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| author | nfenwick <nfenwick@pglaf.org> | 2025-02-07 13:21:05 -0800 |
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diff --git a/75312-0.txt b/75312-0.txt new file mode 100644 index 0000000..6ed4652 --- /dev/null +++ b/75312-0.txt @@ -0,0 +1,45651 @@ + +*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 75312 *** + + + + + +Anmerkungen zur Transkription 1: + + +Im Original ¡kursiv¡ gesetzter Text wurde mit ¡ markiert. + +Im Original ~gesperrt~ gesetzter Text wurde mit ~ markiert. + +Im Original #fett# gesetzter Text wurde mit # markiert. + +Im Original +griechischer+ gesetzter Text wurde mit + markiert. + +Im Original ¿gesperrter und kursiver¿ Text wurde mit ¿ markiert. + +Zahnformeln werden als §Zähler§/§Nenner§ formatiert. + +Kreuze um den Todeszeitpunkt anzuzeigen werden durch [dagger] ersetzt. + +V-förmig als Beschreibung verschiedener Zähne/Zahndifferenzierungen +oder Rippen wird durch ¥V-förmig¥ markiert. In der Textversion wurde +Vförmig zu V-förmig verändert in der html-Version wird kein Bindestrich +verwendet. + +Das Zeichen für männlich wird Text als [male] dargestellt. + +Brüche werden folgendermaßen dargestellt: 1 Viertel = 1/4, 1 Achtel = +1/8 u. s. w., die volle Zahl wird durch - vom Bruch separiert, d. h. +eineinhalb = 1-1/2. + +Exponenten werden folgendermaßen dargestellt: x² wird zu x^2 bzw. x² +wird zu x^{2} sobald mehr als 1 Exponent vorhanden ist. + +Tiefergestellter Text wird durch _{text} dargestellt beispielsweise +Wasser als H_{2}O + + + + GRUNDZÜGE + + DER + + PALÄONTOLOGIE + + (PALÄOZOOLOGIE) + + + VON + + + KARL A. VON ZITTEL + + + NEUBEARBEITET VON + F. BROILI E. KOKEN M. SCHLOSSER + + + + II. ABTEILUNG + VERTEBRATA + + + + ZWEITE VERMEHRTE UND VERBESSERTE AUFLAGE + + MIT 749 IN DEN TEXT GEDRUCKTEN ABBILDUNGEN + + + + [Illustration: Dekoration] + + + MÜNCHEN UND BERLIN + DRUCK UND VERLAG VON R. OLDENBOURG + 1911 + + + + +ALLE RECHTE VORBEHALTEN + + + + +Vorwort zur ersten Auflage. + + +Als ich mich vor zwanzig Jahren mit dem Gedanken beschäftigte, +ein auf dem Boden der neueren Anschauungen stehendes Lehrbuch der +Paläontologie zu schreiben, lag es zunächst in meiner Absicht, +Studierenden und Freunden dieser Wissenschaft eine kurze und +übersichtliche Darstellung des Inhaltes der Versteinerungskunde zu +bieten. Allein der damalige Mangel eines zusammenfassenden Kompendiums +und die Schwierigkeit, aus der überaus umfangreichen, vielsprachigen +und ungleichwertigen Literatur das Wichtigere herauszugreifen, +veranlaßte schon nach dem Erscheinen der ersten Lieferung eine +Änderung des ursprünglichen Plans, und an Stelle eines Lehrbuchs +entstand das 5 Bände starke Handbuch der Paläontologie. + +Was nun anfänglich beabsichtigt war, soll das vorliegende Werk +bringen. Es folgt, wie fast alle neueren Lehrbücher der Paläontologie, +der im Handbuch eingeschlagenen Methode der Darstellung und Anordnung +des Stoffes; aber nur wenige Abschnitte konnten in einfachem Auszug +wiedergegeben werden. Die Entwicklung der Paläontologie ist eine so +rasche, daß sich seit dem Erscheinen des Handbuchs in den meisten +Gruppen, namentlich bei den Wirbellosen, tiefgreifende Veränderungen +vollzogen haben, welche eine vollständige Umarbeitung der betreffenden +Teile erheischten, und auch bei den Wirbeltieren haben die letzten +Jahre eine Anzahl wichtiger und unerwarteter Entdeckungen geliefert. + +Eine Hauptaufgabe der Paläontologie wird stets die Erzielung einer +natürlichen, den morphologischen und phylogenetischen Erfahrungen +entsprechenden Systematik bilden, derselben wurde darum auch besondere +Aufmerksamkeit gewidmet. Da jedoch der gebotene Raum nur eine +äußerst knappe Behandlung und lediglich eine Auswahl des Wichtigeren +gestattete, so wurde auf den vorhandenen Formenreichtum innerhalb der +verschiedenen Gruppen häufig nur durch einfache Anführung von Namen +ohne jede Beschreibung hingewiesen. Dadurch werden die Grundzüge auch +für die Besitzer des Handbuchs einen gewissen Wert erhalten, indem sie +wenigstens andeutungsweise die neueren Fortschritte und die jetzige +Gestaltung des Systems zur Anschauung bringen. + +Ausführlichere phylogenetische Erörterungen mußten im Hinblick auf den +beschränkten Raum ausgeschlossen werden, auch wurde auf Wiedergabe +oder Aufstellung von Stammbäumen verzichtet, da deren Begründung +eine Fülle von Detail beansprucht, welches hier nicht gegeben +werden konnte. Da jedoch eine natürliche Systematik zugleich die +Verwandtschaftsbeziehungen der Organismen zum Ausdruck bringen muß, +so konnte der Stammesgeschichte durch geeignete Anordnung des Stoffes +und durch kurze Andeutungen über die genetischen Beziehungen der +Angehörigen verschiedener Gruppen gebührende Rechnung getragen werden. + +Die Versteinerungen sind in diesem Werke vorzugsweise als fossile +Organismen behandelt, während ihre Bedeutung als historische +Dokumente zur Altersbestimmung der Erdschichten nur in zweiter Linie +Berücksichtigung finden konnte. Auf die Aufzählung oder Beschreibung +einzelner geologisch wichtiger Leitfossilien wurde darum verzichtet, +doch sind dieselben bei Auswahl der Abbildung nach Möglichkeit +bevorzugt. + +Durch Verwendung des ungemein reichen Materials an Klischees aus dem +Handbuch sowie durch Herstellung einer Anzahl neuer Abbildungen, +konnten die Grundzüge in ungewöhnlich reichem Maße mit Illustrationen +ausgestattet werden. Der Umfang des Werkes ist dadurch allerdings, +obwohl der botanische Teil ausgeschlossen wurde, in unerwünschter +Weise angeschwollen; um so dankbarer muß es anerkannt werden, daß +die Verlagsbuchhandlung den Preis desselben so niedrig als möglich +angesetzt hat. + +Zu besonderem Danke bin ich auch Herrn Privatdozent Dr. ~Pompeckj~ +verpflichtet, welcher mich bei Durchsicht der Korrekturbogen +bereitwilligst unterstützte. + + ~München~ im März 1895. + + #Dr. Karl A. v. Zittel.# + + + + +Vorwort zur zweiten Auflage. + + +Auf Wunsch von Frau Geheimrat v. Zittel haben wir im Frühjahr 1910 +die Neuauflage der II. Abteilung: »Vertebrata« der »Grundzüge der +Paläontologie« von ~Karl von Zittel~ übernommen, die in erster Auflage +vor über 15 Jahren erschienen war, und zwar hat ~E. Koken~ die Fische, +~F. Broili~ die Amphibien und Reptilien und ~M. Schlosser~ die Vögel +und Säugetiere durchgearbeitet. + +Die Aufgabe war keine leichte, da es sich darum handelte, das viele +Neue, was gerade in diesem Zeitraum über die fossilen Wirbeltiere +bekannt geworden ist, in kurzer Form zusammenzufassen und mit dem +früheren Material zu verschmelzen, ohne dabei jene klare Übersicht +und Kürze zu verlieren, durch welche hervorragende Eigenschaft K. von +Zittel in seinen Grundzügen bahnbrechend und vorbildlich die ganze +Entwicklung der Lehrmethode in der Paläontologie beeinflußte. + +Die der ersten Auflage beigefügten Abbildungen wurden einer +weitgehenden Revision unterzogen, dabei mußte eine große Reihe +veralteter Klischees durch andere ersetzt werden, und außerdem wurde +eine ansehnliche Zahl neuer Figuren aufgenommen, so daß die Gesamtzahl +derselben nun 749 beträgt gegen 662 in der ersten Auflage. + +Bei diesen kostspieligen Mehrungen fanden wir die weitgehendste +Unterstützung der Verlagshandlung R. Oldenbourg, die überhaupt alles +getan hat, um dem Buch eine vollendete Ausstattung zu geben und die +Drucklegung desselben möglichst zu beschleunigen; ihr sei unser +besonderer Dank ausgesprochen. + + ~Tübingen und München~ im März 1911. + + #Die Herausgeber.# + + + + + Inhalt. + + + VIII. Stamm. #Vertebrata.# Wirbeltiere S. 1. + + 1. Klasse. #Pisces.# #Fische.# (~Bearbeitet von E. Koken~) S. 3. + Unterklasse ~Placodermi~ S. 26. Ordnung Anaspida S. 27. Ordnung + Heterostraci S. 28. Ordnung Osteostraci S. 33. Ordnung Antiarchi + S. 35. Unterklasse ~Elasmobranchii~ S. 39. Ordnung Ichthyotomi + S. 41. Ordnung Acanthodi S. 46. Ordnung Selachii S. 48. + Unterklasse ~Holocephali~ S. 69. Unterklasse ~Dipnoi~ S. 73. + Unterklasse ~Arthrodira~ S. 78. Unterklasse ~Teleostomi~ S. 84. + Ordnung Crossopterygii S. 85. Abteilung Actinopterygii S. 89. + 4. Ordnung Ganoidei S. 90. Unterordnung Chondrostei S. 94. + Unterordnung Belonorhynchidae S. 96. Unterordnung Heterocerci + S. 97. Unterordnung Pycnodonti S. 102. Unterordnung Orthoganoidei + S. 105. Unterordnung Lepidosteidae S. 112. Unterordnung Amioidei + S. 113. Unterklasse ~Teleostei~ S. 117. Ordnung Physostomi + S. 118. Ordnung Physoclysti S. 127. Unterordnung Anacanthini + S. 127. Unterordnung Acanthopterygii S. 128. Unterordnung + Lophobranchii S. 141. Unterordnung Plectognathi S. 142. + + 2. Klasse. #Amphibia.# #Amphibien.# #Lurche.# (~Bearbeitet von + F. Broili.~) S. 143. 1. Ordnung Stegocephali S. 147. + 1. Unterordnung Phyllospondyli S. 160. 2. Unterordnung + Lepospondyli S. 162. 3. Unterordnung Temnospondyli S. 166. + 4. Unterordnung Stereospondyli S. 171. 2. Ordnung Coeciliae + S. 174. 3. Ordnung Urodela S. 174. 1. Unterordnung Ichthyoidea + S. 176. 2. Unterordnung Salamandrina S. 176. 4. Ordnung Anura + S. 177. + + 3. Klasse. #Reptilia.# #Reptilien.# #Kriechtiere.# (~Bearbeitet von + F. Broili.~) S. 179. 1. Ordnung Theromora S. 188. 1. Unterordnung + Cotylosauria S. 188. 2. Unterordnung Pelycosauria S. 193. + 3. Unterordnung Theriodontia S. 196. 4. Unterordnung Anomodontia + S. 198. 2. Ordnung Rhynchocephalia S. 201. 3. Ordnung + Lepidosauria (¡Squamata¡) S. 207. 1. Unterordnung Lacertilia + (¡Saurii¡) S. 207. 2. Unterordnung Ophidia S. 218. 4. Ordnung + Ichthyosauria S. 220. 5. Ordnung Sauropterygia S. 229. 6. Ordnung + Testudinata S. 241. 1. Unterordnung Pleurodira S. 247. + 2. Unterordnung Cryptodira S. 250. 3. Unterordnung Cheloniidea + S. 252. 4. Unterordnung Trionychia S. 256. 7. Ordnung Parasuchia + S. 257. 8. Ordnung Crocodilia S. 261. 9. Ordnung Dinosauria + S. 273. 1. Unterordnung Theropoda S. 278. 2. Unterordnung + Sauropoda S. 283. 3. Unterordnung Praedentata S. 288. 10. Ordnung + Pterosauria S. 298. 1. Unterordnung Rhamphorhynchoidea S. 303. + 2. Unterordnung Pterodactyloidea S. 305. + + 4. Klasse. #Aves.# #Vögel.# (~Bearbeitet von M. Schlosser~) S. 308. + 1. Subklasse ~Saururae~ S. 316. Ordnung Archaeornithes S. 316. + 2. Subklasse ~Ornithurae~ S. 317. 1. Überordnung Odontolcae + S. 317. Ordnung Hesperornithes S. 318. 2. Überordnung Odontormae + S. 318. 3. Überordnung Dromaeognathae S. 319. 1. Ordnung + Struthiones S. 319. 2. Ordnung Apteryges S. 321. 3. Ordnung + Crypturi S. 321. 4. Überordnung Euornithes S. 322. 1. Ordnung + Impennes S. 322. 2. Ordnung Cecomorphae S. 322. 3. Ordnung + Grallae S. 322. 4. Ordnung Chenomorphae S. 323. 5. Ordnung + Herodii S. 323. 6. Ordnung Steganopodes S. 323. 7. Ordnung + Opisthocomi S. 324. 8. Ordnung Gallinae S. 324. 9. Ordnung + Columbae S. 324. 10. Ordnung Accipitres S. 324. 11. Ordnung + Psittaci S. 324. 12. Ordnung Picariae S. 324. 13. Ordnung + Passeres S. 325. + + 5. Klasse. #Mammalia.# #Säugetiere.# (~Bearbeitet von M. Schlosser~ + S. 325. A. Unterklasse ~Eplacentalia~ S. 349. 1. Ordnung + Monotremata S. 349. 2. Ordnung Marsupialia S. 350. + 1. Unterordnung Allotheria S. 351. 2. Unterordnung Diprotodontia + S. 355. 3. Unterordnung Polyprotodontia S. 358. B. Unterklasse + ~Placentalia~ S. 364. 1. Ordnung Insectivora S. 364. + 1. Unterordnung Zalambdodonta S. 366. 2. Unterordnung + Dilambdodonta S. 366. 2. Ordnung Chiroptera S. 373. 3. Ordnung + Carnivora S. 374. 1. Unterordnung Creodontia S. 375. 1. Tribus + Acreodi S. 376. 2. Tribus Pseudocreodi S. 378. 3. Tribus Eucreodi + S. 382. 2. Unterordnung Fissipedia S. 384. 3. Unterordnung + Pinnipedia S. 399. 4. Ordnung Cetacea S. 401. 1. Unterordnung + Archeoceti S. 405. 2. Unterordnung Odontoceti S. 406. + 3. Unterordnung Mystacoceti S. 409. 5. Ordnung Edentata S. 410. + 1. Unterordnung Nomarthra S. 412. 2. Unterordnung Xenarthra + S. 413. 1. Tribus. Anicanodonta S. 413. 2. Tribus Hicanodonta + S. 418. 6. Ordnung Rodentia S. 422. 1. Unterordnung + Simplicidentata S. 425. 2. Unterordnung Duplicidentata S. 433. + 7. Ordnung Ungulata S. 435. 1. Unterordnung Condylarthra S. 437. + 2. Unterordnung Litopterna S. 440. 3. Unterordnung Perissodactyla + S. 444. 4. Unterordnung Artiodactyla S. 468. A. Bunodontia + S. 472. B. Bunoselenodontia S. 476. C. Selenodontia S. 480. + 5. Unterordnung Amblypoda S. 506. 8. Ordnung Notoungulata S. 511. + 1. Unterordnung Typotheria S. 513. 2. Unterordnung Toxodontia + S. 518. 3. Unterordnung Entelonychia S. 521. 4. Unterordnung + Astrapotherioidea S. 524. 5. Unterordnung Pyrotheria S. 526. + 9. Ordnung Subungulata S. 528. 1. Unterordnung Embrithopoda + S. 529. 2. Unterordnung Hyracoidea S. 530. 3. Unterordnung + Proboscidea S. 532. 4. Unterordnung Sirenia S. 540. 10. Ordnung + Primates S. 544. 1. Unterordnung Lemuroidea S. 544. + 2. Unterordnung Anthropoidea S. 550. + + + + +VIII. Stamm. + +#Vertebrata.# Wirbeltiere.[1] + + +~Bilateral symmetrische Tiere mit einem meist metamer gegliederten, +aus gleichwertigen Abschnitten zusammengesetzten Achsenskelett, +welches dorsal das zentrale Nervensystem trägt. Die Anhänge des +Achsenskeletts umschließen als obere Bögen das Rückenmark, als untere +die Aorta. Nie mehr als zwei Paar Gliedmaßen vorhanden.~ + +Ausscheidung von phosphorsaurem Kalk führt zur Verkalkung oder +Verknöcherung des knorpligen Skeletts und zur Bildung von Skeletteilen +in der Haut. ~Knochen und Dentin sind dem Wirbeltierstamm eigene +Gewebeformen.~ + +Die wichtigsten Grundlagen des Achsenskeletts sind die stabförmige +~Chorda dorsalis~, ein zelliges Gebilde von gallertartiger +Beschaffenheit, und das ~perichordale Bindegewebe~, welches mit seinen +Fortsätzen das Rückenmark und ventral die Aorta und die Coelomwand +umgreift (öfter als skeletogenes Gewebe bezeichnet). + +Die ~Chorda~ scheidet sehr bald nach ihrer Anlage eine dünne +cuticulare Hülle, die Elastica externa, ab; unter dieser bildet sich +eine dickere, zellenfreie Faserscheide, die ~Chordascheide~. Sie kann +sich nach innen durch eine Elastica interna abgrenzen. + +Die Stützgebilde des ~perichordalen Bindegewebes~ entstehen +hauptsächlich dort, wo die Myosepten sich mit diesem Bindegewebe +vereinigen; sie sind wohl durch den Reiz des Muskelzugs hervorgerufen +und dienen zunächst dazu, diesen Zug auf die elastische Chorda zu +übertragen. Bei stärkerer Entwicklung und besonders nach ihrer +Verkalkung oder Verknöcherung tritt die Bedeutung für den Schutz des +Rückenmarks, für die Festigung des Coeloms und als Insertionsstützen +der mächtiger und komplizierter sich entwickelnden Muskulatur in den +Vordergrund. Die Entstehung dieser Bögen geht der Segmentierung der +Chordascheide voran und übt meist einen bestimmenden Einfluß auf die +Abschnitte, die sich in dieser bilden, aus. + +Die Segmente können durch Aufnahme von phosphorsaurem Kalk ~verkalken~ +oder ~verknöchern~, indem (seltener) das Knorpelgewebe hernes +~umgewandelt~ oder (häufiger) zerstört und durch knöchernes ~ersetzt~ +wird. Von außen (vom bindegeweblichen Perichondrium) dringen +blutgefäßführende Kanäle in den Knorpel, auf denen Zellen (die +~Osteoblasten~) einwandern, von denen die Abscheidung des Knochens +ausgeht. Die Osteoblasten werden zum Teil von dem abgeschiedenen +Knochen umhüllt (~Knochenkörperchen~, Lacunen), bleiben aber durch +sehr feine Röhrchen (~Primitivröhrchen~) mit den Kanälen (~Haversschen +Kanälen~) in Verbindung. Bei manchen Teleostiern fehlen die Lacunen, +weil die Osteoblasten nicht in den von ihnen gebildeten Knochen +hineingeraten. Nur ihre Fortsätze lassen sich in diesen hinein +verfolgen, die demnach von den Haversschen Kanälen direkt auszugehen +scheinen. Derartiger Knochen ist nicht prinzipiell von ~Dentin~ +(s. unten) verschieden. + +Am vorderen Ende der Wirbelsäule befindet sich bei Cranioten die das +Gehirn umschließende ~Schädelkapsel~ nebst dem ~Visceralskelett~. Das +~Skelett der Extremitäten~ besteht aus mehreren, gelenkig verbundenen +Abschnitten, die je nach der Funktion der Gliedmaßen außerordentlich +verschiedene Ausbildung erlangen. Es ist knorplig in der Anlage und +wandelt sich bei den höheren Wirbeltieren meist vollständig in Knochen +um. + +Das ~Nervensystem~ besteht aus einem in Gehirn und Rückenmark +gegliederten Zentralorgan, von welchem zahlreiche Nervenäste +entspringen und in sämtliche Körperteile verlaufen. Das ~Blut~ wird +von dem mit ein oder zwei Vorkammern versehenen Herzen zuerst nach den +Respirationsorganen (Kiemen oder Lungen) getrieben, durchzieht nach +vollzogenem Gasaustausch den Körper und kehrt als venöses Blut wieder +zum Herzen zurück. Speiseröhre, Magen, Darm, Leber, Nieren, Milz und +Generationsorgane liegen im ~ventralen~ Teil des Körpers. + +Die ~Haut~ ist häufig mit Haaren, Stacheln, Schuppen, Federn oder +Knochenplatten versehen. + +Man unterscheidet gewöhnlich bei den Wirbeltieren 5 Klassen: ¡Pisces¡, +¡Amphibia¡, ¡Reptilia¡, ¡Aves¡ und ¡Mammalia¡. + +Die früher allgemein zu den Fischen gerechneten Amphioxiden werden +jetzt als ¡Acrania¡ oder ¡Leptocardii¡, die weder ein Cranium noch +ein muskulöses Herz besitzen, in eine besondere Klasse und allen +übrigen, den ¡Pachycardiern¡ mit Cranium und mit muskulösem Herz +gegenübergestellt. + +Unter den ¡Pachycardiern¡ nehmen aber wiederum die ¿Cyclostomen¿ eine +ganz besondere Stellung ein, die in verschiedener Weise systematisch +zum Ausdruck gebracht ist. Wegen des unvollkommen ausgebildeten und +sehr eigenartigen Primordialcraniums und des Kiemenskeletts, das mit +den Kiemenbögen der übrigen Vertebraten nur wenig Ähnlichkeit hat, +werden sie besser nicht als Unterklasse der Fische, sondern als eine +besondere Klasse geführt, die sich selbständig zwischen Leptocardier +und die übrigen Wirbeltiere einschiebt. Dann gruppieren sich die +Vertebraten in folgender Weise: + + I. ¿Leptocardii¿oder ¡Acrania¡. Nur mit Chorda, ohne Schädelanlage. + Kein muskulöses Herz. Klasse: ¡Leptocardii¡. + + II. ¿Pachycardii¿ oder ¡Craniota¡. Mit knorpligem oder ossifiziertem + Schädel. Mit muskulösem Herzen. + + A. ¡Cyclostomi.¡ Schädelanlage unvollkommen und nicht über den Nervus + vagus zurückgreifend. Klasse: ¡Marsipobranchii¡. + + B. ¡Eucrania.¡ Schädel vollständig, auch die Region des N. vagus + umschließend. + + Anamnia { Klasse: ¡Pisces¡. + { " ¡Amphibia¡. + + { " ¡Reptilia¡. + Amniota { " ¡Aves¡. + { " ¡Mammalia¡. + +Eine Chorda dorsalis, das für die Definition der Wirbeltiere +wichtigste Organ, kommt auch den Tunicaten zu, allerdings meist nur +den Jugendformen. Indessen besitzen die Appendicularien auch als +erwachsene Tiere eine Chorda. Hieraus leitet man die Berechtigung ab, +die Tunicaten mit den Wirbeltieren als ¡Chordata¡ zusammenzufassen. +Über die Entstehung der Wirbeltiere gewährt die Paläontologie keine +Auskunft, auch nicht über ihr Verhältnis zu den Tunicaten. + + + + +1. Klasse. #Pisces.#[2] Fische. (Bearbeitet von ~E. Koken~.) + + +~Kaltblütige, meist ausschließlich durch Kiemen atmende +Wasserbewohner. Gliedmaßen als Flossen ausgebildet. Haut mit Schuppen, +Hautzähnen oder Knochenplatten, selten nackt. Wirbelsäule meist in +einer vertikalen Schwanzflosse endigend. Herz mit einfacher Kammer und +Vorkammer. Entwickelung ohne Amnion und Allantois.~ + +[Illustration: Fig. 1. + +¡a¡ Schuppe von ¡Scyllium canicula¡. Rezent. 50/1. + +¡b¡ Schuppen von ¡Carcharias (Prionodon) gangeticus¡. Rezent. Vergr.] + +[Illustration: Fig. 2. + +¡Raja antiqua.¡ Große Placoidschuppe mit Stachel. Nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 3. + +Sagittalschnitt durch eine Schuppe von ¡Scymnus Lichia¡ in 60facher +Vergr. (Nach ~O. Hertwig~.) ¡S¡ Schmelz, ¡D¡ Dentin, ¡B¡ Basalplatte, +¡p¡ Pulpa, ¡c¡ Lederhaut, ¡h¡ starker, nach oben verlaufender +Hauptzahnkanal, ¡d¡ horizontale Dentinkanäle, ¡o¡ Odontoblasten, ¡f¡ +Bindegewebfasern.] + +Zu den Hautgebilden gehören die ~Schuppen~, ~Hautknochen~, ~Stacheln~, +~Flossenstrahlen~ und ~Zähne~. + +1. ~Schuppen.~ ~L. Agassiz~ unterschied 4 Arten von Schuppen, denen in +seinem System ebenso viele Ordnungen von Fischen entsprechen. + +a) Die ~Placoidschuppen~ der Selachier und Holocephalen. Es sind +meist kleine rhombische Plättchen, stern-, blatt-, pfeilspitzen-, +schaufelförmige oder auch konische Gebilde, die dicht nebeneinander +liegen und ein rauhes Mosaikpflaster (Chagrin) bilden. Häufig haben +sie auf verschiedenen Körperteilen verschiedene Form und zuweilen +zeichnen sich (so bei Rochen) einzelne durch beträchtliche Größe aus +und erscheinen als dicke, außen rauhe oder mit Stacheln bewehrte +Platten. Die Placoidschuppen entstehen aus Papillen des Corium, über +welche sich die basale Schicht der Epidermis hinwegzieht. Die letztere +lagert Schmelz ab, während die Zellen im Innern der Papille Zahnbein +(Dentin) entstehen lassen. Dazu tritt die in der Lederhaut selbst +gebildete Basalplatte. Die Placoidschuppen (Fig. 1-3) haben demnach +die Struktur der Zähne. Die in die Haut eingesenkte ~Basalplatte~ +besteht aus dichtem phosphorsaurem Kalk, der von senkrechten Bündeln +von Bindegewebsfasern durchzogen ist; der sich frei erhebende +~Oberteil~ ist aus ~Dentin~ zusammengesetzt und von gröberen und +feineren Kanälen durchzogen. Die dünne glänzende ~Rinde~, welche +den Dentinkern überzieht, entspricht histologisch und chemisch dem +~Schmelz~, ist sehr hart und strukturlos. + +Die Kanäle des Dentins entspringen aus einer mit Bindegewebe (des +Coriums) und Zahnzellen (Odontoblasten) erfüllten Höhle (Pulpa ¡p¡) +und vergabeln sich nach außen in immer feinere Äste. Die einfache +Pulpa kann auch durch ein Bündel größerer Kanäle ersetzt werden. Die +Substanz des Dentins ist phosphorsaurer Kalk mit kleinen Mengen von +Fluorcalcium und kohlensaurem Kalk. + +Die Placoidschuppen fallen öfters aus und werden wie die Zähne durch +Ersatzplättchen verdrängt. + +b) ~Ganoidschuppen~ (Fig. 4, 5) haben durchschnittlich ansehnlichere +Größe als die Placoidschuppen und bedecken meist den ganzen Rumpf. +Wo sie gedrängt vorkommen, stehen sie in diagonalen Reihen, welche +den sich kreuzenden Faserrichtungen des Corium entsprechen. +Rhombische Ganoidschuppen sind meist durch vorspringende Zapfen am +Vorderrand, welche in eine Rinne auf der Innenseite der benachbarten +Schuppe eingreifen, beweglich verbunden; rundliche Schuppen liegen +dachziegelartig, mit imbrizierenden Rändern, übereinander. Die +knöcherne, von zahlreichen Kanälen durchzogene Basalplatte ist meist +dick mit einer glänzenden, schmelzartigen Schicht (Ganoin) überzogen, +welche verschiedenartig verziert sein kann. + +[Illustration: Fig. 4. + +Schuppen von ¡Polypterus Bichir¡ Bonap. Rezent. (Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 5. + +Schuppe von ¡Cosmoptychius striatus¡ Ag. sp. Steinkohlenformation. ¡a¡ +von außen, ¡b¡ von innen. 3/1.] + +Nach ~Gegenbaur~ und ~Klaatsch~ ist der Ganoinbelag nicht eigentlicher +Schmelz, sondern entstanden durch Konkreszenz von kleinen Hautzähnchen +über der vorher angelegten Basalplatte. Er entspricht also auch dem +Dentin der Placoidschüppchen. Indessen grenzt sich der Schmelzbelag +häufig deutlich und charakteristisch ab (~Scupin~, l. c.) und kann +auch wiederum ganz fehlen (¡Pycnodonten¡, ¡Rhynchodontiden¡ zum Teil). + +Die Basalplatte zeigt namentlich bei paläozoischen Gattungen große +Mannigfaltigkeit (Fig. 6, 7). Die tieferen Lagen enthalten zahlreiche +Knochenkörperchen und Haversische Kanäle, die oberen sind häufig nur +von feinen Dentinröhrchen durchzogen (Ostein, Osteinkanäle Scupins). + +c) Die ~Cycloid~- und ~Ctenoid~schuppen (Fig. 8, 9) stimmen in ihrer +Zusammensetzung miteinander überein. Beide sind dünn, elastisch, von +rundlicher, elliptischer, vier-, fünf- oder sechsseitiger Gestalt. Sie +bestehen aus einer homogenen glasigen Deckschicht aus phosphorsaurem +Kalk und aus einer in Alkalien löslichen, lamellar geschichteten +Basis von Bindegewebesubstanz. Die Deckschicht (Hyalodentin Hofers) +ist ein modifiziertes Dentin. + +Die Schuppen entwickeln sich in besonderen Taschen des Corium und +greifen meist dachziegelartig übereinander. Die ~Cycloidschuppen~ +haben rundliche Form und einfachen Hinterrand. Bei den +~Ctenoidschuppen~ ragen am Hinterrand kleine Zacken und Zähnchen +hervor, welche zuweilen in mehreren Reihen hintereinander stehen +und einen ansehnlichen Teil des hinteren Feldes bedecken können. +Sie haben die Zusammensetzung der Oberflächenschicht. Von dem sog. +~Primitivfeld~ strahlen meist nach vorn und nach hinten divergierende, +zuweilen auch anastomosierende Linien aus, die nichts anderes als +rißartige Unterbrechungen der Deckschicht sind. Durch Verstärkung und +Zerteilung des Leistenreliefs der Schuppen können kleine und größere +Stacheln entstehen. Zuweilen ist nur ein einziger Stachel auf kleiner +Basalplatte vorhanden, so daß die Form des Placoidzahns resultiert, +indessen sind diese anderer Entstehung und nicht direkt homolog. + +[Illustration: Fig. 6. + +Vertikalschnitt durch die Schuppe von ¡Lepidosteus¡. 300/1. (Nach ~O. +Hertwig~.) ¡S¡ Schmelz, ¡h¡ Haversischer Kanal, ¡d¡ Dentinröhrchen.] + +[Illustration: Fig. 7. + +Vertikalschnitt durch eine Schuppe von ¡Glyptolepis¡, stark vergr. +(Nach ~Pander~.) ¡a¡, ¡b¡ Isopedinschicht mit spindelförmigen +Knochenzellen, ¡c¡ Knochenschicht mit Haversischen Kanälen, ¡d¡ +Schicht mit fein verästelten Dentinröhrchen (Kosmin), ¡e¡ Schmelz.] + +Zwischen den oberen Lamellen der Basis sind oft Knochenkörperchen +nachweisbar; die tieferen sind von fibrillärer Beschaffenheit +(sklerosiertes Bindegewebe) und enthalten Knochenkörperchen nur selten +und nur in den untersten Lagen. Derartige Schuppen unterscheiden sich +nicht wesentlich von dünnen Ganoidschuppen. + +Große Knochenplatten bei Cataphracten, Plectognathen, Lopthobranchiern +beruhen wahrscheinlich auf Konkreszenz schuppenartiger Anlagen. + +Die Schuppen der Seitenlinie sind bei Ganoiden und Teleostiern +durchbohrt und oft von etwas abweichender Form. + +Die größeren ~Platten~, ~Schilder~, ~Stacheln~ etc., welche teils +den Rumpf, teils den Kopf vieler Fische (¡Placodermi¡, ¡Siluridae¡, +¡Accipenseridae¡) bedecken, bestehen entweder aus gleichmäßiger +Knochensubstanz oder aus Lagen von Ostein, Dentin und Schmelz. Bei den +Accipenseriden lassen sie sich von normalen Ganoidschuppen ableiten, +in die sie am Schwanz oft direkt übergehen. Bei den Panzerwelsen sind +Zähnchen, welche den Placoidschüppchen vergleichbar sind, mit einer +solchen Knochenplatte verbunden aber nicht verwachsen. + +[Illustration: Fig. 8. + + Cycloidschuppe von + ¡a¡ ¡Leuciscus¡, + ¡b¡ ¡Mormyrus¡, + ¡c¡ ¡Naucrates¡, + + Ctenoidschuppe von + ¡d¡ ¡Solea¡, + ¡e¡ ¡Holacanthus¡ (stark vergrößert.)] + +[Illustration: Fig. 9. + +Oberfläche einer ¡Pleuronectes¡-Schuppe, um die Lücken (¡x¡) zwischen +den erhabenen konzentrischen Leistchen zu zeigen. Sehr stark vergr. +(Nach ~Baudelot~.)] + +[Illustration: Fig. 10. + +Rückenflossenstachel von ¡Hybodus reticulatus¡ Ag. aus dem oberen Lias +von Boll.] + +Größere ~Stacheln~ (~Ichthyodorylithen~) (Fig. 10) kommen am +Vorderrande der Flossen oder am Kopf bei Fischen mit knorpligem +Innenskelett vor (Selachier, Holocephalen). Sie stecken meist mit +einer verlängerten Basis im Fleisch und treten gern mit einer +knorpligen Platte oder Unterlage in Verbindung. Sie bestehen, +wie die Zahngebilde der Placoidfische, aus Dentin mit Pulpa oder +aus Vasodentin. Sie zeichnen sich oft durch reiche Verzierung +(Längsrippen, Höcker, Randzähnchen etc.) aus. + +Hautgebilde mesodermalen Ursprungs sind auch die ~äußeren Teile der +Flossen~ (~Hornfäden~, ~Strahlen~). Die ~Hornfäden~ (Ceratotrichia) +sind bei den Haien elastische Fasern, bei den Dipnoern zellenhaltig. +Bei den Ganoiden und Teleostiern werden die embryonalen Hornfäden +später von knöchernen ~Flossenstrahlen~ verdrängt, die sich von +Knochenschuppen ableiten. Sie sind aus zwei dicht aneinanderliegenden +Hälften zusammengesetzt, die bei den Weichflossen durch Querteilung in +zahlreiche Stückchen gegliedert werden, nach außen häufig fächerförmig +zerteilt sind. Kommen harte und weiche Strahlen in ~einer~ Flosse vor, +so stehen die ungegliederten voran. + +Die Flossenstrahlen der unpaaren Flossen werden in der Regel von +flachen, knorpligen oder knöchernen Trägern gestützt, mit denen sie +gelenkig verbunden sind. Die ~Träger~ (~Axonoste~) (Fig. 11) gehören +dem ~Innenskelett~ an. Sie schieben sich zwischen die Dornfortsätze +der Wirbel und werden je nach ihrer Lage (dorsal oder ventral) als +Interneuralia oder Interhämalia bezeichnet. + +[Illustration: Fig. 11. + +¡a¡, ¡b¡ Flossenstrahlen aus der Rückenflosse eines Hartflossers, ¡c¡ +Flossenträger.] + +Bei manchen Selachiern (¡Pristiophorus¡, ¡Raja¡) findet zwischen den +Placoidschuppen der äußeren Haut und den ~Zähnen~ ein allmählicher +Übergang statt, und da beide im wesentlichen dieselbe histiologische +Zusammensetzung aufweisen und die Zähne nur bei den höheren Fischen +in feste Verbindung mit den Kopfknochen treten, so müssen die Zähne +ebenfalls den Hautgebilden zugezählt werden. + +Bei den Fischen können sämtliche Knorpel oder Deckknochen, welche an +der Mund- und Kiemenhöhle teilnehmen, Zähne tragen. Sie gehen aus +der Verkalkung von Hautpapillen hervor und bestehen aus einer frei +vorragenden Krone und einer von Bindegewebe umgebenen oder mit dem +Kopfskelett verbundenen Wurzel. Form und Größe sind je nach ihrer +Funktion außerordentlich verschieden. Von den winzigen »Sammtzähnchen« +des Barsches zu den langen Bürstenzähnen des Wallers, zu den kräftigen +Hechelzähnen des Hechtes und den gewaltigen Kegel- oder Dolchzähnen +von ¡Dendrodus¡ oder ¡Portheus¡ existieren alle Übergänge. Bei +den Haien kommen Zähne von der Form einer einseitig abgeplatteten +Dolchklinge mit oder ohne Nebenzacken häufig vor. Zum Zermalmen der +Nahrung dienen teils stumpfkonische, teils bohnenförmige, kugelige +oder pflastersteinartige Zähne, und bei gewissen Selachiern fügen sich +die Zähne zu einem geschlossenen Mosaik aneinander. Eigentümliche +schneidende Zahnplatten von ansehnlicher Größe finden sich bei +¡Diodon¡ und ¡Chimaera¡. + +Ebenso mannigfaltig wie die Form ist auch die Zahl der Zähne bei den +Fischen. Während die Dipnoer, Chimaeriden und Gymnodonten im ganzen +nur 4 bis 6 Zähne besitzen, zählen dieselben bei vielen Haien und +Knochenfischen nach Hunderten. + +Die Befestigung auf der knorpeligen oder knöchernen Unterlage wird +in der Jugend bei fast allen Fischen durch faseriges Bindegewebe +bewerkstelligt, und bei Haien und vielen Knochenfischen bleibt diese +Art der Befestigung zeitlebens, so daß die Zähne nach längerem Kochen +leicht von der Basis abgestreift werden können. Bei Knochenfischen und +vielen Ganoiden tritt eine Verwachsung der Zahnwurzel mit dem Knochen +ein, wobei auf letzterem meist eine sockelartige Erhöhung dem Zahne +entgegenwächst. Ausnahmsweise findet man auch in Höhlungen (Alveolen) +eingefügte Zähne. In der Regel entwickeln sich die Ersatzzähne neben +den fungierenden Zähnen und schieben dieselben nach und nach aus. + +Mit wenigen Ausnahmen besteht die Zahnkrone aus Dentin, Vasodentin und +Schmelz, die Wurzel aus Vasodentin oder Osteodentin. Der ~Schmelz~ +(Placoinschmelz) bildet eine sehr dünne, glasharte, glänzende, +homogene Deckschicht, welche unter polarisiertem Licht Doppelbrechung +erkennen läßt. Die Schmelzschicht schließt zuweilen noch die äußersten +Ausläufer der Dentinröhrchen ein. Sie ist aus phosphorsaurem Kalk mit +etwas Fluorcalcium, wenig kohlensaurem Kalk, phosphorsaurer Magnesia +und sehr geringen Mengen organischer Substanz zusammengesetzt. Das +~Dentin~ (Elfenbeinsubstanz) enthält kein Fluorcalcium, viel mehr +organische Beimengung als der Schmelz, ist weniger hart und löst +sich in Säure langsamer auf. Das eigentliche Dentin (Fig. 12) wird +lediglich von sehr feinen, nach außen verästelten Röhrchen durchzogen, +die von der Pulpa oder deren Verzweigungen ausgehen und fadenförmige +Verlängerungen der Zahnzellen (Odontoblasten) enthalten. Sehr häufig +wird die Dentinsubstanz auch von groben, anastomosierenden Kanälen +(Haversische Kanäle) durchzogen, in welchen Blutgefäße verlaufen und +deren Wände mit Odontoblasten ausgekleidet sind. Von diesen groben +Kanälen gehen alsdann in peripherischer Richtung feine Dentinröhrchen +aus. Diese gefäßreiche Modifikation der Zahnsubstanz heißt +~Vasodentin~ (Fig. 13, 14). + +[Illustration: Fig. 12. + +Vertikalschnitt durch den Zahn von ¡Lepidotus (Sphaerodus) gigas¡ Ag. +aus Dentin und Schmelz bestehend (stark vergrößert.)] + +Die ~Wurzel~ der Fischzähne unterscheidet sich von der Krone durch +Mangel eines Schmelzüberzuges. Sie besteht entweder gänzlich aus +Vasodentin, oder es kommen noch Knochenzellen mit ausstrahlenden +Primitivröhrchen hinzu (Osteodentin). + +Das ~innere Skelett~ der Fische (Fig. 15) zeigt, daß in den +verschiedenen Ordnungen dieser Klasse fast alle Entwickelungsstadien, +welche bei den höheren Wirbeltieren nur vorübergehend durchlaufen +werden, als dauernde Einrichtungen im ausgewachsenen Zustand +fortbestehen. Der ganze Prozeß der allmählichen Gliederung, +Verknorplung und Verknöcherung der Wirbelsäule und des übrigen +Skeletts ist in den verschiedenen Abteilungen der Fische +veranschaulicht, und namentlich die fossilen Formen aus paläozoischen +und mesozoischen Ablagerungen gewähren in dieser Hinsicht die +bemerkenswertesten Aufschlüsse. + +[Illustration: Fig. 13. + +Vertikalschnitt durch einen Teil eines Hechtzahnes. (Nach +~Sternberg~.) Stark vergr. ¡S¡ Schmelz, ¡D¡ Dentin, ¡VD¡ Vasodentin, +¡W¡ Zahnwurzel.] + +[Illustration: Fig. 14. + +Vertikalschnitt durch einen ¡Otodus¡-Zahn. Vergr. ¡VD¡ Vasodentin, ¡D¡ +Dentin, ¡S¡ Schmelz.] + + +Wirbelsäule. + +Die erste Anlage des inneren Skeletts beschränkt sich auf die +Chorda dorsalis. Schon bei Amphioxus tritt hierzu ein membranöses +Skelettsystem, in dem sich die in der Längsrichtung noch +zusammenhängenden oberen und unteren Bogen und die myocommatischen +Querlamellen unterscheiden lassen, bzw. die an den Bogenlamellen durch +ihren Ansatz hervorgerufenen Gewebsverstärkungen. + +Bei den Cyclostomen entwickeln sich dorsal im Anschluß an die +austretenden Spinalnerven kleine Knorpelstücke (je zwei jederseits +in jedem Metamer), die im Schwanz zu einer Längsleiste verschmelzen. +Entsprechende ventrale Bildungen sind nur im Schwanz beobachtet. + +Diese schon bei den Cyclostomen nachweisbaren oberen und unteren +Bögen lassen bei den typischen Fischen die metamere Gliederung +der Wirbelsäule entstehen, wobei die Chorda selbst noch häufig +ungegliedert verharrt. Die Chordascheide ist verstärkt, die +ursprüngliche Elastica nach außen gedrängt. Von den Knorpelstücken +der Bogen geht eine Zerstörung der Elastica aus und Knorpelzellen +wandern in die Scheide ein. Damit ist die metamere Sonderung auch +der Wirbelkörper angebahnt, deren Ausarbeitung im einzelnen sehr +verschiedene Wege geht. + +[Illustration: Fig. 15. + +Skelett vom Barsch (¡Perca fluviatilis¡). + +I. ~Kopf~: ¡Fr¡ Frontale (Stirnbein), ¡Eth¡ Ethmoideum, ¡Prf¡ +Präfrontale, ¡Pfr¡ Postfrontale, ¡Pa¡ Parietale, ¡Sq¡ Squamosum, +¡OS¡ Occipitale superius, ¡EpO¡ Epioticum, ¡PrO¡ Prooticum, ¡SOr¡ +Suborbitalia, ¡HyM¡ Hyomandibulare, ¡Sy¡ Symplecticum, ¡Qu¡ Quadratum, +¡Mtpt¡ Metapterygoid, ¡Enpt¡ Entopterygoid (Mesopterygoid), ¡Ekpt¡ +Ektopterygoid, ¡Mx¡ Maxilla, ¡Pmx¡ Prämaxilla, ¡Ar¡ Articulare, +¡Ang¡ Angulare, ¡D¡ Dentale, ¡POp¡ Präoperculum, ¡Op¡ Operculum, +¡Sop¡ Suboperculum, ¡IOp¡ Interoperculum, ¡Hy¡ Hyoideum, +(Ceratohyale), ¡GHy¡ Glossohyale (Zungenbein), ¡UHy¡ Urohyale, ¡Brs¡ +Kiemenhautstrahlen. + +II. ~Extremitäten~: ¡Pt¡ Posttemporale, ¡Scl¡ Supraclavicula, ¡Cl¡ +Clavicula, ¡Cor¡ Coracoid, ¡Sc¡ Scapula, ¡Pcl¡ Postclavicula, ¡P¡ +Brustflosse (Pectoralis), ¡Mt¡ Metapterygium, ¡V¡ Bauchflosse +(Ventralis), ¡D¡ u. ¡D'¡ erste und zweite Rückenflosse (Dorsalis), +¡C¡ Schwanzflosse (Caudalis), ¡A¡ Afterflosse (Analis), ¡in¡ +Interneuralia, ¡ih¡ Interhämalia, ¡hyp¡ Hypurale. + +III. ~Wirbelsäule~: ¡w¡ Wirbelkörper, ¡a¡ Parapophysen, ¡b¡ +Hämapophysen, ¡c¡ Neurapophysen, ¡r¡ Rippen, ¡x¡ Gräten.] + +Ein vollständiger ~Wirbel~ besteht aus einem ~Wirbelkörper~ (Zentrum), +zwei oberen, den Rückenmarkkanal umgebenden Bogenhälften (obere Bögen, +~Neurapophysen~) und zwei unteren Bogenstücken (~Hämapophysen~). +Die oberen Bogen vereinigen sich zu einem dorsalen ~Dornfortsatz~ +(processus spinosus oder spina dorsalis), die unteren können entweder +in der Schwanzregion durch Vereinigung einen ventralen Dornfortsatz +(spina ventralis) bilden (Fig. 18) oder sie bleiben als untere +Querfortsätze (~Parapophysen~) getrennt. + +Bei vielen mit knorpeliger Wirbelsäule versehenen Fischen (Selachier, +Accipenseriden) schieben sich zwischen die oberen und unteren Bögen +knorpelige Schaltstücke (~Intercalaria~) ein, welche die Bögen +zuweilen an Größe übertreffen (Fig. 16). Es entspricht dies vielleicht +dem Auftreten doppelter oberer und unterer Bogen in jedem Segment bei +Petromyzon. + +[Illustration: Fig. 16. + +Drei Schwanzwirbel von ¡Centrophorus¡ von der Seite. (Nach ~Hasse~.) + +¡w¡ Wirbelkörper, ¡na¡ oberer Bogen, ¡i¡ Intercalarstück, ¡ha¡ unterer +Bogen.] + +[Illustration: Fig. 17. + +Wirbel aus der Rumpfregion des Stör. ¡A¡ von der Seite, ¡B¡ in +vertikalem Querschnitt. + +¡sp. d.¡ oberer Dornfortsatz, ¡n¡ oberer Bogen (Neurapophyse), ¡p¡ +Parapophyse, ¡ha¡ unterer Bogen (Hämapophyse), ¡m¡ Rückenmarks- +(Medullar-) Kanal, ¡ch¡ Chorda dorsalis, ¡s¡ Chordascheide, ¡i¡ +Intercalaria, ¡r¡ Rippen, ¡f¡ Durchtrittsöffnungen der Nerven. (Der +Knorpel ist punktiert, der Knochen weiß.) (Nach ~R. Hertwig.~)] + +Die ~Wirbelcentra~ oder Wirbelkörper enthalten bei den Knorpelfischen +meist noch einen Teil der Chorda, welche als weicher zentraler Strang +die ganze Wirbelsäule durchsetzt und die Zwischenräume zwischen den +einzelnen Wirbeln teilweise ausfüllt. Die knorpeligen, verkalkten +oder verknöcherten Vorder- und Hinterwände der Wirbelkörper sind +wie Doppelkegel tief ausgehöhlt (~amphicöl~) und verleihen dem +Wirbelzentrum dadurch sanduhrähnliche Gestalt. Bei den Selachiern +tritt meist eine teilweise Verkalkung, bei den Ganoiden und +Knochenfischen eine Verknöcherung des ursprünglichen Knorpelzentrums +ein. Während aber die Knochenfische meist eine vollständige Umwandlung +des ganzen Wirbels mit all seinen Fortsätzen in kompakte, dentinartige +Knochensubstanz aufweisen, lassen die Ganoiden, namentlich der +paläozoischen und mesozoischen Ablagerungen, die verschiedensten +Stadien des Verknöcherungsprozesses erkennen. Bei vollkommen +verknöcherten Wirbeln legen sich die vorderen und hinteren Ränder der +amphicölen Wirbelzentren dicht aneinander und sind überdies durch +Ligamente verbunden, die Chorda füllt nur noch die intervertebralen +Zwischenräume aus und bildet keinen kontinuierlichen Strang. Die +Bögen verwachsen fest mit dem Zentrum, und am Vorderrand der oberen +Bögen ragt häufig ein kurzer Fortsatz (~Zygapophyse~) vor, welcher +sich jederseits über einen ähnlichen hinteren Fortsatz des Zentrums +legt und so die Verbindung benachbarter Wirbel verstärkt (Fig. 18). +In der hinteren oder ~Schwanzregion~ vereinigen sich die unteren +Bogen zu einem ventralen Dornfortsatz (Fig. 18); in der vorderen +~Rumpfregion~ ragen die unteren Bogen als kurze Parapophysen vor und +dienen beweglichen ~Rippen~ als Träger. Eigentliche ~Querfortsätze~ +(~Diapophysen~, processus transversi), an welche sich bei den höheren +Wirbeltieren die Rippen anlegen, und welche von den oberen Bogen +ausgehen, kommen nur ganz ausnahmsweise (¡Polypterus¡, ¡Pleuronectes¡) +neben den Parapophysen vor. Bei den Cyclostomen und Chimären fehlen +~Rippen~ vollständig, bei den Selachiern und Knorpelganoiden sind sie +meist schwach entwickelt oder rudimentär. In keinem Fall vereinigen +sich die Rippen auf der Ventralseite miteinander, weder direkt, +noch durch das Zwischentreten eines Sternums. Nicht zu verwechseln +mit Rippen sind die aus verknöcherten Sehnen entstehenden ~Gräten~; +dünne, an einem Ende häufig vergabelte Knochenfäden, welche zwischen +den Muskeln liegen und sich an die Wirbelzentren, Bogen oder Rippen +anheften. + +[Illustration: Fig. 18. + +Schwanzwirbel vom Karpfen. ¡A¡ der Länge nach in sagittaler Richtung +durchschnitten, ¡B¡ ein einzelner Wirbel in halb seitlicher Ansicht. +¡C¡ letzter Rumpf- und erster Schwanzwirbel. ¡sp. d¡ oberer +Dornfortsatz, ¡n¡ oberer Bogen, ¡ch¡ Chorda dorsalis, ¡c¡ Zentrum, +¡za¡ Zygapophysen, ¡ha¡ Hämapophyse. (Nach ~R. Hertwig~.)] + +Die Zahl der Fischwirbel schwankt je nach den verschiedenen Gruppen +ganz außerordentlich. Bei gewissen Knochenfischen (¡Ostracion¡) zählt +man nur 15, bei anderen 70 bis 80, beim Aal etwa 200, bei manchen +Haien 350 bis 400. + +Das hintere Ende der Wirbelsäule ist bei allen Fischen im +Embryonalzustand ~diphycerk~ oder ~heterocerk~. Im ersteren Fall +verlängert sich die Wirbelsäule geradlinig bis zum Körperende und +ist oben und unten symmetrisch von der Schwanzflosse umgeben. In +diesem embryonalen Stadium verharren zeitlebens die Cyclostomen, +Dipnoer und viele Crossopterygier (Fig. 19). Bei den ~heterocerken~ +Fischen (Haien, Rochen, vielen Ganoiden) krümmt sich die Wirbelsäule +hinten aufwärts und tritt vollständig in den oberen Lappen der +Schwanzflosse ein, welcher sich meist verlängert und den unteren an +Größe übertrifft (Fig. 20). Zwischen diphycerker und heterocerker +Schwanzbildung gibt es vielfache Übergänge. So verlängert sich beim +~hetero-diphycerken~ Schwanz die Wirbelsäule mit schwacher Aufbiegung +bis zum Körperende und ist oben und unten von Strahlen umgeben; aber +die Strahlen des oberen Lappen bleiben erheblich an Stärke hinter +denen des unteren zurück. Zuweilen ist auch die äußere Schwanzflosse +aus zwei gleichen Lappen zusammengesetzt, während sich die Wirbelsäule +aufwärts biegt und eine Strecke weit in den oberen Lappen eindringt +(Fig. 21). Derartige Flossen sind äußerlich homocerk, ~innerlich +heterocerk~. Beim ~hemi-heterocerken~ Schwanz ist der obere Lappen der +äußerlich gleichlappigen Schwanzflosse noch eine Strecke weit oder +auch bis zur Spitze beschuppt. + +[Illustration: Fig. 19. + +Diphycerke Schwanzflosse von ¡Polypterus Bichir¡. (Nach ~Kölliker~.) + +¡ch¡ hinteres Ende der Wirbelsäule.] + +[Illustration: Fig. 20. + +Äußerlich und innerlich heterocerke Schwanzflosse vom Stör.] + +[Illustration: Fig. 21. + +Innerlich heterocerke Schwanzflosse von ¡Amia¡. (Nach ~Kölliker~.) +¡ch¡ verknorpeltes Hinterende der Wirbelsäule mit dem Chordastrang.] + +[Illustration: Fig. 22. + +Äußerlich homocerke (stegure) Schwanzflosse vom Lachs (¡Salmo Salar¡). +(Nach ~Kölliker~.) + +¡ch¡ Ende der Chorda (Schwanzfaden), ¡a¡, ¡b¡, ¡c¡ obere Deckknochen +des Schwanzfadens.] + +Bei sämtlichen Cycloid- und Ctenoidfischen ist die Schwanzflosse +äußerlich ~homocerk~ (Fig. 22). Die Wirbelsäule endigt meist vor der +Flosse mit einem Wirbel, an welchen sich eine breite, vertikale, +fächerförmige Schlußplatte (~Hypurale~) anschließt, die aus der +Verschmelzung mehrerer Flossenträger und Hämapophysen entsteht. Über +dieser Schlußplatte liegt meist ein kurzer, knorpeliger, aufwärts +gerichteter Fortsatz der Chorda oder ein schräg aufwärts gerichtetes, +griffelartiges Knochenstück (~Urostyl~). Den homocerken Schwanzflossen +liegt somit eine ~innerliche Heterocerkie~ zugrunde. + +Sämtliche paläozoischen Fische haben diphycerke oder heterocerke +Schwänze, hemiheterocerke Formen beginnen im Jura. Die cretaceischen, +tertiären und lebenden Knochenfische haben im ausgewachsenen Zustand +homocerke Schwanzflossen, durchlaufen aber in der Jugend ein +diphycerkes oder heterocerkes Stadium. + + +Schädel. + +Das embryonale ~Primordialcranium~ der Fische ist ~knorpelig~ und +entwickelt sich aus der Chorda dorsalis, die eine Strecke weit in die +Schädelbasis eindringt. + +[Illustration: Fig. 23. + +Schädel und Kiemenkorb von ¡Squatina vulgaris¡. (Nach ~Gegenbaur~.) +¡Eth¡ Ethmoidalregion (¡Rostrum¡), ¡Po¡ Postorbitalfortsatz, ¡Occ¡ +Occipitalregion, ¡PQ¡ Palatoquadratum, ¡L¡ vorderer, ¡L'¡ hinterer, +¡L''¡ unterer Labialknorpel, ¡Md¡ Unterkiefer (¡Mandibula¡), ¡HyM¡ +Hyomandibulare, ¡Hy¡ Hyoideum, ¡Co¡ Copula des Zungenbeinbogens, +¡III¡-¡VII¡ Kiemenbögen (¡Branchialia¡), ¡EBr¡ Epibranchiale, ¡CBr¡ +Ceratobranchiale, ¡HBr¡ Hypobranchiale, ¡Co'¡ hinterste Copula der +Kiemenbögen, ¡BR¡ Kiemenstrahlen des Hyoideum.] + +Bei den ~Selachiern~ (Fig. 23) besteht das Kopfskelett dauernd +aus einheitlichem Knorpel, der oberflächlich mit Plättchen aus +phosphorsaurem Kalk inkrustiert, seltener eine auch in die Tiefe +greifende Verkalkung aufweist. Die Schädelkapsel enthält das +Zentralnervensystem und zwar hinten die Hemisphären des großen und +kleinen Gehirns, in der Mitte die Sehhügel (lobi optici), im vorderen +Teil die Riechnerven; mit der Schädelkapsel vereinigen sich sehr früh +die in der Anlage selbständigen Gehörorgane, Augen und Nasengruben. +Das ~Visceralskelett~ besteht aus einer Anzahl verschiedenartig +ausgebildeter knorpeliger Bögen, von denen der vorderste, der sog. +~Mandibularbogen~, die Mundhöhle umrandet und sich durch Größe und +Bezahnung auszeichnet. Der obere Teil, das ~Palatoquadratum~, ist +mit dem unteren, dem ~Unterkiefer~, gelenkig verbunden; bei den +meisten Haifischen ist er durch Bänder, die von seinem niedrigen, +vorderen Fortsatze ausgehen, an den Schädel geheftet. Bei den +primitiven Haien (Notidanus, Hybodus) erhebt sich das Palatoquadratum +hinten zu einem viel breiteren Fortsatz, der mit dem postorbitalen +Vorsprung des Schädels in gelenkartiger Fläche zusammenstößt. Der +zweite Visceralbogen oder ~Hyoidbogen~ berührt ebenfalls mit seinem +oberen Abschnitt, ~Hyomandibulare~, die Gehörregion des Schädels, +während sein unterer als Zungenbein, ~Hyoid~, ausgebildet ist. Das +Hyomandibulare ist bei Notidanus, Hybodus etc. ein langer, schmaler +Knorpel, der sich ganz dem Hinterrand des Palatoquadratum anschmiegt; +bei den meisten Haien ist es aber verkürzt und verbreitert und weiter +nach hinten geschoben. + +Die sog. ~Lippenknorpel~ (Fig. 23) werden häufig als präorale +Kiemenbögen bezeichnet, oder als die knorpeligen Äquivalente des +Maxillare bzw. Prämaxillare (unter Bezug auf Beobachtungen bei +Polyodon) oder auch als neue Erwerbungen bezw. Abgliederungen. +Ihr Auftreten bei älteren fossilen Formen läßt sich zu Beweisen +einstweilen nicht verwerten, es ist immerhin beachtenswert, daß +sie zuweilen selbst alten Formen fehlen oder sehr klein sind. +Ontogenetisch treten sie später auf als die eigentlichen Visceralbogen. + +Hinter den Zungenbeinbogen folgen noch fünf (selten sechs oder sieben) +~Visceralbögen~, welche als Stützen der Respirationsorgane dienen, +aus mehreren Stücken zusammengesetzt sind und ventral durch mediane +Zwischenknorpel (~Copulae~) verbunden werden. Sowohl die Kiemenbögen +als auch das Hyoideum, bei alten Formen auch das Hyomandibulare, +tragen knorpelige ~Kiemenstrahlen~. Bei den Holocephalen verschmelzen +Palatoquadratum und Hyomandibulare miteinander und mit der +Schädelkapsel. Der Unterkiefer wird dadurch ~autostyl~, d. h. direkt +an den Schädel eingelenkt. + +Bei den ~Knorpelganoiden~ (¡Accipenser¡, ¡Spatularia¡) nehmen +bereits knöcherne Elemente an der Zusammensetzung des Kopfes teil. +Die Schädelkapsel bleibt zwar der Hauptsache nach knorpelig, aber +außen entstehen eine Anzahl Knochenplatten, welche das Cranium oben +und auf den Seiten bedecken, und ebenso entwickelt sich an der +Schädelbasis ein langer schmaler Hautknochen (~Parasphenoid~), welcher +vorne bis zur Ethmoidalregion, hinten bis zum Hinterhaupt reicht. +Auch am Palatoquadratum, Hyomandibulare und Unterkiefer stellen +sich Knochenbelege ein, und ebenso ossifiert eine die Kiemenspalten +deckende Hautfalte zu einem einfachen ~Kiemendeckel~ (Operculum). +Palatoquadratum und Hyomandibulare bilden den frei beweglichen +(~hyostylen~) Träger des Unterkiefers. + +Ähnlich wie die Knorpelganoiden verhalten sich auch die ~Dipnoer~, +bei denen jedoch Palatoquadratum und Hyomandibulare mit dem Cranium +verschmolzen sind (Autostylie). + +Bei den ~Schuppenganoiden~ und ~Knochenfischen~ findet eine mehr +oder weniger vollständige Ossifikation der Schädelkapsel und des +Visceralskelettes statt. Die ~Verknöcherung beginnt~, wie bei den +Knorpelganoiden, zuerst ~mit Hautknochen~, welche anfänglich (durch +eine Bindegewebsschicht) vom Knorpelcranium getrennt bleiben. Die +Bildung der Ersatzknochen erfolgt phylogenetisch später und geht vom +Perichondrium des Primordialschädels aus. Der Knorpel wird durch +Knochen ersetzt (Ersatzknochen, zu diesen gehören z. B. immer die +unteren und seitlichen Hinterhauptsbeine). Eine klare Scheidung +beider Knochenarten ist aber dadurch erschwert, daß die Bildung +von Hautknochen oft in größerer Tiefe vor sich geht und selbst den +unten liegenden Knorpel ergreifen kann. Es kann auch ein Knochen +gemischter Entstehung sein, indem ein Deckknochen mit der gleichfalls +verknöchernden Knorpelunterlage verschmilzt. Das gilt z. B. öfters für +das Supraoccipitale, auch für das Opisthoticum. + +Am eigentlichen Cranium (Fig. 24) unterscheidet man drei Regionen +(Occipital- und Gehör-Abschnitt, Orbital- und Ethmoidal-Region). +Die ~Hinterhaupts~- oder ~Occipital-Region~ besteht aus vier +Knorpelknochen: dem ~unteren Hinterhauptsbein~ (Occipitale basilare, +Basioccipitale), welches meist noch Reste der Chorda dorsalis +enthält und mit seinem tief ausgehöhlten Hinterende die Verbindung +mit der Wirbelsäule herstellt, einem rechten und linken ~seitlichen +Hinterhauptsbein~ (Occipitalia lateralia, Exoccipitalia), welche den +größeren Teil des Hinterhauptsloches umgrenzen, oft oben mit dem +Supraoccipitale sich vereinigen, und einem ~oberen Hinterhauptsbein~ +(Occipitale superius, Supraoccipitale), das zum Schädeldach gehört, +sich zwischen die davor liegenden Scheitelbeine einschiebt und häufig +mit einer vertikalen Medianleiste oder einem hohen Kamm versehen ist. + +[Illustration: Fig. 24. + +Schädelkapsel von ¡Cyprinus carpio¡ Lin. (Karpfen). (Nach ~R. Owen~.) +¡BO¡ Occipitale basilare, ¡Exo¡ Exoccipitale, ¡SO¡ Occipitale +superius, ¡OpO¡ Opisthoticum, ¡Ep¡ Epioticum, ¡PrO¡ Prooticum, +¡Sq¡ Squamosum, ¡AlS¡ Alisphenoid, ¡BSph¡ Basisphenoid, ¡OSph¡ +Orbitosphenoid, ¡Pa¡ Parietale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Fr¡ Frontale, +¡Prf¡ Präfrontale, ¡Eth¡ Ethmoideum, ¡Vo¡ Vomer, ¡io¡ Interorbitale.] + +Die ~Gehörkapseln~ werden seitlich von mehreren, unter den +Gesichtsknochen vollkommen versteckten Knochenpaaren umschlossen. +Man unterscheidet hier das unmittelbar vor den Occipitalia lateralia +gelegene ~Opisthoticum~ (¡OpO¡)[3], das im hinteren oberen Teil an das +Opisthoticum angrenzende ~Epioticum~ ¡EpO¡, und das ~Prooticum~ ¡PrO¡, +welches gewöhnlich die Öffnung des Nervus trigeminus umschließt. Mit +diesen die eigentliche Gehörkapsel bildenden Knochen verbindet sich +jederseits eine über und vor dem Opisthoticum gelegene, teils aus +Hautknochen, teils aus Knorpel hervorgegangene Knochenplatte, das +~Squamosum~ ¡Sq¡ (Pteroticum Park., Schläfenbein), unter der sich der +Kieferstiel (~Hyomandibulare~) einlenkt. + +Die seitliche Umgebung der mittleren orbitalen Schädelregion, welche +bald knorpelig oder häutig bleibt, bald mehr oder weniger vollständig +verknöchert, ist äußerlich vollkommen von den Gesichtsknochen bedeckt. +Man unterscheidet hier zwei Knochenpaare: das hintere unmittelbar vor +dem Prooticum gelegene ~Alisphenoid~ und das vordere ~Orbitosphenoid~; +in der Mitte wachsen beide Knochenpaare, namentlich aber die beiden +Orbitosphenoide, häufig zusammen und verschmelzen vollständig +miteinander. Die Orbitosphenoide können auch ganz in einem häutigen +Interorbitalseptum aufgehen. Die Grundfläche des Schädels wird durch +einen Hautknochen, das lange, spanförmige ~Parasphenoid~ gebildet, +welches hinten an das Basioccipitale, vorne an den Vomer anstößt. + +Das Dach der beiden hinteren Schädelabschnitte wird wesentlich +von Deckknochen gebildet. So schalten sich zwischen das obere +Hinterhauptsbein und die beiden Squamosa zwei ~Parietalia~ +(Scheitelbeine) ein, auf welche nach vorn die zwei ~Frontalia~ +(Stirnbeine) folgen, die öfters zu einem einfachen großen +Hauptstirnbein verschmelzen. Seitlich davon liegt vor dem Squamosum +das ~Postfrontale~ (Hinterstirnbein, Sphenoticum Parker), das beiden +Ganoiden zu den Haut-, bei den Teleostiern zu den Knorpelknochen +gehört. Über den Augenhöhlen kommt zuweilen ein kleines +~Supraorbitale~ vor. + +Die vordere ~Ethmoidalregion~ besitzt als Basis das ~Pflugscharbein~ +¡Vo¡ (Vomer), das gleichzeitig die vordere Decke des harten +Gaumens bildet. Von Vomer steigt schräg nach hinten und oben +jederseits ein z. T. knorpelig präformiertes, oben dermal angelegtes +~Vorderstirnbein~ (~Präfrontale~, Ethmoidale laterale Parker) auf, +das sich mit dem Stirnbein und mit dem die Nasenkapsel oben, vorn und +teilweise seitlich umschließenden ~Ethmoidale~ ¡Eth¡ verbindet. Eine +oder mehrere kleine Deckknochen über jedem Nasenloch, welche sich +zuweilen außen an das Ethmoidale anheften, werden Nasenbeine ¡Na¡ +(Nasalia) genannt; das Ethmoid ist ein Ersatzknochen. + +Zum ~Visceralskelett~ gehören der Kieferapparat, die Gesichtsknochen +und das Kiemengerüst. Das ~Hyomandibulare~ tritt in enge Verbindung +mit dem hinteren Teil des Palatoquadratum, d. h. dem Quadratum. +Daraus geht der sog. Kieferstiel (Hyomandibulare und Symplecticum und +Quadratum) hervor, welcher als Träger des Unterkiefers am Schädel +durch Bänder beweglich befestigt ist. Das ~Quadratum~ articuliert +unten mit dem Unterkiefer und ist nach oben innig mit dem aus dem +unteren Ende des Hyomandibulare hervorgegangenen ~Symplecticum~ +verbunden. An das Quadratbein fügen sich nach vorn das winklig +gebogene Ectopterygoid (ein Deckknochen), nach oben das Metapterygoid, +nach vorne das Mesopterygoid an, dessen vorderes Ende sich mit dem +Palatinum (Gaumenbein) verbindet. Letzteres ist mit seinem Vorderrand +durch Knorpelbänder am Vomer und der Ethmoidalregion angeheftet, es +ist ein Mischknochen, in dem ein Deckknochen und ein Ersatzknochen +vereinigt sind. + +Vor dem Gaumenbein liegen jederseits zwei ziemlich große, meist +mit Zähnen besetzte Deckknochenpaare; das vordere derselben, die +~Prämaxilla~ (Zwischenkiefer), stößt vor der Ethmoidalregion durch +eine Symphyse mit dem korrespondierenden Knochen der anderen Seite +zusammen; das hintere, die ~Maxilla~ (Oberkiefer), tritt zuweilen +durch ein schmales, eingeschaltetes ~Jugale~ (Jochbein) mit dem +Quadratum in Verbindung. + +Der ~Unterkiefer~ (Mandibula) besteht aus dem Gelenkstück +(~Articulare~, einem Ersatzknochen), einem hinteren unteren Eckstück +~Angulare~, das öfters knorpelig bleibt und dem großen, mit +Zähnen besetzten Hauptstück ~Dentale~, welches als Deckknochen den +Meckelschen Knochen umhüllt. Auf der Innenseite kommt hierzu noch ein +Belegknochen, das ~Operculare~ oder ~Spleniale~, das nicht selten +Zähne trägt und zuweilen (namentlich bei den Crossopterygiern) durch +zwei oder mehr Knochenstücke ersetzt ist. + +Eine ungewöhnlich starke Entwicklung erlangen sowohl bei Ganoiden +als Teleostiern mehrere aus einer Hautfalte hervorgehende +~Opercularknochen~. Der vorderste, das ~Präoperculum~, ist meist eine +ziemlich lange, schmale, etwas gebogene Knochenplatte, welche sich +oben an das Hyomandibulare, unten an das Quadratum anheftet; dahinter +liegt oben ein ~Operculum~ von meist ansehnlicher Größe, ferner ein +Suboperculum und als unterstes Stück ein öfters mit dem Unterkiefer +zusammenhängendes ~Interoperculum~. + +Eine wechselnde Anzahl kleiner Hautknochen begrenzen als +~Suborbitalia~ bogenförmig den hinteren und unteren Rand der +Augenhöhle. Das über derselben gelegene ~Supraorbitale~ (¡S Or¡), +sowie das ~Lacrimale~ ¡L¡ (Tränenbein) sind kleine Hautknochen, welche +in enger Verbindung mit dem Cranium stehen, aber nur selten entwickelt +sind. Das schon erwähnte Präfrontale ist ein Mischknochen. + +[Illustration: Fig. 25. + +Rechte Hälfte des Zungenbeins und der Kiemenbögen vom Barsch (¡Perca +fluviatilis¡). (Nach ~Cuvier~.) ¡II¡ Zungenbeinbogen, ¡III¡-¡VI¡ +Kiemenbögen, ¡IHy¡ Interhyale, ¡EHy¡ Epihyale, ¡HHy¡ Hypohyale, ¡GHy¡ +Glossohyale (Zungenbein), ¡UHy¡ Urohyale. ¡Co¡ Copulae d. Kiemenbögen, +¡Phs¡ obere Schlundknochen, ¡BrR¡ Kiemenhautstrahlen.] + +Das ~Kiemengerüst~ (Fig. 25) der Ganoiden und Teleostier unterscheidet +sich nicht unerheblich von jenem der Selachier. Abgesehen davon, daß +die bei letzteren dem Hyomandibulare anhaftenden Kiemenhautstrahlen +hier zu ~Opercularplatten~ umgewandelt sind, und daß hinter dem +Hyoideum nie mehr als fünf (selten vier) knöcherne Bögen auftreten, +sind die ~Kiemenhautstrahlen des Zungenbogens~ als kräftige +Knochenstücke oder Blätter ausgebildet. Das ~Hyoideum~ zerfällt +in ein oberes Epihyale, ein mittleres Ceratohyale und ein kleines +aus zwei Stücken bestehendes Hypohyale (Basihyale); das mediane +Verbindungsstück (~Copula~) verlängert sich mehr oder weniger weit +nach vorn als ~Glossohyale~ (Zungenbein) in die Zunge und ist bald mit +Zähnen bedeckt, bald zahnlos; ein zweites nach hinten gerichtetes, +zur Copula gehöriges Knochenstück heißt ~Urohyale~. Die ~Kiemenbögen~ +(Branchialia) sind gleichfalls aus je drei Stücken (Epi-, Cerato- und +Hypo-Branchiale) zusammengesetzt, durch Copulae in der Mitte verbunden +und ihrer ganzen Länge nach mit feinen knorpeligen Strahlen, auf der +Innenseite zuweilen mit zahnähnlichen Höckern oder Stacheln besetzt. +An die Epibranchialia schließen sich noch kurze, häufig Zähne tragende +obere ~Schlundknochen~ an. Von dem Epibranchiale des 1. Bogens +aus bildet sich bei den Labyrinthfischen die knöcherne Unterlage +des akzessorischen Respirationsorgans. Der letzte (5.) Kiemenbogen +ist meist mehr oder weniger modifiziert und bildet die unteren +Schlundknochen. + +Die ~paarigen Flossen~ entsprechen den ~Extremitäten~ der höheren +Wirbeltiere und zwar die ~Brustflossen~ den vorderen, die +~Bauchflossen~ den hinteren. + +Sowohl die Brust- als auch die Bauchflossen heften sich an +ursprünglich knorpelige Bogen (Schulter- und Beckengürtel) an, die +durch Ossifikation in eine verschiedene Anzahl einzelner Knochenstücke +zerfallen können. Mit Ausnahme der Selachier befestigt sich der +~Schultergürtel~ am oberen Hinterhauptsbein oder am Squamosum. Er +bildet bei den Selachiern (Fig. 28 A) einen ventral geschlossenen +einfachen, selten, bei paläozoischen Formen, mehrteiligen, hinter +den Kiemen gelegenen Knorpelbogen, dessen dorsale Enden entweder +frei endigen oder sich an die Wirbelsäule anheften (Rochen); an der +Insertionsstelle der Flosse ist er aufgetrieben und von Nervenlöchern +durchbohrt. Bei manchen Ganoiden (¡Chondrostei¡, ¡Crossopterygii¡, +¡Heterocerci¡) lagern sich dem primären knorpeligen, aus zwei auch +ventral gesonderten Hälften bestehenden Schultergürtel jederseits +drei Deckknochen an, wovon der mittlere größte von Gegenbaur +als ~Cleithrum~, der untere als ~Claviculare~, der obere als +~Supraclavicula~ bezeichnet werden. Letztere zerfällt zuweilen in zwei +Stücke, wovon das obere Posttemporale genannt wird. Bei den übrigen +Ganoiden und den Knochenfischen wird der primäre Schultergürtel sehr +verkleinert. Zwei, durch Zackennähte an der inneren und hinteren +Seite der sehr großen Clavicula befestigte Knochen, wovon der hintere +der ~Scapula~ (Schulterblatt), der vordere mehr nach innen gelagerte +dem ~Coracoid~ entspricht, bilden hier den Brustgürtel. Bei mehreren +Familien (~Physostomen~) kommt hierzu noch ein drittes, schmales, +brückenförmig gegen die Clavicula sich wölbendes Spangenstück. + +Der Hauptknochen des Schultergürtels der Teleostier ist immer die +~Clavicula~, deren Größe und Form außerordentlich variiert. + +Er ist nach ~Bütschli~ aus der Vereinigung von Clavicula und Cleithrum +hervorgegangen, nach ~Gegenbaur~ entspricht er nur dem Cleithrum, +während die Clavicula zurückgebildet ist. + +Nach oben schließen sich als Belegknochen eine Supraclavicula und +ein Posttemporale (¡Pt¡) an, hinten lagert sich ein meist schmaler +akzessorischer Hautknochen, die Postclavicula an. + +[Illustration: Fig. 26. + +Brustflosse von ¡Ceratodus Forsteri¡. Queensland.] + +[Illustration: Fig. 27. + +Brustflosse von ¡Squatina¡ (ohne die äußeren Hornfäden). ¡p¡ +Propterygium, ¡ms¡ Mesopterygium, ¡mt¡ Metapterygium, ¡r¡ Radien.] + +Die ~Brustflossen~ selbst lassen sich im einzelnen schwer mit dem +Bau der vorderen Extremitäten der höheren Vertebraten vergleichen. +Nimmt man mit ~Gegenbaur~ die biseriale Flosse des ¡Ceratodus¡ als +die der Urflosse (Archipterygium) am nächsten stehende Grundform +an, so sieht man auf den größtenteils knorpeligen Brustgürtel zwei +größere Knorpelstücke folgen, an welche sich dann eine lange Kette +kleinerer zylindrischer oder quadratischer Glieder anreiht, von +denen nach beiden Seiten Knorpelstrahlen ausgehen. Eine zentrale +Achse der Brustflosse besaß auch die erloschene Selachier-Gattung +¡Pleuracanthus¡, dagegen sind die Knorpelstrahlen bei allen übrigen +Selachiern vorwiegend einreihig angeordnet. Hier verbinden sich drei +größere, nebeneinander gelegene Knorpel, das ~Pro-~, ~Meso-~ und +~Metapterygium~, mit dem Brustgürtel und an jedes derselben fügen sich +mehrere aus Knorpelstücken zusammengesetzte Radien an (Fig. 27). Am +stärksten ist immer das Metapterygium ausgebildet, die beiden anderen +sind häufig stark reduziert oder können sogar vollständig fehlen. Die +häutige Flosse selbst ist von zahlreichen, stets paarig auftretenden +Hornfäden durchzogen. + +Bei den Ganoiden und noch mehr bei den Teleostiern findet eine +ziemlich weitgehende Rückbildung der von den Basalstücken +ausstrahlenden Radienglieder statt. ¡Polypterus¡ besitzt noch drei +Basalstücke (Figur 28 B), bei den meisten übrigen Ganoiden dagegen +bildet das Metapterygium fast allein die Stütze für die Flosse; Meso- +und Propterygium verkümmern. Dafür treten aber zwei bis drei Radien +in gleiche Reihe mit den Basalstücken und verbinden sich mit dem +Brustgürtel. + +[Illustration: Fig. 28. + +Schultergürtel und Brustflosse von ¡A¡ ¡Heptanchus¡ (Selachier), ¡B¡ +¡Polypterus¡ (Ganoid), ¡C¡ ¡Salmo¡ (Teleostier). ¡cl¡ Clavicula, ¡co¡ +Coracoid, ¡sc¡ Scapula, ¡pcl¡ Postclavicula, ¡scl¡ Supraclavicula, +¡pt¡ Posttemporale, ¡p¡ Propterygium, ¡ms¡ Mesopterygium, ¡mt¡ +Metapterygium, ¡r¡ Radien der Flossenstrahlen, ¡fs¡ äußere +Flossenstrahlen.] + +In gleicher Weise besteht die Basis der Brustflosse bei den +Teleostiern stets aus vier bis fünf gleichartigen, abgeplatteten +Knochenstücken, denen eine wechselnde Anzahl kurzer Knorpelstückchen +angefügt ist. In gleichem Maße als die peripheren Teile des primären +Flossenskeletts zurückgehen, entwickeln sich auf beiden Flächen der +häutigen Flosse ossifizierte Flossenstrahlen als sekundäre Bildungen. + +Wesentlich einfacher als der Brustgürtel ist der sog. ~Beckengürtel~ +der hinteren Extremität zusammengesetzt. Er erscheint bei den +Selachiern als eine paarige oder unpaare, von Nervenlöchern +durchbohrte Spange, die entweder quer zur Längsachse des Körpers liegt +oder einen nach vorn konvexen oder konkaven Bogen bildet. An diesen +Gürtel lenken sich die zwei Basalstücke (Pro- und Metapterygium) +der Bauchflosse ein, die ihrerseits wieder eine Reihe uniserialer +knorpeliger Radien aussenden. Unter den Ganoiden haben sich nur +noch bei ¡Polypterus¡ zwei kleine Knorpelstücke als Überreste eines +Beckengürtels erhalten; bei allen übrigen, sowie bei den Teleostiern +fehlt der Beckengürtel vollständig, dagegen erlangt das Metapterygium +jederseits eine ansehnliche Größe und bildet bald als einfacher, +länglicher Knochen, bald als eine in zwei Stücke vergabelte Platte den +ganzen Flossenträger. Bei den Ganoiden sind die zum Flossenskelett +gehörigen Radien zuweilen knöchern, bei den Teleostiern dagegen meist +knorpelig, stark verkümmert, zuweilen sogar gänzlich geschwunden. Die +Hautflosse selbst enthält zahlreiche gegliederte Knochenstrahlen. Eine +eigentümliche Entwicklung zeigt der Beckengürtel bei den Dipnoern. +Er stellt eine unpaare, vierseitige, vorn in einen langen Fortsatz +auslaufende Knorpelplatte dar, an welche sich die knorpelige Achse der +biserialen Flosse anheftet. + +Während die Bauchflossen bei Selachiern, Ganoiden und Dipnoern stets +am Bauchende stehen, rücken sie bei den Teleostiern häufig weit nach +vorn und treten sogar mit dem Schultergürtel in Verbindung. Durch +diese Vorwärtswanderung der Bauchflossen ergeben sich auffällige +Modifikationen in der Gesamterscheinung der Knochenfische, die in der +Systematik weitgehende Verwertung finden. + +[Illustration: Fig. 29. + +Gehörknöchelchen (Otolith) eines Knochenfisches. Oligocän. Lattdorf. +Nat. Gr. + +¡a¡ von außen, ¡b¡ von innen.] + +Neben den festen Hautgebilden und Skelettresten finden sich in +gewissen Ablagerungen oft reichlich fossile ~Otolithen~[4]) +(Gehörsteine) (Fig. 29); es sind Ausscheidungen von ~kohlensaurem +Kalk~ innerhalb des Labyrinths, die bei höheren Fischen, besonders +im sog. Sacculus, im Utriculus und in der Lagena des Labyrinths fest +umschriebene, charakteristische Gestalt annehmen. Der Otolith des +~Sacculus~ heißt ~Sagitta~, der in der ~Lagena Asteriscus~, nach +der Form, die sie bei Cypriniden haben. Bei diesen ist die Lagena +auffallend verlängert und nebst dem Sacculus in die Schädelbasis +eingesenkt; bei Panzerwelsen enthält der Utriculus den weitaus +größten Otolithen, der besonders bei Arius massig ist und sich häufig +findet. Bei allen anderen Teleostiern sind diese Otolithen klein, +und der umfangreiche Sacculus enthält den größten Otolithen. Die +der Labyrinthwand zugekehrte, dieser anliegende Seite weist einen +sehr verschieden geformten Eindruck auf, den Sulcus acusticus; er +ist nach den Umrissen der Macula acustica geformt, jener Stelle der +Labyrinthwand, in der die letzten Ausstrahlungen des Gehörnervenastes +sich vollziehen, und das wichtigste und beständigste Merkmal am +Otolithen. Durch die Arbeiten von ~Koken~, ~Schubert~, ~Priem~ u. a. +ist aus dem Studium der Otolithen besonders für die Statistik der +Teleostier wertvolles Material gewonnen. Die weite Verbreitung und das +hohe Alter der fossilen Gadiden, Sciaeniden u. a. ließ sich erst aus +der Bestimmung der tertiären Otolithen erweisen. Auch über die Fische +großer Meerestiefen (Macruriden etc.), von denen sich die Otolithen +oft allein erhalten, sind Anhaltspunkte gewonnen. + +Die ~Systematik~ der Fische hat sich seit ~Aristoteles~ vorzüglich auf +Merkmale des inneren und äußeren Skelettes, auf die Beschaffenheit +und Stellung der Flossen und auf die Respirationsorgane gestützt. +Schon ~Artedi~, ~Bonaparte~, ~Lacépède~, ~Cuvier~ und ~Valenciennes~ +stellten die Knorpelfische den mit knöchernem Skelett versehenen +Formen gegenüber und zerlegten beide Abteilungen wieder in +verschiedener Weise in mehrere Gruppen. Auf die fossilen Fische wurde +hierbei keine Rücksicht genommen, obwohl namentlich Haifischzähne, +Zähne von verschiedenen Knochenfischen (Bufoniten, Cheloniten, +Krötensteine, Schlangenaugen), sowie ganze Skelette aus verschiedenen +Lokalitäten (Kupferschiefer von Eisleben, Solnhofen, Oeningen, +Monte Bolca, Glarus) schon im 18. Jahrhundert bekannt und mehrfach +beschrieben waren. Das epochemachende Werk von ~L. Agassiz~ lieferte +(1833-1834) eine vollständige Übersicht aller bis dahin bekannten +fossilen Fische und suchte zugleich eine neue auf das Hautskelett +begründete Einteilung der Fische in 4 Hauptgruppen: ¡Placoidei¡, +¡Ganoidei¡, ¡Cycloidei¡ und ¡Ctenoidei¡ einzuführen. ~Joh. Müller~ +vereinigte die zwei letzten Gruppen unter der Bezeichnung ¡Teleostei¡ +(Knochenfische), begrenzte die Ganoiden schärfer und zerlegte die +Knorpelfische in 4 Unterklassen: ¡Leptocardii¡, ¡Cyclostomi¡, +¡Selachii¡ und ¡Dipnoi¡. Die neueren, wichtigeren Veränderungen in der +Systematik knüpfen besonders an die Arbeiten von ~Cope~, ~Jordan~, +~Gill~, ~Traquair~, ~A. Smith Woodward~ u. a. an. + +Die bisher unter der Bezeichnung Fische zusammengefaßten Formen wurden +auf 3 ~Klassen~ verteilt, die weit geschieden sind: ¡Leptocardii¡, +¡Marsipobranchii¡, ¡Pisces¡.[5] + +Eine kurze, nur auf die allgemeinen Eigenschaften beschränkte Diagnose +führt zu der Gruppierung: + +I. Kein Schädel. Chorda bis zum Beginn des Kopfes reichend. Gehirn +nicht deutlich differenziert. Ohne zentrales, muskulöses Herz; mehrere +kontraktile Strecken der Gefäßwände ersetzen das Herz. + + +Leptocardii. + +II. Schädel mehr oder weniger entwickelt. Chorda nicht über die +Hypophysenregion hinausreichend. Herz musculös entwickelt (mindestens +eine Kammer und eine Vorkammer), Gehirn deutlich entwickelt. + + A. Schädel unvollkommen, kein Unterkiefer. Kein Becken, kein + Schultergürtel, keine paarigen Extremitäten. Kiemen beutelförmig. + + +Marsipobranchii. + + B. Schädel gut entwickelt, mit Unterkiefer. Schulter- und Beckengürtel + vorhanden. Paarige Extremitäten vorhanden (bzw. ~wieder~ + atrophiert). Schultergürtel beider Seiten ventral vereinigt. + Kiemen nicht beutelförmig. + + +Pisces. + +Man muß aber über die hier vorgenommene Trennung noch hinausgreifen +und die ¡Leptocardier¡ nicht nur als eine den Fischen gleichwerte +Klasse hinstellen, sondern als eine Klasse, welche ~allen~ anderen +Wirbeltieren isoliert gegenübersteht und zu der weder ontogenetisch +noch paläontologisch eine Brücke hinüberführt. + +Prinzipielle Fragen knüpfen sich auch an die Stellung der +¡Marsipobranchier¡. Es ist nicht allein der Mangel des Unterkiefers +und der Extremitäten, der sie so weit von anderen Vertebraten +scheidet, sondern die fundamental abweichende Bildung des +Knorpelschädels und des Kiemenskeletts. Sie stehen jedenfalls den +eigentlichen Fischen als Klasse selbständig gegenüber und eine +Zusammenordnung mit paläozoischen Fischen ist damit, daß diese keine +paarigen Extremitäten haben und den Unterkiefer vermissen lassen, noch +nicht gerechtfertigt. + +Nach Ausscheidung auch der ¡Marsipobranchier¡ (¡Cycliae¡), die fossil +nicht sicher[6] bekannt sind, lassen sich dann die Fische in folgender +Weise teilen: + + I. Unterklasse: ¡Placodermi¡ (Agnatha). Ohne paarige Extremitäten. + Ohne Unterkiefer. Mit Hautzähnchen, welche durch Verbindung mit + einer sklerosierten Unterlage oft zu Platten vereinigt sind. + + 1. Ordnung: ¡Anaspida.¡ Spindelförmig, heterocerk. Hautzähnchen am + Kopf isoliert, am Rumpf zu Schuppen vereinigt. + + 2. Ordnung: ¡Heterostraci.¡ Flach, mit breiter Kopfregion und + schlankem Schwanz; ohne Knochenzellen. Heterocerk. + + Unterordnungen oder Familien: ¡Coelolepidae¡, ¡Pteraspidae¡, + ¡Psammosteidae¡. + + 3. Ordnung: ¡Osteostraci.¡ Kopfregion mit großen Platten. Die untere + Lage der Platten mit Knochenzellen. Augen genähert. + + 4. Ordnung: ¡Antiarchi.¡ Kopf und vorderer Rumpf mit Platten + bedeckt, welche Knochenzellen enthalten. + + II. ~Unterklasse~: ¡Elasmobranchii.¡ + + III. ~Unterklasse~: ¡Holocephali.¡ + + IV. ~Unterklasse~: ¡Dipnoi.¡ + + V. ~Unterklasse~: ¡Arthrodira.¡ + + VI. ~Unterklasse~: ¡Teleostomi.¡ + +Diesen ~letztgenannten~ 5 Abteilungen kommt sämtlich der Besitz +von paarigen Extremitäten und Unterkiefer zu. Man könnte sie +also als ¡Gnathostomata¡ ~oder~ ¡Eupterygia¡ zusammenfassen. +Die ¡Elasmobranchier¡ und ¡Holocephalen¡ sind durch knorpliges +Innenskelett, Entwicklung von Placoidschuppen, Mangel dermaler +Knochen, Besitz von Pterygopodien miteinander verwandt, ¡Holocephalen¡ +und ¡Dipnoer¡ durch die autostyle Angliederung des Kieferbogens, das +Gebiß und einige andere Eigenschaften. Die ¡Dipnoer¡ treten aber auch +in Beziehung zu den ¡Teleostomen¡, wie durch einen Vergleich der +älteren ¡Dipnoer¡ und ¡Crossopterygier¡ erhellt, und sind anderseits +auch den ¡Arthrodira¡ (¡Coccosteus¡ u. a.) näher verwandt. Dagegen +ist die Verwandtschaft der ¡Arthrodira¡ mit den ¡Placodermen¡ +(¡Antiarchi¡) nicht so nah, wie früher angenommen. + +Die ¡Anaspida¡, ¡Heterostraci¡, ¡Osteostraci¡, ¡Antiarchi¡ haben +weder paarige Extremitäten noch Extremitätengürtel (die vorderen +Anhänge der ¡Antiarchi¡ sind den Extremitäten anderer Wirbeltiere +nicht homolog). Über den Schädel (d. h. dessen knorpelige Grundlage) +der ¡Anaspida¡ und der ¡Coelolepiden¡ ist nichts bekannt; bei den +¡Heterostraci¡ sehen wir die in der Haut durch Konkreszenz der +Hautkörner entwickelten Platten, aber nichts vom Schädel. Die +Bezeichnung ¡Agnatha¡ für Placodermi kann nur aussagen, daß in +normaler Form entwickelte, am Schädel articulierende Unterkiefer +nicht beobachtet sind; morphologische Äquivalente der Unterkiefer +können trotzdem vorhanden gewesen sein. Bei ¡Pterichthys¡ sind die +zwei vor den Semilunarplatten des Ventralschildes gelegenen Stücke +schon auf den knöchernen Belag eines Unterkieferknorpels beziehbar. +Bei ¡Tremataspis¡ ist die entsprechende Region von zahlreichen +Platten bedeckt, bei ¡Drepanaspis¡ ist weitgehende Konkreszenz +in der mittleren Lage eingetreten. ~Auf die Ausdehnung und +Einschränkung~ dieser ~Hautgebilde~ hat die Beweglichkeit der Region +~unmittelbaren und formativen Einfluß~. Wir sind noch nicht in der +Lage, hier die progressiven Reihen von den regressiven zu sondern. +Bringt man ¡Coccosteus¡ (und Verwandte) in enge Beziehung zu den +¡Antiarchi¡, wie dies wieder versucht wird (~Jaekel~), so ist, da +¡Coccosteus¡ isolierte, gelenkig dem Schädel angehängte, bezahnte +Unterkiefer hat, die Stellung der ~Agnatha~ abseits des Weges und +ihre Kieferlosigkeit ein regressives Merkmal. Ist der Vergleich des +Palatoquadratum-Mandibular-Bogens mit Kiemenbogen berechtigt, so +ist schon hieraus gegeben, daß Agnathie (Mangel eines Unterkiefers) +entweder nur auf den Mangel von erkennbaren Deckknochen bezogen werden +kann, was einen Rückschluß auf die nicht fossilisierbare knorplige +Unterlage nicht zuläßt, oder ein unbedingt regressives Merkmal ist. + + +Unterklasse. #Placodermi.# + +¡Die Haut ist mit kleinen Schuppen versehen, welche bei den meisten +Gruppen sich mit großen basalen, oft blättrig gebauten Platten zu +umfangreichen Hautgebilden vereinigen. Ohne paarige Extremitäten. Ohne +Unterkiefer.¡ + +Die ~Placodermen~ umfassen auffallend gestaltete Fische des Silurs +und Devons, die zum ersten Male von Agassiz zusammengefaßt und in +der Nähe der Ganoiden eingereiht wurden. Der Umfang der Abteilung +ist dadurch verringert, daß die an Coccosteus sich anschließenden +Formen abgetrennt und als ¡Arthrodira¡ neben die Dipnoer gestellt +sind, nach anderer Richtung hin aber durch die Einfügung der +besonders von Traquair untersuchten ¡Anaspida¡ und ¡Coelolepidae¡ +erweitert. Die ursprünglich auf die starr gepanzerten Formen +angewendete Bezeichnung Placodermen trägt zwar dem Aussehen eines +¡Thelodus¡ etc. nicht Rechnung, aber dasselbe läßt sich auch gegen die +Benennung ¡Ostracodermi¡ anführen, die sich auch nur auf eigentliche +Panzerfische bezog. Sie wurde von ~Cope~ und ~A. Sm. Woodward~ +eingeführt, als die Coccosteiden zu den Dipnoern gestellt und damit +den Placodermen eine ihrer bekanntesten Abteilungen genommen wurde. +Es empfiehlt sich, die eingebürgerte Bezeichnung Placodermen auch +nach den notwendigen Veränderungen am Umfang der Gruppe nicht fallen +zu lassen, denn nach wie vor umschließen sie den Kern der alten +Agassizschen Abteilung: die ¡Heterostraci¡ (¡Pteraspis¡ und Verw.), +¡Osteostraci¡ (¡Cephalaspis¡ und Verw.) und ¡Antiarchi¡ (¡Pterichthys¡ +und Verw.), zu denen noch Traquairs ¡Anaspida¡ kommen. + +Die Stellung der ¡Placodermen¡[7] bei den Fischen scheint trotz +der neueren Arbeiten ~Pattens~, der sie als ¡Peltocephalata¡ mit +Arthropoden in Beziehung bringt, gesichert. Die Frage, ob die +Coccosteiden (¡Arthrodira¡) scharf von den Antiarchi getrennt +werden dürfen, ist wieder zur Diskussion gestellt, besonders durch +Hinweise von ~Jaekel~, dessen ausführliche Untersuchungen noch nicht +veröffentlicht sind. + +Die ¡Placodermen¡ umfassen die merkwürdigsten und zugleich ältesten +Formen unter den Fischen. Sie treten schon im Silur auf. Der ~Mangel +an paarigen Flossen~ ist noch wichtiger als die Agnathie, denn +das Fehlen harter Unterkiefer beweist nicht den Mangel knorpelig +angelegter Mandibularbögen. Wenn aus dem Alter dieser Formen gefolgert +wird, daß die ältesten Fische noch keine paarigen Flossen besaßen, der +Erwerb solcher sich demnach erst in der Weiterentwickelung der Fische +vollzog, so muß beachtet werden, daß auch die Selachier bis zum Silur +zurückreichen (¡Onchus¡) und demnach die Ausbildung der Extremitäten +bei Fischen älter sein muß als die bisher gefundenen Placodermen. + + +Ordnung. #Anaspida.# Traquair.[8] + +~Spindelförmige Fische ohne Kiefer, Zähne, Extremitäten und +Extremitätengürtel. Innenskelett ohne Ossifikationen. Schuppen der +Haut homogen oder etwas faserig (ohne Dentin oder Knochenzellen), +jedoch läßt der Erhaltungszustand keine sichere Entscheidung zu.~ + + +Familie: #Birkeniidae.# Traquair. + +¡Klein, spindelförmig, mit tief ausgeschnittenem, heterocerkem +Schwanz. Dorsalis weit hinten. Ohne Augen.¡ + +[Illustration: Fig. 31. + +¡Birkenia elegans¡ Traq. Nat. Gr. Rekonstruktion von Traquair.] + +¡Birkenia¡ Traqu. Schuppen des Rumpfes schmal und hoch, in mehreren +Längsreihen und so angeordnet, daß die Vertikalreihen schräg von oben +nach unten vorn ziehen. Der vorn breit gerundete Kopf mit kleineren +Schuppen, die sich in mehrere Komplexe ordnen. Am Hinterrande des +Kopfes 8 kleine, runde Löcher (? Kiemenlöcher). Bauch mit größeren +Stachelschuppen. ¡B. elegans¡ Tr. Obersilur (Ludlow, häufig im +Downtonian von Lanarkshire). + +¡Lasanius¡ Traqu. Lang spindelförmig. Bauch mit einer medianen Reihe +großer Stachelschuppen besetzt, sonst keine Schuppen. Hinter dem Kopf +8 längliche, nach vorn und unten gerichtete Knochenstäbe, die oben +scharf geknickt sind (? Kiemenkorb). ¡L. armatus¡ Traqu. Obersilur +(Downtonian) von Lanarkshire. + +[Illustration: Fig. 32. + +¡Lasanius problematicus¡ Traquair. Rekonstruierter Umriß nach +Traquair. Eingetragen sind auch die hinter dem Kopf liegenden +Knochenstäbe.] + + +Ordnung. #Heterostraci.# + +~Fische mit breitem, deprimiertem Vorderkörper und schlankem, +verschmälerten Schwanz, der in eine heterocerke, öfter tief +ausgeschnittene Flosse ausläuft. Augen weit voneinander getrennt +an den Seiten des Kopfes. Mundspalte meist auf der Unterseite. +Kiemenöffnungen unbekannt. Haut mit harten, dentinösen Schüppchen oder +mit größeren Schuppen und Platten, die aus der Vereinigung der kleinen +Hautschüppchen auf basalen Platten entstehen. Keine Knochenkörperchen +in den Platten.~ + +Die schärfer umschriebene, auf die Pteraspiden allein gegründete +Diagnose der ¡Heterostraci¡ mußte nach der Entdeckung von ¡Thelodus¡ +und ¡Drepanaspis¡ beträchtlich erweitert werden. Es ist aber +ersichtlich, daß die drei Familien: ¡Coelolepidae¡, ¡Drepanaspidae¡ +und ¡Pteraspidae¡ in engerem Zusammenhange stehen. Obersilur, Devon. + + +Familie: #Coelolepidae.# Pander.[9] + +¡Gestalt rochenartig, mit breitem, rundem Vorderteil und schmalem +Körper. Der vordere Teil von flossenartigen Lappen begleitet, die nach +hinten weiter heraustreten. Schwanz tief ausgeschnitten, heterocerk. +Augen (?) klein, weit voneinander getrennt. Haut mit zahlreichen +kleinen Chagrinschuppen, aus Dentin mit Ganoinbelag.¡ + +[Illustration: Fig. 33. + +¡A Lanarkia spinosa¡ Traquair. ¡B Thelodus scoticus¡ Traquair. Beide +rekonstruiert von Traquair.] + +¡Thelodus¡ Ag., (¡Turinia¡ Traquair, ¡Coelolepis¡, ¡Thelolepis¡, +¡Pachylepis¡, ¡Nostolepis¡ Pander). Schuppen mit Basis und einer durch +eine Einschnürung abgetrennten Krone, rund, oval oder vierseitig, +zuweilen nach hinten spitzig. Unterseite meist mit einer Höhlung, +die in die Pulpa führt. Kleine Dorsalis. Bei ¡Thelodus Pagei¡ +zeichnen sich auf der dorsalen Fläche des Stückes jederseits einer +medianen Einsenkung 8 flache, rippenartige Schwellen ab, welche dem +Kiemengerüst entsprechen werden. ¡Thelodus scoticus¡ und ¡planus¡ +Traqu., Obersilur, Schottland. ¡Th. Pagei¡ Powrie sp. Unteres Oldred. +Die Schuppen häufig im obersilurischen Beyrichienkalk und der oberen +Oeselschen Stufe. + +¡Lanarkia¡ Traqu. Die Schuppen bestehen aus hohlen Kegeln ohne Basis. +Keine Dorsalflosse. ¡L. horrida¡ Traqu., ¡spinosa¡ Traqu., ¡spinulosa¡ +Traqu., Obersilur, Schottland. + +[Illustration: Fig. 34. + +¡A¡ ¡Thelodus Pagei¡ Powrie. c. 1:5. + +¡B¡ Schuppen des Vorderrandes. + +¡C¡ Schuppen (¡Coelolepis¡-Typus) aus dem Ludlow. (Nach ~Traquair~.)] + + +Familie: #Gemündenidae.# + +¡Form rochenartig, mit schmalem Schwanz und breiter vorderer Scheibe. +Haut mit zahlreichen Höckerchen (? Chagrin). Ein inneres Skelett der +Kopfregion undeutlich unter der Haut erkennbar; segmentierte Achse.¡ + +Die Stellung dieser Familie ist unsicher; wenn das Vorhandensein eines +inneren segmentierten Skeletts sich bestätigt, dürfte es sich um einen +Selachier handeln. + +¡Gemündenia¡ Traqu. Unterdevon. + + +Familie: #Drepanaspidae.# Traquair[10]. + +¡Kopf äußerlich nicht vom Rumpf geschieden, beide in einen Panzer +geschlossen, dessen Oberfläche zierliche Tuberkel trägt. Mund +terminal, ohne Zähne, ohne erkennbare Kiefer. Schwanz beschuppt, +dorsal und ventral mit gekielten, imbrizierenden Fulcren. +Schwanzflosse heterocerk, aber nicht stark ausgerandet, mit +kleinen Schuppen bedeckt, ohne sichtbare Strahlen. Keine Dorsalis. +Seitenlinien nicht beobachtet. Dorsal und ventral je eine große +Platte, vor der ventralen eine kleinere, welche die Mundspalte nach +hinten begrenzt. An eine lange, seitliche, nach vorn zugespitzte und +relativ schmale Platte legen sich vorn und hinten (ventral) noch je +einige größere. Die Zwischenräume zwischen den großen unpaaren Platten +der Dorsal- und Ventralseite und dem Zuge der Seitenplatten sind durch +kleine, unregelmäßige Plättchen gefüllt. Die kleinen Augenlöcher (?) +etwas ventral gerückt. Anus am Ende der großen Ventralplatte. (Durch +die Lage von Mund und After ist diese Seite als ventrale deutlich +gekennzeichnet.)¡ Die breite flache Form wird sich etwas ändern, wenn +man die Entstellung durch Zusammenpressung korrigiert. Dann rücken +auch die »Augen« auf die Seiten selbst. + +[Illustration: Fig. 35. + +¡Drepanaspis gemündenensis¡ Schlüter. Rekonstruktion von Traquair. +Etwa 1:3. Die Ornamente der Platten sind fortgelassen; der Schwanz +ist etwas gedreht, um die Schwanzflosse im Profil zu zeigen. ¡A.¡ +¡r¡ Rostralplatten, ¡c¡ mittlere Dorsalplatte, ¡p. l¡ hintere +Lateralplatten, ¡x¡ wahrscheinlich Augenöffnungen. ¡B.¡ ¡m¡, ¡m v¡ +die großen mittleren Platten. ¡a v l¡, ¡p v l¡ vordere und hintere +Ventrolateralplatten. ¡pl¡ Seitenplatten (Cornua), ¡r¡ Rostralplatten, +¡e l¡ äußere Labialplatten, ¡x¡ Stelle der Augen.] + +¡Drepanaspis¡ Schlüter. + +¡Dr. gemündenensis¡ Schlüter. Unterdevon, Hunsrück. + +¡Psammosteus¡ Ag. Devon. Livland, Schottland, Spitzbergen. + + +Familie: #Pteraspidae#.[11] + +¡Hautschüppchen zu größeren Platten und Schuppen zusammengezogen. +Kopf und vorderer Teil des Rumpfes mit einem aus mehreren Stücken +zusammengesetzten, selten einfachen Rückenschild und einer einfachen +Ventralplatte bedeckt. Jede Platte aus 3 Schichten ohne Knochenzellen +bestehend. Die Mittelschicht mit maschigen Hohlräumen und Kanälen, +die außen in einer Doppelreihe von Poren münden. Die Platten sind mit +zarten, emaillierten Leisten verziert, die sich den Rändern parallel +ziehen. Augen klein, am Außenrand des Rückenschildes. Hinterer Teil +des Rumpfes mit rhombischen Schuppen bedeckt. Schwanz unbekannt.¡ +Oberes Silur, Devon. + +Von diesen sonderbaren Formen finden sich meist nur isolierte +Kopfplatten, die sich durch den Mangel an Knochenzellen[12] von den +übrigen Placodermen unterscheiden. Die äußere Schalenlage besteht aus +Dentin, die innere aus parallelen Lagen phosphorsauren Kalkes. + +[Illustration: Fig. 36. + +¡Pteraspis rostrata¡ Ag., von oben, Schwanz etwas gedreht. Nach A. Sm. +Woodward, Traquair und Andreae. c. 1:3.] + +[Illustration: Fig. 37. + +¡Pteraspis rostrata¡ Ag., von der Seite, c. 1:3. Unt. Oldred +(Passagebeds) von Herefordshire. Nach A. Sm. Woodward. Aus dem »Guide +to the fossil Reptilia etc.«, mit Genehmigung der Trustees des British +Museum of Nat. Hist.] + +¿Pteraspis¿ Kner (¡Palaeoteuthis¡, ¡Archaeoteuthis¡ Roemer, +¡Scaphaspis¡ R. Lank.) Rückenschild vorn in eine schmale Schnauze +verlängert, hinten mit einem (gelenkig befestigten) Medianstachel, +aus 7 fest verbundenen Stücken bestehend. Bauchschild einfach +(¡Scaphaspis¡). Die Zusammensetzung des Rückenschildes ist: ein großes +~Mittelschild~, mit einem dreiseitigen ~Rostralschild~ vorn und dem +~Dorsalstachel~ hinten; zwei ~Orbitalschilder~, welche die Augen ganz +einschließen und sich zum Teil zwischen Mittelschild und Rostralschild +einschieben, zwei sog. Cornua, welche die hinteren Seitenecken bilden +und von einem großen Loch (? Kiemenloch) durchbohrt sind. Die kleinen +Augen sind von einem Augenring umgeben. Auf der Unterseite des +Dorsalschildes liegt zwischen den Augen eine Grube, welche auf die +Epiphyse bezogen wird. Die durch Poren nach außen mündenden maschigen +Kanäle der Mittelschicht sollen dermale Sinnesorgane (den Seitenlinien +entsprechend) enthalten haben. Obersilur; England, Podolien, Galizien, +Schweden, Petschoraland, Spitzbergen, Nordamerika. Unteres Oldred bzw. +Gédinnien von Schottland, England, Nordfrankreich, Belgien, Galizien, +Eifel. + +[Illustration: Fig. 38. + +¡a¡, ¡b¡ ¡Pteraspis rostrata¡ Ag. Unt. Devon, (Cornstones). +Herefordshire. ¡a¡ Rückenschild, 1/2 nat. Gr., restauriert. ¡b¡ +Bauchschild (¡Scaphaspis Lloydii¡ Ag.) 2/3 nat. Gr. (Nach ~R. +Lankaster~.) ¡c¡ ¡Pteraspis¡ Rücken- und Bauchschild, restauriert nach +einem in Galizien gefundenen Exemplar. (Nach ~Alth~.)] + +[Illustration: Fig. 39. + +¡Pteraspis Lloydii¡ Ag. sp. Ein Stück der Schale, stark vergr. ¡a¡ +obere. ¡b¡ mittlere, ¡c¡ untere Schicht. (Nach ~Ray Lankaster~.)] + +[Illustration: Fig. 40. + +¡Pteraspis rostrata¡ Ag. Vertikalschnitt durch das Kopfschild parallel +einer Längsleiste. Stark vergr. (Nach ~Ray Lankaster~.)] + +[Illustration: Fig. 41. + +¡Cyathaspis integer¡ Kunth. 1/2 nat. Gr. Nach ~Jaekel~. Die +Innenfläche des Rückenpanzers eines ¡Cyathaspis integer¡ Kunth +(Orig.-Mus. Berlin) aus obersilurischem Wenlockkalk (sog. +Graptolithengestein) von Erkner bei Berlin. Vorn seitlich die +Ausschnitte der Augen, median die Grube für die Epiphyse, dahinter +seitlich die paarigen Eindrücke von Kiemenbögen und medianen Narben, +die der rautenförmigen Grube von Cephalaspiden und ¡Tremataspis¡ +entsprechen könnten.] + +¿Palaeaspis¿ Claypole (¡Holaspis¡ R. Lank.). Rückenschild einfach, +ohne Dorsalstachel. Orbita nicht ganz von der Orbitalplatte +umschlossen. Unteres Oldred, Schottland. Devon, Nordamerika. + +¿Cyathaspis¿ Lank. (¡Diplaspis¡ Matthew). Rückenschild vierteilig, +aus einem großen Mittelstück, zwei schmalen Seitenstücken und einem +unpaaren, vorn abgerundeten Rostralstück bestehend. Ob. Silur; +England, Gotland. Unteres Oldred, Schottland. + + +Ordnung. #Osteostraci.#[13] + +~Kopf durch ein großes, am Rande umgeschlagenes Knochenschild und +meist auch durch ventrale Knochenbildungen oder Platten geschützt. +Augen einander sehr genähert. Eine Dorsalflosse, Schwanz heterocerk. +Rumpf mit Schuppen, von denen die auf den Flanken stehenden meist sehr +hoch, die des Rückens häufig gekielt, die der Bauchseite ¥V-förmig¥ +geknickt (oder durch ebenso verlaufende Reihen kleiner Schuppen +ersetzt) sind.~ + +Die Kopfplatten bestehen aus einer dünnen Schmelzschicht, einer +darunter liegenden Osteodentinschicht (mit Knochenkörperchen oder mit +Dentinröhrchen), einer mit groben Kanälen und maschigen Hohlräumen +erfüllten mittleren Lage, und der basalen, an langgestreckten, +spindelförmigen Knochenkörperchen reichen Isopedinschicht. Obersilur +bis Oberdevon. + + +Familie: #Cephalaspidae# Ag. + +¡Kopfschild vorn gerundet oder leicht verschmälert, hinten abgestutzt, +an den Ecken in lange Stacheln (Hörner, Cornua) ausgezogen, mit +sternförmigen Höckern oder Körnchen. Die knöcherne Brücke zwischen +den Augen fest mit dem Kopfschild verschmolzen. Die dorsolateralen +Schuppen sehr hoch, imbrizierend, in 3 Reihen.¡ Obersilur bis Devon. + +[Illustration: Fig. 42. + +¡Cephalaspis Murchisoni¡, etwa 1:2. Unt. Oldred (Passagebeds), +Herefordshire. + +Nach A. Sm. ~Woodward~. Aus dem »Guide to the fossil Reptilia etc.«, +mit Genehmigung der Trustees des British Museum of Nat. Hist.] + +[Illustration: Fig. 43. + +¡Cephalaspis Lyelli¡ Ag. Old red. Arbroath, Forfarshire. 1/2 nat. Gr. +(Nach ~Lankaster~.)] + +¿Cephalaspis¿ Ag. (¡Eucephalaspis¡, ¡Hemicyclaspis¡, ¡Zenaspis¡ R. +Lank.). Hinterecken des Kopfschildes mit mäßig langen Hörnern. Im +Ausschnitt des Kopfrandes über ihnen tritt ein lappenartiges Gebilde +auf. Es hängt mit der Mittellage des Kopfschildes zusammen[14] und +ist von gleicher zelliger Struktur, aber lockerer gebaut, daher wohl +biegsam. Die äußeren Lagen (Osteodentin, Isopedin) fehlen ihm. + +Nach dieser Darstellung handelt es sich nicht um eine Flosse; die +Deutung als eine Art Kiemendeckel kann wohl nur auf die Funktion +abstellen, nicht auf die morphologische Äquivalenz. Dorsalflosse ohne +eigentliche Strahlen, aber mit zahlreichen aneinandergefügten und in +Reihen stehenden Plättchen. + +¿C. Lyelli¿ Ag., ¡C. Murchisoni¡ Egerton. Unteres Oldred. + +[Illustration: Fig. 44. + +Horizontalschnitt durch die innere Schalenschicht des Kopfschildes von +¡Cephalaspis Lyelli¡ mit Knochenkörperchen. (Nach ~Huxley~.)] + +[Illustration: Fig. 45. + +Kopfschild von ¡Cephalaspis Agassizi¡ Lank. Devon. Herefordshire. +(Nach ~Lankaster~.)] + +[Illustration: Fig. 46. + +¡Ateleaspis tessellate¡ Traquair. Umriß nach ~R. H. Traquair~. ca. 1/5 +der nat. Gr.] + +¿Ateleaspis¿ Traquair. Mit flachem runden Kopf, der mit sehr vielen +kleinen polygonalen Plättchen bedeckt ist. Die hinteren gerundeten +Ecken des Kopfes erinnern an Thelodus, die Augenhöhlen aber liegen +wie bei Cephalaspiden. Seiten mit hohen rhombischen Schuppen. ¡A. +tesselata¡ Traqu. Downtonian, Schottland. + +¿Eukeraspis¿ Lankaster. Hörner des Kopfschildes länger als dieses, am +Außenrand gezähnt. Zwischen den beiden Lagen des Seitenrandes befinden +sich jederseits sechs längliche Höhlungen (? zum Kiemenapparat +gehörig). Obersilur. + +¿Thyestes¿ Eichw. (¡Auchenaspis¡ Egerton.) Hörner des Kopfschildes +mäßig lang. Hinter dem Kopfschild sind 3-4 Reihen dorsolateraler +Schuppen fest verschmolzen zu einer dem vorderen Schild angelagerten +oder mit ihm vereinigten Platte. Orbitae sehr genähert; vor ihnen +liegt eine kleine frontale, hinter ihnen eine größere, flach +eingesenkte Parietalgrube, mit spongiösem Boden. Die Randregion des +Kopfschilds ist ähnlich gegliedert wie bei ¡Eukeraspis¡; die Hohlräume +waren gegen die Mittellinie offen, wie von Rohon beschriebene +Steinkerne zeigen. ¡Th. verrucosus¡ Eichw. Obersilur, Oesel. ¡Th. +Egertoni¡ Lank. sp. Tiefstes Oldred bzw. Passagebeds, Schottland. + +¿Didymaspis¿ Egerton. Hörner des Kopfschilds sehr schwach, die hintere +Platte ebenso groß wie das Kopfschild, mit diesem zu einem ovalen +Schild vereinigt. Unteres Oldred. + + +Familie: #Tremataspidae.# + +¡Der vordere Teil des Körpers mit einem großen Dorsalschild, das den +beiden von Didymaspis entspricht. Mit ihm verbindet sich ein ventrales +Schild und bedeckt etwa zwei Drittel der ventralen Fläche; davor liegt +ein Mosaik kleiner Platten, Oralplatten, bis zur Mundspalte hin. Auf +der Grenze der beiden Regionen sind eine Anzahl Löcher angeordnet, +die man als Kiemenöffnungen auffaßt. Die Augen sehr genähert; +zwischen ihnen ein kleines loses Mittelstück, nach Jaekel durchbohrt +(Epiphyse). Davor eine »Frontalgrube« (mit geschlitztem Boden) und +dahinter eine größere, flache »Parietalgrube« mit spongiösem Boden, +deren Bedeutung ebenso strittig ist, wie die der beiden Gruben, die +jederseits am Rande auftreten (mit spongiösem Boden).¡ + +~Jaekel~ denkt an Tentakeldurchbrüche; von diesen würde aber das eine +Paar hinter dem vermutlichen Kiemenapparat stehen, was diese Annahme +sehr erschwert. Vermutlich handelt es sich um Haut-Sinnesorgane, +die vielleicht mit dem reichverzweigten Kanalsystem innerhalb der +Knochenplatten in Verbindung stehen; dies dürfte dann auch für das +sog. Parietalorgan gelten. (Vgl. die Bemerkung über die internen +Kanäle bei ¡Pteraspis¡, die durch Poren nach außen münden.) ~Patten~ +hat ¡Tremataspis¡ nach dem Material von Oesel (Obersilur) vorzüglich +rekonstruiert, aber mit seiner Interpretation Widerspruch gefunden. +Die Kiemenöffnungen der Ventralseite sind von ihm als Ansatzstellen +von Beinen gedeutet, die denen des Molukkenkrebses, ¡Limulus¡, +entsprechen sollen.[15] Die Reste vermutlicher, innerer Kiemenbögen +sind von Jaekel bei ¡Cephalaspis Murchisoni¡ beobachtet, die Eindrücke +solcher auch bei ¡Cyathaspis¡ (vgl. Fig. 41), auf der Innenfläche +des Dorsalpanzers. Hier reihen sich die älteren Beobachtungen über +die inneren Hohlräume bei ¡Eukeraspis¡ (A. Sm. Woodward) und die +angebliche Segmentierung des Primordialcranium bei ¡Thyestes¡ (Rohon) +an. + +¿Tremataspis¿ Schmidt, Obersilur, Rotziküll auf der Insel Oesel. ¡Tr. +Schrencki¡ Pander sp. + +[Illustration: Fig. 47. + +¡Tremataspis Schmidti¡ Schrenck. Rekonstruktion des Kopfschildes nach +~Patten~. Obersilur, Oesel.] + + +Ordnung. #Antiarchi.#[16] + +~Kopf und Rumpf durch einen geschlossenen Panzer von symmetrisch +angeordneten, mit schrägen Rändern übereinander greifenden und +sternförmig oder höckerig verzierten Knochenplatten bedeckt. +Kopfabschnitt als Ganzes am Rumpf beweglich. Augenhöhlen auf der +Oberseite sehr genähert. Kopf- und Seitenplatten des Rumpfes mit +dermalen Sinneskanälen. Hohle, mit Knochenplatten gepanzerte und +durch ein Quergelenk geteilte Anhänge sind mit dem vorderen Teil des +Bauchpanzers durch ein Sperrgelenk verbunden. Bauchflossen fehlen. Der +hinter dem Panzer liegende Teil des Körpers beschuppt oder nackt. Eine +Dorsalflosse, mit Fulcren. Schwanz heterocerk.~ + +Die Knochenplatten bestehen aus drei mit Knochenzellen erfüllten +Schichten, von denen die mittlere von groben Kanälen und Hohlräumen +durchzogen ist, während die innere und äußere dichtere Struktur +besitzen. + +Zwei kleine, am Vorderrand des Ventralschildes gelegenen Plättchen +(Mentalia) werden als dermale Bedeckung des Unterkiefers gedeutet +(nicht ohne Widerspruch). + +[Illustration: Fig. 48. + +¡Pterichthys Milleri¡, Mittleres Oldred. Schottland, etwa 1:2. +Nach ~Traquair~. Aus dem »Guide to the fossil Reptilia etc.« mit +Genehmigung der Trustees des British Museum of Nat. Hist. + +¡m.occ¡ mittl. Occipitalplatte, ¡ptm¡ postmediane Platte, ¡pm¡ +prämediane Platte, ¡e.l¡ Extralateralplatte, ¡l.occ¡ seitl. +Hinterhauptsplatte, ¡l¡ Lateralplatte, ¡ag¡ Angularplatte, ¡s.l¡ +Semilunarplatte, ¡mn¡ Mentalplatte, ¡amd¡, ¡pmd¡ vordere und hintere +dorsale Mittelplatte, ¡adl¡, ¡pdl¡ vordere und hintere dorsale +Seitenplatte, ¡avl¡, ¡pvl¡ vordere und hintere ventrale Seitenplatte, +¡mv¡ mittlere Ventralplatte, ¡a¡, ¡c¡, ¡ar¡, ¡m¡ Platten des +»Ruderorgans«. Seitenlinien punktiert.] + +~Die systematische Stellung der Antiarchi~, deren wichtigste +Gattungen, Pterichthys und Bothriolepis, gut bekannt sind, wird +sehr verschieden aufgefaßt. Noch ~Cope~ verglich sie mit Tunicaten +wie Chelyosoma. Für ihre Stellung bei den Fischen ist maßgebend +die histologische Struktur der Knochenplatten und Schuppen. Für +die Stellung ~innerhalb~ der Klasse der Fische ist sie es weniger, +und man kann sie nicht zum Beweis der Ansicht heranziehen, daß die +Asterolepiden etc. Ganoiden seien. Die »flügelartigen« Anhänge sind +nur von Wenigen mit ~echten~ Extremitäten verglichen, die sie nach +der morphologischen Anlage auch gar nicht sein können. ~Jaekel~, der +eine nähere Verwandtschaft der Antiarchi mit Coccosteus annimmt, +vergleicht sie mit den »Ruderorganen« bei diesen, und läßt sie aus +den Hinterecken bezw. Stacheln des Kopfschildes von Cephalaspiden +hervorgehen. Indem er aber zugleich mit den Pectoralstacheln der Störe +vergleicht, die aus Strahlen der Brustflosse entstehen, sind sehr +verschiedene Organe in die Diskussion hineingezogen. + +Die Bildung der Anhänge und die Art des Gelenkes machen sie als +Ruderorgane untauglich. Ihre Funktion mag die einer Schreckwaffe +gewesen sein.[17] Es scheint aber auch nicht ausgeschlossen, daß sie +zur Anklammerung an größeren Kadavern, oder zum Festklemmen kleinerer +Nahrungsobjekte gebraucht wurden. + + +Familie: #Asterolepidae.# + +¿Pterichthys¿ Ag. (¡Physichthys¡ Meyer.) 3-20 cm lange Fische. Der +vorn gerundete Kopfpanzer ist vom Rumpfpanzer durch zusammenhängende +Fugen getrennt und gegen letzteren beweglich. In der Mitte des +Kopfes eine brillenförmige Öffnung für die ~Augen~, welche durch +eine kleine, aber dicke, isolierte Platte (¡os dubium¡ Panders) +getrennt werden. Auf der Unterseite dieser Platte wird eine tiefe +Grube beobachtet, in welcher die Epiphyse lagerte (pineal plate +A. Sm. Woodward). Die Platten des Kopfes können nicht genau mit +denen anderer Fische homologisiert werden.[18] Man unterscheidet +eine mittlere Reihe mit der mittleren Occipitalplatte und der +postmedianen Platte ~hinter~, und der prämedianen Platte vor den +Augen. Letztere Platte begrenzt dorsal die Mundspalte. Seitlich liegen +die Lateral- und Occipitolateralplatten und, den äußeren Winkel +zwischen beiden füllend, die kleine Angularplatte. Die Seitenwand wird +aber hauptsächlich gebildet von der Extralateralplatte, die A. Sm. +~Woodward~ als ~Operculum~ deutet. + +Der ~Rumpfpanzer~ besteht aus viel größeren Platten. Dorsal können +ein vorderes und ein hinteres Rückenschild unterschieden werden, +denen sich seitlich je eine vordere und hintere Seitenplatte +anschließen. Ventral decken vier Platten, die sich um eine kleine +mittlere symmetrisch gruppieren, den Körper. Vor den großen vorderen +Ventralschildern liegen, einen breiten Ausschnitt füllend, die kleinen +Semilunarplatten und vor diesen die nur locker verbundenen kleinen +Mentalplatten. + +An den vorderen Ventralplatten articulieren die Ruderorgane in einer +ausgeprägten Gelenkgrube, welche sich in der Mitte zapfenförmig erhebt +und durchbohrt ist. Der Schwanz ist mit rundlichen, imbrizierenden +Schuppen bedeckt; vor der kurzen, steilen Rückenflosse decken einige +größere gekielte Schuppen den Rücken. Hinter dieser liegen die +Schuppen der Rückenlinie wie dicht gepackte Fulcra aufeinander. + +Eine besondere Erwähnung verdienen die Kanäle der Haut-Sinnesorgane. +Eine deutliche Seitenlinie läuft als offener Kanal über die Mitte der +beiden Seitenplatten, die sich in dieser Linie öfters teilen (Jaekel), +tritt in die seitliche Hinterhauptsplatte ein, gabelt sich hier und +umkreist die Augenhöhle. + +Kiemen sind bisher nicht nachgewiesen; A. Sm. ~Woodward~ deutet die +äußere Seitenplatte des Kopfpanzers als Operculum und nimmt damit auch +eine bestimmte Lage der Kiemen an. + +Hinter dem Kopf liegende Platten des Rumpfes sind mit den Deckknochen +des Schultergürtels in Verbindung gebracht. So bezeichnet ~Jaekel~ die +vordere Ventralplatte, an der die Anhänge gelenken, als ~Clavicula~, +die hintere als ~Postclavicula~, die hintere Seitenplatte (nach ihm +zweiteilig) als ~Cleithrum~ und ~Supracleithrum~. Demnach wäre auch +erst hinter diesen letzteren die Brustflosse zu suchen, wenn sie +überhaupt entwickelt war. + +[Illustration: Fig. 49. + +Ruderorgan von ¡Asterolepis¡. Nach ~Hoffmann~. 1/2.] + +[Illustration: Fig. 50. + +¡Pterichthys quadratus¡ Egert. Old red Sandstone (Devon), Gamrie. +Schottland. ¡a¡ Exemplar in 1/2 nat. Gr., ¡b¡ eine Schuppe vergr. +(Nach ~Egerton~.)] + +Die vorderen Seitenplatten, zwischen Nackenschild und Clavicula +gelegen, gelten als Operculum und Suboperculum. Von einer +Kiemenspalte, die sie decken sollten, ist allerdings nichts zu sehen. +Man wird diese wohl besser innerhalb der Fuge zu suchen haben, die +den eigentlichen Kopf vom Rumpfpanzer scheidet. Unteres Oldred. ¡Pt. +Milleri¡ Ag. Mitteldevon der Eifel, ¡Pt. rhenanus¡ Beyr. + +¿Asterolepis¿ Eichw. (¡Chelonichthys¡ Ag., ¡Odontacanthus¡ Ag.) Größer +als Pterichthys. Die vordere mediane Rückenplatte bedeckt mit ihren +schrägen Rändern die seitlichen Platten, während sie bei Pterichthys +von den dorsolateralen Platten bedeckt wird. ¡A. ornata¡ Eichw. Devon, +Rußland. ¡A. maxima¡ Ag. Oberes Oldred. + +¿Bothriolepis¿ Eichw. Die Anhänge sind länger als der Panzer +oder mindestens ebensolang und der distale, durch das Quergelenk +abgegrenzte Teil viel kürzer als der proximale. Schwanz wahrscheinlich +ohne Schuppen. Devon, Rußland. Oberes Oldred, Schottland. Oberdevon, +Kanada. (¡B. canadensis¡ Whiteaves, in ausgezeichneter Erhaltung.) + +¿Microbrachium¿ Traquair. Unteres Oldred, Schottland. + +[Illustration: Fig. 51. + +¡Asterolepis ornatus¡ Eichw. aus dem alten roten Sandstein von +Livland. ¡A¡ von der Rückenseite. ¡B¡ von der Bauchseite. 1 os +terminale. 2 os medium anticum. 3 os dubium. 4 os medium posterius. +5 os occipitale medium. 6 os posterius laterale. 7 os occipitale +laterale. 8 os operculare. 9 os angulare. ¡mx¡ Oberkiefer. ¡a¡ +vordere, ¡b¡ hintere Rückenplatte, ¡c¡ vordere, ¡d¡ hintere +Seitenplatte. ¡md¡ Unterkiefer. ¡i¡ Thoracalplatte (os semilunare). +¡e¡ vordere, ¡f¡ hintere, ¡g¡ mittlere Bauchplatte. 1/2 nat. Gr. (Nach +~Pander~.)] + + +Unterklasse. #Elasmobranchii.#[19] + +¡Fische mit knorpeligem Innenskelett, Schädel ohne dermale +Belagplatten. Haut mit Placoidschuppen. Oberkieferbogen +(Pterygopalatinum) nicht mit dem Schädel verschmolzen, Hyomandibulare +frei. Die Kiementaschen münden frei nach außen, ohne Kiemendeckel. +Zähne in mehreren Reihen hintereinander auf den Kieferrändern. +Sehnervenfasern nicht gekreuzt, der Conus arteriosus des Herzens mit +drei Reihen Klappen, Darm mit Spiralfalte, Ovarien mit nur wenigen +großen Eiern. Männchen mit Pterygopodien.¡ + +Das knorpelige Skelett der Haifische zeigt häufig eine corticale, +seltener in größere Tiefe dringende Verkalkung, indem die colloide +Intercellularsubstanz Kalk aufnimmt und sich Kalkplatten bilden, +deren jede ein strahliges Gefüge zeigt. Die Wirbel verkalken in sehr +mannigfaltiger Weise und gewähren nach Hasse gute Anhaltspunkte für +die Systematik. Ihre Zahl ist bei Haien sehr hoch (bis 365). + +[Illustration: Fig. 52. + +Längsschnitt durch den vorderen Teil der Wirbelsäule von ¡Heptanchus¡. +¡w¡ Einschnürung der Chordascheide, ¡d¡ Anlage eines verkalkten +Doppelkegels, ¡iv¡ Intervertebraler mit Chorda erfüllter Raum, +¡ch¡ Chorda. (Nach ~Kölliker~.)] + +[Illustration: Fig. 53. + +Längsschnitt durch die tectispondyle Wirbelsäule von ¡Squatina¡. +¡w¡ Wirbelkörper mit konzentrischen Verkalkungsringen, ¡d¡ verkalkter +Doppelkegel, ¡iv¡ Intervertebralraum, ¡ch¡ Chorda. (Nach ~Hasse~.)] + +[Illustration: Fig. 54. + +Schematischer Querschnitt durch die Mitte eines ¡a¡ ¡Cyclospondylen¡-, +¡b¡ ¡Tectispondylen¡- und ¡c¡ ¡Asterospondylen¡-Wirbels. ¡C¡ +Chordahöhle, ¡D¡ zentrale Kalkringe, ¡E¡ ¡Elastica externa¡, ¡N¡ +Neurapophyse, ¡H¡ Hämapophyse. (Nach ~Hasse~.)] + +Unter den lebenden Haien haben die ~Notidaniden~ die primitivste +~Wirbelsäule~. In regelmäßigen Abständen dringen Verdickungen der +Chordascheide gegen das Zellgewebe der Chorda vor und bilden in der +Mitte durchbohrte Scheidewände (¡Diplospondylie¡). + +Die Chorda erscheint vertebral eingeschnürt, intervertebral +erweitert. Durch das Auftreten der Bogenteile und ihr Eingreifen +in die Chordascheide (s. o.) wurde an diesen Stellen ein weiteres +Dickewachstum der Chorda verhindert. Indem die Wirbel sich auch +in longitudinalem Sinn ausdehnen, greift auch die Hemmung des +Chordawachstums weiter aus. Auf diese Weise müssen amphicöle +Wirbelanlagen und intervertebrale Chordaverdickungen entstehen. + +Als ~Cyclospondyli~ bezeichnete Hasse diejenigen Wirbel, bei denen +rings um die Chorda im Zentrum des Wirbelkörpers, in einer faserigen +Zone innerhalb des Knorpels, ein verkalkter Ring entsteht, der sich +mit der verkalkten konkaven Vorder- und Hinterwand des Wirbels +verbindet. + +Entwickeln sich innerhalb des Wirbels noch weitere Kalkhülsen, +die sich konzentrisch um die ersteren legen, so entstehen +~tectispondylische~ Wirbel, gehen von dem inneren Ringe radiale +Kalkblätter oder keilförmige Verkalkungen gegen die Peripherie, so +heißen die Wirbel ~asterospondylisch~. + +Neben den Wirbeln kommen am häufigsten die ~Hautgebilde~ +(~Placoidschuppen~), Flossenstachel und Zähne vor (s. S. 4, Fig. 1 bis +3). Haifischzähne gehören zu den am längsten bekannten Versteinerungen +und sind als ¡Glossopetrae¡, Vogelzungen, Schlangenzungen etc. in der +älteren Literatur vielfach erwähnt. + +Die Form der Zähne ist sehr verschieden, häufig scharf zugespitzt +mit schneidenden Seitenrändern, ein- oder mehrspitzig, öfters aber +auch pflasterartig mit ebener, stumpfkonischer Krone. Sie bestehen im +wesentlichen aus Vasodentin oder Dentin und Schmelz (Placoidschmelz) +(s. Fig. 14) und sind stets nur durch Ligament befestigt, niemals +festgewachsen. + +Die Elasmobranchier zerfallen in drei Ordnungen: ¡Ichthyotomi¡, +¡Acanthodi¡, ¡Selachii¡. Die ¡Holocephali¡ stehen ihnen unter allen +Fischen am nächsten, sind aber doch so scharf geschieden, daß wir sie +nicht als den Genannten gleichwertige Ordnung einreihen können. + + +Ordnung. #Ichthyotomi Cope# (¡Proselachii¡ Döderlein, Koken). + +~Paarige Flossen mit langer, segmentierter Achse. Wirbelsäule +ungegliedert oder nur kleine Ausscheidungen in der Chordascheide. +Bogenteile wohl entwickelt, lang, flatterig. Keine Intercalarstücke. +Außer der prismatischen äußeren auch noch in die Tiefe des +Innenskelettes dringende Verkalkungen. Zähne mehrspitzig. Fünf +Kiemenbögen.~ + +In dem hier gegebenen Umfang umfaßt die Ordnung zwei Familien: die +¡Pleuracanthiden¡ und die ¡Cladodontiden¡. Eine Sonderstellung +der ¡Cladodonten¡ als Ordnung der ¡Pleuropterygier¡ erwies sich +als unhaltbar. Manche Züge näherer Verwandtschaft scheinen die +¡Cladodontiden¡ auch mit den ¡Hybodontiden¡ zu verbinden, aber die +¡Cladodontiden¡ sind stark spezialisiert, wenn auch weniger als +die ¡Pleuracanthiden¡, deren anscheinend primitive Eigenschaften +(archipterygiale paarige Flossen, diphycerke Schwanzflosse) sich als +sekundäre Anpassungen auffassen lassen. + + +Familie: #Pleuracanthidae.#[20] + +¡Skelettknorpel kalkig inkrustiert, wie bei anderen Haifischen; +auch wohl mit tiefer dringenden Verkalkungen. Haut ohne +Placoidzähnchen. Obere und untere Bögen lang, flattrig, verkalkt. +Chorda persistent, ohne Wirbelanlagen[21], gradlinig in die +diphycerke Schwanzflosse auslaufend. Brustflossen mit langer, +gegliederter Achse (Metapterygium), mit zahlreichen, knorpeligen +Strahlen, die am distalen Ende der Achse auch auf die mediale Seite +übertreten (biseriales Archipterygium), während einige direkt an +dem Schultergürtel inserieren (Propterygium). Der Schultergürtel +besteht aus 2 getrennten Spangen, von denen ein Infrascapulare +sich meist deutlich, ein Suprascapulare seltener absondert. +Es liegt wohl zum Teil daran, daß an diesen Stellen stärkster +Biegung die Kalkinkrustation aussetzt. Zwei weit getrennte, +dreiseitige Beckenknorpel, mit denen distal die basalen Stücke der +Knorpelstrahlen articulieren; medial ist, ähnlich der Brustflosse, +eine lange, gegliederte Achse ausgebildet (Metapterygium), welche bei +Männchen zu den Pterygopodien hinführt. Schädel flach, deprimiert, +Mundspalte fast terminal, das Palatoquadratum in den Ausschnitt +zwischen den Postorbitalfortsätzen und den epiotischen Vorsprüngen +(opistharthrisch) eingefügt, aber isoliert. Hyomandibulare +lang, am Processus pteroticus gelenkig inseriert, mit langen +Kiemenstrahlen besetzt. 5 Kiemenbögen, von vorn nach hinten an +Größe stark abnehmend. Am Schädel articuliert hinten ein kräftiger, +abgeflachter, beiderseits mit Zähnen besetzter Nackenstachel. +Zähne in zahlreichen Bändern, mit zwei langen, außen zugeschärften +Spitzen, zwischen denen eine kleine mittlere steht. Die Spitzen +erheben sich am Vorderrande einer dickplattigen, rundlichen Wurzel. +Hybodusähnliche Streifung tritt öfter auf. Der Rücken ist ganz von der +langen Dorsalflosse eingenommen, die allmählich in die zugespitzte +Schwanzflosse übergeht, von der sie nur durch eine kleine Einkerbung +geschieden ist; knorpelige Flossenträger stützen in 2 Reihen die +dorsalen Flossenstrahlen. Im allgemeinen kommen 2 Flossenträger +auf 1 Bogenpaar der Wirbelsäule. Zwei vor der Caudalflosse sich +heraushebende Gruppen knorpeliger Strahlen dienten zur Stütze etwas +stärker heraustretender Flossenlappen, die man als vordere und hintere +Analflosse oder als Analflosse und vordere Caudalflosse bezeichnen +kann. Es liegt kein Grund vor, ihnen eine Bedeutung für die Genese der +Extremitäten zuzuschreiben.¡ + +[Illustration: Fig. 55. + +¡Pleuracanthus sessilis¡ Jordan sp. Abgeänderte Rekonstruktion von +Jaekel. Rotliegendes, Lebach. Etwa 1/6 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 56. + +¡Pleuracanthus¡ (¡Xenacanthus¡) ¡Decheni¡ Goldf. Braunau, Böhmen. ¡a¡ +Vorderer Teil des Körpers, 1/2 nat. Gr. ¡b¡ Einzelne Zähnchen vergr. +(Nach F. ~Roemer~.)] + +[Illustration: Fig. 57. + +¡Pleuracanthus¡ (¡Orthacanthus¡) ¡Bohemicus¡ Fritsch. Gaskohle. +Krotschow, Böhmen. Nat. Gr. ¡a¡ von der Seite, ¡b¡ von hinten, +¡c¡ Querschnitt.] + +[Illustration: Fig. 58. + +Zähne von ¡Pleuracanthus¡ (¡Diplodus¡) ¡Bohemicus¡ Quenst. Gaskohle. +Nyrschan bei Pilsen, Böhmen.] + +Die wichtigste Gattung, auf die sich die Diagnose der Gruppe gründet, +ist ¿Pleuracanthus¿ Ag., ¡Triodus¡ Jord., ¡Xenacanthus¡ Beyr., +¡Didymodus¡ Cope, ¡Triacranodus¡ Garm. Gute Skelettreste aus dem +Rotliegenden von Lebach (bei Saarbrücken), Braunau und Ruppersdorf +in Schlesien; ¡Pl. sessilis¡ Jordan sp., ¡Decheni¡ Gf. Gaskohle +von Nyrschan (Böhmen); oberes Karbon von Commentry (Frankreich), +Northumberland. Perm von Texas (¡Didymodus¡). + +¿Diplodus¿ Ag. Provisorisch beibehaltene Bezeichnung für isolierte +Zähne. Ziemlich große Zähne mit reduzierter Mittelspitze. ¡D. +bohemicus¡ Qu. Gaskohle, Böhmen etc. + +¿Anodontacanthus¿ Davis. Nackenstachel ohne gezähnelte Ränder. Karbon, +England. + +Die Namen ¡Dittodus¡, ¡Ochlodus¡, ¡Aganodus¡, ¡Pternodus¡ R. +Owen, ¡Thrinacodus¡ St. John beziehen sich auf isolierte Zähne, +¡Compsacanthus¡ Newberry, ¡Orthacanthus¡ Ag., ¡Lophacanthus¡ Stock, +¡Anodontacanthus¡ Davis auf Stacheln, die zu ¡Pleuracanthiden¡ bzw. zu +¡Pleuracanthus¡ selbst gehören. + +¿Chondrenchelys¿ Traqu.[22] Kein Dorsalstachel. Flossenträger unter +der Dorsalis in nur einer Reihe. Paarige Flossen nicht bekannt (? +fehlend; Scapula vorhanden). Unterkarbon (Calciferous sandstone), +Schottland. + + +Familie: #Cladodontidae.# + +¡Haut mit Placoidschüppchen, Innenskelett reich an Verkalkungen, +Gliederung der Wirbelsäule aber nicht nachweisbar. Schwanzflosse +heterocerk. Paarige Flossen mit langer, gegliederter Achse +(Metapterygium) vor der mehrere kräftige Strahlen direkt dem +Schultergürtel (bzw. dem Beckengürtel) inseriert sind. Ihre basalen +Teile sind abgegliedert, aber nicht seitlich verschmolzen. Das erste +große Segment der Achse läßt (in der Brustflosse) die Konkreszenz aus +Strahlenteilen noch erkennen. Nur spärliche Strahlen gehen noch vom 2. +und 3. Segment aus, alle anderen sind frei von Strahlen. Männchen mit +Pterygopodien. Zähne in zahlreichen Reihen mit schlanker Hauptspitze, +oft mit Nebenspitzen, längs gestreift oder gerippt, an der Basis +abgestutzt. Fünf Kiemenspalten. Augen mit einem oder mehreren +Kreisen dünner, unregelmäßig vierseitiger Plättchen.¡ Devon bis +Perm, wahrscheinlich Süß- und Brackwasserbewohner, aber auch in echt +marinen Schichten. Sie schließen sich näher an die Pleuracanthiden an, +als nach den verbreiteten Rekonstruktionsbildern angenommen werden +konnte.[23] + +[Illustration: Fig. 59. + +¡Cladodus Neilsoni¡ Traquair. Unterkarbon. Brustflossen nach +~Traquair~. ¡e.Sc¡ linke, ¡r.Sc¡ rechte Scapula, ¡mt¡ Metapterygium, +1-10 dessen knorpelige Segmente.] + +[Illustration: Fig. 60. + +¡Cladoselache Fyleri¡, Rekonstruktion von O. ~Jaekel~.] + +[Illustration: Fig. 61. + +¡Cladoselache Fyleri.¡ Cleveland shales. Ohio. Beckenflossen +nach ~Jaekel~. ¡Ppt¡ Propterygium, ¡Mpt¡ Metapterygium, ¡Ptp¡ +Pterygopodien, ¡P¡ Becken.] + +¿Cladodus¿ Ag. (¡Cladoselache¡ Dean). Spindelförmig, mit fast +terminaler Mundspalte. Zwei Rückenflossen. Brustflossen groß, +dreiseitig, nur die Radien außerhalb des Körpers, die lange, +gegliederte Achse im Körper gelegen. Die vorderen Strahlen sehr +kräftig. Oberdevon (Rußland), Kohlenkalk und produktives Karbon; +England, Irland, Belgien, Rußland, Nordamerika. + +Die Gattungen ¡Dicentrodus¡ Traquair, ¡Phoebodus¡, ¡Lambdodus¡, +¡Hybocladodus¡ St. John & Worthen, ¡Dicrenodus¡ Romanowsky +(¡Carchariopsis¡ Ag., ¡Pristicladodus¡ M. Coy) aus dem Kohlenkalk sind +auf isolierte Zähne dieser Gruppe errichtet. + + +Ordnung. #Acanthodi.# Ag.[24] + +~Körper spindelförmig, Chorda persistent; die Skelettknorpel des +Kopfes auch innerlich stark verkalkt, zuweilen mit körneliger +Oberfläche. Augen mit einem einfachen Ring dünner dentinöser +Sklerotikalplatten. Zähne fehlen. Brust- und Bauchflossen mit sehr +schwachen, selten verkalkten äußeren Strahlen. Vor sämtlichen +Flossen mit Ausnahme der heterocerken Schwanzflosse stehen kräftige +Dentinstacheln. 5 Kiemenbögen. Körper und ein Teil der Flossen +mit einem mosaikartigen Pflaster kleiner, dicker, quadratischer +Dentinschuppen bedeckt; die deutliche Seitenlinie zwischen +2 Schuppenreihen auf der Mitte der Flanken. Schädeldach mit +unregelmäßigen Hautplättchen. Beckenflosse ohne sexuale Klammerorgane +(Pterygopodien).~ + +Die ¡Acanthodi¡ wurden von Agassiz zu den Ganoiden gestellt, +Huxley betrachtet sie als Mittelformen zwischen Ganoiden und +Selachiern, Lütken und Fritsch reihten sie bei den Selachiern ein. +Die Untersuchungen von Traquair, A. Smith Woodward, Reis und Jaekel +haben die Richtigkeit dieser Stellung bestätigt, aber in manchen +Einzelheiten sind wir leider noch immer nicht genügend unterrichtet. + +[Illustration: Fig. 62. + +¡Acanthodes¡ Wardi, Oberkarbon von Staffordshire, ca. 1:3. Nach A. +Sm. ~Woodward~. Aus dem »Guide to the fossil Reptilia etc.« Mit +Genehmigung des Trustees des British Mus. of Nat. Hist.] + +Nach A. Smith Woodward kann man die Ordnung in 3 Familien +(¡Acanthodidae¡, ¡Ischnacanthidae¡, ¡Diplacanthidae¡) zerlegen. + +Die aus dem Obersilur und Devon als ¡Onchus¡ (Fig. 63) beschriebenen +Stacheln stimmen so sehr mit Climatiusstacheln, daß man sie zum +Teil auf Acanthodier zurückführen darf. Dasselbe gilt für andere +paläozoische Gattungen, die auf fossile Flossenstacheln errichtet +wurden, wie ¡Haplacanthus¡, ¡Byssacanthus¡, ¡Homacanthus¡, +¡Machairacanthus¡, ¡Gyracanthus¡, ¡Ptychacanthus¡. + + +Familie: #Acanthodidae.# + +¡Nur eine weit nach hinten gerückte Dorsalflosse. Brustflosse mit +mächtigem Stachel.¡ + +¿Acanthodes¿ Ag. (¡Acanthoessus¡ Ag., ¡Holacanthodes¡ Beyr., +¡Traquairia¡ Frtsch). Körper spindelförmig, Kopf kurz, Maul groß, +terminal. Augenring mit 4 bis 5 dünnen, außen rauhen Platten. Das +Palatoquadratum besteht aus drei Teilen; der Unterkiefer ist in eine +Mandibula und einen prämandibularen Teil zerlegt, an die sich auf +der Unterseite ein schmaler dermaler Knochen (Spleniale nach Jaekel, +bei Reis als extramandibularer Stachel bezeichnet, Ceratohyale nach +A. Sm. Woodward) anlegt. Seine Struktur ist dentinartig; eine Anzahl +Kiemenstrahlen reihen sich ihm an. Die ~Hyoide~ (jederseits ein Hyoid +und ein Prähyoid, durch ein Copula vorn verbunden) sind frei von +Kiemenstrahlen, dagegen trägt das Hyomandibulare solche. Die Basis +der Brustflosse besteht aus einigen (3) kurzen Knorpeln, die auch +verschmelzen können (Reis). Vom Schultergürtel fällt ein großes, +rechtwinklig gegen den säbelförmigen Stachel gerichtetes Stück auf, +das Reis wegen seiner äußerlich sehr dichten, dentinartigen Struktur +als Claviculoid bezeichnet. Nach O. Jaekel ist es ein Hautknochen, +dem Cleithrum vergleichbar, der die knorpelige Scapula einhüllt. +Außer diesem nimmt er noch eine Suprascapula, ein Coracoid und ein +Präcoracoid an. Rückenflosse gegenüber der Afterflosse. Bauchflossen +bei den devonischen Arten fast so groß wie die Brustflossen, später +mehr und mehr verkleinert und nach vorne gerückt. Häufig im Devon (Old +red sandstone) von Schottland und Rußland, im Karbon von Schottland +und Böhmen, im Rotliegenden des Saargebiets (Lebach), von Schlesien +(Klein-Neundorf), Sachsen (Oschatz), Böhmen (Braunau). Typus: ¡Ac. +Bronni¡ Ag. (¡gracilis¡). Rotliegendes. + +[Illustration: Fig. 63. + +Flossenstachel von ¡Onchus tenuistriatus¡ Ag. Aus dem obersten Silur +von Ludlow, England.] + +[Illustration: Fig. 64. + +¡Acanthodes Mitchelli¡ Egerton. Old red Sandstone. Farnell, +Schottland. Nat. Gr. (Nach ~Egerton~.)] + +[Illustration: Fig. 65. + +Schuppen von ¡Acanthodes gracilis¡ Beyr. ¡a¡ von außen, ¡b¡ von innen, +¡c¡ eine isolierte Schuppe vergr.] + +¿Cheiracanthus¿ Ag. Die Rückenflosse steht vor der Analflosse. ¡Ch. +Murchisoni¡ Ag. Unteres Oldred. + +¿Acanthodopsis¿ Hancock u. Atthey. Mit 6 bis 8 kräftigen Zähnen im +Ober- und Unterkiefer. ¡A. Wardi¡ Hanc. u. Att. Steinkohlenformation, +Northumberland. + + +Familie: #Ischnacanthidae.# + +¡Zwei Rückenflossen. Die Brustflosse mit großem äußerem aber ohne +medianen Stachel.¡ + +¿Ischnacanthus¿ Powrie (Traquair) (¡Ictinocephalus¡ Page). Mit wenigen +großen konischen Zähnen, zwischen denen kleinere stehen. Stacheln +längsgerippt. ¡I. gracilis¡ Egerton. Unteres Old red. + + +Familie: #Diplacanthidae.# + +¡Zwei Rückenflossen. Die Brustflosse mit großem äußerem und kürzerem +medianem Stachel. Zwischen Brust- und Bauchflosse überzählige +Stachelpaare.¡ + +¿Diplacanthus¿ Ag. (¡Rhadinacanthus¡) Traqu. Bauchflossen kaum halb so +lang wie die Brustflossen. Nur ein Paar überzähliger, kurzer Stacheln. +¡D. striatus¡ Ag. Unteres Oldred, England; Devon, Canada. + +¿Climatius¿ Ag. (¡Brachyacanthus¡ Egerton, ¡Euthacanthus¡ Egerton). +Mehrere Paare kurzer, überzähliger Stacheln. Die Stacheln der +Rückenflossen gleich lang, alle sehr kräftig, längsgerippt. ¡Cl. +reticulatus¡ Ag. Unteres Oldred. + +¿Parexus¿ Ag. Mehrere überzählige Stachelpaare. Stachel der vorderen +Rückenflosse weit höher als die zweite; Stacheln längsgerippt, hinten +gezähnelt. ¡P. incurvus¡ Ag. Unteres Oldred. + +[Illustration: Fig. 66. + +¡Climatius scutiger¡ Egerton. Old red Sandstone. Forfarshire, +Schottland. Nat. Gr. (Nach ~Powrie~.)] + +[Illustration: Fig. 67. + +Schultergürtel von ¡Diplacanthus crassispinus¡ Ag. Old red. Caithness, +Schottland. Nat. Gr. (Nach ~Agassiz~.)] + + +Ordnung. #Selachii.# + +~Brust- und Bauchflossen mit kurzen Basalknorpeln (nicht +archipterygial). Wirbelsäule meist deutlich gegliedert, die oberen +Bogen mit Intercalarien wechselnd, kurz und gedrungen (exkl. +Hybodontidae).~ + +Die Selachier wurden von Hasse nach der Beschaffenheit ihrer +Wirbel in vier Unterordnungen (¡Diplospondyli¡, ¡Cyclospondyli¡, +¡Asterospondyli¡, ¡Tectispondyli¡) eingeteilt. Diese Gruppierung trägt +den natürlichen Verwandtschaftsverhältnissen nicht immer genügend +Rechnung und ist hier aufgegeben. Bei älteren fossilen Formen ist auch +die Beschaffenheit der Wirbel schwer zu prüfen. Es ist aber immerhin +für die Systematik und die Beurteilung der Verwandtschaften von +Bedeutung, daß alle Rochen tectispondylische, die großen Familien der +¡Lamniden¡, ¡Carchariiden¡ und ¡Scylliiden¡ astrospondylische Wirbel +haben. Die ¡Cestracioniden¡ weichen von diesem Bau schon beträchtlich +ab. + + +Familie: #Notidanidae.# + +¡Wirbelsäule unvollkommen gegliedert, Chorda größtenteils persistent. +Gelegentlich treten im Schwanz schwach astrospondylische Wirbel auf. +Sechs bis sieben ungedeckte Kiemenspalten. Zähne mit mehreren schief +gestellten, parallelen Spitzen. Nur eine Rückenflosse und Analflosse, +keine Flossenstacheln.¡ Seit dem Jura. + +¿Notidanus¿ Cuv., (¡Hexanchus¡, ¡Heptanchus¡ Müller und Henle). +Maul auf der Unterseite. Bezahnung oben und unten verschieden. +Oberkieferzähne schmäler als die des Unterkiefers, in der Nähe der +Symphyse hakenförmig, Symphysenzahn einspitzig. Seitliche Zähne des +Unterkiefers kammförmig gezackt, mit mehreren von vorne nach hinten +an Höhe abnehmenden Spitzen. In der Symphyse symmetrisch gebildete +Zähne, mit mehreren Spitzen jederseits. Im lithographischen Schiefer +von Solnhofen ein vollständiges Skelett von ¡Notidanus Münsteri¡ Ag. +Häufig im Tertiär. + +[Illustration: Fig. 68. + +Rachen vom indischen Grauhai ¡Notidanus¡ (¡Heptanchus¡) ¡indicus¡. +Rezent.] + +[Illustration: Fig. 69. + +¡Notidanus primigenius¡ Ag. Oligocän. Weinheim bei Alzey.] + + +Familie: #Chlamydoselachidae.# + +¡Wirbelsäule unvollkommen gegliedert, Chorda größtenteils persistent. +Im Schwanz sind einige Wirbelkörper abgegliedert, mit schwach +cyclospondylischer Anlage. Zähne von cladodontem Typus. Sechs +Kiemenspalten, von einem vorderen Hautlappen zum Teil gedeckt. Mund +terminal. Eine Rückenflosse ohne Stachel.¡ + +¿Chlamydoselache Garm.¿ Zähne mit breitem Sockel, an dessen Vorderrand +sich drei schlanke, zurückgebogene Spitzen erheben, zwischen denen +schwache Zwischenspitzchen stehen. Unterkiefer nur mit symphysialen +Zähnen. Lebend Pliocän, Toscana. + + +Familie: #Spinacidae.# Dornhaie. + +¡Körper spindelförmig bis dreikantig, etwas niedergedrückt. Schnauze +stumpf. Die zwei Rückenflossen häufig mit Stacheln. Kiemenspalten +5, klein, seitlich in eine Höhe mit der Brustflosse gelegen. Wirbel +cyclospondylisch (bzw. tectospondylisch). Brustflosse ohne Ausschnitt +an der Basis.¡ + +¿Centrophorus¿ M. u. H. Dorsalstacheln vorhanden. Obere Zähne +aufrecht, dreieckig oder lanzettförmig, einspitzig; unten +zusammengedrückt, mit seitwärts gerichteter Spitze. Obere Kreide, +Libanon (¡Spinax primaevus¡ Pictet). Tertiär. Rezent. + +¿Acanthias¿ Bonap. (¡Centrophoroides¡ Davis.) Wie vorige, aber Zähne +oben und unten gleich, mit seitwärts gewendeter Spitze. Obere Kreide, +Libanon. Tertiär. Rezent. + +¿Centrina¿ Cuv. (¡Oxynotus¡ Rafin.) Sehr starke Dorsalstacheln. +Neogen. Rezent. + +¿Spinax¿ Cuv. (¡Acanthidium¡ Lowe). Mit Dorsalstacheln. Pliocän. +Rezent. + +¿Scymnus¿ Cuv. (Fig. 72.) Ohne Dorsalstacheln. Ob. Zähne klein, +zugespitzt; unt. groß, breit, dreieckig, komprimiert, aufrecht oder +nur schwach seitwärts geneigt. Neogen, lebend. + +¿Echinorhinus¿ Blv. (¡Goniodus¡ Ag.) Pliocän, lebend. + +[Illustration: Fig. 70. + +Wirbel (zentraler Doppelkegel) von ¡Centrophorus¡. Ob. Kreide. +Maestricht. (Nach ~Hasse~.)] + +[Illustration: Fig. 71. + +¡Acanthias radicans¡ Probst. Miocän. Molasse. Baltringen. 2/1. +(Nach ~Probst~.)] + +[Illustration: Fig 72. + +¡Scymnus triangulus¡ Probst. Miocän. Molasse. Baltringen. 3/1. +(Nach ~Probst~.)] + + +Familie: #Pristiophoridae.#[25] + +¡Körper spindelförmig, die Brustflossen nicht bis zur Schnauze +ausgedehnt. Rostrum stark verlängert, abgeplattet, jederseits mit +starken Zähnen (Hautzähnen) besetzt. Die zwei Rückenflossen ohne +Stachel. Kiemenspalten seitlich. Wirbel cyclospondylisch.¡ Kreide bis +jetzt. + +¿Sclerorhynchus¿ A. Sm. Woodw. Obere Kreide, Libanon. (Nach A. Sm. +Woodward vielleicht besser zu den ¡Pristiden¡ zu stellen.) + +¿Pristiophorus¿ M. u. H. Miocän, lebend. + + +Familie: #Scylliidae.# + +¡Zwei Rückenflossen ohne Stacheln, die vordere über oder hinter +den Bauchflossen. Wirbel astrospondylisch, mit acht starken +Radialstrahlen. Zähne klein, zahlreich, zugespitzt, meist mit +Mittelspitze und einem Paar Nebenspitzen.¡ Jura bis jetzt, aber fossil +wenig verbreitet. + +¿Palaeoscyllium¿ Wagn. Erste Dorsalis über der Bauchflosse, zweite vor +der Afterflosse. Brustflosse sehr breit. Zähne unbekannt, aber wohl +sehr klein. Wirbel verkalkt, aber ohne Längsleisten. ¡P. minus¡ A. Sm. +Woodw. Ob. weißer Jura, Solnhofen. + +¿Scyllium¿ Cuv. (¡Thyellina¡, ¡Scylliodus¡ Ag.) (Fig. 73.) Erste +Dorsalis etwas hinter der Bauchflosse. Zähne klein, mit hoher +Mittelspitze und zwei kleinen Nebenspitzen. Kreide, tertiär, lebend. + +¿Pristiurus¿ Bonap. Wie ¡Scyllium¡, aber Schwanzflosse jederseits am +Oberrand mit einer Reihe kleiner Stacheln. Zähne klein, dreispitzig. +¡Pr. Hassei¡ A. Sm. Woodw. Oberer weißer Jura, Solnhofen. + +¿Mesiteia¿ Kramberger. Schwanz außerordentlich verlängert, +Schwanzflosse ohne dermale Stacheln. Obere Kreide, Libanon. Eocän, +Monte Bolca. + +¿Chiloscyllium¿ M. u. H., ¿Ginglymostoma¿ M. u. H. (¡Plicodus¡ Winkl., +¡Acrodobatis¡ Leidy). Tertiär u. lebend. + +¿Cantioscyllium¿ A. Sm. Woodw. (¡Scylliodus¡ Ag. z. T.). Obere Kreide. + +[Illustration: Fig. 73. + +¡Scyllium distans¡ Probst. Miocäne Molasse. Baltringen. 2/1. +(Nach ~Probst~.)] + +[Illustration: Fig. 74. + +¡Hemipristis serra¡ Ag. Miocän. Neudörfl, Ungarn.] + + +Familie: #Carchariidae.# + +¡Zwei Rückenflossen ohne Stacheln, die vordere vor der Bauchflosse. +Zähne hohl, dreieckig, zugespitzt, Seitenränder scharf oder gezähnelt. +Wirbel astrospondylisch mit vier nach außen verbreiterten, verkalkten +Radialkeilen.¡ Kreide bis jetzt. + +¿Hemipristis¿ Ag. (¡Dirhizodon¡ Klunzinger). (Fig. 74.) Zähne +dreieckig, mit grobgezackten Seitenrändern. Tertiär, lebend. + +¿Galeocerdo¿ M. u. H. Vorderrand der Zähne fein gezackt, Hinterrand +ausgebuchtet und unten gezähnelt. Miocän bis jetzt. + +¿Alopiopsis¿ Lioy, ¿Pseudogaleus¿ Jaekel. Eocän, Monte Bolca. + +¿Galeus¿ Ag. (¡Protogaleus¡ Molin). Zähne klein, schief dreieckig, die +Ränder nur über der Basis gezackt. Eocän bis jetzt. + +¿Carcharias¿ Cuv. Zähne meist schief dreieckig, ohne Nebenspitzen, +oben und unten verschieden. Seitenränder bis zur Spitze (¡Prionodon¡ +M. u. H.), oder nur über der Basis gezackt (¡Hypoprion¡ M. u. H.), +oder scharfrandig (¡Scoliodon¡, ¡Physodon¡ M. u. H.), zuweilen auch +aufrecht und scharfrandig (¡Aprionodon¡ Günther). Tertiär, lebend. +¡C.¡ (¡Scoliodon¡) ¡Cuvieri¡ Ag. sp. Eocän, Monte Bolca. + +[Illustration: Fig. 75. + +¡a¡ Zahn von ¡Galeocerdo aduncus¡ Ag. Miocäne Molasse. Pfullendorf. +¡b¡ Wirbel von ¡Galeocerdo¡. Miocäne Molasse. Baltringen. +(Nach ~Hasse~.)] + +[Illustration: Fig. 76. + +¡Galeus affinis¡ Probst. Miocän. Baltringen, Württemberg. +(Nach ~Probst~.)] + +[Illustration: Fig. 77. + +¡a¡ ¡Aprionodon frequens¡ Dames. Eocän. Birket-el-Qurun, Ägypten. +(Nach ~Dames~.) + +¡b¡ ¡Hypoprion singularis¡ Probst. ¡c¡ ¡Scoliodon Kraussi¡ Probst. +¡d¡ ¡Prionodon similis¡ Probst. ¡b-d¡ aus der miocänen Molasse von +Baltringen, Württemberg. (Nach ~Probst~.)] + +¿Sphyrna¿ Rafin. (¡Zygaena¡ Cuv.). Tertiär, lebend. + +¿Mustelus¿ Cuv. Pliocän, lebend. Wirbel nach ~Hasse~ im Danien von +Ciply. ¡Triaenodon¡, ¡Triacis¡ M. u. H. Rezent. + + +Familie: #Lamnidae.# + +¡Zwei Rückenflossen ohne Stacheln, die vordere vor der Beckenflosse. +Zähne groß, zugespitzt, mit oder ohne Nebenzacken, mit Vasodentin +fest ausgefüllt. Wirbel astrospondylisch, mit nach außen gegabelten +Radialstrahlen bzw. 4 Gruppen von Strahlen.¡ + +[Illustration: Fig. 78. + +¡Orthacodus longidens¡ Ag. Weißer Jura +g+. Böllert, Württemberg.] + +[Illustration: Fig. 79. + +¡Lamna cuspidata¡ Ag. Oligocän. Weinheim bei Alzey.] + +[Illustration: Fig. 80. + +¡Lamna¡ (¡Otodus¡) ¡appendiculata¡ Ag. Pläner. Quedlinburg.] + +[Illustration: Fig. 81. + +¡Lamna¡ (¡Otodus¡) ¡obliqua¡ Ag. (Außenseite) Eocän. Sheppy.] + +¿Orthacodus¿ A. Sm. Woodw. (¡Sphenodus¡ Ag.) Sehr schlanke, aufrechte +Zähne ohne Nebenspitzen. Wurzel abgestutzt, einfach. Jura, untere +Kreide. + +¿Odontaspis¿ Ag. (¡Triglochis¡ M. u. H., ¡Rhinognathus¡ Davis). Zähne +mit schlanker, seitlich zugeschärfter, vorne abgeplatteter, hinten +gewölbter Hauptspitze und 1-2 kleinen Nebenspitzen. Wurzel groß, +zweilappig. Kreide bis jetzt. ¡O. Hopei¡ Ag., Monte Bolca. Eocän. + +[Illustration: Fig. 82. + +¡a¡-¡b¡ ¡Lamna¡-Wirbel aus dem Oligocän von Flonheim, von vorne und +von der Seite, ¡c¡ vertikaler Medianschnitt aus dem Londonthon von +Sheppey. Nat. Gr. (Nach ~Hasse~.)] + +¿Scapanorhynchus¿ A. Sm. Woodw. (¡Miksurina¡ Jord.) Rostrum sehr +verlängert, Kiefer mehr oder weniger vorstreckbar, unter dem Rostrum. +Obere Kreide, Libanon. Lebend (japan. Meer). + +¿Lamna¿ Ag. (¡Otodus¡ Ag.) Zweite Dorsalis und Analis sehr klein. +Schwanz seitlich mit Kiel, Zähne wie bei ¡Odontaspis¡, aber +Mittelspitze meist etwas breiter und Nebenspitzen größer. Kreide, +Tertiär, lebend, sehr verbreitet. + +¿Oxyrhina¿ Ag. Zähne wie ¡Lamna¡, aber ohne Nebenzacken. Kreide bis +jetzt. ¡O. Mantelli¡ Ag. Kreide. + +¿Alopecias¿ M. H. Tertiär, lebend. + +[Illustration: Fig. 83. + +¡Oxyrhina plicatilis¡ Ag. Miocän. Neudörfl, Ungarn.] + +[Illustration: Fig. 84. + +¡Corax pristodontus¡ Ag. Ob. Kreide. Oase Dachel. Libysche Wüste.] + +[Illustration: Fig. 85. + +¡Carcharodon megalodon¡ Ag. Pliocän, Malta.] + +¿Corax¿ Ag. Nur kurz dreieckige, an den scharfen Seitenrändern +gezackte Zähne mit großer Wurzel bekannt. Mittlere und obere Kreide, +häufig. + +¿Carcharodon¿ M. H. Zweite Dorsalis und Analis sehr klein, Schwanz +ohne seitlichen Kiel. Zähne sehr groß, dreieckig, vorne flach, hinten +gewölbt, die Seitenränder gezähnelt. ¡C. Rondeletii¡ M. H. Lebend +(auch Neogen). Andere Arten von der oberen Kreide an. ¡C. megalodon¡ +Ag. Eocän bis Pliocän. Zähne bis 15 cm hoch. + +¿Cetorhinus¿ Blv. (¡Selache¡ Cuv.) Zähne sehr klein, konisch, ohne +Seitenzacken. Pliocän, lebend. + + +Familie: #Hybodontidae.# + +¡Chordascheide ohne Verkalkung etwa vorhandener Knorpelbildungen. +Neuralbögen lang, flattrig, im Schwanz reduziert. Thoracalregion +mit langen Rippen, von der ersten Dorsalflosse an viel kürzere, den +Rippen homologe Hämalspangen. Schwanzflosse ausgeprägt heterocerk, +mit starken, breiten Hämapophysen, reduzierten oberen Bögen. +Analflosse niedrig, nahe der Schwanzflosse, mit Knorpelplatten. Zwei +Dorsalflossen, jede mit starkem Stachel, der bis zur Spitze der +Flosse reicht, mit ihr in Verbindung bleibt und von einer breiten +Knorpelplatte gestützt wird. Mehrere akzessorische Flossenstützen. +Stachel mit Längsrippen und Marginaldornen. Brustflosse mit kleinem +Propterygium und stark entwickeltem Mesopterygium. Beckenflosse mit +dreiseitigem Basalstück. Hyomandibulare derb, vertikal verlängert, +unten verschmälert und verdickt, in einer deutlichen Gelenkgrube dem +Processus postorbitalis anliegend. In die unmittelbar davor liegenden +Grube faßt der aufsteigende Teil des Palatoquadratum, das aber auch +vorn einen Fortsatz gegen den Processus präorbitalis entsendet. +Lippenknorpel vorhanden. 5 Kiemenbögen. Männchen mit Pterygopodien +und hakenförmigen Kopfstacheln (Sphenonchus). Diese Charakteristik +der Familie gründet sich im wesentlichen auf die gut gekannte Gattung +Hybodus¡ Ag. Unterkarbon bis Kreide. + +[Illustration: Fig. 86. + +¡Orodus ramosus¡ Ag. Kohlenkalk. Armagh, Irland. (Nach ~Davis~.)] + +[Illustration: Fig. 87. + +Zähne von ¡a¡ ¡Hybodus plicatilis¡ Ag. Muschelkalk. Laineck bei +Bayreuth. ¡b¡ ¡Hybodus reticulatus¡ Ag. Unt. Lias. Lyme Regis, +England. ¡c¡ ¡Hybodus polyprion¡ Ag. Dogger. Stonesfield, England.] + +¿Orodus¿ Ag. (Fig. 86). Nur quer verlängerte, gekielte Zähne bekannt; +der Kiel bildet eine stumpfe niedrige Mittelspitze und mehrere +Nebenspitzen, von denen derbe Runzeln nach der Basis laufen. Wurzel +sehr stark. ¡O. cinctus¡ Ag. (Typus). ¡O. ramosus¡ Ag. Kohlenkalk. + +¿Ctenacanthus¿ Ag. (¡Sphenacanthus¡ Ag.) Zwei Dorsalflossen, jede +mit starkem Stachel, dessen Längsrippen Knötchen tragen. Schnauze +stumpf, Schwanz heterocerk. Bauchflossen der zweiten Dorsalis +gegenüber. Neuralbögen lang, flattrig; im unteren Schwanzlappen lange +Hämalia als Stützen. Zähne mit schlanker mittlerer Spitze und einigen +Nebenspitzen. Placoidschüppchen mit strahligen Rippen. + +¿Ct. costellatus¿ Traquair. Unterkarbon, Schottland (ganzer Fisch). + +¿Hybodus¿ Ag.[26] (¡Meristodon¡ Ag., ¡Orthybodus¡ Jaek., ¡Polyacrodus¡ +Jaek. pr. p.) Zähne quer verlängert, mit hervortretender Mittelspitze +und mehreren Nebenspitzen (Fig. 87), der Schmelz mit vertikalen +Fältchen. Zähne der Symphysengegend verhältnismäßig groß. Vasodentin +bildet den Hauptbestandteil des Zahns und zieht sich hoch in die +Mittelspitze hinauf. Placoidschüppchen konisch, mit radialen Rippen. +Kopfstachel des Männchens (¡Sphenonchus¡) hakenförmig, jederseits +hinter den Augenhöhlen. Rückenflossenstachel am ganzen Hinterrand mit +Marginaldornen. Untere Trias bis Kreide, zahlreiche Arten, besonders +in Muschelkalk, Keuper, oberen Karrooschichten, Lias, Jura, Wealden +und Kreide. ¡H. reticulatus¡ Ag. Typus der Gattung. Unterer Lias. ¡H. +Hauffianus¡ E. Fraas. Oberer Lias, Schwaben, in mehreren Skeletten +bekannt. ¡H. Fraasi¡ Brown. Oberer weißer Jura, Solnhofen. ¡H. +basanus¡ A. Sm. Woodw. Wealden. + +¿Tristychius¿ Ag. (¡Ptychacanthus¡ Ag.) Stacheln distal mit drei +Rippen, davon eine am Vorderrand; hinten zwei Reihen Marginalzähnchen. +Karbon. + +¿Acrodus¿ Ag. (¡Thectodus¡ Plieninger, ¡Leiacanthus¡ Ag.) Zähne der +Symphysenregion mit Mittel- und Nebenhöckern, sonst nur einfach +gekielt. Schmelz fein gefältelt; Zahnkörper wesentlich aus Vasodentin +bestehend. Dorsalstacheln und Kopfstacheln wie bei ¡Hybodus¡. Trias, +Jura, Kreide ¡Acr. lateralis¡ Ag. (vgl. Jaekel). Muschelkalk etc. ¡A. +Anningiae¡ Ag. Unterer Lias (Fig. 94). + +[Illustration: Fig. 88. + +¡Ctenacanthus denticulatus¡ M'Coy. Kohlenkalk. Monaduff, Irland. +1/2 nat. Größe.] + +[Illustration: Fig. 89. + +¡Hybodus Hauffianus E. Fraas.¡ Ganzes, mit Haut erhaltenes Exemplar. +Ob. Lias, Holzmaden. Geolog. Museum, Tübingen. (Nach E. ~Koken~.) Etwa +1/10 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 90. + +¡Tristychius arcuatus¡ Ag. Steinkohlenformation. Gilmerton b. +Edinburgh. ¡a¡ Flossenstachel, ¡b¡ Chagrinschuppen. ¡c¡ Zahn. +(Nach ~Stock~.)] + +[Illustration: Fig. 91. + +¡Acrodus Anningiae¡ Ag. Unt. Lias. Lyme Regis, England. ¡a¡ +Unterkiefer 1/3 nat. Gr., ¡b¡ ein einzelner Zahn nat. Gr. von der +Seite und von oben.] + +[Illustration: Fig. 92. + +¡Asteracanthus ornatissimus¡ Ag. Portlandkalk. Solothurn. ¡a¡ von der +Seite, ¡b¡ von hinten, ¡c¡ ein Oberflächenkorn vergr.] + +[Illustration: Fig. 93. + +¡Strophodus reticulatus¡ Ag. Coralrag. Tonnerre. Yonne.] + +[Illustration: Fig. 94. + +¡Strophodus medius¡ Owen. Unterkiefer. Großoolith. Caen-Calvados. 1/2 +nat. Gr. (Nach ~Owen~.)] + +¿Polyacrodus¿ Jaek. Nach Abtrennung der liassischen Formen (¡Hybodus¡) +lassen sich Zähne, welche eine bedeutend stärkere Dentinbildung zeigen +als ¡Acrodus¡ und ¡Hybodus¡, mit diesem Gattungsnamen zusammenfassen. +¡P. polycyphus¡ Ag. Untere und mittlere Trias. + +¿Asteracanthus¿ Ag. (¡Strophodus¡ Ag., ¡Curtodus¡ Sauvage). Zähne +sehr verlängert vierseitig bis quadratisch, mit leicht gewölbter, +fein netzförmig gerunzelter Krone und starker Basis. Symphysenzähne +wenig, kleiner als die seitlichen Zähne, stark gewölbt, gekielt, aber +ohne Nebenspitzen oder seitliche Höcker. Flossenstacheln mit relativ +großen sternförmigen Höckern, von ungleicher Größe, am Hinterrand mit +medianer Leiste und mit zwei seitlichen Zähnchenreihen. Männchen mit +großen, hakenförmigen Kopfstacheln (¡Sphenonchus¡). Mittlerer und +oberer Jura. Wealden. ¡Ast. ornatissimus¡ Ag. Brauner und weißer Jura. + +¿Wodnika¿ Mstr. Große, leicht gerundete Pflasterzähne in mehreren +Reihen. Nur wenige Symphysialzähne. Rückenstachel mit breiten +Längsleisten. ¡W. Althausi¡ Mstr. Kupferschiefer. + + +Familie: #Cestracionidae.# + +¡Wirbelkörper verkalkt (meist deutlich astrospondylisch), Neuralbögen +niedrig, gedrängt. Flossenstachel kürzer als die dorsalen Flossen, +mit freien Spitzen, glatt oder mit Höckern. Schwanzflosse weniger +heterocerk als bei Hybodonten. Männchen ohne Kopfstacheln.¡ + +¿Cestracion¿ Cuv. (¡Heterodontus¡ Bl., ¡Drepanephorus¡ Egerton). +Symphysenzähne zahlreich, klein, mit Nebenspitzen. Seitliche Zähne +länger, schwach gekielt, fein gerunzelt. Flossenstachel glatt, ohne +Zähnchen am Hinterrand. Kreide. Lebend, westl. Pazifik. + +¿Paracestracion¿ Koken. Flossenstachel auf den Seiten fein gekörnt. +Zähne mit Mittelkante, auch in der Symphyse ohne Nebenspitzen. Oberer +weißer Jura, Solnhofen, Nusplingen. + +¿Palaeospinax¿ Egerton. Vordere Zähne höher als die hinteren, +mit mehreren, Symphysenzähne mit jederseits einem Nebenhöcker. +Keine Kopfstacheln. Pterygopodien mit großen hakenförmigen oder +gegabelten Stacheln. Flossenstachel glatt mit dickem Ganoin, über +der Insertionsmarke zuweilen mit kleinen Höckerchen, kürzer als +die Dorsalflosse, oben frei. Feines, dichtes Chagrin. ¡P. priscus¡ +Egerton. Unterer Lias. ¡P. Egertoni¡ A. Sm. Woodw. Oberer Lias, +Württemberg. + +[Illustration: Fig. 95. + +Unterkiefer von ¡Cestracion Philippii¡ Cuv. (Rezent.)] + +¿Synechodus¿ A. Sm. Woodw. Ähnlich ¡Palaeospinax¡; alle Zähne mit +zahlreichen Nebenspitzen, fein gestreift. Wirbel astrospondylisch. +Untere und obere Kreide. ¡S. dubrisiensis¡ Macki sp. + +¿Bdellodus¿ Quenst. Zähne vierseitig; leicht gebogen, flach, +die vorderen aufgetrieben, aber nicht gekielt, die der vierten +(hinteren) Querreihe sehr lang und groß. ¡Bd. bollensis¡ Qu. Lias E., +Württemberg. + +¿Palaeobates¿ H. v. Meyer. Zähne flach, gerundet, nicht gekielt; +Krone fast ausschließlich aus Dentin gebildet; Wurzel mit Vasodentin, +Placoinschmelz dünn. ¡P. angustissimus¡ Ag. sp. Muschelkalk. + +[Illustration: Fig. 96. + +¡Paracestracion falcifer¡ A. Wagner. sp. Lithographischer Schiefer. +Solnhofen, Bayern. Ganzes Skelett 1/3 nat. Gr. ¡a¡ vorderer, ¡b¡ +hinterer Flossenstachel, ¡p¡ Brustflosse, ¡d¡ Zähne, ¡y¡ Schuppen, ¡x¡ +Zähne nat. Gr.] + +¿Campodus¿ Kon.[27] Zähne schmal, mit gleichmäßig gegen die Mitte +ansteigenden Höckern, die durch tiefe Einschnitte getrennt sind. +Diese Zähne stehen in zahlreichen Binden auf dem Kiefer. In der +Symphysenregion eine spiral entwickelte Reihe winklig gebogener Zähne, +mit höherer Mittelspitze. Missourian, Kansas. + +[Illustration: Fig. 97. + +1. ¡Campodus variabilis¡ Newb. u. Worth. Oberkarbon, Nebraska. +Symphysialzähne zwischen die Äste des Unterkiefers eingefügt. 1:2. + +2. ¡Cestracion Francisci Girard.¡ Zum Vergleich mit Campodus. +(Nach ~Eastman~.)] + +[Illustration: Fig. 98. + +¡Campodus variabilis¡ Newb. u. Worthen. Oberkarbon, Nebraska. 2:5. +Symphysenbezahnung, wahrscheinlich des Unterkiefers. (Nach C. R. +~Eastman~.)] + + +Familie: #Edestidae.# + +¡Bekannt sind nur die zahn- oder stachelartigen Organe, die durch +partielle oder totale Verschmelzung einzelner Segmente zustandekommen. +Jedes Segment ist zahnartig, mit schmelzbedeckter Krone und einer +langen Wurzel, aus Vasodentin aufgebaut. Die scharfen Seitenkanten der +etwa an Carcharias erinnernden Zähne liegen aber in der Sagittalebene, +sind also nach vorn und hinten, nicht seitlich gerichtet.¡ + +[Illustration: Fig. 99. + +¡Edestus crenulatus Hay.¡ Oberkarbon, Illinois. 2:5. (Nach ~Hay~.)] + +¿Edestus¿ Leidy. Die großen Stachel bestehen aus verwachsenen bzw. +ineinander gefalzten Zähnen, deren Kronen sich vom Ober- oder +Vorderrand des Organs frei erheben. Die Grenzen der einzelnen Zähne +sind durch tiefe Furchen auf der Seite des Organs markiert. + +[Illustration: Fig. 100. + +¡Helicoprion Bessonowi¡ Karpinsky. Unteres Perm (Artinskische Stufe). +Spiralorgan, 1:2. (Nach ~Karpinsky~.)] + +¿Toxoprion¿ Hay (¡Campyloprion¡ Eastm.). Gekrümmte, aber nicht spiral +gewundene Stachelorgane. ¡T. Lecontei¡ Dean. Oberkarbon, Nordamerika. + +¿Helicoprion¿ Karpinsky. Das Organ bildet eine enggezogene Spirale, +die aus einzelnen Segmenten zusammengewachsen ist. Die Zahnkronen +scharf crenuliert. Der Schaft ist, wie andere Selachierknorpel, mit +Kalkplättchen überzogen (nicht mit Placoidschüppchen, wie ~Karpinsky~ +angibt). Nach ~Karpinsky~ am wahrscheinlichsten als verwachsene +Symphysenzähne des Oberkiefers zu deuten, nach ~Eastman~ als solche +des Unterkiefers. Nach ~Hay~ eine verschmolzene Folge von Stacheln, +die sich vor oder an der Stelle einer Dorsalflosse entwickelten; die +frei herausgedrängte Spirale mochte sich auf die eine Seite der Flosse +geschoben haben. + +¿Lissoprion¿ Hay. Gekrümmt wie ¡Helicoprion¡. Zähne am Rande glatt +oder nur schwach crenuliert, die Wurzeln ohne Trennungsmarke +verwachsen. + +[Illustration: Fig. 101. + +¡Helicoprion Bessonowi¡ Karpinsky. Restaurierter Teil des +Spiralorgans. (Nach ~Karpinsky~.)] + +[Illustration: Fig. 102. + +¡Cochliodus contortus¡ Ag. Kohlenkalk. Armagh, Irland. 3/4 nat. Gr. +¡a¡ Großer Hinterzahn, ¡b¡ Mittelzahn. (Die Vorderzähne fehlen.)] + + +Familie: #Cochliodontidae#. + +¡Paläozoische Fische mit wenigen gewölbten, an der Basis ausgehöhlten, +mehr oder weniger gebogenen Zähnen, die nicht gewechselt werden. +Die Kronen sind fein punktiert und häufig mit stumpfen, schrägen +Querfalten oder Furchen versehen. Jederseits (oben und unten) ein +großer Hauptzahn, und vor diesem meist zwei oder mehr kleinere +Vorderzähne.¡ + +Die Kenntnis dieser eigentümlichen, auf Karbon und Perm beschränkten +Familie ist noch sehr ungenügend; meist liegen nur Zähne oder +Flossenstacheln vor. A. Smith Woodward (und früher schon R. Owen) +vergleicht die ¡Cochliodonten¡ mit den ¡Cestracioniden¡ und faßt die +gekrümmten Zahnplatten als Verschmelzungsprodukte von Einzelzähnen +einer Querbinde auf. Jaekel gibt ihnen eine besondere Stellung als +¡Trachyacanthidae¡ (unter Bezugnahme auf den Befund bei Menaspis) +und rechnet hieher unsymmetrische, wurzellose, rauh skulptierte +Stacheln, die als ¡Oracanthus¡, ¡Pnigeacanthus¡, ¡Cladacanthus¡, +¡Platyacanthus¡, ¡Gampsacanthus¡, ¡Physonemus¡, ¡Stichacanthus¡ ¡etc.¡ +beschrieben wurden. + +¿Cochliodus¿ Ag. Auf jedem Unterkieferast drei stark gebogene +(eingerollte), gewölbte Zähne; der hintere sehr groß, mit breitem, +vorn und hinten durch eine schiefe Querfurche begrenztem Mittelfeld; +der zweite von rhomboidischer, der vordere von dreieckiger Gestalt. +Wahrscheinlich mit kleinen Symphysenzähnen. ¡C. contortus¡ A. u. a. +Kohlenkalk. + +¿Streblodus¿ Ag. Wie ¡Cochliodus¡, aber Hauptzahn mit 2-3 breiten, +schrägen Querfalten. Kohlenkalk. + +¿Tomodus¿ Davis. Unterkarbon. ¿Diplacodus¿ Davis. Oberkarbon. + +¿Xystrodus¿ Ag. ¿Cyrtonodus¿ Davis. Oberkarbon. + +¿Sandalodus¿ Newb. u. W. (¡Trigonodus¡, ¡Vaticinodus¡ Newb. W., +¡Orthopleurodus¡ St. John u. W.) Obere Zähne dick, dreieckig, schwach +eingerollt. Im Unterkiefer 2 Zähne, davon der hintere subtriangulär +oder keulenförmig, vorne zugespitzt, etwas eingerollt, mit 1-2 +Diagonalwülsten; der vordere kurz, vorn abgestutzt, stark eingerollt. +Kohlenkalk, Europa, Nordamerika. ¡S. Morrisi¡ Dav. Unterkarbon. + +[Illustration: Fig. 103. + +¡Psephodus magnus¡ Ag. ¡A¡ Drei zusammenhängende Zähne in nat. Gr. aus +dem Kohlenkalk von Armagh, Irland. (Nach ~Davis~.) + +¡B¡ ¡Psephodus magnus¡ Ag. Zusammenhängende obere Zähne aus +einem Schädelfragment von Kilbridge, Lankashire. ¡b¡ Großer Zahn +etwas gebrochen, ¡c¡ kleiner Zahn, identisch mit ¡Helodus rudis¡ +M'Coy, ¡d¡ schmale Zähne, identisch mit ¡Helodus planus¡ Ag., ¡e¡ +Helodontenzähne, ¡f¡, ¡g¡ Zähne, identisch mit ¡Lophodus didymus¡ und +¡laevissimus¡. (Nach ~Traquair~.)] + +¿Deltophychius¿ Ag., ¿Chitinodus¿ St. John u. W., ¿Poecilodus¿ Ag., +¿Deltodus¿ Ag., ¿Xystrodus¿ Ag., Kohlenkalk. + +¿Psephodus¿ Ag. Große rhombische oder rhomboidische, schwach gebogene, +konvexe Zähne mit gekerbten Rändern. Mit diesen großen Zähnen sind +zuweilen eine größere Anzahl kleiner, quer verlängerter Zähne +verbunden, die isoliert als ¡Helodus¡, ¡Lophodus¡, ¡Aspidodus¡ und +¡Taeniodus¡ beschrieben wurden. Kohlenkalk, Europa, Nordamerika. ¡Ps. +magnus¡ Mc Coy sp. + +[Illustration: Fig. 104. + +¡Menaspis armata¡ Ewald. 2:3. Kupferschiefer. 2-4 und ¡I¡ +Kopfstacheln, ¡E¡, ¡Z¡ zapfenartige Stachelschuppen, ¡P¡ +Brustflossenteile, ¡V¡ Beckenflossenteile. (Nach ~Jaekel~.)] + +¿Pleuroplax¿ A. Sm. Woodw. (¡Pleurodus¡ Hanc. Atthey). Kieferäste +in spitzem Winkel vereinigt. Zahnplatten gekielt, mit Furchen und +seitlichen Kerben, welche die Zahl der Komponenten andeuten. Dorsaler +Flossenstachel komprimiert, breit, glatt oder fein gestreift. Körper +flach. Karbon, England. + +¿Menaspis¿ Ewald[28] (Fig. 104.) (¡Dichelodus¡ Gieb., ¡Chalcodus¡ +Zitt.). Kopf und Rücken mit Längsreihen von knochigen oder dornigen, +teilweise gekielten Placoidschuppen und kleinen Chagrinkörnchen +bedeckt. Zwei Längsreihen der größeren Schuppen enden nach hinten +mit zwei scharf zugespitzten Zapfen. Am vorderen Teil des Kopfes +jederseits ein dreieckiger, mit breiter hohler Basis versehener, +gekörnelter Stachel, hinter ihm jederseits drei glatte, dünne, nach +innen gebogene Stacheln, die mit einem vorspringenden Basalfortsatz +auf der Kopfhaut befestigt sind. Nach Jaekel bestehen sie aus +Vasodentin. Das mittlere Paar ist mehr als doppelt so lang als die +beiden anderen. Gebiß cochliodont, an ¡Deltoptychius¡ erinnernd. ¡M. +armata¡ Ewald. Kupferschiefer. + + +Familie: #Psammodontidae.# De Koninck. + +¡Zähne in 1, 2 oder mehr Längsreihen, pflasterartig angeordnet, groß, +eben oder schwach gebogen, aus Vasodentin, mit punktierter oder fein +runzliger Oberfläche. Umriß quadratisch oder oblong.¡ Kohlenkalk +Europa, Nordamerika. + +¿Copodus¿ Davis (¡Mesogomphus¡, ¡Rhymodus¡, ¡Characodus¡, ¡Pinacodus¡ +Ag.). Zähne vorn verschmälert, durch eine Quernaht in zwei ungleiche +Teile zerlegt. + +¿Psammodus¿ Ag. (¡Homalodus¡, ¡Astrabodus¡ Davis) (Fig. 106.) Zähne +groß, flach, viereckig, mit dicker platter Wurzel. + +¿Lagarodus¿ Jaekel. Zähne schmal rectangulär, scharf geknickt. +Kohlenkalk. ¡L.¡ (¡Psammodus¡) ¡angustus¡ Tr. + +¿Archaeobatis¿ Newb. Kohlenkalk, Nordamerika. + + +Familie: #Petalodontidae.# Newberry und Worthen.[29] + +¡Zähne zusammengedrückt, quer verlängert, pflasterartig in Längs- und +Querreihen geordnet. Krone aus Vasodentin, mit Schmelz bedeckt, häufig +durch eine Querschneide in eine vordere konvexe und eine hintere +konkave Hälfte geteilt, und meist mehr oder weniger stark rückwärts +gebogen. Wurzel durch Schmelzfalten oder durch eine Kante von der +Krone scharf abgesetzt, vertikal verlängert. Zähne persistent, beim +Wachstum schuppenartig aufeinandergeschoben.¡ Karbon. Perm. + +[Illustration: Fig. 105. + +¡Petalodus destructor¡ Newberry und Worthen. Steinkohlenformation. +Springfield. Illinois. ¡a¡ Zahn von vorn, 1/2 nat. Gr., ¡b¡ +Querschnitt. (Nach ~Newberry~.)] + +[Illustration: Fig. 106. + +¡Psammodus rugosus¡ Ag. Kohlenkalk. Armagh, Irland. Nat. Gr.] + +Der Körper nur von ¿Janassa¿ (zum Teil) bekannt. Er ist rochenartig; +die großen Brustflossen sind am Kopf angewachsen, von den Bauchflossen +aber durch einen Zwischenraum getrennt. Der hintere Abschnitt mit zwei +Dorsalflossen, der Schwanz schmal. Glatte, rundliche Chagrinkörperchen. + +¿Petalodus¿ Owen (¡Sicarius¡ Leidy, ¡Antliodus¡ Newb., ¡Chomatodus¡ +Ag., ¡Lisgodus¡ St. John u. W.) Zähne stark zusammengedrückt, +quer verlängert; Krone blattförmig, mit Querschneide und scharfem +Basalrand, vorn konvex, hinten konkav. Wurzel lang, dünn, stumpf +abgestutzt. Kohlenkalk. Europa, Nordamerika. + +¿Petalorhynchus¿ Newb. u. W. Gebiß aus sechs Querreihen von je drei +zugeschärften schneidenden Zähnen mit ungeteilter Wurzel bestehend. +Nach ~Jaekel~ wäre ¡Petalorhynchus¡ auf obere Symphysenzähne von +¡Petalodus¡ gegründet, während ~Eastman~ an der Selbständigkeit der +Gattung festhält. + +¿Janassa¿ Mstr. (¡Dictaea¡, ¡Byzenos¡ Mstr., ¡Climaxodus¡ Mc Coy, +¡Peltodus¡ Newb., ¡Tanaodus¡ St. John u. W.) Brustflossen groß, +halbkreisförmig, etwa bis in die halbe Länge des Kopfes reichend. +Bauchflossen klein, halbkreisförmig, vorn mit einem abgegliederten +Fortsatz (»Lauffinger« Jaekel). Wahrscheinlich zwei dorsale Flossen. +Ein Paar Lippenknorpel dem Kieferbogen aufliegend. Gebiß gewölbt, +vorn verschmälert, aus querverlängerten Zähnen mit punktierter ebener +Krone zusammengesetzt, die in 5-7 Längsreihen und ca. 10 Querreihen +angeordnet sind; die langen, unten verschmälerten Wurzeln sind in +der Richtung von vorn nach hinten stark zusammengedrückt, etwas +gebogen, auf der konvexen Vorderseite quergerunzelt, auf der konkaven +Hinterseite glatt. Die neu in Funktion tretenden Zähne legen sich +über die älteren, so daß diese als Unterlage dienen (Fig. 107) und +nicht abgestoßen werden. Die fast ebene Kaufläche wird lediglich von +der Vorderseite der Krone gebildet, welche sich so stark zurückbiegt, +daß sie nahezu horizontal liegt und einen Teil des dahinterstehenden +Zahnes bedeckt. Chagrinkörner oval bis vierseitig, glatt. Karbon, +Europa, Nordamerika. Perm (Kupferschiefer) von Hessen und Thüringen. + +[Illustration: Fig. 107. + +Querschnitt durch das Gebiß von ¡Janassa bituminosa¡ Schl. ¡Ok¡ +Oberkiefer, ¡Uk¡ Unterkiefer, ¡Ez¡ Ersatzzähne der durchschnittenen +Symphysenreihe, ¡Ukg¡ Unterkiefergelenk, ¡Qug¡ Quadratgelenk, ¡iUk¡ +Innenrand des Unterkiefers in der Symphysenebene. (Nach ~Jaekel~.)] + +[Illustration: Fig. 108. + +¡Janassa bituminosa¡ Schloth. 1:2. ¡L¡ Lippenknorpel, ¡Uk¡ +Unterkiefer, ¡Okg¡ Oberkiefergebiß, ¡Ukg¡ Unterkiefergebiß, ¡K¡ +Kiemenspalten, ¡Ppt¡ Propterygien, ¡P¡ Brustflosse, ¡V¡ Beckenflosse, +¡Lf¡ Lauffinger, ¡A¡ After, ¡B¡ Basalknorpel d. Bauchflosse, +¡y¡ Ilearprozeß (?). (Rekonstruktion nach ~Jaekel~.)] + +¿Fissodus¿ Newb. u. W. Kohlenkalk, Nordamerika. Zähne wie ¡Janassa¡, +aber die Schneide durch 1-2 Ausbiegungen geteilt. + +¿Polyrhizodus¿ Mc Coy (¡Dactylodus¡ Newb., ¡Gyracanthus¡ Ag.) +Zähne dick, mit gewölbter, der Quere nach schneidender Krone und +lappiger, vielfach geteilter Wurzel. Mit diesen Zähnen sind in +Rußland Flossenstachel gefunden, die sich durch ihre Krümmung nach +vorn auszeichnen. (¡Gyracanthus¡ Ag.) Vielleicht gehören ¡Petrodus¡ +Mc Coy = ¡Ostinaspis¡ Trautschold als Hautdornen zu derselben +Gattung. Unteres und mittleres Karbon. ¡Stichacanthus¡ Davis umfaßt +gleiche Stachel aus dem irischen Kohlenkalk, ¡Xystracanthus¡ Leidy +(¡Drepanacanthus¡ Newb. u. W.) ähnliche, ebenfalls nach vorn gekrümmte +Stacheln aus amerikanischem Kohlenkalk. + +¿Ctenoptychius¿ Ag. (¡Ctenopetalus¡, ¡Harpacodus¡, ¡Petalodopsis¡ +Davis, ¡Serratodus¡ Kon., ¡Peripristis¡ St. John u. W.) Wird von +~Jaekel~ mit Petalodus vereinigt, während ~Eastman~ eine besondere +Familie ¡Peripristidae¡ für berechtigt hält. Kleine, von vorn nach +hinten stark zusammengedrückte Zähne, mit zugeschärfter gezackter +Krone. + +¿Callopristodus¿ Traquair. Wie vorige, aber Wurzel geteilt. Nach +~Jaekel~ Schuppen. Karbon, Schottland. + +¿Glossodus¿ Mc Coy, ¿Mesolophodus¿ A. Sm. Woodw. Kohlenkalk. + +[Illustration: Fig. 109. + +¡Janassa bituminosa¡ Schloth. ¡A¡ Orig. Universitäts-Sammlung +in Halle. ¡Ukg¡ Unterkiefergebiß, ¡Mz¡ mittlere Querreihe des +Oberkiefergebisses, ¡Uk¡ Unterkiefer, ¡L¡ Lippenknorpel, ¡Ppt¡ +Propterygien der Brustflosse. 2/3 nat. Gr. (Nach ~Jaekel~.) + +¡B¡ Hautschuppen (vergr.)] + +[Illustration: Fig. 110. + +¡Polyrhizodus magnus¡ M'Coy. Kohlenkalk. Armagh, Irland. 1/2 nat. Gr. +¡a¡ von vorn, ¡b¡ Querschnitt. (Nach ~M'Coy~.)] + +[Illustration: Fig. 111. + +¡Callopristodus pectinatus¡ Ag. Kohlenkalk. Schottland.] + +¿Pristodus¿ Davis. Symmetrische, ziemlich kleine Zähne mit niederer +Wurzel. Krone halbkreisförmig, mit steil aufsteigender Schneide, nach +hinten konkav abfallend, in eine Platte verbreitert. Wurzel durch +eine Einschnürung abgetrennt. Kohlenkalk. Nach A. Smith ~Woodward~ +Typus einer besonderen Familie, die vermutlich nur je einen Zahn in +jedem Kiefer besaß. Nach ~Jaekel~ sind auch bei ¡Pristodus¡ zahlreiche +Querreihen von Zähnen auf den Kiefern anzunehmen. + + +Familie: #Squatinidae# M. u. H. Meerengel. + +¡Körper breit, platt. Brustflossen groß, aber durch eine Spalte +vom Kopf getrennt, so daß die Kiemenöffnungen noch auf den Seiten +ausmünden können. Keine Afterflosse. Zwei Rückenflossen, ohne Dornen. +Haut mit kleinen Placoidschuppen bedeckt. Zähne spitz, kegelförmig, +ohne Nebenzacken, mit breiter Wurzel, aus Pulpodentin bestehend. +Tectispondylische Wirbel.¡ + +¿Squatina¿ Aldrovandi (¡Rhina¡ Klein, ¡Thaumas¡ Mstr., ¡Phorcys¡ +Thioll., ¡Scaldia¡ Le Hon, ¡Trigonodus¡ Winkler z. T.). Jura +bis jetzt. Vollständige Skelette von ¡Squ. alifera¡ Mstr. sp. +(¡acanthoderma¡ O. Fraas) und ¡Squ. speciosa¡ Meyer aus dem +oberen weißen Jura (+z+-Platten, lithographischer Kalkstein) von +Württemberg (Nusplingen) und Bayern, sowie von Cirin (Ain), vgl. +aber ¡Pseudorhina¡. Ganze Skelette ferner in der oberen Kreide des +Libanon[30] und der Baumberge (Sendenhorst) in Westfalen. + +[Illustration: Fig. 112. + +Zahn von ¡a¡ ¡Squatina alifera¡ Münst. sp. Lithographischer Schiefer. +Solnhofen. 2/1. ¡b¡ ¡Squatina Fraasi¡ Probst. Miocäne Molasse. +Baltringen. 2/1.] + +[Illustration: Fig. 113. + +Medianer Längsschnitt durch die Wirbelsäule von ¡Squatina angelus¡ Lin. + +(Nach ~Hasse~.) ¡ch¡ Chorda, ¡d¡ verkalkter Doppelkegel, ¡w¡ +konzentrische Verkalkungsringe, ¡iv¡ intervertebraler, mit +Chordasubstanz erfüllter Zwischenraum.] + +[Illustration: Fig. 114. + +¡Squatina alifera¡ Münst. sp. (= ¡Squatina acanthoderma¡ Fraas). Ob. +Jura. Eichstätt, Mittelfranken. (Original im paläontolog. Museum in +München.)] + +¿Pseudorhina¿ Jaekel. Zähne mit höckerförmiger Krone. Keine +Lippenknorpel. Schwanz länger als bei ¡Squatina¡, sehr allmählich +verdünnt, oben mit größerem, unten mit schwächerem Segel. Nur sehr +kleine Dorsalflossen. ? 6 Kiemenbögen. ¡Squ. alifera¡ Mstr. (s. o.) +Die Berechtigung dieser Gattung, in die wohl auch die anderen +Squatinen des oberen Jura einzureihen wären, bedarf noch näherer +Prüfung. + + +Familie: #Pristidae# Günther. ~Sägefische.~ + +¡Körper gleichmäßig gestreckt, wenig niedergedrückt. Brustflossen +mäßig groß, mit dem Kopf verwachsen, aber nicht bis zu der +abgeplatteten, schwertartigen Schnauze (Rostrum) verlängert, welche +jederseits mit einer Reihe großer, meist in Alveolen steckender Zähne +(Vasodentin = Placoidschuppen) besetzt ist. Zähne der Mundspalte +klein, stumpf, aus Pulpodentin bestehend. Kiemenspalten auf der +Unterseite. Tectispondylische Wirbel. Die Pristiden sind nach Jaekel +von Rhinobatiden abgezweigt und haben sekundär eine haiartige Gestalt +erlangt.¡ Obere Kreide bis jetzt. + +¿Pristis¿ Latham. Tertiär, lebend. + +¿Propristis¿ Dames (¡Amblypristis¡ Dames, ¡Eopristis¡ Stromer). Zähne +stehen nur im vorderen Drittel der sehr großen (bis 2 m langen) +Säge[31]; sie sind kurz, breit, dicht gedrängt, etwas schräg nach vorn +gerichtet. ¡Pr. Schweinfurthi¡ Dames. Eocän. Ägypten. + +¿Sclerorhynchus¿ A. Sm. Woodw. Zähne der Säge nicht in Alveolen. +Der mittlere Rostralknorpel geht bis zum Ende der Schnauze. Die +Brustflossen reichen bis dicht an die Beckenflossen. Zähne der +Mundspalte klein, spitzig. ¡Scl. atavus¡ A. Sm. W. Obere Kreide, +Libanon. + + +Familie: #Rhinorajidae# Jaekel. + +¡Die großen Brustflossen sind seitlich an das Rostrum angelehnt, +treffen aber nicht vor der Schnauze zusammen. Kiemenspalten auf der +Unterseite. Schwanz allmählich in den vorderen Körper übergehend, +mit Seitenkielen. Zähne aus Pulpodentin, mit zweiflügeliger Wurzel. +Tectispondylische Wirbel.¡ + +~Jaekel~ faßt als ~Rhinorajiden~ die ¡Rhinobatinae¡, ¡Torpedininae¡, +¡Rajinae¡ zusammen. Ähnlich umgrenzt ist ~Gills~ Abteilung ¡Pachyura¡, +die aber auch die ¡Pristiden¡ noch umschließt. Ihnen gegenüber stehen +die ¡Centrobatidae¡ Jaekels, mit den ¡Trygoninae¡, ¡Ptychodontinae¡, +¡Myliobatinae¡ und ¡Ceratopterinae¡ als Unterfamilien, den ¡Masticura¡ +~Gills~ entsprechend. Die fossilen ¡Ptychodonten¡ sind allerdings +bei ~Gill~ nicht berücksichtigt, können aber auch keineswegs mit +Sicherheit hier untergebracht werden. + +[Illustration: Fig. 115. + +¡Rhinobatus mirabilis¡ Wagn. Lithographischer Schiefer. Eichstätt, +Bayern. (Nach einem 1,7 m langen Exemplar im Münchener paläontolog. +Museum.)] + + +Unterfamilie: #Rhinobatinae# M. u. H. + +¡Körper flach, aber lang gestreckt. Radien der großen Brustflossen +nicht bis zu dem verlängerten Schnauzenende reichend. Schwanz (hintere +Hälfte des Körpers) kräftig, mit zwei Rückenflossen. Zähne klein, +stumpf gekielt.¡ + +¿Rhinobatis¿ Bloch (¡Euryarthra¡ Ag., ¡Spathobatis¡ Thiollière). +Rückenflossen ohne Stacheln. Die vordere weit hinter den +Beckenflossen. Haut mit kleinen Chagrinkörnchen. Schwanzflossen ohne +unteren Lappen. Oberer Jura bis jetzt. ¡Rh. bugesiacus¡ Thioll. +(¡mirabilis¡ Wagn.) Oberer weißer Jura, Cirin, Eichstätt. + +¿Rh. Zignii¿ Heckel. Eocän. Monte Bolca. ¿Rh. maronita¿ Pictet u. +Humb. Obere Kreide. Libanon. + +¿Asterodermus¿ Ag. (¡Belemnobatis¡ Thiollière). Rückenflossen mit +kleinen Stacheln. Mit deutlich abgesetztem unteren Schwanzlappen. +Chagrinschuppen ziemlich groß, sternförmig gestrahlt. Oberer weißer +Jura, Cirin. + +¡Trigonorhina¡ M. u. H. Eocän (Monte Bolca) und lebend. + +¡Rhynchobatus¡ M. u. H. Tertiär, lebend. Vordere Rückenflosse +gegenüber den Beckenflossen. Schwanzflosse mit unterem Lappen. + + +Unterfamilie: #Rajinae# Müller und Henle. ~Rochen.~ + +¡Körper flach, breit scheibenförmig oder rhombisch. Brustflossen von +der Schnauze bis zu den Bauchflossen reichend. Bauchflossen vorn mit +kräftigem, gegliedertem Knorpelstrahl. Schwanz schmal, aber allmählich +aus dem Vorderkörper entwickelt, ohne Stacheln. Schwanzflosse meist +reduziert. Haut mit kleinen spitzen und vereinzelten größeren, +stacheligen Placoidschuppen. Zähne klein, zweiwurzelig, mit +rhombischer Krone aus Pulpodentin, zu einem Pflaster angeordnet. Bei +einigen Arten haben die Männchen spitze, die Weibchen stumpfe Zähne.¡ +Kreide bis jetzt. + +¿Cyclobatis¿ Egerton. Obere Kreide. Libanon. + +¿Raja¿ Cuv. (¡Actinobatis¡ Ag.) ¡R. expansa¡ Davis. Obere Kreide, +Libanon. Eocän, England. Pliocän. Lebend. + +¿Platyrhina¿ M. u. H. Eocän. Monte Bolca. Lebend. + + +Unterfamilie: #Torpedininae# Müller und Henle. ~Zitterrochen.~ + +¡Körper flach, vorn gerundet, scheibenförmig. Brustflossen nicht +bis zu dem breiten Vorderrande des Kopfes reichend. Schwanz breit, +fleischig, mit Rückenflossen. Haut nackt.¡ Eocän bis jetzt. + +¿Torpedo¿ Dum. (¡Narcobates¡ Blainv.) Eocän, Monte Bolca. + +¿Astrape¿ M. u. H. Oligocän. Nur eine Rückenflosse. + +¿Narcine¿ Henle. Mit zwei Rückenflossen. Eocän, lebend. ¡N. Molini¡ +Jaekel, Monte Bolca. + + +Familie: #Masticura.# Gill (¡Centrobatidae¡ Jaekel). + +¡Schwanz lang und schmal, scharf von der Körperscheibe abgesetzt. +Tectispondylische Wirbel.¡ + + +Unterfamilie: #Trygoninae.# Müller u. Henle. ~Stechrochen.~ + +¡Körper flach, Brustflossen vor der Schnauze zusammenstoßend. Schwanz +lang und schlank, die dorsalen Flossen oft peitschenförmig, sehr +reduziert oder durch hintereinanderliegende, abgeplattete, randlich +gezähnelte Stacheln (aus Vasodentin) ersetzt. Haut ohne Chagrin, aber +mit großen, zuweilen gruppenweise vereinigten Hautplatten. Zähne +klein, zu einem Pflaster vereinigt, mit zweiteiliger Wurzel.¡ Tertiär +bis jetzt. + +¿Trygon¿ Adanson (¡Trygonobatus¡ Blv., ¡Alexandrium¡ Molin.) Skelette +im Eocän des Monte Bolca: ¡Tr. muricatus¡ (Volta), ¡Tr. Zignoi¡ +Molin. Isolierte Hautplatten wurden teils als ¡Raja¡, teils als +¡Accipenser¡, teils als ¡Dynobatis¡ und ¡Acanthobatis¡ beschrieben +(Fig. 117). + +¿Urolophus¿ M. u. H. ¡U. princeps¡ Heckel, Eocän, Monte Postale. +¡Xiphotrygon¡ Cope (¡Heliobatis¡ Marsh), Eocän, Wyoming. ¡Oncobatis¡ +Leidy. Pliocän, Idaho. ¡Rhombodus¡ Dames. Kreide. ¡Ptychotrygon¡ +Jaekel. Kreide. (¡Anacanthus¡ Ehrenberg.) + +[Illustration: Fig. 116. + +¡Trygon rugosus¡ Probst. Zahn ¡a¡ von vorn, ¡b¡ von hinten und ¡c¡ +von der Seite. Vergr. ¡d¡. nat. Gr. Miocäne Molasse. Baltringen, +Württemberg. (Nach ~Probst~.)] + +[Illustration: Fig. 117. + +¡Trygon¡ (¡Acanthobatis¡) ¡tuberculosus¡ Probst sp. Miocäne Molasse. +Baltringen. Hautschild in nat. Gr.] + +¿Urogymnus¿ M. u. H. Ohne Schwanzstacheln, aber mit scharfen, +konischen Hautzähnen. + +¿Cyclobatis¿ Egerton. Schwanz sehr kurz. Beckengürtel mit auffallend +großen Präpubis- und Ileal-Fortsätzen. ¡C. oligodactylus¡ Eg. Skelette +aus der oberen Kreide, Libanon. + + +Unterfamilie: #Myliobatinae.# Müller u. Henle. ~Meeradler.~ + +¡Vorderkörper glatt, Schwanz extrem verlängert, peitschenförmig, mit +einem (oder mehr) abgeplatteten Stachel (spezialisierte Hautschuppe) +hinter der Rückenflosse. Brustflossen zu beiden Seiten des Kopfes +unterbrochen, aber am fleischigen Vorderende als unpaare oder paarige +durch Flossenstrahlen gestützte Verlängerung wieder auftretend. Zähne +ziemlich groß, zu einem Pflaster angeordnet. Haut nackt.¡ + +Die meisten lebenden Gattungen sind auch tertiär nachweisbar. + +[Illustration: Fig. 118. + +Gebiß von ¡Myliobatis aquila¡ Cuv. Rezent. Mittelmeer. (Nach +~Agassiz~.)] + +[Illustration: Fig. 119. + +Zahnpflaster von ¡Myliobatis toliapicus¡ Ag. Eocän. Braklesham Bay, +England.] + +¿Myliobatis¿ Cuv. (¡Pastinaca¡ Gronov.) (Fig. 118, 119.) Die +Zahnpflaster sind aus mehreren Reihen sechseckiger, flacher Zähne +mosaikartig zusammengesetzt. An jungen Exemplaren haben alle +Zähne gleiche Form und Größe, an ausgewachsenen zeichnet sich die +Mittelreihe durch fast sechsfache Breite aus. Die Wurzeln auf der +Unterseite und den steilen Seitenrändern mit parallelen Furchen. +Flossenstachel flach, seitlich mit Zähnchen. (Fig. 120.) Sehr +zahlreiche fossile Arten von Eocän an. + +¿M. toliapicus¿ Ag. Eocän. England. ¡M. Pentoni¡ A. Sm. Woodward. +Eocän. Ägypten. + +¿Hypolophites¿ Stromer. Statt der einen Reihe großer Mittelzähne bei +¡Myliobatis¡ mit 4 Querreihen größerer Zähne. Eocän. Togo. + +[Illustration: Fig. 120. + +Stachel von ¡Myliobatis serratus¡ H. v. Meyer. Oligocän. Weinheim bei +Alzey.] + +¿Rhinoptera¿ Müller (¡Zygobates¡ Ag., ¡Mylorhina¡ Gill). Zähne quer +verlängert, hexagonal, in 5-7 Reihen, die nach außen an Breite +abnehmen. Eocän bis lebend. + +¿Aëtobatis¿ Müller u. Henle. (¡Goniobatis¡ le Hon) Zähne sehr breit, +in einer einzigen Reihe. Tertiär, lebend. ¡A. giganteus¡ Schaffh. +Mitteleocän, Bayern. ¡A. irregularis¡ Ag. Eocän, England. + +¿Promyliobatis¿ Jaek. ¡P. Gazolae¡ Zigno sp. Eocän, M. Bolca. + + +Unterfamilie: #Ptychodontinae.# + +¡Zähne mit gewölbten, stark gerunzelten Kronen, in zahlreichen Reihen +(13-14); im vermutlichen Unterkiefer sind die Zähne der mittleren +Reihe die größten, im Oberkiefer schiebt sich eine symphysale +Reihe kleiner Zähne zwischen zwei Reihen großer Zähne ein. Wirbel +cyclospondylisch.¡ + +¿Ptychodus¿ Ag. (¡Aulodus¡ Dixon). Zähne quadratisch, mit gewölbter, +gerunzelter Krone, die ungeteilte, sockelartige Krone durch eine +Einschnürung scharf abgetrennt. Mittlere und obere Kreide. + +¿Hemiptychodus¿ Jaekel. Kreide. + +[Illustration: Fig. 121. + +¡Ptychodus polygyrus Ag.¡ Grünsand. Regensburg. Nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 122. + +¡Ptychodus decurrens¡, Lower Chalk, Sussex. Unterkiefer nach A. Sm. +~Woodward~. Aus »Guide to the fossil Reptilia etc.« mit Genehm. der +Trustees des British Mus. Nat. Hist.] + + +Unterklasse. #Holocephali.# + +¡Chorda von zahlreichen verkalkten Knorpelringen umgeben. Die +oberen Bögen mit Intercalarien wechselnd, den unteren Bögen an +Zahl nicht genau entsprechend. Die Wirbelringe zahlreicher als die +Bogenteile. Die vorderen Bogen verschmolzen zu einer die Chordascheide +umschließenden Hülse. Palatoquadratum und Hyomandibulare unbeweglich +mit dem knorpligen Schädel verschmolzen (Autostylie). Nur ~eine~ +äußere Kiemenspalte, welche durch eine Hautfalte teilweise bedeckt +wird. Unterkiefer jederseits mit einem großen Zahn, dem oben je zwei +Zähne (auf Vomer und Pterygopalatinum) gegenüberstehen. Haut nackt +oder mit Chagrin (bei fossilen Gattungen). Starke Schleimkanäle +(Haut-Sinnesorgane) verlaufen am Kopf und als Seitenlinie am Rumpf, +von zahlreichen verkalkten Ringen umgeben. Vor der Rückenflosse ein +kräftiger, abgeplatteter Stachel, der mit einem knorpligen Träger +gelenkig verbunden ist. Die Männchen mit Stirnstachel (bei Chimaera +knorplig, vorn gerundet, mit Dornen besetzt), kleinen dornigen +Stacheln vor den Bauchflossen und mit Pterygopodien, die durch +dünne Kalkstäbe verstärkt sind; fossile Formen auch mit paarigen +Stachelplatten am Kopf.¡ + +Durch die unvollkommen gegliederte Wirbelsäule mit ihrer großen Zahl +von Knorpelringen, durch die Verschmelzung des Palatoquadratum und +Hyomandibulare mit dem Schädel und durch die Form und Struktur der +Zähne nehmen die ¡Holocephalen¡ eine sehr isolierte Stellung neben +den ¡Elasmobranchiern¡ ein, mit denen sie doch durch manche wichtige +Merkmale verbunden sind. Die Autostylie des Unterkiefers teilen +sie mit den ¡Dipnoern¡, die auch im Gebiß und in der Bildung des +Labyrinths an sie erinnern. + +Die ¡Holocephalen¡ werden im Devon zuerst genannt, indessen gehören +die devonischen ¡Ptyctodontiden¡ nach neueren Beobachtungen zu den +Arthrodiren. + +[Illustration: Fig. 123. + +Gebiß einer jungen ¡Chimaera monstrosa¡ Lin. aus dem Mittelmeer. +(Nat. Gr.)] + +Die von Jaekel beschriebene Gattung ¡Rhamphodus¡, mit der Bezahnung +der Ptyctodontiden, besitzt einen aus knöchernen Hautplatten +zusammengefügten Schulterapparat ähnlich Coccosteus. Darauf ist von +Dollo die ganze Gruppe der Ptyctodonten zu den Arthrodiren gestellt +(s. S. 83). Die ältesten sicheren Holocephalen gehören dann dem +unteren Lias an. + + +Familie: #Squalorajidae.# A. Smith Woodward. + +¡Körper niedergedrückt, verlängert. Kopf in ein flaches Rostrum +auslaufend. Gebiß unten aus 1 Paar, oben aus 2 Paar dünnen, quer +gekrümmten Zähnen ohne Reibfläche (vgl. Chimaera) bestehend. +Rückenflosse ohne Stachel. Männchen mit langem, spießförmigen +Frontalstachel. Dieser ist innen hohl, besteht aus verkalktem +Faserknorpel und steht mit der Cutis, nicht mit dem knorpligen +Innenskelett in Verbindung. Zahlreiche, verkalkte Wirbelringe, jeder +aus konzentrischen Lamellen bestehend.¡ + +¿Squaloraja¿ Riley (¡Spinacorhinus¡ Ag.), im unteren Lias von England. +¡Squ. polyspondyla¡ Ag. + + +Familie: #Myriacanthidae.# A. Sm. Woodw. + +¡Körper verlängert. Vordere Rückenflosse über der Brustflosse stehend, +mit langem, geraden Stachel. Oben 2-3 Paar, unten 1 Paar Zahnplatten, +außerdem 1 starker, unpaarer Symphysenzahn. Kopf mit einigen +Hautplatten. Männchen mit großem Schnauzenstachel.¡ Lias, Jura. + +¿Myriacanthus¿ Agassiz ¡Metopacanthus¡ Zitt. (¡Prognathodus¡ Egerton, +auf die Bezahnung bezogen). Der auf den Seiten mit Höckern bedeckte +dorsale Flossenstachel trägt am Hinterrande jederseits scharfe Dornen, +die distal in eine Reihe zusammenlaufen. Auch auf der Vorderseite +stehen Dornen. Einige höckerige, seitlich in große Zähne auslaufende +Hautplatten auf dem Kopfe. Die hinteren palatinalen Zähne größer als +die vomerinen, vor der Symphyse des Unterkiefers ein meißelförmiger, +unpaarer Zahn. + +¡M. paradoxus¡ Ag. Unt. Lias, England. ¡M. bollensis¡ E. Fraas +(Stachel). Oberer Lias +e+, Schwaben. + +¿Acanthorhina¿ E. Fraas. Rostrum in einen festen, verkalkten Stachel +auslaufend. Männchen mit schmelzbedecktem, kleinen Stirnstachel. Oben +3 Paar flacher, gewellter Zahnplatten, im Unterkiefer nur 1 Paar. +Flossenstachel sehr schlank, von einer großen Knorpelplatte getragen. +¡A. Jaekeli¡ E. Fraas. Ob. Lias +e+, Holzmaden. + +¿Chimaeropsis¿ Zitt. Körper mit kleinen, konischen, radial gefurchten +Placoidschuppen bedeckt. Unterkieferzähne schwach gebogen, mit +großer Kaufläche; der Symphysenzahn außen (unten) konvex, innen +(oben) flach oder konkav. Gaumenzähne (¡p¡) und Vorderzähne (¡v¡) +dreieckig. Die ersteren hinten, die letzteren vorne zugespitzt. +Dorsalstachel seitlich zusammengedrückt, mit sternförmigen Höckern und +2 Zähnchenreihen am Hinterrand. Ob. weißer Jura (lithogr. Schiefer), +Bayern. + +[Illustration: Fig. 124. + +¡Chimaeropsis paradoxa¡ Zitt. Lithographischer Schiefer. Eichstätt, +Bayern. 1/2 nat. Gr. ¡md¡ Mandibularzahn, ¡p¡ hinterer Oberzahn, ¡v¡ +vorderer Oberzahn von der Seite, ¡v^1¡ derselbe von der Unterseite, +¡x¡ schmaler vor dem Mandibularzahn liegender Zahn.] + + +Familie: #Chimaeridae.# + +¡Körper verlängert; Brustflossen sehr groß, mit einfachen +Hornstrahlen. Vordere Rückenflosse mit kräftigem, auf knorpeliger +Basis eingelenktem Stachel, hintere Rückenflosse niedrig, sehr lang. +Oben jederseits ein kleiner Vorderzahn und ein großer Hinterzahn, +unten je ein sehr großer, Innenseite und Oberrand des Kiefers +bedeckender Mandibularzahn, welche in der Symphyse zusammenstoßen. +Mehrere Tritoren oder Reibhügel auf den Zähnen.¡ Jura bis jetzt.[32] + +¿Ischyodus¿ Egerton. (¡Leptacanthus¡ Ag., ¡Aulaxacanthus¡ Sauvage, +¡Chimaeracanthus¡ Qu.). Unterkieferzähne rhomboidisch, dick, mit +schmalem Symphysenrande, Oberrand zugeschärft. Aus einer dichten +Dentindeckschicht erheben sich 4 rauhe, punktierte Tritoren. +Gaumenzähne dreieckig, vorn zugespitzt, hinten nicht ausgeschnitten, +mit 4 Tritoren (2 innen, 1 median, 1 außen). Vomerzähne vierseitig. +Rückenstachel am Hinterrand mit zwei Reihen Zähnen. Kopfstachel +des Männchens aus intensiv verkalktem Faserknorpel gebildet (O. M. +Reis), am Ende mit Zähnchen besetzt, kurz und gebogen. ¡I. aalensis¡ +Qu. Brauner Jura. ¡I. Aalen.¡ Brauner Jura, weißer Jura, Kreide von +Mitteleuropa. + +¿Ganodus¿ Ag. Gaumenzähne hinten tief ausgeschnitten, mit zahlreichen, +in zwei Reihen stehenden Tritoren. Mittlerer brauner Jura, +Stonesfield. Die als ¡Ganodus¡ bezeichneten Mandibularzähne scheinen +besser zu ¡Ischyodus¡ zu passen. + +[Illustration: Fig. 125. + +¡Edaphodon Sedgwickii¡ Ag. sp. ¡v¡ vorderer Oberzahn von der +Innenseite aus dem Grünsand von Cambridge, ¡v¡ vorderer, ¡p¡ hinterer +Oberzahn, ¡md¡ Unterkieferzahn (beide von innen). Ob. Kreide von +Lewes. ¡a¡ Reibhügel und Kauflächen. ¡sym¡ Symphysenrand. Sämtliche +Figuren in 1/2 nat. Gr. (Nach ~Newton~.)] + +[Illustration: Fig. 126. + +¡Ischyodus avita¡ H. v. Meyer. Fast vollständiges Skelett 1/2 nat. Gr. +Ob. Jura. Eichstätt, Bayern. (Nach ~H. v. Meyer~.)] + +¿Aletodus¿ Jaekel. Mandibularzähne mit 3 länglichen Tritoren, von +denen der äußere, schmale hart am Seitenrand liegt. Brauner Jura +b+ +Württemberg. ¡A. ferrugineus¡ Qu. sp. Hierher gehören wohl auch die +aus dem gleichen Lager bekannten Eikapseln. + +¿Edaphodon¿ Buckland (¡Passalodon¡ Buckl., ¡Eumylodus¡, ¡Mylognathus¡ +Leidy, ¡Dipristis¡ Marsh, ¡Leptomylus¡ Cope). Mandibularzähne mit +breitem Symphysenrand, Gaumenzähne mit 3 Tritoren (2 innen, 1 außen), +hinten abgestutzt. Kreide, Eocän, Oligocän. + +¿Pachymylus¿ A. Sm. Woodw. Mandibularzähne massig, mit sehr breiter +Symphysenfacette. Eine mittlere bucklige Reibfläche. Die hintere, +äußere Reibfläche ist auf kleine Höckerchen reduziert, die übrigen +Tritoren fehlen. Oxfordclay. ¿Brachymylus¿ A. Sm. Woodward. Oberer +Jura, England. + +¿Elasmodectes¿ Newton (¡Elasmognathus¡ Newton). Kimmeridgeclay. +Kreide. ¡Elasmodus¡ Egerton. Eocän, England. Unteroligocän (Samland). +Von den lebenden Gattungen ¡Callorhynchus¡ Gronow und ¡Chimaera¡ L. +sind fossile Zähne aus dem jüngeren Tertiär von Neuseeland, Europa und +Java bekannt. + + +Ichthyodorylithen. + +¡Flossenstacheln finden sich häufig isoliert und lassen sich nur +teilweise auf bekannte Genera beziehen. Sie werden dann mit besonderen +Gattungsnamen geführt. Symmetrisch ausgebildete Stacheln gehören der +Medianebene des Körpers, meist dem Rücken oder dem Hinterende des +Kopfes an. Unsymmetrisch gebildete treten nur als paarige Stacheln +auf, entweder vor den paarigen Flossen (Acanthodier) oder auf den +Seiten des Kopfes (Cochliodontidae, Hybodontidae). Bei den einseitigen +Stacheln ist die Basis in der Regel abgestutzt, bei den symmetrischen +Rückenstacheln dagegen meist verlängert und am proximalen Ende +verschmälert.¡ + +[Illustration: Fig. 127. + +¡Machaeracanthus major¡ Newberry. Devon. Sandusky, Ohio. 1/2 nat. Gr. +(Nach ~Newberry~.)] + +[Illustration: Fig. 128. + +¡Gampsacanthus typus¡ St. John und Worth. Kohlenkalk. St. Louis, +Missouri.] + +Unter den nicht mit Sicherheit bei bestimmten Gattungen oder Familien +unterzubringenden Stacheln mögen folgende erwähnt werden: + +a) Schlanke, bilateral symmetrische Stacheln mit glatter und +deutlich vom übrigen Teil unterschiedener Basis. Zum Teil wohl zu +¡Acanthodiern¡ und ¡Cestracioniden¡ gehörig: + +¿Onchus¿ Ag. (vgl. S. 47). Silur, Devon, ¡Homacanthus¡ Devon, +Karbon, ¡Acondylacanthus¡ St. John u. Worth., ¡Compsacanthus¡ Ag., +¡Lispacanthus¡ Davis, Karbon, ¡Nemacanthus¡ Ag., Trias, Jura, +¡Pristacanthus¡ Ag., brauner Jura. + +b) Schlanke, symmetrische, hinten abgestutzte Stacheln; die innere +Höhlung nur am unteren Ende offen: ¡Gnathacanthus¡ Davis, Karbon; +¡Pristacanthus¡ Ag., brauner Jura. + +c) Paarige, asymmetrische Flossenstacheln. ¡Machaeracanthus¡ Newb. +(Fig. 127), ¡Heteracanthus¡ Newb., ¡Haplacanthus¡ Ag., Devon. + +d) Asymmetrische Stacheln mit breiter, abgestutzter Basis und +großer, innerer Höhlung, außen mit Körnern verziert. Wahrscheinlich +seitliche Kopfstacheln (vgl. ¡Cochliodontidae¡): ¡Psammosteus¡ Ag., +Devon, ¡Oracanthus¡ Ag., ¡Physonemus¡ Mc Coy, ¡Erismacanthus¡ Mc +Coy, ¡Gampsacanthus¡ (Fig. 128), ¡Lecracanthus¡ St. John u. W., +¡Dipriacanthus¡ Mc Coy. + + +Unterklasse. #Dipnoi.# + +¡Wirbelsäule mit persistenter Chorda, Cranium überwiegend knorpelig, +mit Hautplatten bedeckt. Palatoquadratum mit dem Schädel verwachsen +(Autostylie des Unterkiefers). Gaumen (Pterygoide), Unterkiefer und +Kiefer mit wenigen großen Zähnen mit erhabenen Kämmen. Paarige Flossen +mit langer, gegliederter Achse (Archipterygium). Kiemenhautstrahlen +fehlen. Schuppen cycloid, bei den älteren Formen mit dickem Schmelz. +Bei den lebenden Formen: Arterienconus mit zahlreichen Klappen, Darm +mit Spiralfalte, Augennerven nicht gekreuzt. Die Schwimmblase zu einem +lungenartigen Organ umgebildet.¡ + +Das innere Skelett ist überwiegend knorpelig, doch zeigen die +Wirbelbögen, Rippen und Flossenträger Neigung zur Verknöcherung. + +Durch die Umbildung der Schwimmblase in einen verlängerten, einfachen +oder doppelten Sack mit zahlreichen, zelligen Räumen, der als Lunge +dient und mittels eines kurzen Ganges mit der vorderen Wand des +Schlundes in Verbindung steht, unterscheiden sich die lebenden Dipnoer +so sehr von anderen Fischen, daß sie anfänglich als fischähnliche +Amphibien oder Schuppenlurche betrachtet wurden. Auch Einrichtungen im +Herzbau (so die Anordnung der einen Längsreihe von Klappen zu einer +Spiralfalte, durch welche der Conus arteriosus in 2 Bahnen geteilt +wird) und das Auftreten innerer Nasenlöcher sind singuläre Merkmale. + +Die Entdeckung des »Barramundy« (¡Ceratodus Forsteri¡) in den Flüssen +von Queensland bestätigte die schon von Huxley betonte Verwandtschaft +mit den alten Crossopterygiern. Immerhin unterscheiden sie sich +auch von diesen durch die autostyle Einlenkung des Unterkiefers +und die Bezahnung. In beiden Eigenschaften nähern sie sich etwas +den Holocephalen, interessanterweise auch in der Gestaltung des +Gehörorgans. Auch die Coccosteiden (Arthrodira) werden bald mit ihnen, +bald mit den Holocephalen in Verbindung gebracht. Wir teilen die +Dipnoer in 4 ~Familien~. + + +Familie: #Dipteridae.# + +¡Schädeldach mit zahlreichen, kleinen, glänzenden Hautschildern, Rumpf +mit runden, imbricierenden Schmelzschuppen, Maxilla und Prämaxilla +nicht differenziert, keine randlichen Zähne. Schwanzflosse heterocerk. +Zwei weit nach hinten liegende Rückenflossen. Jugularplatten +vorhanden.¡ + +[Illustration: Fig. 129. + +¡Dipterus Valenciennesi¡, ca. 1:5. Mittl. Oldred. (Nach ~R. +Traquair~.) Aus »Guide to the fossil Reptilia etc.« mit Genehmigung +der Trustees des British Museum of Natural History.] + +¿Dipterus¿ Sedgw. u. Murch. (¡Catopterus¡ Ag., ¡Polyphractus¡ Ag.) +Die Schuppen auf dem freien Teil gekörnelt. Vordere Rückenflosse viel +kleiner als die hintere, gegenüber der Beckenflosse, die hintere +Rückenflosse der Analis gegenüber. Die Kopfplatten dick, glatt und +porös. An das breite rhombische Parasphenoid (¡PSph¡) legt sich +jederseits ein Pterygopalatinum (¡P¡), das vorne in eine dreieckige +Platte verläuft, welche einem ebenfalls dreieckigen, mit gekerbten +Radialkämmen versehenen Zahne als Basis dient. Die zwei Gaumenbeine +stoßen in der Mitte gradlinig zusammen. Unterkiefer solid verknöchert, +jederseits mit einem einzigen großen Zahn auf dem Operculare, +dessen erhabene Kämme vom Innenrand fächerförmig ausstrahlen. +Vollständige, jedoch meist verdrückte Exemplare von Dipterus nicht +selten im schottischen Oldred (besonders im unteren Teile). Generisch +unsicher sind die aus russischem Devon angegebenen Reste. Zähne +werden zahlreich erwähnt aus dem Devon von Pennsylvanien. Einzelne +im mitteldevonischen Lenneschiefer (Crinoidenkalk-Einlagerung, also +marin). + +¿Palaedaphus¿ Beneden (¡Heliodus¡ Newberry). Nur die Zähne bekannt. +Die bis 17 cm großen Unterkieferzähne haben 4 stumpfe Kämme. ¡P. +insignis¡ Beneden. Oberdevon, Belgien. Nordamerika (Chemung). + +¿Conchodus¿ Mc Coy (¡Cheirodus¡ Pander von Mc Coy). Dünne, kleine, +dreiseitige, glatte Zähne mit wenigen Radialkämmen. Devon, Rußland und +Oldred. + +¿Holodus¿ Pander. Devon, Orel. + +[Illustration: Fig. 130. + +¡Dipterus platycephalus¡ Ag. Old red Sandstone. Banniskirk. +Schottland. ¡A¡ Schädeldach. ¡B¡ Unterseite des Schädels (¡PSph¡ +Parasphenoid, ¡P¡ Pterygo-Palatinum, durch eine zufällige Bruchlinie +hinten in zwei Stücke geteilt, ¡d¡ Gaumenzahn). ¡C¡ Unterkiefer (¡d¡ +Zahn). (Nach ~Pander~.)] + + +Familie: #Phaneropleuridae.# + +¡Mundrand mit konischen Zähnen. Caudalis diphycerk. Jugularplatten +vorhanden. Schädel mit zahlreichen Deckplatten.¡ + +¿Phaneropleuron¿ Huxley (Fig. 133). Gaumenzähne dreieckig, mit +geraden, gekerbten Radialfalten. Die lange Dorsalis gleichmäßig in die +Caudalis übergehend. Analis schmal, dicht vor der Caudalis. Oberes +Oldred, Schottland. Oberdevon, Kanada. + +¿Scaumenacia¿ Whiteaves. Oberdevon, Kanada. + +¿Uronemus¿ Agassiz. Keine Analis. Eine sich isoliert erhebende, mit +der Caudalis aber verbundene Dorsalis. Unterkarbon, Schottland. + +¡Holodus¡ Pander. Devon, Orel. + + +Unbestimmte Stellung: + +¿Conchopoma¿ Kner. Rotliegendes, Lebach. Ein großes, muschelförmiges +Operculum. Zahnplatten mit zahlreichen, unregelmäßig stehenden +rundlichen Zähnen. + + +Familie: #Ctenodontidae.# + +¡Maxilla und Prämaxilla sind nicht differenziert, randliche Zähne +auf den Kiefern nicht entwickelt. Jugularplatten fehlen. Caudalis +diphycerk. Dünne Cycloidschuppen.¡ + +[Illustration: Fig. 131. + +¡Ctenodus tuberculatus¡ Atthey. Steinkohlenformation. Newsham, +Northumberland. Pterygo-Palatinum mit Gaumenzähnen. 1/3 nat. Gr. (Nach +~Atthey~ u. ~Hancock~.)] + +[Illustration: Fig. 132. + +¡Palaedaphus insignis¡ van Beneden und de Kon. Devon. Lüttich. +Unterkiefer 1/4 nat. Gr. (Nach ~Traquair~.) ¡d¡ Dentale, ¡op¡ +Operculare, ¡c¡ Zahn, ¡y¡ seitliche Grube.] + +[Illustration: Fig. 133. + +¡Phaneropleuron Andersoni¡ Huxley. Old red Sandstone. Dura Den, +Schottland. 1/3 nat. Gr. (Nach ~Nicholson~.)] + +¿Ctenodus¿ Ag. Größer als ¡Dipterus¡. Hinterhaupt mit einer +Occipitalplatte. Zähne mit 12-14 gekerbten oder höckrigen +Radialkämmen. Karbon. Perm von Europa, Nordamerika. ¡Ct. cristatus¡ +Ag. Oberkarbon, England. + +¿Sagenodus¿ Owen (¡Megapleuron¡ Gaudry, ¡Ptyonodus¡ Egerton, +¡Hemictenodus¡ Jaekel p. p., ¡Petalodopsis¡ Barke.) Hinterhaupt mit +zwei medianen Deckplatten. Zähne mit 3-10 einfachen oder gezähnten +Falten. Verknöcherung stärker als bei ¡Ceratodus¡, aber die Schuppen +dünn, ohne Ganoin. Karbon, Perm, Europa, Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 134. + +¡Sagenodus Copei¡ Will. 1. Unterkiefer. ¡sp¡ Spleniale, ¡art¡ +Articulare. 2. Oberkiefer. ¡Pt¡ Pterygopalatinum, ¡ps¡ Parasphenoid. +(Nach ~Williston~.)] + + +Familie: #Ceratodontidae.#[33] + +¡Schädeldach mit nur wenigen großen Hautknochen. Obere und untere +Bögen regelmäßig entwickelt. Chordascheide zum Teil knorpelig, +aber ohne Gliederung, Chorda persistent. Keine Intercalaria. Die +untere Schicht der großen, dünnen, elastischen Schuppen, die wie +bei Teleostiern in Taschen entstehen, ist fibrös, aber nicht +gleichmäßig sklerosiert, die nicht sklerosierten Partien entsprechen +den Rinnen der oberen Schicht. Die Faserlagen der unteren Schicht +in drei Richtungen gekreuzt, denen auch die Knochenzellen folgen. +Obere Schicht ohne Knochenzellen. Maxilla und Prämaxilla nicht +differenziert, keine randlichen Kieferzähne. Keine Jugularplatten. +Die Zähne entstehen ontogenetisch durch Konkreszenz von konischen +Einzelzähnen (Hilgendorff, Semon), welche durch ein maschiges +Knochengewebe basal verbunden werden. Rückenflosse sehr lang, über +die hintere Hälfte des Körpers ausgedehnt ebenso wie die ebenfalls +lange Analis in die diphycerke Schwanzflosse übergehend; Strahlen +sehr fein, zahlreicher als die Träger, welche mit den Dornfortsätzen +korrespondieren und artikulieren.¡ + +¿Ceratodus¿ wird gewöhnlich mit ¡Lepidosiren¡ (Sümpfe des +Amazonasgebiets) und ¡Protopterus¡ (tropisches Afrika) zu einer +Abteilung zusammengefaßt (¡Sirenoidea¡). Es muß betont werden, daß es +sich um drei durchaus geschiedene Familien handelt, von denen genauer +nur die der ¡Ceratodontiden¡ fossil bekannt ist. Diese hängt mit den +¡Ctenodontiden¡ genetisch unmittelbar zusammen und dürfte durch diese +von den ¡Dipteriden¡ abstammen. + +[Illustration: Fig. 135. + +¡Ceratodus runcinatus¡ Plien. Obere Lettenkohle, Hoheneck bei +Ludwigsburg. (Nat. Größe.)] + +[Illustration: Fig. 136. + +¡Ceratodus Forsteri¡ Krefft (Barramundi) aus Queensland. ¡A¡ +Seitenansicht des Fisches, verkleinert. ¡B¡ Unterseite des Schädels. +¡C¡ Unterkiefer (nach ~Günther~). + +¡Qu¡ Quadratum, ¡PSph¡ Parasphenoid, ¡Pt¡ Pterygo-Palatinum, ¡Vo¡ +Vomer, ¡d¡ Zähne, ¡na¡ Nasenlöcher, ¡Br¡ Kiemenhöhle, ¡c¡ vorderste +Rippe. + +¡D¡ ¡Ceratodus Kaupi¡ Ag. Lettenkohlensandstein. Hoheneck bei +Ludwigsburg. Unterkieferzahn auf knöcherner Basis. 1/3 nat. Gr.] + +¿Ceratodus¿ Ag. (¡Hemictenodus¡ Jaekel p. p.) Das flache Schädeldach +wird nur durch zwei große Medianplatten und 2 Paar Seitenplatten +gebildet. An das lange, vorn rhombisch verbreiterte Parasphenoid legen +sich seitlich die Pterygopalatina an, die vorn in einer Mediannaht +gradlinig zusammentreffen. Sie tragen jederseits einen großen, +mit Radialfalten versehenen Zahn, die knorpeligen Vomer je einen +meißelförmigen Zahn. Auch der Unterkiefer trägt jederseits auf seinem, +dem Spleniale (Operculare) entsprechenden inneren Teil einen Zahn mit +hohen Radialkämmen. Verknöchert sind Operculum und Suboperculum, der +Zungenbeinbogen, die Kiemenbögen, der Brustgürtel, die Rippen, obere +und untere Bögen samt Dornfortsätzen und die Flossenträger, zum Teil +in Form von knöchernen Hülsen. Das Quadratum bleibt knorpelig. + +Der Name ¿Ceratodus¿ ist ursprünglich den fossilen Zähnen beigelegt, +die sich aber nur unwesentlich (bedeutende Größe, geringere Zahl der +Kämme) von der lebenden Gattung unterscheiden. Die Zähne der lebenden +Form haben 6 Kämme, bei den fossilen besitzen die Oberkieferzähne +meist 5, die Unterkieferzähne 4 Kämme. An einem Schädel aus den +Raibler-Schichten (unt. Keuper) von Lunz in Niederösterreich +beobachtete ~Fr. Teller~, daß die Seitenlinie in tief eingesenkten +Kanälen der Knochen verläuft, daß die Verknöcherung massiger ist, und +daß die paarigen Lateralia des Schädeldaches ~hinter~einander liegen +(¡C. Sturi¡ Teller). Er möchte hiernach den fossilen ¡Ceratodus¡ von +dem lebenden ¡Epiceratodus¡ abgrenzen. + +Häufig in der Trias. Buntsandstein (¡C. arenaceus¡ Qu.), Muschelkalk, +Lettenkohle (Hohenecker Kalk), Keuper, Rhät.; in den oberen +Karruschichten Südafrikas (¡C. capensis¡ A. Sm. Woodw.), in der +Kota-Maleri-Gruppe (unterer Keuper) Indiens. Seltener im braunen +Jura (Stonesfield Slates), im oberen Jura von Colorado, in Fort +Union-Schichten (obere Kreide) von Montana. + + +Unterklasse. #Arthrodira.# + +¡Kopf und Rumpf mit symmetrisch angeordneten Platten bedeckt, der Kopf +mit dem Rumpfpanzer gelenkig verbunden und hinter dem Kopfschild eine +größere Lücke des Panzers, die eine verschiedene Stellung des Kopfes +erlaubt. Augenhöhlen seitlich. Große Zähne am Unterkiefer und an zwei +Belagknochen des Pterygopalatinum (Gaumenbein und Vomer), Maxilla +und Prämaxilla zahnlos. Die Zähne sind mit den knöchernen Unterlagen +meist verschmolzen und treten als Zacken an diesen auf. Offene dermale +Kanäle in den Panzerknochen. Chorda persistent, Bogenteile verknöchert +und wohl entwickelt. Brustflosse fehlt, Beckenflosse reduziert, +aber mit schlankem, spatelförmigem Basipterygium und einigen +Flossenstrahlen.¡ + +[Illustration: Fig. 137. + +¡Coccosteus decipiens¡, nach A. Sm. ~Woodward~. Mittl. Oldred, +Schottland. Ca. 1:4. + +Aus »Guide to the fossil Reptilia etc.« mit Genehmigung der Trustees +des British Mus. of Nat. Hist.] + +Zum Schultergürtel rechnet A. Sm. ~Woodward~ die sich bei Coccosteus +vor den ventralen Panzerplatten hinziehenden und in der Mitte +zusammenstoßenden schmalen Interlateralplatten (Traquairs); ~Jaekel~ +nennt sie Jugularia und interpretiert den ganzen Ventralpanzer (d. +h. die paarigen vorderen und hinteren Ventralplatten und die beiden +in der Mediane liegenden Platten) als Schultergürtel. Die vorderen +Platten nennt er Claviculae oder Deckknochen der Procoracoide, die +hinteren Postclaviculae (Deckknochen der Coracoide), die mittlere +Zentralplatte Interclavicula, die davor auftretende (unpaare) +Präclavicula. + +Die bei einigen Formen nachgewiesenen »Ruderorgane« sind stabförmige +oder verlängert dreieckige Hautknochen, die an der Grenze von +~Jaekels~ Clavicula und Cleithrum sich anlegen. + +In einer späteren Notiz wird der über der Clavicula auf der Seite +folgende Knochen als Cleithrum, der zwischen diesem und der großen +Nackenplatte sich einschiebende, Collare genannt. Letzteres soll durch +die Bahn der Seitenlinie gekennzeichnet und damit auch als derselbe +Teil festgelegt sein, der bei Teleostomen gelegentlich Supraclavicula +genannt ist[34]. Wenn diese Vergleichung richtig ist, so würde es +sich empfehlen, die Bezeichnung Epioticum durch Squamosum zu ersetzen, +da die sog. Epiotica der Stegocephalen ebenfalls als Homologa der +Supraclavicula gelten. + +[Illustration: Fig. 138. + +¡Coccosteus decipiens¡ Ag. Kopf und Rumpf rekonstruiert nach ~Jaekel~. +¡P¡ Lage der Brustflosse, ¡V¡ Lage der Bauchflosse.] + +[Illustration: Fig. 139. + +¡Coccosteus¡, restauriert von ~Pander~. Von der Unterseite; außer dem +Ventralpanzer sieht man Teile des Kopfpanzers von der Unterseite. +¡Cor¡ (22) Claviculae, ¡R¡ (20) Postclaviculae, ¡Uhy¡ (13) +Interclavicula, ¡Uhy¡ (15) Präclavicula. (Benennungen nach ~Jaekel~.)] + +Die ~Stellung der Arthrodira im System~ ist eine recht selbständige, +die weder durch die Einreihung bei den Dipnoern noch bei den +Placodermen zum Ausdruck gebracht wird. Die Beziehungen zu den +Accipenseroiden sind neuerdings wieder von ~Jaekel~ hervorgehoben. +Daß das Gebiß der lebenden Störe mit den mächtigen Zahnplatten der +Arthrodira im ganzen ähnliche Formverhältnisse zeigen soll, ist +schwer verständlich, da bei den Stören die Bezahnung rückgebildet +ist. Die Accipenseriden (und schon Chondrosteus) sind geradezu extrem +hyostylisch, da der kleine Kieferbogen durch ein langes Symplecticum +mit dem Hyomandibulare verbunden und von Primordialcranium abgerückt +ist, während bei Dinichthys diese Verhältnisse an die Autostylie +der Dipnoer erinnern (Verschmelzung der zahntragenden Platten mit +dem Suborbitale oder Maxillare genannten Knochen). Der Vergleich +der vorderen Panzerplatten des Rumpfes mit dem Schultergürtel der +Accipenseriden läßt sich durchführen, jedoch ist zu beachten, daß bei +Stören die Beteiligung des primären, knorpeligen Schultergürtels eine +recht umfängliche ist und die Brustflosse gerade dem coracoidalen +und scapularen Knorpel anhaftet, während bei Coccosteus eben die +Panzerplatten lückenlos aneinanderschließen und echte dermale +Bildungen sind. Der Pectoralstachel der Störe ist aus verschmolzenen +Flossenstrahlen hervorgegangen und nicht homolog dem »Ruderorgan« +der Coccosteus etc., in dem ~Jaekel~ auch zugleich das Homologon des +»Ruderorgans« der Asterolepiden und der »Cornua« (seitliche hintere +Verlängerungen des Kopfschildes) der Cephalaspiden erblickt. + +Sehr ähnlich wie bei den Placodermen ist die Anordnung der Platten +im Ventralpanzer, aber die räumliche Anordnung großer Hautknochen in +einer begrenzten Region des Körpers muß immer eine gewisse Ähnlichkeit +zeigen, die durch Konvergenz zu auffallender Übereinstimmung +gesteigert werden kann. Die Anlage des Kopfpanzers ist schon dadurch +fundamental verschieden, daß den Kieferteilen bei Coccosteus etc. eine +erhöhte Bedeutung zuerteilt ist. Das Ruderorgan ist ein einheitlicher +Knochenstab, der mit dem kompliziert gebauten Anhang der Asterolepiden +gar keine Ähnlichkeit hat; er ist eher mit den Präopercularstacheln +gewisser Stachelflosser zu vergleichen, deren Abgliederung allerdings +noch nicht beobachtet ist. + +Auch das Auftreten einer Beckenflosse bei Coccosteus ist ein +wichtiges, die Grenze gegen die Asterolepiden festigendes Merkmal. +Diese bilden eine Abteilung innerhalb eines größeren Kreises, in +dem Bildung paariger Flossen überhaupt unbekannt ist. Die kleine, +wenn auch rudimentäre Beckenflosse bezeichnet die Coccosteiden als +eine Abteilung, die normal paarige Extremitäten entwickelt und bei +der es schon zu einer starken ~Rückbildung~ gekommen ist, der die +Brustflossen ganz verfielen. + +Die Ähnlichkeit mit den Dipnoern liegt besonders in der Bildung +des Gebisses und in der vermutlichen Autostylie. Die Angabe von +gelegentlichen Ossifikationen im Bereich des Primordialcraniums +sind noch näher zu prüfen. Demgegenüber steht aber eine Anzahl +wichtiger Unterschiede, vor allem die ganz abweichende Bepanzerung +der Ventralseite des Rumpfes, während die Anordnung der Platten im +Kopf eines devonischen Dipterus oder Phaneropleuron besonders in der +mittleren Region sich wohl vergleichen läßt. + +Die Ordnung der Arthrodira[35] umfaßt die Familien der ~Coccosteidae~ +und der ~Ptyctodontidae~, welchen sich vielleicht noch die ungenügend +bekannten ~Asterosteidae~ und ~Mylostomatidae~ anreihen. + +[Illustration: Fig. 140. + +¡Coccosteus decipiens¡ Ag. ¡a¡ Vordere Seitenplatte des Rückenschildes +von innen, ¡b¡ von außen.] + + +Familie: #Coccosteidae.# + +¡Kopfschild zusammengesetzt aus großen Deckplatten. Die mittlere +Region wird gebildet von der unpaaren Occipitalplatte, den großen +paarigen Parietalien, einem kleinen Frontale (mit Epiphysengrube; in +der englischen Literatur Ethmoid genannt), einem größeren unpaaren +Nasale bzw. Ethmoid, das sich unmittelbar anschließen kann oder +durch die großen, paarigen Präfrontalien abgedrängt ist, wenn diese +in der Mittellinie zum Kontakt kommen. Seitlich neben dem oberen +Hinterhauptsbein liegen die sog. Epiotica, denen sich nach vorn +ein Supratemporale, Postfrontale und Jugale (auch Suborbitale und +Maxillare bezeichnet) anreihen. Nasenlöcher klein, weit vorne, +zuweilen von selbständigen kleinen Knochen seitlich begrenzt, die +als Septomaxillaria oder als Prämaxillen gedeutet werden können. +Rumpf mit einer großen, hinten zugespitzten, dicken, innerlich mit +Mediankiel versehenen Dorsalplatte, daneben zwei Paar Lateralplatten, +wovon die vorderen mit Gelenkzapfen. Bauchpanzer aus jederseits zwei +Seitenplatten und ein bis zwei unpaaren Medianplatten zusammengesetzt. +Die Orbitae sind entweder knöchern umgrenzt (Homosteus u. a.) oder in +der vorderen Seitenwand des Kopfschildes »eingeschnitten« (Coccosteus +u. a.), wenn das Suborbitale, das die untere Begrenzung abgibt, +zurückgebildet wird.¡ + +[Illustration: Fig. 141. + +¡Pachyosteus bulla¡ Jaekel. Kopf von oben. (Nach ~Jaekel~.) ¡N¡ +Nasale, ¡F¡ Frontale, ¡P¡ Parietale, ¡os¡ Supraoccipitale, ¡E¡ +Epioticum, ¡St¡ Supratemporale, ¡J¡ Jugale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Prf +L¡ Präfrontale und Lacrimale. Oberdevon, Wildungen.] + +[Illustration: Fig. 142. + +¡Dinichthys intermedius.¡ Kiefer der rechten Seite von außen. ¡so¡ +Suborbitalplatte mit Schleimkanal, ¡md¡ Unterkiefer, ¡a¡ vordere, ¡p¡ +hintere Zahnplatte. Oberdevon, Ohio 2:9. Nach A. Sm. ~Woodward~. Aus +»Guide to the fossil Reptilia etc.« mit Genehmigung der Trustees des +Brit. Mus. of Nat. Hist.] + +[Illustration: Fig. 143. + +¡Dinichthys Hertzeri¡ Newberry. Devon (Huron shales). Delaware. +Ohio. Schematische Abbildung des Zwischenkiefers, Oberkiefers und +Unterkiefers. 1/6 nat. Gr. (Nach ~Newberry~.)] + +¿Coccosteus¿ Ag. (¡Liognathus¡ Newb.) Kopf und Rumpf breit, die +Panzerplatten mit runden Höckerchen bedeckt. Kopfplatten übergreifend. +Orbita »eingeschnitten«, mit knöchernem Scleroticalring. Ventralschild +mit einer rhombischen Medianplatte und einer keilförmigen, medianen +Vorderplatte. Vor dem Bauchpanzer zwei schmale Platten, die A. +Sm. ~Woodward~ zum Schultergürtel rechnet (s. o.). Dorsalflosse +kurz. ¡C. decipiens¡ Ag. Die typische Art, aus dem unteren Oldred. +Coccosteusarten sind sehr verbreitet im Oldred von Schottland und +Irland und im Devon von Böhmen, der Eifel, von Nassau, Rußland. + +¿Pachyosteus¿ Jaekel. (Fig. 141.) Präfrontalia sehr groß, nicht +im Kontakt; die Orbitae vollkommen umgrenzt, seitlich gestellt. +Oberdevon, Wildungen. + +¿Brachydirus¿ v. Koenen. Kopfschild seitlich und unten mit einem +schlanken Stachel (sog. Ruderorgan). Oberdevon, Nassau. + +[Illustration: Fig. 144. + +¡Dinichthys Hertzeri¡ Newb. Unterkieferast. Devon. Delaware. Ohio. 1/3 +nat. Gr. (Nach ~Newberry~.)] + +[Illustration: Fig. 145. + +¡Diplognathus mirabilis¡ Newberry. 1/6 nat. Gr. Unterkieferäste in +verschiedener Stellung. (Nach ~Newberry~.)] + +[Illustration: Fig. 146. + +¡Homosteus Milleri¡, Mittl. Oldred, Caithness. 1:9. ¡A¡, ¡B¡, ¡C¡ +unbestimmte Knochen, ¡mo¡ oberes Hinterhauptsbein, ¡eo¡ sog. Epiotica +bez. Exoccipitalia, ¡c¡ Parietalia, ¡pt.e¡ Frontale, Ethmoid oder +Pineale, ¡ae¡ Nasale (Ethmoid), ¡po¡ Präfrontale (Präorbitale), +¡pt.o¡ Postfrontale (Postorbitale), ¡m¡ Jugale (Marginale), +¡md¡ Nackenschild, Nuchale, mittleres Dorsale. ¡a.d.l.¡ vordere +Seitenplatte, ¡p.d.l.¡ hintere Seitenplatte, Schleimkanäle punktiert. +(Nach R. ~Traquair~.) Entnommen aus »Guide to the fossil Reptilia +etc.« mit Genehmigung der Trustees des British Museum for Nat. Hist.] + +¿Phlyctaenaspis¿ Traquair, Nordamerika (Oberdevon, Delaware, Ohio). +¡Chelyophorus¡ Ag. Unterdevon, England, Nordamerika. + +¿Dinichthys¿ Newberry. Riesige Fische, deren Kopf bis 1 m lang wird. +Die mittlere Hinterhauptsplatte dreiseitig mit hinten vorragendem +medianem Fortsatz, die Squamosa oder Epiotica mit tiefen Gruben zur +Aufnahme des Gelenkkopfes der vorderen Seitenschilder (Collare) +des Rückenpanzers. Platten glatt oder fast glatt, die des Schädels +im Alter verwachsen. Schwanzregion ohne Schuppen. Frontale sehr +klein (Ethmoid) mit Durchbohrung. Orbitae außen nicht knöchern +begrenzt. Ein Maxillare (Suborbitale) entwickelt, zahnlos; die oberen +zahntragenden Platten werden dem Vomer und Palatinum zugeschrieben; +sie verwachsen mit dem Maxillare (Suborbitale, Jugale) zu einem +Komplex. Unterkieferäste in der Symphyse durch Naht vereinigt, +vorn in einem scharfen, schnabelartigen Fortsatz auslaufend, mit +einer Reihe dem Knochen fest aufgewachsener Zähne. Mittlere Platte +des Rückenschildes massig, mit Mediankiel auf der Innenseite, am +Vorderrand mit mittlerem Fortsatz, aber zugespitzt. Die Platten des +Ventralpanzers sind wie bei Coccosteus angeordnet, aber die medianen +Platten sind zu einem einzigen langen Stück verschmolzen. Kurze, derbe +Pectoralstachel. Oberdevon, Nordamerika (Cleveland shales, Ohio und +anderes). Unsichere Reste im Mitteldevon der Eifel. + +¿Titanichthys¿ Newberry. Noch größer als ¡Dinichthys¡. Unterkieferäste +ohne Zahnzacken, vorn grubig. Oberdevon, Cleveland shales, Ohio. + +¿Macropetalichthys¿ Norwood u. Owen. Platten des Kopfes im Alter +verschmolzen. Die Parachordalia sollen ossifiziert sein. Dermale +Kanäle sehr entwickelt, mit schlauchförmigen Einsenkungen in die +Knochen. Devon. Nordamerika, Eifel. + +¿Diplognathus¿ Newberry. Die Unterkieferäste gehen nach kurzer +Symphyse wieder gabelförmig auseinander und sind hier auf der +Innenseite mit scharfen, gekrümmten Zähnen besetzt. Ähnliche Zähne +besetzen den Rand des Unterkiefers bis zur Hälfte seiner Länge. +Oberdevon, Ohio. (Fig. 145.) + +¿Homosteus¿ Asmuss. Große Fische mit flachem Schädel. Orbita von +Knochen umschlossen. Die Hinterhauptplatte sehr lang, die mittlere +Rückenplatte breiter als lang, hinten nicht zugespitzt. Devon, +Livland. Unteres Oldred, Schottland. (Fig. 146.) + +¿Heterosteus¿ Asmuss. Isolierte Panzerteile von riesiger Größe aus dem +Devon von Dorpat. Die Gelenkfortsätze des Collare mehr als zweimal so +lang als der Rest des Knochens. + +¿Aspidichthys¿ Newberry, ¡Glyptaspis¡ Newberry. ¡Anomalichthys¡ v. +Koenen. Devon. + +[Illustration: Fig. 147. + +¡Dinichthys intermedius¡ Newb. Clevelandshale, Ohio. 1:6. ¡DM¡ +Mittlere Dorsalplatte, ¡ADl¡ vordere, ¡PDL¡ hintere dorsale +Seitenplatte, ¡Mo¡ Supraoccipitale, ¡Eo¡ Epioticum, ¡P¡ Frontale +(Pineale), ¡R¡ Nasale (Rostrale), ¡C^1¡ Parietalia, ¡C^2¡ +Postfrontalia, ¡PO¡ Präfrontalia, ¡PtO¡ Postorbitalia (Jugale Jaekel), +¡M¡ Supratemporale (Marginale.) (Nach ~Eastman~.)] + + +Familie: #Ptyctodontidae.# A. Sm. Woodward. + +¡Meist nur große, seitlich zusammengedrückte Zahnplatten bekannt, +von denen je zwei, oben und unten, in der Symphyse schnabelartig +zusammenstoßen.¡ Devon. Eifel, Rußland, Nordamerika. + +¿Ptyctodus¿ Newb. (¡Aulacosteus¡ Eichw.) Symphysenfläche schmal. Die +Reibinseln (Tritoren) sind aus schrägen Lamellen zusammengesetzt und +sehr hart. Mitteldevon (Hamilton), Nordamerika, Rußland. + +¿Rhynchodus¿ Newb. Symphysenfläche schmal. Tritoren nicht +differenziert. Mitteldevon; Nordamerika, Eifel. + +¿Palaeomylus¿ A. Sm. Woodward. Symphysenfläche sehr breit. Eine +unbestimmt umgrenzte Tritorenfläche, die nicht lamelliert, sondern +punktiert ist. Mitteldevon, Nordamerika. + +¿Rhamphodus¿ Jaekel (Fig. 148). Belagknochen des Schultergürtels nach +Jaekel aus Cleithrum, Clavicula, Collare und einem stachelartigen +Spinale zusammengesetzt. Bezahnung ähnlich ¡Rhynchodus¡. Oberdevon, +Wildungen. + +[Illustration: Fig. 148. + +¡Rhamphodus tetrodon¡ ~Jaekel~. Schulterapparat von vorn. In 2/3 nat. +Gr. ¡C¡ Collare, ¡Ct¡ Cleithrum, ¡Cv¡ Clavicula, ¡S¡ Spinale. (Nach +~Jaekel~.)] + +In die Nähe der Coccosteiden werden noch provisorisch gestellt: + +¿Asterosteidae.¿ Platten des Kopfschildes verschmolzen. Die paarigen +Nasenlöcher zwischen den Orbiten. Klein. ¡Asterosteus stenocephalus¡ +Newberry. Oberdevon, Ohio. + +¿Phyllolepidae.¿ Dünne Hautplatten mit feinen, konzentrisch oder +strahlig angeordneten Runzeln. ¡Phyllolepis¡ Ag. Oberes Oldred, +Schottland. Devon, Belgien. ¡Holonema¡ Newberry. Oberdevon, +Nordamerika. + +¿Mylostoma¿ Newberry. (Palaeozoic fishes of N. Amerika. 1889.) Dicke +Zahnplatten von bedeutender Größe, welche wahrscheinlich zu mehreren +im Unterkiefer und im Gaumendach standen. Das knochenartige Gewebe +wird gegen die Oberfläche dicht und emailartig; die Oberfläche ist +punktiert. Oberdevon, Ohio. + + +Unterklasse. #Teleostomi.# + +¡Mundspalte von Kieferdeckknochen umrandet. Kiefer nicht autostylisch +sondern durch einen Kieferstiel mit dem Schädel verbunden. Operculum +knöchern. Innen- und Außenskelett mehr oder weniger verknöchert. Die +Deckknochen des Schultergürtels mit denen des Hinterkopfes verbunden.¡ + +Diese Unterklasse umfaßt als Ordnungen die ¡Crossopterygier¡, die +¡Ganoiden¡ und die ¡Teleostier¡ und somit weitaus die meisten +aller bekannten Fische. Man faßt die beiden letztgenannten als +¡Actinopterygier¡ zusammen, deren Flossen durch eine verkürzte Achse +und kräftige Strahlen sich vor denen der ¡Crossopterygier¡ auszeichnen. + + +Ordnung. #Crossopterygii.#[36] + +~Paarige Flossen quastenförmig, mit beschuppter Achse. Zwei große +Jugularplatten zwischen den Unterkiefern, daneben bei paläozoischen +Formen oft noch kleinere Seitenplatten und eine mediane Vorderplatte. +Schwanz diphycerk oder hetero-diphycerk. Devon bis jetzt~ +(¡Polypterus¡). + +[Illustration: Fig. 149. + +¡Holoptychius Flemingi¡. Oberes Oldred, Fifeshire. 1:8. Nach +~Traquair~. Aus »Guide to the fossil Reptilia etc.« mit Genehm. d. +Trustees des Brit. Mus. Nat. Hist.] + +[Illustration: Fig. 150. + +Schuppe von ¡Holoptychius¡ (¡Glyptolepis¡). Alter roter Sandstein. +Wik, Rußland. (Nach ~Pander~.) ¡a¡ von außen. ¡b¡ von innen.] + +[Illustration: Fig. 151. + +¡Dendrodus biporcatus¡ Ag. Devon. Fluß Aa, Livland. ¡a¡ von der Seite, +¡b¡ von unten. Nat. Gr. ¡c¡ Querschnitt, stark vergr. (Nach ~Pander~.)] + + +Familie: #Holoptychiidae# Traquair. + +¡Körper mit runden, imbrizierenden Ganoidschuppen bedeckt. Chorda +persistent. Brustflossen mit langer, beschuppter Achse, die in der +Art eines Archipterygiums gegliedert ist. Schwanzflosse heterocerk, +mit kleinem oberen Lappen. Die zwei Dorsalflossen und die Analflosse +je durch einen einfachen, distal verbreiterten Träger (Axonost) +gestützt, auf welchen 1 bis 2 Reihen kurzer Basalstücke (Basioste) +folgen, welche die feinen äußeren Flossenstrahlen tragen bzw. sich +zwischen sie schieben. Seitliche Jugularplatten. Infraclavicula. Kopf +und Kiemenregion mit glänzenden Hautknochen bedeckt. Marginale Zähne +klein, zahlreich, konisch, außerdem einzelne große, zweischneidige +Fangzähne in einer inneren Reihe des Unterkiefers (auf mehreren +isolierten Splenialknochen) und (ein Paar) im Oberkiefer. Dentin +labyrinthisch gefaltet.¡ + +¿Holoptychius¿ Ag., ¡Glyptolepis¡, ¡Platygnathus¡ Ag. (Fig. 149, 150), +Devon; besonders im Oldred sandstone von Schottland, Irland, den +russischen Ostseeprovinzen, Kanada, aber auch in marinen Schichten von +Nordamerika, Belgien, Böhmen, der Eifel usw. Einzelne Arten erreichen +bedeutende Größe. + +Isolierte Zähne sind als ¡Dendrodus¡ Owen (Fig. 151), ¡Lamnodus¡ Ag. +und ¡Apedodus¡ Leidy beschrieben. + + +Familie: #Rhizodontidae.# + +¡Von den Holoptychiden durch die kurze Achse der Brustflossen +unterschieden. Dentin der Zähne nur im unteren Teil der Krone radial +gefaltet. Devon, Karbon.¡ + +¿Rhizodus¿ Owen (¡Megalichthys¡ Ag. pr. p.) (Fig. 152). Sehr große +Fische mit runzligen cycloiden Ganoidschuppen. Infraclavicula +mit einem langen Fortsatz nach oben. Zähne glatt, zweischneidig. +Steinkohlenformation. Schottland, England, Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 152. + +Zahn von ¡Rhizodus Hibberti¡ Ag. Steinkohlenformation. Edinburgh. +1/2 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 153. + +¡Rhizodopsis sauroides¡ Williamson sp. Steinkohlenformation. +Manchester. Kopf restauriert. ¡A¡ von oben. ¡B¡ von unten. ¡C¡ +von der Seite. (Nach ~Traquair~.) ¡pa¡ Parietale. ¡f¡ Frontale. +¡pf¡ Postfrontale. ¡sq¡ Squamosum. ¡st¡ Supratemporalia. ¡pmx¡ +Prämaxilla. ¡or¡ Orbita. ¡so¡ Suborbitalia. ¡mx¡ Maxilla. ¡x¡ und ¡x'¡ +Wangenknochen. ¡pop¡ Präoperculum. ¡op¡ Operculum. ¡sop¡ Suboperculum. +¡md¡ Unterkiefer. ¡ag¡ Angulare mandibulae. ¡d¡ Dentale. ¡id¡ +Infradentalia. ¡j¡ Hauptkehlplatte. ¡lj¡ seitliche Kehlplatten. +¡mj¡ mittlere Kehlplatte.] + +¿Strepsodus¿ Young (¡Dendroptychius¡ Young, ¡Archichthys¡ Hancock). +Große und mittelgroße Fische. Zähne schlank, etwas gebogen, seitlich +nicht zugeschärft. Steinkohlenformation. England, Kanada. + +¿Rhizodopsis¿ Young (¡Dittodus¡, ¡Ganolodus¡, ¡Characodus¡, +¡Gastrodus¡ Owen, ¡Orthognathus¡ Barkas) (Fig. 153). Schuppen +oval, mit dünnem Ganoidüberzug, auf der Innenseite mit einem +Höcker in der Mitte. Zähne im Querschnitt rund, glatt. Wirbelsäule +mit ~Hohlwirbeln~. Steinkohlenformation. England, Schlesien, +Neu-Schottland. + +¿Gyroptychius¿ McCoy, sehr nahe mit ¡Rhizodopsis¡ verwandt. Schuppen +auf der Innenseite mit einer Leiste. Unteres Oldred. + +¿Tristichopterus¿ Egerton. Im Abdomen mit Hohlwirbeln. Heterocerk. +Unteres Oldred. + +¿Eusthenopteron¿ Whiteaves. Im Abdomen mit Hohlwirbeln. Diphycerk oder +wenig heterocerk; Schwanzflosse sehr groß, ausgeschnitten, in der +Richtung der Körperachse mit verlängerten Strahlen. Oberdevon, Kanada. + +¿Cricodus¿ Ag. (¡Polyplocodus¡ Pander), Devon, Rußland, Schottland, +Belgien. ¡Sauripterus¡ Hall. Devon (Oldred und Catskill-Gruppe) von +Europa und Nordamerika. + + +Familie: #Osteolepidae.#[37] + +¡Schlank, mit rhombischen Ganoidschuppen. Ringwirbel in der +Schwanzregion. Interopercula und seitliche Jugularplatten fehlen. +Brustflossen mit kurzer Achse. Zähne nur an der Basis außen gefaltet, +die innere Reihe mit einigen großen Fangzähnen.¡ Devon. + +[Illustration: Fig. 154. + +¡Osteolepis macrolepidotus.¡ Mittl. Oldred, Schottland. 1:3. Nach +~Traquair~. Aus »Guide to the fossil Reptilia etc.« mit Genehmigung +der Trustees d. British Mus. Nat. Hist.] + +¿Osteolepis¿ Ag. (¡Tripterus¡, ¡Triplopterus¡ McCoy). Die vor den +Parietalien liegenden Knochen des Schädeldaches verschmolzen. +Frontalloch vorhanden. Zähne im Querschnitt rund. Schuppen glatt oder +punktiert. Schwanz ausgeprägt heterocerk. Erste Dorsalis vor den +Bauchflossen. Oldred, Schottland. + +¿Thursius¿ Traquair. Wie ¡Osteolepis¡, aber 1. Dorsalis gegenüber den +Bauchflossen. Oldred, Schottland. + +¿Diplopterus¿ Ag. Devon. + +¿Glyptopomus¿ Ag. (¡Glyptolaemus¡ Huxley). Knochen des Schädeldaches +nicht verschmolzen und wie die Schuppen mit Runzeln und Körnern. +Schwanz diphycerk. Oldred. Schottland. + +¿Megalichthys¿ Ag. (¡Centrodus¡ McCoy, ¡Rhomboptychius¡ Young, +¡Ectosteorhachis¡ Cope, ¡Parabatrachus¡ Owen). Steinkohlenformation. + +[Illustration: Fig. 155. + +Schuppe von ¡Glyptopomus Kinnairdi¡ Huxley. Vergr. (Nach ~Huxley~.)] + + +Familie: #Onychodontidae.#[38] + +¡Schuppen cycloid. Unterkiefer mit einem Präsymphysialknochen, der mit +großen Zähnen besetzt und sigmoidal gebogen oder spiral eingerollt +ist.¡ + +¿Onychodus¿ Newberry. (Fig. 156, 157.) Unterdevon, Ohio. Unteres +Oldred, England. + +[Illustration: Fig. 156. + +¡Onychodus sigmoides¡ Newb. In 1/3 nat. Gr. Mit den symphysealen +Zähnen in situ. (Nach ~Newberry~.)] + +[Illustration: Fig. 157. + +¡Onychodus Ortoni¡ Newb. In 1/2 nat. Gr. Die intermandibulare +(symphyseale) Zahnreihe. (Nach ~Newberry~.)] + + +Familie: #Coelacanthidae# Huxley. + +¡Körper mit dünnen, cycloiden Ganoidschuppen bedeckt. Wirbelsäule +nicht verknöchert. Bögen, Dornfortsätze und die Interspinalia der +Schwanzflosse von Knochenscheiden umgeben. Chondrocranium zum Teil +verknöchert. Paarige Flossen mit kurzer, stumpfer Achse. Die 2 +Dorsalflossen und die Afterflosse durch eine einfache, proximal +meist gegabelte Platte getragen, auf welche bei der vorderen +Dorsalis unmittelbar die äußeren Strahlen folgen. Schwanzflosse +diphycerk, durch zahlreiche, einfache Träger gestützt, und in +einer weit vorspringenden, kleineren Pinselflosse endigend. Träger +der Beckenflosse einfach, nicht in der Mediane verbunden. Nur +ein Operculum und ein paar Jugularplatten. Mehrere Splenialia. +Schwimmblase verknöchert.¡ Perm bis Kreide. + +[Illustration: Fig. 158. + +¡Undina penicillata¡ Mstr. Ob. Jura. Zandt bei Eichstätt. 1/3 nat. +Gr. ¡j¡ Jugularplatten. ¡b¡ Schuppen aus der oberen Rumpfregion von +¡Undina acutidens¡. Reis. Ebendaher.] + +¿Coelacanthus¿ Ag. (¡Hoplopygus¡ Ag., ¡Conchiopsis¡ Cope, +¡Rhabdoderma¡ Reis). Außenrand der Kiefer ohne Zähne, nur einige +wenige der inneren Reihe vorhanden. Kopfknochen und Schuppen runzelig +und körnelig; Flossenstrahlen nicht gezähnelt. Karbon, Perm. England, +Deutschland (Kupferschiefer), Nordamerika. Fraglich Trias, falls +¡Coel. lunzensis¡ Teller aus d. Raibler Sch. hierher gehört. + +¿Graphiurus¿ Kner, Obere Trias von Raibl. ¡Heptanema¡ Belloti, Oberer +Muschelkalk, Perledo. ¡Diplurus¡ Newb. Trias, Nordamerika. + +¿Undina¿ Mstr. (¡Holophagus¡ Egerton). Sämtliche Flossenstrahlen +breit, gegen außen fein gegliedert, mit feinen Zähnchen am vorderen +Strahl der ersten Dorsalis und der Schwanzflosse. Kopfknochen und +Schuppen runzelig und körnelig. Lias und oberer Jura. ¡U. gulo¡ +Ag. Lias von England. ¡U. penicillata¡ Mstr. Oberer weißer Jura, +Süddeutschland. ¡Libys¡ Mstr., ¡Coccoderma¡ Quenst. Oberer weißer Jura. + +¿Macropoma¿ Ag. Maxilla, Vomer, Palatina mit konischen Zähnen. +Flossenstrahlen kräftig, wenig gegliedert, distal nicht verbreitert. +Strahlen der Dorsalis und Caudalis am Vorderrand gezähnelt. +Pinselflosse nicht bekannt. Obere Kreide. England, Frankreich, +Sachsen, Böhmen. + + +Familie: #Polypteridae# Huxley. + +¡Dicke, rhombische Ganoidschuppen. Wirbelsäule und Innenskelett +verknöchert. Zwei Jugularplatten. Brustflossen mit kurzer, stumpfer +Achse; als Stütze der zahlreichen, kurzen Basalstücke dienen zwei +divergierende Knochenspangen, die eine mittlere Platte einschließen +(als Propterygium, Mesopterygium, Metapterygium bezeichnet). +Rückenflosse sehr lang, bis zur Schwanzflosse reichend, mit +zahlreichen Stacheln und ebensoviel Flossenträgern. Zähne mit +einfacher Pulpa, Dentin nicht gefaltet. Tropisches Afrika, Flußfische. +Polypterus, Calamoichthys.¡ Fossil selten im jüngeren Tertiär. + +Diese Familie steht den eigentlichen Crossopterygiern ~recht +selbständig~ gegenüber, so daß man sie auch als besondere Unterordnung +oder Ordnung auffassen kann. ~A. Sm. Woodward~ bezeichnet sie +als Cladistia, die hier besprochenen älteren Crossopterygier als +Rhipidistia und Actinistia. + +[Illustration: Fig. 159. + +¡Polypterus Bichir.¡ Geoffroy. Oberer Nil.] + + +Abteilung: #Actinopterygii.# + +~Paarige Flossen mit verkürztem Achsenskelett und kräftigen +Flossenstrahlen. Meist gelenken eine Anzahl basaler Radien (knorpelig +oder verknöchert) direkt am Schultergürtel. Kiemenhaut zwischen den +Unterkieferästen mit knöchernen, plattigen Strahlen.