon
+als kleines Kind hatte sie ihre Mutter verloren und wurde von ihrer
+Grossmutter einfach erzogen. So war sie zu einer echten, deutschen
+Jungfrau herangewachsen, als der Kronprinz und spaetere Koenig von
+Preussen, Friedrich Wilhelm, sie kennen lernte. Bald darauf wurde sie
+seine Frau. Eine grosse Freude hatte sie an ihren Kindern, zwei
+Knaben, mit denen sie gerne lernte und spielte. Aber da gab es einen
+schrecklichen Krieg mit dem Kaiser von Frankreich, Napoleon. Die
+Feinde waren staerker als die Preussen und besiegten sie. Das tat dem
+Koenige und der guten Koenigin sehr weh. Es kam so weit, dass sie ihr
+Schloss in Berlin verlassen mussten. Als die koenigliche Familie endlich
+wieder zurueckkehren konnte, herrschte grosser Jubel. Die Freude sollte
+aber nicht lange dauern, denn bald darauf wurde die edle Koenigin
+schwer krank und erholte sich nicht mehr. Als sie starb, war die
+Trauer allgemein. Noch heute ist die Koenigin Luise unvergessen.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+95. DAS GOLDENE SCHLOSS.
+
+"Willst du eine Prinzessin sein?" So fragte ein Knabe seine kleine
+Schwester. Die lachte ihn aus. Er sagte aber: "Ja, ich kann ein Koenig
+und du kannst eine Prinzessin werden. Du bekommst ein schoenes, neues
+Kleid und einen silbernen Thron. Ich bekomme einen roten Mantel, eine
+goldene Krone und einen goldenen Thron." Die Schwester glaubte das
+nicht und sagte: "Unsere Eltern sind ja so arm." Der Knabe erzaehlte
+dann: "Letzte Nacht im Traume kam ein kleiner Mann zu mir. Er fragte
+mich: 'Willst du ein Koenig sein und in einem goldenen Schlosse
+wohnen?' Ich sagte, ja. Da sprach der Kleine: 'Komm in den Wald mit
+deiner Schwester, wenn der Mond scheint. Bei der grossen Tanne warte
+auf mich. Aber spaeter im goldenen Schlosse darf keine Traene auf den
+Boden fallen. Wenn eine Traene auf den Boden faellt, muesst ihr wieder
+heim.'" Jetzt glaubte die Schwester, was der Bruder sagte. Sie wollte
+gerne mit ihm gehen.
+
+Am Abend schien der Mond sehr hell. Da gingen Bruder und Schwester
+hin zu der grossen Tanne im Walde. Das Maennlein war noch nicht da. Die
+Kinder setzten sich ins Moos, um zu warten. Sie waren muede und
+schliefen bald ein. Auf einmal wachten sie auf. Verwundert schauten
+sie um sich. Sie hatten schoene neue Kleider an. Der Bruder hatte
+einen roten Mantel und trug eine goldene Krone. Die Schwester hatte
+ein himmelblaues Kleid mit silbernen Sternen. Auf ihren Haaren war
+ein Kranz von Diamanten. Der kleine Mann kam und rief: "Willkommen,
+willkommen!" Dann kamen noch viele kleine Maennlein mit einem goldenen
+und einem silbernen Wagen. Der Bruder musste sich in den goldenen
+Wagen und die Schwester in den silbernen Wagen setzen. Die Maennlein
+zogen die Wagen und fuhren durch den Wald an einen Berg. Im Berge war
+eine grosse, hohe Halle, und darin stand ein goldenes Schloss. Die
+kleinen Maenner fuehrten die Geschwister in dieses Schloss. Dann holten
+sie einen goldenen und einen silbernen Thron. Der goldene Thron war
+fuer den Bruder und der silberne fuer die Schwester. Die kleinen Maenner
+stellten sich vor sie hin und riefen: "Hoch lebe unser Koenig und auch
+die Prinzessin!" Dann gab es zu essen, lauter gute Sachen.
+
+Nach dem Essen wollten die Kinder schlafen, denn es war schon spaet.
+Im Schlafzimmer standen zwei Betten, ein goldenes und ein silbernes.
