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-The Project Gutenberg EBook of Im schwarzen Walfisch zu Askalon, by
-Joseph Victor von Scheffel
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
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-
-Title: Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- Rastlieder
-
-Author: Joseph Victor von Scheffel
-
-Editor: Walter Jerven
-
-Release Date: December 20, 2017 [EBook #56214]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK IM SCHWARZEN WALFISCH ZU ASKALON ***
-
-
-
-
-Produced by The Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
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- Anmerkungen zur Transkription
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-
- Das Original ist in Fraktur gesetzt. Im Original gesperrter Text
- ist _so markiert_. Im Original in Antiqua gesetzter Text ist ~so
- ausgezeichnet~.
-
- Das tironische etc. wird so dargestellt: ⁊c.
-
- Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende des
- Buches.
-
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-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
-
- Die Zeitbücher, Band 72
-
-
-
-
- Im schwarzen Walfisch
- zu Askalon
-
- Rastlieder von
- Joseph Victor v. Scheffel
-
- Ausgewählt von
- Walter Jerven
-
- [Illustration]
-
- Reuß & Itta, Verlagsanstalt, Konstanz a. B.
-
-
-
-
- Alle Rechte vorbehalten
- Einbandentwurf von _Kasia von Szadurska_
- Copyright 1917 by Reuß & Itta, Konstanz (Baden)
-
-
-
-
-Altassyrisch
-
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- da trank ein Mann drei Tag,
- bis daß er steif wie ein Besenstiel
- am Marmortische lag.
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- da sprach der Wirt: »Halt an!
- der trinkt von meinem Dattelsaft
- mehr als er zahlen kann.«
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- da bracht' der Kellner Schar
- in Keilschrift auf sechs Ziegelstein
- dem Gast die Rechnung dar.
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- da sprach der Gast: »O weh!
- mein bares Geld ging alles drauf
- im Lamm zu Niniveh!«
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- da schlug die Uhr halb vier,
- da warf der Hausknecht aus Nubierland
- den Fremden vor die Tür.
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- wird kein Prophet geehrt,
- und wer vergnügt dort leben will,
- zahlt bar, was er verzehrt.
-
-
-
-
-Der Fünfundsechziger
-
-
- In luftiger Trinkkemenaten
- -- den Ort gesteht man nicht ein --
- da prüften drei späte Nomaden
- den edelsten pfälzischen Wein.
- Aus rötlichen Römern erblinkte
- des Rieslings feinperlendes Gold,
- des Höhensaums Rebgeländ' winkte
- im Mondschein den Trinkenden hold.
-
- Der Erste, ein weitum gereister
- Philologus spitzte den Mund:
- »_Das_ kochten uns Erdfeuergeister
- mit Aether und Sonne im Bund.
- Drum flutet's und glutet im Becher
- geistfunkelnd, sanft rhythmisch und voll,
- als sängen homerische Zecher
- ein jonisches Kneiplied in Moll.«
-
- Der Zweite, ein trockener Kenner
- und Denker des römischen Rechts:
- »Proficiat,« sprach er, »ihr Männer,
- wir läppern allhiero nichts Schlechts.
- Wer schaut nicht, wenn bacchisches Donum
- so goldklar im Kelchglase scheint,
- das Justum, Aequum et Bonum
- in diesem Römer vereint?«
-
- Der Dritte, der putzte die Lichter,
- die mächtig heruntergebrannt,
- und sprach: »Zwar bin ich kein Dichter
- und kunstlos und schlicht von Verstand;
- doch nähert sich solch' einem Schoppen
- mein Herz ... dann überwallt's ...
- 's ist halt e verflucht feiner Troppen,
- ich segne die Hügel der Pfalz!«
-
- Derweilen ging draus auf dem Damme
- spießtragend ein Vierter vorbei,
- der blies eine wundersame
- gewaltige Melodei:
- »Ihr Herren, und lasset Euch sagen,
- die Stadtgemeinde braucht Schlaf,
- die Glocke hat eilf Uhr geschlagen,
- wer jetzt nicht zu Bett geht, zahlt Straf'.«
-
-
-
-
-Perkêo
-
-
- Das war der Zwerg Perkêo
- im Heidelberger Schloß,
- an Wuchse klein und winzig,
- an Durste riesengroß.
-
- Man schalt ihn einen Narren,
- er dachte: »Liebe Leut',
- wärt' Ihr wie ich doch alle
- feuchtfröhlich und gescheut!«
-
- Und als das Faß, das große,
- mit Wein bestellet war,
- da ward sein künftiger Standpunkt
- dem Zwergen völlig klar.
-
- »Fahr wohl,« sprach er, »o Welt,
- du Katzenjammertal,
- was sie auf dir hantieren
- ist wurst mir und egal!
-
- Um lederne Ideen
- rauft man manch heißen Kampf,
- es ist im Grund doch alles
- nur Nebel, Rauch und Dampf.
-
- Die Wahrheit liegt im Weine.
- Beim Weinschlurf sonder End
- erklär' ich alter Narre
- fortan mich permanent.«
-
- Perkêo stieg zum Keller;
- er kam nicht mehr herfür
- und sog bei fünfzehn Jahre
- am rheinischen Malvasier.
-
- War's drunten auch stichdunkel,
- ihm strahlte inneres Licht,
- und wankten auch die Beine,
- er trank und murrte nicht.
-
- Als er zum Faß gestiegen,
- stand's wohlgefüllt und schwer,
- doch als er kam zu sterben,
- klang's ausgesaugt und leer.
-
- Da sprach er fromm: »Nun preiset,
- ihr Leute, des Herren Macht,
- die in mir schwachem Knirpse
- so Starkes hat vollbracht:
-
- Wie es dem kleinen David
- gen Goliath einst gelang,
- also ich arm' Gezwerge
- den Riesen Durst bezwang.
-
- Nun singt ein De Profundis,
- daß das Gewölb' erdröhnt,
- das Faß steht auf der Neige,
- ich falle sieggekrönt.«
-
- ... Perkêo ward begraben. --
- Um seine Kellergruft
- beim leeren Riesenfasse
- weht heut noch feuchte Luft.
-
- Und wer als frommer Pilger
- frühmorgens ihr genaht:
- Weh' ihm! Als Weinvertilger
- durchtobt er Nachts die Stadt.
-
-
-
-
-Die Herberge am See
-
-
- Dich feiern die freudigsten Lieder,
- Taberne zum lachenden Hecht,
- sind auch deine Hallen nur nieder,
- uns Fahrenden sind sie gerecht.
-
- Hier trink' ich bekümmersnisledig
- Lenzlüfte und sonnigen Schein,
- und wär' ich der Fürst von Venedig,
- mir könnt' nicht wohliger sein.
-
- Eine enge Dachkemenate
- herbergt mich als Dogenpalast,
- und eine bretterne Lade
- mein Hab' und Besitztum umfaßt.
-
- Ein Bänklein im Schatten der Linde
- ist mein heiliger Markusplatz,
- dort spielen die Fischerkinde
- mit der scheckigen Klosterkatz'.
-
- Mir lagert als Kreuzzugsgaleere
- ein Einbaum im Arsenal,
- den steur' ich in friedliche Meere
- als mein eigner Admiral.
-
- Ein Schaumtrunk braunrötlichen Bieres
- erquickt mich statt kyprischem Wein ...
- Wen lustet des Malvasieres,
- wo Malz und Hopfen noch rein?
-
- So horst' ich, von Frühlingsgnaden
- ein glücklicher Meermann, allhier;
- hoch weht ob den weißen Gestaden
- der fahrenden Schüler Panier.
-
- Nicht neid' ich der Welt ihre Wonnen,
- noch allen neunfarbigen Dunst:
- Still liegen und einsam sich sonnen,
- ist auch eine tapfere Kunst.