~ + +~A. Smith Woodward~ teilt sie in 10 ~gleichartige Unterordnungen~, von +den ¡Chondrostei¡, den Knorpelganoiden, bis zu den ¡Acanthopterygii¡, +den in gegenwärtigen Meeren herrschenden Stachelflossern. Die Grenze +zwischen Ganoiden und Teleostiern ist, wie genügend bekannt, keine +scharfe, da Ganoiden wie ¡Pholidophorus¡, ¡Caturus¡ und ähnliche den +¡Clupeiden¡ durch die fossilen ¡Leptolepiden¡ sehr nahekommen. Im +ganzen wird man aber die beiden großen Gruppen der ¡Actinopterygier¡ +als Ordnungen beibehalten können. Die heute noch lebenden Ganoiden +weichen von den Teleostiern in wichtigen inneren Eigenschaften ab; +sie stellen die Ausläufer großer Stämme dar, die mit den lebenden +Teleostiern nicht direkt genetische Beziehungen haben. Auch ¡Amia¡ +steht für sich. Die Linie der Abstammung führt von den jurassischen +¡Leptolepis¡ und ¡Thrissops¡ zu den jurassischen Nebenzweigen der +¡Amia¡ ähnlichen Ganoiden, zu den ¡Pholidophoriden¡ und ¡Caturiden¡ +hinüber; in dieser Linie muß der Schnitt willkürlich geführt werden. +In anderen Fällen wird man kaum praktisch in Verlegenheit kommen. + + +4. Ordnung. #Ganoidei.# Schmelzschupper.[39] + +¡Rumpf und Schwanz mit Ganoidschuppen bedeckt, selten nackt oder mit +Knochenplatten. Wirbelsäule knorpelig oder in verschiedenem Grade +verknöchert, Schwanzflosse diphycerk, heterocerk oder hemiheterocerk. +Paarige Flossen wohl entwickelt. Flossenstrahlen gegliedert, häufig +Fulcra vorhanden. Schädel mit Hautknochen bedeckt oder vollständig +verknöchert. Kieferstiel durch Ligament am Schädel befestigt. +Muskulöser Arterienstiel mit zahlreichen Klappen. Sehnerven nicht +vollständig gekreuzt (Chiasma). Darm mit Spiralklappe. Schwimmblase +mit Ausführungsgang.¡ + +Bei Aufstellung der »Ordnung« der Ganoiden hatte ~L. Agassiz~ +ausschließlich das Hautskelett berücksichtigt und unter dieser +Bezeichnung alle Fische mit Schuppen, die aus einer knöchernen +Unterlage und einer Schmelzdecke zusammengesetzt sind, zusammengefaßt. + +Eine auf anatomische Merkmale begründete Definition der Ganoiden +suchte ~Joh. Müller~ zu schaffen. Nach Entfernung der als echte +Knochenfische erkannten Plectognathen, Lophobranchier und Siluroiden +und nach Versetzung des Lepidosiren zu den Dipnoern blieben als +echte Ganoiden noch immer eine große Menge fossiler und rezenter +Fische übrig, welche nach ~Joh. Müller~ eine eigene Unterklasse +zwischen den Selachiern und den Knochenfischen bilden. Während die +Beschaffenheit des muskulösen Arterienstieles, die unvollständige +Kreuzung der Sehnerven, der mit Spiralklappe versehene Darm mit den +ersteren übereinstimmen, weist die Anordnung der Kopfknochen, der +Bau der Flossen und häufig auch die Verknöcherung des Skelettes +auf die Knochenfische hin. Ja nachdem ~C. Voigt~ in ¡Amia¡ einen +im anatomischen Bau echten Ganoiden mit dünnen, elastischen +Cycloidschuppen und vollkommen verknöchertem Skelett erkannt hatte, +schien die Grenze nach den ¡Teleostei¡ gänzlich verwischt. ~Lütken~ +entfernte die Placodermen, Acanthodier, Dipnoer und ¡Chondrostei¡ aus +der Unterklasse der Ganoiden und betonte die nahe Verwandtschaft der +letzteren, mit den Knochenfischen (Physostomen). Noch entschiedener +gingen ~Kner~, ~Thiollière~, ~Owen~ und neuerdings ~Cope~ und ~Sm. +Woodward~ vor, indem sie die Ganoiden überhaupt als eine selbständige +Gruppe unterdrücken und deren Angehörige, soweit sie nicht zu den +Crossopterygiern gestellt werden, mit den ¡Teleostei¡ unter der +gemeinsamen Bezeichnung ¡Teleostomi¡ vereinigen. + +Das auffallendste, wenn auch nicht ausschließliche Merkmal +der Ganoiden beruht in den Schuppen, welche aus einer dicken +knöchernen Unterlage und einer äußeren Schmelzschicht bestehen. +Eine gelenkartige Verbindung der Schuppen ist wenigstens für die +Rhombenschupper unter den Ganoiden charakteristisch. Freilich gibt +es auch Ganoidschuppen von rundlicher Form, welche sich genau wie +die Cycloid- und Ctenoidschuppen dachziegelartig decken, und welche +zuweilen nicht wesentlich dicker sind als die letzteren, allein auch +diese Kreisschuppen (¡Caturus¡, ¡Megalurus¡, ¡Macrorhipis¡, ¡Amia¡) +zeigen unter der Schmelzdecke eine mit Knochenkörperchen ausgestattete +Unterlage von zuweilen freilich nur minimaler Stärke. Durch starke +Rückbildung der Schuppen, die sich nur im Schwanz erhalten, zeichnen +sich die Spatulariden aus; bei den Stören ist der Rumpf mit großen +Knochenplatten teilweise bedeckt. + +[Illustration: Fig. 160. + +Zwei Schwanzwirbel von ¡Pycnodus platessus¡ Ag. (Nach ~Heckel~.)] + +[Illustration: Fig. 161. + +¡a¡ Wirbel von ¡Euthynotus¡. ¡b¡ Wirbel von ¡Caturus furcatus¡. +¡n¡ obere Bogen, ¡sp¡ der gespaltene obere Dornfortsatz, ¡hyc¡ +Hypozentrum. ¡plc¡ Pleurozentrum, ¡p¡ Parapophyse, ¡c¡ Rippe.] + +Von besonderem Interesse ist die Ausbildung des inneren Skeletts und +namentlich der ~Wirbelsäule~ bei den Ganoiden. Vollkommen knorpelig +bleibt die Wirbelsäule nebst ihren Bögen und Anhängen bei einigen +¡Chondrostei¡ (¡Accipenser¡); aber schon bei ¡Spatularia¡, bei fast +allen Heterocerken und Pycnodonten und einem Teil der ¡Lepidostei¡ +findet eine von außen nach innen vorschreitende teilweise oder +vollständige Verknöcherung der Bogen, Dornfortsätze und gleichzeitig +auch der unpaaren Flossenstützen statt, wobei jedoch häufig noch +ein knorpeliger Kern von den hohlen Hülsen umgeben ist. Diesen +»~Nacktwirbeln~« (Fig. 160) stehen die sog. »~Halbwirbel~« und +»~Hohlwirbel~« gegenüber. Bei den ersteren (Fig. 161) tritt an der +Basis der Chorda eine hufeisenförmige Knochenplatte (Hypocentrum, +Intercentrum) auf, an welche sich in der Schwanzregion die unteren +Bögen anlegen; die nach oben gerichteten Schenkel dieser Hypocentra +sind meist verschmälert und zugespitzt. Das eigentliche Wirbelzentrum +wird durch zwei seitliche, meist nach unten zugespitzte Knochenplatten +(Pleurocentra) repräsentiert, welche häufig dorsal verwachsen und +ebenfalls einen hufeisenförmigen Halbring bilden. Je nach ihrer +Größe umschließen die Hypocentra und Pleurocentra die weiche +ungegliederte Chorda mehr oder weniger vollständig, zuweilen bilden +sie auch, indem sich ihre oberen und unteren Hörner nicht zuspitzen, +sondern in gleicher Breite dorsal und ventral zusammenstoßen, zwei +Halbringe, welche die Chorda vollständig umhüllen (Fig. 162). Bei +manchen Gattungen (¡Eurycormus¡) besteht die vordere Rumpfregion aus +Halbwirbeln, die Schwanzregion aus Hohlwirbeln, die aus zwei Hälften +zusammengesetzt sind. Durch vollständige Verwachsung der beiden +Halbringe entstehen einfache, hülsenartige Hohlwirbel (Fig. 163). Bei +den Amiaden sind die Wirbelcentren in der Rumpfregion verknöchert, +amphicöl, in der Schwanzregion aber noch in zwei Hälften geteilt, +welche den Hypo- und Pleurocentren entsprechen (Fig. 162 b). + +[Illustration: Fig. 162. + +¡a¡ Schwanzwirbel von ¡Eurycormus speciosus¡. ¡b¡ Ein Stück der +Wirbelsäule von ¡Amia calva¡ aus dem vorderen Abschnitt der +Caudalregion.] + +[Illustration: Fig. 163. + +¡Aspidorhynchus.¡ + +Ein Stück der Wirbelsäule aus der Schwanzregion mit aufsitzenden Bögen +und Dornfortsätzen.] + +Eine gänzliche Verknöcherung der Wirbelsäule, beobachtet man nur bei +den jüngsten Vertretern der Ganoiden. Bei den Lepidosteiden sind die +Wirbelcentren hinten ausgehöhlt, vorne konvex (opisthocöl). + +Das hintere Ende der Wirbelsäule verlängert sich stets in die +Schwanzflosse. Sehr häufig findet sich rein ~heterocerke~, +~hemiheterocerke~ oder ~innerlich heterocerke~, nur äußerlich +homocerke Schwanzbildung (vgl. S. 14). + +Bei vielen Ganoiden sind die unpaaren und zuweilen auch die paarigen +Flossen am Vorderrand mit sog. ~Fulcra~, schuppenförmigen, mit +Schmelz bedeckten Stacheln oder Platten besetzt, welche in einer +Reihe aufeinanderfolgen und sich teilweise bedecken. Sämtliche +Flossenstrahlen bestehen aus zwei Hälften, sind quer gegliedert und +distal gespalten. + +Wie die Wirbelsäule, so bietet auch der Schädel sehr verschiedene +Stadien der Verknöcherung dar. Bei den Knorpelganoiden beschränkt +sich dieselbe auf eine Anzahl Belegknochen auf dem Schädeldach und +der Schädelbasis. Pterygoid und Gaumenbeine sind noch verschmolzen, +der Unterkiefer und ein Teil des Zungenbeinbogens verknöchert, +der Opercularapparat schwach entwickelt. Bei den ¡Heterocerci¡, +¡Lepidostei¡ und ¡Pycnodonti¡ steht die Verknöcherung jener der +Teleostier ziemlich gleich und auch die Zahl und Anordnung der +einzelnen Knochen stimmt im wesentlichen mit den letzteren überein. + +Im Bau des Brustgürtels und namentlich der vorderen Extremitäten +zeigen die verschiedenen Ordnungen der Ganoiden große Abweichungen. +Bei den ¡Chondrostei¡ und ¡Heterocerci¡ besteht die Clavicula noch +aus drei gesonderten Belegknochen, während bei den ¡Orthoganoidei¡, +¡Amioidei¡ und Pycnodonten der untere Abschnitt (Infraclavicula) +vollständig mit der Clavicula verschmilzt. Die hinter der Clavicula +folgenden, der Scapula, dem Coracoideum und Präcoracoideum +entsprechenden kleinen Gebilde bleiben bei den ¡Chondrostei¡ +knorpelig, sind dagegen bei den übrigen Ganoiden genau wie bei +den Teleostiern verknöchert. Auch bezüglich der Lage und Zahl der +Basalstücke in den Brustflossen stimmen die meisten Ganoiden mit den +Knochenfischen überein. + +Neben der Hautbedeckung und dem inneren Skelett gibt es noch einige +anatomische Merkmale, wodurch sich die Ganoiden als eine selbständige +Abteilung erweisen. So ist der muskulöse, etwas verlängerte +Stiel der Hauptarterie (conus arteriosus) im Innern ähnlich wie +bei den Selachiern mit mehreren Reihen von Klappen versehen, +welche den Rücktritt des Blutes aus der Arterie in die vordere +Herzkammer verhindern. Die Kiemen dagegen liegen stets, wie bei den +Teleostiern, frei unter einem meist aus mehreren Knochenplatten +bestehenden Deckel. Auch durch den Besitz einer Spiralklappe im +Darme sowie in der Ausbildung des Urogenitalsystems nähern sich die +Ganoiden mehr den Selachiern als den Teleostiern; dagegen besitzen +alle eine Schwimmblase mit Luftgang und zahlreiche kleine Eier. +Durch vollständige Kreuzung der Sehnerven unterscheiden sich die +Knochenfische von den Ganoiden, bei denen die in Äste zerteilten +Sehnerven ein sog. Chiasma bilden. Die aufgeführten Eigenschaften +teilen die Ganoiden aber mit den Crossopterygiern, soweit man diese +nach dem lebenden Polypterus beurteilen kann. + +Die Ganoiden haben ihre Hauptverbreitung in paläozoischen, triasischen +und jurassischen Ablagerungen und werden mit Beginn des Kreidesystems +mehr und mehr durch die Knochenfische verdrängt. Die wenigen noch +jetzt existierenden Ganoiden leben entweder ausschließlich oder doch +zeitweilig in süßem Wasser, während die fossilen vorwiegend in rein +marinen Ablagerungen vorkommen. Nur die tertiären Ganoiden stammen aus +Süßwasserabbildungen. + +Die Ganoiden sind hier eingeteilt in 7 Unterordnungen: ¡1. +Chondrostei¡, ¡2. Belonorhynchidae¡, ¡3. Heterocerci¡, ¡4. +Pycnodonti¡, ¡5. Orthoganoidei¡, ¡6. Lepidostei¡, ¡7. Amioidei¡. +Es sind zum Teil die von Zittel angegebenen Abteilungen, jedoch +sind die lebenden ¡Lepidostei¡ schärfer von den übrigen Ganoiden +getrennt, die Zittels ¡Lepidostei¡ bilden, und damit ergab sich die +Notwendigkeit, für die bedeutendste Abteilung der Ganoiden einen +neuen Namen einzuführen. Sie sind als ¡Orthoganoidei¡ und damit auch +gleichsam als Kern der ganzen Abteilung hingestellt. Sie decken sich +fast mit der Abteilung ¡Protospondyli¡ bei A. Sm. ~Woodward~. Die +¡Belonorhynchiden¡ sind eine kleine, aber sehr isolierte Gruppe, +deren Aufführung bei den ¡Chondrostei¡ auf große Bedenken stößt; ihre +morphologischen Eigentümlichkeiten rechtfertigen es, sie trotz des +geringen Umfangs als Unterordnung gleichwertig neben die ¡Chondrostei¡ +zu stellen. Die ¡Aspidorhynchiden¡ habe ich zu den ¡Orthoganoiden¡ +gestellt und nicht zu den ¡Lepidosteiden¡, mit denen zusammen sie +bei A. Sm. ~Woodward~ die Gruppe der ¡Aetheospondyli¡ ausmachen. Es +ist kaum mehr als eine habituelle Ähnlichkeit vorhanden (die allen +Ganoiden gemeinschaftlichen Züge vorausgesetzt). Sie stehen unter +den ¡Orthoganoiden¡ wohl etwas für sich, aber wir haben in dieser +Gruppe kaum mehr die Möglichkeit, weitere Teilungen oder Zusammenhänge +systematisch anschaulich zu machen. Zittels ¡Amioidei¡ sind ungefähr +in ihrem alten Umfange beibehalten; den größten Teil derselben findet +man bei ~Woodward~ unter den ¡Protospondyli¡, wo die ¡Amiidae¡, +¡Eugnathidae¡ und ¡Pachycormidae¡ als gleichwertige Familien +erscheinen. Die ¡Pholidophoriden¡ und ¡Oligopleuriden¡ (hier bei den +¡Orthoganoiden¡ geführt) eröffnen im System ~Woodwards~ die Abteilung +der ¡Isospondyli¡, zu der weiter auch die ¡Clupeiden¡ und sich +anschließende ¡Physostomen¡ gerechnet sind. Für meine Anschauung ist +leitend gewesen, daß auch die ¡Clupeiden¡ und ihre Verwandten, trotz +mancher mit Ganoidfischen gemeinsamer Züge (es kommen sogar Reste +einer Spiralklappe im Darm vor) sich doch von den lebenden Ganoiden +weit unterscheiden, und daß dies auch für ihre direkten Vorfahren +im Jura gilt. Hiernach habe ich die Grenze zwischen ¡Ganoidei¡ und +¡Teleostei¡ gezogen. Daß dabei genetische Linien geschnitten werden, +ist zweifellos, wird aber in keiner Systematik sich vermeiden lassen, +die nicht allein nach dem Prinzip nachweisbarer Deszendenz arbeitet. +Unter den lebenden Ganoiden ist ¡Amia¡ diejenige Gattung, welche zu +den ¡Clupeiden¡ die nächsten Beziehungen hat; unter den fossilen sind +es meines Erachtens die ¡Caturiden¡ und ¡Pachycormiden¡. So sind sie +bei den ¡Amioidei¡ verblieben, zu denen sie auch Zittel gestellt hatte. + + +Unterordnung. #Chondrostei.#[40] + +¡Inneres Skelett und Schädel knorpelig, Kopf mit knöchernen +Hautschildern bedeckt. Rumpf nackt oder mit Reihen von knöchernen +Platten. Echte Ganoidschuppen im oberen Teil des Schwanzes. +Kiemendeckel reduziert, Kiemenhautstrahlen häufig fehlend. Zähne klein +oder fehlend. Schwanzflosse echt heterocerk. Der obere Lappen mit +Fulcren. Bauchflossen mit einer Reihe knorpeliger Basilarstücke. Eine +Rücken-, eine Afterflosse.¡ + + +Familie: #Chondrosteidae.# A. Sm. Woodw. + +¡Kopf mit verlängerter Schnauze, oberer Kiefer klein, zahnlos. +Prämaxillen fehlen. Parietalia und Frontalia paarig; neben den +Parietalien ein großes Squamosum. Kiemenhautstrahlen kräftig. +Operculum klein, Suboperculum groß. Körper nackt, nur das in +den oberen Lappen der Schwanzflosse verlängerte Ende mit derben +Ganoidschuppen. Rückenflosse über der Bauchflosse.¡ + +¿Chondrosteus¿ Egerton. Unterer Lias, England. Kopfdeckknochen +teilweise mit Ganoin. Unterkiefer-Suspensorium sehr schief. +Flossenstrahlen mit sehr dünnem Belag von Ganoin, sehr fein gegliedert +(mit Ausnahme der vordersten in der Brustflosse). Hyomandibulare +zum Teil ossifiziert, ebenso das Ceratohyale. Fulcra des oberen +Schwanzlappens von besonderen Knorpelstücken gestützt. Keine +Rippen. Obere Bögen- und Dornfortsätze etwas verkalkt. Im unteren +Schwanzlappen kräftige untere Bögen. ¡Ch. accipenseroides¡ Eg. + +[Illustration: Fig. 164. + +¡Chondrosteus accipenseroides¡, Unt. Lias, Lyme Regis. 1:12. +Rekonstruktion nach A. Sm. ~Woodward~. Aus »Guide to the fossil +Reptilia etc.« mit Genehmigung der Trustees d. Brit. Mus. Nat. Hist.] + + +Familie: #Accipenseroidei.# Störe. + +¡Große langgestreckte Fische mit verlängerter Schnauze; zahnlos. +Parietalia und Frontalia unpaar, gekörnelt. Rumpf mit (5) Längsreihen +von gekielten Schildern. Opercula unvollkommen entwickelt, die +Kiemenöffnung nicht vollständig bedeckend; Kiemenhautstrahlen fehlen. +Rücken- und Afterflosse mit 2 Reihen an Flossenträgern (Axonoste, +Baseoste). Rückenflosse über der Analis. Chordascheide fibrillär, +ungegliedert; Bogenteile mit Intercalarien, knorpelig. Ossifikationen +in den Dornfortsätzen, seltener in den Bogenstücken.¡ + +[Illustration: Fig. 165. + +Schwanz von ¡Polyodon (Spatularia) folium¡ L. Zeigt die ganoide +Beschuppung des Schwanzes. + +¡Polyodon (Spatularia) folium¡ L. Knorpel sind dunkler im Ton. ¡n¡ +Nasentasche, dahinter das Auge. ¡sq¡ Squamosum, ¡h.m¡ Hyomandibulare, +¡op sy¡ Symplecticum, ¡p.q¡ Palatoquadratknorpel, ¡M.¡ Meckelscher +Knorpel, ¡pa¡ Palatopterygoid, ¡m.x¡ Maxilla, ¡d¡ Dentale, ¡c.h¡ +Ceratohyale, ¡o.p¡ Operculum, ¡br¡ Branchiostegalia (verwachsen), +¡s.cl¡ Supraclavicula, ¡p.cl¡ Postclavicula, ¡cl¡ Clavicula, ¡i.cl¡ +Infraclavicula. (Nach ~Traquair~.)] + +Von den zwei lebenden Gattungen ¿Accipenser¿ (Fig. 17, 20) und +¿Scaphirhynchus¿ leben die Störe in den Meeren der nördlichen +Halbkugel, von wo sie in die Flüsse Europas, Asiens und Nordamerikas +aufsteigen. Fossil nur in vereinzelten Resten vom Eocän an. + +¿Accipenser¿ ¡toliapicus¡ Ag. Eocän, Londonton. + +¿Gyrosteus¿ A. Sm. Woodw. Oberer Lias, Whitby. Sehr groß. Deckknochen +ohne Ganoin. Hyomandibulare und Ceratohyale völlig verknöchert. +Kleine, verknöcherte Rippen. ¡G. mirabilis¡ Ag. Ob. Lias, England. + +¿Pholidurus¿ A. Sm. Woodw. Obere Kreide, England. Unvollständig +bekannt. + + +Familie: #Polyodontidae.# Löffelstöre. + +¡Schnauze sehr lang, spatelförmig. Haut nackt, nur der obere +Schwanzlappen beschuppt. Kiefer mit kleinen Zähnen. Parietalia und +Frontalia unpaar. Kiemenhautstrahlen fehlen.¡ + +Von den zwei lebenden Gattungen findet sich ¡Polyodon¡ (¡Spatularia¡) +(Fig. 165) im Mississippi, ¡Psephurus¡ in chinesischen Flüssen. + +¿Crossopholis¿ Cope. Eocän Wyoming, Schnauze kürzer als bei Polyodon, +Operculum größer. Kleine, dünne, hinten gezackte Schuppen, in +Schrägreihen, aber nicht in Kontakt. ¡Cr. magnicaudatus¡ Cope. + + +Unterordnung. #Belonorhynchidae.# + +Familie: #Belonorhynchidae.# A. Sm. Woodw.[41] + +¡Schädel mit verlängerter, zugespitzter Schnauze, in die ein langes +Ethmoid eintritt. Die Deckknochen des Kopfes sind im Alter mehr oder +weniger verschmolzen. Opercula reduziert, keine Branchiostegalia. +Unterkiefer hinten sehr hoch. Bezahnung ungleich, zwischen großen +Hechelzähnen stehen mehrere kleine. Die Beschuppung beschränkt auf +eine dorsale, eine ventrale und je eine laterale Längsreihe, welche +die Seitenlinie begleitet. Dorsalis und Analis kurz, aber hoch, +opponiert, weit hinten. Caudalis abgestutzt, symmetrisch durch die +Wirbelsäule geteilt. Paarige Flossen sehr klein. Chorda persistent, +Chordascheide ohne Ossifikationen.¡ + +Reis möchte die ¡Belonorhynchiden¡, die er von den ¡Chondrostei¡ +entfernt, zu den ¡Crossopterygiern¡ stellen. Er stützt sich +besonders auf die diphycerke Bildung der Schwanzflosse, auf das +coelacanthinenartige Ectopterygoid, das anscheinende Fehlen eines +Symplecticum und die lappige Pectoralis. Letztere Angabe gründet sich +auf die Abbildung des ¡Saurichthys macrocephalus¡ Deecke. Man kann +aus ihr keine volle Sicherheit gewinnen, zu betonen ist aber, daß +»lappige« Brustflossen solcher Art sich bei manchen Teleostiern, z. B. +¡Periophthalmus¡, ¡Bostrichthys¡ finden. + +Die Grenze zwischen ¡Belonostomus¡ und ¡Belonorhynchus¡ ist hier mit +Woodward gezogen. ¡Belonostomus¡ umfaßt Fische des oberen Jura mit +verknöcherter Wirbelsäule, präsymphysialen Knochen im Unterkiefer und +und innerlich heterocerker Schwanzflosse. + +¿Saurichthys¿ Ag.[42] Schädel ganz von Deckknochen umgeben, mit +langer zugespitzter Schnauze (Rostrum) und entsprechend langem +Unterkiefer. Das Rostrum wird von den Prämaxillen, zwischen die +sich noch die Nasalia und wohl vor diesen das Ethmoid einschieben, +gebildet, doch ist die Begrenzung der Knochen schwer zu verfolgen. +Im eigentlichen Schädeldach erkennt man ein kleines Supraoccipitale, +große paarige Parietalia, große, bucklige Frontalia, ein nach vorn +lang zugespitztes Ethmoid und große Maxillaria. Auf der Unterseite +zeichnet sich das große Paraphenoid aus, dem vorn ein ebenfalls +langer Vomer angeschlossen ist. Der Unterkiefer besteht wesentlich +aus dem einheitlichen langen Dentale, einem kleineren Spleniale +und dem Angulare (mit dem das Articulare verschmolzen ist). Ein +Coronoidfortsatz fehlt. Zähne auf schwach gefaltetem Sockel. +Muschelkalk, Keuper, Rhät. + +¿Belonorhynchus¿ Bronn. In der Umgrenzung Woodwards = ¡Saurorhynchus¡ +Mstr., Reis; (¡Ichthyorhynchus¡ Bellotti, ¡Giffonus¡ Costa, +¡Stylorhynchus¡ Martin). Typus: ¡B. striolatus¡ Bronn, Raibler Sch. +Schädelknochen im Alter verschmolzen, daher im einzelnen nicht +sicher bekannt. Der steile Hinterrand des Unterkiefers liegt in +der Verlängerung des Hyomandibulare. Das ovale Operculum dicht +dahinter. Das Supraoccipitale springt weit nach hinten vor. Die +Orbitae im hinteren Drittel des Schädels, etwas vor ihnen jederseits +ein Nasenloch. Im Unterkiefer ist das Articulo-Angulare ähnlich +entwickelt wie bei ¡Saurichthys¡. Kein präsymphysialer Knochen. Chorda +persistent, Bögen wohl entwickelt. Paarige Flossen klein, mit kurzem +Stil. Die Träger der unpaaren Flossen derb, weniger zahlreich als +die Strahlen; keine Fulcra. Schuppen auf dem Rücken, dem Bauch und +in der Seitenlinie in imbrizierenden Reihen. Die Abgrenzung gegen +¡Saurichthys¡ ist unsicher; Reis zieht sie zusammen, Hennig reserviert +den Namen ¡Belonorhynchus¡ für Liasformen. ¡B. acutus¡ Ag. Unterer +und oberer Lias. England. Württemberg. Hawkesbury-Sch., Neu-Südwales. +Oberer Muschelkalk von Perledo. Raibler Sch., Seefelder Sch. + +[Illustration: Fig. 166. + +¡Belonorhynchus striolatus¡ Bronn. Karnische Sch. Raibl, Kärnthen. +(Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 167. + +Zahn von ¡Saurichthys acuminatus¡ Ag. Rhätisches Bonebed. Württemberg.] + + +Unterordnung. #Heterocerci.#[43] + +¡Mit dicht gestellten rhombischen oder rhomboidischen, selten +cycloidischen Schuppen. Chorda persistent, Bögen, Dornfortsätze, +Flossenträger und Rippen verknöchert. Schwanzflosse heterocerk. +Kiemendeckel groß, Kiemenhautstrahlen zahlreich. Infraclavicula +vorhanden. Unpaare, häufig auch paarige Flossen mit Fulcren besetzt. +Flossenstrahlen der Dorsalis und Analis gegliedert, zahlreicher als +ihre Träger.¡ Devon bis Jura. + +[Illustration: Fig. 168. + +¡Gonatodus punctatus¡ Ag. sp. Unterkarbon. Restaurierter Kopf schräg +von unten. 5:4. (Nach ~Traquair~.) + +¡ag¡ Angulare, ¡mx¡ Maxillare, ¡d¡ Dentale, ¡br¡ Branchiostegalia, +¡icl¡ Infraclaviculare, ¡cl¡ Clavicula, ¡op¡ Operculum, ¡po¡ +Präoperculum, ¡iop¡ Interoperculum, ¡so¡ Suborbitale.] + +Die ¡Heterocerci¡ wurden von Traquair mit den ¡Chondrostei¡ zu einer +Ordnung ¿Accipenseroidei¿ vereinigt, und es ist auch wahrscheinlich, +daß die Störe und ¡Chondrosteiden¡ von den ¡Palaeonisciden¡ oder ihnen +nahestehenden Formen abstammen. Aber auch mit den ¡Lepidosteiden¡ +bestehen Ähnlichkeiten, besonders mit den ¡Stylodonten¡, so daß +die Abtrennungen immer etwas Gezwungenes haben. A. Sm. Woodward +zieht den Rahmen seiner Unterordnung ¡Chondrostei¡ so, daß in ihr +¡Palaeoniscidae¡, ¡Platysomidae¡, ¡Catopteridae¡, ¡Chondrosteidae¡, +¡Belonorhynchidae¡, ¡Accipenseridae¡ und ¡Polyodontidae¡ zu stehen +kommen, während die ¡Semionotiden¡ neben den ¡Macrosemiiden¡, +¡Pycnodontiden¡, ¡Eugnathiden¡, ¡Amiiden¡ und ¡Pachycormiden¡ +unter den ¡Protospondyli¡ stehen. Im wesentlichen ist der Grad der +Verknöcherung der Wirbelsäule hierfür maßgebend, der aber bei Formen +~verschiedener~ genetischer Verwandtschaft ein ~gleicher~ sein kann; +schwache Verknöcherung ist auch als Merkmal regressiver Entwickelung +denkbar. + +[Illustration: Fig. 169. + +¡Eurylepis tuberculatus¡ Newb. Karbon. Linton, Ohio.] + + +Familie: #Palaeoniscidae.# + +¡Körper schlank, mit rhombischen Ganoidschuppen. Hautknochen des +Kopfes mit Schmelz überzogen. Kräftige Fulcra. Zähne klein, konisch +und griffelartig.¡ Devon bis oberer Jura. + +¿Cheirolepis¿ Ag. Schuppen winzig, rhombisch. Rückenflosse hinter der +Afterflosse. Kiefersuspensorium schief. Flossenstrahlen dichotom. +Kiefer mit einer äußeren Reihe winziger und einer inneren Reihe +stärkerer Zähne. Mitteldevon (mittleres Oldred); Schottland, Rußland. +Oberes Devon; Canada. + +¿Nematoptychius¿, ¡Rhadinichthys¡ Traqu., ¡Cycloptychius¡ Young. +Karbon. + +¿Palaeoniscus¿, Blainv. emend. Traquair. (Fig. 170). Flossen klein, +die Strahlen dichotom gespalten und gegliedert. Dorsalis vor der +Analis, Caudalis tief ausgeschnitten. Unterkiefer-Suspensorium sehr +schief. Zähne klein, ungleich. Schuppen rhombisch, mit unregelmäßigen +schiefen Querfurchen, am Hinterrand gewöhnlich gezähnelt. Sehr häufig +im Kupferschiefer von Thüringen und Hessen, sowie im oberen Perm von +England, Frankreich, Rußland. + +¿Pygopterus¿ Ag. Analflosse sehr groß. Schuppen klein, glatt oder +schwach verziert. Kupferschiefer. + +¿Elonichthys¿ Giebel (¡Rhabdolepis¡ Troschel, ¡Cosmoptychius¡ Traqu.) +(Fig. 171, 172). Kieferzähne in zwei Reihen, die inneren groß, +kegelförmig. Schuppen groß, schräg skulptiert, der überschobene +Vorderrand sehr schmal. Flossen groß, mit Fulcren. Kein Suboperculum. +Karbon, Rotliegendes; Europa, Nordamerika. + +¿Acrolepis¿ Ag. Karbon, England. Kupferschiefer, Deutschland. Mit +dicken, weit übereinander fassenden, schräg skulptierten Schuppen. + +¿Canobius¿ Traquair, ¿Gonatodus¿ Traqu. (Fig. 168). Karbon, Schottland. + +¿Amblypterus¿ Ag. Unterkiefer-Suspensorium vertikal. Fulcren schwach. +Schuppen glatt. Flossenstrahlen geteilt. Rotliegendes; Saargebiet, +Böhmen, Frankreich etc. ¡A. latus¡ Ag., ¡A. Duvernoyi¡ Ag. + +¿Eurylepis¿ Newb. (Fig. 169). Unterkiefer-Suspensorium vertikal. +Flossenstrahlen einfach, Caudalis schief abgestutzt. Schuppen +verziert, am Hinterrande gezackt, in der vorderen Hälfte des Körpers +auf den Seiten sehr hoch. Karbon; Ohio. + +[Illustration: Fig. 170. + +¡Palaeoniscus Freieslebeni¡ Blv. Aus dem Kupferschiefer von +Riechelsdorf. ¡A¡ Kopf restauriert. ¡B¡ Schultergürtel restauriert +(nach ~Traquair~). ¡pt¡ Posttemporale, ¡scl¡ Supraclavicula, ¡pcl¡ +Postclavicula, ¡cl¡ Clavicula, ¡icl¡ Infraclavicula. ¡C¡ Schwanzflosse +(nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 171. + +¡Elonichthys (Cosmoptychius) striatus¡ Schuppe. Ag. sp. (Nach +~Traquair~.) + +¡a¡ von außen, ¡b¡ von innen. 3/1.] + +[Illustration: Fig. 172. + +¡Elonichthys Robisoni¡ Hibbert sp. var. intermedia ~Traquair~. +Unterkarbon, Wardie. 2:3. (Nach ~Traquair~.)] + +¿Gyrolepis¿ Ag. (Fig. 173.) Strahlen der Brustflosse ungegliedert, mit +Ausnahme der distalen Enden. Operculum schmal und hoch. Schuppen dick, +weit übereinander fassend, mit schiefen, welligen Runzeln. Analis sehr +groß. Muschelkalk, Keuper. + +[Illustration: Fig. 173. + +Schuppen von ¡Gyrolepis ornatus¡ Gieb. Muschelkalk. Esperstädt, +Braunschweig. (Vergr. nach ~Dames~.)] + +¿Myriolepis¿ Egerton. Trias, Australien. + +¿Atherstonia¿ A. Sm. Woodw. ¡Hydropesium¡ Broom. ¡Helichthys¡ Broom. +Obere Karru-Schichten, Südafrika. + +¿Cleithrolepis¿ Ag. Körper sehr hoch oder rhombisch. Obere +Karru-Schichten, Südafrika. + +¿Oxygnathus¿ Egerton (¡Thrissonotus¡ Ag., ¡Cosmolepis¡ Egert.) Flossen +groß mit sehr kleinen Fulcren. Dorsalis vor der Analis. Strahlen +der Pectoralis nur distal gegliedert. Schuppen klein, dick, schief +skulptiert, wenig übergreifend. Unterer Lias, England. + +¿Platysiagum¿ Egerton. Unterer Lias, England. ¡Centrolepis¡ Egert. +Unterer Lias, England. + +¿Coccolepis¿ Ag. Kleine Fische mit großen dünnen, cycloiden Schuppen, +die sehr weit übereinander greifen und außen gekörnt sind. Flossen +groß, Fulcra schwach oder fehlend. Dorsalis vor der Analis. Unterer +Lias (England), oberer weißer Jura (Süddeutschland), Purbeck +(England). Obere Hawkesbury-Schichten, Neu-Südwales. + + +Familie: #Platysomidae.# + +¡Körper seitlich zusammengedrückt, hoch, oval oder rhombisch. Schuppen +höher als breit, rhomboidisch, auf der Innenseite mit einem dem +Vorderrand parallelen Kiel und einem Stachel am Oberrand. Rücken- und +Afterflossen sehr lang. Mundöffnung klein, Unterkiefer-Suspensorium +fast vertikal. Zähne niedriger als bei Palaeonisciden, stumpfkonisch.¡ + +Die ¡Platysomiden¡ sind den ¡Palaeonisciden¡ nahe verwandt, von +denen sie sich wesentlich nur durch die Körperform und die Bezahnung +unterscheiden. Karbon, Perm. + +[Illustration: Fig. 174. + +¡Eurynotus crenatus¡ Ag. Steinkohlenformation. Edinburgh. Restauriert. +(Nach ~Traquair~.)] + +¿Eurynotus¿ Ag. (¡Plectrolepis¡ Ag.) Körper hoch, spindelförmig. +Brustflossen groß, aber auch die Beckenflossen noch normal entwickelt. +Dorsalis sehr hoch über der Beckenflosse beginnend, dann rasch +niederer werdend, bis zur Schwanzflosse ausgedehnt. Stumpfkonische bis +kuglige Zähne. Unterkarbon, Schottland, Irland, Belgien. ¡E. crenatus¡ +Ag. + +¿Mesolepis¿ Young (¡Pododus¡ Ag.) Zähne derb, griffelförmig, einreihig +auf dem Unterkiefer. Unterkarbon, Schottland. + +¿Globulodus¿ Mstr. Zähne niedriger; eine innere Reihe kleinerer +Reibzähne. Kupferschiefer und Marlslate. + +¿Wardichthys¿ Traquair. Unterkarbon. + +¿Cheirodus¿ Mc. Coy (¡Amphicentrum¡ Young, ¡Hemicladodus¡ Davis). +Körper hoch, rhombisch. Brustflossen sehr klein, Bauchflossen fehlend +(? unbekannt). Rücken- und Afterflosse sehr lang, symmetrisch +gestellt. Kieferränder zahnlos, innere Fläche von Maxilla und +Pterygoid mit Häufchen kleiner Zähne. Orale Seite des Pterygoids und +Spleniale mit gezackter Leiste. Karbon, England. + +¿Cheirodopsis¿ Traquair. Karbon, Schottland. Etwas länger, mit +Beckenflossen. + +¿Platysomus¿ Ag. (Fig. 176, 177). Körper hoch, rhombisch oder +gerundet. Kieferränder mit kleinen griffelförmigen Zähnen, nach innen +noch kleine Höckerzähne. Paarige Flossen klein. Kupferschiefer, +Deutschland. Karbon und Perm, England. + +[Illustration: Fig. 175. + +¡Cheirodus granulosus¡ Young sp. Steinkohlenformation. +North-Staffordshire. Restauriert. (Nach ~Traquair~.) + +¡pmx¡ Prämaxilla, ¡mx¡ Maxilla, ¡e¡ Ethmoideum, ¡n¡ Nasenöffnung, ¡or¡ +Augenhöhle, ¡So¡ Suborbitalia, ¡af¡ Präfrontale, ¡pf¡ Postfrontale, +¡f¡ Stirnbein, ¡p¡ Scheitelbein, ¡sq¡ Squamosum, ¡pt¡ Posttemporale, +¡op¡ Operculum, ¡pop¡ Präoperculum, ¡iop¡ Interoperculum, ¡d¡ Dentale, +¡ag¡ Angulare, ¡br¡ Branchiostegalia, ¡scl¡ Supraclavicula, ¡cl¡ +Clavicula, ¡icl¡ Infraclavicula.] + +[Illustration: Fig. 176. + +¡Platysomus striatus¡ Ag. Magnesian limestone. England. Restauriert +nach ~Traquair~. (1/4 nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 177. + +Schuppe von ¡Platysomus parvulus¡ Ag. 2/1. + +¡a¡ von außen, + +¡b¡ von innen.] + +¿Dorypterus¿[44] Germ. Beschuppung auf wenige Bauchschuppen +beschränkt, die sich nach oben fadenförmig ausziehen. Obere und +untere Bögen kräftig, Chorda persistent. Flossenträger in zwei Reihen +geordnet, von denen die baseostalen (proximalen) breite Platten sind. +Analis fast so groß wie die Dorsalis, nur niedriger. Schwanz tief +ausgeschnitten. Beckenflossen weit vorn, sehr klein. Kupferschiefer. + + +Familie: #Catopteridae.# + +¡Schwanzflosse mit großem unteren Lappen, daher äußerlich fast +homocerk. Kopfknochen gut entwickelt, mit Ganoin, keine mittlere +Reihe im Schädeldach. Zähne schlank, kegelförmig. Kiefer-Suspensorium +schief; Kiemenhautstrahlen vorhanden. Dorsalis kurz, weit +zurückliegend. Rhombische Schmelzschuppen.¡ + +¿Catopterus¿ Redfield. Die Dorsalis beginnt erst hinter der Analis. +Trias, Connecticut. + +¿Dictyopyge¿ Egerton. Die Dorsalis beginnt vor oder über der Analis. +Trias, Virginia. Buntsandstein, Basel; Keuper, Franken. Obere Karroo, +Südafrika. Hawkesbury-Schichten, Neu-Südwales. + + +Unterordnung. #Pycnodonti.#[45] Lütken. + +¡Körper seitlich zusammengepreßt, sehr hoch, oval. Schmelzschuppen +rhomboidisch, höher als lang, zuweilen auf den vorderen Teil des +Körpers beschränkt. Vorderrand innen leistenartig verdickt. Die +Leisten treffen aufeinander und ordnen sich zu rippenartigen Zügen. +Chordascheide ohne Verknöcherungen, Bogenteile, Dornfortsätze und +Rippen verknöchert. Schwanzflosse tief ausgerandet, äußerlich +homocerk, innerlich schwach heterocerk. Bauchflossen klein, unter +die Brustflossen gerückt. Rücken- und Afterflosse hinter der Mitte, +hoch und spitz beginnend, als schmaler Saum bis zur Caudalis +verlängert. Keine Fulcra. Träger der unpaaren Flossen von gleicher +Zahl wie die gegliederten Strahlen, die Bogenteile mit blattförmigen, +imbrizierenden Fortsätzen. Operculum schmal und hoch (Supraclavicula +autt.), das Präoperculum sehr groß (Operculum autt.), Suboperculum +und Interoperculum fehlen. Kiemenbögen oft mit dicht gedrängten +Knochenfäden besetzt. Nur 2 Kiemenhautstrahlen (bei Mesturus und +Gyrodus beobachtet.) Gularplatte fehlt. Oberkiefer dünn, hinten +ausgebreitet, zahnlos; Vomer mit 5 Reihen rundlicher oder ovaler +Mahlzähne. Zwischenkiefer mit meißelförmigen Schneidezähnen. +Unterkiefer massiv mit einem hohen Kronfortsatz und mehreren Reihen +von runden Mahlzähnen. Die kurzen, nach hinten spitzigen und in einer +Rinne des Unterkiefers gelagerten Dentalia (? Prädentalia) bilden die +Schnauze und tragen vorn die meißelförmigen Schneidezähne. Clavicula +vertikal gestellt, oben spitz, unten verbreitert. Infraclavicula +fehlt. Coracoid und Scapula unbekannt. Die Pycnodonten sind vielleicht +Abkömmlinge der Platysomiden, von denen sie sich durch die Bezahnung, +die Beschaffenheit der Kiefer und den unvollständigen Opercularapparat +unterscheiden.¡ Jura bis Eocän. + +¿Gyrodus¿ Ag. (Fig. 178-181.) Körper oval, gleichmäßig beschuppt. +Schnauze steil abfallend. Caudalis tief gegabelt. Gaumen mit 5 +Reihen bohnenförmiger Zähne, deren gewölbte Krone einen runzlichen +Rand und eine vertiefte Mitte besitzen. Die Mittelreihe ist viel +stärker als die Nebenreihen. Operculare mit 4 Reihen von Mahlzähnen, +Dentale (Prädentale) mit 3 meißelförmigen Schneidezähnen. Häufig im +Jura vom Bathonien an, besonders im Oxford, Kimmeridge, Portland +und lithographischem Kalkschiefer. Ferner im Tithon (Sizilien), +Wealden, Neocom und in der oberen Kreide. Einzelne Arten aus dem +lithographischen Schiefer (¡G. titanius¡ Wagn.) erreichen eine Länge +und Höhe von 1 m. + +¿Microdon¿ Ag. (Fig. 182, 183, 185.) Schuppen in der hinteren +Körperhälfte sehr dünn, oft fehlend. Schwanzflosse gegabelt. Gaumen +mit 5 Reihen vierseitiger, flacher, glatter Zähne. Zwischen die +großen Zähne der Mittelreihe schieben sich alternierend die kleineren +Zähne der beiden Seitenreihen ein. Operculare mit einer Reihe großer, +vierseitiger, quer verlängerter, glatter Zähne, welche nach innen von +einer, nach außen von zwei Reihen kleinerer Zähnchen begrenzt ist. +Weißer Jura, vom Oxford bis zum Purbeck. + +[Illustration: Fig. 178. + +Kopf von ¡Gyrodus macrophthalmus¡ Ag. aus dem lithographischen +Schiefer von Kelheim, Bayern. + +¡fr¡ Stirnbein, ¡eth¡ Ethmoideum, ¡pfr¡ Hinterstirnbein, ¡sq¡ +Squamosum, ¡pa¡ Scheitelbein, ¡pt¡ Posttemporalia, ¡mx¡ Oberkiefer, +¡pmx¡ Zwischenkiefer, ¡O¡ Augenhöhle, ¡sc¡ Scleroticaring, ¡md¡ +Unterkiefer, ¡op¡ Operculum, ¡scl¡ Supraclavicula, ¡cl¡ Clavicula, ¡c¡ +Schleimkanäle.] + +[Illustration: Fig. 179. + +¡a¡, ¡b¡ ¡Gyrodus titanius¡ Wagn. Ob. Jura. Kelheim. Eine Schuppe ¡a¡ +von innen, ¡b¡ von außen. (Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 180. + +¡Gyrodus titanius¡ Wagn. Ob. Jura. Kelheim. Gaumenplatte mit Zähnen. +(Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 181. + +¡Gyrodus titanius¡ Wagn. Rechter Unterkieferast (Spleniale) mit vier +Zahnreihen. Ob. Jura. Kelheim. (Nat. Gr.)] + +¿Mesodon¿ Wagner. (Fig. 184). Schwanzflosse gerundet. Zähne des +Gaumens in 5 geschiedenen Reihen. Die große Zahnreihe des Unterkiefers +von 3 bis 4 irregulären Reihen kleiner Zähnchen außen und 1 bis 2 +Reihen innen begrenzt. Lias (¡M. liassicus¡ Egert.) bis untere Kreide. + +¿Arthrodon¿ Sauvage. Mit tiefer Symphysialfacette; Zähne des +Unterkiefers unregelmäßiger gestellt, sonst ähnlich ¡Mesodon¡. +Oberster weißer Jura, Purbeck, Cenoman. + +¿Mesturus¿ Wagn. Die über den ganzen Körper verteilten Schuppen +sind innerhalb der Vertikalreihen durch zackige Nähte verbunden. +Vomer mit 3 Reihen größerer Zähne, die durch unregelmäßig gestellte +kleinere getrennt werden. Unterkiefer mit 2 Reihen größerer Zähne; +kleinere Zähne zwischen und neben diesen Reihen. ¡M. Leedsi¡ A. Sm. +Woodw. Oxfordton. ¡M. verrucosus¡ Wagn. Ob. weißer Jura. Oxfordton. +Solnhofener Schiefer. + +[Illustration: Fig. 182. + +¡Microdon Wagneri¡ Thiollière. Ob. Jura. Cerin, Ain-Dep. 1/3 nat. Gr. +(Nach ~Thiollière~.)] + +[Illustration: Fig. 183. + +Gaumen und Unterkiefer von ¡Microdon elegans¡ Ag. Ob. Jura. Kelheim, +Bayern. Nat. Gr. ¡a¡ Vomer-Palatinum, ¡b¡ Hauptzahnplatten des +Unterkiefers (splenialia), ¡c¡ Vorderzähne des Unterkiefers von innen, +¡d¡ dieselben von außen.] + +[Illustration: Fig. 184. + +Unterkiefer von ¡Mesodon macropterus¡ Ag. Ob. Jura. Kelheim. Nat. Gr.] + +¿Stemmatodus¿ Heckel. Kleiner Gaumen mit 5, Unterkiefer mit 3 Reihen +rundlicher, fast gleicher Zähne. Untere Kreide, Castellamare und +Neapel. + +¿Coelodus¿ Heckel. (Fig. 186.) Schwanzflosse seicht ausgerandet oder +schwach konvex und jederseits der Mitte mit schwacher Ausbuchtung. +Gaumen mit einer Mittelreihe großer, quer elliptischer Zähne und +jederseits 2 Reihen kleiner Zähnchen. Unterkiefer mit 1 Reihe großer, +quer verlängerter Zähne und Nebenreihen. Wealden. Untere Kreide +(Istrien, Dalmatien, Süditalien, England). Cenoman, Jura und Senon von +England und Nordamerika. + +¿Anomoeodus¿ Forir. Ob. Kreide. + +¿Coccodus¿ Pictet, ¡Xenopholis¡ Davis. Occipitale mit langem Stachel. +Ob. Kreide, Libanon. + +¿Palaeobalistum¿ Blv. Obere Kreide, Libanon. Eocän, Mte. Bolca. + +¿Pycnodus¿ Ag. (¡Periodus¡ Ag.) (Fig. 187). Körper länglich, mäßig +hoch. Rückenflosse viel länger als die Afterflosse. Schwanzflosse mit +doppelter, seichter Ausbuchtung. Schuppen nur im vorderen Teil des +Körpers, dünn. Gaumen mit 3 Zahnreihen, von denen die Außenreihen +etwas größere, elliptische Zähne enthalten. Unterkiefer mit 3 Reihen +Zähne, von denen die inneren größer und quer elliptisch sind. +Die oberen und unteren Bögen umschließen mit ihren verbreiterten +Basalteilen die Chorda. ¡P. platessa¡ Blv. sp. Obereocän, Mte. Bolca. + +[Illustration: Fig. 185. + +Ein Teil der Wirbelsäule von ¡Microdon Itieri¡ Thioll. unt. der +Rückenflosse. Cerin. Ain. Nat. Gr. (~N. Thiollière.~)] + +[Illustration: Fig. 186. + +¡Coelodus Münsteri¡ Ag. Grünsand. Kelheim. ¡a¡ Unterkieferzähne, ¡b¡ +Vomerplatte, von unten, ¡c¡ von der Seite.] + +[Illustration: Fig. 187. + +¡Pycnodus.¡ ¡a¡ Gaumenzähne, ¡b¡ Unterkieferzähne. (Nach ~Heckel~.)] + +[Illustration: Fig. 188. + +¡Semionotus Kapffi¡ Fraas. Keuper (Stubensandstein). Stuttgart. 2/3 +nat. Gr. (Nach ~Fraas~.)] + + +Unterordnung. #Orthoganoidei.# + +¡Mit rhombischen oder rhomboidischen, in schiefen Reihen geordneten +Schmelzschuppen. Unpaare, zuweilen auch paarige Flossen mit +Fulcren. Schwanzflosse hemiheterocerk, Chordascheide mit angelegten +Pleurocentren und Hypocentrum, mit Halb- und Hohlwirbeln, oder ganz +verknöchert (amphicöl).¡ + + +Familie: #Stylodontidae.# Wagner. + +¡Chorda persistent, die Chordascheide mit Halbwirbeln oder Ringen. +Rhombische Schmelzschuppen, mit Stachelfortsatz ineinandergreifend. +Schwanz innerlich stets heterocerk, äußerlich durch Vergrößerung +des unteren Lappens oft fast homocerk. Alle Flossen mit Fulcren. +Randbezahnung der Kiefer griffelförmig (Krone zuweilen gezackt), auf +den inneren Knochen oft Mahlzähne (mit vertikalem Ersatz).¡ + +[Illustration: Fig. 189. + +¡Dapedius pholidotus¡ Ag. Boll, Württemberg. 1/2 nat. Gr. (Nach +~Quenstedt~.) ¡b¡, ¡c¡ Zähne nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 190. + +Kopf von ¡Dapedius¡. (Nach ~Traquair~.) ¡f¡ Stirnbein, ¡p¡ +Scheitelbein, ¡na¡ Nasenbein, ¡sq¡ Schuppenbein, ¡st¡ vordere +Nackenplatten (Supratemporalia), ¡pt¡ hintere Nackenplatte +(Posttemporale), ¡pmx¡ Zwischenkiefer, ¡mx¡ Oberkiefer, ¡co¡ innerer +Augenring (Circumorbitalia), ¡so¡ äußerer Augenring (Wangenplatten, +Postorbitalia), ¡op¡ Operculum, ¡sop¡ Suboperculum, ¡iop¡ +Interoperculum, ¡d¡ Zahnbein, ¡ag¡ Eckbein, ¡br¡ mittlere Kehlplatte, +¡br'¡ Kiemenhautstrahlen, ¡cl¡ Clavicula, ¡scl¡ Supraclavicula.] + +¿Semionotus¿ Ag. (¡Ischypterus¡ Egerton). Körper länglich, mäßig +hoch. Schuppen rhombisch, der Rücken mit großen, gekielten Schuppen, +Rückenflosse hoch, ziemlich lang, vor der Analis stehend; die übrigen +Flossen klein. Alle Zähne griffelförmig. Häufig im Keuper von Franken +(Semionotus-Sandstein) und Thüringen. Bunter Sandstein, Vogesen. +Oberer Muschelkalk der Alpen (Perledo), Raibler Schichten, Seefelder +Schichten. Obere Trias von Nordamerika. Obere Karru-Schichten von +Südafrika. Hawkesbury-Schichten, Neu-Südwales. + +¿Acentrophorus¿ Traquair. Perm, England. + +¿Dapedius¿ de la Bêche.[46] (¡Amblyurus¡ Ag., ¡Aechmodus¡ Egerton. +¡Tetragonolepis¡ Ag. non Bronn. ¡Omalopleurus¡ Costa). Hohe, seitlich +zusammengedrückte Fische, rhombisch bis oval. Schuppen auf den Flanken +höher als breit, dorsale und ventrale Kielschuppen unauffällig. Fulcra +uniserial, d. h. gegen die Spitze zu fest verwachsen. Dorsalflosse +lang, in der Mitte des Rückens beginnend, Analis etwas kürzer, der +hinteren Hälfte der Rückenflosse gegenüber. Schwanzflosse kaum +ausgeschnitten. Paarige Flossen sehr klein, die Brustflossen hoch +auf der Seite inseriert. Opercula vollständig bogenförmig angeordnet, +aber Präoperculum fast oder ganz bedeckt von den Suborbitalien +(Postorbitalien). Augen mit geschlossenem Ring von kleinen +Circumorbitalplatten. Alle Deckknochen des Kopfes mit Ganoin und +höckerig verziert. Auch die Supratemporalia und Posttemporalia sind +in größerer Zahl vorhanden. Chordacranium verknöchert. Blattförmige +Branchiostegalia (ca. 6), zwischen ihnen eine Jugularplatte. Die +Ossifikation der Wirbelsäule beschränkt sich auf die Bogenteile. +Kieferknochen außen mit keulenförmigen, innen mit kleinen, fast +bürstenförmigen Zähnen besetzt. Verbreitet im unteren und oberen Lias +von Mitteleuropa. ¡D. pholidotus¡ Ag., ¡caelatus¡ Qu., Lias +e+; +doch auch in der alpinen Trias (St. Cassian, Seefeld) und in den +Gondwana-Schichten Indiens (Kota-Maleri). + +¿Aphuelepis¿ A. Sm. Woodw. ¡Pristisomus¡ A. Sm. Woodw. Obere Trias +(obere Hawkesbury-Sch.), Neu-Südwales. + +¿Serrolepis¿ Qu. Lettenkohle, Württemberg. ¡Crenilepis¡ Dames. +Muschelkalk. + +¿Dollopterus¿ Abel. (¡Dolichopterus¡ Compter.) Mit außerordentlich +großen Brustflossen. (Flugfisch.) Ob. Muschelkalk. + +¿Cleithrolepis¿ Egerton. Körper hoch, Umriß rhombisch, +die dicken Schuppen höher als breit. Dorsale und ventrale +Kielschuppen ausgeprägt. Ob. Trias, Stormberg beds, Südafrika. +Hawkesbury-Schichten, Neu-Südwales. + +¿Aetheolepis¿ A. Sm. Woodw. Obere Trias (Hawkesbury-Sch.), +Neu-Südwales. + +¿Tetragonolepis¿ Bronn (¡Pleurolepis¡ Qu., ¡Homoeolepis¡ Wagn.). +Kleine, ovale oder fast kreisrunde Fische mit kleinen Brust- und +Bauchflossen. Brustflosse hoch auf der Seite. Rücken- und Afterflossen +sehr lang, die Strahlen durch Träger gestützt, von denen je 2 +zwischen 2 Dornfortsätzen eingeschaltet sind. Schuppen auf den +Seiten sehr hoch, am Vorderrand verdickt und Hautrippen bildend. +Chordascheide mit Pleurocentren und Hypocentren. Kopfknochen zum Teil +mit Schmelzhöckern. Ob. Lias, Württemberg, Franken, England. ¡T. +semicinctus¡ Br. Kota-Maleri-Schichten, Indien. + + +Familie: #Sphaerodontidae.# Wagner. + +¡Dicke, rhombische Schuppen. Oberkiefer, Gaumenbein, Vomer und +Unterkiefer mit mehreren Reihen halbkugeliger Zähne, Zwischenkiefer +mit stumpf konischen oder meißelförmigen Schneidezähnen. Oberkiefer +und Dentale noch mit schwächeren konischen Randzähnen. Keine +Gularplatte. Chorda persistent.¡ + +[Illustration: Fig. 191. + +Zähne von ¡Colobodus varius¡ Gieb. Muschelkalk. Bayreuth.] + +[Illustration: Fig. 192. + +Schuppen von ¡Colobodus¡ (¡Gyrolepis Alberti¡ p. p. Ag.) Muschelkalk. +Bayreuth. (Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 193. + +¡Sargodon tomicus¡ Plien. Rhätisches Bonebed. Württemberg.] + +¿Colobodus¿ Ag. (¡Asterodon¡ Mstr., ¡Tholodus¡ Meyer, ¡Dactylolepis¡ +Kunisch, ¡Eupleurodus¡ Gürich, ¡Nephrotus¡ Meyer, ¡Omphalodus¡ Meyer.) +Kopf etwas niedergedrückt, vorn gerundet. Zähne halbkugelig, in der +Mitte der Krone zitzenartig erhöht. Schuppen mit parallelen Rippen, +am Hinterrand gezähnt. Dorsalis und Analis sehr hoch. Muschelkalk, +Lettenkohle; Cassianer Schichten, Seefelder Schichten der alpinen +Trias. + +¿Hemilopas¿ Meyer, ¿Cenchrodus¿ Meyer. Auf einzelne Zähne aus dem +Muschelkalk angewendet. + +¿Sargodon¿ Plien. (Fig. 193). Nur Schneidezähne bekannt. Rhät. + +¿Lepidotus¿ Ag. (¡Sphaerodus¡ Ag. p. p., ¡Plesiodus¡ Wagner, +¡Prolepidotus¡ Michael. ¡Scrobodus¡ Mstr., ¡Lepidosaurus¡ Meyer). +Körper länglich, gedrungen, mit dicken, glatten oder nur schwach +verzierten Schuppen. Die imbrizierten Schuppenränder sind nach vorn +verlängert. Rückenflosse vor der Analis, beide groß. Brustflossen +groß, tief inseriert. Beckenflossen sehr klein. Schwanzflosse +ausgeschnitten. Kopfknochen alle mit Schmelz überzogen, glatt oder +gekörnelt. Häufig in Trias, Jura und unterer Kreide in Europa, Asien, +Brasilien. ¡L. elvensis¡ Blv. Ob. Lias +e+. ¡L. Leedsi¡ A. Sm. Woodw., +Oxfordton. ¡L. maximus¡ Ag. Ob. weißer Jura. Solnhofen. ¡L. Mantelli¡ +Ag., Wealden. ¡L. Mawsoni¡ A. Sm. Woodw. Kreide. Bahia. + +[Illustration: Fig. 194. + +¡Lepidotus notopterus¡ Ag. Lithographischer Schiefer. Solnhofen. +1/5 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 195. + +Lepidotus. ¡A¡ Kieferfragment mit Ersatzzähnen. ¡B¡ ein Zahn von der +Seite und von oben. ¡C¡ Schuppe (nat. Gr.). ¡D¡ Fulcrenbesatz der +Rückenflosse. ¡x¡ unpaare Rückenschuppe, ¡y¡ erste Basalschuppe der +Rückenflosse, ¡f f¡ Fulcrenstücke, ¡z¡ und ¡z'¡ Seitenschuppen.] + +[Illustration: Fig. 196. + +Kopf von ¡Lepidotus Elvensis¡ Blv. aus dem oberen Lias von Boll. 1/3 +n. Gr. (Nach ~Quenstedt~.)] + + +Familie: #Macrosemiidae.# + +¡Chorda persistent, Chordascheide mit Pleurocentren und +Hypocentren oder entsprechenden Ringen. Bezahnung kräftig, auf +Kiefern, Pterygopalatinum, Vomer, Dentale und Spleniale. Wenige +Kiemenhautstrahlen. Schwanzflosse mit ziemlich gleichen Lappen, +aber innerlich heterocerk. Dorsalis lang und hoch, alle Flossen mit +gegliederten und geteilten Strahlen. Schuppen rhombisch.¡ + +¿Macrosemius¿ Ag. (¡Disticholepis¡ Thioll.) Rückenflosse vom Nacken +bis zum Schwanz reichend. Nur die gerundete Caudalis mit Fulcren. +Schwanz ventral mit großen Kielschuppen; die übrigen Schuppen +dünn, dorsal und ventral reduziert. ? Brauner Jura, Stonesfield. +Lithographischer Schiefer von Bayern, Cerin. + +¿Histionotus¿ Egerton. (Fig. 198). Erster Strahl der langen +Rückenflosse verlängert, mit Fulcren besetzt. Caudalis tief gegabelt. +Fulcra an allen Flossen, Beschuppung vollständig. Ob. weißer Jura, +Bayern, Cerin. Purbeck. + +¿Ophiopsis¿ Ag. Sehr schlank, Dorsalis die Hälfte bis zwei Drittel der +Rückenlänge einnehmend. Caudalis gegabelt, der obere Lappen teilweise +beschuppt. Fulcra an allen unpaaren Flossen. Beschuppung vollständig. +Schuppen mit Zahngelenk. Dünne Ringwirbel. Vom oberen Muschelkalk +(Perledo) an bis zum Purbeck. Besonders ob. weißer Jura von Bayern, +Cerin. ¡O. tenuiserrata¡ Ag. sp. + +[Illustration: Fig. 197. + +Kopf von ¡Macrosemius latiusculus¡ Wagn. Ob. Jura. Kelheim. (Nat. Gr.) +¡pa¡ Scheitelbein, ¡psph¡ Parasphenoid, ¡vo¡ Vomer, ¡pmx¡ Prämaxilla, +¡mx¡ Oberkiefer, ¡pl¡ Gaumenbein, ¡qu¡ Quadratbein, ¡op¡ Operculum, +¡sop¡ Suboperculum, ¡pop¡ Präoperculum, ¡d¡ Dentale, ¡spl¡ Spleniale +des Unterkiefers, ¡hy¡ Zungenbeinbogen, ¡br¡ Kiemenhautstrahlen, ¡cl¡ +Clavicula.] + +[Illustration: Fig. 198. + +Wirbelsäule von ¡Histionotus Oberndorferi¡ Wagn. Ob. Jura. Kelheim. +Bayern. (Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 199. + +¡Pholidophorus striolaris¡ Ag. Ob. Jura. Eichstätt. Schwanzflosse.] + +[Illustration: Fig. 200. + +¡Pholidophorus micronyx¡ Ag. Schuppen von der Innenseite.] + +¿Eusemius¿ Vetter. Flossenstrahlen nicht geteilt, sonst wie +¡Ophiopsis¡. Ob. weißer Jura. Solnhofen. + +¿Legnonotus¿ Egerton. Rhät. + +¿Petalopteryx¿ Pictet (¡Aphanepygus¡ Bassani). Beschuppung kräftig, +aber unregelmäßig, die vertikalen Reihen nach oben und unten zuweilen +dichotom. Analis angeblich fehlend. Obere Kreide, Libanon, Dalmatien. + +¿Propterus¿ Ag. (¡Rhynchoncodes¡ Costa). Die große und hohe Dorsalis +zweiteilig, der vordere Teil höher. Caudalis tief gegabelt. +Paarige Flossen ohne Fulcra. Beschuppung vollständig regelmäßig. +Verknöcherung der Chordascheide sehr zart, meist Ringwirbel. Ob. +weißer Jura. Solnhofen. + +¿Notagogus¿ Ag. (¡Blenniomoeus¡ Costa, ¡Calignathus¡ Costa). Vordere +Strahlen der geteilten Dorsalis nicht verlängert, Caudalis nicht +gegabelt. Ringwirbel kräftiger. Ob. weißer Jura, Solnhofen, Cerin. +Untere Kreide, Neapel. + + +Familie: #Pholidophoridae.# + +¡Schlanke Fische mit rhombischen Ganoidschuppen. Zähne klein, spitzig. +Flossen mit kleinen Fulcren. Dorsalis und Analis klein. Mundspalte +oben von Prämaxilla und Maxilla begrenzt. Chorda persistent; +Pleurocentra und Hypocentra zuweilen zu Ringwirbeln verschmolzen.¡ +(Fig. 199-202.) + +¿Pholidophorus¿ Ag. (¡Brachyichthys¡ Winkler). Schuppen dünn, aber +glänzend, auf den Flanken etwas höher als lang; mit Zahnverbindung. +Rückenflosse etwas vor der Analis. Paarige Flossen klein. +Schwanzflosse tief ausgeschnitten, äußerlich homocerk; vor ihr öfter +eine große unpaare Dorsalschuppe. Raibler Sch. (¡Ph. Bronni¡ Kner), +Seefelder Sch. Unt. Lias, Lyme Regis (¡Ph. Bechei¡ Ag.). Ob. Lias +(+e+) von Württemberg, Franken, Calvados (¡Ph. germanicus¡ Quenst.). +Ob. weißer Jura; Süddeutschld., Cerin. Purbeck. + +[Illustration: Fig. 201. + +Kopf von ¡Pholidophorus striolaris¡ Ag. Ob. Jura. Eichstätt, Franken.] + +[Illustration: Fig. 202. + +¡Pholidophorus pusillus¡ Ag. Norische Sch. Seefeld, Tirol. (Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 203. + +¡Pholidopleurus typus¡ Bronn. Karnische Sch. Raibl, Kärnten. 2/3 nat. +Gr. (Nach ~Kner~.)] + +[Illustration: Fig. 204. + +¡Thoracopterus Niederristi¡ Bronn. Raibler-Schichten. Rekonstr. von +~O. Abel~.] + +¿Thoracopterus¿ Bronn (¡Pterygopterus¡ Kner). (Fig. 204.) Mit sehr +großen Brustflossen, die 2/3 der Körperlänge erreichen. Raibler Sch. +¡Gigantopterus¡ Abel. Raibler Sch. Beide Gattungen Flugfische. + +¿Pholidopleurus¿ Brown. (Fig. 203.) Klein, schlank. Schuppen dick, +glatt, mit dünnem Ganoin, auf den Flanken sehr hoch und kurz, +Seitenlinie deutlich. Dorsalis und Analis lang, weit nach hinten +gerückt. Beckenflossen fehlen. Wirbel ringförmig. Raibler Sch. + +¿Peltopleurus¿ Kner. Dorsalis und Analis kurz. Mit Beckenflossen. +Raibler Sch. Seefelder Sch. + +¿Pleuropholis¿ Egerton. Dorsalis und Analis lang, opponiert. Sehr +hohe, kurze Schuppen auf den Flanken. Kleine Beckenflossen. Wirbel +ringförmig. Ob. weißer Jura, Bayern, Cerin; ¡Pl. Egertoni¡ Wagn. +Purbeck. + +¿Archaeomene¿ A. Sm. Woodw. Ob. Trias (Hawkesbury beds, Neuseeland). + +¿Ceramurus¿ Egerton. Purbeck. + + +Familie: #Oligopleuridae.# + +¡Wirbelsäule vollständig verknöchert, in den oberen Schwanzlappen +verlängert. Dorsalis kurz. Schwanzflosse groß, ausgeschnitten, +äußerlich homocerk. Fulcra vorhanden. Schuppen dünn, cycloid.¡ + +¿Oligopleurus¿ Thiollière. Schuppen groß, dünn, weit imbrizierend, +cycloid. Caudalis mäßig ausgeschnitten. Ob. weißer Jura, Cerin. +Wealden. + +[Illustration: Fig. 205. + +¡Oligopleurus esocinus¡ Thiollière. Ob. Jura. Cerin, Ain. 1/4 nat. Gr. +(Nach ~Thiollière~.)] + +¿Oenoscopus¿ Costa (¡Attakeopsis¡ Thiollière, ¡Macrorhipis¡ Wagn.). +Rückenflosse länger, zum Teil vor der Analis. Schwanzflosse tief +ausgeschnitten. Ob. weißer Jura, Süddeutschland, Cerin. Untere Kreide, +Italien (Pietraroja). + +¿Spathiurus¿ Davis (¡Amphilaphurus¡ Davis). Rückenflosse über den +größten Teil des Rückens ausgedehnt. Caudalis mäßig ausgeschnitten. +¡Sp. dorsalis¡ Davis. Ob. Kreide, Libanon. + +¿Opsigonus¿ Kramb. aus der unteren Kreide von Lesina ist ungenügend +bekannt, vielleicht mit ¡Spathiurus¡ identisch. + + +Familie: #Aspidorhynchidae.# + +¡Sehr schlanke, langgestreckte Fische, mit rhomboidischen +Schmelzschuppen, deren Schmelzbelag bei einigen reduziert ist. +Schnauze schnabelartig zugespitzt. Unterkiefer mit isoliertem +Prädentale (Präsymphysale). Wirbel ringförmig oder amphicöl. +Zähne schlank, spitz. Flossen klein, mit breiten Strahlen, Fulcra +reduziert oder fehlend. Schwanzflosse äußerlich homocerk. Zahlreiche +Branchiostegalia.¡ + +¿Aspidorhynchus¿ Ag. Schlanke, dünne, bis 1 m lange Fische, mit mäßig +dicken, auf den Flanken hohen, glänzenden, aber nicht mit eigentlichem +Schmelz bedeckten Schuppen. Das lange, den Unterkiefer bedeutend +überragende Rostrum ist besonders von Prämaxillen, Vomer und Ethmoiden +gebildet. Die Maxilla ist isoliert, schlank. Zähne am größten auf +Prämaxilla, Palatinen und Präsymphysale. Zwischen den Suborbitalien +und Präoperculum ein Schaltknochen. Wirbelkörper ringförmig, +zart. Bauchflosse hinter der halben Körperlänge, Afterflosse und +Rückenflosse opponiert. Caudalis tief ausgeschnitten. Von braunem Jura +an (Stonesfield slates). Besonders häufig im oberen weißen Jura von +Solnhofen, Cerin. Purbeck. + +[Illustration: Fig. 206. + +¡Aspidorhynchus acutirostris¡ Ag. Ob. Jura. Solnhofen, Bayern.] + +[Illustration: Fig. 207. + +¡Aspidorhynchus.¡ ¡a¡ Hohlwirbel von vorn, ¡b¡ ein Stück der +Wirbelsäule aus der Schwanzregion mit aufsitzenden Bogen und +Dornfortsätzen.] + +¿Belonostomus¿ Ag. Unterkiefer fast ebensolang als die Schnauze. +Schuppen mit Schmelz; die der Seitenlinie höher als die übrigen. +Suborbitalia nicht durch eine Zwischenplatte vom Präoperculare +getrennt. Wirbel amphicöl, aber durchbohrt. Oberer weißer Jura +von Süddeutschland und Cerin; ¡B. tenuirostris¡ Ag. Untere Kreide +(Italien) und obere Kreide (England, Brasilien, Queensland). + +[Illustration: Fig. 208. + +¡Lepidosteus osseus¡ Lin. ¡a¡ Schwanzflosse, ¡b¡ Schuppen. Rezent. +Nordamerika.] + + +Unterordnung. #Lepidosteidae.# + +¡Wirbel verknöchert, opisthocöl. Intercalaria zwischen den oberen +Bögen. Kopf mit zahlreichen dicken, schmelzbedeckten Belagknochen, +insbesondere um die Orbita und zwischen Squamosum und Opercularen. +Maxilla in mehrere Teilstücke zerfallen. Unterkiefer mit großem +Dentale, Spleniale, einem gesonderten Angulare und Complementare +(Coronoideum); kein Prädentale oder Präsymphysale. Derbe +Schmelzschuppen, festgefügt. Auf den Kieferrändern eine Anzahl +großer spitzer Zähne, dazwischen bedeutend kleinere. Kleine Zähne +auch auf dem Pterygopalatinum und auf der Innenseite des Dentale +(Spleniale). Wenige Branchiostegalia, keine Gularplatten. Alle Flossen +mit biserialen Fulcren, klein, Schwanzflosse gerundet, innerlich +heterocerk.¡ + +Die einzige Familie der ¿Lepidosteiden¿ (mit der lebenden Gattung +¡Lepidosteus¡) steht ~sehr isoliert~. Ihre Beziehung zu fossilen +Ganoidfischen bedarf weiterer Klärung. Die Zusammenstellung mit den +Semionoten, Lepidoten, Pholidophoren etc. (zu einer Ordnung) ist hier +aufgegeben. + +¿Lepidosteus¿ Lacépède. Vom Eocän an. ¿Clastes¿ Cope, Eocän von +Nordamerika (Wyoming), ist wohl nicht wesentlich verschieden. + + +Unterordnung. #Amioidei.# + +¡Schuppen sehr dünn, dachziegelartig übereinandergreifend, cycloid +oder rhombisch. Schwanzflosse äußerlich homocerk oder gerundet, +innerlich heterocerk. Wirbelsäule mit Nacktwirbeln, Halbwirbeln oder +vollständig verknöchert. Kiemenhautstrahlen blattförmig, eine mediane +Jugularplatte vorhanden. Zähne zugespitzt, konisch.¡ Lebend Amia, in +Flüssen der südlichen Vereinigten Staaten und Zentralamerikas. Fossil +vom Lias an. + + +Familie: #Pachycormidae# Döderlein. + +(¡Microlepidoti¡ und ¡Cyclolepidoti¡ Zittel.) + +¡Ossifikationen der Chordascheide beschränkt; Nacktwirbel oder +Halbwirbel. Schwanzflosse tief ausgeschnitten, kräftig, nur innerlich +heterocerk. Vor der Rückenflosse meist einige blinde Flossenträger. +Fulcra klein oder fehlend. Ethmoid und Vomer zu einem Rostrum +verlängert. Kiemenhautstrahlen sehr zahlreich (30-40).¡ Lias bis +untere Kreide. + +[Illustration: Fig. 209. + +¡Pachycormus macropterus¡ Ag. Ob. Lias. Ilminster. England. ¡a¡ von +der Seite, ¡b¡ von unten.] + +¿Pachycormus¿ Ag. (¡Saurostomus¡ Ag., ¡Cephenoplosus¡ Sauv.). Große +Fische, vorn mit Nacktwirbeln, hinten mit Halbwirbeln. Schuppen klein, +rhombisch. Beide Lappen der tief ausgeschnittenen Schwanzflosse mit +stabförmigen Fulcren. Bauchflossen sehr klein; Rückenflosse vor der +Afterflosse beginnend. Flossenstrahlen sparsam gegliedert. Operculum, +Suboperculum und Suborbitalia sehr groß. Lias und Jura. ¡P. bollensis¡ +Qu. Ob. Lias. + +¿Sauropsis¿ Ag. (¡Diplolepis¡ Vetter). Schuppen klein, die ventralen +breiter als hoch. Chordascheide ohne Verknöcherungen. Fulcra fehlen. +¡S. latus¡ Ag. Oberer Lias. ¡S. longimanus¡ Ag. Oberer weißer Jura. + +¿Prosauropsis¿ Sauvage. Oberer Lias. + +¿Euthynotus¿ Wagn. (¡Heterothrissops¡, ¡Pseudothrissops¡ Sauvage). +Hypocentra und Pleurocentra als Halbwirbel entwickelt. Schuppen +rhombisch, an den Ecken gerundet. Bauchflossen weit nach vorn gerückt. +¡E. speciosus¡ Wagn. Oberer Lias. + +[Illustration: Fig. 210. + +¡a¡ Wirbel, ¡b¡ Schuppen von ¡Euthynotus micropodius¡ Ag. sp. aus dem +oberen Lias von Boll, Württemberg.] + +[Illustration: Fig. 211. + +¡Hypsocormus insignis¡ Wagn. Lithographischer Schiefer von Eichstätt. +Stück der Wirbelsäule.] + +¿Hypsocormus¿ Wagn. Große Fische mit winzig kleinen rhombischen +Schuppen. Wirbelsäule nackt, nur Bogen und Dornfortsätze verknöchert. +Schwanzflosse mächtig groß, tief ausgeschnitten, die vorderen Strahlen +ungegliedert, durch stabförmige Fulcren getrennt. Weißer Jura. ¿H. +Leedsi¿ A. Sm. Woodw. Oxfordton. ¡H. insignis¡ und ¡macrodon¡ Wagn. +Oberer weißer Jura (lithogr. Schiefer) Bayerns. + +¿Asthenocormus¿ A. Sm. Woodw. (¡Agassizia¡ Vetter.) Ossifikationen +der Chordascheide fehlen oder sind rudimentär. Kleine Fulcra. Keine +Beckenflosse. Sehr groß. ¡A. titanius¡ Wagn. sp. Oberer weißer Jura, +Solnhofen. + + +Familie: #Caturidae.# + +¡Verknöcherung der Wirbel unvollkommen. Flossenstrahlen stark +gegliedert, oben geteilt. Unpaare Flossen mit Fulcren. Schuppen der +älteren Formen dick, rhombisch, später sehr dünn, fast oder ganz +cycloid. Zähne kräftig. Schwanzflosse groß, ausgerandet, mit zwei fast +gleichen Lappen, innerlich heterocerk. Dorsalis kurz, hoch.¡ + +¿Caturus¿ Ag. (¡Uraeus¡ Ag.) Lachsartige Raubfische. Schuppen weit +übereinandergreifend, abgerundet rhombisch, fast cycloid. Kleine +Hypocentra und Pleurocentra oder gar keine Ossifikationen der +Chordascheide. Kieferrand mit großen Zähnen, Zähne des Spleniale viel +kleiner, in einer Reihe. Fulcra an allen Flossen, biserial. Unterer +Lias (¡C. heterurus¡ Ag.) -- oberer weißer Jura (¡C. furcatus¡ Ag., +Bayern, Württemberg, Cerin). ¡C. insignis¡ Kner (¡Eugnathus¡), obere +Trias von Seefeld, ist generisch unsicher. Hierher auch ¡Strobilodus¡ +Wagn., ¡Conodus¡ Ag., ¡Eudactis¡ Egert., ¡Thlattodus¡ Owen, +¡Ditaxiodus¡ Owen) von denen einige sich vielleicht als Untergattungen +halten ließen). + +[Illustration: Fig. 212. + +¡a¡ ¡Caturus maximus¡ Ag. Schwanz. ¡b¡-¡g¡ ¡Caturus furcatus¡ Ag. aus +dem oberen Jura von Kelheim und Solnhofen, ¡b¡ Schuppen in nat. Gr., +¡c¡ Schuppe vergr. ¡d¡ Wirbel aus der Rumpfregion von der Seite. ¡e¡ +ein Rumpfwirbel von vorne. ¡f¡ Schwanzwirbel. ¡g¡ Dornfortsätze der +Hämapophysen.] + +[Illustration: Fig. 213. + +¡Caturus elongatus¡ Ag. Ob. Jura. Cerin. Ain. 1/2 nat. Gr.] + +¿Callopterus¿ Thiollière. Sehr ähnlich Caturus; die Dorsalis steht +über der Analis. Lithographischer Schiefer, Bayern, Cerin. + +¿Osteorhachis¿ Egerton. Hypocentra und Pleurocentra, aber keine +Ringwirbel, Schuppen höckerig, dünn, aber mit Gelenkfortsätzen +ineinandergreifend. Unterer Lias, England. + +¿Eurycormus¿ Ag. Hypocentra und Pleurocentra, im Schwanz zu +ringförmigen Halbwirbeln entwickelt. Zähne des Oberkiefers +und Spleniale klein, des Dentale groß. Schuppen dünn, ohne +Gelenkfortsätze. Oberer weißer Jura, Bayern, Württemberg, England. + +[Illustration: Fig. 214. + +Wirbel von ¡Callopterus Agassizi¡ Thiollière. Ob. Jura. Kelheim. +(Etwas verkleinert.)] + +[Illustration: Fig. 215. + +¡Eurycormus speciosus¡ Wagn. ¡a¡ Rumpfwirbel, ¡b¡ Schwanzwirbel.] + +¿Eugnathus¿ Ag. Schlanke Fische mit dicken, rhombischen +Schmelzschuppen. Chordascheide meist ohne Ossificationen. Kieferränder +mit großen Zähnen, auf der Innenseite sehr kleine Zähne in Häufchen. +Die Kopfknochen stimmen im wesentlichen mit Caturus überein. Unterer +Lias, England. (¡E. orthostomus¡ Ag.) Oberer weißer Jura, Bayern, +Württemberg. + +Nahe verwandt ist ¡Heterolepidotus¡ Egert. Oberer Muschelkalk, +Perledo. Oberer alp. Keuper (Seefeld), Unterer Lias (England), oberer +weißer Jura (Solnhofen). Deutliche, ossifizierte Halbwirbel. + +¿Allolepidotus¿ Deecke. Plumpere Form. Keine oder nur schwache +Ossificationen in der Chordascheide. Oberer Muschelkalk, Perledo. +Oberer alp. Keuper, Seefeld. + +¿Ptycholepis¿ Ag. Sehr schlank. Deckknochen stark skulptiert, +Schuppen dick, mit longitudinalen Falten. Randliche Zähne klein. +¡Pt. bollensis¡ Ag. Oberer Lias etc., Württemberg. Außerdem Arten im +unteren Lias (England) und in der oberen Trias (Connecticut, U. S. A., +Raibl in Kärnten). + + +Familie: #Megaluridae# Zitt. + +(¡Halecomorphi¡ Cope, ¡Amiidae¡ A. Sm. Woodw.) + +¡Schuppen dünn, cycloid. Wirbelsäule verknöchert, hinten in den oberen +Teil der abgerundeten Schwanzflosse verlängert. Die Caudalregion aus +vertikal geteilten Halbwirbeln bestehend (diplospondylisch), wovon +die hinteren Scheiben die oberen und unteren Bögen tragen. Fulcren +meist ganz fehlend. Kiemenhautstrahlen breit, wenig zahlreich. +Jugularplatte groß. Zähne konisch, kräftig.¡ Jura bis jetzt. + +[Illustration: Fig. 216. + +¡Megalurus elegantissimus¡ Wagn. Ob. Jura. Solnhofen. 2/3 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 217. + +¡Megalurus polyspondylus¡ Mstr. Ob. Jura. Kelheim. ¡a¡ ein Stück der +Wirbelsäule (nat. Gr.), ¡b¡ Schuppen vergr.] + +¿Megalurus¿ Ag. Rückenflosse lang, über den Bauchflossen beginnend und +bis zum hinteren Ende der Afterflosse reichend. Schwanzflosse hinten +konvex, sehr kräftig; Wirbelsäule weit in den oberen Teil verlängert. +Flossen ohne Fulcren. Caudalregion mit langgestreckten, aus zwei +gleichen Hälften bestehenden Wirbeln. Oberer weißer Jura (lithogr. +Schiefer) von Süddeutschland, Cerin; Purbeck. + +¿Amiopsis¿ Kner. Obere Kreide, Istrien. Ungenügend bekannt. + +¿Amia¿[47] L. (¡Cyclurus¡, ¡Notaeus¡ Ag.) Rückenflosse vor der +ventralen beginnend, bis zur Schwanzflosse reichend. Fulcren fehlen. +Lebend in Nordamerika; fossil in tertiären Süßwasserablagerungen +Europas. ¡A. (Notaeus) longicauda¡ Ag. (Montmartre), ¡A. (Cyclurus) +Valenciennesi¡ Ag. (Armissan), ¡A. Kehreri¡ Andreae (Messel bei +Darmstadt). + +¿Pappichthys¿ Cope. Eocän. Nordamerika, Rheims, aus isolierten Resten +ungenügend bekannt, ebenso ¡Protamia¡ Leidy und ¡Hypamia¡ Leidy +(Eocän). + +¿Liodesmus¿ Wagn. (¡Lophiurus¡ Vetter). Chordascheide ohne +Ossifikationen. Dorsalis kurz. Caudalis hinten konvex oder wenig +ausgerandet. Keine Fulcra. Sehr kleine Schuppen. Oberer weißer Jura, +Solnhofen. Durch die geringe Verknöcherung der Wirbelsäule steht die +Gattung innerhalb der Familie isoliert. + +[Illustration: Fig. 218. + +Ein Stück der Wirbelsäule von ¡Amia calva¡.] + +[Illustration: Fig. 219. + +Kopf von ¡Amia calva¡ Bonap. von unten. Süd-Carolina. ¡h¡ Hyoideum, +¡brs¡ Kiemenhautstrahlen, ¡jug¡ Jugularplatte, ¡md¡ Unterkiefer.] + + +Unterklasse. #Teleostei.#[48] + +¡Haut mit dünnen Cycloid- oder Ctenoidschuppen, seltener mit +knöchernen Platten. Wirbelsäule verknöchert, Schwanzflosse homocerk. +Fulcren fehlen. Kiemendeckel wohl entwickelt. Gräten mehr oder weniger +reichlich. Arterienstiel mit nur zwei Klappen. Sehnerven gekreuzt, +ohne Chiasma. Darm ohne Spiralklappe.¡ + +Der Unterschied zwischen Teleostiern und Ganoiden beruht teils im +Hautskelett, teils in anatomischen Merkmalen. Beide Unterklassen sind +auf das engste miteinander verknüpft und die Grenzlinie zwischen +Amioidea und physostomen Teleostiern häufig nahezu verwischt. Dies +gilt insbesondere von den Schuppen, welche bei den ersteren bereits +dünn und elastisch geworden sind und sich in nichts von denen einiger +Physostomen unterscheiden, bei denen unter der äußeren glänzenden +Schicht eine fibrillär gebaute mit Knochenzellen zur Entwicklung +gelangt. + +Bei den Teleostiern ist das innere Skelett sehr dicht und arm an +Knochenzellen. Nach Kölliker entbehren fast alle Acanthopterygier +(excl. Thynnus), Pharyngognathen, Anacanthinen, Plectognathen +und Lophobranchier, auch mehrere Gruppen der Physostomen, der +Knochenzellen im Innenskelett. + +Die Bildung der Wirbelkörper beginnt mit einer Sklerosierung +(Verkalkung) eines Ringes der Chordascheide; intervertebral kann +sich die Chorda noch verdicken. Die Bogen werden knorplig angelegt +und durch das Wachstum des knöchernen Wirbelkörpers z. T. in diesen +eingeschlossen (Knorpelkreuz auf Querschnitten). + +Die Schwanzflosse ist stets äußerlich homocerk, während innerlich +meist eine starke Aufbiegung des Endes der Wirbelsäule beobachtet +wird. Sie wird ausgeglichen durch die starke Entwicklung der ventralen +Flossenträger (unteren Bögen). Im Bereich der letzten Wirbel und der +unteren Bögen kommen Verwachsungen vor, bis zur Darstellung einer +einheitlichen Platte. + +Die Bauchflossen rücken bei den differenzierteren Formen zuweilen weit +nach vorn. Die Strahlen der Rückenflosse sind bald gegliedert, bald +ungegliedert. + +Die Teleostier werden meist in die zwei Ordnungen der ~Physostomi~ +und ~Physoclysti~ zerlegt, je nachdem die Schwimmblase mit dem +Ösophagus durch einen Gang in Verbindung steht oder nicht. Physostom +sind auch die lebenden Ganoiden. In die Schwimmblase kann aus den +Kapillaren der umgebenden Gewebe Sauerstoff abgesondert werden, der +bei manchen im Schwimmblasengang wieder zur Atmung verwendet wird +(Aale); der Schwimmblasengang dient also nicht dazu, Luft aus der +Atmosphäre aufzunehmen. Die Diffusion von Gasen in die Schwimmblase +kommt auch bei Physoclysten vor und ohne daß eine Beziehung zur Atmung +nachweisbar wäre; sie kann dann aber als statisches Organ wirksam sein. + +Unter den ~Physoclysten~ sind hier die Unterordnungen der +~Anacanthini~, ~Acanthopterygii~, der ~Lophobranchii~ und +~Plectognathi~ beibehalten. + + +Ordnung. #Physostomi.# + +~Schwimmblase mit Ausführungsgang. Bauchflossen stets abdominal; +alle Flossenstrahlen gegliedert, nur die vorderste der Rücken- und +Brustflossen zuweilen ungegliedert. Cycloidschuppen. Die Deckschicht +der Schuppen enthält häufig eingeschlossene Knochenkörperchen. Die +Basalplatte ist gewöhnlich zellenlos und durch Entwicklung von +strahligen Kalkkörperchen verkalkt.~ + +Die hier summierten Merkmale haben zur Zusammenstellung einer Reihe +von Formen geführt, die sicherlich innerhalb des größeren Rahmens +noch in Unterabteilungen zu zerlegen sind. Bei E. D. ~Cope~[49] und +A. Smith ~Woodward~ sind die Leptolepiden, Elopiden, Albuliden, +Osteoglossiden, Notopteriden, Chirocentriden, Ctenothrissiden, +Clupeiden, Salmoniden, Halosauriden, Notacanthiden, Dercetiden, +Enchodontiden, Scopeliden, Gonorhynchiden, Chirotrichiden, Esociden +und Cyprinodontiden als ~Isopondyli~ geführt. Die Characiniden, +Cypriniden und Siluriden bilden bei A. Sm. ~Woodward~ die +Unterordnung der ~Ostariophysi~, die Muraenidae die der ~Apodes~. +Die amerikanischen Autoren gehen weiter in der Teilung und Bewertung +der Gruppen. Es ist anzunehmen, daß innerhalb der alten Physostomi +mehrere genetisch ganz verschiedene Gruppen stehen, von denen einige +sich recht gut abgrenzen lassen, so die Clupeiden (mit Leptolepiden +und Salmoniden), die Esociden, die Muraeniden, die Cypriniden und +Siluriden (welche auf Grund wichtiger anatomischer Übereinstimmungen +trotz verschiedenen Aussehens nicht weit getrennt werden dürfen). + + +Familie: #Leptolepidae.# + +¡Wirbelkörper durchbohrt. Schwanzflosse ohne verschmolzene oder +verbreiterte ventrale Flossenstützen. Keine Fulcra. Gräten vorhanden. +Schuppen cycloid, imbrizierend, mit dünnem Schmelz. Parietalia in +Berührung. Oberrand der Mundspalte von Oberkiefer und Zwischenkiefer +gebildet.¡ + +[Illustration: Fig. 220. + +Kopf von ¡Leptolepis Knorri¡ Ag. Ob. Jura. Kelheim.] + +[Illustration: Fig. 221. + +¡Leptolepis sprattiformis¡ Ag. Lithographischer Schiefer. Eichstätt, +Franken. (Nat. Gr.)] + +¿Leptolepis¿ Ag. (¡Tharsis¡ Gieb., ¡Sarginites¡ Costa, ¡Megastoma¡ +Costa). Rückenflosse gegenüber der Bauchflosse. Afterflosse klein. +Kopfknochen glatt; Zähne winzig. Dentale vorn mit steilem Fortsatz. +Meist kleine, häringartige Fische. Lias bis untere Kreide. ¡A. +sprattiformis¡ Ag. Oberer weißer Jura, Solnhofen etc. + +¿Tharsis¿ ist nach A. Sm. ~Woodward~ als Subgenus von ¡Leptolepis¡ zu +führen, mit ¡Th. dubius¡ Ag. Solnhofen. + +[Illustration: Fig. 222. + +Die beiden Unterkiefer von ¡Thrissops formosus¡ Ag. Ob. Jura. Kelheim. +(Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 223. + +Ein Stück der Wirbelsäule von ¡Thrissops formosus¡ Ag. Ob. Jura. +Kelheim. Bayern.] + +¿Thrissops¿ Ag. Ziemlich groß, Zähne kräftig. Dentale ohne Fortsatz. +Rückenflosse gegenüber der großen Afterflosse. Oberer Jura, untere +Kreide. ¡Th. formosus¡ Ag. (Fig. 222, 223.) Oberer weißer Jura, +Solnhofen etc. + +¿Aethalion¿ Mstr. Wie ¡Leptolepis¡, aber Dentale ohne Fortsatz. ¡A. +Knorri¡ Ag. Oberer weißer Jura; Solnhofen etc. + +¿Lycoptera¿ J. Müll. Die Wirbelkörper breit durchbohrte Zylinder. +Sonst ähnlich ¡Thrissops¡. Jura von Transbaikalien und China. + +¿Tharrias¿ Jordan und Branner. Operculum sehr viel größer als +Suboperculum. Mehr Wirbel als ¡Leptolepis¡. Kreide von Brasilien. + + +Familie: #Clupeidae.# + +¡Schlanke Fische mit cycloiden Schuppen. Wirbelkörper nicht +durchbohrt, die abdominalen mit kurzen Querfortsätzen. Rückenflosse +kurz, in der Mitte des Rückens, keine Fettflosse. Parietalia getrennt. +Oberrand der Mundspalte vom Oberkiefer und Zwischenkiefer gebildet. +Zähne spitzig, klein, seltener fehlend. Kiemendeckel vollständig.¡ + +Die ¿Clupeiden¿ leben in Schwärmen in der Nähe der Küste, steigen +aber zur Laichzeit auch in den Flüssen herauf. Von den ¡Salmoniden¡ +durch den Mangel einer Fettflosse unterschieden. Sie leiten sich von +¡Leptolepiden¡ ab und treten von der unteren Kreide an auf. + +¿Clupea¿ Cuvier (inkl. ¡Alosa¡ Cuv.). Häring. (Fig. 224.) Auf der +Ventralseite bilden gekielte Schuppen eine sägeartige Bauchkante. +Auf Kiefer und Gaumen kleine, auf Vomer und Zungenbein stärkere +Zähne. Neocom bis jetzt. Sehr häufig in der oberen Kreide des Libanon +(¡Cl. Bottae¡ Pictet), Eocän des Monte Bolca, Miocän von Schwaben +(Kirchberger Schichten), Österreich, Kroatien, Toskana, Sizilien. + +[Illustration: Fig. 224. + +¡Clupea rentricosa¡ H. v. Meyer. Unt. Miocän. Unterkirchberg bei Ulm.] + +[Illustration: Fig. 225. + +¡Meletta sardinites¡ Heckel. Unt. Oligocän. Radoboj, Kroatien. (Nach +~Heckel~.)] + +¿Chatoessus¿ Cuv. Obermiocän, Österreich. + +¿Scombroclupea¿ Kner. Hinter der Analflosse einige vereinzelte +Flossenstrahlen. Untere Kreide, Comen. Obere Kreide, Libanon. + +¿Diplomystus¿ Cope. Außer dem Bauchkiel eine Reihe von Rückenschildern +vom Kopf bis zur Rückenflosse. Vollständige Skelette im Eocän von +Wyoming. Obere Kreide des Libanon, Kreide von Brasilien, Oligocän von +Wight. + +¿Meletta¿ Val. (Fig. 225). Kleine Fischchen mit dicken Schuppen, deren +jede mit 3-6 Paar radialen Rippen verziert ist. Zahnlos. Bauchschuppen +kräftig. Tertiär, lebend. Sehr häufig in den unteroligocänen +Melettaschiefern der Karpaten, in Rumänien, Kroatien: im Unteroligocän +des Elsaß, im Flysch (Fischschiefer) von Glarus. + +¿Engraulis¿ Cuv. Oberkiefer länger als der Unterkiefer. Lebend und +tertiär vom Eocän an. + +Ohne die charakteristischen Bauchschuppen sind: + +¿Pseudoberyx¿ Pictet, obere Kreide. ¡Histiothrissa¡ A. Sm. Woodw., +obere Kreide. ¡Halecopsis¡ A. Sm. Woodw., Eocän. + + +Familie: #Salmonidae.# Lachse. + +Wie die Clupeiden, aber mit einer Fettflosse hinter der Rückenflosse. +Da diese sich fossil nicht erhält, ist die Unterscheidung der fossilen +Funde von den ¡Clupeiden¡ eine unsichere. + +¿Salmo¿ L. Obermiocän, Kroatien. Vom lebenden ¡Mallotus villosus¡ Cuv. +finden sich Skelette häufig in Konkretionen an der Küste Grönlands und +in Glacialablagerungen Canadas. + + +Familie: #Osteoglossidae.# + +Große Süßwasserfische von Südamerika, Indien und Afrika. + +¿Dapedoglossus¿ Cope, ¡Anaedopogon¡ Cope. Tertiär von Wyoming und +Mexico. + + +Familie: #Albulidae.# + +¡Schlanke, häringsartige Fische. Bauch gerundet, ohne Kielschuppen. +Oberkiefer vorspringend. Keine Gularplatten. Opercularia vollzählig. +Bezahnung schwach oder fehlend. Wenige Branchiostegalia.¡ + +¿Albula¿ Bloch u. Schneider. Parasphenoid, Entopterygoid und Zunge +mit rundlichen Zähnen; kleine, borstenförmige Zähne auf Prämaxilla, +Vomer, Palatinen und Dentale. Maxillen unbezahnt. Tertiär und +lebend. ¡A. Oweni¡ Ag. sp. (Owen) (¡Pisodus¡ Owen, die Bezahnung des +Paraphenoids). Eocän. + +[Illustration: Fig. 226. + +¡Istieus mesospondylus¡ v. d. Marck. Ob. Kreide. Sendenhorst. +Westfalen. (Nach ~v. d. Marck~.)] + +¿Istieus¿ Ag. Dorsalflosse über den größten Teil des Rückens +ausgedehnt. Kleine Zähnchen am Kieferrand, größere im Munde. Gegen 100 +Wirbel. ¡I. grandis¡ Ag. Obere Kreide. + +¿Chanoides¿[50] A. Sm. Woodw., Eocän. ¡Chanos¡ Lacepède, tertiär und +lebend. ¡Prochanos¡ Bass. Untere Kreide. ¡Ancylostylus¡ Kramb., obere +Kreide. + + +Familie: #Chirocentridae.# + +¡Sehr schlanke, komprimierte Fische, Dorsalflosse weit hinten, +gegenüber der Analflosse. Bauch kantig, aber ohne sägezähnige +Kielschuppen. Oberer Mundrand von Maxilla und Prämaxilla gebildet. +Große Zähne auf den Kiefern, sehr kleine auf Palatinen, Pterygoiden +und Zunge. Parietalia durch Supraoccipitale getrennt. Squamosum +verkümmert, Pterotica vorstehend. Opercularia vollzählig, nur wenige +Branchiostegalia (8). Keine Gularplatten. Abdominalwirbel mit +Querfortsätzen. Knochenzellen im Innenskelett.¡ + +Einzige lebende Gattung ¿Chirocentrus¿ Cuv., mit horizontal gestellten +großen Zwischenkieferzähnen. Im Roten Meer, Indischen Ozean und +malayischen Gewässern. + +A. Sm. Woodward stellt hierher auch die großen ¿Ichthyodectidae¿ +(siehe d.). + +¿Platinx¿ Ag., ¡Coelogaster¡ Ag., ¡Monopterus¡ Volta. Eocän, Monte +Bolca. + +¿Chiromystus¿ Cope. Obere Kreide, Bahia. + +¿Chirocentrites¿ Heckel. Untere Kreide, Istrien. + +¿Spathodactylus¿ Pictet, Neocom. + +¿Cladocyclus¿ Ag. Obere Kreide; England, Brasilien. + +Die ¿Ctenothrissidae¿ umfassen die beiden Gattungen ¡Ctenothrissa¡ +A. Sm. Woodw. (mit Ctenoidschuppen) und ¡Aulolepis¡ Ag. (mit +Cycloidschuppen), beide aus der oberen Kreide. Durch die lockere +Verbindung der Maxillen nähern sie sich den ¡Clupeiden¡. Die +Beckenflossen sind weit nach vorn gerückt. + + +Familie: #Cyprinodontidae.# Zahnkarpfen. + +¡Kleine Fische mit Cycloidschuppen. Oberer Rand der Mundspalte nur +vom bezahnten Zwischenkiefer gebildet. Unterkiefer und Schlundknochen +mit spitzen Zähnen. Keine Fettflossen und Bartfäden. Meist +Süßwasserfische, einige auch in Brackwasser und an den Küsten.¡ + +¿Prolebias¿ Sauvage (¡Lebias¡ Cuv. z. T.). Sehr häufig im Oligocän und +Miocän. + +[Illustration: Fig. 227. + +¡Lebias Meyeri¡ Ag. Litorinellenthon. Frankfurt a. M. (Nat. Gr.)] + + +Familie: #Esocidae.# + +¡Körper gestreckt, mit großen Cycloidschuppen. Oberrand der +Mundspalte von Zwischenkiefer und Oberkiefer gebildet. Maxilla +zahnlos; Zwischenkiefer, Vomer, Gaumenbein, Unterkiefer mit starken +Hechelzähnen. Rückenflosse weit zurück.¡ + +¿Esox¿ L. vom Oberoligocän an nachweisbar. + + +Familie: #Scombresocidae.# + +¡Körper mit Cycloidschuppen, außerdem jederseits am Bauch eine Reihe +gekielter Schuppen. Oberrand der Mundspalte von Zwischenkiefer und +Oberkiefer gebildet. Untere Schlundknochen zu einem Stück verwachsen. +Rückenflosse weit hinten, der Afterflosse gegenüber. Bauchflossen +abdominal. Flossenstrahlen gegliedert, weich.¡ + +¿Scombresox¿ Cuv., ¡Belone¡ Cuv. Miocän, lebend. + + +Familie: #Cyprinidae.# Weißfische, Karpfen. + +¡Schuppen cycloid. Oberrand der Mundspalte vom Zwischenkiefer +gebildet. Kiefer, Gaumen- und Zungenbein zahnlos. Untere +Schlundknochen mit 1 bis 3 Reihen griffelartiger, hohler Zähne +besetzt. Meist nur 3 Kiemenhautstrahlen. Bartfäden meist vorhanden. +Gehörorgan ausgezeichnet durch Größe und Lage des Asteriscus, wie bei +Siluriden.¡ + +Die Cypriniden bewohnen die süßen Gewässer der alten Welt und +Nordamerikas. Fossil häufig im Tertiär, meist die noch existierenden +Gattungen wie ¡Leuciscus¡ (Fig. 228), ¡Tinca¡, ¡Gobio¡, ¡Barbus¡ Cuv., +¡Rhodeus¡, ¡Aspius¡ (Fig. 229), ¡Cyprinus¡, ¡Thynnichthys¡ Günth., +¡Nemachilus¡ Cuv., an die sich einige nahestehende erloschene Genera +wie ¡Amyzon¡, ¡Diastichus¡, ¡Oligobelus¡ Cope u. a. anschließen. +Hierher auch ¡Capitodus¡ Mstr. z. T. und ¡Soricidens¡ Mstr. +(Schlundzähne). Mittelmiocän, Österreich. + +[Illustration: Fig. 228. + +Schuppen von ¡Leuciscus Oeningensis¡ Ag. Ob. Miocän. Oeningen, Baden. +(Vergr. nach ~Winkler~.)] + +[Illustration: Fig. 229. + +Schlundknochen und Schlundzähne von ¡Aspius rapax¡ Ag. Rezent. (Nach +~Heckel~ und ~Kner~.)] + + +Familie: #Characinidae.# + +¡Oberrand der Mundspalte teilweise auch vom Kiefer gebildet. Kiefer +bezahnt. Untere Schlundknochen nicht sichelförmig. Keine Bartfäden; +meist eine Fettflosse vorhanden.¡ + +Die ¡Characiniden¡ vertreten die ¡Cypriniden¡ im tropischen +Amerika und Afrika. Fossil im Tertiär von S. Paulo, Brasilien +(¡Tetragonopterus¡). + + +Familie: #Siluridae.# Welse. (¡Nematognathi¡ Cuvier). + +¡Nackt, schuppenlos oder mit Knochenschildern bepanzert. Kiefer stark +bezahnt. Die Zwischenkiefer bilden meist allein den Oberrand der +Mundspalte, die zahnlosen rudimentären Maxillen tragen Bartfäden. +Subopercula (zuweilen auch Opercula) fehlen. Brustflosse vorn +meist mit starkem Knochenstachel (verwachsene Strahlen). Webersche +Knöchelchen vorhanden. Das Labyrinth stimmt in der Lage und Größe des +Asteriscus, der Bogengänge etc. mit den Cypriniden überein.¡ + +Die ~Panzerwelse~ besitzen Hautzähnchen (mit Dentin und Schmelz), +welche selbständig oft zu mehreren auf einer knöchernen Unterlage +stehen und beweglich durch Bindegewebe verbunden sind. Bei ¡Hypostoma¡ +sind kleine, in schrägen Reihen angeordnete Schüppchen zwischen den +vorderen Flossen beobachtet (Kner). + +Fossile Reste dieser sehr formenreichen, über die gemäßigten +und tropischen Breiten der ganzen Erde verbreiteten Familie von +Süßwasserfischen (von denen einige auch die Meeresküsten aufsuchen +und in Lagunen leben) sind selten. Sie sind im Eocän von England +(¡Bucklandium¡, ¡Arius¡) von Ägypten (¡Fayumia¡ Stromer, ¡Socnopaea¡ +Stromer), von Nordamerika (¡Rhineastus¡, ¡Astephus¡), im Oligocän +Deutschlands (¡Arius¡), im Miocän von Ungarn (¡Pimelodus¡), im +oberen Miocän und Pliocän der Siwalik Hills (Indien) und von Padang +(Sumatra) vertreten. Von Interesse ist das häufige Vorkommen der +leicht kenntlichen Otolithen (Fig. 230) in echt marinen Ablagerungen +Europas, von Paleocän an durch alle Stufen des Tertiärs. + +Die Clariasarten besitzen ein akzessorisches Atmungsorgan für +atmosphärische Luft und können lange Zeit auf dem Lande leben. Bei +¡Saccobranchus¡ ist das entsprechende Organ ein an die Kiemenhöhle +angeschlossener Sack, der sich zwischen die Muskulatur schiebt (Day). + + +Familie: #Plethodidae.# Hay. + +¡Auf dem Parasphenoid und korrespondierend auf dem Glossohyale +bzw. den Branchiostegalien entwickeln sich unpaare Kauplatten, +die gegeneinander reiben und mit kleinen Gruben bedeckt sind. Sie +bestehen aus dichtem Knochen. Schwanzflosse tief ausgeschnitten, +die Flossenstrahlen ungegliedert. Obere und untere Bögen nicht mit +dem Wirbel verwachsen. Wirbel am Ende der Wirbelsäule verkürzt und +zusammengedrängt, ein Hypurale vorhanden. Dorsalflosse lang.¡ + +¿Anogmius¿ Cope. Obere Kreide, Kansas. + +¿Syntegmodus¿ Loomis, ¡Thryptodus¡ Loomis, ¡Pseudothryptodus¡ Loomis +sind mit ¡Anogmius¡ nahe verwandt und wohl Synonyma. + +¿Plethodus¿ Cope. Prämaxillen und Ethmoide koossifiziert. Nur eine +Kauplatte (die untere). Obere Kreide, Kansas. + +[Illustration: Fig. 230. + +¡Arius germanicus¡ Koken. Otolith Unteroligocän. Lattdorf. 2:1.] + +[Illustration: Fig. 231. + +¡Anogmius aratus¡ Cope. ¡A¡ Letzte sp. Schwanzwirbel. 1:2. ¡B¡ +Querschnitt durch die Mundhöhle. ¡pal¡ Palatinum, ¡par¡ Parietale, +¡ec.pt¡ Ectopterygoid, ¡b.br¡ Basibranchiale. ¡C¡ 1:2. Basibranchiale +und Glossohyale. ¡D¡ 1:2 Gaumendach. ¡eth¡ Ethmoid, ¡pal¡ Palatinum, +¡par¡ Parasphenoid, vom Vomer. Nach ~O. P. Hay~.] + + +Familie: #Elopidae.# + +¡Drei starke Suborbitalplatten, hinter und unter der Orbita; Squamosa +mit den Parietalien durch Naht verbunden. Opercularapparat mit 20-30 +Kiemenhautstrahlen und einer Gularplatte zwischen den Mandibeln. +Rückenflosse kurz, fast in der Mitte; keine Fettflosse. Dünne, +imbrizierende Cycloidschuppen.¡ + +Lebend ¡Elops¡, ¡Megalops¡, tropische Gewässer. + +Hierher werden zahlreiche ausgestorbene Gattungen, besonders aus der +Kreide, gerechnet. + +¿Elopopsis¿ Heckel.[51] Parietalia in Berührung. Zähne groß. Untere +und obere Kreide. + +¿Osmeroides¿ Ag. z. T., (A. Sm. Woodw.) Parietalia in der Mittellinie +verbunden. Etwa 20 Branchiostegalia. Zähne klein. Obere Kreide von +Europa, Kleinasien (Libanon), Turkestan. ¡O. lewisiensis¡ Mant., Turon +und Senon. + +¿Rhacolepis¿ Ag. Parietalia durch das Supraoccipitale getrennt. Zähne +klein. Schuppen hinten an den Ecken gezähnelt. Obere Kreide, Brasilien. + +¿Pachyrhizodus¿ Ag. Dixon.[52] Parietalia getrennt. Zähne derb, +mit dem Knochen verschmolzen, pleurodont. Obere Kreide, Europa, +Nordamerika. + +¿Spaniodon¿ Pictet. Parietalia getrennt. Unterkiefersymphyse mit zwei +großen Zähnen. Obere Kreide. Libanon, Kansas. + +¿Thrissopteroides¿ v. d. Marck. Dorsalis nach hinten verschoben. Obere +Kreide, Eocän. + +¿Enneles¿ Jordan u. Branner. Zähne noch weiter gestellt als bei +¡Pachyrhizodus¡ und etwas ungleich. Kreide, Brasilien. ¡Calamopleurus¡ +A. Sm. Woodw., ¡Notelops¡ A. Sm. Woodw. Kreide, Brasilien. + + +Familie: #Dercetidae.# (¡Hoplopleuridae¡ Pictet z. T.) + +¡Schlanke Raubfische mit großen Zähnen. Oberrand der Mundplatte ganz +von den Prämaxillen gebildet. Parietalia vereinigt, Squamosa gut +entwickelt. Kieferränder bezahnt. Mehrere Reihen großer, gekielter +Schuppen.¡ + +¿Dercetis¿ Ag. Eine Reihe Hautschilder längs der Seitenlinie, ventral +und dorsal je 2 Reihen. Kleine Schuppen fehlen. Dorsalis fast über den +ganzen Rücken ausgedehnt. Obere Kreide, Europa. + +¿Leptotrachelus¿ v. d. Marck. Dorsalis kürzer. Analis weiter nach +hinten. Obere Kreide, Europa, Libanon, Kansas. + +¿Pelargorhynchus¿ v. d. Marck. Mit kleinen Schuppen zwischen den +Schildern; zwei Reihen großer Schilder auf den Seiten. Obere Kreide, +Westfalen. + +¿Stratodus¿ Cope. Obere Kreide, Kansas. ¡Triaenaspis¡ Cope. Obere +Kreide, Kansas. + +Zittels ¡Hoplopleuriden¡ umfassen auch ¡Saurorhamphus¡, eine mit +¡Eurypholis¡ Pictet idente und zu den ¡Enchodontiden¡ gehörende +Gattung. Von den ¡Stratodontiden¡ gehört gerade ¡Stratodus¡ +wahrscheinlich zu den ¡Dercetiden¡ (Hay rechnet ihn allerdings zu den +¡Enchodontiden¡). + +Zu den Tiefseefischen ¿Halosauridae¿ dürften ¡Echidnocephalus¡ v. d. +Marck und ¡Enchelurus¡ v. d. Marck, obere Kreide Westfalens, Englands, +vom Libanon gehören. Zu den ebenfalls abyssisch lebenden (physostomen) +¡Notacanthiden¡ rechnet A. Sm. Woodward die Gattung ¡Pronotacanthus¡ +A. Sm. Woodw. Obere Kreide, Libanon. + + +Familie: #Enchodontidae.# + +¡Schuppen cycloid, klein oder fehlend; einige Gattungen mit +Längsreihen großer Knochenschilder. Zähne sehr kräftig, oben nicht +nur auf den inneren Mundknochen, auf sockelförmigen Erhöhungen oder +pleurodont. Maxilla etwas an der Bildung des oberen Mundrandes +beteiligt. Parietalia getrennt, Squamosum reduziert, Pterotica +vorstehend. Flossenstrahlen gegliedert.¡ + +Ausgestorbene Raubfische, mit den abyssisch lebenden ¡Odontostomiden¡ +und ¡Alepisauriden¡ vielleicht verwandt. Kreide. + +¿Enchodus¿ Ag. (¡Tetheodus¡ Cope; ¡Holcodon¡ Kramb., ¡Solenodon¡ +Kramb.). Unterkiefer auf der Innenseite mit großen aufgewachsenen +Zähnen, marginal mit sehr kleinen Zähnen. Maxilla mit sehr +kleinen Zähnen oder zahnlos. Palatinum mit einem großen Fangzahn, +Ectopterygoid mit einer Reihe hoher Zähne. Hautschilder zwischen +Hinterhaupt und Dorsalis und längs der Seitenlinie. + +¿Eurypholis¿ Pictet (¡Saurorhamphus¡ Heckel). Hechtartig, Schnauze +verlängert, Zwischenkiefer mit Fangzähnen. Die kleinen Bauchflossen +weit vor der Rückenflosse. Rücken, Flanken, wahrscheinlich auch Bauch +mit je einer Reihe großer Schuppen. Untere Kreide, Comen; obere +Kreide, Libanon. ¡Pomognathus¡ Dixon, ¡Phylactocephalus¡ Davis. Mit +kleinen Schuppen, ohne Schilder. Palatina mit einer Reihe Zähne. +Untere und obere Kreide. + +[Illustration: Fig. 232. + +Unterkiefer von ¡Enchodus halocyon¡ Ag. Ob. Kreide. Lewes, England. +(Nach ~Agassiz~.)] + +[Illustration: Fig. 233. + +¡Saurorhamphus Freyeri¡ Heckel. Neocom. Comen im Küstenland. +(Restauriert, nach ~Heckel~.)] + +[Illustration: Fig. 234. + +¡Gigantichthys Pharao¡ Dames. Ob. Kreide. Wüste unfern der Pyramiden +von Gizeh. (Nach ~Dames~.)] + +¿Halec¿ Ag. ¡Palaeolycus¡ v. d. Marck. Obere Kreide, Westfalen. + +¿Cimolichthys¿ Leidy (? ¡Empo¡ Cope). Ähnlich ¡Enchodus¡; Palatina mit +zwei Längsreihen von Zähnen. Große Schilder auf dem Rücken bis zur +Dorsalis; kleinere begleiten die Seitenlinie. Obere Kreide, England, +Kansas. + +¿Prionolepis¿ Egerton. Obere Kreide; England. Kansas. + +¿Gigantichthys¿ Dames (Fig. 234).[53] Spitze der großen Zähne +pfeilspitzenähnlich. Sockel mit starken Längsfurchen. Ob. Kreide, +Gizeh. + + +Familie: #Tomognathidae.# A. Sm. Woodw. + +¡Mundspalte sehr weit, Maxilla lose. Starke Bezahnung, Prämaxilla +und Dentale mit langen Fangzähnen. Augenhöhlen sehr groß, weit vorn. +Supraoccipitale sehr dick, die Parietalia trennend. Opercularia +vollzählig; nur wenige Branchiostegalia, keine Gularplatte.¡ + +Vielleicht verwandt mit den rezenten ¿Stomatiden¿ der Tiefsee. + +¿Tomognathus~ mordax¡ Dixon sp. Obere Kreide, England. + + +Familie: #Muraenidae.# ~Aale~ (¡Apodes¡). + +¡Körper sehr stark verlängert, ohne Bauchflossen. Haut nackt oder +mit rudimentären Cycloidschuppen. Rückenflosse lang, häufig in die +Schwanzflosse verlaufend. Brustgürtel nicht mit dem Schädel verbunden. +Zwischenkiefer mit Vomer und Ethmoid verschmolzen; Oberrand der +Mundspalte durch die bezahnten Oberkiefer begrenzt. Chorda mehr oder +weniger persistent.¡ + +Meer- und Süßwasserfische; letztere wandern zur Fortpflanzungszeit +in das Meer zurück und erlangen dort die Geschlechtsreife. Die +junge Brut lebt anfänglich abyssisch im Meer und kehrt dann in die +Flüsse zurück. Die ältesten Formen in der oberen Kreide des Libanon +(¡Anguilla Sahel-Almae¡, ¡hakelensis¡ Davis; nach Storms ist die +Gattungsbestimmung unsicher). ¡Anguilla¡, ¡Sphagebranchus¡ Cuv., +¡Ophisurus¡ Lacép., ¡Enchelops¡ Ag. Eocän, Monte Bolca. + +¿Eomyrus¿ Storms. Wenig verschieden von ¡Myrus¡. Eocän, Belgien. + +¿Urenchelys¿ A. Sm. Woodw., ¡Rhynchorhinus¡ A. Sm. Woodw., +¡Praeanguilla¡ Blecker, Eocän. ¡Anguilla¡ auch im Oligocän (Aix) und +oberen Miocän (Oeningen). + + +Familie: #Gonorhynchidae.# + +Lebend nur ¡Gonorhynchus Greyi¡, im indischen und pazifischen Ozean. +Hierher werden gerechnet ¡Charitosomus¡ v. d. Marck. Obere Kreide, +Westfalen, Libanon. ¡Notogoneus¡ Cope. Eocän, Oligocän. Europa. +Nordamerika. ¡N. longiceps¡ v. Mayer. Oberoligocän, Mombach. + + +Ordnung. #Physoclysti.# + +~Schwimmblase ohne Ausführungsgang. Bauchflossen nach vorn gerückt.~ + + +Unterordnung. #Anacanthini.# ~Weichflosser.~ + +¡Sämtliche Flossenstrahlen gegliedert, weich. Bauchflossen kehl- oder +brustständig.¡ + + +Familie: #Gadidae.# ~Schellfische.~ + +¡Langgestreckt, mit kleinen, glatten, cycloiden Schuppen. Rückenflosse +fast den ganzen Rücken einnehmend oder in 2-3 Teile zerlegt. +Afterflosse ebenfalls lang oder zerlegt. Bauchflossen an der Kehle. +Kopf breit, Oberrand der Mundspalte fast ganz von dem kräftig +bezahnten Zwischenkiefer gebildet.¡ + +Sehr verbreitet schon im älteren Tertiär, aber meist nur durch +Otolithen bekannt. Paleocän von Kopenhagen, Eocän von Frankreich, +England, Nordamerika. Oligocän, Deutschland. Miocän von Österreich, +Kroatien, Bordeaux, Sizilien usw., in den Gattungen ¡Gadus¡, +¡Brosmius¡, ¡Merluccius¡, ¡Strinsia¡, ¡Raniceps¡, ¡Phycis¡ (¡O. +elegans¡ Koken). Andere Reste seltener; ¡Nematopteryx Troscheli¡ v. +Rath, Unteroligocän, Glarus. + +[Illustration: Fig. 235. + +¡Merluccius emarginatus¡ Koken. Oberoligocän. Sternberger Gestein. +4:1.] + +[Illustration: Fig. 236. + +¡Macrurus-Otolith.¡ Pliocän. Orciano von Pisa. 2:1.] + + +Familie: #Macruridae.# + +Tiefseeformen der ¡Gadiden¡. + +¿Otolithen¿ zahlreich im norddeutschen Septarienton, im miocänen +Regel von Baden, Monte Giozo, im Pliocän von Orciano und ähnlichen +Sedimenten tiefen Wassers. + + +Familie: #Ophidiidae.# ~Schlangenfische.~ + +¡Bauchflossen fehlen oder sind rudimentär. Unpaare Flossen meist zu +einem zusammenhängenden Saum vereinigt. Auch die Brustflossen fehlen +zuweilen.¡ + +¿Fierasfer¿ in tertiären Tonen nicht selten (¡Otolithen¡). ¡Ophidium¡ +L. Otolithen aus dem Miocän bekannt. + + +Familie: #Pleuronectidae.# ~Schollen.~ + +¡Scheibenförmige, seitlich stark zusammengedrückte asymmetrische +Fische, mit einer gefärbten Oberseite und einer hellen Unterseite. +Beide Augen wandern auf die Oberseite, wodurch die Lage der +Kopfknochen, Zähne und Flossen verschoben wird. Schuppen ctenoid oder +fehlend. Rücken- und Afterflosse fast den ganzen Rumpf umsäumend. +Bauchflossen jugular, vor den Brustflossen. Schwimmblase fehlt.¡ + +Die ¡Pleuronectiden¡ sind vermutlich weiter von den Gadiden zu trennen +als gewöhnlich geschieht. Auch die inneren Organe weichen z. T. +stark von den anderen ¡Anacanthinen¡ ab. An sandigen Küsten, auch in +Flußmündungen. + +¿Rhombus¿ Blainv., ¡Pleuronectes¡ Cuv., ¡Solea¡ Cuv., ¡Citharus¡ Cuv. +auch tertiär, vom Eocän an. Otolithen nicht selten. + + +Unterordnung. #Acanthopterygii.# + +¡Flossenstrahlen, namentlich der unpaaren Flossen und der +Beckenflossen, teilweise ungegliedert, stachelig. Bauchflossen meist +weit nach vorn gerückt.¡ + + +Familie: #Ichthyodectidae.# ~Crook.~ + +¡Große ausgestorbene Raubfische mit kräftigem Gebiß. Zähne der Kiefer +in Alveolen; Vomer und Parasphenoid zahnlos. Mundrand oben aus der +langen Maxilla und der kurzen dicken Prämaxilla gebildet. Unterkiefer +massig, hoch, vorn steil abgestutzt. Brust- und Bauchflossen aus +derben ungegliederten, paarigen Knochenstrahlen zusammengesetzt, die +innen und außen ungleich ausgebildet sind und sich distal in parallele +Stäbe zerteilen. Rückenflosse und die tief ausgeschnittene, mächtige +Schwanzflosse mit ungegliederten, geraden, nur distal gespaltenen +Strahlen. Parietalia vor dem Supraoccipitale median vereinigt. +Innenskelett mit Knochenzellen.¡ + +A. Sm. ~Woodward~ stellt diese Formen mit dem lebenden ¡Chirocentrus¡ +in eine Familie, ¡Chirocentridae¡. + +¿Portheus¿ Cope (¡Hypsodon¡ Ag.) (Fig. 237.) Sehr große Fische, bis +2 m. Zähne verschieden groß, vorn einige als Fangzähne ausgebildet, +von ovalem Durchschnitt mit zylindrischer Spitze. Ethmoideum und +Postfrontale gelenkig verbunden. Palatinum mit hammerartiger +Verdickung. Augen mit Scleroticalring und drei großen Suborbitalien. +Kiemendeckel wohl entwickelt, groß. ¡P. molossus¡ Cope. Obere Kreide, +Kansas. ¡P. Mantelli¡ Newton. Obere Kreide, Europa. + +¿Saurocephalus¿ Harlan (¡Saurodon¡ Harlan, ¡Daptinus¡ Cope). Obere +Kreide, Kansas, England. Zähne von gleicher Größe, vorn und hinten +zugeschärft. ¡Saurocephalus¡-Arten sind auch aus dem Mittelmiocän von +Österreich angegeben. Einige Arten sind auf einzelne Zähne gegründet +und ganz unsicher. + +¿Ichthyodectes¿ Cope. Wie ¡Portheus¡, aber kleiner. Zähne klein, alle +von gleicher Länge. Obere Kreide, Kansas, England, Libanon. + +¿Gillicus¿ Hay. Maxilla sichelförmig. Bezahnung reduziert. +Schädelknochen dünn. Obere Kreide, Kansas. + + +Familie: #Protosphyraenidae.# + +¡Schädel mit langer, solider, zylindrisch-konischer Schnauze, welche +von den verschmolzenen Ethmoiden und Vomer gebildet wird und weit +über die dreieckigen vorn zugespitzten Zwischenkiefer vorragt. Vomer +mit zwei langen, in Alveolen stehenden Fangzähnen. Oberkiefer und +Unterkiefer schlank, mit einer inneren Reihe großer, in Alveolen +stehender Zähne und zahlreichen äußeren aufgewachsenen Zähnchen. +Dentale vorn verdickt mit zwei großen Fangzähnen. Suborbitalia +vorhanden. Brustflossen sehr groß.¡ + +[Illustration: Fig. 237. + +Schädel von ¡Portheus molossus¡ Cope. Ob. Kreide. Fox Cañon, Kansas. +1/4 nat. Gr. (Nach ~Cope~.)] + +[Illustration: Fig. 238. + +¡Protosphyraena.¡ Nach A. Smith ~Woodward~. ¡a¡ Brustflosse. ¡r¡ +Vorderer Flossenstrahl, ¡I¡, ¡II¡, ¡VIII¡ Baseoste. ¡b¡ Brustgürtel +von außen. ¡cor¡ Coracoid, ¡sc¡ Scapula, ¡pc¡ Präcoracoid, ¡I¡, ¡II¡, +¡VIII¡ Gelenkfacetten für die Baseoste. ¡c¡ Teil der Brustflosse. 1:2. +Obere Kreide. Surrey.] + +A. Sm. ~Woodward~ stellt sie zu den Pachycormiden, jedoch ist der Bau +der Flossen sehr abweichend; die Wirbelsäule ist nicht sicher bekannt. + +¿Protosphyraena¿ Leidy (¡Erisichthe¡ Cope). Die Brustflossen von +Agassiz als ¡Pelecopterus¡ beschrieben. Zähne in tiefen Gruben. +Scapula und Coracoid knöchern. Brustflosse sehr lang, aus über 40, +distal meist zerteilten, proximal flach komprimierten Strahlen +zusammengesetzt, die nicht miteinander verschmelzen. Vorderrand der +Flosse mit zahnartigen Hervorragungen, von denen in der proximalen +Hälfte je einer auf einen Strahl kommt, während distal (wo die +Strahlen zerteilt sind) in einer Vorragung je zwei Strahlenäste +endigen. Von diesen Randhöckern laufen leistenartige Wülste quer über +die Flossenbreite. + +Die Pectoralis gelenkt an Coracoid und Scapula mit acht Basalgliedern +(Baseosten), von denen die beiden oberen sich übereinandergelagert +haben. Die Angabe eines Prädentale (Felix) beruht auf irriger +Beobachtung. + +¿Pr. ferox¿ Leidy. Obere Kreide von Kansas. Maastricht etc. + +[Illustration: Fig. 239. + +Zahn von ¡Protosphyraena ferox¡ Leidy. Ob. Kreide. Maestricht. (Nat. +Gr.)] + + +Familie: #Scopelidae.# + +¡Fische mit sehr weiter Kiemenöffnung. Oberrand der Mundspalte +ausschließlich vom Zwischenkiefer gebildet. Schuppen meist vorhanden, +aber keine Schilder. Zähne meist schwach, nur auf den Prämaxillen +zuweilen groß. Mit Fettflosse.¡ + +[Illustration: Fig. 240. + +¡Sardinioides Monasterii¡ v. d. Marck. Ob. Kreide. Sendenhorst. +Westfalen. 1/2 nat. Gr.] + +Fossile Vertreter dieser pelagischen und abyssischen Meerfische +beginnen in der unteren Kreide von Istrien. (¡Hemisaurida¡ Kner.) + +¿Sardinius¿ v. d. Mark. Schuppen ctenoid, Pectoralis mit gegen 18 +Strahlen, Analis mit zirka 20 Strahlen; zirka 45 Wirbel. Obere Kreide, +Westfalen. + +¿Sardinioides¿ v. d. Marck. Prämaxilla zart. Analis sehr klein, +ganz hinter der Dorsalis. Maxilla hinten breit. Brustflossen klein. +Schuppen ctenoid. ¡S. Monasterii¡ v. d. Marck. Obere Kreide, Westfalen. + +¿Rhinellus¿ Ag. (¡Ichthyotringa¡ Cope). Kleine Fische. Prämaxillen und +Unterkiefer zu einem derben, langen Rostrum verlängert. Große Zähne. +Schuppen nicht gezackt. Rückenflosse hoch, Brustflosse sehr groß. ¡Rh. +furcatus¡ Ag. Obere Kreide, Westfalen, Libanon, Kansas. + +¿Leptosomus¿ v. d. Marck. Pectoralis schmal, Analis kurz, gegen 30 +Wirbel. Schuppen cycloid (Unterschied von Sardinius). Obere Kreide, +Westfalen, Libanon, Kansas. + +[Illustration: Fig. 241. + +¡Rhinellus furcatus¡ Ag. Ob. Kreide. Sendenhorst, Westfalen. (Nach ~v. +d. Marck~.)] + +¿Dactylopogon¿ v. d. Marck, ¡Osmeroides¡ v. d. Marck, ¡Microcoelia¡ +v. d. Marck, ¡Acrognathus¡ Ag., ¡Nematonotus¡ A. Sm. Woodw., +¡Opisthopteryx¡ Pict. Humb., ¡Apateodus¡ A. Sm. Woodw. Obere Kreide. + +¿Holosteus.¿ Eocän. Monte Bolca. + +¿Scopeloides¿ Wettst. Unteroligocän, Glarus. Sehr verbreitet im +österreichischen Mittelmiocän (Otolithen). + + +Familie: #Berycidae.# + +¡Körper kurz, gedrungen, ziemlich hoch, mit Ctenoidschuppen, +selten nackt; Seitenlinie deutlich. Orbitae groß, Mundspalte +schief, Prämaxilla vorstreckbar. Kiefer, meist auch Gaumenbeine mit +hechelförmigen Zähnen. Kopf mit großen Schleimhöhlen. Kiemendeckel +mehr oder weniger gezackt oder gekerbt.¡ + +Die lebenden Beryciden sind Meerfische und meist Bewohner größerer +Tiefe. Fossil von der Kreide an. + +[Illustration: Fig. 242. + +¡Beryx Zippei¡ Reuss. Unt. Pläner. Wehlowitz, Böhmen. 1/3 nat. Gr. +(Nach ~Fritsch~.)] + +¿Beryx¿ Cuvier (¡Hoplopteryx¡ Ag.). (Fig. 242.) Kopf kurz; +Rückenflosse hoch mit mehreren Stacheln, Bauchflossen mit sieben oder +mehr weichen Strahlen, unter der Brustflosse. Afterflosse mit vier +Stacheln. Häufig in der oberen Kreide. ¡B. lewesiensis¡ Mont. + +¡Pycnosterinx¡ Heckel, ¡Acrogaster¡ Ag., ¡Hoplopteryx¡ Ag., +¡Dinopteryx¡ A. Sm. Woodward, ¡Homonotus¡ Dixon, ¡Sphenocephalus¡ Ag., +¡Macrolepis¡ v. d. Marck. Obere Kreide. + +¿Pristigenys¿ Ag. Eocän. Monte Bolca. + +¿Hoplostethus.¿ (Fig. 243.) Große Otolithen, vom Paleocän an, +besonders häufig im Oligocän und Pliocän (Orciano). + +Die noch lebenden Gattungen ¡Holocentrum¡ Gron. und ¡Myripristis¡ +Cuv., bei denen der stacheltragende Teil der Dorsalis sich von dem +weicheren getrennt hat, im Eocän des Monte Bolca, ¡Myripristis¡ auch +im Miocän von Malta. + +¿Monocentris.¿ Otolithen nicht selten im Oligocän und jüngeren Tertiär +(Fig. 244). + +[Illustration: Fig. 243. + +¡Hoplostethus Lawleyi¡ Koken. Pliocän. Orciano b. Pisa. 4:3.] + +[Illustration: Fig. 244. + +¡Monocentris subrotundus¡ Koken. Oligocän. Lattdorf. Nat. Gr. ¡a¡ von +außen, ¡b¡ von innen.] + + +Familie: #Aphreidoderidae.# + +¡Ausgestorbene, den Beryciden ähnliche Süßwasserfische. Prämaxilla +nicht vorstreckbar, Seitenlinie nicht erkennbar.¡ + +¿Amphiplaga¿ Cope, ¡Erismatopterus¡ Cope, ¡Trichophanes¡ Cope. Eocän. +Nordamerika. Hierher auch die ¡Asineopidae¡, mit ¡Asineops¡ Cope. +Eocän, Wyoming. + + +Familie: #Cyttidae.# + +¡Schädel ohne Schleimhöhlen. Prämaxilla vorstreckbar, Seitenlinie +nicht erkennbar. Fossil selten.¡ Hierher vielleicht ¡Cyttoides +glaronensis¡ Wettst., Unteroligocän von Glarus. ¡Zeus¡ von +Oberoligocän an (Steiermark). Pliocän, Orciano. + + +Familie: #Sciaenidae.# Adlerfische, Umberfische. + +Im Tertiär häufig, aber meist nur durch Otolithen bekannt. Eocän, +Nordamerika, Frankreich. Oligocän, Deutschland. Miocän, Österreich etc. + +[Illustration: Fig. 245. + +¡Sciaena holsatica¡ Koken. Otolith. Miocän von Langenfelde. Etwa um +1/3 vergrößert.] + + +Familie: #Percidae.# Barsche. + +¡Längliche Fische mit Ctenoidschuppen. Zwischenkiefer, Unterkiefer, +Vomer und Gaumenbein mit Hechelzähnen. 6-7 Kiemenhautstrahlen. 1 oder +2 große, mit langen Stacheln versehene Rückenflossen. Bauchflossen +brustständig, mit einem Stachel vorn und 5 Strahlen.¡ Raubfische fast +aller Meere und süßer Gewässer. (Fossil von der Kreide an.) + +¿Prolates¿ Priem. Ob. Kreide, Mont Aimé. + +¿Serranus¿ L. Eocän Belgiens, ¡Cyclopoma¡ Ag., ¡Enoplosus¡ Ag. Eocän, +Monte Bolca. + +¿Centropristis¿ (Otolithen), ¡Dentex¡, Eocän Belgiens; Otolithen +häufig. + +¿Krambergeria¿ Simionescu. Oligocän, Rumänien. ¡Properca¡ Sauvage. +¡Percichthys¡ A. Sm. Woodw., ¡Pelates¡, ¡Dules¡, ¡Gerres¡, ¡Labrax¡, +¡Lates¡ Cuv., ¡Acanus¡ Ag., ¡Mioplosus¡ Cope, ¡Perca¡ Art., ¡Smerdis¡ +Ag. (Fig. 246), in tertiären Ablagerungen bekannt. + +[Illustration: Fig. 246. + +¡Smerdis minutus¡ Ag. Oligocän. Aix, Provence.] + + +Familie: #Pomacentridae.# (¡Glyphidodontidae.¡) + +¡Körper ziemlich kurz, komprimiert. Bezahnung der Kiefer schwach. +Gaumenbein zahnlos. Rückenflosse lang, mit zahlreichen Stacheln, +Afterflosse mit 2 bis 3 Stacheln. Bauchflossen brustständig mit einem +Stachel und 5 weichen Strahlen. Untere Schlundknochen verwachsen.¡ In +tropischen Meeren, wenige Arten in gemäßigten Breiten. Im Skelett von +den ¡Chromiden¡ nicht sicher zu scheiden. + +¿Odonteus¿ Ag. Eocän. Monte Bolca. + +¿Priscacara¿ Cope. Eocän (Green River Shales), Wyoming. + + +Familie: #Labridae.# Lippfische. + +¡Länglich, mit Cycloidschuppen und wulstigen, fleischigen Lippen. +Rückenflosse lang, mit gewöhnlich so viel harten als weichen Strahlen. +Bauchflossen an der Brust, mit einem Stachel und 5 gegliederten +Strahlen. Kiefer kräftig bezahnt, Gaumenbein zahnlos. Untere +Schlundknochen verwachsen, stark verdickt, mit derben Mahlzähnen +besetzt. Auch die oberen Schlundknochen tragen ähnliche Zähne und +stoßen in der Mittelebene zusammen.¡ Vorwiegend in tropischen Meeren, +besonders an Riffen. + +Die ¿Labriden¿ (¡Scaroidei¡), ¡Chromiden¡ und ¡Pomacentriden¡ +bilden einen Teil der ¡Pharyngognathi¡, zu denen J. Müller auch +die ¡Scombresociden¡ rechnet. Die Verschmelzung der unteren +Schlundknochen, die auch bei einzelnen Arten der Percidengattung +¡Gerres¡ vorkommt, kann allein diese Zusammenstellung nicht +rechtfertigen. Die ¡Scombresociden¡ gehören in die Nähe der +¡Cyprinodontiden¡. + +[Illustration: Fig. 247. + +¡Phyllodus medius¡ Ag. Londonthon. Sheppey. Nat. Gr. (Nach ~Cocchi~.)] + +[Illustration: Fig. 248. + +¡Nummopalatus multidens¡ Münst. sp. Miocän. Neudörfl a. d. March. ¡a¡ +Untere Schlundknochen mit Zahnpflaster, ¡b¡ ein oberer Schlundknochen. +Nat. Gr.] + +¿Phyllodus¿ Ag. Schlundknochen mit glatten, ebenen Pflasterzähnen. +Kaufläche der oberen Platte leicht konkav, die der unteren konvex. +Zähne in Reihen, die der Mittelreihe sehr groß. Meist liegen mehrere +Schichten Ersatzzähne unter den funktionierenden. Eocän. ¡Ph. +toliapicus¡ Ag. Londonton. ¡Ph. cretaceus¡ Reuß, obere Kreide, ist +generisch nicht bestimmbar. + +¿Labrodon¿ Gervais (¡Nummopalatus¡ Renault, ¡Pharyngodopilus¡ Cocchi). +(Fig. 248.) Untere Schlundknochen dreieckig, mit einem Pflaster +kleiner, rundlicher oder oblonger Mahlzähne bedeckt, von denen +stets mehrere übereinander liegen (bei ¡Labrus¡ ist immer nur ~ein~ +Ersatzzahn vorhanden). Oberer Schlundknochen kleiner, dreieckig, mit +Mahlzähnen. Miocän, Pliocän. ¡L. multidens¡ Mstr. sp. + +Die lebenden Gattungen ¡Labrus¡ Ag. und ¡Scarus¡ Forsk. (die in +mehrere Untergattungen aufgeteilt werden), ¡Julis¡, ¡Crenilabrus¡ auch +im Tertiär. Otolithen von ¡Crenilabrus¡ (¡Symphodus¡ Raf.) im Miocän +Österreichs. ¡Labrus Valenciennesi¡ Ag. Eocän, Monte Bolca. + +¡Egertonia¡ Cocchi, Eocän. ¡Platylaemus¡ Dixon, Eocän. +¡Pseudosphaerodon¡ Noetling, Unteroligocän, Samland. ¡Taurinichthys¡ +Cocchi, Miocän. ¡Crommyodus¡ Cope, ¡Protautoga¡ Leidy, Miocän. +¡Stylodus¡ Sauvage, Miocän. + + +Familie: #Chromidae.# + +¡Untere Schlundknochen vereinigt, mit erhaltener Naht. Süßwasserfische +von Afrika, Amerika, Indien.¡ + +Die Zugehörigkeit von ¡Pycnosterinx¡ Heckel und ¡Omosoma¡ Costa (obere +Kreide, vgl. S. 138) zu dieser Familie ist sehr unsicher. + + +Familie: #Chaetodontidae.# + +¡Körper hoch, zusammengedrückt. Mund klein, vorgestreckt, Kiefer +mit Borstenzähnen. Vomer und Palatina unbezahnt. Weicher Teil der +Dorsalflosse größer als der stacheltragende. Analis mit 3-4 scharfen +Stacheln. Cycloide oder sehr feine ctenoide Schuppen, die sich auf +einen Teil der unpaaren Flossen hinaufziehen.¡ Tropische Meere. + +Von den lebenden Gattungen ¿Ephippus¿ Cuv., ¿Scatophagus¿ Cuv., schon +Arten im Eocän des Monte Bolca. Ferner ¡Pygaeus¡ Ag., ¡Pomacanthus¡ im +Eocän des Monte Bolca. + +Die nahestehenden ¿Toxotiden¿, mit bezahnten Vomer und Palatinen, sind +ebenfalls im Eocän des Monte Bolca gefunden. ¡Toxotes antiquus¡ Ag. + +¿Gobiidae¿ sind weit verbreitet in limnischen und brackischen +Schichten, besonders des jüngeren Tertiärs (von Oligocän an), aber +meist nur durch ihre leicht kenntlichen Otolithen nachgewiesen. + +Die nahestehenden ¿Trachiniden¿ sind im Eocän (Monte Bolca) durch +¡Callipterix¡ Ag. vertreten. Otolithen schon im Eocän (Paleocän von +Kopenhagen, ¡Tr. seelandicus¡ Koken). + +Die ¿Lophiiden¿ sind fossil selten. ¡Lophius brachysomus¡ Ag. Eocän, +Monte Bolca, die älteste Art von ¡Lophius¡ selbst; ¡L. unicus¡ +Bassoli, ein Otolith aus dem Miocän. ¡Histionotopterus¡ Eastman +(¡Histiocephalus¡ Zigno), Eocän, Monte Bolca. + +[Illustration: Fig. 249. + +¡Gobius francofurtanus¡ Koken. Otolith. Untermiocän, Frankfurt a. M. +10:1.] + + +Familie: #Chirotrichidae.# + +¡Ausgestorbene, pelagische, zum Teil fliegende Fische. Oberer Mundrand +von der stabförmigen Prämaxilla gebildet. Bezahnung schwach. Paarige +Flossen sehr groß; Bauchflossen weit vorn. Keine Gularplatten. Wirbel +in der Abdominalregion mit derben Querfortsätzen.¡ Kreide. + +¿Chirothrix¿ Pictet. Mit enormen, dicht hinter den kleineren +Brustflossen stehenden Bauchflossen. Der 5. Brustflossenstrahl ist +fadenförmig verlängert. Ob. Kreide. Libanon, Westfalen. + +[Illustration: Fig. 250. + +¡Chirothrix libanicus¡ Pict. et Humb. Obere Kreide, Libanon. +Rekonstruktion von A. Sm. ~Woodward~. Catalogue of the Fossil Fishes +in the British Museum. IV. Mit Erlaubnis der Trustees des Brit. +Museum.] + +¿Telepholis¿ v. d. Marck. Ob. Kreide, Westfalen. ¡Exocoetoides¡ Davis. +Ob. Kreide, Libanon. + +Von den nahe verwandten Familien der ¿Mugiliden¿, ¿Sphyraeniden¿ und +¿Atheriniden¿ kommen Vertreter schon in der oberen Kreide von Colorado +und Neumexiko vor: ¡Syllaemus¡, ¡Apsopelix¡, ¡Pelycorapis¡ Cope. Im +Eocän des Monte Bolca finden sich ¡Sphyraena¡, ¡Rhamphognathus¡, +¡Mesogaster¡, ¡Atherina¡, im oberen Eocän von Aix ¡Mugil princeps¡ +Ag., im Obermiocän Kroatiens ¡Sphyraena¡. + + +Familie: #Teuthiidae.# + +¡Perciden mit nur einem Zahn auf dem Kieferrand. Fossil selten.¡ + +¿Archaeoteuthis¿ Wettst., Unteroligocän, Glarus. + +[Illustration: Fig. 251. + +Oberkiefer von ¡Chrysophrys aurata¡ Lin. Rezent. Mittelmeer.] + +[Illustration: Fig. 252. + +Oberkiefer eines rezenten ¡Sargus¡ aus dem Mittelmeer. ¡a¡ von außen, +¡b¡ von innen. (Nat. Gr.)] + + +Familie: #Sparidae.# ~Meerbrassen.~ + +¡Bunte, ziemlich hohe Fische mit feingezackten Ctenoidschuppen. +Opercularia ohne Stacheln. Kiefer vorn mit schneidenden oder +kegelförmigen Zähnen, hinter welchen meist mehrere Reihen rundlicher +oder ovaler Pflasterzähne folgen. Gaumenbeine und Vomer zahnlos. +Rückenflosse ungeteilt, der stachlige Teil dem weichen ziemlich +gleich. Analis mit 3 Stacheln. Bauchflossen brustständig, mit einem +Stachel und 5 Strahlen.¡ Verbreitet besonders in tropischen Meeren, +an muschelreichen Küsten und Riffen. Sie leben hauptsächlich von +Mollusken und Krebsen (conchivore Bezahnung). + +¿Pagrus¿ Cuv. und ¿Pagellus¿ Cuv. Lebend und tertiär. ¡Pagellus¡ +besonders durch Otolithen nachgewiesen. ¡Pagellus leptosteus¡ Ag., ob. +Kreide, Libanon, ist sehr zweifelhaft. ¡P. microdon¡ Ag. Eocän, Monte +Bolca. + +¿Sparnodus¿ Ag., Eocän, Monte Bolca; ¡Chrysophrys¡ Cuv., ¡Sargus¡ Cuv. +(¡Trigonodon¡ Sismonda, Fig. 252), ¡Box¡ (Otolithen), tertiär und +lebend. + +Die nahestehenden ¿Pristipomatiden¿ sind schon aus dem Eocän des Monte +Bolca bekannt (¡Pr. furcatum¡ Ag.), die ¡Apogonidae¡ ebenfalls aus +dem Eocän (¡Apogon macrolepis¡ Storms, Eocän, Belgien). Otolithen von +¡Apogon¡ von Paleocän an. + + +Familie: #Palaeorhynchidae.# + +¡Langgestreckte, seitlich zusammengedrückte Fische. Schnauze in einen +langen Schnabel ausgezogen. Kiefer zahnlos oder mit winzig kleinen +Zähnchen. Rückenflosse vom Nacken bis zum Schwanz, Afterflosse vom +After bis zur gespaltenen Schwanzflosse reichend. Bauchflossen +brustständig, mit mehreren Strahlen. Wirbel lang, Fortsätze und Rippen +dünn.¡ + +¿Palaeorhynchus¿ Blv. (¡Hemirhynchus¡ Ag.) (Fig. 253.) + +[Illustration: Fig. 253. + +¡Palaeorhynchus Zitteli¡ Kramb. sp. Ob. Eocän. Rajcza, Galizien. 1/3 +nat. Gr.] + +¿P. Deshayesi¿ Ag. Lutétien von Paris. Buchsweiler im Elsaß. ¡P. +Zitteli¡ Kramb., Obereocän von Galizien. ¡P. glarisianus¡ Blv., +Unteroligocän, Glarus. + + +Familie: #Trichiuridae.# Degenfische. + +¡Fast bandförmige, zusammengedrückte Raubfische mit weiter Mundspalte. +Kiefer und Gaumenbeine mit kräftigen, konischen Zähnen. Rückenflosse +und Afterflosse sehr lang, mit ungegliederten Strahlen. Bauchflossen +brustständig, zuweilen verkümmert, Schwanzflosse oft fehlend. In +tropischen und subtropischen Meeren, in der Nähe der Küsten, aber auch +abyssisch.¡ + +¿Lepidopus¿ Gouan (¡Anenchelum¡ Blv., ¡Lepidopides¡ Heckel), aus +den unteroligocänen Schiefern von Glarus, den Melinitschiefern der +Karpathen (¡L. carpathicus¡ Kramb.) Obermiocän, Sizilien, Toskana. + +¿Trichiurichthys¿ Sauvage, ¡Hemithyrsites¡ Sauv., Miocän von Licata +(Sizilien.) + + +Familie: #Carangidae.# Bastard-Makrelen. + +¡Körper zusammengedrückt, meist hoch, nackt oder mit nur kleinen +Schuppen. Mundspalte klein, Bauchflossen brustständig, zuweilen +rudimentär oder fehlend. Stacheliger Teil der Rückenflosse kürzer +als der weiche. Im Lauf der Seitenlinie, meist größere Schuppen oder +Schilder. Raubfische in tropischen und gemäßigten Breiten.¡ Fossil von +der Kreide an. + +¿Platax¿ Cuv. Körper sehr hoch und komprimiert, mit enormen Rücken- +und Afterflossen. Keine Schilder in der Seitenlinie. Kleine +Ctenoidschuppen. Zähne bürstenförmig, an der Spitze dreiteilig. +Fraglich obere Kreide, Libanon. Eocän, Monte Bolca; Crag von Norfolk +und lebend. + +[Illustration: Fig. 254. + +¡Lepidopus (Anenchelum) Glarisianus¡ Ag. Obereocäner Schiefer von +Matt bei Glarus. ¡a¡ Kopf, ¡b¡ ein Stück des Rumpfes nat. Gr. (Nach +~Wettstein~.)] + +¿Semiophorus¿ Ag. (Fig. 255). Stacheltragender Teil der Rückenflosse +ausgedehnt und viel höher als der hintere Abschnitt. Eocän. ¡S. +velifer¡ Ag., Eocän, Monte Bolca. Belgien. + +¿Proantigonia¿ Kramb. Oligocän, Rumänien. Obermiocän, Kroatien. +Hierher auch ¡Amphistium¡ Ag.[54], ¡Vomer¡ Cuv., ¡Caranx¡ Cuv. (Eocän, +Monte Bolca; Obermiocän, Österreich), ¡Carangopsis¡ Ag., ¡Lichia¡ +Cuv., ¡Ductor¡ Ag., ¡Trachynotus¡ Lacép., ¡Seriola¡, ¡Equula¡ Cuv., +¿Acanthonemus¿ Ag. (Fig. 256) u. a. + + +Familie: #Acronuridae# (Acanthuridae).[55] + +¡Körper komprimiert, hoch, mit sehr kleinen Schuppen. Am Schwanz +seitlich gewöhnlich 1-3 Hautschilder oder Stacheln. Afterflosse +mit 2-3 Stacheln. Bauchflossen brustständig. Kieferzähne in einer +einzigen Reihe, oft gelappt, vorn häufig als Schneidezähne entwickelt. +Tropische Meere, besonders in der Nähe von Riffen.¡ + +¿Aulorhamphus¿ Zigno (¡Calamostoma¡ Steind. non Ag.), Eocän, Monte +Bolca. ¡Apostasis¡ Kramb., Oligocän, Miocän. + +Die rezenten Gattungen ¡Acanthurus¡ Lacép. und ¡Naseus¡ Commerson vom +Eocän an (Monte Bolca, Lutétien). Miocän, Wiener Becken. + +[Illustration: Fig. 255. + +¡Semiophorus velifer¡ Ag. Eocän. Monte Bolca. 1/2 nat. Gr. (Nach +~Agassiz~.)] + +[Illustration: Fig. 256. + +¡Acanthonemus filamentosus¡ Ag. Eocän. Monte Bolca. 2/3 nat. Gr. (Nach +~Agassiz~.)] + + +Familie: #Stromateidae.# + +¡Vor der langen Dorsalis und Analis einige verkürzte Stacheln. Körper +hoch. In tropischen und gemäßigten Breiten.¡ + +¿Omosoma¿ Costa. Obere Kreide Libanon. ¡Platycormus¡ v. d. Marck. +Obere Kreide, Westfalen. ¡Berycopsis¡ Dixon, Obere Kreide, England. + + +Familie: #Coryphaenidae.# + +¡Körper seitlich zusammengedrückt. Eine lange Dorsalis ohne Stacheln, +auch die lange Analis ohne Stacheln. Kleine Cycloidschuppen. Pelagisch +in tropischen und gemäßigten Breiten.¡ + +¿Goniognathus¿ Ag. Eocän, Monte Bolca (auch als ¡Scorpaenide¡ +aufgeführt). ¿Mene¿ Lacép. Körper oval, sehr komprimiert, mit sehr +entwickeltem, scharfkantigem Abdomen. Bauchflossen brustständig, vorn +mit sehr langem Stachel. Vom Eocän an. ¡M. rhombus¡, Monte Bolca. + +[Illustration: Fig. 257. + +¡Mene (Gasteronemus) rhombeus¡ Ag. Eocän. Monte Bolca. 1/2 nat. Gr.] + + +Familie: #Scombridae.# Makrelen. + +¡Körper gestreckt, nackt oder kleinschuppig. Zähne konisch. Zwei +Rückenflossen, deren hintere meist aus getrennten Büscheln besteht. +Bauchflossen brustständig.¡ Vom Eocän an. + +¿Thynnus¿ Cuv. (¡Orcynus¡ Cuv.) Thunfisch. Meist große, zylindrische +Fische. Vordere Dorsalis mit 12-14 nicht sonderlich langen Stacheln; +auf die sehr genäherte zweite Dorsalis folgen 6-9 getrennte +Flossenbüschelchen. Zähne klein. Mehrere Arten im Eocän des Monte +Bolca. Miocän, Pliocän (Crag). + +¿Cybium¿ Cuv. Eocän, Oligocän (Belgien), Miocän. Hierher auch +¡Scomberodon¡. + +¿Pelamycybium¿ Toula, Kongerienschichten bei Wien. + +¿Sphyraenodus¿ Ag. (= ¡Dictyodus¡ Owen). Oligocän (Mainzer Becken), +Miocän. + +¿Scomber¿ Art., ¡Auxis¡ Cuv. vom Miocän (Kroatien) an. + +¿Eothynnus¿ A. Sm. Woodw. (¡Coelocephalus¡ Ag.) Untereocän. + +¿Aeropoma¿ Owen, ¡Eocynodon¡ Owen, ¡Xiphopterus¡ Ag., Eocän, Monte +Bolca. + +[Illustration: Fig. 258. + +¡Lepidocottus brevis¡ Ag. sp. Miocän. Oeningen. Baden. Nat. Gr. (Nach +~Agassiz~.)] + +[Illustration: Fig. 259. + +¡Trigla elliptica¡ Koken. Otolith. Mitteloligocän, Söllingen. 7:1.] + +¿Palimphyes¿, ¡Isurichthys¡ A. Sm. Woodw. (¡Isurus¡ Ag.), ¡Echeneis¡ +Art. Unteroligocän, Glarus. + + +Familie: #Xiphiidae.# Schwertfische. + +¡Langgestreckte Fische. Die Prämaxillen sind zu einem Rostrum +entwickelt. Zähne schwach oder fehlend. Dorsalis sehr lang, mit +wenigen Stacheln. In tropischen und subtropischen Meeren.¡ + +Lebend ¡Histiophorus¡ Lac. (auch tertiär), ¡Tetrapterus¡ Cuv., +¡Xiphias¡ L., ¡Xiphiorhynchus¡ Beneden, ¡Brachyrhynchus¡ Ben., Eocän. + + +Familie: #Scorpaenidae.# + +¡Präoperculum oder mehrere Knochen des Kopfes mit Stacheln. +Circumorbitalia durch eine Knochenbrücke mit dem Präoperculum +verbunden. Brustflosse mit breiter Basis. Beckenflosse brustständig, +mit 1 Stachel und höchstens 5 Strahlen.¡ + +¿Ampheristus¿ König. Eocän. ¡Histiocephalus¡ Zigno, ¡Scorpaenoides¡ +Priem, Eocän. ¡Scorpaenopterus¡ Steindachn., ¡Ctenopoma¡ Heckel, +Miocän. ¡Scorpaena¡ von Miocän an. + + +Familie: #Cottidae.# + +¡Kopf flach, breit. Posttemporale frei. Supraclavicula normal.¡ + +¿Eocottus¿ A. Sm. Woodw. Eocän, Monte Bolca. ¡Lepidocottus¡ Sauvage, +Oligocän, Miocän. (Fig. 258.) ¡Cottus¡ L., Mitteloligocän, Belgien. + + +Familie: #Triglidae.# + +¡Wangen von den großen Suborbitalien bedeckt. Posttemporale mit dem +Schädel verschmolzen, Supraclavicula rückwärts verlängert und mit dem +Posttemporale im Kontakt.¡ + +¿Trigla¿ L. (Fig. 259.) Otolithen vom Eocän an. Miocän. ¡Trigloides¡ +Beneden; Miocän, Pliocän. Auch ¡Podopteryx¡ Sauvage, Miocän, gehört +wohl hierher. + + +Familie: #Aulostomidae.# + +¡Langgestreckte Fische mit röhrenförmiger Schnauze und kleinem, +endständigem Munde. Dorsalis weit nach hinten gerückt. Stacheln +wenig entwickelt. Zähne klein. Schuppen fehlend oder klein. +Hinterhaupt gelenkig mit der Wirbelsäule verbunden. In tropischen und +subtropischen Meeren.¡ + +¿Solenognathus¿ Pictet u. Humb. Obere Kreide, Libanon. + +¿Fistularia¿ L., ¡Aulostoma¡ Lacép., ¡Urosphen¡ Ag., ¡Rhamphosus¡ Ag. +schon im Eocän, Monte Bolca. + + +Familie: #Centriscidae.# + +¡Schnauze röhrenförmig, mit kleinem, endständigem Munde. Keine Zähne. +Schuppen fehlend oder klein. Rücken mit einheitlichem Panzer oder +einzelnen Hautschildern. Zwei Rückenflossen, weit zurückgeschoben, die +vordere mit Stacheln. Bauchflossen reduziert.¡ + +¿Amphisyle¿ (Klein) Cuv. Lang, seitlich zusammengedrückt. Rückenpanzer +hinten mit langem Stachel. Ind. und passiv. Ozean. Obereocäne +Menilitschiefer von Galizien (¡A. Heinrichi¡ Heck.); Melettaschichten +im Ober-Elsaß und Wiener Becken. + +[Illustration: Fig. 260. + +¡Amphisyle Heinrichi¡ Heckel. Ob. Eocän. Krakowiza. Karpathen. Nat. +Gr. (Nach ~Heckel~.)] + + +Familie: #Blochiidae.# + +¡Langgestreckte Fische mit sehr langer, schnabelartiger Schnauze, +welche von den gleichmäßig verlängerten, mit Bürstenzähnen besetzten +Kiefern gebildet wird. Der ganze Körper mit herzförmigen oder +rhombischen, meist gekielten, imbrizierenden Knochenschuppen bedeckt. +Rückenflosse im Nacken beginnend und fast bis zum Schwanz reichend, +aus entfernt stehenden langen Stacheln zusammengesetzt; Afterflosse +ähnlich, in der Mitte des Rumpfes beginnend. Bauchflossen klein, unter +den Brustflossen. Schwanzflosse groß.¡ + +[Illustration: Fig. 261. + +¡Blochius longirostris¡ Volta. Eocän. Monte Bolca bei Verona. 1/6 nat. +Gr. (Nach ~Agassiz~.)] + +Einzige Gattung ¿Blochius¿ Volta (Fig. 261), Eocän, Monte Bolca. + +¿Pterygocephalus¿ Ag. (Eocän, Monte Bolca) gehört vielleicht zu den +¡Blenniiden¡. + + +Familie: #Ophiocephalidae.# + +¡Körper lang, vorn rundlich. Dorsalflosse lang, ohne Stacheln; +Afterflosse ebenso, aber kürzer. Bauchflossen brustständig oder +fehlend. Schwanzflosse gerundet. Akzessorische Hohlräume neben der +Kiemenhöhle. Suprabranchialorgan angeblich fehlend. In Flüssen und +Sümpfen, oft am Lande. Afghanistan -- indische Inseln.¡ + + +Familie: #Labyrinthici.# + +¡Anal- und Dorsalflossen mit Stacheln. Körper kürzer als bei +Ophiocephaliden. Unteres Suprabranchialorgan der Luftatmung angepaßt. +Flüsse, Sümpfe und Brackwasser, oft lange auf dem Lande. Asien, +Südafrika.¡ + +¿Anabas¿ Cuv., ¡Polyacanthus¡ Cuv., ¡Osphromenus¡ Lacép., +¡Trichogaster¡ Bl. Selten tertiär. + + +Unterordnung. #Lophobranchii.# + +¡Kiemen in Büscheln an den Kiemenbogen, durch einen einzigen Deckel +geschützt (Opercularia zu einer Platte verschmolzen). Schnauze +röhrenförmig verlängert, Mund klein, terminal, Kiefer zahnlos. Haut +mit dünnen Knochenplatten. Brustflossen, häufig auch Schwanz- und +Afterflossen verkümmert. Die Fische schwimmen in aufrechter Haltung +mittels der Rückenflossen.¡ + +Die langgestreckten ¿Solenostomiden¿ haben in ¡Solenorhynchus¡ Heckel +einen eocänen Vorläufer (M. Postale); ¡Siphonostoma¡ (lebend im +Mittelmeer) im Obermiocän von Licata (Sizilien) und Gabbro (Toskana). + +[Illustration: Fig. 262. + +¡Siphonostoma Albyi¡ Sauvage. Ob. Miocän. Licata, Sizilien. (Nach +~Sauvage~.)] + +Auch die ¿Syngnathiden¿ treten schon eocän auf. ¡Syngnathus¡ im +Eocän, Monte Bolca, Oligocän, Rumänien, und Obermiocän, Österreich. +¡Pseudosyngnathus¡ und ¿Calamostoma¿, Eocän, Monte Bolca. Einige Arten +der ¡Syngnathiden¡ (so von ¡Dorcichthys¡) gehen in die Flüsse. + +Die ¿Hippocampiden¿ (Seepferdchen), die sich mit ihrem Wickelschwanz +an treibende Sachen klammern, sehr selten im Tertiär. + + +Unterordnung. #Plectognathi.# + +¡Haut mit rauhen Schuppen, knöchernen Stacheln oder Schildern, selten +nackt. Skelett unvollständig verknöchert. Wirbel wenig zahlreich. +Kiemen kammförmig. Kiemenspalte eng und klein. Oberkiefer und +Zwischenkiefer unbeweglich miteinander verwachsen. Rückenflosse +gegliedert, der Afterflosse gegenüber; Bauchflosse fehlend oder durch +Stacheln ersetzt.¡ + + +Familie: #Gymnodontidae.# + +¡Körper kurz, bauchig; Kiefer schnabelartig, oben und unten mit +schneidender, ungeteilter oder aus zwei Hälften zusammengesetzter +Zahnplatte. Keine Rückenstacheln. Körper mit Knochenstacheln.¡ Tertiär +und lebend. + +~Portis~[56] unterdrückt alle für fossile ¡Gymnodonten¡ +vorgeschlagenen Gattungen (¡Heptadiodon¡, ¡Gymnodus¡, ¡Progymnodus¡) +und unterscheidet nur drei Sektionen innerhalb ¡Diodon¡. + +¿Diodon¿ im Eocän, Oligocän, Miocän. ¡Progymnodus¡ Dames, Obereocän. +Ägypten. ¡Heptadiodon¡, Eocän des Monte Postale. ¡Tetrodon¡ L. Eocän, +Pliocän, Italien. ¡Orthagoriscus¡ L., Pliocän, Belgien. + + +Familie: #Sclerodermidae.# + +¡Kiefer mit einer kleinen Anzahl getrennter Zähne. Haut mit Schuppen +oder rauh. Meist Rückenstachel vorhanden.¡ Tertiär und lebend. + +[Illustration: Fig. 263. + +¡Calamostoma Canossae¡ Heckel sp. Eocän. Monte Bolca. (Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 264. + +Schlundzähne von ¡a¡ ¡Ancistrodon libycus¡ Zitt. Ob. Kreide. Gasr +Dachl. Libysche Wüste. ¡b¡ ¡Ancistrodon armatus¡ Gervais sp. Eocän. +Mokkatam bei Cairo. (Nach ~Dames~.)] + +¿Ostracion¿ L. und ¡Protobalistum¡ Massal. im Eocän, Monte Bolca. + +¿Acanthoderma¿ Ag., ¡Acanthopleurus¡ Ag., Unteroligocän, Glarus. + +Die als ¿Ancistrodon¿ Roemer (Fig. 264) beschriebenen Zähne aus der +oberen Kreide, dem Eocän und Oligocän sind nach ~Dames~ Schlundzähne +von ¡Sclerodermiden¡. + + +Fußnoten: + +[1] ¡Gegenbaur¡, Vergleichende Anatomie der Wirbeltiere. I. II. -- +Grundriß der vergleichenden Anatomie. 2. Aufl. 1878. -- ¡Bütschli¡, +C., Vorlesungen über die vergleichende Anatomie. I. Leipzig 1910. + +[2] ¡Cuvier¡ et ¡Valenciennes¡, Histoire natur. des Poissons. Paris +1828-49. 22 Bde. -- ¡Agassiz L.¡, Recherches sur les poissons +fossiles. 5 Bde. in 4^o mit Atlas. Neuchâtel 1833-43. -- ¡Müller +Joh.¡, Über den Bau und die Grenzen der Ganoiden und das natürliche +System der Fische. Abhandl. Berl. Akad. für 1844 (1846). -- ¡Cope +Edw.¡, Classification of fishes. Trans. Amer. Philos. Soc. 1870. S. +449, und Proceed. Amer. Assoc. Advancem. Sc. 1871. S. 326. -- ¡Günther +Alb.¡, An introduction to the Study of fishes. Edinburgh 1880. -- +¡Woodward¡, ¡A. Smith¡, Catalogue of the fossil fishes in the British +Museum. Part I-IV. 1889-1901. -- ¡Pander Chr. H.¡, Monographie der +fossilen Fische des silurischen Systems des russisch-baltischen +Gouvernements. St. Petersburg 1856. -- ¡Agassiz L.¡, Monographie des +poissons fossiles du vieux grès rouge. Neuchâtel 1844. -- ¡Huxley +Th.¡, Preliminary essay upon the systematic arrangement of the fishes +of the devonian epoch. Mem. geol. Surv. Un. Kingdom 1861. -- ¡Newberry +J. 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Morpholog. Jahrb. +Bd. II, V, VII. -- ¡Hofer Br.¡, Über den Bau und die Entw. d. Cycloid- +und Ctenoidschuppen. Ges. f. Morphol. und Physiol. München 1889. -- +¡Klaatsch H.¡, Zur Morphol. d. Fischschuppen etc. Morphol. Jahrb. XVI. +1890. -- ¡Kölliker¡, Über verschied. Typen in d. mikroskop. Struktur +d. Skelettes d. Knochenfische. Verh. phys. medic. Ges. Würzburg. +1858. -- ¡Nickerson¡, The development of the scales of Lepidosteus. +Bull. Mus. Compar. Zool. 1893. XXIV. -- ¡Reißner¡, Über die Schuppen +v. Polypterus u. Lepidosteus. Arch. f. Anatom. Physiol. 1859. -- +¡Williamson¡, On the microscop. structure of the scales and dermal +teeth of some Ganoid and Placoidfishes. Phil. Transact. 1849. I. + +[3] Das Opisthoticum, auch Intercalare, ist bei Fischen meist ein +Deckknochen. + +[4] ¡Bassoli G. G.¡, Otoliti fossili terziarii dell'Emilia. Riv. +Italiana di Palaeontologia, 1906. -- ¡Koken E.¡, Über Fisch-Otolithen +etc. (Zeitschr. d. geol. Ges. 1884). -- Neue Untersuchungen an +tertiären Fischotolithen (ebenda 1889, 1891). -- ¡Priem F.¡, Sur +les otolithes des poissons éocènes du bassin Parisien (Bull. soc. +géol. France. 1906). -- ¡Schubert R. J.¡, Die Fischotolithen des +österr.-ungar. Tertiärs. (Jahrb. geol. Reichsanst. 1903, 1905, 1906.) + +[5] Vgl. ¡Gill¡, Arrangement of the families of fishes. +Smithson-Miscell. Coll. 247. 1872. S. IX. + +[6] Fossile Cyclostomen. Als ¡Palaeospondylus Gunni¡ sind von Traquair +Reste aus den Übergangsschichten zwischen Silur und Devon (Passage +beds) bekannt gegeben. Vgl. W. J. Sollas und J. B. J. Sollas: An +account of the devonian fish Palaeosp. Gunni. Philos. Trans. Roy. Soc. +London. Series B. Vol. 196. 1903. Die Rekonstruktion, die allein in +die Lehrbücher übergegangen ist, erweckt aber eine falsche Vorstellung +von dem wirklichen Erhaltungszustand, den Fig. 30 zum Ausdruck +bringt; es sei auf die objektive Diskussion durch Sollas verwiesen. +Die gefundenen Reste bestehen aus einer Art Kohle; fast dieselbe +Zusammensetzung haben im gleichen Lager gefundene Coccosteus-Reste. +Der Schluß, daß auch das Skelett von Palaeospondylus ursprünglich +Knochen war, ist aber deswegen noch nicht berechtigt. Die Frage, wohin +diese Reste zu stellen sind, ist nicht beantwortet. + +[Illustration: Fig. 30. + +¡Palaeospondylus Gunni¡ Traquair. + +¡A¡ Abbildung eines Vorkommenstücks. Unterer Old Red Sandstone, +Caithness. 5:1. ¡B¡ Wachsmodell. 10:1. (Nach ~Sollas~.)] + +[7] ¡Jaekel O.¡, Über Tremataspis und Pattens Ableitung der +Wirbeltiere. (Zeitschr. geol. Ges. 1903. Protoc. S. 84 ff. -- Über die +Organisation und systematische Stellung der Asterolepiden. (Protok. +Zeitschr. geol. Ges. 1903). -- Über Tremataspis und Pattens Ableitung +der Wirbeltiere von Arthropoden. (Protok. Zeitschr. Geol. Ges. 1903). +-- Neue Wirbeltierfunde a. d. Devon von Wildungen. (Sitz.-Ber. Ges. +naturf. Freunde, Berlin. 1906). -- ¡Patten William¡, On the structure +and classification of the Tremataspidae. (Mém. Acad. Impér. d. Sci. +St.-Pétersbourg. XIII. Bd., Nr. 5. 1901. + +[8] ¡R. H. Traquair¡, Report on fossil Fishes collected by the Geol. +Survey of Scotland in the Silurian Rocks of the South of Scotland +(Trans. Roy. Soc. Edinburgh. XXXIX. Part III. No. 32. 1899) und Ders., +Supplementary Report. ibid. No. 33. 1900. + +[9] ¡R. H. Traquair¡. On Thelodus Pagei Powrie sp. from the Old Red +Sandstone of Forfarshire. (Trans. Roy. Soc. Edinburgh. Vol. XXXIX. +Part III. No. 21. 1899.) + +[10] ¡R. H. Traquair¡, The lower devonian fishes of Gemünden. Trans. +Roy. Soc. Edinb. XL. 1903. Supplement. ibidem. XLI. 1905. + +[11] ¡Alth, Al. v.¡, Über Pteraspis, Cyathaspis und Scaphaspis. +Beiträge zur Paläontologie Österreich-Ungarns von ~Mojsisovics~ und +~Neumayr~. II. 1886. -- ¡Claypole, E. W.¡, Pteraspidian fishes in the +upper Silurian Rocks of North-America. Quart. journ. geol. Soc. 1885. +vol. XIII p. 48. -- ¡Dollo, L.¡, Le Pteraspis dans l'Ardenne. (Comptes +Rendus. 1903). -- ¡Drevermann, F.¡, Über Pteraspis dunensis F. Roe. +sp. (Zeitschr. d. geol. Ges. 56. Bd. 1904). -- ¡Huxley Th.¡, Über +Cephalaspis und Pteraspis. Quart. journ. geol. Soc. 1856. vol. XII p. +100, 1858 vol. XIV p. 267, 1861 vol. XVII p. 163. -- ¡Kner, R.¡, Über +Cephalaspis Lloydii und Lewisii. ~Haidinger~, Naturw. Abhandl. 1847 +Bd. I. -- ¡Kunth, A.¡, Über Pteraspis. Zeitschr. d. deutsch. geol. +Gesellsch. 1872 Bd. XXIV S. 1. -- ¡Lankaster, Ray¡, and ¡Powrie J.¡, +A Monograph of the fishes of the old red Sandstone. I. Cephalaspidae. +Palaeont. 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Mélanges géol. et paléont. Pétersbourg +1893. Weitere Mitteil. über die Gattung Thyestes. Bull. Acad. Imp. +Pétersbourg. (5. Ser.) Bd. IV. 1896. -- ¡Rohon V.¡, Die Segmentierung +am Primordialcranium der obersilurischen Thyestiden. Verh. russ. +mineral. Ges. Petersburg 1895. -- ¡Schmidt Fr.¡, Über Thyestes +verrucosus und Cephalaspis Schrencki. Verh. russ. mineralog. Ges. +Petersburg 1866. + +[14] ¡Woodward A. Sm.¡, Catalogue etc. II. 1891. + +[15] ¡Jaekel O.¡, Über Tremataspis und Pattens Ableitung der +Wirbeltiere. (Zeitschr. geol. Ges. 1903.) + +[16] ¡Egerton Ph. Gr.¡, On Pterichthys. Quart. Journ. geol. Soc. 1848, +1862. -- ¡Miller H.¡, Ann. Mag. Nat. Hist. 1849. S. 63. -- ¡Pander +Chr. R.¡, Die Placodermen des devonischen Systems. Petersburg 1857. +-- ¡Traquair R. H.¡, Ann. Mag. Nat. Hist. 1888. -- ¡Woodward A. Sm.¡, +Catalogue etc. II. 1891. Guide etc. 1905. S. 59. + +[17] ¡Hoffmann.¡ Die Ruderorgane d. Asterolepiden. (Palaeontographica +1911.) (Ausführliche Literatur über Placodermen.) + +[18] ~Jaekel~ hat die Ansicht ausgesprochen, daß die Platten bei +Coccosteiden und bei Asterolepis dieselben Elemente darstellen und +den gewöhnlichen Belagknochen im Fischschädel zu homologisieren sind. +Dann enthält die mittlere Reihe das Occipitale superius, das Parietale +(der kleine, die Orbita zerlegende Knochen) und das Präfrontale; die +seitlichen werden Epioticum, Supratemporale, Jugale und Postfrontale +genannt. (Zeitschr. geol. Ges. 1903.) + +[19] ¡Agassiz¡, Poissons fossiles. Vol. III. 1843. ¡Bonaparte C. L.¡, +Selachorum tabula analytica. Mém. Soc. Sc. nat. Neuchâtel 1839. -- +¡Davis I. W.¡, On the fossil fishes of the carboniferous limestone +of Great Britain. Transact. Roy. Soc. Dublin. Soc. 1883. Vol. I. +ser. II. p. 327 bis 648. Taf. 42 bis 65. 4°. -- ¡Hasse C.¡, Das +natürliche System der Elasmobranchier auf Grundlage des Baues und +der Entwickelung ihrer Wirbelsäule. Jena 1879, Ergänzungsheft 1885. +4°. -- ¡Müller Joh.¡ und ¡Henle J.¡, Systematische Beschreibung der +Plagiostomen. Berlin. 1841. 60 Taf. gr. 4°. -- ¡Jaekel O.¡, Die +eocänen Selachier von Monte Bolca. 1894. Berlin. -- ¡Nötling Fr.¡, Die +Fauna des samländischen Tertiärs. Abh. geol. Spezialkarte v. Preußen. +Berlin 1885. -- ¡Probst¡, Beiträge z. Kenntnis der fossilen Fische aus +der Molasse von Baltringen. Jahreshefte Ver. f. Naturk. Württemberg. +1874, 1877, 1878, 1879. -- ¡Fritsch A.¡, Reptilien und Fische d. böhm. +Kreideformation. Prag. 1878. Fauna d. Gaskohle. 2. Bd. 1889. -- ¡A. +Smith Woodward¡, Catalogue of the fossil fishes. Part. I. 1889. Part. +II. 1891. Hier ausführliche Literaturangaben. -- ¡Priem E.¡, Étude des +poissons fossiles du Bassin Parisien. Ann. de Paléontologie. Paris +1908. -- ¡Leriche M.¡, Les poissons paléocènes de la Belgique. Mém. +Mus. Hist. Nat. de Belgique. T. II. 1902. + +[20] ¡Agassiz, L.¡, Poiss. foss. vol. III. 1843. -- ¡Beyrich, E.¡, +Über Xenacanthus. Monatsber. Akad. Berlin. 1848. -- ¡Brongniart, Ch.¡, +Études s. l. terr. houiller de Commentry. Faune ichthyol. I. 1888. -- +Bull. soc. géol. France. 1888. S. 546. -- ¡Cope, E.¡, Amer. Philos. +Soc. Philadelphia. 1884. -- ¡Davis, J.¡, On the fossil fish-remains +of the Coal Measures. I. Pleuracanthidae. Trans. Roy. Soc. Dublin. +1892. vol. IV. -- ¡Döderlein, L.¡, Zool. Anzeiger. 1889. XII. S. 123. +-- Ders. in Steinmann, Elemente der Paläontologie. -- ¡Fritsch, A.¡, +Die Fauna d. Gaskohle. II. 1888/89. III. 1890. -- ¡Goldfuß¡, Neues +Jahrb. 1847. S. 404. -- Beitr. zur vorweltl. Fauna d. Steinkohlengeb. +-- ¡Jaekel, O.¡, Über die Organisation der Pleuracanthiden. Sitz.-Ber. +Ges. naturf. Freunde. Berlin. 1895. -- Neue Rekonstruktion von +Pl. sessilis Jord. sp. und Polyacrodus (Hybodus) Hauffianus E. +Fraas. ibid. 1906. -- ¡Jordan¡, N. Jahrb. 1849. -- ¡Koken E.¡, Über +Pleuracanthus Ag. und Xenacanthus Beyr. Sitz.-Ber. Ges. naturf. +Freunde Berlin. 1889. S. 77 ff. -- ¡Reis, O. M.¡, Das Skelett der +Pleuracanthiden und ihre systemat. Bedeutung. Abh. Senckenb. Ges. +Frankfurt a. M. 1897. -- ¡Woodwaard, A. Sm.¡, Catalogue of the +fossil fishes. I. 1889. S. XV ff. S. 1 ff. Hier noch spezielle +Literaturangaben. + +[21] Die unteren Bögen bestehen zwischen Becken und Brustgürtel aus +einem rippenförmigen distalen und einem selbständigen proximalen +Plättchen, das auch als Differenzierung innerhalb der Chordascheide +gedeutet werden kann. + +[22] Geol. Mag. 1888. p. 103. A. Sm. Woodw. Catal. I. S. 15. + +[23] ¡Braus H.¡, Über neue Funde versteinerter Gliedmaßenknorpel und +Muskeln von Selachiern. (Phys. Med. Ges. Würzburg. 1901. XXXIV. 177.) +-- ¡Dean, Bashford¡, Contributions to the Morphology of Cladoselache. +Journ. of Morphol. 1894. vol. IX. -- A new Cladodont from the Ohio +Waverly. Trans. N. Y. Ac. Sc. 1894. XIII. -- ¡Jaekel, O.¡, Über die +Beurteilung der paarigen Extremitäten. (Sitz.-Ber. Akad. Berlin. 1909. +XXVI.) -- ¡Newberry, St.¡, Palaeoz. fishes of N. Amerika. U. S. Geol. +Surv. Monogr. XVI. 1891. -- ¡Traquair, R. H.¡, Geol. Mag. 1888. S. 83. +-- On Cladodus Neilsoni (Traqu.) from the Carboniferous limestone of +East Kilbride. Trans. Geol. Soc. Glasgow. XI. 1897. + +[24] ¡Agassiz L.¡, Poiss. fossiles. II. 1833-35. -- ¡Fritsch, A.¡, +Fauna der Gaskohle in Böhmen. Bd. II. 1889. -- ¡Huxley, Th.¡, Geol. +Survey of the United Kingdom. Dec. X. 1861. -- ¡Kner, R.¡, Sitz.-Ber. +Akad. Wien. math.-phys. Klasse. LVII. 1868. -- ¡Powrie J.¡, On the +earliest known vestiges of vertebrate life. Edinburgh Trans. geol. +Soc. 1869. I. 284-301. -- ¡Reis, O. M.¡, Zur Kenntnis des Skeletts +der Acanthodinen. Geognost. Jahreshefte. München. 1890. 1891. -- +Illustrationen z. Kenntnis des Skeletts von Acanthodes Bronni Ag. Abh. +Senckenberg. Ges. Frankfurt a. M. 1895. -- Über Acanthodes Bronni Ag. +(Morphol. Arbeiten. Herausg. v. Schwalbe. VI. 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Ges. 1899. + +[30] »Squatina« crassidens gehört indessen zu Sclerorhynchus und zu +den Pristiden. + +[31] Bei jungen Exemplaren von Pristis cuspidatus Lath. ist der basale +Teil der Säge ebenfalls unbezahnt. + +[32] ¡Newton E. T.¡, The Chimaeroid fishes of the British cretaceous +rocks. Mem. Geolog. Survey. Monogr. IV. 1878. Quart. Journ. geol. Soc. +1876. p. 326. + +[33] ¡Günther Alb.¡, Description of Ceratodus, a genus of Ganoid fish +recently discovered in rivers of Queensland, Australia. Philosophical +Transactions vol. CLXI 1871/72. -- ¡Huxley, Th.¡, On Ceratodus +and the classification of fishes. Proceed. Zool. Soc. 1876 p. 24. +-- ¡Miall, L. C.¡, Monograph of the Sirenoid and Crossopterygian +Ganoids. Palaeontogr. Soc. Part. I 1878. -- ¡Pander Ch. H.¡, Über +die Ctenodipterinen des devonischen Systems. St. Petersburg 1858. +4^o mit Altas in Querfolio. -- ¡Traquair¡, On the genera Dipterus, +Palaedaphus, Holodus, Cheirodus Ann. 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S. 11. -- ¡Hennig E.¡, +Saurichthys-Funde von Rüdersdorf. (Centralbl. f. Mineral. 1909.) + +[43] ¡Lambe L. L.¡, Palaeoniscid fishes from the Albert Shales of New +Brunswick (Contrib. Canadian Palaeont. III. Part V. 1910) -- ¡Traquair +R. H.¡, The Ganoid fishes of the British carboniferous formations. +Monogr. Palaeont. Soc. 1877. Vol. I. Ferner: Quart. Journ. Geol. Soc. +1877. Report on the fossil fishes collected in Eskdale. Trans. Roy. +Soc. Edinburgh 1881. XXX. -- ¡Woodward A. Sm.¡, Catalogue. II, III. + +[44] ¡Reis¡, Geogn. Jahreshefte. 1892. + +[45] ¡Hennig, E.¡, Gyrodus und die Organisation der Pyknodontiden. +(Palaeontographica. LIII. Bd. 1906.) + +[46] ¡M. Browne.¡ Revision of a genus of fossil fishes. Dapedius. +(Trans. Leicester Literary and Phil. Soc. 1890.) + +[47] ¡Leriche, M.¡, Sur la présence du genre Amia dans les Hamstead +Beds (Olig. inf.) de l'île de Wight (Bull. Soc. belge de Géol. XXII. +1908). + +[48] ¡Jaekel, O.¡, Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch. 1890. S. +86. -- ¡Reis M. O.¡, Paläohistol. Beitr. z. Stammesgeschichte d. +Teleostier. Neues Jahrb. 1895. I. -- ¡Woodward A. Sm.¡, Catalogue etc. +III.-IV. Teil. + +[49] Pr. Amer. Phil. Soc. XIV. + +[50] Chanoides, Chanos, Prochanos u. A. bilden bei Boulenger eine +besondere Unterfamilie der Clupeiden. Auch Day trennt die unbezahnten +Chaninae als besondere Gruppe ab. + +[51] Wird auch zu den ¡Enchodontiden¡ gestellt. + +[52] Hay hält die ursprünglich von Cope aufgestellte Familie der +¡Pachyrhizodontiden¡ aufrecht, bis die hierher gerechneten Formen +besser bekannt sind. Hierher auch ¡Oricardinus¡ Cope. + +[53] Sitz.-Ber. Naturf. Freunde Berlin. 1887. + +[54] Amphistiidae Easton. + +[55] Werden auch zu den Chaetodontiden gestellt. + +[56] Di alcuni gimnodonti fossili italiani. Boll. comit. Italia. 1889 + + + + +2. Klasse. #Amphibia. ~Amphibien.~ ~Lurche.~#[57] (Bearbeitet von ~F. +Broili~.) + + +~Wechselwarme, nackte, seltener mit hornigen Schuppen oder +Hautverknöcherungen ausgestattete Wasser- oder Landtiere mit Lungen +und vorübergehender oder persistenter Kiemenatmung. Entwicklung +ohne Amnion und Allontois, in der Regel mit Metamorphose. Herz mit +einer Kammer und zwei Vorkammern. Hinterhaupt mit zwei Gelenkköpfen. +Ein Sacralwirbel. Extremitäten zum Gehen, Springen oder Schwimmen +geeignet, selten fehlend.~ + +Nur die äußere Gestalt der Amphibien erinnert -- einige Anuren +ausgenommen -- in der Regel mehr an Reptilien als an Fische. Der +meist walzenförmige Körper endigt häufig in einem stark entwickelten +Ruderschwanz, doch gibt es auch völlig schwanzlose Formen von +gedrungenem Bau (Anura). Bei den schlangenartigen, in feuchtem Boden +lebenden Blindwühlern und einzelnen fossilen Stegocephalen fehlen die +Extremitäten ganz, in anderen Fällen sind dieselben verkümmert oder +reduziert, in der Regel aber sind zwei Paar Extremitäten vorhanden, +die bei den geschwänzten Formen als Nachschieber zur Fortbewegung +des langgestreckten Rumpfes dienen, während sie bei den schwanzlosen +Amphibien zum Laufen, Springen, ja selbst zum Klettern gebraucht +werden. + +Unter den lebenden Amphibien besitzen nur die Blindwühler (Coecilia) +zwischen den Hautringen eingesprengte Schuppen, ferner entwickeln +einige Anuren (z. B. Ceratophrys) in ihrer Rückenhaut Verknöcherungen, +die in einem Falle (Brachycephalus ephippium) mit den Dornfortsätzen +der Wirbel in Verbindung treten; unter den ausgestorbenen Formen +zeichnen die Stegocephalen sich durch den Besitz eines in Form von +knöchernen Schuppen und Stäbchen oder Knochenplatten ausgebildeten +Hautskeletts aus, von denen letztere verschiedentlich auch hier sich +mit den Dornfortsätzen vereinigen können. + +Die Wirbelsäule besteht je nach der Länge des Körpers und namentlich +des Schwanzes aus einer sehr verschieden großen Anzahl von Wirbeln und +differenziert sich in Hals-, Rumpf-, Becken- und Schwanzregion. + +Bei den meisten paläozoischen Stegocephalen verknöchert die +Wirbelsäule unvollkommen, insofern die Chorda nur teilweise von +den durchweg einen embryonalen Charakter tragenden Ossifikationen +verdrängt wird. Bei den lebenden Amphibien wird aber, wenn auch die +Chorda vielfach persistieren kann (Gymnophionen, Perennibranchiaten +u. a.) stets ein ~knöcherner Wirbelkörper~ (~Wirbelzentrum~) +ausgebildet. Derselbe wird ~amphicöl~ (auf der vorderen und hinteren +Verbindungsfläche ausgehöhlt), wenn der zwischen zwei aufeinander +folgenden Wirbelkörpern entwickelte Intervertebralknorpel reduziert +wird; ein ~opisthocöler~ (vordere Verbindungsfläche konvex, +hintere konkav) oder ~procöler~ (vordere Verbindungsfläche konkav, +hintere konvex) Wirbelkörper und damit gleichzeitig eine gelenkige +Intervertebralverbindung zweier aufeinander folgender Wirbelkörper +entsteht, wenn der sich ausdehnende Intervertebralknorpel die Chorda +verdrängt. + +Der ~Wirbelkörper~ ist mit dem das Rückenmark umschließenden ~oberen +Bogen~ (Neurapophyse) entweder nur durch Nähte verbunden oder +vollkommen zum eigentlichen Wirbel verschmolzen. Dieser meist früher +und vollständiger als der Wirbelkörper verknöchernde, ursprünglich +aus zwei getrennten Anlagen hervorgegangene ~obere Bogen~ verwächst +dorsal in der Regel zu einem mehr oder weniger entwickelten +~Dornfortsatz~ (spina dorsalis, processus spinosus). Der gegenseitige +Zusammenschluß der oberen Bogen wird durch meist schräg gestellte +vordere und hintere ~Gelenkfortsätze~ (Prä- und Postzygapophysen) +derart vermittelt, daß die hinteren Fortsätze eines Wirbels die +vorderen des nächsten Wirbels überlagern (Fig. 269). Neben dieser Art +der Gelenkung kommt es noch in seltenen Fällen (Diplocaulidae) zu der +bei den Reptilien häufiger auftretenden Artikulation von ~Zygosphen~ +und ~Zygantrum~, wobei ein zwischen den Präzygapophysen entwickelter +keilförmiger Fortsatz (Zygosphen) in eine entsprechend geformte, +zwischen den Postzygapophysen des vorausgehenden Wirbels liegende +Vertiefung (Zygantrum) gelenkig eingreift (Fig. 268 b). In der Regel +geht von den oberen Bögen auch ein ~Querfortsatz~ aus (processus +transversus: ~Diapophyse~), welcher zur Anheftung der Rippen dient, +da aber die letzteren häufig zweiköpfig sind, so entsendet in diesem +Falle auch der Wirbelkörper einen meist kürzeren Querfortsatz die +~Parapophyse~. ~Untere Bogen~ (Haemapophysen, chevron-bones, untere +Rippen) sind in der Regel nur an den Schwanzwirbeln vorhanden, wo +sie von den Wirbelkörpern ausgehend den Caudalkanal umschließen. +Bei den Batrachiern verschmelzen sämtliche Schwanzwirbel zu einem +langen dolchförmigen Knochen (Coccyx). Der ~Halsabschnitt~ wird +durch den ersten ~Wirbel~, den ~Atlas~, repräsentiert, dessen mit +zwei Gelenkfacetten versehene Vorderfläche (Fig. 274) mit den beiden +verknöcherten oder verknorpelten Gelenkköpfen des Hinterhauptes +einlenkt; häufig (Urodelen) ist sein Körper in einen vorderen, +zwischen die Condylen hineinragenden Fortsatz ausgezogen. Am hinteren +Ende des Rumpfes stützt ein ~einziger Sacralwirbel~ (nur bei einigen +Anuren und Stegocephalen finden sich deren zwei) das Becken, das sich +entweder direkt an eine ungewöhnlich starke Diapophyse oder an eine +meist abweichend geformte Sacralrippe anheftet. + +Im Gegensatz zu den bei den meisten der Stegocephalen stark +gekrümmten, zur Umschließung der Leibeshöhle dienenden und vielfach +differenzierten ~Rippen~ sind dieselben bei den rezenten Amphibien, +wo sie mit Ausnahme des ersten Wirbels an der gesamten Rumpfregion +und den ersten Schwanzwirbeln entwickelt sein können, klein und +unbedeutend und verbinden sich nie mit dem Sternum. + +[Illustration: Fig. 265. + +Froschschädel ¡A¡ von oben, ¡B¡ von unten, ¡C¡ von der Seite, ¡D¡ von +hinten. + +In ¡A¡ und ¡B¡ sind von der rechten Hälfte des Schädels die +Deckknochen entfernt, so daß das Primordialcranium mit seinen +Ossifikationen vollständig sichtbar wird. Die primären Knochen sind +punktiert, die Belegknochen weiß, der Knorpel schraffiert. + +~Knorpeliges Primordialcranium~: ¡GK¡ Gehörkapsel, ¡NN¡_{1} +Nasenkapsel, ¡PP¡ Palatinspange, ¡As¡ Alisphenoidknorpel, ¡Qu¡ +Quadratknorpel, ¡ob¡, ¡os¡ Knorpel, aus dem sonst Basioccipitale u. +Supraoccipitale hervorgehen. ~Primäre Knochen~: ¡Exo¡ Exoccipitale +lat. mit Condyl. occip. C., ¡Pro¡ Prooticum mit dem Trigeminusloch +¡T.¡, ¡Sph¡ Sphenethmoid, ¡os¡ en ceinture. ~Belegknochen~: ¡Pmx¡ +Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Jg¡ Jugale, ¡N¡ Nasale, ¡Sp¡ +Septomaxillare, ¡Vo¡ Vomer, ¡P¡ Palatinum, ¡Pt¡ Pterygoid, ¡Fp¡ +Frontoparietale, ¡Ps¡ Parasphenoid, ¡Sq¡ Squamosum. Unterkiefer: ¡mk¡ +Meckelscher Knorpel, ¡d¡ Dentale, ¡an¡ Angulare. Zungenbeinbogen: ¡Co¡ +Columella, ¡h'¡ ¡h''¡ Hyoid u. Copula. + +(Nach Gegenbaur, Bütschli, Parker, Wiedersheim und R. Hertwig.)] + +Der ~Schädel~ (Fig. 265) verknöchert nur unvollständig, indem +nur einzelne Teile des ~knorpeligen Primordialcraniums~ in +Ossificationen -- die sog. ~primären Knochen~ -- umgewandelt werden, +während andere Teile zeitlebens ihre knorpelige Beschaffenheit +beibehalten. An der Hinterhauptsregion verknöchern die ~Exoccipitalia +lateralia~ (Pleuroccipitalia) in der Regel (mit Ausnahme eines +Teiles der Stegocephalen), sie werden vom Nervus vagus durchsetzt, +umschließen das Foramen occipitale größtenteils und bilden die +Condyli occipitales; ein Occipitale superius und ein Basioccipitale +kommt bei den Amphibien nicht zur Entwicklung, da beide Regionen +knorpelig bleiben (das sog. Supraoccipitale der Stegocephalen ist +ein Belegknochen). Die Ohrgegend wird vorne von dem an seinem +Vorderrand vom Nervus trigeminus durchbohrten und die Ohröffnung +(Fenestra ovalis) begrenzenden ~Prooticum~ (Petrosum) bedeckt, +außerdem können noch ein Opisthoticum und ein Epioticum auftreten +(das Epioticum der Stegocephalen ist ein Belegknochen). In der +Augengegend der Urodelen kommt es zur Bildung eines paarigen +Knochens des ~Sphenethmoids~ (Orbitosphenoid), welcher bei den +Anuren in der Nasenregion sich durch mediane Verschmelzung zu +einem ringförmigen ~Gürtelbein~ (os en ceinture) umgestalten kann. +Zu diesen Verknöcherungen am Primordialcranium kommen noch als +~sekundäre Belegknochen~, die Ossificationen des Hautskeletts: +Am Schädeldach die paarigen ~Nasalia~ (Nasenbeine), ~Frontalia~ +(Stirnbeine) und ~Parietalia~ (Scheitelbeine) -- die bei den Anuren zu +~Frontoparietalia~ verschmelzen -- ferner bei den meisten Urodelen +und einigen Gymnophionen ein ~Praefrontale~ und in seltenen Fällen +ein ~Lacrimale~, auf der Schädelunterseite entwickelt sich wie bei +den Fischen ein großes ungeteiltes ~Parasphenoid~. Ein kleiner +Deckknochen der Nasenhöhle wird ~Septomaxillare~ bezeichnet. Bei den +Stegocephalen kommen außerdem noch verschiedene andere Belegknochen +zur Ausbildung, so außer den obengenannten ein ~Postorbitale~, +~Postfrontale~ und ~Supratemporale~. Hierzu treten als Ergänzung die +~Verknöcherungen des Visceralskeletts~: Am hinteren, unteren Abschnitt +des Palatoquadratums, dem Quadratknorpel, entsteht mehr oder weniger +ossificiert das ~Quadratum~, während es oben durch einen Belegknochen +vom Schädeldach her, das meist ausgedehnte ~Squamosum~ (Tympanicum) +geschützt wird, nach vorne entwickeln sich auf der Palatinspange als +Belegknochen ~Vomer~, ~Palatin~ und ~Pterygoid~ und vor denselben +~Prämaxillare~ und ~Maxillare~. Die Verbindung zwischen letzterem +Element und dem Quadratum kann durch eine meist ansehnliche, von +~Jugale~ und ev. ~Quadratojugale~ gebildete Knochenspange hergestellt +werden. Am Unterkieferknorpel, dem Mandibulare, können wie bei den +Fischen 3-4 Belegknochen sich bilden: ein die Gelenkung mit dem +Quadratum vermittelndes, selten verknöchertes ~Articulare~, das +zahntragende und die Reste des Meckelschen Knorpels umschließende +~Dentale~, das ~Angulare~ und manchmal ein ~Operculare~ (Spleniale). +~Hyomandibulare~ und die ~Gehörknöchelchen~: ~Columella auris~ und +~Operculum~, die bei den Gymnophionen sich zu einem einheitlichen +Knochen, dem ~Stapes~, vereinigen können, werden von vielen Autoren in +genetische Beziehung gebracht. + +Das übrige Visceralskelett wird aus 2 starken knöchernen, durch 1-2 +unpaare Copulae verbundene Hyoidea (Zungenbeinbögen) gebildet, auf +welche bei den Kiemenatmern noch bis 4 teilweise verknöchert erhaltene +Kiemenbögen folgen. + +Die ~Zähne~ sind spitzkonisch und stehen in der Regel auf +Prämaxillare, Maxillare, Unterkiefer, Vomer und Palatinum. +Ausnahmsweise können auch Parasphenoid und Pterygoid und manche +andere, Zähnchen tragen. Vollkommen zahnlose Gattungen kommen nur bei +den Fröschen vor. Der Zahnsockel befestigt sich bei den Amphibien +entweder auf dem freien Kieferrand (~acrodonte Bezahnung~) oder +seitlich an dem etwas erhöhten Außenrand des Kiefers (~pleurodonte +Bezahnung~). Der Zahnwechsel erfolgt, wie bei den Ganoid- und +Knochenfischen, nicht durch einen unter dem funktionierenden Zahn +befindlichen Ersatzzahn, sondern der junge Zahn entwickelt sich +neben dem vorhandenen und stellt sich, nachdem der Sockel und der +Knochenfortsatz des letzteren resorbiert ist, allmählich an dessen +Stelle. Die Amphibienzähne unterscheiden sich von den Fischzähnen +hauptsächlich durch den Mangel an Vasodentin; ihre große Pulpa +enthält zelliges Bindegewebe und ist an fossilen Zähnen entweder hohl +oder durch fremde, infiltrierte Substanzen (am häufigsten Kalkspat) +ausgefüllt. Die Stegocephalenzähne zeichnen sich vielfach durch eine +starke, häufig labyrinthische Faltung der Dentinsubstanz aus, die an +gewisse paläozoische Ganoiden erinnert. Nicht selten sind außerdem bei +den Stegocephalen große Massen dicht gedrängter kleiner (Chagrin-) +Zähnchen entweder in verschiedenen Gruppen oder ziemlich gleichmäßig +auf der ganzen Schädelunterseite als Stachelpolster verteilt. + +Extremitäten fehlen nur wenigen Amphibien. Am Brustschultergürtel +ist der dorsale Abschnitt, die ~Scapula~, wenigstens in seinem +unteren Teil, wo er mit dem ventralen Abschnitt dem ~Coracoid~ und +der ~Clavicula~ bzw. dem ~Procaroid~ zusammenstößt und mit dem +ersteren die Gelenkpfanne für den Humerus bildet, ossificiert. +Coracoid und Clavicula können mehr oder weniger verknöchert sein +und ebenso erhält die weiterhin dorsal an die Scapula angegliederte +knorpelige Suprascapula nicht selten einen Knochenbelag. Außerdem +läßt sich bei einer Reihe von Stegocephalen in Verbindung mit der +Clavicula ein ~Cleithrum~ nachweisen. Der ventrale Zusammenschluß des +Brustschultergürtels bleibt bei den meisten Amphibien noch ein sehr +lockerer, da die mit dem Coracoid bzw. mit der Clavicula in Verbindung +tretenden Knorpel: ~Sternum~ und Episternum (Omosternum) nicht oder +unvollständig verknöchern. Die vorderen Extremitäten selbst bestehen +aus einem stämmigen langen ~Humerus~ (Oberarm), zwei Vorderarmknochen, +Radius und Ulna, einem knorpeligen oder aus zwei Reihen kleiner +Knöchelchen bestehenden ~Carpus~ (Handwurzel), 3-5 Metacarpalia +(Mittelhandknochen), denen sich die aus 3-4 (? 5) Fingern (mit 1-3 +Phalangen) zusammengesetzten Hände anschließen. Cf. Fig. 313, 319. + +Am Beckengürtel heftet sich fast stets der dorsale Abschnitt, das +in der Regel völlig verknöcherte ~Ilium~, an die Rippe oder den +Querfortsatz des ~einen Sacralwirbels~ an; das Ilium bildet ferner +mit dem hinteren Ast des ventralen Abschnittes, dem gleichfalls +ossificierten ~Ischium~, bei den lebenden Amphibien die Gelenkpfanne +(Acetabulum) für den Femur, an deren Umgrenzung sich auch der +vordere Ast des ventralen Abschnittes: das bei den Stegocephalen +meist verknöcherte ~Pubis~ beteiligen kann, welches bei den lebenden +Amphibien gewöhnlich knorpelig bleibt. Der ~Femur~ (Oberschenkel) ist +zumeist langgestreckt, der Vorderfuß besteht aus ~Tibia~ (Schienbein) +und ~Fibula~ (Wadenbein), welche bei den Fröschen verschmelzen, ihre +Gelenkenden bleiben wie diejenigen der entsprechenden Elemente der +Vorderextremitäten häufig knorpelig. Der Tarsus (Fußwurzel) bleibt +gleichfalls knorpelig oder ist mit einer Anzahl kleiner Knöchelchen +versehen, der Hinterfuß dem Vorderfuß ähnlich, jedoch meist fünfzehig. + +Die Amphibien werden in vier Ordnungen eingeteilt: Stegocephali, +Coecilia, Urodela und Anura. + + +1. Ordnung. #Stegocephali.# ~Panzerlurche.~ ~Schuppenlurche.~[58] + +~Salamander- oder krokodilähnliche geschwänzte Amphibien, mit einem +aus soliden Deckknochen bestehenden, nur von Augen- und Nasenlöchern +und dem Foramen parietale und in seltenen Fällen von einer +Facialgrube durchbrochenen Schädeldach. Zähne spitzkonisch, meist +mit großer Pulpa und einfacher oder radial gefalteter Dentinsubstanz. +Wirbelkörper mit Chordaresten, teils hülsenförmig, teils aus +getrennten Stücken bestehend, oder solid verknöchert und amphicöl. An +der Kehle drei außen kulptierte, dermale, zum Brustgürtel gehörige +Platten. Häufig knöcherne Schuppen oder Stäbchen vorhanden.~ Oberes +Devon.[59] Karbon-Trias. + +Im Gegensatz zu den lebenden Amphibien besitzen die Stegocephalen +in der Regel ein wohlausgebildetes, aus verknöcherten Schuppen oder +Stäbchen bestehendes ~Hautskelett~ (Fig. 266) das namentlich auf +der Bauchseite zur Entwicklung kommt, zuweilen die Unterseite der +Extremitäten bedeckt und vereinzelt auch auf der Dorsalseite des +Körpers beobachtet wird. Die Bauchschuppen zeichnen sich gegenüber +den meist dünneren Rückenschuppen zuweilen durch ansehnliche Stärke +aus und bilden einen sehr dichten, schützenden Panzer, welcher aus +schrägen, nach vorne konvergierenden und in der Mitte des Bauches +winklig zusammenstoßenden Reihen gebildet wird. In der Hals- und +Kehlregion, sowie unter dem Schwanz und den Extremitäten zeigen +die Schuppen eine abweichende Anordnung. Die Form dieser aus +Knochensubstanz bestehenden Bildungen ist oval, rhombisch, oblong, +spindel-, haferkorn- oder sogar dünnstabförmig. Außer diesen kleineren +Hautverknöcherungen können dorsal solide, kräftige, skulptierte +Knochenplatten auftreten, die sich mit den distal verbreiterten +Dornfortsätzen der Wirbel verbinden und so zur Bildung eines teilweise +vollständig geschlossenen Rückenpanzers beitragen (z. B. Aspidosaurus, +Dissorophus, Cacops). + +Als Kammplatten (clasping organs) werden kammförmige, gekrümmte +Knochenstäbchen bezeichnet, die wahrscheinlich nur bei fußlosen +Stegocephalen (¡Ophiderpeton¡, ¡Molgophis¡) in der Kloakengegend als +Hilfsorgan bei der Paarung dienten. + +[Illustration: Fig. 266. + +¡a¡ Bauchpanzer von ¡Branchiosaurus¡, ¡b¡ Schuppen von +¡Branchiosaurus¡, ¡c¡ von ¡Hylonomus¡, ¡d¡ von ¡Pelosaurus¡, ¡e¡ von +¡Archegosaurus¡, ¡f¡ von ¡Sclerocephalus¡, ¡g¡ von ¡Discosaurus¡, ¡h¡ +von ¡Petrobates¡. (Nach ~Credner~.)] + +Die Wirbelsäule[60] der Stegocephalen bewahrt meist einen embryonalen +Charakter und erinnert in vielem an diejenige der Ganoidfische, nur +bei den höchststehenden Formen kommt es zur Bildung amphicöler, +manchmal noch von der Chorda durchbohrter Wirbel, bei allen übrigen +bleiben stets mehr oder weniger umfangreiche Chordareste neben +unverkalkten knorpeligen Teilen am unvollkommen verknöcherten +Wirbelkörper bestehen. + +Der unvollkommenste Wirbelbau kommt den ¿Phyllospondyli¿ +(Blattwirblern) zu. Ein phyllospondyler Wirbel (Fig. 267) besteht +aus einer von vier zarten Knochenblättern gebildeten und sowohl +Rückenmark wie Chorda umschließenden Röhre. Die zwei ~oberen~ +dieser Knochenblätter, welche, im Besitze vorderer und hinterer +Gelenkfortsätze, dorsal zu einem median noch nicht verschmolzenen +Dornfortsatz verlängert sind und mit ihren Seitenschenkeln die +Oberfläche des meist sehr kräftigen knorpeligen Querfortsatzes +bedecken, bilden den oberen Bogen; die zwei unteren Knochenblätter, +welche die ventrale Hälfte der Chorda rinnenförmig umfassen, in der +ventralen Mittellinie aneinander grenzen und sich seitlich auf die +Unterseite der Querfortsätze erstrecken, sind als die Verknöcherungen +des Wirbelkörpers selbst anzusehen. + +[Illustration: Fig. 267. + +Phyllospondyler Rumpfwirbel von ¡Branchiosaurus¡. ¡a¡ von der Seite, +¡b¡ von vorne. (In ¡a¡ sind die 4 Teile voneinander getrennt). +¡WK¡ Wirbelkörper, ¡OB¡ Ob. Bogen, ¡Pr¡ Präzygapophyse, ¡Ps¡ +Postzygapophyse, ¡Sp¡ Processus spinosus, ¡Pt¡ Processus transversus. +Stark vergr. (Nach ~Credner~ und ~Thevenin~.)] + +[Illustration: Fig. 268. + +Lepospondyle Rumpfwirbel ¡a¡ von ¡Hylonomus¡ (von der Seite und im +Vertikalschnitt) (nach ~Credner~); ¡b¡ von ¡Diplocaulus¡ von der Seite +und von vorne. (Nach ~Broili~). ¡c¡ Schwanzwirbel von ¡Urocordylus¡ +(nach ~Schwarz~). ¡d¡ Diapophyse, ¡P¡ Parapophyse, ¡Zsp¡ Zygosphen, +¡Za¡ Zygantrum, ¡UB¡ unterer (Bogen) Dornfortsatz, ¡Ch¡ Chorda, ¡N¡ +Neuralrohr. Sonstige Bezeichnungen wie früher. ¡a¡ u. ¡c¡ stark +vergrößert, ¡b¡ ca. 1/2 nat. Gr.] + +Bei den Hülsenwirblern ¿Lepospondyli¿ (Fig. 268) umgibt der +Wirbelkörper als kontinuierliche knöcherne Hülse die meist +stets peristierende Chorda, die intervertebral sich erweitert, +intravertebral hingegen etwas eingeschnürt zeigt, wodurch der +gewöhnlich langgestreckte Wirbelkörper eine sanduhrähnliche -- tief +amphicöle -- Gestalt erhält. + +Die gelenkige Verbindung wird außer den meist wohl entwickelten +paarigen Prä- und Postzygapophysen des dem Wirbelkörper nur lose +aufsitzenden oder mehr oder weniger mit ihm verschmolzenen oberen +Bogens zuweilen durch Zygosphen und Zygantrum (s. o.) sowie durch +unpaare, über den Prä- bzw. Postzygapophysen am Processus spinosus +entwickelte Gelenkfortsätze vermittelt. (Nach ~H. Schwarz~ sollen +auch vereinzelt am Wirbelkörper selbst untere Gelenkfortsätze zur +Ausbildung gelangen. Dolichosoma.) Querfortsätze können sowohl am +oberen Bogen wie am Wirbelkörper angelegt sein, außerdem kommt es an +den Schwanzwirbeln einiger Formen, z. B. Urocordylus, zur Bildung +besonders spezialisierter Haemapophysen sog. unterer Dornfortsätze. + +[Illustration: Fig. 269. + +Rhachitomer Rumpf Wirbel von ¡Eryops¡. ¡a¡ von der Seite. (Teilweise +ergänzt). ¡H¡ Hypocentrum, ¡P¡ Pleurocentrum. (Sonstige Bezeichnungen +wie früher.) ¡b¡ von hinten. (Der dorsale Abschnitt des ob. Bogens mit +Dornfortsatz etc. nicht erhalten). Ca. 1/2 nat. Gr. + +(Nach ~Broili~.)] + +[Illustration: Fig. 270. + +Rhachitome Rumpfwirbel von ¡Archegosaurus¡. + +¡sp¡ Dornfortsatz, ¡z¡ ¡z'¡ Zygapophysen, ¡n¡ oberer Bogen, ¡hyc¡ +Hypocentrum, ¡plc¡ Pleurocentrum, ¡pla¡ unteres Stück desselben in der +Schwanzregion, ¡ha¡ Hämapophysen.] + +[Illustration: Fig. 271. + +Rhachitome Schwanzwirbel von ¡Archegosaurus¡. + +¡sp¡ Dornfortsatz, ¡z¡ ¡z'¡ Zygapophysen, ¡n¡ oberer Bogen, ¡hyc¡ +Hypocentrum, ¡plc¡ Pleurocentrum, ¡pla¡ unteres Stück desselben in der +Schwanzregion, ¡ha¡ Hämapophysen.] + +Einen anderen Bau besitzen die aus ~mehreren getrennten~ Stücken +~zusammengesetzten Kranzwirbel~ (Schnittwirbel), die ¿Temnospondyli¿. +Auch hier beginnt wie in den übrigen Fällen die Ossifikation mit +dem oberen Bogen und zwar bleiben die beiden seitlichen Schenkel +desselben anfänglich getrennt (Discosaurus) und wachsen erst später +unter Bildung eines meist kräftigen, distal zuweilen verdickten +Dornfortsatzes zusammen. Die Gelenkfortsätze zeigen sich gut +ausgebildet. Der Wirbelkörper selbst weist entweder ~rhachitome~ +oder ~embolomere~ Beschaffenheit auf. Im ersteren Falle besteht +er (Fig. 269-71) aus ~einem~ vorderen ventralen Knochenstück, +dem ~Hypocentrum~ (Intercentrum) und ~zwei~ hinteren, lateralen +Ossifikationszentren: ~Pleurocentra~. Ersteres hat bei nach oben +zugespitzten Seiten im allgemeinen halbmondförmigen Umriß, ist +dorsal median für die persistierende Chorda rinnenförmig vertieft +und repräsentiert den ventralen Halbring des Wirbelkörpers; die +Pleurocentra sind von keilförmiger Gestalt, können aber in der +Schwanzregion (Archegosaurus) jederseits in ein oberes und unteres +Stück zerfallen (das untere Paar soll bei Sphenosaurus[61] zu einem +Hypocentrum pleurale verschmelzen), bei relativ höher entwickelten +Formen (Eryops) vereinigen sich dieselben über der Chorda zum dorsalen +Halbring des Wirbelkörpers. Unter Bögen (Hämapophysen) zeigen sich bei +Archegosaurus mit den Hypocentra der Schwanzregion im Zusammenhang +(¡ha¡). Die Rippen des rhachitomen Typus legen sich sowohl an die +Diapophysen des oberen Bogens als auch, bei zweiköpfigen Rippen, +an eine schwach konkave Vertiefung -- parapophyse Facette -- am +oberen Hinterrand des Hypocentrums an. Der sehr seltene ~embolomere~ +(Cricotus, Diplovertebron, Nummulosaurus) Typus des Wirbelkörpers +besteht darin, daß je zwei Knochenringe einem Körpersegment +entsprechen (Fig. 273). Der vordere stützt den oberen Bogen, trägt die +Hämapophysen in der Schwanzregion und ist Träger der Rippen. Dieser +Typus scheint gewissermaßen eine Modifikation des rhachitomen Wirbels +darzustellen, insofern der vordere Ring durch dorsales Zusammenwachsen +des Hypocentrums, der hintere Ring durch dorsale sowie ventrale +Verschmelzung der Pleurocentra entstanden sein dürfte, im Gegensatz +zu dieser Anschauung betrachtet Götte die rhachitomen Wirbel als +Übergangsstadium von embologeren zu Vollwirbeln. + +[Illustration: Fig. 272. + +Rückenwirbel von ¡Loxomma Allmani¡ Huxley. Schräg v. hinten. +1/2 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 273. + +Embolomere Wirbel von ¡Diplovertebron punctatum¡ Fritsch. Aus der +Gaskohle von Nürschan. Nat. Größe. (Nach ~Fritsch~.)] + +Ein noch weiter vorgeschrittenes Stadium in der Verknöcherung +der Wirbelsäule zeigen die ~Stereospondyli~ (Vollwirbler). Der +Wirbelkörper bildet hier eine solid verknöcherte, kurze, schwach +amphicöle Scheibe, welche zuweilen im Zentrum durchbohrt ist +(Fig. 272) (Loxomma) oder unter dem Medullarkanal einen ursprünglich +von der Chorda erfüllten Ausschnitt erkennen läßt (Mastodonsaurus). +Merkwürdigerweise begegnet uns ersteres auf die relativ höchste +Entwicklungsstufe der Stegocephalen hinweisende Stadium unter den +ältesten carbonischen Formen. + +Soweit der erste Halswirbel, der ~Atlas~ (Fig. 274) der Stegocephalen +erhalten ist, besitzt er bei den Lepospondylen (¡Diplocaulus¡) und +Stereospondylen (¡Mastodonsaurus¡) auf seiner Vorderseite zwei konkave +Gelenkfacetten für den doppelten Condylus. Bei Diplocaulus ist der +obere Bogen nach vorn in ein kurzes Rohr verlängert, durch welches +das Rückenmark in das Foramen magnum eintritt. Bei den Temnospondyli +(Eryops, Dissorophus) finden sich zwei große Articulationsflächen am +stark verbreiterten Hypozentrum und die beiden Hälften des oberen +Bogens sind median nicht miteinander verschmolzen und legen sich eng +an die Seiten des Dornfortsatzes des zweiten Wirbels an. Rippen +fehlen dem Atlas stets, hingegen sind die Postzygapophysen immer +zur Ausbildung gelangt. Hinter dem Atlas folgen bis zum Becken die +in der Regel nur wenig voneinander verschiedenen Rumpfwirbel, die +gewöhnlich ein- oder zweiköpfige Rippen tragen. Zum Becken gehört +ein einziger Sacralwirbel mit starkem Querfortsatz und kräftiger +Sacralrippe. Ausnahmsweise können auch zwei Wirbel vorkommen (Cacops, +die Microsaurier: Hylonomus und Petrobates). + +[Illustration: Fig. 274. + +Atlas ¡A¡ von ¡Diplocaulus¡ (nach ~Broili~) ¡a¡ von unten, ¡b¡ von +vorne. Atlas ¡B¡ von ¡Dissorophus¡ (nach ~Williston~.) ¡a¡ von hinten, +¡b¡ von vorne. ¡c¡ Gelenkfacetten für die Condyli, ¡R¡ rohrförmige +Verlängerung des oberen Bogens für das Rückenmark, ¡Ch¡ Chorda. Ca. +1/2 nat. Größe.] + +[Illustration: Fig. 275. + +¡Cochleosaurus bohemicus¡ Fritsch. Schädeldach verkleinert. (Nach +~Broili~.) Bei unsicheren Stellen sind die Nähte und Begrenzungslinien +punktiert eingezeichnet. + +¡O¡ Augen mit Scleroticaring, ¡Os¡ Ohrenschlitze, ¡Ch¡ Nasenlöcher, +¡PP¡ Postparietale mit den löffelförmigen Fortsätzen, ¡Tb¡ Tabulare, +¡P¡ Parietale, ¡F¡ Frontale, ¡N¡ Nasale, ¡Pm¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ +Maxillare, ¡L¡ Lacrimale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Po¡ +Postorbitale, ¡J¡ Jugale, ¡It¡ Intertemporale, ¡St¡ Supratemporale, +¡S¡ Squamosum, ¡Qj¡ Quadratojugale, ¡C¡ Condyli occipitales.] + +Der ~Schädel~ (Fig. 275) besitzt die für die Amphibien +charakteristische flache, breit dreiseitige Gestalt, ist jedoch oben +durch ein ~solides Knochendach~ geschützt, dessen Zusammensetzung +sich verschiedentlich von der Schädeldecke der übrigen Amphibien +unterscheidet. Die, infolge eines Überzuges einer Modifikation von +Osteodentin, oft schmelzartig glänzende Oberfläche der Kopfknochen ist +entweder radial gestreift oder von rauher, grubiger, an Honigwaben +erinnernder Beschaffenheit und zeigt ähnlich gewissen Ganoiden +(Amia und Polypterus) häufig ein Furchensystem von ~Schleimkanälen~ +(Fig. 306), die in der mittleren Region des Schädeldaches zwischen +Augen- und Nasenöffnungen eine sog. ~Lyra~ bilden können. Neuerdings +glaubt ~Moodie~[62], die diesen Sinnesorganen ähnlichen, bei Fischen +und Urodelen (Necturus) entwickelten »~Seitenlinien~« im Abdruck der +fleischigen Teile eines Branchiosauriers (Micrerpeton) entdeckt zu +haben. + +Außer den meist ziemlich großen Augenöffnungen und den in der Nähe +des vorderen Schnauzenrandes befindlichen Nasenlöchern befindet sich +eine unpaare, rundliche Öffnung innerhalb der Parietalia. Dieses +auch bei lebenden Reptilien noch zur Ausbildung gelangte ~Foramen +parietale~ (Fig. 306, 7) stellt die Epiphysenöffnung dar, in welche +unter der Haut ein unpaares dorsales Sinnesorgan (? Auge) eingelagert +ist. Die Augenhöhlen sind häufig mit einem von den Augäpfeln +ausgeschiedenen, aus einem Kranze vierseitiger Knochentäfelchen +bestehenden ~Scleroticaring~ versehen. In seltenen Fällen zeigt sich +auch, wie bei vielen Urodelen, zwischen Praemaxillaria und Nasalia +(resp. Frontalia) eine sog. »~Facialgrube~« (= Cavum internasale) cf. +Fig. 289 (Dasyceps, Trematops, Acanthostoma, Microbrachis), in welcher +sich bei den Urodelen eine schleimabsondernde Drüse findet. Eine +Eigentümlichkeit verschiedener triadischer Stegocephalen sind ferner +die ~Foramina intermaxillaria~, Durchbrüche in den Prämaxillaria, die +bestimmt sind, bei geschlossenem Rachen die Fangzähne des Unterkiefers +aufzunehmen. (Bezügl. der Ohrenschlitze s. w. unten!) + +Ausnahmsweise kommt es auch zur Bildung einer (sonst nur bei gewissen +Sauropsiden entwickelten) ~Präorbitalöffnung~, die bei Trematops mit +den Nasenlöchern und bei Loxomma anscheinend mit den Augendurchbrüchen +verschmilzt. + +Die in der Regel wenig dicken, plattigen Schilder des Schädeldaches +sind, wie bei den Ganoiden und vielen Teleostiern ~Verknöcherungen der +Haut~; nur selten sind die Suturen bei stärkerer Ossifikation und bei +älteren Individuen verwischt, bei der überwiegenden Mehrzahl aber kann +man die einzelnen Knochenelemente auseinanderhalten. Demnach finden +sich median paarweise: über dem Hinterhaupt die ~Postparietalia~[63] +(= Supraoccipitalia = Dermosupraoccipitalia), über dem Gehirn die +breiten, das Foramen parietale umschließenden ~Parietalia~, zwischen +den Augen die langgestreckten ~Frontalia~, denen sich nach vorne die +~Nasalia~ anschließen, die gewöhnlich mit den, den Schnauzenrand +bildenden ~Prämaxillaria~ die Nasenöffnungen begrenzen. An die +Supraoccipitalia legt sich jederseits das ~Tabulare~ (= Epioticum) +an. An der Umrahmung der Augen nimmt das Frontale nur selten Anteil, +gewöhnlich wird dasselbe innen und oben von ~Prä-~ und ~Postfrontale~, +außen und unten von ~Jugale~ und ~Postorbitale~ und zuweilen +durch das zwischen Jugale und Präfrontale sich zurückschiebende +~Lacrimale~ eingefaßt. Die hintere untere Ecke des Schädels wird +von dem nach vorne in das zahntragende ~Maxillare~ übergehenden +Quadratojugale eingenommen, auf dessen Unterseite sich zuweilen +ein kleines aber deutlich umgrenztes verknöchertes ~Quadratum~ +zeigt, welches die Gelenkung für den Unterkiefer vermittelt. Der +Zwischenraum zwischen dem Quadratojugale, dem Tabulare und Parietale, +sowie den die Umrahmung des Auges bildenden Elementen wird von +2-3 Belegknochen ausgefüllt, von denen der untere als ~Squamosum~ +(Supratemporale aut, Prosquamosum Owen, Paraquadratum), der obere als +~Supratemporale~ und das vor dem letzteren sich ev. einschaltende +Element als ~Intertemporale~ (Intersquamosum) bezeichnet wird. +Squamosum, Supratemporale und Tabulare (Epioticum) begrenzen sehr +häufig einen buchtartigen Einschnitt am Hinterrand des Schädels, +den ~Ohrenschlitz~; ausnahmsweise kann derselbe auch völlig von den +genannten Elementen zu einer »falschen« Schläfenöffnung eingefaßt +(¡Cyclotosaurus¡, ¡Cacops¡, ¡Trematops¡) oder völlig überwuchert +werden (¡Diplocaulus¡) (Fig. 277, 278, 293, 300). + +[Illustration: Fig. 276. + +Hinterhaupt von ¡Mastodonsaurus giganteus¡ Jäger. (nach ~E. Fraas~ +u. ~A. S. Woodward~.) ¡Fm¡ Foramen magnum, ¡PP¡ Postparietale, ¡Tb¡ +Tabulare, ¡S¡ Squamosum, ¡Qj¡ Quadratojugale, ¡Q¡ Quadratum, ¡Pt¡ +Pterygoid, ¡Eo¡ Exoccipitale laterale, ¡C¡ Condyli occipitales, +¡Eol¡ Seitlicher Flügel, ¡Eob¡ Basale Verschmelzung des Exoccipitale +laterale. Stark verkl.] + +[Illustration: Fig. 277. + +¡Branchiosaurus.¡ Unterseite des Schädels. Restauriert. 2/1. (Nach +~Credner~.) ¡Pmx¡ Zwischenkiefer (Prämaxillare), ¡Mx¡ Oberkiefer +(Maxillare), ¡QuJ¡ Quadratjochbein, ¡Pt¡ Flügelbein (Pterygoideum), +¡PSph¡ Parasphenoid, ¡Pl¡ Gaumenbein (Palatinum), ¡Vo¡ Pflugscharbein +(Vomer).] + +[Illustration: Fig. 278. + +¡Cyclotosaurus robustus¡ H. v. Meyer. Schädelunterseite. ¡C¡ Condylus +occipitalis, ¡Pt¡ Pterygoid, ¡Ps¡ Parasphenoid, ¡V¡ Vomer, ¡Pa¡ +Palatinum, ¡M¡ Maxillare, ¡Pm¡ Prämaxillare, ¡G¡ Gaumengruben, ¡Gs¡ +Gaumenschläfengruben, ¡Os¡ hinten geschlossene Ohrenschlitze (falsche +Schläfenöffnung). Schilfsandstein des unteren Keuper Stuttgart. (Stark +verkleinert. Nach ~E. Fraas~).] + +Das Hinterhaupt (Fig. 276) bleibt bei vielen Stegocephalen +noch knorpelig, bei einer großen Anzahl verknöchern aber die +~Exoccipitalia lateralia~, und ihr basaler Teil bildet die zwei +Condyli occipitales.[64] Die Unterseite des Schädels (Fig. 277, +78) zeichnet sich durch ungemein große ~Gaumengruben~ aus. In der +Mitte werden sie durch den vorderen, spanförmigen Teil des meist +ansehnlichen ~Parasphenoids~ getrennt, dessen hinterer, an die +Pterygoidea angrenzender Teil gewöhnlich sich verbreitert zeigt. Der +vordere Teil des Parasphenoids (Processus cultriformis) fügt sich in +den unmittelbar davor gelegenen, paarig angelegten, zuweilen aber zu +einer einheitlichen Platte verschmolzenen ~Vomer~ ein; letzterer wird +vorn und seitlich von den Prämaxillaria und Maxillaria begrenzt. Vom +hinteren Teil des Parasphenoids geht jederseits ein sich teilendes +~Pterygoid~ aus, der eine Ast desselben erstreckt sich nach rückwärts +und aufwärts zum Quadratojugale, wobei ihm gleichzeitig die Aufgabe +zufällt, den Schädel nach rückwärts abzuschließen. Der vordere Ast, +welcher zugleich mit dem hinteren jene, die hintere Ecke des Schädels +einnehmende, große Gaumenschläfengrube von innen begrenzt, bildet +eine Brücke zum ~Maxillare~ bzw. auch zum ~Palatinum~. In einigen +Fällen ist auch ein zwischen Pterygoid, Palatinum und Maxillare sich +einschaltendes ~Os transversum~ nachgewiesen worden. Das ~Palatinum~, +das in der Regel sich vom ~Vomer~ an ziemlich weit nach rückwärts +an das ~Maxillare~ anlegt, umschließt gewöhnlich mit diesen beiden +Elementen die innere Nasenöffnung, die Choane. + +Der ~Unterkiefer~ (Fig. 279, 308) besitzt fast bei allen Stegocephalen +einige wenige Gattungen wie Diplocaulus, Diceratosaurus ausgenommen, +die Länge des ganzen Kopfes. Von den drei Hauptstücken, aus welchen +jede Hälfte besteht, bildet das ~Dentale~ den bezahnten Oberrand +und den Vorderrand des Kiefers, das ~Angulare~ den Unterrand; die +Verbindung mit dem Schädel wird durch das hinter dem Dentale und über +dem Angulare liegende ~Articulare~ vermittelt, das nicht selten mit +einer doppelten Gelenkpfanne ausgestattet ist. Außer diesen können +noch weitere Belegknochen, ein ~Operculare~ (Spleniale) Complementare, +Infradentale, Supraangulare entwickelt sein. Die zahlreichen spitzen +~Zähne~ des Unterkiefers stehen in einer Reihe und nehmen von vorn +nach hinten an Stärke ab; nur in der Symphysenregion, wo die beiden +Äste in vielen Fällen offenbar nur durch Ligament verbunden waren, +stehen zuweilen jederseits ein oder zwei große ~Fangzähne~, denen dann +auf den Praemaxillaria ebensolche entsprechen. Ähnliche Fangzähne, +häufig in paarweiser Entwicklung, begegnen uns auch auf dem Vomer und +auf dem Palatinum in der Nähe der Choanen. Außerdem können sämtliche +Knochen der Schädelunterseite mit kleinen (Chagrin) Zähnchen dicht +besetzt sein. + +Die ~Zähne~[65] der kleineren paläozoischen Stegocephalen stellen +glatte, schlanke Kegel mit großer Pulpa dar (Fig. 279) und sind +entweder direkt oder durch eine Zementbasis mit den zahntragenden +Knochen verwachsen. Sehr häufig sind die untere Hälfte oder zwei +Drittel der Außenseite der Länge nach gefurcht oder gestreift, und +in diesem Falle zeigt die Dentinsubstanz bis zur gleichen Höhe +eine von der Pulpa ausgehende radiale Faltung (Fig. 280). Von den +radialen Pulpaausstülpungen, welche diese Falten bilden, strahlen +dichtgedrängte Dentinröhrchen nach den Seiten und nach der Peripherie +aus. Die Ausbuchtungen der Pulpa können sich bei den komplizierter +gebauten Zähnen noch verzweigen und die sekundären Äste wieder +laterale Ausstülpungen aussenden; gleichzeitig dringen alsdann +zwischen die radialen Dentinbündel von außen dünne Streifen von +Zementsubstanz, welche die Oberfläche des Zahnes bedeckt, in das +Innere ein und machen dabei wellige oder mäandrische Biegungen. +Dadurch entsteht jene überaus charakteristische Labyrinthstruktur, +welche vorzugsweise bei den geologisch jüngeren und größeren +Vertretern der Stegocephalen vorkommt (Fig. 281). Da die Ausstülpungen +der Pulpa nur so weit reichen, als äußerlich die Furchung oder +Streifung vorhanden ist, so wird die Struktur der Zähne nach oben +immer einfacher, und die eigentliche, mit Schmelz bedeckte Krone zeigt +nur noch eine enge einfache Pulpa, von welcher radiale Dentinröhrchen +nach außen ausstrahlen. + +[Illustration: Fig. 279. + +Unterkiefer von ¡Branchiosaurus¡ mit einfachen glatten Kegelzähnen. +¡a¡ nat. Gr., ¡b¡ vergr. (Nach ~Credner~.)] + +[Illustration: Fig. 280. + +Zahn von ¡Archegosaurus¡. Vergr. ¡a¡ von außen, ¡b¡ untere Hälfte +aufgebrochen, um die Faltung der Dentinsubstanz zu zeigen.] + +[Illustration: Fig. 281. + +Querschnitt durch einen Zahn von ¡Mastodonsaurus Jaegeri¡. 3/1. (Nach +~R. Owen~.) ¡P¡ Pulpa, ¡c¡ Zement.] + +Neben acrodonter und pleurodonter Bezahnung (s. b. Amphibien) finden +sich auch Formen, bei denen die Zähne in seichten Alveolen (oder in +Alveolarrinnen) stehen[66], auf deren Boden sie festgewachsen sind +(protothecodont). + +Der ~Brustgürtel~ (Fig. 282, 83) besitzt bei den Stegocephalen einen +höchst charakteristischen, von dem der übrigen Amphibien erheblich +abweichenden Bau. Die auffallendsten, größten und meist auch best +erhaltenen Knochen liegen auf der Bauchseite und bilden unter der +Kehle einen aus drei Platten zusammengesetzten, meist noch in der +Haut gelegenen, äußerlich sichtbaren und in der Regel wie die +Schädelknochen mit starken Skulpturen bedeckten ~Kehlbrustpanzer~. +Die ~Mittelplatte~, das ~Episternum~ (Interclavicula, Entosternum) +unterscheidet sich bei den verschiedenen Gattungen sehr erheblich +nach Größe und Form; am häufigsten ist sie von rhombischer, zuweilen +auch von quer ovaler Gestalt oder verlängert sich hinten in einen +stielförmigen Fortsatz. + +Die beiden seitlichen, meist dreiseitigen Platten, die ~Claviculae~, +lagern sich entweder nur den Seiten des Episternums an, oder sie +legen sich teilweise auf dasselbe oder aber sie vereinigen sich +gegenseitig vor seinem Vorderrand. Nach hinten und oben ist die +Clavicula stielartig verlängert und tritt hier mit einem dünnen, +spangen- oder löffelförmigen Knochen, dem ~Cleithrum~, in Verbindung. +~Scapula~ und ~Coracoid~ verknöchern vielfach nicht oder nur als +unvollständige Knochenkerne; so wird ein scheibenförmiger, an einem +Ende bogenförmiger, abgerundeter, am anderen Ende abgestutzter oder +auch ausgeschnittener Knochenkern gewöhnlich als Coracoid (Omoplate) +gedeutet, in andern Fällen sind aber beide Elemente verknöchert und +z. B. bei Eryops, Trematops, Cacops zu einem einheitlichen Knochen +verschmolzen, der außer einem Foramen supracoracoideum und einem +fensterartigen Durchbruch (Fenestra coraco-scapularis), auch eine +von beiden gebildete Gelenkhöhle für den Humerus (Fossa glenoidalis) +aufzuweisen hat. + +~Extremitäten~ fehlen nur in seltenen Fällen (Aistopodidae), die +Knochen der Vorderextremitäten stimmen vielfach (Phyllospondyli, +Lepospondyli) in Form, Zahl und Anordnung mit denen der jetzt lebenden +Urodelen überein. Der ~Humerus~ (Fig. 284) besitzt nur ausnahmsweise +Gelenkköpfe und bleibt in der Regel knorpelig. Bei den Temnospondyli +dürfte bei der Mehrzahl der bekannten Formen der proximale Teil +des Humerus um den distalen um 90° gedreht sein. Ein Foramen +entepicondyloideum findet sich selten (Diplocaulus, Cochleosaurus). +~Radius~ und ~Ulna~, die beiden Vorderarmknochen, sind stets getrennt +und ohne Gelenkflächen. Der Carpus bleibt vielfach knorpelig, in +anderen Fällen (z. B. Eryops) sind zwei Reihen von Knöchelchen +nachgewiesen. Die Metacarpalia und die Phalangen der 4 oder 5 Finger +sind längliche Knöchelchen. + +[Illustration: Fig. 282. + +¡A¡ Schultergürtel von ¡Branchiosaurus¡. ¡B¡ Schultergürtel von +¡Melanerpeton¡. (Vergr. nach ~Credner~.) + +¡icl¡ Mittelplatte (Episternum) Interclavicula, ¡cl¡ Seitenplatte +(Clavicula), ¡cl'¡ Cleithrum, ¡co¡ Coracoid.] + +[Illustration: Fig. 283. + +¡C¡ Schultergürtel von ¡Cacops aspidephorus¡ (nach Williston). +Dorsalansicht. ¡icl¡ Episternum, ¡cl¡ Clavicula, ¡co¡ Coracoid, ¡Sc¡ +Scapula, ¡cl'¡ Cleithrum. 1/3 n. Gr.] + +[Illustration: Fig. 284. + +Humerus v. ¡Diplocaulus¡. (Dorsalansicht) mit Foramen +entepicondyloideum ¡F.¡ n. ~Williston~. 1/2 nat. Gr.] + +Der ~Beckengürtel~ (Fig. 285) ist kräftig entwickelt, jedoch selten +günstig erhalten. An die eine Sacralrippe heftet sich jederseits ein +stämmiges, median gewöhnlich etwas verengtes Ilium (Hüftbein) an, der +hintere Ast des ventralen Abschnittes das Ischium (Sitzbein) vereinigt +sich zuweilen mit dem vorderen, häufig durch ein Foramen obturatorium +charakterisierten Element, dem ~Pubis~ (Schambein) zu einer einzigen +Platte (Eryops), die dann mit der entsprechenden Platte der Gegenseite +in der Symphyse sich vereinigt. Häufig bleibt das Pubis, namentlich +bei kleinen Formen überhaupt knorpelig, zuweilen bleiben auch die +beiden Ossifikationen getrennt (Mastodonsaurus). + +[Illustration: Fig. 285. + +Becken von ¡Mastodonsaurus giganteus¡ Jaeg. (Nach Eb. ~Fraas~.) ¡Il¡ +(Ilium) Darmbein. ¡Isch¡ (Ischium) Sitzbein. ¡Pu¡ Schambein (Pubis). +¡Ac¡ Pfanne (Acetabulum) für das Femur.] + +Die Hinterfüße übertreffen die Vorderfüße fast immer etwas an +Länge. Der ~Femur~ (Oberschenkel) ist ein im Verhältnis zum Humerus +kräftiger, schlanker Knochen ohne verknöcherten Gelenkkopf, aber nicht +selten unterhalb der proximalen Gelenkfläche mit einer kräftigen +Vorragung (Trochanter minor) ausgestattet, distal sind hingegen die +Condylen häufig wohl ausgebildet. ~Tibia~ und ~Fibula~ sind getrennt +und gleichen den homologen Vorderarmknochen. Der Tarsus ist knorpelig +oder mit zwei (drei bei Trematops) Reihen von Knöchelchen versehen. +Die Metatarsalia und Phalangen sind wenig verschieden von denen des +Vorderfußes; von den fünf Zehen ist bald die zweite, bald die dritte +am längsten. + +Die Stegocephalen bilden eine im oberen Devon schon durch Fußspuren +nachgewiesene, im Karbon bereits verbreitete und in der oberen Trias +aussterbende Ordnung, welche die größten Vertreter der Amphibien +enthält. Sie durchlaufen wahrscheinlich alle ein Larvenstadium +mit Kiemenatmung, deren Reste uns in den häufig erhaltenen +~Kiemenbogenzähnchen~ jugendlicher Individuen vorliegen. Sämtliche +genauer bekannte Gattungen sind mehr oder weniger geschwänzt, die +meisten vierbeinig, einige wenige fußlos. Aus ihrem Vorkommen in +den petrographisch verschiedenartigsten Sedimenten der genannten +Zeitdauer ergibt sich, daß diese teils kleinen, salamandergleichen, +teils mittelgroßen, plumpen und schwerfälligen, häufig an Krokodile +erinnernden Lurche in süßen, brackischen, selbst in Küsten-Gewässern +(Trias, von Spitzbergen), in sumpfigen Deltaniederungen (Texas) und +auf dem Festland gelebt haben. Die kleineren Formen scheinen sich +vielfach in hohlen Baumstämmen eingenistet zu haben, da ihre Reste in +Neuschottland vorzugsweise in Sigillarien- und Lepidodendronstämmen +vorkommen. Die größeren Stegocephalen waren meistens Raubtiere, die +sich von kleineren Amphibien oder Reptilien, Fischen und Crustaceen +nährten. + +Sie unterscheiden sich von den übrigen Amphibien, unter welchen +die Gymnophionen mit ihrem solid verknöcherten Schädel und ihren +verschiedentlich auftretenden Hautverknöcherungen eine gewisse +Ähnlichkeit nicht verkennen lassen, durch die konstant größere Zahl +der das geschlossene Schädeldach bildenden Belegknochen, ferner durch +den Besitz des Foramen parietale, durch den charakteristischen Bau +des Brustgürtels und die enorme Entwicklung eines Hautpanzers sowie +vielfach noch durch die labyrinthische Struktur der Zähne. + +Das von Deckknochen gebildete Schädeldach mit seinen Schleimkanälen, +die von ~Moodie~ nachgewiesene Seitenlinien, die Entwicklung der +Wirbel, die Faltung der Zähne, der Besitz eines an zahlreichen +Koprolithen konstatierten Spiraldarmes[67] sind Merkmale, die an die +Fische, in ihrer Gesamtheit aber an Dipnoer, besonders die Ganoiden +(Amia, Polypterus, Dendrodus, Caturus, Eurycormus) erinnern, ein +wirklich vermittelndes Glied hat sich indessen noch nicht nachweisen +lassen. Weit inniger gestalten sich aber die verwandtschaftlichen +Beziehungen der temnospondylen Stegocephalen zu den Cotylosauriern +unter den Reptilien, die, abgesehen vom Gesamthabitus, in der +Anordnung der, die gleichfalls geschlossene Schädeldecke bildenden, +Belegknochen (Seymouria), im Bau des Schultergürtels und Beckengürtels +sich von höher entwickelten Stegocephalen kaum unterscheiden, so daß +diese beiden Gruppen wohl im innigen genetischen Zusammenhange stehen +dürften. + + +1. Unterordnung. #Phyllospondyli# (Credner). ~Blattwirbler.~ + +¡Wirbel tonnenförmig von zwei ventralen und zwei dorsalen zarten +Knochenblättern gebildet, die Rückenmark und die nicht eingeschnürte +Chorda umschließen. Prä- und Postzygapophysen und Processus spinosus +an den zwei dorsalen Blättern entwickelt. Zähne einfach mit großer +Pulpa.¡ Karbon und Perm. + + +1. Familie. #Branchiosauridae.# Fritsch. + +¡Salamanderähnliche, kurzgeschwänzte Lurche, mit breitem, stumpfem +Schädel. Hinterhaupt nicht verknöchert. Carpus und Tarsus knorpelig. +Rippen kurz, dick, gerade. Keine verknöcherten Schambeine vorhanden. +Bauchschuppen dünn, schmal und zugespitzt, in Reihen angeordnet.¡ + +¿Branchiosaurus¿ Fritsch (= ¡Protriton¡ Gaudry[68], Syn. ¡Pleuronura¡ +Gaudry) Fig. 266, 67, 77, 82, 86, 87. Körper 15-120 mm lang, kurz +geschwänzt. Schädel fast ebenso breit als lang, vorn stumpf +abgerundet, hinten gerade abgestutzt. Neben den Tabularia ein +seichter Ohrausschnitt. Kopfknochen dünn, radial gestreift und mit +Grübchen bedeckt. Augenhöhlen sehr groß, rundlich-oval, mit einem +aus ca. 30 Plättchen zusammengesetzten Scleroticaring und einem +aus kleinen Plättchen bestehenden Augenlidpflaster. Schädelbasis +(Fig. 277) hauptsächlich vom langgestielten Parasphenoid gebildet, +an dessen hintere große schildförmige Platte sich jederseits ein in +zwei Arme sich gabelndes Pterygoid anschließt. Vomer paarig, quer +dreieckig. Palatin unsicher bekannt. Praemaxillare und Maxillare, +Dentale (Fig. 279) mit je einer Reihe dichtstehender, schlanker, +spitzkonischer ~Zähne~ besetzt. Episternum abgerundet vierseitig, +gekrümmt. Ilia kräftig; Ischia dünn, dreiseitig; Hände mit vier, Füße +mit fünf Zehen. + +[Illustration: Fig. 286. + +¡Branchiosaurus¡ (¡Protriton¡) ¡amblystomus¡ Credner. Rotliegendes. +Niederhäßlich bei Dresden. + +¡A¡ Skelett eines ausgewachsenen Individuums (nat. Gr.). ¡B¡ +Restauration einer Larve mit Kiemenbogen. + +(Nach ~Credner~.)] + +[Illustration: Fig. 287. + +¡Branchiosaurus¡ (¡Protriton¡) ¡petrolei¡ Gaudry. Rotliegendes. Autun. +Nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.)] + +Zahl der präsacralen Wirbel (je nach dem Altersstadium) 20-26, +15 Schwanzwirbel. Rumpf, Schwanz und Extremitäten ventral mit +Reihen dachziegelartig sich deckender Schuppen von quer ovaler +Gestalt bedeckt (Fig. 266 ¡a¡). Dieselben sind in fünf Systemen +angeordnet: die auf der Kehle bilden horizontale Querreihen, die auf +der Brust schiefe, nach ~hinten~ konvergierende und in der Mitte +zusammenstoßende Reihen; die Bauchschuppen dagegen bestehen aus +parallelen, schräg nach ~vorn~ gerichteten und in der Mitte winklig +sich vereinigenden Fluren; Schwanz und Extremitäten werden von schwach +gebogenen Querreihen bedeckt. Die Larven von ¡Branchiosaurus¡ besaßen +knorpelige, mit verkalkten und infolgedessen fossil häufig erhaltenen +Zähnchen besetzte Kiemenbögen. + +Neben ¡Archegosaurus¡ ist ¡Branchiosaurus¡ die häufigste und +bestbekannte paläozoische Amphibiengattung. Sie findet sich häufig +im grauen, dünnplattigen Kalkstein des mittleren Rotliegenden von +Niederhäßlich im Plauenschen Grund unfern Dresden. Die Knochen +der kleinen Skelette heben sich durch ihre weiße Farbe scharf +von dem grauen Gesteine ab. ~Credner~ konnte seinen sorgfältigen +Untersuchungen über die Anatomie und Entwicklung dieser Art mehr als +1000 Exemplare zugrunde legen. + +¡Branchiosaurus¡ ist außerdem noch aus gleichalterigen Schichten von +Oberhof und Friedrichsroda, dem Oberkarbon (Gaskohle) von Nürschan +in Böhmen, aus dem unteren Rotliegenden von Braunau (Böhmen), aus +den Lebacherschichten der Rheinpfalz und dem ? obersten Karbon +(Stephanien) und dem unteren Perm von Autun (Frankreich) bekannt +geworden. + +¿Micrerpeton¿ Moodie. ¡Branchiosaurus¡ sehr nahestehend. 17 +Schwanzwirbel. (Zähne und Scleroticaring nicht beobachtet.) In der +Schwanzregion durch Moodie Seitenlinien nachgewiesen. Oberkarbon. +(Allegheny Series) Illinois. + +¿Pelosaurus¿ Credner (Fig. 266 ¡d¡). 18-20 cm lang. Kopf sehr groß, +vor der Augenhöhle ein Lacrimale vorhanden. Im Rotliegenden von +Niederhäßlich bei Dresden. Im unteren Perm von Autun. ¡P. laticeps¡ +Credn. + +¿Melanerpeton¿ Fritsch. 25-130 mm lang. Schädeldach ähnlich +¡Branchiosaurus¡, jedoch der hintere Teil desselben stark hinter die +flügelartig ausgeschweiften Squamosa zurückspringend. Episternum +hinten in einen stielförmigen Fortsatz auslaufend (vgl. Fig. 282 ¡B¡). +Ein eigentlicher Bauchpanzer nicht bekannt, dagegen zuweilen winzige +chagrinartige Kalkpünktchen in großer Menge vorhanden. Jugendliche +Exemplare mit Kiemenbögen. Im Rotliegenden von Braunau (Böhmen), +Niederhäßlich (Sachsen) und Lhotka in Mähren. + +¿Dawsonia¿ Fritsch. Sämtliche obere Mundknochen mit Zähnen besetzt. +Ob. Karbon. Böhmen. + + +2. Unterordnung. #Lepospondyli# (Zitt). ~Hülsenwirbler~ (= +¡Microsauria¡ Dawson). + +¡Wirbelkörper aus einheitlichen, sanduhrähnlichen Knochenhülsen +bestehend, welche Reste der Chorda umschließen. Ob. Bogen mit +denselben fest verwachsen, durch Naht verbunden oder nur lose +aufsitzend. Zähne einfach, mit großer Pulpa.¡ Karbon. Perm. + + +1. Familie. #Microsauridae# Dawson. + +¡Salamander- oder eidechsenähnliche Stegocephalen mit +wohlausgebildeten, zum Gehen oder Schwimmen brauchbaren Vorder- und +Hinterextremitäten. Carpus und Tarsus verknöchert oder knorpelig. +Rippen dünn, gebogen, häufig zweiköpfig. Schambeine meist verknöchert. +Bauch (selten auch Rücken) mit rundlichen bis schmal spindelförmigen +Schuppen bedeckt.¡ + +Die Systematik der ¡Microsauridae¡, bei denen verschiedentlich ein +verknöchertes Hinterhaupt und Schleimkanäle beobachtet werden, ist +eine unbefriedigende. Manche Formen von noch wenig differenziertem +Gesamthabitus (¡Hylonomus¡, ¡Petrobates¡) werden von verschiedenen +Autoren zu den Reptilien gestellt[69]. + +Einen ~relativ kurzen Schwanz~ besitzen folgende Vertreter +(¡Hylonomidae¡, ¡Microbrachidae¡ Fr., ¡Limnerpetontidae¡ Fr.): + +¿Hylonomus¿ Dawson (¡Hyloplesion¡ Fritsch) (Fig. 268, 288). +Schädelknochen glatt oder leicht skulptiert. Augenhöhlen klein, nach +vorne gerückt. Tarsus, Carpus und Pubis verknöchert. 22-23 präsacrale +Wirbel. Ob. Bogen dem Wirbelkörper nur lose aufsitzend. Rippen +zweiköpfig. Schwanz halb so lang als der Rumpf. Rücken und Bauchseite +nach Fritsch mit dachziegelartig sich deckenden ovalen Schuppen +gepanzert. Ob. Karbon Neuschottland. Nürschan, Kounova. Mittl. +Rotliegend. von Niederhäßlich. + +[Illustration: Fig. 288. + +¡a¡ Wirbel und ¡b¡ Rippe von ¡Hylonomus Lyelli¡ Dawson. Karbon. +Joggins, Neuschottland. ¡c¡ Wirbelkörper, ¡n¡ Ob. Bogen, ¡z¡ Prä-, +¡z'¡ Postzygapophyse, ¡sp¡ Dornfortsatz.] + +¿Petrobates¿, Credner (Fig. 266 ¡h¡). Schädel schlanker wie der von +¡Hylonomus¡, ca. 19 präsacrale Wirbel. Ob. Bogen mit dem Wirbelkörper +verwachsen. Schwanz fast so lang wie der Rumpf. »Bauchrippen« aus +spitz-spindelförmigen Elementen zusammengesetzt. Mittl. Rotl. von +Sachsen. + +¿Seeleya¿ Fritsch. Klein, eidechsenförmig, großköpfig, kurzschwänzig. +Schädelunterseite stark bezahnt. Rippen zweiköpfig. Ganzer Körper +beschuppt. Ob. Karb. Nürschan, Böhmen. ¿Orthocosta¿, ¿Ricnodon¿ Fr. +Ob. Karbon. Nürschan. ¿Gephyrostegus¿ Jaekel. Schädeldach an Stelle +der Schläfendurchbrüche verdünnt. Ob. Karbon. Nürschan. ¿Odonterpeton¿ +Moodie. Ob. Karb. Linton, Ohio. + +¿Limnerpeton¿ Fr. Schädel groß, breit, mit großen, in der vorderen +Schädelhälfte gelegenen Augen. 24 präsacrale Wirbel. Schwanz mäßig +lang. Rippen einköpfig. Pubis verknöchert. Nur ventral zwischen +Vorder- und Hinterextremitäten beschuppt. Ob. Karb. Nürschan. + +¿Dendrerpeton¿ Dawson. Oberkarbon Neuschottland und Böhmen. + +¿Amphibamus¿ Cope. Im Gesamthabitus ähnlich ¡Limnerpeton¡, nur +kürzerer Schwanz. Pubis unverknöchert. Ob. Karb. Illinois. ¿Pelion¿ +Wyman. Ob. Karb. Nordamerika. Die Gattungen: ¿Hylerpeton¿ Owen, +¿Brachydectes¿ Cope, ¿Amblyodon¿, ¿Eoserpeton¿, ¿Erpetosaurus¿ Moodie, +aus dem Oberkarbon von Neuschottland und Nordamerika sind ungenügend +und unvollständig bekannt. + +¿Acanthostoma¿ Credner (Fig. 289). Schädel spitz parabolisch, grubig +skulptiert. Facialgrube vorhanden. Augen mäßig groß, rund, in der +hinteren Schädelhälfte. Elemente der Schädelunterseite mit einzelnen +größeren Zähnen und Chagrinbezahnung dicht besetzt. Os transversum +entwickelt. Rotliegendes. Niederhäßlich bei Dresden. + +¿Microbrachis¿ Fr. Schädel länglich dreieckig. Skulptiert. +Facialgrube vorhanden. Augen mäßig groß, ca. 36 Rumpfwirbel. +Vorderextremitäten bedeutend kleiner als die Hinterextremitäten. Ob. +Bogen dem Wirbelkörper nur lose aufsitzend. Unt. Bogen zwischen den +Schwanzwirbeln. Ob. Karb. Nürschan. + +Mit einem ~sehr langen, seitlich komprimierten Ruderschwanz~ sind in +der Regel folgende Formen ausgestattet (¡Nectridae¡ Miall, ¡Ptyonidae¡ +Cope): + +¿Urocordylus¿ Huxley und Wright (Fig. 268, 290). Schädel dreieckig, +hinten fast gerade abgestutzt. Kleine Augen in der vorderen +Schädelhälfte. Schwanz fast doppelt so lang als der Körper, präsacrale +Wirbel 20-27. Ob. Bogen mit dem Wirbelkörper fest verwachsen. An +den hinteren Rückenwirbeln am Processus spinosus, unpaarer vorderer +und hinterer Gelenkfortsatz. Schwanzwirbel mit oberen und unteren +fächerförmig ausgebreiteten Dornfortsätzen, von denen die oberen +durch Zygosphen und Zygantrum gelenken. Vordere Extremitäten kleiner +als die Hinterfüße. Bauchseite mit knöchernen, spindelförmigen +Stäbchen bedeckt. Ob. Karb. Kilkenny Irland, Nürschan Böhmen. Ähnlich: +¿Oestocephalus¿, ¿Ptyonius¿ Cope. Ob. Karb. von Linton (Ohio) und +Nürschan Böhmen. + +[Illustration: Fig. 289. + +Unterseite des Schädels von ¡Acanthostoma vorax¡. Restauriert in nat. +Gr. (Nach ~Credner~.) + +¡A¡ Augenhöhle, ¡N¡ Cavum internasale (Facialgrube), ¡Pmx¡ Prämaxilla, +¡Mx¡ Oberkiefer, ¡QuJ¡ Quadrato-Jugale, ¡PSph¡ Parasphenoid, ¡Pt¡ +Pterygoid, ¡Vo¡ Vomero-palatina mit d. Choanen.] + +[Illustration: Fig. 290. + +¡Urocordylus Wandesfordii¡ Huxley. Steinkohlenformation. Kilkenny, +Irland. Schwanzwirbel. Nat. Gr. (Nach ~Huxley~.)] + +[Illustration: Fig. 291. + +¡Lepterpeton Dobbsii¡ Huxley. Steinkohlenformation. Kilkenny, Irland. +3/4 nat. Gr. (Nach ~Huxley~.)] + +[Illustration: Fig. 292. + +¡Scincosaurus crassus.¡ Fritsch. Oberkarbon. Gaskohle. Nürschan. Nat. +Gr. Restauriert. (Nach ~Fritsch~.) Die stachelartigen Fortsätze am +Schädelhinterrand sind wahrscheinlich unrichtig.] + +¿Scincosaurus¿ Fritsch (Fig. 292). Schädel breit, dreiseitig gerundet. +Augen klein, weit vorne liegend. Ob. Bogen mit dem Wirbelkörper +verwachsen. Ob. und unt. Bogen der Schwanzwirbel als seitlich gekerbte +Platten ausgebildet. Carpus und Tarsus verknöchert. Bauchseite +zwischen Schultergürtel und Becken von vierseitigen kräftigen +Knorpelschuppen bedeckt. Ob. Karbon Nürschan. + +¿Keraterpeton¿ Huxley. Schädel dreiseitig, vorne abgestutzt, +rückwärts in zwei »supraoccipitale« (postparietale) stachelartige +Fortsätze verlängert. Augen groß. Präsacralwirbel 15-20. Bis zu 75 +Schwanzwirbel, mit oberen und unteren Dornfortsätzen. Carpus und +Tarsus unverknöchert. Füße gleich groß. Oberkarbon von Schottland und +England. + +¿Diceratosaurus¿ Jaekel. Die hinteren seitlichen Belegknochen des +grubigen Schädeldaches (Squamosum, Tabulare, Supratemporale und +Intertemporale) zu einem großen, rückwärts stark verlängerten Knochen +verschmolzen (Perisquamosum). Schädelunterseite mit Os transversum +und verknöcherten Exoccipitalia lateralia. 12 präsacrale Wirbel. +Bis zu 100 Schwanzwirbel. Rückenwirbel mit Zygosphen und Zygantrum. +Dornfortsätze, distal verbreitert, in Verbindung mit grubigen +Hautplatten. Ob. Karb. Linton, Ohio. + +¿Lepterpeton¿ Huxley (Fig. 291). Schädel länglich, dreieckig, Schnauze +verschmälert. Augen in der Mitte der Schädellänge. Carpus und Tarsus +nicht verknöchert. Hinterfüße etwas stärker als die vorderen, +fünfzehig. Bauchschuppen länglich rhomboidisch. Ob. Karb. Kilkenny, +Irland. + +¿Tuditanus¿, ¿Sauropleura¿, ¿Ctenerpeton¿, ¿Pleuroptyx¿ Cope, +¿Stegops¿ Moodie etc. aus dem Karbon von Nordamerika, sind +unvollständig bekannt. + + +2. Familie. #Diplocaulidae.# Cope. + +¡Körper langgestreckt, Froschlarvenähnlich, mit unverhältnismäßig +kleinen Vorder- und Hinterextremitäten. Rippen kräftig, zweiköpfig, +Hinterhaupt verknöchert.¡ + +¿Diplocaulus¿ Cope (Fig. 268, 274, 293). Schädel halbmondförmig, +sehr flach, grubig skulptiert. Nähte und Foramen parietale bei +jugendlichen Individuen wahrnehmbar. Augen sehr weit nach vorne +gerückt. Belegknochen rückwärts der Frontalia und Postfrontalia abnorm +vergrößert, die Ohrenschlitze überwuchernd und seitlich flügelartig +verbreitert. Frontalia miteinander verschmolzen. Quadratum in der +vorderen Schädelhälfte. Maxillarzahnreihe ca. 1/2-1/3 der ganzen +Schädellänge einnehmend. Auf dem Palatin bzw. Vomer zweite Zahnreihe. +Zähne klein, gleich groß. Wirbelkörper tief amphicöl, fest mit +oberem Bogen verschmolzen. Zygosphen-Zygantrum. Dornfortsätze nicht +verknöchert. Vorderextremitäten kleiner als die Hinterextremitäten. +Humerus mit Foramen entepicondyloideum. Diplocaulus war wahrscheinlich +nur ein Wasserbewohner. Perm. Nordamerika. + +¿Crossotelos¿ Case. Perm. Oklahoma. + +[Illustration: Fig. 293. + +¡Diplocaulus magnicornis.¡ Cope. Schädelunterseite. (Nach ~Broili~.) + +¡O¡ Augenöffnungen, ¡Ch¡ Choanen, ¡V¡ Vomerregion, ¡Pa¡ Palatinregion, +¡M¡ Maxillarregion, ¡Pm¡ Prämaxillare, ¡Quj¡ Quadratojugale, ¡P¡ +Parasphenoid, ¡Pt¡ Pterygoid, ¡Occ. lat.¡ Occipitalia lateralia, ¡G¡ +Gaumengruben, ¡Gs¡ Gaumenschläfengruben, ¡Os¡ Ohrenschlitzgruben +(geschlossen). Perm. Seymour, Baylor Co. Texas. ca. 1/5 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 294. + +Kopf von ¡Dolichosoma longissimum¡ Fritsch. Ob. Karbon. Nürschan, +Böhmen. Restauriert in dreifacher Vergr. ¡St¡ Supratemporale, ¡Sq¡ +Squamosum, ¡So¡ Postparietale, ¡Ep¡ Tabulare. Sonstige Bezeichnungen +wie früher.] + + +3. Familie. #Aistopodidae.# Miall. + +¡Körper sehr lang, schlangenartig, ohne Extremitäten und Brustgürtel. +Rippen dünn, grätenartig.¡ + +¿Dolichosoma¿ Huxley (Fig. 294). Schädel schmal, dreieckig, mit +zugespitzter Schnauze; die Kopfknochen glatt. Scheitel-, Stirn- +und Nasenbeine bei ¡D. longissimum¡ miteinander verschmolzen. +Zwischenkiefer sehr klein. Wirbel sanduhrförmig. Oberer Bogen breit +mit niederem Dornfortsatz. Rippen einköpfig, zart. Bauchpanzer scheint +zu fehlen. Steinkohlenformation von Kilkenny, Irland und Gaskohle von +Nürschan, Böhmen. + +¿Phlegethontia¿, Cope. Zygosphen zwischen den Postzygapophysen. Rippen +und Schuppen kaum entwickelt. Oberes Karbon. Nordamerika. + +¿Ophiderpeton¿ Huxley (Fig. 295). Schädel unvollständig bekannt, +kürzer und stumpfer als bei ¡Dolichosoma¡. Oberer Bogen fest mit dem +Wirbelkörper verwachsen. Dornfortsatz nieder. Unterer Querfortsatz +als breite Platte in der vorderen Hälfte des Wirbels entwickelt. +Rippe zweiköpfig aus einem ventralen Abschnitt (Capitulum und langen +Fortsatz) und einem dorsalen Teil (Tuberculum und kurzen Fortsatz) +bestehend. Bauchschuppen haferkornförmig, schmal, lang, vorn und +hinten zugespitzt; Rückenschuppen ähnlich Chagrinkörnern. ¡O. +Brownriggi¡ Huxley aus Kilkenny in Irland wird 40-60 cm lang. Fünf +kleinere Arten in der Gaskohle von Nürschan, Böhmen. + +¿Tyrsidium¿ Cope. Ähnlich den vorigen. Oberes Karbon. Nordamerika. + +¿Molgophis¿ Cope. Unterer Querfortsatz als kräftige Leiste +ausgebildet, ohne Schuppen. Oberes Karbon. Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 295. + +¡Ophiderpeton granulosum¡ Fritsch. Rippe in sechsfacher Vergr. Ob. +Karbon. Gaskohle, Nürschan. ¡c¡ Capitulum, ¡d¡ Tuberculum. (Nach +~Fritsch~.)] + + +3. Unterordnung. #Temnospondyli# (Zitt.) ~Kranz-~ oder +~Schnittwirbler.~ + +¡Wirbelkörper aus mehreren getrennten Knochenstücken bestehend, +meist rhachitom, selten embolomer. Chorda persistierend. Hinterhaupt +knorpelig oder verknöchert. Carpus und Tarsus verknöchert. +Zahnsubstanz radial gefaltet.¡ Karbon, Perm und untere Trias. + + +A. Rhachitomi. + +¿Archegosaurus¿ H. v. Meyer (Fig. 266, 270, 271, 296, 297). Körper +bis 1,5 m lang, mit ziemlich langem, seitlich komprimiertem Schwanz. +Schädel in der Jugend stumpf, dreieckig, wenig länger als breit, im +Alter stark verlängert, mit schmaler, vorn abgerundeter Schnauze. Die +Kopfknochen mit von Ossificationszentren ausstrahlenden Leisten und +unregelmäßigen Gruben verziert. Augenhöhlen in der hinteren Hälfte, +an jungen Individuen in der Mitte der Schädellänge; Scleroticaring +aus 20-23 Plättchen bestehend. Nasenlöcher länglich. Hinterhaupt nur +bei alten Individuen verknöchert, sonst knorpelig. Auf Palatin und +Vomer einzelne größere Zähne vorhanden. Os transversum entwickelt. +Kieferzähne bis zur halben Höhe mit tiefen Furchen, mit einfachen, +radialen Einstülpungen der Zahnsubstanz (Fig. 280). Jugendliche +Individuen besitzen Kiemenbögen mit Zähnchen. Ca. 25 Rumpfwirbel. In +der Schwanzregion heften sich starke untere Bögen an die Hypocentra an +und die Pleurocentra bestehen jederseits aus zwei Stücken. (Fig. 270, +271 ¡plc¡, ¡pla¡). + +Die rhomboidische mittlere Kehlbrustplatte (Episternum) ist halb so +lang als der Schädel, und wie die dreieckigen seitlichen Claviculae +radiär skulptiert. Rippen sehr verschieden geformt. Pubis anscheinend +nicht verknöchert. Vorderfüße vierzehig, viel schwächer als die +fünfzehigen Hinterfüße. Bauchpanzer aus schmalen und langen gekielten, +an einem Ende zugespitzten Schuppen gebildet, welche dachziegelartig +übereinander liegen. (Fig. 266 ¡e¡.) + +Sehr häufig in den Sphärosideritknollen des Rotliegenden von Lebach +bei Saarbrücken. Rotliegendes von Sachsen. + +Als ¡Archegosaurus ornatus¡ wird von A. S. Woodward ein Schädelrest +eines Stegocephalen aus dem Permokarbon von Kashmir beschrieben. + +¿Sparagmites¿ Fritsch, ¿Discosaurus¿ Credner (Fig. 266 ¡g¡). +Rotliegendes von Niederhäßlich und Böhmen. + +[Illustration: Fig. 296. + +¡Archegosaurus Decheni¡ H. v. Meyer. Aus dem Rotliegenden von Lebach +bei Saarbrücken. Junges Exemplar mit Kiemenbögen in nat. Gr. (Nach ~H. +v. Meyer~.)] + +[Illustration: Fig. 297. + +¡Archegosaurus Decheni¡ H. v. Meyer. Schädel eines ausgewachsenen +Exemplars. Rotliegendes, Lebach bei Saarbrücken ca. 1/2 nat. Gr. nach +~Jaeckel~. Bezeichnungen wie früher.] + +¿Cochleosaurus¿ Fritsch (Fig. 275) (? ¡Gaudrya¡ Fritsch). +Postparietalia (Supraoccipitalia) löffelförmig verlängert. Condyli +occipitales bei erwachsenen Individuen verknöchert. Palatin mit +einigen größeren Zähnen und wie die meisten übrigen Knochen der +Schädelunterseite dicht mit Chagrinzähnchen besetzt. Humerus +mit Foramen entepiconyloideum. Bauchpanzer aus spindelförmigen +Knochenstäbchen. Oberes Karbon. Nürschan. Böhmen. + +¿Chelydosaurus¿ Fritsch. Tabulare (Epioticum) nach hinten spitz +ausgezogen. Unteres Rotliegendes. Braunau. Böhmen. + +¿Nyrania¿ Fritsch. Oberes Karbon. Nürschan. Böhmen. + +? ¿Sphenosaurus¿ von Meyer. Möglicherweise ein Cotylosaurier. Perm. +Böhmen. + +¿Actinodon¿ Gaudry (¡Euchirosaurus¡ Gaudry) (Fig. 289). Vomer und +Palatin mit je einem großen Zahn und zahlreichen Körnchenzähnen. Augen +groß. Becken ähnlich dem von Eryops. Unteres Perm. Autun. Frankreich. + +¿Dasyceps¿ Lloyd em. v. Huene. Mit großer Facialgrube. Perm. +Kenilworth b. Warwik. + +¿Sclerocephalus¿ Goldf. (¡Onchiodon¡ Gein., ¡Weissia¡ Branco, +¡Osteophorus¡ H. v. M.) Für den auffallend breiten, stark skulptierten +Schädel sind die kleinen, runden, im hinteren Drittel gelegenen Augen +bezeichnend. Nasenlöcher weit vorn. Palatina mit kräftigen Fangzähnen. +Bauchschuppen haferkornförmig. Die Gattung kann bedeutende Größe bis +zu einem Meter erreichen. Oberes Karbon. Nürschan. Rotliegendes der +Pfalz und Niederhäßlich, Sachsen. + +[Illustration: Fig. 298. + +¡Actinodon Frossardi¡ Gaudry. Schädel von oben. Ca. 1/3 nat. Gr. (nach +~Thevenin~.) Perm von Autun. Frankreich.] + +[Illustration: Fig. 299. + +¡Eryops megacephalus¡ Cope. Perm. Texas. ¡A¡ Schädel von der Seite. +1/5 nat. Gr. ¡B¡ Stück der Wirbelsäule. 1/4 nat. Gr. (Nach ~Cope~.)] + +¿Melosaurus¿, ¿Chalcosaurus¿, H. v. Meyer, ¿Zygosaurus¿ Eichw., +¿Platyops¿ Trautsch. Perm, Rußland. + +? ¿Pholidogaster¿ Huxley. Unteres Karbon. Edinburg. Schottland. + +¿Eryops¿ Cope. (¡Rhachitomus¡, ¡Epicordylus¡, ¡Parioxys¡) Cope +(Fig. 269, 299). Größter bis jetzt in Nordamerika nachgewiesener +Stegocephale. Schädel bis über 60 cm lang und hinten 30-46 cm +breit. Nähte und Foramen parietale im Alter verwischt. Skulptur +höckerig, grubig. Augen relativ klein, in der hinteren Schädelhälfte. +Nasenlöcher groß. Zähne verhältnismäßig klein, auf Palatin und +Vomer einige größere Zahnpaare. Quadratum und Condyli verknöchert. +Parasphenoid dolchförmig. 25-26 präsacrale Wirbel. Schwanz kurz. +Rippen stark differenziert. Sacralrippe blattförmig. Becken in der +Symphyse verschmolzen, alle 3 Elemente verknöchert. Vorderfuß mit 5, +Hinterextremität mit ? 4 Zehen. Perm, Nordamerika. + +¿Trimerorhachis¿, ¿Zatrachis¿, ¿Acheloma¿, ? ¿Anisodexis¿ Cope. +¿Cardiocephalus¿ Broili. (¿Gymnarthrus¿ Case.) ¿Tersomius¿ Case. Perm. +Texas und Neu-Mexico. + +[Illustration: Fig. 300. + +¡Trematops Milleri.¡ Williston. Schädeloberseite. Perm von Texas +(nach ~Williston~). ¡Z¡ Facialdurchbruch, ¡AO¡ Präorbitalöffnung +und Nasenloch, ¡O¡ Augen, ¡OS¡ hintere geschlossene Ohrenschlitze +(falsches Schläfenloch). (Nach ~Williston~.) 3/10 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 301. + +¡Micropholis¡ (¡Petrophryne¡) ¡granulata¡ Owen. Trias. Tafelberg, +Südafrika. Schädel ¡a¡ von oben, ¡b¡ von der Seite. In nat. Gr. +(Nach ~Owen~.)] + +¿Cacops¿ Williston. (Fig. 283). Schädel rauh skulptiert. Nasenlöcher +und Augen ziemlich groß, weit voneinander getrennt. Foramen parietale +groß. Die großen Ohrenschlitze von rückwärts geschlossen, so daß eine +»falsche« Schläfenöffnung entsteht. Quadratum und Condyli verknöchert. +Parasphenoid in der Mitte spachtelförmig verbreitert. Vor und hinter +der Choane ein größerer Zahn. 21 präsacrale Wirbel, zwei Sacralwirbel. +Die distal verbreiterten Dornfortsätze bilden mit dazwischen sich +einschiebenden Hautverknöcherungen einen Rückenpanzer. Die vorderen +Rippen zweiköpfig. Am Schultergürtel Cleithrum auffallend groß. +Vollständige Skelette beschreibt Williston aus dem Perm von Texas. + +¿Dissorophus¿ Cope. (Fig. 274 ¡B¡). Besitzt einen ähnlich gebildeten, +aber viel mächtiger entwickelten, halb-tonnenförmigen Rückenpanzer. +Perm. Texas. + +¿Otocoelus¿ Cope. Nahe verwandt, wenn nicht identisch mit Dissorophus. +Perm. Texas. + +¿Aspidosaurus¿ Broili. Rückenpanzer dem First eines Daches ähnlich. +Die Hautverknöcherungen grenzen aneinander. Perm. Texas. + +¿Trematops¿ Williston (Fig. 300). Schädel mit großem Facialdurchbruch, +langgestreckte Präorbitallücken, deren vorderer Teil von den +Nasenlöchern eingenommen wird. Ohrenschlitze wie bei Cacops von +rückwärts geschlossen. Zwei Condyli occipitales. Basisphenoid +vorhanden. Parasphenoid reduziert oder fehlend. Palatinum mit zwei +Paar größeren Zähnen. Zirka 23 präsacrale rhachitome Wirbel. Nur ein +Sacralwirbel. Rippen kurz. Perm. Texas. + +¿Micropholis¿ Huxley (¡Petrophryne¡ Owen) (Fig. 301). Nur der +flache, niedrige Schädel erhalten; Augenhöhlen groß, vor der Mitte, +Nasenlöcher weit vorne. Zwischen den Unterkiefern kleine polygonale +Knochenschuppen (Gularplatten). Trias. Südafrika. + +¿Batrachosuchus¿ Broom. Trias Südafrika. + +[Illustration: Fig. 302. + +Querschnitt eines Zahnes von ¡Loxomma Allmanni¡ Huxley in der Nähe der +Basis. Steinkohlenformation. Northumberland. Vergr. (Nach ~Embleton~ +u. ~Atthey~.) ¡k¡ Knochensubstanz des Kiefers, ¡c'¡ Zahnsockel aus +Zement, ¡d¡ Dentin u. Zementeinstülpungen, ¡P¡ Pulpa.] + +[Illustration: Fig. 303. + +Schädel von ¡Trematosaurus Brauni¡ Burmeister, mit deutlicher Lyra aus +dem Buntsandstein von Bernburg. 1/4 nat. Gr. (Nach ~Burmeister~.)] + +[Illustration: Fig. 304. + +¡Metopias diagnosticus.¡ H. v. Meyer. Skelettfragment von der +Unterseite. Keupersandstein von Hahnweiler bei Stuttgart. 1/8 n. Gr. +(Nach Eb. ~Fraas~.)] + +¿Brachyops¿ Owen, ¿Gondwanosaurus¿ Lydekker. Perm. ? Trias +(Gondwana-Schichten). Ostindien. + +¿Bothriceps¿ Huxley. Schädel dreieckig; Kopfknochen rauh skulptiert. +Nasenlöcher weit vorn. Parietalia sehr groß. Zähne spitzkonisch, außen +gefurcht. Trias. Australien und Südafrika. + + +B. Embolomeri. + +¿Cricotus¿ Cope. Körper langgestreckt, mit kurzen stämmigen +Extremitäten. Schädel verlängert, dreieckig. Schnauze verschmälert. +Augenhöhlen groß, länglich oval, etwa in der halben Länge des Schädels +gelegen. Kopfknochen schwach skulptiert, Schleimkanäle vorhanden. +Zähne spitz, von ungleicher Größe. Wirbel embolomer, aus zwei +getrennten, in der Mitte durchbohrten Scheiben bestehend, wovon nur +die vordere obere Bögen und Rippen trägt. Bauchschuppen rhomboidisch. +Perm. Texas und Illinois. + +¿Diplovertebron¿ Fritsch (Fig. 273). Nur Fragmente vom Schädel und der +Wirbelsäule bekannt. Ob. Karbon. Nürschan. Böhmen. + +¿Nummulosaurus¿ Fr. Wirbel anscheinend wie bei ¡Diplovertebron¡. Ob. +Karb. Tremosna. Böhmen. + + +4. Unterordnung. #Stereospondyli.# (Zitt.) ~Vollwirbler.~ (= +¡Labyrinthodontidae¡ Owen, ¡Euglypta¡ Miall.) + +¡Wirbelkörper aus einer vorn und hinten etwas ausgehöhlten amphicölen, +im Zentrum zuweilen durchbohrten Knochenscheibe bestehend. Hinterhaupt +verknöchert. Dentinsubstanz der Zähne labyrinthisch gefaltet. +Schleimkanäle häufig zwischen den Augenhöhlen und den Nasenlöchern +eine Lyra bildend.¡ Unteres Karbon bis obere Trias. + +Die Stereospondyli sind in der Regel durch gewaltige Fangzähne +auf Vomer und Palatinum ausgezeichnet und ihr Schädel ist stark +skulptiert. Ein Scleroticaring und Bauchpanzer ist bis jetzt bei den +triadischen Formen noch nicht beobachtet worden. + +¿Anthracosaurus¿ Huxley. Schädel breit, dreieckig, bis 1/2 m groß, +grubig skulptiert. Augenhöhlen gerundet. Wirbelkörper amphicöle, +leicht von der Chorda durchbohrte Scheibe. Bauchschuppen an einem Ende +zugespitzt. Ob. Karbon. England. Schottland. + +¿Loxomma¿ Huxley (Fig. 272, 302). Schädel mit sehr gut entwickelten +Schleimkanälen. Augenhöhle nach vorne in eine Präorbitalöffnung +übergehend, wodurch seitlich am Schädel ein langgestreckter Durchbruch +entsteht. Die ältesten Reste finden sich bereits im Eisenstein von +Gilmerton (Unteres Karbon), Edinburg, Schottland. Oberes Karbon +England. + +¿Eosaurus¿ Marsh. Nur große amphicöle Wirbelkörper bekannt, die auf +ein sehr großes Tier schließen lassen. Oberes Karbon. Neuschottland. + +? ¿Baphetes¿ Owen. Unvollkommenes Schädelfragment. Oberes Karbon. +Neuschottland. ? ¿Macrerpeton¿ Moodie. Oberes Karbon Linton, Ohio. + +¿Erpetosuchus¿ Moodie. Unt. Perm. Kansas. + +¿Anaschisma¿ Branson. Der über 1/2 m große Schädel fast dreieckig, +skulptiert. Ohrenschlitze klein. Augen in der vorderen Schädelhälfte, +klein. Die großen Nasenlöcher mit den Prämaxillardurchbrüchen der +großen Vomerzähne zusammenfallend. Os transversum entwickelt. +Wirbelkörper platycöl Trias (Lander region) Wyoming. Zu dieser Gattung +dürfte auch ¿Metoposaurus~ Fraasi¡ Lucas aus der Trias von Arizona +gehören. + +¿Dictyocephalus¿ Leidy. Ähnlich ¡Trematosaurus¡. Trias. Chatham Co. +North Carolina. ¿Eupelor¿, ¿Pariostegus¿ Cope. Trias. Nordamerika. + +¿Aphaneramma¿ A. S. Woodward. Schädel sehr langgestreckt mit schlanker +Schnauze. Schleimkanäle. Wirbelkörper amphicöl. Mit dieser Form +zusammen findet sich der nahestehende + +¿Lonchorhynchus¿ Wiman, in Ablagerungen marinen Charakters in der +Trias (Muschelkalk Spitzbergens). + +¿Trematosaurus¿ Braun (Fig. 303). Schädel länglich dreieckig mit +vorn abgerundeter Schnauze. Augenhöhlen in der Mitte des Schädels. +Lyra sehr deutlich. Auf dem Palatin eine zweite Zahnreihe, +außerdem über den Choanen und dem Vomer einige größere Zähne. +Unterkiefer mit großen Fangzähnen, denen am Schädel zwei getrennte +Prämaxillardurchbrüche entsprechen. Episternum lang, gestielt. +Buntsandstein. Bernburg. ? Trias (Burghersdorp beds, Südafrika). + +¿Metopias¿ H. v. M. (= ¡Metoposaurus¡ Lydekker)[70] (Fig. 304). +Schädel breit, mit stumpfer Schnauze. Augen groß, in der vorderen +Schädelhälfte, weit voneinander getrennt. Episternum hinten gerundet. +Bezahnung verhältnismäßig schwach. Keuper. Württemberg. + +¿Capitosaurus¿ H. v. M. (Fig. 307, 308). Kopf vorne breit, gerundet. +Augen klein, in der hinteren Schädelhälfte. Nasalia ungemein groß. +Kleiner Ohrenschlitz. Buntsandstein. Bernburg. Muschelkalk. Schlesien; +Keuper. Franken; ? Trias. Südafrika. + +[Illustration: Fig. 305. + +¡Cyclotosaurus robustus¡ H. v. Meyer. Schilfsandstein d. unt. Keuper. +Bezeichnungen wie früher. (Nach E. ~Fraas~.)] + +[Illustration: Fig. 306. + +¡Mastodonsaurus giganteus¡ Jaeger. Mit deutlicher Lyra. Lettenkohle +Gaildorf b. Stuttgart. Alle übrigen Bezeichnungen wie früher. Ca. 1/16 +nat. Gr. (Nach E. ~Fraas~.)] + +¿Cyclotosaurus¿ E. Fraas (Fig. 305). Schädel ähnlich ¡Capitosaurus¡, +aber bedeutend größer und Ohrenschlitz von hinten zu einer »falschen« +Schläfenöffnung geschlossen. Keuper. Württemberg. Hierher dürfte +wegen der geschlossenen Ohrenschlitze auch ¡Capitos. stantonensis¡ +A. Woodward aus der mittleren Trias Spitzbergens zu stellen sein. +? Trias. (Burghersdorp beds) Südafrika. + +¿Mastodonsaurus¿ Jaeger em. E. Fraas (Fig. 276, 281, 285, 306). +Schädel bis 1 m lang. Frontalia, nehmen wie bei ¡Capitosaurus¡ und +¡Cyclotosaurus¡ an der Begrenzung der Augen teil. Augenhöhlen sehr +groß, mit ihrem Vorderrand bis in die Mitte der Schädellänge reichend. +Vor den Nasenlöchern zwei Prämaxillardurchbrüche. Palatin mit zweiter +Zahnreihe. Die Fangzähne des Vomer und Pa. auf der Innenseite von +einer Reihe kleiner Zähnchen begrenzt. Episternum rhombisch und wie +die dreieckigen Claviculae stark skulptiert. Ischium groß. Pubis +klein, nicht miteinander verschmolzen. Wirbelkörper dorsal für die +Chorda ausgebuchtet. Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper von +Württemberg. Alaunschiefer Gaildorf und Franken. ? Buntsandstein +Elsaß. ? Keuper England. ? Indien. + +¿Labyrinthodon¿ Owen. Keuper. Schwaben. England. + +¿Plagiosternum¿ E. Fraas. Muschelkalk und Lettenkohle. Schwaben. + +¿Rhytidosteus¿ Owen. Trias. Oranje Republik. + +¿Rhynesuchus¿ Broom. Perm. Südafrika. + +[Illustration: Fig. 307. + +¡Capitosaurus nasutus¡ H. v. Meyer. Wie oben. Verkl. Buntsandstein +Bernburg. Bezeichnungen wie früher.] + +[Illustration: Fig. 308. + +Unterkiefer von ¡Capitosaurus nasutus¡ H. v. Meyer. Verkl. Von +Bernburg. ¡art¡ Articulare, ¡ang¡ Angulare, ¡d¡ Dentale.] + +[Illustration: Fig. 309. + +Fährten von ¡Chirotherium Barthi¡. Kaup. Buntsandstein von Heßberg bei +Hildburghausen. 