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+The Project Gutenberg EBook of Hinzelmeier, by Theodor Stein
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+this or any other Project Gutenberg eBook.
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+**Welcome To The World of Free Plain Vanilla Electronic Texts**
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+**eBooks Readable By Both Humans and By Computers, Since 1971**
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+*****These eBooks Were Prepared By Thousands of Volunteers!*****
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+
+Title: Hinzelmeier
+ eine nachdenkliche Geschichte
+
+Author: Theodor Stein
+
+Release Date: September, 2005 [EBook #8915]
+[This file was first posted on August 25, 2003]
+[Most recently updated March 29, 2004]
+
+Edition: 10
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HINZELMEIER ***
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+Produced by Mike Pullen and Delphine Lettau.
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+This Etext is in German.
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+This book content was graciously contributed by the Gutenberg Projekt-DE.
+That project is reachable at the web site http://gutenberg.spiegel.de/.
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+Dieses Buch wurde uns freundlicherweise vom "Gutenberg Projekt-DE"
+zur Verfügung gestellt. Das Projekt ist unter der Internet-Adresse
+http://gutenberg.spiegel.de/ erreichbar.
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+Hinzelmeier
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+beim Theodor Storm
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+Eine nachdenkliche Geschichte
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+Die weiße Wand
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+Der Zipfel
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+Die Rose
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+Krahirius
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+Der Eingang zum Rosengarten
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+Ein Meisterschuß
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+Die Rosenjungfrau
+
+Nachbars Kasperle
+
+Der Stein der Weisen
+
+
+
+
+Die weiße Wand
+
+
+In einem alten weitläufigen Hause wohnten Herr Hinzelmeier und die schöne
+Frau Abel: sie waren nun schon ins zwölfte Jahr verheiratet, ja die Leute
+in der Stadt zählten ihnen nach, daß sie zusammen schon fast an die
+achtzig Jahre auf dem Nacken hätten und noch immer waren sie jung und
+schön und hatten weder ein Fältchen vor der Stirn, noch ein Hahnepfötchen
+unter den Augen. Daß dies nicht mit rechten Dingen zugehe, war nun
+freilich klar genug und wenn die Hinzelmeierschen aufs Tapet kamen, so
+tranken die Stadtkaffeetanten drei Näpfchen mehr als am ersten
+Ostersonntagnachmittage. Die Eine sagte: "Sie haben einen Jungbrunnen im
+Hofe!" Die Andere sagte: "Es ist eine Jungfernmühle!" Die Dritte sagte:
+"Ihr Bube, das Hinzelmeierlein, ist mit einer Glückshaube auf die Welt
+gekommen und nun tragen die Alten sie wechselweise, Nacht um Nacht!" Das
+kleine Hinzelmeierlein dachte nun freilich nicht dergleichen; es kam ihm
+im Gegenteil ganz natürlich vor, daß seine Eltern immer jung und schön
+waren; aber gleichwohl bekam auch er sein Nüßchen, das er vergeblich zu
+knacken suchte.
+
+Eines Herbstnachmittags, da es schon gegen das Zwielicht ging, saß er in
+dem langen Korridor des oberen Stockwerks und spielte Einsiedler; denn
+weil die silbergraue Katze, welche sonst bei ihm zur Schule ging, eben in
+den Garten hinabgeschlichen war, um nach den Buchfinken zu sehen, so hatte
+er mit dem Professorspiel für heute aufhören müssen. Er saß nun als
+Einsiedler in einem Winkel und dachte sich Allerhand, wohin wohl die Vögel
+flögen und wie die Welt draußen wohl aussehen möge und noch viel
+Tiefsinnigeres; denn er wollte der Katze darüber auf den andern Tag einen
+Vortrag halten--als er seine Mutter, die schöne Frau Abel, an sich
+vorübergehen sah. "Heisa, Mutter!" rief er; aber sie hörte ihn nicht,
+sondern ging mit raschen Schritten an das Ende des Korridors; hier blieb
+sie stehen und schlug mit dem Schnupftuch dreimal gegen die weiße Wand.
+--Hinzelmeier zählte in Gedanken "eins"--"zwei" und kaum hatte er "drei"
+gezählt, als er die Wand sich lautlos öffnen und seine Mutter dadurch
+verschwinden sah; kaum konnte der Zipfel des Schnupftuches noch mit
+hindurchschlüpfen, so ging alles mit einem leisen Klapp wieder zusammen
+und der Einsiedler dachte nun auch noch darüber nach, wohin doch wohl
+seine Mutter durch die Wand gegangen sei. Darüber ward es allmählich
+dunkler und das Dämmern in seinem Winkel war schon so groß geworden, daß
+es ihn ganz verschlungen hatte, da machte es, wie zuvor, einen leisen
+Klapp, und die schöne Frau Abel trat aus der Wand wieder in den Korridor
+hinein. Ein Rosenduft schlug dem Knaben entgegen, wie sie an ihm
+vorüberstrich. "Mutter, Mutter!" rief er; aber er hielt sie nicht zurück;
+er hörte, wie sie die Treppe hinab und in das Zimmer des Vaters ging. Wo
+er am Vormittag sein Schaukelpferd an den messingenen Ofenknopf gebunden
+hatte. Nun hielt es ihn nicht länger, er sprang durch den Korridor und
+ritt wie der Wind das Treppengeländer hinab. Als er ins Zimmer trat, war
+es voller Rosenduft und es schien ihm fast, als wäre seine Mutter selber
+eine Rose, so leuchtend war ihr Antlitz. Hinzelmeier wurde ganz
+nachdenklich.
+
+"Liebe Mutter", sagte er endlich, "weshalb gehst du denn immer durch die
+Wand?"
+
+Und als Frau Abel hierauf verstummte, sagte der Vater: "Ei nun, mein Sohn,
+weil die anderen Leute immer durch die Tür gehen."
+
+Das war dem Hinzelmeier schon einleuchtend; bald aber wollte er mehr
+erfahren.
+
+"Wohin gehst du denn, wenn du durch die Wand gehst", fragte er weiter,
+"und wo sind die Rosen?"
+
+Aber ehe er sich's versah, hatte der Vater ihn kopfüber aufs Schaukelpferd
+gestülpt und die Mutter sang das schöne Lied:
+
+"Hatto von Mainz und Poppo von Trier
+Ritten zusammen aus Lünebier;
+Hatto hott hott! immer im Trott!
+Poppo hopp hopp! immer Galopp!
+
+Eins, zwei, drei!
+Zelle vorbei;
+Eins, zwei, drei, vier!
+Nun sind wir schon hier."
+
+"Bind es los! bind es los!" rief Hinzelmeier; und der Vater band das
+Rößlein vom Ofenknopf und die Mutter sang und der Reiter ritt hopp hinauf
+und hopp hinab und hatte bald alle Rosen und weißen Wände in der ganzen
+Welt vergessen.
+
+
+
+
+Der Zipfel
+
+
+Nun gingen manche Jahre hin, ohne daß Hinzelmeier eine Wiederholung des
+Wunders erlebt hätte; er dachte daher auch überall nicht mehr daran,
+obgleich seine Eltern jung und schön blieben, wie sie es immer gewesen
+waren und oftmals auch im Winter der wunderbare Rosenduft sie umgab.
+
+In dem einsamen Korridor des oberen Stockwerks war Hinzelmeier jetzt nur
+selten noch zu finden; denn die Katze war vor Alter gestorben und so war
+seine Schule aus Mangel an Schülern von selber eingegangen.
+
+Es war ihm nun schon fast so, als müßte um einige Jahre der Bart zu
+wachsen anfangen; da ging er eines Nachmittags wieder in den alten
+Korridor hinauf, um die weißen Wände zu besichtigen, denn er wollte auf
+den Abend das berühmte Schattenspiel "Nebukadnezar und sein Nußknacker"
+zur Aufführung bringen. In dieser Absicht war er an das Ende des Ganges
+gekommen und betrachtete die weiße Querwand von oben bis unten, als er zu
+seiner Verwunderung den Zipfel eines Schnupftuches daraus hervorhängen sah.
+Er bückte sich, um es genauer zu betrachten; in der Ecke stand: 'A.H.';
+das konnte nichts anderes heißen als: 'Abel Hinzelmeier'; es war das
+Schnupftuch seiner Mutter. Nun fing's in seinem Kopfe an zu schnurren und
+die Gedanken arbeiteten rückwärts, weiter und weiter, bis sie bei dem
+ersten Kapitel dieser Geschichte plötzlich Halt machten. Hierauf suchte
+er das Schnupftuch aus der Wand herauszuziehen, was ihm auch nach einem
+etwas schmerzhaften Experimente glücklich gelang; dann schlug er, wie
+einst die schöne Frau Abel, dreimal mit dem Tuche gegen die Wand; und
+"eins--zwei--drei--!" tat sie sich lautlos von einander, Hinzelmeier
+schlüpfte hindurch und stand--wohin er am wenigsten zu gelangen
+dachte--auf dem Hausboden. Aber es war nicht daran zu zweifeln; dort
+stand der Urgroßmutterschrank mit den wackelköpfigen Pagoden, daneben
+seine eigne Wiege und weiterhin das Schaukelpferd, lauter ausgedientes
+Gerät; unter dem Balken längs an eisernen Haken hingen wie immer des
+Vaters lange Mäntel und Reisekragen und drehten sich langsam um sich
+selbst, wenn der Zug durch die offenen Bodenluken hereinstrich.
