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+*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40117 ***
+
+ Rainer Maria Rilke
+
+
+ Das Marien-Leben
+
+
+ [Illustration]
+
+ [Griechich: zalên endothen echôn]
+
+ * * * * *
+
+ Im Insel-Verlag zu Leipzig
+
+
+
+
+ Duino, Januar 1912
+
+
+
+
+ _Heinrich Vogeler_
+ dankbar
+ für alten und neuen Anlaß
+ zu diesen Versen
+
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Inhalt
+
+
+ Geburt Mariä 7
+
+ Die Darstellung Mariä im Tempel 8
+
+ Mariä Verkündigung 10
+
+ Mariä Heimsuchung 11
+
+ Argwohn Josephs 12
+
+ Verkündigung über den Hirten 13
+
+ Geburt Christi 15
+
+ Rast auf der Flucht in Ägypten 16
+
+ Von der Hochzeit zu Kana 17
+
+ Vor der Passion 19
+
+ Pietà 20
+
+ Stillung Mariä mit dem Auferstandenen 21
+
+ Vom Tode Mariä (Drei Stücke) 22
+
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Geburt Mariä
+
+
+ O was muß es die Engel gekostet haben,
+ nicht aufzusingen plötzlich, wie man aufweint,
+ da sie doch wußten: in dieser Nacht wird dem Knaben
+ die Mutter geboren, dem Einen, der bald erscheint.
+
+ Schwingend verschwiegen sie sich und zeigten die Richtung,
+ wo, allein, das Gehöft lag des Joachim,
+ ach, sie fühlten in sich und im Raum die reine Verdichtung,
+ aber es durfte keiner nieder zu ihm.
+
+ Denn die beiden waren schon so außer sich vor Getue.
+ Eine Nachbarin kam und klugte und wußte nicht wie,
+ und der Alte, vorsichtig, ging und verhielt das Gemuhe
+ einer dunkelen Kuh. Denn so war es noch nie.
+
+
+
+
+ Die Darstellung Mariä im Tempel
+
+
+ Um zu begreifen, wie sie damals war,
+ mußt du dich erst an eine Stelle rufen,
+ wo Säulen in dir wirken; wo du Stufen
+ nachfühlen kannst; wo Bogen voll Gefahr
+ den Abgrund eines Raumes überbrücken,
+ der in dir blieb, weil er aus solchen Stücken
+ getürmt war, daß du sie nicht mehr aus dir
+ ausheben kannst: du rissest dich denn ein.
+ Bist du so weit, ist alles in dir Stein,
+ Wand, Aufgang, Durchblick, Wölbung --, so probier,
+ den großen Vorhang, den du vor dir hast,
+ ein wenig wegzuzerrn mit beiden Händen:
+ Da glänzt es von ganz hohen Gegenständen
+ und übertrifft dir Atem und Getast.
+ Hinauf, hinab, Palast steht auf Palast,
+ Geländer strömen breiter aus Geländern
+ und tauchen oben auf an solchen Rändern,
+ daß dich, wie du sie siehst, der Schwindel faßt.
+ Dabei macht ein Gewölk aus Räucherständern
+ die Nähe trüb; aber das Fernste zielt
+ in dich hinein mit seinen graden Strahlen --,
+ und wenn jetzt Schein aus klaren Flammenschalen
+ auf langsam nahenden Gewändern spielt:
+ wie hältst du's aus?
+
+ Sie aber kam und hob
+ den Blick, um dieses alles anzuschauen.
+ (Ein Kind, ein kleines Mädchen zwischen Frauen.)
+ Dann stieg sie ruhig, voller Selbstvertrauen,
+ dem Aufwand zu, der sich verwöhnt verschob:
+ So sehr war alles, was die Menschen bauen,
+ schon überwogen von dem Lob
+
+ in ihrem Herzen. Von der Lust
+ sich hinzugeben an die innern Zeichen:
+ Die Eltern meinten, sie hinaufzureichen,
+ der Drohende mit der Juwelenbrust
+ empfing sie scheinbar: Doch sie ging durch alle,
+ klein wie sie war, aus jeder Hand hinaus
+ und in ihr Los, das, höher als die Halle,
+ schon fertig war, und schwerer als das Haus.
+
+
+
+
+ Mariä Verkündigung
+
+
+ Nicht daß ein Engel eintrat (das erkenn),
+ erschreckte sie. So wenig andre, wenn
+ ein Sonnenstrahl oder der Mond bei Nacht
+ in ihrem Zimmer sich zu schaffen macht,
+ auffahren --, pflegte sie an der Gestalt,
+ in der ein Engel ging, sich zu entrüsten;
+ sie ahnte kaum, daß dieser Aufenthalt
+ mühsam für Engel ist. (O wenn wir wüßten,
+ wie rein sie war. Hat eine Hirschkuh nicht,
+ die, liegend, einmal sie im Wald eräugte,
+ sich so in sie versehn, daß sich in ihr,
+ ganz ohne Paarigen, das Einhorn zeugte,
+ das Tier aus Licht, das reine Tier --.)
+ Nicht, daß er eintrat, aber daß er dicht,
+ der Engel, eines Jünglings Angesicht
+ so zu ihr neigte, daß sein Blick und der,
+ mit dem sie aufsah, so zusammenschlugen,
+ als wäre draußen plötzlich alles leer
+ und, was Millionen schauten, trieben, trugen,
+ hineingedrängt in sie: nur sie und er;
+ Schaun und Geschautes, Aug und Augenweide
+ sonst nirgends als an dieser Stelle --: sieh,
+ dieses erschreckt. Und sie erschraken beide.
+
+ Dann sang der Engel seine Melodie.
+
+
+
+
+ Mariä Heimsuchung
+
+
+ Noch erging sie's leicht im Anbeginne,
+ doch im Steigen manchmal ward sie schon
+ ihres wunderbaren Leibes inne, --
+ und dann stand sie, atmend, auf den hohn
+
+ Judenbergen. Aber nicht das Land,
+ ihre Fülle war um sie gebreitet;
+ gehend fühlte sie: man überschreitet
+ nie die Größe, die sie jetzt empfand.
+
+ Und es drängte sie, die Hand zu legen
+ auf den andern Leib, der weiter war.
+ Und die Frauen schwankten sich entgegen
+ und berührten sich Gewand und Haar.
+
+ Jede, voll von ihrem Heiligtume,
+ schützte sich mit der Gevatterin.
+ Ach der Heiland in ihr war noch Blume,
+ doch den Täufer in dem Schoß der Muhme
+ riß die Freude schon zum Hüpfen hin.
+
+
+
+
+ Argwohn Josephs
+
+
+ Und der Engel sprach und gab sich Müh
+ an dem Mann, der seine Fäuste ballte:
+ aber siehst du nicht an jeder Falte,
+ daß sie kühl ist wie die Gottesfrüh.
+
+ Doch der andre sah ihn finster an,
+ murmelnd nur: Was hat sie so verwandelt?
+ Doch da schrie der Engel: Zimmermann,
+ merkst du's noch nicht, daß der Herrgott handelt?
+
+ Weil du Bretter machst, in deinem Stolze,
+ willst du wirklich den zur Rede stelln,
+ der bescheiden aus dem gleichen Holze
+ Blätter treiben macht und Knospen schwelln?
+
+ Er begriff. Und wie er jetzt die Blicke,
+ recht erschrocken, zu dem Engel hob
+ war der fort. Da schob er seine dicke
+ Mütze langsam ab. Dann sang er lob.
+
+
+
+
+ Verkündigung über den Hirten
+
+
+ Seht auf, ihr Männer. Männer dort am Feuer,
+ die ihr den grenzenlosen Himmel kennt,
+ Sterndeuter, hierher! Seht, ich bin ein neuer
+ steigender Stern. Mein ganzes Wesen brennt
+ und strahlt so stark und ist so ungeheuer
+ voll Licht, daß mir das tiefe Firmament
+ nicht mehr genügt. Laßt meinen Glanz hinein
+ in euer Dasein: o, die dunklen Blicke,
+ die dunklen Herzen, nächtige Geschicke,
+ die euch erfüllen. Hirten, wie allein
+ bin ich in euch. Auf einmal wird mir Raum.
+ Stauntet ihr nicht: der große Brotfruchtbaum
+ warf einen Schatten. Ja, das kam von mir.
+ Ihr Unerschrockenen, o wüßtet ihr,
+ wie jetzt auf eurem schauenden Gesichte
+ die Zukunft scheint. In diesem starken Lichte
+ wird viel geschehen. Euch vertrau ich's, denn
+ ihr seid verschwiegen; euch Gradgläubigen
+ redet hier alles. Glut und Regen spricht,
+ der Vögel Zug, der Wind und was ihr seid,
+ keins überwiegt und wächst zur Eitelkeit
+ sich mästend an. Ihr haltet nicht
+ die Dinge auf im Zwischenraum der Brust,
+ um sie zu quälen. So wie seine Lust
+ durch einen Engel strömt, so treibt durch euch
+ das Irdische. Und wenn ein Dorngesträuch
+ aufflammte plötzlich, dürfte noch aus ihm
+ der Ewige euch rufen, Cherubim,
+ wenn sie geruhten neben eurer Herde
+ einherzuschreiten, wunderten euch nicht:
+ ihr stürztet euch auf euer Angesicht,
+ betetet an und nenntet dies die Erde.
+
+ Doch dieses war. Nun soll ein Neues sein,
+ von dem der Erdkreis ringender sich weitet.
+ Was ist ein Dörnicht uns: Gott fühlt sich ein
+ in einer Jungfrau Schoß. Ich bin der Schein
+ von ihrer Innigkeit, der euch geleitet.
+
+
+
+
+ Geburt Christi
+
+
+ Hättest du der Einfalt nicht, wie sollte
+ dir geschehn, was jetzt die Nacht erhellt?
+ Sieh, der Gott, der über Völkern grollte,
+ macht sich mild und kommt in dir zur Welt.
+
+ Hast du dir ihn größer vorgestellt?
+
+ Was ist Größe? Quer durch alle Maße,
+ die er durchstreicht, geht sein grades Los.
+ Selbst ein Stern hat keine solche Straße.
+ Siehst du, diese Könige sind groß,
+
+ und sie schleppen dir vor deinen Schoß
+
+ Schätze, die sie für die größten halten,
+ und du staunst vielleicht bei dieser Gift --:
+ aber schau in deines Tuches Falten,
+ wie er jetzt schon alles übertrifft.
+
+ Aller Amber, den man weit verschifft,
+
+ jeder Goldschmuck und das Luftgewürze,
+ das sich trübend in die Sinne streut:
+ alles dieses war von rascher Kürze,
+ und am Ende hat man es bereut.
+
+ Aber (du wirst sehen): Er erfreut.
+
+
+
+
+ Rast auf der Flucht in Ägypten
+
+
+ Diese, die noch eben atemlos
+ flohen mitten aus dem Kindermorden:
+ o, wie waren sie unmerklich groß
+ über ihrer Wanderschaft geworden.
