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-The Project Gutenberg EBook of Schneeberger Schützenmittwoch vor
-fünfizig Jahren, by Guido Meyer
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-
-Title: Schneeberger Schützenmittwoch vor fünfizig Jahren
-
-Author: Guido Meyer
-
-Release Date: August 13, 2017 [EBook #55352]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK SCHNEEBERGER ***
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-
-Produced by The Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
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- Anmerkungen zur Transkription
-
-
- Das Original ist in Fraktur gesetzt. Im Original in Antiqua
- gesetzter Text ist ~so markiert~. Im Original gesperrter Text ist
- _so ausgezeichnet_.
-
- Weitere Anmerkung zur Transkription finden sich am Ende des Buches.
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- Schneeberger Schützenmittwoch
- vor fünfzig Jahren.
-
- Von _Guido Meyer_, Bamberg.
-
- Verlag: Br. Fr. Goedsche's Buchhandlung
- (Karl Schmeil) Schneeberg i. Erzgebirge.
-
- 1915.
-
- Druck: C. M. Gärtner, Schneeberg und Aue.
- Sonderabdruck aus dem Erzgeb. Volksfreund.
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-Nachdruck verboten.
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-Nur wenige alte Schneeberger werden sich noch auf die ehemalige
-Kommunalgarde entsinnen können. Schreiber dieser Blätter war zur Zeit
-ihrer Auflösung, im Jahre 1853, noch »Einjähriger« beim Regiment Milch
-und Zwieback und so kann er nur vom Hörensagen berichten, daß sie aus
-700 Mann bestanden hat, die in neun Kompagnien eingeteilt waren.
-
-Der Buchbindermeister Lehmann, Gott hab ihn selig, hat es mir gesagt
-und dabei versichert, daß er nie im Leben gelogen habe, nämlich, daß
-fünf dieser Kompagnien nicht mit Gewehren, sondern mit Lanzen, Spießen
-und Knüppeln, die Bäcker mit Ofengabeln und die Essenkehrer sogar mit
-Reisigbesen bewaffnet gewesen wären. -- Bei Fürstenbesuchen hätten die
-Letzteren nicht mit ausrücken dürfen, weil sie mit Ofengabeln und Besen
-doch nicht gut hätten »präsentieren« können.
-
-Aber von den Feuerschützen, war die von der k. privilegierten
-Schützengesellschaft gestellte erste Kompagnie in militärischer
-Feuerdisciplin ausgebildet -- damals bestanden noch 24 Tempo zum laden
-und feuern -- und da die Patronen mit den Zähnen abgebissen werden
-mußten, konnten nur Männer eingestellt werden, die ein gesundes,
-natürliches Gebiß besaßen.
-
-All diesen Vorzügen hatte es diese erste Kompagnie zu verdanken, daß
-sie allein, unter Beibehaltung der Gardeuniform, als die »Schneeberger
-Schützenkompagnie« fortbestehen durfte und so konnte man sie noch bis
-zum Jahre 1888 in ihrer, wie soll ich sagen -- kleidsamen Schneidigkeit
-oder schneidigen Kleidsamkeit, bewundern.
-
-Freilich, so ganz uniform waren diese alten Gardeuniformen nicht.
-Da sie in vielen Fällen vom Vater auf den Sohn vererbt wurden, kam
-es zuweilen vor, daß, je nach dem Körperumfang des Vor- -- oder
-Nachbesitzers bei dem Einen recht gespannte Verhältnisse zutage traten,
-dort wieder das Bild einer verschrumpelten »Aeppelspalke« zeigte.
-Wieder bei einem Dritten, der von Natur etwas zu kurz weggekommen ist,
-peitschten die Rockschößen die Kniekehlen und beim Vierten bedeckten
-sie nur das nötigste mit -- Nacht und Grauen. Auch das Dunkelblau der
-Waffenröcke verriet so manche Mißhelligkeit und das Rot der Vorstöße
-hatte wohl neunerlei Variationen. Daß hie und da einmal zwischen den
-gelben, blanken Knöpfen ein weißer glänzte, fiel nicht weiter auf.
-
-An die bonapartische Zeit erinnerte der »Schützenhut«, ein, allerdings
-nicht quer aufgesetzter, Schiffshut, den ein wehender, weißer, bei
-der Musik rotweißer Federbusch zierte. Diese Admiralshüte dünkten uns
-Jungen für viel vornehmer, als die schmucklosen Ledertschakos der
-Neustädtler Schützen.
-
-Eine Ausnahme in der Kopfbedeckung machten die _Schanzer_, auch
-Zimmerlinge genannt: Sie trugen hohe Bärenmützen aus Pelzwerk, wodurch
-diese bärtigen Gesellen ein martialisches Aussehen bekamen. Ein großes
-ledernes Schurzfell bedeckte ihre Lenden, aber mit ihrem Schanzzeug
-haben sie wohl nie einen Spatenstich getan, nie einen Baum gefällt.
-
-Kleinere, zottige Schutzfelle trugen auch die Trommler am linken
-Bein, damit die langen, aus der Landsknechtzeit stammenden Trommeln
-die Hosen nicht durchwetzen konnten. Auch rote Epauletts mit roten
-Franzen, nach französischem Muster trugen sie. -- Ihr Tambourmajor, der
-Pflastermeister Thierfelder, bot in seinen blendendweißen Hosen und
-seinen weißen Gamaschen, die in Kanonenstiefeln staken, einen ebenso
-originellen, wie imposanten Anblick. Meisterlich verstand er es, seinen
-goldblitzenden Tambourstab nach dem Takte der Musik in die Luft zu
-werfen und nach einer Reihe von Schritten wieder aufzufangen.
-
-Die Offiziere trugen als besonderes Abzeichen ein halbmondförmiges
-goldenes Brustschild und der Schützenkönig, meist in Zivil, sein
-silbernes Schildgehänge, das noch heute die Brust des Schützenkönigs
-ziert.
-
-Die »Volontäre«, das waren die nichtuniformierten Schützen sind erst
-_nach_ meiner Zeit mit ausgerückt. Sie mögen mit ihren schwarzen
-Cylinderhüten wohl stark an die Besengarde der Essenkehrer erinnert
-haben und ihnen, nicht zum wenigsten auch ihrer ewigen Hänselei, ist
-es zu verdanken, daß all die Herrlichkeit der blitzenden Uniformen
-der bequemen Joppe und dem Jägerhute mit Gemsbart und Spielhahnfeder
-weichen mußte.
-
-Aber in diesen Blättern sollen sie wieder aufleben, die alten
-biederen Schützen im Königsrock und einer jener feuchtfröhlichen
-Schützenmittwoche aus Väterzeiten soll wieder schimmern in
-pfingstsonnigem Glanz.
-
- * * * * *
-
-Bumderrrabum! -- Durch die altehrwürdigen Gassen Schneebergs trommelten
-die Leichsenringe in sonniger Morgenfrühe den Schützenweckruf:
-
- Kamerad kumm! Kamerad kumm!
- Sollst zu deinem Hauptmann kumm!
- Sollst en Buckel voll Prügel bekumm! ...
-
-Da krochen die Schützen heraus aus den Betten und hinein in die
-schwarzen Schützenhosen und als dann die Glocken von St. Wolfgang
-die achte Stunde verkündet hatten, da hörte man bald hier, bald dort
-eine Haustüre klingeln und nun: »Kommt der Schütz gezogen, früh im
-Morgenstrahl.«
-
-Auch der Falke Gust erschien im Rahmen seiner Haustüre in voller
-Schützenuniform, das Kuhbein auf der Schulter. Aber nicht wie die
-anderen konnte er spornstreichs dem Stellungsplatze zu, enteilen, denn
-seine bessere Ehehälfte, die Miene, war hinter ihm erschienen und hielt
-ihn am Kuppel fest. Sie hatte ihm noch einige gute Ermahnungen mit auf
-den Weg zu geben und eindringlich sprach sie auf ihn hinein: »Doß de mr
-fei zemittig zun Assn aham kimmst, Gust! ich soog drsch fei!« Der Gust
-aber begehrte auf: »Du denkst wuhl, en Harigschwanz un e paar Aadippeln
-halber laatsch ich zemittig vun Schießhaus aham? iech waß noch net
-emol, öb ich zun Ohmdsassen aham kumm, do werschte mit 'n Bittlich schu
-allaa fartig warn.«
-
-Da wurde die Miene aber rackerig, sie schrie fast: »Wos, du Lumig!
-Mei Assn is dr wuhl net gut soot! -- Freilich, fer miech is alles
-gut, dei Fraa kah sich drham rimschindn un ploong, wenn du när draußn
-bei 'n Schitznbriedern klaam bleim un aa Dippl Lager noonge annern
-neischmattern kast in de Unendlichkeit, de werscht schu drfür sorring,
-doß de net ze korz kimmst. -- Morring in hallichter Frien kimmste wiedr
-esu windschief ahgeland wie vunnegahr, wu de mit'n Schlissl de ganze
-Haustir zrkrahlt host, weil de 's Schlisslloch net drwischn kunntst.
