summaryrefslogtreecommitdiff
diff options
context:
space:
mode:
authornfenwick <nfenwick@pglaf.org>2025-02-06 06:07:54 -0800
committernfenwick <nfenwick@pglaf.org>2025-02-06 06:07:54 -0800
commitc512bd74e5e729bf341c1ce7f775986a15c10257 (patch)
tree00f1ede3ee824f8c5754e24e0f6024c51e79a98d
parent1524d3ae8d0d4587ff0d3d369339545360bf1903 (diff)
NormalizeHEADmain
-rw-r--r--.gitattributes4
-rw-r--r--LICENSE.txt11
-rw-r--r--README.md2
-rw-r--r--old/53013-0.txt2540
-rw-r--r--old/53013-0.zipbin49244 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/53013-h.zipbin181420 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/53013-h/53013-h.htm3369
-rw-r--r--old/53013-h/images/cover.jpgbin80560 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/53013-h/images/cover_sm.jpgbin49746 -> 0 bytes
9 files changed, 17 insertions, 5909 deletions
diff --git a/.gitattributes b/.gitattributes
new file mode 100644
index 0000000..d7b82bc
--- /dev/null
+++ b/.gitattributes
@@ -0,0 +1,4 @@
+*.txt text eol=lf
+*.htm text eol=lf
+*.html text eol=lf
+*.md text eol=lf
diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt
new file mode 100644
index 0000000..6312041
--- /dev/null
+++ b/LICENSE.txt
@@ -0,0 +1,11 @@
+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
+metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be
+in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES.
+
+Procedures for determining public domain status are described in
+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
+
+No investigation has been made concerning possible copyrights in
+jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize
+this eBook outside of the United States should confirm copyright
+status under the laws that apply to them.
diff --git a/README.md b/README.md
new file mode 100644
index 0000000..129871f
--- /dev/null
+++ b/README.md
@@ -0,0 +1,2 @@
+Project Gutenberg (https://www.gutenberg.org) public repository for
+eBook #53013 (https://www.gutenberg.org/ebooks/53013)
diff --git a/old/53013-0.txt b/old/53013-0.txt
deleted file mode 100644
index 94e8ddd..0000000
--- a/old/53013-0.txt
+++ /dev/null
@@ -1,2540 +0,0 @@
-The Project Gutenberg EBook of Anweisung zum Weinbau an Gebäuden, Mauern,
-Lauben und Bäumen, by Johann Gottfried Bornemann
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-Title: Anweisung zum Weinbau an Gebäuden, Mauern, Lauben und Bäumen
- Herausgegeben zu Ermunterung der Kinder zu edler Thätigkeit
-
-Author: Johann Gottfried Bornemann
-
-Release Date: September 8, 2016 [EBook #53013]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ANWEISUNG ZUM WEINBAU AN ***
-
-
-
-
-Produced by Thomas Westhoff, Harry Lamé and the Online
-Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
-transcription was produced from images generously made
-available by Bayerische Staatsbibliothek / Bavarian State
-Library.)
-
-
-
-
-
-
-
- Anmerkungen zur Transkription
-
- =Text= entspricht Fettdruck, ~Text~ gesperrter Text, _Text_ antiqua
- Text.
-
- Einige klare Fehler in Rechtschreibung, Interpunktion usw. sind
- stillschweigend korrigiert worden.
-
-
-
-
- Anweisung
- zum
- Weinbau
-
- an
-
- Gebäuden, Mauern, Lauben
- und Bäumen.
-
-
- Von
- J. G. Bornemann.
-
- Leipzig, 1841,
- Carl Heinrich Reclam.
-
-
-
-
- Anweisung
- zum
- Weinbau
-
- an
-
- Gebäuden, Mauern, Lauben
- und Bäumen,
-
- als eine sehr leichte, angenehme und nützliche Beschäftigung
- für Erwachsene sowohl, als
- auch für Kinder.
-
- Herausgegeben
- zur Ermunterung der Kinder
- zu
- edler Thätigkeit
- von
-
- Johann Gottfried Bornemann,
- Schullehrer in Döbern bei Bitterfeld.
-
- Zweite verbesserte und vermehrte Auflage.
-
- Leipzig, 1841,
- bei Carl Heinrich Reclam.
-
-
- Kommt, ihr Kinder, lernet nun,
- Was recht Nützliches zu thun!
- Statt unnützer Tändeleien,
- Laßt den Weinbau euch erfreuen!
- Das ist ein Geschäft für euch.
- Drum ergreift die Reben gleich!
- Legt sie schicklich in die Erde,
- Damit es ein Stöckchen werde.
- Werdet ihr’s zwei Jahre pflegen,
- Bringt’s im dritten euch schon Segen.
- Das wird eine Freude seyn,
- Wenn ihr sagen könnt: „der Wein,
- Der dort an dem Hause pranget,
- Hat durch mich die Höh’ erlanget.”
- Seht, wie kahl stehn die Gebäude!
- Macht euch doch die edle Freude,
- Sie mit diesem schönen Grün
- Hurtig ringsum zu umzieh’n!
- Und wie werden süße Beeren
- Euch wohlschmecken, kräftig nähren!
- Eh’ ihr werdet Junggesellen,
- Müssen alle leere Stellen,
- Wo ja sonst nichts kann gedeih’n,
- Von euch grün bepflanzet seyn.
- Und ihr Mädchen merkt es euch!
- Eh’ ihr seyd dem Weinstock gleich,
- Müssen eure zarten Händchen
- Viele, viele tausend Bändchen
- An den Wein gebunden haben,
- Wenn euch sollen Trauben laben.
- Jeder der nur pflanzen kann,
- Fange gleich den Weinbau an.
-
-
-
-
-Vorwort.
-
-
-Wir leben jetzt in einer Zeit, wo alles, was die Landwirthschaft
-betrifft, beachtet und verbessert wird. Ich glaube aber, mit Recht
-behaupten zu können, daß man besonders in unserer Gegend Eins bei weitem
-noch nicht so beachtet hat, als es geschehen könnte und sollte. Dieß
-Eine ist der Weinbau. Man scheint, ihn für ein Geschäft zu halten, das
-bloß in wärmeren Gegenden mit großen Nutzen betrieben werden kann und
-betrachtet dieses herrliche Product bloß als ein entbehrliches
-Naschwerk, ohne zu bedenken, das es ein vortreffliches Sättigungs- und
-Stärkungs-Mittel ist, und bei reichlicherer Anpflanzung auch wohl ein
-nicht ganz unbedeutendes Erwerbsmittel werden könnte. Obschon hin und
-wieder an passenden Orten Weinstöcke sich befinden, so giebt es doch
-noch viele tausend leere und zu sonst weiter nichts brauchbare Stellen,
-wo die herrlichsten Weinstöcke gedeihen würden. Und selbst unter denen,
-die wir haben, giebt es viele, die man aus Unkunde vernachlässigt, so
-daß sie bei weitem den Nutzen nicht bringen, den sie bringen würden,
-wenn man sie richtig behandelte; welche Behandlung man sich gewöhnlich
-weit mühsamer, schwieriger und kostspieliger vorstellt, als sie wirklich
-ist. Ich selbst bin früher einer von denen gewesen, der seine zwei
-Weinstöcke aus Unkunde vierzehn Jahre lang vernachlässigte. Nachdem ich
-aber vor nunmehro 8 bis 9 Jahren die herrlichen Eigenschaften dieses
-vortrefflichen Gewächses kennen gelernt, und diese zwei Stöcke in kurzer
-Zeit bis auf viele Hunderte vermehrt habe, gehöre ich unter diejenigen,
-die sich der Früchte ihres Fleißes erfreuen können. Denn die Zahl meiner
-Weintrauben geht nun schon seit einigen Jahren alle Jahre weit in die
-Tausende, und meine Kinder, die jetzt diese herrlichen Früchte genießen
-können, so viel sie nur wollen, belachen es immer noch, daß sie sich
-früher mit großer Freude in die einzelnen Beeren der vernachlässigten
-Stöcke getheilt haben. Deshalb muß ich auch frei gestehen, daß mich nun
-jeder Ort, wo Wein stehen könnte, und jeder aus Unkunde vernachlässigte
-Stock, der oft bloß durch die Hand eines Kindes angepflanzt und richtig
-behandelt werden könnte, von Herzen dauert, zumal wenn ich noch in
-Erwägung bringe, welch’ ein herrliches Schutzmittel gegen Regen und
-Sonnenhitze dieses vortreffliche Gewächs den Gebäuden ist. Denn die
-Wände meines Schulhauses, die sonst bei Regenwetter von Nässe trieften,
-berührt jetzt kein Tropfen mehr, und die Stuben, in welchen man es
-früher im Sommer vor Hitze kaum aushalten konnte, sind jetzt kühlen
-Lauben ähnlich geworden, durch deren Fenster sich überall die
-Weintrauben hereindrängen. Mehrere in und außer meinem Wohnorte haben
-mich nun gebeten, ihnen auch Weinstöcke anpflanzen und nach meiner Art
-in Stand bringen zu helfen. Weil ich aber diese Bitte wegen Mangel an
-Zeit nur sehr wenigen erfüllen kann, und deshalb schon oft ein
-Undienstfertiger genannt worden bin: so habe ich mich entschlossen,
-meine aufgeschriebenen, durch Erfahrung und aus Büchern erlangten
-Kenntnisse in dieser Sache, durch den Druck bekannt zu machen, um
-dadurch Jeden in Stand zu setzen, nach meiner Art zu verfahren. Es sind
-zwar schon mehrere, diesen Gegenstand betreffende, aber nur zu große und
-deßhalb theure Anweisungen vorhanden. Ich habe in meiner gegenwärtigen
-Anweisung auf Kürze und Billigkeit Rücksicht genommen, und hege die
-frohe Hoffnung, vielleicht dem Einen und dem Andern, der diese theuren
-Anweisungen nicht kaufen kann, und auch dem, der sie kaufen kann oder
-vielleicht schon hat, aber gern auch noch die Meinung Anderer zur
-Vermehrung seiner Kenntnisse hört, durch diese kleine Schrift einen
-Dienst zu erweisen. Möge der Herr der Natur, von dem ja aller Segen
-kommt, auch dieses geringe Unternehmen für recht viele segensreich
-machen, und es zu einem Mittel gebrauchen, durch welches der Gewerbfleiß
-auch in unserer Gegend in dieser Hinsicht erhöht, und so manche leere
-Stelle zum Wohle des Landes angebaut wird; dann fühlt sich hinlänglich
-belohnt
-
- Geschrieben
- im Sommer des Jahres 1835.
-
- der Verfasser.
-
-
-
-
-Vorrede zur zweiten Auflage.
-
-
-Obgleich mein Büchlein bei einigen Wenigen Widerspruch fand, so war doch
-die Zahl derer, die mir ihren gütigen Beifall schenkten, weit größer,
-und daher kommt es denn nun, daß mir die Freude zu Theil geworden ist,
-die erste Auflage binnen vier Jahren vergriffen und eine zweite in’s
-Leben treten zu sehen. Wenn man es nun Herrn ~Kecht~ in Berlin nicht
-verargt, oder für Stolz auslegt, daß er in der Vorrede zur fünften
-Auflage seines Buches über den Weinbau, mehrere Empfehlungen seines
-Werkes hat abdrucken lassen, so wird man es ja auch mir nicht verargen,
-oder für Stolz auslegen, wenn ich mich gedrungen fühle, in gegenwärtiger
-Vorrede zur zweiten Auflage meines Büchleins, allen denen meinen
-schuldigen Dank öffentlich abzustatten, die mein geringes Bemühen gnädig
-und gütig anerkannt, und durch öffentliche Empfehlungen die Verbreitung
-desselben befördert haben. Demüthigen Dank also erstens Dem, der mir und
-meiner geringen Arbeit den Weg bahnte, und sie mit seinem göttlichen
-Segen krönte. -- Für’s zweite spreche ich hier meinen unterthänigsten
-Dank ~Einer Hochlöblichen Königl. Preuß. Regierung zu Merseburg~ aus,
-die im 63sten Stücke des öffentlichen Anzeigers, vom Jahre 1836, unter
-Nr. 850, durch eine allergnädigste Empfehlung den Absatz meines
-Büchleins ungemein beförderte. Jene Empfehlung lautet wörtlich also:
-
- „Der Schullehrer in Döbern, Ephorie Delitzsch, ~Johann Gottfried
- Bornemann~, hat eine Schrift herausgegeben: Anweisung zum Weinbau, an
- Gebäuden, Mauern, Lauben und Bäumen u. s. w. 62 Seiten in Octav,
- welche bei ~L. Meyner~ in Delitzsch gedruckt, und dort sowohl als bei
- dem Verfasser für fünf Silbergroschen zu haben ist. Nach dem Urtheile
- Sachverständiger, ist diese Schrift sehr wohlgelungen und verdient
- empfohlen zu werden.”
-
- ~Merseburg~, den 9. August 1836.
-
-In der deshalb an Sr. Hochehrwürden, den sel. verstorbenen Herrn
-Superintendent _Dr._ ~Rudel~ in Delitzsch ergangenen schriftlichen
-Erklärung heißt es:
-
- „Die von Ew. Hochehrwürden unterm 2ten vorigen Monats eingereichte
- Schrift des Schullehrers ~Bornemann~ in Döbern: Anweisung zum Weinbau,
- haben wir von einem Sachverständigen prüfen lassen, und dieser hat sie
- dem Inhalte nach, richtig und zweckmäßig abgefaßt befunden, und kann
- eine Anzeige derselben in den öffentlichen Anzeiger aufgenommen
- werden.”
-
- ~Merseburg~, den 9. August 1836.
-
- Königl. Regierung, Abtheilung für das
- Kirchen- und Schulwesen.
-
-Unterthänigsten Dank daher meinen Hohen Vorgesetzten, die mein geringes
-Bemühen so gnädig anerkannten. -- Dank allen den Edlen und Guten in der
-Nähe und Ferne, die mich und mein Büchlein so liebevoll aufnahmen, und
-sich die Verbreitung desselben angelegen seyn ließen. -- Dank den
-Thätigen, die meinen Winken und Vorschlägen treulich folgten, und
-unaufgefordert erklärten, das was sie nach Anleitung meines Büchleins
-versuchten, auch in der That bewährt und richtig befunden zu haben. Dank
-besonders noch den aufrichtigen Freunden, die mich auf das noch Fehlende
-aufmerksam machten, und mich dadurch in den Stand setzten, es in dieser
-zweiten Auflage nachfolgen zu lassen. Einiges werde ich im Eingange
-erwähnen, und das Uebrige dem Büchlein selbst, da, wo es hingehört,
-einverleiben.
-
-Zum Schlusse dieser Vorrede bitte ich die Freunde der Wahrheit und
-Aufrichtigkeit herzlich, mir jeden vielleicht auch in dieser zweiten
-Auflage vorkommenden Irrthum bestens anzuzeigen. Ich werde diese mir
-dadurch erzeigte Gefälligkeit mit dem größten Danke erkennen.
-
-Möchte doch der Wunsch des Verfassers, durch diese kleine Schrift den
-Trieb zum Weinbaue in allen, ja auch schon in den Kindern zu wecken und
-zu stärken, im reichen Maaße erfüllt, und jede bis jetzt noch leere und
-doch für den Weinbau nutzbare Stelle zum Wohle der Menschheit und zur
-Verschönerung des Landes angebaut werden.
-
-Möge der Geber alles Guten auch dieser zweiten Auflage seinen Segen zu
-Theil werden lassen, damit sie recht Vielen noch faßlicher und
-nützlicher werde, als die erste es war. Und wenn dann erfüllt ist, was
-im vorstehenden Gedichte steht:
-
- „Es müssen alle leere Stellen
- „Wo ja sonst nichts kann gedeih’n
- „Von Euch grün bepflanzet seyn,
-
-dann wird sich für seine darauf gewendete Mühe hinlänglich belohnt
-fühlen
-
- Geschrieben
- im Sommer des Jahres
- 1840.
-
- der
- Verfasser.
-
-
-
-
-Inhalt:
-
-
- Seite
- 1. Zum Weinbau schickliche Oerter 1
- 2. Anpflanzung der Schnittlinge 2
- 3. Zeit der Anpflanzung von Schnittlingen 3
- 4. Art des Legens der Schnittlinge 3
- 5. Raum der Schnittlinge 5
- 6. Vom Begießen und Düngen des Weinstockes 6
- 7. Das Setzen der Schnittlinge mit dem Pfahl-Eisen 10
- 8. Vom Begießen und erstem Beschneiden der Schnittlinge 11
- 9. Vom Anpflanzen der Wurzlinge 12
- 10. Vom ersten Beschneiden der Wurzlinge 15
- 11. Vom Zudecken der Schnittlinge, Wurzlinge und aller anderer
- Weinstöcke überhaupt 16
- 12. Vom Aufdecken der Weinstöcke im Frühjahre 18
- 13. Behandlung der Schnitt- und Wurzlinge im zweiten Sommer 19
- 14. Vom Beschneiden der Schnitt- und Wurzlinge im zweiten Herbste 21
- 15. Behandlung der Schnitt- und Wurzlinge im dritten Sommer 23
- 16. Vom Beschneiden der Schnitt- und Wurzlinge im dritten Herbste 25
- 17. Vom Verbrechen oder Kappen 26
- 18. Natürliche Ursachen des Nachtheils vom allzufrühen Verbrechen 28
- 19. Nutzen des Nichtverbrechens oder Kappens 31
- 20. Regelmäßiges Verlängern der Weinstöcke 33
- 21. Umzäunung der Weinstöcke 34
- 22. Vom Untersetzen der Weinstöcke 36
- 23. Vom Verjüngen der alten Weinstöcke 37
- 24. Vom ersten Anbinden oder Heften im Frühjahre 41
- 25. Von den Reserve-Augen und ihren Ruthen 43
- 26. Vom zweiten, dritten und vierten Anbinden oder Heften 43
- 27. Das natürliche Anheften vermittelst der Gabeln 46
- 28. Von der richtigen Lage der Ruthen 47
- 29. Von der richtigen Lage der Trauben 48
- 30. Vom Abbrechen der Blätter zum Gebrauche 50
- 31. Einrichtungen zur Erleichterung des mühsam scheinenden
- Begießens 52
- 32. Reinigung des Weingartens 54
- 33. Das Erretten einiger Ruthen und Trauben vom Verderben im
- Frühjahre 56
- 34. Vom Anpflanzen der Weinstöcke im Freien oder an Bäumen 57
- 35. Schutzmittel gegen die späten Fröste im Mai und Juni 58
- 36. Behandlung der im Winter erfrornen Stöcke 60
- 37. Vom Senken oder Vermehren der Stocke 62
- 38. Vom Verpflanzen der Senker 65
-
-
-
-
-Eingang.
-
-
-Der ersten Auflage meines Büchleins fehlte es vorzüglich an einer
-vorausgehenden kurzen Uebersicht und Benennung der einzelnen Theile des
-Weinstocks. Sie folgen also hiermit:
-
-Für das zunächst vom Stamme des Weinstocks ausgehende alte Holz, was man
-beim Baume Zacken oder Ast nennt, habe ich in keinem Buche eine fest
-angenommene richtige Benennung gefunden. In gegenwärtiger Anweisung ist
-es mit dem Namen: „Zweig von altem Holze” oder „Ast” bezeichnet. (=§. 9=
-und =23=.) Mir scheint es aber jetzt, als ob man diese Theile des
-Stockes mit Recht „Arme” oder auch „Kanal, Saftkanal” nennen könnte. Ich
-übergebe diese Benennung den geneigten Lesern zur Prüfung. Denn, wenn
-man den an diesen Aesten stehenden Theilen die Namen „Zapfen und
-Schenkel” gab, weil sie mit denselben einige Aehnlichkeit haben, so kann
-man ja eben so gut auch diese Aeste, die durchaus nicht mit den Reben
-verwechselt werden dürfen, „Arme” nennen, denn sie sind ja ebenfalls
-denselben ähnlich. Auf diese Weise wären demnach die Haupt- und
-Neben-Theile eines Weinstockes in der gehörigen Ordnung folgende:
-
- 1) Die Wurzeln, =§. 9=. An diesen befindet sich
-
- 2) Der Stamm oder Stock, =§. 37=. An demselben sind
-
- 3) Die Aeste, oder richtiger gesagt, die Arme, =§. 23=. Daran stehen
-
- 4) _a._, die Zapfen, _b._, die Schenkel, _c._, die Reben, =§. 14=. An
- diesen dreien sind
-
- 5) _a._, die Augen, _b._, die im Frühjahre aus denselben kommenden
- Fruchtruthen und _c._, die Zugruthen, =§. 28=. An den Frucht- und
- Zugruthen befinden sich
-
- 6) _a._, die Blätter, =§. 30=. _b._, die Trauben, =§. 33=. _c._, die
- Gabeln, =§. 27=, und _d._, die Seitenruthen oder der Geitz, =§. 13=.
- Die aus dem alten Holze des Stockes und aus seinen Armen kommenden
- Ruthen nennt man
-
- 7) Wasserruthen, =§. 30=. Und die dicht neben manchen Augen noch
- stehenden Augen, heißen:
-
- 8) Reserve-Augen, =§. 25=.
-
-
-
-
-1.
-
-Zum Weinbau schickliche Oerter.
-
-
-Wenn man Weinstöcke an einem Gebäude oder an einer Wand anpflanzen will,
-so muß man die Morgen- oder Mittags-Seite dazu wählen. In warmen Sommern
-und Herbsten gedeihen sie auch auf der Abend-Seite; bei sehr günstiger
-Witterung sogar auch auf der Nacht-Seite, zumal wenn man den Stock mit
-seinen Wurzeln auf die Morgen-Seite setzt, und die Reben nachher um die
-Ecken des Gebäudes herum auf die Nacht-Seite zieht. Bringt man aber die
-Wurzeln auf die Nacht-Seite, so ist’s gut, wenn man den Erdboden, wo die
-Wurzeln liegen, oben 2 Finger breit mit Pferdemist oder Sand bedeckt;
-beides hält die Kälte ab und vermehrt die Wärme des Bodens; und darauf
-kommt es beim Weine vorzüglich an, daß der Boden, wo die Wurzeln liegen,
-recht erwärmt wird; es fördert sein Wachsthum und bringt ihn zeitig zur
-Reife, obschon der obere Theil des Stockes nicht so viel Sonne hat. Auch
-muß man beim Setzen der Stöcke auf der Nacht-Seite die Erde, womit die
-Wurzeln bedeckt werden, reichlich mit Sand vermischen, und den obern
-Theil des Bodens so einrichten, daß nicht zu viel Wasser darauf stehen
-bleibt. Es läßt sich aber leicht denken, daß die Nacht-Seite eines
-solchen Gebäudes auch ganz frei seyn muß, und daß sowohl in der Nähe
-als auch selbst in weiterer Entfernung kein Baum oder sonst ein anderer
-Gegenstand stehen darf, welche den früh und Abends dahin fallenden
-Sonnenstrahlen den Zugang verhindern, und den Weinstöcken Licht und
-Wärme entziehen würden, die dieselben hier noch weniger als auf der
-Morgen-, Mittags- und Abend-Seite entbehren können. Jedoch muß man von
-den, auf der Nacht-Seite stehenden Stöcken nie den großen Nutzen
-erwarten, welchen man sich von den auf den andern Seiten stehenden
-Stöcken versprechen kann.
-
-
-
-
-2.
-
-Anpflanzung der Schnittlinge.
-
-
-Kann man keine Wurzlinge, d. h. Stöcke mit Wurzeln, bekommen, so nimmt
-man Schnittlinge, d. h. die im Herbste beim Beschneiden vom Stocke
-abgeschnittenen überflüssigen Ruthen, schneidet davon die schwachen
-Spitzen oben ab, so daß der Schnittling ohngefähr eine Elle lang bleibt.
-Sollte die Ruthe mehr, als eine Elle gutes starkes Holz haben, so kann
-man aus derselben zwei und mehr Schnittlinge machen. Es können diese
-Schnittlinge auch 5 bis 6 Viertel Elle lang seyn; länger aber nicht,
-weil sonst das Einlegen in die Erde unbequem ist, und viel Raum
-erfordert. Auch können sie kürzer seyn, als eine Elle. Ich habe welche
-gelegt, die nur zwei Augen hatten, wovon das eine in die Erde kam und
-die Wurzeln trieb, das andere über der Erde stand, aus welchem die Ruthe
-emporschoß. Je kürzer sie aber sind, desto sparsamer wachsen sie.
-
-
-
-
-3.
-
-Zeit der Anpflanzung von Schnittlingen.
-
-
-Diese Schnittlinge kann man nun gleich im Herbste, sobald sie vom Stocke
-abgeschnitten sind, in die Erde bringen, dahin, wo der aus denselben
-entstehende Stock künftig seinen Platz haben soll. Sie können aber auch
-an einem kühlen, feuchten Orte, z. B. im Grase, mit etwas Gras, Heu oder
-Stroh bedeckt, mehrere Wochen lang aufbewahrt, und dann von Zeit zu Zeit
-gesteckt werden. Man kann sie auch bis zum Frühjahre aufbewahren, und
-dann an Ort und Stelle legen. Dann müssen sie aber in ein Bund zusammen
-gebunden, eine halbe Elle tief in die Erde gelegt und ganz mit Erde
-bedeckt werden. Im Frühjahre muß man sie aber zeitig heraus nehmen und
-verpflanzen, ehe die Augen anfangen zu treiben, sonst kann man dieselben
-leicht verletzen, und sie erleiden auch durch das Herausnehmen und
-Weiterpflanzen eine nachtheilige Störung im Wachsthume. Deßhalb ist es
-am Besten, sie gleich im Herbste einzeln an Ort und Stelle zu bringen.
-Manche rathen an, diese Schnittlinge erst 8 bis 14 Tage in laues Wasser
-zu werfen, ehe man sie pflanzt. Ich habe das mit einigen gethan, mit
-andern nicht, und es wuchs die eine Art so gut, wie die andere.
-
-
-
-
-4.
-
-Art des Legens der Schnittlinge.
-
-
-Zum Legen der Schnittlinge mache man eine Grube oder einen Graben längs
-des Gebäudes, eine halbe Elle breit und eben so tief, in der Richtung,
-daß nachher das vom Dache herabfließende Regen-Wasser gerade auf die
-Grube fällt. In diese Grube lege man nun die Schnittlinge, und beuge das
-obere Ende aufwärts, daß es mit einem Auge aus der Erde hervorragt, wenn
-die Grube zugeschüttet ist, und die obere Spitze des Schnittlings nach
-dem Gebäude schräg hin zeigt. Man muß die empor gebogene Spitze mit
-einem in die Erde gesteckten Häkchen oder einer Gabel befestigen, damit
-sie ihre Richtung behält. Das zweite Auge muß so zu stehen kommen, daß
-beim Zuschütten der Grube einen bis zwei Finger breit Erde darauf zu
-liegen kommt. Sollte das obere Auge zu Schaden kommen, so schafft man
-die wenige Erde vom zweiten hinweg, daß dieses die Ruthe treiben kann.
-Bleibt aber das obere Auge unverletzt, so läßt man das zweite in der
-Erde, damit es die Wurzel vermehren hilft; denn alle in der Erde
-liegende Augen treiben Wurzeln. Sollte das zweite Auge aus der Erde
-emportreiben, so kann man es wachsen lassen; man bekommt alsdann zwei
-Ruthen an diesem Stocke. Ich lasse es aber gewöhnlich nicht zu, sondern
-beuge es sanft um und bedecke es mit Erde, daß es unter- oder seit-wärts
-gehen und Wurzeln treiben muß; die eine Ruthe wird alsdann kräftiger.
-Nur muß man sie wohl in Acht nehmen; denn wird sie abgebrochen, so ist
-leicht der Stock verloren, da sie nur selten noch einmal und nie so
-stark wieder treibt. In dieser Hinsicht wäre es freilich besser, zwei
-Ruthen zu lassen. Wenn dann die eine verloren ginge, so bliebe doch noch
-die andere. Man thut dieß aber bei Schnittlingen nicht gern, weil sie
-noch zu wenig Kraft zur Ernährung zweier Ruthen haben. Man verwahrt
-lieber die eine Ruthe so, daß sie nicht beschädigt werden kann.
-
-
-
-
-5.
-
-Raum der Schnittlinge.
-
-
-Eine Spanne weit von der empor gebogenen Spitze des ersten Schnittlings
-kann nun schon wieder der zweite eingelegt werden, dessen oberes Ende
-man wieder eben so umbeugt, und mit einem Haken befestigt, und eine
-Spanne von diesem der dritte, und so fort der vierte, fünfte u. s. w.,
-bis der ganze Graben der Länge nach voll ist. Auf diese Weise kommen die
-Stöcke eine bis zwei Ellen weit zu stehen. -- Ich weiß wohl, daß Manche
-sagen, dieß sey zu enge, ein Weinstock brauche einen Raum von 8 Ellen.
-Allein es können 10 Jahre vergehen, ehe er diesen Raum gebraucht, und
-während dieser Zeit wird dann ein großer Theil des Spaliers kahl; da
-hingegen nach meiner Art zu pflanzen gleich in den ersten zwei Jahren
-das ganze Spalier grün wird, und im dritten und in den folgenden Jahren
-überall Trauben hat. Auch lassen sich die dicht stehenden Stöcke, wenn
-sie größer werden, so behandeln, daß sie alle am Spaliere Raum haben.
-
-Ich lasse nämlich von den vielen Stöcken gleich vom Anfange an den einen
-höher gehen, als den andern. Auf welche Art ich dieß bewirke, werde ich
-in der Folge zeigen. Freilich dürfte diese Behandlungsweise nur an hohen
-Spalieren, bei übersetzten Gebäuden anwendbar seyn; an niederen nicht
-so gut; an solchen müßte man sie allerdings etwas weiter auseinander
-pflanzen. Da nun die Weinstöcke, gleich allen anderen Bäumen, von Jahr
-zu Jahr höher gehen, so daß das alte kahle Holz unten immer länger wird
-und die Ruthen immer weiter hinauf kommen, so geschieht es, daß bei
-Stöcken, welche zu weit auseinander stehen, unten am Spaliere bloß
-kahles, blätterloses Holz zu sehen ist. Ich bedecke dieses jedesmal mit
-den niedrig stehenden Ruthen der kurz gehaltenen Stöcke, von denen der
-eine länger ist, als der andere, und so geschieht es, daß mein Spalier
-von unten bis oben grün aussieht und Trauben trägt, wodurch natürlich
-die Anzahl derselben bedeutend vermehrt wird. -- Man macht zwar auch den
-Einwurf, es hätten diese dichtstehenden Stöcke mit ihren Wurzeln in der
-Erde nicht Raum und Frucht genug. Allein meine dichtstehenden Stöcke
-tragen eine Menge Trauben, wie man sie selten an einem Stocke findet,
-und müssen daher Raum und Frucht genug haben. Sollten sie ja nach
-Verlauf mehrerer Jahre wegen ihrer Größe nicht mehr Raum genug haben, so
-ist’s ja auch noch Zeit, einige wieder heraus zu nehmen und weiter zu
-verpflanzen.
-
-
-
-
-6.
-
-Vom Begießen und Düngen des Weinstockes.
-
-
-Man muß nur gleich beim Legen der Weinstöcke dafür sorgen, daß solche
-Frucht haben können. Deßhalb mache ich den Graben zum Einlegen nicht
-ganz dicht au das Gebäude, sondern ½, auch ¾ Elle weit davon ab, so daß
-die Traufe mitten auf den Graben, und also auf die Stelle fallen muß, wo
-die Wurzeln liegen. Beim Zuschütten des Grabens mache ich nach dem
-Gebäude zu auf die frei gelassene halbe Elle festen Bodens ein schräges
-Dämmchen, welches das Wasser vom Gebäude ableitet und auf die Wurzeln
-führt. Auf diese Weise bleibt es an der Wand immer trocken, und wird
-wenigstens nicht so naß, daß es dem Gebäude schaden könnte. In dieses
-schräge Dämmchen beuge ich nun gleich beim Legen die Spitzen der
-Schnittlinge, so daß die Stöcke dicht am Gebäude zu stehen scheinen und
-an demselben in die Höhe gehen können. -- Auf der andern Seite der Grube
-mache ich gleich beim Zuschütten ein eben so schräges Dämmchen, daß aber
-natürlich seine hohe Seite nach Außen haben muß, und so entsteht auf der
-eine halbe Elle breiten Grube eine Vertiefung, in welcher das
-Regenwasser und alle andere Flüssigkeiten, die man zur Beförderung des
-Wachsthums dahin gießt, stehen bleiben und auf die Wurzeln eindringen
-müssen. Es ist sehr gut, wenn diese Vertiefung um das ganze Gebäude
-herum wagerecht ist; denn auf diese Weise bekommen alle Stöcke gleiche
-Frucht. Nur von den Seiten des Gebäudes nach den Giebeln zu mache ich
-die Vertiefung etwas schräg, damit die sonst an den Seiten sich
-vermehrende Traufe nach den Giebeln fließt, wo gewöhnlich, besonders am
-Morgengiebel, weniger Regen hinkommt. Sollte bei anhaltendem Regen des
-Wassers in der Vertiefung zu viel werden, so darf man nur in das
-Dämmchen an der Außenseite eine kleine Oeffnung machen, um es abfließen
-zu lassen. Stehen aber die Stöcke auf trockenem sandigen Boden und ist
-kein Teich oder sonstiger Wasserbehälter in der Nähe, aus welchem sie
-Frucht ziehen können, so bekommen sie auch nicht leicht zu viel Nässe.
--- Ich habe in trockenen Sommern einem Weinspaliere von 24 Ellen Länge
-jeden Mittwoch und jeden Sonnabend 100 Eimer Wasser gegeben;
-vorausgesetzt, das solches auf trockenem, sandigen Boden stand. Auf
-feuchten Boden dürfte natürlich nicht so viel nöthig sein. Bei Stöcken
-auf solchem Boden bedurfte ich noch nicht der Hälfte Wasser, und dennoch
-wurden die Trauben eben so gut, als jene. Es kommt auch viel auf das
-Alter des Stockes an. Ein solcher, der seine Wurzeln schon in der Länge
-und Tiefe weit ausgebreitet hat, gedeihet oft mit seinen Ruthen und
-Trauben auch auf sandigem Boden, ohne begossen zu werden. Wenn der Stock
-an den Spitzen der Ruthen welk wird, nicht mehr treibt, und sogar die
-Trauben anfangen zu welken, dann ist’s hohe Zeit, ihn zu begießen;
-besser aber ist’s, man läßt es so weit nicht kommen. Es war dieß bei
-meinen Stöcken einige Mal der Fall; ich begoß, und sah binnen 24
-Stunden, daß die schon ganz hingewelkten Trauben alle wieder frisch
-wurden. Unterläßt man nun das Gießen nie, so erleidet der Stock keine
-Störung, und die Trauben kommen zeitig zur Reife. Folgen häufige Regen,
-so ist natürlich das Gießen nicht nöthig. -- Am liebsten begieße ich mit
-dem von der Sonne erwärmten Teich- oder Pfützenwasser, besonders
-solchem, welches recht schlammig ist; denn dadurch erhalten die Stöcke
-zugleich eine herrliche Düngung; keinen andern Dünger, als solches
-Schlammwasser gebe ich meinen Stöcken, und sie gedeihen dabei
-vortrefflich. Mistjauche halte ich für zu scharf. Auch Waschwasser,
-welches mit Lauge vermischt ist, taugt nichts; wohl aber das Wasser, in
-welchem die Wäsche gespühlt worden ist, das zwar Seife, doch keine zu
-starke Lauge enthält. In Ermangelung solchen Wassers habe ich aber auch
-bei großer Trockenheit meine Stöcke mit kaltem Brunnenwasser begossen,
-um zu sehen, ob es ihnen schaden würde; habe aber keinen Nachtheil
-gefunden. Doch ist ihnen jenes dienlicher, als dieses. Beim öfteren
-Begießen geschieht es nun, daß die Grube verschlämmt, und nicht mehr die
-gehörige wagerechte Richtung behält; diese muß man dann immer wieder
-herzustellen suchen. Weil nun in der Grube zwar die Wurzeln des Stockes
-liegen, er selbst aber nicht aus derselben hervorragt, sondern in das
-Dämmchen an der Wand geleitet ist, so läßt sich dieses auch mit einer
-Schippe ganz bequem machen; denn so breit ist gewöhnlich an meinen
-Weinspalieren die Grube, daß ich mit einer solchen darin hinfahren kann,
-so daß sie einem glatten Fußsteige ähnlich sieht, auf welchem man sehr
-bequem um das Spalier herumgehen kann. Was aus der Grube geräumt wird,
-werfe ich auf das Dämmchen an der Mauer; dadurch wird es in gutem Stande
-erhalten und die in demselben liegenden Thauwurzeln bekommen zugleich
-eine herrliche Düngung, denn es ist ja größtentheils hineingespühlter
-Schlamm. Häuft sich derselbe zu sehr an, so verstärke ich damit auch
-das Dämmchen an der Außenseite. Außerdem aber bediene ich mich zur
-Verstärkung desselben anderer Erde, wenn es nöthig seyn sollte.
-
-
-
-
-7.
-
-Das Setzen der Schnittlinge mit dem Pfahl-Eisen.