1/6 nat. Gr. (Nach R. ~Owen~.)] + +Aus der Trias von Ostindien werden neben anderen unvollkommenen +Resten, die vielfach mit einer der zuletzt genannten Genera +identifiziert werden, ¿Pachygonia¿, ¿Gonioglyptus¿ Huxley beschrieben. + +Auch aus permokarbonischen (? triadischen) Ablagerungen von Australien +werden verschiedentlich Reste von Labyrinthodonten angeführt. + +~Fußspuren~ (Fährten) von Stegocephalen finden sich bereits im +obersten Devon ¿Thinopus antiquus¿ Marsh (Chemung-Stufe) von W. +Pennsylvanien[71], nicht selten in der Steinkohlenformation von +Neu-Schottland[72], Pensylvanien und Kansas, im Rotliegenden +von Thüringen, Böhmen und Sachsen[73], im Karoo-Sandstein +von Südafrika und namentlich im Buntsandstein von Thüringen +(Fig. 309) und Franken (Chirotherium), sowie im Keupersandstein +von Thüringen und England. Die vertieften Fährten befinden sich +stets auf Schichtablösungsflächen; die darüber liegende Sandstein- +oder Schieferschicht enthält auf der Unterseite den erhabenen +Reliefabdruck der Fährten und meist auch ein Netzwerk unregelmäßig +sich kreuzender, leistenförmiger Wülste, die offenbar den Ausfüllungen +von Spalten entsprechen, welche sich beim Austrocknen des ursprünglich +feuchten Bodens gebildet hatten. Die Tiere, von denen diese in Reihen +auf einander folgenden Fährten hinterlassen wurden, besaßen meist +fünfzehige, seltener vierzehige Extremitäten, wovon die vorderen meist +kleiner als die hinteren sind. + + +2. Ordnung. #Coeciliae# (¡Gymnophiona¡). ~Blindwühler.~[74] + +~Körper wurmförmig, mit in ringförmigen Hautfalten eingelagerten, +kleinen Schuppen. Schädel solid verknöchert. Wirbel amphicöl mit +Chordaresten. Kiefer, Palatinum und Vomer mit kleinen gekrümmten +Zähnchen, Extremitäten sowie deren Gürtel fehlen.~ + +Die infolge der unterirdisch grabenden Lebensweise mit kleinen unter +der Haut gelegenen Augen ausgestatteten Blindwühler bilden eine +kleine, auf die Tropen der Alten und Neuen Welt beschränkte Ordnung, +von welcher sichere fossile Vertreter bis jetzt nicht bekannt sind. +Der wie bei den Stegocephalen solid verknöcherte Schädel unterscheidet +sich von diesen durch den Mangel eines Foramen par. sowie auch +die geringe Anzahl der sich entwickelnden Belegknochen, von denen +ihnen neben anderen stets die Postparietalia (Supraoccipitalia) und +Supratemporalia fehlen. + + +3. Ordnung. #Urodela.# ~Schwanzlurche.~[75] + +~Nackthäutige, langgestreckte, geschwänzte Lurche mit oder ohne äußere +Kiemen und meist mit vier kurzen Extremitäten. Wirbelkörper gewöhnlich +solid verknöchert. Foramen parietale fehlt.~ + +Die Urodelen unterscheiden sich von den Stegocephalen hauptsächlich +durch nackte Haut, durch verknöcherte (nur selten von der Chorda +durchbohrte), gestreckte, amphicöle oder opisthocöle Wirbel mit +schwach entwickelten Quer- und Dornfortsätzen, durch den Mangel eines +Foramen parietale und durch den abweichenden Bau des Brustgürtels, +sowie durch die wesentlich geringe Zahl der das Schädeldach bildenden +Belegknochen. + +Der flache, breite, vorne abgerundete ~Schädel~ besteht auch im +ausgewachsenen Zustande noch teilweise aus Knorpel, ist aber durch +Deckknochen geschützt, oder aus Knorpelknochen zusammengesetzt. Am +Schädel finden sich außer den Exoccipitalia lateralia, dem Prooticum +und dem Sphenethmoid stets Parietalia, Frontalia und in der Regel +auch Nasalia. Präfrontalia sind meist, Lacrimalia nur selten zur +Ausbildung gelangt. Quadratum, Squamosum sind ebenso wie ein kleines +Operculum verknöchert, während das Quadratojugale durch ein Ligament +ersetzt ist. Auf der Schädelunterseite ossifiziert das Palatinum +nur in seltenen Fällen, in der Regel zeigt es sich mit der Vomer +verschmolzen, Parasphenoid und Pterygoid sind gewöhnlich durch ihre +ansehnliche Größe ausgezeichnet; letztere können indessen ebenso auch +wie die Maxillaria in seltenen Fällen nicht zur Ausbildung gelangen, +während die Prämaxillaria stets entwickelt sind. Kleine spitzkonische +Zähnchen können auf sämtliche Elemente der Schädelunterseite auftreten +(Fig. 310). + +[Illustration: Fig. 310. + +Schädel von ¡Cryptobranchus japonicus¡ v. d. Hoeven. ¡A¡ von oben, ¡B¡ +von unten, ¡C¡ Unterkiefer. + +¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Na¡ Nasale, ¡Prf¡ Präfrontale, +¡Fr¡ Frontale, ¡Pa¡ Parietale, ¡Osph¡ Sphenethmoid, ¡Exo¡ Exoccipitale +laterale mit Condylus occipitalis, ¡Qu¡ Quadratum, ¡Sq¡ Squamosum, +¡Pt¡ Pterygoid, ¡Psph¡ Parasphenoid, ¡Vo¡ Vomer, ¡G¡ Gaumenöffnung, +¡N¡ Nasenloch, ¡d¡ Dentale, ¡ang¡ Angulare, ¡art¡ Articulare. + +Bei Fig. ¡B¡ ist zwischen ¡Exo¡ und ¡PSph¡ das kleine Operculum +(Gehörknöchelchen) sichtbar (das andere Gehörknöchelchen, die +Columella, ist auf der Abbildung undeutlich).] + +Der ~Schultergürtel~ bleibt zum größten Teil knorpelig. Nur am +ventralen Teil der Scapula kann eine Ossifikation eintreten, welche +auch auf Coracoid (und ? Procoracoid) übergreifen kann. + +Am Beckengürtel sind nur das Ischium und der mittlere Teil des Ilium +verknöchert, das Pubis bleibt ebenso wie das sich gabelnde Epipubis +gewisser Salamandrinen knorpelig. + +Die ~Extremitäten~ stimmen im wesentlichen mit den Stegocephalen +überein. Carpus und Tarsus sind bald knorpelig, bald verknöchert. + +Die Urodelen leben in süßen Gewässern oder an feuchten, schattigen +Plätzen und ernähren sich von Würmern, Schnecken, kleineren +Wassertieren und Fischlaich. Fossile Überreste kommen nur in +Süßwasserablagerungen vor, die ältesten in der Wälderstufe, die +meisten im jüngeren Tertiär. + + +1. Unterordnung. #Ichthyoidea.# ~Fischlurche, Kiemenlurche.~ + +¡Wirbel amphicöl, mit Chordaresten. Drei Paar persistierende +äußere Kiemen. 2-3 Kiemenspalten (Perennibranchiaten) oder ein +Kiemenloch (Derotremen) vorhanden. Augen klein, ohne deutliche Lider. +Wasserbewohner.¡ + +Zu dieser Gruppe gehört wahrscheinlich ¿Hyaelobatrachus¿ Dollo aus dem +Wälderton von Bernissart in Belgien, wovon nur ein einziges Exemplar +bekannt ist; ferner der schon von ~J. J. Scheuchzer~ als ¡Homo diluvii +tristis testis¡ beschriebene Riesensalamander (¡Andrias Scheuchzeri¡) +von Oeningen in Baden (Fig. 311). Derselbe erreicht eine Länge +von mehr als 1 m und unterscheidet sich von dem in Japan lebenden +¿Cryptobranchus¿ v. d. Hoeven (¡Megalobatrachus¡ Tschudi) nur durch +unerhebliche Differenzen im Skelettbau. Eine zweite kleinere Form +(¡Andrias Tschudii¡ Meyer) findet sich in der Braunkohle von Rott bei +Bonn, auch aus oberoligocänen Kohlenschichten von Böhmen wird durch +Laube eine Art beschrieben. + + +2. Unterordnung. #Salamandrina.# ~Molche.~ + +¡Wirbel amphicöl, selten (Desmognathinae) opisthocöl, vollständig +verknöchert. Kiemen oder Kiemenlöcher fehlen. Augenlider vorhanden.¡ + +Verschiedene, den jetzt lebenden Salamandern nahestehende fossile +Gattungen (¡Polysemia¡, ¡Heliarchon¡, ¡Archaeotriton¡ H. v. Meyer, +¡Chelotriton¡ Pomel, ¡Heteroclitotriton¡ de Stef., ¡Megalotriton¡ +Zitt.) sind aus dem Tertiär (Quercy, Sansan; Rott und Erpel bei Bonn, +Böhmen etc.) bekannt, jedoch überall selten. + +[Illustration: Fig. 311. + +¡Andrias Scheuchzeri¡ Tschudi. Miocän. Oeningen, Baden. + +Das Scheuchzersche Originalexemplar nach der Bearbeitung durch +~Cuvier~. 1/6 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 312. + +Wirbelsäule von ¡Rana esculenta¡. ¡A¡ von oben, ¡B¡ von unten. (Nat. +Gr.) ¡atl¡ Atlas, ¡d¡ Querfortsätze (Diapophysen), ¡z¡ vordere, +¡z'¡ hintere Gelenkfortsätze (Zygapophysen), sc Sacralwirbel, +¡coc¡ Coccyx.] + + +4. Ordnung. #Anura.# ~Froschlurche.~[76] + +~Nackthäutige, schwanzlose Lurche von gedrungenem Körperbau. Wirbel +meist procöl. Schwanzwirbel zu einem dolchförmigen Knochen (Coccyx) +verwachsen. Foramen parietale fehlt. Entwicklung durch Metamorphose.~ + +Der gedrungene Körperbau der Anuren wird durch die geringe Anzahl +der meist procölen (selten opisthocölen: Aglossa, Discoglossidae, +einige Pelobatidae) Wirbel veranlaßt, insofern bereits der 6. +(Hymenochirus) meistens aber der 9. Wirbel als einziger Sacralwirbel +mit dem Ilium sich verbindet. In seltenen Fällen (Pelobates, Pipa, +Hymenochirus) sind als alleinige Ausnahme unter den lebenden Amphibien +zwei Sacralwirbel entwickelt. Hinter dem Sacralwirbel folgt ein +langer, dolchförmiger Knochen (Coccyx), welcher aus der Verschmelzung +mehrerer Schwanzwirbel hervorgehen dürfte (Fig. 312). Kurze Rippen +kommen nur bei den Discoglossiden vor, dagegen sind die Querfortsätze +(Diapophysen) gewöhnlich als kräftige dornartige Gebilde entwickelt. + +Für den Schädel (Fig. 265) sind die zu einem Knochenpaar +(Frontoparietalia) vereinigten Parietalia und Frontalia bezeichnend, +ebenso wie das ringförmige, teilweise von den Nasalia bedeckte +Gürtelbein (Os en ceinture), das durch mediane Verschmelzung der +Sphenethmoidea hervorgegangen ist. Exoccipitalia lateralia und +Prooticum sind verknöchert ebenso das #T#-förmige Parasphenoid, ferner +Pterygoid, Palatin (kann fehlen), Squamosum und Jugale, welches den +Quadratknorpel mit dem Maxillare verbindet. Kleine, bürstenförmige +Zähnchen finden sich auf diesem wie auf den Prämaxillare und Vomer +(sehr selten auf Parasphenoid und Palatin). + +[Illustration: Fig. 313. + +Brustschultergürtel von ¡Rana temporaria.¡ ¡Est¡ Episternum, ¡St¡ +Sternum, ¡S¡ Scapula, ¡SS¡ Suprascapula, ¡Cl¡ Clavicula, ¡Co¡ +Coracoid.] + +Der ~Brustgürtel~ (Fig. 313) besteht aus einer großen, meist mit +einer unvollkommen oder gar nicht ossifizierten Suprascapula, +beweglich verbundenen Scapula, mit welcher Clavicula und Coracoid +auf die gleiche Weise in Zusammenhang treten. Das große, gewöhnlich +knorpelige Brustbein enthält zwei verknöcherte Stücke, ein vorderes +Episternum und ein hinteres Sternum, welches in einer knorpeligen, +halbkreisförmigen Platte endigt. In der vorderen 4fingerigen +Extremität (der 5. Finger bleibt rudimentär) verwachsen Ulna und +Radius, die kleinen Carpalia liegen in zwei Reihen. + +Im Beckengürtel bilden das stark verlängerte Ilium mit dem kleinen +Ischium die Gelenkpfanne für den Femur. Das unbedeutende Pubis +verknöchert nur in Ausnahmefällen. Tibia und Fibula verwachsen, +von den Tarsalia sind die zwei der proximalen Reihe (Astragalus +und Calcaneus) stark verlängert und können gleichfalls miteinander +verwachsen; die Füße fünfzehig. + +Fossile Frösche sind selten. Die ältesten sicher bestimmbaren Reste +finden sich im ob. Jura (Kimmeridgien) von Montsech (Provinz Lerida, +Spanien), wo ein Abdruck eines vollständigen Individuums entdeckt +wurde (¡Palaeobatrachus Gaudryi¡ Vidal), im Eocän von Ostindien +(¡Oxyglossus pusillus¡ Owen sp.) und Wyoming; sie werden zahlreicher +im oberen Eocän, Oligocän und unteren Miocän von Südfrankreich, +Oberitalien und Mitteleuropa, wo namentlich die Gattungen ¿Rana¿ +und ¿Palaeobatrachus¿ durch zahlreiche Arten vertreten sind. In +den Phosphoriten von Quercy findet man Mumien von ¡Rana plicata¡ +Filhol., auch aus dem jüng. Tertiär Böhmens werden verschiedene Reste +angeführt. In der Braunkohle des Siebengebirgs (Rott) und der Rhön +(Sieblos) sind auch Larven von ¡Palaeobatrachus¡ (Fig. 314, 315) +häufig. Von dem ersten Fundort wird auch ¿Discoglossus¿ genannt. +Vollständige Skelette von großen Kröten (¡Latonia Seyfriedi¡ v. +Meyer und ¡Pelophilus Agassizi¡ Tschudi) sind aus dem miocänen +Süßwassermergel von Oeningen bekannt; auch die gleichalterigen +Ablagerungen von Günzburg, Sansan und Sinigaglia enthalten Reste von +Anuren. Die diluvialen Frösche rühren wie die daselbst vorkommenden +Urodelen von noch jetzt lebenden Gattungen her. + +[Illustration: Fig. 314. + +¡Palaeobatrachus grandipes¡ Giebel. Braunkohle. Orsberg im +Siebengebirge. 2/3 nat. Gr. (Nach ~Wolterstorff~).] + +[Illustration: Fig. 315. + +Larven von ¡Palaeobatrachus Fritschii¡ Wolterst. Miocäne Braunkohle +von Kaltennordheim, Rhön. Nat. Gr. (Nach ~Wolterstorff~ u. ~Meyer~.)] + + #Zeitliche Verbreitung der Amphibien.# + + | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L + ---------------+---+---+----+----+----+----+----+----+----+----+----+---- + ~Stegocephali~ | | | | | | | | | | | | + Phyllospondyli| | |=========| | | | | | | | + Lepospondyli | | |=========| | | | | | | | + Temnospondyli | | |==============| | | | | | | + Stereospondyli| | |==============| | | | | | | + | | | | | | | | | | | | + ~Coeciliae~ | | | | | | | | | | | |==== + | | | | | | | | | | | | + ~Urodela~ | | | | | | | | | | | | + Ichthyoidea | | | | | | |== | | ================= + Salamandrina | | | | | | | | ====================== + | | | | | | | | | | | | + ~Anura~ | | | | | | ==| |======================== + | | | | | | | | | | | | + ---------------+---+---+----+----+----+----+----+----+----+----+----+---- + + Legende: + + A = Silur E = Trias I = Oligocän + B = Devon F = Jura J = Miocän + C = Karbon G = Kreide K = Pliocän und Pleistocän + D = Perm H = Eocän L = Jetzt + + +Fußnoten: + +[57] ¡Bütschli O.¡, Vorlesungen über vergl. Anatomie 1. Leipzig 1910. +-- ¡Claus-Grobben¡, Lehrbuch d. Zoologie, 7. Aufl. Marburg 1905. -- +¡Eastman-Zittel,¡ Text-Book of Palaeontology. vol. II. Vertebrata. +London u. New York 1902. -- ¡Gegenbaur C.¡, Vergleichende Anatomie +der Wirbeltiere. Leipzig 1898. -- ¡Gadow H.¡, Amphibia and Reptilia +(Cambridge Nat. Hist. VIII). 1901. -- ¡Hertwig R.¡, Lehrbuch d. +Zoologie, 9. Aufl. Jena 1910. -- ¡Hoffmann C. K.¡, Amphibien (Bronn's +Klassen und Ordnungen etc. 1873 bis 1878). -- ¡Sedgwick A.¡, A +students textbook of Zoology. Bd. 2. Amphioxus and Vertebrata. +Cambridge 1905. -- ¡Steinmann G.¡ und ¡Döderlein L.¡, Elemente der +Paläontologie. Leipzig 1890. -- ¡Steinmann G.¡, Einführung in die +Paläontologie. 2. Aufl. Leipzig 1907. -- ¡Schimkewitsch W.¡, Lehrbuch +d. vergl. Anat. d. Wirbelt. Stuttgart 1909. -- ¡Wiedersheim R.¡, +Vergleichende Anatomie der Wirbeltiere. 7. Aufl. Jena 1909. + +[58] Literatur (vergleiche auch weiter unten): + +¡Ammon v.¡, Die permischen Amphibien der Rheinpfalz. München, Straub, +1889. -- ¡Broili, F.¡, Permische Stegocephalen und Reptilien aus +Texas. Palaeontographica, 51. Bd. 1904. ibid. Ausführliche Literatur +bis 1904. Beobachtungen an Cochleosaurus bohemicus. ibid. 52. 1905. +Über Sclerocephalus aus der Gaskohle etc. Jahrb. d. k. k. geol. +Reichsanstalt. 58. 1908. -- ¡Burmeister, H.¡, Die Labyrinthodonten +aus dem bunten Sandstein von Bernburg, zoologisch geschildert. Berlin +1849. Labyrinthodonten aus dem Saarbrücker Kohlengebirge. Berlin +1850. -- ¡Case, E. C.¡, The Vertebrates of the Permian Bonebed of +Vermilion Co. III. Journ. of Geology. Vol. VIII. 1900. -- ¡Cope, +E. D.¡, Synopsis of the extinct Batrachia and Reptilia of North +America. Transact. Americ. Philos. Soc. XIV. 1869. Synopsis of the +extinct Batrachia from the Coal Measures. Rep. of the Geol. Surv. of +Ohio. Palaeontology II. 1875. Description of extinct Batrachia and +Reptilia from the Permian formation of Texas. Proc. Americ. Philos. +Soc. XVII. 1878. XIX. 1880. Pal. Bulletin. 32. XX. 1882. XXII. +1884. The Batrachia of the Permian Period of North America. Americ. +Naturalist 1884. -- ¡Credner, H.¡, Die Stegocephalen und Saurier aus +dem Rotliegenden des Plauenschen Grundes bei Dresden. I-X, Zeitschr. +d. d. geol. Gesellschaft. 33.-45. Bd. 1881-1893. -- ¡Fraas, E.¡, +Die Labyrinthodonten der schwäbischen Trias. Palaeontographica. 35. +1889. -- ¡Fritsch, A. v.¡, Fauna der Gaskohle und der Kalksteine der +Permformation Böhmens. Prag, Bd. I. 1883. Bd. II. 1885. Bd. III. 1895. +Bd. IV. 1901. -- ¡Fürbringer, M.¡, Zur vergleichenden Anatomie des +Brustschulterapparates und der Schultermuskeln. Jenaische Zeitschr. f. +Naturwissenschaft. 34. 1901. -- ¡Gaudry, A.¡, L'Actinodon. Paris 1887. +Ferner: Les enchaînements du monde animal dans les temps géol. Foss. +primaires. Paris 1883. -- ¡Hay, O. P.¡, Bibliography and Catalogue of +the foss. Vertebr. of North America. Bull. U.S. geol. Surv. No. 79, +1902. -- ¡Huene, F. v.¡, Neubeschreibung des permischen Stegocephalen +Dasyceps Bucklandi aus Kenilworth. Geol. u. Pal. Abhandl. XII. 1910. +-- ¡Huxley, Th. D.¡, Description of Vertebrate Remains from the Jarrow +Colliery, Kilkenny. Trans. Roy. Irish. Soc. Dublin 1867. Vol. 24. -- +¡Jaekel, O.¡, Über die Klassen der Tetrapoden. Zool. Anzeiger, Bd. +34, 1909. Die Labyrinthodonten der Trias, in Frechs Lethaea. Trias. +1903. Über Ceraterpeton, Diceratosaurus und Diplocaulus. Neues Jahrb. +für Mineralogie etc. 1903. Bd. I. -- ¡Lydekker, R.¡, Catalogue of the +fossil Reptilia and Amphibia in the British Museum. 1888-90. ibid. +weitere Literatur. -- ¡Maggi L.¡, Plache osteodermiche interparietali +degli Stegocephali etc. Rendiconti R. Ist. Lombardo d. Sc. e Lett. +Ser. 2. Vol. XXXI. Milano 1898. -- ¡Meyer, H. v.¡, und ~Plieninger, +Th.~, Beiträge zur Paläontologie Württembergs. Stuttgart 1844. -- +¡Meyer, H. v.¡, Über d. Archegosaurus der Steinkohlenformation. +Palaeontographica I. 1848. Weitere Arbeiten ibid. VI. VII. XV. -- +¡Miall, L. C.¡, Report on the Structure and classification of the +Labyrinthodonts. Rept. of the 42. 43. meet. Brit. Assoc. f. the +advanc. of Science. Bradford 1873. Belfast 1874. -- ¡Moodie, R. L.¡, +The Lateral Line System in extinct Amphibia. Journ. of Morphol. Vol. +XIX. 1908. A contribut. to a Monograph of the extinct Amphibia of +North America etc. Journ. of Geol. Vol. XVII. 1909. Carboniferous +air-breathing Vertebrates of the U. S. National Museum. Proc. U. S. +Nat. Museum. No. 1696. 1909. -- ¡Thevenin, A.¡, Amphibiens et Reptile +du terrain houiller de France. Ann. de Paleontologie T. I. 1906. +Les plus anciens Quadrupèdes de France. ibid. T. V. 1910 (ibid. +Literatur.) -- ¡Versluys, J.¡, Die Salamander und die ursprünglichsten +vierbeinigen Landwirbeltiere. Naturwissensch. Wochenschrift. N.F. +VIII. 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Pennsylvanien. + +[60] Bezüglich der Literatur über den Wirbelbau der Stegocephalen und +die Homologien derselben zu den Wirbeln der Ammoniten siehe: ¡Baur +G.¡, Archegosaurus. Americ. Naturalist. XXXI. 1897. The Stegocephali: +a phylogenetic study. Anat. Anzeiger XI. 1896. -- ¡Branson E. B.¡, +Structure and Relationships of Americ. Labyrinthodontidae. Journ. +of Geol. Vol. XIII. 1905. -- ¡Broili F.¡, Ein Beitrag zur Kenntnis +von Eryops megacephalus. Paläontographica 44. Bd. 1899. Über die +rhachitomen Wirbel der Stegocephalen. Zeitschrift d. d. geol. +Gesellsch. Bd. 60. 1908. (Monatsberichte 8/10). -- ¡Cope¡, On the +intercentrum of the Terrestrial Vertebrata Trans. Am. Philos. Soc. Bd. +XVI. -- ¡Credner H.¡, Die Urvierfüßler (Eotetrapoda) des sächsischen +Rotliegenden. Allgemein-verständl. naturwissenschaftl. Abhandl. Heft +15. Berlin, Dümmlers Verlag 1891. -- ¡Gadow H.¡, Evolution of the +vertebral Column of Amphibia and Amniota. Philos. Transact. of the +Royal Soc. London. Vol. 187, 1897. -- ¡Gaudry¡, Les enchaînements +du monde animal. I. Fossiles primaires. Paris 1883. -- ¡Götte A.¡, +Über den Wirbelbau bei den Reptilien und einigen and. Wirbelt. +Zeitschr. f. wissenschaftl. Zool. Vol. 62. 1897. -- ¡Jaekel O.¡, Die +Organisation von Archegosaurus. Zeitschr. d. d. geol. Gesellsch. Vol. +48. 1896. Über die Bildung der ersten Halswirbel u. die Wirbelbildung +im allgemeinen. Ibid. Bd. 56. 1904. -- ¡Osborn H. F.¡, Intercentra +and Hypapophysis in the cervical region of Mosasaurs, Lizards and +Sphenodon. Americ. (Nat. 34; Nr. 397. 1900). -- ¡Schwarz A.¡, Über +die Morphogenie der Wirbelsäule der Tetrapoden. Sitzungsbericht +d. Gesellsch. naturforsch. Freunde. Berlin 1908. Nr. 10. Über die +Wirbelsäule u. d. Rippen holospondyler Stegocephalen (¡Lepospondyli¡ +Zitt.), Beitr. z. Pal. u. Geol. Österreich-Ungarns u. d. Orients. Bd. +XXI. 1908. Ibid. weitere Literatur. -- ¡Williston S. W.¡, Cacops, +Desmospondylus, new genera of Permian Vertebrates. Bull. Geol. Soc. +of Americ. Vol. 21. 1910. -- Rhachitomus Vertebrae. Journ. Geol. Vol. +XVIII. 1910. + +[61] Sphenosaurus ist vielleicht ein Reptil. + +[62] ¡Moodie R. L.¡, The lateral line system in extinct Amphibia. +Journ. of Morphology Vol. XIX. Nr. 2. 1908 u. A Contribution to a +Monograph of the extinct Amphibia of North America. New forms from +the Carboniferous. Journ. of Geol. 17. 1909. The clasping organs of +extinct and recent Amphibia. Biological Bullet. 14. 1908. + +[63] Da die bisher in der Regel verwendeten Benennungen für die +dermalen Elemente des Stegocephalenschädels: Supraoccipitale u. +Epioticum im Vergleiche mit den ebenso bezeichneten primären +Ossifikationen der Amnioten vielfach zu Mißdeutungen führten, wurde +hier für das ~Supraoccipitale~ die von Broom gebrauchte und bereits +in die Literatur übernommene Bezeichnung ~Postparietale~ und für das +~Epioticum~ das Copesche ~Tabulare~ zur Verwendung gebracht. + +[64] Nach den Beobachtungen ¡Willistons¡ bei Cacops und Trematops soll +hier ein verknöchertes Basisphenoid vorkommen. + +[65] ¡Credner Herm.¡, Zur Histologie der Faltenzähne paläozoischer +Stegocephalen. Abhandl. k. sächs. Ges. Wissensch. math.-phys. Kl. +1893. Bd. XX. + +[66] ¡C. Röse¡, Das Zahnsystem der Wirbeltiere. Ergebnisse d. Anat. u. +Entwicklungsgesch. v. Merkel u. Bonnet. II. Abt. 1894. + +[67] ¡Neumayer L.¡, Die Koprolithen des Perms von Texas. +Palaeontographica. 51. Bd. 1904. + +[68] Nach ¡Lydekker¡ u. ¡Thevenin¡ gebührt »Protriton« die Priorität. +Aus Zweckmäßigkeitsgründen ist hier noch der alte allgemein gebrauchte +Name vorangesetzt. + +[69] ¡Baur G.¡ (Anat. Anz. XIV, 1897, S. 148) schließt auf die +Reptiliennatur von ¡Hylonomus¡ und ¡Petrobates¡ aus den Abbildungen +bei Credner, daß bei diesen zwei Sacralwirbel vorhanden wären. +Abgesehen davon, daß dies den tatsächlichen Beobachtungen Credners +widerspricht, wäre der Besitz von zwei Sacralwirbeln nicht +ausschlaggebend, da solche sowohl bei lebenden Anuren als bei +temnospondylen Stegocephalen beobachtet werden. + +[70] Metopias ist nach ¡Lydekker¡ bereits 1842 für eine Coleoptere +verwendet. + +[71] ¡Marsh¡, Americ. Journ. Science 1896. Vol. 2. S. 374. + +[72] ¡Matthew G. F.¡, An attempt to classify Palaeozoic Batrachian +footprints Proc. and Transact. Roy. Soc. Canad. 2. Ser. Vol. IX. 1903. +New Species and a new genus of Batrachian footprints of the Carb. +Syst. in Canada. Ibid. Vol. X. 1904. + +[73] ¡Pabst W.¡, Beiträge zur Kenntnis der Tierfährten in dem +Rotliegenden Deutschlands. Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch. 52. +u. 57. Bd. (ibid. weitere Literatur). Siehe auch ¡Zittel¡, Handbuch +III. + +[74] ¡Wiedersheim¡, Die Anatomie der Gymnophionen. Jena 1879. + +[75] ¡Dollo L.¡, Note s. l. Batracien (Hyaelobatrachus) de Bernissart. +Bull. d. Mus. R. d'hist. nat. de Belg. 1884. III. -- ¡Laube G.¡, +Andriasreste aus d. böhmischen Kreideformation. Abhandl. d. deutsch. +naturwiss. Ver. f. Böhmen »Lotos«. Prag 1897. Amphibienreste aus dem +Diatomaceenschiefer von Sullowitz im böhm. Mittelgebirge. Ibid. 1898. +-- ¡Meyer H. v.¡, Zur Fauna der Vorwelt. Fossile Säugetiere, Vögel +u. Reptilien aus dem Molassemergel von Oeningen 1845. S. 18-40. -- +Palaeontographica Bd. II p. 70, VII p. 46-73 und X p. 292. -- ¡Stefano +G. de¡, Sui batraci urodeli delle fosforiti del Quercy. Boll. d. +S. Geol. Ital. Vol. XII. 1903. -- ¡Wiedersheim Rob.¡, Salamandrina +perspicillata. Versuch einer vergleichend. Anatomie d. Salamandrinen. +Würzburg 1875. 8^o. -- Das Kopfskelett der Urodelen. Leipzig 1877. + +[76] ¡Dall W. H.¡, An historical and systematic review of the frog +shells and tritons. (Smiths. Mix. Coll.) Vol. 47. 1904. -- ¡Meyer H. +v.¡, Zur Fauna der Vorwelt. Fossile Wirbeltiere von Oeningen. 1845. +-- N. Jahrb. f. Mineralogie 1843 S. 395, 580. 1845 S. 798. 1846 S. +351. 1847 S. 192. 1851 S. 78. 1852 S. 57, 465. 1853 S. 162. 1858 S. +202. 1863 S. 187 und Palaeontographica Bd. II u. VII. -- ¡Vidal L. +M.¡, Sur la présence de l'étage kiméridgien au Montsech (etc.) et +découverte d'un Batracien dans ses assises (Mém. de l. R. Acad. de +Ciencas y Artes de Barcelona 4. Nr. 18. 1902). -- ¡Wolterstorff W.¡, +Über fossile Frösche, insbesondere Palaeobatrachus. Jahresber. des +naturw. Vereins in Magdeburg für 1885 und 1886 (mit vollständigem +Literaturnachweis) I. II. 1886. 1887. + + + + +3. Klasse. #Reptilia.# ~Reptilien. Kriechtiere.~[77] (Bearbeitet von +F. ~Broili~.) + + +~Wechselwarme, beschuppte, mit knöchernen Platten gepanzerte oder +nackte Land- oder Wassertiere mit ausschließlicher Lungenatmung. +Herz mit doppelter Vorkammer und meist unvollkommen zweigeteilter +Kammer. Skelett vollständig verknöchert. Entwicklung der Embryonen +ohne Metamorphose mit Amnion und Allantois. Hinterhaupt mit +einem Gelenkkopf. Im allgemeinen herrscht ein langgestreckter, +walzenförmiger Leib vor.~ + +In der äußeren Erscheinung (Fig. 316) stehen die Reptilien in bezug +auf den langgestreckten walzenförmigen Leib den Amphibien am nächsten, +zeichnen sich aber zum Teil durch viel bedeutendere Dimensionen +und verschiedentlich auch durch weit größere Mannigfaltigkeit +aus, insofern manche von ihnen einen äußerst gedrungenen Bau +(Schildkröten), andere eine an die Vögel erinnernde Gestaltungsform +(Flugsaurier) besitzen. Außerordentlich verschieden gestaltet sind +namentlich die Extremitäten. Bei den Pterosauriern fungieren die +Vorderfüße als Schwingen und besitzen eine fein gefältelte Flughaut, +bei gewissen Dinosauriern erlangen die Extremitätenknochen eine +Länge und Stärke, wie sie sonst nur bei den größten Landsäugetieren +vorkommen, bei den Meersauriern nehmen sie paddelartige Gestalt +an, bei den meisten Eidechsen, Theromoren, Krokodilen u. a. sind +es Gehfüße, und bei den Schlangen und manchen Eidechsen fehlen sie +vollständig. + +Die ~Haut~ der Reptilien ist von derberer Beschaffenheit als bei den +Amphibien und häufig durch Verknöcherung der Cutis und Verhornung der +Epidermis zu einem förmlichen Hautskelett umgestaltet. In der Regel +haben die Verhornungen und Verknöcherungen die Form von ~Schuppen~ +(squamae), ~Schildern~ (scuta) oder ~Platten~; erstere legen sich +dachziegelförmig übereinander, die Schilder und Platten stoßen mit +ihren Rändern häufig einfach aneinander und bilden zuweilen einen +förmlichen Panzer. + +[Illustration: Fig. 316. Krokodilskelett. + +¡D¡ Rückenabschnitt, ¡L¡ Lendenabschnitt, ¡S¡ die 2 Sacralwirbel, ¡C¡ +der erste Schwanzwirbel, ¡Ri¡ Rippen, ¡Sc¡ Scapula, ¡H¡ Humerus, ¡R¡ +Radius, ¡U¡ Ulna, ¡J¡ Ischium, ¡Fe¡ Femur, ¡T¡ Tibia, ¡F¡ Fibula, +¡Sta¡ Bauchrippen.] + +Die ~Wirbelsäule~ ist stets verknöchert, doch können teilweise noch +Chordareste persistieren. Wo überhaupt Extremitäten vorhanden sind, +unterscheidet man Hals-, Rumpf-, Becken- und Schwanzregion; ja in +vielen Fällen läßt sich an der Rumpfregion noch ein Brust- und ein +Lenden-Abschnitt unterscheiden. Die vorderen und hinteren Endflächen +der Wirbelcentra sind entweder ausgehöhlt oder in verschiedener Weise +gewölbt, so daß ~amphicöle~, ~platycöle~ (vorn und hinten schwach +vertiefte), ~procöle~ und ~opisthocöle~ Wirbel vorkommen. Mit den +oberen Bögen sind die Wirbelkörper entweder nur durch knorpelige +Epiphysen und Sutur verbunden oder vollständig verwachsen. Die +~Dornfortsätze~ sind stets solid verknöchert, zuweilen ungemein +verlängert, zuweilen vergabelt oder horizontal ausgebreitet und +mit Hautplatten verschmolzen (Schildkröten). Die etwas schiefen +oder fast horizontalen, nach oben gerichteten Gelenkflächen der +vorderen Präzygapophysen werden von den hinteren Postzygapophysen +des vorhergehenden Wirbels bedeckt. Zuweilen sind die Wirbel +auch noch durch einen medianen Fortsatz an der Vorderseite oder +Hinterseite der oberen Bögen (Zygosphen, Hyposphen), welcher in +eine Grube an der Hinterseite oder Vorderseite des vorhergehenden +Wirbelbogens (Zygantrum, Hypantrum) paßt, miteinander verbunden. +Die rippentragenden ~Querfortsätze~ (Processus transversus) gehen +entweder vom Wirbelkörper selbst oder vom oberen Bogen an seiner +Grenze gegen den letzteren aus. Der auf den ~Atlas~ folgende Wirbel +wird bei den Reptilien zum ~Epistropheus~. Ihre von den übrigen +Wirbeln abweichende Gestalt erhalten diese beiden dadurch, daß der +knorpelige Wirbelkörper des Atlas mit demjenigen des Epistropheus +frühzeitig verwächst und zum Zahnfortsatz -- Processus odontoides -- +desselben wird, der seinerseits in die selbständig gebliebenen und +durch ventralen Zusammenschluß ringförmig verknöcherten Bogenhälften +des Atlas eingreift. Auf diese Weise wird eine größere Beweglichkeit +des Kopfes erreicht. Wie bei den Amphibien können auch hier an den +Schwanzwirblern ~Untere Bogen~ (Chevron bones) zur Entwicklung +gelangen. Am Sacralabschnitt nehmen bei den lebenden Reptilien +nie mehr als zwei Wirbel teil, bei den fossilen schwankt die Zahl +der Sacralwirbel zwischen 2 und 10. Sind mehr als drei vorhanden, +so verschmelzen sie häufig zu einem beweglichen Heiligenbein. +Durch den Mangel eines differenzierten Sacralabschnittes zeichnen +sich die Schlangen, verschiedene Lacertilier, ¡Pythonomorpha¡ und +¡Ichthyosauria¡ aus. Nicht selten schalten sich vom Epistropheus an +bis in die Schwanzregion hinein, ventral, zwischen alle Wirbelkörper +kleinere keilförmige Knochenscheiben, die ~Intercentra~, ein. + +[Illustration: Fig. 317. + +¡A¡ Vorderer, ¡B¡ hinterer, procöler Brustwirbel von ¡Alligator +lucius¡. (Nach ~Gegenbaur~.) + +¡WK¡ Wirbelkörper, ¡OB¡ Ob. Bogen, ¡sp¡ (Dornfortsatz), Processus +spinosus, ¡Pr¡ Vorderer Gelenkfortsatz (Präzygapophyse), ¡d¡ Ob. +Querfortsatz (Processus transversus) = Diapophyse, ¡p¡ Unterer +Querfortsatz = Parapophyse, ¡t¡ Tuberculum, ¡c¡ Capitulum der Rippe +¡R¡, ¡M¡ Rückenmarkskanal.] + +Mit Ausnahme der letzten Schwanzwirbel können vom Epistropheus ab +sämtliche Reptilienwirbel ~Rippen~ tragen. (Fig. 317). Die Halsrippen +sind in der Regel kurz, am distalen Ende meist vorn und hinten +verbreitert und beilförmig gestaltet. Ist ein Brustbein vorhanden, +woran sich die in der Regel nur knorpeligen distalen Abschnitte +(= ¡Sternocostalia¡) der Rippen (Sternalrippen) im Gegensatz zu +den Amphibien anheften, so sind Hals und Rumpf scharf geschieden; +fehlen jedoch Sternalrippen, so bleibt die Grenze zwischen Hals- und +Rückenabschnitt etwas unsicher. Hinter den Sternalrippen folgen eine +Anzahl freier, nicht am Brustbein befestigter Rippen, und gehen dem +Sacralabschnitt rippenlose Wirbel (Lumbar, Lendenwirbel) voraus, so +wird der Rumpf in eine Rücken- und Lendenregion zerlegt. Die Rippen +sind entweder ein- oder zweiköpfig, im letzteren Fall unterscheidet +man an den proximalen Gelenkköpfen ein unteres ~Capitulum~ und ein +oberes Tuberculum, von denen das erstere durch die Parapophyse, +das letztere durch die Diapophyse des Wirbels (unterer und oberer +Querfortsatz) getragen wird. Vereinzelt (Rhynchocephalen) findet +sich auch an der oberen hinteren Hälfte der Rippe ein nach hinten +und aufwärts gerichteter Fortsatz (Processus uncinatus). Bei +den Schildkröten verwachsen die Rippen gewöhnlich mit breiten +Knochenplatten des Hautskelettes. + +In seltenen Fällen ist bei einigen paläozoischen Reptilien +(Varanosaurus) ein ventrales Hautskelett in Gestalt verknöcherter +Stäbchen beobachtet worden; bei anderen Formen (Sauropterygier, +Crocodilier, Rhynchocephalen etc.) kommen auf der Bauchseite dünne, +rippenartige Gebilde vor, welche in der Regel aus einem Mittelstück +und zwei oder mehr Seitenteilen bestehen. Diese sog. ~Bauchrippen~ +sind Ossifikationen des Bindegewebes und entsprechen jenen +Knochenstäbchen und den Bauchschuppen, die wir bei den Stegocephalen +bereits kennen gelernt haben. + +Der ~Schädel~ (Fig. 318) stimmt in den allgemeinen Verhältnissen +seines Baues mehr mit den Vögeln als mit den Amphibien überein und +namentlich die Verknöcherung des Primordialcraniums ist in der Regel +viel vollständiger als bei letzteren. In der Hinterhauptsregion +verknöchern außer den ~Exoccipitalia~ lateralia (Pleuroccipitalia), +noch das ~Basioccipitale~ und das ~Supraoccipitale~, die sich entweder +alle oder teilweise an der Umrahmung des Foramen magnum beteiligen +können. ~Ein unpaarer, häufig dreigeteilter Condylus occipitalis~, +der entweder vom Basioccipitale allein oder im Verein mit den +Exoccipitalia lateralia gebildet wird, lenkt sich in die ringförmige +Vertiefung des Atlas ein. An das Hinterhaupt schließen sich seitlich +die Knochen der ~Gehörkapsel~ an und zwar ist das an seinem Vorderrand +von dem 3. Ast des Trigeniums durchbohrte ~Prooticum~ (Petrosum), +das neben der Fenestra ovalis noch eine weitere Durchbrechung, die +Fenestra rotunda, begrenzt, stets ein gesonderter Knochen, während +~Epioticum~ und ~Opisthoticum~ (Paroccipitale) häufig mit den +Exoccipitalia lateralia verschmelzen. Wie bei den Amphibien findet +sich auch hier ein besonderer Gehörknochen in die Fenestra ovalis +eingefügt: Columella auris (Stapes). An der Schädelbasis folgt auf +das Basioccipitale des ~Basisphenoid~, das nach vorne in einen +zugespitzten Fortsatz (~Rostrum~, Präsphenoid aut.) -- das rudimentäre +~Parasphenoid~ ausläuft. Ein selbständig ossifiziertes Parasphenoid +findet sich bei den Reptilien als Seltenheit (Schildkröten: +Dermochelys). + +[Illustration: Fig. 318. + +¡Sphenodon¡ (¡Hatteria¡) ¡punctatum¡ Gray von Neu-Seeland.[79] + +¡A¡ Schädel mit Unterkiefer v. d. Seite. ¡B¡ Schädel v. unten. ¡C¡ +Desgl. v. oben. ¡D¡ Desgl. v. hinten. ¡E¡ Unterkiefer von innen. + +¡Na¡ Äußere Nasenlöcher, ¡OSp¡ Augenöffnung mit Interorbitalseptum, +¡Fp¡ Foramen parietale, ¡S¡_{1} ¡S¡_{2} obere und untere +Schläfenöffnung, ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡N¡ Nasale, ¡Prf¡ +Präfrontale, ¡F¡ Frontale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Po¡ Postorbitale, ¡P¡ +Parietale, ¡So¡ Supraoccipitale, ¡Sq¡ Squamosum, ¡Eo¡ Exoccipitale +laterale, ¡Op¡ Opisthoticum, ¡Pro¡ Prooticum, ¡Ept¡ Epipterygoid, +¡Co¡ Columella auris, ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡Bs¡ Basisphenoid mit dem +dolchförmigen Rostrum, ¡Pt¡ Pterygoid, ¡Pa¡ Palatin, ¡V¡ Vomer, ¡Ch¡ +innere Nasenlöcher (Choanen), ¡Tr¡ Transversum, ¡J¡ Jugale, ¡Qj¡ +Quadratojugale, ¡Qu¡ Quadratum, ¡A¡ Articulare, ¡Ag¡ Angulare, ¡Sp¡ +Spleniale (Operculare), ¡Sa¡ Supraangulare, ¡C¡ Complementare mit +Coronoidfortsatz, ¡D¡ Dentale. 4/5 nat. Gr.] + +Die übrigen bei den Reptilien in seltenen Fällen entwickelten +Sphenoidalia werden als ? ~Alisphenoid~ und ~Orbitosphenoid~ +(Crocodilia) gedeutet, an ihre Stelle tritt zuweilen (z. B. Hatteria) +das häufig entwickelte, umfangreiche knorpelige, manchmal teilweise +verknöcherte ~Interorbitalseptum~. Das Schädeldach wird vorzugsweise +von Belegknochen gebildet; diese sind die paarigen, manchmal +verschmolzenen ~Parietalia~ und ~Frontalia~, ferner ~Präfrontalia~ (= +Lacrimalia) und ~Postfrontalia~, ~Postorbitalia~ und ~Nasalia~ und +nicht selten auch ~Lacrimalia~ (Adlacrimalia, Gaupp)[78], manchmal +auch Septomaxillaria. Wie bei den Amphibien bleibt bei den Reptilien +vom Visceralskelett der hintere Abschnitt des Palatoquadratum, +das hier stets verknöcherte ~Quadratum~ bestehen, das bei nahezu +sämtlichen Eidechsen, Schlangen und Pythonomorphen mehr oder weniger +~beweglich~ durch Bänder (¡Streptostylica¡), bei den übrigen Reptilien +hingegen mehr oder weniger ~fest~ (¡Monimostylica¡) meist durch das +~Squamosum~ (~Paraquadratum~) mit dem übrigen Schädel verbunden +ist. Zwischen das letztere und das Parietale kann sich ein weiterer +Belegknochen, das ~Supratemporale~ einschieben. Die Verbindung +des Quadratum mit den Belegknochen der Maxillarreihe: ~Maxillare~ +und ~Prämaxillare~, wird durch das ~Quadratojugale~ und ~Jugale~ +hergestellt, innerhalb der Maxillarreihe begegnen uns wiederum die +Elemente der Palatinreihe: ~Pterygoid~, ~Palatinum~ und ~Vomer~. +Bezeichnend für die meisten Reptilien ist das aus einem Fortsatz des +Quadratknorpels hervorgegangene ~Epipterygoid~ (~Columella aut.~), +das in senkrechter Richtung sich als schlanker, säulenförmiger +Knochen gewöhnlich vom Parietale zum Pterygoid erstreckt. Ebenso +charakteristisch für die Mehrzahl der Reptilien ist ein, Pterygoid +mit dem Maxillare verbindendes, bereits bei einigen Stegocephalen +entwickeltes ~Os transversum~. + +Nur bei einer Gruppe den ~Cotylosauriern~ kommt es konstant durch +Auftreten weiterer Belegknochen im dorsalen Abschnitt des Schädels +noch zu ~einem vollkommen geschlossenen Schädeldach~ wie bei den +Stegocephalen; sehr häufig finden sich bei den Reptilien hinter den +Augen und von diesen durch Postfrontale, Postorbitale und einem +Fortsatz des Jugale getrennt große Durchbrüche, die ~obere~ und +~untere~ (seitliche) ~Schläfengrube~, die durch eine von Squamosum +und Postfrontale bzw. Postorbitale gebildete Knochenspange (~ob. +Schläfenbogen~) geschieden werden. Der untere Abschluß der auf diese +Weise gebildeten unteren Schläfenlücke erfolgt durch die, Maxillare +und Quadratum verbindende, Brücke (~unt. Schläfenbogen~) von Jugale +und Quadratojugale. Die rückwärtige Begrenzung der Schläfengruben +wird durch das Quadratojugale, Squamosum und eventuell noch durch +das Supratemporale erreicht. Beide Schläfengruben finden sich z. B. +bei den Rhynchocephalen und Crocodiliern wohl entwickelt, durch den +Verlust bzw. die Reduktion des unteren bzw. des oberen Bogens begegnet +uns dann nur eine Schläfengrube, Verhältnisse wie wir sie im ersten +Falle z. B. bei vielen Lacertiliern, im zweiten Falle z. B. bei den +Vögeln antreffen.[80] Eine Reduktion beider Bögen findet bei den +Schlangen und einigen Lacertiliern und Schildkröten statt. + +An weiteren Schädeldurchbrüchen zeigt sich zwischen der Nasenöffnung +und dem Augenloch bei Dinosauriern und Pterosauriern, Parasuchiern +etc., eine sehr große Präorbitallücke, welche zuweilen mit der +Nasenöffnung verschmilzt. Für die meisten Reptilien ist die +Epiphysenöffnung, das ~große Foramen parietale~, bezeichnend, in +welche unter der Haut ein dorsales unpaares Sinnesorgan (? Auge) +eingelagert ist. Auch die ~Hypophyse~ tritt in einem weiten Kanal +(can. cranio-pharyngeus, pituitary canal) z. B. auf der Ventralseite +des Basisphenoids bei der Gattung Ichthyosaurus, Opthalmosaurus und +einigen Sauropoden aus. + +Wie bei den Amphibien ist der Unterkiefer aus ~Dentale~, dem +~Angulare~ und ~Articulare~, sowie in der Regel aus einem ~Operculare~ +(Spleniale) zusammengesetzt, zu denen meist noch ein ~Supraangulare~ +und innen das häufig in einen ~Coronoidfortsatz~ ausgezogenes +~Complementare~ kommen. + +Ein vor dem Dentale entwickeltes ~Prädentale~ bei gewissen +Dinosauriern kann im Oberkiefer mit einem vor den Prämaxillaren +befindlichen ~Rostrale~ korrespondieren. Auch bei den Reptilien finden +sich häufig noch Reste des Meckelschen Knorpels. + +Die ~je nach der Nahrung verschieden ausgebildeten Zähne~[81] fehlen +nur bei Schildkröten und vereinzelten Vertretern anderer Ordnungen. +In der Regel stehen sie in größerer Anzahl auf den Kiefern, können +aber auch auf Palatinum, Pterygoid, Vomer und anderen Elementen der +Schädelunterseite vorkommen. Im wesentlichen bestehen die Zähne aus +dichtem ~Dentin~ und einem Überzug von ~Schmelz~. ~Zement~, d. h. +dichteres Knochengewebe, nimmt nur in untergeordnetem Maß an ihrer +Zusammensetzung teil; Vasodentin fehlt gänzlich. Vereinzelt lässt sich +ähnlich wie bei den Stegocephalen eine Faltung des Dentins feststellen +wie bei den Champsosauridae und Ichthyosauridae. Die Form ist in der +Regel spitzkonisch oder hakenförmig, doch gibt es auch niedrige, +halbkugelige oder pflasterförmige, seitlich zugeschärfte, blatt- +oder schaufelförmige, zuweilen sogar mehrspitzige Zähne. Außer den +schon von den Amphibien her bekannten ~acrodonten~, ~pleurodonten~ +und ~protothecodonten~ (z. B. Cotylosaurier, Pelycosaurier) ~Zähnen~ +finden sich bei den Reptilien auch in Alveolen eingelassene -- +~thecodonte~ Zähne, im letzteren Falle sind eine oder selten auch zwei +Wurzeln ausgebildet. + +Abgesehen von den Schlangen und einigen Eidechsen besitzen alle +Reptilien zwei paar Extremitäten[82]; (Fig. 316) die vorderen lenken +sich in den Brust- oder Schultergürtel ein, welcher stets aus zwei +Knochenpaaren (~Coracoideum~, ~Scapula~) besteht, von denen das +Coracoid häufig eine größere Ausdehnung hat und entweder allein oder +mit dem nach oben und hinten gerichteten Schulterblatt (Scapula) +die Gelenkpfanne für den Humerus bildet. Hiezu treten meist noch +~Clavicula~ und ~Episternum~ (~Interclavicula~). Während Coracoid +und Scapula niemals fehlen, gehören Clavicula und Episternum zu +den unbeständigeren Elementen. Ein nach vorne gerichteter, häufig +knorpelig gebliebener Fortsatz, das Coracoid, wird als ~Procoracoid~ +(Praecoracoid) bezeichnet. Das Schlüsselbein (~Clavicula~) liegt dem +vorderen Scapularrand an und verbindet ventral den Schultergürtel +mit dem vorderen unpaaren Schlußstück ~Episternum~, das rhombische, +kreuzförmige oder T-Gestalt besitzt. Vereinzelt ist außer der +Clavicula das bei den Stegocephalen noch mehr verbreitete ~Cleithrum~ +nachweisbar (z. B. Pareiasaurus). Hinter dem Episternum und diesem +sowie dem Coracoid als Träger dienend, folgt häufig ein flaches, +rhomboidisches oder schildförmiges Brustbein, das ~Sternum~ (¡s. +str.¡) (~Prosternum~), das von den vorderen Rumpfrippen getragen +wird; nach hinten ist das Sternum meist in rippenartige Fortsätze +ausgezogen oder stabförmig verlängert -- ~Xiphisternum~ (Metasternum). +Ist das Sternum nicht entwickelt, so stoßen dann die Coracoidea in +der ventralen Symphyse zusammen (z. B. Sauropterygier) oder sind +durch Ligamente verbunden. Nicht selten bleibt das Sternum knorpelig; +außerdem können am Schultergürtel noch weitere mehr oder weniger +ausgedehnte Knorpelteile auftreten wie Suprascapula und Epicoracoid. + +Während Scapula, Coracoid und Procoracoid (primärer Schultergürtel) +und Sternum (primäres Brustbein) knorpelig präformiert sind, sind +Clavicula, Cleithrum (sekundärer Schultergürtel) sowie Episternum +(sekundäres Brustbein) Deckknochen und dermaler Abkunft. + +[Illustration: Fig. 319. + +Schema der Gliederung von Hand oder Fuß (Nach ~Gegenbaur~.)] + +Die vorderen ~Extremitäten~ (Fig. 319) bestehen aus einem mehr oder +weniger stämmigen Oberarm (~Humerus~) und zwei Vorderarmknochen +(~Radius und Ulna~), welche in der Regel den entsprechenden Knochen +bei Amphibien ähnlich sind. Der Humerus zeigt sich sowohl in seinem +proximalen wie in seinem distalen Teile stark verbreitert und +gewöhnlich ist der letztere um den ersteren in einem Winkel von 90° +gedreht. Häufig findet sich auf seiner medialen (ulnaren) Seite +ein Foramen entepicondyloideum, dem auf der lateralen (radialen) +Seite ein Foramen ectepicondyloideum entsprechen kann. Nicht selten +ist die Ulna etwas länger als der Radius und zuweilen mit einem +proximalen olecranonartigen Vorsprung versehen. Der Carpus enthält +stets zwei Reihen von Knöchelchen, wovon die proximale Reihe meist +3 Elemente (ulnare, intermedium, radiale) zu denen noch am ulnaren +Carpusrand ein Pisiforme (? Rudiment eines 6. Fingers) kommen kann, +die distale aus 3-6 Knöchelchen besteht, dazwischen treten noch 1 +bis 2 Centralia; Metacarpus und Zehen sind je nach der Lebensweise +außerordentlich verschieden. Die Zahl der Zehen schwankt zwischen 2 +und 5, überschreitet bei manchen Ichthyosauriern sogar die Fünfzahl. +Am dritten und vierten Finger ist die Zahl der Phalangen meist am +größten. + +Auch das ~Becken~ und die ~Hinterfüße~ bieten große Verschiedenheiten. +Mit Ausnahme der ¡Ichthyosauria¡, ¡Pythonomorpha¡ und der ~Schlangen~ +besitzen alle Reptilien einen Sacralabschnitt, welcher aus 2-6 oder +mehr Wirbeln besteht. Das Becken ist bei der Mehrzahl der ~Schlangen~ +und einigen fußlosen Lacertilien, zumeist bis auf geringe Rudimente +reduziert. Bei den übrigen Reptilien sind überall drei Knochenpaare +(Ilium, Pubis, Ischium) vorhanden, welche meist alle (ausgenommen die +Crocodilia nur mit Ilium und Ischium) an der Bildung der in ihrem +Grund (Crocodilia, Dinosauria) manchmal durchbohrten Gelenkpfanne +(Acetabulum femoris) teilnehmen. Das Darm- oder Hüftbein (Ilium) +ist dorsal häufig mehr oder weniger stark nach vorne und hinten +verlängert; der Canalis obturatorius tritt durch das Foramen obturatum +entweder im Pubis selbst aus, z. B. Cotylosaurier, Rhynchocephalen, +Lacertilia oder unterhalb der Gelenkpfanne zwischen Pubis und Ischium +(z. B. Anomodontia); häufig (Crocodilia, Schildkröten, Dinosauriern) +fällt seine Mündung auch mit dem Pubis und Ischium trennenden +Foramen pubo-ischiadicum zusammen; Pubis und Ischium sind in der +Symphysenebene direkt oder durch Knorpel mit den entsprechenden +Knochen der Gegenseite verbunden. Bei den Dinosauriern erhält das +Becken durch das sehr stark nach hinten und unten gerichtete, +langgestreckte Ischium und einem diesem parallel ebenso verlängerten +Fortsatz des Pubis (Postpubis) sowie durch das dorsal nach vorne +verlängerte Ilium ein vogelartiges Gepräge. Die ~Hinterextremitäten~ +ähneln in der Regel den vorderen und bestehen aus einem verlängerten +~Femur~ (Oberschenkel), welcher proximal mit einem oder zwei +vorragenden Trochantern versehen ist, zwei Vorderfußknochen (~Tibia~ +und ~Fibula~), einem aus einer oder zwei Knöchelchenreihen bestehenden +~Tarsus~, den ~Metatarsalien~ und ~Phalangen~. Die proximale Reihe des +Tarsus erfährt vielfach durch Verschmelzung der einzelnen Bestandteile +eine Umgestaltung, so können bei verschiedenen Schildkröten und +Lacertilien sich sämtliche Elemente zu einem Knochen vereinigen, bei +den Crocodiliern geht aus der Concrescenz von Tibiale, Intermedium und +Centrale der ~Astragalus~ hervor, während das mit einem Fersenhöcker +ausgestattete Fibulare als ~Calcaneus~ bezeichnet wird. Auch im +Hinterfuß bieten die verschiedenen Ordnungen der Reptilien große +Verschiedenheiten, welche im speziellen Teil näher erörtert werden +sollen. + +Als ausschließliche Lungenatmer sind die Reptilien vorzüglich auf +terrestrische oder amphibische ~Lebensweise~ angewiesen. Die wenigen +Schildkröten, Eidechsen und Krokodile, welche im Meere oder an der +Meeresküste leben, kommen wenigstens zeitweilig ans Land und legen +ihre Eier im Sande ab, nur einige wenige gebären lebende Junge wie +die Ichthyosaurier, unter den Eidechsen die Blindschleiche und unter +den Schlangen die Kreuzotter. Unter den fossilen Reptilien waren die +¡Ichthyosauria¡, ¡Sauropterygia¡ und ¡Pythonomorpha¡ Meeresbewohner, +deren paddelartige Extremitäten am Ufer keine oder nur eine höchst +unbeholfene Fortbewegung gestatteten. Die Mehrzahl der fossilen +Reptilien gehörte zu den Landbewohnern; ja die Pterosaurier konnten +sich sogar mittels wohl ausgebildeter Flugorgane in die Luft erheben. + +Es sind über 4000 lebende Reptilien beschrieben, welche meist +wärmere und heiße Klimate bevorzugen, denen eine zwar numerisch viel +geringere Menge fossiler Formen gegenübersteht, die aber in der +Organisation weit größere Mannigfaltigkeit aufweisen als die recenten, +so daß ein volles Verständnis des Bauplanes der Reptilien nur durch +Berücksichtigung der erloschenen Formen zu gewinnen ist. Die ersten +Reptilien erscheinen im Oberkarbon; ihre Blütezeit fällt in das +mesozoische Zeitalter und namentlich in die Trias- und Jurazeit. + +~Systematik.~ Die Reptilien wurden zuerst von ~Blainville~ (1816) +und ~Merrem~ (1820) den Amphibien als gleichwertige Klasse +gegenübergestellt. Eine befriedigende Systematik konnte jedoch erst +begründet werden, nachdem durch ~R. Owen~, ~H. v. Meyer~, ~Huxley~, +~Marsh~, ~Cope~ u. a. auch die fossilen Formen genauer untersucht +worden waren. Nach dem Besitz von ein oder zwei Schläfenbogen teilt +H. F. Osborn die Reptilien in zwei Unterklassen, die ~Synapsida~ +und ~Diapsida~. Eine völlige Übereinstimmung in der Abgrenzung +der verschiedenen Ordnungen ist allerdings bis jetzt noch nicht +erzielt, doch wird von den meisten neueren Autoren die Einteilung +in 10 Ordnungen: ¡Theromora¡, ¡Rhynchocephalia¡, ¡Lepidosauria¡, +¡Ichthyosauria¡, ¡Sauropterygia¡, ¡Testudinata¡, ¡Parasuchia¡, +¡Crocodilia¡, ¡Dinosauria¡ und ¡Pterosauria¡ angenommen. + + +1. Ordnung. #Theromora# Cope. (¡Theromorpha¡ Cope.) + +~Schädeldach geschlossen oder mit einem Paar (? selten zwei Paar) +großer Schläfenöffnungen. Foramen parietale zumeist beobachtet. +Quadratum fest mit dem Schädel verbunden. Zähne protothecodont oder +acrodont. Foramen entepicondyloideum in der Regel nachgewiesen. +Scapula, Coracoid und das große Procoracoid, ferner Ilium, Ischium und +Pubis entweder vollständig miteinander verschmolzen oder durch Naht +unbeweglich gegenseitig verbunden. Wirbel tief amphicöl. Gewöhnlich +zwei oder vier, selten drei Sacralwirbel. Vorder- und Hinterextremität +fünfzehig, meist mit Krallen.~ Ob. Karbon. Perm. Trias. + +Die Theromora, die in der Hauptsache land- oder küstenbewohnende +Formen umfassen, zerfallen in mehrere Unterordnungen, die +~Cotylosauria~, ~Pelycosauria~, ~Theriodontia~ und ~Anomodontia~. +Unter diesen weisen die Pelycosaurier, trotz mancher Ähnlichkeit in +der Zusammensetzung des Schädels mit den Rhynchocephalen, auf Grund +vieler gemeinsamer Merkmale im Bau des Schulter- und Beckengürtels +und der Extremitäten auf eine nahe Verwandtschaft zu den primitiven +Cotylosauriern hin. Die Theriodontier und namentlich die Anomodontia +erscheinen gegenüber den Pelycosauriern und Cotylosauriern als mehr +differenzierte und spezialisierte Gruppen, die indessen unter sich +auch eine große Reihe gemeinsamer Punkte aufzuweisen haben; immerhin +scheint eine Verwandtschaft zwischen Theriodontiern und Pelycosauriern +zu bestehen, die sich besonders in der Art der Bezahnung geltend +macht. Es erscheint deshalb gerechtfertigt, Theriodontier und +Anomodontier bei den Theromora zu belassen. + + +1. Unterordnung. #Cotylosauria.# Cope.[83] + +¡Schädeldach vollkommen von soliden, meist skulptierten Deckknochen +geschlossen. Foramen parietale groß. Nasenlöcher getrennt. Zähne +entweder konisch oder quer verlängert mit Höckern, in einer oder +mehr Reihen auf den Kiefern. Chagrinbezahnung häufig. Wirbel tief +amphicöl. In der Regel zwei Sacralwirbel. Rippen ein- und zweiköpfig. +Scapula, Coracoid und Procoracoid sowie Ilium, Ischium und Pubis bei +ausgewachsenen Individuen gewöhnlich verschmolzen. Becken in der +Symphyse zusammenstoßend. Pubis mit Foramen obturatorium. Humerus +meist mit Foramen entepicondyloideum. Vorder- und Hinterextremität +fünfzehig.¡ ? Ob. Karbon. Perm. Trias. + +Die Cotylosaurier bilden eine auf das Perm und die Trias von +Nordamerika, Europa und Südafrika beschränkte Gruppe primitiver, +altertümlicher Reptilien, die mit den ihnen sehr nahe verwandten +Stegocephalen noch eine Reihe gemeinsamer Merkmale teilen, die +sich im Bau des vollkommen geschlossenen Schädeldaches und der +Extremitätengürtel sowie des verschiedentlichen Auftretens von +Ohrenschlitzen (¡Conodectes¡, ¡Seymouria¡), eines Cleithrums +(¡Pareiasaurus¡, ¡Propappus¡, ¡Stephanospondylus¡, ¡Diadectes¡), von +Hautpanzerung (¡Pareiasaurus¡, ¡Sclerosaurus¡) und von Bauchrippen +(¡Pariotichus¡, ¡Procolophon¡) dokumentieren. Ihre Bezahnung ist +häufig wie bei manchen Stegocephalen eine protothecodonte, d. h. +ein Übergang von acrodonter-pleurodonter zu thecodonter Bezahnung, +insofern es zur Bildung von Alveolen kommt, an deren Boden aber der +Zahnsockel ebenso wie an dem umwallenden Kieferknochen festgewachsen +ist. Es sind kleine bis mittelgroße, vereinzelt (Pareiasaurus) +auch sehr große Formen und zumeist plumpe, niedrig gestellte Tiere +mit offenbar trägen, schwerfälligen Bewegungen. In der Hauptsache +scheinen sie Strandbewohner gewesen zu sein. Ihr Gebiß weist teilweise +wenigstens auf Pflanzennahrung hin (¡Diadectes¡), die überhängenden +Prämaxillarzähne anderer (¡Labidosaurus¡ und ¡Pariotichus¡) lassen auf +die Fähigkeit schließen, kleinere Tiere (wie ¡Lysorophus¡) aus ihrem +Bau zu graben, die meist in Krallen endigenden Phalangen dürften außer +als Waffe auch für letzteren Zweck gedient haben. Die mangelhafte +und dürftige Erhaltung einiger Gattungen gestattet in systematischer +Beziehung noch kein abschließendes Urteil. Auf Grund der Bezahnung +lassen sich folgende Gruppen auseinanderhalten: + + +1. ¡Kieferzähne in einer Reihe, transversal nicht verbreitert¡: + +#Pareiasauridae# Seeley. + +¿Seymouria¿ Broili (Fig. 320). Die mäßig großen Augen seitlich in der +hinteren Hälfte des gerundet dreiseitigen, skulptierten, noch alle +Belegknochen der Stegocephalen aufweisenden und mit Ohrenschlitzen +ausgestatteten, ca. 12 cm langen Schädeldaches. Kehlbrustapparat wie +bei den Stegocephalen aus einer mittleren rhomboidalen, nach hinten +verlängerten Platte und zwei seitlichen Elementen zusammengesetzt. +Basioccipitale mit Condylus. Basisphenoid mit kräftigen seitlichen +Fortsätzen. Rostrum kurz, dolchförmig. 24 präsacrale Wirbel.[84] Perm. +Texas. + +¿Desmospondylus¿ Williston. Perm. Texas. + +¿Labidosaurus¿ Cope. (Fig. 321-23). Skelett, ca. 70 cm lang, montiert +in München. Schädel skulptiert, herzförmig, mit schnabelartig über +die Unterkiefer übergreifenden Prämaxillen, von denen jedes drei +rechenartig hervortretende Zähne besitzt. Maxillaria mit je 17 +ziemlich gleichartigen pleurodonten Zähnen. Transversum vorhanden. +Außer den Postparietalia noch ein unpaares Supraoccipitale. +Unterkiefer mit 16 Zähnen. Ca. 24 Präsacralwirbel. 2 Sacralwirbel. Ca. +25 Schwanzwirbel. Intercentra vorhanden. Rippen einköpfig. Episternum +T-förmig, mit den beiden seitlichen Platten verschmolzen. Humerus mit +Foramen entepicondyloideum. Femur gedrungen, mit kräftigem Trochanter. +Extremitäten fünfzehig. Perm. Texas. + +[Illustration: Fig. 320. + +¡Seymouria Baylorensis¡ Broili. (Ca. 1/3 n. Gr.) Perm. Texas. (Die +punktierten Linien geben an beschädigten Stellen den vermutlichen +Verlauf der Suturen an.) ¡Pm¡ Prämaxillare, ¡N¡ Nasale, ¡F¡ Frontale, +¡P¡ Parietale, ¡Fp¡ Foramen parietale, ¡Po¡ Postparietale, ¡Prf¡ +Präfrontale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Po¡ Postorbitale, ¡L¡ Lacrimale, ¡J¡ +Jugale, ¡M¡ Maxillare, ¡It¡ Intertemporale, ¡St¡ Supratemporale, ¡Sq¡ +Squamosum, ¡Qj¡ Quadratojugale, ¡PP¡ Postparietale, ¡Tb¡ Tabulare.] + +[Illustration: Fig. 321. + +¡Labidosaurus hamatus¡ Cope. Perm. Texas. Becken ¡a¡ rechte Hälfte, +¡b¡ von unten. + +¡Il¡ Ilium, ¡Is¡ Ischium, ¡Pb¡ Pubis, ¡A¡ Acetabulum femoris, ¡Fo¡ +Foramen obturatorium. Ca. 1/3 nat. Gr. (Nach ~Broili~.)] + +[Illustration: Fig. 322. + +¡Labidosaurus hamatus¡ Cope. (Ca. 1/5 nat. Gr.). Perm. Seymour. Baylor +Co. Texas. Montiertes Skelett in der Münchner Sammlung.] + +? ¿Conodectes¿ Cope. Perm. Texas. + +¿Sclerosaurus¿ H. v. Meyer (¡Aristodesmus¡ Seeley). Schädeldach +8 cm lang, mit Kopfstacheln, ähnlich Elginia. Die kegelförmigen +Zähne in einer Reihe auf den Kiefern. Ca. 22-24 präsacrale Wirbel. +Wahrscheinlich 2-3 Sacralwirbel. Rumpf geschwänzt. Intercentra +vorhanden. Episternum T-förmig. Auf dem Rücken vom Sacrum bis +zum Beginn des Halses 6 Längsreihen von Hautpanzerplatten. Oberer +Hauptbuntsandstein von Riehen bei Basel. + +¿Pareiasaurus¿ Owen (Fig. 324, 25). Skelett (Britisches Museum, +Capstadt, Petersburg) bis 3 m lang. Schädel niedergedrückt, breit und +kurz, mit seitlichen, mäßig großen Augen, rauh oder mit kräftigen +Höckern verziert, von denen einer, zapfenartig verlängert, für die +mittlere Hälfte der Unterseite jedes Unterkieferastes charakteristisch +ist. Bis 20 präsacrale Wirbel, 2 (4) Beckenwirbel, ca. 30 +Schwanzwirbel. Intercentra zwischen den Rumpfwirbeln. Schwanzwirbel +mit Chevrons. Rippen, mit Ausnahme der 5-8 vorderen zweiköpfigen, +einköpfig. Dem Vorderrand der Scapula ein stabförmiges Cleithrum +aufliegend. Episternum T-förmig. Der stämmige Humerus mit Foramen +entepicondyloideum. Die 5 Phalangen der Vorder- und Hinterextremität +krallenartig zugeschärft. 1-3 Reihen plattiger Hautverknöcherungen +auf dem Rücken. Untere Beaufort beds. Perm von Südafrika. Idente oder +nahestehende Form von N. Rußland. Suchona. ? Obere Dyas oder Untere +Trias. + +[Illustration: Fig. 323. + +¡Labidosaurus hamatus¡ Cope. Perm, Texas. Schädel von hinten, man +sieht die überhängenden Zähne ¡T¡ der Prämaxillaria. ~N. Williston.~ +¡PP¡ Postparietale, ¡Tb¡ Tabulare, ¡So¡ Supraoccipitale, ¡Bo¡ +Basioccipitale, ¡Eo¡ Exoccipitale laterale, ¡Op¡ Opisthoticum, +¡St¡ Stapes, ¡Pt¡ Pterygoid, ¡Qu¡ Quadratum, ¡Ar¡ Articulare, ¡An¡ +Angulare. 1/2 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 324. + +¡Pareiasaurus Baini¡ Seeley (sehr verkleinert). Ob. Perm. Südafrika. +Restauration des Brustschulterapparates nach Seeley u. Fürbringer. +¡Cl¡ Clavicula, ¡Clth¡ Cleithrum, ¡Est¡ Episternum, ¡Gl¡ Fossa +glenoidalis pro humero, ¡F¡ Foramen supracoracoideum, ¡J¡ Incisura +(Fenestra?) coracoscapularis, ¡Co¡ Coracoid, ¡Pco¡ Procoracoid, +¡Sc¡ Scapula.] + +[Illustration: Fig. 325. + +Skelett von ¡Pareiasaurus Baini¡ Seeley. Ob. Perm. Tambor Fontein, +Kapkolonie. 1/20 nat. Gr. (Nach ~Seeley~.)] + +¿Placerias¿ Lucas. Obere Trias. Arizona. + +¿Brachibrachium¿ Williston. Trias. Wyoming. + +¿Propappus¿ Seeley. Ähnlich ¡Pareiasaurus¡, aber Rücken dicht mit +Knochenplatten gepanzert. Perm. Südafrika. + +¿Anthodon¿ Owen. Perm. Südafrika. + +¿Elginia¿ Newton. Schädel dreieckig, vorne verschmälert, hinten breit, +mit fast terminalen Nasenlöchern. Außer der rauhen Skulptur zeigt das +Schädeldach, besonders an seinem Hinterrande verschiedene, hornartig +verlängerte, konische Knochenzapfen. Zähne mit etwas eingeschnürtem +Hals, die Krone kammförmig eingeschnitten. Unt. ob. Trias. Elgin. +Schottland. + + +2. ¡Kieferzähne in mehr als einer Reihe, transversal nicht +verbreitert¡: + +#Pariotichidae# Cope. + +¿Pariotichus¿ Cope (¡Ectocynodon¡ Cope). Kleine Tiere mit bis 6 cm +langem, unregelmäßig skulptiertem, dreiseitigem Schädel. Augen groß, +ungefähr in der Mitte, Prämaxillare mit einer Reihe größerer Zähne und +2-3 Reihen kleiner protothecodonter auf Sockeln stehender Zähnchen auf +den Kiefern. Episternum T-förmig. 24 präsacrale Wirbel mit Rippen. +Intercentra vorhanden. Zwei Sacralwirbel. Schwanzwirbel mit Chevrons. +Vorder- und Hinterextremität fünfzehig mit Krallen. Nach Williston mit +Bauchrippen. Perm. Texas. + +¿Captorhinus¿, ¿Pantylus¿, ¿Hypnopous¿ Cope. Perm. Texas. + +¿Stephanospondylus¿ Stappenbeck. Schädel gerundet dreiseitig, +skulptiert, mit großem Scheitelloch. Zähne acrodont. Prämaxillarzähne +einfach kegelfömig. Maxillare mit ? 2 Reihen kegelförmiger, unterhalb +der Krone eingeschnürter, quer zur Kieferachse gestellter Zähne. +Wirbelkörper mit oberem Bogen fest verwachsen. Die zwei Beckenwirbel +miteinander verschmolzen. Intercentra nicht beobachtet. Episternum +rhomboidal und wie die plattenförmigen Claviculae rauh skulptiert. +Cleithrum sehr groß. Die Elemente des Schulter- und Beckengürtels +nicht miteinander verschmolzen. Rippen ein- und zweiköpfig. Humerus +mit Foramen entepicondyloideum. Phalangen mit Klauen. Mittleres +Rotliegendes von Sachsen. + +¿Phanerosaurus¿ H. v. Meyer. Schädel unbekannt. Wirbelkörper von +oberem Bogen durch Naht getrennt, Sacralwirbel nicht miteinander +verschmolzen. Mittleres Rotliegendes von Sachsen. + + +3. ¡Seitliche Kieferzähne mit den Kronen quer zur Kieferachse +verbreitert¡: + +#Diadectidae# Cope. + +¿Diadectes¿ Cope (¡Nothodon¡ Marsh). Schädel zirka 20 cm lang, +oberflächlich tief gefurcht. Augen klein, seitlich; Foramen +parietale auffallend groß. Schläfengegend breit. Prämaxillare mit +flach meißelförmigen Zähnen, auf dem Maxillare zirka 11 quer zur +Kieferachse gestellte protothecodonte Zähne, mit zwei ungleich hohen +Spitzen. Rostrum sehr reduziert. Episternum T-förmig. Cleithrum mit +dem Vorderrand der Scapula verschmolzen. 22-24 präsacrale Wirbel, +2 Sacralwirbel. Schwanzwirbel mit Chevrons. Die präsacralen Wirbel +mit Hyposphen-Hypantrum-Articulation. Intercentra vorhanden. Die +3.-5. Rippe distal verbreitert, die 6.-8. Rippe von schmalen, dünnen +knöchernen Hautplatten überlagert. Extremitäten auffallend gedrungen +und kurz. Oberes Karbon. Perm. Nordamerika. + +¿Empedias¿, ¡Chilonix¡ Cope. Perm. Texas. + +¿Diasparactus¿ Case. Perm. Neu-Mexico. + +¿Bolosaurus¿ Cope. Eine kleine Form. Schädel zum größten Teil +ohne Skulptur. Kieferzähne quer gestellt mit einer Spitze auf der +Außenseite am Oberkiefer, auf der Innenseite am Unterkiefer. Rostrum +sehr lang. Perm. Texas. + +¿Desmatodon¿ Case. Perm. Pittsburg, Pa. + +¿Telerpeton¿ Mantell. Skelett ca. 24 cm lang, Schädel dreiseitig, +platt. Schläfengegend schmal. Augen auffallend verlängert (nach Huene: +Augen- und Schläfenöffnung). Maxillarzähne verbreitert, quer zur +Kieferachse gestellt, zweihöckerig, acrodont auf Sockeln. Zirka 23 +Präsacralwirbel. 2 Sacralwirbel. Schwanz lang. Intercentra fehlen. +Bauchrippen beobachtet. Untere obere Trias von Elgin. Schottland. + +¿Procolophon¿ Owen. Schädel und Bezahnung ähnlich wie bei +¡Telerpeton¡. Einige Arten, bei ~einer~ ¡Pr. laticeps¡ Seeley, hinter +den Augen ein sehr kleines als ? Schläfenöffnung gedeutetes Loch. +Episternum T-förmig. Bauchrippen vorhanden. Trias. Südafrika. + +¿Koiloskiosaurus¿ v. Huene. Zähne anscheinend quer gestellt. +Bauchrippen vorhanden. Oberer Buntsandstein. Koburg. + +Incertae sedis: ¿Sauravus¿ Thevenin. Schädel platt, zirka 25 +präsacrale Wirbel, mindestens 2 Sacralwirbel. Über 25 Schwanzwirbel. +Bauchrippen vorhanden. Intercentra nicht beobachtet. Episternum +T-förmig. Oberstes Karbon (Stephanien). Unterstes Perm. Autun. +Frankreich. + +¿Isodectes¿ Cope.[85] Schädel unbekannt. Zwei Sacralwirbel. Oberes +Karbon. Linton. Ohio. + + +2. Unterordnung. #Pelycosauria.# Cope.[86] + +¡Schädeldach mit einem (selten zwei) Paar seitlicher +Schläfenöffnungen. Foramen parietale vorhanden. Nasenlöcher +getrennt. Zähne protothecodont, häufig die vordere und hintere Kante +gezähnelt. Prämaxillar- und vordere Maxillarzähne in der Regel +größer. Außerdem Körnchenzähne besonders auf Palatinum und Pterygoid. +Wirbel amphicöl, Intercentra gewöhnlich vorhanden. Rippen ein- und +zweiköpfig. Dornfortsätze bei den mehr spezialisierten Formen sehr +hoch. Episternum gewöhnlich T-förmig. Coracoid und Procoracoid erst +im Alter mit der Scapula verschmolzen. Cleithrum vorhanden. Pubis, +Ilium und Ischium miteinander verschmolzen, Becken in der Symphyse +zusammenstoßend. Pubis mit Foramen obturatorium. Humerus mit Foramen +entepicondyloideum. Vorder- und Hinterextremität fünfzehig.¡ Oberstes +Karbon. Perm. Trias. + +Die vor allem in Nordamerika, seltener in Mitteleuropa sich findenden +Pelycosaurier sind teils schlanke, langgeschwänzte, in ihrem Habitus +an gewisse Lacertilier (Varanus) erinnernde, wahrscheinlich ziemlich +behende Tiere, teils sehr spezialisierte, infolge ihrer enorm +verlängerten Dornfortsätze äußerst bizarre und plumpe Geschöpfe. +Wie die Cotylosaurier dürften sie in der Hauptsache Strandbewohner +gewesen sein; ihre teilweise furchtbare Bezahnung (Dimetrodon) läßt +auf eine Raubtiernatur schließen, während das Gebiß anderer Formen +(Edaphosaurus) eher auf Mollusken- oder Crustaceennahrung hinzuweisen +scheint. + + +1. Familie. #Poliosauridae.# Case. + +¡Schädel niedrig, langgestreckt und zugespitzt. Lücke zwischen +Prämaxillar- und Maxillarzähnen nicht oder kaum entwickelt. +Dornfortsätze nieder. 2 Sacralwirbel. Langgeschwänzt.¡ Perm. ? Trias. + +¿Poliosaurus¿ Case. Schädel unvollständig erhalten. Oberer Bogen nicht +mit dem Wirbelkörper verschmolzen. Intercentra anscheinend fehlend. +Hautverknöcherungen vorhanden. Zirka 70 cm langes Tier. + +¿Varanosaurus¿ Broili. Schädel langgestreckt, leicht skulptiert, +mit spitzer, überhängender Schnauze, zirka 15 cm lang. Zirka 54 +meist gleichartige, kleine ungezähnelte Zähne auf Prämaxillare und +Maxillare. Zwei größere vorne am Maxillare. Körnchenzähne auf dem +Pterygoid. Eine große seitliche Schläfenöffnung beobachtet. Oberer +Bogen mit dem Wirbelkörper verschmolzen. Intercentra vorhanden. Rippen +einköpfig (Capitulum? rudimentär). 26 präsacrale Wirbel. Schwanz sehr +lang. Schwanzwirbel mit Chevron bones und Intercentra. Endphalangen +mit Klauen. Skelett 60 cm bis 1 m lang. Perm. Texas. + +¿Poecilospondylus¿ Case. Perm. Texas. + +¿Theropleura¿ Cope (¡Diopeus¡ Cope, ¡Ophiacodon¡ Marsh).[87] Schädel +unvollständig erhalten. 5 Zähne auf dem Prämaxillare, zirka 30 auf +dem Maxillare, von denen der 5. und event. 6. stärker sind. 30 +gleichartige, durch Intercentra getrennte Präsacralwirbel. Intercentra +und Chevrons nicht an den Schwanzwirbel beobachtet. Skelett 2-5 m +lang. Perm. Texas. + +¿Stereorhachis¿ Gaudry. Zirka 1,50 m lang, mit mäßig hohen +Dornfortsätzen, Hautverknöcherungen und wohl entwickelten +Gelenkflächen an den Extremitäten. Intercentra sind nicht beobachtet. +Unteres Perm von Autun, Frankreich. + +¿Elcabrosaurus¿ Case. Perm. Neu-Mexiko. + +Incertae sedis: ¡Archaeobelus¡ Cope. Perm Illinois. ¡Pleuristion¡ +Cope. Perm Oklahoma. + +¿Dolichobrachium¿ Williston. Trias. Wyoming. + +¿Anomosaurus¿ v. Huene. Auf eine größere Anzahl pelycosaurierähnliche +Wirbel hin begründet, aber mit Hyposphen. Deutscher Muschelkalk. + +¿Oxyodon¿ v. Huene. Perm. Kenilworth. England. + + +2. Familie. #Clepsydropidae.# Cope. + +¡Schädel seitlich komprimiert mit erhöhter Gesichtsregion, Einschnitt +zwischen Prämaxillare und Maxillare vorhanden. Dornfortsätze sehr +hoch. 3 Sacralwirbel. Gelenkflächen der Extremitätenknochen gut +ausgebildet.¡ Oberstes Karbon. Perm. Trias. + +¿Clepsydrops¿ Cope. Schädel unvollständig erhalten. Der Einschnitt +zwischen Prämaxillare und Maxillare mit kleineren Zähnen ausgefüllt. +1-2 sehr große Zähne auf dem Maxillare (insgesamt 21 Zähne). +Prämaxillare mit 4 Zähnen. Alle Zähne mit schneidenden nicht +gezähnelten Kanten. Oberer Bogen in der Jugend frei, im Alter +verwachsen, Intercentra vorhanden. Hautverknöcherungen nicht +beobachtet. Perm. Texas. Illinois. + +¿Dimetrodon¿ Cope (¡Embolophorus¡ p. p. Cope). (Fig. 326, 327). +Der bis 45 cm lange hoch gebaute Schädel mit verhältnismäßig weit +zurückliegenden mäßig großen Augen und einem Paar seitlicher +ebensolcher Schläfenlöcher. Ein zweites Paar oberer kleinerer +Schläfendurchbrüche kann außerdem zur Ausbildung gelangen, aber +auch völlig fehlen. Prämaxillare mit einigen Fangzähnen. Hinter dem +meist zahnfreien Einschnitt folgt das Maxillare mit ein bis zwei +gewaltigen Fangzähnen, denen zirka 20 kleinere folgen. Oberer Bogen +sehr frühzeitig mit dem Wirbelkörper verschmolzen. Dornfortsätze sehr +groß. Intercentra vorhanden. Zirka 27 präsacrale Wirbel. Die vorderen +Rippen zweiköpfig, vom 10. Wirbel ab einköpfig, vom 24. ab verschmilzt +die Rippe mit der Diapophyse. Schwanz relativ kurz mit niederen +Dornfortsätzen. Hautverknöcherungen nicht beobachtet. Endphalangen mit +Krallen. Vorhandene Reste lassen auf Tiere bis 3 m Länge schließen. +Perm. Texas, Neu-Mexiko. Ind. Territorium. + +[Illustration: Fig. 326. + +¡Dimetrodon incisivus¡ Cope. Perm. Texas. Schädel v. d. Seite. + +Hinter den Augen die große seitliche Schläfenöffnung. Der Einschnitt +zwischen Prämaxillare ¡Pm¡ und Maxillare ¡M¡ tritt sehr deutlich +hervor. ¡Na¡ Nasenöffnung, ¡O¡ Augen-, ¡S¡ seitl. Schläfenöffnung, ¡Q¡ +Quadratum. 1/5 nat. Gr. (Nach ~Case~.)] + +[Illustration: Fig. 327. + +¡Dimetrodon gigas¡ Cope. Perm. Texas. Schädel v. unten. + +Rekonstr. nach ~Case~. ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡V¡ +Vomer, ¡Pl¡ Palatinum, ¡Pt¡ Pterygoid, ¡Bs¡ Basisphenoid, ¡Bo¡ +Basioccipitale, ¡St¡ Stapes, ¡Q¡ Quadratum, ¡Qi¡ Quadratojugale, ¡J¡ +Jugale, ¡Ch¡ Choanen. Die kleine obere Schläfenöffnung ¡S¡ kann bei +anderen Arten geschlossen sein. Ca. 1/6 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 328. + +¡Naosaurus claviger¡ Cope. Aus permischen Ablagerungen von Texas. +¡a¡ Wirbel von vorn, ¡b¡ zwei Wirbel von der Seite. 1/4 nat. Gr. +(Nach ~Cope~.)] + +¿Ctenosaurus¿ v. Huene aus dem mittleren Buntsandstein von +Reinhausen bei Göttingen dürfte auf Grund der mit zirka 60 cm hohen +Dornfortsätzen ausgestatteten Wirbel auch hierher zu stellen sein. + +¿Naosaurus¿ Cope (Fig. 328). Schädelreste unsicher. 26 +Präsacralwirbel. Die hohen Dornfortsätze mit seitlichen Fortsätzen. +Die Dornfortsätze der hinteren Lendenregion stark nach rückwärts +gebogen, so daß der letzte lange Dornfortsatz über die plötzlich stark +verkürzten Dornfortsätze der Sacral- und Schwanzwirbel übergreift. +Bauchrippen vorhanden. Perm. Texas. Pennsylvanien. Oberstes Karbon +(Grenzschicht) von Kounova (Böhmen), Rotliegendes von Sachsen. + +¿Edaphosaurus¿ Cope. Schädel nieder, mit kleinen Augen. Eine große +seitliche Schläfenöffnung sicher nachweisbar. Prämaxillarzähne +flach, meißelförmig. Von den 14 Maxillarzähnen die 5 vorderen +dünne, dreiseitige, hinten und vorne zugeschärfte Platten, die +hinteren konisch. Palatin und Pterygoid zum großen Teil mit plumpen +kegelförmigen Zähnen besetzt. Möglicherweise der Schädel von +Naosaurus. Perm. Texas. + +¿Tetraceratops¿ W. Matthew. Zahnfreie Lücke zwischen Maxillare +und Prämaxillare sehr groß. Schädel mit 2 Paar »hornartigen« +Knochenzapfen, die an den Prämaxillaria bzw. den Präfrontalia +aufsitzen. Perm. Texas. + +Incertae sedis: ¿Bathygnathus¿ Leidy. Kieferreste aus dem Perm von +Prince Edward Island, Kanada. Dürfte wahrscheinlich in die Nähe von +Dimetrodon zu stellen sein. + +¿Tomicosaurus¿ Case, ¿Metamosaurus¿ Cope. ¿Casea¿ Williston. Perm. +Texas. ¿Embolophorus¿ p. p. Cope. ¿Trispondylus¿ Williston. Perm. +Texas. ¿Sphenacodon¿ Marsh. Perm. Neu-Mexiko. ? ¿Geosaurus cynodus¿ +Gervais aus dem Perm von Moisset (Departement Jura). + + +Anhang. + +Im System vorläufig noch unsicher ist die auf unvollständige Reste +hin begründete Familie der ¡Deuterosauridae¡ Seeley aus dem Perm +von Rußland. ¡Deuterosaurus¡ Eichwald und ¡Rhophalodon¡ Fischer +zeigen ähnliche große gezähnelte Fangzähne auf Prämaxillare und +Maxillare wie Dimetrodon und anscheinend nur eine Schläfenöffnung. Bei +Rhophalodon findet sich im Auge ein Scleroticaring. Wirbel amphicöl. 2 +Sacralwirbel. Schultergürtel und Beckenreste pelycosaurierähnlich. Die +Gattungen ¡Brithopus¡, ¡Orthopus¡, ¡Syodon¡ Kutorga und ¡Dinosaurus¡ +und ¡Eurosaurus¡ Fischer sind auf vereinzelte Fragmente errichtet und +gehören höchst wahrscheinlich zu Deuterosaurus und Rhophalodon. Ebenso +zweifelhaft ist die Stellung von ¡Cliorhizodus¡ Twelvetrees. + + +3. Unterordnung. #Theriodontia.# Owen.[88] + +¡Schädel unskulptiert, in der Regel mit einem Paar großer oberer +Schläfenöffnungen. Prämaxillar- und Maxillarzähne ähnlich wie bei den +Mammalia differenziert in Schneidezähne, Eckzähne und Molaren. Zähne +auf dem Gaumen unbedeutend und selten. Die Elemente des Schulter- und +des Beckengürtels durch Naht unbeweglich verbunden. 2-4 Sacralwirbel. +Hinterhauptscondylus häufig zweigeteilt. Unterkiefer mit großem +Processus coronoideus. Scapula meist mit ansehnlichem Fortsatz +(Acromion). Wirbel amphicöl.¡ Perm. Trias. (Karooformation.) + +Die Theriodontia sind durchschnittlich mittelgroße Reptilien, von +denen indessen einzelne (Cynognathus) die Größe eines Tigers erreichen +können. Ihr teilweise furchtbares, raubtierartiges und ähnlich den +Säugern in Schneidezähne, Eckzähne und Molaren differenziertes Gebiß, +der Bau des Schädels mit seinem unbeweglichen, unbedeutenden Quadratum +und seinem Doppelcondylus bei den höher stehenden Formen (Cynodontia), +die Beschaffenheit des Schultergürtels und Beckens hat vielfach zu +Vergleichen mit Säugetieren, besonders mit Marsupialiern Veranlassung +gegeben, indessen erscheinen die uns bekannten Reste der Theriodontia +bereits viel zu hoch differenziert, als daß sie in direkten +genetischen Zusammenhang mit denselben gebracht werden könnten. Viele +der unten genannten Gattungen werden als Vertreter selbständiger +Familien wie der ¡Scylacosauridae¡, ¡Aelurosauridae¡, ¡Galesauridae¡, +¡Gomphognathidae¡ etc. angesehen. + +[Illustration: Fig. 329. + +¡A¡ ¡Lycosuchus Vanderrieti¡ Broom. Schädel (primitiver Theriodontier) +von der Seite. Perm. Südafrika. + +¡B¡ ¡Cynognathus platyceps¡ Seeley. Schädel (spezialisierter +Theriodontier). Trias. Südafrika. + +¡O¡ Auge, ¡Pm¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Na¡ Nasale, ¡Prf¡ +Präfrontale, ¡L¡ Lacrimale, ¡J¡ Jugale, ¡Po¡ Postorbitale, ¡Sq¡ +Squamosum, ¡P¡ Parietale, ¡Qu¡ Quadratum, ¡F¡ Frontale, ¡Ag¡ Angulare, +¡Ar¡ Articulare, ¡D¡ Dentale, bei ¡Lycosuchus¡ mit großer Proc. +coronoideus. + +(Nach ~Broom~.) Ca. 1/4 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 330. + +¡Galesaurus planiceps¡ Owen. Karooformation (Trias). Theba-Mou, +Basutoland. + +Schädel, ¡a¡ von der Seite, ¡b¡ von unten, ¡c¡ von oben. Etwas +restauriert, 1/2 nat. Gr. ¡d¡ Backenzahn vergr. (Nach ~R. Owen~.)] + +Als #primitive Theriodontier# (= #Therocephalia# Broom) werden +hauptsächlich aus dem Perm (Untere Beaufort beds) von Südafrika +eine Reihe, vielfach auf mangelhafte Reste hin begründete +Gattungen beschrieben, die im Gegensatz zu den jüngeren Gattungen +in der Regel 1-3 Eckzähne, einfache konische »Molaren«, ein +großes Quadratum, ebensolches Foramen parietale sowie einen ? +einfachen Hinterhauptscondylus besitzen ferner eine Scapula ohne +Acromion: ¡Cynodraco¡, ¡Cynochampsa¡, ¡Tigrisuchus¡, ¡Cynosuchus¡, +¡Aelurosaurus¡ Owen, ¡Pristerognathus¡ Seeley, ¡Ictidosuchus¡, +¡Lycosuchus¡ (Fig. 329 A), ¡Scylacosaurus¡, ¡Ictidosaurus¡, +¡Scymnosaurus¡, ¡Alopecodon¡, ¡Hyaenosuchus¡, ¡Pardosuchus¡, +¡Trochosuchus¡, ¡Arnognathus¡ Broom. Die noch permischen Formen +¡Lycosaurus¡ Owen von Südafrika und ¡Inostranzewia¡ Amal. von +Nordrußland sowie ¡Bauria¡ Broom aus der unt. Trias Südafrikas +scheinen die vermittelnden Bindeglieder zu den #mehr spezialisierten +jüngeren Formen# = #Cynodontia# Owen aus der Trias (ob. Beaufort, +Burghersdorp beds) darzustellen. + +~Die wichtigsten Vertreter der letzteren~ sind: + +¿Galesaurus¿ Owen (= ¡Nythosaurus¡ Owen. Fig. 330). Der kleine Schädel +mit vereinigten terminalen Nasenlöchern. 4 Paar Schneidezähne oben, +3 Paar unten, ein Paar Eckzähne auf jedem Kiefer, denen die seitlich +verschmälerten meist teilweise dreispitzigen Molaren folgen. Trias. +Südafrika. + +¿Cynognathus¿ Seeley. Fig. 329 B. Bis 6 Fuß großes Raubtier. Schädel +bis 40 cm lang, verhältnismäßig schmal und hoch mit terminalen +getrennten Nasenlöchern. Eine kleine seitliche Schläfenöffnung +vorhanden oder fehlend. Hinterhauptscondylus zweigeteilt. +Unterkieferäste in der Symphyse miteinander verschmolzen. +Coronoidfortsatz hoch. Prämaxillaria mit 4 Paar gezähnelten +Schneidezähnen. Unterkiefer mit ? 3 Paar. Auf den oberen sehr +kräftigen, teilweise gezähnelten Eckzahn, folgen auf dem Maxillare 9 +seitlich verschmälerte konische, teilweise dreispitzige Molaren. 29 +amphicöle präsacrale Wirbel, die vorderen mit Intercentren. Rippen +zweiköpfig. 4 (2) Sacralwirbel. Zwischen Pubis und Ischium ein großes +Foramen obturatorium. In der Symphyse ziemlich ansehnliches Foramen +pubo-ischiadicum. Trias. Südafrika. + +? ¿Dicranozygoma¿ Seeley ? Trias. Südafrika. + +¿Gomphognathus¿ Seeley. Ähnlich Cynognathus, aber Schädel nieder +und breit und Molarzähne verbreitert. Vermutlich herbivor. +Hinterhauptscondylus doppelt. Trias. Südafrika. + +¿Microgomphodon¿ Seeley. 2 Sacralwirbel. ¡Triarchodon.¡ ¡Diademodon.¡ +? ¡Theriodesmus¡ Seeley. ¡Sesamodon¡, ¡Melinodon¡ Broom. Trias. +Südafrika. + +? ¿Galechirus¿ Broom. Schädel unvollständig bekannt. Scapula, Coracoid +und Procoracoid sowie Beckenelemente miteinander verschmolzen. Perm. +Südafrika. Nach Broom Repräsentant der #Dromasauria# Broom. + +Die Gruppe der #Dinocephalia# Seeley mit ¡Tapinocephalus¡ Owen +(¡Phocasaurus¡ Seeley) und ¡Delphinognathus¡, ¡Titanosuchus¡, +? ¡Gorgonops¡ Owen ¿Eccasaurus¿, ¿Pelosuchus¿ Broom aus dem Perm +Südafrikas und ? ¿Eubrachiosaurus¿ Williston Trias. Wyoming, die im +Gegensatz zu den übrigen Theriodontiern mit einem Quadratojugale +versehen ist scheint von der Therocephalia zu den Anomodontiern +überzuleiten. + + +4. Unterordnung. #Anomodontia.# Owen. (Dicynodontia.) + +¡Schädel unskulptiert mit einer weiten, oberen Schläfenöffnung. +Foramen parietale vorhanden. Squamosum und Quadratum sehr groß. +Prämaxillaria verschmolzen, zahnlos und weit ausgedehnt. Ein +unvollständiger sekundärer Gaumen von den Maxillaria und Palatina +gebildet. Condylus occipitalis einfach, dreigeteilt. Scapula mit +Acromion. Scapula, Coracoid und Procoracoid sowie die Elemente des +Beckens durch Naht unbeweglich verbunden. 4 oder ? mehr Sacralwirbel. +Extremitäten fünfzehig mit Klauen. Wirbel amphicöl.¡ Perm. Trias. + +Die ¡Anomodontia¡ sind herbivore, kleine bis mittelgroße, die Größe +eines kleinen Flußpferdes erreichende, Reptilien, dem sie auch in +bezug auf ihre schwerfällige Gestalt und wahrscheinlich ebenso in den +Lebensgewohnheiten am meisten geähnelt haben dürften. An dem meist +plumpen Kopf fehlt die Bezahnung auf den verschmolzenen, ursprünglich +wohl mit Hornscheiden besetzten Prämaxillaria ebenso auch auf den +Maxillaria entweder gänzlich, oder sie ist an den letzteren auf +kleine zahlreiche Molarzähnchen oder auf ~zwei mächtige Hauzähne +reduziert~, welche in einer langen, durch eine Anschwellung des +Kiefers auch äußerlich sichtbaren Alveole ruhen. Der Schädel ist +häufig sehr solid verknöchert und die Suturen infolgedessen verwischt, +die Nasenlöcher liegen wie die Augen, in welch letzteren gelegentlich +ein Scleroticaring beobachtet wird, seitlich. ~Charakteristisch +für die Anomodontier ist das Squamosum~, welches, meist mit dem +Quadratum verschmolzen, ungewöhnlich vergrößert ist und nicht nur +den größten Teil der Begrenzung des Schläfenlochs bildet, sondern +auch abwärts in einen stielförmigen Fortsatz ausgezogen ist, dessen +untere Seite von der Gelenkfläche des Quadratum eingenommen wird. Die +Hinterhauptsregion bildet eine gerade, ebene Fläche, die gewöhnlich +zwei kleine Durchbrüche (Gehöröffnungen) zeigt. Die zwei zahnlosen, +offenbar auch mit Hornscheiden besetzt gewesenen Unterkiefer, sind in +der Symphyse verschmolzen und weisen seitlich noch eine große Öffnung +für den Meckelschen Knorpel auf. Die nur von wenigen Formen bekannte +Beckengegend läßt 4 Sacralwirbel erkennen. Am Ilium findet sich eine +vom Acetabulum ausgehende Incisur, zwischen Ischium und Pubis das +Foramen obturatorium und in der Symphyse ein Foramen pubo-ischiadicum. + +[Illustration: Fig. 331. + +¡Dicynodon pardiceps¡ Owen. Perm (Karooformation). Fort Beaufort, +Kapkolonie. Von unten. 1/4 nat. Gr. (Nach ~R. Owen~.) ¡Pmx¡ +Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Pl¡ Palatin, ¡Vo¡ Vomer, ¡Pt¡ +Pterygoid, ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡Qu¡ Quadratum, ¡c¡ Zahn.] + +[Illustration: Fig. 332. + +Oberarm von ¡Dicynodon pardiceps¡ Owen. 1/4 nat. Gr. Von vorn gesehen. +¡b¡ crista deltopectoralis, ¡c¡ foramen entepicondyloideum. (Nach +~Owen~.)] + +[Illustration: Fig. 333. + +Die 4 Sacralwirbel und Becken eines ¡Dicynodontiers ? Dicynodon +Seeleyi¡. Broili. ? Perm Südafrika. ¡A¡ von oben und ¡B¡ von der Seite. + +¡Il¡ Ilium, ¡Is¡ Ischium, ¡Pb¡ Pubis, ¡J¡ Incisur am Ilium, ¡A¡ +Acetabulum femoris, ¡FO¡ Foramen obturatorium, ¡Fpi¡ Foramen +pubo-ischiadicum, ¡S¡_{1} bis ¡S¡_{4} die 4 Sacralwirbel. Ca. +1/3 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 334. + +Schultergürtel (rechte Seite) eines ¡Dicynodontiers¡. Perm Südafrika. +¡Sc¡ Scapula mit Acromion ¡a¡, ¡C¡ Coracoid, ¡Pc¡ Procoracoid, ¡G¡ +Gelenkfläche für den Humerus. (Nach ~Lydekker~.) Ca. 1/4 nat. Gr.] + +¿Dicynodon¿ Owen (¡Keirognathus¡ Seeley. Fig. 331-334). Scheitel und +Stirnregion allmählich mit mehr oder weniger starker Krümmung in +Nasen- und Prämaxillarregion übergehend. Augen und Schläfenlöcher +gewöhnlich groß. Jedes Maxillare mit einem kräftigen Hauzahn. +Schultergürtel mit Cleithrum. Zahlreiche Formen im Perm und in der +Trias von Südafrika von der Größe einer Ratte bis zu der eines kleinen +Flußpferds (Schädellänge bis 0,5 m). + +[Illustration: Fig. 335. + +¡Gordonia Traquairi.¡ Newton. Unt. Keuper v. Elgin, Schottland. + +Schädel von der Seite. + +¡Pmx¡ das zahnlose Prämaxillare und der ebensolche Unterkiefer ¡D¡, +¡Mx¡ Maxillare mit einem Zahn ¡t¡, ¡Na¡ Nasale, ¡Pr¡ Präfrontale, +¡L¡ Lacrimale, ¡Pf¡ Postfrontale, ¡F¡ Frontale, ¡P¡ Parietale, ¡Sq¡ +Squamosum, ¡Sqp¡ Stielförmige Verlängerung derselben, ¡Qu¡ Quadratum, +¡Pt¡ Pterygoid, ¡O¡ Augen-, ¡S¡ Schläfenloch. Nach ~Newton~ und ~A. S. +Woodward~. Ca. 1/3 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 336. + +Schädel von ¡Lystrosaurus declivis¡ Owen. ¡A¡ von der Seite, ¡B¡ +von oben, ¡C¡ von hinten. 1/3 nat. Gr. Trias (Karooformation). +Rhenosterberge, Kapkolonie. (Nach ~R. Owen~.) + +¡Bo¡ Basioccipitale mit dem dreigeteilten Condylus, ¡Exo¡ +Exoccipitale, ¡So¡ Supraoccipitale, ¡Sq¡ Squamosum, ¡Qu¡ Quadratum, +¡Pa¡ Parietale, ¡Fr¡ Frontale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Prf¡ Präfrontale, +¡Ju¡ Jugale, ¡La¡ Lacrimale, ¡Na¡ Nasale, ¡Mx¡ Oberkiefer, ¡Pmx¡ +Zwischenkiefer, ¡A¡ Augenhöhle, ¡N¡ Nasenloch, ¡ang¡ Angulare, ¡d¡ +Dentale, ¡c¡ Eckzahn des Oberkiefers.] + +¿Oudenodon¿ Owen. (¡Platypodosaurus¡ Owen.) Sehr ähnlich Dicynodon, +aber zahnlos oder nur Rudimente von Zähnen. Vielleicht die Weibchen +von Dicynodon. Perm. Trias. Südafrika. + +¿Lystrosaurus¿ Cope. (Fig. 336.) (¡Ptychognathus¡ Owen, ¡Ptychosiagum¡ +Lydekker.) Prämaxillar -- Nasalgegend gegen die Frontal-Parietalregion +und diese gegen das Hinterhaupt stark winklig abgesetzt. Augen sehr +groß mit Scleroticaring, Nasenlöcher weit zurückliegend. Auf jedem +Maxillare ein Hauzahn. Cleithrum nicht beobachtet. Extremitäten +stämmig. Gelenkenden anscheinend nicht verknöchert. Perm. Südafrika, +Indien. + +¿Gordonia¿ Newton. (Fig. 335.) Schädel bis 18 cm lang, ähnlich +Dicynodon, nur schwächere Kopfknochen und die 2 Zähne bedeutend +kleiner. Unt. ob. Trias. Elgin. Schottland. ? Perm. Nordrußland. +¡Geikia¡ Newton. von ebendaher, völlig zahnlos. + +¿Kistecephalus¿ Owen. Perm. Südafrika. + +Diesen Formen, welche auch als ¿Dicynodontidae¿ und ¿Lystrosauridae¿ +auseinander gehalten werden, reihen sich noch die ¿Endothiontidae¿ +an, Gattungen, die auf den Maxillaria und auf den rückwärtigen Teilen +des Unterkiefers eine oder mehrere Reihen von kleinen Zähnchen und +außerdem ein gerundetes Episternum besitzen. + +¿Endothiodon¿ Owen. Kopf verhältnismäßig groß. Cleithrum vorhanden. +4 Sacralwirbel. Perm. Südafrika. Von dort stammen auch ¡Esoterodon¡ +Owen, ¡Cryptocynodon¡ Seeley, ¡Prodicynodon¡ Broom, ¡Opisthoctenodon¡ +Broom, ¡Pristerodon¡ Huxley, ¡Chelyposaurus¡ Broom. + + +2. Ordnung. #Rhynchocephalia.#[89] + +~Körper meist eidechsenähnlich. Wirbel in der Regel amphicöl, zuweilen +mit Chordaresten. Intercentra gewöhnlich gut entwickelt. Fast stets +nur zwei Sacralwirbel. Rumpfrippen einköpfig. Bauchrippen entwickelt. +Quadratum unbeweglich. Oberer und unterer Schläfenbogen vorhanden. +Unterkieferäste in der Symphyse durch Ligament verbunden. Zähne +acrodont. Brustgürtel mit knorpeligem Sternum. Extremitäten fünfzehig, +manchmal dem Wasserleben angepaßt. Haut mit hornigen Schuppen.~ Perm +bis jetzt. + +Gleichzeitig mit den Theromora im Perm treten die ~Rhynchocephalen~ +auf, von denen gegenwärtig nur noch eine Gattung ~Sphenodon~ +(~Hatteria~) in Neu-Seeland lebt. Die Rhynchocephalen zeigen sich +in der Hauptsache als Küstenbewohner, von denen die meisten +wie Sphenodon befähigt gewesen sein dürften, stundenlang, ohne +zu atmen, unter Wasser zu bleiben; einzelne von ihnen besitzen +die Bauart vortrefflicher Schwimmer wie Pleurosaurus; einige wie +die Thalattosauridae erscheinen endlich als marine, vollständig +dem Wasserleben angepaßte Tiere. Ihr Körper ist in der Regel +eidechsenähnlich, langgeschwänzt und wie bei dem lebenden Sphenodon +finden sich bei einzelnen fossilen Formen Schuppen. Die ~Wirbel~ +mit ihren Fortsätzen zeigen sich wohl ausgebildet, die ~Rippen~ der +Halsregion sind zumeist zweiköpfig, die der Rumpfregion einköpfig. +~Intercentra~ können außer am Halse auch zwischen sämtlichen +übrigen Wirbeln auftreten. Auf der Ventralseite liegen zwischen +dem Brustgürtel und dem Becken zahlreiche, aus mehreren Stücken +zusammengesetzte, gegen die Mitte zu konvergierende Bauchrippen. +Der Schädel ist ausgezeichnet (Fig. 337) durch große, seitliche +Augen, ein kleines selten fehlendes Foramen parietale, getrennte +oder vereinigte Nasenlöcher und zwei große Schläfengruben, die +durch eine bei Sphenodon von Postorbitale und Squamosum gebildete +Knochenspange getrennt sind. Das Quadratum ist unbeweglich mit dem +Schädel verbunden, die Pterygoidea bilden mit den beiden Palatina und +Vomera zumeist einen festgeschlossenen harten Gaumen. Außer auf den +Kiefern können auf Vomer, Palatin und Pterygoid acrodonte oder in ganz +seichten Gruben stehende Zähne auftreten. Zahnlose Formen sind selten +(Sauranodon). + +[Illustration: Fig. 337. + +¡Sphenodon¡ (¡Hatteria¡) ¡punctatum¡ Gray. Neuseeland rezent. +Erklärung s. o.] + +Der ~Schultergürtel~ enthält noch ziemlich viel Knorpel. Die Scapula +ist verknöchert, die Suprascapula bleibt knorpelig, das gleiche gilt +auch für den medialen Teil des Coracoids; die schlanke, gebogene +Clavicula verbindet die Scapula mit dem T-förmigen oder langgestielten +rhombischen Episternum, das über dem großen knorpeligen Sternum liegt. +Der Humerus kann neben dem Foramen entepicondyloideum auch ein Foramen +ectepicondyloideum aufweisen, die Gelenkenden sind, wie auch die von +Radius und Ulna, meist unvollständig ossifiziert, Carpus und Tarsus +verknöchern. + +Die ~drei Beckenelemente~ beteiligen sich an der Gelenkpfanne für den +Femur. Das Ilium ist ziemlich schlank, das scheibenförmige Pubis und +Ischium werden durch ein Foramen getrennt. + +An die lebende Gattung Sphenodon schließen sich einige mesozoische +Formen an, auch in paläozoischen Sedimenten kommen verwandte Formen +vor; verschiedene unvollständig bekannte wie Protorosaurus bleiben +freilich vorläufig im System unsicher und andere, wie die triadischen +Thalattosauriden, erinnern vielfach an die Pythonomorphen. + + +1. Familie. #Protorosauridae.# + +¡Wirbel amphicöl, Prämaxillare, Maxillare, Dentale und Palatinum mit +kräftigen spitzkonischen protothecodonten oder acrodonten Zähnen. +Vomer mit Chagrinzähnchen. Meist Bauchrippen beobachtet. Rippen +einköpfig. Episternum quer rhombische Knochenplatte mit langem Stil. +Humerus mit Foramen entepicondyloideum.¡ Perm. + +¿Palaeohatteria¿ Credner (Fig. 338). Körper 40-45 cm lang, +rhynchocephalenartig, jedoch von primitiverem und mehr generalisiertem +Gepräge. Wirbelcentra amphicöle Knochenhülsen mit persistierender +Chorda, oberer Bogen durch Naht getrennt. Intercentra vorhanden, die +der Schwanzregion zu Chevrons modifiziert. Zwei (? 3-4) Sacralwirbel, +ca. 25-27 präsacrale Wirbel. Extremitäten fünfzehig, mit Krallen. +Bauchrippen stabförmig. Mittleres Rotliegendes von Niederhäßlich bei +Dresden. + +¿Haptodus¿ Gaudry. Sehr nahe verwandt, wenn nicht identisch mit +Palaeohatteria. Unterstes Perm. Autun. Frankreich. + +¿Callibrachion¿ Boule et Glang. Ähnlich Palaeohatteria. Fundort wie +vorige. + +¿Kadaliosaurus¿ Credner, mit außerordentlich starkem Abdominalskelett. +Extremitäten sehr lang und schlank. Gelenkenden verknöchert. +Lacertilierähnlich. Mittleres Rotliegendes von Niederhäßlich bei +Dresden. + +? ¿Datheosaurus¿ Schröder. Schlecht erhaltenes, 90 cm langgeschwänztes +Skelett. Im System unsicher. Unterstes Rotliegendes von Neurode, +Schlesien. + +¿Protorosaurus¿ H. v. Meyer. Im System unsicher. Körper bis 1-1/2 m +lang. Wirbelcentra vollständig verknöchert und mit dem oberen Bogen +verschmolzen. Intercentra zwischen den präsacralen Wirbeln, Zahl der +letzteren ca. 24. Sacralwirbel ? 3. Rippen einköpfig, die der langen +(8) Halswirbel spießförmig. Kiefer mit starken protothecodonten +spitzkonischen Zähnen. Vomer mit kleinen Zähnchen besetzt. Schädel +sehr unvollkommen erhalten mit ? Präorbitaldurchbrüchen. Vorderfüße +kürzer als die Hinterfüße. Bauchrippen vorhanden. Oberes Perm. +Deutschland und England. + +¿Aphelosaurus.¿ Gervais. Ähnlich Protorosaurus. Unterstes Perm. Autun. +Frankreich. + +[Illustration: Fig. 338. + +¡Palaeohatteria longicaudata¡ Credner. Rotliegendes. Niederhäßlich bei +Dresden. + +¡A¡ Schädel (nat. Gr.). Einzelne Elemente sind dislociert. (¡Na¡ +Nasenbein, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡La¡ Lacrimale, ¡Por¡ Postorbitale, +¡Sq¡ Squamosum, ¡Ju¡ Jugale, ¡Q¡ Quadratum, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Pmx¡ +Prämaxilla, ¡Vo¡ Vomer). ¡B¡ Schultergürtel (¡icl¡ Episternum +(Interclavicula), ¡cl¡ Clavicula, ¡cor¡ Coracoideum, ¡sc¡ Scapula). +¡C¡ Beckengürtel (¡il¡ Ilium, ¡pu¡ Pubis, ¡is¡ Ischium, ¡f¡ Femur, ¡c¡ +Foramen puboischiadicum). ¡o¡ Incisura obturatoria. ¡D¡ Rückenwirbel +von der Seite, ¡v¡ Wirbelkörper, (¡n¡ Oberer Bogen, ¡h¡ Humerus, +¡z¡ Präzygapophyse, ¡z'¡ Postzygapophyse, ¡sp¡ Processus spinosus, +¡ic¡ Intercentrum). ¡E¡ Schwanzwirbel von vorn. ¡UB¡ Unterer Bogen +(Chevron). Übrige Bezeichnungen wie bei ¡D¡. (Nach ~Credner~.)] + + +2. Familie. #Champsosauridae.# (¡Choristodera¡ Cope.) + +¡Wirbel amphicöl. Intercentra nur in der Halsregion entwickelt. +Schädel sehr verlängert, gavialähnlich. Äußere Nasenlöcher vereinigt, +terminal. Zähne auf Ober- und Unterkiefer, spitzkonisch, acrodont. +Dentin gefaltet. Außerdem kleine Zähnchen auf Vomer, Palatin, +Pterygoid und Transversum. Halsrippen zweiköpfig, Rückenrippen +einköpfig. Bauchrippen kräftig. Episternum T-förmig. Zwischen +Pubis und Ischium kein Foramen. Foramen obturatorium im Pubis. +Unterkieferäste in der Symphyse verschmolzen. Foramen parietale +fehlt.¡ Obere Kreide. Eocän. + +¿Champsosaurus¿ Cope. Skelett bis 1-1/2 m lang. 26 präsacrale +Wirbel, zwei Sacral- und ein Sacrocaudalwirbel. Äußere Nasenlöcher +von Prämaxillaria und Nasalia begrenzt. Maxillare von der +unteren Begrenzung des Auges ausgeschlossen. 40 Zähne auf jeder +Unterkieferhälfte. Obere Kreide und unteres Eocän von Nordamerika. + +¿Simoedosaurus¿ Gervais. Skelett bis 2-1/2 m lang. Zwei Sacralwirbel. +Maxillare die untere Begrenzung des Auges bildend. Äußere Nasenlöcher +von Prämaxillaria, Maxillaria und Nasalia begrenzt. 60 Zähne auf jeder +Unterkieferhälfte. Obere Kreide und Unteres Eocän von Nordfrankreich +und Belgien. + +Hierher dürften auch die unvollständig bekannten ¿Dryosauridae¿ de +Stefano (¡Dryosaurus¡) (Unt. Eocän. ? Kreide von Tunis) gehören. + + +3. Familie. #Rhynchosauridae.# + +¡Wirbel amphicöl. Intercentra nicht beobachtet. Prämaxillare zahnlos, +schnabelartig abwärts gekrümmt. Maxillare und Palatin mit je einer +oder mehreren Reihen kleiner, pyramidaler Zähnchen besetzt. Kein +Foramen parietale. Äußere Nasenlöcher vereinigt. Bauchrippen kräftig. +Bauchschuppen polygonal.¡ Trias. + +¿Rhynchosaurus¿ Owen. Schädel mäßig breit mit großen Augen. Schnabel +rückwärts gekrümmt zwischen kurzen Fortsätzen des Unterkiefers. Zähne +auf Palatinum und Maxillare in einer Reihe. ? 23 präsacrale Wirbel. +Keuper. England. + +¿Hyperodapedon¿ Huxley. (Fig. 339.) Skelett bis 2 m lang. Schädel sehr +breit mit kleinen Augen. Schnabel zwischen divergierenden zugespitzten +Fortsätzen des Unterkiefers. Zähne auf Palatinum und Maxillare in +zwei und mehr Reihen. Ca. 22-23 präsacrale Wirbel, die der Halsgegend +anscheinend opisthocöl. Unt. ob. Trias v. Schottland. Maleri Sandstein +(? Trias) v. Indien. + +[Illustration: Fig. 339. + +¡Hyperodapedon Gordoni¡ Huxley. Unt. Keuper. Elgin, Schottland. ¡A¡ +Schädel von oben. ¡B¡ Gaumen. ¡C¡ vorderes Ende des Unterkiefers +von unten. 1/4 nat. Gr. (Nach ~Huxley~.) (¡Pmx¡ Zwischenkiefer, +¡Mx¡ Oberkiefer, ¡Pl¡ Gaumenbein, ¡A¡ Augenhöhle, ¡S¡ oberes, ¡S'¡ +seitliches Schläfenloch, ¡Md¡ Unterkiefer.)] + +¿Stenometopon¿ Boulenger. Schädel bis 18 cm lang, mäßig breit mit +kleinen Augen. Schnabel nach vorwärts gerichtet, nicht umfaßt von +den nach aufwärts gerichteten Fortsätzen des Unterkiefers. Zähne auf +Palatinum und Maxillare in zwei und mehr Reihen. Unt. ob. Trias. Elgin. + +¿Howesia¿ Broom. Schädel fragmentär ohne Schnauze und Nasengegend. +Mehrere Reihen von Zähnen auf der Schädelunterseite. Foramen parietale +rudimentär. Episternum T-förmig. Trias. Südafrika. + + +4. Familie. #Sauranodontidae.# + +¡Wirbel procöl. Zähne fehlen. Ober- und Unterkiefer schnabelartig +gekrümmt, mit scharfen Rändern. Schädeldach mit kleinen oberen und +seitlichen Schläfengruben. Postorbitale groß. Foramen parietale +fehlt. Nasenlöcher getrennt. Zweite Sacralrippe distal gespalten. +Bauchrippen kräftig. Schuppen gestreckt vierseitig. Vorderfüße kürzer +als die Hinterfüße; beide fünfzehig.¡ Oberster Jura. + +Einzige Gattung der langgeschwänzte ¡Sauranodon¡ Jourdan +(¡Sapheosaurus¡ H. v. Meyer) mit 22 präsacralen Wirbeln. Die +prachtvollen Skelette von S. incisicus Jourdan aus dem obersten Jura +von Cerin (Dpt. Ain) erreichen eine Länge von über 60 cm. + + +5. Familie. #Sphenodontidae.# + +¡Wirbel amphicöl, mit Chordaresten. Intercentra vorhanden. Das +überhängende Prämaxillare mit einem schneidenden Zahn oder ? zahnlos. +Maxillare, Palatinum und Unterkiefer mit einer Reihe abgeplatteter, +dreieckiger, acrodonter Zähne. Nasenlöcher getrennt. Vomer in der +Regel zahnlos. Foramen parietale vorhanden. Episternum T-förmig. +Bauchrippen kräftig. Bauchschuppen quer vierseitig. Halsrippen +zweiköpfig, Rumpfrippen einköpfig.¡ Trias. Oberster Jura. Rezent. + +¿Eifelosaurus¿ Jaekel. Buntsandstein. Eifel. + +? ¿Polysphenodon¿ Jaekel. Keuper. Hannover. + +¿Palacrodon¿ Broom. Trias. Südafrika. + +¿Brachyrhinodon¿ v. Huene. Kurzschnauzig. Augen groß. Ca. 25 +Präsacralwirbel. Untere obere Trias. Elgin. Schottland. + +¿Homaeosaurus¿ H. v. M. (Fig. 340). Sehr ähnlich dem lebenden +Sphenodon, aber kleiner (15-20 cm lang) und Intercentra nur in der +Hals- und Schwanzregion. Ca. 23 Präsacralwirbel. Rippen ohne Processus +uncinatus, die zweite Sacralrippe gegabelt. Bauchrippen kräftig. +Scleroticaring. Oberster Jura (Tithon) von Mitteleuropa. + +[Illustration: Fig. 340. + +¡Homaeosaurus pulchellus¡ Zittel. Ob. Jura. Kelheim, Bayern. Von +unten. 1/2 nat. Gr.] + +¿Ardeosaurus¿ H. v. Meyer. Oberster Jura. Solnhofen. + +¿Opisthias¿ Gilmore. Nur Kiefer bekannt. Oberer Jura. Wyoming. + +¿Sphenodon¿ Gray (Hatteria Gray). (Fig. 337). 25 präsacrale Wirbel. +Intercentra auch in der Rumpfregion. Vomer in der Jugend bezahnt. +Lebend. Neuseeland. + +¿Pleurosaurus¿ H. v. Meyer (¡Anguisaurus¡ Mstr., ¡Saurophidium¡ +Jourdan). Körper schlangenartig, bis 1-1/2 m lang. Schwanz 2/3 der +Körperlänge einnehmend. Schnauze zugespitzt. Bauchrippen kräftig. Über +45 Präsacralwirbel. Vorderfüße kürzer als die Hinterfüße. Oberster +Jura von Bayern und Cerin (Ain). + +¿Acrosaurus¿ H. v. M. Mit Scleroticaring. Oberster Jura. Solnhofen. +Wird mit ¡Pleurosaurus¡ auf Grund eines ? einfachen Schläfenbogens +auch als Familie der ~Acrosauridae~ abgetrennt. + + +6. Familie. #Thalattosauridae# (= ¡Thalattosauria¡ Merriam). + +¡Wirbel amphicöl. Schädel verlängert. Äußere Nasenlöcher getrennt, +weit zurück vor den großen, mit Scleroticaring versehenen Augen +liegend. Zwei Paar Schläfenöffnungen und Foramen parietale vorhanden. +Quadratum unbeweglich. Vordere Kieferzähne leicht gekrümmt und +konisch, hintere Kieferzähne abgeplattet. Vomer und Pterygoid dicht +bezahnt. Rückenrippen einköpfig. Bauchrippen vorhanden.¡ Trias. + +Hierher gehören die in der mittleren und oberen marinen Trias des +westlichen Nordamerika sich findenden bis 2 m großen Gattungen +¿Thalattosaurus¿ und ¿Nectosaurus¿ Merriam mit mehr (¡Nectosaurus¡) +oder weniger gestreckten (¡Thalattosaurus¡), flossenartigen +Extremitäten. Die ¡Thalattosauridae¡, die namentlich in der Art der +Bezahnung an Pythonomorphen erinnern, dürften nach Merriam vielleicht +aus dem Formenkreis der ¡Protorosauridae¡ hervorgegangen sein und sich +frühzeitig dem Aufenthalt im Wasser angepaßt haben. + + #Zeitliche Verbreitung der Rhynchocephalia.# + + +-------------------+------+------+------+------+------+------+------+ + | | Perm | Trias| Jura |Kreide| Eocän|Neogen| Jetzt| + +-------------------+------+------+------+------+------+------+------+ + |1. Protorosauridae |======| | | | | | | + |2. Champsosauridae | | | | ======= | | | + |3. Rhynchosauridae | | ===| | | | | | + |4. Sauranodontidae | | | ===| | | | | + |5. Sphenodontidae | | ===| ===| | | | ====| + |6. Thalattosauridae| | =====| | | | | | + +-------------------+------+------+------+------+------+------+------+ + + +3. Ordnung. #Lepidosauria# (¡Squamata¡). ~Schuppensaurier.~ + +~Wirbel procöl, sehr selten amphicöl. Sacrum mit 2 Wirbeln oder +fehlend. Rippen einköpfig. Bauchrippen fehlen. Quadratbein fast stets +beweglich, nur proximal am Schädel befestigt. Gaumen von größeren +oder kleineren Öffnungen durchbrochen. Nasenlöcher getrennt. Haut mit +hornigen, seltener ossifizierten Schuppen bedeckt.~ Trias - jetzt. + +Zu den ~Lepidosauria~ gehören die ¡Lacertilia¡ und ¡Ophidia¡. Sie +stehen den Rhynchocephalen in ihrem äußeren und ihrem anatomischen Bau +verwandtschaftlich sehr nahe und lassen sich höchst wahrscheinlich auf +eine gemeinsame Wurzel zurückführen. + + +1. Unterordnung. #Lacertilia# (¡Saurii¡). ~Eidechsen.~[90] + +¡Körper beschuppt, langgeschwänzt zuweilen schlangenartig. Schädel +meist mit stabförmigem Epipterygoid und in der Regel mit beweglichem +Quadratum. Unterer Schläfenbogen stets, oberer Schläfenbogen zuweilen +fehlend. Ali- und Orbitosphenoid nicht verknöchert. Unterkieferäste in +der Symphyse gewöhnlich durch Sutur verbunden. Zähne zumeist acrodont +oder pleurodont. Am Brustgürtel ein Sternum fast stets vorhanden. +Gliedmaßen fünfzehig, zuweilen rudimentär oder fehlend.¡ Trias bis +jetzt. + +[Illustration: Fig. 341. + +Schädel von ¡Varanus monitor¡.[91] ¡A¡ von unten, ¡B¡ schräg von +der Seite, ¡C¡ von hinten. ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Sp¡ +Septomaxillare (Concha), ¡N¡ Nasale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡L¡ Lacrimale, +¡Ao¡ Supraorbitale, ¡F¡ Frontale, ¡P¡ Parietale mit Foramen par., ¡So¡ +Supraoccipitale, ¡Eo¡ Exoccipitale laterale, ¡St¡ Supratemporale, +¡Sq¡ Squamosum, ¡Po¡ Postfrontale (Postorbitale), ¡Co¡ Columella +(Stapes), ¡Q¡ Quadratum, ¡Pro¡ Prooticum, ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡Bs¡ +Basisphenoid, ¡Pt¡ Pterygoid, ¡Ept¡ Epipterygoid, ¡Tr¡ Transversum, +¡Pa¡ Palatinum, ¡V¡ Vomer. 3/5 nat. Gr.] + +Die meisten Eidechsen besitzen ein aus hornigen, seltener aus +verknöcherten Schuppen, Platten, Schildern oder Stacheln bestehendes +Hautskelett, das sowohl den Kopf als auch den ganzen Körper bedecken +kann. Die Wirbelsäule besteht aus zahlreichen procölen Wirbeln (nur +die Geckonen und Uroplatiden besitzen amphicöle), deren obere Bögen +fest mit dem Wirbelkörper verschmolzen sind. Die Halsregion enthält +bei den lebenden Formen höchstens neun Wirbel, davon besteht der +Atlas aus zwei dorsal getrennten oder vereinigten Bogenstücken und +einem ventralen Mittelstück. Der Processus odontoideus ist fest +mit dem Epistropheus verbunden. Am Sacrum beteiligen sich in der +Regel zwei Wirbel. Außer den Zygapophen kann auch die Gelenkung +mit Zygosphen-Zygantrum eintreten (z. B. Iguanodonten). Die +Schwanzwirbel tragen statt der Rippen kräftige Querfortsätze und +sind mit Haemapophysen (Sparrenknochen, chevron bones) versehen. Die +Querfortsätze der Hals- und Rumpfregion sind schwach entwickelt, +die Rippen selbst sind einköpfig und können an allen Wirbeln mit +Ausnahme des Atlas und des letzten und vorletzten präsacralen Wirbels +auftreten. Die vorderen Rumpfrippen befestigen sich mit einigen +wenigen Ausnahmen (z. B. Amphisbaenidae und andere fußlose Formen) mit +ihrem in der Regel nur knorpeligen ventralen Abschnitt am Sternum. + +Der Schädel (Fig. 341, 342) unterscheidet sich von dem der +Rhynchocephalen vor allem durch das bewegliche, freistehende +~Quadratum~ -- ausgenommen die Chamaeleontidae -- und durch den +~Mangel~ eines ~unteren Schläfenbogens~. Das sehr schlanke vom +Pterygoid zum Parietale bzw. dem Prooticum aufsteigende ~Epipterygoid~ +fehlt nur den Amphisbaenidae, Chamaeleontidae und Anniella. Die +äußeren ~Nasenlöcher~ sind getrennt und meist in die Nähe der Augen +gerückt. Das gewöhnlich unpaare Parietale besitzt fast stets ein +Foramen parietale. Das Opisthoticum ist mit dem Exoccipitale laterale +verschmolzen, der distale Fortsatz bildet mit dem Squamosum und +Supratemporale die Stütze für das Quadratum. Das Supratemporale +schiebt sich zwischen Parietale und dem mit dem Postfrontale +(+ Postorbitale = Postorbitofrontale) den oberen Schläfenbogen +bildende Squamosum ein. Zwischen Präfrontale und Lacrimale kann +sich ein Supraorbitale einfügen. Der unpaare (selten doppelte: bei +Amphibaena) Hinterhauptscondylus wird von Basioccipitale und den +beiden Exoccipitalia lateralia gebildet. In der Nasenhöhle findet +sich jederseits ein meist ansehnliches Septomaxillare (Concha). Die +Unterkieferäste sind durch Sutur verbunden. Alle Eidechsen besitzen +auf den Kiefern Zähne, seltener auf dem Palatinum, Pterygoid und +Vomer; dieselben sind entweder spitz- oder stumpfkonisch, blattförmig, +pfeilspitzenförmig mit gezackten oder zugeschärften vorderen und +hinteren Rändern, zuweilen auch halbkugelig. Sie verwachsen meist im +Alter an ihrer Basis vollständig mit dem anliegenden Knochen und sind +entweder pleurodont oder acrodont. Die neuen Zähne entwickeln sich +neben der Basis der alten auf der Innenseite. + +[Illustration: Fig. 342. + +Unterkiefer von ¡Iguana¡ mit pleurodonten Zähnen. (Nach ~Cuvier~.) +¡d¡ Dentale, ¡op¡ Operculare (Spleniale), ¡ang¡ Angulare, ¡art¡ +Articulare, ¡s.ang¡ Supraangulare, ¡k¡ Coronoidfortsatz.] + +In der Regel sind die vier fünfzehigen Gliedmaßen entwickelt, +zuweilen aber kann ein oder beide Paare reduziert werden oder +gänzlich verschwinden (z. B. Anguis, Ophisaurus). Der Brustgürtel +ist immer vorhanden, ein Sternum fehlt nur einigen Amphisbaenidae, +die Clavicula und das T- oder [dagger]förmige Episternum fehlt nur +den Chamaeleontidae und einigen fußlosen Formen. Die Scapula besteht +aus zwei Stücken, einem ventralen mit dem Coracoid verschmolzenen, +verknöcherten Abschnitt und einem dorsalen, meist knorpeligen, +seltener verkalkten Teil. + +Die Knochen der Vorderextremität ähneln gewöhnlich den entsprechenden +Elementen der Rhynchocephalen, doch findet sich im Humerus kein +Foramen entepicondyloideum. Bei den fünfzehigen Formen zeigt der +Carpus in der proximalen Reihe 3, in der distalen 5 kleine Knöchelchen +auf. Der Daumen hat bei den lebenden Formen meist 2, der zweite 3, +der dritte 4, der vierte 5 und der fünfte 3 Phalangen. Die letzten +Zehenglieder tragen Krallen. + +Der Beckengürtel kann bei den fußlosen Formen stark reduziert werden, +verschwindet indessen nie vollständig. Häufig ist ein knorpeliges oder +verkalktes Epipubis vorhanden. + +Das Ilium gelenkt fast stets beweglich mit den knorpeligen Enden +der Sacralrippen. Pubis und Ischium stoßen in der medianen Symphyse +zusammen. Der Femur übertrifft den Humerus meist an Länge, Tibia und +Fibula bleiben getrennt. Im Tarsus besteht die proximale Reihe aus +zwei größeren Knöchelchen (dem tibialen Astragalus und dem fibularen +Calcaneus); in der distalen Reihe findet sich häufig nur ein großes +mit dem Calcaneus articulierendes Cuboideum IV und ein Tarsale III, +die übrigen Tarsalia sind meist mit den Metatarsalia verschmolzen. +Zahl der Phalangen an den fünf Zehen gewöhnlich 2, 3, 4, 5, 4. + +Die Eidechsen halten sich gegenwärtig hauptsächlich in den warmen und +gemäßigten Zonen auf; man kennt über 1800 rezente Arten. Nach den +Einteilungsprinzipien von ~M. Fürbringer~ und ~S. W. Williston~ läßt +sich die Unterordnung der Lacertilier folgendermaßen gliedern in: 1. +~Superfamilie~ ¡Platynota¡ (Familien: Varanidae, Dolichosauridae, +Aigialosauridae). 2. ~Superfamilie~ ¡Mosasauria¡ (Familie +Mosasauridae). 3. ~Superfamilie~ ¡Lacertilia vera¡ (Kionocrania). +4. ~Superfamilie~ ¡Amphisbaenia¡. 5. ~Superfamilie~ ¡Chamaeleontia¡ +(Rhiptoglossa). Im Vergleich zu der großen Menge der lebenden +Eidechsen gegenüber treten die ~fossilen Vertreter~ der ¿Lacertilia +vera¿, ¿Amphisbaenia¿ und ¿Rhiptoglossa¿ relativ zurück: + +Eine auf einen nicht vollständig erhaltenen Schädel hin begründete +Gattung ¡Paliguana¡ Broom, aus der ~südafrikanischen Trias~, wird von +Broom zu den Iguaniden gestellt. Im obersten Jura (Tithon) von Cerin +(Ain) findet sich ¡Euposaurus¡ Jourdan, welche zu den ~Anguiniden~ +gerechnet wird, während die systematische Stellung von ¡Macellodus¡ +Owen aus dem Purbeck unsicher scheint. Auch in der Kreide sind +Lacertilier recht spärlich und meist infolge ihrer höchst ungenügenden +Erhaltung im System schwankend. ¿Chamops¿ Marsh aus der ob. (Laramie) +Kreide Nordamerikas dürfte vielleicht zu den ¡Teiidae¡ zu stellen +sein. Im Eocän werden die Reste etwas häufiger, aus dem Untereocän von +Wyoming werden an ¡Helodermatidae¡ (¡Thinosaurus¡), von ¡Anguinidae¡ +(¡Glyptosaurus¡, ¡Saniva¡, ¡Xestops¡), von ¡Iguanidae¡ (¡Iguanavus¡ +und ¡Chamaeleontidae¡ (¡Chamaeleo¡) genannt; in den obereocänen -- +bis miocänen Phosphoriten von Quercy und den obereocänen Mergeln +von Apt in Frankreich finden sich Vertreter der ¡Agamidae¡ (Agama), +¡Iguanidae¡ (Iguana) (Fig. 343), ¡Anguinidae¡ (¡Diploglossus¡, +¡Propseudopus¡), ¡Helotermatidae¡ (¡Placosaurus¡), ¡Lacertidae¡ +(¡Lacerta¡), ¡Scincoidae¡ (¡Plestiodon¡) (Fig. 344) etc. Aus dem +Oligocän von Nordamerika (Dakota) werden auch einige ¡Amphisbaenidae¡ +(¡Rhineura¡, ¡Aciprion¡, ¡Diacium¡, ¡Platyrachis¡ etc., Cope, +¡Hyporhina¡ G. Baur) genannt. + +[Illustration: Fig. 343. + +¡Iguana europaea¡ Filhol. Phosphorit. Quercy. Dentale des Unterkiefers +von außen und innen. (Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 344. + +¡Plestiodon Cadurcensis¡ Filhol. Phosphorit. Quercy. Unterkiefer von +innen. (Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 345. + +¡Palaeovaranus Cayluxi¡ Filhol. Phosphorit. Labenque. Quercy. +Oberkieferfragment. (Nat. Gr.)] + +Von Interesse ist, daß die jetzt auf die westliche Hemisphäre +beschränkte Iguana auch im Tertiär von Europa auftritt. Die aus dem +Miocän der Auvergne, der Braunkohle von Rott, den Süßwassermergeln +von Steinheim, Haslach, Günzburg, Sansan und Colorado bekannten Reste +gehören teils zu noch jetzt existierenden Gattungen oder gestatten +keine genauere Feststellung ihrer systematischen Beziehungen. Das +gleiche gilt für die aus pliocänen und pleistocänen Fundorten +bekannten Formen. + +~Weit wichtiger sind die fossilen Vertreter der ¡Platynota¡ und +¡Mosasauria¿: + + +~Superfamilie~. #Platynota.# + +¡Terrestre, aber meist wasserliebende oder dem Wasserleben mehr oder +weniger angepaßte procöle Lacertilia mit 7-13 Halswirbeln. Clavicula +und Episternum wohl entwickelt.¡ Neocom bis jetzt. + +Von der 1. Familie der #Varanidae# finden sich die ältesten Vertreter +(Palaeovaranus) (Fig. 345) in den obereocänen Phosphoriten von Quercy +in Frankreich, ferner verdient eine Riesenform aus dem Pleistocän von +Queensland, die eine Größe von 10 m erreicht haben soll, ¡Varanus¡ +(~Megalania~) ¡priscus¡ Owen, Beachtung. + + +2. Familie. #Dolichosauridae.# ~Kramb. em. Nopcsa.~ + +¡Wasserbewohnende Reptilien mit kleinem varanusähnlichem Kopf, langem, +aus 13 Wirbeln bestehendem Hals, 26-27 Rumpf-, zwei Sacralwirbeln +und einem aus über 60 Wirbeln zusammengesetztem mit kräftigen +Hämapophysen versehenem Ruderschwanz. Rippen kurz, gleich lang. Keine +Ventralrippen. Extremitäten reduziert. Ruderfüße. Vorderfuß etwa halb +so lang als der hintere. Zähne pleurodont.¡ Untere bis Obere Kreide. + +Die hierher zu stellenden Formen sind kleine, dem Wasserleben +angepaßte Lacertilia mit walzenförmig verlängertem, schlangenähnlichem +Leib. Die Genera ¡Actaeosaurus¡ H. v. Meyer, ¡Adriosaurus¡ Seeley, +¡Pontosaurus¡ G. Kramberger finden sich im Neocom von Dalmatien, +¡Dolichosaurus¡ Owen, ? ¡Coniosaurus¡ Owen in der oberen Kreide +Englands. + + +3. Familie. #Aigialosauridae.# ~Kramb. em. Nopcsa.~ + +¡Reptilien mit großem pythonomorphenartigem Schädel, kurzem, aus +sieben Wirbeln bestehenden Hals, 21 Rückenwirbeln, zwei Sacralwirbeln +und zahlreichen Schwanzwirbeln, Rippen lang und gebogen. Sechs +Ventralrippen treten mit dem Sternum in Verbindung. Vorder- und +Hinterfuß annähernd gleich groß und nur wenig reduziert.¡ Neocom. + +Die Aigialosauridae sind Küstenbewohner mit verhältnismäßig +gedrungenem kurzen Rumpf; sie zeigen im Bau der Extremitäten bereits +Anpassungserscheinungen an aquatische Lebensweise auf und erreichen +eine Größe von 1-2-1/2 m. Ihr Schädel ähnelt ganz auffallend dem +der Mosasauridae und unterscheidet sich eigentlich nur von diesem +durch das Fehlen der Zähne auf dem Pterygoid. Sie nehmen eine +Zwischenstellung ein zwischen den Varaniden und Mosasauridae, +aus ihnen haben sich offenbar die letzteren entwickelt. Hierher +gehören die Gattungen ¡Aigialosaurus¡ G. Kramberger, ¡Carsosaurus¡, +¡Opetiosaurus¡ Kornhuber und ? ¡Mesoleptos¡ Cornaglia aus dem Neocom +von Dalmatien. + + +~Superfamilie~. #Mosasauria#.[92] + + +Familie. #Mosasauridae# Gervais. (¡Pythonomorpha.¡) + +¡Große, langgestreckte, beschuppte Meersaurier mit paddelförmigen +Extremitäten. Wirbel procöl. 7 Halswirbel. Halswirbel mit +Hypapophysen. Ein Sacralwirbel. Schädel eidechsenartig. Nur der obere +Schläfenbogen vorhanden. Nasalia zumeist mit den Prämaxillaria zu +einem einzigen Knochen (Naso-Prämaxillare) verschmolzen. Quadratum +groß, beweglich, durchbohrt. Ein Foramen parietale im unpaaren +Parietale. Augen mit Scleroticaring. Unterkieferäste in der Symphyse +durch Ligament verbunden, außerdem jeder Ast ungefähr in der Mitte +durch gegenseitige Gelenkung der einzelnen Elemente beweglich +gemacht. Zähne groß, konisch auf den Kiefern und den Pterygoidea, +in Gruben stehend und mit den angrenzenden Knochen verwachsen. +Brust- und Beckengürtel entwickelt. Extremitätenknochen kurz, mit +5 aus schlanken, öfters überzähligen Phalangen zusammengesetzten, +krallenlosen Fingern.¡ Obere Kreide. Marin. + +Die ¡Mosasauridae¡ sind eine völlig dem Leben im Meer angepaßte +Gruppe langgestreckter, meist großer, ähnlich ¡Varanus¡ beschuppter +Reptilien, die nach den Untersuchungen durch ~L. Dollo~ zumeist +Oberflächenschwimmer (¡Mosasaurus¡), seltener Tauchtiere +(¡Plioplatecarpus¡) gewesen sein mögen. + +[Illustration: Fig. 346. + +¡A¡ ¡Clidastes velox¡ Marsh, ca. 1/5 nat. Gr., Schädel von der +Seite, ¡B¡ ¡Tylosaurus proriger¡ ~Cope~, ca. 1/7 nat. Gr., von +oben, ¡C¡ von unten. Ob. Kreide von Kansas. (N. ~Williston~.) ¡Na¡ +Nasenöffnung, ¡O¡ Augenöffnung, ¡S¡ Schläfenloch, ¡Pmx¡ Prämaxillare, +¡Mx¡ Maxillare, ¡F¡ Frontale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡Ptf¡ Postorbitale +(Postorbitofrontale), ¡P¡ Parietale mit Foramen, ¡So¡ Supraoccipitale, +¡L¡ Lacrimale, ¡J¡ Jugale, ¡St¡ Supratemporale, ¡Sq¡ Squamosum, ¡Q¡ +Quadratum, ¡Pro¡ Prooticum, ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡Bs¡ Basisphenoid, +¡Pt¡ Pterygoid (das Epipterygoid ist nicht erhalten!), ¡Tr¡ +Transversum, ¡Pa¡ Palatin, ¡V¡ Vomer, ¡D¡ Dentale, ¡Ag¡ Angulare, ¡Sp¡ +Spleniale, ¡C¡ Complementare, ¡A¡ Articulare.] + +Wie bei den Ichthyosauriern erscheint auch hier der lange Schwanz +in der Hauptsache als der eigentliche Locomotionsapparat. Den +Feststellungen von ~L. Dollo~, ~Kramberger~, ~Nopcsa~, ~Williston~ +u. a. zufolge stammen die ¡Mosasauridae¡ von den ¡Aigialosauridae¡, +die ihrerseits zu landbewohnenden Lacertiliern überführen. Ihre +Reste, deren kräftige Bezahnung auf gefährliche Raubtiere schließen +läßt, finden sich in der marinen Oberkreide von Neuseeland, Nord- und +Südamerika und Europa. + +Die ersten ¿Mosasauridae¿ wurden in der obersten Kreide von Maestricht +gefunden (1780) und anfänglich für Cetaceen oder Krokodile gehalten. +Erst ~Cuvier~ erkannte die große Übereinstimmung des Schädels mit der +Eidechsengattung ¡Varanus¡. + +[Illustration: Fig. 347. + +¡Platecarpus coryphaeus¡ Cope. Ob. Kreide. Kansas. Von hinten +(nach ~Williston~). 1/6 nat. Gr. ¡Eo¡ Exoccipitale laterale, ¡Pro¡ +Prooticum, ¡Co¡ Columella (Stapes), ¡So¡ Supraoccipitale; übrige +Bezeichnungen wie früher.] + +[Illustration: Fig. 348. + +Quadratbein von ¡Mosasaurus Camperi¡ H. v. Meyer. ¡A¡ von innen, ¡B¡ +von außen. 1/4 nat. Gr. (Nach ~R. Owen~.) + +¡m¡ Oberrand, ¡n¡ Unterrand, ¡l¡ Meatus auditorius, ¡k¡ +Stapedialgrube, ¡al¡ flügelartiger Fortsatz des Oberrandes.] + +[Illustration: Fig. 349. + +Quadratbein von ¡Clidastes propython¡ Cope, von außen. 2/3 nat. Gr. +(Nach ~Cope~.) + +¡m¡ Oberrand, ¡n¡ Unterrand, ¡l¡ Meatus auditorius, ¡k¡ +Stapedialgrube, ¡al¡ flügelartiger Fortsatz des Oberrandes.] + +Der ~Schädel~ (Fig. 346 u. 347) weicht nicht erheblich von dem der +Eidechsen, namentlich von ¡Varanus¡ ab. Parietale und Frontale +sind ebenso wie das Prämaxillare unpaar. Selbständige Nasalia sind +in der Regel nicht entwickelt. Die oberen Schläfenlöcher werden +außen von den meist mit dem Postfrontale vereinigten Postorbitale +(Postorbitofrontale) und dem Squamosum und Supratemporale -- welches +Element zwischen Parietale und Squamosum eingeschaltet liegt -- +innen vom Parietale begrenzt. Das Jugale vereinigt sich mit einem +absteigenden Ast des Postorbitale und umrahmt mit Lacrimale und +dem ansehnlichen Präfrontale die großen, in der Regel seitlichen, +von einem Scleroticaring eingefaßten Augen. Das Prooticum ist wohl +entwickelt, während das Opisthoticum mit dem Exoccipitale verschmilzt. +Das Quadratbein hat ansehnliche Größe, ist beweglich mit dem +Squamosum und Supratemporale verbunden und für den Gehörgang (meatus +auditorius) entweder gefenstert oder eingebuchtet. Das Quadratum +(Fig. 348 u. 349) variiert erheblich bei den verschiedenen Gattungen +und liefert gut systematische Merkmale. Neben der verknöcherten +Columella (Stapes) kann auch noch eine teilweise oder vollständige +ossificierte Extracolumella und ein calcifiziertes Trommelfell +(operculum tympanicum) (Plioplatecarpus) auftreten. Das Transversum +ist in der Regel klein, das Epipterygoid schlank. Die beiden Äste +des Unterkiefers sind vorne nur durch Ligament verbunden, außerdem +ist jeder Unterkieferast ungefähr in der Mitte durch eine quere, +gegenseitige gelenkige Verbindung von Dentale und Supraangulare, und +Operculare und Angulare beweglich gemacht, wodurch dem Rachen das +Verschlingen größerer Bissen erleichtert wird. + +Ansehnlich große, spitzkonische Zähne stehen in einer Reihe auf den +Kiefern und den Pterygoidea. Ihre glänzende, mit Schmelz bedeckte +Krone ist meist vorn und hinten zugeschärft oder durch mehrere Kanten +facettiert. Alle Zähne stehen in seichten Alveolen und sind mit den +angrenzenden Knochen fest verwachsen. Die Ersatzzähne entwickeln sich +auf der Innenseite der funktionierenden Zähne, um diese allmählich +durch Druck zu verdrängen. + +In der Wirbelsäule (Fig. 350 u. 351) zählt man bis zu 130 und mehr +Wirbel, welche sich als Hals-, Rücken- und Schwanzwirbel unterscheiden +lassen. Die oberen Bögen sind fest mit den procölen Wirbelkörpern +verschmolzen, die Dornfortsätze mäßig hoch, zuweilen aber in der +hinteren Schwanzregion relativ ziemlich verlängert. Die Querfortsätze +der präsacralen Wirbel sind kurz und dick, sie tragen ~einköpfige +Rippen~, die der Schwanzwirbel erscheinen verlängert, ohne Rippen zu +tragen. Die Zygapophysen sind in der Hals- und vorderen Rückengegend +gut entwickelt, um nach rückwärts schwächer zu werden und in der +Schwanzregion zuweilen völlig zu verschwinden. Zuweilen kommt zu +denselben noch die bei den Schlangen und verschiedenen Eidechsen +bekannte Verbindung der Wirbel durch Zygosphen und Zygantrum hinzu. +Der Atlas besteht aus einem keilförmigen ventralen Mittelstück +(Intercentrum, Hypapophyse), zwei seitlichen Bogenstücken und dem +als Zentrum gedeuteten Zahnfortsatz (Processus odontoideus) des +Epistropheus. Zwischen diesem und dem Atlas befindet sich ein +zweites Intercentrum. Der Epistropheus und die folgenden fünf +~Halswirbel~ besitzen ungewöhnlich große und verlängerte, mit dem +Wirbelkörper verschmolzene Hypapophysen welche, ventral abgestutzt, +mit einem freien, zapfenartigen Fortsatz (Epiphyse) gelenken, welcher +das Intercentrum repräsentieren dürfte. Am letzten Halswirbel +vermissen wir diesen Fortsatz. Mit Ausnahme der ersten auf den +einen Sacralwirbel folgenden Wirbel (Pygalwirbel) besitzen alle +Schwanzwirbel Y-förmige Hämapophysen (chevron bones), welche mit den +zugehörigen Wirbelkörpern gelenken. + +[Illustration: Fig. 350. + +Restauriertes Skelett von ¡Platecarpus¡. Ca. 1/35 nat. Gr. (Nach +~Merriam~.)] + +[Illustration: Fig. 351. + +¡Clidastes stenops¡ Cope. Halswirbel ¡A¡ von der Seite, ¡B¡ von +vorn, ¡c¡ Zentrum, ¡sp¡ Dornfortsatz, ¡d¡ Querfortsatz, ¡prz¡ +Präzygapophyse, ¡hy¡ Hypapophyse, ¡h¡ zapfenartiges Endstück der +Hypapophyse. 1/2 nat. Gr. (Nach ~Cope~.)] + +Im Brustgürtel (Fig. 352) zeichnet sich das ~Coracoid~ durch +ansehnliche Größe aus; das verdickte Gelenkende zeigt zwei Facetten +auf, während der gegenüberliegende flachere Innenrand bogenförmig +und häufig mit einem tiefen Einschnitt versehen ist. Außerdem findet +sich noch ein kleines Foramen supracoracoideum. Hinten grenzen +die Coracoidea an das ~Sternum~ an, welches wahrscheinlich nicht +verknöcherte, sondern ebenso wie die mit ihm in Verbindung tretenden +Sternalrippen aus verkalktem Knorpel bestand. Die ~Scapula~ ist jener +der Rhynchocephalen ähnlich. Zuweilen findet sich ein spanförmiges +~Episternum~. ~Claviculae~ sind bis jetzt noch nicht nachgewiesen. Der +~Humerus~ ist sehr kurz, gedrungen und an beiden Enden verbreitert und +distal mit zwei Facetten für die gleichfalls sehr kurzen, getrennten +~Vorderarmknochen~ versehen. Die Carpalia schwanken in der Zahl +zwischen 7 (in zwei Reihen) bei Clidastes etc. und 1-2 rudimentären +Knöchelchen bei Tylosaurus. Die fünf Metacarpalia tragen die aus einer +wechselnden Anzahl von Gliedern zusammengesetzten Finger. + +[Illustration: Fig. 352. + +Brustgürtel von ¡Clidastes velox¡ Marsh. Von oben gesehen. 1/5 nat. +Gr. (Nach ~Marsh~.) ¡c¡ Coracoideum, ¡sc¡ Scapula, ¡h¡ Humerus, ¡r¡ +Radius, ¡u¡ Ulna, ¡mc¡ Metacarpus, ¡I¡ erster, ¡V¡ fünfter Finger.] + +[Illustration: Fig. 353. + +¡Platecarpus simus¡ Marsh sp. Ob. Kreide. Smoky Hill, Kansas. +Beckengürtel und Hinterextremitäten. ¡il¡ Ileum, ¡pb¡ Pubis, ¡is¡ +Ischium, ¡f¡ Femur, ¡t¡ Tibia, ¡f'¡ Fibula, ¡mt¡ Metatarsus, ¡I¡ +erste, ¡V¡ fünfte Zehe. 1/12 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +Der Beckengürtel (Fig. 353) ist schwächer als der Brustgürtel. Das +Ilium ist ein stabförmiger Knochen, sein Oberrand war entweder frei +oder durch lockeres Ligament leicht mit dem einen Sacralwirbel +verbunden, Ischium und Pubis erinnern an Eidechsen. Femur, Tibia und +Fibula ähneln den homologen Knochen der Vorderextremität, bleiben aber +schmäler und schlanker. Am Tarsus sind 1-3 Knöchelchen beobachtet. Die +4 oder 5 Zehen sind auf gleiche Weise wie die Finger zusammengesetzt. +Im allgemeinen übertreffen die Vorderextremitäten die hinteren an +Länge. + +¿Mosasaurus¿ Conyb. (¡Leiodon¡ Owen) (Fig. 348, 354, 356). Schädel +1,2 m, Körper über 12 m lang. Rumpf langgestreckt. Wirbel ohne +Zygosphen-Zygantrum. Über 130 Wirbel, davon 46 präsacral (7 Hals-, +39 Rückenwirbel). Nasalia nicht mit den Prämaxillaria verschmolzen. +Die mächtigen Zähne (auf dem Oberkiefer 14, auf dem Pterygoid 8) +vorne und hinten kantig begrenzt. Quadratum klein, oben mit kurzem +Fortsatz. Hinterextremität mit 4 Zehen. Höchstzahl der Phalangen 6. +Tarsus und Carpus vollständig verknöchert. Chevrons der Schwanzwirbel +mit den Wirbeln verwachsen. ? Cenoman. Neuseeland. Ober-Turon. Senon +von Maestricht (Holland), Belgien, Norddeutschland, Frankreich, +Norditalien[93] und Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 354. + +¡Mosasaurus Camperi¡ H. v. Meyer. Oberste Kreide. Petersberg bei +Maestricht. Schädel im Brüsseler Museum, von der Seite. Ca. 1/12 nat. +Gr. (Nach ~Dollo~.)] + +¿Clidastes¿ Cope (¡Edestosaurus¡ Marsh) (Fig. 346 A, 349, 351, 352). +Schädel 40-70 cm lang, schmal, niedrig. Zähne, facettiert auf der +Außen-, glatt auf der Innenseite, oder auf beiden Seiten glatt. +Dentale mit ca. 17 Zähnen. Maxillare mit 15, Pterygoid mit 12-15. +Präsacralwirbel ca. 43. Wirbel mit Zygosphen-Zygantrum. Dornfortsätze +in der hinteren Schwanzregion verlängert. Chevrons und Extremitäten +wie bei ¡Mosasaurus¡. Oberes Turon. Unteres Senon. Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 355. + +¡Platecarpus coryphaeus¡ Cope. Obere Kreide. Logan County Kansas. +Schädel von oben und von der Seite. 1/7 nat. Gr. (Nach ~Merriam~.) +¡Qj¡ Squamosum, ¡Sq¡ Supratemporale, ¡op¡ Spleniale, ¡Sang.¡ +Supraangulare, ¡K¡ Komplementare, ¡An¡ Angulare, ¡D¡ Dentale.] + +[Illustration: Fig. 356. + +Schädel von ¡Mosasaurus¡ (¡Liodon¡) restauriert (nach ~Owen~), +von oben. ¡A¡ Augenhöhle, ¡S¡ Schläfenloch, ¡N¡ Nasenloch, ¡Pa¡ +Scheitelbein, ¡Fr¡ Stirnbein, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡Ptf¡ Postfrontale, +¡La¡ Lacrimale, ¡Ju¡ Jochbein, ¡Mx¡ Oberkiefer, ¡Pmx¡ Zwischenkiefer, +¡Na¡ Nasenbein, ¡St¡ Supratemporale, ¡Qu¡ Quadratbein, ¡Sq¡ Squamosum, +¡Bo¡ Basioccipitale.] + +¿Platecarpus¿ Cope (¡Lestosaurus¡ Marsh) (Fig. 347, 350, 353, +355). Körperlänge ca. 5 m, von welcher auf den Schädel 1/8 fällt. +Scheitelloch groß, am Vorderrand des Parietale, Augen seitlich. +Quadratum groß, oben mit langem Fortsatz. Öffnung für den Meatus +auditorius groß, nicht vollständig umschlossen. Zähne schlank und +leicht rückwärts gekrümmt, auf der Außenseite facettiert, auf der +Innenseite gestreift. Rumpf gedrungen. Höchstens 30-32 präsacrale +Wirbel (nach Williston 7 Halswirbel, 23 Rückenwirbel). Zygosphen +rudimentär. Coracoid medial mit Ausschnitt. Episternum vorhanden. 4 +Carpalia und 3 Tarsalia. Hinterextremität fünfzehig. Chevrons groß, +locker gelenkend. Häufig im oberen Turon und Untersenon von Kansas, +Wyoming, Colorado, North Dakota, Texas und Frankreich. + +¿Holosaurus¿ Marsh. Ähnlich dem vorigen Genus, vielleicht ident nur +Coracoidea medial ohne Ausschnitt. Obere Kreide. Kansas. + +¿Sironectes¿ Cope. Obere Kreide. Kansas. + +¿Plioplatecarpus¿ Dollo (¡Oterognathus¡, ¡Phosphorosaurus¡ Dollo). +Ähnlich Platecarpus. Bezahnung reduziert, Augen nach oben gerichtet. +Extracolumella verknöchert. Trommelfell calcifiziert. Foramen +parietale sehr groß. Basioccipitale mit medianem Kanal. 38 präsacrale +Wirbel. Senon. Maestricht und Belgien. + +? ¡Iserosaurus¡, ¡Hunosaurus¡ Fritsch. Turon. Böhmen. + +¿Prognathosaurus¿ Dollo. Schädel ca. 0,6 m lang. Pterygoidea fast +ebenso groß wie die Maxillaria und mit sehr kräftigen Zähnen. +Quadratum mit großem oberen Fortsatz, der sich mit einem von unten +aufsteigenden Fortsatz vereinigt. Chevrons frei. Senon. Belgien. + +¿Brachysaurus¿ Williston. Ähnlich ¡Prognathosaurus¡, aber die Chevrons +mit den zugehörigen Wirbelcentra verschmolzen. Obere Kreide. S. Dakota. + +¿Baptosaurus¿ Marsh. Obere Kreide. Nordamerika. + +¿Taniwhasaurus¿ Hektor. Verwandt mit Platecarpus. Cenoman. Neuseeland. + +¿Tylosaurus¿ Marsh (¡Liodon¡ Cope, ¡Macrosaurus¡ Owen, ¡Rhinosaurus¡ +Marsh). (Fig. 346 B). Schädel 70 cm bis 1,20 m. Skelett bis 8-1/2 +m lang. Zwischenkiefer schnabelartig verlängert; Quadratum dick, +mit kurzem oberen Fortsatz. Maxillare mit ca. 13 Zähnen. Rumpf +gedrungen. 7 Halswirbel, 22-23 Rückenwirbel. Kein Zygosphen. Über 70 +Schwanzwirbel. Chevrons leicht gelenkend. Coracoid ohne Einschnitt. +Ein oder zwei Carpalia und Tarsalia vorhanden. Hinterextremität +fünfzehig. Zahlreiche Phalangen. Oberes Turon. Unteres Senon. +Nordamerika. + +¿Hainosaurus¿ Dollo. Schädel bis über 1,50 m lang. Prämaxillare +schnabelartig verlängert. Zähne verschiedenartig. Weniger Phalangen +als bei ¡Tylosaurus¡. Paddeln relativ größer. Femur länger als der +Humerus. Oberes Turon. Oberes Senon. Belgien. + + +Anhang. #Paterosauridae.#[94] + +¡Schädel solid verknöchert, langgestreckt, schmal, Lacertilier +ähnlich mit unbeweglichem, nach vorne gerichtetem Quadratum. Foramen +parietale fehlt. Hinterhaupt mit dreiteiliger, von Basioccipitale +und Exoccipitale lateralia gebildeter Gelenkung. Interorbitalseptum +verknöchert. Seitliche Schläfenlücke und Orbitalöffnung nicht +voneinander durch eine knöcherne Spange getrennt. Erstere unten nicht +knöchern begrenzt. Basioccipitale und Basisphenoid ähnlich wie bei +Amphisbaena als breite Platten entwickelt. Unterkiefer sehr kurz, +nicht zwei Drittel der Schädellänge betragend. Zähne gleichmäßig groß, +spitz. Auf dem Vomer eine zweite Zahnreihe. Zwischen den Unterkiefern +Hautverknöcherungen (Jugularplatten). Ein Paar verknöcherter +Ceratobranchialia und drei Paar ebensolcher Epibranchialia. Körper +langgestreckt. Wirbel amphicöl mit persistierender Chorda, oberer +Bogen nicht mit Wirbelkörpern verwachsen und dorsal noch durch eine +Sutur getrennt. Intercentra fehlen. Rippen lang, einköpfig.¡ Perm. +Texas. Illinois. + +Die einzige hierhergehörige, mit den genannten Merkmalen aus +gestattete Form ist ¿Lysorophus¿ Cope (Fig. 357) aus dem +nordamerikanischen Perm. Mit der einspringenden Gelenkung des +Hinterhauptes stand wahrscheinlich noch Knorpel in Verbindung. +Extremitäten sehr klein. Bei seinem wurmförmigen Körper dürfte +¡Lysorophus¡ ähnlich ¡Amphisbaena¡ ein unterirdisches, grabendes Leben +geführt haben. Die systematische Stellung ist noch umstritten. S. +Williston und Case stellen die Form zu den Urodelen. + +[Illustration: Fig. 357. + +¡Lysorophus tricarinatus¡ Cope. Perm. Texas. ¡A¡ von der Seite, n. +~Case~. ¡B¡ von hinten, n. ~Broili~. ¡So¡ Supraoccipitale, ¡Exo¡ +Exoccipitale laterale, ¡Sq¡ Squamosum, ¡Q¡ Quadratum, ¡L¡ Lacrimale, +¡N¡ Nasenöffnung, ¡Osp¡ Interorbitalseptum (sonstige Bezeichnungen wie +früher), ¡Bo¡ Basioccipitale.] + + +2. Unterordnung. #Ophidia.# ~Schlangen.~[95] + +¡Körper mit Hornschuppen, stark verlängert, ohne Brustgürtel, fußlos. +Parietale ohne Foramen. Wirbel procöl mit Zygosphen und Zygantrum; die +vorderen mit starken ungegliederten Hypapophysen. Temporalbögen und +Epipterygoid fehlen. Quadratbein ebenso wie Pterygoid, Maxillare und +Palatinum beweglich und lose mit dem Schädel verbunden; Zwischenkiefer +sehr klein; Unterkieferäste in der Symphyse durch Ligament verbunden.¡ +? Kreide. Eocän bis jetzt. + +Das Skelett besteht nur aus Schädel und Wirbelsäule mit ihren +Anhängen. Brustgürtel und Vorderextremität fehlen stets, vom +Beckengürtel und der Hinterextremität finden sich nur Rudimente +(z. B. Boiden, Opoterodonten). Die Zahl der ~Wirbel~ ist eine sehr +beträchtliche (zuweilen mehr als 400); sie sind procöl, hinten mit +halbkugeligen Gelenkflächen versehen, und sowohl durch diese, als +auch durch Zygapophysen, sowie durch Zygosphen und Zygantrum sehr +fest miteinander verbunden, die oberen Bögen stets vollständig mit +dem Centrum verschmolzen. Die vordersten (bis ca. 30) besitzen +ungegliederte Hypapophysen auf der Unterseite (Fig. 358); die +Querfortsätze sind kurz, knotig. Die langen, gebogenen, häufig +hohlen Rippen, welche schon am dritten Wirbel beginnen, sind in der +Schwanzregion durch verlängerte Querfortsätze ersetzt. Sie sind +einköpfig und äußerst beweglich. Untere Bögen (Hämapophysen oder +Chevrons bones) fehlen den Schlangen, dagegen vertreten deren Stelle +kräftige absteigende Fortsätze der Diapophysen (Fig. 359). + +Der Schädel (Fig. 360) unterscheidet sich von dem der Lacertilier +durch die solide Verknöcherung der Schädelkapsel -- was durch die +Verschmelzung des Prooticums mit dem unpaaren Parietale und dadurch, +daß die stark abgebogenen Seitenränder des letzteren und der paarigen +Frontalia sich bis zum Basisphenoid erstrecken, erreicht wird, -- +ferner durch den Mangel der Schläfenbögen und des Epipterygoids sowie +die geringe Entwicklung des Prämaxillare. Das große Quadratum und +meist auch das Squamosum sind in der Regel beweglich mit dem Schädel +verbunden, ferner zeigt das meist bezahnte Pterygoid wie Maxillare +und Palatin, die durch ein langgestrecktes Transversum in Verbindung +stehen, ebenso wie die in der Symphyse durch Ligament verknüpften +Unterkieferäste große Verschiebbarkeit. Die Schädelknochen sind +derb, fast elfenbeinartig und durch glatte Nähte verbunden, die +Exoccipitalia mit den Opisthotica verwachsen. + +[Illustration: Fig. 358. + +Die 6 vordersten Wirbel von ¡Python bivittatus¡. Nat. Gr. (Nach +~d'Alton~.) ¡a¡ Atlas, ¡ep¡ Epistropheus, ¡hyp¡ Hypapophysen, ¡r¡ +Rippen, ¡sp¡ Dornfortsätze.] + +[Illustration: Fig. 359. + +Ein Schwanzwirbel von ¡Python bivittatus¡ von hinten. ¡c¡ Gelenkkopf +des Zentrum, ¡za¡ Zygantrum, ¡d¡ Querfortsatz mit absteigendem Ast +(¡d'¡).] + +[Illustration: Fig. 360. + +Schädel der Klapperschlange (¡Crotalus horridus¡). (Nach ~Claus~.) +¡Ocb¡ Basioccipitale, ¡Ocl¡ Exoccipitale laterale, ¡Osc¡ +Supraoccipitale, ¡Pr¡ Prooticum, ¡Bs¡ Basisphenoid, ¡Sq¡ Squamosum, +¡P¡ Parietale, ¡F¡ Frontale, ¡Pf¡ Postfrontale, ¡Prf¡ Präfrontale, +¡Et¡ Ethmoideum, ¡N¡ Nasale, ¡Qu¡ Quadratum, ¡Pt¡ Pterygoideum, ¡Pl¡ +Palatinum, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Tr¡ Transversum, ¡D¡ +Dentale, ¡Art¡ Articulare des Unterkiefers.] + +Die spitzkonischen, nach hinten gekrümmten, acrodonten ~Zähne~ können +auf Oberkiefer, Zwischenkiefer, Palatina und Pterygoid und dem Dentale +des Unterkiefers stehen. Sie fehlen zuweilen (¡Uropeltis¡ etc.) auf +den Palatina, sehr häufig auf den rudimentären Zwischenkiefern, +selten sind sie nur auf dem Oberkiefer bzw. Unterkiefer beschränkt. +(Opoterodonten.) Bei den Giftschlangen sind einzelne der vorderen +Maxillarzähne mit einem inneren Kanal versehen, welcher an der +Zahnspitze mit einer schlitzförmigen Öffnung endigt oder sie sind mit +einer Längsfurche ausgestattet. + +Die Bewegung der Schlangen erfolgt hauptsächlich durch seitliche +Krümmung der Wirbelsäule, sowie durch die mit den Wirbeln gelenkig +verbundenen Rippen, die vor- und zurückgeschoben werden können und so +die Bewegung des Körpers unterstützen. + +Die Schlangen sind vorzugsweise in den wärmeren Zonen verbreitet +und größtenteils Landbewohner. Man unterscheidet etwa 400 lebende +Gattungen mit nahezu 1800 Arten. Im Vergleich damit haben die +spärlichen fossilen Vertreter -- die aus der Kreide beschriebenen +Reste sind alle mehr oder weniger problematisch, vielleicht mit +Ausnahme der Gattung ¡Symoliophis¡ Sauvage aus dem Cenoman von der +Charente und von Portugal -- welche aus tertiären oder diluvialen +Ablagerungen stammen, nur geringe Bedeutung; auch lassen die +überlieferten Reste meist nur unbedeutende Abweichungen von recenten +Formen erkennen. Da von der Mehrzahl der fossilen Arten nur Wirbel +bekannt sind, so bleibt die zoologische Bestimmung in manchen Fällen +ziemlich zweifelhaft. + +Ganze Skelette wurden bis jetzt nur im Eocän des Monte Bolca bei +Verona, im miocänen Süßwasserkalk von Oeningen und Euböa und in der +Braunkohle von Rott im Siebengebirge aufgefunden. Die überwiegende +Mehrzahl der fossilen Reste gehört zu den giftlosen Schlangen. + +Im älteren Tertiär von England und Cuise la Mothe, ferner in Belgien +finden sich Wirbel von großen Pythoniden (¡Palaeophis¡ Owen), im +Eocän von New Jersey eine vikarierende Gattung (? = ¡Palaeophis¡, +¡Titanophis¡ Marsh), im Mitteleocän des Fayum in Ägypten neben +anderen unvollständigen Schlangenresten und im Eocän von Alabama die +¡Palaeophis¡ nahe stehende Gattung ¡Pterosphenus¡ Lucas. Aus der +obersten Kreide (? Tertiär) Patagoniens beschreibt A. S. Woodward eine +¡Ilysia¡ nahestehende Gattung: ¡Dinilysia¡. Die eocänen Ablagerungen +von Neu-Mexiko liefern ¡Helagris¡ Cope, die von Wyoming ¡Boavus¡, +¡Lithophis¡ und ¡Limnophis¡ Marsh. Im Eocän des Monte Bolca tritt eine +hochspezialisierte Wasserschlange ¡Archaeophis¡ Mass. em. Janensch +auf. Die Phosphorite von Quercy und die eocänen Ablagerungen in der +Schweiz, im Pariser Becken und in England enthalten ¡Palaeopython¡ +(Fig. 361) ¡Paleryx¡ Owen und ¡Scytalophis¡ Rochbr. + +[Illustration: Fig. 361. + +¡Palaeopython Cadurcensis¡ Filhol sp. Ob. Eocän (Phosphorit). Escamps. +Quercy. Wirbel in nat. Gr. ¡a¡ von vorn, ¡b¡ von der Seite, ¡c¡ von +unten, ¡d¡ von hinten. (¡c¡ Gelenkkopf des Zentrum, ¡sp¡ Dornfortsatz, +¡d¡ Querfortsatz (Diapophyse), ¡z¡ Zygapophyse, ¡zsp¡ Zygosphen, ¡za¡ +Zygantrum.)] + +Unter den miocänen Schlangen zeichnet sich das stattliche +Skelettfragment von ¡Heteropython Euboeicus¡ Roem. von Kumi auf +Euböa durch treffliche Erhaltung aus; verschiedene Gattungen, +namentlich Colubriden (¡Elaphis¡) und Eryciden sind aus dem miocänen +Süsswasserkalk von Oeningen, Steinheim, Mosbach-Biebrich (¡Provipera¡ +Kink., älteste Giftschlange), Günzburg, Haeder, Sansan, der Touraine +u. a. O., sowie aus der intermiocänen Braunkohle von Rott und dem +Süßwasserkalk von Weisenau bei Mainz und Ulm beschrieben. Im Miocän +von Colorado und Oregon kommen mehrere ¡Erycidae¡ und eine ¡Crotalide¡ +vor. Die pleistocänen Schlangenreste gehören zu noch jetzt lebenden +Gattungen. + + +4. Ordnung. #Ichthyosauria.# ~Fischsaurier.~[96] + +~Marine, langgeschwänzte, nackthäutige Reptilien mit fischartigem +Körper ohne ausgebildeten Hals. Extremitäten paddelförmig, zuweilen +mit mehr als 5 Phalangenreihen, von Schwimmhaut umgeben. Der schmale, +hohe Schädel mit stark verlängerter, zugespitzter Schnauze; die +seitlichen meist großen Augen mit Scleroticaring. Die kleinen +Nasenlöcher getrennt vor den Augen liegend. Ein Paar großer oberer +Schläfenöffnungen. Außer dem hier zwischen Parietalia und Frontalia +austretenden ansehnlichen Foramen parietale, im Basisphenoid (bei +Ichthyosaurus, Ophthalmosaurus) ein Hypophysenloch. Quadratbein +fest mit dem Schädel verbunden. Zähne spitzkonisch, gewöhnlich in +gemeinsamen Alveolarrinnen auf dem sehr langen Prämaxillare, Maxillare +und Dentale eingefügt, zuweilen in der Zahl reduziert. Wirbel +zahlreich, sehr kurz, tief amphicöl. Bauchrippen vorhanden. Sternum +nicht verknöchert. Schultergürtel aus dem T-förmigen Episternum, den +Coracoidea, Scapulae und Claviculae zusammengesetzt. Nackthäutig.~ +Marin. Trias bis Kreide. + +Die nackthäutigen marinen Ichthyosaurier entfernen sich durch ihren +zugespitzten, delphinähnlichen Kopf, durch ihren fischartigen Körper +mit seinen kurzen amphicölen Wirbeln, durch ihre paddelförmigen aus +Reihen polygonaler Knochenplättchen zusammengesetzten Extremitäten am +weitesten von allen jetzt lebenden Reptilien; sie verhalten sich in +bezug auf Körperformen, Extremitätenbildung und Lebensweise zu den +typischen Reptilien wie die Cetaceen zu den übrigen Säugetieren und +nehmen wie jene eine ganz isolierte Stellung ein. Die ~gestreckten +Vorderarmknochen der älteren triadischen Formen~ (¡Mixosaurus¡ etc.), +die relativ noch nicht in so hohem Grade dem Wasserleben angepaßt +erscheinen wie die entsprechenden stark verkürzten plattenähnlichen +Elemente der geologisch jüngeren Ichthyosaurier, sprechen für eine +~Abstammung von landbewohnenden Vorfahren~. + +Daß die Ichthyosaurier durch Lungen atmeten, geht aus der Abwesenheit +von Kiemenbögen und aus der Form der Zungenbeine hervor. Auch über +Fortpflanzung und Ernährung geben günstige Funde sicheren Aufschluß. +Die in den Leibern von Ichthyosauriern verschiedentlich aufgefundenen +Jungen lassen darauf schließen, daß sie vivipare Tiere waren, oder daß +die Jungen bei oder kurz nach der Geburt die Eihüllen zerrissen. Nach +den Darlegungen Brancas scheinen andere Jungen von den Muttertieren +gefressen worden zu sein, außerdem finden sich im Mageninhalt der +äußerst gefräßigen Tiere Reste von Sepien, Belemniten sowie zahlreiche +Gräten und Fischschuppen. + +[Illustration: Fig. 362. + +Schädel von ¡Ichthyosaurus longifrons¡ Owen. (Nach ~E. +Deslongchamps~.) Ob. Lias. Curcy, Calvados. 1/2 nat. Gr. ¡A¡ Auge, +¡Scl¡ Scleroticaring, ¡S¡ Schläfenloch, ¡N¡ Nasenloch, ¡Pa¡ Parietale, +¡Sq¡ Squamosum, ¡Fr¡ Frontale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Prf¡ Präfrontale, +¡La¡ Lacrimale, ¡J¡ Jugale, ¡Por¡ Postorbitale, ¡Qj¡ Quadratjugale, +¡St¡ Supratemporale, ¡Na¡ Nasale, ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, +¡Md¡ Unterkiefer (¡d¡ Dentale, ¡op¡ Operculare, ¡ang¡ angulare, ¡k¡ +supraangulare).] + +Der mit einer langen delphinartigen Schnauze ausgestattete ~Schädel~ +(Fig. 362) zeichnet sich durch große bis riesige, seitliche, mit +einem (je nach den Gattungen) aus 14-20 Knochenplatten bestehenden +Scleroticaring versehene ~Augenhöhlen~ aus. Das ~Scheitelloch~ tritt +zwischen der paarigen, ansehnlichen Parietalia und den kleinen +Frontalia aus. Neben den ~Parietalia~ befindet sich jederseits ein +elliptisches Schläfenloch, das außen und unten von ~Postfrontale~ +und ~Squamosum~ begrenzt ist. Die weit zurückliegenden, getrennten +äußeren Nasenlöcher sind durch eine mehr oder weniger schmale, von +Präfrontale und Lacrimale gebildete Knochenbrücke von den Orbiten +getrennt. Das Lacrimale bildet auch mit dem schlanken spangenförmigen +~Jugale~ die untere, das schmale, etwas gebogene ~Postorbitale~ +mit dem stattlichen ~Postfrontale~ die hintere und obere Begrenzung +der Augen. Zwischen dem sich an das Jugale anschließenden und die +äußere hintere Schädeldecke bildenden ~Quadratojugale~ und dem mit +sehr kräftigen Gelenkteil ausgestatteten hakenförmigen ~Quadratum~ +liegt ein ansehnliches Fenster. Hinter dem Postorbitale befindet +sich eingeschaltet zwischen diesem, dem Squamosum, Postfrontale und +Quadratojugale ein unregelmäßig drei- oder vierseitiges Element, +das gewöhnlich ~Supratemporale~ bezeichnet wird. Die vor den Augen +sich verlängernde Schnauze besteht aus den ~Nasalia~ und den +langgestreckten, durch eine gerade Naht miteinander verbundenen +~Prämaxillaria~. Das Maxillare ist ein kleines, länglich dreieckiges, +zwischen Prämaxillare, Lacrimale und Jugale eingeschaltetes +Knochenstück. + +Am Hinterhaupt wird die Begrenzung des Foramen magnum durch +das kleine, aber sehr kräftige, den runden Gelenkkopf bildende +~Basioccipitale~, die beiden seitlichen Exoccipitalia lateralia +und ein unpaares bogenförmiges Supraoccipitalia gebildet. Seitlich +vom Basioccipitale bzw. teilweise noch vom Exoccipitale liegt die +keulenförmige ~Columella~ (~Stapes~) und das ~Opisthoticum~, von denen +erstere sich in eine rinnenförmige Vertiefung auf der Oberseite des +Pterygoids einlegt und mit ihrem distalen Teil in eine runde Grube +im Quadratum eingreift, während das letztere die Verbindung mit +dem Squamosum anstrebt. Vor dem Opisthoticum liegt jederseits ein +kleines Prooticum. Auf der Schädelunterseite (Fig. 363) folgt auf das +Basioccipitale ein gedrungenes vierseitiges ~Basisphenoid~ das eine +einfache oder durch eine crista geteilte ~Hypophysenöffnung~ aufzeigt, +und das ein langes dolchförmiges, die großen Gaumenöffnungen teilendes +Rostrum aussendet. Das Pterygoid ist langgestreckt und schmal. Auf +seinem hinteren Ende steht dorsal das senkrechte ~Epipterygoid~. +An der Begrenzung der inneren Nasenlöcher nehmen die ansehnlichen +~Palatina~, ~Maxillaria~, ~Prämaxillaria~ und ~Vomera~ teil. Ein +~Transversum~ ist wahrscheinlich entwickelt. In der Hinterregion des +Schädels unter den Flügelbeinen bemerkt man zuweilen zwei rippenartige +starke ~Zungenbeinhörner~, auch ein plattiges ~Hyoid~ ist beobachtet +worden. Die beiden schlanken Äste des Unterkiefers vereinigen sich +vorne in einer sehr langen Symphyse und besitzen keinen eigentlichen +Coronoidfortsatz. + +[Illustration: Fig. 363. + +Unterseite von ¡Ichthyosaurus longifrons¡ Owen (schemat.) ¡Bs¡ +Basisphenoid, ¡Ps¡ Rostrum, ¡Hy¡ Hypophysenöffnung, ¡Pa¡ Palatinum, +¡V¡ Vomer, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Pmx¡ Prämaxillare. Vor ¡V¡ die Choane +(innere Nasenöffnung), ¡x¡ ? Ansatzstelle des nicht erhaltenen +Transversum. 1/5 nat. Gr. (Nach ~A. S. Woodward~.)] + +~Zähne~ (Fig. 364 u. 365) von spitzkonischer Form mit rundlicher, oder +vorne und hinten zugeschärfter Krone und gewöhnlich dicker Wurzel +finden sich -- einige meist geologisch jüngere Formen ausgenommen -- +in der Regel in sehr großer Zahl auf den Kiefern. Sie sind gewöhnlich +in eine gemeinsame tiefe Rinne, seltener in gesonderte Alveolen +(Mixosaurus), eingelassen und wurden darin im ersten Falle lediglich +vom Zahnfleisch gehalten. Die aus demselben hervortretende Krone +ist sehr fest auf Dentin aufgebaut und mit einem zarten glänzenden +Überzug von Schmelz versehen; der untere Teil, die Wurzel, zeigt eine +rauhe, gefurchte Oberfläche und ist aus einer von starken Gefäßen +durchzogenen und mit Knochenkörperchen erfüllten knochenähnlichen +Zementmasse zusammengesetzt, die einen mehr oder weniger ~gefalteten +Dentinring~ umgibt. + +[Illustration: Fig. 364. + +¡Ichthyosaurus platyodon¡ Conyb. Unt. Lias. Lyme Regis, England. Zahn +von der Seite und von vorne. Nat. Gr. (Nach ~Lydekker~.)] + +[Illustration: Fig. 365. + +Schnauzenfragment von ¡I. Quenstedti¡ Zitt. aus dem oberen Jura +(Bohnerz) von Melchingen (nach ~Quenstedt~). ¡Na¡ Nasenbein, ¡Pmx¡ +Zwischenkiefer, ¡Md¡ Unterkiefer.] + +[Illustration: Fig. 366. + +¡Ichthyosaurus trigonus¡ Owen. Zentrum eines hinteren Rumpfwirbels. +¡a¡, ¡b¡ tuberkularer und capitularer Gelenkhöcker für die Rippe. +Kimmeridge clay. Wootton-Bassett, England. 1/8 nat. Gr. (Nach +~Lydekker~.)] + +[Illustration: Fig. 367. + +Schwanzwirbel von ¡Ichthyosaurus¡ aus dem oberen Lias von Banz, +Franken. Nat. Gr.] + +Die ~Wirbelsäule~ (Fig. 366 u. 367) zerfällt, da ein größerer +Halsabschnitt nicht entwickelt ist, in einen präcaudalen und +caudalen Abschnitt. Die Zahl sämtlicher Wirbel ist stets eine sehr +große und kann bei ~ausgewachsenen~ Formen 200 erreichen. (Bei +verschiedenaltrigen Individuen derselben Art kann ein Unterschied +bis über 30 Wirbeln bestehen.) Die Vermehrung der Wirbel erfolgt +ausschließlich im caudalen Teile; ca. 2/3 aller Wirbel entfallen auf +den Schwanz, 1/3 auf den Rumpf. Die ~Wirbelkörper~ (Zentra) sind +ungemein kurz und tief amphicöle, fischwirbelähnliche Scheiben. +Die der ersten Wirbel besitzen zumeist einen fünfseitigen, alle +übrigen in der Regel nahezu einen kreisrunden, seltener einen +sechseckigen Umriß. Die ~oberen Bogen~ waren nur durch Knorpel am +Wirbelkörper befestigt und lösen sich beim Fossilisationsprozeß +leicht ab; auf der Dorsalseite der infolgedessen häufig isolierten +Wirbelkörper lassen sich daher neben der schwach vertieften Rinne +für das Rückenmark unregelmäßig dreieckige oder länglich vertiefte +rauhe Insertionsstellen für die oberen Bogen erkennen. Letztere +vereinigen sich zu einem starken, seitlich zusammengedrückten +Dornfortsatz. Die Prä- und Postzygapophysen sind schwach ausgebildet. +Die zwei vordersten Wirbel bilden als ~Atlas~ und ~Epistropheus~ +den Halsabschnitt. Ihre Wirbelkörper sind -- abgesehen von den +triadischen Formen -- bei ausgewachsenen Individuen miteinander +fest verwachsen, jedes von ihnen läßt ventral vorn und hinten (bei +sehr guter Erhaltung) ein kleines Intercentrum erkennen. ~Untere +Bögen~ sind in der Schwanzregion bei den triasischen Gattungen, +wo sie sich vereinigen, besonders wohl entwickelt, können aber +auch bei den meisten jüngeren Formen auftreten, wo sie getrennt +bleiben. Vom Atlas an besitzen die Wirbelkörper von Ichthyosaurus, +Baptanodon, Ophthalmosaurus statt der ~Querfortsätze~ zwei getrennte +Höcker zur Anheftung der zweiköpfigen, namentlich in der vorderen +Rumpfregion besonders langer und stark gebogener, häufig mit einer +tiefen Längsfurche versehenen Rippen. Gegen hinten rücken die beiden +Höcker, unter gegenseitiger Annäherung immer tiefer an den Seiten +des Wirbelkörpers herab, bis sie schließlich von der Beckengegend +ab zu einer einzigen Protuberanz verschmelzen. Die Schwanzrippen +selbst sind einköpfig, kurz und gerade und begleiten einen großen +Teil des Schwanzes als kurze seitliche Fortsätze. Bei Cymbospondylus, +Delphinosaurus, Shastasaurus tragen nur einige vordere Rückenwirbel +zweiköpfige Rippen, alle hinteren sind einköpfig. + +[Illustration: Fig. 368. + +Brustgürtel und Vorderextremität des ¡latipinnaten Ichthyosaurus +communis¡. Conyb. Unt. Lias England. ¡icl¡ Episternum, ¡cl¡ +Schlüsselbein (Clavicula), ¡cor¡ Coracoideum, ¡sc¡ Scapula, ¡h¡ +Humerus, ¡R¡ Radius, ¡U¡ Ulna, ¡r¡ Radiale, ¡i¡ Intermedium, ¡u¡ +Ulnare des Carpus. ¡c¡_{1} ¡c¡_{2} die beiden Centralia.] + +[Illustration: Fig. 369. + +Vorderfuß d. ¡longipinnaten Ichthyosaurus triscissus¡ Quenst. Ob. Lias +von Boll, Württemberg. ¡H¡ Oberarm (Humerus). ¡R¡ Radius, ¡U¡ Ulna, +¡r¡ Radiale, ¡u¡ Ulnare, ¡i¡ Intermedium des Carpus, ¡c'¡ Platten der +distalen Carpusreihe. Das mittlere ¡c'¡ unter ¡i¡ = das eine Centrale. +¡p¡ Pisiforme, ¡mc¡ Metacarpalia.] + +Der letzte Abschnitt des Schwanzes ist nach abwärts gebogen +(Cymbospondylus, Mixosaurus) oder vollständig nach unten abgeknickt +(Ichthyosaurus) und verläuft in den unteren Lappen einer gewaltigen +vertikalen ~Schwanzflosse~, welche in der Hauptsache den eigentlichen +Locomotionsapparat des Tieres darstellte. Dieselbe ist an Exemplaren +aus dem Lias von Holzmaden und dem lithographischen Schiefer im +deutlichen Abdruck erhalten. Die Paddeln dürften im Gegensatz zu +Plesiosaurus zumeist nur als Balancemittel gedient haben. Zwischen +den Extremitätengürteln liegen zahlreiche dünne grätenartig gebogene +~Bauchrippen~. + +[Illustration: Fig. 370. + +Rechte Vorderextremität von ¡Mixosaurus cornalianus¡ Bassani. Ob. alp. +Trias. Besano. Lombardei. ¡H¡ Humerus, ¡U¡ Ulna, ¡R¡ Radius, ¡U'¡ +Ulnare, ¡R'¡ Radiale, ¡i¡ Intermedium, ¡P¡ Pisiforme. N. ~Repossi~.] + +[Illustration: Fig. 371. + +¡a¡ Rechte Beckenhälfte von ¡Cymbospondylus petrinus¡ Leidy. +Ventral-Ansicht. Mittl. Trias. Nevada. ¡Pb¡ Pubis mit Foramen obturat +¡Eo¡; ¡Js¡ Ischium, ¡Jl¡ Ilium, ca. 1/7 nat. Gr. (nach ~Merriam~). ¡b¡ +Linke Beckenhälfte von ¡Ichthyosaurus communis¡ Conybeare. Unt. Lias. +England. V. d. Seite, 2/9 nat. Gr. (Nach ~A. S. Woodward~.)] + +Für die Fähigkeit der Ichthyosauren, im Wasser sich energisch zu +bewegen, spricht auch die Zusammensetzung des ungemein kräftigen +Brustgürtels. (Fig. 368.) Ein knöchernes Sternum ist nicht +erhalten, dagegen findet sich stets ein dreiseitiges, in der +Regel aber T-förmiges ~Episternum~, welches den schlanken, leicht +gebogenen ~Claviculae~ anliegt oder zwischen sie eingeschaltet +ist. Die ~Coracoidea~ sind große breite, hinten abgerundet endende +Knochenplatten, deren Innenränder sich gegenseitig berühren, ihr +Vorderrand zeigt gewöhnlich einen mehr oder weniger tiefen Ausschnitt, +am Außenrand ragt ein kurzer, stark verdickter, breiter Fortsatz +mit zwei Gelenkflächen vor, wovon die vordere zur Aufnahme der +länglichen, in der Mitte etwas eingeschnürten, proximal verdickten +und verbreiterten ~Scapula~, die hintere für den kurzen stämmigen +~Humerus~ bestimmt ist. Der proximal verdickte Humerus (Fig. 369, +370) gelenkt zum größten Teil mit dem Coracoid zum kleineren mit der +Scapula, distal ist er abgeplattet und mit zwei, seltener mit drei +Facetten versehen, von denen die vordere den Radius, die hintere die +Ulna und im letzteren Falle die mittlere, das Intermedium, aufnimmt. + +~Radius~ und ~Ulna~, die bei triasischen Gattungen noch relativ +gestreckte median eingeschnürte Elemente darstellen, sind bei den +späteren Formen polygonale oder rundliche Knochenplatten (Fig. 370, +369). Die zwei folgenden Querreihen kleiner, meist polygonaler oder +rundlicher Platten werden dem ~Carpus~ (in der proximalen Reihe häufig +ein ulnares, seltener auch ein radiales Sesambein -- Pisiforme), die +dritte dem ~Metacarpus~ zugeschrieben, an welchem 3-5 Längsreihen +ebensolcher Knöchelchen beginnen, welche gegen das Ende der Paddel +immer kleiner werden. Durch dichotome Spaltung einzelner Strahlen +kann die Zahl der Finger auf 8-10 erhöht werden. Die Menge der +eine solche Paddel zusammensetzenden Täfelchen ist sehr wechselnd, +kann aber mehr als 100 betragen. Häufig bemerkt man am Radius und +den folgenden Platten des Vorderrandes einen tiefen Einschnitt. Je +nachdem in der distalen Reihe des Carpus mit dem Intermedium ~ein~ +oder ~zwei Centralia gelenken~ unterscheidet man ~Longipinnati~ oder +~Latipinnati~ Ichthyosaurier. + +Am ~Beckengürtel~ (Fig. 371) sind bei den triasischen Formen +(Mixosaurus, Cymbospondylus) Pubis und Ischium breite, ansehnliche +Platten, von denen ersteres meist das Foramen obturatorium aufzeigt, +bei den jüngeren Gattungen (Ichthyosaurus) hingegen sind diese +beiden Elemente beträchtlich reduziert, und bei einigen Arten, z. B. +Ophthalmosaurus, verschmelzen sie völlig miteinander. Das Ilium ist +ein mehr oder weniger schlanker Knochen, der, da weder Sacralwirbel +noch Sacralrippen existieren, frei im Fleisch steckt. Die Hinterpaddel +ist ähnlich wie die vordere gebaut, nur bei den späteren Formen +kleiner und schwächer (ausgenommen ¡I. longirostris¡). + +[Illustration: Fig. 372. + +Skelett von ¡Ichthyosaurus quadriscissus¡ Quenst. zeigt den Umriß der +(etwas beschädigten) Rücken- und Schwanzflosse. Ob. Lias. Holzmaden, +Württemberg. (Nach ~Eb. Fraas~.)] + +Die Ichthyosaurier waren nackthäutige Reptilien mit hoher, fleischiger +Rückenflosse und bedeutend größerer Schwanzflosse (Fig. 372). Die +polygonalen Knochenplatten der paarigen Paddeln lagen in sehr +muskulöser Haut, welche, distal sich zuspitzend, ziemlich weit über +das Skelett vorragte. Der Paddelvorderrand war mit Hornschuppen +bekleidet. + +Die mehr oder weniger gesellig lebenden Ichthyosaurier finden sich +im marinen Mesozoicum, sie treten zuerst im unteren Muschelkalk +auf, finden sich im Lias (England, Süddeutschland) in erstaunlicher +Fülle und Formenreichtum, wo einzelne Arten eine Länge von über 10 m +erreichen, werden auffallend selten in Dogger, um dann gegen Schluß +des oberen Jura und im Neocom-Gault erneuten Aufschwung zu nehmen. +Die aus späteren cretaceischen oder dem Tertiär beschriebenen Reste +sind teils, abgesehen von einem Schnauzenfragment aus der Scaglia +(oberer Kreide) der Emilia (Italien), mangelhaft, teils unvollständig +beschrieben, teils (Miocän von Malta) höchst problematisch. + +¿Mixosaurus¿ Baur (Fig. 370). Verhältnismäßig kleine (bis ca. 1 +m) Tiere mit leicht abgebogenem, nicht geknicktem Schwanzende. +Schwanzwirbel mit Y-ähnlichen Chevrons. Episternum dreiseitig. Radius +und Ulna, Tibia und Fibula verhältnismäßig gestreckt. Vorderextremität +beträchtlich größer als die Hinterextremität. Pubis und Ischium +plattenförmig. Schädel im Verhältnis zum Körper groß. Augen groß. +Zähne mehr oder weniger dichtstehend in Alveolen. Rippen ? einköpfig +(bei J. Nordenskiöldi die vorderen Wirbel zweiköpfig). Obere +alpine Trias (? Wengener). Südalpen. Mittlere Trias, Spitzbergen. +Hierher dürften auch die wenigen Reste aus dem unteren Muschelkalk +Süddeutschlands (M. atavus Quenst.) gehören. + +¿Phalarodon¿ Merriam. Zähne in Alveolen. Vordere konisch, hintere +zusammengepreßt. Verwandt mit M. atavus. Mittl. Trias. Nevada. + +¿Cymbospondylus¿ Leidy (Fig. 371 a), em. Merriam. Große Formen. +Schädel über 1 m lang, Schwanzende nur leicht abgebogen. +Vorderextremität kaum größer als die Hinterextremität. Humerus, Radius +und Ulna gestreckt. Pubis und Ischium plattenförmig. Die vorderen +Rückenrippen zweiköpfig, die hinteren einköpfig. Augen relativ klein. +Zähne zahlreich, teilweise in Alveolen. Mittlere Trias. Nevada. + +¿Toretocnemus¿ Merriam. Rückenrippen zweiköpfig. Hinterextremität +nahezu so groß wie die Vorderextremität. Radius und Ulna, Tibia und +Fibula gestreckt. Obere Trias. Californien. + +¿Merriamia¿ Boulenger. Rückenrippen einköpfig. Coracoid ohne +Einschnitt. Hinterextremität kleiner als die vordere. Obere Trias. +Californien. + +¿Delphinosaurus¿ Merriam. Obere Trias. Nordamerika. + +¿Shastasaurus¿ Merriam. Nur die vorderen Rückenrippen zweiköpfig. +Humerus, Radius und Ulna relativ stark verkürzt. Hinterextremität sehr +klein. Obere Trias. Californien. + +¿Pessosaurus¿ Wiman. Mittlere Trias. Spitzbergen. + +? ¿Pessopteryx¿ Wiman. Zähne pflasterartig. Wurzel mit Schmelzfalten. +Mittlere Trias. Spitzbergen. + +¿Ichthyosaurus¿ König (Fig. 362, 363-369, 372, 371 b). Rumpfrippen +zweiköpfig, Schwanzrippen einköpfig. Schwanzende geknickt. Episternum +T-förmig. Pubis und Ischium stark reduziert. Radius und Ulna, Tibia +und Fibula gewöhnlich sehr klein, in gegenseitigem Kontakt. Augen sehr +groß. Zähne zahlreich in einer gemeinsamen tiefen Rinne eingelassen. +Obere Trias bis Kreide. Das Hauptlager für Ichthyosaurier ist der +Lias, und zwar finden sich die schönsten Skelette im unteren Lias von +England (Lyme Regis), im oberen Lias von Yorkshire (England), Calvados +und ganz besonders im oberen Lias von Württemberg (Boll, Holzmaden) +und Franken (Banz, Altdorf); ferner wird Ichthyosaurus aus oberen +weißen Jura von Bayern, Frankreich, England, Südamerika angeführt. Die +weiteste Verbreitung erreicht Ichthyosaurus in der Kreide (Neocom, +Gault), wo er nicht nur aus Europa, sondern auch aus Indien, von +Ceram, von Australien, Neuseeland, Patagonien genannt wird. + +¿Baptanodon¿ Marsh. Zähne in der Zahl reduziert, aber sich auf die +ganze Kieferlänge erstreckend. Claviculae miteinander verschmolzen. +Humerus distal mit drei Gelenkfacetten, welche mit drei unregelmäßig +polygonalen Elementen gelenken. Alle übrigen Knöchelchen der Paddel +mehr oder weniger gerundet und durch Knorpel zusammengehalten. Oberer +Jura. Nordamerika. + +¿Opthalmosaurus¿ Seeley. Augen sehr groß. Zähne klein, leicht +befestigt und nur auf die vorderen Teile der Kiefer beschränkt. +Claviculae durch Sutur miteinander verbunden. Episternum T-förmig. +Vorderextremität ähnlich Baptanodon. Hinterextremität klein, Femur mit +zwei distalen Gelenkflächen. Das mit dem Ischium verschmolzene Pubis +mit Foramen obturat. Oberer Jura bis untere Kreide. England. + + +5. Ordnung. #Sauropterygia.# Owen.[97] + +~Der eidechsenähnliche Körper (ausgenommen die Placodontier) mit +langem Hals und kurzem Schwanz. Extremitäten fünfzehig, mehr oder +weniger paddelartig. Schädel klein mit Foramen parietale und einem +Paar großer oberer Schläfenöffnungen. Äußere Nasenlöcher getrennt. +Quadratum unbeweglich mit dem Schädel verbunden. Gaumendach mehr +oder weniger geschlossen, Pterygoidea sehr groß, in der Mitte +sich vereinigend. Zähne zugespitzt, in Alveolen. Wirbel mäßig +amphicöl-platycöl. Halsrippen nur mit den Wirbelkörpern, nie mit den +oberen Bogen gelenkend. Rückenrippen einköpfig. Bauchrippen zwischen +den mächtigen Extremitätengürteln sehr kräftig entwickelt. Sacrum +mit zwei bis sechs Wirbeln. Brustgürtel ohne knöchernes Sternum. +Nackthäutig.~ Trias. -- Obere Kreide. + +Die geologische Verbreitung der Sauropterygier erstreckt sich über +~Trias~, ~Jura~ und ~Kreide~. Aus dem Vorkommen ihrer Überreste in +marinen Schichten und aus der ganzen Organisation läßt sich schließen, +daß sie zumeist auf den Aufenthalt im Meere angewiesen waren. Die +Sauropterygier ¡s. str.¡ zerfallen in 1. ~Nothosauridae~ und 2. +~Plesiosauridae~, zu denen die in ihrem Skelett noch unvollständig +bekannten Placodontidae kommen dürften. Die Nothosauridae gehören +ausschließlich der Trias an; einige von ihnen scheinen, wie der +zierliche Neusticosaurus, in der Hauptsache Landbewohner gewesen zu +sein, andere, deren Extremitäten, wie z. B. bei Lariosaurus, nicht +nur zum Schwimmen dienlich waren, sondern auch die Möglichkeit +der Fortbewegung auf dem Lande gestatteten, dürften Bewohner des +Strandes oder der Küste darstellen, während sich manche (Nothosaurus) +schon bereits mehr dem Wasserleben angepaßt zeigen. Das letztere +ist in weit höherem Maße bei den Plesiosauridae der Fall, ihre +Extremitäten sind als kräftige Ruderpaddeln ausgebildet und dürften +kaum mehr zu einer Bewegung auf dem Lande gedient haben. Die Reste +der Sauropterygier sind von der oberen Trias an bis zur oberen +Kreide aus allen Weltteilen bekannt geworden. Die mehr langlebigen +Plesiosaurier und die nur auf die Trias beschränkten Nothosaurier sind +einander nahe verwandt, in mancher Beziehung, wie z. B. im Bau der +Schädelunterseite, sind aber die letzteren vollkommener organisiert +als die Plesiosaurier. Aller Wahrscheinlichkeit nach lassen sich beide +Familien auf eine gemeinsame Stammform zurückführen. + +Die hier als Anhang angeführten Mesosauridae sind infolge ihres +ungenügend bekannten Schädels im System noch unsicher, der Bau +der Wirbel und der Extremitätengürtel zeigt indessen mit gewissen +Nothosauridae (Proneusticosaurus) viele gemeinsame Merkmale. + + +1. Familie. #Nothosauridae.# + +¡Extremitäten noch mit den Merkmalen von Gehfüßen mit verlängertem +Radius und Ulna, Tibia und Fibula; fünfzehig. Brustgürtel mit großen +Claviculae. Coracoidea mäßig groß, nicht mit den Scapulae bzw. dem +Episternum verbunden.¡ Trias. + +¿Nothosaurus¿ Münster (¡Opeosaurus¡ H. v. M.) (Fig. 373, 374, 375, +376, 377). ~Schädel~ langgestreckt, vorne etwas verschmälert (bei +N. mirabilis bis 35 cm, bei anderen Formen 65 cm bis 1 m lang), +niedrig gebaut, mit einem Paar großer (oberer) Schläfenlöcher, die +durch das schmale, unpaare vom Scheitelloch durchbohrte Parietale +getrennt werden. Von den Schläfenlöchern durch Postorbitale und +Postfrontale getrennt liegen etwas vor der Mitte die relativ kleinen, +ovalen, durch das gleichfalls unpaare Frontale geschiedenen Augen +(ohne Scleroticaring) und nicht weit vor denselben die Nasenlöcher. +Die Nasalia sind paarig entwickelt, die beiden Prämaxillaria bilden +die etwas verlängerte Schnauze. Dem Maxillare fällt mit dem kleinen +Präfrontale die vordere Begrenzung der Augen und mit dem sich +nach oben und rückwärts sich anschließenden Jugale auch die untere +Begrenzung zu; nach rückwärts ist es in einen Fortsatz, den ? Rest +des unteren Schläfenbogens, ausgezogen. Die den Schläfenbogen +nach unten abschließende Knochenspange wird vom Postorbitale und +einem Fortsatz des Squamosum gebildet, welch letzteres auch die +äußere hintere Ecke des Schädels bildet und nach abwärts in das die +Gelenkung mit dem Unterkiefer vermittelnde Quadratum übergeht. Auf +der Unterseite erreichen Pterygoidea und Palatina eine stattliche +Größe und bilden mit den kleinen Transversa und den beiden Vomera, +die auch verschmelzen können, ein geschlossenes Gaumendach, das weit +vorne von den getrennten Choanen durchbrochen wird. Die Kiefer sind +mit konischen, etwas gekrümmten und gerieften, thecodonten Zähnen +versehen, wovon sich die am vorderen Teile der Schnauze befindlichen +und einige des Maxillare durch ansehnliche Größe auszeichnen. + +[Illustration: Fig. 373. + +¡Nothosaurus mirabilis¡ Münster. ob. Muschelkalk. Bayreuth. (Nach +~Quenstedt~ u. ~H. v. Meyer~ ergänzt). ¡A¡ von oben. ¡B¡ von +der Seite. ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡N¡ Nasale, ¡F¡ +Frontale, ¡P¡ Parietale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Po¡ +Postorbitale, ¡Sq¡ Squamosum, ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡PO¡ Pterygoid, +¡Tr¡ Transversum, ¡Pa¡ Palatinum, ¡V¡ Vomer, ¡Na¡ Nasenlöcher, ¡O¡ +Augen, ¡S¡ Schläfenlöcher, ¡Ch¡ Choanen, ¡Fp¡ Foramen parietale.] + +[Illustration: Fig. 374. + +Zahn von ¡Nothosaurus mirabilis¡ H. v. Meyer. Muschelkalk. Bayreuth. +(Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 375. + +Körper eines Halswirbels von ¡Nothosaurus¡. (nat. Gr.) ¡b¡ von der +Seite, ¡a¡ von oben. Muschelkalk. Bayreuth.] + +Die platycölen, eingeschnürten Zentra der Wirbel sind mit den Bögen, +die relativ hohe Dornfortsätze tragen, durch Naht verbunden, sie +trennen sich leicht von denselben, wobei auf der Dorsalseite der +Zentra eine kreuzförmige Zeichnung entsteht (Fig. 375). Der lange Hals +enthält ca. 22 Wirbel, die mit Ausnahme des Atlas und Epistropheus +kurze, hakenförmige, ~zweiköpfige~, nur mit dem Wirbelkörper +gelenkende Rippen tragen, an den (20-?30) Rückenwirbeln gehen die +~einköpfigen~ Rippen von kräftigen Diapophysen der oberen Bogen aus; +an den Schwanzwirbeln, die außerdem ventral zwei Höcker zur Gelenkung +mit den unteren Bogen besitzen, rücken die ~einfachen~ Querfortsätze +wieder auf das Zentrum. Die Zahl der Beckenwirbel ist unsicher (? 2-3). + +[Illustration: Fig. 376. + +¡Nothosaurus mirabilis¡ Mst. Muschelkalk. Bayreuth. ¡a¡ die vier +vordersten Halswirbel, ¡b¡ zwei Rückenwirbel, ¡c¡ drei Schwanzwirbel. +1/2 nat. Gr. (Nach ~H. v. Meyer~.)] + +[Illustration: Fig. 377. + +Brustgürtel von ¡Nothosaurus mirabilis¡ Mstr. Dorsalansicht. +Muschelkalk. Bayreuth. 1/4 nat. Gr. ¡icl¡ Episternum, ¡cl¡ +Schlüsselbein (Clavicula), ¡sc¡ Schulterblatt (Scapula), ¡cor¡ +Fortsatz des Coracoides.] + +Die kräftigen Bauchrippen bestehen aus einem winklig gebogenen +Mittelstück, dessen Schenkel nach hinten spitz auslaufen, und je einem +zwischen letztere sich einschaltenden Seitenstück. Im Brustgürtel +schließen die inneren Enden (Fig. 377) der starken Claviculae das +kleine ovale Episternum ein und heften sich mittels Naht an den +stämmigen ventralen Abschnitt der Scapula, von deren verdicktem +Gelenkende ein aufwärts und rückwärts gerichteter Dorsalfortsatz +ausgeht. Die großen abgeplatteten Coracoidea senden am Vorderrand +einen breiten abgestutzten Fortsatz aus. Zwischen den Coracoidea +und dem Episternum befindet sich ein großer leerer Raum, welcher zu +Lebzeiten des Tieres vielleicht von einem knorpeligen Procoracoid +ausgefüllt war. Der gekrümmte, ziemlich lange Humerus ist von dem +Foramen entepicondyloideum durchbohrt. Die beiden Vorderarmknochen +sind ziemlich lang und schlank, die 4-5 Metacarpalia längliche, in der +Mitte eingeschnürte Knochen. Zahl der Carpalia und Phalangen nicht +genauer bekannt. + +Die ebenso wie der Schultergürtel sehr kräftigen, aber gegenseitig +weniger fest verbundenen Elemente des Beckengürtels finden sich +meist nicht mehr im Zusammenhang sondern isoliert, sie sind proximal +ziemlich dicke, distal mehr oder weniger verbreiterte Elemente; das +Pubis besitzt neben der proximalen Gelenkfläche am Vorderrand einen +Ausschnitt oder ein Foramen. Der Femur ist länger und schlanker +als der Humerus, fast gerade, an beiden Enden mäßig verdickt, mit +gewölbten Endflächen. Von sonstigen Hinterfußknochen ist wenig +bekannt. + +Die Gattung ¡Nothosaurus¡ ist auf die Trias beschränkt, die ältesten +seltenen Reste finden sich im Buntsandstein von Sulzbad in den +Vogesen, sie wird etwas häufiger im unteren Muschelkalk (¡subg. +Eurysaurus¡ Frech) und erreicht im oberen Muschelkalk und der +Lettenkohle ihre Hauptverbreitung. In der Hauptsache zeigt sie sich +in der germanischen Trias. Die in gleichalterigen Ablagerungen der +Alpen gefundenen Reste sind für eine exakte Identifizierung zu +unvollständig. ¡N. mirabilis¡ Mstr. war mindestens 3 m lang. + +¿Cymatosaurus¿ v. Fritsch. Unterer Muschelkalk. Schlesien. Thüringen. + +¿Lamprosaurus.¿ ¡Conchiosaurus¡ H. v. M. Muschelkalk. + +¿Pistosaurus¿ H. v. Meyer. Nur der Schädel mit der spitz zulaufenden, +von den Prämaxillaria gebildeten Schnauze bekannt. Nasenlöcher klein, +von Maxillare und Prämaxillare eingeschlossen. Nasalia klein, nach +hinten geschoben. Gaumendach mit einem unpaaren Foramen zwischen den +Prämaxillaria und Vomera. Oberer Muschelkalk. Bayreuth. + +¿Simosaurus¿ H. v. Meyer. (Fig. 378) Schädel breit, niedrig, mit +gerundeter Schnauze; Zähne kräftig, stumpfkonisch gerieft. Transversa +sehr groß. Oberer Muschelkalk und Lettenkohle. + +[Illustration: Fig. 378. + +¡Simosaurus Gaillardoti¡ H. v. M. Ob. Muschelkalk. Crailsheim. ¡A¡ +Schädel von oben. ¡B¡ von unten. ¡Na¡ Nasenöffnungen, ¡O¡ Augen, ¡S¡ +Schläfenlöcher, ¡N¡ Nasale, ¡Pn¡ Postnasale, ¡Pmx¡ Prämaxillare, +¡Mx¡ Maxillare, ¡F¡ Frontale, ¡P¡ Parietale mit Foram. par., ¡Fp. +Prf.¡ Prae = ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡J¡ Jugale, ¡Po¡ Postorbitale, ¡Sq¡ +Squamosum, ¡Q¡ Quadratum, ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡Eo¡ Exoccipitale +laterale, ¡So¡ Supraoccipitale, ¡Op¡ Opisthoticum, ¡V¡ Vomer, ¡Pa¡ +Palatin, ¡Pt¡ Pterygoid, ¡Tr¡ Transversum. 1/6 nat. Gr. (Nach +~Jaekel~.)] + +¿Partanosaurus¿, ¿Microleptosaurus¿ Skuphos. Alpine Trias +(Partnachschichten) Vorarlberg. + +¿Anarosaurus¿ Dames. Schläfenlöcher sehr klein. Ca. 24 Halswirbel, +ca. 26 Rückenwirbel. Mindestens 3 Sacralwirbel. Muschelkalk. Provinz +Sachsen. + +¿Lariosaurus¿ Cur. (¡Macromerosaurus¡ Curioni) (Fig. 379). Kleine, +20 bis 90 cm lange, eidechsenähnliche Saurier mit langem (ca. 20-21 +Wirbel) Hals, gedrungenem Rumpf (ca. 24-26 Wirbel) und kräftigen +fünfzehigen Gehfüßen. 5 Sacralwirbel, ca. 40 Schwanzwirbel. +Halsrippen kurz, beilförmig, zweiköpfig. Rumpfrippen einköpfig, stark +gebogen. Die Dornfortsätze niedrig. Bauchrippen aus drei Elementen +zusammengesetzt. Carpus in der proximalen Reihe mit zwei, in der +distalen mit fünf kleinen Knöchelchen. Fünf längliche Metacarpalia. +Phalangen kurz, eidechsenähnlich. Hinterextremität schlank, länger +als die Vorderextremität. In der proximalen Reihe des Tarsus +zwei querverlängerte, scheibenförmige Knochen besonders groß. +¡Macromerosaurus¡ stellt offenbar die Jugendformen von ¡Lariosaurus¡ +dar. Die Unterseite eines solchen Exemplars zeigt das Gaumendach noch +nicht in dem Maße geschlossen wie bei ¡Nothosaurus¡ und läßt die +inneren Augenöffnungen noch unbedeckt. ¡Lariosaurus¡ dürfte deshalb +und auf Grund der noch sehr eidechsenähnlichen Extremitäten einen +ursprünglichen Vertreter der Nothosauriden darstellen. Alpine Trias (? +Wengener). Lombardei. + +[Illustration: Fig. 379. + +¡Lariosaurus Balsami¡ Curioni. ? Wengener Schichten. Perledo am +Comersee. 1/8 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 380. + +¡Plesiosaurus Hawkinsi¡ Owen. Nahezu vollständiges Skelett (von 5 +Fuß 8 Zoll Länge) aus dem unteren Lias von Lyme Regis. Dorset. +(Nach ~Hawkins~.)] + +¿Proneusticosaurus¿ Volz. Die platycölen Wirbel tönnchenförmig, mit +gedrungenem oberen Bogen, niederem Dornfortsatz und kurzer Diapophyse. +Wahrscheinlich sechs Sacralwirbel. Bauchrippen aus einem Mittelstück +und zwei Paar Seitenstücken bestehend. Extremitäten fünfzehig, dem +Wasserleben angepaßt. Unterer Muschelkalk. Schlesien. + +¿Dactylosaurus¿ Gürich, ¿Doliovertebra¿ v. Huene. Unterer Muschelkalk. + +¿Neusticosaurus¿ Seeley (¿Pachypleura¿ Curioni). Eidechsenartig, +klein, 16-35 cm groß, mit kurzem, 16 Wirbel zählendem Hals, 23 +präsacralen und 3 Sacralwirbeln. Lettenkohle. Schwaben. Alpine Trias +(? Wengener Schichten). Lombardei. + + +2. Familie. #Plesiosauridae.# + +¡Extremitäten paddelartig. Vorderarm und Vorderfußknochen stark +verkürzt und die fünf Finger durch überzählige Plättchen vermehrt. +Claviculae und Episternum auf Kosten der Scapulae reduziert, +die eine gegenseitige Verbindung bzw. eine Vereinigung mit den +vorderen Fortsätzen der großen plattenförmigen, in der Symphyse +zusammenstoßenden Coracoidea erstreben, welch letztere außerdem auch +noch mit den Claviculae und Episternum sich vereinigen können.¡ Trias +bis Kreide. + +¿Plesiosaurus¿ Conybeare (Fig. 380 u. 381). ~Schädel~ klein mit kurzer +Schnauze. Augen rundlich, ungefähr in der Mitte der Schädellänge. Die +großen Schläfenlöcher unregelmäßig vierseitig. Äußere Nasenlöcher +klein, dicht vor den Augen. Parietalia gering entwickelt, kammartig +aneinander gefügt mit kleinem Foramen parietale. Squamosum sehr groß, +unten von dem kleinen aber kräftigen Quadratum begrenzt, nach vorne +mit dem Postorbitale die untere Begrenzung des Schläfenbogens bildend. +Gaumen ~nicht~ vollständig geschlossen (im Gegensatz zu Nothosaurus) +sondern einzelne Lücken freilassend. Unterkiefer in der kurzen +Symphyse fest verschmolzen. Zähne zugespitzt, konisch, schlank, fein +gestreift bis tief gefurcht, in tiefen Alveolen; oben und unten in +einer Reihe, vorne meist einige größere. + +[Illustration: Fig. 381. + +¡Plesiosaurus macrocephalus¡, Buckland. Unt. Lias v. Lyme Regis. +Schädel von der Seite. Nach ~Andrews~ u. ~A. S. Woodward~. ¡S¡ +Schläfenloch, ¡O¡ Augenöffnung, * Lage der äußeren Nasenlöcher, ¡Sq¡ +Squamosum, ¡Q¡ Quadratum, ¡P¡ Parietale, ¡Po¡ Postorbitale, ¡J¡ +Jugale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Ag¡ +Angulare. 1/6 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 382. + +Brustgürtel von ¡Plesiosaurus Hawkinsi¡ Owen. Unt. Lias von +Dorsetshire. Von der Ventralseite nach ~Lydekker~ u. ~Fürbringer~. +Verkl. ¡Est¡ Mittelstücke (Episternum Claviculae), ¡Sc¡ Scapula, ¡Co¡ +Coracoid. Stark verkleinert.] + +~Hals~ auffallend lang, zuweilen die Länge der ganzen übrigen +Wirbelsäule erreichend, je nach den Arten aus ca. 30-40 Wirbeln +zusammengesetzt. Wirbelkörper kurz, flach platycöl, seitlich +eingeschnürt. Die oberen Bogen verhalten sich zu ihnen wie bei +Nothosaurus. Zentrum des Atlas mit stumpfer dicker, Epistropheus +mit etwas größerer Rippe, die übrigen Centra der Halswirbel mit +zuerst beilförmigen, später gestreckten, zweiköpfigen Rippen. Bei +den vorderen Rückenwirbeln (Brustwirbel) die Querfortsätze auf den +Zentren allmählich zum oberen Bogen rückend. Hintere Rückenwirbel +mit einköpfigen, vom oberen Bogen ausgehenden Rippen. Die zwei +Sacralwirbel mit kürzeren Querfortsätzen und distal verbreiterten +Rippen. Der relativ kurze gedrungene Schwanz kann bis über 40 +Wirbel erreichen, die mit Ausnahme der hinteren, kurze, vom Zentrum +ausgehende einköpfige Rippen und ventral nicht verschmelzende +Hämapophysen tragen. Bauchrippen sehr kräftig aus einem Mittelstück +und jederseits aus ? 1, 2-5 Seitenstücken bestehend. + +Am ~Brustgürtel~ (Fig. 382) zeichnen sich die ~Coracoidea~ durch +ansehnliche Größe aus; sie sind länger als breit, tafelförmig und +stoßen in der Mittellinie geradlinig zusammen. Nach vorne sind sie in +einen Fortsatz ausgezogen, der mit dem Mittelstück bezw. dem vorderen +Schenkel der Scapula in Verbindung tritt. Ein eigentliches Brustbein +fehlt, dagegen bildet ein einheitliches oder aus drei Elementen (ein +mittleres und zwei seitliche) bestehendes ~Mittelstück~, das dem +~Episternum~ und dem ~Claviculae~ entspricht, den vorderen Abschluß +des Brustgürtels. Die anfänglich schwache, von oben und hinten, nach +unten und vorne verlaufende ~Scapula~ teilt sich in einen hinteren mit +dem Coracoid sich fest verbindenden Schenkel und bildet die Gelenkung +für den Humerus, während ihr vorderer, medial gerichteter Schenkel (? +Procoracoid) mit dem Mittelstück oder (bei Thaumatosaurus) mit dem +vorderen Fortsatz des Coracoids sich vereinigt. + +Humerus stämmig, distal verbreitert und abgeplattet mit zwei winklig +zusammenstoßenden Facetten für die kurze plattige Ulna und dem +ebensolchen Radius. Die 7-10 Carpalia in zwei Reihen, sie tragen +fünf schlanke, in der Mitte verdünnte Metacarpalia, die sich von den +darauf folgenden, in ihrer Zahl sehr unkonstanten Phalangen wenig +unterscheiden. Der dritte und vierte Finger ist stets der längste. Die +Hinterfüße gleichen in jeder Hinsicht den Vorderfüßen. Wahrscheinlich +waren die Extremitäten mit einer knorpeligen Schwimmhaut umgeben. Am +Becken das plattenförmige Pubis und das in der Mitte eingeschnürte +Ischium ein Foramen obturatorium umschließend und in der Symphyse +vollständig oder größtenteils verwachsen. Ilium meist von der Bildung +des Acetabulum femoris ausgeschlossen. + +Die Gattung ¡Plesiosaurus¡ läßt sich bis in das Rhät, vielleicht schon +in den Muschelkalk zurückverfolgen und findet ihre Hauptverbreitung im +~Lias~. Im unteren Lias von Lyme Regis in England kommen prachtvoll +erhaltene Skelette von ¡P. dolichodeirus¡ Conyb. (3 m lang) und +¡P. Congbeari¡ Sollas (5 m lang), vor. Auch im oberen Lias von +Yorkshire, von Banz in Franken und Holzmaden in Württemberg finden +sich Reste. Von letzterer Lokalität befindet sich im Berliner Museum +für Naturkunde und im Naturalienkabinett in Stuttgart je ein ganzes +Skelett von ¡P. Guilelmi imperatoris¡ Dames. Auch aus der unteren +Kreide werden von verschiedenen Punkten Europas ¡Plesiosaurus¡ +genannt. Es handelt sich hier fast durchwegs um isolierte Wirbel, die +teilweise zu anderen Gattungen der Familie gehören, teilweise aber +auch wie ¡P. Degenhardti¡ Koken (Wealden) sich mit ¡Plesiosaurus¡ +identifizieren lassen. + +¿Thaumatosaurus¿ H. v. Meyer em. Lydekker (¡Rhomaleosaurus¡ Seeley) +(Fig. 383). Sehr nahe verwandt mit ¡Plesiosaurus¡, aber Schädel +relativ sehr groß, Unterkiefersymphyse kurz, Hals verhältnismäßig kurz +(25-27 Wirbel). Unterer Lias bis Oberer Jura. Europa, Indien. + +[Illustration: Fig. 383. + +¡Thaumatosaurus victor¡ E. Fraas. Ob. Lias v. Holzmaden. Schädel +von unten. ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡Ps¡ Rostrum, ¡Q¡ Quadratum, ¡Pt¡ +Pterygoid, ¡Tr¡ Transversum, ¡Pa¡ Palatinum, ¡V¡ Vomer, ¡Mx¡ +Maxillare, ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Ch¡ Choanen. 1/6 nat. Gr. Nach ~E. +Fraas~.] + +¿Eretmosaurus¿ Seeley. Hinterer und vorderer Schenkel der Scapula mit +dem Coracoid fest verwachsen. Unterer Lias. England. + +¿Colymbosaurus¿ Seeley. Oberer Jura von Frankreich und England. + +¿Muraenosaurus¿ Seeley. Schädel klein, kurz und breit. Der dritte, +vierte und fünfte Maxillarzahn größer. Untersymphyse kurz. Ca. +44 Halswirbel. Episternum wohl entwickelt. Claviculae reduziert. +Vorderextremität etwas größer als die hintere. Unterer oberer Jura. +England. + +¿Cryptocleidus¿ Seeley. Ähnlich ¡Plesiosaurus¡ aber durchaus nur mit +einköpfigen Rippen. Ca. 32 Halswirbel und ca. 25 Rückenwirbel. ? 3-4 +Sacralwirbel. Bauchrippen aus einem mittleren und je drei seitlichen +Stücken zusammengesetzt. Am Brustgürtel das Mittelstück aus zwei +kleinen dreiseitigen (Claviculae) und zuweilen einem rudimentären +Episternum bestehend, an ~ausgewachsenen~ Individuen der in der Jugend +noch getrennte vordere Schenkel der Scapula den vorderen Fortsatz des +Coracoids erreichend. Oxford. (Unterer oberer Jura.) England. + +¿Tricleidus¿ Andrews. Schädel kurz, breit. Zähne lang, schlank, scharf +zugespitzt, 5 am Prämaxillare, 15 am Maxillare, am Maxillare größere, +26 Präsacralwirbel mit konkaven Zentren. Am Schultergürtel Mittelstück +aus großem Episternum und ebensolchen Claviculae bestehend. Humerus +außer mit Radius und Ulna noch mit einem Pisiforme und einem kleinen +akzessorischen Knochen gelenkend. Unterer oberer Jura. England. + +¿Picrocleidus¿ Andrews. Über 39 Halswirbel mit einköpfigen Rippen. +Schultergürtel mit kleinem Episternum und dünnen blattartigen +Claviculae. Humerus nur mit Radius und Ulna gelenkend. Unterer oberer +Jura. England. + +¿Microcleidus¿ Watson. Schädel klein, Hals sehr lang aus 40 +Wirbeln mit zweiköpfigen Rippen. 32 Rückenwirbel mit sehr hohen +Dornfortsätzen. Brustgürtel ähnlich ¡Cryptocleidus¡, ohne Episternum +mit zwei kleinen Claviculae. Drei Sacralwirbel. Radius und Ulna lang. +Oberer Lias. England. + +¿Stenarosaurus¿ Watson. Oberer Lias. England. + +¿Cimoliasaurus¿, ¿Oligosimus¿, ¿Piratosaurus¿, ¿Brimosaurus¿ Leidy, +¿Piptomerus¿, ¿Orophosaurus¿, ¿Embaphias¿, ¿Taphrosaurus¿, ¿Uronautes¿ +Cope, ¿Manisaurus¿ Hector, sind meist nur auf ungenügende Reste +hin aufgestellt und finden sich selten in der unteren, meist in +der mittleren und oberen Kreide von Europa, Nord- und Südamerika, +Australien und Neuseeland. + +[Illustration: Fig. 384. + +Brustgürtel von ¡Elasmosaurus platyurus¡ Cope. Kreide von Kansas. +¡cor¡ Coracoid, ¡sc¡ Scapula. Die schattierten Teile sind nicht +erhalten. Stark verkleinert. (Nach ~Cope~.)] + +[Illustration: Fig. 385. + +Zahn von ¡Polyptychodon interruptus¡ Owen. Grünsand. Kelheim. Nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 386. + +Zahn von ¡Pliosaurus grandis¡ Owen. 1/4 nat. Gr. Ob. Jura. Kimmeridge. +Dorset. (Nach ~R. Owen~.)] + +¿Pliosaurus¿ Owen (¿Ischyrodon¿ H. v. M., ¿Peloneustes¿ Lydd., +¿Liopleurodon¿ Sauvage, ¿Spondylosaurus¿ Fischer) (Fig. 386). Saurier +von riesenhaften Dimensionen mit verhältnismäßig großem niedrigem +Kopf (bis 1,3 m lang), kurzem Hals und sehr langer Symphyse der +Unterkiefer. Auf den Kiefern jederseits eine Reihe (bis 35) von +mächtigen, in der oberen Hälfte häufig dreikantigen, bis 25 cm langen, +in Alveolen stehenden Zähnen. Die ca. 20 kurzen, scheibenförmigen +Wirbelkörper des Halses mit zwei Gelenkfacetten. Extremitätengürtel +ähnlich ¡Plesiosaurus¡. Lias bis Oberster Jura. England, Frankreich, +Schweiz, Bayern (Kelheim), Rußland, Indien. + +¿Simolestes¿ Andrews. Schädel breit, kurzschnauzig, Zähne ungekielt, +ca. 26 auf jeder Seite; 5 oder 6 vordere auf der ausgedehnten Symphyse +vergrößert. Hals aus 20 Wirbeln mit zweiköpfigen Rippen. Unterer +oberer Jura. England. + +¿Megalneusaurus¿ Knight. Vorderextremität über 2 m lang, Radius +und Ulna sowie die erste Reihe des Carpus polygonale miteinander +gelenkende Platten. Oberer Jura. Wyoming. + +¿Elasmosaurus¿ Cope (Fig. 384). Ein Skelett im Museum von Philadelphia +mißt über 13 m Länge. Unterkiefersymphyse kurz. Die oberen Bögen der +Wirbel sind mit dem Zentrum verschmolzen, die 60-76 Halswirbel länger +als hoch mit kurzen, einköpfigen Rippen. Die Chevrons gelenken mit den +Schwanzwirbeln. Schultergürtel ähnlich Cryptocleidus. Obere Kreide. +Nordamerika. + +¿Trinacromerum¿ Cragin (¿Dolichorhynchus¿ Williston). Kopf groß, +langschnauzig. Augen mit Scleroticaring. Symphyse der Unterkiefer sehr +lang. Zähne klein, zahlreich. Vomer sehr groß. Innere Nasenlöcher +klein, von Vomer und Palatin eingeschlossen. Der 19 bis ca. 23 +Wirbel zählende Hals nur wenig länger als der Kopf mit einköpfigen +Rippen, ca. 30 Rückenwirbel. 3 Sacralwirbel. Episternum und Clavicula +selbständig, nicht miteinander verschmolzen, die Clavicula mit dem +vorderen Fortsatz des Coracoids gelenkend. Obere Kreide von Kansas. + +¿Polycotylus¿ Cope. Nahe verwandt, wenn nicht identisch mit +Trinacromerum. Kreide. Nordamerika. + +¿Brachauchenius¿ Willist. Über 1 m großer relativ breiter Schädel mit +kurzer Unterkiefersymphyse. Pterygoid mit kräftiger Kante. Hals sehr +kurz (13 Wirbel) mit einköpfigen Rippen. Kreide. Nordamerika. + +¿Polyptychodon¿ Owen (Fig. 385). Unvollständig bekannt. Zähne mit +zahlreichen Schmelzleisten, wovon nur die stärksten die Spitze +erreichen. Mittlere und Obere Kreide. Europa. ? Mexico. + + +3. Familie. #Placodontidae.#[98] + +¡Schädel mehr oder weniger niedrig, mit Foramen parietale. Ein +Paar von Schläfenlöchern groß, nach oben gerichtet. Augen- und die +getrennten Nasenöffnungen seitlich. Prämaxillare und Symphyse des +Unterkiefers mit prothecodonten, zylindrisch-konischen Schneidezähnen +oder zahnlos. Palatinum mit großen, pflasterartigen Zähnen. Maxillare +mit einer Reihe acrodonter rundlicher Backenzähne, Unterkiefer +rückwärts mit großen Pflasterzähnen und ansehnlichem Processus +coronoideus. Wirbel flach amphicöl. Gelenkenden der mäßig gestreckten +Extremitäten nicht verknöchert.¡ Trias. Mitteleuropa. + +Da das Skelett der sehr spezialisierten Placodontier noch recht +unvollständig bekannt ist, läßt sich ihre Stellung im System nicht +völlig sicher präzisieren. Der Bau der Schädelunterseite sowie die +platycölen Wirbel scheinen indessen für ihre Verwandtschaft zu den +Sauropterygiern zu sprechen. + +Die Placodonten zeichnen sich in erster Linie durch ihre auffallende +Bezahnung aus. Die acrodonten Zähne auf Gaumen und Unterkiefer +erreichen zuweilen ansehnliche Größe, ihre Krone ist schwach gewölbt +oder fast eben, glatt oder mit feinen Runzeln bedeckt, lebhaft +glänzend und meist von tiefschwarzer oder dunkelbrauner Farbe. Unter +denselben entwickeln sich die Ersatzzähne. Beachtenswert ist die +Vereinigung der Pterygoidea, Palatina und des unpaaren Vomer zu einer +fast die ganze Schädelunterseite einnehmenden Gaumenplatte. Die weit +nach vorne gerückten Choanen werden durch einen Fortsatz des Vomer +getrennt. + +Die ersten Reste von Placodontiern wurden von H. v. Meyer und Agassiz +für Fische gehalten und erst R. Owen erkannte sie als Reptilien. + +[Illustration: Fig. 387. + +¡Placodus gigas¡ Ag. Muschelkalk. Bayreuth. ¡a¡ Schädel von der +Unterseite, ¡b¡ von oben, ¡c¡ Unterkiefer von oben, ¡d¡ von der Seite. +1/3 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 388. + +¡Placochelys placodonta¡ Jaekel. Unt. Keup. Veszprém. Ungarn. Schädel +von der Seite. ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡L¡ Lacrimale, +¡Prf¡ Präfrontale, ¡N¡ Nasale, ¡F¡ Frontale, ¡Ptf¡ Postfrontale, +¡Po¡ Postorbitale, ¡J¡ Jugale, ¡P¡ Parietale, ¡Sq¡ Squamosum, +¡Qj¡ Quadratojugale, ¡Q¡ Quadratum, ¡Na¡ Nasen-, ¡O¡ Augen-, ¡S¡ +Schläfenloch, ¡D¡ Dentale, ¡Pc¡ Processus coronoideus, ¡Ag¡ Angulare, +¡Sag¡ Supraangulare, ¡Art¡ Articulare, ¡B¡ Knochenbuckeln. +1/3 nat. Gr.] + +Sie waren wahrscheinlich auf seichte Uferlinien beschränkte +Meeresbewohner und ihrem Gebiß nach in der Hauptsache Muschelfresser, +zu deren Abstoßen von ihrem Standort bei Placodus und Cyamodus das +Schneidegebiß, bei Placochelys ein mit Hornschutz versehener Schnabel +gedient haben mag. + +¿Placodus¿ Ag. (Fig. 387). Schädel länger als breit, oben schwach +gewölbt, Schnauze etwas verlängert. Zwischenkiefer und Symphyse des +Unterkiefers mit zylindrisch-konischen Schneidezähnen. Palatinum und +Unterkiefer jederseits mit drei großen, vierseitigen Pflasterzähnen, +Oberkiefer mit kleineren, bohnenförmigen Zähnen besetzt. Isolierte +Zähne häufig im Muschelkalk von Deutschland und Frankreich, selten im +Keuper. Vereinzelte Zähne in der alp. Trias. (Kössener.) Ganze Schädel +bei Bayreuth. + +¿Cyamodus¿ H. v. Meyer. Schädel dreieckig. Schnauze stark +verschmälert. Schläfenlöcher bis dreimal so groß als die im vorderen +Drittel der Schädellänge gelegenen Augenhöhlen. Nasenlöcher klein, +nahe am Schnauzenende. Auf dem Palatinum jederseits 2-3 schwarze +Pflasterzähne von elliptischer oder rundlicher Form, wovon der hintere +mindestens doppelt so groß als der vordere ist. Sonstige Bezahnung +ähnlich Placodus. Muschelkalk. Deutschland. + +¿Placochelys¿ Jaekel (Fig. 388). Schädelumriß spitzig herzförmig, +der Hinterrand des Squamosum mit konischen Knochenbuckeln besetzt. +Prämaxillaria und Symphyse der Unterkiefer zahnlos, ursprünglich wohl +mit einem Hornschnabel versehen. Palatinum mit zwei, Maxillare mit +drei, Unterkiefer mit zwei Pflasterzähnen. Von den flach amphicölen +Wirbeln fallen 7-10 auf die Hals-, ca. 12 auf die Rumpf- und Becken- +und ca. 10 bis 15 auf die Schwanzregion. Ein aus knöchernen Buckeln +von wechselnder Größe zusammengesetzter geschlossener, von kräftigen +Rippen gestützter Rückenpanzer und ein entsprechender kräftiger +Bauchpanzer ist vorhanden. Extremitäten langgestreckt, ohne Epiphysen. +Unterer Keuper. Veszprém, Ungarn. + +? ¿Psephoderma¿ H. v. M. (Fig. 389). Nur der aus ziemlich +gleichmäßigen Platten gebildete Panzer bekannt. Rhät. Bayer. Alpen. +Lombardei. England. + +[Illustration: Fig. 389. + +¡Psephoderma Alpinum¡ H. v. Meyer. 1/4 nat. Gr. Dachsteinkalk. Ob. +Trias. Ruhpolding, Oberbayern.] + + +Anhang. #Mesosauridae.#[99] (¡Proganosauria¡ Osborn.) + +~Wirbel plump, amphicöl. Schädel verlängert. Äußere Nasenlöcher +getrennt, weit zurückliegend. Kieferzähne ungemein zart, lang, +bürstenförmig, dicht gedrängt in Alveolen. Kleine Zähnchen am Vomer. +Zwei Sacralwirbel. Humerus mit Foramen entepicondyloideum. Bauchrippen +vorhanden. Brust- und Beckengürtel plattenförmig. Rippen einköpfig, +beweglich, sehr dick, an allen Präsacralwirbeln mit Ausnahme des +Atlas. Carpus und Tarsus verknöchert. Fünfzehig.~ Perm. + +Die ¡Mesosauridae¡ sind kleine (60-70 cm lange), Süßwasser bewohnende +Reptilien. Von den beiden hierher gehörigen Gattungen findet sich +der mit verknöcherten Schuppen ausgestattete ¿Mesosaurus¿ Gervais +(¡Ditrochosaurus¡ Gürich) mit 11 Halswirbeln und 18 Rückenwirbeln im +Perm von Südamerika und Südafrika. + +¿Stereosternum¿ Cope mit 12 Halswirbeln und 22 Rückenwirbeln im Perm +von Südamerika. + +Infolge der ungenauen Kenntnis der rückwärtigen Schädelpartie (? nur +ein oder zwei Schläfenlöcher) ist die Stellung der ¡Mesosauridae¡ im +System unsicher. Trotz mancher Ähnlichkeit mit den Rhynchocephalen +scheinen sie besonders auf Grund der Ähnlichkeit im Bau der +Extremitätengürtel eher auf eine Verwandtschaft zu gewissen +Sauropterygiern (¡Proneusticosaurus¡ Voltz) hinzuweisen. + + +6. Ordnung. #Testudinata.# Schildkröten.[100] + +~Rumpf gedrungen und kurz, in eine knöcherne Kapsel (Theca) +eingeschlossen, welche aus einem gewölbten Rücken- und einem flachen +Bauchschild besteht. Kiefer zahnlos, von Hornscheiden umgeben. +Quadratum unbeweglich. Nasenlöcher vereinigt am vorderen Ende der +Schnauze gelegen. Nur ein Paar von Schläfenöffnungen vorhanden. +Extremitäten fünfzehig, entweder Schwimmfüße oder Gehfüße.~ Trias bis +jetzt. + +Die Schildkröten bilden durch ihre eigentümliche Organisation eine +nach allen Seiten hin abgeschlossene Ordnung, deren Ursprung vorläufig +noch völlig im dunkeln liegt. Die Morphologie ihres Schädels erinnert +an Rhynchocephalen und Lacertilier, aber auch die Sauropterygier +zeigen im Bau des Gaumens und Schultergürtels mit den Testudinaten +gemeinsame Merkmale auf. Die Schildkröten treten schon in der Trias +vollkommen fertig mit allen typischen Merkmalen auf und erleiden von +da an bis in die Jetztzeit keinerlei durchgreifende Veränderung; erst +verhältnismäßig spät, in der Kreide, erfolgt die vollkommene Anpassung +einer Gruppe: der Cheloniidae an das Meerleben. + +Das auffallendste Merkmal der Schildkröten ist die Umkapselung des +kurzen und gedrungenen Rumpfes durch einen festen knöchernen ~Panzer~ +(Theca), welcher teils aus Verbreiterungen der Dornfortsätze und +Rippen, teils aus Hautknochen zusammengesetzt ist, die mit jenen +in mehr oder weniger innige Verbindung treten. Diese ~knöcherne +Kapsel~, in welche oft Kopf, Füße und Schwanz zurückgezogen werden +können, ist von einer ~lederartigen Haut~ oder ~verhornten Epidermis~ +(~Schildpatt~) überzogen, welch letztere durch vertiefte Nähte in +eine Anzahl Schilder (Scuta) zerlegt wird. (Siehe Fig. 398.) Auf dem +Rückenpanzer zählt man 5 mittlere Vertebral-Scuta und je 4 (zuweilen +5) seitliche Lateral- oder Costal-Scuta, zu denen noch 24 oder mehr +kleiner Randschilder (Marginalscuta) kommen. Auch der Bauchschild +(Plastron) ist in der Regel mit 6 (oder 5) Paar Hautschildern +bedeckt, wovon die vordersten als Gular-Scuta, die andere als +Humeral-Pectoral-Abdominal, Femoral und Anal (Caudal)-Scuta bezeichnet +werden. Diese Epidermisverhornungen die in der Hauptsache nur den +Trionychiidae und Dermochelidae fehlen und denen in systematischer +Hinsicht eine erhebliche Bedeutung zukommt, entsprechen in ihrer +Größe und Form keineswegs den darunter liegenden knöchernen Platten, +auf deren Oberfläche ihre Grenzen vertiefte Nähte hinterlassen. +Letztere sind bei fossilen Formen allein erhalten, da die eigentlichen +Hornschilder durch den Fossilisationsprozeß meist vollständig +zerstört werden. Bei den ~Dermochelyidae~ (Lederschildkröten) findet +sich in der ~Lederhaut~ ein Pflaster polygonaler schuppenartiger +Knochenplatten, das sich panzerartig (¡Carapace athèque¡) über den +spärlichen Verknöcherungen des Rücken- und Bauchschildes zusammenfügt. + +Der knöcherne ~Rückenpanzer~ (Rückenschild, Carapace) (Fig. 390 A) +verdankt seine Entstehung teils horizontalen Ausbreitungen der +Dornfortsätze und Rippen, teils den damit in Verbindung tretenden, +darüber gelagerten Hautverknöcherungen. Die Zahl und Anordnung +der den Rückenpanzer bildenden Knochenplatten ist daher wesentlich +bedingt durch die darin enthaltenen Wirbel und Rippen. Die acht +rippenlosen ~Halswirbel~, die amphicöl, procöl und opisthocöl sein +können, verschieben sich sehr leicht aneinander, während die ~zehn +Rückenwirbel~ meist unbeweglich verbunden sind. Die oberen Bogen des +verlängerten zweiten bis neunten Rückenwirbels breiten sich zu acht +(selten mehr) medianen Knochenplatten, ~Neural~-(Vertebral)-~Platten~, +aus, von denen einzelne zuweilen nicht zur Entwicklung gelangen, +bei australischen Pleurodiren fehlen dieselben gänzlich. Auch die +Rippen (zweite bis neunte) wandeln sich in breite Knochenplatten +(~Costalplatten~) um, welche untereinander und mit den Neuralplatten +in Verbindung treten. Die Rippen selbst bleiben auf der Innenseite der +Costalplatten häufig mehr oder weniger deutlich sichtbar und ragen, +wenn das Rückenschild keinen vollkommen geschlossenen Panzer bildet, +mit ihren distalen Enden über die Costalplatten hinaus. Vor der +vordersten Neuralplatte wird der erste Rückenwirbel und manchmal auch +der letzte Halswirbel von einer quer verbreiterten Hautknochenplatte +bedeckt (~Nuchal~- oder Nackenplatte), die entweder frei ist oder in +Verbindung mit den Dornfortsätzen der beiden Wirbel treten kann. In +gleicher Weise sind die letzten Wirbel in der Regel von einer bis drei +~Suprapygal~-(Supraneural, Supracaudalia, Pygalia)-~Platten~ bedeckt, +auf welche noch eine ~Pygalplatte~ folgt. Zur Vervollständigung des +aus Neural- und Costalplatten zusammengesetzten »Diskus« (Scheibe) +dienen gewöhnlich 11 (seltener 12) Paar nebst einer unpaaren hinteren +Platte: Randplatten ~Marginalia~ (Peripheralia). Bei den Trionychia +fehlen in der Regel die Randplatten. + +[Illustration: Fig. 390. + +¡Chelonia midas¡ Latr. Atlantischer Ozean. + + ¡A¡ Rückenschild von außen, + ¡B¡ Querschnitt des Panzers, + ¡C¡ Bauchschild von unten. + +¡Nu¡ Nuchal- oder Nackenplatte, ¡N¡ und 1-8 Neuralplatten, ¡Py¡ +Pygalplatte, ¡C¡^1-¡C¡^8 Costalplatten, ¡M¡ Randplatten, ¡R¡ Rippen, +¡W¡ Wirbel, ¡P¡ Plastron, ¡e¡ Entoplastron, ¡Ep¡ Epiplastron, ¡Hyp¡ +Hyoplastron, ¡Hpp¡ Hypoplastron, ¡Xp¡ Xiphiplastron.] + +Während den Neural- und Costalplatten Wirbel und Rippen, somit +Teile der Wirbelsäule zugrunde liegen, sind die Nuchal-, Marginal- +und Pygal-Platten reine Hautverknöcherungen. Auch das Bauchschild +(~Plastron~) ist vollständig eine dermale Bildung. In der Regel +besteht dasselbe aus neun Stücken, einem medianen unpaaren am +Vorderrand gelegenen ~Entoplastron~ (Episternum, Interclavicula) +und vier Paar seitlichen, die als ~Epiplastron~ (Claviculare), +~Hyoplastron~, ~Hypoplastron~ und ~Xiphiplastron~ bezeichnet werden. +Bei den Chelonidae sind Hyoplastron und Hypoplastron durch eine +große Lücke (~Fontanelle~) getrennt (Fig. 390 B), bei anderen (z. B. +Chersidae) (Fig. 398) vereinigen sich die Stücke gegenseitig und +bilden so eine geschlossene Platte, zwischen diesen Extremen können +alle Übergangsstufen vorkommen. + +[Illustration: Fig. 391. + +Schädel von ¡Trionyx Gangeticus¡ Cuv. ¡A¡ von oben. ¡B¡ von unten. +¡N¡ Nasenlöcher, ¡S¡ Schläfenloch, ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡Exo¡ +Exoccipitale, ¡SO¡ Supraoccipitale, ¡Op¡ Opisthoticum, ¡Pro¡ +Prooticum, ¡Sq¡ Squamosum, ¡Pa¡ Parietale, ¡Fr¡ Frontale, ¡Ptf¡ +Postfrontale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡Q¡ Quadratum, ¡QuJ¡ Quadrato-Jugale, +¡J¡ Jugale, ¡Mx¡ Maxilla, ¡Pmx¡ Prämaxilla, ¡Ch¡ innere Nasenlöcher, +¡Vo¡ Vomer, ¡Pl¡ Palatinum, ¡Pt¡ Pterygoideum, ¡BSph¡ Basisphenoid. +(Nach ~Hoffmann~.)] + +Zuweilen fehlt das Entoplastron (z. B. Cinosternidae, Dermochelyidae) +oder es schaltet sich zwischen Hyoplastron und Hypoplastron ein +(bis 2) Mesoplastron ein. Die Verbindung zwischen Rücken- und +Bauchschild ist entweder nur eine verhältnismäßig lockere, teils durch +Ligamente, teils durch seitliche Fortsätze von Hyo- und Hypoplastron +oder diese beiden sind mit den umgeknickten Marginalia fest durch +Sutur verbunden. Es entsteht im letzteren Falle dann eine ~Brücke~ +(~Sternalbrücke~). Verlängern sich die vorderen und inneren Flügel +der Sternalbrücke nach innen und heften sie sich an die Innenseite +von Costalplatten an, so entstehen sogenannte ~Sternalkammern~. + +Am ~Sacrum~ nehmen in der Regel zwei (selten drei oder mehr) Wirbel +teil, deren Rippen durch Sutur mit dem Wirbelkörper und dem oberen +Bogen verbunden und distal -- namentlich die ersten -- verbreitert +sind. Der biegsame kurze Schwanz besteht aus procölen (selten +opisthocölen) sehr beweglichen Wirbeln mit nur sehr niederen oder +völlig fehlenden Dornfortsätzen, deren kurze Rippen in der Regel +mit den Wirbelkörpern und den ob. Bögen sich zu querfortsatzartigen +Gebilden verschmelzen. + +Die Knochen des ~Schädels~, dem ein Foramen parietale fehlt +(Fig. 391), bilden ein häufig verlängertes, breites gewölbtes Dach, +welches sich in einen starken, supraoccipitalen Hinterhauptskamm +fortsetzt. Die seitlichen Augenhöhlen (¡A¡) liegen vor der Mitte, +die weiten, vereinigten, vertikalen Nasenöffnungen (¡N¡) vorn am +Schnauzenende. Das paarig entwickelte ansehnliche Parietale sendet mit +Ausnahme der Dermochelyidae einen von manchen Autoren in Beziehung +zum Epipterygoid gebrachten breiten Fortsatz zum Pterygoid (an Stelle +des fehlenden ? Alisphenoids), die Seitenwandungen der Schädelkapsel +werden von dem meist ansehnlichen Prooticum und Opisthoticum +eingenommen. Das Epioticum verschmilzt mit dem Supraoccipitale. Die +paarigen Frontalia und Präfrontalia, welche die Augenhöhlen innen +und vorne begrenzen, sind kräftig entwickelt, Nasalia kommen nur bei +den meisten Chelyidae vor und Lacrimalia und Postorbitalia fehlen +stets. Der Vorderrand der Schnauze wird von den kleinen und gewöhnlich +getrennten Prämaxillaria gebildet. Das Squamosum begrenzt Prooticum +und Opisthoticum und ruht auf dem Quadratum, das durch einen nach oben +verlängerten Fortsatz sich fest in die Gehörgegend eingefügt und durch +eine Naht vom Quadratojugale getrennt ist. Dieses letztere begrenzt +als Jochbogen mit dem Jugale und den Fortsätzen des Squamosum und +Postfrontale von unten die Schläfenöffnung, die aber durch seitliche +plattige Ausbreitungen dieser Elemente und des Parietale, namentlich +bei den Seeschildkröten, mehr oder weniger vollständig geschlossen +werden kann. Ausnahmsweise kann der Jochbogen durch Reduktion des +Quadratojugale auch vollständig fehlen (z. B. Terrapene, Cistudo). +Ein hinterer Abschluß der Schläfenöffnung wird manchmal durch einen +~Parieto-Squamosalbogen~ erzielt. + +An der Umgrenzung des Foramen magnum nehmen Supraoccipitale, +Exoccipitalia und manchmal auch das Basioccipitale teil, das mit +den letzteren den in der Regel dreiteiligen Condylus bildet. Bei +Dermochelys bleibt derselbe knorpelig. + +Der knöcherne Gaumen wird von den ausgedehnten Maxillaria und den in +der Regel ziemlich verbreiterten Palatina sowie dem unpaaren Vomer +gebildet, der die einander sehr genäherten Choanen von innen begrenzt. +Auch die Pterygoidea sind als breite Knochenplatten entwickelt. +Der Stapes (Columellae auris) ist verknöchert. Am Unterkiefer +unterscheidet man 6 Knochen (Dentale, Angulare, Complementare, +Operculare, Supraangulare, Articulare), welche sich jedoch an +ausgewachsene Individuen so fest aneinander schließen, daß der +Kiefer wie aus einem Stück zusammengesetzt erscheint. Zähne fehlen +vollständig, dagegen sind Ober- und Unterkiefer wie bei den Vögeln an +ihren Rändern mit scharf schneidenden Hornplatten überkleidet. + +~Schulter- und Beckengürtel~ (Fig. 392) befinden sich +auffallenderweise innerhalb des Panzers, da dieselben jedoch im Fötus +vor und hinter sowie außerhalb der Rippen liegen, so erhalten sie ihre +abnorme Lage erst bei fortschreitender Entwicklung. Der Schultergürtel +ist ein dreischenkeliger Skelettkomplex. Der dorsale, stabförmige +Schenkel, die ~Scapula~, wird durch Band oder Knorpel am Rückenschild +in der Nähe des vordersten Wirbels befestigt, der vordere ventrale +Schenkel das ~Procoracoid~ verbindet sich ebenso mit dem Entoplastron +(Episternum), während der hintere ventrale Schenkel, das ~Coracoid~, +sich unter distaler Verbreiterung nach innen erstreckt. Der häufig +stark gekrümmte Humerus zeichnet sich durch seinen dicken, kugeligen +Gelenkkopf aus, im Vorderarm bleibt die Ulna bei den Chelonidae +gegenüber dem Radius an Länge zurück. Der Carpus enthält in der Regel +in der proximalen Reihe 4, in der distalen 5 Knöchelchen -- doch +kommen häufig Verschmelzungen vor. Die 5 Metacarpalia zeigen bei den +verschiedenen Familien große Differenzen und auch die Fingerglieder +weichen an Länge und Zahl stark voneinander ab. + +[Illustration: Fig. 392. + +¡Emys orbicularis Linné.¡ Skelett von unten gesehen, nach Entfernung +des Bauchschildes. ¡Nu¡ Nuchalplatte, ¡C¡ Costalplatte, ¡M¡ +Marginalplatten, ¡Py¡ Pygalplatte, ¡e¡ Entoplastron, ¡Ep¡ Epiplastron, +¡Hyp¡ Hyoplastron, ¡Hpp¡ Hypoplastron, ¡Xp¡ Xiphiplastron, ¡Co¡ +Coracoid, ¡PSc¡ Procoracoid, ¡Sc¡ Scapula, ¡H¡ Humerus, ¡R¡ Radius, +¡U¡ Ulna, ¡Il¡ Ilium, ¡Pb¡ Pubis, ¡Is¡ Ischium, ¡Fe¡ Femur, ¡T¡ Tibia, +¡F¡ Fibula.] + +An dem lacertilierähnlichen Beckengürtel heften sich die Ilia +gewöhnlich an den Sacralrippen an, häufig sind sie auch mit den +letzten Costalplatten knorpelig durch Naht verbunden. Bei den +Pleurodiren sind auch Pubes und Ischia an dem Plastron unbeweglich +befestigt. Der Femur ist ein gekrümmter, zylindrischer Knochen, Tibia +und Fibula erreichen nahezu gleiche Länge. Im Tarsus treten in der +Regel Konkreszenzen ein, so entsteht durch Verschmelzung des Tibiale +und Intermedium ein Astragalus und aus dem Fibulare ein Calcaneus -- +bei den Emydae können beide Knochen oft zu einem einzigen Element +verwachsen, die distale Reihe des Tarsus enthielt 4 (Chelonidae) oder +5 Knöchelchen. Die 5 Metatarsalia und Zehen gleichen dem Vorderfuß. + +Die Schildkröten leben teils auf dem Festland, teils im süßen Wasser, +teils im Meer. Gegenwärtig kennt man ca. 270 Arten, die größtenteils +auf warme und tropische Zonen beschränkt sind. Sie pflanzen sich durch +Eier fort, welche in der Erde oder bei den wasserbewohnenden Formen am +Ufer im Sande eingescharrt werden. Ihre Nahrung besteht vorherrschend +aus Pflanzen, viele von ihnen nähren sich aber auch von Fischen, +Mollusken und Crustaceen. + + +1. Unterordnung. #Pleurodira.# ~Lurchschildkröten.~ + +¡Rücken- und Bauchschild vollständig verknöchert, Becken mit dem +Rückenschild und gewöhnlich auch mit dem Plastron unbeweglich +verbunden. Mesoplastra vorhanden oder fehlend. Hals und Kopf seitlich +bewegbar. Halswirbel mit starken Querfortsätzen. Hornschilder +vorhanden. Schwimmfüße mit 4-5 Krallen.¡ Trias bis jetzt. + +Sämtliche lebende Pleurodiren sind Süßwasserbewohner und finden sich +in Afrika, Madagaskar, Südamerika, Australien und Neu-Guinea. + + +1. Familie. #Amphichelydidae.# + +¡Mesoplastra vorhanden. Becken häufig noch nicht mit dem Plastron +verwachsen. Intergulare Scuta wahrscheinlich immer entwickelt. +Epiplastra in Kontakt mit dem Hypoplastra.¡ Trias bis ? Miocän. + +Die hier vereinigten fossilen Vertreter aus Trias, Jura und Kreide +in Europa und Nordamerika, die sich vielleicht in ~Proganochelynae~, +~Pleurosterninae~ und ~Baeninae~ gliedern lassen, vereinigen noch +Merkmale der Cryptodira und Pleurodira; Lydekker, dem sich G. Baur und +Hay[101] anschlossen, nannte sie darum ¿Amphichelydia¿ und betrachtete +sie als eine den übrigen gleichwertige Unterordnung der Schildkröten. + +? ¿Chelyzoon¿ v. Huene. Wirbelkörper 3 cm hoch und 9 cm lang, +opisthocöl. Muschelkalk. Bayern und Schwaben. + +¿Proganochelys¿ Baur em. E. Fraas. (¡Psammochelys¡ Quenstedt. +? ¡Chelytherium¡ H. v. Meyer.) Sehr große (65 cm lange) Form. Plastron +mit dem Rückenschild unter Bildung von Sternalkammern verwachsen. +5 Vertebralscuta außerordentlich groß und breit auf Kosten der +Lateralscuta, im vorderen und hinteren Winkel zahlreiche, mit Höckern +versehene Supramarginalscuta. Rückenwirbel weit vom Rückenschild +abstehend und mit ihm durch die dünnen Dornfortsätze verbunden. +Becken mit dem Rückenschild und Bauchschild verwachsen. Keuper +(Stubensandstein) Schwaben. + +¿Proterochersys¿ E. Fraas.[102] Halb so groß wie Proganochelys, +hochgewölbt, mit mächtig entwickeltem, fest an Ober- und Unterschale +verwachsenem Becken. Keuper (Stubensandstein) Schwaben. + +¿Pleurosternum¿ Owen. Rückenschild sehr flach, hinten gerundet, +Neuralia mäßig verlängert; Nuchalscutum fehlt, Rückenschild mit +Plastron durch eine große Brücke fest verbunden. Mesoplastron sehr +breit. Oberer Jura und Wealden von England und Norddeutschland. +? Miocän. Lausanne, Schweiz. + +¿Helochelys¿ v. Meyer. Cenoman. Kelheim. + +¿Platychelys¿ A. Wagner (¡Helemys¡ Rütimeyer). (Fig. 393.) +Rückenschild schwach gewölbt, mit drei Längsreihen, starker +kegelförmiger Höcker, von denen radiale Rippen ausstrahlen. Diese +Höcker entsprechen den darüber liegenden Vertebral- und Costalscuta. +Neuralplatten breit, ungleich groß. Plastron kreuzförmig, durch kurze +Brücke mit dem Rückenschild verbunden. Becken nicht mit dem Plastron +verwachsen. Oberst. Jura. Bayern, Frankreich, Engl. + +¿Glyptops¿ Marsh (¡Compsemys¡ Leidy). Rückenschild flach, mit dem +Plastron durch Sutur fest verbunden. Becken nicht mit dem Bauchschild +verwachsen. Halswirbel amphicöl. Oberer Jura bis Obere Kreide. +Vereinigte Staaten von Nordamerika. + +¿Probaëna¿ Hay. Nahe verwandt mit Platychelys. Untere Kreide (Como +beds). Nordamerika. + +¿Baëna¿ Leidy. Rückenschild flach, fest mit dem Plastron durch Sutur +verbunden. Mesoplastron ansehnlich, mit ausgebreiteten äußeren Enden. +Obere Kreide. Eocän. Nordamerika. + +¿Eubaëna¿ Hay. ¿Chisternon¿ Leidy. ¿Boremys¿, ? ¿Neurancylus¿ Lambe. +? ¿Thescelus¿, ¿Charithemys¿ Hay. ? ¿Polythorax¿ Cope. ? ¿Naomichelys¿ +Hay. Obere Kreide. Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 393. + +¡Platychelys Oberndorferi¡ Wagn. Ob. Jura. Kelheim, Bayern. 1/4 nat. +Gr. ¡A¡ Rückenschild, ¡B¡ Bauchschild. ¡n¡ 1-8 Neuralplatten, ¡c¡ 1-8 +Costalplatten, ¡py¡ Pygalplatte, ¡NS¡ Vertebral- oder Neuralscuta, +¡LS¡ Lateralscuta, ¡SmS¡ Supramarginalscuta, ¡MS¡ Marginalscuta, ¡e¡ +Entoplastron, ¡Ep¡ Epiplastron, ¡Hyp¡ Hyoplastron, ¡Mp¡ Mesoplastron, +¡Hpp¡ Hypoplastron, ¡Xp¡ Xiphiplastron, ¡IGS¡ Intergularscutum, ¡GS¡ +Gularscutum, ¡BS¡ Brachialscutum, ¡x¡ Anheftstelle des Darmbeins, +¡PS¡ Pectoralscutum, ¡AS¡ Abdominalscutum, ¡FS¡ Femoralscutum, +¡AnS¡ Analscutum.] + + +2. Familie. #Pelomedusidae.# + +¡Plastron aus 11 Elementen zusammengesetzt. Mesoplastron vorhanden, +ein knöcherner Schläfenbogen, aber kein Parieto-Squamosalbogen +vorhanden. Nasalia fehlen. Präfrontalia miteinander verbunden.¡ +? Gault. Obere Kreide bis jetzt. + +Die lebenden Gattungen ¿Sternothaerus¿ Bell, ¿Pelomedusa¿ Wagl., +¿Podocnemis¿ Wagl. finden sich in Afrika, Madagaskar und Südamerika, +die beiden ersten fossil im Mittelpliocän von Ägypten, letztere schon +im Mitteleocän, ¡Podocnemis¡ (Fig. 396) wird bereits aus dem Eocän +von England, dem Mittel-Obereocän und Untermiocän von Ägypten und +? Indien genannt. ¡Stereogenys¡ Andrews. Mittel-Obereocän Ägypten. Die +systematische Stellung von ¡Rhinochelys¡ Seeley (Fig. 395) aus dem +Gault von England ist unsicher. + +Die Gattungen ¿Bothremys¿ Leidy, ¿Taphrosphys¿ Cope, ¿Amblypeza¿, +¿Naiadochelys¿ Hay aus der oberen Kreide Nordamerikas werden auch +auf Grund eines wohl entwickelten Vomers als eigene Familie: +¡Bothremydidae¡ betrachtet. + + +3. Familie. #Chelyidae.# + +¡Plastron aus 9 Elementen zusammengesetzt. Keine Mesoplastra. +Schläfenbogen in der Regel fehlend, dafür ein Parieto-Squamosalbogen +vorhanden. Palatina durch den Vomer getrennt. Nasalia vorhanden. +Präfrontalia von einander getrennt.¡ Eocän bis jetzt. Lebend (10 +Gattungen) in Südamerika, Australien, Neu-Guinea. + +¿Chelodina¿ Fitz. Pleistocän und rezent. ¡Hydraspis¡ Bell. Südamerika +rezent und Eocän Indien. ¡Emydura¡ Bonap. Australien. ? Pleistocän. + + +4. Familie. #Miolanidae.# + +¡Panzer unvollständig bekannt. Becken mit den Costalia verwachsen. +Schädel mit vollkommen überwölbten Schläfenöffnungen und mit +hornähnlichem Knochenzapfen skulptiert. Schwanz in einer aus +Verschmelzung ähnlicher Hautossifikationen hervorgegangenen knöchernen +Scheide angeschlossen.¡ ? Kreide. Pleistocän. + +Die einzige riesige Gattung ¿Miolania¿ Owen. (Schädel am hinteren +Ende bis 0,58 m breit) wurde zuerst aus dem Pleistocän von Queensland +(Australien) beschrieben. Neuerdings sind sehr vollkommene Reste aus +der ? obersten Kreide (? Tertiär) von Patagonien bekannt geworden. + + +5. Familie. #Plesiochelyidae.# + +¡Mesoplastra fehlen. Nur Pubis mit dem Plastron verwachsen. +Schläfenregion überwölbt.¡ Oberer Jura bis Untere Kreide. + +¿Plesiochelys¿ Rütim. (Fig. 394). Rückenschild bis 1/2 m lang, massiv, +kreis-herzförmig. 8 Neuralia, lang schmal, 3 Suprapygalplatten. +11 Paar Marginalia mit einer unpaaren, in die Quere gestreckten +Nuchalplatte. Sternalbrücke sehr groß. Entoplastron und Epiplastra +sehr klein. Hyoplastra groß. Plastron mit oder ohne bleibende +Fontanelle. Oberer Jura. Untere Kreide. Deutschland, Frankreich, +Schweiz. + +¿Idiochelys¿ H. v. Meyer. (¡Chelonemys¡ Jourdan.) Höchstens 7 Neuralia +und ein Suprapygale vorhanden. Oberster Jura. Bayern und Cerin. (Ain.) + +¿Hydropelta¿ H. v. Meyer. Oberer Jura. Von eben dort. ? ¡Chelonides¡ +Maack. Oberer Jura. Norddeutschland. ¡Hyaelochelys¡ Lyd. Oberer Jura +und Wealden. Europa. + +? ¿Sontiochelys¿ G. Stache. Neuralia fehlen vollständig. Cenoman. +Karst. + +[Illustration: Fig. 394. + +¡Plesiochelys Solodurensis¡ Rütimeyer. Ob. Jura (Kimmeridge.) +Solothurn, Schweiz. 1/8 nat. Gr. (Nach ~Rütimeyer~.)] + +[Illustration: Fig. 395. + +¡Rhinochelys Cantabrigiensis¡ Lyd. Schädel in nat. Gr. aus dem +Grünsand von Cambridge. (Nach ~Lydekker~.) ¡A¡ Augenhöhle, ¡N¡ +Nasenloch, ¡Pa¡ Parietale, ¡Fr¡ Frontale, ¡Prf¡ Prä-, ¡Ptf¡ +Postfrontale, ¡Na¡ Nasale, ¡Pmx¡ Zwischenkiefer.] + +[Illustration: Fig. 396. + +¡Podocnemis expansa¡ Wagl. Rezent. Brasilien. Hinteres Ende des +Bauchschildes von innen; m. den Anheftstellen für Scham- u. Sitzbein +(¡x¡, ¡y¡). (Nach ~Rütimeyer~.)] + + +2. Unterordnung. #Cryptodira.# + +¡Rücken- und Bauchschild mehr oder weniger vollständig verknöchert, +gegenseitig nur leicht verbunden. Epiplastra im Kontakt mit den +Hyoplastra. Marginalia vorhanden. Kopf und Hals in vertikaler Richtung +in die Schale zurückziehbar. Halswirbel ohne oder nur mit kurzen +Querfortsätzen. Becken nicht mit dem Plastron verwachsen. Klump- oder +Schwimmfüße mit 4-5 Krallen. Hornschilder.¡ Ob. Jura-jetzt. + + +1. Familie. #Thalassemydidae.# + +¡Panzer mehr oder weniger unvollständig verknöchert. Plastron +gewöhnlich mit großer Mittelfontanelle. Häufig Fontanellen zwischen +Marginalia und Costalia. Plastron mit der Rückenschale durch seitliche +Fortsätze verbunden. Schläfengegend mehr oder weniger überdacht. Hals +kurz. 5 Krallen.¡ Jura bis Kreide. Eocän. + +Diese ausgestorbene Familie enthält Schildkröten aus marinen +Ablagerungen, welche während der Jura-Eocänzeit die Meerküsten +bewohnten und in ihrer ganzen Erscheinung eine Verbindung von +Merkmalen der heutigen Cheloniidae (Meerschildkröten) und Emydidae +(Sumpfschildkröten) zur Schau tragen. Die meist unvollständige +Verknöcherung des Rückenschildes, sowie die bleibenden Fontanellen +im Bauchschild drücken den Thalassemyden äußerlich den Stempel +der Meerschildkröten auf; allein die Form der Plastronstücke, die +stark verlängerten und etwas aufwärts gebogenen Flügel der Hyo- +und Hypoplastra erinnern weit mehr an die Sumpfschildkröten als an +die Cheloniidae. Ebenso ähnelt die Beschaffenheit der Extremitäten +denen der Emydidae. Die fünf mäßig verlängerten, gelenkig +verbundenen Zehenglieder endigten mit Krallen und waren ursprünglich +wahrscheinlich durch eine Schwimmhaut vereinigt, konnten somit zum +Gehen und Schwimmen gebraucht werden. + +[Illustration: Fig. 397. + +¡Eurysternum Wagleri¡ H. v. Meyer. Ob. Jura. Zandt bei Eichstätt. +1/3 nat. Gr.] + +¿Eurysternum¿ Wagler (¡Aplax¡, ¡Acichelys¡, ¡Achelonia¡, +¡Palaeomedusa¡ v. Meyer) (Fig. 397). Das Rückenschild verknöchert +erst in hohem Alter vollständig, das Plastron bewahrt stets größere +Fontanellen. Schläfengegend vollständig überdacht. Extremitäten mit 5 +kurzen Zehen. Im Lithographischen Schiefer von Solnhofen (Bayern) und +Cerin (Dep. Ain). + +¿Thalassemys¿ Rütimeyer (¡Enaliochelys¡ Seeley). Ähnlich Eurysternum, +aber hintere Neuralia mit dachähnlichem Rücken. ? Verwandt mit +Glyptops. Ob. Jura. Purbeck. Schweiz. Schwaben. England. + +¿Chitracephalus¿ Dollo. Schädel stark verlängert, niedrig. +Gesichtsteil kurz. Schläfengegend nicht überdacht. Wealden. Belgien. +¿Tropidemys¿ Rütimeyer, ¿Pelobatochelys¿ Seeley. Ob. Jura und Wealden. +Europa. + +In ihrer Stellung unsicher sind folgende Formen, die manche Autoren +auch mit den Cheloniidae vereinigen. + +¿Osteopygis¿ Cope. Rückenpanzer nahezu geschlossen. 8 Paar Costalia, +11 Paar Marginalia. Plastron relativ klein. Ob. Kreide. Nordamerika. +Nahe verwandt, wahrscheinlich identisch ist ¿Propleura¿ Cope. Das +gleiche gilt für ¿Catapleura¿ Cope. Ob. Kreide. Nordamerika. + +¿Lytoloma¿ Cope, (? ¡Euclastes¡ Cope, ? ¡Glossochelys¡ Seeley). +Unvollständig bekannt. Ob. Kreide. Eocän. Europa, Nordamerika, Afrika +(Tunis). + +¿Erquelinnesia¿ Dollo (¡Pachyrhynchus¡ Dollo). Ob. Kreide. Eocän. +Nordamerika. Europa. + +¿Rhetechelys¿ Hay. Ob. Kreide Nordamerika. + + +2. Familie. #Chelydridae.# + +¡Am Rückenschild Nuchale mit rippenartigen Fortsätzen. Sämtliche +Neuralia vorhanden. 25 Marginalia. Plastron aus 9 Elementen bestehend, +klein, kreuzförmig, mit dem Rückenschild locker (durch Gomphose) +verbunden. Schläfenregion unvollständig überdeckt. Schwanz lang +mit meist opisthocölen Wirbeln. Füße mit fünf mäßig langen, durch +Schwimmhaut verbundenen Zehen, vorne fünf, hinten vier Krallen.¡ Ob. +Jura bis jetzt. + +¿Tretosternum¿ Owen (¡Peltochelys¡ Dollo). Rückenschild mit grubiger +Oberfläche, sein Vorderrand tief ausgeschnitten. Purbeck u. Wealden. +England und Belgien. + +¿Gafsachelys¿ de Stefano. Unt. Eocän. (? Kreide). Tunis. + +? ¿Acherontemys¿ Hay. Miocän. Nordamerika. + +¿Macroclemys¿ Gray (¡Machochelys¡ Gray). Fossil im Pleistocän von +Nordamerika. Lebend in Flüssen und Sümpfen von Nordamerika. + +¿Chelydra¿ Schweig. Lebend in Nord- und Zentralamerika. Fossil im +Miocän von Europa, Pleistocän von Nordamerika. + +¿Devisia¿ D. Ogilby. Rezent. Neu-Guinea. + + +3. Familie. #Testudinidae.# + +¡Nuchalplatte ohne rippenähnliche Fortsätze. Panzer vollständig +geschlossen, Plastron mit dem Rückenschild in der Regel durch Sutur +verbunden. Schläfengegend nicht überwölbt.¡ + + +Unterfamilie. #Emydinae.# (Sumpfschildkröten.) + +¡Rückenschild schwach gewölbt, Plastron in der Regel durch Sutur, +selten durch Ligamente mit dem Rückenschild verbunden, aus 9 Elementen +zusammengesetzt, Mesoplastron fehlt. Sternalkammern wohl entwickelt. +Quadratum hinten offen. Zehen kurz, kräftig, die mittleren gewöhnlich +mit drei Phalangen (Terrapene mit zwei), durch Schwimmhaut verbunden. +4 bis 5 Krallen.