+"Sonderbar!" sagte Hinzelmeier, "warum ging die Mutter denn doch immer
+durch die Wand?" Da er indessen außer den bekannten Gegenständen nichts
+bemerken konnte, so wollte er durch die Bodentür wieder ins Haus
+hinabgehen. Allein die Tür war nicht da. Er stutzte einen Augenblick und
+meinte anfänglich, sich nur geirrt zu haben, weil er von einer anderen
+Seite, als gewöhnlich, hinaufgelangt war. Er wandte sich daher und ging
+zwischen die Mäntel durch nach dem alten Schranke, um sich von hier aus
+zurechtzufinden; und richtig! dort gegenüber war die Tür; er begriff nicht,
+wie er sie hatte übersehen können. Als er aber darauf zuging, erschien
+ihm plötzlich wieder alles so fremd, daß er zu zweifeln begann, ob er auch
+vor der rechten Tür stehe. Allein so viel er wußte, gab es hier keine
+andere. Was ihn am meisten verwirrte, war, daß die eiserne Klinke fehlte
+und auch der Schlüssel abgezogen war, der sonst immer aufzustecken pflegte.
+Er legte daher sein Auge an das Schlüsselloch, ob er vielleicht Jemanden
+auf der Treppe oder dem Vorplatz gewahren könne, der ihn herabließe. Zu
+seinem Erstaunen sah er aber nicht auf die dunkle Treppe, sondern in ein
+helles, geräumiges Zimmer, von dessen Dasein er bisher keine Ahnung gehabt
+hatte.
+
+In der Mitte desselben gewahrte er einen pyramidenförmigen Schrein, der
+von zwei goldschimmernden Türen verschlossen und mit wunderlicher
+Schnitzarbeit verziert war. Hinzelmeier wußte nicht recht, ob das enge
+Schlüsselloch seinen Blick verwirrte, aber es war ihm fast, als wenn die
+Gestalten der Schlangen und Eidechsen in der braunen Laubgirlande, welche
+sich an den Kanten hinunterzog, auf und ab raschelten, ja mitunter sogar
+die geschmeidigen Köpfe auf den Goldgrund der Tür hinüberreckten. Dies
+alles beschäftigte den Knaben so, daß er nun erst die schöne Frau Abel und
+ihren Eheherrn bemerkte, welche mit geneigtem Haupte vor dem Schreine
+niedergekniet waren. Unwillkürlich hielt er den Atem an, um nicht bemerkt
+zu werden; und nun hörte er die Stimmen seiner Eltern in leisem Gesange:
+
+Rinke, ranke, Rosenschein,
+Tu dich auf, du goldner Schrein!
+Tu dich auf und schließ uns ein,
+Rinke, ranke, Rosenschein!
+
+Während des Gesanges erstarrte in dem Laubwerk das Leben des Gewürmes; die
+goldenen Türen gingen langsam auf und zeigten in dem Innern des Schrankes
+einen kristallenen Becher, in welchem eine halberschlossene Rose auf
+schlankem Schafte stand. Allmählich öffnete sich der Kelch; weiter und
+weiter, bis eins der schimmernden Blätter sich ablöste und zwischen die
+Knieenden hinabfiel. Ehe es aber den Boden erreichte, zerstob es klingend
+in der Luft und füllte das Gemach mit rosenrotem Nebel. Ein starker
+Rosenduft quoll durch das Schlüsselloch; der Knabe preßte sein Auge an die
+Öffnung, aber er gewahrte nichts, als dann und wann ein Leuchten, das in
+der roten Dämmerung aufbrach und wieder verschwand. Nach einer Weile
+hörte er Schritte an der Tür; er wollte aufspringen, aber ein heftiger
+Schmerz an der Stirn raubte ihm die Besinnung.
+
+
+
+
+Die Rose
+
+
+Als Hinzelmeier aus der Betäubung erwachte, lag er in seinem Bette; Frau
+Abel saß neben ihm und hielt seine Hand in der ihren. Sie lächelte, da er
+die Augen zu ihr aufschlug und der Abglanz einer Rose lag auf ihrem
+Antlitz. "Du hast zu viel erlauscht, um nicht noch mehr erfahren zu
+müssen", sagte sie. "Nur darfst du für heute dein Bett nicht verlassen;
+aber währenddessen will ich dir das Geheimnis deiner Familie mitteilen.
+Du bist jetzt groß genug, um es zu wissen."
+
+"Erzähle nur, Mutter", sagte Hinzelmeier und legte den Kopf zurück in die
+Kissen; und dann erzählte Frau Abel:
+
+"Weit von dieser kleinen Stadt liegt der uralte Rosengarten, von dem die
+Sage geht, er sei am sechsten Schöpfungstage mit erschaffen worden.
+Innerhalb seiner Mauer stehen tausend rote Rosenbüsche, welche nie zu
+blühen aufhören; und jedes Mal, wenn in unserem Geschlechte, welches in
+vielen Zweigen durch alle Länder der Welt verbreitet, ein Kind geboren
+wird, springt eine neue Knospe aus den Blättern. Jeder Knospe ist eine
+Jungfrau zur Pflegerin bestellt, welche den Garten nicht verlassen darf,
+bis die Rose von dem geholt worden, durch dessen Geburt sie entsprossen
+ist. Eine solche Rose, welche du vorhin gesehen hast, besitzt die Kraft,
+ihren Eigentümer zeitlebens jung und schön zu erhalten. Daher versäumt
+denn nicht leicht Jemand, sich seine Rose zu holen; es kommt nur darauf an,
+den rechten Weg zu finden; denn der Eingänge sind viele und oft
+verwunderliche. Hier führt es durch einen dicht verwachsenen Zaun, dort
+durch ein schmales Winkelpförtchen, mitunter"--und Frau Abel sah ihren
+Eheherrn, der eben ins Zimmer trat, mit schelmischen Augen an--"mitunter
+auch durch's Fenster!"
+
+Herr Hinzelmeier lächelte und setzte sich neben das Bett seines Sohnes.
+Dann erzählte Frau Abel weiter:
+
+"Auf diese Weise wird die größte Zahl der Jungfrauen aus ihrer
+Gefangenschaft erlöst und verläßt mit dem Besitzer der Rose den Garten.
+Auch deine Mutter war eine Rosenjungfrau und pflegte sechzehn Jahre lang
+die Rose deines Vaters. Wer aber an dem Garten vorübergeht ohne
+einzukehren, der darf niemals dahin zurück; nur der Rosenjungfrau ist es
+nach dreimal drei Jahren gestattet, in die Welt hinaus zu gehen, um den
+Rosenherrn zu suchen und sich durch die Rose aus der Gefangenschaft zu
+erlösen. Findet sie in dieser Zeit ihn nicht, so muß sie in den Garten
+zurück und darf erst nach wiederum dreimal drei Jahren noch einmal den
+Versuch erneuern; aber Wenige wagen den ersten, fast Keine den zweiten
+Gang; denn die Rosenjungfrauen scheuen die Welt und wenn sie ja in ihren
+weißen Gewändern hinausgehen, so gehen sie mit niedergeschlagenen Augen
+und zitternden Füßen; und unter hundert solcher Kühnen hat kaum eine
+einzige den wandernden Rosenherrn gefunden. Für diesen aber ist dann die
+Rose verloren; und während die Jungfrau zu ewiger Gefangenschaft
+zurückgegangen ist, hat auch er die Gnade seiner Geburt verscherzt und muß
+wie die gewöhnliche Menschheit kümmerlich altern und vergehen.--Auch du,
+mein Sohn, gehörst zu den Rosenherren und kommst du in die Welt hinaus,
+dann vergiß den Rosengarten nicht."
+
+Herr Hinzelmeier neigte sich zur Frau Abel und küßte ihre seidenen Haare;
+dann sagte er, freundlich des Knaben andere Hand ergreifend: "Du bist
+jetzt groß genug! Möchtest du wohl in die Welt hinaus und eine Kunst
+erlernen?"
+
+"Ja", sagte Hinzelmeier, "aber es müßte eine große Kunst sein; so eine,
+die sonst noch niemand hat erlernen können!"
+
+Frau Abel schüttelte sorgenvoll den Kopf; der Vater aber sagte: "Ich will
+dich zu einem weisen Meister bringen, der viele Meilen von hier in einer
+großen Stadt wohnt; da magst du dir selbst eine Kunst erwählen."
+
+Da war Hinzelmeier zufrieden.
+
+Einige Tage darauf packte Frau Abel einen großen Koffer mit unzählig
+vielen Kleidern und Hinzelmeier selber legte noch ein Rasierzeug hinein,
+damit er den Bart, wenn er käme, sogleich wieder abschneiden könne. Dann
+fuhr eines Tages der Wagen vor die Tür und als die Mutter ihren Sohn zum
+Abschied umarmte, sagte sie unter Tränen zu ihm: "Vergiß die Rose nicht!"
