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-The Project Gutenberg EBook of Im schwarzen Walfisch zu Askalon, by
-Joseph Victor von Scheffel
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-Title: Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- Rastlieder
-
-Author: Joseph Victor von Scheffel
-
-Editor: Walter Jerven
-
-Release Date: December 20, 2017 [EBook #56214]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK IM SCHWARZEN WALFISCH ZU ASKALON ***
-
-
-
-
-Produced by The Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
-
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-
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-
- Anmerkungen zur Transkription
-
-
- Das Original ist in Fraktur gesetzt. Im Original gesperrter Text
- ist _so markiert_. Im Original in Antiqua gesetzter Text ist ~so
- ausgezeichnet~.
-
- Das tironische etc. wird so dargestellt: ⁊c.
-
- Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende des
- Buches.
-
-
-
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
-
- Die Zeitbücher, Band 72
-
-
-
-
- Im schwarzen Walfisch
- zu Askalon
-
- Rastlieder von
- Joseph Victor v. Scheffel
-
- Ausgewählt von
- Walter Jerven
-
- [Illustration]
-
- Reuß & Itta, Verlagsanstalt, Konstanz a. B.
-
-
-
-
- Alle Rechte vorbehalten
- Einbandentwurf von _Kasia von Szadurska_
- Copyright 1917 by Reuß & Itta, Konstanz (Baden)
-
-
-
-
-Altassyrisch
-
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- da trank ein Mann drei Tag,
- bis daß er steif wie ein Besenstiel
- am Marmortische lag.
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- da sprach der Wirt: »Halt an!
- der trinkt von meinem Dattelsaft
- mehr als er zahlen kann.«
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- da bracht' der Kellner Schar
- in Keilschrift auf sechs Ziegelstein
- dem Gast die Rechnung dar.
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- da sprach der Gast: »O weh!
- mein bares Geld ging alles drauf
- im Lamm zu Niniveh!«
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- da schlug die Uhr halb vier,
- da warf der Hausknecht aus Nubierland
- den Fremden vor die Tür.
-
- Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- wird kein Prophet geehrt,
- und wer vergnügt dort leben will,
- zahlt bar, was er verzehrt.
-
-
-
-
-Der Fünfundsechziger
-
-
- In luftiger Trinkkemenaten
- -- den Ort gesteht man nicht ein --
- da prüften drei späte Nomaden
- den edelsten pfälzischen Wein.
- Aus rötlichen Römern erblinkte
- des Rieslings feinperlendes Gold,
- des Höhensaums Rebgeländ' winkte
- im Mondschein den Trinkenden hold.
-
- Der Erste, ein weitum gereister
- Philologus spitzte den Mund:
- »_Das_ kochten uns Erdfeuergeister
- mit Aether und Sonne im Bund.
- Drum flutet's und glutet im Becher
- geistfunkelnd, sanft rhythmisch und voll,
- als sängen homerische Zecher
- ein jonisches Kneiplied in Moll.«
-
- Der Zweite, ein trockener Kenner
- und Denker des römischen Rechts:
- »Proficiat,« sprach er, »ihr Männer,
- wir läppern allhiero nichts Schlechts.
- Wer schaut nicht, wenn bacchisches Donum
- so goldklar im Kelchglase scheint,
- das Justum, Aequum et Bonum
- in diesem Römer vereint?«
-
- Der Dritte, der putzte die Lichter,
- die mächtig heruntergebrannt,
- und sprach: »Zwar bin ich kein Dichter
- und kunstlos und schlicht von Verstand;
- doch nähert sich solch' einem Schoppen
- mein Herz ... dann überwallt's ...
- 's ist halt e verflucht feiner Troppen,
- ich segne die Hügel der Pfalz!«
-
- Derweilen ging draus auf dem Damme
- spießtragend ein Vierter vorbei,
- der blies eine wundersame
- gewaltige Melodei:
- »Ihr Herren, und lasset Euch sagen,
- die Stadtgemeinde braucht Schlaf,
- die Glocke hat eilf Uhr geschlagen,
- wer jetzt nicht zu Bett geht, zahlt Straf'.«
-
-
-
-
-Perkêo
-
-
- Das war der Zwerg Perkêo
- im Heidelberger Schloß,
- an Wuchse klein und winzig,
- an Durste riesengroß.
-
- Man schalt ihn einen Narren,
- er dachte: »Liebe Leut',
- wärt' Ihr wie ich doch alle
- feuchtfröhlich und gescheut!«
-
- Und als das Faß, das große,
- mit Wein bestellet war,
- da ward sein künftiger Standpunkt
- dem Zwergen völlig klar.
-
- »Fahr wohl,« sprach er, »o Welt,
- du Katzenjammertal,
- was sie auf dir hantieren
- ist wurst mir und egal!
-
- Um lederne Ideen
- rauft man manch heißen Kampf,
- es ist im Grund doch alles
- nur Nebel, Rauch und Dampf.
-
- Die Wahrheit liegt im Weine.
- Beim Weinschlurf sonder End
- erklär' ich alter Narre
- fortan mich permanent.«
-
- Perkêo stieg zum Keller;
- er kam nicht mehr herfür
- und sog bei fünfzehn Jahre
- am rheinischen Malvasier.
-
- War's drunten auch stichdunkel,
- ihm strahlte inneres Licht,
- und wankten auch die Beine,
- er trank und murrte nicht.
-
- Als er zum Faß gestiegen,
- stand's wohlgefüllt und schwer,
- doch als er kam zu sterben,
- klang's ausgesaugt und leer.
-
- Da sprach er fromm: »Nun preiset,
- ihr Leute, des Herren Macht,
- die in mir schwachem Knirpse
- so Starkes hat vollbracht:
-
- Wie es dem kleinen David
- gen Goliath einst gelang,
- also ich arm' Gezwerge
- den Riesen Durst bezwang.
-
- Nun singt ein De Profundis,
- daß das Gewölb' erdröhnt,
- das Faß steht auf der Neige,
- ich falle sieggekrönt.«
-
- ... Perkêo ward begraben. --
- Um seine Kellergruft
- beim leeren Riesenfasse
- weht heut noch feuchte Luft.
-
- Und wer als frommer Pilger
- frühmorgens ihr genaht:
- Weh' ihm! Als Weinvertilger
- durchtobt er Nachts die Stadt.
-
-
-
-
-Die Herberge am See
-
-
- Dich feiern die freudigsten Lieder,
- Taberne zum lachenden Hecht,
- sind auch deine Hallen nur nieder,
- uns Fahrenden sind sie gerecht.
-
- Hier trink' ich bekümmersnisledig
- Lenzlüfte und sonnigen Schein,
- und wär' ich der Fürst von Venedig,
- mir könnt' nicht wohliger sein.
-
- Eine enge Dachkemenate
- herbergt mich als Dogenpalast,
- und eine bretterne Lade
- mein Hab' und Besitztum umfaßt.
-
- Ein Bänklein im Schatten der Linde
- ist mein heiliger Markusplatz,
- dort spielen die Fischerkinde
- mit der scheckigen Klosterkatz'.
-
- Mir lagert als Kreuzzugsgaleere
- ein Einbaum im Arsenal,
- den steur' ich in friedliche Meere
- als mein eigner Admiral.
-
- Ein Schaumtrunk braunrötlichen Bieres
- erquickt mich statt kyprischem Wein ...
- Wen lustet des Malvasieres,
- wo Malz und Hopfen noch rein?
-
- So horst' ich, von Frühlingsgnaden
- ein glücklicher Meermann, allhier;
- hoch weht ob den weißen Gestaden
- der fahrenden Schüler Panier.
-
- Nicht neid' ich der Welt ihre Wonnen,
- noch allen neunfarbigen Dunst:
- Still liegen und einsam sich sonnen,
- ist auch eine tapfere Kunst.
-
-
-
-
-Dem aufgehenden Mond
-
-
- Heute schwirren Schelmenlieder,
- niemand bleibt verschont:
- Ja, woher denn du schon wieder,
- bleicher Pilgram Mond?
-
- Kaum ist uns die Sonn' entschwunden
- im verschilften Rohr,
- reckst du schon am Bergwald drunten
- dein Gesicht empor.
-
- Willst du deinen Treuen helfen?
- Heia, strahl nur zu!
- Schwärmern, Minnern, Füchsen, Wölfen,
- giltst als Sonne du!
-
- Und wir brauchen Kraft zum Trinken
- und noch viel -- viel Wein ...
- Laß dem Wirt als Zahlung blinken
- deinen Silberschein.
-
- Füll der Nönnlein Zellen drüben
- mit sehnsücht'gem Glanz ...
- Melde: bei den Linden hüben
- tost der Ringeltanz!
-
- Strebst du aber, uns zu tauchen
- in geheimes Weh,
- Mond, dann bist du nicht zu brauchen,
- lösch dein Licht und geh.
-
- Geh mit deinem zarten Flittern
- nach der Seufzer Land ...
- Schwermutbleich im Knie zu zittern,
- sind wir nicht imstand.
-
-
-
-
-In den Alpen
-
-
- Heia, das Schneegebirg ha'n wir erklommen,
- schau'n in der Täler vielfurchig Gewind ...
- Schweben wie Adler, von Aether umschwommen,
- über den Wolken und über dem Wind.
-
- Hier blitzt ein Städtlein und dort ein Gefilde,
- dort eines Stromes sich schlängelnder Lauf,
- dort auch ein See, wie ein Menschenaug' milde,
- aus der vernebelten Ferne herauf.
-
- Flüchtig nur winkt es und flüchtig versinkt es
- in das umflorende Dunstmeer zurück ...
- So ist das Leben -- sternschnuppig, kaum blinkt es ...
- So ist die Minne, die Hoffnung, das Glück.
-
- Wir aber lagern am prasselnden Herde,
- wärmen den Leichnam und strecken ihn aus ...
- Fragen nicht mehr nach der Erde Beschwerde,
- füllen mit Jubel das winzige Haus.
-
- Hochlandluft zehret, doch Rebensaft nähret,
- heia, wer reicht mir das Trinkhorn geschwind?
- ... Dreifacher Durst ist dem Sänger bescheret
- über den Wolken und über dem Wind.
-
-
-
-
-Die Maulbronner Fuge
-
-
- Im Winterrefektorium
- zu Maulbronn in dem Kloster
- da geht 'was um den Tisch herum,
- klingt nicht wie Paternoster:
- Die Martinsgans hat wohlgetan,
- Eilfinger blinkt im Kruge,
- nun hebt die nasse Andacht an
- und alles singt die Fuge:
- All Voll, Keiner Leer, Wein Her!
- ~Complete pocula!~
-
- Der Abt Johannes Entenfuß
- kam unwirsch hergewatschelt:
- »Was wird so spät als Festtagsschluß
- beim Geigenschall gefratschelt?
- Laßt ab, Ihr stört den Doktor Faust
- im Gartenturm dahinten;
- wenn solch ein Singsang zu ihm braust,
- kann er kein Gold nicht finden:
- All Voll, Keiner Leer, Wein Her!
- ~Cavete scandala!~«
-
- Derweilen bracht der Zellerar,
- Herr Godefrit von Niefern,
- den Sankt Martinuszuspitz dar
- vom Keller mit den Küfern.
- Der rief: »Herr Abbas, was Ihr sagt,
- soll man in Züchten ehren,
- doch wenn kein andrer Schmerz Euch plagt,
- so mögt Ihr uns nicht wehren:
- All Voll, Keiner Leer, Wein Her!
- Der Faust sitzt selbst schon da!«
-
- Der Faust saß rückwärts an der Wand
- und trank vergnügt im Dunkeln,
- nun ließ der blasse Nekromant
- sein Glas am Licht karfunkeln
- und sprach: »Ich brüt schon Tag und Jahr
- am schwarzen Zauberbuche
- und merk' erst heut, ich bin ein Narr,
- daß ich das Gold dort suche;
- All Voll, Keiner Leer, Wein Her!
- Das echte Gold ist da!«
-
- »Mit Hermes Trismegistos List
- wird keins erlaborieret,
- die Sonne ist der Alchymist,
- der's flüssig destillieret:
- Wenn's durch die Adern glüht und rollt
- mit des Eilfingers Wonnen,
- dann habt Ihr Gold, habt echtes Gold,
- und ehrlich selbst gewonnen.
- All Voll, Keiner Leer, Wein Her!
- ~Haec vera practica!~«
-
- Da lacht der Abt: »Mit solcher Lehr
- zwingt Ihr auch mich zum Kruge,
- denn: All Voll, Keiner Leer, Wein Her
- ist eine feuchte Fuge.
- Als Fausti Goldspruch laß ich sie
- jetzt in den Kreuzgang malen,
- man kennt die ganze Melodie
- schon an den Initialen:
- ~A. V. K. L. W. H.
- Sit vino gloria!~«
-
- -- -- Wem das Kloster Maulbronn bekandt, der hat's können
- mit seinen Augen sehen, wie in dem Vorhoff selbiger schönen
- erbauten Kirchen oben im Schwibbogen unter anderen Gemälden
- auch eine Gans abgemahlt steht, an welcher eine Fläsch,
- Bratwürst, Bratspiß und dergleichen hangen, neben einer zur
- nassen Andacht gar wohl komponirten Fuga folgenden Tenors mit
- ihrem unterlegten Text gleichwohl nur den ~initialibus literis
- A. V. K. L. W. H. = All Voll, Keiner Leer, Wein Her~, welches
- vielleicht dieser durstigen Münch und Religiosen Comentarius
- gewest über das Hohelied Salomonis: ~Comedite amici et bibite
- et inebriamini charisimi &c. &c.~
-
- _Tob. Wagner_, Evangel. Censur der Besoldischen
- Motiven etc. Tübingen 1640, p. 652.
-
-
-
-
-Der Enderle von Ketsch
-
-
-Chorus:
-
- Jetzt weicht, jetzt flieht! Jetzt weicht, jetzt flieht
- mit Zittern und Zähnegefletsch:
- Jetzt weicht, jetzt flieht! Wir singen das Lied
- Vom Enderle von Ketsch!
-
-
-Solo:
-
- Ott' Heinrich, der Pfalzgraf bei Rheine,
- der sprach eines Morgens: »Rem blemm!
- Ich pfeif' auf die saueren Weine,
- ich geh' nach Jerusalem!
-
- Viel schöner und lilienweißer
- schau'n dort die Jungfrauen drein:
- O Kanzler, o Mückenhäuser,
- fünftausend Dukaten pack ein!«
-
- Und als sie lagen vor Joppen,
- da faltet der Kanzler die Händ:
- »Jetzt langt's noch zu _einem_ Schoppen,
- dann sind die Dukaten zu End!«
-
- Ott' Heinrich, der Pfalzgraf, sprach munter:
- »Rem blemm! Was ficht uns das an?
- Wir fahren nach Cyprus hinunter
- und pumpen die Königin an.«
-
- ... Schon tanzte die alte Galeere
- vor Cyprus in funkelnder Nacht,
- da hub sich ein Sturm auf dem Meere
- und rollender Donner erkracht.
-
- Umzuckt von gespenstigem Glaste
- ein schwarzes Schiff braust vorbei,
- hemdärmlich ein Geist steht am Maste
- und furchtbar gellet sein Schrei:
-
-
-Chorus:
-
- »Jetzt weicht, jetzt flieht! Jetzt weicht, jetzt flieht
- mit Zittern und Zähnegefletsch:
- Jetzt weicht, jetzt flieht! im Sturm herzieht
- der Enderle von Ketsch!«
-
-
-Solo:
-
- Der Donner klang leise und leiser
- und glatt wie Oel lag die See,
- dem tapferen Mückenhäuser,
- dem Kanzler, war's wind und weh.
-
- Der Pfalzgraf stund an dem Steuer
- und schaut' in die Wogen hinaus:
- »Rem blemm! 's ist nimmer geheuer,
- o Cyprus, wir müssen nach Haus!
-
- Gott sei meiner Seele gnädig,
- ich bin ein gewitzigter Mann:
- Zurück, zurück nach Venedig!
- Wir pumpen niemand mehr an.
-
- Und wer bei den Türken und Heiden
- sein Geld wie ich verschlampampt,
- der verzieh sich geräuschlos beizeiten,
- es klingt doch höllenverdammt:
-
-
-Chorus:
-
- Jetzt weicht, jetzt flieht! Jetzt weicht, jetzt flieht
- mit Zittern und Zähnegefletsch:
- Jetzt weicht, jetzt flieht! im Sturm herzieht
- der Enderle von Ketsch!«
-
- In der Beschreibung der Pfalz von Merian (1645) wird bei
- Erwähnung des Dorfes Ketsch erzählt:
-
- »Pfaltzgraf Oth Heinrich, nachmals Churfürst, fuhr vmb das Jahr
- 1530 ins gelobte Land, nach Jerusalem. In seiner zurück Reyse
- kam er vber die Offenbahre See herauß, da jhme dann ein Schiff,
- nach Nordwegen zu, begegnete, darinn diß Geschrey gehört wurde:
-
- »Weichet, weichet, der dick Enderlein von Ketsch kompt.«
-
- »Der Pfaltzgraf vnd sein Cammermeister Mückenhäuser kennten den
- gottlosen Schuldtheiß allhie zu Ketsch vnnd auch den Orth wol;
- daher als sie heimbkamen, sie nach dem dicken Enderle, vnnd
- vmb die Zeit seines todts gefragt vnd vermerckt haben, daß es
- mit der Zeit vberein gestimmt, da sie das Geschrey auff dem
- Meer gehört hatten; wie Weyland ein Professor zu Heydelberg in
- seinen Schriften auffgezeichneten hinderlassen hat.«
-
-
-
-
-Am Grenzwall
-
-
- Ein Römer stand in finstrer Nacht
- am deutschen Grenzwall Posten,
- fern vom Kastell war seine Wacht,
- das Antlitz gegen Osten ...
- Da regt sich feindlich 'was am Fluß,
- da schleicht und hallt 'was leise ...
- Kein Paean von Horazius,
- ganz wildfremd war die Weise:
- »Ha' ... hamm' ... hammer dich emol, emol, emol
- an dei'm verrissene' Kamisol,
- du schlechter Kerl!«
-
- An eine Jungfrau Chattenstamms
- hatt' er sein Herz vertandelt
- und war ihr oft im Lederwams
- als Kaufmann zugewandelt.
- Jetzt kam die Rache ... eins, zwei, drei!
- Jetzt war der Damm erklettert ...
- Jetzt kam's wie wilder Katzen Schrei
- und Keulenschlag geschmettert:
- »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.
-
- Er zog sein Schwert, er blies sein Horn,
- focht als geschulter Krieger,
- fruchtlos war Mut und Römerzorn,
- die Wilden blieben Sieger.
- Sie banden ihn und trugen ihn
- wie einen Sack von dannen;
- als die Kohort' am Platz erschien,
- scholls fern schon durch die Tannen:
- »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.
-
- Versammelt war im heiligen Hain
- der Chatten Landsgemeinde,
- ihr Odinsjulfest einzuweih'n
- mit Opferblut vom Feinde.
- Der fühlt sich schon als Bratenschmor
- in der Barbaren Zähnen,
- da sprang sein blonder Schatz hervor
- und rief mit heißen Tränen:
- »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.
-
- Und alles Volk sprach tiefgerührt
- ob solcher Wiederfindung:
- »Man geb' ihn frei und losgeschnürt
- der Freundin zur Verbindung!
- Nimmt sie ihn hier vom Fleck als Frau,
- sei alle Schuld verziehen.
- Und heut noch wird im ganzen Gau
- als Festbardit geschrien:
- »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.
-
-
-
-
-Numero acht
-
-im Holländer Hof zu Heidelberg
-
-
- Zwei Schatten seh ich schweben
- in später, später Nacht;
- wißt Ihr, wohin sie streben? --
- -- Beide auf Numero acht!