--- Dos soog iech dr Gust! iech mach dr fei nimmer auf, meitwaang kaste
-noochert draußn bei dr Vuglstang kampirn«. -- Da hellte sich plötzlich
-ihr Gesicht auf, mit einem Schub gab sie ihren Gust frei und rief dem
-Davoneilenden triumpfirend nach: »'s is när gut, doß wos gut drfir
-is!« -- Dann trat sie hinaus auf die Straße, sah ihm nach, so lange
-sie ihn sehen konnte und flüsterte ganz glückselig: »E schiener Karl
-is 'r doch, mei Gust in seiner Schützenuniform. Freilich, wenn 'r
-sist vun Ufenausputzn aham kimmt, do sieht 'r esu dracket aus, wie e
-geraachertr, ins Aschnloch neigeporzelter Schwartnmoong.«
-
-Inzwischen schritt Gust eilends den Kasernenberg hinauf, er hatte den
-Nachruf seiner Miene noch gehört, nun lachte er stillvergnügt vor sich
-hin und sagte halblaut: »Gieh när du alter Geizkroong! mit dan halm
-Toler, dan de mr mietgaam host, kah ich mr freilich kan Utan-Urang
-kaafn, obr de hast schu racht Alte: 's is när gut, doß wos gut drfir
-is!« Bei den letzten Worten hatte er sich umgedreht und als er die
-Miene noch drunten stehen sah, schlug er sich an die Schützenbrust, wo
-in einer verborgenen Tasche einige größere Geldstücke klimperten und
-da er jetzt außer Hörweite war, rief er laut: »Do sitzn de Mussekantn,
-Moses un de Profetn!« -- Hohnlachend verabschiedete er sich mit den
-Worten: »Du Schoof, du dumms!« Er bemerkte es gar nicht, wie der
-Bäckermeister Förster, der hemdärmelich unter seiner Türe stand, ihm
-verständnisinnig zunickte.
-
-Das »dumme Schoof« aber, trat strahlenden Gesichts den kurzen Heimweg
-an und die kirschroten Lippen hauchten: »Ach Gottle! er hoot sich noch
-emol imgedreht nooch mr, ahgelacht hoot 'r mich un zugenickt hoot 'r
-mr, sugar de Hand hoot 'r ofs Harz gelegt! 'r is mr doch noch racht
-gut, mei Gust -- -- iech ne obr ah! Ich will se 'n när gönne, Bei
-Schitzenmietewoch, er is doch sist es ganze Gahr esu brov.« -- --
-
-Auf ihrem Sammelplatz draußen in der Grießbächer Gasse standen die
-Schützen in plaudernden Gruppen beisammen. Die einen freuten sich in
-festfroher Stimmung über das prachtvolle Pfingstwetter, andere sprachen
-über die neuesten Kriegsereignisse in Schleswig-Holstein. Wieder andere
-kritisierten die vorübergehenden Passanten.
-
-Der kleine, schmächtige Reichelt Heinrich streckte die Hand nach
-der Apotheke zu aus und rief: »Guckt när, guckt, dort vorne die
-dicke Pfanneschmidtn, die hoot doch vrdeckis e Krineline ah wie
-ene Reitschul! sollt mr dä net maane, de gruße Glock wacklet dorte
-rim?« -- Da krähte der Klinge Schneider: »Hatt'rsch dä schu gesah?
-es Klemperstötzel schwenkt fei itze sunntigs ah mit ener Krineline
-rim! Schockweiß sei de Gunge hintnnoch geloffn un ham geschriern:
-Klemperstötzel, trat fei net of deine Faßreifn! -- Wos die danne Gunge
-wieder ennoochgeschriern hoot, kennt'r eich denkn.«
-
-Vorn, am Feineeck standen die Trommler, die Leichsenringe mit den
-Zimmerlingen zusammen. Ihr Gespräch drehte sich um die Person ihres
-Tambourmajors, der an einsamer Tête, jeder Zoll ein Feldherr, die
-Rechte weit abgestreckt auf dem Knauf seines Tambourstabes gestützt, in
-unnahbarer und unnachahmlicher Grandezza stand.
-
-Der Leichsenring August meinte: »Wie aus Staa gemeislt stitt'r dorte,
-mr mecht ball maane, er wär e General un kummedieret's Ganze.«
-
-Der Traugott lachte: »Emol is 'r odr doch mit zamst sen Stolz nei in
-Drack geflung. Vor e Gahrer dreie, viere warsch wuhl, ben Schitznauszug
-do hoot'r draußn vr dr Hauptwach 's Trompetl vrsaah, grod wollt'r sen
-Stackn wiedr auffange, do is 'r iebr en grußn Pflastrstaa gestolpert un
-mit zamst sen Stackn, dan'r gerod noch drwischt hoot, loog'r ofn Bauch.
-Fix wie dr Teifl war'r freilich wiedr auf, odr en grußn blutrutn Flack
-hatt'r of seiner weißn Huus, dar immer grässer war. Ben Hieplumpsn
-hoot sei Flaschl mit Kersch un Rum drah gelaam missn un war guttegahr
-ausgeloffn. -- Dar luus sich odr fei net faag findn, sen Stackn hoot'r
-akkerat esu in de Luft gefeiert, als wenn gar nischt gepassirt wär.
-
-Wie mr naus kumme sei vr Schießhaus, war de Huus wiedr treich, odr
-ahgeklabbt war'sche wie geleimt ofs linke Baa. Ne annern Toog is'r
-obr kumme mit seinr Rammel un hoot dan Pflasterstaa korz und klaa
-gepucht.« -- --
-
-Bei den Musikern bewegte sich das Gespräch in höheren Sphären, man
-sprach vom Schneeberger Theater.
-
-Die ~B~-Klarinette, der Bretschneider-Fritz, vertrat die Meinung, daß
-der Direktor Leichsenring seinen Erfolg nur dem Umstand zu verdanken
-habe, daß er ein geborener Schneeberger sei. Aber die ~A~-Klarinette
-machte es: »Papperlapapp! E paar scheene Larven sin's, die's Deater
-voll machen. Der schöne Retzlaff, der die Weibsen drei Meiln im Umkreis
-verrickt gemacht hat -- und die Freilein Wesche, derzulieb jeder
-Rotzlaff ins Deater rennt.«
-
-»Halt eire Klarenettenschnäbel!« warf der Flötist Schürer ein: »Wie
-warsch denn neilich in der Regimentstochter, wo die Wesche die Marie
-gesunge hat? da hat doch von eich zween kee Luder mehr uff de Noten
-geguckt, da hab ich mit der Fleet egal einspringen missen, sonst wär's
-zweete Regiment fei nich 'rangerickt.«
-
-»Ei ei ei!« heuchelte die ~C~-Trompete, der lange Dörfel: »Aber Kunst,
-werkliche Kunst is doch ooch derbei. Der Wurm, er is freilich kee
-Adonis, denn en Buckel hat er, wie e Dromedar, aber singe kann der --
-singe, mer gloobt ne Devrient zu heern.«
-
-»Hostn du schu emol ne Devrient geheert?« höhnte der Posaunist Greiner.
-»Du bist doch noch net zum Loch naus kumme, hechstns emol nieber of'n
-Auer Garmerich.«
-
-»Meenste? -- Da frag emal ne dicken Bretschneider, mir warn erscht vor
-Korzen in Leipzig, im Gewandhauskonzert.« »Hatt'r ah miet geblosn?«
-grinste die ~Es~-Trompete, der Heimtücker Strubelt, aber der dicke
-Bretschneider schnauzte ihn an: »Du, herrschte Strubelt, der, der dorte
-die Tuba geblasen hat, der konnt's anderscht wie du, da gabs keene
-Mißtön, wie du se mannichsmal aus deiner Kanone nausfeierscht«.
-
-Die Tuba aber gab schlagfertig und bissig zurück: »Esu natierlich
-klinge se freilich net wie die, die du ze denn Fagott nausprasselst«.
-Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite. Am lautesten aber lachte
-der lahme Bretschneider und es war schon mehr ein Giebsen, als er rief:
-»Un ah net esu laut, wie dar Kanuneschuß neilich in dr Prob, aus'n
-Anton sein Waldhorn!«
-
-»Ho ich dich drwischt!« brüllte der Wünsch Anton. »Ka annerer Mensch is
-gewasn als du, dar mr salt dan Papierstöppel in's Mundstick neigedreht
-hoot.« --
-
-»Vertragt euch doch, Kinder!« mahnte jetzt der Konzertmeister Reiser.
-»Was sollen denn die Leute von euch denken, wenn sie euren Dischput
-hören!«
-
-Und richtig, der Weiß Potscher, der in der Nähe gestanden hatte,
-mischte sich ein. »Wissn se, Herr Reiser«, sagte er, »'s Blosn mit dr
-Gusch is schwar, iech hoo's ah schu probiert, ich wollt doch salber e
-Mussegant warn, odr ich kunnt noch esu schie neiblosn ins Trumpetl, 's
-is doch allemol esu garschtig wiedr rauskumme.«
-
-Drüben an der Ladentüre der Langapotheke stand, bei seinem Freund
-Heyner, der Stadtmusikdirektor Meyer und erzählte von seinen
-Monstrekonzerten, die er als hannöverscher Musikmeister mit acht
-vereinigten Militärkapellen vor Sr. Majestät dem König Ernst August
-veranstaltet hatte. Da erscholl das Kommando: »Antreten!«
-
-Meyer reichte Heynern die Hand zum Abschied, mit den Worten: »Siehste
-Heyner, _so_ hat mir Majestät die Hand gedrückt und dabei gesagt:
-»Meyer, das war eine Glanzleistung von Ihnen.««
-
-Heyner zog bei dem Händedruck erst das eine, dann das andere Bein in
-die Höhe, jetzt fing er an zu tanzen und schrie: »Autsch! Dunnerwetter!