+Der Koenig legte sich in das goldene, die Prinzessin in das silberne
+Bett. Da fragte der Bruder: "Schwesterchen, wie gefaellt dir das
+goldene Schloss?" Sie antwortete: "Schoen ist es schon hier; wenn nur
+der Vater und die Mutter auch hier waeren!" Der Bruder sagte: "Das
+moechte ich auch haben. Was werden die Eltern jetzt machen?" Die
+Schwester meinte: "Sie werden uns suchen und weinen, weil sie uns
+nicht finden koennen." "Ja," war des Bruders Antwort, "sie werden
+denken, der Wolf habe uns gefressen." Das konnte die Schwester nicht
+anhoeren. Sie fing an zu weinen. Da warnte der Bruder: "Nicht weinen,
+sonst fallen deine Traenen auf den Boden!" "Nein," sagte die
+Schwester, "ich hab' sie mit der Hand aufgefangen. Aber ich muss
+weinen." Nun wurde auch der Bruder ganz traurig. Auch er weinte
+einige Traenen. Doch die Traenen fielen in das Bett. Die Schwester
+fragte: "Wie lange willst du noch Koenig bleiben? Ich will nicht mehr
+Prinzessin sein. Ich will heim!" Der Bruder sagte: "Ja, zu Hause bei
+Vater und Mutter ist es doch schoener!" Da liessen sie beide grosse
+Traenen auf den Boden fallen. Es donnerte, und die Kinder fielen aus
+den Betten.
+
+Nun kamen die kleinen Maenner wieder. Sie waren sehr traurig und
+brachten die Geschwister zurueck zu der grossen Tanne im Wald. Da
+schliefen Bruder und Schwester bald ein. Als sie die Augen oeffneten,
+war es heller Tag, aber der rote Mantel und das himmelblaue Kleid
+Waren verschwunden.
+
+Da kamen auch schon die Eltern. Die freuten sich sehr, ihre Kinder
+wieder zu haben. Die Geschwister waren ebenso froh und versprachen,
+nie mehr fortgehen zu wollen.
+
+
+
+
+96. DIE KLEINEN MUESSIGGAENGER.
+
+Drei Kinder sollten nach der Schule gehen, aber sie sprachen: "Was
+kann das Lernen helfen! Lasst uns in den Wald laufen; da spielen die
+Tierlein, und wir wollen mit ihnen spielen."
+
+Als die Kinder nun im Walde waren, luden sie zuerst die Kaefer zu
+ihrem Spiele ein. Da summten die Kaefer um die Koepfe der Kinder, und
+der eine sprach: "Ich habe keine Zeit, ich muss Holz saegen!" Der
+andere sprach: "Ich muss ein Loch graben!" Noch andere riefen: "Wir
+muessen uns ein Huettlein aus Gras bauen!"
+
+Nun kamen die Kinder an einen Ameisenhaufen. Hier lief eine ganze
+Menge von Ameisen aus und ein. Jedes dieser winzigen Tierchen hatte
+etwas in seine Wohnung zu tragen; und wo es dem einen zu schwer ward,
+sprach es zum andern: "Komm', hilf mir!"
+
+Die Kinder schlichen vorbei und fanden Bienlein auf den Blumen. Die
+waren so eilig und mochten gar nicht zu den Kindern aufsehen. Sie
+sammelten Honig und Bluetenstaub und flogen dann flink davon.
+
+Da hoerten die Kinder einen Vogel singen. Es war ein Fink. "Du kannst
+so schoen singen," riefen sie, "und hast auch gewiss Lust, mit uns zu
+spielen." Allein der Fink sagte: "Pink, pink! Flink, flink! Ich muss
+Muecken fangen fuer meine Jungen und dann die Kleinen in den Schlaf
+singen. Auch muss ich mich fleissig im Singen ueben, damit ich dem
+Wanderer schoene Lieder vorsingen kann." Und fort war er.