¡ Eocän bis Jetzt. + +Im Bau der knöchernen Schale stehen die Emydinae den Testudininae +(Landschildkröten) sehr nahe, mit denen sie von verschiedenen Autoren +auch direkt vereinigt werden, unterscheiden sich von diesen aber +hauptsächlich durch flachere Wölbung des Rückenschildes, tieferes +Eingreifen der Sternalflügel nach innen und die dadurch bewirkte +Ausbildung von Sternalkammern, sowie durch den Bau ihrer Extremitäten, +denen überdies Hautverknöcherungen fehlen. Sie lassen sich als zwei +deutlich getrennte Gruppen bis in das Eocän zurück verfolgen. + +Die Emydinae (20 Genera) leben gegenwärtig in Flüssen und Sümpfen in +allen wärmeren Teilen der Erde mit Ausnahme des Australischen Gebiets, +fossile Formen sind mit Sicherheit erst aus dem Tertiär bekannt. +Die ältesten Reste in ~Europa~ stammen aus dem Eocän von England, +ihre generische Stellung zu ¿Chrysemys¿ Gray erscheint fraglich. Die +Gattung ¿Emys¿ Dum. (¡Cistudo¡) wird in Europa bis in das Obereocän +zurück genannt. Die unter dem Namen ¿Emys¿ (Fig. 392) aus dem +Oligocän und Miocän Europas beschriebenen zahlreichen Schildkröten +scheinen fast alle eher auf ¿Clemmys¿ Wagl. und ¿Okadia¿ Gray +hinzuweisen. ¿Ptychogaster¿ Pomel zeigt sich im Oligocän und Miocän +in ziemlich weiter Verbreitung. In den Vereinigten Staaten ist im +Eocän ¿Ectomatemys¿ Hay und ¿Clemmys¿ Wagl. häufig, im Oligocän findet +sich ¿Graptemys¿ Agass. und im jüngeren Tertiär verteilen sich die +Funde auf ¿Trachemys¿ Agass., ¿Terrapene¿ Merrem, ¿Chrysemys¿ Gray, +¿Clemmys¿ Wagl. u. a. + + +Unterfamilie. #Testudininae.# Landschildkröten. (¡Chersidae.¡) + +¡Rückenschild hoch gewölbt. Plastron durch Sutur mit dem Rückenschild +verbunden, aus 9 Elementen zusammengesetzt. Sternalkammern kaum +entwickelt. Quadratum hinten geschlossen. Kurze Klumpfüße mit +Hautverknöcherungen, die Mittelzehen nur mit zwei Phalangen. Vorne +gewöhnlich mit fünf, hinten mit vier geraden, dicken Nägeln. Ohne +Schwimmhäute.¡ Eocän bis Jetzt. + +Die Verteilung der lebenden Testudininae (5 Genera) ist dieselbe wie +der Emydinae. Im australischen Gebiet fehlen sie gleichfalls. + +[Illustration: Fig. 398. + +¡Stylemys Nebrascensis¡ Leidy. Miocän. Mauvaises terres des White +River, Dakota. 1/3 nat. Gr. (Nach ~Leidy~.)] + +Die älteste und relativ häufig bekannte Landschildkröte ist +¿Hadrianus¿ Cope aus dem Eocän der Vereinigten Staaten, seltener +erscheint ¿Achilemys¿ Hay, im Oligocän und älteren Miocän findet +sich neben ¿Stylemys¿ Leidy (Fig. 398) bereits ¿Testudo¿ Linné sehr +verbreitet, welch letztere sich von da ab im Tertiär Nordamerikas +allein findet. In dem Obereocän des Fajum in Ägypten zeigt sich neben +kleineren Arten, die sehr ansehnliche ¡Testudo Ammoni¡ Andrews. Die +oligocänen Reste dieser Gattung in Europa sind nicht völlig sicher, +dagegen wird sie ziemlich häufig aus dem Miocän und Pliocän genannt. +Eine Riesenform ¡T. Perpiniana¡ Gaudry aus dem Pliocän von Serrat +(Ostpyrenäen) hat einen Rückenpanzer von 1,20 m und ¡T. Atlas¡ Falc. +und Cantley aus dem ob. Miocän von Sivalik (Indien) sogar von 2 m +Länge. Auch aus dem Pliocän von Malta sind Reste von gewaltigen +Landschildkröten bekannt. + + +3. Unterordnung. #Cheloniidea.# + +¡Rücken und Brustschild unvollkommen verknöchert. Hals unvollständig +in die Schale zurückziehbar. Sehr kurze Querfortsätze an den +Halswirbeln vorhanden. Becken mit dem Plastron nicht fest verbunden. +Ruderfüße. Epidermis verhornt oder Haut lederartig und mit einem +Pflaster polygonaler dünner Knochenplatten (Carapace athèque = +mosaïque superficielle Dollo).¡ Obere Kreide bis jetzt. + + +1. Familie. #Dermochelyidae.# (~Lederschildkröten.~) (¿Athecae¿ Cope.) + +¡Wirbel und Rippen frei. Vom Rückenschild nur die Nuchalplatte +entwickelt. Plastron von 8 Knochen gebildet. Entoplastron fehlt. +Der ganze Rumpf von einer lederartigen Haut überzogen, in welche +ein dichtes Mosaikpflaster polygonaler, in Reihen angeordneter +Knochenplättchen eingelagert ist. Parietalia ohne absteigende +Fortsätze. Ruderfüße ohne Krallen.¡ Eocän bis Jetzt. + +Die einzige lebende Lederschildkröte ¿Dermochelys¿ Blainv. +(¡Sphargis¡), deren Kopf nicht zurückziehbar ist, gehört zu den +größten und weitverbreitetsten, aber auch seltensten Gattungen; +sie findet sich im Atlantischen, Indischen und Stillen Ozean, +gelegentlich auch im Mittelmeer. Kopf mit kleinen Schildern bedeckt. +Der Hinterhauptscondylus soll unverknöchert bleiben, ein selbständig +ossificiertes Parasphenoid ist vorhanden. Das dünne Mosaikplastron der +Rückenseite mit 7 Reihen, das der Bauchseite mit 5 Reihen größerer +als Kiele hervortretenden Plättchen. Die Elemente des Plastrons, +Epiplastron, Hyoplastron, Hypoplastron und Xiphiplastron sind dünn und +schlank und umschließen eine weite Fontanelle. Cope und Dollo stellen +Dermochelys und Verwandte als ¿Athecae¿ allen übrigen Schildkröten +den ¿Thecophora¿ gegenüber; jedenfalls stellen sie die meist +spezialisierte Gruppe unter den Cheloniidea dar. + +[Illustration: Fig. 399. + +¡Archelon ischyros¡ Wieland. Ob. Kreide. Dakota. ¡A¡ von oben. ¡B¡ von +unten. ¡N¡ Nuchalplatte, hinter derselben 11 ¡Sn¡ Supraneuralplatten +und eine Pygalplatte, ¡R¡ Rippen, ¡M¡ Marginalia, ¡E¡ Entoplastron, +¡H¡ Hyoplastron, ¡Hy¡ Hypoplastron. 1/48 nat. Gr. (Nach ~Wieland~.)] + +¿Psephophorus¿ v. Meyer. Schädel dicker, kürzer und relativ größer als +bei Dermochelys. Rücken- und Bauchpflaster aus einem dichten Mosaik +von kleinen, stets ungekielten Knochenplatten bestehend. Mitteleocän, +Oligocän, Miocän, Pliocän. Europa. Miocän. Maryland. Obereocän. +? Ägypten. + + +2. Familie. #Protostegidae.# + +¡Rückenschild stark reduziert, Rippen mit ihrer größeren Hälfte +über den Discus hervorragend. Marginalia vorhanden. Plastron +kräftig, nur wenig reduziert. Entoplastron T-förmig. Epiplastra +sehr klein; Hyoplastron und Hypoplastron sehr groß, fingerförmig +gelappt. Xiphiplastron kurz. Eine Lederhaut mit eingelagerten Knochen +wahrscheinlich vorhanden. Schläfenregion überdacht. Parietalia mit +absteigenden Fortsätzen. Ruderfüße mit drei oder mehr Krallen.¡ Ob. +Kreide. Oligocän. + +¿Protostega¿ Cope. Prämaxillare zu einem kurzen Schnabel ausgezogen. +Unterkieferäste sehr frühzeitig miteinander verschmolzen. Neuralia +normal, ohne Gruben. Ob. Kreide. Nordamerika. + +¿Archelon¿ Wieland. (Fig. 399.) Prämaxillare zu einem großen und +stark gekrümmten Schnabel ausgezogen. Unterkieferäste erst in hohem +Alter miteinander verschmolzen. Nuchale sehr groß und sehr dünn. Die +Neuralia sehr dünn und reduziert, das vorderste anscheinend fehlend, +über den Neuralia und den proximal plattenartig verbreiterten (9 Paar) +Rippen, eine Reihe (11) dünner, median gekielter Supraneuralplatten, +die offenbar wie bei Dermochelys in der inneren Lederhaut eingebettet +waren. Entoplastron T-förmig. Ob. Kreide. S. Dakota. Nordamerika. + +¿Protosphargis¿ Cap. Ca. 3 m große Schildkröte, nicht vollständig +erhalten. Plastron ähnlich dem von Protostega, aber Entoplastron nicht +beobachtet. Marginalia vorhanden. Ob. Kreide. (Scaglia). Valpolicella +bei Verona. + +¿Pseudosphargis¿ Dames. Schädelfragment groß, ca. 38 cm breit, 15 +cm hoch. Sehr ähnlich Dermochelys aber mit absteigenden Fortsätzen +der Parietalia. Ob. Oligocän. Norddeutschland. Möglicherweise eine +Dermochelide. + + +3. Familie. #Cheloniidae.# ~Meerschildkröten.~ + +¡Rückenschale gewöhnlich herzförmig, flach, in der Regel noch +mit Fontanellen zwischen Marginalia und Costalia, Plastron mit 9 +Knochen, gewöhnlich mit mittlerer und seitlicher Fontanelle, nur +durch Ligamente mit der Rückenschale in Verbindung. Schläfenregion +vollständig überdacht. Parietalia mit absteigenden Fortsätzen. Der +ganze Panzer von dichten Hornschildern bedeckt. Ruderfüße mit 1-2 +Krallen.¡ Obere Kreide bis jetzt. + +Die lebenden Meerschildkröten ¿Chelonia¿ Latr. (Fig. 390), (¡Chelone¡ +Brgt., ¡Eretmochelys¡) und ¿Caretta¿ Rafinesque (¡Thalassochelys¡ +Fitz.) (Fig. 400), von denen letztere in erwachsenem Zustand eine +vollständig verknöcherte Rückenschale besitzt (5 Costalia), sind auf +tropische und gemäßigte Meere beschränkt. ¡Chelonia¡ fossil: ? Eocän +von Nordamerika (p. p. ¡Puppigerus¡ Cope). ? Mitteleocän von Europa +und Ägypten. Mitteloligocän von Belgien. Unvollständige Reste, ebenso +wie von ¡Caretta¡ im Miocän und Pliocän von Europa. + +¿Allopleuron¿ Baur. (Fig. 401.) Durch das langgestreckte, schmale +Rückenschild und das vorne ausgeschnittene, große Nuchale +ausgezeichnet. Obere Kreide von Belgien. Nahestehende, wenn nicht +idente Reste sind aus gleichaltrigen Sedimenten von England bekannt. + +¿Argillochelys¿ Lyd. Ähnlich Caretta, aber nur mit Costalia. Eocän. +England, Belgien. + +¿Eosphargis¿ Lyd.[103] Rückenpanzer sehr stark reduziert nur von +Nuchale, Neuralia Costalia, Pygalia und Marginalia zusammengesetzt. +Unteres Eocän. England, Belgien. + +¿Eochelone¿ Dollo. Schädel dick, niedrig. Choanen sehr weit vorne. +Rückenpanzer gestreckter wie bei Chelonia, ungekielt. Mitteleocän. +Belgien. + +¿Chelyopsis¿, Bened. Aus dem Oligocän von Belgien und Norddeutschland, +¿Peritresius¿ Cope aus der oberen Kreide, ¿Lembonax¿ Cope aus dem +Eocän, ¿Scyllomus¿ Cope aus dem Miocän, ¿Procolpochelys¿ Hay aus +dem Miocän der Vereinigten Staaten sind alle auf mehr oder weniger +dürftige Reste begründet und mit Ausnahme der letzteren im System +unsicher. + +Nahe verwandt mit den Cheloniidae sind die auch von manchen Autoren +als selbständige Familie betrachteten ¿Toxochelydae¿, deren +Rückenpanzer mit dem Plastron leicht gelenkt, deren Vorderfuß zum +mindesten 2 Krallen besitzt und noch nicht vollständig als Ruderfuß +entwickelt ist. Hierher gehört ¿Toxochelys¿ Cope und ¿Porthochelys¿ +Williston aus der oberen Kreide von Nordamerika, von denen letztere +wohl entwickelte Nasalia besitzt, die der ersteren fehlen. +? ¿Cynocercus¿ Cope. Obere Kreide. Kansas. + +Auch die ¿Desmatochelydae¿ mit ¡Desmatochelys¡ Williston, die mit +großen Nasalia ausgestattet sind, aus der Kreide von Kansas dürften +hier mit ? ¿Neptunochelys¿ Wieland und ? ¿Atlantochelys¿ Agass. +anzureihen sein. + +[Illustration: Fig. 400. + +Skelett von ¡Caretta¡ L. sp., aus dem Mittelmeer. Von unten gesehen. +Das Plastron ist entfernt. ¡Cor¡ Coracoid, ¡PSc¡ Procoracoid, ¡Sc¡ +Scapula, ¡H¡ Humerus, ¡R¡ Radius, ¡U¡ Ulna.] + +[Illustration: Fig. 401. + +Rückenschild von ¡Allopleuron Hofmanni¡ Gray. Ob. Kreide. Petersberg +bei Maestricht, Holland. 1/8 nat. Gr.] + + +4. Familie. #Dermatemydidae.# + +¡Rückenschale und das große Plastron vollständig verknöchert und +zumeist durch feste Naht miteinander verbunden. Nuchale mit oder ohne +rippenähnliche Fortsätze. Neuralia in der Zahl gewöhnlich reduziert. +11-12 Paare von Marginalia. Schläfengegend nicht überwölbt. Schwanz +kurz, aus procölen Wirbeln.¡ Obere Kreide bis jetzt. + +Zu dieser gegenwärtig in Zentralamerika verbreiteten Familie +(¿Dermatemys¿ Gray) wird eine ganze Anzahl fossiler Formen gestellt, +so: ¿Basilemys¿ Hay, ¿Compsemys¿ Leidy, ¿Adocus¿, ¿Agomphus¿, +¿Zygoramma¿, ¿Homorophus¿ Cope aus der oberen Kreide. ¿Alamosemys¿, +¿Hoplochelys¿, ¿Kallistina¿ Hay, ¿Notomorpha¿, ¿Baptemys¿, ¿Anosteira¿ +Leidy aus dem Eocän. ¿Xenochelys¿ Hay aus dem Oligocän, sämtliche +aus den Vereinigten Staaten. ¿Anosteira¿ auch aus dem Oligocän von +England. ¿Trachyaspis¿ H. v. Meyer aus dem Oberen Mitteleocän. Miocän +von Europa und Afrika. + +Von der Familie der ¿Cinosternidae¿ (¡Claudius¡ Cope, Mexiko, +¡Staurotypus¡ Wagl. Zentralamerika, ¡Cinosternum¡ Spix (¡Aromochelys¡) +Nord- und Südamerika) sowie von der Familie der ¿Platysternidae¿ +(¡Platysternum¡ Gray, Südchina, Birma, Siam, Philippinen) sind fossile +Vertreter bis jetzt nicht mit Sicherheit nachgewiesen. + + +4. Unterordnung. #Trionychia.# ~Flußschildkröten.~ + +¡Rücken und Bauchschild unvollständig verknöchert, mit rauher, +wurmförmiger Oberfläche, nur von Haut bedeckt, ohne Hornschilder. +Marginalia vorhanden (21) mit dem Discus durch Naht verbunden +(Carettochelydae), oder nur eine unvollständige Reihe im Lederrand +des Discus ohne festen Zusammenhang mit demselben oder fehlend. +Entoplastron platten- (Carettochelys) oder stabförmig. Epiplastron +von Hyplastra nur durch eine Naht (Carettochelys) oder durch das +Entoplastron getrennt. Plastron in der Regel mit großer Fontanelle. +Becken mit dem Plastron nicht fest verbunden. Hals in vertikaler +Ebene in die Schale zurückziehbar, Halswirbel ohne oder nur mit +kurzen Querfortsätzen. Zehen gelenkig verbunden und mit Schwimmhaut +umgeben, vorn und hinten mit 2 (Carettochelydae) oder 3 Krallen +(Trionychidae).¡ Obere Kreide bis jetzt. + +Unter den Schildkröten lassen die ¿Trionychia¿ den allgemeinen +Organisationsplan dieser Reptilien noch deutlich erkennen. Der +Panzer ist schwach ausgebildet, das Plastron zeigt in der Regel +große Fontanellen und ist mit der Rückenschale durch Haut verbunden +(ausgenommen ¡Carettochelys¡, wo eine feste Verbindung des soliden +Plastron erfolgt). Das Rückenschild besteht gewöhnlich aus einer +unvollständigen Decke von Verknöcherungen, aus welcher die Rippenenden +meist frei herausragen. + +[Illustration: Fig. 402. + +Rückenpanzer von ¡Trionyx Styriacus¡ Peters. Miocäne +Braunkohlenschichten von Eibiswald, Steiermark. 1/4 nat. Gr. (Nach +~Peters~.) Die rauhen Hautknochen des Rückenpanzers haben sich auf der +rechten Hälfte von den Rippen abgelöst.] + +Zu der durch die einzige auf Neu-Guinea vorkommenden Gattung +¿Carettochelys¿ Ramsay repräsentierten und durch die obengenannten +Merkmale von der ¡Trionychiidae¡ verschiedenen Familie der +¡Carettochelyidae¡ dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach +¡Pseudotrionyx¡ Dollo aus dem Mitteleocän von Belgien und England +gehören. + +Die zahlreichen, noch jetzt lebenden ¿Trionychiidae¿ (ca. 26 Arten) +halten sich in den größeren Flüssen der gemäßigten und heißen Zone +in Asien, Afrika und Nordamerika auf, sie fehlen in Australien und +Südamerika. Die fossilen Reste dürften zum größten Teil zu der noch +lebenden Genus Gattung ¿Trionyx¿ Geoffr. (Fig. 402) gehören und sind +als ¿Amyda¿ Oken, ¿Aspideretes¿, ¿Conchochelys¿, ¿Helopanoplia¿, +¿Axestemys¿ (¡Axestus¡), ¿Temnotrionyx¿ Hay, ¿Platypeltis¿ Fitzinger, +¿Castresia¿ de Stefano etc. beschrieben worden. Die ältesten Reste +finden sich spärlich in der oberen Kreide von Nordamerika, zahlreiche +Arten dagegen werden aus allen Abteilungen des Tertiärs von Europa, +Afrika, Ostindien, Nordamerika genannt. + + +7. Ordnung. #Parasuchia.#[104] + +~Körper eidechsenartig und in der Regel mehr oder weniger mit +Knochenplatten gepanzert. Frontalia und Parietalia paarig. Zähne +thecodont. Äußere Nasenlöcher getrennt. Zwischen Nasen- und +Augenöffnungen ein großer präorbitaler Durchbruch. Zwei Paar +Schläfenlöcher. Foramen parietale fehlt fast stets. Quadratbein +unbeweglich. Kein harter Gaumen. Schultergürtel mit wohl entwickelter +Clavicula. Augen ohne Scleroticaring. Gelenkpfanne des Beckens von +Ilium, Ischium und Pubis gebildet. Wirbel platycöl bis amphicöl. +Rippen zweiköpfig. Schwanzwirbel mit Chevron bones. Extremitäten +fünfzehig. Femur meist S-förmig gekrümmt. Episternum dolchförmig. +Außer dem Postfrontale ein Postorbitale vorhanden. Unterkiefer noch +mit ansehnlichen Resten des Meckelschen Knorpel ebenso wie die +Crocodilier.~ Trias. + +Die auf die Trias beschränkte, kurz- und langschnauzige Formen +umfassende Gruppe der Parasuchia gleicht zwar durch ihren äußeren +Habitus, die Panzerung des Rumpfes und die Bezahnung sehr den +Crocodilia, allein ihr Skelettbau weicht doch so erheblich von diesen +ab, daß eine direkte Vereinigung mit diesen nur eine gezwungene wäre. + +Die allgemeine Morphologie des Schädels erinnert ebenso wie +der Schultergürtel sehr an die Rhynchocephalen, besonders an +Protorosaurus; mit den Ichthyosauriern teilen die langschnauzigen +Formen neben anderen gemeinsamen Merkmalen die von den Prämaxillarien +gebildete lange Schnauze, die rückwärtige Stellung der durch die +Nasalia getrennten äußeren Nasenlöcher sowie die Lage der durch +die Vomeres geschiedenen Choanen. Größere Verwandtschaft scheint +zu den Dinosauriern, speziell nach v. Huene zu den Theropoden +(Thecodontosauridae, Plateosauridae) zu bestehen, was durch die +gemeinsame charakteristische Präorbitalöffnung und namentlich durch +die große Ähnlichkeit der Beckenelemente Pubis und Ischium, sowie den +Bau der Extremitäten dokumentiert wird. + +Die Parasuchier sind in der Hauptsache wasserliebende Reptilien, +welche die Flüsse, Seen und Sümpfe der Triaszeit bevölkerten. Die +Bewegung im Wasser dürfte manchen von ihnen durch Schwimmhäute +zwischen den Zehen sowie durch den langen als Ruder wirkenden Schwanz +erleichtert worden sein. Die lange Schnauze verschiedener Vertreter +dürfte außer zum Ergreifen der Nahrung auch zum Wühlen im Schlamm +gedient haben. Sie finden sich in der Trias von Deutschland, England, +Schottland, den Vereinigten Staaten von Nordamerika, in Indien und +Südafrika. + + +Familie. #Phytosauridae#. Mc. Gregor. + +¡Ansehnliche große Parasuchier mit sehr langer, beinahe vollständig +von den Prämaxillaria gebildeter Schnauze. Äußere Nasenlöcher von den +Nasalia begrenzt, weit zurück in der Nähe der nach oben gerichteten +Augen gelegen, innere Nasenlöcher direkt darunter. Schädeldach rauh +skulptiert. Seitliches Schläfenloch groß, die rückwärtige knöcherne +Begrenzung des kleinen, oberen Schläfenloches (hinterer Schläfenbogen) +in der Regel nach abwärts verlagert. Epipterygoid und Septomaxillare +vorhanden. Wirbel platycöl. Zwei Sacralwirbel. Bauchrippen vorhanden. +Hals, Rücken und Schwanz und manchmal auch der Bauch mit knöchernen +Platten bedeckt.¡ Trias. + +¿Mesorhinus¿ Jaekel. Schädel 1/2 m lang. Obere Schläfenlöcher hinten +vollständig knöchern von den Parietalia umgrenzt. Ein kleines Foramen +parietale erhalten. Zähne ziemlich groß, spatelförmig komprimiert. +Choanen hinter den Nasenlöchern in einer von den inneren Flügeln +der Palatina und Pterygoidea gebildeten Rinne mündend. Mittlerer +Buntsandstein. Bernburg. + +¿Staganolepis¿ Huxley. Rückenpanzer aus 2 Reihen schmaler stark +skulptierter Mittelplatten und je einer Seitenreihe. Bauchpanzer aus 6 +bis 8 Reihen vierseitiger Platten gebildet. Pubis Theropoden ähnlich. +Unt. Obere Trias. Elgin. Schottland. + +¿Phytosaurus¿ Jäger (¡Belodon¡ H. v. M.) (Fig. 403, 404). Der bis +über 1 m große Schädel nach vorne in eine lange, allmählich sich +verschmälernde, aber hohe Schnauze auslaufend; vordere Zähne mit +rundlichem Querschnitt, hintere Zähne hinten und vorne zugeschärft, +glatt. Rückenpanzer mit zwei Reihen ~großer Platten~, seitlich mit +je einer Reihe kleinerer Randplatten. Vorderer Teil der Bauchseite +gepanzert. Keuper Württemberg (Naturalienkabinett Stuttgart). Franken. +Braunschweig. Trias. Vereinigte Staaten von Nordamerika. + +¿Mystriosuchus¿ E. Fraas. An dem bis 80 cm langen Schädel ist die +2/3 der Länge einnehmende, schlanke, vorne löffelartig verbreiterte +Schnauze von dem eigentlichen sehr hohen, schmalen Cranium scharf +abgesetzt. Die zahlreichen Zähne, von denen 23-24 auf das Prämaxillare +treffen, schwach gerieft meist mit rundem Querschnitt. Rückenpanzer +aus vier Reihen gleichartiger Platten zusammengesetzt. Ventral ein +aus ca. 35 kleinen Knochenplättchen zusammengesetztes Halsschild. +Stubensandstein (mittl. Keuper) Württemberg. + +¿Rhytidodon¿ (¡Rutiodon¡) Emmons (Fig. 405). Nahe verwandt, wenn +nicht identisch mit ¡Mystriosuchus¡. Ca. 26 präsacrale Wirbel. Trias. +Vereinigte Staaten v. Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 403. + +¡Phytosaurus¡ (¡Belodon¡) ¡Kapffi¡ H. v. Meyer. ¡A¡ Schädel von oben, +¡B¡ von unten, ¡C¡ Schädel und Unterkiefer aus dem oberen Keuper +(Stubensandstein) von Stuttgart (ca. 1/7 nat. Gr.) ¡A¡ Augenhöhle, ¡N¡ +Nasenloch, ¡S¡ ¡S'¡ Schläfenöffnungen, ¡D¡ Präorbitalöffnung, ¡Pmx¡ +Zwischenkiefer, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Fr¡ Frontale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡L¡ +Lacrimale, ¡Pa¡ Parietale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Por¡ Postorbitale, +¡Sq¡ Squamosum, ¡Quj¡ Quadratojugale, ¡Q¡ Quadratum, ¡Ju¡ Jugale, +¡Vo¡ Vomer, ¡Pl¡ Palatin, ¡Pt¡ Transversum, das Pterygoid schließt +sich nach innen an und ist beschattet. ¡Bo¡ Basioccipitale, davor das +Basisphenoid, ¡Ch¡ Innere Nasenlöcher (Choanen), ¡d¡ Dentale, ¡ang¡ +Angulare, ¡art¡ Articulare, ¡D'¡ Meckelscher Knorpel.] + +[Illustration: Fig. 404. + +¡Phytosaurus¡ (¡Belodon¡) ¡Kapffi¡ H. v. Meyer. ¡a¡ Rückenplatte. 1/3 +nat. Gr. (Nach ~H. v. Meyer~.)] + +[Illustration: Fig. 405. + +Schultergürtel von ¡Rhytidodon¡ (? ¡Phytosaurus¡) ¡carolinensis¡ +Emmons. Trias. Nordcarolina (nach ~Mc. Gregor~). Ventralansicht. +Linke Scapula in normaler Stellung. Die rechte verschoben, um die +Verhältnisse klarer zu zeigen. ¡Est¡ Episternum, ¡Co¡ Coracoid, ¡Sc¡ +Scapula, ¡Cl¡ Clavicula.] + +¿Palaeorhinus¿ Williston. Schädel 73 cm lang. Nasenlöcher relativ weit +voran. Obere Trias. Wyoming. + +¿Parasuchus¿ Huxley ? Trias. (Maleri Sandstein). Indien. + +? ¿Episcoposaurus¿ Cope. Trias. Texas. Neu-Mexiko. + +? ¿Clepsysaurus¿ Lea. Trias. Nordamerika. + +¿Rileya¿ v. Huene. Unt. ob. Trias. England. + +? ¿Erythrosuchus¿ Broom. em. Huene. Schädel Parasuchier ähnlich +mit 2 Schläfenöffnungen und kleiner Präorbitalöffnung aber +Prämaxillaria kurz und Nasenlöcher an der Schnauzenspitze. Femur +pelycosaurierähnlich. Trias. Südafrika. Neuerdings betrachtet von +Huene diese Form mit ¿Scaphonyx¿. A. S. Woodward aus der Trias von +Rio Grande do Sul (Brasilien) als Vertreter einer eigenen Ordnung der +¿Pelycosimia¿. + + +Familie. #Aetosauridae#. (¡Pseudosuchia¡ ~Zittel~.) + +¡Meist kleine zierliche Parasuchier mit kurzer Schnauze. Äußere +Nasenlöcher seitlich, weit vorne zwischen den kurzen Prämaxillaria +und den großen Nasalia gelegen. Innere Nasenlöcher weit vorne gelegen +oder nach rückwärts verschoben. Schädeldach meist glatt. Seitliche +und obere Schläfenlöcher groß und normal ausgebildet (ausgenommen +Aetosaurus). Augen sehr groß, seitlich. Wirbel amphicöl bis platycöl. +2-4 Sacralwirbel. Vorderfüße kürzer als die hinteren. Rücken in der +Regel mit zwei Reihen quer oblonger Knochenplatten bedeckt.¡ Trias. + +¿Aetosaurus¿ O. Fraas. (Fig. 406). Körper langgeschwänzt. (¡A. +ferratus¡ bis 0,86 m, ¡A. crassicauda¡ ca. 1,50 m lang); der +Rücken mit zwei Längsreihen von großen quer vierseitigen, strahlig +verzierten Platten, Seiten und Bauch mit kleineren, fast quadratischen +Platten gepanzert. Schädel dreieckig, zugespitzt. Zähne nur in +der vorderen Kieferpartie. Zwischen den großen Augenöffnungen +und den seitlichen fast am Schnauzenende gelegenen ansehnlichen +Nasenlöchern eine weite Präorbitallücke. Anscheinend nur ein Paar +kleine seitliche Schläfenöffnungen. Nasalia sehr groß. Prämaxillaria +winzig. 28 präsacrale Wirbel, 2 Sacralwirbel. Zähne zugespitzt. +Im Stubensandstein von Heslach bei Stuttgart auf einer Platte 24 +vollständige Individuen von verschiedener Größe. Naturalienkabinett +Stuttgart. + +¿Dyoplax¿ O. Fraas. U. Keuper. Württemberg. ¡Typothorax¡ Cope. Trias. +Neu-Mexiko. ¡Stegomus¡ Marsh. Obertrias. Connecticut. + +¿Erpetosuchus¿ Newton. Schädel vorne verschmälert und abgerundet, +Augen oval nach oben und vorne gerichtet. Obere Schläfenlöcher +rundlich, seitliche dreieckig. Präorbitalöffnung stark verlängert, +niedrig. Innere Nasenlöcher getrennt, weit vorn gelegen. Zähne +konisch, schlank und rückwärts gekrümmt, nur auf der vorderen +Kieferhälfte. Wirbel amphicöl. Am Hals und Rücken zwei Reihen quer +vierseitiger, rauh skulptierter Platten beobachtet. Unt. Obere Trias. +Elgin. + +[Illustration: Fig. 406. + +¡Aetosaurus ferratus.¡ Fraas. Stubensandstein (Mittl. Keuper). Heslach +bei Stuttgart. Kopf und vorderer Teil des Rumpfes. 1/2 nat. Gr. +(Nach ~O. Fraas~.) ¡A¡ Augenhöhle, ¡S¡ seitliches Schläfenloch, ¡D¡ +präorbitale Öffnung, ¡N¡ Nasenloch.] + +¿Proterosuchus¿ Broom. Trias. Südafrika. + +¿Ornithosuchus¿ Newton. Schädel vorn zugespitzt, sehr ähnlich +¡Aetosaurus¡ (11 cm lang). Präorbitalöffnung sehr groß. Obere +Schläfenlöcher klein, rundlich, seitliche hoch, >-förmig. Innere +Nasenöffnungen weit zurück gelegen. Zähne leicht gekrümmt, zugeschärft +und fein gekerbt. Wirbelcentra amphicöl. Von den 3 Sacralwirbeln die 2 +hinteren anscheinend miteinander verschmolzen. Pubis lang und schmal. +Panzerplatten rundlich. Unt. Obere Trias. Elgin. + +¿Scleromochlus¿ A. S. Woodward. Ca. 20 cm lang, große langgeschwänzte +Form mit schlanken hohlen Extremitäten, von denen die hintere +fast doppelt so groß als die vordere ist. Schädel verlängert, +dreieckig. Präorbitalöffnung groß. Zähne nicht beobachtet. 21 +Präsacralwirbel, 4 Sacralwirbel. Becken mit dem schlanken gedrehten +Pubis Theropoden-ähnlich. Rückenpanzer fehlt, Bauchpanzer von dicht +liegenden Bauchrippen gebildet. Unt. Obere Trias. Elgin. + +? ¿Hallopus¿ Marsh. 3 Sacralwirbel. Obere Trias. Wyoming. + + +8. Ordnung. #Crocodilia.#[105] + +(¡Mesosuchia¡ und ¡Eusuchia¡ Huxley. ¡Crocodilia vera¡ Koken.) + +~Körper eidechsenartig, langgeschwänzt, meist von ansehnlicher oder +mittlerer Größe. Äußere Nasenlöcher am vorderen Ende der Schnauze +vereinigt. Innere Nasenlöcher (Choanen) vereinigt, weit nach hinten +gerückt. Maxillaria, Palatina und zuweilen auch Pterygoidea in +der Mittellinie zusammenstoßend und ein geschlossenes Gaumendach +(harter Gaumen) bildend. Das unpaare Parietale ohne Foramen. Zwei +Paar Schläfenöffnungen. Quadratbein unbeweglich. Zähne thecodont. +Augen meist ohne Scleroticaring. Wirbel platycöl oder procöl. Zwei +Sacralwirbel. Bauchrippen vorhanden. Brustgürtel mit knorpeligem +Sternum, aber ohne Clavicula. Pubis von der Gelenkpfanne für den Femur +ausgeschlossen. Vorderfüße mit fünf, Hinterfüße mit vier Zehen und +einem rudimentären Stummel, zum Gehen und durch Schwimmhäute zwischen +den Zehen auch zum Schwimmen geeignet. Ganzer Körper mit hornigen +Schuppen bedeckt, unter welchen sich meist auf Rücken und Bauch Reihen +von Hautknochen befinden.~ Lias - jetzt. + +[Illustration: Fig. 407. + +Schädel von Caiman niger. ¡Spix. rezent.¡ Brasilien. ¡A¡ von unten, +¡B¡ von oben, ¡C¡ von der Seite, ¡D¡ von hinten. ¡Na¡ Nasenlöcher, +¡O¡ Augen, ¡S¡^1, ¡S¡^2 Obere und seitliche Schläfenlöcher, ¡Ch¡ +Choanen, ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡N¡ Nasale, ¡F¡ +Frontale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡L¡ Lacrimale, ¡P¡ +Parietale, ¡SO¡ Supraoccipitale, ¡Sq¡ Squamosum, ¡Bo¡ Basioccipitale, +¡Bs¡ Basisphenoid, ¡Eo¡ Exoccipitale laterale, ¡Al¡? Alisphenoid +(Orbitosphenoid), ¡Qj¡ Quadratojugale, ¡Q¡ Quadratum, ¡Pt¡ Pterygoid, +¡Tr¡ Transversum, ¡Pa¡ Palatin, ¡V¡ Vomer, ¡Fm¡ Foramen magnum. +3/5 nat. Gr.] + +Die wasserliebenden Krokodile oder Panzerechsen nehmen durch ihre +innere Organisation unter den lebenden Reptilien die höchste +Rangstufe ein. Sie ähneln durch ihre äußere Erscheinung am meisten +den Parasuchiern und Lacertiliern, unterscheiden sich aber von beiden +durch fundamentale Unterschiede im anatomischen Bau. + +Der ~Schädel~ (Fig. 407) ist oberflächlich, meist rauh skulptiert. +Die rundlichen Augen sind bei den älteren Formen ringsum geschlossen +und nach oben oder nach der Seite gerichtet, bei den jüngeren und +den rezenten Krokodilen durch eine Ausbuchtung äußerlich mit den +seitlichen Schläfenlöchern verbunden. ~Nasenlöcher vereinigt, am +Schnauzenende gelegen~; ~beide Schläfenlöcher~ wohl entwickelt. Die +Größe der seitlichen Schläfenlöcher steht gewöhnlich im umgekehrten +Verhältnis zu jener der oberen. Das meist kleine Parietale und +gewöhnlich auch das Frontale ist bei ausgewachsenen Individuen unpaar. +Die obere Schläfenöffnung wird hinten und außen vom Squamosum, vorne +vom Postfrontale begrenzt, das seinerseits zugleich als hintere +Begrenzung des Auges mit seinem absteigenden Fortsatz nebst dem +Jugale und Transversum die vordere bzw. untere Umrahmung des hinten +und oben vom Quadratojugale umfaßten seitlichen Schläfenloches +übernimmt. Am Vorderrande der Orbita beteiligen sich Präfrontalia und +Lacrimalia von verschiedener Größe. Die langen, dreieckigen Nasalia +erreichen mit ihrer Spitze bei den ~kurzschnauzigen~ und einem Teil +der langschnauzigen Krokodile (z. B. Tomistoma) die Prämaxillaria, +bei den ersteren sogar die Nasenlöcher, in welchen sie alsdann +eine mediane knöcherne Scheidewand bilden können. Bei den übrigen +~langschnauzigen~ Krokodilen sind die Nasalia durch einen ansehnlichen +Zwischenraum von den Prämaxillaria geschieden und vorne vollständig +von den ~sehr langgestreckten Maxillaria~ umschlossen, die kurzen +paarigen Prämaxillaria umgeben hier ringsum die nach oben gerichteten +Nasenlöcher. Auf Grund dieser Merkmale hat man unter den Krokodilen +~Brevirostres~ und ~Longirostres~ unterschieden. Dieselben sind aber, +wie aus den rezenten Formen hervorgeht, durch Übergänge miteinander +verbunden, daß eine so scharfe Trennung nicht mehr gerechtfertigt +erscheint. + +Die Unterseite des Schädels wird zum größten Teil von dem ~harten +Gaumen~, einer die Nasenhöhle von der Mundhöhle abtrennenden +knöchernen Scheidewand, bedeckt, welcher durch horizontale +Ausbreitungen der Prämaxillaria, Maxillaria, ferner der Palatina +und zuweilen der Pterygoidea gebildet wird und unter den Augen zwei +Gaumenlöcher enthält. Durch das Zusammenstoßen der Maxillar- und +Palatinlamellen wird der ~meist~ vom Gaumendach ausgeschlossene +paarige ~Vomer~ nur selten sichtbar (z. B. Tomistoma, Caiman niger). +Infolge dieses geschlossenen Gaumendaches münden die vorne von den +Vomeres umgebenen inneren Nasengänge bei den älteren Formen hinter +den Palatina aus = ¡Mesosuchia¡ ~Huxley~ (Fig. 408); bei einigen +cretaceischen, den tertiären und rezenten Crocodiliern hingegen, +bei welchen die ~Pterygoidea~ durch horizontale Verbreiterungen an +der Ausbildung des harten Gaumens teilnehmen, liegen die inneren +Nasenlöcher (Choanen = ¡Ch¡) innerhalb der Pterygoidea in ganz +geringer Entfernung vom Hinterhaupt (¡Eusuchia¡ ~Huxley~ Fig. 409). +Die bei den Crocodiliern verknöcherten Spenoidalia -- bisher +allgemein als Alisphenoide bezeichnet -- sollen nach ~E. Gaupp~ +die Orbitosphenoide repräsentieren. Das Transversum ist stets wohl +ausgebildet. Beim lebenden ausgewachsenen Gavial kommen neben den +Palatina große halbkugelige Knochenblasen vor, die mit den über dem +Gaumendach verlaufenden inneren Nasengängen kommunizieren und offenbar +als Luftbehälter dienen (Fig. 409). + +Der ~Unterkiefer~ besteht jederseits aus den bekannten 6 Stücken. +Das Articulare ist pneumatisch. Die im hinteren Drittel befindliche +Öffnung für den Meckelschen Knorpel ist sehr groß. An der suturösen +Symphyse der beiden Äste kann bei den langschnauzigen Formen auch das +~Operculare~ teilnehmen. + +[Illustration: Fig. 408. + +¡Pelagosaurus temporalis¡ Blv. Ob. Lias Calvados. Unterseite des +Schädels mit mesosuchen Choanen (¡Ch¡).] + +[Illustration: Fig. 409. + +Unterseite des hinteren Schädelteiles vom ¡Gavial¡ mit eusuchen +Choanen. ¡Mx¡ Oberkiefer, ¡Pl¡ Palatinum, ¡Pt¡ Pterygoid, ¡J¡ Jugale, +¡T¡ Transversum, ¡Q¡ Quadratum, ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡Ch¡ Choanen, ¡x¡ +Öffnung des intertympanischen Kanals, ¡bu¡ knöcherne Luftblasen.] + +Die zahlreichen in tiefen Alveolen stehenden kegelförmigen, häufig +vorne und hinten zugeschärften, glatten oder gestreiften ~Zähne~ sind +auf die Kiefer beschränkt; die Zahl der in einer Reihe stehenden, +häufig in Größe und Form verschiedenen Zähne, bleibt bei ein und +derselben Art, zuweilen sogar bei einer ganzen Gattung, konstant. + +Die ~Wirbelsäule~ besteht aus 24-25 präsacralen, 2 Sacral- und 35 +oder mehr Schwanzwirbeln. Bei den lebenden Crocodiliern sind alle +Wirbel mit Ausnahme von Atlas und Epistropheus, des 2. Sacralwirbels +und des vordersten Schwanzwirbels procöl, bei den mesozoischen in der +Regel platycöl, die oberen Bögen meist durch eine bleibende Sutur an +dem Wirbelkörper befestigt und die Dornfortsätze kräftig entwickelt. +Zum ~Hals~ werden die vorderen 7-9 Wirbel gerechnet. Der ~Atlas~ +(Fig. 410) besteht aus 4 Stücken: aus einem ventralen unpaaren, +jederseits mit einer spießförmigen, einköpfigen Rippe versehenen +Mittelstück, das bald für das Zentrum (Hypocentrum), bald für ein +Intercentrum, bald für eine Hypapophyse angesehen wird, ferner aus +zwei seitlichen, symmetrischen Bogenstücken und einem unpaaren +dorsalen ~Dachstück~, welches meist als das Rudiment eines besonderen +Wirbels (Proatlas), von manchen Autoren auch als Hautknochen, +angesehen wird. Der Atlas ist mit dem großen Processus odontoideus +des Epistropheus durch Sutur verbunden. Die 5-7 folgenden kürzeren +Halswirbel besitzen wohlausgebildete Gelenk- und Dornfortsätze, +auf der Ventralseite häufig eine Hypapophyse, außerdem am oberen +Bogen jederseits einen Querfortsatz und in der vorderen Hälfte des +Wirbelkörpers, ziemlich tief unten, einen zweiten Gelenkhöcker. Die +kurzen zweiköpfigen Halsrippen sind distal beilförmig ausgebreitet. An +den zwei vordersten Rückenwirbeln sind Diapophysen und Parapophysen +nur noch wenig voneinander entfernt, und vom dritten Rückenwirbel +an rückt der Capitularfortsatz auf den oberen Bogen, verbindet +sich mit der stark verlängerten Diapophyse und bildet an der Basis +derselben eine Art von Staffel, welche das Capitularende der langen +zweiköpfigen, mit dem Brustbein verbundenen Rippen aufnimmt, während +sich das Tuberculum an das verlängerte Ende der Diapophyse anfügt +(Fig. 317). In den folgenden Rückenwirbeln rückt die Staffel immer +weiter nach außen, bis sie schließlich die Gelenkfläche des Tuberculum +erreicht und mit dieser verschmilzt, so daß die Rippen des hintersten +Rückenwirbels einköpfig werden. Die (4-6) ~Lendenwirbel~ haben +lange, von den oberen Bögen entspringende Querfortsätze aber keine +Rippen. Die kurzen, kräftigen Sacralrippen sind in der Regel distal +verbreitert und proximal durch Naht mit den oberen Bögen und den +Wirbelkörpern verbunden. Der letzte Sacralwirbel ist opisthocöl, der +erste Schwanzwirbel bikonvex. Die Wirbel der vorderen Schwanzhälfte +tragen ziemlich lange, horizontal abstehende Fortsätze, welche wie +die Sacralrippe durch Naht an der Vereinigung vom oberen Bogen und +Zentrum befestigt sind. Hämapophysen, sog. Chevron bones, heften sich +mit Ausnahme der vordersten und der hintersten Schwanzwirbel an den +ventralen Hinterrändern der Wirbelkörper an. + +[Illustration: Fig. 410. + +Die vier vordersten Halswirbel von ¡Crocodilus vulgaris¡. ¡Pr¡ +Proatlas (Dachstück), ¡n¡ Seitenstück des Atlas, ¡x¡ Basalstück +des Atlas, ¡p. od.¡ eigentliches Zentrum des Atlas (processus +odontoideus), II. III. IV. zweiter bis vierter Halswirbel, +¡r¡^1-¡r¡^4 Rippen.] + +[Illustration: Fig. 411. + +Vorderfuß vom Krokodil. ¡R¡ Radius, ¡U¡ Ulna, ¡r¡ Radiale, ¡u¡ Ulnare, +¡p¡ Pisiforme, ¡c¡^{5-3} Carpalia der distalen Reihe, ¡I¡-¡V¡ erster +bis fünfter Finger.] + +Mit dem knorpeligen, großen, rhombischen ~Sternum~ des ~Brustgürtels~ +treten 6-9 Brustrippen in Verbindung; dem Sternum aufgelagert ist +das stabförmige Episternum. Eine ~Clavicula~ fehlt dem Brustgürtel. +Die ~Scapula~ ist ziemlich lang, distal und proximal verbreitert, +das Coracoid ebenfalls verlängert, der Scapula ähnlich und von +einem Foramen (supracoracoideum) durchbohrt. Der schlanke, etwas +gekrümmte ~Humerus~ besitzt wohlausgebildete Gelenke und einen +ansehnlichen Processus lateralis. Die Ulna ist -- abgesehen von den +Metriorhynchidae -- meist etwas länger als der Radius. Die proximale +Reihe des Carpus (Fig. 411) besteht in der Regel aus einem Radiale und +Ulnare, sowie einem kleinen an die Hinterseite der Ulna befestigten +Pisiforme, das durch Bänder mit dem V. Metacarpus verbunden ist. +Die distale Reihe ist nur sehr unvollständig verknöchert. Die drei +radialen Zehen sind etwas stärker als die ulnaren. + +Hinter dem Brustbein liegen in der Bauchwand in der Regel 7 Querreihen +von ~Bauchrippen~. + +[Illustration: Fig. 412. + +Rechte Beckenhälfte vom Krokodil. ¡il¡ Ilium, ¡is¡ Ischium, ¡pu¡ +Pubis.] + +[Illustration: Fig. 413. + +Eine aus zwei Stücken zusammengesetzte Bauchplatte von ¡Diplocynodon¡ +von außen.] + +Das ~Becken~ (Fig. 412) besteht aus 3 Knochen, wovon sich jedoch nur +zwei (~Ilium~ und ~Ischium~) an der Bildung der in ihrem Grund von +einem Foramen durchbohrten Gelenkpfanne beteiligen, während das nach +vorne und innen gerichtete, distal mehr oder weniger spatelförmig +verbreiterte ~Pubis~ davon ausgeschlossen ist. An diese Verbreiterung +schließt sich ein knorpeliges Epipubis an, das sich mit dem der +Gegenseite durch Band vereinigt. Mit dem kräftigen, am Oberrand bogig +gerundeten und nach vorne und hinten verlängertem Ilium treten die +2 ~distal verbreiterten~ Sacralrippen in Verbindung; die ventral +beilartig verbreiterten Ischia stoßen in der Symphyse zusammen. Der +Femur ist länger und schlanker als der Oberarm ohne vorspringenden +inneren Trochanter. Tibia und Fibula sind schlanke, fast gleich lange +und gleich starke Knochen. In der proximalen Reihe des Tarsus liegen +2 größere Knöchelchen, ein Calcaneus oder Fibulare (nach hinten in +einen ansehnlichen Fortsatz für die Sehne des Hauptstreckmuskels +ausgezogen) und ein Astragalus (Tritibiale). Die distalen Tarsalia +sind meist auf 2 Knöchelchen beschränkt, ebenso ist der 5. Finger bis +auf das 5. Metatarsale reduziert. Die drei inneren Zehen der Vorder- +und Hinterfüße sind mit spitzen Krallen bewehrt. + +Sämtliche rezente und fast alle Crocodilia besitzen auf dem Rücken, +zuweilen auch auf dem Bauch, ein aus ~knöchernen Platten~ bestehendes +(auf dem Rücken) rauh skulptiertes ~Hautskelett~ (Fig. 413), über +welches noch stets Hornschilder gelagert liegen. Die ~lebenden~ Formen +~leben in der Hauptsache im süßen~, einige auch im brackischen Wasser. + + +1. Familie. #Teleosauridae.# + +¡Wirbel platycöl, Schnauze sehr lang, schmal. Zähne zahlreich, +schlank. Nasalia durch einen weiten Zwischenraum von den kleinen +Prämaxillaria getrennt. Choanen am hinteren Ende der Palatina +ausmündend. Augen ringsum geschlossen, erheblich kleiner als die sehr +großen, oberen unregelmäßig vierseitigen Schläfenlöcher. Zuweilen +eine kleine Präorbitalöffnung vorhanden. Präfrontale klein, Lacrimale +groß. Vorderfüße kaum halb so lang als die Hinterfüße. Rücken mit +zwei Reihen von größeren, Bauch mit mehreren Reihen von kleineren +Knochenschildern bedeckt.¡ Marin. Jura. ? Ob. Kreide. + +[Illustration: Fig. 414. + +¡Teleosaurus Cadomensis¡ Cuv. sp. Großoolith. Caen, Calvados. Schädel +¡A¡ von oben, ¡B¡ von unten, ¡C¡ von der Seite. ¡D¡ Unterkiefer (nach +Eug. ~Deslongchamps~.) ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡Qu¡ Quadratum, ¡QuJ¡ +Quadrato-Jugale, ¡Ju¡ Jugale, ¡Bsph¡ Basisphenoid, ¡Pl¡ Palatinum, +¡Mx¡ Oberkiefer, ¡Pmx¡ Zwischenkiefer, ¡Na¡ Nasale, ¡Fr¡ Frontale, +¡Prf¡ Präfrontale, ¡La¡ Lacrimale, ¡Pa¡ Parietale, ¡Sq¡ Squamosum, +¡A¡ Augenhöhle, ¡Ch¡ innere Nasenlöcher (Choanen), ¡S¡ oberes, ¡S'¡ +seitliches Schläfenloch, ¡D¡ Durchbruch (Heckelscher Knorpel), ¡art¡ +Articulare, ¡op¡ Operculare, ¡d¡ Dentale, ¡x¡ Complementare des +Unterkiefers.] + +Die ¿Teleosauridae¿ stehen in ihrer ganzen Erscheinung und Größe dem +lebenden ¡Gavial¡ nahe, unterscheiden sich aber durch kleineren Kopf, +kürzere und zierlichere Vorderfüße, starken Bauchpanzer, platycöle +Wirbel, die Lage der Choanen, die sehr großen oberen Schläfenöffnungen +und den Mangel von Hypapophysen an den Halswirbeln. Die fünfzehigen +noch als Schreitfüße entwickelten Extremitäten dürften den in der +Hauptsache wohl im Wasser sich aufhaltenden Tieren eine wenn auch +schwerfällige, watschelnde Bewegung im Schlamm und im Seichtwasser +gestattet haben. + +¿Stenosaurus¿ Geoffroy (¡Mystriosaurus¡ Kaup, ¡Leptocranius¡ +Bronn, ¡Sericodon¡ H. v. M.). Schädel sehr flach, Schnauze stark +verlängert, vorne löffelförmig verbreitert. Bei manchen Formen +kleine Präorbitalöffnung vorhanden. Augen und die sehr großen, lang +gestreckten oberen Nasenlöcher nach oben gerichtet. Die zahlreichen +Zähne zweikantig. Am hinteren Ende der Palatina die rundliche große +Choanenöffnung. Nicht selten die verknöcherten Ringe der Luftröhre +erhalten. Oberer Lias bis Malm. Europa. Madagaskar. Besonders schöne +Reste finden sich im oberen Lias von Württemberg (Boll, Holzmaden), +Franken (Banz) und den Oxford von England und Frankreich. ¿St. +bollensis¿ Jäger aus dem oberen Lias wird 4 m und ¿St. Chapmanni¿ ca. +6 m lang. + +[Illustration: Fig. 415. + +¡Teleosaurus Cadomensis¡ Cuv. sp. Ein Stück der Rücken-, Lenden- und +Schwanzregion mit ¡a¡ Rücken- und ¡b¡ Bauchpanzer. Restauriert. (Nach +~E. Deslongchamps~.)] + +¿Pelagosaurus¿ Bronn (Fig. 408) aus dem oberen Lias der Normandie, +England und Württemberg bleibt erheblich kleiner als ¡Stenosaurus¡ und +hat bei einem höheren Schädeldach die Augen statt nach oben nach den +Seiten gerichtet, ferner breitere obere Schläfenlöcher. Die Choanen +enden vorn in einer Spitze, die sich zwischen die Palatina einschiebt. + +¿Teleosaurus¿ Geoffroy (Fig. 414 u. 415). Schädel vor den Augen +schroff zur langen, dünnen Schnauze verschmälert. Zähne abwechselnd +höher und tiefer stehend, zahlreicher und schlanker als bei +¡Stenosaurus¡. Dogger bis Malm. + +¿Teleidosaurus¿ Deslonch. ¿Suchodus¿ Lydd. ¿Aeolodon¿ v. Meyer. +¿Crocodileimus¿ Jourd. ¿Gnathosaurus¿ Münster. Oberer Jura. + +? ¿Teleorhinus¿ Osborn. Obere Kreide. Nordamerika. + + +2. Familie. #Metriorhynchidae.# (¡Thalattosuchia¡ E. Fraas.) + +¡Wirbel platycöl, Schnauze mäßig lang, hinten breit. Nasalia groß, +bei manchen Formen die Prämaxillaria erreichend. Choanen am hinteren +Ende der Palatina. Präfrontalia sehr groß, dachartig über die Augen +vorspringend. Lacrimalia klein. Augen vorn und hinten ausgebuchtet, +mit Scleroticaring, kleiner als die oberen Schläfenlöcher. Haut ohne +Knochenplatten.¡ Marin. Ob. Dogger-Neocom. + +Die Metriorhynchiden sind im hohen Grade dem Wasserleben angepaßte +~nackthäutige Crocodilier~, ihre ~Vorderextremität~ zeigt die +Umwandlung eines Schreitfußes zu einem Schwimmfuß -- einer Paddel in +geradezu klassischer Weise, eine Erscheinung, die sich teilweise auch +an der Hinterextremität (Tarsus von Geosaurus) geltend macht; ihre +hintere, nach abwärts geknickte Schwanzpartie stand offenbar wie bei +Ichthyosaurus mit einer vertikalen Schwanzflosse in Verbindung. Wie +die Teleosauridae sind sie auf landbewohnende -- bisher unbekannte -- +Vorfahren zurückzuführen. + +¿Metriorhynchus¿ H. v. Meyer. Schnauze gedrungen, allmählich sich +verschmälernd, mehr oder weniger lang. Bei manchen Formen erreichen +die Nasalia die äußere Nasenöffnung. Zähne gewöhnlich zahlreich, +gekielt mit 2 scharfen Kanten. Zahlreiche Arten im oberen Dogger und +im Oxford von Nordfrankreich und England. Jura von Patagonien. + +¿Dacosaurus¿ Quenstedt. (¡Plesiosuchus¡ Owen, ¡Plerodon¡ H. v. M.) +Schädel bis 1 m lang, 1/2 m breit. Schnauze mäßig lang, gedrungen, +vorn gerundet. Zähne kräftig, leicht gekrümmt mit seitlicher Schneide. +Nasengrube ausschließlich von den Prämaxillaria umschlossen. Ein fast +vollständiges fast 6 m langes Skelett von D. maximus aus Staufen +bei Giengen a. d. Br. im Stuttgarter Museum. Oberer Jura, Schwaben, +Franken, Frankreich, England. + +¿Geosaurus¿ Cuvier (¡Cricosaurus¡ Wagner, ¡Rhacheosaurus¡ H. v. +Meyer). (Fig. 416). Schädel fast glatt mit spitzer Schnauze und +tiefliegenden kleinen Augen. Die Tarsalia in polygonale Scheiben +umgewandelt. Oberer Jura. Franken und Schwaben. + +¿Neustosaurus¿ Raspail. Unteres Neocom. Vaucluse. ? ¡Enaliosuchus¡ +Koken. Neocom. Norddeutschland. + +[Illustration: Fig. 416. + +Vorderextremität von ¡Geosaurus suevicus¡ E. Fraas zeigt die Umbildung +des Gehfußes zur Paddel. 1/3 nat. Gr. ¡H¡ Humerus, ¡R¡ Radius, ¡U¡ +Ulna, ¡r'¡ Radiale, ¡U'¡ Ulnare, ¡Mc¡ Metacarpalia. Nach ~E. Fraas~.] + + +3. Familie. #Macrorhynchidae.# + +¡Wirbel platycöl. Schnauze stark verlängert, schmal, hinten scharf +vom cranialen Teil absetzend. Zähne rundlich, längs gefurcht und +gerippt. Nasalia schmal und lang, die nach hinten verlängerten, +spitzen Fortsätze der Prämaxillaria erreichend. Choanen am hinteren +Ende der Palatina, jedoch seitlich von den beträchtlich vergrößerten +Pterygoiden begrenzt. Augen nach der Seite gerichtet, oval, hinten +ausgebuchtet und äußerlich mit den seitlichen Schläfenöffnungen +verbunden, wenig kleiner als die oberen Schläfenlöcher. Rücken- und +Bauchpanzer vorhanden.¡ Oberer Jura bis untere Kreide. + +Die Macrorhynchiden, die sich nur fossil in brackischen und +Süßwasserablagerungen des Purbeck, Wealden und der unteren Kreide +finden, zeigen nahe verwandtschaftliche Beziehungen zu den Gavialidae. + +¡Pholidosaurus¡ H. v. M. (¡Macrorhynchus¡ Dunker). Wealden von +Hannover und England. + +¡Petrosuchus¡ Owen. Purbeck. England. ¡Hylaeochampsa¡ Owen. Wealden +England. + + +4. Familie. #Atoposauridae.# + +¡Körper klein, eidechsenartig. Schnauze kurz. Wirbel amphicöl. Augen +beträchtlich größer als die oberen Schläfenlöcher. Nasenlöcher durch +die verlängerten Nasalia geteilt. Rücken mit zwei Längsreihen, +unmittelbar hinter dem Kopf beginnender Platten von quer oblonger +Form bedeckt. Bauchpanzer nicht beobachtet.¡ Fossil in marinen +Seichtwasserbildungen des oberen Jura. + +¿Alligatorium¿ Jourd. 40 cm lang. Hinterextremität kräftiger und +länger als die vordere. Oberer Jura. Frankreich (Cerin) und Painten +(Oberpfalz). + +¿Alligatorellus¿ Jourd. (Fig. 417). Skelett 22 cm lang. Schädel +dreieckig. Augen fast dreimal so groß als die oberen Schläfenlöcher. +Schwanz sehr lang. Oberer Jura. Frankreich, Cerin (Ain). + +¿Atoposaurus¿ H. v. Meyer. Klein, eidechsenartig. Oberer Jura. +Frankreich. Cerin (Ain) und Painten (Oberpfalz). + +[Illustration: Fig. 417. + +¡Alligatorellus Beaumonti¡ Jourdan. Ob. Jura. Cerin, Ain. 1/2 nat. Gr.] + + +5. Familie. #Goniopholidae.# + +¡Körper mittelgroß. Wirbel platycöl. Schnauze breit, mäßig verlängert. +Choanen weit zurückliegend, von den Palatina und Pterygoiden +begrenzt. Rücken mit zwei oder mehr Reihen, vorne und hinten gelenkig +verbundener Platten.¡ Jura. Kreide. Eocän. Zumeist im Purbeck und +Wealden. + +¿Machimosaurus¿ H. v. Meyer (Fig. 419). Zähne stumpf konisch, längs +gerieft. Dogger. Malm. + +¿Goniopholis¿ Owen (¡Diplosaurus¡ Marsh, ¡Amphicotylus¡ Cope). +(Fig. 418). Skelett bis 2 m lang. Schnauze mäßig verlängert. Nasalia +nicht vollständig die äußere Nasenöffnung erreichend. Augen kleiner +als die Schläfengruben. Zähne (23 auf jedem Kiefer) dick, mit zwei +Kanten und mit Längsfurchen. Bauchpanzer aus 7-10 Längsreihen +allseitig durch Sutur verbundene Platten zusammengesetzt. Oberer Jura. +Nordamerika. Purbeck und Wealden von Europa. Kreide von Brasilien und +Nordamerika. + +¿Nannosuchus¿, ¿Theriosuchus¿ Owen. Purbeck. England. + +¿Hyposaurus¿ Owen, ¿Coelosuchus¿ Williston. Kreide. Nordamerika. + +¿Bernissartia¿ Dollo. Bis 1 m lang. Augen größer als obere +Schläfenlöcher. Nasalia die äußere Schläfenöffnung nicht erreichend. +20 Zähne auf jedem Kiefer. Vorderextremität beträchtlich kürzer als +die hintere. Rückenpanzer mit mehr als 2 Reihen von Knochenplatten. +Wealden. Belgien. + +¿Notosuchus¿ A. S. Woodward. Schädel ca. 18 cm lang. Kurzschnauzig. +Nasalia die äußere Nasenöffnung erreichend. Eine kleine +Präorbitalöffnung vorhanden. Obere Schläfenöffnung, kleiner als die +großen Augen. Prämaxillare mit 4, Maxillare mit 7 Zähnen. Vorderfuß +nicht viel kleiner als der hintere. Panzer nicht beobachtet. Obere +Kreide. ? Eocän. Nord-Patagonien. + +¿Cynodontosuchus¿ A. S. Woodward. Von ebendort. + +[Illustration: Fig. 418. + +¡Goniopholis simus¡ Owen. Aus dem mittleren Purbeckkalk von Swanage. +Dorset. Hinterer Teil des Gaumendachs. ¡Pl¡ Palatin, ¡Pt¡ Pterygoid, +¡Bo¡ Basioccipitale, ¡Ch¡ Choanenöffnung. (Nach ~Hulke~.)] + +[Illustration: Fig. 419. + +Zahn von ¡Machimosaurus Hugi¡ H. v. Meyer. Kimmeridge. Lindnerberg bei +Hannover. Nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 420. + +¡Tomistoma¡ (¡Gavialosuchus¡) ¡Eggenburgensis¡ Toula und Kail. Miocän. +Eggenburg bei Horn. Niederösterreich. Schädel von oben. 1/10 nat. Gr. +(Nach ~Toula~.)] + + +6. Familie. #Gavialidae.# + +¡Wirbel procöl. Schnauze schmal, stark verlängert. Zähne zahlreich, +gleichartig zugeschärft, glatt oder fein gestreift. Nasalia weit +getrennt von der äußeren Nasenöffnung. Choanen weit nach hinten +gerückt und vollständig von den Pterygoidea umgeben. Kanäle der +Eustachischen Röhre ringsum geschlossen. Augen unregelmäßig oval, fast +ebenso groß oder größer als die oberen Schläfenlöcher, äußerlich mit +den seitlichen Schläfenlöchern verbunden. Bauchpanzer fehlt.¡ + +Fossil in marinen Uferbildungen der oberen Kreide und im Tertiär. +Lebend im Süßwasser. + +¿Thoracosaurus¿ Leidy. Zwischenkiefer spatelförmig erweitert, an +die Nasalia angrenzend. Obere Schläfenlöcher quer vierseitig. +Lacrimale sehr groß, davor eine ? Präorbitalöffnung. Obere Kreide von +New-Jersey, Holland, Frankreich. Schonen. + +¿Holops¿ Cope. Obere Kreide bis Eocän. New-Jersey. + +¿Eosuchus¿ Dollo. Eocän. Belgien. + +¿Tomistoma¿ Müller (¡Rhynchosuchus¡ Huxley, ¡Gavialosuchus¡ Toula +und Kail). (Fig. 420). Schnauze allmählich in den cranialen Teil +übergehend. Nasalia an die Prämaxillaria angrenzend. Lacrimale nicht +sehr groß. Parietale klein. Vomeres an der Bildung des Gaumendaches +beteiligt. Lebend in Borneo, Sumatra und Malayischen Halbinsel. +Fossil im Tertiär des Mittelmeergebietes und Ungarn. + +¿Gavialis¿ Oppel (¡Rhamphostoma¡ Wagl.). Schnauze scharf vom cranialen +Teil abgesetzt. Nasalia durch einen weiten Zwischenraum von den +Prämaxillaria getrennt. Lebend im südlichen Ostindien und in Birma, +fossil im Pliocän der Sivalikschichten (Ostindien) mit dem riesigen +(15 m lang) ¿Rhamphosuchus crassidens¿ Falc und Cantley zusammen. + +¿Leptorhamphus¿, ¿Oxydontosaurus¿ Amegh. Tertiär. Argentinien. + + +7. Familie. #Crocodilidae.# + +¡Wirbel procöl. Schnauze in der Regel breit und mäßig verlängert. +Augenhöhlen größer als die zuweilen rudimentären oberen +Schläfenlöcher, mit den seitlichen Schläfenlöchern äußerlich +verbunden. Nasalia in der Regel die äußere Nasenöffnung erreichend, +bisweilen eine knöcherne Nasenscheidewand bildend. Der 4. +Unterkieferzahn gewöhnlich in eine Grube des Oberkiefers eingefügt. +Zähne stark differenziert. Die weit zurückliegenden Choanen +vollständig von den Pterygoiden umschlossen. Rückenpanzer aus mehr +als zwei Reihen gelenkig verbundenen oder frei in der Haut liegenden +Knochenplatten bestehend. Bauchpanzer vorhanden oder fehlend.¡ Obere +Kreide bis jetzt. + +[Illustration: Fig. 421. + +¡Diplocynodon Gervaisi¡ Aymard. Oligocän. Ronzon bei ¡Le¡ Puy. Schädel +von oben und unten. 1/2 nat. Gr. ¡Sq¡ Squamosum, ¡Pa¡ Parietale, ¡F¡ +Frontale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡J¡ Jugale, ¡La¡ +Lacrimale, ¡Na¡ Nasale, ¡Mx¡ Oberkiefer, ¡Pmx¡ Zwischenkiefer, ¡A¡ +Augenhöhle, ¡S¡ oberes Schläfenloch, ¡N¡ Nasenloch.] + +¿Diplocynodon Pomel¿ (Fig. 421). Zähne ungleich groß, der erste +Unterkieferzahn oben in eine Grube eingefügt, der 3. und 4. in einer +Nische des Oberkiefers. Rücken- und Bauchpanzer stark entwickelt. +Obereocän bis Miocän von Europa (besonders England, Frankreich, +Deutschland). Eocän. Neu Mexico. + +¿Bottosaurus¿ Agass. Obere Kreide. Nordamerika. + +¿Alligator¿ Cuv. Zähne sehr ungleichmäßig, jederseits 17-20 Zähne oben +und 18-20 unten. Mit knöcherner Nasenscheidewand. Rückenpanzerplatten +nicht gegenseitig gelenkig. Nordamerika. China (Jangtse). + +¿Caiman¿ Spix (¡Jaccare¡ Gray). (Fig. 407). 18-20 Zähne oben und +17-22 unten. Keine knöcherne Nasenscheidewand. Obere Schläfenöffnung +klein oder fehlend. Rücken- und Bauchplatten gelenkig. Zentral- und +Südamerika. + +¿Osteolaemus¿ Cope. Auf jeder Seite 16-17 Zähne oben und 14-15 unten. +Nasalia eine knöcherne Nasenscheidewand bildend. Afrika. + +¿Leidyosuchus¿ Lambe. Eine Mittelform zwischen ¡Crocodilus¡ und +¡Alligator¡. Obere Kreide. Nordamerika. + +¿Deinosuchus¿ Holland. 35-40 Fuß lang. Obere Kreide. Nordamerika. + +¿Crocodilus¿ Laur. (Fig. 410, 411). 17-19 Zähne oben, 17-15 Zähne +unten auf jeder Seite. Kurz- bis sehr langschnauzig. Ohne knöcherne +Nasenscheidewand. Bauchpanzer fehlt. Trop. Asien. Trop. Afrika. Trop. +Amerika. Nordaustralien. Neuguinea. Polynesien. Die ältesten Reste +kommen aus der oberen Kreide von Europa (Provence, Gosau, ? Italien). +Zahlreiche Arten aus dem Tertiär von Europa, Nordafrika, Nordamerika +und Ostindien. + + +Zeitliche Verbreitung und Stammesgeschichte der Crocodilia. + +Sichere Anhaltspunkte für die Entstehung der Crocodilier fehlen bis +jetzt noch völlig. Aller Wahrscheinlichkeit nach haben sie von bis +jetzt noch unbekannten landbewohnenden Formen ihren Ursprung genommen. +Die ~ältesten~ Crocodilier (¿Teleosauridae¿) mit platycölen Wirbeln +und mesosuchen Choanen treten unvermittelt im ~oberen Lias~ von Europa +auf und lassen sich bis zum oberen Jura (? Ob. Kreide) verfolgen. +Etwas später im ~Dogger~ stellen sich die den ¡Teleosauridae¡ nahe +verwandten, aber bereits weit mehr dem Wasserleben angepaßten +¡Metriorhynchidae¡ ein, von denen einzelne Gattungen riesige Größe +erlangen und von denen sich die jüngsten Vertreter im Neocom +finden. Die Angehörigen dieser beiden Familien kommen in ~marinen +Ablagerungen~ vor und haben anscheinend keine lebenden Nachkommen +hinterlassen. + +Am Schluß des Jura und zu Beginn der Kreide in den brackisch-limnische +Ablagerungen des ~Purbeck~ und den Süßwassersedimenten des ~Wealden~ +zeigen sich die platycölen ¿Macrorhynchidae¿ entwickelt, deren +Choanen bereits seitlich von den Pterygoidea begrenzt werden; +von ihnen leiten procöle, eusuche Formen wie ¡Thoracosaurus¡ und +¡Holops¡ aus der oberen Kreide und dem Eocän zu ~Tomistoma~ und +~Gavialis~ über. Ob die ¡Crocodilidae¡ (¡Alligatoridae¡) zu diesen +letzteren in nähere Beziehungen zu bringen sind oder ob sie sich +auf die mehr kurzschnauzigen ¡Goniopholidae¡ oder auf beide Gruppen +zurückführen lassen, läßt sich noch nicht entscheiden. ~Gegenüber~ +der ~gegenwärtigen Verbreitung~ der einzelnen Gattungen (s. oben) ist +zu beobachten, daß ¡Crocodilus¡ und der mit ¡Alligator¡ sehr nahe +verwandte ¡Diplocynodon¡ sich zumeist im älteren und mittleren Tertiär +besonders von Europa und Nordamerika finden, während von ¡Tomistoma¡ +bis jetzt nur Reste aus dem Tertiär des Mittelmeergebietes und Ungarns +sich nachweisen ließen. + + +9. Ordnung. #Dinosauria.# Owen.[106] + +~Körper langhalsig und langgeschwänzt, meist von ansehnlicher, +zuweilen sogar von gigantischer Größe. Schädel ohne Foramen +parietale. Obere und untere Schläfenöffnungen knöchern umgrenzt. +Zähne thecodont. Sternum häufig teilweise verknöchert. Clavicula +und Episternum unbekannt. Scapula sehr groß, zuweilen mit dem +kleinen scheibenförmigen Coracoid verschmolzen. Procoracoid fehlt. +Wirbel opisthocöl, amphicöl oder platycöl, cavernös hohl oder +massiv. 3-10 Sacralwirbel. Rippen zweiköpfig. Ilium groß nach vorne +und hinten verlängert. Ischium lang, schlank, gewöhnlich in der +Symphyse verbunden. Pubis nach vorne und abwärts gerichtet, zuweilen +mit einem dünnen, nach hinten gewendeten, dem Ischium parallelen +Postpubis. Pubis, Ilium und Ischium an der Bildung des Acetabulum +beteiligt. Vorderbeine kürzer als die Hinterbeine. Haut nackt oder mit +Hautverknöcherungen.~ Trias bis Oberste Kreide (? Eocän). + +Zu den Dinosauriern gehören nur ausgestorbene Reptilien, von äußerst +mannigfaltiger, bald an Parasuchier, bald an Rhynchocephalen und an +Lacertilier, bald an Vögel erinnernder Gestalt. Sie beginnen zur Zeit +des Niederganges der Stegocephalen und Theromoren in der Trias und +dominieren von diesem Zeitpunkt an als hauptsächliche Landbewohner +während des ganzen Mesozoicums um gegen Schluß der Kreide (? Beginn +des Tertiärs) allmählich den Mammalia zu weichen. + +Sie nährten sich teils von Pflanzen, teils von Fleisch und +hielten sich wahrscheinlich mit Vorliebe in sumpfigen Niederungen +auf. Ihre Extremitäten waren entweder plantigrad (Sohlengänger) +oder digitigrad (Zehenspitzengänger) oder in Verbindung beider +Merkmale semiplantigrad. Ein großer Teil von ihnen benutzte alle 4 +Extremitäten zum Gehen (Quadrupedal), während andere ihre Fortbewegung +ausschließlich auf den Hinterextremitäten bewerkstelligten (Bipedal). + +Ein verknöchertes ~Hautskelett~ besitzen verschiedene Prädentaten +und einige Theropoden, bei den übrigen Dinosauriern war die Haut +wahrscheinlich nackt oder verhornt. Das Hautskelett selbst besteht +entweder aus isolierten, meist in Reihen angeordneten Knochenplatten +und Stacheln oder aus einem geschlossenen, aus festen Platten +zusammengesetzten Panzer, der größere Partien des Körpers vollkommen +umhüllte (z. B. Polacanthus). + +Die ~Wirbel~ sind entweder opisthocöl, platycöl oder seltener +amphicöl; die Zahl der Halswirbel schwankt zwischen 7 und 15, die der +Rückenwirbel zwischen 10 und 19, die der mehr oder weniger miteinander +verschmolzenen Sacralwirbel zwischen 3 und 10, und am Schwanz sind bis +70 Wirbel beobachtet worden. Die oberen Bogen sind meist durch Sutur +mit dem Wirbelkörper verbunden. Die Dornfortsätze der Halswirbel (und +zuweilen auch der vorderen Rückenwirbel) sind häufig sehr niedrig +und manchmal gegabelt und nehmen erst weiter nach hinten an Größe +zu. Mit Ausnahme der beiden vordersten tragen die übrigen Halswirbel +~zweiköpfige~ Rippen, deren Tuberculum an die Diapophyse des oberen +Bogens, deren Capitulum an die Parapophyse des Wirbelkörpers sich +einfügt. An den Rückenwirbeln rücken die Parapophysen von den Zentren +auf die Bogen hinauf. Die Schwanzwirbel tragen in der Regel kräftige, +manchmal sehr verschiedenartig gestaltete Hämapophysen (Chevrons). +Verschiedentlich sind Bauchrippen beobachtet worden. + +Bei den Sauropoden und Theropoden kann die gelenkige Verbindung außer +durch die Post- und Präzygapophysen auch durch einen keilförmigen, +unterhalb der Postzygapophysen befindlichen Fortsatz das ~Hyposphen~, +erfolgen, der in eine, unter den Präzygapophysen ausgebildete Grube, +~Hypantrum~, eingreift. + +Der ~Schädel~ bildet bei den Theropoda und einem Teil der Prädentata +einen rechten Winkel mit dem Hals, während bei den Sauropoden und den +übrigen Prädentata (Ceratopsidae, Stegosauridae) seine Längsachse mehr +oder weniger in die Verlängerung der Wirbelsäule fällt. Die großen +Augen richten sich nach den Seiten, die Nasenöffnungen sind in der +Regel getrennt und seitlich. Zwischen Orbita und Nasenlöchern befindet +sich häufig, wie bei den Parasuchiern, Pterosauriern und Vögeln +eine oder mehrere Präorbitalöffnungen. Die oberen und seitlichen +Schläfenlöcher sind knöchern umgrenzt und von verschiedener Größe +und Form. Das an das Squamosum und das Quadratojugale angrenzende +Quadratum ragt häufig stielförmig vor und scheint nach Nopcsa und +Versluys bei einigen Formen wie das Pterygoid (ähnlich wie bei den +Vögeln) teilweise verschiebbar gewesen zu sein. + +Die paarigen Prämaxillaria sind ziemlich groß und entweder bezahnt +oder zahnlos. Die beiden Äste des Unterkiefers sind in der Symphyse +nur knorpelig verbunden, zuweilen entwickelt sich vor dem Dentale ein +zahnloser, scharfrandiger, halbmondförmiger Knochen, das ~Prädentale~, +welches wahrscheinlich mit Hornscheiden besetzt war. Ihm kann im +Oberkiefer vor den Prämaxillaren ein ~Rostrale~ entsprechen. Nur die +Kiefer tragen Zähne, die entweder in tiefe Gruben oder in nach innen +offene Alveolarrinnen des Kieferrandes eingefügt sind. + +Eine bemerkenswerte Eigentümlichkeit der Dinosaurier bildet die +geringe Größe der Gehirnhöhle. Marsh hat Ausgüsse derselben von +verschiedenen Gattungen beschrieben und gezeigt, daß die relative +Größe des Dinosauriergehirns hinter dem aller landbewohnenden +Wirbeltiere zurückbleibt. Im Gegensatz zu dieser schwachen Entwicklung +des Gehirns tritt zuweilen eine beträchtliche Anschwellung des +Rückenmarks, namentlich in der Sacralregion ein, so ist z. B. +der Sacralkanal von Morosaurus zwei- bis dreimal, derjenige von +Stegosaurus aber mindestens zehnmal so weit als die Schädelhöhle. +Diese merkwürdige Anschwellung des Rückenmarks bei den Stegosauridae +steht offenbar im Zusammenhang mit der massiven Ausbildung der +hinteren Extremitäten (cfr. Fig. 443). + +Das ~Sternum~ ist bei den meisten Dinosauriern nur unvollkommen +in Gestalt einer oder zweier Platten verknöchert, Clavicula und +Episternum sind bis jetzt noch nicht beobachtet. Der Schultergürtel +besteht aus einer mächtig entwickelten und gewöhnlich stark +verlängerten Scapula und einem nicht selten mit ihr verschmolzenen, +mehr oder weniger gerundeten Coracoid, das in der Nähe des Gelenkes +von einer Gefäßöffnung durchbohrt ist. Die langen Knochen der +Extremitäten sind bald massiv, bald hohl. Die ~Vorderextremitäten~ +bleiben an Größe meist beträchtlich hinter den Hinterextremitäten +zurück. Der Humerus ist gewöhnlich kürzer als die Scapula, Radius +und Ulna sind kräftig und vollständig getrennt. Der Carpus ist oft +unvollständig verknöchert und die Zahl der Metacarpalia häufig auf +drei reduziert. Die Endphalangen sind entweder stark gekrümmt, +krallenförmig oder breit hufähnlich. + +[Illustration: Fig. 422. + +Becken von ¡Iguanodon¡. Von links. 1/20 nat. Gr. ¡il¡ Ilium, ¡p¡ +Pubis, ¡p'¡ Postpubis, ¡is¡ Ischium, ¡o¡ processus obturatorius, +¡a¡ Pfanne.] + +Sind die Vorderextremitäten der Dinosaurier im wesentlichen nach +dem Typus der Reptilien gebaut, so zeigen ~Becken~ und Hinterbeine +wenigstens bei den Ornithopodiden gewisse äußere Ähnlichkeit mit +Vögeln. Das ~Ilium~ ist mehr oder weniger in der Richtung von vorne +nach hinten verlängert und relativ niedrig, ein nach vorne und unten +gerichteter Gelenkfortsatz dient zur Aufnahme des ~Pubis~, an einem +entsprechenden hinteren Fortsatz befestigt sich das ~Ischium~. Das +Acetabulum, an dessen Begrenzung sämtliche drei Knochen teilnehmen, +ist teilweise durchbohrt. Die Ischia sind lange, schräg nach hinten, +unten und innen gerichtete Knochen, welche zumeist in der Symphyse +zusammenstoßen. Das ventral sich vereinigende Pubis der Sauropoden +und Theropoden ist einander sehr ähnlich. Bei den meisten Prädentata +(Fig. 422) teilt sich das Pubis in einen kürzeren und breiteren +nach vorne gerichteten und einen schlanken nach hinten gewendeten, +dem Ischium parallelen Ast. Die vorderen Äste ragen frei vor und +vereinigen sich nicht in einer Symphyse. Sie entsprechen dem Pubis +der übrigen Dinosaurier, während der hintere Fortsatz, den Marsh +~Postpubis~ nannte, in Lage und Form an das Schambein der Vögel +erinnert. Nach den embryologischen Untersuchungen von Bunge und +Mehnert entspricht jedoch das Präpubis der Prädentata keineswegs dem +Processus pectinalis der Vögel, es macht vielmehr das anfänglich nach +vorne oder vertikal nach unten gerichtete Schambein der Vögel im +Verlauf der Entwicklung eine Drehung nach hinten und ist somit dem +eigentlichen Pubis der Reptilien homolog. Das Postpubis (Pubis) der +Prädentata erscheint darum als eine besondere Differenzierung, welche +in der Gewohnheit dieser Tiere, sich auf die Hinterbeine und den +Schwanz zu stützen, ihre physiologische Erklärung findet. Der Femur +übertrifft den Humerus gewöhnlich an Länge. Im Tarsus sind zwei Reihen +von Knöchelchen vorhanden. Die proximale Reihe besteht aus einem +niedrigen, oben konkaven, unten konvexen Astragalus (Tibiale) und +einem kleineren Calcaneus (Fibulare). Bei den Stegosauridae verwächst +der Astragalus mit der Tibia und bei den meisten Theropoden sendet +er einen Fortsatz nach oben, der sich in eine seichte Vertiefung +am distalen Ende der Tibia einlegt -- eine Erscheinung, die mit +gewissen Pterosauriern und Embryonen von Ratiten übereinstimmt. +Die distale Reihe enthält, wenn sie überhaupt verknöchert ist, 2-3 +flache, häufig zu einem einzigen Stück verschmolzene Knochen. Der +Hinterfuß ist entweder fünf- oder dreizehig, doch pflegen gewöhnlich +die Metatarsalia I und V, auch wenn sie keine funktionierenden Zehen +tragen, wenigstens angedeutet zu sein. + +Dinosaurierreste finden sich von der Trias bis in die oberste Kreide +(? Eocän); ihre Reste sind aus allen Weltteilen bekannt geworden, +besonders häufig aus Nordamerika und Europa. Die ersten Überreste +wurden im Anfang dieses Jahrhunderts im Großoolith und der Wälderstufe +von England entdeckt und durch Buckland und Mantell beschrieben. +R. Owen errichtete für dieselben die Ordnung der Dinosaurier. Eine +richtige Vorstellung von der Eigentümlichkeit dieser Reptilien +erlangte man jedoch erst, als in Nordamerika und Europa eine Fülle, +zum Teil vorzüglich erhaltener Skelette entdeckt wurde. Die Einteilung +der Dinosaurier in drei Unterordnungen: Theropoda, Sauropoda, +Prädentata (Orthopoden) stützt sich auf die Untersuchungen von O. +C. Marsh. Manche Autoren stellen auch die Vertreter der Theropoden +und Orthopoden als ~Saurischia~ den Prädentaten als ~Ornithischia~ +gegenüber. + + +1. Unterordnung. #Theropoda.# Marsh. + +¡Schädel klein, ungefähr einen rechten Winkel mit dem Hals bildend. +Kieferrand in der Regel mit Zähnen besetzt. Zähne thecodont, seitlich +zusammengedrückt, zugespitzt. Unterkiefer ohne Processus coronoideus +mit seitlicher Öffnung (Meckelscher Knorpel). Wirbel massiv oder +hohl. Die Halswirbel in der Regel opisthocöl, die übrigen platycöl +oder amphicöl. Extremitätenknochen meist röhrenartig. Vorderbeine +beträchtlich kürzer als die hinteren. Hinterfüße digitigrad. Zehen +meist ungleich lang, mit spitzen gekrümmten Klauen. Sternum nicht +verknöchert. Pubis schlank, nach vorne gerichtet, in der Symphyse -- +ähnlich wie die Ischia -- gewöhnlich verschmolzen und verbreitert. +Femur mit innerem Trochanter. Fleischfresser.¡ Trias bis oberste +Kreide (? Eocän). + +Die Theropoden sind fleischfressende Landbewohner mit spitzen, etwas +rückwärts gekrümmten Zähnen, deren Dimensionen in weiten Grenzen, +zwischen der Größe einer Katze (¡Compsognathus¡) und eines Elefanten +schwanken (¡Megalosaurus¡). Ihre äußere Erscheinung erhält durch +die hohen, geknickten Hinterbeine und die kurzen Vorderextremitäten +ein absonderliches Gepräge. Ihre Bewegung war entweder, wie bei den +Kängurus, eine sprungweise, hüpfende, oder sie konnten, wie die Vögel, +auf den Hinterbeinen einherschreiten und die Vorderfüße zum Greifen +benutzen. Bei einigen älteren Formen (Thecodontosaurus antiquus) +scheint nach v. Huene auch noch eine vierfüßige Gangart möglich +gewesen zu sein. Der enorm lange, überaus kräftige Schwanz diente den +Tieren als Stütze des Körpers, wenn sie in hockender Stellung ruhten, +wobei die in der Symphyse verbundenen Schambeine und Sitzbeine wohl +den Boden berührten. Das Skelett der meisten Theropoden war überaus +leicht gebaut, bei den meisten sind nicht nur die Extremitätenknochen +hohl, sondern häufig sind auch die Wirbel mit Hohlräumen versehen. + +~Schädel~ sind nur von wenigen Gattungen (¡Anchisaurus¡, +¡Thecodontosaurus¡, ¡Ceratosaurus¡ etc.) bekannt. Die Nähte der +dünnen Kopfknochen sind meist undeutlich. Bei manchen Gattungen sind +zwei (¡Ornitholestes¡), vielleicht sogar drei (¡Tyrannosaurus¡) +Präorbitalöffnungen entwickelt. Die meist opisthocölen Halswirbel sind +in der Regel länger als die platycölen oder amphicölen Rückenwirbel, +ihre Gelenkfortsätze für die langen geraden zweiköpfigen Rippen +befinden sich am Wirbelkörper und am oberen Bogen. Die zweiköpfigen +langen Rumpfrippen hingegen artikulieren nur mit dem oberen Bogen; den +hinteren Schwanzwirbeln fehlen Rippen, dagegen sind die Hämapophysen +stark entwickelt. Die Verbindung der hinteren Rückenwirbel wird häufig +durch Hyposphen-Hypantrumgelenkung verstärkt. + +Verschiedentlich sind Bauchrippen beobachtet worden. Am Brustgürtel +bildet die Scapula meist eine schmale lange Platte und ist stärker +und länger als der Humerus. Das Coracoid ist mehr oder weniger +halbmond- oder halbkreisförmig, der Carpus in der Regel unvollständig +verknöchert, die Zehen von mäßiger Länge und mit Krallen bewehrt. +Im Beckengürtel zeichnet sich das Ilium durch seine niedrige +langgestreckte Form aus, der präacetabulare Fortsatz ist kürzer +und höher als der hintere Flügel. Charakteristisch ist eine mehr +oder weniger horizontale, nach hinten gerichtete Verlängerung des +distalen Endes der Schambeine. Die Hinterextremitäten zeichnen sich +durch ansehnliche Länge aus. Die proximale Tarsusreihe besteht aus +Astragalus und Calcaneus. Der Astragalus sendet sehr häufig einen +Fortsatz nach oben, der sich unbeweglich an das distale Ende der Tibia +anlegt. + +Die Theropoden zerfallen in sechs Familien ¡Plateosauridae¡, +¡Anchisauridae¡, ¡Megalosauridae¡, ¡Labrosauridae¡, ¡Coeluridae¡, +¡Compsognathidae¡ und lassen sich von der Trias bis zur obersten +Kreide (? Eocän) verfolgen. + + +1. Familie. #Plateosauridae.# + +¡Mittelgroße bis große Theropoden. Knochen hohl. Wirbel amphicöl, ? 13 +Halswirbel, 15 Rückenwirbel, 3 Sacralwirbel. Alle Rippen zweiköpfig. +Bauchrippen vorhanden. Pubis breit, verlängert, distal coossifiziert. +Ischium schaufelförmig, distal stielförmig verlängert, der S-förmige +Femur länger als die Tibia. Astragalus ohne aufsteigenden Fortsatz. +Vorderfuß mit rudimentärer 5. Zehe. Hinterfuß mit verkürzter 1. und 5. +Zehe.¡ Trias. Jura. + +¿Plateosaurus¿ H. v. Meyer. (p. p. ¡Zanclodon¡.) Zähne vorn und hinten +zugeschärft und gekerbt. Außer der oben angegebenen Zahl noch ca. +42-45 Schwanzwirbel, die lange Hämapophysen tragen. Oberer Keuper. +Rhät. Deutschland. Frankreich. + +¿Gresslyosaurus¿ Rütim. Keuper-Rhät. Mitteleuropa. + +¿Pachysaurus¿ v. Huene. Oberer Keuper. Deutschland. + +¿Poikilopleuron¿ Deslong. Callovien. Frankreich. + +¿Teratosaurus¿ H. v. M. Mittlerer Keuper. Deutschland. +¿Euskelosaurus.¿ Huxley. Rhät. Kap-Kolonie. + +¿Zanclodon¿ Th. Plieninger (¡Z. laevis¡!) Zähne messerförmig, etwas +rückwärts gekrümmt, glatt ohne Kerbung. Lettenkohle Deutschland. + +¿Sellosaurus¿ v. Huene. Mittlerer Keuper. Deutschland. v. Huene +betrachtet ¡Zanclodon¡ und ¡Sellosaurus¡ als Repräsentanten +selbständiger Familien. + + +2. Familie. #Anchisauridae# (¡Thecodontosauridae¡). + +¡Kleine, schlank gebaute Theropoden. Wirbel platycöl oder amphicöl. +Knochen hohl. Ilium hinter dem Acetabulum verbreitert. Pubis +stabförmig, distal nicht verwachsen. Extremitäten kräftig. Zehen +teilweise rudimentär. Astragalus ohne aufsteigenden Fortsatz.¡ Trias. + +¿Anchisaurus¿ Marsh. (Fig. 423.) Schädel vogelähnlich, mit sehr +großen Augen- und Präorbitalöffnungen. Nasenlöcher relativ klein. +Obere Schläfenlöcher gerundet dreiseitig, seitliche sehr hoch. +Quadratum nach vorne gerichtet. Die Kiefer oben und unten bis zur +Schnauzenspitze mit Zähnen mit schneidenden Kanten. 9 langgestreckte +Halswirbel, 14 Rückenwirbel, ? 3 Sacralwirbel. Vorderfuß ungefähr +2/3 der Größe der Hinterextremität, vorne die 4. und 5, hinten die 5. +Zehe reduziert. Länge des Skeletts wenig mehr als 1 m. Rhät. Östliches +Nordamerika. + +¿Thecodontosaurus¿ Riley und Stuchb. (¿Megadactylus¿ Hitc.) +Muschelkalk-Rhät. Deutschland, England, östl. Nordamerika, Ostindien, +Südafrika, Australien. ¿Massospondylus¿ Owen. Obere Trias Kap-Kolonie. +¿Ammosaurus¿ Marsh. Rhät. Trias. Östliches Nordamerika. Alle meist nur +in dürftigen Resten bekannt. + +[Illustration: Fig. 423. + +¡Anchisaurus major¡ Marsh. Rechter Hinterfuß von vorne. Ob. Trias. +Manchester. Conn. 1/4 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.) ¡F¡ Fibula, ¡T¡ Tibia, +¡a¡ Astragalus, ¡c¡ Calcaneus, ¡t¡ 2-4 Tarsalia der distalen Reihe, +¡I¡ erste, ¡V¡ fünfte Zehe.] + + +3. Familie. #Labrosauridae.# + +¡Unterkiefer vorne zahnlos. Hals- und Rückenwirbel opisthocöl, hohl +oder cavernös, Pubis kräftig mit Interpubis. Femur länger als die +Tibia. Astragalus mit aufsteigendem Fortsatz.¡ Unterste Kreide. + +¿Labrosaurus¿ Marsh, mit den Merkmalen der Familie. Unterste Kreide. +(Como beds). Westliches Nordamerika. ? ¿Antrodemus¿ Leidy. Kreide. +Westl. Nordamerika. + + +4. Familie. #Coeluridae.# + +¡Kleine bis mittelgroße Theropoden. Halswirbel opisthocöl. +Rückenwirbel platycöl. Neuralkanal stark erweitert. Wirbel und übrige +Skelettknochen hohl. Halsrippen mit den Wirbelkörpern verschmolzen. +Femur kürzer als die Tibia. Metatarsalia sehr lang und dünn.¡ Trias +bis oberste Kreide (? Eocän). + +[Illustration: Fig. 424. + +¡Ceratosaurus nasicornis¡ Marsh. Unt. Kreide. Colorado. Schädel +¡a¡ von vorne, ¡b¡ von der Seite. 1/9 nat. Gr. ¡N¡ Nasenloch, ¡D¡ +präorbitale Öffnung, ¡A¡ Augenhöhle, ¡S¡ seitliches Schläfenloch. +(Nach ~Marsh~.)] + +¿Coelurus¿ Marsh (¿Aristosuchus¿ Seeley). Unvollständig bekannt. +Sämtliche Wirbelkörper nebst ihren Bögen und Fortsätzen sind hohl. Die +oberen Bogen durch Sutur mit dem Zentrum verbunden. 5 Sacralwirbel. +Untere Kreide Nordamerika. Wealden. England. + +¿Coelophysis¿ Cope. Obere Trias. Westliches Nordamerika. +¿Calamospondylus¿ Lyd. Wealden. England. ¿Thecospondylus¿ Seeley. +Wealden. England. + +¿Tanystrophaeus¿ H. v. Meyer. Nur Schwanzwirbel mit kammartigem +Dornfortsatz bekannt. Muschelkalk. Keuper Deutschland. ? ¿Saltopus¿ v. +Huene. Untere obere Trias. Elgin. Schottland. + +¿Tyrannosaurus¿ Osborn (¡Dynamosaurus¡ Osborn.) Skelett über 5 m +hoch. Schädel jederseits mit 2 (? 3) Präorbitalöffnungen. Ca. 23 +Präsacralwirbel, 5 Sacralwirbel. Pubis distal fußförmig verbreitert. +Bauchrippen aus einem mittleren und 2 seitlichen Stücken bestehend. +Obere Kreide. Westliches Nordamerika. + +¿Albertosaurus¿ Osborn. Obere Kreide. Kanada. + +¿Ceratosaurus¿ Marsh. (Fig. 424 u. 425). Skelett 4-5 m lang. Schädel +auf dem hohen Nasenbein mit hoher rauher Crista. Präfrontalia +dachartig über Augen, die kleiner als in seitlichen Schläfenöffnungen +sind, vorspringend. Die Wirbel des langen Schwanzes mit starken +Dornfortsätzen und Hämapophysen. 5 Sacralwirbel, Beckenelemente in der +Pfanne fest verschmolzen. Vorderbeine sehr kurz mit 4 funktionierenden +Fingern. Der Femur ist stark gekrümmt. Nur drei Zehen vorhanden. +Die 3 Metatarsalia sind untereinander und mit den distalen Tarsalia +verschmolzen (Pathologisch?). Hautverknöcherungen über dem Hals +beobachtet. Unterste Kreide (Como beds.) Westl. Nordamerika. + +¿Deinodon¿, ¿Aublysodon¿ Leidy. Oberste Kreide. Nordamerika. + +? ¿Nuthetes¿ Owen. Purbeck. England. + +¿Loncosaurus¿ Ameghino, ¿Genyodectes¿ A. S. Woodward. Oberste Kreide +(? Eocän).[107] Patagonien. + +[Illustration: Fig. 425. + +¡Ceratosaurus nasicornis¡ Marsh. + +Restauriertes Skelett aus der unteren Kreide von Colorado. 1/40 nat. +Gr. (Nach ~Marsh~.)] + + +5. Familie. #Megalosauridae.# + +¡Meist große Theropoden. Halswirbel opisthocöl, Rückenwirbel amphicöl. +Unterkiefer vorne zahnlos. ? 4-5 Sacralwirbel. Bauchrippen vorhanden. +Ilium nach vorne verbreitert. Pubis schlank, distal coossificiert. +Femur länger als die Tibia. Astragalus mit aufsteigendem Fortsatz. +Vorderextremität mit 4-5, Hinterextremität mit 3-4 Zehen.¡ Lias bis +oberste Kreide (? Eocän). + +¿Megalosaurus¿ Buckland (¡Streptospondylus¡ Cuvier). (Fig. 426). +Schädel mit großer Präorbitalöffnung. Zähne vorn und hinten +zugeschärft und gekerbt. Extremitätenknochen hohl. Femur 1 m, Scapula +0,8 m lang. Meist isolierte, zu dieser Gattung gestellte Reste wurden +aus dem unteren Lias bis oberste Kreide (? Eocän) von Mittel- und +Südeuropa, Indien, Madagaskar, Australien und Südamerika beschrieben. + +[Illustration: Fig. 426. + +¡Megalosaurus Bucklandi¡ Meyer. Großoolith. Stonesfield. Zahn nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 427. + +¡Allosaurus agilis¡ Marsh. Unterste Kreide. Colorado. ¡a¡ Vorderfuß, +¡b¡ Hinterfuß, restauriert. 1/20 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +¿Allosaurus¿ Marsh. (Fig. 427). Schädel jederseits mit 2 +Präorbitalöffnungen. Untere Kreide. (Como beds.)[108] Westliches +Nordamerika. ¿Antrodemus.¿ Leidy. + +¿Creosaurus¿ Marsh. Von eben dort. + +¿Coelosaurus¿ Leidy. Obere Kreide. Nordamerika. + +¿Dryptosaurus¿ Marsh. Schädel und Femur je 0,60 m lang. Präfrontalia +kammförmig angeschwollen. Augen ungemein groß, durch eine dünne +Knochenbrücke von der Präorbitalöffnung getrennt. Zähne und Skelett +ähnlich ¡Megalosaurus¡. Obere Kreide. Nordamerika. + +¿Laelaps¿ Cope. Von ebenda. Sehr ähnlich ¡Dryptosaurus¡. + + +6. Familie. #Compsognathidae.# + +¡Wirbel und Extremitätenknochen hohl. Halswirbel leicht opisthocöl; +die übrigen Wirbel platycöl. Hals lang, biegsam mit spießförmigen +Halsrippen. Pubis kräftig, länger als das schlanke Ischium. Femur +kürzer als die Tibia. Astragalus mit langem, aufsteigendem Fortsatz, +dem distalen Ende der Tibia dicht anliegend. Metatarsalia lang. Hand +und Fuß mit drei mit Krallen bewaffneten funktionierenden Zehen, die +übrigen rudimentär.¡ Trias. Jura bis obere Kreide. + +¿Compsognathus¿ Wagner. (Fig. 428, 429). Ein im Münchener Museum +befindliches Skelett gehört dem kleinsten bis jetzt bekannten +Dinosaurier Europas an; dasselbe rührte von einem vollständig +ausgewachsenen Individuum her, das in seiner Leibeshöhle Reste +enthält, die nach Marsh ein Embryo darstellen, nach v. Nopcsa aber auf +einen Lacertilier hindeuten. Der vogelähnliche Schädel ist 75 mm lang +und bildet gegen den ungewöhnlich langen Hals einen rechten Winkel. +Die Länge der 22 präsacralen Wirbel beträgt 0,20 m und fast ebenso +lang sind die überlieferten 15 Schwanzwirbel. Vorderbeine nur halb so +lang als die Hinterbeine. Distale Tarsalia drei kleine Knöchelchen. +Oberster Jura von Kelheim in Bayern. Eine verwandte Form im Keuper +(Stubensandstein) von Pfaffenhofen (Stromberg) Württemberg. + +¿Ornithomimus¿ Marsh. Untere Kreide (Como beds). Westl. Nordamerika. + +¿Ornitholestes¿ Osborn. 2,22 m lang. Schädel jederseits mit 2 +Präorbitalöffnungen. 4 verschmolzene Sacralwirbel. Finger stark +verlängert, 4. Finger reduziert, 5. fehlend. Obere Kreide. Nordamerika. + +¿Halticosaurus¿ v. Huene. Keuper. Deutschland. ¿Incertae sedis¿: +¿Craterosaurus¿ Seeley. Untere Kreide. England. ¿Diplotomodon¿ Leidy. +Obere Kreide. Nordamerika. ¿Hypsirrhophus.¿ Oberer Jura und Kreide. +Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 428. + +¡Compsognathus longipes¡ A. Wagn. Lithogr. Schiefer von Kelheim +(Bayern). 1/4 nat. Gr. (Nach ~v. Nopcsa~.] + +[Illustration: Fig. 429. + +Linker Hinterfuß von ¡Compsognathus longipes¡ Wagn. Nat. Gr. +¡T¡ Tibia, ¡F¡ Fibula, ¡t¡2-5 Tarsalia der zweiten Reihe, ¡mt¡ +Metatarsalia. (Nach ~Baur~.)] + + +2. Unterordnung. #Sauropoda.# Marsh. + +¡Schädel klein. Kiefer ganz oder teilweise bezahnt. Zähne lang, dünn, +spatel- oder stiftförmig. Vor den großen Augen eine (selten zwei) +mehr oder weniger große Präorbitalöffnung. Hals und die meisten -- +selten auch alle -- Rückenwirbel opisthocöl. Die hinteren Rückenwirbel +und die Schwanzwirbel gewöhnlich platycöl oder amphicöl (selten +procöl). Die präsacralen, zuweilen auch die Sacral- und ersten +Caudal-Wirbel mit seitlichen Hohlräumen oder cavernös. Neuralkanal +in der Sacralregion sehr erweitert. Extremitätenknochen fast ganz +massiv. Vorderextremitäten wenig kürzer oder ebensogroß als die +Hinterextremitäten. Alle 4 Füße plantigrad (semiplantigrad), 5 zehig, +mit teilweise reduzierten Phalangen.¡ Jura bis oberste Kreide (? +Eocän). + +Die Sauropoden sind plumpe, schwerfällige Dinosaurier, die nahezu +sämtliche mehr oder weniger gigantische Dimensionen (bis 20 m Länge) +erreichen. Als Bewohner von mit langsam fließenden Gewässern und mit +seichten versumpfenden Seen bedeckten Gegenden (z. B. Wealden) dürften +sie fast alle mehr oder weniger wasserliebende Reptilien gewesen sein, +die sich in der Hauptsache von Pflanzen und zum Teile wahrscheinlich +auch von Fischen nährten. + +[Illustration: Fig. 430. + +¡Pelorosaurus¡ aus dem Wealden von Wight. Ein Rückenwirbel ¡A¡ von +vorne, ¡B¡ von der Seite, ¡C¡ vertikaler Durchschnitt des Zentrums. +1/8 nat. Gr. (Nach ~Hulke~.) ¡b¡ vordere, ¡c¡ hintere Gelenkfläche +des Zentrums, ¡f¡ seitliche Öffnung zu dem inneren Hohlraum, ¡o¡ +Medianpfeiler, ¡n¡ Rückenmarkskanal, ¡z¡ vordere, ¡z'¡ hintere +Zygapophysen, ¡za¡ Hypantrum, ¡hsp¡ Hyposphen, ¡d¡ Diapophyse, ¡p¡ +Capitulargelenk der Rippe, ¡s¡ Dornfortsätze.] + +Ganze Schädel sind von ¿Diplodocus¿, ¿Morosaurus¿ und ¿Brontosaurus¿ +bekannt, jedoch nur von den ersten beiden genauer beschrieben. Die +paarigen Prämaxillaria und mindestens der vordere Teil der Maxillaria +sind mit einfachen spatel- oder stiftförmigen Zähnen besetzt. Vor +den großen seitlichen Augen befinden sich eine oder zwei präorbitale +Öffnungen von verschiedener Form und Größe. Die großen Nasenlöcher +liegen entweder getrennt seitlich (¡Morosaurus¡) oder vereinigt +weit zurück auf das Schädeldach hinaufgerückt (¡Diplodocus¡). Die +Halswirbel und die meisten Rückenwirbel (selten alle) sind opisthocöl +und die zweiköpfigen Rippen teilweise mit ihren Wirbelkörpern bezw. +oberen Bogen verschmolzen. Häufig zeigen sich die Dornfortsätze der +Halswirbel und vorderen Rückenwirbel niedrig gebaut und gegabelt, +die Gelenkung der einzelnen Wirbel kann außer den Zygapophysen +auch durch Hyposphen-Hypantrum erfolgen. Die Wirbelkörper der +Rumpfwirbel (Fig. 430) zuweilen auch noch anderer Regionen enthalten +große Hohlräume, welche zu Lebzeiten des Tieres wahrscheinlich mit +Luft erfüllt waren. Diese Hohlräume bilden in der Regel zwei große +seitliche, durch eine mediane Längsscheidewand getrennte Kammern, die +nach außen in einer rundlichen oder länglichen unter der Basis des +oberen Bogens befindlichen Öffnung münden. Auch die oberen Bögen und +Dornfortsätze der präcaudalen und zuweilen auch noch der vorderen +Schwanzwirbel können cavernöse Beschaffenheit aufzeigen. Die 4-5 +Sacralwirbel können, teilweise nicht nur mit ihren Wirbelkörpern und +Gelenkfortsätzen sondern auch mit ihren Dornfortsätzen gegenseitig +verschmelzen. Die meist soliden Schwanzwirbel sind entweder amphicöl, +seltener procöl, unten gewöhnlich mit langen, sehr variierenden +Hämapophysen (Chevrons) ausgestattet. Rückenmarkkanal in der +Sacralgegend erweitert, zwei- bis dreimal so groß als die Gehirnhöhle. + +Die Extremitätenknochen sind fast ganz solide gebaut. Das Sternum ist +durch eine unpaare oder zwei Ossifikationen vertreten. Das Becken +ist Theropoden ähnlich, aber das Ilium ohne hintere Spitze. Der +gerade, mit dickem Gelenkkopf versehene Oberschenkel übertrifft den +Unterschenkel beträchtlich an Länge. Der Astragalus besitzt keinen +aufsteigenden Fortsatz. Die Phalangen sind kurz, und die Klauen waren +wahrscheinlich mit Hornscheiden umgeben oder hufähnlich. + +Die Sauropoden finden sich in mittel- und oberjurassischen +Ablagerungen und in der Kreide von Europa, Nordamerika, Afrika, +Madagaskar, Indien. Die jüngsten Reste stammen aus der obersten Kreide +(? Eocän) von Patagonien. + + +1. Familie. #Cetiosauridae.# + +¡Halswirbel opisthocöl, vordere Rückenwirbel schwach opisthocöl, +hintere Rückenwirbel amphicöl. Dornfortsätze nicht gegabelt. Alle +Präsacralwirbel mit seitlichen Höhlungen. Sacral- und Schwanzwirbel +solid. Eine unpaare Sternalplatte. Pubis plattenförmig. Foramen +obturatorium groß. Scapula distal und proximal verbreitert. +Vorderextremitäten nahezu ebensogroß oder gleichgroß wie die +Hinterextremitäten.¡ Jura bis Kreide. + +¿Cetiosaurus¿ Owen (¡Cardiodon¡ Owen). Skelett zirka 12 m lang und 3 m +hoch. Humerus und Femur fast gleichgroß, letzterer 1,7 m lang. Scapula +1,85 m lang. Ischium schwächer als Pubis und distal verschmälert. +Dogger bis unterer Malm, England. + +¿Brachiosaurus¿ Riggs. Humerus und Femur über 2 m lang, Centra der +Rückenwirbel nicht verlängert. Hypantrum-Gelenkung sehr kräftig +entwickelt, 5 Sacralwirbel, von denen 1-4 mit den Gelenkfortsätzen 2 +und 3 auch mit den Dornfortsätzen verschmolzen sind. Untere Kreide +(Como beds). Westliches Nordamerika. + +¿Haplacanthosaurus¿ Hatcher. Centra der 14 Rückenwirbel verlängert. +Oberer Bogen der hinteren Rückenwirbel sehr in die Höhe gezogen. +Querfortsätze der Rückenwirbel nach oben und außen gerichtet. 5 +Sacralwirbel. Untere Kreide (Como beds). Westliches Nordamerika. + +¿Distrophaeus¿ Cope. Mittlerer Jura. Westliches Nordamerika. + + +2. Familie. #Atlantosauridae.# + +¡Halswirbel und vordere Rückenwirbel opisthocöl. Hintere Rückenwirbel +amphicöl. Präsacral-, Sacral- und vordere Schwanzwirbel cavernös. +Halswirbel und vordere Rückenwirbel mit gegabelten Dornfortsätzen. +Halsrippen mit sehr langem Capitulum und Tuberculum. Paarige +verknöcherte Sternalplatten. Scapula distal nicht verbreitert.¡ Untere +Kreide. + +¿Apatosaurus¿ Marsh. (¡Brontosaurus¡, ¡Titanosaurus¡ Marsh). +(Fig. 431, 434). Skelett zirka 18 m lang. Schädel auffallend klein, +Hirnhöhle winzig. Hals lang (13 Wirbel), Rumpf gedrungen (10 +Wirbel). 5 Sacralwirbel (von denen die 3 mittleren frühzeitig und +vollständig, die 2 äußeren erst in hohem Alter mit diesen und nur +teilweise verschmelzen). Die Halsrippen, von denen die vorderen mit +den Wirbelkörpern verschmolzen sind, beilförmig. Sämtliche Wirbel mit +Ausnahme der hinteren Caudalwirbel mit großen Hohlräumen. Das Ischium +viel schlanker als das proximal und distal verbreiterte Pubis. Untere +Kreide (Como beds). Westliches Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 431. + +¡Apatosaurus excelsus¡ Marsh. Ob. Jura. Wyoming. ¡A¡ sechster +Halswirbel von hinten, ¡B¡ Rückenwirbel von der Seite. ¡b¡ vordere, +¡c¡ hintere Gelenkfläche des Zentrums, ¡f¡ seitliche Öffnung des +inneren Hohlraums, ¡n¡ Neuralkanal, ¡d¡ Diapophyse, ¡p¡ Parapophyse, +¡s¡ Dornfortsatz, ¡z¡ vordere, ¡z'¡ hintere Zygapophyse, ¡r¡ Rippe. +(Nach ~Marsh~.)] + +[Illustration: Fig. 432. + +¡Morosaurus grandis¡ Marsh. Ob. Jura. Wyoming. ¡A¡, ¡B¡ Zahn von der +Seite und von vorn. 1/2 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 433. + +¡Morosaurus grandis¡ Marsh. ¡A¡, ¡B¡ vierter Halswirbel von der Seite +und von hinten. 1/8 nat. Gr. ¡b¡ vordere, ¡c¡ hintere Gelenkfläche, +¡z¡ vordere, ¡z'¡ hintere Zygapophyse, ¡d¡ Diapophyse, ¡p¡ +Parapophyse, ¡f¡ seitliche Öffnung, ¡nc¡ Neuralkanal. + +¡C¡ Becken von vorne. 1/16 nat. Gr. ¡a¡ erster, ¡p¡ letzter +Sacralwirbel, ¡b¡, ¡c¡, ¡d¡, ¡e¡ Querfortsätze, ¡il¡ Ilium, ¡Pb¡ +Pubis, ¡is¡ Ischium. (Nach ~Marsh~.)] + +¿Atlantosaurus¿ Marsh. Von ebendort. + +¿Barosaurus¿ Marsh. Von ebendort. + +[Illustration: Fig. 434. + +¡Apatosaurus¡ (¡Brontosaurus¡) ¡excelsus¡ Marsh. Unt. Kreide. Wyoming. +Ganzes Skelett, restauriert. 1/90 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + + +3. Familie. #Morosauridae.# + +¡Die (10) Hals- und (15) Rückenwirbel opisthocöl mit gegabelten +Dornfortsätzen. Hals- und Rückenwirbel cavernös. Die 4-5 Beckenwirbel +beinahe solid. Schwanzwirbel solid. Scapula proximal stark, distal +wenig verbreitert. Vorderextremitäten wesentlich kürzer als die +Hinterextremitäten.¡ Kreide (? Eocän). + +¿Morosaurus¿ Marsh. (Fig. 432 u. 433). Schädel mit großer Nasenöffnung +und kleinem dreieckigen Präorbitaldurchbruch. Chevrons mit den +Wirbelkörpern der Schwanzwirbel gelenkend. 4 Sacralwirbel. Pubis +distal um 90° gedreht, so daß die Symphyse durch die Seitenflächen +anstatt durch die Endflächen gebildet wird. Untere Kreide (Como beds). +Westliches Nordamerika und Wealden, England. + +¿Camarosaurus¿ Cope, ¿Pleurocoelus¿ Marsh. Untere Kreide (Como beds). +Westliches Nordamerika, letzterer auch Westeuropa. + +¿Gigantosaurus¿ E. Fraas, non Seeley. Zirka 14-15 m lang. 4 +Sacralwirbel. Vordere Schwanzwirbel procöl. Obere Kreide. +Deutsch-Ostafrika. + +¿Titanosaurus¿ Lydekker. (non Marsh.) Wealden von Westeuropa, mittlere +Kreide Indien, obere Kreide Madagaskar. Oberste Kreide ? Eocän +Patagonien. + +¿Pelorosaurus¿ Mantell. ¡Bothriospondylus¡, ¡Chondrosteosaurus¡, +¡Chondrosteus¡ Owen, ¡Gigantosaurus¡ Seeley non Fraas, ¡Eucamarotus +Ischyrosaurus¡ Hulke, ¡Neosodon¡ Moussaye, ¡Oplosaurus¡ Gervais, +¡Ornithopsis¡ Seeley. (Fig. 430). Rückenmarkskanal der Rumpfwirbel +sehr weit. 4 Sacralwirbel. Zahlreiche Wirbel- und Skelettknochen von +beträchtlicher Größe finden sich im obersten Jura und im Wealden v. +England, außerdem im Jura und Wealden von Westeuropa und Madagaskar. + + +4. Familie. #Diplodocidae.# + +¡Zähne zylindrisch, schlank, auf den vorderen Teil der Kiefer +beschränkt. Nasenlöcher weit zurück und oben zwischen der hinteren +Präorbitalöffnung und den Augen gelegen. Die 15 Halswirbel und die +10 Rückenwirbel opisthocöl, Halswirbel und vordere Rückenwirbel +mit gegabelten Dornfortsätzen. Präcaudal- und vordere Caudalwirbel +cavernös. 2 paarige verknöcherte Sternalplatten. Pubis und Ischium +distal verdickt. Scapula distal und besonders proximal stark +verbreitert.¡ Untere Kreide. + +¿Diplodocus¿ Marsh. (Fig. 435). Mit den Merkmalen der Familie, +erreichte eine Länge bis 20 m. Der 0,60 m lange Schädel jederseits +mit 2 Präorbitalöffnungen und weit zurückliegenden, nach oben +auf das Schädeldach geschobenen, vereinigten und durch einen +Fortsatz der Nasalia teilweise geteilten (zwischen den großen +hinteren Präorbitalöffnungen und den weiten Augenhöhlen gelegenen) +Nasenlöchern. 5 Sacralwirbel. Über 70 Schwanzwirbel, von denen die +vorderen mehr oder weniger procöl sind, mit sehr verschiedenartigen +Chevrons. Untere Kreide (Como beds.) Westliches Nordamerika. + +¿Sauropoden incertae sedis¿: ¡Aepyosaurus¡ Gervais. Untere Kreide. +Frankreich. ¡Algaosaurus¡ Broom. Kreide. Südafrika. ¡Argyrosaurus¡ +Lydekker. Oberste Kreide. ? Eocän Patagonien. ? ¡Astrodon¡ Leidy. +Untere Kreide. Nordamerika. ¡Caulodon¡ Cope. Untere Kreide. Westliches +Nordamerika. ¡Dinodocus¡ Owen. Kreide. England. ¡Elosaurus¡ Pet. und +Gilm. Kreide Nordamerika. ¡Epanterias¡ Cope. Untere Kreide. Westliches +Nordamerika. ¡Hypselosaurus¡ Mathér. Obere Kreide. Südfrankreich. +¡Microcoelus¡ Lyd. Oberste Kreide. ? Eocän Patagonien. ¡Morinosaurus¡ +Sauv. Malm Frankreich. ¡Symphyrosaurus¡ Cope. Untere Kreide. +Westliches Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 435. + +Schädel von ¡Diplodocus longus¡ Marsh. Unt. Kreide. Cañon City, +Colorado. ca. 1/8 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.) + +¡A¡ von der Seite. ¡B¡ von oben. Vor den rundlichen großen Augen die +beiden Präorbitalöffnungen. Die vereinigten Nasenlöcher (Fig. B) auf +dem Schädeldach zwischen Augen und hinterer Präorbitalöffnung.] + + +3. Unterordnung. #Praedentata# Marsh. (¡Orthopoda¡ Cope.) + +¡Prämaxillaria meist zahnlos. Unterkiefer mit einem zahnlosen +Symphysenbein (~Praedentale~). Zähne in einer oder mehreren +funktionierenden Reihen angeordnet. Zähne blattförmig, +zusammengedrückt, am Vorder- und Hinterrand gezackt, bei längerem +Gebrauch abgekaut. Äußere Nasenlöcher sehr groß, weit vorn, seitlich. +Wirbelcentra gewöhnlich solid, opisthocöl, amphicöl-platycöl. Pubis +mit einem dem Ischium parallelen Postpubis von verschiedener Länge. +Extremitätenknochen hohl oder massiv. Füße digitigrad oder plantigrad. +Astragalus ohne aufsteigenden Fortsatz. Hautskelett sehr stark +entwickelt oder fehlend.¡ Obere Trias bis obere Kreide. + +Zu den ¡Praedentata¡ gehören meist sehr große bipedale oder +quadrupedale, herbivore Landtiere, die sich vor allem durch den +Mangel an Zähnen am Vorderende der Schnauze und in der Symphyse des +Unterkiefers, sowie den Besitz eines meist sehr langen Postpubis +auszeichnen. Sie zerfallen in die Familie ¡Ornithopodidae¡, +¡Stegosauridae¡ und ¡Ceratopsidae¡. + + +1. Familie. #Ornithopodidae.# + +¡Schädel klein, ungefähr einen rechten Winkel mit dem Hals bildend. +Prämaxillaria in der Regel zahnlos. Zähne blattförmig, am Vorder- und +Hinterrand zugeschärft und gezackt, zuweilen mit Mittelkiel. Wirbel +solid, Halswirbel in der Regel und zuweilen auch vordere Rückenwirbel +opisthocöl. Präorbitalöffnung häufig sehr klein. Nasenlöcher getrennt, +groß, weit vorne gelegen. Vorderbeine viel kürzer als die Hinterbeine. +Hinterbein digitigrad, allein zum Gehen verwendet, mit Krallen oder +mit Hufförmigen Endphalangen. Pubis mit langem, schlankem Postpubis. +Hautskelett fehlt in der Regel.¡ Obere Trias bis Kreide. + +Die ¡Ornithopodidae¡ sind herbivore Dinosaurier, die sich in mehr oder +weniger aufrechter Haltung ausschließlich auf ihren ungemein mächtigen +Hinterbeinen fortbewegen. + + +1. Unterfamilie. #Hypsilophontidae.# + +¡Prämaxillaria zahnlos. Zähne auf den Maxillaria in einer Reihe. +Vordere Wirbel platycöl oder opisthocöl. Sacralwirbel verschmolzen. +Femur kürzer als Tibia. Hand mit 5 Fingern, Fuß mit 4 Zehen.¡ Oberste +Trias. Untere Kreide. + +¿Nannosaurus¿ Marsh. Ältester unvollständig bekannter kleiner +Orthopodide. Oberste Trias. Westliches Nordamerika. + +¿Laosaurus¿ Marsh. 8-10 Fuß hoch. Untere Kreide. (Como beds.) +Westliches Nordamerika. ¿Dryosaurus¿ Marsh. Von eben dort. + +¿Hypsilophodon¿ Hulke. Nach v. Nopcsa mit Hautverknöcherungen. +Verknöcherte Sehnen in der Dorso-caudal-Region. Wealden. England. + + +2. Unterfamilie. #Camptosauridae.# + +¡Prämaxillaria zahnlos. Vordere Wirbel opisthocöl. Sacralwirbel nicht +verschmolzen. Ilium mit langem, präacetabularem Fortsatz. Postpubis +schlank, ebenso lang wie das Ischium. Femur länger als die Tibia. Hand +mit 5 Fingern, Fuß mit 4 (3 funktionierenden) Zehen.¡ Jura. Kreide. + +¿Camptosaurus¿ Marsh. (¡Camptonotus¡ Marsh, ¡Cumnoria¡ Seeley.) Bis 10 +m lang. Mit den Merkmalen der Unterfamilie. Zähne auf dem Maxillare +groß, unregelmäßig. Pubis wohl entwickelt, mit breitem, vorderen +Blatt. Femur gekrümmt. 4 (? 5) Sacralwirbel. Untere Kreide. (Como +beds.) Westliches Nordamerika. ? Oberer Jura, England, Frankreich. +Wealden in England. + +¿Mochlodon¿ Seeley. Obere Kreide. Österreich-Ungarn. + +¿Cryptosaurus¿ (¡Cynodraco¡). Seeley. Unterer Malm. England. + +? ¿Craspedodon¿ Dollo. Obere Kreide. Belgien. + + +3. Unterfamilie. #Iguanodontidae.# + +¡Prämaxillaria zahnlos, vordere Wirbel opisthocöl. Sacralwirbel +miteinander verschmolzen. Postpubis sehr schlank, nicht so lang wie +das Ischium. Sternum verknöchert. Femur länger wie Tibia. Hand mit +5 Fingern, Daumen stachelartig; Fuß mit 4 Zehen (von denen nur 3 +funktionieren).¡ Untere Kreide. + +[Illustration: Fig. 436. + +¡Iguanodon Bernissartensis¡ Boulenger. Wealden. Bernissart, Belgien. +Schädel 1/8 nat. Gr. (Nach ~Dollo~.) + +¡A¡ Augenhöhle, ¡N¡ Nasenloch, ¡S¡ seitliche Schläfenöffnung, ¡Pmx¡ +Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Na¡ Nasale, ¡La¡ Lacrimale, ¡Fr¡ +Frontale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡x¡, ¡y¡ Supraorbitalia, ¡Ju¡ Jugale, +¡Pa¡ Parietale, ¡Sq¡ Squamosum, ¡Qu¡ Quadratum, ¡QuJ¡ Quadrato-Jugale, +¡Pd¡ Prädentale, ¡d¡ Dentale, ¡art¡ Articulare.] + +[Illustration: Fig. 437. + +¡Iguanodon Bernissartensis¡ Boulenger. Wealden. Bernissart, Belgien. +1/60 nat. Gr. (nach dem im Brüsseler Museum aufgestellten Skelett). +¡sc¡ Scapula, ¡co¡ Coracoid, I erster, V fünfter Finger, ¡p¡ Pubis, +¡pp¡ Postpubis, ¡is¡ Ischium, I-IV Zehen. Neben den Dornfortsätzen +verknöcherte Sehnen. (Nach ~Dollo~.)] + +¿Iguanodon¿ Mantell (Fig. 436-438). Schädel verhältnismäßig +klein mit verlängerter, seitlich zusammengedrückter Schnauze. +Auge höher als lang, kleiner als die hohen, schlitzartigen oder +unregelmäßig dreieckigen, seitlichen Schläfenlöcher und die ovalen, +am Schnauzenende gelegenen seitlichen Nasenöffnungen. Obere +Schläfenlöcher klein, durch einen schmalen Parietalkamm getrennt. +Vor den Augen seitlich der kleine ovale Präorbitaldurchbruch. +Frontale unpaar, sehr breit. Quadratum zu einem ungewöhnlich langen +Gelenkfortsatz für den Unterkiefer ausgezogen, derselbe wird durch +ein ansehnliches Quadratojugale mit dem halbmondförmigen, den +Unterrand der Augenhöhle bildenden Jugale verbunden. Den Oberrand +der Augenhöhle bilden 2 kleine Supraorbitalia. Lacrimale klein. +Nasalia sehr lang. Prämaxillaria sehr lang, mit scharfen Rändern. +Unterkiefer mit hohem Processus coronoideus, das Dentale vorne schräg +abgestutzt und die Symphyse durch ein zahnloses scharfrandiges +Prädentale gebildet. Auf Maxillare und Dentale in einer Reihe die +zahlreichen, spatelförmigen Zähne, vorne und hinten gekerbt, nur außen +in Alveolarrinnen eingefügt, nach innen freistehend. 10 Halswirbel, +18 Rückenwirbel, 4-6 Sacralwirbel, 40 bis 50 Schwanzwirbel. Die +Halswirbel und vorderen Rückenwirbel opisthocöl. Hintere Rückenwirbel +platycöl. Fast alle präsacralen Wirbel tragen Rippen. Neben den hohen +Dornfortsätzen der Rumpf- und Schwanzwirbel liegen häufig verknöcherte +Sehnen (cf. Fig. 437). Scapula lang und schlank, Coracoid klein +gerundet, Sternum von 2 verknöcherten gestielten Platten gebildet. +Ilium vor und hinter der Pfanne stark verlängert. + +Iguanodon Mantelli Owen aus dem untern Grünsand von England und +den Wealden von Bernissart (Belgien) erreicht eine Länge von 5-6 +m; I. Bernissartensis Bouleng. aus den Wealden von Bernissart und +England eine solche von 18 m. Fragmentäre Reste finden sich bereits +im Purbeck von England. (? Mittlerer Jura von Portugal.) Ziemlich +häufig sind dreizehige Fährten im Wealdensandstein von England und +Deutschland, welche sich auf Iguanodon zurückführen lassen. Im Wealden +von Bernissart wurden 1873 nicht weniger als 23 meist vollständige +Skelette ausgegraben, die jetzt im Museum von Brüssel aufgestellt +sind. Die herbivoren Tiere schritten in aufrechter, leicht nach vorne +gebeugter Haltung und benutzten lediglich die Hinterbeine zum Gehen +und Laufen, in der Ruhe stützen sie sich auf den mächtigen Schwanz. + +[Illustration: Fig. 438. + +Unterkieferzahn von ¡Iguanodon Mantelli¡ Owen aus dem Wealden der +Insel Wight. ¡A¡ von innen. ¡B¡ von hinten. Nat. Gr. (Nach ~Mantell~.)] + + +4. Unterfamilie. #Trachodontidae.# + +¡Prämaxillaria zahnlos. Zähne in mehreren Reihen. Vordere Wirbel +opisthocöl. Femur länger wie Tibia. Hand mit 4 Fingern. Fuß mit drei +funktionierenden Zehen.¡ Obere Kreide. + +¿Trachodon¿ Leidy (¡Hadrosaurus¡, ¡Thespesius¡ Leidy, ¡Diclonius¡ +Cope). (Fig. 439-441.) Schädel verlängert, niedrig mit verbreiterter +schnabelartiger Schnauze, großen Nasen- und Präorbitalöffnungen, +vierseitigen Augenhöhlen und länglichen oberen und hohen seitlichen +Schläfenöffnungen. Parietale sehr schmal. Unterkiefer mit Prädentale. +Zähne dicht stehend, in einer nach innen offenen Alveolarrinne +eingelassen, die Ersatzzähne in mehreren Reihen übereinanderstehend. +An der Kaufläche nehmen stets mehrere Reihen verschieden alter Zähne +teil. Rückenwirbel opisthocöl. Schwanzwirbel platycöl. Skelett ähnlich +Iguanodon. Extremitätenknochen hohl. Obere Kreide. Nordamerika. + +¿Claosaurus¿ Marsh. Bis 9 m groß. Schädel ähnlich Trachodon, jedoch +Schnauze vorne wenig verbreitert. Von den zahlreichen Zähnen +anscheinend nur eine Reihe in Gebrauch. 30 (? 33) präsacrale Rippen +tragende Wirbel. 9 miteinander verschmolzene Sacralwirbel und über 60 +mit langen Chevrons ausgestattete Schwanzwirbel. Die präsacralen und +vorderen Schwanzwirbel opisthocöl. Sternum von 2 Knochen gebildet. +Vorderextremitäten ungewöhnlich kurz, an der Hand ist der erste Finger +rudimentär und fehlt der 5. Fuß mit 3 mächtigen hufförmigen Zehen. +Extremitätenknochen massiv. Obere Kreide. Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 439. + +¡Trachodon mirabilis¡ Leidy. Ob. Kreide (Laramie-Stufe). Dakota. +Schädel von der Seite und von oben. 1/12 nat. Gr. (Nach ~Cope~.) +¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Na¡ Nasale, ¡F¡ Frontale, +¡P¡ Parietale, ¡So¡ Supraoccipitale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡La¡ +Lacrimale, ¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Ju¡ Jugale, ¡QJ¡ Quadratojugale, ¡Qu¡ +Quadratum, ¡N¡ Präorbitalöffnung, ¡A¡ Auge, ¡S¡ Seitliche, ¡S'¡ Obere +Schläfenöffnung, ¡art¡ Articulare, ¡ang¡ Angulare, ¡Prd¡ Prädentale.] + +[Illustration: Fig. 440. + +¡Trachodon Foulkei¡ Leidy. Ob. Kreide. New-Jersey. Unterkieferzahn in +nat. Gr. ¡a¡ von innen, ¡b¡ von außen (etwas abgekaut), ¡c¡ von der +Seite. (Nach ~Leidy~.)] + +[Illustration: Fig. 441. + +¡Trachodon breviceps¡ Marsh. Ob. Kreide. Montana. ¡A¡ rechtes Dentale +des Unterkiefers von innen, ¡B¡ von oben, 1/4 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +¿Telmatosaurus¿ v. Nopcsa (¡Limnosaurus¡ v. Nopcsa). Obere Kreide. +Österreich-Ungarn. Hieher dürften vielleicht manche aus der oberen +Kreide als ¡Titanosaurus¡ beschriebenen Reste zu stellen sein. +¿Orthomerus¿ Seeley. Obere Kreide. Belgien. ¿Cionodon¿ Cope. Obere +Kreide. Nordamerika. + +¿Sphenospondylus¿ Seeley. Wealden. England. Alle mit Telmatosaurus +nahe verwandt, vielleicht teilweise identisch. + +¿Ornithotarsus¿ Cope (¡Pneumatoarthrus¡ Cope). Obere Kreide. +Nordamerika. + +? ¿Claorhynchus¿, ¿Hypsibaema¿ Cope. Obere Kreide. Nordamerika. +? ¿Rhabdodon¿ Mathéron. Obere Kreide. Südfrankreich. + + +2. Familie. #Stegosauridae.# (¡Scelidosauridae.¡) + +¡Schädel klein. Prämaxillare und Prädentale zahnlos. Nasenlöcher groß, +weit vorne gelegen. Keine Präorbitalöffnung. Wirbel amphicöl oder +platycöl, und in der Regel wie die Extremitäten massiv. Schambein +mit starkem Postpubis. Vorderbeine kürzer als die Hinterbeine. Füße +plantigrad, 5-3 zehig mit kurzen hufartigen Endphalangen. Hautskelett +sehr stark entwickelt.¡ Lias bis obere Kreide. + +Die Stegosauridae sind wie die Sauropoden quadrupedale Pflanzenfresser +und teilweise von sehr stattlicher Größe. Sie zeichnen sich +hauptsächlich durch das mächtig entwickelte Hautskelett aus, das +bald aus getrennten mächtigen Hautplatten und Stacheln besteht, bald +einen geschlossenen Panzer bildet. Die Wirbel sind in der Regel +massiv und amphicöl oder platycöl, ferner zeigt der Rückenmarkskanal +in der Beckenregion zuweilen eine ungemeine Erweiterung. Im Becken +erinnert das starke Postpubis an die Ornithopodidae, mit denen die +Stegosauridae auch die bedeutende Verlängerung der Hinterbeine teilen. + +[Illustration: Fig. 442. + +Schädel von ¡Stegosaurus stenops¡ Marsh. Untere Kreide. Colorado. +1/6 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +[Illustration: Fig. 443. + +¡Stegosaurus ungulatus¡ Marsh. ¡A¡ Ausguß des Neuralkanals im Sacrum +von oben. ¡a¡ vorderes, ¡p¡ hinteres Ende, ¡f¡ Öffnungen zwischen den +Sacralwirbeln. 1/4 nat. Gr. ¡B¡ Ausguß der Gehirnhöhle von oben. 1/4 +nat. Gr. ¡ol¡ lobus olfactorius, ¡c¡ große Hemisphären, ¡op¡ Sehhügel, +¡cb¡ Kleinhirn, ¡m¡ verlängertes Mark. (Nach ~Marsh~.)] + +¿Scelidosaurus¿ Owen. Schädel zirka 25 cm lang bei einer Länge des +ganzen Tieres von zirka 4 m. Zähne spatelförmig und an den Kanten +gezähnelt. Wirbel amphicöl, teilweise mit Höhlungen. 6-7 Halswirbel, +17 Rückenwirbel, 4 Sacralwirbel und zirka 40 Schwanzwirbel. Femur, +Tibia und Fibula sind hohl, Vorderfüße mit 4, Hinterfuß mit 3 +funktionierenden Zehen. Rückenmarkskanal nicht erweitert. Der Panzer +scheint aus Längsreihen kleiner Knochenhöcker und dreiseitiger oder +konischer Schilder zu bestehen. Unterer Lias. England. + +¿Stegosaurus¿ Marsh (Fig. 442-444). Schädel lang und niedrig. Gehirn +winzig klein. Augen oval, seitlich; obere Schläfenlöcher klein, +rundlich; seitliche länglich. Nasalia sehr lang, fast die Hälfte des +Schädeldaches bildend. Unterkiefer hoch, mit zahnlosem Prädentale. +Zähne zahlreich, spatelförmig, leicht befestigt, in einer einzigen +funktionierenden Reihe. Wirbel amphicöl-platycöl. Halswirbel mit +kurzen Rippen, Rückenwirbel mit sehr erhöhten oberen Bogen nebst +langen Rippen und ansehnlichen Dornfortsätzen. 4 miteinander +verschmolzene Sacralwirbel, deren Rückenmarkskanal an Volumen jenes +der Gehirnhöhle um das Zehnfache übertrifft. Vordere Schwanzwirbel +die größten der ganzen Reihe mit langen Chevrons. Vorderfüße mit +5 Fingern, Hinterfüße mit drei funktionierenden Zehen. Astragalus +mit der Tibia verschmolzen. Auf Hals, Rücken und dem größten Teil +des Schwanzes standen 2 Reihen großer vertikaler, ursprünglich +mit Horn überzogener Knochenplatten, auf welche am Hinterende des +Schwanzes 4 Paar lange Stacheln folgten. Ein Pflaster von kleineren +Verknöcherungen bedeckte die Kehle. Skelette bis 9 m lang. Untere +Kreide (Como beds). Westliches Nordamerika. Oxford von England. + +[Illustration: Fig. 444. + +Skelett von ¡Stegosaurus ungulatus¡ Marsh. Untere Kreide. Colorado. +1/60 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +¿Diracodon¿ Marsh. Vielleicht ein jugendliches Individuum von +¡Stegosaurus¡. Untere Kreide. (Como beds.) Westliches Nordamerika. + +¿Omosaurus¿ Owen (¡Dacentrurus¡ Lukas) aus dem Dogger und Malm +Englands ist mit ¡Stegosaurus¡ sehr nahe verwandt. 5 Sacralwirbel. + +¿Polacanthus¿ Hulke. Lenden und Sacralgegend von einem geschlossenen, +aus skulptierten Knochenplatten bestehenden, Glyptodonten ähnlichen +Panzer umhüllt. Hals, Rücken und Schwanz mit 2 Längsreihen knöcherner +Stacheln. Wealden. England. + +¿Stegopelta¿ Williston. Obere Kreide. Nordamerika. Sehr ähnlich +¡Polacanthus¡. + +¿Palaeoscincus¿ Leidy, ¿Stereocephalus¿ Lambe (¡Ankylosaurus¡ Brown). +Obere Kreide. Nordamerika. + +¿Hierosaurus¿ Wieland. ¿Nodosaurus¿ Marsh. Obere Kreide. Nordamerika. + +¿Echinodon¿ Owen. Purbeck England, ¿Stenopelix¿ H. v. Meyer. +Wealden Deutschland. ¿Priconodon¿ Marsh. Untere Kreide. Westliches +Nordamerika. ¿Hoplitosaurus¿ Lucas. Untere Kreide. Nordamerika. +¿Hyaeolosaurus¿ Owen. Untere Kreide. England, Frankreich, +? Deutschland. ¿Uestisaurus¿ Hulke. Wealden, ¿Acanthopholis¿ +(¡Macrurosaurus¡) Seeley. Mittlere Kreide. ¿Crataeomus¿ Seeley +(¡Danubiosaurus¡ Bunzel). ¿Struthiosaurus¿ Bunzel. Obere Kreide. +¿Oligosaurus¿, ¿Hoplosaurus¿ Seeley. Obere Kreide. Österreich, +Frankreich, England. + +? ¿Sarcolestes¿ Lyd. Malm England. ? ¿Regnosaurus¿ Mantell. +Wealden England. ¿Anoplosaurus¿, ¿Eucerosaurus¿, ¿Syngonosaurus¿, +¿Priodontognathus¿ Seeley. Obere Kreide. England. ? ¡Apatodon¡, +¿Brachyrophus¿, ¿Macelognathus¿ Marsh. Untere Kreide (Como beds). +Westliches Nordamerika. + + +3. Familie. #Ceratopsidae.# + +¡Schädel sehr groß, mit langen zugespitzten hornähnlichen +Knochenzapfen und schirmförmigem, nach hinten vorspringendem Parietale +und Squamosum. Keine Präorbitalöffnungen. Prämaxillaria zahnlos, +miteinander verschmolzen, vor ihnen ein zugespitztes Schnauzenbein +(Rostrale), welches dem zahnlosen Prädentale des Unterkiefers +entspricht. Zähne anfangs mit einer, später mit 2 Wurzeln. 4 (3) +Halswirbel miteinander verschmolzen. Wirbel platycöl und wie die +Extremitäten solid. Postpubis sehr reduziert. Neuralkanal in der +Beckengegend nicht erweitert. Vorderbeine den Hinterbeinen an Größe +wenig nachstehend. Femur länger wie Tibia. Ulna mit Trochanter. +Alle Zehen mit hufförmigen Endphalangen. Hautskelett äußerst +unvollständig.¡ Obere Kreide. Nordamerika (Vereinigte Staaten und +Canada). + +[Illustration: Fig. 445. + +¡Triceratops flabellatus¡ Marsh. Oberste Kreide. Montana. 1/20 nat. +Gr. (Nach ~Marsh~.) Schädel von der Seite und von oben. ¡N¡ Nasenloch, +¡A¡ Augenhöhle, ¡S¡ oberes Schläfenloch, ¡p¡ Parietale, ¡s¡ Squamosum, +¡e¡ Randknochen der Parietale und Squamosa, ¡h¡ Stirnzapfen, ¡h'¡ +Nasenzapfen, ¡f¡ Gehirn, ¡r¡ Rostrale, ¡Q¡ Quadratbein, ¡Pd¡ +Prädentale.] + +Das auffallendste Merkmal dieser meist gigantische Proportionen +erreichenden pflanzenfressenden, quadrupedalen ¡Dinosaurier¡ besteht +in den massiven, kräftigen, supraorbitalen Hörnern auf den Frontalia, +die an die knöchernen Stirnzapfen der Bovidae erinnern. Sie zeigen +auf der rauhen, porösen Oberfläche deutliche Gefäßeindrücke und waren +wahrscheinlich von Hornscheiden umgeben; auch die Nasalia können einen +kurzen, medianen Knochenzapfen tragen. Gewissermaßen als Gegengewicht +zu diesen gewaltigen Protuberanzen in der mittleren und vorderen +Schädelpartie wirken die nach hinten dachartig über die vordere +Halsregion ausgezogenen, an den Rändern mit einem Kranz kleiner +Hautknochen besetzten Parietalia und Squamosa. Ebenso bezeichnend ist +das unpaare, an Schildkrötenschnäbel erinnernde Rostrale. + +¿Triceratops¿ Marsh (¡Sterrholophus¡ Marsh). (Fig. 445-447.) Skelett +ca. 8 m lang, Schädel bis 2 m lang, vorn zugespitzt, hinten breit. +Die supraorbitalen Hörner nach vorwärts und aufwärts gerichtet. +Nasalhorn mäßig groß und beinahe gerade nach vorwärts gestellt. +Squamosum kurz und breit. Oberes Schläfenloch von elliptischem Umriß +zwischen Parietale und Squamosum, seitliches Schläfenloch klein, +rückwärts unterhalb der Augen gelegen. Ein (bis zwei) postfrontales +Foramen (Gefäßöffnung) vorhanden oder fehlend. Zähne spatelförmig +mit seitlichem Kiel und im Alter mit 2 Wurzeln. Unterkiefer mit +großem Processus coronoideus. Von den 8 (7) Halswirbeln sind die +ersten 4 miteinander verschmolzen, um den gewaltigen Kopf besser +tragen zu können. 14 Rückenwirbel. Sacrum aus 10 verschmolzenen +Wirbeln zusammengesetzt. Verknöcherte Sehnen sind nachgewiesen. +Halsrippen zweiköpfig gerade, Rückenrippen zweiköpfig stark gekrümmt. +Schwanzrippen einköpfig. Obere Kreide. Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 446. + +¡Triceratops serratus¡ Marsh. Oberkieferzahn ¡a¡ von außen, ¡b¡ von +der Seite. Nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +[Illustration: Fig. 447. + +¡Triceratops prorsus¡ Marsh. Ob. Kreide. Montana. Skelett restauriert. +1/70 nat. Gr. (Nach ~O. C. Marsh~.)] + +¿Monoclonius¿ Cope. Nasalhorn mächtig, groß und nach rückwärts +gekrümmt. Obere Kreide. Nordamerika. + +¿Diceratops¿ Lull. Ohne Horn auf der Nase. Ob. Kreide. Nordamerika. + +¿Centrosaurus¿ Lambe. ¿Agathaumas¿ Cope. Ob. Kreide. Nordamerika. + +¿Ceratops¿ Marsh. ¿Torosaurus¿ Marsh. + + #Zeitliche Verbreitung der Dinosaurier.# + + +=====================+=====+=====+======+=====+======+======+=====+ + | |Trias|Lias |Dogger|Malm |Unt. | Ob. |Eocän| + | | | | | |Kreide|Kreide| | + +---------------------+-----+-----+------+-----+------+------+-----+ + |1. ~Theropoda~ | | | | | | | | + | 1. Plateosauridae | ===| | ==| | | | | + | 2. Anchisauridae | ====| | | | | | | + | 3. Labrosauridae | | | | |=== | | | + | 4. Coeluridae | ====| | | ===|======|======|== ? | + | 5. Megalosauridae | |=====|======|=====|======|======|== ? | + | 6. Compsognathidae | ====| | | ====|======|======| | + |2. ~Sauropoda~ | | | | | | | | + | 1. Cetiosauridae | | |======|=====|======| | | + | 2. Atlantosauridae | | | | |======| | | + | 3. Morosauridae | | | | |======|======|== ? | + | 4. Diplodocidae | | | | |======| | | + |3. ~Prädentata~ | | | | | | | | + | 1. Ornithopodidae | ==| | |=====|======|======| | + | 2. Stegosauridae | |=====|======|=====|======|======| | + | 3. Ceratopsidae | | | | | |======| | + +=====================+=====+=====+======+=====+======+======+=====+ + +Die Dinosaurier beginnen in ~der Trias~ und erlangen in dem oberen +Jura und der unteren Kreide den Höhepunkt ihrer Entwicklung um in +der obersten Kreide (? ~Eocän~ Patagonien) auszusterben. Für die +ehemalige Existenz zahlreicher triasischer Dinosaurier sprechen auch +die in erstaunlicher Menge vorkommenden Fußspuren in den roten oder +dunkel gefärbten Triassandsteinen in Massachusetts, Connecticut, +Pennsylvania, Virginia, North-Carolina. Man hat namentlich im +Connecticuttal etwa 100 verschiedenartige Fährten entdeckt, deren +Größe zwischen 2,5 cm und 60 cm schwankt. Die meisten von ihnen sind +dreizehig, einige aber auch 4- und 5-zehig. Da die ersteren von +Tieren herrührten, die wahrscheinlich auf zwei Beinen einhergingen, +so wurden sie vielfach (u. a. Hitchcock) für Spuren von Vögeln +gehalten (Ornithichnites). Im auffallenden Gegensatz zu den häufigen +Spuren stehen in den betreffenden Ablagerungen die seltenen Funde +eigentlicher Skelettreste. + +Über die Verwandtschaft, Entstehung und Entwicklung der Dinosaurier +gewähren die bis jetzt bekannten Tatsachen noch keine bestimmte +Auskunft. Ähnliche Merkmale, wie eine Präorbitalöffnung, treffen wir +bereits bei den Stegocephalen (Trematops), der Bau des Schultergürtels +erinnert teilweise ebenso wie die größere Zahl der Sacralwirbel an +gewisse Theromora. Eine größere Zahl gemeinsamer Charaktere zeigen die +Parasuchier (die ihrerseits Protorosaurus unter den Rhynchocephalen +nahezustehen scheinen). Diese Eigenschaften sind besonders am Schädel +der Parasuchier ausgeprägt, die, außer in der Präorbitalöffnung, in +der Lage und Größe der Augen- und Nasenlöcher, in der knöchernen +Umgrenzung der beiden Schläfenlöcher und in der Anordnung der +Schädelknochen zum Ausdruck kommen, auch im Bau des Beckens zeigt sich +zwischen ihnen und den Theropoden Ähnlichkeit. + +Innerhalb der Dinosaurier selbst erscheinen die Sauropoden gegenüber +den Theropoden als eine mehr spezialisierte Gruppe. Die Übertragung +der Körperlast auf die hinteren Extremitäten, der aufrechte Gang +verlieh vielen Dinosauriern ein vogelartiges Aussehen und diese äußere +Ähnlichkeit findet auch in sehr bestimmter Weise im Knochenbau des +Beckens und der Hinterbeine ihre Bestätigung, auf welche Merkmale +bereits früher hingewiesen wurde. Obwohl nun diese Merkmale in +der Hauptsache auf einer Konvergenz mit den Vögeln begründet sein +dürfte, so scheint es nicht ausgeschlossen, daß hierbei gemeinsam +ererbte Anlagen eine Rolle spielen. Dafür spricht auch die teilweise +Beweglichkeit des Schädels (durch Verschiebung der Pterygoidea und +der unteren Enden der Quadratbeine) bei einigen Dinosauriern, welche +Eigentümlichkeit gleichfalls den Vögeln zukommt. Vögel und Dinosaurier +haben daher mit einiger Wahrscheinlichkeit gemeinsame Ahnen, dürften +aber dann bereits sehr frühzeitig selbständige, in verschiedener +Richtung spezialisierte Seitenäste ein und desselben Hauptstammes +geworden sein. + + +10. Ordnung. #Pterosauria#. ¡Patagiosauria¡, ~Flugsaurier~.[109] + +~Reptilien von vogelähnlichem Aussehen, mit kurzem oder langem +Schwanz. Wirbel- und Extremitätenknochen hohl, pneumatisch. Hals +kräftig, ziemlich lang, mit dem Schädel nahezu einen rechten Winkel +bildend. Präsacralwirbel procöl. Schwanzwirbel amphicöl. Sacrum +aus 4-10 gewöhnlich mehr oder weniger verschmolzenen Wirbeln +bestehend. Hals und vordere Rumpfrippen zweiköpfig. Bauchrippen +vorhanden. Schädel mit zugespitztem Schnabel, Suturen in der Regel +undeutlich oder obliteriert. Zähne thecodont, auf die Kieferränder +beschränkt oder fehlend. Quadratum lang, unbeweglich am Schädel +befestigt. Foramen parietale fehlt. Augen groß, seitlich, meist mit +Scleroticaring. Obere und seitliche Schläfenöffnungen vorhanden. +Präorbitalöffnung groß, zuweilen mit der Nasenöffnung vereinigt. +Sternum groß, schildförmig, vorne gekielt. Scapula und Coracoid +schlank, Clavicula fehlt. Vorderfüße durch starke Verlängerung des 5. +Fingers, woran sich eine Flughaut (Patagium) anheftet, als Flugorgan +entwickelt. ? Pubis vom Acetabulum ausgeschlossen. Tarsus mit zwei +Reihen von Knöchelchen. Die 5. Zehe selten ohne Phalangen. Haut +nackt.~ Obere Trias bis obere Kreide. + +Die Flugsaurier sind ausgestorbene Reptilien, welche in ihrer +äußeren Erscheinung und in ihrer Lebensweise die größte Ähnlichkeit +mit Vögeln besaßen. Sie finden sich eingeschwemmt in marinen und +brackisch-limnischen Schichten vom Rhät an bis an das Ende der Kreide. +Sie dürften sich von Insekten, einige von ihnen, als Strandbewohner, +auch außerdem von Fischen genährt haben und es erscheint nicht +ausgeschlossen, daß sie ihre Krallenfinger zum Aufhängen bei der +Ruhe gebrauchten. Ihre Vorderextremitäten waren zu einem Flugorgan +umgestaltet, jedoch nicht mit Federn, sondern mit einer häutigen im +anatomischen Bau wesentlich vom Vogelflügel verschiedenen Membran +(Patagium) versehen. Die Flugfähigkeit der Pterosaurier war, wie +jene der Fledermäuse, ohne Zweifel beschränkter als die der Vögel; +immerhin zeichnet sich aber das Skelett, wie jenes der Vögel, durch +pneumatische Beschaffenheit aus. Die Größe der Flugsaurier ist eine +schwankende, manche von ihnen waren kaum größer als ein Sperling, +während andere eine Spannweite der Schwingen von fast 7 m erreichten. +Der rechtwinklig zum langen, kräftigen Hals stehende Kopf, die +schnabelartig verlängerten und bei einigen Formen zahnlosen Kiefer +erhöhten noch das vogelähnliche Aussehen dieser merkwürdigen Geschöpfe. + +Die ~Wirbelsäule~ gliedert sich in einen Halsabschnitt mit 8 (bei +Pteranodon 9), in einen Rumpfabschnitt von 10 bis zirka 15, in +einen Sacrum von 4-10 und einen Schwanz von 10-40 Wirbeln. Auch +können bis 2 Lendenwirbel (Rückenwirbel ohne Rippen) auftreten. +Atlas und Epistropheus sind verschmolzen, ebenso können bei einigen +Gattungen (z. B. Nyctosaurus, Pteranodon) die vorderen Rückenwirbel +durch gegenseitige Anchylose sich zu einem sogenannten ~Notarium~ +vereinigen. Die Dornfortsätze dieser so verschmolzenen Wirbel sind bei +Pteranodon (ebenso wie die der 10 Sacralwirbel) miteinander durch eine +dünne, überlagernde Verknöcherung, die ~Supraneuralplatte~, verbunden. +Die präsacralen Wirbel sind procöl, die Schwanzwirbel amphicöl. Die +oberen Bögen sind in der Regel fest mit den Wirbelkörpern verschmolzen +und die Seiten der letzteren zeigen stets mehr oder weniger tiefe +Gruben und Öffnungen, welche in das grobzellige, pneumatische Innere +führen. Am Hals fehlen Rippen entweder ganz oder sie sind beträchtlich +kürzer als die dünnen, verlängerten Rumpfrippen, die vorne zwei, +hinten einen Gelenkkopf besitzen. Die vorderen Sacralwirbel haben +starke Querfortsätze. Der Schwanz ist entweder kurz (Pterodactyloidea) +oder er ist sehr lang (Ramphorhynchoidea) und besteht dann aus 30 +bis 40 Wirbeln, die in einer förmlichen Scheide verknöcherter Sehnen +stecken. Die dünnen Bauchrippen bestehen aus einem mittleren und 1-2 +seitlichen Stücken. + +[Illustration: Fig. 448. + +Schädel von ¡Scaphognathus crassirostris¡ Goldf. sp. Ob. Jura. +Eichstätt. ¡N¡ Nasenloch, ¡D¡ präorbitale Öffnung, ¡Pmx¡ +Zwischenkiefer, ¡Mx¡ Oberkiefer, ¡Fr¡ Stirnbein, ¡Qu¡ Quadratbein, +¡Ju¡ Jochbein.] + +Der Schädel (Fig. 448) erinnert in seiner ganzen Form, in der +Anordnung und in der innigen, häufig ganz nahtlosen Verbindung +der Kopfknochen an Vögel, und diese Ähnlichkeit wird bei den +oberjurassischen Pterodactylen durch das Schwinden der Knochenbrücken +zwischen Nasen-, Präorbital-~Augenöffnungen~ noch erhöht. Die +letzteren sind sehr groß, nach der Seite gerichtet und enthalten +gewöhnlich einen aus zahlreichen dünnen Plättchen bestehenden +knöchernen Scleroticaring. Vor der Augenhöhle befindet sich wie bei +Dinosauriern, Parasuchiern und Vögeln eine ~Präorbitalöffnung~, +welche entweder durch eine Knochenbrücke von dem auf jeder Seite +entwickelten großen, langgestreckten Nasenloch geschieden oder mit +demselben vereinigt ist. Die oberen kleinen ~Schläfenlöcher~ sind +ringsum knöchern umgrenzt. Die seitlichen Schläfenlöcher bilden +schmale, schräger nach vorne und unten verlaufende, hinten vom +Quadratum begrenzte Schlitze, die hinter der Augenöffnung liegen. Das +Schädeldach wird von den großen Frontalia und den kleinen Parietalia +gebildet, denen ein Foramen fehlt. Die in der Regel miteinander +verschmolzenen Frontalia bedecken nicht nur das Gehirn, sondern +erstrecken sich bis zur Mitte oder bis zum vorderen Ende der Augen +und bilden die seitliche und einen Teil der hinteren Umwandung der +letzteren. Ein dreigabeliges Postfrontale trennt die Augenhöhle +von der seitlichen Schläfenöffnung, der nach hinten gerichtete Ast +begrenzt zugleich das obere Schläfenloch von außen und vereinigt sich +mit dem Squamosum. In der vorderen Ecke der Augenhöhlen liegt ein +kleines Präfrontale (? Lacrimale + Präfrontale), das sich mit einem +von unten entgegenkommenden schmalen Fortsatz des langen, schlanken +Jugale vereinigt und mit diesem die vordere Begrenzung der Augenhöhle +bildet. + +Das Quadratum ist ein ziemlich langer, schmaler, stielförmiger +Knochen, das oben durch Sutur mit dem Squamosum sich verbindet, +während es unten mit dem Pterygoid in Zusammenhang tritt. Die +Suturen der Nasalia sind schwer zu finden; die anscheinend stets +verschmolzenen Prämaxillaria bilden das zugespitzte, selten +abgerundete Ende der vogelartigen Schnauze. Die Grenzen zwischen +Maxillare und Prämaxillare sind meist verwischt. Die Kiefer sind mit +einer Reihe thecodonter, spitzkonischer, schlanker, in unregelmäßigen +Abständen stehender Zähne besetzt, oder völlig zahnlos (z. B. +Pteranodon); in diesem Falle dürften sie, wie bei den Vögeln, mit +Hornscheiden besetzt gewesen sein. Die Ohrkapsel und das Hinterhaupt +sind vollständig verknöchert. Die Gehirnhöhle besitzt eine geringe +Größe und der Ausguß des Gehirns zeigt auffallende Ähnlichkeit mit +dem Vogelhirn. Die beiden Unterkieferäste, die weit vorne unter den +Augen mit dem Quadratum gelenken, sind in der Symphyse fast stets +verschmolzen, besitzen keinen Coronoidfortsatz. Die Suturen der +einzelnen Elemente zeigen sich in der Regel verwischt. + +[Illustration: Fig. 449. + +Flugfinger von ¡Rhamphorhynchus Gemmingi¡ mit wohlerhaltener Flughaut. +Ob. Jura. Eichstätt. (Das Original im paläontolog. Museum in München.)] + +Für den Brustschulterapparat ist das ansehnliche, schildförmige, +median vorn gekielte und in einen Fortsatz (Cristospina) auslaufende +~Sternum~ bezeichnend, das an die verkalkten oder verknöcherten +Sternocostalia der Rippen befestigt ist. Der Schultergürtel besteht +lediglich aus einer langen, schlanken und manchmal etwas gekrümmten +Scapula und einem ebenfalls verlängerten Coracoid, das mit dem Sternum +gelenkt. Procoracoid und Clavicula fehlen. Das proximale Ende des +mäßig langen Humerus ist stark ausgebreitet, der Processus lateralis +und medialis sind wohl ausgebildet. Radius und Ulna erreichen zuweilen +die doppelte Länge des Humerus. + +Die Zahl der den zweireihigen Carpus bildenden Knöchelchen schwankt +beträchtlich. Der Metacarpus enthält 4 gleich lange Knochen, der +äußere derselben übertrifft aber die 3 anderen um das 3- oder +4fache an Stärke und trägt den aus 4 ungewöhnlich langen Phalangen +zusammengesetzten ulnaren Flugfinger. Die übrigen Metacarpalia liegen +dicht nebeneinander und sind zuweilen zu ganz dünnen, fadenförmigen +Knochenstäbchen reduziert, die von außen nach innen gezählt 4, 3, 2 +krallentragende Phalangen tragen. Die letzteren ragen hervor, die +Flughaut heftet sich lediglich an den innersten Finger an. Ein faden- +und rippenförmiger dünner Knochen lenkt sich auf der Radialseite dem +Carpus ein, wendet sich nach rückwärts und folgt dem Radius. Dieser +»Spannknochen«, der verschiedentlich auch als verknöcherte Sehne +angesehen wurde, wird bald als rudimentärer Daumenknochen (Metacarpale +des 1. Fingers), bald als Sesambein betrachtet und infolgedessen der +Flugfinger als 5. oder 4. Finger gezählt. Die Flughaut (Patagium) +(Fig. 449) hat nur geringe Breite und bildet eine zugespitzte, +schmale, schwalben- oder mövenähnliche Schwinge, welche sich an +den Rumpf anheftet. Die Flugmembran besitzt eine Anzahl größerer +Längsfalten und außerdem feine, in ziemlich engen Abständen stehende, +fast geradlinige Streifen, die anfänglich den Fingergliedern parallel +laufen, innen aber sich in einem spitzen Winkel dem Außenrande nähern. +Bei Rhamphorhynchus ist an verschiedenen Exemplaren am distalen Ende +des Schwanzes eine blattähnliche Schwanzsegelmembran erhalten. + +Das Becken (Fig. 450, 451) der Flugsaurier enthält ein niedriges, +vor und hinter dem undurchbohrten Acetabulum stark verlängertes +Ilium, das am meisten Ähnlichkeit mit dem Ilium der orthopoden +Dinosaurier besitzt. Sein nach vorn gerichteter Fortsatz ist entweder +zuweilen verbreitert (Rhamphorhynchus) oder schlank und verschmälert +(Pterodactylus). Das ~Ischium~ verschmilzt häufig vollständig mit +dem ~Ilium~ und ~schließt das ? Pubis~ von dem Acetabulum aus, das +letztere selbst heftet sich an das etwas verdickte vordere Ende des +Ischium an und scheint ziemlich lose daran befestigt gewesen zu sein, +da man es in der Regel etwas abgerückt und dislociert findet. + +[Illustration: Fig. 450. + +Becken, Schwanz und Hinterbeine von ¡Rhamphorhynchus Gemmingi¡ H. +v. Meyer. Ob. Jura. Eichstätt, Franken. Nat. Gr. ¡il¡ Ileum, ¡pu¡ +Schambein, ¡is¡ Sitzbein, ¡f¡ Femur, ¡t¡ Tibia.] + +[Illustration: Fig. 451. + +Becken von ¡Pterodactylus antiquus¡ Soemm. sp. ¡a¡ Acetabulum, ¡il¡, +¡il'¡ Ileum, ¡is¡ Ischium, ¡pu¡ Pubis.] + +Manche Autoren deuten diesen Knochen als ~Präpubis~ und betrachten +das gewöhnlich nur als Ischium angesprochene Element, als das +verschmolzene ~Ischiopubis~, zumal unterhalb des Acetabulums nicht +selten ein deutliches -- bei den übrigen Reptilien im Pubis allein +(Foramen obturatorium) oder an der Grenze von Pubis und Ischium +Foramen puboischiadicum nie aber im Ischium selbst entwickeltes -- +Foramen auftritt. (Fig. 451, ebenso Pteranodon!) + +Bei Pterodactylus sind die in der Fig. 451 als Pubis bezeichneten +Knochen gestielte, distal scheibenförmig ausgebreitete Elemente, +die wahrscheinlich in der Symphyse knorpelig verbunden waren; bei +Rhamphorhynchus, Nyctodactylus sind sie schmal, bandförmig und +bestehen jederseits aus einem gerade nach vorne gerichteten Ast, +welcher distal eine knieförmige Knickung macht, sich nach innen +wendet, um mit dem korrespondierenden inneren Ast des anderen Astes +in der Mitte der Bauchseite zusammenzuwachsen. Bei Pteranodon, +dessen Pubis (Präpubis) distal eine ähnliche Verbreiterung zeigt +wie Pterodactylus, verschmelzen die Ischia (Ischiopubes) in der +Symphyse, auch bei Nyctodactylus bilden diese letzten eine Symphyse, +möglicherweise waren sie aber auch hier und bei Rhamphorhynchus durch +einen medianen Knorpelstreifen verbunden. + +Der Femur ist schlanker und häufig etwas länger als der Oberarm; die +gerade und kräftige Tibia übertrifft den Femur, wie bei den Vögeln, +beträchtlich an Länge. Die Fibula ist ein dünner, grätenartiger +Knochen, welcher mit seinem zugespitzten distalen Ende höchstens kaum +über die halbe Länge der Tibia hinausreicht, manchmal verschmilzt +sie mit derselben, in anderen Fällen scheint sie völlig zu fehlen +(amerikanische Kreideformen). Der Tarsus besteht aus zwei Reihen von +Knöchelchen, von denen die proximale mit der Tibia verschmelzen kann. + +Der Hinterfuß ist ganz reptilienartig gebaut. Die vier inneren +Metatarsalia sind meist schlank und dünn und haben nahezu die gleiche +Länge und Stärke, der Metatarsus der kleinen Zehe dagegen ist kurz, +stummelartig und trägt zuweilen manchmal nur eine einzige, zuweilen +aber auch bis 3 Phalangen (Ornithocheiridae gar keine). An den übrigen +Zehen ist die Zahl der Phalangen von innen nach außen 2, 4, 5. Die +Endphalangen sind krallenförmig, spitz und waren offenbar mit Horn +umgeben. + +Auf Grund der Untersuchungen Seeleys, F. Plieningers und +Willistons lassen sich die Pterosaurier in zwei Unterordnungen, +¿Rhamphorhynchoidea¿ (¡Pterodermata¡) und ¿Pterodactyloidea¿ +(¡Ornithocheiroidea¡) gliedern. + + +1. Unterordnung. #Rhamphorhynchoidea.# F. Plieninger. (= +¡Pterodermata¡ Seeley.) + +¡Schwanz lang, Metacarpale des Flugfingers kürzer als der halbe +Vorderarm. Präorbital- und Nasenöffnung voneinander getrennt. Kiefer +bezahnt.¡ Jura. + +Diese Unterordnung umfaßt, so weit bis jetzt bekannt, ausschließlich +jurassische, mehr generalisierte Pterosaurier, deren langer, steifer +Schwanz mit einer Scheide verknöcherter Sehnen umgeben war. Die Zähne +nehmen nach hinten an Stärke und Größe ab, und die Schnauzenspitze ist +zuweilen zahnlos. Scapula und Coracoid zeigen sich häufig proximal +verschmolzen, ebenso ist die proximale Reihe der Tarsus mit der Tibia +verschmolzen. + + +1. Familie. #Rhamphorhynchidae.# + +Mit den Charakteren der Unterordnung. + +¿Dimorphodon¿ Owen. Schädel relativ ungewöhnlich groß aber sehr +leicht gebaut. Präorbital- und Nasenöffnungen viel größer als +die kleinen gerundet dreiseitigen Augenlöcher. Kiefer bis zum +Schnauzenende bezahnt. Die vorderen Zähne kräftig, leicht gekrümmt +und in unregelmäßigen Abständen stehend, die hinteren klein, dicht +aufeinanderfolgend. Wahrscheinlich 4 Sacralwirbel, Schwanzwirbel ca. +30, an einigen Chevrons beobachtet. Der Schädel der einzigen bekannten +Art wird bis 20 cm groß. Unt. Lias. Dorsetshire, England. + +[Illustration: Fig. 452. + +¡Rhamphorhynchus Gemmingi¡ H. v. Meyer. Ob. Jura. Eichstätt, Franken. +¡A¡ Augenhöhle, ¡N¡ Nasenloch, ¡D¡ präorbitale Durchbruchsöffnung, +¡s¡ seitliches, ¡s'¡ oberes Schläfenloch, ¡Pmx¡ Zwischenkiefer. ¡st¡ +Brustbein, ¡r¡ Rippe.] + +¿Dorygnathus¿ Opp. Ob. Lias. Württemberg und Franken und +¿Rhamphocephalus¿ Seeley aus dem Dogger von Stonesfield sind noch +ungenügend bekannt. + +¿Campylognathus¿ F. Plieninger. Ein fast vollständiges Skelett aus +dem ob. Lias von Holzmaden. Der ca. 13 cm lange Schädel bis zur +Schnauzenspitze bezahnt. Auge größer als Nasen- und Präorbitalöffnung. +Letztere größer als die dreieckige Präorbitalöffnung. Unterkiefer +mit seinem vorderen Drittel nach abwärts geschwungen, an der Spitze +zahnlos, die beiden Hälften in der Symphyse nicht verwachsen. Scapula +und Coracoid verwachsen. Erste Flugfingerphalange mehr als doppelt +so lang als der Vorderarm. 4 Sacralwirbel. Fibula sowie proximale +Tarsusreihe mit Tibia verwachsen. C. Zitteli. + +¿Scaphognathus¿ Wagner. (Fig. 448). Ähnlich der vorigen, aber +Unterkiefer vorne bezahnt und nicht abwärts gebogen. Nasenöffnung und +Auge kleiner als die ovale Präorbitalöffnung. Ob. Lias. Yorkshire, +England und ob. Jura (Solnhofen) Bayern. + +¿Rhamphorhynchus¿ v. Meyer (Fig. 449, 450, 452). Schädel manchmal bis +20 cm lang. Schnauze verlängert, zugespitzt, das vorderste Ende des +Prämaxillare und Unterkiefers zahnlos. Zähne lang, unregelmäßig groß, +nach vorne gerichtet. Nasen- und Präorbitalöffnung klein. Augenhöhle +sehr groß mit Scleroticaring. Scapula und Coracoid gewöhnlich +verschmolzen. Pubis (Präpubis) schmal, bandförmig, in der Symphyse +verwachsen. Ob. Jura von Bayern und Württemberg. + + +2. Unterordnung. #Pterodactyloidea.# F. Plieninger. +(¡Ornithocheiroidea¡ Seeley). + +¡Schwanz kurz. Metacarpale des Flugfingers mindestens ebenso lang +als der Vorderarm. Präorbital- und Nasenöffnung ganz oder teilweise +miteinander vereinigt. Zähne manchmal fehlend.¡ Oberer Jura bis Kreide. + +[Illustration: Fig. 453. + +¡Pterodactylus elegans¡ Wagn. Lithographischer Schiefer. Eichstätt, +Bayern. Nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 454. + +¡Pterodactylus spectabilis¡ Meyer. Lithograph. Schiefer. Eichstätt, +Mittelfranken. 3/4 n. Gr. (Nach ~H. v. Meyer~.)] + +Die Angehörigen dieser Unterordnung, von denen einzelne die Größe +eines Sperlings besitzen, während bei anderen die Spannweite der +Schwingen beinahe 7 m beträgt, finden sich vom oberen Jura bis zur +oberen Kreide. Die generische Bestimmung der aus der obersten Trias +(Rhät) beschriebenen Reste zu Pterodactylus ist unsicher. Ungenau +bekannt ist ¡Tribelesodon¡ Bassani aus den Raibler-Schichten der +Südalpen. + + +1. Familie. #Pterodactylidae.# + +¡Schädel mit zugespitzter Schnauze und kleinen seitlichen +Schläfenöffnungen. Die große Augenhöhle nicht völlig gegen die, +unvollständig von der Nasenöffnung getrennte Präorbitallücke +abgeschlossen. Vordere Rückenwirbel nicht zu einem sog. Notarium +verschmolzen. Kiefer bis zur Spitze bezahnt. Fibula vorhanden.¡ +? Rhät. Lias. Ob. Jura. + +¿Pterodactylus¿ Cuvier (¿Ornithocephalus¿, Sömmering, ¿Diopecephalus¿, +¿Cycnorhamphus¿, Seeley, ¿Ptenodracon¿ Lyd.)(Fig. 451, 453-454). 4-5 +Sacralwirbel. Pubis (Präpubis) in der Symphyse wahrscheinlich nur +durch Knorpel verbunden. Pterodactylus, dessen Arten in der Größe +zwischen einem Sperling und einem Adler schwanken, finden sich in +zahlreichen Spezies und in prachtvoll erhaltenen ganzen Skeletten im +lithographischen Schiefer des ob. Jura von (Solnhofen, Eichstätt, +Kelheim) Württemberg (Nusplingen) und Cerin (Dep. Ain). Vereinzelte +Knochen aus dem Kimmeridgeton von England dürften ebenfalls hieher +gehören, dagegen ist die Bestimmung von Flugfingergliedern aus dem +Rhät und Lias unsicher. + + +2. Familie. #Ornithocheiridae.# + +¡Schädel langgestreckt, schlank. Augenhöhle von der mit der +Präorbitalöffnung vereinigten Nasenöffnung vollständig getrennt. +Vordere Rückenwirbel zu einem Notarium verschmolzen. Kiefer bezahnt +oder zahnlos. Die proximale Tarsusreihe mit der Tibia verschmolzen. +Fibula nicht gesondert entwickelt.¡ Ob. Jura bis ob. Kreide. + +[Illustration: Fig. 455. + +¡Pteranodon¡ Marsh. Auf Grund verschiedener Individuen restauriertes +Skelett. Der Deutlichkeit der Darstellung halber sind die rechten +Extremitäten weggelassen und die linken Schwingen mehr gebogen, als es +in Wirklichkeit der Fall wäre. (Stark verkleinert nach ~Eaton~.)] + + +1. Unterfamilie. #Ornithocheirinae.# + +¡Distales Ende der Scapula verdickt, mit der Supraneuralplatte +gelenkend. Schädel mit Supraoccipitalcrista.¡ + +¿Pteranodon¿ Marsh (Fig. 455). Schädel stark verlängert mit schlanken, +zugespitzten, zahnlosen Kiefern und zu einem langen, hohen, dabei +sehr dünnen, möglicherweise beweglichen Supraoccipitalkamm (an dem +vielleicht noch Temporalmuskeln inserierten) ausgezogen. Auge mit +Scleroticaring. Sternum flach mit schmalem Kiel. 9 Halswirbel. 11 +Rückenwirbel, von denen die Wirbelkörper der 8 vorderen fest zu dem +sog. Notarium verschmolzen, und deren Dornfortsätze durch eine dünne +knöcherne Supraneuralplatte gegenseitig verbunden sind. Letztere zeigt +zwischen dem 3. und 4. Wirbel eine Gelenkfläche für die Scapula. Die +10 Sacralwirbel gleichfalls fest miteinander verschmolzen und dorsal +durch eine ebensolche bandähnliche Knochenplatte verbunden. Pubis +(Präpubis) distal verbreitert, ebenso wie Ischia (Ischiopubes) in +der Symphyse verschmolzen. Schwanz sehr kurz. Carpus zweireihig mit +3 Knochen. Hinterextremität relativ klein. Femur kurz und gekrümmt. +Distale Reihe des Tarsus mit 2 Knochen. 4 Phalangen mit Klauen, der 5. +Finger durch ein kleines klauenähnliches Metatarsale repräsentiert. +Spannweite der Schwingen bis 7 m. Ob. Kreide. Kansas. + +¿Ornithostoma¿ Seeley. Grünsand von Cambridge unvollständig bekannt. +Vielleicht ident mit Pteranodon. + +¿Ornithocheirus¿ Seeley. Ähnlich Pteranodon, aber bezahnt. Wealden bis +obere Kreide. England. + + +2. Unterfamilie. #Nyctosaurinae.# + +¡Distales Ende der Scapula verbreitert, nicht mit der +Supraneuralplatte gelenkend. Schädel ohne Supraoccipitalcrista.¡ + +¿Nyctosaurus¿ (= ¡Nyctodactylus¡) Marsh (Fig. 456). Kopf schlank, +Kiefer zahnlos. 8 Halswirbel, 10 Rückenwirbel, von denen die +vorderen 3 zum Notarium verschmolzen sind. 6 Sacralwirbel, ca. 10-14 +Schwanzwirbel. Vordere Rippen stämmig zweiköpfig, hintere Rippen +auffallend schlank, gerade und einköpfig. (Standen möglicherweise +wie bei Draco mit der Flughaut in Verbindung.) 3 Paar ¥v-förmige¥ +Bauchrippen. Humerus kurz. 3 Carpalia. Spannweite der Schwingen 2 m. +Ob. Kreide. Kansas. + +¿Incertae sedis¿: ¿Ornithodesmus¿, ¿Doratorhynchus¿ Seeley, +¿Palaeornis¿ Mantell. Purbeck. Kreide England. ¿Dermodactylus¿ Marsh. +Unt. Kreide (Como beds) Wyoming. ¿Apatomerus¿ Williston. Unt. Kreide. +Kansas. + +[Illustration: Fig. 456. + +¡Nyctosaurus (Nyctodactylus) gracilis¡ Marsh. Schädel von unten. +¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Ch¡ Choane, ¡Tr¡ Transversum, +¡Pt¡ Pterygoid, ¡J¡ Jugale, ¡Q¡ Quadratum, ¡Bs¡ Basisphenoid, ¡Bo¡ +Basioccipitale mit Condylus (¡Co¡), ¡Sq¡ Squamosum, ¡P¡ Parietale. 1/3 +nat. Gr. (Nach ~Williston~.)] + + +Zeitliche Verteilung und Stammesgeschichte der Pterosaurier. + +Abgesehen von dem problematischen Tribelesodon aus den +Raibler-Schichten sowie von einigen nicht genauer bestimmbaren Resten +aus dem Bonebed der rhätischen Stufe sind die Flugsaurier auf Jura +und Kreide beschränkt. Ihre Hauptverbreitung fällt in den oberen +Jura. Über ihre Stammesgeschichte läßt sich wenig sagen. Sie treten +mit langschwänzigen Formen im Lias mit allen typischen Merkmalen +-- ähnlich wie die Schildkröten in der Trias -- ausgerüstet auf, +im oberen Jura zeigen sich neben den langgeschwänzten Flugsauriern +bereits eine große Anzahl kurzgeschwänzter Vertreter, die dann in +der Kreidezeit, wo sie die höchste Entwicklung erreichen, allein +dominieren, um am Schluß dieser Formation, ohne irgendwelche +modifizierte Nachkommen zu hinterlassen, auszusterben. Die Veränderung +ihres Flugorgans innerhalb dieses Zeitraums bezieht sich in der +Hauptsache nur auf die Länge des Metacarpale des Flugfingers, das bei +den Langschwänzen kurz und gedrungen, bei den jüngeren Kurzschwänzen +langgestreckt sich entwickelt zeigt. Außerdem ist bei den Kreideformen +neben der völligen Zahnlosigkeit einiger Formen eine gewisse Starrheit +des Rumpfabschnittes durch gegenseitige Verschmelzung der vorderen +Rückenwirbel und der Sacralwirbel, die vielleicht mit der mächtigeren +Entwicklung der Schwingen in Beziehung zu bringen ist, beachtenswert. +Die Flugsaurier stellen somit einen nicht weiter entwicklungsfähigen +Seitenast des Reptilienstamms dar, welcher zwar große Ähnlichkeit mit +den Vögeln aufzuweisen hat, jedoch von diesen ebenso scharf geschieden +ist, wie von den übrigen Ordnungen der Reptilien. + + +Fußnoten: + +[77] ¡Baur G.¡, On the phylogenetic arrangement of the Sauropsida. +Journal of Morphology. Vol. I. 1887. Boston. -- ¡Brühl¡, +Reptilienkopf. Wien 1886. -- ¡Cope Edw.¡, Synopsis of the extinct. +Batrachia, Reptilia and Aves of North America. Transactions Amer. +Philos. Soc. 1869. vol. XIV. -- ¡Gadow H.¡, Amphibia and Reptiles. +Cambridge Nat. Hist. Vol. VIII. 1901. -- ¡Hay O. P.¡, Bibliography +and Catalogue of the fossil Vertebrata of North America. U. S. Geol. +Surv. Bull. 179. 1902. -- ¡Hoffmann C. K.¡, Die Reptilien in ¡Bronn's¡ +Klassen und Ordnungen des Tierreichs. Bd. VI 3. Abt. 1879-1889. -- +¡Lydekker R.¡, Catalogue of the fossil Reptilia and Amphibia in the +British Museum. Part. I-IV. London 1888-1890. -- ¡Meyer H. v.¡, Zur +Fauna der Vorwelt. 1.-4. Abt. Frankfurt a. M. 1847-59. Folio. -- ¡Owen +Rich.¡, Report on British fossil Reptilia. I. Rep. of the IX. meet. +Brit. Assoc. for the advancement of Science for 1839 p. 43-126. II. +Ibid. for. 1841 p. 60-204. Siehe auch bei Amphibia. + +[78] ¡Gaupp E.¡, Das Lacrimale des Menschen u. d. Säuger u. seine +morphologische Bedeutung. Anat. Anzeiger. Bd. 36. 1910. + +[79] Der Figur liegt das Original ¡F. Siebenrocks¡ in Wien zugrunde +(Sitzungs-Ber. Akad. Wissensch. Wien, Vol. 102, 1893, der mir dasselbe +in liebenswürdigster Weise zur Verfügung stellte. Herrn Dr. ¡H. +Fuchs¡ (Straßburg) verdanke ich wertvollen Aufschluß bezüglich des +Quadratojugale. Beiden Herren sei auch hier bestens gedankt. + +[80] ¡Osborn H. F.¡, The Reptilian Subclasses Diapsida and Synapsida +etc. Mem. Americ. Mus. Nat. Hist. Vol. I. 1903. -- ¡Fuchs H.¡, +Betrachtungen über die Schläfengegend am Schädel der Quadrupeda. Anat. +Anzeiger 35. Bd. 1909. + +[81] ¡R. Burckhardt¡, Das Gebiß der Sauropsiden. Morphologische +Arbeiten. B. V. 1895. + +[82] ¡Fürbringer M.¡, Zur vergleichenden Anatomie des +Brustschulterapparates u. d. Schultermuskeln. Ibid. Literatur. +Jenaische Zeitschr. f. Naturwissenschaft. 34. 1900. Jena. + +[83] ¡Boulenger G. A.¡, On the Characters and affinities of the +Triassic Reptile Telerpeton elginense. Proc. Zool. Soc. Lond. +1904. -- ¡Broili F.¡, Permische Stegocephalen u. Reptilien von +Texas. Palaeontographica. Bd. 51. 1904. ibid. weitere Literatur. +Stammreptilien. Anatomischer Anzeiger 25. Bd. 1904. Ein montiertes +Skelett von Labidosaurus etc. Zeitschr. der deutsch. g. Gesellsch. +60. Bd. 1908. -- ¡Broom R.¡, On an almost perfect skeleton of +Pareiasaurus serridens. Annals South Afric. Mus. Vol. IV. 1903. On +the classification of the Theriodonts and their allies. Rpt. South +Afric. Asoc. f. the adv. of Sci. 1903. On the Pareiasaurian genus +Propappus. Ann. South Afric. Mus. Vol. IV. 1908. On the origin of +the mammal like Reptiles. Proc. Zool. Soc. London 1907. II. ibid. +weitere Literatur. -- ¡Case E. C.¡, A redescription of Pariotichus +incisivus. Zool. Bull. Vol. II. Nr. 5, Boston 1899. The osteology +of the Diadectidae and their relations to the Chelydosauria. Journ. +of Geol. Vol. XIII. 1905. Restoration of Diadectes ibid. 1907. New +or little known Reptiles and Amphibians from the Permian of Texas. +Bull. Americ. Mus. nat. Hist. Vol. 28. 1910. -- ¡Cope E. D.¡, Americ. +Naturalist 1880. S. 304. The Reptilian order Cotylosauria Proc. +Americ. Philos. Soc. Vol. 35. 1895. Sec. Contribution to the history +of the Cotylosauria ibid. Vol. 36. 1896. -- ¡Fürbringer M.¡, Zur +vergl. Anatomie d. Brustschulterapparates u. d. Schultermuskeln. +Jenaische Zeitschr. f. Naturw. 34. 1900. -- ¡Huene F. v.¡, Übersicht +über die Reptilien der Trias. Geol. u. Pal. Abhandl. N. F. VI. 1902. +-- Über die Procolophoniden etc. Zentralblatt für Mineralogie 1911. +Nr. 3. -- ¡Lydekker R.¡, Catalogue of the fossil Reptilia and Amphibia +in the British Museum (I-IV). 1888 bis 1890. -- ¡Newton E. T.¡, On +some Reptiles from the Elgin sandstone. Philos. Trans. Roy. Soc. Lond. +1893 u. 94. -- ¡Osborn H. F.¡, The Reptilian subclasses Diapsida and +Synapsida and the early history of the Diaptosauria. Mem. Americ. Mus. +Nat. Hist. 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The skull of Labidosaurus. Americ. Journ. of +Anat. Vol. 10. 1910. + +[84] Nach freundlicher Mitteilung von Herrn Prof. Williston. + +[85] ¡Williston¡, Journ. of Geol. Vol. XVI. 1908. Moodie. Proc. U. S. +Nat. Mus. Vol. 37. 1909. + +[86] Siehe auch Cotylosaurier! Ferner: + +¡Case E. C.¡, Revision of the Pelycosauria of North America. Carnegie +Inst. of Washington. Publication Nr. 55. 1907. Dort ausführliche +Literatur bis 1907. -- ¡Cope E. D.¡, Proc. Philos. Acad. Philadelphia +1870 XI. 1877 XVI. 1878 XVII. 1880 XIX. 1886 XXIII. 1887 XXIV. etc. +Trans. Americ. Philos. Soc. Philad. 1888 XVI. 1892 XVII. Americ. +Naturalist. 1878. 80. 81. 82. 84. 85. 86 etc. Literatur siehe bei +Case! -- ¡Huene F. v.¡, Neue u. verkannte Pelycosaurier-Reste aus +Europa. Zentralblatt f. Mineral. etc. 1908. Nr. 14. Pelycosaurier im +deutschen Muschelkalk. Neues Jahrb. f. Mineral. etc. Beilageband 20. +1905. -- ¡Jaekel O.¡, Naososaurus Credneri im Rotliegenden v. Sachsen. +Zeitschr. (Monatsb.) d. deutsch. geol. Gesellsch. Bd. 62. 1910. Nr. +8/10. -- ¡Matthew W. D.¡, A four horned Pelycosaurian from the Permian +of Texas. Bull. Americ. Mus. Nat. Hist. Vol. XXIII. 1908. -- ¡Osborn +H. F.¡, A mounted skeleton of Naosaurus etc. Bull. Americ. Mus. Nat. +Hist. Vol. XXIII. 1907. -- ¡Seeley H. G.¡, Farther evidences of the +skeleton in Deuterosaurus and Rhophalodon etc. Philos. Trans. Roy. +Soc. 1894 B. + +[87] Prof. ¡Williston¡ in Chicago hatte die große Liebenswürdigkeit, +mich über die Identität der Marsh'schen Typen mit denen von Cope +aufzuklären. + +[88] ¡Broom R.¡, On the classification of the Theriodonts and +their allies. Rpt. South Afric. Assoc. Advanc. Science 1903. On an +almost perfect skull of a new primitive Theriodont. (Lycosuchus +Vanderrieti). Transact. South Afric. Philos. Soc. 1903. On the +remains of Lystrosaurus etc. Rec. Alb. Mus. Vol. I. 1903. On two new +Therocephalian Reptiles. ibid. 1904. On the structure and affinities +of the Endothiodont Reptiles. ibid. 1904 (Vol. XVI). On some new +primitive Theriodonts in the South Afric. Mus. Vol. IV. 2. 1903. On +the Inter-relationships of the known Therocephalian genera. ibid. 8. +1908. Fossil Reptiles of the Karoo Formation in: An introduction to +the Geology of Cape Colony by Rogers and du Toit. London 1909. -- +On the origin of the Mammal-like Reptiles. Proc. Zool. Soc. London +1907. II. ibid. weitere Literatur über diese Frage! -- ¡Broili +F.¡, Ein Dicynodontierrest aus der Karooformation. Neues Jahrbuch +für Mineralogie etc. 1908. -- ¡Fürbringer M.¡, Vergl. Anatomie des +Brustschulterapparates etc. Jen. Zeitschr. für Naturwissensch. 34. Bd. +1900. -- ¡Jaekel O.¡, Über den Schädelbau der Dicynodonten. Sitzungsb. +d. Ges. Naturforsch. Freunde. Berlin 1904. -- ¡Lydekker R.¡, Catalogue +of the foss. Rept. a. Amph. Brit. Mus. P. 4. 1890. -- ¡Newton E. T.¡, +Some new Reptiles from the Elgin Sandstone. Philos. Transact. R. 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London 1901. 1. + +[101] ~Hay~ teilt dieselben in Proganochelydae, Pleurosternidae und +Baenidae. + +[102] Nach einer freundlichen Mitteilung von Herrn Prof. ~E. Fraas~. + +[103] Nach einer freundl. schriftl. Mitteilung von Herrn Prof. Dr. +Dollo, stellt derselbe Eosphargis auf Grund neuer Funde zu den +Cheloniidae. + +[104] ¡Brühl C.¡, Das Skelett der Crocodiliden, Wien 1862. -- ¡Fraas +E.¡, Die schwäbischen Trias-Saurier. Stuttgart 1896 etc. l. c. +Aetosaurus crassicanda n. sp. Jahreshefte d. Ver. f. vat. Naturkunde +in Württemberg 1907. -- ¡Fraas O.¡, Aëtosaurus ferratus. Württemb. +naturw. Jahreshefte 1867. XXIII. -- ¡Mc. Gregor¡, The Phytosauria, +with especial reference to Mystriosuchus and Rhytidodon. Mem. Americ. +Mus. Nat. Hist. Vol. IX. Part. II. 1906. ibid. ausführl. Literatur! -- +¡Huene F. v.¡, Die Dinosaurier der europ. Triasformation etc. Geol. +Pal. Abhandl. Suppl. I. 1907-08. Kapitel 9, ferner Zentralblatt für +Mineral., Geol. u. Pal. 1909. Nr. 19. Über Erythrosuchus, Vertreter +der neuen Reptilordnung Pelycosimia und Beiträge zur Kenntnis und +Beurteilung der Parasuchier. Geol. und Pal. Abhandl. N. F. Bd. +10 (14). 1911. -- ¡Huene¡ und ¡Lull R. S.¡, The Triassic Reptile +Hallopus. Americ. Journ. Science. Vol. 25. 1908. -- ¡Huxley Th.¡, +Quart. journ. geol. Soc. London 1859 vol. XV p. 440-460 und 1875 +XXXI p. 423. -- ¡Jaekel O.¡, Über einen neuen Belodonten aus d. +Buntsandstein von Bernburg. Sitzungsberichte Gesellsch. naturforsch. +Freunde. Berlin. Nr. 5. 1910. -- ¡Meyer H. v.¡, Über Belodon. +Palaeontographica Bd. VII, X und XIV. -- ¡Newton E. T.¡, Reptiles from +the Elgin Sandstone. Philos. Trans. 1894. vol. 185. ¡Williston J. W.¡, +Notice on some new Reptiles from the upper Trias of Wyoming. Journ. +of Geol. XII. 1904. -- ¡Woodward A. S.¡, On a new Dinosaurian Reptile +(Scleromochlus) etc. Quart. Journ. Geol. Soc. Lond. 63. 1907. On some +fossil Rept. Bones from the State of Rio Grande do Sul. Brazil. Geol. +Magaz. 5. 1908 Dec. 5. + +[105] ¡Abel O.¡, Zentralbl. f. Mineral. etc. Bd. VIII. 1907. -- +¡d'Alton¡ u. ¡Burmeister¡, Der fossile Gavial von Boll. Halle 1854. +-- ¡Ammon L. v.¡, Über jurassische Krokodile aus Bayern. Geognost. +Jahresh. 1905. 18. Jg. -- ¡Andrews C. W.¡, A descriptive Catalogue of +the Tertiary Vertebrata of the Fajûm etc. London. British Museum 1906. +-- On some new Steneosaurs etc. Annals a. magaz. Nat. hist. Vol. 3. +Serie 8. 1909. -- ¡Arthaber v.¡, Beiträge zur Kenntnis etc. des Genus +Metriorhynchus. Beitr. zur Paläontol. u. Geol. Österreich-Ungarns +etc. Bd. 19. 1906; ferner Zentralbl. f. Mineral., etc. Bd. VIII. +1907. -- ¡Auer E.¡, Über einige Krokodile der Juraformation. +Palaeontographica 55. Bd. 1908 bis 1909. ibid. Literatur! Ferner +Zentralblatt für Mineral., Geol. u. Pal. Bd. VIII. 1907. -- ¡Bronn H. +G.¡ und ¡Kaup J.¡, Über die gavialartigen Reptilien der Liasformation. +Stuttgart 1841. Folio. -- ¡Deslongchamps-Eudes J. 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Bd. 60. 1908. -- Skizze zu einer +Systematik u. Stammesgeschichte der Dinosaurier. Zentralblatt f. +Mineralogie etc. 1909. -- Ein primitiver Dinosaurier aus der mittleren +Trias v. Elgin. Geol. u. Pal. Abhandl. N. F. Bd. VIII (XII) 1910. -- +¡Hulke J. W.¡, On Polacanthus. Philos. Transactions 1881 u. 1887. -- +On Hypsilophodon Foxii. Quart. Journ. geol. Soc. 1873 XXIX p. 522 und +1874 XXX p. 18 und Philos. Trans. 1882. Bd. 173. -- On Iguanodon. +Quart. journ. geol. Soc. 1871 XXVII p. 199, 1874 XXX p. 24, 1878 +XXXIV p. 744, 1885 XLI p. 473, 1886 XLII p. 435. -- ¡Hulke J. W.¡, +Presidential adresses to the geological Society. Quart. journ. 1883 +and 1884 vol. XXXIX and XL. -- ¡Huxley Th.¡, On the animals intermed. +between Birds and Reptiles. Proceed. Roy. Soc. 1868 p. 278 and Ann. +Mag. nat. hist. 1868. 4. ser. vol. II. und Quarterly journ. geol. Soc. +London 1869 XXVI p. 3, 12 und 32. -- On Hypsilophodon. Quart. journ. +geol. 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Soc. Vol. 66. 1910. + +[107] Das Alter der betreffenden Schichten in Patagonien ist noch +nicht sicher. + +[108] Grenzschichten von Jura und Kreide, die meist zur unteren Kreide +gerechnet werden. + +[109] ¡Ammon L. v.¡, Über ein Flughautexemplar von Rhamphorhynchus. +Geognost. Jahreshefte. 21. Bd. 1908. -- ¡Branca W.¡, Fossile Flugtiere +u. Erwerb des Flugvermögens. Abhandl. d. k. pr. Akad. d. Wiss. +1908. -- ¡Döderlein L.¡, Über die Erwerbung des Flugvermögens bei +Wirbeltieren. Zool. Jahrb. 14. Bd. 1900. -- ¡Eaton G. F.¡, Osteology +of Pteranodon. Mem. Connecticut Acad. Arts and Sci. Vol. II. New +Haven 1910. -- ¡Fraas O.¡, Palaeontographica 1878. XXV S. 163. -- +¡Fürbringer M.¡, Vergl. Anat. des Brustschulterapparats l. c. -- +¡Goldfuß¡, Reptilien aus dem lithographischen Schiefer. Nova Acta +Acad. Leop. 1831. XV p. 63. -- ¡Marsh O. C.¡, Amer. Journ. Sc. 1871 +I p. 472. 1872 III p. 241. 1876 XI p. 507. 1876 XII p. 479. 1878 +XVI p. 233. 1881 XXI p. 342. 1882 XXIII p. 251. 1884 XXVII p. 423. +-- ¡Meyer Herm. v.¡, Reptilien aus dem lithographischen Schiefer. +Fauna der Vorwelt 1859 S. 7-90. -- Palaeontographica Bd. I. VII. +X. -- ¡Newton E. T.¡, Philos. Trans. 1888. vol. CLXXIX S. 503. -- +¡Nopcsa F. v.¡, Ideas on the Origin of Flight. Proc. Zool. Soc. +London 1907. -- ¡Owen Rich.¡, Reptilia of the Liassic Formations. +Palaeontogr. Soc. pt. II. 1863. -- ¡Plieninger F.¡, Campylognathus +Zitteli. Palaeontographica 1894 Bd. XLI. -- Beiträge zur Kenntnis +der Flugsaurier. Palaeontographica 48. Bd. 1901. -- Die Pterosaurier +der Juraformation Schwabens. Ibid. 53. 1907. Dort ausführliche +Literatur! Ferner Zentralblatt für Mineralogie etc. 1906. (Nr. 10 +u. 13) -- ¡Quenstedt F. A.¡, Über Pterodactylus Suevicus. Tübingen +1855. 4^o. -- ¡Seeley H. G.¡, The Ornithosauria: an elementary study +of the bones of Pterodactyles. Cambridge 1870. -- Dragons of the +air. London 1901. -- ¡Stromer E. v.¡, Bemerkungen zur Rekonstruktion +eines Flugsaurier-Skelettes. Monatsb. d. deutsch. geol. Gesellsch. +Bd. 62. 1910. -- ¡Wagner Andr.¡, Abhandl. k. Bayer. Akad. math.-phys. +Cl. 1837 II S. 163. 1851/52 VI S. 129 u. 690. 1858 VIII S. 439. -- +¡Wanderer K.¡, Rhamphorhynchus Gemmingi H. v. M., Palaeontographica +55. Bd. 1908. -- ¡Williston S. W.¡, Kansas Pterodactyls I u. II. +Kansas Univ. Quarterl. Vol. I u. Vol. II 1892 u. 93. -- On the skull +of Ornithostoma ibid. Vol. 4. 1896. Restoration of Ornithostoma ibid. +Vol. 6. 1897. On the skeleton of Nyctodactylus with restoration. +Americ. Journ. of Anat. Vol. 1. 1902. On the skull of Nyctodactylus +etc. Journ. of Geol. Vol. 10. 1902. On the Osteology of Nyctosaurus +etc. Field Columb. Mus. Public. 78. Geol. Ser. Vol. 2. Nr. 3. Chicago +1902. The Fingers of Pterodactyls. Geol. Magaz. Dez. 5. Vol. 1. 1904. +Ferner in Zittel-Eastman l. c. 1902 (Abschnitt über Pterosaurier!). +-- ¡Woodward A. S.¡, On two skulls of the Ornithosaurian genus +Rhamphorhynchus. Ann. and Magaz. Nat. Hist. Ser. 7. Vol. IX. 1902. -- +¡Zittel K. A.¡, Über Flugsaurier aus dem lithographischen Schiefer +Bayerns. Palaeontographica 1882 XXIX S. 49. + + + + +4. Klasse. #~Aves.~# #Vögel.#[110] Bearbeitet von M. Schlosser. + + +~Warmblütige, eierlegende, befiederte Wirbeltiere mit ausschließlicher +Lungenatmung. Herz mit vollkommen getrennten Kammern. +Hinterhauptsgelenkkopf einfach. Quadratum frei. Vorderextremitäten zu +Flügeln umgebildet. Proximale Tarsusreihe mit der Tibia verschmolzen +-- Tibiotarsus. -- Distale Tarsusreihe mit den verwachsenen +Metatarsalien zu einem einzigen Knochen verbunden -- Tarsometatarsus. +-- Hinterextremität stets ohne fünfte Zehe.~ + +Die Vögel bilden trotz ihres Formenreichtums doch in bezug auf die +Gesamtorganisation die einheitlichste Klasse der Wirbeltiere. Als +Abkömmlinge von Reptilien haben sie mit diesen so viele Merkmale +gemein, daß ~Huxley~ beide Klassen in eine einzige -- ¡Sauropsidae¡ -- +vereinigte, was aber wegen der wesentlichen Unterschiede, Befiederung, +Umwandlung der Vorderextremität in Flügel, Verwachsung der Tarsalia +mit Tibia resp. Metatarsus, Warmblütigkeit, nicht zweckmäßig +erscheint. + +Das ~Hautskelett~ der Vögel besteht aus Federn, aus den Hornscheiden +des Schnabels und der Krallen und aus Spornen und Hornplatten am +Fuß. Die Federn bedecken den Rumpf, meist auch Kopf, Hals und +die Flügel, jedoch sind sie am Rumpf nicht gleichmäßig verteilt, +sondern auf gewisse Stellen beschränkt -- Federfluren, Pterilae -- +zwischen welchen nackte Stellen -- Federraine, Apteria -- liegen. +Bei der Fossilisation werden die Federn zerstört, sie bleiben nur +ausnahmsweise als Abdrücke erhalten im lithographischen Schiefer, im +Green River Süßwasserkalk und in Quelltuffen. + +Das ~Skelett~ der Vögel zeichnet sich durch pneumatische Ausbildung +und große Leichtigkeit, verbunden mit erheblicher Festigkeit aus. +Die Wandungen der Röhrenknochen sind dünn, aber von sehr dichter und +fester Struktur; in der Jugend enthalten sie ein mit Blutgefäßen +durchzogenes Mark, das jedoch außer bei einigen Wasservögeln bald +verschwindet und mit Luft gefüllten Hohlräumen Platz macht. Bei +den Pinguinen sind die Knochen mit spongiöser knöcherner Substanz +ausgefüllt. Die bedeutendsten Hohlräume finden sich am Schädel, am +Oberarmknochen, in den Halswirbeln und am Oberschenkelknochen. + +[Illustration: Fig. 457. + +¡Hesperornis regalis¡ Marsh. Dreizehnter Halswirbel ¡A¡ von vorne, ¡B¡ +von hinten. ¡d¡ Diapophyse, ¡p¡ Parapophyse, ¡z¡ vordere, ¡z'¡ hintere +Zygapophyse, ¡s¡ rudimentärer Dornfortsatz, ¡nc¡ Neuralkanal, ¡f¡ +Arterienkanal zwischen Rippe und Wirbelkörper. (Nach ~Marsh~.)] + +Die ~Wirbelsäule~ besteht aus der Hals-, Rücken-, Sacral- und +Schwanzregion, von denen die Sacralregion, das Sacrum oder Synsacrum +viel mehr verschmolzene Wirbel enthält als bei den übrigen +Vertebraten. Die freibleibenden Wirbel haben sattelförmige Gelenke, +welche zu großer Beweglichkeit befähigen. Nur bei mesozoischen Vögeln +¡Archaeopteryx¡ und ¡Hesperornis¡, beim Embryo und in der Caudalregion +sind die Wirbel amphicöl. Opisthocöle Wirbel besitzen die Pinguine und +Kormorane; der Atlas aller Vögel ist procöl. + +Die Halsregion (Fig. 457) enthält 13-25 Wirbel, meist 14-15, deren +Körper gestreckt erscheint. Die Zahl der Dorsalwirbel (Fig. 458) +schwankt zwischen 6 und 10, von denen der erste sich dadurch +bemerkbar macht, daß er durch eine dorsale und eine sternale Rippe +mit dem Brustbein verbunden wird. Die hintersten Dorsalwirbel sind +mit dem Sacrum vereinigt, aber durch den Besitz von Rippen noch als +Rückenwirbel gekennzeichnet. Die Zahl der freien Rückenwirbel ist im +Minimum 3, im Maximum 7-8. Sie haben kurze Körper. Bei Wasservögeln +-- Pinguin-Alken -- bleiben alle präsacralen Wirbel frei, sonst +verwachsen 2-4 Rückenwirbel miteinander und auf sie folgt dann noch +vor dem Synsacrum ein freier Wirbel. Das Synsacrum besteht beim +erwachsenen Vogel aus einigen Rücken-, aus den Lenden- und den +Sacralwirbeln nebst einer Anzahl von Schwanzwirbeln. Die Dornfortsätze +der verschmolzenen Wirbel bilden wie auch bei jenen der Dorsalregion +einen zusammenhängenden vertikalen Kamm. Die echten Sacralwirbel +sind jene zwei, welche hinter der die Nieren enthaltenden Grube +liegen und Querfortsätze und Sacralrippen zwischen dem Wirbelkörper +und dem Ilium besitzen. Die Mehrzahl der Wirbel des Synsacrums +ist mit den Ilia durch Diapophysen oder durch Querfortsätze des +Neuralbogens verbunden. Auf die echten Sacralwirbel folgt eine Anzahl +verschmolzener »Urosacralwirbel«, auf diese folgen in der Regel 6 +freie Caudalwirbel und zuletzt das aus 4-6 verwachsenen Wirbeln +bestehende pflugscharähnliche Pygostyl; ¡Archaeopteryx¡ hingegen besaß +wenigstens 20 freie und lange Schwanzwirbel. + +Mit Ausnahme des Atlas tragen alle präsacralen Wirbel Rippen, auch +die zwei oder drei vordersten Sacralwirbel können mit Rippen versehen +sein. Abgesehen von den beiden hintersten, verschmelzen die Rippen +der Halsregion mit ihren Wirbeln; beim Embryo, beim jungen Strauß +und bei ¡Archaeopteryx¡ sind sie frei. In den meisten Fällen besitzt +der letzte Halswirbel und jeder Rückenwirbel außer dem letzten +einen Processus uncinatus, eine schmale Knochenplatte, welche nach +rückwärts und aufwärts verläuft und sich auf die folgende Rippe legt, +wodurch der Brustkorb an Festigkeit gewinnt. Nur selten bleiben diese +Fortsätze von der Rippe getrennt -- Moa und einige Wasservögel --, +auch fehlen sie nur ganz ausnahmsweise. An die Rumpfrippen schließen +sich Sternalrippen an, von denen sich 2-5 Paare am Sternum anheften. + +[Illustration: Fig. 458. + +¡Hesperornis regalis¡ Marsh. Rückenwirbel. Obere Kreide Kansas. ¡A¡ +von der Seite, ¡B¡ von vorne. 1/2 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +Das wohl nie fehlende ~Brustbein~ ist breit und nach außen konvex. Es +deckt bald nur den vorderen Teil des Brustkorbs, oder es reicht bei +den Wasservögeln bis unter das Becken. In der Mitte der Unterseite +trägt es einen Kiel -- Crista, Carina -- der besonders bei guten +Fliegern sehr kräftig wird und zur Anheftung der Brustmuskeln dient. +Wenn aber die Vorderextremität verkümmert ist, kann dieser Kiel +vollständig fehlen -- »¡Ratitae¡«. An der Vorderseite des Sternums +heften sich die Coracoide an und unmittelbar dahinter folgt jederseits +ein Costalfortsatz, an welchem Abdominal- oder Sternalrippen endigen. + +Der ~Schädel~ (Fig. 459) ist charakterisiert durch die frühzeitige +Verschmelzung aller Knochen, besonders der Cranialregion, wo sogar +alle Suturen verschwinden. Die Gehirnkapsel übertrifft an Geräumigkeit +jene der Reptilien mit allenfallsiger Ausnahme der Pterosaurier. Die +Anordnung der Kopfknochen ist jener der Reptilien, namentlich der +Pterosaurier, ähnlich, jedoch fehlt stets ein oberer Temporalbogen, +während dafür stets ein unterer vorhanden ist. Die großen Augenhöhlen +liegen fast immer seitlich und sind unten nur unvollständig begrenzt +und mit einem aus vielen Knochenplatten bestehenden Scleroticalring +versehen. Wegen des Fehlens des oberen Schläfenbogens gibt es auch +keine oberen und unteren Temporallöcher. Der untere Schläfenbogen +besteht aus dem Jugale und dem Quadratojugale, welches mittels +des Quadratums mit dem Maxillare beweglich verbunden ist. Wie +bei den Dinosauriern, Pterosauriern und Krokodiliern ist eine +Antorbitalöffnung vorhanden, vor welcher nahe der Basis des Schnabels +die äußeren Nasenlöcher liegen, während die inneren sich zwischen den +Gaumen- und Pflugscharbeinen befinden. + +[Illustration: Fig. 459. + +Schädel von ¡Otis tarda¡ Lin. ¡A¡ von der Seite, ¡B¡ von unten. +¡Ob¡ Basioccipitale, ¡C¡ Condylus, ¡Ol¡ Occipitalia lateralia, +¡Os¡ Occipitale superius, ¡Bt¡ Basitemporale, ¡Spb¡ Basisphenoid, +¡Als¡ Alisphenoid, ¡Sm¡ Septum interorbitale, ¡Et¡ Ethmoideum, ¡Pa¡ +Parietale, ¡Fr¡ Frontale, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Imx¡ Intermaxillare +(Prämaxilla), ¡N¡ Nasale, ¡L¡ Lacrimale, ¡J¡ Jugale, ¡Qj¡ +Quadratojugale, ¡Q¡ Quadratum, ¡Pt¡ Pterygoideum, ¡Pal¡ Palatinum, +¡Vo¡ Vomer, ¡D¡ Dentale, ¡Art¡ Articulare, ¡Ang¡ Angulare (nach +~Claus~.)] + +Der einfache, hauptsächlich aus dem Basioccipitale bestehende +Gelenkkopf richtet seine gewölbte Oberfläche nach unten, so daß der +Kopf mit dem Hals fast einen rechten Winkel bildet. Die paarigen +Scheitelbeine stehen an Ausdehnung den Stirnbeinen nach, welche den +größten Teil des Cranialdaches und den Oberrand der Augenhöhlen +einnehmen. Postorbitalia und Postfrontalia fehlen. Die seitlich an +die Scheitelbeine grenzenden Schläfenbeine verschmelzen vollständig +mit der Gehörkapsel, welche ihrerseits aus der Verwachsung der +Perioticumelemente hervorgegangen ist. Am Squamosum und am Perioticum +lenkt sich das freibleibende Quadratum ein, dessen Unterseite eine +quere Gelenkfläche für den Unterkiefer besitzt. Häufig findet sich am +Vorderrand der Augenhöhle ein Lacrimale. Das knöcherne oder häutige +Interorbitalseptum hat stets bedeutende Ausdehnung. Der Schnabel +besteht hauptsächlich aus den verschmolzenen Zwischenkiefern, mit +denen seitlich die Oberkiefer verwachsen sind. Die Gaumenregion zeigt +zweierlei Typen. Bei dem einen ist der Vomer breit und vereinigt sich +vorne mit den Maxillopalatina, während er hinten die Hinterenden der +Palatina und die Vorderenden der Pterygoide aufnimmt, welche daher das +Sphenoidalrostrum nicht berühren -- ~Dromaeognathen~-Typus, Strauße, +¡Apteryx¡, ¡Crypturi¡. -- Bei dem anderen Typus umfaßt der Vomer +hinten zwischen den Palatina das Sphenoidalrostrum und die Palatina +berühren die Pterygoide und das Sphenoid -- ~Euornithischer~ Typus. +Bei dem ersteren Typus hat das Quadratum auch nur ein deutliches +proximales Gelenk, beim letzteren aber zwei. + +Die ~Unterkieferäste~ verschmelzen bei allen lebenden Vögeln +frühzeitig in der Symphyse und sind nur bei einigen mesozoischen +-- ¡Ichthyornis¡ -- wie bei den Reptilien durch Sutur und Ligament +verbunden. Die Zahl der ursprünglichen bei den modernen Vögeln stets +verwachsenen Elemente des Unterkiefers ist sechs. An der Seite +befindet sich häufig zwischen dem Dentale und dem Spleniale eine Lücke. + +~Zähne~ besaßen nur die mesozoischen Vögel. Diese Zähne waren konisch +und in Alveolen eingefügt, bei den lebenden Vögeln bildet der Mangel +an Zähnen ein wesentliches Merkmal, doch kommen bei Embryonen von +Papageien und Straußen noch Zahnpapillen vor. Die Funktion der Zähne +wird durch die scharfen Ränder der Hornscheiden übernommen, welche die +Kiefer bedecken. + +[Illustration: Fig. 460. + +¡Aigialornis gallicus¡ Lydekker. Phosphorite von Quercy. Humerus, nat. +Gr. ¡a¡ von innen, ¡b¡ von außen.] + +[Illustration: Fig. 461. + +¡Lagopus albus¡ Gmelin. Metacarpus ¡a¡ von innen, ¡b¡ von außen. +Pleistocän. Velburg.] + +Der ~Brustgürtel~ ist mit dem Thorax viel solider verbunden als bei +allen übrigen Wirbeltieren, da die Flugorgane fester Stützpunkte +am Rumpf bedürfen. Die lange säbelförmige Scapula legt sich über +die Brustrippen und bildet mit dem fast säulenförmigen Coracoid die +Gelenkgrube für das Caput des Humerus. Die Schlüsselbeine heften +sich an die Coracoide und vereinigen sich vor dem Brustbein zu dem +¥V-förmigen¥ Gabelknochen -- Furcula. Ihr Anschluß an die Coracoidea und +unten an den Kiel des Sternums bietet den Flügelmuskeln beim Fliegen +eine Stütze, jedoch sind sie selbst bei manchen guten Fliegern, +Tauben, Kolibri, auffallend dünn. Bei den ¡Dromaeognathae¡ (~Ratiten~) +und einigen ¡Euornithes¡ (~Carinaten~) -- Papageien -- bleiben die +Schlüsselbeine getrennt oder verkümmern mehr oder weniger vollständig. + +Der Humerus (Fig. 460) ist am Oberende verbreitert und seitlich mit +einem Deltopectoralkamm zur Anheftung des Brustmuskels versehen, +der Gelenkkopf in die Quere verlängert und darunter, an der +Innenseite, befindet sich oft ein Luftloch. Das Unterende besitzt +einen vorspringenden schrägen Condylus zur Gelenkung des Radius, +aber niemals ein Condylarforamen. Der Humerus der Nichtflieger kann +vollkommen verkümmern. Ulna und Radius sind meist länger als der +Humerus und die erstere ist kräftiger als der Radius. Sie trägt an +der Außenseite häufig eine Reihe kleiner Höckerchen zur Anheftung +der Schwungfedern. Der Carpus besteht im ausgewachsenen Zustande nur +aus zwei Knöchelchen, Radiale und Ulnare. Beim Embryo sind aber +außerdem zwei distale Knorpelstücke vorhanden, welche dann mit den +Metacarpalien verwachsen. Von den drei Metacarpalien (Fig. 461) +ist das erste kurz und mit einem, selten mit zwei kurzen Phalangen +versehen, und trägt mit ihnen den sog. Nebenflügel -- Alula. Auf das +zweite Metacarpale folgen zwei und auf das dritte eine Phalange. +Metacarpale II und III sind länger als I und miteinander oben und +unten verwachsen. Der erste und zweite Finger hat manchmal eine +Kralle, bei ¡Archaeopteryx¡ ist auch der dritte bekrallt. + +[Illustration: Fig. 462. + +Becken von ¡Apteryx australis¡ Owen. 3/4 nat. Gr. (nach ~Marsh~.) +¡il¡ Ilium, ¡is¡ Ischium, ¡p¡ processus pectinealis, ¡p'¡ Pubis, +¡a¡ Gelenkpfanne.] + +Das ~Becken~ (Fig. 462) besteht aus drei fest miteinander und mit +dem Synsacrum verwachsenen Elementen -- bei ¡Archaeopteryx¡ bleiben +sie noch frei und bei den Pinguinen erfolgt nur unvollständige +Verschmelzung. Das langgestreckte Ilium ist mit dem Sacrum innig +verbunden und häufig nach vorwärts stärker ausgedehnt als nach +rückwärts. Pubis und Ischium schauen nach rückwärts. Die dünnen +schmalen Pubis bleiben manchmal getrennt von den Ilia, auch +verschmelzen sie außer beim ~Strauß~ niemals miteinander zu einer +festen Symphyse. Da die Rückwärtsdrehung der Pubis nach den +embryologischen Befunden eine sekundäre Modifikation darstellt, kann +von einer Homologie der Pubis mit dem Postpubis der ornithopoden +Dinosaurier keine Rede sein und der Processus pectinealis erweist sich +als ein den Vögeln allein zukommendes Merkmal. + +Das Femur ist kurz und dick, sein Hals und Kopf stehen rechtwinklig +zur Längsachse. Die äußere distale Gelenkrolle ist stets kräftiger +als die innere, in der dazwischenliegenden Furche befindet sich +meist eine Patella. Das Kniegelenk wird vollständig von Fleisch und +Federn verdeckt. Die Tibia zeichnet sich durch ansehnliche Länge aus, +ihr verbreitertes proximales Gelenk besitzt eine Procnemialcrista, +das distale Gelenk besteht aus einer in der Mitte vertieften Rolle, +welche senkrecht zur Längsachse steht. Bei jungen Vögeln erscheint das +distale Gelenkende durch eine Naht vom übrigen Knochen getrennt. Es +besteht aus dem Astragalus und dem Calcaneum, welche dann zusammen mit +der Tibia den Tibiotarsus bilden. Die Fibula verschmilzt außer bei den +Moas, wo sie stark verkürzt ist, mehr oder weniger vollständig mit +der Tibia. Am längsten ist sie bei den Pinguinen und den Eulen. + +Wie der Tibiotarsus, so entsteht auch das Laufbein, der +Tarsometatarsus (Fig. 463 u. 464) durch Verschmelzung von Tarsalien +mit dem anstoßenden Knochen, dem Metatarsus, mit dessen Oberende +die distalen Tarsalia verwachsen. Das fünfte Metatarsale verkümmert +vollständig, die drei mittleren sind beim Embryo noch getrennt, +verwachsen aber bald seitlich miteinander bis auf die rollenartigen +distalen Gelenkenden. Metatarsale III ist etwas länger als II und +IV, Metatarsale I fehlt häufig ganz und wenn vorhanden, ist es stark +verkürzt und auf die Hinterseite des Laufes verschoben und in der +Regel an dessen Oberende festgewachsen. Metatarsale II trägt in der +Regel drei, III vier und IV fünf Zehen. Die fünfte meist nach hinten +gerichtete Zehe wird nur durch zwei Phalangen angedeutet. + +Unter allen Knochen sind Humerus und Tarsometatarsus weitaus +die charakteristischsten und daher am leichtesten generisch +bestimmbar oder doch am ehesten geeignet zur Ermittlung der näheren +Verwandtschaft. + +[Illustration: Fig. 463. + +¡A¡ ¡Lagopus albus¡ Gmelin. Tarsometatarsus, nat. Gr., ¡a¡ von hinten, +¡b¡ von vorne. + +¡B¡ ¡Corvide Tarsometatarsus¡, nat. Gr. ¡a¡ von hinten, ¡b¡ von vorne. +Pleistocän. Velburg.] + +[Illustration: Fig. 464 + +Lauf (Tarsometatarsus) von einem jungen Truthahn (¡Meleagris +gallipavo¡ Lin.). ¡A¡ von vorne, ¡B¡ proximales Gelenkende. +(Nach ~Marsh~.)] + +Fossile Vogeleier sind im allgemeinen noch seltener als Vogelknochen. +Sie gehören teils den ausgestorbenen Riesenvögeln -- ¡Aepyornis¡ von +Madagaskar, Moa von Neuseeland, -- teils, wie jene aus der Kreide und +dem Miocän, Wasservögeln und Laufvögeln an. Von den als ~Vogelfährten~ +gedeuteten Fußspuren dürften nur jene aus dem lithographischen +Schiefer von Solnhofen wirklich von Vögeln -- ¡Archaeopteryx¡ -- +herrühren, während die von ~Hitchcock~ beschriebenen dreizehigen +Fährten aus der Trias des Connecticut-Tales aller Wahrscheinlichkeit +nach von Dinosauriern stammen. + +Im Vergleich zu der großen Anzahl lebender Vögel, deren über 10000 +Arten beschrieben sind, spielen die 400-500 fossilen und subfossilen +Formen eine sehr untergeordnete Rolle, allein es befinden sich +namentlich unter den ältesten Vögeln aus Jura und Kreide einige Typen, +welche in systematischer und morphologischer Hinsicht besonderes +Interesse verdienen. Hingegen schließen sich die Vögel des Tertiär zum +größten Teil schon enge an lebende Formen an und selbst viele lebende +Gattungen lassen sich weit im Tertiär zurückverfolgen. + +Das spärliche Vorkommen fossiler Vögel erklärt sich sehr leicht aus +ihrer Lebensweise und aus der hervorragenden Fähigkeit, drohenden +Gefahren auszuweichen. Namentlich die häufigste Todesursache der +Landtiere, das Ertrinken, kommt für erwachsene oder schon flügge +junge Vögel nur ganz ausnahmsweise in Betracht. Immerhin kommen +doch Überreste ein und derselben oder von nur wenigen Arten +manchmal in sehr großer Menge vor, so z. B. in miocänen Quelltuffen +und zwar sind es in diesem Falle Wasservögel, die offenbar durch +Kohlensäureausströmungen zugrunde gingen, sowie in jungpleistocänen +Höhlenablagerungen, wo die meist vom Schneehuhn stammenden Knochen +als Überreste von Eulengewöllen überliefert sind. In den Phosphoriten +von Quercy gehört ein großer Teil der Vogelknochen dem mit ¡Cypselus¡ +verwandten ¡Aigialornis¡ an, der in den Klüften des Kalkplateaus +offenbar nach Schwalbenart in Scharen genistet und daher auch an +seiner Wohnstelle verhältnismäßig zahlreiche Überreste hinterlassen +hat. Dagegen dürfte die Anhäufung der Knochen der australischen und +neuseeländischen Riesenvögel vielleicht dem Menschen zuzuschreiben +sein, während die ¡Aepyornis¡ von Madagaskar wenigstens zum Teil wohl +in den Torfmooren versunken sind. + +Im Tertiär sind Vogelreste am häufigsten in den Phosphoriten von +Quercy, in den Süßwassertuffen des Departements Allier und vom Ries, +ferner am Fossil Lake in Oregon und in den Miocän-Schichten von +Santacruz in Patagonien. + +Die Systematik der fossilen Vögel bietet noch größere Schwierigkeiten +als jene der lebenden, da uns in der Regel bloß einzelne Knochen zu +Gebote stehen und diese ihren Merkmalen nach nicht allzuselten in ganz +verschiedene Gruppen passen können. Nichtsdestoweniger sind es aber +doch nur verhältnismäßig wenige Reste, deren systematische Stellung +noch nicht genauer ermittelt werden konnte. + +Die lebenden Vögel werden von den meisten Autoren in die zwei großen +Gruppen der ¡Ratitae¡ und der ¡Carinatae¡ gegliedert, nach der +Beschaffenheit des Brustbeins, das bei den letzteren mit einem Kiel +versehen ist, doch gibt es hiervon Ausnahmen, wie überhaupt nach den +Ausführungen ~Pycrafts~[111] diese beiden Gruppen künstlich sind. +Nach dem Vorgang von ~Lucas~[112] werden auch hier diese Namen durch +¡Dromaeognathae¡ und ¡Euornithes¡ ersetzt. + + +1. Subklasse. #Saururae.# Haeckel.[113] + +~Schwanzfedern paarweise an jeder Seite der zahlreichen langen +Schwanzrippen. Wirbel amphicöl. Sternum rudimentär. Bauchrippen +vorhanden. Dorsalrippen ohne Processus uncinatus. Halsrippen frei. +Pelvisknochen sowie Metacarpalia frei. Finger mit Krallen.~ + + +Ordnung. #Archaeornithes.# + +~Schädel echt vogelartig, mit einer Reihe in konischen Alveolen +steckender Zähne auf Zwischen- und Unterkieferrand. Schwanz +eidechsenartig, länger als der präsacrale Abschnitt der Wirbelsäule. +Flügel mit Schwung- und Deckfedern. Oberer Jura von Eichstätt in +Bayern.~ + +[Illustration: Fig. 465. + +¡Archaeopteryx Siemensi¡ Dames. Berliner Skelett aus dem +lithographischen Schiefer von Eichstätt. 2/7 nat. Gr. + +¡cl¡ Clavicula, ¡co¡ Coracoid, ¡h¡ Humerus, ¡r¡ Radius, ¡u¡ Ulna, ¡c¡ +Carpus. (~Aus Steinmann-Döderlein.~)] + +¿Archaeopteryx¿ von Meyer (¡Griphosaurus¡ Wagner) (Fig. 465). Die +beiden jetzt in London und Berlin befindlichen Exemplare ergänzen sich +so gut, daß die gesamte Osteologie mit Ausnahme des Brustbeins und die +Art der Befiederung dieses primitiven Vogels ziemlich genau bekannt +ist. Im Gegensatz zur großen Mehrzahl der jüngeren Vögel scheint der +Urvogel keine pneumatischen Knochen besessen zu haben. Die Wirbelsäule +besteht aus etwa 50 Wirbeln, von denen 10 bis 11 zur Hals-, 11 oder 12 +zur Rücken-, 2 zur Lendenregion, 5 bis 6 zum Sacrum und 20 bis 21 zum +Schwanz gehören. Hals und Rückenwirbel sind amphicöl, die Quer- und +Dornfortsätze schwach entwickelt. Die Halswirbel tragen kurze freie, +die Rumpfwirbel lange dünne Rippen ohne Processus uncinatus. Zu diesen +reptilienähnlichen Rippen kommen noch 12-13 Paare feiner Bauchrippen, +die jedoch nicht durch ein abdominales Sternum verbunden waren. + +Der an dem Berliner Exemplar (Fig. 465) erhaltene Kopf erinnert +in seiner Form, in der Größe des Craniums, in dem Mangel von +Schläfenlöchern, in der Beschaffenheit der Orbita, der großen +präorbitalen Öffnung, und der schlitzartigen weit vorne stehenden +Nasenlöcher durchaus an die echten Vögel, mit denen er auch die +Verschmelzung der Suturen gemein hat. Das Auge ist wie bei den +Pterosauriern von einem aus vielen Knochenplättchen bestehenden +Scleroticalring umgeben. Scheitel- und Stirnbeine sind groß, Post- und +Präfrontalia nicht gesondert, das Tränenbein ziemlich ausgedehnt, das +Quadratum frei, Zwischenkiefer mäßig lang und wie die Oberkiefer mit +in Alveolen steckenden Zähnchen versehen. Die Zahl der Zähne ist oben +13, am Unterkiefer sind noch drei erhalten. + +Im Brustgürtel stimmt die lange schlanke Scapula mit Vögeln und +Pterosauriern überein und zeigt, wie bei den Carinaten, ein gut +entwickeltes Acromion. Coracoid und Furcula sind durchaus vogelartig. +Das Brustbein ist leider nicht vollständig erhalten. Radius und Ulna +sind gerade und etwas kürzer als der Humerus. Vom Carpus ist nur das +Radiale bekannt. Von den drei Metacarpalien bleiben ¡II¡ und ¡III¡ +voneinander getrennt. ¡Mc. II¡ ist das längste und mit drei langen +Phalangen versehen, ¡Mc. I¡, das kürzeste, trägt zwei und ¡Mc. III¡ +vier Phalangen. Die Endphalangen sind als Krallen ausgebildet. + +Das Becken besteht aus drei anscheinend miteinander verwachsenen +Knochen und besitzt ein durchbrochenes Acetabulum. Die im Wesentlichen +vogelartige Hinterextremität hat eine nur schwache Cnemialcrista der +Tibia und vier bekrallte Zehen mit der Phalangenzahl 2. 3. 4. 5 (von +¡Mt. I-IV¡). + +Die Befiederung besteht am Flügel aus 7 Primär- und 10 +Sekundärschwungfedern nebst Deckfedern. Die Steuerfedern des Schwanzes +sind paarweise an je einem Wirbel angeordnet und schräg nach hinten +gerichtet. Am Hals und neben der Tibia bemerkt man Konturfedern. + +¿Archaeopteryx¿ schwankt in der Größe zwischen einer Taube -- ¡A. +Siemensi Dames¡ -- und eines Huhns -- ¡A. lithographica¡ v. Meyer --. +Er konnte sich jedenfalls frei in der Luft bewegen trotz der noch +etwas mangelhaften Flugorgane und mittels seiner Krallen an Bäumen +und Felsen emporklettern. Dreizehige Fährten aus dem lithographischen +Schiefer von Solnhofen zwischen denen eine Furche den langen +nachschleppenden Schwanz andeutet, hat ~Oppel~ auf ¡Archaeopteryx¡ +bezogen. + + +2. Subklasse. #Ornithurae.# Lucas. + +~Schwanzfedern fächerförmig um die verkürzten, meist teilweise zu +einem Pygostyl verschmolzenen Schwanzwirbel gruppiert. Sternum wohl +entwickelt. Brustrippen mit Processus uncinatus, Halsrippen mit +den Wirbeln, und Beckenknochen miteinander proximal verwachsen. +Metacarpalia fest miteinander vereinigt.~ + + +1. Überordnung. #Odontolcae.# Marsh. + +~Kiefer mit konischen, in einer Rinne eingepflanzten Zähnen, +Unterkiefer nicht zu einer festen Symphyse verwachsen, nur durch +Ligament miteinander verbunden. Ohne Basipterygoidfortsatz, Quadratum +einköpfig. Beckenknochen hinten frei. Wirbelgelenke sattelförmig.~ + + +Ordnung. #Hesperornithes.# Marsh. + +~Flügel rudimentär nur aus dem verkümmerten Humerus bestehend, +Hinterbeine sehr kräftig, als Schwimmfüße ausgebildet. Zähne auf den +Unterkiefer und Oberkiefer beschränkt, Zwischenkiefer zahnlos.~ + +¿Hesperornis¿ Marsh (Fig. 466). Von diesem Vogel ist das Skelett +ziemlich vollständig bekannt. Am Brustbein fehlt die Carina. Das +Coracoid ist kurz und breit und mit der Clavicula gelenkig verbunden. +Erwähnung verdient die riesige Entwicklung der Patella. Obere Kreide +von Kansas. + +[Illustration: Fig. 466. + +¡Hesperornis regalis¡ Marsh. Obere Kreide von Kansas. Restauriertes +Skelett. 1/8 nat. Gr. (~Nach Marsh~.)] + +¿Baptornis¿ Marsh, obere Kreide von Kansas und ¿Enaliornis¿ Seeley aus +dem Grünsand von Cambridge, beide nur auf einzelne Knochen begründet. + + +2. Überordnung. #Odontormae.# Marsh. + +~Zähne in Alveolen des Ober- und Unterkiefers. Unterkiefer nicht in +einer Symphyse verwachsen. Quadratum einköpfig. Sternum mit hoher +Carina. Pelvisknochen hinten voneinander getrennt.~ + +¿Ichthyornis¿ Marsh (Fig. 467 u. 468). Von der Größe einer Taube, +war ein guter Flieger, was aus der Länge des Humerus und der Höhe +der Brustbeincarina hervorgeht. Hat wohl auch stammesgeschichtliche +Bedeutung. ¡H. victor¡, ¡dispar¡ Marsh. Obere Kreide von Kansas. + +¿Hargeria¿ Loomis und ¿Apatornis¿ Marsh. Ebenda. + +[Illustration: Fig. 467. + +¡Ichthyornis victor¡ Marsh. Obere Kreide von Kansas. Restauriertes +Skelett. 1/2 nat. Gr. (Nach. ~Marsh~.)] + +[Illustration: Fig. 468. + +¡Ichthyornis dispar¡ Marsh. Obere Kreide von Kansas. ¡A¡ Unterkiefer. +3/4 nat. Gr. ¡B¡ Halswirbel ¡a¡ von der Seite, ¡b¡ von vorne. 2/1 nat. +Größe. (Nach ~Marsh~.)] + + +3. Überordnung. #Dromaeognathae.# Pycraft. + +~Vomer breit und vorne mit den Maxillopalatina verwachsen. Vorderende +der Pterygoide das Sphenoidrostrum nicht berührend, Quadratum +einköpfig. Unterkiefer eine feste Symphyse bildend. Ischia schlank und +frei, nur mit dem distalen Ende am Ilium angewachsen. Oberende des +Tarsus ohne Sehnenkanäle. Schwanzwirbel frei, nicht zu einem Pygostyl +verwachsen.~ + +Die ¿Dromaeognathae¿ umfassen wenige, aber zumeist sehr große +Vogeltypen, welche vielleicht den Überrest der alten Vogelfauna +darstellen und untereinander größere Verschiedenheit aufweisen als +alle übrigen Vögel. Die Strauße haben keinen Kiel auf dem Sternum. +Der Schultergürtel zeigt verschiedene Grade der Rückbildung, von +der Abwesenheit der Schlüsselbeine bis zum vollständigen Fehlen der +Flügel. Die Pelvisregion variiert in der Ausbildung des Ischium und +des Pubis. + + +1. Ordnung. #Struthiones.# + +~Große Vögel ohne Flugvermögen. Basypterygoidfortsatz am Körper des +Parasphenoid entspringend. Nasenlöcher holorhinal. Sternum ungekielt, +Scapula und Coracoid kurz und miteinander verwachsen. Flügel +rudimentär.~ + +Diese Ordnung umfaßt die echten Strauße, die Rheas, die Kasuare +und Emus, die Moas oder Dinornithiden und die madagassischen +Aepyornithiden. + + +1. Familie. #Struthionidae.# ~Strauße.~ + +¡Beide Pubes zu einer Symphyse verwachsen, Anwesenheit von nur zwei +Zehen, der dritten und vierten. Körperlast auf die dritte Zehe +verlagert infolge der Anpassung an das Laufen.¡ + +In der Gegenwart auf Afrika beschränkt. Fossile Strauße im Pliocän der +Siwalik und auf Samos. Fossile Eier aus Südrußland und Nordchina als +¡Struthiolithus¡ beschrieben. ¡Eremopezus¡ Andrews im Oligocän von +Ägypten hat auch Anklänge an Emu, Kasuar und ¡Aepyornis¡. + + +2. Familie. #Rheidae.# + +¡Ischia einwärts gedreht und unter den Ilia zusammenstoßend. Vordere +Schwanzwirbel zum Teil resorbiert. Fuß dreizehig.¡ + +Fossile ¿Rhea¿-Reste kennt man aus dem Pleistocän von Südamerika, +ebendaselbst noch lebend. + + +3. Familie. #Dromaeidae.# + +¡Flügel stark reduziert. Fuß dreizehig.¡ + +¿Dromaeus¿, Emu, lebend in Australien, ¿Casuarius¿, Kasuar auf +Neuseeland, daselbst auch fossil. ¿Genyornis¿ mit massivem, fast 1/3 +Meter langem Schädel im Pleistocän von Australien, ¿Hypselornis¿ im +Pliocän von Indien. + + +4. Familie. #Aepyornithidae.#[114] + +¡Nur fossil bekannt, aus Pleistocän oder sogar Alluvium von +Nord-Madagascar.¡ + +Diese Riesenvögel haben einen relativ kleinen Schädel, ein sehr kurzes +breites Sternum mit deutlichen Coracoidgelenken und meist einen +vierzehigen Fuß. Die Eier sind fast dreimal so groß als Straußeneier. +¿Aepyornis.¿ Die Tibia der größten Art hat eine Länge von 80 cm. +¿Müllerornis.¿ Diese Vögel waren sicher noch Zeitgenossen des Menschen. + + +5. Familie. #Dinornithidae.#[115] Moas. + +¡Flügel und Brustgürtel stark reduziert oder ganz fehlend. Schnabel +kurz, Hinterextremität sehr massiv. Femur ohne Luftgänge. Fuß +dreizehig, zuweilen mit Hallux.¡ + +Die Überreste dieser meist riesigen Vögel verteilen sich auf +mindestens vier Gattungen und etwa 20 Arten, welche jedenfalls zum +Teil noch mit dem Menschen zusammengelebt haben, zum Teil aber +angeblich in das Pliocän hinabgehen. Die Knochen finden sich zuweilen +noch als Skelette vereinigt in Sümpfen, auch in alten Lagerplätzen der +Maori kommen sie zusammen mit Eischalen in größerer Menge vor. Federn +ähnlich wie beim Kasuar. + +¡Dinornis¡ Owen. Schnabel breit und spitz zulaufend. Tarsometatarsus +und Tibiotarsus lang und schlank. ¡D. maximus¡ Owen hatte +aufrechtstehend eine Höhe von 3,5 Metern. + +¡Palapteryx¡ Owen (¡Eurapteryx¡ Haast). (Fig. 469.) Kleiner, aber +plumper als der vorige. Schnabel abgerundet. Hallux stets vorhanden. +Höhe kaum 2 Meter. + +¡Anomalapteryx¡ Reich. Kleine, relativ schlanke Vögel mit spitzigem +Schnabel, Tarsometatarsus kürzer als Femur. Mit Hallux. + +¡Megalapteryx¡, ¡Mesopteryx¡ Haast sind nicht vollständig bekannt. + +[Illustration: Fig. 469. + +¡Palapteryx elephantopus¡ Owen sp. Pleistocän. Neuseeland. 1/18 nat. +Gr. (Nach ~Owen~.)] + + +2. Ordnung. #Apteryges.# + +~Kleine Vögel mit langem schlanken Schnabel, an dessen Spitze die +Nasenlöcher stehen. Sternum breit, Flügel ganz rudimentär, Fuß +vierzehig, erste Zehe klein, über den anderen stehend.~ + +¡Apteryx¡ lebend und fossil in Neu-Seeland. + + +3. Ordnung. #Crypturi.# + +Die ¿Crypturi¿ oder ¿Tinami¿ haben ein langes, gekieltes Sternum, +auch in der Gaumenbildung nähern sie sich den ¿Euornithes¿ und +zwar den ¿Gallinaceiden¿, in der übrigen Organisation und in ihrem +äußeren Habitus dagegen den Straußen. Sie haben nur ein beschränktes +Flugvermögen und bewohnen Südamerika und Mexiko. ¿Tinamus¿ fossil in +brasilianischen Höhlen. + + +4. Überordnung. #Euornithes.# + +~Vomer hinten zwischen den Palatina das Sphenoidalrostrum +umschließend. Pterygoidea und Sphenoid mit den Palatina artikulierend. +Sternum gekielt, außer bei Nichtfliegern. Ilium und Ischium hinten +miteinander verschmolzen. Tarsometatarsus mit ein oder mehr Kanälen +für Sehnen.~ + + +1. Ordnung. #Impennes.# ~Pinguine.~ + +Die Pinguine zeigen hochgradige Spezialisierung zum Schwimmen, denn +die kurzen Flügel sind zu Rudern umgewandelt. Die Schädelknochen +bleiben zum Teil lange Zeit frei. Die Scapula ist hinten verbreitert, +die Rückenwirbel sind opisthocöl, der breite kurze Tarsometatarsus +zeigt mehr oder weniger unvollständige Verwachsung der Metatarsalien. +Die Pinguine bewohnen die antarktische Region, gehen aber an der +Westküste von Südamerika bis zum Äquator. + +¡Palaeeudyptes¡, ein riesiger Pinguin im angeblichen Eocän von +Neu-Seeland. Auch ¡Anthropornis¡ aus dem Eocän der Seymour-Insel +hat riesige Dimensionen. Die übrigen dort vorkommenden Gattungen, +¡Pachypteryx¡, ¡Eospheniscus¡, ¡Delphinornis¡ und ¡Orthopteryx¡ +sollen nach ~Wiman~ primitiver organisiert sein. Zahlreiche Gattungen +und Arten haben auch ~Ameghino~, ~Mercerat~ und ~Moreno~ aus dem +Miocän von Patagonien beschrieben -- ¡Palaeospheniscus¡ (Fig. 470), +¡Perispheniscus¡, ¡Paraptenodytes¡ etc., von denen manche nach +~Ameghino~ mit ~Wimanschen~ Gattungen identisch sind. ¡Cladornis¡ und +¡Cruschedula¡ stammen aus den Pyrotherienschichten von Patagonien. + +[Illustration: Fig. 470. + +¡Palaeospheniscus planus¡ Ameghino. Miocän. Patagonien. Metatarsus ¡a¡ +von vorne, ¡b¡ von hinten. (Nach ~Ameghino~.)] + +[Illustration: Fig. 471. + +¡Phororhacus inflatus¡ Ameghino. Miocän. Santacruz. Patagonien. +Schädel und Unterkiefer von der Seite. 1/6 nat. Gr. (nach ~Ameghino~.)] + + +2. Ordnung. #Cecomorphae.# ~Schwimmvögel.~ + +~Schwimmvögel mit abgestutztem Kiefergelenk.~ + +Sturmvögel -- ¿Puffinus¿ im Miocän von Dep. Allier und Maryland. +Albatroß -- ¿Diomeda¿ im Red Crag. Taucher-¿Colymboides¿ im +europäischen Eocän und Miocän. ¿Colymbus¿ und ¿Podiceps¿ im Pliocän +von Italien, Möven-¿Larus¿ im Miocän von Dep. Allier und ¿Mancalla¿, +mit den Alken verwandt, im Obermiocän von Kalifornien. + + +3. Ordnung. #Grallae.# ~Sumpfvögel.~ + +Kraniche -- ¡Grus¡ in Europa im Eocän, Miocän und Pliocän. +¡Charadrius¡ im Eocän von Colorado, ¡Aletornis¡ im Eocän von Wyoming. +-- Schnepfen -- ¡Totanus¡, ¡Numenius¡ im ganzen europäischen Tertiär, +¡Tringa¡ im Miocän von Dep. Allier. An die Rallen, von denen ¡Rallus¡ +und ¡Fulica¡ in Europa schon im Eocän auftreten, schließen sich am +besten an ¡Orthocnemus¡ und ¡Elaphrocnemus¡ aus den Phosphoriten von +Quercy und ¡Gypsornis¡ aus dem Pariser Gips, während ¡Dolichopterus¡ +von Ronzon, ¡Osteornis¡ aus den Glarner Schiefern und ¡Hydrornis¡ aus +Dep. Allier in die Nähe von ¡Numenius¡ gestellt werden. Die ältesten +Grallae sind ¡Palaeotringa¡ und ¡Telmatornis¡ Marsh aus der Kreide von +New-Jersey. + +Die patagonischen Riesenvögel ¡Phororhacus¡ (Fig. 471) und +¡Pelecyornis¡ aus den Pyrotheriumschichten und dem Santacruzeno +sind grallenartige Vögel, verwandt mit ¡Cariama¡, die zugleich +auch Merkmale der Reiher an sich haben. Sie zeichnen sich durch +den hohen komprimierten, scharf zugespitzten Schnabel, durch die +Kleinheit des Sternum und des Schultergürtels und der Flügel und die +unverhältnismäßig großen Halswirbel aus. Der Schädel ist über 1/2 +Meter lang. Der mit ihnen vergesellschaftete ¡Brontornis¡ hat einen +kurzen dicken Tarsometatarsus, ¡Diatryma¡ aus dem Eocän von Neu-Mexiko +ist wahrscheinlich mit ¡Phororhacus¡ verwandt. + +¡Otis¡, Trappe, ist aus dem Miocän von Frankreich beschrieben. + + +4. Ordnung. #Chenomorphae.# ~Entenvögel.~ + +Dieser im ganzen wohlumgrenzten Ordnung schließen sich die +südamerikanischen Gattungen ¿Palamedea¿ und ¿Chauna¿ an, welche +äußerlich den Hühnervögeln gleichen und ebenso die ¿Flamingo¿ -- +¿Amphimorphae¿ Huxley -- welche Anklänge an die Reiher zeigen und +vielleicht den Überrest jener Gruppe darstellen, aus der sowohl die +Enten als auch die Reiher hervorgegangen sind. + +Flamingo ähnliche Formen sind ¡Scaniornis¡ aus der Kreide von +Schweden, ¡Agnopterus¡ aus dem Eocän von Paris und England, ¡Elornis¡ +aus dem Oligocän von Ronzon, ¡Palaelodus¡ aus dem Miocän von Dep. +Allier, ¡Phoenicopterus¡ ebendaselbst und im Pliocän von Oregon. +¡Gastornis¡ aus dem Eocän von Frankreich, zeichnet sich außer +durch seine Größe auch dadurch aus, daß seine Schädelknochen nicht +verwachsen. Entenvögel beginnen vielleicht schon in der oberen Kreide +von Nordamerika, ¡Laornis¡ Marsh. ¡Anas¡ häufig im europäischen +Miocän, selten im Eocän und Pliocän. ¡Chenornis¡ im Obermiocän, +¡Fuligula¡ und ¡Spatula¡ im Pliocän von Europa. ¡Cygnus¡ im Miocän +von Böhmen und Belgien und ¡Mergus¡ im Pliocän der Siwalik, beide +auch im Pleistocän. Aus Südaustralien kennt man fossile Reste +von ¡Archaeocygnus¡, ¡Chenopsis¡, ¡Biziura¡ und ¡Drias¡. Aus dem +Pleistocän von Neu-Seeland stammt der große ungeflügelte ¡Cnemiornis¡. +Aus dem Miocän von Patagonien werden zu den Anatiden gestellt +¡Eoneornis¡ und ¡Eutelornis¡. + + +5. Ordnung. #Herodii.# ~Reiher.~ + +Fossil sind bekannt ¡Proherodius¡ aus dem Eocän von England, +¡Propelargus¡ und ¡Pelargopsis¡ aus den Phosphoriten von Quercy, +¡Amphipelargus¡ aus dem Pliocän von Samos, ¡Ardea¡ aus den +Phosphoriten und aus dem europäischen Miocän, ¡Ibidopsis¡ aus dem +Eocän von England, ¡Ibidopodia¡ und ¡Ibis¡ aus dem Miocän von Dep. +Allier, ¡Leptopilus¡ im Pliocän der Siwalik, ¡Xenorhynchus¡ aus +Pliocän (?) von Südaustralien, daselbst auch ¡Ibis¡. ¡Protibis¡ aus +den miocänen Santacruzschichten von Patagonien. + + +6. Ordnung. #Steganopodes.# + +Kormorane -- ¡Phalacrocorax¡ sind fossil bekannt aus dem europäischen +Miocän und Pliocän und aus dem Pliocän der Siwalikhügel. Zu den +Steganopoden gehören auch ¡Actiornis¡ aus dem Eocän von England sowie +¡Argillornis¡, ¡Eupterornis¡ und der mit zahnartigen Vorsprüngen des +Kiefers versehene ¡Odontopteryx¡ aus dem Untereocän von England und +aus dem Tertiär von Brasilien und ¡Graculavus¡ aus der Kreide von +Nordamerika. ¡Prophaeton¡ im London Clay. ¡Sula¡ kommt im Oligocän +von Ronzon und im Miocän von Dep. Allier und von Nord Carolina vor. +¡Pelecanus¡ fossil im europäischen Miocän, im Pliocän der Siwalikhügel +und im Pliocän (?) von Südaustralien, hier auch ¡Plotus¡. ¡Cyphornis¡ +im Eocän von Vancouver. + + +7. Ordnung. #Opisthocomi.# + +Nur die einzige Gattung ¡Opisthocomus¡, Hoactzin von Südamerika. + + +8. Ordnung. #Gallinae.# ~Hühnervögel.~ + +Echte Hühner sind ¡Palaeortyx¡ im europäischen Obereocän und +Miocän, ¡Palaeocryptonyx¡ im Eocän und Pliocän, ¡Paraortyx¡ in +den Phosphoriten von Quercy. ¡Taoperdix¡ und ¡Palaeoperdix¡ im +Miocän. ¡Phasianus¡ im Miocän und Pliocän, ¡Gallus¡ und ¡Tetrao¡ im +Pliocän. In Nordamerika ¡Meleagris¡ schon im Oligocän. Überreste von +Schneehuhn -- ¡Lagopus¡ -- finden sich sehr häufig in jungpleistocänen +Ablagerungen der europäischen Höhlen zusammen mit Lemming und +Pfeifhase. + +¡Anissolornis¡ im Miocän von Patagonien, ¡Gallinuloides¡ im Eocän von +Wyoming. + + +9. Ordnung. #Columbae.# ~Tauben.~ + +¡Columba¡ im Miocän des Dep. Allier und in brasilianischen Höhlen, +¡Goura¡ im Pleistocän von Queensland und ¡Leucosarica¡ im Pliocän von +Südaustralien. ¡Pterocles¡ in den Phosphoriten von Quercy und im Dep. +Allier. ¡Didus ineptus¡ von der Insel Mauritius und ¡Pezophaps¡ von +Rodriguez sind vom Menschen ausgerottet worden. + + +10. Ordnung. #Accipitres.# ~Tagraubvögel.~ + +¡Aquila¡ ist fossil im europäischen Miocän und in den Phosphoriten von +Quercy und im Pliocän von Nebraska. ¡Palaeocircus¡ im Obereocän und +¡Haliaetus¡, ¡Milvus¡ und ¡Palaeohierax¡ im Miocän von Frankreich, +¡Falco¡ im Pliocän von Italien, ¡Teracus¡ im Oligocän von Ronzon. +Aus dem Londonclay kennt man ¡Lithornis¡, aus den Phosphoriten von +Quercy ¡Amphiserpentarius¡ und ¡Tapinopus¡, beide sowie ¡Serpentarius¡ +aus dem Miocän des Dep. Allier, Verwandte des in Afrika lebenden +Schlangengeiers, während ¡Plesiocathartes¡ aus den Phosphoriten mit +den Sarcorhamphen des tropischen Amerika verwandt ist. Aus dem Miocän +von Afrika wird ¡Gypogeranus¡ erwähnt, aus dem Pliocän von Mexiko +¡Palaeoborus¡, aus den Santacruzschichten von Patagonien ¡Thegornis¡, +aus dem Pliocän von Südaustralien ¡Taphaetus¡ und ¡Aeturaetus¡ und aus +dem Pleistocän von Neuseeland der riesige ¡Harpagornis¡. + + +11. Ordnung. #Psittaci.# ~Papageien.~ + +Im Gegensatz zu den übrigen Vögeln entspringen hier am Lacrimale, +Postfrontale und Squamosum Fortsätze, welche öfters eine suborbitale +Spange bilden. ¿Psittacus¿ fossil im Miocän des Dep. Allier. + + +12. Ordnung. #Picariae.# + +Diese Ordnung umfaßt die Spechte -- ¡Pici¡ --, Eisvögel -- +¡Alcedines¡ --, die ¡Colii¡ -- ¡Trogon¡ --, die Racken -- ¡Coraciae¡ +--, Nashornvögel -- ¡Buceros¡ --, Mauerschwalben -- ¡Macrochires¡ +--, Ziegenmelker -- ¡Caprimulgi¡ --, Kuckucke -- ¡Cuculi¡ -- und +die ¡Musophagi¡. Von diesen kommen fossil vor: Spechte -- ¡Picus¡ +im Miocän vom Dep. Allier, ¡Colii¡ -- ¡Trogon¡ ebendaselbst und +¡Archaeotrogon¡ in den Phosphoriten von Quercy, ¡Coraciae¡ -- +¡Geranopterus¡ ebendaselbst, Mauerschwalben -- ¡Aigialornis¡ und +¡Cypselavus¡ in den Phosphoriten und ¡Cypselus¡ und ¡Callocalia¡ +im Miocän vom Dep. Allier --. ¡Filholornis¡ aus den Phosphoriten +und ¡Necrornis¡ aus dem Miocän von Frankreich sind Verwandte der +Musophagi, ¡Halcyornis¡ aus dem Eocän von England ist angeblich +ein Eisvogel. Aus dem Eocän von Wyoming stammt ¡Uintornis¡, ein +Specht, aus dem Eocän von Frankreich ¡Cryptornis¡, verwandt mit den +Nashornvögeln, und aus dem Miocän des Dep. Allier ¡Limnatornis¡, ein +Wiedehopf. + +An die Ziegenmelker schließen sich in ihrer Organisation die ~Eulen~ +an, von welchen ¡Bubo¡ aus dem Eocän von Wyoming, aus den Phosphoriten +von Quercy, aus dem Miocän des Dep. Allier und aus dem Forestbed +bekannt ist, während ¡Asio¡, ¡Necrobyas¡ und ¡Strigogyps¡ auf die +Phosphorite von Quercy beschränkt sind und ¡Strix¡ im Miocän durch +zwei Arten vertreten ist. + + +13. Ordnung. #Passeres.# ~Singvögel.~ + +Diese Ordnung umfaßt beinahe die Hälfte aller lebenden Vogelarten, +welchen freilich nur sehr wenig echt fossile Arten gegenüberstehen. +Die Skelettunterschiede sind so gering, daß man hiernach nur zwei +Gruppen gut begründen kann. Die ältesten Singvögel sind ¡Cimolopteryx¡ +aus der oberen Kreide (Laramiebed), ¡Palaeospiza¡ aus dem Eocän von +Wyoming und ¡Laurillardia¡ und ¡Palaeogithalus¡ aus dem Pariser Gips. +Aus dem Miocän vom Dep. Allier wird erwähnt ¡Motacilla¡ und ¡Lanius¡, +aus dem Obermiocän und Pliocän von Frankreich ¡Corvus¡ und aus dem +Pliocän von Italien ¡Sitta¡ und ¡Alauda¡. Überreste von Singvögeln +kennt man auch aus den brasilianischen Höhlen, darunter von ¡Hirundo¡, +Schwalbe. Nicht selten sind Knochen von ¡Turdiden¡ -- Drosseln -- und +¡Corviden¡ -- Raben --, darunter auch Alpendohle, ¡Pyrhocorax¡, in +Mitteleuropa in postglazialen Ablagerungen zusammen mit vielen Resten +von Schneehuhn, Lemming und Pfeifhase. ¡Turdus¡ auch schon im Pliocän +von Roussillon. + +Die Stammesgeschichte der Vögel wird sich schwerlich jemals in +vollkommen befriedigender Weise klarstellen lassen. Wir wissen nur, +daß sie aus Diapsiden-Reptilien hervorgegangen sind und zwar aus +solchen, aus welchen auch die Dinosaurier entstanden sind. Aber +zwischen ¡Archaeopteryx¡, welcher noch viele Reptilienmerkmale +aufweist und den Vögeln aus der oberen Kreide, welche ihrerseits schon +zum Teil bedeutende Spezialisierung zeigen, -- ¡Hesperornithidae¡ +-- und sicher sehr bald erloschen sind, besteht eine gewaltige +Lücke, die auch kaum so bald ausgefüllt werden dürfte. Immerhin sind +wir berechtigt, einem Teil der bis jetzt bekannten Kreidevögel, +den ¡Ichthyornithiden¡, eine gewisse phylogenetische Bedeutung +zuzuschreiben. Mit dem Beginn des Tertiärs erscheint bereits ein +großer Teil der noch jetzt lebenden Ordnungen und schon vom Obereocän +an treffen wir eine Anzahl moderner Gattungen. Im Miocän endlich hat +nahezu jede Ordnung der heutigen Vogelwelt Vertreter aufzuweisen, von +denen weitaus die meisten sogar modernen Gattungen angehören, während +fast alle rezenten Säugetiergattungen erst im Pliocän beginnen. + + +Fußnoten: + +[110] ¡Beddard F. E.¡, The structure and classification of Birds. +London 1898. -- ¡Fürbringer M.¡, Untersuchungen zur Morphologie u. +Systematik der Vögel. Amsterdam 1888. -- ¡Gaillard Cl.¡, Les oiseaux +des phosphorites du Quercy. Ann. de l'Université de Lyon. 1908. -- +¡Huxley T. H.¡, On the classification of Birds. Proc. Zool. Soc. +London 1867. p. 415-472. -- ¡Lucas Fr. A.¡, Aves. Zittel, Text Book of +Palaeontology. London. 1902. -- ¡Lydekker R.¡, Catalogue of the fossil +Birds in the British Museum 1891. -- ¡Marsh O. C.¡, Odonthornites. A +monograph of the extinct toothed Birds of North America. Washington +1880. -- ¡Menzbier M. v.¡, Vergleichende Osteologie der Pinguine +in Anwendung zur Haupteinteilung der Vögel. Bull. Soc. imp. des +Nat. Moscou. 1887. -- ¡Milne Edwards A.¡, Recherches anatomiques et +paléontologiques pour servir à l'historie des oiseaux fossiles de +France. Paris 1867 bis 1872. -- ¡Newton A.¡, Dictionary of Birds. +London 1893-96. -- ¡Pycraft W. P.¡, Contributions to the osteology of +Birds. Proc. Zool. Soc. London 1898-1900. -- ¡Selenka E.¡ und ¡Gadow +H.¡, Aves, Bronns Klassen und Ordnungen des Tierreichs 1869-91. + +[111] Morphology and Phylogeny of the ¡Palaeognathae¡ (Ratitae and +Crypturi) and ¡Neognathae¡ (Carinata) Trans. Zool. Soc. London. Vol. +XV 1900 p. 149. + +[112] ¡Zittel¡, Textbook of Palaeontology. Vol. II 1902. + +[113] ¡Owen Rich.¡, On the ~Archaeopteryx~. Phil. Trans. London 1863, +p. 33-47. -- ¡Dames W.¡, Über ~Archaeopteryx~. Paläont. Abhandl. von +Dames und Kayser 1884. II. Bd. V. Sitzungsber. d. k. preuß. Akad. d. +Wiss., Berlin 1897, Bd. 38, p. 818. -- ¡Pycraft W. P.¡, The Wing of +~Archaeopteryx~. Nat. Science. Vol. VIII, 1896, p. 261. + +[114] ¡Bianconi G. G.¡, Recherches sur l'~Aepyornis maximus~. Mem. +Acad. di Scienze Bologna 1861, XII, 1863 IV, 1865 I, 1874 IV. -- +¡Milne Edwards A.¡ et ¡Grandidier A.¡, Ann. Sc. nat. (5 Ser.) 1870 +XII, p. 167. -- ¡Andrews C. W.¡, Geolog. Magaz. Vol. IV, 1897, p. 241. + +[115] ¡Hamilton A.¡, Bibliography of ~Dinornithidae~. Trans. New +Zeal. Inst. XXVI, 1893, p. 229. -- ¡Hutton F. W.¡, New Zeal. Journ. +Sc. 1891, p. 6. -- ¡Parker T. J.¡, On the Cranial Osteology of +~Dinornithidae~. Trans. Zool. Soc. London 1895, p. 188. -- ¡Andrews C. +W.¡, Skeleton of ~Megalapteryx~. Novitat. Zoologicae. Vol. II, 1897, +p. 188. + + + + +5. Klasse. ~#Mammalia.#~ #Säugetiere.#[116] (Bearbeitet von M. +Schlosser.) + + +~Warmblütige, meist behaarte, seltener nackte oder mit knöchernen +Platten oder hornigen Schuppen bedeckte Land- und Wassertiere mit +ausschließlicher Lungenatmung.~ Herz mit doppelter Kammer und +doppelter Vorkammer. Hinterhaupt mit zwei Gelenkköpfen. Coracoid +(fast immer) verkümmert und mit der Scapula verschmolzen. Jeder +Unterkieferast aus einem Stück bestehend und mit dem Schläfenbein +artikulierend. Gliedmaßen als Gehfüße, seltener als Hände oder Flossen +ausgebildet.~ + +Die ~Säugetiere~ nehmen unter den Vertebraten die höchste Rangstufe +ein. Ihre Funktionen sind spezialisierter, ihr Nervensystem, ihre +Sinnesorgane entwickelter, ihr Gebiß und ihre Bewegungsorgane +verschiedenartiger differenziert als in irgend einer anderen +Tierklasse. Auch an Größe und Mannigfaltigkeit der äußeren Erscheinung +können sich nur die Reptilien und Fische mit den Säugetieren messen. +Mit einziger Ausnahme der Monotremen gebären die Säugetiere lebendige +Junge; die Embryonen sind von einem Amnion umgeben, mit Allantois +versehen und besitzen keine äußeren Kiemen. Die Jungen werden nach der +Geburt mehr oder weniger lang durch in Milchdrüsen (Mammae) der Mutter +abgesonderte Milch ernährt. Das Herz ist in zwei Kammern und zwei +Vorkammern abgeteilt, das Blut warm. + +Die ~Wirbelsäule~ der Säugetiere besteht aus Hals-, Rücken-, Lenden-, +Sacral- und Schwanzwirbeln; ein besonderer Sacralabschnitt fehlt +nur den Cetaceen und Sirenen. Die Verbindung der Wirbel wird nicht +durch Gelenke bewerkstelligt, wie bei Vögeln und Reptilien, sondern +durch zwischengelagerte elastische Knorpelscheiben; es sind darum +auch die vorderen und hinteren Flächen der Wirbelzentren eben; nur +die Halswirbel vieler Huftiere zeigen opisthocöle Gelenkverbindung. +Die oberen Dornfortsätze haben in der Rücken- und Lendenregion ihre +stärkste Entwicklung, verkümmern dagegen häufig in der Hals- und +Schwanzregion. Die Bögen verwachsen frühzeitig mit dem Zentrum; +dagegen bilden sich am vorderen und hinteren Ende des Wirbelkörpers +durch selbständige Verknöcherung besondere dünne Knochenscheiben +(~Epiphysen~) aus, welche später mit dem Zentrum verschmelzen. + +[Illustration: Fig. 472. + +Erster Halswirbel (Atlas) vom Hund (von oben). ¡d¡ verbreiterter +Querfortsatz, ¡v¡ Arterienkanal, ¡sn¡ Nervenkanal.] + +[Illustration: Fig. 473. + +Zweiter Halswirbel vom Hund (von d. Seite). ¡sp¡ Spina dorsalis, ¡c¡ +Zentrum, ¡d¡ Diapophyse, ¡z¡ Postzygapophyse, ¡v¡ Arterienkanal, ¡sn¡ +Nervenkanal, ¡po¡ processus odontoideus, ¡co¡ Gelenkfasette für den +Atlas.] + +[Illustration: Fig. 474. + +Sechster Halswirbel vom Hund (von hinten). ¡c¡ Zentrum, ¡sp¡ +Spina dorsalis, ¡n¡ oberer Bogen, ¡d¡ Diapophyse, ¡p¡ Parapophyse +mit der nach unten verlängerten Lamina, ¡v¡ Arterienkanal, ¡m¡ +Rückenmark-(Medullar-) Kanal, ¡z¡ vordere, ¡z'¡ hintere Zygapophyse.] + +Der Hals besteht fast regelmäßig aus 7 Wirbeln. Die Länge des Halses +wird also nicht, wie bei den Reptilien und Vögeln durch die Zahl, +sondern durch die Streckung der einzelnen Wirbel bedingt. Durch +Verbindung der nach abwärts gebogenen Enden der vom oberen Bogen +ausgehenden ~Diapophysen~ (¡d¡) mit den vom Zentrum entspringenden +~Parapophysen~ (¡p¡) entsteht jederseits vom Zentrum ein Loch (¡v¡), +durch welches die Halsarterie verläuft. Der erste Halswirbel oder +~Atlas~ (Fig. 472) zeichnet sich durch den Mangel des Zentrums und +Dornfortsatzes, sowie durch starke Verbreiterung seiner Querfortsätze +aus, an deren Basis sich vorne die beiden konkaven Gelenkflächen für +die Gelenkköpfe des Hinterhaupts und hinten die Gelenkfasetten für +den zweiten Halswirbel oder ~Epistropheus~ (Axis) befinden. Dieser +(Fig. 473) hat am vorderen Ende seines Zentrums einen starken, bald +konischen, bald halbzylindrischen oder löffelförmigen Fortsatz, +Processus odontoideus (¡po¡), der entwicklungsgeschichtlich als +Zentrum des Atlas zu betrachten ist. + +Die ~Brust-~ oder ~Rückenwirbel~ (Fig. 475 ¡A¡) zeichnen sich in +der Regel durch starke Dornfortsätze, kurze, am distalen Ende +mit Gelenkfasetten für das sog. Tuberculum der Rippen versehene +Diapophysen und biplane Zentren aus. Die Gelenkflächen der vorderen +Zygapophysen sind nach oben, jene der Postzygapophysen nach unten +gerichtet. Als ersten Brustwirbel betrachtet man denjenigen, dessen +Rippen mit dem Brustbein in Verbindung treten. In der Regel sind +13 (seltener 10-20) Dorsalwirbel vorhanden. An die ~Lendenwirbel~ +(Fig. 475 ¡B¡) heften sich keine Rippen an; dagegen sind ihre +Querfortsätze sehr stark entwickelt, die kräftigen Dornfortsätze meist +schräg nach vorne gerichtet, und die Zentren erheblich länger als jene +der Brustwirbel. + +Das ~Kreuzbein~ oder Sacrum dient zur Anheftung des Hüftbeines und +fehlt als differenzierter Teil der Wirbelsäule nur bei den Walen +und Sirenen, deren hintere Extremitäten durch Verkümmerung verloren +gegangen sind. An der Bildung des Sacrums nehmen meist 3-4, zuweilen +auch 2, oder 8-9 Wirbel teil. Ihre Zentren und oberen Bögen und öfters +auch ihre Dornfortsätze sind mehr oder weniger vollständig miteinander +verschmolzen, so daß das Sacrum einen unbeweglichen, von vorne nach +hinten an Breite abnehmenden Abschnitt der Wirbelsäule darstellt. + +Die ~Schwanzwirbel~ bieten nach Zahl und Form die größte +Mannigfaltigkeit. Die vorderen besitzen in der Regel wohl ausgebildete +obere Bögen, Dornfortsätze, Diapophysen, Zygapophysen und zuweilen +¥V-förmige¥ Hämapophysen (Chevron-bones). Weiter hinten tritt eine +allmähliche Modifikation der Wirbel ein. Die Zentren verlängern sich, +die oberen Bögen und sämtliche Fortsätze verkümmern oder verschwinden +gänzlich, und das allein übrigbleibende Zentrum nimmt zylindrische +oder mehrkantige Form an. + +[Illustration: Fig. 475. + +¡A¡ zweiter Rückenwirbel vom Hund (von der Seite.) + +¡B¡ zweiter Lendenwirbel vom Hund (von der Seite.) + +¡c¡ Zentrum, ¡sp¡ Dornfortsatz, ¡d¡ Diapophyse, ¡z¡ vordere, ¡z'¡ +hintere Zygapophyse, ¡m¡ Metapophyse, ¡a¡ Anapophyse, ¡t¡ Fasette für +das Tuberculum, ¡ca¡ Fasetten für das Capitulum.] + +~Rippen~ verbinden sich nur mit den Brustwirbeln; die vorderen (wahren +Rippen) heften sich durch besondere knorpelige oder unvollkommen +verknöcherte Sternocostalstücke an das Brustbein an, die hinteren +»falschen« Rippen endigen frei in den Muskeln des Brustkorbes. Das +Tuberculum lenkt sich in eine schwach vertiefte Fasette der Diapophyse +ein, während das Capitulum am vorderen Teil des Wirbelkörpers oder +an der Basis des oberen Bogens befestigt ist. Sehr häufig liegt +die vertiefte Fasette für das Capitulum zwischen zwei Wirbeln, so +daß ihre vordere Hälfte noch auf das hintere Ende des Zentrums des +vorhergehenden Wirbels übergreift. + +Das ~Brustbein~ (Sternum) besteht nicht aus einer einfachen +Knochenscheibe wie bei Vögeln und Reptilien, sondern aus einer Reihe +von abgeplatteten Knochenstücken, die in der ventralen Mittellinie in +einer Längsreihe hintereinander liegen. + +Der ~Schädel~ (Fig. 476, 477) der Säugetiere unterscheidet sich von +dem der Fische, Amphibien, Reptilien und Vögel durch geringere Zahl +der ihn zusammensetzenden Knochen, durch die unbewegliche Verbindung +des Oberkiefers mit der Schädelkapsel, durch die Unterdrückung des +Kieferstieles und direkte Einlenkung des Unterkiefers am Schläfenbein. +Der Mangel eines gesonderten Quadratbeines und die Anwesenheit von +zwei Hinterhauptsgelenkköpfen sind weitere Merkmale der Säugetiere. +Die Form des Schädels wird wesentlich von der Größe des Gehirns, von +der Entwicklung der Kiefer, von dem Vorhandensein vorspringender +Kämme, Knochenprotuberanzen, Stirnzapfen etc. bedingt und bietet +bei den verschiedenen Ordnungen und Familien außerordentlich große +Abweichungen. + +[Illustration: Fig. 476. + +Schädel vom Hund (¡Canis familiaris¡). ¡A¡ von unten, ¡B¡ von oben. +(Nach ~Flower~.) ¡SO¡ oberes Hinterhauptsbein. ¡Pa¡ Scheitelbein, ¡IP¡ +Interparietale, ¡Sq¡ Schläfenbein, ¡Fr¡ Stirnbein, ¡L¡ Tränenbein, +¡Ju¡ Jochbein, ¡Mx¡ Oberkiefer, ¡Pmx¡ Zwischenkiefer, ¡Na¡ Nasenbein, +¡BO¡ Basioccipitale, ¡Exo¡ Exoccipitale, ¡Per¡ Perioticum, ¡Ty¡ +Tympanicum, ¡BS¡ Basisphenoid, ¡PS¡ Präsphenoid, ¡AS¡ Alisphenoid, +¡Pt¡ Pterygoid, ¡Vo¡ Vomer, ¡Pl¡ Palatinum, ¡pof¡ Processus +postorbitalis, ¡io¡ Foramen infraorbitale, ¡oc¡ Condylus occipitalis, +¡pp¡ Processus paroccipitalis, ¡gp¡ Processus postglenoidalis, +¡gf¡ Gelenkgrube für den Unterkiefer, ¡fm¡ Foramen magnum +(Hinterhauptsloch), ¡cf¡ Foramen condyloideum, ¡flp¡ Foramen lacerum +posterius, ¡eam¡ meatus auditorius externus (äußerer Gehörgang), +¡pgf¡ Foramen postglenoidale, ¡flm¡ Foramen lacerum medium, ¡fo¡ +Foramen ovale, ¡as¡ hintere Öffnung des Alisphenoid-Kanals, ¡fr¡ +Foramen rotundum und vordere Öffnung des Alisphenoid-Kanals, ¡sf¡ +Keilbeinspalte oder Foramen lacerum anterius, ¡op¡ Foramen opticum, +¡ppf¡ hintere Gaumenlöcher, ¡ap¡ und ¡apf¡ vordere Gaumenlöcher.] + +Man unterscheidet am Kopf die eigentlichen ~Schädelknochen~, welche +die Hirnhöhle, und die ~Gesichtsknochen~, welche die Nasenhöhle +und Mundhöhle umschließen. Von den Schädelknochen, welche das +~Hinterhauptsloch~ (Foramen magnum ¡fm¡) umgeben, sind die seitlichen +Hinterhauptsbeine oder Exoccipitalia (Occipitalia lateralia ¡Exo¡) +mit gewölbten Gelenkköpfen (Condyli occipitales ¡oc¡) versehen und +oben durch das unpaare große Hinterhauptsbein (Supraoccipitale +¡SO¡) verbunden. Am vorderen Teil der Exoccipitalia springt ein +von den Condylen durch eine tiefe Depression getrennter Fortsatz +(Processus paroccipitalis p. p., Processus paramastoideus, Pr. +jugularis) vor, der zur Anheftung von Muskeln dient und bei den +Huftieren besonders stark entwickelt ist. Auf der Unterseite +schiebt sich das untere Hinterhauptsbein oder Basioccipitale (¡BO¡) +zwischen die Exoccipitalia, erstreckt sich aber mehr nach vorne und +bildet einen ansehnlichen Teil der Schädelbasis. Es ist von dem +kleinen runden Foramen condyloideum (¡cf¡), welches den Zungennerv +durchläßt, durchbohrt. Auf das Basioccipitale folgt nach vorne in der +Schädelbasis das hintere Keilbein oder ~Basisphenoid~ (¡BS¡), auf +dieses das vordere Keilbein oder ~Praesphenoid~ (¡PS¡) und vorne das +kleine ~Pflugscharbein~ (Vomer ¡Vo¡). Das Basisphenoid ist oben in +der Mitte etwas ausgehöhlt, steigt aber am vorderen und hinteren Ende +wieder etwas an und bildet den sog. ~Türkensattel~ (Sella turcica) +zur Aufnahme der Hypophyse (pituary body) des Gehirns. Die beiden +Keilbeine verschmelzen häufig frühzeitig zu einem sog. Wespenbein. Von +dem Basisphenoid entspringt jederseits eine flügelartige, nach oben +und außen gerichtete Knochenplatte, das ~Alisphenoid~ (¡AS¡ ala major) +und vom Praesphenoid ein entsprechender Knochen, das ~Orbitosphenoid~ +(¡OS¡ ala minor). Das Alisphenoid ist meist von drei Öffnungen +durchbohrt, von denen das hintere (Foramen ovale ¡fo¡) einem Nerven +Austritt gewährt, während das mittlere (Canalis alisphenoideus ¡as¡) +die äußere Schlagader (Carotis) und das vordere (Foramen rotundum +¡fr¡) den zweiten Ast des Trigeminus-Nervs durchläßt. Zwischen dem +Orbito- und Alisphenoid befindet sich das Foramen lacerum anterius +(¡sf¡) als Durchgang für Nerven. Auch das Orbitosphenoid besitzt eine +Öffnung (Foramen opticum ¡op¡) für den Sehnerv. + +[Illustration: Fig. 477. + +Schädel vom Beutelwolf (¡Thylacinus cynocephalus¡) in sagittaler +Richtung durchgeschnitten, nebst Unterkiefer. 