+
+ Kaum noch daß im scheuen Rückwärtsschauen
+ ihres Schreckens Not zergangen war,
+ und schon brachten sie auf ihrem grauen
+ Maultier ganze Städte in Gefahr;
+
+ denn sowie sie, klein im großen Land,
+ -- fast ein Nichts -- den starken Tempeln nahten,
+ platzten alle Götzen wie verraten
+ und verloren völlig den Verstand.
+
+ Ist es denkbar, daß von ihrem Gange
+ alles so verzweifelt sich erbost?
+ und sie wurden vor sich selber bange,
+ nur das Kind war namenlos getrost.
+
+ Immerhin, sie mußten sich darüber
+ eine Weile setzen. Doch da ging --
+ sieh: der Baum, der still sie überhing,
+ wie ein Dienender zu ihnen über:
+
+ er verneigte sich. Derselbe Baum,
+ dessen Kränze toten Pharaonen
+ für das Ewige die Stirnen schonen,
+ neigte sich. Er fühlte neue Kronen
+ blühen. Und sie saßen wie im Traum.
+
+
+
+
+ Von der Hochzeit zu Kana
+
+
+ Konnte sie denn anders, als auf ihn
+ stolz sein, der ihr Schlichtestes verschönte?
+ War nicht selbst die hohe, großgewöhnte
+ Nacht wie außer sich, da er erschien?
+
+ Ging nicht auch, daß er sich einst verloren,
+ unerhört zu seiner Glorie aus?
+ Hatten nicht die Weisesten die Ohren
+ mit dem Mund vertauscht? Und war das Haus
+
+ nicht wie neu von seiner Stimme? Ach
+ sicher hatte sie zu hundert Malen
+ ihre Freude an ihm auszustrahlen
+ sich verwehrt. Sie ging ihm staunend nach.
+
+ Aber da bei jenem Hochzeitsfeste,
+ als es unversehns an Wein gebrach, --
+ sah sie hin und bat um eine Geste
+ und begriff nicht, daß er widersprach.
+
+ Und dann tat er's. Sie verstand es später,
+ wie sie ihn in seinen Weg gedrängt:
+ denn jetzt war er wirklich Wundertäter,
+ und das ganze Opfer war verhängt,
+
+ unaufhaltsam. Ja, es stand geschrieben.
+ Aber war es damals schon bereit?
+ Sie: sie hatte es herbeigetrieben
+ in der Blindheit ihrer Eitelkeit.
+
+ An dem Tisch voll Früchten und Gemüsen
+ freute sie sich mit und sah nicht ein,
+ daß das Wasser ihrer Tränendrüsen
+ Blut geworden war mit diesem Wein.
+
+
+
+
+ Vor der Passion
+
+
+ O hast du dies gewollt, du hättest nicht
+ durch eines Weibes Leib entspringen dürfen:
+ Heilande muß man in den Bergen schürfen,
+ wo man das Harte aus dem Harten bricht.
+
+ Tut dir's nicht selber leid, dein liebes Tal
+ so zu verwüsten? Siehe meine Schwäche;
+ ich habe nichts als Milch- und Tränenbäche,
+ und du warst immer in der Überzahl.
+
+ Mit solchem Aufwand wardst du mir verheißen.
+ Was tratst du nicht gleich wild aus mir hinaus?
+ Wenn du nur Tiger brauchst, dich zu zerreißen,
+ warum erzog man mich im Frauenhaus,
+
+ ein weiches reines Kleid für dich zu weben,
+ darin nicht einmal die geringste Spur
+ von Naht dich drückt --: so war mein ganzes Leben
+ und jetzt verkehrst du plötzlich die Natur.
+
+
+
+
+ Pietà
+
+
+ Jetzt wird mein Elend voll, und namenlos
+ erfüllt es mich. Ich starre wie des Steins
+ Inneres starrt.
+ Hart wie ich bin, weiß ich nur Eins:
+ Du wurdest groß --
+ .... und wurdest groß,
+ um als zu großer Schmerz
+ ganz über meines Herzens Fassung
+ hinauszustehn.
+ Jetzt liegst du quer durch meinen Schoß,
+ jetzt kann ich dich nicht mehr
+ gebären.
+
+
+
+
+ Stillung Mariä mit dem Auferstandenen
+
+
+ Was sie damals empfanden: ist es nicht
+ vor allen Geheimnissen süß
+ und immer noch irdisch:
+ da er, ein wenig blaß noch vom Grab,
+ erleichtert zu ihr trat:
+ an allen Stellen erstanden.
+ O zu ihr zuerst. Wie waren sie da
+ unaussprechlich in Heilung.
+ Ja sie heilten, das war's. Sie hatten nicht nötig,
+ sich stark zu berühren.
+ Er legte ihr eine Sekunde
+ kaum seine nächstens
+ ewige Hand an die frauliche Schulter.
+ Und sie begannen
+ still wie die Bäume im Frühling,
+ unendlich zugleich,
+ diese Jahreszeit
+ ihres äußersten Umgangs.
+
+
+
+
+ Vom Tode Mariä
+
+ (Drei Stücke)
+
+
+ 1
+
+ Derselbe große Engel, welcher einst
+ ihr der Gebärung Botschaft niederbrachte,
+ stand da, abwartend daß sie ihn beachte,
+ und sprach: Jetzt wird es Zeit, daß du erscheinst.
+ Und sie erschrak wie damals und erwies
+ sich wieder als die Magd, ihn tief bejahend.
+ Er aber strahlte, und unendlich nahend,
+ schwand er wie in ihr Angesicht -- und hieß
+ die weithin ausgegangenen Bekehrer
+ zusammenkommen in das Haus am Hang,
+ das Haus des Abendmahls. Sie kamen schwerer
+ und traten bange ein: Da lag, entlang
+ die schmale Bettstatt, die in Untergang
+ und Auserwählung rätselhaft Getauchte,
+ ganz unversehrt, wie eine Ungebrauchte,
+ und achtete auf englischen Gesang.
+ Nun da sie alle hinter ihren Kerzen
+ abwarten sah, riß sie vom Übermaß
+ der Stimmen sich und schenkte noch von Herzen
+ die beiden Kleider fort, die sie besaß,
+ und hob ihr Antlitz auf zu dem und dem ...
+ (o Ursprung namenloser Tränen-Bäche).
+
+ Sie aber legte sich in ihre Schwäche
+ und zog die Himmel an Jerusalem
+ so nah heran, daß ihre Seele nur,
+ austretend, sich ein wenig strecken mußte:
+ schon hob er sie, der alles von ihr wußte,
+ hinein in ihre göttliche Natur.
+
+
+ 2
+
+ Wer hat bedacht, daß bis zu ihrem Kommen
+ der viele Himmel unvollständig war?
+ Der Auferstandne hatte Platz genommen,
+ doch neben ihm, durch vierundzwanzig Jahr,
+ war leer der Sitz. Und sie begannen schon
+ sich an die reine Lücke zu gewöhnen,
+ die wie verheilt war, denn mit seinem schönen
+ Hinüberscheinen füllte sie der Sohn.
+
+ So ging auch sie, die in die Himmel trat,
+ nicht auf ihn zu, so sehr es sie verlangte;
+ dort war kein Platz, nur Er war dort und prangte
+ mit einer Strahlung, die ihr wehe tat.
+ Doch da sie jetzt, die rührende Gestalt,
+ sich zu den neuen Seligen gesellte
+ und unauffällig, licht zu licht, sich stellte,
+ da brach aus ihrem Sein ein Hinterhalt
+ von solchem Glanz, daß der von ihr erhellte
+ Engel geblendet aufschrie: Wer ist die?
+ Ein Staunen war. Dann sahn sie alle, wie
+ Gott-Vater oben unsern Herrn verhielt,
+ so daß, von milder Dämmerung umspielt,
+ die leere Stelle wie ein wenig Leid
+ sich zeigte, eine Spur von Einsamkeit,
+ wie etwas, was er noch ertrug, ein Rest
+ irdischer Zeit, ein trockenes Gebrest --.
+ Man sah nach ihr: sie schaute ängstlich hin,
+ weit vorgeneigt, als fühlte sie: ich bin
+ sein längster Schmerz --: und stürzte plötzlich vor.
+ Die Engel aber nahmen sie zu sich
+ und stützten sie und sangen seliglich
+ und trugen sie das letzte Stück empor.
+
+
+ 3
+
+ Doch vor dem Apostel Thomas, der
+ kam da es zu spät war, trat der schnelle
+ längst darauf gefaßte Engel her
+ und befahl an der Begräbnisstelle:
+
+ Dräng den Stein beiseite. Willst du wissen,
+ wo die ist, die dir das Herz bewegt:
+ Sieh: sie ward wie ein Lavendelkissen
+ eine Weile da hineingelegt,
+
+ daß die Erde künftig nach ihr rieche
+ in den Falten wie ein feines Tuch.
+ Alles Tote (fühlst du), alles Sieche
+ ist betäubt von ihrem Wohlgeruch.
+
+ Schau den Leinwand: wo ist eine Bleiche,
+ wo er blendend wird und geht nicht ein?
+ Dieses Licht aus dieser reinen Leiche
+ war ihm klärender als Sonnenschein.
+
+ Staunst du nicht, wie sanft sie ihm entging?
+ Fast als wär sie's noch, nichts ist verschoben.
+ Doch die Himmel sind erschüttert oben:
+ Mann, knie hin und sieh mir nach und sing.
+
+
+
+
+ 41. bis 50. Tausend
+ Druck der Offizin W. Drugulin, Leipzig
+
+
+
+
+ Anmerkung zur Transkription:
+
+ Das Inhaltsverzeichnis befindet sich im Original
+ am Ende des Buches und wurde an den Anfang verschoben.
+
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Das Marien-Leben, by Rainer Maria Rilke
+
+*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40117 ***
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-The Project Gutenberg EBook of Das Marien-Leben, by Rainer Maria Rilke
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org
-
-
-Title: Das Marien-Leben
-
-Author: Rainer Maria Rilke
-
-Release Date: July 1, 2012 [EBook #40117]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS MARIEN-LEBEN ***
-
-
-
-
-Produced by Norbert H. Langkau and the Online Distributed
-Proofreading Team at http://www.pgdp.net
-
-
-
-
-
-
-
-
-
- Rainer Maria Rilke
-
-
- Das Marien-Leben
-
-
- [Illustration]
-
- [Griechich: zalên endothen echôn]
-
- * * * * *
-
- Im Insel-Verlag zu Leipzig
-
-
-
-
- Duino, Januar 1912
-
-
-
-
- _Heinrich Vogeler_
- dankbar
- für alten und neuen Anlaß
- zu diesen Versen
-
-
- * * * * *
-
-
-
-
- Inhalt
-
-
- Geburt Mariä 7
-
- Die Darstellung Mariä im Tempel 8
-
- Mariä Verkündigung 10
-
- Mariä Heimsuchung 11
-
- Argwohn Josephs 12
-
- Verkündigung über den Hirten 13
-
- Geburt Christi 15
-
- Rast auf der Flucht in Ägypten 16
-
- Von der Hochzeit zu Kana 17
-
- Vor der Passion 19
-
- Pietà 20
-
- Stillung Mariä mit dem Auferstandenen 21
-
- Vom Tode Mariä (Drei Stücke) 22
-
-
- * * * * *
-
-
-
-
- Geburt Mariä
-
-
- O was muß es die Engel gekostet haben,
- nicht aufzusingen plötzlich, wie man aufweint,
- da sie doch wußten: in dieser Nacht wird dem Knaben
- die Mutter geboren, dem Einen, der bald erscheint.