+
+Auf einmal rasselte es im Busche. Die Kinder erschraken. Eins sagte:
+"Wenn nur ein Eichhoernchen kaeme und mit uns spielte!" Da lief auch
+schon eines aus dem Busche und kletterte auf einen Baum. Es kicherte
+und rief: "Ich suche Knospen und Nuesse!" Die Kinder baten: "Komm' und
+bring' uns auch schoene Nuesse!" Aber das Tierchen zischte und knurrte
+nur.
+
+Bald darauf hoerten sie ein Baechlein plaetschern, und nun riefen sie
+froehlich: "O, mit dem Baechlein moegen wir spielen! Kommt!"
+
+Sie liefen geschwind hin. Aber das Baechlein sagte: "Seht doch die
+faulen Kinder! Ihr meint, ich haette nichts zu tun. Ich muss Tag und
+Nacht arbeiten; ich netze Felder und Wiesen und traenke die durstigen
+Tiere. Wenn ich gross und stark bin, treibe ich Muehlen und trage
+Schiffe. Geht, geht, ihr faulen Kinder!"
+
+Da wurde den Kindern gar aengstlich zu Mute. Sie gingen beschaemt weg
+und blieben nie mehr aus der Schule.
+
+
+
+
+97. DER GUTE KAMERAD.
+
+ Ich hatt' einen Kameraden,
+ Einen bessern find'st du nit.
+ Die Trommel schlug zum Streite,
+ Er ging an meiner Seite
+ In gleichem Schritt und Tritt.
+
+ Eine Kugel kam geflogen,
+ Gilt's mir oder gilt es dir?
+ Ihn hat es weggerissen,
+ Er liegt mir vor den Fuessen,
+ Als waer's ein Stueck von mir.
+
+ Will mir die Hand noch reichen,
+ Derweil ich eben lad'.
+ "Kann dir die Hand nicht geben,
+ Bleib' du im ew'gen Leben
+ Mein guter Kamerad!"
+
+
+
+
+98. DER GOLDBAUM.
+
+Eduard scherzte gerne und spielte auch gerne anderen einen Streich.
+Dabei kam es nicht immer darauf an, ob, was er sagte, auch der
+Wahrheit gemaess sei. Seine kleine Schwester Emilie, die noch nicht in
+die Schule ging, fragte gerne ihren Bruder, den sie fuer sehr weise
+hielt, ueber alles aus. Um sie schnell wieder los zu werden, sagte ihr
+Eduard oft Dinge, welche das Kind ganz falsch belehrten.
+
+Eines Morgens, es war Eduards Geburtstag, sah Emilie auf dem Tische
+ihres Bruders ein Goldstueck liegen, das er vom Vater zum Geschenk
+bekommen hatte. Sie fragte ihn: "Wo waechst das Gold?"--"Es wird
+gesaet," antwortete Eduard, der sich wieder einmal auf Kosten seiner
+Schwester einen Spass machen wollte, "dann wird ein Baum daraus, an
+dem wachsen die Goldstuecke."
+
+Als Eduard beschaeftigt war, nahm Emilie leise das Goldstueck vom
+Tische, eilte damit hinunter in den Garten, grub mit den Haenden ein
+Loch in die weiche Erde, legte das Goldstueck hinein und bedeckte es
+wieder mit Erde.
+
+Eine Weile spaeter sprang sie in Eduards Zimmer und rief: "Jetzt wirst
+du bald viele, viele Goldstuecke haben! Ich habe deines im Garten
+gepflanzt."
+
+Umsonst bekannte Eduard, er habe nur gescherzt, und umsonst suchte
+und grub er im Garten nach seinem Golde. Emilie wusste die Stelle
+nicht anzugeben, wo sie es eingegraben hatte.
+
+Der Vater kam hinzu und sagte: "Es war unklug von Emilie, das
+Goldstueck pflanzen zu wollen; du aber, Eduard, hast gefehlt, da du
+ihr, wenn auch im Scherze, eine Unwahrheit sagtest."
+
+
+
+
+99. GERETTET.
+
+"Rasch, Ernst, kleide dich an, und komme sogleich herunter!"
+
+"Was ist geschehen, Vater?"
+
+"Geschwind, mein Junge! Der Ohio ist ueber Nacht gestiegen, das Dorf
+ist unter Wasser, und wir muessen unser Haus verlassen."