-
-
-
-
-Dem aufgehenden Mond
-
-
- Heute schwirren Schelmenlieder,
- niemand bleibt verschont:
- Ja, woher denn du schon wieder,
- bleicher Pilgram Mond?
-
- Kaum ist uns die Sonn' entschwunden
- im verschilften Rohr,
- reckst du schon am Bergwald drunten
- dein Gesicht empor.
-
- Willst du deinen Treuen helfen?
- Heia, strahl nur zu!
- Schwärmern, Minnern, Füchsen, Wölfen,
- giltst als Sonne du!
-
- Und wir brauchen Kraft zum Trinken
- und noch viel -- viel Wein ...
- Laß dem Wirt als Zahlung blinken
- deinen Silberschein.
-
- Füll der Nönnlein Zellen drüben
- mit sehnsücht'gem Glanz ...
- Melde: bei den Linden hüben
- tost der Ringeltanz!
-
- Strebst du aber, uns zu tauchen
- in geheimes Weh,
- Mond, dann bist du nicht zu brauchen,
- lösch dein Licht und geh.
-
- Geh mit deinem zarten Flittern
- nach der Seufzer Land ...
- Schwermutbleich im Knie zu zittern,
- sind wir nicht imstand.
-
-
-
-
-In den Alpen
-
-
- Heia, das Schneegebirg ha'n wir erklommen,
- schau'n in der Täler vielfurchig Gewind ...
- Schweben wie Adler, von Aether umschwommen,
- über den Wolken und über dem Wind.
-
- Hier blitzt ein Städtlein und dort ein Gefilde,
- dort eines Stromes sich schlängelnder Lauf,
- dort auch ein See, wie ein Menschenaug' milde,
- aus der vernebelten Ferne herauf.
-
- Flüchtig nur winkt es und flüchtig versinkt es
- in das umflorende Dunstmeer zurück ...
- So ist das Leben -- sternschnuppig, kaum blinkt es ...
- So ist die Minne, die Hoffnung, das Glück.
-
- Wir aber lagern am prasselnden Herde,
- wärmen den Leichnam und strecken ihn aus ...
- Fragen nicht mehr nach der Erde Beschwerde,
- füllen mit Jubel das winzige Haus.
-
- Hochlandluft zehret, doch Rebensaft nähret,
- heia, wer reicht mir das Trinkhorn geschwind?
- ... Dreifacher Durst ist dem Sänger bescheret
- über den Wolken und über dem Wind.
-
-
-
-
-Die Maulbronner Fuge
-
-
- Im Winterrefektorium
- zu Maulbronn in dem Kloster
- da geht 'was um den Tisch herum,
- klingt nicht wie Paternoster:
- Die Martinsgans hat wohlgetan,
- Eilfinger blinkt im Kruge,
- nun hebt die nasse Andacht an
- und alles singt die Fuge:
- All Voll, Keiner Leer, Wein Her!
- ~Complete pocula!~
-
- Der Abt Johannes Entenfuß
- kam unwirsch hergewatschelt:
- »Was wird so spät als Festtagsschluß
- beim Geigenschall gefratschelt?
- Laßt ab, Ihr stört den Doktor Faust
- im Gartenturm dahinten;
- wenn solch ein Singsang zu ihm braust,
- kann er kein Gold nicht finden:
- All Voll, Keiner Leer, Wein Her!
- ~Cavete scandala!~«
-
- Derweilen bracht der Zellerar,
- Herr Godefrit von Niefern,
- den Sankt Martinuszuspitz dar
- vom Keller mit den Küfern.
- Der rief: »Herr Abbas, was Ihr sagt,
- soll man in Züchten ehren,
- doch wenn kein andrer Schmerz Euch plagt,
- so mögt Ihr uns nicht wehren:
- All Voll, Keiner Leer, Wein Her!
- Der Faust sitzt selbst schon da!«
-
- Der Faust saß rückwärts an der Wand
- und trank vergnügt im Dunkeln,
- nun ließ der blasse Nekromant
- sein Glas am Licht karfunkeln
- und sprach: »Ich brüt schon Tag und Jahr
- am schwarzen Zauberbuche
- und merk' erst heut, ich bin ein Narr,
- daß ich das Gold dort suche;
- All Voll, Keiner Leer, Wein Her!
- Das echte Gold ist da!«
-
- »Mit Hermes Trismegistos List
- wird keins erlaborieret,
- die Sonne ist der Alchymist,
- der's flüssig destillieret:
- Wenn's durch die Adern glüht und rollt
- mit des Eilfingers Wonnen,
- dann habt Ihr Gold, habt echtes Gold,
- und ehrlich selbst gewonnen.
- All Voll, Keiner Leer, Wein Her!
- ~Haec vera practica!~«
-
- Da lacht der Abt: »Mit solcher Lehr
- zwingt Ihr auch mich zum Kruge,
- denn: All Voll, Keiner Leer, Wein Her
- ist eine feuchte Fuge.
- Als Fausti Goldspruch laß ich sie
- jetzt in den Kreuzgang malen,
- man kennt die ganze Melodie
- schon an den Initialen:
- ~A. V. K. L. W. H.
- Sit vino gloria!~«
-
- -- -- Wem das Kloster Maulbronn bekandt, der hat's können
- mit seinen Augen sehen, wie in dem Vorhoff selbiger schönen
- erbauten Kirchen oben im Schwibbogen unter anderen Gemälden
- auch eine Gans abgemahlt steht, an welcher eine Fläsch,
- Bratwürst, Bratspiß und dergleichen hangen, neben einer zur
- nassen Andacht gar wohl komponirten Fuga folgenden Tenors mit
- ihrem unterlegten Text gleichwohl nur den ~initialibus literis
- A. V. K. L. W. H. = All Voll, Keiner Leer, Wein Her~, welches
- vielleicht dieser durstigen Münch und Religiosen Comentarius
- gewest über das Hohelied Salomonis: ~Comedite amici et bibite
- et inebriamini charisimi &c. &c.~
-
- _Tob. Wagner_, Evangel. Censur der Besoldischen
- Motiven etc. Tübingen 1640, p. 652.
-
-
-
-
-Der Enderle von Ketsch
-
-
-Chorus:
-
- Jetzt weicht, jetzt flieht! Jetzt weicht, jetzt flieht
- mit Zittern und Zähnegefletsch:
- Jetzt weicht, jetzt flieht! Wir singen das Lied
- Vom Enderle von Ketsch!
-
-
-Solo:
-
- Ott' Heinrich, der Pfalzgraf bei Rheine,
- der sprach eines Morgens: »Rem blemm!
- Ich pfeif' auf die saueren Weine,
- ich geh' nach Jerusalem!
-
- Viel schöner und lilienweißer
- schau'n dort die Jungfrauen drein:
- O Kanzler, o Mückenhäuser,
- fünftausend Dukaten pack ein!«
-
- Und als sie lagen vor Joppen,
- da faltet der Kanzler die Händ:
- »Jetzt langt's noch zu _einem_ Schoppen,
- dann sind die Dukaten zu End!«
-
- Ott' Heinrich, der Pfalzgraf, sprach munter:
- »Rem blemm! Was ficht uns das an?
- Wir fahren nach Cyprus hinunter
- und pumpen die Königin an.«
-
- ... Schon tanzte die alte Galeere
- vor Cyprus in funkelnder Nacht,
- da hub sich ein Sturm auf dem Meere
- und rollender Donner erkracht.