-
- Schwingend verschwiegen sie sich und zeigten die Richtung,
- wo, allein, das Gehöft lag des Joachim,
- ach, sie fühlten in sich und im Raum die reine Verdichtung,
- aber es durfte keiner nieder zu ihm.
-
- Denn die beiden waren schon so außer sich vor Getue.
- Eine Nachbarin kam und klugte und wußte nicht wie,
- und der Alte, vorsichtig, ging und verhielt das Gemuhe
- einer dunkelen Kuh. Denn so war es noch nie.
-
-
-
-
- Die Darstellung Mariä im Tempel
-
-
- Um zu begreifen, wie sie damals war,
- mußt du dich erst an eine Stelle rufen,
- wo Säulen in dir wirken; wo du Stufen
- nachfühlen kannst; wo Bogen voll Gefahr
- den Abgrund eines Raumes überbrücken,
- der in dir blieb, weil er aus solchen Stücken
- getürmt war, daß du sie nicht mehr aus dir
- ausheben kannst: du rissest dich denn ein.
- Bist du so weit, ist alles in dir Stein,
- Wand, Aufgang, Durchblick, Wölbung --, so probier,
- den großen Vorhang, den du vor dir hast,
- ein wenig wegzuzerrn mit beiden Händen:
- Da glänzt es von ganz hohen Gegenständen
- und übertrifft dir Atem und Getast.
- Hinauf, hinab, Palast steht auf Palast,
- Geländer strömen breiter aus Geländern
- und tauchen oben auf an solchen Rändern,
- daß dich, wie du sie siehst, der Schwindel faßt.
- Dabei macht ein Gewölk aus Räucherständern
- die Nähe trüb; aber das Fernste zielt
- in dich hinein mit seinen graden Strahlen --,
- und wenn jetzt Schein aus klaren Flammenschalen
- auf langsam nahenden Gewändern spielt:
- wie hältst du's aus?
-
- Sie aber kam und hob
- den Blick, um dieses alles anzuschauen.
- (Ein Kind, ein kleines Mädchen zwischen Frauen.)
- Dann stieg sie ruhig, voller Selbstvertrauen,
- dem Aufwand zu, der sich verwöhnt verschob:
- So sehr war alles, was die Menschen bauen,
- schon überwogen von dem Lob
-
- in ihrem Herzen. Von der Lust
- sich hinzugeben an die innern Zeichen:
- Die Eltern meinten, sie hinaufzureichen,
- der Drohende mit der Juwelenbrust
- empfing sie scheinbar: Doch sie ging durch alle,
- klein wie sie war, aus jeder Hand hinaus
- und in ihr Los, das, höher als die Halle,
- schon fertig war, und schwerer als das Haus.
-
-
-
-
- Mariä Verkündigung
-
-
- Nicht daß ein Engel eintrat (das erkenn),
- erschreckte sie. So wenig andre, wenn
- ein Sonnenstrahl oder der Mond bei Nacht
- in ihrem Zimmer sich zu schaffen macht,
- auffahren --, pflegte sie an der Gestalt,
- in der ein Engel ging, sich zu entrüsten;
- sie ahnte kaum, daß dieser Aufenthalt
- mühsam für Engel ist. (O wenn wir wüßten,
- wie rein sie war. Hat eine Hirschkuh nicht,
- die, liegend, einmal sie im Wald eräugte,
- sich so in sie versehn, daß sich in ihr,
- ganz ohne Paarigen, das Einhorn zeugte,
- das Tier aus Licht, das reine Tier --.)
- Nicht, daß er eintrat, aber daß er dicht,
- der Engel, eines Jünglings Angesicht
- so zu ihr neigte, daß sein Blick und der,
- mit dem sie aufsah, so zusammenschlugen,
- als wäre draußen plötzlich alles leer
- und, was Millionen schauten, trieben, trugen,
- hineingedrängt in sie: nur sie und er;
- Schaun und Geschautes, Aug und Augenweide
- sonst nirgends als an dieser Stelle --: sieh,
- dieses erschreckt. Und sie erschraken beide.
-
- Dann sang der Engel seine Melodie.
-
-
-
-
- Mariä Heimsuchung
-
-
- Noch erging sie's leicht im Anbeginne,
- doch im Steigen manchmal ward sie schon
- ihres wunderbaren Leibes inne, --
- und dann stand sie, atmend, auf den hohn
-
- Judenbergen. Aber nicht das Land,
- ihre Fülle war um sie gebreitet;
- gehend fühlte sie: man überschreitet
- nie die Größe, die sie jetzt empfand.
-
- Und es drängte sie, die Hand zu legen
- auf den andern Leib, der weiter war.
- Und die Frauen schwankten sich entgegen
- und berührten sich Gewand und Haar.
-
- Jede, voll von ihrem Heiligtume,
- schützte sich mit der Gevatterin.
- Ach der Heiland in ihr war noch Blume,
- doch den Täufer in dem Schoß der Muhme
- riß die Freude schon zum Hüpfen hin.
-
-
-
-
- Argwohn Josephs
-
-
- Und der Engel sprach und gab sich Müh
- an dem Mann, der seine Fäuste ballte:
- aber siehst du nicht an jeder Falte,
- daß sie kühl ist wie die Gottesfrüh.
-
- Doch der andre sah ihn finster an,
- murmelnd nur: Was hat sie so verwandelt?
- Doch da schrie der Engel: Zimmermann,
- merkst du's noch nicht, daß der Herrgott handelt?
-
- Weil du Bretter machst, in deinem Stolze,
- willst du wirklich den zur Rede stelln,
- der bescheiden aus dem gleichen Holze
- Blätter treiben macht und Knospen schwelln?
-
- Er begriff. Und wie er jetzt die Blicke,
- recht erschrocken, zu dem Engel hob
- war der fort. Da schob er seine dicke
- Mütze langsam ab. Dann sang er lob.
-
-
-
-
- Verkündigung über den Hirten
-
-
- Seht auf, ihr Männer. Männer dort am Feuer,
- die ihr den grenzenlosen Himmel kennt,
- Sterndeuter, hierher! Seht, ich bin ein neuer
- steigender Stern. Mein ganzes Wesen brennt
- und strahlt so stark und ist so ungeheuer
- voll Licht, daß mir das tiefe Firmament
- nicht mehr genügt. Laßt meinen Glanz hinein
- in euer Dasein: o, die dunklen Blicke,
- die dunklen Herzen, nächtige Geschicke,
- die euch erfüllen. Hirten, wie allein
- bin ich in euch. Auf einmal wird mir Raum.
- Stauntet ihr nicht: der große Brotfruchtbaum
- warf einen Schatten. Ja, das kam von mir.
- Ihr Unerschrockenen, o wüßtet ihr,
- wie jetzt auf eurem schauenden Gesichte
- die Zukunft scheint. In diesem starken Lichte
- wird viel geschehen. Euch vertrau ich's, denn
- ihr seid verschwiegen; euch Gradgläubigen
- redet hier alles. Glut und Regen spricht,
- der Vögel Zug, der Wind und was ihr seid,
- keins überwiegt und wächst zur Eitelkeit
- sich mästend an. Ihr haltet nicht
- die Dinge auf im Zwischenraum der Brust,
- um sie zu quälen. So wie seine Lust
- durch einen Engel strömt, so treibt durch euch
- das Irdische. Und wenn ein Dorngesträuch
- aufflammte plötzlich, dürfte noch aus ihm
- der Ewige euch rufen, Cherubim,
- wenn sie geruhten neben eurer Herde
- einherzuschreiten, wunderten euch nicht:
- ihr stürztet euch auf euer Angesicht,
- betetet an und nenntet dies die Erde.
-
- Doch dieses war. Nun soll ein Neues sein,
- von dem der Erdkreis ringender sich weitet.
- Was ist ein Dörnicht uns: Gott fühlt sich ein
- in einer Jungfrau Schoß. Ich bin der Schein
- von ihrer Innigkeit, der euch geleitet.
-
-
-
-
- Geburt Christi
-
-
- Hättest du der Einfalt nicht, wie sollte
- dir geschehn, was jetzt die Nacht erhellt?
- Sieh, der Gott, der über Völkern grollte,
- macht sich mild und kommt in dir zur Welt.
-
- Hast du dir ihn größer vorgestellt?
-
- Was ist Größe? Quer durch alle Maße,
- die er durchstreicht, geht sein grades Los.
- Selbst ein Stern hat keine solche Straße.
- Siehst du, diese Könige sind groß,
-
- und sie schleppen dir vor deinen Schoß
-
- Schätze, die sie für die größten halten,
- und du staunst vielleicht bei dieser Gift --:
- aber schau in deines Tuches Falten,
- wie er jetzt schon alles übertrifft.
-
- Aller Amber, den man weit verschifft,
-
- jeder Goldschmuck und das Luftgewürze,
- das sich trübend in die Sinne streut:
- alles dieses war von rascher Kürze,
- und am Ende hat man es bereut.
-
- Aber (du wirst sehen): Er erfreut.
-
-
-
-
- Rast auf der Flucht in Ägypten
-
-
- Diese, die noch eben atemlos
- flohen mitten aus dem Kindermorden:
- o, wie waren sie unmerklich groß
- über ihrer Wanderschaft geworden.
-
- Kaum noch daß im scheuen Rückwärtsschauen
- ihres Schreckens Not zergangen war,
- und schon brachten sie auf ihrem grauen
- Maultier ganze Städte in Gefahr;
-
- denn sowie sie, klein im großen Land,
- -- fast ein Nichts -- den starken Tempeln nahten,
- platzten alle Götzen wie verraten
- und verloren völlig den Verstand.
-
- Ist es denkbar, daß von ihrem Gange
- alles so verzweifelt sich erbost?
- und sie wurden vor sich selber bange,
- nur das Kind war namenlos getrost.
-
- Immerhin, sie mußten sich darüber
- eine Weile setzen. Doch da ging --
- sieh: der Baum, der still sie überhing,
- wie ein Dienender zu ihnen über:
-
- er verneigte sich. Derselbe Baum,
- dessen Kränze toten Pharaonen
- für das Ewige die Stirnen schonen,
- neigte sich. Er fühlte neue Kronen
- blühen. Und sie saßen wie im Traum.
-
-
-
-
- Von der Hochzeit zu Kana
-
-
- Konnte sie denn anders, als auf ihn
- stolz sein, der ihr Schlichtestes verschönte?