1/2 nat. Gr. +(Nach ~Flower~.) ¡SO¡ Supraoccipitale, ¡ExO¡ Exoccipitale, ¡BO¡ +Basioccipitale, ¡Per¡ Perioticum, ¡BS¡ Basisphenoid, ¡PS¡ Präsphenoid, +¡AS¡ Alisphenoid, ¡OS¡ Orbitosphenoid, ¡Sq¡ Squamosum, ¡Pa¡ Parietale, +¡Fr¡ Frontale, ¡ME¡ Mesethmoideum, ¡Na¡ Nasale, ¡ET¡ Ethmoturbinale, +¡MT¡ Maxilloturbinale, ¡Pmx¡ Prämaxilla, ¡Mx¡ Maxilla, ¡Vo¡ Vomer, +¡Pl¡ Palatinum, ¡Pt¡ Pterygoideum, ¡cd¡ Unterkiefercondylus, +¡a¡ angulus.] + +Die seitlichen Flügel der Keilbeine bilden die untere Seitenwand der +Hirnhöhle und grenzen oben an die großen ~Scheitelbeine~ (Parietalia +¡Pa¡) und ~Stirnbeine~ (Frontalia ¡Fr¡), welche das Schädeldach und +den oberen Teil der Seitenwand des Schädels bilden. Zwischen die +Scheitelbeine und die Hinterhauptsschuppe schaltet sich manchmal das +kleine ~Interparietale~ (¡IP¡) ein, das zuweilen getrennt bleibt, +zuweilen mit den Scheitelbeinen (Huftiere), noch häufiger mit der +Hinterhauptsschuppe (Carnivoren) verschmilzt. Die mehr oder weniger +steil abfallende Hinterhauptsfläche (Occiput) wird in vielen Fällen +durch einen vorspringenden Kamm (crista occipitalis) begrenzt, welcher +zur Anheftung der Nackenmuskeln dient. + +Die ~Scheitelbeine~ sind in der Mitte des Schädeldachs durch die +zackige Pfeilnaht (Sagittal-Naht) verbunden; sie verschmelzen meist +vollständig miteinander und bilden zuweilen über der Pfeilnaht +einen vorspringenden Kamm (crista sagittalis), welcher sich nach +vorne meist in zwei divergierende Äste teilt. Sie sind mit der +Hinterhauptsschuppe durch die Lambdanaht, mit den Stirnbeinen +durch die quer zur Längsachse des Schädels verlaufende Kronennaht +verbunden. Die ~Stirnbeine~ verwachsen zuweilen miteinander und tragen +bei vielen Huftieren knöcherne Fortsätze (Stirnzapfen, Geweihe). +In der Regel springt das Stirnbein hinter den Augenhöhlen vor und +nimmt durch den Processus postorbitalis (¡pof¡) an der hinteren +Umgrenzung der Augenhöhlen teil. Bei vielen Huftieren, namentlich +bei den gehörnten Wiederkäuern ist nicht nur das ganze Stirnbein, +sondern häufig auch das Scheitelbein, ein Teil des Oberkiefers und +namentlich auch das Praesphenoid mit Luftzellen erfüllt, und bei den +Proboscidiern zeichnen sich fast alle Schädel- und Gesichtsknochen +durch ungewöhnlich starke Entwicklung dieser Luftzellen aus. Zwischen +dem Stirnbein, dem vorderen Keilbein (Praesphenoid) und Vomer schließt +eine vertikale, mehr oder weniger ausgedehnte Knochenplatte, das +~Siebbein~ (Mesethmoideum ¡ME¡), die Hirnhöhle nach vorne ab. Dasselbe +besteht aus einer dem Vomer aufruhenden medianen, in der Längsrichtung +ausgedehnten Lamelle (lamina perpendicularis oder crista galli) und +zwei seitlichen querstehenden meist siebförmig durchlöcherten Platten +(laminae cribrosae), durch welche die Riechnerven aus dem Gehirn in +die Nasenhöhle eindringen. Die Lamina perpendicularis geht nach vorne +in die fast immer knorpelig bleibende Nasenscheidewand über. + +Zwischen dem Alisphenoid und Supraoccipitale liegt oben vom +Scheitelbein und zuweilen auch vom hinteren Teil des Stirnbeins +begrenzt das ~Schläfenbein~ (Schuppenbein, Squamosum ¡Sq¡), das mit +seinem oberen flachen, schuppenartigen Teil (Schuppe) die seitliche +Begrenzung der Hirnhöhle vervollständigen hilft, an seiner Basis aber +einen sehr starken, dem Quadratojugale der Reptilien entsprechenden +Fortsatz (Processus zygomaticus) nach außen sendet, welcher sich bald +nach vorne biegt und auf seiner Unterseite eine konkave Gelenkfläche +(Fossa glenoidalis ¡gf¡) zur Aufnahme des Unterkiefercondylus besitzt. +Der Hinterrand dieser Gelenkfläche ragt häufig als Fortsatz (Processus +postglenoidalis ¡gp¡) vor. Der Raum zwischen dem Schläfenbein und +dem Exoccipitale wird von den Knochen der ~Gehörkapsel~ ausgefüllt. +Aus einer gemeinsamen Knorpelmasse, in welcher die Ossifikation von +drei Zentren beginnt, die dem Prooticum, Opisthoticum und Epioticum +entsprechen, entsteht ein sehr fester Knochen, das ~Felsenbein~ oder +~Perioticum~ (¡Per¡), welches das Gehör-Labyrinth und das innere +Ohr umschließt und öfters einen nach unten gerichteten Fortsatz +(Processus mastoideus) besitzt. Das ~Pauckenbein~ oder Tympanicum +besteht in frühester Jugend aus einem einfachen knöchernen Ring +und behält bei den Marsupialiern und manchen Insectivoren diese +Beschaffenheit auch zeitlebens bei. In der Regel verlängert sich aber +bei weiterer Entwicklung der äußere Rand des Ringes in horizontaler +Richtung nach außen und bildet den zur Ohrmuschel führenden äußeren +Gehörgang (meatus auditorius externus ¡eam¡); die Unterseite wird +durch eine Knochenplatte bedeckt, welche sich zuweilen zu einer blasig +aufgetriebenen, hohlen oder mit zelligem Knochengewebe erfüllten +Anschwellung (Bulla tympanica ¡Ty¡) umgestaltet. Am vorderen Ende des +Tympanicum ragt zuweilen ein griffelförmiger zugespitzter Fortsatz +(Processus styloideus) nach unten vor. In dem Zwischenraum zwischen +Perioticum und Tympanicum und zwar zwischen dem vom Trommelfell +geschlossenen äußeren Gehörgang und der Fenestra ovalis liegen die +drei Gehörknöchelchen Ambos (Incus), Hammer (Malleus) und Steigbügel +(Stapes). Am vorderen und inneren Ende des Paukenbeins liegt die +Mündung der Eustachischen Röhre, welche Luft in die Gaumenhöhle führt, +und hinten dringt die innere Kopfblutader durch das Foramen lacerum +posterius (¡flp¡) ein und tritt am vorderen Ende des Tympanicums durch +das Foramen lacerum medium (¡flm¡) wieder aus. + +Die Physiognomie des Schädels wird sehr wesentlich durch die +Entwicklung der ~Gesichtsknochen~ und namentlich des ~Oberkiefers~ +(Maxilla ¡Mx¡) bedingt. Der untere Außenrand des Oberkiefers ist +meist mit Zähnen besetzt, nach innen sendet er eine horizontale +Platte, welche an der Zusammensetzung des harten Gaumens teilnimmt. Am +Hinterrand ragt ein zuerst nach außen gerichteter Fortsatz (Processus +zygomaticus) vor, welcher sich dann nach hinten verlängert und durch +das ~Jochbein~ (Jugale, Malare ¡ju¡) mit dem Processus zygomaticus +des Schläfenbeins in Verbindung tritt. Die beiden genannten Fortsätze +und das Jochbein setzen den ~Jochbogen~ zusammen, welcher die untere +Begrenzung der Augenhöhlen und der Schläfengruben bildet. Am vorderen +Rand der Augenhöhle zwischen Stirnbein, Oberkiefer und Ethmoideum +liegt das vom Tränenkanal durchbohrte ~Tränenbein~ (Lacrimale ¡La¡). +Die paarig entwickelten ~Zwischenkiefer~ (Praemaxillae ¡Pmx¡) bilden +den vorderen und meist auch einen Teil des Seitenrandes der Schnauze. +In der Regel enthalten sie an ihrem Alveolarrand Schneidezähne. Die +~Nasenbeine~ (Nasalia ¡Na¡) fügen sich in einen einspringenden Winkel +am Vorderrand der Stirnbeine ein und werden seitlich vom Oberkiefer +und meist auch noch vom Zwischenkiefer begrenzt. Die Nasenhöhle selbst +enthält mit Ausnahme der Wale und Sirenen eigentümliche, sehr dünne, +stark eingerollte und durchlöcherte Knochenlamellen, die bei Tieren +mit scharfem Geruch stark labyrinthisch entwickelt sind und eine +Schleimhaut tragen, in welcher sich die Verzweigungen der Riechnerven +ausbreiten. Diese ~Riechmuscheln~ (conchae interiores) gehören zum +Siebbein und sind lediglich als Fortsätze desselben zu betrachten; +sie erscheinen in mehrere Gruppen angeordnet und werden hinten von +der Lamina perpendicularis des Mesethmoids in zwei Hälften zerlegt. +Die Lamellen, welche den hinteren und oberen Raum der Nasenhöhle +jederseits ausfüllen, werden Ethmoturbinalia (¡ET¡) genannt, während +die dem harten Gaumen aufliegenden und den vorderen und unteren Teil +der Nasenhöhle einnehmenden Blätter als Maxilloturbinalia (¡MT¡) +bezeichnet werden. + +Die Unterseite des Schädels wird im hinteren cranialen Teil vom +Basioccipitale und den Keilbeinen gebildet. Vom Basisphenoid +und Alisphenoid springt eine kurze vertikale Knochenplatte, das +~Flügelbein~ (Pterygoid ¡Pt¡), nach unten vor und begrenzt jederseits +den hinteren Nasengang, dessen Basis durch die Haut des weichen +Gaumens gebildet wird. Vorne schließt sich das Flügelbein an den vom +Praesphenoid und Orbitosphenoid absteigenden Teil des ~Gaumenbeins~ +(Palatinum ¡Pl¡) an, welcher sich nach vorne und oben verdickt und +eine horizontal ausgebreitete Platte bildet und mit der horizontalen +Platte des Oberkiefers und dem Zwischenkiefer den harten Gaumen, +die Basis der Nasenhöhle bildet. Der Hinterrand des Gaumenbeins ist +seitlich meist etwas ausgeschnitten, springt in der Mitte häufig in +eine Spina nasalis posterior vor und zeigt den Ausgang der hinteren +Nasenlöcher (Choanen) in die Mundhöhle an. Der harte Gaumen wird von +mehreren kleinen Öffnungen zum Austritt von Blutgefäßen und Nerven +durchbohrt. + +Der ~Unterkiefer~ besteht aus zwei symmetrischen, nach hinten +divergierenden Ästen, welche vorne in der Mitte mit einer rauhen +Fläche (Symphyse) zusammenstoßen und entweder durch Bindegewebe +aneinander befestigt sind oder im Alter fest miteinander +verwachsen. Der Oberrand oder Alveolarrand ist meist gerade und mit +Zähnen besetzt, der Unterrand etwas verdickt und konvex, in der +Symphysenregion ansteigend; das hintere Ende des Unterrandes bildet +den ~Winkel~ (Angulus ¡a¡), der öfters in einen vorspringenden +Fortsatz ausgezogen oder nach innen gekrümmt ist. Der obere Rand +steigt hinter dem letzten Backenzahn in der Regel zu einem hohen, +seitlich zusammengedrückten ~Kronfortsatz~ (Processus coronoideus) +an, welcher dem Temporalmuskel zur Anheftung dient. An der +mehr oder weniger tief ausgehöhlten oder mit erhabenen Leisten +versehenen Außenfläche des Kronfortsatzes befestigt sich der starke +Massetermuskel. Der Hinterrand des aufsteigenden Astes endigt oben +über dem Winkel in einem verdickten und gewölbten ~Gelenkkopf~ +(Condylus ¡cd¡), welcher sich in die Gelenkgrube des Schläfenbeins +einfügt und bald quer verlängert, bald rundlich, bald schräg von oben +nach unten gerichtet ist. Der Unterkiefer wird der Länge nach von +einem ziemlich weiten Kanal durchzogen (Alveolarkanal), in welchem ein +Blutgefäß und der Unterkiefernerv verlaufen, die zahlreiche Seitenäste +in die Zähne aussenden. Auf der Innenseite jedes Astes verläuft +zuweilen eine seichte Furche (Sulcus mylohyoideus), die bei gewissen +Beuteltieren besonders deutlich entwickelt ist. + +Die ~Hirnhöhle~ besitzt bei den Säugetieren meist eine viel größere +Ausdehnung als bei den übrigen Wirbeltierklassen. Im allgemeinen zeigt +sich bei den verschiedenen Ordnungen eine beträchtliche Abstufung in +Größe und Ausbildung des Gehirns, so daß dasselbe von ~Owen~ als Basis +der Systematik verwendet wurde. Sehr bemerkenswert ist die von ~Marsh~ +zuerst beobachtete Tatsache, daß der Gehirnumfang bei den Säugetieren +der Eocänzeit durchwegs geringer ist als jener bei verwandten Formen +aus dem jüngeren Tertiär oder aus der Jetztzeit. Ja bei den riesigen +eocänen Amblypoden ist die Hirnhöhle so winzig, daß man deren Ausguß +durch den Medullarkanal der Wirbelsäule ziehen kann. + +~Entwicklung und Umgestaltung des Schädels.~ Wie bei den Reptilien +und Vögeln ist die Schädelbasis knorpelig präformiert, während sich +die Knochen der Schädeldecke in einer häutig fibrösen Grundlage +entwickeln. Die verschiedenen Knochen sind anfänglich alle getrennt +und entstehen von besonderen Ossifikationszentren, nach und nach +stoßen sie aneinander, werden durch Nähte verbunden oder verschmelzen +vollständig. Je nach der Art, wie sich diese Knochen im Verlauf der +Entwicklung gestalten, hängt die Ausbildung und äußere Erscheinung +des Kopfes ab und auf Grund ontogenetischer oder phylogenetischer +Erfahrung lassen sich bestimmte Zustände als ursprünglich, andere als +mehr oder weniger weitgehende Umgestaltungen bezeichnen. + + ~Primitiver ~Fortgeschrittener + Zustand.~ spezialisierter Zustand.~ + + Schädelknochen durch Nähte Schädelknochen verschmolzen. + vereinigt. + Hirnkapsel klein, schmal. Hirnkapsel groß, breit, gewölbt. + Schädel niedrig, Profil fast Stirnregion gewölbt oder steil + gerade. ansteigend. + Schnauze vor der Hirnhöhle Gesichtsteil kurz, steil + verlängert. abfallend oder Vorderpartie der + Kiefer gestreckt. + Nasenbeine lang; Nasenlöcher Nasenbeine kurz oder verkümmert; + nach vorn gerichtet. Nasenlöcher weit zurückreichend + oder nach oben gerichtet. + Oberkiefer niedrig. Oberkiefer hoch. + Jochbogen geschlossen. Jochbogen unterbrochen oder + rudimentär. + Augenhöhle hinten offen, in die Augenhöhle hinten geschlossen. + Schläfengrube übergehend. + Stirnbein und Praesphenoid dicht Stirnbein, zuweilen auch + oder mit schwach entwickelten benachbarte Kopfknochen und + Luftzellen. Schädelbasis mit Luftzellen + erfüllt. + Knochen der Schädeldecke glatt. Scheitel-, Stirn- und + Hinterhauptsbeine mit + vorragenden Kämmen, + Protuberanzen, Stirnzapfen + oder Geweihen. + Tympanicum ringförmig, unten Tympanicum unten geschlossen oder + offen, frei. aufgeblasen, mit äußerem + Gehörgang; mit dem Perioticum + verwachsen. + Gelenkgrube für den Unterkiefer Gelenkgrube eine stark vertiefte + seicht, hinten mit Processus Quer- oder Längsrinne bildend; + postglenoidalis. Processus postglenoidalis fehlt. + Unterkieferäste in der Symphyse Unterkieferäste in der Symphyse + durch Ligament verbunden. verschmolzen. + +Der ~Schultergürtel~ hat im Vergleich mit den niedrigen +Vertebratenklassen eine bedeutende Reduktion erlitten und besteht +häufig nur aus dem ~Schulterblatt~, zu dem bei denjenigen Formen, +welche ihre Vorderextremitäten mehr zum Greifen als zur Fortbewegung +benutzen, noch ein ~Schlüsselbein~ (Clavicula) kommt. Ein selbständig +entwickeltes ~Coracoid~ nebst einem ~Präcoracoid~ findet sich nur +bei Monotremen, bei allen übrigen ist dasselbe mit der Scapula +verschmolzen und stark reduziert. + +Das ~Schulterblatt~ (~Scapula~) (Fig. 478) ist eine ziemlich große, +aus Knorpeln hervorgehende Knochenplatte von oval-dreieckiger Form, +welche auf der Außenseite durch eine vorspringende Leiste (Spina oder +Crista scapulae) in einen vorderen und hinteren Abschnitt geteilt +wird. Das untere Ende dieser Leiste ragt in der Regel als ein etwas +verlängerter und gekrümmter Fortsatz (Acromion) vor. Der verschmälerte +Unterrand ist zu einer vertieften Gelenkfläche (Fossa glenoidalis ¡g¡) +zur Aufnahme des Oberarms verbreitert und endigt vorne in einem kurzen +Coracoidfortsatz (¡c¡), der aus einem besonderen Ossifikationszentrum +hervorgeht, in frühester Jugend auch noch durch Sutur mit der Scapula +vereinigt ist, später aber vollständig damit verschmilzt. + +[Illustration: Fig. 478. + +Rechtes Schulterblatt vom Hund. ¡s¡ Kamm (spina scapulae), ¡a¡ +Acromion, ¡c¡ Coracoidfortsatz, ¡g¡ Gelenkfläche, ¡v¡ vorderer +(Coracoid-) Rand, ¡h¡ hinterer (Glenoidal-) Rand, ¡o¡ oberer Rand.] + +[Illustration: Fig. 479. + +Rechter Oberarmknochen (Humerus) des Wombat (¡Phascolomys wombatus¡) +von vorne. 1/2 nat. Gr. (Nach ~Flower~.) ¡c¡ oberer Gelenkkopf +(caput), ¡t¡ tuberculum majus, ¡t'¡ tuberculum minus, ¡bg¡ fossa +bicipitalis, ¡d¡ Deltoidrauhigkeit, ¡sr¡ crista supinatoria, ¡ent¡ +Foramen entepicondyloideum, ¡ec¡ äußerer, ¡ic¡ innerer Gelenkknorren, +¡ar¡ radiale, ¡au¡ ulnare Gelenkrolle.] + +Das ~Schlüsselbein~ (Clavicula) ist ein paariger, dünner, +zylindrischer, etwas gebogener Knochen, welcher sich am Acromion +des Schulterblattes und am vordersten Ende des Brustbeins mittels +Ligaments befestigt. Es fehlt den Cetaceen, Sirenen, Ungulaten und den +meisten Carnivoren, wo es übrigens häufig noch als Rudiment in den +Muskeln liegt. + +Der kräftige, gerade oder etwas gebogene ~Oberarm~ (Humerus) +(Fig. 479) hat am oberen (proximalen) Ende einen ziemlich dicken, +gerundeten Gelenkkopf (¡c¡) und zwei vorstehende, zur Anheftung +von Muskeln bestimmte Höcker (tuberculum majus und tub. minus), +welche durch die Fossa bicipitalis (¡bg¡) getrennt werden. Von dem +außen gelegenen großen Höcker zieht sich in der Regel ein etwas +vorstehender, breiter rauher Kamm zur Anheftung des Deltoidmuskels +eine Strecke weit am Schaft des Humerus herab (crista deltoidea ¡d¡). +Das untere oder distale Ende ist quer verbreitert und mit einer +breiten, halbzylindrischen Gelenkrolle (Trochlea) versehen, die +meist durch eine mediane Vertiefung oder durch eine erhabene Leiste +(crista intertrochlearis) in eine radiale (¡ar¡) und eine ulnare +(¡au¡) Gelenkfläche geteilt wird. Neben der Gelenkrolle ragt außen +ein knorriger Vorsprung, der äußere Gelenkkopf (Ectocondylus ¡ec¡) +und auf der inneren Seite der interne Condylus (¡ic¡) vor. Über dem +letzteren ist der Humerus bei den primitiveren Formen der Säugetiere +von einem Foramen entepicondyloideum (¡ent¡) zum Durchtritt eines +Nervs und Blutgefäßes durchbohrt. Über der Gelenkrolle befindet sich +auf der Hinterseite eine mehr oder weniger tiefe Grube zur Aufnahme +des Ellenbogenfortsatzes der Ulna (Fossa olecrani), die zuweilen den +Humerus durchbohrt. In der Jugend sind die beiden Gelenkextremitäten +durch Epiphysen vom eigentlichen Schaft (Diaphyse) getrennt. + +Der ~Vorderarm~ (Fig. 480) besteht aus zwei Knochen, der ~Speiche~ +(Radius) und der Elle (Ulna, Cubitus), wovon der Radius mit der +äußeren und vorderen, die Ulna mit der inneren und hinteren +Gelenkrolle des Humerus artikuliert. Bei denjenigen Säugetieren, +welche die Vorderextremität mehr zum Greifen als zum Gehen benützen, +sind beide Knochen wohl ausgebildet, jedoch in der Art übereinander +gekreuzt, daß am distalen Ende die Ulna außen, der Radius innen +liegt, bei den übrigen steht die Ulna hinter dem Radius. Bei den +vorgeschritteneren Huftieren verkümmert der untere Abschnitt der Ulna +und verwächst vollständig mit dem Radius. + +[Illustration: Fig. 480. + +¡A¡ Linker Radius vom Hund von vorne. ¡c¡ obere, ¡g¡ untere +Gelenkfläche, ¡ps¡ processus styloideus, ¡e¡ Epiphyse. + +¡B¡ Linke Ulna vom Hund von vorne. ¡ol¡ Olecranon, ¡fs¡ Fossa +sigmoidea, ¡fl¡ Fossa lunaris, ¡c¡ Capitulum, ¡e¡ Epiphyse.] + +[Illustration: Fig. 481. + +¡A¡ linker Vorderfuß von ¡Procavia¡ (¡Dendrohyrax¡) ¡arborea¡. + +¡B¡ ¡Tapirus americanus¡. ¡C¡ rechter Vorderfuß vom Pferd. ¡R¡ Radius, +¡U¡ Ulna, ¡s¡ Scaphoideum, ¡l¡ Lunare, ¡c¡ Cuneiforme, ¡p¡ Pisiforme, +¡ce¡ Centrale, ¡tm¡ Trapezium, ¡td¡ Trapezoid, ¡m¡ Magnum, ¡u¡ +Unciforme, ¡I¡-¡V¡ erster bis fünfter Finger.] + +Das obere Ende des ~Radius~ hat eine seichte, quer ovale Gelenkgrube, +deren konvexer Innenrand sich dicht an die Ulna anlegt. Der Schaft +ist etwas abgeplattet, das untere Ende quer verbreitert und die +ausgehöhlte Gelenkfläche innen durch einen kurzen zugeschärften +Vorsprung (Processus styloideus ¡ps¡) begrenzt. Am oberen Ende +der Ulna ragt ein starker, vierseitiger, distal abgestutzter und +verdickter Knorren (Ellenbogenfortsatz, Olecranon ¡ol¡) mehr oder +weniger weit vor, dessen Vorderseite durch eine halbmondförmige +Gelenkfläche (Fossa lunaris), an welche sich der Radius anlegt, +senkrecht abfällt. Das untere distale Ende der Ulna ist in den meisten +Fällen schmäler als der Radius, hat eine konvexe Gelenkfläche und +meist auch einen Processus styloideus auf der Außenseite. + +Der ~Carpus~ oder die Handwurzel (Fig. 481) besteht bei allen +Säugetieren aus zwei Reihen kleiner platter Knöchelchen. Bei den +primitiveren Formen schaltet sich, wie bei den Reptilien, ein kleines +Os centrale zwischen die beiden Reihen ein. Von den drei Knöchelchen +der ersten oder proximalen Reihe entspricht das innere (Scaphoideum) +dem Radiale, das äußere (Cuneiforme) dem Ulnare, das mittlere (Lunare) +dem Intermedium der Reptilien; ein viertes äußeres und etwas nach +hinten gerichtetes Knöchelchen (das Erbsenbein oder Os pisiforme) wird +nicht zu den eigentlichen Carpalknöchelchen gezählt, sondern bald +als Rudiment eines sechsten Fingers, bald als ein großes Sesambein +betrachtet. Die Knöchelchen der distalen Reihe werden entweder +Carpalia I bis V, oder Trapezium, Trapezoid, Magnum und Unciforme +(Fig. 481) genannt. Im primitiven Carpus (Fig. 481 ¡A¡) bleiben +sämtliche Knochen getrennt und sind eher etwas alternierend als +serial angeordnet. Wird von der Hand nicht nur Beweglichkeit, sondern +auch Stärke und Tragfähigkeit verlangt, so erleidet der Carpus sehr +verschiedenartige, dem jeweiligen Bedürfnis entsprechende Umbildungen. +Die obere Reihe gewinnt zuweilen dadurch eine größere Festigkeit, daß +Scaphoideum und Lunare miteinander verschmelzen und ebenso findet in +der zweiten Reihe eine Verschmelzung von zwei oder mehr benachbarten +Knöchelchen statt. In anderer Weise erfolgt eine Verfestigung des +Carpus dadurch, daß sich die Carpalia der zweiten Reihe derart von +außen nach innen verschieben, daß eine alternierende und verschränkte +Anordnung zustande kommt. Denselben Erfolg hat auch eine ungewöhnliche +Breitenausdehnung eines Knöchelchens, z. B. des Magnum (Fig. 481 ¡C¡). +Die seitliche Verschiebung oder ungleiche Ausdehnung der distalen +Carpalia führt häufig zur gänzlichen Verdrängung des Trapezium. + +Auf den Carpus folgen die ~Metacarpalia~ oder Mittelfußknochen, und +zwar artikulieren am Unciforme stets die ~zwei~ äußeren Metacarpalia +(IV und V), während die übrigen Mittelhandknochen je einem Carpale +als Stütze dienen. Ursprünglich lagen die proximalen, häufig schwach +ausgehöhlten Gelenkenden der Metacarpalia in gleicher Ebene; meistens +greifen dieselben aber ziemlich weit in den Carpus herein und +verstärken dadurch das Knochengefüge. Der distale gewölbte Gelenkkopf +der Metacarpalia wird häufig durch einen vorspringenden, zugeschärften +Kamm (Leitkiel) in zwei Hälften geteilt. + +Von den fünf ~Fingern~ heißt der erste oder innere ~Daumen~ (Pollex). +Mit Ausnahme der Cetaceen hat kein Säugetier mehr als drei ~Phalangen~ +an jedem Finger, doch verkümmern am Daumen und kleinen Finger in der +Regel ein oder zwei Glieder und bei den Edentaten tritt zuweilen eine +Verschmelzung von zwei Phalangen ein. Bei den Fledermäusen verlängern +sich sowohl die Metacarpalia als die Phalangen in ungewöhnlicher +Weise zur Befestigung der Flughaut. + +Die Endphalangen haben sehr verschiedene Form und werden ringsum oder +vorne von hornigen Hufen, Krallen oder Nägeln umschlossen. An den +Gelenkverbindungen von Metacarpus und den ersten Phalangen liegen +auf der Hinterseite der Hand sehr häufig paarig entwickelte, kleine, +halbmondförmige Sesambeine, die im Bindegewebe entstehen. + +Das ~Becken~ (pelvis Fig. 482) wird jederseits aus drei in +der seitlich gelegenen Gelenkpfanne für den Oberschenkel +zusammenstoßenden, meist sehr frühzeitig zu einem sog. Os innominatum +verschmolzenen Knochen, dem Hüftbein oder Darmbein (Ilium ¡Il¡), dem +Schambein (Pubis ¡Pb¡) und dem Sitzbein (Ischium ¡Is¡) gebildet. In +der Mitte der Bauchseite stoßen die beiden Beckenhälften in einer +Symphyse zusammen und umschließen jederseits eine große, mit Muskeln +und Bindegewebe erfüllte Öffnung (Foramen obturatorium ¡fo¡). + +[Illustration: Fig. 482. + +Rechte Beckenhälfte vom Hund von vorn gesehen. ¡Il¡ Ilium, ¡Pb¡ Pubis, +¡Is¡ Ischium, ¡a¡ Pfanne, ¡fo¡ Foramen obturatorium, ¡s¡ Symphyse.] + +[Illustration: Fig. 483. + +Rechtes Femur vom Hund von hinten. ¡c¡ Condylus, ¡tr¡^1 großer, +¡tr¡^2 kleiner, ¡ci¡ innerer Gelenkkopf, (Entocondylus), ¡ca¡ äußerer +Gelenkkopf, ¡f¡ Fossa intercondyloidea.] + +[Illustration: Fig. 484. + +Linke Tibia (¡T¡) und Fibula (¡Fi¡) nebst Patella (¡Pa¡) vom Hund von +vorne. ¡c¡ oberes Gelenkende, ¡g¡ unteres Gelenkende der Tibia, ¡cn¡ +Procnemialkamm, ¡mi¡ malleus internus, ¡co¡ unteres Gelenkende der +Fibula.] + +Der ~Oberschenkelknochen~ (Femur Fig. 483) ist meist lang zylindrisch. +Am oberen Ende ragt ein halbkugeliger, durch eine Einschnürung (Hals) +vom eigentlichen Schaft getrennter Gelenkkopf nach innen und vorne +vor. Dem Kopf gegenüber befindet sich auf der hinteren und äußeren +Seite ein kräftiger Muskelansatz, der große Trochanter (Trochanter +major ¡tr¡^1), begrenzt von einer mehr oder weniger vertieften +Grube (Fossa digitalis). Ein kleiner, konischer Höcker, der kleine +Trochanter (Trochanter minor ¡tr¡^2) liegt unmittelbar unter dem +Kopf auf der vorderen Innenseite. Ein dritter Trochanter (Trochanter +tertius ¡tr¡^3) ragt am Hinterrand in einiger Entfernung unter +dem großen Trochanter vor, ist jedoch nur bei Huftieren, Nagern, +Insectivoren und Edentaten deutlich entwickelt. Das distale Ende des +Femur wird durch die stark verdickte, vorne schmale und jederseits +von einem vorragenden Kamm begrenzte Gelenkrolle gebildet. Dieselbe +wird außen und innen durch je einen großen knorrigen gerundeten +Gelenkkopf (Ectocondylus und Entocondylus) begrenzt, zwischen denen +auf der Hinterseite eine ziemlich tiefe und breite Grube (Fossa +intercondyloidea ¡f¡) liegt. + +[Illustration: Fig. 485. + +Rechter Hinterfuß ¡A¡ von ¡Palaeotherium¡, ¡B¡ vom Schwein, ¡C¡ von +¡Hipparion¡. ¡ca¡ und ¡c¡ Calcaneum, ¡a¡ Astragalus, ¡n¡ Naviculare, +¡cb¡ Cuboideum, ¡c¡^3, ¡c¡^2, ¡c¡^1 Cuneiforme tertium, secundum, +primum, ¡m¡ Metatarsalia, ¡II¡-¡V¡ zweite bis fünfte Zehe.] + +Das verdickte obere Ende der ~Tibia~ (Fig. 484) bildet eine +dreieckige, wenig vertiefte Gelenkfläche (¡c¡), die durch eine mediane +Erhöhung in zwei Hälften zerlegt wird; die Hinterseite des Schaftes +ist abgeplattet und jederseits kantig begrenzt; die Vorderseite bildet +unter dem oberen Gelenkende einen mehr oder weniger zugeschärften Kamm +(Procnemialcrista ¡cn¡), und das distale Ende eine quer verbreiterte +Gelenkfläche (¡g¡), die häufig durch eine gerundete Mittelerhebung +halbiert wird; auf der Innenseite wird dieselbe durch einen Vorsprung +(Malleolus internus ¡mi¡) begrenzt. Das ~Wadenbein~ (Fibula ¡Fi¡) ist +stets ein dünner Knochen, dessen unteres Ende (¡co¡) häufig als ein +dem Malleolus internus entsprechender Fortsatz vorragt und sich auf +die vordere Außenfläche des Astragalus oder auf das Calcaneum stützt. +Bei den vorgeschritteneren Huftieren verkümmert die Fibula entweder +vollständig oder bis auf ein kleines distales, seltener proximales +Rudiment. + +Zwischen Femur und Tibia liegt auf der Vorderseite die kleine, durch +Bänder mit der Tibia verbundene ~Kniescheibe~ (Patella ¡Pa¡). + +Die ~Fußwurzel~ oder der ~Tarsus~ (Fig. 485) besteht wie die +Handwurzel aus zwei Knöchelchenreihen, zwischen welche sich jedoch +stets ein wohl entwickeltes Zwischenknöchelchen (Naviculare oder +Centrale) einschiebt. Die proximale Reihe besteht lediglich aus +~Sprungbein~ (Astragalus) und ~Fersenbein~ (Calcaneum). Der Astragalus +(Fig. 486) liegt auf der inneren, das Calcaneum auf der äußeren Seite; +ersterer bildet mit dem distalen Ende der Tibia das Sprunggelenk; +seine nach vorne und oben gerichtete tibiale Gelenkfläche ist bei +den plumpsten Huftieren (¡Amblypoda¡, ¡Proboscidea¡) fast eben, in +der Regel jedoch als ein vorspringender halbzylindrischer Gelenkkopf +ausgebildet, der sich durch eine mehr oder weniger tiefe mediane +Aushöhlung in eine Gelenkrolle (Trochlea) umwandeln kann. Der +distale Teil des Astragalus verlängert sich häufig zu einem Hals und +wird entweder durch eine flache oder schwach gewölbte Gelenkfläche +für das Naviculare abgestutzt oder besitzt am distalen Ende eine +breite, gewölbte, nach hinten verlängerte Gelenkrolle, die sich auf +Naviculare, Cuboideum und Calcaneum stützt (Fig. 487 ¡B¡). Auf der +Hinterseite hat der Astragalus ein bis zwei Fasetten für das Calcaneum +und eine für das Cuboideum. Bei altertümlichen Formen befindet sich +oberhalb der proximalen Fasette ein Foramen. + +[Illustration: Fig. 486. + +Linker Astragalus vom Hund. ¡A¡ von vorne und oben, ¡B¡ von hinten +und unten. ¡C.¡ ¡D.¡ Linker Astragalus eines großen Wiederkäuers +(¡Helladotherium¡). ¡C¡ von vorne und oben, ¡D¡ von hinten und unten. +1/3 nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.) ¡t¡ tibiale Gelenkrolle (Trochlea), ¡c¡, +¡c'¡ der mit dem Calcaneum zusammenstoßende Seitenrand, ¡a¡ Grube zur +Aufnahme des Unterrandes der Tibia, ¡n¡ Fasette für das Naviculare, +¡cub¡ Fasette für Cuboideum, ¡cal¡ Fasetten für Calcaneum.] + +Das ~Calcaneum~ (Fersenbein, Fig. 487) ist ein länglicher, kantiger +Knochen, dessen hinterer Teil zu einem abgestutzten Stiel (Tuber +calcis ¡tc¡) ausgezogen ist, der bei den Sohlengängern auf dem Boden +aufruht und die Ferse bildet, bei den Zehengängern und Huftieren aber +schräg nach oben und hinten gerichtet ist. Am distalen Ende stößt +das Calcaneum mit dem Cuboideum (¡cub¡) zusammen, während es mit der +vorderen und oberen ausgehöhlten Seite den Astragalus stützt. Ein +nach innen vorspringender Fortsatz (sustentaculum) enthält die innere +oder sustentaculare Fasette (¡as¡) für den Astragalus, während am +entgegengesetzten äußeren Teil sich die häufig durch einen Querkamm +geteilte ektale oder peroneale Fasette (¡p'¡) befindet. Zuweilen ist +noch eine Gelenkfläche (¡p¡) für die Fibula vorhanden. + +Das ~Cuboideum~ (Würfelbein) ist ein würfelförmiger oder unregelmäßig +vierseitiger Knochen, dessen Höhe die Breite meist übertrifft. Das +~Naviculare~ breitet sich über die drei nebeneinander liegenden +~Cuneiformia~ aus. + +Die ~Metatarsalia~ (¡Mt¡) stimmen im wesentlichen mit den Metacarpalia +überein, doch sind ihre proximalen Gelenkflächen fast immer +abgeplattet, dicht an die distalen Fasetten der Tarsalia angepreßt +und meist in einer Ebene gelegen. Am Cuboideum artikulieren die zwei +äußeren Metatarsalia (¡Mt IV¡ und ¡V¡), alle übrigen Tarsalia werden +nur durch je einen Mittelfußknochen gestützt. Durch Verstärkung und +Ausdehnung von ¡Mt III¡ und ¡Mt IV¡ treten am Hinterfuß dieselben +Reduktionen ein wie am Vorderfuß, und zwar fällt derselben zuerst die +große oder erste Zehe (Hallux), darauf die fünfte, dann die zweite und +im äußersten Falle (beim Pferd) auch die vierte Zehe zum Opfer. Bei +den Wiederkäuern verschmelzen ¡Mt III¡ und ¡IV¡ wie am Vorderfuß zu +einem Canon. + +Die ~Phalangen~ und Sesambeine der Hinterextremitäten unterscheiden +sich in Zahl, Form und Größe in der Regel nicht wesentlich von denen +der Vorderfüße; die Endglieder sind auch hier von Krallen, Hufen oder +Nägeln umgeben. + +[Illustration: Fig. 487. + +Linkes Calcaneum ¡A¡ vom Hund, ¡B¡ von ¡Macrauchenia¡. ¡tc¡ tuber +calcis, ¡su¡ Sustentaculum, ¡as¡ sustentaculare Fasette für den +Astragalus, ¡p'¡ ectale Fasette für den Astragalus, ¡cub¡ distale +Fasette für das Cuboideum, ¡p¡ Fasette für die Fibula.] + +Im allgemeinen steht die Ausbildung der Extremitäten im engsten +Zusammenhang mit den Verrichtungen derselben, also auch mit der +Lebensweise des Tieres. Da nun die Extremitäten in vielen Fällen +ausschließlich zum Gehen, in anderen zum Gehen und Greifen, zum +Klettern und Graben, zum Fliegen oder Schwimmen dienen, so entspricht +jeder dieser Funktionen eine besondere Einrichtung, die unter +Umständen in ähnlicher Weise bei Tieren von sehr verschiedener +Organisation wiederkehrt. Es setzt diese Tatsache eine gewisse +Plastizität des ganzen Organismus und damit auch des Knochengerüstes +voraus, welche sich häufig sehr deutlich in den verschiedenaltrigen +Vertretern einer bestimmten Gruppe in Gestalt phylogenetischer +Durchgangsstadien kund gibt. Das Studium der Veränderungen im +Säugetierskelett während der phyletischen Entwicklung, die sog. +»Kinetogenese«, ist in neuester Zeit vorzüglich durch ~Cope~ und +~Osborn~ gefördert und im Sinne der ~Lamarckschen~ Anschauungen +ausgebaut worden.[117] + +Neben dem eigentlichen Knochengerüst hat bei den Säugetieren das +~Gebiß~[118] das größte praktische Interesse, indem die Zähne nicht +nur eine außerordentlich mannigfaltige Differenzierung aufweisen, +sondern auch in engster Beziehung zur Ernährung und zum ganzen +Skelettbau stehen. Sie wurden darum von jeher mit Vorliebe für die +Systematik verwertet und spielen insbesondere in der Paläontologie +wegen ihrer Widerstandsfähigkeit gegen die zerstörenden Einflüsse der +Fossilisation eine wichtige Rolle. + +[Illustration: Fig. 488. + +Vertikale Durchschnitte verschiedener Zähne. ¡e¡ Schmelz, ¡d¡ Dentin, +¡c¡ Zement, ¡p¡ Pulpa. ¡A¡ einwurzeliger Schneidezahn, ausgewachsen, +die Pulpa in einen feinen Kanal ausgezogen. ¡B¡ junger, in der +Entwicklung begriffener Schneidezahn mit weit offener Pulpa. ¡C¡ +Schneidezahn eines Nagers nur an der Vorderseite mit Schmelz bedeckt, +mit persistenter Pulpa. ¡D¡ zweiwurzeliger Backzahn des Menschen mit +niedriger, breiter Krone. ¡E¡ Backzahn eines Ochsen mit hoher Krone +und tiefen Schmelzfalten, deren Zwischenräume mit Zement ausgefüllt +sind. Der Schmelz ist an der Oberfläche abgekaut und dadurch die +Dentinsubstanz an der Usurfläche bloßgelegt.] + +Die meisten Säugetierzähne bestehen aus Schmelz, Dentin und Zement +und enthalten eine mit zelligem Gewebe erfüllte und mit Blutgefäßen +und Nerven versehene Pulpa (Fig. 488). Vasodentin kommt nur bei den +Edentaten vor. Das Zement (Crusta petrosa) bedeckt in der Regel als +dünner Überzug die Wurzel; nicht selten aber auch als eine mehr oder +weniger dicke weiße Kruste die Krone, oder es füllt Vertiefungen und +Zwischenräume derselben aus. Die Pulpa bildet an jungen Zähnen in +Krone und Wurzel einen großen Hohlraum: bei mehrwurzeligen Zähnen +verzweigt sie sich und sendet in jede Wurzel eine Verlängerung. +An jungen in der Entwicklung begriffenen Zähnen ist die Pulpa an +der Basis des Zahnes weit geöffnet und nach vorne verengt. Diese +Beschaffenheit erhält sich dauernd bei allen wurzellosen, mit sog. +persistenter Pulpa versehenen Zähnen. Zähne mit niedriger Krone, +wohl entwickelten Wurzeln und an der Basis verengter Pulpa werden +~brachyodont~, solche von hoher zylindrischer oder prismatischer +Gestalt mit weit offener Pulpa, ohne oder mit nur im hohen Alter +vorhandenen schwachen Wurzeln ~hypselodont~ oder ~hypsodont~ genannt. + +Die Ausbildung der Säugetierzähne wird wesentlich durch ihre +physiologische Funktion beeinflußt. Dienen sie lediglich zum Ergreifen +und Festhalten der Nahrung, so entspricht der einfache Kegelzahn am +besten dieser Aufgabe; werden sie als Waffe oder als Instrumente +zur Beseitigung von Hindernissen verwendet, so verlängern sie sich, +ragen aus der Mundhöhle vor und wandeln sich in Stoßzähne um. Ist die +Nahrungszufuhr reichlich, und bedarf es zur Zerkleinerung derselben +einer vollkommeneren Einrichtung, so tritt Arbeitsteilung und +Spezialisierung des Gebisses ein. Gewissen Zähnen fällt die Funktion +zu, die Nahrung zu ergreifen und festzuhalten, anderen dieselbe +zu zerreißen oder zu zerschneiden oder zu zermalmen, und da diese +Arbeiten meist in verschiedenen Teilen der Mundhöhle ausgeführt +werden, so erleiden die vorderen Zähne andere Differenzierungen als +die hinteren. + +Ein gänzlicher Mangel an Zähnen tritt nur dann ein, wenn, wie bei +den Walen, Ameisenfressern und Schnabeltieren eine Zerkleinerung +der Nahrung überhaupt nicht erforderlich ist; eine gleichförmige +Ausbildung aller Zähne (~Isodontie~) kommt nur bei Meersäugetieren +vor, deren Zähne, wie die der meisten niederen Vertebraten, lediglich +zum Festhalten der Nahrung dienen. Weitaus die meisten Säugetiere +besitzen ein »~anisodontes~« differenziertes Gebiß, dessen Zähne +sich in den beiden Kieferhälften symmetrisch wiederholen. Die im +Zwischenkiefer und in der Symphyse des Unterkiefers eingepflanzten, +stets einwurzeligen oder mit persistenter Pulpa versehenen Zähne +heißen ~Schneidezähne~ (dentes incisivi ¡J¡). Auf die Schneidezähne +folgt jederseits im Oberkiefer unmittelbar hinter der Zwischen- +und Oberkiefernaht ein meist konischer, ein- selten zweiwurzeliger +~Eckzahn~ (dens caninus oder laniarius ¡C¡), dem im Unterkiefer ein +ähnlich geformter Zahn entspricht, welcher bei geschlossenem Kiefer +unmittelbar vor dem oberen Eckzahn eingreift. Hinter dem Eckzahn +beginnen die ~Backenzähne~ (dentes molares), wovon die vorderen, meist +etwas einfacher gebauten als Lückenzähne oder Praemolares (Molares +spurii ¡P¡), die hinteren als echte Molaren (Molares veri ¡M¡) +bezeichnet werden. Sind in einem Gebiß sämtliche Sorten von Zähnen +vorhanden, so gilt dasselbe für vollständig; es ist unvollständig, +wenn entweder Schneidezähne, Eckzähne oder Backenzähne fehlen. + +Bei den Zahnwalen, Sirenen und den meisten Edentaten bleiben die +einmal vorhandenen, meist sehr einfachen Zähne zeitlebens in Gebrauch. +Diesen wenigen ~monophyodonten~ Formen steht die große Mehrzahl der +übrigen ~diphyodonten~ Säuger gegenüber, bei denen ein Zahnwechsel +stattfindet. Die Ersatzzähne bilden sich jedoch nicht wie bei Fischen, +Amphibien und Reptilien das ganze Leben hindurch, sondern nur ein +einzigesmal; sie verdrängen die zuerst vorhandenen sog. ~Milchzähne~ +und treten als ~definitives~ oder ~Ersatzgebiß~ (Dauergebiß) an +deren Stelle. Im Milchgebiß werden ebenfalls Schneidezähne, Eckzähne +und Backenzähne unterschieden, wovon die beiden ersteren fast immer +mit ihren Ersatzzähnen in Zahl und Form übereinstimmen, während +die Milchbackenzähne in geringerer Anzahl vorhanden sind und in +ihrer Ausbildung häufig mehr den hinteren echten Molaren als ihren +Ersatzzähnen entsprechen. Den echten (d. h. hinteren) Molaren des +definitiven Gebisses gehen niemals Milchzähne voraus, dagegen +werden die Milchbackenzähne durch Praemolaren verdrängt. Nicht +immer folgen sämtlichen Zähnen des Milchgebisses Ersatzzähne. Bei +Huftieren treten z. B. öfters nur drei Praemolaren an Stelle von vier +Milchbackenzähnen, ja bei den Beuteltieren wird meist nur ein einziger +(der letzte) Milchbackenzahn ersetzt, die vorderen bleiben dauernd in +Funktion und vertreten die Antemolaren der übrigen Säugetiere. Der +Zahnersatz ist offenbar im Verschwinden begriffen, denn selbst bei den +Säugetieren mit vollständigem Milchgebiß erfolgt der Zahnwechsel in +einem früheren Altersstadium als bei ihren Ahnen im älteren Tertiär. + +Die ~Zahl~ der Zähne ist bei monophyodonten Säugern höchst variabel. +Bei den Diphyodonten sind nicht nur die beiden Kieferhälften +symmetrisch bezahnt, sondern es herrscht auch eine bestimmte Regel in +der Zahl und Verteilung der verschiedenen Zähne. Beinahe in sämtlichen +Ordnungen und Familien der Säugetiere besitzen die geologisch +jüngeren Formen weniger Zähne als die älteren Vertreter derselben +Entwicklungsreihe. Eine Vermehrung der normalen Zahnzahl im Verlauf +der phyletischen Entwicklung kommt dagegen bei diphyodonten Säugern +niemals vor. Die Reduktion beginnt fast immer mit den am Ende einer +bestimmten Kategorie stehenden Zähnen, z. B. mit dem ersten ¡J¡, dem +vordersten ¡P¡ oder dem letzten ¡M¡ und schreitet von da nach vorne +oder hinten weiter.[119] + +~Form~ und ~Größe~ der verschiedenen Zähne hängt ab von ihrer +Stellung, von ihrer Funktion und ihrer Ernährung. Als primitives Gebiß +der Säugetiere darf man wohl eine aus konischen, einwurzeligen Zähnen +bestehende, durch gleichmäßige Lücken getrennte Zahnreihe annehmen. +Die geringste Abweichung vom ursprünglichen Kegelzahn zeigen die +~Eckzähne~. Sie sind in den meisten Fällen konisch, einspitzig, öfters +etwas rückwärts gekrümmt, einwurzelig (nur bei einigen fossilen +Beuteltieren und Insectivoren zweiwurzelig) und dienen hauptsächlich +zum Ergreifen und Zerreißen der Nahrung, sie sind darum auch bei +Fleischfressern am stärksten entwickelt. + +Den ~Schneidezähnen~ liegt in der Regel die Funktion ob, die Nahrung +zu ergreifen und zu zerschneiden. Im ersteren Fall behalten sie +konische Form und gleichen den Eckzähnen, im zweiten plattet sich +die Zahnkrone in der Richtung von vorne nach hinten ab, erhält einen +schneidenden Rand und wird meißel- oder schaufelförmig. Sie sind +stets einwurzelig. Fallen den Schneidezähnen besondere Verrichtungen +zu, so modifiziert sich demgemäß ihre Form. So werden die zum Nagen +benützten Incisiven groß, gekrümmt, an der Krone zugeschärft, meist +sehr lang und sind häufig nur auf der Vorderseite mit Schmelz bedeckt. +Die starken, konischen oberen Schneidezähne der Sirenen werden +zum Herausreißen von Wasserpflanzen benützt; die gewaltigen, mit +persistenter Pulpa versehenen, entweder schmelzlosen oder nur mit +einem Schmelzband bedeckten Stoßzähne der Proboscidier und des Narwal +dienen als Waffe oder zur Beseitigung von Hindernissen etc. Mit der +Größenzunahme und besonderen Differenzierung einzelner Schneidezähne +verbindet sich in der Regel die Verminderung ihrer Zahl; gänzlichen +Mangel an Schneidezähnen findet man bei den meisten Edentaten; bei +den Ruminantiern gehen die oberen, bei den meisten Proboscidiern die +unteren ¡J¡ durch Schwund verloren. + +Bei weitem die mannigfaltigsten Verrichtungen kommen den +~Backenzähnen~ zu, und demgemäß weisen dieselben auch die größten +Differenzierungen auf. Im allgemeinen haben sie die Tendenz, ihre +Krone zu vergrößern, mit Spitzen, Höckern oder Leisten auszustatten +und dadurch zum Zerkleinern der Nahrung geeigneter zu machen. Bei +Fleisch- und Insektenfressern dienen die Backenzähne lediglich zum +Zerschneiden der Beute und zum Zermalmen von Knochen. Zähne mit +schmalen, verlängerten, zugeschärften und mehrspitzigen Kronen werden +für die erste Verrichtung, breitere, mit spitzen Höckern versehene +Kronen für die zweite am geeignetsten sein. Bei allen Insekten- und +Fleischfressern haben demgemäß die besonders tätigen Backenzähne +schneidende, mehrspitzige (~sekodonte~) Kronen und arbeiten wie +die Blätter einer Schere, indem die unteren Zähne von den oberen +umschlossen werden und letztere über die ersteren vorragen. Tiere, +welche sich von gemischter Kost ernähren, haben ~bunodontes~ Gebiß, +sie suchen die niedrigbleibende Krone der Backenzähne zu vergrößern +und mit konischen Höckern auszustatten. Die Bewegung des Unterkiefers +ist wie bei den Insekten- und Fleischfressern vertikal (orthal) und +der Condylus quer gestellt. + +Die verschiedenartigste Ausbildung erlangen die Backenzähne der reinen +Pflanzenfresser. Auch hier zeigt sich das Bestreben, die Zahnkrone in +die Breite und Länge zu vergrößern, mit Höckern auszustatten und zum +Zerreiben der Nahrung geeignet zu machen. Die konischen Höcker des +ursprünglich bunodonten Zahnes nehmen ¥V-förmige¥ Gestalt an, indem sich +zwei konvergierende Grenzkanten bilden. Durch kräftige Entwicklung +der Schenkel dieser ¥V-förmigen¥ Hügel und durch Zusammenstoßen ihrer +Enden oder aber durch direkte Verbindung von zwei Höckern durch +gerade oder gebogene Querkämme entstehen komplizierte, mit Jochen +versehene, ~lophodonte~ Kronen. Einen wesentlichen Einfluß auf die +Formierung und Richtung dieser Leisten und Joche übt die Bewegung des +Unterkiefers; wird derselbe beim Kauen wie bei den meisten herbivoren +Huftieren von außen nach innen (ektal) oder von innen nach außen +(ental) bewegt, so sind die ¥V-förmigen¥ Höcker hintereinander nach der +Längsachse des Zahnes angeordnet, und die Seitenleisten der Höcker, +sowie die Querjoche stehen schief zu derselben. Sehr häufig runden +sich die Spitzen der ¥V-Höcker¥ ab und bilden alsdann halbmondförmige +(~selenodonte~) Joche. Schiebt sich der Unterkiefer beim Kauen wie bei +den meisten Nagern von vorne nach hinten (proale Mastikation), wobei +der Condylus in einer Längsrinne der Schläfenbeinbasis bewegt wird, +so stellen sich die Joche quer zur Längsachse. Dieselbe Anordnung +der Joche zeigt sich auch bei den Proboscidiern, deren Unterkiefer +sich von hinten nach vorne (palinal) bewegt. Durch Fältelung der +Schmelzjoche, durch Bildung von spornförmigen Fortsätzen, durch +Einschaltung von Neben- und Zwischenhöckern, durch Entwicklung von +Basalwülsten und schließlich durch Ansatz von Höckern und Jochen +am hinteren Ende des Zahnes kann sowohl die bunodonte als auch +die lophodonte Zahnkrone eine kompliziertere Ausbildung erlangen. +Im allgemeinen sind die oberen Backenzähne, da sie über die des +Unterkiefers vorragen, fast immer breiter als die unteren; die +letzteren hingegen dehnen sich in der Längsrichtung aus. + +[Illustration: Fig. 489. + +Hypothetische Entwicklung des trituberkulären Zahnes. ¡A¡ Obere und +untere Molaren von innen. ¡B¡ obere und untere aufeinander gezeichnet. +¡pr¡ Protocon, ¡pa¡ Paracon, ¡prd¡ Protoconid, ¡pad¡ Paraconid, med +Metaconid, ¡end¡ Entoconid, ¡tald.¡ Talonid. (Nach ~Gregory~.)] + +[Illustration: Fig. 490. + +¡A¡ ¡Dryolestes¡. Oberer Jura. Untere ¡M¡ noch trituberkulär, ohne +Hypoconid, obere ¡M¡ trituberkulär mit Parastyl. ¡B¡ ¡Triisodon¡. +Unterstes Eocän. Untere ¡M¡ tuberkulärsektorial. Beide Zahnreihen +aufeinandergezeichnet; ¡pr¡, ¡pa¡, ¡prd¡, ¡pad¡, ¡med¡, ¡end¡ wie +in Fig. 489. ¡me¡ Metacon, ¡ps¡ Parastyl, ¡ml¡ Metaconulus, ¡hyd¡ +Hypoconid. (Nach ~Gregory~.)] + + ~E. Cope~ und ~H. F. Osborn~ haben versucht, die mannigfachen + Modifikationen der Backzähne von dem einfachen kegelförmigen + Reptilienzahn abzuleiten. Aus diesem »~haplodonten~« Zahn wird + durch Hinzutreten von Nebenspitzen und durch beginnende Teilung + der Wurzel der »~protodonte~« Zahn. Wenn seine Nebenspitzen fast + ebenso groß geworden sind wie die ursprüngliche Hauptspitze, + so entsteht entweder der »~trikonodonte~« Zahn, dessen Spitzen + sämtlich in einer geraden Linie angeordnet sind, oder der + »~trituberkuläre~« Zahn, dessen Nebenspitzen seitlich von der + Hauptspitze stehen und mit ihr alternieren. Beide Zahntypen + besitzen je zwei Wurzeln, jedoch erfolgt mit fortschreitender + Komplikation des oberen ~trituberkulären~ Zahnes eine Zweiteilung + seiner Außenwurzel. + + Der trikonodonte Zahn ist auf ganz wenige Säugetiere beschränkt + und hat auch keineswegs die Bedeutung für die weitere Entwicklung + der Molaren, welche ihm früher beigelegt wurde, denn dieser + liegt unzweifelhaft der ~trituberkuläre~ Zahntypus zugrunde, + dessen erste Anfänge bereits bei gewissen ¡Cynodontia¡, den + reptilienartigen Vorläufern der Säugetiere wahrnehmbar sind. + +[Illustration: Fig. 491. + +Entwicklung der Huftiermolaren. Obere und untere ¡M¡ +aufeinandergezeichnet. ¡pr¡, ¡pa¡, ¡me¡, ¡ml¡, ¡prd¡, ¡pad¡, ¡med¡, +¡end¡, ¡hyd¡ wie in Fig. 490. ¡hy¡ Hypocon, ¡pl¡ Protoconulus. +(Nach ~Osborn~.)] + +[Illustration: Fig. 492. + +¡A¡ ¡Elotherium¡, unterer ¡M¡ bunodont, ¡B¡ ¡Hyrachyus¡, unterer ¡M¡ +lophodont, ¡C¡ ¡Anoplotherium¡, Außenhügel halbmondförmig. Innenhügel +konisch. ¡M¡_{3} mit drittem Halbmond.] + + Der »~trituberkuläre~« Zahn -- »~Trigon~« im Oberkiefer, + »~Trigonid~« im Unterkiefer -- genügte zwar, so lange die Tiere + geringe Körpergröße besaßen und sich hauptsächlich von Insekten + nährten. Die allmähliche Zunahme der Körperdimensionen und die + hiermit verbundene Anpassung an Fleischnahrung oder gemischte Kost + erforderte jedoch eine weitere Verstärkung der Backenzähne, welche + dadurch bewerkstelligt wurde, daß an den unteren Molaren ein zwei- + oder dreispitziges »~Talonid~« als Antagonist der Hauptspitze des + entsprechenden oberen Molaren entstand und an den oberen Molaren + die beiden Außenspitzen sich vergrößerten und außerdem zwei + kleine Zwischenspitzen sich bildeten, von welchen die hintere bei + gemischter Kost öfter in einen zweiten Innenhöcker umgewandelt + wurde; dieser zweite Innenhöcker erweist sich aber auch nicht + selten als eine aus dem Basalband hervorgegangene Neubildung. Die + einzelnen Bestandteile des fünf- resp. sechshöckerigen Zahnes + führen folgende Namen: + + A. ~Obere trituberculäre Molaren.~ + abgekürzt + Vordere Innenspitze oder Höcker -- Protoconus -- pr. + hintere » » » -- Hypoconus -- hy. + vordere Außenspitze » » -- Paraconus -- pa. + hintere » » » -- Metaconus -- me. + vordere Zwischenspitze » » -- Protoconulus -- pl. + hintere » » » -- Metaconulus -- ml. + + B. ~Untere tuberculärsektoriale Molaren.~ + + Vordere Außenspitze oder Höcker -- Protoconid -- prd. + hintere » » » -- Hypoconid -- hyd. + vordere unpaare Spitze » » -- Paraconid -- pad. + hintere » » » » -- Mesoconid -- msd. + vordere Innenspitze » » -- Metaconid -- med. + hintere » » » -- Entoconid -- end. + + Die weitere Differenzierung äußert sich an den oberen Molaren + in dem Auftreten von Außenpfeilern -- ~Parastyl~, ~Mesostyl~, + ~Metastyl~ -- bei omnivorer oder herbivorer Lebensweise + in Vergrößerung des Hypoconus und in Verschmelzung des + vorderen Zwischenhöckers mit dem Protoconus (Fig. 493 A) + ~quadrituberkulärer~ Zahn, oder es verbinden sich die + Zwischenhöcker mit dem benachbarten Innenhöcker zu je einem + Querjoch (Fig. 493 C) ~lophodonter~ Zahn. An den unteren Molaren + verschwindet das Paraconid und alle Innen- und Außenhöcker werden + gleich groß, wobei auch hier die Höcker sich paarweise zu Jochen + verbinden können (Fig. 492 B). Am letzten unteren Molaren entsteht + nicht selten ein dritter Lobus (Fig. 492 C). Durch Hinzutreten + von Querjochen kommen ~polylophodonte~ Zähne (Fig. 495) zustande. + In ähnlicher Weise könnte man sich auch die ~multituberkulären~ + Zähne (Fig. 494) entstanden denken, allein sie treten bereits + gleichzeitig mit dem Trituberkulär- und Trikonodontentypus auf, + was sich mit der Ableitung von einem dieser beiden Typen nicht + gut vereinbaren läßt. Bei den Fleischfressern hingegen verkümmern + nach und nach die oberen sowie die beiden letzten unteren Molaren, + desgleichen auch das Metaconid und Talonid des ersten unteren + Molaren. Dafür wird jedoch Paraconid und Protoconid sowie der + letzte obere Prämolar verstärkt und beide Zähne wirken zusammen + als eine Schere. + +[Illustration: Fig. 493. + +Vier-, fünf- und sechshöckerige obere Molaren von unten. ¡A¡ +¡Prodremotherium¡, ¡B¡ ¡Anoplotherium¡, ¡C¡ ¡Lophiotherium¡.] + +[Illustration: Fig. 494. + +Multituberkuläre Backzähne von Allotherien. ¡A¡, ¡B¡ Oberkieferzahn +von ¡Cimolomys¡. ¡C¡ Unterkieferzahn von ¡Cimolomys¡. 3/1 nat. Gr. +(Nach ~Marsh~.)] + +[Illustration: Fig. 495. + +¡Polylophodonter¡ oberer ¡M¡ von ¡Stegodon¡. Ca. 1/2 natürl. Größe.] + + Die ~Praemolaren~ erlangen in der Regel nicht den hohen Grad der + Differenzierung wie die Molaren. Sie sind meist einfacher, und + selbst wenn sie ihnen gleich werden, ist doch die Reihenfolge der + neu auftretenden Höcker eine andere als bei den Molaren, weshalb + auch die einzelnen Höcker nicht mit denen der Molaren homologiiert + werden können. ~Scott~[120] nennt sie: + + Untere P. Obere P. + + 1 Außenhöcker Protoconid. 1 Außenhöcker Protoconus. + Vorderhöcker Paraconid. 1 Innenhöcker Deuteroconus. + 1 Innenhöcker Deuteroconid. 2 Außenhöcker Tritoconus. + 2 Außenhöcker Metaconid. 2 Innenhöcker Tetartoconus. + 2 Innenhöcker Tetartoconid. + +Die Systematik der Säugetiere ist durch die Entdeckung zahlreicher +fossiler Formen wesentlich beeinflußt worden, denn einerseits +werden nicht selten durch sie scheinbar nicht verwandte lebende +Gattungen und selbst Familien und Ordnungen miteinander verbunden +und die vermeintlichen scharfen Grenzlinien zwischen ihnen mehr oder +weniger verwischt, anderseits kamen aber auch fossile Formen zum +Vorschein, für welche nicht bloß besondere Familien, sondern sogar +in einem Falle eine besondere Ordnung errichtet werden mußte, weil +sie den übrigen Säugetieren durchaus fremdartig gegenüberstehen. +In weitaus den meisten Fällen läßt sich die Stammesgeschichte der +einzelnen Gattungen, Familien und Ordnungen mit viel größerer +Sicherheit ermitteln als bei den übrigen Wirbeltieren, ~in keiner +anderen Abteilung des Tierreiches finden wir ein so massenhaftes und +geeignetes Material zur Aufstellung genetischer Formenreihen~. + +Was die Abstammung der Säugetiere von anderen Vertebraten betrifft, +so kommen Vögel und Fische als deren Ahnen nicht in Betracht. Auch +die Amphibien, von welchen sie ~Huxley~ ableiten wollte, stehen den +Säugetieren viel ferner als die Reptilien. Unter diesen zeigen die +~Theromorpha~ so viele Beziehungen zu den Säugetieren, daß schon +~Owen~ und ~Cope~ sie als deren Vorläufer bezeichneten, und durch die +neuesten Untersuchungen ~Osborns~ wird es zur völligen Gewißheit, daß +die Säugetiere von synapsiden Reptilien, und zwar von ~Cotylosauriern~ +und ~Theriodontiern~ abstammen, welche ihrerseits aus ~Stegocephalen~ +hervorgegangen sind. + +Die Säugetiere werden in der Regel nach ihrer Embryonalentwicklung in +zwei Unterklassen, ¡Eplacentalia¡ und ¡Placentalia¡ eingeteilt. Die +ersteren enthalten die Ordnungen der ¡Monotremata¡ und ¡Marsupialia¡, +die letzteren die Ordnungen der ¡Insectivora¡, -- inkl. ¡Tillodontia¡ +-- ¡Chiroptera¡, ¡Carnivora¡, ¡Cetacea¡, ¡Rodentia¡, ¡Edentata¡, +¡Ungulata¡, ¡Notoungulata¡, ¡Subungulata¡ -- inkl. ¡Sirenia¡ -- und +¡Primates¡. + + +A. Unterklasse. #Eplacentalia.# + +~Embryonalentwicklung ohne Placenta.~ + + +1. Ordnung. #Monotremata.#[121] ~Kloakentiere.~ + +(¡Ornithodelphia¡ Blv.) + +~Brustgürtel mit selbständigem Coracoid, Praecoracoid und +Interclavicula. Becken mit Beutelknochen. Schulterblatt ohne Crista. +Kiefer gestreckt, zahnlos oder mit Zahnrudimenten. Fortpflanzung +durch Eier. Milchdrüsen ohne Zitzen, auf getrennten Drüsenfeldern +mündend. Harnröhren und Genitalgänge in die Kloake mündend, welche in +das untere Ende des Mastdarms führt. Körpertemperatur nicht überall +gleich.~ + +So interessant diese Ordnung ist hinsichtlich ihrer vielen Anklänge +an Reptilien einerseits und ihrer hochgradigen Spezialisierung +anderseits, so hat sie doch für die Paläontologie nur geringe +Bedeutung, denn die wenigen bekannten sicheren Überreste stammen aus +dem Pleistocän von Australien und gehören den beiden noch lebenden +Gattungen ¡Ornithorhynchus¡ (Fig. 496) -- in der Jugend mit §2§/§2§ +¡M¡ -- und ¡Echidna¡ an. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß manche +der im folgenden erwähnten mesozoischen Säugetiere Monotremen waren, +wenigstens die ¡Protodonta¡. + +[Illustration: Fig. 496. + +¡Ornithorhynchus jung.¡ Molaren des linken Unterkiefers. 5/2 nat. Gr. +(Nach ~Osborn~.)] + + +2. Ordnung. #Marsupialia.#[122] + +(¡Didelphia¡ Blv., ¡Metatheria¡ Huxley.) + +~Verschiedenartig bezahnte heterodonte Pflanzen- oder Fleischfresser +mit sehr unvollständigem Zahnwechsel. Schultergürtel ohne Coracoid, +Becken mit Beutelknochen. Zitzen der Milchdrüsen meist von einer +Hautfalte umschlossen, welche einen Beutel bildet, worin die ohne +plazentale Entwicklung in unreifem Zustande geborenen Jungen längere +Zeit getragen werden.~ + +Die Beuteltiere bilden einen ziemlich großen Formenkreis, in welchem +Fleisch- und Insektenfresser sowie huftier- und nagerähnliche Typen +vertreten sind, und diese mannigfachen Differenzierungen äußern sich +nicht bloß im Gebiß sondern auch im Skelett. Das Gehirn ist klein, +die glatten Hemisphären des Großhirns bedecken weder die Sehhügel +und Riechlappen noch das Kleinhirn. Die Nasenbeine sind groß, die +Jochbogen vollständig, die Augenhöhlen hinten offen. An der Bildung +der Gehörkapsel beteiligt sich das Alisphenoid, seltener das Mastoid +und das halbringförmige Tympanicum. Der harte Gaumen ist stets von +größeren oder kleineren Öffnungen durchbohrt. Die hintere Ecke des +Unterkiefers ist nach innen eingebogen. + +[Illustration: Fig. 497. + +¡A¡ ¡Trichosurus¡, Hinterfuß mit fünf fast gleichgroßen Zehen. ¡B¡ +¡Macropus¡, ¡I¡-¡III¡ Zehe reduziert (nach ~Dollo~.).] + +Das Gebiß erinnert teils an das von Herbivoren oder von Nagern, teils +an das von Insectivoren oder von Fleischfressern. Bei den ersteren ist +die Zahl der ¡J¡ und ¡P¡ sowie der ¡C¡ reduziert, dafür ist jedoch in +jedem Kiefer ein ¡J¡ sehr stark ausgebildet, die letzteren haben ein +vollständiges Gebiß, in welchem meist bis zu §5§/§4§ ¡J¡ vorhanden und +die ¡C¡ kräftig entwickelt sind und zuweilen je zwei Wurzeln besitzen. +Die ¡P¡ haben in der Regel einen sehr einfachen Bau und geringe Größe, +nur der hinterste ist meist groß und oft stark spezialisiert. Die +meist in der Vierzahl vorhandenen ¡M¡ sind entweder sekodont, bunodont +oder lophodont. Der Zahnwechsel beschränkt sich auf den letzten ¡P¡, +aber die Embryonen der lebenden Beuteltiere besitzen viel mehr Anlagen +von Zähnen als im definitiven Gebiß vorkommen. + +Charakteristisch für die Beuteltiere ist die Anwesenheit von je einem +stabförmigen Knochen am Vorderrand des Schambeins. Diese Beutelknochen +finden sich bei beiden Geschlechtern, sind aber bei den Thylacyniden +durch Faserknorpel ersetzt. Die Länge der Hinterbeine übertrifft +häufig die der Vorderbeine. Der Hinterfuß (Fig. 497) hat fünf oder +vier Zehen, von denen die vierte stets am längsten ist, während die +zweite und dritte bei Herbivoren sehr dünn werden können und stets von +einer gemeinsamen Haut umgeben sind. Jedoch bestehen zwischen dieser +spezialisierten und der ursprünglich fünfzehigen Extremität vielfache +Übergänge. Der Hallux steht öfters den übrigen Zehen rechtwinklig +gegenüber oder verkümmert ganz. ~Dollo~ leitet alle Marsupialier von +fünfzehigen arborikolen Formen ab. + +Mit Ausnahme der in Amerika verbreiteten ¡Didelphidae¡ und der +südamerikanischen ¡Caenolestidae¡ sind die Beuteltiere gegenwärtig auf +Australien und die benachbarten Inseln beschränkt. Die pleistocänen +Formen hatten dieselben Wohnsitze wie die lebenden. Dagegen besaß im +Tertiär und in der Jurazeit nicht bloß Nordamerika -- hier auch in +der Kreide -- sondern auch Europa eine Anzahl fossiler Marsupialier, +und aus dem Tertiär von Südamerika kennt man eine ziemliche Menge +verschiedenartiger Typen. Man unterscheidet am zweckmäßigsten drei +Unterordnungen, die ¡Allotheria¡, die ¡Diprotodontia¡ und die +¡Polyprotodontia¡, obschon die ¡Caenolestidae¡ zwischen den beiden +letzteren den Übergang bilden. + + +1. Unterordnung. #Allotheria.# Marsh. ¡Multituberculata¡ Cope.[123] + +¡Kleine ausgestorbene herbivore oder omnivore Säuger mit vielhöckrigen +M, deren Höcker in zwei oder drei Längsreihen angeordnet sind. P +entweder den M ähnlich, aber einfacher oder seitlich zusammengedrückt. +In jedem Kiefer ein J kräftig, nagezahnartig entwickelt. Ohne C. +Unterkiefer meist mit einwärts gebogenem Eckfortsatz. Coracoid +vielleicht selbständig ausgebildet.¡ + +Die ¡Allotheria¡ finden sich in der Trias von Europa und Südafrika, +im Jura von Europa und Nordamerika, in der Kreide von Nordamerika und +im untersten Tertiär von Europa und Nordamerika. Auch gehören hierher +möglicherweise einige Formen aus dem Eocän von Südamerika. + +Von den meisten Gattungen liegen nur vereinzelte Zähne, Unterkiefer, +selten Oberkiefer und Schädelteile vor. Nur von ¡Ptilodus¡ kennt man +den Schädel und einige Knochen. Die systematische Stellung ist daher +bei manchen sehr unsicher, der größere Teil gehört jedoch zu den +Marsupialiern, wennschon die Zähne meist eher an die rudimentären +Backenzähne von ¡Ornithorhynchus¡ erinnern. Der Astragalus von +¡Polymastodon¡ gleicht nach ~Cope~ dem von Känguru. + + +1. Familie. #Tritylodontidae# Cope. + +¡Schnauze abgestutzt, Zwischenkiefer mit je einem starken C ähnlichen +J und dahinter ein kleiner stiftförmiger J. P den M ähnlich, aber +einfacher, M mit drei Höckerreihen.¡ Trias von Südafrika und Europa. + +¿Tritylodon¿ Owen (Fig. 498.) Trias Karrooformation Südafrika. Gehört +nach ~Seeley~ zu den Reptilien (Theriodontia). + +¿Triglyphus¿ Fraas. Nur winzige viereckige Zähnchen mit zwei oder +drei Höckerreihen bekannt. Im rhätischen Bonebed von Hohenheim bei +Stuttgart. + +[Illustration: Fig. 498. + +¡Tritylodon longaevus¡ Owen. Trias von Basutoland. Schädel von oben +und von unten. 2/1 nat. Größe. (Nach ~Owen~.)] + + +2. Familie. #Plagiaulacidae# Gill. + +¡Zwischenkiefer mit ein bis drei J, Unterkiefer mit einem J; J_{1} in +beiden Kiefern nagezahnähnlich. Obere P drei- bis fünfhöckerig, der +letzte manchmal mit mehr Höckern. Untere P seitlich zusammengedrückt, +schneidend und mit vielen Einkerbungen versehen. Untere M mit nur +zwei, obere mit drei, selten mit nur zwei Höckerreihen. Unterkiefer +viel kürzer als die Schnauze. Gelenk bis auf den Eckfortsatz +ausgedehnt.¡ + +[Illustration: Fig. 499. + +¡Microlestes antiquus¡ Plieninger. Backzahn aus dem Bonebed von +Echterdingen, Württemberg. 3/1.] + +[Illustration: Fig. 500. + +¡Plagiaulax Becclesi¡ Falc. Purbeck-Schichten von Swanage, +Dorsetshire. ¡A¡ Unterkiefer (1/1). ¡B¡ ¡Plagiaulax minor¡ Owen, +ebendaher. ¡a¡ Molar vergrößert, ¡b¡ Unterkiefer vergrößert, ¡c¡ +derselbe in nat. Gr. (Nach ~Falconer~.)] + +¿Microlestes¿ Plieninger (¡Hypsiprymnopsis¡ Dawkins). (Fig. 499.) Nur +kleine, länglich vierseitige, in der Mitte vertiefte und außen und +innen mit Höckern versehene Zähnchen aus dem rhätischen Bonebed von +Württemberg und Sommerset bekannt. + +¿Plagiaulax¿ Falconer (¡Bolodon¡ Owen). (Fig. 500, 501.) +§1.1.4.3.§/§1.0.4.3.§ Unterkiefer mit hohem Kronfortsatz und +niedrigem, über den Eckfortsatz sich erstreckenden Condylus. +Vorderster oberer ¡J¡ vertikal nach unten, unterer ¡J¡ schräg nach +oben und vorne gerichtet. Obere ¡P¡ aus zweireihig angeordneten +Höckern bestehend, letzter ¡P¡ ¡M¡-artig, untere ¡P¡ von vorne +nach hinten größer werdend, schneidend, blattartig, mit gerieften +Seitenflächen. Obere und untere ¡M¡ mit je zwei Reihen von Höckern. +Purbeck von England. + +¿Allodon¿ Marsh. Oberkiefer ähnlich ¡Plagiaulax¡, jedoch mit 3 ¡J¡. +Oberer Jura. Wyoming. ¿Allacodon¿ Marsh (Fig. 502.) Obere Kreide. +Nordamerika. + +¿Ctenacodon¿ Marsh. (Fig. 503.) Untere ¡P¡ am Oberrand schwach +gestreift. Obere ¡M¡ mit nur zwei großen Außenhöckern. Ober. Jura. +Wyoming. + +¿Neoplagiaulax¿ Lemoine (¡Liotomus¡ Cope). Unterkiefer nur mit einem +großen, gerieften ¡P¡ und zwei ¡M¡. Untereocän von Reims und Neumexiko. + +[Illustration: Fig. 501. + +¡Bolodon crassidens¡ Owen. Purbeck-Schichten von Dorsetshire. +¡A¡ Oberkieferfragment in nat. Gr. ¡B¡ dasselbe in vierfacher +Vergrößerung. (Nach ~Osborn~.) ¡mx¡ Oberkiefer, ¡pmx¡ Zwischenkiefer, +¡s¡ Naht zwischen Ober- und Zwischenkiefer, ¡fi¡ Foramen +infraorbitale, ¡pm¡ Lückenzähne, ¡m¡ Backzähne.] + +[Illustration: Fig. 502. + +¡Allacodon pumilus¡ Marsh. Ob. Kreide. Wyoming. Die drei Prämolaren +des Oberkiefers ¡a¡ in nat. Gr. ¡b¡ in dreifacher Größe. (Nach +~Marsh~.)] + +[Illustration: Fig. 503. + +¡Ctenacodon potens¡ Marsh. Ob. Jura. Wyoming. Rechter Oberkiefer von +unten. 4/1. (Nach ~Marsh~) ¡a'¡ erster, ¡b¡ vierter Prämolar, ¡m¡ +Jochbogen.] + +[Illustration: Fig. 504. + +¡Ptilodus gracilis¡ Gidley. Unterstes Eocän. Fort Unionbed Montana. +¡A¡ Schädel und Unterkiefer. ¡B¡ Oberkiefer (Unterkiefer). 2/3 nat. +Gr. (N. ~Gidley~.)] + +[Illustration: Fig. 505. + +¡Cimolomys¡ (¡Cimolodon¡) ¡nitidus¡ Marsh. Obere Kreide. Wyoming. +(Nach ~Marsh~.) ¡a¡ vorletzter unterer Backzahn.] + +¿Ptilodus¿ Cope (¡Chirox¡ Cope). (Fig. 504.) §1.1.4.2§/§1.0.2.2.§ +Schädel niedrig und flach mit langer breiter Schnauze, Gaumen mit +großen Lücken, Kiefergelenk nahe dem stark verbreiterten Hinterhaupt. +Oberer ¡C¡ ähnlich aber kleiner als ¡J¡, ¡P¡^1 mit 3, ¡P¡^2 mit 4, +¡P¡^3 mit 6 Höckern, ¡P¡^4 langgestreckt mit zahlreichen Höckern. +¡M¡^1 schmäler als ¡P¡^4. ¡P¡_{3} reduziert, ¡P¡_{4} kräftig, an +beiden Seiten gerieft. ¡M¡_{1} mit mehr Höckern als ¡M¡_{2}. Humerus +massiv, mit engem Entepicondylarforamen. Auch Becken, Ober- und +Unterschenkel bekannt. Untereocän von Montana und Neumexiko. + +¿Cimolomys¿ Marsh (¡Cimolodon¡, ¡Nanomys¡, Marsh, ¡Ptilodus¡, +¡Halodon¡ Osborn). (Fig. 505.) Obere ¡M¡ mit drei Höckerreihen. Obere +Kreide. Laramiebed von Wyoming und Montana und mittlere Kreide von +Nordwest-Canada. + +¿Meniscoëssus¿ Cope (¡Dipriodon¡, ¡Tripriodon¡, ¡Selenacodon¡, +¡Oracodon¡ Marsh). (Fig. 506.) Fast nur isolierte Zähne bekannt. Obere +¡M¡ mit drei Höckerreihen. Obere Kreide. Laramiebed von Nordamerika. + + +3. Familie. #Polymastodontidae# Cope. + +¡Beide Kiefer jederseits mit einem starken, nagezahnartigen J und zwei +großen M, vor denen sich ein kleiner einfacher P befindet, der von J +durch eine lange Zahnlücke getrennt ist. Hinter dem großen oberen J +noch ein kleiner J vorhanden. Die unteren M mit zwei, die oberen mit +drei Längsreihen von stumpfen Höckern. Unterkieferecke umgebogen. +Kiefergelenk fast in der Hinterhauptsfläche gelegen.¡ Im untersten +Tertiär, Puerco von Neu-Mexiko. + +¿Polymastodon¿ Cope (¡Taeniolabis¡, ¡Catopsalis¡ Cope). (Fig. 507.) +§2.0.1.2.§/§1.0.1.2.§ Von den Dimensionen eines Bibers. + +[Illustration: Fig. 506. + +¡A¡ ¡Meniscoëssus conquistus¡ Cope. Oberer Molar aus der obersten +Kreide (Laramie-Stufe) von Dakota. 2/1. (Das Cope'sche Original nach +~Osborn~.) + +¡B¡ ¡Tripriodon coelatus¡ Marsh. Ob. Kreide. Wyoming. Wahrscheinlich +letzter oberer Molar in natürlicher und in doppelter Gr. (Nach +~Marsh~.)] + +[Illustration: Fig. 507. + +¡Polymastodon attennatus¡ Cope. Unterstes Eocän. Neu-Mexiko. Gaumen +mit beiden Zahnreihen. Nat. Gr. (Nach ~Osborn~.)] + + +4. Familie. #Polydolopidae.# Ameghino. + +¡Untere J fast horizontal. P^3 und P^4 und unterer P_{4} höher als +die M und meist als gezähnelte Schneide entwickelt. Obere M mit zwei +oder drei, untere stets mit zwei Höckerreihen und von vorne nach +hinten kleiner werdend. Meist drei, selten fünf Höcker in einer Reihe. +§1.0.2.3.§/§1.0.2.3.§¡ + +[Illustration: Fig. 508. + +¡Polydolops Thomasi¡ Ameghino. Eocän. Notostylops-Schichten. +Patagonien. ¡A¡ Ob. Zahnreihe, ¡B¡ unt. Zahnreihe von außen, ¡C¡ von +oben. ¡D¡ ¡Pliodolops primulus¡ Ameghino. Ebenda. Obere ¡M¡. 2/1 nat. +Gr. (nach ~Ameghino~.)] + +Im älteren Tertiär von Patagonien (Notostylops-Schichten). Sie +sind wahrscheinlich die Nachkommen von ¡Plagiaulaciden¡. Ihre +Verwandtschaft mit den ¡Caenolestiden¡ ist schon wegen ihrer +beträchtlichen Größe unwahrscheinlich, wenn auch zwischen ¡Polydolops¡ +und ¡Abderites¡ einige Ähnlichkeit vorhanden ist. + +Von den zahlreichen Gattungen, welche ~Ameghino~ meist nur auf +einzelne Zähne begründet hat, zeichnen sich ¡Orthodolops¡ und +¡Amphidolops¡ durch undeutlich, ¡Polydolops¡ (Fig. 508), ¡Pseudolops¡ +und ¡Pliodolops¡ durch scharf von einander geschiedene Höcker aus. An +den oberen ¡M¡ von ¡Pliodolops¡ (Fig. 508 ¡D¡) stehen sie in mehreren +Reihen. + +¿Propolymastodon¿ (¡Promysops¡?) Ameghino §1.0.2.3.§/§1.0.1.3.§ +unterscheidet sich von den übrigen Gattungen durch den Besitz von nur +einem, überdies ganz einfachen, ungekerbten ¡P¡. + +¿Eommanodon¿ Ameghino. Miocän Colpodon-Schichten. Systematische +Stellung unsicher. + + +2. Unterordnung. #Diprotodontia.# Owen. + +¡Meist Pflanzenfresser mit je vier vierhöckerigen oder zweijochigen M. +P den M ähnlich oder blattartig und schneidend. C fehlend oder sehr +schwach entwickelt. Oben 4-1 J, davon der vorderste vergrößert, unten +nur ein einziger aber sehr kräftiger nagezahnartiger J.¡ + +Die ¿Diprotodontia¿ sind wahrscheinlich Nachkommen von +¡Polyprotodontia¡, welche sich einer gemischten oder ausschließlich +vegetabilischen Kost angepaßt haben. Mit Ausnahme der +südamerikanischen Gattung ¡Caenolestes¡ sind sie jetzt auf Australien +beschränkt, wo sie auch im Pleistocän vorkommen. Aus dem Tertiär von +Patagonien kennt man eine Anzahl erloschener Gattungen und Arten. + + +1. Familie. #Caenolestidae.# Trouessart. + +(¡Paucituberculata¡ Ameghino.) + +¡Kleine, höchstens mittelgroße Beutler mit 3-4 kleinen vertikalen +oberen J und einem großen horizontal gestellten unteren J. Dahinter +drei bis vier einfache stiftförmige Lückenzähne, von denen einer im +Oberkiefer zuweilen als kräftiger C entwickelt ist. Obere P^2 und +P^3 klein, P^4 größer und schneidend wie die beiden unteren P. M +vierhöckerig, von vorne nach hinten kleiner werdend. Unterer M_{1} +häufig vergrößert, fünfhöckerig und zusammen mit dem oberen P^4 als +Schere funktionierend, die übrigen M vierhöckerig lophodont. Obere M +mit schwachem zweiten Innenhöcker. Fuß nicht syndaktyl. Lebend und +fossil in Südamerika.¡ + + +1. Unterfamilie. #Caenolestinae.# + +§4.1.3.4.§/§1.4-5.2.4.§ Kein ¡P¡ oder ¡M¡ schneidend ausgebildet. +Untere ¡M¡ tuberkulärsektorial. ¡P¡ und ¡M¡ denen von Beutelratten +ziemlich ähnlich. + +¿Caenolestes¿ Thomas. Lebend in Ecuador. + +¿Garzonia¿ (Fig. 510) und ¿Halmarhiphus¿ Ameghino aus dem Miocän von +Santacruz, die erstere Gattung mit trituberkulären oberen ¡M¡. + +¿Stilotherium¿ (Fig. 510 B) und ¿Cladoclinus¿ Ameghino (¡Pitheculites +Clenialites¡) Amegh. Miocän von Patagonien. + +¿Zygolestes¿ Ameghino Pliocän. Parana-Stufe von Argentinien. + +[Illustration: Fig. 509. + +¡Abderites meridionalis¡ Ameghino. Miocän. Santa Cruz. Patagonien. ¡A¡ +Unterkiefer, ¡B¡ Oberkiefer. Nat. Gr. (Nach ~Ameghino~.)] + +[Illustration: Fig. 510. + +¡A¡ ¡Garzonia typica¡ Ameghino. Miocän. Santa Cruz. Oberer ¡M¡ von +unten und hinten. 3/2 nat. Gr. ¡B¡ ¡Stilotherium dissimile¡ Amegh. +Ebenda. Unterkiefer, nat. Gr. (nach ~Ameghino~.)] + + +2. Unterfamilie. #Palaeothentinae.# + +¡§?.1.3.4.§/§1.4-3.1.4.§ Oberer P^4 und unterer M_{1} zu einer +Schere umgestaltet. Im Unterkiefer hinter J_{1} drei bis vier kleine +Lückenzähne. Schädel, namentlich Hinterhaupt stark verbreitert. +Jochbogen weit vorspringend.¡ + +¿Palaeothentes¿ Moreno (Fig. 511) (¡Epanorthus¡, ¡Metepanorthus¡, +¡Parepanorthus¡ Ameghino). Miocän von Patagonien. Alle ¡M¡ fast gleich +groß. ¡P¡ kräftig. ¡Callomenus¡, ¡Decastis¡, ¡Acdestis¡ Ameghino. +Ebenda. ¡M¡ von sehr ungleicher Größe. ¡Dipilus¡, ¡Metriodromus¡, +¡Halmaselus¡, ¡Pichipilus¡, ¡Essoprion¡ Amegh. ganz unvollständig +bekannt. ¡Palaepanorthus¡ Amegh., Untermiocän Pyrotheriumschichten. + + +3. Unterfamilie. #Abderitinae.# + +¡§????§§/1.4.1.4.§ P^4 vergrößert, unterer M_{1} schneidend +ausgebildet und an beiden Seiten mit Riefen versehen, die übrigen M +bunolophodont, vierhöckerig.¡ + +Der untere ¡M¡_{1} hat große Ähnlichkeit mit dem ¡P¡_{4} der +¡Allotheria¡, aber er besitzt ein Talonid, das aber bei den Arten aus +den Colpodonschichten noch schwach ist. Miocän von Patagonien. + +¿Abderites¿ Ameghino. (Fig. 509.) Zwischen dem ¡J¡_{1} und dem +kleinen, seitlich stehenden ¡P¡_{4} vier Lückenzähne. Miocän-Santacruz. + +¿Parabderites¿ Ameghino. Zwischen ¡J¡_{1} und dem relativ +großen ¡P¡_{4} fünf Lückenzähne. Miocän Colpodonschichten und +Pyrotheriumschichten. + +[Illustration: Fig. 511. + +¡A¡ ¡Palaeothentes intermedius¡ Ameghino. Obere Backenzähne. ¡B¡ ¡P. +minutus¡ Am. Untere Backenzähne. Obermiocän. Santa Cruz. 3/2 nat. Gr. +(n. ~Sinclair~.)] + +[Illustration: Fig. 512. + +¡Bettongia Grayi¡ Gould. Schädel. Lebend. Australien.] + + +2. Familie. #Phalangeridae.# + +¡Mannigfach spezialisierte Beuteltiere, teils omnivor, teils herbivor, +teils zum Springen, teils zum Klettern und sogar zuweilen zum Fliegen +befähigt. Gebiß niemals vollständig. §3.1.3-1.4.§/§1.0.3-1.4.§ Oberer +J^1 größer als die übrigen, untere J horizontal, nagezahnähnlich. +Oberer C stets klein, P_{4} in beiden Kiefern in der Regel schneidend, +öfters gerieft, oder sämtliche P M-artig. M vierhöckerig, Höcker +gleich groß und paarweise zu Jochen verbunden. Vorderbeine meist +kürzer als die Hinterbeine, an welchen die vierte Zehe stets am +kräftigsten ist. Zweite und dritte Zehe reduziert und von einer +gemeinsamen Haut umgeben. Schwanz meist lang und kräftig und teils als +Greiforgan, teils zum Abschnellen dienend.¡ + +Lebend in Australien, Neuseeland, zum Teil auch in Neuguinea. Fossil +im Pleistocän von Australien. + + +1. Unterfamilie. #Hypsiprymninae.# Känguruh-Ratten. + +¡Langgeschwänzte Beutler, höchstens von Kaninchengröße. +§3.1.1.4.§/§1.0.1-2.4.§ P_{4} in beiden Kiefern schneidend und an +beiden Seiten gerieft. Extremitäten gleich lang. Hinterfuß meist +fünfzehig.¡ + +¿Aepyprymnus¿ und ¿Bettongia¿ (Fig. 512), letztere ohne Hallux, +lebend in Australien, fossil im Pleistocän von Neu-Süd-Wales. +¡Hypsiprymnodon¡ mit zwei ¡P¡. + +¡Wynyardia¡ Baldwin. Tertiär (Turritella Sandstein von Tablecap) +vereinigt im Schädel- und Extremitätenbau Merkmale der ¡Diprotodontia¡ +und ¡Polyprotodontia¡. Systematische Stellung wegen des Fehlens der +Zähne durchaus unsicher. + + +2. Unterfamilie. #Thylacoleoninae.# Owen. + +¡§3.1.3.1.§/§1.0.2.3.§ Große ausgestorbene Beutler mit kräftigem +ersten Incisivenpaar und langen schneidend entwickelten P_{4}. Die +Lückenzähne und M stark reduziert.¡ + +¿Thylacoleo¿ Owen. (Fig. 513.) Schädel dem des Löwen an Größe gleich +kommend, hinten breit, Schnauze stark verkürzt und verschmälert. +Jochbogen sehr kräftig, weit ausladend. Skelett unvollständig bekannt. +Endphalangen der Füße große stark gekrümmte Krallen. Im Pleistocän von +Australien, namentlich in Knochenhöhlen. + +[Illustration: Fig. 513. + +¡Thylacoleo carnifex.¡ Owen. Schädel von der Seite. 1/5 nat. Gr. +Pleistocän. Queensland (nach ~Owen~.)] + + +3. Unterfamilie. #Phalangerinae.# Kletter- und Flugbeutler. + +¡§3.1.3-2.4.§/§1.0.2-1.4.§ Vorder- und Hinterextremität fünfzehig, +an der letzteren die zweite und dritte Zehe dünn und miteinander +verbunden.¡ + +Einige der in Australien lebenden Gattungen sind auch im Pleistocän +vertreten. + + +4. Unterfamilie. #Macropodinae.# Kängurus. + +¡§3.0-1.2-1.4.§§/1.0.2-1.4.§ Obere J meißelartig, untere +nagezahnähnlich, horizontal. P und M mit hohen Querjochen. Hinterbeine +stark verlängert, fünfte, zweite und dritte Zehe reduziert, und +die beiden letzteren in einer gemeinsamen Haut steckend. Hallux +rudimentär.¡ + +Neben den in Australien lebenden Gattungen ¿Macropus¿ Shaw +(¡Halmaturus¡ Illiger) finden sich im dortigen Pleistocän eine Anzahl +fossiler Formen (¡Sthenurus¡, ¡Palorchestes¡ etc.) von zum Teil +riesiger Größe. + + +3. Familie. #Phascolomyidae.# Wombate. + +¡Nagerähnliche plumpe Pflanzenfresser mit dickem Kopf, kurzem Hals, +kurzen Beinen und stummelartigem Schwanz. §3-1.0.1.4.§/§1.0.1.4.§ J +oben und unten verlängert, Backenzähne brachyodont oder prismatisch. +Extremitäten plump, fünfzehig, vordere und hintere fast gleich lang.¡ +Lebend und im Pleistocän von Australien. + +¿Phascolarctus¿ Blainv. §3§/§1§ ¡J¡. Backenzähne brachyodont mit je +vier, teils ¥V-förmigen¥, teils mehr konischen Höckern. + +¿Phascolomys¿ Geoffroy. ¡§1§/§1§ J.¡ Backenzähne zylindrisch, aus zwei +Querjochen bestehend, von denen jedes aus zwei ¥V-förmigen¥ Höckern +zusammengesetzt ist. + +¿Phascolonus¿ Owen, fossil im Pleistocän, unterscheidet sich nur durch +seine viel beträchtlichere Größe. + +¿Nothotherium¿ und ¿Diprotodon¿ Owen. ¡§2§/§1§ J.¡ (Fig. 514.) Von +der letzteren Gattung, welche fast Rhinozerosgröße besaß, kennt +man eine Anzahl Skelette vom Kallabonnasee. Am Hinterfuß sind alle +Knochen der ersten Zehe zu einem einzigen Stück verschmolzen. Hand und +Fuß bestehen praktisch fast nur aus den vergrößerten Carpalien und +Tarsalien und dem fünften Metapodium. ¡P¡ und ¡M¡ aus je zwei durch +ein breites Tal getrennten Querjochen gebildet. Beide Gattungen nur +fossil. + +[Illustration: Fig. 514. + +¡Diprotodon australis¡ Owen. Pleistocän. Kallabonna-See. Australien. +¡A¡ rechter Vorderfuß, ¡B¡ rechter Hinterfuß, stark verkleinert. (Nach +~Stirling~ und ~Zietz~.)] + + +3. Unterordnung. #Polyprotodontia.# Owen. + +¡Fleisch- oder Insektenfresser von meist geringer oder mittlerer +Größe. Gebiß vollständig. Im Oberkiefer 4-5, selten 3, im Unterkiefer +3-4 kleine J. C spitz und hoch, zuweilen zweiwurzelig, P einspitzig, +seltener mit Nebenspitzen, meist zweiwurzelig, M bei fossilen Formen +öfters in größerer Anzahl, bei den rezenten in Vierzahl vorhanden, +trikonodont oder trituberkulär.¡ + +Zu den polyprodonten Beuteltieren gehören die australischen +¡Myrmecobiidae¡, ¡Peramelidae¡, ¡Dasyuridae¡, die amerikanischen +¡Didelphyidae¡ und eine große Anzahl fossiler Formen, unter denen sich +die pleistocänen und tertiären enge an lebende anschließen, während +die mesozoischen eigentümliche primitive Merkmale aufweisen, die ihre +Einteilung in das zoologische System erschweren. ~Owen~ betrachtete +die letzteren als Vorläufer der ¿Polyprotodontia¿, betonte jedoch +bereits ihre Beziehungen zu den placentalen Insektivoren. + + +1. Familie. #Dromatheriidae# Osborn. (¡Protodonta¡ Osborn? +¡Promammalia¡ Haeckel). + +¡P griffelförmig, einspitzig. M mit großer Hauptspitze und schwacher +Vorder- und Hinterspitze, die Wurzel unvollkommen geteilt. Unterkiefer +hauptsächlich aus dem Dentale bestehend, höchstens mit schwachem +Eckfortsatz.¡ + +Diesen winzigen und nur durch spärliche Überreste vertretenen Formen +wird jetzt eine hervorragende phylogenetische Bedeutung beigelegt, +weil sie die ¿Cynodontia¿ mit den Säugetieren verbinden sollen. + +¿Dromatherium¿ Emmons (Fig. 515) mit 3.1.4.6. im Unterkiefer. +Untere ¡J¡ aufrecht, vordere ¡P¡ vorwärts geneigt, Unterkiefer +ohne Eckfortsatz und ¿Microconodon¿ Osborn mit niedrigeren ¡M¡ +und schwachem Eckfortsatz, vielleicht mit getrenntem Angulare am +Unterkiefer. Obere Trias von Nordcarolina. + +[Illustration: Fig. 515. + +¡Dromatherium sylvestre¡ Emmons. Ob. Trias. Chatham, Nordcarolina. +Unterkiefer nat. Gr.] + +¿Tribolodon¿ Seeley. ¡M¡ mit kräftigen Nebenspitzen, aber undeutlicher +Wurzelteilung, ohne Eckfortsatz und ¿Karoomys¿ Broom aus der Trias von +Südafrika, der letztere ganz ungenügend bekannt. + + +2. Familie. #Triconodontidae.# Osborn. + +¡Kleine Beutler mit 4 P. und 3-6 M. Wurzeln der Backenzähne +vollständig geteilt. P ähnlich den M aber einfacher. M mit je drei +in einer Reihe stehender Spitzen und starkem Basalband. C zuweilen +zweiwurzelig. Winkel des Unterkiefers einwärts gekrümmt. Condylus +nicht scharf vom Eckfortsatz geschieden. Kronfortsatz breit, +Zahnwechsel auf den letzten P beschränkt. Jura von England und +Nordamerika.¡ + +¿Triconodon¿ Owen (¡Tricanthodon¡ Owen). (Fig. 516.) +§?.1.4.3-4.§/§3.1.4.3-4.§ Oberer ¡C¡ zweiwurzelig. ¡P¡ mit kleiner +Vorder- und Hinterspitze, ¡M¡ mit drei fast gleich starken Spitzen. +Purbeck-Schichten von England. + +¿Priacodon¿ Marsh. Oberer Jura von Wyoming. + +[Illustration: Fig. 516. + +¡Triconodon mordax¡ Owen. Purbeck-Schichten von Durdlestone Bay, +Dorset. ¡A¡ Unterkiefer (nat. Gr.) nach ~Owen~. ¡B¡ Oberkieferzähne +und Unterkiefer. 2/1 restauriert. (Nach ~Osborn~.)] + +¿Amphilestes¿ Owen. § §/§4.1.4.5.§ ¡P¡ und ¡M¡ wenig verschieden. +Mittelspitze höher als die vordere und hintere. Großoolith. +Stonesfield. England. + +¿Phascolotherium¿ Owen. § §/§4.1.2.5.§ Hinter dem ¡C¡ eine Lücke. +Mittelspitze der ¡P¡ und ¡M¡ höher als die Nebenspitzen. Großoolith +von England. + +¿Menacodon¿ Marsh. § §/§?.1.3.4.§ Nebenspitzen kleiner als Hauptspitze +und etwas einwärts gerückt. Oberer Jura. Wyoming. + +¿Tinodon¿ Marsh. Ebendaher. + +¿Spalacotherium¿ Owen. § §/§3.1.4.6.§ Purbeck. England. ¡Sp. +tricuspidens¡ Owen. + + +3. Familie. #Myrmecobiidae.# + +Die in Australien lebende Gattung ¿Myrmecobius¿ steht den mesozoischen +¿Pantotheria¿ in der Zahnzahl und in der Kieferform sehr nahe. + + +4. Familie. #Peramelidae.# + +¡Extremitäten stark spezialisiert. Hand öfters zum Graben +eingerichtet. Fuß mit reduzierten Seitenzehen.¡ Im Pleistocän von +Australien durch spärliche Reste vertreten. + + +5. Familie. #Notoryctidae.# + +¡Extremitäten ähnlich wie beim Maulwurf zum Graben spezialisiert.¡ +¿Notoryctes¿ Stirling. Lebend in Australien. + + +6. Familie. #Pantotheriidae.# (¡Trituberculata¡ Osborn, ¡Pantotheria¡ +Marsh.) + +¡Kleine Insektivoren, ohne umgebogenen Unterkiefereckfortsatz, mit +primitiven tuberkulärsektorialen unteren M und trituberkulären oberen +M. Untere J meist vorwärts geneigt, P_{3} und P_{4} größer als M. +Meist 11 Zähne -- 4 P, 7 M -- hinter dem meist zweiwurzeligen C.¡ Jura +und Kreide von England und Nordamerika. + +Diese kleinen, auf das jüngere Mesozoicum beschränkten Formen werden +jetzt von ~Osborn~ zu den ¿Placentalia¿ gestellt. Es läßt sich zwar +nicht läugnen, daß manche von ihnen gewiß den Ausgangspunkt für +¿Insectivora¿ und allenfalls auch für ¿Credontia¿ darstellen, allein +sie schließen sich doch auch einerseits an die ¿Triconodonta¿ und +anderseits an ¿Myrmecobius¿ an, von welchen der letztere trotz der +kaum bemerkbaren Umbiegung des Eckfortsatzes zu den ¿Marsupialia¿ +gehört und dürften daher schon wegen der zahlreichen ¡M¡ doch besser +ebenfalls zu diesen gestellt werden. An den unteren ¡M¡ ist das +aus Protoconid, Paraconid und Metaconid bestehende Trigonid wohl +entwickelt, das Talonid hingegen noch sehr klein und meist nur durch +einen Zacken repräsentiert. Auch werden die ¡M¡ zuweilen durch +Reduktion einspitzig. Zu den drei Höckern der oberen ¡M¡ kommen +manchmal noch Nebenhöcker. + + +1. Unterfamilie. #Amphitheriinae.# Owen. + +¡Untere J fast senkrecht, untere M tuberkulärsektorial mit kräftigem +Talonid, zweiwurzelig. Kronfortsatz breit, Eckfortsatz gerundet, +abwärts gerichtet. Gelenk tiefstehend. Hinter C 9-12 Zähne.¡ + +¿Amphitherium¿ Owen (¡Thylacotherium¡ Val.). (Fig. 517.) Dogger von +England. § §/§4.1.5.6.§ Ein schon im Jahre 1818 gefundener Kiefer +wurde von ~Cuvier~ einem Beuteltier, von ~Blainville~ hingegen einem +Reptil zugeschrieben. + +¿Amphitylus¿ Owen. Ebenda. + +¿Peramus¿, ¿Leptocladus¿ Owen. Oberer Jura. Purbeck von England. + +[Illustration: Fig. 517. + +¡Amphitherium Prevosti¡ Blv. Dogger. Stonesfield bei Oxford. Linker +Unterkiefer von außen, ¡a¡ in nat. Gr., ¡b¡ vergr. (Nach ~Owen~.)] + +[Illustration: Fig. 518. + +¡Amblotherium soricinum¡ Owen. Ob. Jura. Purbeck. England. Rechter +Unterkieferast. ¡A¡ in nat. Gr. ¡B¡ vergr. (Nach ~R. Owen~.)] + + +2. Unterfamilie. #Amblotheriinae# Osborn. (¡Stylacodontidae¡ Marsh.) + +¡M allmählich einspitzig und einwurzelig werdend. C einwurzelig, +Coronoidfortsatz schlank, Unterkiefereckfortsatz nicht scharf +abgesetzt. J vorwärts geneigt, P_{3} und P_{4} größer als M. Hinter C +11-12 Zähne.¡ + +¿Amblotherium¿ Owen. (Fig. 518.) Oberer Jura. Purbeck England. § +§/§4.1.4.7.§ Hierher vielleicht die oberen ¡M¡ von ¿Peralestes¿ Owen, +die außer Protocon, Metacon und Paracon auch Parastyl und Metastyl +besitzen. + +¿Peraspalax¿ Owen und ¿Achyrodon¿ Owen. Oberer Jura. Purbeck England. + +¿Phascolestes¿ (¡Dryolestes.¡) Marsh. Oberer Jura. Wyoming. + +¿Laodon¿ und ¿Asthenodon¿ Marsh. Ebenda. + +¿Stylodon¿ Owen. (¿Stylacodon¿? Marsh.) Obere ¡M¡ ¿Kurtodon¿ Owen. +(Fig. 519.) Oberer Jura. Purbeck von England. + + +3. Unterfamilie. #Paurodontinae# Marsh. + +¡M zweiwurzelig, undeutlich tuberkulärsektorial, mit winzigen +Nebenzacken. Unterkiefer kurz und massiv. Hinter C höchstens 7 Zähne.¡ +Jura von Wyoming. + +¿Paurodon¿ Marsh. Wohl § §/§3.1.4.3.§ wie die meisten Placentalier. + + +4. Unterfamilie. #Diplocynodontinae# Marsh. + +¡Obere M mit großem Protocon, untere M mit breitem, beckenförmigem +Talonid.¡ Jura von Wyoming. + +¿Diplocynodon¿ Marsh. (¡Dicrocynodon¡ Marsh.) § §/§3.1.4.8.§ +(Fig. 520). Mittelspitze der ¡M¡ und ¡P¡ hoch. Kronfortsatz breit. +Eckfortsatz klein. Kiefergelenk höher als die Zahnreihe. + +¿Enneodon¿, ¿Docodon¿ Marsh. + +[Illustration: Fig. 519. + +¡Kurtodon¡ Osborn. Obere Backenzähne. Oberer Jura von England, +vergrößert. (Nach ~Osborn~.)] + +[Illustration: Fig. 520. + +¡Dicrocynodon victor¡ Marsh sp. Ob. Jura. Wyoming. Recht. Unterkiefer +von außen. 2/1. (Nach ~Marsh~.) ¡a¡ Eckzahn, ¡b¡ Condylus, ¡c¡ +Kronfortsatz, ¡d¡ Winkel.] + +[Illustration: Fig. 521. + +¡Cladosictis lustratus¡ Ameghino. Obermiocän. Santa Cruz. Patagonien. +¡A¡ Hand, ¡B¡ Fuß, nat. Gr. (nach ~Sinclair~.)] + + +7. Familie. #Dasyuridae.# ~Raubbeutler.~ + +¡Carnivore Beutler von mittlerer Größe. §3-4.1.3.4.§/§3.1.3.4.§ J und +C normal entwickelt. Obere M trituberkulär mit zwei äußeren Spitzen, +einer großen Innenspitze, Protocon, und einem schneidenden Metastyl. +M^4 meist stark reduziert. Untere M mit schneidendem Vorderzacken -- +Paraconid -- und Hauptzacken -- Protoconid -- und kleinem grubigen +oder sekodonten Talonid, aber ohne Metaconid. P in beiden Kiefern +einspitzig, zweiwurzelig, von vorne nach hinten gleichmäßig größer +werdend, selten P_{4} vergrößert. Vorderfuß mit fünf bekrallten Zehen; +Hinterfuß mit 5 oder 4 Zehen, Hallux häufig reduziert, zuweilen +fehlend. Unterkiefereckfortsatz einwärts gebogen.¡ + +Bei den noch in Australien lebenden und daselbst auch im Pleistocän +vorkommenden Gattungen ¿Dasyurus¿ Geoffr. ¿Sarcophilus¿ Cuv. und +¿Thylacinus¿ Temm. wird nur der hinterste der drei ¡P¡ gewechselt. +Auch hat der Gaumen eine Lücke. + +Bei den folgenden, auf das patagonische Tertiär beschränkten Gattungen +-- den ¿Sparassodonta¿ Ameghinos -- fehlt die Gaumenlücke und der +Zahnwechsel soll sich auch auf den ¡C¡, sowie auf zwei ¡P¡ erstrecken. +Der Schädel ist groß, Hals und Schwanz lang, Beine kurz. + +¡Cladosictis¡ Ameghino (Fig. 521). §4§/§3§ ¡J¡. ¡M¡^{1-3} mit +kräftigem Protocon ¡M¡^4 stark reduziert. Untere ¡M¡ mit mäßig +starkem Talonid. ¡P¡ gleichmäßig an Größe zunehmend. Schädel +mit Alisphenoidbulla. Hallux reduziert. Humerus mit Foramen +entepicondyloideum. Krallen spitz, komprimiert. Miocän. Santa Cruz. + +¿Hathlyacynus¿ Mercerat. Ebenda. ¿Procladosictis¿, ¿Pseudocladotictis¿ +Ameghino. Eocän. Notostylopsschichten. + +¿Amphiproviverra¿ (¡Protoproviverra¡) Ameghino. (Fig. 522.) §4§/§3§ +¡J¡. Obere ¡M¡ mit drei kräftigen Spitzen und kurzem Metastyl. ¡M¡^4 +wenig reduziert. Untere ¡P¡ und ¡M¡ schlank, die ¡M¡ mit großem +beckenförmigem Talonid. Hallux groß, opponierbar. Humerus ohne +Foramen. Krallen spitz. Miocän. Santa Cruz. + +¿Perathereutes¿, ¿Sipalocyon¿, ¿Agustylus¿, ¿Acyon¿, ¿Ictioborus¿ +Ameghino. Miocän. Santa Cruz. + +[Illustration: Fig. 522. + +¡Amphiproviverra manzaniana¡ Ameghino. Obermiocän. Santa Cruz. ¡A¡ +obere, ¡B¡ untere Zahnreihe. Nat. Gr. (nach ~Sinclair~.)] + +¿Prothylacinus¿ Ameghino. §4§/§3§ ¡J¡. ¡M¡^1 und ¡M¡^2 mit deutlichem, +¡M¡^3 ohne Protocon, ¡M¡^4 mit kleinem Protocon und Metacon, ¡P¡^4 +wenig größer als ¡P¡^3. Untere ¡M¡ mit schwachem Talonid. Schädel +lang, ohne Alisphenoidbulla. Unterkiefer mit fester Symphyse. Hallux +stark reduziert. Krallen spitz, zusammengedrückt. Miocän. Santa Cruz. + +¿Napodonictis¿ Ameghino. Ebenda. ¿Pseudothylacinus¿ Ameghino. Miocän. +Colpodonschichten. + +¿Borhyaena¿ Ameghino. §3§/§3§ ¡J¡. Zähne plump, dicht +aneinanderschließend. ¡M¡^4 knopfartig. Talonid nur an ¡M¡_{1} +und ¡M¡_{2} gut entwickelt. Schädel kurz, mit weit abstehenden +Jochbogen. Ohne Alisphenoidbulla. Humerus ohne Entepicondylarforamen. +Endphalangen stumpf, rundlich, an der Spitze gespalten. Miocän. Santa +Cruz. + +¿Acrocyon¿, ¿Conodonictis¿ Ameghino. Ebenda. ¿Pseudoborhyaena.¿ +Miocän. Colpodonschichten. ¿Proborhyaena¿, ¿Pharsaphorus¿ Ameghino. +Pyrotheriumschichten. + + +8. Familie. #Didelphyidae.# ~Beutelratten.~ + +¡Meist kleine carnivore Beutler. §5.1.3.4.§/§4.1.3.4.§ J klein, +dicht gedrängt. C stark entwickelt. Dem letzten, meist sehr hohen +P geht ein lange funktionierender Milchzahn voraus. Obere M +trituberkulär dreieckig, Protocon, Paracon und Metacon ¥V-förmig¥, am +Außenrand in der Regel einige kleine Basalhöcker vorhanden. Untere +M tuberkulärsektorial mit kräftigem Metaconid und mehrhöckerigem, +wohlausgebildetem Talonid. Extremitäten fünfzehig, Hallux opponierbar. +Humerus mit Entepicondylarforamen.¡ + +Die beiden lebenden Gattungen ¿Didelphys¿ und ¿Chironectes¿ sind +in Amerika verbreitet von Patagonien bis Canada. Fossile Vertreter +sind im älteren Tertiär von Europa und Nordamerika nicht selten, +in Südamerika im Tertiär und Pleistocän. Die ältesten Formen kennt +man aus der Kreide. Laramiebed von Nordamerika. Von den Gattungen +¿Didelphops¿, ¿Cimolestes¿, ¿Pediomys¿, ¿Telacodon¿ und ¿Batodon¿ +Marsh aus der oberen Kreide von Wyoming sind nur isolierte Zähne und +Kieferfragmente bekannt. + +¿Didelphys¿ Lin. (¡Peratherium¡ Aymard. ¡Oxygomphius¡ Meyer, +¡Amphiperatherium¡ Filhol, ¡Herpetotherium¡, ¡Embassis¡ Cope. +(Fig. 523.) §5.1.3.4.§/§4.1.3.4.§ Außer den drei ¥V-förmigen¥ +Haupthöckern auch Nebenhöcker am Außenrand der oberen ¡M¡ vorhanden. +Untere ¡M¡ schlank. In Europa vom Obereocän bis Untermiocän, in +Nordamerika im Eocän, Oligocän und Pleistocän. + +[Illustration: Fig. 523. + +¡Didelphys¡ (¡Oxygomphius¡) ¡frequens¡ H. v. Meyer. Miocän. Eckingen +bei Ulm. ¡a¡, ¡b¡, ¡c¡ drei Oberkieferzähne vergr. 3/1. ¡e¡ +Unterkiefer in natürl. Gr. und ¡d¡ vergr. (Nach ~Schlosser~.)] + +¿Microbiotherium¿ Ameghino. ¡J¡ kräftig. Obere ¡M¡ aus drei konischen +Höckern und einfachem Basalband bestehend, untere massiv mit großem +Talonid. Obermiocän. Santa Cruz. Daselbst die problematischen +Gattungen ¿Hadrorhynchus¿, ¿Stylognathus¿, ¿Eodidelphys¿. Im Eocän, +Notostylopsschichten von Patagonien ¿Ideodidelphys¿ Ameghino. +¿Proteodidelphys¿ Ameghino aus angeblichen Kreideschichten Patagoniens. + + +9. Familie. #Caroloameghinidae# Ameghino. + +¡§5.1.3.4.§/§4.1.3.4.§ C klein, P einfach langgestreckt. Obere M +trituberkulär mit Zwischenhöckern. Untere M mit niedrigem Trigonid und +großem Talonid und Nebenhöcker vor und hinter dem hohen Metaconid. +Unterkiefer schlank und niedrig.¡ + +[Illustration: Fig. 524. + +¡Caroloameghinia mater¡ Ameghino. Eocän. Notostylopsschichten. +Patagonien. ¡A¡ oberer Molar. ¡B¡ unteren Molaren. 3/1 nat. Gr. ¡C¡ +Unterkiefer, nat. Gr. (nach ~Ameghino~.)] + +Die Form der ¡M¡ erinnert teils an ¡Primaten¡, teils an ¡Nager¡. + +¿Caroloameghinia¿ Ameghino. (Fig. 524.) Eocän. Notostylopsschichten +von Patagonien. + + #Zeitliche und räumliche Verbreitung der Marsupialier.# + + +=======+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+ + | | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | + +-------+---+---+---+---+---+---+---+---+---+---+---+---+---+---+---+ + |I.a | | | | | | | | | | | | | | | | + |I.1 |===| |===| | | | | | | | | | | | | + |I.2 |===| | | |===|===|===|===|===| | | | | | | + |I.3 | | | | | | | | |===| | | | | | | + |I.4 | | | | | | | | | |===| | | | | | + | | | | | | | | | | | | | | | | | + |II.b | | | | | | | | | | | | | | | | + |II.1 | | | | | | | | | |===| | | | |===| + |II.2 | | | | | | | | | | |===|===| |===| | + |II.3 | | | | | | | | | | | |===| |===| | + | | | | | | | | | | | | | | | | | + |III.c | | | | | | | | | | | | | | | | + |III.1 | |===| | | | | | | | | | | | | | + |III.2 | | | |===|===|===| | | | | | | | | | + |III.3 | | | | | | | | | | | | | |===| | + |III.4 | | | | | | | | | | | |===| |===| | + |III.5 | | | | | | | | | | | | | |===| | + |III.6 | | |===|===|===| | | | | | | | | | | + |III.7 | | | | | | | | | |===| |===| |===| | + |III.8 | | | | | | |===|===|===|===| | |===| |===| + |III.9 | | | | | | | | | |===| | | | | | + +=======+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+ + + Legende: + + A = Trias Europa I.a = ~Allotheria~ + B = Trias Nordamerika I.1 = Tritylodontidae + C = Trias Südafrika I.2 = Plagiaulacidae + D = Dogger Europa I.3 = Polymastodontidae + E = Oberer Jura Europa I.4 = Polydolopidae + F = Oberer Jura Südamerika II.a = ~Diprotodonta~ + G = Obere Kreide Nordamerika II.1 = Caenolestidae + H = Tertiär Europa II.2 = Phalangeridae + I = Tertiär Nordamerika II.3 = Phascolomyidae + J = Tertiär Südamerika III.a = ~Polyprotodonta~ + K = Tertiär Australien III.1 = Dromatheriidae + L = Pleistocän Australien III.2 = Triconodontidae + M = Pleistocän Amerika III.3 = Myrmecobiidae + N = Jetztzeit Australien III.4 = Peramelidae + O = Jetztzeit Amerika III.5 = Notoryctidae + III.6 = Pantotheriidae + III.7 = Dasyuridae + III.8 = Didelphyidae + III.9 = Caroloameghinidae + + +B. Unterklasse. #Placentalia.# + + +1. Ordnung. #Insectivora.# ~Insektenfresser.~[124] + +~Meist kleine, in der Regel fünfzehige, bekrallte Sohlengänger. ¡J¡ +manchmal teilweise vergrößert, nicht selten teilweise reduziert. +¡C¡ wenig von den ¡J¡ und ¡P¡ verschieden, manchmal auch groß und +zweiwurzelig oder auch verkümmert, ¡P¡ zugespitzt, letztere öfters +sekodont, ¡M¡ lophodont oder bunodont, die unteren mit meist fünf +scharfen Höckern, die oberen tri- oder quadrituberkulär, Milchgebiß +meist frühzeitig ausfallend, selten funktionierend. Gehirn klein, mit +glatten Hemisphären. Schlüsselbeine fast immer vorhanden.~ + +Die typischen ~Insectivoren~ sind kleine, häufig unterirdisch lebende, +grabende, nächtliche, seltener kletternde oder schwimmende Landtiere, +welche sich von Insekten und Würmern nähren. Sie bilden unter den +Placentaliern die primitivste Ordnung und haben enge Beziehungen zu +den polyprotodonten Beuteltieren, wenigstens zu den ¡Pantotheriidae¡. +Jetzt werden ihnen auch eine Anzahl gänzlich erloschener Formen +angereiht, die zum Teil ansehnliche Körpergröße besitzen und früher +teils zu den ~Primaten~ gestellt, teils für eine besondere Ordnung +angesehen wurden. + +Gegenwärtig bewohnen die Insectivoren nur die Alte Welt und +Nordamerika, sie fehlen dagegen in Südamerika und Australien. Die +fossilen Formen haben im wesentlichen die nämliche Verbreitung, +nur eine Gattung ist bloß auf Südamerika beschränkt. Sie beginnen +mit ziemlich vielen, großenteils erloschenen Formen im Eocän und +Oligocän von Nordamerika, spielen aber hier im späteren Tertiär nur +eine untergeordnete Rolle, während sie in Europa vom Oligocän bis in +das Obermiocän trotz ihrer Kleinheit keineswegs zu den Seltenheiten +gehören. + +Der ~Schädel~ zeichnet sich durch gestreckte, niedrige Form, +durch das breite Hinterhaupt, durch die meist starke Entwicklung +der Gesichtsknochen, die hinten meist offenen Augenhöhlen, die +unvollständige Verknöcherung der Gehörkapsel, durch das ringförmige +Tympanicum und durch die Kleinheit der Gehirnhöhle aus. Die +Großhirnhemisphären sind glatt, der Jochbogen ist zuweilen verkümmert. +Die Lendenregion besitzt öfters Intercentren. Der Humerus hat in der +Regel ein Entepicondylarforamen. Ulna und Radius bleiben getrennt, +dagegen sind Tibia und Fibula häufig distal verwachsen. Das Femur +trägt manchmal einen dritten Trochanter. Die plantigrade Hand ist fast +immer fünf-, sehr selten vierfingerig. Der Hallux kann verschwinden. +Bei den grabenden Formen sind die Knochen der Vorderextremität stark +spezialisiert. + +Das ~Gebiß~ enthält alle Arten von Zähnen, doch sind die ¡C¡ und die +vorderen ¡P¡ oft sehr wenig voneinander verschieden. Die normale +Zahnzahl §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ erleidet manchmal eine Reduktion. +Die ¡J¡ sind zuweilen stark verlängert, fast nagezahnartig und mit +Nebenzacken versehen und der ¡C¡ hat nicht selten zwei Wurzeln. +Die Zahl der ¡M¡ übersteigt niemals die Zahl 3. Der letzte ¡P¡ +wird manchmal ¡M¡-artig. Die ¡M¡ sind secondont, die oberen meist +trituberkulär, selten quadrituberkulär, ihre Höcker frei oder durch +Joche verbunden. Die unteren bestehen aus einem dreizackigen Trigonid +und einem niedrigen, oft sehr kleinen zweispitzigen Talonid. Der +Zahnwechsel erfolgt häufig schon im Embryonalzustand, bei einigen +Gattungen erhält sich hingegen das Milchgebiß sehr lange. Die +Insectivoren zerfallen in zwei Unterordnungen: die ¡Menotyphla¡, +deren Symphyse von den beiden Pubes und Ischia gebildet wird und +die ¡Lipotyphla¡, bei welchen eine Symphyse entweder fehlt oder +sich nur auf die beiden Pubes erstreckt. Die ¡Menotyphla¡ umfassen +die in Ostasien lebenden ¡Tupajidae¡ und die afrikanischen +¡Macroscelididae¡. Sichere fossile Formen sind hiervon nicht bekannt. + +Die ¡Lipotyphla¡ werden eingeteilt in ¡Zalambdodonta¡ und +¡Dilambdodonta¡, welchen jetzt noch mehrere ausgestorbene Familien +angereiht werden, die teils Anklänge an Primaten, teils an +Creodontier, teils an Nager aufweisen. + + +1. Unterordnung. #Zalambdodonta.# Gill. + +¡Obere M infolge der Reduktion der Außenhöcker undeutlich +trituberkulär, untere mit kräftigem Trigonid und stark reduziertem +Talonid.¡ + + +1. Familie. #Chrysochloridae.# + +Diese jetzt in Südafrika lebende und nach Art der Maulwürfe +spezialisierte, aber mit hypselodonten ¡P¡ und ¡M¡ versehene Familie +soll in Nordamerika im Oligocän (White Riverbed) einen Vertreter +besitzen in ¿Xenotherium¿ Douglass. + + +2. Familie. #Necrolestidae.# Scott.[125] + +¿Necrolestes¿ Ameghino. ¡§4.1.3.3.§/§4.1.3.3.§¡ ¡J¡ klein, ¡C¡ normal +entwickelt, ¡P_{2}¡ in beiden Kiefern zweiwurzelig, der untere +mit Vorder- und Hinterspitze, die übrigen wie die ¡M¡ hypselodont +und trituberkulär. Im Schädel-, Zahnbau und Spezialisierung der +Extremitäten sehr ähnlich den südafrikanischen ¡Chrysochloridae¡, aber +langschnauziger. Obermiocän von Santa Cruz. Patagonien. + + +3. Familie. #Centetidae.# + +Diese Familie ist heutzutage auf Madagaskar beschränkt, mit +Ausnahme der auf Kuba lebenden Gattung ¿Solenodon¿ und mit den +westafrikanischen ¿Potamogalidae¿ nahe verwandt. Fossil in +Nordamerika. Oligocän (White Riverbed) von Montana. + +¿Micropternodus¿ Matthew. (Fig. 525.) ¡§ §/§3.1.3.3.§¡ ¡M¡ wie bei +¡Centetes¡ aus hohem Trigonid und kleinem Talonid bestehend. + +¿Apternodus¿ Matthew. ¡§2.1.3.3.§/§2.1.3.3.§¡ Talonid sehr stark +reduziert. ¡P^4¡ in beiden Kiefern ¡M¡-artig. Schädel dem von +¡Ericulus¡ ähnlich, aber durch die starke Entwicklung des Mastoids +ausgezeichnet. + + +2. Unterordnung. #Dilambdodonta.# Gill. + +¡Obere M echt trituberkulär, oft mit Hypocon versehen. Untere M +tuberkulär sektorial, mit kräftigem Talonid.¡ + +[Illustration: Fig. 525. + +¡Micropternodus borealis¡ Matthew. Oligocän. Unterstes White Riverbed +Montana. Unterkiefer von außen und innen. 2/1 nat. Gr. (nach +~Matthew~.)] + + +1. Familie. #Leptictidae.# Cope. + +¡§2.1.4.3.§/§2-3.1.4.3.§ Obere M sehr breit, dreieckig, trituberkulär, +meist mit schwachem Hypocon. Außenhöcker konisch. J spitz, wenig +verschieden von den C. P_{4} in beiden Kiefern M-artig. Schädel meist +mit zwei Scheitelkämmen, schlanken Jochbogen und spitzer, mäßig langer +Schnauze. Humerus mit Entepicondylarforamen.¡ + +¿Palaeictops¿ Cope. Untereocän (Wasatchbed) von Nordamerika, +¿Phenacops¿ Matthew, ¿Diacodon¿ Cope. + +¿Leptictis¿, ¿Ictops¿ Leidy. (Fig. 526.) Schädel mit doppeltem +Scheitelkamm. Oligocän. White Riverbed von Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 526. + +¡Leptictis Haydeni¡ Leidy. Unt. Miocän. Dakota. Schädel von oben, von +der Seite und unten. + +Nat. Gr. (Nach ~Leidy~.)] + + +2. Familie. #Talpidae.# ~Maulwürfe.~ + +¡§3-2.1.4-3.3.§/§3-1.1.4-3.3.§ Obere M trituberkulär, Außenhöcker +¥V-förmig¥. Schnauze stark verlängert, Jochbogen dünn. Bullae osseae +gewölbt. Vorderextremität als breites, schaufelartiges Grabwerkzeug +entwickelt. Tibia und Fibula distal verschmolzen. Becken stark +verlängert. Schwanz kurz.¡ + +Die Talpiden sind kleine, unterirdisch lebende Wühler mit verkümmerten +Augen und langer Schnauze. Beim Maulwurf reicht das Manubrium +bis unter den zweiten Halswirbel und nimmt vorne das kurze fast +quadratische Schlüsselbein auf, welches mit dem distalen Ende des +kurzen, stark verbreiterten Humerus artikuliert und durch Bänder +mit der schmalen langgestreckten Scapula verbunden ist. Der Humerus +besitzt einen weit vorspringenden Deltoidkamm und neben jedem Condylus +einen spornartigen Fortsatz. In den oligocänen Phosphoriten von Quercy +¿Amphidozotherium¿ Filhol, im europäischen Miocän die Gattungen +¿Scaptonyx¿ M. Edwards, ¿Proscapanus¿ Gaillard und ¿Talpa¿ Linn +(Fig. 527), die letztere auch im Pliocän und Pleistocän. Eine Art auch +im Miocän von Montana. + +¿Proscalops¿ Matthew. (Fig. 528.) ¡J¡ vergrößert. ¡P¡ mit Ausnahme von +P^4 klein. Zähne niedriger als bei ¡Scalops¡. Schädel hinten stark +verbreitert. Untermiocän. Colorado. + +¿Domnina¿ Cope. Oligocän. White Riverbed von Nordamerika. + +¿Nyctitherium¿ (¡Talpavus¡, ¡Nyctilestes¡) Marsh. Obere ¡M¡ mit +kräftigem Hypocon. Mittleres Eocän. Bridgerbed von Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 527. + +¡Talpa Meyeri¡ Schlosser. Unt. Miocän. Weisenau bei Mainz. Humerus +¡a¡ von innen, ¡b¡ von hinten, ¡c¡ von außen, ¡d¡ von vorne, ¡e¡ von +unten. Nat. Gr. (Nach ~Schlosser~.)] + +¿Entomacodon¿ (¡Centracodon¡) Marsh. ¿Myolestes¿ und ¿Entomolestes¿ +Matthew. Ebendaselbst. + +¿Echinogale¿ Pomel im Untermiocän von Frankreich. Systematische +Stellung unsicher. + +¿Myogale¿ Cuvier. Lebend und im Pleistocän von Europa. + + +3. Familie. #Soricidae.# ~Spitzmäuse.~ + +Die Spitzmäuse zeichnen sich durch kräftige, im Oberkiefer vierzackige +¡M¡ und durch die Vergrößerung des vordersten ¡J¡ aus. Der obere +¡J¡ ist hakenförmig, der untere steht horizontal und besitzt einen +zugeschärften oder gezackten Oberrand. Die zwischen diesen ¡J¡ und den +¡M¡ befindlichen Zähne §4-6§/§2§ sind mit Ausnahme des ¡P^4¡ wenig, +die Extremitätenknochen dagegen stark differenziert. Überreste von +¡Soriciden¡ finden sich in Europa vom Oligocän an, Phosphorite von +Quercy, im Untermiocän von Ulm und Mainz, im Obermiocän von La Grive +St. Alban und im Pleistocän. Sie gehören den Gattungen ¿Sorex¿ Lin. +(Fig. 529.) ¿Crocidura¿ und ¿Crossopus¿ Wagler an. + +¿Protosorex¿ Scott. Im Oligocän (White Riverbed) von Nordamerika mit +zahlreichen ¡P¡. + +[Illustration: Fig. 528. + +¡Proscalops miocaenus¡ Matthew. Miocän. Colorado. Schädel und +Unterkiefer. 2/1 nat. Gr. (nach ~Matthew~.)] + +[Illustration: Fig. 529. + +¡Sorex pusillus¡ Meyer. Miocän. La Grive St. Alban. Isère. Unterkiefer +von innen in nat. Gr. und vergr. (Nach ~Depéret~.)] + +[Illustration: Fig. 530. + +¡Necrogymnurus Cayluxi¡ Filhol. Phosphorit. Quercy. ¡a¡ Schädel von +unten, ¡b¡ Unterkiefer mit drei Molaren und P_{4} von der Seite, ¡c¡ +derselbe von oben. Nat. Gr. (Nach ~Filhol~.)] + + +4. Familie. #Dimylidae.# + +¡§2§/§2§ M, davon M_{1} in beiden Kiefern sehr groß. J, C, P mit +Ausnahme von P_{4} sehr einfach. Humerus ähnlich dem von Talpa.¡ Nur +aus dem europäischen Miocän bekannt. + +¿Dimylus¿ und ¿Cordylodon¿ Meyer. Letzterer mit knopfförmigen P. Im +Untermiocän. + +¿Plesiodimylus¿ Gaillard und ¿Metacordylodon¿ Schlosser im Obermiocän. + + +5. Familie. #Erinaceidae.# ~Igel.~ + +¡Obere M meist vierhöckerig, viereckig. P^4 M-ähnlich, die übrigen P +einfacher.¡ + +¿Gymnurinae.¿ ¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ C¡ kräftig. + +¿Necrogymnurus¿ (¡Cayluxotherium¡) Filhol. (Fig. 530.) Eocän. +Phosphorite von Quercy. + +¿Tetracus¿ Aymard. Oligocän. Ronzon. + +¿Galerix¿ Pomel. (¡Parasorex¡ v. Meyer.) (Fig. 531.) Im Obermiocän von +Europa. + +¿Erinaceinae¿ mit weniger als §4§/§4§ P. + +¿Erinaceus¿ Linn. §3.1.3.3.§/§2.1.2.3.§ Vorderster ¡J¡ vergrößert, die +übrigen, sowie ¡C¡ und ¡M^3¡ reduziert. Obermiocän bis Gegenwart. + +¿Palaeoerinaceus¿ Filhol. Untermiocän. + +¿Proterix¿ Matthew. § §/§3.1.3.3.§ Oligocän. White River. Süd-Dakota. + +[Illustration: Fig. 531. + +¡Galerix exilis¡ Blv. sp. (¡Parasorex socialis¡ H. v. Meyer.) Miocän. +Steinheim, Württemberg. ¡a¡ Unterkiefer nat. Gr., ¡b¡ Unterkieferzähne +vergr., ¡c¡ Oberkiefer von Grive-St. Alban nat. Gr., ¡d¡ vergr. +(Nach ~Depéret~.)] + + +6. Familie. #Adapisoricidae# Lemoine. + +¡Kleine ausgestorbene, unvollständig bekannte Insectivoren mit 2 +J, 1 C, 4 P, 3 M im Unterkiefer. Obere M trituberkulär. Untere J +klein, nagezahnartig. C klein. P zweiwurzelig mit Hauptspitze und +Talonid. M mit hohem dreizackigem Trigonid und starkem, grubigem +Talonid.¡ Systematische Stellung durchaus unsicher. ¿Adapisorex¿ und +¿Adapisoriculus¿ Lemoine im untersten Eocän von Cernays und Ay bei +Reims. + + +7. Familie. #Hyopsodontidae# Schlosser. + +¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Schädel niedrig, Schnauze mäßig lang, +mit breiter Stirn und breitem Hinterhaupt. Obere M viereckig, +sechshöckrig, untere vierhöckerig, Trigonid kaum höher als Talonid. +Alle vorderen Zähne einspitzig, fast aneinander schließend und +allmählich in einander übergehend, obere P_{2} bis P_{4} mit +Innenhöcker, unterer P_{4} sehr kompliziert.¡ + +[Illustration: Fig. 532. + +¡Hyopsodus paulus¡ Leidy. Eocän (Bridgerbed.) Wyoming. ¡A¡ obere +Backzähne von unten vergr. 2/1 nat. Gr. ¡B¡ untere Backzähne von oben, +2/1 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 533. + +¡Hyopsodus decipiens¡ Matthew. Mitteleocän. Bridgerbed. Wyoming. +Schädel und Unterkiefer nat. Gr. (nach ~Matthew~.)] + +Diese gänzlich erloschene Familie wurde bisher vor kurzem wegen der +Ähnlichkeit ihrer Zähne zu den Primaten gestellt. Der Schädel zeigt +jedoch Anklänge an den von ¿Erinaceus¿, und die Metapodien haben keine +knopfförmige, sondern eine gekielte distale Gelenkfläche. Auch fehlt +die Opponierbarkeit der ersten Zehe und des Daumens. Wir haben es +vermutlich mit dem Überrest einer Insectivorengruppe zu tun, welche +dem Ausgangspunkt der Primaten sehr nahe steht. Sie schließt sich +anderseits auch wieder an die kleineren ¡Mioclaeniden¡ an. + +¿Hyopsodus¿ Leidy (¡Lemuravus¡ Marsh). (Fig. 532, 533.) ¡J¡, +¡C¡ und die vordersten ¡P¡ spitz, kegelförmig, ¡P^3¡ und ¡P^4¡ +mit großen, dicken Außen- und ¥V-förmigem¥ Innenhöcker. Obere ¡M¡ +mit zwei kantigen Außen-, zwei ¥V-förmigen¥ Innenhöckern und zwei +kräftigen Zwischenhöckern. Unterer ¡P_{4}¡ mit großer Innenspitze +und zweihügeligem Talonid. Untere ¡M¡ mit vier stumpfen, undeutlich +alternierenden Höckern und kleinem Hinterhöcker. An dem breiten +Schädel steht die Augenhöhle seitlich; das Tympanicum bildet keine +knöcherne Bulla. Humerus mit Entepicondylar- und Supratrochlearformen. +Extremitätenknochen denen von ¿Erinaceus¿ ähnlich. Astragalus mit +flacher Trochlea. Endphalangen klein, rundlich, nicht gespalten. +Zahlreiche Arten im Eocän von Nordamerika. Wasatchbed. H. +¡lemoinianus¡; ¡miticulus¡ Cope, Wind Riverbed. ¡H. Wortmani¡ Osborn, +Bridgerbed. ¡H. paulus¡, ¡minusculus¡ Leidy. Uintabed ¡uintensis¡ +Osborn. + + +8. Familie. #Mixodectidae# Cope (~Proglires~ Osborn). + +¡§3-1.1.3.3.§/§3-1.1.2.3.§ Obere M nicht viel breiter als lang, mit +konischen Außen- und kleinen Zwischenhöckern, ¥V-förmigem¥ Protocon und +schwachem Hypocon. Unterer und oberer J_{1} vergrößert und vorwärts +geneigt. J_{1} und J_{3} meist fehlend, klein, ebenso P_{1} oder P_{2} +oder fehlend, oder P_{3} wie P_{4} schneidend, mit hoher Spitze. P^4 +anfangs zweihöckerig, später kompliziert. Untere M mit fünf undeutlich +alternierenden Höckern, die beiden inneren konisch, Protoconid und +Hypoconid ¥V-förmig¥. Paraconid nur als Kante entwickelt. Trigonid nicht +viel höher als Talonid, das namentlich an M_{3} sehr groß wird.¡ + +Die Backenzähne haben große Ähnlichkeit mit jenen der Anaptomorphiden, +weshalb die Mixodectiden früher zu den Primaten gestellt wurden. Wegen +der Vergrößerung des ¡J_{2}¡ und der Reduktion der übrigen ¡J¡ und +der vorderen ¡P¡ hielt sie Osborn für die Vorläufer der Nager und +nannte sie ¿Proglires¿. Wegen der Ähnlichkeit der ¡M¡ mit denen der +¡Hypsodontidae¡ dürfte es sich empfehlen, sie ebenfalls provisorisch +zu den Insectivoren zu stellen, obschon eine gewisse Verwandtschaft +mit Primaten -- ¿Chiromys¿ -- nicht ausgeschlossen zu sein scheint. + +[Illustration: Fig. 534. + +¡A Microsyops gracilis¡ Leidy, Oberkiefer. ¡B M. elegans¡, +Unterkiefer. Mitteleocän. Bridgerbed Wyoming (nach ~Wortman~.)] + +¿Olbodotes¿ Osborn. Mit 3 unteren ¡J¡. Untereocän. Torrejonbed. +Neu-Mexiko. ¡O. Copei¡ Osborn. Ein ähnlicher ¡M¡ auch aus dem Fort +Unionbed von Montana bekannt. + +¿Mixodectes¿ Cope. ¡J_{2}¡ stark vergrößert. ¡P_{3}¡ öfters noch +vorhanden. Trigonid höher als Talonid. Ebenda. ¡M. pungens¡ Cope. + +¿Microsyops¿ Leidy. (Fig. 534.) (¡Limnotherium¡, ¡Bathrodon¡, +¡Mesacodon¡ Marsh, ¡Palaeacodon¡ Leidy.) Talonid fast ebenso hoch +wie Trigonid. Wind Riverbed. ¡M. scottianus¡ Cope. Bridgerbed. ¡M. +gracilis¡ Leidy, ¡speciosus¡ Marsh. + +¿Indrodon¿ Cope. §2.1.3.3.§/§ § Nur Oberkiefer bekannt. ¡P¡ einfach. +Untereocän. Torrejonbed. + +¿Cynodontomys¿ Cope. ¡C¡ klein. ¡P_{4}¡ M-ähnlich. Untereocän. +Wasatchbed. ¡C. latidens¡ Cope. + +¿Smilodectes¿ Wortman. ¡P_{4}¡ kurz. Mitteleocän. Bridgerbed. ¡S. +gracilis¡ Marsh sp. + +¿Metolbodotes¿ Schlosser. Mit 3 ¡J¡. Höcker der ¡M¡ innig miteinander +verbunden. ¡M_{1}¡ > ¡M_{2}¡ und ¡M_{2}¡ > ¡M_{3}¡. Oligocän Fajum. +Ägypten ¡M. Stromeri¡. Schl. + + +9. Familie. #Plesiadapidae# Lemoine. + +¡§2.1.2.3.§/§1.0.2.3.§ Unterkiefer hoch mit breitem Kronfortsatz und +Diastema hinter dem vergrößerten J. Oberer J^2 zweispitzig, J^3 und C +klein. Obere P und M trituberkulär. Untere M tuberkulärsektorial mit +mäßig hohem Trigonid und großem niedrigem Talonid.¡ Untereocän von +Europa. + +Die Form des Unterkiefers und die Beschaffenheit des Gebisses spricht +dafür, daß wir es möglicherweise mit einem Vorläufer der Nager zu tun +haben. + +¿Plesiadapis¿ Lemoine. Untereocän von Reims und Belgien, vielleicht +auch im Bohnerz von Egerkingen. + +¿Protoadapis¿ Lemoine. § §/§2.1.3.3.§ Ohne Diastema. Eocän von Reims. +Systematische Stellung ganz unsicher. + + +10. Familie. #Pantolestidae# Matthew. + +¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ C normal. Obere J isoliert, P einfach +schneidend. Obere M trituberkulär, untere tuberkulärsektorial mit +dreispitzigem Trigonid und Talonid. Schnauze kurz und breit, Cranium +lang und verbreitert mit hoher Supraoccipitalcrista und schwachem +Scheitelkamm, ohne knöcherne Bulla.¡ + +Die Pantolestiden wurden zuerst für Artiodactylen gehalten. ~Matthew~ +stellt sie jetzt zu den Insectivoren wegen der Anwesenheit eines +Mentalforamens unter ¡M_{1}¡ und der Kürze und Breite der Schnauze. +Abgesehen von diesen Verhältnissen könnte man sie auch bei den +Creodonten unterbringen. Der stark gekrümmte Humerus besitzt eine +kräftige Deltoidcrista, und ein Entepicondylarforamen, das Femur ist +mit einem dritten Trochanter versehen und Tibia und Fibula sind distal +miteinander verwachsen. Der Astragalus hat eine breite, ausgefurchte +Trochlea und einen kurzen Hals, die Krallen sind abgeflacht und breit. +Der Schwanz hat beträchtliche Länge. Die Extremitäten zeigen Anpassung +an das Leben im Wasser. + +¿Pantolestes¿ Cope. (¡Passalacodon¡, ¡Anisacodon¡ Marsh.) Paraconid +klein. Mitteleocän. Bridgerbed. + +¿Palaeosinopa¿ Matthew. Paraconid kräftig. Untereocän. Wasatchbed. + +¿Pentacodon¿ Cope. Untereocän. Torrejonbed. Neu-Mexiko. + +? ¡Ptolemaia¡ Osborn. Paraconid schwach. ¡J¡ und vordere ¡P¡ +reduziert. Oligocän von Ägypten. + + +11. Familie. #Tillodontidae.# (¡Tillodontia¡ Marsh.)[126] + +¡Ausgestorbene, fünfzehige, bekrallte Sohlengänger mit vergrößertem, +nagezahnähnlichen J_{2} und brachyodonten M. Obere M trituberkulär, +mit Nebenhöckern, untere mit hohem, halbmondförmigem Trigonid und +etwas niedrigerem halbmondförmigem Talonid. Scaphoid getrennt vom +Lunatum.¡ + +Der Schädel ist im ganzen raubtierähnlich. Die Breite der Schnauze und +des Hinterhauptes, das Fehlen einer postorbitalen Einschnürung und die +Beschaffenheit der Ohrregion -- flache Bulla -- sowie die Form des +Unterkiefergelenkes gestatten die Angliederung dieser Familie an die +Insectivoren, womit sich auch die Differenzierung der ¡J¡ und ¡C¡ gut +in Einklang bringen läßt. Von den ¡J¡ geht das erste Paar verloren, +das zweite wird vergrößert, die ¡C¡ verwandeln sich in kleine +Lückenzähne, wofür die hinteren ¡P M¡-ähnlich werden. + +Von ¿Tillotherium¿ ist das Skelett ziemlich vollständig, von +¿Esthonyx¿ aber nur teilweise bekannt. Nur im Eocän von Nordamerika +und von England. + + +1. Unterfamilie. #Esthonychinae.# + +¡§2.1.3.3.§/§3.1.3.3.§ J ringsum von Schmelz bedeckt, mit Wurzeln. C +ziemlich groß.¡ + +¿Esthonyx¿ Cope. (Fig. 535.) Im unteren Eocän. Wasatchbed von Wyoming +und Neu-Mexiko. + +¿Platychoeropus¿ Charlesworth im Londonton von England. + +¿Plesiesthonyx¿ Lemoine. Untereocän von Reims. Durchaus problematisch. + +[Illustration: Fig. 535. + +¡Esthonyx Burmeisteri¡ Cope. Untereocän (Wasatch Beds) von Big Horn. +Wyoming. ¡A¡ Zahnreihe des Oberkiefers, ¡B¡ des Unterkiefers, von der +Kaufläche gesehen, 2/3 nat. Gr. (nach ~Cope~.)] + + +2. Unterfamilie. #Tillotheriinae.# + +¡§2.1.3.3.§/§2.1.2.3.§ Oberer und unterer J_{2} stark entwickelt, nur +an der Vorderseite mit Schmelz bedeckt und mit persistierender Pulpa. +Zwischen den J, den kleinen C und den vordersten P kurze Lücken.¡ + +[Illustration: Fig. 536. + +¡Tillotherium fodiens¡ Marsh. Eocän. Bridger. Wyoming. Schädel und +Unterkiefer. 1/4 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +¿Tillotherium¿ Marsh. (Fig. 536.) Schädel von Bärengröße mit kleiner +Gehirnhöhle und verschmälerter Schnauze. Orbita hinten nicht von den +Schläfengruben abgetrennt. Stirnbeine groß mit Luftzellen. Wirbel +raubtierartig. Humerus mit Entepicondylarforamen. Femur mit drittem +Trochanter. Fibula dünn, Astragalus niedrig. Mitteleocän. Bridgerbed. +Wyoming. + +¿Trogosus¿ (¡Anchippodus¡) Leidy. Ebendaselbst. + + +2. Ordnung. #Chiroptera.# ~Fledermäuse.~[127] + +~Kleine Insekten-, selten Früchtefresser mit stark verlängerten und +durch Flughaut verbundenen Vorderextremitäten. Gebiß vollständig, ¡J¡ +reduziert, ¡C¡ groß, meist mit kräftigem Basalband, ¡P¡ zugespitzt. +¡M¡ sekodont, oder bunolophodont, obere trituberkulär mit ¥V-förmigen¥ +Höckern, untere tuberkulärsektorial. Milchgebiß rudimentär. Hirn klein +und glatt. Zwei brustständige Zitzen.~ + +Die Fledermäuse bilden einen spezialisierten Seitenzweig von +primitiven Insectivoren. Sie unterscheiden sich von den echten +Insectivoren nicht bloß durch die eigentümliche Ausbildung der +Vorderextremität, sondern auch durch die meist verkürzte Schnauze, +den in der Regel sehr kräftigen Scheitelkamm, durch die starke +postorbitale Einschnürung und die solid verknöcherte Gehörblase. + +[Illustration: Fig. 537. + +¡Vespertilio murinus¡ Lin. Skelett. (Nach ~Blainville~.)] + +Die Vorderextremität ist zu einem Flugorgan umgebildet. Das +lange Schlüsselbein verbindet das Brustbein mit dem Acromion des +Schulterblattes. Der Humerus ist schlank und im Verhältnis zur Größe +des Caput und des Deltoidkammes sehr lang. Die Länge des Vorderarms +übersteigt die des Oberarms mindestens um ein Drittel, oft aber um +das Doppelte. Die Ulna ist stark reduziert. Die proximalen Carpalia +verschmelzen miteinander. Die Phalangen sind mit Ausnahme des kurzen, +opponierbaren Daumens zu dünnen, langen, nadelähnlichen Gebilden +umgestaltet und durch Flughaut verbunden, welche sich auch am Rumpf +und am Schwanz sowie an einem langen knöchernen Sporn, der vom +Calcaneum ausgeht, anheftet. Im Gegensatz zur Vorderextremität ist die +Hinterextremität und das Becken schwach entwickelt. Der Fuß hat fünf +gleichlange, mit Krallen versehene Zehen. + +Die Fledermäuse zerfallen in die zwei Gruppen der ¡Megachiroptera¡, +welche nur große frugivore Formen enthalten und in die kleinen, +insektenfressenden ¡Microchiroptera¡. + +Zu den ¡Megachiroptera¡ gehört wahrscheinlich die Gattung +¡Archaeopteropus¡ ~Meschinelli~ aus dem Oligocän von Monteviale. + +Überreste von ¡Microchiropteren¡ fanden sich in größerer Menge nur +in den Phosphoriten von Quercy sowie im Pleistocän in europäischen +Höhlen und in Höhlen Brasiliens, aber diese pleistocänen Reste gehören +fast ausschließlich rezenten Arten an. Im Eocän -- Paris und Aix -- +sowie im Miocän sind Fledermausreste sehr selten mit Ausnahme von der +Lokalität La Grive St. Alban. + +Die ¡Chiropteren¡ aus den Phosphoriten verteilen sich auf die +Gattungen ¡Pseudorhinolophus¡ (Fig. 538) und ¡Vespertiliavus¡ +Schlosser, ¡Taphozous¡ Geoffr., ¡Alastor¡ und ¡Necromantis¡ Weithofer, +von welchen sich die letzte Gattung an lebende südamerikanische Formen +anschließt, was auch wohl für ¡Provampyrus¡ Schlosser aus dem Oligocän +von Ägypten gilt. Im Miocän finden sich neben der ausgestorbenen +Gattung ¡Palaeonycteris¡ schon die lebenden Gattungen ¡Vespertilio¡, +¡Vesperugo¡, ¡Rhinolophus¡ und ¡Cynonycteris¡. + +[Illustration: Fig. 538. + +¡Pseudorhinolophus¡ sp. Phosphorit. Quercy. ¡a¡ Schädel mit +Unterkiefer von der Seite 1/1, ¡b¡ derselbe von oben 1/1, ¡c¡ obere +Zahnreihe von unten, vergr., ¡d¡ untere Zahnreihe von außen, vergr. +(Nach ~Schlosser.~)] + + +3. Ordnung. #Carnivora.# ~Fleischfresser.~ + +Zu den Fleischfressern gehören ausgestorbene und noch jetzt +lebende, in der Größe sehr verschiedene Land- und Wasserbewohner +mit vollständigem Gebiß und sehr kräftig entwickelten Caninen. Die +vorderen Backenzähne sind meist schneidend, zum Zerkleinern von +Fleischnahrung geeignet, die hinteren ¡M¡ in der Regel höckerig und +die oberen stark verbreitert. Das Gehirn zeichnet sich bei allen +lebenden Formen durch ansehnliche Größe und starke Furchung der großen +Hemisphären aus, bei den ältesten fossilen Formen -- ¡Creodontia¡ -- +ist es wesentlich kleiner und auch weniger gefurcht. Die Extremitäten +sind bekrallte digitigrade oder plantigrade Gehfüße mit 4-5 Zehen, +zuweilen -- ¡Pinnipedia¡ -- aber auch flossenartig. + +Die Fleischfresser zerfallen in drei Unterordnungen -- ¡Creodontia¡, +¡Fissipedia¡ und ¡Pinnipedia¡. + + +1. Unterordnung. #Creodontia.#[128] ~Urfleischfresser.~ + +¡Ausgestorbene digitigrade oder semiplantigrade Fleischfresser +mit kleinem schwachgefurchtem Gehirn, vollständigem Gebiß und +Zahnwechsel. Meist §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ M schneidend oder höckerig, +meist gleichartig ausgebildet. Bulla tympanica nur ausnahmsweise +verknöchert. Carpus in der Regel mit Centrale, Scaphoid und +Lunatum nur selten verwachsen. Astragalus flach gewölbt, nur wenig +ausgefurcht. Endphalangen meist stumpf und an der Spitze gespalten, +selten seitlich komprimiert.¡ + +Die von ~Cope~ von den ¡Carnivoren¡ abgetrennten ¿Creodontia¿ zeigen +sowohl Anklänge an die Marsupialia als auch an die ¡Carnivora +fissipedia¡, mit welchen sie durch die Familie der ¿Miacidae¿ +verbunden sind, bei welcher auch bereits ¡P^4¡ und ¡M_{1}¡ als +Reißzähne entwickelt sind. + +Der ~Schädel~ ist raubtierartig, aber meist sehr groß im Verhältnis +zum Rumpf, die Schnauze oft verlängert. Das Cranium hat geringe +Kapazität und gestreckte Form. Vom Gesichtsschädel ist es durch die +starke postorbitale Einschnürung scharf abgesetzt. Die Bulla tympanica +verknöchert nur ausnahmsweise. Das Gehirn ist klein und nur mit +schwachen, wenig zahlreichen Windungen versehen. Der Gaumen hat keine +Lücken, sondern nur zuweilen kleine Löcher, und der Unterkieferrand +ist nur ausnahmsweise hinten schwach umgebogen. Das ~Gebiß~ besteht +normal aus ¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§¡ jedoch kann die Zahl der ¡J¡ auf 2, +die der ¡P¡ auf 3 und der ¡M¡ auf 2 sinken, welche Reduktionen indes +niemals gleichzeitig eintreten. Die geringe Zahl der ¡J¡ unterscheidet +die ¡Creodontia¡ von den ¡Marsupialia¡, die stets normale Entwicklung +aller ¡J¡ und die Einwurzeligkeit des ¡C¡ von den Insectivoren. Die +¡P¡ sind komprimiert, einfach und höchstens mit Basalhöckern versehen, +nur der hinterste kann namentlich im Oberkiefer annähernd ¡M¡-ähnliche +Zusammensetzung erreichen. Die Krone der oberen ¡M¡ besteht in der +Regel aus zwei äußeren und einem inneren Höcker, Protocon, von denen +der letztere öfters ¥V-förmig¥ ist. Er kann aber auch zuweilen ebenso +wie der Metacon starke Reduktion erfahren, wofür aber dann der +Parastyl und namentlich der Metastyl sehr kräftig werden. Die ¡M¡ des +Unterkiefers sind normal tuberkulärsektorial, mit grubigem Talonid. +Jedoch wird das Metaconid sehr häufig reduziert, und der Talonid +verwandelt sich in eine Schneide, die auch sehr klein werden kann. Im +Gegensatz zu den echten Carnivoren ist bei den echten ¿Creodontia~ +M_{1}¡ in der Regel kleiner als die folgenden ¡M¡. Von den Milchzähnen +gleicht der letzte dem vordersten ¡M¡, der vorletzte dem hintersten +¡P¡. + +Im Vergleich zur Größe des Schädels haben die ~Extremitäten~ geringere +Länge als bei den lebenden Raubtieren und sind auch in der Regel +etwas plumper und gedrungener. Der ~Humerus~ besitzt fast immer ein +Entepicondylarforamen und meist eine ungeteilte Gelenkrolle, die bei +vorgeschritteneren Formen bis an die Fossa Olecrani reicht. ~Ulna~ und +~Radius~ verwachsen niemals, das Olecranon kann beträchtliche Höhe +erlangen. Zuweilen findet sich am Humerus ein Supratrochlearforamen. +Die Carpalia bleiben immer getrennt -- nur bei den zeitlich jüngsten +Gattungen kommt es manchmal zur Verschmelzung von Scaphoid und +Lunatum. In der Regel ist ein freies Centrale vorhanden. Das ~Ilium~ +ist schmäler als bei den echten Carnivoren und dem der Marsupialier +und Insectivoren ähnlicher. Am ~Femur~ ragt meist ein dritter +Trochanter vor. Die Anordnung und Form der ~Tarsalia~ stimmt im +wesentlichen mit jener der lebenden Carnivoren überein, doch haben +Astragalus und Calcaneum häufig gedrungenere Gestalt und liegen +weniger fest aufeinander. Der Astragalus hat nicht selten ein Foramen +und seine tibiale Gelenkfläche ist häufig nur schwach gewölbt und nur +wenig oder gar nicht ausgefurcht. + +Matthew teilt die ¿Creodontia¿ in die drei Gruppen der ¿Acreodi¿, der +¿Pseudocreodi¿ und der ¿Eucreodi¿ ein, von welchen die letzten den +Ausgangspunkt der echten Carnivoren darstellen. + + +1. Tribus. #Acreodi.# + +~Ohne scherenartige Ausbildung von Backenzähnen. ¡M¡ primitiv, obere +trituberkulär, untere tuberkulärsektorial oder mit stumpfen Zacken.~ + + +1. Familie. #Oxyclaenidae.# Scott. + +¡M primitiv, die oberen trituberculär, dreieckig oder oblong, die +unteren tuberculärsectorial mit scharfkantigen Spitzen, aus hohem +Trigonid und niedrigem Talonid bestehend. P einfach, nur P^4, selten +auch P^3 mit Innenhöcker.¡ + +Die unvollständig bekannten, meist nur durch Backenzähne vertretenen +Genera gehören dem älteren Eocän von Neu-Mexiko und Montana an. + +¿Oxyclaenus¿, ¿Loxolophus¿, ¿Carcinodon¿ Cope, ¿Protochriacus¿ Scott. +Puercobed. ¿Chriacus¿, ¿Tricentes¿ (Fig. 539), ¿Deltatherium¿ Cope. +Torrejonbed von Neu-Mexiko und im Fort Unionbed von Montana. + +[Illustration: Fig. 539. + +¡Tricentes subtrigonus¡ Cope. Unterstes Eocän. Torrejonbed Neu-Mexiko. +Obere und untere Zahnreihe, nat. Gr. (nach ~Matthew~.)] + + +2. Familie. #Mesonychidae.# Cope. + +¡§3-2§/§3.§ M. Obere M trituberkulär, untere durch Reduktion des +Metaconids trikonodont, mit stumpfen Zacken. P^4 meist M ähnlich. Hand +und Fuß paraxonisch, häufig digitigrad, 5 selten 4 zehig. Humerus mit +Supratrochlearforamen. Fibula am Calcaneum articulierend. Krallen +flach- und hufartig. Zygapophysen der Lendenwirbel zylindrisch oder +eingerollt.¡ + +Die ¿Mesonychidae¿ erreichen zum Teil die Größe von Bären und +ihre Extremitäten erfahren eine ähnliche Spezialisierung wie bei +den Hunden, welche sie zu raschem, ausdauerndem Laufen befähigt, +festgefügter Carpus und Tarsus, tiefausgefurchte Astragalusrolle, +Verlust der ersten Zehe, parallele Stellung der Metapodien verbunden +mit Digitigradie. -- Die oberen ¡M¡ zeichnen sich durch die Dreizahl +der Höcker und das Fehlen eines Metastyls und die unteren durch +Reduktion des Metaconid und einfache Form des Talonid aus, wodurch sie +sekundär den Triconodontentypus erlangen. Obere und untere ¡M¡ bilden +niemals eine Schere. Im älteren Eocän von Nordamerika, Frankreich und +Belgien. + + +1. Unterfamilie. #Triisodontinae.# Matthew. + +¡Untere M mit Metaconid und beckenförmigem Talonid. Außenhöcker der +oberen M frei.¡ + +¿Triisodon¿ Cope. Puercobed. ¿Sarcothraustes¿, ¿Goniacodon¿, +¿Microclaenodon¿ Cope. Torrejonbed. + + +2. Unterfamilie. #Mesonychinae.# Matthew. + +¡Untere M mit schneidendem Talonid. Außenhöcker der oberen M +verwachsen.¡ ¿Dissacus¿ Cope. Unt. ¡M¡ mit kleinem Metaconid. +Untereocän. Torrejonbed. + +[Illustration: Fig. 540. + +Vorderfuß ¡A¡ von ¡Mesonyx¡, ¡B¡ von ¡Hyaenodon¡. ca. 2/3 nat. Gr. +(Nach ~Scott~.) ¡sc¡ Scaphoideum, ¡l¡ Lunare, ¡c¡ Cuneiforme, ¡ce¡ +Centrale, ¡tz¡ Trapezium, ¡td¡ Trapezoid, ¡m¡ Magnum, ¡u¡ Unciforme, +¡I-V¡ erster bis fünfter Metacarpus. ¡C¡ die zwei letzten Phalangen +von ¡Hyaenodon¡.] + +¿Hyaenodictis¿ Lemoine. Untereocän. Cernays bei Reims und Erquelinnes +Belgien. + +¿Hapalodectes¿ Matthew. Zähne komprimiert. Eocän. Wasatch- und +Wind-Riverbed. + +¿Pachyaena¿ Cope. Erreicht die Größe eines Bären. Eocän von +Nordamerika, Wasatchbed und Mitteleocän. (Grobkalk von Paris.) + +¿Harpagolestes¿ Wortman. Schädel kurz und breit. Ohne ¡M^3¡. Eocän. +Bridgerbed. ¡H. immanis¡ Wortman. Von Bärengröße. Uinta. ¡H.¡ +(¡Mesonyx¡) ¡uintensis¡ Scott. + +[Illustration: Fig. 541. + +¡Mesonyx obtusidens¡ Cope. Mitteleocän. Bridgerbed. Wyoming. ¡A¡ +Schädel von unten. ¡B¡ Hinterfuß 1/3 nat. Gr. (n. ~Matthew~.)] + +¿Synoplotherium¿ Cope (¡Dromocyon¡ Marsh). Schädel und Beine mäßig +verlängert, Hand und Fuß vierzehig. Astragalus mit tiefausgefurchter +Trochlea. Bridgerbed. ¡S. vorax.¡ Marsh. sp. + +¿Mesonyx¿ Cope. (Fig. 540 ¡A¡, 541.) Schädel und Beine lang. Ohne +¡M^3¡ Eocän. Bridger. ¡M. obtusidens¡ Cope. + + +2. Tribus. #Pseudocreodi.# + +¡M §1§/§2§ oder §2§/§3§ als Reißzähne entwickelt. Krallen gespalten. +Hand und Fuß mesaxonisch. Fibula am Calcaneum articulierend. +Zygapophysen der Lendenwirbel zylindrisch oder eingerollt.¡ + + +3. Familie. #Oxyaenidae# Cope. + +¡§2-1§/§2§ M. M^1 und M_{2} als Reißzähne ausgebildet, meist +M_{2} > M_{1}. Schädel plump, mit breiter Basis Cranii. Unterkiefer +massiv, mit kräftiger Symphyse. Extremitäten fünfzehig. Zehenstellung +bei aquatilen Formen gespreizt, bei Landbewohnern plantigrad. Krallen +stumpf, gespalten.¡ + +Osborn hielt die Gattung ¿Palaeonictis¿ für den Ahnen der Feliden, und +Wortman vermutete in ¿Patriofelis¿ den Ahnen der Pinnipedia. Nach den +Untersuchungen ~Matthews~ kommt jedoch keiner von beiden Gattungen +besondere stammesgeschichtliche Bedeutung zu. Der Schädel hat im +Vergleich zum Körper ziemlich normale Dimensionen. Von den oberen ¡M¡ +ist der zweite klein und quergestellt und manchmal ganz verschwunden, +¡M^1¡ besitzt außer den drei Hauptzacken einen schneidend entwickelten +Metastyl. Die unteren ¡M¡ bestehen aus einem hohen Trigonid und einem +niedrigen Talonid, welches ebenso wie das Metaconid verschwinden kann. + + +1. Unterfamilie. #Limnocyoninae# Wortman. + +¡Nur P^4 mit Innenhöcker. Untere M tuberkulärsektorial. §2§/§2§ M. +Gebiß unreduziert. Lange Schnauze. Kleine bis mittelgroße Formen.¡ + +¿Limnocyon¿ (¡Telmatocyon¡) Marsh. (Fig. 542 ¡A¡). ¡J^3¡ reduziert. +Erster ¡P¡ in beiden Kiefern zweiwurzelig, nur ¡P^4¡ mit Innenhöcker; +¡M^1¡ mit kräftigem Protocon. ¡M^2¡ quergestellt. ¡M_{1}¡ und ¡M_{2}¡ +mit dreispitzigem Trigonid und beckenförmigem Talonid. Schädel breit. +Unterkiefer hoch und plump. Beine kurz, gebogen. Mitteleocän. Bridger. + +¿Thinocyon¿ Marsh. Beine lang und schlank. Größe von Hauskatze. +Mitteleocän. Bridger. + +¿Thereutherium¿ Filhol. Mardergröße. Metaconid reduziert. Unterkiefer +dick. Eocän. Phosphorite von Quercy. ¡Th. thylacodes¡ Filhol. + +[Illustration: Fig. 542. + +¡A Limnocyon medius¡ Wortman. Mittelmiocän. Bridgerbed. Wyoming. Obere +¡P^4¡ bis ¡M^2¡ nat. Gr. (nach ~Wortman~.) ¡B Patriofelis ferox¡ +Marsh. Ebenda. Unterkiefer. 1/3 nat. Gr. (nach ~Matthew~.)] + +¿Oxyaenodon¿ Wortman. ¡P¡ dichtgedrängt und reduziert. ¡M¡ wie bei +¡Limnocyon¡ Unterkiefer mäßig hoch. Obereocän. Uintabed. + +¿Machairoides¿ Matthew. Unterkiefersymphyse nach unten in einen Lappen +ausgezogen. Mitteleocän. Bridgerbed. + + +2. Unterfamilie. #Oxyaeninae# Wortman. + +¡P^3 und P^4 mit Innenhöcker. Frühzeitig spezialisierte Formen mit +kurzer Schnauze, mit reduzierten P, häufig ohne M^2 und M_{2}. Alle P +und M schneidend ausgebildet.¡ + +¿Oxyaena¿ Cope. §3.1.4.2.§/§2.1.4.2.§ Obere ¡P¡ sämtlich mit +Innenhöcker. ¡M^1¡ mit kräftigem Protocon, ¡M^2¡ quergestellt. +Untere ¡M¡ mit kleinem Talonid. Metaconid neben Protoconid stehend. +Unterkiefer hoch, aber dünn. Beine mäßig lang. Untereocän. Wasatchbed. +¡O. lupina¡ Cope. In den Phosphoriten von Quercy ¡O. Galliae¡ Filhol +problematisch. + +¿Patriofelis¿ Leidy (¡Limnofelis¡, ¡Oreocyon¡ Marsh, ¡Aelurotherium¡ +Adams, ¡Protopsalis¡ Cope). (Fig. 542 ¡B¡) §?.1.3.1.§/§3.1.3.2.§ ¡P +§1§/§1§¡ und ¡M^2¡ fehlend. M_{1} mit schwachem Talonid und kleinem +Metaconid. ¡M_{2}¡ groß, mit rudimentärem Talonid und Metaconid. +Schnauze und Unterkiefer massiv. Beine kurz und plump. Zehen +gespreizt. ¡M_{2}¡ gleicht dem ¡M_{1}¡, und ¡M^1¡ dem ¡P^4¡ von Felis. +Eocän. Wasatch- und Bridgerbed. ¡P. ulta¡ Leidy. + +¿Palaeonictis¿ Blv. §3.1.4.2.§/§3.1.4.2.§ Nur ¡P^3¡ und ¡P^4¡ mit +Innenhöcker. ¡M^1¡ mit scharf geschiedenem Paracon und Metacon, großem +Protocon und Zwischenhöckern. M^2 rudimentär. Untere ¡M¡ mit kräftigem +Paraconid und Metaconid und beckenförmigem Talonid. ¡M_{2}¡ > ¡M_{1}¡. +Untereocän. Wasatchbed von Nordamerika und von Frankreich (Soissons). + +¿Ambloctonus¿ Cope. §1§/§2§ ¡M¡. Untere ¡M¡ fast gleich groß. +Untereocän. Wasatch. + + +4. Familie. #Hyaenodontidae# Cope. + +¡§3-2§/§3§ M. M §2§/§3§ als Reißzahn entwickelt, vordere M und P^4 +ebenfalls als Scheren funktionierend, Schädel meist lang, seltener +kurz und plump mit konkaver Stirn. Extremitäten meist zum Laufen +adaptiert, mesaxonisch. Fibula am Calcaneum artikulierend. Krallen an +der Spitze gespalten. Bulla tympanica nur ausnahmsweise vollkommen +verknöchert.¡ + +Die ¡Hyaenodontidae¡ umfassen Formen von Fuchs- bis Wolfsgröße, +nur wenige Arten erreichen allenfalls die Größe von Tigern. Bei +¿Hyaenodon¿-Arten kommt es zuweilen zur Verwachsung von Scaphoid +und Lunatum, auch bekommt der Humerus häufig eine massive hohe +Trochlea und ein Supratrochlearforamen und Pollex und Hallux können +beträchtliche Reduktion erleiden. Der Schädel ist in der Regel +gestreckt und schmal, bei ¿Pterodon¿ und manchen ¿Hyaenodon¿-Arten +hingegen kurz und plump. M^3 kann vollständig verschwinden. ¡M^2¡ +bildet mit ¡M_{3}¡ zusammen eine Schere, doch funktionieren auch +schon ¡M_{1}¡ und ¡M_{2}¡ mit ¡P^4¡ und ¡M^1¡ in ähnlicher Weise. Die +ursprünglich trituberkulären oberen und die tuberkulärsektorialen +unteren ¡M¡ können sich in schneidende Platten umbilden, wobei von +den oberen ¡M¡ fast nur Paracon und Metastyl und an den unteren nur +Paraconid und Protoconid erhalten bleiben. + + +1. Unterfamilie. #Proviverrinae.# + +¡§3§/§3§ M. Obere M trituberkulär, M^3 quergestellt, untere +tuberkulärsektorial, stets mit Metaconid versehen. Mäßig scherenartige +Ausbildung der Zähne. Körper schlank. Extremitäten fünfzehig. Zehen +fast gleichlang. Krallen komprimiert.¡ + +Die ¡Proviverrinae¡ haben meist ungefähr die Größe von Fuchs und ein +Viverrenähnliches Aussehen. + +¿Sinopa¿ Leidy. (¡Stypolophus¡, ¡Prototomus¡ Cope.) ¡P¡ lang und +isoliert stehend. Außenhöcker der oberen ¡M¡ voneinander getrennt, +Talonid groß und beckenförmig. Zahlreiche Arten, zum Teil durch +vollständige Skelette vertreten. Untereocän. Wasatchbed. ¡S. hians¡ +Cope. Mitteleocän. Bridger. ¡S. rapax¡ Leidy, ¡Grangeri¡ Matthew. +Angeblich auch im Untereocän von Belgien (Orsmael). + +¿Tritemnodon¿ Matthew. (¡Stypolophus¡ Cope, ¡Limnocyon¡ Marsh.) +Außenhöcker der oberen ¡M¡ zusammengedrängt. Talonid klein. +Mitteleocän. Bridger. + +¡T. agilis¡ Marsh sp. + +¿Metasinopa¿ Schlosser. Nur ¡M_{1}¡ mit Metaconid. Talonid schneidend. +Oligocän. Ägypten. + +¿Proviverra¿ Rütimeyer. Mitteleocän. Bohnerz von Egerkingen. ¡P¡ +kurz und hoch. Talonid groß und beckenförmig. Außenhöcker der oberen +¡M¡ getrennt und ¿Cynohyaenodon¿ Filhol (Fig. 543). Phosphorite von +Quercy. Außenhöcker der ober. ¡M¡ dicht beisammenstehend. + +¿Anacodon¿ Cope. Höcker undeutlich. Untereocän. Wasatchbed. ¡A. +ursidens¡ Cope. + +¿Prorhizaena¿ Rütimeyer. Bohnerz von Egerkingen. Systematische +Stellung unsicher. + +[Illustration: Fig. 543. + +¡Proviverra¡ (¡Cynohyaenodon¡) ¡Cayluxi¡ Filhol. Phosphorit. Quercy. +¡A¡, ¡B¡ Schädel von oben und unten. 2/3 nat. Gr. (Nach ~Gaudry~ und +~Filhol~.) ¡oc¡ Supraoccipitale, ¡Pa¡ Scheitelbein, ¡Fr¡ Stirnbein, +¡Ju¡ Jochbein, ¡Sq¡ Squamosum, ¡La¡ Tränenbein, ¡Na¡ Nasenbein, ¡Mx¡ +Oberkiefer, ¡Pmx¡ Zwischenkiefer, ¡crs¡ Sagittalcrista, ¡m¡ Medulla +elongata, ¡ce¡ Kleinhirn, ¡op¡ Sehhügel, ¡h¡ große Hemisphäre, ¡lolf¡ +Riechlappen.] + +¿Galethylax¿ Blainville. Eocän. Pariser Gips. Ebenfalls unvollständig +bekannt. + +¿Quercytherium¿ Filhol. ¡P¡ stark verdickt. Phosphorite von Quercy. + + +Unterfamilie. #Hyaenodontinae#. + +¡§3-2§/§3§ M, schneidend entwickelt, untere ohne Metaconid, mit nur +kleinem oder ohne Talonid, obere meist mit verlängertem Metastyl, und +reduziertem Paracon, zuweilen ohne Protocon, P_{4} meist höher als +M_{1}. Körper plump. Beine meist zum Laufen adaptiert. Krallen dick.¡ + +Die ~Hyaenodontinen~ sind aus Proviverrinen entstanden, von welchen +sie sich durch die schneidende Ausbildung der ¡M¡ unterscheiden. In +Europa erscheinen sie im jüngeren Eocän, in Nordamerika hingegen erst +im Oligocän. + +¿Pterodon¿ Blv. (¡Hemipsalodon¡ Cope). (Fig. 545.) §3§/§3§ ¡M¡. +¡M^3¡ quergestellt, ¡M^1¡ und ¡M^2¡ mit dicht zusammengedrängten +Außenhöckern und kräftigem Protocon. Untere ¡M¡ mit hohem dicken +Protoconid, kräftigem Paraconid und rudimentärem Talonid, selten +mit kleinem Metaconid. ¡P¡ einfach, dick, ¡P_{1}¡ und ¡J_{1}¡ öfters +fehlend. ¡C¡ massiv. Schädel plump mit kurzer Schnauze. Obereocän. +Pariser Gips, Débruges, Phosphorite von Quercy, Insel Wight ¡P. +dasyuroides¡ Blv. Oligocän. White Riverbed von Kanada ¡P. grandis¡ +Cope sp. und Oligocän von Ägypten ¡P. africanus¡ Andrews. Beide von +Tigergröße. + +¿Propterodon¿ Martin. §4§/§4§ ¡P¡. Mitteleocän. Bohnerz von Egerkingen. + +¿Pseudopterodon¿ Douglass. Klein, unvollständig bekannt. Oligocän. +Unt. White Riverbed. + +¿Apterodon¿ Fischer (¡Dasyurodon¡ Andreae). Paraconid niedrig, Talonid +groß, schneidend. Obere ¡M¡ mit drei großen Haupthöckern und sehr +schwachem Metastyl. Schädel und Schnauze lang. Extremitäten kurz, +gebogen, zum Schwimmen adaptiert. Oligocän. Phosphorite von Quercy und +Meeressand von Flonheim. ¡A. flonheimensis¡ Andreae. Im Oligocän von +Ägypten mehrere Arten ¡A. macrognathus¡ Andrews. + +[Illustration: Fig. 544. + +¡Hyaenodon leptorhynchus¡ Laizer et Parieu. Ob. Eocän (Phosphorit.) +Caylux. Vorderer Teil des Schädels nebst Unterkiefer. 1/2 nat. Gr. +(Nach ~Filhol~.)] + +[Illustration: Fig. 545. + +¡Pterodon dasyuroides¡ Gerv. Ob. Eocän (Phosphorit). Mouillac bei +Caylux. ¡A¡ linke Oberkieferzähne von unten, nat. Gr. ¡B¡ rechter +Unterkiefer von außen, 2/3 nat. Gr.] + +¿Hyaenodon¿ Laizer et Parieu (¡Taxotherium¡ Blv., ¡Tulodon¡ Gerv.). +(Fig. 540 ¡B¡, 544.) Schädel und Extremitäten bald lang und schlank, +bald kurz und plump. M^3 fehlend; meist nur §2§/§2§ ¡J. M_{1}¡ und +¡M_{2}¡ mit kurzem Protoconid und rudimentärem Talonid, ¡M_{3}¡ ohne +dieses. Protoconid in eine lange Schneide verwandelt, ebenso der +Metastyl an den oberen ¡M¡. Paracon und Metacon mehr oder weniger +fest verschmolzen, Protocon an ¡M^1¡ rudimentär, an ¡M^2¡ fehlend. +Erste Zehe oft stark reduziert. Humerus mit kräftiger Trochlea. In +Europa wohl schon im Bohnerz von Egerkingen, häufig im Obereocän, +Phosphorite, Gips von Paris, Lignit von Débruge, Euzet les Bains +(Gard) ¡H. Requieni¡ Gerv. Oligocän, Phosphorite von Quercy, +zahlreiche Arten. Oligocän von Ronzon und Cournon. In Nordamerika +zahlreiche Arten im Oligocän. White Riverbed. ¡H. horridus¡ Leidy. + + +3. Tribus. #Eucreodi.# + +¡P^4 und M_{1} oder kein Zahn als Reißzahn entwickelt. Krallen +komprimiert, nicht gespalten. Hand und Fuß fast paraxonisch, Fibula +nicht am Calcaneum artikulierend, Zygapophysen der Lendenwirbel flach.¡ + + +5. Familie. #Arctocyonidae# Gervais. + +¡§3§/§3§ M. Ohne Reißzähne, M niedrig, obere vielhöckerig, untere mit +großem Talonid und reduziertem Paraconid. P verkümmert, einfach. Hand +und Fuß fünfzehig, plantigrad. Centrale mit Scaphoid verwachsen.¡ + +Diese meist ziemlich großen Tiere zeigen vielfache Anklänge an die +Ursiden, jedoch handelt es sich nur um eine frühzeitig erfolgte +ähnliche Spezialisierung von Creodontia. Im Untereocän von Reims und +Nordamerika, hier Torrejon und Wasatchbed. + +[Illustration: Fig. 546. + +¡Arctocyon primaevus¡ Blainv. Unterstes Eocän. La Fère bei Reims. +Schädel 1/3 nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.)] + +[Illustration: Fig. 547. + +¡Arctocyon Gervaisi¡ Lemoine. Unt. Eocän. Cernays bei Reims. ¡A¡ drei +obere Molaren von unten (nat. Gr.). ¡B¡ untere Molaren von oben und +von der Seite 1/1. (Nach ~Lemoine~.)] + +¿Arctocyon¿ Blv. (Fig. 546, 547.) Untereocän von Reims. Obere ¡M¡ mit +fünf großen und zahlreichen kleinen Höckern. + +¿Arctocyonoides¿ Lemoine. + +¿Claenodon Scott¿ (¡Mioclaenus¡ Cope). Obere ¡M¡ wie bei vorigem, +¡P^4¡ mit kräftigem Innenhöcker. Hand und Fuß Bärenähnlich, jedoch +Astragalus mit langem Hals. Untereocän. Torrejon Neu-Mexiko. ¡C. +ferox, corrugatus¡ Cope. + + +6. Familie. #Miacidae.# Cope. + +¡P^4 und M_{1} als Reißzahn entwickelt, obere M trituberkulär, untere +tuberkulärsektorial mit stark reduziertem Trigonid. Hand und Fuß +fünfzehig.¡ + +Die ~Miaciden~ sind kleine bis mittelgroße Raubtiere, welche im +Gebiß teils den Viverriden teils den älteren Caniden und Ursiden +ungemein nahestehen und auch zweifellos deren Ahnen darstellen. +Sie unterscheiden sich nur durch das Fehlen einer knöchernen Bulla +tympanica, durch die Trennung von Scaphoid, Centrale und Lunatum +und durch den Besitz eines allerdings schon schwachen dritten +Femurtrochanters. Dagegen zeigt das Gehirn schon erhebliche +Fortschritte gegenüber den anderen Creodontia. Bei genauerer Kenntnis +des Skelettes dürften sich auch manche europäische Formen -- wie +eocäne »¿Viverra¿«- und »¿Amphicyon¿«-Arten als ~Miaciden~ erweisen. + + +1. Unterfamilie. #Viverravinae.# Matthew. + +¡§2§/§2§ M. Innenzacken des P^4 und Hinterzacken von P_{4} groß. +Zehen dicht aneinander gedrängt, digitigrad. Humerus mit niedriger +Deltoidcrista und großem Tuberculum majus. Femur mit vorspringendem +dritten Trochanter. Astragalus mit schmalem Caput und etwas +ausgefurchter Trochlea. Fibula am Calcaneum artikulierend. Schädel +gestreckt.¡ + +[Illustration: Fig. 548. + +¡Didymictis Haydenianus¡ Cope. Unteres Eocän. Puerco. Neu-Mexiko. +Linker Oberkiefer mit zwei ¡M¡ u. zwei ¡P¡ von unten. ¡B¡ Unterkiefer. +(Nach ~Cope~.)] + +¿Viverravus¿ Marsh. (¡Didymictis¡ Cope). Zähne komprimiert. ¡M_{1}¡ +mit kurzem grubigem Talonid. Obere ¡M¡ ohne Zwischenhöcker, ¡M^1¡ +mit kleinem Hypocon. Mitteleocän, Bridger. ¡V. dawkinsianus¡ +Cope, ¡minutus¡ Wortman. Vielleicht auch im Obereocän von Quercy. +»¡Viverra¡« Filhol, Schlosser. Angeblich im Landénien von Erquelinnes. +Belgien. + +¿Didymictis¿ Cope. (Fig. 548.) Zähne massiver, ¡M^1¡ ohne Hypocon. +Untereocän. Torrejonbed. ¡D. haydenianus¡ Cope. Wasatch und Wind +Riverbed. ¡D. protenus¡ Cope. + + +2. Unterfamilie. #Miacinae.# Matthew. + +¡§3§/§3§ M. Innenzacken des P^4 klein oder fehlend. Zehenstellung +gespreizt, plantigrad. Humerus mit hoher Deltoidcrista und schwachem +Tuberculum majus. Femur mit niedrigem, langgestrecktem dritten +Trochanter. Astragalus mit breitem Caput und flacher Trochlea. Fibula +vom Calcaneum getrennt. Schädel von mäßiger Länge.¡ + +¿Miacis¿ und ¿Uintacyon¿ haben Beziehungen zu den Hunden und Bären. + +¿Miacis¿ Cope. ¡P¡ und ¡M_{1}¡ mäßig bis groß, die beiden letzten +¡M¡ klein. ¡M_{1}¡ mit grubigem Talonid. ¡M^1¡ meist mit kleinem +Hypocon. ¡M. parvivorus¡ Cope. Wasatchbed. ¡M.¡ (¡Lycarion¡) ¡Hargeri¡ +Wortm. ¡M.¡ (¡Harpalodon¡) ¡sylvestris¡ Marsh. Bridgerbed. ¡M.¡ +(¡Prodaphaenus¡) ¡uintensis¡ Osborn. Uintabed. + +¿Uintacyon¿ Leidy. ¡P¡ und ¡M_{1}¡ klein, der letztere mit +schneidendem Talonid. ¡M^1¡ ohne Hypocon, hintere ¡M¡ groß. +Wasatchbed. ¡U. massetericus¡ Cope. Bridgerbed. ¡U. vorax¡ Leidy. + +¡U.¡ (¡Miocyon¡) (¡Prodaphaenus¡ W. und M.) mit reduziertem ¡P¡ und +großen ¡M¡. Obereocän. Uinta. ¡U. Scotti¡ W. und M. + +¿Vassacyon¿ Matthew. ¡M¡ mit grubigem Talonid, ¡P¡ klein. Unterkiefer +hoch. Untereocän. Wasatch. ¡V. promicrodon¡ W. und M. + +Die drei folgenden Gattungen sind nach ~Matthew~ Verwandte der +Cercoleptiden. Reißzähne wenig differenziert. Alle ¡M¡ einander sehr +ähnlich. + +¿Oodectes¿ Wortman. Alle unteren ¡M¡ mit wohlentwickeltem hohem +Trigonid und schneidendem Talonid. Obere ¡M¡ mit Protoconulus, ohne +Hypocon. ¡P¡ kurz und hoch. Bridgerbed. ¡O. herpestoides¡ Wortm. + +¿Vulpavus¿ Marsh. ¡§4-3§/§4-3§ P.¡ Untere ¡M¡ mit niedrigem, +dreispitzigem Trigonid und breitem Talonid. ¡P¡ massiv. Obere ¡M¡ mit +Zwischenhöckern und dickem inneren Basalwulst. Wind Riverbed. ¡V. +canavus¡ Cope. Bridgerbed, ¡V. palustris¡ Marsh. ¡V. (Phlaodectes) +ovatus¡ Matthew. + +¿Palaearctonyx¿ Matthew. ¡P¡ reduziert. ¡M¡ niedrig, flach, obere +groß, oblong. Bridgerbed. ¡P. Meadi¡ Matthew. + + +2. Unterordnung. #Fissipedia# (¡Carnivora vera¡). ~Raubtiere.~[129] + +¡Digitigrade oder plantigrade Fleischfresser, teilweise omnivor, mit +großem gefurchtem Gehirn und vollständigem Gebiß. In der Regel §3§/§3§ +J. C kräftig, höher als die übrigen Zähne. P schneidend. P^4 und M_{1} +als Reißzahn entwickelt. Die oberen M und die unteren M_{2} und M_{3} +höckerig, zuweilen verkümmert. Zehen getrennt. Extremitäten fünfzehig, +selten Pollex und Hallux reduziert. Scaphoid mit Lunatum und Centrale +verschmolzen. Endphalangen komprimiert, spitz, gekrümmt, zuweilen +retraktil¡. + +[Illustration: Fig. 549. + +¡A¡ oberer Reißzahn vom Hund, ¡B¡ vom Löwen, von der Seite und von +unten. ¡C¡ unterer Reißzahn von ¡Herpestes¡, ¡D¡ vom Löwen.] + +Die echten Raubtiere oder ¡Fissipedia¡ stehen in ihrem Habitus und im +Schädel- und Skelettbau den ¡Creodontia¡ am nächsten und unterscheiden +sich von den Miaciden eigentlich nur durch die Verwachsung des Lunatum +mit dem Scaphoid, durch die vollständige Verknöcherung der Bulla +tympanica und die höhere Entwicklung des Gehirns. Die stark gefurchten +Großhirnhemisphären bedecken zum großen Teil auch das Kleinhirn und +die Riechlappen. Das ~Gebiß~ zeichnet sich durch starke Entwicklung +der ¡C¡ und die scherenartige Ausbildung des oberen ¡P^4¡ und des +unteren ¡M_{1}¡ aus, die hier, wie bei den Miaciden, als »Reißzähne« +(Figur 549) funktionieren. Die oberen ¡M¡ sowie die unteren ¡M_{2}¡ +und ¡M_{3}¡ sind höckerig ausgebildet, die ersteren trituberkulär, +die letzteren tuberkulärsektorial, jedoch ist bei ihnen im Gegensatz +zu ¡M_{1}¡, welcher sich in der Regel durch kräftige Entwicklung des +Protoconid und Paraconid auszeichnet, das Protoconid sehr niedrig, +und das Paraconid mehr oder weniger verkümmert. Die oberen ¡M¡ haben +außer Paracon, Metacon und Protocon auch häufig Zwischenhöcker und +einen Metastyl, auch kann manchmal ein Hypocon auftreten, allein +in den meisten Fällen ist der eine oder andere dieser Bestandteile +unterdrückt. Auch nimmt die Größe der ¡M¡ vom ersten bis zum letzten +in beiden Kiefern meist sehr rasch ab und von den oberen verschwindet +sehr häufig ¡M^3¡, öfters auch ¡M^2¡, und ebenso fehlt von den +unteren sehr oft ¡M_{3}¡. Bei den ~Feliden~ geht fast stets ¡M_{2}¡ +und manchmal sogar ¡M^1¡ verloren, während der untere ¡M_{1}¡ sich +in eine zweiteilige Schneide verwandelt. Bei omnivorer Lebensweise +wird die Oberfläche der übrigbleibenden ¡M¡ oder auch der obere ¡P^4¡ +durch Hinzutreten von Sekundärhöckern vergrößert. Der obere Reißzahn +unterscheidet sich von ¡P^3¡ durch den Besitz einer langen Schneide +hinter dem Hauptzacken, auch ist er in den meisten Fällen mit einem +Innenhöcker und einem Basalhöcker am Vorderrande versehen. + +Im ~Milchgebiß~ (Fig. 550) gleicht ¡D_{4}¡ im wesentlichen dem +¡M_{1}¡, der untere Reißzahn, ¡D_{3}¡ dem ¡P_{4}¡, auch im Oberkiefer +hat ¡D^4¡ im ganzen die Zusammensetzung von ¡M^1¡ und ¡D^3¡ die +von P^4, während ¡D^2¡ sich dem ¡P^3¡ nähert, jedoch sind die ¡D¡ +durchwegs zierlicher als ihre Ersatzzähne und der obere D^4 besitzt +in der Regel keinen inneren Basalwulst, der untere ¡D_{4}¡ hat ein +verhältnismäßig großes Talonid, und an ¡D^3¡ steht der Innenzacken +weiter zurück als an ¡P^4¡. An allen ¡D¡ divergieren überdies die +Wurzeln viel mehr als an den ¡P¡. + +[Illustration: Fig. 550. + +Milchgebiß von ¡Viverra civetta¡ Lin. (Nach ~Mivart~.) ¡A, B¡ +Oberkiefer von unten und von der Seite. ¡C, D¡ Unterkiefer von der +Seite und von oben.] + +[Illustration: Fig. 551. + +Vorderfuß ¡A¡ vom Hund, ¡B¡ vom Bären. ¡R¡ Radius, ¡U¡ Ulna, +¡l¡+¡sc¡ Scapho-lunare, ¡c¡ Cuneiforme (Triquetrum), ¡p¡ Pisiforme, +¡u¡ Unciforme, ¡m¡ Magnum, ¡td¡ Trapezoid, ¡tz¡ Trapezium, ¡mc¡ +Metacarpalia, ¡I-V¡ erster bis fünfter Finger.] + +Der ~Brustgürtel~ enthält zuweilen eine rudimentäre Clavicula. Der +Humerus besitzt öfters ein Foramen entepicondyloideum. Radius und +Ulna bleiben getrennt. Im Carpus sind Scaphoid, Centrale und Lunatum +verschmolzen (Fig. 551). Meist sind fünf Zehen vorhanden, wovon der +Daumen oft viel kürzer ist als die übrigen. Die spitzen, komprimierten +Krallen können bei den Katzen und Viverren über die zweiten Phalangen +zurückgebogen werden. Dem Femur fehlt ein dritter Trochanter, und +die Fibula hat ein Gelenk für das Calcaneum. Die Tarsalia sind dicht +aneinander gepreßt, bleiben aber sämtlich frei. Der Astragalus ist +unten konvex, selten gerade abgestutzt und oben mit meist tief +ausgefurchter Trochlea versehen. + +Die echten Raubtiere werden in die sieben Familien der ¡Canidae¡, +¡Ursidae¡, ¡Procyonidae¡, ¡Mustelidae¡, ¡Viverridae¡, ¡Hyaenidae¡ und +¡Felidae¡ eingeteilt. + + +1. Familie. #Canidae.# ~Hunde.~[130] + +¡§3.1.4.3-2.§/§3.1.4.3(4)-2.§ P^4 mit mäßigem Innenhöcker, kräftigem +Hauptzacken und langer Schneide, P^3 und P_{4}, meist auch P_{3} mit +Nebenzacken. Obere M trituberkulär, breiter als lang, öfters mit +Zwischenhöckern. M_{1} mit hohem Trigonid, mäßig großem Metaconid +und grubigem, selten schneidendem Talonid, M_{2} viel niedriger und +kleiner als M_{1}. Paroccipitalfortsatz vorragend, an Bulla stoßend. +Extremitäten digitigrad, anfangs fünfzehig, später Pollex und Hallux +reduziert. Krallen nicht retraktil. Schwanz lang. Penis mit Knochen.¡ + +Die ~Caniden~ sind gegenwärtig über die ganze Erde verbreitet und +stehen in ihrem Habitus und im Gebiß den Viverren am nächsten, obwohl +sie schon im Creodontenstadium als Miaciden von ihnen getrennt waren. +Sie beginnen im Obereocän von Europa, sind im Oligocän und Untermiocän +hier ziemlich selten -- nur durch ¡Amphicyoninae¡ vertreten -- und +werden erst wieder im Pliocän und Pleistocän häufig. Die Entwicklung +während der mittleren Tertiärzeit ist in Nordamerika vor sich +gegangen, von wo aus sie sich sowohl nach Eurasien als auch im +Pleistocän nach Südamerika verbreitet haben. + + +1. Unterfamilie. #Cynodictinae.# + +¡§2§/§3§ M. P schlank mit Nebenzacken. Obere M viel breiter als lang, +meist mit Zwischenhöckern. M_{1} mit hohem Trigonid und mäßigem, +grubigem Talonid. Humerus mit Entepicondylarforamen, Extremitäten +fünfzehig. Metapodien mit halbkugelförmiger distaler Gelenkfläche. +Astragalus distal konvex.¡ + +Im Skelett und Zahnbau gleichen die ältesten Cynodictinen, abgesehen +von dem Besitz von ¡M §2§/§3§¡, eher Viverren als Hunden. + +¿Procynodictis¿ Wortman. Obere ¡M¡ ohne Zwischenhöcker. Obereocän. +Uintabed. + +¿Protemnocyon¿ Hatcher. ¡C¡ komprimiert, ¡P¡ mit Nebenzacken. Obere +¡M¡ mit Protoconulus. ¡M^3¡ reduziert. Untere ¡M¡ mit schneidendem +Talonid. Oligocän. White River. + +¿Temnocyon¿ Cope. Untermiocän. John Daybed. Oregon. ¡T. altigenis¡ +Cope. Vorläufer von ¿Cyon¿. + +¿Mesocyon¿ Scott (¡Hypotemnodon¡ Eyermann). Untere ¡M¡ mit +schneidendem Talonid. Ebenda. ¡M. coryphaeus¡ Cope sp. + +¿Cynodictis¿ Bravard und Pomel. (Fig. 552.) Obere ¡M¡ sehr breit, +dreieckig, mit zwei Zwischenhöckern, untere mit grubigem Talonid. +¡P^4¡ lang. Obereocän. Pariser Gips, Débruge, Phosphorite von Quercy. +¡C. lacustris¡ Gervais, ¡intermedius¡ Filh. + +¿Galecynus¿ Owen (¡Cynodictis¡ Wortman). Obere ¡M¡ gerundet dreieckig. +¡P^4¡ kurz. Oligocän. White River. ¡G. paterculus¡ Matthew sp. +¡gregarius¡ Cope. Untermiocän. John Daybed. ¡G. oregonensis¡ Merriam +sp. Obermiocän. Europa. ¡G. oeningensis¡ v. Meyer? + +[Illustration: Fig. 552. + +¡Cynodictis lacustris¡ Gerv. Oberes Eocän (Phosphorite). Quercy. ¡A¡ +rechtes Oberkieferfragment. ¡B¡ rechter Unterkiefer von innen +(nat. Gr.).] + +¿Nothocyon¿ Wortman (¡Galecynus¡ Cope). Obere ¡M¡ groß. ¡P^4¡ +klein. Untere ¡M¡ mit großem Hypoconid. Untermiocän. John Day. ¡N. +geismarianus¡ Cope sp. Vorläufer der südamerikanischen lebenden +Caniden. + +¿Cynodesmus¿ Scott. ¡M¡ ähnlich denen vom Wolf. Extremitäten +fünfzehig. Hallux verkürzt. Miocän. Montana. ¡C. thooides¡ Scott. +Süd-Dakota. ¡C. Thomsoni¡ Matthew. + +¿Philothrax¿ Merriam. Mit nur 3 ¡P¡. Untermiocän. John Day. Oregon. + + +2. Unterfamilie. #Amphicyoninae.# + +¡§3-2§/§3-2§ M. P^4 kurz, plump, mit kleinem, ziemlich weit vorne +stehendem, öfters nach der Mitte verschobenem Innenhöcker, die übrigen +P in der Regel klein und einfach gebaut. M^1 gerundet drei- oder +viereckig, mit starkem inneren und meist auch äußerem Basalband, mit +zwei konischen Außenhöckern und einem, seltener zwei Innenhöckern; im +ersteren Falle mit Zwischenhöckern versehen. M^2 und M^3 oval. Untere +M mit kleinem Metaconid und grubigem oder schneidendem Talonid. M^3 +und M_{3} öfters fehlend. Humerus mit Foramen entepicondyloideum. Hand +und Fuß fünfzehig, mit verhältnismäßig kurzen Metapodien. Krallen +etwas retraktil. Schwanz lang.¡ + +Bei den späteren Formen, welche hauptsächlich aus dem Obermiocän und +Pliocän von Nordamerika stammen, tritt Verkürzung des Schädels ein, +die mit dem Verlust von ¡M^3¡ und Verkürzung von ¡M_{2}¡ und ¡M_{3}¡ +und häufig auch mit Reduktion der Zahl der ¡P¡ verbunden ist, wofür +jedoch ¡P^4¡ komplizierter wird, und ¡M_{2}¡ bei Verlust des ¡M_{3}¡ +ein langes Talonid bekommt. + +¿Amphicyon¿ Lartet. (Fig. 553.) ¡§3§/§3§ M¡. ¡M^3¡ stets klein. ¡M^1¡ +und ¡M^2¡ trituberkulär, untere ¡M¡ schlank, mit mehr oder weniger +schneidendem Talonid. Oligocän. Phosphorite von Quercy. ¡A. ambiguus¡ +Filh. Untermiocän. Europa ¡A. lemanensis¡ Pomel. Obermiocän ¡A. +major¡ Blv. Pliocän. Siwalikhügel ¡A. palaeindicus¡ Lydekker. + +¿Daphaenus¿ (¡Daphaenodon¡ Peterson). §3§/§3§ ¡M¡. Sehr ähnlich +¡Amphicyon lemanensis¡. Durch mehrere vollständige Skelette vertreten. +Oligocän White River. ¡D. felinus¡ Scott, ¡vetus¡ Leidy. Untermiocän. +¡D. superbus¡ Peterson. + +¿Paradaphaenus¿ Matthew. Untermiocän. John Daybed. ¡P. cuspigerus¡ +Cope sp. + +¿Pseudamphicyon¿ Schlosser. ¡P_{4}¡ und ¡M_{1}¡ mit hohem Hauptzacken. +Obere ¡M¡ mit schwachem Basalband. §2§/§3§ ¡M¡. Metapodien sehr kurz. +Eocäne und oligocäne Bohnerze. ¡P. lupinus¡ Schlosser. + +[Illustration: Fig. 553. + +¡Amphicyon giganteus¡ Laurill. Miocän. Sansan. Gers. Linker Oberkiefer +von unten. 3/5 nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.)] + +¿Pseudocyon¿ Lartet. §3§/§3§ ¡M¡. Talonid verkürzt, Protocon +der oberen ¡M¡ schwach. Basalband kräftig entwickelt. Miocän. +Tuchorschitz. ¡P. bohemicus¡ Schlosser. Sansan (Gers). ¡P. +sansaniensis¡ Lartet. + +¿Pseudarctos¿ Schlosser. ¡P¡ und ¡M_{1}¡ klein, ¡M_{2}¡ und ¡M_{3}¡ +groß und flach. Obermiocän. Tutzing. ¡P. bavaricus¡ Schl. + +¡Simocyon¡ Wagner. Schnauze kurz, vordere ¡P¡ stark reduziert. §2§/§2§ +¡M¡. ¡M_{2}¡ mit langem Talonid. Unterpliocän. Pikermi, Eppelsheim. + +¿Borophagus¿ Cope (¡Dinocyon¡ Matthew). §2§/§3§ ¡M¡. Obere ¡M¡ sehr +breit, ¡P¡ schwach. Schädel kurz und plump. Miocän. Montana und Texas. +¡B. Gidleyi¡ Matthew. Nebraska. »¡Amphicyon¡« ¡americanus¡ Matthew von +unsicherer Stellung. + +¿Ischyrocyon¿ Matthew. §4§/§4§ ¡P¡. Obermiocän. Loup Fork. Süd-Dakota. + +¿Aelurodon¿ Leidy. (Figur 554.) §4§/§4§ ¡P¡. §2§/§3§ ¡M¡. ¡P¡ mit +Ausnahme des letzten klein, aber mit Nebenzacken. ¡P^4¡ mit großem +Innenhöcker und starkem Zacken vor dem Hauptzacken. ¡M_{1}¡ ziemlich +lang. Obermiocän. Nebraska, Kansas. ¡Ae. saevus¡ Leidy, ¡wheelerianus¡ +Cope. + +¿Hyaenognathus¿ Merriam. §4§/§3§ ¡P¡. §2§/§3§ ¡M¡. ¡P_{4}¡ in beiden +Kiefern plump und groß, hintere ¡M¡ und vordere ¡P¡ sehr klein, ¡J^3¡ +fast ebensogroß wie ¡C¡, die unteren ¡J¡ nebeneinander stehend. +Pliocän. Kalifornien. ¡H. pachyodon¡ Merriam. Hyaenide? + +¿Enhydrocyon¿ Cope (¡Hyaenocyon¡ Cope). Schädel stark verkürzt. +§2§/§3§ ¡P¡. §2§/§2§ ¡M¡. ¡P^4¡ ohne Vorderhöcker. ¡M¡ §2§/§2§ sehr +klein. M_{1} mit schneidendem Talonid, ohne Metaconid. Untermiocän. +John Day. ¡E. stenocephalus¡ Cope. Montana. ¡E. crassidens¡ Matthew. + +[Illustration: Fig. 554. + +¡Aelurodon wheelerianus¡ Cope. Miocän. Süd-Dakota. ¡A¡ obere, ¡B¡ +untere Zahnreihe. 1/2 nat. Gr. (nach ~Matthew~.)] + + +3. Unterfamilie. #Cynodontinae.# + +¡§2-1§/§3-2§ M. P^4 mit großem, nach rückwärts verschobenem +Innenhöcker, die übrigen P klein und einfach. Obere M mit je zwei +konischen Außenhöckern, großem Protocon und Metaconulus, stets ohne +Protoconulus und mit mäßigem inneren Basalband. M^1 nicht viel kürzer +als breit, dreieckig, M^2 elliptisch. M_{1} mit schwachem Metaconid +und meist grubigem, großem Talonid.¡ + +Diese Unterfamilie beginnt mit kleinen Formen, welche aber im Pliocän +die Größe von Bären erreichen. Sie umfaßt zwei Stammesreihen, +von welchen die eine ein ¿Canis¿ ähnliches Gebiß bewahrt und im +Pliocän erlischt -- ¿Cephalogale¿ -- ¿Dinocyon¿, während die andere +-- ¿Cynodon¿ -- unter Vergrößerung der ¡M¡ sich zu den Ursiden +entwickelt. Bei der ersten Gruppe findet Reduktion der ¡M¡ und ¡P¡ und +Verdickung der bleibenden Zähne statt. Die ¡Cynodontinae¡ scheinen auf +Europa beschränkt zu sein. + +¿Cephalogale¿ Jourdan. §2§/§3§ ¡M¡. ¡M^1¡ gerundet, dreieckig, ¡M^2¡ +schräg oval. ¡P¡ klein. Untere ¡M¡ mit großem Trigonid und kurzem, +schneidendem Hypoconid. Lange, schlanke Metapodien. Oligocän. +Phosphorite von Quercy, Untermiocän, St. Gérand le Puy. + +¿Dinocyon¿ Jourdan. Zum Teil schon von Bärengröße. Obermiocän Sansan +(Gers), Steiermark. ¡D. göriachensis¡ Toula. La Grive St. Alban. ¡D. +Thenardi¡ Jourdan. Im Unterpliocän Frohnstetten, Eppelsheim? + +¿Hemicyon¿ Lartet. ¡P^4¡ mit weit zurückstehendem Innenhöcker. ¡M¡ wie +bei ¡Cephalogale¡. Zehen digitigrad. Obermiocän. Sansan. + +¿Cynodon¿ Aymard. (Figur 555.) ¡P¡ klein, mit Ausnahme des mit großem +Innenhöcker versehenen ¡P^4¡. Obere ¡M¡ wenig breiter als lang. +Metaconulus fast ebenso stark wie Protocon. Talonid der unteren ¡M¡ +ziemlich groß, grubig. Hand und Fuß mit gespreizter Zehenstellung. +Oligocän. Phosphorite von Quercy. ¡C. leptorhynchus¡ Filh. sp. Ronzon. +Ulm. ¡C. velaunus¡ Aymard. + +¿Paracynodon¿ Schlosser. Schmelz stark gerunzelt. Oligocän. Ulm. ¡P. +vulpinus¡ Schlosser. + +¿Pachycynodon¿ Schlosser. Unterkiefer sehr hoch. ¡P¡ klein. ¡P^4¡ +mit sehr großem, weit zurückstehendem Innenzacken. Obere ¡M¡ oblong, +untere ¡M¡ mit sehr großem grubigem Talonid. Oligocän. Bohnerze von +Schwaben und Phosphorite von Quercy. ¡P. crassirostris¡ Filhol sp. + +[Illustration: Fig. 555. + +¡Cynodon leptorhynchus¡ Filhol sp. Phosphorite. Mouillac. Quercy. ¡A¡ +rechter Oberkiefer von unten. ¡B¡ linker Unterkiefer von innen. +(nat. Gr.)] + + +4. Unterfamilie. #Caninae.# + +¡§2§/§3-2§ M. P schlank, hintere mit Nebenzacken. Untere M mit +grubigem oder schneidendem Talonid, M_{1} mit schwachem Metaconid. +Obere M mit starkem inneren Basalband. Extremitäten vierzehig, mit +rudimentärem Hallux und Pollex. Humerus ohne Entepicondylarforamen. +Metapodien mit zylindrischen distalen Gelenkflächen. Astragalus distal +abgestutzt.¡ + +¿Canis¿ Linn. Talonid schneidend mit rudimentärem Hypoconid. +Die ältesten fossilen Vertreter der Gattung ¿Canis¿ sind: ¡C.¡ +(¡Tephrocyon¡) ¡temerarius¡ Leidy im Obermiocän von Nordamerika, +¡Cautleyi¡ Bose im Pliocän der Sivalik, vielleicht auch in China, ¡C. +etruscus¡ Major im Oberpliocän von Toskana. Im Pleistocän von Europa +¡C. lupus¡ Linn, in Nordamerika ¡C. latrans¡ Say, ¡indianensis¡ +Leidy, ¡occidentalis¡ Rich etc. Als ¡Canis Mikii¡, ¡intermedius¡ +und ¡hercynicus¡ wurden Reste von angeblichen Wildhunden aus dem +europäischen Pleistocän beschrieben. In Australien wurde der ¿Dingo¿ +fossil nachgewiesen. Ächte Haushunde -- ¡C. familiaris¡ -- erscheinen +erst in der jüngeren Steinzeit in den Pfahlbauten, ¡C. f. palustris¡ +und der große ¡Inostranzewi¡, in der Bronzezeit ¡C. f. matris +optimae¡ und ¡Leineri¡. Nach ~Studer~ ist die einheitliche Abstammung +der zahlreichen lebenden Rassen sehr wahrscheinlich. Sie sind aus +einer oder mehreren pleistocänen, wolfähnlichen wilden Hundearten +hervorgegangen und später durch Züchtung und zum Teil auch Kreuzung +mit Wölfen und Schakalen in der mannigfachsten Weise umgebildet +worden. Die südlichen Hunderassen sollen aus einer ¡Dingo¡-ähnlichen +Form entstanden sein. + +¡Vulpes¡ Brisson. Talon der unteren ¡M¡ grubig. ¡C¡ und ¡M¡ schlank. +¡V. vulgaris¡ Linn sp. fossil im Pleistocän von Europa. ¡V. Donnezani¡ +Depéret im Mittelpliocän von Roussillon, ¡V. borbonicus¡ Brav. und +¡megamastoides¡ Pomel im Pliocän der Auvergne. ¡V. sinensis¡ Schlosser +im Pliocän von China und ¡V. curvipalatus¡ Bose, in den indischen +Siwalik. Der älteste Vertreter der Gattung ¡Vulpes¡ ist vielleicht +¡Canis vafer¡ Leidy im Obermiocän von Nordamerika. + +¿Leucocyon lagopus¿ Pallas. Eisfuchs, häufig im europäischen +Pleistocän zusammen mit Ren und Lemming. + +¿Cyon¿ Blanford, meist mit nur §2§/§2§ ¡M¡; untere ¡M¡ mit +schneidendem Talonid. Lebend in Asien, fossil im europäischen +Pleistocän. + +¿Icticyon¿ und ¿Palaeocyon¿ Lund. Fossil in Knochenhöhlen Brasiliens. + +¿Otocyon¿ §3§/§4§ ¡M¡. Lebend in Südafrika. + + +2. Familie. #Ursidae.#[131] + +¡§3.1.4-1.2.§/§3.1.4-1.3.§ C dick und groß, P im Verhältnis zu den +M stets sehr klein, P_{2} und P_{3} oft, seltener P_{1} fehlend. P +§4§/§4§ kurz, der obere mit zwei stumpfen Außenhöckern und einem +weit nach hinten verschobenen Innenhöcker. Obere M mehr oder weniger +deutlich vierhöckerig und viel länger als breit. M_{1} mit niedrigem +Trigonid, Talonid an M_{1} und M_{2} groß und beckenförmig. M_{3} mit +rundlicher Krone. Extremitäten fünfzehig, plantigrad, fünfte Zehe +stärker und länger als die übrigen. Schwanz kurz, Penisknochen groß. +Schädel gestreckt. Bulla tympanica flach. Processus paroccipitalis und +mastoideus kräftig entwickelt.¡ + +Zu den Bären gehören große, meist omnivore Raubtiere, welche +sich durch ihre großen quadratischen oder länglich vierseitigen, +vielhöckerigen ¡M¡ und den Mangel von eigentlichen Reißzähnen +auszeichnen. Ihr Skelett ist dem der Amphicyoninen ähnlich, aber +plumper und gedrungener und die plantigraden Extremitäten sind zum +Greifen und Klettern geeignet. Sie bewohnen gegenwärtig Europa, +Asien, Nordafrika und Nord- und Südamerika. Die fossilen Formen +verteilen sich auf das nämliche Verbreitungsgebiet, jedoch erscheinen +sie in Amerika erst im Pliocän oder sogar erst im Pleistocän. +Ihre ursprüngliche Heimat ist wahrscheinlich Europa, wo sie sich +aus Cynodontinen entwickelt haben, welche ihrerseits von Miaciden +abstammen. + +¿Hyaenarctos¿ Falc. und Cautley. (Fig. 556.) Vordere ¡P¡ klein, +hinfällig, obere ¡M¡ vierhöckerig, quadratisch, gleich groß. Im +Pliocän von Montpellier, Alcoy, Pikermi und in den Siwalik. ¡H. +sivalensis, punjabiensis¡ Falc. Der letztere auch in Maragha. Eine Art +auch noch im Pleistocän von China. + +¿Ursavus¿ Schlosser. ¡P¡ klein. ¡P^4¡ mit großem Innenhöcker, obere +¡M¡ vierhöckerig, untere ¡M¡ mit schwachen Runzeln. Nicht größer als +Wolf. Obermiocän von Steiermark, Schlesien ¡U. brevirhinus¡ Hofmann +sp., La Grive St. Alban ¡U. primaevus¡ Gaillard sp. und in pliocänen +schwäbischen Bohnerzen. + +¿Ursus¿ Lin. Obere ¡M¡ viel länger als ¡P^4¡ und wie die unteren mit +vielen Runzeln bedeckt. Vordere ¡P¡ sehr klein, öfters fehlend. Die +ältesten Arten der Gattung Ursus finden sich in den Siwalik (¡U. +Theobaldi¡ Lyd.) und im Pliocän von China. Im Pliocän von Siebenbürgen +¡U. Boeckhi¡ Schlosser, im Pliocän von Toskana ¡U. etruscus¡ Cuv., +in Roussillon und der Auvergne ¡U. arvernensis¡ Croiz. Der Höhlenbär +(¡U. spelaeus¡ Blumb.) ist das häufigste Raubtier im europäischen +Pleistocän. Viele Höhlen haben mehrere hundert Individuen in allen +Altersstadien geliefert. Er unterscheidet sich vom braunen Bären durch +seine stattlichere Größe, die viel plumperen Knochen, die gewölbte +Stirn und das Fehlen von ¡P^1¡. Sein Vorläufer war ¡U. Deningeri¡ +Reichenau im älteren Pleistocän. ¡U. priscus¡ Cuv. ebenfalls im +europäischen Pleistocän, steht dem Grizzlybären nahe. Im Pleistocän +von Nordamerika ¡U. americanus¡ Pallas und ¡amplidens¡ Leidy. + +[Illustration: Fig. 556. + +¡A¡ ¡Hyaenarctos Sivalensis¡ Falc. Unt. Pliocän. Sivalik, Ostindien. +Linker Oberkiefer von unten. 3/5 nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.) + +¡B¡ ¡Hyaenarctos Punjabiensis¡ Lyd. Rechter Unterkieferast. 3/5 nat. +Gr. (Nach ~Lydekker~.)] + +¿Arctodus¿ Leidy (¡Arctotherium¡ Bravard). Kiefer stark verkürzt, ¡P¡ +dicht stehend. Pleistocän von Kalifornien, Süd-Karolina ¡A. pristinus¡ +Leidy. Pennsylvanien, Mexiko ¡A. simus¡ Cope sp. Südamerika ¡A. +bonariensis¡ Gervais sp. + + +3. Familie. #Procyonidae# (¡Subursi¡ Blainville). + +¡§3.1.4-3.2.§/§3.1.4-3.2.§ P^4 und M_{1} nicht als typische Reißzähne +entwickelt. Obere M und P^4 gerundet, viereckig, trituberkulär +oder quadrituberkulär. Untere M mit stumpfzackigem Trigonid und +zweihöckerigem Talonid. Schädel kurz und breit. Extremitäten +fünfzehig, plantigrad.¡ + +Die Procyoniden bewohnen in der Gegenwart Nord- und Südamerika, mit +Ausnahme der auf den Himalaya beschränkten Gattung ¡Ailurus¡. Sie +haben sich aus Miaciden entwickelt. + +¿Procyon¿ Storr. Waschbär. Lebend und im Pleistocän von Nord- und +Südamerika. + +¿Bassariscus¿ Coues. Lebend und im Pleistocän und Pliocän von +Nordamerika. ¡B. antiquus¡ Matthew. + +¿Nasua¿ Storr. Lebend und fossil im Pleistocän von Südamerika. + +¿Cyonasua¿, ¿Pachynasua¿ Ameghino in der Paranastufe und ¿Amphinasua¿ +Moreno in der araukanischen Stufe -- Pliocän -- von Argentinien. + +¿Phlaocyon¿ Wortm. und Matthew. (Fig. 557.) §4§/§4§ ¡P.¡ §2§/§3§ ¡M.¡ +Schädel und Skelett Procyon-ähnlich. ¡P^4¡ mit zwei Innenhöckern. +Große Bullae osseae. Untermiocän von Colorado. ¡P. leucosteus¡ Wortm. +und Matthew. + +¿Leptarctus¿ Leidy. § §/§3.1.3.2.§ ¡P¡ mit Talonid. Miocän Loup. Fork. +Süd-Dakota. + +¿Parailurus¿ Schlosser. Sehr komplizierte ¡M¡, aber einfachere ¡P¡ als +bei der lebenden Gattung ¿Ailurus¿. Pliocän -- Red Crag -- von England +und Lignite von Baroth, Siebenbürgen. + +¿Cynarctus¿ Matthew. 3 ¡M¡ im Unterkiefer. Auch ¡M_{2}¡ mit Protoconid +und ¡M_{1}¡ mit Zacken an Außenseite des Protoconid. Von ~Matthew~ +zu den Amphicyoninen gestellt. Obermiocän, Loup. Fork, Colorado. ¡C. +saxatilis¡ Matthew. + +[Illustration: Fig. 557. + +¡Phlaocyon leucosteus¡ Matthew. Miocän. Colorado. Schädel von unten. +1/2 nat. Gr. (Nach ~Matthew~.)] + + +4. Familie. #Mustelidae.# ~Marder.~ + +¡§3.1.4.2-1.§/§3.1.4.2.§ P^4 mit langer Schneide hinter dem +Hauptzacken und mit kräftigem Innenzacken. M_{1} mit wohlentwickeltem, +grubigem oder schneidendem Talonid, meist auch mit kleinem Metaconid. +M^1 querverbreitert, öfters groß und viereckig, in der Regel mit sehr +starkem Basalband. M^2, wenn vorhanden, sehr klein, M_{2} ebenfalls +stark reduziert, aber öfters zweiwurzelig. Bulla ohne Septum, +gewölbt, meist klein, getrennt vom Processus paroccipitalis. Ohne +Alisphenoidkanal. Körper gestreckt, Füße meist fünfzehig, plantigrad +oder digitigrad.¡ + +Die Musteliden sind kleine bis mittelgroße, schlanke, bewegliche +Räuber, die gegenwärtig mit Ausnahme von Australien über die ganze +Erde verbreitet sind, hauptsächlich aber die nördliche Hemisphäre +bewohnen. Die fossilen haben die nämliche Verbreitung und erscheinen +zuerst im Oligocän von Europa und Nordamerika. Auf Grund der +Schädelbasis werden sie zu den ¿Arctoidea¿ gestellt. Die ältesten +Formen haben große gewölbte Bullae und §2§/§2-3§ ¡M¡ und sind gegen +die ältesten Viverren nicht scharf abzugrenzen. Sie gehen wohl auf +Viverravinen zurück. + + +1. Unterfamilie. #Putoriinae.# + +¡Anfangs mit §2§/§2§, später §1§/§2§ M, ausgezeichnet durch Reduktion +der P §4§/§4§, des M^2 und des Metaconid an M_{1} sowie durch das +kleine Talonid von M_{1}.¡ + +¿Palaeoprionodon¿ Filhol. §2§/§2§ ¡M.¡ Obere M trituberkulär. ¡M_{2}¡ +klein, zweiwurzelig, ¡M_{1}¡ mit Metaconid und grubigem kleinen +Talonid. Oligocän. Phosphorite von Quercy. + +¿Stenoplesictis¿ Filhol. (Fig. 558.) Oligocän. Phosphorite von Quercy. + +¿Bunaelurus¿ Cope. (Fig. 559.) Oligocän. White River. Colorado. ¡B. +lagophagus¡ Cope. Schädel gut bekannt. + +¿Parictis¿ Scott. Untermiocän. John Daybed. + +¿Haplogale¿ Schlosser. §1§/§2§ ¡M. M_{1}¡ mit sehr kurzem Talonid und +kleinem Metaconid. ¡M_{2}¡ einwurzelig. Oligocän, Phosphorite, bis +Obermiocän. + +¿Proputorius¿ Filhol. Obermiocän, Sansan. + +¿Stenogale¿ Schlosser. ¡M_{1}¡ mit Metaconid, ¡M_{2}¡ schneidend, +einwurzelig. Oligocän bis Obermiocän. + +¿Pseudictis¿ Schlosser. ¡M_{2}¡ zweiwurzelig. Obermiocän. + +¿Palaeogale¿ v. Meyer. ¡M_{1}¡ ohne Metaconid, ¡M_{2}¡ zweiwurzelig. +Oligocän bis Obermiocän. + +¿Putorius¿ Cuv. ~Wiesel~. ¡M_{1}¡ ohne Metaconid, ¡M_{2}¡ einwurzelig. +Pliocän der Auvergne. Lebend und im Pleistocän von Europa, besonders +häufig ¡P. vulgaris¡ zusammen mit Lemming. In Nordamerika im +Obermiocän, Loup fork ¡P. nambianus¡ Cope. + +¿Paroligobunis¿ Peterson. 4 ¡P.¡ 2 ¡M.¡ Metaconid klein. Talonid +schneidend. Untermiocän. Nebraska. ¡P. simplicidens¡ Peterson. + +[Illustration: Fig. 558. + +¡Stenoplesictis Cayluxi¡ Filhol. Phosphorite. Quercy. ¡A¡ Linker +Oberkiefer von unten, ¡B¡ Linker Unterkiefer von innen. (Nat. Gr.)] + +[Illustration: Fig. 559. + +¡Bunaelurus lagophagus¡ Cope. Oligocän. White Riverbed. Colorado. +Schädel von unten, nat. Gr. (nach ~Matthew~.)] + +[Illustration: Fig. 560. + +¡Plesictis lemanensis¡ Pomel. Unt. Miocän. St. Gérand-le-Puy. Allier. +¡A¡ Schädel von unten. 3/4 nat. Gr. (Nach ~Filhol~.)] + +¿Aelurocyon¿ Peterson, §3§/§4§ ¡P¡. ¿Megalictis¿ Matthew, §3§/§3§ ¡P¡, +beide groß, mit verkürzter Schnauze. ¡M_{1}¡ ohne Metaconid, ¡M^2¡ +winzig. Miocän. Süd-Dakota. ¿M. ferox¿ Matthew. + +¿Gulo¿ Storr. ~Vielfraß.~ §4.1.§/§4.2.§ ¡P¡ und ¡M¡ dick, ¡M^1¡ +zweihöckerig, ¡M_{1}¡ ohne Metaconid. Gegenwärtig zirkumpolar. Fossil +im Pleistocän von Europa und Nordamerika. + + +2. Unterfamilie. #Martinae.# + +¡M_{1} stets mit Innenzacken und grubigem Talonid. M^1 klein, P^4 mit +sehr kleinem Innenhöcker.¡ + +¿Plesictis¿ Pomel. (Fig. 560.) §2§/§2§ ¡M¡. ¡M^1¡ trituberkulär. +¡M_{2}¡ zweiwurzelig. ¡M^2¡ klein oder fehlend. Oligocän, Phosphorite, +und Untermiocän von Allier, Ulm, Mainz. Obermiocän, Steiermark, La +Grive St. Alban. + +¿Mustela¿ Linn. §1§/§2§ ¡M¡. ¡M_{2}¡ einwurzelig. Obermiocän. Sansan, +La Grive St. Alban, Steiermark. Pliocän. Pikermi und Siwalik. +Pleistocän Europa. In Nordamerika, Miocän von Colorado ¡M. ogygia¡ +Matthew. Pliocän ¡M. minor¡ Douglass. + +¿Galictis¿ Bell. Lebend in Südamerika. Fossil im Pleistocän von +Brasilien und Maryland. + +¿Oligobunis¿ Cope. §4-3§/§4§ ¡P.¡ §2-1§/§2§ ¡M.¡ Dachsgröße. +Untermiocän. John Day bed ¡O. crassivultus¡ Cope. Dakota ¡O. lepidus¡ +Matthew. + + +3. Unterfamilie. #Lutrinae.# + +¡Mittelgroße aquatile Formen. M_{1} mit Metaconid und schneidendem +Talonid. P^4 mit breitem Innenhöcker.¡ + +¿Plesiocyon¿ Schlosser. §2§/§3§ ¡M.¡ Oligocän. Phosphorite von Quercy. + +¡Amphictis¡ Pomel. §2§/§2§ ¡M¡. ¡M_{2}¡ mit langem Talonid. Ebenda u. +Untermiocän. + +¿Potamotherium¿ Geoffroy (¡Lutrictis¡ Pomel, ¡Stephanodon¡ v. Meyer). +(Fig. 561.) §4.2.§/§4.2.§ ¡P^4¡ mit verbreitertem Innenhöcker. ¡M^1¡ +querverlängert trituberkulär. ¡M^2¡ sehr klein, ¡M_{1}¡ mit großem +Talonid. Bullae osseae flach. Skelett stärker spezialisiert als bei +Lutra. Metapodien und Zehen abgeplattet. Untermiocän. Dep. Allier, +Ulm, Mainz. Im Miocän von Nordamerika ¡P. lycopotamicum¡ Cope, Pliocän +¡lacota¡ Matthew. Wohl generisch verschieden. + +¿Lutra¿ Erxleben ~Otter~. §1§/§2§ ¡M¡, gedrungener als bei voriger +Gattung. Lebend auf der nördlichen Hemisphäre. Fossil im Miocän, +Pliocän und Pleistocän von Europa, Asien und Nordamerika. + +¿Brachypsalis¿ Cope. ¡M_{2}¡ sehr lang. Pliocän, Nebraska. + +¿Enhydriodon¿ Falconer. Unterpliocän, Monte Bamboli und Pliocän +Siwalik. + +[Illustration: Fig. 561. + +¡Potamotherium Valetoni¡ Geoffroy St. Hilaire. Unt. Miocän. St. +Gérand-le-Puy. Schädel von unten 2/3 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 562. + +¡Promeles palaeattica¡ Weithofer sp. Unt. Pliocän. Pikermi bei Athen. +¡A¡ Gaumen von unten, ¡B¡ Unterkiefer von oben, nat. Gr. (Nach +~Weithofer~.)] + + +4. Unterfamilie. #Melinae.# + +¡§1§/§2§ M. M_{1} mit großem grubigem Talonid und meist mit Metaconid. +M^1 stark vergrößert und kompliziert. Vordere P stark reduziert.¡ + +¿Trochictis¿ v. Meyer. ¡M_{1}¡ mit kurzem Talonid. Obermiocän. Europa. + +¿Trochotherium¿ Fraas. ¡M¡ abgeplattet. Obermiocän. Steinheim. + +¿Promeles¿ Zittel. (Fig. 562.) §3.1.§/§3.2.§ ¡P^4¡ gestreckt. ¡M^1¡ +trituberkulär, viereckig, mit starkem Basalband, ¡M_{1}¡ mit langem, +vielhöckerigem Talonid. Unterpliocän. Pikermi. + +¿Meles¿ Storr. Dachs. ¡P^4¡ kurz. Lebend in Europa und Asien. Fossil +im Unterpliocän von Maragha und China und im Pleistocän von Europa. + +¿Taxidea¿ Waterh. Lebend und im Pleistocän von Nordamerika. + +¿Mellivora¿ Storr. Lebend in Südasien und Südostafrika. Fossil im +Pliocän der Siwalik. + +¿Trocharion¿ Major. ¡M_{2}¡ zweiwurzelig. Obermiocän. La Grive St. +Alban. + +¿Promephitis¿ Gaudry. ¡P¡ bis auf §2§/§2§ reduziert. Unterpliocän. +Pikermi. + +¿Mephitis¿ Cuv. Lebend und fossil im Pleistocän von Nordamerika. +¿Thiosmus¿ Illiger in Südamerika. + +¿Brachyprotoma¿ Brown. §2§/§3§ ¡J¡. Pleistocän von Nordamerika. + + +5. Familie. #Viverridae.# ~Zibetkatzen.~ + +¡§3.1.4.2.§/§3.1.4.2.§ P^4 gestreckt mit Vorderzacken vor dem +Hauptzacken und kräftigem, weit vorne stehendem Innenhöcker. +Obere M trituberkulär. M_{1} mit hohem, dreizackigem Trigonid und +beckenförmigem, zackig begrenztem Talonid. M §2§/§2§ ähnlich M +§1§/§1§. Schädel gestreckt, niedrig, mit ziemlich langer Schnauze. +Bulla ossea groß, durch ein Septum vom Tympanicum geschieden. +Extremitäten kurz, schlank, plantigrad oder digitigrad, fünf-, selten +vierzehig. Schwanz lang.¡ + +[Illustration: Fig. 563. + +¡Viverra simplicidens¡ Schloss. Phosphorite. Quercy. Rechter +Unterkiefer von innen, nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 564. + +¡Herpestes lemanensis¡ Pomel (¡Viverra antiqua¡ Blainv.). Unt. Miocän. +Tretaux. Allier. Gaumen von unten, nat. Gr.] + +Die Viverren sind meist kleine schlanke, schnellfüßige Raubtiere, +welche jetzt ausschließlich Asien, Afrika und Südeuropa bewohnen und +auch fossil im europäischen Tertiär und im Pliocän und Pleistocän +von Südasien vertreten sind. Sie stammen von den Viverravinen des +nordamerikanischen Eocän ab. Im Gebiß und Skelett weisen sie noch +viele primitive Merkmale auf und zeigen vielfach Anklänge an die +ältesten Caniden -- ¡Cynodictinae¡ und die ältesten Musteliden -- +¡Palaeoprionodon¡. + +[Illustration: Fig. 565. + +¡Ictitherium robustum¡ Nordm. sp. Unt. Pliocän. Pikermi bei Athen. +Linker Oberkiefer von unten. Nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.)] + +¿Viverra¿ Linn. (Fig. 563) und ¿Herpestes¿ Illiger (Fig. 564) leben +jetzt in Südasien, Südeuropa und Nordafrika. Fossile Formen -- +»¡Viverra¡« -- mit kleinem Talonid und kleinem ¡M_{2}¡ im Eocän von +Quercy und England. Auch die »¡Viverra¡-« und »¡Herpestes¡«-Arten +des europäischen Untermiocän weichen noch von den echten ab. Erst +im Obermiocän -- ¡Progenetta incerta¡ Lartet -- und im Pliocän von +Südfrankreich, Roussillon -- ¡Viverra Pepratxi¡ Depéret -- und in den +Siwalikschichten von Ostindien treten typische ¡Viverra¡-Arten auf. + +¿Ictitherium¿ Wagner (¡Thalassictis¡ Nordmann, ¡Palhyaena¡ Gervais). +(Fig. 565.) Schädel lang, schmal. ¡M^1¡ und ¡M^2¡ klein im Verhältnis +zu ¡P^4¡. Unterpliocän. Pikermi, Samos, Maragha, Lébéron, Bessarabien, +China und Ostindien. + + +6. Familie. #Hyaenidae.# ~Hyänen.~ + +¡§3.1.4-3.1.§/§3.1.4-3.1-2.§ P^4 langgestreckt, kräftig, vor der +Hauptspitze ein Vorderzacken und dahinter eine lange Schneide. +Vordere P klein, hintere und C sehr massiv, kegelförmig. M^1 klein, +quer verlängert, von P^4 verdeckt. M_{1} mit zwei langen Schneiden +und schwachem Talonid, selten mit Metaconid. Untere J stets +nebeneinanderstehend. Schädel kurz und dick. Bulla ossea ohne Septum. +Hinterbeine etwas kürzer als Vorderbeine. Hand und Fuß digitigrad. +Hand meist, Fuß stets vierzehig. Metacarpale II stark über III +übergreifend, Penisknochen schwach.¡ + +Das Gebiß der Hyänen zeichnet sich durch Reduktion des ¡M^1¡ und des +M_{2} und durch Reduktion des Talonid und Metaconid des ¡M_{1}¡ aus, +wofür jedoch sein Paraconid und Protoconid zu kräftigen Schneiden +umgestaltet werden, und die ¡P¡ mit Ausnahme des vordersten sich in +dicke Kegel umwandeln, wodurch das Gebiß zum Zermalmen von Knochen +vorzüglich geeignet wird. + +[Illustration: Fig. 566. + +¡Hyaena eximia¡ Roth und Wagn. Unt. Pliocän. Pikermi bei Athen. 1/3 +nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.)] + +Die Hyaeniden werden gewöhnlich von den Viverren abgeleitet, wobei +¡Ictitherium¡ das Zwischenglied bilden soll. Sie bewohnen in der +Gegenwart Afrika und Westasien, fossil treten sie zuerst im Pliocän +von Europa und Asien auf. Es darf nicht verschwiegen werden, daß +gewisse Caniden des nordamerikanischen Obermiocän, ¡Aelurodon¡, +¡Hyaenognathus¡, im Gebiß auffallende Ähnlichkeit mit den Hyänen +aufweisen. + +¿Lycyaena¿ Hensel (¡Agnotherium¡, ¡Agnocyon¡ Kaup.) und ¿Hyaenictis¿ +Gaudry aus dem Unterpliocän von Pikermi, Eppelsheim, Baltavar +unterscheiden sich von Hyaena durch die schlankeren Zähne und den +Besitz eines kleinen ¡M_{2}¡. + +¿Hyaena¿ Linn. (Fig. 566.) Zuerst im Unterpliocän von Pikermi, +Samos, Maragha, Baltavar, Mont Lébéron. ¡H. eximia¡ Roth u. Wagn. +Im Pliocän der Siwalik ¡Colvini¡, ¡macrostoma¡ Lydekker, ¡felina¡, +¡sivalensis¡ Bose; in China ¡H. gigantea¡ Schlosser. Im Oberpliocän +der Auvergne und von Val d'Arno ¡H. arvernensis¡ -- auch in Roussillon +und im Pleistocän von Mosbach --, ¡Perrieri¡ Croiz. Job. und +¡brevirostris¡ Aym. Im älteren Pleistocän von Südeuropa ¡H. striata¡, +der ¡arvernensis¡ ähnlich, im jüngeren europäischen Pleistocän ¡Hyaena +crocuta¡ var. ¡spelaea¡ Goldf., der ¡Perrieri¡ ähnlich, auch in den +indischen Karnulhöhlen. Im Pleistocän von China ¡H. sinensis¡ Owen. + + +7. Familie. #Felidae.# ~Katzen.~[132] + +¡§3.1.3-2.1.§/§3.1.3-2.1.(2).§ C kräftig, am Vorder- und Hinterrand +meist zugeschärft. P^4 verlängert, schneidend, mit Innenhöcker und +drei Außenzacken. M_{1} mit zwei konvergierenden, aus Paraconid und +Protoconid entstandenen Schneiden und rudimentärem Talonid, selten +auch mit rudimentärem Metaconid. M^1 und M_{2} stets klein. Zahl der +P stets reduziert, die bleibenden P mit Nebenzacken versehen. Bulla +tympanica hochgewölbt, durch ein Septum geteilt, ohne verlängerten +äußeren Gehörgang. Schnauze kurz. Cranium gewölbt, Extremitäten lang +und schlank, digitigrad. Humerus mit Foramen entepicondyloideum. +Hand mit fünf, Fuß in der Regel mit vier Zehen, Krallen retraktil. +Penisknochen klein.¡ + +Die Feliden sind gegenwärtig über die ganze Erdoberfläche mit Ausnahme +von Australien verbreitet; fossil finden sie sich in denselben +Gebieten, jedoch erscheinen sie zuerst in Europa und fast gleichzeitig +auch in Nordamerika. + +Die Katzen besitzen das reduzierteste aber zugleich spezialisierteste, +zum Zerschneiden von Fleisch geeignetste Gebiß. Auch das Skelett +vereinigt die zierlichste Form mit der größten Stärke. Von den +übrigen Raubtieren sind sie scharf geschieden und selbst ihre +ältesten Vertreter geben uns keine befriedigende Auskunft über ihre +Abstammung, da sie schon alle typischen Merkmale besitzen. Selbst +wenn die miocäne Gattung ¡Proailurus¡, welche ~Filhol~ wegen der +Ähnlichkeit mit der lebenden Gattung ¡Cryptoprocta¡ von Madagaskar für +den Ahnen der Feliden hält, wirklich zu dieser Familie gehören sollte, +so kann sie höchstens der Stammvater der echten Katzen, aber nicht +auch der Machairodontinen sein, weil diese bereits im Oligocän oder +sogar im Obereocän beginnen. ~Matthew~ leitet sowohl den Stamm der +Machairodontinen als auch den der Felinen von ¡Dinictis¡ ab. + + +1. Unterfamilie. #Machairodontinae.# + +¡Einkerbung von P^4 und M_{1} seicht. Innenzacken von P^4 schwach. +Obere C allmählich größer, untere C kleiner werdend. P^3 klein, +P_{3} rudimentär oder fehlend. Occiput hoch, schmal, Mastoidfortsatz +vorspringend und größer werdend. Extremitäten massiv, Zehen gespreizt, +Hallux und Pollex kräftig.¡ + +¿Eusmilus¿ Gervais. § §/§2.1.1.1.§ ¡M_{1}¡ ohne Talonid und Metaconid. +Symphysenlappen weit herabhängend. Phosphorite von Quercy. ¡E. +bidentatus¡ Filhol. Oberoligocän. Dakota. ¡E. dacotensis¡ Hatcher. + +¿Hoplophoneus¿ Cope. (¡Pogonodon¡ Merriam.) +§3.1.3-2.1.§/§3-2.1.3-2.1.§ ¡M_{1}¡ mit Metaconid. ¡P¡ §2§/§2§ und +¡P¡ §3§/§3§ klein, ¡P_{2}¡ meist fehlend. Oberer ¡C¡ schlank. Bulla +unvollständig verknöchert. Oligocän. White River. ¡H. occidentalis¡ +Leidy. + +¿Machairodus¿ Kaup. §3.1.2.1.§/§3.1.2-1.1.§ ¡P^4¡ meist mit vier +Außenspitzen. ¡M_{1}¡ ohne Metaconid und meist ohne Talonid. ¡P¡ +§3§/§3§ rudimentär. ¡C¡ lang, am Hinterrand gezähnelt, Symphysenlappen +groß. Bullae vollständig verknöchert. Obermiocän. Sansan, Steinheim +¡M. palmidens¡ Blv. La Grive St. Alban ¡M. Jourdani¡ Filhol. +Unterpliocän von Pikermi, Eppelsheim, Samos (Ägypten) ¡M. aphanistus¡ +Kaup, Maragha ¡M. orientalis¡ Macquenem. China ¡M. horribilis¡ +Schlosser. Siwalik ¡M. sivalensis¡ Lyd. Im europäischen Mittel- und +Oberpliocän ¡M. cultridens¡ Cuv. und im europäischen Pleistocän ¡M. +latidens¡ Owen. + +¿Smilodon¿ Lund (¡Trucifelis¡ Leidy, ¡Dinobastis¡ Cope, +¡Smilodontopsis¡ Brown). §3.1.2.1.§/§3-2.1.2-1.1.§ ¡P^4¡ meist nur mit +drei Außenzacken, ¡M_{1}¡ ohne Talonid und Metaconid. ¡P^3¡ klein, +¡P_{3}¡ meist fehlend. Hallux kräftig. Nur in Amerika. Pleistocän von +Nordamerika ¡S. gracilis¡ Cope, ¡floridanus¡ Leidy. Südamerika ¡S. +neogaeus¡ Lund. + + +2. Unterfamilie. #Felinae.# + +¡Einkerbung an P^4 und M_{1} tief. P^4 mit kräftigem Innenzacken. +Oberer C allmählich kleiner, unterer C allmählich größer werdend. P^3 +groß, P_{3} und _{4} fast gleich stark. Mastoidfortsatz reduziert, +Unterkieferkronfortsatz vergrößert. Extremitäten verlängert, +digitigrad, Hallux reduziert.¡ + +¿Aelurictis¿ Trouessart (¡Aelurogale¡ Filhol). §3§/§3§ ¡P¡, §1§/§2§ +¡M¡. ¡M_{2}¡ schwach. ¡M_{1}¡ ohne Metaconid, mit kräftigem Talonid, +Metapodien lang, Symphyse mit Außenkante. Obereocän? Phosphorite von +Quercy. ¡A. intermedia¡, ¡minor¡ Filhol. + +[Illustration: Fig. 567. + +¡Dinictis felina¡ Leidy. Oligocän. White Riverbed. Schädel u. +Unterkiefer. 1/2 nat. Gr. (nach ~Matthew~.)] + +¿Dinictis¿ Leidy (¡Daptophilus¡ Cope). (Fig. 567.) §3§/§3§ ¡P¡, +§1§/§2§ ¡M¡, öfters mit 4 unteren ¡P¡ und zuweilen mit ¡M^2¡. ¡M_{1}¡ +mit Talonid und Metaconid. ¡C¡ lang, Hinterseite schwach gekerbt. +Unterkiefersymphyse mit herabhängendem Lappen. Carotidforamen getrennt +vom Foramen lacerum posterius. Bulla unvollständig verknöchert. Hallux +funktionierend. Metapodien kurz. Oligocän, White Riverbed, Nordamerika +¡D. felina¡ Leidy, ¡squalidens¡ Cope. Untermiocän, John Day, Oregon +¡D. cyclops¡ Cope. + +¿Nimravus¿ Cope (¡Archaelurus¡, ¡Pogonodon¡ Cope), §4-3§/§3-2§ ¡P¡, +§1§/§1-2§ ¡M¡, sehr ähnlich ¡Aelurictis¡. ¡M_{1}¡ ohne Metaconid, ¡C¡ +mäßig entwickelt. Symphyse ohne Lappen. Untermiocän, John Day, Oregon +¡N. debilis¡, ¡platycopis¡, ¡gomphodus¡ Cope. Süd-Dakota ¡sectator¡ +Matthew. + +¿Pseudaelurus¿ Gervais. (Fig. 568.) §3§/§3-2§ ¡P¡, §1§/§1§ ¡M¡. +¡M_{1}¡ ohne Metaconid, mit kleinem Talonid, ¡C¡ normal. Symphyse ohne +Lappen. Obermiocän. Sansan ¡P. quadridentatus¡ Blv. La Grive St. Alban +¡P. Lorteti¡ Gaillard. + +¿Felis¿ Lin. §2-3§/§2§ ¡P¡, §1§/§1§ ¡M¡. ¡P^4¡ mit drei Außenzacken. +¡M_{1}¡ ohne Metaconid und Talonid. ¡M^1¡ rudimentär, Condylar- und +Carotidforamen mit ¡F. lacerum posterius¡ verbunden. Mastoidfortsatz +klein, dicht an die knöcherne Bulla gerückt. Symphyse ohne Lappen +und ohne Kante. Lebend in der Alten Welt und Amerika, fossil +im Obermiocän. Sansan ¡F. media¡, ¡pygmaea¡ Gerv., Steiermark +¡turnauenis¡ Toula. La Grive St. Alban ¡F. Zitteli¡ Gaillard. +Unterpliocän. Pikermi ¡F. attica¡ Wagn. Eppelsheim ¡F. antediluviana¡ +Kaup. Pliocän von Roussillon und Maragha ¡F. brevirostris¡ Croiz. +In Toskana und Auvergne ¡F. pardinensis¡, ¡arvernensis¡ Croiz. Im +Pleistocän Europas ¿Felis leo¿ (¡L. spelaea¡ Goldf.), ¡pardus¡, ¡lynx¡ +etc. In Nordamerika (¡F. atrox¡ Leidy), Südamerika (¡F. onca¡ Lin.) +und Ostindien. + +[Illustration: Fig. 568. + +¡Pseudaelurus quadridentatus¡ Blv. (¡Felis hyaenoides¡ Lartet). +Miocän. Sansan. Gers. ¡A¡ rechtes Oberkieferfragment, ¡B¡ oberer +Reißzahn von unten, ¡C¡ rechter Unterkiefer von außen. 2/3 nat. Gr. +(Nach ~Filhol~.)] + + +3. Unterordnung. #Pinnipedia.# ~Flossenfüßer.~[133] + +¡Marine Fleischfresser mit kurzen Flossenfüßen, großem, stark +gefurchtem Gehirn und vollständigem Gebiß mit gleichartig +ausgebildeten P und M, entweder konisch oder aus hoher Hauptspitze und +vorderer und hinterer Nebenspitze bestehend. Die zwei hinteren M meist +fehlend. J an Zahl häufig reduziert, konisch, C ziemlich kräftig. +Extremitäten fünfzehig. Scaphoid mit Lunatum und Centrale verwachsen. +Sämtliche Zehen durch Schwimmhaut verbunden.¡ + +Die ~Pinnipedia~ schließen sich im anatomischen Bau und in der +Entwicklungsgeschichte ziemlich eng an die übrigen Carnivoren an, +die Abweichung im Körperhabitus und in der Gestalt der Extremitäten +sowie die Spezialisierung des Gebisses, bestehend teils in Reduktion +der Zahl, teils in Vereinfachung der Zähne, öfters aber auch in +Komplikation der ¡P¡, beruht auf der Anpassung an das Wasserleben. Sie +bewohnen die kälteren Regionen beider Hemisphären. Fossile Reste sind +stets sehr selten und beginnen erst im Miocän. Über die Herkunft der +Pinnipedia gibt uns weder die Ontogenie noch auch die Paläontologie +eine befriedigende Auskunft. ~Wortman~ leitet sie von ¿Patriofelis¿, +einem Creodonten, ~Weber~ von Ursiden ab. Mehr Beachtung verdient die +Vermutung ~Matthews~, daß sie den Pantolestiden nicht ganz fernestehen +dürften. + + #Zeitliche und räumliche Verbreitung der Carnivora.# + + =====+======+======+=======+=======+======+======+=======+=======+======= + | A | B | C | D | E | F | G | H | I + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + | | | | | | | | | + I.a | | | | | | | | | + I.1 |NA. | | | | | | | | + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + I.2 |NA. E.|NA. E.|NA. |} | | | | | + -----+------+------+-------|}Af.? +------+------+-------+-------+------- + I.3 |NA. E.|NA. |NA. E |} | | | | | + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + I.4 |NA. |NA. E.|NA. E. |NA. E. | | | | | + | | | |Af. | | | | | + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + I.5 |NA. E.| | | | | | | | + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + I.6 |NA. |NA. |NA. E.?| | | | | | + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + | | | | | | | | | + II.b | | | | | | | | | + II.1 | | |NA. E. |NA. E. |NA. E.|NA. E |NA. E. |NA. SA.|NA. SA. + | | | | | | |As. |E. As. |E. As. + | | | | | | | |Af. Au.|Af. Au. + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + II.2 | | | | | |SA. E.|NA. E. |NA. SA.|NA. E. + | | | | | | |As. |E. As. |As. Af. + | | | | | | | |Af. | + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + II.3 | | | | |NA. |NA. |SA. E. |NA. SA.|NA. SA. + | | | | | | | | |As. + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + II.4 | | | |NA. E. |NA. E.|NA. E.|NA. SA.|NA. SA.|NA. SA. + | | | | | | |E. As. |E. As. |E. As. + | | | | | | | | |Af. + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + II.5 | | |E.? |E. |E. |E. |E. As. |As. |E. As. + | | | | | | | | |Af. + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + II.6 | | | | | | |E. As. |E. As. |As. Af. + | | | | | | | |Af. | + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + II.7 | | |E.? |NA. E. |NA. |NA. E.|NA. SA.|NA. SA.|NA. SA. + | | | | | | |E. As. |E. As. |E. As. + | | | | | | |Af. |Af. |Af. + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + | | | | | | | | | + III.c| | | | | | | | | + III.1| | | | | |NA. |SA. Au.|NA. SA.|NA. SA. + | | | | | | | |Au. | + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + III.2| | | | | |E. NA.|E. NA. |E. NA. |NA. SA. + | | | | | |Af. | | |E. As. + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + III.3| | | | | | |E. |E. NA. |NA. E. + | | | | | | | | |As. + -----+------+------+-------+-------+------+------+-------+-------+------- + + NA. = Nordamerika, SA. = Südamerika, E. = Europa, As. = Asien, + Af. = Afrika, Au. = Australien. + + Legende: + + A = Untereocän I.a = ~Creodontia~. + B = Mitteleocän I.1 = Oxyclaenidae + C = Obereocän I.2 = Mesonychidae + D = Oligocän I.3 = Oxyaenidae + E = Unt. Miocän I.4 = Hyaenodontidae + F = Ob. Miocän I.5 = Arctocyonidae + G = Pliocän I.6 = Miacidae + H = Pleistocän II.b = ~Fissipedia~. + I = Jetzt II.1 = Canidae + II.2 = Ursidae + II.3 = Procyonidae + II.4 = Mustelidae + II.5 = Viverridae + II.6 = Hyaenidae + II.7 = Felidae + III.c = ~Pinnipedia~. + III.1 = Otariidae + III.2 = Phocidae + III.3 = Trichechidae + +Von den drei Familien der ~Otariiden~, ~Phociden~ und ~Trichechiden~ +ist die erste im Miocän von Maryland --, ¿Pontoleo¿ True --, im +Tertiär und Pleistocän von Argentinien sowie im Pleistocän von +Nordamerika --, ¿Otaria¿ -- im Pliocän von Victoria und im Pleistocän +von Neu-Seeland -- ¿Arctocephalus¿ -- nachgewiesen. Fossile Reste von +~Trichechiden~ -- Walroß -- kennt man aus dem Pleistocän von England, +Belgien (hier auch im Pliocän), Holland und Nordamerika. ~Phociden~ +fanden sich im Miocän von Ägypten. Von Maryland ¿Leptophoca¿ True, +von New Jersey ¿Lobodon¿, von Virginien ¿Phoca¿. Im Miocän des Wiener +Beckens ¿Phoca~ vindobonensis¡ Toula, Ungarn ¡P. holitschensis¡ +Brühl, Südrußland ¡P. pontica¡ Nordmann, im Pliocän von Montpellier +¿Pristiphoca¿, von Belgien ¿Monatherium¿, ¿Prophoca¿, im Pliocän von +Orciano in Italien ¿Monachus¿ von Antwerpen, ¿Phoca¿, ¿Palaeophoca¿ +¡etc.¡ ¿Phoca¿ auch im Pleistocän von Schottland, England, Norwegen +und Norddeutschland. ~Orca~ in Holland. + +[Illustration: Fig. 569. + +¡Phoca Groenlandica¡ Nilss. Nordsee. (Nach ~Owen~.)] + + +4. Ordnung. #Cetacea.# ~Wale.~[134] + +~Nackte, glatthäutige, fischähnliche Wasserbewohner mit zylindrischem +Körper. Kopf nicht vom Rumpf abgesetzt. Nasenlöcher auf der Oberseite, +weit hinten gelegen. Vorderfüße flossenförmig, Hinterextremitäten +rudimentär. Schwanzflosse horizontal. Milchdrüsen in der Leistengegend +neben der Scheide. Uterus bicornis, Placenta diffus, adeciduat.~ + +Die Waltiere bilden eine durch Lebensweise und fischähnliche Gestalt +von allen übrigen Säugetieren abweichende Ordnung. + +Den Körper umgibt eine dicke, glatte ~Haut~, unter welcher sich +eine die Wärme schlecht leitende, dicke Fettschicht befindet. Haare +fehlen im erwachsenen Zustand entweder gänzlich oder sind bei einigen +Gattungen auf wenige Gesichtsborsten reduziert. + +[Illustration: Fig. 570. + +¡Tursiops¡ (¡Delphinus¡) ¡tursio Fabr. sp.¡ Atlantischer Ozean. ¡A¡ +Schädel von oben, ¡B¡ von der Seite (nach ~Cuvier~), 1/6 nat. Gr. +¡Pmx¡ Zwischenkiefer, ¡Mx¡ Oberkiefer, ¡ME¡ Mesethmoideum, ¡Na¡ +Nasenbein, ¡N¡ Nasenlöcher, ¡Fr¡ Stirnbein, ¡Pa¡ Scheitelbein, ¡Ju¡ +Jochbogen, ¡Sq¡ Schuppenbein, ¡So¡ oberes Hinterhauptsbein, ¡co¡ +Condylus, ¡Exo¡ Exoccipitale, ¡Md¡ Unterkiefer.] + +Die ~Skelett~knochen der Cetaceen und namentlich die Wirbel zeichnen +sich durch schwammige, grobmaschige Struktur aus und sind meist stark +mit Fett imprägniert. Die Epiphysen bleiben nicht nur an den Wirbeln, +sondern auch an den marklosen Extremitätenknochen lange getrennt. Die +vorderen und hinteren Flächen der ~Wirbelkörper~ sind eben und durch +dicke Knorpelscheiben verbunden; die ~Halswirbel~ zwar vollzählig +vorhanden, jedoch häufig außerordentlich verkürzt, scheibenförmig +und zuweilen alle oder einige miteinander verschmolzen. Hinter den 7 +meist stark verkürzten Halswirbeln folgen 9-16 Rücken-, 3-24 Lenden- +und 18-30 Schwanzwirbel. Ein ~Sacrum~ fehlt. Die oberen Bögen und +verknöcherten Epiphysen der Rumpfwirbel bleiben lange vom Zentrum +getrennt und verschmelzen erst im Alter vollständig mit demselben, die +Zygapophysen verkümmern mehr oder weniger. Die Diapophysen dagegen +sind namentlich in der Lendenregion lang und kräftig. Die ~Rippen~ der +Cetaceen unterscheiden sich von denen der übrigen Säugetiere durch +ihre lockere Verbindung mit der Wirbelsäule und mit dem Brustbein. Das +~Brustbein~ selbst besteht bei den Bartenwalen aus einer einfachen, +breiten, schildförmigen, am Vorderrand häufig ausgeschnittenen +Knochenplatte, bei den Zahnwalen liegen 2-5 Knochenstücke +hintereinander. + +Der ~Schädel~ (Fig. 570) erleidet höchst auffällige, wahrscheinlich +durch die Lebensweise verursachte Umbildungen und besteht aus +leichten, grobzelligen und dünnen Knochen. Die Gehirnhöhle zeichnet +sich durch ungewöhnliche Höhe, ansehnliche Breite, aber sehr geringe +Länge aus, und da sie sich nach oben verengt, so erhält das Gehirn die +Form eines abgestutzten Kegels mit allseitig gerundetem Umriß. Die +sehr stark gewundenen Hemisphären des Großhirns bedecken das Kleinhirn +fast vollständig. Die Riechlappen fehlen gänzlich oder sind nur ganz +schwach angedeutet, die Nasenhöhlen haben keine Muscheln und können +nicht als Riechorgane, sondern lediglich zum Atmen verwendet werden. +Mit Ausnahme von ¡Zeuglodon¡ stoßen die Scheitelbeine nicht in einer +Sagittalnaht zusammen und berühren sich in der Mittelebene überhaupt +nur bei den Bartenwalen. Aber auch bei diesen legt sich die ungemein +große Hinterhauptsschuppe (Os supraoccipitale) über die Scheitelbeine +und über das zwischengeschobene Interparietale und bildet den größeren +Teil des Schädeldaches. Durch die Verkürzung und seitliche Abdrängung +der Scheitelbeine stoßen das Supraoccipitale und Interparietale bei +den Zahnwalen und den meisten Bartenwalen direkt mit dem ungemein +kurzen Stirnbein zusammen, das sich nach außen jederseits in große, +die Augenhöhlen überdachende Knochenplatten erweitert. Die hohe, +schräg nach hinten abfallende Hinterhauptsfläche wird fast ganz vom +Supraoccipitale gebildet. Das tief gelegene Schläfenbein (Squamosum +¡Sq¡) sendet einen starken Fortsatz nach vorne und oben, welcher +sich mit dem hinteren Seitenflügel des Stirnbeins verbindet und dem +bei den Zahnwalen dünnen, stabförmigen, bei den Bartenwalen ziemlich +kräftigen, die länglichen Augenhöhlen unten begrenzenden Jochbein +(¡Ju¡) als Stütze dient. + +Die stark verlängerte, meist niedergedrückte und verschmälerte +Schnauze besteht aus den häufig asymmetrischen Zwischenkiefern, den +Oberkiefern, dem Vomer und Mesethmoid. Die Zwischenkiefer legen sich +vorne entweder dicht aneinander an oder lassen eine nach oben offene +Furche zwischen sich frei, die sich nach hinten erweitert. An ihrem +hinteren Ende, also unmittelbar vor den Stirnbeinen, befinden sich +die fast senkrecht nach oben, oder schräg nach vorne gerichteten +Nasenlöcher, aus denen Wasserdampf ausgeatmet wird (Spritzlöcher). Die +äußeren Nasenlöcher sind bei den Bartenwalen von kurzen, aber wohl +ausgebildeten, bei den Zeuglodonten von sehr langen ~Nasenbeinen~ +(¡Na¡) überdacht, während bei den Zahnwalen eine starke Verkümmerung +der Nasenbeine stattfindet, so daß sie häufig nur durch kleine +Knochenhöcker angedeutet sind. Die Embryone zeigen noch primitive +Verhältnisse. Das Zurückweichen der Nasenlöcher bewirkt Streckung +der Ober- und Zwischenkiefer bis hinter die Orbita und Verkürzung +der Stirn-, Scheitel- und Nasenbeine, welche hierbei auch meist +auf die Seite rücken. Die Hirnhöhle wird nach vorne durch eine +steil abfallende, breite und hohe Knochenplatte (Mesethmoideum) +abgeschlossen. Bei allen lebenden Cetaceen sind die Zwischenkiefer +ihrer ganzen Länge nach seitlich von den Oberkiefern (¡Mx¡) +umschlossen und werden nur am vorderen Rand der Schnauzenspitze frei; +bei den fossilen Zeuglodontiden und bei den Squalodontiden ragen die +Zwischenkiefer vorne über die Oberkiefer heraus und sind am Unterrand +mit Zähnen besetzt. Tränenbeine existieren nur bei einigen Bartenwalen +und bei den Physeteriden. + +Die ~Unterseite~ der Schnauze wird vorherrschend aus den horizontalen +Ästen der Oberkiefer gebildet, doch nimmt häufig auch noch der Vomer, +als eine schmale, zwischen den Oberkiefern gelegene Medianleiste an +der Zusammensetzung des Gaumendaches teil. An die Oberkiefer legen +sich hinten die Gaumenbeine als kurze, bandförmige Knochen an und +werden hinten von den stark entwickelten, in der Mitte vereinigten +Flügelbeinen begrenzt, welche den harten Gaumen verlängern und die +seitlichen Wände der Choanen bilden. + +Besonderes Interesse beanspruchen die zwischen dem Schuppenbein +und Exoccipitale gelegenen ~Ohrknochen~ (Fig. 571) (Perioticum und +Tympanicum). Sie zeichnen sich durch ungewöhnliche Dicke und dichte +Struktur aus, sind nur lose mit den Schädelknochen verbunden und +fallen darum beim Fossilisationsprozeß leicht heraus. Isolierte +Felsenbeine oder Paukenbeine (Cetolithen) finden sich fast überall, wo +Überreste von fossilen Cetaceen vorkommen, und auch aus der Tiefe des +Ozeans wurden Gehörknochen von Walen herausgeholt. + +[Illustration: Fig. 571. + +Linkes Perioticum von ¡Globicephalus uncidens¡ aus dem Crag von +Oxford, von der dem Tympanicum zugewendeten Seite gesehen. ¡c¡ +halbkugeliger Teil, ¡a¡ hinterer, ¡b¡ vorderer Fortsatz.] + +Die ~Bezahnung~ der Cetaceen besteht meist aus gleichartigen, +konischen, einwurzeligen Zähnen, die zuweilen in sehr großer Zahl +(bis 60 in jedem Kiefer) vorhanden sind. Nur bei Zeuglodonten und +Squalodonten unterscheiden sich die hinteren zwei- oder dreiwurzeligen +Seitenzähne durch zusammengedrückte Krone von den einwurzeligen +Vorderzähnen. Bei den Bartenwalen fehlen Zähne vollständig. Beim +Narwal entwickelt sich beim Männchen im rechten Oberkiefer ein +mächtiger, nach vorne gerichteter Stoßzahn. Ein Zahnwechsel findet +niemals statt, wenn auch bei manchen Zahnwalen Ersatzzähne in der +Anlage vorhanden sind, die aber nie zum Durchbruch kommen. Aus dem +ursprünglich heterodonten Gebiß entwickelt sich ein homodontes Gebiß. +Homodontie und Reduktion der Zähne beginnt an der Spitze des Rostrum. +Zuerst verschwinden die Zähne des Unterkiefers, später auch die des +Oberkiefers, wobei jedoch die frühere Anwesenheit von Zähnen noch +durch eine Rinne angedeutet bleibt. + +Entsprechend der auf das Wasser beschränkten Lebensweise haben sich +die ~Extremitäten~ der Cetaceen in eigentümlicher Weise umgestaltet +und erinnern in ihrem Habitus weit mehr an die Flossen ausgestorbener +Meersaurier als an die Gehfüße der Säugetiere. Dem Schultergürtel +fehlt ein Schlüsselbein, sowie ein diskretes Coracoid. Die Scapula +zeichnet sich durch ungewöhnlich breite, flache und verhältnismäßig +kurze Gestalt aus. Der Humerus ist kurz, stämmig, am proximalen +Ende mit halbkugeligem Gelenkkopf, am distalen mit zwei flachen, in +stumpfem Winkel zusammenstoßenden Gelenkfasetten versehen, an welche +sich die seitlich zusammengedrückten, weder am Humerus -- außer bei +¡Zeuglodon¡ -- noch aneinander beweglichen Vorderarmknochen anlegen. +Mit Ausnahme einiger Bartenwale, bei denen sonderbarerweise nicht +der erste, sondern der dritte Finger durch Schwund in Verfall kommt, +haben die Cetaceen fünf Finger. Dieselben sind nicht gelenkig, sondern +durch Knorpel und Bindegewebe verbunden und vollständig von einer +gemeinsamen Haut umhüllt. Sie bestehen aus länglichen, abgeplatteten, +an den Enden gerade abgestutzten, in der Mitte etwas eingeschnürten +Phalangen, deren Zahl im 2. und 3. Finger auf 9-15 steigen kann. Die +hinteren Extremitäten und das Becken sind entweder total verkümmert +oder zu winzigen, äußerlich nicht sichtbaren und im Fleisch steckenden +Rudimenten des Ischiums herabgesunken. + +Als eigentliches Bewegungsorgan dient bei den Cetaceen statt der +Extremitäten eine große horizontale Schwanzflosse, die nicht durch +Knochen, sondern durch dichtes Fasergewebe gestützt wird. Polygonale +Kalkplatten an der Rücken- und Brustflosse gewisser Wale werden von +~Kückenthal~ und ~Abel~ als Rudimente eines Hautpanzers gedeutet, der +aber sicher nicht den ganzen Rumpf bekleidet hat. + +Trotz aller durch Anpassung an ähnliche Existenzbedingungen +verursachter äußerer Übereinstimmung der Cetaceen mit Fischen und +Meersauriern erweist sich das Skelett doch in jeder Hinsicht nach +dem Grundplan der Säugetiere gebaut und läßt nicht die geringste +Beziehung zu jenem der Fische oder Reptilien erkennen. Die Cetaceen +stammen nicht von wasserbewohnenden Reptilien, sondern wahrscheinlich +von fleischfressenden placentalen Landsäugetieren mit normalem +heterodonten Gebiß, §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§, ab, erreichen nicht selten +riesige Größe und leben teils im offenen Ozean, teils in der Nähe der +Küsten. + +Fossile ~Cetaceen~ beginnen im Eocän mit der bald erlöschenden Gattung +¡Zeuglodon¡, gewinnen aber erst im Miocän und Pliocän eine größere +Verbreitung und einen größeren Formenreichtum. + + +1. Unterordnung. #Archeoceti.# Flower. + +¡Äußere Nasenlöcher nach vorne und oben geöffnet, auf der Oberseite +der Schnauze gelegen. Nasenbeine kurz. Oberkiefer nicht über das +Stirnbein geschoben. Zähne in Zwischenkiefer, Ober- und Unterkiefer, +die vorderen einwurzelig, die hinteren zweiwurzelig, im Oberkiefer zum +Teil dreiwurzelig.¡ + + +1. Familie. #Zeuglodontidae.#[135] + +¡Kopf verlängert, Hirnhöhle klein; Schläfengrube weit ausgedehnt, +Sagittalcrista wohlausgebildet. Scheitelbeine verlängert, schmal, +am Schädeldach teilnehmend; Stirnbeine breit, kurz, die Orbita +überdachend. Jochbogen stabförmig. Schnauze lang, zusammengedrückt, +Nasenbeine lang und schmal. Unterkiefer lang, niedrig, ohne feste +Symphyse. Zähne differenziert -- §3.1.4.3-2.§/§3.1.4.3.§ -- +vollständiges Milchgebiß. Vordere Zähne J_{1}-P_{2} (inkl.) isoliert, +hintere dicht geschlossen. J, C und meist auch P_{1} gleichartig +konisch, einwurzelig, hintere Zähne zweiwurzelig, P_{2} bis P_{4} +meist am Vorder- und Hinterrande, M nur am Hinterrande mit Zacken +versehen, die beiden letzten oberen P, selten auch die oberen M +dreiwurzelig. Halswirbel kurz, nicht verschmolzen. Mindestens 12 +Rückenwirbel, der letzte, sowie die Lendenwirbel oft stark verlängert. +Schwanzwirbel kurz. Rippen zweiköpfig. Scapula breit, mit Acromion +und Coracoidfortsatz und rudimentärer Spina versehen. Humerus kurz, +mit kräftiger Deltoidcrista und wohlentwickelter Trochlea. Radius vor +der Ulna stehend, mit zwei distalen Gelenkflächen. Becken schwach. +Brustbein mehrgliedrig. Vielleicht Hautpanzer vorhanden.¡ + +¿Protocetus¿ Fraas. §3§/§3§ ¡M¡. Die beiden letzten ¡P¡ nur mit +einem Hinterzacken, M auch mit Vorderzacken. ¡C-P_{2}¡ undeutlich +zweiwurzelig, ¡P^3¡ bis ¡M^3¡ mit je drei Wurzeln. Wirbel klein, +raubtierähnlich. Mitteleocän. Mokattam ¡P. atavus¡ Fraas. + +~Eocetus~ (¡Mesocetus¡) Fraas. Mit großen, gestreckten Lendenwirbeln. +¡E. Schweinfurthi¡ Fraas. Ebenda. + +¿Zeuglodon¿ Owen. (Fig. 572.) ¡Basilosaurus¡ Harlan, ¡Dorudon¡ Gibbes, +¡Pontobasileus¡ Leidy. §2§/§3§ ¡M¡. ¡P_{2}-P_{4}¡ mit mehreren Zacken +an Vorder- und Hinterrand, ¡M¡ nur am Hinterrand mit Zacken versehen. +Im Obereocän von Ägypten. ¡Z. Osiris¡ Dames und ¡Zitteli¡ Stromer mit +kurzen, ¡Z. Isis¡ Beadnell (¡Prozeuglodon atrox¡ Andrews) mit langen +Lendenwirbeln. Im Eocän von Alabama ¡Z. cetoides¡ Owen, ¡serratus¡ +Gibbes, ¡brachyspondylus¡ Müller, von England ¡Z. Wanklyni¡ Seeley. +¡Z. Harwoodi¡ Sanger aus dem Eocän von Südaustralien und der von Wiman +beschriebene ¡Zeuglodon¡ von der Seymour-Insel, sowie ¿Kekenodon +omata¿ Hector aus dem Miocän von Neuseeland sind wahrscheinlich +Squalodontiden. + +[Illustration: Fig. 572. + +¡Zeuglodon Osiris¡ Dames. Obereocän. Fayum Ägypten. Schädel u. +vorderer Teil d. Rumpfes. 1/12 nat. Gr. (N. ¿Stromer¿.)] + + +2. Unterordnung. #Odontoceti.# ~Zahnwale.~ + +¡Äußere Nasenlöcher zu einem einfachen Spritzloch vereinigt, weit +hinten gelegen und nach oben gerichtet. Nasenbeine verkümmert. +Oberkiefer hinten ausgebreitet, das Stirnbein teilweise bedeckend. +Zähne zahlreich, zuweilen auf ein Paar reduziert. Vordere Rippen +zweiköpfig. Brustbein aus zwei oder mehr Stücken bestehend.¡ + + +1. Familie. #Squalodontidae.#[136] + +¡Zwischenkiefer, Ober- und Unterkiefer bezahnt. Die vorderen Zähne +konisch, einwurzelig, die Backenzähne zwei- bis dreiwurzelig, +komprimiert, am Vorder- und Hinterrand gezackt. Scheitelbeine an der +Bildung des Schädeldaches teilnehmend.¡ + +Die Squalodontiden haben sich wahrscheinlich aus Zeuglodontiden +entwickelt. + +¿Microzeuglodon¿ Lydekker. Eocän? vom Kaukasus. Nur Zähne und Humerus +bekannt. ¡M. caucasicus¡ Lyd. + +¿Neosqualodon¿ Dal Piaz. Mit zahlreichen, vielfach gezackten +Backenzähnen. Mittelmiocän Sizilien. ¡N. Assenzae¡ F. Major sp. + +[Illustration: Fig. 573. + +¡Squalodon Bariensis¡ Jourdan sp. Miocän. 1/10 nat. Gr. Schädel +restauriert aus Bari im Drôme-Dep. (nach ¿Döderlein¿.) ¡co¡ +Hinterhauptsgelenk, ¡os¡ Occipitale superius, ¡f¡ Stirnbein, ¡j¡ +Jochbein, ¡t¡ Temporale, ¡ty¡ Tympanicum, ¡tm¡ Zwischenkiefer, ¡mx¡ +Oberkiefer, ¡md¡ Unterkiefer.] + +¿Squalodon¿ Grat. (¡Pachyodon¡, ¡Arionius¡ Meyer, ¡Phocodon¡ +Ag. ¡Rhizoprion¡ Jourdan, ¡Delphinodon¡ Leidy.) (Fig. 573.) +§3.1.9-8.3.§/§3.1.8.3-2.§ Die letzten 7-8 Zähne zweiwurzelig. Im +Miocän, Pliocän von Europa und Nordamerika zahlreiche Arten. Auch +schon im Oligocän von Bünde, Westfalen (¡Phoca ambigua¡ Münster). + +¿Prosqualodon¿ Lydekker. 5 Zähne zweiwurzelig. Miocän von Argentinien. + + +2. Familie. #Physeteridae.# Flower. + +¡Schädel stark asymmetrisch. Zwischenkiefer und Oberkiefer bei den +späteren Formen zahnlos, Unterkiefer mit einer wechselnden Zahl +von einwurzeligen, konischen Zähnen. Schädelknochen hinter den +Nasenlöchern steil ansteigend, und einen vorragenden, zuweilen +überhängenden Querkamm bildend. Orbita klein. Tränenbeine groß. +Unterkiefersymphyse anfangs lang, später kurz. Vordere Rippen +zweiköpfig. Lebend und fossil im Miocän, Pliocän und Pleistocän von +Europa, Nordamerika und Australien.¡ + + +1. Unterfamilie. #Physeterinae.# + +¡Halswirbel mit Ausnahme des Atlas verschmolzen. Zähne fast gleich +groß, anfangs mit Schmelz.¡ + +¿Scaldicetus¿ du Bus. (¡Balaenodon¡, ¡Eucetus¡, ¡Homoeocetus¡, +¡Eudelphis¡, ¡Palaeodelphis¡ du Bus, ¡Hoplocetus¡, ¡Physodon¡ Gerr.) +Miocän und Pliocän von Europa, Nordamerika und Patagonien. 3 obere +¡J¡. 19 Zähne im Ober-, 24 im Unterkiefer. + +¿Thalassocetus¿, ¿Prophyseter¿ Abel, Belgien. ¿Placoziphius¿ von +Bened. Belgien, Italien. ¿Physeterula¿ von Bened. Im Miocän von Europa. + +¿Physeter¿, ¿Kogia¿ lebend, ohne obere Zähne. + + +2. Unterfamilie. #Ziphiinae.# + +¡Von den Zähnen des Unterkiefers ein oder zwei Paar vergrößert. Atlas +stets mit Axis verwachsen, die übrigen Halswirbel frei.¡ + +¿Palaeoziphius¿ Abel. (¡Champsodelphis¡ du Bus, ¡Acrodelphis¡ Abel +partim.) Unterkiefer mit 14 Alveolen, 1. und 7. Zahn vergrößert +und ¿Mioziphius¿ Abel (¡Placoziphius¡ Gerv.). Die zwei vorderen +Zähne vergrößert. Beide im Miocän von Belgien, ¿Cetorhynchus¿ Gerv. +(¡Champsodelphis¡ Gerv., ¡Cyrtodelphis¡ Abel) auch in Frankreich. + +¿Choneziphius¿ Duvernoy, ¿Mesoplodon¿ Flower (¡Dioplodon¡ Gerv., +¡Belemnoziphius¡ Huxley). Miocän und Pliocän von Europa und +Süd-Carolina und lebend. ¿Ziphius¿ Cuv. ¿Berardius¿ Duvernoy und +¿Hyperoodon¿ Lacep. Lebend. + + +3. Familie. #Eurhinodelphidae.# Abel. + +¡Rostrum stark verlängert, schmal, mit sehr langem Zwischenkiefer. +Schädel schwach konvex oder mit Querkamm. Oberkiefer und Unterkiefer +mit vielen einwurzeligen Zähnen. Oberkiefer unterhalb der Orbita +verdickt, Stirnbein oft vom Supraoccipitale bedeckt. Alle Halswirbel +frei. Vordere Rippen zweiköpfig.¡ + +¿Eurhinodelphis¿ du Bus (¡Priscodelphinus¡ du Bus). Häufigster aller +Wale im Miocän von Belgien. Auch in Nordamerika. + + +4. Familie. #Acrodelphidae.# Abel. + +¡Rostrum ursprünglich lang, später verkürzt. Oberkiefer öfters bis an +das Vorderende des Rostrums reichend. Zähne polyodont, heterodont, +einwurzelig. Schläfengrube unbedeckt, Cranium sehr wenig gewölbt, +Supraorbitale viereckig. Halswirbel frei. Rumpf-, Lenden- und +Schwanzwirbel lang. Vordere Rippen zweiköpfig.¡ + + +1. Unterfamilie. #Argyrocetinae.# + +¡Schädel flach. Stirnbeine ausgedehnt auf dem Gipfel des Craniums. +Rostrum sehr lang. Zähne ungemein zahlreich, die vorderen spitz, die +hinteren konisch.¡ + +¿Cyrtodelphis¿ Abel (¡Champsodelphis¡ Gerv.). Im europäischen Miocän +sehr häufig. ¡C. sulcatus¡ Gerv. + +¿Argyrocetus¿, ¿Pontivaga¿ und ¿Ischyrorhynchus¿ Ameghino und +¿Saurodelphis¿ Burmeister. Im Miocän und Pliocän von Argentinien. + + +2. Unterfamilie. #Acrodelphinae.# + +¡Schädel flach, Stirnbeine schmal, Rostrum lang, Zähne mit kleinen +Höckerchen.¡ + +¿Acrodelphis¿ Abel (¡Champsodelphis¡ Brandt, Gerv., ¡Phocaenopsis¡ du +Bus, ¡Delphinodon¡ Cope.) Im europäischen Miocän sehr verbreitet. + +Von ¿Heterodelphis leiondontus¿ Papp fand sich im Miocän (Leitakalk) +des Soproner Comitats Ungarn ein fast vollständiges Skelett. + +¿Priscodelphinus¿ Leidy. ¿Rhabdosteus¿, ¿Lophocetus¿, ¿Zarhachis¿, +¿Ixacanthus¿ Cope. Miocän von Nordamerika. + +Die Unterfamilien der ¿Iniinae¿ und ¿Beluginae¿ sind fossil +nicht bekannt. Die erstere enthält die langschnauzigen Gattungen +¿Platanista¿, ¿Inia¿, ¿Pontistes¿ und ¿Pontoporia¿, welche nur 1-1/2-2 +m lang werden und die Mündungen großer Flüsse bewohnen, die letztere +die kurzschnauzigen Gattungen ¿Beluga¿ und ¿Monodon¿. + + +5. Familie. #Delphinidae.# Flower. + +¡Schnauze kurz, Zwischenkiefer zahnlos, vom Oberkiefer umschlossen. +Ober- und Unterkiefer mit einer wechselnden Zahl konischer +einwurzeliger Zähne. Unterkiefersymphyse kurz. Orbita mäßig. Vordere +Halswirbel verschmolzen. Vordere Rippen zweiköpfig.¡ + +Die Delphine bilden jetzt die formenreichste Familie der Odontoceten. +Ihre zahlreichen Gattungen sind in allen Meeren verbreitet und +bewohnen zum Teil auch die Mündungen großer Flüsse. Fossile Reste +kommen in spärlicher Zahl im Miocän, Pliocän und Pleistocän von +Europa und Amerika vor und werden teils als ¿Delphinus¿ Lin., ¿Steno¿ +Gray, ¿Tursiops¿ Gervais (Fig. 570), ¿Orca¿ Gray, ¿Pseudorca¿ Reinh. +und ¿Globicephalus¿ Lesson bestimmt, teils werden sie als besondere +Gattungen beschrieben. Aus dem Miocän von Belgien ¿Protophocaena¿ +Abel, aus der Krim ¿Palaeophocaena¿ Abel, aus Kroatien -- Radoboj -- +¿Delphinopsis Freyeri¿ Joh. Müller mit Panzer -- zu den Phocaeninen +gehörig, aus dem Miocän von Belgien ¿Pithanodelphis¿ Abel, ein +Delphinine. + + +3. Unterordnung. #Mystacoceti.# ~Bartenwale.~ + +¡Schädel symmetrisch. Nasenbeine kurz, die zwei Spritzlöcher etwas +überdachend. Funktionierende Zähne fehlen, Oberkiefer mit Barten +besetzt, hinten stark nach der Seite verbreitert, aber nicht über +das Stirnbein geschoben. Tränenbeine klein. Unterkieferäste nicht in +einer Symphyse zusammenstoßend, nach außen konvex. Meist alle Rippen +einköpfig. Sternum kurz, breit, aus einem Stück bestehend und nur mit +dem vordersten Rippenpaar verbunden.¡ + +Die Bartenwale erweisen sich durch die Verkümmerung des Gebisses +und den Ersatz der Zähne durch Barten als die fremdartigste und +spezialisierteste Gruppe der Cetaceen, allein der Umstand, daß bei +Embryonen noch winzige, hinfällige, im Fleisch verborgene Zähnchen +vorkommen, zeigt, daß auch sie von bezahnten Tieren abstammen. Im +Schädelbau, namentlich in der Entwicklung der Nasenbeine, Stirnbeine +und Scheitelbeine bleiben die Bartenwale auf einer primitiveren Stufe +stehen als die Zahnwale. + +[Illustration: Fig. 574. + +¡Plesiocetus Cuvieri¡ Desm. Pliocän. Monte Pugnasco bei Piacenza. 1/46 +nat. Gr. (Nach ~Cuvier~.).] + + +1. Familie. #Balaenopteridae.# ~Furchenwale.~ + +¡Kopf kürzer als der vierte Teil der Körperlänge. Auf der Bauchseite +meist zahlreiche Furchen. Rückenflosse vorhanden; Brustflosse +vierfingerig, schmal und ziemlich lang. Barten kurz und breit. +Halswirbel frei, mit mäßig verlängertem Centrum. Tympanicum länglich, +stark angeschwollen, allseitig gerundet.¡ Lebend und fossil im Miocän +und Pliocän. + +¿Plesiocetus¿ v. Bened. (Fig. 574.) Im Miocän von Frankreich und +Süddeutschland. Vollständige Skelette von 6 m Länge im Pliocän von +Oberitalien. + + +2. Familie. #Balaenidae.# ~Glattwale.~ + +¡Schädel sehr groß, mindestens 1/4 der Körperlänge einnehmend, Haut +der Bauchseite glatt. Rückenflosse fehlt. Brustflossen breit und +abgestutzt. Barten sehr lang und schmal. Unterkiefer schmal, stark +gebogen, innen abgeplattet, mit kugeligem Gelenkkopf. Alle oder die +meisten Halswirbel verschmolzen; Lenden- und Schwanzwirbel kurz. +Tympanicum fast vierseitig, winklig, wenig angeschwollen. Brustflossen +kurz, fünffingerig.¡ + +Die Glattwale sind gegenwärtig auf die polaren Gebiete der beiden +Hemisphären beschränkt. Fossile Formen der Gattung ¿Balaena¿ Lin. +finden sich spärlich in den jüngsten Tertiärablagerungen und im +Pleistocän von Europa. + +¿Cetotherium¿ Brandt (¡Aulocetus¡ v. Bened.). Miocän. ¿Heterocetus¿, +¿Herpetocetus¿, ¿Mesocetus¿ v. Bened. ¿Balaenoptera¿ Lacep. +¿Megaptera¿ Gray im Pliocän von Belgien und England. Von ¿Mesocetus¿ +ein vollständiges Skelett in Ungarn (Soproner Comit). Im Miocän von +Nordamerika ¿Siphonocetus¿, ¿Cetotherium¿ und ¿Mesoteras¿. + + +5. Ordnung. #Edentata.# (Bruta Lin.)[137] + +~Gebiß in der Regel nur aus prismatischen, schmelzlosen Backenzähnen +bestehend, zuweilen vollständig fehlend. Endphalangen als lange, +spitze, seitlich zusammengedrückte Krallen, selten hufartig +entwickelt. Haut mit Haaren oder Hornschuppen oder Knochenschildern +bedeckt.