-
- Umzuckt von gespenstigem Glaste
- ein schwarzes Schiff braust vorbei,
- hemdärmlich ein Geist steht am Maste
- und furchtbar gellet sein Schrei:
-
-
-Chorus:
-
- »Jetzt weicht, jetzt flieht! Jetzt weicht, jetzt flieht
- mit Zittern und Zähnegefletsch:
- Jetzt weicht, jetzt flieht! im Sturm herzieht
- der Enderle von Ketsch!«
-
-
-Solo:
-
- Der Donner klang leise und leiser
- und glatt wie Oel lag die See,
- dem tapferen Mückenhäuser,
- dem Kanzler, war's wind und weh.
-
- Der Pfalzgraf stund an dem Steuer
- und schaut' in die Wogen hinaus:
- »Rem blemm! 's ist nimmer geheuer,
- o Cyprus, wir müssen nach Haus!
-
- Gott sei meiner Seele gnädig,
- ich bin ein gewitzigter Mann:
- Zurück, zurück nach Venedig!
- Wir pumpen niemand mehr an.
-
- Und wer bei den Türken und Heiden
- sein Geld wie ich verschlampampt,
- der verzieh sich geräuschlos beizeiten,
- es klingt doch höllenverdammt:
-
-
-Chorus:
-
- Jetzt weicht, jetzt flieht! Jetzt weicht, jetzt flieht
- mit Zittern und Zähnegefletsch:
- Jetzt weicht, jetzt flieht! im Sturm herzieht
- der Enderle von Ketsch!«
-
- In der Beschreibung der Pfalz von Merian (1645) wird bei
- Erwähnung des Dorfes Ketsch erzählt:
-
- »Pfaltzgraf Oth Heinrich, nachmals Churfürst, fuhr vmb das Jahr
- 1530 ins gelobte Land, nach Jerusalem. In seiner zurück Reyse
- kam er vber die Offenbahre See herauß, da jhme dann ein Schiff,
- nach Nordwegen zu, begegnete, darinn diß Geschrey gehört wurde:
-
- »Weichet, weichet, der dick Enderlein von Ketsch kompt.«
-
- »Der Pfaltzgraf vnd sein Cammermeister Mückenhäuser kennten den
- gottlosen Schuldtheiß allhie zu Ketsch vnnd auch den Orth wol;
- daher als sie heimbkamen, sie nach dem dicken Enderle, vnnd
- vmb die Zeit seines todts gefragt vnd vermerckt haben, daß es
- mit der Zeit vberein gestimmt, da sie das Geschrey auff dem
- Meer gehört hatten; wie Weyland ein Professor zu Heydelberg in
- seinen Schriften auffgezeichneten hinderlassen hat.«
-
-
-
-
-Am Grenzwall
-
-
- Ein Römer stand in finstrer Nacht
- am deutschen Grenzwall Posten,
- fern vom Kastell war seine Wacht,
- das Antlitz gegen Osten ...
- Da regt sich feindlich 'was am Fluß,
- da schleicht und hallt 'was leise ...
- Kein Paean von Horazius,
- ganz wildfremd war die Weise:
- »Ha' ... hamm' ... hammer dich emol, emol, emol
- an dei'm verrissene' Kamisol,
- du schlechter Kerl!«
-
- An eine Jungfrau Chattenstamms
- hatt' er sein Herz vertandelt
- und war ihr oft im Lederwams
- als Kaufmann zugewandelt.
- Jetzt kam die Rache ... eins, zwei, drei!
- Jetzt war der Damm erklettert ...
- Jetzt kam's wie wilder Katzen Schrei
- und Keulenschlag geschmettert:
- »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.
-
- Er zog sein Schwert, er blies sein Horn,
- focht als geschulter Krieger,
- fruchtlos war Mut und Römerzorn,
- die Wilden blieben Sieger.
- Sie banden ihn und trugen ihn
- wie einen Sack von dannen;
- als die Kohort' am Platz erschien,
- scholls fern schon durch die Tannen:
- »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.
-
- Versammelt war im heiligen Hain
- der Chatten Landsgemeinde,
- ihr Odinsjulfest einzuweih'n
- mit Opferblut vom Feinde.
- Der fühlt sich schon als Bratenschmor
- in der Barbaren Zähnen,
- da sprang sein blonder Schatz hervor
- und rief mit heißen Tränen:
- »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.
-
- Und alles Volk sprach tiefgerührt
- ob solcher Wiederfindung:
- »Man geb' ihn frei und losgeschnürt
- der Freundin zur Verbindung!
- Nimmt sie ihn hier vom Fleck als Frau,
- sei alle Schuld verziehen.
- Und heut noch wird im ganzen Gau
- als Festbardit geschrien:
- »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.
-
-
-
-
-Numero acht
-
-im Holländer Hof zu Heidelberg
-
-
- Zwei Schatten seh ich schweben
- in später, später Nacht;
- wißt Ihr, wohin sie streben? --
- -- Beide auf Numero acht!
-
- Der Hausknecht, als es läutet,
- mit einem Fluch erwacht;
- er weiß schon, was es bedeutet:
- Beide auf Numero acht!
-
- »Alt Holland steht in Nöten,
- weh' uns, die wilde Jagd!
- Weh' uns, die alten Schweden
- beide auf Numero acht!
-
- Heißt das als fleißiger Schreiber
- ein neues Buch gemacht,
- ihr grausamen Ueberkneiper
- beide auf Numero acht?
-
- heißt das als frommer Paster
- an die Gemeinde gedacht?
- Ihr sündenharte Laster
- beide auf Numero acht?!«
-
- Der Hausknecht, ungewaschen
- murrt er's und ungeschlacht,
- da lärmt's: »He! noch zwei Flaschen,
- beide auf Numero acht!«
-
- Und weiter singt es und klingt es
- und jubiliert und lacht,
- und bis zum Hausherrn dringt es:
- »Beide auf Numero acht!«
-
- Der spitzt betrübt die Füße,
- die Bettstatt seufzt und kracht;
- stumm nimmt er eine Prise:
- »Beide auf Numero acht!!«
-
-
-
-
-Die letzte Hose
-
-
- Letzte Hose, die mich schmückte,
- fahre wohl! dein Amt ist aus,
- ach auch dich, die mich entzückte,
- schleppt ein andrer nun nach Haus.
-
- Selten hat an solchen Paares
- Anblick sich ein Aug erquickt;
- feinster Winterbuxking war es,
- groß kariert -- und nie geflickt!
-
- Mit Gesang und vollen Flaschen
- grüßt ich einst in dir die Welt;
- zum Hausschlüssel in der Taschen
- klang noch froh das bare Geld.
-
- Aber längst kam das Verhängnis,
- die Sechsbätzner zogen fort,
- und das Brückentorgefängnis
- ist ein dunkler stiller Ort ...
-
- Längst verschwand, was sonst versetzlich,
- Frack -- und Rock -- und Mantels Pracht.
- Nun auch du! es ist entsetzlich! ...
- Letzte Hose, gute Nacht!
-
- Tag der Prüfung, o wie bänglich
- schlägt mein Herz und fühlt es hell:
- Alles Irdische ist vergänglich
- und das Pfandrecht schreitet schnell!
-
- Nirgends winkt uns ein Erlöser,
- letzte Hose! ... es muß sein! ...
- Elkan Levi, dunkler, böser
- Trödler, nimm sie! ... Sie sei dein!
-
- Stiefelfuchs, du alter treuer,
- komm und stütz mein Dulderhaupt!
- Noch ein einziger Schoppen Neuer
- sei dem Trauernden erlaubt.
-
- Dann will ich zu Bett mich legen
- und nicht aufstehn, wenn's auch klopft,
- bis ein schwerer goldner Regen
- unverhofft durchs Dach mir tropft.
-
- Zeuch denn hin, die ich beweine,
- grüß den Rock und 's Kamisol!
- Weh! schon friert's mich an die Beine! ...