-Hol der Teufel Deine Glanzleistung!« -- Da legte Meyer seine
-weißbehandschuhte Rechte salutierend an den goldverbrämten Dreimaster
-und mit einem Lächeln der Befriedigung auf den Lippen, schritt er zu
-seinen Leuten hinüber.
-
-Inzwischen waren die Schützen in vier Gliedern angetreten. Feldwebel
-Schmidt entnahm seiner dicken Brieftasche eine Liste und verlas aus
-derselben die Namen der Gardisten. In allen Tönen, aus der hellsten
-Schneiderkehle, bis zum dröhnenden Böttcherbaß, erklang das »Hier!«
-Nur einmal blieb es aus, als der Laternenwärter Leichsenring, vulgo
-Hosenbummel, aufgerufen wurde.
-
-»Auf den wird nicht gewartet, der ist sowieso schon zu alt für den
-Dienst«, entschied der Hauptmann Röder. Er wollte das Schwert ziehen,
-aber das ging nicht so leicht. Korporal Günther (der Planitzer)
-half ihm ziehen, da gab es einen Ruck, der Säbel flog heraus und
-der Hauptmann in die große Trommel, die wohl einen dumpfen Ton von
-sich gab, aber Stand hielt. Günther hatte sich an den dicken Höfer
-angeklammert, der ebenfalls einen knurrenden Ton von sich gab, aber
-auch Stand hielt.
-
-Als sich der Hauptmann von seinem Schreck erholt hatte, trat er an
-die Front und wollte »Achtung« kommandieren, da rief der Vizekorporal
-Kleinert: »Herr Hauptmann! dorte kommt der Bummel aus'n Apothekergässel
-raus!«
-
-»Der hat ja hellgraue Hosen an!« riefen gleich drei auf einmal. --
-Des Hauptmanns Blicke verfinsterten sich und er knurrte dem Spätling
-entgegen: »Zu spät kommen Sie und auch noch in einem solchen Aufzug?
-Sie treten nicht ein!«
-
-»Ich waß schu Herr Hauptmah, ich wollt mich ah när zer Schtell maldn.
-Odr ich kah wassettersch nischt drfier, mei Schitznhus war untnrim
-ausgetriefelt un do ho ich se heit frieh nauf zun Heisler Schneider
-geschickt, dar soll se frisch eiseime, dar hoot mrsche odr net
-wiedrgebracht. Grod kumm ich vunne har, net emal drham war'r.« -- In
-diesem Augenblick flog ein Freudenschimmer über das Heldengesicht
-Leichsenrings. »Herr Hauptmah« rief er aus; »Wartn se när noch fimf
-Minutn; dorte kimmt dar Heislerschneider mit dr Hus iebern Arm im's
-Richtereck rim.« Ohne eine Antwort abzuwarten, stürmte er davon, packte
-den Häusler beim Kragen und schob ihn vor sich her in die Hausflur der
-Garküche hinein.
-
-Der Häusler Schneider hatte, während Leichsenring zu ihm gegangen war,
-die fertige Hose zu diesem getragen. Da aber jeder einen anderen Weg
-einschlug, hatten sie sich umgangen. Nun war der Häusler mit der Hose
-nach dem Topfmarkt getrippelt, wo gewöhnlich die Aufstellung stattfand.
-Hier war aber infolge eines Rohrbruches das Pflaster aufgerissen
-und da er sich wegen seiner Stocktaubheit mit niemandem verständigen
-konnte, war er aufs geradewohl hinüber nach der Ziegengasse getrippelt.
-Als er da auch keine Schützen sah, nach der Griesbächer Gasse. Schon
-von weitem hatte man ihn rufen hören: »Bebebummel! Bebebummel!«
-
-Der Hauptmann hatte fünf Minuten gewartet, es wurden sechs, sieben
-Minuten, Leichsenring kam nicht wieder. Da wurden zwei Schützen zur
-Nachforschung abkommandiert, die alsbald in der Garküche verschwanden.
-In der Hausflur hörten sie schon einen Mordsspektakel aus einem sonst
-verschwiegenen Ort und als sie dort hineintraten, fanden sie den
-Leichsenring in Socken und Unterhosen, wie er den Häusler Schneider
-an die Wand gekreuzigt hielt und ihm eine Standrede hielt, über die
-Dummheit: »Wie se in hunnerttausend Gahrn noch net dogewasn is un ah
-net wiederkimmt.«
-
-Als er der beiden Schützen ansichtig wurde, ließ er sein Opfer los.
-»Gott sei getrummelt un gepfiffn!« rief er aus: »hot dä kaner vun Eich
-e scharfs Masser eistackn?«
-
-»De wärschtn doch net epper ohmorksn wolln?« fragte der Wittig Franz
-entsetzt.
-
-»Schoden kennts dan nischt, wenn'r emol ohgemorkst wür!« polterte
-Leichsenring. »Do guckt när emol har, wos dos Kamel do fartig gebracht
-hoot: meine Schitznhus hoot'r mr untn frisch eiseime solln un doderbei
-hoot'r sche mr guttegar untn zugeneeht. Itze halft mr när aufschlitzn,
-mit dan Brummochs -- wu is'r dä hie? -- war doch nischt ahzefange: Kah
-Scheer, kah Messr drbei, blus de Schnupptewaksduhs hatt'r eistackn.«
-
-Na, die Hose war schnell wieder aufgeschlitzt, sie triefelte zwar
-wieder, wie zuvor, aber in kurzer Zeit stand Leichsenring in Reih und
-Glied.
-
-Nun erfolgten die Kommandos: »Achtung! Augen -- rechts! Richtung! Höfer
--- 'n Bauch nein! Augen -- geradaus! Schulterts -- Kepp! Iebersch --
-Kepp! Rechts -- um! Vorwärts -- marrrsch!«
-
-Unter Trommelschlag schwenkte alsbald die Kompagnie um den goldenen
-Ring herum. Am Rathaus wurde Halt gemacht, um die Fahne abzuholen.
-Unter den Klängen des Norma-Marsches trat die Fahnensektion ein,
-der Hauptmann kommandierte: »Links -- um! Vorwärts -- marrrsch!«
-Thierfelder hob den Tambourstab, der Radetzkymarsch setzte ein und der
-Tambourstab flitzte und blitzte durch die pfingstsonnige Luft im Takte
-auf und nieder.
-
-Als die Schützen an der Hauptwache vorbeizogen, stand dort die
-Wachmannschaft des achten Bataillons mit präsentiertem Gewehr und die
-Schützen erwiderten diese Ehrenbezeigung durch Schultern des Gewehres,
-während der Fahnenträger Burkhardt in verwegenster Weise die Fahne
-schwenkte.
-
-Als der Zug an der Hauptwache vorbei war, ließ der Wachoffizier Graf
-Kameke abtreten, er selbst aber stellte sich an die Barriere, sein
-Gesicht verzog sich zu einem grinsenden Lachen: im letzten Glied der
-Schützen marschierte ein Mann, dessen Federstutz bei Schritt und Tritt
-einen Bogen von neunzig Grad beschrieb und dessen Bajonett bald mit dem
-des linken bald mit dem des rechten Nebenmannes zusammenklirrte.
-
-Der Wackelfritze, über den er sich so belustigte, war der Schulhausmann
-Wetzel.
-
-Der Schützenzug war von einer Schar jugendlicher Trabanten dicht
-umschwärmt. Zumeist waren es Schützensprößlinge, die ihres Vaters
-Schützenmütze in der Hand trugen. Ein barhäupt- und barfüßiger Junge
-trug sogar deren zwei.
-
-Als nun die Musik schwieg, und nur die Trommeln rasselten, frug ein
-anderer, behäupteter und gestiefelter Junge den Barfüßler: »Wäm
-geheeren denn die zwee Mitzen eegentlich, die du nausträgst?«
-
-»Die Aane gehärt men Voter« entgegnete der Barfüßler, »un die annere
-men Vetter Henner. Vun en Gedn« setzte er geschwätzig hinzu: »krieg ich
-en Dreier fersch Naustroong.«
-
-»So? was koofst du dir denn draußen für deinen Sechser?«
-
-»Dos waas ich salberscht noch net. Vielleicht, -- vielleicht ene
-Brootworschtbriehsammel und e sauere Gork, oder e Ei un en Bittlich. --
-Kriegst du ah ewos fersch Naustroong?«
-
-»Versteht sich! -- ne halbe Bratwurscht,« bestätigte der Gestiefelte.
-
-Da blitzte es neidisch und feindselig in den Augen des Barfüßlers
-auf. Rückwärts tretend verkrümelte er sich in die Menge und ehe er
-in derselben verschwand, rief er giftig: »Wenn dr när dr Hund de
-Brootworscht aus dr Pfut ruppet, du Aff du grußfrasseter!«
-
-Es wäre vielleicht zu einer Verfolgung und zu einer Prügelei
-gekommen, hätte nicht die Musik wieder eingesetzt, zum zweiten, zum
-Lieblingsmarsch der Jugend und hundert helle Kehlen fielen mit ein
-in die Melodie: »Koch, koch Lindenthee, denn mir tut der Bauch so
-weh.« -- --
-
-Während sich nun der Zug allmählich dem Schießhause näherte, gingen
-draußen »unter den Linden« zwei würdige alte Herren auf und ab
-spazieren. Der eine davon war der Kauf- und Handelsherr Rupprecht,
-(infolge seines Spielwarenhandels unser Weihnachtsrupperich) der andere
-war dessen Hausgenoß der schwerhörige Tuchhändler Günther.