- War nicht selbst die hohe, großgewöhnte
- Nacht wie außer sich, da er erschien?
-
- Ging nicht auch, daß er sich einst verloren,
- unerhört zu seiner Glorie aus?
- Hatten nicht die Weisesten die Ohren
- mit dem Mund vertauscht? Und war das Haus
-
- nicht wie neu von seiner Stimme? Ach
- sicher hatte sie zu hundert Malen
- ihre Freude an ihm auszustrahlen
- sich verwehrt. Sie ging ihm staunend nach.
-
- Aber da bei jenem Hochzeitsfeste,
- als es unversehns an Wein gebrach, --
- sah sie hin und bat um eine Geste
- und begriff nicht, daß er widersprach.
-
- Und dann tat er's. Sie verstand es später,
- wie sie ihn in seinen Weg gedrängt:
- denn jetzt war er wirklich Wundertäter,
- und das ganze Opfer war verhängt,
-
- unaufhaltsam. Ja, es stand geschrieben.
- Aber war es damals schon bereit?
- Sie: sie hatte es herbeigetrieben
- in der Blindheit ihrer Eitelkeit.
-
- An dem Tisch voll Früchten und Gemüsen
- freute sie sich mit und sah nicht ein,
- daß das Wasser ihrer Tränendrüsen
- Blut geworden war mit diesem Wein.
-
-
-
-
- Vor der Passion
-
-
- O hast du dies gewollt, du hättest nicht
- durch eines Weibes Leib entspringen dürfen:
- Heilande muß man in den Bergen schürfen,
- wo man das Harte aus dem Harten bricht.
-
- Tut dir's nicht selber leid, dein liebes Tal
- so zu verwüsten? Siehe meine Schwäche;
- ich habe nichts als Milch- und Tränenbäche,
- und du warst immer in der Überzahl.
-
- Mit solchem Aufwand wardst du mir verheißen.
- Was tratst du nicht gleich wild aus mir hinaus?
- Wenn du nur Tiger brauchst, dich zu zerreißen,
- warum erzog man mich im Frauenhaus,
-
- ein weiches reines Kleid für dich zu weben,
- darin nicht einmal die geringste Spur
- von Naht dich drückt --: so war mein ganzes Leben
- und jetzt verkehrst du plötzlich die Natur.
-
-
-
-
- Pietà
-
-
- Jetzt wird mein Elend voll, und namenlos
- erfüllt es mich. Ich starre wie des Steins
- Inneres starrt.
- Hart wie ich bin, weiß ich nur Eins:
- Du wurdest groß --
- .... und wurdest groß,
- um als zu großer Schmerz
- ganz über meines Herzens Fassung
- hinauszustehn.
- Jetzt liegst du quer durch meinen Schoß,
- jetzt kann ich dich nicht mehr
- gebären.
-
-
-
-
- Stillung Mariä mit dem Auferstandenen
-
-
- Was sie damals empfanden: ist es nicht
- vor allen Geheimnissen süß
- und immer noch irdisch:
- da er, ein wenig blaß noch vom Grab,
- erleichtert zu ihr trat:
- an allen Stellen erstanden.
- O zu ihr zuerst. Wie waren sie da
- unaussprechlich in Heilung.
- Ja sie heilten, das war's. Sie hatten nicht nötig,
- sich stark zu berühren.
- Er legte ihr eine Sekunde
- kaum seine nächstens
- ewige Hand an die frauliche Schulter.
- Und sie begannen
- still wie die Bäume im Frühling,
- unendlich zugleich,
- diese Jahreszeit
- ihres äußersten Umgangs.
-
-
-
-
- Vom Tode Mariä
-
- (Drei Stücke)
-
-
- 1
-
- Derselbe große Engel, welcher einst
- ihr der Gebärung Botschaft niederbrachte,
- stand da, abwartend daß sie ihn beachte,
- und sprach: Jetzt wird es Zeit, daß du erscheinst.
- Und sie erschrak wie damals und erwies
- sich wieder als die Magd, ihn tief bejahend.
- Er aber strahlte, und unendlich nahend,
- schwand er wie in ihr Angesicht -- und hieß
- die weithin ausgegangenen Bekehrer
- zusammenkommen in das Haus am Hang,
- das Haus des Abendmahls. Sie kamen schwerer
- und traten bange ein: Da lag, entlang
- die schmale Bettstatt, die in Untergang
- und Auserwählung rätselhaft Getauchte,
- ganz unversehrt, wie eine Ungebrauchte,
- und achtete auf englischen Gesang.
- Nun da sie alle hinter ihren Kerzen
- abwarten sah, riß sie vom Übermaß
- der Stimmen sich und schenkte noch von Herzen
- die beiden Kleider fort, die sie besaß,
- und hob ihr Antlitz auf zu dem und dem ...
- (o Ursprung namenloser Tränen-Bäche).
-
- Sie aber legte sich in ihre Schwäche
- und zog die Himmel an Jerusalem
- so nah heran, daß ihre Seele nur,
- austretend, sich ein wenig strecken mußte:
- schon hob er sie, der alles von ihr wußte,
- hinein in ihre göttliche Natur.
-
-
- 2
-
- Wer hat bedacht, daß bis zu ihrem Kommen
- der viele Himmel unvollständig war?
- Der Auferstandne hatte Platz genommen,
- doch neben ihm, durch vierundzwanzig Jahr,
- war leer der Sitz. Und sie begannen schon
- sich an die reine Lücke zu gewöhnen,
- die wie verheilt war, denn mit seinem schönen
- Hinüberscheinen füllte sie der Sohn.
-
- So ging auch sie, die in die Himmel trat,
- nicht auf ihn zu, so sehr es sie verlangte;
- dort war kein Platz, nur Er war dort und prangte
- mit einer Strahlung, die ihr wehe tat.
- Doch da sie jetzt, die rührende Gestalt,
- sich zu den neuen Seligen gesellte
- und unauffällig, licht zu licht, sich stellte,
- da brach aus ihrem Sein ein Hinterhalt
- von solchem Glanz, daß der von ihr erhellte
- Engel geblendet aufschrie: Wer ist die?
- Ein Staunen war. Dann sahn sie alle, wie
- Gott-Vater oben unsern Herrn verhielt,
- so daß, von milder Dämmerung umspielt,
- die leere Stelle wie ein wenig Leid
- sich zeigte, eine Spur von Einsamkeit,
- wie etwas, was er noch ertrug, ein Rest
- irdischer Zeit, ein trockenes Gebrest --.
- Man sah nach ihr: sie schaute ängstlich hin,
- weit vorgeneigt, als fühlte sie: ich bin
- sein längster Schmerz --: und stürzte plötzlich vor.
- Die Engel aber nahmen sie zu sich
- und stützten sie und sangen seliglich
- und trugen sie das letzte Stück empor.
-
-
- 3
-
- Doch vor dem Apostel Thomas, der
- kam da es zu spät war, trat der schnelle
- längst darauf gefaßte Engel her
- und befahl an der Begräbnisstelle:
-
- Dräng den Stein beiseite. Willst du wissen,
- wo die ist, die dir das Herz bewegt:
- Sieh: sie ward wie ein Lavendelkissen
- eine Weile da hineingelegt,
-
- daß die Erde künftig nach ihr rieche
- in den Falten wie ein feines Tuch.
- Alles Tote (fühlst du), alles Sieche
- ist betäubt von ihrem Wohlgeruch.
-
- Schau den Leinwand: wo ist eine Bleiche,
- wo er blendend wird und geht nicht ein?
- Dieses Licht aus dieser reinen Leiche
- war ihm klärender als Sonnenschein.
-
- Staunst du nicht, wie sanft sie ihm entging?
- Fast als wär sie's noch, nichts ist verschoben.
- Doch die Himmel sind erschüttert oben:
- Mann, knie hin und sieh mir nach und sing.
-
-
-
-
- 41. bis 50. Tausend
- Druck der Offizin W. Drugulin, Leipzig
-
-
-
-
- Anmerkung zur Transkription:
-
- Das Inhaltsverzeichnis befindet sich im Original
- am Ende des Buches und wurde an den Anfang verschoben.