- Letzte Hose, fahre wohl!!
-
-
-
-
-Das Hildebrandlied
-
-
- Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,
- ritten selbander in Wut entbrannt, Wut entbrannt
- gegen die Seestadt Venedig.
-
- Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,
- keiner die Seestadt Venedig fand, Venedig fand,
- da schimpften die beiden unflätig.
-
- Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,
- ritten bis da, wo ein Wirtshaus stand, Wirtshaus stand,
- Wirtshaus mit kühlen Bieren.
-
- Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,
- trunken sich beid' einen Riesenbrand, Riesenbrand,
- krochen heim auf allen Vieren.
-
-
-
-
-Die Heimkehr
-
-
- Der Pfarrer von Assmannshausen sprach:
- »Die Welt steckt tief in Sünden,
- doch wo der Meister Josephus steckt,
- weiß keiner mir zu künden.«
-
- Und als man rüstet auf Weihnachtszeit,
- da war der Rhein gefroren,
- da stund ein Mann in Pilgramskleid
- wohl vor des Pfarrhofs Toren:
-
- »Herr Pfarr', Ihr sollt mir Indulgenz
- und sollt mir Ablaß spenden,
- daß sich mein arm trübtraurig Herz
- zu neuer Freud' mag wenden.
-
- Herr Pfarr', es war nicht wohlgetan,
- vom rheinischen Land zu scheiden,
- man trifft halt doch kein zweites an,
- so weit man auch mag reiten.
-
- Bis hundert Stunden hinter Lyon
- bin ich ins Frankreich kommen,
- manch gutes Frühstück von Austern und Sekt
- hab' ich zu mir genommen.
-
- Ich hab' zu Marseille im Café Türk
- unter Heiden und Mohren gesessen,
- ich hab' am Pyrenäengebirg
- Lauch und Garbanzos gegessen.
-
- Noch saust der Kopf mir, wenn ich gedenk
- der Seealpenmaid Filumene:
- Zigeunerbraun Antlitz, kohlschwarzkraus Haar,
- wie Elfenbein glänzend die Zähne.
-
- Doch verpecht und verschwefelt ist alles Land
- ohne Freunde und Lieder der Liebe;
- vom Fieber geschüttelt und abgebrannt
- kehr ich heim aus dem fremden Getriebe.«
-
- Der Pfarr' von Assmannshausen sprach:
- »Wohlauf, bußfertige Seele,
- mit unserm altheiligen Purpurwein
- salbe Dir Lippen und Kehle.
-
- Zu demselbigen Wein drei Tag, drei Nacht
- im dunkelen Keller Dich schließe
- und halt bei den Fässern trinkend Wacht,
- daß Gnade sich über Dich gieße.
-
- In Krone und Anker ergib Dich sodann
- den geistlichen Uebungen fleißig,
- und erst bei des nächtlichen Wächters Nahn
- dem Chorgesange entreiß Dich.
-
- Dann wird der Himmel ein Zeichen tun,
- er läßt keinen Büßer verderben:
- Ein lichtes Weingrün, ein dunkles Rot
- wird Nase und Stirn Dir färben.
-
- Und prangt Dein Gesicht in solchem Ton,
- dann wird Dein Trübsinn sich hellen,
- dann magst Du, o lang verlorener Sohn,
- den alten Freunden Dich stellen.
-
- Wir sind die Alten; noch klingen beim Wein
- die Lieder von damals zu Berge,
- vom »Spatzen« und vom »Stieglitz fein«
- und der »sommerverkündenden Lerche«.
-
- Wir sind die Alten, wir haben Dich gern;
- laß das Herz nicht von Kummer umnachten:
- Und hätt'st Du noch ärger geschwärmt in der Fern',
- ein Kalb auch würden wir schlachten.«
-
- Da seufzte der Pilgram mit Tränen im Aug':
- »O Pfarr' von Assmannshausen,
- wie Ihr, gottwohlgefälliger Mann,
- sprach keiner mit mir da draußen.
-
- Nun stoß' ich meinen dürren Stab
- in diese geweihte Erde,
- daß er in neuem Blatt und Laub
- ein Schattendach mir werde.
-
- Nun ströme, du rheinisch Traubenblut,
- du Hort unsäglicher Gnaden;
- in deiner verjüngenden Feuerflut
- will ich gesund mich baden.«
-
-
-
-
-Asphalt
-
-
- Bestreuet die Häupter mit Asche,
- verhaltet die Nasen Euch bang,
- heut gibt's bei trübfließender Flasche
- einen bituminösen Gesang.
-
- -- Schwül strahlet die Sonne der Wüste,
- am toten Meere macht's warm;
- ein Derwisch spaziert an der Küste,
- eine Maid aus Engeddi am Arm.
-
- Nicht Luftzug noch Wellenschlag kräuselt
- den zähen, bleifarbenen See,
- nur Naphthageruch kommt gesäuselt
- und dunstig umflort sich die Höh'.
-
- 's ist eine versalzene Gegend
- und niemand ringsum ist gerecht.
- Zu Loths Zeit hat's Schwefel geregnet
- und heut noch ist alles verpecht.
-
- Keine Wäscherin naht mit dem Kübel,
- kein Durstiger naht mit dem Krug
- und dem Durstigsten selber wird übel,
- wagt er aus der Flut einen Zug.
-
- Zwei schwarzbraune Klumpen lagen
- am Ufer faulbrenzlich und schwer;
- drauf setzte mit stillem Behagen
- das Paar sich und liebte sich sehr.
-
- Doch wehe! sie saßen auf Naphtha,
- und das läßt keinen mehr weg,
- wer harmlos sich dreinsetzt, der haft't da
- und steckt im gediegensten Pech.
-
- Sie konnten sich nimmer erheben,
- sie jammerten: »Allah ist groß!
- Wir kleben -- wir kleben -- wir kleben!
- Wir kleben und kommen nicht los!«
-
- Umsonst hat ihr Klagen und Weinen
- die schweigende Wüste durchhallt,
- sie mußten zu Mumien versteinen
- und wurden, ach! selbst zu Asphalt.
-
- Ein Vögelein wollte um Hilfe
- hinüber zum Städtlein Zoar,
- betäubt fiel's herab ins Geschilfe,
- es stank, daß zu fliegen nicht war.
-
- Und blaß, mit erschaudernden Seelen
- sah man einen Walfahrtzug fliehn --
- den Pilgern sowie den Kamelen
- war's benzoësauer zu Sinn.
-
- So geht's, wenn ein Derwisch will minnen
- und hat das Terrain nicht erkannt ...
- O Jüngling, fleuch eiligst von hinnen,
- wo Erdpech entquillet dem Land.
-
-
-
-
-Das Megatherium
-
-
- Was hangt denn dort bewegungslos
- zum Knaul zusammengeballt,
- so riesenfaul und riesengroß
- im Ururururwald?
- Dreifach so wuchtig als ein Stier,
- dreifach so schwer und dumm --
- ein Klettertier, ein Krallentier:
- Das Megatherium!
-
- Träg glotzt es in die Welt hinein
- und gähnt, als wie im Traum,
- und krallt die scharfen Krallen ein
- am Embahubabaum.
- Die Früchte und das saftige Blatt
- verzehrt es und sagt: »_Ai!_«
- Und wenns ihn leergefressen hat
- sagts auch zuweilen: »_Wai!_«
-
- Dann aber steigt es nicht herab,
- es kennt den kürzern Weg:
- Gleich einem Kürbis fällt es ab
- und rührt sich nicht vom Fleck.
- Mit rundem Eulenangesicht
- nickts sanft und lächelt brav:
- Denn nach gelungener Fütterung kommt
- als Hauptarbeit der Schlaf.