-
-
-Die oben erwähnten Schnittlinge können auch noch auf eine andere Art
-gesteckt werden. Wenn man nämlich einen Ort hat, wo man nicht gern einen
-solchen Graben machen will und kann, und der Boden an sich schon nicht
-zu fest ist, so nimmt man einen Pfahl oder ein Pfahl-Eisen, stößt damit
-ein Loch senkrecht so tief, als der Schnittling lang ist, stellt alsdann
-denselben hinein, doch so, daß das obere Auge heraussteht und das andere
-einen bis zwei Finger breit tief in die Erde kommt. Sind es mehrere
-Schnittlinge, die ein längeres Spalier bilden sollen, so kann man auch
-den Löchern gleich mit dem Pfahle oder Pfahl-Eisen oben eine schräge
-Richtung, nach dem innern Dämmchen zu, geben, um nachher beim Setzen das
-obere Ende des Schnittlings eben dieser Richtung fähig zu machen. Auch
-hier versteht sich das Anheften mit einem Häkchen von selbst. Nun nimmt
-man gute klare Erde, und reibt dieselbe langsam zwischen beiden Händen
-über dem Loche, bis dasselbe mit Erde angefüllt ist. Ein Andrücken
-derselben ist hier nicht nöthig, könnte sogar den sämmtlich aufwärts
-stehenden Augen schädlich werden; es wird dieselbe durch das nachherige
-Begießen von selbst fest, und man muß, wenn es mit der Zeit oben an Erde
-fehlen sollte, etwas nachfüllen. Die auf diese Art gepflanzten Stöcke
-halten bei trockener Witterung lange aus, da ihre unteren Wurzeln tief
-in die feuchte Erde hinunter treiben. Bei ganz hartem festen Boden
-dürfte jedoch diese Art der Anpflanzung nicht anwendbar seyn. Daß auch
-hier des Begießens wegen oben an den Stöcken eine mit Dämmchen umgebene
-Vertiefung bleiben muß, versteht sich von selbst. Ich kann diese Art der
-Anpflanzung um so mehr empfehlen, da ich sie mehrere Jahre lang erprobt
-und gut befunden habe.
-
-
-
-
-8.
-
-Vom Begießen und ersten Beschneiden der Schnittlinge.
-
-
-Eine Hauptsache ist nun, daß solche Schnittlinge, sie mögen auf diese
-oder jene Art gepflanzt worden seyn, besonders im ersten Sommer,
-immerwährend feucht gehalten werden; alsdann treiben die mehresten schon
-im ersten Jahre eine Ruthe von 1 bis 2 Ellen. Unterläßt man das
-Begießen, oder fährt damit nicht regelmäßig fort, so daß sie bald zu
-naß, bald wieder zu trocken stehen, so wird, besonders wenn wenig Regen
-fallen sollte, selten einer davon fortkommen. Wer, wegen Mangel an Zeit,
-nicht oft genug nach seinen Schnittlingen sehen kann, thut wohl, wenn er
-die an denselben angebrachte Vertiefung zwischen den Dämmchen mit
-strohigem Kuhmiste, in welchem jedoch wenig Koth hängen darf, anfüllt;
-unter demselben halt sich natürlich die Feuchtigkeit länger. Es kann
-derselbe den ganzen Sommer durch liegen bleiben, und immer wieder darauf
-gegossen werden. Nur muß man vorher erst untersuchen, ob der Boden
-darunter trocken und also das Begießen nöthig ist. Denn oft ist der
-obere Theil des Mistes trocken und der untere ist immer noch feucht. Man
-kann diese Befeuchtungs-Methode überhaupt auch bei allen
-frischgepflanzten Weinstöcken anwenden. Die Ruthe nun, welche die
-Schnittlinge im ersten Sommer getrieben haben, muß im nächsten Herbste
-bis auf 2, höchstens 3 Augen weggeschnitten werden, und das über
-derselben stehende alte Holz wird ebenfalls glatt und dicht über der
-Ruthe weggeschnitten. Sollte man einem Schnittlinge zwei Ruthen gelassen
-haben, so wird die schwächere, wenn sie zu schwach ist, ganz
-weggeschnitten; im anderen Falle kann man ihr ein Auge lassen, mehr aber
-nicht.
-
-
-
-
-9.
-
-Vom Anpflanzen der Wurzlinge.
-
-
-Wenn man Wurzlinge, d. h. Stöcke mit Wurzeln, pflanzen will, so wähle
-man solche, die nicht zu langes, altes Holz haben, sonst hat man
-unbequemes Stecken, indem dasselbe bis auf eine Viertel-Elle in die Erde
-gelegt werden muß; die Stöcke kommen außerdem nicht gut fort, und wenn
-es auch geschähe, so wachsen sie sparsam, und haben ~mit~ demselben ein
-schlechtes Ansehen, sind auch in wenigen Jahren über das Spalier
-hinausgewachsen. Die beste Zeit zur Anpflanzung derselben ist, wie bei
-den Schnittlingen, der Herbst; doch kann es auch im Frühjahre
-geschehen, aber nur zeitig, ehe die Augen anfangen zu schwellen. Ist die
-Erde nicht gefroren, so kann man den ganzen Winter über pflanzen. Das an
-den Wurzlingen befindliche junge Holz, die Ruthe, muß bis auf 2,
-höchstens 3 Augen, und zwar 2 bis 3 Finger breit über dem dritten Auge,
-weggeschnitten werden. Sind mehr Ruthen daran, so werden diese ganz
-dicht am alten Holze weggeschnitten; der Stock hat sonst mehr zu
-treiben, als er Kraft besitzt, weil er im ersten Jahre mit dem Anwurzeln
-zu thun hat. Auch die zu langen Wurzeln muß man abkürzen, und
-beschädigte bis an den Schaden wegschneiden. Sollte der Wurzling mehrere
-Zweige von altem Holze haben, so zieht man sie auseinander, so daß sie
-ohngefähr eine bis anderthalb Elle weit von einander zu stehen kommen.
-Auf diese Weise werden aus einem Stocke zwei bis drei, oft noch mehr,
-wenn genug kurze und lange Zweige daran sind, daß sie in gehöriger Weite
-von einander entfernt werden können, und diese Stöcke hängen dann in der
-Erde an einer gemeinschaftlichen Wurzel, welche sich aber noch dadurch
-vermehrt, daß alles in der Erde liegende alte Holz Wurzeln treibt,
-wodurch schon im ersten Sommer jeder Stock seine eigenen Wurzeln
-bekommt. Man kann auch, wenn der Wurzling zu langes altes Holz haben
-sollte, dasselbe so weit wegschneiden, daß es nur eine Viertel-Elle aus
-der Erde hervorragt. Auch dieses alte Holz, ohne eine Ruthe mit Augen,
-schlägt aus, wiewohl etwas später. Ich habe sogar den unteren Theil des
-Senkers, an dem ich einige Wurzeln ließ, gesteckt, und mit dem Ende, wo
-ich den Senker vom Stocke abgeschnitten hatte, aus der Erde hervorgehen
-lassen, also den Stock verkehrt gesteckt, und die auf diese Art
-gepflanzten Stöcke wuchsen eben so gut, als die anderen. Die Grube zu
-den Wurzlingen wird eben so gemacht, wie bei den Schnittlingen. Sollten
-die Wurzeln groß seyn, so muß dieselbe natürlich etwas breiter werden,
-wenn nämlich diese so gewachsen und so stark sind, daß man sie nicht gut
-in der Grube lang hin ziehen kann. Dieß kann leicht der Fall werden,
-wenn der Wurzling mehrere Zweige an der Stelle hat, wo die Haupt-Wurzel
-hin zu liegen kommt. Die Wurzeln macht man mit den Händen recht
-sorgfältig aus einander, und drückt die zuerst darauf geworfene wenige
-klare Erde etwas mit der Hand und den ausgebreiteten Fingern an sie an,
-nicht aber mit dem Fuße fest getreten; dieß verwandelt diese lockere
-weiche Erde leicht in einen, den zarten Wurzeln schädlichen Kloß. Die
-übrige, zur Ausfüllung der Grube nöthige Erde braucht gar nicht fest
-getreten zu werden, sie senkt sich mit der Zeit von selbst. Auch bei
-diesen Wurzlingen muß beim Zuschütten der Grube ebenso verfahren werden,
-wie bei den Schnittlingen. Es muß nämlich oben auf der Grube eben eine
-solche Vertiefung bleiben, damit das Wasser stehen bleiben kann. Und
-auch diese müssen, sowie die Schnittlinge, im ersten Sommer immer feucht
-gehalten, doch nicht zu häufig begossen werden. Auch müssen sie, gleich
-jenen, mit den aus der Erde hervorragenden Enden in das an der Mauer
-gemachte Dämmchen geleitet seyn, damit sie beim Reinigen der Vertiefung
-kein Hinderniß verursachen. Alle auf diese Art gepflanzten und
-gepflegten Stöcke wachsen gewiß. Mir ist von mehreren Hunderten, die ich
-bereits pflanzte, auch nicht ein Einziger eingegangen. Nur Einer fing
-einst an zu kränkeln und nicht ~ein~ Auge kam zum Aufbrechen. Ich ließ
-ihm Zeit bis nach Pfingsten, begoß fleißig, aber er kam nicht. Nun nahm
-ich denselben wieder heraus, und fand, daß solcher durch zu vieles
-Begießen gelitten hatte, denn seine Wurzeln standen gleichsam im
-Schlamme. Ich schüttelte die nasse Erde von den Wurzeln ab, räumte die
-Schlamm-Erde aus der Grube heraus und setzte denselben wieder in lockere
-bloß frische Erde ein. Nach 3 Tagen schwollen die Augen, und er trieb
-noch in denselben Sommer schöne kräftige Ruthen. -- Dieß möge Jedermann
-zur Belehrung dienen.
-
-
-
-
-10.
-
-Vom ersten Beschneiden der Wurzlinge.
-
-
-Die an diesen Wurzlingen im ersten Sommer gewachsenen Ruthen müssen im
-nächsten Herbste, die schwächsten dicht am Stocke, die stärkeren bis auf
-1, die noch stärkeren bis auf 2, und die stärksten bis auf 3 Augen
-weggeschnitten werden. Dieß ist durchaus nöthig; denn läßt man alles im
-ersten Sommer gewachsene Holz stehen, so treiben im nächsten Jahre alle
-daran befindliche Augen nur schwache Ruthen, weil die noch zu geringe
-Kraft des Stockes sich zu sehr vertheilt; derselbe würde dann in kurzer
-Zeit einem Dornenbüschchen ähnlich sehen, nie Trauben bringen und wohl
-gar erkranken und eingehen. Schneidet man aber das überflüssige Holz auf
-die hier beschriebene Weise ab, so geht im nächsten Jahre die ganze
-Kraft des Stockes in die wenigen Augen, und treibt einige schöne, starke
-Ruthen.
-
-
-
-
-11.
-
-Vom Zudecken der Schnittlinge, Wurzlinge und aller anderer Weinstöcke
-überhaupt.
-
-
-Die im Herbste gepflanzten Schnittlinge, Wurzlinge und alle andere
-Weinstöcke müssen nun, ehe der Winter kommt, zugedeckt werden, damit sie
-nicht erfrieren. Es geschieht dieß zwar nicht jeden Winter; wenn die
-Kälte nicht zu heftig wird, so halten sie aus. Da man dieß aber nicht
-vorher wissen kann, so ist es besser, man unterzieht sich der kleinen
-Mühe; und wenn auch die ~Wurzeln~, wie bekannt, nicht erfrieren, so
-würden doch dadurch die Stöcke um 3 Jahre zurückgesetzt werden. -- Bei
-den Schnittlingen ist das Zudecken sehr leicht. Man stecke um jeden
-Schnittling einige Stückchen Holz die etwas höher sind, als der
-Schnittling selbst, so daß um ihn herum gleichsam ein kleiner Zaun, etwa
-eine Spanne im Durchmesser, entsteht. Diesen Raum fülle man mit
-trockenem Laube, Heu oder klarem Stroh aus, und der Schnittling wird
-nicht erfrieren, wenn es auch noch so kalt würde. Den Wurzling, wenn er
-zu hoch seyn sollte, beuge man auf die Erde, befestige ihn mit einem
-Haken an dieselbe, und umstecke und bedecke ihn eben so. Das
-Niederbeugen und Umstecken muß gleich beim Beschneiden geschehen, weil
-man da noch in die Erde kann und der Stock sich gut beugen läßt; das
-Zudecken aber wird dann erst nöthig, wenn es anfängt, zu frieren. Denn
-so lange es nicht friert, ist es für jeden Weinstock besser, wenn er
-unbedeckt liegt. Ich lege deßhalb alle meine Stöcke im Herbste, nachdem
-sie beschnitten und vielleicht von einem Regen durchnäßt worden sind,
-zwar auf die Erde nieder, decke sie aber erst dann zu, wenn es zu
-frieren anfängt. Zum Bedecken nehme ich auch hier nur die oben genannten
-Gegenstände. Mit Mist darf man durchaus nicht zudecken; derselbe
-verursacht zu viel Wärme, durch welche Fäulniß entsteht; und von Erde,
-welche von Vielen für die beste Decke gehalten wird, werden die Stöcke
-unansehnlich; auch verfaulen bei gelinden Wintern leicht mehrere Augen,
-und die Mäuse können ungehindert den Stöcken großen Schaden zufügen,
-weil man nicht so leicht nach denselben sehen und die Mäuse vertreiben
-kann. Die Erfahrung hat mich gelehrt, daß die Weinstöcke nur einer ganz
-leichten Decke bedürfen, um nicht zu erfrieren. Früher bediente ich mich
-des schlechten unbrauchbaren Heues zu denselben. In Ermangelung dessen
-nahm ich im vergangenen Winter langes Roggenstroh, mit welchem es sich
-noch bequemer machte. Man setzt es mit den Sturzen auf die Erde, lehnt
-die in die Höhe stehenden Aehren an die Mauer und schiebt sie unter die
-erste oder zweite Stange des Spaliers. Sollte es ein langes Spalier
-seyn, so muß man eine Querstange anzubringen suchen, damit es von einem
-etwanigen Sturmwinde nicht mit fortgeführt werden kann. Der von der
-Traufe herabfallende Regen gleitet recht gut daran hernieder in die
-Gußrinne zwischen den Dämmchen, giebt den Wurzeln die Winterfrucht und
-der Stock selbst bleibt unter dem Strohe trocken; denn dadurch, daß
-solches schräg steht, können bei warmen Wintertagen die Sonnenstrahlen
-recht gut wirken; auch kann die Luft das unter dem geraden Strohe hohle
-Weinlager recht durchstreichen, welches beides die Fäulniß verhindert
-und den Mäusen die Gelegenheit entzieht, ihre Winternester darin zu
-bauen. Ueberdieß hat mich auch noch die Erfahrung gelehrt, daß das
-Stroh, wie an andern Gewächsen, also auch hier, gleichsam ein
-Frostableiter ist. Drei Finger breit Stroh ist zu den Decken
-hinreichend. Wo wegen Mangel an Raum das Herunterlegen und Zudecken mit
-Stroh nicht möglich ist, muß man sich freilich blos des Umwindens mit
-Stroh bedienen, das aber mühsamer ist. Wo das Zudecken mit Stroh
-unbequemer ist als mit Erde, da möchte ich lieber Sand für Erde
-anrathen. Ich habe es versucht, und solchen besser befunden als Erde.
-Die Stöcke halten sich darunter trockner und reinlicher, und ein
-Verfaulen der Augen ist dabei nicht so leicht zu befürchten.
-
-
-
-
-12.
-
-Vom Aufdecken der Weinstöcke im Frühjahre.
-
-
-Im Frühjahre decke man dieselben nicht zu zeitig auf; späte Fröste
-können leicht den schon aufgeschwollenen und im Aufbrechen stehenden
-Augen schaden. Man lasse aber auch die Decke nicht zu lange liegen,
-sonst bringt die dadurch entstehende Wärme die Augen eher zum Treiben,
-als es ihrer Natur nach geschehen kann, und man ist beim Anbinden nicht
-im Stande, die weichen Triebe alle vor Verletzung zu bewahren. Auch sind
-dieselben nun nicht an die natürliche Luft gewöhnt, und können daher
-leicht durch Frost Schaden leiden. Wären diese Nachtheile nicht zu
-befürchten, so würde ich rathen, die Decke lange darauf liegen zu
-lassen, solche nach und nach zu verschwächern, und endlich ganz
-wegzunehmen. -- Durch das Stroh wirkt am Tage die warme Frühjahrs-Sonne,
-und des Nachts schützt dasselbe die Stöcke vor den kalten
-Frühlingslüften. Die Augen kommen dadurch zeitiger zum Treiben und die
-Trauben erscheinen früher. Freilich würde man sich dann beim Anbinden
-sehr in Acht nehmen müssen; auch dürfte diese Behandlungsweise bei
-großen, holzreichen Stöcken nicht so gut anwendbar seyn, als bei
-kleineren.
-
-
-
-
-13.
-
-Behandlung der Schnitt- und Wurzlinge im zweiten Sommer.
-
-
-Alle Ruthen, die im zweiten Sommer an den Schnitt- und Wurzlingen
-gewachsen sind, läßt man ungestört treiben, heftet und henkelt sie
-gehörig an, daß sie bei Sturm und Regen oder durch ihre eigene Schwere
-nicht abbrechen können; kneipt aber nicht wie Einige zu thun pflegen,
-die an den Blättern heraustreibenden Seitenruthen, den sogenannten
-Geiz, ab, sondern schneidet dieselben erst im Herbste beim Beschneiden
-dicht weg, doch so, daß man das dabei stehende Auge nicht verletzt.
-Einige meinen zwar, diese Seitenruthen raubten der Hauptruthe die Kraft;
-dieß ist aber nicht der Fall, sondern sie führen derselben vielmehr
-Nahrung zu und schützen und nähren besonders das Auge, an welchem sie
-stehen. Sollten an diesen jungen Stöcken außer den aus den Augen
-treibenden Ruthen auch noch mehrere aus dem alten Holze kommen, was bei
-gut bewurzelten Stöcken und auf gutem Boden wohl manchmal der Fall seyn
-könnte, so daß ihrer zu viel würden; so kann man wohl dem
-allerschwächsten die Spitze nehmen, die stärkern aber lasse man gehen.
-Sie rauben den Hauptruthen nicht zu viel Kraft, sondern bleiben von
-selbst zurück, und im Herbste lassen sie sich oft, wie ich in der Folge
-zeigen werde, zur Vergrößerung des Stockes gut benutzen, besonders wenn
-derselbe gleich von unten an erweitert werden soll. Durch das richtige
-Beschneiden im ersten Herbste sind die Stöcke schon in einen solchen
-Zustand versetzt, daß sie nicht leicht mehr Ruthen treiben, als sie
-ernähren können. Einige Schnitt- und Wurzlinge jedoch, die mir im
-zweiten Sommer zu lange und schwache Ruthen und Seitenruthen trieben,
-brachten mich auf den Gedanken, einen Versuch zu machen, ob man sie
-nicht durch Abkneipen der Spitzen zwingen könnte, sich unten mehr zu
-verstärken. Ich nahm nun von den Ruthen so viel weg, daß sie bloß noch
-von einer halben bis höchstens zu einer Elle lang blieben, und die
-Seitenruthen drei bis vier Blätter behielten, und der Erfolg entsprach
-ganz meiner Erwartung. Die Ruthen wurden stärker und kräftiger und die
-Seitenruthen nahmen nun nicht so viel Raum weg.
-
-
-
-
-14.
-
-Vom Beschneiden der Schnitt- und Wurzlinge im zweiten Herbste.
-
-
-Ganz schwachen Wuchs schneidet man dicht am Stocke weg; Stummel dürfen
-nicht stehen bleiben, sie vertrocknen mit der Zeit und machen den Stock
-unansehnlich. Bei glatt weggeschnittenen aber verwächset die Wunde.
-Etwas stärkere Ruthen schneidet man weg bis auf 1 Auge, noch stärkere
-bis auf 2 und 3 Augen. Man nennt dieß Zapfen. Die allerstärksten Ruthen
-werden nicht länger, als eine Viertel-, höchstens eine halbe Elle lang
-gelassen, und diese nennt man Schenkel, wenn nämlich die Augen so dicht
-stehen, daß auf der angegebenen Länge sich mehr als 3 Augen befinden.
-Bei Ruthen, wo die Augen weitläuftig stehen, müßte man sich allerdings
-nach denselben richten, und ihrer 4, 5 bis 6 stehen lassen, obschon
-dadurch der Schenkel nun länger würde, als eine Viertel- oder eine halbe
-Elle. Es müßte eine sehr gute, starke und kräftige Ruthe seyn, wenn man
-sie im zweiten Jahre schon eine bis anderthalb Elle lang lassen sollte,
-so daß sich an ihr mehr, als 6 Augen befänden; denn diese nennt man
-nicht mehr Schenkel, sondern Reben, und solche Reben läßt man gewöhnlich
-erst im dritten Jahre stehen. Es ist ein Hauptfehler, wenn man in dem
-zweiten Jahre die Ruthen zu lang läßt, oder wohl gar nicht abschneidet.
-Der Stock bekommt dann im nächsten Jahre eine Menge schwachen Wuchs, den
-er nicht gehörig ernähren kann, und Trauben bringt er selten. Da
-hingegen die kurzen Schenkel in dem folgenden dritten Jahre schon
-Trauben bringen. Auch wird der Stock durch das Nichtbeschneiden in
-wenigen Jahren zu schnell hoch und behält unten schwaches Holz, da er
-hingegen beim Kurz-Beschneiden sich nach und nach gleich von unten an
-verstärkt, kräftige Wurzeln treibt, und mit den Jahren erst seine
-gehörige kraftvolle Höhe und Stärke erreicht. Es ist sehr wohlgethan,
-wenn man auch die Stöcke auf diese Art erzieht, die eigentlich später
-ihre größere Ausbreitung am zweiten Stockwerke des Gebäudes erhalten
-sollen, weil, z. B. in Städten, am ersten Stockwerke, wegen der Fenster,
-kein Raum dazu vorhanden ist. Sie erhalten dadurch einige niedere Zweige
-oder Aeste, mit denen man ja auch hier den Raum unter und neben den
-Fenstern bekleiden kann. Zum Schlusse dieses Kapitels muß ich nochmals
-ausführlich wiederholen, was schon im 9. §. kürzlich gesagt worden ist.
-Alle Schnitte am jungen Holze müssen 3 bis 4 Finger, wohl oft eine Hand
-breit über dem Auge geschehen. Dieses Holz über dem Auge vertrocknet im
-nächsten Sommer und wird im folgenden Herbste dicht über der aus diesem
-Auge entstandenen Ruthe weggeschnitten. Schneidet man aber zu dicht über
-dem Auge, so vertrocknet dasselbe leicht, und die aus demselben zu
-erwartende Ruthe mit den Trauben ist verloren.
-
-
-
-
-15.
-
-Behandlung der Schnitt- und Wurzlinge im dritten Sommer.
-
-
-Im dritten Sommer treiben nun die Zapfen und Schenkel schöne kräftige
-Ruthen, die Schenkel an denselben auch zugleich Trauben. Die Zapfen
-bringen gewöhnlich hier, sowie auch an älteren und größeren Stöcken,
-keine Trauben, sondern treiben bloß gute Ruthen. Es müßte ein sehr
-kräftiger, auf sehr gutem Boden stehender Stock seyn, wenn er auch an
-den Zapfen Trauben haben sollte. Bei einigen von meinen, auf solchem
-Boden stehenden Stöcken ist dieß schon oft geschehen. Bisweilen kann
-sich’s aber auch zutragen, daß ein Zapfen den Erwartungen nicht
-entspricht, sondern statt einer starken, eine schwache Ruthe treibt,
-wohl gar schlecht wächst oder vertrocknet. Geschieht dieß, so wird er im
-nächsten Herbste entweder glatt weg, oder wieder zum Zapfen geschnitten.
-Ich habe Fälle erlebt, daß aus dem wieder zum Zapfen geschnittenen
-Zapfen erst im nächsten Jahre die kräftigere Ruthe kam. Auch muß ich zur
-Belehrung Anderer hier noch eine Erfahrung anführen, die ich einst an
-einem Stocke gemacht habe. Es trieb derselbe im ersten Sommer sehr
-schwache Ruthen, obschon es ein Wurzling war. Ich schnitt zwei derselben
-zu Zapfen, die dritte ganz weg; sie trieben im 2ten Jahre wieder
-schwache Ruthen, die zu keinem Schenkel zu gebrauchen waren. Ich schnitt
-alle bis auf zwei weg, aus denen ich wieder Zapfen machte. Im 3ten Jahre
-wurde eine Ruthe so stark daß sie im Herbste einen leidlichen Schenkel
-gab, die übrigen wurden wieder nur Zapfen. Aber alle zeigten im 4ten
-Jahre schwachen Wuchs, und gaben keine Trauben. Ich schnitt nochmals
-Alles zu Zapfen. Im 5ten Jahre trieb der Weinstock die schönsten Ruthen,
-aus welchen ich im Herbste Zapfen, Schenkel und Reben machen konnte, die
-das folgende 6ste Jahr Trauben brachten. Jetzt ist es ein kräftiger
-Stock, der viel Trauben trägt, aber noch nicht höher, als etwas über 2
-Ellen, weil er bei dieser Behandlungsweise nur allmählig steigen, aber
-sich desto besser bewurzeln konnte. Hätte ich ihn nach den gewöhnlichen
-Regeln schneller in die Höhe wachsen lassen, so würde er wahrscheinlich
-am Ende eingegangen seyn. Die Ursache seines langsamen Vorrückens war
-Schwäche der Wurzeln und ein unfruchtbarer Boden, der sich nicht gut
-verbessern ließ. Nachdem aber dieselben durch das immerwährende scharfe
-Beschneiden sich verlängert und verstärkt hatten, und also ihre Nahrung
-nun weiter herholen konnten, war er in den Stand gesetzt, Früchte zu
-tragen. Dieß Beispiel zur Belehrung für denjenigen, dem es vielleicht
-einmal eben so ergehen könnte. -- An den in diesem Sommer wachsenden
-Ruthen wird nun ebenfalls, wie im vorigen Sommer, weiter nichts gethan,
-als daß sie gehörig angeheftet werden, damit sie Sturm und Regen oder
-die eigene Schwere nicht niederbeugen und zerbrechen können. Sollten
-aber auch hier wieder einige zu schwachen und langen Wuchs machen, so
-kann man sie ebenfalls nach der zu Ende des =13. §.= gegebenen Regel
-behandeln.
-
-
-
-
-16.
-
-Vom Beschneiden der Schnitt- und Wurzlinge im dritten Herbste.
-
-
-Im nächsten Herbste wird nun ebenfalls wieder so beschnitten, wie im
-vorigen. Alle schwachen Ruthen schneidet man dicht am Stocke ganz weg,
-die stärkeren bis auf 1, 2 oder 3 Augen zu Zapfen; die noch stärkeren
-bis auf ¼, ½ oder ¾ Elle zu Schenkeln, die allerstärksten hingegen, von
-1 Elle an, bis auf 5, 6, 7 Viertel, höchstens bis auf 2 Ellen lang zu
-Reben. Länger darf keine Rebe seyn. Wenn es auch die allerschönste,
-stärkste und kräftigste Ruthe wäre, so darf doch nicht mehr, als
-höchstens 2 Ellen lang davon stehen bleiben. Was daraus wird, wenn man
-sie länger, oder vielleicht gar so lang läßt, als sie gewachsen sind,
-weiß ich aus Erfahrung. Die untersten Augen bleiben ganz weg, die
-folgenden treiben schwache Rüthchen ohne Trauben, und die noch höheren
-schwache Ruthen mit kleinen, magern Träubchen. Erst dann, je weiter es
-nach oben kommt, sieht man starke Ruthen mit schönen Trauben, und man
-hat den Nachtheil, daß der Stock in wenigen Jahren langes, altes, kahles
-Holz hat, eine unförmliche Höhe erreicht, und an den Spalieren keinen
-Platz findet. Schneidet man sie aber nach der hier vorgeschriebenen Art,
-so treibt jedes Auge eine Ruthe, und jede derselben bringt eine, zwei
-bis drei, auch vier Trauben, je nachdem die Art ist. Zwar sind auch hier
-gewöhnlich die untersten Ruthen mit ihren Trauben etwas magerer als die
-obersten; aber es ist doch keine fruchtlos. Es giebt indeß einige
-Weinsorten, die hiervon eine Ausnahme machen, und auch an langen Reben
-von unten an bis oben aus starke Ruthen mit Trauben bringen. Solche
-lassen eine Ausnahme zu und man kann dieselben länger machen.
-
-
-
-
-17.
-
-Vom Verbrechen oder Kappen.
-
-
-Einige lehren nun, man solle alle diese Ruthen, sobald die letzte Traube
-da sey, zwei Blätter weit über dieser Traube, verbrechen oder abkneipen,
-(kappen, nach dem gewöhnlichen Winzer- oder Gärtner-Ausdruck). Nur
-~eine~ davon, welche man zur Zugruthe für das nächste Jahr brauchen und
-deshalb im Herbste aus derselben eine Rebe machen wollte, solle man
-wachsen lassen, und zwar an jedem Zapfen, jedem Schenkel und jeder Rebe
-die unterste. Im Herbste solle man dann, dicht an dieser Zugruthe, alles
-über derselben stehende Holz mit den verbrochenen und nun von Trauben
-entledigten Fruchtruthen wegschneiden. Durch das Verbrechen der obern
-Ruthen ginge nun die Kraft in die Trauben und in die unterste Ruthe, und
-diese würde um desto stärker. Allerdings wäre dieß sehr gut, wenn es so
-ginge. Bei einigen Weinsorten kann dieß auch der Fall seyn, und wo es so
-ist, da rathe ich, auch so zu verfahren. Allein ich habe es an meinen
-und andern Stöcken versucht, und es ging nicht so; ich fand vielmehr,
-daß der Weinstock, sowie fast alle andere Gewächse seine Kraft nach oben
-wirft, und da die stärksten Ruthen und Trauben treibt. Ich verbrach die
-obern starken Ruthen alle und ließ nur die unterste schwächste Ruthe zur
-Zugruthe unverbrochen, in der Hoffnung, es sollte, wie man mir ja gesagt
-und versichert hatte, nun die Kraft zurück in die unterste Ruthe gehen;
-allein es geschah nicht, sie blieb schwach und die obersten verbrochenen
-fingen immer wieder an, an den Spitzen neue Ruthen anzusetzen und zu
-treiben. Ich brach nach der gegebenen Regel auch diese wieder weg, um
-so, wie man mir gelehrt hatte, den Stock gleichsam zu zwingen, seine
-Kraft nach unten zu werfen; aber es geschah nicht, die unterste blieb
-schwach, und die obern fingen durch das beständige Stören im Wachsthume
-sogar an, zu kränkeln. Im nächsten Herbste empfand ich erst den großen
-Nachtheil, der aus dieser Behandlungsweise entstanden war. Ich hatte gar
-keine Zugruthe, aus der ich eine kräftige Rebe hätte machen können. Die
-unterste, dazu bestimmte, war zu schwach, und die obersten waren zu kurz
-und durch das beständige Stören erkrankt, so daß mir nichts übrig blieb,
-als elende Zapfen und ganz kurze Schenkel. Auch habe ich eben nicht
-bemerkt, daß durch das Verbrechen die Trauben kräftiger geworden wären.
-Es blieb vielmehr bei den nun einmal angeschaffenen Eigenschaften dieses
-Gewächses; unten schwächere Ruthen mit kleineren Trauben, und nach oben
-zu immer stärkere Ruthen mit immer größern Trauben. Ich entschloß mich
-daher, in den folgenden Jahren auch gar nichts zu verbrechen, und habe
-gefunden, daß dieß weit besser ist, und daß man auch dadurch des
-wirklich langweiligen und mühsamen Geschäfts des Verbrechens überhoben
-wird. Ich that nun weiter nichts, als daß ich die treibenden Ruthen von
-Zeit zu Zeit anheftete, damit sie nicht von Sturm und Regen umgebrochen
-werden konnten. Nun bemerkte ich, daß an jedem Zapfen, Schenkel und
-jeder Rebe allemal die untersten Ruthen die schwächsten waren und
-blieben, die höhern stärker wurden und die obersten am stärksten waren.
-So erhielten auf diese Weise der Zapfen eine, der Schenkel zwei und die
-Rebe drei starke Ruthen an seinem obern Ende. Die Trauben waren eben so
-gut, wie im vorigen Jahre, wo ich verbrochen hatte, und zwar richteten
-sie sich nach der Ruthe; je stärker diese war, desto größer waren auch
-die Trauben. Die obersten starken, langen, unverbrochenen Ruthen hatten
-die schönsten Trauben. Es war also durch das Forttreiben der Ruthen
-keine Kraft verloren gegangen. Wenn der Stock richtig beschnitten worden
-ist, und er in trockenen Sommern gehörig begossen wird, so treibt er
-schöne lange Ruthen und nährt auch seine vielen Trauben.
-
-
-
-
-18.
-
-Natürliche Ursachen des Nachtheils vom allzufrühen Verbrechen.
-
-
-Daß das allzufrühe Verbrechen Schaden bringt, ist nach meinen wiederholt
-gemachten Beobachtungen und Erfahrungen unverkennbar. Denn Schaden muß
-es thun, weil man ja der Natur dadurch geradezu entgegen arbeitet. Es
-zeigt sich an dem starken, fetten, flüchtigen Wuchse, den der Weinstock
-im Frühlinge macht, ganz deutlich, daß es ihm jetzt vorzüglich darum zu
-thun ist, seinen Kindern, (den Trauben), die er nebenbei mit erzeugt,
-eine dauerhafte, feste Wohnung, (haltbare Ruthen), zu erbauen. Das
-langsame Vorrücken und Verstärken der Trauben in dieser Zeit ist ein
-klarer Beweis, daß der Stock sich jetzt weniger um sie, mehr aber um die
-Ruthen bemüht. Ist die Zeit der Blüthe vorüber, so bemerkt man ein
-schnelles Wachsthum der Trauben und ein langsames Treiben der Ruthen.
-Bei meinem blauen Weine hört der Trieb der Fruchtruthen um diese Zeit
-gänzlich auf; nur die Zugruthen treiben langsam fort. Das Haus ist nun
-fertig; jetzt bemüht er sich um Erziehung der Kinder, die es bewohnen
-sollen. Breche ich nun den zarten, fetten Wuchs gleich nach dem
-Erscheinen der letzten Traube zwei Blätter weit über derselben weg, so
-hindere ich den Stock gewaltsam in seinem Wirken und zwinge ihn, etwas
-anderes zu thun, als er jetzt thun will. Davon zeugen auch die kräftigen
-Triebe, die immer wieder aus den verbrochenen Ruthen empor schießen. Der
-Stock streitet gegen seinen Verderber. Des Nachtheils noch nicht einmal
-zu gedenken, daß man sich dadurch mancher Traube beraubt. Ich habe
-solche Spätlingskinder oft genug an meinen Weinstöcken gesehen, die ich
-im vorigen Jahre durch allzu frühes Verbrechen in der Erzeugung erstickt
-hatte. Soll es nun einmal verbrochen seyn, so kann ich dasselbe nicht
-eher anrathen, als einige Wochen nach der Blüthenzeit, wenn die Beeren
-bereits schon die Größe einer Erbse erlangt haben, und man ganz gewiß
-ist, daß nun keine Traube weiter kommt; auch nicht etwa dicht über den
-Trauben, sondern bloß an den äußersten Spitzen der Ruthen, die im
-Herbste beim Beschneiden einmal weggeschnitten werden müssen, so daß die
-Ruthe ohngefähr so lang bleibt, als ich sie im nächsten Herbste zu
-brauchen gedenke. Ich winde diese Spitzen zuweilen, zur Befestigung der
-Ruthen, um das Spalier oder um das alte Holz des Stockes. Jetzt werde
-ich auch nicht so viel zu verbrechen finden, denn die meisten Ruthen
-haben schon im Wachsthume nachgelassen. Nur die Zugruthen, die gar nicht
-verbrochen werden dürfen, schießen fort. Eine um diese Zeit verbrochene
-Ruthe wird auch selten wieder einen neuen Trieb an der Spitze ansetzen,
-Beweis genug, daß ihr Wachsthum zu Ende ist, es müßte denn ein Stock auf
-gar zu fetten Boden stehen. An diesem kann man dann mit dem Verbrechen
-etwas strenger verfahren; aber ebenfalls nur an den äußersten Spitzen.
-Solche zu zeitig verbrochene Ruthen fangen auch oft an, zu kränkeln, und
-sterben nebst ihren Trauben bald ab oder bleiben wenigstens elend. Man
-will den Stock zwingen, seine Kraft in die Trauben zu werfen; er will
-aber das jetzt noch nicht. Man lasse ihm deßhalb seinen Willen; er wird
-allein schon thun, was man erzwingen will, wenn seine Zeit gekommen seyn
-wird. Man verbricht ja die Ruthen auch an den Bäumen nicht, und sie
-ernähren doch beides, ihre Früchte und Ruthen. -- Dieß ist meine, auf
-Erfahrung gegründete Ansicht in dieser Sache. Wer mich eines Bessern
-belehren kann, dem will ich für seinen Unterricht danken und seiner
-Belehrung folgen.
-
-
-
-
-19.
-
-Nutzen des Nichtverbrechens oder Kappens.
-
-
-In den letztern Jahren nun, in welchen ich meine Weinstöcke gar nicht,
-oder doch nur wenig und spät verbrochen habe, hatte ich im Herbste gutes
-Beschneiden, denn es fehlte mir nicht an Ruthen, aus denen sich etwas
-Gutes machen ließ. Nun schnitt ich, wie ich schon mehrmals gesagt habe,
-an jedem Zapfen, Schenkel und jeder Rebe die untersten schwachen Ruthen
-ganz weg, die folgenden machte ich zu Zapfen, die nächsten zu Schenkeln,
-und die obersten zu Reben. Und so haben meine Stöcke immer schöne und
-starke Reben, denn die stärksten Ruthen werden dazu benutzt. Auf diese
-Weise erhält gewöhnlich jeder Zapfen eine Rebe von der Ruthe des
-obersten Auges; denn die beiden untern Augen, wenn er deren drei gehabt
-hat, haben gewöhnlich schwachen Wuchs, welcher ganz weggeschnitten wird.