-
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Das Marien-Leben, by Rainer Maria Rilke
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS MARIEN-LEBEN ***
-
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diff --git a/40117-8.zip b/40117-8.zip
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index e11f622..0000000
--- a/40117-8.zip
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Binary files differ
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deleted file mode 100644
index 3754c85..0000000
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Binary files differ
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index 366d95c..0c70996 100644
--- a/40117-h/40117-h.htm
+++ b/40117-h/40117-h.htm
@@ -3,7 +3,7 @@
<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
<head>
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@@ -117,45 +117,8 @@
</head>
- <body>
-
-
-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Das Marien-Leben, by Rainer Maria Rilke
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org
-
-
-Title: Das Marien-Leben
-
-Author: Rainer Maria Rilke
-
-Release Date: July 1, 2012 [EBook #40117]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS MARIEN-LEBEN ***
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-
-Produced by Norbert H. Langkau and the Online Distributed
-Proofreading Team at http://www.pgdp.net
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-</pre>
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-
+<body>
+<div>*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40117 ***</div>
<p class="titlepage big"><span class='pagenum'><a name="Page_4" id="Page_4">[Pg 4]</a></span>Rainer Maria Rilke</p>
@@ -184,7 +147,7 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<p class="titlepage"><b>Heinrich Vogeler</b><br/>
dankbar<br/>
- für alten und neuen Anlaß<br/>
+ für alten und neuen Anlaß<br/>
<span class='pagenum'><a name="Page_7" id="Page_7">[Pg 7]</a></span>zu diesen Versen<br/><br/></p>
@@ -193,34 +156,34 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<table summary="Inhaltsverzeichnis">
<tr><th><a name="Inhalt" id="Inhalt"></a><h2>Inhalt</h2></th></tr>
<tr><th>&nbsp;</th><th>Seite</th></tr>
- <tr><td><a href="#Geburt_Maria">Geburt Mariä</a></td> <td style="text-align:right;">7</td></tr>
- <tr><td><a href="#Die_Darstellung_Maria_im_Tempel">Die Darstellung Mariä im Tempel</a></td> <td style="text-align:right;">8</td></tr>
- <tr><td><a href="#Maria_Verkundigung">Mariä Verkündigung</a></td> <td style="text-align:right;">10</td></tr>
- <tr><td><a href="#Maria_Heimsuchung">Mariä Heimsuchung</a></td> <td style="text-align:right;">11</td></tr>
+ <tr><td><a href="#Geburt_Maria">Geburt Mariä</a></td> <td style="text-align:right;">7</td></tr>
+ <tr><td><a href="#Die_Darstellung_Maria_im_Tempel">Die Darstellung Mariä im Tempel</a></td> <td style="text-align:right;">8</td></tr>
+ <tr><td><a href="#Maria_Verkundigung">Mariä Verkündigung</a></td> <td style="text-align:right;">10</td></tr>
+ <tr><td><a href="#Maria_Heimsuchung">Mariä Heimsuchung</a></td> <td style="text-align:right;">11</td></tr>
<tr><td><a href="#Argwohn_Josephs">Argwohn Josephs</a></td> <td style="text-align:right;">12</td></tr>
- <tr><td><a href="#Verkundigung_uber_den_Hirten">Verkündigung über den Hirten</a></td> <td style="text-align:right;">13</td></tr>
+ <tr><td><a href="#Verkundigung_uber_den_Hirten">Verkündigung über den Hirten</a></td> <td style="text-align:right;">13</td></tr>
<tr><td><a href="#Geburt_Christi">Geburt Christi</a></td> <td style="text-align:right;">15</td></tr>
- <tr><td><a href="#Rast_auf_der_Flucht_in_Agypten">Rast auf der Flucht in ägypten</a></td> <td style="text-align:right;">16</td></tr>
+ <tr><td><a href="#Rast_auf_der_Flucht_in_Agypten">Rast auf der Flucht in ägypten</a></td> <td style="text-align:right;">16</td></tr>
<tr><td><a href="#Von_der_Hochzeit_zu_Kana">Von der Hochzeit zu Kana</a></td> <td style="text-align:right;">17</td></tr>
<tr><td><a href="#Vor_der_Passion">Vor der Passion</a></td> <td style="text-align:right;">19</td></tr>
<tr><td><a href="#Pieta">Piet&agrave;</a></td> <td style="text-align:right;">20</td></tr>
- <tr><td><a href="#Stillung_Maria_mit_dem_Auferstandenen">Stillung Mariä mit dem Auferstandenen</a>&nbsp;&nbsp;</td> <td style="text-align:right;">21</td></tr>
- <tr><td><a href="#Vom_Tode_Maria">Vom Tode Mariä (Drei Stücke)</a></td> <td style="text-align:right;">22</td></tr>
+ <tr><td><a href="#Stillung_Maria_mit_dem_Auferstandenen">Stillung Mariä mit dem Auferstandenen</a>&nbsp;&nbsp;</td> <td style="text-align:right;">21</td></tr>
+ <tr><td><a href="#Vom_Tode_Maria">Vom Tode Mariä (Drei Stücke)</a></td> <td style="text-align:right;">22</td></tr>
</table>
<hr/>
- <h2><a name="Geburt_Maria" id="Geburt_Maria"></a>Geburt Mariä</h2>
+ <h2><a name="Geburt_Maria" id="Geburt_Maria"></a>Geburt Mariä</h2>
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
- <div class="verse">O was muß es die Engel gekostet haben,
+ <div class="verse">O was muß es die Engel gekostet haben,
</div>
-<div class="verse"> nicht aufzusingen plötzlich, wie man aufweint,
+<div class="verse"> nicht aufzusingen plötzlich, wie man aufweint,
</div>
-<div class="verse"> da sie doch wußten: in dieser Nacht wird dem Knaben
+<div class="verse"> da sie doch wußten: in dieser Nacht wird dem Knaben
</div>
<div class="verse"> die Mutter geboren, dem Einen, der bald erscheint.</div>
</div>
@@ -228,77 +191,77 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<div class="stanza">
<div class="verse">Schwingend verschwiegen sie sich und zeigten die Richtung,
</div>
-<div class="verse"> wo, allein, das Gehöft lag des Joachim,
+<div class="verse"> wo, allein, das Gehöft lag des Joachim,
</div>
-<div class="verse"> ach, sie fühlten in sich und im Raum die reine Verdichtung,
+<div class="verse"> ach, sie fühlten in sich und im Raum die reine Verdichtung,
</div>
<div class="verse"> aber es durfte keiner nieder zu ihm.</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Denn die beiden waren schon so außer sich vor Getue.
+ <div class="verse">Denn die beiden waren schon so außer sich vor Getue.
</div>
-<div class="verse"> Eine Nachbarin kam und klugte und wußte nicht wie,
+<div class="verse"> Eine Nachbarin kam und klugte und wußte nicht wie,
</div>
<div class="verse"> und der Alte, vorsichtig, ging und verhielt das Gemuhe
</div>
<div class="verse"> einer dunkelen Kuh. Denn so war es noch nie.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
- <h2><span class='pagenum'><a name="Page_8" id="Page_8">[Pg 8]</a></span><a name="Die_Darstellung_Maria_im_Tempel" id="Die_Darstellung_Maria_im_Tempel"></a>Die Darstellung Mariä im Tempel</h2>
+ <h2><span class='pagenum'><a name="Page_8" id="Page_8">[Pg 8]</a></span><a name="Die_Darstellung_Maria_im_Tempel" id="Die_Darstellung_Maria_im_Tempel"></a>Die Darstellung Mariä im Tempel</h2>
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
<div class="verse">Um zu begreifen, wie sie damals war,
</div>
-<div class="verse"> mußt du dich erst an eine Stelle rufen,
+<div class="verse"> mußt du dich erst an eine Stelle rufen,
</div>
-<div class="verse"> wo Säulen in dir wirken; wo du Stufen
+<div class="verse"> wo Säulen in dir wirken; wo du Stufen
</div>
-<div class="verse"> nachfühlen kannst; wo Bogen voll Gefahr
+<div class="verse"> nachfühlen kannst; wo Bogen voll Gefahr
</div>
-<div class="verse"> den Abgrund eines Raumes überbrücken,
+<div class="verse"> den Abgrund eines Raumes überbrücken,
</div>
-<div class="verse"> der in dir blieb, weil er aus solchen Stücken
+<div class="verse"> der in dir blieb, weil er aus solchen Stücken
</div>
-<div class="verse"> getürmt war, daß du sie nicht mehr aus dir
+<div class="verse"> getürmt war, daß du sie nicht mehr aus dir
</div>
<div class="verse"> ausheben kannst: du rissest dich denn ein.
</div>
<div class="verse"> Bist du so weit, ist alles in dir Stein,
</div>
-<div class="verse"> Wand, Aufgang, Durchblick, Wölbung &mdash;, so probier,
+<div class="verse"> Wand, Aufgang, Durchblick, Wölbung &mdash;, so probier,
</div>
-<div class="verse"> den großen Vorhang, den du vor dir hast,
+<div class="verse"> den großen Vorhang, den du vor dir hast,
</div>
-<div class="verse"> ein wenig wegzuzerrn mit beiden Händen:
+<div class="verse"> ein wenig wegzuzerrn mit beiden Händen:
</div>
-<div class="verse"> Da glänzt es von ganz hohen Gegenständen
+<div class="verse"> Da glänzt es von ganz hohen Gegenständen
</div>
-<div class="verse"> und übertrifft dir Atem und Getast.
+<div class="verse"> und übertrifft dir Atem und Getast.
</div>
<div class="verse"> Hinauf, hinab, Palast steht auf Palast,
</div>
-<div class="verse"> Geländer strömen breiter aus Geländern
+<div class="verse"> Geländer strömen breiter aus Geländern
</div>
-<div class="verse"> und tauchen oben auf an solchen Rändern,
+<div class="verse"> und tauchen oben auf an solchen Rändern,
</div>
-<div class="verse"> daß dich, wie du sie siehst, der Schwindel faßt.
+<div class="verse"> daß dich, wie du sie siehst, der Schwindel faßt.
</div>
-<div class="verse"> Dabei macht ein Gewölk aus Räucherständern
+<div class="verse"> Dabei macht ein Gewölk aus Räucherständern
</div>
-<div class="verse"> die Nähe trüb; aber das Fernste zielt
+<div class="verse"> die Nähe trüb; aber das Fernste zielt
</div>
<div class="verse"> in dich hinein mit seinen graden Strahlen &mdash;,
</div>
<div class="verse"> und wenn jetzt Schein aus klaren Flammenschalen
</div>
-<div class="verse"> auf langsam nahenden Gewändern spielt:
+<div class="verse"> auf langsam nahenden Gewändern spielt:
</div>
-<div class="verse"> wie hältst du's aus?</div>
+<div class="verse"> wie hältst du's aus?</div>
</div>
<div class="stanza">
@@ -306,15 +269,15 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> den Blick, um dieses alles anzuschauen.
</div>
-<div class="verse"> (Ein Kind, ein kleines Mädchen zwischen Frauen.)
+<div class="verse"> (Ein Kind, ein kleines Mädchen zwischen Frauen.)
</div>
<div class="verse"> Dann stieg sie ruhig, voller Selbstvertrauen,
</div>
-<div class="verse"> <span class='pagenum'><a name="Page_9" id="Page_9">[Pg 9]</a></span>dem Aufwand zu, der sich verwöhnt verschob:
+<div class="verse"> <span class='pagenum'><a name="Page_9" id="Page_9">[Pg 9]</a></span>dem Aufwand zu, der sich verwöhnt verschob:
</div>
<div class="verse"> So sehr war alles, was die Menschen bauen,
</div>
-<div class="verse"> schon überwogen von dem Lob</div>
+<div class="verse"> schon überwogen von dem Lob</div>
</div>
<div class="stanza">
@@ -330,20 +293,20 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> klein wie sie war, aus jeder Hand hinaus
</div>
-<div class="verse"> und in ihr Los, das, höher als die Halle,
+<div class="verse"> und in ihr Los, das, höher als die Halle,
</div>
<div class="verse"> schon fertig war, und schwerer als das Haus.</div>
-<span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+<span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
- <h2><span class='pagenum'><a name="Page_10" id="Page_10">[Pg 10]</a></span><a name="Maria_Verkundigung" id="Maria_Verkundigung"></a>Mariä Verkündigung</h2>
+ <h2><span class='pagenum'><a name="Page_10" id="Page_10">[Pg 10]</a></span><a name="Maria_Verkundigung" id="Maria_Verkundigung"></a>Mariä Verkündigung</h2>
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
- <div class="verse">Nicht daß ein Engel eintrat (das erkenn),
+ <div class="verse">Nicht daß ein Engel eintrat (das erkenn),
</div>
<div class="verse"> erschreckte sie. So wenig andre, wenn
</div>
@@ -353,35 +316,35 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> auffahren &mdash;, pflegte sie an der Gestalt,
</div>
-<div class="verse"> in der ein Engel ging, sich zu entrüsten;
+<div class="verse"> in der ein Engel ging, sich zu entrüsten;
</div>
-<div class="verse"> sie ahnte kaum, daß dieser Aufenthalt
+<div class="verse"> sie ahnte kaum, daß dieser Aufenthalt
</div>
-<div class="verse"> mühsam für Engel ist. (O wenn wir wüßten,
+<div class="verse"> mühsam für Engel ist. (O wenn wir wüßten,
</div>
<div class="verse"> wie rein sie war. Hat eine Hirschkuh nicht,
</div>
-<div class="verse"> die, liegend, einmal sie im Wald eräugte,
+<div class="verse"> die, liegend, einmal sie im Wald eräugte,
</div>
-<div class="verse"> sich so in sie versehn, daß sich in ihr,
+<div class="verse"> sich so in sie versehn, daß sich in ihr,
</div>
<div class="verse"> ganz ohne Paarigen, das Einhorn zeugte,
</div>
<div class="verse"> das Tier aus Licht, das reine Tier &mdash;.)