+
+
+
+
+Krahirius
+
+
+Als Hinzelmeier ein Jahr bei dem weisen Meister gewesen war, schrieb er
+seinen Eltern, er habe sich nun eine Kunst erwählt, er wolle den? Stein der
+Weisen? suchen; nach zwei Jahren werde der Meister ihn lossprechen, dann
+wolle er auf die Wanderschaft und nicht eher zurückkehren, als bis er den
+Stein gefunden habe. Dies sei eine Kunst, welche noch von Niemandem
+erlernt worden; denn auch der Meister sei eigentlich nur ein Altgesell, da
+der Stein noch keineswegs von ihm gefunden sei.
+
+Als die schöne Frau Abel diesen Brief gelesen hatte, faltete sie ihre
+Finger ineinander und rief: "Ach, er wird nimmer in den Rosengarten kommen!
+Es wird ihm gehen wie unseres Nachbarn Kasperle, der vor zwanzig Jahren
+ausgezogen und nimmer wieder nach Hause gekommen ist!"
+
+Herr Hinzelmeier aber küßte die schöne Frau und sagte: "Er mußte seinen
+Weg gehen! Ich wollte auch einmal den? Stein der Weisen? suchen und habe
+statt dessen die Rose gefunden."
+
+So blieb denn Hinzelmeier bei dem weisen Meister; und allmählich ging die
+Zeit herum.-Es war schon tief in der Nacht. Hinzelmeier saß vor einer
+qualmenden Lampe über einen Folianten gebückt. Aber es wollte ihm heute
+nicht gelingen; er fühlte es in seinen Adern klopfen und gären, es
+überfiel ihn eine Angst, als könne ihm auf immer das Verständnis für die
+tiefe Weisheit der Formeln und Sprüche verloren gehen, welche das alte
+Buch bewahrte.
+
+Mitunter wandte er sein blasse Gesicht ins Zimmer zurück und starrte
+gedankenlos in den Winkel, wo die grämliche Gestalt seines Meisters vor
+einem niedrigen Herde zwischen glühenden Kolben und Tiegeln hantierte;
+mitunter, wenn die Fledermäuse an den Scheiben vorüberstrichen, sah er
+verlangend in die Mondnacht hinaus, die wie ein Zauber draußen über den
+Feldern lag. Neben dem Meister kauerte die Kräuterfrau am Boden. Sie
+hatte den grauen Hauskater auf dem Schoß und stäubte ihm sanft die Funken
+aus dem Pelz. Manchmal, wenn es so recht behaglich knisterte und das Tier
+vor angenehmem Grausen maunzte, langte der Meister liebkosend nach ihm
+zurück und sagte hustend: "Die Katze ist die Genossin des Weisen!"
+
+Plötzlich schon von außen her, von der First des Daches, das unter dem
+Fenster lag, ein langgezogener, sehnsüchtiger Laut, wie dessen von allen
+Tieren nur die Katze und nur im Lenze mächtig ist. Der Kater richtete
+sich auf und krallte seine Klauen in die Schürze des alten Weibes. Noch
+einmal rief es draußen. Da sprang das Tier mit einem derben Satz auf den
+Fußboden und über Hinzelmeiers Schultern durch die Scheiben ins Freie, daß
+die Glasscherben klingend hinterdrein stoben.
+
+Ein süßer Primelduft strich mit dem Zug ins Zimmer. Hinzelmeier sprang
+empor. "Es ist Frühling, Meister!" rief er und warf seinen Stuhl zurück.
+
+Der Alte senkte seine Nase noch tiefer in den Tiegel. Hinzelmeier ging
+auf ihn zu und packte ihn an der Schulter. "Hört Ihr's nicht, Meister?"
+
+Der Meister griff sich in den graugemischten Bart und stierte den Jungen-
+blöd durch seine grüne Brille an.
+
+"Das Eis birst!" rief Hinzelmeier, "es läutet in der Luft!"
+
+Der Meister faßte ihn ums Handgelenk und begann die Pulsschläge zu zählen.
+"Sechsundneunzig!" sagte er bedenklich.--Aber Hinzelmeier achtete dessen
+nicht, sondern verlangte seinen Abschied; und noch in selber Stunde. Da
+hieß der Meister ihn Stab und Ranzen nehmen und trat mit ihm vor die
+Haustür, von wo sie weit ins Land hineingehen konnten. Die unabsehbare
+Ebene lag in klarem Mondenlicht zu ihren Füßen. Hier standen sie still;
+das Antlitz des Meisters war gefurcht von tausend Runzeln, sein Rücken war
+gebeugt, sein Bart hing tief über seinen braunen Talar hinab; er sah
+unsäglich alt aus. Auch Hinzelmeiers Gesicht war bloß, aber seine Augen
+leuchteten.
+
+"Deine Zeit ist um", sprach der Meister zu ihm. "Knie nieder, damit du
+losgesprochen werdest!" Dann zog er ein weißes Stäbchen aus dem Ärmel und
+dem Knieenden dreimal damit den Nacken berührend, sprach er:
+
+"Das Wort ist gegeben
+Unter die Geister;
+Ruf es ins Leben,
+So bist du der Meister.
+
+Vorhanden ist es in keinem Reich.
+Es ist ein Name, ein Dunst;
+Finden und schaffen zugleich,
+Das ist die Kunst!"
+
+Dann hieß er ihn aufstehen. Ein Frösteln durchfuhr den Jüngling, als er
+in das greise, feierliche Angesicht des Meisters blickte. Er nahm Stab
+und Ranzen vom Boden und wollte von dannen gehen, aber der Meister rief:
+"Vergiß den Raben nicht!" Er griff mit der hageren Faust in seinen Bart
+und riß ein schwarzes Haar heraus. Das blies er durch die Finger; da
+schwang es sich als Rabe in die Luft.
+
+Nun schwenkte er den Stab im Kreise um sein Haupt und wie er schwenkte,
+flog der Rabe; dann streckte er den Arm aus und der Vogel setzte sich auf
+seine Faust. Hierauf hob er die grüne Brille von seiner Nase; und während
+er sie auf des Raben Schnabel klemmte, sprach er:
+
+"Wege sollst du weisen,
+Krahirius sollst du heißen!--
+
+Da schrie der Rabe: "krahira! krahira!" und hüpfte mit ausgespreizten
+Flügeln auf Hinzelmeiers Schulter. Der Meister aber sprach zu diesem:
+
+"Wanderspruch und Wanderbuch
+Hast du nun; und nun genug!"
+
+Dann wies er mit dem Finger in das Tal hinab, wo der unendliche Weg über
+die Ebene lief und während Hinzelmeier, mit dem Reisehute grüßend, in die
+Frühlingsnacht hinausging, schwang Krahirius sich auf und flog zu seinen
+Häupten.
+
+
+
+
+Der Eingang zum Rosengarten
+
+
+Die Sonne stand schon hoch am Himmel. Hinzelmeier hatte einen Richtweg
+über ein Feld mit grüner Wintersaat eingeschlagen, das sich unabsehbar vor
+ihm ausdehnte. Zu Ende desselben führte der Steig durch eine Öffnung des
+Walles auf einen geräumigen Platz hinaus und Hinzelmeier stand vor den
+Gebäuden eines großen Bauernhofes. Es hatte zuvor geregnet; nun dampften
+die Strohdächer in der herben Frühlingssonne. Er stieß seinen Wanderstab
+in den Boden und blickte zum First des Wohnhauses hinauf, wo ein Volk von
+Sperlingen sein Wesen trieb. Plötzlich sah er aus einem der beiden weißen
+Schornsteine eine glänzende Scheibe in die Luft steigen, sich langsam im
+Sonnenscheine wenden und darauf wieder in den Schornstein hinabfallen.
+
+Hinzelmeier zog seine Taschenuhr hervor. "Es ist Mittag!" sagte er, "sie
+backen Eierkuchen."--Ein lieblicher Duft verbreitete sich; und wieder
+stieg ein Eierkuchen in den Sonnenschein hinauf und sank nach einer kurzen
+Weile in den Schornstein zurück.
+
+Der Hunger meldete sich; Hinzelmeier trat ins Haus und gelangte über einen
+breiten Flur in eine hohe, geräumige Küche, wie solche in größeren
+Gehöften zu sein pflegen. Am Herde, auf dem ein helles Reisigfeuer
+brannte, stand eine stämmige Bäuerin und tat den Teig in die zischende
+Pfanne.
+
+Krahirius, der lautlos hintendrein geflogen war, setzte sich auf den
+Herdmantel, während Hinzelmeier fragte, ob er für Geld und gute Worte eine
+Mahlzeit hier bekommen könne.
+
+"Hier ist kein Wirtshaus!" sagte die Frau und schwang ihre Pfanne, daß der
+Eierkuchen prasselnd in den schwarzen Schlot hinauffuhr und erst nach
+einer ganzen Weile mit der Oberseite in die Pfanne zurückklatschte.
+
+Hinzelmeier griff nach seinem Stecken, den er beim Eintritt an die Tür
+gestellt hatte; allein die Alte fuhr mit der Gabel in den Eierkuchen und
+stülpte ihn rasch auf eine Schüssel. "Nun, nun!" sagte sie, "so war es
+nicht gemeint; setz Er sich nur; hier ist just einer fertig." Dann schob
+sie ihm einen hölzernen Stuhl an den Küchentisch und setzte den dampfenden
+Kuchen nebst Brot und einem Kruge jungen Landweins vor ihn hin.