-
- Der Hausknecht, als es läutet,
- mit einem Fluch erwacht;
- er weiß schon, was es bedeutet:
- Beide auf Numero acht!
-
- »Alt Holland steht in Nöten,
- weh' uns, die wilde Jagd!
- Weh' uns, die alten Schweden
- beide auf Numero acht!
-
- Heißt das als fleißiger Schreiber
- ein neues Buch gemacht,
- ihr grausamen Ueberkneiper
- beide auf Numero acht?
-
- heißt das als frommer Paster
- an die Gemeinde gedacht?
- Ihr sündenharte Laster
- beide auf Numero acht?!«
-
- Der Hausknecht, ungewaschen
- murrt er's und ungeschlacht,
- da lärmt's: »He! noch zwei Flaschen,
- beide auf Numero acht!«
-
- Und weiter singt es und klingt es
- und jubiliert und lacht,
- und bis zum Hausherrn dringt es:
- »Beide auf Numero acht!«
-
- Der spitzt betrübt die Füße,
- die Bettstatt seufzt und kracht;
- stumm nimmt er eine Prise:
- »Beide auf Numero acht!!«
-
-
-
-
-Die letzte Hose
-
-
- Letzte Hose, die mich schmückte,
- fahre wohl! dein Amt ist aus,
- ach auch dich, die mich entzückte,
- schleppt ein andrer nun nach Haus.
-
- Selten hat an solchen Paares
- Anblick sich ein Aug erquickt;
- feinster Winterbuxking war es,
- groß kariert -- und nie geflickt!
-
- Mit Gesang und vollen Flaschen
- grüßt ich einst in dir die Welt;
- zum Hausschlüssel in der Taschen
- klang noch froh das bare Geld.
-
- Aber längst kam das Verhängnis,
- die Sechsbätzner zogen fort,
- und das Brückentorgefängnis
- ist ein dunkler stiller Ort ...
-
- Längst verschwand, was sonst versetzlich,
- Frack -- und Rock -- und Mantels Pracht.
- Nun auch du! es ist entsetzlich! ...
- Letzte Hose, gute Nacht!
-
- Tag der Prüfung, o wie bänglich
- schlägt mein Herz und fühlt es hell:
- Alles Irdische ist vergänglich
- und das Pfandrecht schreitet schnell!
-
- Nirgends winkt uns ein Erlöser,
- letzte Hose! ... es muß sein! ...
- Elkan Levi, dunkler, böser
- Trödler, nimm sie! ... Sie sei dein!
-
- Stiefelfuchs, du alter treuer,
- komm und stütz mein Dulderhaupt!
- Noch ein einziger Schoppen Neuer
- sei dem Trauernden erlaubt.
-
- Dann will ich zu Bett mich legen
- und nicht aufstehn, wenn's auch klopft,
- bis ein schwerer goldner Regen
- unverhofft durchs Dach mir tropft.
-
- Zeuch denn hin, die ich beweine,
- grüß den Rock und 's Kamisol!
- Weh! schon friert's mich an die Beine! ...
- Letzte Hose, fahre wohl!!
-
-
-
-
-Das Hildebrandlied
-
-
- Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,
- ritten selbander in Wut entbrannt, Wut entbrannt
- gegen die Seestadt Venedig.
-
- Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,
- keiner die Seestadt Venedig fand, Venedig fand,
- da schimpften die beiden unflätig.
-
- Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,
- ritten bis da, wo ein Wirtshaus stand, Wirtshaus stand,
- Wirtshaus mit kühlen Bieren.
-
- Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,
- trunken sich beid' einen Riesenbrand, Riesenbrand,
- krochen heim auf allen Vieren.
-
-
-
-
-Die Heimkehr
-
-
- Der Pfarrer von Assmannshausen sprach:
- »Die Welt steckt tief in Sünden,
- doch wo der Meister Josephus steckt,
- weiß keiner mir zu künden.«
-
- Und als man rüstet auf Weihnachtszeit,
- da war der Rhein gefroren,
- da stund ein Mann in Pilgramskleid
- wohl vor des Pfarrhofs Toren:
-
- »Herr Pfarr', Ihr sollt mir Indulgenz
- und sollt mir Ablaß spenden,
- daß sich mein arm trübtraurig Herz
- zu neuer Freud' mag wenden.
-
- Herr Pfarr', es war nicht wohlgetan,
- vom rheinischen Land zu scheiden,
- man trifft halt doch kein zweites an,
- so weit man auch mag reiten.
-
- Bis hundert Stunden hinter Lyon
- bin ich ins Frankreich kommen,
- manch gutes Frühstück von Austern und Sekt
- hab' ich zu mir genommen.
-
- Ich hab' zu Marseille im Café Türk
- unter Heiden und Mohren gesessen,
- ich hab' am Pyrenäengebirg
- Lauch und Garbanzos gegessen.
-
- Noch saust der Kopf mir, wenn ich gedenk
- der Seealpenmaid Filumene:
- Zigeunerbraun Antlitz, kohlschwarzkraus Haar,
- wie Elfenbein glänzend die Zähne.
-
- Doch verpecht und verschwefelt ist alles Land
- ohne Freunde und Lieder der Liebe;
- vom Fieber geschüttelt und abgebrannt
- kehr ich heim aus dem fremden Getriebe.«
-
- Der Pfarr' von Assmannshausen sprach:
- »Wohlauf, bußfertige Seele,
- mit unserm altheiligen Purpurwein
- salbe Dir Lippen und Kehle.
-
- Zu demselbigen Wein drei Tag, drei Nacht
- im dunkelen Keller Dich schließe
- und halt bei den Fässern trinkend Wacht,
- daß Gnade sich über Dich gieße.
-
- In Krone und Anker ergib Dich sodann
- den geistlichen Uebungen fleißig,
- und erst bei des nächtlichen Wächters Nahn
- dem Chorgesange entreiß Dich.
-
- Dann wird der Himmel ein Zeichen tun,
- er läßt keinen Büßer verderben:
- Ein lichtes Weingrün, ein dunkles Rot
- wird Nase und Stirn Dir färben.
-
- Und prangt Dein Gesicht in solchem Ton,
- dann wird Dein Trübsinn sich hellen,
- dann magst Du, o lang verlorener Sohn,
- den alten Freunden Dich stellen.
-
- Wir sind die Alten; noch klingen beim Wein
- die Lieder von damals zu Berge,
- vom »Spatzen« und vom »Stieglitz fein«
- und der »sommerverkündenden Lerche«.
-
- Wir sind die Alten, wir haben Dich gern;
- laß das Herz nicht von Kummer umnachten:
- Und hätt'st Du noch ärger geschwärmt in der Fern',
- ein Kalb auch würden wir schlachten.«
-
- Da seufzte der Pilgram mit Tränen im Aug':
- »O Pfarr' von Assmannshausen,
- wie Ihr, gottwohlgefälliger Mann,
- sprach keiner mit mir da draußen.
-
- Nun stoß' ich meinen dürren Stab
- in diese geweihte Erde,
- daß er in neuem Blatt und Laub
- ein Schattendach mir werde.
-
- Nun ströme, du rheinisch Traubenblut,
- du Hort unsäglicher Gnaden;
- in deiner verjüngenden Feuerflut
- will ich gesund mich baden.«
-
-
-
-
-Asphalt
-
-
- Bestreuet die Häupter mit Asche,
- verhaltet die Nasen Euch bang,
- heut gibt's bei trübfließender Flasche
- einen bituminösen Gesang.
-
- -- Schwül strahlet die Sonne der Wüste,
- am toten Meere macht's warm;
- ein Derwisch spaziert an der Küste,
- eine Maid aus Engeddi am Arm.
-
- Nicht Luftzug noch Wellenschlag kräuselt
- den zähen, bleifarbenen See,
- nur Naphthageruch kommt gesäuselt
- und dunstig umflort sich die Höh'.
-
- 's ist eine versalzene Gegend
- und niemand ringsum ist gerecht.
- Zu Loths Zeit hat's Schwefel geregnet
- und heut noch ist alles verpecht.
-
- Keine Wäscherin naht mit dem Kübel,
- kein Durstiger naht mit dem Krug
- und dem Durstigsten selber wird übel,
- wagt er aus der Flut einen Zug.
-
- Zwei schwarzbraune Klumpen lagen
- am Ufer faulbrenzlich und schwer;
- drauf setzte mit stillem Behagen
- das Paar sich und liebte sich sehr.
-
- Doch wehe! sie saßen auf Naphtha,
- und das läßt keinen mehr weg,
- wer harmlos sich dreinsetzt, der haft't da
- und steckt im gediegensten Pech.
-
- Sie konnten sich nimmer erheben,
- sie jammerten: »Allah ist groß!
- Wir kleben -- wir kleben -- wir kleben!
- Wir kleben und kommen nicht los!«
-
- Umsonst hat ihr Klagen und Weinen
- die schweigende Wüste durchhallt,
- sie mußten zu Mumien versteinen
- und wurden, ach! selbst zu Asphalt.
-
- Ein Vögelein wollte um Hilfe
- hinüber zum Städtlein Zoar,
- betäubt fiel's herab ins Geschilfe,
- es stank, daß zu fliegen nicht war.
-
- Und blaß, mit erschaudernden Seelen
- sah man einen Walfahrtzug fliehn --
- den Pilgern sowie den Kamelen
- war's benzoësauer zu Sinn.
-
- So geht's, wenn ein Derwisch will minnen
- und hat das Terrain nicht erkannt ...
- O Jüngling, fleuch eiligst von hinnen,
- wo Erdpech entquillet dem Land.
-
-
-
-
-Das Megatherium
-
-
- Was hangt denn dort bewegungslos
- zum Knaul zusammengeballt,
- so riesenfaul und riesengroß
- im Ururururwald?
- Dreifach so wuchtig als ein Stier,
- dreifach so schwer und dumm --
- ein Klettertier, ein Krallentier:
- Das Megatherium!
-
- Träg glotzt es in die Welt hinein
- und gähnt, als wie im Traum,
- und krallt die scharfen Krallen ein
- am Embahubabaum.
- Die Früchte und das saftige Blatt
- verzehrt es und sagt: »_Ai!_«
- Und wenns ihn leergefressen hat
- sagts auch zuweilen: »_Wai!_«
-
- Dann aber steigt es nicht herab,
- es kennt den kürzern Weg:
- Gleich einem Kürbis fällt es ab
- und rührt sich nicht vom Fleck.
- Mit rundem Eulenangesicht
- nickts sanft und lächelt brav:
- Denn nach gelungener Fütterung kommt
- als Hauptarbeit der Schlaf.
-
- ... O Mensch, dem solch ein Riesentier
- nicht glaublich scheinen will,
- geh nach Madrid! dort zeigt man dir
- sein ganz Skelett fossil.
- Doch bist du staunend ihm genaht,
- Verliere nicht den Mut:
- So ungeheure Faulheit tat
- nur _vor_ der Sündflut gut.
-
- Du bist kein Megatherium,
- dein Geist kennt höhere Pflicht,
- drum schwänze kein Kollegium
- und überfriß dich nicht.
- Nütz' deine Zeit, sie gilt statt Gelds,
- sei fleißig bis zum Grab,
- und steckst du doch im faulen Pelz,
- so fall' mit Vorsicht ab!
-
-
-
-
-Die Lieder vom Rodenstein
-
-
-
-
-Die drei Dörfer
-
-
-I.
-
- Wer reit't mit zwanzig Knappen ein
- zu Heidelberg im Hirschen?
- Das ist der Herr von Rodenstein,
- auf Rheinwein will er pirschen.
-
- »Hollaheh! den Hahn ins Faß! schenkt ein,
- ich fürcht' die Kehlen rosten.
- Wir wöll'n ein Jahr lang lustig sein,
- und sollt's ein Dorf auch kosten!
-
- Ein Dorf, was ist's ... Nur Mist und Rauch,
- ich hab' ja ihrer dreie ...
- Gersprenz und Pfaffenbeerfurt auch
- und Reichelsheim, das treue.«
-
- Trommeten klangen mit Schalmein
- und Pauken um die Wette,
- zwölf Monden saß der Rodenstein
- beim fürstlichen Bankette.
-
- Und als er sich nach Jahr und Tag
- die Rechnung hergewunken,
- da sprach er: »Blitz und Donnerschlag!
- Jetzt ist Gersprenz vertrunken!
- Gersprenz ist hin!
- Gersprenz ist fort!
- Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort,
- Gersprenz ... ist ... veritrunken.
-
- Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's,
- was liegt an dem Verlurste?
- Man spricht vom vielen Trinken stets,
- doch nie vom vielen Durste.
- Gersprenz ist hin!
- Gersprenz ist fort!
- Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort,
- Gersprenz ... ist ... veritrunken.«
-
-
-II.
-
- Wer reit't mit sieben Knappen ein
- zu Heidelberg im Hirschen?
- Das ist der Herr von Rodenstein,
- auf Rheinwein will er pirschen.
-
- »Hollaheh! den Hahn ins Faß! schenkt ein,
- ich fürcht', die Kehlen rosten.
- Wir wöll'n ein halb Jahr lustig sein,
- und sollt's ein Dorf auch kosten!
-
- Ein Dorf, was ist's? ... Ein rußig Loch,
- und ich hab' ihrer zweie,
- ich hab' ja Pfaffenbeerfurt noch
- und Reichelsheim, das treue.«
-
- Trommeten klangen mit Schalmein,
- die Pauken täten schweigen ...
- Sechs Monden saß der Rodenstein
- beim süßen Rheinweinreigen.
-
- Und als nach halber Jahresfrist
- der Rechnung er gewunken,
- da sprach er: »Hollaheh! jetzt ist
- auch Reichelsheim vertrunken!
- Reichelsheim ist hin!
- Reichelsheim ist fort!
- Reichelsheim der treue, schnapsbrennende Ort,
- Reichelsheim ... ist ... veritrunken.
-
- Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's!
- Was liegt an dem Verlurste?
- Man spricht vom vielen Trinken stets,
- doch nie vom vielen Durste.
- Reichelsheim ist hin!
- Reichelsheim ist fort!
- Reichelsheim der treue, schnapsbrennende Ort,
- Reichelsheim ... ist ... veritrunken.«
-
-
-III.
-
- Wer wankt zu Fuße ganz allein
- gen Heidelberg zum Hirschen?
- Das ist der Herr von Rodenstein,
- vorbei ist's mit dem Pirschen.
-
- »Herr Wirt, ein Kännlein dünnes Bier
- und einen Harung im Salze!
- Ich hab' vom vielen Malvasier
- das Zipperlein am Halse.
-
- Der schönste, größte Durst der Pfalz
- muß früh in Ruhstand sinken;
- das letzte Dorf des Odenwalds
- kann ich nicht mehr vertrinken.
-
- Einen Notary ruft herein,
- der schreib' die Testamenten:
- Pfaffenbeerfurt soll der Hochschul' sein,
- mein Durst den Herrn Studenten!
-
- Stets bin ich alter Mann gerührt,
- seh' ich die wackern Jungen.
- Und schlucken sie wie ich, so wird
- dereinstmals doch gesungen:
- Pfaffenbeerfurt ist hin!
- Pfaffenbeerfurt ist fort!
- Pfaffenbeerfurt, die duftige Mistfinkenhöhl',
- Pfaffenbeerfurt des Odenwalds Kronjuwel,
- Pfaffenbeerfurt ... ist ... veritrunken!
-
- Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's!
- Was liegt an dem Verlurste?
- Man spricht vom vielen Trinken stets,
- doch nie vom vielen Durste.
- Pfaffenbeerfurt ist hin!
- Pfaffenbeerfurt ist fort!
- Pfaffenbeerfurt, die duftige Mistfinkenhöhl',
- Pfaffenbeerfurt, des Odenwalds Kronjuwel,
- Pfaffenbeerfurt ... ist ... veritrunken!«
-
-
-
-
-Der Willekumm
-
-
- Und als der Herr von Rodenstein
- zum Frankenstein sich wandte,
- empfing er seinen Ehrenwein,
- so wie es Brauch im Lande.
- In Beerbach vor dem Rathaus bracht'
- der Zentgraf mit den Bauern
- den Kauzenkrug. Der Alte lacht:
- »Nur her mit Euerm Sauern!
- Ihr Mannen, macht das Armbein krumm,
- der Willekumm gaht um, gaht um,
- holliro, das Bauernkäuzlein
- gaht um, gaht um!«
-
- Als er von dort sich durchgezerrt,
- zur Frankensteiner Linde,
- stand Weg und Durchpaß dicht gesperrt
- vom jungen Burggesinde:
- Ein Reiterstiefel lebensgroß
- von Ton, ein feinbemalter,
- ward ihm gefüllt kredenzt auf's Roß
- und alles sang den Psalter:
- »Ihr Mannen, macht das Armbein krumm,
- der Willekumm gaht um, gaht um,
- holliro, der große Stiefel
- gaht um, gaht um!«
-
- Im Burghof grüßt' ein zweiter Schwarm
- ihn mit Karthaunenzündung,
- da schwang der Burgherr selbst im Arm
- des zweiten Stiefels Ründung.
- Des Schloßbergs Feinsten goß man ein
- und würdig sprach der Ritter:
- »Herr Nachbar, nit auf eynem Bein!
- Der hier schmeckt auch nicht bitter.
- Ihr Mannen, macht das Armbein krumm,
- der Willekumm gaht um, gaht um,
- holliro, der große Stiefel
- gaht um, gaht um!«
-
- Der Rodenstein trank aus und rief:
- »Gott segne deine Nase!
- Die meine bog sich beinah schief
- Von solchem Strom im Glase.
- Jetzt wöll'n wir in dem Rittersaal
- ausruhn vom ersten Tosen;
- mir ahnt, dort füllt dein Ehgemahl
- das Trinkhorn Karls des Großen.
- Und nochmals heißt's: das Armbein krumm,
- der Willekumm gaht um, gaht um,
- holliro, des Kaisers Hörnlein
- gaht um, gaht um.«
-
- ... Beim Abschied andern Morgens war
- ein Nebel weit und breite,
- da bracht man ihm das Stammbuch dar
- zum Eintrag, eh' er scheide.
- Und zittrig schrieb er: »Kund soll sein,
- daß ich hie eingeritten
- und lob' das Haus zum Frankenstein
- als Haus von guten Sitten:
- Der Willkumm hat mir so gemund't,
- daß ich das Bett nicht finden kunnt',
- holliro, nicht nur der Stiefel
- _'s ging alles um_!«
-
-
-
-
-Die Pfändung
-
-
- Und wieder saß beim Weine
- im Waldhorn ob der Bruck
- der Herr vom Rodensteine
- mit schwerem Schluck und Gluck.
-
- Der Wirt sprach tief in Trauer:
- »Daß Gott sich mein erbarm'!
- Der sitzt wie eine Mauer
- und trinkt mich nächstens arm.
-
- Wie soll das all noch enden?
- Kein' Pfennig gibt er her ...
- Ich glaub', ich laß ihn pfänden,
- sonst weicht er mir nicht mehr!«
-
- Der Fronvogt samt dem Büttel
- kam handfest an im Horn:
- »Heraus den Sammetkittel,
- die Stiefel und die Sporn.
-
- Heraus des Mantels Zirde,
- Handschuh und Zobelhut!
- Verfallen diesem Wirte
- ist all Eu'r Hab und Gut!«
-
- Da lacht der Rodensteiner:
- »Nur zu! ... wie wird mir wohl!
- 's trinkt leichter sich und feiner
- im Unterkamisol!