</div>
-<div class="verse"> Nicht, daß er eintrat, aber daß er dicht,
+<div class="verse"> Nicht, daß er eintrat, aber daß er dicht,
</div>
-<div class="verse"> der Engel, eines Jünglings Angesicht
+<div class="verse"> der Engel, eines Jünglings Angesicht
</div>
-<div class="verse"> so zu ihr neigte, daß sein Blick und der,
+<div class="verse"> so zu ihr neigte, daß sein Blick und der,
</div>
<div class="verse"> mit dem sie aufsah, so zusammenschlugen,
</div>
-<div class="verse"> als wäre draußen plötzlich alles leer
+<div class="verse"> als wäre draußen plötzlich alles leer
</div>
<div class="verse"> und, was Millionen schauten, trieben, trugen,
</div>
-<div class="verse"> hineingedrängt in sie: nur sie und er;
+<div class="verse"> hineingedrängt in sie: nur sie und er;
</div>
<div class="verse"> Schaun und Geschautes, Aug und Augenweide
</div>
@@ -392,13 +355,13 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<div class="stanza">
<div class="verse">Dann sang der Engel seine Melodie.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
- <h2><span class='pagenum'><a name="Page_11" id="Page_11">[Pg 11]</a></span><a name="Maria_Heimsuchung" id="Maria_Heimsuchung"></a>Mariä Heimsuchung</h2>
+ <h2><span class='pagenum'><a name="Page_11" id="Page_11">[Pg 11]</a></span><a name="Maria_Heimsuchung" id="Maria_Heimsuchung"></a>Mariä Heimsuchung</h2>
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
@@ -414,34 +377,34 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<div class="stanza">
<div class="verse">Judenbergen. Aber nicht das Land,
</div>
-<div class="verse"> ihre Fülle war um sie gebreitet;
+<div class="verse"> ihre Fülle war um sie gebreitet;
</div>
-<div class="verse"> gehend fühlte sie: man überschreitet
+<div class="verse"> gehend fühlte sie: man überschreitet
</div>
-<div class="verse"> nie die Größe, die sie jetzt empfand.</div>
+<div class="verse"> nie die Größe, die sie jetzt empfand.</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Und es drängte sie, die Hand zu legen
+ <div class="verse">Und es drängte sie, die Hand zu legen
</div>
<div class="verse"> auf den andern Leib, der weiter war.
</div>
<div class="verse"> Und die Frauen schwankten sich entgegen
</div>
-<div class="verse"> und berührten sich Gewand und Haar.</div>
+<div class="verse"> und berührten sich Gewand und Haar.</div>
</div>
<div class="stanza">
<div class="verse">Jede, voll von ihrem Heiligtume,
</div>
-<div class="verse"> schützte sich mit der Gevatterin.
+<div class="verse"> schützte sich mit der Gevatterin.
</div>
<div class="verse"> Ach der Heiland in ihr war noch Blume,
</div>
-<div class="verse"> doch den Täufer in dem Schoß der Muhme
+<div class="verse"> doch den Täufer in dem Schoß der Muhme
</div>
-<div class="verse"> riß die Freude schon zum Hüpfen hin.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+<div class="verse"> riß die Freude schon zum Hüpfen hin.</div>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
@@ -452,13 +415,13 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
- <div class="verse">Und der Engel sprach und gab sich Müh
+ <div class="verse">Und der Engel sprach und gab sich Müh
</div>
-<div class="verse"> an dem Mann, der seine Fäuste ballte:
+<div class="verse"> an dem Mann, der seine Fäuste ballte:
</div>
<div class="verse"> aber siehst du nicht an jeder Falte,
</div>
-<div class="verse"> daß sie kühl ist wie die Gottesfrüh.</div>
+<div class="verse"> daß sie kühl ist wie die Gottesfrüh.</div>
</div>
<div class="stanza">
@@ -468,7 +431,7 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> Doch da schrie der Engel: Zimmermann,
</div>
-<div class="verse"> merkst du's noch nicht, daß der Herrgott handelt?</div>
+<div class="verse"> merkst du's noch nicht, daß der Herrgott handelt?</div>
</div>
<div class="stanza">
@@ -478,7 +441,7 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> der bescheiden aus dem gleichen Holze
</div>
-<div class="verse"> Blätter treiben macht und Knospen schwelln?</div>
+<div class="verse"> Blätter treiben macht und Knospen schwelln?</div>
</div>
<div class="stanza">
@@ -488,19 +451,19 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> war der fort. Da schob er seine dicke
</div>
-<div class="verse"> Mütze langsam ab. Dann sang er lob.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+<div class="verse"> Mütze langsam ab. Dann sang er lob.</div>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
- <h2><span class='pagenum'><a name="Page_13" id="Page_13">[Pg 13]</a></span><a name="Verkundigung_uber_den_Hirten" id="Verkundigung_uber_den_Hirten"></a>Verkündigung über den Hirten</h2>
+ <h2><span class='pagenum'><a name="Page_13" id="Page_13">[Pg 13]</a></span><a name="Verkundigung_uber_den_Hirten" id="Verkundigung_uber_den_Hirten"></a>Verkündigung über den Hirten</h2>
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
- <div class="verse">Seht auf, ihr Männer. Männer dort am Feuer,
+ <div class="verse">Seht auf, ihr Männer. Männer dort am Feuer,
</div>
<div class="verse"> die ihr den grenzenlosen Himmel kennt,
</div>
@@ -510,23 +473,23 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> und strahlt so stark und ist so ungeheuer
</div>
-<div class="verse"> voll Licht, daß mir das tiefe Firmament
+<div class="verse"> voll Licht, daß mir das tiefe Firmament
</div>
-<div class="verse"> nicht mehr genügt. Laßt meinen Glanz hinein
+<div class="verse"> nicht mehr genügt. Laßt meinen Glanz hinein
</div>
<div class="verse"> in euer Dasein: o, die dunklen Blicke,
</div>
-<div class="verse"> die dunklen Herzen, nächtige Geschicke,
+<div class="verse"> die dunklen Herzen, nächtige Geschicke,
</div>
-<div class="verse"> die euch erfüllen. Hirten, wie allein
+<div class="verse"> die euch erfüllen. Hirten, wie allein
</div>
<div class="verse"> bin ich in euch. Auf einmal wird mir Raum.
</div>
-<div class="verse"> Stauntet ihr nicht: der große Brotfruchtbaum
+<div class="verse"> Stauntet ihr nicht: der große Brotfruchtbaum
</div>
<div class="verse"> warf einen Schatten. Ja, das kam von mir.
</div>
-<div class="verse"> Ihr Unerschrockenen, o wüßtet ihr,
+<div class="verse"> Ihr Unerschrockenen, o wüßtet ihr,
</div>
<div class="verse"> wie jetzt auf eurem schauenden Gesichte
</div>
@@ -534,32 +497,32 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> wird viel geschehen. Euch vertrau ich's, denn
</div>
-<div class="verse"> ihr seid verschwiegen; euch Gradgläubigen
+<div class="verse"> ihr seid verschwiegen; euch Gradgläubigen
</div>
<div class="verse"> redet hier alles. Glut und Regen spricht,
</div>
-<div class="verse"> der Vögel Zug, der Wind und was ihr seid,
+<div class="verse"> der Vögel Zug, der Wind und was ihr seid,
</div>
-<div class="verse"> keins überwiegt und wächst zur Eitelkeit
+<div class="verse"> keins überwiegt und wächst zur Eitelkeit
</div>
-<div class="verse"> sich mästend an. Ihr haltet nicht
+<div class="verse"> sich mästend an. Ihr haltet nicht
</div>
<div class="verse"> die Dinge auf im Zwischenraum der Brust,
</div>
-<div class="verse"> um sie zu quälen. So wie seine Lust
+<div class="verse"> um sie zu quälen. So wie seine Lust
</div>
-<div class="verse"> durch einen Engel strömt, so treibt durch euch
+<div class="verse"> durch einen Engel strömt, so treibt durch euch
</div>
-<div class="verse"> das Irdische. Und wenn ein Dorngesträuch
+<div class="verse"> das Irdische. Und wenn ein Dorngesträuch
</div>
-<div class="verse"> aufflammte plötzlich, dürfte noch aus ihm
+<div class="verse"> aufflammte plötzlich, dürfte noch aus ihm
</div>
<div class="verse"> der Ewige euch rufen, Cherubim,
</div>
<div class="verse"> wenn sie geruhten neben eurer Herde</div>
<div class="verse"> <span class='pagenum'><a name="Page_14" id="Page_14">[Pg 14]</a></span>einherzuschreiten, wunderten euch nicht:
</div>
-<div class="verse"> ihr stürztet euch auf euer Angesicht,
+<div class="verse"> ihr stürztet euch auf euer Angesicht,
</div>
<div class="verse"> betetet an und nenntet dies die Erde.</div>
</div>
@@ -569,12 +532,12 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> von dem der Erdkreis ringender sich weitet.
</div>
-<div class="verse"> Was ist ein Dörnicht uns: Gott fühlt sich ein
+<div class="verse"> Was ist ein Dörnicht uns: Gott fühlt sich ein
</div>
-<div class="verse"> in einer Jungfrau Schoß. Ich bin der Schein
+<div class="verse"> in einer Jungfrau Schoß. Ich bin der Schein
</div>
<div class="verse"> von ihrer Innigkeit, der euch geleitet.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
@@ -585,41 +548,41 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
- <div class="verse">Hättest du der Einfalt nicht, wie sollte
+ <div class="verse">Hättest du der Einfalt nicht, wie sollte
</div>
<div class="verse"> dir geschehn, was jetzt die Nacht erhellt?
</div>
-<div class="verse"> Sieh, der Gott, der über Völkern grollte,
+<div class="verse"> Sieh, der Gott, der über Völkern grollte,
</div>
<div class="verse"> macht sich mild und kommt in dir zur Welt.</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Hast du dir ihn größer vorgestellt?</div>
+ <div class="verse">Hast du dir ihn größer vorgestellt?</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Was ist Größe? Quer durch alle Maße,
+ <div class="verse">Was ist Größe? Quer durch alle Maße,
</div>
<div class="verse"> die er durchstreicht, geht sein grades Los.
</div>
-<div class="verse"> Selbst ein Stern hat keine solche Straße.
+<div class="verse"> Selbst ein Stern hat keine solche Straße.