+
+Das ließ Hinzelmeier sich gefallen und hatte bald die derbe Speise und ein
+gut Teil des festen Roggenbrots verzehrt. Dann setzte er den Krug an den
+Mund und tat einen herzhaften Zug auf die Gesundheit der Alten und dann zu
+seiner eigenen Gesundheit noch manchen anderen hinterher. Das machte ihn
+so vergnügt, daß er ganz wie von selber zu singen anhub. "Er ist ja ein
+lustiger Mensch!" rief die Alte von ihrem Herde hinüber. Hinzelmeier
+nickte; ihm fielen auf einmal alle Lieder wieder ein, die er vor Zeiten im
+elterlichen Hause von seiner schönen Mutter gehört hatte. Nun sang er sie,
+eines nach dem andern:
+
+"Das macht, es hat die Nachtigall
+Die ganze Nacht gesungen;
+Da sind von ihrem süßen Schall,
+
+Da sind von Hall und Widerhall
+Die Rosen aufgesprungen.
+Sie war doch sonst ein wildes Blut,
+Nun geht sie tief in Sinnen;
+Trägt in der Hand den Sommerhut
+Und duldet still der Sonne Glut,
+Und weiß nicht, was beginnen.
+
+Das macht, es hat die Nachtigall
+Die ganze Nacht gesungen!"--
+
+Da wurde in der Wand, dem Herde gegenüber, unter den Reihen der blanken
+Zinnteller, ein Schiebefensterchen zurückgezogen und ein schönes blondes
+Mädchen, es mochte des Hauswirts Tochter sein, steckte neugierig den Kopf
+in die Küche.
+
+Hinzelmeier, der das Klirren der Fensterscheiben vernommen hatte, hörte
+auf zu singen und ließ seine Augen an den Wänden der Küche umherwandern;
+über das Butterfaß und die blanken Käsekessel und über den breiten Rücken
+der Alten bis an das offene Schiebefensterchen, wo sie an zwei anderen
+jungen Augen hängen blieben.
+
+Das Mädchen wurde ganz rot.--"Er singt schön!" sagte sie endlich.
+
+"Es kam mir nur so", erwiderte Hinzelmeier. "Ich singe sonst gar nicht."
+
+Dann schwiegen beide eine Weile und man hörte nur das Zischen der Pfanne
+und das Prasseln der Eierkuchen. "Caspar singt auch schön!" hub das
+Mädchen wieder an.
+
+"Freilich wohl!" meinte Hinzelmeier.
+
+"Ja", sagte das Mädchen, "aber so schön wie Er macht er's doch nicht. Wo
+hat Er denn das schöne Lied her?"
+
+Hinzelmeier antwortete nicht darauf, sondern trat auf einen umgestürzten
+Zuber, der unter dem Schiebefenster stand und sah an dem Mädchen vorbei in
+die Kammer. Drinnen war voller Sonnenschein. Auf den roten Fliesen der
+Diele lagen die Schatten von Nelken- und Rosenstöcken, welche seitwärts
+vor einem Fenster stehen mochten. Plötzlich wurde im Hintergrund der
+Kammer eine Tür aufgerissen. Der Frühlingswind brauste herein und riß dem
+Mädchen ein blauseidenes Band von der Riegelhaube; dann fahr er durchs
+Schiebefenster und trieb seine Beute kreiselnd in der Küche umher.
+Hinzelmeier aber warf seinen Hut danach und fing es wie einen Sommervogel.
+
+Das Fenster war ein wenig hoch. Er wollte es dem Mädchen hinauflangen,
+sie bückte sich zu ihm heraus; da fahren beide mit den Köpfen aneinander,
+daß es krachte. Das Mädchen schrie; die Zinnteller klirrten, Hinzelmeier
+wurde ganz konfus.
+
+"Er hat einen gar wackeren Kopf!" sagte das Mädchen und wischte sich mit
+ihrer Hand die Tränen von den Wangen. Als aber Hinzelmeier sich das Haar
+aus der Stirn strich und ihr herzhaft ins Gesicht schaute, da schlug sie
+die Augen nieder und fragte: "Er hat sich doch kein Leid's getan?"
+
+Hinzelmeier lachte. "Nein, Jungfer!" rief er--er wußte selbst nicht, wie
+es ihm auf einmal einfallen mußte--"nehm Sie mir's nicht übel, aber Sie
+hat gewiß schon einen Schatz?"
+
+Sie setzte die Faust unters Kinn und wollte ihn trotzig ansehen, aber ihre
+Augen blieben an den seinen hängen. "Er faselt wohl", sagte sie leise.
+
+Hinzelmeier schüttelte den Kopf; es wurde ganz still zwischen den Beiden.
+
+"Jungfer!" sagte nach einer Weile Hinzelmeier, "ich möchte Ihr das Band in
+die Kammer bringen!"
+
+Das Mädchen nickte.
+
+"Wo geht denn aber der Weg?"
+
+Es klang ihm in den Ohren: "Mitunter auch durchs Fenster!"--Das war die
+Stimme seiner Mutter. Er sah sie an seinem Bette sitzen; er sah sie
+lächeln; es war ihm plötzlich, als stehe er in einem rosenroten Nebel, der
+aus dem offenen Schiebefenster in die Küche hereinzog. Er trat wieder auf
+den Zuber und legte seine Hände um den Nacken des Mädchens. Da sah er
+durch die offene Kammertür in einen Garten, darinnen standen die blühenden
+Rosenbüsche wie ein rotes Meer und in der Ferne sangen kristallne
+Mädchenstimmen:
+
+"Rinke, ranke, Rosenschein,
+Tu dich auf und schließ uns ein!"--
+
+Hinzelmeier drängte das Mädchen sanft in die Kammer zurück und stemmte die
+Hände auf das Fensterbrett, um sich mit einem Satz hineinzuschwingen; da
+hÖrte er es: "krahira, krahira!" über seinem Kopfe schwirren; und ehe er
+sich's versah, ließ der Rabe die grüne Brille aus der Luft und gerade auf
+seine Nase fallen. Nur wie im Traume sah er noch das Mädchen die Arme
+nach ihm ausstrecken; dann war auf einmal alles vor seinen Augen
+verschwunden; aber in weiter Ferne sah er durch die grünen Gläser eine
+dunkle Gestalt in einem tiefen Felsenkessel sitzen, welche mit einem
+Stemmeisen eifrig in den Grund zu bohren schien.
+
+
+
+
+Ein Meisterschuß
+
+
+"Der sucht den Stein der Weisen!" dachte Hinzelmeier; und seine Wangen
+begannen zu brennen; er schritt wacker auf die Erscheinung los; aber es
+war weiter, als es durch die Brillengläser aussah; er rief dem Raben, der
+mußte mit seinen Flügeln ihm die Schläfe fächeln. Erst nach Stunden hatte
+er den Grund der Schlucht erreicht. Nun sah er eine schwarze, rauhe
+Gestalt vor sich, die hatte zwei Hörner an der Stirn und einen langen
+Schwanz, den ließ sie hinter sich über das Gestein hinabhängen. Bei
+Hinzelmeiers Ankunft nahm sie das Stemmeisen zwischen die Zähne und
+begrüßte ihn mit dem verbindlichsten Kopfnicken, während sie mit der
+Schwanzquaste den Bohrstaub zusammenfegte. Hinzelmeier wurde fast um die
+Anrede verlegen, deshalb nickte er jedesmal mit gleicher Verbindlichkeit
+wieder, so daß also diese Komplimente von beiden Seiten eine Zeitlang
+fortdauerten. Endlich sagte der Andere: "Sie kennen mich wohl nicht?"
+
+"Nein", sagte Hinzelmeier. "Sind Sie vielleicht ein Pumpenmeister?"
+
+"Ja", sagte der Andere, "so etwas ähnliches; ich bin der Teufel."
+
+Das wollte Hinzelmeier nicht glauben; aber der Teufel sah ihn mit zwei
+solchen Eulenaugen an, daß er am Ende gründlich überzeugt wurde und ganz
+bescheiden sagte: "Dürfte ich mir die Frage erlauben, ob Sie mit diesem
+ungeheueren Loche ein physikalisches Experiment beabsichtigen?"
+
+"Kennen Sie die ultima ratio regum?" fragte der Teufel.
+
+"Nein", sagte Hinzelmeier. "Die ratio regum hat nichts mit meiner Kunst
+zu schaffen."
+
+Der Teufel kratzte sich mit dem Pferdehuf hinter den Ohren und sagte dann,
+einen überlegenen Ton annehmend: "Mein Kind, weißt du, was eine Kanone
+ist?"
+
+"Freilich", sagte Hinzelmeier lächelnd; denn das ganze hölzerne Arsenal
+aus seiner Knabenzeit sah er plötzlich im Geiste vor sich aufgepflanzt.
+
+Der Teufel klatschte vor Vergnügen mit seinem Schwanze auf den Felsen.
+"Drei Pfund Schießpulver, ein Fünkchen Höllenfeuer dazu; dann--!" Hier
+steckte er die eine Tatze in das Bohrloch und indem er die andere auf
+Hinzelmeiers Schulter legte, sagte er vertraulich: "Die Welt ist
+unregierbar geworden. Ich will sie in die Luft sprengen."