+
+Mit einem Satz war Ernst aus dem Bette und fuhr wie der Blitz in
+seine Kleider. Dann lief er die Treppe hinunter in die Wohnstube.
+Hier stand das Wasser schon ueber zwei Fuss hoch. Auf einem Tische am
+Fenster war der Vater mit den Seinen. Die Mutter hielt die kleine
+Rosa an der Hand und trug das Juengste, ein herziges Bueblein, auf dem
+Arme. Sie hatte Traenen im Auge, der Vater aber sprach ihr Mut zu.
+Endlich kam ein Mann in einem Kahn, alle stiegen hinein, und durch
+dieselben Strassen, durch welche gestern noch Leute gegangen und Wagen
+gefahren waren, ruderten sie jetzt im Rachen dem Lande zu. Nachdem
+sie eine hochgelegene Stelle erreicht hatten, stiegen sie aus. Der
+Bootsmann ging mit dem Vater, der Mutter und den zwei Kleinen den
+Huegel hinauf nach einem Hause. Dort wollten sie ein Unterkommen
+suchen.
+
+"Du kannst dableiben und auf meinen Kahn achtgeben," sagte der
+Bootsmann zu Ernst. Das war dem Knaben gerade recht. Jetzt erst
+schaute er sich um. Welch ein Anblick! Nach dem Flusse zu sah man nur
+Wasser. So weit das Auge reichte, schien alles ein grosser See zu
+sein. Drueben am anderen Ufer, ganz in der Ferne guckten die Wipfel
+der Baeume und die Schornsteine aus der Flut empor. Ganz in der Naehe
+stand das Bretterhaus der alten Frau Werner, welche sehr arm war und
+von guten Leuten unterstuetzt wurde. Schon hatte das Wasser den
+zweiten Stock erreicht und stieg immer hoeher und hoeher.
+
+[Illustration]
+
+Waehrend Ernst das Haeuschen der Frau Werner betrachtete, kam es ihm
+vor, als rufe jemand um Hilfe. Richtig, jetzt oeffnete die alte Frau
+einen Laden und schaute heraus. Als sie ringsum nichts als Wasser
+erblickte, klagte und jammerte sie laut und rang die Haende.
+
+Ernst sah alles und dachte nach, was er wohl tun koenne. Ja, so ging
+es! Er wollte rasch den Huegel hinauflaufen und den Vater und den
+Bootsmann rufen. Aber siehe da! Die Flut trieb einen maechtigen
+Baumstamm gerade auf das Haeuschen zu. Wenn er gegen dasselbe stiess,
+loeste es sich gewiss los, schwamm in der Stroemung fort, und dann waere
+die alte Frau verloren.
+
+Da sprang Ernst in den Kahn, stiess vom Ufer und steuerte nach dem
+Haeuschen. Frau Werner stieg aus dem Fenster in den Rachen, und der
+Knabe ruderte, so rasch er konnte, an das Ufer zurueck. Als er sich
+demselben naeherte, kam sein Vater gerade wieder vom Huegel herab.
+
+"Hurra, wir sind gerettet!" rief Ernst, als der Kahn ans Land stiess.
+Mit Traenen des Dankes im Auge drueckte die alte Frau dem Knaben die
+Haende. Der Vater aber schloss ihn an seine Brust und sprach: "Das war
+wie ein braver Mann gehandelt, mein Sohn!"
+
+
+
+
+100. SPRUECHE.
+
+Erfuellte Pflicht
+macht froh Gesicht.
+
+Die traege Hand sei noch so glatt und weiss,
+Der fleissigen allein gebuehrt der Preis.
+
+Traegt einer gar so hoch den Kopf,
+So ist er wohl ein eitler Tropf.
+
+Allen Leuten recht getan,
+Ist eine Kunst, die niemand kann.
+
+
+
+
+*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK, HIN UND HER ***
+
+This file should be named 7hnhr10.txt or 7hnhr10.zip
+Corrected EDITIONS of our eBooks get a new NUMBER, 7hnhr11.txt
+VERSIONS based on separate sources get new LETTER, 7hnhr10a.txt
+
+Project Gutenberg eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the US
+unless a copyright notice is included. Thus, we usually do not
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+We are now trying to release all our eBooks one year in advance
+of the official release dates, leaving time for better editing.