~ + +Die Edentaten nehmen unter den placentalen Säugetieren eine ganz +isolierte Stellung ein und wurden schon von ~Cuvier~ den Ungulaten +und Unguiculaten als gleichwertige Gruppe gegenübergestellt. Das +meist monophyodonte, aus prismatischen Zähnen bestehende Gebiß, in +dem Eckzähne und Schneidezähne fast immer fehlen, der Mangel an +Schmelz bei allen rezenten Formen, die schwankende Zahl der Rücken- +und Schwanzwirbel bei vielen Gattungen, die Verbindung des Sitzbeins +mit dem Sacrum, die Vermischung der Harn- und Geschlechtswege bei den +Weibchen, und die Entwicklung eines knöchernen Hautskelettes bei den +Gürteltieren bilden die auffallendsten Merkmale der in ihrer äußeren +Erscheinung überaus verschiedenartigen Edentaten. + +Über ihre Herkunft wissen wir nur, daß ¡Nomarthra¡ in Europa +schon im Eocän oder Oligocän auftreten, und daß etwa gleichzeitig +mit ihnen auch schon in Südamerika Gürteltiere gelebt haben, die +aber freilich im Eocän in Nordamerika bereits früher erscheinen +und möglicherweise auch in Europa im Eocän existiert haben. Ob +die ¡Ganodonta¡ des nordamerikanischen Untereocäns die Ahnen der +¡Gravigrada¡ darstellen, ist etwas zweifelhaft, obschon ihr zeitliches +Auftreten sich mit dieser Annahme sehr gut vereinbaren ließe, denn in +Südamerika treffen wir echte ~Gravigrada~ erst im Untermiocän, in den +Pyrotherium-Schichten. + +Die ~Wirbelsäule~ enthält wohl differenzierte Hals-, Rücken-, Lenden-, +Sacral- und Schwanzwirbel. In der Regel sind 7, selten 9 Halswirbel +vorhanden, wovon die hinteren zuweilen verschmelzen. Die Zahl der +Rückenwirbel schwankt zwischen 12 und 24, die der Lendenwirbel +zwischen 3 und 9. Bei den ¡Glyptodontia¡ verschmelzen sämtliche +Dorsalwirbel nebst ihren Dornfortsätzen zu einer unbeweglichen Röhre +und in gleicher Weise auch die Lendenwirbel mit dem Sacrum; auch +die hinteren Schwanzwirbel bilden durch Ankylose der Centra ein +unbewegliches Knochenstück. + +Der ~Schädel~ ist bald stark verlängert, bald kurz, abgestutzt. Meist +bleibt das Schädeldach eben, und nur bei den Gravigraden bilden die +Parietalia zuweilen eine schwache Crista. Die Zwischenkiefer sind +bei allen Edentaten schwach entwickelt und nehmen an der seitlichen +Begrenzung der nach vorne gerichteten, meist großen Nasenlöcher keinen +Anteil. Der Jochbogen ist entweder vollständig oder unterbrochen, +zuweilen sogar rudimentär. Bei den Gravigraden, Tardigraden und +¡Glyptodontia¡ zeichnet er sich durch einen langen, nach unten, und +einen etwas schwächeren, schräg nach oben und hinten gerichteten +Fortsatz aus. + +Fast alle Edentaten sind monophyodont; da jedoch bei den Gattungen +¡Tatusia¡ und ¡Orycteropus¡ Milchzähne dem definitiven Gebiß +vorausgehen, so darf wohl angenommen werden, daß die Edentaten von +diphyodonten Ahnen abstammen. Die ~Backenzähne~ sind oben und unten +gleichartig oder doch nur wenig voneinander verschieden; ihre Zahl +schwankt zwischen 4 und 10, wird zuweilen aber auch größer. Sie +bestehen aus Dentin und einem Überzug von Zement. Die Dentinsubstanz +des Zahnes ist in der Regel aus Schichten von verschiedener Härte +und Struktur zusammengesetzt, die äußere, härteste Schicht lediglich +von feinen Dentinkanälchen durchzogen; sie umgibt einen zentralen +Vasodentinkern, in welchem zahlreiche gröbere Kanäle verlaufen. Die +Backenzähne sämtlicher Edentaten haben prismatische Form und erreichen +oft ansehnliche Höhe; sie sind wurzellos, unten offen und wachsen +beständig in dem Maße weiter, als ihre Krone durch Gebrauch erniedrigt +wird. Letztere ist meist eben, seltener schief abgekaut, oder es +können sich auf der Krone auch einfache, abgedachte Querjoche bilden. +Nicht selten besitzen alle oder ein Teil der Zähne auf der Außen- oder +Innenseite oder auch innen und außen vertikale Furchen, welche eine +Einschnürung des Zahnes bedingen und denselben zuweilen in zwei oder +drei durch schmale Brücken verbundene Pfeiler zerlegen. + +Die ~Extremitäten~ sind bald gleichmäßig ausgebildet, oder die +hinteren kürzer und stämmiger als die vorderen. Die hohe mediane +Spina des Schulterblattes endigt in einem sehr langen, überhängenden +Acromion, das bei den Gravigraden sogar mit dem meist ungewöhnlich +starken Processus coracoideus verwächst. Neben und in einiger +Entfernung vom Hinterrand verläuft zuweilen eine zweite schwächere +Crista. Eine Clavicula besitzen nur die Gravigrada und einige +Gürteltiere. + +Der Humerus ist gedrungen und fast stets mit einem Foramen +entepicondyloideum und einer sehr kräftigen Deltoidcrista versehen. +Radius und Ulna bleiben getrennt. Der Carpus besitzt nur bei ¡Manis¡ +ein Centrale und besteht meist aus sieben getrennten Carpalknöchelchen +und einem Pisiforme. Nicht selten tritt eine Verschmelzung von Magnum +und Trapezoid, oder von Scaphoideum und Lunare ein, oder das Trapezium +verwächst mit dem Scaphoideum oder dem ersten Metacarpale. Von den +Metacarpalia kommen bald alle, bald nur vier, sehr selten nur drei zur +Entwicklung. Sie sind von verschiedener Länge und stützen sich auf 5-3 +Phalangen, wovon die letzten als schmale, lange, zusammengedrückte, +meist zugespitzte Klauen entwickelt sind. + +Das ~Becken~ ist bei den Faultieren und Gravigraden nach vorne +weit geöffnet, bei allen übrigen Edentaten verlängert und schmal. +Mit Ausnahme von ¡Orycteropus¡ befestigen sich die ungemein stark +entwickelten Sitzbeine am hinteren Teil des Sacrums. Die Schambeine +sind schlank und dünn, die Symphyse kurz, das Foramen obturatorium +groß. Tibia und Fibula sind bald getrennt, bald an ihren Enden +verschmolzen. + +Tarsus und Hinterfuß zeigen bei den Erdferkeln, den Ameisenfressern +und Gürteltieren den normalsten Bau und sind meist fünfzehig; bei +den übrigen verkümmern häufig die inneren oder äußeren Metatarsalia. +Das Calcaneum hat einen verlängerten, rauhen Stiel, der Astragalus +eine gewölbte Gelenkfläche für die Tibia und auf der Außenseite +eine Grube für den konischen Fortsatz der Fibula. Die ersten und +zweiten Phalangen sind kurz, zuweilen miteinander oder mit einem +Metatarsale verschmolzen; die Endphalangen bald krallenförmig, bald +(¡Glyptodontia¡) breit, hufartig und mit Nägeln bedeckt. + +Die Gehirnhöhle der Edentaten hat höchstens mäßige Größe, das Gehirn +differiert bei den verschiedenen Familien beträchtlich, indem das +Großhirn glatt oder gefurcht und das Corpus callosum klein oder groß +sein kann. + +Bei den altweltlichen Formen erinnert die Beschaffenheit der +Geschlechtsorgane an Huftiere. Die Hoden liegen in der Leistengegend, +der Penis ist äußerlich, der Uterus zweihörnig, die Vagina ungeteilt +und die Placenta diffus oder breit zonenförmig. Bei den amerikanischen +Edentaten liegen die Hoden in der Bauchhöhle zwischen Mastdarm und +Blase, der Penis ist klein, der Uterus einfach kugelig und die +Placenta domförmig. + +Die ersteren werden als ~Nomarthra~ den amerikanischen ~Xenarthra~ +gegenübergestellt. + + +1. Unterordnung. #Nomarthra.# Gill. + +Die altweltlichen Edentaten zeichnen sich durch die einfache +Gelenkung der hinteren Rücken und den Lendenwirbel aus. Die Familie +der ¿Orycteropodidae¿ (Erdferkel) ist im Unterpliocän von Samos und +Pikermi durch eine fossile Art, ¿Orycteropus Gaudryi¿ Forsyth Major, +vertreten und durch einen Humerus -- ¿Palaeorycteropus Quercyi¿ +Filhol in den Phosphoriten von Quercy. Von hier stammen auch der +Schädel von ¿Leptomanis Edwardsi¿ und Humerus, Femur und Tibia von +¿Necromanis Quercyi¿ Filhol. Eine teils an ¿Orycteropus¿, teils an +¿Manis¿ erinnernde Form -- »¿Lutra¿« ¿franconica¡ Quenstedt~ aus der +miocänen Spaltausfüllung von Solnhofen wird von ~Ameghino ¡Teutomanis¿ +und ¿Galliaetatus¿ benannt. Ein ganz ähnlicher Knochen, Metacarpale, +auch im Miocän von Mont Ceindre bei Lyon. Immerhin zeigen diese +dürftigen Reste, daß die scheinbar so weit entfernt stehenden Familien +der ¿Orycteropidae¿ und ¿Manidae¿ einerseits und der ¿Dasypodidae¿ +anderseits höchst wahrscheinlich doch gemeinsamen Ursprungs sind. + + +2. Unterordnung. #Xenarthra.# Gill. + +Die ~Xenarthra~, ausgezeichnet durch den Besitz von mehreren +akzessorischen Gelenken an den hinteren Rücken- und den Lendenwirbeln +enthalten die »Unterordnungen« der ¿Anicanodonta¿ ohne oder höchstens +mit Spuren eines Hautpanzers und der ¿Hicanodonta¿ Ameghino mit einem +aus Knochen- und Hornplatten bestehenden Panzer. + + +1. Tribus. #Anicanodonta.# Ameghino. + +Von den hierhergehörigen Familien sind die der ¿Myrmecophagidae¿ +und ¿Bradypodidae¿ fossil nur durch spärliche Reste im Pleistocän +von Südamerika vertreten. Um so zahlreicher sind dafür die der +ausgestorbenen Familie der ¿Gravigrada¿ im Tertiär von Patagonien und +im Pleistocän von Südamerika. In Nordamerika ist sie auf Oberpliocän +und Pleistocän beschränkt. Sie dürfte wohl aus den ¿Ganodonta¿ des +älteren Eocän von Nordamerika hervorgegangen sein. + + +1. Familie. #Ganodonta.# Wortman. + +¡Zahl der J stets reduziert, C groß, P und M meist bewurzelt und mehr +oder weniger vollständig mit Schmelz versehen. Wirbelgelenke ziemlich +einfach. Untereocän von Nordamerika. Puerco bis Wind Riverbed.¡ + +Schädel und die massiven Extremitäten haben große Ähnlichkeit mit +denen von ¡Gravigrada¡. Auch das primitive Gebiß kann sich sehr gut +in das der Gravigraden umgewandelt haben. Die geringe Schwierigkeit +dieser Ableitung, welche darin besteht, daß diese Familie schon im +älteren Tertiär von Patagonien auftritt, wird sehr leicht überwunden, +wenn man annimmt, daß nur die Gattungen aus dem Torrejonbed für die +südamerikanischen Formen stammesgeschichtliche Bedeutung haben, +während die aus Wasatch- und Bridgerbed ohne Hinterlassung von +Nachkommen erloschen sind. Die ¡Ganodonta¡ haben wahrscheinlich +gemeinsamen Ursprung mit den bei den Insectivoren angeführten +¡Tillodontidae¡. + +Der Humerus ist plump und mit kräftiger Deltoidcrista und Foramen +entepicondyloideum versehen, die dicke Ulna besitzt ein hohes +Olecranon. Die Form und Art der Gelenkung der Carpalia, Metacarpalien +und Phalangen gleicht fast schon vollkommen der der Gravigrada, +namentlich ¡Mylodon¡, ebenso das flache Ilium. Nur der Astragalus +unterscheidet sich durch seine primitive Form -- langer Hals -- +wesentlich von dem der Gravigrada. Dagegen spricht das allmähliche +Auftreten von akzessorischen Wirbelgelenken sehr für nahe +Verwandtschaft. + + +1. Unterfamilie. #Conoryctinae.# + +¡§2.?1.4-3.3.§/§2.1.4.3.§ Schädel lang, niedrig und mit Scheitelkamm +versehen. Unterkiefer gestreckt, Gelenkkopf nicht viel höher +stehend als die Zahnreihe. J klein, C lang, P_{3} und P_{4} nicht +quergestellt. Obere M trituberkulär, untere fünf- oder vierhöckerig, +Talonid etwas niedriger als das Trigonid. Alle Zähne brachyodont, +bewurzelt. Kaufläche bald starke Usuren zeigend.¡ + +¿Onychodectes¿ Cope. §4§/§4§ ¡P¡, untere ¡M¡ mit Paraconid. Unterstes +Eocän. Puercobed von Neu-Mexiko. + +¿Conoryctes¿ Cope. (Fig. 575.) §3§/§4§ ¡P¡. ¡M^3¡ sehr klein, untere +¡M¡ ohne Paraconid. Untereocän. Torrejonbed. + +[Illustration: Fig. 575. + +¡Conoryctes comma¡ Cope. Unterstes Eocän. Torrejonbed. Neu-Mexico. ¡A¡ +Schädel und Unterkiefer, ¡B¡ untere Zahnreihe, ¡C¡ obere Backenzähne. +1/3 nat. Gr. (Nach ~Wortman~.)] + + +2. Unterfamilie. #Stylinodontinae.# + +¡§1.?1.4.3.§/§1.?1.4.3.§ Schädel und Unterkiefer kurz. Kiefergelenk +viel höher gelegen als die Zahnreihe. C groß, mit sehr langer Wurzel +oder mit persistierender Pulpa. P_{3} und P_{4} quergestellt. Wirbel +mit Nebengelenken.¡ + +¿Hemiganus¿ Cope. §2.1.4.3.§/§ § Obere ¡C¡ allseitig, untere nur an +Vorderseite mit Schmelz bedeckt. ¡P¡ und ¡M¡ bewurzelt. Unterstes +Eocän. Puerco. + +[Illustration: Fig. 576. + +¡Psittacotherium multifragum¡ Cope. Unterstes Eocän. Torrejonbed. +Neu-Mexico. Schädel und Unterkiefer. 1/3 nat. Gr. (Nach ~Wortman~.)] + +¿Psittacotherium¿ Cope. (Fig. 576.) Obere und untere ¡C¡ nur an +Vorderseite mit Schmelz überzogen, bewurzelt. Wurzel an den ¡P¡ +und ¡M¡ verschmolzen. §3§/§3§ ¡P¡. Untereocän. Torrejon. Von ¿P. +multifragum¿ Cope ist das Skelett ziemlich vollständig bekannt. Der +Schädel sieht dem von ¿Megalonyx¿ ähnlich. + +¿Calamodon¿ Cope (¡Dryptodon¡ Marsh). § §/§1.1.4.3.§. ¡C¡ mit +persistierender Pulpa, Nagezahnähnlich. ¡P¡ und ¡M¡ bewurzelt, ¡M¡ aus +vier jochartig gruppierten Höckern bestehend. Untereocän. Wasatchbed. +Wyoming, wohl auch im Fort Unionbed von Montana. In den mitteleocänen +Bohnerzen von Egerkingen ein isolierter Zahn. ¡C. europaeus¡ +Rütimeyer. + +¿Stylonodon¿ Marsh. Alle ¡P¡ und ¡M¡ hypselodont ohne Wurzeln, nur mit +Schmelzbändern versehen. Mitteleocän. Bridgerbed von Wyoming. ¡St. +mirus¡ Marsh. + + +2. Familie. #Gravigrada.# ~Riesenfaultiere.~ + +¡Ausgestorbene, zum Teil große und plumpe Pflanzenfresser mit länglich +zylindrischem Schädel. Jochbogen sehr stark, mit abwärts gerichtetem +Fortsatz. §0.5-4.§/§0.4-3.§ Zähne zylindrisch. Schwanz ungemein dick +und lang. Beine plump, mäßig lang. Hand als Greiforgan entwickelt, +Hinterfuß plantigrad. Astragalus flach, höchstens mit kurzem Hals, +distal abgestutzt.¡ + +Zu den ¿Gravigraden¿ gehören die plumpsten und unbehilflichsten +Vertreter der Edentaten, welche sich von den heutigen Faultieren +durch den längeren Schädel, den stärkeren Jochbogen und den langen +ungemein kräftigen, als Stütze dienenden Schwanz, durch die kürzeren +plumperen Extremitäten und häufig auch durch beträchtlichere Größe +unterscheiden. Sie finden sich im Tertiär und Pleistocän von +Südamerika und im Pliocän und Pleistocän von Nordamerika. + +Die älteste Form ist die ganz mangelhafte bekannte Gattung +¿Protobradys¿ Ameghino aus den Notostylopsschichten von Patagonien. +Im Miocän von Santa Cruz sind dagegen schon alle drei Unterfamilien +¿Megatheriinae¿ (¡Planops¡), ¿Megalonychinae¿ und ¿Mylodontinae¿ +vertreten, unter welchen sich die Repräsentanten der ¿Megalonychinae¿ +durch einen großen Artenreichtum auszeichnen. Diese älteren Formen +sind fast insgesamt viel kleiner als ihre pleistocänen Verwandten. +Hautossifikationen konnten bei keiner nachgewiesen werden. Die +Zahnzahl ist stets §5§/§4§, und der erste Zahn in beiden Kiefern immer +¡C¡-artig entwickelt. Der Schädel zeichnet sich durch eine lange +Schnauze und ein geräumiges Cranium aus. Rumpf und Scapula sind jenen +von ~Bradypodiden~ (¡Choloepus¡) ähnlicher als denen der pleistocänen +Gravigraden. Die Extremitätenknochen sind noch durchgehend schlanker +und der Humerus besitzt stets ein Foramen entepicondyloideum. +Verwachsung von Carpalien, Tarsalien oder Phalangen kommt nicht vor. +Das mittlere Metapodium ist zwar schon viel kürzer und dicker als die +übrigen, aber die beiden äußeren sind noch viel weniger spezialisiert +als bei den späteren Gravigraden, weil die Außenseite des Fußes noch +nicht auf dem Boden aufliegt. Im Skelett nähern sich die miocänen +Gravigraden noch vielfach den Bradypodiden und den Myrmecophagiden. + + +1. Unterfamilie. #Megatheriinae.# + +¡Backenzähne prismatisch, vierkantig, in geschlossener Reihe, der +letzte etwas kleiner als die übrigen. Hinterast des Alveolarkanals auf +der Innenseite des Unterkiefers mündend.¡ + +[Illustration: Fig. 577. + +¡Megatherium americanum¡ Blumb. Pampasformation (Pleistocän). +Argentinien. Unterkiefer, obere Ansicht. 1/8 nat. Gr. (Nach ~Owen~.)] + +¿Megatherium¿ Cuv. (Fig. 577.) Das erste vollständige Skelett wurde +schon 1789 in Argentinien ausgegraben und nach Madrid geschickt. +Neben ¡M. americanum¡ Blumb. (= ¡giganteum¡ Pander) finden sich noch +andere Arten im Pleistocän von Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, +Zentralamerika und den südlichen Vereinigten Staaten. + +¿Nothrotherium¿ Lydekker (¡Coelodon¡ Lund) erheblich kleiner als +¡Megatherium¡. Pleistocän. Brasilien. + +¿Neoracanthus¿, ¿Essonodontherium¿ Ameghino. Pleistocän von +Argentinien. + +¿Zamicrus¿, ¿Promegatherium¿ und ¿Interodon¿ Ameghino, im Pliocän von +Argentinien. + +Als Vorläufer der ~Megatherien~ betrachtet ~Scott~ die ~Planopsinen~ +(Prepotheriiden ~Ameghino~) aus dem Obermiocän von Santa Cruz in +Patagonien mit den Gattungen ¿Planops¿ und ¿Prepotherium¿ Amegh., die +letztere Gattung auch schon in den Colpodonschichten. + +Es sind die größten Gravigraden aus dem Miocän von Santa Cruz. Mit +den Megatheriiden haben sie bereits gemein den massiven Schwanz, die +Verlängerung von Ischium und Pubis, den kurzen breiten Astragalus und +das lange Sustentaculum des Calcaneums, dagegen bilden die Kauflächen +noch keine Joche. + + +2. Unterfamilie. #Megalonychinae.# + +¡Backenzähne prismatisch, vierseitig bis quer elliptisch, der +vorderste von den übrigen weit abstehend und C ähnlich. Letzter Zahn +klein. Alveolarkanal vor der Basis des aufsteigenden Astes oder auf +der Außenseite, selten auf der Innenseite mündend.¡ + +¿Megalonyx¿ Jefferson (Fig. 579) im Pleistocän von Nordamerika +(Megalonyx Bed.) daselbst auch in Höhlen. Auch im Pliocän (Blancobed) +von Texas. ¡M. leptostoma¡ Cope. + +[Illustration: Fig. 578. + +¡Hyperleptus garzonianus¡ Amegh. Obermiocän. Santa Cruz. Patagonien. +1/3 nat. Gr. (Nach ~Ameghino~.)] + +[Illustration: Fig. 579. + +¡Megalonyx Jeffersoni¡ Leidy. Pleistocän. Kentucky. Schädel nebst +Unterkiefer ca. 1/6 nat. Gr. (Nach ~Leidy~.)] + +~Ameghino~ und ~Scott~ beschreiben aus dem Miocän von Santacruz in +Patagonien eine Anzahl kleiner Gattungen -- ¡Hapalops¡, ¡Eucholoeops¡, +¡Hyperleptus¡ (Fig. 578), ¡Schismotherium¡, ¡Megalonychotherium¡, +¡Analcimorphus¡ und ¡Pelecyodon¡, unter welchen die Gattung +¡Hapalops¡, (¡Geronops¡, ¡Parahapalops¡ Ameghino) bei weitem die +häufigste und artenreichste und auch sehr vollständig bekannt ist. +Alle diese Gattungen haben noch einen dritten Femurtrochanter. +Noch ältere Reste sind die von ¡Proplatyarthus¡ Amegh. aus den +Astraponotus-, von ¡Hapalops¡ aus den Pyrotherium- und von +¡Hapaloides¡ und ¡Proschismotherium¡ aus den Colpodon-Schichten von +Patagonien. + + +3. Unterfamilie. #Mylodontinae.# + +¡Backenzähne prismatisch, von elliptisch dreieckiger Form. Letzter +unterer Zahn größer als die übrigen und zweilappig. Hinterer Ast des +Alveolarkanals außen mündend.¡ + +¿Mylodon¿ Owen. (Fig. 580.) §5§/§4§, mit breiter abgestutzter Schnauze +und rudimentärem Zwischenkiefer. Jochbogen unterbrochen mit stark +entwickeltem unteren Fortsatz. Vorderfuß fünf-, Hinterfuß vierzehig. +Haut mit vielen Ossifikationen. Im Pleistocän von Argentinien ¡M. +robustus¡ Owen. In Nordamerika, Oberpliocän, Blancobed von Texas, im +Pleistocän ¡M. Harlani¡ Owen. Auch in Höhlen. + +¿Paramylodon¿ Brown. §4§/§4§. ¡M_{3}¡ dreiteilig. Pleistocän Nebraska. + +¿Lestodon¿ Gerv. Kiefer vorne verbreitert. Pleistocän Argentinien. + +¿Pseudolestodon¿ Ameghino. Altpleistocän. Tarija Tal. Bolivien. + +[Illustration: Fig. 580. + +¡Mylodon robustus¡ Owen. Pampasformation. Buenos Aires. ¡A¡ Schädel +nebst Unterkiefer von der Seite. ¡B¡ Schädel von unten. ¡C¡ linker +Vorderfuß. (¡R¡ Radius, ¡U¡ Ulna, ¡s¡ Scaphoideum, ¡l¡ Lunare, ¡c¡ +Cuneiforme, ¡p¡ Pisiforme, ¡td¡ Trapezoid, ¡m¡ Magnum, ¡u¡ Unciforme, +¡I-V¡ erster bis fünfter Finger.) ¡D¡ linker Hinterfuß, (¡ca¡ +Calcaneum, ¡a¡ Astragalus, ¡n¡ Naviculare, ¡cb¡ Cuboideum, ¡c''¡ +¡c'''¡ Cuneiformia II und III. ¡II-V¡ zweite bis fünfte Zehe.) Alle +Figuren 1/6 nat. Gr. (Nach ~Owen~.)] + +¿Scelidotherium¿ Owen. Schädel lang, niedrig. Schnauze verlängert. +Vorne vier, hinten drei Zehen. Pleistocän Südamerika. + +¿Sphenotherus¿ Amegh. (¡Platyonyx¡ Lund). Pleistocän Südamerika. + +¿Glossotherium¿ Owen (¡Neomylodon¡ Ameghino). Zwischenkiefer die +Nasenöffnung vorne abschließend. ¡G. Listai¡ Amegh. sp. (¡Grypotherium +domesticum¡ Roth) war sicher noch ein Zeitgenosse der Menschen. In der +Höhle Eberhardt am Meerbusen von Ultima Esperanza in Patagonien fanden +sich zahlreiche Reste, darunter auch Fellstücke mit Knochenkernen. + +Im Miocän von Santa Cruz in Patagonien sind die ~Mylodontinen~ nur +spärlich vertreten durch kleine Formen ¿Nematherium¿ (¡Ammotherium, +Limodon¡) und ¿Analcitherium¿ Ameghino, von welchen sich die letztere +Gattung enger an ¿Scelidotherium¿ anschließt. Im Schädelbau haben sie +noch große Ähnlichkeit mit den gleichaltrigen ~Megalonychinen~. Im +älteren Tertiär von Patagonien (Pyrotherium-Schichten), die ungenügend +bekannten Gattungen ¿Octodontherium¿ und ¿Orophodon¿ Ameghino. + + +2. Tribus. #Hicanodonta.# Ameghino. (¡Loricata.¡ ~Gürteltiere.~) + +¡Rumpf, Kopf und Schwanz von einem aus knöchernen Platten +zusammengesetzten Panzer bedeckt. Mehr als 5 (meist 8-10) Backenzähne +in jeder Kieferhälfte. Unterenden von Tibia und Fibula fest +verwachsen. Radius, Ulna, Carpalia, Tarsalia und Metapodien stets +frei. Hand und Fuß meist fünfzehig. Astragalus mit vertiefter, breiter +Trochlea, ziemlich langem Hals und konvexer Gelenkfläche.¡ Lebend und +fossil in Süd- und Zentralamerika und in den südlichen Vereinigten +Staaten von Nordamerika. + + +1. Familie. #Glyptodontidae.# + +¡Ausgestorbene, zum Teil sehr große Gürteltiere mit dickem, +unbeweglichem, aus polygonalen, durch Sutur verbundenen Knochenplatten +bestehendem Panzer. Schädel kurz, hoch, vorne abgestutzt; +Jochbogen mit abwärts gerichtetem Fortsatz. Backenzähne §8§/§8§, +länglich-prismatisch, meist durch zwei tiefe Quereinschnürungen in +drei Pfeiler geteilt. Gehirn sehr klein. Sämtliche Rückenwirbel +zu einer Röhre verwachsen und die Lendenwirbel mit dem Sacrum +verschmolzen. Hand und Fuß fünfzehig mit hufähnlichen Klauen.¡ + +Die Glyptodonten begleiten im Tertiär und Pleistocän von Amerika +überall die Gravigraden und stellen einen ausgestorbenen, eigentümlich +spezialisierten Seitenzweig der Gürteltiere dar. Ihr auffallendstes +Merkmal beruht in der Zusammensetzung des ungemein dicken, +halbkugeligen oder länglich ovalen, unbeweglichen ~Rückenpanzers~ +aus sechs-, fünf- oder vierseitigen, verschiedenartig verzierten +Knochenplatten, die durch Sutur fest miteinander verbunden sind. Bei +den älteren Formen sind sie noch in Querreihen angeordnet, die auch +noch eine gewisse Beweglichkeit besitzen. + +[Illustration: Fig. 581. + +¡Panochthus tuberculatus¡ Owen sp. Restauriertes Skelett ohne Panzer. +Pampasformation. Argentinien. 1/22 nat. Gr. (Nach ~Burmeister~.)] + +Die ~Wirbelsäule~ enthält 7 Hals-, 12 Rücken-, 7-9 Lenden-, 7-8 +Sacral- und 20-24 Schwanzwirbel. Von den Halswirbeln hat der Atlas +mäßige Größe und bleibt stets frei; der Epistropheus verschmilzt mit +den 3 oder 5 folgenden sehr kurzen Wirbeln; der letzte Halswirbel +ist immer von den vorhergehenden getrennt, kann aber mit den +Rückenwirbeln verwachsen. Die Centra und kurzen Dornfortsätze der +letzteren sind sämtlich oder teilweise fest miteinander verschmolzen +und bilden eine unbewegliche Röhre, deren Gliederung nur durch die +Querfortsätze und seitlichen Nervenlöcher angedeutet wird. Diese +dorsale Röhre artikuliert mit einem hinteren, ebenfalls unbeweglichen +Teil der Wirbelsäule, welche aus den innig verschmolzenen Lenden- und +Sacralwirbeln besteht und sich durch einen hohen, aus der Verwachsung +der Dornfortsätze gebildeten Kamm auszeichnet. Die 7 vorderen +Schwanzwirbel sind beweglich miteinander verbunden und mit starken +Hämapophysen versehen. An dem sehr kurzen, hohen Schädel verschwinden +die Suturen frühzeitig, der Gaumen ist von zahlreichen Öffnungen +durchbohrt, die Jochbogen mit starkem, nach abwärts gerichtetem +Fortsatz und der Unterkiefer mit ungewöhnlich hohem aufsteigenden +Ast versehen. Von den Extremitäten sind die hinteren länger und +plumper als die vorderen. Die Hüftbeine stehen fast rechtwinklig zur +Körperachse, die Sitzbeine sind gewaltig verbreitert und mit der +Wirbelsäule verwachsen. + +[Illustration: Fig. 582. + +¡Glyptodon reticulatus¡ Owen (= ¡Schistopleurum typus¡ Nodot). +Pampasformation. Rio Salado, Argentinien. Restauriertes Skelett mit +Panzer im Pariser Museum (nach ~Gaudry~). 1/26 nat. Gr.] + +¿Glyptodon¿ Owen. (Fig. 582, 583.) Schwanz kurz zugespitzt, von +zahlreichen, aus konischen oder stacheligen Platten zusammengesetzten +Querringen umgeben. Die Platten des Rückenpanzers außen rosettenartig +verziert. In der Pampasformation von Argentinien und Uruguay. Selten +im Pleistocän von Florida, Neu-Mexiko. Die Höhe von ¡Gl. reticulatus¡ +Owen beträgt 1,2 m, die Länge 2 m. + +¿Hoplophorus¿ Lund. (Fig. 585.) Schwanz lang, allseitig mit ovalen +oder rundlichen Platten bedeckt, deren Zwischenräume durch kleinere, +polygonale Platten ausgefüllt sind. Pleistocän. Argentinien und +Brasilien. + +¿Panochthus¿ Burm. (Fig. 581, 584.) Panzerplatten vier- oder +fünfseitig, außen mit zahlreichen Höckerchen bedeckt. Schwanz vorne +mit beweglichen Querringen, hinten von einer langen, gekörnelten Röhre +umgeben, worin größere ovale oder rundliche, radial gestreifte Platten +eingebettet sind. Pleistocän. Argentinien. Sämtliche Arten sehr groß. + +¿Eleutherocercus¿ Koken. Pleistocän. + +¿Doedicurus¿ Amegh. Panzerplatten außen mit Grübchen verziert. +Schwanzröhre am Ende kolbig verdickt. Pampasformation. Argentinien. + +¿Neuryurus¿, ¿Lomaphorus¿, ¿Sclerocalyptus¿ Amegh. Pliocän. +Argentinien. + +¿Glyptotherium¿ Osborn. Pliocän. Blancobed von Texas. + +Im Miocän von Santa Cruz in Patagonien sind die Glyptodontia durch +die Gattungen ¡Propalaeohoplophorus¡, ¡Cochlops¡, ¡Eucynepeltus¡, +¡Asterostemma¡ und ¡Metopotoxus¡ Ameghino vertreten. Sie sind sämtlich +viel kleiner als die der Pampasformation und unterscheiden sich durch +den niedrigeren Unterkiefer, die längere Schnauze, durch den einfachen +Bau des vordersten Zahnes und durch die schlankeren Beine. + +[Illustration: Fig. 583. + +¡Glyptodon reticulatus¡ Owen. Pampasformation. Argentinien. + + ¡A¡ Backenzähne des Oberkiefers. + ¡B¡ Backenzähne des Unterkiefers. + ¡C¡ Schwanzröhre. 1/12 nat. Gr. + ¡D¡ ein Schwanzwirbel nebst den umhüllenden Platten. 1/8 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 584. + +¡Panochthus tuberculatus¡ Owen sp. Pampasformation. Prov. +Buenos-Aires. Panzer restauriert. 1/20 nat. Gr. (Nach ~Burmeister~.)] + +Von ¡Propalaeohoplophorus¡, mit ¡Glyptodon¡ nahe verwandt, kennt man +das Skelett ziemlich vollständig. Atlas frei, Epistropheus mit 3 bis +4 Halswirbeln verwachsen, 6. frei, 7. mit 1. und 2. Rückenwirbel +fest verbunden. 3. bis 5. frei, die 6 übrigen Rückenwirbel mit einem +Lendenwirbel, die folgenden 5 oder 6 Lendenwirbel verwachsen. Sacrum +aus 7-8 Wirbeln gebildet. Nur 12 oder 13 Schwanzwirbel. Auch bereits +in den etwas älteren Colpodonschichten. + +¿Metopotoxus¿ ist der Vorfahre von ¡Panochthus¡. + +In den Pyrotheriumschichten von Patagonien ¡Palaeopeltis¡ und +¡Glyptatelus¡ Ameghino. + +[Illustration: Fig. 585. + +¡Hoplophorus Heusseri¡ Amegh. Pampasformation. Argentinien. +Schwanzröhre von der Seite. 1/6 nat. Gr. (Nach ~Ameghino~.)] + + +2. Familie. #Dasypodidae.# Gürteltiere. + +¡Hautpanzer entweder ganz aus beweglichen Querreihen von +Knochenplatten oder aus einem unbeweglichen Schulter- und Beckenpanzer +und dazwischen liegenden beweglichen Querringen bestehend. Schädel +lang, niedrig mit verschmälerter Schnauze. Jochbogen ohne abwärts +gerichteten Fortsatz. Zähne (§8-9§/§9-10§) prismatisch, häufig +heterodont. Alle Rücken- und Lendenwirbel frei. Extremitäten +fünfzehig.¡ + +Die ¿Dasypodidae¿ unterscheiden sich von den Glyptodontiden durch +ihre primitivere Organisation -- beweglicher Panzer, langgestreckter +Schädel, einfachere Zähne, Fehlen von Randplatten und freie Wirbel. In +der Größe bleiben sie mit Ausnahme von ¿Chlamydotherium¿ beträchtlich +hinter den Glyptodontiden zurück. + +Die Gürteltiere bewohnen das tropische und gemäßigte Südamerika, +nur die Gattung ¿Tatusia¿ verbreitet sich von Zentralamerika bis +nach Mexiko und Texas. Fossile Dasypodiden sind mit Sicherheit nur +in Südamerika nachgewiesen. Das von ~Filhol~ aus den Phosphoriten +von Quercy beschriebene Panzerfragment ¡Necrodasypus Galliae¡, mit +welchem ~Ameghino~ auch den Schädel von ¡Necromanis Edwardsi¡ Filhol +vereinigt, wird von anderen als das der eocänen Gattung ¡Placosaurus¡ +gedeutet. Die reduzierte Bezahnung § §/§1.1.2.§ von ¡Metachiromys¡ +Wortman aus dem Bridger-Eocän von Wyoming läßt sich schwer mit der +Annahme ~Osborns~ vereinbaren, wonach diese Reste einem panzerlosen +Dasypodiden angehören sollen. + +[Illustration: Fig. 586. + +¡Prozaëdius proximus¡ Amegh. Miocän. Santa Cruz, Panzerplatten. Nat. +Gr.] + +[Illustration: Fig. 587. + +¡Stegotherium tesselatum¡ Amegh. Miocän. Santa Cruz. Schädel 1/2 nat. +Gr. (Nach ~Scott~.)] + +Die ¿Dasypoda¿ aus dem Pleistocän von Südamerika, Pampasformation von +Argentinien und aus brasilianischen Knochenhöhlen, gehören zumeist +noch lebenden Gattungen -- ¡Tatusia¡, ¡Dasypus¡, ¡Tolypeutes¡, +¡Xenurus¡ etc. an. ¡Chlamydotherium¡ Ameghino zeichnet sich durch +seine gewaltige Größe aus, auch schon im Pliocän zusammen mit +¡Proeuphractus¡ und ¡Eutatus¡ Amegh. + +Sehr vollständige Reste beschreibt ~Scott~ aus dem Miocän von Santa +Cruz in Patagonien. Sie verteilen sich auf die Gattungen ¡Proëutatus¡, +¡Prozaëdius¡ (Fig. 586), ¡Stenotatus¡ Amegh., ¡Pareutatus¡ Scott +und ¡Stegotherium¡ und ¡Peltephilus¡ Amegh., von welchen die +beiden letzteren besonderes Interesse verdienen. ¡Stegotherium¡ +(Fig. 587) leitet durch seine langgestreckte Schnauze und die stark +reduzierten, auf den hintersten Kieferteil beschränkten Zähne +zu den ~Myrmecophagiden~ hinüber. ¡Peltephilus¡ hat eine kurze, +breite Schnauze und ein ausgedehntes, aber nur aus einer mäßigen +Anzahl von Platten bestehendes Kopfschild, an welchem zwei Platten +als Hörner entwickelt sind. Die nämlichen Gattungen treten auch +in den Colpodon-Schichten auf, während die Pyrotherium-Schichten +auch noch einige Gattungen enthalten, welche solchen aus den +eocänen Notostylops-Schichten sehr nahe stehen. Auf den ältesten +Dasypodiden-Resten basieren die Gattungen ¡Prostegotherium¡, +¡Utaëtus¡, ¡Meteutatus¡ (Fig. 588), ¡Machlydotherium¡ etc. Amegh. + +[Illustration: Fig. 588. + +¡Meteutatus lagenaeformis¡ Amegh. Untermiocän. Pyrotherium-Schichten. +Patagonien. + +Panzerplatten nat. Größe.] + + +6. Ordnung. #Rodentia.# (Glires) ~Nager~.[138] + +~Extremitäten mit Krallen, selten mit hufartigen Nägeln. Gebiß +mit §1§/§1§ ¡J¡, selten mit §2§/§1§ ¡J¡. ¡J¡ sehr lang, mit +persistierender Pulpa, meist nur vorne und außen mit Schmelz +versehen und mit zugeschärfter meißelförmiger Kaufläche. Backenzähne +§2-6§/§2-6§, durch weites Diastema von den ¡J¡ getrennt, brachyodont, +bunodont, lophodont oder prismatisch. Gelenkkopf des Unterkiefers in +einer Rinne eingefügt und vorwärts und rückwärts beweglich.~ + +Die #Nager# bilden eine einheitliche, gegen die übrigen Placentalier +scharf abgegrenzte, vielleicht aus primitiven Insectivoren +hervorgegangene Ordnung, welche namentlich im Gebiß hochgradige +Spezialisierung aufweist. Es sind meist kleine Pflanzenfresser, welche +sich unterirdische Wohnungen graben, zuweilen aber auch zum Klettern +und zum Schwimmen befähigt sind. Gebiß und Skelett sind durch die Art +der Ernährung und Lebensweise stark beeinflußt. + +Der ~Schädel~ (Fig. 589) ist meist niedrig, die Schnauze lang und das +Hinterhaupt fällt steil nach unten ab. Die glatten Großhirnhemisphären +lassen das Kleinhirn und die Riechlappen frei, die Nasenhöhle ist +geräumig und mit Ethmoidalconchen ausgefüllt. Die Nasenlöcher +öffnen sich stets nach vorne. Die Zwischenkiefer reichen bis zu den +Stirnbeinen. Der Processus paroccipitalis hat häufig ansehnliche +Länge. Die Augenhöhlen sind hinten offen. Der kräftige Processus +zygomaticus des Oberkiefers ist vom Infraorbitalforamen durchbohrt, +das häufig einen so weiten Kanal bildet, daß nicht nur der Nervus +facialis sondern auch der vordere Ast des Massetermuskels darin +Platz findet. Bei den ¡Hystricoidea¡ und ¡Anomaluroidea¡ übertrifft +die Weite dieses Kanals nicht selten die Weite der Augenhöhle. Der +Jochbogen ist immer wohl entwickelt und das Tränenbein hat eine +ziemliche Ausdehnung. Die vorderen Gaumenlöcher haben ansehnliche +Größe. Der Unterkiefer besitzt außen häufig eine vorspringende Leiste +zur Anheftung des Massetermuskels. Der gewölbte Gelenkkopf ist länger +als breit und ziemlich hochgelegen. + +Im ~Schultergürtel~ ist häufig die Clavicula vorhanden. Die beiden +Unterarmknochen sind zuweilen rotationsfähig. Der Carpus enthält +nicht selten ein Centrale. Scaphoid und Lunatum verschmelzen häufig +miteinander. Von den 5 Fingern verkümmert oft der erste. Die spitzen +Endphalangen sind mit Krallen versehen. + +Im ~Beckengürtel~ zeichnet sich das Hüftbein durch schlanke, +dreikantige Gestalt aus, Schambein und Sitzbein sind groß und die +beiden Schambeine werden durch eine lange Symphyse verbunden. Das +Femur trägt öfters einen dritten Trochanter. Fibula und Tibia +verwachsen nicht selten mit ihren Unterenden, dagegen bleiben alle +Tarsalia frei. Die Zehenzahl ist häufig fünf, selten drei, aber im +letzteren Falle kann Verschmelzung der drei Metatarsalia erfolgen. + +[Illustration: Fig. 589. + +¡Hydrochoerus capybara¡ Erxl. Südamerika. Schädel und Unterkiefer, +1/2 nat. Gr. (Nach ~Flower~.) ¡Pmx¡ Zwischenkiefer, ¡Mx¡ Oberkiefer, +¡Na¡ Nasenbein, ¡L¡ Tränenbein, ¡Fr¡ Stirnbein, ¡Pa¡ Scheitelbein, +¡Sq¡ Schläfenbein, ¡Ju¡ Jochbein, ¡Per¡ Perioticum; ¡i¡ oberer, +¡i_{1}¡ unterer Schneidezahn, ¡io¡ Infraorbitalkanal, ¡pz¡ Processus +zygomaticus des Oberkiefers, ¡pp¡ Processus paroccipitalis, ¡co¡ +Condylus, ¡a¡ Angulus, ¡cr¡ Massetercrista des Unterkiefers.] + +Im Gegensatz zu dem primitiven Bau des Schädels und des Skelettes +erscheint das ~Gebiß~ sogar schon bei den ältesten Nagern hochgradig +spezialisiert. Die Zahnformel schwankt zwischen §2.0.3.3.§/§1.0.3.2.§ +und §1.0.2.§/§1.0.2.§ Die Caninen sind gänzlich verschwunden und die +Backenzähne trennt eine weite Lücke von den Incisiven, von welchen in +der Regel auch nur je einer in jedem Kiefer und zwar der ursprüngliche +¡J_{2}¡ vorhanden ist. Nur bei den ¡Duplicidentata¡ steht hinter +dem großen ¡J^2¡ noch ein kleiner ¡J^3¡. Die ¡J¡, hier wegen ihrer +Funktion Nagezähne genannt, wachsen in dem gleichen Maße weiter, als +ihre Krone durch Abkauung abgenutzt wird. Die Backenzähne sind niemals +vollzählig vorhanden, die ¡P¡ können ganz fehlen und von den ¡M¡ der +letzte verkümmern. Abgesehen vom vordersten ¡P¡ haben alle Backenzähne +übereinstimmenden Bau. Sie sind bald kurz, brachyodont und bewurzelt, +bald hoch, hypselodont, prismatisch und unten offen und selbst im +Alter wurzellos. Die ersteren haben bunodonte oder lophodonte Kronen, +die letzteren bestehen aus Prismen oder Zylindern, die auf ihrer +Kaufläche häufig Schmelzinseln -- die Überreste früherer Quertäler -- +tragen oder aus komprimierten Lamellen. Ursprünglich bestanden die +oberen Backenzähne aus drei oder vier und die unteren aus vier Höckern +und dem kammartigen Vorder- und Hinterrand. Dann erfolgte Verbindung +der benachbarten Höcker, welche sich zugleich zu Kämmen umgestalteten. +Da die Schmelzdecke an den erhabenen Stellen der Krone stets durch +die Abkauung entfernt wird, so unterbleibt hier die Schmelzbildung +nicht selten sogar beim frischen Zahn. Die Vertiefungen des Zahnes +liefern die Schmelzfalten und Schmelzinseln, welche wegen ihrer oft +nur geringen Tiefe bei der Abkauung teilweise oder ganz verschwinden. + +Der ~Zahnwechsel~ beschränkt sich bei den Nagern in der Regel auf +die ¡P¡, die ¡J¡ werden nur bei den ¡Duplicidentata¡ gewechselt. Bei +den Nagern mit vier Backenzähnen sind die drei letzten die ¡M¡, der +vorderste ein ¡P¡, der aber öfters keinen Vorläufer mehr besitzt. In +den meisten Fällen geht ihm jedoch ein Milchzahn, ¡D¡, voraus, welcher +bei den geologisch älteren Nagern meist viel komplizierter ist und +auch länger funktioniert als bei den jüngeren, wo er sogar wie bei +den ¡Caviinae¡ schon beim Fötus gewechselt wird. An Embryonen von +¡Sciurus¡ hat ~Adloff~ Anlagen von drei ¡J¡ und dem ¡C¡ beobachtet. + +Die Nager sind gegenwärtig die formenreichste Ordnung der Säugetiere. +Man zählt mehr als 900 lebende Arten, von denen ein großer Teil +Südamerika bewohnt. Nordamerika und Eurasien haben viele Gattungen +miteinander gemein. In Afrika finden sich neben einer Anzahl +eigentümlicher Typen auch Vertreter europäischer und asiatischer +Familien und Gattungen. + +Trotz ihrer Kleinheit und Zerbrechlichkeit ist die Zahl der fossilen +Nagerreste nicht unbeträchtlich. In Europa kennt man ziemlich viele +Arten und Gattungen aus dem Obereocän und Oligocän, namentlich aus den +Phosphoriten von Quercy und aus miocänen Ablagerungen im Dep. Allier, +von Mainz und Ulm, sowie von Sansan (Dép. Gers), La Grive St. Alban +(Isère), von Steinheim und aus dem Ries bei Nördlingen. In Nordamerika +sind Nagerreste etwas seltener und fast nur im Bridger-Eocän, im +White River Oligocän, im John Day und Loup Fork-Miocän vertreten, +dagegen hat Südamerika namentlich im Santacruzeno von Patagonien +und im jüngeren Tertiär und im Pleistocän von Argentinien eine +reiche Nagerfauna aufzuweisen. Reich an Nagerresten sind auch +manche pleistocänen Höhlenablagerungen in Europa sowie in Nord- und +Südamerika. + +Die Systematik der Nager bietet erhebliche Schwierigkeiten, denn +so gut auch die beiden Unterordnungen der ¡Duplicidentata¡ und +¡Simplicidentata¡ gegeneinander abgegrenzt sind, so schwierig +ist die Einreihung gewisser Formen in die bisher üblichen drei +Hauptgruppen der ¡Sciuromorpha¡, ¡Myomorpha¡ und ¡Hystricomorpha¡. +Die Aufstellung einer vierten Abteilung, der ¡Protogomorpha¡, ist nur +ein Notbehelf, durch welchen ebenso wie durch die von ~Tullberg~ +vorgenommene Gliederung in die beiden Tribus der ¡Sciurognathi¡ und +¡Hystricognathi¡ der Zusammenhang zwischen vielen fossilen Formen +und ihren lebenden Verwandten verschleiert wird. Am zweckmäßigsten +erscheint die von ~Weber~ gegebene Systematik, die auch hier mit +Ergänzungen beibehalten wird. + + +1. Unterordnung. #Simplicidentata.# + +¡Stets nur §1§/§1§ sehr lange J. §2§/§1§ meist §1§/§1§ P, öfters +§0§/§0§ P. Schmelz der J fast stets gelb gefärbt und auf die +Vorderseite beschränkt. Obere Zahnreihen näher beisammenstehend als +die unteren. Gelenkgrube für den Unterkiefer schmal. Scaphoid und +Lunatum meist verwachsen. Fibula nicht am Calcaneum artikulierend.¡ + + +1. Familie. #Aplodontoidea.# Gill. + +¡§2§/§1§ P. §3§/§3§ M. Schädeldach eben. Masseter nicht durch das in +der Regel enge Infraorbitalforamen gehend. Ohne Postorbitalfortsatz. +Tibia und Fibula frei.¡ + + +1. Unterfamilie. #Aplodontiinae.# Thomas. + +¡Backenzähne in der Regel brachyodont. An Stelle der Höcker +unregelmäßig verlaufende Kämme.¡ + +¿Sciurodon¿ Schlosser. Phosphorite von Quercy. + +¿Meniscomys¿ Cope (¡Allomys¡ Marsh). Untermiocän. John Day bed. Oregon. + +¿Mylagaulodon¿ Sinclair. Untermiocän. Montana. + +¿Haplodon¿ Rafin. hypselodont. Lebend und im Pleistocän von +Nordamerika. + + +2. Unterfamilie. #Ischyromyinae.# Alston. + +¡Backenzähne brachyodont¡. Eocän und Oligocän von Nordamerika. + +¿Ischyromys¿ Leidy. (Fig. 590.) Beide Höckerpaare der oberen ¡M¡ +opponiert an den unteren alternierend. Oligocän. White Riverbed. + +[Illustration: Fig. 590. + +¡Ischyromys typus¡ Leidy. Oligocän. White Riverbed. ¡A¡ obere, ¡B¡ +untere Zahnreihe, 3/1 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 591. + +¡Paramys delicatus¡ Leidy. Mitteleocän. Bridgerbed Wyoming. Schädel +und Unterkiefer. 1/2 nat. Gr. (Nach ~Matthew~.)] + +¿Mysops¿ Leidy (¡Tillomys¡ Marsh). Eocän. Bridgerbed. + +¿Titanotheriomys¿ Matthew. Oligocän. White Riverbed. + +¿Paramys¿ Leidy (¡Pseudotomus¡ Cope). (Fig. 591.) Obere ¡M¡ +trituberkulär, zweites Höckerpaar der unteren ¡M¡ den Hinterrand des +Zahnes bildend, denen von ¡Sciurus¡ ähnlich. Zahlreiche Arten im Eocän +von Nordamerika. + +¿Plesiarctomys¿ Bravard. Eocän. Débruge. + +¿Sciuravus¿ Marsh. Obere ¡M¡ vierhöckerig. Eocän von Nordamerika. + + +2. Familie. #Sciuroidea.# + +¡§2§/§1§ P. §3§/§3§ M. Schädel gewölbt. Infraorbitalkanal eng. +Vorderer Ast des Masseter an der Vorderseite des Jochbogens +angeheftet. Postorbitalfortsatz vorhanden. Tibia und Fibula frei.¡ + + +Unterfamilie. #Sciurinae.# + +¡Backenzähne brachyodont, bunodont oder lophodont. Letztes Höckerpaar +den Hinterrand der unteren Backenzähne bildend. Obere M und P^4 +trituberkulär.¡ + +Die Sciuriden gehen auf ¡Paramys¡ zurück und sind fast über die ganze +Erde verbreitet. + +¿Plesiospermophilus¿ Filhol. Phosphorite von Quercy. + +¿Spermophilus¿ Cuvier. Ziesel. Lebend auf der nördlichen Hemisphäre. +Fossil im Pleistocän. + +¿Prosciurus¿ Matthew. White River Oligocän und John Day Miocän. +Übergang von ¡Paramys¡ zu ¡Sciurus¡. + +¿Arctomys¿ Gmelin. Murmeltier. Fossil im europäischen Pleistocän. + +¿Cynomys¿ Rafinesque. Nordamerika. Fossil vom Obermiocän an. + +¿Sciurus¿ Linn. Eichhörnchen. Fossil in Europa und Nordamerika im +Miocän und Pleistocän. + +¿Tamias¿ Illiger. Lebend und im Pleistocän von Nordamerika. + +¿Sciuropterus¿ Cuvier. Flughörnchen. Lebend in Asien und im Norden von +Europa und Nordamerika. + +¿Pteromys¿ Cuvier lophodont. Lebend in Südasien. + + +3. Familie. #Castoroidea.# + +¡§1§/§1§ P. §3-2§/§3-2§ M. Schädeldach eben, meist ohne +Postorbitalfortsatz. Infraorbitalforamen eng. Backenzähne +schmelzfaltig, ohne Höcker, mehr oder weniger hypselodont.¡ + + +1. Unterfamilie. #Castorinae.# Biber. + +¡Schädel niedrig. §3§/§3§ M. Backenzähne mehr oder weniger +hypselodont. Obere meist mit drei Außen- und einer Innenfalte, +untere mit drei Innen- und einer Außenfalte. Falten senkrecht oder +quergestellt zur Zahnreihe. Tibia und Fibula distal verwachsen.¡ +Lebend in Europa und Nordamerika, hier auch fossil vom Oligocän an, in +Europa erst vom Miocän an. + +¿Steneofiber¿ Geoffroy (¡Chalicomys¡, ¡Chelodus¡ Kaup, ¡Palaeocastor¡ +Leidy) (Fig. 592). Zahlreiche Arten im Untermiocän von Nordamerika, +häufig im europäischen Miocän, selten im Pliocän. Die amerikanischen +Arten haben einen breiteren Schädel. + +[Illustration: Fig. 592. + +¡Steneofiber Eseri¡ H. v. Meyer (= ¡St. Viciacensis¡ Gervais). Unt. +Miocän. St. Gérand-le-Puy. Allier. Schädel von unten. 3/4 nat. Gr. +(Nach ~Filhol~.)] + +[Illustration: Fig. 593. + +Vertikallängsschnitt durch einen Biberschädel (¡Castor fiber¡ Lin.), +um die Einpflanzung des Schneidezahns und der Backenzähne zu zeigen. +(Nach ~Flower~.)] + +¿Castor¿ Lin. Biber. (Fig. 593). Zähne stark hypselodont. Lebend in +Europa und Nordamerika. Fossil in Europa im Pliocän und Pleistocän, in +Nordamerika im Pleistocän. + +¿Trogontherium¿ Fischer. Älteres Pleistocän von Europa. + +¿Castoroides¿ Forster. Von Bärengröße. Pleistocän von Nordamerika. + +¿Amblyrhiza¿ Cope. Pleistocän der Insel Antigua. + +¿Euhapsis¿ Matthew und ¿Eucastor¿ Leidy (¡Sigmogomphius¡ Merriam), +Miocän von Nordamerika und ¿Dipoides¿ Jäger, im Pliocän von Europa, +China und im Miocän von Nordamerika. Zeichnen sich durch geringe +Faltenzahl aus. + +¿Eutypomys¿ Matthew hat zwei obere ¡P¡. Backenzähne mit vielen kleinen +Schmelzinseln. Oligocän White Riverbed. + + +2. Unterfamilie. #Mylagaulinae.# + +¡Schädel stark verbreitert mit Postorbitalfortsatz. §3§/§3§ +Backenzähne hoch, mit zahlreichen, parallel zum Kiefer gerichteten +Schmelzinseln. Extremitäten plump, zum Graben geeignet. Tibia und +Fibula frei.¡ Im Miocän und Unterpliocän von Nordamerika. Nach ~Riggs~ +Nachkommen von ¡Meniscomys¡. + +¿Mylagaulus¿ Cope, ¿Mesogaulus¿ Riggs, ¿Ceratogaulus¿ Matthew, +¿Epigaulus¿ Gidley. + + +4. Familie. #Geomyoidea.# + +¡§1§/§1§ P. §3§/§3§ M. Schädel meist mit engem Infraorbitalforamen, +ohne Postorbitalfortsatz, mit großen Bullae osseae. Backenzähne meist +hypselodont mit einer den Zahn halbierenden Falte. Tibia mit Fibula +verwachsen.¡ Nur in Nordamerika. + + +1. Unterfamilie. #Protoptychinae.# + +¡Infraorbitalkanal weit. Zähne bewurzelt.¡ + +¿Protoptychus¿ Scott. Obereocän Uintabed. + + +2. Unterfamilie. #Geomyinae.# + +¡Infraorbitalforamen eng. Backenzähne wurzellos, mit Außen- und +Innenfalte oder nur mit einer Querfalte.¡ + +¿Entoptychus¿ und ¿Pleurolicus¿ Cope. Untermiocän Nordamerika. + +¿Geomys¿ Raf. Mit nur je §2§/§2§ M. Miocän und lebend in Nordamerika. + +¿Thomomys¿ Wied. Miocän, Pliocän, Pleistocän und lebend in Nordamerika. + + +5. Familie. #Anomaluroidea.# + +¡§1§/§1§ P. §3§/§3§ M Backenzähne brachyodont, bunodont oder +lophodont. Infraorbitalforamen weit. Tibia und Fibula frei.¡ Die +lebenden, auf Afrika beschränkten Familien der ¡Anomalurinae¡ und +¡Pedetinae¡ sind fossil nicht bekannt. Die hier angeschlossenen +fossilen Formen haben vielleicht nur zufällige Ähnlichkeit mit den +Anomalurinen. + + +1. Unterfamilie. #Pseudosciurinae.# + +¡Backenzähne bunodont. Höcker paarig gruppiert. D kleiner als P.¡ + +¿Sciuroides¿ F. Major. Höckerpaare aller Backenzähne jochartig +miteinander verbunden. Obere ¡M¡ mit undeutlichen Zwischenhöckern. +Eocän und Oligocän. Schweizer und Schwäbische Bohnerze und Phosphorite +von Quercy. + +¿Pseudosciurus¿ Hensel. (Fig. 594.) Höcker isoliert. Obere ¡M¡ mit +deutlichen Zwischenhöckern. Bohnerze von Württemberg. + +[Illustration: Fig. 594. + +¡Pseudosciurus suevicus¡ Hensel. Oligocän (Bohnerz). Eselsberg bei +Ulm. ¡A¡ Schädel, ¡B¡ Unterkiefer von außen, nat. Gr., ¡C¡ obere, ¡D¡ +untere Backzähne vergr.] + + +2. Unterfamilie. #Theridomyinae.# + +¡Backenzähne lophodont. Höcker nur bei den ältesten Arten kenntlich, +später Kaufläche eben, mit 3 bis 4 Außenfalten und einer Innenfalte an +den oberen und 3 bis 4 Innenfalten und einer oder 2 Außenfalten an den +unteren Zähnen. D meist komplizierter als P. Tibia und Fibula frei.¡ +Im Eocän, Oligocän und Untermiocän von Europa. + +Diese Familie hat mit der vorigen den Ursprung gemein und ist der +Anfang gewisser ¡Hystricoidea¡ -- ¿Capromyinae¿, ¿Erethizontinae¿, +¿Octodontinae¿, ¿Chinchillinae¿ und ¿Echinomyinae¿ --. + +¿Theridomys¿ Jourdan. (Fig. 595.) ¡P¡ stets größer als ¡M¡. Eocän. +Débruge, Vaucluse. Schwäbische und Schweizer Bohnerze. Oligocän. +Phosphorite und Ronzon. + +¿Trechomys¿ Lartet. ¡P¡ meist viel kleiner als ¡M¡. ¡D¡ einfach. +Eocän. Paris. Phosphorite von Quercy. + +¿Phiomys¿ Osborn. Mittlerer Querkamm kurz. Oligocän. Ägypten. + +¿Protechimys¿ Schlosser. Falten schräg. Backenzähne durch Vereinigung +von Außen- und Innenfalte gespalten. Zahnkronen etwas erhöht. +Phosphorite von Quercy. + +¿Archaeomys¿ Laiz. et Parieu. Ähnlich. Zahnkronen ziemlich hoch. +Oligocän. Dép. Allier. + +¿Rhodanomys¿ Depéret. Untermiocän von Savoien und Ulm. + +? ¿Cylindrodon¿ Douglass. White River. Oligocän. Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 595. + + ¡A¡ ¡Theridomys Vaillanti¡ Gerv. Obereocän. Débruge. Obere P und M. + 4/1 nat. Gr. + ¡B¡ ¡Theridomys gregarius¡ Schlosser. Oligocän. Phosphorite von + Quercy. Obere ¡P¡ und ¡M¡. + ¡C¡ oberer Milchzahn. 4/1 nat. Gr. + ¡D¡ Unterkiefer nat. Gr. + ¡E¡ untere ¡P¡ und ¡M¡. + ¡F¡ unterer Milchzahn. 4/1 nat. Gr.] + + +6. Familie. #Myoxoidea.# ~Siebenschläfer.~ + +¡§1-0§/§1-0§ P. §3§/§3§ M. Backenzähne stets brachyodont mit +parallelen oder konvergierenden Schmelzleisten. Infraorbitalkanal +weit und hoch gelegen. Tibia und Fibula verwachsen.¡ Lebend im +paläarktischen und äthiopischen Gebiet. + +Von den mit vier Backenzähnen versehenen Gattungen haben fast alle +schon im europäischen Tertiär Vertreter. + +¿Myoxus¿ Schreber. (Fig. 596 ¡A¡.) Vielleicht schon im Eocän +(Phosphorite, Pariser Gips?), sicher im Miocän. + +¿Eliomys¿ Wagner. (Fig. 596 ¡B¡.) Im Miocän und ¿Muscardinus¿ Wagner. +Fossil im Pleistocän. + +¡Leithia¡ Adams. Pleistocän von Malta. + +[Illustration: Fig. 596. + +¡A¡ ¡Myoxus sansaniensis¡ Lartet. Obermiocän. Ries. Obere Backenzähne. +6/1 nat. Gr. + +¡B¡ ¡Eliomys hamadryas¡ F. Major. Obermiocän. Steinheim. Untere +Backenzähne. 6/1 nat. Gr.] + + +7. Familie. #Dipodoidea.# ~Springmäuse.~ + +¡§1§/§1§, §1§/§0§ oder §0§/§0§ P §3§/§3§ M. Backenzähne brachyodont, +meist bewurzelt, mit alternierenden Höckern. Infraorbitalkanal weit, +gerundet. Fibula und Tibia verschmolzen. Hinterextremität verlängert, +Metatarsalia öfters verschmolzen.¡ + +Die Springmäuse bewohnen gegenwärtig die Wüsten und Steppen der +nördlichen Hemisphäre. Die fossilen Überreste gehören lebenden +Gattungen und Arten an und sind nur aus dem europäischen Pleistocän +bekannt. + +Die ¿Zapodinae¿ haben fünf freie Metatarsalia. ¿Sminthus¿ Keys. Auch +fossil in Europa. + +Bei den ¿Dipodinae¿ sind die drei mittleren Metatarsalia stark +verlängert und miteinander der ganzen Länge nach verwachsen. + +¿Alactaga¿ Cuvier. Dreizehiger Hinterfuß. Pleistocän von Europa. + +¿Dipus¿ Gmelin. Fünfzehiger Hinterfuß. + +¿Sciuromys¿ Schlosser. §1§/§1§ ¡P¡ §3§/§3§ ¡M¡. Zähne ähnlich wie bei +¡Alactaga¡. Phosphorite von Quercy. Systematische Stellung unsicher. + + +8. Familie. #Myoidea.# (¡Myomorpha.¡) + +¡(? §1§/§1§ P) §3-2§/§3-2§ M. Infraorbitalloch weit. Jochbogen klein. +Backenzähne brachyodont, bunodont oder lophodont oder prismatisch. +Erster M in der Regel größer und komplizierter als M_{2} und M_{3}. +Unterkiefer mit hohem Kronfortsatz. Eckfortsatz am Unterrand der +Alveole entspringend. Fibula mit der Tibia verwachsen.¡ + +Die ¿Myoidea¿ haben fast immer nur geringe Körpergröße und sind jetzt +über die ganze Erde verbreitet. + + +1. Unterfamilie. #Eomyinae.# + +¡§1§/§1§ P §3§/§3§ M. Backenzähne brachyodont, mit je zwei opponierten +Höckerpaaren, erhabenem Vorder- und Hinterrand und Kamm in Mitte des +Zahnes.¡ Oligocän von Europa und Nordamerika. + +Diese durchwegs sehr kleinen Nager werden von ~Winge~ zu +den ¡Dipoidea¡ und von ~Scott~ zu den ¡Geomyidae¡ gestellt. +Die Zusammensetzung der Zähne wie bei ¡Cricetodon¡ macht es +wahrscheinlich, daß sie wenigstens teilweise als primitive ¡Murinae¡ +zu betrachten sind. + +¿Eomys¿ Schlosser. Phosphorite von Quercy. + +¿Gymnoptychus¿ Leidy. Oligocän. White Riverbed. + + +2. Unterfamilie. #Cricetinae.# Hamster. + +¡§3§/§3§ Backenzähne, bunodont, bewurzelt, mit vier paarig +angeordneten Höckern. M_{1} mit 5 oder 6 Höckern.¡ + +Die ¡Cricetinae¡ bewohnen die nördliche Halbkugel. + +¿Cricetodon¿ Lartet. (Fig. 597.) ¡M_{1}¡ fünfhöckerig. Eocän. +Bohnerze. Oligocän. Phosphorite, Ronzon. Unter- und Obermiocän von +Europa. + +¿Eumys¿ Leidy. Oligocän. White Riverbed. + +¿Cricetus¿ Pallas. ¡M_{1}¡ sechshöckerig. Lebend und fossil im +Pleistocän. Europa. Pliocän von Roussillon. + + +3. Unterfamilie. #Hesperomyinae.# + +¡§3§/§3§ M. Im Zahnbau ähnlich den Cricetinen.¡ Lebend in Nord- und +Südamerika. + +¿Hesperomys¿ Waterhouse. (Fig. 598.) Lebend im Pliocän und Pleistocän +von Südamerika. + +¿Neotoma¿ Say. Lebend und im Pleistocän von Nordamerika. + +¿Paciculus¿ Cope und ¿Peromyscus¿ Gloger. Im Untermiocän von Oregon. + +¿Habrothrix¿, ¿Oxymycterus¿, ¿Colomys¿ etc. Lebend und im Pleistocän +von Südamerika. + +[Illustration: Fig. 597. + +¡Cricetodon cadurcensis¡ Schlosser. Phosphorit ¡c¡. Mouillac, +Tarn-et Garonne. ¡A¡ Obere Backzähne stark abgekaut §3§/§1§ (nach +~Schlosser~). ¡B¡ untere Backenzähne. 4/1 nat. Größe.] + +[Illustration: Fig. 598. + +¡Hesperomys molitor¡ Winge. Höhle von Escrivania. Brasilien. Schädel +von unten und oben in nat. Gr. (Nach ~Winge~.)] + +[Illustration: Fig. 599. + +¡A Arvicola arvalis¡ Blasius. ¡B Cuniculus torquatus¡ Pallas sp. +Pleistocän. Velburg. Unterkiefer von innen und untere Molaren von oben +vergr.] + + +4. Unterfamilie. #Murinae.# Ratten und Mäuse. + +¡§3§/§3§ Backenzähne brachyodont bewurzelt, obere mit 3, untere mit 2 +Höckerreihen.¡ Die Murinen sind altweltlich, haben sich jedoch über +die ganze Erde verbreitet. Fossile Reste finden sich spärlich im +europäischen Pliocän und Pleistocän. Auch aus Asien und Australien +kennt man fossile Reste; sie gehören den Gattungen ¿Mus¿, ¿Gerbillus¿ +und ¿Nesokia¿ an. + +¿Mus¿ Linné. Zuerst fossil im Pliocän von Roussillon, ¿Acomys¿ +Geoffroy. Fossil im Unterpliocän von Pikermi. Im Miocän von La Grive +St. Alban ein ¡Nesomyine¡ -- ¿Anomalomys¿ Gaillard. + + +5. Unterfamilie. #Arvicolinae.# Wühlmäuse. + +¡§3§/§3§ Backenzähne prismatisch, aus zwei Längsreihen von 3 bis +6 kantigen mehr oder weniger deutlichen Prismen bestehend.¡ Die +Wühlmäuse bewohnen Europa und die nördlichen Teile von Asien und +Nordamerika. + +¿Arvicola¿ Lacepède (¡Hypudaeus¡ Illiger) (Fig. 599 ¡A¡). ¡J¡ hinter +dem letzten ¡M¡ endend. Zahlreiche rezente Arten im Pleistocän von +Europa. + +¿Cuniculus¿ Wagner (Halsbandlemming). (Fig. 599 ¡B¡). ¡J¡ unter dem +letzten M endend. Lebend im nördlichen Europa. Fossil im Pleistocän. + +¿Myodes¿ Pallas (¡Lemmus¡ Linck) (Fig. 599). Vorkommen wie bei +vorigen. + +¿Microtus¿ Schrank und ¿Fiber¿ Cuvier. Lebend und im Pleistocän von +Nordamerika. ¿Anaptogonia¿, ¿Sycium¿ Cope. Pleistocän von Nordamerika. +¿Mimomys¿ F. Major. Zähne bewurzelt, ziemlich hoch. Pliocän von +Norwich. ¿Ruscinomys¿ Depéret. Pliocän von Roussillon. ¿Lophiomys¿ +Depéret ebenda, von unsicherer Stellung. + + +6. Unterfamilie. #Spalacinae.# + +¡Schädel und Zahnbau den Dipodinen ähnlich.¡ + +¿Siphneus¿ Brants. Lebend und fossil im nördlichen Asien. ¿Rhizomys¿ +Gray. Lebend in Asien, fossil im Pliocän der Siwalik. + +¿Spalax¿ Güldst. Fossil im Pliocän und Pleistocän von Ungarn. + + +9. Familie. #Hystricoidea.# (¡Hystricomorpha.¡) + +¡Processus angularis von der Seitenwand der Alveole des Unterkiefers +ausgehend. Kronfortsatz niedrig, Kiefer nur vor- und rückwärts +beweglich. Schädel flach, ohne Postorbitalfortsatz mit sehr weitem +Infraorbitalkanal. §1.0.1.3.§/§1.0.1.3.§ Backenzähne schmelzfaltig, +meist prismatisch-hypselodont, selten brachyodont. Fibula frei.¡ + +Die ¿Hystricoidea¿ erscheinen zuerst als ¡Hystricinae¡, +¡Theridomyinae¡ und ¡Issiodoromyinae¡ in Europa. Die ¡Hystricinae¡ +verbreiten sich später über die östliche Halbkugel, die beiden anderen +Unterfamilien wandern nach Südamerika aus und entwickeln sich dort zu +¡Erethizontinae¡, ¡Capromyinae¡, ¡Chinchillinae¡, ¡Octodontinae¡ und +¡Caviinae¡. Die ¡Ctenodactylinae¡ und ¡Bathyerginae¡ sind auf Afrika +beschränkt und bis jetzt nicht fossil vertreten. Vielleicht Nachkommen +von ¡Cylindrodon¡. + + +1. Unterfamilie. #Hystricinae.# Altweltliche Stachelschweine. + +¡Backenzähne bewurzelt, mäßig hypselodont. Kaufläche mit Schmelzfalten +und Inseln.¡ + +¡Hystrix¡ Lin. Fossil in Europa vom Oligocän bis in das Pleistocän. Im +Pliocän und Pleistocän auch in Indien. Eine große verwandte Gattung +schon im Eocän von Quercy »¡Hystrix« Lamandini¡ Filhol. + + +2. Unterfamilie. #Erethizontinae.# Neuweltliche Stachelschweine. + +¡Backenzähne brachyodont.¡ Nachkommen von ¿Trechomys¿? + +¿Eosteiromys¿ Amegh. Colpodon-Schichten von Patagonien; ¡Steiromys¡ +Ameghino im Miocän von Santa Cruz. + +¿Coendu¿ Lacép. Lebend in Südamerika. Fossil in Knochenhöhlen +Brasiliens. + +¿Erethizon¿ Em. Lebend und im Pleistocän von Nordamerika. + +¿Sciamys¿ und ¿Acaremys¿ Amegh. im Miocän von Santa Cruz und +¿Protacaremys¿ Amegh. in den Colpodonschichten von Patagonien sind +kleinere Formen. + + +3. Unterfamilie. #Capromyinae.# + +¡Zähne biberähnlich. Meist mittelgroße Formen. Nachkommen von +~Theridomys~?¡ + +¿Myocastor¿ Herr. (¡Myopotamus¡ Geoffr.). Lebend Südamerika. Fossil +vom Pliocän. + +¿Morenia¿, ¿Discolomys¿ etc. Ameghino. Pliocän von Argentinien. + +¿Neoreomys¿ Ameghino, im Santacruzeno von Patagonien. Hier auch die +Gattungen ¿Scleromys¿ und ¿Lomomys¿ Ameghino. + + +4. Unterfamilie. #Octodontinae.# + +Die Gruppe der ¿Ctenodontinae¿ beginnt im Pliocän von Argentinien +-- ¿Dicoelophorus¿, ¿Plataeomys¿ Ameghino. ¿Ctenomys¿ Blv. erst im +Pleistocän von Südamerika. Die Gruppe der ¿Loncherinae¿ hat schon +Vertreter im älteren Miocän von Patagonien -- Colpodon-Schichten -- +aufzuweisen -- ¡Protadelphomys¡, ¡Prospaniomys¡. Im Miocän von Santa +Cruz ¡Stichomys¡, ¡Adelphomys¡, ¡Spaniomys¡ etc. Ameghino. ¡Loncheres¡ +Illiger, ¡Echinomys¡, ¡Mesomys¡ Desm. fossil in brasilianischen Höhlen. + + +5. Unterfamilie. #Chinchillinae.# + +¡Meist nur eine, quer über die ganze Kaufläche verlaufende Falte.¡ +Diese Familie geht wohl auf die europäische Gattung ¿Archaeomys¿ +zurück. + +¿Prolagostomus¿, ¿Pliolagostomus¿ Ameghino in Santacruzeno. Vorläufer +von ¡Lagostomus¡ Brooks, fossil vom Pliocän an und lebend. + +¿Perimys¿ Ameghino. (Fig. 600.) Colpodon-Schichten und Santacruzeno +von Patagonien. + +¿Scotaeumys¿, ¿Sphodromys¿ Ameghino. + +¿Megamys¿ Laurillard. Der größte fossile Nager. Pliocän und Pleistocän +von Argentinien. + +[Illustration: Fig. 600. + +¡Perimys incurvatus¡ Ameghino. Miocän. Colpodon-Schichten. Patagonien. +¡A¡ obere, ¡B¡ untere Backenzähne nat. Gr.] + + +6. Unterfamilie. #Caviinae.# + +¡Backenzähne aus zwei, selten mehr kantigen Prismen bestehend.¡ + +¿Cephalomys¿ Ameghino. Pyrotherium-Schichten von Patagonien. + +¿Eocardia¿, ¿Procardia¿, ¿Schistomys¿, ¿Phanomys¿ Ameghino im +Santacruzeno. Vorläufer von ¡Cavia¡. + +¿Cavia¿, Pallas. ¿Dolichotis¿ Desmarest, ¿Kerodon¿ Cuv. lebend und im +Pleistocän von Südamerika. Für die pliocänen Vorläufer hat ~Ameghino~ +zahlreiche Gattungen aufgestellt -- ¿Cardiodon¿, ¿Anchimys¿ etc. + +¿Hydrochoerus¿ Brisson. (Fig. 589.) Der größte lebende Nager. Fossil +im Pleistocän von Süd- und Nordamerika. + +[Illustration: Fig. 601. + +¡Nesokerodon Quercyi¡ Schlosser. Oligocän. Phosphorite von Quercy. ¡A¡ +obere ¡P¡ und ¡M¡, ¡B¡ oberer Milchzahn 4/1 nat. Gr. ¡C¡ Unterkiefer +nat. Gr. ¡D¡ untere ¡P¡ und ¡M. E¡ unterer Milchzahn 4/1 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 602. + +¡Prolagus oeningensis¡ König. Obermiocän. La Grive St. Alban. ¡A¡ +obere, ¡B¡ untere Backenzähne. 3/1 nat. Gr. (Nach ~Forsyth Major~.)] + + +7. Unterfamilie. #Issiodoromyinae.# + +Diese auf das europäische Oligocän beschränkte Familie vermittelt +im Zahn- und Kieferbau den Übergang von den ¿Theridomyinae¿ zu den +¿Caviinae¿. ¡D¡ kompliziert und funktionierend, ¡P¡ und ¡M¡ bewurzelt. + +¿Nesokerodon¿ Schlosser. (Fig. 601.) Zähne frisch noch mit Außen- und +Innenfalten und mit Schmelzinseln. Phosphorite von Quercy. + +¿Issiodoromys¿ Croïzet, Oligocän. Dép. Allier. + + +2. Unterordnung. #Duplicidentata.# (¡Lagomorpha¡). + +¡§2§/§1§ J, allseitig von Schmelz umgeben, zweiter oberer J -- J^3 +-- klein und hinter den vorderen -- J^2 -- gestellt. P §3§/§2§. M +§3-2§/§3-2§. Backenzähne hypselodont, wurzellos, aus je zwei, selten +drei kantigen Prismen bestehend. Abstand der beiden oberen Zahnreihen +größer als der beiden unteren. Gelenkgrube für den Unterkiefer breit. +Carpalia frei. Fibula mit Calcaneum articulierend.¡ + +Diese meist ¿Lagomorpha¿ genannte Gruppe unterscheidet sich von den +übrigen Nagern durch den Besitz von zwei oberen Incisiven. Auch sind +diese Zähne allseitig mit Schmelz bekleidet, der jedoch hinten und an +den Seiten dünner ist als vorne. Der größere der beiden oberen ¡J¡ +ist mit einer Längsfurche versehen. Die Backenzähne sind wurzellos, +unten offen, und die oberen im Querschnitt merklich breiter als lang. +Sie bestehen aus Pfeilern, die von vorne nach hinten zusammengedrückt +erscheinen und durch Zement miteinander verkittet sind. Die +Einbuchtungen zwischen den Pfeilern haben an den unteren Zähnen +gleiche Tiefe, an den oberen sind die an der Außenseite viel seichter +als die an der Innenseite. Der vorderste obere ¡P¡ und der letzte +untere ¡M¡ bestehen manchmal nur aus je einem Pfeiler, zuweilen hat +der letzte untere ¡M¡ jedoch drei Pfeiler. Der vorderste untere und +die beiden vordersten oberen ¡P¡ zeigen häufig einen von den ¡M¡ stark +abweichenden Bau. Manchmal kann man auf der Krone noch Schmelzinseln +und Kämme unterscheiden, als Andeutung des ursprünglich bunodonten +und lophodonten Zahnbaus. Den ¡P¡ gehen niedrige, bewurzelte ¡D¡ +voraus, welche ausfallen, sobald der letzte ¡M¡ in Funktion tritt. Im +Milchgebiß sind oben drei ¡JD¡ vorhanden. + + +1. Familie. #Leporidae.# ~Hasen.~ + +¡§3§/§2§ P. §3§/§3§ M. P^2 stiftförmig, die übrigen P den M gleichend. +Schädel seitlich zusammengedrückt, Clavicula unvollständig. +Hinterbeine und Ohren lang, Schwanz kurz.¡ + +¿Palaeolagus¿ Leidy. Oligocän White River, Untermiocän John Day. +Oregon. + +¿Panolax¿ Cope. Miocän Nordamerika. + +¿Lepus¿ Linn. In Nordamerika vom John Day Miocän bis in die Gegenwart, +in Europa und Asien vom Unterpliocän bis in die Gegenwart. + + +2. Familie. #Ochotonidae# (¡Lagomyidae¡). ~Pfeifhasen.~ + +¡§3-2§/§2§ P §2-3§/§2-3§ M. Nur P_{4} = M. Schädel niedergedrückt. +Clavicula vollständig. Hinterbeine und Ohren kurz. Schwanz fehlt.¡ + +In Europa vom Oberoligocän bis in die Gegenwart. Lebend im östlichen +Teil von Europa, in den Gebirgen Asiens und Nordamerikas -- hier auch +fossil. + +¿Prolagus¿ Pomel (¡Myolagus¡ Hensel) (Fig. 602). §3.2.§/§2.2.§ Miocän +bis Pleistocän von Europa. + +¿Titanomys¿ v. Meyer. §3.2.§/§2.2-3.§ Oberoligocän und Miocän. ¡T. +visenoviensis¡ v. Meyer, ¡Fontannesi¡ Depéret. + +¿Lagopsis¿ Schlosser. §3.2.§/§2.3.§ Miocän. + +¿Ochotona¿ Linck (¡Lagomys¡ Cuv.). Lebend auf der nördlichen +Hemisphäre, fossil im Pliocän und Pleistocän von Europa. + + +Zeitliche Verbreitung der Nager. + +Die ältesten Nager sind bis jetzt die aus dem Eocän von Nordamerika +-- Wasatch und Bridgerbed -- und zwar sind es ¡Paramyinae¡ und +¡Ischyromyinae¡. Zu ihnen gesellt sich im Obereocän, Uintabed, +der Vorläufer der noch jetzt lebenden aber stets auf Nordamerika +beschränkten ¡Geomyinae¡ -- ¡Protoptychus¡. Die ¡Paramyinae¡ werden +in Nordamerika zu ¡Sciurinae¡ und ¡Haplodontinae¡, von welchen +wenigstens die ersteren sich bald auch über Europa verbreiten. +Die ¡Ischyromyinae¡ erlöschen im White-River-Oligocän, wo auch +bereits ¡Leporidae¡, ¡Castorinae¡ und ¡Cricetinae¡ erscheinen. Die +¡Castorinae¡ entsenden frühzeitig auch Repräsentanten nach Europa, +während die letztgenannte Familie offenbar altweltlichen Ursprungs ist +und die ¡Leporidae¡ erst im Pliocän über Asien nach Europa gelangen. +Die gegenwärtige Nagerfauna Nordamerikas ist im wesentlichen die +nämliche wie die von Eurasien. Zu den Nachkommen der schon im Tertiär +einheimischen Familien gesellten sich im Pleistocän die aus Europa +stammenden ¡Arvicolinae¡ und ¡Ochotonidae¡ und die aus Südamerika +eingewanderten ¡Erethizontinae¡. + +In Europa entfalten die Nager schon im Eocän und noch mehr im älteren +Oligocän einen nicht unbeträchtlichen Formenreichtum. Außer den von +Nordamerika gekommenen ¡Sciurinae¡ finden wir die ¡Pseudosciurinae¡, +die mit ihnen ursprünglich verwandten ¡Theridomyinae¡, ferner +¡Hystricinae¡ und ¡Myoxinae¡, sowie ¡Cricetinae¡, welch letztere +Familie im Oligocän Vertreter nach Nordamerika ausschickt, aus +welchen die ¡Hesperomyinae¡ entstehen, wofür dann ¡Castorinae¡ in +Europa einwandern. Fast schon etwas früher treffen wir in Europa +¡Ochotonidae¡, deren Herkunft bis jetzt freilich noch in Dunkel +gehüllt ist. Alle genannten Familien erhalten sich hier mit Ausnahme +der bald erlöschenden ¡Pseudosciurinae¡ und der ¡Theridomyinae¡ +während des ganzen Tertiärs und ergreifen zum Teil auch Besitz von +Asien und Afrika. Die im allgemeinen ziemlich spärlich vertretenen +¡Cricetinae¡ entwickeln sich in Europa zu ¡Murinae¡ und ¡Arvicolinae¡ +von welchen die ersteren sich allmählich über die ganze Erde +verbreiten, während die letzteren hauptsächlich die nördlichen +Teile von Nordamerika und Eurasien besiedeln. Hervorragende +stammesgeschichtliche Bedeutung kommt den ¡Theridomyinae¡ zu. Vom +Untermiocän an verschwinden sie zwar sämtlich aus Europa, sie +erreichen aber bald darauf in Südamerika ihre Blüteperiode, denn sie +erweisen sich nicht nur als die Stammeltern der ¡Erethizontinae¡ und +¡Capromyinae¡, sondern auch der ¡Octodontinae¡ und ¡Chinchillinae¡ und +durch die ebenfalls aus ¡Theridomyinae¡ entstandenen ¡Issiodoromyinae¡ +sogar als die Ahnen der ¡Caviinae¡. In Patagonien erscheint zuerst +in den Pyrotheriumschichten ein ¡Caviine¡, in den Colpodonschichten +treten auch ¡Erethizontinae¡ und ¡Octodontinae¡ auf, und im +Obermiocän von Santa Cruz entwickeln sich aus ihnen zahlreiche +Gattungen und Arten, so daß diese Nagerfauna an Mannigfaltigkeit +nur wenig zurücksteht hinter jener, welche wir in Südamerika im +jüngsten Tertiär, im Pleistocän und in der Gegenwart antreffen. Die +heutige Nagerfauna Südamerikas unterscheidet sich von jener des +Santacruzeno eigentlich bloß durch die Anwesenheit von ¡Leporidae¡ +und ¡Hesperomyinae¡. Im Gegensatz zu den ¡Hystricoidea¡, welche +nur aus Europa gekommen sein können, sind diese beiden Familien +von Nordamerika her eingewandert, wofür aber ¡Erethizontinae¡ von +Südamerika nach Nordamerika vordrangen. + + +7. Ordnung. #Ungulata.# ~Huftiere.~[139] + +Die Huftiere zeichnen sich dadurch aus, daß ihr Gebiß für pflanzliche, +selten gemischte Kost eingerichtet ist und die Extremitäten +ausschließlich zur Bewegung auf dem Boden dienen. Die Zehenendglieder +sind daher meist breit, abgeplattet, seltener kantig oder gekrümmt und +mit hornigen Hufen umgeben. + +Der primitive ~Huftierfuß~ war nach ~Cope~ fünfzehig, plantigrad, dem +der Raubtiere ähnlich, die ganze Extremität kurz und gedrungen. Die +Entwicklung von Hand und Fuß vollzog sich in verschiedenen Etappen und +zwar: + +1. durch Umwandlung des plantigraden Fußes mittels steilerer Stellung +der Metapodien in den semiplantigraden Fuß, wobei die Endphalangen +und die hinten durch ein Muskelpolster gestützten und verstärkten +Metapodien den Körper tragen. Aus dem semiplantigraden Fuß entwickelt +sich einerseits der unguligrade Fuß, in welchem die Metapodien sich +ganz vom Boden entfernen und fast senkrecht aufrichten, so daß nur +die Endphalangen die Körperlast tragen, und anderseits der bei den +Huftieren ziemlich seltene digitigrade Fuß -- ~Cameliden~ -- bei dem +zwar die Metapodien sich frei erheben, die durch ein Muskelpolster +verstärkten Phalangen aber sämtlich noch auf dem Boden ruhen, + +2. durch Streckung der Metapodien, + +3. durch Ausdehnung und Verstärkung einzelner Metapodien und Zehen auf +Kosten der benachbarten, womit gleichzeitig Reduktion oder Schwund der +seitlichen Metapodien und manchmal auch von Carpalien und Tarsalien +verbunden ist, + +4. durch seitliche Verschiebung und festere Verkeilung der +ursprünglich in parallele Reihen -- serial angeordneten Carpalien, +Tarsalien und Metapodien, + +5. durch Verschmelzung von ursprünglich getrennten Carpalien, +Tarsalien und Metapodien. + +Neben dem Bau der Extremitäten liefert das ~Gebiß~ die besten +Anhaltspunkte für die Systematik der Huftiere. Die primitiven +Ungulaten hatten ein vollständiges Gebiß mit §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§, +in welchem die Zähne, mit Ausnahme etwa der vorderen ¡P¡, dicht +aneinander schlossen. Durch Verlängerung der Kiefer bildeten sich +größere Lücken zwischen den ¡C¡ und den ¡J¡ sowie zwischen den ¡P¡. +Die Schneidezähne sind stets einwurzelig und ursprünglich wie bei den +Fleischfressern konisch, werden aber durch Differenzierung meißel- +oder schaufelförmig, zuweilen sogar stoßzahnartig. Ihre Zahl kann +Reduktion erfahren, ja es kann sogar vollständiger Verlust der ¡J¡, +wenigstens der oberen, stattfinden. Die Eckzähne, welche ursprünglich +den ¡C¡ der Fleischfresser ähnlich waren, werden entweder zu kantigen +Hauern, oder sie verkümmern oder es gehen zwar die oberen vollständig +verloren, die unteren hingegen nehmen die Gestalt und Funktion +eines vierten ¡J¡ an -- »~Ruminantia~«. Die oberen Molaren bleiben +nur selten auf der trituberkulären Stufe stehen und besitzen auch +hier schon zwei Zwischenhöcker. Aus dem hinteren -- Metaconulus -- +oder auch aus einem Basalhöcker entwickelt sich ein zweiter großer +Innenhöcker -- Hypocon. Verbinden sich die Höcker untereinander durch +Joche oder Halbmonde, so werden die ursprünglich bunodonten Zähne +lophodont oder selenodont. Weitere Differenzierungen ergeben sich aus +der Verstärkung der Basis durch Basalwülstchen oder Pfeiler, durch +Fältelung des Schmelzes, durch Entwicklung von Zement etc. Die unteren +Molaren lassen sich insgesamt vom Tuberkulär-sektorial-Zahn ableiten, +aus einem Zahn mit hohem dreispitzigem Trigonid und einem niedrigen, +wohl ebenfalls dreispitzigen Talonid. Durch Verlust der Vorderspitze +-- Paraconid -- und Erhöhung und Vergrößerung des Talonids entstehen +vierhöckerige Zähne, die sich von den oberen hauptsächlich durch +geringere Breite unterscheiden und wie jene lophodont oder selenodont +werden können. Der letzte untere ¡M¡ besitzt häufig einen unpaaren +großen Hinterhöcker oder ein bogenförmiges Joch. Die Prämolaren +bleiben bei allen primitiven Ungulaten einfacher als die Molaren. +Homoedontie wird nur bei vorgeschritteneren Formen erreicht. Reduktion +der Backenzähne beginnt stets beim vordersten ¡P¡ und erstreckt sich +höchstens auf zwei oder drei ¡P¡. + +Ursprünglich waren die Backenzähne der Huftiere niedrig -- brachyodont +-- und die unteren zwei-, die oberen dreiwurzelig. Durch Teilung +der beiden Wurzeln der unteren und der breiten Innenwurzel der +oberen ¡M¡ entstehen vierwurzelige Zähne. Häufig erfolgt bei reinen +Pflanzenfressern Erhöhung der Zahnkrone und schließlich werden ihre +Backenzähne hypselodont oder sogar prismatische Säulenzähne, die lange +Zeit von unten in dem Maße nachwachsen, als sie oben durch Abkauung +erniedrigt werden, und erst im späten Alter Wurzeln ansetzen. + +Das ~Milchgebiß~ besteht normal aus Schneide-, Eck- und Backenzähnen. +Die ¡JD¡ und ¡CD¡ unterscheiden sich nur durch ihre Schwachheit von +den ¡J¡ und ¡C¡, dagegen bieten die ¡PD¡ mancherlei charakteristische +und systematisch wichtige Eigentümlichkeiten. Ihre normale Zahl 4 +kann auf 3 herabsinken, aber umgekehrt auch unverändert bleiben +bei Anwesenheit von nur 3 ¡P¡. Der hinterste ¡D¡ hat stets die +Zusammensetzung eines ¡M¡, im Unterkiefer der ~Artiodactylen~ besitzt +¡D_{4}¡ sogar ein drittes allerdings kleines Höckerpaar, während bei +den ~Perissodactylen~ der untere ¡D_{3}¡ öfters etwas komplizierter +ist als die ¡M¡. + +Neben dem Gebiß und den Extremitäten liefert auch der ~Schädel~ +wichtige systematische Anhaltspunkte. Bei den primitivsten Huftieren +ist die Hirnhöhle sehr klein, die Hemisphären des Großhirns sind +schwach gewunden und lassen das Kleinhirn unbedeckt. Bei den +vorgeschritteneren Formen nimmt der Umfang des Großhirns und die +Zahl seiner Windungen beträchtlich zu. Der Schädel selbst läßt +bei den ältesten Vertretern der einzelnen Huftiergruppen kaum +wesentliche Unterschiede erkennen. Er ist niedrig, hat ein flaches +Dach und auf dem schmalen Cranium einen kräftigen Scheitelkamm, +bei fortschreitender Entwicklung treten jedoch mancherlei +Spezialisierungen ein. So können sich die Stirnbeine mit Lufthöhlen +füllen oder es sprossen aus ihnen Geweihe oder Stirnzapfen hervor -- +¿Artiodactyla¿. Die in der Regel horizontale Schädelachse erleidet +in diesem Falle größere oder geringere Knickung. Auch die Größe und +Ausbildung der Nasenbeine und der Augenhöhle verleihen dem Schädel +ein charakteristisches Aussehen, das zuweilen noch durch knöcherne +Auswüchse auf der Nase verstärkt wird. + +Die Huftiere sind gegenwärtig in allen Weltteilen mit Ausnahme von +Australien verbreitet. Im Tertiär spielten sie eine kaum minder +wichtige Rolle als jetzt. + +Als echte Huftiere können nur jene bezeichnet werden, welche von +bunodonten Formen abstammen oder doch wenigstens von solchen, +welche normale ¡C¡ besaßen und außerdem starke Spezialisierungen +der Extremitäten aufweisen. In dieser Fassung gliedern sie sich in +5 Unterordnungen: ¿Condylarthra¿, ¿Litopterna¿, ¿Perissodactyla¿, +¿Artiodactyla¿ und ¿Amblypoda¿. Bei den letzten ist allerdings der +Zusammenhang mit bunodonten Formen etwas zweifelhaft. + + +1. Unterordnung. #Condylarthra.# Cope.[140] + +¡Ausgestorbene plantigrade Huftiere mit fünfzehigen Extremitäten. +Astragalus mit verlängertem Hals und konvexer distaler Gelenkfläche, +meist mit Foramen. Carpalia in geradlinige Reihen angeordnet. Gebiß +vollständig. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ M bunodont. Humerus mit Foramen +entepicondyloideum. Femur mit drittem Trochanter.¡ + +Die ~Condylarthren~ sind mit Ausnahme von einigen spärlichen Resten +aus dem ältesten europäischen Eocän auf das älteste Tertiär des +westlichen Nordamerika -- Puerco-, Torrejon- und Wasatchbed -- +beschränkt und erweisen sich als die primitivsten Huftiere, aus +welchen teils die ~Perissodactylen~, teils die ~Artiodactylen~ und +vielleicht auch die südamerikanischen ~Litopterna~ hervorgegangen +sind. Sie teilen im Schädel- und Skelettbau sowie im Gebiß mancherlei +Merkmale mit den Creodontia und haben wohl mit ihnen einen gemeinsamen +Ursprung. + +Der niedrige langgestreckte ~Schädel~ ist wenig differenziert und +vereinigt Merkmale der Creodontia und der ursprünglichen Paar- und +Unpaarhufer. Die Orbita ist hinten weit geöffnet, die Profillinie +des Schädels fast horizontal, das Cranium mit einer Sagittalcrista +versehen, das Gehirn klein und das Kleinhirn hinter den glatten +Hemisphären des Großhirns gelegen. Der Processus postglenoideus ist +wohl entwickelt, das Gebiß vollständig. Die ¡J¡ und ¡C¡ stimmen mit +jenen der Creodontia und der primitiven Paar- und Unpaarhufer überein. +Die ¡P¡ sind viel einfacher als die brachyodonten, mehrwurzeligen, +trituberkulären oder vierhöckerigen ¡M¡. + +Der Zahnwechsel ist vollständig, ¡D_{4}¡ gleicht dem ¡M_{1}¡. +Die oberen ¡M¡ haben zwei Außen-, meist einen Innen- und zwei +Zwischenhöcker, die unteren ¡M¡ vier Haupthöcker und ein oder zwei +Nebenhöcker. + +Die plantigraden oder semidigitigraden ~Extremitäten~ haben vorne +und hinten fünf Zehen, wovon die drei inneren stärker entwickelt +sind als die beiden äußeren. Ein Schlüsselbein fehlt, der Humerus +besitzt wohl immer ein Foramen entepicondyloideum und das Femur +einen dritten Trochanter. Radius und Ulna sowie Tibia und Fibula +bleiben getrennt. Die Fibula endet wie bei den Carnivoren frei. Die +Carpalia sind beinahe serial angeordnet, auch dürfte öfters noch ein +Centrale vorhanden sein. Der Tarsus stimmt im wesentlichen mit dem +der Creodontia überein. Die gewölbte Endfläche des Astragalus greift +tief in das Naviculare ein und berührt nur seitlich das hohe Cuboid. +Die Trochlea besitzt häufig ein Foramen für den Flexor digitorum. Die +Endphalangen sind distal abgeplattet, oder wie bei den Creodontia +zugespitzt. + +Im äußeren Habitus waren die ¿Condylarthra¿ omnivoren Raubtieren +ähnlicher als Huftieren. Die Beschaffenheit von Hand und Fuß +gestattete keine sehr rasche Bewegung. Das Gebiß läßt auf gemischte +Kost schließen. Die größten Formen erreichten meist die Dimensionen +eines Wolfs, die kleinsten die eines Fuchses oder Marders. + + +1. Familie. #Mioclaenidae.# Osb. und Earle. + +¡Obere M gerundet, dreieckig, breiter als lang, ohne zweiten +Innenhöcker, untere M vierhöckerig, höchstens mit kleinem unpaaren +Vorderhöcker. P einfach. P^3 und P^4 mit Innenhöcker. Skelett nicht +bekannt.¡ + +Untereocän, Puerco und Torrejonbed von Neu-Mexiko. Sämtliche Arten +kaum von Fuchsgröße. + +Die Halbmondform der Außenhöcker der unteren ¡M¡ spricht für +Verwandtschaft mit den Paarhufern. ~Matthew~ stellt die Mioclaeniden +als Hyopsodontiden zu den Insectivoren, was aber wegen der Länge der +¡P¡ nicht zulässig ist. + +¿Mioclaenus¿ Cope (Fig. 603.) Zahnreihe geschlossen. ¡P¡ relativ kurz. +¡M. turgidus, acolytus¡ Cope. Eine Art auch im Fort Unionbed, Montana. + +¿Protoselene¿ Matthew. ¡P¡ gestreckt (¡Mioclaenus¡) ¡opisthaca¡ Cope +sp. + +¿Oxyacodon¿ Osborn und Earle. Kurze einfache ¡P¡, untere ¡M¡ +fünfhöckerig. ¡O.¡ (¡Anisonchus¡) ¡agapetillus¡ Cope sp. + +? ¡Coryphagus¡ Douglass. Fort Unionbed. Montana. + +[Illustration: Fig. 603. + +¡Mioclaenus lemuroides¡ Matthew. Unterstes Eocän. Torrejonbed. +Neu-Mexico. Unterkiefer und obere Zahnreihe. ¡P^3-M^3¡ nat. Gr. +(nach ~Matthew~.)] + + +2. Familie. #Periptychidae.# Cope. + +¡Obere M trituberkulär oder quadrituberkulär. Obere und untere P +sehr groß, meist einspitzig oder mit niedriger Innenspitze. Tibiale +Gelenkfläche des breiten kurzen Astragalus gewölbt, in der Mitte +vertieft. Naviculare seitlich mit Calcaneum und Cuboid verbunden.¡ + +Im Untereocän, Puerco und Torrejonbed von Neu-Mexiko. Nach ~Matthew~ +schließen sich die Periptychiden im Extremitätenbau an die Amblypoden +an. Die ¡M¡ unterscheiden sich jedoch wesentlich durch ihre +Bunodontie. + +¿Periptychus¿ Cope. Mit stark differenzierten großen ¡P¡ und +quadratischen oberen ¡M¡. Etwa Größe von Schaf. ¡P. rhabdodon¡ Cope. + +¿Ectoconus¿ Cope. Ebenfalls groß mit vielhöckerigen ¡M¡. + +¿Haploconus¿, ¿Hemithlaeus¿, ¿Anisonchus¿ (¿Zetodon¿) Cope. +¿Conacodon¿ Matthew. Alle klein, obere ¡M¡ viel breiter als lang, ohne +Hypocon. + + +3. Familie. #Phenacodontidae.# Cope. + +¡Obere M viereckig, breiter als lang mit je zwei Außen-, zwei +Zwischen- und zwei Innenhöckern. Untere M meist mit sechs Höckern. +Vordere P einfach, P_{3} mit Nebenspitzen. P^4 trituberkulär mit +Nebenspitzen, P_{4} fast wie M, nur schmäler. Astragalus mit +ausgefurchter Trochlea. Fibula nur mit Astragalus, Naviculare mit +Calcaneum und Cuboid artikulierend. Schwanz lang.¡ + +Die Phenacodontiden unterscheiden sich von den Periptychiden durch die +kleineren ¡P¡, durch den höheren, fester gefügten Tarsus und durch +den längeren Astragalushals. ¡P_{1}¡ und ¡P_{2}¡ einfach, ¡P_{3}¡ mit +Nebenspitze, ¡P_{4} M¡-artig, aber schmäler. ¡P^4¡ trituberkulär. + +¿Phenacodus¿ Cope. Von zwei Arten dieser Gattung kennt man das ganze +Skelett. Die größere, ¡P. primaevus¡ Cope, hatte beinahe die Größe von +Tapir, die kleinere, ¡Wortmani¡ Cope, die einer Dogge. Untereocän. +Wasatchbed. + +¿Tetraclaenodon¿ Scott (¡Protogonia¡ Cope, ¡Euprotogonia¡ Matthew). +(Fig. 604.) ¡M¡ Hyracotheriumähnlich, ¡P¡ sehr einfach. Zierliche +Extremitäten. Untereocän. Torrejonbed. Neu-Mexiko und Montana. + +[Illustration: Fig. 604. + +¡Tetraclaenodon puercensis¡ Cope sp. ¡A¡ obere Backenzähne, ¡B¡ untere +Backenzähne (¡D_{4} M_{1. 2}¡, ¡P_{4}¡) nat. Gr. (Nach Osborn.) ¡C¡ +Hinterfuß 1/2 nat. Gr. (Nach ~Matthew~.)] + +¡Protogonodon¡ Scott (¡Mioclaenus pentacus¡ Cope) sehr groß, +mit fünfhöckerigen ¡M¡. Ist vielleicht der Vorläufer gewisser +Artiodactylen (¡Achaenodon¡). Untereocän. Puercobed. Neu-Mexiko. + + +4. Familie. #Meniscotheriidae#. + +¡Zahnreihe fest geschlossen. Obere M mit W-förmiger Außenwand, zwei +gebogenen Zwischenhöckern und zwei ungleichen konischen Innenhöckern. +Hintere P trituberkulär. Untere M und P_{4} mit zwei ¥V-förmigen¥ +Außenmonden, P_{1-3} einspitzig. Astragalus stark verlängert und mit +konvexem Naviculargelenk. Schwanz lang.¡ + +Die Meniscotheriiden sind die Ahnen der Chalicotheriiden. + +¿Meniscotherium¿ Cope. (Fig. 605.) (¡Hyracops¡ Marsh?) aus dem unteren +Eocän, Wasatchbed von Neu-Mexiko. + +[Illustration: Fig. 605. + +¡Meniscotherium terrae-rubrae¡ Cope. Unt. Eocän (Wasatch-Stufe). +Neu-Mexico. Die drei oberen Molaren u. zwei letzten Prämolaren in nat. +Gr. (Nach ~Cope~.)] + + +5. Familie. #Pleuraspidotheriidae.# Lemoine. + +¡Gebiß vollständig, J, C und P konisch. Vor und hinter P_{2} ein +kurzes Diastema. Obere M mit zwei ¥V-förmigen¥ Innen- und zwei +konischen Außenhöckern und einem kleinen vorderen Zwischenhöcker. +P^4 = M^1. P^3 mit einfachem Innenhöcker. Untere M, P_{3} und P_{4} +mit vierpaarig opponierten konischen Höckern und einem unpaaren +Vorderhöcker. Endphalangen der fünfzehigen Extremitäten schmal, +distal, jederseits etwas verbreitert. Astragalus mit breiter Rolle und +kurzem Hals.¡ + +¿Pleuraspidotherium¿ Lemoine aus dem untersten Eocän von Reims +hat möglicherweise phylogenetische Bedeutung für europäische +Perissodactylen. + + +2. Unterordnung. #Litopterna.# Ameghino.[141] + +¡Ausgestorbene, digitigrade Huftiere mit serial angeordneten +Carpalien und Tarsalien, Hand und Fuß fünf- (?), drei- oder einzehig. +Astragalus mit ausgefurchter Trochlea und konvexer distaler +Gelenkfläche. Calcaneum mit Fibula artikulierend. Gebiß vollständig +oder J reduziert. Zähne häufig in geschlossener Reihe. Backenzähne +bunolophodont, selenolophodont, meist brachyodont. Humerus ohne +Foramen entepicondyloideum. Endphalangen breit abgeplattet.¡ + +Die Litopterna sind eine auf Südamerika beschränkte Unterordnung der +Huftiere, welche sich aus eingewanderten bunodonten nordamerikanischen +Condylarthren entwickelt und dabei eine ähnliche Zahnform und +Reduktion der Seitenzehen erlangt haben wie manche Perissodactylen. + +Die Reduktion erstreckt sich teils nur auf die erste und fünfte +Zehe, teils auch auf die zweite und vierte, welche hierbei entweder +bloß dünner oder kürzer werden, oder auch bis auf kurze Stummel +verschwinden können. Die ~Zähne~ werden nur ausnahmsweise hypselodont, +bei den brachyodont bleibenden äußert sich der Fortschritt in der +Teilung der Wurzeln, so daß jeder Zahn im Unterkiefer mit vier +Wurzeln versehen ist. Mit den Notoungulaten haben sie zwar die +Kürze des Metalophs der oberen ¡M¡ gemein, sie unterscheiden sich +aber von ihnen, abgesehen von der Brachyodontie, schon dadurch, daß +Trigonid und Talonid der unteren ¡M¡ gleiche Größe besitzen. Die +oberen ¡M¡ bestehen aus zwei Außenhöckern, welche ein mit Para- und +Mesostyl versehenes Ectoloph bilden, einem großen Protocon und zwei +Zwischenhöckern und einem kleinen Hypocon. Der Protocon verbindet sich +mit dem Protoconulus zu einem schrägen Protoloph, dagegen entsteht +das kurze Metaloph aus dem Hypocon und aus dem erhabenen Hinterrand +des Zahnes. Der Metaconulus vereinigt sich eher mit dem Protocon +als mit dem Hypocon. Die unteren ¡M¡ bestehen aus zwei gleichgroßen +Halbmonden, der für die Notoungulata so charakteristische Innenhöcker +seitlich vom zweiten Halbmond tritt nur bei den ¿Macraucheniidae¿ +auf. Die ¡P¡ sind einfacher als die ¡M¡ und werden nach vorne zu +dem ¡C¡ ähnlich. Von den ¡J¡ kann der letzte verschwinden, und der +zweite größer werden als ¡J_{1}¡. Alle Zähne sind meist brachyodont +und schließen ziemlich dicht aneinander. Die einzelnen Knochen haben +vielfache Ähnlichkeit mit jenen von Perissodactylen. + + +1. Familie. #Bunolitopternidae.# + +¡Obere M aus je zwei mehr oder weniger isolierten Außenhöckern, zwei +Zwischenhöckern und zwei ungleich großen Innenhöckern bestehend, +öfters auch mit einer Anzahl von Nebenhöckern versehen. Untere M mit +je zwei konischen Innen- und zwei ¥V-förmigen¥ Außenhöckern. P viel +einfacher als die M.¡ + +Von den Condylarthren -- Phenacodontiden -- unterscheidet sich diese +Familie hauptsächlich durch die Kleinheit der ¡C¡ und das Fehlen von +Zahnlücken. Die Extremitäten waren möglicherweise noch fünfzehig. + +Von den zahlreichen Gattungen, welche ~Ameghino~ vorwiegend auf +isolierte ¡M¡ begründet hat, führen ¿Lambdaconus¿, ¿Oroacrodon¿ etc. +zu den Macraucheniiden, ¿Notoprogonia¿, ¿Lonchoconus¿, ¿Proectocion¿ +etc. zu den Proterotheriiden, während andere ¿Ricardolydekkeria¿, +¿Josepholeidya¿, ¿Argyrolambda¿ etc. gänzlich erloschen sind. Nur von +¿Didolodus¿ (Fig. 606) ist die Zahnreihe ziemlich vollständig bekannt. + +Alle Gattungen stammen aus dem Eocän -- Notostylops-Schichten -- und +Oligocän -- Astraponotus-Schichten -- von Patagonien. + +[Illustration: Fig. 606. + +¡Didolodus crassicuspis¡ Ameghino. Obereocän. Notostylops-Schichten. +Patagonien. ¡A¡ obere, ¡B¡ untere Backenzähne nat. Gr. (Nach +~Ameghino~.)] + +[Illustration: Fig. 607. + +¡Protheosodon coniferus¡ Ameghino. Untermiocän. Pyrotherium-Schichten. +Oberer Molar. Nat. Größe. (Nach ~Ameghino~.)] + +[Illustration: Fig. 608. + +¡Cramauchenia insolita¡ Ameghino. Miocän. Colpodon-Schichten. ¡A¡ +linker oberer ¡M¡, ¡B¡ rechter unterer ¡P_{4}¡ und ¡M_{1}¡. Nat. Gr.] + + +2. Familie. #Macraucheniidae.# Gervais. + +¡Schädel langgestreckt, schmal, mit kleinem Cranium und weit +zurückliegender aufwärts gerichteter Nasenöffnung. Nasenbeine klein +oder verkümmert. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Alle Zähne in geschlossener +Reihe und allmählich ineinander übergehend. M lophodont. Untere M aus +zwei Halbmonden und einem Innenhöcker bestehend, obere mit W-förmigem +Ectoloph, großem Protocon, der mit Protoloph und Metaloph verbunden +ist, und einem kleinen Hypocon. Vorder- und Hinterfuß dreizehig. Femur +mit drittem Trochanter. Fibula am Calcaneum articulierend. Leitkiele +nur auf der Hinterseite der Metapodien gut entwickelt.¡ + +Die Macraucheniiden beginnen im Eocän von Patagonien mit +bunodonten-brachyodonten und erlöschen im Pleistocän von Argentinien +mit selenolophodonten-hypselodonten Formen. Sie erreichen sehr +ansehnliche Größe und zeichnen sich durch hohe, digitigrade +Extremitäten, langen Hals und langgestreckten Schädel mit weit +zurückliegenden Nasenlöchern aus. Die Zähne erinnern etwas an +¡Anoplotherium¡. Vorder- und Hinterrand bilden einen hohen Kragen an +der Innenseite der oberen ¡M¡ und ¡P¡. Die Lebensweise scheint aquatil +gewesen zu sein. + +¿Coniopternium¿, ¿Protheosodon¿ Ameghino. (Fig. 607). Untermiocän. +Pyrotherium-Schichten. ¿Cramauchenia¿ Amegh. (Fig. 608) und +¿Theosodon¿ Amegh. Miocän von Santa Cruz. Alle brachyodont. Orbita +hinten offen, Nasenbeine kurz, frei vorragend. Vorder- und Hinterfuß +dreizehig. + +¿Oxyodontherium¿, ¿Scalabinitherium¿ Amegh. Pliocän. Argentinien. +Zähne mäßig hypselodont. + +[Illustration: Fig. 609. + +¡Macrauchenia patachonica¡ Owen. ¡A¡ Vorderfuß (nach ~Gervais~.)] + +[Illustration: Fig. 610. + +¡Macrauchenia patachonica¡ Owen. Pleistocän (Pampas-Stufe) von Buenos +Aires. Argentinien. Schädel von unten und oben, 1/6 nat. Gr. (nach +~Bravard~.)] + +[Illustration: Fig. 611. + +¡Macrauchenia patachonica¡ Owen. Restauriertes Skelett. (Nach +~Burmeister~.)] + +¿Macrauchenia¿ Owen (¡Opisthorhinus¡ Brav.) (Figuren 609, 610, 611.) +Nasenbein rudimentär, großes Nasenloch inmitten des Schädels gelegen. +Orbita hinten geschlossen. Pleistocän. + + +3. Familie. #Proterotheriidae.# Ameghino. + +¡Schädel mäßig lang mit verschmälerter Schnauze. Nasenbeine +lang, Orbita hinten geschlossen. §1.0.4.3.§/§2.1.4.3.§ Alle +Zähne brachyodont. Im Oberkiefer kurze Zahnlücke. Obere M mit +W-förmigem Ectoloph, zwei ungleich großen Innen- und ein oder zwei +Zwischenhöckern. Die beiden letzten P öfters M ähnlich. Untere M +und P_{2-4} aus zwei Halbmonden bestehend und vierwurzelig. J_{2} +vergrößert, C klein. Extremitäten drei- oder einzehig, nur die dritte +kräftig entwickelt. Leitkiel über die ganze distale Fläche der +Metapodien verlaufend.¡ + +¿Epitherium¿ Ameghino. Zweite und vierte Zehe kurz und dünn. Älteres +Pleistocän. Monte Hermoso. Argentinien. ¿Eoauchenia¿ Amegh. Ebenda. +Zahnkronen hoch. + +¿Diadiaphorus¿ (Fig. 612) und ¿Proterotherium¿ Ameghino. Miocän und +Pliocän. Dreizehig. An dem Innenende der Halbmonde der unteren ¡M¡ bei +letzterer Gattung isolierte Pfeiler. + +¿Brachytherium¿ Ameghino. Pliocän von Argentinien. + +¿Licaphrium¿ Ameghino. ¿Tetramerorhinus¿ Ameghino. Miocän von +Patagonien. + +¿Thoatherium¿ Ameghino. (Fig. 613.) Ebenda. Mit nur einer Zehe. + +¿Eoproterotherium¿, ¿Deuterotherium¿ Ameghino. Untermiocän. +Pyrotherium-Schichten von Patagonien. + +[Illustration: Fig. 612. + +¡Diadiaphorus majusculus¡ Ameghino. Obermiocän. Santa Cruz Patagonien. +¡A¡ linker Oberkiefer. 3/4 nat. Gr. (Nach ~Ameghino~.) ¡B¡ oberer +¡M^{1-2}¡. ¡C¡ unterer ¡M_{2}¡ und ¡M_{3}¡ nat. Gr. ¡D¡ Calcaneum, ¡E +F¡ Astragalus 2/3 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 613. + +¡Thoatherium crepidatum¡ Ameghino. Obermiocän. Santa Cruz. Patagonien. +¡A¡ Vorderfuß, ¡B¡ Hinterfuß. 1/2 nat. Gr. ¡C Th. minusculum¡ +Ameghino. Unterkiefer. 2/3 nat. Gr. (Nach ~Ameghino~.)] + + +4. Familie. #Adiantidae.# Ameghino. + +¿Adiantus¿, ¿Proadiantus¿ Ameghino. Miocän von Patagonien. Nur +Unterkiefer bekannt mit geschlossener Zahnreihe, 3.1.4.3., ¡J¡ und +¡C¡ meißelförmig, ¡M¡ ziemlich hoch aus zwei Monden und Innenpfeilern +bestehend. Systematische Stellung unsicher. + + +3. Unterordnung. #Perissodactyla.#[142] Owen. + +~Unpaarzeher~ (¡Mesaxonia¡ Marsh). + +¡Unguligrad, mit vorwiegend entwickelter Mittelzehe, Hinterfuß meist +dreizehig, Vorderfuß drei- oder vierzehig, zuweilen an beiden Füßen +nur eine Zehe. Astragalus mit tief ausgefurchter Gelenkrolle, distal +abgestutzt. Hand- und Fußwurzelknochen alternierend, Gebiß meist +vollständig. Backenzähne lophodont, selten bunodont. Femur mit drittem +Trochanter. Fibula nicht am Calcaneum articulierend.¡ + +Die Perissodactylen sind heutzutage nur mehr durch die drei Gattungen +¡Tapirus¡, ¡Rhinoceros¡ und ¡Equus¡ vertreten, während sie im Tertiär +einen großen Formenreichtum aufzuweisen haben. Sie sind ausgezeichnet +durch die kräftige Entwicklung der dritten oder Mittelzehe an Vorder- +und Hinterfuß, welche bei den spezialisiertesten Formen, den Equiden, +ganz allein die Körperlast trägt und auch bei den übrigen stets die +Hauptachse der Extremitäten enthält. + +Der ~Schädel~ gewinnt durch das Überwiegen der Gesichtsknochen über +die Gehirnkapsel verlängerte Form. Das Hinterhaupt fällt steil ab, +die Condyli sind quer konvex, die großen Schläfengruben von einer +Crista temporalis überdacht. Die Nasenbeine ragen frei über die +seitlich offenen, weit zurückreichenden Nasenlöcher vor, welche unten +von den Zwischenkiefern und öfters auch vom Oberkiefer begrenzt +werden. Zuweilen (¡Rhinoceros¡) tragen die Nasenbeine auf rauhen, +polsterartigen Flächen Hörner, oder es können sich auf ihnen knöcherne +Protuberanzen erheben (¡Titanotheriidae¡). Die Augenhöhlen sind in der +Regel weit offen und nur bei den jüngeren Equiden ringsum knöchern +begrenzt. + +Das definitive ~Gebiß~ der Perissodactylen besteht in seiner typischen +Entwicklung aus je §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Diese Zahnformel gilt fast +für alle eocänen Gattungen. Die Modernisierung des Gebisses veranlaßt +bei jüngeren und vorgeschritteneren Formen eine Reduktion, zuweilen +sogar vollständige Verkümmerung der ¡J¡, der oberen und selbst der +unteren ¡C¡ und der vordersten ¡P¡. Die Backenzähne sind bei den +primitiveren Formen brachyodont, bei einzelnen vorgeschritteneren +prismatisch. Die älteren Perissodactylen haben vorwiegend heterodonte, +die jüngeren homöodonte Backenzähne. Die ursprünglich praktisch +vierhöckerige, aber doch mit Nebenhöckern versehene Krone bleibt +selten rein bunodont, meist sind die Höcker durch Joche verbunden +(lophodont). Durch Vorsprünge an der Außenseite -- ~Parastyl~, +~Mesostyl~, ~Metastyl~ --, an der Innenseite der Außenwand -- +~Crista~ -- und an den Querjochen -- ~Crochet~ und ~Antecrochet~ +-- der oberen Backenzähne wird die Zahnkrone häufig verstärkt und +bei vorgeschritteneren Formen bekommt der Schmelz öfters auch eine +Zementhülle. + +Im ~Milchgebiß~ stimmen die ¡JD¡ und ¡CD¡ mit denen des definitiven +Gebisses überein, die ¡D¡ gleichen nur bei den homoeodonten Formen +ihren Ersatzzähnen, bei den heterodonten besitzen nur die zwei +hinteren Milchzähne die Gestalt von Molaren und der vorderste +zeichnet sich in der Regel durch einfachere, ¡P¡-ähnliche Form aus. + +Die ~Wirbelsäule~ besteht aus 7 Hals-, 22 Rücken- und Lendenwirbeln, +5-6 Sacral- und mindestens 13 Schwanzwirbeln. Ein Schlüsselbein +fehlt. Humerus kurz, gedrungen, ohne Foramen entepicondyloideum. +Fossa olecrani niemals durchbohrt. Radius und Ulna bald gleichmäßig +entwickelt, getrennt, bald distal verschmolzen. + +Verwachsungen von ~Carpalia~ finden nicht statt, wohl aber werden die +Carpalia durch seitliche Verschiebung der distalen Reihe und durch +Streckung nach rückwärts fester ineinander verkeilt. Das Scaphoideum +ruht nicht bloß auf dem Trapezoid wie bei den Condylarthra, sondern +auch teilweise auf dem Magnum, das Lunare stützt sich auf Magnum und +Unciforme, und nur das Cuneiforme wird bloß von einem Carpale, dem +Unciforme getragen. Das Centrale ist nicht mehr vorhanden. Bei den +Formen mit drei annähernd gleich langen Zehen ist der Carpus hoch, bei +den jüngeren ~Equiden~ mit ungemein starker Mittelzehe verbreitert +sich das Magnum und schiebt Trapezoid und Unciforme nach der Seite, +wobei das Trapezium ganz aus dem Carpus verdrängt wird und zuletzt +vollständig verschwindet. Die Zahl der Metacarpalia ist im Maximum +vier, meist drei, beim ~Pferd~ nur eins. Ein Daumen fehlt stets, der +fünfte Finger ist, wenn überhaupt vorhanden, kürzer als die übrigen. + +Die ~Metacarpalia~ greifen mit ihren schwach konkaven proximalen +Gelenken etwas zwischen die Carpalia herein und alternieren mit ihnen. +Die Länge der Metapodien ist sehr verschieden. Verlängerung von +Metapodien bedeutet in der Regel einen Fortschritt und ist meist mit +Reduktion der Seitenzehen verbunden. Wird die ganze Körperlast auf +die Mittelzehe verlagert, so bildet sich am distalen konvexen Gelenk +von Metacarpale III (und Metatarsale III) ein zugeschärfter Leitkiel +aus, welcher eine seitliche Verschiebung der Zehe verhindert. Bei den +älteren drei- oder vierzehigen Perissodactylen sind die Leitkiele auf +die Hinterseite der distalen Gelenkfläche beschränkt. Die dreieckigen, +unten abgeplatteten Endphalangen sind von Hufen umgeben. + +Der ~Oberschenkel~ zeichnet sich durch einen vorspringenden, öfters +sehr stark entwickelten dritten Trochanter aus. Tibia und Fibula +sind bei den Formen mit wenig überwiegender Mittelzehe vollständig +entwickelt und getrennt, bei den jüngeren Equiden verkümmert die +Fibula zu einem kurzen proximalen Griffelbein. + +[Illustration: Fig. 614. + +¡Palaeotherium.¡ Calcaneum. ¡as, p'¡ Fasetten für den Astragalus, +¡cub¡ Fasette für das Cuboideum.] + +[Illustration: Fig. 615. + +¡Palaeotherium.¡ Astragalus. ¡t¡ Trochlea, ¡n¡, ¡cub¡ Fasetten für +das Naviculare und Cuboideum, ¡c¡, ¡c'¡ Berührungsfläche mit dem +Calcaneum, ¡a¡ Grube zur Aufnahme des unteren Endes der Tibia.] + +Von den ~Tarsalknochen~ hat das Calcaneum (Fig. 614 ¡A¡) einen +verlängerten, am Ende rauhen Stiel (tuber calcis) und ein nach +innen vorspringendes Sustentaculum mit drei Fasetten für den +~Astragalus~ (Fig. 615 ¡B¡). Dieser letztere hat oben und vorne +eine tiefausgefurchte Rolle für die Tibia, innen und hinten drei +Gelenkflächen für das Calcaneum und an dem abgestutzten oder höchstens +schwach gewölbten distalen Ende eine große Fasette für das Naviculare +(¡n¡) und eine kleine für das Cuboideum (¡cub¡). Zwischen der +proximalen und der distalen Tarsusreihe liegt, ausschließlich vom +Astragalus bedeckt, das von den drei Cuneiformia getragene Naviculare. +Das Cuboideum ist hoch, trägt das Calcaneum, artikuliert aber auch +stets mit dem Astragalus. Alle Tarsalia bleiben getrennt, nur bei +den vorgeschritteneren Equiden kommen Verwachsungen von Cuneiformia +vor. Die Reduktion der Seitenzehen ist am Hinterfuß vollständiger +und konstanter als am Vorderfuß. Der Hinterfuß ist somit entweder +dreizehig oder, bei den jüngeren Equiden, einzehig. Die meist ebenen +proximalen Gelenkflächen der Metatarsalia greifen nicht in die untere +Tarsusreihe ein. + +Die ~Perissodactylen~ lassen sich in fünf Familien, ¿Tapiridae¿, +¿Rhinoceridae¿, ¿Equidae¿, ¿Titanotheriidae¿ und ¿Chalicotheriidae¿ +einteilen, von denen die vier ersten auf eine gemeinsame Stammform +zurückgehen, welche der Condylarthrengattung ¡Tetraclaenodon¡ +vermutlich sehr ähnlich war, während die ¿Chalicotheriidae¿ +ungezwungen von der Condylarthrengattung ¿Meniscotherium¿ abgeleitet +werden können. + + +1. Familie. #Tapiridae.#[143] + +¡Nasenbeine kurz, frei vorragend. §3.1.4-3.3.§/§3-2.1.4-3.3.§ +J meißelförmig, C konisch. Backenzähne brachyodont. P anfangs +einfacher als M, bei den späteren Formen gleich M. Obere M mit zwei +untereinander verbundenen Außenhöckern und zwei geraden Querjochen, +welche die Außenhügel mit den beiden Innenhügeln verbinden. Parastyl +kräftig. Untere M mit zwei rechtwinklig oder schief zur Längsachse +gerichteten Querjochen. Vorderfuß meist mit vier, Hinterfuß mit drei +Zehen.¡ + +Die Tapiriden enthalten kleine, mittelgroße und ausnahmsweise auch +große Formen. Die einzige noch existierende Gattung lebt in Südasien +und im tropischen Amerika. Fossile Tapiriden beginnen im Untereocän +von Europa und Nordamerika und reichen in Europa bis in das Pliocän. +Im Pleistocän haben sie sich in ihre jetzigen Wohnsitze zurückgezogen, +sind aber auch noch fossil in China und Nordamerika vertreten. Ihre +nächsten Beziehungen haben sie zu den Rhinoceriden. + +[Illustration: Fig. 616. + +¡Tapirus americanus¡ Lin. ¡A¡ linker Vorderfuß, ¡B¡ rechter Hinterfuß. +1/5 nat. Gr.] + +Fast alle Tapiriden besitzen ein vollständiges Gebiß. Die ¡C¡ sind +meist durch ein Diastema von den stets brachyodonten Backenzähnen +getrennt. Das in der Regel gut entwickelte Cingulum bildet an der +Vorderaußenecke der oberen ¡M¡ und oft auch der ¡P¡ einen Pfeiler +(Parastyl). Die Querjoche, welche die Außenhöcker mit den Innenhöckern +verbinden, verlaufen fast geradlinig (ortholophodont). Im Unterkiefer +sind die vorderen Schenkel der ursprünglich ¥V-förmigen¥ Joche fast ganz +verwischt, so daß in der Regel nur die hinteren Schenkel einfache +Querjoche bilden. Bei allen alttertiären Gattungen unterscheiden sich +die ¡P¡ durch einfacheren, im Oberkiefer häufig noch trituberkulären +Bau von den ¡M¡, beim lebenden Tapir haben die ¡P¡, mit Ausnahme +des vordersten, das Aussehen von echten ¡M¡ erhalten. Im Oberkiefer +sind meistens 4, im Unterkiefer 3 bis 4 ¡P¡ vorhanden, welchen die +¡M¡ ähnlichen ¡D¡ vorausgehen. Im Unterkiefer tritt häufig Verlust +des vordersten ¡P¡ ein, während der Oberkiefer meist die volle +Zahl (4) behält. Nur die Gattung ¡Lophiodon¡ besitzt trotz ihres +hohen geologischen Alters oben und unten nur 3 ¡P¡. Der Schädel der +Tapiriden ist in der Regel gestreckt, die Schnauze verschmälert, +die Gehirnhöhle mäßig groß, die Orbita sind hinten nicht knöchern +umgrenzt, die Nasenbeine frei vorragend, bei den älteren Formen sehr +lang und groß, bei Tapir kurz und dreieckig, Raum für einen kurzen +Rüssel lassend. Nasenöffnung groß und weit zurückreichend. Postglenoid +und Paroccipitalfortsätze wohl entwickelt. Die Extremitäten +(Fig. 616) haben mäßige Länge, sie sind schlanker als bei den meisten +Rhinoceriden aber plumper als bei den meisten Equiden. Ulna und Radius +sind getrennt und nahezu gleich stark. Im Carpus ruht das Scaphoid +auf Trapezoid und Magnum, und das Lunatum zum größten Teil auf dem +Unciforme. Das Magnum trägt die Hauptlast und wird von Metacarpale II +und III gestützt. Der Vorderfuß ist vier-, der Hinterfuß dreizehig. +Das Femur hat einen mäßig entwickelten dritten Trochanter, die Fibula +ist stets vollständig. Der Astragalus besitzt eine tief ausgefurchte +Trochlea und distal eine große abgestutzte Gelenkfläche für das +Naviculare und eine kleine für das Cuboid. Der Bau von Carpus und +Tarsus hat bei den Tapiriden während des ganzen Tertiärs keine +nennenswerten Veränderungen erfahren. + + +1. Unterfamilie. #Lophiodontinae.# + +¡Obere und untere M mit zwei schiefen Querjochen. Sämtliche P oder +doch die vordersten einfacher als die M. Metacon der oberen M konkav.¡ +Nur fossil im Eocän von Europa und Nordamerika. + +¿Heptodon¿ Cope. §3.1.4.3.§/§3.1.4-3.3.§ Alle ¡P¡ einfacher als die +¡M¡. Unterer ¡M_{3}¡ dreijochig. Untereocän. (Wasatch- und Wind +Riverbed). Wyoming. + +¡H. ventorum. calciculus¡ Cope. + +¿Helaletes¿ Marsh (¡Dilophodon¡, ¡Desmatotherium¡ Scott). §4§/§3§ ¡P¡, +¡P^3¡ und ¡P^4¡ mit Nachjoch. Mitteleocän, Bridgerbed und Obereocän, +Uintabed. + +¿Chasmotherium¿ Rütimeyer. §4§/§4§ ¡P¡, davon die beiden letzten +¡M¡ ähnlich. Unterer ¡M_{3}¡ nur mit zwei Jochen. Mitteleocän von +Frankreich und Schweizer Bohnerze. + +¿Lophiodon¿ Cuv. (¡Tapirotherium¡ Blv.) (Fig. 617). §3§/§3§ ¡P¡, +sämtlich einfacher als die ¡M¡. Unterer ¡M_{3}¡ dreijochig. Schädel +niedrig, lang, mit hohem Scheitelkamm. Hinterhaupt überhängend. +Nasenbeine bis oberhalb ¡J^1¡ reichend. Hand vierzehig. ¡McV¡ kurz. +Zahlreiche Arten im europäischen Eocän, in der Größe zwischen Schwein +-- ¡L. occitanicum¡ Gerv. -- und Rhinoceros -- ¡L. rhinocerodes¡ Rüt. +-- schwankend. + +¿Lophiodochoerus¿ Lemoine. Untereocän von Reims. + +[Illustration: Fig. 617. + +¡Lophiodon isselense¡ Cuv. Mitteleocän. Issel bei Castelnaudary. Aude. +Zahnreihe des linken Oberkiefers und Unterkiefers, 1/2 nat. Gr. (Nach +~Filhol~.)] + + +2. Unterfamilie. #Tapirinae.# + +¡Untere M mit zwei rechtwinklig zur Längsachse stehenden Querjochen. +Zweiter Außenhöcker der oberen M in der Regel konisch. P bei den +älteren Formen einfacher, bei den jüngeren M ähnlich.¡ + +Fossil im Eocän bis Pleistocän von Nordamerika, in Europa von Oligocän +bis Pliocän, in Asien und Südamerika erst im Pleistocän. + +¿Systemodon¿ Cope. ¡P_{4}¡ in beiden Kiefern nahe an ¡C¡. +Außenhöcker der oberen ¡M¡ fast gleich stark. Querjoche mit +deutlichen Zwischenhöckern. ¡P^1¡ klein, einspitzig, die übrigen +¡P¡ dreihöckerig. Unterer ¡M_{3}¡ dreijochig. Im unteren Eocän +(Wasatchbed) von Wyoming und Neu-Mexiko. ¡S. semihians¡ Cope. + +¿Isectolophus¿ Scott und Osborn. Obereocän. Bridger und Uintabed. + +¿Protapirus¿ Filhol (Fig. 618). Oberer P^4 mit zwei äußeren Höckern +und einem zweispitzigen Innenhöcker und zwei konvergierenden Jochen. +Unterer ¡M_{3}¡ zweijochig. Oligocän. Phosphorite von Quercy und +Bohnerz von Ulm. ¡P. priscus¡ Filhol. Die amerikanischen Arten ¡P. +robustus¡ Sinclair (Untermiocän von Oregon), ¡obliquidens¡ und +¡simplex¡ Wortman (Oligocän White Riverbed) sind wohl generisch +verschieden -- Nachjoch der unteren ¡M¡ aus zwei fast isolierten +Höckern bestehend. + +¿Colodon¿ Marsh. Ohne unteren ¡J_{1}¡ und unteren ¡P_{1}¡. Obere ¡P^2¡ +bis ¡P^4¡ mit Nachjoch. Paracon der oberen ¡M¡ konkav. Unterer ¡M_{3}¡ +zweijochig. Metapodium ¡III¡ viel kräftiger als die übrigen. Oligocän. +White Riverbed. + +¿Tapiravus¿ Marsh. Miocän von New Jersey und Pliocän der Rocky +Mountains, sehr unvollständig bekannt. + +¿Palaeotapirus¿ Gaudry (¡Paratapirus¡ Depéret) (Fig. 619). ¡P^1¡ +dreieckig und undeutlich dreihöckerig, ¡P^2¡ mit kurzem Vor- und +langem Nachjoch. ¡P^3¡ und ¡P^4¡ oblong, mit gleichlangen Querjochen. +¡M¡ trapezoidal im Umriß. Parastyl an den oberen ¡P¡ schwach, an den +¡M¡ kräftig entwickelt. Untermiocän Ulm, Mainz, Brüx und Schweiz, Dep. +Allier und Savoyen. ¡P. helveticus¡ Meyer sp. + +[Illustration: Fig. 618. + +Protapirus priscus Filhol. Quercy. ¡A¡ letzter oberer ¡P¡ und drei +¡M¡. ¡B¡ die drei hinteren ¡M¡ des Unterkiefers in nat. Gr. (Nach +~Filhol~.)] + +[Illustration: Fig. 619. + +¡Palaeotapirus helveticus¡ Meyer. Unt. Miocän. Eselsberg bei Ulm. ¡A¡ +¡P^2¡, ¡P^4¡ und ¡M^1¡ des Oberkiefers. ¡B¡ Ein Unterkiefer-Molar +(nat. Gr.).] + +¿Tapirus¿ Linné (¡Elasmognathus¡ Gill). Obere ¡P¡ mit Ausnahme von +¡P^1 M¡ ähnlich aber oblong und mit schwächerem Parastyl. Unterer +¡P_{2}¡ verlängert, Schädel mit sehr kurzen, vorne zugespitzten +und zuweilen durch eine Wand gestützten Nasenbeinen. Lebend in Süd- +und Zentralamerika und in Südindien. Fossil in Europa im Obermiocän +¡T. Telleri¡ Hofmann in Steiermark, im Unterpliocän ¡T. priscus¡ +Kaup Eppelsheim, Mittelpliocän, ¡T. hungaricus¡ Meyer Steiermark +und Ungarn, Oberpliocän, ¡T. arvernensis¡ Croiz. und Job. Auvergne. +Im Pleistocän von Südchina lebte der riesige ¡T. sinensis¡ Owen. Im +Pleistocän von Nordamerika ¡T. Haysii¡ Leidy, in dem von Südamerika +(Tarija) ¡T. tarijensis¡ Ameghino. + + +2. Familie. #Rhinoceridae.#[144] + +¡Nasenbeine frei vorragend, häufig mit einem rauhen Polster +für ein oder zwei Hörner. Nasenlöcher weit zurückreichend. +§3-0.1-0.4-2.3.§/§3-0.1-0.4-2.3.§ J und C öfters fehlend. P den M mehr +oder weniger ähnlich, bei den älteren Formen einfacher. Obere M mit +dicker Außenwand, Ectoloph, und zwei schiefen, schwach gebogenen und +mit dem Ectoloph innig verbundenen Querjochen. Untere M mit zwei fast +rechtwinklig geknickten Jochen, wovon sich das Nachjoch -- Metalophid +-- mit seinem vorderen Schenkel an das Vorjoch anschließt. M_{3} ohne +drittes Joch. Vorderfuß mit drei oder vier, Hinterfuß mit drei Zehen.¡ + +Zu den Rhinoceridae gehören vorwiegend große, kurzhalsige, plumpe, +kurzbeinige und kurzgeschwänzte Grasfresser, welche noch jetzt +in sumpfigen Niederungen des tropischen Indien, der Sundainseln +und in Zentralafrika leben, fossil im oberen Eocän von Europa und +Nordamerika beginnen und im Oligocän, Miocän und Pliocän einen großen +Formenreichtum entfalten. Im Miocän erscheinen sie auch in Nordafrika +und bald darauf auch in Asien. In Europa haben sie ihre letzten +Vertreter im Pleistocän. Sie zeichnen sich teilweise durch den Besitz +starker Hörner aus, die als echte Hautgebilde aus innig verwachsenen +Haarbüscheln entstehen und auf rauhen Protuberanzen dem Nasenbein, +zuweilen auch dem Stirnbein aufsitzen. Sind zwei Hörner vorhanden, so +stehen sie meistens hintereinander. + +[Illustration: Fig. 620. + +Oberer Molar von Rhinoceros. 1/2 nat. Gr. ¡E¡ Ectoloph. ¡P¡ Protoloph. +¡M¡ Metaloph. ¡Ps¡ Parastyl. ¡Cr¡ Crista, ¡A¡ Antecrochet. ¡C¡ +Crochet.] + +Das Gebiß ist nur bei den älteren Formen vollständig, bei den jüngeren +verkümmern zuerst die ¡C¡ und dann allmählich auch die ¡J¡. Bei den +älteren Formen sind alle oder doch die zwei vorderen ¡P¡ einfacher +gebaut als die ¡M¡; bei allen jüngeren Rhinoceriden zeigen die ¡P¡ +und ¡M¡ mit Ausnahme des vordersten ¡P¡ im wesentlichen gleiche +Zusammensetzung. In das von den Querjochen der oberen ¡M¡ (Fig. 620) +begrenzte Quertal ragen häufig Vorsprünge, Sporne, vom Vorjoch, +Protoloph, ~Antecrochet~ ¡A¡, von der Außenwand, Ectoloph ~Crista~ +¡Cr¡, und vom Nachjoch, Metaloph ~Crochet~ ¡C¡ nach ~Osborns~ +Bezeichnungsweise herein, die sich auch berühren und dann inselartige +Räume umschließen können. An der Vorderaußenecke der oberen ¡P¡ und +¡M¡ befindet sich der Parastyl. Der letzte untere ¡M¡ besitzt nie ein +drittes Joch. + +Der ~Schädel~ ist niedrig, langgestreckt, das Hinterhaupt durch einen +scharfen Occipitalkamm begrenzt, die Orbiten sind hinten offen und die +Schläfengruben sehr groß. Die frei vorragenden Nasenbeine sind bei den +hornlosen Formen schmal, bei den behornten stark und breit und werden +zuweilen durch ein verknöchertes Mesethmoid gestützt. Die Nasenlöcher +können bis zum ersten ¡M¡ reichen. Postglenoid und Mastoidfortsatz +stehen zuweilen dicht beisammen. + +Die Extremitäten sind meist kurz und plump, Radius und Ulna kräftig, +ähnlich wie bei den Tapiriden und wie bei ihnen vollständig getrennt. +Auch der Carpus ist, wenigstens bei den älteren Formen, dem der +Tapiriden ähnlich. Von den Metacarpalien ist ¡Mc III¡ kräftiger als +¡Mc II¡ und ¡IV¡. ¡Mc V¡ ist, wenn überhaupt vorhanden, kurz. Der +Oberschenkel zeichnet sich durch den Besitz eines großen, in Mitte +der Diaphyse gelegenen dritten Trochanters aus. Tarsus und Metatarsus +sind bei den primitiveren Formen etwas verlängert und schmal, bei den +jüngeren kurz und breit. + +[Illustration: Fig. 621. + +¡Hyrachyus eximius¡ Leidy. Eocän (Bridger-Stufe). Wyoming. ¡A¡ Letzter +oberer Prämolar und erster oberer Molar. ¡B¡ letzter unterer Backzahn +(nat. Gr.). ¡C¡ Vorderfuß (nach einem Gipsabguß). ¡D¡ Hinterfuß (ca. +1/5 nat. Gr.). (Nach ~Cope~.)] + + +1. Unterfamilie. #Hyracodontidae.# Cope. + +¡Schädel kurz mit Sagittalcrista und seitlich sichtbarem Perioticum. +Nasenbeine vorragend, hornlos. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ C schwach und +dicht an die meißelartigen J stoßend, von den Backenzähnen durch ein +Diastema getrennt. P und M entweder heterodont oder nahezu homoeodont. +Die oberen M aus Außenwand und zwei schiefen Querjochen, die unteren +aus zwei geknickten Halbmonden bestehend. Hals lang, Extremitäten lang +und schlank. Vorderfuß vier- bis dreizehig, Hinterfuß dreizehig.¡ + +Diese zierlichen, hochbeinigen, schlanken, langhalsigen Tiere erinnern +eher an ältere Equiden als an Rhinoceriden, obwohl Schädel und +Backenzähne im ganzen mit den letzteren übereinstimmen. Im Skelett +stehen sie den Tapiriden nahe. Sie bilden einen gänzlich erloschenen +Seitenzweig der Rhinoceriden, der auf Obereocän und Oligocän von +Nordamerika beschränkt ist. + +¿Hyrachyus¿ Leidy (Fig. 621) (¡Colonoceras¡ Marsh?) ¡P¡ einfacher +als ¡M¡, die oberen ¡P¡ dreihöckerig. Vorderfuß vierzehig, Hinterfuß +dreizehig. Obereocän (Bridgerbed). Wyoming. + +¿Triplopus¿ Cope. Vorderfuß dreizehig. Obereocän (Bridger- und +Uintabed). + +¿Hyracodon¿ Leidy (Fig. 622). Die drei hinteren ¡P M¡-artig. Vorderfuß +dreizehig. Oligocän White Riverbed. + +[Illustration: Fig. 622. + +¡Hyracodon nebrascensis¡ Leidy. Oligocän. White Riverbed. Nebraska +Schädel. 1/6 nat. Gr. (Nach ~Scott~.)] + +[Illustration: Fig. 623. + +¡Metamynodon planifrons¡ Osborn. Oligocän. White Riverbed. 1/10 nat. +Gr. (Nach ~Osborn~.)] + + +2. Unterfamilie. #Amynodontinae.# Scott and Osb. + +¡Schädel vor der Orbita tief ausgehöhlt, Vorderrand der Schnauze +breit. Nasenbeine sehr kurz, hornlos. C oben und unten viel stärker +als die J, hauerartig. M ähnlich wie bei Rhinoceros. Obere M ohne +Sporne. P viel kleiner und einfacher als die M. Vorderfuß vier- und +Hinterfuß dreizehig.¡ + +Von einer Gattung dieser plumpen Tiere (¡Metamynodon¡) ist das Skelett +vollständig bekannt. Der Schädel gleicht eher dem eines Bären als +eines Rhinoceriden. In Nordamerika im Obereocän und Oligocän, in +Europa im Oligocän. + +¿Amynodon¿ Marsh (¡Orthocynodon¡ Scott et Osb.) +§3-2.1.4.3.§/§2-1.1.4.3.§ ¡M¡ nicht komprimiert. Obereocän. Uintabed. + +¿Metamynodon¿ Scott u. Osb. (Fig. 623). §2.1.3.3.§/§1.1.2.3.§ +Zahnkronen sehr hoch, stark komprimiert. Oligocän. White Riverbed. +Dakota. + +¿Cadurcotherium¿ Gervais §2.1.3.3.§/§1.1.2.3.§ M seitlich stark +komprimiert. Oligocän Phosphorite von Quercy und Gips von +Isle-sur-Sorgues. + + +3. Unterfamilie. #Rhinocerinae.# + +¡Schädel langgestreckt, hinten ansteigend, ohne Sagittalcrista, +aber mit Supraoccipitalkamm. Perioticum nicht an der Außenseite des +Schädels hervortretend. Nasenbeine lang, vorspringend, nicht selten +mit Hornpolster. §3-0.1-0.4-3.3.§/§3-0.0.4-3.3.§ Obere C fast immer, +untere stets fehlend, J frühzeitig teilweise und später zuweilen ganz +reduziert oder oberer J^1 und unterer J_{2} stark spezialisiert. +Obere Backenzähne mit Außenwand und zwei schiefen Querjochen, häufig +mit Antecrochet, Crista und Crochet oder nur mit einem oder zwei +dieser Sporne versehen. Obere und untere P häufig den M gleich. Hals +kurz, Extremitäten plump. Vorderfuß vier- bis dreizehig, Hinterfuß +dreizehig.¡ + +Sämtliche Angehörige dieser Unterfamilie wurden von ~Cuvier~ in der +einzigen Gattung ¿Rhinoceros¿ vereinigt, die jetzt in eine Anzahl +von Subgenera zerlegt wird. Die fossilen Formen bilden zum Teil sehr +vollständig geschlossene Formenreihen. + +¿Prohyracodon¿ Koch. Extremitäten schlank. Obere ¡M¡ ohne Sporne. +Mitteleocän. Siebenbürgen. + +¿Trigonias¿ Lucas. §3.1.4.3.§/§3.0.4.3.§ Oberer ¡J_{1}¡ und unterer +¡J_{2}¡ viel größer als die übrigen. ¡P¡ viel einfacher als ¡M¡. +Nasenbeine und Zwischenkiefer lang. Vorderfuß vierzehig. Oligocän +White Riverbed. ¡T. Osborni¡ Lucas. + +¿Leptaceratherium¿ Osborn §2.1.4.3.§/§2.0.3.3.§ Vorderfuß dreizehig. +Ebenda ¡L. trigonodum¡ Osborn. + +¿Meniatherium¿ Abel. Oligocän. Krain. ¡P¡ und ¡M¡ einfach, klein. + +¿Epiaceratherium¿ Abel. Oligocän. Monte Bolca. ¡P^4¡ dreieckig. + +¿Ronzotherium¿ Aymard. ¡P¡ einfach. Nur Unterkiefer bekannt. Oligocän +Ronzon. ¡R. velaunum¡ Aymard. + +[Illustration: Fig. 624. + +¡Aceratherium tetradactylum¡ Lartet. Obermiocän. Sansan (Gers.) +Vorderfuß 1/5 nat. Gr. (Nach ~Blainville~.)] + +[Illustration: Fig. 625. + +¡Aceratherium sp.¡ Miocän. Nordamerika. Hinterfuß 1/5 nat. Gr. +(nach ~Osborn~.)] + +[Illustration: Fig. 626. + +¡Aceratherium tridactylum¡ Osborn. Oligocän. Oberes White Riverbed. +Nebraska. Schädel 1/9 nat. Gr. (Nach ~Osborn~.)] + +¿Praeaceratherium¿ Abel. (¡Eggysodon¡ Roman?) Obere ¡M¡ ohne Crochet +und Antecrochet. ¡P¡ mit parallelen, ungleich langen Jochen und +gerundeter Innenseite. Oligocän Phosphorite, schwäbische Bohnerze, +Meeresmolasse von Alzey, ¡P. minus¡ Filh. sp. ¡E. Osborni¡ Schl. mit +oberem ¡C¡. + +¿Protaceratherium¿ Abel. Obere ¡M¡ mit Crochet und Antecrochet, +¡P¡ vierseitig mit konvergierenden Jochen. Oligocän. Phosphorite +von Quercy, Stampien und Braunkohlen von Böhmen und Piemont. ¡P. +cadibonense¡ Roger sp., ¡minutum¡ Cuv. sp. + +¿Aceratherium¿ Kaup (¡Caenopus¡ Cope) (Fig. 624-627). +§2-1.0.4.3.§/§2-1.0.4.3.3.§ Dolichocephal, Nasenbeine schmal, +hornlos. Oberer ¡J^1¡ komprimiert, ¡J_{1}¡ hinfällig, ¡J_{2}¡ lang, +eckzahnähnlich mit dreikantiger Schneide. ¡P¡ stets einfacher als +die ¡M¡. Obere ¡P¡ und ¡M¡ anfangs nur mit Antecrochet. Vorderfuß +dreizehig, zuweilen mit kurzem, dünnen, vierten Finger (Fig. 624). +Oligocän. White Riverbed von Nordamerika. ¡A. occidentale¡ Leidy, +¡tridactylum¡, ¡platycephalum¡, Osborn, ¡mite¡ Cope, Miocän, Colorado +¡persistens¡ Osborn. Untermiocän Europa ¡A. lemanense¡ Pomel, +Mittelmiocän ¡platyodon¡ Mermier, Obermiocän ¡tetradactylum¡ Lartet, +Unterpliocän, ¡incisivum¡ Kaup. Im Unterpliocän von Samos ¡A. samium¡, +¡Schlosseri¡ Weber, im Pliocän der indischen Siwalik und in China ¡A. +Blanfordi¡ Lydekker, von Maragha ¡A. Persiae¡ Pohlig. + +¿Diceratherium¿ Marsh. §1.0.4 .3.§/§2.0.4-3.3.§ Kleine Tiere, +dolichocephal. Nasenbeine mit zwei kleinen, seitlichen Hornpolstern. +¡P¡ fast stets ¡M¡ ähnlich. In Europa im Oligocän ¡D. Zitteli¡ +Schlosser, im Mittelmiocän ¡D. Douvillei¡ Osborn, im Obermiocän ¡D. +steinheimensis¡ Jaeger. In Nordamerika im Oligocän ¡D. proavitum¡ +Hatcher, im Untermiocän (John Daybed) ¡D. armatum¡, ¡nanum¡ Marsh, ¡D. +Cooki¡, ¡niobrarense¡ Peterson. + +[Illustration: Fig. 627. + +¡Aceratherium platycephalum¡ Osborn. Oligocän. White Riverbed. Obere +Backenzähne. 1/2 nat. Gr. (Nach ~Osborn~.)] + +¿Brachypotherium¿ Roger. §1.0.4.3.§/§1.0.3.3.§ Brachycephal, +brachyodont. ¡J^1¡ und ¡J_{2}¡ sehr kräftig. Obere ¡P¡ und ¡M¡ nur +mit Antecrochet. ¡P¡ einfacher als ¡M¡. Schädel hornlos, Extremitäten +kurz und plump. In Europa im Mittelmiocän ¡B. aurelianense¡ Nouel, im +Obermiocän ¡B. brachypus¡ Lart., im Unterpliocän ¡B. Goldfussi¡ Kaup. +In Ostindien ¡B. perimense¡ Lydekker. + +¿Teleoceras¿ Hatcher (Fig. 629) §1.0.4.3.3.§/§1.0.3-2.3.§ Brachycephal +mit kleinem Horn an der Nasenspitze und ¿Aphelops¿, ¿Peraceras¿ (Cope) +ebenso, jedoch ohne Horn. Backenzähne bei beiden mehr oder weniger +hypselodont. Extremitäten überaus kurz und plump, so daß der Habitus +des Tieres eher einem ¡Hippopotamus¡ als einem ¡Rhinoceros¡ gleicht. +Im Miocän ¡A. megalodus¡ Cope, im Unterpliocän ¡Teleoceras fossiger¡ +Cope. Stammvater dieser nordamerikanischen Gattungen ist wohl +¡Brachypotherium¡. + +[Illustration: Fig. 628. + +¡Rhinoceros¡ (¡Ceratorhinus¡) ¡Schleiermacheri¡ Kaup. Unterpliocän +Eppelsheim. Oberer Molar. 2/3 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 629. + +¡Teleoceras fossiger¡ Cope. Obermiocän. Kansas. Schädel von unten. +1/10 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +¿Ceratorhinus¿ Gray, ¡Dihoplus¡ Brandt (Fig. 628), mäßig +dolichocephal. §2-0.0.4.3.§/§1-0.0.3.3.§ Oberer ¡J^1¡ und unterer +¡J_{2}¡ ähnlich wie bei ¡Aceratherium¡, zuweilen noch ein oberer ¡J^2¡ +vorhanden. ¡P¡ häufig ¡M¡ ähnlich und wie diese mit Crochet, Crista +und Antecrochet. Alle ¡P¡ und ¡M¡ brachyodont. Nasenbeine lang, mit +Hornpolster, ein zweites zuweilen auf den Stirnbeinen. Die jüngeren +Arten verlieren die ¡J¡, dagegen entwickelt sich ein knöchernes +Nasenseptum. Im Untermiocän ¡C. tagicus¡ Roman. Im Obermiocän +¡C. sansaniensis¡ und ¡simorrensis¡ Lartet, im Unterpliocän ¡C. +Schleiermacheri¡ Kaup. Im Pleistocän von Niederösterreich ¡C. +hundsheimensis¡ Toula. Lebend ¡C. sumatrensis¡. + +¿Rhinoceros¿ s. str. Gray (¡Zalabis¡ Cope) §1.0.4.3.§/§1.0.3.3.§ +Backenzähne häufig hochkronig. Schädel mit nur einem Horn. Occiput +vorwärts geneigt. Processus postglenoideus und posttympanicus unten +verwachsen. Lebend in Südindien (¡R. sondaicus¡ Horsf.) Fossil in den +Siwalikschichten, ¡Rh. palaeindicus¡ und ¡sivalensis¡ Falc., und im +Pleistocän von Ostindien und Borneo. + +¿Diceros¿ Gray (¡Atelodus¡ Pomel) (Fig. 630). §0.0.4.3.§/§0.0.3.3.§ +Occiput nach hinten geneigt. Processus postglenoideus und +posttympanicus unten frei. Schädel mit zwei Hörnern. Lebend in Afrika +(¡Rh. bicornis¡ Lin.). Fossil in Europa und auf Samos im Unterpliocän +¡Rh. pachygnathus¡ Wagn., in Persien (Maragha) ¡Rh. Morgani¡ +Mecquenem, im Mittelpliocän ¡Rh. leptorhinus¡ Cuv., (¡Rh. megarhinus¡ +Christol), im Pleistocän von Ostindien ¡Rh. deccanensis¡ Lyd. und +von China ¡Rh. sinensis¡ Owen. Zweifelhaft ist die Stellung von ¡Rh. +platyrhinus¡ Lyd. aus den Siwalikschichten und von ¡Rh. Habereri¡ +Schlosser von China. + +¿Coelodonta¿ Bronn. §0.0.4.3.§/§0.0.3.3.§ Nasenbeine groß, durch eine +knöcherne Scheidewand gestützt. Occiput nach hinten geneigt. Je ein +Horn auf Nase und Stirne. Im Oberpliocän und im ältesten Pleistocän +von Europa ¡Rh. etruscus¡ Falconer, im Pleistocän von Europa und +Nordasien ¡Rh. Mercki¡ Jäger (in China durch ¡Rh. simplicidens¡ Koken +ersetzt) und ¡Rh. antiquitatis¡ Blumb. (¡Rh. tichorhinus¡ Fisch). +In Sibirien hat man zwischen dem Jenisei und der Lena Leichen von +¡Rh. Mercki¡ und ¡antiquitatis¡ im gefrorenen Boden gefunden, die +noch mit Wollhaar bekleidet waren. Die Vertiefungen der Backenzähne +enthielten noch Futterreste (Coniferennadeln und Weidenblätter). ¡Rh. +Mercki¡, der Nachkomme von ¡etruscus¡, erlosch bereits vor Ende des +Pleistocäns, und erst nach ihm wird ¡Rh. antiquitatis¡ häufig, der +wahrscheinlich von ¡Rh. platyrhinus¡ abstammt. ¡Rh. etruscus¡ geht +vermutlich auf ¡Schleiermacheri¡ zurück. + +[Illustration: Fig. 630. + +¡Rhinoceros (Coelodonta) antiquitatis¡ Blumb. ¡A¡ Oberer Molar. +Pleistocän. Kent's Höhle bei Torquay. 2/3 nat. Gr. (Nach ~Owen~.) +¡B¡ unterer Molar von innen. 1/2 nat. Gr.] + + +4. Unterfamilie. #Elasmotheriinae.# + +¡Schädel langgestreckt, mit zugespitzter Schnauze und großer +halbkugeliger Protuberanz auf dem Stirnbein. Nasenbeine schmal, +nur an der Spitze mit einer kleinen Rauhigkeit versehen. +§0.0.2.3.§/§0.0.2.3.§ Ohne J und C. Backenzähne prismatisch, +wurzellos. Obere M aus Außenwand und zwei schiefen Jochen, untere M +aus zwei eckigen Halbmonden bestehend. Schmelz stark gekräuselt. P +einfacher und kleiner als M. Skelett plump. Vorder- und Hinterfuß +dreizehig.¡ + +¿Elasmotherium¿ Fischer. Die einzige Art (¡E. sibiricum¡ Fischer) im +älteren Pleistocän von Südrußland und Sibirien, sehr selten auch im +Rheintal. + + +3. Familie. #Equidae.#[145] + +¡Nasenbeine frei vorragend, vorne zugespitzt, hornlos. Gebiß +§3.1.4-3.3.§/§3.1.4-3.3.§ J meißelförmig, C stets kräftiger als die +J; P bei den geologisch älteren Formen einfacher, bei den jüngeren +gleich M. Obere M aus zwei in der Regel zu einer Außenwand verbundenen +Außenhöckern, zwei Innenhöckern und meist zwei konischen oder +leistenartig verlängerten oder halbmondförmig gebogenen Innenhöckern +bestehend. Zwischen- und Innenhöcker meist jochartig verbunden. Untere +M bei den primitivsten Formen praktisch vierhöckerig, in der Regel +aber aus zwei ¥V-¥ oder halbmondförmigen, nach innen geöffneten Jochen +zusammengesetzt. Vorderfuß vier- oder drei- oder einzehig, Hinterfuß +drei- oder einzehig.¡ + +Die Equiden bilden die formenreichste, in ihren Endgliedern am meisten +spezialisierte Familie der Perissodactylen. Sie beginnen im älteren +Eocän und gipfeln in der jetzt noch lebenden Gattung Equus. Wie +groß nun auch der Unterschied zwischen einem Pferd und den kleinen +vierzehigen eocänen Anfangsformen sein mag, so sind doch die einzelnen +Gattungen der Equidenreihe morphologisch aufs engste miteinander +verbunden. Die Unterfamilien der ¡Hyracotheriinae¡, ¡Anchitheriinae¡ +und ¡Equinae¡ weichen bloß durch graduelle Unterschiede voneinander +ab und stellen lediglich zeitlich getrennte Entwicklungsstufen dar. +Nur die bald erlöschende Unterfamilie der ¡Palaeotheriinae¡ nimmt eine +gesonderte Stellung ein. + +Der Schädel ist langgestreckt, niedrig, die Stirne breit, das Gehirn +groß und stark gefaltet. Die hornlosen zugespitzten Nasenbeine ragen +frei über die zuweilen weit zurückreichende Nasenöffnung vor, welche +unten vom Ober- und Zwischenkiefer begrenzt wird. Die Orbiten sind bei +den älteren Gattungen groß, hinten offen, bei den jüngeren kleiner +und ringsum knöchern begrenzt. Lacrimalia ausgedehnt. Processus +postglenoidalis und paroccipitalis wohl entwickelt. + +Sämtliche Equiden besitzen oben und unten jederseits drei ¡J¡, einen +¡C¡ und sieben oder sechs Backenzähne. Das Diastema zwischen den +¡C¡ und ¡P¡ vergrößert sich bei den jüngeren Formen infolge von +Verlängerung der Gesichtsknochen. Die anfänglich kurzen, brachyodonten +Zähne werden prismatisch, hypselodont, und die anfangs einfacheren ¡P¡ +bekommen den Bau der ¡M¡. Die oberen ¡M¡ besitzen vier Haupthügel, +zwei äußere und zwei innere von ¥V-förmiger¥ Gestalt und in der Regel +kleine Zwischenhöcker. Bei den älteren Formen sind die Außenhügel von +den Innenhügeln getrennt und nur die letzteren mit den Zwischenhügeln +durch schwache Leisten verbunden. Bei weiterer Entwicklung vereinigen +sich nicht nur die Außenhöcker zu einer W-förmigen Außenwand, sondern +auch die Innen- und Zwischenhügel zu schrägen Jochen. Die Außenwand +besitzt drei Vorsprünge, am Vorderaußeneck, Parastyl, in der Mitte, +Mesostyl, und am Hinteraußeneck Metastyl. Von den oberen ¡P¡ ist +der vorderste klein und einfach. Er fehlt niemals bei den eocänen +Formen, bei den jüngsten verschwindet er in der Regel vollständig. +Die hinteren ¡P¡ sind bei den älteren Formen trituberkulär, bei den +späteren werden sie nacheinander, vom hintersten beginnend, den ¡M¡ +gleich. Die ¡P¡ des Unterkiefers eilen in der Molarisierung denen +des Oberkiefers etwas voraus. Bei ¡Hyracotherium¡ stehen die vier +konischen Höcker einander paarweise oder alternierend gegenüber und +bleiben entweder isoliert oder sind nur durch undeutliche Querjoche +verbunden. Bei allen jüngeren Equiden sind die Backenzähne lophodont +und zwar die unteren selenolophodont. Den ¡P¡ gehen drei oder vier ¡D¡ +voraus, von denen schon bei den ältesten Formen der hinterste stets +und der vorletzte nahezu die Zusammensetzung eines Molaren besitzt. +Der Komplikation der ¡P¡ eilt die Molarisierung der ¡D¡ immer um einen +Zahn voraus, jedoch werden sie niemals hypselodont wie die ¡P¡ und ¡M¡. + +[Illustration: Fig. 631. + +Carpus und Metacarpus von ¡A Equus¡, ¡B Hipparion¡, ¡C Anchitherium¡, +¡D Palaeotherium¡, ¡c¡ Cuneiforme, ¡l¡ Lunare, ¡s¡ Scaphoideum, ¡u¡ +Unciforme, ¡m¡ Magnum, ¡td¡ Trapezoid, ¡II-V¡ Metacarpalia ¡II¡, +¡III¡, ¡IV¡ und ¡V¡.] + +[Illustration: Fig. 632. + +Rechter Hinterfuß. ¡A Equus¡, ¡B Hipparion¡, ¡C Anchitherium¡, ¡D +Paloplotherium¡, ¡E Palaeotherium¡.] + +Die ~Extremitäten~ sind bei den ältesten Formen gedrungen, bei den +jüngeren schlank und lang. Die Knöchelchen der beiden Carpalreihen +alternieren miteinander. Das ursprünglich kleine Os magnum verbreitert +sich bei den jüngeren Formen, drängt das Trapezoid nach innen und +stützt gleichmäßig das Lunare und Scaphoideum. Die primitivsten +Gattungen haben vier Metacarpalia. Bei ¡Anchitherium¡ gewinnt das ¡Mc¡ +III infolge der Ausdehnung des Magnum ein starkes Übergewicht über die +seitlichen Metapodien, deren Zehen jedoch den Boden noch berühren. +Bei ¡Hipparion¡ (Fig. 631) und ¡Protohippus¡ nimmt der Metacarpus an +Länge zu, die seitlichen Metacarpalia II und IV sind dünn, aber fast +ebenso lang wie ¡Mc¡ III, jedoch berühren ihre Zehen nicht mehr den +Boden. ¡Mc¡ V ist nur als winziger Stummel angedeutet. Bei ¡Equus¡, +¡Hippidium¡ und ¡Pliohippus¡ endlich wandeln sich die seitlichen +Metacarpalia in dünne, nach unten zugespitzte Griffelbeine um, die +kaum halb so lang sind wie ¡Mc¡ III. Metacarpale III allein besitzt +drei kräftige Zehenglieder, von welchen das letzte von einem großen +Huf umgeben ist. ¡Mc¡ V verschwindet vollständig. + +Eine ähnliche Umbildung erleiden Tarsus und ~Hinterfuß~ (Fig. 632), so +daß auch hier als Schlußresultat ein einzehiger Fuß mit zwei schwachen +seitlichen Griffelbeinen entsteht. Die Leitkiele am distalen Ende der +Metapodien sind anfangs auf die Hinterseite beschränkt, werden dann +immer stärker und teilen bei den jüngsten Gattungen das ganze Gelenk +in zwei gleiche Teile. + +Die Equiden zerfallen in die vier Unterfamilien der ¡Hyracotheriinae¡, +der ¡Palaeotheriinae¡, der ¡Anchitheriinae¡ und der ¡Equinae¡, welche +jedoch zum Teil nur Entwicklungsstadien verschiedener Formenreihen +darstellen. + + +1. Unterfamilie. #Hyracotheriinae.# + +¡Orbita hinten offen. §3.1.4.(-3)3.§/§3.1.4.(-3)3.§ Backenzähne +sehr niedrig, mit starkem Basalband. P meist einfacher als M. Obere +M mit vier Haupt- und zwei kleineren Zwischenhöckern, untere M mit +vier Höckern. Höcker entweder konisch, oder im Oberkiefer jochartig +verbunden und die äußeren im Unterkiefer ¥V-förmig¥. Radius und Ulna +getrennt, gleich stark. Vorderfuß fast stets mit vier, Hinterfuß mit +drei Zehen.¡ Eocän von Nordamerika und Europa. + +[Illustration: Fig. 633. + +¡Hyracotherium leporinum¡ Owen. Unt. Eocän (Londonclay). Herne Bay. +Insel Wight. ¡A¡ Schädelfragment von unten. ¡B¡ zweiter oberer, ¡C¡ +erster unterer Molar. 2/1 nat. Gr. (Nach ~Owen~.)] + +[Illustration: Fig. 634. + +¡Eohippus venticolus¡ Cope sp. Untereocän. Wasatchbed. Wyoming. +¡A¡ Vorderfuß, ¡B¡ Hinterfuß. 1/3 nat. Gr. (nach ~Cope~.)] + +Die Hyracotheriinen haben zum Teil noch bunodontes Gebiß. Die +konischen Außenhöcker bleiben anfangs noch isoliert, verbinden sich +aber bald zu einer mit Parastyl und Mesostyl versehenen Außenwand +und bilden dann mit den Zwischen- und Innenhöckern schräge Joche. +Die Joche der Unterkieferzähne werden ¥V-förmig¥. Die ¡P¡ sind fast +stets einfacher als die ¡M¡. Die Hyracotheriinen lassen sich von der +fünfzehigen Condylarthrengattung ¡Tetraclaenodon¡ (¡Euprotogonia¡) +ableiten, welche somit den Ausgangspunkt der Equiden darstellt. Sie +hat jedoch nur für die nordamerikanischen Formen phylogenetische +Bedeutung, weil nur sie mit einem für jene charakteristischen +Hypostyl, dem Höcker inmitte des Hinterrandes der oberen ¡M¡, versehen +sind. Auch sind nur von ihnen die Extremitäten bekannt, weshalb +auch die Zugehörigkeit der europäischen Gattungen wenigstens von +¡Pachynolophus¡, ¡Lophiotherium¡, ¡Anchilophus¡ und ¡Propalaeotherium¡ +zu den Hyracotheriinen nur provisorisch sein kann. Die letzte der vier +Gattungen gehört wohl schon zu den Palaeotheriinen, ¡Anchilophus¡ +vielleicht zu den Anchitheriinen. ¡Paloplotherium¡ hingegen wird wegen +der Einfachheit der ¡P¡ zu den Hyracotheriinen gestellt, obwohl der +Vorderfuß nur dreizehig ist. + +[Illustration: Fig. 635. + +¡Eohippus tapirinus¡ Cope. Untereocän. Wasatchbed. Wyoming. ¡A¡ obere, +¡B¡ untere Backenzähne. Nat. Gr. (nach ~Wortman~.)] + +¿Hyracotherium¿ Owen (¡Pliolophus¡ Owen). (Fig. 633.) Alle ¡P¡ +einfacher als die ¡M¡. Höcker der ¡M¡ und ¡P¡ höchstens zu +undeutlichen Jochen verbunden. Unterer ¡M_{3}¡ mit unpaarem +Hinterhöcker. Untereocän. England. ¡H. leporinum¡ Owen. + +¿Propachynolophus¿ Depéret. ¡M¡ weniger bunodont als bei +Hyracotherium. Untereocän Reims. Erquellines (Belgien). ¡P. Maldani¡, +¡Gaudryi¡ Lemoine sp. + +¿Eohippus¿ Marsh (¡Orotherium¡, ¡Hyracotherium¡ Cope, ¡Protorohippus¡ +Wortman). (Fig. 634, 635.) ¡M¡ deutlich lophodont. Obere ¡P¡ einfacher +als ¡M¡. Extremitäten schlank, ziemlich lang, digitigrad. Metacarpale +¡V¡ viel kürzer als ¡Mc¡ II. Untereocän Wasatch und Wind Riverbed. +Nordamerika. ¡Eohippus venticolus¡, ¡index etc¡. Cope. + +¿Pachynolophus¿ Pomel. Obere ¡M¡ mit zwei pyramidalen Außenhöckern, +mit schwachem Parastyl und Mesostyl und zwei nahezu konischen +Innenhöckern nebst zwei Zwischenhöckern. ¡P_{4}¡ in beiden Kiefern +fast ¡M¡-artig. Untere ¡M¡ mit zwei eckigen Außenmonden, deren Enden +hohe Spitzen bilden. Im Mitteleocän von Frankreich, Belgien und in +Schweizer Bohnerzen. ¡P. Prevosti¡ Gervais. + +¿Orohippus¿ Marsh (¡Oligotomus¡, ¡Helotherium¡, ¡Hyracotherium¡ Cope) +wie ¡Pachynolophus¡, jedoch obere ¡M¡ mit Hypostyl. ¡P_{4}¡ mehr +oder weniger ¡M¡-artig. Mitteleocän. Bridgerbed. ¡O. pumilus¡ Marsh, +¡osbornianus¡ Cope. + +¿Epihippus¿ Marsh, ähnlich ¡Orohippus¡, ¡P¡ aneinanderschließend, +¡P_{3}¡ und ¡P_{4} M¡-artig. Vorderfuß vierzehig. Obereocän. Uintabed. +¡E. gracilis¡ Marsh. + +¿Lophiotherium¿ Gerv. (¡Pachynolophus¡ Pictet, ¡Tapinodon¡ v. Meyer +(Fig. 636), die beiden hinteren ¡P M¡-artig. Höcker und Halbmonde +dick. Obereocän. Frankreich, Schweiz. ¡L. cervulum¡ Gervais. + +¿Propalaeotherium¿ Gervais. Obere ¡M¡ ähnlich wie bei ¡Pachynolophus¡, +aber meist größer. ¡P^4¡ trituberkulär, auch unterer ¡P_{4}¡ etwas +einfacher als ¡M¡. Am vorderen Halbmond der unteren ¡M¡ ist der +vordere Schenkel etwas verkümmert. Innenhügel plump, vorderer +zweispitzig. Mitteleocän von Frankreich. ¡P. argentonicum¡ und +¡isselanum¡ Gervais, die letztere Art auch in den Schweizer Bohnerzen, +hier auch das kleine ¡P. parvulum¡ Laurillard. + +[Illustration: Fig. 636. + +¡Lophiotherium cervulum¡ Gervais. Obereocän. Phosphorite von Quercy. +Oberer Molar. 3/2 nat. Gr.] + +¿Anchilophus¿ Gervais. Die beiden letzten ¡P M¡-artig. Obere ¡M¡ viel +breiter als lang. Erster Innenhöcker der unteren ¡P¡ und ¡M¡ dick, +zweispitzig. Obereocän Frankreich, Schweizer Bohnerze und Phosphorite +von Quercy. + +¿Paloplotherium¿ Owen (¡Plagiolophus¡ Pomel). (Fig. 637.) Schädel +pferdeähnlich. §3§/§8§ ¡P¡, alle einfacher als die ¡M¡, die oberen +¡P¡ dreihöckerig. Obere ¡M¡ etwas länger als breit. Innenenden der +Halbmonde an den unteren ¡P¡ und ¡M¡ als hohe Spitzen entwickelt. +Backenzähne häufig mit Zement versehen und relativ hochkronig. +Carpalia schmal und hoch. Extremitäten dreizehig, schlank, seitliche +Metapodien sehr dünn. Häufig im europäischen Obereocän. ¡P. annectens¡ +Owen, ¡minus¡ Cuv. etc. Selten im Oligocän. Ronzon ¡P. ovinum¡ Aymard +und in schwäbischen Bohnerzen. + +[Illustration: Fig. 637. + +¡Paloplotherium minus¡ Cuv. Ob. Eocän (Lignit). Débruge bei Apt. ¡A¡ +Oberkieferzähne, ¡B¡ Unterkieferzähne. 2/3 nat. Gr.] + + +2. Unterfamilie. #Palaeotheriinae.# + +¡Orbita hinten weit offen. P meistens M-artig. Obere M mit W-förmiger +Außenwand und zwei schrägen Querjochen. Parastyl und Mesostyl schwach +entwickelt. Die zusammenstoßenden Innenenden der beiden Halbmonde der +unteren M bilden eine einfache Spitze. M_{3} mit drittem Halbmond. +Extremitäten relativ kurz und dick. Vorder- und Hinterfuß dreizehig. +Seitenzehen nur wenig schwächer als die Mittelzehe.¡ Nur im Eocän und +Unteroligocän von Europa. + +¿Palaeotherium¿ Cuvier. (Fig. 638, 639.) Zahl der ¡P¡ oben stets vier, +unten meist drei. Extremitäten und Schädel tapirähnlich. + +[Illustration: Fig. 638. + +¡Palaeotherium crassum¡ Cuv. Erster unterer Molar. 1/1.] + +[Illustration: Fig. 639. + +¡Palaeotherium crassum¡ Cuv. Lignit. Débruge bei Apt. Vaucluse. +Unterseite des Schädels mit sämtlichen Zähnen. 1/2 nat. Gr.] + +Die Körpergröße dieser artenreichen Gattung wechselt zwischen der +von Schwein (¡P. curtum¡ Cuv.) und der von Rhinoceros (¡P. magnum¡ +Cuv.), die meisten Arten haben die Dimensionen eines Tapirs (¡P. +medium¡ Cuv., ¡Mühlbergi¡ Stehlin), an welchen auch der Schädel und +die einzelnen Knochen am ehesten erinnern. Die Molarisierung der +¡P¡ erfolgt hier sehr rasch, jedoch hat eine der ältesten Arten +(¡P. Rütimeyeri¡ Stehlin) sogar noch einen sehr einfachen ¡P^4¡. Im +Pariser Gips finden sich ganze Skelette, in den Ligniten von Débruge +(Vaucluse) verdrückte Knochen und Schädel. + + +3. Unterfamilie. #Anchitheriinae.# + +¡Orbita hinten offen, zuweilen vollständig knöchern begrenzt. +Backenzähne brachyodont. Obere M mit W-förmiger Außenwand und zwei +schrägen Querjochen. Parastyl, Mesostyl und Hypostyl wohl entwickelt. +Innenenden der Halbmonde deutliche Kegel bildend. Dritter Halbmond +des unteren M_{3} stets rudimentär. Radius und Ulna anfangs getrennt. +Extremitäten hoch und schlank, dreizehig. Seitenzehen den Boden +berührend, aber dünner als die Mittelzehe.¡ + +Im Oligocän und Untermiocän von Nordamerika, im Mittel- und Obermiocän +von Europa und im Unterpliocän von China. + +¿Mesohippus¿ Marsh (Fig. 640, 641). ¡J¡ meißelförmig, ohne Marke. ¡P¡ +mit Ausnahme von ¡P_{1}¡ ¡M¡-artig. Zwischenhöcker der oberen ¡M¡ +und Hypostyl kräftig entwickelt. Mittlerer Innenhöcker der unteren +¡M¡ undeutlich zweispitzig. Vorderfuß mit griffelartigem Metacarpale +V. Oligocän (White Riverbed) von Dakota ¡M. Bairdii¡ Leidy von +Schafgröße. Im Untermiocän von Oregon ¡M. equiceps¡ Cope. + +[Illustration: Fig. 640. + +¡Mesohippus celer¡ Marsh. Unt. Miocän. Dakota. ¡A¡ Vorderfuß, ¡B¡ +Hinterfuß, 1/3 nat. Gr., restauriert (nach ~Marsh~.)] + +[Illustration: Fig. 641. + +¡Mesohippus Bairdi¡ Leidy sp. Unt. Miocän. Dakota. Obere und untere +Backenzahnreihe, nat. Gr. (Nach ~Osborn~.)] + +[Illustration: Fig. 642. + +¡Anchitherium aurelianense¡ Cuv. sp. Miocän. Georgensgmünd. Bayern. +¡A¡ oberer, ¡B¡ unterer Molar 1/1.] + +¿Anchitherium¿ v. Meyer (¡Miohippus¡ Marsh?). (Fig. 642.) ¡P¡ mit +Ausnahme der kleinen ¡P_{1}¡ ¡M¡-artig. Zwischenhöcker der oberen +¡M¡ schmal, jochartig mit den Innenhöckern verbunden. Innenhöcker +der unteren ¡M¡ zweispitzig. ¡J¡ mit undeutlicher Marke. Ulna nach +unten dünner werdend und distal am Radius angewachsen. Scaphoid und +Lunatum unten abgestutzt, beide auf dem breiten niedrigen Magnum +ruhend. Unciforme schmal. Metacarpale II und IV viel dünner als ¡Mc¡ +III, aber fast ebenso lang und mit drei Zehengliedern. Fibula schwach, +griffelartig, mit der Tibia verwachsen. Hinterfuß dreizehig, seitliche +Metatarsalia schwach. Die einzige europäische Art, ¡A. aurelianense¡ +Cuv. sp. (¡Palaeotherium hippoides¡ Blv.) charakterisiert das +Obermiocän von Frankreich, Deutschland und Österreich. In China noch +im Unterpliocän ¡A. Zitteli¡ Schlosser. In Nordamerika schon im +Untermiocän ¡A. praestans¡ Cope sp., ¡A. Condoni¡ Leidy. + +¿Archaeohippus¿ Cope. Miocän. + +¿Altippus¿ Douglass. ¡P¡ und ¡M¡ schon etwas erhöht. ¡P^2¡ gestreckt. +Metapodien sehr lang. Mittelmiocän. ¡A. taxus¡ Douglass. + +¿Hypohippus¿ Leidy. Zähne ähnlich ¡Anchitherium¡, jedoch etwas höher. +Seitenzehen lang. Mittelmiocän. ¿H. equinus¿ Scott sp., ¿affinis¿ +Leidy. + +¿Parahippus¿ (¡Anchippus¡) Leidy. (Fig. 643.) Obere ¡J¡ mit +Marken. Zähne mäßig erhöht. Orbita hinten geschlossen. Seitenzehen +verkürzt. Mittelmiocän. ¡P.¡ (¡Desmatippus¡) ¡crenidens¡ Scott sp., +¡nebrascensis¡ Peterson. + +[Illustration: Fig. 643. + +¡Parahippus nebrascensis¡ Peterson. Miocän. Nebraska. Schädel 1/4 nat. +Gr. (nach ~Peterson~.)] + + +4. Unterfamilie. #Equinae.# + +¡Orbita hinten vollständig geschlossen. Backenzähne hypselodont, meist +mit reichlichem Zement. P_{1} sehr klein, öfters fehlend, die übrigen +P M-artig. Obere M mit verlängerten Zwischenhöckern, welche zu je +zweien eine Marke bilden. Erster Innenhöcker groß, einem Basalpfeiler +ähnlich, zweiter klein. Untere M mit großem als Doppelschleife +entwickelten Innenpfeiler an der Vereinigung der beiden Halbmonde. J +meißelförmig mit einer durch Einstülpung des Schmelzes entstandenen +Marke. Radius und Ulna verwachsen, letztere in der distalen Hälfte +sehr dünn. Vorder- und Hinterfuß drei- oder einzehig, die seitlichen +Metapodien dünn, entweder mit drei kurzen Phalangen versehen oder zu +distal zugespitzten Griffelbeinen verkümmert. Leitkiel des dritten +Metapodiums über die ganze distale Gelenkfläche reichend.¡ + +Fossil in Nordamerika vom Obermiocän bis in das Pleistocän, in Europa, +Asien und Nordafrika vom Unterpliocän bis in die Gegenwart, in +Südamerika nur im Pleistocän. + +[Illustration: Fig. 644. + +¡Merychippus mirabilis¡ Leidy. ¡A¡ ob. Milchmolar, ¡B¡ unt. Molar. +1/1. (Nach ~Leidy~.)] + +¿Merychippus¿ Leidy. (Fig. 644.) ¡P¡ und ¡M¡ mäßig hypselodont, mit +viel Zement, Schmelzfältelung der oberen ¡M¡ gering. ¡D¡ brachyodont. +Seitenzehen stark verkürzt. Mittelmiocän von Nordamerika. ¡M. +sejunctus¡ Cope. Obermiocän. ¡M. insignis¡ Leidy. + +¿Protohippus¿ Leidy. (Fig. 645 ¡D¡.) Vorderer Innenhöcker. Protocon +der oberen ¡M¡ mit dem ersten Zwischenhöcker verbunden. Fältelung des +Schmelzes der oberen ¡M¡ gering. ¡M¡ mäßig hypselodont. Vorder- und +Hinterfuß dreizehig. Seitenzehen kurz. Obermiocän von Nordamerika. ¡P. +perditus¡, ¡placidus¡, ¡mirabilis¡ Leidy. Pliocän. ¡P. Cumminsi¡ Cope. + +¿Pliohippus¿ Marsh. Wie vorige Gattung. Seitenzehen zuweilen ohne +Phalangen. Pliocän Texas. ¡P. simplicidens¡ Cope. + +¿Hipparion¿ Christol (¡Hippotherium¡ Hensel). (Fig. 645 ¡B¡). ¡J¡ +mit Marke, ¡C¡ bei beiden Geschlechtern vorhanden. Backenzähne +hypselodont, aber niedriger als beim Pferd. ¡P^1¡ klein, hinfällig, +¡P^2¡ dreieckig, länger als die im Querschnitt quadratischen ¡P¡ und +¡M¡. Protocon der oberen ¡P¡ und ¡M¡ einen isolierten, im Querschnitt +ovalen oder kreisrunden Pfeiler bildend. Schmelz an den Marken stark +gefältelt. Innenenden der Halbmonde der unteren ¡P¡ und ¡M¡ als +aneinanderstoßende langgestreckte Schleifen entwickelt. Zement der +¡P¡ und ¡M¡ sehr dick, an den ¡D¡ dünn. Untere ¡D¡ mit Außenpfeiler. +Schädel etwas niedriger als beim Pferd. Vor dem Tränenbein eine +lange, unten von der Crista maxillaris begrenzte Grube. Extremitäten +dreizehig. Seitenzehen dünn, die Endphalange weit vom Boden abstehend. +Körpergröße etwa zwischen der von Esel und Zebra. ¡Hipparion¡ lebte in +Rudeln und die im Unterpliocän von Europa allenthalben verbreiteten +und überaus häufigen Überreste von ¡H. gracile¡ Kaup (¡mediterraneum¡ +Hensel) gehören zu den wertvollsten Leitfossilien. Außer Europa kommt +diese Art auch auf Samos, bei Troja und bei Maragha sowie in Ägypten +und in Algier vor. In China ist sie vertreten durch ¡H. Richthofeni¡ +Koken, in den indischen Siwalikhügeln durch ¡H. antilopinum¡ Falc. +und ¡Theobaldi¡ Lyd. In Südrußland und auf Samos existiert neben ihr +auch das kleine ¡H. minus¡ Pavlow. Im Mittelpliocän von Roussillon ¡H. +crassum¡ Gervais. + +[Illustration: Fig. 645. + +Oberer Molar von ¡A¡ ¡Equus Stenonis¡ Cocchi, ¡B¡ ¡Hipparion gracile¡ +Kaup, ¡C¡ ¡Neohipparion dolichops¡ Matthew, ¡D¡ ¡Protohippus sp.¡] + +¿Neohipparion¿ Gidley. (Fig. 645 ¡C¡). Gebiß ähnlich Hipparion, jedoch +Schmelzfältelung schwächer, und Protocon der oberen ¡P¡ und ¡M¡ +elliptisch wie bei ¡Equus¡. Seitenzehen etwas stärker reduziert. Nur +in Nordamerika. Obermiocän. Pliocän. ¡N. occidentale¡, ¡gratum¡ Leidy, +¡niobrarense¡ Gidley. + +¿Hippidium¿ Owen (¡Rhinippus¡ Burmeister). Backenzähne ohne Fältelung, +sehr ähnlich denen von ¡Protohippus¡, sehr niedrig und die oberen +stark gekrümmt. Beide Innenhöcker der oberen ¡P¡ und ¡M¡ fast +gleichgroß. Nasenbeine ungemein lang, Nasenausschnitt erst oberhalb +¡M^3¡ endend. Metapodien kürzer und gedrungener als bei ¡Equus¡. +Seitenzehen nur als Griffelbeine entwickelt. Unteres Pleistocän. +Südamerika. + +¿Onohippidium¿ Moreno wie ¡Hippidium¡, jedoch mit langer tiefer Grube +vor dem Tränenbein. Pleistocän. Südamerika. + +¿Equus¿ Lin. (Fig. 645 ¡A¡). ¡J¡ mit Marke. Backenzähne stark +hypselodont. ¡P^1¡ klein, stiftförmig. Schmelzfältelung viel +schwächer als bei ¡Hipparion¡. Erster Innenhöcker viel größer als der +zweite und langelliptisch, jedoch ebenfalls mit dem entsprechenden +Zwischenhöcker verbunden. Zementbelag dick. Vorderfuß ohne Trapezium +und ohne Rudiment von ¡Mc¡ V. Die seitlichen Metapodien als kurze, +unten zugespitzte Griffelbeine endend. Zuweilen finden sich jedoch +Individuen, bei welchen, wie bei ¡Hipparion¡, sie zu vollständigen +Seitenzehen ausgebildet sind. Solche Fälle dürfen nicht verwechselt +werden mit Mißbildungen, wie das ~Marsh~ getan hat, denn es handelt +sich bei den letzteren nur um Verdoppelungen der Mittelzehe, was aus +der Anwesenheit eines zweiten Os magnum hervorgeht. + +Die Gattung ¡Equus¡ tritt zuerst in Ostindien im Pliocän auf, in +China anscheinend sogar zusammen mit ¡Hipparion¡. In Europa ist die +älteste Art ¡E. Stenonis¡ Cocchi im Oberpliocän und Altpleistocän, +hierauf folgt ¡E. süssenbornensis¡ Wüst und zuletzt ¡E. caballus¡ +Lin. im Pleistocän von Europa, Nordasien und Nordafrika. Im indischen +Pleistocän ¡E. namadicus¡ Falc. Fossile Reste von Dschiggetai (¡E. +hemionus¡) und Esel (¡E. asinus¡) sind selten, solche von Zebra +kennt man aus Diamantseifen von Südafrika. In Nordamerika ist die +Gattung ¡Equus¡ im älteren Pleistocän durch ¡E. intermedius¡ Gidley, +¡complicatus¡ und ¡crenidens¡ Cope, im jüngeren durch ¡E. Scotti¡ +Gidley, ¡fraternus¡ Leidy etc. vertreten. Die südamerikanische +Pampasformation enthält ebenfalls Reste von ¡Equus¡, ¡E. curvidens¡ +Owen, ¡Andium¡ Wagner. Noch vor der historischen Zeit erlosch die +Gattung ¡Equus¡ in ganz Amerika. Alle heutigen Pferderassen sind +Zähmungsprodukte von altweltlichen Wildpferden. + +Über die Abstammung des Pferdes und der übrigen Equiden-Gattungen +sind verschiedene Hypothesen aufgestellt worden. Schon ~Cuvier~ hatte +auf die Verwandtschaft von ¡Palaeotherium¡ und ¡Equus¡ hingewiesen. +~Huxley~ bezeichnete ¡Equus¡, ¡Hipparion¡, ¡Anchitherium¡ und +¡Paloplotherium¡ (¡Plagiolophus¡) als Entwicklungsstufen einer +genealogischen Reihe. Durch ~Kowalewsky~ wurde eingehend die +allmähliche Umformung des Equidenfußes und -Gebisses geschildert, so +daß der Stammbaum des Pferdes mit den genannten Etappen gesichert +erschien. Die Entdeckung zahlreicher Gattungen in Nordamerika +ermöglichte es jedoch, daß ~Marsh~ eine weit vollständigere Reihe von +Entwickelungsstufen aus nordamerikanischen Formen zusammenstellen und +Nordamerika als wirkliche Heimat der Pferde bezeichnen konnte. + +Nach dem jetzigen Stand unserer Kenntnis ist der Stammbaum der Equiden +etwa: + + ~Europa~ (Asien) ~Nordamerika.~ ~Südamerika.~ + + Equus --------- Equus ------------------ Equus + ? ? + Hipparion | Pliohippus ------------- Hippidium (Onohippidium) + \ | | Neohipparion + \ | | | + \ | Protohippus + | + Anchitherium Meryhippus + \ | + \ Parahippus Hypohippus + \ | / + \ Anchitherium + | + Mesohippus + | + Epihippus + | + Orohippus + | + Eohippus + | + Tetraclaenodon + +Die europäischen Gattungen ¡Palaeotherium¡, ¡Paloplotherium¡, +¡Propalaeotherium¡, ¡Anchilophus¡, ¡Lophiotherium¡ und ¡Pachynolophus¡ +sind für die Stammesgeschichte der Pferde ohne Bedeutung. Sie treten +fast gleichzeitig miteinander auf und haben auch zum Teil die gleiche +Lebensdauer. Ihr gemeinsamer Ahne ist etwa in einem ¡Hyracotherium¡ +der Fauna von Reims zu suchen. + + +4. Familie. #Titanotheriidae.#[146] + +¡Nasenbeine frei vorragend, glatt oder mit zwei Knochenfortsätzen +versehen. Orbita hinten offen. §3-0.1.4.3.§/§3-0.1.4-3.3.§ J bei +den jüngeren Formen klein, hinfällig, bei den älteren sehr kräftig. +Zwischen C und P ein sehr kurzes Diastema. Bei den älteren Formen +alle P einfacher als die M, bei den jüngeren P_{3} und P_{4} M +ähnlich. Obere M mit W-förmiger Außenwand und zwei niedrigen konischen +Innenhöckern, untere M aus je zwei ¥V-förmigen¥ Halbmonden bestehend. +M_{3} mit drittem Halbmond. Vorderfuß vier-, Hinterfuß dreizehig. Hufe +mäßig breit.¡ + +Diese völlig erloschene und fast ganz auf das Eocän und Oligocän +von Nordamerika beschränkte Familie besteht aus meist sehr großen, +plumpen Huftieren, welche in ihrer äußeren Erscheinung teils an Tapir, +teils an ¡Rhinoceros¡ erinnern und zuletzt Elefantengröße erreichten. +Sie lebten, wie ihr Gebiß vermuten läßt, von saftigen Pflanzen. +Die Kronen der Backenzähne sind sehr niedrig. Die oberen ¡M¡ haben +zwei Außenhöcker, welche zusammen eine ¡W¡-förmige Außenwand mit +Para-, Meso- und Metastyl bilden. Die beiden konischen Innenhöcker +stehen meist ganz isoliert; der vordere ist immer größer als der +hintere. Die ¡C¡ sind klein, konisch und etwas gebogen und von den +¡P¡ nur durch eine kurze Lücke getrennt. Die kleinen ¡J¡ sind bei +den eocänen Formen vollzählig, bei den oligocänen hinfällig. Die +hinteren ¡P¡ unterscheiden sich von den ¡M¡ nur durch ihre geringere +Größe, die oberen auch durch das Fehlen des zweiten Innenhöckers, +die vorderen ¡P¡ sind etwas einfacher. Im Unterkiefer bestehen alle +¡M¡ und ¡P¡ mit Ausnahme des vordersten aus je zwei ¡V¡-förmigen +Halbmonden. Der Schädel ist lang und niedrig, das Gehirn klein. Bei +den jüngeren Formen erheben sich am hinteren Rand der Nasenbeine +zwei stumpfkonische Knochenzapfen, die beim Männchen viel größer +werden als bei den Weibchen. Die Extremitäten sind denen von Tapir +ähnlich, der Carpus breit. Die Carpalia der beiden Reihen stehen +alternierend und sind wenig seitlich verschoben. Der Vorderfuß besitzt +vier funktionierende, der Hinterfuß nur drei Zehen. Das Calcaneum +artikuliert mit der Fibula. Die Endphalangen sind distal abgestumpft +und etwas verbreitert. + +[Illustration: Fig. 646. + +¡Palaeosyops major¡ Leidy. Mittel Eocän (Bridgerbed). Green River. +Wyoming. ¡A¡ Backenzähne des Oberkiefers, ¡B¡ Unterkiefer.] + +In dieser Familie lassen sich verschiedene sehr vollständig +geschlossene Formenreihen feststellen. + + +1. Unterfamilie. #Palaeosyopinae.# + +¡Sämtliche P einfacher als die M. Drei, selten zwei konische J in +jedem Kiefer. C relativ groß. Obere M mit deutlichem Zwischenhöcker.¡ +Im Eocän von Nordamerika und von Europa. + +¿Lambdotherium¿ Cope schlankbeinig. Verbindet die Titanotheriiden mit +den übrigen Perissodactylen. Untereocän Wyoming. + +¿Palaeosyops¿ Leidy (¡Limnohyus¡ Marsh). (Fig. 646.) +§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ ¡C¡ groß, zugespitzt. Obere ¡P¡ dreihöckerig. +Vorderfuß vier-, Hinterfuß dreizehig. Häufig im Eocän von Nordamerika. + +¿Limnohyops¿ Marsh. Schädel breit. + +¿Manteoceras¿ Osborn. + +¿Mesatirhinus¿ und ¿Mesorhinus¿ Osborn mit schmalem Schädel. Mittel- +und Obereocän. + +¿Dolichorhinus¿ Osborn mit gestrecktem Schädel und langer Schnauze. +Obereocän. + +¿Telmatherium¿ Marsh (Fig. 647) lange Nasenbeine mit knöchernen +Protuberanzen. Obereocän. Uintabed. + +¿Diplacodon¿ Marsh Nasenbeine kurz, öfters mit zwei knöchernen +Auswüchsen. Extremitäten plump. Obereocän. Uintabed. + +¿Brachydiastematherium¿ Boeckh und Maty. Mitteleocän Siebenbürgen. Nur +Unterkiefer bekannt. + +[Illustration: Fig. 647. + +¡Telmatherium cornutum¡ Osborn. Obereocän. Uintabed. Schädel von der +Seite und von oben. 1/8 nat. Gr. (nach ~Osborn~.)] + + +2. Unterfamilie. #Titanotheriinae.# + +¡Ein oder mehrere P den M ähnlich. J mehr oder weniger reduziert. C +relativ klein.¡ Im Oligocän von Nordamerika. Einige Zähne auch in +Europa gefunden. + +§2-0.1.4.3.§/§2-0.1.(4)3.3.§ in geschlossener Reihe, im Milchgebiß +§2.1.4.§/§2.1.4.§ ¡J¡ klein, in verschiedener Zahl vorhanden, zuweilen +ganz fehlend. ¡C¡ konisch, im allgemeinen klein. ¡P¡ kleiner als +¡M¡, aber ähnlich. An der Grenze der Stirn- und Nasenbeine ein paar +stumpfe Knochenzapfen, welche bei den jüngsten Gliedern der einzelnen +Stammesreihe riesige Dimensionen erreichen. + +Von diesen gewaltigen Tieren, welche dem Elefanten nur wenig an +Größe nachstanden, hat man zahlreiche Schädel und viele vollständige +Skelette im unteren Oligocän, in der unteren Abteilung des White +Riverbed von Dakota, Nebraska und Colorado gefunden, welche sich +angeblich auf eine große Anzahl von Arten und Gattungen verteilen, +deren genauere Abgrenzung jedoch schon durch sexuelle und +Altersdifferenzen erschwert wird. Die Extremitätenknochen sind lang +und kräftiger, aber doch etwas schlanker als bei ¡Rhinoceros¡. + +¿Protitanotherium¿ Osborn, riesige Form. Nur Unterkiefer bekannt. +Obereocän. Uintabed. + +¿Titanotherium¿ Leidy (¡Palaeotherium¡, ¡Menodus¡ Pomel, +¡Brontotherium¡, ¡Menops¡ Marsh). (Fig. 649.) Oligocän von +¡Diplacodon¡ stammend. + +[Illustration: Fig. 648. + +Restauriertes Skelett von ¡Titanotherium (Brontops) robustum¡ Marsh. +Oligocän. Dakota. ca. 1/40 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +[Illustration: Fig. 649. + +¡Titanotherium (Brontops) dispar¡ Marsh. Oligocän. Dakota. Schädel von +der Seite und von oben, 1/8 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +¿Megacerops¿ Leidy (¡Brontops¡ Marsh) (Fig. 648), von ¡Palaeosyops¡ +ausgehend. + +¿Allops¿ (¡Diploclonus¡) Marsh. ¿Symborodon¿ Cope. ¿Brontotherium¿ +(Titanops) Marsh. Mit riesigen Hörnern auf den Nasenbeinen. Ohne ¡J¡. + +Als ¿Menodus rumelicus¿ hat ~Toula~ einige Zähne aus Rumänien +beschrieben. + + +5. Familie. Chalicotheriidae.[147] + +¡Vorder- und Hinterfuß dreizehig, semidigitigrad. Endphalangen +gespalten, krallenförmig. Astragalus niedrig, Femur mit schwachem +dritten Trochanter. Nasenbeine lang, frei vorragend. Orbita hinten +nicht umgrenzt. §3-0.0.3.3.§/§3-0.1-0.3.3.§ J und C schwach oder +fehlend. P einfacher als die M; obere P mit nur einem Außen- und einem +Innenhöcker. Obere M mit W-förmiger Außenwand und zwei ungleich großen +Innenhöckern. Untere M, auch M_{3}, nur aus zwei ¥V-förmigen¥ Halbmonden +gebildet, deren Enden sich als Spitzen erheben.¡ Im Tertiär von +Europa, Nordamerika, im Pliocän von Ostindien und im Pleistocän von +China. + +[Illustration: Fig. 650. + +¡Macrotherium giganteum¡ Gervais. Miocän. Sansan. Gers. ¡A¡ Vorderfuß, +¡B¡ Hinterfuß. 1/8 nat. Gr. ¡a¡ Astragalus, ¡c¡ Calcaneum, ¡n¡ +Naviculare, ¡cb¡ Cuboideum. (Nach ~Gervais~.)] + +[Illustration: Fig. 651. + +¡Chalicotherium Goldfussi¡ Kaup. Unt. Pliocän. Eppelsheim bei Worms. +¡A¡ zweiter oberer Molar. ¡B¡ letzter unterer Molar. 2/3 nat. Gr.] + +Die Chalicotheriiden wurden früher in die Ordnung der ¡Ancylopoda¡ +eingereiht, welche außerdem auch die ¡Homalodontotheriidae¡ umfaßte, +welche jedoch ganz auf Südamerika beschränkt sind, mit jenen bloß die +krallenartige Beschaffenheit der Endphalangen gemein haben und im +folgenden als Subordnung der ¡Entelonychia¡ besprochen werden. Die +Chalicotheriiden hingegen sind, wie das schon aus der Gestalt des +Astragalus hervorgeht, unzweifelhaft Perissodactylen, unter welchen +ihnen die Titanotheriiden im Zahnbau ungemein nahe stehen. Der Carpus +stimmt in der alternierenden Anordnung der einzelnen Knöchelchen +mit dem der Perissodactylen überein. Der Tarsus weist Merkmale von +Perissodactylen und Condylarthren auf. Die Körperlast ruht niemals +auf der Mittelzehe, sondern auf den äußeren Zehen. Die spitzen +Endphalangen können, wie bei den Edentaten, weit zurückgebogen werden. +In Europa erscheinen die Chalicotheriiden im Oligocän und dauern bis +ins Unterpliocän, in Asien sogar bis in das Pleistocän. In Nordamerika +sind sie auf Untermiocän und Mittelmiocän beschränkt. Sie sind die +Nachkommen der ¡Meniscotheriidae¡. + +¿Schizotherium¿ (¡Limognitherium¡) Gervais, basiert auf Fußknochen, zu +welchen die von ~Gaudry~ als ¿Chalicotherium modicum¿ beschriebenen +Zähne gehören. Oligocän. Phosphorite von Quercy. + +¿Macrotherium¿ Lartet (¡Anisodon¡ Lartet) (Fig. 650). +§?.?.3.3.§/§3.1.3.3.§ Zwischen ¡C¡ und ¡P¡ eine Lücke. Vorderbeine +länger als Hinterbeine. Endphalangen mäßig gekrümmt. Untermiocän +von Ulm (¡Chalicotherium Wetzleri¡ Kowalewsky) und Obermiocän +von Frankreich und Deutschland. Bei Sansan (Gers) fand sich ein +vollständiges Skelett, bei La Grive St. Alban (Isère) ein Schädel von +¡M. grande¡ Lartet. + +¿Chalicotherium¿ Kaup (¡Ancylotherium¡ Gaudry). (Fig. 651.) Wie +¡Macrotherium¡, aber weder obere noch untere ¡J¡ vorhanden. Untere +¡C¡ sehr klein. Unterpliocän. Pikermi, Samos, Eppelsheim, Baltavar, +Maragha, Ostindien. Pleistocän von China. + +¿Moropus¿ Marsh. Vorderfuß mit rudimentärem Metacarpale V. Obere ¡M¡ +gestreckter als bei ¿Chalicotherium¿. Untermiocän, ¡Chalicotherium +bilobatum¡ Cope -- ¡Moropus elatus¡ Marsh --, bis Mittelmiocän von +Nordamerika. + + +4. Unterordnung. #Artiodactyla.# Owen. ~Paarhufer.~[148] (¡Paraxonia¡ +Marsh.) + +¡Unguligrade oder digitigrade Huftiere mit paarigen Zehen, wovon die +beiden mittleren gleichmäßig entwickelt und stärker sind als die +öfters stark reduzierten oder verkümmerten seitlichen. Astragalus +mit ausgefurchter Trochlea und distaler Gelenkrolle. Hand- und +Fußwurzelknochen alternierend. Gebiß vollständig, oder J und C +namentlich im Oberkiefer fehlend. Backenzähne bunodont, bunoselenodont +oder selenodont. Femur ohne dritten Trochanter. Fibula mit Calcaneum +artikulierend.¡ + +Im Gegensatz zu den im Niedergang begriffenen Perissodactylen bilden +die Artiodactylen gegenwärtig die formenreichste, lebenskräftigste +und verbreitetste Gruppe unter den Huftieren. Sie kulminieren in den +bunodonten Schweinen und den selenodonten Wiederkäuern, die zwar in +auffallender Weise voneinander abweichen, aber gleichwohl gemeinsamen +Ursprung besitzen. Das entscheidende Merkmal der Artiodactylen beruht +in der paarigen Anzahl der Zehen und der Metapodien. Die beiden +mittleren (¡III¡ u. ¡IV¡), sind stets gleichmäßig entwickelt, die +seitlichen schwächer oder ganz verkümmert und die erste Zehe oder der +Daumen nur bei einigen wenigen ausgestorbenen Formen (¡Oreodontidae¡, +¡Anthracotheriidae¡) überhaupt vorhanden. Die Körperlast wird von den +beiden Mittelzehen getragen, zwischen denen auch die Extremitätenachse +verläuft. + +Die Artiodactylen sind teils schlank und hochbeinig, teils plump und +kurzbeinig. + +Der ~Schädel~ erinnert bei den primitiveren Formen an Raubtiere +und Unpaarhufer, bei den vorgeschritteneren Typen gewinnt er durch +Verlängerung der Gesichtsknochen, durch die Entwickelung von +Luftzellen in der Stirnregion, von Stirnzapfen oder Geweihen ein sehr +mannigfaltiges Aussehen. Die Tränenbeine nehmen einen relativ großen +Raum auf der Schädeloberfläche ein und weisen bei den Wiederkäuern +oft ziemlich tiefe Gruben (Tränengruben) zur Aufnahme von Talgdrüsen +auf. Die Stirnbeine nehmen stets an der Bedeckung des Gehirns teil +und gewinnen zuweilen sehr große Ausdehnung. Bei den Wiederkäuern +tragen sie paarige Geweihe oder knöcherne von Hornscheiden umgebene +Stirnzapfen. Der Unterkiefer ist bei ihnen lang, schlank und niedrig +mit gerade aufsteigendem Kronfortsatz. + +Das ~Gebiß~ besteht ursprünglich aus 44 Zähnen, die bei den +primitivsten Formen eine geschlossene Reihe bilden. Durch Verlängerung +der Kiefer oder durch Verkümmerung der vordersten ¡P¡, zuweilen auch +der oberen ¡C¡, entstehen Lücken zwischen den Vorderzähnen und den +Backenzähnen, die bei den Wiederkäuern am größten sind, weil hier +der untere ¡C¡ dicht an die ¡J¡ heranrückt und auch die Gestalt und +Funktion eines ¡J¡ erlangt. Reduktion und Verlust der ¡J¡ und ¡C¡ +beginnt im Oberkiefer, jedoch sind Spuren der oberen ¡J¡ selbst noch +beim Embryo vom Schaf erhalten. + +Die Backenzähne sind bei den primitiveren und älteren Formen +brachyodont, bei den Wiederkäuern nicht selten prismatisch und +häufig mit Zement versehen. Die Krone der unteren ¡M¡ war wohl +ursprünglich sechshöckerig, aber von diesen sechs Höckern ist der +unpaare Vorderhöcker, Paraconid, und der unpaare Hinterhöcker, +Mesoconid, schon sehr frühzeitig verschwunden oder zu einer Basalwarze +zusammengeschrumpft und an den oberen ¡M¡ verschmilzt der vordere +Zwischenhöcker, Protoconulus, schon sehr bald mit dem benachbarten +Innenhöcker, Protocon. Von Mitte des Tertiärs an bestehen die ¡M¡ nur +mehr aus je zwei paar opponierten Höckern. Der zweite Zwischenhöcker, +Metaconulus, der oberen ¡M¡ ist in den meisten Fällen zu dem zweiten +Innenhöcker geworden, ein wirklicher Hypocon ist nur ausnahmsweise +vorhanden und dann immer aus dem Basalband hervorgegangen. Sind die +Höcker konisch, so ist das Gebiß bunodont, nehmen sie ¥V-förmige¥ oder +halbmondförmige Gestalt an, so wird das Gebiß bunoselenodont oder +selenodont. Bei selenodonten oberen ¡M¡ stoßen die Außenhöcker mit +ihrer Basis aneinander und entwickeln an der Vereinigungsstelle eine +mit vorspringender Vertikalfalte, Mesostyl, versehene Außenwand. Die +Innenhöcker sind entweder konisch oder ¥V-förmig¥ oder sie umschließen, +wenn sie als Halbmonde ausgebildet sind, gebogene Marken. Die unteren +M unterscheiden sich von den oberen durch ihre geringere Breite. +Ihre vier Höcker sind bei den bunodonten Formen konisch und meist +deutlich getrennt, jedoch waren auch bei ihnen, wie das bei den +selenodonten Formen stets der Fall ist, die Außenhöcker ursprünglich +¥V-förmig¥. Die Innenhöcker sind bei dieser letzteren Gruppe mehr oder +weniger komprimiert und bilden zusammen eine Innenwand. Der letzte +untere ¡M¡ hat fast stets einen fünften Höcker oder Halbmond. Völlige +Übereinstimmung zwischen ¡P¡ und ¡M¡ kommt bei Artiodactylen fast +niemals vor, jedoch können bei Endgliedern mancher Formenreihen +die ¡P_{4}¡ in beiden Kiefern den ¡D¡ oder den ¡M¡ ähnlich und die +vorderen ¡P¡ ziemlich kompliziert werden. Im ganzen ist das Gebiß der +Artiodactylen typisch heterodont und der Bau der ¡P¡ viel einfacher +als der der ¡M¡. Auch werden die ¡P¡ im Gegensatz zu den ¡M¡ niemals +prismatisch. + +Im ~Milchgebiß~ weichen die ¡JD¡ und ¡CD¡ nur wenig von ihren +Nachfolgern, den ¡J¡ und ¡C¡ ab, dagegen bieten die ¡D¡ größere +Mannigfaltigkeit als bei den Unpaarhufern. Der letzte obere ¡D¡ hat +die Zusammensetzung eines echten ¡M¡, der letzte untere ¡D¡ trägt +im Gegensatz zu den unteren ¡M¡ drei Paare Höcker oder Halbmonde, +ist aber vorne viel schmäler als die ¡M¡. Der obere ¡D^3¡ gleicht in +seiner hinteren Partie einem halben ¡M¡, vorne setzen sich noch drei +Höcker oder Halbmonde an. Die übrigen ¡D¡ sind etwas komplizierter +als die ¡P¡, aber ihnen doch sehr viel ähnlicher als den ¡M¡. + +Das ~Schulterblatt~ hat schmale dreieckige Form. Schlüsselbeine +fehlen. Der Humerus ist bei den primitiveren Formen länger, bei +den spezialisierteren aber kürzer als der Radius. Ulna und Radius +bleiben entweder getrennt, oder die mittlere Partie der Ulna wird +sehr dünn und der distale Teil verschmilzt mit dem Radius. Der Carpus +enthält dieselben Elemente wie bei den Perissodactylen und zeigt die +nämliche seitliche Verschiebung der distalen Reihe, so daß Magnum +und Unciforme stets je zwei Carpalia der proximalen Reihe stützen. +Bei vorgeschritteneren selenodonten Formen erfolgt Verschmelzung von +Magnum und Trapezoid und öfters Verlust des Trapeziums. + +Fünf ~Metacarpalia~ sind bis jetzt nur bei Oreodontiden und +Anthracotheriiden beobachtet worden, doch ist Metacarpale I auch +hier klein und stummelartig und trägt nur bei den ¡Oreodon¡ kurze +Phalangen. Die vier übrigen ¡Mc¡ bleiben bei den primitiveren Formen +aller Linien und bei den Hippopotamiden und allen Suiden getrennt. +Bei den Wiederkäuern verkümmern die seitlichen Metacarpalia und die +dazu gehörigen Zehen stecken entweder als kurze Afterklauen frei in +der Haut, oder sie gehen vollständig verloren. Sind die seitlichen +Metapodien griffelartig oder ganz verschwunden, so zeigen die +mittleren Neigung, zu verschmelzen. Der so entstehende »Canon« hat +jedoch stets zwei Markhöhlen, das distale Ende bleibt gespalten und +ist mit zwei Gelenkflächen versehen. Die Verwachsungsstelle wird +äußerlich auf der Vorderseite des Canon durch eine Furche angedeutet. +Die Länge der Metapodien bedingt die Lauffähigkeit, sie sind daher bei +den Wiederkäuern schlank und lang, bei den Suiden und Hippopotamiden +kurz und dick. + +Stets übertreffen die zwei gleichgroßen mittleren Metacarpalien (¡III¡ +u. ¡IV¡) die beiden seitlichen (¡II¡ u. ¡V¡) an Stärke und Länge und +zwar um so beträchtlicher, je mehr die Extremitäten zum Laufen und +Springen dienen. Die distalen Gelenkköpfe der vorderen und hinteren +Metapodien tragen Leitkiele, die namentlich bei den vorgeschritteneren +Formen sehr gut entwickelt sind, indem sie sich auch über die ganze +Vorderseite erstrecken. + +[Illustration: Fig. 652. + +Vorderfuß ¡A¡ von ¡Oreodon¡, ¡B¡ von ¡Xiphodon¡ mit inadaptiver +Reduktion, ¡C¡ von ¡Sus¡, ¡D¡ von ¡Tragulus¡ mit adaptiver Reduktion.] + +Im ursprünglichen Artiodactylenvorderfuß artikulierte ¡Mc I¡ mit dem +Trapezium, ¡Mc II¡ mit Trapezium, Trapezoid und Magnum, ¡Mc III¡ mit +Magnum und Unciforme und ¡Mc IV¡ und ¡V¡ mit dem Unciforme. Diese +Anordnung kann festgehalten werden bei Reduktion der Seitenzehen, es +behauptet bei dieser von ~Kowalewsky~ als »~inadaptive Reduktion~« +(Fig. 652 ¡AB¡) bezeichneten Umbildung jedes Metacarpale hartnäckig +seinen Platz unter den dazugehörigen Handwurzelknochen, namentlich +gilt dies von dem ¡Mc II¡. Bei der »~adaptiven Reduktion~« +(Fig. 652 ¡CD¡) rücken die beiden mittleren Metacarpalia fast in +gleiche Höhe, ihre proximalen Gelenkflächen breiten sich aus, drängen +die seitlichen Metapodien nach außen und hinten und bemächtigen sich +ihrer Ansatzstellen am Carpus. ¡Mc II¡ wird von der Verbindung mit dem +Magnum ausgeschlossen und artikuliert nur mehr mit dem Trapezium und +einem Teil des Trapezoids. Der Fuß erlangt hiedurch größere Festigkeit +und Schnelligkeit. Alle noch jetzt existierenden Artiodactylen mit +reduzierten Extremitäten gehören in die »adaptive« Reihe. + +[Illustration: Fig. 653. + +Calcaneum von ¡Anoplotherium commune¡ von vorne. as Gelenkfläche +für den Astragalus, ¡p¡ Gelenkfläche für die Fibula, ¡cub¡ für das +Cuboideum, 1/3 nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.)] + +[Illustration: Fig. 654. + +Astragalus (Sprungbein) von ¡Helladotherium Duvernoyi¡. ¡A¡ von +vorne und ¡B¡ von hinten. 1/3 nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.) ¡t¡ tibiale +Gelenkfläche (Trochlea), ¡n¡ naviculare Gelenkfläche, ¡cub¡ cuboidale +Gelenkfläche, ¡cal¡ hintere Calcaneumfasette, ¡c¡, ¡c'¡ seitliche +Fasette für das Calcaneum, ¡ex¡ freier Innenrand des Astragalus.] + +Das ~Becken~ ist gestreckt, das Hüftbein schmal. Dem Femur fehlt +der dritte Trochanter. Tibia und Fibula sind bei den primitiveren +Formen getrennt, und die letztere ist wohl entwickelt. Bei den +vorgeschrittenen verkümmert die Fibula zu einem griffelartigen +Knochen, von dem zuletzt nur ein kurzes, distales Stück erhalten +bleibt. Das Calcaneum (Fig. 653) hat an seiner Vorderseite eine +gewölbte Gelenkfläche für die Fibula. Am Astragalus (Fig. 654) ist +die obere und vordere Gelenkrolle für die Tibia tief ausgehöhlt, +sein distales, dem Naviculare und Cuboid aufruhendes Ende ist nicht +abgestutzt wie bei den Perissodactylen, sondern bildet ebenfalls eine +konvexe Gelenkrolle, welche auf der Hinterseite in eine große gewölbte +Fläche (¡cal¡) übergeht. Bei den primitiveren vierzehigen Formen mit +gut ausgebildeten Seitenzehen bleiben alle Tarsusknochen getrennt. +Bei den Traguliden und den Wiederkäuern verschmelzen Naviculare und +Cuboid, ebenso verwachsen Unciforme ¡III¡ und ¡II¡ und zuweilen sogar +alle Tarsalia mit Ausnahme von Cuneiforme ¡I¡. + +Auch am ~Hinterfuß~ verkümmern oft die seitlichen Metapodien und +Zehen. ¡Mt I¡ ist, wenn überhaupt anwesend, nur als Stummel vorhanden. +Bei Anoplotheriiden und bei ¡Dicotyles¡ wird der Hinterfuß durch +einseitige Verkümmerung einer Seitenzehe dreizehig. Auch die zwei +mittleren Metatarsalia können zu einem Canon verwachsen und zwar +sogar schon früher als die Metacarpalien (¡Hyaemoschus¡, ¡Gelocus¡, +¡Dicotyles¡). Bei der inadaptiven Ausbildung der Extremitäten bewahren +die einzelnen Metatarsalia ihren Platz unter den entsprechenden +Tarsalien. Bei der adaptiven Reduktion werden die seitlichen +Metatarsalia von den sich ausbreitenden mittleren nach außen und +hinten verdrängt. Die Zehen beider Extremitäten sind gleichartig +gebaut, die Endphalangen dreieckig -- nur bei den Anoplotheriiden und +bei ¡Agriochoerus¡ krallenartig -- und von Hufen umgeben. + +Für das phylogenetische Verständnis der Extremitätenumbildung bei +den Artiodactylen ist es von großem Interesse, daß selbst bei den +vorgeschrittensten Paarhufern (¡Cavicornia¡) die im späteren Alter +verschmolzenen Knochen bei Embryonen getrennt angelegt sind und +somit den geologisch älteren Formen entsprechen. Die scheinbar so +weit auseinander liegenden Entwickelungsstadien des plumpen, kurzen, +vierzehigen Hippopotamusfußes und der schlanken, langgestreckten, +zweihufigen Wiederkäuerextremitäten werden somit gewissermaßen in +kurzer Folge auch in der Ontogenie der höchststehenden Paarhufer +durcheilt. + +Nach dem Gebiß zerfallen die Artiodactylen in drei Hauptgruppen: + + ¿A. Bunodontia.¿ + + 1. ¡Suidae¡ + 2. ¡Elotheriidae¡ + 3. ¡Leptochoeridae¡ + 4. ¡Hippopotamidae¡ + + ¿B. Bunoselenodontia.¿ + + 5. ¡Anthracotheriidae¡ + 6. ¡Anoplotheriidae¡ + 7. ¡Dichobunidae¡ + + ¿C. Selenodontia.¿ + + 8. ¡Xiphodontidae¡ + 9. ¡Caenotheriidae¡ + 10. ¡Oreodontidae¡ + 11. ¡Camelidae¡ + 12. ¡Tragulidae¡ + 13. ¡Hypertragulidae¡ + 14. ¡Cervicornia¡ + 15. ¡Antilocapridae¡ + 16. ¡Cavicornia.¡ + + +A. Bunodontia. + + +1. Familie. #Suidae.# ~Schweine.~[149] + +¡§3-2.1.4-3.3.§/§3.1.4-3.3.§ brachyodont und bunodont. Obere und +untere M mit vier stumpf konischen Höckern und häufig mit vielen +warzenartigen Nebenhöckerchen. Älteste Formen mit einem Zwischenhöcker +-- Metaconulus -- in der Vorderhälfte der oberen M. P einfacher als M. +C stark vorragend. Carpalia und Tarsalia nicht verschmolzen. Untere +Hälfte des Astragalus gegen die obere etwas seitlich verschoben. +Extremitäten vierzehig, der Hinterfuß zuweilen dreizehig. Metapodien +getrennt. Seitenzehen dünner und kürzer als die Mittelzehen.¡ + +[Illustration: Fig. 655. + +¡A¡ ¡Cebochoerus Rütimeyeri¡ Stehlin. Mitteleocäne Bohnerze von +Egerkingen, Schweiz. Obere Backenzähne nat. Gr. (nach ~Stehlin~.) +¡B¡ ¡Cebochoerus minor¡ Gervais. Obereocän. Phosphorite von Quercy. +Unterkiefer nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.)] + +Die Suiden stehen den Anthracotheriiden wenigstens anfangs ziemlich +nahe. Beide dürften auf eine gemeinsame Stammform zurückgehen. In der +Gegenwart bewohnen Suiden alle Kontinente mit Ausnahme von Australien. +Ächte Suiden beginnen in Europa im Mitteleocän, in Nordamerika im +Oligocän. Die Hauptentwicklung der Schweine fällt in die Zeit vom +Miocän bis in die Gegenwart. + +¿Cebochoerus¿ Gervais (¡Dichobune¡ Rütimeyer, ¡Acotherulum¡ Gervais). +(Fig. 655.) Oberer ¡C¡ vertikal, dolchförmig, unterer ¡C¡ als vierter +¡J¡ und der zweiwurzelige untere ¡P_{1}¡ als ¡C¡ entwickelt, obere ¡M¡ +fast quadratisch, mit fünf Höckern, davon drei in der vorderen Hälfte. +Unterkiefer hinten sehr hoch, mit gerundetem Eckfortsatz. Mitteleocän. +Bohnerz von Egerkingen ¡C. Rütimeyeri¡ Stehlin. Obereocän. Mormont ¡C. +helveticus¡ Pictet. St. Hippolyte de Caton, Phosphorite von Quercy ¡C. +minor¡ Gerv. Débruge ¡C. saturninus¡ Gervais sp. + +¿Choeromorus¿ Pictet (¡Leptacotherulum¡ Filhol). Obere ¡M¡ etwas +breiter als lang. Unterer ¡C¡ und ¡P_{1}¡ normal ausgebildet. ¡P_{4}¡ +mit Innenhöcker. Außenhöcker der unteren ¡M¡ ¥V-förmig¥. Stammvater der +echten Schweine. Obereocän. Mormont. ¡Ch. helveticus¡ Pictet. + +¿Eohyus¿ Marsh. Eocän. Wyoming, durchaus problematisch. + +¿Choeropotamus¿ Cuvier. Oberer C dolchförmig, ¡P^1¡ vergrößert, +unterer ¡C J¡-ähnlich, ¡P_{1} C¡-artig. ¡M¡ mit vier Haupt- und +vielen Nebenhöckern, obere auch mit Mesostyl. Unterer ¡P_{4}¡ ohne +Innenhöcker. Unterkiefer niedrig, hinten weit ausgezogen. Obereocän. +Frankreich und England. ¡Ch. parisiensis¡ Blv. + +¿Palaeochoerus¿ Pomel. (Fig. 656.) Zahnreihe fast noch geschlossen. +¡C¡ nicht viel stärker als ¡J¡ und ¡P¡. Obere und untere M mit vier +konischen Höckern und Basalband, unterer ¡M_{3}¡ mit fünf Höckern. +Untermiocän Europa. ¡P. Meisneri¡ Meyer, ¡typus¡ Pomel. Mittelmiocän. +¡P. aurelianensis¡ Stehlin. + +¿Propalaeochoerus¿ Stehlin. Oligocän. Phosphorite von Quercy. + +¿Choerotherium¿ Depéret (¡Colobus¡ Fraas). Klein, sehr einfache ¡P¡ +und ¡M¡. Obermiocän. Steinheim, Sansan, Schlesien etc. + +¿Xenochoerus¿ Zdarsky. Sehr komplizierte, ¡M¡-ähnliche ¡P¡. +Obermiocän. Steiermark. + +¿Hyotherium¿ Meyer. (Figur 657.) Ähnlich ¡Palaeochoerus¡, jedoch +größer. Oberer ¡C¡ zweiwurzelig. Höcker der ¡M¡ kantig. Im +europäischen Mittel- und Obermiocän weit verbreitet. ¡H. Sömmeringi¡ +Meyer. Unterpliocän Indien. ¡H. perimense¡ Lydekker. + +¿Perchoerus¿ Leidy. §4§/§4§ ¡P¡. Oligocän (White Riverbed) und +¡Chaenohyus¡, ¡Bothrolabis¡ Cope, ¡Desmathyus¡ Matthew. Untermiocän +(John Day) und ¡Thinohyus¡ Marsh im Obermiocän von Nebraska mit nur +drei unteren ¡P¡ sind die palaeochoerusähnlichen Vorläufer von: + +[Illustration: Fig. 656. + +¡Palaeochoerus Meisneri¡ v. Meyer. Untermiocän. Ulm. ¡A¡ obere, ¡B¡ +untere Backenzähne, nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 657. + +¡Hyotherium Sömmeringi¡ v. Meyer. Obermiocän. Eibiswald. Steiermark. +Oberkiefer. 1/2 nat. Gr. (nach ~Peters~.)] + +¿Dicotyles¿ Cuvier. §2.1.3.3.§/§3.1.3.3.§ Oberer ¡C¡ dreikantig, +vertikal, hintere ¡P¡ wie die ¡M¡ mit zwei Höckerpaaren und +Nebenwarzen. Metatarsale III und IV proximal verschmolzen. ¡Mt¡ V +zu einem kurzen Stummel reduziert. Lebend und im Pleistocän von ganz +Amerika. + +¿Platygonus¿ Le Conte. Vor den drei ¡P¡ langes Diastema. Höcker der +¡M¡ zu Jochen verbunden. Seitenzehen fast ganz reduziert. Obermiocän +bis Pleistocän von Nordamerika. ¡Mylohyus¡ Leidy. §2§/§2§ ¡J¡. Höcker +konisch. Metacarpale II und V noch mit Zehengliedern. Pleistocän. +Nordamerika. + +¿Prosthenops¿ Matthew. Diastema nicht sehr lang. Oben nur 2 ¡J¡, 1 +¡C¡, 3 ¡P¡. Obermiocän und Pliocän von Nebraska. + +¿Doliochoerus¿ Filhol. Höcker jochartig angeordnet. Oligocän. +Phosphorite von Quercy. + +¿Listriodon¿ Meyer. (Fig. 658.) §3§/§3§ ¡P¡. Obere ¡J¡ mit breiten +Kronen, untere horizontal, meißelförmig. Oberer ¡C¡ dick und kurz, +dreikantig und aufwärts gekrümmt. Untere ¡C¡ lang, dreikantig, +bogenförmig. ¡P^4¡ dreihöckerig, die übrigen kurz und dick. ¡M¡ mit +zwei Querjochen. Mittel- und Obermiocän von Europa ¡L. splendens¡ +Meyer und in den indischen Siwalikschichten. + +¿Hippohyus¿ Falconer. Molarhöcker mit zahlreichen Falten. Siwalik. +Ostindien. + +[Illustration: Fig. 658. + +¡Listriodon splendens¡ v. Meyer. Miocän (Sarmatische Stufe.) Nußdorf +bei Wien. ¡A¡ Prämolaren und erster Molar des Oberkiefers. ¡B¡ zweiter +Molar des Unterkiefers. 3/4 nat. Gr.] + +¡Sus¡ Lin. (Fig. 659.) ¡J¡ und ¡C¡ wie bei ¡Listriodon¡, ¡M¡ mit +vier stumpfen, niedrigen Haupthöckern und zahlreichen Nebenhöckern. +¡M^3¡ mit langem Talon. Lebend in Europa, Asien und Nordafrika. +Fossil im Unterpliocän von Montebamboli -- ¡S. choeroides¡ Pomel -- +im Unterpliocän von Eppelsheim, Pikermi etc. ¡S. antiquus¡ Kaup, +¡erymanthius¡ Roth. Mehrere Arten in China und in den Siwalik. Im +Oberpliocän von Toskana ¿S. Strozzii¿ Meneghini und im Pleistocän von +Europa ¡S. scrofa¡ Linn. + +[Illustration: Fig. 659. + +¡Sus erymanthius¡ Roth und Wagner. Unterpliocän. Pikermi bei Athen. +Backenzähne des Oberkiefers, 1/2 nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.)] + + +2. Familie. #Elotheriidae.#[150] + +¡§3.1.4-3.3.§/§3.1.4-3.3.§ Schädel mit schmalem kleinem Cranium und +langer Schnauze. J, C und P kräftig entwickelt. J und C konisch. +P höher als die M und mit Ausnahme von P^4 einspitzig. Hypocon +der oberen fünfhöckerigen M aus dem Basalband entstanden. Vordere +Hälfte der unteren M höher als die hintere. Extremitäten vier- oder +zweizehig.¡ + +Die ¡Elotheriidae¡ unterscheiden sich von den Suiden hauptsächlich +durch die primitive Ausbildung der ¡J¡, ¡C¡ und ¡P¡, sowie dadurch, +daß der zweite Innenhöcker der oberen ¡M¡ nicht aus dem Metaconulus, +sondern aus einer Basalwarze entstanden ist. + +¿Achaenodon¿ Cope (¡Parahyus¡ Marsh?). Schädel bärenähnlich, §3§/§3§ +¡P¡. Obereocän. Uintabed. Wyoming. ¡A. insolens¡ Cope. + +¿Protelotherium¿ Osborn. Jochbogen ohne Fortsatz, breite Stirn. +Nur drei obere ¡P¡ vorhanden, obere ¡M¡ fünfhöckerig. Extremitäten +vierzehig. Obereocän. Uintabed ¡P. uintense¡ Osborn. + +¡Elotherium¡ Pomel (¡Entelodon¡ Aymard, ¡Archaeotherium¡ Leidy). +(Fig. 660.) Obere ¡M¡ fünfhöckerig, mit Zwischenhöcker in der +Vorderhälfte, alle mit starkem Basalband. Unterer ¡M_{3}¡ ohne +Hinterhöcker. Jochbogen mit nach unten gerichtetem Fortsatz. +Unterkiefer mit Protuberanzen am Unterrand. Extremitäten zweizehig. +13 Brust- und 6 Lendenwirbel. Oligocän von Ronzon (Hte. Loire), +Lobsann im Elsaß, Phosphorite von Quercy (¡E. magnum¡ Aymard) und im +Oligocän (White River) ¡E. Mortoni¡ Leidy, Untermiocän (John Day) von +Nordamerika ¡E.¡ (¡Boochoerus¡, ¡Daeodon¡) ¡humerosus¡ Cope. + +¿Dinohyus¿ Peterson, ähnlich ¡Elotherium¡. Miocän. Nebraska. + + +3. Familie. #Leptochoeridae.# Leidy. + +¡Obere M viel kürzer als breit, trituberkulär mit Zwischenhöckern, +untere M vierhöckerig. Vorderhälfte viel höher als die Hinterhälfte. P +gestreckt, die unteren sehr kompliziert. Metapodien dünn.¡ + +[Illustration: Fig. 660. + +¡Elotherium crassum.¡ Oligocän (White Riverbed.) Dakota. Schädel von +der Seite u. von oben, 1/8 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +Kleine Formen von nicht ganz sicherer systematischer Stellung und auf +das Oligocän von Nordamerika beschränkt. + +¿Leptochoerus¿ Leidy. (¡Laopithecus¡ Marsh, ¡Menotherium¡, ¡Stibarus¡ +Cope, Oligocän (White Riverbed). + + +4. Familie. #Hippopotamidae.# ~Flußpferde.~ + +¡§3-2.1.4.3.§/§3-1.1.4.3.§ Obere und untere M mit vier stumpfen +gefalteten Höckern, bei der Abkauung eine kleeblattartige Figur +bildend. P einfach. Obere C sehr dick, kurz, vorne abgekaut. Untere C +gewaltig groß, dreikantig, bogenförmig, hinten mit Abkauungsfläche. +Untere J zylindrisch, sehr lang, wurzellos, nach vorne gerichtet. Alle +Carpalia, Tarsalia und Metapodien getrennt. Füße vierzehig, seitliche +Zehen nicht viel schwächer und kürzer als die mittleren. Endphalangen +mit nagelartigen Hufen.¡ + +Die einzige noch jetzt lebende Gattung dieser Familie ist auf das +tropische Afrika beschränkt. Fossil findet sie sich im Pliocän und +Pleistocän von Asien, Europa und Afrika. + +¿Hippopotamus¿ Lin. wird je nach der Zahl der ¡J¡ in die Subgenera +¡Hexaprotodon¡ und ¡Tetraprotodon¡ Falconer zerlegt. Im Pliocän von +Ostindien ¡H. sivalensis¡ Falconer, im Mittelpliocän von Ägypten und +Algier ¡H. hipponensis¡ Gaudry, im Oberpliocän von Val d'Arno ¡H. +major¡ und ¡Pentlandi¡ Falconer im europäischen Altpleistocän dem +lebenden ¡amphibius¡ nahestehend. Im Altpleistocän von Trinil (Java) +¡sivajavanicus¡ Dubois. Aus Algier beschreibt ~Pomel~ mehrere Arten. +Zwergformen sind aus Höhlen auf Malta, Cypern und Kreta bekannt, sowie +aus sehr jungen Ablagerungen von Madagaskar, ¡H. madagascariensis¡ +Grandidier. + + +B. Bunoselenodontia. + + +5. Familie. #Anthracotheriidae.#[151] + +¡Ausgestorbene Paarhufer mit vollständigem Gebiß. +§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Obere M mit vier Haupthöckern und einem +Zwischenhöcker in der vorderen Hälfte, untere M mit je zwei konischen +Innen- und halbmondförmigen Außenhöckern. P meist kurz, die drei +vorderen einspitzig, meist durch ein Diastema vom C getrennt. +Carpalia, Tarsalia und Metapodien nicht verwachsen. Füße vierzehig, +die Seitenzehen meist dünner und kürzer als die mittleren. Untere +Astragalus trochlea nicht gegen die obere verschoben.¡ + +Die Anthracotheriiden bilden eine primitive Gruppe der Paarhufer, +welche vorzugsweise in Europa, spärlicher in Nordamerika, Nordafrika +und Ostindien verbreitet war. Die ältesten Überreste finden sich im +Eocän (Bohnerze, Phosphorite), das Hauptlager für Anthracotherien ist +das Oligocän. Die jüngsten Formen erlöschen im Miocän. + +[Illustration: Fig. 661. + +¡Anthracotherium magnum¡ Cuv. Oligocän. La Rochette bei Lausanne. ¡A¡ +Oberkiefer, ¡B¡ Unterkiefer. 1/3 nat. Gr.] + +¿Anthracotherium¿ Cuv. (Fig. 661.) Obere ¡M¡ breiter als lang, +mit vier ¥V-förmigen¥ oder konischen Höckern und einem vorderen +sichelförmigen Metaconulus. Untere ¡M¡ vierhöckerig, ¡M_{3}¡ mit +drittem Halbmond. ¡J¡ oben und unten schaufelförmig, ¡C¡ sehr kräftig +entwickelt. Diastema klein. Häufig im Oligocän von Europa, namentlich +in kohleführenden Ablagerungen, selten im Miocän? von Ostindien. Die +Arten variieren in der Größe zwischen ¡Rhinoceros¡ (¡A. magnum¡ +Cuv., ¡A. alsaticum¡ Cuv.) und Schwein (A. ¡minus¡ Cuv. ¡valdense¡ +Kow.). Auch im Oligocän (White Riverbed) von Nordamerika kommen +¡Anthracotherium¡ und ähnliche Formen vor -- ¡Heptacodon¡, ¡Octacodon¡ +Marsh. + +¿Brachyodus¿ Gervais. Backenzahnreihe geschlossen. Obere ¡M¡ +quadratisch. Oberoligocän ¡B. porcinus¡ Gerv., und Mittelmiocän von +Europa ¡B. onoideus¡ Gerv. und Untermiocän von Ägypten ¡B. africanus¡ +Andrews. + +¿Ancodus¿ Pomel (¡Hyopotamus¡ Owen, ¡Bothriodon¡ Aymard). (Fig. 662, +663.) Schädel länger und niedriger als bei ¡Anthracotherium. C¡ +schwächer und durch langes Diastema vom ersten ¡P¡ getrennt. Hügel +der oberen ¡M¡ ausgezeichnet ¥V-förmig¥, die Innenhöcker der unteren +¡M¡ spitz konisch. Oligocän, besonders häufig in Ronzon (Hte. Loire). +¡A. velaunus¡ Cuv., ¡bovinus¡ Owen. Im Oligocän von Ägypten ¡A. +Gorringei¡ Andrews, in dem von Nordamerika ¡A. americanus¡ Leidy. +Die nordamerikanischen Formen unterscheiden sich durch die kürzere +Schnauze und durch den Besitz eines großen Daumens. + +¿Elomeryx¿ Marsh. ¿Arretotherium¿ Douglass. Oligocän. Montana. Obere +¡M¡ mit nur vier ¥V-förmigen¥ Höckern. Vordere ¡P¡ schwach. + +¿Merycopotamus¿ Falcon und Cautley. Obere ¡M¡ mit nur vier ¥V-förmigen¥ +Hügeln. Untere Siwalikschichten von Ostindien. ¡M. nanus¡ Lydekker. + +¿Rhagatherium¿ Pictet (¡Hyopotamus¡ Rütimeyer). Obere ¡M¡ mit fünf +spitzen Höckern und mit Mesostyl. ¡P^4¡ ¡M¡-artig, unterer ¡P_{4}¡ und +die übrigen ¡P¡ sehr kompliziert und gestreckt. Zahnlücke vor ¡P_{2}¡. +Eocäne Bohnerze. ¡R. valdense¡ Pictet von Mormont, ¡frohnstettense¡ +Kow. von Sigmaringen. + +¿Haplobunodon¿ Depéret (¡Dichodon¡, ¡Acotherulum¡ Rütimeyer, +¡Anthracotherium¡ Lydekker). ¡M¡ wie beim vorigen, ¡P¡ einfach, ¡P_{1} +C¡artig, weit von ¡P_{2}¡ abstehend. Unterkiefer niedrig. Eocän. +Bohnerze der Schweiz. ¡H. Mülleri¡ Rütimeyer und ¡solodurense¡ Stehlin +von Egerkingen. + +¿Thaumastognathus¿ Filh. Phosphorite von Quercy. ¿Lophiobunodon¿ +Depéret. Obereocän. + +[Illustration: Fig. 662. + +¡Ancodus (Hyopotamus) velaunus¡ Cuv. sp. Oligocän. Ronzon bei Le Puy. +¡A¡ Vorderfuß, ¡B¡ Hinterfuß. 1/5 nat. Gr. (Nach ~Kowalewsky~.)] + +[Illustration: Fig. 663. + +¡Ancodus (Hyopotamus) velaunus¡ Cuv. sp. Oligocän. Ronzon bei Le Puy. +Schädel von oben und unten, 1/4 nat. Gr. (Nach ~Filhol~.)] + + +6. Familie. #Anoplotheriidae.# + +¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Zahnreihe meist vollständig geschlossen. J^1 +öfters vergrößert, vertikal und voneinander getrennt. Alle J, C und P +meist allmählich ineinander übergehend, die vorderen P verlängert und +schneidend. M bunoselenodont. Obere M im Umriß trapezoidal, mit vier +¥V-förmigen¥ Höckern und konischem Protocon. Untere M mit ¥V-förmigen¥ +Außenhöckern und zwei oder drei konischen Innenhöckern, im letzteren +Falle zwei in der Vorderhälfte jedes M. Hand mit vier bis zwei, +Hinterfuß mit vier bis drei Zehen. Bei Anwesenheit von vier Zehen +mittlere Metapodien kurz und plump, Seitenzehen dünn, bei nur drei +Zehen, die zweite kurz und dick und seitlich abstehend. Carpalia und +Tarsalia frei, Endphalangen krallenähnlich. Schwanz sehr lang.¡ + +Der Schädel hat, abgesehen von der Kürze und Breite der Schnauze, +einige Ähnlichkeit mit dem von ¡Camelus¡. Durch die Länge des +Schwanzes und die mit krallenähnlichen Endphalangen versehenen +Extremitäten gleichen die Anoplotherien eher Carnivoren als Huftieren. +Sie sind auf das Eocän und ältere Oligocän von Europa beschränkt. + +[Illustration: Fig. 664. + +¡Anoplotherium commune¡ Cuv. Ob. Eocän (Gips). Montmartre bei Paris. +Schädel 1/5 nat. Gr. (Nach ~Blainville~.)] + +[Illustration: Fig. 665. + +¡Anoplotherium latipes¡ Gerv. sp. Ob. Eocän (Phosphorite) Escamps. +Quercy. ¡A¡ die zwei hinteren ¡P¡ und der vorderste ¡M¡ des +Oberkiefers. ¡B¡ die zwei letzten ¡M¡ des Unterkiefers (nat. Gr.).] + +¿Anoplotherium¿ Cuv. (¡Eurytherium¡ Gervais). (Fig. 664, 665.) +Außenwand der oberen ¡M¡ W-förmig, Zwischenhügel nur in der vorderen +Hälfte klein, vorderer Innenhöcker konisch, hinterer ¥V-förmig¥. Untere +¡M¡ mit zwei Halbmonden auf Außenseite und drei spitzen Höckern auf +Innenseite, davon zwei in der Vorderhälfte des Zahnes. ¡C¡ in beiden +Kiefern ¡P¡ ähnlich. Die Anoplotherien waren kurzbeinige, gedrungene, +mit langem kräftigen Schwanz versehene Huftiere von Tapirgröße, +die wahrscheinlich den Schwanz als Schwimmorgan benutzten. Ihre +drei Zehen waren wohl durch Schwimmhaut verbunden. Im Obereocän von +Paris ¡A. commune¡ Cuv. Hand mit nur zwei Zehen. Débruge bei Apt ¡A. +(Eurytherium) latipes¡ Gervais. Hand dreizehig. + +¿Diplobune¿ Rütimeyer (¡Hyracodontherium¡ Filhol). (Fig. 667.) Sehr +ähnlich Anoplotherium, jedoch kleiner. Oberer erster ¡J¡ vergrößert. +Die oberen ¡M¡ sind relativ breit, und an den unteren ¡M¡ stehen +die beiden vorderen Innenhöcker ganz dicht beisammen. Extremitäten +dreizehig. Wangenfläche ohne Grube. Im Oligocän, Bohnerz von Ulm und +Pappenheim und in den Phosphoriten von Quercy. ¡D. Quercyi¡ Filhol, +¡D. bavaricum¡ Fraas. Im Eocän ¡D. secundarium¡ Cuv. sp. + +[Illustration: Fig. 666. + +¡Orthaspidotherium.¡ Unt. Eocän von Reims. ¡A¡ oberer Molar, ¡B¡ +unterer ¡M_{3}¡ 2/1 nat. Gr.] + +¿Dacrytherium¿ Filhol (¡Plesidacrytherium¡ Filhol). Wangenfläche mit +tiefer Infraorbitalgrube. Vorderer Innenhöcker der unteren ¡M¡ schwach +entwickelt. ¡P¡ relativ einfach. Zwei wohlentwickelte, aber dünne +Seitenzehen. Mittel- und Obereocän. Phosphorite. Schweizer Bohnerze. + +¿Leptotheridium¿ Stehlin (¡Rhagatherium¡, ¡Caenotherium¡ Pictet, +¡Hyopotamus¡ Rütimeyer). Klein. Eocän. Schweiz. Bohnerze. + +¿Catodontherium¿ Depéret. Wange mit seichter Vertiefung. Schnauze +schmal. ¡P¡ gestreckt. P^4 einfach. Vorderster Innenhöcker der unteren +¡M¡ sehr schwach. Eocän. Schweizer Bohnerze ¡C. fallax¡ Stehlin. +Robiac ¡C. robiacense¡ Depéret. + +¿Mixtotherium¿ Filhol (¡Adrotherium¡ Filhol, ¡Hyopotamus¡ Rütimeyer). +¡P^4¡ fast ¡M¡-artig. ¡C¡ fast normal entwickelt. Schnauze kurz, +Unterkiefer sehr hoch, Schädel mit kleinem Cranium und weit +abstehenden Jochbogen. Eocän. Phosphorite. + +¿Orthaspidotherium¿ Lemoine (Fig. 666). Untereocän. Reims. Sehr klein. + +[Illustration: Fig. 667. + +¡Diplobune Quercyi¡ Filhol. Bohnerz. Eselsberg bei Ulm. ¡A¡ +Backenzähne und Prämolaren des Oberkiefers. ¡B¡ rechter Unterkiefer +von der Seite. ¡C¡ Unterkieferzähne von oben (2/3 nat. Gr.) ¡D¡ +Vorderfuß, ¡E¡ Hinterfuß (1/4 nat. Gr.).] + + +7. Familie. #Dichobunidae.# + +¡Ausgestorbene, kleine Paarhufer mit vollständigem Gebiß +§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Obere M mit drei Höckern in der hinteren Hälfte, +die Innenhöcker ¥V-förmig¥, die übrigen meist konisch. Untere M mit +konischen Innen- und ¥V-förmigen¥ Außenhöckern. Vorderer Innenhöcker +meist doppelt. Vorderhälfte der unteren M etwas höher als die hintere. +Extremitäten vierzehig. Seitenzehen dünn. Schädel Tragulusähnlich.¡ + +Durch den Besitz von drei Höckern in der Hinterhälfte der oberen +¡M¡ unterscheidet sich diese Familie von allen übrigen Paarhufern, +obwohl sie im übrigen viele Ähnlichkeit mit primitiven Suiden, +Anthracotheriiden und Traguliden aufweist. Die Dichobuniden beginnen +in Europa schon im ältesten Eocän, sterben aber im Oligocän aus. In +Amerika sind sie auf das Obereocän beschränkt. + +¿Dichobune¿ Cuvier (Fig. 668). (¡Microchoerus¡ Wood, ¡Hyopotamus¡ +Rütimeyer. Obere Zahnreihe geschlossen. Obere ¡M¡ mit Mesostyl. Alle +Höcker mehr oder wenig konisch. ¡P¡ einfach. Obereocän, Bohnerze, +Pariser Gips bis Oligocän. ¡D. leporina¡ Cuv. + +¿Hyperdichobune¿ Stehlin. Oberer ¡P^1¡ kompliziert. Eocän. Schweizer +Bohnerze. + +¿Mouillacitherium¿ Filhol (¡Necrolemur¡, ¡Hyopsodus¡ Rütimeyer). Ohne +Zwischenhöcker in Vorderhälfte der oberen ¡M¡. Untere ¡P¡ gestreckt. +Eocän. ¡M. Cartieri¡ Rütimeyer sp. + +¿Meniscodon¿ Rütimeyer (¡Phenacodus¡, ¡Protogonia¡ Rütimeyer). +Mittelgroße Tiere. Obere ¡M¡ ohne Mesostyl, mit großem Parastyl. +Mitteleocän. Bohnerz von Egerkingen. ¡M. europaeus¡ Rütimeyer sp. + +¿Metriotherium¿ Filhol (¡Deilotherium¡, ¡Spaniotherium¡ Filhol). Groß. +Phosphorite von Quercy. + +¿Protodichobune¿ Stehlin. Untereocän von Epernay. + +¿Homacodon¿ Marsh. Obere ¡M¡ sechshöckerig, untere ¡M¡ vierhöckerig, +dichobuneähnlich und ¿Helohyus¿ Marsh. Obere ¡M¡ mit fünf Höckern, +untere ¡M¡ mit zwei Innenhöckern in der Vorderhälfte. Mitteleocän. +Bridgerbed. Wyoming. + +¿Sarcolemur¿ Cope. Sehr spitze Höcker an den unteren ¡M¡. Ebendaselbst. + +¿Trigonolestes¿ Cope. Obere ¡M¡ dreihöckerig (?). Untereocän, +Wasatchbed von Wyoming. ¡T. (Pantolestes) brachystomus¡ Cope. + +[Illustration: Fig. 668. + +¡Dichobune leporina¡ Cuv. Phosphorite. Escamps. Quercy. ¡A¡ zwei +Molaren des Oberkiefers, ¡B¡ letzter Milchzahn und die zwei vorderen +Molaren des Unterkiefers. (Nat. Gr.)] + + +C. Selenodontia. + + +8. Familie. #Xiphodontidae.# + +¡Zahnreihe geschlossen. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Backenzähne selenodont. +Obere M mit vier oder fünf Halbmonden, der Zwischenhügel in der +vorderen Hälfte. Untere M mit zwei komprimierten Innenhöckern und +zwei äußeren Halbmonden. Vordere P gestreckt, unterer P_{4}, seltener +auch der obere P^4 sehr kompliziert. Unterer P_{1} als Eckzahn +ausgebildet, oder J, C und P ineinander übergehend. Extremitäten lang, +schlank, zweizehig. Seitliche Metapodien zu kurzen proximalen Stummeln +reduziert, mittlere getrennt.¡ + +Im europäischen Obereocän. Phosphorite von Quercy, Bohnerze, Débruge +bei Apt. + +Die Xiphodontiden sind schlanke, hochbeinige, an Hirsche erinnernde +Selenodonten, die aber sehr bald vollständig erlöschen. + +¿Xiphodon¿ Cuv. (Fig. 669.) Obere ¡M¡ mit fünf Halbmonden. ¡P^4¡ +einfach. Cuboid und Naviculare getrennt. Eocän. ¡X. gracile¡ Cuv., +¡castrense¡ Kowalewsky. + +¡Amphimeryx¡ Pomel (¡Hyaegulus¡ Pomel, ¡Xiphodontherium¡ Filhol). +Außenhöcker der fünfhöckerigen oberen ¡M¡ halbmondförmig. Zahnlücke +zwischen den unteren ¡P_{2}¡ und ¡P_{3}¡. Unterkieferrand ohne +Einbuchtung. Eocän. Bohnerze der Schweiz, Pariser Gips, Débruge, +Phosphorite von Quercy. Oligocän. Ronzon. + +[Illustration: Fig. 669. + +¡Xiphodon gracile¡ Cuv. Ob. Eocän. Débruge bei Apt. Vaucluse. ¡A¡ +Backenzähne des Oberkiefers, ¡B¡ des Unterkiefers. 3/4 nat. Gr.] + +¿Pseudamphimeryx¿ Stehlin (¡Caenotherium¡ Pictet, ¡Mioclaenus¡, +¡Plesiomeryx¡ Rütimeyer). Ohne Zahnlücke zwischen ¡P_{2}¡ und ¡P_{3}¡. +Unterkieferrand eingebuchtet. Schweizer Bohnerze. Phosphorite von +Quercy. + +Eine oder beide Gattungen besitzen fadenartige seitliche Metapodien. +Cuboid und Naviculare verschmolzen. + +¿Dichodon¿ Owen. Obere ¡M¡ mit vier Halbmonden. Ecken der Außenmonde +der oberen und der Innenhöcker der unteren ¡M¡ weit vorspringend. +Letzter ¡P¡ in beiden Kiefern sehr kompliziert, der obere ¡P^4 +M¡-artig, ¡P_{4}¡ ¡D_{4}¡ ähnlich. Obereocän. England. ¡D. cuspidatus¡ +Owen. Bohnerz von Sigmaringen ¡D. frohnstettensis¡ Fraas. + +¿Haplomeryx¿ Schlosser. ¡P¡ mäßig kompliziert. Obere ¡M¡ anfangs +mit fünf, später mit vier Halbmonden. Eocän. Phosphorite, Schweizer +Bohnerze. + +¿Tapirulus¿ Gervais. Obere ¡M¡ fünfhöckerig, ohne Mesostyl. Höcker +der oberen und Innenhöcker und Monde der unteren ¡M¡ paarweise zu +Jochen verbunden. Zahnreihe geschlossen. ¡P¡ mit Ausnahme von ¡P_{4}¡ +trikonodont. Phosphorite. Schweizer und Ulmer Bohnerze. Systematische +Stellung unsicher, vielleicht eine Suide. + + +9. Familie. #Caenotheriidae.# + +¡Zahnreihe fast vollständig geschlossen, in der Regel +§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Obere M aus fünf halbmondförmigen Höckern +bestehend, der Protocon in die Hinterhälfte der Krone verschoben. +Untere M mit zwei äußeren Halbmonden und zwei konischen Innenhöckern, +von denen der zweite nach vorwärts gerückt ist. P ziemlich einfach, +oberer C klein, unterer als vierter J, und P_{1} als Eckzahn +entwickelt. Extremitäten vierzehig, die Seitenzehen kürzer und dünner +als die Mittelzehen. Cuboid und Naviculare getrennt.¡ Obereocän bis +Untermiocän. Europa. + +Die Überreste dieser zierlichen, kaum Hasengröße erreichenden Tiere, +die offenbar in Rudeln lebten, finden sich besonders häufig in den +Phosphoriten von Quercy und im Untermiocän der Auvergne und des +Mainzer Beckens. + +[Illustration: Fig. 670. + +¡Caenotherium elongatum¡ Filhol. Oligocän. Phosphorite von Quercy. +¡A¡ Schädel 2/3 nat. Gr. ¡B¡ obere P^2 bis M^3, ¡C¡ untere Zahnreihe. +¡J_{2}¡ bis ¡M_{3}¡.] + +[Illustration: Fig. 671. + +¡Caenotherium¡ sp. Oligocän. Phosphorite. Quercy. ¡A¡ Vorderfuß, ¡B¡ +Hinterfuß. 4/5 nat. Gr. (Nach ~Schlosser~.) (Die nicht schattierten +Carpalia und Tarsalia sind ergänzt.)] + +¿Oxacron¿ Filhol (? ¡Hyaegulus¡ Pomel). Protocon der oberen ¡M¡ fast +in der Mitte des Zahnes gelegen. §3§/§3§ ¡P¡. Obereocän. Phosphorite, +Débruge, Mormont. + +¿Caenotherium¿ Bravard (¡Microtherium¡ Meyer). (Fig. 670, 671.) +Unterkiefer und Extremitäten relativ plump. Oligocän und Untermiocän. + +¿Plesiomeryx¿ Filhol. Extremitäten und Unterkiefer schlank. Ebenda. + + +10. Familie. #Oreodontidae.# Leidy.[152] + +¡Gebiß meist vollständig. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ in geschlossener +Reihe, manchmal mit Diastema. Backenzähne selenodont. Obere M mit +vier, selten mit fünf Halbmonden. P in der Regel einspitzig, seitlich +komprimiert, ziemlich kurz. P_{4} zuweilen M-artig. Unterer P_{1} +stets als Eckzahn, C als vierter Incisiv fungierend. Ulna, Radius, +Carpalia, Tarsalia und Metapodien getrennt. Extremitäten vierzehig, +Seitenzehen dünner und etwas kürzer als die Mittelzehen. Zuweilen noch +ein Daumen vorhanden.¡ + +Die Oreodontiden sind vollkommen ausgestorben und bis jetzt nur aus +dem Obereocän, Oligocän und Miocän von Nordamerika bekannt. Sie haben +vermutlich mit den Cameliden die Stammform gemein. + + +1. Unterfamilie. #Agriochoerinae.# + +¡Obere M mit tief ausgefurchten Außenhöckern. Humerus mit niedriger +Trochlea. Endphalangen krallenartig. Schwanz lang. Augenhöhle nicht +geschlossen.¡ + +Die Agriochoerinen haben äußerlich mehr Ähnlichkeit mit Carnivoren +als mit Huftieren und gleichen hierin auffallend den Anoplotheriiden, +von denen sie sich jedoch durch den Besitz von zwei Seitenzehen +unterscheiden. + +¿Protagriochoerus¿ Scott. §4§/§4§ ¡P¡. Obere ¡M¡ mit fünf Höckern. +P_{4} in beiden Kiefern einfach. Obereocän. Uintabed. + +¿Agriochoerus¿ Leidy (¡Artionyx¡ Osborn, ¡Merycopater¡, ¡Coloreodon¡ +Cope, ¡Agriomeryx¡ Marsh). (Fig. 672.) Ohne obere ¡J¡. §4§/§3§ ¡P¡. +¡P_{4}¡ in beiden Kiefern kompliziert. Obere ¡M¡ mit nur vier Höckern. +Hand mit Daumen versehen. Oligocän. White Riverbed. ¡A. major¡ Leidy. + +[Illustration: Fig. 672. + +¡Agriochoerus latifrons¡ Leidy. Oligocän. White Riverbed. Nebraska. +Obere und untere Backenzahnreihe. 3/4 nat. Gr. (Nach ~Scott~.)] + + +2. Unterfamilie. #Oreodontinae.# + +¡Obere M mit W-förmiger Außenwand. Humerus mit hoher Trochlea. +Endphalangen hufartig. Schwanz kurz. Augenhöhle meist geschlossen.¡ + +Die älteren Oreodontiden haben sowohl in ihrem Habitus als auch in der +Größe Ähnlichkeit mit den amerikanischen Schweinen, ¡Dicotyles¡, die +jüngeren erlangen zum Teil durch Verdickung und weites Ausbiegen der +Jochbogen eine gewisse Ähnlichkeit mit ¡Hippopotamus¡. + +¿Protoreodon¿ Scott und Osborn (¡Hyomeryx¡, ¡Eomeryx¡ Marsh). +Zahnreihe geschlossen. Obere M mit Zwischenhöcker, Protoconulus, in +der Vorderhälfte. Orbita hinten offen. Obereocän Uintabed. ¡P. parvus¡ +Scott. + +¿Limnenetes¿ und ¿Bathygenys¿ Douglass. Ähnlich, jedoch ¡M¡ ohne +Zwischenhöcker. Unterstes White Riverbed. + +¿Oreodon¿ Leidy. (Fig. 673, 674.) Zahnreihe geschlossen. Obere ¡M¡ aus +vier Halbmonden bestehend. Orbita hinten geschlossen. Tränengruben +groß. Schnauze kurz. Hand mit kurzem Daumen. Sehr häufig im Oligocän. +White Riverbed von Nordamerika ¡O. Culbertsoni¡, ¡gracilis¡ Leidy. + +¿Eporeodon¿ Leidy (¡Eucrotaphus¡ Leidy). Schädel gestreckt. Ohne +Daumen. Untermiocän. John Daybed. Nordamerika. ¡E. major¡ Leidy. + +¿Mesoreodon¿ Scott. Zahnkronen ziemlich hoch. Mittelmiocän. Deep +Riverbed. + +[Illustration: Fig. 673. + +¡Oreodon Culbertsoni¡ Leidy. Oligocän. White Riverbed. Nebraska. +Schädel und Unterkiefer 1/3 nat. Gr. (nach ~Scott~.)] + +[Illustration: Fig. 674. + +¡Oreodon Culbertsoni¡ Leidy. ¡A¡ Vorderfuß, ¡B¡ Hinterfuß 1/3 nat. Gr. +(nach ~Scott~.)] + +¿Merycochoerus¿ Leidy. Cranium hoch. Schädel kürzer als bei ¡Oreodon¡. +Jochbogen stärker und weiter vorragend. Schnauze lang. Prämolarreihe +kurz. Skelett größer und plumper. Mittelmiocän. ¡M. proprius¡ Leidy. + +¿Promerycochoerus¿ Douglass. (Fig. 675.) Schädel und Prämolarreihe +lang. Jochbogen hinten verdickt. Untermiocän. John Daybed. + +¿Phenacocoelus¿ Peterson. Mittelmiocän. + +¿Merychyus¿ Leidy (¡Ticholeptus¡ Cope). Schnauze verkürzt, mit +Lücke zwischen Tränen- und Stirnbein und Oberkiefer. Zähne ziemlich +hochkronig. Seitenzehen stark reduziert. Mittel- und Obermiocän und +Pliocän. + +¡Leptauchenia¡ Leidy. Schnauze verkürzt, Jochbogen hoch. Nur zwei +untere ¡J¡ vorhanden. Zahnkronen ziemlich hoch. Oberstes Oligocän +(White Riverbed) und Untermiocän. + +[Illustration: Fig. 675. + +¡A¡ ¡Promerycochoerus macrostegus¡ Cope. Schädel von der Seite. 1/4 +nat. Gr. ¡B¡ ¡Promerycochoerus superbus¡ Leidy. Schädel von unten. +Unt. Miocän. John-Daybed. Oregon. 1/4 nat. Gr. (Nach ~Cope~.)] + +¿Cyclopidius¿ Cope (¡Pithecistes¡ Cope). Schädel flach. Mehrere Lücken +im kurzen Gesichtsschädel, Jochbogen weit vorragend. Mittelmiocän. +Deep Riverbed. + + +11. Familie. #Camelidae.# Tylopoda Illig.[153] + +¡Gebiß mehr oder weniger vollständig §3-1.1.4-2.3.§/§3.1.4-1.3.§ +Backenzähne selenodont, vom C und häufig auch vom vordersten P +durch Diastema getrennt. Obere M stets länger als breit. P häufig +reduziert, der vorderste in beiden Kiefern C ähnlich. Halswirbel ohne +Arterienkanal. Carpalia und Tarsalia frei, mit Ausnahme von Cuneiforme +II und III. Extremitäten vier- oder zweizehig. Seitenzehen bei den +späteren Formen gänzlich verschwunden. Mittlere Metapodien stets ohne +vordere Leitkiele, bei den späteren Formen verschmolzen. Magen mit +drei Abteilungen.¡ + +Von den zwei lebenden Gattungen bewohnt die eine -- ¡Camelus¡ -- +Nordafrika und Asien, die andere -- ¡Auchenia¡ -- das westliche +Südamerika. Die Familie stammt aus Nordamerika, wo sie vom Obereocän +bis zum Pleistocän vertreten war. Im Pliocän gelangte sie nach Asien +und von da nach Nordafrika. Die fossilen nordamerikanischen Formen +bilden eine geschlossene Stammesreihe und führen auf indifferente, +vierzehige eocäne Urformen mit getrennten Metapodien und vollständigem +Gebiß zurück. + +Der Schädel trägt weder Geweihe noch Hörner, seine langgestreckte +Form, die schräg abfallende Schnauze mit den kurzen, aber hohen +Zwischenkiefern, die stark vorspringenden, geschlossenen Augenhöhlen +und die geringe Neigung der Gesichtsachse gegen die kraniale Achse +verleihen ihm eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Pferdeschädel. +Das Gebiß unterscheidet sich von dem der Wiederkäuer durch die +gestreckteren oberen ¡M¡ und durch die Anwesenheit von einem oberen +¡C¡ und mindestens einem oberen ¡J¡. Die ¡P¡ können starke Reduktion +erfahren. + +Trotz der früh eintretenden Verschmelzung der Metapodien bleiben +die Carpalia und Tarsalia frei mit Ausnahme von den miteinander +verwachsenen Cuneiforme II und III. Das Trapezium kommt bei den +jüngeren Formen in Wegfall. An den distalen Gelenken fehlen +Leitkiele. Die fossilen Cameliden bilden in bezug auf Gebiß- und +Skelettentwicklung eine ausgezeichnete, eng geschlossene Reihe, deren +ältere Glieder sich mit Embryonen der lebenden Gattungen Camelus und +Auchenia vergleichen lassen. + + +1. Unterfamilie. #Leptotragulinae.# Cope. + +¡Gebiß vollständig, ohne Zahnlücke. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ brachyodont, +C größer als J. P mit Ausnahme von P_{4} schneidend. Obere M aus vier +Halbmonden bestehend. Metapodien nicht verwachsen, Hand vierfingerig, +Fuß zweizehig mit proximalen Griffelbeinen. Radius und Ulna erst im +Alter fest verbunden. Schädeldach eben. Schnauze kurz.¡ + +¿Bunomeryx¿ Wortman. Obere ¡M¡ mit fünf ¥V-förmigen¥ Höckern. §4§/§3§ +¡P¡, Molaren an ¡Homacodon¡ erinnernd, aber echt selenodont. Wohl eher +verwandt mit ¡Protoceras¡ als mit den Cameliden. Obereocän. Uintabed +¡B. elegans¡ Wortman. + +¿Leptotragulus¿ Scott und Osborn (¡Parameryx¡ Marsh). Uinta- bis +Titanotheriumbed. Unvollständig bekannt, ebenso ¿Oromeryx¿ Marsh. + +¿Protylopus¿ Wortman. Schnauze kurz. Orbita hinten nicht geschlossen. +Obereocän. Uintabed. ¡P. Petersoni¡ Wortman. + +¿Eotylopus¿ Matthew. Oligocän. Titanotheriumbed. + + +2. Unterfamilie. #Poëbrotheriinae.# Cope. + +¡Gebiß vollständig, meist mit §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Zwischenkiefer +und Symphyse verlängert. Orbita hinten nicht vollständig geschlossen. +Metapodien getrennt. Hand und Fuß zweizehig, digitigrad. Endphalangen +hufartig. Seitenzehen nur durch proximale Stummel angedeutet. Ulna und +Radius verwachsen. Oligocän und Untermiocän von Nordamerika.¡ + +¿Poëbrotherium¿ Leidy (Fig. 676). Mit kleinem unteren ¡C¡. Größe von +Reh. Oligocän (White Riverbed). ¡P. Wilsoni¡ Leidy. + +¿Paratylopus¿ Douglass (¡Gomphotherium¡ Cope). (Fig. 677.) Unterer ¡C¡ +groß. Orbita fast geschlossen. Gesicht verkürzt. Von Wildschafgröße. +Untermiocän, John Day- und Oligocän, Protocerasbed. + +¿Oxydactylus¿ Douglass. ¿Protomeryx¿ Leidy. Mittelmiocän. + +[Illustration: Fig. 676. + +¡Poëbrotherium Wilsoni¡ Leidy. Oligocän. White Riverbed. Nebraska. ¡A¡ +Schädel und Unterkiefer 2/5 nat. Gr. ¡B¡ Vorderfuß. ¡C¡ Hinterfuß 1/3 +nat. Gr. (nach ~Wortman~.)] + +[Illustration: Fig. 677. + +¡Paratylopus Sternbergi¡ Cope sp. Untermiocän. John Daybed. Oregon. +Schädel und Unterkiefer. 1/4 nat. Gr. (Nach ~Wortman~.)] + + +3. Unterfamilie. #Protolabinae.# Cope. + +¡Gebiß vollständig. Orbita vollständig geschlossen. Extremitäten +zweizehig, semidigitigrad. Hauptmetapodien meist zu einem Canon +verwachsen. Ulna und Radius verwachsen.¡ + +Im Miocän von Nordamerika. Lama- bis Kamelgröße. + +¿Protolabis¿ Cope. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ ¡P_{1}¡ zuweilen fehlend. +Metapodien nicht verschmolzen. Obermiocän. Colorado. + +¿Stenomylus¿ Peterson. ¡M¡ langgestreckt und hochkronig. Mittelmiocän. + +¿Procamelus¿ Cope. §1.1.3.3.§/§3.1.3.3.§ Selten mit vier ¡P¡. +Obermiocän und Pliocän. + +¿Pliauchenia¿ Cope. Ohne ¡P_{2}¡. Obermiocän und Pliocän von Texas und +Nebraska. + +¿Alticamelus¿ Matthew. Ohne obere ¡J^1¡ und ¡J^2¡, jedoch mit §4§/§4§ +¡P¡. Hals, Metapodien, Femur und Tibia ungewöhnlich lang. Obermiocän +von Colorado und Pliocän von Nebraska. + + +4. Unterfamilie. #Camelinae.# Cope. + +¡Gebiß mehr oder weniger reduziert. Ulna mit Radius verwachsen. +Extremitäten zweizehig. Alle drei Zehenglieder dem Boden aufliegend. +Metapodien verschmolzen.¡ + +Im Pliocän und Pleistocän von Nord- und Südamerika und im Unterpliocän +von Indien und China. Lebend in Asien, Nordafrika und Südamerika. + +¿Camelus¿ Lin. (¡Merycotherium¡ Bojanus). §1.1.3.3.§/§3.1.3.3.§ +Im Milchgebiß noch drei obere Schneidezähne. ¡J_{3}¡ ¡C¡-ähnlich. +Zahnlücke vor und hinter ¡C¡ und hinter dem vordersten ¡P¡. Untere ¡J¡ +schaufelartig, ¡C¡ kräftig. ¡P^3¡ und ¡P^4¡ aus Außenwand und innerem +Halbmond bestehend. ¡M¡ ziemlich hoch. Lebend in Nordafrika und Asien. +Fossil im Unterpliocän von Indien ¡C. sivalensis¡ Falc. Cautl. und +China und im Pleistocän von Sibirien und Südrußland, ¡C. sibiricus¡ +Boj. sp., von Rumänien ¡C. alutensis¡ Stefanescu, von Algier ¡C. +Thomasi¡ Pomel und von Nordamerika ¡C. americanus¡ Wortman. + +¿Protauchenia¿ Branco, ¿Palaeolama¿ Gervais, ¿Hemiauchenia¿, +¿Stilauchenia¿, ¿Lamaops¿ Ameghino im Pleistocän von Südamerika. + +¿Anchenia¿ Illiger. §1.1.2.3.§/§3.1.1.3.§ Lebend und im Pleistocän von +Südamerika. + +¿Camelops¿ Leidy, ¿Holomeniscus¿ und ¿Eschatius¿ Cope stehen +¡Auchenia¡ nahe, sind aber nur unvollständig bekannt. Pliocän? und +Pleistocän von Oregon, Kalifornien und Mexiko. + + +12. Familie. #Tragulidae.# Zwerghirsche.[154] + +¡Schädel geweihlos. §0.1.4-3.3.§/§3.1.4-3.3.§ Ohne obere J. Oberer +C säbelartig, unterer als vierter Incisiv ausgebildet. Zahnlücke +ziemlich weit. M selenodont, mit nur vier Höckern, die oberen +allseitig vom Basalband umgeben. P verlängert, seitlich komprimiert +und mit Ausnahme von P^4 schneidend. Carpalia und Tarsalia teilweise +verschmolzen. Mittlere Metapodien viel stärker als die vollständig +erhaltenen seitlichen, getrennt oder zu einem Canon verwachsen. +Reduktion der Seitenzehen adaptiv. Magen mit drei Abteilungen.¡ + +Die Traguliden erreichen höchstens die Dimensionen vom Reh. Sie +beginnen im Oligocän von Europa und gehen wohl auf ¡Dichobune¡ +ähnliche Formen zurück. Im Miocän sind sie bereits überaus selten +und nur durch ¡Dorcatherium¡ vertreten, aus welchem sich die jetzt +in Westafrika lebende Gattung ¡Hyaemoschus¡ entwickelt hat. Dagegen +ist der Vorfahre der jetzt in Südindien und auf den Sundainseln +verbreiteten Gattung ¡Tragulus¡ bis jetzt noch nicht ermittelt. + +Der hornlose Schädel, die freibleibende Ulna, die unvollständige +Verschmelzung der Hauptmetapodien, die Persistenz der seitlichen +Metapodien, die bei den Gelocinen freilich in der Mitte aufgelöst +werden, und die gestreckten einfacheren und schneidenden ¡P¡ +verleihen den Traguliden ein ursprünglicheres Gepräge gegenüber den +Cervicornia und den Cavicornia, von welchen sich die beiden lebenden +Gattungen auch durch die diffuse Placenta und den dreiteiligen +Magen unterscheiden. Hingegen fehlen auch bei ihnen schon die +oberen ¡J¡, und die ¡M¡ haben große Ähnlichkeit mit jenen der +¡Cervicornia¡, welche auch sicher auf gewisse Traguliden -- Gelocinen +-- zurückgehen, denn sie sind mit diesen durch die geweihlosen +Gattungen ¡Amphitragulus¡ und ¡Dremotherium¡ innig verbunden. Auch für +die ¡Cavicornia¡ mit hirsch- und rinderähnlicher Bezahnung ist die +Abstammung von den Gelocinen sehr wahrscheinlich. + + +1. Unterfamilie. #Tragulinae.# + +¡Hinterhaupt groß und schmal. Bullae mit zelligem Gewebe erfüllt. +P einfach, langgestreckt, mit Ausnahme von P^4. Untere M meist mit +schräger, von der Spitze des ersten Innen- und öfters auch des +ersten Außenhöckers nach hinten verlaufenden Leiste. Obere M mit +starkem Cingulum. Seitliche Metapodien vorne und hinten vollständig. +Cuboid und Naviculare, später auch die Cuneiformia zu einem Knochen +verschmolzen.¡ + +Fossil im Oligocän, Miocän und Unterpliocän von Europa und im Pliocän +und Pleistocän von Südasien. Lebend in Südostasien und Westafrika. Die +oligocänen Gattungen haben keine Nachkommen hinterlassen. + +[Illustration: Fig. 678. + +¡Dorcatherium Naui¡ Kaup. Unt. Pliocän. Eppelsheim bei Worms. Schädel, +1/3 nat. Gr. (Nach ~Kaup~.)] + +[Illustration: Fig. 679. + +¡Dorcatherium crassum¡ Lartet sp. Obermiocän. Günzburg. ¡A¡ obere +¡P^3¡, ¡M^2¡, ¡M^3¡. ¡B¡ unterer ¡P_{3}¡, ¡M_{1}¡, ¡M_{2}¡.] + +¿Cryptomeryx¿ Schlosser. §3§/§4§ ¡P¡. Untere ¡M¡ mit Leiste am ersten +Innenhöcker. Oligocän? Phosphorite von Quercy. + +¿Lophiomeryx¿ Pomel. Obere ¡M¡ vierhöckerig, untere ohne Leiste, mit +konischem ersten Innenhöcker. Metapodien getrennt. Oligocän. Cournon, +Frankfurt a. M., Phosphorite von Quercy. + +¿Dorcatherium¿ Kaup. (Fig. 678, 679.) §3§/§4§ ¡P¡, obere ¡M¡ +vierhöckerig, untere ¡M¡ mit Leiste am ersten Innen- und Außenhöcker. +Oberer ¡C¡ dolchartig. Vordere Metapodien getrennt, hintere +verschmolzen. Seitenzehen sehr dünn. Obermiocän von Europa. ¡D. +guntianum¡ Meyer, ¡crassum¡ Lart. sp. Unterpliocän. ¡D. Naui¡ Kaup. +Pliocän von Indien. ¡D. majus¡ Lyd. + +¿Hyaemoschus¿ Gray. §3§/§3§ ¡P¡. Lebend in Westafrika. + +¿Tragulus¿ Brisson. (Fig. 652 ¡D¡.) Kleiner. Mittlere Metapodien +im Alter fest verwachsen. Pliocän und Pleistocän von Südindien ¡T. +sivalensis¡ Lyd. Lebend ¡T. meminna¡ Gray. + + +2. Unterfamilie. #Gelocinae.# + +¡Untere M ohne Leisten am ersten Innen- und am ersten Außenhöcker. +Mittlere Metapodien mehr oder weniger fest zu einem Canon verwachsen, +seitliche dünn und in der Mitte aufgelöst. Cuboid und Naviculare +miteinander verschmolzen.¡ Oligocän von Europa. + +Unter den Gelocinen haben wir sowohl die Ahnen der Hirsche, als auch +die Stammeltern der Cavicornier mit hirsch- oder rinderähnlichen +Backenzähnen zu suchen. + +¿Gelocus¿ Aymard. (Fig. 680.) Obere ¡M¡ niedrig, mit vier Höckern. +Innenhöcker der unteren ¡M¡ massiv. ¡P¡ einfach, langgestreckt. +Kleiner unterer ¡P_{1}¡ vorhanden. Im Oligocän von Ronzon, Ulm, Böhmen +und Phosphorite von Quercy. + +[Illustration: Fig. 680. + +¡Gelocus communis¡ Aymard. Oligocän. Ronzon (Haute Loire). ¡A¡ obere +Backenzähne, ¡B¡ untere ¡P¡ und ¡M¡ von außen. ¡C¡ von oben. ¡D¡ +Vorderfuß, ¡E¡ Hinterfuß 1/2 nat. Gr. (n. ~Kowalewsky~.)] + +¿Paragelocus¿ Schlosser. Obere ¡M¡ mit fünf Höckern und +¿Pseudogelocus¿ Schlosser mit komplizierten unterem ¡P_{4}¡. Oligocän. +Bohnerze von Ulm. + +¿Bachitherium¿ Filhol. §3§/§3§ ¡P¡, unterer ¡P_{4}¡ kompliziert, +und ¿Prodremotherium¿ Filhol. (Fig. 681, 682.) §3§/§3§ ¡P¡, einfach +gebaut. Oligocän. Phosphorite von Quercy. + +[Illustration: Fig. 681. + +¡Prodremotherium elongatum¡ Filhol. Oligocän (Phosphorite). Quercy. +¡A¡ Oberkiefer von unt., ¡B¡ Unterkiefer von oben u. von innen. 3/4 +nat. Gr.] + + +13. Familie. #Hypertragulidae.#[155] + +¡Schädel anfangs ohne knöcherne Auswüchse, später mit Geweih versehen, +das stets von Haut bedeckt bleibt, mit Ethmoidallücken, meist mit +großen Bullae osseae und mit vorspringender, hinten geschlossener +Orbita. Unterkiefer lang und schlank. Ohne obere J; oberer C meist +klein, unterer C als J entwickelt. M brachyodont, selenodont, +untere M ohne Falte auf Hinterseite des ersten Außenmondes. Obere +M vierhöckerig. P ziemlich einfach. Vorderextremität vierzehig, +mittlere Metacarpalien niemals zu einem Canon verwachsen. Seitenzehen +wohl entwickelt. Hinterextremität zweizehig. Mittlere Metatarsalien +zu einem Canon verschmolzen. Seitenzehen rudimentär. Cuboid und +Naviculare verwachsen.¡ + +Die Hypertraguliden sind auf Nordamerika beschränkt. Sie treten hier +zuerst im Oligocän (White Riverbed) auf und erreichen im Miocän +ihre höchste Entwicklung in der Gattung ¡Blastomeryx¡, welche nach +~Matthew~ den Vorfahren der südamerikanischen Hirschgattung ¡Mazama¡ +darstellt. + +[Illustration: Fig. 682. + +¡Prodremotherium elongatum¡ Filhol. Oligocän (Phosphorite). Quercy. +¡A¡ Metacarpus von hinten. ¡B¡ Tibia, Tarsus und Metatarsus von vorne. +¡C¡ Metatarsus von hinten. (¡T¡ Tibia, ¡F¡ Rudiment der Fibula, ¡Ca¡ +Calcaneum, ¡a¡ Astragalus, ¡cb¡ + ¡sc¡ Cubo-scaphoideum.)] + +[Illustration: Fig. 683. + +¡Blastomeryx gemmifer¡ Cope. Unt. Pliocän (Loup Fork-Stufe). Nebraska. +¡A¡ teleometacarpaler Vorderfuß, ¡B¡ Hinterfuß, 2/5 nat. Gr. (Nach +~Scott~.)] + +Die Hypertraguliden wurden früher mit den Traguliden vereinigt, +von welchen sie sich jedoch durch das Fehlen der Falte an der +Innenseite des Metaconids und des ersten Außenmondes der unteren ¡M¡ +unterscheiden. + +~Leptomeryx~ Leidy. Ohne ¡P^1¡, unterer ¡P_{1}¡ klein. Radius und Ulna +frei. Oligocän. White Riverbed. ¡L. Evansi¡ Leidy. Untermiocän von +Montana. Ist der Vorfahre von Blastomeryx. + +~Hypertragulus~ Cope. Oberer ¡C¡ und unterer ¡P_{1}¡ groß, die +folgenden ¡P¡ kurz. Radius und Ulna verwachsen. Oligocän und +Untermiocän (John Daybed von Oregon). ¡H. calcaratus¡ Cope. + +~Allomeryx~ Merriam und Sinclair. Untermiocän. Oregon. + +~Blastomeryx~ Cope. §34-..3 1 0..§/§3.1.4-3.3.§ Schädel geweihlos, +oberer ¡C¡ lang, ¡M¡ brachyodont, untere ohne Palaeomeryxfalte. ¡P¡ +einfach. Oberer ¡P^2¡ und ¡P^3¡ mit kleinem Innenhöcker, untere +¡P¡ mit unverästelten Kulissen an der Innenseite. Radius und Ulna +getrennt. Vorderfuß vierzehig, mittlere Metapodien getrennt, Hinterfuß +zweizehig mit proximalen Resten der Seitenzehen. Untermiocän. ¡B. +Olcotti¡, ¡primus¡ Matthew. ¡Bl. gemmifer¡ Cope (Fig. 683.) mit +kurzem Gablergeweih und rudimentären Seitenzehen ist jünger und auch +generisch verschieden. + + +14. Familie. #Cervicornia.# ~Geweihträger.~[156] + +¡Schädel der Männchen in der Regel mit Geweih oder knöchernen +Fortsätzen versehen. §0.0-1.3.3.§/§3.1.3.(4).3.§ Oberer C bald lang +und säbelartig, bald schwach oder ganz fehlend, unterer als vierter +J fungierend. Langes Diastema hinter den C. Backenzähne selenodont, +brachyodont. Obere P kurz, mit äußerem und innerem Halbmond. Carpalia +-- Magnum und Trapezoid -- und Tarsalia -- Cuboid und Naviculare +-- teilweise verschmolzen. Hauptmetapodien stets zu einem Canon +verwachsen. Seitliche Metapodien dünn, meist nur als proximale oder +distale Reste erhalten, mit kurzen Afterzehen.¡ + +Das Skelett der ¡Cervicornia¡ zeichnet sich wie das der Traguliden +durch spröde Knochensubstanz mit reichlichen Osteoblasten und durch +die dünnen Schädelknochen aus. + +Der Schädel ist lang gestreckt, und seine faziale Achse ist nicht +gegen die kraniale Achse geknickt wie bei den meisten Cavicornia. Die +gewölbte Hirnkapsel wird oben vorzugsweise von den Scheitelbeinen +und nur zum geringeren Teil von den Stirnbeinen gebildet, seitlich +gewinnen die Schuppen der Schläfenbeine ansehnliche Ausdehnung. Die +ungewöhnlich großen Tränenbeine sind außen mit Vertiefungen, den +Tränengruben, versehen. Zwischen Tränenbein, Nasenbein, Stirnbein +und Oberkiefer ist sehr häufig eine »Ethmoidallücke« vorhanden, die +zu einem von dünnen Knochenlamellen und Lufthöhlen erfüllten Raume +führt. Die seitlich vorstehenden Orbiten sind hinten geschlossen. +Das Geweih hat nur geringen systematischen Wert, denn es fehlt den +weiblichen Individuen außer beim Renntier immer und bei den ältesten +fossilen Formen auch den Männchen. Auch können ähnliche Geweihformen +bei Hirscharten vorkommen, die nicht näher miteinander verwandt sind. +Auf die Gesamtbildung des Schädels übt es einen viel geringeren +Einfluß aus als die knöchernen Stirnzapfen der Cavicornia. Bei den +Giraffen und Protoceratinen bleiben die Knochenfortsätze auf den +Stirnbeinen dauernd von Haut bedeckt. Meist aber wird sie nach und +nach abgerieben, »gefegt«, und die Geweihe ragen dann frei vor. Die +basalen Knochenzapfen, welche die eigentlichen nach der Brunstzeit +abwerfbaren Geweihe tragen, heißen Rosenstock, der knotige Wulst an +der Basis des Geweihes Rose. Bei den mit mehrfach gegabeltem Geweih +versehenen Formen beginnt es mit einem einzigen Sprossen, Spießer, der +sich im zweiten Jahre in zwei Äste gabelt. In den folgenden Jahren +kommt jedesmal ein neuer Sproß zu den bereits vorhandenen hinzu. +In ähnlicher Weise verläuft auch die phylogenetische Entwicklung. +Die ältesten, untermiocänen Formen besitzen überhaupt kein Geweih, +bei mittel- und obermiocänen Formen besteht es lediglich aus einer +oder zwei Sprossen, ebenso bei ¡Dicrocerus¡, doch wird es hier schon +bei einer Art abgeworfen. Im Pliocän beginnen Hirsche mit kurzem +Rosenstock, langer Stange und zwei bis drei Nebensprossen. Erst im +Oberpliocän und Pleistocän entfalten die Geweihe jene Üppigkeit, Größe +und reiche Verzweigung, wie sie beim Edelhirsch, Renntier, Elch und in +höchster Potenz beim Riesenhirsch beobachtet werden. + +Im ~Gebiß~ (Fig. 684) fehlen die oberen ¡J¡ stets und die oberen ¡C¡ +sind bei den jüngsten Formen meist nur bei den Männchen vorhanden. Der +untere ¡C¡ hat die Form und Funktion eines ¡J¡. Die Backenzähne sind +brachyodont und die oberen drei-, die unteren zweiwurzelig. Die Krone +ist mit dickem, runzeligem Schmelz bedeckt und in der Regel mit einem +Basalpfeiler versehen, der sich an den oberen ¡M¡ auf der Innen-, an +den unteren ¡M¡ auf der Außenseite befindet. Die Außenseite der oberen +¡M¡ trägt stets zwei Vertikalfalten -- Parastyl und Mesostyl. Zwischen +jedem Außenhöcker und dem benachbarten inneren Halbmond befindet sich +die Marke, in welche meist vom inneren Halbmond aus ein spornartiger +Fortsatz hineinragt. Die oberen ¡P¡ sind kurz und stellen scheinbar +halbe Molaren dar. Die unteren ¡M¡ sind niedrig, typisch selenodont. +Die ziemlich kurzen unteren ¡P¡ bestehen aus einem kürzeren hinteren +und einem längeren vorderen Abschnitt und tragen auf ihrer Innenseite +vertikale Vorsprünge, Kulissen. Die ältesten fossilen Formen besaßen +zum Teil noch vier ¡P¡, bei den übrigen sind immer nur drei ¡P¡ +vorhanden. + +[Illustration: Fig. 684. + +¡Cervus¡ (¡Polycladus¡) ¡dicranius Nesti¡. Ob. Pliocän. Val d'Arno. +Toskana. ¡A¡ die drei ¡P¡ und der erste ¡M¡ des Oberkiefers. ¡B¡ +desgleichen vom Unterkiefer. Nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 685. + +Plesiometacarpaler Vorderfuß von ¡Cervus elaphus¡ Lin., 1/7 nat. Gr. +(Nach ~Flower~.) ¡m^5¡ und ¡m^2¡ proximale Stücke der seitlichen +Metacarpalia, ¡II-V¡ zweite bis fünfte Zehe.] + +[Illustration: Fig. 686. + +Hinterfuß vom Hirsch (¡Cervus elaphus¡), 1/3 nat. Gr. (Nach ~Flower~.) +¡c¡ Calcaneum. ¡a¡ Astragalus, ¡cb¡ + ¡bc¡ Cubo-scaphoideum, ¡c^2¡ +Cuneiforme, ¡mIV¡ und ¡mIII¡ Metatarsalia.] + +Von den Carpalien verwachsen Magnum und Trapezoid miteinander, die +mittleren Metapodien verschmelzen frühzeitig zu einem Canon, die +seitlichen (II und V) sind meist unvollständig, indem bald nur die +proximalen (¡Plesiometacarpi¡) (Fig. 685), bald nur die distalen +Teile (¡Teleometacarpi¡) (Fig. 683) als griffelartige Rudimente zur +Entwicklung kommen. Kurze Afterzehen sowohl an der Vorder- als an der +Hinterextremität besitzen alle echten Hirsche, dagegen fehlen sie +den Giraffen. Im Tarsus verwachsen stets Cuboid und Naviculare und +ebenso Cuneiforme II und III, dagegen bleibt das kleine Cuneiforme I +stets frei. Von den äußeren Metatarsalia sind nur die proximalen Enden +ausgebildet, aber auch häufig mit dem Canon verwachsen. + +Die ¡Cervicornia¡ bewohnen gegenwärtig ganz Asien, Europa und Amerika +und in der Form von Giraffen auch das zentrale und südliche Afrika. +In der alten Welt sind die plesiometacarpischen Formen, in der neuen +die teleometacarpischen vorherrschend. Die echten Hirsche beginnen im +unteren Miocän von Europa. Im oberen Miocän und Pliocän haben sie +auch Vertreter in Nordamerika, im Pliocän auch in Asien. Den Höhepunkt +ihrer Entwicklung erreichen sie im Pleistocän und in der Jetztzeit. + + +1. Unterfamilie. #Moschinae.