+
+"Alle Wetter!" schrie Hinzelmeier, "das ist ja aber eine Radikalkur, eine
+wahr Pferdekur!"
+
+"Ja", sagte der Teufel, "ultima ratio regum! versichere Sie, es gehört
+eine übermenschlich gute Natur dazu, um so etwas auszuhalten! Aber nun
+entschuldigen Sie ein Weilchen; ich muß ein wenig inspizieren." Mit diesen
+Worten zog er den Schwanz zwischen die Schenkel und sprang in das Bohrloch
+hinab. Da überfiel den Hinzelmeier auf einmal eine ganz übernatürliche
+Courage, so daß er bei sich beschloß, den Teufel aus der Welt zu schießen.
+Mit fester Hand zog er seine Zunderbüchse aus der Tasche, pinkte Feuer
+und warf es in das Bohrloch; dann zählte er: "eins zwei--"; aber er hatte
+noch nicht "drei" gezählt, so entlud sich diese grundlose Pistole ihres
+Schusses samt ihrer Vorladung. Die Erde machte einen fürchterlichen
+Seitensprung durch den Himmel. Hinzelmeier stürzte in die Knie; der
+Teufel aber flog wie eine Bombe durch die Luft, von einem Planetensystem
+in das andere, wo ihn die Anziehungskraft unseres Weltkörpers nicht mehr
+erreichen konnte. Hinzelmeier blickte ihm eine Weile nach; als er aber
+immer weiter und weiter flog und gar nicht damit aufhören wollte, so
+gingen ihm endlich die Augen über. Sobald daher die Erde sich insoweit
+beruhigt hatte, daß mit zwei Beinen wieder auf ihr zu stehen war, sprang
+er auf und blickte um sich her. Zu seinen Füßen gähnte ihn der schwarze
+ausgebrannte Mörser an; von Zeit zu Zeit quoll eine Wolke braunen Rauchs
+heraus und zog sich träge an den Felsen hin. Aber schon brach die Sonne
+durch den Dunst und vergoldete überall die Spitzen des Gesteins. Da nahm
+Hinzelmeier seine Tabakspfeife aus der Tasche und die blauen Wolken vor
+sich hinblasend, rief er triumphierend: "Den Stein des Anstoßes habe ich
+aus der Welt geschossen; wohlan! der Stein der Weisen kann mir nicht
+entgehen!"
+
+Dann setzte er seine Wanderung fort und Krahirius flog zu seinen Häuptern.
+
+
+
+
+Die Rosenjungfrau
+
+
+Aber er wanderte hin und her, kreuz und quer, er wurde müder und müder,
+sein Rücken wurde gekrümmt; aber immer fand er doch den Stein der Weisen
+nicht. So waren neun Jahre dahingegangen, als er eines Abends in ein
+Wirtshaus einkehrte, welches am Eingange einer großen Stadt gelegen war.
+Krahirius nahm sich mit der Klaue die Brille herunter und putzte sie an
+seinen Flügeln; dann setzte er sie wieder auf und hüpfte in die Küche.
+Als die Hausleute ihn sahen, lachten sie über seine Brille, nannten
+ihn? Herr Professor? und warfen ihm die fettsten Bissen vor.
+
+"Wenn Ihr der Herr des Vogels seid", sagte der Wirt zu Hinzelmeier, "so
+ist nach Euch gefragt worden."
+
+"Freilich bin ich das--" sagte Hinzelmeier.
+
+"Wie heißt Ihr denn?"
+
+"Ich heiße Hinzelmeier."
+
+"Ei, ei", sagte der Wirt, "Ihren Herrn Sohn, den Gemahl der schönen Frau
+Abel, den kenne ich recht wohl."
+
+"Das ist mein Vater", sagte Hinzelmeier verdrießlich, "und die schöne Frau
+Abel ist meine Mutter."
+
+Da lachten die Leute und sagten, der Herr sei außerordentlich spaßhaft.
+Hinzelmeier aber sah vor Zorn in einen blanken Kessel.
+
+Da starrte ihm ein grämliches Angesicht entgegen, voll Runzeln und
+Hahnepfötchen und er gewahrte nun wohl, daß er abscheulich alt geworden
+sei.
+
+"Ja. ja!" rief er und schüttelte sich, als gelte es aus einem schweren
+Traum zu kommen; "wo war es doch? Ich war ja dicht davor." Dann
+erkundigte er sich bei dem Wirte, wer nach ihm gefragt habe.
+
+"Es war nur eine arme Dirne", sagte der Wirt, "sie trug ein weißes Kleid
+und ging mit nackten Füßen."
+
+"Das war die Rosenjungfrau!" rief Hinzelmeier.
+
+"Ja", antwortete der Wirt, "ein Sträußermädel mag es wohl sein, sie hatte
+aber nur noch eine Rose in ihrem Körbchen."
+
+"Wohin ist sie gegangen?" rief Hinzelmeier.
+
+"Wenn Ihr sie sprechen müßt", sagte der Wirt, "so werdet Ihr sie schon in
+der Stadt an einer Straßenecke finden können."
+
+Als Hinzelmeier das gehört hatte, schritt er eilig zum Hause hinaus und in
+die Stadt hinein; Krahirius, die Brille auf dem Schnabel, flog krächzend
+hinterher. Es ging aus einer Straße in die andere und an allen Ecksteinen
+standen Blumenmädchen; aber sie trugen plumpe Schnallenschuhe und boten
+schreiend ihre Ware feil. Das waren keine Rosenjungfrauen.--Endlich, als
+schon die Sonne hinter den Häusern hinab war, gelangte Hinzelmeier an ein
+altes Haus, aus dessen offener Tür ein zartes Leuchten auf die dämmerige
+Gasse herausdrang. Krahirius warf den Kopf zurück und schlug ängstlich
+mit den Flügeln; Hinzelmeier aber achtete dessen nicht und trat über die
+Schwelle in einen weiten Hausflur, der ganz von rotem Schimmer erfüllt war.
+Tief im Hintergrunde, auf der untersten Stufe einer Wendeltreppe, sah er
+ein blasses Mädchen sitzen; in einem Körbchen, das sie auf ihrem Schoße
+hielt, lag eine rote Rose, aus deren Kelch das zarte Licht hervorbrach.
+Das Mädchen schien ermüdet; denn sie setzte eben die Lippen von einem
+irdenen Wasserkruge, der ihr von einem kleinen Knaben mit beiden Händen
+vorgehalten wurde. Ein großer Hund, der neben ihr an der Treppe lag und
+wie das Kind, hier zu Hause zu gehören schien, legte den Kopf an ihr
+weißes Gewand und leckte ihre nackten Füße.--"Das ist sie!" sagte
+Hinzelmeier; und seine Schritte wurden unsicher vor Hoffen und Erwarten.
+Und als die Jungfrau nun ihr Antlitz gegen ihn erhob, da fiel es ihm wie
+Schuppen von den Augen und er erkannte mit einem Mal das Mädchen aus der
+Bauernküche; nur trug sie heute nicht das bunte Nfieder und das Rot auf
+ihren Wangen war nur der Abglanz von dem Rosenlichte.
+
+"O du!" rief Hinzelmeier, "nun wird noch alles, alles gut!"
+
+Sie streckte die Arme nach ihm aus; sie wollte lächeln, aber die Tränen
+sprangen ihr in die Augen. "Wo ist Er denn so lange in der Welt
+umhergelaufen?" sagte sie.
+
+Und als er nun in ihre Augen sah, da erschrak er vor lauter Freude; denn
+dort stand sein eigenes Bild, aber kein Bild, wie es ihn kurz vorher aus
+dem kupfernen Kessel angeglotzt hatte; nein, ein Gesicht, so jung und
+frisch und lustig, daß er laut aufjauchzen mußte; er hätte es um alle Welt
+nicht lassen können.-Da quoll von der Straße her ein Menschenstrom ins
+Haus, schreiend und mit den Händen fechtend. "Hier steht der Herr des
+Vogels!" rief ein untersetztes Männlein; dann drangen alle auf Hinzelmeier
+ein.
+
+Dieser faßte die Hand des Mädchens und fragte: "Was ist es mit dem Raben?"
+
+"Was es ist?" sagte der Dicke, "dem Herrn Bürgermeister hat er die Perücke
+gestohlen!"--"Ja, ja!" riefen Alle, "und nun sitzt es draußen auf der
+Dachrinne, das Ungetüm und hat die Perücke in den Klauen und glotzt ihre
+Wohlweisheit durch seine grünen Brillengläser an!"
+
+Hinzelmeier wollte reden, aber sie nahmen ihn in ihre Mitte und schoben
+ihn gegen die Tür. Mit Schrecken fühlte er die Hand der Rosenjungfrau aus
+der seinen gleiten. So kam er auf die Straße.
+
+Droben auf der Dachrinne des Hauses saß noch immer der Rabe und sah mit
+seinen schwarzen Augen lauernd auf die aus dem Hause Kommenden hinab.
+Plötzlich öffnete er die Klaue; und während die Bürger mit Stöcken und
+Schirmen nach der Perücke ihres Bürgermeisters in der Luft umherlangten,
+hörte Hinzelmeier es "krahira, krahira!" über seinem Haupte schwirren und
+in demselben Augenblicke saß auch die grüne Brille schon auf seiner Nase.