-
- ... O Mensch, dem solch ein Riesentier
- nicht glaublich scheinen will,
- geh nach Madrid! dort zeigt man dir
- sein ganz Skelett fossil.
- Doch bist du staunend ihm genaht,
- Verliere nicht den Mut:
- So ungeheure Faulheit tat
- nur _vor_ der Sündflut gut.
-
- Du bist kein Megatherium,
- dein Geist kennt höhere Pflicht,
- drum schwänze kein Kollegium
- und überfriß dich nicht.
- Nütz' deine Zeit, sie gilt statt Gelds,
- sei fleißig bis zum Grab,
- und steckst du doch im faulen Pelz,
- so fall' mit Vorsicht ab!
-
-
-
-
-Die Lieder vom Rodenstein
-
-
-
-
-Die drei Dörfer
-
-
-I.
-
- Wer reit't mit zwanzig Knappen ein
- zu Heidelberg im Hirschen?
- Das ist der Herr von Rodenstein,
- auf Rheinwein will er pirschen.
-
- »Hollaheh! den Hahn ins Faß! schenkt ein,
- ich fürcht' die Kehlen rosten.
- Wir wöll'n ein Jahr lang lustig sein,
- und sollt's ein Dorf auch kosten!
-
- Ein Dorf, was ist's ... Nur Mist und Rauch,
- ich hab' ja ihrer dreie ...
- Gersprenz und Pfaffenbeerfurt auch
- und Reichelsheim, das treue.«
-
- Trommeten klangen mit Schalmein
- und Pauken um die Wette,
- zwölf Monden saß der Rodenstein
- beim fürstlichen Bankette.
-
- Und als er sich nach Jahr und Tag
- die Rechnung hergewunken,
- da sprach er: »Blitz und Donnerschlag!
- Jetzt ist Gersprenz vertrunken!
- Gersprenz ist hin!
- Gersprenz ist fort!
- Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort,
- Gersprenz ... ist ... veritrunken.
-
- Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's,
- was liegt an dem Verlurste?
- Man spricht vom vielen Trinken stets,
- doch nie vom vielen Durste.
- Gersprenz ist hin!
- Gersprenz ist fort!
- Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort,
- Gersprenz ... ist ... veritrunken.«
-
-
-II.
-
- Wer reit't mit sieben Knappen ein
- zu Heidelberg im Hirschen?
- Das ist der Herr von Rodenstein,
- auf Rheinwein will er pirschen.
-
- »Hollaheh! den Hahn ins Faß! schenkt ein,
- ich fürcht', die Kehlen rosten.
- Wir wöll'n ein halb Jahr lustig sein,
- und sollt's ein Dorf auch kosten!
-
- Ein Dorf, was ist's? ... Ein rußig Loch,
- und ich hab' ihrer zweie,
- ich hab' ja Pfaffenbeerfurt noch
- und Reichelsheim, das treue.«
-
- Trommeten klangen mit Schalmein,
- die Pauken täten schweigen ...
- Sechs Monden saß der Rodenstein
- beim süßen Rheinweinreigen.
-
- Und als nach halber Jahresfrist
- der Rechnung er gewunken,
- da sprach er: »Hollaheh! jetzt ist
- auch Reichelsheim vertrunken!
- Reichelsheim ist hin!
- Reichelsheim ist fort!
- Reichelsheim der treue, schnapsbrennende Ort,
- Reichelsheim ... ist ... veritrunken.
-
- Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's!
- Was liegt an dem Verlurste?
- Man spricht vom vielen Trinken stets,
- doch nie vom vielen Durste.
- Reichelsheim ist hin!
- Reichelsheim ist fort!
- Reichelsheim der treue, schnapsbrennende Ort,
- Reichelsheim ... ist ... veritrunken.«
-
-
-III.
-
- Wer wankt zu Fuße ganz allein
- gen Heidelberg zum Hirschen?
- Das ist der Herr von Rodenstein,
- vorbei ist's mit dem Pirschen.
-
- »Herr Wirt, ein Kännlein dünnes Bier
- und einen Harung im Salze!
- Ich hab' vom vielen Malvasier
- das Zipperlein am Halse.
-
- Der schönste, größte Durst der Pfalz
- muß früh in Ruhstand sinken;
- das letzte Dorf des Odenwalds
- kann ich nicht mehr vertrinken.
-
- Einen Notary ruft herein,
- der schreib' die Testamenten:
- Pfaffenbeerfurt soll der Hochschul' sein,
- mein Durst den Herrn Studenten!
-
- Stets bin ich alter Mann gerührt,
- seh' ich die wackern Jungen.
- Und schlucken sie wie ich, so wird
- dereinstmals doch gesungen:
- Pfaffenbeerfurt ist hin!
- Pfaffenbeerfurt ist fort!
- Pfaffenbeerfurt, die duftige Mistfinkenhöhl',
- Pfaffenbeerfurt des Odenwalds Kronjuwel,
- Pfaffenbeerfurt ... ist ... veritrunken!
-
- Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's!
- Was liegt an dem Verlurste?
- Man spricht vom vielen Trinken stets,
- doch nie vom vielen Durste.
- Pfaffenbeerfurt ist hin!
- Pfaffenbeerfurt ist fort!
- Pfaffenbeerfurt, die duftige Mistfinkenhöhl',
- Pfaffenbeerfurt, des Odenwalds Kronjuwel,
- Pfaffenbeerfurt ... ist ... veritrunken!«
-
-
-
-
-Der Willekumm
-
-
- Und als der Herr von Rodenstein
- zum Frankenstein sich wandte,
- empfing er seinen Ehrenwein,
- so wie es Brauch im Lande.
- In Beerbach vor dem Rathaus bracht'
- der Zentgraf mit den Bauern
- den Kauzenkrug. Der Alte lacht:
- »Nur her mit Euerm Sauern!
- Ihr Mannen, macht das Armbein krumm,
- der Willekumm gaht um, gaht um,
- holliro, das Bauernkäuzlein
- gaht um, gaht um!«
-
- Als er von dort sich durchgezerrt,
- zur Frankensteiner Linde,
- stand Weg und Durchpaß dicht gesperrt
- vom jungen Burggesinde:
- Ein Reiterstiefel lebensgroß
- von Ton, ein feinbemalter,
- ward ihm gefüllt kredenzt auf's Roß
- und alles sang den Psalter:
- »Ihr Mannen, macht das Armbein krumm,
- der Willekumm gaht um, gaht um,
- holliro, der große Stiefel
- gaht um, gaht um!«
-
- Im Burghof grüßt' ein zweiter Schwarm
- ihn mit Karthaunenzündung,
- da schwang der Burgherr selbst im Arm
- des zweiten Stiefels Ründung.
- Des Schloßbergs Feinsten goß man ein
- und würdig sprach der Ritter:
- »Herr Nachbar, nit auf eynem Bein!
- Der hier schmeckt auch nicht bitter.
- Ihr Mannen, macht das Armbein krumm,
- der Willekumm gaht um, gaht um,
- holliro, der große Stiefel
- gaht um, gaht um!«
-
- Der Rodenstein trank aus und rief:
- »Gott segne deine Nase!
- Die meine bog sich beinah schief
- Von solchem Strom im Glase.
- Jetzt wöll'n wir in dem Rittersaal
- ausruhn vom ersten Tosen;
- mir ahnt, dort füllt dein Ehgemahl
- das Trinkhorn Karls des Großen.
- Und nochmals heißt's: das Armbein krumm,
- der Willekumm gaht um, gaht um,
- holliro, des Kaisers Hörnlein
- gaht um, gaht um.«
-
- ... Beim Abschied andern Morgens war
- ein Nebel weit und breite,
- da bracht man ihm das Stammbuch dar
- zum Eintrag, eh' er scheide.