-
- Und bis Ihr mir die Kehlen
- könnt pfänden aus dem Hals,
- werd' ich noch manchen quälen,
- der Wein schenkt in Kurpfalz!«
-
-
-
-
-Der Knapp
-
-
- Der Herr vom Rodensteine
- sprach fiebrig und schabab:
- »Ungern duld' ich alleine,
- wo steckt mein treuer Knapp?
-
- Ich spür' in Haupt und Magen
- ein Stechen und Geschlapp ...
- Diesmal geht mir's an Kragen,
- wo steckt mein treuer Knapp?«
-
- Der Reitersjungen viere
- durchsuchten Weg und Steg:
- Der Knapp saß fest beim Biere,
- juhei! im Bremeneck.
-
- Er trank und sprach mit Trauern:
- »Du braver Rodenstein!
- Allein ich muß bedauern,
- ich kann nicht bei dir sein!
-
- Ist _dir_ 'was zugestoßen --
- auch _ich_ hab 'was erlebt:
- Ich bin mit Rock und Hosen
- hier völlig festgeklebt.«
-
- Die Jungen meld'ten traurig
- dem Kranken, was gescheh'n,
- da sprach er fieberschaurig:
- »O Knapp, das ist nicht schön!
-
- Lässest du dein'n Herren schwitzen
- in solcher Not und Plag',
- so sollst du übersitzen
- bis an den jüngsten Tag!«
-
- Er sprach's und starb im Fieber,
- sein letztes Wort traf zu,
- der Knapp sitzt heut noch über,
- es läßt ihm keine Ruh.
-
- Und Nachts wie Sturmgewitter
- jagt's oft straßauf, straßab,
- das ist der alte Ritter,
- er ruft: »Wo steckt mein Knapp?!«
-
-
-
-
-Das wilde Heer
-
-
- Das war der Herr von Rodenstein,
- der sprach: »Daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?
- 'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Wirt, daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- Er ritt landauf, landab im Trab,
- kein Wirt ließ ihn ins Haus;
- todkrank noch seufzt vom Gaul herab
- er in die Nacht hinaus:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Wirt, daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- Und als mit Spieß und Jägersrock
- sie ihn zu Grab getan,
- hub selbst die alte Lumpenglock
- betrübt zu läuten an:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Wirt, daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- Doch wem der letzte Schoppen fehlt,
- den duld't kein Erdreich nicht;
- drum tobt er jetzt, vom Durst gequält,
- als Geist umher und spricht:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Wirt, daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- Und alles, was im Odenwald
- sein' Durst noch nicht gestillt,
- das folgt ihm bald, das schallt und knallt,
- das klafft und stampft und brüllt:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Wirt, daß Gott mir helf,
- gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- ... Dies Lied singt man, wenn's auch verdrießt,
- gestrengem Wirt zur Lehr';
- wer zu genau die Herberg schließt,
- den straft das wilde Heer:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Rumdiridi! Freijagd!
- Hoidirido, Freinacht!
- Hausknecht hervor!
- Oeffne das Tor!
- 'Raus! 'raus! 'raus!«
-
-
-
-
-Der Ueberfall
-
-
- Und wieder sprach der Rodenstein:
- »Hallo! mein wildes Heer!
- In Tiefschluckhausen fall' ich ein
- und trink' den Pfarrer leer.
- 'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Herr Pfarr, daß Gott Euch helf!
- Gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf?«
-
- Der Pfarr, ein tapfrer Gottesmann,
- trat streitbar vor sein Tor,
- mit Weihbrunn, Skapulier und Bann
- die Geister er beschwor:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- Daß Euch der Satan helf,
- kriegt Ihr kein' einzigen Tropfen Wein
- des Nachts um halber Zwölf!«
-
- Doch fröhlich brummt der Rodenstein!
- »O Pfarr, ich fang dich doch!
- Ein Geist, der nicht zum Tor kommt 'rein,
- probiert's am Kellerloch!
- 'Nein da! ... 'Nein zu dem Wein da!
- Hurra! schon sind wir drin!
- Sein Keller ist nicht schlecht besetzt,
- Hurra! wir trinken ihn!«
-
- O armes, frommes Pfarrerherz,
- heut hat der Böse Macht!
- Vergeblich rief er kellerwärts,
- daß das Gewölbe kracht:
- »Schwein' da ... Schwein' da ... bei dem Wein da!
- Heißt das sich aufgeführt?
- So laßt mir doch die Kompetenz,
- die einem Pfarr gebührt!«
-
- Und als die Glocke Ein Uhr schlug,
- das Heer sang dumpf und hohl:
- »Herr Pfarr, Herr Pfarr, jetzt ha'n wir gnug,
- Herr Pfarr, jetzt lebet wohl!
- 'Raus jetzt! 'Raus aus dem Haus jetzt!
- Herr Pfarr, und bleibt gesund!
- 's fließt nirgends mehr ein Tropfen Wein
- aus Krug und Hahn und Spund.«
-
- Da flucht der Pfarr: »Ich dank recht sehr,
- Schwernot! Ist alles hin,
- so will ich selbst im wilden Heer
- als Feldkaplan mitzieh'n!
- 'Naus jetzt! 'Naus aus dem Haus jetzt!
- Herr Ritter, ich schlag' ein:
- Ist all mein Wein zum Teufel, soll
- ein and'rer Pfarrherr sein!
- Hussa, hallo!
- Jo, hihaho!
- Rumdiridi, langt's nit,
- Hoidirido, selbst mit!
- Höllischer Chor,
- heut reit' ich vor:
- 'Naus! 'naus! 'naus!!«
-
-
-
-
-Die Fahndung
-
-
- Und wieder sprach der Rodenstein:
- »Pelzkappenschwerenot!
- Hans Breuning, Stabstrompeter mein,
- bist untreu oder tot?
- Lebst noch? ... Lebst noch und hebst noch?
- Man g'spürt dich nirgend mehr ...
- Schon naht die durstige Maiweinzeit,
- du mußt mir wieder her!«
-
- Er ritt, bis er gen Darmstadt kam,
- kein Fahnden war geglückt;
- da lacht' er, als am schwarzen Lamm
- durchs Fenster er geblickt:
- »Er lebt noch! ... Lebt noch und hebt noch!
- Doch frag' mich keiner: wie?
- Wie kommt mein alter Flügelmann
- in solche Kompagnie?«
-
- In Züchten saß die Stammgastschar
- nach Rang und Würden dort,
- Dünnbier ihr Vespertrünklein war,
- es klang kein lautes Wort.
- »Sacht stets! ... Sacht und bedacht stets
- ist Lebens Hochgenuß,«
- so flüstert ein Kanzleimann just
- zum Kreisamtssyndikus.
-
- In dieser Schöppleinschlürfer Reih'
- saß auch ein stilles Gast,
- und als es acht Uhr war vorbei,
- nahm's Stock und Hut mit Hast.
- »Acht jetzt! ... acht jetzt ... gut Nacht jetzt!
- Einst war ich nicht so brav,
- doch ehrbar wandeln ist das Best'!
- Ich geh ins Bett und schlaf'.«
-
- Der Rodenstein in grimmem Zorn
- hub grau'nhaft sich empor;
- dreimal stieß er ins Jägerhorn
- und blies mit Macht den Chor:
- »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!
- 'Raus mit dem Deserteur!
- Das lahme, zahme Gast da drin
- gehört zum wilden Heer!«
-
- Da faßt das Gast ein Schreck und Graus,
- erst sank es tief ins Knie,
- dann stürzt es einen Maßkrug aus,
- schlug's Fenster ein und schrie:
- »'Naus da! 'Naus aus dem Haus da!
- O Horn und Sporn und Zorn!
- O Rodenstein! O Maienwein!
- Noch bin ich nicht verlor'n.
- Rumdiridi, Freijagd!
- Hoidirido, Freinacht!
- Alter Patron,
- empfah' deinen Sohn!
- Hussa, Hallo!
- Jo, hihaho!
- 'Naus, 'naus, 'naus!«
-
-
-
-
-Aus dem »Trompeter von Säkkingen«
-
-
-I.
-
- O Ponte molle, du treffliche Bruck,
- bei der ich geschlürft schon manch tapfern Schluck
- aus strohumflochtener Flaschen,
- o Ponte molle, was ist mit dir?
- Als einsamer Trinker sitz' ich allhier,
- kaum mag ich des Weines naschen.
-
- O Ponte molle, 's war seltsam heut,
- die süße verklungene Jugendzeit
- und die alte Liebe kam wieder,
- es zieht ein heißer Scirocco durchs Land,
- im Herzen lodert der alte Brand,
- es regt sich wie Sänge und Lieder.
-
- O Tibrisstrom, o Sankt Peters Dom!
- O du ganzes gewaltig allmächtiges Rom!
- -- Mögt allsamt gestohlen mir werden.
- Wohin auch die unstäte Fahrt mich trieb,
- die stille, holdselige Schwarzwaldlieb
- bleibt doch das Schönste auf Erden.
-
- O Ponte molle, -- wie war sie schön!
- Und müßt' ich viel tausend Fräulein noch sehn,
- ich priese doch stets nur die Eine.
- Und käme sie jetzo des Wegs vorbei,
- dir selbst, du solides Quadergebäu,
- durchzuckte es Mark und Gebeine.
-
- Doch vergeblich die Sehnsucht, vergeblich das Leid,
- die Sonn' ist zu glühend, der Weg zu weit
- und das Fliegen noch nicht erfunden.
- Padrone, noch eine Flasche herein!
- Der perlenreiche Orvietowein
- mag auch dem Traurigen munden.
-
- O Ponte molle, du treffliche Bruck,
- ich glaube, du lohnest mit bösem Spuk,
- daß ich mich in Träume verloren!
- Es wirbelt ein Staub an der Heerstraß' auf;
- jetzt sperrt mir ein Ochsen- und Büffelhauf'
- den Heimweg zu Romas Toren!
-
-
-II.
-
- Ich weiß nicht, was da noch werden soll?
- Schon dämmert's im feuchten Grunde,
- die Fledermaus macht ahnungsvoll
- um den alten Stadtwall die Runde,
- am Scherbenberg wird's öd und still,
- ich glaub', die alte Wirtin will
- bereits die Schenke verschließen.
-
- Ein Käuzlein hör' ich drüben schrei'n,
- wo die Grabzypressen trauern,
- Campagnanebel ziehen herein,
- verhüllt stehn Tor und Mauern;
- es wogt und wallt wie ein Geisterheer
- um Cestius' Pyramide her,
- was mögen die Toten wollen?
-
- Jetzt zuckt und flammt um den Berg ein Licht,
- die grauen Wolken verfliegen;
- es kommt mit neidisch gelbem Gesicht
- der Vollmond aufgestiegen,
- er scheint so grell, er scheint so fahl,
- er scheint mir mitten in Weinpokal,
- das kann nichts Gutes bedeuten.
-
- Und wer von der Liebsten scheiden gemüßt,
- dem wird sie nur um so lieber,
- und wer zu lang in der Nachtluft sitzt,
- bekommt in Rom das Fieber.
- Schon löscht die Wirtin die Lampe aus --
- ~Felice notte!~ ich geh' nach Haus,
- die Zeche bezahl' ich morgen.
-
-
-
-
-Nicht rasten und nicht rosten ...
-
-
- Nicht rasten und nicht rosten,
- Weisheit und Schönheit kosten,
- Durst löschen, wenn er brennt,
- die Sorgen versingen mit Scherzen:
- -- Wer's kann, der bleibt im Herzen
- zeitlebens ... ein Student!
-
-
-
-
-Des Biedermanns Abendgemütlichkeit
-
-
- Vor meinem Haus steht eine Linde,
- in ihrem Schatten sitz ich gern,
- ich dampf' mein Pfeiflein in die Winde
- und lob' durch Nichtstun Gott, den Herrn.
-
- Die Bienen summen froh und friedlich
- und saugen Blütenhonig ein,
- und alles ist so urgemütlich,
- daß ich vor innrer Rührung wein'.
-
- Und hätt' in Deutschland jeder Hitzko-
- pf wie ich 'ne Linde vor der Tür
- und rauchte seinen Portoriko
- mit so beschaulichem Pläsir:
-
- So gäb' es nicht so viel Krakehler
- in dieser schönen Gotteswelt,
- die Sonne schien' nicht auf Skandäler,
- und doch wär' alles wohl bestellt.
- Amen.
-
-
-
-
-Inhalt
-
-
- Seite
-
- Altassyrisch 5
-
- Der Fünfundsechziger 7
-
- Perkêo 9
-
- Die Herberge am See 12
-
- Dem aufgehenden Mond 14
-
- In den Alpen 16
-
- Die Maulbronner Fuge 17
-
- Der Enderle von Ketsch 20
-
- Am Grenzwall 23
-
- Numero acht 25
-
- Die letzte Hose 27
-
- Das Hildebrandlied 29
-
- Die Heimkehr 30
-
- Asphalt 34
-
- Das Megatherium 37
-
- Die Lieder vom Rodenstein:
-
- 1. Die drei Dörfer 39
-
- 2. Der Willekumm 43
-
- 3. Die Pfändung 46
-
- 4. Der Knapp 47
-
- 5. Das wilde Heer 49
-
- 6. Der Ueberfall 51
-
- 7. Die Fahndung 53
-
- Aus dem Trompeter von Säkkingen:
-
- 1. O Ponte molle, du treffliche Bruck 56
-
- 2. Ich weiß nicht, was da noch werden soll 57
-
- Nicht rasten und nicht rosten 59
-
- Des Biedermanns Abendgemütlichkeit 60
-
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-Die »Zeitbücher«
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-herausgegeben von Walter Jerven
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-Bis jetzt erschienen:
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- 1 _Wilhelm Schussen_, Im großen Jahr. Erzählungen
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- 2 _Kurt Münzer_, Der jüngste Tag. Kriegsnovellen
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- 3 _1870/71_, Lieder und Gedichte. Herausg. v. W. Jerven
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- 4 _Richard Sexau_, Siegesopfer. Kriegsnovellen
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- 5 _Richard Rieß_, Krank am Kriege. Kriegsnovellen
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- 6 _Heldinnen._ Erzählungen zu Ehren der Frauen
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- 7 _Peter Scher_, Kampf und Lachen. Glossen
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- 8 _Leonhard Adelt_, Der Ozeanflug. Novelle
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- 9 _Jul. Bab_, Preußen und der deutsche Geist
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- 10 _Th. Heuß_, Schwaben und der deutsche Geist
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- 11 _W. Handl_, Oesterreich und der deutsche Geist
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- 12 _Ludwig Finckh_, Seekönig. Erzählungen
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- 13 _H. Lhotzky_, Vom Erleben des Glücks
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- 14 _Kurt Münzer_, Der Wert des Lebens. Aufsätze
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- 15 _Wilh. v. Scholz_, Fähnrich von Braunau. Novelle
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- 16 _Carl Busse_, Ueber Zeit und Dichtung. Lit. Aufsätze
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- 17 _R. Presber_, Der Weg zum Ruhm. Satiren
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- 18 _Fritz Mauthner_, Vom armen Franischko. Erzählg.
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- 19 _W. v. Molo_, Deutschland und Oesterreich
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- 20 _Alte Kalendergeschichten._ Herausg. v. W. Jerven
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- 21 _Leo Heller_, Gott erhalte ... Gedichte
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- 22 _Alfred Huggenberger_, Der Hofbauer. Erzählung
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- 23 _W. Schussen_, Der geadelte Steinschleifer. Erzählungen
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- 24 _Hermann Hesse_, Am Weg. Erzählungen
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- 25 _Otto Hörth_, Heimat, für die wir kämpfen
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- 26 _R. Rieß_, Der trockene Fisch. Lustige Geschichten
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- 27 _Heinrich Schäff_, Im Zeichen der Stunde
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- 28 _A. Sexauer_, 6 Feldpredigten von einem Laien
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- 29 _Aussaat!_ Prosa und Verse einer neuen Jugend mit Beiträgen
- von René Schickele, Hans Franck, A. Holitscher, Fr. W.
- Foerster usw., herausg. v. O. M. Fontana
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- 30 _Müller-Guttenbrunn_, Oesterreichs Beschwerdebuch
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- 31 _Hans Watzlik_, Von deutsch-böhmischer Erde. Erzählg.
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- 32 _K. Münzer_, Seelchen. Erzählungen aus Kinderland
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- 33 _A. Fendrich_, Wanderungen. Soziale Betrachtungen
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- 34 _Cl. Brentano_, Fanferlieschen Schönefüßchen I
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- 35 _Cl. Brentano_, Fanferlieschen Schönefüßchen II
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- Beide Bände illustriert von Kasia von Szadurska
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- 36 _Fritz Mauthner_, Der steinerne Riese. Erzählung
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- 37 _Curt Moreck_, Der Gast. Drei Novellen
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- 38 _H. Wiedebach-Woischützky_, Liselotte lacht
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- 39 _Peter Scher_, Das Friedenssanatorium. Glossen
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- 40 _Ludwig Finckh_, Graspfeifer. Erzählungen
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- 41 _Die Bergschmiede_ -- Novellen schlesischer Dichter. Mit
- Beiträgen von Paul Keller, Hermann Stehr, Paul Barsch u. a.,
- herausgegeben von Walter Meckauer
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- 42 _Paul Enderling_, Zwölf Geschichten
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- 43 _Arthur Schubart_, Tiere und Menschen. Skizzen
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- 44 _Ungarische Erzählungen_, Band I, mit Beiträgen von Franz
- Molnar, Ernst Szep u. a., herausgegeben v. St. J. Klein
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- 45 _Oskar Walzel_, Zukunftsaufgaben deutscher Kultur
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- 46 _Franz Karl Ginzkey_, Lieder
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- 47 _W. v. Scholz_, Die Unwirklichen. Novellen
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- 48 _Leo Heller_, Das schwarzgelbe Buch. Gedichte
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- 49 _H. Falkenfeld_, Die Musik der Schlachten. Aufsätze
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- 50 _Karl Stieler_, Ein Winter-Idyll
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- 51 _Münchner Bilderbogen_, mit Beiträgen von A. de Nora, F.
- Freksa, Karl Ettlinger, herausg. v. R. Rieß
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- 52 _Hans Franck_, Glockenfranzl I. Märchennovelle
-
- 53 _Hans Franck_, Glockenfranzl II. Märchennovelle
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- 54 _Müller-Guttenbrunn_, Wiener Historien
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- 55 _Heinrich Schäff_, Eine Balkanfahrt I
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- 56 _Heinrich Schäff_, Eine Balkanfahrt II
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- 57 _A. v. Scanzoni_, Von Jagd und Jägern. Erzählgn.
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- 58 _Karl Schede_, Schatten. Skizzen
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- 59 _Karl Escher_, Die Halbstarken. Ein Skizzenbuch
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- 60 _W. Jerven_, Der alten Kalendergeschichten zweiter Teil
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- 61 _Leonhard Adelt_, Studie zu sechs Dichtern
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- 62 _Ferd. Künzelmann_, Der Frühlingszaun. Erzählgn.
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- 63 _Wilhelm Schmidtbonn_, Das kleine Kriegsbuch
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- 64 _Anton Wildgans_, Dreißig Gedichte
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- 65 _Siegfried Jacobsohn_, Die ersten Tage
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- 66 _Hans Reinhart_, Bilderbuch ohne Bilder
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- 67 _Carl Hagemann_, Der deutsche Feldsoldat
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- 68 _Kurt Münzer_, Der Weg des Tobias Hug. Novelle
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- 69 _Otto Ernst Sutter_, Der Mausmatthis. Geschichten
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- 70 _Land an der Weichsel._ Novellen westpreuß. Dichter
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- 71 _Scheffel_, Wohlauf, die Luft geht frisch und rein.
- Wanderlieder. Zusammengest. v. W. Jerven
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- 72 _Scheffel_, Im schwarzen Walfisch zu Askalon. Rastlieder.