-Es trifft auch zuweilen, daß ein Zapfen lauter schwachen Wuchs hat. Dann
-schneidet man solchen entweder wieder zu Zapfen, oder man schneidet, wie
-schon einmal gesagt worden ist, den ganzen Zapfen mit allen seinen
-schwachen Ruthen weg. An den Schenkeln finde ich nun nach meiner
-Behandlungsweise unten einige schwache Ruthen. Diese schneide ich ganz
-weg, die folgende stärkere giebt einen Zapfen, die nächste einen
-Schenkel von einer Viertel-Elle, die folgende einen von einer halben
-Elle und darüber, und die oberste oder die beiden obersten geben eine
-oder zwei Reben von einer Elle und darüber, so daß ein solcher Schenkel
-nun, wenn er von mittler Länge ist, nach dem Beschneiden einen Zapfen,
-zwei Schenkel von verschiedener Länge und zwei Reben, ebenfalls von
-verschiedener Länge hat. An der Rebe habe ich nun die meisten Ruthen.
-Die untersten schwächsten werden ebenfalls ganz weggeschnitten. Aus den
-nächsten mache ich ein, auch zwei Zapfen; aus den folgenden einen, zwei
-bis drei Schenkel, und aus den obersten stärksten, deren gewöhnlich drei
-sind, drei Reben, alle von verschiedener Länge. Denn das muß ich
-überhaupt bemerken, daß nicht alle Zapfen, Schenkel und Reben gleiche
-Länge haben dürfen. Darum habe ich auch gleich im Anfange gesagt, ein
-Zapfen kann ein, zwei, auch drei Augen haben, die Schenkel können ¼, ½,
-¾ Elle lang seyn, und die Reben können aus einer Länge von einer Elle,
-5, 6, 7 Viertel- bis 2 Ellen bestehen. Je nachdem die Ruthe stark oder
-schwach ist, macht man auch Zapfen, Schenkel und Reben lang oder kurz.
-Zuweilen trifft es sich auch, daß an einem Schenkel oder einer Rebe die
-oberste, oder zwei der obersten Ruthen verkrüppeln und schwächer
-bleiben, als die unter ihnen stehenden; ja durch das Treiben mehrerer
-kleinen Seiten- und Wasserruthen des dabei stehenden alten Holzes
-gleichsam zu einem Strauche werden. Ist dieß der Fall, so schneidet man
-das obere alte Holz mit seinen verkrüppelten, schwache Ruthen ganz weg
-und bestimmt die unter ihm stehenden zu Reben, Schenkeln oder Zapfen,
-wozu sie, vermöge ihrer Stärke am tauglichsten sind. Und sollte einmal,
-was auch geschehen kann, an einem Schenkel oder einer Rebe Alles
-verkrüppeln, so wird er im Herbste ganz weggeschnitten. Dasselbe kann
-und muß auch geschehen, wenn der Stock mit den Jahren des Holzes zu viel
-bekommen sollte. Man schneidet dann natürlich die schlechtesten weg.
-Davon wird aber in einem der nächsten Kapitel beim Untersetzen ein
-Mehreres gesagt werden.
-
-
-
-
-20.
-
-Regelmäßiges Verlängern der Weinstöcke.
-
-
-Aus dem bisher Gesagten wird nun Jeder leicht einsehen können, daß nach
-meiner Behandlungsweise die Stöcke von Jahr zu Jahr regelmäßig höher
-steigen. Es hat demnach ein nach meiner Art gepflanzter Weinstock im
-ersten Herbste, wenn er gesteckt wird, eine Höhe von ¼ bis ½ Elle. Im
-zweiten Herbste, nach dem erstmaligen Beschneiden, ist er kaum einige
-Zoll länger, weil der Wuchs des ersten Jahres bei dem ersten Beschneiden
-jedesmal zu Zapfen geschnitten wird. Im dritten Herbste, nach dem
-zweiten Beschneiden, ist er ohngefähr 1 Elle hoch. Im vierten Herbste,
-nach dem dritten Beschneiden, hat er eine Länge von 2 Ellen und so kommt
-er in jedem folgenden Jahre allemal um 2 Ellen höher. Hierbei richte ich
-es nun gleich in den erstern Jahren und jedem folgenden beim Beschneiden
-so ein, daß von meinen dichtstehenden Stöcken immer einer früher in die
-Höhe kommen muß, als der andere. Dieß geschieht dadurch, daß ich die
-Zapfen, Schenkel und Reben an dem einen immer etwas länger mache, als an
-dem andern. Auf diese Weise bekomme ich jedes Jahr in der Tiefe, Mitte
-und Höhe junges Holz, mit dem ich das alte bedecken kann. Und deßhalb
-sieht mein ganzes Spalier von unten an bis oben grün aus, und trägt von
-der Erde bis in die äußerste Spitze hinauf Trauben.
-
-
-
-
-21.
-
-Umzäunung der Weinstöcke.
-
-
-Freilich müssen solche Stöcke aber auch gegen Vieh und andere Feinde
-durch eine Umzäunung geschützt seyn, und diese wird sich wohl an den
-meisten Orten anbringen lassen, da sie nicht breiter, als höchstens 2
-Ellen zu seyn braucht, so daß man darinnen gehen kann. Sollte nicht so
-viel Raum vorhanden seyn, so ist eine Elle breit hinreichend. Man muß
-aber die Umzäunung alsdann so einrichten, daß sie, gleich den
-Thorflügeln aufgemacht werden kann, wenn es an dem Stocke etwas zu thun
-giebt. Diese Art dürfte auch in Städten anwendbar seyn, denn ich kann
-nicht einsehen, warum man nicht auch hier den Weinstock gleich von der
-Erde an sollte benutzen können. Welch’ ein schöner, breiter und oft auch
-hoher Raum ist da nicht oft von der Erde an bis an die untersten
-Fenster, und selbst zwischen denselben giebt es oft sehr breite Stellen,
-an welchen man Reben in die Höhe ziehen könnte, die dann mit ihren
-Ruthen und Trauben dem Bewohner durch die Fenster begrüßen, den Zimmern
-in heißen Sommertagen eine wohlthätige Kühlung gewähren, zur Zeit der
-Blüthe einen erquickenden Geruch verbreiten, und zur Zeit der
-Traubenreife bei geöffneten Fenstern freundlich zum Genusse einladen
-dürften. Einige, denen ich diesen Vorschlag einstens machte, äußerten
-zwar die Bedenklichkeit, es würde der Wein an diesen niedern Stellen
-wohl vor räuberischen Thieren, schwerlich aber vor diebischen
-Menschenhänden zu schützen seyn. Mit dieser Furcht suchte man mich
-freilich auch zu erfüllen, als ich meine, mitten in dem Dorfe stehende
-Schulwohnung mit Weinstöcken umpflanzte; aber ich muß es den Bewohnern
-meines Ortes öffentlich zum Ruhme nachsagen, sie haben mir nichts
-entwendet. In Städten aber, wo Fenster bei Fenster und Tag und Nacht
-weit mehr reges Leben auf den Gassen ist, als auf dem Lande, dürfte ja
-der Dieb wohl noch viel weniger Gelegenheit haben. Laßt uns nur Alle
-jeden schicklichen Ort mit Weinstöcken bepflanzen und jede müßige Stunde
-dazu benutzen, so wird Niemand mehr nöthig haben, zu stehlen; denn Jeder
-hat dann selbst genug für sich und -- den Dürftigen, die keine
-Gelegenheit zur Anpflanzung haben, wird man gern eine Traube mittheilen.
-Es ist in der That Unrecht, daß man die schönen hohen Wohnungen,
-Scheunen und Stallgebäude in den Städten und auf dem Lande nicht
-überall, wo es irgend geht, mit diesem herrlichen Grün bekleidet.
-Freilich macht der Anfang eine kleine Mühe und in der Folge alle Jahr
-ein wenig Arbeit; allein, wer diese scheuet, den möchte man wohl an das
-allbekannte Sprüchlein erinnern: Wer nicht will arbeiten, (am
-Weinstocke), der soll auch nicht essen (von den Trauben).
-
-
-
-
-22.
-
-Vom Untersetzen der Weinstöcke.
-
-
-Hierbei kommt es darauf an, wie hoch man wegen der Höhe des Spaliers die
-Stöcke ziehen kann und will. Hat der zuerst emporkommende Stock die Höhe
-des Spaliers erreicht, so daß man im nächsten Jahre dessen über das
-Spalier hinausgehende Reben nicht mehr anheften könnte, so muß er nun
-untersetzt oder abgeschnitten werden. Abschneiden kann man ihn gleich
-unten, etwa eine Viertel-Elle über der Erde. Auch dieses alte Holz ohne
-Augen schlägt wieder aus. Man nennt diese Ruthen, sowie überhaupt alle
-Ruthen, die aus dem alten Holze kommen, Wasserruthen. Ich thue das aber
-beim Untersetzen gewöhnlich nicht, sondern gehe an jedem Zweige oder
-Aste des Stockes von der Erde an in die Höhe, bis dahin, wo ein jeder
-Zweig oder Ast junges Holz, d. h. eine Ruthe, hat. Gerade über dieser
-Ruthe schneide ich weg und die Ruthe selbst schneide ich zum Zapfen. So
-behält der untersetzte Stock mehrere Zweige oder Aeste von verschiedener
-Länge; diese treiben im nächsten Sommer schöne, starke Ruthen, haben
-aber selten Trauben, weil der Stock in diesem Jahre zu sehr mit neuem
-Wuchse beschäftigt ist. Im folgenden Jahre bringen sie jedoch der
-Trauben viele. Ein so untersetzter Stock dient nun wieder zur untern
-oder mittlern Bekleidung des Spaliers, je nachdem er länger oder kürzer
-gemacht worden ist. Ist an einer Stelle zur niedrigsten Bekleidung
-keiner mehr vorhanden, so muß man in dieser Gegend Einen auf vorhin
-beschriebene Art eine Viertel-Elle über der Erde wegschneiden. Während
-dessen kommt wieder ein anderer in die Höhe, bei dem dann wieder in
-einem andern Jahre das Untersetzen nöthig ist. Und so habe ich fast
-jedes Jahr Stöcke zu untersetzen. Auf diese Weise fehlt es nun meinem
-Spaliere an keinem Orte, und in keinem Jahre weder an Reben, noch
-Trauben. Auch glaube ich, es nun so deutlich dargelegt zu haben, daß
-mich ein Jeder wird verstehen können. Da man beim Beschneiden, wenn es
-ordentlich werden soll, viel gegen den Daumen schneiden muß, so ist es
-nöthig, denselben durch einen Ueberzug von starkem, festen Leder zu
-schützen. Auch ist ein spitziges Messer beim Beschneiden das beste, weil
-man damit bequem in alle Winkel kann.
-
-
-
-
-23.
-
-Vom Verjüngen der Weinstöcke.
-
-
-Man kann die alten Stöcke auch noch auf eine andere Weise verkürzen,
-nämlich durch das Verjüngen oder Jungmachen. Dazu gehört aber, wie sich
-gleich zeigen wird, mehr Raum und Mühe. Man nimmt nämlich das alte,
-lange Holz vom Spaliere herunter, legt es von demselben ab- oder
-seitwärts in einen oder einige dazu gemachte, eine halbe Elle tiefe und
-breite Graben, beugt es in einiger Entfernung wieder um, nach dem
-Spaliere zu, so daß das ganze alte Holz in die Erde kommt, und nur die
-äußersten Enden, mit dem zu einem Zapfen geschnittenen jungen Holze am
-Spaliere wieder aus derselben hervorragen. Auf diese Weise werden aber
-oft aus einem Stocke sehr viele; so viel er nämlich Zweige oder Aeste
-hat. Man müßte denn einige, für die kein Raum vorhanden wäre,
-abschneiden. Bei weniger Raum ist natürlich das Untersetzen besser, als
-das Verjüngen. Ich habe dasselbe bei einigen meiner Bekannten, die mich
-baten, ihre in Unordnung gerathenen Weinstöcke in Augenschein zu nehmen,
-an einem ganzen am Giebel eines Hauses angebrachten Spaliere anwenden
-müssen. Zum Verjüngen war hier nicht der geringste Raum. Die Stöcke
-selbst aber hatten eine solche Menge altes, langes Holz mit schwachen
-Ruthen, daß dieselben von der Erde an bis in die äußerste Spitze des
-Hauses einer durch und durch verwachsenen dicken Dornenhecke glichen, an
-welchem von unten an bis an den Bodenraum gar kein junger Wuchs mehr zu
-finden war. Ich legte Hand an das Werk, und als ich fertig war, reichten
-sämmtliche Stöcke kaum bis an das Fenster, was höchstens eine Elle hoch
-war. Und im nächsten Sommer trieben diese alten kraftvollen Stöcke so
-viel schöne starke Wasserruthen, sogar mit Trauben, (was in diesem Jahre
-eigentlich noch nicht zu erwarten war, aber durch die starke Kraft der
-Stöcke bewirkt wurde,) daß mehrere verbrochen werden mußten, weil sie
-nicht alle Raum hatten. Im nächsten Herbste wurde wieder gehörig
-beschnitten, nämlich Zapfen, Schenkel und Reben nicht länger gelassen,
-als ich es schon angegeben habe. Im darauf folgenden Jahre ging die
-Zahl der Trauben weit in die Hunderte, und nach Verlauf von 4 Jahren, in
-die Tausende.
-
-So verfährt man mit alten, in Unordnung gerathenen Stöcken durch das
-Untersetzen, wenn das Verjüngen wegen Mangels an Raum nicht möglich ist.
-Durch das Verjüngen aber kann man sich, wenn Raum genug vorhanden ist,
-auch noch andere Vortheile verschaffen. Man kann nämlich von einigen
-alten langen Zweigen oder Aesten ein Gegenspalier anlegen, das man so
-weit vom Hauptspaliere entfernen kann, als die Aeste des Stockes lang
-sind. Auch kann man dadurch ferner eine Menge Stöcke erzeugen; diese
-stehen aber nicht in gleicher Linie, sondern zerstreut durch einander,
-und bilden gleichsam einen Weinberg. Dieß geschieht nämlich, wenn man
-jeden vom Hauptstocke abgenommenen Zweig oder Ast, so lang er ist, in
-die Erde legt, und nur das äußerste Ende desselben mit dem daran
-befindlichen Zapfen hervorragen läßt. Auch ist das Verjüngen sehr
-anwendbar, wenn ein Gebäude, woran Weinstöcke stehen, vergrößert werden
-soll. Man braucht nämlich dann solche nicht heraus zu nehmen und weiter
-zu pflanzen; wenn nur sonst die Erweiterung des Gebäudes nicht länger
-ist, als die Zweige oder Aeste der Stöcke sind, sondern man legt sie so
-lang in die Erde, daß sie an der Außenseite der neu aufzuführenden Mauer
-wieder hervorragen. Man kann sie auch dadurch noch verlängern, daß man
-die oberen Ruthen recht lang läßt, und nur die äußerste schwache Spitze
-wegnimmt. Von diesen lang gelassenen und nachher mit in die Erde
-gelegten Ruthen brauchen nur ein, zwei oder drei Augen hervorzustehen;
-sie bilden dann wieder einen neuen Stock. Dadurch kommt nun die
-Hauptwurzel des Stockes mit denjenigen, welche in Zukunft an den in die
-Erde gelegten Zweigen oder Aesten entstehen, unter das Gebäude, und
-haben, wenn es eine Stube ist, ein sehr warmes, und ist es ein Stall,
-ein sehr fruchtbares Lager, und die Wurzeln, die der Stock außerhalb der
-Mauer treibt, bekommen ihr Lager wieder in der am Gebäude hin unter der
-Traufe zum Begießen befindlichen Vertiefung. -- Alle durchs Verjüngen
-erniedrigten Stöcke haben einen vorzüglichen starken Trieb, wegen der
-vielen zerstreut liegenden Wurzeln, die aus allen Richtungen dem Stocke
-Frucht zuführen. Das Untersetzen muß wegen des Verblutens durchaus im
-Herbste geschehen. Das Verjüngen aber kann außerdem auch im Frühjahre,
-ja sogar mitten im Sommer, wenn die Menge der Ruthen nicht daran
-hindert, vorgenommen werden. Wenn Umstände es im Sommer nöthig machen
-sollten, so müßte man die Ruthen, welche ihr Lager in der Erde bekommen
-würden, zu Zapfen schneiden, und nur die äußerste oder zwei derselben,
-jedoch unverbrochen, aus der Erde hervorgehen lassen. Wäre der Stock
-nicht zu weit zu leiten, so daß nur sein unteres altes, kahles Holz in
-die Erde käme, so kann man alle daran befindliche Ruthen mit ihren
-Trauben unverändert lassen. Sie gedeihen an der neuen Stelle eben so
-gut, oft noch besser, indem der Stock, obgleich er neue Wurzeln treibt,
-doch durch das Einlegen zugleich auch neue Nahrung bekommt. Ich fand
-einst bei einem Bekannten zu Johannis einen alten, im Grase hin und her
-liegenden Stock. Ich ließ das Gras abhauen, dann den Boden umgraben,
-legte das alte Holz in die Erde und ließ nur die Spitzen der schwachen
-elenden Ruthen an der Wand hin aus der Erde hervorragen. Es sah aus wie
-eine Reihe zarter Nelkensenker. Binnen vier Wochen waren sie gegen 3
-Ellen lang, und jetzt, nach Verlauf von ohngefähr sechs Jahren, ist es
-ein Spalier, an welchem jährlich 2 bis 3000 Trauben hängen. Auf diese
-Weise kann man also auch verdorbene Weinstöcke wieder in Ordnung
-bringen.
-
-
-
-
-24.
-
-Vom ersten Anbinden oder Heften im Frühlinge.
-
-
-Eine Hauptsache beim Weinbau ist nun ferner das Anbinden oder Heften im
-Frühjahre. Am besten ist hierzu der Bast von Linden oder Rüstern.
-Bindfaden und andere ihm ähnliche Bänder taugen nicht dazu, weil sie
-Einschnitte in das Holz machen. Ich habe in Ermangelung des Linden- und
-Rüstern-Bastes, es auch mit dem weidenen und fichtenen versucht, und es
-gelang vortrefflich. Ich schälte nämlich meine im Winter gehauenen
-weidenen 3 Ellen langen Brennholzstücke und einige zum Bauen bestimmte
-Fichten ab. Dieß gab Streifen mitunter von einer Hand breit und noch
-breitere. Von diesen ließ ich die obere graue Schale mit einem Messer
-abstreifen, alsdann ließen sich die den breiten Lederriemen ähnlich
-sehenden Stücke in mehrere lange schwache Faden reißen. Dieß macht man,
-wenn man es gleich verbrauchen will. Ist dieß nicht der Fall, so läßt
-man diese breiten Streifen, um sie vor dem Verstocken zu sichern,
-trocknen. Sie werden hierdurch freilich so hart, daß sie oft bei der
-geringsten Berührung brechen; allein man darf sie nur eine Stunde vor
-ihrem Gebrauche in das Wasser werfen, so werden sie wieder so
-geschmeidig, als ob sie eben vom Baume geschält wären. Freilich muß man
-sie während der Arbeit in einem Gefäße mit Wasser liegen haben, und nur
-immer so viel heraus nehmen, als man für die erste Viertel-Stunde
-gebraucht. Sobald der Wein damit angebunden ist, wird der Bast freilich
-wieder trocken, aber er reißt nicht mehr. Auf diese Weise hat man also
-nicht nöthig, des Bastes wegen grünende und wachsende Bäume zu
-beschädigen. Beim Anbinden selbst nun muß man die Aeste des Stockes mit
-ihren Zapfen, Schenkeln und Reben so weit auseinander bringen, als es
-nur immer möglich ist. Das alte Holz der Aeste kann zwar dicht neben und
-über einander liegen; die Schenkel und Reben selbst aber dürfen nicht
-dichter zusammen kommen, als eine Viertel-Elle. Hat man Raum genug, so
-kann man sie auch noch weiter von einander bringen. Sowohl das junge,
-als das alte Holz muß nicht durchaus gerade in die Höhe gezogen werden,
-sondern beides kann seitwärts schräge zu liegen kommen, je nachdem es
-sich schickt. Fangen später die Augen an zu treiben, so hat jede Ruthe
-gehörigen Raum und Sonne.
-
-
-
-
-25.
-
-Von den Reserve-Augen und ihren Ruthen.
-
-
-Bisweilen trifft es sich auch, daß zwei Ruthen an einer Stelle
-entstehen, besonders bei starken, auf gutem Boden stehenden Stöcken. Es
-befindet sich nämlich hinter jedem Auge noch eins, oft zwei; man nennt
-sie Reserve-Augen. Diese Reserve-Augen fangen gewöhnlich im Frühjahre
-mit den Haupt-Augen zugleich an, zu treiben. Sind nun die Stöcke noch
-jung und schwach und haben magern Boden, so bleibt endlich das
-Reserve-Auge sitzen. Haben aber, wie gesagt, die Stöcke Kraft und guten
-Boden, so treiben diese Reserve-Augen mit den Haupt-Augen zugleich fort,
-und auch diese aus den Reserve-Augen entstandenen Reserve-Ruthen bringen
-ihre Trauben. Ich habe einmal in einem guten Weinjahre an den meisten
-Hauptruthen drei und an den Reserve-Ruthen zwei, und also fünf Trauben
-auf einer Stelle gehabt. An einigen Stöcken hatten sogar die Hauptruthen
-4 und die Reserve-Ruthen 3 Trauben.
-
-
-
-
-26.
-
-Vom zweiten, dritten und vierten Anbinden oder Heften.
-
-
-Wenn nun die Ruthen länger werden, so muß man sie anheften, damit sie
-sich nicht umbeugen und von Wind- und Regenstürmen abgebrochen werden.
-Es ist auch dieses Anheften um der Trauben willen nöthig, weil dieselben
-sonst, wenn sie zu groß und schwer werden, mit der Ruthe zugleich
-abbrechen können. Daher muß man auch die untern Fruchtruthen anbinden,
-ob sie gleich gewöhnlich nicht so lang werden, als die obern Zugruthen,
-welche oft mehrere Male angebunden werden müssen. Denn zwar nicht die
-Last der Länge, wohl aber die Last der Trauben kann sie später umbeugen
-und brechen. Dieses Anheften muß aber durchaus noch vor der Blüthenzeit
-geschehen, denn während derselben darf man nicht in den Ruthen
-herumstören, weil man sonst den Blüthenstaub abstreift. Auch kann, wenn
-die nun immer länger werdenden Ruthen nicht angebunden sind, Sturm und
-Wetter dieses Abstreifen verursachen, oder die schwebenden Ruthen
-zerbrechen. Bei diesem Heften muß aber mit den noch jungen und fetten
-Ruthen sehr vorsichtig umgegangen werden, damit man sie nicht abbricht.
-Deßhalb dürfen sie auch nicht etwa dicht an das Spalier oder an die
-alten Aeste des Stockes angebunden werden, wie man das beim ersten
-Anbinden im Frühjahre thut; es ist auch dieses dichte Anbinden sehr oft
-wegen der Fettigkeit und Weichheit der Ruthen nicht möglich und noch
-weniger nöthig. Man faßt mit dem Baste eine Stange des Spaliers, oder
-einen Ast des alten Holzes, oder einen nahe liegenden Schenkel oder eine
-Rebe, und zugleich auch die Ruthe dicht unter der ersten Traube, und
-zieht dieselbe nun so weit heran, als es sich thun läßt. Dadurch
-geschieht es, daß die Ruthen nun in längere oder kürzere Henkel zu
-hangen kommen, wodurch sich dann der ganze Stock nach der Außenseite hin
-verbreitet und Ruthen und Trauben mehr Raum bekommen; denn es braucht
-durchaus nicht Alles dicht an das Spalier angeschnürt zu seyn. Meine
-Stöcke kommen durch dieses Henkeln oft ¼, sogar ½ Elle weit und noch
-weiter vom Spaliere und der Mauer ab, und hängen doch nicht abwärts,
-sondern stehen und sehen so glatt, als ob sie mit der Zannscheere
-beschnitten worden wären. Das dritte Heften erfolgt nach der
-Blüthenzeit, wo man Alles, was abwärts hängt, ebenfalls wieder so
-anhenkelt, und sollten späterhin wieder Ruthen mit ihren nun länger
-gewordenen Spitzen abwärts hängen, so muß man zum vierten Male heften,
-was aber selten und nur bei wenigen, nämlich bei den langen Zugruthen
-nöthig ist. Jetzt kann man auch, wie schon gesagt, die abermals abwärts
-hängenden Spitzen abbrechen oder der Haltbarkeit wegen um einen nahe
-liegenden festen Gegenstand winden; denn sie können nun nichts weiter
-nützen. In den kürzlich vergangenen Jahren habe ich den Versuch gemacht,
-mir das dritte und vierte Heften ohne Nachtheil für den Stock ganz zu
-ersparen, und er ist gelungen. Ich fand nämlich bei genauer Beobachtung,
-daß einige Wochen nach der Blüthenzeit alle Ruthen ohne Ausnahme ihre
-gehörige zum Herbste beim Beschneiden nöthige Länge erreicht hatten,
-folglich alles nun noch wachsende Holz überflüßig sey. Jetzt fing ich
-an, alle hervorkommenden Spitzen aller Ruthen, sogar die der Zugruthen,
-wegzubrechen, und mit allen in der Folgezeit wieder hervorkommenden
-Spitzen eben so zu verfahren, und fand, daß diese Behandlungsweise weder
-den Trauben noch den Ruthen Schaden brachte. Ich hatte im Herbste beim
-Beschneiden nur einen sehr geringen Nachtheil davon, nämlich den, daß
-ich keine, oder wenigstens nur sehr wenig Schnittlinge machen konnte:
-denn ich fand größtentheils nur so viel junges Holz, als ich brauchte,
-und konnte einen Schnittling nur da erlangen, wo wegen zu vieler Ruthen
-einige weggeschnitten werden mußten. Das von den stehenbleibenden Ruthen
-weggenommene Holz war zu Schnittlingen größtentheils zu kurz. Seitdem
-habe ich jedes Jahr wieder so verfahren, und da ich abermals keinen
-Nachtheil gespürt habe, werde ich es auch ferner thun, und rathe einem
-Jeden, eben so zu handeln. Nur das zu frühe Verbrechen, nämlich vor und
-in der Blüthenzeit, kann ich nie und nirgends anrathen.
-
-
-
-
-27.
-
-Das natürliche Anheften vermittelst der Gabeln.
-
-
-Manche Ruthen heften sich auch selbst an, vermittelst der Gabeln; so
-nennt man die an den Ruthen und beiden Trauben hin und wieder
-hervortreibenden Ranken, die sich an den Enden in zwei Theile theilen
-und sich um das Spalier und Alles, was sie erreichen können, herumwinden
-und sehr fest werden. Das Erscheinen der ersten Gabel an einer Ruthe ist
-gewöhnlich ein Zeichen, daß nun keine Traube weiter kommt. Einige
-meinen, man müsse diese Gabeln abbrechen, denn sie raubten dem Stocke
-die Kraft. Dieß ist ein Irrthum, denn man raubt ja auch dadurch den
-Ruthen ein herrliches Befestigungsmittel, welches ihnen die Natur sehr
-weislich verliehen hat. Denn kein Band kann fester werden, als dieses
-Anklammern der Gabeln. Man muß aber dieses Heften oder Anhalten nicht
-zuerst den Gabeln überlassen, (denn Wind und Wetter treibt oft die
-Ruthen aus der gehörigen Lage, und sie heften sich alsdann da an, wo es
-sich nicht schickt), sondern man muß das erste Anbinden der Ruthen
-selbst besorgen, damit sie in die richtige Lage kommen, und das
-Anklammern der Gabeln für sie nachher ein zweites richtiges und noch
-stärkeres Befestigungsmittel wird.
-
-
-
-
-28.
-
-Von der richtigen Lage der Ruthen.
-
-
-Die richtige Lage der Ruthen ist folgende: Die an jedem Schenkel und
-jeder Rebe sich befindenden untern, gewöhnlich schwächern und kürzern
-Fruchtruthen leitet man durch das Anbinden einwärts nach der Mauer zu;
-die obern längeren und stärkeren Zugruthen aber zieht man, so viel es
-sich thun läßt, nach außen, damit sie gutes Licht und Sonne bekommen und
-gehörig reifen können. Denn fehlt es diesen Zugruthen an Luft, Licht und
-Sonnenwärme, so bleiben sie blaß und weich, verholzen nicht, und man
-kann sie zum Herbste nicht gebrauchen, sondern muß sie, so weit sie grün
-sind, wegschneiden. Denn die Reife, die sie nach dem Abfallen der
-Blätter und den Winter über noch bekommen sollen, ist nicht von
-Bedeutung. Und dieses Erziehen der Zugruthen ist eine Hauptsache beim
-Weinbau. Es ist die Aussaat für das nächste Jahr. Zieht man im ersten
-Jahre keine Zugruthen, so hat man im nächsten Jahre keine Trauben zu
-erwarten. Ich habe Weinstöcke gesehen, die viele Trauben hatten, recht
-schön angebunden und ganz glatt verbrochen waren, aber nicht eine
-einzige Zugruthe hatten. Solche Stöcke lassen sich im Herbste schlecht
-beschneiden; man findet an ihnen lauter kurze und schwache Ruthen, und
-man muß lauter Zapfen und kurze Schenkel schneiden. Reben werden gar
-nicht, und sie bringen natürlich im nächsten Jahre nicht die Trauben,
-die sie gebracht haben würden, wenn man ihnen die gehörigen Zugruthen
-gelassen hätte. Am Ende fangen sie gar an, zu kränkeln und gehen ein,
-weil sie durch das beständige starke und besonders zu frühzeitige
-Verbrechen in ihrem Wachsthume zu sehr gestört worden sind.
-
-
-
-
-29.
-
-Von der richtigen Lage der Trauben.
-
-
-Den kürzeren Fruchtruthen mit ihren Trauben schadet es nicht, wenn sie
-hinter die Zugruthe und deren Blätter kommen. Die kurze Ruthe reift doch
-wohl, und die Trauben gedeihen hinter den Blättern im Schatten weit
-besser und reifen eher, als wenn sie zu viel Sonne haben. Alle der Sonne
-zu sehr ausgesetzte Trauben bleiben hart und reifen viel später. Die
-Spitzen der kurzen Ruthen nehme ich, wie schon gesagt, gewöhnlich dann,
-wenn die Trauben anfangen, schwer zu werden, und winde sie um eine
-Stange des Spaliers herum, oder wo es sich sonst thun läßt. Denn eine
-solche Ruthe treibt nun schon von selbst nicht mehr, die Kraft bleibt
-unten in den Trauben, und durch das Umwinden und Befestigen der Spitzen
-bekommt die Ruthe mit ihren Trauben einen sehr guten Halt. Ist aber die
-Ruthe mit ihren Trauben schon durch das Heften gehörig befestigt, so
-kann man auch jetzt, wie ich nun durch Erfahrung gefunden habe, die
-Spitzen ohne Nachtheil für Ruthen und Trauben wegbrechen. Bei dieser
-Behandlungsweise, daß ich nämlich vor der Blüthenzeit gar nichts, und
-nach derselben nicht zu zeitig verbreche, und die Stöcke auch sehr dicht
-stehen, kommt es freilich dahin, daß in den Sommer-Monaten meine
-Weinspaliere dicht belaubt sind, viel Ruthen und wenig Trauben zeigen.
-Aber was von Ruthen vorn seyn und reifen soll, ist doch vorn, und die
-hinter den Blättern steckenden Trauben befinden sich da einstweilen sehr
-gut. Man muß nur beim Heften nicht Alles zu eng zusammenschnüren,
-sondern lange Henkel machen, damit Raum in dem Dickicht ist. Kommt es
-nun gegen den Herbst, die Zeit der Reife, so wirft der Stock seine
-größte Kraft schon von Natur auf die Trauben und läßt die Blätter
-fahren; einige fallen ganz ab, die meisten bleiben zwar, verlieren aber
-ihre Fettigkeit, fangen an, zu welken, fallen und beugen sich zusammen.
-Nun bekommen die hinter denselben versteckt gewesenen Trauben so viel
-Licht und Wärme, als sie zu ihrer Reife bedürfen. Aber doch nicht so
-viel, daß die allzu große Hitze die Beeren verhärten könnte. Wer aber
-Alles zu sehr und besonders zu zeitig verbricht und entblättert, dem
-hängen um diese Zeit alle Trauben frei in der größten Sonnenhitze. Auf
-fettem Boden stehende Stöcke entblättern sich zwar nicht so sehr; ist
-aber nur gut gehenkelt und nicht etwa geschnürt, so kann dennoch Alles
-gehörig wachsen und reifen. Sollten dieselben gar zu dicht werden, so
-kann man durch ein schärferes Abbrechen der Spitzen beim dritten und
-vierten Heften etwas Luft machen. Oder, wie schon gesagt worden ist, das
-dritte und vierte Heften ganz unterlassen, und alle hervorkommende
-Spitzen wegbrechen. Denn ich wiederhole es nochmals: Wo Raum genug ist,
-kann man ohne Nachtheil alles wachsen lassen; wo dieser aber mangelt, da
-kann man auch hinwiederum ohne Nachtheil alles verbrechen. Nur nicht vor
-und in der Blüthenzeit und nicht zu schnell nach derselben.
-
-
-
-
-30.
-
-Vom Abbrechen der Blätter zum Gebrauche.
-
-
-Aus dem bisher Gesagten gehet nun auch hervor, daß an einem nach meiner
-Art richtig beschnittenen Weinstocke nicht ein Blatt übrig ist. Was soll
-man aber thun, wenn man Weinblätter verlangt, oder deren selbst bedarf?
--- Von den Zugruthen darf man sie nicht nehmen. An jedem Blatte steht
-ein Auge, dieses wird von seinem Blatte geschützt, auch wird durch
-dieses Blatt demselben Nahrung zugeführt; denn alles auf dem Blatte
-stehen bleibende Thau- und Regenwasser dringt größtentheils durch die in
-dem Blatte und dessen Stiele befindlichen kleinen Oeffnungen bis in das
-Auge hinein und erquickt und stärkt dasselbe. Nimmt man ihnen nun dieses
-Blatt, so zerstört man den Befruchtungs-Kanal, und es wird in seinem
-Wachsthume gehindert; und geschieht dieß gleich unten an den Zugruthen,
-wo sie die Trauben haben, so beraubt man zugleich auch den Trauben die
-Schutz- und Nahrungsmittel. Von den übrigen kürzern Fruchtruthen darf
-man sie nun ebenfalls nicht nehmen, denn sie sind auch hier die
-Beschützer und Ernährer der daran befindlichen Augen und Trauben. Es
-giebt aber oft außer den Zug- und Fruchtruthen noch einige unfruchtbare
-Ruthen, die keine Trauben bekommen haben, und zu den Zugruthen zu
-schwach sind. Auch kommen oft unten am Stocke oder etwas weiter hinauf
-aus dem alten Holze Ruthen heraus, die weder Trauben haben, noch zu
-Zugruthen taugen, und allenfalls im Herbste beim Beschneiden einen
-Zapfen geben können. Man nennt sie bekanntlich Wasserruthen. Von diesen
-beiden, den oben genannten unfruchtbaren und den Wasserruthen, kann man
-Blätter nehmen, wenn man welche gebraucht. Hier thut es nicht viel
-Schaden, besonders an den obern Enden, die ja ohnedieß im Herbste
-weggeschnitten werden. An den obern Enden könnte man allenfalls auch von
-den Zug- und Fruchtruthen Blätter wegnehmen, aber nicht eher, als nach
-dem dritten und vierten Heften, wo man auch die ganze Spitze wegbrechen
-kann. Vor und während der Blüthenzeit aber ist nirgends ein Blatt übrig;
-es macht ohnedem das Abbrechen eines solchen fetten Blattes eine Wunde,
-die im zeitigen Frühlinge sogar blutet. Braucht man aber die Blätter
-nicht nothwendig, so lasse man auch die für entbehrlich erklärten
-stehen. Es ist große Thorheit, solche oder wohl gar ganze Ruthen für das
-Vieh abzubrechen, ohne vorher überlegt zu haben, ob sie auch wirklich
-überflüssig waren oder nicht, und ob es also Nutzen oder Schaden bringen
-konnte. Denn, ich wiederhole es nochmals, hat man im Herbste nach meiner
-Art richtig beschnitten, so kann man, wo Raum genug ist, vom Frühjahre
-an bis zum Herbste, alles daran ungestört und ohne Nachtheil wachsen
-lassen. Es kann schon, dem Schnitte gemäß, nicht mehr wachsen, als
-nöthig ist. Ich weiß dieß aus mehrjähriger Erfahrung, und freue mich,
-diese Entdeckung gemacht zu haben, denn sie überhebt mich der wirklich
-schwierigen Arbeit des frühzeitigen Verbrechens, wobei man sich nicht
-genug in Acht nehmen kann, daß man den jungen fetten Ruthen und zarten
-Träubchen nicht Schaden thut. Dieser Schaden kann aber beim Verbrechen
-zur Zeit des dritten und vierten Heftens, spät nach der Blüthenzeit
-nicht geschehen. Jetzt können die abgebrochenen überflüssigen Spitzen
-zum Futter für’s Vieh benutzt werden.
-
-
-
-
-31.
-
-Einrichtungen zur Erleichterung des mühsam scheinenden Begießens.