+Please be encouraged to tell us about any error or corrections,
+even years after the official publication date.
+
+Please note neither this listing nor its contents are final til
+midnight of the last day of the month of any such announcement.
+The official release date of all Project Gutenberg eBooks is at
+Midnight, Central Time, of the last day of the stated month. A
+preliminary version may often be posted for suggestion, comment
+and editing by those who wish to do so.
+
+Most people start at our Web sites at:
+http://gutenberg.net or
+http://promo.net/pg
+
+These Web sites include award-winning information about Project
+Gutenberg, including how to donate, how to help produce our new
+eBooks, and how to subscribe to our email newsletter (free!).
+
+
+Those of you who want to download any eBook before announcement
+can get to them as follows, and just download by date. This is
+also a good way to get them instantly upon announcement, as the
+indexes our cataloguers produce obviously take a while after an
+announcement goes out in the Project Gutenberg Newsletter.
+
+http://www.ibiblio.org/gutenberg/etext05 or
+ftp://ftp.ibiblio.org/pub/docs/books/gutenberg/etext05
+
+Or /etext04, 03, 02, 01, 00, 99, 98, 97, 96, 95, 94, 93, 92, 92,
+91 or 90
+
+Just search by the first five letters of the filename you want,
+as it appears in our Newsletters.
+
+
+Information about Project Gutenberg (one page)
+
+We produce about two million dollars for each hour we work. The
+time it takes us, a rather conservative estimate, is fifty hours
+to get any eBook selected, entered, proofread, edited, copyright
+searched and analyzed, the copyright letters written, etc. Our
+projected audience is one hundred million readers. If the value
+per text is nominally estimated at one dollar then we produce $2
+million dollars per hour in 2002 as we release over 100 new text
+files per month: 1240 more eBooks in 2001 for a total of 4000+
+We are already on our way to trying for 2000 more eBooks in 2002
+If they reach just 1-2% of the world's population then the total
+will reach over half a trillion eBooks given away by year's end.
+
+The Goal of Project Gutenberg is to Give Away 1 Trillion eBooks!
+This is ten thousand titles each to one hundred million readers,
+which is only about 4% of the present number of computer users.
+
+Here is the briefest record of our progress (* means estimated):
+
+eBooks Year Month
+
+ 1 1971 July
+ 10 1991 January
+ 100 1994 January
+ 1000 1997 August
+ 1500 1998 October
+ 2000 1999 December
+ 2500 2000 December
+ 3000 2001 November
+ 4000 2001 October/November
+ 6000 2002 December*
+ 9000 2003 November*
+10000 2004 January*
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation has been created
+to secure a future for Project Gutenberg into the next millennium.
+
+We need your donations more than ever!
+
+As of February, 2002, contributions are being solicited from people
+and organizations in: Alabama, Alaska, Arkansas, Connecticut,
+Delaware, District of Columbia, Florida, Georgia, Hawaii, Illinois,
+Indiana, Iowa, Kansas, Kentucky, Louisiana, Maine, Massachusetts,
+Michigan, Mississippi, Missouri, Montana, Nebraska, Nevada, New
+Hampshire, New Jersey, New Mexico, New York, North Carolina, Ohio,
+Oklahoma, Oregon, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, South
+Dakota, Tennessee, Texas, Utah, Vermont, Virginia, Washington, West
+Virginia, Wisconsin, and Wyoming.
+
+We have filed in all 50 states now, but these are the only ones
+that have responded.
+
+As the requirements for other states are met, additions to this list
+will be made and fund raising will begin in the additional states.
+Please feel free to ask to check the status of your state.
+
+In answer to various questions we have received on this:
+
+We are constantly working on finishing the paperwork to legally
+request donations in all 50 states. If your state is not listed and
+you would like to know if we have added it since the list you have,
+just ask.