- Zusammengest. v. Walter Jerven
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- 73 _Scheffel_, Waldeinsamkeit
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- 74 _Scheffel_, Bergpsalmen
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- 75 _Scheffel_, Juniperus
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- 76 _Scheffel_, Hugideo (illustriert von K. V. Szadurska)
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- _Die Sammlung wird fortgesetzt!_
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-Die Zeitbücher eignen sich ihres Formates und Gewichtes wegen, wie
-kaum eine andere Bücherreihe zum Beilegen in Briefe und die Tasche.
-Auch als Reisegruß, als Ersatz für geschmacklose Ansichtskarten,
-möchten die Büchlein verwendet werden. Die Zeitbücher vermeiden die
-uniformierte, gleichmäßige Aufmachung. Jeder Band erscheint in einem
-eigens entworfenen künstlerischen Einband. Zu Mitarbeitern gehören die
-besten und bekanntesten Namen.
-
- Jeder Band (in gezeichnetem Originaleinband) 50 Pf.
-
- _Verzeichnisse kostenlos durch die_
-
- Verlagsanstalt Reuß & Itta, Konstanz
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- Weitere Anmerkungen zur Transkription
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- Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die
- Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.
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-End of the Project Gutenberg EBook of Im schwarzen Walfisch zu Askalon, by
-Joseph Victor von Scheffel
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK IM SCHWARZEN WALFISCH ZU ASKALON ***
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-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
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-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
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-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
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-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org
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-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
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-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
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-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
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-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
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- The Project Gutenberg eBook of Im schwarzen Walfisch zu Askalon, by Joseph Victor von Scheffel.
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-/* Transcriber's notes */
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-
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- </head>
-<body>
-
-
-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Im schwarzen Walfisch zu Askalon, by
-Joseph Victor von Scheffel
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-Title: Im schwarzen Walfisch zu Askalon
- Rastlieder
-
-Author: Joseph Victor von Scheffel
-
-Editor: Walter Jerven
-
-Release Date: December 20, 2017 [EBook #56214]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK IM SCHWARZEN WALFISCH ZU ASKALON ***
-
-
-
-
-Produced by The Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
-
-
-
-
-
-
-</pre>
-
-<div class="transnote">
-<p class="h2">Anmerkungen zur Transkription</p>
-
-<p>Das Original ist in Fraktur gesetzt.
-Im Original gesperrter Text ist <em class="gesperrt">so markiert</em>.
-Im Original in Antiqua gesetzter Text ist <em class="antiqua">so ausgezeichnet</em>.</p>
-
-<p>Das tironische etc. wird so dargestellt: ⁊c.</p>
-
-<p>Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich
-am <a href="#tnextra">Ende des Buches</a>.</p>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/cover.jpg" alt="Cover" />
-</div>
-
-<div class="chapter">
-<p class="center">
-Im schwarzen Walfisch zu Askalon
-</p>
-<p class="center p2">
-Die Zeitbücher, Band 72
-</p>
-<hr class="chap" />
-</div>
-
-<div class="chapter">
-<h1>
-Im schwarzen Walfisch<br />
-zu Askalon</h1>
-
-<p class="center">
-Rastlieder von<br />
-Joseph Victor v. Scheffel</p>
-<p class="center smaller">
-Ausgewählt von<br />
-Walter Jerven</p>
-<div class="figcenter">
-<img src="images/signet.png" alt="Signet" />
-</div>
-<p class="center">
-Reuß &amp; Itta, Verlagsanstalt, Konstanz a. B.
-</p>
-<hr class="chap" />
-</div>
-
-<div class="chapter">
-<p class="center">
-Alle Rechte vorbehalten<br />
-Einbandentwurf von <em class="gesperrt">Kasia von Szadurska</em><br />
-Copyright 1917 by Reuß &amp; Itta, Konstanz (Baden)
-</p>
-</div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_5">[5]</a></span></p>
-
-<h2 id="Altassyrisch">Altassyrisch</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Im schwarzen Walfisch zu Askalon<br /></span>
-<span class="i0">da trank ein Mann drei Tag,<br /></span>
-<span class="i0">bis daß er steif wie ein Besenstiel<br /></span>
-<span class="i0">am Marmortische lag.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Im schwarzen Walfisch zu Askalon<br /></span>
-<span class="i0">da sprach der Wirt: »Halt an!<br /></span>
-<span class="i0">der trinkt von meinem Dattelsaft<br /></span>
-<span class="i0">mehr als er zahlen kann.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Im schwarzen Walfisch zu Askalon<br /></span>
-<span class="i0">da bracht' der Kellner Schar<br /></span>
-<span class="i0">in Keilschrift auf sechs Ziegelstein<br /></span>
-<span class="i0">dem Gast die Rechnung dar.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Im schwarzen Walfisch zu Askalon<br /></span>
-<span class="i0">da sprach der Gast: »O weh!<br /></span>
-<span class="i0">mein bares Geld ging alles drauf<br /></span>
-<span class="i0">im Lamm zu Niniveh!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Im schwarzen Walfisch zu Askalon<br /></span>
-<span class="i0">da schlug die Uhr halb vier,<br /></span>
-<span class="i0">da warf der Hausknecht aus Nubierland<br /></span>
-<span class="i0">den Fremden vor die Tür.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_6">[6]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Im schwarzen Walfisch zu Askalon<br /></span>
-<span class="i0">wird kein Prophet geehrt,<br /></span>
-<span class="i0">und wer vergnügt dort leben will,<br /></span>
-<span class="i0">zahlt bar, was er verzehrt.<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_7">[7]</a></span></p>
-
-<h2 id="Der_Fuenfundsechziger">Der Fünfundsechziger</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">In luftiger Trinkkemenaten<br /></span>
-<span class="i0">&ndash; den Ort gesteht man nicht ein&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">da prüften drei späte Nomaden<br /></span>
-<span class="i0">den edelsten pfälzischen Wein.<br /></span>
-<span class="i0">Aus rötlichen Römern erblinkte<br /></span>
-<span class="i0">des Rieslings feinperlendes Gold,<br /></span>
-<span class="i0">des Höhensaums Rebgeländ' winkte<br /></span>
-<span class="i0">im Mondschein den Trinkenden hold.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Erste, ein weitum gereister<br /></span>
-<span class="i0">Philologus spitzte den Mund:<br /></span>
-<span class="i0">»<em class="gesperrt">Das</em> kochten uns Erdfeuergeister<br /></span>
-<span class="i0">mit Aether und Sonne im Bund.<br /></span>
-<span class="i0">Drum flutet's und glutet im Becher<br /></span>
-<span class="i0">geistfunkelnd, sanft rhythmisch und voll,<br /></span>
-<span class="i0">als sängen homerische Zecher<br /></span>
-<span class="i0">ein jonisches Kneiplied in Moll.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Zweite, ein trockener Kenner<br /></span>
-<span class="i0">und Denker des römischen Rechts:<br /></span>
-<span class="i0">»Proficiat,« sprach er, »ihr Männer,<br /></span>
-<span class="i0">wir läppern allhiero nichts Schlechts.<br /></span>
-<span class="i0">Wer schaut nicht, wenn bacchisches Donum<br /></span>
-<span class="i0">so goldklar im Kelchglase scheint,<br /></span>
-<span class="i0">das Justum, Aequum et Bonum<br /></span>
-<span class="i0">in diesem Römer vereint?«<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_8">[8]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Dritte, der putzte die Lichter,<br /></span>
-<span class="i0">die mächtig heruntergebrannt,<br /></span>
-<span class="i0">und sprach: »Zwar bin ich kein Dichter<br /></span>
-<span class="i0">und kunstlos und schlicht von Verstand;<br /></span>
-<span class="i0">doch nähert sich solch' einem Schoppen<br /></span>
-<span class="i0">mein Herz … dann überwallt's&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">'s ist halt e verflucht feiner Troppen,<br /></span>
-<span class="i0">ich segne die Hügel der Pfalz!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Derweilen ging draus auf dem Damme<br /></span>
-<span class="i0">spießtragend ein Vierter vorbei,<br /></span>
-<span class="i0">der blies eine wundersame<br /></span>
-<span class="i0">gewaltige Melodei:<br /></span>
-<span class="i0">»Ihr Herren, und lasset Euch sagen,<br /></span>
-<span class="i0">die Stadtgemeinde braucht Schlaf,<br /></span>
-<span class="i0">die Glocke hat eilf Uhr geschlagen,<br /></span>
-<span class="i0">wer jetzt nicht zu Bett geht, zahlt Straf'.«<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_9">[9]</a></span></p>
-
-<h2 id="Perkeo">Perkêo</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Das war der Zwerg Perkêo<br /></span>
-<span class="i0">im Heidelberger Schloß,<br /></span>
-<span class="i0">an Wuchse klein und winzig,<br /></span>
-<span class="i0">an Durste riesengroß.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Man schalt ihn einen Narren,<br /></span>
-<span class="i0">er dachte: »Liebe Leut',<br /></span>
-<span class="i0">wärt' Ihr wie ich doch alle<br /></span>
-<span class="i0">feuchtfröhlich und gescheut!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und als das Faß, das große,<br /></span>
-<span class="i0">mit Wein bestellet war,<br /></span>
-<span class="i0">da ward sein künftiger Standpunkt<br /></span>
-<span class="i0">dem Zwergen völlig klar.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">»Fahr wohl,« sprach er, »o Welt,<br /></span>
-<span class="i0">du Katzenjammertal,<br /></span>
-<span class="i0">was sie auf dir hantieren<br /></span>
-<span class="i0">ist wurst mir und egal!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Um lederne Ideen<br /></span>
-<span class="i0">rauft man manch heißen Kampf,<br /></span>
-<span class="i0">es ist im Grund doch alles<br /></span>
-<span class="i0">nur Nebel, Rauch und Dampf.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_10">[10]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Die Wahrheit liegt im Weine.<br /></span>
-<span class="i0">Beim Weinschlurf sonder End<br /></span>
-<span class="i0">erklär' ich alter Narre<br /></span>
-<span class="i0">fortan mich permanent.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Perkêo stieg zum Keller;<br /></span>
-<span class="i0">er kam nicht mehr herfür<br /></span>
-<span class="i0">und sog bei fünfzehn Jahre<br /></span>
-<span class="i0">am rheinischen Malvasier.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">War's drunten auch stichdunkel,<br /></span>
-<span class="i0">ihm strahlte inneres Licht,<br /></span>
-<span class="i0">und wankten auch die Beine,<br /></span>
-<span class="i0">er trank und murrte nicht.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Als er zum Faß gestiegen,<br /></span>
-<span class="i0">stand's wohlgefüllt und schwer,<br /></span>
-<span class="i0">doch als er kam zu sterben,<br /></span>
-<span class="i0">klang's ausgesaugt und leer.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Da sprach er fromm: »Nun preiset,<br /></span>
-<span class="i0">ihr Leute, des Herren Macht,<br /></span>
-<span class="i0">die in mir schwachem Knirpse<br /></span>
-<span class="i0">so Starkes hat vollbracht:<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Wie es dem kleinen David<br /></span>
-<span class="i0">gen Goliath einst gelang,<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_11">[11]</a></span>
-<span class="i0">also ich arm' Gezwerge<br /></span>
-<span class="i0">den Riesen Durst bezwang.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Nun singt ein De Profundis,<br /></span>
-<span class="i0">daß das Gewölb' erdröhnt,<br /></span>
-<span class="i0">das Faß steht auf der Neige,<br /></span>
-<span class="i0">ich falle sieggekrönt.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">… Perkêo ward begraben.&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Um seine Kellergruft<br /></span>
-<span class="i0">beim leeren Riesenfasse<br /></span>
-<span class="i0">weht heut noch feuchte Luft.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und wer als frommer Pilger<br /></span>
-<span class="i0">frühmorgens ihr genaht:<br /></span>
-<span class="i0">Weh' ihm! Als Weinvertilger<br /></span>
-<span class="i0">durchtobt er Nachts die Stadt.<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_12">[12]</a></span></p>
-
-<h2 id="Die_Herberge_am_See">Die Herberge am See</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Dich feiern die freudigsten Lieder,<br /></span>
-<span class="i0">Taberne zum lachenden Hecht,<br /></span>
-<span class="i0">sind auch deine Hallen nur nieder,<br /></span>
-<span class="i0">uns Fahrenden sind sie gerecht.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hier trink' ich bekümmersnisledig<br /></span>
-<span class="i0">Lenzlüfte und sonnigen Schein,<br /></span>
-<span class="i0">und wär' ich der Fürst von Venedig,<br /></span>
-<span class="i0">mir könnt' nicht wohliger sein.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Eine enge Dachkemenate<br /></span>
-<span class="i0">herbergt mich als Dogenpalast,<br /></span>
-<span class="i0">und eine bretterne Lade<br /></span>
-<span class="i0">mein Hab' und Besitztum umfaßt.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ein Bänklein im Schatten der Linde<br /></span>
-<span class="i0">ist mein heiliger Markusplatz,<br /></span>
-<span class="i0">dort spielen die Fischerkinde<br /></span>
-<span class="i0">mit der scheckigen Klosterkatz'.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Mir lagert als Kreuzzugsgaleere<br /></span>
-<span class="i0">ein Einbaum im Arsenal,<br /></span>
-<span class="i0">den steur' ich in friedliche Meere<br /></span>
-<span class="i0">als mein eigner Admiral.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_13">[13]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ein Schaumtrunk braunrötlichen Bieres<br /></span>
-<span class="i0">erquickt mich statt kyprischem Wein&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Wen lustet des Malvasieres,<br /></span>
-<span class="i0">wo Malz und Hopfen noch rein?<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">So horst' ich, von Frühlingsgnaden<br /></span>
-<span class="i0">ein glücklicher Meermann, allhier;<br /></span>
-<span class="i0">hoch weht ob den weißen Gestaden<br /></span>
-<span class="i0">der fahrenden Schüler Panier.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Nicht neid' ich der Welt ihre Wonnen,<br /></span>
-<span class="i0">noch allen neunfarbigen Dunst:<br /></span>
-<span class="i0">Still liegen und einsam sich sonnen,<br /></span>
-<span class="i0">ist auch eine tapfere Kunst.<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_14">[14]</a></span></p>
-
-<h2 id="Dem_aufgehenden_Mond">Dem aufgehenden Mond</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Heute schwirren Schelmenlieder,<br /></span>
-<span class="i0">niemand bleibt verschont:<br /></span>
-<span class="i0">Ja, woher denn du schon wieder,<br /></span>
-<span class="i0">bleicher Pilgram Mond?<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Kaum ist uns die Sonn' entschwunden<br /></span>
-<span class="i0">im verschilften Rohr,<br /></span>
-<span class="i0">reckst du schon am Bergwald drunten<br /></span>
-<span class="i0">dein Gesicht empor.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Willst du deinen Treuen helfen?<br /></span>
-<span class="i0">Heia, strahl nur zu!<br /></span>
-<span class="i0">Schwärmern, Minnern, Füchsen, Wölfen,<br /></span>
-<span class="i0">giltst als Sonne du!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und wir brauchen Kraft zum Trinken<br /></span>
-<span class="i0">und noch viel &ndash; viel Wein&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Laß dem Wirt als Zahlung blinken<br /></span>
-<span class="i0">deinen Silberschein.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Füll der Nönnlein Zellen drüben<br /></span>
-<span class="i0">mit sehnsücht'gem Glanz&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Melde: bei den Linden hüben<br /></span>
-<span class="i0">tost der Ringeltanz!<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_15">[15]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Strebst du aber, uns zu tauchen<br /></span>
-<span class="i0">in geheimes Weh,<br /></span>
-<span class="i0">Mond, dann bist du nicht zu brauchen,<br /></span>
-<span class="i0">lösch dein Licht und geh.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Geh mit deinem zarten Flittern<br /></span>
-<span class="i0">nach der Seufzer Land&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Schwermutbleich im Knie zu zittern,<br /></span>
-<span class="i0">sind wir nicht imstand.<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_16">[16]</a></span></p>
-
-<h2 id="In_den_Alpen">In den Alpen</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Heia, das Schneegebirg ha'n wir erklommen,<br /></span>
-<span class="i0">schau'n in der Täler vielfurchig Gewind&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Schweben wie Adler, von Aether umschwommen,<br /></span>
-<span class="i0">über den Wolken und über dem Wind.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hier blitzt ein Städtlein und dort ein Gefilde,<br /></span>
-<span class="i0">dort eines Stromes sich schlängelnder Lauf,<br /></span>
-<span class="i0">dort auch ein See, wie ein Menschenaug' milde,<br /></span>
-<span class="i0">aus der vernebelten Ferne herauf.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Flüchtig nur winkt es und flüchtig versinkt es<br /></span>
-<span class="i0">in das umflorende Dunstmeer zurück&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">So ist das Leben &ndash; sternschnuppig, kaum blinkt es&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">So ist die Minne, die Hoffnung, das Glück.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Wir aber lagern am prasselnden Herde,<br /></span>
-<span class="i0">wärmen den Leichnam und strecken ihn aus&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Fragen nicht mehr nach der Erde Beschwerde,<br /></span>
-<span class="i0">füllen mit Jubel das winzige Haus.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hochlandluft zehret, doch Rebensaft nähret,<br /></span>
-<span class="i0">heia, wer reicht mir das Trinkhorn geschwind?<br /></span>
-<span class="i0">… Dreifacher Durst ist dem Sänger bescheret<br /></span>
-<span class="i0">über den Wolken und über dem Wind.<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_17">[17]</a></span></p>
-
-<h2 id="Die_Maulbronner_Fuge">Die Maulbronner Fuge</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Im Winterrefektorium<br /></span>
-<span class="i0">zu Maulbronn in dem Kloster<br /></span>
-<span class="i0">da geht 'was um den Tisch herum,<br /></span>
-<span class="i0">klingt nicht wie Paternoster:<br /></span>
-<span class="i0">Die Martinsgans hat wohlgetan,<br /></span>
-<span class="i0">Eilfinger blinkt im Kruge,<br /></span>
-<span class="i0">nun hebt die nasse Andacht an<br /></span>
-<span class="i0">und alles singt die Fuge:<br /></span>
-<span class="i6">All Voll, Keiner Leer, Wein Her!<br /></span>
-<span class="i10"><em class="antiqua">Complete pocula!</em><br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Abt Johannes Entenfuß<br /></span>
-<span class="i0">kam unwirsch hergewatschelt:<br /></span>
-<span class="i0">»Was wird so spät als Festtagsschluß<br /></span>
-<span class="i0">beim Geigenschall gefratschelt?<br /></span>
-<span class="i0">Laßt ab, Ihr stört den Doktor Faust<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_18">[18]</a></span>
-<span class="i0">im Gartenturm dahinten;<br /></span>
-<span class="i0">wenn solch ein Singsang zu ihm braust,<br /></span>
-<span class="i0">kann er kein Gold nicht finden:<br /></span>
-<span class="i6">All Voll, Keiner Leer, Wein Her!<br /></span>
-<span class="i10"><em class="antiqua">Cavete scandala!</em>«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Derweilen bracht der Zellerar,<br /></span>
-<span class="i0">Herr Godefrit von Niefern,<br /></span>
-<span class="i0">den Sankt Martinuszuspitz dar<br /></span>
-<span class="i0">vom Keller mit den Küfern.<br /></span>
-<span class="i0">Der rief: »Herr Abbas, was Ihr sagt,<br /></span>
-<span class="i0">soll man in Züchten ehren,<br /></span>
-<span class="i0">doch wenn kein andrer Schmerz Euch plagt,<br /></span>
-<span class="i0">so mögt Ihr uns nicht wehren:<br /></span>
-<span class="i6">All Voll, Keiner Leer, Wein Her!<br /></span>
-<span class="i10">Der Faust sitzt selbst schon da!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Faust saß rückwärts an der Wand<br /></span>
-<span class="i0">und trank vergnügt im Dunkeln,<br /></span>
-<span class="i0">nun ließ der blasse Nekromant<br /></span>
-<span class="i0">sein Glas am Licht karfunkeln<br /></span>
-<span class="i0">und sprach: »Ich brüt schon Tag und Jahr<br /></span>
-<span class="i0">am schwarzen Zauberbuche<br /></span>
-<span class="i0">und merk' erst heut, ich bin ein Narr,<br /></span>
-<span class="i0">daß ich das Gold dort suche;<br /></span>
-<span class="i6">All Voll, Keiner Leer, Wein Her!<br /></span>
-<span class="i10">Das echte Gold ist da!«<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_19">[19]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">»Mit Hermes Trismegistos List<br /></span>
-<span class="i0">wird keins erlaborieret,<br /></span>
-<span class="i0">die Sonne ist der Alchymist,<br /></span>
-<span class="i0">der's flüssig destillieret:<br /></span>
-<span class="i0">Wenn's durch die Adern glüht und rollt<br /></span>
-<span class="i0">mit des Eilfingers Wonnen,<br /></span>
-<span class="i0">dann habt Ihr Gold, habt echtes Gold,<br /></span>
-<span class="i0">und ehrlich selbst gewonnen.<br /></span>
-<span class="i6">All Voll, Keiner Leer, Wein Her!<br /></span>
-<span class="i10"><em class="antiqua">Haec vera practica!</em>«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Da lacht der Abt: »Mit solcher Lehr<br /></span>
-<span class="i0">zwingt Ihr auch mich zum Kruge,<br /></span>
-<span class="i0">denn: All Voll, Keiner Leer, Wein Her<br /></span>
-<span class="i0">ist eine feuchte Fuge.<br /></span>
-<span class="i0">Als Fausti Goldspruch laß ich sie<br /></span>
-<span class="i0">jetzt in den Kreuzgang malen,<br /></span>
-<span class="i0">man kennt die ganze Melodie<br /></span>
-<span class="i0">schon an den Initialen:<br /></span>
-<span class="i6"><em class="antiqua">A. V. K. L. W. H.</em><br /></span>
-<span class="i10"><em class="antiqua">Sit vino gloria!</em>«<br /></span>
-</div></div>
-
-<div class="note">
-
-<p>&ndash;&nbsp;&ndash; Wem das Kloster Maulbronn bekandt, der hat's
-können mit seinen Augen sehen, wie in dem Vorhoff selbiger
-schönen erbauten Kirchen oben im Schwibbogen unter
-anderen Gemälden auch eine Gans abgemahlt steht, an
-welcher eine Fläsch, Bratwürst, Bratspiß und dergleichen
-hangen, neben einer zur nassen Andacht gar wohl komponirten
-Fuga folgenden Tenors mit ihrem unterlegten Text
-gleichwohl nur den <em class="antiqua">initialibus literis A. V. K. L. W. H. =
-All Voll, Keiner Leer, Wein Her</em>, welches vielleicht
-dieser durstigen Münch und Religiosen Comentarius gewest
-über das Hohelied Salomonis: <em class="antiqua">Comedite amici et
-bibite et inebriamini charisimi &amp;c. &amp;c.</em></p>
-
-<p class="center">
-<em class="gesperrt">Tob. Wagner</em>, Evangel. Censur der Besoldischen
-Motiven etc. Tübingen 1640, p. 652.