-
-Als diese beiden Herren, abwärts schreitend in die Nähe der Reitbahn
-kamen, da hielt grade der Müller Heinrich die Lunte auf das Zündloch
-eines Böllers und »_bauz_« krachte es, daß es in den Bergen
-widerhallte. Rupprecht fuhr erschrocken in sich zusammen und blieb
-stehen. Günther aber drehte ihm mit freundlichem Lächeln das Gesicht
-zu und frug: »Was haste gesagt, Rupprecht?« Auf die abwehrende Geste
-Rupprechts setzte Günther hinzu: »De weest doch Rupprecht, ich häre e
-bischen schwer -- da mußte schon e bissl lauter sprechen.« Da krachte
-ein zweiter Schuß, Günther schüttelte den Kopf und sagte: »Ich kann
-dich immer noch nich recht verstehen, Rupprecht, ich habe blos Bach
-verstanden. Meenst du den Bäcker Bach?«
-
-Das Eintreffen der Schützen drunten am Schießhaus war jetzt Rupprecht
-ein willkommener Anlaß, aus der Nähe der Böller und über weitere Fragen
-Günthers hinwegzukommen. Er deutete mit der Hand hinunter, Günther
-nickte verständnisvoll mit dem Kopf und beide Herren gingen hinab, um
-sich das kriegerische Schauspiel anzusehen.
-
-Hier erschollen wieder die Kommandos: »Halt! Rechts -- um! Schulterts
--- Kepp! Präsentierts -- Kepp!«
-
-Unter den Klängen des Marsches aus Norma wurde die Fahne auf
-ihrem Ständer gehißt, die Wache zog auf und als dann endlich die
-Schlußkommandos: »Los! Tret' -- ab!« erfolgten, dann gab es stöhnen,
-blasen und fauchen, die Mützenjungen traten in Funktion und nahmen
-die schweißtriefenden Schützenhüte, Gewehr und die Koppel mit dem
-Seitengewehr und der Patronentasche in Verwahrung.
-
-Die Schützen aber rissen die Knöpfe des Waffenrockes auf, holten das
-blaurotgewürfelte Taschentuch mitsamt der Pfeife und dem Tabaksbeutel
-aus der Schößentasche und nachdem die Schweißperlen auf den Glatzen
-trocken gefummelt waren, wurde die schon zuhause gestopfte Pfeife in
-Brand gesetzt.
-
-»Gott sei Dank, daß mr da sin!« stöhnte der eine und der Falke Gust
-jammerte: »Dan Dorscht, dan Dorscht!«
-
-Bald füllte sich der geräumige Saal im »Alten Verein« wie auch das
-Schenkzimmer im alten Schießhaus und bald auch knallten die Büchsen im
-Scheibenstand.
-
-Der Saalbau, mit seiner langen Front hoher Bogenfenster, ist in
-den achtziger Jahren abgebrochen worden. Er stand an Stelle des
-jetzigen Gartens und barg neben dem großen Saal noch ein geräumiges
-Vorzimmer und an der Rückseite eine Kegelbahn. Hier überall herrschte
-nun ein buntes, feuchtfröhliches Treiben beim althergebrachten
-Schützenmittwochs-Frühschoppen. Im Saale saßen an langen Tafeln,
-in bunter Reihe uniformierte und nichtuniformierte Schützen und
-erfüllten den Raum mit Lachen und Johlen, mit Bier-, Bratwurst- und
-Knasterdüften. Gute Witze wurden mit einem Tusch belohnt, schlechte
-aber charakterisierte, je nach dem Grad der Brenzlichkeit derselben,
-das Klappenhorn Meyers mit: Du bist der beste Bruder ah net, -- oder --
-Schmeiß'n naus den Judenitzig.
-
-Nun muß der Verfasser, wohl oder übel, seine eigene, damals noch
-recht unscheinbare, aber »nissige« Person ins Treffen führen, da sich
-jetzt Handlungen einschieben, in denen sie eine wenn auch nicht immer
-einwandfreie Rolle gespielt hat.
-
-Nachdem ich meines Vaters Hut und Degen drüben in der Schenke der Frau
-Hirsch besorgt und aufgehoben hatte, pflanzte ich mich drinnen im Saal
-gegenüber von Vaters Klappenhorn, wie ein mahnendes Fragezeichen auf.
-Ich hatte meinen Opulus zu einer halben Bratwurst noch nicht bekommen
-und wußte recht gut, daß ich hier als lästiger Ohrenzeuge prompt
-abgefertigt werden würde. Aber, war es meines Vaters Kurzsichtigkeit,
-war es der fast schneidbare Tabaksqualm, mein Bratwurstappetit
-wurde auf eine harte Probe gestellt. Dabei hörte ich denn, wie mein
-Hoflieferant, der Reuther Bäck, lachend erzählte, wie er sich auf dem
-ganzen Marsch darüber geammesiert habe, daß dem Wenzel Schmied der
-Nasenputzer wie ein Fuchsschwanz hintenunter gehangen habe.
-
-»Das hast du mir doch jedenfalls selber hinten rausgezong, denn du
-warst doch mei Hintermann!« schimpfte Wenzel, aber der Neumerkel
-beruhigte ihn mit den Worten: »Gab dich när zefriedn. Ich ho's gesah,
-wie'r drsch nooch un nooch rausgezerrt hoot. Ich ho's ah gesah, wie'r
-egal in sen Bort neigekichert hoot. Ich gelaab odr, er hätt net esu
-gelacht, wenn'r gewußt hätt, doß'n salber sei Schnupptichel un ah de
-Quastn vun sen Tobaksbeutel hintnnausgebaumelt sei.«
-
-In das allgemeine Gelächter stimmte ich kräftig mit ein, nicht ohne
-Erfolg hatte ich mich dadurch meinem Vater bemerkbar gemacht und nun
-trug ich fröhlichen Sinnes meine zwölf Pfennige zur Frau Hirsch an den
-Schenktisch.
-
-Eine Minute später konnte ich liebäugelnd meine, in ein »Pfengbrot«
-eingeklemmte halbe Bratwurst betrachten; doch -- zwischen Lipp und
-Bratwurstzipfel -- in dem Augenblick, wo ich den ersten ersehnten Biß
-tun wollte, da -- pflanzte sich Bluth Antons Bluthund Pluto breitbeinig
-und zähneflätschend vor mir auf. Wie diese Bestie vor meiner Bratwurst,
-so standen die Worte des Barfüßlers plötzlich vor meiner Seele. Schnell
-ließ ich die Hand mit der Wurst hinter meinem Rücken verschwinden
-und wie sich nun der Bluthund mit der Zunge die Schnauze leckte,
-streckte auch ich ihm die Zunge heraus, fühlte aber zugleich, wie eine
-warme, feuchte Zunge hinten über meine Bratwurstfinger strich und wie
-denselben Wurst und Semmel entglitt. -- Ein anderer Köter hatte mir sie
-aus der Pfut geruppt. -- Ich sah nur noch die lebendige Illustration
-zu dem Liede: »Wenn der Hund mit der Wurst übern Eckstein springt«,
-draußen vor der Türe.
-
-Ein freundlicher, mitleidiger Herr, den die Schießhauswirtin mit: »Herr
-Pursch« anredete und der den Vorgang lachend mit angesehen hatte,
-kaufte mir eine _ganze_ Bratwurst und so war ich bald, dem gesättigten
-Löwen gleich, mit Hund und Barfüßler versöhnt. -- Der Letztere hat
-übrigens seinen Beruf als Profet verfehlt, er ist Prolet geworden und
-da ihm schon lange kein Zahn mehr weh tut, kann er auch keine »saure
-Gork« mehr essen.
-
-Als ich hinaus trat, in den sonnigen Vormittag, fiel mein erster Blick
-auf den Wachtposten, der vor dem Fahnenständer, dem Trommelbock und den
-Gewehren auf- und abschritt und dabei mit seinem Federbusch derartige
-Schwenkungen machte, daß ich sofort in ihm den Schulhausmann Wetzel
-erkannte. Ich grüßte ihn pflichtschuldigst. Freundlich grüßte er
-wieder: »Morring Klaaner. Du bist doch dr klaane Meyer -- Du kast mr en
-Gefalln tu. Gieh emol nieber in de Wach un soog, ne Posten dohausn tät
-de Zung ene halbe Ehl zun Hals raushänge.«
-
-Ich sprang hinüber und richtete es wortgetreu aus, aber der Korporal
-Richter meinte: »Ach wos! dar soll wartn bis 'r ohgelöst werd.« Der
-Schneider Windsheimer, der mein Leibschneider war, winkte mich zu sich
-heran und gab mir ein leeres Glas in die Hand. »Das läßte« sagte er
-»dortn an Bottich vollloofn, da kann er seinen Dorscht dran löschen.«
-
-Da wo jetzt der Eingang zum Keglerheim ist, da war der Wasserbottich,
-an dem ich das Glas mit perlfrischem Wasser füllte.
-
-Hätte ich nun einem wütenden Stier ein blutrotes Tuch vorgehalten,
-zornigere Augen hätten mich nicht anfunkeln können, als die des Wetzel,
-als ich mit dem Glase Wasser daherkam.