</div>
-<div class="verse"> Siehst du, diese Könige sind groß,</div>
+<div class="verse"> Siehst du, diese Könige sind groß,</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">und sie schleppen dir vor deinen Schoß</div>
+ <div class="verse">und sie schleppen dir vor deinen Schoß</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Schätze, die sie für die größten halten,
+ <div class="verse">Schätze, die sie für die größten halten,
</div>
<div class="verse"> und du staunst vielleicht bei dieser Gift &mdash;:
</div>
<div class="verse"> aber schau in deines Tuches Falten,
</div>
-<div class="verse"> wie er jetzt schon alles übertrifft.</div>
+<div class="verse"> wie er jetzt schon alles übertrifft.</div>
</div>
<div class="stanza">
@@ -627,24 +590,24 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">jeder Goldschmuck und das Luftgewürze,
+ <div class="verse">jeder Goldschmuck und das Luftgewürze,
</div>
-<div class="verse"> das sich trübend in die Sinne streut:
+<div class="verse"> das sich trübend in die Sinne streut:
</div>
-<div class="verse"> alles dieses war von rascher Kürze,
+<div class="verse"> alles dieses war von rascher Kürze,
</div>
<div class="verse"> und am Ende hat man es bereut.</div>
</div>
<div class="stanza">
<div class="verse">Aber (du wirst sehen): Er erfreut.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
- <h2><span class='pagenum'><a name="Page_16" id="Page_16">[Pg 16]</a></span><a name="Rast_auf_der_Flucht_in_Agypten" id="Rast_auf_der_Flucht_in_Agypten"></a>Rast auf der Flucht in ägypten</h2>
+ <h2><span class='pagenum'><a name="Page_16" id="Page_16">[Pg 16]</a></span><a name="Rast_auf_der_Flucht_in_Agypten" id="Rast_auf_der_Flucht_in_Agypten"></a>Rast auf der Flucht in ägypten</h2>
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
@@ -652,33 +615,33 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> flohen mitten aus dem Kindermorden:
</div>
-<div class="verse"> o, wie waren sie unmerklich groß
+<div class="verse"> o, wie waren sie unmerklich groß
</div>
-<div class="verse"> über ihrer Wanderschaft geworden.</div>
+<div class="verse"> über ihrer Wanderschaft geworden.</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Kaum noch daß im scheuen Rückwärtsschauen
+ <div class="verse">Kaum noch daß im scheuen Rückwärtsschauen
</div>
<div class="verse"> ihres Schreckens Not zergangen war,
</div>
<div class="verse"> und schon brachten sie auf ihrem grauen
</div>
-<div class="verse"> Maultier ganze Städte in Gefahr;</div>
+<div class="verse"> Maultier ganze Städte in Gefahr;</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">denn sowie sie, klein im großen Land,
+ <div class="verse">denn sowie sie, klein im großen Land,
</div>
<div class="verse"> &mdash; fast ein Nichts &mdash; den starken Tempeln nahten,
</div>
-<div class="verse"> platzten alle Götzen wie verraten
+<div class="verse"> platzten alle Götzen wie verraten
</div>
-<div class="verse"> und verloren völlig den Verstand.</div>
+<div class="verse"> und verloren völlig den Verstand.</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Ist es denkbar, daß von ihrem Gange
+ <div class="verse">Ist es denkbar, daß von ihrem Gange
</div>
<div class="verse"> alles so verzweifelt sich erbost?
</div>
@@ -688,26 +651,26 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Immerhin, sie mußten sich darüber
+ <div class="verse">Immerhin, sie mußten sich darüber
</div>
<div class="verse"> eine Weile setzen. Doch da ging &mdash;
</div>
-<div class="verse"> sieh: der Baum, der still sie überhing,
+<div class="verse"> sieh: der Baum, der still sie überhing,
</div>
-<div class="verse"> wie ein Dienender zu ihnen über:</div>
+<div class="verse"> wie ein Dienender zu ihnen über:</div>
</div>
<div class="stanza">
<div class="verse">er verneigte sich. Derselbe Baum,
</div>
-<div class="verse"> dessen Kränze toten Pharaonen
+<div class="verse"> dessen Kränze toten Pharaonen
</div>
-<div class="verse"> für das Ewige die Stirnen schonen,
+<div class="verse"> für das Ewige die Stirnen schonen,
</div>
-<div class="verse"> neigte sich. Er fühlte neue Kronen
+<div class="verse"> neigte sich. Er fühlte neue Kronen
</div>
-<div class="verse"> blühen. Und sie saßen wie im Traum.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+<div class="verse"> blühen. Und sie saßen wie im Traum.</div>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
@@ -719,17 +682,17 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<div class="stanza">
<div class="verse">Konnte sie denn anders, als auf ihn
</div>
-<div class="verse"> stolz sein, der ihr Schlichtestes verschönte?
+<div class="verse"> stolz sein, der ihr Schlichtestes verschönte?
</div>
-<div class="verse"> War nicht selbst die hohe, großgewöhnte
+<div class="verse"> War nicht selbst die hohe, großgewöhnte
</div>
-<div class="verse"> Nacht wie außer sich, da er erschien?</div>
+<div class="verse"> Nacht wie außer sich, da er erschien?</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Ging nicht auch, daß er sich einst verloren,
+ <div class="verse">Ging nicht auch, daß er sich einst verloren,
</div>
-<div class="verse"> unerhört zu seiner Glorie aus?
+<div class="verse"> unerhört zu seiner Glorie aus?
</div>
<div class="verse"> Hatten nicht die Weisesten die Ohren
</div>
@@ -753,17 +716,17 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> sah sie hin und bat um eine Geste
</div>
-<div class="verse"> und begriff nicht, daß er widersprach.</div>
+<div class="verse"> und begriff nicht, daß er widersprach.</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Und dann tat er's. Sie verstand es später,
+ <div class="verse">Und dann tat er's. Sie verstand es später,
</div>
-<div class="verse"> wie sie ihn in seinen Weg gedrängt:
+<div class="verse"> wie sie ihn in seinen Weg gedrängt:
</div>
-<div class="verse"> denn jetzt war er wirklich Wundertäter,
+<div class="verse"> denn jetzt war er wirklich Wundertäter,
</div>
-<div class="verse"> und das ganze Opfer war verhängt,</div>
+<div class="verse"> und das ganze Opfer war verhängt,</div>
</div>
<div class="stanza">
@@ -777,14 +740,14 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse"><span class='pagenum'><a name="Page_18" id="Page_18">[Pg 18]</a></span>An dem Tisch voll Früchten und Gemüsen
+ <div class="verse"><span class='pagenum'><a name="Page_18" id="Page_18">[Pg 18]</a></span>An dem Tisch voll Früchten und Gemüsen
</div>
<div class="verse"> freute sie sich mit und sah nicht ein,
</div>
-<div class="verse"> daß das Wasser ihrer Tränendrüsen
+<div class="verse"> daß das Wasser ihrer Tränendrüsen
</div>
<div class="verse"> Blut geworden war mit diesem Wein.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
@@ -794,11 +757,11 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
- <div class="verse">O hast du dies gewollt, du hättest nicht
+ <div class="verse">O hast du dies gewollt, du hättest nicht
</div>
-<div class="verse"> durch eines Weibes Leib entspringen dürfen:
+<div class="verse"> durch eines Weibes Leib entspringen dürfen:
</div>
-<div class="verse"> Heilande muß man in den Bergen schürfen,
+<div class="verse"> Heilande muß man in den Bergen schürfen,
</div>
<div class="verse"> wo man das Harte aus dem Harten bricht.</div>
</div>
@@ -806,32 +769,32 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<div class="stanza">
<div class="verse">Tut dir's nicht selber leid, dein liebes Tal
</div>
-<div class="verse"> so zu verwüsten? Siehe meine Schwäche;
+<div class="verse"> so zu verwüsten? Siehe meine Schwäche;
</div>
-<div class="verse"> ich habe nichts als Milch- und Tränenbäche,
+<div class="verse"> ich habe nichts als Milch- und Tränenbäche,
</div>
-<div class="verse"> und du warst immer in der überzahl.</div>
+<div class="verse"> und du warst immer in der überzahl.</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Mit solchem Aufwand wardst du mir verheißen.
+ <div class="verse">Mit solchem Aufwand wardst du mir verheißen.
</div>
<div class="verse"> Was tratst du nicht gleich wild aus mir hinaus?
</div>
-<div class="verse"> Wenn du nur Tiger brauchst, dich zu zerreißen,
+<div class="verse"> Wenn du nur Tiger brauchst, dich zu zerreißen,
</div>
<div class="verse"> warum erzog man mich im Frauenhaus,</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">ein weiches reines Kleid für dich zu weben,
+ <div class="verse">ein weiches reines Kleid für dich zu weben,
</div>
<div class="verse"> darin nicht einmal die geringste Spur
</div>
-<div class="verse"> von Naht dich drückt &mdash;: so war mein ganzes Leben
+<div class="verse"> von Naht dich drückt &mdash;: so war mein ganzes Leben
</div>
-<div class="verse"> und jetzt verkehrst du plötzlich die Natur.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+<div class="verse"> und jetzt verkehrst du plötzlich die Natur.</div>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
@@ -843,43 +806,43 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<div class="stanza">
<div class="verse">Jetzt wird mein Elend voll, und namenlos
</div>
-<div class="verse"> erfüllt es mich. Ich starre wie des Steins
+<div class="verse"> erfüllt es mich. Ich starre wie des Steins
</div>
<div class="verse"> Inneres starrt.
</div>
-<div class="verse"> Hart wie ich bin, weiß ich nur Eins:
+<div class="verse"> Hart wie ich bin, weiß ich nur Eins:
</div>
-<div class="verse"> Du wurdest groß &mdash;
+<div class="verse"> Du wurdest groß &mdash;
</div>
-<div class="verse"> .... und wurdest groß,
+<div class="verse"> .... und wurdest groß,
</div>
-<div class="verse"> um als zu großer Schmerz
+<div class="verse"> um als zu großer Schmerz
</div>
-<div class="verse"> ganz über meines Herzens Fassung
+<div class="verse"> ganz über meines Herzens Fassung
</div>
<div class="verse"> hinauszustehn.
</div>
-<div class="verse"> Jetzt liegst du quer durch meinen Schoß,
+<div class="verse"> Jetzt liegst du quer durch meinen Schoß,
</div>
<div class="verse"> jetzt kann ich dich nicht mehr
</div>
-<div class="verse"> gebären.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+<div class="verse"> gebären.</div>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
- <h2><span class='pagenum'><a name="Page_21" id="Page_21">[Pg 21]</a></span><a name="Stillung_Maria_mit_dem_Auferstandenen" id="Stillung_Maria_mit_dem_Auferstandenen"></a>Stillung Mariä mit dem Auferstandenen</h2>
+ <h2><span class='pagenum'><a name="Page_21" id="Page_21">[Pg 21]</a></span><a name="Stillung_Maria_mit_dem_Auferstandenen" id="Stillung_Maria_mit_dem_Auferstandenen"></a>Stillung Mariä mit dem Auferstandenen</h2>
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
<div class="verse">Was sie damals empfanden: ist es nicht
</div>
-<div class="verse"> vor allen Geheimnissen süß
+<div class="verse"> vor allen Geheimnissen süß
</div>
<div class="verse"> und immer noch irdisch:
</div>
-<div class="verse"> da er, ein wenig blaß noch vom Grab,
+<div class="verse"> da er, ein wenig blaß noch vom Grab,
</div>
<div class="verse"> erleichtert zu ihr trat:
</div>
@@ -889,46 +852,46 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> unaussprechlich in Heilung.