-
-
-Ich erwähne diesen Gegenstand nochmals, um zu zeigen, welch’ eine
-wesentliche Arbeit dieß beim Weinbau ist. Ich habe es in dem vergangenen
-trockenen Sommer an einem Spaliere absichtlich unterlassen, um dessen
-Nutzbarkeit nochmals zu erproben, und sie zeigt sich nun mehr, als zu
-deutlich. Dieß Spalier hat magere Träubchen, die wohl schwerlich zur
-Reife gelangen werden. Die begossenen Spaliere aber prangen mit fettem
-Wuchs und schönen Trauben, die eine zeitige Reife versprechen. Damit nun
-aber auch das Begießen gehörig nützen kann, so muß man die Vertiefung
-und die Dämmchen unten am Spaliere bei den Wurzeln immer in gutem Stande
-erhalten. Thut man dieß nicht, so darf man sich nicht wundern, wenn auch
-bei fleißigem Begießen die Weinstöcke nicht gedeihen. So ging es einem
-meiner Bekannten. Ich besah seine Stöcke, und fand sie auf einer festen
-Erhöhung von Erde stehend, von der jeder Tropfen Wasser augenblicklich
-wieder ablaufen mußte. Das hieß nun, Wasser auf eine umgekehrte Schüssel
-gießen und sich dabei wundern, daß es nicht eindringen will; oder dem
-Durstigen den Trank über den Kopf gießen, und es sich befremden lassen,
-daß er dabei noch immer über Durst klagt. Ich machte nun am Stocke unten
-die gehörige Vertiefung nebst den zwei Dämmchen, vermehrte die Stöcke
-durch das Verjüngen einiger niedern Aeste und ließ die Vertiefung alle 8
-Tage voll Wasser gießen. In Zeit von 4 Wochen hatten die Ruthen 2 Ellen
-hoch getrieben, und jetzt, nach Verlauf von 5 Jahren, bekleiden diese
-Stöcke den ganzen Giebel des Hauses und bringen Trauben im Ueberfluß.
-Deßhalb muß auch ein Weinstock, wie schon gesagt, eine bis zwei Ellen
-breit vom Spaliere ab gehörig umzäunt seyn, damit kein Vieh hinzugehen
-und die Vertiefung nebst den Dämmchen verderben kann. Um sich des
-mühsamen Hintragens des Wassers bis an das Spalier zu erleichtern, suche
-man sich einige hölzerne Wasserrinnen zu verschaffen, die von einem
-Brunnen oder einem nahen Wasserbehälter bis an das Spalier reichen. Dann
-ist das Begießen, zumal bei einer Pumpe, ein Geschäft für ein Kind, das
-auf diese Art binnen einer Stunde einige hundert Eimer Wasser
-hinschaffen kann, und die geringen Kosten der Rinnen bringt eine einzige
-Traubenlese wieder ein. Freilich muß aber auch, wie gesagt, die
-Vertiefung gehörig wagerecht seyn, damit ein Stock so viel bekommt, wie
-der andere.
-
-
-
-
-32.
-
-Reinigung des Weingartens.
-
-
-So nenne ich den eine bis zwei Ellen breiten Raum von der Mauer bis an
-die Umzäunung. Diese Stelle muß immer rein gehalten und nichts weiter
-darauf gepflanzt werden. Es darf deßhalb dieses Weingärtchen nicht
-zugleich den Blumen-, Petersilien- und Pflanzengarten mit ausmachen.
-Auch muß man darinnen kein Gras oder Unkraut aufkommen lassen. Wo dieß
-geschieht, oder wo wohl gar dicht an den Stöcken Hühner, Hunde und
-Katzen ihr Faulbettchen aufschlagen, und die Weiber diesen Ort zu einer
-Niederlage von Bouteillen, Aeschen, Schüsseln, alten Töpfen und dergl.
-gebrauchen, auch wohl den Herbst und Winter über Kraut und Rüben
-daselbst aufbewahren, da kann freilich der Weinstock nicht gut
-gedeihen.
-
-„Welche Mühe und Arbeit machen Sie sich mit Ihren Weinstöcken!” sagte
-oft der Eine oder der Andere zu mir. „Der und Jener dort thut gar nichts
-an seinen Stöcken, und hat eben so viel, wohl noch mehr Trauben, als
-Sie.” Dieß kann der Fall seyn; denn das weiß ich auch, daß alte, tief
-eingewurzelte Stöcke auf gutem Boden oft einige Jahre lang ohne
-regelmäßige Behandlung dennoch gedeihen und Früchte tragen können. Man
-lasse das aber so fortgehen, so werden nach mehreren Jahren diese Stöcke
-einer wild verwachsenen Dornenhecke gleichen, wie ich einen solchen
-gesehen und oben schon beschrieben habe. Kommt nun ein kalter Winter, in
-welchem glücklicherweise das ganze Dornengestrüppe bis auf die Wurzeln
-erfriert, so daß er rein abgeschnitten also untersetzt werden muß, und
-folglich nun wieder einige Jahre ohne regelmäßige Behandlung gut treiben
-und viele Trauben bringen kann: dann wird der unwissende Besitzer seinen
-Irrthum nicht gewahr, sieht es nicht ein, daß ihm die Natur zu Hülfe
-gekommen ist, welche seinen verwilderten, der gänzlichen Unfruchtbarkeit
-sich nahenden Weinstock durch den Frost untersetzt hat, was an ihm hätte
-geschehen müssen, wenn er nicht erfroren wäre und noch länger hätte
-Trauben bringen sollen. Denn wenn solche Stöcke, an denen gar nichts
-gethan wird, nicht einmal erfrieren, so sehen sie am Ende sehr elend aus
-und haben unten eine Menge altes, kahles, verwachsenes Holz und oben an
-der Spitze des Daches einige Ruthen mit Trauben. Stünde ein solcher
-Stock an einem Kirchthurme, er würde bald, wenn ihn kein Frost
-untersetzte, mit seinen Ruthen und Trauben die Fahne erreichen und vor
-Diebstahl ziemlich gesichert seyn.
-
-
-
-
-33.
-
-Das Erretten einiger Ruthen und Trauben vom Verderben im Frühjahre.
-
-
-Wenn im Frühjahre die Augen aufbrechen und die Ruthen anfangen zu
-treiben, so trifft es sich oft, daß einige stark und fett treibende
-Ruthen mit den Spitzen an eine Stange des Spaliers, an altes Holz oder
-an die Mauer anstoßen, sich umbeugen und abbrechen. Da hat man nun
-fleißig nachzusehen, und wo man dieses bemerkt, den fetten Wuchs sanft
-abwärts zu beugen; wenn er dieß aber vielleicht nicht aushalten könnte,
-so muß man den Schenkel oder die Rebe, woran er sich befindet,
-losschneiden, und so anbinden, daß die Ruthe frei wachsen kann. Auf
-diese Weise habe ich oft ein Schock Trauben gerettet, die sonst verloren
-gegangen wären. Denn kaum ist die Ruthe einen Zoll lang, so zeigt sich
-auch schon die erste Traube und bald auch die zweite, ehe noch die
-Blätter sich gehörig entfaltet haben. Läßt man nun die Ruthen in ihrem
-Entstehen verderben, so verderben damit auch zugleich die Trauben.
-Werden die Ruthen länger und entfalten sich die zarten Blätter, so steht
-gewöhnlich die erste Traube am dritten, vierten oder fünften Blatte, je
-nachdem die Art ist. Am nächsten Blatte kommt die zweite Traube zum
-Vorschein, ein, auch zwei Blätter über dieser die dritte, und bei
-manchen Sorten in derselben Entfernung auch die vierte. Mehr habe ich
-aber noch an keiner gesehen. Meine weißen und gelben Sorten sind von der
-Art, die blauen aber haben nicht an jeder Ruthe zwei, vielmehr an
-einigen sogar nur eine Traube. Dagegen sind aber ihre Trauben
-größtenteils eine Viertel-, oft beinahe eine halbe Elle lang, haben am
-obern Ende viele kleine Nebentrauben, und die Beeren sind von der Größe
-einer Herzkirsche.
-
-
-
-
-34.
-
-Vom Anpflanzen der Weinstöcke im Freien oder an Bäumen.
-
-
-Wenn man Weinstöcke ins Freie oder an Bäumen, Lauben, Pyramiden und
-dergl. anpflanzen will, so werden sie eben so behandelt, wie bisher
-beschrieben worden ist. Sie gedeihen daselbst auch eben so gut, als an
-Gebäuden und Mauern, nur daß die Trauben später reifen und die Fröste im
-Mai ihnen leicht schaden können, weil sie dem Luftzuge mehr ausgesetzt
-sind. Hohe Bäume, mit langen, kahlen, weit ausgebreiteten Aesten, sind
-natürlich hierzu am besten. Niedere hingegen, mit vielen buschichten
-Zweigen, sind gar nicht dazu tauglich. Sie rauben den Stöcken zu viel
-Sonne und ihre Ruthen haben keinen Raum unter den dicht belaubten
-Zweigen des Baumes. Ueberhaupt thut man wohl, besonders wenn die Wurzeln
-des Baumes etwas hoch liegen, wenn man den Stock nicht zu dicht an
-denselben, sondern eine bis zwei Ellen weit davon entfernt steckt, und
-einen langen Ast oder eine Rebe in der Erde hin in einer schmalen Rinne
-bis an den Baum leitet. Befestigen kann man die Ruthen des Stockes hier
-leicht, wenn man in einer Entfernung von einer halben Elle starke
-Bastbänder um den Stamm des Baumes bindet, und an dieselben nun mit
-schwächern Bändern die Ruthen befestigt. Steht er ganz im Freien, so muß
-man ihn mit in die Erde geschlagenen Pfählen und daran befestigten
-Querstangen befestigen. Eine Weinlaube muß etwas hoch und
-pyramidenähnlich gebauet seyn, oder von zwei Seiten ein recht steiles
-Dach oder Sparrwerk haben. Will man die Trauben eines im Freien
-stehenden langen Weinspalieres zeitig zur Reife bringen, so muß man
-hinter dasselbe auf der Nachtseite starke lange Pfähle setzen, und an
-dieselben vermittelst einiger Haken von starkem Drahte eine aus starkem
-Papiere oder schwacher Pappe gemachte schwarzgefirnißte Hängewand
-befestigen. Es läßt sich dieselbe, wenn sie gut aufbewahrt wird, viele
-Jahre lang gebrauchen.
-
-
-
-
-35.
-
-Schutzmittel gegen die späten Fröste im Mai und Juni.
-
-
-Gegen diese Feinde des Weinstocks, nämlich die späten Fröste im Mai,
-(Pancratius und Servatius &c.), giebt es freilich wenige ganz sichere
-Schutzmittel. Weil man eines Theils nicht gewiß weiß, wann ein solcher
-Frost kommen wird, und wenn man es auch wüßte, die schon mit Ruthen und
-Trauben besetzten Stöcke nicht herunterlegen und zudecken kann, ohne
-sie bedeutend zu beschädigen. Das beste Mittel wäre freilich, den Abend
-vorher, an welchem man aus der kühlen Abendluft oder andern Kennzeichen
-einen solchen Frost vermuthet, die Spaliere mit einer Decke von grober
-Leinwand, welche auf der, dem Stock zugekehrten Seite mit Löschpapier
-überzogen wäre, zu bedecken. Diese Decke müßte dann mit Nägeln und
-Henkeln behutsam an das Gebäude angeheftet werden. Freilich wäre dieß
-sowohl kostspielig, als mühsam, besonders bei großen Spalieren; jedoch
-wäre dieses Schutzmittel gegen den Frost um diese Zeit schon
-hinreichend. Bei wenigen, besonders niedrigen Stöcken dürfte beides,
-Aufwand und Mühe, nicht so bedeutend, der Nutzen aber groß seyn; denn
-man verliert durch einen solchen Frost nicht allein die Trauben für dieß
-Jahr, sondern bekommt auch schwache Ruthen, die im folgenden Herbste
-bloß zu Zapfen und kurzen Schenkeln geschnitten werden können, und also
-im folgenden Jahre entweder gar keine oder nur sehr wenige, magere
-Trauben bringen. Denn obschon die erfrornen Stöcke bald wieder
-ausschlagen, so haben sie doch kein rechtes Gedeihen, und man thut wohl,
-wenn man vor dem Herbste nichts daran thut, sondern das Erfrorne nach
-und nach von selbst abfallen und abwelken läßt. Einige rathen auch, am
-Abend vorher, wenn man einen solchen Frost vermuthet, Fässer und Wannen
-mit kaltem Brunnenwasser dicht unten an das Weinspalier zu setzen; es
-soll den Frost von demselben ab- und an sich ziehen; noch besser soll es
-seyn, wenn man Strohseile oben an das Spalier bindet, mir den untern
-Enden in die Wassergefäße legt, und daselbst mit darauf gelegten Steinen
-befestiget. Am mühsamsten wäre wohl das Räuchern, d. h. mit einem Becken
-voll glühender und dampfender Kohlen die ganze Nacht am Spaliere hin und
-her gehen, was man zuweilen in Weinbergen zu thun pflegt.
-
-
-
-
-36.
-
-Behandlung der im Winter erfrornen Stöcke.
-
-
-Vor den Winterfrösten kann man die Stöcke, wie gesagt, am besten durch
-das Niederlegen und Zudecken schützen, oder, wenn kein Raum dazu
-vorhanden ist, durch das Verbinden und Umwinden mit Stroh, oder Behängen
-des Spaliers mit solchen Nadel- und Laubholzsträuchen, die im Winter
-Laub und Nadeln nicht verlieren. Es ist immer besser, diese kleine Mühe
-nicht zu scheuen, als den Stock erfrieren zu lassen. Er schlägt zwar im
-nächsten Jahre wieder aus, wird aber erst nach Verlauf von 3 bis 4
-Jahren wieder das, was er gewesen ist. Manche schneiden, wenn der Stock
-erfroren ist, gleich im Frühjahre alles erfrorne Holz bis auf die Erde
-weg. Dieses Verfahren ist nicht ganz gut; denn der Stock verblutet sich
-durch die daraus entstandenen vielen und großen Wunden zu sehr. Ich
-würde in dieser Lage um diese Zeit nur das obere schwache Holz
-wegnehmen, von welchem wegen gänzlicher Erstorbenheit keine Verblutung
-zu befürchten ist. Denn im Frühjahre muß überhaupt, besonders an
-gesunden Stöcken, gar nicht geschnitten werden. Besser ist es auch den
-erfrornen Stock erst wieder ausschlagen zu lassen, und das übrige alte,
-starke, erfrorne Holz erst dann abzuschneiden, wenn er nicht mehr
-blutet; nämlich zu Johanni. Freilich muß man sich dann in Acht nehmen,
-daß man bei diesem schwierigen Geschäfte den jungen, fetten Wuchs nicht
-verdirbt. Hat man aber das meiste schwache Holz schon im Frühjahre
-weggenommen, so macht es sich leichter. Es muß auch das zu Johanni
-abgeschnittene alte, erfrorne Holz nicht gleich weggenommen werden,
-sondern man läßt es, wenn es fest hängt, und die jungen, daran
-geklammerten Ruthen sich nicht gut davon lösen, hinter und unter
-demselben stehen bis zum Herbste. Von den jungen Wasserruthen eines
-solchen Stockes, deren gewöhnlich sehr viele sind, und welche in diesem
-Jahre selten Trauben haben, schneidet man nun im nächsten Herbste die
-schwächsten ganz weg, die stärkeren zu Zapfen, die noch stärkeren zu
-Schenkeln, und die stärksten zu Reben. Sie dürfen aber auch hier nicht
-länger seyn, als schon gesagt worden ist. Man verdirbt den ganzen Stock
-auch hier gleich in seinem neuen Entstehen wieder, wenn man sich durch
-die freilich schönen, langen Ruthen, die ein solcher Stock treibt,
-verleiten läßt, mehr davon stehen zu lassen, als nöthig ist. Es müßte
-denn eine Sorte seyn, die auch an langen Reben von unten an bis oben
-hinauf gute Ruthen und Trauben brächte; da könnte man allerdings von der
-Regel eine kleine Ausnahme machen. Im folgenden Jahre bringen nun solche
-Stöcke wieder reichliche und gute Trauben.
-
-
-
-
-37.
-
-Vom Senken oder Vermehren der Stöcke.
-
-
-Das Senken, als ein Vermehrungsmittel der Weinstöcke und Verlängerung
-des Spaliers verdient nun noch einer besondern Erwähnung. Hat man schon
-einen Weinstock von guter Art an einem Gebäude oder sonst wo stehen, und
-rechts und links neben demselben noch Raum zu mehreren, so nimmt man von
-beiden Seiten längere und kürzere Aeste, oder lange Ruthen, die dicht an
-der Erde unten, oder wenigstens nicht weit davon aus dem Stocke
-gewachsen sind, herunter, und macht eine eine halbe Elle tiefe aber
-etwas breitere Grube längs des Spaliers auf beiden Seiten desselben. In
-diese legt man die eben genannten kürzeren und längeren Aeste so, daß
-sie sich in der Grube nicht berühren, damit ein jeder für sich Raum
-behalte, seine Wurzeln zu treiben, und läßt die äußersten Enden
-derselben, an welchem aber nur Zapfen sich befinden dürfen, eine
-Viertel-Elle lang aus der Erde hervorragen. Sie können auch ganz bis an
-die Zapfen in die Erde kommen, so daß sich blos 2 bis 3 Augen zeigen.
-Diese bilden nun neue Stöcke; die kürzeren zunächst beim Hauptstocke,
-die längeren weiter davon entfernt. Theilt sich der herabgenommene Ast
-nach seinem Ende zu nach und nach in mehrere Aeste, so ist es desto
-besser; man kann alsdann aus diesen Seiten-Aesten oder auch Ruthen
-mehrere Stöcke machen, dadurch, daß man einen jeden mit seinem äußersten
-Ende und den daran befindlichen Zapfen da aus der Erde hervorragen
-läßt, wohin er reicht. Doch dürfen diese Senker nicht dichter, als eine
-Elle neben einander zu stehen kommen. Sollten etwa im nächsten Jahre
-zwischen den eine Elle weit stehenden Senkern noch Ruthen aus der Erde
-hervor schießen, so muß man diese wegbrechen, sonst entstehen der Stöcke
-zu viele. Denn noch dichter, als eine Elle, darf man sie nicht aufkommen
-lassen. Man kann dazu auch junge, aus dem alten Holze unten getriebene
-Wasserruthen benutzen. Diese dürfen aber nur mit 2, höchstens 3 Augen
-aus der Erde hervorstehen; es ist, wie bekannt, auch eins schon
-hinreichend, wenn es vor dem Verderben hinlänglich gesichert werden
-kann. Dieß ist es, was man Senken nennt, und man kann dasselbe auch im
-Frühjahre noch vornehmen; besser ist es aber auch hier im Herbste, und
-zwar gleich nach dem Beschneiden, oder den Winter über, wenn Frost und
-Schnee nicht daran hindern. Solche Senker treiben im ersten Sommer schon
-sehr starke Ruthen, oft sogar Trauben und können im nächsten Herbste,
-wenn sie auf der Stelle stehen sollen, die schwächern zu Zapfen, die
-stärkern zu ½- bis ¾elligen Schenkeln, auch wohl zu Reben von einer Elle
-lang geschnitten werden. Im zweiten Sommer bringen sie schon mehrere
-schöne Trauben. Ich habe auf diese Weise von einem einzigen Stocke ein
-Spalier von 14 Ellen lang angelegt, welches mir nun seit 7 Jahren alle
-Jahr eine große Menge Trauben geliefert hat. Es ist nicht nöthig, diese
-Senker im folgenden oder einem der nächsten Herbste vom Stocke
-abzuschneiden, besonders wenn sie sich ganz unten an demselben
-befinden, und von da aus gleich mit Erde so überdeckt sind, daß man das
-Senken gar nicht bemerkt. Ein anderes ist es, wenn sie höher am Stocke
-stehen. Da würde man allerdings wohlthun, sie in einem der nächsten
-Herbste abzuschneiden; denn sie bilden sonst unförmliche Bogen. Oft
-treiben diese Wasserruthen; soll nun der Senker am Stocke bleiben, so
-muß man solche gleich bei ihrem Entstehen verbrechen, oder gleich ganz
-vernichten, denn sie können nichts nützen, weil der Bogen im Herbste
-weggeschnitten wird, und rauben also dem Stocke und dem Senker nur die
-Nahrung. Doch habe ich auch einmal, theils um Erfahrung zu machen,
-theils noch leeren Raum am Spaliers auszufüllen, das Gegentheil
-versucht, und es gelang. Ich ließ nämlich die an einem Bogen treibenden
-drei Wasserruthen stehen, und düngte und begoß den Senker und den
-Hauptstock den ganzen Sommer durch mit Schlammwasser, habe aber nicht
-bemerkt, daß eins von allen dreien Schaden gelitten hätte. Der Senker
-trieb gut und hatte sogar Trauben, die sehr schön wurden. An den Ruthen
-und Trauben des Hauptstockes mangelte nichts, und die drei am Bogen
-befindlichen Ruthen wurden so kräftig, daß ich im nächsten Herbste die
-schwächere zu einem Zapfen, die stärkere zu einem halbelligen Schenkel,
-und die stärkste zu einer Rebe von einer Elle schneiden konnte. Jetzt
-schnitt ich nun den Bogen nicht am Hauptstocke, sondern am andern Ende
-über der letzten Ruthe ab, bog den noch übrigen am Senker hängenden
-Theil des alten Holzes in die Erde, um dadurch dessen Wurzeln noch zu
-vermehren. Den Bogen selbst aber bog ich nun wieder in die Höhe nach dem
-Hauptstocke zu. Er bildete jetzt wieder einen niedrig stehenden Ast,
-diente zur untern Bekleidung einer noch kahlen Stelle, und brachte im
-nächsten Jahre schöne Trauben. Auf gutem Boden und bei recht guter
-Abwartung kann ich dieses Verfahren anrathen; unter andern Umständen
-möchte es wohl mißlingen.
-
-
-
-
-38.
-
-Vom Verpflanzen der Senker.
-
-
-Sollen nun die Senker nicht am Hauptstocke bleiben, sondern im nächsten
-Herbste weiter verpflanzt werden, was allerdings im Herbste geschehen
-muß, weil sonst, wenn man es im Frühjahre thun wollte, der Hauptstock
-und Senker an der bedeutenden, beim Abschneiden verursachten Wunde sich
-verbluten würde, so kann man die an den Bogen wachsenden Ruthen stehen
-lassen und sehr gut benutzen. Sollten sie auch auf magerm Boden nebst
-den Ruthen des Senkers gerade nicht so lang und kräftig werden, so sind
-sie ja im nächsten Herbste doch einmal bloß zu Zapfen bestimmt. Um diese
-Zeit schneidet man nun den Bogen, woran der Senker hängt, dicht am
-Hauptstocke weg, damit die dadurch an demselben entstehende bedeutende
-Wunde gut verwachsen kann, nimmt ihn aus der Erde, und hat nun einen
-Senker, der an beiden Enden Ruthen und in der Mitte Wurzeln hat. Die
-Ruthen werden dann an beiden Enden, die stärkeren zu Zapfen, die
-schwächeren aber ganz weggeschnitten. Es dürfen aber von den stärkeren
-nur 2, höchstens 3 bleiben, im Fall er mehr getrieben haben sollte. Mann
-kann dieses Beschneiden auch vornehmen, ehe man den Senker aus der Erde
-nimmt; es geht sich dann besser damit um. In der Mitte, wo die Wurzeln
-sind, schneidet man nun so durch, daß jeder Theil Wurzeln behält, und so
-hat man zwei Senker oder Wurzlinge. Man kann das Ganze aber auch
-beisammen lassen und beide Enden mit ihren Zapfen an dem Orte, wohin sie
-verpflanzt sind, aus der Erde hervorgehen lassen; so giebt dieß zwei
-Stöcke, die in der Erde gemeinschaftliche Wurzeln haben. Ich habe aber
-auch solche Bogen mit Wurzeln abgeschnitten und gesteckt, ob sie schon
-keine Zapfen mit Augen hatten und sie trieben im ersten Sommer aus dem
-alten Holze schöne Wasserruthen. Hieraus geht hervor, daß man auch alte
-Stöcke mit ihren mehrsten Wurzeln herausgraben und weiter pflanzen kann,
-ob man gleich dabei alles Holz bis auf eine Viertel- oder halbe Elle
-wegschneiden muß. Sie treiben auch ohne Augen wieder Ruthen und wachsen
-fort, wenn man sie nur im ersten Sommer gehörig abwartet. Unnöthiger
-Weise muß man aber keine Senker machen; denn vieles und öfteres Senken
-ist dem Hauptstocke nicht zuträglich, sondern beraubt ihn nach und nach
-seiner natürlichen Kraft. Ist man aber in der Lage, daß man gern viele
-Senker für sich und Andere haben will und muß, so thut man besser, wenn
-man sich von allen den Sorten, von denen man senken will, einen Stock an
-einem Ort, besonders pflanzt, wo ringsumher viel Raum ist, und von
-diesem Stocke jeden Herbst die meisten Ruthen zu Senkern einlegt. Der
-Stock, wenn er nicht zu kraftlos ist und guten Boden hat, pflegt seine
-Senker und treibt auch dabei wieder Wasserruthen, die im folgenden
-Herbste zu Senkern benutzt werden können. Ich habe einen solchen Stock
-mehrere Jahre dazu benutzt, und deshalb bloß den Mutterstock genannt. Er
-ist bei alledem aber so kraftvoll, daß er nicht allein fette Ruthen
-treibt, sondern an demselben sogar auch Trauben bringt. Freilich ist es
-ein 15jähriger kräftiger Stock, welcher auf gutem Boden steht.
-
- * * * * *
-
-Dieß, lieber Leser, sind nun meine im Weinbau gesammelten, und auf
-Erfahrung gegründeten Beobachtungen. Habe ich dem Einen und dem Andern
-damit genützt, so soll es mich sehr erfreuen. Kann mich irgend Einer auf
-einen Irrthum aufmerksam machen, der ja bei allem menschlichen Thun so
-häufig vorkommt, so will ich es mit Dank annehmen und der bessern
-Belehrung gern Beifall geben. Und sollten sachkundige Männer auch die
-zweite Auflage dieser kleinen Schrift als eine wirklich verbesserte, und
-wegen ihrer Brauchbarkeit empfehlungswerth anerkennen, so wird mir dieß
-ein mächtiger Antrieb zu herzlich demüthigen Danke und neuer stärkerer
-Thätigkeit seyn.
-
-
-Druck von ~Joh. Friedr. Glück~ in Leipzig.
-
-
-
-
-Bei dem Verleger dieses Buches sind noch folgende empfehlenswerthe
-Bücher erschienen:
-
-
- ~Die Aufsicht des Geistlichen über die Volksschule~, nach den
- Grundsätzen des deutschen Schulrechtes. Ein Beitrag zur
- Pastoralklugheit von K. ~Kirsch~, Diaconus und ersten Mädchenlehrer zu
- Königsbrück. gr. 8. 30½ Bogen. Preis 2 Thaler.
-
-Die Aufsicht über die Volksschule, dieser höchst wichtige Theil der
-geistlichen Amtsführung, wird in den Lehrbüchern der Pastoralklugheit
-meistens nur sehr oberflächlich behandelt; desto willkommner muß jedem
-Schulinspector ein Buch sein, welches, wie das oben angekündigte, sich
-über ~alle Gegenstände der Schulaufsicht~ verbreitet. Die Brauchbarkeit
-des Werkes wird dadurch erhöht, daß es auf ~die Gesetzgebung aller
-deutschen Länder~ Rücksicht nimmt.
-
-Als ein Anhang zu diesem Buche ist von demselben Verfasser erschienen:
-
- „Entwurf eines Unterichtsplanes für Volksschulen”
- gr. 8. 11 Bogen. Preis ⅔ Thlr.
- und verdient besonders auch von Schullehrern benutzt zu werden.
-
- * * * * *
-
- ~Predigtbuch~ auf alle Sonn- und Festtage des Kirchenjahres von _Dr._
- ~A. L. G. Krehl~, Universitätsprediger und der prakt. Theologie
- ordentlicher Professor zu Leipzig. 2 Bände. ~Zweite~ durch viele neue
- Predigten vermehrte und verbesserte Auflage. 88 Bogen in gr. 8. Preis
- 3½ Thaler.
-
-Der Verf. übergiebt dem größern Publikum in dieser vollständigen das
-ganze Kirchenjahr umfassenden Predigtsammlung ein Erbauungsbuch, in
-welcher alle Hauptlehren der christl. Wahrheit deutlich entwickelt, in
-die engste Beziehung zur Gegenwart gesetzt, und wo es nöthig schien,
-vertheidigend behandelt sind. Die Darstellung verbindet Klarheit mit
-Würde und Kraft.
-
- * * * * *
-
- ~Sachsens große Erinnerungen.~ Ein Kreis von Gedichten von ~Bruno
- Lindner~. 13 Bogen in 8. geheft. Preis 1 Thaler.
-
-Es war die Absicht des Verfassers bei dieser Sammlung von Gedichten,
-seinem sächsischen Volke die reiche Geschichte des Vaterlandes in
-einzelnen Bildern vor’s Auge zu führen. Dem Landmann wie dem Bürger,
-namentlich der heranwachsenden Jugend sollten die erhebendsten
-Thatsachen, die edeln Züge der sächsischen Fürsten und Helden in
-einfacher dichterischer Behandlung zur Belebung des volksthümlichen
-Geistes dargestellt werden.
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Anweisung zum Weinbau an Gebäuden
- Mauern, Lauben und Bäumen, by Johann Gottfried Bornemann
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ANWEISUNG ZUM WEINBAU AN ***
-
-***** This file should be named 53013-0.txt or 53013-0.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/5/3/0/1/53013/
-
-Produced by Thomas Westhoff, Harry Lamé and the Online
-Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
-transcription was produced from images generously made
-available by Bayerische Staatsbibliothek / Bavarian State
-Library.)
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions will
-be renamed.
-
-Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
-law means that no one owns a United States copyright in these works,
-so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
-States without permission and without paying copyright
-royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
-of this license, apply to copying and distributing Project
-Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
-concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
-and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
-specific permission. If you do not charge anything for copies of this
-eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
-for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
-performances and research. They may be modified and printed and given
-away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
-not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
-trademark license, especially commercial redistribution.
-
-START: FULL LICENSE
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
-Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
-www.gutenberg.org/license.
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
-Gutenberg-tm electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or
-destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
-possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
-Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
-by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
-person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
-1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
-all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
-that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
-free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
-works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
-Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
-comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
-same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
-you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
-in a constant state of change. If you are outside the United States,
-check the laws of your country in addition to the terms of this
-agreement before downloading, copying, displaying, performing,
-distributing or creating derivative works based on this work or any
-other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
-representations concerning the copyright status of any work in any
-country outside the United States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
-immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
-prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
-on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
-phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
-performed, viewed, copied or distributed:
-
- This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
- most other parts of the world at no cost and with almost no
- restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
- under the terms of the Project Gutenberg License included with this
- eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
- United States, you'll have to check the laws of the country where you
- are located before using this ebook.
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
-derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
-contain a notice indicating that it is posted with permission of the
-copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
-the United States without paying any fees or charges. If you are
-redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
-Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
-either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
-obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
-trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
-additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
-will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
-posted with the permission of the copyright holder found at the
-beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
-any word processing or hypertext form. However, if you provide access
-to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
-other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
-version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
-(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
-to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
-of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
-Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
-full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
-provided that
-
-* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
- to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
- agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
- within 60 days following each date on which you prepare (or are
- legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
- payments should be clearly marked as such and sent to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
- Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
- Literary Archive Foundation."
-
-* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.
-
-* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.
-
-* You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause.
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org
-
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
-
diff --git a/old/53013-0.zip b/old/53013-0.zip
deleted file mode 100644
index e4a07b1..0000000
--- a/old/53013-0.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/53013-h.zip b/old/53013-h.zip
deleted file mode 100644
index cda11e1..0000000
--- a/old/53013-h.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/53013-h/53013-h.htm b/old/53013-h/53013-h.htm
deleted file mode 100644
index 51920f5..0000000
--- a/old/53013-h/53013-h.htm
+++ /dev/null
@@ -1,3369 +0,0 @@
-<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
- "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
-<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" xml:lang="de" lang="de">
- <head>
- <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=utf-8" />
- <meta http-equiv="Content-Style-Type" content="text/css" />
- <title>
- The Project Gutenberg eBook of Anweisung zum Weinbau an Gebäuden, Mauern, Lauben und Bäumen, by Gottfried Bornemann.
- </title>
- <link rel="coverpage" href="images/cover.jpg" />
- <style type="text/css">
-
- a
- {text-decoration: none;}
- a:hover
- {text-decoration: underline;}
- .allclear
- {clear: both; line-height: .001em;}
- .block
- {margin: 1em 0 1em 10%;}
- body
- {margin-left: 10%; margin-right: 10%;}
- .center
- {text-align: center;}
- .figcenter
- {margin: 1.5em auto; text-align: center;}
- .fsize80
- {font-size: .8em;}
- .fsize90
- {font-size: .9em;}
- .fsize110
- {font-size: 1.1em;}
- .fsize150
- {font-size: 1.5em;}
- .fsize175
- {font-size: 1.75em;}
- .gesp
- {letter-spacing: .2em; margin-right: -.2em;}
- @media handheld {.gesp {letter-spacing: normal; margin-right: 0; font-style: italic;}}
- h1,
- h2
- {text-align: center; clear: both; margin-top: 1.5em; margin-bottom: 1.5em;}
- h2.textbody
- {font-size: 1em; font-weight: normal; line-height: 1.25em; margin-top: 1em; margin-bottom: 1em;}
- hr
- {width: 34%; margin: 2em 33%; clear: both; color: black;}
- hr.chap
- {width: 26%; margin: 1em 37%;}
- hr.sec
- {width: 6%; margin: 1em 47%;}
- hr.tb
- {width: 6%; margin: .25em 47%;}
- .left
- {text-align: left;}
- .noindent
- {text-indent: 0;}
- p
- {margin-top: 0; text-align: justify; margin-bottom: 0; text-indent: 2em;}
- p.adtitle
- {margin-left: 2em; text-indent: -2em;}
- p.blankbefore
- {margin-top: .5em;}
- p.highline1
- {line-height: 1em;}
- p.highline2
- {line-height: 2em;}
- p.noindent
- {text-indent: 0;}
- .padl3
- {padding-left: 1.5em;}
- .padr3
- {padding-right: 1.5em;}
- .poem
- {margin-left: 10%; text-align: left; font-size: .9em;}
- .poem br
- {display: none;}
- .poem .stanza
- {margin: 1em 0 1em 0;}
- .poem span.i0
- {display: block; margin-left: 0em; padding-left: 3em; text-indent: -3em;}
- .right
- {text-align: right;}
- .scr
- {display: block;}
- @media handheld {.scr {display: none;}}
- .sigs
- {clear: both; margin-top: 2em; margin-bottom: 2em;}
- @media handheld {.sigs {clear: both;}}
- .sigs div.left
- {float: left; clear: left; width: 49%;}
- @media handheld {.sigs div.left {float: left; clear: left;}}
- .sigs div.right
- {float: right; clear: right; width: 49%;}
- @media handheld {.sigs div.right {float: right; clear: right;}}
- .sstype
- {font-family: sans-serif;}
- table
- {margin-left: auto; margin-right: auto; margin-bottom: 1em; border-collapse: collapse;}
- table.toc
- {max-width: 90%;}
- table.toc td.chap
- {width: 2em; padding-right: 1em; vertical-align: top; text-align: right;}
- table.toc td.chapname
- {vertical-align: top; text-align: justify; padding-left: 1em; text-indent: -1em;}
- table.toc td.pageno
- {padding-right: 1em; vertical-align: bottom; text-align: right; padding-left: 1em; padding-right: 1em;}
- .tnbox
- {border: solid 2px; background: #999966; margin: 1em 20%; padding: 1em;}
- ul.theile
- {list-style: none; margin: 1em 0 0 5%;}
- ul.theile li
- {text-align: justify; margin-left: 0; text-indent: -1.25em;}
-
- </style>
- </head>
-<body>
-
-
-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Anweisung zum Weinbau an Gebäuden, Mauern,
-Lauben und Bäumen, by Johann Gottfried Bornemann
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-Title: Anweisung zum Weinbau an Gebäuden, Mauern, Lauben und Bäumen
- Herausgegeben zu Ermunterung der Kinder zu edler Thätigkeit
-
-Author: Johann Gottfried Bornemann
-
-Release Date: September 8, 2016 [EBook #53013]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ANWEISUNG ZUM WEINBAU AN ***
-
-
-
-
-Produced by Thomas Westhoff, Harry Lamé and the Online
-Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
-transcription was produced from images generously made
-available by Bayerische Staatsbibliothek / Bavarian State
-Library.)