+
+Da war auf einmal die Stadt vor seinen Augen verschwunden; aber durch die
+Brillengläser sah er zu seinen Füßen ein grünes Tal mit Meierhöfen und
+Dörfern. Sonnenbeschienene Wiesen zogen sich rings umher, auf welchen
+barfüßige Dirnen mit blanken Milcheimer durch das Gras schritten, während
+in weiterer Entfernung von den Dörfern junge Kerle die Sense schwangen.
+Was aber Hinzelmeiers Augen fesselte, war die Gestalt eines Menschen in
+rot und weißer Bluse, mit einer spitzen Kappe auf dem Kopfe, welcher
+inmitten einer Wiese mit auf den Knien gestutzten Armen in nachdenklicher
+Stellung auf einem Steine zu sitzen schien.
+
+
+
+
+Nachbars Kasperle
+
+
+Da dachte Hinzelmeier: "Das ist der Stein der Weisen!" und ging geradewegs
+auf ihn zu. Der Mensch aber beharrte in seiner nachdenklichen Stellung,
+nur daß er zu Hinzelmeiers Erstaunen seine große Nase wie Gummi elasticum
+über das Kinn herabzog.
+
+"Ei, lieber Herr, was treibt Ihr denn da?" rief Hinzelmeier.
+
+"Das weiß ich nicht", sagte der Mann, "aber ich habe da eine verwünschte
+Glocke an der Mütze, die mich abscheulich im Denken stört."
+
+"Warum zupft Ihr Euch denn aber so entsetzlich an der Nase?"
+
+Oh", sagte der Mensch und ließ den Nasenzipfel fahren, daß er mit einem
+Klapps wieder in seine alte Form zurückschnellte--"da bitte ich um
+Entschuldigung; aber ich leide oftmals an Gedanken, denn ich suche den
+Stein der Weisen."
+
+"Mein Gott!" sagte Hinzelmeier, "da seid Ihr wohl, gar des Nachbars
+Kasperle; der gar nicht wieder nach Haus gekommen ist?"
+
+"Ja", sagte der Mensch und reichte Hinzelmeier die Hand, "der bin ich."
+
+"Und ich bin Nachbars Hinzelmeier", sagte dieser, "und suche auch den
+Stein der Weisen."
+
+Hierauf reichten sie sich noch einmal die Hände und kreuzten dabei die
+Finger auf eine Weise, woran sie sich gegenseitig als Eingeweihte
+erkannten. Dann sagte Kasperle: "Ich suche den Stein der Weisen jetzt
+nicht mehr."
+
+"Da reist Ihr vielleicht nach dem Rosengarten?" rief Hinzelmeier.
+
+"Nein", sagte Kasperle, "ich suche den Stein nicht mehr; aber ich habe ihn
+bereits gefunden."
+
+Da verstummte Hinzelmeier eine ganze Zeit lang; endlich faltete er
+andächtig die Hände und sagte feierlich: "Es mußte schon so kommen, ich
+wußte es wohl; denn ich habe vor neun Jahren den Teufel aus der Welt
+geschossen."
+
+"Das muß sein Sohn gewesen sein", sagte der Andere, "dem alten Teufel bin
+ich noch vorgestern begegnet."
+
+"Nein", sagte Hinzelmeier, "es war der alte Teufel; denn er hatte Hörner
+vor der Stirn und einen Schwanz mit schwarzer Quaste. Aber erzählt mir
+doch, wie Ihr den Stein gefunden habt.
+
+"Das ist einfach", sagte Kasperle; "dort unten im Dorfe wohnen lauter
+dumme Leute, die nur mit Schafen und Rindvieh verkehren; sie wußten nicht,
+welchen Schatz sie besaßen; da habe ich ihn in einem alten Keller gefunden
+und mit drei Sechslingen das Pfund bezahlt. Und nun denke ich bereits
+seit gestern darüber nach, wozu er nütze sei und hätte es vermutlich schon
+gefunden, wenn mich die verwünschte Glocke nicht dabei gestört hätte."
+
+"Lieber Herr Kollege!" sagte Hinzelmeier, "das ist eine höchst kritische
+Frage, woran vor Euch wohl noch kein Mensch gedacht hat! Aber wo habt Ihr
+denn den Stein?"
+
+"Ich sitze darauf", sagte Kasperle und zeigte aufstehend Hinzelmeiern den
+runden, wachsgelben Körper, worauf er bisher gesessen hatte.
+
+"Ja", sagte Hinzelmeier, "es ist kein Zweifel, Ihr habt ihn wirklich
+gefunden; aber nun laßt uns bedenken, wozu er nütze sei."
+
+Damit setzten sie sich einander gegenüber auf den Boden, indem sie den
+Stein zwischen sich nahmen und die Ellenbogen auf ihre Knie stützten.
+
+So saßen und saßen sie; die Sonne ging unter, der Mond ging auf und noch
+immer hatten sie nichts gefunden. Mitunter fragte der Eine: "Habt Ihr's"
+aber der Andere schüttelte immer mit dem Kopfe und sagte: "Nein, ich nicht;
+habt Ihr's?" und dann antwortete der Andere: "Ich auch nicht."
+
+Krahirius ging ganz vergnügt im Grase auf und nieder und fing sich Frösche.
+Kasperle zupfte sich schon wieder an seiner schönen, großen Nase; da
+ging der Mond unter und die Sonne kam herauf; und Hinzelmeier fragte
+wieder: "Habt Ihr's?" und Kasperle schüttelte wieder den Kopf und sagte:
+"Nein, ich nicht, habt Ihr's?" und Hinzelmeier antwortete trübselig: "Ich
+auch nicht."
+
+Dann dachten sie wieder eine ganze Weile nach; endlich sagte Hinzelmeier:
+"So müssen wir erst die Brille polieren, dann werden wir hernach schon
+sehen, wozu er nütze sei." Und kaum hatte Hinzelmeier seine Brille
+abgenommen, so ließ er sie vor Erstaunen ins Gras fallen und rief: "Ich
+hab es! Herr Kollege, man muß ihn essen! Nehmt nur gefälligst die Brille
+von Eurer schönen Nase."
+
+Da nahm auch Kasperle die Brille herunter und nachdem er seinen Stein eine
+Weile betrachtet hatte, sagte er: "Dieses ist ein sogenannter Lederkäse
+und muß mit des Himmels Hilfe gegessen werden. Bedienen Sie sich, Herr
+Kollege!"
+
+Und nun zogen beide ihre Messer aus der Tasche und hieben wacker in den
+Käse ein. Krahirius kam herbeigeflogen und nachdem er die Brille aus dem
+Grase aufgesammelt und über seinen Schnabel geklemmt hatte, setzte er sich
+gemächlich zwischen die Essenden und schnappte nach den Rinden.
+
+"Ich weiß nicht", sagte Hinzelmeier, nachdem der Käse verzehrt war, "mir
+ist unmaßgeblich zumute, als wäre ich dem Stein der Weisen um ein
+Erkleckliches näher gerückt."
+
+"Wertester Herr Kollege", erwiderte Kasperle, "Ihr sprecht mir aus der
+Seele. So laßt uns denn ungesäumt unsere Wanderung fortsetzen."
+
+Nach diesen Worten umarmten sie sich; Kasperle ging nach Westen,
+Hinzelmeier nach Osten und zu seinen Häupten, die Brille auf dem Schnabel,
+flog Krahirius.
+
+
+
+
+Der Stein der Weisen
+
+
+Aber er wanderte hin und her, kreuz und quer, sein Haar ergraute, seine
+Beine wurden wankend; am Stabe ging er von Land zu Land und immer fand er
+doch den Stein der Weisen nicht. So waren noch einmal neun Jahre
+vergangen, als er eines Abends, wie er es jeden Abend zu tun pflegte, in
+ein Wirtshaus trat. Krahirius putzte wie gewöhnlich seine Brille und
+hüpfte dann in die Küche um sich sein Abendbrot zu betteln. Hinzelmeier
+trat in die Stube und lehnte seinen Stab in die Kachelofenecke; dann
+setzte er sich still und müde in den großen Lehnstuhl. Der Wirt stellte
+einen Krug Wein vor ihn hin und sagte freundlich: "Ihr scheint müde,
+lieber Herr; trinket nur, das wird Euch stärken!"
+
+"Ja", sagte Hinzelmeier und faßte den Krug mit beiden Händen, "sehr müde;
+ich bin lange gewandert, sehr lange." Dann schloß er die Augen und tat
+einen durstigen Zug aus dem Weinkruge.
+
+"Wenn Ihr der Herr des Vogels seid, so glaube ich fast, es ist nach Euch
+gefragt worden", sagte der Wirt. "Wie heißt Ihr denn, lieber Herr?"
+
+"Ich heiße Hinzelmeier."
+
+"Nun", sagte der Wirt, "Euren Enkel, den Gemahl der schönen Frau Abel, den
+kenne ich recht wohl."
+
+"Das ist mein Vater", sagte Hinzelmeier, "und die schöne Frau Abel ist
+meine Mutter."
+
+Der Wirt zuckte mit den Achseln und indem er sich nach seiner Schenke
+wandte, sagte er bei sich selber: "Der arme alte Mann ist kindisch
+geworden."