# Moschushirsche. + +¡Schädel geweihlos, obere C lang, säbelartig. §3§/§3§ P. Distale +Rudimente der seitlichen Metapodien mit langen dreigliederigen +Afterzehen.¡ + +Die beiden lebenden Gattungen (¡Moschus¡, ¡Hydropotes¡) bewohnen die +zentralasiatischen Hochländer. Fossile Reste von Moschus werden aus +den Siwalikschichten von Indien erwähnt. + + +2. Unterfamilie. #Cervulinae.# Muntjakhirsche. + +¡Schädel geweihlos, oder Männchen mit kurzem, meist nur dichotom +gegabeltem oder wenig sprossigem Geweih, das auf einem hohen +Rosenstock sitzt und bei den älteren Formen nicht abgeworfen wurde. +Obere C lang, säbelartig, hinten schneidend. M aus vier Monden +bestehend. Untere M mit Leiste hinter dem ersten Außenmond. P wenig +verlängert, untere mit Kulissen. Vorderfuß meist plesiometacarpisch, +selten teleometacarpisch.¡ + +Lebend in Südostasien. Fossil in Europa vom Miocän an. + +¿Amphitragulus¿ Pomel. Schädel geweihlos, ohne Tränengrube und +Ethmoidallücke. ¡M¡ niedrig, die unteren mit Palaeomeryxleiste. 4 ¡P¡ +im Unterkiefer. Häufig mit distalen Resten der seitlichen Metapodien +nebst Phalangen. Im Untermiocän. Auvergne, Ulm, Mainz, Pyrimont +(Savoyen). ¡A. elegans¡, ¡lemanensis¡, ¡gracilis¡ Pomel. Hasen- bis +Rehgröße. + +[Illustration: Fig. 687. + +¡Dicrocerus furcatus¡ Hensel sp. Obermiocän. Steinheim Württemberg. +¡A¡ obere, ¡B¡ untere Backenzähne, ¡C¡ obere Milchzähne (¡D^3¡ und +¡D^4¡), ¡D¡ unterer ¡D_{4}¡ nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 688. + +¡Dicrocerus elegans¡ Lartet. Obermiocän. Sansan. Gers. Geweih, 1/3 +nat. Gr. (nach ~Gaudry~.)] + +¿Dremotherium¿ Geoffroy. Nur drei untere ¡P¡. Molarhöcker plump. +Seitliche Metapodien nur durch proximale Griffel angedeutet, sonst +wie vorige Gattung. Untermiocän. Auvergne, Ulm, Mainz. ¡D. Feignouxi¡ +Pomel. + +¿Micromeryx¿ Lartet. Klein, mit relativ hohen ¡M¡. Obermiocän. Sansan, +Steinheim, La Grive St. Alban. + +¿Palaeomeryx¿ v. Meyer. Schädel geweihlos, ¡M¡ mit runzeligem Schmelz. +Untere ¡M¡ mit Leiste an Außenseite des vorderen Halbmondes. Meist +große Formen. Mittelmiocän. Böhmen ¡annectens¡ Schlosser. Obermiocän +¡P. Bojani¡, ¡eminens¡ v. Meyer. + +Im Pliocän (?) von Nebraska kommen große ¡Palaeomeryx¡ ähnliche Formen +vor, welche durch die schwache Ausbildung der Falte an den unteren ¡M¡ +und die Komplikation des unteren ¡P_{4}¡ scheinbar den Übergang zu den +Camelopardaliden vermitteln. + +¿Dicrocerus¿ Lartet (¡Procervulus¡ Gaudry) (Fig. 687, 688). Wie vorige +Gattung, jedoch Schädel mit zweisprossigem, selten dreisprossigem +Geweih. Obermiocän. Schlesien, Steinheim etc. ¡D. furcatus¡ Hensel, +Geweih ohne Rose, wohl persistierend. Sansan, Steiermark, bayerische +Hochebene. ¡D. elegans¡ Lartet, Geweih mit Rose und wechselnd. + +¿Lagomeryx¿ Roger. Ähnlich, aber klein. Mit Spießer- oder kurzem +verästeltem Geweih. Mittelmiocän. Solnhofen, ¡L. simplicicornis¡ +Schlosser. Obermiocän. Steiermark, Südbayern ¡L. Meyeri¡ Hofmann. + +¿Cervavus¿ Schlosser. Obere ¡C¡ ziemlich kräftig, untere ¡M¡ noch +mit Spuren der Palaeomeryxfalte. Geweih dichotom. Größe von Reh. +Unterpliocän von China. ¡C. Oweni¡ Koken sp. + +¿Cervulus¿ Blainv. Lebend in Südasien und fossil im Pleistocän von +Indien und Java. + +[Illustration: Fig. 689. + +¡Cervus¡ (¡Axis¡) ¡pardinensis¡ Croizet und Jobert. Oberpliocän. +Auvergne. Geweih. 1/8 nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.)] + +[Illustration: Fig. 690. + +¡Cervus¡ (¡Megaceros¡) ¡hibernicus¡ Owen. Torf von Irland. Weiblicher +Schädel. 1/7 nat. Gr. (nach ~Owen~.)] + + +3. Unterfamilie. #Cervinae.# + +¡Geweih mit kurzem Rosenstock, mehrfach gegabelt, periodisch wechselnd +und abgesehen von Ren, nur bei den Männchen vorhanden. Obere C schwach +oder fehlend. Backenzähne brachyodont. Vorderfuß plesiometacarpal +bei den altweltlichen Hirschen (mit Ausnahme von Elentier, Ren und +Reh), teleometacarpal bei den neuweltlichen (mit Ausnahme von Cervus +canadensis).¡ Lebend auf der nördlichen Hemisphäre und in Südamerika. +Fossil vom Pliocän an in Europa und Asien, in Amerika erst im +Pleistocän. + +Der Gattungsname ¿Cervus¿ sollte nur mehr für nicht näher bestimmbare +Hirschreste Anwendung finden, die besser erhaltenen fossilen lassen +sich meist ziemlich ungezwungen unter die folgenden Subgenera +verteilen. + +¿Capreolus¿ Ham. Smith. Geweih aufrecht, dreisprossig. Im Unterpliocän +von Cucuron, Baltavar ¡C. Matheroni¡ Gerv., im Mittelpliocän ¡C. +australis¡ de Serres, ¡ruscinensis¡ Depéret, im Oberpliocän der +Auvergne ¡C. cusanus¡ Croiz. et Job. Im Pleistocän ¡C. capreolus¡ Linn. + +¿Furcifer¿, ¿Blastoceras¿ Gray, ¿Mazama¿ Rafinesque. Lebend und fossil +in Südamerika. ¿Odocoileus.¿ Pleistocän und Gegenwart in Nordamerika. + +¿Axis¿ Ham. Smith. (Fig. 689.) Geweih schlank mit drei bis vier +zylindrischen Nebensprossen. Plesiometacarpal. Pliocän der Auvergne +(¡C. borbonicus¡, ¡pardinensis¡ Croiz. et Job.), im Crag von England. +Lebend und im Pleistocän von Indien. Im Pleistocän von Trinil auf Java +¡A. Lydekkeri¡ Martin. + +¿Rusa¿ Ham. Smith. Asien. Fossil im Pleistocän von China. ¡C. +Aristotelis¡ Cuv. + +¿Elaphus¿ Gervais. Geweih vielsprossig, im Querschnitt gerundet. +Pliocän ¡C. Perrieri¡, ¡arvernensis¡, ¡issiodorensis¡ Croiz. et Job., +Pleistocän von Europa ¡C. elaphus¡ und ¡canadensis¡, auch in Nordasien +und Nordamerika. Ähnliche Zähne schon im Unterpliocän von China. + +¿Polycladus¿ Gerv. (Fig. 684). Geweih vielsprossig, Sprossen distal +abgeplattet. Pliocän Europa ¡C. ramosus¡ Croiz. Job., ¡Sedgwicki¡ +Falcon. + +¿Dama¿ Ham. Smith. (¡Megaceros¡ Owen). (Fig. 690.) Geweih anfangs +zylindrisch, distal abgeplattet, später schaufelartig. Lebend ¡C. +dama¡ Lin. Südeuropa und Kleinasien. Fossil im Pliocän und Pleistocän +von Europa ¡C. Browni¡ Dawkins. Die größte Art ist der Riesenhirsch +¡Megaceros euryceros¡ Aldrov. im älteren Pleistocän. In Torfmooren von +Irland finden sich ganze Skelette von ¡Megaceros hibernicus¡ Owen. +Weibchen geweihlos. + +¿Cervalces¿ Scott. Pleistocän von Nordamerika. + +¿Alces¿ Ham. Smith. (Elentier). Lebend und im Pleistocän von Europa, +Nordasien und Nordamerika. Im europäischen Unterpleistocän ¡A. +latifrons¡ Dawkins. + +¿Rangifer¿ Ham. Smith. Beide Geschlechter mit starkem, gegabeltem +Geweih, Sprossen abgeplattet. Das Renntier (¡C. tarandus¡ Lin.) +bewohnt die Polarländer der nördlichen Hemisphäre. Im Pleistocän +in ganz Mitteleuropa verbreitet, besonders häufig als Begleiter +des Magdalénien-Menschen. In pliocänen Bohnerzen finden sich +¡Rangifer¡-ähnliche Zähne. Im Pliocän von Piemont ¡C. pliotarandoides¡ +de Alessandrini. + + +4. Unterfamilie. #Protoceratinae.# Marsh.[157] + +¡§3-0.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Backenzähne brachyodont, mit runzeligem +Schmelz. Obere und untere C bei beiden Geschlechtern vorhanden. +Schädel lang und flach, ohne Bulla, bei den späteren Formen mit +paarigen knöchernen Auswüchsen. Carpalia getrennt. Vorderfuß mit +zwei starken mittleren und zwei schwächeren seitlichen Metapodien. +Hinterfuß anfangs mit vier freien Metatarsalia, später mit +unvollständig verschmolzenem Canon und proximalen Seitengriffeln. Alle +Tarsalia frei.¡ + +Die Protoceratinen sind auf Nordamerika beschränkt, aber +wahrscheinlich die Ahnen der ¡Sivatheriinae¡. + +¿Camelomeryx¿ Scott mit §2§/§3§ ¡J¡ und ¿Leptoreodon¿ Wortman mit +§3§/§3§ ¡J.¡ Beide mit großem oberen ¡C¡. Unterer ¡C¡ als vierter +¡J¡ und unterer ¡P_{1}¡ als ¡C¡ entwickelt. Hinter ¡P_{1}¡ in beiden +Kiefern ein langes Diastema. Schädel ohne Protuberanzen. Hand und +Fuß vierzehig, mittlere Metapodien nicht verwachsen. Systematische +Stellung unsicher. Obereocän. Uintabed. + +¿Heteromeryx¿ Matthew. Orbita hinten geschlossen. Vorderfuß vierzehig, +Hinterfuß zweizehig. Oligocän. Unteres White Riverbed. + +¿Protoceras¿ Marsh. (Fig. 691.) §3§/§3§ ¡J¡. Schädel beim Männchen +mit knöchernen Zapfen auf Stirn- und Scheitelbeinen, und vertikalen +Knochenplatten auf Oberkiefer und Stirnbeinen, Weibchen nur mit +schwachen Auswüchsen auf Scheitelbeinen. Vorderfuß vierzehig, +Seitenmetacarpalia dünn, Hinterfuß zweizehig mit unvollständig +verschmolzenem Canon und proximalen Resten der seitlichen +Metatarsalia. Oberes Oligocän (White Riverbed). + +¿Calops¿ Marsh, Schädel ohne Hornzapfen. Ebendaselbst. + +¿Syndyoceras¿ Barbour, je ein einfaches Hornpaar auf Nasen- und +Stirnbeinen. + +[Illustration: Fig. 691. + +¡Protoceras celer¡ Marsh. Oligocän. Oberstes White Riverbed. Nebraska. +2/5 nat. Gr. (nach ~Osborn~.)] + + +5. Unterfamilie. #Giraffinae.# + +¡Große hochbeinige Tiere mit langgestrecktem, entweder glattem oder +mit kurzen paarigen, einfachen Stirnzapfen versehenem Schädel ohne +Tränengrube, mit kleinen ringsum geschlossenen Orbita. Schädelknochen +pneumatisch. Obere C fehlen, untere zweilappig. Backenzähne niedrig, +gedrungen, hirschartig. Seitliche Metapodien und Afterzehen +vollständig verkümmert.¡ + +[Illustration: Fig. 692. + +¡Samotherium Boissierri¡ Forsyth Major. Unt. Pliocän. Samos. Schädel +verkleinert. (Nach ~Lydekker~.)] + +Lebend in Zentralafrika, fossil im Unterpliocän von Südeuropa, +Persien, Indien und China. + +¿Helladotherium¿ Gaudry. Schädel ohne Stirnzapfen. Untere ¡P¡ und ¡M¡ +ziemlich hoch. Hals mäßig lang. Hinterfuß und Vorderfuß fast gleich +lang. Unterpliocän von Pikermi und Maragha. Ein ähnlicher Schädel aus +den Siwalik gehört wohl zu ¡Hydaspitherium grande¡. + +¿Palaeotragus¿ Gaudry. Klein. Schädel niedrig, mit weit vorne +stehenden Hörnern. Zähne plump. Unterpliocän Pikermi. ¡P. Roueni¡ +Gaudry. + +¿Alcicephalus¿ Rodler. ¿Samotherium¿ Forsyth Major. (Fig. 692.) +Männlicher Schädel mit zwei stumpfen Knochenzapfen über den Orbita. +Zähne plump. Hals kürzer als bei Giraffe. Unterpliocän von Samos, +Persien und China. + +¿Camelopardalis¿ Schreber. Auf der Grenze von Stirn- und Scheitelbein +ein Paar kurze Knochenzapfen und auf den Nasenbeinen eine Protuberanz. +¡P¡ sehr kompliziert, ¡M¡ ziemlich schlank. Hals lang. Vorderbeine +länger als Hinterbeine. Unterpliocän von Pikermi, Samos, Maragha, +Siwalik, China und lebend. + +¿Okapia¿ R. Lancaster. Lebend Zentralafrika. + + +6. Unterfamilie. #Sivatheriinae.# + +¡Große Wiederkäuer mit stark ausgedehnten Stirnbeinen und +pneumatischem Schädeldach. Vor der Occipitalkante, auf den hinteren +Außenecken der Stirnbeine zwei mächtige, öfters auf gemeinsamer +Basis stehende, abgeplattete, schwach verästelte, unten mit +Hohlräumen versehene Knochenzapfen. Zuweilen auch ein Paar konischer +Knochenzapfen auf dem vorderen Teil der Stirnbeine. Backenzähne massiv +und brachyodont.¡ + +~Lydekker~ und ~Forsyth Major~ schließen die Sivatheriinen an die +Giraffen an, während ~Murie~ und ~Rütimeyer~ Antilopencharaktere +erkennen wollen. Das Gehörn erinnert an das Schaufelgeweih von ¡Alces¡. + +Sämtliche besser bekannte Vertreter dieser Gruppe (¡Sivatherium¡, +¡Bramatherium¡ Falconer und ¡Hydaspitherium megacephalum¡ Lydekker +stammen aus den indischen Siwalikschichten. Im Unterpliocän von China +kommen Zähne von ¡Sivatheriinen¡ vor, und aus Sanden von Adrianopel +hat ~Abel~ einen ¡Sivatherium¡-ähnlichen Hornzapfen beschrieben. + + +15. Familie. #Antilocapridae.#[158] + +¡Schädel antilopenähnlich mit weit ausgedehnten Scheitelbeinen. +Stirnbeine auf den supraorbitalen Teil des Schädeldaches beschränkt, +mit gegabelten Knochenzapfen, welche von einer jährlich erneuerten +Hornscheide umgeben sind. Lacrimale groß, mit Grube, an Ethmoidallücke +stoßend. Backenzähne hypselodont. Meist ohne obere Eckzähne und +Schneidezähne. Außenseite des oberen M_{3} nach rückwärts verlängert. +§3§/§3§ sehr kurze P.¡ + +Auf Nordamerika beschränkt. + +¿Hypisodus¿ Cope. (Fig. 693.) Kaninchengröße. Schädel ohne +Stirnzapfen. §3§/§3§ ¡J¡. Hand und Fuß ohne Canon, mit vollständigen +seitlichen Metapodien. Oligocän, White Riverbed. + +¿Merycodus¿ (¡Cosoryx¡) Leidy. (Fig. 694.) Schädel mit zwei- oder +dreisprossigem, aufrechtstehendem und mit einem Rosenstock versehenen +Geweih. Vorder- und Hinterfuß mit Canon und mit Afterzehen. +Mittelmiocän bis Pliocän von Colorado und Kansas ¡M. Osborni¡ Matthew, +¡furcatus¡ Leidy. + +¿Capromeryx¿ Matthew. Nur Unterkiefer bekannt mit hypselodonten ¡M¡ +und reduzierten ¡P¡. Pleistocän Nebraska. + +¿Antilocapra¿ Ord. Lebend und fossil. Nordamerika. + + +16. Familie. #Cavicornia.# ~Hohlhörner.~[159] + +¡Schädel beider Geschlechter, seltener nur der Männchen mit +knöchernen, von Hornscheiden umgebenen Fortsätzen. Gebiß +§0.0.3.3.§/§3.1.3.3.§ Zahl der P zuweilen nur §2§/§2§. Backenzähne +selenodont und brachyodont oder hypselodont. Carpus und Tarsus wie +bei den Cervicornia. Hauptmetapodien zu einem Canon verschmolzen, +mit scharfen distalen Leitkielen. Seitliche Metapodien niemals +vollständig, häufig ganz verkümmert. Afterzehen öfters vorhanden.¡ + +[Illustration: Fig. 693. + +¡Hypisodus minimus¡ Cope. Oligocän. White Riverbed, Colorado. Schädel +mit Unterkiefer. 3/4 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 694. + +¡Merycodus Osborni¡ Matthew. Obermiocän. Colorado. Schädel 1/4 nat. +Gr. (nach ~Matthew~.)] + +[Illustration: Fig. 695. + +Schädel eines hornlosen Schafes, in der Mittelebene vertikal +durchschnitten, 1/3 nat. Gr. (Nach ~Flower~.) ¡PMx¡ Zwischenkiefer, +¡Na¡ Nasenbein, ¡MT¡ Conchae des maxillaren, ¡ET¡ des ethmoidalen +Riechrohres, ¡ME¡ Mesethmoideum, ¡Vo¡ Vomer, ¡Pl¡ Gaumenbein, +¡Pt¡ Flügelbein, ¡PS¡ Präsphenoid, ¡Fr¡ Stirnbein mit Lufthöhlen, +¡OS¡ Orbitosphenoid, ¡AS¡ Alisphenoid, ¡BS¡ Basisphenoid, ¡Pa¡ +Scheitelbein, ¡Per¡ Felsenbein (¡Perioticum¡). ¡Ty¡ Griffelfortsatz +des Tympanicum, ¡SO¡ Supraoccipitale, ¡ExO¡ Exoccipitale, ¡BO¡ +Basioccipitale, ¡pp¡ Processus paroccipitalis, ¡cp¡ Kronfortsatz, ¡cd¡ +Condylus, ¡s¡ Symphyse des Unterkiefers. ¡sh¡, ¡eh¡, ¡ch¡, ¡bh¡, ¡th¡ +verschiedene Abschnitte des Zungenbeins.] + +Die Cavicornier sind in mancher Hinsicht vorgeschrittener und +spezialisierter als die Cervicornier. Die horizontal gestellte +kraniale Achse bildet mit der Gesichtsachse einen stumpfen Winkel. +(Fig. 695.) Die Stirnbeine zeigen eine ungewöhnliche Ausdehnung. +Die Frontalzone nimmt hinter den Orbiten den größten Teil des +Schädeldaches ein und drängt die stark verkürzten Scheitelbeine nach +hinten, bei den extremsten Formen verlagern sich letztere sogar ganz +auf die Hinterhauptsfläche. Mit der Ausdehnung der Stirnbeine ist +häufig eine bedeutende Erweiterung der Sinus frontales verbunden, die +Diploe wird durch Lufthöhlen ersetzt und die Stirn wird pneumatisch. +Die verschiedenen Antilopen zeigen alle Stadien dieser Ausbildung der +Frontalzone, z. B. bei gewissen Gazellen haben die Stirnbeine noch wie +bei den Hirschen eine Knochendiploe, bei anderen treten schon kleinere +oder größere Lufträume auf. In der hinteren Stirnregion über oder +hinter den mehr oder weniger vorragenden geschlossenen Orbiten erheben +sich -- zuweilen nur beim Männchen -- die knöchernen, bald massiven, +bald pneumatischen Hornzapfen, deren hohle Basis mit den Lufträumen im +Stirnbein kommuniziert. Bei den primitiveren Formen stehen die Zapfen +aufrecht oder schräg nach hinten gerichtet zwischen den Augenhöhlen, +bei den extremsten -- Bos -- rücken sie weit nach hinten und außen +in die Hinterecken des Schädels und richten sich fast rechtwinklig +und horizontal nach außen. Nasenbeine, Oberkiefer und Tränenbeine +sind meist stark entwickelt, die Jochbogen dagegen dünn und kurz. +Tränengruben und Ethmoidallücken finden sich häufig bei Antilopen, +niemals bei den Rindern, Schafen und Ziegen. + +Das Gebiß ist unvollständig und ohne obere ¡J¡ und ¡C¡. Der untere ¡C¡ +hat sich in einen vierten ¡J¡ verwandelt. Von den §3§/§3§ ¡P¡ kann +zuweilen der vorderste verschwinden. Die selenodonten Molaren blieben +bei den primitiveren Formen -- gewisse Antilopen -- brachyodont, +bei den vorgeschritteneren sind sie dagegen hypselodont und nicht +selten sogar prismatisch. Der Schmelz ist bald glatt, bald runzelig, +akzessorische Pfeilerchen fehlen entweder oder sie werden (Bovinen) +sogar ungewöhnlich stark. An den oberen ¡M¡ besteht die durch +Vertikalfalten verstärkte Außenwand aus zwei sichelförmig gebogenen +Blättern, die halbmondförmigen Innenhügel bilden meist geschlossene +Marken. Die unteren ¡M¡ unterscheiden sich, abgesehen von ihrer +Schmalheit dadurch, daß ihre Innenseite den Bau der Außenseite und +ihre Außenseite den Bau der Innenseite der oberen ¡M¡ imitiert. +Basalpfeiler finden sich nicht selten an der Außenseite der unteren +und an der Innenseite der oberen ¡M¡. Die kurzen oberen ¡P¡ bestehen +aus einem äußeren und einem inneren Halbmond, die unteren aus einem +nach innen etwas konkaven, nach vorne und hinten abfallenden Kamm, +dessen Innenseite kulissenartige Vorsprünge trägt, deren Zahl am +letzten ¡P¡ am größten ist. Die ¡J¡ und ¡C¡ sind als horizontal +gestellte Schaufeln ausgebildet, von denen die innerste die breiteste +ist. + +Das Skelett unterscheidet sich nicht wesentlich von dem der +Cervicornier, jedoch erreicht die Reduktion der Seitenzehen einen +höheren Grad als bei diesen. Die Hauptmetapodien verschmelzen schon +frühzeitig zu einem vorne ausgefurchten Canon. Von den seitlichen +Metapodien bleiben manchmal noch Griffel erhalten. Afterzehen sind +häufig vorhanden. Carpus und Tarsus sowie Uterus und Placenta +verhalten sich wie bei den Cervicornia. + +Die Cavicornia sind die jüngste und formenreichste Gruppe von allen +Huftieren. Sie haben erst in der Gegenwart den Höhepunkt ihrer +Entwicklung erreicht und zeigen durch ihre Umbildungsfähigkeit bei der +Züchtung, daß ihnen noch eine gewisse Plastizität und Jugendlichkeit +innewohnt. Der Schauplatz, auf welchem sich die Cavicornier entwickelt +und ausgebreitet haben, ist in der Hauptsache die Alte Welt, jedoch +hat auch Nordamerika einen gewissen Anteil an ihrer Stammesgeschichte. +Heute erscheint Afrika als ihr Verbreitungszentrum, in Wirklichkeit +wurde es aber erst ziemlich spät von Asien und Europa her besiedelt. + +Die bisherige Einteilung der ¿Cavicornia¿ in ~Antilopen~, ~Ovinen~ und +~Bovinen~ wird der Stammesgeschichte nicht gerecht, es empfiehlt sich +vielmehr, die unnatürliche, umfangreiche Gruppe der ~Antilopinen~ +nach dem Zahnbau in zwei Abteilungen zu zerlegen und diese mit den +~Ovinen~, bzw. den ~Bovinen~ zu vereinigen, so daß sich zwei große +Familien ergeben, die ¡Aegodontia¡ mit schon frühzeitig hypselodont +werdenden Molaren, von denen auch die oberen bedeutend länger als +breit sind und die ¡Boodontia¡, mit mehr oder weniger hirschähnlichen +Molaren, von denen die oberen fast quadratischen Umriß besitzen. + +Die ältesten fossilen echten Cavicornier finden sich im Miocän +von Europa. Sie gehen auf hirschähnliche Formen, vielleicht auf +¡Dremotherium¡ zurück und sind ihrerseits die Stammeltern aller +¡Boodontia¡, welche vom Pliocän an einen großen Formenreichtum +entfalten, aber erst im Pleistocän einen Vertreter auch in Nordamerika +aufzuweisen haben. Hier sind jedoch aus Antilocapriden, etwa aus der +oligocänen Gattung ¡Hypisodus¡, die ¡Aegodontia¡ entstanden, welche +dann im Pliocän in Asien mit zahlreichen ¡Boodontia¡ zusammentrafen. +Von Asien aus verbreiten sie sich mit diesen über Afrika und entsenden +auch schon bald, hauptsächlich aber erst im Pleistocän Repräsentanten +nach Europa. Eine Anzahl von ihnen scheint jedoch in Nordamerika einen +selbständigen Entwicklungsgang genommen zu haben, wenigstens die +Moschusochsen. + + +1. Unterfamilie. #Aegodontia.# + +¡Schädel fast stets gewölbt, häufig mit Tränengruben oder +Ethmoidallücken oder auch mit beiden, oder mit einem Spalt neben +den Nasenbeinen. Scheitelbeine ausgedehnt, Schädelachse meist +geknickt, Lufthöhlen in der Regel auf die Basis der dicht an den +Orbiten beginnenden Hornzapfen beschränkt. Hörner selten gerade und +zylindrisch, meist seitlich komprimiert und rückwärts gebogen, selten +spiralig oder auswärts gedreht. M fast immer hypselodont, selten mit +Basalpfeiler, und nur ausnahmsweise mit schwachen Vertikalrippen an +den Außen- resp. Innenhöckern. P und M stets mit glattem Schmelz.¡ + +Die ¡Aegodontia¡ umfassen die ~Neotraginen~, ~Gazellinen~ (Antilopinen +Sclaters), die ~Rupicaprinen~, ~Ovicaprinen~ und die ~Ovibovinen~. +Die beiden ersteren unterscheiden sich von den übrigen Antilopen im +weitesten Sinne sehr wesentlich in ihrem Zahnbau, dagegen schließen +sie sich hierin den Ovicaprinen so enge an, daß ihr gemeinsamer +Ursprung überaus wahrscheinlich wird, und zwar kommen als ihre Ahnen +die nordamerikanischen ~Antilocapriden~ in Betracht, unter welchen +die Gattung ¡Hypisodus¡ bereits im Oligocän einen hohen Grad von +Hypselodontie erreicht hat. + +Für die Verwandtschaft der Ovicaprinen mit den Gazellinen spricht auch +der Umstand, daß sie noch lange Griffelbeine besitzen, die bei den +ersteren -- ¡Capra¡ -- allerdings auf Metacarpale V beschränkt sind, +während bei den ¡Boodontia¡ wie bei den plesiometacarpischen Hirschen +Verkürzung oder völliger Verlust dieser Rudimente eintritt. Bei den +Gazellinen findet öfters Verlust des vordersten ¡P¡ statt. + + +1. Gruppe. #Neotraginae.# + +¡Schädel wenig gewölbt, ohne Ethmoidallücken, mit Tränengruben, +Hörner zylindrisch nach rückwärts geneigt. Spitze vorwärts gedreht. M +brachyodont.¡ + +¿Neotragus¿, ¡Oreotragus¡, ¡Raphiceros¡, ¡Madoqua¡ und ¡Ourebia¡ nur +lebend in Afrika. + + +2. Gruppe. #Gazellinae.# + +¡Schädel höchstens mäßig gewölbt, meist flach, mit Tränengruben +und Ethmoidallücken, Hörner zylindrisch oder seitlich komprimiert, +rückwärts gebogen, nur selten spiralig, niemals gekielt. Zähne in der +Regel stark hypselodont.¡ + +¿Lithocranius¿ Kohl, lebend in Afrika und + +¿Antilope¿ Ogilby im Pleistocän und lebend in Indien, beide +brachyodont. + +¿Gazella¿ Blv. (Fig. 696.) Hornzapfen steil aufgerichtet oder +rückwärts gebogen, meist zylindrisch, selten komprimiert. Unterpliocän +von Pikermi, Cucuron, Baltavar, Maragha ¡G. brevicornis¡ Wagn. +¡deperdita¡ Gervais, Samos und Maragha ¡G. Gaudryi¡ Schloss. Mehrere +Arten im Pliocän von China. Im Oberpliocän der Auvergne ¡G. borbonica¡ +Bravard, der Bresse ¡G. burgundica¡ Depéret, und von England ¡G. +anglica¡ Newton. Lebend in Asien und Afrika, fossil in Algier. + +¿Saiga¿ Gray (¡Colus¡ Wagner). (Fig. 697.) Stirnzapfen kurz, steil +aufgerichtet. Im Pleistocän von Mitteleuropa und lebend in den Steppen +des östlichen Europas und des westlichen Asiens. + +¿Pantholops¿ Hodgson. Im Pliocän von Tibet. ¡P. hundesiensis¡ Lyd. +Lebend in Asien. + +[Illustration: Fig. 696. + +¡Gazella dorcadoides¡ Schlosser. Unterpliocän. China. ¡A¡ obere +Backenzähne. ¡P^3¡ bis ¡M^2¡, ¡B¡ oberer ¡M¡ von innen, ¡C¡ unterer +¡M_{2}¡ von außen. Nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 697. + +Hornzapfen von ¡Saiga tatarica¡ Forst. [male] pleistocän. Twickenham. +England. 1/4 nat. Gr. (Nach ~Smith Woodward~.)] + + +3. Gruppe. #Rupicaprinae.# + +¡Schädel mit oder ohne Tränengruben und mit spaltförmiger +Ethmoidallücke. Hornzapfen zylindrisch, aufrecht oder rückwärts +geneigt. Zähne schwach hypselodont.¡ + +¿Rupicapra¿ Ham. Smith. Gemse, selten fossil im Pleistocän von +Mitteleuropa. + +¿Nemorrhaedus¿ Ham. Smith. Nur lebend in Asien. + + +4. Gruppe. #Ovicaprinae.# + +¡Schädel stark gewölbt, Schädelachse geknickt, Hornzapfen meist +hohl, gekielt, einfach gebogen oder spiralig. Tränengruben und +Ethmoidallücken höchstens schwach entwickelt. Zähne meist stark +hypselodont und seitlich komprimiert.¡ + +¿Oioceros¿ Gaillard (¡Antidorcas¡ Roth, ¡Helicophora¡ Lydekker?) mit +kleiner Tränengrube und Ethmoidallücke. Hornzapfen spiralig, gekielt. +Zähne schwach hypselodont. Unterpliocän. Pikermi ¡O. Rothi¡ Gaudry +sp., Maragha ¡O. Atropatenes¡ R. u. W., Samos ¡O. proaries¡ Schlosser. + +¿Ovis¿ Linné. (Fig. 695.) Mit Tränengrube, ohne Ethmoidallücke, +Stirnbeinnähte nach vorwärts konvergierend. Scheitelnähte geradlinig. +Stirnzapfen dreikantig, vorne breit, spiralig. Selten im europäischen +Pleistocän ¡O. Savinii¡ Newton, ¡O. argalioides¡ Nehring. + +¿Capra¿ Linné. Ohne Tränengrube, mit spaltförmiger Ethmoidallücke. +Stirnbeinnähte geradlinig. Scheitelbeinnähte nach vorne konvergierend. +Hörner komprimiert, rückwärts gebogen. Im Pliocän von Ostindien +¡C. sivalensis¡, ¡perimensis¡ Lydekker. Im Pleistocän Europas ¡C. +pyrenaica¡ Schimp., ¡Ibex cebennarum¡ Gervais, ¡fossilis¡ Nehring. + +¿Haploceros¿ Ham. Smith (¡Oreamnus¡ Rafin). Lebend und pleistocän in +Nordamerika, in Höhlen von Kalifornien. + +¿Bucapra¿ Rütimeyer. Großer Schädel aus dem Pliocän der Siwalik. ¡B. +Daviesi¡ Rüt. + +¿Pseudobos¿ Schlosser. Zähne von Rindergröße, hypselodont. ¡M¡ stark +komprimiert, ¡P¡ reduziert. Unterpliocän von China und von Maragha. + + +5. Gruppe. #Ovibovinae.# + +¡Schädel kaum gewölbt. Basis der Hörner meist stark verdickt, +Hornspitzen auswärts gerichtet. Zähne mäßig hypselodont, M stark +komprimiert.¡ + +¿Ovibos¿ Blainv. (¡Symbos¡ Osgood). Basis der hinter den Augen +gelegenen Hornzapfen stark angeschwollen, aus schwammiger +Knochensubstanz bestehend. Metapodien plump. ¡O. moschatus¡ Blv., +der Moschusochse, bewohnt heutzutage nur die nördlichsten Teile von +Nordamerika. Im Pleistocän war er nicht nur in Nordamerika, sondern +auch in Europa weit verbreitet. + +¿Euceratherium¿ Sinclair. Schädel rinderähnlich. Scheitelbeine auf +die fast vertikal stehende Hinterhauptsfläche verdrängt. Hörner +komprimiert, weit hinter den Orbiten stehend, mit auswärts und +vorwärts gedrehten Spitzen. Zähne mäßig hypselodont. Metapodien kurz +und plump. Pleistocän, Höhlen von Kalifornien. ¡E. collinum¡ Sinclair +und Furlong. + +¿Preptoceras¿ Furlong. Ähnlich, jedoch Hornzapfen mit rundem +Querschnitt. Ebendaselbst. + + +2. Unterfamilie. #Boodontia.# + +¡Schädeldach gerade oder gewölbt, mit oder ohne Tränengrube und +Ethmoidallücken, selten mit beiden. Scheitelbeine meist ausgedehnt. +Schädelachse mehr oder weniger stark geknickt. Lufthöhlen in der +Basis der Hornzapfen oder einen großen Teil der Schädelknochen +erfüllend. Hornzapfen bald nahe an den Augenhöhlen beginnend, bald +mehr oder weniger weit nach hinten verschoben, in der Regel von rundem +Querschnitt, zuweilen auch gekielt. M brachyodont, selten hypselodont, +häufig mit Basalpfeilern und mit Vertikalrippen an den Außenhöckern +der oberen und an den Innenhöckern der unteren M. Schmelz rauh, öfters +mit starkem Zementbelag.¡ + +Die ¡Boodontia¡ beginnen mit Formen, deren Zähne jenen der Hirsche +noch sehr ähnlich sind. Die Tragelaphinen und Cephalophinen verharren +noch jetzt in diesem Zustande, dagegen werden die Bubalidinen, +Hippotraginen und Cervicaprinen im Zahnbau den Bovinen sehr ähnlich. +Die Pseudotraginen nehmen bezüglich der Höhe ihrer ¡M¡ eine +Mittelstellung ein. Reduktion von ¡P¡ findet nur sehr selten statt. +Der anfangs gerade Schädel erleidet Veränderung teils durch Knickung +der Schädelachse, teils durch Verlagerung der Hörner, wobei die +Scheitelbeine immer mehr nach rückwärts und auf die Seiten verdrängt +werden, so daß sie kaum mehr an der Bildung des Schädeldaches +teilnehmen oder ganz verkümmern. Die Unterschiede zwischen den +bisher als »Antilopen« bezeichneten Bubalidinen, Hippotraginen und +Cervicaprinen gegenüber den Bovinen bestehen, abgesehen von der +Beschaffenheit der Hörner nur darin, daß diese Formen immer bloß +einen Teil der für die Bovinen charakteristischen Spezialisierungen +erreichen, nämlich entweder nur deren Zahnbau oder nur deren +Schädelbau. Von Seitenzehen finden sich meist nur proximale Rudimente, +die bei den Bovinen auch vollständig fehlen. + +Die ¡Boodontia¡ sind ein altweltlicher Stamm, welcher sich wohl +schon im Untermiocän von geweihlosen Cervicorniern abgezweigt hat +und im europäischen Obermiocän durch mehrere indifferente, als +»¡Antilope¡« ¡cristata¡, ¡clavata¡ und ¡Martiniana¡ beschriebene +Formen mit hirschähnlichem Gebiß und durch die mäßig hypselodonte +Gattung ¡Protragocerus¡ vertreten ist. Ihre Organisation gestattet die +Ableitung fast aller späteren Formen. + + +1. Gruppe. #Cephalophinae.# + +¡Schädel wenig gewölbt, Schädelachse nicht geknickt, große +Tränengruben, ohne Ethmoidallücken, Hörner kurz, zylindrisch, nach +rückwärts geneigt, M brachyodont, ohne Basalpfeiler.¡ + +¿Protetraceros¿ Schlosser. Unterpliocän von China. ¡P. Gaudryi¡ Schl. + +¿Tetraceros¿ Leach. Pliocän bis Gegenwart in Indien. + +¿Cephalophus¿ S. Smith. Lebend in Afrika, fossil im Pleistocän von +Algier. + +¿Boselaphus¿ Blv. (¡Portax¡ S. Smith). Pliocän, Pleistocän und lebend +in Indien, von ~Rütimeyer~ zu den Cephalophinen, von den meisten +anderen Autoren dagegen zu den Tragelaphinen gestellt, bildet wohl +eine besondere Gruppe und steht der Urform der Rinder sehr nahe. + +¿Duboisia¿ Stremme. Sehr ähnlich, Altpleistocän von Java. + +¿Paraboselaphus¿ Schlosser. Zähne aus den schwäbischen Bohnerzen und +aus dem Unterpliocän von China. + + +2. Gruppe. #Pseudotraginae# Schlosser. + +¡Schädel mäßig oder stark gewölbt, mit großer Tränengrube, ohne +Ethmoidallücken. Hörner gerade oder gebogen, Spitzen stets nach +rückwärts geneigt, mit elliptischem oder rundem Querschnitt. +Backenzähne brachyodont oder schwach hypselodont, zuweilen mit +Basalpfeilern.¡ Mittelmiocän bis Unterpliocän. + +Diese Gruppe umfaßt die ältesten Cavicornier, die aber nur zum Teil +Nachkommen hinterlassen haben. Die unterpliocänen Gattungen dürften +vollständig erloschen sein. + +[Illustration: Fig. 698. + +¡Eocerus¡ (Antilope) ¡cristatus¡ Biedermann sp. Obermiocän. Leoben. +Steiermark. ¡A¡ obere ¡M^2¡ und ¡M^3¡ von unten, ¡B¡ unterer ¡M_{3}¡ +von oben und außen (nat. Gr.)] + +¿Eocerus¿ Schlosser. (Fig. 698.) Größe von Schaf. Hörner gerade, stark +nach hinten geneigt, mit rundlichem oder elliptischem Querschnitt. +Zähne brachyodont, Cerviden-ähnlich. Obermiocän von Sansan, +Steiermark, Süddeutschland ¡Antilope Martiniana¡, ¡sansaniensis¡, +¡clavata¡ Lartet, ¡cristata¡ Biedermann, »¡Cervus¡« ¡lunatus¡ und +¡haplodon¡ Meyer. + +¿Pseudotragus¿ Schlosser. Schädel ähnlich Capra. Zähne brachyodont. +Unterpliocän von Samos ¡P. capricornis¡ Schlosser. + +¿Pachytragus¿ Schlosser. Hörner nur wenig gebogen, von gerundet +polygonalem Querschnitt. Zähne schwach hypselodont. Unterpliocän. +Samos ¡P. crassicornis¡ Schlosser. + +¿Protoryx¿ Major. Schädel lang und schmal. Hornspitzen rückwärts +gebogen. Hornquerschnitt elliptisch. Zähne mäßig hypselodont. +Unterpliocän von Samos, Maragha und Pikermi, vielleicht auch bei +Odessa ¡P. Carolinae¡ Major. + +¿Protragocerus¿ Depéret. Hörner gerade, kurz, von gerundet dreieckigem +Querschnitt. Zähne fast brachyodont. Obermiocän. La Grive St. Alban +(Isère) ¡P. Chantrei¡ Depéret. + +¿Tragocerus¿ Gaudry. Schädel lang, schmal. Hörner stark komprimiert, +wenig gebogen, an Vorderseite gekielt. ¡M¡ fast brachyodont. +Unterpliocän von Pikermi, Cucuron, Baltavar etc. ¡T. amaltheus¡ Wagn. +sp., eine Varietät auch in Maragha und auf Samos. Unterpliocän von +China ¡T. gregarius¡ Schlosser. + +¿Neotragocerus¿ Matthew. Hornzapfen kurz, gerade mit ovalem +Querschnitt. Zähne brachyodont. Pliocän Nebraska. ¡N. improvisus¡ +Matthew. + + +3. Gruppe. #Bubalidinae.# + +¡Schädel lang und schmal, mit oder ohne Tränengrube, ohne +Ethmoidallücken, Hörner weit nach hinten gerückt, meist von rundlichem +Querschnitt, mehr oder weniger gedreht. Zähne meist hypselodont, ohne +Basalpfeiler.¡ + +¿Bubalis¿ Cuvier (¡Alcelaphus¡ Blv.). Lebend in Mittel- und Südafrika, +fossil im Pleistocän von Algier. + +¿Damaliscus¿ Sclater. Hörner lang, Scheitelbeine kurz. Lebend und +fossil in Afrika. Fossil Unterpliocän der indischen Siwalik ¡D. +palaeindicus¡ Lyd. + +¿Prodamaliscus¿ Schlosser. Scheitelbeine lang, Hörner stark rückwärts +geneigt. Zähne mäßig hypselodont. Unterpliocän von Samos ¡P. +gracilidens¡ Schlosser. + +¿Connochaetes¿ Lichtenst. Schädel und Hörner rinderähnlich. Lebend +Südafrika. Pleistocän von Algier. In den schwäbischen Bohnerzen kommen +Zähne vor -- ¡Antilope Jägeri¡ Rütimeyer --, welche denen vom Gnu +nicht unähnlich sind. + +¿Criotherium¿ Major (¡Urmiatherium¡ Rodler). (Fig. 699.) Scheitelbeine +fast auf die Hinterhauptsfläche verdrängt. Cranium mit zahlreichen +Lufthöhlen, Hörner weit nach hinten verschoben, kurz, spiralig und +gekielt. Zähne fast brachyodont. Unterpliocän von Samos und Maragha +¡C. argalioides¡ Major. + +[Illustration: Fig. 699. + +¡Criotherium argalioides¡ Forsyth Major. Unterpliocän. Samos. Schädel. +1/4 nat. Gr.] + + +4. Gruppe. #Hippotraginae.# + +¡Schädelachse geknickt. Schädel lang, mit Ethmoidallücken, ohne +Tränengruben. Hörner lang, dicht an den Orbita gebogen oder gerade, +von rundlichem Querschnitt. Zähne teils hypselodont und mit starken, +teils brachyodont und mit schwachen Basalpfeilern.¡ + +¿Hippotragus¿ Sundew. Hörner gebogen. Zähne hypselodont mit starken +Basalpfeilern. Pliocän von Indien ¡H. palaeindicus¡ Lydekker. +Pleistocän von Algier, lebend in Afrika. + +¿Oryx¿ Blv. Hörner lang, gerade, rückwärts geneigt. Lebend in Afrika. + +¿Palaeoryx¿ Gaudry. Groß. Hörner rund, mäßig lang, wenig gekrümmt, +wenig nach rückwärts geneigt. Zähne brachyodont. Unterpliocän von +Pikermi und Maragha ¡P. Pallasi¡ Wagn., Samos ¡Majori¡, ¡Stützeli¡ +Schlosser, ¡Majori¡ auch bei Odessa. Oberpliocän ¡Meneghinii¡ +Rütimeyer, ¡P. boodon¡ und ¡Cordieri¡ Gervais. + +¿Tragoreas¿ Schlosser. Klein. Hörner stark rückwärts geneigt. +Unterpliocän von Samos. ¡T. oryxoides¡ Schlosser. + +¿Addax¿ Rafinesque. Leierförmige, spiralige, lange Hörner. Lebend in +Afrika. + +¿Plesiaddax¿ Schlosser. Mäßig hypselodonte, ¡Addax¡ ähnliche Zähne. +Unterpliocän von China. ¡P. Depereti¡ Schlosser. + + +5. Gruppe. #Cervicaprinae.# + +¡Schädel schwach gewölbt, mit Ethmoidallücken, ohne Tränengruben, +Hörner wenig geneigt, leierförmig. Zähne bovinen-ähnlich.¡ + +¿Cobus¿ A. Smith. Zweifelhafte Arten aus dem Pliocän der Siwalik. +Pleistocän von Algier, lebend in Afrika. + +¿Cervicapra¿ lebend in Afrika. Pleistocän von Algier. + +¿Pelea¿ nur lebend in Afrika. + + +6. Gruppe. #Tragelaphinae.# + +¡Schädel wenig gewölbt, mit Ethmoidallücken, bei den fossilen meist +auch mit Tränengruben. Hörner lang, leierförmig, gekielt und spiralig, +meist von rundem Querschnitt. Zähne stets brachyodont, bei den +fossilen mit schwachen Basalpfeilern.¡ + +¿Tragelaphus¿ Blainv., ¡Strepsiceros¡ Ham. Smith, ¡Taurotragus¡ +Sclater, ¡Oreas¡ Desmarest. Lebend in Afrika. Von ¡Strepsiceros¡ und +¡Oreas¡ je eine Art im Pliocän der Siwalik (¡St. Falconeri¡ Lyd., ¡O. +latidens¡ Lyd.). ¡Strepsiceros¡-ähnliche Zähne auch im Unterpliocän +von China. ¡Strepsiceros kudu¡ fossil im Pleistocän von Algier. + +¿Palaeoreas¿ Gaudry. Hörner mit zwei Kielen. Unterpliocän von +Pikermi und Maragha ¡P. Lindermayeri¡ Wagner sp., eine Art auch +im Unterpliocän von China. Im Pliocän der Auvergne »¡Antilope¡« +¡torticornis¡ Aymard, vielleicht identisch mit ¡P. Montis Caroli¡ +Major aus Val d'Arno. + +¿Protragelaphus¿ Dames. Hörner mit nur einem Kiel. Unterpliocän von +Pikermi -- ¡P. Skouzesi¡ Dames -- und Samos und Maragha. + +¿Prostrepsiceros¿ Major. Hörner mit zwei Kielen und dreieckigem +Querschnitt. Unterpliocän von Maragha. »¡Tragelaphus¡« +¡Houtum-Schindleri¡ Rodler. + +¿Illingoceras¿ Merriam. Hörner spiralig, gerade und gekielt. +Vielleicht ein Antilocaprine. Pliocän? West-Nevada. ¡I. Alexandrae¡ +Merriam. + +¿Helicophora¿ Major. Hörner mit nur einem Kiel und einwärts gedrehten +Spitzen. Unterpliocän von Pikermi. + + +7. Gruppe. #Bovinae.#[160] + +¡Hornzapfen hohl, kräftig, zylindrisch oder dreikantig, meist +rechtwinklig nach außen gerichtet, ziemlich weit hinter den Orbita und +an die Kante des Schädels gerückt. Stirnbeine groß, bis zum Occiput +reichend. Scheitelbeine sehr kurz. M prismatisch, oft mit starken +Basalpfeilern und mit ziemlich dicker Zementschicht.¡ + +Bei den Rindern haben die Merkmale der Cavicornier ihre höchste +Ausbildung erlangt. Die mit Lufträumen erfüllten Stirnbeine gewinnen +die größte Ausdehnung und bilden fast die ganze Bedachung des +Gehirns. Dagegen werden die Scheitelbeine zuweilen ganz auf die +Hinterhauptsfläche gedrängt und die Hörner rücken weit nach hinten +und außen. Tränengruben und Ethmoidallücken fehlen, Tränenbeine und +Nasenbeine haben ansehnliche Länge. + +Fossil erscheinen die Rinder zuerst im Pliocän der indischen Siwalik, +später auch in Europa, jedoch werden sie erst im Pleistocän häufiger +und gelangen auch nach Nordamerika. + +~Rütimeyer~ unterscheidet fünf Typen: + + +#A. Bubalus.# ~Büffel.~ + +¡Stirnzone stark gewölbt. Scheitelbeine noch etwas auf der Oberseite +des Schädeldaches liegend. Hornzapfen abgeplattet, meist dreikantig, +zuerst nach hinten, dann nach außen gerichtet, nahe an der Mittellinie +des Schädels beginnend. M mit ungemein kräftigen, oft gefältelten +Basalpfeilern.¡ + +Die Büffel verbinden in osteologischer Hinsicht die Rinder mit der +Gattung ¡Boselaphus¡ (¡Portax¡). + +Im Tertiär von Ostindien die erloschenen Gattungen ¡Probubalus¡ +Rütimeyer (¡Hemibos¡, ¡Peribos¡ Falconer) und ¡Amphibos¡ Falconer. +Ebendaselbst und im Pleistocän, sowie in dem von Java ¡Buffelus¡ +Blumb. Im Pleistocän von Europa und Indien ¡Bubalus¡ Rütimeyer. + + +#B. Leptobos.# + +¡Schädel niedrig, lang. Hörner dicht hinter den Orbiten, weit außen +entspringend, nicht sehr kräftig, fast zylindrisch, nach hinten +gerichtet. Scheitelbeine relativ groß, noch auf der Oberseite des +Schädels gelegen.¡ + +¿Leptobos¿ Rütimeyer. Im Pliocän, ¡L. Falconeri¡ Rütimeyer, und +Pleistocän von Ostindien. Nach F. ~Major~ gehört auch ¡Bos etruscus¡ +Falconer aus dem Oberpliocän von Val d'Arno, der Auvergne und von +Spanien zu ¡Leptobos¡. + + +#C. Bibos.# + +¡Stirnbeine hinten quer verbreitert. Stirn groß und flach. +Scheitelzone auf das Hinterhaupt gedrängt. Hörner mehr oder weniger +abgeplattet, nahe dem Hinterhaupt beginnend, in der Jugend nach +hinten, im Alter seitwärts gerichtet.¡ + +¿Bibos¿ Hodgson. Lebend und fossil in Indien und im Pleistocän von +Java. + + +#D. Bison.# + +¡Schädel niedrig, Stirn flach, überaus breit, relativ kurz. Hörner +nahe den weit vorspringenden Orbiten beginnend, zylindrisch, nach +außen und oben gerichtet. Scheitelbeine kurz und breit, stets noch auf +der Oberseite des Schädeldaches. Gesichtsteil kurz. Nasenbeine kurz, +hinten breit.¡ + +Die Gattung ¿Bison¿ erscheint zuerst im Oberpliocän von Indien (¡B. +sivalensis¡ Falconer). Spuren hiervon auch im Pliocän von Nordamerika. +Im Pleistocän von Europa und Nordasien ¡B. priscus¡ v. Mey., im +Pleistocän von Nordamerika ¡B. antiquus¡ Leidy und ¡latifrons¡ Harlan. +Der fossile europäische ¡B. priscus¡, Wisent, steht den amerikanischen +Bisonten näher als dem ¡B. europaeus¡. + + +#E. Taurus.# ~Ochsen.~ + +¡Stirnbein enorm ausgedehnt, das ganze Schädeldach bildend, die kurzen +Scheitelbeine ganz auf das Hinterhaupt gedrängt. Hörner zylindrisch, +an den hinteren Außenecken des Schädels sitzend.¡ + +In den ¡Taurina¡ hat der Schädelbau der Bovinen seinen +Kulminationspunkt erreicht bezüglich der Ausbreitung der Stirnbeine +und der Reduktion der Scheitelbeine. + +Die einzige Gattung ¡Bos¡ erscheint zuerst in -- jedenfalls jüngeren +-- Siwalikschichten von Indien ¡B. planifrons¡, ¡acutifrons¡ Lydekker. +Im Pleistocän von Indien ¡B. namadicus¡ Falc., im Pleistocän von +Europa, Asien und Nordafrika ¡B. primigenius¡ Bojanus und als Ur +noch bis in die Bronzezeit. Er stammt nach ~Dürst~ von ¡planifrons¡ +ab, während ¡acutifrons¡ und ¡namadicus¡ sich an die ¡Bibovina¡ und +die ¡Zebu¡ anschließen. In Europa ist er gezähmt worden und der Ahne +der ¡Primigenius¡- oder ¡Trochoceros¡-Rasse, aus der wahrscheinlich +auch die ¡Frontosus¡-Rasse hervorgegangen ist. Dagegen wurde die +¡Brachyceros¡-Rasse -- ¡Brachyceros palustris¡ -- Torfkuh der +Pfahlbauten, wohl aus Asien oder Nordafrika eingeführt. + + +5. Unterordnung. #Amblypoda.#[161] Cope. + +¡Ausgestorbene, meist große plantigrade Huftiere mit kurzen, +fünfzehigen Füßen und breiten, von Hufen umgebenen Endphalangen. +Zweite Reihe des Carpus mit der ersten alternierend. Astragalus sehr +breit und niedrig, mit Tibia und mit Fibula artikulierend, die tibiale +Gelenkfläche schwach gewölbt oder eben, nicht ausgehöhlt. Gebiß meist +vollständig. Backenzähne brachyodont und lophodont. Gehirn sehr klein.¡ + +Zu den Amblypoden gehören die größten Landsäugetiere der Eocänzeit. +Ihre Extremitäten und Zähne und ihr ganzer Knochenbau zeigen neben +primitiven Merkmalen auch sehr weitgehende Spezialisierungen, die sich +zum Teil bei Perissodactylen, zum Teil auch bei Artiodactylen, zum +Teil aber bei den Proboscidiern und Astrapotheria wieder finden. + +Sie beginnen in der Puerco-Stufe (Unterstes Eocän) mit verhältnismäßig +kleinen und schlanken Formen (¡Pantolambda¡), die durch trituberkuläre +obere Molaren und semidigitigrade Extremitäten ihr primitives Gepräge +verraten; in der Wasatchstufe und in den gleichaltrigen alteocänen +Ablagerungen Europas dominieren die plumpen und großen Coryphodonten +mit einem vollständigen Gebiß, in welchem die Molaren bereits +lophodonten Bau erlangt haben. Stärker differenziert sind die auf +Nordamerika beschränkten mitteleocänen riesigen ¡Dinoceratidae¡. +Hier verkümmern die oberen ¡J¡; die oberen ¡C¡ ragen als mächtige +Hauer über den Unterkiefer vor, während die unteren Eckzähne winzig +klein werden und den Schneidezähnen gleichen. Die Backenzähne werden +ausgezeichnet lophodont und die ¡P¡ den ¡M¡ ähnlich. + +Die Extremitäten sind stämmig, mäßig hoch, vorne und hinten fünfzehig. +Die Carpalia bilden schwach alternierende Reihen; zuweilen ist +ein Os centrale vorhanden. Im Hinterfuß zeigen die Tarsalia eine +starke, seitliche Verschiebung. Der niedrige, ungemein breite +Astragalus bedeckt nicht nur das Naviculare, sondern im Gegensatz +zu den Proboscidiern auch einen großen Teil des Cuboideums. Das +Naviculare ruht auf den drei Cuneiformia. Dem Astragalus fehlt +sowohl ein abgesetzter Kopf, als auch eine eigentliche Trochlea, +indem die schwach gewölbte tibiale Gelenkfläche keine Ausfurchung +besitzt, weshalb nur eine sehr unvollkommene Beugung des Fußgelenkes +ermöglicht wird. Ein Flexorforamen, sowie eine Fasette am Hinterrand +des Astragalus für ein sogenanntes Tibiale (Sesamoid) sind wie bei +den ¡Condylarthra¡ vorhanden. Das Calcaneum und die kurzen, plumpen +Metatarsalia erinnern an den Proboscidierfuß. Am Femur ist ein +dritter Trochanter bei den ältesten Formen vorhanden, fehlt aber bei +den Dinoceratiden. Die Fibula artikuliert bei diesen nur mit dem +Astragalus. + +Die Amblypoden besitzen unter allen Huftieren die kleinste +Gehirnhöhle. Das Großhirn ist nahezu glatt und bedeckt weder die +Riechlappen noch das Cerebellum. + +~Osborn~ leitet die Amblypoda von den Gattungen ¡Protolambda¡, +¡Ectoconodon¡ und ¡Synconodon¡ aus der Laramiekreide ab, die jedoch +nur auf isolierte trituberkuläre resp. tuberkulärsektoriale Molaren +begründet sind. Auch vereinigt er die bunodonten ¡Periptychidae¡ mit +den ¡Pantolambdidae¡ in eine Unterordnung, die ¡Taligrada¡. + + +1. Familie. #Pantolambdidae# (¡Taligrada¡). Cope. + +¡Schädel raubtierähnlich, mit hoher Sagittalcrista. +§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ J und C normal entwickelt. Obere P aus einem +äußeren und einem inneren eckigen Halbmond bestehend, obere M mit +¥V-förmigem¥ Paracon, Metacon und Protocon nebst zwei Zwischenhöckern. +Untere M mit hohem ¥V-förmigem¥ Trigonid und einem niedrigen, ebenfalls +¥V-förmigem¥ Talonid, das an den P sehr klein bleibt. Humerus mit +Foramen entepicondyloideum, Femur mit drittem Trochanter. Astragalus +flach mit schwach gewölbter Gelenkfläche für die Tibia und mit +Foramen. Carpus mit freiem Centrale. Schwanz lang.¡ + +[Illustration: Fig. 700. + +¡Pantolambda cavirictus¡ Cope. Unterstes Eocän. Torrejonbed. +Neumexiko. ¡A¡ Obere ¡P^4¡ bis ¡M^3¡. ¡B¡ Untere Backenzähne. 2/3 nat. +Gr. (nach ~Osborn~.)] + +[Illustration: Fig. 701. + +¡Pantolambda bathmodon¡ Cope. Unterstes Eocän. Torrejonbed. Neumexiko. +¡A¡ Vorderfuß. ¡B¡ Hinterfuß. 1/2 nat. Gr. (nach ~Osborn~.)] + +¿Pantolambda¿ Cope. (Fig. 700, 701.) Unterstes Eocän. Torrejonbed von +Neumexiko. ¡P. bathmodon¡, ¡cavirictus¡ Cope. + + +2. Familie. #Coryphodontidae.# Owen. + +¡Schädel länglich, mit breiter, schräg abfallender Stirn. Gebiß +vollständig. Obere M mit Vorjoch und zwei durch ein ¥V-förmiges¥ Joch +verbundenen Außenhöckern nebst einem oder zwei ungleich starken +Innenhöckern, von denen Joche nach den Außenhöckern verlaufen. +Untere M mit zwei ¥V-förmigen¥, nach innen geöffneten Jochen, wovon +der vordere Schenkel mehr oder weniger verkümmert. P einfacher als +M. Schneidezähne konisch, obere und untere Eckzähne spitz, stark +vorragend. Rumpf im Verhältnis zum Schädel sehr klein. Humerus ohne +Foramen entepicondyloideum. Femur mit drittem Trochanter. Astragalus +sehr niedrig, ohne Kopf, mit schwach gewölbten Gelenkflächen für Tibia +und für Fibula.¡ + +Die Coryphodontiden waren plumpe, vorne digitigrade, hinten +plantigrade Tiere von ansehnlicher Größe. Ihr Gebiß spricht für +omnivore Nahrung, der Bau des Hand- und Fußgelenkes für langsame und +ungeschickte Bewegung. Dem Schädel fehlen die sonderbaren Stirnzapfen +der Dinoceraten, dagegen dienten die mächtigen, spitzen Eckzähne als +gefährliche Waffen. Im Habitus hatte ¡Coryphodon¡ mehr Ähnlichkeit mit +Bär als mit einem wirklichen Huftier. + +[Illustration: Fig. 702. + +¡Coryphodon testis¡ Cope. Untereocän. Wasatchbed. Wyoming. Schädel und +Unterkiefer. 1/6 nat. Gr. (nach ~Osborn~.)] + +Von den Gattungen ¿Coryphodon¿ Owen (¡Bathyopsis¡, ¡Bathmodon¡, +¡Metalophodon¡ Cope) (Fig. 702-704), ¿Ectacodon¿ und ¿Manteodon¿ Cope +ist nur die erste genauer bekannt und in den Wasatch und Wind River +Beds von Wyoming und Neu-Mexiko durch mehr als ein Dutzend Arten +vertreten, unter welchen sich mehrere Entwicklungsreihen erkennen +lassen. Manche Arten kommen teils im Schädelbau, teils in der +Ausbildung der ¡C¡ oder der ¡J¡ den Dinoceratiden schon sehr nahe. +In Europa finden sich ¡C. eocaenus¡ Owen und ¡C. Oweni¡ Hébert in +Nordfrankreich, Belgien und England. + +[Illustration: Fig. 703. + +¡Coryphodon anax¡ Cope. Unt. Eocän. Wasatch. Wyoming. Linker +Hinterfuß. 1/4 nat. Gr. (nach ~Osborn~.) (¡tb¡ Tibia, ¡Fb¡ +Gelenkfasetten des Astragalus und Calcaneums für die Fibula, ¡III-V¡ +dritte bis fünfte Zehe.)] + + +3. Familie. #Dinoceratidae.# Marsh. + +¡Schädel mit je einem Paar vorragender Knochenfortsätze +auf Scheitelbein, Oberkiefer und Nasenbein. Zahnformel: +§0.1.3.3.§/§3.1.4-3.3.§ Obere J fehlen. Obere P den M ähnlich, wie +diese mit zwei nach innen konvergierenden Jochen, untere M mit zwei +schrägen Querjochen. Oberer C gewaltig groß, weit über die untere +Zahnreihe vorragend. Untere J und C klein. Unterkiefercondyli nach +hinten gerichtet und nur wenig höher als die Zahnreihe. Femur ohne +dritten Trochanter.¡ Häufig im oberen Eocän (Bridger Beds) von +Wyoming. + +Die Dinoceraten gehören zu den gewaltigsten und sonderbarsten +Landsäugetieren. Die größten Arten von ¡Loxolophodon¡ (¡Tinoceras¡) +erreichten eine Rückenhöhe von 2 m und eine Länge von nahezu 4 m, +standen also dem Elefanten an Größe beinahe gleich; andere kleinere +Formen übertrafen Flußpferd und Rhinozeros nur wenig an Höhe. + +[Illustration: Fig. 704. + +¡Coryphodon hamatus¡ Marsh. Unt. Eocän. Wyoming. Backenzähne des +linken Oberkiefers (¡A¡) und des linken Unterkiefers (¡B¡). 1/2 nat. +Gr. (Nach ~Marsh~.)] + +[Illustration: Fig. 705. + +¡Uintatherium mirabile¡ Marsh. Mitteleocän. Bridgerbed. Wyoming. ¡A¡ +obere Backenzähne. 3/1 nat. Gr. ¡B¡ linker unterer M_{3}, 1/2 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 706. + +¡Uintatherium mirabile¡ Marsh sp. Restauriertes Skelett. 1/13 nat. Gr. +(Nach ~Marsh~.)] + +¿Uintatherium¿ Leidy (¡Dinoceras¡ Marsh, ¡Octotomus¡ Cope) (Fig. 705, +706). Die Protuberanzen auf den Nasenbeinen klein, vertikal, +die porösen Knochenkämme auf den Scheitelbeinen hoch, über den +Condylen des Unterkiefers. Dem mächtigen oberen Eckzahn entspricht +am Unterkiefer ein nach unten vorspringender, breit gerundeter +Fortsatz. Die oberen und unteren ¡M¡ und ¡P¡ besitzen zwei nach innen +konvergierende Querjoche. Das Gehirn ist winzig klein. Becken und +Extremitäten weisen infolge gleicher Funktion große Übereinstimmung +mit den Proboscidiern auf. Die Hinterbeine sind etwas länger als die +Vorderbeine. Die Füße fünfzehig. Mehrere Arten im Eocän von Wyoming. + +¿Loxolophodon¿ Cope (¡Tinoceras¡ Marsh). Ähnliche, aber +Nasenprotuberanzen stärker, schief nach vorne gerichtet, die +Scheitelkämme hinter die Condyli reichend. + + #Zeitliche Verbreitung der Ungulata.# + + +=======================+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+===+ + | | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | + | | | | | | | | | | | | | + +-----------------------+---+---+---+---+---+---+---+---+---+---+---+ + | ¿Condylarthra¿ | | | | | | | | | | | | + | | | | | | | | | | | | | + |¡Mioclaenidae¡ |-- | | | | | | | | | | | + |¡Periptychidae¡ |-- | | | | | | | | | | | + |¡Phenacodontidae¡ |---| | | | | | | | | | | + |¡Meniscotheriidae¡ | --| | | | | | | | | | | + |¡Pleuraspidotheriidae¡ |-- | | | | | | | | | | | + | | | | | | | | | | | | | + | ¿Litopterna¿ | | | | | | | | | | | | + | | | | | | | | | | | | | + |¡Bunolitopternidae¡ | | |---|---| | | | | | | | + |¡Macraucheniidae¡ | | | | |---|---|---|---|---|-- | | + |¡Proterotheriidae¡ | | | | |---|---|---|---|---|-- | | + |¡Adiantidae¡ | | | | |---| | | | | | | + | | | | | | | | | | | | | + |¿Perissodactyla¿ | | | | | | | | | | | | + | | | | | | | | | | | | | + |¡Tapiridae¡ |---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---| + |¡Rhinoceridae¡ | | --|---|---|---|---|---|---|---|---|---| + |¡Equidae¡ |---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---| + |¡Titanotheriidae¡ | --|---|---|-- | | | | | | | | + |¡Chalicotheriidae¡ | | | |---|---|---|---|---|---|-- | | + | | | | | | | | | | | | | + | ¿Artiodactyla¿ | | | | | | | | | | | | + | | | | | | | | | | | | | + |¡Suidae¡ | |---|---|---|---|---|---|---|---|---|---| + |¡Elotheriidae¡ | | |---|---| | | | | | | | + |¡Leptochoeridae¡ | | | |---| | | | | | | | + |¡Hippopotamidae¡ | | | | | | | |---|---|---|---| + |¡Anthracotheriidae¡ | |---|---|---|---|---| | | | | | + |¡Anoplotheriidae¡ |?--|---|---|-- | | | | | | | | + |¡Dichobunidae¡ |---|---|--- ---| | | | | | | | + |¡Xiphodontidae¡ | |---|---|-- | | | | | | | | + |¡Caenotheriidae¡ | | |---|---|---|--?| | | | | | + |¡Oreodontidae¡ | | | -|---|---|---|---|---| | | | + |¡Camelidae¡ | | | -|---|---|---|---|---|---|---|---| + |¡Tragulidae¡ | | | |---|---|---|---|---|---|---|---| + |¡Hypertragulidae¡ | | | |---|---|---|-- | | | | | + |¡Cervicornia¡ | | | | --|---|---|---|---|---|---|---| + |¡Antilocapridae¡ | | | | --|---|---|---|-- | |---|---| + |¡Cavicornia¡ | | | | | | |---|---|---|---|---| + | | | | | | | | | | | | | + | ¿Amblypoda¿ | | | | | | | | | | | | + | | | | | | | | | | | | | + |¡Pantolambdidae¡ |-- | | | | | | | | | | | + |¡Coryphodontidae¡ | --| | | | | | | | | | | + |¡Dinoceratidae¡ | |---|-- | | | | | | | | | + +-----------------------+---+---+---+---+---+---+---+---+---+---+---+ + + Legende: + + A = Unt. Eocän + B = Mittl. Eocän + D = Ober. Eocän + C = Oligocän + E = Unt. Miocän + F = Mittl. Miocän + G = Ober. Miocän + H = Unt. Pliocän + I = Ober. Pliocän + J = Pleistocän + K = Gegenwart + + +8. Ordnung. #Notoungulata.# Santjago Roth[162] + +~Ausgestorbene, auf Südamerika beschränkte, plantigrade bis +semidigitigrade, fünf- bis dreizehige Pflanzenfresser mit flachem, +niedrigem Schädel, breiter Stirne und breitem Hinterhaupt. Jochbogen +kräftig, hinten bis zur Supraoccipitalcrista verlängert, Nasalia +breit, Nasenöffnung in der Regel endständig. Orbita groß, nur +unvollständig von den Schläfengruben getrennt, Mastoidregion meist +stark ausgedehnt. Unterkiefer hoch und massiv, meist mit fester +Symphyse. Gebiß in der Regel vollständig, meist ohne Zahnlücken, +häufig die vordersten ¡J¡ vergrößert, die übrigen ¡J¡ sowie ¡C¡, +¡P¡ und ¡M¡ allmählich ineinander übergehend. Zähne brachyodont +bis hypselodont, prismatisch. Obere ¡M¡ mit Außenwand -- Ectoloph, +langem schrägen Vorjoch -- Protoloph und kurzem geraden Nachjoch +-- Metaloph. Untere ¡M¡ aus zwei ungleich großen Halbmonden und +zwei Innenpfeilern bestehend. Carpalia alternierend, frei, Centrale +fehlend. Astragalus mit schmaler, öfters ausgefurchter Trochlea und +konvexem Naviculargelenk. Fibula stets am Calcaneum artikulierend. +Endphalangen als stumpfe, kleine Krallen oder als Hufe oder als +kräftige, gespaltene Klauen entwickelt.~ + +Die Notoungulata vereinigen in ihrem äußeren Habitus viele Merkmale +der ¡Hyracoidea¡ mit solchen der Nager. Die Ähnlichkeit äußert sich +namentlich in der Breite und Ebenheit des Schädeldaches, in der +kräftigen Ausbildung der Jochbogen, in der Breite des Hinterhaupts, +in der Lage und Größe der Orbiten, in der Höhe der Unterkiefer und in +der Vergrößerung der vordersten ¡J¡. Auch die einzelnen Knochen sind +jenen der Hyraciden und mancher Nager nicht unähnlich. Bei näherer +Betrachtung ergeben sich jedoch fundamentale Unterschiede. So sind +die ¡J¡ im Gegensatz zu denen der Nager nicht seitlich, sondern von +vorne nach hinten komprimiert und die Zahnzahl erleidet nur geringe +Reduktion. Von den Hyracoiden unterscheiden sich die Notoungulata +durch die alternierende Anordnung der Carpalia, durch die Artikulation +der Fibula mit dem Calcaneum, durch die einfache seitliche Gelenkung +des Malleolus der Tibia am Astragalus, und vor allem ist das Gebiß der +¡Hyracoidea¡ ursprünglich bundont, und die später entstehenden beiden +Joche der oberen ¡M¡, sowie die beiden Halbmonde der unteren ¡M¡ sind +stets gleichgroß, während bei den Notoungulaten der Metaloph der +oberen und der vordere Halbmond der unteren ¡M¡ stets viel kleiner ist +als der Protoloph und der hintere Halbmond. + +Den Molaren der ¡Notoungulata¡ (Fig. 707) liegt ein trituberkulärer +bzw. tuberkulärsektorialer Bauplan zugrunde. An den oberen ¡M¡ +verbinden sich die beiden Außenhöcker sehr innig zu einer Außenwand +-- Ectoloph, der vordere Innenhöcker -- Protocon, wird zu einem +langen schrägen Protoloph und der Hypocon zu einem kurzen geraden +Metaloph. Sehr häufig bilden sich an diesen ¡M¡ auch Crista- oder +Crochet-ähnliche Sporne und am Vorderrand entwickelt sich ein +Parastyl, so daß die Zähne eine gewisse Ähnlichkeit mit den oberen ¡M¡ +von Rhinoceros erlangen. Am Hinterrand kann sich aus einem besonderen +Pfeiler noch ein weiteres Joch entwickeln. Bei den primitiveren Formen +sind die ¡M¡ bedeutend breiter als lang. Die unteren ¡M¡ bestehen aus +je zwei äußeren Halbmonden, von denen der vordere viel kürzer ist als +der hintere, und aus zwei mehr oder weniger komprimierten Innenhöckern +gebildet wird, von welchen sich der vordere mit dem Hinterende des +ersten Halbmondes innig verbindet, während der hintere dem zweiten +Halbmond gegenüberliegt und häufig gänzlich isoliert bleibt. Mit den +¡M¡ der Litopterna haben diese ¡M¡ zwar die ursprüngliche Anlage +gemein, aber es geht ihnen kein eigentliches Bunodontenstadium voraus. + +[Illustration: Fig. 707. + +Obere und untere Molaren von Notoungulaten von oben. + + Obere: ¡A Pleurostylodon¡, ¡B Protypotherium¡, 2/1 nat. Gr., + ¡C Rhynchippus¡, ¡D Rhynchippus¡. ¡M^3¡ von hinten. + Untere: ¡A Pleurostylodon¡. ¡B Protypotherium¡, 2/1 nat. Gr. + ¡C Morphippus¡. + ¡E¡ Ectoloph, ¡P¡ Protoloph, ¡M¡ Metaloph, ¡Ps¡ Parastyl, ¡Cr¡ Crista, + ¡C¡ Crochet, ¡PP¡ hinterer Pfeiler, ¡ac¡ vorderer Halbmond, + ¡pc¡ hinterer Halbmond, ¡md¡ Metaconid, ¡pp¡ hinterer Pfeiler.] + +Die ¡J¡, ¡C¡ und ¡P¡ gehen ihrer Zusammensetzung nach ganz allmählich +in die ¡M¡ über, öfters kommt es zur Vergrößerung von einem oder zwei +Incisivenpaaren, manchmal verschwinden auch ein oder zwei ¡J¡ sowie +¡C¡, oder es werden die ¡C¡ zu echten hauerähnlichen Eckzähnen, womit +zuweilen Verlust von 1 bis 3 ¡P¡ verbunden ist. Die Zähne sind anfangs +brachyodont, später werden sie hypselodont und bewurzelt und zuletzt +prismatisch wurzellos, jedoch bleiben auch in diesem Falle die ¡P¡ +erheblich niedriger als die ¡M¡. + +Als wesentlichstes Merkmal der ¡Notoungulata¡ bezeichnet ~Santjago +Roth~ die Verbreiterung und Auftreibung der Mastoidregion und die +Verbindung dieses oft mit blasigem Knochengewebe erfüllten Hohlraums +mit der Bulla tympanica. Wennschon diese Organisation bereits bei +den ältesten Formen zu beobachten ist, so bestehen doch hinsichtlich +des Grades dieser Auftreibung erhebliche Unterschiede, weshalb auch +kaum ein zwingender Grund vorliegt, die ¡Astrapotherioidea¡ wegen des +Fehlens dieses Merkmals von den ¡Notoungulata¡ auszuschließen. + +Die ~Extremitätenknochen~ zeigen je nach den Körperdimensionen große +Verschiedenheit und weitgehende Spezialisierungen. Im allgemeinen +lassen sie sich jedoch eher mit denen von Fleischfressern und Nagern, +als mit solchen von echten Huftieren vergleichen. Bei kleinen Formen +sind die langen Röhrenknochen schlank, ihr Humerus besitzt ein +Entepicondylarforamen und das Femur einen dritten Trochanter. Die +Ulna ist sehr kräftig entwickelt und nicht mit dem Radius verwachsen. +Beide stehen häufig gekreuzt. Die Carpalia sind sämtlich frei und +alternierend angeordnet. Der Astragalus hat stets ein konvexes, meist +sogar halbkugelförmiges und langgestieltes Naviculargelenk, und die +meist frei bleibende Fibula artikuliert stets mit dem Calcaneum. +Die Zahl der Metapodien schwankt zwischen fünf und drei, die +Leitkiele ihrer distalen Gelenkfläche sind immer auf die Hinterseite +beschränkt. Die Zehenendglieder sind bald krallenartig, aber vorne +etwas abgeplattet, bald wirkliche breite Hufe, bald gebogene, tief +gespaltene, plumpe Klauen. + +Die Notoungulata zerfallen in vier Unterordnungen: ¡Typotheria¡, +¡Toxodontia¡, ¡Entelonychia¡ und ¡Astrapotherioidea¡. + + +1. Unterordnung. #Typotheria.# Zitt.[163] + +¡Ausgestorbene plantigrade oder digitigrade Pflanzenfresser mit +meist vierzehigen Vorder- und Hinterfüßen. Gebiß in der Regel +vollständig, die inneren oberen J vergrößert, die äußeren J und +die C öfters reduziert, oder alle Zähne ineinander übergehend +und in dicht geschlossener Reihe. Backenzähne oben lophodont, +unten selenolophodont, anfangs brachyodont bewurzelt, später +hypselodont prismatisch und wurzellos. Clavicula öfters vorhanden. +Carpalia alternierend, Centrale fehlend. Humerus mit Foramen +entepicondyloideum. Femur mit drittem Trochanter. Astragalus mit +halbkugelförmigem Kopf. Fibula am Calcaneum artikulierend.¡ + +Die ¿Typotheria¿ sind auf das Tertiär und Pleistocän von Südamerika +beschränkt. Sie stehen den ¿Toxodontia¿ sehr nahe, und sehen äußerlich +manchen Nagern und den Hyracoideen sehr ähnlich, jedoch beruht dies +nur auf Konvergenz und nicht auf wirklicher Verwandtschaft. + +Der ~Schädel~ erinnert durch seine langgestreckte Form und die +geradlinige Quernaht zwischen den Stirn- und Scheitelbeinen an Nager. +Die nach vorne gerichtete Nasenöffnung wird seitlich durch die hohen +Zwischenkiefer und oben durch die langen bis zur Schnauzenspitze +reichenden Nasenbeine begrenzt. Die Scheitelbeine haben einen +schwachen Sagittalkamm. Die hinten sehr kräftigen Jochbogen liegen +sehr hoch und die weiten Orbiten sind hinten öfters von einem +Processus postorbitalis des Stirnbeines begrenzt. Das Foramen +infraorbitale steht vor dem Jochbogen. Das breite Hinterhaupt ist mit +Supraoccipitalcrista und mit langem Paroccipitalfortsatz versehen. Die +Ausdehnung und Auftreibung der Squamosomastoidregion erreicht bei den +Typotheria den höchsten Grad unter allen Notoungulata, ¿Pachyrucos¿, +ist aber keineswegs bei allen gleich stark ausgeprägt. Diese bald +hohle, bald mit blasigem Knochengewebe erfüllte Kapsel steht mit der +Bulla tympanica in Verbindung und umschließt den weiten, nach aufwärts +gerichteten äußeren Gehörgang. Das Gaumendach ragt oft weit hinter die +letzten ¡M¡ hinaus. Der hohe Unterkiefer bildet eine feste Symphyse +und hat mit dem von ¡Hyrax¡ die Breite des aufsteigenden Astes und die +Kürze des Kronfortsatzes gemein. + +Das Gebiß ist in der Regel vollständig mit §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ in +geschlossener Reihe, manchmal entsteht durch Verkümmerung der äußeren +¡J¡, der ¡C¡ und von einigen ¡P¡ ein weites Diastema. Bei den älteren +Formen sind alle Zähne brachyodont, später nur die Milchzähne. Die +unteren ¡J¡ zeigen häufig in der Mitte einen tiefen Einschnitt. Die +oberen ¡J^1¡ und die unteren ¡J_{1}¡ und ¡J_{2}¡ werden größer und +länger und Nagezahnähnlich, jedoch sind sie in der Richtung von vorne +nach hinten, anstatt seitlich komprimiert. Die folgenden ¡J¡, ¡C¡ und +¡P¡ gehen entweder ganz allmählich in die ¡M¡ über, oder die ¡J¡ und +¡C¡ werden zu schwachen Stiften oder fehlen sogar vollständig. Die +¡P¡ sind meist einfacher als die ¡M¡, da ihre hintere Hälfte kleiner +bleibt als die vordere. Die oberen ¡P¡ und ¡M¡ sind bei prismatischer +Ausbildung nach innen, die unteren nach außen gekrümmt. Im Oberkiefer +bestehen die ¡M¡ aus einem Ectoloph, der mit einer vorspringenden +Leiste versehen ist, einem schrägen Protoloph, einem etwas kürzeren +Metaloph und einer Crista nebst einem hinteren Pfeiler. Im Unterkiefer +haben sie zwei Außenmonde und zwei stark komprimierte Innenpfeiler, +welche sich bald zu einer Innenwand vereinigen. Der untere ¡M_{3}¡ +ist stets viel größer als M_{2}. Von den ¡M¡ der ¿Toxodontia¿ +unterscheiden sich die der ¿Typotheria¿ dadurch, daß ihre vordere +und hintere Partie fast gleich groß ist, und die Vertiefungen bei +der Abkauung sehr rasch verschwinden, die oberen überdies durch die +beträchtliche Streckung ihrer Kaufläche und den Besitz von sekundären +Spornen. Die Zähne sind öfters mit einer dünnen Zementschicht versehen. + +[Illustration: Fig. 708. + +¡Adpithecus secans¡ Amegh. Obereocän. Notostylops-Schichten +Patagonien. Obere und untere Zahnreihe, nat. Gr. Oberer und unterer +¡M¡, 2/1 nat. Gr. Unterkiefer, Oberkiefer, 2/3 nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 709. + +¡Protypotherium australe¡ Ameghino. Obermiocän. Santa Cruz. ¡A¡ +Vorderfuß, 3/4 nat. Gr. ¡B¡ Hinterfuß, 1/2 nat. Gr. (nach ~Sinclair~.)] + +Die Zahl der Rückenwirbel ist 15, die der Lendenwirbel 7 und der +Sacralwirbel 5, wenigstens bei den Typotherien aus dem Miocän von +Santa-Cruz. Der Schwanz dürfte meist sehr lang gewesen sein. Das +Schulterblatt ist mit einem Acromial- und einem Coracoidfortsatz +versehen, und daran schließt sich wohl öfter eine gut entwickelte +Clavicula. Der Humerus hat ein Entepicondylarforamen. Ulna und Radius +sind frei und etwas gebogen. Der Carpus besitzt stets alternierende +Anordnung. Das Centrale ist mit dem Scaphoid verwachsen. Die Zahl der +Metacarpalia ist vier, der Daumen ist ganz verschwunden und der fünfte +Finger etwas verkürzt, bei ¿Typotherium¿ hingegen ist der 2. bis 5. +von fast gleicher Länge und der 1. zwar kurz, aber noch mit Phalangen +versehen. Die Zehenendglieder sind zugespitzt, aber an der Unterseite +in eine dreieckige Platte ausgezogen oder hufähnlich und an der Spitze +gespalten. + +Das Femur trägt einen mäßig vorspringenden dritten Trochanter. +Tibia und Fibula sind bald frei, bald an dem oberen und unteren +Ende verwachsen. Das Calcaneum hat einen langen, dicken Tuber, eine +breite konvexe Gelenkfläche für die Fibula und eine große Fläche für +das Cuboid, dagegen ragt das Sustentaculum nur ganz wenig vor. Der +Astragalus zeichnet sich durch die schmale, nicht sehr tiefe Trochlea +und das wohlgerundete, gestielte Caput aus. Von den vier Metatarsalien +sind die seitlichen öfters etwas schwächer. Im allgemeinen zeigt das +Skelett den ursprünglichen Typus der Fleischfresser nebst zahlreichen, +den Nagern eigentümlichen Spezialisierungen. + +[Illustration: Fig. 710. + +¡Interatherium robustum¡ Ameghino. Obermiocän. Santa Cruz. Patagonien. +¡A¡ Schädel von oben, ¡B¡ Gaumen von unten, ¡C¡ Unterkiefer von oben, +¡D¡ von außen, nat. Gr.] + + +1. Familie. #Notopithecidae.# Ameghino. + +¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ in geschlossener Reihe, brachyodont, bewurzelt. +J, C und P allmählich ineinander übergehend. J^1 bis P^1 schneidend, +untere J und C meißelförmig, P^2 bis P^4 dreieckig, M^1 bis M^2 +rhombisch, M^3 gerundet dreieckig -- mit Außenwand, zwei ungleichen, +an der Innenseite verbundenen Querjochen und hinterem Basalwulst, +nebst Spornen im Zentrum. Untere M mit zwei äußeren Halbmonden und +zwei Innenhöckern, davon der erste mit dem ersten Halbmond verbunden, +der zweite frei. Unterkiefer ziemlich schwach.¡ + +Diese auf das Eocän -- Notostylopsschichten -- und Oligocän von +Patagonien beschränkten Tiere von Kaninchengröße sind die Vorläufer +der beiden folgenden Familien. + +¿Notopithecus¿, ¿Adpithecus¿ (Fig. 708), ¿Transpithecus¿, +¿Infrapithecus¿ etc. Amegh. Notostylops Schichten? ¿Guilelmoscottia¿ +Amegh. Astraponotus Schichten. + + +2. Familie. #Interatheriidae.# Ameghino. + +¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ J_{1} bewurzelt, alle übrigen prismatisch. +P_{3} und P_{4} einfach gebaut. Obere M mit Innenfurche. Mastoid mit +blasigem Gewebe erfüllt, Malare weit hinter dem Maxillare beginnend. +Unterkiefer hoch. Jochbogen mit nach unten gerichtetem Fortsatz. Tibia +und Fibula frei. Seitenzehen reduziert.¡ + +¿Protypotherium¿ (Patriarchus) Ameghino. (Fig. 709). Jochbogenfortsatz +schwach, Zähne gleichmäßig ineinander übergehend. Miocän von Santa +Cruz. ¡P. australe¡, ¡attenuatum¡ Amegh. + +¿Interatherium¿ (¡Icochilus¡) Ameghino. (Fig. 710). Seitliche ¡J¡ +und ¡C¡ reduziert. Jochbogen mit kräftigem Fortsatz. Humerus mit +undeutlichem Foramen. Miocän von Santa Cruz. ¡J. robustum, extensum¡ +Amegh. + +¿Cochilius¿ Amegh. Miocän. Colpodon-Schichten. + +¿Plagiarthrus¿ Amegh. Zähne im Alter bewurzelt. Pyrotherium-Schichten. + + +3. Familie. #Hegetotheriidae.# Ameghino. + +¡J_{1} in beiden Kiefern vergrößert. P_{3} und P_{4} M-artig. Obere +M innen konvex, außen glatt. Mastoid hohl, Malare an das Maxillare +stoßend. Tibia und Fibula verwachsen. Seitenzehen ungleich reduziert.¡ + +¿Hegetotherium¿ ¡(Selatherium)¡ Ameghino. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ +hintere ¡J¡ und ¡C¡ etwas reduziert. Endphalangen abgeplattet. Miocän. +Colpodon-Schichten und Santacruzeno. ¡H. mirabile¡ Amegh. Schwanz +lang. Fuchsgröße. + +¿Archaeopilus¿, ¿Prohegetotherium¿ Amegh. Unt. Miocän. +Pyrotherium-Schichten. + +¿Prosotherium¿ Amegh. §1.0.4.3.§/§2.0.4.3.§. Pyrotherium-Schichten. + +¿Eohegetotherium¿ Amegh. Zähne noch bewurzelt. Oligocän. +Astraponotus-Schichten. + +¿Pachyrucos¿ Amegh. (¡Paedotherium¡ Burmeister) §1.0.3.3.§/§2.0.3.3.§. +Mastoidregion ungewöhnlich stark aufgetrieben. Endphalangen hufartig. +Schwanz kurz. Miocän. Santa Cruz. ¡P. Moyani¡ Amegh. Kaninchengröße. +Schon in den Colpodon-Schichten. Auch im Pliocän und im Pleistocän. +Monte Hermoso. ¡P. typicus¡ Amegh. + +¿Eopachyrucos¿, ¿Pseudopachyrucos¿ Amegh. Astraponotus-Schichten. +¿Propachyrucos¿ Am. Pyrotherium-Schichten. + +¿Argyrohyrax¿ Amegh. §3.1.4.3.§/§ § Die hinteren ¡J¡, ¡C¡ und +¡P^1¡ und ¡P^2¡ ineinander übergehend. ¡P^3¡ und ¡P^4¡ M-artig. +Pyrotherium-Schichten. + + +4. Familie. #Typotheriidae.# Amegh. + +¡§1.0.2.3.§/§2.0.1.3.§ J^1 breit, gekrümmt, an der Basis offen, an +Vorderseite mit Schmelz versehen, unterer J_{2} klein. Hinter den J +ein langes Diastema. Obere P mit zwei, M mit drei Jochen. Vorderpartie +der unteren M viel kürzer als die hintere. Alle Backenzähne +prismatisch und teilweise mit Zement versehen. Carpalia alternierend. +Hand mit dünnem Daumen. Fibula nicht mit dem Calcaneum artikulierend.¡ + +¿Typotherium¿ Bravard (Fig. 711) erreicht fast die Größe eines +Schweins. Älteres Pleistocän von Argentinien. + +¿Trachytypotherium¿ Ameghino. Pliocän. + +¿Eutrachytherus¿ und ¿Proëdrium¿ Amegh. mit §3.1.4.3.§/§2.1.4.3.§ aus +den Pyrotherium-Schichten von Patagonien von unsicherer Stellung. + +An die ¿Typotheria¿ reihen sich am besten an die ¡Archaeopithecidae¡ +und ¡Acoelodidae¡ Ameghino, beide brachyodont aus dem Eocän, +Notostylops-Schichten, und die ¡Archaeohyracidae¡ mit prismatischen +Zähnen aus dem Untermiocän, Pyrotherium-Schichten, von Patagonien. Die +Archaeopitheciden sind wohl die Vorfahren der Archaeohyraciden und die +Acoelodiden vielleicht Verwandte der Notohippiden. Mit Primaten oder +Hyracidae haben sie natürlich nichts zu schaffen. Extremitätenknochen +nicht mit Sicherheit bekannt. + +[Illustration: Fig. 711. + +¡Typotherium cristatum¡ Serres. Pampasformation. Buenos-Aires, +Argentinien. ¡A¡ Schädel von oben. ¡B¡ Oberkiefer und Zwischenkiefer +von unten. 1/4 nat. Gr. (Nach ~Gervais~.)] + + +5. Familie. #Archaeopithecidae.# (~Henricosborniidae~, +~Pantostylopidae~) Ameghino. + +¡P einfacher als M. Obere P und M^3 dreieckig, M^1 und M^2 oblong, +viel breiter als lang. Außenwand mit Parastyl, häufig auch mit +Mesostyl und Metastyl. Protoloph schräg und länger als der gerade +Metaloph. Beide Joche öfters an der Innenseite miteinander verbunden. +Zuweilen Cristae und Crochet vorhanden. Hinterer Halbmond der +unteren P kleiner, an den M größer als der vordere. P mit nur einem +Innenhöcker -- an der Vereinigung der beiden Halbmonde --, M mit +zweitem Innenhöcker in der Nähe des Hinterendes des zweiten Mondes. +Alle Zähne brachyodont. Unterkiefer (Selenoconus Ameghino) ziemlich +niedrig. Kaninchengröße.¡ + +Nur im Eocän, Notostylops-Schichten, von Patagonien. ¿Henricosbornia¿, +¿Othnielmarshia¿, ¿Archaeopithecus¿, ¿Pantostylops¿ etc. Ameghino. + +Die ¿Acoelodidae¿ unterscheiden sich von den Archaeopitheciden im +wesentlichen nur durch ihre beträchtlicheren Dimensionen -- etwa +Fuchsgröße -- und durch den mehr schräg trapezoidalen Umriß der oberen +¡M¡. + +¿Acoelodus¿, ¿Oldfieldthomasia¿ (Fig. 712), ¿Eohyrax¿, ¿Acoelohyrax¿ +etc. Amegh. Eocän. Notostylops-Schichten von Patagonien. + +[Illustration: Fig. 712. + +¡Oldfieldthomasia¡ sp. Obereocän Notostylopssch. Patagonien. ¡A¡ Obere +Backenzähne, ¡B¡ untere ¡M_{2}¡ und ¡M_{3}¡ nat. Gr.] + + +6. Familie. #Archaeohyracidae.# Ameghino. + +¡Schädel dem von Hegetotherium ähnlich, jedoch mit schwächerem +Jochbogen und schlankerem Unterkiefer, §3.1.4.3.§/§3.1.4-3.3.§ J^1 +mäßig vergrößert, die unteren J und C stiftförmig, die unteren P +M-ähnlich. Oben alle Zähne ineinander übergehend, M von schräg +dreieckig gerundetem Umriß und wie die P mit Parastyl versehen. Alle +Zähne prismatisch. M_{3} mit großem dritten Lobus.¡ + +Wohl die Vorläufer von ¿Typotherium¿. Untermiocän-Pyrotheriumschichten +und Oligocän-Astraponotus-Schichten. ¿Archaeohyrax.¿ Ameghino. + + +2. Unterordnung. #Toxodontia.# Owen.[164] + +¡Ausgestorbene, digitigrade oder semiplantigrade Pflanzenfresser mit +dreizehigen Extremitäten. Gebiß meist vollständig. C stets schwach, +öfters fehlend. Backenzähne gekrümmt, lophodont. Clavicula fehlt. +Carpalia alternierend. Astragalus mit mäßig gewölbtem, schwach +ausgefurchtem Tibialgelenk, distal abgestutzt, nur mit dem Naviculare +artikulierend. Calcaneum plump, mit großer Gelenkfläche für die +Fibula. Humerus ohne Foramen entepicondyloideum.¡ + +Die ¿Toxodontia¿ sind große bis mittelgroße, auf Südamerika +beschränkte Pflanzenfresser, welche im Oligocän? von Patagonien +beginnen und im Pleistocän von Argentinien und Brasilien aussterben. + +Der ~Schädel~ ist mäßig hoch, das Dach häufig von der frei vorragenden +Nasenspitze bis zum Hinterhaupt fast eben, die Schnauze verschmälert +und ziemlich lang. Die Stirnbeine sind groß, die Scheitelbeine +bilden einen schwachen Sagittalkamm. Das hohe breite Hinterhaupt +fällt senkrecht ab, die Squamosomastoidregion ist nicht sehr stark +aufgetrieben, und der äußere Gehörgang mündet schräg aufwärts. Die +Condylen ragen ziemlich weit vor. Die Jochbogen sind ungemein hoch, +aber nicht sehr dick, unter den nach hinten offenen Orbiten abwärts +gebogen und zum größeren Teil aus dem Fortsatz des Squamosum gebildet. +Zwischenkiefer verlängert und hoch, Tränenbein klein. Das gewölbte +Gaumendach ragt über die letzten ¡M¡ hinaus, so daß die inneren +Choanen weit nach hinten rücken. Die vorderen Gaumenlöcher liegen +ganz in den Zwischenkiefern. ~Unterkiefer~ mit sehr starker Symphyse, +breitem Kronfortsatz und hochgelegenem, querem Condylus. Das Gebiß ist +häufig vollständig und hochspezialisiert und bildet öfters eine ganz +oder nahezu geschlossene Reihe. Die ¡J¡ sind bald schaufelförmig, ganz +oder fast allseitig von Schmelz umgeben und sämtlich oder zum Teil +bewurzelt, bald stark verlängert, nagezahnähnlich, unten offen und nur +vorne und hinten oder bloß auf der Vorderseite mit Schmelz bedeckt. +Von den oberen ¡J¡ ist in der Regel ¡J^2¡, von den unteren ¡J_{3}¡ +kräftiger entwickelt. Oben gehen alle Zähne von ¡J^3¡ an, unten von +¡C¡ an allmählich ineinander über. Von den vier ¡P¡ können die beiden +vorderen verkümmern, die hinteren werden M-ähnlich. Die oberen ¡M¡ +haben schief vierseitigen oder dreiseitigen Querschnitt und meist +einen Parastyl. Sie bestehen aus einer Außenwand und zwei ungleichen +Jochen, zwischen welchen sich ein tiefes Quertal befindet, in welches +eine oder zwei Cristae hineinragen. Am Hinterrand bildet sich oft noch +ein weiteres Joch. Durch Abkauung verbinden sich alle Erhabenheiten +der Kaufläche, und die Vertiefungen werden zu Inseln, die später auch +zum Teil oder vollständig verschwinden. Bei den primitiveren Formen +sind die Kronen ganz von Schmelz umgeben, bei den spezialisierteren +werden die Backenzähne prismatisch, die Wurzeln verschwinden und der +Schmelz beschränkt sich auf die Außen- und Vorderseite oder auf die +Außen- und Innenseite. Öfters tritt eine Zementschicht auf, die den +Zahn ganz oder teilweise umhüllt. Die unteren Backenzähne bestehen +aus einem kurzen vorderen und einem viel längeren, gestreckten +hinteren Halbmond und zwei Innenpfeilern, von denen der vordere mit +dem Hinterende des ersten, und der zweite mit seiner Basis mit dem +Vorderende des zweiten Halbmondes verschmilzt. Durch die Abkauung der +Erhabenheiten der Innenseite kommt eine Art von Innenwand zustande. +Die ursprünglichen Vertiefungen werden auch hier zu Schmelzinseln. +Die oberen ¡J¡ und ¡M¡ sind stark nach innen gekrümmt, die unteren +nach vorwärts geneigt, ¡M_{3}¡ ist in beiden Kiefern verlängert. Die +hinteren Milchzähne gleichen im wesentlichen den ¡M¡, haben jedoch +immer kurze, getrennte Wurzeln. + +Das Skelett der Toxodontia ist im wesentlichen dem der Typotheria +ähnlich und vereinigt viele primitive Merkmale mit hochgradigen +Spezialisierungen. Die große Scapula ist ähnlich der von Rhinoceros, +nur mit einem rudimentären Acromion versehen, was auch die Abwesenheit +einer Clavicula bedingt. Der kurze kräftige Oberarm hat eine niedrige +einfache Trochlea, aber kein Foramen entepicondyloideum. Die stämmige +Ulna mit langem, starkem Olecranon und der kurze, etwas schwächere +Radius stehen gekreuzt; sie sind aber sonst denen von Rhinoceros +nicht unähnlich, was auch für die Beckenknochen gilt. Die Carpalia +sind alternierend angeordnet, die Metacarpalia kurz und gedrungen. +Das kurze Femur besitzt einen schwachen dritten Trochanter, sein +erster Trochanter ragt weit nach außen vor. Die kräftige Fibula kann +mit der Tibia verwachsen. Die erstere artikuliert innig mit dem +plumpen Calcaneum (Fig. 714 ¡B¡). Der Astragalus (Fig. 714 ¡B¡) hat +eine schwach gewölbte und mäßig vertiefte Trochlea und an dem kurzen +einwärts gedrehten Hals eine schwach konvexe Gelenkfläche für das +Naviculare. Die kurzen, plumpen Metatarsalia sind wie die Metacarpalia +nur auf ihrer Rückseite mit schwachen, stumpfen Leitkielen versehen, +die Zehenglieder bilden abgeplattete Hufe. Hand und Fuß haben nur je +drei Metapodien. + + +1. Familie. #Notohippidae.# Ameghino. + +¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Alle Zähne in geschlossener Reihe, hypselodont, +im Alter bewurzelt und von J_{1} bis M_{3} fast unmerklich ineinander +übergehend, oder die unteren J und C meißel- und die oberen +schaufelförmig gestaltet, niemals vergrößert. Schädeldach eben, +Nasenöffnung endständig. Astragalus mit ziemlich langem Hals.¡ + +Die Spezialisierung der ¡J¡ und ¡C¡ ist hier noch nicht so weit +vorgeschritten wie bei den Nesodontiden. Die ¡P¡ und ¡M¡ sind noch +auf allen Seiten mit Schmelz versehen. Der Hinterrand der oberen ¡M¡ +bildet ein drittes Joch. Die Auftreibung des Mastoid ist hier noch +sehr gering. + +¿Notohippus¿ Amegh. Miocän von Patagonien. + +¿Rhynchippus¿ Amegh. (Fig. 707 ¡D¡.) ¡J¡ und ¡C¡ meißelförmig. + +¿Morphippus¿ Amegh. (Fig. 707 ¡C¡.) ¡J¡ und ¡C¡ schaufelförmig, den +¡J¡ von Equus ähnlich. + +¿Coresodon¿ Amegh. Alle im Untermiocän, Pyrotheriumsschichten. + +¿Argyrohippus¿ Amegh. Zähne mit dickem Zement, ¿Stylhippus¿, +¿Perhippidium¿ Amegh. Miocän. Colpodonschichten. + +¿Eomorphippus¿ und ¿Interhippus¿ Ameghino Oligocän. +Astraponotus-Schichten. + + +2. Familie. #Nesodontidae.# + +¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Zähne meist in geschlossener Reihe. J^1 und +J^2 vergrößert, J^1 meißelförmig, nur vorne mit Schmelz bedeckt, +J^2 dreikantig, hinten schmelzlos, J^3, C und P^1 klein, allmählich +den übrigen P ähnlich werdend und durch kurze Lücken voneinander +getrennt. Untere J meißelförmig, J_{3} vergrößert. Obere P und M +nach hinten an Größe zunehmend, prismatisch, nur an der Außen- und +Vorderseite mit Schmelz bedeckt, stark nach innen gekrümmt, Innenenden +der beiden Querjoche bei der Abkauung miteinander verschmelzend und +eine inselartige Marke umschließend. Untere M nur außen und innen mit +Schmelz versehen und stark komprimiert. Zähne nur teilweise und erst +im Alter Wurzeln ansetzend.¡ + +[Illustration: Fig. 713. + +¡Nesodon imbricatus¡ Owen. Obermiocän. Santa Cruz. Patagonien. Schädel +mit Unterkiefer von der Seite (1/6 nat. Gr.)] + +¿Nesodon¿ Owen (Fig. 713, 714) (¡Gronotherium¡, ¡Phobereotherium¡ +Ameghino) von mehr als Tapirgröße, ist eines der häufigsten Säugetiere +im Miocän von Santa Cruz. Patagonien. ¡N. imbricatus¡ Ow. + +¿Stenostephanus¿ Amegh. Unvollständig bekannt. Miocän und Pliocän. + +¿Trigodon¿ Ameghino. Pleistocän von Monte Hermoso. + +¿Adinotherium¿ Ameghino. (Fig. 715). Oberer ¡J^3¡, ¡C¡ und ¡P^1¡ sehr +klein. Miocän, Colpodonschichten und Santacruzeno. ¡A. (Nesodon) +ovinum¡ Owen. + +¿Pronesodon¿, ¿Proadinotherium¿ Amegh. Miocän, Pyrotherium- und +Colpodonschichten von Patagonien. + +¿Acrotherium¿ Ameghino. ähnlich ¡Adinotherium¡, Miocän Santa Cruz. + +[Illustration: Fig. 714. + +¡Nesodon imbricatus¡ Owen. Obermiocän. Santa Cruz. Patagonien. ¡A¡ +Vorderfuß 1/5 nat. Gr. ¡B¡ Hinterfuß (1/5 nat. Gr. nach ~Sinclair~.)] + + +3. Familie. #Toxodontidae.# Ameghino. + +¡Backenzähne stark komprimiert, schmäler und durch Verschmelzung von +Vorsprüngen an der Innenseite auch einfacher als bei den Nesodontiden. +Obere M scheinbar nur aus Ectoloph und Protoloph bestehend. Zahnreihe +durch Verkümmerung von C und P öfters mit Diastema. Alle Zähne +prismatisch, wurzellos; allseitig mit Schmelz bedeckt, der jedoch +durch schmelzlose Streifen unterbrochen ist. Astragalus mit flacher +Trochlea.¡ + +[Illustration: Fig. 715. + +¡Adinotherium¡ sp. Obermiocän von Santa Cruz. Patagonien. ¡A¡ Ob. +Prämolar von innen. ¡B¡ Ob. Molar von innen, ¡C¡ von hinten. ¡D¡ Unt. +Backenzahn von innen, ¡E¡ von außen und oben. 2/3 nat. Gr.] + +¿Toxodontherium¿ Amegh. (¡Haplodontherium¡, ¡Trigodon¡ Amegh.) +§3.1.3.3.§/§3.1.3.3.§ Obere ¡P¡ und ¡M¡ noch ziemlich breit. + +¿Xotodon¿ Amegh. §2.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Beide im Pliocän und Pleistocän +von Argentinien. + +¿Toxodon¿ Owen. §2.0.3.3.§/§3.1.4.3.§ Größter aller Toxodontier, +übertrifft in seinen Dimensionen die gewaltigsten Rhinoceroten. +Nasenbeine kurz, Nasenlöcher ziemlich weit zurückgerückt. Pliocän und +Pleistocän (Pampasformation) von Argentinien. ¡T. platensis¡ Owen. + + +3. Unterordnung. #Entelonychia.# Ameghino[165] (Ancylopoda, +Tillodontia Amegh.). + +¡Ausgestorbene, plantigrade oder semidigitigrade Pflanzenfresser +mit vollständigem, selten reduziertem Gebiß. J, C und P entweder +ineinander übergehend, oder oben und unten je ein J kräftiger +entwickelt. C manchmal eckzahnartig. P und M lophodont, brachyodont +bis hypselodont, stets mit Wurzeln versehen. P einfacher als die +M. Obere M fast immer breiter als lang, aus Ectoloph und zwei +ungleichen Querjochen bestehend, und stets mit Crochet, oft auch mit +Crista versehen. Untere M mit einem sehr kurzen vorderen und einem +langgestreckten hinteren Halbmond und zwei Innenhöckern, von denen +der erste stark in die Quere gezogen ist. Carpalia alternierend. +Calcaneum lang, mit kleiner, meist schrägstehender Gelenkfläche für +die Fibula. Astragalus mit Foramen oberhalb der flachen, am Oberrand +tief ausgeschnittenen tibialen Gelenkfläche. Endphalangen öfters als +plumpe, gebogene Krallen oder als breite Hufe entwickelt, stets an der +Spitze gespalten. Hand und Fuß fünfzehig.¡ + +Die ¿Entelonychia¿ sind mittelgroße bis große Pflanzenfresser und +auf das Tertiär von Patagonien beschränkt. Mit den ~Cope~schen +»~Ancylopoden~«, jetzt ¡Chalicotheriidae¡, haben sie zum Teil Form und +Zurückziehbarkeit der Endphalangen gemein -- ¡Homalodontotherium¡, +¡Asmodeus¡ --, dagegen spricht die Bezahnung mit aller Entschiedenheit +für eine nahe Verwandtschaft mit den ¡Toxodontia¡, von welchen +sie sich durch den Besitz von bewurzelten, allseitig von Schmelz +umgebenen, niemals prismatisch werdenden Zähnen unterscheiden. Auch +sind die oberen immer fast mindestens ebenso breit als lang und mit +Crochet versehen, das allerdings durch die Verschmelzung mit den +Spornen an der Innenseite des Ectolophs sehr bald undeutlich wird. +Die unteren ¡M¡ sind ebenfalls massiver als bei den ¡Toxodontia¡. +Auch besitzen die ¡M¡ meist ein Basalband, das an den oberen auf +der Vorder-, Hinter- und oft auch an der Außen- und Innenseite, an +den unteren an der Außenseite entwickelt ist, bei den ¡Toxodontia¡ +hingegen stets fehlt. + +Der ~Schädel~ ist nur von ¡Notostylops¡, ¡Leontinia¡ und +¡Homalodontotherium¡ bekannt und im wesentlichen wie bei ¡Nesodon¡ +gebaut, jedoch ist meist die Nase viel tiefer ausgeschnitten und bei +¡Homalodontotherium¡ die Mastoidregion viel weniger aufgetrieben, und +¡Notostylops¡ hat eine viel kürzere und spitzere Schnauze. Vom Skelett +kennt man, abgesehen von Calcaneum und Astragalus, nur Humerus, Ulna +und Tibia, sowie Hand und Fuß von ¡Homalodontotherium¡. Der Humerus +hat eine kräftige Deltoidcrista und eine Andeutung des Foramen +entepicondyloideum und seine distale Partie ist stark verbreitert. +Ulna und Tibia sind sehr plump, die letztere auch sehr kurz. Hand +und Fuß haben je fünf Metapodien, die Metacarpalia sind auffallend +schlank, die Metatarsalia kurz und dick. + + +1. Familie. #Notostylopidae.# Ameghino. + +¡§3.1-0.4.3.§/§1.1-0.4-3.3.§ J_{1} in beiden Kiefern vergrößert. J^2 +bis J^3 und C reduziert, untere J_{2}, J_{3} und C meist fehlend. P +den M ähnlich, jedoch die oberen mit nur einem Innenhöcker. Obere M +viel breiter als lang, ohne Crista, mit Crochet. Hinterer Innenhöcker +der unteren M sehr schwach. Alle Zähne brachyodont. Schnauze kurz und +zugespitzt. Hinterhaupt breit mit aufgetriebenem Mastoid.¡ + +[Illustration: Fig. 716. + + ¡A Entelostylops triplicatus¡ Ameghino. Obereocän. Patagonien. Obere + Backenzähne, nat. Gr. + ¡B¡ Untere Backenzähne, nat. Gr. + ¡C Notostylops murinus¡ Ameghino. Schädel von unten, 1/3 nat. Gr. + (nach ~Ameghino~.)] + +Diese frühzeitig spezialisierte Familie hat keine Nachkommen +hinterlassen. Sie erlischt schon am Ende des Eocän. + +¿Notostylops¿ Amegh. (Fig. 716) mit §3.1.3.4.§/§3.0.3.4.§, +¿Catastylops¿ Amegh. mit 4 oberen, ¿Pliostylops¿ mit 4 unteren +¡P¡, ¿Homalostylops¿ Amegh. mit vollständigem Gebiß, ¿Eostylops¿, +¿Entelostylops¿ etc. Amegh. Eocän. Notostylopsschichten von Patagonien. + + +2. Familie. #Isotemnidae.# Amegh. + +¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Zähne in geschlossener Reihe und ineinander +übergehend, nur oberer C manchmal vergrößert. Backenzähne mäßig +hypselodont; obere P und M mit mehreren Spornen, Cristae, an der +Innenseite des Ectoloph und mit Crochet am Metaloph. Untere P und M +mit sehr kräftigem, komprimiertem Höcker am Innenende des vorderen +Halbmondes.¡ + +[Illustration: Fig. 717. + +¡Pleurostylodon biconus¡ Ameghino. Obereocän. Notostylopsschichten. +Patagonien. ¡A¡ Oberer ¡P^4¡, ¡M^2¡ und ¡M^3¡. ¡B¡ unterer ¡P_{4}¡, +¡M_{2}¡ und ¡M_{3}¡, nat. Gr.] + +¿Isotemnus¿ Ameghino. ¡C¡ klein, obere ¡P¡ dreieckig, ¡M¡ oblong. +Eocän. Notostylopsschichten von Patagonien. + +¿Pleurostylodon¿ Amegh. (Fig. 717), ¡Tychostylops¡, ¡Plexotemnus¡, +¡Dialophus¡ Amegh. etc. Eocän etc. + +¿Eochalicotherium¿ Amegh. Dicke untere ¡M¡. Ebenda. + +¿Timerostephanus¿ Amegh. Oligocän, Astraponotus- und Untermiocän, +Pyrotheriumschichten. + +¿Pleurocoelodon¿, ¿Lophocoelus¿ Ameghino. Untermiocän. +Pyrotherium-Schichten. + + +3. Familie. #Leontiniidae.# Ameghino. + +¡§3.1-0.4.3.§/§3.1-3.4.3.§ Oberer J^2 und unterer J_{3} vergrößert, C +klein, manchmal fehlend, die P und M ineinander übergehend, die oberen +M etwas länger als breit, ohne Parastyl. Joche an der Innenseite innig +verschmolzen. Schädel plump, mit breitem Hinterhaupt, mit massiven, +weitabstehenden Jochbogen und tief ausgeschnittener Nasenöffnung +zwischen den verdickten Zwischenkiefern und den etwas aufwärts +gerichteten Nasenbeinen. Endphalangen als breite Hufe entwickelt, +Astragalus und Calcaneum plump, Nesodon ähnlich¡ (nach Gaudry). + +¿Leontinia¿ Amegh. mit ¡C¡, ¿Ancylocoelus¿ Amegh. ohne ¡C¡, +¿Henricofilholia¿ Amegh. Untermiocän. Pyrotheriumschichten. + +¿Colpodon¿ Burm. Miocän. Colpodonschichten. + +¿Carolodarwinia¿, ¿Stenogenium¿ Amegh. Oligocän, Astraponotusschichten +und Untermiocän. + + +4. Familie. #Homalodontotheriidae.# Lydekker. (~Ancylopoda~ Zittel, +partim). + +¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ C in beiden Kiefern vergrößert, alle übrigen +Zähne ineinander übergehend und dicht aneinandergeschlossen, +brachyodont. Obere M breiter als lang, ohne Sporne an der Innenseite +des Ectoloph, aber mit äußerem und innerem, untere M mit äußerem +Basalband. Schädel mit kleinem, am Mastoid schwach aufgetriebenem +Cranium, kurzen, weit zurückstehenden Nasenbeinen und kräftigen +Jochbogen. Hand mit fünf schlanken Metacarpalien und zurückziehbaren, +an der Spitze gespaltenen Krallen. Hinterfuß mit fünf kurzen +Metatarsalien, langem Calcaneum und distal gerundetem Astragalus.¡ + +¿Homalodontotherium¿ Huxley. (Fig. 718, 719.) Obere ¡M¡ gerundet +trapezoidal. Humerus massiv, mit breitem Unterende und langer +Deltoidcrista. Tibia kurz und dick. Miocän. Santa Cruz, Patagonien. + +[Illustration: Fig. 718. + +¡Homalodontotherium Cunninghami¡ Flower. Miocän. Rio Gallegos. +Patagonien. Obere und untere Backenzähne. 2/5 nat. Gr. (Nach +~Flower~.)] + +[Illustration: Fig. 719. + +¡Homalodontotherium Segoviae¡ Ameghino. Obermiocän. Santa Cruz. ¡A¡ +Schädel von oben, 1/9 nat. Gr. ¡B¡ Vorderfuß, 1/3 nat. Gr. (nach +~Ameghino~.)] + +¿Thomashuxleya¿ Ameghino. Obere ¡M¡ gerundet, sehr breit. Eocän. +Notostylopsschichten von Patagonien. + +¿Proasmodeus¿ Amegh. Oligocän. Astraponotusschichten. ¿Asmodeus¿ +Ameghino. Obere ¡M¡ quadratisch. Untermiocän Pyrotheriumschichten. + +¿Diorotherium¿, ¡Prochalicotherium¡ Amegh. Untermiocän. +Pyrotheriumschichten. + + +4. Unterordnung. #Astrapotherioidea.# Amegh.[166] (~Amblypoda~ Amegh.) + +¡Mittelgroße bis große Pflanzenfresser mit brachyodontem Gebiß, mit +meißelförmigen J und hauerartig entwickelten C. P, zuweilen auch J +teilweise atrophiert, P kleiner als die M. Obere M in der Regel länger +als breit, mit Parastyl und oft auch mit Crista am Ectoloph, mit +gebogenem Protoloph und kurzem Metaloph. Untere M mit zwei ungleich +langen Halbmonden und zwei Innenhöckern, von denen der erstere mit +dem Hinterende des ersten Halbmondes innig verbunden ist und der +zweite später mit dem Vorderende des zweiten Halbmondes verschmilzt. +Astragalus mit flachem Tibialgelenk.¡ + +Die Astrapotherioidea schließen sich eng an die ¡Entelonychia¡ an. +Sie unterscheiden sich von ihnen hauptsächlich durch die hauerartige +Ausbildung der ¡C¡ und meist auch durch die mehr an Rhinoceroten +erinnernde Form der ¡M¡. Auch findet keine Auftreibung der +Squamosomastoidregion statt, wenigstens nicht bei ¡Astrapotherium¡. +Die Trigonostylopiden stehen den ¡Entelonychia¡ am nächsten und +weichen von ihnen nur ab in der Form der ¡J¡ und ¡C¡, in der +hochgradigen Brachyodontie und dem einfachen Bau ihrer ¡M¡. Der +anfangs noch gewölbte Astragalus wird mit der Zunahme der Körpergröße +ganz flach und büßt seine Beweglichkeit fast vollkommen ein. + + +1. Familie. #Trigonostylopidae.# Ameghino. + +¡§?.1.4.3.§/§2.1.4.3.§ J klein, C kräftig entwickelt. Vor und hinter +dem kegelförmigen P^1 eine lange Zahnlücke. Obere P und M im Umriß +gerundet vier- oder dreieckig, sehr einfach, nur mit Parastyl, +Ectoloph, Protoloph und Andeutung eines Metalophs. Untere P und M aus +kurzem, schrägem Querjoch und einem Halbmond bestehend, mit dessen +Hinterende sich der kleine Innenhöcker verbindet. Astragalus mit +ziemlich langem Hals.¡ + +[Illustration: Fig. 720. + +¡Trigonostylops Wortmani¡ Ameghino. Obereocän. Patagonien. ¡A¡ Oberer +¡P^4¡, ¡B¡ oberer ¡M¡, ¡C¡ unterer ¡M_{3}¡, nat. Gr.] + +Die ¿Trigonostylopidae¿ haben unter allen Säugetieren des +südamerikanischen Tertiärs die einfachsten und niedrigsten Jochzähne. +Nachkommen dieser Familie sind nicht bekannt. Sie erlischt bereits im +Oligocän. + +¿Trigonostylops¿ (Fig. 720), ¿Pleurystylops¿ Ameghino. Obere ¡M¡ +dreieckig. Eocän. Notostylopsschichten. + +¿Pseudostylops¿, ¿Edvardocopeia¿ Ameghino. Obere ¡M¡ viereckig. +Oligocän. Astraponotusschichten. + + +2. Familie. #Albertogaudryidae.# Ameghino. + +¡§3.?1.4.3.§/§3. 1.4.3.§ Obere M breiter als lang, rundlich viereckig, +mit kurzem Protoloph und einem isolierten Innenhöcker. Untere P und +M aus zwei Halbmonden und einem isolierten Innenhöcker bestehend. J +schwach, oberer C dreikantig. P einfacher als M. Astragalus mit kurzem +Hals.¡ + +Diese Vorläufer der folgenden Familie hatten etwa Tapirgröße und +gehörten zu den größten von allen Säugetieren des südamerikanischen +Eocän. + +¿Albertogaudrya¿, ¿Rütimeyeria¿ Ameghino. Obere ¡M¡ von gerundetem +Umriß. Eocän. Notostylopsschichten. + +¿Scabellia¿ Ameghino. Obere ¡M¡ vierseitig. Eocän. +Notostylopsschichten. + + +3. Familie. #Astrapotheriidae.# Ameghino. + +¡§3.1.3-2.3.§/§3.1.2-1.3.§ J klein, besonders die oberen, +spatelförmig, zweilappig. C als kräftige, dreikantige Hauer +ausgebildet, die mit ihren Spitzen aneinander schleifen. P einfacher +und kleiner als die M und wenig zahlreich. Obere M länger als breit, +aus geradem Ectoloph, schrägem Protoloph und kurzem, geradem Metaloph +bestehend und mit Parastyl und Crista versehen. M^3 ohne Metaloph. +Untere M aus zwei gestreckten Halbmonden und einem bald mit dem +Vorderende des zweiten Mondes verschmelzenden Innenhöcker bestehend. +Hand fünfzehig. Astragalus flach mit sehr kurzem Hals.¡ + +Diese großen, im Zahnbau an Rhinoceroten, namentlich an ¡Metamynodon¡, +erinnernden Huftiere besitzen einen verhältnismäßig kurzen +Schädel mit breiter Stirn, breitem Gaumen und schmalem Cranium, +ohne die für die Notoungulaten charakteristische Auftreibung der +Squamosomastoidregion. Der Humerus hat eine weit herabreichende +Deltoidcrista und eine niedrige einfache Trochlea, aber kein Foramen +entepicondyloideum. Die Ulna ist kräftig, das Femur von vorne nach +hinten komprimiert und mit einem lamellenartigen dritten Trochanter +versehen und nicht viel länger als die ziemlich schlanke, nicht mit +der Fibula verwachsene Tibia. Das Calcaneum ist kurz und dick. Der +abgeplattete breite Astragalus artikuliert sehr innig mit Fibula und +mit Cuboid und sieht dem der Amblypoden sehr ähnlich. Hand und Fuß +sind fünfzehig, die Metapodien kurz und dick. Die Endphalangen waren +vermutlich kurze breite Hufe. Im Milchgebiß sind noch §4§/§3§ ¡D¡ +vorhanden. + +[Illustration: Fig. 721. + +¡Astrapotherium magnum¡ Ameghino. Obermiocän. Santa Cruz. ¡A¡ oberer, +¡B¡ unterer Eckzahn, 1/4 nat. Gr., ¡C¡ obere ¡P^3¡ bis ¡M^3¡, ¡D¡ +untere ¡P_{4}¡ bis ¡M_{3}¡, 1/3 nat. Gr. (nach ~Ameghino~), ¡E¡ +Astragalus, 1/3 nat. Gr.] + +¿Astrapotherium¿ Burm. (Fig. 721 ¡A¡ bis ¡E¡), (¡Mesembriotherium¡ +Moreno, ¡Listriotherium¡, ¡Xylotherium¡ Mercerat). §2§/§1§ ¡P¡. Nur +von dieser Gattung sind auch Schädel und Extremitäten bekannt. Miocän. +Patagonien. + +¿Astrapothericulus¿ Ameghino. Miocän. + +¿Parastrapotherium¿ Ameghino. §3§/§2§ ¡P¡. ¿Liarthrus¿ Ameghino. +Untermiocän. Pyrotheriumschichten. + +¿Astraponotus¿ Amegh. Angeblich mit noch vollständigem Gebiß. Oligocän. + +¿Proplanodus¿ Ameghino. Eocän. Notostylopsschichten. + + +5. Unterordnung. #Pyrotheria.#[167] + +¡Schädel kurz und nach vorne gezogen. Gebiß reduziert. §1.?0.3.3.§/§1. +0.2.3.§ Untere J lang und dick, vorwärts gerichtet. Backenzähne mit +je zwei parallelen Jochen. Extremitätenknochen plump. Zehenzahl +vermutlich fünf an Hand und Fuß.¡ + +Die Pyrotheria sind auf das ältere Tertiär von Patagonien beschränkt +und gehören zu den größten aller südamerikanischen Huftiere. Sie +treten zuerst in den Notostylopsschichten auf und erlöschen, nachdem +sie in den Pyrotherium-Schichten den Höhepunkt ihrer Entwicklung +erreicht haben. + +Der Schädel kann nur kurz gewesen sein, weil die Backenzähne schon +in der Nähe der stoßzahnartigen ¡J¡ beginnen. Die Orbita liegt beim +erwachsenen Tier oberhalb ¡P^4¡. Im definitiven Gebiß fehlen obere +¡J¡. ¡P^2¡ ist dreieckig und besteht aus zwei Außen- und zwei kleinen +Innenhöckern, ¡P_{3}¡ hat einen Vorderhöcker und ein Querjoch. +Alle übrigen ¡P¡ den ¡M¡ gleich und wie diese mit zwei parallelen +Querjochen und Basalband, das an den oberen ¡M¡ außen und vorne, an +den unteren innen und hinten verdickt ist. Unterkiefer mit breitem +aufsteigenden Ast und schwachem Coronoidfortsatz. + +Scapula mit kräftigem Coracoidfortsatz. Oberarm und Oberschenkel viel +länger als Unterarm und Unterschenkel. Humerus von vorne nach hinten +stark komprimiert, ohne Foramen entepicondyloideum, aber beiderseits +mit weit hinaufragenden Epicondylarcristae und mit starker, außen +gelegener Deltoidcrista. Nach ~Gaudry~ spricht diese Organisation für +grabende Tätigkeit verbunden mit großer Beweglichkeit der Finger. +Radius kurz, mit der Ulna verwachsen. Olecranon hoch. Ileum auf +lange Strecken am Sacrum befestigt. Femur nur mit erstem Trochanter, +aber mit hochstehendem Caput. Tibia und Femur stehen senkrecht +übereinander. Fibula oben und unten mit der Tibia verwachsen. +Astragalus abgeplattet, mit ebenem Tibialgelenk dicht neben den +Gelenkflächen für Naviculare und Calcaneum. Naviculare ganz unter dem +Astragalus gelegen, daher wahrscheinlich vertikale Zehenstellung. + +[Illustration: Fig. 722. + +¡Pyrotherium Romeroi¡ Ameghino. Untermiocän. Patagonien. ¡A¡ obere +Backenzähne von unten, 1/4 nat. Gr., ¡B¡ Unterkiefer, 1/12 nat. Gr. +(Nach ~Gaudry~.)] + +Sowohl die Zähne als auch die Extremitätenknochen sind denen der +Proboscidier, namentlich ¡Dinotherium¡ ähnlich, weshalb auch +~Ameghino~ die Proboscidier von ¡Pyrotherium¡ ableitet. Im Zahnbau +besteht auch große Ähnlichkeit mit ¡Diprotodon¡. Es kann jedoch +weder von einer Verwandtschaft mit diesem Marsupialier noch mit den +Proboscidiern die Rede sein. Die Herkunft der Pyrotheria ist vorläufig +vollständig unbekannt. + +¿Pyrotherium¿ Ameghino. §1.?0.3.3.§/§1. 0.2.3.§ (Fig. 722) Joche +der gerundet vierseitigen Backenzähne senkrecht zur Zahnreihe, an +den unteren ¡M¡ nach rückwärts, an den oberen nach vorwärts konvex. +Untermiocän von Chubut. Patagonien. ¡P. Romeroi¡ Ameghino. + +¿Propyrotherium¿ Ameghino. Kleiner. Oligocän. Astraponotusschichten. +¡P. saxaeum¡ Ameghino. + +¿Carolozittelia¿ Ameghino. Unterer ¡J¡ mit langer Wurzel. Obere +¡M¡ kreisrund mit zwei schräg nach rückwärts verlaufenden Jochen. +Untere ¡M¡ oval, mit zwei zur Zahnreihe fast senkrechten Querjochen. +¡M_{3}¡ mit drittem Joch. Tapirgröße. Obereocän von Patagonien. +Notostylopsschichten. + +¿Ricardowenia¿ und ¿Archaeolophus¿ Ameghino. Ganz problematisch. + + +9. Ordnung. #Subungulata.# + +~Meist große plantigrade oder digitigrade oder dem Wasserleben +angepaßte Pflanzenfresser mit ursprünglich vollständigem, +brachyodont-bunodontem Gebiß. Ein Incisivenpaar frühzeitig vergrößert, +häufig zu Stoßzähnen umgewandelt, die übrigen ¡J¡ und ¡C¡ reduziert +oder ganz fehlend oder in einander übergehend. ¡M¡ anfangs praktisch +quadrituberkulär, die oberen mindestens ebensolang wie breit. ¡P¡ +bald den ¡M¡ ähnlich. Carpus und Tarsus schwach alternierend oder +serial, Centrale Carpi öfters vorhanden. Extremitäten mannigfach +spezialisiert, bei Wasserbewohnern die hintere vollkommen reduziert. +Schädel anfangs lang gestreckt und niedrig, mit breitem Hinterhaupt. +Uterus bicornis, Placenta zonal, meist deziduat.~ + +Wegen der hochgradigen Spezialisierungen, welche alle Skelettelemente +der hierher gestellten Unterordnungen erfahren haben, ist eine +präzisere Diagnose nicht möglich. Sie treten sämtlich fast +gleichzeitig in Ägypten auf und zwar mit Formen, welche einen +niedrigen Schädel mit breitem Hinterhaupt, wohl entwickeltem +Scheitelkamm und schmalem Cranium besitzen, und meist Vergrößerung +eines Incisivenpaares, verbunden mit Reduktion der übrigen ¡J¡ und +¡C¡ aufweisen. Die ¡M¡ sind bunodont, brachyodont und praktisch +quadrituberkulär. Ihre Höcker verbinden sich paarweise zu Jochen, +die im Unterkiefer öfters halbmondförmig werden. Die ¡P¡ werden +ziemlich bald ¡M¡-ähnlich und die ¡J¡, ¡C¡ und ¡P¡ gehen, wenn keine +Vergrößerung eines vorderen Incisivenpaares erfolgt, allmählich +ineinander über. Auch die Beschaffenheit der Schädelbasis scheint bei +allen ziemlich ähnlich gewesen zu sein. + +Die Extremitäten zeigen allerdings schon bei den ältesten Vertretern +der Subungulata sehr verschiedene Spezialisierung. Die ältesten +¡Hyracoidea¡ haben, abgesehen von dem bunodonten Gebiß, bereits +alle wesentlichen Merkmale der lebenden Formen, dagegen nähert sich +¡Moeritherium¡, der primitivste ~Proboscidier~, den ~Sirenen~ nicht +bloß im Zahnbau, sondern auch in der Gestalt gewisser Knochen wie +Humerus, Scapula und Pelvis, so daß die gemeinsame Stammform beider +nicht mehr allzuweit zurückliegen dürfte, und die ¡Embrithopoda¡ +zeigen trotz ihrer stark abweichenden Bezahnung im Extremitätenbau +so viele Anklänge an die ~Proboscidier~, daß an einer, wenn auch +entfernten Verwandtschaft kaum zu zweifeln ist. + +Daß die Abzweigung der vier Unterordnungen aus einer gemeinsamen +bunodonten Stammform schon lange vor dem Obereocän erfolgt sein muß, +sehen wir unter anderem auch daraus, daß bei keiner mehr das primitive +Merkmal der Anwesenheit eines Entepicondylarforamen am Humerus +vorhanden ist. Verwandtschaftliche Beziehungen zu den ¡Notoungulata¡ +dürften vollkommen ausgeschlossen sein, denn das Gebiß dieser +südamerikanischen Typen ist anscheinend direkt aus einem sekodonten +hervorgegangen, während dem der ¡Subungulata¡ unzweifelhaft ein +bunodontes zugrunde liegt, weshalb wir vielleicht doch eine Anknüpfung +an ein Condylarthrenstadium erwarten dürfen. + + +1. Unterordnung. #Embrithopoda.# Andrews. + +¡Riesige Pflanzenfresser mit lophodonten M. Vorderextremität ähnlich +der der Proboscidier, Hinterextremität Amblypoden-ähnlich.¡ Obereocän +und Oligocän von Ägypten. + + +Familie. #Arsinoitheriidae.# Andrews. + +¡Riesige Huftiere mit einem Paar großer knöcherner Hornzapfen auf +den Nasen- und zwei schwachen Hörnern auf den Stirnbeinen. Kurze, +hohe Schnauze mit vorne abgeschlossener Nasenöffnung. Hinterhaupt +nach vorne geneigt, mit dickem Supraoccipitalwulst. Orbita hinten +offen. Gebiß vollständig. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ J, C und P allmählich +ineinander übergehend und dicht aneinanderschließend. P einfacher als +die M. Obere und untere M aus je zwei ¥V-artigen¥ Kämmen gebildet, deren +vorderer Schenkel verkümmert ist. Humerus und Femur lang und massiv. +Tibia und Fibula kurz, Ulna viel dicker als Radius. Astragalus flach +mit schwach gewölbter Trochlea und mit Gelenkfläche für das Cuboid. +Vorder- und Hinterfuß sehr kurz, fünfzehig.¡ + +[Illustration: Fig. 723. + +¡Arsinoitherium Zitteli¡ Beadnell. Oligocän. Fayum. Ägypten. ¡A¡ +Schädel 1/9 nat. Gr. ¡B¡ obere, ¡C¡ untere Zahnreihe 2/9 nat. Gr. +(nach ~Andrews~.)] + +Die ~Arsinoitheria~ sind auf das Oligocän von Ägypten beschränkt. +Der Schädel hat ungefähr die Größe und auch in seiner Form eine +gewisse Ähnlichkeit mit dem von Rhinoceros, allein die Nasenöffnung +wird hier im Alter vorne durch eine Knochenspange abgeschlossen. +Die hohen, auf den Nasenbeinen sitzenden vorderen Hornzapfen +erinnern etwas an jene der Titanotheriiden. Der aufsteigende Ast +des Unterkiefers ist sehr hoch und schmal. Die Zähne stehen dicht +aneinander und gehen vom vordersten meißelförmigen ¡J¡ bis zum +¡P_{4}¡ ganz allmählich ineinander über. Die oberen ¡P¡ haben eine +gerade Außenwand und ein schräges Querjoch, die unteren bestehen aus +zwei stark zusammengedrückten Halbmonden. Sie sind insgesamt sehr +kurz und weichen hierin stark von den ¡M¡ ab. Die ¡M¡ bestehen aus +je zwei ¥V-förmigen¥ Halbmonden, deren vorderer Schenkel bis auf eine +scharfe Kante verkümmert, während der hintere ein breites hohes, etwas +schräg nach rückwärts gerichtetes Joch bildet. Bei vorgeschrittener +Abkauung kommt es scheinbar zur Bildung einer Innenwand. Die unteren +¡M¡ erinnern etwas an jene von ¡Coryphodon¡, die oberen an die von +¡Uintatherium¡. Von den Milchzähnen gleichen die beiden letzten +vollkommen den ¡M¡. + +Die Extremitätenknochen sind ungemein plump, die Scapula ist breiter +als hoch, der Humerus besitzt eine mächtige Deltoidcrista, aber kein +Entepicondylarforamen. Die Ulna ist viel dicker als der Radius und mit +einem riesigen Olecranon versehen. Sie ruht halb auf dem Lunatum. Das +Becken zeichnet sich durch die ganz ungewöhnliche Vergrößerung des +Ilium aus. Das von vorne nach hinten komprimierte Femur hat nur einen, +den großen Trochanter. Die Knochen der Vorderextremität lassen sich +am ehesten mit jenen von ¡Uintatherium¡, die der Hinterextremität mit +jenen von ¡Elephas¡ vergleichen. Mit ¡Elephas¡ stimmt auch die Form +und Anordnung der Carpalia, Tarsalia und Metapodien fast vollkommen +überein, nur der Astragalus unterscheidet sich durch die Anwesenheit +einer Gelenkfläche für das Cuboid. Mit den Proboscidiern besteht +jedenfalls eine Verwandtschaft. + +Die einzige bekannte Gattung ist ¡Arsinoitherium¡ Andrews (Fig. 723). +Oligocän von Ägypten. ¡A. Zitteli¡ Beadnell. + + +2. Unterordnung. #Hyracoidea.# ~Klippschliefer.~[168] + +¡§3-1.1-0.4.3.§/§3-2.1-0.4.3.§. J^1 lang, vertikal gestellt, +nagezahnähnlich, untere J_{1} und J_{2} meißelförmig. P mehr +oder weniger M-ähnlich. M bunodont bis lophodont, vierwurzelig. +Jochbogenunterrand mit besonderer Gelenkfläche für den Unterkiefer. +Aufsteigender Unterkieferast stark verbreitert, mit schwachem +Coronoidfortsatz und einem Foramen hinter M_{3}. Humerus ohne +Entepicondylarforamen. Extremitäten plantigrad oder semidigitigrad. +Vorderfuß vierzehig, Hinterfuß dreizehig. Carpus serial mit freiem +Centrale. Astragalus distal abgestutzt, mit ausgefurchter Trochlea und +tiefer, grubiger Gelenkfläche für den Malleolus tibiae.¡ + +Die ¡Hyracoidea¡ waren bis vor kurzem nur durch die kleine Formen +enthaltende Gattung ¡Hyrax¡ repräsentiert, welche ursprünglich wegen +der Beschaffenheit ihrer ¡J¡ und der äußeren Schädelform zu den Nagern +gerechnet wurde. ~Cuvier~ wies auf die Ähnlichkeit der Zähne und der +Extremitäten mit jenen von Rhinozeros hin und ~Cope~ errichtete für +¡Hyrax¡ wegen der serialen Anordnung der Carpalia die Ordnung der +¡Taxeopoda¡. + +Die ¡Hyracoidea¡ zerfallen in die Familien der ¡Hyracidae¡ und der +¡Saghatheriidae¡. + + +1. Familie. #Hyracidae.# + +¡§1.0.4.3.§/§2.0.4.3.§ P den M gleich, wie diese brachyodont und +lophodont. Obere M mit W-förmiger Außenwand und zwei schrägen +Querjochen. Untere M aus zwei Halbmonden bestehend. Schädeldach eben, +Schnauze kurz.¡ + +[Illustration: Fig. 724. + +¡Procavia¡ (¡Dendrohyrax¡) ¡arborea¡ Smith sp. Cap der guten Hoffnung. +¡A¡ Vorderfuß, ¡B¡ Hinterfuß (nat. Gr.).] + +Die Hyraciden bewohnen das südliche und östliche Afrika, Arabien und +Syrien. Fossile Arten sind nicht bekannt. Von den Saghatheriiden +unterscheiden sie sich, abgesehen von ihrer Kleinheit, durch das ebene +Schädeldach, die weit vorne liegenden, hinten meist geschlossenen +Orbita, durch die Anwesenheit von zwei Temporalcristae an Stelle +einer Sagittalcrista und durch die Verkürzung der Schnauze, womit +Verlust der ¡C¡, von ¡J^2¡ und ¡J^3¡ und von ¡J_{3}¡ verbunden war. +Das Milchgebiß enthält noch §2.1.4.§/§3.1.4.§, wodurch die frühere +Anwesenheit von ¡J_{3}¡, ¡J^2¡ und der ¡C¡ angedeutet wird. Die +Extremitäten sind plantigrad, die Endphalangen distal abgeplattet und +mit Nägeln versehen. + +Die Backenzähne der Gattung ¡Procavia¡ Storr (¡Hyrax¡ Herm., +¡Heterohyrax¡ und ¡Dendrohyrax¡ Gray) (Fig. 724) erinnern teils an +¡Rhinoceros¡, teils an ¡Paloplotherium¡ oder ¡Anchilophus¡. + + +2. Familie. #Saghatheriidae.# Andrews. + +¡§3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ J^1 groß, dreikantig, untere J_{1} und J_{2} +meißelartig, mit zwei Einkerbungen am Oberrand. Oberer C P-artig, +unterer C und J_{3}, sowie J^2 und J^3 knopfförmig oder P-artig und +meist durch Lücken voneinander und von den vordersten J und den C +getrennt. P in der Regel einfacher als die M, jedoch die oberen +meist vierhöckerig oder mit einem vollständigen vorderen und einem +kurzen hinteren Querjoch. Obere M mit W-förmiger, Parastyl und +Mesostyl tragender Außenwand und zwei schrägen, aus je einem kleinen +Zwischenhöcker und einem niedrigen Innenhöcker gebildeten Querjochen. +Untere M mit zwei mehr oder weniger deutlichen äußeren Halbmonden und +zwei Innenhöckern. M_{3} stets mit drittem Halbmond. Schnauze meist +lang und schmal, Cranium gewölbt, mit Sagittalcrista versehen. Orbita +weit hinten gelegen, unvollständig geschlossen. Unterkiefer hoch, +mit weitem Kanal unterhalb der Zahnreihe, der unter M_{3} ausmündet. +Seitenzehen kürzer und dünner als die Mittelzehe. Carpus serial, hoch +und schmal. Distales Astragalusgelenk schwach konvex.¡ + +Die ~Saghatheriiden~ erscheinen zuerst im Oligocän von Ägypten und +entfalten sofort einen ungewöhnlichen Formenreichtum. Ihre Körpergröße +schwankt zwischen der von Fuchs und der von Tapir. Im Zahnbau bestehen +alle möglichen Übergänge zwischen bunodonten, schweinsartigen -- +¡Geniohyus¡ -- und lophodonten, ¡Paloplotherium¡-artigen ¡M¡ -- +¡Saghatherium¡. Die oberen ¡M¡ von ¡Geniohyus¡ und ¡Bunohyrax¡ haben +Ähnlichkeit mit jenen von Anthracotheriiden, die von ¡Megalohyrax¡ mit +jenen von ¡Palaeotherium¡. In Ägypten erlöschen die Saghatheriiden +sehr bald, nur die Gattung ¡Saghatherium¡ hat in der unterpliocänen +Gattung ¡Pliohyrax¡ einen Nachkommen. + +¿Geniohyus¿ Andrews. ¡P¡ einfach, untere ¡M¡ Sus-artig, obere +Brachyodus-ähnlich. ¡G. mirus¡ Andr. + +¿Bunohyrax¿ Schlosser. ¡P¡ kompliziert, obere gerundet dreieckig. +Untere ¡M¡ mit echten Halbmonden. + +¿Mixohyrax¿ Schlosser (Fig. 725). Obere ¡P¡ viereckig. ¡M¡ lophodont. +¡M. niloticus¡ Schl. + +¿Pachyhyrax¿ Schlosser. Sporne an den Jochen der oberen ¡M¡. + +[Illustration: Fig. 725. + +¡Mixohyrax niloticus¡ Schlosser. Oligocän. Fayum. Ägypten. ¡A¡ Schädel +von unten, ¡B¡ Unterkiefer von innen, 1/4 nat. Gr.] + +¿Saghatherium¿ Andrews, höchstens Schafgröße. Obere ¡P¡ viel einfacher +als ¡M¡, obere ¡M¡ lophodont, untere lophoselenodont. Zahnlücke sehr +kurz. ¡S. antiquum¡ Andr. + +¿Megalohyrax¿ Andrews. Größter aller Saghatheriiden. ¡P¡ fast sämtlich +gleich ¡M¡. ¡M. eocaenus¡ Andr. + +¿Pliohyrax¿ Osborn (¡Leptodon¡ Gaudry). Unterkiefer ohne Zahnlücke. +¡J_{3}¡, beide ¡C¡ sowie ¡J^2¡ und ¡J^3¡ ¡P¡-ähnlich. Unterpliocän von +Pikermi und Samos. ¡P. graecus¡ Gaudry sp. + + +3. Unterordnung. #Proboscidea.#[169] ~Rüsseltiere~. + +¡Große fünfzehige, meist hochbeinige, semidigitigrade Pflanzenfresser +mit Rüssel. Schädel groß, meist mit grobzelligen Luftkammern in der +Diploë. Anfangs ein paar obere und untere J vergrößert, später nur +§1§/§1-0§ J vorhanden, C nur bei der primitivsten Gattung anwesend. +Backenzähne erst bunolophodont, dann lophodont und zuletzt aus vielen +schmalen Querlamellen bestehend. Femur fast immer ohne dritten +Trochanter. Carpalia serial angeordnet. Astragalus breit mit schwach +gewölbter Trochlea. Calcaneum mit Fibula artikulierend.¡ + +Die Herkunft der Proboscidier war bisher in völliges Dunkel gehüllt, +doch vermutete schon ~Blainville~ verwandtschaftliche Beziehungen +zu den ¡Sirenia¡, was jetzt durch die Funde im Oligocän von Ägypten +bestätigt wurde, denn die ältesten Formen haben unter anderem auch die +hohe Zahnzahl und den Bau des Schädels und der Backenzähne mit den +Sirenen gemein. + +Das ~Gebiß~ der Proboscidier enthält außer bei ¡Moeritherium¡ nur +Incisiven und Backenzähne und selbst hier ist schon ein Paar ¡J¡ +vergrößert. Bald verschwinden die übrigen ¡J¡ vollständig, die +bleibenden werden zu riesigen gekrümmten Stoßzähnen, auch das bei den +älteren ¡Mastodon¡-Arten noch vorhandene untere Incisivenpaar geht +verloren. Die Stoßzähne bestehen aus dichtem elastischem Elfenbein, +welches im Querschnitt bogenförmige, vom Zentrum nach der Peripherie +gerichtete Linien zeigt, die in zweierlei Richtung verlaufen und +sich ¡W¡-förmig, wie die Guillochierung eines Uhrgehäuses schneiden. +Namentlich der hintere Teil der Stoßzähne wird häufig mit einer dünnen +Schmelzschicht überzogen. Die Zähne liegen in tiefen Alveolen der +Zwischenkiefer und haben eine große offene Pulpa. + +Die Backenzähne der lebenden Elefanten unterscheiden sich durch ihre +gewaltige Größe, durch die hohe Zahl der stark komprimierten Querjoche +und durch die starke Entwicklung von Zement in den Quertälern +von allen Huftierzähnen, stehen jedoch durch Übergänge mit den +bunolophodonten Zähnen von ¡Moeritherium¡ in Verbindung, welche aus +je zwei Paar jochartig verbundener Höcker und einem kleinen Talon +gebildet sind. Bei ¡Palaeomastodon¡ nimmt die Zahl der Joche zu, +die Zahl der Unterkieferzähne hingegen um einen ab. Bei ¡Mastodon¡ +erfolgt immer weitergehende Reduktion der gleichzeitig fungierenden +Zähne, wofür jedoch die Zahl der Joche allmählich größer wird. Noch +bedeutender ist die Zahl der Querjoche bei ¡Stegodon¡ -- 6 bis 12 --, +dessen Quertäler auch schon mit Zement ausgefüllt sind. Bei ¡Elephas¡ +steigt die Jochzahl bei jedem neuauftretenden Zahn und beträgt zuletzt +bis zu 27. Die von ¡Moeritherium¡ bis ¡Stegodon¡ noch brachyodonten +Zähne werden bei ¡Elephas¡ hypselodont. Die Joche werden zu Platten, +die mittels Zement aneinander gekittet sind, das auch anfangs die +Oberseite der Krone überzieht. Durch die Abkauung entsteht aus +diesen »elasmodonten« Zähnen eine ebene Fläche, in welcher breitere +Querstreifen von Zement mit dünnen Lamellen von Schmelz und Dentin +miteinander wechseln und so eine zur Zerkleinerung der pflanzlichen +Nahrung trefflich geeignete Reibfläche erzeugen. Bei ¡Dinotherium¡ +haben sich je zwei benachbarte Höcker in schmale, scharfe Joche +umgewandelt, ähnlich wie bei Tapir. Auch unter den ¡Mastodon¡-Arten +gibt es solche »tapiroide« Formen. + +Die Zahl der ¡M¡ beträgt je drei in einem Kiefer. Vor ihnen stehen +ursprünglich drei ¡P¡. Dann geht die Zahl der ¡P¡ auf zwei zurück. +Sie sind viel einfacher gebaut als die ¡M¡ und ersetzen die drei ¡D¡. +Bei ¡Elephas¡, ¡Stegodon¡ und den meisten ¡Mastodon¡ fehlen ¡P¡. +Alle Backenzähne stehen anfangs in horizontalen Reihen und die ¡P¡ +treten von unten an die Stelle der ¡D¡. Von ¡Mastodon¡ an sind nie +mehr als drei Zähne gleichzeitig in Funktion, später nur zwei und +zuletzt nur einer. Sie entwickeln sich dann in großen Zeitintervallen +und rücken, indem sie einen Bogen beschreiben, nach vorne, wobei sie +den vorhergehenden Zahn allmählich ausschieben. Dieser Zahnwechsel +dauert so lange das Tier lebt, und die Backenzähne werden bis +auf unscheinbare Kronenreste abgerieben. Die Abkauung beginnt am +vordersten Teil des Zahnes. + +Der ~Schädel~ (Fig. 726) erfährt von ¡Moeritherium¡ bis ¡Elephas¡ +folgende Veränderungen. Die allmähliche Entwicklung des Rüssels +und der Stoßzähne verursacht Verkürzung der Zwischenkiefer und +Aufwärtsrücken der Nasenlöcher und diese Vorgänge wieder Wölbung +des Schädels, die Bildung von Luftzellen und Verbreiterung des +Hinterhauptes. Die Oberkiefer werden höher und die Jochbogen +schwächer. Dagegen verlängert sich zuerst der Symphysenteil der +Unterkiefer, um sich dann später nach Verlust der unteren Stoßzähne +wieder zu verkürzen. Der aufsteigende Ast wird höher, aber dafür +schwächer und das Kiefergelenk rückt immer höher hinauf. + +[Illustration: Fig. 726. + +Schädel von ¡Elephas indicus¡ (vertikaler Längsschnitt). ¡So¡ +Supraoccipitale, ¡co¡ Hinterhauptscondylus, ¡Pa¡ Scheitelbein, ¡Fr¡ +Stirnbein, ¡Mx¡ Oberkiefer, ¡Pmx¡ Zwischenkiefer, ¡ME¡ Mesethmoideum, +¡ce¡ Hirnhöhle, ¡n¡ Nasenhöhle, ¡i¡ Schneidezahn, ¡m^1¡ ¡m^2¡ erster +und zweiter Backenzahn.] + +[Illustration: Fig. 727 ¡A¡. + +Vorderfuß von ¡Elephas indicus¡ Lin. (¡U¡ Ulna, ¡R¡ Radius, ¡sc¡ +Scaphoideum, ¡l¡ Lunare, ¡c¡ Cuneiforme [Triquetrum], ¡u¡ Unciforme, +¡m¡ Magnum, ¡td¡ Trapezoid).] + +[Illustration: Fig. 727 ¡B¡. + +Rechter Hinterfuß von ¡Elephas indicus¡. (¡ca¡ Calcaneum, ¡a¡ +Astragalus, ¡n¡ Naviculare ¡cb¡ Cuboideum, ¡c III¡, ¡c II¡ Cuneiforme +tertium und secundum, ¡I-V¡ erste bis fünfte Zehe.] + +Die ~Extremitäten~ der Proboscidier (Fig. 727) sind hoch und stämmig, +die langen Knochen ohne Markhöhlen. Ein Schlüsselbein fehlt. Die +Ulna ist namentlich distal viel dicker als der Radius. Die Carpalia +sind mehr oder weniger serial angeordnet. Der Elefant besitzt in +der Jugend ein Centrale. Die seitlichen Metacarpalia (I und V) sind +kürzer und schwächer als die mittleren. Der ganze Fuß steckt in +einer gemeinsamen Hülle, aus welcher die einzelnen, von hufartigen +Nägeln bedeckten Zehen nur wenig vorragen. Am Femur fehlt meist ein +dritter Trochanter. Tibia und Fibula sind getrennt, die letztere +distal verdickt. Sie ruht auf Astragalus und Calcaneum. Der Astragalus +hat eine mäßig gewölbte Trochlea und artikuliert distal nur mit dem +Naviculare. + +Die Proboscidier sind heutzutage auf die tropischen Teile von Afrika +und Asien beschränkt. Sie beginnen im Eocän von Ägypten, verbreiten +sich im Miocän über die nördliche Halbkugel und erreichen erst im +Pleistocän auch Südamerika. Als Leitfossilien sind ihre Backenzähne +wegen der vielfachen Übergänge zwischen den zeitlich aufeinander +folgenden Arten und wegen der bedeutenden Größenschwankungen bei ein +und derselben Art nur mit Vorsicht verwendbar. + + +1. Familie. #Moeritheriidae.# + +¡§3.1.3.3.§/§2.0.3.3.§ J_{2} oben und unten vergrößert und der obere +als gekrümmter Hauer entwickelt. J§1§/§1§ und J^3 sowie C klein. P +einfacher als die M, wie diese brachyodont. Obere P trituberkulär, +untere P aus zwei vorderen und einem hinteren Höcker bestehend. M mit +je zwei Höckerpaaren und einem Talon. Vorderpartie der unteren P und M +höher als die hintere. Schädel niedrig, fast eben, mit langem schmalem +Cranium und massiven, vorspringenden Jochbogen.¡ + +[Illustration: Fig. 728. + +¡Moeritherium Lyonsi¡ Andrews. Obereocän. Fayum. Ägypten. Schädel. 1/9 +nat. Gr. ¡B¡ untere Backenzähne, 1/3 nat. Gr. (nach ~Andrews~). ¡A¡ +¡Moeritherium¡. Oligocän. Fayum. Obere Backenzähne. (1/2 nat. Gr.)] + +Die Moeritheriiden treten zuerst im Obereocän von Ägypten auf und +erlöschen daselbst im Oligocän. Sie vermitteln im Schädelbau und in +der Zahl und Beschaffenheit der Zähne den Übergang von den Sirenen +zu den Proboscidiern und zeigen aufs deutlichste, daß beide einen +gemeinsamen Ursprung besitzen. + +¿Moeritherium¿ Andrews (Fig. 728). Untere ¡J¡ meißelförmig, nach +vorne gerichtet, obere ¡J¡ und ¡C¡ fast vertikal gestellt. ¡J_{2}¡ +in beiden Kiefern vergrößert, der obere als gekrümmter, massiver +Hauer entwickelt. Die übrigen ¡J¡ und ¡C¡ relativ klein. ¡J¡ und ¡C¡ +allseitig mit Schmelz bedeckt. Obere ¡P¡ mit zwei Außen- und einem +Innenhöcker. ¡P^2¡ dreieckig. ¡M¡ in beiden Kiefern aus je zwei +Außen- und Innenhöckern bestehend, die sich paarweise zu Querjochen +verbinden. Die unteren ¡M¡ mit kräftigem, die oberen mit schwachem +Talon. Untere ¡P¡ mit unpaarem Vorderhöcker, vordere Hälfte höher +als die hintere. Nasenöffnung weit vorne stehend, mit kurzem Rüssel +versehen, Schädeldach fast vollkommen eben, Orbita weit vorne gelegen. +Nasenbeine kurz. Stirn- und Scheitelbeine lang, Cranium schmal und +niedrig, mit Sagittalcrista versehen. Hinterhaupt vertikal, Jochbogen +vorne und hinten massiv, weit vorspringend und hinten nahe am Occiput +endend. Obereocän ¡M. Lyonsi¡ Andr. Oligocän ¡M. Andrewsi¡ Schlosser. + +Die Extremitätenknochen sind schlank. Das Femur hat einen dritten +Trochanter und der Astragalus einen relativ langen Hals. Das Sacrum +verjüngt sich unmerklich nach hinten, was auf einen langen Schwanz +schließen läßt, und das Ilium zeichnet sich durch seine Länge und +Schmalheit aus. Es gleicht fast dem von Creodontiern. + +¿Moeritherium¿ hatte etwa die Größe von Tapir. + + +2. Familie. #Barytheriidae.# Andrews. + +¡§?.?.3.3.§/§1.0.3.3.§ Unterer J groß, vorwärts geneigt, durch eine +lange Lücke von P_{2} getrennt. P^2 dreieckig, P^3 und P_{4} mit +einem dicken Querjoch, die unteren P gleich den M aus zwei fast +geraden Querjochen bestehend. M_{3} mit einem dritten Joch. Untere M +vierwurzelig. Joche der oberen M nach hinten etwas konkav. Unterkiefer +massiv, mit breitem aufsteigendem Ast.¡ + +¿Barytherium¿ Andrews. Die systematische Stellung dieser nur +unvollständig bekannten Gattung ist ziemlich unsicher. Ihr Zahn- +und Kieferbau -- massiv, mit breitem aufsteigendem Ast -- und +die gewaltige Körpergröße erinnert an ~Dinotherium~. Der distal +stark verbreiterte Humerus ist mit einer außerordentlich starken +Deltoidcrista versehen, und der stämmige Radius artikuliert +gleichmäßig mit Lunatum und Scaphoid. Obereocän von Ägypten. ¡B. +grave¡, Andrews. + + +3. Familie. #Dinotheriidae.# + +¡§0.0.2.3.§/§1.0.2.3.§ Unterkiefersymphyse nach unten gebogen, mit +einem Paar rückwärts gekrümmter Stoßzähne. M_{1} in beiden Kiefern +mit drei, die übrigen mit zwei einfachen, zugeschärften, durch breite +Täler getrennten Querjochen. Ohne Zement. Alle Zähne in einer Ebene, +Zahnwechsel normal.¡ + +[Illustration: Fig. 729. + +¡Dinotherium bavaricum¡ Meyer. Ob. Miocän. Breitenbronn b. Augsburg. +¡A¡ Backenzähne des Oberkiefers, ¡B¡ Backenzähne des Unterkiefers. ca. +1/4 nat. Gr.] + +¿Dinotherium¿ Kaup (Fig. 729) hat einen nur mäßig hohen Schädel mit +langen Zwischenkiefern und breiten Stirnbeinen. Unterkiefersymphyse +vorn mit breiter Furche, stark abwärts gekrümmt. Die gewaltigen, +nach unten gerichteten und nach hinten gebogenen ¡J¡ sind in tiefe +Alveolen eingefügt. ¡M_{1}¡ in beiden Kiefern mit drei, die übrigen +mit zwei Querjochen, die an den oberen nach vorne konvex, an den +unteren nach vorne etwas konkav verlaufen. Obere ¡M¡ fast quadratisch, +dreiwurzelig, untere länger als breit. ¡M_{3}¡ mit starkem Talon. +Skelett ähnlich dem von Mastodon. ¿Dinotherium¿ übertrifft an Größe +die meisten Elefantenarten. + +Im Obermiocän von Europa ¿D. bavaricum¿ Meyer (¿levius Jourdan¿). Im +Unterpliocän von Europa und auf Samos (?) ¿D. giganteum¿ Kaup. In +Ostindien ¿D. sindiense¿ Lydekker. + + +4. Familie. #Elephantidae.# + +¡Obere J als große gerade oder gekrümmte Stoßzähne ausgebildet. Untere +J schwächer und gerade, meist fehlend. M groß, aus mehr als zwei +Querjochen zusammengesetzt. Quertäler öfters mit Zement ausgefüllt. P +einfacher als M, häufig fehlend. Zahnwechsel anfangs normal, später +durch Ausschieben der vorderen Zähne von hinten erfolgend.¡ Oligocän +bis Gegenwart. + +[Illustration: Fig. 730. + +¡Palaeomastodon.¡ Oligocän. Fayum. Ägypten. Schädel ca. 1/10 nat. Gr. +(nach ~Andrews~.) ¡A¡ Obere, ¡B¡ untere Backenzähne, 1/3 nat. Gr.] + +¿Palaeomastodon¿ (¡Phiomia¡) Andrews (Fig. 730) §3.3.0.1.§/§1.0.2.3.§ +Backenzähne in gerader Reihe, gleichzeitig funktionierend. Obere +¡J¡ relativ kurz, seitlich komprimiert, säbelförmig. Untere ¡J¡ als +lange Schaufeln entwickelt. Alle ¡J¡ auf der Außenseite mit Schmelz +versehen und mit persistierender Pulpa. ¡P^2¡ und ¡P_{3}¡ einhöckerig +mit Talon, ¡P^3¡ mit großem Außen- und kleinem Innenhöcker. ¡P^4¡ oben +und unten mit vier paarig angeordneten Höckern. ¡M¡ wie bei Mastodon, +mit je drei aus zwei Höckern bestehenden Querjochen. ¡M_{3}¡ meist +mit Talon. Unterkiefersymphyse verlängert. Nasenöffnung hoch und +weit zurückgeschoben. Schädel ziemlich hoch und kurz, Scheitelbeine +gewölbt, mit Sagittalcrista versehen. Oligocän von Ägypten. ¿P. +Beadnelli¿ Andr. besaß einen mäßig langen Rüssel. + +¿Mastodon¿ Cuvier. (Fig. 731-733.) Schädel ähnlich dem von Elephas, +jedoch Stirne bei den älteren Arten weniger hoch ansteigend, +Oberkiefer niedriger, Unterkiefersymphyse anfangs verlängert. Skelett +plumper. §1. 0.3-0.3.§/§1-0.0.2-0.3.§ Obere ¡J¡ meist gerade, seltener +gebogen, bei den älteren Arten außen mit breitem Schmelzband. Untere +¡J¡ kürzer, bei den späteren Arten fehlend. Backenzähne oblong, +mit drei, vier, seltener fünf bis sechs hohen, entweder einfachen +(¿Zygolophodon¿, tapiroid) oder in zitzenförmige Höcker aufgelösten +Querjochen (¿Bunolophodon¿), die durch tiefe, zuweilen mit etwas +Zement versehene Täler getrennt sind, in welchen häufig Sekundärhöcker +auftreten. Jedes Joch und somit auch die ganze Krone wird durch einen +medianen Spalt in zwei Hälften zerlegt. Die Krone der oberen Zähne +ist innen stärker abgekaut als außen. Die etwas schmäleren unteren +Zähne verhalten sich umgekehrt. Auch sind ihre Wurzeln einfach, die +der oberen hingegen geteilt. Der letzte ¡M¡ hat häufig ein Joch mehr +als der vorletzte. + +Das Milchgebiß besteht aus §1. 0.3§/§1-0.0.3.§ Die zwei hinteren ¡D¡ +werden bei den älteren Arten von unten her durch zwei ¡P¡ ersetzt, +bei den späteren werden die ¡D¡ wie bei ¡Elephas¡ von vorne nach +hinten ausgeschoben. Nach der Zahl der Joche unterscheidet man +zwei Untergattungen: ¿Trilophodon¿ mit ¡D¡ §1-2.2.3§/§1-2.2 3§ +(¡P¡ §2.2§/§2.2§), ¡M¡ §3.3.4§/§3.3.4§ und ¿Tetralophodon¿ mit ¡D¡ +§2.3.4§/§2.3.4§ (¡P¡ §2.2§/§2.2§) ¡M¡ §4.4.5§/§4.4.5§ Jedoch kann die +Zahl der Joche individuell um ~eins~ zunehmen. + +[Illustration: Fig. 731. + +¡Mastodon angustidens¡ Cuv. Miocän. Simorre. Gers. Rechter +Unterkieferast von innen im Zahnwechsel, ¡d^1¡ ¡d^2¡ ¡d^3¡ +Milchbackenzähne, ¡p_{3}¡ ¡p_{4}¡ Ersatzprämolaren, ¡m^1¡ erster +Molar. 1/4 nat. Gr. (Nach ~Lartet~.)] + +[Illustration: Fig. 732. + +¡A¡ ¡Mastodon angustidens¡ Cuv. Miocän. Il-en-Dodon. Letzter unterer +Backenzahn. 1/4 nat. Gr. ¡B¡ ¡Mastodon turicensis¡ Cuv. Miocän. +Simorre. Gers. Letzter unterer Backzahn. 1/5 nat. Gr. (Nach ~Gaudry~.)] + +[Illustration: Fig. 733. + +¡Mastodon¡ (¡Tetralophodon¡) ¡longirostris¡ Kaup. Unt. Pliocän. +Eppelsheim. Die drei oberen Milchbackenzähne. 1/3 nat. Gr. (Nach +~Kaup~.)] + +Im Mittel- und Obermiocän von Europa ¡M.¡ (¡Tril.¡) ¡angustidens¡ +Cuv. (auch in Nordafrika) und ¡turicensis¡ Schinz (tapiroid) sehr +häufig, der erstere in Ostindien durch ¡M. palaeindicus¡ vertreten. +Im Unterpliocän von Europa ¡M.¡ (¡Tetral.¡) ¡longirostris¡ Kaup, +von Pikermi, Samos, Persien. ¡M. Pentelici¡ Gaudry (tapiroid) -- in +Ostindien. ¡M.¡ (¡Tril.¡) ¡Falconeri¡ Lyd., ¡Pandionis¡ Falc. (auch in +China), ¡M.¡ (¡Tetral.¡) ¡sivalensis¡ Cautl., ¡perimensis¡ Lyd. (auch +in China), ¡Cautleyi¡ Lyd., ¡latidens¡ Clift. in ganz Ostasien. Im +Obermiocän von Nordamerika ¡M.¡ (¡Tril.¡) ¡proavus¡ und ¡breviceps¡ +Cope, im Unterpliocän ¡M.¡ (¡Tril.¡) ¡productus¡, ¡euhypodon¡, +¡campester¡, ¡serridens¡ Cope, ¡floridanus¡ Leidy, im Unter- und +Mittelpliocän von Europa ¡M.¡ (¡Tril.¡) ¡Borsoni¡ Hays (tapiroid), im +Oberpliocän in Europa ¡M.¡ (¡Tetral.¡) ¡arvernensis¡ Croiz. und Job, +in Nordamerika ¡M.¡ (¡Tril.¡) ¡Shepardi¡, ¡tropicus¡ Cope und ¡M.¡ +(¡Tetral.¡) ¡mirificus¡ Leidy. -- Die Gattung ¿Mastodon¿ existiert +in Amerika auch noch im Pleistocän, sie wird hier im Schädel- und +Kieferbau ganz Elephas ähnlich und es fungieren nie mehr als zwei +Zähne gleichzeitig. In Nordamerika ¡M.¡ (¡Tril.¡) ¡americanus¡ Cuv. +öfters in vollständigen Skeletten erhalten, in Süd- und Zentralamerika +¡M.¡ (¡Tetral.¡) ¡Humboldti¡ Cuv., im westlichen Südamerika ¡M. +Andium¡ Cuv. und ¡M. bolivianus¡ Phil. ¡Mastodon¡ findet sich auch in +den Diamantseifen von Südafrika. + +¿Stegodon¿ Falconer (Fig. 734, 735). Übergangsform von Mastodon zu +Elephas, mit dem ersteren durch ¡M. latidens¡ verbunden. Ohne untere +¡J¡. Obere ¡J¡ lang, ohne Schmelzband. ¡M¡ mit 6-12 niedrigen, +dachförmigen, etwas konvexen und meist vielwarzigen Jochen. Täler +teilweise mit Zement ausgefüllt. ¡M_{1}¡ und ¡M_{2}¡ mit gleicher +Jochzahl. Obere ¡M¡ mit etwas weniger Jochen als die unteren. +Mittel- und Oberpliocän von Süd- und Ostasien. ¡St. insignis¡ Falc., +¡bombifrons¡ Falc. Im Pleistocän des Narbadatales ¡St. Ganesa¡ Falc., +von Java ¡St. Airawana¡ Martin. + +[Illustration: Fig. 734. + +¡Stegodon Clifti¡ Falcon. u. Cautley. Pliocän (oder Pleistocän) von +Birma. Erster oberer Molar. 1/4 nat. Gr. ¡D¡ Dentin, ¡c¡ Zement. (Nach +~Clift~.)] + +[Illustration: Fig. 735. + +¡Stegodon insignis¡ Falcon. Siwalik. Ostindien. Oberer Molar, der +Länge nach durchgeschnitten. 1/6 nat. Gr. (Nach ~Falconer~.)] + +[Illustration: Fig. 736. + +¡Elephas primigenius¡ Blumb. Diluvium. Essex. Oberer Backenzahn von +der Seite und von unten. 1/5 nat. Gr. (Nach ~Owen~.) ¡e¡ Schmelz, ¡d¡ +Dentin, ¡c¡ Zement.] + +¿Elephas¿ Lin. (Fig. 736). §1.0. 3§/§0.0. 3§, seltener +§1.0.2.3§/§0.0.2.3.§ ¡J¡ ohne Schmelzband. ¡M¡ aus 5-27 hohen, +komprimierten, am Oberrand gekerbten Querjochen bestehend. Täler ganz +mit Zement ausgefüllt. Durch Abkauung entsteht eine ebene Fläche. +Beim indischen Elefanten fällt ¡D_{2}¡ im zweiten, ¡D_{3}¡ im 5. und +¡D_{4}¡ im 9. Lebensjahr aus. ¡M_{1}¡ tritt erst im 15. Jahre in +Funktion. Meist nur ein Zahn in jedem Kiefer im Gebrauch. + +Die Zahl der Querjoche vermehrt sich bei jedem neu auftretenden Zahn, +so daß »isomere« Zwischenzähne mit gleicher Jochzahl hier nicht +vorkommen, während sie bei Mastodon häufig sind. Die Jochzahlen sind +bei den wichtigsten Arten folgende: + + ¡D_{2}¡ ¡D_{3}¡ ¡D_{4}¡ ¡M_{1}¡ ¡M_{2}¡ ¡M_{3}¡ + + ¡Elephas africanus¡ §3§ §6§ §7§ §7§ §8§ §10§ + --- --- --- --- ----- ---- + ¡u. planifrons¡ §3§ §6§ §7§ §7§ §8-9§ §11§ + + §3§ §5-6§ §7-8§ §8-9§ §8-11§ §10-14§ + " ¡meridionalis¡ --- ----- ----- ----- ------ ------- + §3§ §5-6§ §7-8§ §8-9§ §9-11§ §11-14§ + + §3§ §5-7§ §8-11§ §9-12§ §12-13§ §15-20§ + " ¡antiquus¡ --- ----- ------ ------- ------- ------- + §3§ §5-8§ §9-11§ §10-12§ §12-13§ §16-21§ + + §4§ §8§ §12§ §12-14§ §16-18§ §24§ + ¡Elephas indicus¡ --- --- ---- ------- ------- ------- + §4§ §8§ §12§ §12-14§ §16-18§ §24-27§ + + §4§ §6-9§ §9-12§ §9-15§ §14-16§ §18-27§ + " ¡primigenius¡ --- ----- ------ ------ ------- ------- + §4§ §6-9§ §9-12§ §9-15§ §14-16§ §18-27§ + +¿Falconer¿ teilt die Gattung ¡Elephas¡ in zwei Subgenera: ¡Loxodon¡ +mit niedrigen, breiten, wenig zahlreichen Jochen, die bei der Abkauung +rhombische Figuren bilden, und ¡Euelephas¡ mit hohen, schmalen, +zahlreichen Jochen, die vollkommen parallel verlaufen. Die Zähne +zerfallen leicht in die einzelnen lamellenartigen Joche. Fossile +Elefanten erscheinen zuerst im Pliocän von Ostindien, ¡E.¡ (¡Lox.¡) +¡planifrons¡ und (¡Euelephas¡) ¡hysudricus¡ Falc. Im Oberpliocän von +Europa ¡Euelephas meridionalis Nesti¡, das größte aller bekannten +Landsäugetiere, in Italien mit ihm vielleicht schon zusammen der +sonst für das ältere europäische Pleistocän charakteristische ¡Euel. +antiquus¡ Falc. Zwergrassen von diesem sind ¡E. mnaidriensis¡ Leith +Ad. und ¡melitensis¡ Falc. auf den Mittelmeerinseln. ¡E. namadicus¡ +Falc. vertritt den ¡antiquus¡ im älteren Pleistocän von Ost- und +Südasien. Auf Java ¡E. hysudrindicus¡ Dubois. Im Pleistocän des +südlichen Nordamerika ¡E. imperator¡ Leidy, des mittleren ¡E. +Columbi¡ Falc., und im nördlichen der auch in Europa und Nordasien +so verbreitete ¡E. primigenius¡ Blumb., das Mammut. Es ist +charakteristisch für das jüngste Pleistocän. In Sibirien finden sich +im gefrorenen Boden ganze Leichen mit Fleisch und wolligem Haar. Im +europäischen Altpleistocän außer ¡antiquus¡ auch ¡E. trogontherii¡ +Pohlig. + + +4. Unterordnung. #Sirenia# ~Seekühe~.[170] + +¡Dickhäutige, nackte, kurzhalsige, meist monophyodonte +Pflanzenfresser. Nasenlöcher nach vorne gerichtet. Vorderfuß +flossenartig. Hinterfuß frühzeitig reduziert. Schwanzflosse +horizontal. Zwei Zitzen an der Brust.¡ + +Die Sirenen bewohnen den Unterlauf größerer Flüsse und Meeresküsten. +Ihr zylindrischer, mit horizontaler Schwanzflosse versehener Körper, +dessen Vorderfüße zu beweglichen Flossen umgestaltet sind, während die +Hinterfüße höchstens durch Rudimente von Pelvis und Femur angedeutet +werden, erinnert zwar an Cetaceen, die einzelnen Knochen haben jedoch +viele Ähnlichkeit mit denen von primitiven Proboscidiern. Sie besitzen +eine ungemein dichte Struktur, namentlich die Rippen und Wirbel +zeichnen sich durch elfenbeinähnliche Beschaffenheit und bedeutende +Schwere aus. Die langen Extremitätenknochen haben keine Markhöhlen. +Auch die Schädelknochen sind zum Teil sehr dicht. + +Die sehr kurzen Körper der Halswirbel bleiben in der Regel getrennt, +die der Rückenwirbel haben annähernd dreieckigen Querschnitt und unten +einen Kiel. Dornfortsätze und Zygapophysen sind wohl entwickelt. Die +Zahl der Lendenwirbel ist 2-3, die der Sacralwirbel 1-2. + +Der ~Schädel~ (Fig. 738) zeichnet sich durch starke Jochbogen, große +Schläfenbeine und eigentümlich gestaltetes Perioticum und Tympanicum +aus. Scheitel- und Stirnbeine bilden das Schädeldach. Die Nasenbeine +sind verkümmert und die Nasenlöcher weit nach hinten gerückt. Die +plumpen Unterkiefer besitzen einen hohen aufsteigenden Ast. + +Das ~Gebiß~ besteht fast nur aus lophodonten oder bunodonten +Backenzähnen, welche etwas an die von Tapir resp. von Schwein +erinnern. Ihre Zahl schwankt zwischen 4 und 10. Bei den Halicoriden +werden die ¡D¡ anfangs durch ¡P¡ ersetzt, später unterbleibt der +Zahnwechsel. Dagegen bilden sich bei den Manatiden hinten immer neue +Zähne, so daß gleichzeitig in einem Kiefer 7-11 Zähne funktionieren. +¡C¡ fehlen meistens, dagegen sind die ¡J¡, namentlich die oberen, +öfters sehr kräftig. + +[Illustration: Fig. 737. + +¡Protosiren Fraasi¡ Abel. Obereocän. Fayum. Ägypten. Schädel von +unten. 1/6 nat. Gr. (Nach ~Andrews~.)] + +[Illustration: Fig. 738. + +¡Halitherium Schinzi.¡ Kaup. Oligocän. Flonheim b. Alzey. Rheinhessen. +¡A¡ Schädel von oben. ¡B¡ von unten. 1/6 nat. Gr. (Nach ~Lepsius~.)] + +[Illustration: Fig. 739. + +Skelett von ¡Halitherium Schinzi¡. Kaup. Restauriert nach ~Lepsius~. +1/30 nat. Gr. ¡B¡ Becken, ¡f¡ Oberschenkel.] + +Die ~Knochen~ der Vorderextremität sind gelenkig verbunden und +beweglich. Schlüsselbeine fehlen, die Scapula ist sichelförmig, Radius +und Ulna haben gleiche Stärke und Länge. Die proximale Carpusreihe +besteht ursprünglich aus drei, die distale aus vier Knöchelchen, +die zum Teil miteinander verwachsen. Die fünf Finger haben schlanke +Metacarpalien und die normale Phalangenzahl. Das Becken besteht in +der ¡Halitherium¡ -- ¡Halicore¡-Reihe aus einem langen dicken Ilium +und aus einem kurzen breiten Ischium. Bei ¡Eotherium¡ befindet sich +zwischen Pubis und Ischium noch ein weites Foramen obturatorium. +Bei den ¡Manatidae¡ wird das Ilium reduziert. Das rudimentäre, in +der Haut verborgene Femur ist bei den späteren Formen nur durch +Ligament mit dem Becken verbunden. Becken und Schädel sowie das Gebiß +der ältesten Sirenen gleichen fast ganz jenen von ¡Moeritherium¡, +wodurch die schon von ~Blainville~ vermutete Verwandtschaft mit +den Proboscidea vollkommen sichergestellt wird. ~Die Sirenen sind +also dem Wasserleben angepaßte Huftiere~. Die beiden lebenden +Gattungen ¡Manatus¡ und ¡Halicore¡ bewohnen die Küsten von Afrika, +Ostasien, Zentral- und Südamerika. Fossile Sirenen erscheinen +zuerst im Mitteleocän, ¡Eotherium¡, aus welchem sich die Manatiden +und Halicoriden entwickelt haben. Die Gattungen ¡Halitherium¡, +¡Metaxytherium¡ und ¡Felsinotherium¡ bilden eine genetische Reihe, +welcher auch ¡Halicore¡ und ¡Rhytina¡ nahestehen. + + +A. Manatidae. + +¿Prorastomus¿ Owen. Gebiß vollständig. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ ¡J¡ im +Querschnitt rund, oberer ¡C¡ groß. Obere ¡M¡ mit zwei rechtwinklig zur +Längsachse stehenden Querjochen. Eocän. Jamaica. ¡P. sirenoides¡ Owen. + +¿Manatus¿ Rondel. (¡Ribodon¡ Ameghino.) ¡J¡ und ¡C¡ rudimentär. Oben +und unten je 8-10 Backenzähne; die oberen dreiwurzelig mit zwei +Querjochen und Basalband, die unteren schmäler, zweijochig, mit +Talonid. Beim Embryo Anlagen von 3 ¡J¡, 1 ¡C¡. Lebend an der Ostküste +von Amerika. Fossil im Pliocän von Süd-Carolina und Argentinien. + +¿Manatherium¿ Hartlaub mit ¡Manatus¡ verwandt. Oligocän Belgien. + + +B. Halicoridae. + +¿Eotherium¿ Owen. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ Alle ¡J¡ ziemlich groß. Eocän. +Mokattam-Schichten. Ägypten. + +¿Eosiren¿ Andrews. §3.1.4.3.§/§3.1.4.3.§ ¡J_{1}¡ groß, ¡J^2¡ und ¡J^3¡ +später verschwindend. Schnauze überhängend. Obereocän von Ägypten. + +¿Protosiren¿ Abel. (Fig. 737.) Obereocän Ägypten. + +¿Halitherium¿ Kaup. (Fig. 738 u. 739.) Zwischenkiefer nach abwärts +gekrümmt mit je einem langen ¡J¡. Scheitelbeine lang, schmal, +Stirnbeine kurz. Nasenbeine kurz, schildförmig, hinter der großen +Nasenöffnung gelegen. ¡J¡ mit Ausnahme des großen oberen ¡J^1¡ +sowie ¡C¡ frühzeitig ausfallend. Backenzähne, §4§/§4§ ¡P¡ §3§/§3§ +¡M¡, bunodont mit warzigen Querjochen. ¡P¡ klein, einspitzig und +einwurzelig, bald ausfallend. Im Eocän des Vicentin ¡H. veronense¡ de +Zigno, im Oligocän von Deutschland und Frankreich ¡H. Schinzi¡ Kaup, +im Miocän ¡H. Christoli¡ Fitzinger. + +¿Metaxytherium¿ Christol, ähnlich ¡Halitherium¡, ¡M¡ komplizierter und +stärker reduziert. Miocän ¡M. Cuvieri¡ Christ., ¡Krahuletzi¡ Depéret. +Pliocän ¡M. Serresi¡ Gervais. + +¿Felsinotherium¿ Capellini. §1.0.2.3.§/§0.0.2.3.§ Statt der ¡P¡ +mit peristirenden ¡D¡, welche den bunodonten ¡M¡ ähnlich sind. +Zwischenkiefer- und Unterkiefersymphyse plump, nach unten gebogen. +Pliocän Italien. ¿F. Forestii¿ Cap. + +¿Halianassa¿ Meyer. 1 ¡J¡ 2 ¡D¡ 3 ¡M¡ Miocän. ¡H. Studeri¡ Mey. + +¿Miosiren¿ Dollo. 1 ¡J¡ 2 ¡D¡ 3 ¡M¡. ¿Rhytiodus¿ Lartet 1 ¡J¡ 1 ¡D¡ 3 +¡M¡. ¿Prohalicore¿ Flot. Miocän. + +¿Halicore¿ Illiger. §2-3§/§2-3§ ¡D¡ §3§/§3§ ¡M¡. Obere ¡J¡ groß. ¡P¡ +klein, einwurzelig, stiftförmig. Lebend. Afrika. + +¿Rhytina¿ Illiger. Ohne Backenzähne, dafür eine hornige Kauplatte +in der Mundhöhle. ¡Rh. Stelleri¡ Cuv., ausgerottet am Ende des 18. +Jahrhunderts. + +¿Desmostylus¿ Marsh. §1.0.2.?2.§/§2.0.2. 2.§ Schädel schmal und +niedrig, Schnauze gestreckt, nicht abwärts gebogen. ¡J¡ stoßzahnartig, +mäßig lang, vorwärts gerichtet, ¡P¡ klein, zweiwurzelig, ¡M¡ groß, +zweiwurzelig, aus zahlreichen, miteinander verwachsenen, in Reihen +geordneten Zylindern bestehend. Marines Miocän von Japan und +Kalifornien. ~Osborn~ hält dieses Tier für einen Proboscidier. + + #Zeitliche Verbreitung der Notoungulata und Subungulata.# + + +======================+=====+=====+=====+=====+=====+=====+=====+ + | | A | B | C | D | E | F | G | + +----------------------+-----+------+----+-----+-----+-----+-----+ + | #¡Notoungulata.¡# | | | | | | | | + | | | | | | | | | + | ¿Typotheria¿ | | | | | | | | + | | | | | | | | | + |¡Notopithecidae¡ |-----|-----| | | | | | + |¡Interatheriidae¡ | | |-----|-----| | | | + |¡Hegetotheriidae¡ | |-----|-----|-----|-----|-----| | + |¡Typotheriidae¡ | | | | |-----|-----| | + |¡Archaeopithecidae¡ |-----| | | | | | | + |¡Archaeohyracidae¡ | |-----|-----| | | | | + | | | | | | | | | + | ¿Toxodontia¿ | | | | | | | | + | | | | | | | | | + |¡Notohippidae¡ | |-----|-----| | | | | + |¡Nesodontidae¡ | | |-----|-----| | | | + |¡Toxodontidae¡ | | | | |-----|-----| | + | | | | | | | | | + | ¿Entelonychia¿ | | | | | | | | + | | | | | | | | | + |¡Notostylopidae¡ |-----| | | | | | | + |¡Isotemnidae¡ |-----|-----|-----| | | | | + |¡Leontiniidae¡ | |-----|-----| | | | | + |¡Homalodontotheriidae¡|-----|-----|-----|-----| | | | + | | | | | | | | | + | ¿Astrapotherioidea¿ | | | | | | | | + | | | | | | | | | + |¡Trigonostylopidae¡ |-----|-----| | | | | | + |¡Albertogaudryidae¡ |-----|-----|-----|-----| | | | + |¡Astrapotheriidae¡ | |-----|-----|-----| | | | + |¡Pyrotheria¡ |-----|-----|-----| | | | | + | | | | | | | | | + | #¡Subungulata.¡# | | | | | | | | + | | | | | | | | | + | ¿Embrithopoda¿ | | | | | | | | + | | | | | | | | | + |¡Arsinoitheriidae¡ | |-----| | | | | | + | | | | | | | | | + | ¿Hyracoidea¿ | | | | | | | | + | | | | | | | | | + |¡Hyracidae¡ | | | | | | |-----| + |¡Saghatheriidae¡ | |-----| | |-----| | | + | | | | | | | | | + | ¿Proboscidea¿ | | | | | | | | + | | | | | | | | | + |¡Moeritheriidae¡ |-----|-----| | | | | | + |¡Barytheriidae¡ |-----| | | | | | | + |¡Dinotheriidae¡ | | | |-----|-----| | | + |¡Elephantidae¡ | |-----|-----|-----|-----|-----|-----| + | | | | | | | | | + | ¿Sirenia¿ |-----|-----|-----|-----|-----|-----|-----| + | | | | | | | | | + +----------------------+-----+-----+-----+-----+-----+-----+-----+ + + Legende: + + A = Obereocän + B = Oligocän + C = Untermiocän + D = Obermiocän + E = Pliocän + F = Pleistocän + G = Gegenwart + + +10. Ordnung. #Primates.# ~Herrentiere.~ + +~Linné~ hat unter dem Namen ~Primates~ den Menschen, die Affen, +Lemuren, Fledermäuse und Edentaten zusammengefaßt. Abgesehen von den +beiden letzten, bilden diese Gruppen eine in anatomischer Hinsicht +wohl umgrenzte Ordnung, deren älteste Glieder freilich auch viele +Anklänge an Insektivoren oder an Creodontier aufweisen. Die Primaten +wurden bisher meist eingeteilt in die drei Unterordnungen der +¡Prosimiae¡, ¡Simiae¡ und ¡Bimana¡. Die Unterscheidung der beiden +letzteren Unterordnungen ist jedoch in der Natur nicht begründet. Es +empfiehlt sich daher, die von ~Wortman~ vorgenommene Zweiteilung in +die ¡Lemuroidea¡ und die ¡Anthropoidea¡ anzunehmen. + + +1. Unterordnung #Lemuroidea#. (¡Prosimiae¡, Halbaffen.)[171] + +¡Plantigrade, meist fünfzehige, frugivore oder omnivore Klettertiere +mit opponierbarer erster Zehe. Finger und Zehen entweder sämtlich mit +Nägeln oder teilweise mit Krallen versehen. Gebiß mehr oder weniger +vollständig. Obere M quadri- oder trituberkulär, untere quadri- oder +quinquetuberkulär. P einfacher als M. Schnauze meist verlängert, +Orbita in der Regel etwas seitlich gestellt, hinten knöchern umgrenzt, +aber nicht immer durch eine Wand von den Temporalgruben getrennt. +Lacrimale und Lacrimalgrube fast immer außerhalb der Augenhöhle +gelegen. Gehirn schwach gefurcht. Kleinhirn nicht vom Großhirn +bedeckt. Zitzen brust- oder bauchständig.¡ + +Die Halbaffen bewohnen gegenwärtig vorzugsweise Madagaskar, zum +Teil auch Afrika und Südasien, früher lebten sie in Nordamerika und +Mitteleuropa. Von den ¡Anthropoidea¡ unterscheiden sie sich durch das +kleinere, wenig gefurchte Gehirn, durch das freie Kleinhirn, durch den +unvollständigen hinteren Abschluß der Augenhöhle, durch das außerhalb +der Augenhöhle gelegene Lacrimale, durch die manchmal bekrallten +Zehen, durch die großen, stets opponierbaren Pollex und Hallux, durch +behaartes Gesicht, zweihörnigen Uterus und zum Teil abdominale Zitzen. +Die Placenta ist diffus und adeciduat. + +Das ~Skelett~ der Halbaffen ist in vielfacher Hinsicht primitiver +als das der Affen und erinnert an Insektivoren, Creodontia und +Carnivoren. Die Hinterextremitäten sind manchmal stark verlängert, +sogar Astragalus und Calcaneum. Der Humerus hat fast stets ein +Entepicondylarforamen, das Femur einen dritten Trochanter. Im +Carpus treten nie Verschmelzungen ein, dagegen ist oft noch ein +freies Centrale vorhanden. Das Gebiß ist bald geschlossen, bald +hat es ein Diastema. Auch Verlust oder Spezialisierung von ¡J, C¡ +und ¡P¡ kann vorkommen. Die oberen ¡M¡ sind entweder trituberkulär +oder quadrituberkulär. Ihr Protocon ist oft noch ¥V-förmig¥ und durch +seine beiden divergierenden Schenkel mit den Außenhöckern verbunden. +Der Hypocon bleibt immer kleiner als der Protocon, auch kann er +ganz fehlen. Ein Basalband ist fast immer vorhanden und öfters als +Innenwall entwickelt. Die älteren Formen besitzen meistens ein oder +zwei Zwischenhöcker. Die unteren ¡M¡ bestehen aus einem zweihöckerigen +Talonid und einem ursprünglich höheren, oft noch dreihöckerigen +Trigonid, jedoch verschwindet nicht allzuselten der unpaare +Vorderhöcker, Paraconid, auch bleibt er öfter nur am ersten Molar +erhalten. Die in der Vierzahl vorhandenen Höcker stehen opponiert oder +alternierend und sind dann meistens durch rechtwinklige oder schräge +Joche verbunden. Die ¡P¡ sind stets einfacher als die ¡M¡. Ihre Zahl +beträgt ursprünglich vier, kann aber stark reduziert werden. Bei den +lebenden Lemuren ist sie in der Regel drei, und der vorderste des +Unterkiefers nimmt hier fast stets die Form eines ¡C¡ an, während der +wirkliche ¡C¡ sich in einen dritten ¡J¡ verwandelt. Der erstere macht +sich aber dadurch als ¡P¡ kenntlich, daß er hinter dem oberen ¡C¡ +stehen bleibt. Bei den ältesten Formen sind alle ¡J¡ und ¡C¡ normal +entwickelt und mehr oder weniger vertikal gestellt. Die ¡J¡ sind +meißel- oder schaufelförmig und in der Zweizahl vorhanden. + +Das Milchgebiß enthält individuell noch zuweilen einen dritten ¡JD¡ +--, die ¡C¡ haben die Form eines echten Eckzahnes. Die Reduktion von +¡J¡ und ¡P¡ tritt auch schon bei manchen geologisch alten Gattungen +auf. Bei den jüngeren Halbaffen werden die oberen ¡J¡ sehr klein, +die unteren ¡J¡ und der untere ¡C¡ hingegen zu horizontal gestellten +Pfriemen. + +~Cope~ nannte einen Teil der eocänen Formen ¡Mesodonta¡, einen anderen +Teil stellte er zu den ¡Prosimiae¡, ~Filhol~ nannte alle europäischen +¡Pachylemuridae¡. ~Wortman~ erkannte die Beziehungen eines Teils der +nordamerikanischen Formen zu den echten ~Affen~. Er wählte daher für +sie die Bezeichnung ¡Palaeopithecini¡. ~Schlosser~ stellte für die +Formen mit normalem Gebiß die Familie der ¡Pseudolemuridae¡ auf. +Diese letzteren umfassen jetzt nach der Ausscheidung der zu den +~Insektivoren~ gestellten ¡Hyopsodontidae¡ nur mehr die ¡Adapidae¡. +Die ¡Mixodectini¡ mit ihren spezialisierten und in der Zahl stark +reduzierten ¡J¡ schließen sich zwar im Bau ihrer ¡M¡ enge an die +~Primaten~ an, allein für die Ermittlung der wirklichen systematischen +Stellung der einzelnen, hierher gerechneten Gattungen bedarf es noch +weiterer Untersuchungen. Ein Teil, wenn nicht alle, gehört sicher zu +den Insektivoren, bei welchen sie hier ausgeführt wurden. + +Die ~Prosimiae~ oder ~Lemuroidea~ gliedern sich freilich am +naturgemäßesten in die drei Abteilungen der ¡Pseudolemuroidini¡, +der ¡Palaeopithecini¡ und der ¡Neolemuroidini¡, allein es dürfte +hier genügen, die erste Gruppe nur als Familie der ¡Adapidae¡ +anzuführen, die zweite zerfällt in die ¡Anaptomorphidae¡ und die +lebenden ¡Tarsiidae¡ und die dritte in die Familien der ¡Lemuridae¡, +¡Archaeolemuridae¡ und ¡Chiromyidae¡. + + +1. Familie. #Adapidae.# + +¡§2.1.4.3.§/§2.1.4.3.§ Zahnreihe meist geschlossen. J oben und unten +meißel- oder schaufelförmig, mehr oder weniger vertikal gestellt. C +als echter Eckzahn entwickelt, stets größer als die J. P einfacher als +M, jedoch P_{4} öfters beträchtlich kompliziert. Untere M aus vier +oder noch fünf, meist alternierenden und unter einander verbundenen +Höckern bestehend. M_{3} mit kräftigem Talonid. Obere M trituberkulär, +mit kleinem Hypocon und mit ein oder zwei Zwischenhöckern. Außenhöcker +mehr oder weniger konisch. Obere P und M allseitig von einem äußeren +Basalband umgeben, untere in der Regel nur mit einem äußeren Basalband +versehen. Schnauze und Unterkiefer ziemlich lang. Letztere öfters eine +feste Symphyse bildend.¡ + +Fossil im Eocän von Nordamerika und Europa. + +Der nur von ¡Adapis¡ und ¡Pronycticebus¡ bekannte Schädel hat ein +niedriges, aber breites Cranium, das bei ¡Adapis¡ mit einem hohen +Sagittalkamm versehen ist. Hinter den ziemlich großen, hauptsächlich +nach vorwärts sehenden und hinten durch eine breite Knochenspange +abgegrenzten Augenhöhlen schnürt sich der Schädel stark ein. Die +Schnauze ist ziemlich lang und schmal. Das Lacrimale befindet sich +innerhalb der Augenhöhle, das Tympanicum liegt als freier Ring +innerhalb der vom Petrosum gebildeten großen Bulla wie bei den +madagascarischen Lemuren. Der Carotidkanal ist sehr eng. Das Gehirn +zeigt einen sehr primitiven Bau. Die Unterkiefer bilden bei den +späteren Formen in der Regel eine feste Symphyse. Der Schädel hat +im ganzen ziemlich große Ähnlichkeit mit dem der Lemuriden. Dagegen +unterscheidet sich der vordere Teil des Gebisses durch die normale +Ausbildung der ¡J¡ und ¡C¡ sehr wesentlich von dem der Lemuriden. Es +gleicht hierin fast ganz dem der echten Affen. Von den ¡P¡ bleiben +die drei vordersten sehr klein, und selbst ¡P_{2}¡ hat wohl immer +nur eine Wurzel. Dagegen erreicht der obere ¡P^4¡ meistens den +Trituberkulärtypus, und der untere ¡P_{4}¡ kann fast ganz ¡M¡-ähnlich +werden. Die oberen ¡M¡ lassen den Trituberkulärtypus noch deutlich +erkennen, obwohl sie einen Hypocon besitzen. Von Zwischenhöckern sind +meistens zwei, seltener nur einer vorhanden. Auch die vier- oder +fünfhöckerigen unteren ¡M¡ haben keine besonders charakteristische +Form; sie erinnern teils an solche von primitiven Huftieren, teils an +solche von Lemuren, jedoch ist die hintere Hälfte selten niedriger +als die vordere. Die bis jetzt bekannten Skelettknochen besitzen +am meisten Ähnlichkeit mit jenen der Lemuren. Der Humerus hat eine +lange Deltoidcrista und ein wohlentwickeltes Entepicondylarforamen. +Das Olecranon der dünnen Ulna ist kurz, die proximale Fasette des +schlanken Radius kreisrund. Die Länge des Femurs ist anscheinend +ziemlich verschieden. Calcaneum und Astragalus sind echt +primatenartig, ebenso die Metapodien und Zehenglieder. + +¿Pelycodus¿ Cope (¡Prototomus, Tomitherium¡ Cope). (Fig. 740.) Obere +¡M¡ undeutlich dreieckig, mit zwei pyramidenförmigen Außenhöckern, +einem kräftigen ¥V-förmigen¥ vorderen und einem kleineren hinteren +Innenhöcker und zwei Zwischenhöckern. Außenwand ohne Mittelpfeiler, +¡M_{3}¡ reduziert. Untere ¡M¡ mit zwei Paar opponierten stumpfen +Höckern und einem unpaaren Vorderhöcker, Paraconid. ¡M_{3}¡ mit großem +Talonid, Vorderhälfte höher als Hinterhälfte. Unterkiefer niemals +verwachsen. Astragalus mit fast flachem Tibialgelenk. Endphalangen +krallenartig. Im Eocän von Wyoming. ¡P. tutus, frugivorus¡ Cope. +Wasatchbed. ¡P. nunienus¡ Cope Wind Riverbed. + +[Illustration: Fig. 740. + +¡A Pelycodus frugivorus¡ Cope. Untereocän. Wasatchbed. Unterkiefer von +innen. Nat. Gr. ¡B Notharctus¡ sp. Obere Backenzähne. 2/1 nat. Gr. +(nach ~Osborn~.)] + +¿Cryptopithecus¿ Schlosser. Unterkiefer ohne feste Symphyse. ¡P_{4}¡ +kurz, aber ¡M¡-artig. ¡M¡ mit zwei hohen Vorderhöckern und niedrigem +dreihöckerigem Talonid. ¡M_{3}¡ kleiner als ¡M_{2}¡. Obereocän. +Bohnerz von Frohnstetten. ¡C. sideroolithicus¡ Schlosser. + +¿Pronycticebus¿ Grandidier. Vermutlich der Schädel von +¡Cryptopithecus¡. ¡P^1¡ und ¡P^2¡ sehr klein, ¡P^3¡ und ¡P^4¡ +zweihöckerig. ¡M¡ dreihöckerig mit kleinem Innenhöcker, denen von +¡Pelycodus¡ sehr ähnlich. Eocän. Phosphorite von Quercy. ¡P. Gaudryi¡ +Grandidier. + +¿Notharctus¿ Leidy (¡Tomitherium¡ Cope, ¡Thinolestes¡, ¡Limnotherium¡, +¡Telmatolestes¡ Marsh, ¡Hipposyus¡ Leidy). ¡J¡, ¡C¡ und ¡P_{1}¡ +und ¡P_{2}¡ klein, durch kurze Lücken voneinander getrennt. ¡P^3¡ +kräftig, mit Innenhöcker. ¡P^4¡ dreihöckerig, obere ¡M¡ vierseitig, +außen mit Mittelpfeiler. Hypocon kräftig entwickelt. Untere ¡P¡ mit +Ausnahme von ¡P_{4}¡ einfach aber dick und einwurzelig. Höcker der +¡M¡ schneidend entwickelt. Vorderhälfte kaum höher als Hinterhälfte. +¡M_{3}¡ mit großem Talonid. Unterkiefer mit fester Symphyse. Femur +lang, ohne dritten Trochanter. Mitteleocän, Bridgerbed von Wyoming ¡N. +tenebrosus¡, ¡formosus¡ Leidy, ¡rostratus¡ Cope. Diese aus ¡Pelycodus¡ +entstandene Gattung ist vielleicht der Stammvater von: + +[Illustration: Fig. 741. + +¡Adapis parisiensis¡ Cuv. var. min. Phosphorite. Quercy. ¡A¡ Schädel +mit Unterkiefer von der Seite, ¡B¡ von oben, ¡C¡ obere, ¡D¡ untere +Zahnreihe. 2/3 nat. Gr. ¡E¡ Astragalus von vorne und hinten, nat. Gr.] + +¿Adapis¿ Cuvier (¡Palaeolemur¡ Filhol, ¡Aphelotherium¡, ¡Leptadapis¡ +Gervais). (Fig. 741.) Zahnreihe geschlossen, höchstens Lücke hinter +¡C¡. Obere ¡J¡ schaufel-, untere meißelförmig, oberer ¡C¡ klein, +unterer aufrecht, kräftig mit abgestutzter Spitze. ¡P_{1-3}¡ in beiden +Kiefern einfach, obere mit innerem Basalband, ¡P^4¡ dreihöckerig. +Obere ¡M¡ fast quadratisch, mit zwei pyramidenförmigen Außenhöckern, +einem großen ¥V-förmigen¥ Protocon und schwachem Hypocon und vorne mit +einem kleinen Zwischenhöcker. ¡P_{4}¡ und die unteren ¡M¡ mit zwei +Paar alternierenden, komprimierten, jochartig verbundenen Höckern. +Schädel hinter den Augenhöhlen stark eingeschnürt mit breitem +niedrigen Cranium und hohem Scheitelkamm. Schnauze lang, Unterkiefer +mit fester Symphyse und hohem aufsteigenden Ast. Femur mit drittem +Trochanter, nicht viel länger als Humerus. ¿Adapis¿ ist wahrscheinlich +der Ahne der ausgestorbenen Gattung ¡Megaladapis¡, vielleicht auch +der von ¡Lemur¡. Im Obereocän. Gips von Montmartre, Phosphorite von +Quercy. ¡A. parisiensis¡ Cuv. Phosphorite von Quercy und Mergel von +St. Hippolyte de Caton (Gard). ¡A. magnus¡ Filh. + +¿Caenopithecus¿ Rütimeyer. Nur obere ¡M¡ bekannt, wahrscheinlich +identisch mit ¡Adapis. C. lemuroides¡ Rütimeyer, im Bohnerz von +Egerkingen. + + +2. Familie. #Anaptomorphidae.# Cope. + +¡§3-2.1.3-2.3.§/§2-1.1.4-2.3.§ J und C normal, aber letztere klein. +P in beiden Kiefern klein und einfach, untere kurz und dick, obere +meist mit Innenhöckern. Obere M drei- oder vierhöckerig, meist mit +Zwischenhöckern, untere M mit zwei Paar niedrigen, meist dicken und +deutlich alternierenden Höckern. Unpaarer Vorderhöcker an den hinteren +M häufig reduziert. Unterkiefer niedrig, ohne feste Symphyse. Schädel +meist brachycephal. Lacrimale und Lacrimalgrube ganz oder größtenteils +vor der weiten, hinten durch eine Knochenspange abgegrenzten +Augenhöhle. Extremitäten zuweilen spezialisiert.¡ + +~Wortman~ vereinigt die Anaptomorphiden mit den Tarsiiden in der +Gruppe der ¡Palaeopithecini¡, die er auch schon zu den echten Affen, +den ¡Anthropoidea¡ stellt. Im Eocän von Europa und Nordamerika. + +¿Anaptomorphus¿ Cope (¡Microsyops¡ Leidy). (Fig. 742.) Zahnformel +§2?1. 3. 3.§/§2.1.3-2.3.§ Obere ¡J¡ unbekannt, ¡C¡ klein, stiftförmig, +durch eine Lücke von den kurzen, aber breiten, zweihöckerigen ¡P¡ +getrennt. ¡M¡ trituberkulär, viel breiter als lang. Innenhöcker +¥V-förmig¥. Untere ¡P¡ hoch mit innerem Basalband, untere ¡M¡ mit +schmaler kurzer Trigonid- und breiterer Talonidhälfte, aus zwei Paar +alternierender Höcker und einem undeutlichen Vorderhöcker, Paraconid, +bestehend. Schädel kurz, mit geräumigem Cranium und weit abstehenden +Jochbogen, Augenhöhlen hinten durch den Postorbitalfortsatz des +Stirnbeins geschlossen. Im Eocän von Nordamerika. Wasatchbed. +¡A. homunculus¡ Cope. Bridgerbed ¡A. aemulus¡ Cope. Uintabed ¡A. +uintensis¡ Osborn. + +[Illustration: Fig. 742. + +¡Anaptomorphus homunculus¡ Cope. Untereocän. Wasatchbed. ¡A¡ Schädel, +nat. Gr., ¡B¡ obere ¡P^3¡ bis ¡M^3¡, C Unterkiefer von oben, 3/1 nat. +Gr. (nach ~Osborn~.)] + +¿Anaptomorphus¿ sowie die folgenden nordamerikanischen Gattungen sind +wahrscheinlich der Ausgangspunkt aller Anthropoidea, zum mindesten +aber die Ahnen der ¡Simiiden¡. + +¿Omomys¿ Leidy (¡Palaeacodon¡, ¡Hemiacodon¡, ¡Euryacodon¡ Marsh). +Gebiß mit sehr breiten, ovalen, trituberkulären oberen ¡M¡ und mit +unpaarem Vorderhöcker an den unteren ¡M¡. Mitteleocän. Bridgerbed von +Wyoming. ¡O. Carteri¡ Leidy. + +¿Hemiacodon¿ Marsh. Obere ¡M¡ viereckig, stark in die Breite gezogen, +mit drei konischen Höckern und mit kräftigen Zwischenhöckern. +Vorderhälfte der unteren ¡M¡ dreispitzig und bedeutend höher als die +hintere. Bridger-Eocän. ¡H. gracilis¡ Marsh. + +¿Washakius¿ Leidy. Nur acht Zähne im Unterkiefer. Vorderhälfte der +unteren ¡M¡ mit viertem Höcker. ¡M_{3}¡ mit vierhöckerigem Talonid. +Nur ein ¡J¡ im Unterkiefer vorhanden. Obere ¡M¡ mit drei großen +vierkantigen Höckern, mit zwei Zwischenhöckern und mit Hypocon. +Mitteleocän. Bridgerbed ¡W. insignis¡ Leidy. + +¿Trogolemur¿ Matthew. Nur Unterkiefer bekannt. Drei einfache, dicke +¡P. M¡ fünfhöckerig. Kronen aller Zähne stark vorwärts geneigt. Eocän. +Bridgerbasin. ¡T. insignis¡ Matthew. + +¿Necrolemur¿ Filhol (Fig. 743). §(3)2.1. 3.3.§/§1.1.(4)3.3.§ Zahnreihe +geschlossen. Obere ¡M¡ vierhöckerig mit zwei pyramidenförmigen +Außen-, zwei ¥V-förmigen¥ Innen- und zwei kleinen Zwischenhöckern. +M^3 reduziert. ¡P_{4}¡ in beiden Kiefern verdickt. Nur ¡M_{1}¡ mit +wohlentwickeltem Paraconid. ¡M_{3}¡ mit starkem Talonid. Der vorderste +untere ¡P¡ und ein oberer ¡J¡ gehen später verloren. Schädel niedrig, +Cranium breit. Fibula mit dem unteren Drittel der schlanken Tibia +verwachsen. Calcaneum und Astragalus gestreckt wie bei der lebenden +Gattung Tarsius. Obereocän. Phosphorite von Quercy und Bohnerze von +Mauremont. ¡N. antiquus, Edwardsi¡ Filhol, ¡Zitteli¡ Schlosser. + +[Illustration: Fig. 743. + +¡Necrolemur antiquus¡ Filhol. Phosphorite. Quercy. ¡A¡ Schädel von der +Seite, nat. Gr. (Nach ~Filhol~.) ¡B¡ Unterkiefer von oben. +2/1 nat. Gr.] + +¿Microchoerus¿ Wood. Nur Oberkiefer bekannt. Zähne ähnlich +¡Necrolemur¡. Obereocän von Hordwell. England. ¡M. erinaceus¡ Woodw. + + +3. Familie. #Tarsiidae.# + +¡§2.1.3.3.§/§1.1.3.3.§ J klein, C mäßig groß, untere P einfach, +aber dick, obere P zweihöckerig. Untere M fünfhöckerig, obere M +trituberkulär. Gesicht kurz, Cranium geräumig. Hinterextremität stark +verlängert, namentlich Astragalus und Calcaneum.¡ + +Die ungemein primitive Form der ¡P¡ und ¡M¡, welche mit jenen der +Primaten aus dem Oligocän von Ägypten sehr große Ähnlichkeit haben, +und die scheibenförmige deciduate Placenta, welche ¡Tarsius¡ mit +den echten Affen gemein hat, machen es sehr wahrscheinlich, daß +¡Tarsius¡ auf die nämliche Urform zurückgeht wie die ¡Anthropoidea¡. +Anderseits steht er in der Zahl und Zusammensetzung der Zähne den +nordamerikanischen Anaptomorphiden sehr nahe. + + +4. Familie. #Lemuridae.#[172] + +¡§2.1.3.3.§/§2.1.3.3.§ Obere J klein, im Alter oft verschwindend, C +dolchartig, P klein, nur P^4 mit Innenhöcker. M dreihöckerig. Untere J +und C stiftförmig, horizontal gestellt, vorderster unterer P in einen +kleinen Eckzahn umgewandelt. Untere M aus alternierenden, durch Joche +verbundenen Höckern bestehend. Extremitäten unspezialisiert. Femur nur +wenig länger als der Humerus. Letzterer mit Entepicondylarforamen, +ersteres mit drittem Trochanter versehen.¡ + +Alle lebenden und fossilen Gattungen sind auf Madagaskar beschränkt. +Die letzteren finden sich in Torfmooren bei Ambolisatra, Antisirabé, +Belo und in Höhlen bei Andrahomana und stammen aus der jüngsten +Vergangenheit. Die größten haben die Dimensionen von Mensch. + +¿Lemur¿ Linné. Kleine Formen, lebend. ¡L. insignis¡ Grandidier fossil, +ungefähr Paviangröße. + +¿Megaladapis¿ Major (¡Thaumastolemur¡ Filhol, ¡Peloriadapis¡ +Grandidier, ¡Palaeolemur, Mesoadapis¡ Lorenz v. Liburnau). +§0.1.3.3.§/§2.1.3.3.§ ¡J¡ kräftiger als bei Lemur, obere ¡M¡ gerundet +dreieckig, untere ¡M¡ und Schädel Adapisähnlich. Unterkiefer mit +fester Symphyse, Humerus ähnlich dem der Anthropoidea, aber mit +Entepicondylarforamen. Femur von vorne nach hinten abgeplattet. ¡M. +madagascariensis¡ Major, ¡Edwardsi¡ Grandidier. Wahrscheinlich die +Nachkommen der europäischen Gattung ¡Adapis¡. + +¿Palaeopropithecus¿ Grandidier §2.1.2.3.§/§2.0.2.3.§ Schädel länger +und niedriger und feste Symphyse, sonst wie bei der lebenden Gattung +¡Propithecus¡, jedoch viel größer. + + +5. Familie. #Archaeolemuridae.# Grandidier. + +¡§2.1.3.3.§/§2.0.3.3.§ Obere J und P kurz und dick. M in beiden +Kiefern quadratisch, mit je zwei Paar opponierten Höckern. Cranium +groß, ohne Sagittalkamm, Augen vorwärts gerichtet.¡ + +Schädel- und Backenzähne erinnern an Cercopitheciden, namentlich an +¡Colobus¡. + +Nur fossil in Höhlen und Torfmooren von Madagaskar. + +¿Archaeolemur¿ Filhol (¡Lophiolemur¡ Filhol, ¡Nesopithecus¡, +¡Globilemur¡ Forsyth Major, ¡Protoindris¡ Lorenz v. Liburnau). ¡A. +Majori¡ Grandidier. + +¿Bradylemur¿ Grandidier. ¡B. ingens¡ Gr. + +¿Hadropithecus¿ Lorenz v. Liburnau. Höcker der ¡P¡ und ¡M¡ durch Joche +verbunden. ¡H. stenognathus¡ L. v. Liburnau. + + +6. Familie. #Chiromyidae.# + +Diese nur durch die auf Madagaskar lebende Gattung ¡Chiromys¡ +vertretene Familie zeichnet sich durch kurzen, hochgewölbten Schädel, +durch das stark reduzierte Gebiß mit §2.1.2.3.§/§2.0.2.3.§ --, im +Milchgebiß §2.1.3.§/§2.1.3.§ --, die nagezahnähnlichen vorderen ¡J¡ +und die stark verlängerten Finger aus. + +~Wortman~ stellt hierher einen Unterkiefer mit nur einem ¡J¡ und zwei +winzigen Zähnchen sowie Humerus und Tibia aus dem Bridgerbed von +Wyoming und begründet hierauf die Gattung ¡Metachiromys¡. ~Osborn~ +hält sie jedoch für einen ¡Dasypus¡ ähnlichen Edentaten. Die von +~Wortman~ hierher gerechneten ¡Microsyopiden¡ gehören eher zu den +Insektivoren, jedoch sind genetische Beziehungen zu ¡Chiromys¡ nicht +ganz ausgeschlossen. + + +2. Unterordnung. #Anthropoidea.# ~Mivart.~[173] + +¡Plantigrade, mit der ganzen Sohle oder dem äußeren Fußrand +auftretende Land- oder Klettertiere, mit opponierbarem Daumen und +meist auch opponierbarer großer Zehe. Sämtliche Endphalangen +(außer bei den Hapaliden) abgeplattet und mit Nägeln bedeckt. Gebiß +vollständig, mit nur zwei Paar Schneidezähnen. Öfters kurzes Diastema. +Backenzähne bunodont, P in der Regel zweihöckerig, untere M vier- +oder fünfhöckerig, obere M vier- oder dreihöckerig. Orbita nach +vorne gerichtet, hinten durch eine knöcherne Scheidewand von den +Schläfengruben getrennt. Foramen lacrimale innerhalb der Augenhöhlen +gelegen. Gehirn groß, stark gefurcht. Zwei Zitzen an der Brust.¡ + +Die Affen bewohnen heutzutage vorwiegend die heißen Regionen von +Afrika, Asien und Amerika, nur eine Art lebt bei Gibraltar. Die ersten +fossilen Affen treten im Oligocän von Ägypten auf, im Mittelmiocän +erscheinen sie auch in Europa und etwas später in Südamerika, +im Pliocän auch in Asien. Aus dem Pleistocän kennt man einzelne +Arten sowohl aus Europa als auch aus Nordafrika und Südasien. Auch +Südamerika besitzt im Miocän und Pleistocän Vertreter der noch jetzt +dort lebenden Formen. + +Die niedrigsten und kleinsten Formen schließen sich noch etwas an +gewisse Halbaffen an, die hochstehenden und größten werden in ihrem +Körperbau ganz menschenähnlich. + +Der ~Schädel~ hat ein sehr geräumiges Cranium. Die tiefgefurchten +Hemisphären des Großhirns bedecken das Kleinhirn fast vollständig. +Die großen rundlichen Augenhöhlen sind nach vorwärts gerichtet und +hinten durch eine vom Jugale ausgehende knöcherne Scheidewand von +der Schläfengrube getrennt. Lacrimale und Foramen lacrimale liegen +innerhalb der Orbiten. Die nur selten etwas längeren Gesichtsknochen +steigen steil nach hinten an. Die Nasenbeine sind kurz, die +Nasenlöcher nach vorne gerichtet und seitlich und unten von den +Zwischenkiefern begrenzt. Die Stirnbeine verschmelzen miteinander +und die nur selten mit einem Scheitelkamm versehenen Scheitelbeine +vereinigen sich in der Sagittalnaht. Auch die Orbitalcrista ist +meistens nur schwach entwickelt. Der aufsteigende Ast der eine feste +Symphyse bildenden Unterkiefer ist in der Regel hoch und breit. Das +Kinn steigt senkrecht oder schräg nach vorne zu an. Das Gebiß weist +nur oben vor, unten hinter dem, namentlich bei den Männchen, meist +kräftigen konischen ¡C¡ eine kurze Lücke auf. Die beiden ¡J¡ sind +oben und unten meißelförmig ausgebildet. Die ¡P¡ bestehen in beiden +Kiefern aus einem spitzen Außenhöcker und in der Regel aus einem +niedrigen Innenhöcker. Der erste untere ¡P¡ ist häufig in seiner +Vorderpartie verstärkt, weil sie dem oberen Eckzahn als Antagonist +dient. Die Zahl der ¡P¡ beträgt bei den neuweltlichen Affen und bei +den ¡Parapitheciden¡ §3§/§3§, bei den altweltlichen §2§/§2§. Die +oberen ¡M¡ besitzen bei den letzteren vier rechtwinklig oder schief +gegenüberstehende, stumpfkonische oder kantige Höcker, von denen der +zweite innere häufig schwächer ist als der vordere, bei den ersteren +kann er auch vollständig fehlen. Die unteren ¡M¡ haben zwei opponierte +oder alternierende Höckerpaare. In letzterem Falle und fast immer am +M_{3} kommt ein weiterer Höcker am Hinterrand hinzu. + +Die Zahl der Wirbel ist 7 Hals-, 11-14 Rücken-, 4-7 Lenden- und meist +5 Sacralwirbel. Die Zahl der Schwanzwirbel ist sehr verschieden. Die +Form der einzelnen Wirbel gleicht im wesentlichen den menschlichen +Wirbeln. Die Länge des Schwanzes und das Längenverhältnis von +Vorder- und Hinterextremität variiert außerordentlich. Bei den +lebenden Simiiden fehlt der Schwanz, und ihre Vorderextremität ist +beträchtlich länger als die Hinterextremität. Der Humerus hat öfters +ein Entepicondylarforamen. Radius und Ulna sind getrennt, kräftig und +umeinander drehbar. Der mit dem Vorderarm artikulierende Hinterrand +des breiten kurzen Carpus verläuft konvex. Die Carpalien bleiben +sämtlich frei. Ein Centrale ist häufig vorhanden. Das Trapezium hat +eine sattelförmige, nach außen und unten gerichtete Gelenkfläche für +den opponierbaren Daumen, der übrigens zuweilen bloß aus einem kurzen +Metacarpalstummel besteht. Die Phalangen sind auf der Rückenseite +konvex, auf der Unterseite flach. Die letztere ist schmal abgeplattet +und kaum gekrümmt. Dem schlanken Femur fehlt ein dritter Trochanter, +Tibia und Fibula sind kräftig und nur oben und unten miteinander +verbunden. Astragalus mit konvexer, nicht gefurchter Tibialfasette und +einer seitlichen Artikulation für die Fibula. Calcaneum mit langem +Tuber, unten gerade abgestutzt. Der kurze Hallux ist fast immer +opponierbar, so daß der Hinterfuß als Hand funktionieren kann. + +Die ¡Anthropoidea¡ gliedern sich in die Familien der ¡Hapalidae¡, +der ¡Cebidae¡, der ¡Cynopithecidae¡, der ¡Simiidae¡ und der +¡Hominidae¡, denen jedoch eine weitere hinzuzufügen sein dürfte, die +¡Parapithecidae¡. Die beiden ersteren Familien sind auf Amerika, die +übrigen mit Ausnahme der ¡Hominidae¡ auf die Alte Welt beschränkt. + + +1. Familie. #Hapalidae.# Krallenaffen. + +¡§2.1.3.2.§/§2.1.3.2.§ Die beiden oberen M trituberkulär, mit +¥V-förmigem¥ Innenhöcker. Obere P breit, mit spitzem Außen- und +Innenhöcker. Untere M vierhöckerig, hinteres Höckerpaar niedriger +als das vordere. C stark vorspringend. Schädel rundlich. Augenhöhle +relativ klein. Alle Finger und Zehen mit Ausnahme des Hallux mit +Krallen versehen. Schwanz länger als der übrige Körper.¡ + +Von den beiden im tropischen Südamerika lebenden Gattungen ¡Hapale¡ +Illig. und ¡Midas¡ Geoffroy ist nur die erste durch eine in +brasilianischen Knochenhöhlen vorkommende Art -- ¡Hapale penicillata¡ +Geoffroy -- auch fossil vertreten. + + +2. Familie. #Cebidae.# + +¡§2.1.3.3.§/§2.1.3.3.§ Obere und untere M vierhöckerig, P +zweihöckerig. Alle Zehen mit Nägeln. Schwanz lang.¡ + +Lebend in Süd- und Zentralamerika, fossil im Pleistocän von Brasilien +und im Tertiär von Patagonien. + +¿Mycetes~ seniculus¡ L., ¿Callithrix~ personata¡ Geoffr. und ¿Cebus~ +fatuellus¡ L. auch fossil in brasilianischen Knochenhöhlen, daselbst +auch der ausgestorbene ¿Eriodes~ protopithecus¡ Winge (¡Protopithecus +brasiliensis¡ Lund.) + +¿Homunculus¿ Ameghino (¡Ecphantodon¡ Mercerat). ¡C¡ wenig vorragend +und wie die einwurzeligen, kleinen ¡P¡ mit Basalband, das an der +Innenseite mit kleinen Höckerchen versehen ist. ¡M¡ gerundet viereckig +mit fünf schwachen, bogenförmig miteinander verbundenen Höckern. +Vorderhälfte der ¡M¡ höher als die Hinterhälfte. Unterkiefer hoch, +fast parallel gestellt, eine feste Symphyse bildend. Obermiocän von +Santa Cruz. Patagonien. ¡H. patagonicus¡ Ameghino. + +¿Anthropops¿ und ¿Eudiastatus¿ Ameghino. Nur Unterkiefersymphyse +bekannt. ¿Pitheculus¿ Ameghino nur Unterkieferfragment. Alle drei aus +dem Obermiocän von Santa Cruz. + +¿Clenialites¿ und ¿Pitheculites¿ Ameghino aus den Colpodonschichten +von Patagonien sind überhaupt keine Primaten. + + +3. Familie. #Parapithecidae.# Schlosser. + +¡§2.?.1.3.3.§/§1.?.1.3.3.§ J klein, C (?) nur wenig größer als J und +ebenfalls etwas vorwärts geneigt, P mit Ausnahme von P_{4} einfach, +ohne Innenhöcker. M aus je zwei Paar dicken Höckern und einem kleinen +Hinterhöcker bestehend. Vordere Hälfte der M etwas höher als die +hintere. Höcker an M_{1} und M_{3} alternierend, an M_{2} opponiert. +Unterkiefer niedrig, stark divergierend, mit schräg ansteigendem +hinteren Ast, ohne feste Symphyse.¡ + +Zahnzahl, Form der Zähne und Beschaffenheit der Kiefer und Körpergröße +vermitteln vollständig den Übergang von den Anaptomorphiden und +Tarsiiden zu den Simiiden, namentlich zu ¡Pliopithecus¡. Zweifelhaft +ist dagegen die Verwandtschaft mit den ¡Cynopitheciden¡. Direkte +Vorläufer der Cebiden können die Parapitheciden nicht sein wegen der +Einzahl der unteren ¡J¡. + +¿Parapithecus¿ Schlosser. (Fig. 744.) Oligocän des Fayum Ägypten ¡P. +Fraasi¡. + +¿Moeripithecus¿ Schlosser. Nur Unterkieferfragment bekannt. Ebenda ¡M. +Markgrafi¡ Schl. + +[Illustration: Fig. 744. + +¡Parapithecus Fraasi¡ Schlosser. Oligocän. Fayum. Ägypten. Unterkiefer +nat. Gr.] + + +4. Familie. #Cynopithecidae.# Hundsaffen. + +¡§2.1.2.3.§/§2.1.2.3.§ M oben und unten vierhöckerig, Höcker +paarig opponiert. Außenhöcker von den Innenhöckern bald durch eine +Längsfurche getrennt, bald durch Querjoche verbunden. M_{3} mit +drittem Lobus. P_{2} zweihöckerig, unterer P_{3} vergrößert. Schnauze +vorspringend, häufig verlängert. Extremitäten plantigrad. Arme und +Beine fast gleich lang. Schwanz meist lang.¡ + +Die lebenden Cynopitheciden zerfallen in die altweltlichen Paviane, +Makak, Meerkatzen, Stummel- und Schlankaffen. Sie gehen fast immer auf +allen Vieren, treten mit der ganzen Sohle auf und haben meist einen +langen Schwanz, sowie Backentaschen und Gesäßschwielen. Die in Europa, +Asien und Afrika fossil vorkommenden Formen schließen sich ziemlich +enge an lebende Gattungen an. + +¿Oreopithecus¿ Gervais. Eckzähne oben und unten schwach. Obere ¡M¡ +gleich groß, mit zwei Paar opponierten, durch eine mediane Längsfurche +getrennten, konischen Höckern und starkem Basalband. Die oberen ¡P¡ +mit hoher Außen- und kräftiger Innenspitze. Untere ¡M¡ schmäler als +die oberen mit zwei Höckerpaaren und unpaarem Hinterhöcker, der an +¡M_{3}¡ sehr groß ist. Unterpliocän. Monte Bamboli, Toscana. ¡O. +Bambolii¡ Gerv. + +¿Cynocephalus¿ Lacépède. Pavian. Lebend in Afrika und Arabien. +Fossil in den Siwalikschichten von Ostindien ¡C.¡ (¡Semnopithecus¡) +¡subhimalayanus¡ Mey. sp. ¡C. Falconeri¡ Lyd. und in pleistocänen +Knochenhöhlen von Madras. + +¿Semnopithecus¿ Cuv. Lebend in Südostasien. Fossil im Pliocän von +Montpellier und von Casino in Toskana ¡S. monspessulanus¡ Gerv., in +den Siwalikschichten von Indien ¡S. palaeindicus¡ Lyd., im Pleistocän +von Madras ¡S. entellus¡ Düf. + +¿Mesopithecus¿ Wagner. Schädel und Gebiß wie bei ¡Semnopithecus¡, +Skelett plumper, Macacus ähnlicher. ¡C¡ beim Männchen viel stärker +als beim Weibchen. Schwanz lang. ¡M. Pentelici¡ Wagner aus dem +Unterpliocän von Pikermi bei Athen, Baltavar (Ungarn) und Maragha +(Persien) ist der häufigste und am vollständigsten bekannte fossile +Affe. + +¿Dolichopithecus¿ Depéret. Ähnlich ¡Semnopithecus¡, jedoch Schnauze +länger und Extremitäten kürzer und plumper. Im Pliocän von Perpignan +¡D. ruscinensis¡ Dep. + + #Zeitliche und räumliche Verbreitung der Primaten.# + + Zeit + |#Afrika# + | |#Europa# + | | |#Asien# + | | | |#Nordamerika# + | | | | |#Südamerika# + | | | | | + #Jetztzeit# + |Schimpanse + |Gorilla + |Cynopithecidae + |Lemuridae + |Chiromyidae + |Galaginae + | |Macacus + | | |Simia + | | |Hylobates + | | |Cynopithecidae + | | |Lorisinae + | | |Tarsiidae + | | |? + | | | | |Cebidae + | | | | |Hapalidae + | | | | | + #Pleistocän# + |Macacus + |Cynocephalus + |Megaladapis + |Lemur + |Palaeopropithecus + |Archaeolemur + |Bradylemur + |Hadropithecus + | |Macacus + | | |Pithecanthropus + | | |Semnopithecus + | | |Cynocephalus + | | | | |Cebus + | | | | |Mycetes + | | | | |Eriodes + | | | | |Callithrix + | | | | |Hapale + | | | | | + #Pliocän# + | |Anthropodus + | |Dryopithecus + | |Dolichopithecus + | |Macacus + | |Semnopithecus + | |Mesopithecus + | |Oreopithecus + | | |Palaeopithecus + | | |Macacus + | | |Semnopithecus + | | |Cynocephalus + | | | | | + #Miocän# + | |? Dryopithecus + | |Pliopithecus + | | | | |Homunculus + | | | | |Anthropops? + | | | | |Eudiastatus? + | | | | |Pitheculus? + | | | | | + #Oligocän# + |Propliopithecus + |Parapithecus + |Moeripithecus + | | | | | + #Eocän# + | |Adapis + | |Caenopithecus + | |Cryptopithecus + | |Pronycticebus + | |Necrolemur + | |Microchoerus + | | | |Notharctus + | | | |Pelycodus + | | | |Anaptomorphus + | | | |Omomys + | | | |Washakius + | | | |Trogolemur + | | | | | + +¿Macacus¿ Lacépéde (¡Inuus¡ Geoffroy, ¡Aulaxinuus¡ Cocchi). Obere ¡M¡ +niedrig, vierseitig mit zwei Paar konischen oder kantigen, bald durch +eine Längsfurche getrennten, bald durch Joche verbundenen Höckern. ¡P¡ +mit Außen- und Innenhöcker. Untere ¡M¡ wie die oberen, nur schmäler. +¡C¡ beim Männchen sehr kräftig. ¡M.¡ (¡Inuus¡) ¡ecaudatus¡ Geoffr. +ist der einzige in Europa (Gibraltar) lebende Affe. Die übrigen Arten +sind weit verbreitet im südlichen und östlichen Asien und bewohnen zum +Teil Gebirge -- Tibet, Himalaya, Japan. -- Im Pliocän von Montpellier +¡M. priscus¡ Gerv., im Pliocän des Val d' Arno ¡M.¡ (¡Aulaxinuus¡) +¡florentinus¡ Cocchi. In den Siwalikschichten von Ostindien ¡M. +sivalensis¡ Lyd. und im Pleistocän von Java, ¡M.¡ (¡Inuus¡) +¡nemestrinus¡ var. ¡saradana¡ Deninger. Aber auch im europäischen +Pleistocän haben sich Überreste von ¡Macacus¡ gefunden. Im Heppenloch +bei Kirchheim in Württemberg ¡M.¡ (¡Inuus¡) ¡suevicus¡ Hedinger, +in einer Höhle bei Montsaunès (Haute Garonne) fand ~Harlé~ einen +Unterkiefer zusammen mit Resten von ¡Hyaena striata¡ -- ¡M. tolosanus¡ +Harlé, und kürzlich fand ~Forsyth Major~ zahlreiche Kiefer bei Cap +Faro auf Sardinien. Aus dem Pleistocän von Algerien stammt ¡Macacus +trarensis¡ Pomel. + + +5. Familie. #Simiidae.# Menschenaffen. + +¡§2.1.2.3.§/§2.1.2.3.§ Obere und untere M vierhöckerig, Innen- und +Außenhöcker miteinander alternierend. An den unteren M in der Regel +ein dritter Außenhöcker oder ein Höcker am Hinterrand vorhanden. An +den oberen M Außenhöcker mit dem ersten Innenhöcker mehr oder weniger +innig verbunden, zweiter Innenhöcker kleiner als der erste. P kürzer +als lang, zweihöckerig. Schädel mit Sagittal- und Supratemporalkamm +oder mit Supratemporalwülsten. Vordere Extremität länger als die +hintere. Gang meist aufrecht. Ohne Schwanz und ohne Gesäßschwielen¡ +(abgesehen von ¡Hylobates¡). + +Die Simiiden stehen dem Menschen im Skelettbau und in der +Beschaffenheit des Gehirns am nächsten. Auch besitzen sie die +Fähigkeit aufrecht zu gehen, wobei sie freilich nicht mit der Sohle, +sondern mit dem äußeren Rand des Fußes auftreten. Auch das Gebiß +nähert sich dem des Menschen, es unterscheidet sich hauptsächlich +durch die etwas größere Länge der ¡M¡ und die stärkere Entwicklung der +Eckzähne, die mit der Ausbildung eines Scheitel- und Hinterhauptkammes +oder doch von Schläfenwülsten verbunden ist. + +[Illustration: Fig. 745. + +¡Propliopithecus Haeckeli¡ Schlosser. Oligocän. Fayum. Ägypten. +Unterkiefer und untere ¡C¡ bis ¡M_{3}¡ von oben, nat. Gr.] + +[Illustration: Fig. 746. + +¡Pliopithecus antiquus¡ Gervais. Obermiocän. Göriach in Steiermark. +Oberkiefer, nat. Gr.] + +¿Propliopithecus¿ Schlosser. (Fig. 745). ¡J¡ und ¡C¡ klein und +aufrecht, ¡P¡ einfach, nur der hintere mit Innenhöcker, ¡M¡ niedrig +mit kleinem Höcker am Hinterrand. Unterkiefer hoch, parallel gestellt, +mit hohem, breitem aufsteigenden Ast. Sicher der Ahne der folgenden +Gattung und wohl auch aller Simiiden und Hominiden. Oligocän des +Fayum, Ägypten. ¡P. Fraasi¡ Schl. + +¿Pliopithecus¿ Gervais (¡Protopithecus¡ Lartet) (Fig. 746). ¡J¡ +schmal, ziemlich lang, ¡C¡ individuell sehr kräftig. Vorderer unterer +¡P¡ einspitzig, untere ¡M¡ mit zwei Paar stumpfen Höckern und einem +unpaaren Hinterhöcker. Obere und untere ¡M¡, abgesehen von dem starken +Basalband, denen von ¡Hylobates¡ sehr ähnlich. Im Miocän von Sansan +(Gers.), La Grive S. Alban (Isère), des Orléanais und von Oppeln in +Schlesien, ferner im bayrisch-schwäbischen Dinotheriumsand, und in den +Braunkohlen von Elgg (Schweiz) und Göriach (Steiermark). ¡P. antiquus¡ +(¡P. platyodon¡ Biederm.) Blainv. sp. Größe wie vom lebenden Gibbon, +jedoch Unterkiefer viel höher. + +¿Palaeopithecus¿ Lydekker. Nur Oberkiefer bekannt. ¡P¡ relativ klein +und breit. ¡M¡ vierhöckerig, glatt, menschenähnlich. Schimpansengröße. +Pliocän der Siwalik von Jobi im Pundschab. ¡P. sivalensis¡ Lyd. + +¿Dryopithecus¿ Lartet (¡Paedopithex¡ Pohlig, ¡Pliohylobates¡ Dubois) +Unterkieferäste hoch, fast noch parallel gestellt, mit schwachen, +vorwärts geneigten ¡J¡, starkem ¡C¡, großem einspitzigen ¡P_{3}¡ und +langem zweihöckerigem, mit Talon versehenen ¡P_{4}¡. An Stelle des +fünften Höckers des ¡M_{1}¡ und ¡M_{2}¡, an ¡M_{3}¡ ein Doppelhöcker. +Obere ¡M¡ mit zwei großen Außen- und zwei ungleichen Innenhöckern, +von denen der vordere, größere, mit beiden Außenhöckern verbunden +ist. Schmelz aller ¡M¡ stark gerunzelt. Humerus -- von St. Gaudens -- +schlank, viel kürzer als das gerade, dünne Femur -- von Eppelsheim. +Dryopithecus hatte die Dimensionen des Schimpanse und ist auch wohl +dessen Stammvater sowie von Orang Utang und Gorilla. Im Miocän von +St. Gaudens (Haute Garonne) ¡D. Fontani¡ Lartet, im Unterpliocän von +Eppelsheim und in Bohnerzen von Schwaben ¡D. rhenanus¡ Pohlig sp. + +¿Dryopithecus~ Darwini¡ und ¡Gryphopithecus Suessi¡ Abel, aus dem +Miocän von Neudorf im Wiener Becken sind durchaus problematisch. + +¿Anthropodus¿ Schlosser. Nur unterer ¡M_{3}¡ bekannt, viel länger +als breit, mit vier niedrigen Höckern und großem Talonid. Runzelung +mäßig. Unterpliocän, Bohnerz von Salmendingen. ¡A. Brancoi¡ Schl. +Verwandtschaft mit ¡Pithecanthropus¡ und ¡Homo¡ nicht ausgeschlossen. + + +6. Familie. #Hominidae.# + +¡Aufrechter Gang. Hand mit opponierbarem Daumen. Füße plantigrad, +große Zehe nicht opponierbar. §2.1.2.3.§/§2.1.2.3.§ in geschlossener +Reihe, halbkreisförmig angeordnet. C schwach, nicht höher als die J. +Schädel ohne Scheitelkamm und ohne Schläfenwülste. Augenhöhle hinten +durch eine Wand abgeschlossen. Gehirn groß mit zahlreichen Windungen.¡ + +¿Pithecanthropus¿ Dubois. Schädeldach schmal, wenig gewölbt, +mit postorbitaler Einschnürung. Ohne Sagittalcrista und ohne +Schläfenwülste, ¡M^3¡ stark reduziert, ohne deutliche Höcker mit +vielen Runzeln. Femur lang, schlank, für aufrechten Gang geeignet. +Unterpleistocän von Trinil in Java. ¡P. erectus¡ Dubois.[174] + +Man kennt zwar nur das Schädeldach, einen Zahn und das Femur von +¡Pithecanthropus¡, allein gerade diese Stücke sind am geeignetsten, +uns ein Bild von seiner Organisation zu geben. Weil der Schädel trotz +seiner Größe weder Scheitelkamm noch Schläfenwülste besitzt, so +kann es nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, daß die Eckzähne +nicht größer gewesen sein können als die ¡J¡. Auch kann der untere +¡P_{3}¡ nicht spezialisiert gewesen sein wie bei den eigentlichen +Menschen-Affen. Es kann sich daher nur um einen Vertreter der +Hominiden handeln. Auch die Form des ¡M^3¡ kann höchstens beim +Menschen, aber niemals bei einem Menschen-Affen vorkommen, und selbst +das Femur läßt sich nur dem menschlichen an die Seite stellen. Während +manche Anthropologen in ¡Pithecanthropus¡ einen riesigen ¡Hylobates¡ +erblicken wollten, betonen ~Turner~, ~Topinard~, ~Manouvrier~ und +andere die große Ähnlichkeit mit dem Menschen. Auch ~Schwalbe~ +findet im Schädelbau weitgehende Unterschiede gegenüber dem der +Menschen-Affen. Es ist überhaupt ziemlich wahrscheinlich, daß wir es +nur mit einer alten Spezies des Genus ¡Homo¡ zu tun haben. + +¿Homo¿ L.[175] Der Mensch wurde schon von Linné zu den ¡Primaten¡ +gestellt, denen er sich in körperlicher Hinsicht auch aufs engste +anschließt. Die rundliche gewölbte Form der sehr geräumigen +Schädelkapsel, das Überwiegen des Gehirnschädels über das Gesicht und +die fehlende Sagittalcrista unterscheiden zwar den Kopf des Menschen +von dem aller Simiiden, dafür stehen aber manche Cebiden in dieser +Hinsicht sehr nahe. Auch das Gehirn unterscheidet sich nur in der +relativen Größe von dem der Affen. Es hat sonst den nämlichen Bauplan. +Die frühzeitige Verschmelzung der Zwischenkiefer mit dem Oberkiefer +sowie das Fehlen von Zahnlücken sind unerhebliche Merkmale. Das steil +abfallende orthognathe Gesicht, die damit in Zusammenhang stehende, +fast vertikale Unterkiefersymphyse mit dem etwas vorspringenden Kinn, +die Hufeisenform der Unterkiefer und der hierdurch geschaffene breite +Raum für die Zunge unterscheiden den Menschen von den Simiiden, +allein die ältesten bekannten Menschenschädel zeigen bereits einen +gewissen Grad von Prognathismus, das Kinn ist wenig oder gar nicht +entwickelt, die Wölbung und Kapazität des Schädels wird geringer, +die Supraorbitalwülste werden größer, so daß sich die Unterschiede +gegenüber den Affen immer mehr verwischen. Das Gebiß stimmt in Zahl +und Form der Zähne mit dem der Simiiden überein, jedoch sind die ¡C¡ +schwächer und schließen dicht an ihre Nachbarn an, und die Höcker der +Molaren sind stumpfer und breiter als bei den Affen. Obere und untere +Molaren bestehen aus je vier Höckern, zu welchen jedoch im Unterkiefer +in der Regel noch ein fünfter kommt, wie bei den Simiiden, während im +Oberkiefer der kleine zweite Innenhöcker verschwinden kann. Bei den +Negritos und den Negern erscheint zuweilen wie beim Orang Utang ein +vierter Molar, während bei den zivilisierten Rassen der letzte Molar +(Weisheitszahn) nicht selten ausbleibt. + +Der aufrechte Gang des Menschen wird bedingt durch die doppelte +¡S¡-förmige Krümmung der Wirbelsäule, die beträchtliche Länge und +Muskulatur der Beine und die Breite der Schulter. Dagegen ist die +relative Kürze der Arme viel eher ein primitives Merkmal als eine +Folge des aufrechten Ganges. Die menschliche Hand übertrifft an +Beweglichkeit, namentlich des Daumens, bei weitem die der Affen. Die +Fußsohle liegt horizontal, Metatarsus und Tarsus bilden ein Gewölbe +und die große Zehe dient nicht mehr als Greiforgan, sondern nur als +Stütze des Körpers. + +Unsere Kenntnis des prähistorischen Menschen hat in den letzten +Dezennien ungeheure Fortschritte gemacht. Aus fast ganz Europa und den +benachbarten Teilen von Asien sowie aus Nordafrika sind erstaunliche +Mengen von Erzeugnissen menschlicher Kultur aus der Eisen- und +Bronze- und aus der jüngeren Steinzeit zum Vorschein gekommen, nicht +minder auch Überreste der Tiere, welche der Mensch gezüchtet oder +gejagt hatte, und selbst zahlreiche mehr oder weniger vollständige +menschliche Skelette hat die Forschung zutage gefördert. Für den +Paläontologen bieten jedoch diese Funde kein weiteres Interesse, denn +die Zeit, zu welcher diese Menschen lebten, war hinsichtlich des +Klimas, der Pflanzen- und Tierwelt und der geologischen Verhältnisse +von der Gegenwart nicht mehr verschieden. Diese Menschenreste und die +damalige Kultur fallen daher ganz in das Gebiet der ~Anthropologie~ +und ~Archäologie~. Uns interessieren nur jene Überreste des +Menschen und seiner Kultur, welche noch dem eigentlichen Pleistocän +angehören, also den Perioden der mehrmaligen Vergletscherungen, der +Zwischeneiszeiten und der unmittelbar auf die letzte Vergletscherung +folgenden Postglazialzeit. Der damalige »¡paläolithische¡« Mensch +besaß noch keine Haustiere, er kannte noch keinen Feldbau, die Kunst +der Töpferei und die Bearbeitung von Metallen war ihm noch gänzlich +fremd, ja selbst die Anfertigung von polierten, den »¡neolithischen¡«, +Steingeräten hatte er noch nicht erlernt, er war vielmehr darauf +beschränkt, durch Schlag, Absprengen und Nacharbeiten der Ränder +seine Steinwerkzeuge zweckdienlich zu gestalten. Die Form dieser +Steinwerkzeuge und die Art ihrer Herstellung bietet nun ein Mittel +für die Bestimmung der Zeit, in welcher der Mensch sich ihrer +bediente. Man benennt diese verschiedenen Perioden nach den Fundorten, +die zuerst die charakteristischsten Objekte geliefert haben und +unterscheidet so von den jüngsten bis zu den ältesten Magdalénien, +Solutréen, Aurignacien, Moustérien, Acheuléen und Chelléen (Fig. 747). + +[Illustration: Fig. 747. + +Paläolithische Steinwerkzeuge. ¡A¡ Chelléen, 1/3 nat. Gr. ¡B¡ +Acheuléen, 2/3 nat. Gr. ¡C¡ Moustérien, nat. Gr. ¡D¡ Magdalénien, +nat. Gr.] + +Im letzten Abschnitt des »Paläolithicums«, dem Magdalénien, hatte der +Mensch zwar nur kleine Feuersteingeräte, die Mehrzahl seiner Waffen +und Gebrauchsgegenstände verfertigte er aus Knochen und Geweihen von +Renntier, aber er versah sie nicht selten mit Ornamenten, die zum Teil +zwar nur in Linien bestehen, zum Teil aber auch Tiere, namentlich Ren, +Pferd (Fig. 748) und Mammut, in durchaus künstlerischer Ausführung +darstellen. Selbst die Wände vieler von ihm bewohnter Höhlen in +Südfrankreich und Spanien hat er mit farbigen Abbildungen solcher +Tiere geschmückt (Fig. 749), unter welchen besonders Bison sehr +häufig vertreten ist.[176] Auch der Vorgänger dieses Menschen der +»Renntierzeit«, der Mensch des Solutréen, war bereits ein Künstler, +jedoch hinterließ er keine Gravierungen auf Knochen, oder Stein, +oder farbige Bilder, sondern Schnitzereien in Stein, Knochen und +Elfenbein, welche vorwiegend menschliche Figuren darstellen. Man +kennt solche aus Frankreich, Mähren und Niederösterreich. Die auch +in Ungarn und Süddeutschland gefundenen, lorbeerblattähnlichen +Steingeräte des Solutréen bilden einen schroffen Gegensatz zu den +roh bearbeiteten Kratzern und Schabern des Moustérien, zu welchen +jedoch die Steinwerkzeuge des Aurignacien den Übergang vermitteln. +Das in ganz Mitteleuropa verbreitete und in Frankreich besonders +häufige Moustérien fällt wahrscheinlich teils in die letzte Eiszeit, +teils in die ihr vorhergehende zweite -- die kalte -- Phase des +letzten Interglazials. Diese Industrie ist vergesellschaftet mit +¡Rhinoceros tichorhinus¡ und ¡Elephas primigenius¡ in Krapina jedoch +mit ¡Rhinoceros Mercki¡, in Taubach auch mit ¡Elephas antiquus¡. +Freilich kommen in Taubach keine ganz typischen Moustérien-Werkzeuge +vor, dagegen kann in Krapina über die Gleichzeitigkeit der zahlreichen +Reste des Menschen und des ¡Rhinoceros Mercki¡ mit typischem +Moustérien kein Zweifel bestehen. Wo jedoch sonst diese beiden, ein +warmes Klima anzeigenden Säugetierarten zusammen mit Steinwerkzeugen +vorkommen, sind es immer solche des Chelléen, charakterisiert durch +die großen Faustkeile, deren Ränder nicht sorgfältig nachretuschiert +wurden. Zwischen Chelléen und Moustérien vermitteln die Steinwerkzeuge +des Acheuléen zeitlich und auch in ihrer Bearbeitung den Übergang. Das +Klima hat sich während des Acheuléen verschlechtert. + +[Illustration: Fig. 748. + +»Kommandostab« aus Renntiergeweih mit Gravierung. Magdalénien.] + +[Illustration: Fig. 749. + +Bild eines Mammut aus der Höhle von Combarelles.] + +Mit dem Chelléen enden die sicher vom Menschen hergestellten +Steinwerkzeuge. Man kennt zwar aus noch älterem Pleistocän und +sogar aus dem Tertiär bis in das Oligocän die sog. Eolithe, deren +Schlagspuren und Absplisse dem Menschen oder doch seinem Vorgänger +zugeschrieben werden. Auch sollen sie ihre Form nicht einer wirklichen +Bearbeitung, sondern nur der Benutzung von seiten des Menschen +verdanken. Allein solche Eolithe können auch auf rein natürlichem Wege +entstehen, bei dem Transport von Feuersteinen in wirbelndem Wasser +und in Brandungswellen und sind daher kein Beweis für die einstige +Anwesenheit des Menschen. Vor allem spricht gegen die Deutung der +Eolithe als Gebrauchsgegenstand des Menschen der Umstand, daß sie +bereits im Oligocän den nämlichen Charakter haben wie im Pleistocän, +also keinerlei Fortschritt zeigen. Es müßte daher der Mensch schon +im Oligocän fertig entwickelt gewesen sein und somit auch schon +seine jetzige Körpergröße erreicht haben, eine Annahme, welche mit +unseren Erfahrungen über die Entwicklung der Säugetierstämme gänzlich +unvereinbar ist. + +Entsprechend den zahlreichen Funden von Geräten des paläolithischen +Menschen hat auch die Zahl seiner körperlichen Reliquien in der +letzten Zeit einen so gewaltigen Zuwachs erfahren, daß wir jetzt +nur mehr jene Reste zu berücksichtigen haben, deren geologisches +Alter vollkommen sicher gestellt ist. Die jüngsten paläolithischen +Menschenreste sind jene aus dem Magdalénien. Sie gehören der +Cro-Magnon-Rasse an, welche sich im Schädel- und Kieferbau schon enge +an die lebenden Europäer anschließt. Skelette der Cro-Magnon-Rasse +kennt man aus mehreren Höhlen in der Dordogne, aus einer Höhle bei +Roussillon und aus einer Höhle bei Mentone. Außerdem werden zu dieser +Rasse gestellt die Schädel von Brünn, von Brüx, von Podblaba, von +Egisheim im Elsaß, von Engis in Belgien und von Tillbury und Galley +Hill in England, jedoch sollen einige von ihnen, namentlich der +von Tillbury, schon den Übergang zu der Neandertalrasse, dem ¡Homo +primigenius¡ bilden, welche für das Moustérien charakteristisch ist. +Diese Rasse zeichnet sich durch geringere Schädelkapazität, durch +die geringe Wölbung der Stirn, durch die schwache Aufrichtung der +Hinterhauptsfläche, durch die vorspringenden Supraorbitalwülste und +durch das Fehlen eines vorspringenden Kinnes aus, welche Merkmale +~Klaatsch~ auch bei den lebenden Australiern beobachtet hat. Man +sollte daher konsequenterweise auch für diesen lebenden Typus eine +besondere Spezies errichten. Außer Schädeln kannte man bisher auch +schon Extremitätenknochen vom Neandertal im Rheinland und von Spy in +Belgien. Sie unterscheiden sich durch ihre Plumpheit und Krümmung, +durch die gleichmäßigere Rundung des Diaphysenquerschnittes, durch +die Rückwärtsverlängerung der Femurcondyli und durch ihre Platyknemie +von den Schenkelknochen des lebenden Menschen. Erst vor kurzem +wurden Skelette dieser Menschenrasse auch bei Le Moustier in der +Dordogne und bei La Chapelle aux Saints (Corrèze) gefunden, dagegen +scheint der Schädel des neuentdeckten Skeletts von Montferrand de +Périgord in der Dordogne dem von Galley Hill ähnlicher zu sein. Die +Grimaldi-Grotte bei Mentone enthielt Skelette, welche nach ~Verneau~ +negroide Merkmale zur Schau tragen, nämlich stark vorstehende Kiefer +und Backenknochen und flache Nase. Sie waren vergesellschaftet +mit Resten von ¡Rhinoceros Mercki¡, ¡Hippopotamus¡ und ¡Elephas +antiquus¡ und mit Steinwerkzeugen des Moustériens. Auch in Krapina +in Kroatien fanden sich zahlreiche Menschenreste zusammen mit +¡Rhinoceros Mercki¡ und mit Industrie des Moustériens. ~Schwalbe~ +stellt auch den Menschen von Krapina zu seinem ¡Homo primigenius¡, er +unterscheidet sich aber von dem echten Neandertalmenschen durch die +starke Runzelung des Schmelzes und den auffallend hohen Wurzelhals +seiner Backenzähne. Aus der Zeit des Acheuléen und Chelléen sind bis +jetzt keine menschlichen Reste gefunden worden, abgesehen etwa von +den erwähnten Skeletten von Mentone, welche wenigstens ~Boule~ in die +Zeit des Chelléen zu versetzen geneigt ist. Um so größeres Interesse +verdient daher der in Mauer bei Heidelberg gefundene Unterkiefer des +¡Homo heidelbergensis¡, denn er stammt aus den ältesten bekannten +außeralpinen Pleistocänschichten. Schon seine Begleitfauna, welche +zum Teil aus Arten der pliocänen Val d'Arno-Fauna besteht, würde die +Aufstellung einer besonderen Spezies vollständig rechtfertigen. Der +Unterkiefer gleicht vollkommen dem der Anthropomorphen, die Zähne sind +jedoch echte Menschenzähne. Durch die Reduktion seines letzten Molaren +schließt sich ¡Homo heidelbergensis¡ enge an ¡Pithecanthropus¡ an. Ein +genetischer Zusammenhang zwischen diesem und der Gattung ¡Homo¡ ist +überaus wahrscheinlich, zum mindesten gehen beide auf eine gemeinsame +Stammform zurück. + +In Nordamerika fehlt es zwar keineswegs an Überresten des +prähistorischen Menschen, allein ihr geologisches Alter ist nur in den +seltensten Fällen näher zu ermitteln und dürfte höchstens bei einigen +wenigen Funden in die letzte Interglazialzeit fallen, wie etwa bei +dem Menschen von Lansing in Kansas. Somatische Unterschiede gegenüber +dem jetzigen Menschen scheinen nicht zu bestehen. Die ältesten +Steinwerkzeuge sollen nach ~Wilson~ dem Chelléentypus angehören. Sie +stammen von der atlantischen Küste, von Ohio und vom Mississippi. Den +Calaveras-Schädel hält ~Wilson~ für echt fossil, ~Sinclair~ hingegen +ist der Ansicht, daß er erst später in die dortigen goldführenden +Sande gekommen sein dürfte. Menschenknochen in Gesellschaft von +ausgestorbenen Tieren wurden an verschiedenen Orten gefunden, bei +Trenton zusammen mit ¡Mammut¡, ¡Mastodon¡ und ¡Ovibos¡, bei Natchez +am Mississippi zusammen mit ¡Mylodon¡, ¡Megalonyx¡ und ¡Mastodon¡. +Auch Steinwerkzeuge hat man im Missouri neben einem ¡Mastodon¡-Skelett +und in Kansas neben Bisonresten beobachtet. Dagegen sind alle +Menschenreste, welche in Höhlen zusammen mit ausgestorbenen Tieren +gesammelt wurden, anscheinend jünger als diese Tiere. + +Mindestens ebenso gering wie das Alter des prähistorischen ~Menschen~ +in Nordamerika ist auch das der menschlichen Überreste aus Südamerika. +Der scheinbar älteste, von hier bekannte menschliche Knochen ist ein +Atlas aus den unteren Pampasschichten von Monte Hermoso. Aus den +mittleren stammt der Schädel von Baradero in Argentinien. Der oberen +Pampasformation gehören die Menschenknochen von Carcarañá, Frias und +Saladero, von Fontezuelas, vom Ufer des Samborombón, von Arrecifes, +Chocoré und von La Tigra an. In Knochenhöhlen Brasiliens hatte +schon ~Lund~ Menschenschädel zusammen mit Überresten von lebenden +und ausgestorbenen Säugetieren gefunden, aber weder diese, noch +auch die vorher erwähnten, von ~Lehmann-Nitsche~ genau studierten +Menschenreste aus Argentinien zeigen Unterschiede gegenüber den +jetzigen südamerikanischen Indianern. Die Gleichzeitigkeit von Mensch +und ausgestorbenen Säugetieren, z. B. Riesenedentaten, scheint in +Südamerika noch in die jüngste Vergangenheit zu fallen, wie die Funde +in der Höhle von Ultima Esperanza in Patagonien beweisen, wo ein +¡Mylodon¡-ähnliches Tier anscheinend sogar in Gefangenschaft gehalten +wurde, von welchem hier auch noch Fellstücke und Kotballen erhalten +geblieben sind. + +Was den paläolithischen Menschen Afrikas betrifft, so scheint +seine Existenz in Ägypten, vielleicht auch in Algerien ziemlich +sicher gestellt zu sein, obschon über körperliche Überreste +bisher nichts berichtet wurde und seine Anwesenheit bloß durch +bearbeitete Feuersteine bewiesen ist. Im Kapland wurden vor kurzem +Menschenreste in Zinkminen gefunden, deren Alter indessen kaum +sehr weit zurückdatieren dürfte, denn die mit ihnen aufgesammelten +Säugetierknochen gehören noch lebenden Arten an. + +Asien wird voraussichtlich noch manche interessante Funde der +paläolithischen Menschen liefern. Bis jetzt kennt man freilich erst +aus Höhlen in Syrien Stationen des jungpaläolithischen Menschen, +dagegen hat man auf Java in den Kendengschichten, welche bei Trinil +auch die Reste des ¡Pithecanthropus¡ enthielten, einen Menschenzahn +gefunden, welchem unzweifelhaft ein altpleistocänes Alter zukommt. +In Birma wollte man auf Grund von wirklich geschlagenen Feuersteinen +die Existenz des pliocänen Menschen bereits zusammen mit ¡Hipparion¡ +nachgewiesen haben, allein genauere Untersuchungen ergaben, daß diese +Silex nur auf der Oberfläche vorkommen. Gleichwohl dürfte Asien +noch eine reiche Ausbeute an Werkzeugen und körperlichen Resten der +ältesten Menschen in Aussicht stellen, denn nur Asien und Europa +können als Urheimat des Menschen ernstlich in Betracht kommen. + + #Chronologisch Übersicht.# + + Geologische Gliederung | Archäologische Gliederung + ---------------------------+------------+-------+--------+------------ + Penck und Obermaier | Boule | Penck | Boule | Obermaier + ---------------------------+------------+-------+--------+------------ + | | | | { A + { letzte Phase| | | A | { B + Nacheiszeit { |Nacheiszeit | A | | { F + {-------------+ | +--------+------------ + { erste Phase | | | B | { + ---------------------------+------------+-------+--------+ { C + IV. Würmeiszeit |III. Eiszeit| B | C | { + ---------------------------+------------+-------+--------+------------ + { Kalte Phase | | | | { + 3. Zwischen- { |2. Zwischen-| | E | { G + eiszeit { Warme Phase | eiszeit | C | | { D + | | | | { E + ---------------------------+------------+ +--------+------------ + III. Rißeiszeit |II. Eiszeit | | | + ---------------------------+------------+-------+--------+------------ + { Gemäßigte | | D | | + 2. Zwischen- { Phase |1. Zwischen-| | | + eiszeit {-------------+ eiszeit +-------+--------+------------ + { Warme Phase | | E | | + ---------------------------+------------+-------+--------+------------ + II. Mindeleiszeit | | | | + ---------------------------+ +-------+--------+------------ + 1. Zwischeneiszeit |I. Eiszeit | | | + ---------------------------+ +-------+--------+------------ + I. Günzeiszeit | | | | + ---------------------------+------------+-------+--------+------------ + + Legende: + + A = Magdalénien E = Chelléen + B = Solutréen F = Aurignacien + C = Moustérien G = Moustérien ältester Typus + D = Acheuléen + + +Rückblick auf die geologische Entwicklung, Herkunft und Verbreitung +der Säugetiere.[177] + +Bisher sind uns keine Säugetierreste bekannt, welche in vortriadischen +Ablagerungen gefunden worden wären. Auch in der #Trias# sind +Säugetiere noch überaus spärlich, aber immerhin repräsentieren +sie doch schon zwei wesentlich verschiedene Typen, nämlich die +¡Allotheria¡ und die teils an Insektivoren, teils an polyprotodonte +Beuteltiere erinnernden ¡Dromatheriidae¡. Die ersteren verteilen sich +auf die Gattungen ¡Microlestes¡ und ¡Triglyphus¡ aus dem rhätischen +Bonebed von Württemberg und auf die Gattung ¡Theriodesmus¡ aus den +Karrooschichten von Südafrika. Sie zeigen uns wenigstens, daß die im +Eocän erlöschenden ¡Allotheria¡ schon damals sehr weit verbreitet +waren. Die zweite Gruppe ist vertreten durch die Kieferchen der +Gattungen ¡Microconodon¡ und ¡Dromatherium¡ aus der oberen Trias +von Nordcarolina, und vor einigen Jahren wurde aus der Trias des +Kaplandes ein winziges Kieferchen als ¡Karoomys¡ beschrieben, dessen +Säugetiernatur jedoch mehr als zweifelhaft ist. + +Wesentlich zahlreicher sind die Reste von Säugetieren aus dem +#Jura#, denn sowohl die ¡Allotheria¡ als auch die polyprotodonten +¡Marsupialia¡ entfalten hier bereits einen nicht unbeträchtlichen +Formenreichtum. In Europa sind zwar zu den längst bekannten +Fundplätzen, dem Großoolith von Stonesfield und dem »Dirtbed« des +Purbeck von England keine neuen hinzugekommen, dafür lieferte aber das +Atlantosaurusbed von Wyoming und Colorado eine Anzahl von Säugetieren, +die mit den aus England bekannten Formen teils nahe verwandt sind, +teils sogar den nämlichen Gattungen angehören. Die ¡Allotheria¡ haben +in England Vertreter in der Gattung ¡Plagiaulax¡, in Nordamerika in +den Gattungen ¡Allodon¡ und ¡Ctenacodon¡. Die übrigen Säugetiere +des Jura besitzen ein sekodontes Gebiß und wurden von ~Owen~ wegen +ihrer Ähnlichkeit mit der lebenden Gattung ¡Myrmecobius¡ zu den +polyprotodonten Beuteltieren gestellt. ~Osborn~ zeigte später, daß +manche von diesen Formen im Zahn- und Kieferbau gewissen Insektivoren +recht ähnlich sind, und daß bei einer Gattung, ¡Peramus¡, sogar die +Zahnformel mit jener der ursprünglichen Placentalier vollkommen +übereinstimmt. Andere Formen hingegen, die ¡Triconodontidae¡ +erweisen sich schon durch die Gestalt des Unterkiefereckfortsatzes +als unzweifelhafte ¡Marsupialia¡. Bei der Unvollständigkeit des +vorhandenen Materiales dürfte es sich empfehlen, auch die übrigen +sekodonten Formen vorläufig nicht weiter in Familien und Ordnungen zu +zerlegen und sie insgesamt den Marsupialia anzureihen. + +In der #Kreide# kamen Säugetierreste erst im Jahre 1882 zum Vorschein. +Die ersten Funde aus der Wealdonstufe Englands bestanden in Zähnchen +der schon aus dem Jura bekannten Gattung ¡Plagiaulax¡. Bald darauf +entdeckte ~Cope~ in den Laramieschichten von Dakota einen Zahn von +¡Meniscoëssus¡ und kurz nachher glückte es ~Hatcher~, in Wyoming und +Colorado eine ziemliche Anzahl meist isolierter Zähne zu sammeln, auf +welche ~Marsh~ eine Menge Gattungen und Arten begründete, die freilich +durch ~Osborn~ eine gewaltige Reduktion erlitten haben. Durch diese +Funde wurden zwar unsere Kenntnisse der fossilen Säugetiere nicht so +bereichert, wie man gehofft hatte, denn die Mehrzahl dieser Zähne +gehört den ¡Allotheria¡ an -- ¡Ptilodus¡, ¡Meniscoëssus¡ -- aber +nichtsdestoweniger verdienen sie doch insofern Interesse, als sie für +diese Gruppe die Kluft zwischen Jura und Tertiär überbrücken. Unter +den etwas weniger häufigen trituberkulären und tuberkulärsektorialen +Formen glaubt ~Osborn~ sogar einige als Creodontier, ¡Pediomys¡, und +andere, ¡Protolambda¡, als den Vorläufer von ¡Pantolambda¡, mithin von +Amblypoden ansprechen zu dürfen. Wäre das Material etwas zahlreicher +und vollständiger, so ließen sich wahrscheinlich viel bessere +phylogenetische Schlüsse ziehen. + + +#Eocän.# + +Der Beginn der Tertiärzeit bedeutet einen entscheidenden Wendepunkt +in der Entwicklung der Säugetiere, denn es treten jetzt schon +mehrere Ordnungen von unzweifelhaften Placentaliern auf, während die +¡Allotheria¡ allmählich erlöschen. Die ältesten Säugetierreste des +europäischen Tertiär stammen aus der Gegend von Reims. ~Lemoine~ +unterscheidet hier zwei zeitlich aufeinanderfolgende Faunen, +die des Cernaysien und die des Agéien. Die erstere enthält noch +Vertreter der ¡Allotheria¡, ¡Neoplagiaulax¡, ¡Creodontia-Arctocyon¡, +¡Dissacus¡, ¡Hyaenodictis¡, die zweifelhaften Insectivoren +¡Plesiadapis¡, ¡Protoadapis¡, ¡Adapisorex¡, einen Condylarthren +-- ¡Pleuraspidotherium¡ -- und das auf ¡Anoplotherium¡ weisende +¡Orthaspidotherium¡. Die Fauna des Agéien werden wir besser im +folgenden besprechen. Freilich bedürfen diese beiden Faunen wegen +der höchst sonderbaren, von ~Lemoine~ gegebenen Abbildungen dringend +einer Neubearbeitung. Viel reicher sind nun die dem Cernaysien +ungefähr gleichalterigen Faunen des Puercobed von Neumexiko und +des etwas jüngeren Torrejonbed von Neumexiko und Montana. Die +erstere enthält noch mehrere ¡Allotheria¡, darunter die wichtigen +Gattungen ¡Neoplagiaulax¡ und ¡Polymastodon¡, ¡Creodontia¡ -- +¡Triisodon¡, ¡Oxyclaenidae¡, ¡Condylarthra¡ -- ¡Mioclaenus¡, +¡Oxyacodon¡, ¡Protogonodon¡, ¡Periptychidae¡ und ¡Taeniodontia¡, in +der letzteren finden wir die letzten ¡Allotheria¡ und die ¡Creodontia¡ +werden mannigfaltiger. Sie sind vertreten durch ¡Arctocyonidae¡, +¡Mesonychidae¡, ¡Oxyclaenidae¡, ¡Triisodontidae¡ und die den echten +Raubtieren schon sehr nahe stehenden ¡Miacidae¡. Die ¡Condylarthren¡ +sind durch zahlreiche ¡Mioclaenidae¡, die ersten ¡Phenacodontidae¡ +und ¡Periptychidae¡, die ¡Taeniodontia¡ durch ¡Conoryctes¡ und die +Insectivoren allenfalls durch die ¡Mixodectidae¡ repräsentiert. +Zugleich erscheint der erste Amblypode ¡Pantolambda¡. + +Für die Systematik ergeben sich freilich nicht selten erhebliche +Schwierigkeiten, denn die Organisation ist bei vielen dieser Formen +sehr primitiv, das Gebiß enthält fast immer raubtierähnliche +Incisiven, Caninen und Prämolaren, die Molaren sind bunodont +oder sekodont, die unteren mehr oder weniger tuberkulärsektorial +und die oberen trituberkulär, die Extremitätenknochen haben fast +immer eine sehr indifferente Gestalt, der Humerus ist mit einem +Entepicondylarforamen und das Femur oft mit einem dritten Trochanter +versehen, und die kräftige Fibula stößt nicht an das Calcaneum. +Hand und Fuß sind fünfzehig und, soweit bekannt, mehr oder weniger +plantigrad, und die Endphalangen sind weder als echte Hufe noch auch +als echte Krallen entwickelt. Es darf uns daher nicht wundernehmen, +daß so viele Arten schon wiederholt ihren Platz nicht nur innerhalb +der Gattungen, sondern sogar innerhalb der Ordnungen gewechselt +haben, und daß selbst die Grenzen von Familien und Ordnungen öfters +Verschiebungen erfahren haben. + +Nichtsdestoweniger ist dies doch ein schwerwiegender Beweis für die +Richtigkeit der Deszendenztheorie, denn die so einförmige Organisation +der ältesten Placentalier gestattet eben keinen anderen Schluß, als +daß alle oder doch die meisten Ordnungen der höheren Säugetiere auf +eine oder doch auf nur wenige Stammformen zurückgehen. Die Fauna von +Reims und die des Puerco- und Torrejonbed werden jetzt meist als +#Basaleocän# bezeichnet. + +Das #Untereocän# umfaßt in Europa das Sparnacien und +Yprésien-Londonton, Teredinensande von Epernay, Landénien von +Erquelinnes und Orsmael in Belgien und den plastischen Ton und +Lignit des Pariser Beckens, in Nordamerika das Wasatchbed von +Wyoming und Neumexiko und das etwas jüngere Wind Riverbed von +Wyoming und Colorado. In Europa scheinen die Beziehungen zu +der älteren Fauna des Cernaysien noch ziemlich innig zu sein, +wenigstens enthält das Agéien und das Landénien noch ¡Plesiadapis¡, +¡Protoadapis¡, ¡Dissacus¡, ¡Didymictis¡, jedoch treten jetzt +auch schon echte Nager -- ¡Plesiarctomys¡ --, vorgeschrittenere +¡Creodontia¡ -- ¡Protoproviverra¡, ¡Palaeonictis¡, ¡Pachyaena¡ +und echte Perissodactylen -- ¡Hyracotherium¡, ¡Propachynolophus¡, +¡Pachynolophus¡, ¡Chasmotherium¡ und ¡Lophiodon¡, ein Artiodactyle +-- ¡Protodichobune¡, und angeblich ein Condylarthre -- ¡Phenacodus¡? +sowie die Amblypodengattung ¡Coryphodon¡ auf, welche im Wasatch- und +Wind Riverbed den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht. Während in +Europa nur die Paar- und Unpaarhufer, die Nager und gewisse Creodonten +ein neues Element in der Zusammensetzung der Säugetierwelt darstellen, +scheint in Nordamerika die Kluft zwischen der Fauna des Basal- und +der des Untereocän etwas beträchtlicher zu sein. Es erscheinen dort +echte Primaten -- ¡Anaptomorphidae¡, ¡Pelycodus¡, ¡Notharctus¡, +zahlreiche, zum großen Teil den Primaten nahestehende Insectivoren +-- ¡Mixodectidae¡ -- und die artenreichen ¡Hyopsodontidae¡, zum +Teil durch ihre Größe von den eigentlichen Insektenfressern +abweichend -- ¡Esthonyx¡, ¡Palaeosinopa¡, teils ihnen sehr ähnlich +-- ¡Palaeictops¡, ferner die ersten Nager -- ¡Paramys¡, fast alle +Familien der späteren ¡Creodontia¡ -- ¡Palaeonictidae¡, ¡Oxyaenidae¡, +¡Hyaenodontidae¡ und ¡Mesonychidae¡ und die ¡Miacidae¡ entfalten einen +nicht unansehnlichen Formenreichtum. Neue Erscheinungen sind endlich +die ¡Meniscotheriidae¡, ferner die zahlreichen Perissodactylen -- +¡Heptodon¡, ¡Systemodon¡, ¡Eohippus¡ und ¡Lambdotherium¡, gewisse +Artiodactylen -- ¡Trigonolestes¡, ¡Parahyus¡, dagegen schließen sich +die ¡Taeniodontia¡ -- ¡Calamodon¡, ¡Stylinodon¡, von den Amblypoden +¡Coryphodon¡ und von den Condylarthren die ¡Phenacadontidae¡ doch +ziemlich eng an Formen des Torrejon an, auch ist der Unterschied +zwischen den älteren Mesonychiden, Arctocyoniden und Miaciden und +ihren untereocänen Vertretern doch nicht so groß, daß man jeden +genetischen Zusammenhang zwischen diesen Faunen bestreiten müßte. + +Während in Nordamerika schon die Faunen des Untereocän eine stattliche +Anzahl von Arten, Gattungen und Familien aufzuweisen haben, tritt +in Europa erst im ~Mitteleocän~ eine formenreichere Tierwelt auf. +Die wichtigsten Fundplätze sind hier Argenton (Indre), der Pariser +Grobkalk, La Livinière, Cesseras und Issel in Südfrankreich, +Bracklesham in England, Buchsweiler im Elsaß und die Bohnerze von +Lissieu, Chamblon und Egerkingen. Die Bohnerzfaunen galten bis +vor kurzem vielfach als eine Mischung von Säugetierzähnen aus den +verschiedensten Stufen des Tertiärs, da ja auch wirklich von ein und +derselben Lokalität die verschiedensten Tierreste durcheinandergemengt +vorlagen. Allein dies beruhte darauf, daß nur ausnahmsweise +Sachverständige die Aufsammlungen überwacht und die Reste nach ihrem +Erhaltungszustand und ihrer Herkunft aus den einzelnen Spalten +geschieden hatten. Genauere Sichtung des Materials ermöglichte sowohl +für die süddeutschen als auch für die Schweizer Bohnerze eine sehr +exakte Unterscheidung der verschiedenen Faunen, so daß wir wohl +behaupten dürfen, daß in einer Spalte auch immer nur gleichalterige +Reste eingeschlossen sind. + +In der Fauna des europäischen #Mitteleocän# spielen die +Perissodactylen entschieden die wichtigste Rolle. Die tapirähnlichen +sind vertreten durch ¡Chasmotherium¡ und ¡Lophiodon¡, die +pferdeähnlichen durch ¡Palaeotherium¡, ¡Propalaeotherium¡, +¡Paloplotherium¡, ¡Lophiotherium¡, ¡Anchilophus¡ und ¡Pachynolophus¡. +Dagegen haben die Artiodactylen anfangs nur ganz wenige +Repräsentanten, im unteren Lutetien nur in den ¡Dichobunidae¡ -- +¡Dichobune¡, ¡Meniscodon¡ und ¡Anoplotheriidae¡ -- ¡Catodontherium¡, +¡Dacrytherium¡, sowie in der etwas rätselhaften Gattung ¡Tapirulus¡. +Erst im oberen Lutetien erscheinen ¡Suidae¡ -- ¡Cebochoerus¡ und +¡Choeromorus¡, ¡Anthracotheriidae¡ -- ¡Haplobunodon¡, ¡Lophiobunodon¡, +¡Rhagatherium¡, von ¡Anoplotheriidae¡ ¡Mixtotherium¡ und das kleine +¡Leptotheridium¡ und die ersten ¡Xiphodontidae¡ -- ¡Pseudamphimeryx¡, +¡Dichodon¡ und ¡Haplomeryx¡. Nager, ¡Creodontia¡ und Primaten fehlen +zwar gewiß nicht, allein sie sind hauptsächlich auf die Schweizer +Bohnerze beschränkt und von ~Stehlin~ noch nicht näher untersucht +worden. Um so genauer kennen wir jetzt die nordamerikanischen +Vertreter dieser Ordnungen. Von Primaten finden sich im +Bridgerbed ¡Notharctidae¡ und ¡Anaptomorphidae¡, von Insectivoren +¡Pantolestidae¡, ¡Hyopsodontidae¡, ¡Mixodectidae¡ und die riesigen +¡Tillotheriidae¡ -- ¡Tillotherium¡ -- sowie verschiedene, den +Talpiden, Centetiden und Leptictiden nahestehende kleine Formen. +Von den Carnivoren entfalten die ¡Miacidae¡ -- ¡Viverravus¡, +¡Miacis¡, ¡Vulpavus¡, ¡Oodectes¡ ihren größten Artenreichtum. +Die ¡Oxyaenidae¡ -- ¡Patriofelis¡, ¡Limnocyon¡, ¡Thinocyon¡ sind +ebenfalls gut vertreten, die ¡Mesonychidae¡ erlangen eine ähnliche +Spezialisierung der Extremitäten wie sie jetzt die Hunde besitzen +und die primitiven ¡Hyaenodontidae¡ -- ¡Sinopa¡ sind schon etwas +formenreicher als im Wasatchbed. Das nämliche gilt auch von den +Nagern, ¡Paramys¡ und ¡Sciuravus¡, denen sich jetzt auch noch einige +neue Gattungen beigesellen. Wie in Europa werden auch in Nordamerika +die Perissodactylen noch formenreicher als im Untereocän, die +Artenzahl der Tapiriden, ¡Helaletes¡, ¡Isectolophus¡ und der Equiden +-- ¡Orohippus¡ -- bleibt zwar ziemlich konstant, aber dafür werden die +¡Titanotheriidae¡ um so formenreicher -- ¡Palaeosyops¡, ¡Limnohyops¡, +¡Telmatherium¡. Die Artiodactylen sind bloß durch ¡Dichobunidae¡ +vertreten, die jedoch hier einen größeren Formenreichtum -- +¡Homacodon¡, ¡Sarcolemur¡, ¡Helohyus¡ -- aufweisen als im Wasatchbed. +Die Condylarthren sind jetzt vollständig verschwunden, die Amblypoden +erreichen ihre höchste Blüte in den riesigen abenteuerlichen +¡Dinoceratidae¡. Die ¡Taeniodontia¡ haben nur mehr einen einzigen +Repräsentanten in der Gattung ¡Stylinodon¡, die sich aber durch ihre +hypselodonten Zähne gegenüber den früheren Formen als ein höchst +vorgeschrittener Typus erweist. Besondere Erwähnung verdient die +fast zahnlose Gattung ¡Metachiromys¡, welche ~Osborn~ für einen noch +panzerlosen Verwandten der Gürteltiere hält. + +Im #Obereocän# -- Bartonien und Ludien in Europa, oberstes +Bridgerbed von Wyoming und Uintabed von Utah in Amerika -- nimmt der +Formenreichtum der Säugetierfauna in Europa eher noch zu, dagegen +verarmt sie in Nordamerika in auffallender Weise. Das Bartonien ist +entwickelt in Südfrankreich, Minervois, Robiac und Castres, als Sables +moyens im Pariser Becken und als Sande von Headonhill und Bracklesham +in England. Auch gehört dem Alter nach hierher die Bohnerzfauna +von Mormont und sogar schon ein Teil der Phosphorite von Quercy. +Die Ludienfaunen stammen aus dem Pariser Gips, aus den Ligniten +von Débruge (Vaucluse), aus den Mergeln von St. Hippolyte de Caton +(Gard), von Lamandine (Tarn et Garonne) und aus dem Bembridgekalk +von England. Auch enthalten die Bohnerze von Mormont und Obergösgen +und die Phosphorite von Quercy zahlreiche charakteristische Arten +des Ludien. Der Gesamthabitus der Faunen des europäischen Obereocäns +weicht nur wenig von dem des Mitteleocäns ab. Die Perissodactylen +machen sich auch jetzt noch als das vorherrschende Element geltend. +¡Lophiodon¡ hat zwar im Bartonien den Höhepunkt seiner Entwicklung +erreicht, und ¡Chasmotherium¡ tritt daselbst zum letzten Male auf, +ebenso ¡Propalaeotherium¡ und ¡Pachynolophus¡, dafür gedeihen um so +besser die Gattungen ¡Palaeotherium¡, ¡Paloplotherium¡ sowie die +freilich artenarmen Gattungen ¡Lophiotherium¡ und ¡Anchilophus¡. +Die Artiodactylen werden jetzt allmählich zahlreicher. Von ¡Suidae¡ +erscheint jetzt neben dem schon früher vorhandenen ¡Cebochoerus¡ auch +¡Choeropotamus¡, die schon bisher vertretenen ¡Anthracotheriidae¡ +-- ¡Haplobunodon¡, ¡Rhagatherium¡ -- setzen sich fort, ebenso die +¡Anoplotheriidae¡ -- ¡Mixtotherium¡, ¡Catodontherium¡, ¡Dacrytherium¡ +und ¡Leptotheridium¡, aber jetzt auch vergesellschaftet mit +¡Anoplotherium¡ und ¡Diplobune¡, desgleichen die ¡Xiphodontidae¡, +¡Dichodon¡, -- ¡Pseudamphimeryx¡, ¡Haplomeryx¡ vermehrt durch +¡Xiphodon¡ und ¡Amphimeryx¡. Die ¡Dichobunidae¡ sowie ¡Tapirulus¡ +erfahren zwar keine weitere Bereicherung, dafür erscheint jedoch +eine neue Familie, die ¡Caenotheriidae¡ mit der Gattung ¡Oxacron¡. +Die Raubtiere, von welchen im Mitteleocän nur ¡Hyaenodontidae¡ +-- ¡Sinopa¡, ¡Proviverra¡ und ¡Propterodon¡ und allenfalls auch +¡Miacidae¡ und ¡Amphicyonidae¡ in Europa existierten, zeigen eine +bedeutend größere Mannigfaltigkeit, denn es gliedern sich die +¡Hyaenodontidae¡ in mehrere Gattungen -- ¡Hyaenodon¡, ¡Pterodon¡, +¡Quercytherium¡, ¡Cynohyaenodon¡, von ¡Miacidae¡ »¡Viverra¡« liegen +jetzt auch vollständigere Reste vor, es erscheint ein kleiner +Oxyaenide -- ¡Thereutherium¡, sowie zahlreiche Arten der Gattungen +¡Cynodictis¡, des primitivsten Caniden mit viverrenähnlichem Skelett. +Von Nagern beginnen anscheinend ¡Sciuroides¡ und ¡Plesiarctomys¡, +vielleicht auch ¡Theridomyidae¡ und ¡Cricetodon¡ schon im Lutetien +und werden im Obereocän etwas artenreicher. Ebenso dürften sich +auch die Primaten -- ¡Adapis¡, ¡Cryptopithecus¡, ¡Microchoerus¡ +und ¡Necrolemur¡ verhalten. Im Ludien gibt es auch bereits echte +¡Didelphyidae¡, im Lutetien vermutlich sogar schon ¡Talpa¡ ähnliche +Insectivoren und Chiropteren. In Nordamerika bilden die obereocänen +Faunen durch ihre Formenarmut einen starken Kontrast gegenüber der +Bridgerfauna. Die tiefere Abteilung des Obereocän enthält noch einen +Primaten -- ¡Notharctus¡, einige ¡Oxyaenidae¡, ¡Mesonychidae¡, von +Nagern ¡Paramys¡, von Perissodactylen ¡Hyrachyus¡, ¡Amynodon¡, +¡Heptodon¡, ¡Dolichorhinus¡ und ¡Telmatherium¡, von Artiodactylen +¡Achaenodon¡ und den ersten Cameliden ¡Leptotragulus¡. Besonders +charakteristisch für diese Fauna ist die Anwesenheit des letzten +Dinoceratiden, ¡Eobasileus¡. In der etwas jüngeren Uintafauna finden +wir die letzten ¡Miacidae¡, ¡Oxyaenidae¡, ¡Mesonychidae¡, den ersten +Caniden ¡Procynodictis¡, und die letzten ¡Hyopsodontidae¡. Zu der +jetzt allmählich erlöschenden Gattung ¡Paramys¡ kommt ein neuer +Nagertypus, wohl ein Geomyide, ¡Protoptychus¡. Die Perissodactylen +sind etwas formenreicher als in der vorausgehenden Fauna, denn +zu den schon vorhandenen Amynodontinen und Palaeosyopinen -- +¡Diplacodon¡, ¡Telmatherium¡, ¡Manteoceras¡ gesellt sich auch ein +Tapirine ¡Isectolophus¡ und vor allem die in stammesgeschichtlicher +Beziehung so überaus wichtige Equidengattung ¡Epihippus¡, während +der Hyracodontine ¡Hyrachyus¡ durch den zierlicheren ¡Triplopus¡ +ersetzt wird. Auch die Artiodactylen bekommen hier einen nicht +ganz unansehnlichen Zuwachs, denn für die erloschene Gattung +¡Achaenodon¡ treten jetzt die ersten Oreodontiden -- ¡Protoreodon¡ +und ¡Protagriochoerus¡ auf, die Cameliden werden zahlreicher -- +¡Leptotragulus¡, ¡Protylopus¡, ¡Camelomeryx¡, auch erscheint die +Gattung ¡Bunomeryx¡, die wohl den Vorläufer von ¡Protoceras¡ darstellt. + +Das genauere Studium dieser Faunen der nördlichen Hemisphäre hat +nun freilich die Vermutung, daß zwischen Nordamerika und Europa +während des ganzen Eocäns ein lebhafter Formenaustausch stattgefunden +hätte, keineswegs bestätigt, denn die Zahl der beiden Kontinenten +gemeinsamen Gattungen ist verschwindend gering, wohl aber hat sich +aus diesen Untersuchungen eine stattliche Menge vikariierender Formen +ergeben, die noch dazu auf beiden Kontinenten die gleiche oder doch +sehr ähnliche fortschreitende Entwicklung zeigen und die Aufstellung +einer Menge ungemein vollständiger genetischer Reihen gestatten. +Dabei zeigt sich aber in der Regel nicht, wie man erwarten sollte, +eine nach oben immer mehr zunehmende Verzweigung und Abstammung aus +einer einzigen Urform, sondern meistens treten von einer Gattung +schon gleichzeitig mehrere Arten auf und diese bilden dann unabhängig +voneinander Parallelreihen. Die sorgfältigen Untersuchungen der +europäischen Perissodactylen und Artiodactylen, welche wir ~Stehlin~ +verdanken, lieferten uns eine große Anzahl solcher genetischer Reihen, +die sich manchmal sogar vom Untereocän bis in das Oligocän erstrecken. +Es seien hier nur erwähnt die Reihen innerhalb der Gattungen +¡Choeropotamus¡, ¡Cebochoerus¡, ¡Choeromorus¡, ¡Rhagatherium¡, +¡Diplobune¡, ¡Pseudaphimeryx¡, ¡Dichodon¡, ¡Anchilophus¡, +¡Palaeotherium¡, ¡Paloplotherium¡ und ¡Lophiodon¡. Das Studium der +Creodontier, Nager und Primaten wird uns in nicht zu ferner Zeit +eine willkommene Ergänzung bringen. Ähnliche Entwicklungsreihen +haben ~Osborn~, ~Wortman~ und ~Matthew~ aus dem nordamerikanischen +Material gewonnen und zwar erstrecken sie sich hier auch auf +Primaten, Creodontier, Nager, Ganodonta, Amblypoda und nicht bloß auf +Perissodactylen und Artiodactylen. Was uns an diesen Reihen besonders +in Erstaunen setzt, ist der Umstand, daß wenigstens in Europa nur +ausnahmsweise die Entstehung von neuen Gattungen aus geologisch +älteren zu beobachten ist, was sich kaum anders erklären läßt als +durch wiederholte Einwanderung aus einem uns vorläufig unbekannten +Entwicklungszentrum, das bald in Asien, bald in einem arktischen +Kontinent, bald im nordöstlichen Teil von Nordamerika gesucht wird, +eine Frage, welche freilich erst zukünftige Entdeckungen beantworten +können. Die Fortschritte innerhalb der einzelnen Reihen äußern sich +vorwiegend in Zunahme der Körpergröße, bei den Perissodactylen und +manchmal auch bei Artiodactylen in Komplikation der Prämolaren, in +Spezialisierung gewisser Incisiven und der Caninen, bei den Ganodonten +kommt es sogar schon zur Bildung hypselodonter wurzelloser Zähne, +dagegen erfahren bei den Creodontia die anfangs trituberkulären bzw. +tuberkulärsektorialen Molaren Spezialisierung, meist in der Weise, +daß an den oberen ein langes schneidendes Metastyl entsteht und +dafür der Protocon Reduktion erleidet, während an den unteren häufig +das Metaconid verschwindet und das Talonid beträchtlich reduziert +wird; auch können sich Protoconid und Paraconid in lange Schneiden +umwandeln. Zuweilen erfolgt auch Verringerung der Molarenzahl und +bei den Stammformen der ächten Carnivoren eine gewisse Reduktion der +hinteren Molaren. Was die Extremitäten betrifft, so sind sie zwar +bei den europäischen Säugern nur ausnahmsweise bekannt, aber das +vorhandene Material zeigt uns doch, daß sowohl bei den Paar- als +bei den Unpaarhufern die Reduktion der Seitenzehen schon frühzeitig +begonnen hat, wobei bei den ersteren die dritte und vierte, bei den +letzteren nur die dritte die Hauptfunktion übernommen hat, obgleich +nicht selten die Hand noch vier und der Fuß noch drei Zehen besitzt. +Auch bei Creodontiern erfolgt zuweilen Verlust der ersten Zehe. + +Im Eocän erscheinen auch die ersten Meeressäugetiere. Die Wale sind +zwar bloß durch die Familie der ¡Zeuglodontidae¡ vertreten, aber sie +haben schon eine ziemlich weite Verbreitung, im südlichen Teil von +Nordamerika, in Europa, Ägypten und auf Neu-Seeland, und ebenso finden +wir ¡Sirenia¡ in Westindien, Europa und in Ägypten. Die ersteren gehen +höchstwahrscheinlich auf Creodontier zurück, die letzteren haben mit +den Proboscidiern die Stammform gemein. ~Beide haben sich jedenfalls +aus landbewohnenden Placentalia entwickelt.