+
+While we cannot solicit donations from people in states where we are
+not yet registered, we know of no prohibition against accepting
+donations from donors in these states who approach us with an offer to
+donate.
+
+International donations are accepted, but we don't know ANYTHING about
+how to make them tax-deductible, or even if they CAN be made
+deductible, and don't have the staff to handle it even if there are
+ways.
+
+Donations by check or money order may be sent to:
+
+ PROJECT GUTENBERG LITERARY ARCHIVE FOUNDATION
+ 809 North 1500 West
+ Salt Lake City, UT 84116
+
+Contact us if you want to arrange for a wire transfer or payment
+method other than by check or money order.
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation has been approved by
+the US Internal Revenue Service as a 501(c)(3) organization with EIN
+[Employee Identification Number] 64-622154. Donations are
+tax-deductible to the maximum extent permitted by law. As fund-raising
+requirements for other states are met, additions to this list will be
+made and fund-raising will begin in the additional states.
+
+We need your donations more than ever!
+
+You can get up to date donation information online at:
+
+http://www.gutenberg.net/donation.html
+
+
+***
+
+If you can't reach Project Gutenberg,
+you can always email directly to:
+
+Michael S. Hart <hart@pobox.com>
+
+Prof. Hart will answer or forward your message.
+
+We would prefer to send you information by email.
+
+
+**The Legal Small Print**
+
+
+(Three Pages)
+
+***START**THE SMALL PRINT!**FOR PUBLIC DOMAIN EBOOKS**START***
+Why is this "Small Print!" statement here? You know: lawyers.
+They tell us you might sue us if there is something wrong with
+your copy of this eBook, even if you got it for free from
+someone other than us, and even if what's wrong is not our
+fault. So, among other things, this "Small Print!" statement
+disclaims most of our liability to you. It also tells you how
+you may distribute copies of this eBook if you want to.
+
+*BEFORE!* YOU USE OR READ THIS EBOOK
+By using or reading any part of this PROJECT GUTENBERG-tm
+eBook, you indicate that you understand, agree to and accept
+this "Small Print!" statement. If you do not, you can receive
+a refund of the money (if any) you paid for this eBook by
+sending a request within 30 days of receiving it to the person
+you got it from. If you received this eBook on a physical
+medium (such as a disk), you must return it with your request.
+
+ABOUT PROJECT GUTENBERG-TM EBOOKS
+This PROJECT GUTENBERG-tm eBook, like most PROJECT GUTENBERG-tm eBooks,
+is a "public domain" work distributed by Professor Michael S. Hart
+through the Project Gutenberg Association (the "Project").
+Among other things, this means that no one owns a United States copyright
+on or for this work, so the Project (and you!) can copy and
+distribute it in the United States without permission and
+without paying copyright royalties. Special rules, set forth
+below, apply if you wish to copy and distribute this eBook
+under the "PROJECT GUTENBERG" trademark.
+
+Please do not use the "PROJECT GUTENBERG" trademark to market
+any commercial products without permission.
+
+To create these eBooks, the Project expends considerable
+efforts to identify, transcribe and proofread public domain
+works. Despite these efforts, the Project's eBooks and any
+medium they may be on may contain "Defects". Among other
+things, Defects may take the form of incomplete, inaccurate or
+corrupt data, transcription errors, a copyright or other
+intellectual property infringement, a defective or damaged
+disk or other eBook medium, a computer virus, or computer
+codes that damage or cannot be read by your equipment.
+
+LIMITED WARRANTY; DISCLAIMER OF DAMAGES
+But for the "Right of Replacement or Refund" described below,
+[1] Michael Hart and the Foundation (and any other party you may
+receive this eBook from as a PROJECT GUTENBERG-tm eBook) disclaims
+all liability to you for damages, costs and expenses, including
+legal fees, and [2] YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE OR
+UNDER STRICT LIABILITY, OR FOR BREACH OF WARRANTY OR CONTRACT,
+INCLUDING BUT NOT LIMITED TO INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE
+OR INCIDENTAL DAMAGES, EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE
+POSSIBILITY OF SUCH DAMAGES.