-
-»Hullunk, elendiger!« schrie er mich an: und packte sein Gewehr mit
-beiden Fäusten am Ende des Laufes. »Kumm mr net ze nah, odr ich schloog
-dich ze Brei!« -- Da erscholl drüben vom Wachhause her infernalisches
-Gelächter. Die gesamte Wachmannschaft stand vor der Tür; ein Jeder
-hielt in der einen Hand eine volle Stange Bier und mit der anderen
-hielt er sich den Bauch.
-
-Sofort entlud sich Wetzels Zorn nach dieser Seite: »Inu ihr Lumpn!
-ihr Sauhind! -- ihr zutscht do driem de ganze Sprengstütz Bier aus
-un iech soll Wasser saufn? -- Pfoi Teifl! schamt eich!« Als nun
-auch noch von drüben prost! prost! prost! gerufen wurde, da verließ
-Wetzel vorschriftswidrig seinen Posten und das Gewehr hinter sich
-herschleifend und lästerlich schimpfend trieb er die Schützen in das
-Wachtlokal hinein.
-
-Es dauerte eine geraume Zeit bis Wetzel wieder zum Vorschein kam. Seine
-Rechte umklammerte ein schon zur Hälfte geleertes Stangenglas, das er
-nun in aller Gemütsruhe vollends leerte und dann ins Gras warf.
-
-Als er auf Posten zurückgekehrt war, strich der Fischer Heinrich vorbei
-und zog den Hut. »Morring Herr Wetzel! Heite weeß mr doch gar nich wie
-der Wind weht? -- Ihr habt wohl eire Fahne in der Wäsche, oder amende
-gar versetzt?«
-
-»Unnere Fahn? -- do ... -- stitt se doch« wollte Wetzel sagen, aber der
-Mund blieb ihm sperrangelweit offen und erst nach einer Weile klappte
-er ihn hörbar wieder zu, dann kam ein Bumben un Granatndunnerwetter zum
-Ausbruch und endlich rief er die Wache heraus: »De Fahn is gemaust«!
-
-Wer nun glaubte die Mannschaft käme über Kopf und Hals gestürzt, der
-irrte gewaltig. Die trank zunächst sämtliche Gläser leer und bis die
-Röcke zugeknöpft und das Seitengewehr umgeschnallt war, verging eine
-geraume Zeit, in der Wetzel den Fischer Heinrich ausfragte und als
-nun drei Mann zur Stelle kamen, konnte er berichten, daß der oder die
-Diebe hinauf nach den Scheunen zu geflüchtet seien. Wer der Fahnendieb
-war, konnte nicht ermittelt werden. Ich aber hatte den Vorgang aus
-nächster Nähe mit angesehen und während die Schützen den Berg hinauf
-eilten, sprang ich auf der anderen Seite den Berg hinunter und drüben
-wieder hinauf, zum -- Gerichtswäldchen. Dort angekommen, sah ich die
-Fahne, an der ein langes Seil befestigt war, im Moose liegen, während
-der Fahnendieb sich vergeblich bemühte, am Stamm einer Fichte empor zu
-klettern.
-
-»Lassen Sie mich nauf Herr Rusrat« rief ich: »ich kann besser klettern
-als Sie!«
-
-»Rusrat?? -- wie kaste denn Rusrat zu mir saang -- weeste nich wie ich
-hees? Kannste denn danauf klettern? die Ficht is hoch!«
-
-»Mir is kee Boom ze hoch un auf der Ficht bin ich schon öfters gewesen.«
-
-»Nu da strampel emal los, nimm das Strickend mit nauf, da ziehste dann
-de Fahne drmit nauf un bindst se drohm fest.«
-
-Nach wenigen Minuten flatterte die altehrwürdige Fahne, die vielleicht
-schon hunderte mal »gemaust« worden ist, über allen Gipfeln, lustig
-hoch im Winde.
-
-Als ich wieder Boden unter den Füßen hatte, meinte der »Rusrat«: »Itze
-heests aber auskratzen!«
-
-»Sie haben schon noch Zeit Herr Ru... Herr Claus; der Fischer Heinrich
-hat die Wache nauf nach »vor Scheunen« geschickt.«
-
-»Ich wees schon,« blinzelte der Rusrat, »das war schon so ausgemacht,
-der verrät mich nich.«
-
-»Wenn ich fimf Neugroschen krieg,« sagte ich keck, »dann halt ich mei
-Maul ooch!«
-
-Lachend zog der Fahnendieb den Beutel, warf ein Fünfgroschenstück ins
-Moos und entfernte sich mit den Worten: »So ein ruppiger Lausgung!
-Denhalber brauchts wahrhaftig nimmer ze reenge, aus den werd emal
-entweder e großes Tier oder e großer Lump.«
-
-Das war wieder eine Prophezeiung, die freilich bis jetzt nach keiner
-Seite hin eingetroffen ist, denn ich habe vorgezogen, im Leben den
-goldenen Mittelweg einzuschlagen. Damals aber schlug ich mit meinem
-Fünfgroschenstück, singend und springend den kürzesten Weg ein, zum
-Pfingstmarkt.
-
-_Pfingstmarkt!_ Welche Fülle genußreicher Erinnerungen weckst du in
-mir! -- Welch buntes, pfingstfröhliches Treiben flutete über deinen
-grünen Rasen, auf dem die Kinder jauchzend ihre Purzelbäume schossen
-und auf dem in Buden, auf Tischen, Bänken und Karren alle, einem
-Kinderherzen begehrlichen Herrlichkeiten ausgebreitet waren.
-
-Dieser terrassenförmig gestaffelte, mit Queckengras bestandene
-Wiesenplan ist fürwahr eine glückliche Wahl unserer Väter gewesen,
-hier ihre Schießstätten zu errichten. Liebevoll umsäumten sie ihn mit
-schattigen Lindenalleen, die schon vor fünfzig Jahren sich zu mächtigen
-Baumkronen entwickelt hatten. Nicht unerwähnt möchte ich hierbei
-lassen, daß mein Großvater, der damalige Ratssenator Bauer, sich um die
-Anpflanzung dieser Anlagen wesentliche Verdienste erworben hat.
-
-Dahin führte mich nun mein Weg, an wogenden Feldern vorbei, durch
-üppigen Wiesenflor, über dem die Schmetterlinge gaukelten und
-geschäftige Bienen summten.
-
-Ein sonniger, wonniger Pfingstzauber war über die lachenden Gefilde
-gebreitet und vom klaren Himmelsblau, das sich hinüber spannte, bis
-zu den fernen Riesen des Erzgebirges, schmetterten die Lerchen ihr
-Jubellied hernieder. Auch in den alten Lindenkronen frohlockten
-die Vögel und die Reitzugfinken hielten, von Baum zu Baum, ihre
-Zwiegespräche.
-
-Als ich aber aus der Doppelallee herauskam, wars mit dem Zauber vorbei,
-denn Arnolds Reitschule setzte sich eben in Drehung und August drehte,
-den kalten Kalkstummel im Munde, mit beständigem Kopfnicken, den
-alten, verstimmten Leierkasten, dem er, soweit es die alten Blasbälge
-zuließen, das Neueste auf dem Gebiet der Gassenhauer entlockte: »Ach
-ich bin so müde.« --
-
-August war bei der spottlustigen Jugend dadurch zur Zielscheibe
-geworden, daß er mit den meisten Consonanten in Erbfehde lag. Einem
-kleinen Fahrgast, dem die Nase blutete, hatte er einmal zugerufen:
-»Tlaaner, dei Noot lutt!« Und diese Worte blieben an ihm haften; jeder
-Bengel riefs ihm nach -- so auch ich jetzt: »Autut, dei Noot lutt!«
-Prompt und kopfnickend kam die Antwort zurück: »Ette lotte luten!«
-
-Gleich darauf flötete mich aus dem Stern und Thonpfeifen geschmückten
-Hintergrund einer Schießbude eine liebliche jungfräuliche Stimme an:
-»Schießen se mal, junger Herr! Zwee Schisse fimf Fenge.«
-
-Donnerwetter! das imponierte mir. Erstens »Sie« und dann auch noch
-»junger Herr!« -- Solch gute Meinung von mir durfte nicht unbeachtet,
-nicht unbelohnt bleiben, stand ich doch in absehbarer Zeit schon vor
-dem Uebergang vom Flegel zum Herrn Flegel und so schoß ich denn
-im Vollgefühl meiner Herrlichkeit vier Löcher in die Luft. -- Mit
-ebensoviel Groschen meiner erleichterten Barschaft ging ich, etwas
-enttäuscht davon.
-
-Wiederum klangen die Worte: »Junger Herr!« an mein Ohr, diesmal aus dem
-Munde des Horndrechslermeisters Röder, der vor seiner Bude stand und
-mir ein niedliches Liliputpfeifchen mit den Worten entgegenhielt: »Nur
-fimf Neigroschen, junger Herr.«
-
-Fast bereute ich jetzt die vier Luftlöcher, als ich aber entgegnete:
-»Ich darf doch noch gar nich roochen!« da ließ Röder den jungen Herrn
-fallen und er sagte, mit dem Finger drohend: »Dich Schlingel hab ich
-doch schon roochen sehn, daneilich am Bach of der Stangebergwiese,
-dort, wo die vielen Vergißmeinnicht stehn, da bist du im Gras gelegen
-und hast Ringeln in die Luft geblasen wie e Alter.«
-
-Ich machte einige lange Schritte und stand bald vor der
-Holzdrechslerbude der höchsten Persönlichkeit Schneebergs, des
-Türmers Böhm. Die vielen buntgefiederten Abschießvögel in allen
-Größen, erregten meine Aufmerksamkeit nicht, noch weniger die
-scheckigen Pferdchen mit und ohne Reiter, auch nicht die Blasrohre,
-die Knallbüchsen, die »Schrietzbüchsen«, die Pfennigpfeifen und
-Kegelspiele, mich interessierte ein Raphael Engel, der beide Ellenbogen
-auf die Verkaufslade gestützt und an einer großen Süßholzwurzel kauend,
-seine Blicke von Gegenstand zu Gegenstand schweifen ließ. Dieser Engel
-war jener profetische Barfüßler.