+
+Hinzelmeier ließ den Kopf auf seine Brust sinken und erkundigte sich, wer
+nach ihm gefragt habe.
+
+"Es war nur eine arme Dirne", sagte der Wirt, "sie trug ein weißes Kleid
+und ging mit nackten Füßen." Da lächelte Hinzelmeier und sagte leise: "Das
+war die Rosenjungfrau, nun wird es bald besser werden. Wohin ist sie
+gegangen?"
+
+"Es schien ein Blumenmädchen zu sein", sagte der Wirt, "wenn Ihr sie
+sprechen wollt, Ihr werdet sie leicht an den Straßenecken finden können."
+
+"Ich muß ein Weilchen schlafen", sagte Hinzelmeier, "gebt mir eine Kammer
+und wenn der Hahn kräht, dann klopft an meine Tür."
+
+Nun gab der Wirt ihm eine Kammer und Hinzelmeier legte sich zur Ruhe. Er
+träumte von seiner schönen Mutter; er lächelte, sie sprach im Traum zu ihm.
+Da flog Krahirius durch das offene Fenster und setzte sich zu seinen
+Häupten auf das Bett. Er sträubte seine schwarzen Federn und hackte mit
+seiner Klaue sich die Brille von dem Schnabel. Dann stand er unbeweglich
+auf einem Bein und sah auf den Schlafenden hinunter. Der träumte weiter
+und seine schöne Mutter sprach zu ihm: "Vergiß die Rose nicht!" Der
+Schlafende nickte leise mit dem Kopfe; der Rabe aber öffnete die Klaue und
+ließ die Brille auf seine Nase fallen.
+
+Da verwandelten sich seine Träume; seine eingefallenen Wangen begannen zu
+zucken, er streckte sich lang aus und stöhnte.--So kam die Nacht.
+
+Als im Zwielicht der Hahn gekräht hatte, klopfte der Wirt an die Kammertür;
+Krahirius reckte die Flügel und zupfte seinen Federbalg zurecht; dann
+schrie er "krahira! krahira!" Hinzelmeier richtete sich mühsam auf und
+starrte um sich her; da sah er durch die Brille, die noch auf seiner Nase
+saß, zur Kammertür hinaus, über ein weites, ödes Feld; dann weiterhin auf
+einen mählich ansteigenden Hügel; auf diesem, unter dem Rumpfe einer alten
+Weide, lag ein grauer, flacher Stein; die Gegend war einsam, kein Mensch
+zu sehen.
+
+"Das ist der Stein der Weisen!" sagte Hinzelmeier zu sich selber.
+"Endlich, endlich wird er dennoch mein werden!"
+
+Hastig warf er seine Kleider über, nahm Stab und Ranzen und schritt zur
+Tür hinaus. Krahirius flog zu seinen Häupten, knappte mit dem Schnabel
+und schlug beim Fliegen Purzelbäume in der Luft. So wanderten sie viele
+Stunden. Endlich schienen sie ihrem Ziele näher zu kommen; aber
+Hinzelmeier war ermüdet, seine Brust keuchte, der Schweiß troff von seinen
+weißen Haaren; er stand still und stützte sich auf seinen Stab. Da kam
+aus der Ferne, hinter ihm, ganz aus der Ferne, fast wie ein Traum, ein
+Gesang zu ihm herüber:
+
+Rinke, ranke, Rosenschein,
+Laß ihn nicht allein, allein!
+Halt ihn fest und hol ihn ein,
+Rinke, ranke, Rosenschein.
+
+Das spann sich wie ein goldenes Netz um ihn her; er ließ den Kopf auf
+seine Brust sinken; aber Krahirius schrie: "krahira! krahira!" da war das
+Lied verschollen und als Hinzelmeier die Augen wieder aufschlug, stand er
+am Fuße des Hügels.
+
+"Nur eine kleine Weile noch", sagte er zu sich selber und ließ noch einmal
+seine müden Füße wandern. Als er aber den großen, breiten Stein
+allmählich in der Nähe sah, da dachte er: "Den wirst du nimmer heben."
+
+Endlich hatten sie die Höhe erreicht, Krahirius flog voran mit
+ausgebreiteten Schwingen und ließ sich auf den Baumstamm nieder;
+Hinzelmeier wankte zitternd hinterher. Als er aber den Baum erreicht
+hatte, brach er zusammen, der Wanderstab glatt aus seiner Hand, sein Kopf
+sank auf den Stein zurück; doch in demselben Augenblick fiel auch die
+Brille von seiner Nase. Da sah er tief am Horizonte, am Rande der öden
+Ebene, die er durchwandert hatte, die weiße Gestalt der Rosenjungfrau; und
+noch einmal hörte er aus weiter Ferne:
+
+Rinke--ranke--Rosenschein.
+
+Er wollte aufstehen, aber er vermochte es nicht mehr; er streckte seine
+Arme aus, aber ein Frösteln lief über seine Glieder; der Himmel wurde grau
+und grauer, der Schnee fing an zu fallen, Flocke um Flocke, es schimmerte
+und flirrte und zog weiße Schleier zwischen ihm und der fernen,
+nebelhaften Gestalt. Er ließ die Arme fallen, seine Augen sanken ein,
+sein Atem hörte auf. Auf dem Weidenstumpf zu seinen Häupten steckte der
+Rabe den Schnabel zum Schlaf in seine Flügeldecken.--Der Schnee fiel über
+sie beide.
+
+Die Nacht kam und nach der Nacht kam der Morgen und mit dem Morgen kam die
+Sonne, die schmolz den Schnee hinweg und mit der Sonne kam die
+Rosenjungfrau; die löste ihre Flechten und kniete neben dem Toten, daß die
+blonden Haare sein bleiches Antlitz ganz bedeckten und weinte, bis der Tag
+verging. Als aber die Sonne erlosch, gurrte der Rabe im Schlaf und
+rauschte mit den Federn. Da richtete die zarte Gestalt der Jungfrau sich
+vom Boden auf, mit ihrer weißen Hand ergriff sie den Raben bei den Flügeln
+und schleuderte ihn in die Luft, daß er krächzend in den grauen Himmel
+hineinflog, sie pflanzte die rote Rose an den Stein und sang dazu:
+
+"Nun streck die Würzlein tief hinab,
+Nun wirf die Blättlein übers Grab,
+Und singt der Wind im Abendschein,
+Dann sprich auch du ein Wort darein,
+Mit rinke, ranke, Rosenschein!"
+
+Dann zerriß sie ihr weißes Kleid vom Saum bis an den Gürtel und ging zu
+ewiger Gefangenschaft in den Rosengarten zurück.
+
+
+
+
+Ende dieses Projekt Gutenberg Etextes Hinzelmeier, von Theodor Storm.
+
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Hinzelmeier, by Theodor Stein
+
+*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HINZELMEIER ***
+
+This file should be named 8915-8.txt or 8915-8.zip
+
+Produced by Mike Pullen and Delphine Lettau.
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+Project Gutenberg eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the US
+unless a copyright notice is included. Thus, we usually do not
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
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+We are now trying to release all our eBooks one year in advance
+of the official release dates, leaving time for better editing.
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+midnight of the last day of the month of any such announcement.
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+Midnight, Central Time, of the last day of the stated month. A
+preliminary version may often be posted for suggestion, comment
+and editing by those who wish to do so.
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+Gutenberg, including how to donate, how to help produce our new
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+can get to them as follows, and just download by date. This is
+also a good way to get them instantly upon announcement, as the
+indexes our cataloguers produce obviously take a while after an
+announcement goes out in the Project Gutenberg Newsletter.
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+Or /etext02, 01, 00, 99, 98, 97, 96, 95, 94, 93, 92, 92, 91 or 90
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+Just search by the first five letters of the filename you want,
+as it appears in our Newsletters.
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+
+Information about Project Gutenberg (one page)
+
+We produce about two million dollars for each hour we work. The
+time it takes us, a rather conservative estimate, is fifty hours
+to get any eBook selected, entered, proofread, edited, copyright
+searched and analyzed, the copyright letters written, etc. Our
+projected audience is one hundred million readers. If the value
+per text is nominally estimated at one dollar then we produce $2
+million dollars per hour in 2002 as we release over 100 new text
+files per month: 1240 more eBooks in 2001 for a total of 4000+
+We are already on our way to trying for 2000 more eBooks in 2002
+If they reach just 1-2% of the world's population then the total
+will reach over half a trillion eBooks given away by year's end.
+
+The Goal of Project Gutenberg is to Give Away 1 Trillion eBooks!
+This is ten thousand titles each to one hundred million readers,
+which is only about 4% of the present number of computer users.
+
+Here is the briefest record of our progress (* means estimated):
+
+eBooks Year Month
+
+ 1 1971 July
+ 10 1991 January
+ 100 1994 January
+ 1000 1997 August
+ 1500 1998 October
+ 2000 1999 December
+ 2500 2000 December
+ 3000 2001 November
+ 4000 2001 October/November
+ 6000 2002 December*
+ 9000 2003 November*
+10000 2004 January*
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation has been created
+to secure a future for Project Gutenberg into the next millennium.
+
+We need your donations more than ever!