+
+If you discover a Defect in this eBook within 90 days of
+receiving it, you can receive a refund of the money (if any)
+you paid for it by sending an explanatory note within that
+time to the person you received it from. If you received it
+on a physical medium, you must return it with your note, and
+such person may choose to alternatively give you a replacement
+copy. If you received it electronically, such person may
+choose to alternatively give you a second opportunity to
+receive it electronically.
+
+THIS EBOOK IS OTHERWISE PROVIDED TO YOU "AS-IS". NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, ARE MADE TO YOU AS
+TO THE EBOOK OR ANY MEDIUM IT MAY BE ON, INCLUDING BUT NOT
+LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR A
+PARTICULAR PURPOSE.
+
+Some states do not allow disclaimers of implied warranties or
+the exclusion or limitation of consequential damages, so the
+above disclaimers and exclusions may not apply to you, and you
+may have other legal rights.
+
+INDEMNITY
+You will indemnify and hold Michael Hart, the Foundation,
+and its trustees and agents, and any volunteers associated
+with the production and distribution of Project Gutenberg-tm
+texts harmless, from all liability, cost and expense, including
+legal fees, that arise directly or indirectly from any of the
+following that you do or cause: [1] distribution of this eBook,
+[2] alteration, modification, or addition to the eBook,
+or [3] any Defect.
+
+DISTRIBUTION UNDER "PROJECT GUTENBERG-tm"
+You may distribute copies of this eBook electronically, or by
+disk, book or any other medium if you either delete this
+"Small Print!" and all other references to Project Gutenberg,
+or:
+
+[1] Only give exact copies of it. Among other things, this
+ requires that you do not remove, alter or modify the
+ eBook or this "small print!" statement. You may however,
+ if you wish, distribute this eBook in machine readable
+ binary, compressed, mark-up, or proprietary form,
+ including any form resulting from conversion by word
+ processing or hypertext software, but only so long as
+ *EITHER*:
+
+ [*] The eBook, when displayed, is clearly readable, and
+ does *not* contain characters other than those
+ intended by the author of the work, although tilde
+ (~), asterisk (*) and underline (_) characters may
+ be used to convey punctuation intended by the
+ author, and additional characters may be used to
+ indicate hypertext links; OR
+
+ [*] The eBook may be readily converted by the reader at
+ no expense into plain ASCII, EBCDIC or equivalent
+ form by the program that displays the eBook (as is
+ the case, for instance, with most word processors);
+ OR
+
+ [*] You provide, or agree to also provide on request at
+ no additional cost, fee or expense, a copy of the
+ eBook in its original plain ASCII form (or in EBCDIC
+ or other equivalent proprietary form).
+
+[2] Honor the eBook refund and replacement provisions of this
+ "Small Print!" statement.
+
+[3] Pay a trademark license fee to the Foundation of 20% of the
+ gross profits you derive calculated using the method you
+ already use to calculate your applicable taxes. If you
+ don't derive profits, no royalty is due. Royalties are
+ payable to "Project Gutenberg Literary Archive Foundation"
+ the 60 days following each date you prepare (or were
+ legally required to prepare) your annual (or equivalent
+ periodic) tax return. Please contact us beforehand to
+ let us know your plans and to work out the details.
+
+WHAT IF YOU *WANT* TO SEND MONEY EVEN IF YOU DON'T HAVE TO?
+Project Gutenberg is dedicated to increasing the number of
+public domain and licensed works that can be freely distributed
+in machine readable form.
+
+The Project gratefully accepts contributions of money, time,
+public domain materials, or royalty free copyright licenses.
+Money should be paid to the:
+"Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
+If you are interested in contributing scanning equipment or
+software or other items, please contact Michael Hart at:
+hart@pobox.com
+
+[Portions of this eBook's header and trailer may be reprinted only
+when distributed free of all fees. Copyright (C) 2001, 2002 by
+Michael S. Hart. Project Gutenberg is a TradeMark and may not be
+used in any sales of Project Gutenberg eBooks or other materials be
+they hardware or software or any other related product without
+express permission.]
+
+*END THE SMALL PRINT! FOR PUBLIC DOMAIN EBOOKS*Ver.02/11/02*END*
+