-</p></div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_20">[20]</a></span></p>
-
-<h2 id="Der_Enderle_von_Ketsch">Der Enderle von Ketsch</h2>
-</div>
-
-<p class="h3">Chorus:</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Jetzt weicht, jetzt flieht! Jetzt weicht, jetzt flieht<br /></span>
-<span class="i0">mit Zittern und Zähnegefletsch:<br /></span>
-<span class="i0">Jetzt weicht, jetzt flieht! Wir singen das Lied<br /></span>
-<span class="i0">Vom Enderle von Ketsch!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="h3">Solo:</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Ott' Heinrich, der Pfalzgraf bei Rheine,<br /></span>
-<span class="i0">der sprach eines Morgens: »Rem blemm!<br /></span>
-<span class="i0">Ich pfeif' auf die saueren Weine,<br /></span>
-<span class="i0">ich geh' nach Jerusalem!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Viel schöner und lilienweißer<br /></span>
-<span class="i0">schau'n dort die Jungfrauen drein:<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_21">[21]</a></span>
-<span class="i0">O Kanzler, o Mückenhäuser,<br /></span>
-<span class="i0">fünftausend Dukaten pack ein!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und als sie lagen vor Joppen,<br /></span>
-<span class="i0">da faltet der Kanzler die Händ:<br /></span>
-<span class="i0">»Jetzt langt's noch zu <em class="gesperrt">einem</em> Schoppen,<br /></span>
-<span class="i0">dann sind die Dukaten zu End!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ott' Heinrich, der Pfalzgraf, sprach munter:<br /></span>
-<span class="i0">»Rem blemm! Was ficht uns das an?<br /></span>
-<span class="i0">Wir fahren nach Cyprus hinunter<br /></span>
-<span class="i0">und pumpen die Königin an.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">… Schon tanzte die alte Galeere<br /></span>
-<span class="i0">vor Cyprus in funkelnder Nacht,<br /></span>
-<span class="i0">da hub sich ein Sturm auf dem Meere<br /></span>
-<span class="i0">und rollender Donner erkracht.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Umzuckt von gespenstigem Glaste<br /></span>
-<span class="i0">ein schwarzes Schiff braust vorbei,<br /></span>
-<span class="i0">hemdärmlich ein Geist steht am Maste<br /></span>
-<span class="i0">und furchtbar gellet sein Schrei:<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="h3">Chorus:</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">»Jetzt weicht, jetzt flieht! Jetzt weicht, jetzt flieht<br /></span>
-<span class="i0">mit Zittern und Zähnegefletsch:<br /></span>
-<span class="i0">Jetzt weicht, jetzt flieht! im Sturm herzieht<br /></span>
-<span class="i0">der Enderle von Ketsch!«<br /></span>
-</div></div>
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_22">[22]</a></span></p>
-
-<p class="h3">Solo:</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Donner klang leise und leiser<br /></span>
-<span class="i0">und glatt wie Oel lag die See,<br /></span>
-<span class="i0">dem tapferen Mückenhäuser,<br /></span>
-<span class="i0">dem Kanzler, war's wind und weh.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Pfalzgraf stund an dem Steuer<br /></span>
-<span class="i0">und schaut' in die Wogen hinaus:<br /></span>
-<span class="i0">»Rem blemm! 's ist nimmer geheuer,<br /></span>
-<span class="i0">o Cyprus, wir müssen nach Haus!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Gott sei meiner Seele gnädig,<br /></span>
-<span class="i0">ich bin ein gewitzigter Mann:<br /></span>
-<span class="i0">Zurück, zurück nach Venedig!<br /></span>
-<span class="i0">Wir pumpen niemand mehr an.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und wer bei den Türken und Heiden<br /></span>
-<span class="i0">sein Geld wie ich verschlampampt,<br /></span>
-<span class="i0">der verzieh sich geräuschlos beizeiten,<br /></span>
-<span class="i0">es klingt doch höllenverdammt:<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="h3">Chorus:</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Jetzt weicht, jetzt flieht! Jetzt weicht, jetzt flieht<br /></span>
-<span class="i0">mit Zittern und Zähnegefletsch:<br /></span>
-<span class="i0">Jetzt weicht, jetzt flieht! im Sturm herzieht<br /></span>
-<span class="i0">der Enderle von Ketsch!«<br /></span>
-</div></div>
-
-<div class="note">
-
-<p>In der Beschreibung der Pfalz von Merian (1645) wird
-bei Erwähnung des Dorfes Ketsch erzählt:</p>
-
-<p>»Pfaltzgraf Oth Heinrich, nachmals Churfürst, fuhr vmb
-das Jahr 1530 ins gelobte Land, nach Jerusalem. In seiner
-zurück Reyse kam er vber die Offenbahre See herauß, da
-jhme dann ein Schiff, nach Nordwegen zu, begegnete, darinn
-diß Geschrey gehört wurde:</p>
-
-<p>»Weichet, weichet, der dick Enderlein von Ketsch kompt.«</p>
-
-<p>»Der Pfaltzgraf vnd sein Cammermeister Mückenhäuser
-kennten den gottlosen Schuldtheiß allhie zu Ketsch vnnd auch
-den Orth wol; daher als sie heimbkamen, sie nach dem
-dicken Enderle, vnnd vmb die Zeit seines todts gefragt vnd
-vermerckt haben, daß es mit der Zeit vberein gestimmt, da
-sie das Geschrey auff dem Meer gehört hatten; wie Weyland
-ein Professor zu Heydelberg in seinen Schriften auffgezeichneten
-hinderlassen hat.«</p>
-
-<hr class="chap" />
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_23">[23]</a></span></p></div>
-
-<h2 id="Am_Grenzwall">Am Grenzwall</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Ein Römer stand in finstrer Nacht<br /></span>
-<span class="i0">am deutschen Grenzwall Posten,<br /></span>
-<span class="i0">fern vom Kastell war seine Wacht,<br /></span>
-<span class="i0">das Antlitz gegen Osten&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Da regt sich feindlich 'was am Fluß,<br /></span>
-<span class="i0">da schleicht und hallt 'was leise&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Kein Paean von Horazius,<br /></span>
-<span class="i0">ganz wildfremd war die Weise:<br /></span>
-<span class="i0">»Ha' … hamm' … hammer dich emol, emol, emol<br /></span>
-<span class="i0">an dei'm verrissene' Kamisol,<br /></span>
-<span class="i0">du schlechter Kerl!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">An eine Jungfrau Chattenstamms<br /></span>
-<span class="i0">hatt' er sein Herz vertandelt<br /></span>
-<span class="i0">und war ihr oft im Lederwams<br /></span>
-<span class="i0">als Kaufmann zugewandelt.<br /></span>
-<span class="i0">Jetzt kam die Rache … eins, zwei, drei!<br /></span>
-<span class="i0">Jetzt war der Damm erklettert&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Jetzt kam's wie wilder Katzen Schrei<br /></span>
-<span class="i0">und Keulenschlag geschmettert:<br /></span>
-<span class="i0">»Ha' … hamm' … hammer dich ⁊c.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Er zog sein Schwert, er blies sein Horn,<br /></span>
-<span class="i0">focht als geschulter Krieger,<br /></span>
-<span class="i0">fruchtlos war Mut und Römerzorn,<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_24">[24]</a></span>
-<span class="i0">die Wilden blieben Sieger.<br /></span>
-<span class="i0">Sie banden ihn und trugen ihn<br /></span>
-<span class="i0">wie einen Sack von dannen;<br /></span>
-<span class="i0">als die Kohort' am Platz erschien,<br /></span>
-<span class="i0">scholls fern schon durch die Tannen:<br /></span>
-<span class="i0">»Ha' … hamm' … hammer dich ⁊c.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Versammelt war im heiligen Hain<br /></span>
-<span class="i0">der Chatten Landsgemeinde,<br /></span>
-<span class="i0">ihr Odinsjulfest einzuweih'n<br /></span>
-<span class="i0">mit Opferblut vom Feinde.<br /></span>
-<span class="i0">Der fühlt sich schon als Bratenschmor<br /></span>
-<span class="i0">in der Barbaren Zähnen,<br /></span>
-<span class="i0">da sprang sein blonder Schatz hervor<br /></span>
-<span class="i0">und rief mit heißen Tränen:<br /></span>
-<span class="i0">»Ha' … hamm' … hammer dich ⁊c.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und alles Volk sprach tiefgerührt<br /></span>
-<span class="i0">ob solcher Wiederfindung:<br /></span>
-<span class="i0">»Man geb' ihn frei und losgeschnürt<br /></span>
-<span class="i0">der Freundin zur Verbindung!<br /></span>
-<span class="i0">Nimmt sie ihn hier vom Fleck als Frau,<br /></span>
-<span class="i0">sei alle Schuld verziehen.<br /></span>
-<span class="i0">Und heut noch wird im ganzen Gau<br /></span>
-<span class="i0">als Festbardit geschrien:<br /></span>
-<span class="i0">»Ha' … hamm' … hammer dich ⁊c.<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_25">[25]</a></span></p>
-
-<h2 id="Numero_acht">Numero acht</h2>
-
-<p class="center smaller">im Holländer Hof zu Heidelberg</p>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Zwei Schatten seh ich schweben<br /></span>
-<span class="i0">in später, später Nacht;<br /></span>
-<span class="i0">wißt Ihr, wohin sie streben?&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">&ndash; Beide auf Numero acht!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Hausknecht, als es läutet,<br /></span>
-<span class="i0">mit einem Fluch erwacht;<br /></span>
-<span class="i0">er weiß schon, was es bedeutet:<br /></span>
-<span class="i0">Beide auf Numero acht!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">»Alt Holland steht in Nöten,<br /></span>
-<span class="i0">weh' uns, die wilde Jagd!<br /></span>
-<span class="i0">Weh' uns, die alten Schweden<br /></span>
-<span class="i0">beide auf Numero acht!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Heißt das als fleißiger Schreiber<br /></span>
-<span class="i0">ein neues Buch gemacht,<br /></span>
-<span class="i0">ihr grausamen Ueberkneiper<br /></span>
-<span class="i0">beide auf Numero acht?<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">heißt das als frommer Paster<br /></span>
-<span class="i0">an die Gemeinde gedacht?<br /></span>
-<span class="i0">Ihr sündenharte Laster<br /></span>
-<span class="i0">beide auf Numero acht?!«<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_26">[26]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Hausknecht, ungewaschen<br /></span>
-<span class="i0">murrt er's und ungeschlacht,<br /></span>
-<span class="i0">da lärmt's: »He! noch zwei Flaschen,<br /></span>
-<span class="i0">beide auf Numero acht!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und weiter singt es und klingt es<br /></span>
-<span class="i0">und jubiliert und lacht,<br /></span>
-<span class="i0">und bis zum Hausherrn dringt es:<br /></span>
-<span class="i0">»Beide auf Numero acht!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der spitzt betrübt die Füße,<br /></span>
-<span class="i0">die Bettstatt seufzt und kracht;<br /></span>
-<span class="i0">stumm nimmt er eine Prise:<br /></span>
-<span class="i0">»Beide auf Numero acht!!«<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_27">[27]</a></span></p>
-
-<h2 id="Die_letzte_Hose">Die letzte Hose</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Letzte Hose, die mich schmückte,<br /></span>
-<span class="i0">fahre wohl! dein Amt ist aus,<br /></span>
-<span class="i0">ach auch dich, die mich entzückte,<br /></span>
-<span class="i0">schleppt ein andrer nun nach Haus.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Selten hat an solchen Paares<br /></span>
-<span class="i0">Anblick sich ein Aug erquickt;<br /></span>
-<span class="i0">feinster Winterbuxking war es,<br /></span>
-<span class="i0">groß kariert &ndash; und nie geflickt!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Mit Gesang und vollen Flaschen<br /></span>
-<span class="i0">grüßt ich einst in dir die Welt;<br /></span>
-<span class="i0">zum Hausschlüssel in der Taschen<br /></span>
-<span class="i0">klang noch froh das bare Geld.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Aber längst kam das Verhängnis,<br /></span>
-<span class="i0">die Sechsbätzner zogen fort,<br /></span>
-<span class="i0">und das Brückentorgefängnis<br /></span>
-<span class="i0">ist ein dunkler stiller Ort&nbsp;…<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Längst verschwand, was sonst versetzlich,<br /></span>
-<span class="i0">Frack &ndash; und Rock &ndash; und Mantels Pracht.<br /></span>
-<span class="i0">Nun auch du! es ist entsetzlich!&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Letzte Hose, gute Nacht!<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_28">[28]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Tag der Prüfung, o wie bänglich<br /></span>
-<span class="i0">schlägt mein Herz und fühlt es hell:<br /></span>
-<span class="i0">Alles Irdische ist vergänglich<br /></span>
-<span class="i0">und das Pfandrecht schreitet schnell!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Nirgends winkt uns ein Erlöser,<br /></span>
-<span class="i0">letzte Hose! … es muß sein!&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Elkan Levi, dunkler, böser<br /></span>
-<span class="i0">Trödler, nimm sie! … Sie sei dein!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Stiefelfuchs, du alter treuer,<br /></span>
-<span class="i0">komm und stütz mein Dulderhaupt!<br /></span>
-<span class="i0">Noch ein einziger Schoppen Neuer<br /></span>
-<span class="i0">sei dem Trauernden erlaubt.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Dann will ich zu Bett mich legen<br /></span>
-<span class="i0">und nicht aufstehn, wenn's auch klopft,<br /></span>
-<span class="i0">bis ein schwerer goldner Regen<br /></span>
-<span class="i0">unverhofft durchs Dach mir tropft.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Zeuch denn hin, die ich beweine,<br /></span>
-<span class="i0">grüß den Rock und 's Kamisol!<br /></span>
-<span class="i0">Weh! schon friert's mich an die Beine!&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Letzte Hose, fahre wohl!!<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_29">[29]</a></span></p>
-
-<h2 id="Das_Hildebrandlied">Das Hildebrandlied</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,<br /></span>
-<span class="i0">ritten selbander in Wut entbrannt, Wut entbrannt<br /></span>
-<span class="i0">gegen die Seestadt Venedig.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,<br /></span>
-<span class="i0">keiner die Seestadt Venedig fand, Venedig fand,<br /></span>
-<span class="i0">da schimpften die beiden unflätig.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,<br /></span>
-<span class="i0">ritten bis da, wo ein Wirtshaus stand, Wirtshaus stand,<br /></span>
-<span class="i0">Wirtshaus mit kühlen Bieren.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, Hadubrand,<br /></span>
-<span class="i0">trunken sich beid' einen Riesenbrand, Riesenbrand,<br /></span>
-<span class="i0">krochen heim auf allen Vieren.<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_30">[30]</a></span></p>
-
-<h2 id="Die_Heimkehr">Die Heimkehr</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Der Pfarrer von Assmannshausen sprach:<br /></span>
-<span class="i0">»Die Welt steckt tief in Sünden,<br /></span>
-<span class="i0">doch wo der Meister Josephus steckt,<br /></span>
-<span class="i0">weiß keiner mir zu künden.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und als man rüstet auf Weihnachtszeit,<br /></span>
-<span class="i0">da war der Rhein gefroren,<br /></span>
-<span class="i0">da stund ein Mann in Pilgramskleid<br /></span>
-<span class="i0">wohl vor des Pfarrhofs Toren:<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">»Herr Pfarr', Ihr sollt mir Indulgenz<br /></span>
-<span class="i0">und sollt mir Ablaß spenden,<br /></span>
-<span class="i0">daß sich mein arm trübtraurig Herz<br /></span>
-<span class="i0">zu neuer Freud' mag wenden.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Herr Pfarr', es war nicht wohlgetan,<br /></span>
-<span class="i0">vom rheinischen Land zu scheiden,<br /></span>
-<span class="i0">man trifft halt doch kein zweites an,<br /></span>
-<span class="i0">so weit man auch mag reiten.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Bis hundert Stunden hinter Lyon<br /></span>
-<span class="i0">bin ich ins Frankreich kommen,<br /></span>
-<span class="i0">manch gutes Frühstück von Austern und Sekt<br /></span>
-<span class="i0">hab' ich zu mir genommen.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_31">[31]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ich hab' zu Marseille im Café Türk<br /></span>
-<span class="i0">unter Heiden und Mohren gesessen,<br /></span>
-<span class="i0">ich hab' am Pyrenäengebirg<br /></span>
-<span class="i0">Lauch und Garbanzos gegessen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Noch saust der Kopf mir, wenn ich gedenk<br /></span>
-<span class="i0">der Seealpenmaid Filumene:<br /></span>
-<span class="i0">Zigeunerbraun Antlitz, kohlschwarzkraus Haar,<br /></span>
-<span class="i0">wie Elfenbein glänzend die Zähne.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Doch verpecht und verschwefelt ist alles Land<br /></span>
-<span class="i0">ohne Freunde und Lieder der Liebe;<br /></span>
-<span class="i0">vom Fieber geschüttelt und abgebrannt<br /></span>
-<span class="i0">kehr ich heim aus dem fremden Getriebe.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Pfarr' von Assmannshausen sprach:<br /></span>
-<span class="i0">»Wohlauf, bußfertige Seele,<br /></span>
-<span class="i0">mit unserm altheiligen Purpurwein<br /></span>
-<span class="i0">salbe Dir Lippen und Kehle.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Zu demselbigen Wein drei Tag, drei Nacht<br /></span>
-<span class="i0">im dunkelen Keller Dich schließe<br /></span>
-<span class="i0">und halt bei den Fässern trinkend Wacht,<br /></span>
-<span class="i0">daß Gnade sich über Dich gieße.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">In Krone und Anker ergib Dich sodann<br /></span>
-<span class="i0">den geistlichen Uebungen fleißig,<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_32">[32]</a></span>
-<span class="i0">und erst bei des nächtlichen Wächters Nahn<br /></span>