-
-
-
-
-
-
-</pre>
-
-
-<div class="tnbox">
-<p class="center noindent">Einige klare Fehler in Rechtschreibung, Interpunktion usw. sind
-stillschweigend korrigiert worden.</p>
-</div>
-
-<div class="scr">
-<div class="figcenter">
-<img src="images/cover_sm.jpg" alt="Umschlag" width="382" height="600" />
-</div>
-</div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h1>Anweisung<br />
-<span class="fsize80">zum</span><br />
-<span class="fsize150">Weinbau</span><br />
-<span class="fsize80">an</span><br />
-Gebäuden, Mauern, Lauben
-und Bäumen.</h1>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p class="center highline2 noindent fsize150"><span class="fsize80">Von</span><br />
-<b><span class="fsize150">J. G. Bornemann.</span></b></p>
-
-<hr class="sec" />
-
-<p class="center noindent highline2"><b>Leipzig, 1841,</b><br />
-<span class="gesp">Carl Heinrich Reclam</span>.</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<p class="center highline2"><span class="fsize175"><b>Anweisung</b></span><br />
-<span class="fsize80"><b>zum</b></span><br />
-<span class="fsize150 gesp"><b>Weinbau</b></span><br />
-<span class="fsize80"><b>an</b></span><br />
-<b>Gebäuden, Mauern, Lauben
-und Bäumen,</b></p>
-
-<p class="center noindent">als eine sehr leichte, angenehme und nützliche Beschäftigung<br />
-für Erwachsene sowohl, als<br />
-auch für Kinder.</p>
-
-<hr class="sec" />
-
-<p class="center noindent highline1"><span class="gesp">Herausgegeben<br />
-zur Ermunterung der Kinder<br />
-zu<br />
-edler Thätigkeit<br />
-von<br />
-<br />
-<b>Johann Gottfried Bornemann,</b></span><br />
-Schullehrer in Döbern bei Bitterfeld.</p>
-
-<p class="center noindent gesp">Zweite verbesserte und vermehrte Auflage.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p class="center noindent"><b>Leipzig, 1841,</b><br />
-<span class="gesp">bei Carl Heinrich Reclam.</span></p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Kommt, ihr Kinder, lernet nun,<br /></span>
-<span class="i0">Was recht Nützliches zu thun!<br /></span>
-<span class="i0">Statt unnützer Tändeleien,<br /></span>
-<span class="i0">Laßt den Weinbau euch erfreuen!<br /></span>
-<span class="i0">Das ist ein Geschäft für euch.<br /></span>
-<span class="i0">Drum ergreift die Reben gleich!<br /></span>
-<span class="i0">Legt sie schicklich in die Erde,<br /></span>
-<span class="i0">Damit es ein Stöckchen werde.<br /></span>
-<span class="i0">Werdet ihr’s zwei Jahre pflegen,<br /></span>
-<span class="i0">Bringt’s im dritten euch schon Segen.<br /></span>
-<span class="i0">Das wird eine Freude seyn,<br /></span>
-<span class="i0">Wenn ihr sagen könnt: „der Wein,<br /></span>
-<span class="i0">Der dort an dem Hause pranget,<br /></span>
-<span class="i0">Hat durch mich die Höh’ erlanget.”<br /></span>
-<span class="i0">Seht, wie kahl stehn die Gebäude!<br /></span>
-<span class="i0">Macht euch doch die edle Freude,<br /></span>
-<span class="i0">Sie mit diesem schönen Grün<br /></span>
-<span class="i0">Hurtig ringsum zu umzieh’n!<br /></span>
-<span class="i0">Und wie werden süße Beeren<br /></span>
-<span class="i0">Euch wohlschmecken, kräftig nähren!<br /></span>
-<span class="i0">Eh’ ihr werdet Junggesellen,<br /></span>
-<span class="i0">Müssen alle leere Stellen,<br /></span>
-<span class="i0">Wo ja sonst nichts kann gedeih’n,<br /></span>
-<span class="i0">Von euch grün bepflanzet seyn.<br /></span>
-<span class="i0">Und ihr Mädchen merkt es euch!<br /></span>
-<span class="i0">Eh’ ihr seyd dem Weinstock gleich,<br /></span>
-<span class="i0">Müssen eure zarten Händchen<br /></span>
-<span class="i0">Viele, viele tausend Bändchen<br /></span>
-<span class="i0">An den Wein gebunden haben,<br /></span>
-<span class="i0">Wenn euch sollen Trauben laben.<br /></span>
-<span class="i0">Jeder der nur pflanzen kann,<br /></span>
-<span class="i0">Fange gleich den Weinbau an.<br /></span>
-</div></div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h2 class="gesp">Vorwort.</h2>
-
-<p><span class="fsize150">W</span>ir leben jetzt in einer Zeit, wo alles, was die Landwirthschaft
-betrifft, beachtet und verbessert wird. Ich
-glaube aber, mit Recht behaupten zu können, daß man besonders
-in unserer Gegend Eins bei weitem noch nicht so
-beachtet hat, als es geschehen könnte und sollte. Dieß Eine
-ist der Weinbau. Man scheint, ihn für ein Geschäft zu
-halten, das bloß in wärmeren Gegenden mit großen
-Nutzen betrieben werden kann und betrachtet dieses herrliche
-Product bloß als ein entbehrliches Naschwerk,
-ohne zu bedenken, das es ein vortreffliches Sättigungs-
-und Stärkungs-Mittel ist, und bei reichlicherer Anpflanzung
-auch wohl ein nicht ganz unbedeutendes
-Erwerbsmittel werden könnte. Obschon hin und wieder
-an passenden Orten Weinstöcke sich befinden, so giebt
-es doch noch viele tausend leere und zu sonst weiter
-nichts brauchbare Stellen, wo die herrlichsten Weinstöcke
-gedeihen würden. Und selbst unter denen, die wir haben,
-giebt es viele, die man aus Unkunde vernachlässigt, so
-daß sie bei weitem den Nutzen nicht bringen, den sie
-bringen würden, wenn man sie richtig behandelte; welche
-Behandlung man sich gewöhnlich weit mühsamer, schwieriger
-und kostspieliger vorstellt, als sie wirklich ist. Ich
-selbst bin früher einer von denen gewesen, der seine
-zwei Weinstöcke aus Unkunde vierzehn Jahre lang vernachlässigte.
-Nachdem ich aber vor nunmehro 8 bis 9
-Jahren die herrlichen Eigenschaften dieses vortrefflichen
-Gewächses kennen gelernt, und diese zwei Stöcke in
-kurzer Zeit bis auf viele Hunderte vermehrt habe, gehöre
-ich unter diejenigen, die sich der Früchte ihres Fleißes erfreuen
-können. Denn die Zahl meiner Weintrauben
-geht nun schon seit einigen Jahren alle Jahre weit
-in die Tausende, und meine Kinder, die jetzt diese herrlichen
-Früchte genießen können, so viel sie nur wollen,
-belachen es immer noch, daß sie sich früher mit großer
-Freude in die einzelnen Beeren der vernachlässigten
-Stöcke getheilt haben. Deshalb muß ich auch frei
-gestehen, daß mich nun jeder Ort, wo Wein stehen könnte,
-und jeder aus Unkunde vernachlässigte Stock, der oft bloß
-durch die Hand eines Kindes angepflanzt und richtig behandelt
-werden könnte, von Herzen dauert, zumal wenn
-ich noch in Erwägung bringe, welch’ ein herrliches Schutzmittel
-gegen Regen und Sonnenhitze dieses vortreffliche
-Gewächs den Gebäuden ist. Denn die Wände meines
-Schulhauses, die sonst bei Regenwetter von Nässe trieften,
-berührt jetzt kein Tropfen mehr, und die Stuben, in
-welchen man es früher im Sommer vor Hitze kaum aushalten
-konnte, sind jetzt kühlen Lauben ähnlich geworden,
-durch deren Fenster sich überall die Weintrauben hereindrängen.
-Mehrere in und außer meinem Wohnorte haben
-mich nun gebeten, ihnen auch Weinstöcke anpflanzen
-und nach meiner Art in Stand bringen zu helfen. Weil
-ich aber diese Bitte wegen Mangel an Zeit nur sehr wenigen
-erfüllen kann, und deshalb schon oft ein Undienstfertiger
-genannt worden bin: so habe ich mich entschlossen,
-meine aufgeschriebenen, durch Erfahrung und aus
-Büchern erlangten Kenntnisse in dieser Sache, durch den
-Druck bekannt zu machen, um dadurch Jeden in Stand zu
-setzen, nach meiner Art zu verfahren. Es sind zwar schon
-mehrere, diesen Gegenstand betreffende, aber nur zu
-große und deßhalb theure Anweisungen vorhanden. Ich
-habe in meiner gegenwärtigen Anweisung auf Kürze und
-Billigkeit Rücksicht genommen, und hege die frohe Hoffnung,
-vielleicht dem Einen und dem Andern, der diese
-theuren Anweisungen nicht kaufen kann, und auch dem,
-der sie kaufen kann oder vielleicht schon hat, aber gern
-auch noch die Meinung Anderer zur Vermehrung seiner
-Kenntnisse hört, durch diese kleine Schrift einen Dienst
-zu erweisen. Möge der Herr der Natur, von dem ja aller
-Segen kommt, auch dieses geringe Unternehmen für
-recht viele segensreich machen, und es zu einem Mittel gebrauchen,
-durch welches der Gewerbfleiß auch in unserer
-Gegend in dieser Hinsicht erhöht, und so manche leere
-Stelle zum Wohle des Landes angebaut wird; dann
-fühlt sich hinlänglich belohnt</p>
-
-<div class="sigs">
-
-<div class="left">
-<p class="center noindent fsize90">Geschrieben<br />
-im Sommer des Jahres 1835.</p>
-</div>
-
-<div class="right">
-<p class="center noindent fsize110">der Verfasser.</p>
-</div>
-
-</div><!--sigs-->
-
-<p class="allclear"></p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h2>Vorrede zur zweiten Auflage.</h2>
-
-<p>Obgleich mein Büchlein bei einigen Wenigen Widerspruch
-fand, so war doch die Zahl derer, die mir
-ihren gütigen Beifall schenkten, weit größer, und
-daher kommt es denn nun, daß mir die Freude zu
-Theil geworden ist, die erste Auflage binnen vier Jahren
-vergriffen und eine zweite in’s Leben treten zu sehen.
-Wenn man es nun Herrn <span class="gesp">Kecht</span> in Berlin nicht
-verargt, oder für Stolz auslegt, daß er in der Vorrede
-zur fünften Auflage seines Buches über den
-Weinbau, mehrere Empfehlungen seines Werkes hat
-abdrucken lassen, so wird man es ja auch mir nicht
-verargen, oder für Stolz auslegen, wenn ich mich
-gedrungen fühle, in gegenwärtiger Vorrede zur zweiten
-Auflage meines Büchleins, allen denen meinen
-schuldigen Dank öffentlich abzustatten, die mein geringes
-Bemühen gnädig und gütig anerkannt, und
-durch öffentliche Empfehlungen die Verbreitung desselben
-befördert haben. Demüthigen Dank also
-erstens Dem, der mir und meiner geringen Arbeit
-den Weg bahnte, und sie mit seinem göttlichen Segen
-krönte. -- Für’s zweite spreche ich hier meinen unterthänigsten
-Dank <span class="gesp">Einer Hochlöblichen Königl.
-Preuß. Regierung zu Merseburg</span> aus, die
-im 63sten Stücke des öffentlichen Anzeigers, vom
-Jahre 1836, unter Nr. 850, durch eine allergnädigste
-Empfehlung den Absatz meines Büchleins ungemein
-beförderte. Jene Empfehlung lautet wörtlich
-also:</p>
-
-<div class="block">
-
-<p>„Der Schullehrer in Döbern, Ephorie Delitzsch,
-<span class="gesp">Johann Gottfried Bornemann</span>, hat
-eine Schrift herausgegeben: Anweisung zum
-Weinbau, an Gebäuden, Mauern, Lauben und
-Bäumen u. s. w. 62 Seiten in Octav, welche
-bei <span class="gesp">L. Meyner</span> in Delitzsch gedruckt, und dort
-sowohl als bei dem Verfasser für fünf Silbergroschen
-zu haben ist. Nach dem Urtheile Sachverständiger,
-ist diese Schrift sehr wohlgelungen
-und verdient empfohlen zu werden.”</p>
-
-<p class="blankbefore"><span class="gesp">Merseburg</span>, den 9. August 1836.</p>
-
-</div><!--block-->
-
-<p>In der deshalb an Sr. Hochehrwürden, den sel.
-verstorbenen Herrn Superintendent <span class="sstype">Dr.</span> <span class="gesp">Rudel</span> in
-Delitzsch ergangenen schriftlichen Erklärung heißt es:</p>
-
-<div class="block">
-
-<p>„Die von Ew. Hochehrwürden unterm 2ten
-vorigen Monats eingereichte Schrift des Schullehrers
-<span class="gesp">Bornemann</span> in Döbern: Anweisung
-zum Weinbau, haben wir von einem Sachverständigen
-prüfen lassen, und dieser hat sie dem
-Inhalte nach, richtig und zweckmäßig abgefaßt
-befunden, und kann eine Anzeige derselben in
-den öffentlichen Anzeiger aufgenommen werden.”</p>
-
-<p class="blankbefore"><span class="gesp">Merseburg</span>, den 9. August 1836.</p>
-
-</div><!--block-->
-
-<p class="center noindent gesp"><b>Königl. Regierung, Abtheilung für das<br />
-Kirchen- und Schulwesen.</b></p>
-
-<p class="blankbefore">Unterthänigsten Dank daher meinen Hohen
-Vorgesetzten, die mein geringes Bemühen so gnädig
-anerkannten. -- Dank allen den Edlen und Guten
-in der Nähe und Ferne, die mich und mein Büchlein
-so liebevoll aufnahmen, und sich die Verbreitung
-desselben angelegen seyn ließen. -- Dank den
-Thätigen, die meinen Winken und Vorschlägen
-treulich folgten, und unaufgefordert erklärten, das
-was sie nach Anleitung meines Büchleins versuchten,
-auch in der That bewährt und richtig befunden
-zu haben. Dank besonders noch den aufrichtigen
-Freunden, die mich auf das noch Fehlende
-aufmerksam machten, und mich dadurch in den
-Stand setzten, es in dieser zweiten Auflage nachfolgen
-zu lassen. Einiges werde ich im Eingange
-erwähnen, und das Uebrige dem Büchlein selbst,
-da, wo es hingehört, einverleiben.</p>
-
-<p>Zum Schlusse dieser Vorrede bitte ich die
-Freunde der Wahrheit und Aufrichtigkeit herzlich,
-mir jeden vielleicht auch in dieser zweiten Auflage
-vorkommenden Irrthum bestens anzuzeigen. Ich
-werde diese mir dadurch erzeigte Gefälligkeit mit
-dem größten Danke erkennen.</p>
-
-<p>Möchte doch der Wunsch des Verfassers, durch
-diese kleine Schrift den Trieb zum Weinbaue in
-allen, ja auch schon in den Kindern zu wecken und
-zu stärken, im reichen Maaße erfüllt, und jede
-bis jetzt noch leere und doch für den Weinbau
-nutzbare Stelle zum Wohle der Menschheit und
-zur Verschönerung des Landes angebaut werden.</p>
-
-<p>Möge der Geber alles Guten auch dieser zweiten
-Auflage seinen Segen zu Theil werden lassen,
-damit sie recht Vielen noch faßlicher und nützlicher
-werde, als die erste es war. Und wenn dann erfüllt
-ist, was im vorstehenden Gedichte steht:</p>
-
-<div class="poem">
-<div class="stanza">
-<span class="i0">„Es müssen alle leere Stellen<br /></span>
-<span class="i0">„Wo ja sonst nichts kann gedeih’n<br /></span>
-<span class="i0">„Von Euch grün bepflanzet seyn,<br /></span>
-</div>
-</div>
-
-<p class="noindent">dann wird sich für seine darauf gewendete Mühe
-hinlänglich belohnt fühlen</p>
-
-<div class="sigs">
-
-<div class="left">
-<p class="center noindent fsize90">Geschrieben<br />
-im Sommer des Jahres<br />
-1840.</p>
-</div>
-
-<div class="right">
-<p> </p>
-</div>
-
-</div><!--sigs-->
-
-<div class="sigs">
-
-<div class="left">
-<p> </p>
-</div>
-
-<div class="right">
-<p class="center noindent fsize110 gesp">der<br />
-Verfasser.</p>
-</div>
-
-</div><!--sigs-->
-
-<p class="allclear"> </p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h2 class="gesp">Inhalt:</h2>
-
-<table class="toc" summary="Inhalt">
-
-<tr>
-<th colspan="2"> </th>
-<th class="right">Seite</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap1">1.</a></td>
-<td class="chapname">Zum Weinbau schickliche Oerter</td>
-<td class="pageno">1</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap2">2.</a></td>
-<td class="chapname">Anpflanzung der Schnittlinge</td>
-<td class="pageno">2</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap3">3.</a></td>
-<td class="chapname">Zeit der Anpflanzung von Schnittlingen</td>
-<td class="pageno">3</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap4">4.</a></td>
-<td class="chapname">Art des Legens der Schnittlinge</td>
-<td class="pageno">3</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap5">5.</a></td>
-<td class="chapname">Raum der Schnittlinge</td>
-<td class="pageno">5</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap6">6.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Begießen und Düngen des Weinstockes</td>
-<td class="pageno">6</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap7">7.</a></td>
-<td class="chapname">Das Setzen der Schnittlinge mit dem Pfahl-Eisen</td>
-<td class="pageno">10</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap8">8.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Begießen und erstem Beschneiden der Schnittlinge</td>
-<td class="pageno">11</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap9">9.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Anpflanzen der Wurzlinge</td>
-<td class="pageno">12</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap10">10.</a></td>
-<td class="chapname">Vom ersten Beschneiden der Wurzlinge</td>
-<td class="pageno">15</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap11">11.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Zudecken der Schnittlinge, Wurzlinge und aller anderer Weinstöcke überhaupt</td>
-<td class="pageno">16</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap12">12.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Aufdecken der Weinstöcke im Frühjahre</td>
-<td class="pageno">18</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap13">13.</a></td>
-<td class="chapname">Behandlung der Schnitt- und Wurzlinge im zweiten Sommer</td>
-<td class="pageno">19</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap14">14.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Beschneiden der Schnitt- und Wurzlinge im zweiten Herbste</td>
-<td class="pageno">21</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap15">15.</a></td>
-<td class="chapname">Behandlung der Schnitt- und Wurzlinge im dritten Sommer</td>
-<td class="pageno">23</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap16">16.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Beschneiden der Schnitt- und Wurzlinge im dritten Herbste</td>
-<td class="pageno">25</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap17">17.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Verbrechen oder Kappen</td>
-<td class="pageno">26</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap18">18.</a></td>
-<td class="chapname">Natürliche Ursachen des Nachtheils vom allzufrühen Verbrechen</td>
-<td class="pageno">28</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap19">19.</a></td>
-<td class="chapname">Nutzen des Nichtverbrechens oder Kappens</td>
-<td class="pageno">31</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap20">20.</a></td>
-<td class="chapname">Regelmäßiges Verlängern der Weinstöcke</td>
-<td class="pageno">33</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap21">21.</a></td>
-<td class="chapname">Umzäunung der Weinstöcke</td>
-<td class="pageno">34</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap22">22.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Untersetzen der Weinstöcke</td>
-<td class="pageno">36</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap23">23.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Verjüngen der alten Weinstöcke</td>
-<td class="pageno">37</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap24">24.</a></td>
-<td class="chapname">Vom ersten Anbinden oder Heften im Frühjahre</td>
-<td class="pageno">41</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap25">25.</a></td>
-<td class="chapname">Von den Reserve-Augen und ihren Ruthen</td>
-<td class="pageno">43</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap26">26.</a></td>
-<td class="chapname">Vom zweiten, dritten und vierten Anbinden oder Heften</td>
-<td class="pageno">43</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap27">27.</a></td>
-<td class="chapname">Das natürliche Anheften vermittelst der Gabeln</td>
-<td class="pageno">46</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap28">28.</a></td>
-<td class="chapname">Von der richtigen Lage der Ruthen</td>
-<td class="pageno">47</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap29">29.</a></td>
-<td class="chapname">Von der richtigen Lage der Trauben</td>
-<td class="pageno">48</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap30">30.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Abbrechen der Blätter zum Gebrauche</td>
-<td class="pageno">50</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap31">31.</a></td>
-<td class="chapname">Einrichtungen zur Erleichterung des mühsam scheinenden Begießens</td>
-<td class="pageno">52</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap32">32.</a></td>
-<td class="chapname">Reinigung des Weingartens</td>
-<td class="pageno">54</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap33">33.</a></td>
-<td class="chapname">Das Erretten einiger Ruthen und Trauben vom Verderben im Frühjahre</td>
-<td class="pageno">56</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap34">34.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Anpflanzen der Weinstöcke im Freien oder an Bäumen</td>
-<td class="pageno">57</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap35">35.</a></td>
-<td class="chapname">Schutzmittel gegen die späten Fröste im Mai und Juni</td>
-<td class="pageno">58</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap36">36.</a></td>
-<td class="chapname">Behandlung der im Winter erfrornen Stöcke</td>
-<td class="pageno">60</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap37">37.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Senken oder Vermehren der Stocke</td>
-<td class="pageno">62</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chap"><a href="#Chap38">38.</a></td>
-<td class="chapname">Vom Verpflanzen der Senker</td>
-<td class="pageno">65</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h2 class="gesp">Eingang.</h2>
-
-<p>Der ersten Auflage meines Büchleins fehlte es
-vorzüglich an einer vorausgehenden kurzen Uebersicht
-und Benennung der einzelnen Theile des Weinstocks.
-Sie folgen also hiermit:</p>
-
-<p>Für das zunächst vom Stamme des Weinstocks
-ausgehende alte Holz, was man beim Baume
-Zacken oder Ast nennt, habe ich in keinem Buche
-eine fest angenommene richtige Benennung gefunden.
-In gegenwärtiger Anweisung ist es mit dem Namen:
-„Zweig von altem Holze” oder „Ast” bezeichnet.
-(<b><a href="#Chap9">§. 9</a></b> und <b><a href="#Chap23">23</a></b>.) Mir scheint es aber jetzt, als ob
-man diese Theile des Stockes mit Recht „Arme”
-oder auch „Kanal, Saftkanal” nennen könnte. Ich
-übergebe diese Benennung den geneigten Lesern zur
-Prüfung. Denn, wenn man den an diesen Aesten
-stehenden Theilen die Namen „Zapfen und Schenkel”
-gab, weil sie mit denselben einige Aehnlichkeit haben,
-so kann man ja eben so gut auch diese Aeste, die
-durchaus nicht mit den Reben verwechselt werden
-dürfen, „Arme” nennen, denn sie sind ja ebenfalls
-denselben ähnlich. Auf diese Weise wären demnach
-die Haupt- und Neben-Theile eines Weinstockes in
-der gehörigen Ordnung folgende:</p>
-
-<ul class="theile">
-
-<li>1) Die Wurzeln, <b><a href="#Chap9">§. 9</a></b>. An diesen befindet sich</li>
-
-<li>2) Der Stamm oder Stock, <b><a href="#Chap37">§. 37</a></b>. An demselben
-sind</li>
-
-<li>3) Die Aeste, oder richtiger gesagt, die Arme,
-<b><a href="#Chap23">§. 23</a></b>. Daran stehen</li>
-
-<li>4) <span class="sstype">a.</span>, die Zapfen, <span class="sstype">b.</span>, die Schenkel, <span class="sstype">c.</span>, die Reben,
-<b><a href="#Chap14">§. 14</a></b>. An diesen dreien sind</li>
-
-<li>5) <span class="sstype">a.</span>, die Augen, <span class="sstype">b.</span>, die im Frühjahre aus denselben
-kommenden Fruchtruthen und <span class="sstype">c.</span>, die
-Zugruthen, <b><a href="#Chap28">§. 28</a></b>. An den Frucht- und Zugruthen
-befinden sich</li>
-
-<li>6) <span class="sstype">a.</span>, die Blätter, <b><a href="#Chap30">§. 30</a></b>. <span
-class="sstype">b.</span>, die Trauben, <b><a href="#Chap33">§. 33</a></b>.
-<span class="sstype">c.</span>, die Gabeln, <b><a href="#Chap27">§. 27</a></b>, und <span class="sstype">d.</span>, die Seitenruthen
-oder der Geitz, <b><a href="#Chap13">§. 13</a></b>. Die aus dem
-alten Holze des Stockes und aus seinen Armen
-kommenden Ruthen nennt man</li>
-
-<li>7) Wasserruthen, <b><a href="#Chap30">§. 30</a></b>. Und die dicht neben
-manchen Augen noch stehenden Augen, heißen:</li>
-
-<li>8) Reserve-Augen, <b><a href="#Chap25">§. 25</a></b>.</li>
-
-</ul><!--theile-->
-
-<hr class="chap" />
-
-<h2 class="textbody" id="Chap1">1.<br />
-<span class="gesp">Zum Weinbau schickliche Oerter.</span></h2>
-
-<p>Wenn man Weinstöcke an einem Gebäude oder
-an einer Wand anpflanzen will, so muß man die
-Morgen- oder Mittags-Seite dazu wählen. In
-warmen Sommern und Herbsten gedeihen sie auch
-auf der Abend-Seite; bei sehr günstiger Witterung
-sogar auch auf der Nacht-Seite, zumal wenn man den
-Stock mit seinen Wurzeln auf die Morgen-Seite
-setzt, und die Reben nachher um die Ecken des Gebäudes
-herum auf die Nacht-Seite zieht. Bringt
-man aber die Wurzeln auf die Nacht-Seite, so ist’s
-gut, wenn man den Erdboden, wo die Wurzeln liegen,
-oben 2 Finger breit mit Pferdemist oder Sand
-bedeckt; beides hält die Kälte ab und vermehrt die
-Wärme des Bodens; und darauf kommt es beim
-Weine vorzüglich an, daß der Boden, wo die Wurzeln
-liegen, recht erwärmt wird; es fördert sein
-Wachsthum und bringt ihn zeitig zur Reife, obschon
-der obere Theil des Stockes nicht so viel Sonne
-hat. Auch muß man beim Setzen der Stöcke auf
-der Nacht-Seite die Erde, womit die Wurzeln bedeckt
-werden, reichlich mit Sand vermischen, und
-den obern Theil des Bodens so einrichten, daß nicht
-zu viel Wasser darauf stehen bleibt. Es läßt sich
-aber leicht denken, daß die Nacht-Seite eines solchen
-Gebäudes auch ganz frei seyn muß, und daß sowohl
-in der Nähe als auch selbst in weiterer Entfernung
-kein Baum oder sonst ein anderer Gegenstand
-stehen darf, welche den früh und Abends dahin
-fallenden Sonnenstrahlen den Zugang verhindern,
-und den Weinstöcken Licht und Wärme entziehen
-würden, die dieselben hier noch weniger als auf der
-Morgen-, Mittags- und Abend-Seite entbehren können.
-Jedoch muß man von den, auf der Nacht-Seite
-stehenden Stöcken nie den großen Nutzen erwarten,
-welchen man sich von den auf den andern
-Seiten stehenden Stöcken versprechen kann.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap2">2.<br />
-<span class="gesp">Anpflanzung der Schnittlinge.</span></h2>
-
-<p>Kann man keine Wurzlinge, d. h. Stöcke mit
-Wurzeln, bekommen, so nimmt man Schnittlinge,
-d. h. die im Herbste beim Beschneiden vom Stocke
-abgeschnittenen überflüssigen Ruthen, schneidet davon
-die schwachen Spitzen oben ab, so daß der Schnittling
-ohngefähr eine Elle lang bleibt. Sollte die
-Ruthe mehr, als eine Elle gutes starkes Holz haben,
-so kann man aus derselben zwei und mehr Schnittlinge
-machen. Es können diese Schnittlinge auch 5
-bis 6 Viertel Elle lang seyn; länger aber nicht, weil
-sonst das Einlegen in die Erde unbequem ist, und
-viel Raum erfordert. Auch können sie kürzer seyn,
-als eine Elle. Ich habe welche gelegt, die nur zwei
-Augen hatten, wovon das eine in die Erde kam und
-die Wurzeln trieb, das andere über der Erde stand,
-aus welchem die Ruthe emporschoß. Je kürzer sie
-aber sind, desto sparsamer wachsen sie.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap3">3.<br />
-<span class="gesp">Zeit der Anpflanzung von Schnittlingen.</span></h2>
-
-<p>Diese Schnittlinge kann man nun gleich im
-Herbste, sobald sie vom Stocke abgeschnitten sind,
-in die Erde bringen, dahin, wo der aus denselben
-entstehende Stock künftig seinen Platz haben soll.
-Sie können aber auch an einem kühlen, feuchten
-Orte, z. B. im Grase, mit etwas Gras, Heu oder
-Stroh bedeckt, mehrere Wochen lang aufbewahrt,
-und dann von Zeit zu Zeit gesteckt werden. Man
-kann sie auch bis zum Frühjahre aufbewahren, und
-dann an Ort und Stelle legen. Dann müssen sie
-aber in ein Bund zusammen gebunden, eine halbe
-Elle tief in die Erde gelegt und ganz mit Erde bedeckt
-werden. Im Frühjahre muß man sie aber zeitig
-heraus nehmen und verpflanzen, ehe die Augen anfangen
-zu treiben, sonst kann man dieselben leicht
-verletzen, und sie erleiden auch durch das Herausnehmen
-und Weiterpflanzen eine nachtheilige Störung
-im Wachsthume. Deßhalb ist es am Besten, sie
-gleich im Herbste einzeln an Ort und Stelle zu
-bringen. Manche rathen an, diese Schnittlinge erst
-8 bis 14 Tage in laues Wasser zu werfen, ehe man
-sie pflanzt. Ich habe das mit einigen gethan, mit
-andern nicht, und es wuchs die eine Art so gut, wie
-die andere.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap4">4.<br />
-<span class="gesp">Art des Legens der Schnittlinge.</span></h2>
-
-<p>Zum Legen der Schnittlinge mache man eine
-Grube oder einen Graben längs des Gebäudes, eine
-halbe Elle breit und eben so tief, in der Richtung,
-daß nachher das vom Dache herabfließende Regen-Wasser
-gerade auf die Grube fällt. In diese Grube
-lege man nun die Schnittlinge, und beuge das obere
-Ende aufwärts, daß es mit einem Auge aus der
-Erde hervorragt, wenn die Grube zugeschüttet ist,
-und die obere Spitze des Schnittlings nach dem Gebäude
-schräg hin zeigt. Man muß die empor gebogene
-Spitze mit einem in die Erde gesteckten Häkchen
-oder einer Gabel befestigen, damit sie ihre Richtung
-behält. Das zweite Auge muß so zu stehen kommen,
-daß beim Zuschütten der Grube einen bis zwei Finger
-breit Erde darauf zu liegen kommt. Sollte das
-obere Auge zu Schaden kommen, so schafft man die
-wenige Erde vom zweiten hinweg, daß dieses die
-Ruthe treiben kann. Bleibt aber das obere Auge
-unverletzt, so läßt man das zweite in der Erde, damit
-es die Wurzel vermehren hilft; denn alle in der
-Erde liegende Augen treiben Wurzeln. Sollte das
-zweite Auge aus der Erde emportreiben, so kann man
-es wachsen lassen; man bekommt alsdann zwei Ruthen
-an diesem Stocke. Ich lasse es aber gewöhnlich nicht
-zu, sondern beuge es sanft um und bedecke es mit
-Erde, daß es unter- oder seit-wärts gehen und Wurzeln
-treiben muß; die eine Ruthe wird alsdann kräftiger.
-Nur muß man sie wohl in Acht nehmen; denn
-wird sie abgebrochen, so ist leicht der Stock verloren,
-da sie nur selten noch einmal und nie so stark wieder
-treibt. In dieser Hinsicht wäre es freilich besser,
-zwei Ruthen zu lassen. Wenn dann die eine verloren
-ginge, so bliebe doch noch die andere. Man
-thut dieß aber bei Schnittlingen nicht gern, weil sie
-noch zu wenig Kraft zur Ernährung zweier Ruthen
-haben. Man verwahrt lieber die eine Ruthe so, daß
-sie nicht beschädigt werden kann.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap5">5.<br />
-<span class="gesp">Raum der Schnittlinge.</span></h2>
-
-<p>Eine Spanne weit von der empor gebogenen
-Spitze des ersten Schnittlings kann nun schon wieder
-der zweite eingelegt werden, dessen oberes Ende
-man wieder eben so umbeugt, und mit einem Haken
-befestigt, und eine Spanne von diesem der dritte,
-und so fort der vierte, fünfte u. s. w., bis der ganze
-Graben der Länge nach voll ist. Auf diese Weise
-kommen die Stöcke eine bis zwei Ellen weit zu
-stehen. -- Ich weiß wohl, daß Manche sagen, dieß
-sey zu enge, ein Weinstock brauche einen Raum von
-8 Ellen. Allein es können 10 Jahre vergehen, ehe
-er diesen Raum gebraucht, und während dieser Zeit
-wird dann ein großer Theil des Spaliers kahl; da
-hingegen nach meiner Art zu pflanzen gleich in den
-ersten zwei Jahren das ganze Spalier grün wird,
-und im dritten und in den folgenden Jahren überall
-Trauben hat. Auch lassen sich die dicht stehenden
-Stöcke, wenn sie größer werden, so behandeln, daß
-sie alle am Spaliere Raum haben.</p>
-
-<p>Ich lasse nämlich von den vielen Stöcken gleich
-vom Anfange an den einen höher gehen, als den andern.
-Auf welche Art ich dieß bewirke, werde ich in
-der Folge zeigen. Freilich dürfte diese Behandlungsweise
-nur an hohen Spalieren, bei übersetzten Gebäuden
-anwendbar seyn; an niederen nicht so gut;
-an solchen müßte man sie allerdings etwas weiter
-auseinander pflanzen. Da nun die Weinstöcke, gleich
-allen anderen Bäumen, von Jahr zu Jahr höher gehen,
-so daß das alte kahle Holz unten immer länger
-wird und die Ruthen immer weiter hinauf kommen,
-so geschieht es, daß bei Stöcken, welche zu weit
-auseinander stehen, unten am Spaliere bloß kahles,
-blätterloses Holz zu sehen ist. Ich bedecke dieses
-jedesmal mit den niedrig stehenden Ruthen der kurz
-gehaltenen Stöcke, von denen der eine länger ist, als
-der andere, und so geschieht es, daß mein Spalier
-von unten bis oben grün aussieht und Trauben trägt,
-wodurch natürlich die Anzahl derselben bedeutend
-vermehrt wird. -- Man macht zwar auch den Einwurf,
-es hätten diese dichtstehenden Stöcke mit
-ihren Wurzeln in der Erde nicht Raum und Frucht
-genug. Allein meine dichtstehenden Stöcke tragen
-eine Menge Trauben, wie man sie selten an einem
-Stocke findet, und müssen daher Raum und Frucht
-genug haben. Sollten sie ja nach Verlauf mehrerer
-Jahre wegen ihrer Größe nicht mehr Raum genug
-haben, so ist’s ja auch noch Zeit, einige wieder heraus
-zu nehmen und weiter zu verpflanzen.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap6">6.<br />
-<span class="gesp">Vom Begießen und Düngen des Weinstockes.</span></h2>
-
-<p>Man muß nur gleich beim Legen der Weinstöcke
-dafür sorgen, daß solche Frucht haben können.
-Deßhalb mache ich den Graben zum Einlegen nicht
-ganz dicht au das Gebäude, sondern ½, auch ¾ Elle
-weit davon ab, so daß die Traufe mitten auf den
-Graben, und also auf die Stelle fallen muß, wo die
-Wurzeln liegen. Beim Zuschütten des Grabens
-mache ich nach dem Gebäude zu auf die frei gelassene
-halbe Elle festen Bodens ein schräges Dämmchen,
-welches das Wasser vom Gebäude ableitet und auf
-die Wurzeln führt. Auf diese Weise bleibt es an
-der Wand immer trocken, und wird wenigstens nicht
-so naß, daß es dem Gebäude schaden könnte. In
-dieses schräge Dämmchen beuge ich nun gleich beim
-Legen die Spitzen der Schnittlinge, so daß die Stöcke
-dicht am Gebäude zu stehen scheinen und an demselben
-in die Höhe gehen können. -- Auf der andern
-Seite der Grube mache ich gleich beim Zuschütten
-ein eben so schräges Dämmchen, daß aber natürlich
-seine hohe Seite nach Außen haben muß, und so
-entsteht auf der eine halbe Elle breiten Grube eine
-Vertiefung, in welcher das Regenwasser und alle
-andere Flüssigkeiten, die man zur Beförderung des
-Wachsthums dahin gießt, stehen bleiben und auf die
-Wurzeln eindringen müssen. Es ist sehr gut, wenn
-diese Vertiefung um das ganze Gebäude herum wagerecht
-ist; denn auf diese Weise bekommen alle
-Stöcke gleiche Frucht. Nur von den Seiten des
-Gebäudes nach den Giebeln zu mache ich die Vertiefung
-etwas schräg, damit die sonst an den Seiten
-sich vermehrende Traufe nach den Giebeln fließt, wo
-gewöhnlich, besonders am Morgengiebel, weniger
-Regen hinkommt. Sollte bei anhaltendem Regen
-des Wassers in der Vertiefung zu viel werden, so
-darf man nur in das Dämmchen an der Außenseite
-eine kleine Oeffnung machen, um es abfließen zu
-lassen. Stehen aber die Stöcke auf trockenem sandigen
-Boden und ist kein Teich oder sonstiger Wasserbehälter
-in der Nähe, aus welchem sie Frucht ziehen
-können, so bekommen sie auch nicht leicht zu viel
-Nässe. -- Ich habe in trockenen Sommern einem
-Weinspaliere von 24 Ellen Länge jeden Mittwoch und
-jeden Sonnabend 100 Eimer Wasser gegeben; vorausgesetzt,
-das solches auf trockenem, sandigen Boden
-stand. Auf feuchten Boden dürfte natürlich nicht
-so viel nöthig sein. Bei Stöcken auf solchem Boden
-bedurfte ich noch nicht der Hälfte Wasser, und
-dennoch wurden die Trauben eben so gut, als jene.
-Es kommt auch viel auf das Alter des Stockes an.
-Ein solcher, der seine Wurzeln schon in der Länge
-und Tiefe weit ausgebreitet hat, gedeihet oft mit
-seinen Ruthen und Trauben auch auf sandigem Boden,
-ohne begossen zu werden. Wenn der Stock an
-den Spitzen der Ruthen welk wird, nicht mehr treibt,
-und sogar die Trauben anfangen zu welken, dann
-ist’s hohe Zeit, ihn zu begießen; besser aber ist’s,
-man läßt es so weit nicht kommen. Es war dieß
-bei meinen Stöcken einige Mal der Fall; ich begoß,
-und sah binnen 24 Stunden, daß die schon ganz
-hingewelkten Trauben alle wieder frisch wurden. Unterläßt
-man nun das Gießen nie, so erleidet der
-Stock keine Störung, und die Trauben kommen zeitig
-zur Reife. Folgen häufige Regen, so ist natürlich
-das Gießen nicht nöthig. -- Am liebsten begieße
-ich mit dem von der Sonne erwärmten Teich- oder
-Pfützenwasser, besonders solchem, welches recht schlammig
-ist; denn dadurch erhalten die Stöcke zugleich
-eine herrliche Düngung; keinen andern Dünger, als
-solches Schlammwasser gebe ich meinen Stöcken, und
-sie gedeihen dabei vortrefflich. Mistjauche halte ich
-für zu scharf. Auch Waschwasser, welches mit Lauge
-vermischt ist, taugt nichts; wohl aber das Wasser,
-in welchem die Wäsche gespühlt worden ist, das
-zwar Seife, doch keine zu starke Lauge enthält. In
-Ermangelung solchen Wassers habe ich aber auch
-bei großer Trockenheit meine Stöcke mit kaltem
-Brunnenwasser begossen, um zu sehen, ob es ihnen
-schaden würde; habe aber keinen Nachtheil gefunden.