- Und zittrig schrieb er: »Kund soll sein,
- daß ich hie eingeritten
- und lob' das Haus zum Frankenstein
- als Haus von guten Sitten:
- Der Willkumm hat mir so gemund't,
- daß ich das Bett nicht finden kunnt',
- holliro, nicht nur der Stiefel
- _'s ging alles um_!«
-
-
-
-
-Die Pfändung
-
-
- Und wieder saß beim Weine
- im Waldhorn ob der Bruck
- der Herr vom Rodensteine
- mit schwerem Schluck und Gluck.
-
- Der Wirt sprach tief in Trauer:
- »Daß Gott sich mein erbarm'!
- Der sitzt wie eine Mauer
- und trinkt mich nächstens arm.
-
- Wie soll das all noch enden?
- Kein' Pfennig gibt er her ...
- Ich glaub', ich laß ihn pfänden,
- sonst weicht er mir nicht mehr!«
-
- Der Fronvogt samt dem Büttel
- kam handfest an im Horn:
- »Heraus den Sammetkittel,
- die Stiefel und die Sporn.
-
- Heraus des Mantels Zirde,
- Handschuh und Zobelhut!
- Verfallen diesem Wirte
- ist all Eu'r Hab und Gut!«
-
- Da lacht der Rodensteiner:
- »Nur zu! ... wie wird mir wohl!
- 's trinkt leichter sich und feiner
- im Unterkamisol!
-
- Und bis Ihr mir die Kehlen
- könnt pfänden aus dem Hals,
- werd' ich noch manchen quälen,
- der Wein schenkt in Kurpfalz!«
-
-
-
-
-Der Knapp
-
-
- Der Herr vom Rodensteine
- sprach fiebrig und schabab:
- »Ungern duld' ich alleine,
- wo steckt mein treuer Knapp?
-
- Ich spür' in Haupt und Magen
- ein Stechen und Geschlapp ...
- Diesmal geht mir's an Kragen,
- wo steckt mein treuer Knapp?«
-
- Der Reitersjungen viere
- durchsuchten Weg und Steg:
- Der Knapp saß fest beim Biere,
- juhei! im Bremeneck.
-
- Er trank und sprach mit Trauern:
- »Du braver Rodenstein!
- Allein ich muß bedauern,
- ich kann nicht bei dir sein!
-
- Ist _dir_ 'was zugestoßen --
- auch _ich_ hab 'was erlebt:
- Ich bin mit Rock und Hosen
- hier völlig festgeklebt.«
-
- Die Jungen meld'ten traurig
- dem Kranken, was gescheh'n,
- da sprach er fieberschaurig:
- »O Knapp, das ist nicht schön!
-
- Lässest du dein'n Herren schwitzen
- in solcher Not und Plag',
- so sollst du übersitzen
- bis an den jüngsten Tag!«
-
- Er sprach's und starb im Fieber,
- sein letztes Wort traf zu,
- der Knapp sitzt heut noch über,
- es läßt ihm keine Ruh.
-
- Und Nachts wie Sturmgewitter
- jagt's oft straßauf, straßab,
- das ist der alte Ritter,
- er ruft: »Wo steckt mein Knapp?!«
-
-
-
-
-Das wilde Heer
-
-
- Das war der Herr von Rodenstein,
- der sprach: »Daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?
- 'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Wirt, daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- Er ritt landauf, landab im Trab,
- kein Wirt ließ ihn ins Haus;
- todkrank noch seufzt vom Gaul herab
- er in die Nacht hinaus:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Wirt, daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- Und als mit Spieß und Jägersrock
- sie ihn zu Grab getan,
- hub selbst die alte Lumpenglock
- betrübt zu läuten an:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Wirt, daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- Doch wem der letzte Schoppen fehlt,
- den duld't kein Erdreich nicht;
- drum tobt er jetzt, vom Durst gequält,
- als Geist umher und spricht:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Wirt, daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- Und alles, was im Odenwald
- sein' Durst noch nicht gestillt,
- das folgt ihm bald, das schallt und knallt,
- das klafft und stampft und brüllt:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Wirt, daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- ... Dies Lied singt man, wenn's auch verdrießt,
- gestrengem Wirt zur Lehr';
- wer zu genau die Herberg schließt,
- den straft das wilde Heer:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Rumdiridi! Freijagd!
- Hoidirido, Freinacht!
- Hausknecht hervor!
- Oeffne das Tor!
- 'Raus! 'raus! 'raus!«
-
-
-
-
-Der Ueberfall
-
-
- Und wieder sprach der Rodenstein:
- »Hallo! mein wildes Heer!
- In Tiefschluckhausen fall' ich ein
- und trink' den Pfarrer leer.
- 'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Pfarr, daß Gott Euch helf!
- Gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- Der Pfarr, ein tapfrer Gottesmann,
- trat streitbar vor sein Tor,
- mit Weihbrunn, Skapulier und Bann
- die Geister er beschwor:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Daß Euch der Satan helf,
- kriegt Ihr kein' einzigen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf!«
-
- Doch fröhlich brummt der Rodenstein!
- »O Pfarr, ich fang dich doch!
- Ein Geist, der nicht zum Tor kommt 'rein,
- probiert's am Kellerloch!
- 'Nein da! ... 'Nein zu dem Wein da!
- Hurra! schon sind wir drin!
- Sein Keller ist nicht schlecht besetzt,
- Hurra! wir trinken ihn!«
-
- O armes, frommes Pfarrerherz,
- heut hat der Böse Macht!
- Vergeblich rief er kellerwärts,
- daß das Gewölbe kracht:
- »Schwein' da ... Schwein' da ... bei dem Wein da!
- Heißt das sich aufgeführt?
- So laßt mir doch die Kompetenz,
- die einem Pfarr gebührt!«
-
- Und als die Glocke Ein Uhr schlug,
- das Heer sang dumpf und hohl:
- »Herr Pfarr, Herr Pfarr, jetzt ha'n wir gnug,
- Herr Pfarr, jetzt lebet wohl!
- 'Raus jetzt! 'Raus aus dem Haus jetzt!
- Herr Pfarr, und bleibt gesund!
- 's fließt nirgends mehr ein Tropfen Wein
- aus Krug und Hahn und Spund.«
-
- Da flucht der Pfarr: »Ich dank recht sehr,
- Schwernot! Ist alles hin,
- so will ich selbst im wilden Heer
- als Feldkaplan mitzieh'n!
- 'Naus jetzt! 'Naus aus dem Haus jetzt!
- Herr Ritter, ich schlag' ein:
- Ist all mein Wein zum Teufel, soll
- ein and'rer Pfarrherr sein!
- Hussa, hallo!
- Jo, hihaho!
- Rumdiridi, langt's nit,
- Hoidirido, selbst mit!
- Höllischer Chor,
- heut reit' ich vor:
- 'Naus! 'naus! 'naus!!«
-
-
-
-
-Die Fahndung
-
-
- Und wieder sprach der Rodenstein:
- »Pelzkappenschwerenot!
- Hans Breuning, Stabstrompeter mein,
- bist untreu oder tot?
- Lebst noch? ... Lebst noch und hebst noch?
- Man g'spürt dich nirgend mehr ...
- Schon naht die durstige Maiweinzeit,
- du mußt mir wieder her!«
-
- Er ritt, bis er gen Darmstadt kam,
- kein Fahnden war geglückt;
- da lacht' er, als am schwarzen Lamm
- durchs Fenster er geblickt:
- »Er lebt noch! ... Lebt noch und hebt noch!
- Doch frag' mich keiner: wie?