-<span class="i0">dem Chorgesange entreiß Dich.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Dann wird der Himmel ein Zeichen tun,<br /></span>
-<span class="i0">er läßt keinen Büßer verderben:<br /></span>
-<span class="i0">Ein lichtes Weingrün, ein dunkles Rot<br /></span>
-<span class="i0">wird Nase und Stirn Dir färben.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und prangt Dein Gesicht in solchem Ton,<br /></span>
-<span class="i0">dann wird Dein Trübsinn sich hellen,<br /></span>
-<span class="i0">dann magst Du, o lang verlorener Sohn,<br /></span>
-<span class="i0">den alten Freunden Dich stellen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Wir sind die Alten; noch klingen beim Wein<br /></span>
-<span class="i0">die Lieder von damals zu Berge,<br /></span>
-<span class="i0">vom »Spatzen« und vom »Stieglitz fein«<br /></span>
-<span class="i0">und der »sommerverkündenden Lerche«.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Wir sind die Alten, wir haben Dich gern;<br /></span>
-<span class="i0">laß das Herz nicht von Kummer umnachten:<br /></span>
-<span class="i0">Und hätt'st Du noch ärger geschwärmt in der Fern',<br /></span>
-<span class="i0">ein Kalb auch würden wir schlachten.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Da seufzte der Pilgram mit Tränen im Aug':<br /></span>
-<span class="i0">»O Pfarr' von Assmannshausen,<br /></span>
-<span class="i0">wie Ihr, gottwohlgefälliger Mann,<br /></span>
-<span class="i0">sprach keiner mit mir da draußen.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_33">[33]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Nun stoß' ich meinen dürren Stab<br /></span>
-<span class="i0">in diese geweihte Erde,<br /></span>
-<span class="i0">daß er in neuem Blatt und Laub<br /></span>
-<span class="i0">ein Schattendach mir werde.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Nun ströme, du rheinisch Traubenblut,<br /></span>
-<span class="i0">du Hort unsäglicher Gnaden;<br /></span>
-<span class="i0">in deiner verjüngenden Feuerflut<br /></span>
-<span class="i0">will ich gesund mich baden.«<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_34">[34]</a></span></p>
-
-<h2 id="Asphalt">Asphalt</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Bestreuet die Häupter mit Asche,<br /></span>
-<span class="i0">verhaltet die Nasen Euch bang,<br /></span>
-<span class="i0">heut gibt's bei trübfließender Flasche<br /></span>
-<span class="i0">einen bituminösen Gesang.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">&ndash; Schwül strahlet die Sonne der Wüste,<br /></span>
-<span class="i0">am toten Meere macht's warm;<br /></span>
-<span class="i0">ein Derwisch spaziert an der Küste,<br /></span>
-<span class="i0">eine Maid aus Engeddi am Arm.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Nicht Luftzug noch Wellenschlag kräuselt<br /></span>
-<span class="i0">den zähen, bleifarbenen See,<br /></span>
-<span class="i0">nur Naphthageruch kommt gesäuselt<br /></span>
-<span class="i0">und dunstig umflort sich die Höh'.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">'s ist eine versalzene Gegend<br /></span>
-<span class="i0">und niemand ringsum ist gerecht.<br /></span>
-<span class="i0">Zu Loths Zeit hat's Schwefel geregnet<br /></span>
-<span class="i0">und heut noch ist alles verpecht.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Keine Wäscherin naht mit dem Kübel,<br /></span>
-<span class="i0">kein Durstiger naht mit dem Krug<br /></span>
-<span class="i0">und dem Durstigsten selber wird übel,<br /></span>
-<span class="i0">wagt er aus der Flut einen Zug.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_35">[35]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Zwei schwarzbraune Klumpen lagen<br /></span>
-<span class="i0">am Ufer faulbrenzlich und schwer;<br /></span>
-<span class="i0">drauf setzte mit stillem Behagen<br /></span>
-<span class="i0">das Paar sich und liebte sich sehr.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Doch wehe! sie saßen auf Naphtha,<br /></span>
-<span class="i0">und das läßt keinen mehr weg,<br /></span>
-<span class="i0">wer harmlos sich dreinsetzt, der haft't da<br /></span>
-<span class="i0">und steckt im gediegensten Pech.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Sie konnten sich nimmer erheben,<br /></span>
-<span class="i0">sie jammerten: »Allah ist groß!<br /></span>
-<span class="i0">Wir kleben &ndash; wir kleben &ndash; wir kleben!<br /></span>
-<span class="i0">Wir kleben und kommen nicht los!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Umsonst hat ihr Klagen und Weinen<br /></span>
-<span class="i0">die schweigende Wüste durchhallt,<br /></span>
-<span class="i0">sie mußten zu Mumien versteinen<br /></span>
-<span class="i0">und wurden, ach! selbst zu Asphalt.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ein Vögelein wollte um Hilfe<br /></span>
-<span class="i0">hinüber zum Städtlein Zoar,<br /></span>
-<span class="i0">betäubt fiel's herab ins Geschilfe,<br /></span>
-<span class="i0">es stank, daß zu fliegen nicht war.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und blaß, mit erschaudernden Seelen<br /></span>
-<span class="i0">sah man einen Walfahrtzug fliehn&nbsp;&ndash;<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_36">[36]</a></span>
-<span class="i0">den Pilgern sowie den Kamelen<br /></span>
-<span class="i0">war's benzoësauer zu Sinn.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">So geht's, wenn ein Derwisch will minnen<br /></span>
-<span class="i0">und hat das Terrain nicht erkannt&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">O Jüngling, fleuch eiligst von hinnen,<br /></span>
-<span class="i0">wo Erdpech entquillet dem Land.<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_37">[37]</a></span></p>
-
-<h2 id="Das_Megatherium">Das Megatherium</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Was hangt denn dort bewegungslos<br /></span>
-<span class="i0">zum Knaul zusammengeballt,<br /></span>
-<span class="i0">so riesenfaul und riesengroß<br /></span>
-<span class="i0">im Ururururwald?<br /></span>
-<span class="i0">Dreifach so wuchtig als ein Stier,<br /></span>
-<span class="i0">dreifach so schwer und dumm&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">ein Klettertier, ein Krallentier:<br /></span>
-<span class="i0">Das Megatherium!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Träg glotzt es in die Welt hinein<br /></span>
-<span class="i0">und gähnt, als wie im Traum,<br /></span>
-<span class="i0">und krallt die scharfen Krallen ein<br /></span>
-<span class="i0">am Embahubabaum.<br /></span>
-<span class="i0">Die Früchte und das saftige Blatt<br /></span>
-<span class="i0">verzehrt es und sagt: »<em class="gesperrt">Ai!</em>«<br /></span>
-<span class="i0">Und wenns ihn leergefressen hat<br /></span>
-<span class="i0">sagts auch zuweilen: »<em class="gesperrt">Wai!</em>«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Dann aber steigt es nicht herab,<br /></span>
-<span class="i0">es kennt den kürzern Weg:<br /></span>
-<span class="i0">Gleich einem Kürbis fällt es ab<br /></span>
-<span class="i0">und rührt sich nicht vom Fleck.<br /></span>
-<span class="i0">Mit rundem Eulenangesicht<br /></span>
-<span class="i0">nickts sanft und lächelt brav:<br /></span>
-<span class="i0">Denn nach gelungener Fütterung kommt<br /></span>
-<span class="i0">als Hauptarbeit der Schlaf.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_38">[38]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">… O Mensch, dem solch ein Riesentier<br /></span>
-<span class="i0">nicht glaublich scheinen will,<br /></span>
-<span class="i0">geh nach Madrid! dort zeigt man dir<br /></span>
-<span class="i0">sein ganz Skelett fossil.<br /></span>
-<span class="i0">Doch bist du staunend ihm genaht,<br /></span>
-<span class="i0">Verliere nicht den Mut:<br /></span>
-<span class="i0">So ungeheure Faulheit tat<br /></span>
-<span class="i0">nur <em class="gesperrt">vor</em> der Sündflut gut.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Du bist kein Megatherium,<br /></span>
-<span class="i0">dein Geist kennt höhere Pflicht,<br /></span>
-<span class="i0">drum schwänze kein Kollegium<br /></span>
-<span class="i0">und überfriß dich nicht.<br /></span>
-<span class="i0">Nütz' deine Zeit, sie gilt statt Gelds,<br /></span>
-<span class="i0">sei fleißig bis zum Grab,<br /></span>
-<span class="i0">und steckst du doch im faulen Pelz,<br /></span>
-<span class="i0">so fall' mit Vorsicht ab!<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_39">[39]</a></span></p>
-
-<h2 id="Die_Lieder_vom_Rodenstein">Die Lieder vom Rodenstein</h2>
-
-<h3 id="Die_drei_Doerfer">Die drei Dörfer</h3>
-</div>
-
-<h4>I.</h4>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Wer reit't mit zwanzig Knappen ein<br /></span>
-<span class="i0">zu Heidelberg im Hirschen?<br /></span>
-<span class="i0">Das ist der Herr von Rodenstein,<br /></span>
-<span class="i0">auf Rheinwein will er pirschen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">»Hollaheh! den Hahn ins Faß! schenkt ein,<br /></span>
-<span class="i0">ich fürcht' die Kehlen rosten.<br /></span>
-<span class="i0">Wir wöll'n ein Jahr lang lustig sein,<br /></span>
-<span class="i0">und sollt's ein Dorf auch kosten!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ein Dorf, was ist's … Nur Mist und Rauch,<br /></span>
-<span class="i0">ich hab' ja ihrer dreie&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Gersprenz und Pfaffenbeerfurt auch<br /></span>
-<span class="i0">und Reichelsheim, das treue.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Trommeten klangen mit Schalmein<br /></span>
-<span class="i0">und Pauken um die Wette,<br /></span>
-<span class="i0">zwölf Monden saß der Rodenstein<br /></span>
-<span class="i0">beim fürstlichen Bankette.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und als er sich nach Jahr und Tag<br /></span>
-<span class="i0">die Rechnung hergewunken,<br /></span>
-<span class="i0">da sprach er: »Blitz und Donnerschlag!<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_40">[40]</a></span>
-<span class="i0">Jetzt ist Gersprenz vertrunken!<br /></span>
-<span class="i2">Gersprenz ist hin!<br /></span>
-<span class="i2">Gersprenz ist fort!<br /></span>
-<span class="i2">Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort,<br /></span>
-<span class="i2">Gersprenz … ist … veritrunken.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's,<br /></span>
-<span class="i0">was liegt an dem Verlurste?<br /></span>
-<span class="i0">Man spricht vom vielen Trinken stets,<br /></span>
-<span class="i0">doch nie vom vielen Durste.<br /></span>
-<span class="i2">Gersprenz ist hin!<br /></span>
-<span class="i2">Gersprenz ist fort!<br /></span>
-<span class="i2">Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort,<br /></span>
-<span class="i2">Gersprenz … ist … veritrunken.«<br /></span>
-</div></div>
-
-<h4>II.</h4>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Wer reit't mit sieben Knappen ein<br /></span>
-<span class="i0">zu Heidelberg im Hirschen?<br /></span>
-<span class="i0">Das ist der Herr von Rodenstein,<br /></span>
-<span class="i0">auf Rheinwein will er pirschen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">»Hollaheh! den Hahn ins Faß! schenkt ein,<br /></span>
-<span class="i0">ich fürcht', die Kehlen rosten.<br /></span>
-<span class="i0">Wir wöll'n ein halb Jahr lustig sein,<br /></span>
-<span class="i0">und sollt's ein Dorf auch kosten!<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_41">[41]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ein Dorf, was ist's? … Ein rußig Loch,<br /></span>
-<span class="i0">und ich hab' ihrer zweie,<br /></span>
-<span class="i0">ich hab' ja Pfaffenbeerfurt noch<br /></span>
-<span class="i0">und Reichelsheim, das treue.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Trommeten klangen mit Schalmein,<br /></span>
-<span class="i0">die Pauken täten schweigen&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Sechs Monden saß der Rodenstein<br /></span>
-<span class="i0">beim süßen Rheinweinreigen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und als nach halber Jahresfrist<br /></span>
-<span class="i0">der Rechnung er gewunken,<br /></span>
-<span class="i0">da sprach er: »Hollaheh! jetzt ist<br /></span>
-<span class="i0">auch Reichelsheim vertrunken!<br /></span>
-<span class="i2">Reichelsheim ist hin!<br /></span>
-<span class="i2">Reichelsheim ist fort!<br /></span>
-<span class="i2">Reichelsheim der treue, schnapsbrennende Ort,<br /></span>
-<span class="i2">Reichelsheim … ist … veritrunken.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's!<br /></span>
-<span class="i0">Was liegt an dem Verlurste?<br /></span>
-<span class="i0">Man spricht vom vielen Trinken stets,<br /></span>
-<span class="i0">doch nie vom vielen Durste.<br /></span>
-<span class="i2">Reichelsheim ist hin!<br /></span>
-<span class="i2">Reichelsheim ist fort!<br /></span>
-<span class="i2">Reichelsheim der treue, schnapsbrennende Ort,<br /></span>
-<span class="i2">Reichelsheim … ist … veritrunken.«<br /></span>
-</div></div>
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_42">[42]</a></span></p>
-
-<h4>III.</h4>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Wer wankt zu Fuße ganz allein<br /></span>
-<span class="i0">gen Heidelberg zum Hirschen?<br /></span>
-<span class="i0">Das ist der Herr von Rodenstein,<br /></span>
-<span class="i0">vorbei ist's mit dem Pirschen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">»Herr Wirt, ein Kännlein dünnes Bier<br /></span>
-<span class="i0">und einen Harung im Salze!<br /></span>
-<span class="i0">Ich hab' vom vielen Malvasier<br /></span>
-<span class="i0">das Zipperlein am Halse.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der schönste, größte Durst der Pfalz<br /></span>
-<span class="i0">muß früh in Ruhstand sinken;<br /></span>
-<span class="i0">das letzte Dorf des Odenwalds<br /></span>
-<span class="i0">kann ich nicht mehr vertrinken.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Einen Notary ruft herein,<br /></span>
-<span class="i0">der schreib' die Testamenten:<br /></span>
-<span class="i0">Pfaffenbeerfurt soll der Hochschul' sein,<br /></span>
-<span class="i0">mein Durst den Herrn Studenten!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Stets bin ich alter Mann gerührt,<br /></span>
-<span class="i0">seh' ich die wackern Jungen.<br /></span>
-<span class="i0">Und schlucken sie wie ich, so wird<br /></span>
-<span class="i0">dereinstmals doch gesungen:<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_43">[43]</a></span>
-<span class="i2">Pfaffenbeerfurt ist hin!<br /></span>
-<span class="i2">Pfaffenbeerfurt ist fort!<br /></span>
-<span class="i2">Pfaffenbeerfurt, die duftige Mistfinkenhöhl',<br /></span>
-<span class="i2">Pfaffenbeerfurt des Odenwalds Kronjuwel,<br /></span>
-<span class="i2">Pfaffenbeerfurt … ist … veritrunken!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's!<br /></span>
-<span class="i0">Was liegt an dem Verlurste?<br /></span>
-<span class="i0">Man spricht vom vielen Trinken stets,<br /></span>
-<span class="i0">doch nie vom vielen Durste.<br /></span>
-<span class="i2">Pfaffenbeerfurt ist hin!<br /></span>
-<span class="i2">Pfaffenbeerfurt ist fort!<br /></span>
-<span class="i2">Pfaffenbeerfurt, die duftige Mistfinkenhöhl',<br /></span>
-<span class="i2">Pfaffenbeerfurt, des Odenwalds Kronjuwel,<br /></span>
-<span class="i2">Pfaffenbeerfurt … ist … veritrunken!«<br /></span>
-</div></div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h3 id="Der_Willekumm">Der Willekumm</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Und als der Herr von Rodenstein<br /></span>
-<span class="i0">zum Frankenstein sich wandte,<br /></span>
-<span class="i0">empfing er seinen Ehrenwein,<br /></span>
-<span class="i0">so wie es Brauch im Lande.<br /></span>
-<span class="i0">In Beerbach vor dem Rathaus bracht'<br /></span>
-<span class="i0">der Zentgraf mit den Bauern<br /></span>
-<span class="i0">den Kauzenkrug. Der Alte lacht:<br /></span>
-<span class="i0">»Nur her mit Euerm Sauern!<br /></span>
-<span class="i2">Ihr Mannen, macht das Armbein krumm,<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_44">[44]</a></span>
-<span class="i2">der Willekumm gaht um, gaht um,<br /></span>
-<span class="i2">holliro, das Bauernkäuzlein<br /></span>
-<span class="i2">gaht um, gaht um!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Als er von dort sich durchgezerrt,<br /></span>
-<span class="i0">zur Frankensteiner Linde,<br /></span>
-<span class="i0">stand Weg und Durchpaß dicht gesperrt<br /></span>
-<span class="i0">vom jungen Burggesinde:<br /></span>
-<span class="i0">Ein Reiterstiefel lebensgroß<br /></span>
-<span class="i0">von Ton, ein feinbemalter,<br /></span>
-<span class="i0">ward ihm gefüllt kredenzt auf's Roß<br /></span>
-<span class="i0">und alles sang den Psalter:<br /></span>
-<span class="i2">»Ihr Mannen, macht das Armbein krumm,<br /></span>
-<span class="i2">der Willekumm gaht um, gaht um,<br /></span>
-<span class="i2">holliro, der große Stiefel<br /></span>
-<span class="i2">gaht um, gaht um!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Im Burghof grüßt' ein zweiter Schwarm<br /></span>
-<span class="i0">ihn mit Karthaunenzündung,<br /></span>
-<span class="i0">da schwang der Burgherr selbst im Arm<br /></span>
-<span class="i0">des zweiten Stiefels Ründung.<br /></span>
-<span class="i0">Des Schloßbergs Feinsten goß man ein<br /></span>
-<span class="i0">und würdig sprach der Ritter:<br /></span>
-<span class="i0">»Herr Nachbar, nit auf eynem Bein!<br /></span>
-<span class="i0">Der hier schmeckt auch nicht bitter.<br /></span>
-<span class="i2">Ihr Mannen, macht das Armbein krumm,<br /></span>
-<span class="i2">der Willekumm gaht um, gaht um,<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_45">[45]</a></span>
-<span class="i2">holliro, der große Stiefel<br /></span>
-<span class="i2">gaht um, gaht um!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Rodenstein trank aus und rief:<br /></span>