-Doch ist ihnen jenes dienlicher, als dieses. Beim
-öfteren Begießen geschieht es nun, daß die Grube
-verschlämmt, und nicht mehr die gehörige wagerechte
-Richtung behält; diese muß man dann immer wieder
-herzustellen suchen. Weil nun in der Grube
-zwar die Wurzeln des Stockes liegen, er selbst aber
-nicht aus derselben hervorragt, sondern in das
-Dämmchen an der Wand geleitet ist, so läßt sich
-dieses auch mit einer Schippe ganz bequem machen;
-denn so breit ist gewöhnlich an meinen Weinspalieren
-die Grube, daß ich mit einer solchen darin hinfahren
-kann, so daß sie einem glatten Fußsteige ähnlich
-sieht, auf welchem man sehr bequem um das
-Spalier herumgehen kann. Was aus der Grube geräumt
-wird, werfe ich auf das Dämmchen an der
-Mauer; dadurch wird es in gutem Stande erhalten
-und die in demselben liegenden Thauwurzeln bekommen
-zugleich eine herrliche Düngung, denn es ist
-ja größtentheils hineingespühlter Schlamm. Häuft
-sich derselbe zu sehr an, so verstärke ich damit auch
-das Dämmchen an der Außenseite. Außerdem aber
-bediene ich mich zur Verstärkung desselben anderer
-Erde, wenn es nöthig seyn sollte.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap7">7.<br />
-<span class="gesp">Das Setzen der Schnittlinge mit dem
-Pfahl-Eisen.</span></h2>
-
-<p>Die oben erwähnten Schnittlinge können auch
-noch auf eine andere Art gesteckt werden. Wenn
-man nämlich einen Ort hat, wo man nicht gern einen
-solchen Graben machen will und kann, und der
-Boden an sich schon nicht zu fest ist, so nimmt man
-einen Pfahl oder ein Pfahl-Eisen, stößt damit ein
-Loch senkrecht so tief, als der Schnittling lang ist,
-stellt alsdann denselben hinein, doch so, daß das
-obere Auge heraussteht und das andere einen bis
-zwei Finger breit tief in die Erde kommt. Sind es
-mehrere Schnittlinge, die ein längeres Spalier bilden
-sollen, so kann man auch den Löchern gleich mit
-dem Pfahle oder Pfahl-Eisen oben eine schräge
-Richtung, nach dem innern Dämmchen zu, geben,
-um nachher beim Setzen das obere Ende des Schnittlings
-eben dieser Richtung fähig zu machen. Auch
-hier versteht sich das Anheften mit einem Häkchen
-von selbst. Nun nimmt man gute klare Erde, und
-reibt dieselbe langsam zwischen beiden Händen über
-dem Loche, bis dasselbe mit Erde angefüllt ist. Ein
-Andrücken derselben ist hier nicht nöthig, könnte sogar
-den sämmtlich aufwärts stehenden Augen schädlich
-werden; es wird dieselbe durch das nachherige
-Begießen von selbst fest, und man muß, wenn es
-mit der Zeit oben an Erde fehlen sollte, etwas nachfüllen.
-Die auf diese Art gepflanzten Stöcke halten
-bei trockener Witterung lange aus, da ihre unteren
-Wurzeln tief in die feuchte Erde hinunter treiben.
-Bei ganz hartem festen Boden dürfte jedoch diese
-Art der Anpflanzung nicht anwendbar seyn. Daß
-auch hier des Begießens wegen oben an den Stöcken
-eine mit Dämmchen umgebene Vertiefung bleiben
-muß, versteht sich von selbst. Ich kann diese Art
-der Anpflanzung um so mehr empfehlen, da ich sie
-mehrere Jahre lang erprobt und gut befunden habe.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap8">8.<br />
-<span class="gesp">Vom Begießen und ersten Beschneiden der
-Schnittlinge.</span></h2>
-
-<p>Eine Hauptsache ist nun, daß solche Schnittlinge,
-sie mögen auf diese oder jene Art gepflanzt
-worden seyn, besonders im ersten Sommer, immerwährend
-feucht gehalten werden; alsdann treiben die
-mehresten schon im ersten Jahre eine Ruthe von 1
-bis 2 Ellen. Unterläßt man das Begießen, oder
-fährt damit nicht regelmäßig fort, so daß sie bald
-zu naß, bald wieder zu trocken stehen, so wird, besonders
-wenn wenig Regen fallen sollte, selten einer
-davon fortkommen. Wer, wegen Mangel an Zeit,
-nicht oft genug nach seinen Schnittlingen sehen kann,
-thut wohl, wenn er die an denselben angebrachte
-Vertiefung zwischen den Dämmchen mit strohigem
-Kuhmiste, in welchem jedoch wenig Koth hängen
-darf, anfüllt; unter demselben halt sich natürlich die
-Feuchtigkeit länger. Es kann derselbe den ganzen
-Sommer durch liegen bleiben, und immer wieder
-darauf gegossen werden. Nur muß man vorher erst
-untersuchen, ob der Boden darunter trocken und also
-das Begießen nöthig ist. Denn oft ist der obere
-Theil des Mistes trocken und der untere ist immer
-noch feucht. Man kann diese Befeuchtungs-Methode
-überhaupt auch bei allen frischgepflanzten Weinstöcken
-anwenden. Die Ruthe nun, welche die Schnittlinge
-im ersten Sommer getrieben haben, muß im nächsten
-Herbste bis auf 2, höchstens 3 Augen weggeschnitten
-werden, und das über derselben stehende
-alte Holz wird ebenfalls glatt und dicht über der
-Ruthe weggeschnitten. Sollte man einem Schnittlinge
-zwei Ruthen gelassen haben, so wird die
-schwächere, wenn sie zu schwach ist, ganz weggeschnitten;
-im anderen Falle kann man ihr ein Auge
-lassen, mehr aber nicht.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap9">9.<br />
-<span class="gesp">Vom Anpflanzen der Wurzlinge.</span></h2>
-
-<p>Wenn man Wurzlinge, d. h. Stöcke mit Wurzeln,
-pflanzen will, so wähle man solche, die nicht
-zu langes, altes Holz haben, sonst hat man unbequemes
-Stecken, indem dasselbe bis auf eine Viertel-Elle
-in die Erde gelegt werden muß; die Stöcke
-kommen außerdem nicht gut fort, und wenn es auch
-geschähe, so wachsen sie sparsam, und haben <span class="gesp">mit</span>
-demselben ein schlechtes Ansehen, sind auch in wenigen
-Jahren über das Spalier hinausgewachsen. Die
-beste Zeit zur Anpflanzung derselben ist, wie bei den
-Schnittlingen, der Herbst; doch kann es auch im
-Frühjahre geschehen, aber nur zeitig, ehe die Augen
-anfangen zu schwellen. Ist die Erde nicht gefroren,
-so kann man den ganzen Winter über pflanzen.
-Das an den Wurzlingen befindliche junge Holz, die
-Ruthe, muß bis auf 2, höchstens 3 Augen, und zwar
-2 bis 3 Finger breit über dem dritten Auge, weggeschnitten
-werden. Sind mehr Ruthen daran, so
-werden diese ganz dicht am alten Holze weggeschnitten;
-der Stock hat sonst mehr zu treiben, als er
-Kraft besitzt, weil er im ersten Jahre mit dem Anwurzeln
-zu thun hat. Auch die zu langen Wurzeln
-muß man abkürzen, und beschädigte bis an den Schaden
-wegschneiden. Sollte der Wurzling mehrere
-Zweige von altem Holze haben, so zieht man sie
-auseinander, so daß sie ohngefähr eine bis anderthalb
-Elle weit von einander zu stehen kommen. Auf
-diese Weise werden aus einem Stocke zwei bis drei,
-oft noch mehr, wenn genug kurze und lange Zweige
-daran sind, daß sie in gehöriger Weite von einander
-entfernt werden können, und diese Stöcke hängen
-dann in der Erde an einer gemeinschaftlichen Wurzel,
-welche sich aber noch dadurch vermehrt, daß
-alles in der Erde liegende alte Holz Wurzeln treibt,
-wodurch schon im ersten Sommer jeder Stock seine
-eigenen Wurzeln bekommt. Man kann auch, wenn der
-Wurzling zu langes altes Holz haben sollte, dasselbe
-so weit wegschneiden, daß es nur eine Viertel-Elle
-aus der Erde hervorragt. Auch dieses alte Holz,
-ohne eine Ruthe mit Augen, schlägt aus, wiewohl
-etwas später. Ich habe sogar den unteren Theil des
-Senkers, an dem ich einige Wurzeln ließ, gesteckt,
-und mit dem Ende, wo ich den Senker vom Stocke
-abgeschnitten hatte, aus der Erde hervorgehen lassen,
-also den Stock verkehrt gesteckt, und die auf diese
-Art gepflanzten Stöcke wuchsen eben so gut, als die
-anderen. Die Grube zu den Wurzlingen wird eben
-so gemacht, wie bei den Schnittlingen. Sollten die
-Wurzeln groß seyn, so muß dieselbe natürlich etwas
-breiter werden, wenn nämlich diese so gewachsen und
-so stark sind, daß man sie nicht gut in der Grube
-lang hin ziehen kann. Dieß kann leicht der Fall werden,
-wenn der Wurzling mehrere Zweige an der Stelle hat,
-wo die Haupt-Wurzel hin zu liegen kommt. Die
-Wurzeln macht man mit den Händen recht sorgfältig
-aus einander, und drückt die zuerst darauf geworfene
-wenige klare Erde etwas mit der Hand und
-den ausgebreiteten Fingern an sie an, nicht aber
-mit dem Fuße fest getreten; dieß verwandelt diese
-lockere weiche Erde leicht in einen, den zarten Wurzeln
-schädlichen Kloß. Die übrige, zur Ausfüllung
-der Grube nöthige Erde braucht gar nicht fest getreten
-zu werden, sie senkt sich mit der Zeit von
-selbst. Auch bei diesen Wurzlingen muß beim Zuschütten
-der Grube ebenso verfahren werden, wie
-bei den Schnittlingen. Es muß nämlich oben auf
-der Grube eben eine solche Vertiefung bleiben, damit
-das Wasser stehen bleiben kann. Und auch diese
-müssen, sowie die Schnittlinge, im ersten Sommer
-immer feucht gehalten, doch nicht zu häufig begossen
-werden. Auch müssen sie, gleich jenen, mit den aus
-der Erde hervorragenden Enden in das an der
-Mauer gemachte Dämmchen geleitet seyn, damit sie
-beim Reinigen der Vertiefung kein Hinderniß verursachen.
-Alle auf diese Art gepflanzten und gepflegten
-Stöcke wachsen gewiß. Mir ist von mehreren
-Hunderten, die ich bereits pflanzte, auch nicht
-ein Einziger eingegangen. Nur Einer fing einst an
-zu kränkeln und nicht <span class="gesp">ein</span> Auge kam zum Aufbrechen.
-Ich ließ ihm Zeit bis nach Pfingsten, begoß
-fleißig, aber er kam nicht. Nun nahm ich denselben
-wieder heraus, und fand, daß solcher durch zu
-vieles Begießen gelitten hatte, denn seine Wurzeln
-standen gleichsam im Schlamme. Ich schüttelte die
-nasse Erde von den Wurzeln ab, räumte die Schlamm-Erde
-aus der Grube heraus und setzte denselben
-wieder in lockere bloß frische Erde ein. Nach 3 Tagen
-schwollen die Augen, und er trieb noch in denselben
-Sommer schöne kräftige Ruthen. -- Dieß
-möge Jedermann zur Belehrung dienen.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap10">10.<br />
-<span class="gesp">Vom ersten Beschneiden der Wurzlinge.</span></h2>
-
-<p>Die an diesen Wurzlingen im ersten Sommer
-gewachsenen Ruthen müssen im nächsten Herbste,
-die schwächsten dicht am Stocke, die stärkeren bis auf
-1, die noch stärkeren bis auf 2, und die stärksten bis auf
-3 Augen weggeschnitten werden. Dieß ist durchaus
-nöthig; denn läßt man alles im ersten Sommer
-gewachsene Holz stehen, so treiben im nächsten Jahre
-alle daran befindliche Augen nur schwache Ruthen,
-weil die noch zu geringe Kraft des Stockes sich
-zu sehr vertheilt; derselbe würde dann in kurzer
-Zeit einem Dornenbüschchen ähnlich sehen, nie Trauben
-bringen und wohl gar erkranken und eingehen.
-Schneidet man aber das überflüssige Holz auf die
-hier beschriebene Weise ab, so geht im nächsten
-Jahre die ganze Kraft des Stockes in die wenigen
-Augen, und treibt einige schöne, starke Ruthen.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap11">11.<br />
-<span class="gesp">Vom Zudecken der Schnittlinge, Wurzlinge
-und aller anderer Weinstöcke überhaupt.</span></h2>
-
-<p>Die im Herbste gepflanzten Schnittlinge, Wurzlinge
-und alle andere Weinstöcke müssen nun, ehe
-der Winter kommt, zugedeckt werden, damit sie
-nicht erfrieren. Es geschieht dieß zwar nicht jeden
-Winter; wenn die Kälte nicht zu heftig wird, so
-halten sie aus. Da man dieß aber nicht vorher
-wissen kann, so ist es besser, man unterzieht sich
-der kleinen Mühe; und wenn auch die <span class="gesp">Wurzeln</span>, wie
-bekannt, nicht erfrieren, so würden doch dadurch
-die Stöcke um 3 Jahre zurückgesetzt werden. --
-Bei den Schnittlingen ist das Zudecken sehr leicht.
-Man stecke um jeden Schnittling einige Stückchen
-Holz die etwas höher sind, als der Schnittling selbst,
-so daß um ihn herum gleichsam ein kleiner Zaun,
-etwa eine Spanne im Durchmesser, entsteht. Diesen
-Raum fülle man mit trockenem Laube, Heu
-oder klarem Stroh aus, und der Schnittling wird
-nicht erfrieren, wenn es auch noch so kalt würde.
-Den Wurzling, wenn er zu hoch seyn sollte, beuge
-man auf die Erde, befestige ihn mit einem Haken
-an dieselbe, und umstecke und bedecke ihn eben so.
-Das Niederbeugen und Umstecken muß gleich beim
-Beschneiden geschehen, weil man da noch in die
-Erde kann und der Stock sich gut beugen läßt; das
-Zudecken aber wird dann erst nöthig, wenn es anfängt,
-zu frieren. Denn so lange es nicht friert, ist
-es für jeden Weinstock besser, wenn er unbedeckt
-liegt. Ich lege deßhalb alle meine Stöcke im Herbste,
-nachdem sie beschnitten und vielleicht von einem Regen
-durchnäßt worden sind, zwar auf die Erde nieder,
-decke sie aber erst dann zu, wenn es zu frieren
-anfängt. Zum Bedecken nehme ich auch hier
-nur die oben genannten Gegenstände. Mit Mist
-darf man durchaus nicht zudecken; derselbe verursacht
-zu viel Wärme, durch welche Fäulniß entsteht;
-und von Erde, welche von Vielen für die beste Decke
-gehalten wird, werden die Stöcke unansehnlich; auch
-verfaulen bei gelinden Wintern leicht mehrere Augen,
-und die Mäuse können ungehindert den Stöcken
-großen Schaden zufügen, weil man nicht so leicht
-nach denselben sehen und die Mäuse vertreiben kann.
-Die Erfahrung hat mich gelehrt, daß die Weinstöcke
-nur einer ganz leichten Decke bedürfen, um nicht zu
-erfrieren. Früher bediente ich mich des schlechten
-unbrauchbaren Heues zu denselben. In Ermangelung
-dessen nahm ich im vergangenen Winter langes
-Roggenstroh, mit welchem es sich noch bequemer
-machte. Man setzt es mit den Sturzen auf die
-Erde, lehnt die in die Höhe stehenden Aehren an
-die Mauer und schiebt sie unter die erste oder zweite
-Stange des Spaliers. Sollte es ein langes Spalier
-seyn, so muß man eine Querstange anzubringen
-suchen, damit es von einem etwanigen Sturmwinde
-nicht mit fortgeführt werden kann. Der von der
-Traufe herabfallende Regen gleitet recht gut daran
-hernieder in die Gußrinne zwischen den Dämmchen,
-giebt den Wurzeln die Winterfrucht und der Stock
-selbst bleibt unter dem Strohe trocken; denn dadurch,
-daß solches schräg steht, können bei warmen
-Wintertagen die Sonnenstrahlen recht gut wirken;
-auch kann die Luft das unter dem geraden Strohe
-hohle Weinlager recht durchstreichen, welches beides
-die Fäulniß verhindert und den Mäusen die Gelegenheit
-entzieht, ihre Winternester darin zu bauen.
-Ueberdieß hat mich auch noch die Erfahrung gelehrt,
-daß das Stroh, wie an andern Gewächsen, also
-auch hier, gleichsam ein Frostableiter ist. Drei
-Finger breit Stroh ist zu den Decken hinreichend.
-Wo wegen Mangel an Raum das Herunterlegen
-und Zudecken mit Stroh nicht möglich ist, muß
-man sich freilich blos des Umwindens mit Stroh
-bedienen, das aber mühsamer ist. Wo das Zudecken
-mit Stroh unbequemer ist als mit Erde, da möchte ich
-lieber Sand für Erde anrathen. Ich habe es versucht,
-und solchen besser befunden als Erde. Die Stöcke
-halten sich darunter trockner und reinlicher, und ein
-Verfaulen der Augen ist dabei nicht so leicht zu befürchten.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap12">12.<br />
-<span class="gesp">Vom Aufdecken der Weinstöcke im Frühjahre.</span></h2>
-
-<p>Im Frühjahre decke man dieselben nicht zu zeitig
-auf; späte Fröste können leicht den schon aufgeschwollenen
-und im Aufbrechen stehenden Augen
-schaden. Man lasse aber auch die Decke nicht zu
-lange liegen, sonst bringt die dadurch entstehende
-Wärme die Augen eher zum Treiben, als es ihrer
-Natur nach geschehen kann, und man ist beim Anbinden
-nicht im Stande, die weichen Triebe alle vor
-Verletzung zu bewahren. Auch sind dieselben nun
-nicht an die natürliche Luft gewöhnt, und können
-daher leicht durch Frost Schaden leiden. Wären
-diese Nachtheile nicht zu befürchten, so würde ich
-rathen, die Decke lange darauf liegen zu lassen, solche
-nach und nach zu verschwächern, und endlich ganz
-wegzunehmen. -- Durch das Stroh wirkt am Tage
-die warme Frühjahrs-Sonne, und des Nachts schützt
-dasselbe die Stöcke vor den kalten Frühlingslüften.
-Die Augen kommen dadurch zeitiger zum Treiben
-und die Trauben erscheinen früher. Freilich würde
-man sich dann beim Anbinden sehr in Acht nehmen
-müssen; auch dürfte diese Behandlungsweise bei großen,
-holzreichen Stöcken nicht so gut anwendbar
-seyn, als bei kleineren.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap13">13.<br />
-<span class="gesp">Behandlung der Schnitt- und Wurzlinge im
-zweiten Sommer.</span></h2>
-
-<p>Alle Ruthen, die im zweiten Sommer an den
-Schnitt- und Wurzlingen gewachsen sind, läßt man
-ungestört treiben, heftet und henkelt sie gehörig an,
-daß sie bei Sturm und Regen oder durch ihre eigene
-Schwere nicht abbrechen können; kneipt aber nicht
-wie Einige zu thun pflegen, die an den Blättern
-heraustreibenden Seitenruthen, den sogenannten Geiz,
-ab, sondern schneidet dieselben erst im Herbste beim
-Beschneiden dicht weg, doch so, daß man das dabei
-stehende Auge nicht verletzt. Einige meinen zwar,
-diese Seitenruthen raubten der Hauptruthe die Kraft;
-dieß ist aber nicht der Fall, sondern sie führen derselben
-vielmehr Nahrung zu und schützen und nähren
-besonders das Auge, an welchem sie stehen.
-Sollten an diesen jungen Stöcken außer den aus den
-Augen treibenden Ruthen auch noch mehrere aus
-dem alten Holze kommen, was bei gut bewurzelten
-Stöcken und auf gutem Boden wohl manchmal der
-Fall seyn könnte, so daß ihrer zu viel würden; so
-kann man wohl dem allerschwächsten die Spitze nehmen,
-die stärkern aber lasse man gehen. Sie rauben
-den Hauptruthen nicht zu viel Kraft, sondern
-bleiben von selbst zurück, und im Herbste lassen sie
-sich oft, wie ich in der Folge zeigen werde, zur Vergrößerung
-des Stockes gut benutzen, besonders wenn
-derselbe gleich von unten an erweitert werden soll.
-Durch das richtige Beschneiden im ersten Herbste
-sind die Stöcke schon in einen solchen Zustand versetzt,
-daß sie nicht leicht mehr Ruthen treiben, als
-sie ernähren können. Einige Schnitt- und Wurzlinge
-jedoch, die mir im zweiten Sommer zu lange
-und schwache Ruthen und Seitenruthen trieben,
-brachten mich auf den Gedanken, einen Versuch zu
-machen, ob man sie nicht durch Abkneipen der Spitzen
-zwingen könnte, sich unten mehr zu verstärken. Ich nahm
-nun von den Ruthen so viel weg, daß sie bloß noch von
-einer halben bis höchstens zu einer Elle lang blieben,
-und die Seitenruthen drei bis vier Blätter behielten,
-und der Erfolg entsprach ganz meiner Erwartung.
-Die Ruthen wurden stärker und kräftiger und
-die Seitenruthen nahmen nun nicht so viel Raum weg.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap14">14.<br />
-<span class="gesp">Vom Beschneiden der Schnitt- und Wurzlinge
-im zweiten Herbste.</span></h2>
-
-<p>Ganz schwachen Wuchs schneidet man dicht am
-Stocke weg; Stummel dürfen nicht stehen bleiben,
-sie vertrocknen mit der Zeit und machen den Stock
-unansehnlich. Bei glatt weggeschnittenen aber verwächset
-die Wunde. Etwas stärkere Ruthen schneidet
-man weg bis auf 1 Auge, noch stärkere bis auf
-2 und 3 Augen. Man nennt dieß Zapfen. Die allerstärksten
-Ruthen werden nicht länger, als eine
-Viertel-, höchstens eine halbe Elle lang gelassen, und
-diese nennt man Schenkel, wenn nämlich die Augen
-so dicht stehen, daß auf der angegebenen Länge sich
-mehr als 3 Augen befinden. Bei Ruthen, wo die
-Augen weitläuftig stehen, müßte man sich allerdings
-nach denselben richten, und ihrer 4, 5 bis 6 stehen
-lassen, obschon dadurch der Schenkel nun länger
-würde, als eine Viertel- oder eine halbe Elle. Es
-müßte eine sehr gute, starke und kräftige Ruthe seyn,
-wenn man sie im zweiten Jahre schon eine bis anderthalb
-Elle lang lassen sollte, so daß sich an ihr
-mehr, als 6 Augen befänden; denn diese nennt man
-nicht mehr Schenkel, sondern Reben, und solche Reben
-läßt man gewöhnlich erst im dritten Jahre
-stehen. Es ist ein Hauptfehler, wenn man in dem
-zweiten Jahre die Ruthen zu lang läßt, oder wohl
-gar nicht abschneidet. Der Stock bekommt dann im
-nächsten Jahre eine Menge schwachen Wuchs, den
-er nicht gehörig ernähren kann, und Trauben bringt
-er selten. Da hingegen die kurzen Schenkel in dem
-folgenden dritten Jahre schon Trauben bringen.
-Auch wird der Stock durch das Nichtbeschneiden in
-wenigen Jahren zu schnell hoch und behält unten
-schwaches Holz, da er hingegen beim Kurz-Beschneiden
-sich nach und nach gleich von unten an verstärkt,
-kräftige Wurzeln treibt, und mit den Jahren erst
-seine gehörige kraftvolle Höhe und Stärke erreicht.
-Es ist sehr wohlgethan, wenn man auch die Stöcke
-auf diese Art erzieht, die eigentlich später ihre größere
-Ausbreitung am zweiten Stockwerke des Gebäudes
-erhalten sollen, weil, z. B. in Städten, am
-ersten Stockwerke, wegen der Fenster, kein Raum dazu
-vorhanden ist. Sie erhalten dadurch einige niedere
-Zweige oder Aeste, mit denen man ja auch hier den
-Raum unter und neben den Fenstern bekleiden kann.
-Zum Schlusse dieses Kapitels muß ich nochmals
-ausführlich wiederholen, was schon im <a href="#Chap9">9. §.</a> kürzlich
-gesagt worden ist. Alle Schnitte am jungen Holze
-müssen 3 bis 4 Finger, wohl oft eine Hand breit
-über dem Auge geschehen. Dieses Holz über dem
-Auge vertrocknet im nächsten Sommer und wird im
-folgenden Herbste dicht über der aus diesem Auge
-entstandenen Ruthe weggeschnitten. Schneidet man
-aber zu dicht über dem Auge, so vertrocknet dasselbe
-leicht, und die aus demselben zu erwartende Ruthe
-mit den Trauben ist verloren.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap15">15.<br />
-<span class="gesp">Behandlung der Schnitt- und Wurzlinge im
-dritten Sommer.</span></h2>
-
-<p>Im dritten Sommer treiben nun die Zapfen
-und Schenkel schöne kräftige Ruthen, die Schenkel
-an denselben auch zugleich Trauben. Die Zapfen
-bringen gewöhnlich hier, sowie auch an älteren und
-größeren Stöcken, keine Trauben, sondern treiben
-bloß gute Ruthen. Es müßte ein sehr kräftiger, auf
-sehr gutem Boden stehender Stock seyn, wenn er auch
-an den Zapfen Trauben haben sollte. Bei einigen
-von meinen, auf solchem Boden stehenden Stöcken
-ist dieß schon oft geschehen. Bisweilen kann sich’s
-aber auch zutragen, daß ein Zapfen den Erwartungen
-nicht entspricht, sondern statt einer starken, eine
-schwache Ruthe treibt, wohl gar schlecht wächst oder
-vertrocknet. Geschieht dieß, so wird er im nächsten
-Herbste entweder glatt weg, oder wieder zum Zapfen
-geschnitten. Ich habe Fälle erlebt, daß aus dem wieder
-zum Zapfen geschnittenen Zapfen erst im nächsten
-Jahre die kräftigere Ruthe kam. Auch muß ich zur
-Belehrung Anderer hier noch eine Erfahrung anführen,
-die ich einst an einem Stocke gemacht habe.
-Es trieb derselbe im ersten Sommer sehr schwache
-Ruthen, obschon es ein Wurzling war. Ich schnitt
-zwei derselben zu Zapfen, die dritte ganz weg; sie
-trieben im 2ten Jahre wieder schwache Ruthen, die
-zu keinem Schenkel zu gebrauchen waren. Ich schnitt
-alle bis auf zwei weg, aus denen ich wieder Zapfen
-machte. Im 3ten Jahre wurde eine Ruthe so stark
-daß sie im Herbste einen leidlichen Schenkel gab,
-die übrigen wurden wieder nur Zapfen. Aber alle
-zeigten im 4ten Jahre schwachen Wuchs, und gaben
-keine Trauben. Ich schnitt nochmals Alles zu Zapfen.
-Im 5ten Jahre trieb der Weinstock die schönsten
-Ruthen, aus welchen ich im Herbste Zapfen, Schenkel
-und Reben machen konnte, die das folgende 6ste
-Jahr Trauben brachten. Jetzt ist es ein kräftiger
-Stock, der viel Trauben trägt, aber noch nicht höher,
-als etwas über 2 Ellen, weil er bei dieser Behandlungsweise
-nur allmählig steigen, aber sich desto
-besser bewurzeln konnte. Hätte ich ihn nach den gewöhnlichen
-Regeln schneller in die Höhe wachsen
-lassen, so würde er wahrscheinlich am Ende eingegangen
-seyn. Die Ursache seines langsamen Vorrückens
-war Schwäche der Wurzeln und ein unfruchtbarer
-Boden, der sich nicht gut verbessern ließ.
-Nachdem aber dieselben durch das immerwährende
-scharfe Beschneiden sich verlängert und verstärkt hatten,
-und also ihre Nahrung nun weiter herholen
-konnten, war er in den Stand gesetzt, Früchte zu
-tragen. Dieß Beispiel zur Belehrung für denjenigen,
-dem es vielleicht einmal eben so ergehen könnte. --
-An den in diesem Sommer wachsenden Ruthen wird
-nun ebenfalls, wie im vorigen Sommer, weiter nichts
-gethan, als daß sie gehörig angeheftet werden, damit
-sie Sturm und Regen oder die eigene Schwere
-nicht niederbeugen und zerbrechen können. Sollten
-aber auch hier wieder einige zu schwachen und langen
-Wuchs machen, so kann man sie ebenfalls nach
-der zu Ende des <b><a href="#Chap13">13. §.</a></b> gegebenen Regel behandeln.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap16">16.<br />
-<span class="gesp">Vom Beschneiden der Schnitt- und Wurzlinge
-im dritten Herbste.</span></h2>
-
-<p>Im nächsten Herbste wird nun ebenfalls wieder
-so beschnitten, wie im vorigen. Alle schwachen Ruthen
-schneidet man dicht am Stocke ganz weg, die
-stärkeren bis auf 1, 2 oder 3 Augen zu Zapfen;
-die noch stärkeren bis auf ¼, ½ oder ¾ Elle zu
-Schenkeln, die allerstärksten hingegen, von 1 Elle
-an, bis auf 5, 6, 7 Viertel, höchstens bis auf 2
-Ellen lang zu Reben. Länger darf keine Rebe seyn.
-Wenn es auch die allerschönste, stärkste und kräftigste
-Ruthe wäre, so darf doch nicht mehr, als höchstens
-2 Ellen lang davon stehen bleiben. Was daraus
-wird, wenn man sie länger, oder vielleicht gar so
-lang läßt, als sie gewachsen sind, weiß ich aus Erfahrung.
-Die untersten Augen bleiben ganz weg,
-die folgenden treiben schwache Rüthchen ohne Trauben,
-und die noch höheren schwache Ruthen mit kleinen,
-magern Träubchen. Erst dann, je weiter es
-nach oben kommt, sieht man starke Ruthen mit
-schönen Trauben, und man hat den Nachtheil, daß
-der Stock in wenigen Jahren langes, altes, kahles
-Holz hat, eine unförmliche Höhe erreicht, und an
-den Spalieren keinen Platz findet. Schneidet man
-sie aber nach der hier vorgeschriebenen Art, so treibt
-jedes Auge eine Ruthe, und jede derselben bringt
-eine, zwei bis drei, auch vier Trauben, je nachdem
-die Art ist. Zwar sind auch hier gewöhnlich die untersten
-Ruthen mit ihren Trauben etwas magerer
-als die obersten; aber es ist doch keine fruchtlos.
-Es giebt indeß einige Weinsorten, die hiervon eine
-Ausnahme machen, und auch an langen Reben von
-unten an bis oben aus starke Ruthen mit Trauben
-bringen. Solche lassen eine Ausnahme zu und man
-kann dieselben länger machen.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap17">17.<br />
-<span class="gesp">Vom Verbrechen oder Kappen.</span></h2>
-
-<p>Einige lehren nun, man solle alle diese Ruthen,
-sobald die letzte Traube da sey, zwei Blätter weit
-über dieser Traube, verbrechen oder abkneipen, (kappen,
-nach dem gewöhnlichen Winzer- oder Gärtner-Ausdruck).
-Nur <span class="gesp">eine</span> davon, welche man zur Zugruthe
-für das nächste Jahr brauchen und deshalb
-im Herbste aus derselben eine Rebe machen wollte,
-solle man wachsen lassen, und zwar an jedem Zapfen,
-jedem Schenkel und jeder Rebe die unterste.
-Im Herbste solle man dann, dicht an dieser Zugruthe,
-alles über derselben stehende Holz mit den
-verbrochenen und nun von Trauben entledigten
-Fruchtruthen wegschneiden. Durch das Verbrechen der
-obern Ruthen ginge nun die Kraft in die Trauben
-und in die unterste Ruthe, und diese würde um
-desto stärker. Allerdings wäre dieß sehr gut, wenn
-es so ginge. Bei einigen Weinsorten kann dieß
-auch der Fall seyn, und wo es so ist, da rathe ich,
-auch so zu verfahren. Allein ich habe es an meinen
-und andern Stöcken versucht, und es ging nicht so;
-ich fand vielmehr, daß der Weinstock, sowie fast alle
-andere Gewächse seine Kraft nach oben wirft, und
-da die stärksten Ruthen und Trauben treibt. Ich
-verbrach die obern starken Ruthen alle und ließ nur
-die unterste schwächste Ruthe zur Zugruthe unverbrochen,
-in der Hoffnung, es sollte, wie man mir
-ja gesagt und versichert hatte, nun die Kraft zurück
-in die unterste Ruthe gehen; allein es geschah nicht,
-sie blieb schwach und die obersten verbrochenen fingen
-immer wieder an, an den Spitzen neue Ruthen
-anzusetzen und zu treiben. Ich brach nach der gegebenen
-Regel auch diese wieder weg, um so, wie
-man mir gelehrt hatte, den Stock gleichsam zu
-zwingen, seine Kraft nach unten zu werfen; aber es
-geschah nicht, die unterste blieb schwach, und die
-obern fingen durch das beständige Stören im Wachsthume
-sogar an, zu kränkeln. Im nächsten Herbste
-empfand ich erst den großen Nachtheil, der aus dieser
-Behandlungsweise entstanden war. Ich hatte
-gar keine Zugruthe, aus der ich eine kräftige Rebe
-hätte machen können. Die unterste, dazu bestimmte,
-war zu schwach, und die obersten waren zu kurz
-und durch das beständige Stören erkrankt, so daß
-mir nichts übrig blieb, als elende Zapfen und ganz
-kurze Schenkel. Auch habe ich eben nicht bemerkt,
-daß durch das Verbrechen die Trauben kräftiger geworden
-wären. Es blieb vielmehr bei den nun einmal
-angeschaffenen Eigenschaften dieses Gewächses;
-unten schwächere Ruthen mit kleineren Trauben, und
-nach oben zu immer stärkere Ruthen mit immer
-größern Trauben. Ich entschloß mich daher, in den
-folgenden Jahren auch gar nichts zu verbrechen, und
-habe gefunden, daß dieß weit besser ist, und daß
-man auch dadurch des wirklich langweiligen und
-mühsamen Geschäfts des Verbrechens überhoben wird.
-Ich that nun weiter nichts, als daß ich die treibenden
-Ruthen von Zeit zu Zeit anheftete, damit sie
-nicht von Sturm und Regen umgebrochen werden
-konnten. Nun bemerkte ich, daß an jedem Zapfen,
-Schenkel und jeder Rebe allemal die untersten Ruthen
-die schwächsten waren und blieben, die höhern
-stärker wurden und die obersten am stärksten
-waren. So erhielten auf diese Weise der Zapfen
-eine, der Schenkel zwei und die Rebe drei starke
-Ruthen an seinem obern Ende. Die Trauben waren
-eben so gut, wie im vorigen Jahre, wo ich verbrochen
-hatte, und zwar richteten sie sich nach der
-Ruthe; je stärker diese war, desto größer waren
-auch die Trauben. Die obersten starken, langen,
-unverbrochenen Ruthen hatten die schönsten Trauben.
-Es war also durch das Forttreiben der Ruthen
-keine Kraft verloren gegangen. Wenn der Stock
-richtig beschnitten worden ist, und er in trockenen
-Sommern gehörig begossen wird, so treibt er schöne
-lange Ruthen und nährt auch seine vielen Trauben.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap18">18.<br />
-<span class="gesp">Natürliche Ursachen des Nachtheils vom allzufrühen
-Verbrechen.</span></h2>
-
-<p>Daß das allzufrühe Verbrechen Schaden bringt,
-ist nach meinen wiederholt gemachten Beobachtungen
-und Erfahrungen unverkennbar. Denn Schaden muß
-es thun, weil man ja der Natur dadurch geradezu
-entgegen arbeitet. Es zeigt sich an dem starken,
-fetten, flüchtigen Wuchse, den der Weinstock im
-Frühlinge macht, ganz deutlich, daß es ihm jetzt
-vorzüglich darum zu thun ist, seinen Kindern, (den
-Trauben), die er nebenbei mit erzeugt, eine dauerhafte,
-feste Wohnung, (haltbare Ruthen), zu erbauen.
-Das langsame Vorrücken und Verstärken der Trauben
-in dieser Zeit ist ein klarer Beweis, daß der Stock sich
-jetzt weniger um sie, mehr aber um die Ruthen bemüht.
-Ist die Zeit der Blüthe vorüber, so bemerkt
-man ein schnelles Wachsthum der Trauben und ein
-langsames Treiben der Ruthen. Bei meinem blauen
-Weine hört der Trieb der Fruchtruthen um diese
-Zeit gänzlich auf; nur die Zugruthen treiben langsam
-fort. Das Haus ist nun fertig; jetzt bemüht
-er sich um Erziehung der Kinder, die es bewohnen
-sollen. Breche ich nun den zarten, fetten Wuchs
-gleich nach dem Erscheinen der letzten Traube zwei
-Blätter weit über derselben weg, so hindere ich den
-Stock gewaltsam in seinem Wirken und zwinge ihn,
-etwas anderes zu thun, als er jetzt thun will. Davon
-zeugen auch die kräftigen Triebe, die immer
-wieder aus den verbrochenen Ruthen empor schießen.