- Wie kommt mein alter Flügelmann
- in solche Kompagnie?«
-
- In Züchten saß die Stammgastschar
- nach Rang und Würden dort,
- Dünnbier ihr Vespertrünklein war,
- es klang kein lautes Wort.
- »Sacht stets! ... Sacht und bedacht stets
- ist Lebens Hochgenuß,«
- so flüstert ein Kanzleimann just
- zum Kreisamtssyndikus.
-
- In dieser Schöppleinschlürfer Reih'
- saß auch ein stilles Gast,
- und als es acht Uhr war vorbei,
- nahm's Stock und Hut mit Hast.
- »Acht jetzt! ... acht jetzt ... gut Nacht jetzt!
- Einst war ich nicht so brav,
- doch ehrbar wandeln ist das Best'!
- Ich geh ins Bett und schlaf'.«
-
- Der Rodenstein in grimmem Zorn
- hub grau'nhaft sich empor;
- dreimal stieß er ins Jägerhorn
- und blies mit Macht den Chor:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- 'Raus mit dem Deserteur!
- Das lahme, zahme Gast da drin
- gehört zum wilden Heer!«
-
- Da faßt das Gast ein Schreck und Graus,
- erst sank es tief ins Knie,
- dann stürzt es einen Maßkrug aus,
- schlug's Fenster ein und schrie:
- »'Naus da! 'Naus aus dem Haus da!
- O Horn und Sporn und Zorn!
- O Rodenstein! O Maienwein!
- Noch bin ich nicht verlor'n.
- Rumdiridi, Freijagd!
- Hoidirido, Freinacht!
- Alter Patron,
- empfah' deinen Sohn!
- Hussa, Hallo!
- Jo, hihaho!
- 'Naus, 'naus, 'naus!«
-
-
-
-
-Aus dem »Trompeter von Säkkingen«
-
-
-I.
-
- O Ponte molle, du treffliche Bruck,
- bei der ich geschlürft schon manch tapfern Schluck
- aus strohumflochtener Flaschen,
- o Ponte molle, was ist mit dir?
- Als einsamer Trinker sitz' ich allhier,
- kaum mag ich des Weines naschen.
-
- O Ponte molle, 's war seltsam heut,
- die süße verklungene Jugendzeit
- und die alte Liebe kam wieder,
- es zieht ein heißer Scirocco durchs Land,
- im Herzen lodert der alte Brand,
- es regt sich wie Sänge und Lieder.
-
- O Tibrisstrom, o Sankt Peters Dom!
- O du ganzes gewaltig allmächtiges Rom!
- -- Mögt allsamt gestohlen mir werden.
- Wohin auch die unstäte Fahrt mich trieb,
- die stille, holdselige Schwarzwaldlieb
- bleibt doch das Schönste auf Erden.
-
- O Ponte molle, -- wie war sie schön!
- Und müßt' ich viel tausend Fräulein noch sehn,
- ich priese doch stets nur die Eine.
- Und käme sie jetzo des Wegs vorbei,
- dir selbst, du solides Quadergebäu,
- durchzuckte es Mark und Gebeine.
-
- Doch vergeblich die Sehnsucht, vergeblich das Leid,
- die Sonn' ist zu glühend, der Weg zu weit
- und das Fliegen noch nicht erfunden.
- Padrone, noch eine Flasche herein!
- Der perlenreiche Orvietowein
- mag auch dem Traurigen munden.
-
- O Ponte molle, du treffliche Bruck,
- ich glaube, du lohnest mit bösem Spuk,
- daß ich mich in Träume verloren!
- Es wirbelt ein Staub an der Heerstraß' auf;
- jetzt sperrt mir ein Ochsen- und Büffelhauf'
- den Heimweg zu Romas Toren!
-
-
-II.
-
- Ich weiß nicht, was da noch werden soll?
- Schon dämmert's im feuchten Grunde,
- die Fledermaus macht ahnungsvoll
- um den alten Stadtwall die Runde,
- am Scherbenberg wird's öd und still,
- ich glaub', die alte Wirtin will
- bereits die Schenke verschließen.
-
- Ein Käuzlein hör' ich drüben schrei'n,
- wo die Grabzypressen trauern,
- Campagnanebel ziehen herein,
- verhüllt stehn Tor und Mauern;
- es wogt und wallt wie ein Geisterheer
- um Cestius' Pyramide her,
- was mögen die Toten wollen?
-
- Jetzt zuckt und flammt um den Berg ein Licht,
- die grauen Wolken verfliegen;
- es kommt mit neidisch gelbem Gesicht
- der Vollmond aufgestiegen,
- er scheint so grell, er scheint so fahl,
- er scheint mir mitten in Weinpokal,
- das kann nichts Gutes bedeuten.
-
- Und wer von der Liebsten scheiden gemüßt,
- dem wird sie nur um so lieber,
- und wer zu lang in der Nachtluft sitzt,
- bekommt in Rom das Fieber.
- Schon löscht die Wirtin die Lampe aus --
- ~Felice notte!~ ich geh' nach Haus,
- die Zeche bezahl' ich morgen.
-
-
-
-
-Nicht rasten und nicht rosten ...
-
-
- Nicht rasten und nicht rosten,
- Weisheit und Schönheit kosten,
- Durst löschen, wenn er brennt,
- die Sorgen versingen mit Scherzen:
- -- Wer's kann, der bleibt im Herzen
- zeitlebens ... ein Student!
-
-
-
-
-Des Biedermanns Abendgemütlichkeit
-
-
- Vor meinem Haus steht eine Linde,
- in ihrem Schatten sitz ich gern,
- ich dampf' mein Pfeiflein in die Winde
- und lob' durch Nichtstun Gott, den Herrn.
-
- Die Bienen summen froh und friedlich
- und saugen Blütenhonig ein,
- und alles ist so urgemütlich,
- daß ich vor innrer Rührung wein'.
-
- Und hätt' in Deutschland jeder Hitzko-
- pf wie ich 'ne Linde vor der Tür
- und rauchte seinen Portoriko
- mit so beschaulichem Pläsir:
-
- So gäb' es nicht so viel Krakehler
- in dieser schönen Gotteswelt,
- die Sonne schien' nicht auf Skandäler,
- und doch wär' alles wohl bestellt.
- Amen.
-
-
-
-
-Inhalt
-
-
- Seite
-
- Altassyrisch 5
-
- Der Fünfundsechziger 7
-
- Perkêo 9
-
- Die Herberge am See 12
-
- Dem aufgehenden Mond 14
-
- In den Alpen 16
-
- Die Maulbronner Fuge 17
-
- Der Enderle von Ketsch 20
-
- Am Grenzwall 23
-
- Numero acht 25
-
- Die letzte Hose 27
-
- Das Hildebrandlied 29
-
- Die Heimkehr 30
-
- Asphalt 34
-
- Das Megatherium 37
-
- Die Lieder vom Rodenstein:
-
- 1. Die drei Dörfer 39
-
- 2. Der Willekumm 43
-
- 3. Die Pfändung 46
-
- 4. Der Knapp 47
-
- 5. Das wilde Heer 49
-
- 6. Der Ueberfall 51
-
- 7. Die Fahndung 53
-
- Aus dem Trompeter von Säkkingen:
-
- 1. O Ponte molle, du treffliche Bruck 56
-
- 2. Ich weiß nicht, was da noch werden soll 57
-
- Nicht rasten und nicht rosten 59
-
- Des Biedermanns Abendgemütlichkeit 60
-
-
-
-
-Die »Zeitbücher«
-
-herausgegeben von Walter Jerven
-
-
-Bis jetzt erschienen:
-
- 1 _Wilhelm Schussen_, Im großen Jahr. Erzählungen
-
- 2 _Kurt Münzer_, Der jüngste Tag. Kriegsnovellen
-
- 3 _1870/71_, Lieder und Gedichte. Herausg. v. W. Jerven
-
- 4 _Richard Sexau_, Siegesopfer. Kriegsnovellen
-
- 5 _Richard Rieß_, Krank am Kriege. Kriegsnovellen
-
- 6 _Heldinnen._ Erzählungen zu Ehren der Frauen
-
- 7 _Peter Scher_, Kampf und Lachen. Glossen
-
- 8 _Leonhard Adelt_, Der Ozeanflug. Novelle
-
- 9 _Jul. Bab_, Preußen und der deutsche Geist
-
- 10 _Th. Heuß_, Schwaben und der deutsche Geist
-
- 11 _W. Handl_, Oesterreich und der deutsche Geist
-
- 12 _Ludwig Finckh_, Seekönig. Erzählungen
-
- 13 _H. Lhotzky_, Vom Erleben des Glücks
-
- 14 _Kurt Münzer_, Der Wert des Lebens. Aufsätze
-
- 15 _Wilh. v. Scholz_, Fähnrich von Braunau. Novelle
-
- 16 _Carl Busse_, Ueber Zeit und Dichtung. Lit. Aufsätze
-
- 17 _R. Presber_, Der Weg zum Ruhm. Satiren
-
- 18 _Fritz Mauthner_, Vom armen Franischko. Erzählg.