+
+As of February, 2002, contributions are being solicited from people
+and organizations in: Alabama, Alaska, Arkansas, Connecticut,
+Delaware, District of Columbia, Florida, Georgia, Hawaii, Illinois,
+Indiana, Iowa, Kansas, Kentucky, Louisiana, Maine, Massachusetts,
+Michigan, Mississippi, Missouri, Montana, Nebraska, Nevada, New
+Hampshire, New Jersey, New Mexico, New York, North Carolina, Ohio,
+Oklahoma, Oregon, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, South
+Dakota, Tennessee, Texas, Utah, Vermont, Virginia, Washington, West
+Virginia, Wisconsin, and Wyoming.
+
+We have filed in all 50 states now, but these are the only ones
+that have responded.
+
+As the requirements for other states are met, additions to this list
+will be made and fund raising will begin in the additional states.
+Please feel free to ask to check the status of your state.
+
+In answer to various questions we have received on this:
+
+We are constantly working on finishing the paperwork to legally
+request donations in all 50 states. If your state is not listed and
+you would like to know if we have added it since the list you have,
+just ask.
+
+While we cannot solicit donations from people in states where we are
+not yet registered, we know of no prohibition against accepting
+donations from donors in these states who approach us with an offer to
+donate.
+
+International donations are accepted, but we don't know ANYTHING about
+how to make them tax-deductible, or even if they CAN be made
+deductible, and don't have the staff to handle it even if there are
+ways.
+
+Donations by check or money order may be sent to:
+
+Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+PMB 113
+1739 University Ave.
+Oxford, MS 38655-4109
+
+Contact us if you want to arrange for a wire transfer or payment
+method other than by check or money order.
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation has been approved by
+the US Internal Revenue Service as a 501(c)(3) organization with EIN
+[Employee Identification Number] 64-622154. Donations are
+tax-deductible to the maximum extent permitted by law. As fund-raising
+requirements for other states are met, additions to this list will be
+made and fund-raising will begin in the additional states.
+
+We need your donations more than ever!
+
+You can get up to date donation information online at:
+
+https://www.gutenberg.org/donation.html
+
+
+***
+
+If you can't reach Project Gutenberg,
+you can always email directly to:
+
+Michael S. Hart <hart@pobox.com>
+
+Prof. Hart will answer or forward your message.
+
+We would prefer to send you information by email.
+
+
+**The Legal Small Print**
+
+
+(Three Pages)
+
+***START**THE SMALL PRINT!**FOR PUBLIC DOMAIN EBOOKS**START***
+Why is this "Small Print!" statement here? You know: lawyers.
+They tell us you might sue us if there is something wrong with
+your copy of this eBook, even if you got it for free from
+someone other than us, and even if what's wrong is not our
+fault. So, among other things, this "Small Print!" statement
+disclaims most of our liability to you. It also tells you how
+you may distribute copies of this eBook if you want to.
+
+*BEFORE!* YOU USE OR READ THIS EBOOK
+By using or reading any part of this PROJECT GUTENBERG-tm
+eBook, you indicate that you understand, agree to and accept
+this "Small Print!" statement. If you do not, you can receive
+a refund of the money (if any) you paid for this eBook by
+sending a request within 30 days of receiving it to the person
+you got it from. If you received this eBook on a physical
+medium (such as a disk), you must return it with your request.
+
+ABOUT PROJECT GUTENBERG-TM EBOOKS
+This PROJECT GUTENBERG-tm eBook, like most PROJECT GUTENBERG-tm eBooks,
+is a "public domain" work distributed by Professor Michael S. Hart
+through the Project Gutenberg Association (the "Project").
+Among other things, this means that no one owns a United States copyright
+on or for this work, so the Project (and you!) can copy and
+distribute it in the United States without permission and
+without paying copyright royalties. Special rules, set forth
+below, apply if you wish to copy and distribute this eBook
+under the "PROJECT GUTENBERG" trademark.
+
+Please do not use the "PROJECT GUTENBERG" trademark to market
+any commercial products without permission.
+
+To create these eBooks, the Project expends considerable
+efforts to identify, transcribe and proofread public domain
+works. Despite these efforts, the Project's eBooks and any
+medium they may be on may contain "Defects". Among other
+things, Defects may take the form of incomplete, inaccurate or
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+intellectual property infringement, a defective or damaged
+disk or other eBook medium, a computer virus, or computer
+codes that damage or cannot be read by your equipment.
+
+LIMITED WARRANTY; DISCLAIMER OF DAMAGES
+But for the "Right of Replacement or Refund" described below,
+[1] Michael Hart and the Foundation (and any other party you may
+receive this eBook from as a PROJECT GUTENBERG-tm eBook) disclaims
+all liability to you for damages, costs and expenses, including
+legal fees, and [2] YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE OR
+UNDER STRICT LIABILITY, OR FOR BREACH OF WARRANTY OR CONTRACT,
+INCLUDING BUT NOT LIMITED TO INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE
+OR INCIDENTAL DAMAGES, EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE
+POSSIBILITY OF SUCH DAMAGES.
+
+If you discover a Defect in this eBook within 90 days of
+receiving it, you can receive a refund of the money (if any)
+you paid for it by sending an explanatory note within that
+time to the person you received it from. If you received it
+on a physical medium, you must return it with your note, and
+such person may choose to alternatively give you a replacement
+copy. If you received it electronically, such person may
+choose to alternatively give you a second opportunity to
+receive it electronically.
+
+THIS EBOOK IS OTHERWISE PROVIDED TO YOU "AS-IS". NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, ARE MADE TO YOU AS
+TO THE EBOOK OR ANY MEDIUM IT MAY BE ON, INCLUDING BUT NOT
+LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR A
+PARTICULAR PURPOSE.
+
+Some states do not allow disclaimers of implied warranties or
+the exclusion or limitation of consequential damages, so the
+above disclaimers and exclusions may not apply to you, and you
+may have other legal rights.
+
+INDEMNITY
+You will indemnify and hold Michael Hart, the Foundation,
+and its trustees and agents, and any volunteers associated
+with the production and distribution of Project Gutenberg-tm
+texts harmless, from all liability, cost and expense, including
+legal fees, that arise directly or indirectly from any of the
+following that you do or cause: [1] distribution of this eBook,
+[2] alteration, modification, or addition to the eBook,
+or [3] any Defect.
+
+DISTRIBUTION UNDER "PROJECT GUTENBERG-tm"
+You may distribute copies of this eBook electronically, or by
+disk, book or any other medium if you either delete this
+"Small Print!" and all other references to Project Gutenberg,
+or:
+
+[1] Only give exact copies of it. Among other things, this
+ requires that you do not remove, alter or modify the
+ eBook or this "small print!" statement. You may however,
+ if you wish, distribute this eBook in machine readable
+ binary, compressed, mark-up, or proprietary form,
+ including any form resulting from conversion by word
+ processing or hypertext software, but only so long as
+ *EITHER*:
+
+ [*] The eBook, when displayed, is clearly readable, and
+ does *not* contain characters other than those
+ intended by the author of the work, although tilde
+ (~), asterisk (*) and underline (_) characters may
+ be used to convey punctuation intended by the
+ author, and additional characters may be used to
+ indicate hypertext links; OR
+
+ [*] The eBook may be readily converted by the reader at
+ no expense into plain ASCII, EBCDIC or equivalent
+ form by the program that displays the eBook (as is
+ the case, for instance, with most word processors);
+ OR
+
+ [*] You provide, or agree to also provide on request at
+ no additional cost, fee or expense, a copy of the
+ eBook in its original plain ASCII form (or in EBCDIC
+ or other equivalent proprietary form).
+
+[2] Honor the eBook refund and replacement provisions of this
+ "Small Print!" statement.
+
+[3] Pay a trademark license fee to the Foundation of 20% of the
+ gross profits you derive calculated using the method you
+ already use to calculate your applicable taxes. If you
+ don't derive profits, no royalty is due. Royalties are
+ payable to "Project Gutenberg Literary Archive Foundation"
+ the 60 days following each date you prepare (or were
+ legally required to prepare) your annual (or equivalent
+ periodic) tax return. Please contact us beforehand to
+ let us know your plans and to work out the details.
+
+WHAT IF YOU *WANT* TO SEND MONEY EVEN IF YOU DON'T HAVE TO?
+Project Gutenberg is dedicated to increasing the number of
+public domain and licensed works that can be freely distributed
+in machine readable form.
+
+The Project gratefully accepts contributions of money, time,
+public domain materials, or royalty free copyright licenses.
+Money should be paid to the:
+"Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
+If you are interested in contributing scanning equipment or
+software or other items, please contact Michael Hart at:
+hart@pobox.com
+
+[Portions of this eBook's header and trailer may be reprinted only
+when distributed free of all fees. Copyright (C) 2001, 2002 by
+Michael S. Hart. Project Gutenberg is a TradeMark and may not be
+used in any sales of Project Gutenberg eBooks or other materials be
+they hardware or software or any other related product without
+express permission.]
+
+*END THE SMALL PRINT! FOR PUBLIC DOMAIN EBOOKS*Ver.02/11/02*END*
+
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+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
+metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be
+in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES.
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+Procedures for determining public domain status are described in
+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
+
+No investigation has been made concerning possible copyrights in
+jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize
+this eBook outside of the United States should confirm copyright
+status under the laws that apply to them.
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+Project Gutenberg (https://www.gutenberg.org) public repository for
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