-Der Stock streitet gegen seinen Verderber. Des
-Nachtheils noch nicht einmal zu gedenken, daß man
-sich dadurch mancher Traube beraubt. Ich habe
-solche Spätlingskinder oft genug an meinen Weinstöcken
-gesehen, die ich im vorigen Jahre durch allzu
-frühes Verbrechen in der Erzeugung erstickt hatte.
-Soll es nun einmal verbrochen seyn, so kann ich
-dasselbe nicht eher anrathen, als einige Wochen nach
-der Blüthenzeit, wenn die Beeren bereits schon die
-Größe einer Erbse erlangt haben, und man ganz gewiß
-ist, daß nun keine Traube weiter kommt; auch
-nicht etwa dicht über den Trauben, sondern bloß an
-den äußersten Spitzen der Ruthen, die im Herbste
-beim Beschneiden einmal weggeschnitten werden müssen,
-so daß die Ruthe ohngefähr so lang bleibt, als
-ich sie im nächsten Herbste zu brauchen gedenke. Ich
-winde diese Spitzen zuweilen, zur Befestigung der
-Ruthen, um das Spalier oder um das alte Holz
-des Stockes. Jetzt werde ich auch nicht so viel zu
-verbrechen finden, denn die meisten Ruthen haben
-schon im Wachsthume nachgelassen. Nur die Zugruthen,
-die gar nicht verbrochen werden dürfen,
-schießen fort. Eine um diese Zeit verbrochene Ruthe
-wird auch selten wieder einen neuen Trieb an der
-Spitze ansetzen, Beweis genug, daß ihr Wachsthum
-zu Ende ist, es müßte denn ein Stock auf gar zu
-fetten Boden stehen. An diesem kann man dann mit
-dem Verbrechen etwas strenger verfahren; aber ebenfalls
-nur an den äußersten Spitzen. Solche zu zeitig
-verbrochene Ruthen fangen auch oft an, zu kränkeln,
-und sterben nebst ihren Trauben bald ab oder bleiben
-wenigstens elend. Man will den Stock zwingen,
-seine Kraft in die Trauben zu werfen; er will aber
-das jetzt noch nicht. Man lasse ihm deßhalb seinen
-Willen; er wird allein schon thun, was man erzwingen
-will, wenn seine Zeit gekommen seyn wird.
-Man verbricht ja die Ruthen auch an den Bäumen
-nicht, und sie ernähren doch beides, ihre Früchte
-und Ruthen. -- Dieß ist meine, auf Erfahrung gegründete
-Ansicht in dieser Sache. Wer mich eines
-Bessern belehren kann, dem will ich für seinen Unterricht
-danken und seiner Belehrung folgen.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap19">19.<br />
-<span class="gesp">Nutzen des Nichtverbrechens oder Kappens.</span></h2>
-
-<p>In den letztern Jahren nun, in welchen ich
-meine Weinstöcke gar nicht, oder doch nur wenig
-und spät verbrochen habe, hatte ich im Herbste gutes
-Beschneiden, denn es fehlte mir nicht an Ruthen,
-aus denen sich etwas Gutes machen ließ. Nun
-schnitt ich, wie ich schon mehrmals gesagt habe, an
-jedem Zapfen, Schenkel und jeder Rebe die untersten
-schwachen Ruthen ganz weg, die folgenden machte
-ich zu Zapfen, die nächsten zu Schenkeln, und die
-obersten zu Reben. Und so haben meine Stöcke immer
-schöne und starke Reben, denn die stärksten
-Ruthen werden dazu benutzt. Auf diese Weise erhält
-gewöhnlich jeder Zapfen eine Rebe von der
-Ruthe des obersten Auges; denn die beiden untern
-Augen, wenn er deren drei gehabt hat, haben gewöhnlich
-schwachen Wuchs, welcher ganz weggeschnitten
-wird. Es trifft auch zuweilen, daß ein
-Zapfen lauter schwachen Wuchs hat. Dann schneidet
-man solchen entweder wieder zu Zapfen, oder man schneidet,
-wie schon einmal gesagt worden ist, den ganzen
-Zapfen mit allen seinen schwachen Ruthen weg. An
-den Schenkeln finde ich nun nach meiner Behandlungsweise
-unten einige schwache Ruthen. Diese
-schneide ich ganz weg, die folgende stärkere giebt einen
-Zapfen, die nächste einen Schenkel von einer
-Viertel-Elle, die folgende einen von einer halben
-Elle und darüber, und die oberste oder die beiden
-obersten geben eine oder zwei Reben von einer Elle
-und darüber, so daß ein solcher Schenkel nun, wenn
-er von mittler Länge ist, nach dem Beschneiden einen
-Zapfen, zwei Schenkel von verschiedener Länge
-und zwei Reben, ebenfalls von verschiedener Länge
-hat. An der Rebe habe ich nun die meisten Ruthen.
-Die untersten schwächsten werden ebenfalls ganz
-weggeschnitten. Aus den nächsten mache ich ein,
-auch zwei Zapfen; aus den folgenden einen, zwei
-bis drei Schenkel, und aus den obersten stärksten,
-deren gewöhnlich drei sind, drei Reben, alle von verschiedener
-Länge. Denn das muß ich überhaupt bemerken,
-daß nicht alle Zapfen, Schenkel und Reben
-gleiche Länge haben dürfen. Darum habe ich auch
-gleich im Anfange gesagt, ein Zapfen kann ein, zwei,
-auch drei Augen haben, die Schenkel können ¼, ½,
-¾ Elle lang seyn, und die Reben können aus einer
-Länge von einer Elle, 5, 6, 7 Viertel- bis 2 Ellen
-bestehen. Je nachdem die Ruthe stark oder schwach
-ist, macht man auch Zapfen, Schenkel und Reben
-lang oder kurz. Zuweilen trifft es sich auch, daß
-an einem Schenkel oder einer Rebe die oberste, oder
-zwei der obersten Ruthen verkrüppeln und schwächer
-bleiben, als die unter ihnen stehenden; ja durch das
-Treiben mehrerer kleinen Seiten- und Wasserruthen
-des dabei stehenden alten Holzes gleichsam zu einem
-Strauche werden. Ist dieß der Fall, so schneidet
-man das obere alte Holz mit seinen verkrüppelten,
-schwache Ruthen ganz weg und bestimmt die unter
-ihm stehenden zu Reben, Schenkeln oder Zapfen,
-wozu sie, vermöge ihrer Stärke am tauglichsten sind.
-Und sollte einmal, was auch geschehen kann, an einem
-Schenkel oder einer Rebe Alles verkrüppeln, so
-wird er im Herbste ganz weggeschnitten. Dasselbe
-kann und muß auch geschehen, wenn der Stock mit
-den Jahren des Holzes zu viel bekommen sollte.
-Man schneidet dann natürlich die schlechtesten weg.
-Davon wird aber in einem der nächsten Kapitel
-beim Untersetzen ein Mehreres gesagt werden.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap20">20.<br />
-<span class="gesp">Regelmäßiges Verlängern der Weinstöcke.</span></h2>
-
-<p>Aus dem bisher Gesagten wird nun Jeder leicht
-einsehen können, daß nach meiner Behandlungsweise
-die Stöcke von Jahr zu Jahr regelmäßig höher
-steigen. Es hat demnach ein nach meiner Art gepflanzter
-Weinstock im ersten Herbste, wenn er gesteckt
-wird, eine Höhe von ¼ bis ½ Elle. Im zweiten
-Herbste, nach dem erstmaligen Beschneiden, ist er
-kaum einige Zoll länger, weil der Wuchs des ersten
-Jahres bei dem ersten Beschneiden jedesmal zu
-Zapfen geschnitten wird. Im dritten Herbste, nach
-dem zweiten Beschneiden, ist er ohngefähr 1 Elle
-hoch. Im vierten Herbste, nach dem dritten Beschneiden,
-hat er eine Länge von 2 Ellen und so
-kommt er in jedem folgenden Jahre allemal um 2
-Ellen höher. Hierbei richte ich es nun gleich in den
-erstern Jahren und jedem folgenden beim Beschneiden
-so ein, daß von meinen dichtstehenden Stöcken
-immer einer früher in die Höhe kommen muß, als
-der andere. Dieß geschieht dadurch, daß ich die
-Zapfen, Schenkel und Reben an dem einen immer
-etwas länger mache, als an dem andern. Auf diese
-Weise bekomme ich jedes Jahr in der Tiefe, Mitte
-und Höhe junges Holz, mit dem ich das alte bedecken
-kann. Und deßhalb sieht mein ganzes Spalier
-von unten an bis oben grün aus, und trägt von
-der Erde bis in die äußerste Spitze hinauf Trauben.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap21">21.<br />
-<span class="gesp">Umzäunung der Weinstöcke.</span></h2>
-
-<p>Freilich müssen solche Stöcke aber auch gegen
-Vieh und andere Feinde durch eine Umzäunung geschützt
-seyn, und diese wird sich wohl an den meisten
-Orten anbringen lassen, da sie nicht breiter, als
-höchstens 2 Ellen zu seyn braucht, so daß man darinnen
-gehen kann. Sollte nicht so viel Raum vorhanden
-seyn, so ist eine Elle breit hinreichend. Man
-muß aber die Umzäunung alsdann so einrichten,
-daß sie, gleich den Thorflügeln aufgemacht werden
-kann, wenn es an dem Stocke etwas zu thun giebt.
-Diese Art dürfte auch in Städten anwendbar seyn,
-denn ich kann nicht einsehen, warum man nicht auch
-hier den Weinstock gleich von der Erde an sollte benutzen
-können. Welch’ ein schöner, breiter und oft
-auch hoher Raum ist da nicht oft von der Erde an
-bis an die untersten Fenster, und selbst zwischen
-denselben giebt es oft sehr breite Stellen, an welchen
-man Reben in die Höhe ziehen könnte, die
-dann mit ihren Ruthen und Trauben dem Bewohner
-durch die Fenster begrüßen, den Zimmern in
-heißen Sommertagen eine wohlthätige Kühlung gewähren,
-zur Zeit der Blüthe einen erquickenden Geruch
-verbreiten, und zur Zeit der Traubenreife bei
-geöffneten Fenstern freundlich zum Genusse einladen
-dürften. Einige, denen ich diesen Vorschlag einstens
-machte, äußerten zwar die Bedenklichkeit, es würde
-der Wein an diesen niedern Stellen wohl vor räuberischen
-Thieren, schwerlich aber vor diebischen Menschenhänden
-zu schützen seyn. Mit dieser Furcht suchte
-man mich freilich auch zu erfüllen, als ich meine,
-mitten in dem Dorfe stehende Schulwohnung mit
-Weinstöcken umpflanzte; aber ich muß es den Bewohnern
-meines Ortes öffentlich zum Ruhme nachsagen,
-sie haben mir nichts entwendet. In Städten
-aber, wo Fenster bei Fenster und Tag und Nacht
-weit mehr reges Leben auf den Gassen ist, als auf
-dem Lande, dürfte ja der Dieb wohl noch viel weniger
-Gelegenheit haben. Laßt uns nur Alle jeden
-schicklichen Ort mit Weinstöcken bepflanzen und jede
-müßige Stunde dazu benutzen, so wird Niemand
-mehr nöthig haben, zu stehlen; denn Jeder hat
-dann selbst genug für sich und -- den Dürftigen,
-die keine Gelegenheit zur Anpflanzung haben, wird
-man gern eine Traube mittheilen. Es ist in der
-That Unrecht, daß man die schönen hohen Wohnungen,
-Scheunen und Stallgebäude in den Städten
-und auf dem Lande nicht überall, wo es irgend geht,
-mit diesem herrlichen Grün bekleidet. Freilich macht
-der Anfang eine kleine Mühe und in der Folge alle
-Jahr ein wenig Arbeit; allein, wer diese scheuet,
-den möchte man wohl an das allbekannte Sprüchlein
-erinnern: Wer nicht will arbeiten, (am Weinstocke),
-der soll auch nicht essen (von den Trauben).</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap22">22.<br />
-<span class="gesp">Vom Untersetzen der Weinstöcke.</span></h2>
-
-<p>Hierbei kommt es darauf an, wie hoch man wegen
-der Höhe des Spaliers die Stöcke ziehen kann
-und will. Hat der zuerst emporkommende Stock die
-Höhe des Spaliers erreicht, so daß man im nächsten
-Jahre dessen über das Spalier hinausgehende Reben
-nicht mehr anheften könnte, so muß er nun untersetzt
-oder abgeschnitten werden. Abschneiden kann
-man ihn gleich unten, etwa eine Viertel-Elle über
-der Erde. Auch dieses alte Holz ohne Augen schlägt
-wieder aus. Man nennt diese Ruthen, sowie überhaupt
-alle Ruthen, die aus dem alten Holze kommen,
-Wasserruthen. Ich thue das aber beim Untersetzen
-gewöhnlich nicht, sondern gehe an jedem
-Zweige oder Aste des Stockes von der Erde an in
-die Höhe, bis dahin, wo ein jeder Zweig oder Ast
-junges Holz, d. h. eine Ruthe, hat. Gerade über
-dieser Ruthe schneide ich weg und die Ruthe selbst
-schneide ich zum Zapfen. So behält der untersetzte
-Stock mehrere Zweige oder Aeste von verschiedener
-Länge; diese treiben im nächsten Sommer schöne,
-starke Ruthen, haben aber selten Trauben, weil der
-Stock in diesem Jahre zu sehr mit neuem Wuchse
-beschäftigt ist. Im folgenden Jahre bringen sie jedoch
-der Trauben viele. Ein so untersetzter Stock
-dient nun wieder zur untern oder mittlern Bekleidung
-des Spaliers, je nachdem er länger oder kürzer
-gemacht worden ist. Ist an einer Stelle zur niedrigsten
-Bekleidung keiner mehr vorhanden, so muß
-man in dieser Gegend Einen auf vorhin beschriebene
-Art eine Viertel-Elle über der Erde wegschneiden.
-Während dessen kommt wieder ein anderer in die
-Höhe, bei dem dann wieder in einem andern Jahre
-das Untersetzen nöthig ist. Und so habe ich fast jedes
-Jahr Stöcke zu untersetzen. Auf diese Weise
-fehlt es nun meinem Spaliere an keinem Orte, und
-in keinem Jahre weder an Reben, noch Trauben.
-Auch glaube ich, es nun so deutlich dargelegt zu
-haben, daß mich ein Jeder wird verstehen können.
-Da man beim Beschneiden, wenn es ordentlich werden
-soll, viel gegen den Daumen schneiden muß, so
-ist es nöthig, denselben durch einen Ueberzug von
-starkem, festen Leder zu schützen. Auch ist ein spitziges
-Messer beim Beschneiden das beste, weil man
-damit bequem in alle Winkel kann.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap23">23.<br />
-<span class="gesp">Vom Verjüngen der Weinstöcke.</span></h2>
-
-<p>Man kann die alten Stöcke auch noch auf eine
-andere Weise verkürzen, nämlich durch das Verjüngen
-oder Jungmachen. Dazu gehört aber, wie
-sich gleich zeigen wird, mehr Raum und Mühe. Man
-nimmt nämlich das alte, lange Holz vom Spaliere
-herunter, legt es von demselben ab- oder seitwärts
-in einen oder einige dazu gemachte, eine halbe Elle
-tiefe und breite Graben, beugt es in einiger Entfernung
-wieder um, nach dem Spaliere zu, so daß
-das ganze alte Holz in die Erde kommt, und nur
-die äußersten Enden, mit dem zu einem Zapfen geschnittenen
-jungen Holze am Spaliere wieder aus
-derselben hervorragen. Auf diese Weise werden aber
-oft aus einem Stocke sehr viele; so viel er nämlich
-Zweige oder Aeste hat. Man müßte denn einige,
-für die kein Raum vorhanden wäre, abschneiden.
-Bei weniger Raum ist natürlich das Untersetzen besser,
-als das Verjüngen. Ich habe dasselbe bei einigen
-meiner Bekannten, die mich baten, ihre in Unordnung
-gerathenen Weinstöcke in Augenschein zu
-nehmen, an einem ganzen am Giebel eines Hauses
-angebrachten Spaliere anwenden müssen. Zum Verjüngen
-war hier nicht der geringste Raum. Die
-Stöcke selbst aber hatten eine solche Menge altes,
-langes Holz mit schwachen Ruthen, daß dieselben
-von der Erde an bis in die äußerste Spitze des Hauses
-einer durch und durch verwachsenen dicken Dornenhecke
-glichen, an welchem von unten an bis an
-den Bodenraum gar kein junger Wuchs mehr zu
-finden war. Ich legte Hand an das Werk, und
-als ich fertig war, reichten sämmtliche Stöcke kaum
-bis an das Fenster, was höchstens eine Elle hoch
-war. Und im nächsten Sommer trieben diese alten
-kraftvollen Stöcke so viel schöne starke Wasserruthen,
-sogar mit Trauben, (was in diesem Jahre eigentlich
-noch nicht zu erwarten war, aber durch die starke
-Kraft der Stöcke bewirkt wurde,) daß mehrere verbrochen
-werden mußten, weil sie nicht alle Raum
-hatten. Im nächsten Herbste wurde wieder gehörig
-beschnitten, nämlich Zapfen, Schenkel und Reben
-nicht länger gelassen, als ich es schon angegeben
-habe. Im darauf folgenden Jahre ging die Zahl
-der Trauben weit in die Hunderte, und nach Verlauf
-von 4 Jahren, in die Tausende.</p>
-
-<p>So verfährt man mit alten, in Unordnung gerathenen
-Stöcken durch das Untersetzen, wenn das
-Verjüngen wegen Mangels an Raum nicht möglich
-ist. Durch das Verjüngen aber kann man sich, wenn
-Raum genug vorhanden ist, auch noch andere Vortheile
-verschaffen. Man kann nämlich von einigen
-alten langen Zweigen oder Aesten ein Gegenspalier
-anlegen, das man so weit vom Hauptspaliere entfernen
-kann, als die Aeste des Stockes lang sind.
-Auch kann man dadurch ferner eine Menge Stöcke
-erzeugen; diese stehen aber nicht in gleicher Linie,
-sondern zerstreut durch einander, und bilden gleichsam
-einen Weinberg. Dieß geschieht nämlich, wenn
-man jeden vom Hauptstocke abgenommenen Zweig
-oder Ast, so lang er ist, in die Erde legt, und nur
-das äußerste Ende desselben mit dem daran befindlichen
-Zapfen hervorragen läßt. Auch ist das Verjüngen
-sehr anwendbar, wenn ein Gebäude, woran
-Weinstöcke stehen, vergrößert werden soll. Man
-braucht nämlich dann solche nicht heraus zu nehmen
-und weiter zu pflanzen; wenn nur sonst die
-Erweiterung des Gebäudes nicht länger ist, als die
-Zweige oder Aeste der Stöcke sind, sondern man legt
-sie so lang in die Erde, daß sie an der Außenseite
-der neu aufzuführenden Mauer wieder hervorragen.
-Man kann sie auch dadurch noch verlängern, daß
-man die oberen Ruthen recht lang läßt, und nur
-die äußerste schwache Spitze wegnimmt. Von diesen
-lang gelassenen und nachher mit in die Erde gelegten
-Ruthen brauchen nur ein, zwei oder drei Augen
-hervorzustehen; sie bilden dann wieder einen neuen
-Stock. Dadurch kommt nun die Hauptwurzel des
-Stockes mit denjenigen, welche in Zukunft an den
-in die Erde gelegten Zweigen oder Aesten entstehen,
-unter das Gebäude, und haben, wenn es
-eine Stube ist, ein sehr warmes, und ist es
-ein Stall, ein sehr fruchtbares Lager, und die
-Wurzeln, die der Stock außerhalb der Mauer
-treibt, bekommen ihr Lager wieder in der am Gebäude
-hin unter der Traufe zum Begießen befindlichen
-Vertiefung. -- Alle durchs Verjüngen
-erniedrigten Stöcke haben einen vorzüglichen starken
-Trieb, wegen der vielen zerstreut liegenden Wurzeln,
-die aus allen Richtungen dem Stocke Frucht zuführen.
-Das Untersetzen muß wegen des Verblutens
-durchaus im Herbste geschehen. Das Verjüngen
-aber kann außerdem auch im Frühjahre, ja sogar
-mitten im Sommer, wenn die Menge der Ruthen
-nicht daran hindert, vorgenommen werden. Wenn
-Umstände es im Sommer nöthig machen sollten, so
-müßte man die Ruthen, welche ihr Lager in der
-Erde bekommen würden, zu Zapfen schneiden, und
-nur die äußerste oder zwei derselben, jedoch unverbrochen,
-aus der Erde hervorgehen lassen. Wäre
-der Stock nicht zu weit zu leiten, so daß nur sein
-unteres altes, kahles Holz in die Erde käme, so
-kann man alle daran befindliche Ruthen mit ihren
-Trauben unverändert lassen. Sie gedeihen an der
-neuen Stelle eben so gut, oft noch besser, indem der
-Stock, obgleich er neue Wurzeln treibt, doch durch
-das Einlegen zugleich auch neue Nahrung bekommt.
-Ich fand einst bei einem Bekannten zu Johannis
-einen alten, im Grase hin und her liegenden Stock.
-Ich ließ das Gras abhauen, dann den Boden umgraben,
-legte das alte Holz in die Erde und ließ nur
-die Spitzen der schwachen elenden Ruthen an der
-Wand hin aus der Erde hervorragen. Es sah aus
-wie eine Reihe zarter Nelkensenker. Binnen vier
-Wochen waren sie gegen 3 Ellen lang, und jetzt,
-nach Verlauf von ohngefähr sechs Jahren, ist es
-ein Spalier, an welchem jährlich 2 bis 3000 Trauben
-hängen. Auf diese Weise kann man also auch
-verdorbene Weinstöcke wieder in Ordnung bringen.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap24">24.<br />
-<span class="gesp">Vom ersten Anbinden oder Heften im Frühlinge.</span></h2>
-
-<p>Eine Hauptsache beim Weinbau ist nun ferner
-das Anbinden oder Heften im Frühjahre. Am besten
-ist hierzu der Bast von Linden oder Rüstern. Bindfaden
-und andere ihm ähnliche Bänder taugen nicht
-dazu, weil sie Einschnitte in das Holz machen. Ich
-habe in Ermangelung des Linden- und Rüstern-Bastes,
-es auch mit dem weidenen und fichtenen
-versucht, und es gelang vortrefflich. Ich schälte
-nämlich meine im Winter gehauenen weidenen 3
-Ellen langen Brennholzstücke und einige zum Bauen
-bestimmte Fichten ab. Dieß gab Streifen mitunter
-von einer Hand breit und noch breitere. Von diesen
-ließ ich die obere graue Schale mit einem Messer
-abstreifen, alsdann ließen sich die den breiten
-Lederriemen ähnlich sehenden Stücke in mehrere lange
-schwache Faden reißen. Dieß macht man, wenn
-man es gleich verbrauchen will. Ist dieß nicht der
-Fall, so läßt man diese breiten Streifen, um sie vor
-dem Verstocken zu sichern, trocknen. Sie werden
-hierdurch freilich so hart, daß sie oft bei der geringsten
-Berührung brechen; allein man darf sie nur
-eine Stunde vor ihrem Gebrauche in das Wasser
-werfen, so werden sie wieder so geschmeidig, als ob
-sie eben vom Baume geschält wären. Freilich muß
-man sie während der Arbeit in einem Gefäße mit
-Wasser liegen haben, und nur immer so viel heraus
-nehmen, als man für die erste Viertel-Stunde gebraucht.
-Sobald der Wein damit angebunden ist,
-wird der Bast freilich wieder trocken, aber er reißt
-nicht mehr. Auf diese Weise hat man also nicht
-nöthig, des Bastes wegen grünende und wachsende
-Bäume zu beschädigen. Beim Anbinden selbst nun
-muß man die Aeste des Stockes mit ihren Zapfen,
-Schenkeln und Reben so weit auseinander bringen,
-als es nur immer möglich ist. Das alte Holz der
-Aeste kann zwar dicht neben und über einander liegen;
-die Schenkel und Reben selbst aber dürfen nicht
-dichter zusammen kommen, als eine Viertel-Elle.
-Hat man Raum genug, so kann man sie auch noch
-weiter von einander bringen. Sowohl das junge,
-als das alte Holz muß nicht durchaus gerade in die
-Höhe gezogen werden, sondern beides kann seitwärts
-schräge zu liegen kommen, je nachdem es sich schickt.
-Fangen später die Augen an zu treiben, so hat jede
-Ruthe gehörigen Raum und Sonne.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap25">25.<br />
-<span class="gesp">Von den Reserve-Augen und ihren Ruthen.</span></h2>
-
-<p>Bisweilen trifft es sich auch, daß zwei Ruthen
-an einer Stelle entstehen, besonders bei starken, auf
-gutem Boden stehenden Stöcken. Es befindet sich
-nämlich hinter jedem Auge noch eins, oft zwei; man
-nennt sie Reserve-Augen. Diese Reserve-Augen
-fangen gewöhnlich im Frühjahre mit den Haupt-Augen
-zugleich an, zu treiben. Sind nun die Stöcke
-noch jung und schwach und haben magern Boden,
-so bleibt endlich das Reserve-Auge sitzen. Haben
-aber, wie gesagt, die Stöcke Kraft und guten Boden,
-so treiben diese Reserve-Augen mit den Haupt-Augen
-zugleich fort, und auch diese aus den Reserve-Augen
-entstandenen Reserve-Ruthen bringen ihre Trauben.
-Ich habe einmal in einem guten Weinjahre an den
-meisten Hauptruthen drei und an den Reserve-Ruthen
-zwei, und also fünf Trauben auf einer
-Stelle gehabt. An einigen Stöcken hatten sogar die
-Hauptruthen 4 und die Reserve-Ruthen 3 Trauben.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap26">26.<br />
-<span class="gesp">Vom zweiten, dritten und vierten Anbinden
-oder Heften.</span></h2>
-
-<p>Wenn nun die Ruthen länger werden, so muß
-man sie anheften, damit sie sich nicht umbeugen und
-von Wind- und Regenstürmen abgebrochen werden.
-Es ist auch dieses Anheften um der Trauben willen
-nöthig, weil dieselben sonst, wenn sie zu groß und
-schwer werden, mit der Ruthe zugleich abbrechen
-können. Daher muß man auch die untern Fruchtruthen
-anbinden, ob sie gleich gewöhnlich nicht so
-lang werden, als die obern Zugruthen, welche oft
-mehrere Male angebunden werden müssen. Denn
-zwar nicht die Last der Länge, wohl aber die Last
-der Trauben kann sie später umbeugen und brechen.
-Dieses Anheften muß aber durchaus noch vor der
-Blüthenzeit geschehen, denn während derselben darf
-man nicht in den Ruthen herumstören, weil man
-sonst den Blüthenstaub abstreift. Auch kann, wenn
-die nun immer länger werdenden Ruthen nicht angebunden
-sind, Sturm und Wetter dieses Abstreifen
-verursachen, oder die schwebenden Ruthen zerbrechen.
-Bei diesem Heften muß aber mit den noch jungen
-und fetten Ruthen sehr vorsichtig umgegangen werden,
-damit man sie nicht abbricht. Deßhalb dürfen
-sie auch nicht etwa dicht an das Spalier oder an
-die alten Aeste des Stockes angebunden werden, wie
-man das beim ersten Anbinden im Frühjahre thut;
-es ist auch dieses dichte Anbinden sehr oft wegen der
-Fettigkeit und Weichheit der Ruthen nicht möglich
-und noch weniger nöthig. Man faßt mit dem Baste
-eine Stange des Spaliers, oder einen Ast des alten
-Holzes, oder einen nahe liegenden Schenkel oder
-eine Rebe, und zugleich auch die Ruthe dicht unter
-der ersten Traube, und zieht dieselbe nun so weit
-heran, als es sich thun läßt. Dadurch geschieht es,
-daß die Ruthen nun in längere oder kürzere Henkel
-zu hangen kommen, wodurch sich dann der ganze
-Stock nach der Außenseite hin verbreitet und Ruthen
-und Trauben mehr Raum bekommen; denn es braucht
-durchaus nicht Alles dicht an das Spalier angeschnürt
-zu seyn. Meine Stöcke kommen durch dieses
-Henkeln oft ¼, sogar ½ Elle weit und noch weiter
-vom Spaliere und der Mauer ab, und hängen doch
-nicht abwärts, sondern stehen und sehen so glatt,
-als ob sie mit der Zannscheere beschnitten worden
-wären. Das dritte Heften erfolgt nach der Blüthenzeit,
-wo man Alles, was abwärts hängt, ebenfalls
-wieder so anhenkelt, und sollten späterhin wieder
-Ruthen mit ihren nun länger gewordenen Spitzen
-abwärts hängen, so muß man zum vierten Male
-heften, was aber selten und nur bei wenigen, nämlich
-bei den langen Zugruthen nöthig ist. Jetzt kann
-man auch, wie schon gesagt, die abermals abwärts
-hängenden Spitzen abbrechen oder der Haltbarkeit
-wegen um einen nahe liegenden festen Gegenstand
-winden; denn sie können nun nichts weiter nützen.
-In den kürzlich vergangenen Jahren habe ich den
-Versuch gemacht, mir das dritte und vierte Heften
-ohne Nachtheil für den Stock ganz zu ersparen, und
-er ist gelungen. Ich fand nämlich bei genauer Beobachtung,
-daß einige Wochen nach der Blüthenzeit
-alle Ruthen ohne Ausnahme ihre gehörige zum
-Herbste beim Beschneiden nöthige Länge erreicht
-hatten, folglich alles nun noch wachsende Holz überflüßig
-sey. Jetzt fing ich an, alle hervorkommenden
-Spitzen aller Ruthen, sogar die der Zugruthen,
-wegzubrechen, und mit allen in der Folgezeit wieder
-hervorkommenden Spitzen eben so zu verfahren, und
-fand, daß diese Behandlungsweise weder den Trauben
-noch den Ruthen Schaden brachte. Ich hatte
-im Herbste beim Beschneiden nur einen sehr geringen
-Nachtheil davon, nämlich den, daß ich keine, oder
-wenigstens nur sehr wenig Schnittlinge machen konnte:
-denn ich fand größtentheils nur so viel junges Holz,
-als ich brauchte, und konnte einen Schnittling nur
-da erlangen, wo wegen zu vieler Ruthen einige weggeschnitten
-werden mußten. Das von den stehenbleibenden
-Ruthen weggenommene Holz war zu
-Schnittlingen größtentheils zu kurz. Seitdem habe
-ich jedes Jahr wieder so verfahren, und da ich abermals
-keinen Nachtheil gespürt habe, werde ich es
-auch ferner thun, und rathe einem Jeden, eben so
-zu handeln. Nur das zu frühe Verbrechen, nämlich
-vor und in der Blüthenzeit, kann ich nie und nirgends
-anrathen.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap27">27.<br />
-<span class="gesp">Das natürliche Anheften vermittelst der
-Gabeln.</span></h2>
-
-<p>Manche Ruthen heften sich auch selbst an, vermittelst
-der Gabeln; so nennt man die an den Ruthen
-und beiden Trauben hin und wieder hervortreibenden
-Ranken, die sich an den Enden in zwei Theile theilen
-und sich um das Spalier und Alles, was sie
-erreichen können, herumwinden und sehr fest werden.
-Das Erscheinen der ersten Gabel an einer Ruthe ist
-gewöhnlich ein Zeichen, daß nun keine Traube weiter
-kommt. Einige meinen, man müsse diese Gabeln abbrechen,
-denn sie raubten dem Stocke die Kraft.
-Dieß ist ein Irrthum, denn man raubt ja auch dadurch
-den Ruthen ein herrliches Befestigungsmittel,
-welches ihnen die Natur sehr weislich verliehen hat.
-Denn kein Band kann fester werden, als dieses Anklammern
-der Gabeln. Man muß aber dieses Heften
-oder Anhalten nicht zuerst den Gabeln überlassen,
-(denn Wind und Wetter treibt oft die Ruthen aus
-der gehörigen Lage, und sie heften sich alsdann da
-an, wo es sich nicht schickt), sondern man muß das
-erste Anbinden der Ruthen selbst besorgen, damit
-sie in die richtige Lage kommen, und das Anklammern
-der Gabeln für sie nachher ein zweites richtiges
-und noch stärkeres Befestigungsmittel wird.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap28">28.<br />
-<span class="gesp">Von der richtigen Lage der Ruthen.</span></h2>
-
-<p>Die richtige Lage der Ruthen ist folgende: Die
-an jedem Schenkel und jeder Rebe sich befindenden
-untern, gewöhnlich schwächern und kürzern Fruchtruthen
-leitet man durch das Anbinden einwärts nach
-der Mauer zu; die obern längeren und stärkeren
-Zugruthen aber zieht man, so viel es sich thun läßt,
-nach außen, damit sie gutes Licht und Sonne bekommen
-und gehörig reifen können. Denn fehlt es
-diesen Zugruthen an Luft, Licht und Sonnenwärme,
-so bleiben sie blaß und weich, verholzen nicht, und
-man kann sie zum Herbste nicht gebrauchen, sondern
-muß sie, so weit sie grün sind, wegschneiden. Denn
-die Reife, die sie nach dem Abfallen der Blätter und
-den Winter über noch bekommen sollen, ist nicht von
-Bedeutung. Und dieses Erziehen der Zugruthen ist
-eine Hauptsache beim Weinbau. Es ist die Aussaat
-für das nächste Jahr. Zieht man im ersten Jahre
-keine Zugruthen, so hat man im nächsten Jahre
-keine Trauben zu erwarten. Ich habe Weinstöcke
-gesehen, die viele Trauben hatten, recht schön angebunden
-und ganz glatt verbrochen waren, aber nicht
-eine einzige Zugruthe hatten. Solche Stöcke lassen
-sich im Herbste schlecht beschneiden; man findet an
-ihnen lauter kurze und schwache Ruthen, und man
-muß lauter Zapfen und kurze Schenkel schneiden.
-Reben werden gar nicht, und sie bringen natürlich
-im nächsten Jahre nicht die Trauben, die sie gebracht
-haben würden, wenn man ihnen die gehörigen Zugruthen
-gelassen hätte. Am Ende fangen sie gar an,
-zu kränkeln und gehen ein, weil sie durch das beständige
-starke und besonders zu frühzeitige Verbrechen
-in ihrem Wachsthume zu sehr gestört worden
-sind.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap29">29.<br />
-<span class="gesp">Von der richtigen Lage der Trauben.</span></h2>
-
-<p>Den kürzeren Fruchtruthen mit ihren Trauben
-schadet es nicht, wenn sie hinter die Zugruthe und
-deren Blätter kommen. Die kurze Ruthe reift doch
-wohl, und die Trauben gedeihen hinter den Blättern
-im Schatten weit besser und reifen eher, als wenn
-sie zu viel Sonne haben. Alle der Sonne zu sehr
-ausgesetzte Trauben bleiben hart und reifen viel
-später. Die Spitzen der kurzen Ruthen nehme ich,
-wie schon gesagt, gewöhnlich dann, wenn die Trauben
-anfangen, schwer zu werden, und winde sie um
-eine Stange des Spaliers herum, oder wo es sich
-sonst thun läßt. Denn eine solche Ruthe treibt nun
-schon von selbst nicht mehr, die Kraft bleibt unten
-in den Trauben, und durch das Umwinden und
-Befestigen der Spitzen bekommt die Ruthe mit ihren
-Trauben einen sehr guten Halt. Ist aber die
-Ruthe mit ihren Trauben schon durch das Heften
-gehörig befestigt, so kann man auch jetzt, wie ich
-nun durch Erfahrung gefunden habe, die Spitzen
-ohne Nachtheil für Ruthen und Trauben wegbrechen.
-Bei dieser Behandlungsweise, daß ich nämlich vor
-der Blüthenzeit gar nichts, und nach derselben nicht
-zu zeitig verbreche, und die Stöcke auch sehr dicht
-stehen, kommt es freilich dahin, daß in den Sommer-Monaten
-meine Weinspaliere dicht belaubt sind,
-viel Ruthen und wenig Trauben zeigen. Aber was
-von Ruthen vorn seyn und reifen soll, ist doch vorn,
-und die hinter den Blättern steckenden Trauben befinden
-sich da einstweilen sehr gut. Man muß nur
-beim Heften nicht Alles zu eng zusammenschnüren,
-sondern lange Henkel machen, damit Raum in dem
-Dickicht ist. Kommt es nun gegen den Herbst, die
-Zeit der Reife, so wirft der Stock seine größte Kraft
-schon von Natur auf die Trauben und läßt die
-Blätter fahren; einige fallen ganz ab, die meisten
-bleiben zwar, verlieren aber ihre Fettigkeit, fangen
-an, zu welken, fallen und beugen sich zusammen.
-Nun bekommen die hinter denselben versteckt gewesenen
-Trauben so viel Licht und Wärme, als sie zu
-ihrer Reife bedürfen. Aber doch nicht so viel, daß
-die allzu große Hitze die Beeren verhärten könnte.