-
- 19 _W. v. Molo_, Deutschland und Oesterreich
-
- 20 _Alte Kalendergeschichten._ Herausg. v. W. Jerven
-
- 21 _Leo Heller_, Gott erhalte ... Gedichte
-
- 22 _Alfred Huggenberger_, Der Hofbauer. Erzählung
-
- 23 _W. Schussen_, Der geadelte Steinschleifer. Erzählungen
-
- 24 _Hermann Hesse_, Am Weg. Erzählungen
-
- 25 _Otto Hörth_, Heimat, für die wir kämpfen
-
- 26 _R. Rieß_, Der trockene Fisch. Lustige Geschichten
-
- 27 _Heinrich Schäff_, Im Zeichen der Stunde
-
- 28 _A. Sexauer_, 6 Feldpredigten von einem Laien
-
- 29 _Aussaat!_ Prosa und Verse einer neuen Jugend mit Beiträgen
- von René Schickele, Hans Franck, A. Holitscher, Fr. W.
- Foerster usw., herausg. v. O. M. Fontana
-
- 30 _Müller-Guttenbrunn_, Oesterreichs Beschwerdebuch
-
- 31 _Hans Watzlik_, Von deutsch-böhmischer Erde. Erzählg.
-
- 32 _K. Münzer_, Seelchen. Erzählungen aus Kinderland
-
- 33 _A. Fendrich_, Wanderungen. Soziale Betrachtungen
-
- 34 _Cl. Brentano_, Fanferlieschen Schönefüßchen I
-
- 35 _Cl. Brentano_, Fanferlieschen Schönefüßchen II
-
- Beide Bände illustriert von Kasia von Szadurska
-
- 36 _Fritz Mauthner_, Der steinerne Riese. Erzählung
-
- 37 _Curt Moreck_, Der Gast. Drei Novellen
-
- 38 _H. Wiedebach-Woischützky_, Liselotte lacht
-
- 39 _Peter Scher_, Das Friedenssanatorium. Glossen
-
- 40 _Ludwig Finckh_, Graspfeifer. Erzählungen
-
- 41 _Die Bergschmiede_ -- Novellen schlesischer Dichter. Mit
- Beiträgen von Paul Keller, Hermann Stehr, Paul Barsch u. a.,
- herausgegeben von Walter Meckauer
-
- 42 _Paul Enderling_, Zwölf Geschichten
-
- 43 _Arthur Schubart_, Tiere und Menschen. Skizzen
-
- 44 _Ungarische Erzählungen_, Band I, mit Beiträgen von Franz
- Molnar, Ernst Szep u. a., herausgegeben v. St. J. Klein
-
- 45 _Oskar Walzel_, Zukunftsaufgaben deutscher Kultur
-
- 46 _Franz Karl Ginzkey_, Lieder
-
- 47 _W. v. Scholz_, Die Unwirklichen. Novellen
-
- 48 _Leo Heller_, Das schwarzgelbe Buch. Gedichte
-
- 49 _H. Falkenfeld_, Die Musik der Schlachten. Aufsätze
-
- 50 _Karl Stieler_, Ein Winter-Idyll
-
- 51 _Münchner Bilderbogen_, mit Beiträgen von A. de Nora, F.
- Freksa, Karl Ettlinger, herausg. v. R. Rieß
-
- 52 _Hans Franck_, Glockenfranzl I. Märchennovelle
-
- 53 _Hans Franck_, Glockenfranzl II. Märchennovelle
-
- 54 _Müller-Guttenbrunn_, Wiener Historien
-
- 55 _Heinrich Schäff_, Eine Balkanfahrt I
-
- 56 _Heinrich Schäff_, Eine Balkanfahrt II
-
- 57 _A. v. Scanzoni_, Von Jagd und Jägern. Erzählgn.
-
- 58 _Karl Schede_, Schatten. Skizzen
-
- 59 _Karl Escher_, Die Halbstarken. Ein Skizzenbuch
-
- 60 _W. Jerven_, Der alten Kalendergeschichten zweiter Teil
-
- 61 _Leonhard Adelt_, Studie zu sechs Dichtern
-
- 62 _Ferd. Künzelmann_, Der Frühlingszaun. Erzählgn.
-
- 63 _Wilhelm Schmidtbonn_, Das kleine Kriegsbuch
-
- 64 _Anton Wildgans_, Dreißig Gedichte
-
- 65 _Siegfried Jacobsohn_, Die ersten Tage
-
- 66 _Hans Reinhart_, Bilderbuch ohne Bilder
-
- 67 _Carl Hagemann_, Der deutsche Feldsoldat
-
- 68 _Kurt Münzer_, Der Weg des Tobias Hug. Novelle
-
- 69 _Otto Ernst Sutter_, Der Mausmatthis. Geschichten
-
- 70 _Land an der Weichsel._ Novellen westpreuß. Dichter
-
- 71 _Scheffel_, Wohlauf, die Luft geht frisch und rein.
- Wanderlieder. Zusammengest. v. W. Jerven
-
- 72 _Scheffel_, Im schwarzen Walfisch zu Askalon. Rastlieder.
- Zusammengest. v. Walter Jerven
-
- 73 _Scheffel_, Waldeinsamkeit
-
- 74 _Scheffel_, Bergpsalmen
-
- 75 _Scheffel_, Juniperus
-
- 76 _Scheffel_, Hugideo (illustriert von K. V. Szadurska)
-
- _Die Sammlung wird fortgesetzt!_
-
-Die Zeitbücher eignen sich ihres Formates und Gewichtes wegen, wie
-kaum eine andere Bücherreihe zum Beilegen in Briefe und die Tasche.
-Auch als Reisegruß, als Ersatz für geschmacklose Ansichtskarten,
-möchten die Büchlein verwendet werden. Die Zeitbücher vermeiden die
-uniformierte, gleichmäßige Aufmachung. Jeder Band erscheint in einem
-eigens entworfenen künstlerischen Einband. Zu Mitarbeitern gehören die
-besten und bekanntesten Namen.
-
- Jeder Band (in gezeichnetem Originaleinband) 50 Pf.
-
- _Verzeichnisse kostenlos durch die_
-
- Verlagsanstalt Reuß & Itta, Konstanz
-
-
-
-
- Weitere Anmerkungen zur Transkription
-
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- Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die
- Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.
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-
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-Joseph Victor von Scheffel
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-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK IM SCHWARZEN WALFISCH ZU ASKALON ***
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-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
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