-
-»Luuz« sagte eben der Türmer zu seinem Sprößling Louis: »Ich gieh itze
-en Aangblick fort, paß fei gut auf, doß nischt gemaust werd.« -- Kaum
-war Luuz drinnen allein, da nahm der barfüßige Engel einen großen
-Wulst gekauter Süßholzwurzel aus dem Mund und frug: »Wos kost dä ene
-Schrietzbichs?« Luuz antwortete: »De klenn kostn en Dreier, die do en
-Sechser und de grußn en Neigrosch«.
-
-»Weiß emol aane har, vor en Neigrosch!« -- Der Barfüßler betrachtete
-sie mit Kennerblicken von außen und innen, dann blies er einmal
-hindurch und meinte: »Ich denk mr när, die hoot ewing zeviel Luft.«
-
-»Wos vrstist'n du!« sagte Luuz verächtlich: »Wenn se nei ins Wasser
-kimmt un 's Garn drinne naß werd, nochert zieht se schu.«
-
-»Derf ich se dä erscht emol probirn, driem an Wasserbottig?«
-
-»Nu meitwaang -- de mußt se odr fei behaltn, wenn de se eingesaut host!«
-
-Leichtbesohlt flatterte der Engel davon -- er soll heute noch
-wiederkommen.
-
-Ambrosische Düfte zogen mich an der Nase hinüber, zu den Kindern
-des Südens, zu den Bergen von Apfelsinen, Johannesbrot, Datteln und
-Feigen. Dann trug ich das schnuppernde Riechorgan weiter, zu den
-schmalzgebackenen Blätterteig-, Sand- und Spritzkuchen, vorbei an den
-Zuckerbuden mit ihren Feuersteinchen, Aniskörnchen und Zimmtmandeln,
-vorbei an den bunten Eiern, den sauren Gurken und den Böklingen. Die
-»Bittlich Richtern« pries ihre Ware an: »Lauter dicke Speckbuckel, de
-kleen en Zweeer, de grußen 'n Dreier. Solche scheene goldgelbe Fische
-wern nich alle Tage gefang!« --
-
-Nicht einmal die Bratwurstkarline konnte mir einen Dreier entlocken für
-ihre duftenden Brühsemmeln, die sie emsig und unverdrossen mit ihren
-rusigen fettglänzenden Fingern aushöhlte und dann von Zeit zu Zeit
-die Finger ableckte. Dabei machte sie ihre Witze: Eine Affenschande
-wäre es, so eine Gottesgabe für einen lumpigen Dreier zu verkitschen,
-ihr seliger Urgroßvater gäbe einen Taler drum, wenn er nur einmal
-hineinbeißen könnte. »Ihr hatt doch alle keene Ahnung« setzte sie
-hinzu, »was da alles noch so drum un dra hängt; vier Wochen lang muß
-ich dernach meine Finger in griene Seefe stecken, daß se nur wieder
-reene wern.«
-
-»Lecken Sie se ooch öfter emal derbei ab?« frug ein fürwitziger Bengel,
-aber schlagfertig kam es zurück: »Ich hätte bald was gesagt, du
-Lausewenzel!«
-
-Wenn sich Mund und Nase laben, wolln die Ohren auch was haben. Und
-diese kamen voll und ganz auf ihre Rechnung. Schon das Geschrill der
-hunderte von Pfennigpfeifen hätte genügt, aber dazu kamen noch die
-Schnarren, die Waldteufel und die Mundharmonikas. Das gab mit dem
-Grundmotiv der Reitschulorgel eine machtvolle Symphonie, zu der die
-Scheibenschützen den Takt knallten.
-
-Strich aber Einer mit einem Brummeisen vorbei, so konnte man die
-Wahrnehmung machen, daß die Brummeisen, so verschrieen sie bei gewissen
-Ehehälften sein mögen, ganz gewiß zu den zahmeren und zarteren
-Gatt--ungen zu zählen sind.
-
-Das Elfeglöckel läutete die Mittagsstunde ein, da ging ich hinüber
-in den Saalbau, um mich meinem Vater zum Heimweg anzuschließen. Als
-wir durch das Vorzimmer kamen, saß da in einer Ecke der Falke Gust
-bei einem tellergroßen »Biffstek« und rief mit schon etwas lallender
-Stimme: »Mahlzeit Herr Direkter! Hier sitzn de Mussegantn, Moses un de
-Profetn!«
-
-Um drei Uhr nachmittags war ich wieder zuplatze, da begann das
-_Vogelschießen_. Dies wurde aber nicht von der Schützengesellschaft
-abgehalten, sondern die _Schnepperschützen_ hatten die einmalige
-Erlaubnis bekommen, ihr Vogelschießen diesmal ausnahmsweise vor
-dem Schießhaus abhalten zu dürfen. Zu diesem Zwecke hatten sie vor
-der Vogelstange, unten beim alten Schießhaus eine geräumige Bude
-aufgestellt, aus der sie mit ihren großen Armbrüsten (Schneppern) dem
-riesigen Adler auf der Vogelstange zuleibe gingen.
-
-Uns Jungen machte es ein besonderes Vergnügen, Jagd nach den
-verschossenen Bolzen zu machen, die wir dann, das halbe Dutzend für
-einen Dreier, zur Bude zurück brachten. Ich konnte diesen Erwerb recht
-gut gebrauchen, denn ich hatte meine restlichen vier Neugroschen -- wie
-gewonnen, so zerronnen -- in der Würfelbude verknobelt.
-
-So kam ich auch jetzt wieder mit einer handvoll Bolzen zur Bude
-zurück, da lehnte der Horndrechsler Pfeifer am Eckpfosten und uzte die
-Schnepperschützen.
-
-»_Fffft_« machte er es gerade: »Schu wiedr drnahm wack. Ihr mißt doch
-nooch'n Vugel zieln, net noch ne Maandn, dar stieht doch itze gar net
-an Himmel! Mir ham doch itze Neimaand.«
-
-»Halt de Gusch!« schimpfte der Rohrlapper, »du machst uns när de Bolzn
-schei!«
-
-Beim nächsten Schuß machte es Pfeifer wieder: »_Fffft!_ wiedr e Loch
-in Himmel. Ich gelaab, dr Peterus is ausgerissn, dar is doch ka Minut
-sicher vr eiern Fahlbolzn.«
-
-Nun wurde es den Geneckten doch zu bunt und sie schrien durcheinander:
-»Gieh doch du rei, du Maulaff! -- Zeig erscht du emol, wos de kast, du
-Grußgusch! -- Dar fällt doch geleich im, wenn dr Schuß lusgitt!«
-
-Ohne weiteres kroch Pfeifer durch die Absperrleinen und verlangte
-einen Schnepper. -- Nun hatten aber die Schützen ein altes abgelegtes
-Monstrum, ganz extra für solche Fälle, bei der Hand, an dem der Bügel
-nicht mehr fest im Schafte stak, so daß derselbe ohne Schwierigkeit
-seitlich verschoben werden konnte und so rückten sie ihn, bevor sie
-ihn mit der Drehwinde aufzogen, ein gutes Stück nach links, so daß die
-ganze Schleuderkraft nach dieser Seite verlegt wurde, dann reichten
-sie den mühsam gespannten Schnepper mit verhaltenem Lachen, dem
-ahnungslosen Pfeifer.
-
-Dieser stand nun, jeder Zoll ein Tell, im Anschlag und zielte, lange
-und genau zielte er, denn unter keinen Umständen durfte er sich
-blamieren. -- »Sättersch!« stichelte der Leonhardt Schmied: »Itze
-getraut'r sich net, ne Finger krumb ze machn.« -- Da drückte Pfeifer ab
-und -- ein zehnstimmiges, schallendes Gelächter durchbrauste die Bude.
-
-Der heimtückische, ungleich gespannte Schnepper hatte Pfeifer eine
-solch wuchtige »Faunz« versetzt, daß er, den Schnepper weit von sich
-schleudernd, einen Luftsprung machte und dann, mit einem Gesicht wie
-ein herabgefallenes Mondkalb, auf seinen geliebten fünf Buchstaben
-saß. Das alles dauerte nur Augenblicke, dann nahm er sich zusammen,
-krabbelte sich ächzend in die Höhe und wortlos, nur mit einem
-grundtiefen Verachtungsblick auf die Schnepperschützen, hinkte er zur
-Türe hinaus.