</div>
-<div class="verse"> Ja sie heilten, das war's. Sie hatten nicht nötig,
+<div class="verse"> Ja sie heilten, das war's. Sie hatten nicht nötig,
</div>
-<div class="verse"> sich stark zu berühren.
+<div class="verse"> sich stark zu berühren.
</div>
<div class="verse"> Er legte ihr eine Sekunde
</div>
-<div class="verse"> kaum seine nächstens
+<div class="verse"> kaum seine nächstens
</div>
<div class="verse"> ewige Hand an die frauliche Schulter.
</div>
<div class="verse"> Und sie begannen
</div>
-<div class="verse"> still wie die Bäume im Frühling,
+<div class="verse"> still wie die Bäume im Frühling,
</div>
<div class="verse"> unendlich zugleich,
</div>
<div class="verse"> diese Jahreszeit
</div>
-<div class="verse"> ihres äußersten Umgangs.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+<div class="verse"> ihres äußersten Umgangs.</div>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
- <h2><span class='pagenum'><a name="Page_22" id="Page_22">[Pg 22]</a></span><a name="Vom_Tode_Maria" id="Vom_Tode_Maria"></a>Vom Tode Mariä</h2>
+ <h2><span class='pagenum'><a name="Page_22" id="Page_22">[Pg 22]</a></span><a name="Vom_Tode_Maria" id="Vom_Tode_Maria"></a>Vom Tode Mariä</h2>
- <p class="center">(Drei Stücke)</p>
+ <p class="center">(Drei Stücke)</p>
<h3>1</h3>
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
- <div class="verse">Derselbe große Engel, welcher einst
+ <div class="verse">Derselbe große Engel, welcher einst
</div>
-<div class="verse"> ihr der Gebärung Botschaft niederbrachte,
+<div class="verse"> ihr der Gebärung Botschaft niederbrachte,
</div>
-<div class="verse"> stand da, abwartend daß sie ihn beachte,
+<div class="verse"> stand da, abwartend daß sie ihn beachte,
</div>
-<div class="verse"> und sprach: Jetzt wird es Zeit, daß du erscheinst.
+<div class="verse"> und sprach: Jetzt wird es Zeit, daß du erscheinst.
</div>
<div class="verse"> Und sie erschrak wie damals und erwies
</div>
@@ -936,7 +899,7 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> Er aber strahlte, und unendlich nahend,
</div>
-<div class="verse"> schwand er wie in ihr Angesicht &mdash; und hieß
+<div class="verse"> schwand er wie in ihr Angesicht &mdash; und hieß
</div>
<div class="verse"> die weithin ausgegangenen Bekehrer
</div>
@@ -948,7 +911,7 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> die schmale Bettstatt, die in Untergang
</div>
-<div class="verse"> und Auserwählung rätselhaft Getauchte,
+<div class="verse"> und Auserwählung rätselhaft Getauchte,
</div>
<div class="verse"> ganz unversehrt, wie eine Ungebrauchte,
</div>
@@ -956,28 +919,28 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> Nun da sie alle hinter ihren Kerzen
</div>
-<div class="verse"> abwarten sah, riß sie vom übermaß
+<div class="verse"> abwarten sah, riß sie vom übermaß
</div>
<div class="verse"> der Stimmen sich und schenkte noch von Herzen
</div>
-<div class="verse"> die beiden Kleider fort, die sie besaß,
+<div class="verse"> die beiden Kleider fort, die sie besaß,
</div>
<div class="verse"> und hob ihr Antlitz auf zu dem und dem ...
</div>
-<div class="verse"> (o Ursprung namenloser Tränen-Bäche).</div>
+<div class="verse"> (o Ursprung namenloser Tränen-Bäche).</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Sie aber legte sich in ihre Schwäche
+ <div class="verse">Sie aber legte sich in ihre Schwäche
</div>
<div class="verse"> und zog die Himmel an Jerusalem</div>
-<div class="verse"> <span class='pagenum'><a name="Page_23" id="Page_23">[Pg 23]</a></span>so nah heran, daß ihre Seele nur,
+<div class="verse"> <span class='pagenum'><a name="Page_23" id="Page_23">[Pg 23]</a></span>so nah heran, daß ihre Seele nur,
</div>
-<div class="verse"> austretend, sich ein wenig strecken mußte:
+<div class="verse"> austretend, sich ein wenig strecken mußte:
</div>
-<div class="verse"> schon hob er sie, der alles von ihr wußte,
+<div class="verse"> schon hob er sie, der alles von ihr wußte,
</div>
-<div class="verse"> hinein in ihre göttliche Natur.</div>
+<div class="verse"> hinein in ihre göttliche Natur.</div>
</div>
</div></div>
@@ -985,9 +948,9 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<div class="poetry-container"><div class="poetry">
<div class="stanza">
- <div class="verse">Wer hat bedacht, daß bis zu ihrem Kommen
+ <div class="verse">Wer hat bedacht, daß bis zu ihrem Kommen
</div>
-<div class="verse"> der viele Himmel unvollständig war?
+<div class="verse"> der viele Himmel unvollständig war?
</div>
<div class="verse"> Der Auferstandne hatte Platz genommen,
</div>
@@ -995,11 +958,11 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> war leer der Sitz. Und sie begannen schon
</div>
-<div class="verse"> sich an die reine Lücke zu gewöhnen,
+<div class="verse"> sich an die reine Lücke zu gewöhnen,
</div>
-<div class="verse"> die wie verheilt war, denn mit seinem schönen
+<div class="verse"> die wie verheilt war, denn mit seinem schönen
</div>
-<div class="verse"> Hinüberscheinen füllte sie der Sohn.</div>
+<div class="verse"> Hinüberscheinen füllte sie der Sohn.</div>
</div>
<div class="stanza">
@@ -1011,15 +974,15 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> mit einer Strahlung, die ihr wehe tat.
</div>
-<div class="verse"> Doch da sie jetzt, die rührende Gestalt,
+<div class="verse"> Doch da sie jetzt, die rührende Gestalt,
</div>
<div class="verse"> sich zu den neuen Seligen gesellte
</div>
-<div class="verse"> und unauffällig, licht zu licht, sich stellte,
+<div class="verse"> und unauffällig, licht zu licht, sich stellte,
</div>
<div class="verse"> da brach aus ihrem Sein ein Hinterhalt
</div>
-<div class="verse"> von solchem Glanz, daß der von ihr erhellte
+<div class="verse"> von solchem Glanz, daß der von ihr erhellte
</div>
<div class="verse"> Engel geblendet aufschrie: Wer ist die?
</div>
@@ -1027,7 +990,7 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> Gott-Vater oben unsern Herrn verhielt,
</div>
-<div class="verse"> so daß, von milder Dämmerung umspielt,
+<div class="verse"> so daß, von milder Dämmerung umspielt,
</div>
<div class="verse"> die leere Stelle wie ein wenig Leid
</div>
@@ -1037,16 +1000,16 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> irdischer Zeit, ein trockenes Gebrest &mdash;.
</div>
-<div class="verse"> Man sah nach ihr: sie schaute ängstlich hin,
+<div class="verse"> Man sah nach ihr: sie schaute ängstlich hin,
</div>
-<div class="verse"> weit vorgeneigt, als fühlte sie: ich bin
+<div class="verse"> weit vorgeneigt, als fühlte sie: ich bin
</div>
-<div class="verse"> sein längster Schmerz &mdash;: und stürzte plötzlich vor.</div>
+<div class="verse"> sein längster Schmerz &mdash;: und stürzte plötzlich vor.</div>
<div class="verse"> <span class='pagenum'><a name="Page_25" id="Page_25">[Pg 25]</a></span>Die Engel aber nahmen sie zu sich
</div>
-<div class="verse"> und stützten sie und sangen seliglich
+<div class="verse"> und stützten sie und sangen seliglich
</div>
-<div class="verse"> und trugen sie das letzte Stück empor.</div>
+<div class="verse"> und trugen sie das letzte Stück empor.</div>
</div>
</div></div>
@@ -1056,15 +1019,15 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<div class="stanza">
<div class="verse">Doch vor dem Apostel Thomas, der
</div>
-<div class="verse"> kam da es zu spät war, trat der schnelle
+<div class="verse"> kam da es zu spät war, trat der schnelle
</div>
-<div class="verse"> längst darauf gefaßte Engel her
+<div class="verse"> längst darauf gefaßte Engel her
</div>
-<div class="verse"> und befahl an der Begräbnisstelle:</div>
+<div class="verse"> und befahl an der Begräbnisstelle:</div>
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">Dräng den Stein beiseite. Willst du wissen,
+ <div class="verse">Dräng den Stein beiseite. Willst du wissen,
</div>
<div class="verse"> wo die ist, die dir das Herz bewegt:
</div>
@@ -1074,13 +1037,13 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="stanza">
- <div class="verse">daß die Erde künftig nach ihr rieche
+ <div class="verse">daß die Erde künftig nach ihr rieche
</div>
<div class="verse"> in den Falten wie ein feines Tuch.
</div>
-<div class="verse"> Alles Tote (fühlst du), alles Sieche
+<div class="verse"> Alles Tote (fühlst du), alles Sieche
</div>
-<div class="verse"> ist betäubt von ihrem Wohlgeruch.</div>
+<div class="verse"> ist betäubt von ihrem Wohlgeruch.</div>
</div>
<div class="stanza">
@@ -1090,18 +1053,18 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
</div>
<div class="verse"> Dieses Licht aus dieser reinen Leiche
</div>
-<div class="verse"> war ihm klärender als Sonnenschein.</div>
+<div class="verse"> war ihm klärender als Sonnenschein.</div>
</div>
<div class="stanza">
<div class="verse">Staunst du nicht, wie sanft sie ihm entging?
</div>
-<div class="verse"> Fast als wär sie's noch, nichts ist verschoben.
+<div class="verse"> Fast als wär sie's noch, nichts ist verschoben.
</div>
-<div class="verse"> Doch die Himmel sind erschüttert oben:
+<div class="verse"> Doch die Himmel sind erschüttert oben:
</div>
<div class="verse"> Mann, knie hin und sieh mir nach und sing.</div>
- <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
+ <span class="content"><a href="#Inhalt">zurück zum<br/>Inhaltsverzeichnis</a></span>
</div>
</div></div>
@@ -1110,381 +1073,6 @@ Proofreading Team at http://www.pgdp.net
<p style="white-space:normal; margin-left:0;">Das Inhaltsverzeichnis befindet sich im Original am Ende des Buches und wurde an den Anfang verschoben.
</p></div>
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Das Marien-Leben, by Rainer Maria Rilke
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS MARIEN-LEBEN ***
-
-***** This file should be named 40117-h.htm or 40117-h.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
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-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
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-and the Foundation information page at www.gutenberg.org
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-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
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-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
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-permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
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-contact links and up to date contact information can be found at the
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-For additional contact information:
- Dr. Gregory B. Newby
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-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
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