-<span class="i0">»Gott segne deine Nase!<br /></span>
-<span class="i0">Die meine bog sich beinah schief<br /></span>
-<span class="i0">Von solchem Strom im Glase.<br /></span>
-<span class="i0">Jetzt wöll'n wir in dem Rittersaal<br /></span>
-<span class="i0">ausruhn vom ersten Tosen;<br /></span>
-<span class="i0">mir ahnt, dort füllt dein Ehgemahl<br /></span>
-<span class="i0">das Trinkhorn Karls des Großen.<br /></span>
-<span class="i2">Und nochmals heißt's: das Armbein krumm,<br /></span>
-<span class="i2">der Willekumm gaht um, gaht um,<br /></span>
-<span class="i2">holliro, des Kaisers Hörnlein<br /></span>
-<span class="i2">gaht um, gaht um.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">… Beim Abschied andern Morgens war<br /></span>
-<span class="i0">ein Nebel weit und breite,<br /></span>
-<span class="i0">da bracht man ihm das Stammbuch dar<br /></span>
-<span class="i0">zum Eintrag, eh' er scheide.<br /></span>
-<span class="i0">Und zittrig schrieb er: »Kund soll sein,<br /></span>
-<span class="i0">daß ich hie eingeritten<br /></span>
-<span class="i0">und lob' das Haus zum Frankenstein<br /></span>
-<span class="i0">als Haus von guten Sitten:<br /></span>
-<span class="i2">Der Willkumm hat mir so gemund't,<br /></span>
-<span class="i2">daß ich das Bett nicht finden kunnt',<br /></span>
-<span class="i2">holliro, nicht nur der Stiefel<br /></span>
-<span class="i2"><em class="gesperrt">'s ging alles um</em>!«<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_46">[46]</a></span></p>
-
-<h3 id="Die_Pfaendung">Die Pfändung</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Und wieder saß beim Weine<br /></span>
-<span class="i0">im Waldhorn ob der Bruck<br /></span>
-<span class="i0">der Herr vom Rodensteine<br /></span>
-<span class="i0">mit schwerem Schluck und Gluck.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Wirt sprach tief in Trauer:<br /></span>
-<span class="i0">»Daß Gott sich mein erbarm'!<br /></span>
-<span class="i0">Der sitzt wie eine Mauer<br /></span>
-<span class="i0">und trinkt mich nächstens arm.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Wie soll das all noch enden?<br /></span>
-<span class="i0">Kein' Pfennig gibt er her&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Ich glaub', ich laß ihn pfänden,<br /></span>
-<span class="i0">sonst weicht er mir nicht mehr!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Fronvogt samt dem Büttel<br /></span>
-<span class="i0">kam handfest an im Horn:<br /></span>
-<span class="i0">»Heraus den Sammetkittel,<br /></span>
-<span class="i0">die Stiefel und die Sporn.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Heraus des Mantels Zirde,<br /></span>
-<span class="i0">Handschuh und Zobelhut!<br /></span>
-<span class="i0">Verfallen diesem Wirte<br /></span>
-<span class="i0">ist all Eu'r Hab und Gut!«<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_47">[47]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Da lacht der Rodensteiner:<br /></span>
-<span class="i0">»Nur zu! … wie wird mir wohl!<br /></span>
-<span class="i0">'s trinkt leichter sich und feiner<br /></span>
-<span class="i0">im Unterkamisol!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und bis Ihr mir die Kehlen<br /></span>
-<span class="i0">könnt pfänden aus dem Hals,<br /></span>
-<span class="i0">werd' ich noch manchen quälen,<br /></span>
-<span class="i0">der Wein schenkt in Kurpfalz!«<br /></span>
-</div></div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h3 id="Der_Knapp">Der Knapp</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Der Herr vom Rodensteine<br /></span>
-<span class="i0">sprach fiebrig und schabab:<br /></span>
-<span class="i0">»Ungern duld' ich alleine,<br /></span>
-<span class="i0">wo steckt mein treuer Knapp?<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ich spür' in Haupt und Magen<br /></span>
-<span class="i0">ein Stechen und Geschlapp&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Diesmal geht mir's an Kragen,<br /></span>
-<span class="i0">wo steckt mein treuer Knapp?«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Reitersjungen viere<br /></span>
-<span class="i0">durchsuchten Weg und Steg:<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_48">[48]</a></span>
-<span class="i0">Der Knapp saß fest beim Biere,<br /></span>
-<span class="i0">juhei! im Bremeneck.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Er trank und sprach mit Trauern:<br /></span>
-<span class="i0">»Du braver Rodenstein!<br /></span>
-<span class="i0">Allein ich muß bedauern,<br /></span>
-<span class="i0">ich kann nicht bei dir sein!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ist <em class="gesperrt">dir</em> 'was zugestoßen&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">auch <em class="gesperrt">ich</em> hab 'was erlebt:<br /></span>
-<span class="i0">Ich bin mit Rock und Hosen<br /></span>
-<span class="i0">hier völlig festgeklebt.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Die Jungen meld'ten traurig<br /></span>
-<span class="i0">dem Kranken, was gescheh'n,<br /></span>
-<span class="i0">da sprach er fieberschaurig:<br /></span>
-<span class="i0">»O Knapp, das ist nicht schön!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Lässest du dein'n Herren schwitzen<br /></span>
-<span class="i0">in solcher Not und Plag',<br /></span>
-<span class="i0">so sollst du übersitzen<br /></span>
-<span class="i0">bis an den jüngsten Tag!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Er sprach's und starb im Fieber,<br /></span>
-<span class="i0">sein letztes Wort traf zu,<br /></span>
-<span class="i0">der Knapp sitzt heut noch über,<br /></span>
-<span class="i0">es läßt ihm keine Ruh.<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_49">[49]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und Nachts wie Sturmgewitter<br /></span>
-<span class="i0">jagt's oft straßauf, straßab,<br /></span>
-<span class="i0">das ist der alte Ritter,<br /></span>
-<span class="i0">er ruft: »Wo steckt mein Knapp?!«<br /></span>
-</div></div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h3 id="Das_wilde_Heer">Das wilde Heer</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Das war der Herr von Rodenstein,<br /></span>
-<span class="i0">der sprach: »Daß Gott mir helf,<br /></span>
-<span class="i0">gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein<br /></span>
-<span class="i0">des Nachts um halber Zwölf?<br /></span>
-<span class="i0">'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!<br /></span>
-<span class="i0">Herr Wirt, daß Gott mir helf,<br /></span>
-<span class="i0">gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein<br /></span>
-<span class="i0">des Nachts um halber Zwölf?«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Er ritt landauf, landab im Trab,<br /></span>
-<span class="i0">kein Wirt ließ ihn ins Haus;<br /></span>
-<span class="i0">todkrank noch seufzt vom Gaul herab<br /></span>
-<span class="i0">er in die Nacht hinaus:<br /></span>
-<span class="i0">»'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!<br /></span>
-<span class="i0">Herr Wirt, daß Gott mir helf,<br /></span>
-<span class="i0">gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein<br /></span>
-<span class="i0">des Nachts um halber Zwölf?«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und als mit Spieß und Jägersrock<br /></span>
-<span class="i0">sie ihn zu Grab getan,<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_50">[50]</a></span>
-<span class="i0">hub selbst die alte Lumpenglock<br /></span>
-<span class="i0">betrübt zu läuten an:<br /></span>
-<span class="i0">»'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!<br /></span>
-<span class="i0">Herr Wirt, daß Gott mir helf,<br /></span>
-<span class="i0">gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein<br /></span>
-<span class="i0">des Nachts um halber Zwölf?«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Doch wem der letzte Schoppen fehlt,<br /></span>
-<span class="i0">den duld't kein Erdreich nicht;<br /></span>
-<span class="i0">drum tobt er jetzt, vom Durst gequält,<br /></span>
-<span class="i0">als Geist umher und spricht:<br /></span>
-<span class="i0">»'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!<br /></span>
-<span class="i0">Herr Wirt, daß Gott mir helf,<br /></span>
-<span class="i0">gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein<br /></span>
-<span class="i0">des Nachts um halber Zwölf?«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und alles, was im Odenwald<br /></span>
-<span class="i0">sein' Durst noch nicht gestillt,<br /></span>
-<span class="i0">das folgt ihm bald, das schallt und knallt,<br /></span>
-<span class="i0">das klafft und stampft und brüllt:<br /></span>
-<span class="i0">»'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!<br /></span>
-<span class="i0">Herr Wirt, daß Gott mir helf,<br /></span>
-<span class="i0">gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein<br /></span>
-<span class="i0">des Nachts um halber Zwölf?«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">… Dies Lied singt man, wenn's auch verdrießt,<br /></span>
-<span class="i0">gestrengem Wirt zur Lehr';<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_51">[51]</a></span>
-<span class="i0">wer zu genau die Herberg schließt,<br /></span>
-<span class="i0">den straft das wilde Heer:<br /></span>
-<span class="i0">»'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!<br /></span>
-<span class="i0">Rumdiridi! Freijagd!<br /></span>
-<span class="i0">Hoidirido, Freinacht!<br /></span>
-<span class="i0">Hausknecht hervor!<br /></span>
-<span class="i0">Oeffne das Tor!<br /></span>
-<span class="i0">'Raus! 'raus! 'raus!«<br /></span>
-</div></div>
-
-<hr class="chap" />
-<h3 id="Der_Ueberfall">Der Ueberfall</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Und wieder sprach der Rodenstein:<br /></span>
-<span class="i0">»Hallo! mein wildes Heer!<br /></span>
-<span class="i0">In Tiefschluckhausen fall' ich ein<br /></span>
-<span class="i0">und trink' den Pfarrer leer.<br /></span>
-<span class="i0">'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!<br /></span>
-<span class="i0">Herr Pfarr, daß Gott Euch helf!<br /></span>
-<span class="i0">Gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein<br /></span>
-<span class="i0">des Nachts um halber Zwölf?«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Pfarr, ein tapfrer Gottesmann,<br /></span>
-<span class="i0">trat streitbar vor sein Tor,<br /></span>
-<span class="i0">mit Weihbrunn, Skapulier und Bann<br /></span>
-<span class="i0">die Geister er beschwor:<br /></span>
-<span class="i0">»'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!<br /></span>
-<span class="i0">Daß Euch der Satan helf,<br /></span>
-<span class="i0">kriegt Ihr kein' einzigen Tropfen Wein<br /></span>
-<span class="i0">des Nachts um halber Zwölf!«<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_52">[52]</a></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Doch fröhlich brummt der Rodenstein!<br /></span>
-<span class="i0">»O Pfarr, ich fang dich doch!<br /></span>
-<span class="i0">Ein Geist, der nicht zum Tor kommt 'rein,<br /></span>
-<span class="i0">probiert's am Kellerloch!<br /></span>
-<span class="i0">'Nein da! … 'Nein zu dem Wein da!<br /></span>
-<span class="i0">Hurra! schon sind wir drin!<br /></span>
-<span class="i0">Sein Keller ist nicht schlecht besetzt,<br /></span>
-<span class="i0">Hurra! wir trinken ihn!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">O armes, frommes Pfarrerherz,<br /></span>
-<span class="i0">heut hat der Böse Macht!<br /></span>
-<span class="i0">Vergeblich rief er kellerwärts,<br /></span>
-<span class="i0">daß das Gewölbe kracht:<br /></span>
-<span class="i0">»Schwein' da … Schwein' da … bei dem Wein da!<br /></span>
-<span class="i0">Heißt das sich aufgeführt?<br /></span>
-<span class="i0">So laßt mir doch die Kompetenz,<br /></span>
-<span class="i0">die einem Pfarr gebührt!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und als die Glocke Ein Uhr schlug,<br /></span>
-<span class="i0">das Heer sang dumpf und hohl:<br /></span>
-<span class="i0">»Herr Pfarr, Herr Pfarr, jetzt ha'n wir gnug,<br /></span>
-<span class="i0">Herr Pfarr, jetzt lebet wohl!<br /></span>
-<span class="i0">'Raus jetzt! 'Raus aus dem Haus jetzt!<br /></span>
-<span class="i0">Herr Pfarr, und bleibt gesund!<br /></span>
-<span class="i0">'s fließt nirgends mehr ein Tropfen Wein<br /></span>
-<span class="i0">aus Krug und Hahn und Spund.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Da flucht der Pfarr: »Ich dank recht sehr,<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_53">[53]</a></span>
-<span class="i0">Schwernot! Ist alles hin,<br /></span>
-<span class="i0">so will ich selbst im wilden Heer<br /></span>
-<span class="i0">als Feldkaplan mitzieh'n!<br /></span>
-<span class="i0">'Naus jetzt! 'Naus aus dem Haus jetzt!<br /></span>
-<span class="i0">Herr Ritter, ich schlag' ein:<br /></span>
-<span class="i0">Ist all mein Wein zum Teufel, soll<br /></span>
-<span class="i0">ein and'rer Pfarrherr sein!<br /></span>
-<span class="i0">Hussa, hallo!<br /></span>
-<span class="i0">Jo, hihaho!<br /></span>
-<span class="i0">Rumdiridi, langt's nit,<br /></span>
-<span class="i0">Hoidirido, selbst mit!<br /></span>
-<span class="i0">Höllischer Chor,<br /></span>
-<span class="i0">heut reit' ich vor:<br /></span>
-<span class="i0">'Naus! 'naus! 'naus!!«<br /></span>
-</div></div>
-
-<hr class="chap" />
-<h3 id="Die_Fahndung">Die Fahndung</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Und wieder sprach der Rodenstein:<br /></span>
-<span class="i0">»Pelzkappenschwerenot!<br /></span>
-<span class="i0">Hans Breuning, Stabstrompeter mein,<br /></span>
-<span class="i0">bist untreu oder tot?<br /></span>
-<span class="i0">Lebst noch? … Lebst noch und hebst noch?<br /></span>
-<span class="i0">Man g'spürt dich nirgend mehr&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Schon naht die durstige Maiweinzeit,<br /></span>
-<span class="i0">du mußt mir wieder her!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Er ritt, bis er gen Darmstadt kam,<br /></span>
-<span class="i0">kein Fahnden war geglückt;<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_54">[54]</a></span>
-<span class="i0">da lacht' er, als am schwarzen Lamm<br /></span>
-<span class="i0">durchs Fenster er geblickt:<br /></span>
-<span class="i0">»Er lebt noch! … Lebt noch und hebt noch!<br /></span>
-<span class="i0">Doch frag' mich keiner: wie?<br /></span>
-<span class="i0">Wie kommt mein alter Flügelmann<br /></span>
-<span class="i0">in solche Kompagnie?«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">In Züchten saß die Stammgastschar<br /></span>
-<span class="i0">nach Rang und Würden dort,<br /></span>
-<span class="i0">Dünnbier ihr Vespertrünklein war,<br /></span>
-<span class="i0">es klang kein lautes Wort.<br /></span>
-<span class="i0">»Sacht stets! … Sacht und bedacht stets<br /></span>
-<span class="i0">ist Lebens Hochgenuß,«<br /></span>
-<span class="i0">so flüstert ein Kanzleimann just<br /></span>
-<span class="i0">zum Kreisamtssyndikus.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">In dieser Schöppleinschlürfer Reih'<br /></span>
-<span class="i0">saß auch ein stilles Gast,<br /></span>
-<span class="i0">und als es acht Uhr war vorbei,<br /></span>
-<span class="i0">nahm's Stock und Hut mit Hast.<br /></span>
-<span class="i0">»Acht jetzt! … acht jetzt … gut Nacht jetzt!<br /></span>
-<span class="i0">Einst war ich nicht so brav,<br /></span>
-<span class="i0">doch ehrbar wandeln ist das Best'!<br /></span>
-<span class="i0">Ich geh ins Bett und schlaf'.«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Rodenstein in grimmem Zorn<br /></span>
-<span class="i0">hub grau'nhaft sich empor;<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_55">[55]</a></span>
-<span class="i0">dreimal stieß er ins Jägerhorn<br /></span>
-<span class="i0">und blies mit Macht den Chor:<br /></span>
-<span class="i0">»'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!<br /></span>
-<span class="i0">'Raus mit dem Deserteur!<br /></span>
-<span class="i0">Das lahme, zahme Gast da drin<br /></span>
-<span class="i0">gehört zum wilden Heer!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Da faßt das Gast ein Schreck und Graus,<br /></span>
-<span class="i0">erst sank es tief ins Knie,<br /></span>
-<span class="i0">dann stürzt es einen Maßkrug aus,<br /></span>
-<span class="i0">schlug's Fenster ein und schrie:<br /></span>
-<span class="i0">»'Naus da! 'Naus aus dem Haus da!<br /></span>
-<span class="i0">O Horn und Sporn und Zorn!<br /></span>
-<span class="i0">O Rodenstein! O Maienwein!<br /></span>
-<span class="i0">Noch bin ich nicht verlor'n.<br /></span>
-<span class="i0">Rumdiridi, Freijagd!<br /></span>
-<span class="i0">Hoidirido, Freinacht!<br /></span>
-<span class="i0">Alter Patron,<br /></span>
-<span class="i0">empfah' deinen Sohn!<br /></span>
-<span class="i0">Hussa, Hallo!<br /></span>
-<span class="i0">Jo, hihaho!<br /></span>
-<span class="i0">'Naus, 'naus, 'naus!«<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_56">[56]</a></span></p>
-
-<h2 id="Aus_dem_Trompeter_von">Aus dem »Trompeter von
-Säkkingen«</h2>
-</div>
-
-<h3 id="O_Ponte_molle">I.</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">O Ponte molle, du treffliche Bruck,<br /></span>
-<span class="i0">bei der ich geschlürft schon manch tapfern Schluck<br /></span>
-<span class="i2">aus strohumflochtener Flaschen,<br /></span>
-<span class="i0">o Ponte molle, was ist mit dir?<br /></span>
-<span class="i0">Als einsamer Trinker sitz' ich allhier,<br /></span>
-<span class="i2">kaum mag ich des Weines naschen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">O Ponte molle, 's war seltsam heut,<br /></span>
-<span class="i0">die süße verklungene Jugendzeit<br /></span>