-
-Diese aber krümmten sich vor Lachen wie die Würmer und als ihm der
-Könitzer nachrief: »Der Rumpes is gefalln, Sie wern fei Keenig!« da
-drehte sich Pfeifer herum, und drohend die beiden Fäuste schüttelnd,
-entrangen sich befreiende Worte von seinen Lippen. Mit Löwenstimme
-donnerten sie zur Bude zurück, die Kraftworte Götz von Berlichingens,
-in sechsstelliger Multiplikation. --
-
-Pfeifer hatte genug Vogelschießen. Hinkend und sich sämmtliche Backen
-reibend, stapfte er stadteinwärts.
-
-Als er an Stahls Schuppen vorbeikam, begegnete ihm der Härtel Fritz,
-der ihn schon von Weitem mit staunenden Blicken betrachtete.
-
-»Inusse sog mr när,« sprach ihn dieser an: »Du host doch ene Papp
-drahsitzen wie ene Backmuldr? host wuhl endlich emol aane drwischt?« --
-Pfeifer sah ihn bissig an. »Zähwieting ho ich!« gab er barsch zurück.
--- »Zähwieting? ginne dä dir de Zahnervn esu weit nunner, bis in de
-Baah, doste drezzeverze drzu machst?« Pfeifer ließ ihn stehen und
-hinkte davon. Erst nach einigen Schritten drehte er sich wütend um und
-rief dem noch immer dortstehenden Härtel zu: »Gieh när du nei in de
-Schnapperbud, wenn de ka A...ladr drah host!« -- --
-
-Kopfschüttelnd und um Pfeifers Seelenzustand ernstlich besorgt, ging
-auch Härtel seines Weges, schießhauswärts.
-
-Er war zwar nicht Schütze, aber der Schützenmittwoch galt von jeher
-als bürgerliches Volksfest, an dem sich Jedermann nach Herzenslust
-beteiligen konnte. So strebte nun Härtel der Schützenkegelbahn zu,
-als er aber um den Saalbau herumschwenken wollte, da hörte er lustige
-Stimmen drüben im Wachhäusel.
-
-Wo es lustig zuging, da war Härtel in seinem Element und so lenkte er
-die Schritte hinüber und spähte zur halboffenen Türe hinein.
-
-In der Wachstube saßen um einen großen Tisch herum ein Dutzend
-uniformirte und nicht uniformirte Männer, die auf sämmtlichen
-Stockzähnen kauend, sich an einem feisten Schinken gütlich taten.
-Härtel wollte schon wieder abschieben, da rief der Maler Engelbrecht in
-seinem damals noch unverfälschten hannöverschen Dialekt: »Sspaziren Sie
-nur herein, Herr Härtell, Sie dürfenn auch mal von unseremm delikatenn
-Schinkenn kostenn. Es ist ne ganz besonders feine Sochte, die wie
-Butter auf der Zunge zergeht. Ich gebe Ihnen mein Wocht, der Schinkenn
-stammt von einer Edelsau aus guter Familje.«
-
-Härtel ließ sich das nicht zweimal sagen und so saß er alsbald im
-Kreise froher Zecher, beim löblichen Tun. Dabei erfuhr er denn, daß es
-zwischen den beiden Korporalen Richter und Piefky zum Streite darüber
-gekommen sei, daß jeder von den beiden behauptete, im Besitz der besten
-Schinken zu sein. Trotz der Noblesse Piefkys, der einen Schinken von
-zuhause geholt und zum Besten gegeben habe, bleibe Richter beharrlich
-dabei, sein Schinken wäre noch viel besser, freilich den Beweis für
-seine Behauptung bleibt er uns schuldig.
-
-»Ich kann doch nischt derfür«, entschuldigte sich Richter. »Ich selber
-bin doch gar nich eso, aber meine Frau, die hält alle Händ ieber ihre
-Schinken.«
-
-Schallendes Gelächter. Dann ließ sich die sonore Stimme Piefkys
-salbungsvoll vernehmen: »Wieviel Schinken hamm Sie denn eegentlich noch
-derheeme, Herr Richter?«
-
-»Blos noch en eenzigen,« war die Antwort.
-
-»Na da lassen Sie sich'n nur recht gut schmecken,« sagte Piefky und
-zwinkerte mit den Augen zu seinem Kollegen Windsheimer hinüber.
-
-»Nu ähm!« bestätigte Windsheimer: »Mir wolln uns den guten Geschmack
-gar nich mehr drmit verderm.«
-
-Da Richter, um eine in ihm aufsteigende Regung seines, in die Enge
-getriebenen Schützenherzens zu unterdrücken, schwieg, trat eine
-Gesprächspause ein, die durch einen allgemeinen Trunk ausgefüllt
-wurde. Als dann die Schaumspuren aus den Schnurrbärten geleckt waren,
-lenkte der Klempnermeister Schulz das Gespräch auf einen anderen
-Punkt, indem er sich mit den Worten an Leichsenring wandte: »Saang se
-emal, Bummelhose, wie war denn eegentlich die Geschichte damals mit'n
-Schilbach, wie der nein in de Laterne gerannt is?«
-
-Leichsenring warf, ob seines verunglimpften Spitznamens, dem Sprecher
-einen scharfen Blick zu, dann holte er in aller Gemächlichkeit ein
-altes Schnappmesser aus der Hosentasche hervor, das zwar keine Klingen
-mehr hatte, dafür aber einen breiten Stahlrücken zum Feuerschlagen.
-Aus der Westentasche brachte er noch ein Stück Zündschwamm und einen
-Feuerstein zum Vorschein und nun pinkte er immer mit dem Kopfe nickend
-und jedesmal das rechte Auge zusammenzwickend, bis der Schwamm an
-zu glimmen fing. Diesen legte er auf den Tabak in seiner Pfeife und
-dann baffte er mit sichtlichem Behagen mächtige Wolkenschiebel zur
-verräucherten Decke empor.
-
-Nach einer Weile drehte er sich zu seinem Nachbar Denkert herum und
-sagte, »dos is mr fei lieber als der Towak. Wenn ichs machen kännt, ich
-raachet nischt wie Feierschwamb.«
-
-»Der riecht wenigstens besser wie Ihr Tobak,« meinte Denkert.
-
-»Nunununuu!« machte es Leichsenring, »ne schlachstn raach ich fei noch
-lank net, 's is Feinschnitt, 's Pfund vr 28 Pfeng!«
-
-»Alle bunähr!« sagte Denkert, »da kann ich freilich nich antreten mit
-mein Griensiegel.«
-
-Als jetzt Schulz mahnte: »Nu was is denn also mit'n Schilbache«, da gab
-Leichsenring kleine Grüne bei und erzählte:
-
-»Das war esu. Saltmol, wie de Bah fartig war un dar erschte, bekränzte
-Zug vun dr Schlähm rauf kumme is, do soßn doch die ganzn Grußn drinne,
-in Frack un mit dr Angsträhr un do war dr Herr Schilbach ah drbei.
-Nutwennig hoot dar doch allmeitoog und do is'r ahm in sen Stormschriet
-vun Bahhuf rauf ahamgebieslt. -- Iech ho ne net kumme sah; ich stand
-an Appetekneck un ho an nischt gedacht, wie ich mei Lamp rogeleiert
-ho. Zwaa Drehertsn hätt ich noch ze machn gehatt, do tuts of amol en
-Klerrerts, doß michs vr Schrack när esu rim gedreht hoot un wie ich
-hieguck, -- ich denk dr Schloog trift mich, -- mei liebr Herr Schilbach
-in vulln Wichs stackt mit'n Kopp in dr Lartarr. -- Sei Ziehlindr war
-zrkneetscht un sei Gesicht, es Vürhemmel, dar feine noble Frack, alles
-voller Riebeehlflackn. -- Mei Ziehlindr mit zamst dr Lamp un drei
-Scheim warn natierlich ah hie un 's war när e tausnds Gelick, doß 's ka
-Blut gaam hoot.«
-
-»Wer hat denn ne Schaden rieber un nieber bezahlt?« frug der Lenk
-Karl, der damit beschäftigt war, die letzten Fleischspuren vom
-Schinkenknochen zu kratzen.
-
-»Suviel ich waas, hoot dr Herr Schilbach allesmitenanner bezohlt«,
-sagte Leichsenring und mit ehrfurchtvollem Stirnrunzeln fügte er hinzu:
-»Mir hoot'r salt sugar noch e Viergutsgroschnstick -- 's war freilich
-e pulisch -- gaam, ich sollt mich of men Schrack wiedr stärkn. Wu mei
-letzte Lartarr hängt draußn ben Haustein, ho ichs besorgt. -- Odr ich
-soog när: Wos alles vürkumme kah.«
-
-»Ja ja ja!« bestätigte der Weiß Heinerich mit bedächtigem Kopfnicken.
-»Auf dere besch--ummelten Welt passiert mannigmal Manches, was mer nich
-begreifen kann und doch geht alles ganz natierlich zu, grad wie mit den
-geheimnisvollen Schuß in Neistädtel, der hat sich itze ooch aufgeklärt.«
-
-»Wos is dä do gepassiert? do waß ich doch gar nischt drfu« frug
-Leichsenring eifrig und neugierig.
-
-»Nu das is doch scho e Gahrer dreie, viere her, wo of'n Neistädtler
-Vogelschießen der Rumpes runtergepfeffert worden is, ohne daß e Schuß
-gefalln, ohne daß e Knall geheert wordn is«, sagte Weiß.