-Wer aber Alles zu sehr und besonders zu zeitig verbricht
-und entblättert, dem hängen um diese Zeit
-alle Trauben frei in der größten Sonnenhitze. Auf
-fettem Boden stehende Stöcke entblättern sich zwar
-nicht so sehr; ist aber nur gut gehenkelt und nicht
-etwa geschnürt, so kann dennoch Alles gehörig wachsen
-und reifen. Sollten dieselben gar zu dicht werden,
-so kann man durch ein schärferes Abbrechen
-der Spitzen beim dritten und vierten Heften etwas
-Luft machen. Oder, wie schon gesagt worden ist, das
-dritte und vierte Heften ganz unterlassen, und alle
-hervorkommende Spitzen wegbrechen. Denn ich wiederhole
-es nochmals: Wo Raum genug ist, kann
-man ohne Nachtheil alles wachsen lassen; wo dieser
-aber mangelt, da kann man auch hinwiederum ohne
-Nachtheil alles verbrechen. Nur nicht vor und in
-der Blüthenzeit und nicht zu schnell nach derselben.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap30">30.<br />
-<span class="gesp">Vom Abbrechen der Blätter zum Gebrauche.</span></h2>
-
-<p>Aus dem bisher Gesagten gehet nun auch hervor,
-daß an einem nach meiner Art richtig beschnittenen
-Weinstocke nicht ein Blatt übrig ist. Was
-soll man aber thun, wenn man Weinblätter verlangt,
-oder deren selbst bedarf? -- Von den Zugruthen
-darf man sie nicht nehmen. An jedem Blatte steht
-ein Auge, dieses wird von seinem Blatte geschützt,
-auch wird durch dieses Blatt demselben Nahrung zugeführt;
-denn alles auf dem Blatte stehen bleibende
-Thau- und Regenwasser dringt größtentheils durch
-die in dem Blatte und dessen Stiele befindlichen
-kleinen Oeffnungen bis in das Auge hinein und erquickt
-und stärkt dasselbe. Nimmt man ihnen nun
-dieses Blatt, so zerstört man den Befruchtungs-Kanal,
-und es wird in seinem Wachsthume gehindert;
-und geschieht dieß gleich unten an den Zugruthen,
-wo sie die Trauben haben, so beraubt man zugleich
-auch den Trauben die Schutz- und Nahrungsmittel.
-Von den übrigen kürzern Fruchtruthen darf man sie
-nun ebenfalls nicht nehmen, denn sie sind auch hier
-die Beschützer und Ernährer der daran befindlichen
-Augen und Trauben. Es giebt aber oft außer den
-Zug- und Fruchtruthen noch einige unfruchtbare
-Ruthen, die keine Trauben bekommen haben, und
-zu den Zugruthen zu schwach sind. Auch kommen
-oft unten am Stocke oder etwas weiter hinauf aus
-dem alten Holze Ruthen heraus, die weder Trauben
-haben, noch zu Zugruthen taugen, und allenfalls im
-Herbste beim Beschneiden einen Zapfen geben können.
-Man nennt sie bekanntlich Wasserruthen. Von
-diesen beiden, den oben genannten unfruchtbaren
-und den Wasserruthen, kann man Blätter nehmen,
-wenn man welche gebraucht. Hier thut es nicht viel
-Schaden, besonders an den obern Enden, die ja
-ohnedieß im Herbste weggeschnitten werden. An
-den obern Enden könnte man allenfalls auch von
-den Zug- und Fruchtruthen Blätter wegnehmen, aber
-nicht eher, als nach dem dritten und vierten Heften,
-wo man auch die ganze Spitze wegbrechen kann.
-Vor und während der Blüthenzeit aber ist nirgends
-ein Blatt übrig; es macht ohnedem das Abbrechen
-eines solchen fetten Blattes eine Wunde, die im
-zeitigen Frühlinge sogar blutet. Braucht man aber
-die Blätter nicht nothwendig, so lasse man auch die
-für entbehrlich erklärten stehen. Es ist große Thorheit,
-solche oder wohl gar ganze Ruthen für das
-Vieh abzubrechen, ohne vorher überlegt zu haben,
-ob sie auch wirklich überflüssig waren oder nicht, und
-ob es also Nutzen oder Schaden bringen konnte.
-Denn, ich wiederhole es nochmals, hat man im
-Herbste nach meiner Art richtig beschnitten, so kann
-man, wo Raum genug ist, vom Frühjahre an bis
-zum Herbste, alles daran ungestört und ohne Nachtheil
-wachsen lassen. Es kann schon, dem Schnitte
-gemäß, nicht mehr wachsen, als nöthig ist. Ich
-weiß dieß aus mehrjähriger Erfahrung, und freue
-mich, diese Entdeckung gemacht zu haben, denn sie
-überhebt mich der wirklich schwierigen Arbeit des
-frühzeitigen Verbrechens, wobei man sich nicht genug
-in Acht nehmen kann, daß man den jungen
-fetten Ruthen und zarten Träubchen nicht Schaden
-thut. Dieser Schaden kann aber beim Verbrechen
-zur Zeit des dritten und vierten Heftens, spät nach
-der Blüthenzeit nicht geschehen. Jetzt können die
-abgebrochenen überflüssigen Spitzen zum Futter für’s
-Vieh benutzt werden.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap31">31.<br />
-<span class="gesp">Einrichtungen zur Erleichterung des mühsam
-scheinenden Begießens.</span></h2>
-
-<p>Ich erwähne diesen Gegenstand nochmals, um
-zu zeigen, welch’ eine wesentliche Arbeit dieß beim
-Weinbau ist. Ich habe es in dem vergangenen
-trockenen Sommer an einem Spaliere absichtlich unterlassen,
-um dessen Nutzbarkeit nochmals zu erproben,
-und sie zeigt sich nun mehr, als zu deutlich.
-Dieß Spalier hat magere Träubchen, die wohl schwerlich
-zur Reife gelangen werden. Die begossenen
-Spaliere aber prangen mit fettem Wuchs und schönen
-Trauben, die eine zeitige Reife versprechen. Damit
-nun aber auch das Begießen gehörig nützen
-kann, so muß man die Vertiefung und die Dämmchen
-unten am Spaliere bei den Wurzeln immer in
-gutem Stande erhalten. Thut man dieß nicht, so
-darf man sich nicht wundern, wenn auch bei fleißigem
-Begießen die Weinstöcke nicht gedeihen. So
-ging es einem meiner Bekannten. Ich besah seine
-Stöcke, und fand sie auf einer festen Erhöhung von
-Erde stehend, von der jeder Tropfen Wasser augenblicklich
-wieder ablaufen mußte. Das hieß nun,
-Wasser auf eine umgekehrte Schüssel gießen und
-sich dabei wundern, daß es nicht eindringen will;
-oder dem Durstigen den Trank über den Kopf gießen,
-und es sich befremden lassen, daß er dabei noch immer
-über Durst klagt. Ich machte nun am Stocke
-unten die gehörige Vertiefung nebst den zwei Dämmchen,
-vermehrte die Stöcke durch das Verjüngen einiger
-niedern Aeste und ließ die Vertiefung alle 8
-Tage voll Wasser gießen. In Zeit von 4 Wochen
-hatten die Ruthen 2 Ellen hoch getrieben, und jetzt,
-nach Verlauf von 5 Jahren, bekleiden diese Stöcke
-den ganzen Giebel des Hauses und bringen Trauben
-im Ueberfluß. Deßhalb muß auch ein Weinstock,
-wie schon gesagt, eine bis zwei Ellen breit vom
-Spaliere ab gehörig umzäunt seyn, damit kein Vieh
-hinzugehen und die Vertiefung nebst den Dämmchen
-verderben kann. Um sich des mühsamen Hintragens
-des Wassers bis an das Spalier zu erleichtern, suche
-man sich einige hölzerne Wasserrinnen zu verschaffen,
-die von einem Brunnen oder einem nahen Wasserbehälter
-bis an das Spalier reichen. Dann ist das
-Begießen, zumal bei einer Pumpe, ein Geschäft
-für ein Kind, das auf diese Art binnen einer Stunde
-einige hundert Eimer Wasser hinschaffen kann, und
-die geringen Kosten der Rinnen bringt eine einzige
-Traubenlese wieder ein. Freilich muß aber auch,
-wie gesagt, die Vertiefung gehörig wagerecht seyn,
-damit ein Stock so viel bekommt, wie der andere.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap32">32.<br />
-<span class="gesp">Reinigung des Weingartens.</span></h2>
-
-<p>So nenne ich den eine bis zwei Ellen breiten
-Raum von der Mauer bis an die Umzäunung. Diese
-Stelle muß immer rein gehalten und nichts weiter
-darauf gepflanzt werden. Es darf deßhalb dieses
-Weingärtchen nicht zugleich den Blumen-, Petersilien-
-und Pflanzengarten mit ausmachen. Auch muß man
-darinnen kein Gras oder Unkraut aufkommen lassen.
-Wo dieß geschieht, oder wo wohl gar dicht an den
-Stöcken Hühner, Hunde und Katzen ihr Faulbettchen
-aufschlagen, und die Weiber diesen Ort zu einer
-Niederlage von Bouteillen, Aeschen, Schüsseln, alten
-Töpfen und dergl. gebrauchen, auch wohl den Herbst
-und Winter über Kraut und Rüben daselbst aufbewahren,
-da kann freilich der Weinstock nicht gut
-gedeihen.</p>
-
-<p>„Welche Mühe und Arbeit machen Sie sich mit
-Ihren Weinstöcken!” sagte oft der Eine oder der
-Andere zu mir. „Der und Jener dort thut gar nichts
-an seinen Stöcken, und hat eben so viel, wohl noch
-mehr Trauben, als Sie.” Dieß kann der Fall seyn;
-denn das weiß ich auch, daß alte, tief eingewurzelte
-Stöcke auf gutem Boden oft einige Jahre lang ohne
-regelmäßige Behandlung dennoch gedeihen und
-Früchte tragen können. Man lasse das aber so fortgehen,
-so werden nach mehreren Jahren diese Stöcke
-einer wild verwachsenen Dornenhecke gleichen, wie
-ich einen solchen gesehen und oben schon beschrieben
-habe. Kommt nun ein kalter Winter, in welchem
-glücklicherweise das ganze Dornengestrüppe bis auf
-die Wurzeln erfriert, so daß er rein abgeschnitten
-also untersetzt werden muß, und folglich nun wieder
-einige Jahre ohne regelmäßige Behandlung gut treiben
-und viele Trauben bringen kann: dann wird der
-unwissende Besitzer seinen Irrthum nicht gewahr,
-sieht es nicht ein, daß ihm die Natur zu Hülfe gekommen
-ist, welche seinen verwilderten, der gänzlichen
-Unfruchtbarkeit sich nahenden Weinstock durch den
-Frost untersetzt hat, was an ihm hätte geschehen
-müssen, wenn er nicht erfroren wäre und noch länger
-hätte Trauben bringen sollen. Denn wenn solche
-Stöcke, an denen gar nichts gethan wird, nicht einmal
-erfrieren, so sehen sie am Ende sehr elend aus
-und haben unten eine Menge altes, kahles, verwachsenes
-Holz und oben an der Spitze des Daches
-einige Ruthen mit Trauben. Stünde ein solcher
-Stock an einem Kirchthurme, er würde bald, wenn
-ihn kein Frost untersetzte, mit seinen Ruthen und
-Trauben die Fahne erreichen und vor Diebstahl
-ziemlich gesichert seyn.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap33">33.<br />
-<span class="gesp">Das Erretten einiger Ruthen und Trauben vom
-Verderben im Frühjahre.</span></h2>
-
-<p>Wenn im Frühjahre die Augen aufbrechen und
-die Ruthen anfangen zu treiben, so trifft es sich oft,
-daß einige stark und fett treibende Ruthen mit den
-Spitzen an eine Stange des Spaliers, an altes
-Holz oder an die Mauer anstoßen, sich umbeugen
-und abbrechen. Da hat man nun fleißig nachzusehen,
-und wo man dieses bemerkt, den fetten Wuchs sanft
-abwärts zu beugen; wenn er dieß aber vielleicht nicht
-aushalten könnte, so muß man den Schenkel oder
-die Rebe, woran er sich befindet, losschneiden, und
-so anbinden, daß die Ruthe frei wachsen kann. Auf diese
-Weise habe ich oft ein Schock Trauben gerettet, die
-sonst verloren gegangen wären. Denn kaum ist die
-Ruthe einen Zoll lang, so zeigt sich auch schon die
-erste Traube und bald auch die zweite, ehe noch die
-Blätter sich gehörig entfaltet haben. Läßt man nun
-die Ruthen in ihrem Entstehen verderben, so verderben
-damit auch zugleich die Trauben. Werden
-die Ruthen länger und entfalten sich die zarten
-Blätter, so steht gewöhnlich die erste Traube am
-dritten, vierten oder fünften Blatte, je nachdem die
-Art ist. Am nächsten Blatte kommt die zweite
-Traube zum Vorschein, ein, auch zwei Blätter über
-dieser die dritte, und bei manchen Sorten in derselben
-Entfernung auch die vierte. Mehr habe ich aber
-noch an keiner gesehen. Meine weißen und gelben
-Sorten sind von der Art, die blauen aber haben
-nicht an jeder Ruthe zwei, vielmehr an einigen sogar
-nur eine Traube. Dagegen sind aber ihre Trauben
-größtenteils eine Viertel-, oft beinahe eine halbe
-Elle lang, haben am obern Ende viele kleine Nebentrauben,
-und die Beeren sind von der Größe einer
-Herzkirsche.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap34">34.<br />
-<span class="gesp">Vom Anpflanzen der Weinstöcke im Freien
-oder an Bäumen.</span></h2>
-
-<p>Wenn man Weinstöcke ins Freie oder an Bäumen,
-Lauben, Pyramiden und dergl. anpflanzen
-will, so werden sie eben so behandelt, wie bisher beschrieben
-worden ist. Sie gedeihen daselbst auch
-eben so gut, als an Gebäuden und Mauern, nur
-daß die Trauben später reifen und die Fröste im
-Mai ihnen leicht schaden können, weil sie dem Luftzuge
-mehr ausgesetzt sind. Hohe Bäume, mit langen,
-kahlen, weit ausgebreiteten Aesten, sind natürlich
-hierzu am besten. Niedere hingegen, mit vielen
-buschichten Zweigen, sind gar nicht dazu tauglich.
-Sie rauben den Stöcken zu viel Sonne und ihre
-Ruthen haben keinen Raum unter den dicht belaubten
-Zweigen des Baumes. Ueberhaupt thut man
-wohl, besonders wenn die Wurzeln des Baumes etwas
-hoch liegen, wenn man den Stock nicht zu dicht
-an denselben, sondern eine bis zwei Ellen weit davon
-entfernt steckt, und einen langen Ast oder eine
-Rebe in der Erde hin in einer schmalen Rinne bis
-an den Baum leitet. Befestigen kann man die
-Ruthen des Stockes hier leicht, wenn man in einer
-Entfernung von einer halben Elle starke Bastbänder
-um den Stamm des Baumes bindet, und an dieselben
-nun mit schwächern Bändern die Ruthen befestigt.
-Steht er ganz im Freien, so muß man ihn
-mit in die Erde geschlagenen Pfählen und daran befestigten
-Querstangen befestigen. Eine Weinlaube
-muß etwas hoch und pyramidenähnlich gebauet seyn,
-oder von zwei Seiten ein recht steiles Dach oder
-Sparrwerk haben. Will man die Trauben eines im
-Freien stehenden langen Weinspalieres zeitig zur
-Reife bringen, so muß man hinter dasselbe auf der
-Nachtseite starke lange Pfähle setzen, und an dieselben
-vermittelst einiger Haken von starkem Drahte
-eine aus starkem Papiere oder schwacher Pappe gemachte
-schwarzgefirnißte Hängewand befestigen. Es
-läßt sich dieselbe, wenn sie gut aufbewahrt wird,
-viele Jahre lang gebrauchen.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap35">35.<br />
-<span class="gesp">Schutzmittel gegen die späten Fröste im Mai
-und Juni.</span></h2>
-
-<p>Gegen diese Feinde des Weinstocks, nämlich die
-späten Fröste im Mai, (Pancratius und Servatius &amp;c.),
-giebt es freilich wenige ganz sichere Schutzmittel.
-Weil man eines Theils nicht gewiß weiß, wann ein
-solcher Frost kommen wird, und wenn man es auch
-wüßte, die schon mit Ruthen und Trauben besetzten
-Stöcke nicht herunterlegen und zudecken kann, ohne
-sie bedeutend zu beschädigen. Das beste Mittel wäre
-freilich, den Abend vorher, an welchem man aus
-der kühlen Abendluft oder andern Kennzeichen einen
-solchen Frost vermuthet, die Spaliere mit einer
-Decke von grober Leinwand, welche auf der, dem
-Stock zugekehrten Seite mit Löschpapier überzogen
-wäre, zu bedecken. Diese Decke müßte dann mit
-Nägeln und Henkeln behutsam an das Gebäude angeheftet
-werden. Freilich wäre dieß sowohl kostspielig,
-als mühsam, besonders bei großen Spalieren;
-jedoch wäre dieses Schutzmittel gegen den Frost
-um diese Zeit schon hinreichend. Bei wenigen, besonders
-niedrigen Stöcken dürfte beides, Aufwand
-und Mühe, nicht so bedeutend, der Nutzen aber groß
-seyn; denn man verliert durch einen solchen Frost
-nicht allein die Trauben für dieß Jahr, sondern bekommt
-auch schwache Ruthen, die im folgenden
-Herbste bloß zu Zapfen und kurzen Schenkeln geschnitten
-werden können, und also im folgenden
-Jahre entweder gar keine oder nur sehr wenige,
-magere Trauben bringen. Denn obschon die erfrornen
-Stöcke bald wieder ausschlagen, so haben sie
-doch kein rechtes Gedeihen, und man thut wohl,
-wenn man vor dem Herbste nichts daran thut, sondern
-das Erfrorne nach und nach von selbst abfallen
-und abwelken läßt. Einige rathen auch, am Abend
-vorher, wenn man einen solchen Frost vermuthet,
-Fässer und Wannen mit kaltem Brunnenwasser dicht
-unten an das Weinspalier zu setzen; es soll den
-Frost von demselben ab- und an sich ziehen; noch
-besser soll es seyn, wenn man Strohseile oben an
-das Spalier bindet, mir den untern Enden in die
-Wassergefäße legt, und daselbst mit darauf gelegten
-Steinen befestiget. Am mühsamsten wäre wohl das
-Räuchern, d. h. mit einem Becken voll glühender
-und dampfender Kohlen die ganze Nacht am Spaliere
-hin und her gehen, was man zuweilen in Weinbergen
-zu thun pflegt.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap36">36.<br />
-<span class="gesp">Behandlung der im Winter erfrornen Stöcke.</span></h2>
-
-<p>Vor den Winterfrösten kann man die Stöcke,
-wie gesagt, am besten durch das Niederlegen und
-Zudecken schützen, oder, wenn kein Raum dazu vorhanden
-ist, durch das Verbinden und Umwinden mit
-Stroh, oder Behängen des Spaliers mit solchen
-Nadel- und Laubholzsträuchen, die im Winter Laub
-und Nadeln nicht verlieren. Es ist immer besser,
-diese kleine Mühe nicht zu scheuen, als den Stock
-erfrieren zu lassen. Er schlägt zwar im nächsten
-Jahre wieder aus, wird aber erst nach Verlauf von
-3 bis 4 Jahren wieder das, was er gewesen ist.
-Manche schneiden, wenn der Stock erfroren ist, gleich
-im Frühjahre alles erfrorne Holz bis auf die Erde
-weg. Dieses Verfahren ist nicht ganz gut; denn
-der Stock verblutet sich durch die daraus entstandenen
-vielen und großen Wunden zu sehr. Ich würde
-in dieser Lage um diese Zeit nur das obere schwache
-Holz wegnehmen, von welchem wegen gänzlicher Erstorbenheit
-keine Verblutung zu befürchten ist. Denn
-im Frühjahre muß überhaupt, besonders an gesunden
-Stöcken, gar nicht geschnitten werden. Besser ist es
-auch den erfrornen Stock erst wieder ausschlagen zu
-lassen, und das übrige alte, starke, erfrorne Holz
-erst dann abzuschneiden, wenn er nicht mehr blutet;
-nämlich zu Johanni. Freilich muß man sich dann
-in Acht nehmen, daß man bei diesem schwierigen
-Geschäfte den jungen, fetten Wuchs nicht verdirbt.
-Hat man aber das meiste schwache Holz schon im
-Frühjahre weggenommen, so macht es sich leichter.
-Es muß auch das zu Johanni abgeschnittene alte,
-erfrorne Holz nicht gleich weggenommen werden,
-sondern man läßt es, wenn es fest hängt, und die
-jungen, daran geklammerten Ruthen sich nicht gut
-davon lösen, hinter und unter demselben stehen bis
-zum Herbste. Von den jungen Wasserruthen eines
-solchen Stockes, deren gewöhnlich sehr viele sind, und
-welche in diesem Jahre selten Trauben haben, schneidet
-man nun im nächsten Herbste die schwächsten
-ganz weg, die stärkeren zu Zapfen, die noch stärkeren
-zu Schenkeln, und die stärksten zu Reben. Sie
-dürfen aber auch hier nicht länger seyn, als schon
-gesagt worden ist. Man verdirbt den ganzen Stock
-auch hier gleich in seinem neuen Entstehen wieder,
-wenn man sich durch die freilich schönen, langen
-Ruthen, die ein solcher Stock treibt, verleiten läßt,
-mehr davon stehen zu lassen, als nöthig ist. Es
-müßte denn eine Sorte seyn, die auch an langen
-Reben von unten an bis oben hinauf gute Ruthen
-und Trauben brächte; da könnte man allerdings von
-der Regel eine kleine Ausnahme machen. Im folgenden
-Jahre bringen nun solche Stöcke wieder
-reichliche und gute Trauben.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap37">37.<br />
-<span class="gesp">Vom Senken oder Vermehren der Stöcke.</span></h2>
-
-<p>Das Senken, als ein Vermehrungsmittel der
-Weinstöcke und Verlängerung des Spaliers verdient
-nun noch einer besondern Erwähnung. Hat man
-schon einen Weinstock von guter Art an einem Gebäude
-oder sonst wo stehen, und rechts und links
-neben demselben noch Raum zu mehreren, so nimmt
-man von beiden Seiten längere und kürzere Aeste,
-oder lange Ruthen, die dicht an der Erde unten,
-oder wenigstens nicht weit davon aus dem Stocke
-gewachsen sind, herunter, und macht eine eine halbe
-Elle tiefe aber etwas breitere Grube längs des Spaliers
-auf beiden Seiten desselben. In diese legt
-man die eben genannten kürzeren und längeren Aeste
-so, daß sie sich in der Grube nicht berühren, damit
-ein jeder für sich Raum behalte, seine Wurzeln zu
-treiben, und läßt die äußersten Enden derselben, an
-welchem aber nur Zapfen sich befinden dürfen, eine
-Viertel-Elle lang aus der Erde hervorragen. Sie
-können auch ganz bis an die Zapfen in die Erde
-kommen, so daß sich blos 2 bis 3 Augen zeigen.
-Diese bilden nun neue Stöcke; die kürzeren zunächst
-beim Hauptstocke, die längeren weiter davon entfernt.
-Theilt sich der herabgenommene Ast nach seinem
-Ende zu nach und nach in mehrere Aeste, so ist es
-desto besser; man kann alsdann aus diesen Seiten-Aesten
-oder auch Ruthen mehrere Stöcke machen, dadurch,
-daß man einen jeden mit seinem äußersten
-Ende und den daran befindlichen Zapfen da aus der
-Erde hervorragen läßt, wohin er reicht. Doch dürfen
-diese Senker nicht dichter, als eine Elle neben einander
-zu stehen kommen. Sollten etwa im nächsten
-Jahre zwischen den eine Elle weit stehenden Senkern
-noch Ruthen aus der Erde hervor schießen, so muß
-man diese wegbrechen, sonst entstehen der Stöcke zu
-viele. Denn noch dichter, als eine Elle, darf man
-sie nicht aufkommen lassen. Man kann dazu auch
-junge, aus dem alten Holze unten getriebene Wasserruthen
-benutzen. Diese dürfen aber nur mit 2,
-höchstens 3 Augen aus der Erde hervorstehen; es
-ist, wie bekannt, auch eins schon hinreichend, wenn
-es vor dem Verderben hinlänglich gesichert werden
-kann. Dieß ist es, was man Senken nennt, und
-man kann dasselbe auch im Frühjahre noch vornehmen;
-besser ist es aber auch hier im Herbste,
-und zwar gleich nach dem Beschneiden, oder den
-Winter über, wenn Frost und Schnee nicht daran
-hindern. Solche Senker treiben im ersten Sommer
-schon sehr starke Ruthen, oft sogar Trauben und
-können im nächsten Herbste, wenn sie auf der Stelle
-stehen sollen, die schwächern zu Zapfen, die stärkern
-zu ½- bis ¾elligen Schenkeln, auch wohl zu Reben
-von einer Elle lang geschnitten werden. Im zweiten
-Sommer bringen sie schon mehrere schöne Trauben.
-Ich habe auf diese Weise von einem einzigen Stocke
-ein Spalier von 14 Ellen lang angelegt, welches
-mir nun seit 7 Jahren alle Jahr eine große Menge
-Trauben geliefert hat. Es ist nicht nöthig, diese
-Senker im folgenden oder einem der nächsten Herbste
-vom Stocke abzuschneiden, besonders wenn sie sich
-ganz unten an demselben befinden, und von da aus
-gleich mit Erde so überdeckt sind, daß man das
-Senken gar nicht bemerkt. Ein anderes ist es, wenn
-sie höher am Stocke stehen. Da würde man allerdings
-wohlthun, sie in einem der nächsten Herbste
-abzuschneiden; denn sie bilden sonst unförmliche Bogen.
-Oft treiben diese Wasserruthen; soll nun der
-Senker am Stocke bleiben, so muß man solche gleich
-bei ihrem Entstehen verbrechen, oder gleich ganz vernichten,
-denn sie können nichts nützen, weil der Bogen
-im Herbste weggeschnitten wird, und rauben also
-dem Stocke und dem Senker nur die Nahrung.
-Doch habe ich auch einmal, theils um Erfahrung
-zu machen, theils noch leeren Raum am Spaliers
-auszufüllen, das Gegentheil versucht, und es gelang.
-Ich ließ nämlich die an einem Bogen treibenden
-drei Wasserruthen stehen, und düngte und begoß den
-Senker und den Hauptstock den ganzen Sommer
-durch mit Schlammwasser, habe aber nicht bemerkt,
-daß eins von allen dreien Schaden gelitten hätte. Der
-Senker trieb gut und hatte sogar Trauben, die sehr schön
-wurden. An den Ruthen und Trauben des Hauptstockes
-mangelte nichts, und die drei am Bogen befindlichen
-Ruthen wurden so kräftig, daß ich im nächsten Herbste
-die schwächere zu einem Zapfen, die stärkere zu einem
-halbelligen Schenkel, und die stärkste zu einer Rebe
-von einer Elle schneiden konnte. Jetzt schnitt ich nun
-den Bogen nicht am Hauptstocke, sondern am andern
-Ende über der letzten Ruthe ab, bog den noch übrigen
-am Senker hängenden Theil des alten Holzes
-in die Erde, um dadurch dessen Wurzeln noch zu
-vermehren. Den Bogen selbst aber bog ich nun
-wieder in die Höhe nach dem Hauptstocke zu. Er
-bildete jetzt wieder einen niedrig stehenden Ast, diente
-zur untern Bekleidung einer noch kahlen Stelle, und
-brachte im nächsten Jahre schöne Trauben. Auf
-gutem Boden und bei recht guter Abwartung kann
-ich dieses Verfahren anrathen; unter andern Umständen
-möchte es wohl mißlingen.</p>
-
-<h2 class="textbody" id="Chap38">38.<br />
-<span class="gesp">Vom Verpflanzen der Senker.</span></h2>
-
-<p>Sollen nun die Senker nicht am Hauptstocke
-bleiben, sondern im nächsten Herbste weiter verpflanzt
-werden, was allerdings im Herbste geschehen muß,
-weil sonst, wenn man es im Frühjahre thun wollte,
-der Hauptstock und Senker an der bedeutenden, beim
-Abschneiden verursachten Wunde sich verbluten würde,
-so kann man die an den Bogen wachsenden Ruthen
-stehen lassen und sehr gut benutzen. Sollten sie
-auch auf magerm Boden nebst den Ruthen des
-Senkers gerade nicht so lang und kräftig werden,
-so sind sie ja im nächsten Herbste doch einmal bloß
-zu Zapfen bestimmt. Um diese Zeit schneidet man
-nun den Bogen, woran der Senker hängt, dicht am
-Hauptstocke weg, damit die dadurch an demselben
-entstehende bedeutende Wunde gut verwachsen kann,
-nimmt ihn aus der Erde, und hat nun einen Senker,
-der an beiden Enden Ruthen und in der Mitte
-Wurzeln hat. Die Ruthen werden dann an beiden
-Enden, die stärkeren zu Zapfen, die schwächeren aber
-ganz weggeschnitten. Es dürfen aber von den stärkeren
-nur 2, höchstens 3 bleiben, im Fall er mehr
-getrieben haben sollte. Mann kann dieses Beschneiden
-auch vornehmen, ehe man den Senker aus der
-Erde nimmt; es geht sich dann besser damit um.
-In der Mitte, wo die Wurzeln sind, schneidet man
-nun so durch, daß jeder Theil Wurzeln behält,
-und so hat man zwei Senker oder Wurzlinge.
-Man kann das Ganze aber auch beisammen lassen
-und beide Enden mit ihren Zapfen an dem Orte,
-wohin sie verpflanzt sind, aus der Erde hervorgehen
-lassen; so giebt dieß zwei Stöcke, die in der Erde
-gemeinschaftliche Wurzeln haben. Ich habe aber
-auch solche Bogen mit Wurzeln abgeschnitten und
-gesteckt, ob sie schon keine Zapfen mit Augen hatten
-und sie trieben im ersten Sommer aus dem alten
-Holze schöne Wasserruthen. Hieraus geht hervor,
-daß man auch alte Stöcke mit ihren mehrsten Wurzeln
-herausgraben und weiter pflanzen kann, ob
-man gleich dabei alles Holz bis auf eine Viertel-
-oder halbe Elle wegschneiden muß. Sie treiben
-auch ohne Augen wieder Ruthen und wachsen fort,
-wenn man sie nur im ersten Sommer gehörig abwartet.
-Unnöthiger Weise muß man aber keine
-Senker machen; denn vieles und öfteres Senken ist
-dem Hauptstocke nicht zuträglich, sondern beraubt ihn
-nach und nach seiner natürlichen Kraft. Ist man
-aber in der Lage, daß man gern viele Senker für
-sich und Andere haben will und muß, so thut man
-besser, wenn man sich von allen den Sorten, von
-denen man senken will, einen Stock an einem Ort,
-besonders pflanzt, wo ringsumher viel Raum ist,
-und von diesem Stocke jeden Herbst die meisten
-Ruthen zu Senkern einlegt. Der Stock, wenn er
-nicht zu kraftlos ist und guten Boden hat, pflegt
-seine Senker und treibt auch dabei wieder Wasserruthen,
-die im folgenden Herbste zu Senkern benutzt
-werden können. Ich habe einen solchen Stock
-mehrere Jahre dazu benutzt, und deshalb bloß den
-Mutterstock genannt. Er ist bei alledem aber so
-kraftvoll, daß er nicht allein fette Ruthen treibt,
-sondern an demselben sogar auch Trauben bringt.
-Freilich ist es ein 15jähriger kräftiger Stock, welcher
-auf gutem Boden steht.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Dieß, lieber Leser, sind nun meine im Weinbau
-gesammelten, und auf Erfahrung gegründeten Beobachtungen.
-Habe ich dem Einen und dem Andern
-damit genützt, so soll es mich sehr erfreuen. Kann
-mich irgend Einer auf einen Irrthum aufmerksam
-machen, der ja bei allem menschlichen Thun so häufig
-vorkommt, so will ich es mit Dank annehmen und
-der bessern Belehrung gern Beifall geben. Und
-sollten sachkundige Männer auch die zweite Auflage
-dieser kleinen Schrift als eine wirklich verbesserte,
-und wegen ihrer Brauchbarkeit empfehlungswerth
-anerkennen, so wird mir dieß ein mächtiger Antrieb
-zu herzlich demüthigen Danke und neuer stärkerer
-Thätigkeit seyn.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p class="center noindent highline2 fsize80">Druck von <span class="gesp">Joh. Friedr. Glück</span> in Leipzig.</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<p><b>Bei dem Verleger dieses Buches sind noch folgende
-empfehlenswerthe Bücher erschienen:</b></p>
-
-<p class="adtitle"><span class="gesp">Die Aufsicht des Geistlichen über die Volksschule</span>,
-nach den Grundsätzen des deutschen Schulrechtes.
-Ein Beitrag zur Pastoralklugheit von K.
-<span class="gesp">Kirsch</span>, Diaconus und ersten Mädchenlehrer zu Königsbrück.
-gr. 8. 30½ Bogen. Preis 2 Thaler.</p>
-
-<p>Die Aufsicht über die Volksschule, dieser höchst wichtige
-Theil der geistlichen Amtsführung, wird in den Lehrbüchern
-der Pastoralklugheit meistens nur sehr oberflächlich behandelt;
-desto willkommner muß jedem Schulinspector ein Buch sein,
-welches, wie das oben angekündigte, sich über <span class="gesp">alle Gegenstände
-der Schulaufsicht</span> verbreitet. Die Brauchbarkeit
-des Werkes wird dadurch erhöht, daß es auf <span class="gesp">die Gesetzgebung
-aller deutschen Länder</span> Rücksicht nimmt.</p>
-
-<p>Als ein Anhang zu diesem Buche ist von demselben Verfasser
-erschienen:</p>
-
-<p class="center noindent blankbefore">„Entwurf eines Unterichtsplanes für Volksschulen”<br />
-gr. 8. <span class="padl3 padr3">11 Bogen.</span> Preis ⅔ Thlr.<br />
-und verdient besonders auch von Schullehrern benutzt zu werden.<br />
-</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p class="adtitle"><span class="gesp">Predigtbuch</span> auf alle Sonn- und Festtage des Kirchenjahres
-von <span class="sstype">Dr.</span> <span class="gesp">A. L. G. Krehl</span>, Universitätsprediger
-und der prakt. Theologie ordentlicher Professor zu
-Leipzig. 2 Bände. <span class="gesp">Zweite</span> durch viele neue Predigten
-vermehrte und verbesserte Auflage. 88 Bogen in gr. 8.
-Preis 3½ Thaler.</p>
-
-<p>Der Verf. übergiebt dem größern Publikum in dieser vollständigen
-das ganze Kirchenjahr umfassenden Predigtsammlung
-ein Erbauungsbuch, in welcher alle Hauptlehren der christl. Wahrheit
-deutlich entwickelt, in die engste Beziehung zur Gegenwart
-gesetzt, und wo es nöthig schien, vertheidigend behandelt sind.
-Die Darstellung verbindet Klarheit mit Würde und Kraft.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p class="adtitle"><span class="gesp">Sachsens große Erinnerungen.</span> Ein Kreis von
-Gedichten von <span class="gesp">Bruno Lindner</span>. 13 Bogen in
-8. geheft. Preis 1 Thaler.</p>
-
-<p>Es war die Absicht des Verfassers bei dieser Sammlung von
-Gedichten, seinem sächsischen Volke die reiche Geschichte des
-Vaterlandes in einzelnen Bildern vor’s Auge zu führen. Dem
-Landmann wie dem Bürger, namentlich der heranwachsenden
-Jugend sollten die erhebendsten Thatsachen, die edeln Züge der
-sächsischen Fürsten und Helden in einfacher dichterischer Behandlung
-zur Belebung des volksthümlichen Geistes dargestellt werden.</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Anweisung zum Weinbau an Gebäuden
- Mauern, Lauben und Bäumen, by Johann Gottfried Bornemann
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ANWEISUNG ZUM WEINBAU AN ***
-
-***** This file should be named 53013-h.htm or 53013-h.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/5/3/0/1/53013/
-
-Produced by Thomas Westhoff, Harry Lamé and the Online
-Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
-transcription was produced from images generously made
-available by Bayerische Staatsbibliothek / Bavarian State
-Library.)
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions will
-be renamed.
-
-Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
-law means that no one owns a United States copyright in these works,
-so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
-States without permission and without paying copyright
-royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
-of this license, apply to copying and distributing Project
-Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
-concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
-and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
-specific permission. If you do not charge anything for copies of this
-eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
-for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
-performances and research. They may be modified and printed and given
-away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
-not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
-trademark license, especially commercial redistribution.
-
-START: FULL LICENSE
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
-Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
-www.gutenberg.org/license.
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
-Gutenberg-tm electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or
-destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
-possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
-Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
-by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
-person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
-1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
-all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
-that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
-free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
-works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
-Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
-comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
-same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
-you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
-in a constant state of change. If you are outside the United States,
-check the laws of your country in addition to the terms of this
-agreement before downloading, copying, displaying, performing,
-distributing or creating derivative works based on this work or any
-other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
-representations concerning the copyright status of any work in any
-country outside the United States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
-immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
-prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
-on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
-phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
-performed, viewed, copied or distributed:
-
- This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
- most other parts of the world at no cost and with almost no
- restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
- under the terms of the Project Gutenberg License included with this
- eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
- United States, you'll have to check the laws of the country where you
- are located before using this ebook.
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
-derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
-contain a notice indicating that it is posted with permission of the
-copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
-the United States without paying any fees or charges. If you are
-redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
-Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
-either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
-obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
-trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
-additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
-will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
-posted with the permission of the copyright holder found at the
-beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
-any word processing or hypertext form. However, if you provide access
-to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
-other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
-version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
-(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
-to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
-of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
-Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
-full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
-provided that
-
-* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
- to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
- agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
- within 60 days following each date on which you prepare (or are
- legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
- payments should be clearly marked as such and sent to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
- Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
- Literary Archive Foundation."
-
-* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.
-
-* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.
-
-* You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause.
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org
-
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
-
-
-
-</pre>
-
-</body>
-</html>
diff --git a/old/53013-h/images/cover.jpg b/old/53013-h/images/cover.jpg
deleted file mode 100644
index 4ffde5c..0000000
--- a/old/53013-h/images/cover.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/53013-h/images/cover_sm.jpg b/old/53013-h/images/cover_sm.jpg
deleted file mode 100644
index 3c3f5c6..0000000
--- a/old/53013-h/images/cover_sm.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