-<span class="i2">und die alte Liebe kam wieder,<br /></span>
-<span class="i0">es zieht ein heißer Scirocco durchs Land,<br /></span>
-<span class="i0">im Herzen lodert der alte Brand,<br /></span>
-<span class="i2">es regt sich wie Sänge und Lieder.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">O Tibrisstrom, o Sankt Peters Dom!<br /></span>
-<span class="i0">O du ganzes gewaltig allmächtiges Rom!<br /></span>
-<span class="i2">&ndash; Mögt allsamt gestohlen mir werden.<br /></span>
-<span class="i0">Wohin auch die unstäte Fahrt mich trieb,<br /></span>
-<span class="i0">die stille, holdselige Schwarzwaldlieb<br /></span>
-<span class="i2">bleibt doch das Schönste auf Erden.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">O Ponte molle, &ndash; wie war sie schön!<br /></span>
-<span class="i0">Und müßt' ich viel tausend Fräulein noch sehn,<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_57">[57]</a></span>
-<span class="i2">ich priese doch stets nur die Eine.<br /></span>
-<span class="i0">Und käme sie jetzo des Wegs vorbei,<br /></span>
-<span class="i0">dir selbst, du solides Quadergebäu,<br /></span>
-<span class="i2">durchzuckte es Mark und Gebeine.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Doch vergeblich die Sehnsucht, vergeblich das Leid,<br /></span>
-<span class="i0">die Sonn' ist zu glühend, der Weg zu weit<br /></span>
-<span class="i2">und das Fliegen noch nicht erfunden.<br /></span>
-<span class="i0">Padrone, noch eine Flasche herein!<br /></span>
-<span class="i0">Der perlenreiche Orvietowein<br /></span>
-<span class="i2">mag auch dem Traurigen munden.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">O Ponte molle, du treffliche Bruck,<br /></span>
-<span class="i0">ich glaube, du lohnest mit bösem Spuk,<br /></span>
-<span class="i2">daß ich mich in Träume verloren!<br /></span>
-<span class="i0">Es wirbelt ein Staub an der Heerstraß' auf;<br /></span>
-<span class="i0">jetzt sperrt mir ein Ochsen- und Büffelhauf'<br /></span>
-<span class="i2">den Heimweg zu Romas Toren!<br /></span>
-</div></div>
-
-<h3 id="Ich_weiss_nicht">II.</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Ich weiß nicht, was da noch werden soll?<br /></span>
-<span class="i0">Schon dämmert's im feuchten Grunde,<br /></span>
-<span class="i0">die Fledermaus macht ahnungsvoll<br /></span>
-<span class="i0">um den alten Stadtwall die Runde,<br /></span>
-<span class="i2">am Scherbenberg wird's öd und still,<br /></span><span class="pagenum"><a id="Seite_58">[58]</a></span>
-<span class="i2">ich glaub', die alte Wirtin will<br /></span>
-<span class="i4">bereits die Schenke verschließen.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ein Käuzlein hör' ich drüben schrei'n,<br /></span>
-<span class="i0">wo die Grabzypressen trauern,<br /></span>
-<span class="i0">Campagnanebel ziehen herein,<br /></span>
-<span class="i0">verhüllt stehn Tor und Mauern;<br /></span>
-<span class="i2">es wogt und wallt wie ein Geisterheer<br /></span>
-<span class="i2">um Cestius' Pyramide her,<br /></span>
-<span class="i4">was mögen die Toten wollen?<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Jetzt zuckt und flammt um den Berg ein Licht,<br /></span>
-<span class="i0">die grauen Wolken verfliegen;<br /></span>
-<span class="i0">es kommt mit neidisch gelbem Gesicht<br /></span>
-<span class="i0">der Vollmond aufgestiegen,<br /></span>
-<span class="i2">er scheint so grell, er scheint so fahl,<br /></span>
-<span class="i2">er scheint mir mitten in Weinpokal,<br /></span>
-<span class="i4">das kann nichts Gutes bedeuten.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und wer von der Liebsten scheiden gemüßt,<br /></span>
-<span class="i0">dem wird sie nur um so lieber,<br /></span>
-<span class="i0">und wer zu lang in der Nachtluft sitzt,<br /></span>
-<span class="i0">bekommt in Rom das Fieber.<br /></span>
-<span class="i2">Schon löscht die Wirtin die Lampe aus&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i2"><em class="antiqua">Felice notte!</em> ich geh' nach Haus,<br /></span>
-<span class="i4">die Zeche bezahl' ich morgen.<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_59">[59]</a></span></p>
-
-<h2 id="Nicht_rasten_und_nicht_rosten">Nicht rasten und nicht rosten&nbsp;…</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Nicht rasten und nicht rosten,<br /></span>
-<span class="i0">Weisheit und Schönheit kosten,<br /></span>
-<span class="i0">Durst löschen, wenn er brennt,<br /></span>
-<span class="i0">die Sorgen versingen mit Scherzen:<br /></span>
-<span class="i0">&ndash; Wer's kann, der bleibt im Herzen<br /></span>
-<span class="i0">zeitlebens … ein Student!<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_60">[60]</a></span></p>
-
-<h2 id="Des_Biedermanns_Abendgemuetlichkeit">Des Biedermanns Abendgemütlichkeit</h2>
-</div>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0 drop">Vor meinem Haus steht eine Linde,<br /></span>
-<span class="i0">in ihrem Schatten sitz ich gern,<br /></span>
-<span class="i0">ich dampf' mein Pfeiflein in die Winde<br /></span>
-<span class="i0">und lob' durch Nichtstun Gott, den Herrn.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Die Bienen summen froh und friedlich<br /></span>
-<span class="i0">und saugen Blütenhonig ein,<br /></span>
-<span class="i0">und alles ist so urgemütlich,<br /></span>
-<span class="i0">daß ich vor innrer Rührung wein'.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und hätt' in Deutschland jeder Hitzko-<br /></span>
-<span class="i0">pf wie ich 'ne Linde vor der Tür<br /></span>
-<span class="i0">und rauchte seinen Portoriko<br /></span>
-<span class="i0">mit so beschaulichem Pläsir:<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">So gäb' es nicht so viel Krakehler<br /></span>
-<span class="i0">in dieser schönen Gotteswelt,<br /></span>
-<span class="i0">die Sonne schien' nicht auf Skandäler,<br /></span>
-<span class="i0">und doch wär' alles wohl bestellt.<br /></span>
-<span class="i22">Amen.<br /></span>
-</div></div>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p><span class="pagenum"><a id="Seite_61">[61]</a></span></p>
-
-<h2 id="Inhalt">Inhalt</h2>
-</div>
-
-<table summary="Inhalt">
-<tr>
-<td></td><td class="tdr">Seite</td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Altassyrisch</td>
- <td class="tdr"><a href="#Altassyrisch">5</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Der Fünfundsechziger</td>
- <td class="tdr"><a href="#Der_Fuenfundsechziger">7</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Perkêo</td>
- <td class="tdr"><a href="#Perkeo">9</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Die Herberge am See</td>
- <td class="tdr"><a href="#Die_Herberge_am_See">12</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Dem aufgehenden Mond</td>
- <td class="tdr"><a href="#Dem_aufgehenden_Mond">14</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>In den Alpen</td>
- <td class="tdr"><a href="#In_den_Alpen">16</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Die Maulbronner Fuge</td>
- <td class="tdr"><a href="#Die_Maulbronner_Fuge">17</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Der Enderle von Ketsch</td>
- <td class="tdr"><a href="#Der_Enderle_von_Ketsch">20</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Am Grenzwall</td>
- <td class="tdr"><a href="#Am_Grenzwall">23</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Numero acht</td>
- <td class="tdr"><a href="#Numero_acht">25</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Die letzte Hose</td>
- <td class="tdr"><a href="#Die_letzte_Hose">27</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Das Hildebrandlied</td>
- <td class="tdr"><a href="#Das_Hildebrandlied">29</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Die Heimkehr</td>
- <td class="tdr"><a href="#Die_Heimkehr">30</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Asphalt</td>
- <td class="tdr"><a href="#Asphalt">34</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Das Megatherium</td>
- <td class="tdr"><a href="#Das_Megatherium">37</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td colspan="2" class="larger">Die Lieder vom Rodenstein:</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdh3">1. Die drei Dörfer</td>
- <td class="tdr"><a href="#Die_drei_Doerfer">39</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdh3">2. Der Willekumm</td>
- <td class="tdr"><a href="#Der_Willekumm">43</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdh3">3. Die Pfändung</td>
- <td class="tdr"><a href="#Die_Pfaendung">46</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdh3">4. Der Knapp</td>
- <td class="tdr"><a href="#Der_Knapp">47</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdh3">5. Das wilde Heer</td>
- <td class="tdr"><a href="#Das_wilde_Heer">49</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdh3">6. Der Ueberfall</td>
- <td class="tdr"><a href="#Der_Ueberfall">51</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdh3">7. Die Fahndung</td>
- <td class="tdr"><a href="#Die_Fahndung">53</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td colspan="2" class="larger">Aus dem Trompeter von Säkkingen:</td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdh3">1. O Ponte molle, du treffliche Bruck</td>
- <td class="tdr"><a href="#O_Ponte_molle">56</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td class="tdh3">2. Ich weiß nicht, was da noch werden soll</td>
- <td class="tdr"><a href="#Ich_weiss_nicht">57</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Nicht rasten und nicht rosten</td>
- <td class="tdr"><a href="#Nicht_rasten_und_nicht_rosten">59</a></td>
-</tr>
-<tr>
-<td>Des Biedermanns Abendgemütlichkeit</td>
- <td class="tdr"><a href="#Des_Biedermanns_Abendgemuetlichkeit">60</a></td>
-</tr>
-</table>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p class="h2">Die »Zeitbücher«</p>
-
-<p class="center larger">herausgegeben von Walter Jerven</p>
-</div>
-
-<p class="center">Bis jetzt erschienen:</p>
-
-<div class="hang">
-
-<p>1 <em class="gesperrt">Wilhelm Schussen</em>, Im großen Jahr. Erzählungen</p>
-
-<p>2 <em class="gesperrt">Kurt Münzer</em>, Der jüngste Tag. Kriegsnovellen</p>
-
-<p>3 <em class="gesperrt">1870/71</em>, Lieder und Gedichte. Herausg. v. W. Jerven</p>
-
-<p>4 <em class="gesperrt">Richard Sexau</em>, Siegesopfer. Kriegsnovellen</p>
-
-<p>5 <em class="gesperrt">Richard Rieß</em>, Krank am Kriege. Kriegsnovellen</p>
-
-<p>6 <em class="gesperrt">Heldinnen.</em> Erzählungen zu Ehren der Frauen</p>
-
-<p>7 <em class="gesperrt">Peter Scher</em>, Kampf und Lachen. Glossen</p>
-
-<p>8 <em class="gesperrt">Leonhard Adelt</em>, Der Ozeanflug. Novelle</p>
-
-<p>9 <em class="gesperrt">Jul. Bab</em>, Preußen und der deutsche Geist</p>
-
-<p>10 <em class="gesperrt">Th. Heuß</em>, Schwaben und der deutsche Geist</p>
-
-<p>11 <em class="gesperrt">W. Handl</em>, Oesterreich und der deutsche Geist</p>
-
-<p>12 <em class="gesperrt">Ludwig Finckh</em>, Seekönig. Erzählungen</p>
-
-<p>13 <em class="gesperrt">H. Lhotzky</em>, Vom Erleben des Glücks</p>
-
-<p>14 <em class="gesperrt">Kurt Münzer</em>, Der Wert des Lebens. Aufsätze</p>
-
-<p>15 <em class="gesperrt">Wilh. v. Scholz</em>, Fähnrich von Braunau. Novelle</p>
-
-<p>16 <em class="gesperrt">Carl Busse</em>, Ueber Zeit und Dichtung. Lit. Aufsätze</p>
-
-<p>17 <em class="gesperrt">R. Presber</em>, Der Weg zum Ruhm. Satiren</p>
-
-<p>18 <em class="gesperrt">Fritz Mauthner</em>, Vom armen Franischko. Erzählg.</p>
-
-<p>19 <em class="gesperrt">W. v. Molo</em>, Deutschland und Oesterreich</p>
-
-<p>20 <em class="gesperrt">Alte Kalendergeschichten.</em> Herausg. v. W. Jerven</p>
-
-<p>21 <em class="gesperrt">Leo Heller</em>, Gott erhalte … Gedichte</p>
-
-<p>22 <em class="gesperrt">Alfred Huggenberger</em>, Der Hofbauer. Erzählung</p>
-
-<p>23 <em class="gesperrt">W. Schussen</em>, Der geadelte Steinschleifer. Erzählungen</p>
-
-<p>24 <em class="gesperrt">Hermann Hesse</em>, Am Weg. Erzählungen</p>
-
-<p>25 <em class="gesperrt">Otto Hörth</em>, Heimat, für die wir kämpfen</p>
-
-<p>26 <em class="gesperrt">R. Rieß</em>, Der trockene Fisch. Lustige Geschichten</p>
-
-<p>27 <em class="gesperrt">Heinrich Schäff</em>, Im Zeichen der Stunde</p>
-
-<p>28 <em class="gesperrt">A. Sexauer</em>, 6 Feldpredigten von einem Laien</p>
-
-<p>29 <em class="gesperrt">Aussaat!</em> Prosa und Verse einer neuen Jugend mit
-Beiträgen von René Schickele, Hans Franck, A. Holitscher,
-Fr. W. Foerster usw., herausg. v. O. M. Fontana</p>
-
-<p>30 <em class="gesperrt">Müller-Guttenbrunn</em>, Oesterreichs Beschwerdebuch</p>
-
-<p>31 <em class="gesperrt">Hans Watzlik</em>, Von deutsch-böhmischer Erde. Erzählg.</p>
-
-<p>32 <em class="gesperrt">K. Münzer</em>, Seelchen. Erzählungen aus Kinderland</p>
-
-<p>33 <em class="gesperrt">A. Fendrich</em>, Wanderungen. Soziale Betrachtungen</p>
-
-<p>34 <em class="gesperrt">Cl. Brentano</em>, Fanferlieschen Schönefüßchen I</p>
-
-<p>35 <em class="gesperrt">Cl. Brentano</em>, Fanferlieschen Schönefüßchen II</p>
-
-<p class="center">Beide Bände illustriert von Kasia von Szadurska</p>
-
-<p>36 <em class="gesperrt">Fritz Mauthner</em>, Der steinerne Riese. Erzählung</p>
-
-<p>37 <em class="gesperrt">Curt Moreck</em>, Der Gast. Drei Novellen</p>
-
-<p>38 <em class="gesperrt">H. Wiedebach-Woischützky</em>, Liselotte lacht</p>
-
-<p>39 <em class="gesperrt">Peter Scher</em>, Das Friedenssanatorium. Glossen</p>
-
-<p>40 <em class="gesperrt">Ludwig Finckh</em>, Graspfeifer. Erzählungen</p>
-
-<p>41 <em class="gesperrt">Die Bergschmiede</em> &ndash; Novellen schlesischer Dichter.
-Mit Beiträgen von Paul Keller, Hermann Stehr, Paul
-Barsch u. a., herausgegeben von Walter Meckauer</p>
-
-<p>42 <em class="gesperrt">Paul Enderling</em>, Zwölf Geschichten</p>
-
-<p>43 <em class="gesperrt">Arthur Schubart</em>, Tiere und Menschen. Skizzen</p>
-
-<p>44 <em class="gesperrt">Ungarische Erzählungen</em>, Band I, mit Beiträgen
-von Franz Molnar, Ernst Szep u. a., herausgegeben
-v. St. J. Klein</p>
-
-<p>45 <em class="gesperrt">Oskar Walzel</em>, Zukunftsaufgaben deutscher Kultur</p>
-
-<p>46 <em class="gesperrt">Franz Karl Ginzkey</em>, Lieder</p>
-
-<p>47 <em class="gesperrt">W. v. Scholz</em>, Die Unwirklichen. Novellen</p>
-
-<p>48 <em class="gesperrt">Leo Heller</em>, Das schwarzgelbe Buch. Gedichte</p>
-
-<p>49 <em class="gesperrt">H. Falkenfeld</em>, Die Musik der Schlachten. Aufsätze</p>
-
-<p>50 <em class="gesperrt">Karl Stieler</em>, Ein Winter-Idyll</p>
-
-<p>51 <em class="gesperrt">Münchner Bilderbogen</em>, mit Beiträgen von A. de
-Nora, F. Freksa, Karl Ettlinger, herausg. v. R. Rieß</p>
-
-<p>52 <em class="gesperrt">Hans Franck</em>, Glockenfranzl I. Märchennovelle</p>
-
-<p>53 <em class="gesperrt">Hans Franck</em>, Glockenfranzl II. Märchennovelle</p>
-
-<p>54 <em class="gesperrt">Müller-Guttenbrunn</em>, Wiener Historien</p>
-
-<p>55 <em class="gesperrt">Heinrich Schäff</em>, Eine Balkanfahrt I</p>
-
-<p>56 <em class="gesperrt">Heinrich Schäff</em>, Eine Balkanfahrt II</p>
-
-<p>57 <em class="gesperrt">A. v. Scanzoni</em>, Von Jagd und Jägern. Erzählgn.</p>
-
-<p>58 <em class="gesperrt">Karl Schede</em>, Schatten. Skizzen</p>
-
-<p>59 <em class="gesperrt">Karl Escher</em>, Die Halbstarken. Ein Skizzenbuch</p>
-
-<p>60 <em class="gesperrt">W. Jerven</em>, Der alten Kalendergeschichten zweiter Teil</p>
-
-<p>61 <em class="gesperrt">Leonhard Adelt</em>, Studie zu sechs Dichtern</p>
-
-<p>62 <em class="gesperrt">Ferd. Künzelmann</em>, Der Frühlingszaun. Erzählgn.</p>
-
-<p>63 <em class="gesperrt">Wilhelm Schmidtbonn</em>, Das kleine Kriegsbuch</p>
-
-<p>64 <em class="gesperrt">Anton Wildgans</em>, Dreißig Gedichte</p>
-
-<p>65 <em class="gesperrt">Siegfried Jacobsohn</em>, Die ersten Tage</p>
-
-<p>66 <em class="gesperrt">Hans Reinhart</em>, Bilderbuch ohne Bilder</p>
-
-<p>67 <em class="gesperrt">Carl Hagemann</em>, Der deutsche Feldsoldat</p>
-
-<p>68 <em class="gesperrt">Kurt Münzer</em>, Der Weg des Tobias Hug. Novelle</p>
-
-<p>69 <em class="gesperrt">Otto Ernst Sutter</em>, Der Mausmatthis. Geschichten</p>
-
-<p>70 <em class="gesperrt">Land an der Weichsel.</em> Novellen westpreuß. Dichter</p>
-
-<p>71 <em class="gesperrt">Scheffel</em>, Wohlauf, die Luft geht frisch und rein.
-Wanderlieder. Zusammengest. v. W. Jerven</p>
-
-<p>72 <em class="gesperrt">Scheffel</em>, Im schwarzen Walfisch zu Askalon. Rastlieder.
-Zusammengest. v. Walter Jerven</p>
-
-<p>73 <em class="gesperrt">Scheffel</em>, Waldeinsamkeit</p>
-
-<p>74 <em class="gesperrt">Scheffel</em>, Bergpsalmen</p>
-
-<p>75 <em class="gesperrt">Scheffel</em>, Juniperus</p>
-
-<p>76 <em class="gesperrt">Scheffel</em>, Hugideo (illustriert von K. V. Szadurska)</p></div>
-
-<p class="center">
-<em class="gesperrt">Die Sammlung wird fortgesetzt!</em>
-</p>
-
-<p>Die Zeitbücher eignen sich ihres Formates und Gewichtes
-wegen, wie kaum eine andere Bücherreihe zum Beilegen
-in Briefe und die Tasche. Auch als Reisegruß, als
-Ersatz für geschmacklose Ansichtskarten, möchten die Büchlein
-verwendet werden. Die Zeitbücher vermeiden die uniformierte,
-gleichmäßige Aufmachung. Jeder Band erscheint
-in einem eigens entworfenen künstlerischen Einband. Zu
-Mitarbeitern gehören die besten und bekanntesten Namen.</p>
-
-<p class="center">
-<span class="larger">Jeder Band</span> <span class="smaller">(in gezeichnetem Originaleinband)</span> <span class="larger">50 Pf.</span>
-</p>
-
-<p class="center">
-<em class="gesperrt">Verzeichnisse kostenlos durch die</em><br />
-<span class="larger">Verlagsanstalt Reuß &amp; Itta, Konstanz</span>
-</p>
-<hr class="chap" />
-
-<div class="transnote chapter" id="tnextra">
-
-<p class="h2">Weitere Anmerkungen zur Transkription</p>
-
-<p>Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
-Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.</p></div>
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Im schwarzen Walfisch zu Askalon, by
-Joseph Victor von Scheffel
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK IM SCHWARZEN WALFISCH ZU ASKALON ***
-
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