-
-Leichsenring zog die Schultern hoch, legte die Stirne in Falten und kam
-dann zu der Folgerung: »Do is ahm amende dar Rumpes mit'n Bloosrohr
-rogeschossn wurn.«
-
-Soviele Ehrentitel sind noch nie auf einmal über Leichsenring gehäuft
-worden, wie jetzt und ärgerlich verteidigte er sich: »Ach wos! ka Schuß
-gefalln, ka Schuß geknallt, dos gelaab ich net, do mißt ich doch gar ka
-Schitz net sei!«
-
-»Wenigstens kee _solcher_ wie Sie« bemerkte Mattausch.
-
-»Suuu?« fuhr Leichsenring, nun erst recht beleidigt auf: »Ich will
-Sie emol wos soong Herr Mattausch! Meitwaang kah dr Herr Schilbach
-noch zahmol in de Lartarr neirenne, bei Ihne wern de Scheim nimmer
-eingezuung!«
-
-»Nana, nur friedlich!« mahnte der Leutnant Süß, der den Namen mit der
-Tat verband, er war seines Zeichens Konditor.
-
-Weiß nahm seine Erzählung wieder auf: »Also, wie gesagt, Niemand hatte
-en Schuß da draußen abgegebn und doch is eener gefalln und geknallt
-hats ooch«.
-
-»Nu also!« sagte Leichsenring, aber Süß winkte ihm Schweigen zu.
-
-Weiß fuhr fort: »Erscht vor korzen hat mirsch der betreffende Schitz
-drunten beim Einenkel in der »Erholung« selber erzählt, der den Schuß
-abgeem hat.«
-
-»Nu also!« sagte Leichsenring und »Ruhig! -- Maulhalten!« rief es
-durcheinander, da frug Weiß mit erhobener Stimme: »Wißt ihr wer der
-Schütze war?«
-
-»Der Teifel!« schrie Leichsenring, Leutnant Süß aber warnte ihn streng:
-»Wenn Sie noch einmal dreinreden, kriegen Sie kei Bier mehr.« -- Das
-half.
-
-»Nenenenee!« rief Weiß, »der Teufel -- Sie meenen doch den Schneider
-Teufel, der warsch nich: Der Fritsche wars, drüben of'n Fritschegut,
-der hat mit'n Fernrohr von sein Fenster aus beobacht', wie se draußn
-of'n Neistädtler Schießhaus ene gute halbe Stund nach'n Rumpes
-gepulvert ham un da is'n die Geschicht zu langweilig worn, er hat sei
-neis Jagdgewehr aus'n Gewehrschrank geholt, mit grobn Rehpostn geladen
-un -- von sein Fenster aus den Rumpes draußen runtergewichst.«
-
-An der Tafelrunde lief ein Ellenbogenstoßen um, nur der Leichsenring
-hat nichts davon verspürt und gerade der war der Einzige, der die
-Geschichte glaubte.
-
-»Hei--ner--rich!!!« -- Eine weibliche Stimme wars, die den Ruf
-ausgestoßen hatte und der Korporal Richter wars, der dieselbe erkannte,
-von seinem Sitz aufsprang und hinauseilte. Draußen aber stand seine
-Gattin mit strahlendem Gesicht und noch keuchend vom schnellen Lauf
-frug sie: »Is denn wahr, daß du Keenig worden bist?«
-
-»_Iiiich?_ -- Keenig --? Ich hab doch gar nich mit geschossn!«
-
-Da schlug die freudige Stimmung der Gattin ins Gegenteil um und etwas
-spitzig frug sie: »Nu verwas hast'n nachert den Schinken holn lassn?«
-
-»_Iiich?_ ne Schinken? ...?«
-
-In Richters Hirn begann sich ein Seifensieder zu formen, der riesige
-Dimensionen annahm. Bang kam es von seinen Lippen: »Wer hat ne denn
-geholt?«
-
-»Die zwee Schneiderseeln da drinne, itze steckn se ihre Kepp zesamm un
-vischpern mitenander, der scheene Piefke un der Windsheimer.« -- Sie
-fing an zu weinen.
-
-»Warum heilst de denn?«
-
-»Dort of'n Tisch liegt'r unner guter Schinknknochn rattnkahl
-abgezaust,« schluchzte die untröstliche Gattin.
-
-»O diese -- diese --« knirschte Richter und fand keinen Ausdruck, der
-ihm kräftig genug schien. Aber seine Frau examinierte ihn scharf:
-»Wieso ham denn die gewußt, daß mir en Schinkn drheeme ham?« da wurde
-er kleinlaut und bekannte, daß er den Schützenbrüdern selbst den Mund
-wässerig gemacht habe, indem er den Schinken über den Schellenkönig
-gelobt habe.
-
-Jetzt fand die Gattin das erlösende Wort: »Du Kamel! Ich hab mirsch
-doch gedacht, daß du wieder emal der Dumme warscht. --«
-
-»Un du de Gescheidte, daß de ne Schinkn hergeem hast. Ich denk mir ham
-uns enander nischt vorzewerfn, aber ich hab schon mein Plan: -- --
-Der Stoff zu en Anzug, den de mir ze Weihnachtn geem hast, der liegt
-doch noch in der Kommod; von den lassn mir beim Piefke en Rock un beim
-Windsheimer Hose und Weste machen. Alles übrige werd sich findn.«
-
-Siegesbewußt erschien Richter wieder im Wachlokale.
-
-Schon lange hatte das Elfeglöckel die siebende Abendstunde eingeläutet,
-leerer wurde es um die Vogelstange, von der August Schuhmann in
-seinen Erinnerungsblättern von 1819 so schön schreibt, sie sei »die
-Drehspindel des Vergnügens« und der Grundtext des Vergnügens sei:
-»Freuet euch des Lebens«.
-
-Vor dem Saalbau stellten sich die Schützen zum Einzug auf, mit
-der Front nach den Fenstern zu. -- In Vertretung des Hauptmanns
-kommandierte Leutnant Schreyer. Das vorletzte Kommando sollte gegeben
-werden, doch ach, -- auch Schreyer hatte sich ein bischen zuviel des
-Lebens gefreut und so geschah es, daß er in der Aufregung »links --
-um!« kommandierte und nun waren die Nasen nach der entgegengesetzten
-Seite gerichtet. Einige Schützen hatten aber doch instinktiv die
-richtigere Rechtswendung gemacht und so standen sich der dicke Höfer
-und der Fahnenträger Burkhardt Nase gegen Nase gegenüber.
-
-»Wu willst denn du hie mit deiner Fahne«, fragte Höfer. »Ich waaß net,
-'s scheint nooch Wilbach nauswärts gieh ze solln. Wu willst dä du hie,
-mit denn dickn Bauch?« »Mit dan werd aham gerammelt un wenn ich eich
-alle iebern Haufn schmeißn muß. Iech ho Hunger.«
-
-Da krähte eine helle, aber durchdringende Stimme aus der Reihe
-der Schützen: »Rechts -- um -- kehrt!« und nun erst konnte das
-Schlußkommando: »Vorwärts marsch!« erfolgen.
-
-Als die Schützenbeine den Takt zum Radetzkymarsch stampften, da gab es
-außer dem Schulhausmann Wetzel noch _viele, sehr viele Wackelfritzen_.
-
-Am anderen Morgen stand die Falks Miene droben beim Försterbeck im
-Laden und kaufte die gewohnten »Pfengbrotle« ein. Der Försterbeck
-wollte eine Unterhaltung mit ihr anbändeln. »Schies Watter ham se
-gehatt, de Schitzn«, sagte er. Aber die sonst so redselige Miene schien
-heute wortkarg zu sein, sie verhielt sich stumm. Da frug Förster: »'s
-is'n doch gut bekumme, ne Gust?« worauf die kurzangebundene Antwort
-kam: »Waaß net, der schleeft noch.«
-
-»Nu da lossn se ne när ornlich ausruhe vun sen Strapazn«, meinte
-Förster und brachte damit die Miene zum reden.
-
-»Wos? -- Strapazn? -- schiene Strapazn!« legte sie los: »odr mit eich
-Mannsen kah mr do net drieber redn; Max oder Alexander --« sie machte
-wendende Bewegungen mit den Händen -- »sis aaner wie dr Ander! Wenn ihr
-ins Kutteln kummt, kennt'r ka Mooß un ka Ziel.«
-
-»Hahaha!« lachte Förster, »das kimmt ahm of Moses un de Profetn ah.«
-
-Die Miene sah ihn verständnislos und mißtrauisch an, dann spreißelte
-sie: »Dos mog nu sei wies will, odr dr Kukuk waaß, wie dos bei dan
-Schitznbriedrn zugitt; en halm Toler ho ich men Gust mietgaam, achtzn
-Neigrosch hoot'r wiedr miet aham gebracht un en Mords Aff drzu.«
-
-
-
-
- Weitere Anmerkungen zur Transkription
-
-
- Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die
- Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.
-
- Korrekturen:
-
- S. 11: poltrte → polterte
- ohgemorkst wür!« {polterte} Leichsenring
-
- S. 19: Dienste → Verdienste
- dieser Anlagen wesentliche {Verdienste} erworben
-
- S. 21 Blätterteich → Blätterteig
- schmalzgebackenen {Blätterteig}-, Sand- und Spritzkuchen
-
- S. 22: vor → vor dem
- ausnahmsweise {vor dem} Schießhaus abhalten
-
- S. 29: schluchtzte → schluchzte
- {schluchzte} die untröstliche Gattin
-
-
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Schneeberger Schützenmittwoch vo
- fünfizig Jahren, by Guido Meyer
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK SCHNEEBERGER ***
-
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