~ + +Das #Oligocän# zeigt in Nordamerika eine viel schärfere faunistische +Gliederung und zugleich auch einen viel beträchtlicheren +Formenreichtum als in Europa. Die White River-Schichten von +Nebraska, Dakota, Montana, Colorado und Wyoming lassen sich +leicht in drei Horizonte gliedern. Der tiefste, das auch in +Kanada vorhandene Titanotheriumbed, ist charakterisiert durch die +riesigen ¡Titanotheriidae¡, die größten aller Unpaarhufer und durch +¡Chrysochloridae¡-ähnliche Insectivoren, der mittlere durch die +Häufigkeit der ¡Oreodontidae¡ und den Reichtum an Insectivoren und +Didelphyiden und der oberste durch die Gattungen ¡Leptauchenia¡ und +¡Protoceras¡, dagegen sind hier die Hyaenodontiden, welche zusammen +mit ¡Elotherium¡, ¡Anthracotherium¡, ¡Ancodus¡ und dem Suiden +¡Perchoerus¡ ein europäisches Faunenelement repräsentieren, und von +den Insektivoren die ¡Leptictidae¡ bereits vollständig erloschen. +Allen Abteilungen des White-River-Oligocän sind gemeinsam Caniden -- +¡Amphicyoninae¡ und ¡Cynodictinae¡ -- Musteliden, primitive Feliden +-- ¡Dinictis¡, ¡Hoplophoneus¡ --, zahlreiche Nager -- besonders +¡Castoridae¡, ¡Ischyromyinae¡ und ¡Leporidae¡, von Perissodactylen die +Vorläufer der Pferde -- ¡Mesohippus¡ --, Tapiriden und Rhinoceriden. +Jedoch ist von den ersteren ¡Colodon¡ und von den letzteren +¡Hyracodon¡ und ¡Metamynodon¡ auf die älteren Schichten beschränkt, +¡Protapirus¡ erscheint erst etwas später, ¡Aceratherium¡ hingegen +geht durch das ganze Oligocän. Zu den schon im Uintabed vorhandenen +Cameliden und Oreodontiden, welche hier als ¡Poëbrotherium¡, +¡Agriochoerus¡, ¡Oreodon¡ und ¡Leptauchenia¡ schon erhebliche +Fortschritte in ihrer Organisation aufzuweisen haben, gesellen +sich jetzt von Selenodonten auch die kleinen ¡Hypertragulidae¡, +sowie zuletzt ¡Protoceras¡, von Bunoselenodonten ¡Anthracotherium¡, +¡Ancodus¡ und von Bunodonten ¡Elotherium¡, die ¡Leptochoeriden¡ und +ein echter Suide -- ¡Perchoerus¡. + +In Europa ist das Oligocän vorwiegend charakterisiert durch das +Auftreten der Gattung ¡Anthracotherium¡ und die Anwesenheit +zahlreicher primitiver ¡Aceratherium¡-ähnlicher Rhinoceriden. Eine +zeitlich wohlumgrenzte und auch ziemlich formenreiche Fauna kennen +wir aus Ronzon, Haute Loire. Es fehlt zwar an dieser Lokalität die +Gattung ¡Anthracotherium¡, allein sie hat sicher schon gleichzeitig +mit den für Ronzon so charakteristischen ¡Ancodus¡ gelebt, wie die +Funde bei Hamstead auf der Insel Wight beweisen. Mit den Mergeln von +Ronzon sind auch gleichzeitig die Bohnerze von Vehringen und Ulm, +der Kalk von Brie, die Sande von Fontainebleau, ein großer Teil der +Phosphorite von Quercy, Braunkohlen von Dalmatien, von Oberitalien -- +Monte Bolca, Monteviale -- und von Böhmen und die Asphaltschichten +von Lobsann im Elsaß. Besonderes Interesse verdient die Lokalität +Calaf bei Barcelona, weil hier noch ¡Diplobune¡ zusammen mit +¡Ancodus¡ vorkommt. Aus dem Eocän reichen außer ¡Diplobune¡ auch noch +¡Paloplotherium¡ und angeblich auch ¡Palaeotherium¡ in das Oligocän +hinauf, von kleineren Artiodactylen ¡Amphimeryx¡, ¡Caenotherium¡ und +¡Plesiomeryx¡, ferner ¡Metriotherium¡, ¡Dichobune¡, ¡Tapirulus¡, +von Carnivoren ¡Hyaenodon¡, ¡Amphicyoninae¡, ¡Cynodontinae¡ -- +die vermutlichen Vorläufer der Bären -- von Nagern ¡Theridomys¡, +¡Sciuroides¡ und ¡Pseudosciurus¡ sowie Insectivoren -- Erinaceinen -- +und Beutelratten, so daß, wenn man auf diese Formen das Hauptgewicht +legen will, man wirklich von einer verarmten Eocänfauna sprechen +könnte. Allein diesem allmählichen Erlöschen älterer Elemente, +namentlich der eocänen Perissodactylentypen, steht denn doch ein nicht +unbeträchtlicher Zuwachs an neuen Formen gegenüber, es erscheinen +¡Rhinoceriden¡ -- darunter ¡Cadurcotherium¡ --, ¡Protapirus¡, +¡Chalicotherium¡, Vorläufer der Hirsche -- ¡Gelocus¡, ¡Bachitherium¡, +¡Prodremotherium¡ --, und der Suiden -- ¡Palaeochoerus¡, +¡Doliochoerus¡ --, ferner die Gattungen ¡Anthracotherium¡, ¡Ancodus¡ +und ¡Elotherium¡ und von Raubtieren kleine ¡Hyaenodon¡, zahlreiche +Musteliden ¡Palaeoprionodon¡, ¡Stenogale¡, ¡Stenoplesictis¡, +¡Plesictis¡, sowie Vorläufer von Bären -- ¡Cynodon¡, ¡Pachycynodon¡ +und ¡Cephalogale¡. Auch die zahlreichen Insectivoren, Chiropteren und +der überwiegende Teil der Nager aus den Phosphoriten -- die meisten +¡Theridomys¡, sowie ¡Protechimys¡, ¡Nesokerodon¡, ¡Cricetodon¡, +¡Eomys¡ -- gehören wohl erst dem Unteroligocän an. + +Die nächstjüngere Fauna -- Stampien -- aus den Mergeln von Cournon, +Peublanc, Gergovia, in der Auvergne, St. Henri bei Marseille +und Briatexte (Tarn) bilden zwar die Fortsetzung der Fauna von +Ronzon, was sich aus der Anwesenheit der letzten ¡Hyaenodon¡ und +der vorgeschrittenen Organisation der Nager -- ¡Archaeomys¡, +¡Issiodoromys¡ -- ersehen läßt, allein sie ist unvergleichlich ärmer +an Arten. Die wichtigsten Formen sind ein großes ¡Anthracotherium¡ +mit fast unreduzierten Seitenzehen, ¡Lophiomeryx¡ -- auch in den +Cyrenenmergeln des Mainzer Beckens --, auch treten ¡Dremotherium¡ +und ¡Amphitragulus¡ sowie die ersten Ochotoniden -- ¡Titanomys¡ -- +auf. Daneben erhalten sich noch ¡Caenotherium¡ und ¡Plesiomeryx¡, +auch fehlen wohl ebensowenig ¡Palaeochoerus¡, ¡Rhinoceriden¡ und +¡Tapire¡. Die jüngste Oligocänfauna ist die von La Milloque, Gannat, +welcher auch die Tierreste aus den Braunkohlen von Cadibona, Rochette +und von Rott angehören. Sie hat nur wenig Arten geliefert, unter +welchen jedoch dem echten ¡Anthracotherium magnum¡ und den kleinen +¡Microbunodon¡ wegen ihrer Häufigkeit besondere Bedeutung zukommt. Ein +großer Teil des europäischen Oligocän ist jedoch marin entwickelt und +alsdann ausgezeichnet durch die Häufigkeit der Überreste von Sirenen +-- ¡Halitherium¡ --, während Cetaceen sehr selten und nur durch +¡Squalodontidae¡ vertreten sind, neben welchen aber auch vereinzelt +Reste von Landtieren -- ¡Apterodon¡, ¡Anthracotherium¡ und primitiven +Rhinoceriden vorkommen. + +Das #Miocän# beginnt in Nordamerika mit dem John Daybed von +Oregon, welches sich besonders durch den Reichtum an Nagern und +durch die Anwesenheit von ¡Diceratherium¡ und ¡Promerycochoerus¡ +auszeichnet. Aus dem White-River-Oligocän reichen noch herauf von +Perissodactylen ¡Aceratherium¡, ¡Protapirus¡ und ¡Mesohippus¡, +von Artiodactylen ¡Elotherium¡, ¡Perchoerus¡, ¡Agriochoerus¡, +¡Paratylopus¡ und ¡Hypertragulus¡, als neu gesellen sich aber zu +den ersteren ¡Diceratherium¡, ¡Miohippus¡ und der Chalicotheriide +¡Moropus¡, zu den letzteren ¡Eporeodon¡ und ¡Promerycochoerus¡. +Die zahlreichen Carnivoren verteilen sich auf die Gattungen +¡Nothocyon¡, ¡Mesocyon¡, ¡Temnocyon¡, ¡Enhydrocyon¡, ¡Nimravus¡, +¡Pogonodon¡ und ¡Hoplophoneus¡, die Nager auf die Gattungen +¡Prosciurus¡, ¡Steneofiber¡, ¡Entoptychus¡, ¡Pleurolicus¡, +¡Meniscomys¡, ¡Mylagaulodon¡, ¡Paciculus¡, ¡Peromyscus¡ und ¡Lepus¡. +Die etwas jüngeren Faunen der Harrison-Schichten von Montana, der +Rosebud-Schichten von Süd-Dakota, der Monroe Creek-Schichten von +Nebraska etc. sind im ganzen ziemlich arm an Arten und Gattungen, +als charakteristische und zugleich als neue Typen verdienen +Interesse die Carnivoren-Gattungen ¡Phlaocyon¡, ¡Cynodesmus¡, +¡Oligobunis¡, ¡Megalictis¡ und ¡Aelurocyon¡, die Perissodactylen +¡Parahippus¡, ¡Anchitherium¡, ¡Miohippus¡ und die Artiodactylen +¡Dinohyus¡, ¡Desmathyus¡, ¡Mesoreodon¡, ¡Merycochoerus¡, ¡Merychyus¡, +¡Leptauchenia¡, ¡Stenomylus¡, ¡Protomeryx¡, ¡Oxydactylus¡ und +namentlich die Gattung ¡Blastomeryx¡, ein Hypertragulide. Auch die +nächstfolgende Fauna des Deep-River und Flint Creek von Montana, des +Pawnee Creek von Colorado und die Mascall-Schichten von Oregon bieten +keineswegs eine solche Mannigfaltigkeit wie die des nordamerikanischen +Oligocän. Sie enthalten im wesentlichen nur Nachkommen von früheren +Caniden, Rhinoceriden, Equiden, Oreodontiden, Cameliden und Suiden, +jedoch haben sie sich fast sämtlich so stark verändert, daß die +Aufstellung zahlreicher neuer Gattungen notwendig erschien. Von +Caniden werden genannt ¡Tephrocyon¡, ¡Cynarctus¡, ¡Amphicyon¡, +¡Canis¡, von Feliden ¡Pseudaelurus¡, von Rhinoceriden ¡Caenopus¡, +¡Aphelops¡, ¡Teleoceras¡, von Equiden ¡Merychippus¡, ¡Hypohippus¡, +¡Parahippus¡, von Suiden ein Dicotyline -- ¡Hesperhys¡ --, von +Oreodontiden ¡Merycochoerus¡, ¡Promerycochoerus¡, ¡Mesoreodon¡, +¡Merychyus¡ und ¡Cyclopidius¡ und von Cameliden ¡Miolabis¡, +¡Procamelus¡, ¡Protolabis¡ und ¡Alticamelus¡. Die Nager sind fast nur +durch ¡Mylagaulus¡-ähnliche Formen repräsentiert. Was jedoch diesen +jüngeren Faunen besondere Wichtigkeit verleiht, ist das erstmalige +Erscheinen der Proboscidier -- ¡Trilophodon¡ -- in Nordamerika. +Einen fremdartigen Charakter gewinnen sie auch durch das Auftreten +von ebenfalls an europäische Verhältnisse gemahnenden Rhinoceriden +¡Aphelops¡ und ¡Teleoceras¡, von ¡Palaeomerycinae¡ und von Musteliden +-- ¡Potamotherium¡ und ¡Mustela¡. Dagegen sind ¡Blastomeryx¡ und +¡Merycodus¡ sicher Autochthonen. + +Während die Zusammensetzung der eben besprochenen Fauna entschieden +eine Einwanderung altweltlicher Elemente bedingt, ist die +nächstjüngere offenbar das Produkt einer ruhigen Weiterentwicklung +der vorhandenen Typen wohl ohne fremde Beimischung. Leider steht +auch sie an Mannigfaltigkeit ziemlich weit zurück hinter den +älteren nordamerikanischen Tiergesellschaften, was jedoch teilweise +durch einen nicht unbeträchtlichen Individuenreichtum ausgeglichen +wird. Die etwas ältere Arikaree-Stufe hat anscheinend eine weitere +Verbreitung -- Nebraska (Niobrara), Süd-Dakota, Montana, Neu-Mexiko +und Texas -- als die jüngere Olagalla-Stufe in Kansas und Nebraska, +die allerdings auch in Florida und Oregon durch spärliche Überreste +angedeutet wird. Zeitlich schalten sich beide Stufen zwischen das +europäische Obermiocän und Unterpliocän ein, wie überhaupt eine +strikte Parallelisierung der nordamerikanischen und europäischen +Fauna kaum gerechtfertigt erscheint, da es sich eher um ein +zeitliches Alternieren handelt. Die Caniden sind vertreten durch +¡Aelurodon¡, ¡Amphicyon¡, ¡Dinocyon¡, ¡Canis¡, ¡Ischyrocyon¡, die +Musteliden durch ¡Mustela¡, ¡Putorius¡, ¡Potamotherium¡, ¡Lutra¡, +¡Brachypsalis¡, die Feliden durch ¡Machairodus¡ und ¡Pseudaelurus¡, +die Proboscidier durch mehrere wohlcharakterisierte Arten von +¡Trilophodon¡, die Rhinoceriden durch die letzten aber sehr häufigen +¡Teleoceras¡, ¡Peraceras¡ und ¡Aphelops¡. Sehr groß ist die Zahl der +aus diesen Schichten beschriebenen Arten der Equiden, ¡Protohippus¡ +und ¡Neohipparion¡, neben welchen sich aber auch primitivere Formen +¡Hypohippus¡, ¡Parahippus¡ und ¡Merychippus¡ erhalten haben. Von +Artiodactylen finden sich Suiden -- ¡Platygonus¡, ¡Prosthenops¡, +von Cameliden ¡Procamelus¡, ¡Protolabis¡ und ¡Pliauchenia¡. Die +Oreodontiden erlöschen allmählich mit den Gattungen ¡Promerycochoerus¡ +und ¡Merychyus¡, wofür jedoch ¡Palaeomeryx¡-ähnliche Hirsche sowie +¡Blastomeryx¡ und der Antilocapride ¡Merycodus¡ ziemlich häufig +werden. Die Nager endlich haben Repräsentanten in den Gattungen +¡Sciurus¡, ¡Palaearctomys¡, ¡Dipoides¡, ¡Sigmogomphius¡, ¡Mylagaulus¡, +¡Epigaulus¡, ¡Geomys¡, ¡Hesperomys¡, ¡Panolax¡ und ¡Lepus¡. + +Als untere Grenze des europäischen #Miocän# eignen sich am besten +die durch das Vorkommen von ¡Helix rugulosa¡ charakterisierten +Süßwasserablagerungen von Ulm und Mainz, welchen auch der Indusienkalk +von St. Gérand le Puy, die Asphalte von Pyrimont-Challonges, +Savoien, und die Braunkohlen von Brüx im Alter gleichstehen. Von +oligocänen Typen erhalten sich noch das hier besonders zahlreiche +¡Caenotherium¡ und ¡Palaeochoerus¡, von Carnivoren ¡Palaeogale¡, +¡Plesictis¡, ¡Stenogale¡, ¡Amphictis¡ und ¡Cephalogale¡, auch +finden sich die letzten Beutelratten. Die Perissodactylen -- +¡Chalicotherium¡, ¡Paratapirus¡, ¡Aceratherium¡ und ¡Diceratherium¡ +sind nur vorgeschrittenere Entwicklungsstadien der schon bisher +vorhandenen Typen. Das nämliche gilt auch von den Cerviden, +¡Amphitragulus¡ und ¡Dremotherium¡. Eine hervorragende Rolle spielen +¡Amphicyon¡, ¡Potamotherium¡ und ¡Herpestes¡ unter den Carnivoren, +und ¡Steneofiber¡, ¡Plesiospermophilus¡, ¡Myoxus¡, ¡Cricetodon¡ +und ¡Titanomys¡ unter den Nagern. Ihre Abstammung von bisher in +Europa vorhandenen Typen erscheint, wenigstens für einen Teil dieser +Gattungen, einigermaßen zweifelhaft. Die Insectivoren und Fledermäuse +schließen sich sehr enge an lebende Formen an und gehören zum Teil +sogar lebenden Gattungen an. Die Anthracotheriiden sind jetzt durch +einen neuen Typus -- ¡Brachyodus¡ -- vertreten. + +Nach dieser Periode ergriff das Meer wieder Besitz von einem +großen Teil des mitteleuropäischen Festlandes, weshalb auch Reste +von Landsäugetieren im #Mittelmiocän# ziemlich selten und nur +an nichtüberfluteten Orten in größerer Menge erhalten geblieben +sind, wie bei Tuchorschitz in Böhmen und auf dem Juraplateau von +Solnhofen. Sie gehören einer Fauna an, welche im wesentlichen mit +der des Obermiocän übereinstimmt, aber mit jener des Untermiocän +noch die Gattungen ¡Brachyodus¡, ¡Palaeochoerus¡, ¡Amphicyon¡, +¡Cephalogale¡, und ¡Plesictis¡ gemein hat. Die ¡Caenotherien¡ sind +nahezu, die Beutelratten vollständig verschwunden. Von den Hirschen +-- ¡Palaeomeryx¡ -- zeichnen sich die kleineren schon durch den +Besitz eines Geweihes aus, die Rhinoceriden erweisen sich zum Teil +-- ¡Aceratherium¡, ¡Diceratherium¡ -- als direkte Nachkommen von +bereits vorhandenen Typen, daneben tritt jedoch eine neue Form +¡Brachypotherium¡ auf. Das wichtigste Ereignis ist jedoch das +erstmalige Erscheinen von Proboscidiern, der Gattung ¡Mastodon¡. +In den Sanden des Orléanais kommt auch bereits ¡Dinotherium¡ sowie +¡Anchitherium¡ und sogar schon ein Anthropoide ¡Pliopithecus¡ vor. Das +marine Miocän enthält im Gegensatz zum Oligocän nicht nur Sirenen -- +neben ¡Metaxytherium¡ auch noch ¡Halitherium¡ -- und ¡Squalodontidae¡, +sondern auch zahlreiche modernere Zahnwale, darunter ¡Physodon¡, +¡Acrodelphis¡, ¡Cyrtodelphis¡ und ¡Delphinus¡ und sogar schon einen +Bartenwal ¡Plesiocetus¡. Auch erscheinen jetzt Robben -- ¡Phoca¡. + +Während die Faunen des Oligocäns und Eocäns und selbst noch des +Untermiocäns im ganzen doch immer nur auf eine verhältnismäßig +geringe Anzahl von Fundplätzen beschränkt sind, erstreckt sich die +Fauna des #Obermiocän# fast über ganz Mitteleuropa, sie findet sich +aber auch bei Lissabon, Madrid und Südrußland. Es dürfte genügen, +von den zahllosen Fundstellen nur Sansan (Gers), La Grive St. Alban +(Isère), Steinheim, Georgensgmünd, Öningen, die bayerisch-schwäbische +Hochebene, die Braunkohlen von Steiermark und den Landschneckenkalk +von Oppeln in Schlesien zu nennen. Aus dem Untermiocän erhalten sich +fast unverändert die Amphicyoninen, Viverriden, Musteliden, jedoch +erscheinen jetzt auch Vorläufer von ¡Meles¡ -- ¡Trochictis¡, echte +Bären ¡Ursavus¡ und vor allem zahlreiche Feliden, sowohl ¡Machairodus¡ +als auch echte ¡Felis¡. Die Nager, Chiropteren und Insectivoren sind +im wesentlichen die Nachkommen der schon im Untermiocän vorhandenen +Gattungen, neu ist nur die fast allenthalben vertretene Gattung +¡Galerix¡. Bei den Paarhufern läßt sich trotz des Formenreichtums ein +nur geringer neuer Zugang konstatieren, nämlich primitive ¡Antilopen¡ +mit hirschähnlicher Bezahnung und ¡Hyaemoschus¡, gewissermaßen als +Ersatz für die erloschenen Caenotheriiden und für ¡Brachyodus¡, +dagegen scheinen die zahlreichen und in der Größe verschiedenen +¡Palaeomeryx¡-Arten, von denen die kleinen und mittelgroßen jetzt +auch mit Geweihen versehen sind, nur weitere Entwicklungsstadien +der verschiedenen untermiocänen ¡Amphitragulus¡-Arten zu sein. Ein +direkter genetischer Zusammenhang mit früheren Formen besteht nicht +minder auch bei den Suiden, denn ¡Hyotherium¡ und die zum ersten +Male vorhandene Gattung Sus sind die Nachkommen von ¡Palaeochoerus¡, +und ¡Listriodon¡ der von ¡Doliochoerus¡. Unter den Perissodactylen +lassen sich ¡Chalicotherium¡, die Tapire und ¡Aceratherium¡ +ungezwungen von untermiocänen Formen ableiten, und ¡Brachypotherium¡ +und ¡Ceratorhinus¡ haben wenigstens Vorläufer im Mittelmiocän, +wo auch schon, wie wir gesehen haben, ¡Anchitherium¡ zum ersten +Male nachweisbar ist. Im Mittelmiocän muß also eine beschränkte +Einwanderung stattgefunden haben und zwar aus einem uns vorläufig +nicht näher bekannten Gebiet, das aber jedenfalls auch mit Nordamerika +in Verbindung war. Diesem Gebiet verdankte Europa die Einwanderung +der ebengenannten Perissodactylen und wohl auch der Feliden und der +Gattung ¡Galerix¡, dagegen können die gleichzeitig mit auftretenden +Proboscidier, ¡Mastodon¡ und ¡Dinotherium¡, sowie die Affen -- +¡Pliopithecus¡ -- nur aus Afrika gekommen sein. + +Hat schon die obermiocäne Säugetierfauna eine weite Verbreitung +in Europa, so gilt dies in noch höherem Grade von jener des +#Unterpliocäns#, der pontischen Stufe. In Süddeutschland hat sie +freilich, abgesehen von Eppelsheim bei Worms und gewissen Bohnerzen +der Schwäbischen Alb, keine Tierreste hinterlassen, auch in Frankreich +sind solche nur von Cucuron und Mont Lebéron (Vaucluse) und aus +der Gegend von Lyon bekannt, dagegen ist sie auf der hispanischen +Halbinsel wahrscheinlich sehr verbreitet -- man kennt sie sowohl aus +der Gegend von Lissabon als auch von Concud in der Provinz Teruel +-- und im östlichen Europa finden sich Überreste dieser Fauna vom +Wiener Becken an bis in das südliche Rußland und fehlen auch nicht +in Rumänien. Besonders reich entwickelt war jedoch diese Tierwelt in +Griechenland -- Pikermi --, im westlichen Teil von Kleinasien -- Samos +-- und im westlichen Persien -- Maragha -- allein je weiter östlich +die Fundorte liegen, desto mehr treten neue, der europäischen Fauna +fremde Elemente auf, namentlich unter den Wiederkäuern. Während in +Europa die Antilopen nur eine ziemlich geringe Rolle spielen und dafür +die Hirsche besser vertreten sind, verschwinden diese letzteren im +Osten fast vollständig, dagegen entfalten hier die Antilopen einen um +so größeren Formenreichtum. In Mitteleuropa ist die Unterpliocänfauna, +abgesehen von der Anwesenheit der Gattung ¡Hipparion¡, an Stelle +der erloschenen Gattung ¡Anchitherium¡, streng genommen nur die +Fortsetzung der obermiocänen Säugetierwelt, denn die Carnivoren, die +Perissodactylen -- ¡Brachypotherium¡, ¡Aceratherium¡, ¡Tapirus¡, +¡Chalicotherium¡ -- die Proboscidier ¡Mastodon¡ und ¡Dinotherium¡ sind +nur wenig veränderte Nachkommen der obermiocänen Arten. Das nämliche +gilt auch unter den Paarhufern für die Suiden, Hirsche, ¡Dorcatherium¡ +und die wenigen Antilopen, und selbst die Primaten ¡Dryopithecus¡ +und ¡Anthropodus¡ sind wohl aus ¡Pliopithecus¡ hervorgegangen. +Die Nagerfauna ist recht ärmlich, weil fast alle Ablagerungen aus +dieser Periode von Hochfluten oder aus geröllführenden Flüssen +abgesetzt wurden und daher alle kleinen Knochen zugrunde gingen; +sie besteht vorwiegend aus ¡Castor¡, ¡Lepus¡ und ¡Dipoides¡. Die +beiden letzteren Gattungen sind von Osten über Asien aus Nordamerika +gekommen, offenbar zugleich mit Feliden und ¡Hipparion¡. Auch +¡Hyaena¡ ist wohl von Osten her eingewandert. Diese wenigen neuen +Faunenelemente des westlichen Europa bilden einen scharfen Gegensatz +zu der Menge neuer Typen, welchen wir im südöstlichen Europa und +in Westasien begegnen. Die Unterpliocänfauna von Pikermi enthält +einen von den europäischen verschiedenen Rhinoceriden, ¡Atelodus +pachygnathus¡, auf Samos und in Maragha noch weitere, an chinesische +und indische Typen erinnernde Aceratherien, auch erscheint hier +ganz unerwartet ein großer Hyracoide -- ¡Pliohyrax¡ --, besonders +charakteristisch sind ferner die im Westen ganz fehlenden Giraffen +¡Camelopardalis¡, ¡Helladotherium¡, ¡Samotherium¡, ¡Palaeotragus¡ +etc., ferner ¡Palaeoryx¡, ¡Protoryx¡, ¡Protragelaphus¡ und andere +Antilopen, während bis Mittel- und Westeuropa von solchen nur +¡Palaeoreas¡, ¡Tragocerus¡ und ¡Gazella¡ vorgedrungen sind. Auch die +Hyänen sowie ¡Ictitherium¡ und ¡Mesopithecus¡ stellen entschieden +östliche Typen dar. Die Fauna der ebenerwähnten Lokalitäten Samos und +Maragha führt uns naturgemäß zur Besprechung der Fauna der indischen +Siwalik und von China. In den Siwalik gehört zwar der größte Teil +der fossilen Tierreste dem Unterpliocän an, aber es ist doch auch +eine ältere Fauna europäischen Ursprungs wenigstens angedeutet +durch ¡Anthracotherium¡, ¡Merycopotamus¡ und durch eine primitive +¡Mastodon¡-Art. Auch ¡Dinotherium¡ und ¡Listriodon¡ gehören vielleicht +in diese ältere Fauna. Die Pliocänfauna zeichnet sich aus durch das +Vorkommen von mehreren Primaten, ¡Palaeopithecus¡, ¡Simia¡, ¡Macacus¡ +und ¡Cynocephalus¡. Die Raubtiere sind vertreten durch ¡Canis¡, +¡Amphicyon¡, ¡Hyaenarctos¡, ¡Ursus¡, ¡Mellivora¡, ¡Enhydriodon¡, +¡Viverra¡, ¡Machaerodus¡ und verhältnismäßig viele Arten von +¡Hyaena¡ und ¡Felis¡. Die Gattung ¡Mastodon¡ ist ebenfalls ziemlich +artenreich, unter den Rhinoceroten finden sich neben europäischen +Typen auch einige neue, die für lebende und wohl auch für ¡Rhinoceros +tichorhinus¡ stammesgeschichtliche Bedeutung haben. Zugleich mit +¡Hipparion¡ tritt hier wie in China scheinbar auch schon ¡Equus¡ auf. +Die zahlreichen Suiden haben schon sehr modernes Gepräge. Neben vielen +Hirschen finden wir Giraffen und die abenteuerlichen ¡Sivatheriinae¡ +und eine Menge Antilopen, welche zum Teil wie ¡Strepsiceros¡, +¡Hippotragus¡, ¡Alcelaphus¡ heutzutage in Afrika leben, wie ja auch +die Gattung ¡Hippopotamus¡ zum erstenmal in der Sivalikfauna auftritt. +Nicht minder wichtig ist das Vorkommen von ¡Camelus¡, von ¡Capra¡, +und von ¡Bubalus¡ und anderen Boviden, die aber vielleicht doch +schon der jüngeren, im ganzen südlichen Asien so weit verbreiteten +~Stegodonfauna~ angehören. Die in China teils in roten Tonen, teils +in rötlichen Sandsteinen eingeschlossenen Tierreste verteilen sich in +der Hauptsache auf die nämlichen Gattungen, die wir eben als die Fauna +der Siwalik kennen gelernt haben oder doch auf sehr nahestehende, ja +einige Arten sind sogar vollkommen identisch mit indischen, jedoch +gibt es hier auch einige Formen -- ¡Anchitherium¡ und ¡Cervavus¡, +welche augenscheinlich nur die Nachkommen von europäischen Miocäntypen +darstellen. Über China erfolgte offenbar auch am Ende des Miocäns +die Einwanderung nordamerikanischer Faunenelemente, welche teils wie +die ¡Leporiden¡, ¡Dipoides¡, ¡Hipparion¡ sowie ¡Canis¡ und ¡Vulpes¡, +vielleicht auch ¡Hyaena¡, bis nach Europa gelangten, teils sich +vorerst nur über Asien verbreiteten, ¡Camelus¡, ¡aegodonte¡-Antilopen +und wohl auch der ¡Sivatheriinae¡, der Nachkommen von ¡Protoceras¡. +Als Gegengabe erhielt Nordamerika die ¡Aphelops¡-artigen Rhinoceriden, +¡Palaeomeryx¡-ähnliche Cerviden und vor allem die Gattung ¡Mastodon¡ +und von Raubtieren ¡Dinocyon¡ und vielleicht auch schon ¡Ursus¡. + +Eine eigentümliche Stellung nimmt die Fauna von Monte Bamboli und +Casteani in Toskana ein, denn sie enthält den ersten europäischen +Cynopithecinen ¡Oreopithecus¡. Von den hier vorkommenden Carnivoren +ist ¡Hyaenarctos¡ primitiver als der von Pikermi, die ¡Mustela¡ ist +einem Marder von Pikermi und ¡Enhydriodon¡ einer Art aus den Siwalik +sehr ähnlich, die Antilopen lassen sich am ehesten mit solchen von +Pikermi vergleichen und der Suide findet sich auch in Eppelsheim; +dieser Fauna dürfte also doch am ehesten ein unterpliocänes Alter +zukommen. Dagegen schließt sich die von Casino trotz ihrer Armut +schon eher an die von Roussillon und Montpellier an, obwohl ihr +die Anwesenheit von ¡Hippopotamus¡ fast ein etwas jüngeres Gepräge +verleiht. Gegenüber der unterpliocänen Tierwelt erscheint die +#mittelpliocäne# ziemlich dürftig. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl +wichtiger Arten, wie ¡Machairodus crenatidens¡, ¡Hyaena arvernensis¡, +¡Ursus arvernensis¡, ¡Mastodon arvernensis¡, ¡Tapirus arvernensis¡ +und ¡Gazella borbonica¡ sowie ¡Lagomys corsicanus¡ hat sie mit +der oberpliocänen gemein, dagegen verleiht ihr die Anwesenheit von +¡Hipparion¡, ¡Mastodon Borsoni¡ und allenfalls auch von ¡Rhinoceros +leptorhinus¡ und einer ¡Viverra¡ einen altertümlicheren Charakter, +auch die zahlreichen Hirsche sind noch etwas primitiver. Von den +Antilopen leitet ¡Palaeoryx boodon¡ einigermaßen zu den Rindern +hinüber. Während die Nager und die Feliden trotz ihrer nicht +geringen Mannigfaltigkeit kein besonderes Interesse beanspruchen +können, verdient das Vorkommen von mehreren Cynopithecinen +¡Dolichopithecus¡, ¡Semnopithecus¡ und ¡Macacus¡ um so mehr Beachtung. +Ungefähr gleichzeitig mit dieser Landfauna lebten zahlreiche +~Meeressäugetiere~, vorwiegend Zahnwale, daneben auch einige Phociden +und Sirenen -- ¡Felsinotherium¡, deren Überreste, namentlich bei +Antwerpen, Montpellier, in Piemont und bei Siena in reichlicher Menge +zum Vorschein gekommen sind. + +Die #oberpliocäne# Säugetierfauna der Auvergne war schon frühzeitig +Gegenstand eingehender Untersuchung, später wurden die wichtigsten +der hier vorkommenden Arten auch im Arnotal in Toskana nachgewiesen, +auch in England -- Crag von Norwich --, in Siebenbürgen und selbst +bei Giurgewo in Rumänien fanden sich manche der charakteristischsten +Formen. Während die meisten Hirsche und Antilopen, die Suiden, Tapir, +¡Rhinoceros¡, ¡Mastodon¡, die Nager und Raubtiere sich nur wenig von +ihren mittelpliocänen Vorläufern unterscheiden und zum Teil sogar noch +den nämlichen Arten angehören, erhält diese Fauna doch ein wesentlich +jüngeres Gepräge durch das erstmalige Auftreten der Gattungen +¡Elephas¡, ¡Equus¡ und ¡Bos¡. + +In ~Nordamerika~ ist unzweifelhaftes Pliocän nur von Texas und +vielleicht auch von Nebraska bekannt. Die »Blanco-Beds« enthalten +große Caniden -- ¡Borophagus¡, ¡Amphicyon¡, einen Musteliden -- +¡Canimartes¡, einen Feliden -- ¡Felis hillanus¡ -- Edentata -- +¡Glyptotherium¡, ¡Megalonyx¡ und ¡Mylodon¡, mehrere Proboscidia -- +¡Trilophodon¡, ¡Dibelodon¡, Equiden -- ¡Pliohippus¡, ¡Protohippus¡ und +¡Neohipparion¡, Suiden -- ¡Platygonus¡ und Cameliden -- ¡Pliauchenia¡. +Abgesehen von der Anwesenheit der aus Südamerika stammenden Edentata +ist diese Fauna charakterisiert durch das vollständige Erlöschen +der Oreodontiden und Rhinoceriden. Allenfalls dürfen auch noch die +Schichten mit ¡Elephas imperator¡ von Texas und Mexiko in das Pliocän +gestellt werden. + +Das #Pleistocän# beginnt sowohl in Nordamerika als auch in Europa mit +einer Fauna, die noch Arten eines warmen Klimas und sogar erloschene +Gattungen enthält. In Nordamerika ist die Sheridanformation von +Nebraska und das Rock Creek-Bed von Texas charakterisiert durch +das erstmalige Erscheinen der Gattungen ¡Equus¡, ¡Antilocapra¡ +und ¡Castoroides¡ neben ¡Elephas¡, ¡Platygonus¡, ¡Eschatius¡, +¡Camelops¡, ¡Felis¡, ¡Canis¡, ¡Lutra¡ und ¡Mylodon¡, während der +¡Merycodus¡-ähnliche ¡Capromeryx¡ im Aussterben begriffen ist und +die Nager, abgesehen von ¡Castoroides¡, nur durch lebende Gattungen +vertreten sind. In Europa finden wir die älteste pleistocäne +Tiergesellschaft im Cromerforest-Bed von England und Holland, bei +St. Prest und in Mauer bei Heidelberg, welch letztere Lokalität vor +kurzem durch den Fund eines Menschenkiefers so große Berühmtheit +erlangte. Neuere Untersuchungen der an diesen Orten gesammelten +Tierreste haben den Nachweis erbracht, daß zwischen Pliocän und +Pleistocän keineswegs eine so scharfe Grenze besteht, wie es bis +dahin den Anschein hatte, denn wir treffen hier noch pliocäne Arten, +nämlich ¡Hippopotamus major¡, ¡Equus Stenonis¡, ¡Rhinoceros etruscus¡, +¡Elephas meridionalis¡, ¡Ursus arvernensis¡, ¡Canis neschersensis¡, +¡Lynx issiodorensis¡ und ¡Hyaena arvernensis¡, ja einige dieser +Arten reichen sogar noch in die etwas jüngere Fauna von Mosbach bei +Mainz hinauf, wo sich zu ihnen ¡Capreolus caprea¡, ¡Cervus elaphus¡, +¡Alces latifrons¡, ¡Bison priscus¡, ¡Sus scrofa¡ und ¡Castor fiber¡ +gesellen, welche dann mit Ausnahme von ¡Ursus Deningeri¡ und ¡Alces +latifrons¡ in allen jüngeren Pleistocänablagerungen, die während +eines wärmeren Klimas entstanden, wiederkehren, wie z. B. in +Taubach, Krapina und in den Höhlen von Mentone. Neben ihnen kommt +gelegentlich auch noch ein ¡Inuus¡, ¡Hippopotamus¡ und ¡Machairodus +latidens¡ sowie ¡Hyaena striata¡ vor. In Asien (China) lebten während +des älteren Pleistocäns noch ¡Hyaenarctos¡, ¡Chalicotherium¡ und +ein riesiger ¡Tapir¡ neben ¡Rhinoceros sinensis¡ und ¡plicidens¡, +gewissermaßen die Stellvertreter des europäischen ¡Mercki¡, ferner +¡Elephas namadicus¡, ¡Hyaena¡, ¡Hirsch¡ und ¡Schwein¡. In das +Altpleistocän fällt außer der Fauna des Narbadatales auch die durch +das Vorkommen von ¡Pithecanthropus¡ so berühmt gewordene Fauna von +Trinil auf Java mit ¡Macacus¡, ¡Mececyon¡, ¡Feliopsis¡, ¡Stegodon¡, +¡Rhinoceros¡, ¡Hippopotamus¡, ¡Sus¡, ¡Cervulus¡, ¡Axis¡, ¡Duboisia¡, +mit ¡Boselaphus¡ verwandt, ¡Buffelus¡ und ¡Bibos¡, welche insgesamt +nur durch ausgestorbene Arten repräsentiert sind, was deutlich genug +für das hohe Alter dieser Fauna spricht. + +In Nordamerika scheint das eigentliche Mittelpleistocän +charakterisiert zu sein durch das Verschwinden von ¡Camelus¡, +¡Arctotherium¡ und von ¡Elephas Columbi¡, an deren Stelle ¡Mammut¡, +¡Mastodon¡, ¡Odocoileus¡, ¡Haploceras¡, ¡Bison¡, ¡Alces¡, ¡Ovibos¡, +¡Rangifer¡, ¡Cervus¡ und ¡Ursus¡ treten, jedoch erhalten sich anfangs +noch ~Machairodontinen~, ¡Megalonyx¡, ¡Mylodon¡, ¡Equus¡, ¡Tapirus¡ +und ¡Mylohyus¡. Eine Fauna aus dieser Periode scheint in der berühmten +Port Kennedy-Höhle von Pennsylvanien enthalten zu sein, vielleicht +auch in Mergeln von Westkansas. Auch in der Potter Creek-Höhle in +Kalifornien und am Silver Lake in Oregon hat man noch ¡Megalonyx¡ und +¡Nothrotherium¡ sowie ¡Equus¡ und ¡Elephas¡ gefunden. Die Mehrzahl +der Tierreste verteilt sich jedoch schon auf noch lebende Arten +der Carnivoren, Nager, Hirsche, ¡Bison¡, neben welchen allerdings +¡Mastodon americanus¡ zum erstenmal erscheint. Auch finden sich hier +eigentümliche ¡Ovibos¡-ähnliche, vollkommen ausgestorbene Formen -- +¡Preptoceras¡ und ¡Euceratherium¡. Die jüngsten Pleistocänfaunen +Nordamerikas z. B., die aus einer Felsspalte in Arkansas bestehen, +abgesehen von ¡Equus¡, einem ~Machairodontinen~ und einem +Moschusochsen, ¡Symbos¡, nur mehr aus solchen Arten, welche noch +heutzutage Nordamerika bewohnen. + +Die Veränderungen in der Zusammensetzung der Tierwelt, das Aussterben +oder doch Auswandern von wärmeliebenden Formen war in Nordamerika und +in Europa vor allem bedingt durch die ausgedehnte Vergletscherung, +allein in Nordamerika kennt man anscheinend außer der eben erwähnten +Conard-Spalte in Arkansas keine Lokalität, wo eine größere Anzahl der +nunmehr eingewanderten kälteliebenden oder doch der Kälte angepaßten +Arten zum Vorschein gekommen wäre. In Europa hingegen spielt die +Fauna der eigentlichen Eiszeit eine viel wichtigere Rolle als die +präglaziale und interglaziale wärmeliebende Säugetierwelt. Fast +in keiner Höhle von England, Belgien, Frankreich, Deutschland und +Österreich-Ungarn wird man vergeblich nach Knochen und anderen Resten +von Höhlenbär, Höhlenhyäne, Renntier, ¡Rhinoceros antiquitatis¡ +und Mammut suchen, auch Höhlenlöwe, Vielfraß, Gemse und Steinbock +sowie Saigaantilope und Moschusochse sind zuweilen mit ihnen +vergesellschaftet. Die nämlichen Arten haben auch öfters im Löß, +seltener in fluviatilen Ablagerungen Überreste hinterlassen. Ein nicht +unwesentliches Element der jüngsten europäischen Pleistocänfauna +sind ferner auch gewisse Nager -- ¡Cuniculus¡, ¡Lemmus¡, ¡Ochotona¡, +¡Dipus¡, ¡Alactaga¡, ¡Bobak¡, welche heutzutage teils die arktischen +Tundren, teils die Steppen Rußlands und des westlichen Asien bewohnen. +Nach dem definitiven Zurückweichen der Gletscher zogen sie sich +freilich in ihre heutigen Wohnsitze zurück. Auch Ren und Moschusochse +wichen aus dem gemäßigten Teile Europas, während Löwe und Hyäne wohl +nur durch den Menschen aus Europa verdrängt wurden. Um so rätselhafter +erscheint uns dagegen das Aussterben von Mammut, Rhinoceros und +Höhlenbär, denn es ist kaum anzunehmen, daß der Mensch allein sie +ausgerottet hätte, wie das mit dem Riesenhirsch, mit Bison und +Auerochs der Fall war. + +Aus ~Afrika~ waren bis vor kurzem keine fossilen Säugetiere bekannt +mit Ausnahme von jenen aus dem Pleistocän von Algier und einigen +spärlichen Resten aus dem dortigen Tertiär. Nichtsdestoweniger +spielte jedoch Afrika bei zoogeographischen Spekulationen eine +hervorragende Rolle. Es sollte vor allem die Heimat aller pliocänen +Säugetiere von Europa und Asien sein, auch soll es einen großen, +afrikanisch-südamerikanischen Kontinent gegeben haben, und selbst +die dann und wann im europäischen Eocän auftauchenden neuen Formen +sollten unfehlbar aus Afrika stammen. Jetzt, wo wir Reste von +Landsäugetieren sowohl aus dem Eocän und Oligocän, als auch aus +dem Miocän und Pliocän von Ägypten kennen, stellt sich heraus, daß +diese beiden jüngeren Faunen keine anderen Elemente enthalten als +die gleichalterigen Tiergesellschaften von Europa und Asien, und daß +mithin Afrika, wenigstens Nordafrika, auch damals schon faunistisch +zu Eurasien gehörte. Im Eocän ist die Landsäugetierfauna nur auf zwei +Gattungen, ¡Moeritherium¡ und ¡Barytherium¡, beschränkt, die beide +Subungulaten sind, und die Fauna des Oligocäns erweist sich als eine +eigentümliche Mischung von einheimischen Formen, Subungulaten -- +Proboscidia, ¡Palaeomastodon¡ und ¡Moeritherium¡ --, Hyracoidea -- +den zahlreichen ¡Saghatheriidae¡ -- und ¡Arsinoitheria¡ einerseits +und von Einwanderern aus Nordamerika und Europa anderseits. Aus +Europa stammen ¡Ancodus¡, ¡Apterodon¡, ¡Pterodon¡ und ein nicht näher +bestimmbarer großer Creodontier, die Nager ¡Phiomys¡ und ¡Metaphiomys¡ +und wohl auch die Fledermaus, ¡Provampyrus¡. Nachkommen alter +nordamerikanischer Typen sind hingegen die Primaten -- ¡Parapithecus¡, +¡Moeripithecus¡ und ¡Propliopithecus¡, wohl hervorgegangen aus +Anaptomorphiden, der Insectivore ¡Metolbodotes¡ und wahrscheinlich +auch ¡Ptolemaia¡ und ¡Metasinopa¡. Es sind also nur die Subungulata +ein wirklich afrikanisches Element und selbst diese könnten +schließlich auch aus Condylarthren oder doch aus den primitivsten +Placentaliern hervorgegangen sein und mithin praktisch auch nur +Glieder der alten arktogäischen Fauna. Auf keinen Fall sind sie mit +den südamerikanischen ¡Notoungulata¡ näher verwandt. + +Die lebende und subfossile Säugetierwelt der Insel ~Madagaskar~ stellt +ein eigentümliches Gemisch von primitiven und modernen Typen dar. +Die letzteren sind vor allem repräsentiert durch die Zwergform von +¡Hippopotamus¡, der offenbar erst spät vom Kontinent her eingewandert +ist, und ¡Cryptoprocta¡ ist wohl nur der Nachkomme eines miocänen +europäischen Carnivoren. Dagegen lassen sich sowohl die noch lebenden +als auch die ausgestorbenen, zum Teil riesigen ~Lemuriden~ nur von den +~Adapiden~ des europäischen Eocäns ableiten, und als Verwandte der +~Centetiden~ kommen nur gewisse Insectivoren des nordamerikanischen +Oligocäns in Betracht, mit welchen sie auch geographisch durch die +westafrikanische Gattung ¡Potomogale¡ und den auf Kuba lebenden +¡Solenodon¡ verbunden sind. + +Aus den übrigen Teilen der ~südlichen Halbkugel~ waren von +fossilen Säugern lange Zeit nur die Pampastiere und die Reste aus +brasilianischen Höhlen sowie die ausgestorbenen ~Beuteltiere~ und die +~Monotremen~ Australiens bekannt. Nur allmählich erweiterten sich +unsere Kenntnisse ein wenig durch Funde im Tertiär von Patagonien. +Erst die umfassenden Aufsammlungen ~Ameghino's~ in diesem Gebiete +gaben uns ein wirkliches Bild von der Mannigfaltigkeit der hier +begrabenen Tierwelt, welche allerdings einen ganz fremdartigen +Charakter aufweist. Statt der uns gewohnten Paar- und Unpaarhufer +und der Proboscidier treffen wir hier Huftiere, die infolge des +kurzen Schädels, der meist hohen Unterkiefer, des gewölbten Rückens, +der niedergedrückten Vorderextremität, der tiefen Kopfstellung und +der kurzen, meist dreizehigen und häufig mit stumpfen Krallen, nur +selten mit Hufen versehenen Extremitäten eher das Aussehen von +Nagetieren wie etwa von ¡Capybara¡ besitzen. Andere erinnern mehr an +Hasen. Statt der Fledermäuse, Insectivoren und Raubtiere finden wir +~Beuteltiere~, die zum Teil an die australischen Raubbeutler, zum +Teil noch an die mesozoischen ~Allotheria~ erinnern. Ein wichtiges, +Südamerika eigenes Element bilden auch die hier schon frühzeitig +auftretenden ~Edentaten~ und selbst die etwas später erscheinenden +Nager gehören Familien an, die noch heutzutage fast ausnahmslos auf +Südamerika beschränkt sind. So fremdartig diese Tierwelt uns nun auch +beim ersten Anblick erscheint, so ergeben sich bei näherer Betrachtung +doch gewisse Anklänge an Formen der nördlichen Hemisphäre, denn ein +Teil der Huftiere, die ¡Litopterna¡, die in Gebiß und Extremitäten +ein allerdings karikaturenhaftes Perissodactylengepräge zur Schau +tragen, zeigt doch gewisse Beziehungen zu den ~Phenacodontiden~, und +selbst die so eigenartigen ¡Typotheria¡, ¡Toxodontia¡, ¡Entelonychia¡ +und ¡Astrapotherioidea¡ beginnen mit Formen, deren Backenzähne sich +allenfalls von jenen von Periptychiden -- ¡Haploconus¡, ¡Anisonchus¡ +-- ableiten lassen. Ebenfalls auf Typen des ältesten Eocäns von +Nordamerika, auf die ¡Ganodonta¡, gehen wohl auch die ¡Gravigrada¡ +zurück, und der älteste Vertreter der Gürteltiere war vielleicht auch +ein Bewohner Nordamerikas, die Gattung ¡Metachiromys¡, und was die +oben erwähnten ~Beuteltiere~ betrifft, so stammen sie wahrscheinlich +ebenfalls aus Nordamerika, und zwar teils von den ~Allotheria~, teils +von ¡Didelphys¡-ähnlichen Typen des Laramiebed, der oberen Kreide. +Die erst später auftretenden ~Nager~ haben allerdings einen anderen +Ursprung. Ihre Vorfahren waren in Europa und Nordafrika beheimatet. +Sie wanderten wahrscheinlich ~passiv~, nämlich durch Raubvögel von +Insel zu Insel verschleppt, und bedurften hierbei keiner soliden +Landbrücke, es genügte hierfür vielmehr schon die Existenz einer +Inselreihe zwischen Westafrika und Brasilien. + +Die ältesten Schichten in Südamerika, aus welchen Säugetiere +in nennenswerter Anzahl zum Vorschein kamen, sind die +~Notostylopsschichten~ von Casa mayor am Golf St. George in +Patagonien, welchen etwa ein #obereocänes# Alter zukommt. Es sind +hier mit Ausnahme der Nager schon fast alle Typen der fossilen +südamerikanischen Säugetierwelt vertreten, aber erst durch kleine +oder höchstens mittelgroße Formen mit durchwegs brachyodonten +Backenzähnen, die ¡Typotheria¡ durch die ¡Notopithecidae¡ und +allenfalls auch durch die etwas ferner stehenden ¡Archaeopithecidae¡ +und ¡Acoelodidae¡, die ¡Entelonychia¡, durch ¡Notostylopidae¡, +¡Isotemnidae¡ und ¡Homalodontotheriidae¡ -- ¡Thomashuxleya¡ --, die +¡Astrapotherioidea¡ durch die ¡Trigonostylopidae¡, ¡Albertogaudryidae¡ +und die ¡Litopterna¡ durch die bunodonten Gattungen ¡Didolodus¡ +und eine Anzahl anderer höchst mangelhaft bekannter Formen. Auch +gibt es bereits Vertreter der so rätselhaften ¡Pyrotheria¡, von +denen namentlich ¡Carolozittelia¡ fast eine gewisse Verwandtschaft +mit ¡Pantolambda¡ vermuten läßt. An die ¡Allotheria¡ erinnern die +ebenfalls zu den Marsupialiern gehörigen ¡Polydolopidae¡, die +~Raubbeutler~ haben schon einige Repräsentanten in Formen wie +¡Procladosictis¡, ¡Pharsaphorus¡ sowie in den ¡Didelphys¡-ähnlichen +Gattungen ¡Ideodidelphys¡, denen sich die eigentümlichen, bunodonten +¡Caroloameghiinidae¡ am besten anreihen lassen. Edentaten fehlen zwar +keineswegs, allein die meisten der höchst problematischen Gattungen +gehören schon in die nächste Nähe der lebenden ~Dasypodiden~, und die +einzige Gravigradengattung ¡Protobradys¡ ist nur sehr unvollständig +bekannt. + +Die nächstjüngere Säugetierfauna von Patagonien, die der #oligocänen# +~Astraponotusschichten~, läßt sich am besten als die Fortsetzung +der Notostylopsfauna charakterisieren, sie ist aber zweifellos viel +ärmer an Gattungen und Arten und bis jetzt nur sehr mangelhaft +bekannt. Als neue Typen erscheinen eigentlich nur die ¡Notohippidae¡, +deren Zahnkronen erst eine ganz mäßige Höhe erlangt haben, +¡Archaeohyracidae¡ mit prismatischen Zähnen, ¡Astrapotheriidae¡ -- +¡Astraponotus¡ -- und von Edentaten die ersten ¡Glyptodontia¡. + +Die folgende Fauna, die der ~Pyrotheriumschichten~ südlich von +Cabo Blanco, zeigt erhebliche Fortschritte gegenüber den beiden +älteren und hat mit der am besten bekannten und formenreichsten +Fauna Patagoniens, dem Santacruzeno, so viele Gattungen gemein, daß +über ihr #miocänes# Alter nicht der leiseste Zweifel bestehen kann. +Die rätselhaften, hier zum letzten Male vorkommenden ¡Pyrotheria¡ +erreichen jetzt den Höhepunkt ihrer Entwicklung in der gewaltigen +Gattung ¡Pyrotherium¡. Die ¡Typotheria¡ und ¡Toxodontia¡ haben jetzt +insgesamt schon prismatische Zähne. Die ¡Notohippidae¡ sind hier +besonders zahlreich, auch erscheinen die ersten ¡Nesodontidae¡, +anscheinend sogar schon ein großer ¡Nesodon¡, und ¡Interatheriidae¡, +¡Plagiarthrus¡. Von den ¡Entelonychia¡ sind zwar die ¡Isotemnidae¡ +im Aussterben begriffen, dafür erreichen die ¡Leontiniidae¡ schon +gewaltige Körpergröße -- ¡Leontinia¡, ¡Ancylocoelus¡ --, desgleichen +die ¡Astrapotheriidae¡ und ebenso von den ¡Homalodontotheriidae¡ +die Gattung ¡Asmodeus¡. Die ¡Litopterna¡ sind jetzt schon als +¡Protherotheriidae¡ und ¡Macraucheniidae¡ spezialisiert, die letzteren +aber nur durch ziemlich kleine brachyodonte Formen vertreten. Unter +den Edentata bilden die ¡Dasypoda¡ die direkte Fortsetzung der +Formen der Notostylopsschichten, die ¡Glyptodontia¡ und ¡Gravigrada¡ +unterscheiden sich kaum mehr von den späteren, und ebensowenig ist +dies bei den ¡Dasyuridae¡ der Fall. Dagegen sind die ¡Polydolopidae¡ +verschwunden und gewissermaßen durch die ersten ¡Caenolestidae¡ +-- ¡Palaeothentes¡, ¡Parabderites¡ und ¡Halmariphus¡ ersetzt. Als +besonders wichtiges Moment muß die jetzt erfolgte erste Einwanderung +von Nagern -- ¡Cephalomys¡ und ¡Eosteiromys¡ -- bezeichnet werden. + +Zwischen diese Fauna und die des Santacruzeno schaltet sich zeitlich +und morphologisch die Fauna der ~Colpodonschichten~ ein, die +nach ~Tournouer~ am Coli Huapi-See besonders gut entwickelt sein +soll. ~Ameghino~ zitiert hieraus höchst zweifelhafte Primaten -- +¡Homunculites¡ und ¡Pitheculites¡ --, von Nagern treten neue Typen +auf, ¡Acaremys¡, ¡Spaniomys¡ und ¡Perimys¡, unter den Edentaten +verdient ¡Propalaeohoplophorus¡ und unter den ¡Notohippidae¡, die +hier zum letzten Male vertreten sind, ¡Argyrohippus¡ wegen der +dicken Schmelzbedeckung seiner Backenzähne besonderes Interesse. +Die ¡Entelonychia¡ werden zwar schon formenärmer, dafür ist jedoch +die wichtige hierher gehörige Gattung ¡Colpodon¡ um so häufiger. +¡Typotheria¡, ¡Litopterna¡ und ¡Astrapotheriidae¡ sowie ¡Dasyuridae¡ +bieten nichts, was besondere Erwähnung verdiente, dagegen darf der +Umstand, daß die ¡Nesodontidae¡ jetzt schon typisch ausgeprägt +erscheinen, nicht mit Stillschweigen übergangen werden. Zeitlich +scheint diese Fauna der sonst marin ausgebildeten Patagonischen Stufe +zu entsprechen. + +Die nun folgende Fauna aus den ~Schichten von Santa Cruz~ ist die +artenreichste und am besten studierte des ganzen südamerikanischen +Tertiärs. ~Ameghino~ nennt von hier mehrere Primaten, von denen +allerdings nur die Gattung ¡Homunculus¡ wirklich zu dieser Ordnung +gehören dürfte. Die ¡Nesodontidae¡ -- ¡Nesodon¡ und ¡Adinotherium¡ +-- zeichnen sich durch besondere Häufigkeit aus, ebenso von den +¡Typotheria¡ die Gattungen ¡Protypotherium¡, ¡Interatherium¡ und +¡Hegetotherium¡, die kleinen ¡Pachyrucos¡ bleiben freilich hinter +diesen an Individuenzahl weit zurück. Die ¡Entelonychia¡, nur mehr +durch ¡Homalodontotherium¡ vertreten, werden jetzt recht selten, auch +die ¡Astrapotheriidae¡ sind dem Aussterben nahe, dagegen entfalten von +den ¡Litopterna¡ die ¡Proterotheriidae¡ ihren höchsten Formenreichtum, +während die ¡Macraucheniidae¡ sich nur durch beträchtliche Zunahme der +Körpergröße von ihren Vorläufern unterscheiden. Ungemein zahlreich +werden die ~Nager~, sowohl die ¡Caviinae¡, ¡Chinchillinae¡ als +auch von den ¡Octodontidae¡ die ¡Loncherinae¡ und ¡Capromyinae¡; +dagegen zeigen von den ¡Erethizontidae¡ nur die ¡Acaremyinae¡ +eine nennenswerte Bereicherung. Unter den Edentaten zeichnen sich +die ¡Megalonychinae¡ durch besondere Häufigkeit aus, während die +¡Megatheriinae¡ erst langsam zunehmen. Das nämliche gilt auch von den +¡Glyptodontia¡, während die ¡Dasypoda¡ ziemlich unverändert bleiben, +sowohl in Hinsicht auf ihre Organisation als auch auf ihre Häufigkeit. +Besondere Erwähnung verdient die Gattung ¡Stegotherium¡, die wegen +ihrer langen Schnauze und der reduzierten Zähne zu ¡Myrmecophaga¡ +hinüberleiten dürfte, sowie die Anwesenheit eines Insectivoren +¡Necrolestes¡, der etwas an die afrikanischen ¡Chrysochloridae¡ +erinnert. Die ~Beuteltiere~ erreichen jetzt in Südamerika den +Höhepunkt ihrer Entwicklung und zwar nicht nur die ¡Dasyuridae¡, +repräsentiert durch die stattlichen ¡Borhyaena¡ und ¡Prothylacynus¡ +und die kleineren ¡Cladosictis¡ und ¡Amphiproviverra¡, sondern auch +die ¡Caenolestidae¡ -- ¡Palaeothentes¡, ¡Abderites¡ und ¡Garzonia¡, +von denen jedoch nur die letztere Gattung Nachkommen hinterlassen hat. +Zu erwähnen wäre endlich noch die Anwesenheit eines Didelphyiden, +¡Microbiotherium¡. + +#Pliocän.# Die Faunen zwischen dem Obermiocän und dem Pleistocän +stehen sowohl in bezug auf Mannigfaltigkeit als auch hinsichtlich +ihrer Erforschung bedeutend hinter den früheren und den späteren +zurück. Die Paranástufe ist marin ausgebildet und enthält daher +von Säugetieren nur ¡Cetacea¡, ¡Pinnipedia¡ und ¡Sirenia¡, unter +denen nur ein Zahnwal, ¡Prosqualodon¡, größeres Interesse verdient. +Die Landtierfauna ist charakterisiert durch das Seltenerwerden +der ¡Litopterna¡ und ¡Typotheria¡ und das völlige Verschwinden +von ¡Dasyuridae¡, ¡Palaeothentinae¡ und ¡Abderitinae¡, nur ein +Caenolestide -- ¡Zygolestes¡ -- und ¡Didelphys¡ werden aus dem Pliocän +angegeben. Den Hauptbestandteil der Fauna bilden ¡Toxodontinae¡, +¡Macrauchaeniidae¡, Edentaten und ~Nagetiere~. Auch unter den Nagern +finden wir vielfach Formen, welche sich wie die Vertreter der eben +genannten Gruppen von ihren Vorfahren durch bedeutende Zunahme der +Körpergröße unterscheiden, so unter den Chinchillinen ¡Megamys¡. Auch +erscheinen bereits noch lebende Gattungen ¡Myopotamus¡, ¡Lagostomus¡ +und ¡Hydrochoerus¡. Die ¡Gravigrada¡ und ¡Glyptodontia¡ sind teilweise +schon durch Gattungen der Pampasformation repräsentiert, dagegen +werden die ¡Dasypoda¡ ärmer an Zahl der Gattungen und Arten. Angeblich +treten jetzt auch schon echte ~Carnivoren~, ¡Cyonasua¡, ¡Arctotherium¡ +und ein ¡Canide¡ auf. + +Eine wichtige und interessante Fauna ist die des ~Tarija-Tales~ +in Bolivien. Sie hat jedenfalls ein wesentlich höheres Alter +als jene der Pampasformation und enthält neben den bisherigen +südamerikanischen Faunenelementen -- ¡Gravigrada¡, ¡Glyptodontia¡, +¡Dasypoda¡, ¡Caviinae¡, ¡Octodontinae¡ und ¡Capromyinae¡ auch eine +Menge Formen, die bis dahin ausschließlich Bewohner der nördlichen +Hemisphäre oder doch von Nordamerika waren. Diese neu auftretenden +Typen sind ¡Mastodon¡, ¡Tapir¡, Equiden -- ¡Hippidium¡ --, Cerviden, +Cameliden, Feliden --, ¡Smilodon¡, ¡Felis¡ --, Bären, ¡Arctotherium¡, +und Hunde. Auch Musteliden, ¡Mephitis¡, und Procyoniden, Leporiden +und Hesperomyinen sowie ¡Dicotyles¡ sind am Ende des Tertiärs +nach Südamerika gelangt und bilden dann im Pleistocän einen +wesentlichen Bestandteil der südamerikanischen Säugetierfauna. Die +ursprüngliche Fauna verarmt allmählich mit Ausnahme der schon länger +einheimischen Nagertypen, jedoch erreichen die noch vorhandenen +¡Toxodontia¡, ¡Gravigrada¡, ¡Glyptodontia¡ und von den ¡Litopterna¡ +die ¡Macraucheniidae¡ gewaltige Körperdimensionen und vielfach +auch weitgehende Spezialisierung. In der älteren Pampasformation +-- ~Monte Hermoso~ -- gibt es noch ¡Typotheria¡ -- ¡Pachyrucos¡ +und ¡Typotherium¡, sowie ¡Proterotheriidae¡ -- ¡Epitherium¡. Das +Erlöschen dieser kleinen oder doch nur mäßig großen Formen dürfen +wir unzweifelhaft auf die schädliche Konkurrenz der viel besser und +zweckmäßiger organisierten Mastodonten und der Paar- und Unpaarhufer +sowie auf die Tätigkeit der eingewanderten Raubtiere zurückführen. +Allmählich erlagen dieser Konkurrenz und den Nachstellungen der großen +Feliden auch die Macrauchenien, Toxodonten und Riesenedentaten. +Soferne der in Südamerika erst sehr spät auftretende ~Mensch~ an +der Ausrottung dieser Tiere beteiligt war, kann es sich nur um +die Vertilgung der allerletzten Überbleibsel der alteingesessenen +Fauna handeln. Daß er wirklich noch Zeitgenosse wenigstens eines +Gravigraden, des ¡Glossotherium¡, war, geht aus den Funden in der +Höhle Eberhard am Meerbusen von Ultima Esperanza mit Sicherheit hervor. + +Während die bisher entdeckten Säugetierfaunen des südamerikanischen +Tertiärs auf Patagonien beschränkt und ältere Pleistocänfaunen bis +jetzt nur aus dem Tarija-Tal in Bolivien und vom Monte Hermoso bekannt +sind, hat die des jüngeren Pleistocäns, die sogenannte Fauna der +~Pampasformation~ eine viel weitere Verbreitung. Die Hauptfundplätze +sind zwar immer noch die nördlicheren Teile von Argentinien, allein +auch aus Chile und Brasilien kennt man Überreste von Arten der +Pampasformation, auch in den Höhlen von Minas Geraes in Brasilien sind +vereinzelte Überreste von Riesenedentaten zum Vorschein gekommen, +ebenso auch in den vulkanischen Tuffen von Ecuador, hier allerdings in +verschwindend geringer Zahl gegenüber den Pferden und Auchenien. + +Wir dürfen unsere Betrachtungen der fossilen Tierwelt der südlichen +Hemisphäre nicht abschließen, ohne auch einen Blick auf ~Australien~ +zu werfen, dessen Säugetierfauna den Faunen aller übrigen Kontinente +so fremdartig gegenübersteht. Aus dem Tertiär kennt man hier +allerdings nur die einzige Gattung ¡Wynyardia¡, deren systematische +Stellung wegen des Fehlens von Zähnen leider nicht näher ermittelt +werden kann. Dafür sind uns aber im Pleistocän, namentlich aus +Knochenhöhlen, Überreste von ~Monotremen~ und einer ziemlichen +Anzahl ~Beuteltiere~ überliefert worden, die zum Teil riesige +Körperdimensionen erreicht hatten. Sie stammen jedoch durchwegs +von Formen, welche sich an noch lebende australische Gattungen +mehr oder minder enge anschließen und zum Teil sogar noch lebenden +Gattungen angehören. Man hielt die australischen Säugetiere in der +Regel für Nachkommen von mesozoischen Formen, welche sich hier in +ihrer Abgeschlossenheit ungestört in der mannigfaltigsten Weise +differenzieren konnten. Jetzt aber seit der Entdeckung der nicht +unbedeutenden Menge fossiler ¡Polyprotodontia¡ und ¡Diprotodontia¡ im +Tertiär von Patagonien muß man sich eben doch die Fragen vorlegen, +ob die australischen Typen nicht doch von diesen südamerikanischen +Formen abstammen und wann sie etwa nach Australien gelangt sein +könnten. Diese Fragen sind allerdings nicht leicht zu beantworten. Der +Ableitung der australischen ~Dasyuriden~ von den patagonischen stehen +zwar keine ernstlichen Hindernisse im Wege, dagegen erscheint es kaum +statthaft, die ~Hypsiprymniden~, ~Macropodiden~, ~Phalangeriden~ sowie +¡Phascolomys¡ und ¡Diprotodon¡ auf die ~Caenolestiden~ zurückzuführen, +nur ¡Thylacoleo¡ könnte allenfalls von ¡Abderites¡ abstammen, denn +bei den ~Caenolestiden~ haben die Molaren sehr ungleiche, bei den +australischen ~Diprodontia~ aber gleiche Größe und zudem ist bei den +ersteren der vorderste Molar nicht bloß der größte, sondern in der +Regel auch stark differenziert. Anderseits ist es aber doch wieder +sehr unwahrscheinlich, daß zwischen den australischen ~Diprotodontia~ +und den ~Caenolestiden~ keine verwandtschaftlichen Beziehungen +bestehen sollten, während dies doch offenbar der Fall ist bei den +australischen und südamerikanischen ~Dasyuriden~. Die Annahme eines +gemeinsamen Ursprungs hat also doch eine gewisse Berechtigung. Soferne +nun die Stammformen in Südamerika entstanden sind und sich von hier +nach Australien verbreitet haben, kann diese Wanderung nur auf +einer sehr unvollkommenen Landbrücke erfolgt sein, denn sonst wären +auch ~Edentaten~, ~Litopterna~ und ~Notoungulaten~ nach Australien +gekommen. Es wäre jedoch auch nicht ausgeschlossen, daß Südamerika +und Australien die ~Marsupialier~ aus einem uns vorläufig unbekannten +Gebiet erhalten hätten. Jedenfalls wäre es verfehlt, die Frage nach +der Herkunft der australischen Säugetiere jetzt schon definitiv +beantworten zu wollen. + +Wie wir gesehen haben, kommt der nördlichen Hemisphäre als +Entstehungszentrum der Säugetiere eine ungleich größere Bedeutung +zu als allen übrigen Teilen der Erdoberfläche. Selbst das während +des Tertiärs so formenreiche Südamerika kann sich hierin nicht im +entferntesten messen, ja es ist nicht einmal ausgeschlossen, daß seine +Tierwelt doch in Formen der nördlichen Hemisphäre wurzelt, obschon +Verbindungen zwischen Nord- und Südamerika nur etwa bis in die Mitte +des Eocäns und am Ende des Pliocäns bestanden haben. Afrika war nur +während des Eocäns ein wirkliches Entstehungszentrum, aber nur für die +~Archaeoceti~ und für die ~Subungulaten~, und selbst von diesen ist es +keineswegs sicher, ob sie nicht doch aus Säugetieren der europäischen +Kreide hervorgegangen sind. Vom Oligocän an gehört Afrika praktisch +zu Europa. Was endlich Australien betrifft, so scheint seine Tierwelt +erst ziemlich spät, sicher nicht vor dem Tertiär, eingewandert zu +sein. Die Annahme eines antarktischen Kontinentes, welcher zugleich +auch die Heimat gewisser Säugetiertypen, wie der ~Notoungulata~ +und der ~Subungulata~ gewesen wäre, findet in der Geschichte der +Säugetiere keine Stütze. + + +Fußnoten: + +[116] ¡Ameghino Fl.¡, Contribucion al conocimiento de los Mamiferos de +la Republica Argentina. Buenos Aires 1889. -- Enumeration synoptique +des éspèces de Mammifères fossiles des formations éocènes de +Patagonie. Buenos Aires 1894. Première contribution à la connaissance +de la faune des couches à Pyrotherium. Boletin del Inst. geogr. +Argentino T. XV 1895. -- Mammifères crétacés de l'Argentine. Ibidem. +T. XVIII 1897. -- Ongulés nouveaux des terrains crétacés de Patagonie. +Boletin. Acad. nac. de Cordoba 1901. -- Mammifères nouveaux des +terrains crétacés. Ibidem 1902. -- Paleontologia Argentina. Public. +de la Univers. de la Plata 1904. -- ¡Andrews C. W.¡, Descriptive +Catalogue of the Tertiary Vertebrata of the Fayum. Egypte. 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Acrodus 54 + + Acrogaster 132 + + Acrognathus 131 + + Acrolepis 98 + + Acronuridae 137 + + Acrosauridae 206 + + Acrosaurus 206 + + Acrotherium 520 + + Actaeosaurus 211 + + Actinobatis 66 + + Actinodon 168 + + Actinopterygii 89 + + Actiornis 323 + + Acyon 362 + + Adapidae 545 + + Adapis 547 + + Adapisorex 369 + + Adapisoricidae 369 + + Adapisoriculus 369 + + Addax 504 + + Adelphomys 432 + + Adiantidae 444 + + Adiantus 444 + + Adinotherium 520 + + Adlerfische 132 + + Adocus 256 + + Adpithecus 516 + + Adriosaurus 211 + + Adrotherium 479 + + Aechmodus 106 + + Aegodontia 499 + + Aelurictis 398 + + Aelurocyon 393 + + Aelurodon 388 + + Aelurogale 398 + + Aelurosauridae 197 + + Aelurosaurus 198 + + Aelurotherium 379 + + Aeolodon 269 + + Aepyornis 320 + + Aepyornithidae 320 + + Aepyosaurus 288 + + Aepyprymnus 357 + + Aeropoma 139 + + Aethalion 120 + + Aetholepsis 107 + + Aëtobatis 68 + + Aetosauridae 260 + + Aetosaurus 260 + + Aeturaetus 324 + + Agama 210 + + Agamidae 210 + + Aganodus 44 + + Agassizia 114 + + Agathaumas 296 + + Agnocyon 396 + + Agnopterus 323 + + Agnotherium 396 + + Agomphus 256 + + Agriochoerinae 482 + + Agriochoerus 482 + + Agriomeryx 482 + + Agustylus 362 + + Aigialornis 325 + + Aigialosauridae 211 + + Aigialosaurus 211 + + Aistopodidae 165 + + Alactaga 429 + + Alamosemys 256 + + Alastor 374 + + Alauda 325 + + Albertogaudrya 525 + + Albertogaudryidae 525 + + Albertosaurus 281 + + Albula 121 + + Albulidae 121 + + Alcedines 324 + + Alcelaphus 503 + + Alces 494 + + Alcicephalus 496 + + Alepisauriden 125 + + Aletodus 72 + + Aletornis 322 + + Alexandrium 66 + + Algaosaurus 288 + + Allacodon 353 + + Alligator 272 + + Alligatorellus 270 + + Alligatorium 270 + + Allodon 353 + + Allolepidotus 116 + + Allomeryx 489 + + Allomys 425 + + Allopleuron 254 + + Allops 467 + + Allosaurus 282 + + Allotheria 351 + + Alopecias 52 + + Alopecodon 198 + + Alopiopsis 51 + + Alosa 120 + + Alpendohle 325 + + Alticamelus 486 + + Altippus 461 + + Ambloctonus 379 + + Amblotheriinae 360 + + Amblotherium 360 + + Amblyodon 163 + + Amblypeza 248 + + Amblypoda 506 + + Amblypristis 65 + + Amblypterus 98 + + Amblyrhiza 427 + + Amblyurus 106 + + Amia 117 + + Amiidae 116 + + Amioidei 113 + + Amiopsis 117 + + Ammosaurus 280 + + Ammotherium 417 + + Ampheristus 140 + + Amphibamus 163 + + Amphibia 143 + + Amphibos 505 + + Amphicentrum 101 + + Amphichelydia 247 + + Amphichelydidae 247 + + Amphicotylus 270 + + Amphictis 394 + + Amphicyon 387 + + Amphicyoninae 387 + + Amphidolops 354 + + Amphidozotherium 367 + + Amphilaphurus 111 + + Amphilestes 359 + + Amphimeryx 480 + + Amphimorphae 323 + + Amphinasua 392 + + Amphioxiden 2 + + Amphipelargus 323 + + Amphiperatherium 363 + + Amphiplaga 132 + + Amphiproviverra 362 + + Amphisbaenia 210 + + Amphisbaenidae 210 + + Amphiserpentarius 324 + + Amphistium 137 + + Amphisyle 140 + + Amphitheriinae 360 + + Amphitherium 360 + + Amphitragulus 492 + + Amphitylus 360 + + Amyda 257 + + Amynodon 451 + + Amynodontinae 451 + + Amyzon 123 + + Anabas 141 + + Anacanthini 127 + + Anacanthus 67 + + Anacodon 380 + + Anaedopogon 121 + + Analcimorphus 416 + + Analcitherium 417 + + Anaptogonia 431 + + Anaptomorphidae 548 + + Anaptomorphus 548 + + Anarosaurus 233 + + Anas 323 + + Anaschisma 171 + + Anaspida 27 + + Anchilophus 458 + + Anchimys 432 + + Anchippodus 372 + + Anchippus 461 + + Anchisauridae 279 + + Anchisaurus 279 + + Anchitheriinae 460 + + Anchitherium 460 + + Ancistrodon 142 + + Ancodus 477 + + Ancylocoelus 523 + + Ancylopoda 523 + + Ancylostylus 121 + + Ancylotherium 468 + + Andrias Scheuchzeri 176 + + Andrias Tschudii 176 + + Anenchelum 136 + + Anguilla 127 + + Anguinidae 210 + + Anguisaurus 206 + + Anicanodonta 413 + + Anisacodon 370 + + Anisodexis 169 + + Anisodon 468 + + Anisonchus 438 + + Anissolornis 324 + + Ankylosaurus 294 + + Anodontacanthus 44 + + Anogmius 124 + + Anomalapteryx 321 + + Anomalichthys 83 + + Anomalomys 430 + + Anomaluroidea 427 + + Anomodontia 198 + + Anomoeodus 105 + + Anomosaurus 194 + + Anoplosaurus 295 + + Anoplotheriidae 477 + + Anoplotherium 478 + + Anosteira 256 + + Anthodon 191 + + Anthracosaurus 171 + + Anthracotheriidae 476 + + Anthracotherium 476 + + Anthropodus 556 + + Anthropoidea 550 + + Anthropops 552 + + Anthropornis 322 + + Antiarchi 35 + + Antidorcas 500 + + Antilocapra 496 + + Antilocapridae 496 + + Antilope 500 + + Antilopinen 499 + + Antliodus 61 + + Antrodemus 280, 282 + + Anura 177 + + Apateodus 131 + + Apatodon 295 + + Apatomerus 307 + + Apatornis 319 + + Apatosaurus 285 + + Apedodus 86 + + Aphanepygus 109 + + Aphaneramma 171 + + Aphelops 453 + + Aphelosaurus 204 + + Aphelotherium 547 + + Aphreidoderidae 132 + + Aphuelepis 107 + + Aplax 250 + + Aplodontiinae 425 + + Aplodontoidea 425 + + Apodes 119, 127 + + Apogon 136 + + Apogonidae 136 + + Apostasis 137 + + Aprionodon 51 + + Apsopelix 135 + + Apternodus 366 + + Apterodon 381 + + Apteryges 321 + + Apteryx 321 + + Aquila 324 + + Archaelurus 398 + + Archaeobatis 61 + + Archaeobelus 194 + + 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529 + + Arsinoitherium 530 + + Arthrodira 78 + + Arthrodon 103 + + Artiodactyla 468 + + Artionyx 482 + + Arvicola 430 + + Arvicolinae 430 + + Asineopidae 132 + + Asineops 132 + + Asio 325 + + Asmodeus 524 + + Aspideretes 257 + + Aspidichthys 83 + + Aspidodus 60 + + Aspidorhynchidae 111 + + Aspidorhynchus 111 + + Aspidosaurus 169 + + Aspius 123 + + Astephus 123 + + Asteracanthus 56 + + Asterodermus 66 + + Asterodon 107 + + Asterolepis 38 + + Asterosteidae 84 + + Asterostemma 420 + + Asterosteus 84 + + Asthenocormus 114 + + Asthenodon 361 + + Astrabodus 61 + + Astrape 66 + + Astraponotus 526 + + Astrapothericulus 526 + + Astrapotheriidae 525 + + Astrapotherioidea 524 + + Astrapotherium 526 + + Astrodon 288 + + Ateleaspis 34 + + Atelodus 454 + + Athecae 253 + + Atherina 135 + + Atheriniden 135 + + Atherstonia 100 + + Atlantochelys 255 + + Atlantosauridae 285 + + Atlantosaurus 287 + + Atoposauridae 270 + + Atoposaurus 270 + + Attakeopsis 111 + + Aublysodon 281 + + Auchenaspis 34 + + Auchenia 486 + + Aulacosteus 83 + + Aulaxacanthus 71 + + Aulaxinuus 554 + + Aulocetus 410 + + Aulodus 68 + + Aulolepis 122 + + Aulorhamphus 137 + + Aulostoma 140 + + Aulostomidae 140 + + Auxis 139 + + Aves 308 + + Axestemys 257 + + Axestus 257 + + Axis 494 + + + Bachitherium 488 + + Baëna 248 + + Baeninae 247 + + Balaenidae 410 + + Balaenodon 407 + + Balaenoptera 410 + + Balaenopteridae 409 + + Baphetes 171 + + Baptanodon 228 + + Baptemys 256 + + Baptornis 318 + + Baptosaurus 217 + + Barbus 123 + + Barosaurus 287 + + Barsche 132 + + Bartenwale 409 + + Barytheriidae 536 + + Barytherium 536 + + Basilemys 256 + + Basilosaurus 406 + + Bassariscus 392 + + Bastard. Makrelen 137 + + Bathmodon 508 + + Bathrodon 370 + + Bathyerginae 431 + + Bathygenys 482 + + Bathygnathus 196 + + Bathyopsis 508 + + Batodon 363 + + Batrachosuchus 170 + + Bauria 198 + + Bdellodus 56 + + Belemnobatis 66 + + Belemnoziphius 408 + + Belodon 258 + + Belone 122 + + Belonorhynchidae 96 + + Belonorhynchinae 96 + + Belonorhynchus 97 + + Belonostomus 112 + + Beluga 408 + + Beluginae 408 + + Berardius 408 + + Bernissartia 271 + + Berycidae 131 + + Berycopsis 138 + + Beryx 131 + + Bettongia 357 + + Beutelratten 362 + + Bibos 505 + + Bibovina 506 + + Bimana 545 + + Birkenia 27 + + Birkeniidae 27 + + Bison 505 + + Biziura 323 + + Blastoceras 494 + + Blastomeryx 489 + + Blattwirbler 160 + + Blenniomoeus 110 + + Blindwühler 174 + + Blochiidae 140 + + Blochius 141 + + Boavus 220 + + Bolodon 352 + + Bolosaurus 192 + + Boodontia 501 + + Boremys 248 + + Borhyaena 362 + + Borophagus 388 + + Bos 506 + + Boselaphus 502 + + Bostrichthys 96 + + Bothremydidae 248 + + Bothremys 248 + + Bothriceps 170 + + Bothriodon 477 + + Bothriolepis 39 + + Bothriospondylus 287 + + Bothrolabis 473 + + Bottosaurus 272 + + Bovinae 504 + + Bovinen 499 + + Box 136 + + Brachauchenius 238 + + Brachibrachium 191 + + Brachiosaurus 285 + + Brachyacanthus 48 + + Brachyceros 506 + + Brachydectes 163 + + Brachydiastematherium 465 + + Brachydirus 82 + + Brachyichthys 110 + + Brachymylus 72 + + Brachyodus 477 + + Brachyops 170 + + Brachypotherium 453 + + Brachyprotoma 395 + + Brachypsalis 394 + + Brachyrhinodon 206 + + Brachyrhynchus 140 + + Brachyrophus 295 + + Brachysaurus 217 + + Brachytherium 443 + + Bradylemur 550 + + Bradypodidae 413 + + Bramatherium 496 + + Branchiosauridae 160 + + Branchiosaurus 160 + + Brevirostres 263 + + Brimosaurus 237 + + Brithopus 196 + + Brontops 467 + + Brontornis 323 + + Brontosaurus 285 + + Brontotherium 466 + + Brosmius 127 + + Bruta 410 + + Bubalidinae 503 + + Bubalis 503 + + Bubalus 505 + + Bubo 325 + + Bucapra 501 + + Buceros 324 + + Bucklandium 123 + + Büffel 505 + + Buffelus 505 + + Bunaelurus 393 + + Bunodontia 472 + + Bunohyrax 532 + + Bunolitopternidae 441 + + Bunolophodon 537 + + Bunomeryx 484 + + Bunoselenodontia 476 + + Byssacanthus 46 + + Byzenos 62 + + + Cacops 169 + + Cadurcotherium 451 + + Caenolestes 355 + + Caenolestidae 355 + + Caenolestinae 355 + + Caenopithecus 548 + + Caenopus 452 + + Caenotheriidae 481 + + Caenotherium 481 + + Caiman 272 + + Calamodon 414 + + Calamoichthys 89 + + Calamopleurus 125 + + Calamospondylus 280 + + Calamostoma 141 + + Calignathus 110 + + Callibrachion 203 + + Callipterix 134 + + Callithrix 552 + + Callocalia 325 + + Callomenus 356 + + Callopristodus 63 + + Callopterus 116 + + Callorhynchus 72 + + Calomostoma 137 + + Calops 495 + + Camarosaurus 287 + + Camelidae 484 + + Camelinae 486 + + Camelomeryx 494 + + Camelopardalis 496 + + Camelops 486 + + Camelus 484, 486 + + Campodus 57 + + Camptonotus 289 + + Camptosauridae 289 + + Camptosaurus 289 + + Campylognathus 304 + + Campyloprion 59 + + Canidae 386 + + Caninae 389 + + Canis 389 + + Canobius 98 + + Cantioscyllium 50 + + Capitodus 123 + + Capitosaurus 172 + + Capra 501 + + Capreolus 494 + + Caprimulgi 324 + + Capromeryx 496 + + Capromyinae 431 + + Captorhinus 192 + + Carangidae 137 + + Carangopsis 137 + + Caranx 137 + + Carcharias 51 + + Carchariidae 51 + + Carchariopsis 45 + + Carcharodon 53 + + Carcinodon 376 + + Cardiocephalus 169 + + Cardiodon 432 + + Caretta 254 + + Carettochelyidae 257 + + Carettochelys 256 + + Cariama 323 + + Carnivora 374 + + Caroloameghinia 363 + + Caroloameghiniidae 363 + + Carolodarwinia 523 + + Carolozittelia 527 + + Carsosaurus 211 + + Casea 196 + + Castor 427 + + Castorinae 426 + + Castoroidea 426 + + Castoroides 427 + + Castresia 257 + + Casuarius 320 + + Catapleura 251 + + Catastylops 523 + + Catodontherium 479 + + Catopsalis 354 + + Catopteridae 102 + + Catopterus 102 + + Caturidae 114 + + Caturus 114 + + Caulodon 288 + + Cavia 432 + + Cavicornia 497 + + Caviinae 432 + + Cayluxotherium 369 + + Cebidae 552 + + Cebochoerus 473 + + Cebus 552 + + Cecomorphae 322 + + Cenchrodus 108 + + Centetidae 366 + + Centracodon 368 + + Centrina 50 + + Centriscidae 140 + + Centrobatidae 66 + + Centrodus 87 + + Centrolepis 100 + + Centrophoroides 50 + + Centrophorus 49 + + Centropristis 133 + + Centrosaurus 296 + + Cephalaspidae 33 + + Cephalaspis 33 + + Cephalogale 389 + + Cephalomys 432 + + Cephalophinae 502 + + Cephalophus 502 + + Cephenoplosus 114 + + Ceramurus 111 + + Ceratodontidae 76 + + Ceratodus 77 + + Ceratogaulus 427 + + Ceratops 296 + + Ceratopsidae 295 + + Ceratopterinae 65 + + Ceratorhinus 453 + + Ceratosaurus 281 + + Cervalces 494 + + Cervavus 493 + + Cervicapra 504 + + Cervicaprinae 504 + + Cervicornia 490 + + Cervinae 493 + + Cervulinae 492 + + Cervulus 493 + + Cervus 494 + + Cestracion 56 + + Cestracionidae 56 + + Cetacea 401 + + Cetiosauridae 285 + + Cetiosaurus 285 + + Cetorhinus 53 + + Cetorhynchus 408 + + Cetotherium 410 + + Chaenohyus 473 + + Chaetodontidae 134 + + Chalcodus 61 + + Chalcosaurus 168 + + Chalicomys 426 + + Chalicotheriidae 467 + + Chalicotherium 468 + + Chamaeleo 210 + + Chamaeleontia 210 + + Chamaeleontidae 210 + + Chamops 210 + + Champsodelphis 408 + + Champsosauridae 204 + + Champsosaurus 204 + + Chanoides 121 + + Chanos 121 + + Characinidae 123 + + Characodus 86 + + Charadrius 322 + + Charithemys 248 + + Charitosomus 127 + + Chasmotherium 447 + + Chatoessus 120 + + Chauna 323 + + Cheiracanthus 42 + + Cheirodopsis 101 + + Cheirodus 101 + + Cheirolepis 98 + + Chelodina 249 + + Chelodus 426 + + Chelone 254 + + Chelonemys 249 + + Chelonia 254 + + Chelonichthys 38 + + Chelonides 249 + + Cheloniidae 254 + + Cheloniidea 252 + + Chelotriton 176 + + Chelydosaurus 167 + + Chelydra 251 + + Chelydridae 251 + + Chelyidae 248 + + Chelyophorus 82 + + Chelyopsis 255 + + Chelyposaurus 201 + + Chelytherium 247 + + Chelyzoon 247 + + Chenomorphae 323 + + Chenopsis 323 + + Chenornis 323 + + Chersidae 252 + + Chilonix 192 + + Chiloscyllium 50 + + Chimaera 72 + + Chimaeracanthus 71 + + Chimaeridae 70 + + Chimaeropsis 70 + + Chinchillinae 432 + + Chirocentridae 122 + + Chirocentrites 122 + + Chirocentrus 122 + + Chiromyidae 550 + + Chiromys 550 + + Chiromystus 122 + + Chironectes 363 + + Chiroptera 373 + + Chirotherium 173 + + Chirothrix 135 + + Chirotrichidae 134 + + Chirox 353 + + Chisternon 248 + + Chitinodus 60 + + Chitracephalus 250 + + Chlamydoselache 49 + + Chlamydoselachidae 49 + + Chlamydotherium 421 + + Choeromorus 473 + + Choeropotamus 473 + + Choerotherium 473 + + Choloepus 415 + + Chomatodus 61 + + Chondrenchelys 44 + + Chondrostei 94 + + Chondrosteidae 94 + + Chondrosteosaurus 287 + + Chondrosteus 94, 287 + + Choneziphius 408 + + Chordata 3 + + Choristodera 204 + + Chriacus 376 + + Chromidae 134 + + Chrysemys 252 + + Chrysochloridae 366 + + Chrysophrys 136 + + Cimolestes 363 + + Cimoliasaurus 237 + + Cimolichthys 126 + + Cimolodon 354 + + Cimolomys 354 + + Cimolopteryx 325 + + Cinosternidae 256 + + Cinosternum 256 + + Cionodon 292 + + Cistudo 251 + + Citharus 128 + + Cladacanthus 59 + + Cladoclinus 355 + + Cladocyclus 122 + + Cladodontidae 44 + + Cladodus 45 + + Cladornis 322 + + Cladoselache 45 + + Cladosictis 362 + + Claenodon 382 + + Claorhynchus 293 + + Claosaurus 291 + + Clastes 113 + + Claudius 256 + + Cleithrolepis 100, 107 + + Clemmys 252 + + Clenialites 553 + + Clepsydropidae 194 + + Clepsydrops 194 + + Clepsysaurus 260 + + Clidastes 216 + + Climatius 48 + + Climaxodus 62 + + Cliorhizodus 196 + + Clupea 120 + + Clupeidae 120 + + Cnemiornis 323 + + Cobus 504 + + Coccoderma 89 + + Coccodus 105 + + Coccolepis 100 + + Coccosteidae 80 + + Coccosteus 81 + + Cochilius 516 + + Cochleosaurus 167 + + Cochliodontidae 59 + + Cochliodus 59 + + Cochlops 420 + + Coeciliae 174 + + Coelacanthidae 88 + + Coelacanthus 88 + + Coelocephalus 139 + + Coelodon 416 + + Coelodonta 454 + + Coelodus 104 + + Coelogaster 122 + + Coelolepidae 28 + + Coelolepis 29 + + Coelophysis 280 + + Coelosaurus 282 + + Coelosuchus 270 + + Coeluridae 280 + + Coelurus 280 + + Coendu 431 + + Colii 324 + + Colobodus 107 + + Colodon 448 + + Colomys 430 + + Colonoceras 451 + + Coloreodon 482 + + Colpodon 523 + + Columba 324 + + Columbae 324 + + Colus 500 + + Colymboides 322 + + Colymbosaurus 236 + + Colymbus 322 + + Compsacanthus 72 + + Compsemys 248, 256 + + Compsognathidae 282 + + Compsognathus 282 + + Conacodon 439 + + Conchiopsis 88 + + Conchiosaurus 233 + + Conchochelys 257 + + Conchodus 74 + + Conchopoma 75 + + Condylarthra 437 + + Coniopternium 441 + + Coniosaurus 211 + + Connochaetes 503 + + Conodectes 190 + + Conodonictis 362 + + Conodus 115 + + Conoryctes 414 + + Conoryctinae 414 + + Copodus 61 + + Coraciae 324 + + Corax 52 + + Cordylodon 368 + + Coresodon 519 + + Corviden 325 + + Corvus 325 + + Coryphaenidae 138 + + Coryphagus 438 + + Coryphodon 508 + + Coryphodontidae 508 + + Cosmolepis 100 + + Cosmoptychius 98 + + Cosoryx 496 + + Cottidae 140 + + Cottus 140 + + Cotylosauria 188 + + Cramauchenia 441 + + Craniota 3 + + Craspedodon 289 + + Crataeomus 294 + + Craterosaurus 283 + + Crenilabrus 134 + + Crenilepis 107 + + Creodontia 375 + + Creosaurus 282 + + Cricetinae 429 + + Cricetodon 430 + + Cricetus 430 + + Cricodus 87 + + Cricosaurus 269 + + Cricotus 171 + + Criotherium 503 + + Crocidura 368 + + Crocodileimus 269 + + Crocodilia 261 + + Crocodilidae 272 + + Crocodilus 273 + + Crommyodus 134 + + Crossopholis 96 + + Crossopterygii 85 + + Crossopus 368 + + Crossotelos 165 + + Crotalide 220 + + Crotalus horridus 219 + + Cruschedula 322 + + Cryptobranchus 176 + + Cryptocleidus 236 + + Cryptocynodon 201 + + Cryptodira 250 + + Cryptomeryx 487 + + Cryptopithecus 546 + + Cryptoprocta 397 + + Cryptornis 325 + + Cryptosaurus 289 + + Crypturi 321 + + Ctenacanthus 53 + + Ctenacodon 353 + + Ctenerpeton 165 + + Ctenodactylinae 431 + + Ctenodontidae 75 + + Ctenodontinae 432 + + Ctenodus 75 + + Ctenomys 432 + + Ctenopetalus 63 + + Ctenopoma 140 + + Ctenoptychius 63 + + Ctenosaurus 195 + + Ctenothrissa 122 + + Ctenothrissidae 122 + + Cuculi 324 + + Cumnoria 289 + + Cuniculus 430 + + Curtodus 56 + + Cyamodus 240 + + Cyathaspis 32 + + Cybium 139 + + Cyclobatis 67 + + Cycloid- und Ctenoidschuppen 5 + + Cyclolepidoti 113 + + Cyclopidius 484 + + Cyclopoma 133 + + Cycloptychius 98 + + Cyclostomi 3 + + Cyclotosaurus 172 + + Cyclurus 117 + + Cycnorhamphus 306 + + Cygnus 323 + + Cylindrodon 428 + + Cymatosaurus 233 + + Cymbospondylus 228 + + Cynarctus 392 + + Cynocephalus 553 + + Cynocercus 255 + + Cynochampsa 198 + + Cynodesmus 387 + + Cynodictinae 386 + + Cynodictis 387 + + Cynodon 389 + + Cynodontia 198 + + Cynodontinae 389 + + Cynodontomys 370 + + Cynodontosuchus 271 + + Cynodraco 198, 289 + + Cynognathus 198 + + Cynohyaenodon 380 + + Cynomys 426 + + Cynonycteris 374 + + Cynopithecidae 553 + + Cynosuchus 198 + + Cyon 390 + + Cyonasua 392 + + Cyphornis 324 + + Cyprinidae 122 + + Cyprinodontidae 122 + + Cyprinus 123 + + Cypselavus 325 + + Cypselus 325 + + Cyrtodelphis 408 + + Cyrtonodus 59 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Dermochelys 253 + + Dermodactylus 307 + + Desmathyus 473 + + Desmatippus 461 + + Desmatochelydae 255 + + Desmatochelys 255 + + Desmatodon 192 + + Desmatotherium 447 + + Desmognathinae 176 + + Desmospondylus 190 + + Desmostylus 542 + + Deuterosauridae 196 + + Deuterosaurus 196 + + Deuterotherium 443 + + Devisia 251 + + Diacium 210 + + Diacodon 367 + + Diadectes 192 + + Diadectidae 192 + + Diademodon 198 + + Diadiaphorus 443 + + Dialophus 523 + + Diapsida 187 + + Diasparactus 192 + + Diastichus 123 + + Diatryma 323 + + Dicentrodus 45 + + Diceratherium 453 + + Diceratops 296 + + Diceratosaurus 164 + + Diceros 454 + + Dichelodus 61 + + Dichobune 479 + + Dichobunidae 479 + + Dichodon 481 + + Diclonius 291 + + Dicoelophorus 432 + + Dicotyles 473 + + Dicranozygoma 198 + + Dicrenodus 45 + + Dicrocerus 493 + + Dicrocynodon 361 + + Dictaea 62 + + Dictyocephalus 171 + + Dictyodus 139 + + Dictyopyge 102 + + Dicynodon 200 + + Dicynodontia 198 + + Dicynodontidae 201 + + Didelphia 350 + + Didelphops 363 + + Didelphyidae 362 + + Didelphys 363 + + Didolodus 441 + + Didus 324 + + Didymaspis 34 + + Didymictis 383 + + Didymodus 43 + + Dihoplus 453 + + Dilambdodonta 366 + + Dilophodon 447 + + Dimetrodon 194 + + Dimorphodon 304 + + Dimylidae 368 + + Dimylus 368 + + Dinichthys 82 + + Dinictis 398 + + Dinilysia 220 + + Dinobastis 398 + + Dinocephalia 198 + + Dinoceras 509 + + Dinoceratidae 508 + + Dinocyon 389 + + Dinodocus 288 + + Dinohyus 475 + + Dinopteryx 132 + + Dinornis 321 + + Dinornithidae 320 + + Dinosauria 273 + + Dinosaurus 196 + + Dinotheriidae 536 + + Dinotherium 536 + + Diodon 142 + + Diomeda 322 + + Diopecephalus 306 + + Diopeus 194 + + Dioplodon 408 + + Diorotherium 524 + + Dipilus 356 + + Diplacanthidae 48 + + Diplacanthus 48 + + Diplacodon 465 + + Diplacodus 59 + + Diplaspis 32 + + Diplobune 478 + + Diplocaulidae 165 + + Diplocaulus 165 + + Diploclonus 467 + + Diplocynodon 272, 361 + + Diplocynodontinae 361 + + Diplodocidae 288 + + Diplodocus 288 + + Diplodus 43 + + Diploglossus 210 + + Diplognathus 83 + + Diplolepis 114 + + Diplomystus 120 + + Diplopterus 87 + + Diplosaurus 270 + + Diplotomodon 283 + + Diplovertebron 171 + + Diplurus 89 + + Dipnoi 73 + + Dipodinae 429 + + Dipodoidea 429 + + Dipoides 427 + + Dipriacanthus 73 + + Dipriodon 354 + + Dipristis 72 + + Diprotodon 358 + + Diprotodontia 355 + + Dipteridae 73 + + Dipterus 74 + + Dipus 429 + + Diracodon 294 + + Dirrhizodon 51 + + Discoglossus 178 + + Discolomys 431 + + Discosaurus 167 + + Dissacus 377 + + Dissorophus 169 + + Disticholepis 109 + + Distrophaeus 285 + + Ditaxiodus 115 + + Ditrochosaurus 240 + + Dittodus 44, 86 + + Docodon 361 + + Doedicurus 419 + + Dolichobrachium 194 + + Dolichopithecus 554 + + Dolichopterus 107, 323 + + Dolichorhinus 465 + + Dolichorhynchus 238 + + Dolichosauridae 211 + + Dolichosaurus 211 + + Dolichosoma 166 + + Dolichotis 432 + + Doliochoerus 474 + + Doliovertebra 234 + + Dollopterus 107 + + Domnina 367 + + Doratorhynchus 307 + + Dorcatherium 487 + + Dorcichthys 141 + + Dornhaie 49 + + Dorudon 406 + + Dorygnathus 304 + + Dorypterus 101 + + Dremotherium 492 + + Drepanacanthus 63 + + Drepanaspidae 29 + + Drepanaspis 30 + + Drepanephorus 56 + + Drias 323 + + Dromaeidae 320 + + Dromaeognathae 319 + + Dromaeus 320 + + Dromasauria 198 + + Dromatheriidae 358 + + Dromatherium 358 + + Dromocyon 377 + + Drosseln 325 + + Dryolestes 360 + + Dryopithecus 556 + + Dryosauridae 205 + + Dryosaurus 205, 289 + + Dryptodon 414 + + Dryptosaurus 282 + + Duboisia 502 + + Ductor 137 + + Dules 133 + + Duplicidentata 433 + + Dynamosaurus 281 + + Dynobatis 67 + + Dyoplax 260 + + + Eccasaurus 198 + + Echeneis 140 + + Echidnocephalus 125 + + Echinodon 294 + + Echinogale 368 + + Echinomyinae 428 + + Echinomys 432 + + Echinorhinus 50 + + Ecphantodon 552 + + Ectacodon 508 + + Ectoconodon 507 + + Ectoconus 439 + + Ectocynodon 192 + + Ectomatemys 252 + + Ectosteorhachis 87 + + Edaphodon 72 + + Edaphosaurus 196 + + Edentata 410 + + Edestidae 58 + + Edestosaurus 216 + + Edestus 58 + + Edvardocopeia 525 + + Egertonia 134 + + Eggysodon 452 + + Eidechsen 207 + + Eifelosaurus 206 + + Eisvögel 324 + + Elaphis 220 + + Elaphrocnemus 323 + + Elaphus 494 + + Elasmobranchii 39 + + Elasmodectes 72 + + Elasmodus 72 + + Elasmognathus 72, 448 + + Elasmosaurus 238 + + Elasmotheriinae 454 + + Elasmotherium 454 + + Elcabrosaurus 194 + + Elentier 494 + + Elephantidae 537 + + Elephas 539 + + Eleutherocercus 419 + + Elginia 192 + + Eliomys 429 + + Elomeryx 477 + + Elonichthys 98 + + Elopidae 124 + + Elopopsis 125 + + Elops 124 + + Elornis 323 + + Elosaurus 288 + + Elotheriidae 474 + + Elotherium 475 + + Embaphias 237 + + Embassis 363 + + Embolomeri 171 + + Embolophorus 194 + + Embrithopoda 529 + + Empedias 192 + + Empo 126 + + Emydinae 251 + + Emydura 249 + + Emys 251 + + Enaliochelys 250 + + Enaliornis 318 + + Enaliosuchus 269 + + Enchelops 127 + + Enchelurus 125 + + Enchodontidae 125 + + Enchodus 126 + + Endothiodon 201 + + Endothiontidae 201 + + Engraulis 121 + + Enhydriodon 394 + + Enhydrocyon 388 + + Enneles 125 + + Enneodon 361 + + Enoplosus 133 + + Entelodon 475 + + Entelonychia 521 + + Entelostylops 523 + + Entenvögel 323 + + Entomacodon 368 + + Entomolestes 368 + + Entoptychus 427 + + Eoauchenia 442 + + Eocardia 432 + + Eocerus 502 + + Eocetus 406 + + Eochalicotherium 523 + + Eochelone 255 + + Eocottus 140 + + Eocynodon 139 + + Eodidelphys 363 + + Eohegetotherium 516 + + Eohippus 458 + + Eohyrax 517 + + Eohyus 473 + + Eomeryx 482 + + Eommanodon 355 + + Eomorphippus 519 + + Eomyinae 429 + + Eomyrus 127 + + Eomys 429 + + Eoneornis 323 + + Eopachyrucos 516 + + Eopristis 65 + + Eoproterotherium 443 + + Eosaurus 171 + + Eoserpeton 163 + + Eosiren 542 + + Eosphargis 254 + + Eospheniscus 322 + + Eosteiromys 431 + + Eostylops 523 + + Eosuchus 271 + + Eotherium 542 + + Eothynnus 139 + + Eotylopus 484 + + Epanorthus 356 + + Epanterias 288 + + Ephippus 134 + + Epiaceratherium 452 + + Epiceratodus 78 + + Epicordylus 168 + + Epigaulus 427 + + Epihippus 458 + + Episcoposaurus 260 + + Epitherium 442 + + Eplacentalia 349 + + Eporeodon 483 + + Equidae 454 + + Equinae 461 + + Equula 137 + + Equus 462 + + Erdferkel 412 + + Eremopezus 320 + + Erethizon 431 + + Erethizontinae 431 + + Eretmochelys 254 + + Eretmosaurus 236 + + Erinaceidae 369 + + Erinaceinae 369 + + Erinaceus 369 + + Eriodes 552 + + Erisichthe 130 + + Erismacanthus 73 + + Erismatopterus 132 + + Erpetosaurus 163 + + Erpetosuchus 171, 260 + + Erquelinnesia 251 + + Erycidae 220 + + Eryops 168 + + Erythrosuchus 260 + + Eschatius 486 + + Esocidae 122 + + Esoterodon 201 + + Esox 122 + + Essonodontherium 416 + + Essoprion 356 + + Esthonychinae 372 + + Esthonyx 372 + + Eubaëna 248 + + Euboeicus 220 + + Eubrachiosaurus 198 + + Eucamarotus 287 + + Eucastor 427 + + Eucephalaspis 33 + + Euceratherium 501 + + Eucerosaurus 295 + + Eucetus 407 + + Euchirosaurus 168 + + Eucholoeops 416 + + Euclastes 251 + + Eucrania 3 + + Eucreodi 382 + + Eucrotaphus 483 + + Eucynepeltus 420 + + Eudactis 115 + + Eudelphis 407 + + Eudiastatus 552 + + Euelephas 540 + + Euglypta 171 + + Eugnathus 116 + + Euhapsis 427 + + Eukeraspis 34 + + Eulen 325 + + Eumylodus 72 + + Eumys 430 + + Euornithes 322 + + Eupelor 171 + + Eupleurodus 107 + + Euposaurus 210 + + Euprotogonia 439 + + Eupterornis 323 + + Eurapteryx 321 + + Eurhinodelphis 408 + + Eurosaurus 196 + + Euryacodon 548 + + Euryarthra 66 + + Eurycormus 116 + + Eurylepis 98 + + Eurynotus 100 + + Eurypholis 126 + + Eurysaurus 233 + + Eurysternum 250 + + Eurytherium 478 + + Eusemius 109 + + Euskelosaurus 279 + + Eusmilus 397 + + Eusthenopteron 87 + + Eusuchia 261 + + Eutatus 421 + + Eutelornis 323 + + Euthacanthus 48 + + Euthynotus 114 + + Eutrachytherus 517 + + Eutypomys 427 + + Exocoetoides 135 + + + Fährten von Stegocephalen 173 + + Falco 324 + + Fayumia 123 + + Felidae 397 + + Felinae 398 + + Felis 399 + + Felsinotherium 542 + + Fiber 431 + + Fierasfer 128 + + Filholornis 325 + + Fische 3 + + Fischlurche 176 + + Fischsaurier 220 + + Fissipedia 384 + + Fissodus 62 + + Fistularia 140 + + Flamingo 323 + + Fledermäuse 373 + + Fleischfresser 374 + + Flossenfüßer 399 + + Flugsaurier 298 + + Flußpferde 475 + + Flußschildkröten 256 + + Froschlurche 177 + + Fulica 323 + + Fuligula 323 + + Furchenwale 409 + + Furcifer 494 + + + Gadidae 127 + + Gadus 127 + + Gafsachelys 251 + + Galechirus 198 + + Galecynus 387 + + Galeocerdo 51 + + Galerix 369 + + Galesauridae 197 + + Galesaurus 198 + + Galethylax 380 + + Galeus 51 + + Galictis 393 + + Galliaetatus 413 + + Gallinaceiden 321 + + Gallinae 324 + + Gallinuloides 324 + + Gallus 324 + + Gampsacanthus 59, 73 + + Ganodonta 413 + + Ganodus 71 + + Ganoidei 90 + + Ganoidschuppen 5 + + Ganolodus 86 + + Garzonia 355 + + Gastornis 323 + + Gastrodus 86 + + Gaudrya 167 + + Gavialidae 271 + + Gavialis 272 + + Gavialosuchus 271 + + Gazella 500 + + Gazellinae 499 + + Geikia 201 + + Gelocinae 487 + + Gelocus 488 + + Gemündenia 29 + + Gemündenidae 29 + + Geniohyus 531 + + Genyodectes 281 + + Genyornis 320 + + Geomyinae 427 + + Geomyoidea 427 + + Geomys 427 + + Geosaurus 196, 269 + + Gephyrostegus 163 + + Geranopterus 325 + + Gerbillus 430 + + Geronops 416 + + Gerres 133 + + Geweihträger 490 + + Giffonus 97 + + Gigantichthys 126 + + Gigantopterus 111 + + Gigantosaurus 287 + + Gillicus 129 + + Ginglymostoma 50 + + Giraffinae 495 + + Glattwale 410 + + Glires 422 + + Globicephalus 409 + + Globilemur 550 + + Globulodus 101 + + Glossochelys 251 + + Glossodus 63 + + Glossotherium 417 + + Glyphidodontidae 133 + + Glyptaspis 83 + + Glyptatelus 421 + + Glyptodon 419 + + Glyptodontidae 418 + + Glyptolaemus 87 + + Glyptolepis 86 + + Glyptopomus 87 + + Glyptops 248 + + Glyptosaurus 210 + + Glyptotherium 420 + + Gnathacanthus 72 + + Gnathosaurus 269 + + Gobiidae 134 + + Gobio 123 + + Gomphognathidae 197 + + Gomphognathus 198 + + Gomphotherium 485 + + Gonatodus 98 + + Gondwanosaurus 170 + + Goniacodon 377 + + Goniobatis 68 + + Goniodus 50 + + Gonioglyptus 173 + + Goniognathus 138 + + Goniopholidae 270 + + Goniopholis 270 + + Gonorhynchus 127 + + Gordonia 201 + + Gorgonops 198 + + Goura 324 + + Graculavus 324 + + Grallae 322 + + Graphiurus 89 + + Graptemys 252 + + Gravigrada 415 + + Gresslyosaurus 279 + + Griphosaurus 316 + + Gronotherium 520 + + Gryphopithecus 556 + + Grypotherium 417 + + Gürteltiere 421 + + Guilelmoscottia 516 + + Gulo 393 + + Gymnarthrus 169 + + Gymnodontidae 142 + + Gymnodus 142 + + Gymnophiona 174 + + Gymnoptychus 429 + + Gymnurinae 369 + + Gypogeranus 324 + + Gypsornis 323 + + Gyracanthus 46 + + Gyrodus 102 + + Gyrolepis 100 + + Gyroptychius 87 + + Gyrosteus 95 + + + Habrothrix 430 + + Hadrianus 252 + + Hadropithecus 550 + + Hadrorhynchus 363 + + Hadrosaurus 291 + + Hainosaurus 217 + + Halbaffen 544 + + Halcyornis 325 + + Halec 126 + + Halecomorphi 116 + + Halecopsis 121 + + Haliaetus 324 + + Halianassa 542 + + Halicore 542 + + Halicoridae 542 + + Halitherium 542 + + Hallopus 261 + + Halmarhiphus 355 + + Halmaselus 356 + + Halmaturus 357 + + Halodon 354 + + Halsbandlemming 430 + + Halticosaurus 283 + + Hamster 429 + + Hapale 552 + + Hapalidae 552 + + Hapalodectes 377 + + Hapalops 416 + + Haplacanthosaurus 285 + + Haplacanthus 46, 72 + + Haplobunodon 477 + + Haploceros 501 + + Haploconus 439 + + Haplodon 425 + + Haplodontherium 521 + + Haplogale 393 + + Haplomeryx 481 + + Haptodus 203 + + Hargeria 319 + + Harpacodus 63 + + Harpagolestes 377 + + Harpagornis 324 + + Harpalodon 383 + + Hasen 433 + + Hathlyacynus 362 + + Hatteria 201, 206 + + Hegetotheriidae 516 + + Hegetotherium 516 + + Helagris 220 + + Helaletes 447 + + Helemys 248 + + Heliarchon 176 + + Helichthys 100 + + Helicophora 504 + + Helicoprion 59 + + Heliobatis 67 + + Heliodus 74 + + Helladotherium 495 + + Helochelys 247 + + Helodermatidae 210 + + Helodus 60 + + Helopanoplia 257 + + Helotermatidae 210 + + Helotherium 458 + + Hemiacodon 548 + + Hemiauchenia 486 + + Hemibos 505 + + Hemicladodus 101 + + Hemictenodus 77 + + Hemicyclaspis 33 + + Hemicyon 389 + + 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370, 547 + + Limodon 417 + + Limognitherium 468 + + Liodesmus 117 + + Liodon 217 + + Liognathus 81 + + Liopleurodon 237 + + Liotomus 353 + + Lipotyphla 365 + + Lippfische 133 + + Lisgodus 61 + + Lispacanthus 72 + + Lissoprion 59 + + Listriodon 474 + + Listriotherium 526 + + Lithocranius 500 + + Lithophis 220 + + Lithornis 324 + + Litopterna 440 + + Lobodon 401 + + Löffelstöre 96 + + Lomaphorus 419 + + Lomomys 431 + + Loncheres 432 + + Loncherinae 432 + + Lonchoconus 441 + + Lonchorhynchus 171 + + Loncosaurus 281 + + Longirostres 263 + + Lophacanthus 44 + + Lophiodochoerus 447 + + Lophiobunodon 477 + + Lophiodon 447 + + Lophiodontinae 447 + + Lophiolemur 550 + + Lophiomeryx 487 + + Lophiomys 431 + + Lophiotherium 458 + + Lophiurus 117 + + Lophius 134 + + Lophobranchii 141 + + Lophocetus 408 + + Lophocoelus 523 + + Lophodus 60 + + Loricata 418 + + Loxodon 540 + + Loxolophodon 510 + + Loxolophus 376 + + Loxomma 171 + + Lurche 143 + + Lurchschildkröten 247 + + Lutra 394 + + Lutrictis 394 + 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322 + + Manidae 413 + + Manis 413 + + Manisaurus 237 + + Manteoceras 465 + + Manteodon 508 + + Marder 392 + + Marsipobranchii 23 + + Marsupialia 350 + + Martinae 393 + + Massospondylus 280 + + Masticura 66 + + Mastodon 537 + + Mastodonsaurus 172 + + Mauerschwalben 324 + + Maulwürfe 367 + + Mazama 494 + + Meeradler 67 + + Meerbrassen 135 + + Meerschildkröten 254 + + Megacerops 467 + + Megaceros 494 + + Megachiroptera 374 + + Megadactylus 280 + + Megaladapis 547 + + Megalapteryx 321 + + Megalichthys 87 + + Megalictis 393 + + Megalneusaurus 238 + + Megalobatrachus 176 + + Megalohyrax 532 + + Megalonychinae 416 + + Megalonychotherium 416 + + Megalonyx 416 + + Megalops 124 + + Megalosauridae 281 + + Megalosaurus 282 + + Megalotriton 176 + + Megaluridae 116 + + Megalurus 117 + + Megamys 432 + + Megapleuron 76 + + Megaptera 410 + + Megastoma 119 + + Megatheriinae 415 + + Megatherium 415 + + Melanerpeton 162 + + Meleagris 324 + + Meles 394 + + Meletta 121 + + Melinae 394 + + Melinodon 198 + + 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258, 465 + + Mesosauridae 240 + + Mesosaurus 240 + + Mesosuchia 261 + + Mesoteras 410 + + Mesturus 103 + + Metachiromys 550 + + Metacordylodon 368 + + Metalophodon 508 + + Metamosaurus 196 + + Metamynodon 451 + + Metasinopa 380 + + Metatheria 350 + + Metaxytherium 542 + + Metepanorthus 356 + + Meteutatus 422 + + Metolbodotes 370 + + Metopacanthus 70 + + Metopias 172 + + Metoposaurus 172 + + Metopotoxus 421 + + Metriodromus 356 + + Metriorhynchidae 269 + + Metriorhynchus 269 + + Metriotherium 480 + + Miacidae 383 + + Miacinae 383 + + Miacis 383 + + Micrerpeton 162 + + Microbiotherium 363 + + Microbrachidae 162 + + Microbrachis 163 + + Microbrachium 39 + + Microchiroptera 374 + + Microchoerus 549 + + Microclaenodon 377 + + Microcleidus 237 + + Microcoelia 131 + + Microcoelus 288 + + Microconodon 358 + + Microdon 102 + + Microgomphodon 198 + + Microlepidoti 113 + + Microleptosaurus 233 + + Microlestes 352 + + Micromeryx 492 + + Micropholis 170 + + Micropternodus 366 + + Microsauria 162 + + Microsauridae 162 + + Microsyopiden 550 + + Microsyops 370 + + Microtherium 481 + + Microtus 431 + + Microzeuglodon 407 + + Miksurina 52 + + Milvus 324 + + Mimomys 431 + + Mioclaenidae 438 + + Mioclaenus 438, 481 + + Miocyon 383 + + Miohippus 460 + + Miolania 249 + + Miolanidae 249 + + Mioplosus 133 + + Miosiren 542 + + Mioziphius 408 + + Mixodectes 370 + + Mixodectidae 370 + + Mixohyrax 532 + + Mixosaurus 228 + + Mixtotherium 479 + + Mochlodon 289 + + Moeripithecus 553 + + Moeritheriidae 535 + + Moeritherium 535 + + Molche 176 + + Molgophis 166 + + Monachus 401 + + Monatherium 401 + + Monimostylica 183 + + Monocentris 132 + + Monoclonius 296 + + Monodon 408 + + Monopterus 122 + + Monotremata 349 + + Morenia 431 + + Morinosaurus 288 + + Moropus 468 + + Morosauridae 287 + + Morosaurus 287 + + Morphippus 519 + + Mosasauria 211 + + Mosasauridae 211 + + Mosasaurus 215 + + Moschinae 492 + + Moschus 492 + + Moschushirsche 492 + + Motacilla 325 + + Mouillacitherium 480 + + Müllerornis 320 + + Mugil 135 + + Mugiliden 135 + + Multituberculata 351 + + Muntjakhirsche 492 + + Muraenidae 127 + + Muraenosaurus 236 + + Murinae 430 + + Mus 430 + + Muscardinus 429 + + Musophagi 324 + + Mustela 393 + + Mustelidae 392 + + Mustelus 51 + + Mycetes 552 + + Mylagaulinae 427 + + Mylagaulodon 425 + + Mylagaulus 427 + + Myliobatinae 67 + + Myliobatis 67 + + Mylodon 417 + + Mylodonta 413 + + Mylodontinae 416 + + Mylognathus 72 + + Mylohyus 474 + + Mylorhina 68 + + Mylostoma 84 + + Myocastor 431 + + Myodes 430 + + Myogale 368 + + Myoidea 429 + + Myolagus 433 + + Myolestes 368 + + Myomorpha 429 + + Myopotamus 431 + + Myoxoidea 428 + + Myoxus 429 + + Myriacanthidae 70 + + Myriacanthus 70 + + Myriolepis 100 + + Myripristis 132 + + Myrmecobiidae 359 + + Myrmecobius 359 + + Myrmecophagidae 413 + + Myrmecophagiden 422 + + Myrus 127 + + Mysops 425 + + Mystacoceti 409 + + Mystriosaurus 268 + + Mystriosuchus 258 + + + Nager 422 + + Naiadochelys 248 + + Nannosaurus 289 + + Nannosuchus 270 + + Nanomys 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269 + + Nimravus 398 + + Nodosaurus 294 + + Nomarthra 412 + + Nostolepis 29 + + Notacanthiden 125 + + Notaeus 117 + + Notagogus 110 + + Notelops 125 + + Notharctus 547 + + Nothocyon 387 + + Nothodon 192 + + Nothosauridae 230 + + Nothosaurus 230 + + Nothotherium 358 + + Nothrotherium 416 + + Notidanidae 49 + + Notidanus 49 + + Notogoneus 127 + + Notohippidae 519 + + Notohippus 519 + + Notomorpha 256 + + Notopithecidae 515 + + Notopithecus 516 + + Notoprogonia 441 + + Notoryctes 359 + + Notoryctidae 359 + + Notostylopidae 522 + + Notostylops 523 + + Notosuchus 271 + + Notoungulata 511 + + Numenius 322 + + Nummopalatus 134 + + Nummulosaurus 171 + + Nuthetes 281 + + Nyctilestes 367 + + Nyctitherium 367 + + Nyctodactylus 307 + + Nyctosaurinae 307 + + Nyctosaurus 307 + + Nyrania 168 + + Nythosaurus 198 + + + Ochlodus 44 + + Ochotona 433 + + Ochotonidae 433 + + Ochsen 505 + + Octacodon 477 + + Octodontherium 418 + + Octodontinae 428, 432 + + Octotomus 509 + + Odocoileus 494 + + Odontacanthus 38 + + Odontaspis 52 + + Odonterpeton 163 + + Odonteus 133 + + Odontoceti 406 + + Odontolcae 317 + + Odontopteryx 324 + + Odontormae 318 + + Odontostomiden 125 + + Oenoscopus 111 + + Oestocephalus 163 + + Oioceros 500 + + Okadia 252 + + Okapia 496 + + Olbodotes 370 + + Oldfieldthomasia 517 + + Oligobelus 123 + + Oligobunis 394 + + Oligopleuridae 111 + + Oligopleurus 111 + + Oligosaurus 295 + + Oligosimus 237 + + Oligotomus 458 + + Omalopleurus 106 + + Omomys 548 + + Omosaurus 294 + + Omosoma 138 + + Omphalodus 107 + + Onchiodon 168 + + Onchus 72 + + Oncobatis 67 + + Onohippidium 462 + + Onychodectes 414 + + Onychodontidae 87 + + Onychodus 88 + + Oodectes 384 + + Opeosaurus 230 + + Opetiosaurus 211 + + Ophiacodon 194 + + Ophiderpeton 166 + + Ophidia 218 + + Ophidiidae 128 + + Ophidium 128 + + Ophiocephalidae 141 + + Ophiopsis 109 + + Ophisurus 127 + + Ophthalmosaurus 229 + + Opisthias 206 + + Opisthocomi 324 + + Opisthocomus 324 + + Opisthoctenodon 201 + + Opisthopteryx 131 + + 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Palaeohatteria 203 + + Palaeohierax 324 + + Palaeolagus 433 + + Palaeolama 486 + + Palaeolemur 547, 550 + + Palaeolycus 126 + + Palaeomastodon 537 + + Palaeomedusa 250 + + Palaeomeryx 493 + + Palaeomylus 84 + + Palaeonictis 379 + + Palaeoniscidae 98 + + Palaeoniscus 98 + + Palaeonycteris 374 + + Palaeopeltis 421 + + Palaeoperdix 324 + + Palaeophis 220 + + Palaeophoca 401 + + Palaeophocaena 409 + + Palaeopithecini 545 + + Palaeopithecus 556 + + Palaeoprionodon 392 + + Palaeopropithecus 550 + + Palaeopython 220 + + Palaeoreas 504 + + Palaeorhinus 260 + + Palaeorhynchidae 136 + + Palaeorhynchus 136 + + Palaeornis 307 + + Palaeortyx 324 + + Palaeorycteropus 412 + + Palaeoryx 503 + + Palaeoscincus 294 + + Palaeoscyllium 50 + + Palaeosinopa 371 + + Palaeospheniscus 322 + + Palaeospinax 56 + + Palaeospiza 325 + + Palaeosyopinae 465 + + Palaeosyops 465 + + Palaeotapirus 448 + + Palaeoteuthis 31 + + Palaeothentes 356 + + Palaeothentinae 356 + + Palaeotheriinae 459 + + Palaeotherium 459 + + 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Physodon 407 + + Physonemus 73 + + Physostomi 118 + + Phytosauridae 258 + + Phytosaurus 258 + + Picariae 324 + + Pichipilus 356 + + Pici 324 + + Picrocleidus 237 + + Picus 324 + + Pimelodus 123 + + Pinacodus 61 + + Pinguine 322 + + Pinnipedia 399 + + Piptomerus 237 + + Piratosaurus 237 + + Pisces 3 + + Pisodus 121 + + Pistosaurus 233 + + Pithanodelphis 409 + + Pithecanthropus 556 + + Pithecistes 484 + + Pitheculites 355, 553 + + Pitheculus 552 + + Placentalia 364 + + Placerias 191 + + Placochelys 240 + + Placodermi 26 + + Placodontidae 238 + + Placodus 239 + + Placoidschuppen 4 + + Placosaurus 210, 421 + + Placoziphius 407 + + Plagiarthrus 516 + + Plagiaulacidae 352 + + Plagiaulax 352 + + Plagiolophus 459 + + Plagiosternum 173 + + Planops 416 + + Plataeomys 432 + + Platanista 408 + + Platax 137 + + Platecarpus 217 + + Plateosauridae 279 + + Plateosaurus 279 + + Platinx 122 + + Platyacanthus 59 + + Platychelys 248 + + Platychoeropus 372 + + Platycormus 138 + + Platygnathus 86 + + 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Promegatherium 416 + + Promeles 394 + + Promephitis 395 + + Promerycochoerus 483 + + Promyliobatis 68 + + Promysops 355 + + Pronesodon 520 + + Proneusticosaurus 234 + + Pronotacanthus 125 + + Pronycticebus 546 + + Propachynolophus 458 + + Propachyrucos 516 + + Propalaeochoerus 473 + + Propalaeohoplophorus 420 + + Propalaeotherium 458 + + Propappus 191 + + Propelargus 323 + + Properca 133 + + Prophaeton 324 + + Prophoca 401 + + Prophyseter 407 + + Proplanodus 526 + + Proplatyarthus 416 + + Propleura 251 + + Propliopithecus 555 + + Propolymastodon 355 + + Propristis 65 + + Propseudopus 210 + + Propterodon 381 + + Propterus 109 + + Proputorius 393 + + Propyrotherium 527 + + Prorastomus 542 + + Prorhizaena 380 + + Prosauropsis 114 + + Proscalops 367 + + Proscapanus 367 + + Proschismotherium 416 + + Prosciurus 426 + + Proselachii 41 + + Prosimiae 544 + + Prosotherium 516 + + Prospaniomys 432 + + Prosqualodon 407 + + Prostegotherium 422 + + Prosthenops 474 + + Prostrepsiceros 504 + + 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Rhamphognathus 135 + + Rhamphorhynchidae 304 + + Rhamphorhynchoidea 303 + + Rhamphorhynchus 305 + + Rhamphostoma 272 + + Rhamphosuchus 272 + + Rhamphosus 140 + + Rhea 320 + + Rheidae 320 + + Rhetechelys 251 + + Rhina 64 + + Rhineastus 123 + + Rhinellus 130 + + Rhineura 210 + + Rhinippus 462 + + Rhinobatinae 66 + + Rhinobatis 66 + + Rhinoceridae 449 + + Rhinocerinae 451 + + Rhinoceros 452, 454 + + Rhinochelys 248 + + Rhinognathus 52 + + Rhinolophus 374 + + Rhinoptera 68 + + Rhinorajidae 65 + + Rhinosaurus 217 + + Rhiptoglossa 210 + + Rhizodontidae 86 + + Rhizodopsis 86 + + Rhizodus 86 + + Rhizoprion 407 + + Rhodanomys 428 + + Rhodeus 123 + + Rhomaleosaurus 236 + + Rhombodus 67 + + Rhomboptychius 87 + + Rhombus 128 + + Rhophalodon 196 + + Rhymodus 61 + + Rhynchippus 519 + + Rhynchobatus 66 + + Rhynchocephalia 201 + + Rhynchodus 83 + + Rhynchoncodes 109 + + Rhynchorhinus 127 + + Rhynchosauridae 205 + + Rhynchosaurus 205 + + Rhynchosuchus 271 + + Rhynesuchus 173 + + Rhytidodon 259 + + 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Sciurinae 426 + + Sciurodon 425 + + Sciurognathi 425 + + Sciuroidea 426 + + Sciuroides 427 + + Sciuromorpha 424 + + Sciuromys 429 + + Sciuropterus 426 + + Sciurus 426 + + Sclerocalyptus 419 + + Sclerocephalus 168 + + Sclerodermidae 142 + + Scleromochlus 261 + + Scleromys 431 + + Sclerorhynchus 65 + + Sclerosaurus 190 + + Scoliodon 51 + + Scomber 139 + + Scomberodon 139 + + Scombresocidae 122 + + Scombresociden 133 + + Scombresox 122 + + Scombridae 139 + + Scombroclupea 120 + + Scopelidae 130 + + Scopeloides 131 + + Scorpaena 140 + + Scorpaenidae 140 + + Scorpaenoides 140 + + Scorpaenopterus 140 + + Scotaeumys 432 + + Scrobodus 108 + + Scylacosauridae 197 + + Scylacosaurus 198 + + Scylliidae 50 + + Scylliodus 50 + + Scyllium 50 + + Scyllomus 255 + + Scymnosaurus 198 + + Scymnus 50 + + Scytalophis 220 + + Seekühe 540 + + Seeleya 163 + + Seepferdchen 141 + + Selache 53 + + Selachii 48 + + Selatherium 516 + + Selenacodon 354 + + Selenodontia 480 + + Sellosaurus 279 + + Semionotus 106 + + Semiophorus 137 + + Semnopithecus 553 + + Sericodon 268 + + Seriola 137 + + Serpentarius 324 + + Serranus 138 + + Serratodus 63 + + Serrolepis 107 + + Sesamodon 198 + + Seymouria 189 + + Shastasaurus 228 + + Sicarius 61 + + Siebenschläfer 428 + + Sigmogomphius 427 + + Siluridae 123 + + Simiae 545 + + Simiidae 555 + + Simocyon 388 + + Simoedosaurus 205 + + Simolestes 237 + + Simosaurus 233 + + Simplicidentata 425 + + Singvögel 325 + + Sinopa 380 + + Sipalocyon 362 + + Siphneus 431 + + Siphonocetus 410 + + Siphonostoma 141 + + Sirenia 540 + + Sirenoidea 77 + + Sironectes 217 + + Sitta 325 + + Sivatheriinae 496 + + Sivatherium 496 + + Smerdis 133 + + Smilodectes 370 + + Smilodon 398 + + Smilodontopsis 398 + + Sminthus 429 + + Socnopaea 123 + + Solea 128 + + Solenodon 126, 366 + + Solenognathus 140 + + Solenorhynchus 141 + + Solenostomiden 141 + + Sontiochelys 250 + + Sorex 368 + + Soricidae 368 + + Soricidens 123 + + Spalacinae 431 + + Spalacotherium 359 + + Spalax 431 + + Spaniodon 125 + 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Stegocephali 147 + + Stegodon 539 + + Stegomus 260 + + Stegopelta 294 + + Stegops 165 + + Stegosauridae 293 + + Stegosaurus 293 + + Stegotherium 421 + + Steiromys 431 + + Stemmatodus 104 + + Stenarosaurus 237 + + Steneofiber 426 + + Steno 409 + + Stenogale 393 + + Stenogenium 523 + + Stenometopon 205 + + Stenomylus 485 + + Stenopelix 294 + + Stenoplesictis 392 + + Stenosaurus 268 + + Stenostephanus 520 + + Stenotatus 421 + + Stephanodon 394 + + Stephanospondylus 192 + + Stereocephalus 294 + + Stereorhachis 194 + + Stereospondyli 171 + + Stereosternum 240 + + Sternothaerus 248 + + Sterrholophus 296 + + Sthenurus 357 + + Stibarus 475 + + Stichacanthus 59, 63 + + Stichomys 432 + + Stilauchenia 486 + + Stilotherium 355 + + Störe 95 + + Stomatiden 126 + + Stratodontiden 125 + + Stratodus 125 + + Strauße 320 + + Streblodus 59 + + Strepsiceros 504 + + Strepsodus 86 + + Streptospondylus 282 + + Streptostylica 183 + + Strigogyps 325 + + Strinsia 127 + + Strix 325 + + Strobilodus 115 + + Stromateidae 138 + + Strophodus 56 + + Struthiones 319 + + Struthionidae 320 + + Struthiosaurus 294 + + Sturmvogel 322 + + Stylacodon 361 + + Stylacodontidae 360 + + Stylemys 252 + + Stylhippus 519 + + Stylinodontinae 414 + + Stylodon 361 + + Stylodontidae 106 + + Stylodus 134 + + Stylognathus 363 + + Stylonodon 415 + + Stylorhynchus 97 + + Stypolophus 380 + + Subungulata 528 + + Subursi 391 + + Suchodus 269 + + Suidae 472 + + Sula 324 + + Sumpfschildkröten 251 + + Sumpfvögel 322 + + Sus 474 + + Sycium 431 + + Syllaemus 135 + + Symborodon 467 + + Symbos 501 + + Symoliophis 219 + + Symphodus 134 + + Symphyrosaurus 288 + + Synapsida 187 + + Synconodon 507 + + Syndyoceras 495 + + Synechodus 56 + + Syngnathiden 141 + + Syngnathus 141 + + Syngonosaurus 295 + + Synoplotherium 377 + + Syntegmodus 124 + + Syodon 196 + + Systemodon 448 + + + Taeniodus 60 + + Taeniolabis 354 + + Tagraubvögel 324 + + Taligrada 507 + + Talpa 367 + + Talpavus 367 + + Talpidae 367 + + Tamias 426 + + Tanaodus 62 + + Taniwhasaurus 217 + + Tanystrophaeus 281 + + Taoperdix 324 + + Taphaetus 324 + + Taphozous 374 + + Taphrosaurus 237 + + Taphrosphys 248 + + Tapinocephalus 198 + + Tapinopus 324 + + Tapiravus 448 + + Tapiridae 446 + + Tapirinae 448 + + Tapirotherium 447 + + Tapirulus 481 + + Tapirus 448 + + Tarsiidae 549 + + Tarsius 549 + + Tatusia 421 + + Tauben 324 + + Taurinichthys 134 + + Taurotragus 504 + + Taurus 505 + + Taxidea 395 + + Taxotherium 381 + + Teiidae 210 + + Telacodon 363 + + Teleidosaurus 269 + + Teleoceras 453 + + Teleorhinus 269 + + Teleosauridae 267 + + Teleosaurus 268 + + Teleostei 117 + + Teleostomi 84 + + Telepholis 135 + + Telerpeton 192 + + Telmatherium 465 + + Telmatocyon 378 + + Telmatolestes 547 + + Telmatornis 323 + + Telmatosaurus 292 + + Temnocyon 387 + + Temnospondyli 166 + + Temnotrionyx 257 + + Tephrocyon 389 + + Teracus 324 + + Teratosaurus 279 + + Terrapene 252 + + Tersomius 169 + + Testudinata 241 + + Testudinidae 251 + + Testudininae 252 + + Testudo 252 + + Tetheodus 126 + + Tetraceratops 196 + + Tetraceros 502 + + Tetraclaenodon 439 + + Tetracus 369 + + Tetragonolepis 107 + + Tetragonopterus 123 + + Tetralophodon 538 + + Tetramerorhinus 443 + + Tetrao 324 + + Tetraprotodon 476 + + Tetrapterus 140 + + Tetrodon 142 + + Teuthiidae 135 + + Teutomanis 413 + + Thalassemydidae 250 + + Thalassemys 250 + + Thalassictis 396 + + Thalassocetus 407 + + Thalassochelys 254 + + Thalattosauria 206 + + Thalattosauridae 206 + + Thalattosaurus 207 + + Thalattosuchia 269 + + Tharrias 120 + + Tharsis 119 + + Thaumas 64 + + Thaumastognathus 477 + + Thaumastolemur 550 + + Thaumatosaurus 236 + + Thecodontosauridae 279 + + Thecodontosaurus 280 + + Thecophora 253 + + Thecospondylus 280 + + Thectodus 54 + + Thegornis 324 + + Thelodus 29 + + Thelolepis 29 + + Theosodon 441 + + Thereutherium 378 + + Theridomyinae 428 + + Theridomys 428 + + Theriodesmus 198 + + Theriodontia 196 + + Theriosuchus 270 + + Therocephalia 197 + + Theromora 188 + + Theromorpha 188 + + Theropleura 194 + + Theropoda 278 + + Thescelus 248 + + Thespesius 291 + + Thinocyon 378 + + Thinohyus 473 + + Thinolestes 547 + + Thinopus 173 + + Thinosaurus 210 + + Thiosmus 395 + + Thlattodus 115 + + Thoatherium 443 + + Tholodus 107 + + Thomashuxleya 524 + + Thomomys 427 + + Thoracopterus 111 + + Thoracosaurus 271 + + Thrinacodus 44 + + Thrissonotus 100 + + Thrissops 120 + + Thrissopteroides 125 + + Thryptodus 124 + + Thursius 87 + + Thyellina 50 + + Thyestes 34 + + Thylacinus 362 + + Thylacoleo 357 + + Thylacoleoninae 357 + + Thylacotherium 360 + + Thynnichthys 123 + + Thynnus 139 + + Ticholeptus 483 + + Tigrisuchus 198 + + Tillodontia 371, 521 + + Tillodontidae 371 + + Tillomys 425 + + Tillotheriinae 372 + + Tillotherium 372 + + Tinami 321 + + Tinamus 322 + + Tinca 123 + + Tinoceras 509 + + Tinodon 359 + + Titanichthys 83 + + Titanomys 433 + + Titanophis 220 + + Titanops 467 + + Titanosaurus 287 + + Titanosuchus 198 + + Titanotheriidae 464 + + Titanotheriinae 465 + + Titanotheriomys 425 + + Titanotherium 466 + + Tolypeutes 421 + + Tomicosaurus 196 + + Tomistoma 271 + + Tomitherium 546 + + Tomodus 59 + + Tomognathidae 126 + + Tomognathus 126 + + Toretocnemus 228 + + Torfkuh 506 + + Torosaurus 296 + + Torpedininae 66 + + Torpedo 66 + + Totanus 322 + + Toxochelys 255 + + Toxodon 521 + + Toxodontherium 521 + + Toxodontia 518 + + Toxodontidae 521 + + Toxoprion 59 + + Toxotes 134 + + Trachemys 252 + + Trachiniden 134 + + Trachodon 291 + + Trachodontidae 291 + + Trachyacanthidae 59 + + Trachyaspis 256 + + Trachynotus 137 + + Trachytypotherium 517 + + Tragelaphinae 504 + + Tragelaphus 504 + + Tragocerus 503 + + Tragoreas 504 + + Tragulidae 486 + + Tragulinae 487 + + Tragulus 487 + + Transpithecus 516 + + Traquairia 47 + + Trechomys 428 + + Tremataspidae 35 + + Tremataspis 35 + + Trematops 169 + + Trematosaurus 171 + + Tretosternum 251 + + Triacranodus 43 + + Triaenaspis 125 + + Triaenodon 51 + + Triarchodon 198 + + Tribelesodon 306 + + Tribolodon 359 + + Tricanthodon 359 + + Tricentes 376 + + Triceratops 296 + + Trichechiden 401 + + Trichiurichthys 137 + + Trichiuridae 136 + + Trichogaster 141 + + Trichophanes 132 + + Tricleidus 237 + + Triconodon 359 + + Triconodontidae 359 + + Trigla 140 + + Triglidae 140 + + Triglochis 52 + + Trigloides 140 + + Triglyphus 352 + + Trigodon 520 + + Trigonias 452 + + Trigonodon 136 + + Trigonodus 60, 64 + + Trigonolestes 480 + + Trigonorhina 66 + + Trigonostylopidae 525 + + Trigonostylops 525 + + Triisodon 377 + + Triisodontinae 377 + + Trilophodon 538 + + Trimerorhachis 169 + + Timerostephanus 523 + + Trinacromerum 238 + + Tringa 322 + + Triodus 43 + + Trionychia 256 + + Trionychiidae 257 + + Trionyx 257 + + Triplopterus 87 + + Triplopus 451 + + Tripriodon 354 + + Tripterus 87 + + Trispondylus 196 + + Tristichopterus 87 + + Tristychius 54 + + Tritemnodon 380 + + Trituberculata 360 + + Tritylodon 352 + + Tritylodontidae 351 + + Trocharion 395 + + Trochictis 394 + + Trochoceros 506 + + Trochosuchus 198 + + Trochotherium 394 + + Trogolemur 549 + + Trogon 324 + + Trogontherium 427 + + Trogosus 372 + + Tropidemys 250 + + Trucifelis 398 + + Trygon 66 + + Trygoninae 66 + + Trygonobatus 66 + + Tuditanus 165 + + Tulodon 381 + + Tupajidae 366 + + Turdiden 325 + + Turdus 325 + + Turinia 29 + + Tursiops 409 + + Tychostylops 523 + + Tylopoda 484 + + Tylosaurus 217 + + Typotheria 513 + + Typotheriidae 516 + + Typotherium 517 + + Typothorax 260 + + Tyrannosaurus 281 + + Tyrsidium 166 + + + Uestisaurus 294 + + Uintacyon 383 + + Uintatherium 509 + + Uintornis 325 + + Umberfische 132 + + Undina 89 + + Ungulata 435 + + Unpaarzeher 444 + + Uraeus 114 + + Urenchelys 127 + + Urfleischfresser 375 + + Urmiatherium 503 + + Urocordylus 163 + + Urodela 174 + + Urogymnus 67 + + Urolophus 67 + + Uronautes 237 + + Uronemus 75 + + Uropeltis 219 + + Urosphen 140 + + Ursavus 391 + + Ursidae 390 + + Ursus 391 + + Utaëtus 422 + + + Varanidae 210 + + Varanosaurus 194 + + Varanus (Megalania) 211 + + Varanus monitor 208 + + Vassacyon 383 + + Vaticinodus 60 + + Vertebrata 1 + + Vespertiliavus 374 + + Vespertilio 374 + + Vesperugo 374 + + Viverra 395 + + Viverravinae 383 + + Viverravus 383 + + Viverridae 395 + + Vögel 308 + + Vollwirbler 171 + + Vomer 137 + + Vulpavus 384 + + Vulpes 390 + + + Wale 401 + + Wardichthys 101 + + Washakius 549 + + Weichflosser 127 + + Weißfische 122 + + Weissia 168 + + Welse 123 + + Wirbeltiere 1 + + Wodnika 56 + + Wühlmäuse 430 + + Wynyardia 357 + + + Xenacanthus 43 + + Xenarthra 413 + + Xenochelys 256 + + Xenochoerus 473 + + Xenopholis 105 + + Xenorhynchus 323 + + Xenotherium 366 + + Xenurus 421 + + Xestops 210 + + Xiphias 140 + + Xiphiidae 140 + + Xiphiorhynchus 140 + + Xiphodon 480 + + Xiphodontherium 480 + + Xiphodontidae 480 + + Xiphopterus 139 + + Xiphotrygon 67 + + Xotodon 521 + + Xylotherium 526 + + Xystracanthus 63 + + Xystrodus 59 + + + Zahnkarpfen 122 + + Zahnwale 406 + + Zalabis 454 + + Zalambdodonta 366 + + Zamicrus 416 + + Zanclodon 279 + + Zapodinae 429 + + Zarhachis 408 + + Zatrachis 169 + + Zebu 506 + + Zenaspis 33 + + Zetodon 439 + + Zeuglodon 406 + + Zeuglodontidae 405 + + Zibetkatzen 395 + + Ziegenmelker 324 + + Ziphiinae 408 + + Ziphius 408 + + Zitterrochen 66 + + Zwerghirsche 486 + + Zygaena 51 + + Zygobates 68 + + Zygolestes 355 + + Zygolophodon 537 + + Zygoramma 256 + + Zygosaurus 168 + + + + + Verlag von R. OLDENBOURG, MÜNCHEN und BERLIN W. 10 + + + #Grundzüge der Paläontologie# + (Paläozoologie) + + von + #KARL A. VON ZITTEL# + + neubearbeitet von + #DR. FERDINAND BROILI# + a. o. Professor an der Universität München + + + #I. Abteilung: INVERTEBRATA# + + + #DRITTE# + vermehrte und verbesserte Auflage + 590 Seiten gr. 8^o mit 1414 Abbildungen + -- Preis in Leinwand geb. M. 18.-- + + + + INHALTS-ÜBERSICHT: + + + #Einleitung# + Begriff u. Aufgabe der Paläontologie + + #Systematik# + I. Stamm #Protozoa# (Urtiere) + 1. Klasse ¡Rhizopoda¡ + + II. Stamm #Coelenterata# + 1. Unterstamm #Porifera# + Klasse ¡Spongiae¡ + 2. Unterstamm #Cnidaria# + 1. Klasse ¡Anthozoa¡ (Pflanzentiere) + 2. Klasse ¡Hydrozoa¡ + + III. Stamm #Echinodermata# + (Stachelhäuter) + + A. #Pelmatozoa# + 1. Klasse ¡Crinoidea¡ (Seelilien) + 2. Klasse ¡Cystoidea¡ + 3. Klasse ¡Blastoidea¡ + + B. #Asterozoa# + 1. Klasse ¡Ophiuroidea¡ + 2. Klasse ¡Asteroidea¡ + + C. #Echinozoa# + 1. Klasse ¡Echinoidea¡ (Seeigel) + 2. Klasse ¡Holothurioidea¡ + + IV. Stamm #Vermes# (Würmer) + + V. Stamm #Molluscoidea# + + 1. Klasse ¡Bryozoa¡ + 2. Klasse ¡Brachiopoda¡ + + VI. Stamm #Mollusca# + + 1. Klasse ¡Lamellibranchiata¡ + 2. Klasse ¡Scaphopoda¡ + 3. Klasse ¡Amphineura¡ + 4. Klasse ¡Gastropoda¡ + 5. Klasse ¡Cephalopoda¡ + + VII. Stamm #Arthropoda# + (Gliedertiere) + + 1. Unterstamm #Branchiata# + 1. Klasse ¡Crustacea¡ + 2. Klasse ¡Merostomata¡ + + 2. Unterstamm #Tracheata# + 1. Klasse ¡Myriopoda¡ + 2. Klasse ¡Arachnoidea¡ + + + + + Verlag von R. OLDENBOURG, MÜNCHEN und BERLIN W. 10 + + + Handbuch der Paläontologie + + unter Mitwirkung von + + W. PH. SCHIMPER und W. SCHENK + + herausgegeben von + + KARL A. VON ZITTEL + + + 5 Bände gr. 8° + Ermäßigter Gesamtpreis brosch. M. 65.--, geb. M. 77.-- + + + + Einteilung des Werkes: + + I. Abteilung: #Paläozoologie# (vier Bände) + + 1. Band: #Protozoa#, #Coelenterata#, #Echinodermata#, #Mollusca#, + 772 Seiten mit 558 Abbildungen, 1876-1880 + + 2. Band: #Mollusca# und #Arthropoda#, 893 Seiten mit 1109 + Abbildungen, 1881-1885 + + 3. Band: #Vertebrata# (Pisces, Amphibia, Reptilia, Aves), 900 + Seiten mit 719 Abbildungen, 1887-1890 + + 4. Band: #Vertebrata# (Mammalia), 799 Seiten mit 590 Abbildungen, + 1892-1893 + + + II. Abteilung: #Paläophytologie# (ein Band) + + 958 Seiten mit 429 Abbildungen, 1890 + + + + + Geschichte der + + Geologie und Paläontologie + + bis Ende des 19. Jahrhunderts + + von + + KARL A. VON ZITTEL + + + XI und 868 Seiten Preis M. 13.50 + + + Dieses Werk bildet den 23. Band der »Geschichte der Wissenschaften in + Deutschland«, herausgegeben durch die historische Kommission bei der + Kgl. Bayer. Akademie der Wissenschaften. + + + INHALTS-ÜBERSICHT + + Das geologische Wissen im Altertum -- Anfänge der + Versteinerungskunde und Geologie -- Das heroische Zeitalter + der Geologie von 1790-1820 -- Neuere Entwicklung der Geologie + und Paläontologie -- Kosmische Geologie -- Physiographische + Geologie -- Dynamische Geologie -- Topographische Geologie -- + Formationslehre (Stratigraphie) -- Gesteinskunde (Petrographie) -- + Versteinerungskunde (Paläontologie) + + + + +Anmerkungen zur Transkription 2: + + +Im Original ¡kursiv¡ gesetzter Text wurde mit ¡ markiert. + +Im Original ~gesperrt~ gesetzter Text wurde mit ~ markiert. + +Im Original #fett# gesetzter Text wurde mit # markiert. + +Im Original +griechischer+ gesetzter Text wurde mit + markiert. + +Im Original ¿gesperrter und kursiver¿ Text wurde mit ¿ markiert. + +Zahnformeln werden als §Zähler§/§Nenner§ formatiert. + +Kreuze um den Todeszeitpunkt anzuzeigen werden durch [dagger] ersetzt. + +V-förmig als Beschreibung verschiedener Zähne/Zahndifferenzierungen +oder Rippen wird durch ¥V-förmig¥ markiert. In der Textversion wurde +Vförmig zu V-förmig verändert in der html-Version wird kein Bindestrich +verwendet. + +Das Zeichen für männlich wird Text als [male] dargestellt. + +Überschriften wurden im Schriftbild vereinheitlicht. In der 1. +Klasse Pisces werden alle Überschriften in höheren Ebenen als in der +Familie mit Unterklasse/Ordnung/Unterornung. Name verwendet, ab der +Familienebene werden die Überschriften als Familie/Unterfamilie: Name +formatiert. Die restlichen Klassen (Amphibia, Reptilia, Aves und +Mammalia) werden immer mit einem Punkt, egal in welcher Ebene man sich +befindet, formatiert (z. B. 4. Unterordnung. Anomodontia und auch 1. +Familie. Trtylodontidae). Dies entspricht in den meisten Fällen den +Vorgaben im Original. + +Bildunterschriften wurden weitesgehend vereinheitlicht. + +Abbildungen wurden innerhalb des Textes an den Beginn oder das +Ende von Absätzen verschoben und entsprechend ihrer Nummerierung +reorganisiert. + +Brüche werden folgendermaßen dargestellt: 1 Viertel = 1/4, 1 Achtel = +1/8 u. s. w., die volle Zahl wird durch - vom Bruch separiert, d. h. +eineinhalb = 1-1/2. + +Exponenten werden folgendermaßen dargestellt: x² wird zu x^2 bzw. x² +wird zu x^{2} sobald mehr als 1 Exponent vorhanden ist. + +Tiefergestellter Text wird durch _{text} dargestellt beispielsweise +Wasser als H_{2}O + +Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; +lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Bis +auf offensichtliche Druckfehler wurde vom Haupttext abweichende +Schreibweise innerhalb der Zitate beibehalten. Namen verschiedenener +Arten und Gattungen wurden im Original übernommen und nicht der +modernen Nomenklatur/Schreibweise angeglichen. Die Punktuation in +Referenzen, Inhaltsverzeichnis, Index, Tabellen und Abbildungen wurde +weitestgehend egalisiert. Die alphabetische Reihenfolge im Index +wurde korrigiert. Die Angaben im Inhalsverzeichnis wurde zu einer +chronologischen Darstelleung korrigiert und Formatierungen egalisiert. +Referenzen zu Abbildungen werden im Text normalerweise wie folgt +dargestellt: (Fig. xyz). Subgenera (als Unterschrift) wird unterschiedlich +dagestellt, beide Hauptformen wie die unveränderte und die gesperrte +Form (verschiedene Textstellen) werden verwendet Altersangaben werden +in zwei Formen angegeben beispielsweise: Unt. Lias und Unt.-Lias +(verschiedene Textstellen) Darstellung und Interpunktion der +Zahnformeln wurde stillschweigend egalisiert. + +Auf Seite 23 ¡Leptocardii¡,¡Marsipobranchii¡, ¡Pisces¡ wurde ein +Fußnotenanker eingefügt [5], die entsprechende Fußnote ist ohne +Textverbindung vorhanden. Auf Seite 80 Die Ordnung der Arthrodira[35] +umfaßt die Familien wurde ein Fußnotenanker eingefügt [35], die +entsprechende Fußnote ist ohne Textverbindung vorhanden. Auf Seite 490 +14. Familie. #Cervicornia# wurde ein Fußnotenanker eingefügt [156], die +entsprechende Fußnote ist ohne Textverbindung vorhanden. + + +Übernommen wurden: + + Accipenser (Seiten 16, 67, 91, 95 und Index) und Accipenseridae + (Seiten 6 und 98)/Accipederiden (Seiten 7, 12 und + 79)/Accipenseroidei (Seiten 95, 97 und Index)/Accipenseroiden + (Seite 79) statt Acipenser und weitere Formen. + (https://www.marinespecies.org/aphia.php?p=taxdetails&id=295903 + und https://shark-references.com/species/view/Lagarodus-angustus + sowie https://www.mindat.org/taxon-P94915.html) + + Caroloameghiniidae (Index) als alternative Schreibweise. + (http://www.fossilworks.org/cgi-bin/bridge.pl?a=taxonInfo&taxon_no=264920) + + Chondrosteus accipenseroides obwohl er normalerweise + Chondrosteus acipenseroides genannt wird. + (https://www.mindat.org/taxon-P94901.html) (Seite 95 und Abbildung + 164) + + Epernay (Seiten 480 und 565) statt Épernay. + + Ileum, Ilium und Ilia (beide an verschiedenen Textstellen) wurden + wie im Originaltext übernommen auch wenn es sich vermutlich um das + Ileum (verschiedene Textstellen) handelt. + + Macruridae (Seite 127/Index) statt Macrouridae + (https://www.mindat.org/taxon-6978.html und + https://www.marinespecies.org/aphia.php?p=taxdetails&id=125471) + + Maestricht (alte Schreibweise) statt Maastricht. (7 Stellen im + Text) + + Minas Geraes (Seite 584) statt Minas Gerais. + + Monte Giozo (Seite 128) statt Monte Giovo. + + Der Indexeintrag Mylodonta 413 wurde beibehalten obwohl kein + direkter Treffer auf dieser Seite zu finden ist, allerdings + handelt es sich hierbei um eine Superfamilie, die später im Text + relevant wird. + + Narcobates (Seite 66 und Index) statt Narkobates. + (https://shark-references.com) + + Orang Utang (Seiten 556 und 557) statt Orang-Utan. + + Sauvage H. E. statt Sauvage H. É. (Émile). (Fußnoten 96 und 105) + + Stylonodon (Seite 415 und Index) statt Stylinodon. + (https://www.mindat.org/taxon-4831703.html) + + Möglicherweise handelt es sich bei dem auf + Seite 90 erwähnten C. Voigt eher um Carl Vogt, + die Schreibweise im Text wurde nicht geändert. + (https://www.deutsche-biographie.de/pnd118769014.html?language=en + und + https://www.deutsche-biographie.de/pnd118769014.html?language=en) + + Die Zahnformel im letzten Absatz von Seite 489 (Blastomeryx) wurde + im Original übernommen §34-..3 1 0..§/§3.1.4-3.3.§, es könnte sich + aber auch um §3-4.3.1.0.§/§3.1.4-3.3.§ handeln. + + +Einige Ausdrücke wurden in beiden Schreibweisen übernommen: + + Ächte/n (Seiten 390, 472 und 569) und Echte/n (verschiedene + Textstellen) + + Alisphenoid-Kanals (Abbildung 476) und Alisphenoidkanal (Seite 392) + + Artikulieren und Articulieren, werden sowohl einzelstehend + wie auch in Wordkombinationen beide verwendet (Verschiedene + Textstellen) + + Asterolepis ornatus (Abbildung 51) und Asterolepis ornata (Seite 38) + + Astraponotusschichten (Seiten 523, 524, 525, 527 und 581) und + Astraponotus-Schichten (Seiten 441, 516, 518 und 519) + + A. Tessalata (Seite 34) und A. tessalate (Abbildung 46) + + Backzahn, Backzähne, Backenzahn und Backenzähne (verschiedene + Textstellen) + + Bezw und bzw (verschiedene Textstellen) + + Canada/Candas (Seiten 48, 98, 121, 296, 354 und 363 sowie Fußnoten + 72 und 105) und Kanada (Seiten 39, 74, 86, 87, 196, 281, 381 + und 570) + + Capstadt (Seite 191), Kapland/es (Seiten 562 und 563), Kapkolonie + (Abbildungen 325, 331 und 336) und Kap-Kolonie (Seiten 279 und 280) + + Caudalwirbel (Seiten 286, 288 und 310) und Caudal-Wirbel (Seite + 283) + + Colpodonschichten und Colpodon-Schichten (verschiedene Textstellen) + + coraco-scapularis (Seite 158) und coracoscapularis (Abbildung 324) + + Costal-Scuta (Seite 242) und Costalscuta (Seite 248) + + Cranial und Kranial (verschiedene Textstellen) + + Croïzet (Seite 433) und Croizet (Abbildung 689) + + Diploe (Seite 498) und Diploë (Seite 523) + + Dirhizodon (Seite 51) und Dirrhizodon (Index) + + Edinburg (Seiten 168 und 171) und Edinburgh (verschiedene Fußnoten + und Abbildungen 90, 152 und 174) + + Emydidae (Seite 250 2x) und Emydinae (Seiten 251 und 252 und Index) + + Ethmoidalregion (Seiten 16 und 18 und Abbildung 23) und + Ethmoidal-Region (Seite 17) + + Fisch-Otolithen und Fischotolithen (beide in Fußnote 4) + + hieher, eine veraltete und eher in der Schweiz genutzte Form von + hierher (https://www.dwds.de/wb/hieher)(Seiten 59, 292 und 306) + und hierher (verschiedene Textstellen) + + Hierzu (verschiedene Textstellen) und hiezu, (Seite 185, eine + veraltete Form "Hiezu", in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm + und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854-1960), digitalisierte + Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, + <https://www.dwds.de/wb/dwb/Hiezu>) + + Homoedontie (Seite 436), homoeodont (Seite 450), homoeodonten + (Seite 440), homöodonte (Seite 444), homodontes (Seite 404) und + Homodontie (Seite 404) + + Homologiiert (Seite 348) und homologisiert (Seite 37) + + Hypo-Branchiale (Seite 19) und Hypobranchiale (Abbildung 23) + + Insectivoren und Insektivoren (verschiedene Textstellen) + + Kallabonnasee (Seite 358) und Kallabonna-See (Abbildung 514) + + Kärnthen (Abbildung 106) und Kärnten (Abbildung 203 und Seite 116) + + Karruschichten/Karru-Schichten (ältere Schreibweise, Seiten 78, + 100 und 106) und Karroo/Karrooformation/Karrooschichten (Seiten + 54, 102, 352 und 563) + + (Unter) Kiefer-Suspensorium (Seiten 94, 98, 99, 100 und 102) und + Kiefersuspensorium (Seite 98) + + Lacep., Lacép., Lacepède, Lacépède und Lacépéde (verschiedene + Textstellen) + + Lébéron (Fußnote 116 und Seite 396) und Lebéron (Seite 575) + + Lendenabschnitt (Abbildung 316) und Lenden-Abschnitt (Seite 180) + + Londonthon (Abbildungen 82 und 247) und Londonton (Seiten 95, 134, + 372 und 565) + + Lutétien (Seiten 136 und 137) und Lutetien (Seiten 566 und 568) + + Menschen-Affen (3x Seite 556) und Menschenaffen (Seite 555, Index + und Fußnote 173) + + (Neu-) Mexico (Seiten 121, 169, 192, 238 und 272 und Abbildungen + 575, 576, 603 und 605) und (Neu-) Mexiko (Seiten 194, 195, 196, + 220, 256, 260, 322, 323, 324, 354, 370, 371, 372, 376, 382, + 391, 414, 419, 421, 438, 439, 448, 486, 508, 572 und 577 und + Abbildungen 207, 539 und 548) + + Neu-Guinea, Neu-Schottland, Neu-Seeland, New-York und Neuguinea, + Neuschottland, Neuseeland, New York (verschiedene Textstellen) + + Nordcarolina, Nord Carolina, Nord-Carolina, Süd Carolina, + Südcarolina, Süd-Carolina, Nebraska und andere Staaten in den USA + (verschiedene Textstellen) + + Notostylopsschichten und Notostylops-Schichten (verschiedene + Textstellen) + + Occipitalregion (Abbildung 23) und Occipital-Region (Seite 17) + + Oldred, Old Red und Old red (verschiedene Textstellen) + + Opthalmosausrus (Seiten 184 und 229) und Ophthalmosaurus (Seiten + 221, 225 und 227 sowie Fußnote 96 und Index), beide Formen kommen in + der Literatur vor allerdings ist die letztere Variante häufiger + anzutreffen. + + Paranastufe (Seite 392), Paranástufe (Seite 583) und Parana-Stufe + (Seite 355) + + Pterygopalatinum (Seiten 39, 69, 74, 78, 109 und 112 und Abbildung + 134) und Pterygo-Palatinum (Abbildungen 130, 131 und 136) + + Puboischiadicum (Seite 303 und Abbildung 338) und pubo-ischiadicum + (Seiten 186, 198 und 200 und Abbildung 333) + + Pyrotheriumschichten und Pyrotherium-Schichten (verschiedene + Textstellen) + + Quadratojugale (verschiedene Textstellen) und Quadrato-Jugale + (Abbildungen 289, 391, 414 und 436) + + Rezent (Abbildungen 1, 4, 68, 95, 118, 208, 229, 251, 337, 396 + und 407 sowie Seiten 49, 50, 51, 206, 249 und 251) und recent + (Fußnoten) sowie Abwandlungen wie recenten (Seiten 187 und 220), + rezenten (Seiten 126, 137, 144, 263, 325, 358, 374 und 410 sowie + Abbildung 252 und Fußnoten), rezente (Seiten 210, 267 und 430), + und rezenter (Seite 90) + + Sagittalnaht (Seiten 403 und 551) und Sagittal-Naht (Seite 331) + + Santa Cruz, Santa-Cruz und Santacruz (verschiedene Textstellen) + + Senkenberg (Fußnote 100) und Senckenberg (Fußnote 24) + + Sivalik und Siwalik (verschiedene Textstellen) + + Stil (Seiten 97 und 203) und Stiel (Seiten 93, 340, 412 und 445) + + Ventralansicht (Abbildung 405) und Ventral-Ansicht (Abbildung 371) + + Vertebralscuta (Seite 247) und Vertebral-Scuta (Seite 242) + + Wasatchstufe (Seite 506) und Wasatch-Stufe (Abbildung 605) + + Zentrum und Centrum, werden sowohl einzelstehend wie auch in + Wordkombinationen beide verwendet (verschiedene Textstellen) + + + +Folgende offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert: + + geändert wurde "ZWEITTE VERMEHRTE UND VERBESSERTE AUFLAGE" + in "ZWEITE VERMEHRTE UND VERBESSERTE AUFLAGE" + (Titelseite) + + geändert wurde "1. Klasse. #Pisces.# #Fische.# (~Bearbeitet~ von + ~E. Koken~) S. 3. Unterklasse" + in "1. Klasse. #Pisces.# #Fische.# (~Bearbeitet von + E. Koken~) S. 3. Unterklasse" + (Inhaltsverzeichnis) + + geändert wurde "Sei sind aus zwei dicht" + in "Sie sind aus zwei dicht" + (Seite 8) + + geändert wurde "Die bisher unter der Bezeichnung Fische + zusammengefaßten Formen wurden auf 3 ~Klassen~ + verteilt, die weit geschieden sind: ¡Leptocardii¡, + ¡Marsipobranchii¡, ¡Pisces¡." + in "Die bisher unter der Bezeichnung Fische + zusammengefaßten Formen wurden auf 3 ~Klassen~ + verteilt, die weit geschieden sind: ¡Leptocardii¡, + ¡Marsipobranchii¡, ¡Pisces¡.[5]" + (Seite 23) + + geändert wurde "Keine Dorsalflosse. ¡L. horrida¡ Traqu-, ¡spinosa¡ + Traqu.," + in "Keine Dorsalflosse. ¡L. horrida¡ Traqu., ¡spinosa¡ + Traqu.," + (Seite 29) + + geändert wurde "¿Cephalaspis¿ Ag. (¡Eucephalaspis¡, ¡Hemicyclaspis¡, + ¡Zenaspis¡ R. Lank). Hinterecken des Kopfschildes" + in "¿Cephalaspis¿ Ag. (¡Eucephalaspis¡, ¡Hemicyclaspis¡, + ¡Zenaspis¡ R. Lank.). Hinterecken des Kopfschildes" + (Seite 33) + + geändert wurde "¿C. Lyelli¿ Ag. ¡C. Murchisoni¡ Egerton Unteres + Oldred." + in "¿C. Lyelli¿ Ag., ¡C. Murchisoni¡ Egerton. Unteres + Oldred." + (Seite 34) + + geändert wurde "¿Eukeraspis¿ Lankester. Hörner des Kopfschildes" + in "¿Eukeraspis¿ Lankaster. Hörner des Kopfschildes" + (Seite 34) + + geändert wurde "Tiefstes Oldred bzw Passagebeds, Schottland." + in "Tiefstes Oldred bzw. Passagebeds, Schottland." + (Seite 34) + + geändert wurde "Material von Oesel (Obersilur) vorzüglich + rekonstriert, aber mit seiner Interpretation" + in "Material von Oesel (Obersilur) vorzüglich + rekonstruiert, aber mit seiner Interpretation" + (Seite 35) + + geändert wurde "~mit schrägen Rändern übereinanander greifenden und + sternförmig~" + in "~mit schrägen Rändern übereinander greifenden und + sternförmig~" + (Seite 35) + + geändert wurde "Eine besondere Erwähnung verdienen die Kanäle der + Hautsinnesorgane." + in "Eine besondere Erwähnung verdienen die Kanäle der + Haut-Sinnesorgane." + (Seite 37) + + geändert wurde "¡auf die mediale Seite übertreten (biseriales + Archipteryyium), während einige direkt¡" + in "¡auf die mediale Seite übertreten (biseriales + Archipterygium), während einige direkt¡" + (Seite 42) + + geändert wurde "als nach den verbreiteten Rekonstruktionsbildern + angenommen werden konnte[23]." + in "als nach den verbreiteten Rekonstruktionsbildern + angenommen werden konnte.[23]" + (Seite 45) + + geändert wurde "¿Hemipristis¿ Ag. (¡Dirhizodon¡ Klunzinger). + (Fig. 1439.) Zähne dreieckig, mit grobgezackten + Seitenrändern. Tertiär, lebend." + in "¿Hemipristis¿ Ag. (¡Dirhizodon¡ Klunzinger). + (Fig. 74.) Zähne dreieckig, mit grobgezackten + Seitenrändern. Tertiär, lebend." + (Seite 51) + + geändert wurde "Trias, Jura, Kreide ¡Acr. lateralis¡ Ag. (vgl. + Jaekel). Muschelkalk etc ¡A. Anningiae¡" + in "Trias, Jura, Kreide ¡Acr. lateralis¡ Ag. (vgl. + Jaekel). Muschelkalk etc. ¡A. Anningiae¡" + (Seite 56) + + geändert wurde "Gekrümmte, aber nicht spiral gewundene Stachelorgane. + ¡T. Lecontei¡ Dean. Obercarbon, Nordamerika." + in "Gekrümmte, aber nicht spiral gewundene Stachelorgane. + ¡T. Lecontei¡ Dean. Oberkarbon, Nordamerika." + (Seite 59) + + geändert wurde "¿Menaspis¿ Ewald[28] (Fig. 104) (¡Dichelodus¡ Gieb., + ¡Chalcodus¡ Zitt-). Kopf und" + in "¿Menaspis¿ Ewald[28] (Fig. 104.) (¡Dichelodus¡ Gieb., + ¡Chalcodus¡ Zitt.). Kopf und" + (Seite 60/61) + + geändert wurde "¿Lagarodus¿ Jaekel. Zähne schmal rectangulär, scharf + geknickt. Kohlenkalk. ¡L.¡ (¡Psammodus¡) + ¡augustus¡ Tr." + in "¿Lagarodus¿ Jaekel. Zähne schmal rectangulär, scharf + geknickt. Kohlenkalk. ¡L.¡ (¡Psammodus¡) + ¡angustus¡ Tr." + (Seite 61) + nach https://shark-references.com/species/view/Lagarodus-angustus + + geändert wurde "ebenfalls nach vorn gekrümmte Stacheln aus + amerikanischen Kohlenkalk." + in "ebenfalls nach vorn gekrümmte Stacheln aus + amerikanischem Kohlenkalk." + (Seite 63) + + geändert wurde "sowie von Cirin (Ain), vgl. aber ¡Pseudorhina¡.) + Ganze Skelette" + in "sowie von Cirin (Ain), vgl. aber ¡Pseudorhina¡. + Ganze Skelette" + (Seite 64) + + geändert wurde "¿Rh. Zignii¿ Heckel. Eocän. Monte Bolca. ¿Rh. + maronita¿ Pictet u. Humb. Obere Kreide. Libanon." + in "¿Rh. Zignii¿ Heckel. Eocän. Monte Bolca. ¿Rh. + maronita¿ Pictet u. Humb. Obere Kreide. Libanon." + (Seite 66) + + geändert wurde "England. ¡M. Pentoni¡ A. Sm. Woodward. Eocän. + Agypten." + in "England. ¡M. Pentoni¡ A. Sm. Woodward. Eocän. + Ägypten." + (Seite 68) + + geändert wurde "¿Jschyodus¿ Egerton. (¡Leptacanthus¡ Ag., + ¡Aulaxacanthus¡ Sauvage, ¡Chimaeracanthus¡ Qu.)." + in "¿Ischyodus¿ Egerton. (¡Leptacanthus¡ Ag., + ¡Aulaxacanthus¡ Sauvage, ¡Chimaeracanthus¡ Qu.)." + (Seite 71) + + geändert wurde "¡Mehrere Tritoren oder Reibhügel auf den Zähnen.¡ Jura + bis jetzt[32]" + in "¡Mehrere Tritoren oder Reibhügel auf den Zähnen.¡ Jura + bis jetzt.[32]" + (Seite 71) + + geändert wurde "¿Jschyodus¿ Egerton. (¡Leptacanthus¡ Ag., + ¡Aulaxacanthus¡ Sauvage, ¡Chimaeracanthus¡ Qu.). + Unterkieferzähne" + in "¿Ischyodus¿ Egerton. (¡Leptacanthus¡ Ag., + ¡Aulaxacanthus¡ Sauvage, ¡Chimaeracanthus¡ Qu.). + Unterkieferzähne" + (Seite 71) + + geändert wurde "mit 4 Tritoren (2 innen, 1 median, 1 außen." + in "mit 4 Tritoren (2 innen, 1 median, 1 außen)." + (Seite 71) + + geändert wurde "¡Acondylacanthus¡ St. John. u. Worth.," + in "¡Acondylacanthus¡ St. John u. Worth.," + (Seite 72) + + geändert wurde "c) Paarige, asymmetrische Flossenstacheln. + ¡Machaeracanthus¡ Newb. (Figur 127), ¡Heteracanthus¡ + Newb., ¡Haplacanthus¡ Ag., Devon." + in "c) Paarige, asymmetrische Flossenstacheln. + ¡Machaeracanthus¡ Newb. (Fig. 127), ¡Heteracanthus¡ + Newb., ¡Haplacanthus¡ Ag., Devon." + (Seite 72) + + geändert wurde "¡Hautschildern, Rumpf mit runden, imbricierenden + Schmelzschuppen Maxilla und Prämaxilla nicht + differenziert,¡" + in "¡Hautschildern, Rumpf mit runden, imbricierenden + Schmelzschuppen, Maxilla und Prämaxilla nicht + differenziert,¡" + (Seite 73) + + geändert wurde "¿Conchodus¿ Mc Coy, ¡Cheirodus¡ Pander von Mc Coy). + Dünne, kleine," + in "¿Conchodus¿ Mc Coy (¡Cheirodus¡ Pander von Mc Coy). + Dünne, kleine," + (Seite 74) + + geändert wurde "¿Scaumenacia¿ Whiteavez. Oberdevon, Kanada." + in "¿Scaumenacia¿ Whiteaves. Oberdevon, Kanada." + (Seite 74) + + geändert wurde "¡P. insignis¡ Beneden. Ober-Devon, Belgien. + Nordamerika (Chemung)." + in "¡P. insignis¡ Beneden. Oberdevon, Belgien. + Nordamerika (Chemung)." + (Seite 74) + + geändert wurde "keine randlichen Kieferzähne. Keine Iugularplatten. + Die Zähne entstehen ontogenetisch" + in "keine randlichen Kieferzähne. Keine Jugularplatten. + Die Zähne entstehen ontogenetisch" + (Seite 77) + + geändert wurde "sie Iugularia und interpretiert den ganzen + Ventralpanzer" + in "sie Jugularia und interpretiert den ganzen + Ventralpanzer" + (Seite 78) + + geändert wurde "in Fort Union-Schichten (oberen Kreide) von Montana." + in "in Fort Union-Schichten (obere Kreide) von Montana." + (Seite 78) + + geändert wurde "der ~Ptyctodontidae~, welche sich vielleicht noch" + in "der ~Ptyctodontidae~, welchen sich vielleicht noch" + (Seite 80) + + geändert wurde "Die Ordnung der Arthrodira umfaßt die Familien der + ~Coccosteidae~" + in "Die Ordnung der Arthrodira[35] umfaßt die Familien + der ~Coccosteidae~" + (Seite 80, Fußnotenamker eingefügt) + + geändert wurde "Man faßt die beiden letztgenannten als + ¡Actinoperygier¡ zusammen, deren Flossen durch eine + verkürzte Achse" + in "Man faßt die beiden letztgenannten als + ¡Actinopterygier¡ zusammen, deren Flossen durch eine + verkürzte Achse" + (Seite 84) + + geändert wurde "¿Mylostoma¿ Newberry. (Palaeozoic fishes of + N.-Amerika. 1889.)" + in "¿Mylostoma¿ Newberry. (Palaeozoic fishes of + N. Amerika. 1889.)" + (Seite 85) + + geändert wurde "¿Eusthenopteron¿ Whiteaver. Im Abdomen mit + Hohlwirbeln." + in "¿Eusthenopteron¿ Whiteaves. Im Abdomen mit + Hohlwirbeln." + (Seite 87) + + geändert wurde "Die Linie der Abstammmung führt von den jurassischen" + in "Die Linie der Abstammung führt von den jurassischen" + (Seite 90) + + geändert wurde "¡Rumpf und Schwanz mit Ganoidschuppen bedeckt, selten + nackt oder mit Knochenplatten-¡" + in "¡Rumpf und Schwanz mit Ganoidschuppen bedeckt, selten + nackt oder mit Knochenplatten.¡" + (Seite 90) + + geändert wurde "der Ganoiden hatte ~L. Agassiz~ auschließlich das + Hautskelett berücksichtigt" + in "der Ganoiden hatte ~L. Agassiz~ ausschließlich das + Hautskelett berücksichtigt" + (Seite 90) + + geändert wurde "bei den Stören ist der Rumpfmit großen Knochenplatten + teilweise bedeckt." + in "bei den Stören ist der Rumpf mit großen Knochenplatten + teilweise bedeckt." + (Seite 91) + + geändert wurde "Familie: #Chondrosteidae#. A. Sm. Woodm." + in "Familie: #Chondrosteidae#. A. Sm. Woodw." + (Seite 94) + + geändert wurde "Jura mit verknöcherter Wirbelsäule, praesymphysialen + Knochen im Unterkiefer" + in "Jura mit verknöcherter Wirbelsäule, präsymphysialen + Knochen im Unterkiefer" + (Seite 96) + + geändert wurde "die Nasalia und wohl vor diesen das Ethmoid. + einschieben, gebildet, doch ist die Begrenzung" + in "die Nasalia und wohl vor diesen das Ethmoid + einschieben, gebildet, doch ist die Begrenzung" + (Seite 96) + + geändert wurde "¿Belonorhynchus¿ Bronn. In der Umgrenzung Woodwards = + ¡Saurorhynchus¡ Mstr., Reis; ¡Ichthyorhynchus¡ + Bellotti, ¡Giffonus¡ Costa, ¡Stylorhynchus¡ Martin)." + in "¿Belonorhynchus¿ Bronn. In der Umgrenzung Woodwards = + ¡Saurorhynchus¡ Mstr., Reis; (¡Ichthyorhynchus¡ + Bellotti, ¡Giffonus¡ Costa, ¡Stylorhynchus¡ Martin)." + (Seite 97) + + geändert wurde "Reis zieht sie zusammen, Henning reserviert den Namen + ¡Belonorhynchus¡ für Liasformen." + in "Reis zieht sie zusammen, Hennig reserviert den Namen + ¡Belonorhynchus¡ für Liasformen." + (Seite 97) + + geändert wurde "Mitteldevon (mittleres Oldred); Schottland. Rußland. + Oberes Devon; Canada." + in "Mitteldevon (mittleres Oldred); Schottland, Rußland. + Oberes Devon; Canada." + (Seite 98) + + geändert wurde "Flossen klein, die Strahlendichotom gespalten und + gegliedert." + in "Flossen klein, die Strahlen dichotom gespalten und + gegliedert." + (Seite 98) + + geändert wurde "Flossen groß, mit Fulcren. Kein Suboperculum. Karbon, + Rotiegendes; Europa, Nordamerika." + in "Flossen groß, mit Fulcren. Kein Suboperculum. Karbon, + Rotliegendes; Europa, Nordamerika." + (Seite 98) + + geändert wurde "¿Atherstonia¿ A. Sm. Woodw. ¡Hydropesium¡ Broom. + ¡Helichthys¡ Broom. Obere Karru-Schichten Südafrika." + in "¿Atherstonia¿ A. Sm. Woodw. ¡Hydropesium¡ Broom. + ¡Helichthys¡ Broom. Obere Karru-Schichten, Südafrika." + (Seite 100) + + geändert wurde "Körper oval, gleichmäßig beschuppt. Schnauzesteil + abfallend. Caudalis tief gegabelt." + in "Körper oval, gleichmäßig beschuppt. Schnauze steil + abfallend. Caudalis tief gegabelt." + (Seite 102) + + geändert wurde "Kiemenhautstrahlen blattförmig, eine mediane + Iugularplatte vorhanden. Zähne zugespitzt," + in "Kiemenhautstrahlen blattförmig, eine mediane + Jugularplatte vorhanden. Zähne zugespitzt," + (Seite 113) + + geändert wurde "Kiemenhautstrahlen breit, wenig zahlreich. + Iugularplatte groß." + in "Kiemenhautstrahlen breit, wenig zahlreich. + Jugularplatte groß." + (Seite 117) + + geändert wurde "¿Gigantichtys¿ Dames (Fig. 234).[53] Spitze der großen + Zähne pfeilspitzenähnlich." + in "¿Gigantichthys¿ Dames (Fig. 234).[53] Spitze der + großen Zähne pfeilspitzenähnlich." + (Seite 126) + + geändert wurde "Lebend nur ¡Gonorhynchus Greyi¡, im indischen und + pazifischen Ocean" + in "Lebend nur ¡Gonorhynchus Greyi¡, im indischen und + pazifischen Ozean." + (Seite 127) + + geändert wurde "Meer- und Süßwasser-Fische; letztere wandern zur" + in "Meer- und Süßwasserfische; letztere wandern zur" + (Seite 127) + + geändert wurde "Vomer mlt zwei langen, in Alveolen stehenden + Fangzähnen." + in "Vomer mit zwei langen, in Alveolen stehenden + Fangzähnen." + (Seite 129) + + geändert wurde "¿Palaeohrynchus¿ Blv. (¡Hemirhynchus¡ Ag.) + (Fig. 254.)" + in "¿Palaeorhynchus¿ Blv. (¡Hemirhynchus¡ Ag.) + (Fig. 253.)" + (Seite 136) + + geändert wurde "¡Fast bandförmige, zusammengedrückte Raubfische mit + weite Mundspalte. Kiefer und Gaumenbeine mit + kräftigen, konischen Zähnen.¡" + in "¡Fast bandförmige, zusammengedrückte Raubfische mit + weiter Mundspalte. Kiefer und Gaumenbeine mit + kräftigen, konischen Zähnen.¡" + (Seite 136) + + geändert wurde "¡Rücken mit einheitlichem Panzer oder einzelnen + Hauschildern. Zwei Rückenflossen, weit + zurückgeschoben,¡" + in "¡Rücken mit einheitlichem Panzer oder einzelnen + Hautschildern. Zwei Rückenflossen, weit + zurückgeschoben,¡" + (Seite 140) + + geändert wurde "Lebend ¡Histiophorus¡ Lac. (auch tertiär), + ¡Tetrapterus¡ Cuv., ¡Xiphias¡ L. ¡Xiphiorynchus¡ + Beneden, ¡Brachyrhynchus¡ Ben., Eocän." + in "Lebend ¡Histiophorus¡ Lac. (auch tertiär), + ¡Tetrapterus¡ Cuv., ¡Xiphias¡ L., ¡Xiphiorhynchus¡ + Beneden, ¡Brachyrhynchus¡ Ben., Eocän." + (Seite 140) + + geändert wurde "¡Anal- und Dorsalflossen mit Stacheln Körper kürzer + als bei Ophiocephaliden.¡" + in "¡Anal- und Dorsalflossen mit Stacheln. Körper kürzer + als bei Ophiocephaliden.¡" + (Seite 141) + + geändert wurde "¡Kiefer zahnlos. Haut mit dünnen Knochenplatten + Brustflossen, häufig auch¡" + in "¡Kiefer zahnlos. Haut mit dünnen Knochenplatten. + Brustflossen, häufig auch¡" + (Seite 141) + + geändert wurde "zwischen den Postzygaphysen des vorausgehenden Wirbels + liegende Vertiefung (Zygantrum) gelenkig eingreift" + in "zwischen den Postzygapophysen des vorausgehenden + Wirbels liegende Vertiefung (Zygantrum) gelenkig + eingreift" + (Seite 144) + + geändert wurde "eines paarigen Knochens des ~Sphenethmoids~ + (Orbito-Sphenoid), welcher bei den" + in "eines paarigen Knochens des ~Sphenethmoids~ + (Orbitosphenoid), welcher bei den" + (Seite 145) + + geändert wurde "Im ersteren Falle besteht er (Fig. 269-71 aus ~einem~ + vorderen ventralen Knochenstück, dem ~Hypocentrum~ + (Intercentrum) und ~zwei~ hinteren, lateralen + Ossifikationszentren: ~Pleurocentra~." + in "Im ersteren Falle besteht er (Fig. 269-71) aus ~einem~ + vorderen ventralen Knochenstück, dem ~Hypocentrum~ + (Intercentrum) und ~zwei~ hinteren, lateralen + Ossifikationszentren: ~Pleurocentra~." + (Seite 151) + + geändert wurde "dieser Anschauung betrachtet Götte die rachitomen + Wirbel als Übergangsstadium" + in "dieser Anschauung betrachtet Götte die rhachitomen + Wirbel als Übergangsstadium" + (Seite 152) + + geändert wurde "(Dasyceps, Trematops, Acanthosoma, Microbrachis), in + welcher sich bei den Urodelen" + in "(Dasyceps, Trematops, Acanthostoma, Microbrachis), in + welcher sich bei den Urodelen" + (Seite 154) + + geändert wurde "An die Supraoccipitia legt sich jederseits das + ~Tabulare~ (= Epioticum) an." + in "An die Supraoccipitalia legt sich jederseits das + ~Tabulare~ (= Epioticum) an." + (Seite 154) + + geändert wurde "auch auf dem Vomer und auf den Palatium in der Nähe + der Choanen." + in "auch auf dem Vomer und auf dem Palatinum in der Nähe + der Choanen." + (Seite 156) + + geändert wurde "¿Tyrsidium¿ Cope. Ähnlich den vorigen. Oberes Karbon. + Nord-Amerika." + in "¿Tyrsidium¿ Cope. Ähnlich den vorigen. Oberes Karbon. + Nordamerika." + (Seite 160) + + geändert wurde "mit je einer Reihe dichtsteheder, schlanker, + spitzkonischer ~Zähne~ besetzt." + in "mit je einer Reihe dichtstehender, schlanker, + spitzkonischer ~Zähne~ besetzt." + (Seite 161) + + geändert wurde "¿Urocordylus¿ Huxley und Wrigth (Fig. 268, 290). + Schädel dreieckig," + in "¿Urocordylus¿ Huxley und Wright (Fig. 268, 290). + Schädel dreieckig," + (Seite 163) + + geändert wurde "Ob Bogen mit dem Wirbelkörper fest verwachsen." + in "Ob. Bogen mit dem Wirbelkörper fest verwachsen." + (Seite 163) + + geändert wurde "Ob. Karb. Kilkenny Irland." + in "Ob. Karb. Kilkenny, Irland." + (Seite 165) + + geändert wurde "¿Crossotelos¿ Case. Perm. Oklahama." + in "¿Crossotelos¿ Case. Perm. Oklahoma." + (Seite 165) + + geändert wurde "¡Zahnsubstanz radial gefaltet.¡ Karbon. Perm und + untere Trias." + in "¡Zahnsubstanz radial gefaltet.¡ Karbon, Perm und + untere Trias." + (Seite 166) + + geändert wurde "mit ziemlich langem, seitlich komprimierten Schwanz." + in "mit ziemlich langem, seitlich komprimiertem Schwanz." + (Seite 166) + + geändert wurde "Rippen und Schuppen kaum entwickelt. Oberer Karbon. + Nordamerika." + in "Rippen und Schuppen kaum entwickelt. Oberes Karbon. + Nordamerika." + (Seite 166) + + geändert wurde "¿Sparagmites¿ Fritsch, ¿Discosaurus¿ Credner + (Figur 266 ¡g¡)." + in "¿Sparagmites¿ Fritsch, ¿Discosaurus¿ Credner + (Fig. 266 ¡g¡)." + (Seite 167) + + geändert wurde "Bauchpanzer aus spindelförmigen Knochenstäbchen. + Oberes Karbon. Nürschan Böhmen." + in "Bauchpanzer aus spindelförmigen Knochenstäbchen. + Oberes Karbon. Nürschan. Böhmen." + (Seite 167) + + geändert wurde "¿Actinodon¿ Gaudry (¡Euchirosaurus¡ Gaudry) + (Fig. 289.). Vomer und Palatin" + in "¿Actinodon¿ Gaudry (¡Euchirosaurus¡ Gaudry) + (Fig. 289). Vomer und Palatin" + (Seite 168) + + geändert wurde "¿Dasyceps¿ Lloyd em. v. Huene. Mit großer Facialgrube. + Perm. Kenilworth b. Warwik)." + in "¿Dasyceps¿ Lloyd em. v. Huene. Mit großer Facialgrube. + Perm. Kenilworth b. Warwik." + (Seite 168) + + geändert wurde "Die Gattung kann bedeutende Größe bis zu einem Meter, + erreichen." + in "Die Gattung kann bedeutende Größe bis zu einem Meter + erreichen." + (Seite 168) + + geändert wurde "¿Cacops¿ Williston. Fig. 283. Schädel rauh + skulptiert." + in "¿Cacops¿ Williston. (Fig. 283). Schädel rauh + skulptiert." + (Seite 169) + + geändert wurde "¿Dissorophus¿ Cope. Fig. 274 ¡B¡. Besitzt einen" + in "¿Dissorophus¿ Cope. (Fig. 274 ¡B¡). Besitzt einen" + (Seite 169) + + geändert wurde "Zwischen den Unterkiefern kleine polygonale + Knochenschuppen (Gularplatten). Trias. Süd-Afrika. + ¿Batrachosuchus¿ Broom. Trias Süd-Afrika." + in "Zwischen den Unterkiefern kleine polygonale + Knochenschuppen (Gularplatten). Trias. Südafrika. + ¿Batrachosuchus¿ Broom. Trias Südafrika." + (Seite 170) + + geändert wurde "Bauchschuppen rhomboidisch Perm. Texas und Illinois." + in "Bauchschuppen rhomboidisch. Perm. Texas und Illinois." + (Seite 171) + + geändert wurde "¿Nummulosaurus¿ Fr. Wirbel anscheinend wie bei + ¡Diplovertebron¡. Ob. Karb. Tremosna Böhmen." + in "¿Nummulosaurus¿ Fr. Wirbel anscheinend wie bei + ¡Diplovertebron¡. Ob. Karb. Tremosna. Böhmen." + (Seite 171) + + geändert wurde "¿Loxomma¿ Husley (Fig. 272, 302). Schädel mit sehr gut + entwickelten Schleimkanälen." + in "¿Loxomma¿ Huxley (Fig. 272, 302). Schädel mit sehr gut + entwickelten Schleimkanälen." + (Seite 171) + + geändert wurde "die darüber liegende Sand. stein- oder Schieferschicht + enthält auf der Unterseite" + in "die darüber liegende Sandstein- oder Schieferschicht + enthält auf der Unterseite" + (Seite 173) + + geändert wurde "¿Plagiosternum¿ E. Fraas. Muschelkalk und Lettenkohle- + Schwaben." + in "¿Plagiosternum¿ E. Fraas. Muschelkalk und Lettenkohle. + Schwaben." + (Seite 173) + + geändert wurde "Pensylvannien und Kansas, im Rotliegenden von + Thüringen, Böhmen und" + in "Pensylvanien und Kansas, im Rotliegenden von + Thüringen, Böhmen und" + (Seite 173) + + geändert wurde "¡Drei Paar persistierende äußere Kiemen¡" + in "¡Drei Paar persistierende äußere Kiemen.¡" + (Seite 176) + + geändert wurde "insofern bereits der 6. (Hymenocheirus) meistens aber + der 9. Wirbel als einziger Sacralwirbel mit dem Jlium + sich verbindet." + in "insofern bereits der 6. (Hymenochirus) meistens aber + der 9. Wirbel als einziger Sacralwirbel mit dem Ilium + sich verbindet." + (Seite 177) + + geändert wurde "wo ein Abdruck eines vollständigen Individuums + entdeckt wurde ¡Palaeobatrachus Gaudryi¡ Vidal), im" + in "wo ein Abdruck eines vollständigen Individuums + entdeckt wurde (¡Palaeobatrachus Gaudryi¡ Vidal), im" + (Seite 178) + + geändert wurde "Mannigfaltigkeit aus, insoferne manche von ihnen + einen" + in "Mannigfaltigkeit aus, insofern manche von ihnen einen" + (Seite 179) + + geändert wurde "unterscheidet man Hals-, Rumpf-, Becken- und + Schwanz-Region;" + in "unterscheidet man Hals-, Rumpf-, Becken- und + Schwanzregion;" + (Seite 180) + + geändert wurde "Die etwas schiefen oder fast horizontalen, noch oben + gerichteten Gelenkflächen der vorderen" + in "Die etwas schiefen oder fast horizontalen, nach oben + gerichteten Gelenkflächen der vorderen" + (Seite 180) + + geändert wurde "Mit Ausnahme der letzten Schwanzwirbel können vom + Epistropheus ab sämtliche Reptilienwirbel ~Rippen~ + tragen. (Fig. 317.)" + in "Mit Ausnahme der letzten Schwanzwirbel können vom + Epistropheus ab sämtliche Reptilienwirbel ~Rippen~ + tragen. (Fig. 317)." + (Seite 181) + + geändert wurde "Die Rippen sind entweder ein oder zweiköpfig, im + letzteren Fall" + in "Die Rippen sind entweder ein- oder zweiköpfig, im + letzteren Fall" + (Seite 181) + + geändert wurde "Am Sacralabschnitt nehmenbei den lebenden Reptilien" + in "Am Sacralabschnitt nehmen bei den lebenden Reptilien" + (Seite 181) + + geändert wurde "Wie bei den Amphibien bleibt bei den Reptilien vom + Visceralskelett der hintere Abschnitt des + Palato-Quadratum, das" + in "Wie bei den Amphibien bleibt bei den Reptilien vom + Visceralskelett der hintere Abschnitt des + Palatoquadratum, das" + (Seite 182) + + geändert wurde "wie in seinem distalen Teile stark verrbeitert und" + in "wie in seinem distalen Teile stark verbreitert und" + (Seite 186) + + geändert wurde "zerfallen in mehrere Unterordnungen, die + ~Cotylosauria~, ~Pelycosauria~, ~Theriodontia und + Anomodontia~." + in "zerfallen in mehrere Unterordnungen, die + ~Cotylosauria~, ~Pelycosauria~, ~Theriodontia~ und + ~Anomodontia~." + (Seite 188) + + geändert wurde "3. ¡Seitliche Kieferzähne mit den Kronen quer zur + Kieferachse verbreitert¡, #Diadectidae# Cope." + in "3. ¡Seitliche Kieferzähne mit den Kronen quer zur + Kieferachse verbreitert¡: #Diadectidae# Cope." + (Seite 192) + + geändert wurde "¿Dimetrodon¿ Cope (¡Embolophorus¡ p. p. Cope). + (Fig. 326, 327.) Der bis 45 cm lange hoch gebaute + Schädel mit verhältnismäßig weit zuürckliegenden mäßig + großen Augen und einem Paar seitlicher ebensolcher + Schläfenlöcher." + in "¿Dimetrodon¿ Cope (¡Embolophorus¡ p. p. Cope). + (Fig. 326, 327). Der bis 45 cm lange hoch gebaute + Schädel mit verhältnismäßig weit zurückliegenden mäßig + großen Augen und einem Paar seitlicher ebensolcher + Schläfenlöcher." + (Seite 194) + + geändert wurde "¿Ctenosaurus¿ v. Huene aus dem mittleren Buntsandstein + von Rheinhausen bei Göttingen dürfte auf Grund der mit + zirka 60 cm hohen Dornfortsätzen ausgestatteten Wirbel + auch hierher zu stellen sein." + in "¿Ctenosaurus¿ v. Huene aus dem mittleren Buntsandstein + von Reinhausen bei Göttingen dürfte auf Grund der mit + zirka 60 cm hohen Dornfortsätzen ausgestatteten Wirbel + auch hierher zu stellen sein." + (Seite 195) + + geändert wurde "¿Tomicosaurus¿ Case, ¿Metamosaurus¿ Cope. ¿Casea¿ + Williston. Perm Texas. ¿Embolophorus¿ p. p. Cope. + ¿Trispondylus¿ Williston. Perm Texas. ¿Sphenacodon¿ + Marsh. Perm Neu-Mexiko. ? ¿Geosaurus cynodus¿ Gervais + aus dem Perm von Moisset (Departement Jura)." + in "¿Tomicosaurus¿ Case, ¿Metamosaurus¿ Cope. ¿Casea¿ + Williston. Perm. Texas. ¿Embolophorus¿ p. p. Cope. + ¿Trispondylus¿ Williston. Perm. Texas. ¿Sphenacodon¿ + Marsh. Perm. Neu-Mexiko. ? ¿Geosaurus cynodus¿ Gervais + aus dem Perm von Moisset (Departement Jura)." + (Seite 196) + + geändert wurde "Als #primitive Theriodontier# = #Therocephalia# Broom) + werden hauptsächlich aus dem Perm" + in "Als #primitive Theriodontier# (= #Therocephalia# + Broom) werden hauptsächlich aus dem Perm" + (Seite 197) + + geändert wurde "Auf den oberen sehr kräftigen, teilweise gezähnelten + Eckzahn, folgen auf dem Maxilare 9 seitlich + verschmälerte konische, teilweise dreispitzige + Molaren." + in "Auf den oberen sehr kräftigen, teilweise gezähnelten + Eckzahn, folgen auf dem Maxillare 9 seitlich + verschmälerte konische, teilweise dreispitzige + Molaren." + (Seite 198) + + geändert wurde "¿Oudenodon¿ Owen. (¡Platypodosaurus¡. Owen.) Sehr" + in "¿Oudenodon¿ Owen. (¡Platypodosaurus¡ Owen.) Sehr" + (Seite 200) + + geändert wurde "Von dort stammen auch ¡Esoterodon¡ Owen, + ¡Cryptocynodon¡ Seeley, ¡Prodicynodon¡ Broom. + ¡Opisthoctenodon¡ Broom ¡Pristerodon¡ Huxley. + ¡Chelyposaurus¡ Broom." + in "Von dort stammen auch ¡Esoterodon¡ Owen, + ¡Cryptocynodon¡ Seeley, ¡Prodicynodon¡ Broom, + ¡Opisthoctenodon¡ Broom, ¡Pristerodon¡ Huxley, + ¡Chelyposaurus¡ Broom." + (Seite 201) + + geändert wurde "¿Protorosaurus¿. H. v. Meyer. Im System unsicher." + in "¿Protorosaurus¿ H. v. Meyer. Im System unsicher." + (Seite 203) + + geändert wurde "¡Außere Nasenlöcher vereinigt.¡" + in "¡Äußere Nasenlöcher vereinigt.¡" + (Seite 205) + + geändert wurde "¡als die Hinterfüße; beide fünfzehig. Oberster Jura.¡" + in "¡als die Hinterfüße; beide fünfzehig.¡ Oberster Jura." + (Seite 206) + + geändert wurde "¡Episternum Tförmig. Bauchrippen kräftig.¡" + in "¡Episternum T-förmig. Bauchrippen kräftig.¡" + (Seite 206) + + geändert wurde "¿Eifelosaurus¿ Jaekel. Buntsandstein. Eifel. + ? ¿Polysphenodon¿ Jaekel. Keuper. Hannover. + + ¿Palacrodon¿ Broom. Trias. Südafrika." + in "¿Eifelosaurus¿ Jaekel. Buntsandstein. Eifel. + + ? ¿Polysphenodon¿ Jaekel. Keuper. Hannover. + + ¿Palacrodon¿ Broom. Trias. Südafrika." + (Seite 206) + + geändert wurde "¿Sphenodon¿ Gray (Hatteria Gray). (Fig. 337.) + 25 präsacrale Wirbel." + in "¿Sphenodon¿ Gray (Hatteria Gray). (Fig. 337). + 25 präsacrale Wirbel." + (Seite 206) + + geändert wurde "¡Wirbel amphicöl. Schädel verlängert. Außere + Nasenlöcher getrennt, weit¡" + in "¡Wirbel amphicöl. Schädel verlängert. Äußere + Nasenlöcher getrennt, weit¡" + (Seite 206) + + geändert wurde "Über 45 Prä-sacralwirbel. Vorderfüße kürzer als die + Hinterfüße." + in "Über 45 Präsacralwirbel. Vorderfüße kürzer als die + Hinterfüße." + (Seite 206) + + geändert wurde "~Haut mit hornigen, seltener ossifizierten Schuppen + bedeckt.~ Trias-jetzt." + in "~Haut mit hornigen, seltener ossifizierten Schuppen + bedeckt.~ Trias - jetzt." + (Seite 207) + + geändert wurde "Zu den ~Lepidosauria~ gehören die ¡Lacertilia¡ und + ¡Ophidia¡" + in "Zu den ~Lepidosauria~ gehören die ¡Lacertilia¡ und + ¡Ophidia¡." + (Seite 207) + + geändert wurde "Der Schädel, Fig. 341, 342, unterscheidet sich von + dem der" + in "Der Schädel (Fig. 341, 342) unterscheidet sich von + dem der" + (Seite 209) + + geändert wurde "Der unpaare (selten doppelte: bei Amphibaena) + Hinterhauptsscondylus wird von Basioccipitale und den + beiden Exoccipitalia lateralia gebildet." + in "Der unpaare (selten doppelte: bei Amphibaena) + Hinterhauptscondylus wird von Basioccipitale und den + beiden Exoccipitalia lateralia gebildet." + (Seite 209) + + geändert wurde "¿Gordonia¿ Newton. Fig. 335. Schädel bis 18 cm lang," + in "¿Gordonia¿ Newton. (Fig. 335.) Schädel bis + 18 cm lang," + (Seite 210) + + geändert wurde "meist infolge ihrer höchst ungenügenden Erhaltung im + System schwankend.:" + in "meist infolge ihrer höchst ungenügenden Erhaltung im + System schwankend." + (Seite 210) + + geändert wurde "(¡Diploglossus¡, ¡Propseudopus¡) ¡Helotermatidae¡ + (¡Placosaurus¡)," + in "(¡Diploglossus¡, ¡Propseudopus¡), ¡Helotermatidae¡ + (¡Placosaurus¡)," + (Seite 210) + + geändert wurde "Aus dem Oligocän von Nordamerika (Dakota) werden auch + einige ¡Amphisbaenidae¡ (¡Rhineura¡, ¡Aciprion¡, + ¡Diacium¡, ¡Platyrachis¡ etc., Cope, ¡Hyporhina¡ + G. Baur, genannt." + in "Aus dem Oligocän von Nordamerika (Dakota) werden auch + einige ¡Amphisbaenidae¡ (¡Rhineura¡, ¡Aciprion¡, + ¡Diacium¡, ¡Platyrachis¡ etc., Cope, ¡Hyporhina¡ + G. Baur) genannt." + (Seite 210) + + geändert wurde "¡Wasserbewohnende Reptilien mit kleinem + Varanusähnlichem Kopf, langem, aus 13 Wirbeln + bestehendem Hals,¡" + in "¡Wasserbewohnende Reptilien mit kleinem + varanusähnlichem Kopf, langem, aus 13 Wirbeln + bestehendem Hals,¡" + (Seite 211) + + geändert wurde "¿Clidastes¿ Cope (¡Edestosaurus¡ Marsh) + (Figur 346 A, 349, 351, 352)." + in "¿Clidastes¿ Cope (¡Edestosaurus¡ Marsh) + (Fig. 346 A, 349, 351, 352)." + (Seite 216) + + geändert wurde "¿Tylosaurus¿ Marsh (¡Liodon¡ Cope, ¡Macrosaurus¡ Owen, + ¡Rhinosaurus¡ Marsh). Fig. 346 B. Schädel 70 cm bis + 1,20 m." + in "¿Tylosaurus¿ Marsh (¡Liodon¡ Cope, ¡Macrosaurus¡ Owen, + ¡Rhinosaurus¡ Marsh). (Fig. 346 B). Schädel 70 cm bis + 1,20 m." + (Seite 217) + + geändert wurde "Form ist ¿Lysorophus¿ Cope, Fig. 357, aus dem + nordamerikanischen Perm." + in "Form ist ¿Lysorophus¿ Cope (Fig. 357) aus dem + nordamerikanischen Perm." + (Seite 218) + + geändert wurde "Quatratbein ebenso wie Pterygoid, Maxillare und + Palatinum beweglich" + in "Quadratbein ebenso wie Pterygoid, Maxillare und + Palatinum beweglich" + (Seite 218) + + geändert wurde "im Eocän von New Yersey eine vikarierende Gattung" + in "im Eocän von New Jersey eine vikarierende Gattung" + (Seite 220) + + geändert wurde "die hintere für den kurzen stämmigen ~Humerus~ + bestimmt ist, Der proximal" + in "die hintere für den kurzen stämmigen ~Humerus~ + bestimmt ist. Der proximal" + (Seite 226) + + geändert wurde "Formen kleiner und schwächer (ausgenommen + ¡J. longirostris¡)." + in "Formen kleiner und schwächer (ausgenommen + ¡I. longirostris¡)." + (Seite 227) + + geändert wurde "Die polyongalen Knochenplatten der paarigen + Paddeln lagen" + in "Die polygonalen Knochenplatten der paarigen + Paddeln lagen" + (Seite 227) + + geändert wurde "teils unvollständig beschrieben, teils (Miocän von + Malta), höchst problematisch." + in "teils unvollständig beschrieben, teils (Miocän von + Malta) höchst problematisch." + (Seite 228) + + geändert wurde "¿Simosaurus¿ H. v. Meyer. (Fig. 378.) Schädel breit, + niedrig, mit gerundeter Schnauze;" + in "¿Simosaurus¿ H. v. Meyer. (Fig. 378) Schädel breit, + niedrig, mit gerundeter Schnauze;" + (Seite 233) + + geändert wurde "miteinander gelenkende Platten. Oberer Jura Wyoming." + in "miteinander gelenkende Platten. Oberer Jura. Wyoming." + (Seite 238) + + geändert wurde "ist die Stellung der ¡Mesosouridae¡ im System" + in "ist die Stellung der ¡Mesosauridae¡ im System" + (Seite 240) + + geändert wurde "~Extremitäten fünfzehig, entweder Schwimmfüße oder + Gehfüße. Trias bis jetzt.~" + in "~Extremitäten fünfzehig, entweder Schwimmfüße oder + Gehfüße.~ Trias bis jetzt." + (Seite 241) + + geändert wurde "¿Pelomedusa¿ Wagl, ¿Podocnemis¿ Wagl. fiinden sich + in Afrika," + in "¿Pelomedusa¿ Wagl., ¿Podocnemis¿ Wagl. finden sich + in Afrika," + (Seite 248) + + geändert wurde "¡Hautossifikationen hervorgegangenen knöchernen + Scheide angeschlossen. ? Kreide. Pleistocän.¡" + in "¡Hautossifikationen hervorgegangenen knöchernen + Scheide angeschlossen.¡ ? Kreide. Pleistocän." + (Seite 249) + + geändert wurde "¿Plesiochelys¿ Rütim (Fig. 394). Rückenschild bis + 1/2 m lang, massiv, kreis-herzförmig." + in "¿Plesiochelys¿ Rütim. (Fig. 394). Rückenschild bis + 1/2 m lang, massiv, kreis-herzförmig." + (Seite 249) + + geändert wurde "¡Chelonides¡ Maak. Oberer Jura. Norddeutschland." + in "¡Chelonides¡ Maack. Oberer Jura. Norddeutschland." + (Seite 249) + + geändert wurde "Die ältesten Reste in ~Europa~ stammen aus dem Eocän + von England, ihre genorische Stellung zu ¿Chrysemys¿ + Gray erscheint fraglich." + in "Die ältesten Reste in ~Europa~ stammen aus dem Eocän + von England, ihre generische Stellung zu ¿Chrysemys¿ + Gray erscheint fraglich." + (Seite 251) + + geändert wurde "sich die Funde auf Trachemys Agass. ¿Terrapene¿ + Merrem," + in "sich die Funde auf ¿Trachemys¿ Agass., ¿Terrapene¿ + Merrem," + (Seite 252) + + geändert wurde "Die Verteilung der lebenden Testudineae (5 Genera) ist + dieselbe wie der Emydinae." + in "Die Verteilung der lebenden Testudininae (5 Genera) + ist dieselbe wie der Emydinae." + (Seite 252) + + geändert wurde "verteilen sich die Funde auf ¿Trachemys¿ Agass. + ¿Terrapene¿ Merrem, ¿Chrysemys¿ Gray, ¿Clemmys¿ + Wagl. u. a." + in "verteilen sich die Funde auf ¿Trachemys¿ Agass., + ¿Terrapene¿ Merrem, ¿Chrysemys¿ Gray, ¿Clemmys¿ + Wagl. u. a." + (Seite 252) + + geändert wurde "Plastron kräftig, nur wenig reduziert. Entoplastron + Tförmig. Epiplastra sehr klein;" + in "Plastron kräftig, nur wenig reduziert. Entoplastron + T-förmig. Epiplastra sehr klein;" + (Seite 254) + + geändert wurde "in der inneren Lederhaut eingebettet waren. + Entoplastron Tförmig. Ob. Kreide. S. Dakota. + Nordamerika." + in "in der inneren Lederhaut eingebettet waren. + Entoplastron T-förmig. Ob. Kreide. S. Dakota. + Nordamerika." + (Seite 254) + + geändert wurde "¿Xenochelys¿ Hay aus dem Oligocän, sämtliche aus den + Vereinigten Staaten ¿Anosteira¿ auch aus dem Oligocän + von England." + in "¿Xenochelys¿ Hay aus dem Oligocän, sämtliche aus den + Vereinigten Staaten. ¿Anosteira¿ auch aus dem Oligocän + von England." + (Seite 256) + + geändert wurde "¡Cinosternum¡ Spix (¡Aromochelys¡) Nord- und + Süd-Südamerika) sowie von der Familie" + in "¡Cinosternum¡ Spix (¡Aromochelys¡) Nord- und + Südamerika) sowie von der Familie" + (Seite 256) + + geändert wurde "¿Xenolchelys¿ Hay aus dem Oligocän, sämtliche aus den" + in "¿Xenochelys¿ Hay aus dem Oligocän, sämtliche aus den" + (Seite 256) + + geändert wurde "Der Panzer ist schwach ausgebdilet, das Plastron" + in "Der Panzer ist schwach ausgebildet, das Plastron" + (Seite 256) + + geändert wurde "~Knorpel ebenso wie die Crocodilier. Trias.~" + in "~Knorpel ebenso wie die Crocodilier.~ Trias." + (Seite 257) + + geändert wurde "Rückenpanzer aus 2 Reihen schmaler stark skulpierter + Mittelplatten und je einer Seitenreihe." + in "Rückenpanzer aus 2 Reihen schmaler stark skulptierter + Mittelplatten und je einer Seitenreihe." + (Seite 258) + + geändert wurde "Vordere Teil der Bauchseite gepanzert" + in "Vorderer Teil der Bauchseite gepanzert" + (Seite 258) + + geändert wurde "Lebend in Borneo, Sumatra und Malaischen Halbinsel." + in "Lebend in Borneo, Sumatra und Malayischen Halbinsel." + (Seite 272) + + geändert wurde "kurzer Schnauze. Außere Nasenlöcher seitlich, weit + vorne zwischen den kurzen Prämaxillaria und den großen + Nasalia gelegen.. Innere Nasenlöcher weit vorne + gelegen" + in "kurzer Schnauze. Äußere Nasenlöcher seitlich, weit + vorne zwischen den kurzen Prämaxillaria und den großen + Nasalia gelegen. Innere Nasenlöcher weit vorne + gelegen" + (Seite 260) + + geändert wurde "¿Aetosaurus¿ O. Fraas. (Figur 406.) Körper + langgeschwänzt." + in "¿Aetosaurus¿ O. Fraas. (Fig. 406). Körper + langgeschwänzt." + (Seite 260) + + geändert wurde "Im Stubensandstein von Heßlach bei Stuttgart auf einer + Platte 24 vollständige Individuen von verschiedener + Größe. Naturalienkabinet Stuttgart." + in "Im Stubensandstein von Heslach bei Stuttgart auf einer + Platte 24 vollständige Individuen von verschiedener + Größe. Naturalienkabinett Stuttgart." + (Seite 260) + + geändert wurde "Pubis lang und schmal. Panzerplatten rundlich, Unt. + Obere Trias. Elgin." + in "Pubis lang und schmal. Panzerplatten rundlich. Unt. + Obere Trias. Elgin." + (Seite 261) + + geändert wurde "~und Bauch Reihen von Hautknochen befinden. + Lias - jetzt.~" + in "~und Bauch Reihen von Hautknochen befinden.~ + Lias - jetzt." + (Seite 262) + + geändert wurde "¿Pelagosaurus¿ Bronn (Fig. 408) aus dem oberen Lias + der Normandie England und Württemberg bleibt" + in "¿Pelagosaurus¿ Bronn (Fig. 408) aus dem oberen Lias + der Normandie, England und Württemberg bleibt" + (Seite 268) + + geändert wurde "Zähne abwechseld höher und tiefer stehend, zahlreicher + und schlanker als bei ¡Stenosaurus¡." + in "Zähne abwechselnd höher und tiefer stehend, + zahlreicher und schlanker als bei ¡Stenosaurus¡." + (Seite 268) + + geändert wurde "¿Metriorhynchus.¿ H. v. Meyer. Schnauze gedrungen," + in "¿Metriorhynchus¿ H. v. Meyer. Schnauze gedrungen," + (Seite 269) + + geändert wurde "¿Alligatorellus¿ Jourd. (Fig. 417.) + Skelett 22 cm lang." + in "¿Alligatorellus¿ Jourd. (Fig. 417). + Skelett 22 cm lang." + (Seite 270) + + geändert wurde "¿Nannosuchus¿, ¿Theriosuchus¿. Owen. + Purbeck. England." + in "¿Nannosuchus¿, ¿Theriosuchus¿ Owen. Purbeck. England." + (Seite 270) + + geändert wurde "viel kleiner als der hintere. Panzer nicht beobachtet. + + Obere Kreide. ? Eocän. Nord-Patagonien." + in "viel kleiner als der hintere. Panzer nicht beobachtet. + Obere Kreide. ? Eocän. Nord-Patagonien." + (Seite 271) + + geändert wurde "¿Tomistoma¿ Müller (¡Rhynchosuchus¡ Huxley, + ¡Gavialosuchus¡ Toula und Kail). (Fig. 420.) Schnauze + allmählich in den cranialen Teil übergehend." + in "¿Tomistoma¿ Müller (¡Rhynchosuchus¡ Huxley, + ¡Gavialosuchus¡ Toula und Kail). (Fig. 420). Schnauze + allmählich in den cranialen Teil übergehend." + (Seite 271) + + geändert wurde "¿Gavialis¿ Oppel (¡Rhamphostoma¡ Wagl). Schnauze + scharf vom cranialen Teil abgesetzt." + in "¿Gavialis¿ Oppel (¡Rhamphostoma¡ Wagl.). Schnauze + scharf vom cranialen Teil abgesetzt." + (Seite 272) + + geändert wurde "Obereocän bis Miocän von Europa (besonders England, + Frankreich, Deutschland). Eocän Neu Mexico." + in "Obereocän bis Miocän von Europa (besonders England, + Frankreich, Deutschland). Eocän. Neu Mexico." + (Seite 272) + + geändert wurde "¿Caiman¿ Spix (¡Jaccare¡ Gray). Fig. 407. + 18-20 Zähne oben" + in "¿Caiman¿ Spix (¡Jaccare¡ Gray). (Fig. 407). + 18-20 Zähne oben" + (Seite 272) + + geändert wurde "¿Crocodilus¿ Laur. Fig. 410, 411. 17-19 Zähne oben, + 17-15 Zähne unten auf jeder Seite." + in "¿Crocodilus¿ Laur. (Fig. 410, 411). 17-19 Zähne oben, + 17-15 Zähne unten auf jeder Seite." + (Seite 273) + + geändert wurde "Am Schluß des Jura und zu Beginn der Kreide in den + brackisch-limmischen Ablagerungen des ~Purbeck~ und" + in "Am Schluß des Jura und zu Beginn der Kreide in den + brackisch-limnischen Ablagerungen des ~Purbeck~ und" + (Seite 273) + + geändert wurde "An den Rückenwirbeln rücken die Parapophysen von den + Centren auf die Bogen hinauf." + in "An den Rückenwirbeln rücken die Parapophysen von den + Zentren auf die Bogen hinauf." + (Seite 275) + + geändert wurde "Pterosauriern und Vögeln eine oder mehrere + Präorbitaöffnungen." + in "Pterosauriern und Vögeln eine oder mehrere + Präorbitalöffnungen." + (Seite 276) + + geändert wurde "mit der massiven Ausbildung der hinteren Extremitäten + (cfr. Fig. 443.)" + in "mit der massiven Ausbildung der hinteren Extremitäten + (cfr. Fig. 443)." + (Seite 276) + + geändert wurde "Anfang dieses Jahrhunderts im Groß-Oolith und der" + in "Anfang dieses Jahrhunderts im Großoolith und der" + (Seite 278) + + geändert wurde "¡Ischium schaufelförmig, distal stielförmig + verlängert, der Sförmige Femur länger als die Tibia.¡" + in "¡Ischium schaufelförmig, distal stielförmig + verlängert, der S-förmige Femur länger als + die Tibia.¡" + (Seite 279) + + geändert wurde "¿Labrosaurus¿ Marsh, mit den Merkmalen der Familie. + Unterste Kreide. (Como beds.) Westliches Nordamerika." + in "¿Labrosaurus¿ Marsh, mit den Merkmalen der Familie. + Unterste Kreide. (Como beds). Westliches Nordamerika." + (Seite 280) + + geändert wurde "¿Tanystrophaeus.¿ H. v. Meyer. Nur Schwanzwirbel mit + kammartigem Dornfortsatz bekannt. Muschelkalk. Keuper + Deutschland. ? ¿Saltopus.¿ v. Huene. Untere obere + Trias. Elgin-Schottland." + in "¿Tanystrophaeus¿ H. v. Meyer. Nur Schwanzwirbel mit + kammartigem Dornfortsatz bekannt. Muschelkalk. Keuper + Deutschland. ? ¿Saltopus¿ v. Huene. Untere obere + Trias. Elgin. Schottland." + (Seite 281) + + geändert wurde "¿Ceratosaurus¿ Marsh. (Fig. 424 u. 425.) + Skelett 4-5 m lang." + in "¿Ceratosaurus¿ Marsh. (Fig. 424 u. 425). + Skelett 4-5 m lang." + (Seite 281) + + geändert wurde "Die 3 Metatarsalia sind untereinander und mit den + distalen Tarsalia verschmolzen (Pathologisch?)" + in "Die 3 Metatarsalia sind untereinander und mit den + distalen Tarsalia verschmolzen (Pathologisch?)." + (Seite 281) + + geändert wurde "¿Deinodon¿, ¿Aublysodon¿ Leidy, Oberste Kreide. + Nordamerika." + in "¿Deinodon¿, ¿Aublysodon¿ Leidy. Oberste Kreide. + Nordamerika." + (Seite 281) + + geändert wurde "¿Megalosaurus¿ Buckland (¡Streptospondylus¡ Cuvier). + (Fig. 426.) Schädel mit großer Präorbitalöffnung." + in "¿Megalosaurus¿ Buckland (¡Streptospondylus¡ Cuvier). + (Fig. 426). Schädel mit großer Präorbitalöffnung." + (Seite 282) + + geändert wurde "¿Allosaurus¿ Marsh. (Fig. 427.) Schädel jederseits + mit 2 Präorbitalöffnungen." + in "¿Allosaurus¿ Marsh. (Fig. 427). Schädel jederseits + mit 2 Präorbitalöffnungen." + (Seite 282) + + geändert wurde "¿Compsognathus¿ Wagner. (Fig. 428, 429.) Ein im + Münchener Museum befindliches Skelett" + in "¿Compsognathus¿ Wagner. (Fig. 428, 429). Ein im + Münchener Museum befindliches Skelett" + (Seite 282) + + geändert wurde "¿Halticosaurus¿ v. Huene. Keuper-Deutschland. + ¿Incertae sedis¿:" + in "¿Halticosaurus¿ v. Huene. Keuper. Deutschland. + ¿Incertae sedis¿:" + (Seite 283) + + geändert wurde "in der Kreide von Europa, Nordamerika, Afrika, + Madagaskar, dien. Die jüngsten Reste stammen aus der + obersten Kreide (? Eocän) Patagonien." + in "in der Kreide von Europa, Nordamerika, Afrika, + Madagaskar, Indien. Die jüngsten Reste stammen aus der + obersten Kreide (? Eocän) von Patagonien." + (Seite 285) + + geändert wurde "¿Cetiosaurus¿ ~Owen~ (¡Cardiodon¡ Owen). Skelett zirka + 12 m lang und" + in "¿Cetiosaurus¿ Owen (¡Cardiodon¡ Owen). Skelett zirka + 12 m lang und" + (Seite 285) + + geändert wurde "¿Apatosaurus¿ Marsh. (¡Brontosaurus¡, ¡Titanosaurus¡ + Marsh). (Fig. 431, 434.) Skelett zirka 18 m lang." + in "¿Apatosaurus¿ Marsh. (¡Brontosaurus¡, ¡Titanosaurus¡ + Marsh). (Fig. 431, 434). Skelett zirka 18 m lang." + (Seite 285) + + geändert wurde "¡Eucamarotus Ischyrosaurus¡ Hulke, ¡Neosodon¡ + Moussaye, ¡Oplosaurus¡ Gervais. ¡Ornithopsis¡ Seeley. + (Figur 430.) Rückenmarkskanal der Rumpfwirbel + sehr weit." + in "¡Eucamarotus Ischyrosaurus¡ Hulke, ¡Neosodon¡ + Moussaye, ¡Oplosaurus¡ Gervais, ¡Ornithopsis¡ Seeley. + (Fig.). Rückenmarkskanal der Rumpfwirbel sehr weit." + (Seite 287) + + geändert wurde "finden sich im obersten Jura und im Wealden v. + England, außer dem im Jura und Wealden von Westeuropa + und Madagaskar." + in "finden sich im obersten Jura und im Wealden v. + England, außerdem im Jura und Wealden von Westeuropa + und Madagaskar." + (Seite 287) + + geändert wurde "¿Diplodocus¿ Marsh. (Fig. 435.) Mit den Merkmalen der + Familie, erreichte eine Länge bis 20 m. Der 0,60 cm + lange Schädel jederseits mit" + in "¿Diplodocus¿ Marsh. (Fig. 435). Mit den Merkmalen der + Familie, erreichte eine Länge bis 20 m. Der 0,60 m + lange Schädel jederseits mit" + (Seite 288) + + geändert wurde "¡Prämaxillaria meist zahnlos. Unterkiefer mit einem + zahnlosen Symphysenbein (~Praedentale~.) Zähne in + einer oder" + in "¡Prämaxillaria meist zahnlos. Unterkiefer mit einem + zahnlosen Symphysenbein (~Praedentale~). Zähne in + einer oder" + (Seite 288) + + geändert wurde "Femur gekrümmt. 4 (? 5 Sacralwirbel.) Untere Kreide." + in "Femur gekrümmt. 4 (? 5) Sacralwirbel. Untere Kreide." + (Seite 289) + + geändert wurde "¿Cryptosaurus¿ (¡Cynodraco¡.) Seeley. Unterer Malm. + England." + in "¿Cryptosaurus¿ (¡Cynodraco¡) Seeley. Unterer Malm. + England." + (Seite 289) + + geändert wurde "¡Daumen stachelartig; Fuß mit 4 Zehen (von denen nur + 3 funktionieren.)¡ Untere Kreide." + in "¡Daumen stachelartig; Fuß mit 4 Zehen (von denen nur + 3 funktionieren).¡ Untere Kreide." + (Seite 289) + + geändert wurde "Vordere Wirbel platycöl oder opishocöl." + in "Vordere Wirbel platycöl oder opisthocöl." + (Seite 289) + + geändert wurde "Iguanodon Mantelli Owen aus dem untern Grünsand von + England und den Wealden von Bernissart (Belgien) + erreicht eine Länge von 5-6 m; J. Bernissartensis + Bouleng. aus den Wealden von Bernissart und England + eine solche von 18 m." + in "Iguanodon Mantelli Owen aus dem untern Grünsand von + England und den Wealden von Bernissart (Belgien) + erreicht eine Länge von 5-6 m; I. Bernissartensis + Bouleng. aus den Wealden von Bernissart und England + eine solche von 18 m." + (Seite 291) + + geändert wurde "Zähne dicht stehend, in einer nach innen offenen + Alveolarinne eingelassen, die Ersatzzähne in mehreren + Reihen übereinanderstehend." + in "Zähne dicht stehend, in einer nach innen offenen + Alveolarrinne eingelassen, die Ersatzzähne in mehreren + Reihen übereinanderstehend." + (Seite 291) + + geändert wurde "Ziemlich häufig sind drei-zehige Fährten im" + in "Ziemlich häufig sind dreizehige Fährten im" + (Seite 291) + + geändert wurde "¡Zähne anfangs mit einer, später mit 2 Wurzeln 4 (3) + Halswirbel miteinander verschmolzen. Wirbel¡" + in "¡Zähne anfangs mit einer, später mit 2 Wurzeln. 4 (3) + Halswirbel miteinander verschmolzen. Wirbel¡" + (Seite 295) + + geändert wurde "Nasal-Horn mäßig groß und beinahe gerade nach + vorwärts gestellt." + in "Nasalhorn mäßig groß und beinahe gerade nach + vorwärts gestellt." + (Seite 296) + + geändert wurde "so wurden sie vielfach (u. a. Hitchcok) für + Spuren von" + in "so wurden sie vielfach (u. a. Hitchcock) für + Spuren von" + (Seite 297) + + geändert wurde "10. Ordnung. #Pterosauria# (¡Patagiosauria¡, + ~Flugsaurier~.[109]" + in "10. Ordnung. #Pterosauria#. ¡Patagiosauria¡, + ~Flugsaurier~.[109]" + (Seite 298) + + geändert wurde "in der Hauptsache auf einer Convergenz mit den" + in "in der Hauptsache auf einer Konvergenz mit den" + (Seite 298) + + geändert wurde "Präorbitalöffnug groß, zuweilen mit der Nasenöffnung + vereinigt." + in "Präorbitalöffnung groß, zuweilen mit der Nasenöffnung + vereinigt." + (Seite 298) + + geändert wurde "¡Schwanz lang, Metarcapale des Flugfingers kürzer als + der halbe Vorderarm. Präorbital- und Nasenöffnung + voneinander getrennt. Kiefer bezahnt. Jura.¡" + in "¡Schwanz lang, Metacarpale des Flugfingers kürzer als + der halbe Vorderarm. Präorbital- und Nasenöffnung + voneinander getrennt. Kiefer bezahnt.¡ Jura." + (Seite 303) + + geändert wurde "¡Präorbital und Nasenöffnung ganz oder teilweise + miteinander vereinigt.¡" + in "¡Präorbital- und Nasenöffnung ganz oder teilweise + miteinander vereinigt.¡" + (Seite 305) + + geändert wurde "Pubis (Praepubis) in der Symphyse wahrscheinlich nur + durch Knorpel verbunden." + in "Pubis (Präpubis) in der Symphyse wahrscheinlich nur + durch Knorpel verbunden." + (Seite 306) + + geändert wurde "Wealden bis oben Kreide. England." + in "Wealden bis obere Kreide. England." + (Seite 307) + + geändert wurde "¿Nyctosaurus¿ (= ¡Nyctodactylus¡) Marsh (Figur 456). + Kopf schlank, Kiefer zahnlos." + in "¿Nyctosaurus¿ (= ¡Nyctodactylus¡) Marsh (Fig. 456). + Kopf schlank, Kiefer zahnlos." + (Seite 307) + + geändert wurde "aus den Raiblerschichten sowie von einigen + nicht genauer" + in "aus den Raibler-Schichten sowie von einigen + nicht genauer" + (Seite 307) + + geändert wurde "sonst verwachsen 2-4 Rückenwirbel mit einander und auf + sie folgt dann" + in "sonst verwachsen 2-4 Rückenwirbel miteinander und auf + sie folgt dann" + (Seite 310) + + geändert wurde "Der Humerus (Figur] 460) ist am Oberende + verbreitert und" + in "Der Humerus (Fig. 460) ist am Oberende + verbreitert und" + (Seite 312) + + geändert wurde "auf die Hinterseite des Laufes verschoben und in der + Regel an dessem Oberende festgewachsen." + in "auf die Hinterseite des Laufes verschoben und in der + Regel an dessen Oberende festgewachsen." + (Seite 314) + + geändert wurde "ferner am Fossil Lake in Oregon und in den + Miocaen-Schichten von Santacruz in Patagonien." + in "ferner am Fossil Lake in Oregon und in den + Miocän-Schichten von Santacruz in Patagonien." + (Seite 315) + + geändert wurde "¿Archaeopteryx¿ von Meyer (¡Griphosaurus¡ Wagner) + Fig. 465. Die beiden jetzt in London und Berlin + befindlichen Exemplare" + in "¿Archaeopteryx¿ von Meyer (¡Griphosaurus¡ Wagner) + (Fig. 465). Die beiden jetzt in London und Berlin + befindlichen Exemplare" + (Seite 316) + + geändert wurde "¡Palapteryx¡ Owen (¡Eurapteryx¡ Haast). Fig. 469. + Kleiner, aber plumper als der vorige." + in "¡Palapteryx¡ Owen (¡Eurapteryx¡ Haast). (Fig. 469.) + Kleiner, aber plumper als der vorige." + (Seite 321) + + geändert wurde "und ¡Palaeohierax¡ im Miocaen von Frankreich," + in "und ¡Palaeohierax¡ im Miocän von Frankreich," + (Seite 324) + + geändert wurde "Auch an Größe und Mannichfaltigkeit der äußeren + Erscheinung können sich nur die Reptilien und Fische + mit den Säugetieren messen." + in "Auch an Größe und Mannigfaltigkeit der äußeren + Erscheinung können sich nur die Reptilien und Fische + mit den Säugetieren messen." + (Seite 326) + + geändert wurde "bald halbzylindrischen oder löffelförmigen + Fortsatz, Processus odontoideus ¡po¡), der + entwicklungsgeschichtlich als Zentrum" + in "bald halbzylindrischen oder löffelförmigen + Fortsatz, Processus odontoideus (¡po¡), der + entwicklungsgeschichtlich als Zentrum" + (Seite 327) + + geändert wurde "an deren Basis sich vorne die beiden concaven + Gelenkflächen für die" + in "an deren Basis sich vorne die beiden konkaven + Gelenkflächen für die" + (Seite 327) + + geändert wurde "mit gewölbten Gelenkköpfen (Condyli occipitales oc) + versehen und oben durch das unpaare" + in "mit gewölbten Gelenkköpfen (Condyli occipitales ¡oc¡) + versehen und oben durch das unpaare" + (Seite 329) + + geändert wurde "und endigt vorne in einem kurzen Caracoidfortsatz + (¡c¡), der aus einem besonderen Ossifikationszentrum + hervorgeht," + in "und endigt vorne in einem kurzen Coracoidfortsatz + (¡c¡), der aus einem besonderen Ossifikationszentrum + hervorgeht," + (Seite 335) + + geändert wurde "so entsteht entweder der »~trikonodonte~» Zahn, dessen + Spitzen sämtlich in einer geraden Linie angeordnet + sind," + in "so entsteht entweder der »~trikonodonte~« Zahn, dessen + Spitzen sämtlich in einer geraden Linie angeordnet + sind," + (Seite 347) + + geändert wurde "an den oberen Molaren die beiden Außenspitzon sich" + in "an den oberen Molaren die beiden Außenspitzen sich" + (Seite 347) + + geändert wurde "Am letzten unteren Molaren entsteht nicht selten ein + dritter Lobus (Figur 492 C. Durch Hinzutreten von + Querjochen kommen ~polylophodonte~ Zähne (Figur 495) + zustande." + in "Am letzten unteren Molaren entsteht nicht selten ein + dritter Lobus (Fig. 492 C). Durch Hinzutreten von + Querjochen kommen ~polylophodonte~ Zähne (Fig. 495) + zustande." + (Seite 348) + + geändert wurde "1 Außenhöcker. Protoconus." + in "1 Außenhöcker Protoconus." + (Tabelle Seite 348) + + geändert wurde "jedoch zu den Masupialiern, wennschon die Zähne meist + eher an die rudimentären Backenzähne von + ¡Ornithorhynchus¡ erinnnern." + in "jedoch zu den Marsupialiern, wennschon die Zähne meist + eher an die rudimentären Backenzähne von + ¡Ornithorhynchus¡ erinnern." + (Seite 351) + + geändert wurde "¿Plagiaulax¿ Falconer (¡Bolodon¡ Owen). + (Fig. 500, 501.) §1.1.4.3.§/§1 0.4.3.§ Unterkiefer + mit hohem Kronfortsatz" + in "¿Plagiaulax¿ Falconer (¡Bolodon¡ Owen). + (Fig. 500, 501.) §1.1.4.3.§/§1.0.4.3.§ Unterkiefer mit + hohem Kronfortsatz" + (Seite 352) + + geändert wurde "¿Ctenacodon¿ Marsh. (Figur 503.) Untere ¡P¡ am + Oberrand schwach gestreift." + in "¿Ctenacodon¿ Marsh. (Fig. 503.) Untere ¡P¡ am Oberrand + schwach gestreift." + (Seite 353) + + geändert wurde "Ameghino aus dem Miocäen von Santacruz," + in "Ameghino aus dem Miocän von Santacruz," + (Seite 355) + + geändert wurde "¿Palaeothentes¿ Moreno (Fig. 511) (¡Epanorthus¡. + ¡Metepanorthus¡, ¡Parepanorthus¡ Ameghino). + Miocän von Patagonien." + in "¿Palaeothentes¿ Moreno (Fig. 511) (¡Epanorthus¡, + ¡Metepanorthus¡, ¡Parepanorthus¡ Ameghino). + Miocän von Patagonien." + (Seite 356) + + geändert wurde "¡Grosse ausgestorbene Beutler¡" + in "¡Große ausgestorbene Beutler¡" + (Seite 357) + + geändert wurde "¿Dromatherim¿ Emmons" + in "¿Dromatherium¿ Emmons" + (Seite 358) + + geändert wurde "vielleicht mit getrenntem Angulare am Unterkiefer. + Obere Trias von Nord-Carolina." + in "vielleicht mit getrenntem Angulare am Unterkiefer. + Obere Trias von Nordcarolina." + (Seite 358) + + geändert wurde "¡selten P_{4} vergrößeert. Vorderfuß mit¡" + in "¡selten P_{4} vergrößert. Vorderfuß mit¡" + (Seite 361) + + geändert wurde "¡Meist kleine karnivore Beutler.¡" + in "¡Meist kleine carnivore Beutler.¡" + (Seite 362) + + geändert wurde "vorkommenden Gattungen ¿Dasyurus¿ Geoffr. + ¡~Sarcophilus~ Cuv.¡ und ¿Thylacinus¿ Temm. wird nur + der hinterste" + in "vorkommenden Gattungen ¿Dasyurus¿ Geoffr. + ¿Sarcophilus¿ Cuv. und ¿Thylacinus¿ Temm. wird nur + der hinterste" + (Seite 362) + + geändert wurde "¿Acrocyon¿, ¿Conodonictis¿ Ameghino. Ebenda. + ¿Pseudoborhyaena.¿ Miocän. Colpodonschichten. + ¿Proborhyaena¿, ¿Pharsaphorus¿. Ameghino. + Pyrotheriumschichten." + in "¿Acrocyon¿, ¿Conodonictis¿ Ameghino. Ebenda. + ¿Pseudoborhyaena.¿ Miocän. Colpodonschichten. + ¿Proborhyaena¿, ¿Pharsaphorus¿ Ameghino. + Pyrotheriumschichten." + (Seite 362) + + geändert wurde "¡C klein, P einfach langgestreckt. Obere M + trituberkulär mit Zwischenhöcken.¡" + in "¡C klein, P einfach langgestreckt. Obere M + trituberkulär mit Zwischenhöckern.¡" + (Seite 363) + + geändert wurde "¿Micropternodus¿ Matthew. (Figur 525.) § §/§3.1.3.3.§ + ¡M¡ wie bei ¡Centetes¡ aus hohem Trigonid und kleinem + Talonid bestehend." + in "¿Micropternodus¿ Matthew. (Fig. 525.) ¡§ §/§3.1.3.3.§¡ + ¡M¡ wie bei ¡Centetes¡ aus hohem Trigonid und kleinem + Talonid bestehend." + (Seite 366) + + geändert wurde "¿Tetracus¿ Aymard. Oligocän Ronzon." + in "¿Tetracus¿ Aymard. Oligocän. Ronzon." + (Seite 369) + + geändert wurde "¡Alle vorderen Zähne einspitzig, fast aneinander + schließend und allmählig in einander übergehend,¡" + in "¡Alle vorderen Zähne einspitzig, fast aneinander + schließend und allmählich in einander übergehend,¡" + (Seite 369) + + geändert wurde "¡J_{1} und J_{3} meist fehlend klein, ebenso P_{1} + oder P_{2} oder fehlend, oder P_{3} wie P_{4} + schneidend, mit hoher Spitze.¡" + in "¡J_{1} und J_{3} meist fehlend, klein, ebenso P_{1} + oder P_{2} oder fehlend, oder P_{3} wie P_{4} + schneidend, mit hoher Spitze.¡" + (Seite 370) + + geändert wurde "¿Esthonyx¿ Cope. (Figur 535.) Im unteren Eocän." + in "¿Esthonyx¿ Cope. (Fig. 535.) Im unteren Eocän." + (Seite 372) + + geändert wurde "¿Plesiesthonyx¿ Lemmoine. Untereocän von Reims. + Durchaus problematisch." + in "¿Plesiesthonyx¿ Lemoine. Untereocän von Reims. + Durchaus problematisch." + (Seite 372) + + geändert wurde "nur der hinterste kann namentlich im Oberkiefer + annähernd ¡M¡ ähnliche Zusammensetzung erreichen." + in "nur der hinterste kann namentlich im Oberkiefer + annähernd ¡M¡-ähnliche Zusammensetzung erreichen." + (Seite 375) + + geändert wurde "Schädel und Beine lang. Ohne ¡M^3¡. Eocän. Bridger. + ¡M. obtusidens¡ Cope." + in "Schädel und Beine lang. Ohne ¡M^3¡ Eocän. Bridger. + ¡M. obtusidens¡ Cope." + (Seite 378) + + geändert wurde "Außenhöcker der oberen ¡M¡ zusammengedrängt. Talonid + klein. Mitteleocän Bridger." + in "Außenhöcker der oberen ¡M¡ zusammengedrängt. Talonid + klein. Mitteleocän. Bridger." + (Seite 380) + + geändert wurde "¿Proviverra¿ Rütimeyer. Mitteleocän. Bohnerz von + Egerkingen ¡P¡ kurz und hoch. Talonid groß + und beckenförmig." + in "¿Proviverra¿ Rütimeyer. Mitteleocän. Bohnerz von + Egerkingen. ¡P¡ kurz und hoch. Talonid groß + und beckenförmig." + (Seite 380) + + geändert wurde "¿Anacodon¿ Cope. Höcker undeutlich. Untereocän + Wasatchbed. ¡A. ursidens¡ Cope." + in "¿Anacodon¿ Cope. Höcker undeutlich. Untereocän. + Wasatchbed. ¡A. ursidens¡ Cope." + (Seite 380) + + geändert wurde "¿Didymictis¿ Cope. (Figur 548.) Zähne massiver, + ¡M^1¡ ohne Hypocon." + in "¿Didymictis¿ Cope. (Fig. 548.) Zähne massiver, + ¡M^1¡ ohne Hypocon." + (Seite 383) + + geändert wurde "¿Cynodesmus¿ Scott. ¡M¡ ähnlich denen von Wolf. + Extremitäten fünfzehig." + in "¿Cynodesmus¿ Scott. ¡M¡ ähnlich denen vom Wolf. + Extremitäten fünfzehig." + (Seite 387) + + geändert wurde "Basalband kräftig entwickelt. Miocän Tuchorschitz + ¡P. bohemicus¡ Schlosser. Sansan (Gers). + ¡P. sansaniensis¡ Lartet." + in "Basalband kräftig entwickelt. Miocän. Tuchorschitz. + ¡P. bohemicus¡ Schlosser. Sansan (Gers). + ¡P. sansaniensis¡ Lartet." + (Seite 388) + + geändert wurde "vor dem Hauptzacken. ¡M_{1}¡ ziemlich lang. Obermiocän + Nebraska, Kansas." + in "vor dem Hauptzacken. ¡M_{1}¡ ziemlich lang. + Obermiocän. Nebraska, Kansas." + (Seite 388) + + geändert wurde "¿Hyaenognathus¿ Merriam. §4§/§3§ P. §2§/§3§ M. ¡P_{4}¡ + in beiden Kiefern plump und groß," + in "¿Hyaenognathus¿ Merriam. §4§/§3§ ¡P¡. §2§/§3§ ¡M¡. + ¡P_{4}¡ in beiden Kiefern plump und groß," + (Seite 388) + + geändert wurde "¡M^1¡ gerundet, dreickig, ¡M^2¡ schräg oval." + in "¡M^1¡ gerundet, dreieckig, ¡M^2¡ schräg oval." + (Seite 389) + + geändert wurde "in Roussillon und der Auvergne ¡U. arvernensis¡ + Croiz.. Der Höhlenbär (¡U. spelaeus¡ Blumb.) ist das" + in "in Roussillon und der Auvergne ¡U. arvernensis¡ + Croiz. Der Höhlenbär (¡U. spelaeus¡ Blumb.) ist das" + (Seite 391) + + geändert wurde "¿Phlaocyon¿ Wortm. und Matthew. (Figur 557.)" + in "¿Phlaocyon¿ Wortm. und Matthew. (Fig. 557.)" + (Seite 392) + + geändert wurde "Von ~Matthew~ zu den Amphicyoninen gestellt. + Obermiocän, Loup Fork, Colorado. ¡C. saxatilis¡ + Matthew." + in "Von ~Matthew~ zu den Amphicyoninen gestellt. + Obermiocän, Loup. Fork, Colorado. ¡C. saxatilis¡ + Matthew." + (Seite 392) + + geändert wurde "Untermiocän. John Day bed ¡O. crassivultis¡ Cope. + Dakota ¡O. lepidus¡ Matthew." + in "Untermiocän. John Day bed ¡O. crassivultus¡ Cope. + Dakota ¡O. lepidus¡ Matthew." + (Seite 394) + + geändert wurde "¿Plesiocyon¿ Schlosser: §2§/§3§ ¡M.¡ Oligocän. + Phosphorite von Quercy." + in "¿Plesiocyon¿ Schlosser. §2§/§3§ ¡M.¡ Oligocän. + Phosphorite von Quercy." + (Seite 394) + + geändert wurde "¡Amphictis¡ Pomel §2§/§2§ ¡M¡. ¡M_{2}¡ mit langem + Talonid. Ebenda u. Untermiocän." + in "¡Amphictis¡ Pomel. §2§/§2§ ¡M¡. ¡M_{2}¡ mit langem + Talonid. Ebenda u. Untermiocän." + (Seite 394) + + geändert wurde "¿Trochictis¿ v. Meyer. M_{1} mit kurzem Talonid. + Obermiocän. Europa." + in "¿Trochictis¿ v. Meyer. ¡M_{1}¡ mit kurzem Talonid. + Obermiocän. Europa." + (Seite 394) + + geändert wurde "von Pikermi, Samos, Maragha, Baltavar, Mont Lébéron + ¡H. eximia¡ Roth u. Wagn." + in "von Pikermi, Samos, Maragha, Baltavar, Mont Lébéron. + ¡H. eximia¡ Roth u. Wagn." + (Seite 394) + + geändert wurde "Im älteren Pleistocän von Süd-Europa" + in "Im älteren Pleistocän von Südeuropa" + (Seite 397) + + geändert wurde "In Nordamerika (¡F. atrox¡ Leidy), Südamerika + (¡F. onca¡ Lin) und Ostindien." + in "In Nordamerika (¡F. atrox¡ Leidy), Südamerika + (¡F. onca¡ Lin.) und Ostindien." + (Seite 399) + + geändert wurde "Obereocän|Mitteleocän|Obereocän|Oligocän|Unt. Miocän" + in "Untereocän|Mitteleocän|Obereocän|Oligocän|Unt. Miocän" + (Tabelle Seite 400) + + geändert wurde "¡C-P_{2}¡ undeutlich zweiwurzelig, ¡P^3¡ b.s ¡M^3¡ + mit je drei Wurzeln." + in "¡C-P_{2}¡ undeutlich zweiwurzelig, ¡P^3¡ bis ¡M^3¡ + mit je drei Wurzeln." + (Seite 406) + + geändert wurde "und der von ¡Wiman¡ beschriebene ¡Zeuglodon¡ von + der Seymour-Insel," + in "und der von Wiman beschriebene ¡Zeuglodon¡ von + der Seymour-Insel," + (Seite 406) + + geändert wurde "Pulpa, Nagezahn-ähnlich. ¡P¡ und ¡M¡ bewurzelt, + ¡M¡ aus vier jochartig" + in "Pulpa, Nagezahnähnlich. ¡P¡ und ¡M¡ bewurzelt, + ¡M¡ aus vier jochartig" + (Seite 414) + + geändert wurde "¿Conoryctes¿ Cope. (Figur 575.) §3§/§4§ ¡P¡. ¡M^3¡ + sehr klein, untere ¡M¡ ohne Paraconid. Untereocän. + Torrejonbed." + in "¿Conoryctes¿ Cope. (Fig. 575.) §3§/§4§ ¡P¡. ¡M^3¡ + sehr klein, untere ¡M¡ ohne Paraconid. Untereocän. + Torrejonbed." + (Seite 414) + + geändert wurde "aus vier jochartig gruppierten Höckern bestehend. + Untereocän Wasatchbed. Wyoming, wohl auch im" + in "aus vier jochartig gruppierten Höckern bestehend. + Untereocän. Wasatchbed. Wyoming, wohl auch im" + (Seite 414) + + geändert wurde "Die Extremitätenknochen sind noch durchgehends + schlanker und der Humerus besitzt stets ein + Foramen entepicondyloideum." + in "Die Extremitätenknochen sind noch durchgehend + schlanker und der Humerus besitzt stets ein + Foramen entepicondyloideum." + (Seite 415) + + geändert wurde "von Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, + Zentralamerika und den südlichen vereinigten Staaten." + in "von Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, + Zentralamerika und den südlichen Vereinigten Staaten." + (Seite 415) + + geändert wurde "Auch im Pliocän (Blancobed.) von Texas." + in "Auch im Pliocän (Blancobed) von Texas." + (Seite 416) + + geändert wurde "¡Hapalops¡, ¡Eucholoeops¡, ¡Hyperleptus¡ (Fig. 578). + ¡Schismotherium¡, ¡Megalonychotherium¡, + ¡Analcimorphus¡ und ¡Pelecyodon¡, unter welchen" + in "¡Hapalops¡, ¡Eucholoeops¡, ¡Hyperleptus¡ (Fig. 578), + ¡Schismotherium¡, ¡Megalonychotherium¡, + ¡Analcimorphus¡ und ¡Pelecyodon¡, unter welchen" + (Seite 416) + + geändert wurde "Noch ältere Reste sind die von ¡Proplatyarthus¡ Amegh. + aus den Astraponotus- von ¡Hapalops¡ aus den" + in "Noch ältere Reste sind die von ¡Proplatyarthus¡ Amegh. + aus den Astraponotus-, von ¡Hapalops¡ aus den" + (Seite 416) + + geändert wurde "von ¡Hapaloides¡ und ¡Proschismotherium¡ aus den + Colopodon-Schichten von Patagonien." + in "von ¡Hapaloides¡ und ¡Proschismotherium¡ aus den + Colpodon-Schichten von Patagonien." + (Seite 416) + + geändert wurde "Die ¿Dasypodidæ¿ unterscheiden sich von den + Glyptodontiden durch" + in "Die ¿Dasypodidae¿ unterscheiden sich von den + Glyptodontiden durch" + (Seite 421) + + geändert wurde "Wortman aus dem Bridgereocän von Wyoming" + in "Wortman aus dem Bridger-Eocän von Wyoming" + (Seite 421) + + geändert wurde "und Loupfork-Miocän vertreten, dagegen hat" + in "und Loup Fork-Miocän vertreten, dagegen hat" + (Seite 424) + + geändert wurde "Die Systematik der Nager bietet erhebliche + Schwier gkeiten, denn so gut auch die beiden + Unterordnungen der ¡Duplicidenitata¡ und + ¡Simplicidentata¡ gegeneinander abgegrenzt sind," + in "Die Systematik der Nager bietet erhebliche + Schwierigkeiten, denn so gut auch die beiden + Unterordnungen der ¡Duplicidentata¡ und + ¡Simplicidentata¡ gegeneinander abgegrenzt sind," + (Seite 424) + + geändert wurde "¡Backenzähne in de Regel brachyodont. An Stelle der + Höcker unregelmäßig verlaufende Kämme.¡" + in "¡Backenzähne in der Regel brachyodont. An Stelle der + Höcker unregelmäßig verlaufende Kämme.¡" + (Seite 425) + + geändert wurde "¿Plesiarctomys¿ Bravard. Eocän. Debruge." + in "¿Plesiarctomys¿ Bravard. Eocän. Débruge." + (Seite 425) + + geändert wurde "¿Mus¿ Linne. Zuerst fossil im Pliocän von Roussillon," + in "¿Mus¿ Linné. Zuerst fossil im Pliocän von Roussillon," + (Seite 430) + + geändert wurde "die beiden anderen Unter-Familien wandern nach" + in "die beiden anderen Unterfamilien wandern nach" + (Seite 431) + + geändert wurde "¿Phanomys¿ Ameghino im Santa-Cruzeno." + in "¿Phanomys¿ Ameghino im Santacruzeno." + (Seite 432) + + geändert wurde "Im Milchgebiß sind oben drei ¡J D¡ vorhanden." + in "Im Milchgebiß sind oben drei ¡JD¡ vorhanden." + (Seite 433) + + geändert wurde "Ober-Oligocän und Miocän. ¡T. visenoviensis¡ v. Meyer, + ¡Fontannesi¡ Depéret." + in "Oberoligocän und Miocän. ¡T. visenoviensis¡ v. Meyer, + ¡Fontannesi¡ Depéret." + (Seite 433) + + geändert wurde "¿Titanomys¿ v. Meyer §3.2.§/§2.2-3.§ Oberoligocän + und Miocän." + in "¿Titanomys¿ v. Meyer. §3.2.§/§2.2-3.§ Oberoligocän + und Miocän." + (Seite 433) + + geändert wurde "ziemlich spärlich vertetenen ¡Cricetinae¡" + in "ziemlich spärlich vertretenen ¡Cricetinae¡" + (Seite 434) + + geändert wurde "Die größere, ¡P. primaevus¡ Cope, hatte beinahe die + Größe von Tapir, die kleinere, ¡Wortmani¡ Cope, die + einer Dogge. Untereocän Wasatchbed." + in "Die größere, ¡P. primaevus¡ Cope, hatte beinahe die + Größe von Tapir, die kleinere, ¡Wortmani¡ Cope, die + einer Dogge. Untereocän. Wasatchbed." + (Seite 439) + + geändert wurde "¿Coniopternium¿, ¿Protheosodon¿ Ameghino. (Fig. 607.) + Untermiocän." + in "¿Coniopternium¿, ¿Protheosodon¿ Ameghino. (Fig. 607). + Untermiocän." + (Seite 441) + + geändert wurde "¿Diadiaphorus¿ (Figur 612) und ¿Proterotherium¿ + Ameghino. Miocän und Pliocän." + in "¿Diadiaphorus¿ (Fig. 612) und ¿Proterotherium¿ + Ameghino. Miocän und Pliocän." + (Seite 443) + + geändert wurde "¿Licaphrium¿ Ameghino ¿Tetramerorhinus¿ Ameghino. + Miocän von Patagonien." + in "¿Licaphrium¿ Ameghino. ¿Tetramerorhinus¿ Ameghino. + Miocän von Patagonien." + (Seite 443) + + geändert wurde "¡Diadiaphorus majusculus¡ Ameghino. Obermiocän. Santa + Cruz Patagonien. ¡A¡ linker Oberkiefer·3/4 nat. Gr. + (Nach ~Ameghino.~) ¡B¡ oberer ¡M^{1 · 2}¡. ¡C¡ unterer + ¡M_{2}¡ und ¡M_{3}¡ nat. Gr. ¡D¡ Calcaneum, ¡E F¡ + Astragalus 2/3 nat. Gr." + in "¡Diadiaphorus majusculus¡ Ameghino. Obermiocän. Santa + Cruz Patagonien. ¡A¡ linker Oberkiefer. 3/4 nat. Gr. + (Nach ~Ameghino.~) ¡B¡ oberer ¡M^{1-2}¡. ¡C¡ unterer + ¡M_{2}¡ und ¡M_{3}¡ nat. Gr. ¡D¡ Calcaneum, ¡E F¡ + Astragalus 2/3 nat. Gr." + (Seite 443) + + geändert wurde "und der vorderste zeichnet sich in der Regel durch + einfachere, ¡P¡ ähnliche Form aus." + in "und der vorderste zeichnet sich in der Regel durch + einfachere, ¡P¡-ähnliche Form aus." + (Seite 445) + + geändert wurde "welche der Condylarthengattung ¡Tetraclaenodon¡ + vermutlich" + in "welche der Condylarthrengattung ¡Tetraclaenodon¡ + vermutlich" + (Seite 446) + + geändert wurde "¿Lophiodon¿ Cuv. (¡Tapirotherium¡ Blv.) (Figur 617)." + in "¿Lophiodon¿ Cuv. (¡Tapirotherium¡ Blv.) (Fig. 617)." + (Seite 447) + + geändert wurde "¿Colodon¿ Marsh. Ohne unteren ¡J_{1}¡ und unteren + ¡P_{1}¡. Obere ¡P_{2}¡ bis ¡P_{4}¡ mit Nachjoch. + Paracon der oberen ¡M¡ konkav." + in "¿Colodon¿ Marsh. Ohne unteren ¡J_{1}¡ und unteren + ¡P_{1}¡. Obere ¡P^2¡ bis ¡P^4¡ mit Nachjoch. + Paracon der oberen ¡M¡ konkav." + (Seite 448) + + geändert wurde "Unterer ¡P^2¡ verlängert, Schädel mit sehr kurzen, + vorne zugespitzten" + in "Unterer ¡P_{2}¡ verlängert, Schädel mit sehr kurzen, + vorne zugespitzten" + (Seite 448) + + geändert wurde "Obere M mit dicker Aussenwand, Ectoloph, und zwei + schiefen, schwach gebogenen" + in "Obere M mit dicker Außenwand, Ectoloph, und zwei + schiefen, schwach gebogenen" + (Seite 449) + + geändert wurde "Die drei hinteren ¡P M¡ artig." + in "Die drei hinteren ¡P M¡-artig." + (Seite 451) + + geändert wurde "¿Prohyracodon¿ Koch. Extremitäten schlank. Obere ¡M¡ + ohne Sporne. Mitteleocän. Siebenbürgen" + in "¿Prohyracodon¿ Koch. Extremitäten schlank. Obere ¡M¡ + ohne Sporne. Mitteleocän. Siebenbürgen." + (Seite 452) + + geändert wurde "Meeresmolasse von Alzei" + in "Meeresmolasse von Alzey" + (Seite 452) + + geändert wurde "Lebend in Afrika (¡Rh. bicornis¡ Lin). Fossil in + Europa und auf Samos" + in "Lebend in Afrika (¡Rh. bicornis¡ Lin.). Fossil in + Europa und auf Samos" + (Seite 454) + + geändert wurde "und von China ¡Rh sinensis¡ Owen. Zweifelhaft ist die + Stellung von" + in "und von China ¡Rh. sinensis¡ Owen. Zweifelhaft ist die + Stellung von" + (Seite 454) + + geändert wurde "und ¡Rh. antiquitatis¡ Blumb. (¡Rh. tichorhinus¡ + Fisch.) In Sibirien hat man" + in "und ¡Rh. antiquitatis¡ Blumb. (¡Rh. tichorhinus¡ + Fisch). In Sibirien hat man" + (Seite 454) + + geändert wurde "Die Hyracotheriien haben zum Teil noch" + in "Die Hyracotheriinen haben zum Teil noch" + (Seite 457) + + geändert wurde "Obere M mit Wförmiger Außenwand und zwei schrägen + Querjochen." + in "Obere M mit W-förmiger Außenwand und zwei schrägen + Querjochen." + (Seite 459) + + geändert wurde "Orbita hinten geschlossen. Seitennzehen verkürzt. + Mittelmiocän." + in "Orbita hinten geschlossen. Seitenzehen verkürzt. + Mittelmiocän." + (Seite 461) + + geändert wurde "¿Merychippus¿ Leidy. (Figur 644.) ¡P¡ und ¡M¡ mäßig + hypselodont, mit viel Zement," + in "¿Merychippus¿ Leidy. (Fig. 644.) ¡P¡ und ¡M¡ mäßig + hypselodont, mit viel Zement," + (Seite 461) + + geändert wurde "¿Protohippus¿ Leidy. (Figur 645 ¡D¡.) Vorderer + Innenhöcker." + in "¿Protohippus¿ Leidy. (Fig. 645 ¡D¡.) Vorderer + Innenhöcker." + (Seite 461) + + geändert wurde "Vorderfuß ohne Trapezium und ohne Rudiment von + ¡Mc¡ V-" + in "Vorderfuß ohne Trapezium und ohne Rudiment von + ¡Mc¡ V." + (Seite 462) + + geändert wurde "In Nordamerika ist die Gattung ¡Equus¡ im älteren + Pleistocän durch ¡E. intermedius¡ Gidley, + ¡complicatus¡ und ¡crenidens¡ Cope, im jüngeren durch + ¡E Scotti¡ Gidley, ¡fraternus¡ Leidy etc. vertreten." + in "In Nordamerika ist die Gattung ¡Equus¡ im älteren + Pleistocän durch ¡E. intermedius¡ Gidley, + ¡complicatus¡ und ¡crenidens¡ Cope, im jüngeren durch + ¡E. Scotti¡ Gidley, ¡fraternus¡ Leidy etc. vertreten." + (Seite 463) + + geändert wurde "wurde eingehend die allmäliche Umformung des" + in "wurde eingehend die allmähliche Umformung des" + (Seite 463) + + geändert wurde "¿Protitanotherium¿ Osborn, riesige Form. Nur + Unterkiefer bekannt. Obereocän Uintabed." + in "¿Protitanotherium¿ Osborn, riesige Form. Nur + Unterkiefer bekannt. Obereocän. Uintabed." + (Seite 466) + + geändert wurde "¿Megacerops¿ Leidy (¡Brontops¡ Marsh) Fig. 648, von + ¡Palaeosyops¡ ausgehend." + in "¿Megacerops¿ Leidy (¡Brontops¡ Marsh) (Fig. 648), von + ¡Palaeosyops¡ ausgehend." + (Seite 467) + + geändert wurde "¡Vorder- und Hinterfuß dreizehig, semidigitigrad + Endphalangen gespalten, krallenförmig.¡" + in "¡Vorder- und Hinterfuß dreizehig, semidigitigrad. + Endphalangen gespalten, krallenförmig.¡" + (Seite 467) + + geändert wurde "weil hier der untere C dicht an die ¡J¡ heranrückt + und auch die Gestalt" + in "weil hier der untere ¡C¡ dicht an die ¡J¡ heranrückt + und auch die Gestalt" + (Seite 469) + + geändert wurde "Im ~Milchgebiß~ weichen die ¡J D¡ und ¡C D¡ nur wenig + von ihrenNachfolgern," + in "Im ~Milchgebiß~ weichen die ¡JD¡ und ¡CD¡ nur wenig + von ihren Nachfolgern," + (Seite 469) + + geändert wurde "nur bei den Anoplotheriiden und bei ¡Agriochocerus¡ + krallenartig" + in "nur bei den Anoplotheriiden und bei ¡Agriochoerus¡ + krallenartig" + (Seite 472) + + geändert wurde "¡P. Meisneri¡ Meyer, ¡typus¡ Pomel. Mittelmiocän. + ¡P. aurelianensis¡ Stehlin" + in "¡P. Meisneri¡ Meyer, ¡typus¡ Pomel. Mittelmiocän. + ¡P. aurelianensis¡ Stehlin." + (Seite 473) + + geändert wurde "Metacarpale II und V noch mit Zehengliedern. + Pleistocän Nordamerika." + in "Metacarpale II und V noch mit Zehengliedern. + Pleistocän. Nordamerika." + (Seite 474) + + geändert wurde "¿Prosthenops¿ Matthew. Diastema nicht sehr lang, Oben + nur 2 ¡J¡, 1 ¡C¡, 3 ¡P¡. Obermiocän und Pliocän + von Nebraska." + in "¿Prosthenops¿ Matthew. Diastema nicht sehr lang. Oben + nur 2 ¡J¡, 1 ¡C¡, 3 ¡P¡. Obermiocän und Pliocän + von Nebraska." + (Seite 474) + + geändert wurde "¡Sus¡ Lin. (Figur 659.) ¡J¡ und ¡C¡ wie bei + ¡Listriodon¡," + in "¡Sus¡ Lin. (Fig. 659.) ¡J¡ und ¡C¡ wie bei + ¡Listriodon¡," + (Seite 474) + + geändert wurde "¡Untere Astragalus-trochlea nicht gegen die obere + verschoben.¡" + in "¡Untere Astragalus trochlea nicht gegen die obere + verschoben.¡" + (Seite 476) + + geändert wurde "¿Merycopotamus¿ Falcon. und Cautley. Obere ¡M¡ mit + nur vier" + in "¿Merycopotamus¿ Falcon und Cautley. Obere ¡M¡ mit + nur vier" + (Seite 477) + + geändert wurde "versehene Huftiere von Tapir-Größe, die wahrscheinlich + den Schwanz" + in "versehene Huftiere von Tapirgröße, die wahrscheinlich + den Schwanz" + (Seite 478) + + geändert wurde "¿Orthaspidotherium¿ Lemoine (Figur 666). Untereocän. + Reims. Sehr klein." + in "¿Orthaspidotherium¿ Lemoine (Fig. 666). Untereocän. + Reims. Sehr klein." + (Seite 479) + + geändert wurde "¿Caenotherium¿ Bravard (¡Microtherium¡ Meyer). + (Fig. 670, 771.) Unterkiefer und Extremitäten relativ + plump. Oligocän und Untermiocän." + in "¿Caenotherium¿ Bravard (¡Microtherium¡ Meyer). + (Fig. 670, 671.) Unterkiefer und Extremitäten relativ + plump. Oligocän und Untermiocän." + (Seite 481) + + geändert wurde "Obermiocän von Europa. ¡D. guntianum¡ Meyer, ¡crassum¡ + Lart sp. Unterpliocän. ¡D. Naui¡ Kaup. Pliocän + von Indien." + in "Obermiocän von Europa. ¡D. guntianum¡ Meyer, ¡crassum¡ + Lart. sp. Unterpliocän. ¡D. Naui¡ Kaup. Pliocän + von Indien." + (Seite 487) + + geändert wurde "die nicht näher mitander verwandt sind." + in "die nicht näher miteinander verwandt sind." + (Seite 490) + + geändert wurde "Dei beiden lebenden Gattungen (¡Moschus¡, + ¡Hydropotes¡) bewohnen" + in "Die beiden lebenden Gattungen (¡Moschus¡, + ¡Hydropotes¡) bewohnen" + (Seite 492) + + geändert wurde "¡Vorderfuß meist plesiometacarpisch, selten + telemetacarpisch.¡" + in "¡Vorderfuß meist plesiometacarpisch, selten + teleometacarpisch.¡" + (Seite 492) + + geändert wurde "¿Lagomeryx¿ Roger. Ähnlich, aber klein. Mit Spießer- + oder kurzem verästeltem Geweih. Mittelmiocän + Solnhofen, ¡L. simplicicornis¡ Schlosser. Obermiocän, + Steiermark, Südbayern ¡L. Meyeri¡ Hofmann." + in "¿Lagomeryx¿ Roger. Ähnlich, aber klein. Mit Spießer- + oder kurzem verästeltem Geweih. Mittelmiocän. + Solnhofen, ¡L. simplicicornis¡ Schlosser. Obermiocän. + Steiermark, Südbayern ¡L. Meyeri¡ Hofmann." + (Seite 493) + + geändert wurde "Schädel ohne Stirnzapfen. §3§/§3§ J. Hand und Fuß + ohne Canon," + in "Schädel ohne Stirnzapfen. §3§/§3§ ¡J¡. Hand und Fuß + ohne Canon," + (Seite 496) + + geändert wurde "¿Duboisia¿ Stremme, Sehr ähnlich, Altpleistocän + von Java." + in "¿Duboisia¿ Stremme. Sehr ähnlich, Altpleistocän + von Java." + (Seite 502) + + geändert wurde "¿Eocerus¿ Schlosser. (Figur 698.) Größe von Schaf." + in "¿Eocerus¿ Schlosser. (Fig. 698.) Größe von Schaf." + (Seite 502) + + geändert wurde "¿Criotherium¿ Major (¡Urmiatherium¡ Rodler). + (Figur 699.) Scheitelbeine fast auf die + Hinterhauptsfläche verdrängt." + in "¿Criotherium¿ Major (¡Urmiatherium¡ Rodler). + (Fig. 699.) Scheitelbeine fast auf die + Hinterhauptsfläche verdrängt." + (Seite 503) + + geändert wurde "¡Humerus mit Foramen entepicondyloildeum, Femur mit + drittem Trochanter. Astragaus flach mit schwach + gewölbter Gelenkfläche für die Tibia und + mit Foramen.¡" + in "¡Humerus mit Foramen entepicondyloideum, Femur mit + drittem Trochanter. Astragalus flach mit schwach + gewölbter Gelenkfläche für die Tibia und + mit Foramen.¡" + (Seite 507) + + geändert wurde "Von den Gattungen ¿Coryphodon¿ Owen (¡Bathyopsis¡, + ¡Bathmodon¡, ¡Metalophodon¡ Cope) (Figur 702-704), + ¿Ectacodon¿ und" + in "Von den Gattungen ¿Coryphodon¿ Owen (¡Bathyopsis¡, + ¡Bathmodon¡, ¡Metalophodon¡ Cope) (Fig. 702-704), + ¿Ectacodon¿ und" + (Seite 508) + + geändert wurde "Das hohe Unterkiefer bildet eine feste Symphyse und + hat mit dem von" + in "Der hohe Unterkiefer bildet eine feste Symphyse und + hat mit dem von" + (Seite 514) + + geändert wurde "länger und Nagezahn-ähnlich, jedoch sind sie in + der Richtung" + in "länger und Nagezahnähnlich, jedoch sind sie in + der Richtung" + (Seite 514) + + geändert wurde "Die Ausdehnung und Auftreibung der + Squamoso-mastoidregion erreicht bei den" + in "Die Ausdehnung und Auftreibung der + Squamosomastoidregion erreicht bei den" + (Seite 514) + + geändert wurde "¡J^1 bis P^1 schneidend, untere J und C meißelförmig, + P^2 bis P^4 dreieckig, M^1 bis M^2, rhombisch, M^3 + gerundet dreieckig¡" + in "¡J^1 bis P^1 schneidend, untere J und C meißelförmig, + P^2 bis P^4 dreieckig, M^1 bis M^2 rhombisch, M^3 + gerundet dreieckig¡" + (Seite 515) + + geändert wurde "Die Archaoepitheciden sind wohl die Vorfahren der + Archaeohyraciden" + in "Die Archaeopitheciden sind wohl die Vorfahren der + Archaeohyraciden" + (Seite 517) + + geändert wurde "5. Familie. #Archaeopithecidae# (~Henricosborniidae~, + ~Pantostylopidae~) Ameghino." + in "5. Familie. #Archaeopithecidae#. (~Henricosborniidae~, + ~Pantostylopidae~) Ameghino." + (Seite 517) + + geändert wurde "¿Coresodon¿ Amegh. Alle. im Untermiocän, + Pyrotheriumsschichten." + in "¿Coresodon¿ Amegh. Alle im Untermiocän, + Pyrotheriumsschichten." + (Seite 519) + + geändert wurde "¡J^2 dreikantig, hinten schmelzlos, J^3 C und P^1 + klein, allmählich den übrigen P ähnlich werdend¡" + in "¡J^2 dreikantig, hinten schmelzlos, J^3, C und P^1 + klein, allmählich den übrigen P ähnlich werdend¡" + (Seite 520) + + geändert wurde "¿Pronesodon¿, ¿Proadinotherium¿ Amegh. Miocän, + Pyrotherium und Colpodonschichten von Patagonien." + in "¿Pronesodon¿, ¿Proadinotherium¿ Amegh. Miocän, + Pyrotherium-und Colpodonschichten von Patagonien." + (Seite 520) + + geändert wurde "3. Unterordnung. #Entelonychia# Ameghino[165] + (Ancylopoda, Tillodontia Amegh.)." + in "3. Unterordnung. #Entelonychia#. Ameghino[165] + (Ancylopoda, Tillodontia Amegh.)." + (Seite 521) + + geändert wurde "¿Trigonostylops¿ (Figur 720), ¿Pleurystylops¿ + Ameghino. Obere ¡M¡ dreieckig. Eocän. + Notostylopsschichten." + in "¿Trigonostylops¿ (Fig. 720), ¿Pleurystylops¿ Ameghino. + Obere ¡M¡ dreieckig. Eocän. Notostylopsschichten." + (Seite 525) + + geändert wurde "Der abgeplattete breite Astragalus artiukliert sehr + innig mit Fibula" + in "Der abgeplattete breite Astragalus artikuliert sehr + innig mit Fibula" + (Seite 526) + + geändert wurde "¡Vorderfuß vierzehig, Hinterfuß drei zehig. Carpus + serial mit freiem Centrale.¡" + in "¡Vorderfuß vierzehig, Hinterfuß dreizehig. Carpus + serial mit freiem Centrale.¡" + (Seite 530) + + geändert wurde "¡Obere M mit Wförmiger Außenwand und zwei schrägen + Querjochen.¡" + in "¡Obere M mit W-förmiger Außenwand und zwei schrägen + Querjochen.¡" + (Seite 531) + + geändert wurde "¡knopfförmig oder Partig und meist durch Lücken + voneinander und von den¡" + in "¡knopfförmig oder P-artig und meist durch Lücken + voneinander und von den¡" + (Seite 531) + + geändert wurde "¡Obere M mit Wförmiger, Parastyl und Mesostyl + tragender Außenwand und¡" + in "¡Obere M mit W-förmiger, Parastyl und Mesostyl + tragender Außenwand und¡" + (Seite 531) + + geändert wurde "¡Schnauze meist lang und schmal, Cranium gewölbt, mit + Sagittalcrista verstehen.¡" + in "¡Schnauze meist lang und schmal, Cranium gewölbt, mit + Sagittalcrista versehen.¡" + (Seite 531) + + geändert wurde "Im Zahnbau bestehen alle möglichen Übergänge zwischen + bunodonten, schweinsartigen -- ¡Geniohyus¡ -- und + lophodonten, ¡Paloplotherium¡-artigen + ¡M¡--¡Saghatherium¡." + in "Im Zahnbau bestehen alle möglichen Übergänge zwischen + bunodonten, schweinsartigen -- ¡Geniohyus¡ -- und + lophodonten, ¡Paloplotherium¡-artigen + ¡M¡ -- ¡Saghatherium¡." + (Seite 531) + + geändert wurde "¡P¡ fast sämtlich gleich M." + in "¡P¡ fast sämtlich gleich ¡M¡." + (Seite 532) + + geändert wurde "¡J_{3}¡, beide ¡C¡ sowie ¡J^2¡ und ¡J^3¡ ¡P¡ähnlich." + in "¡J_{3}¡, beide ¡C¡ sowie ¡J^2¡ und ¡J^3¡ ¡P¡-ähnlich." + (Seite 532) + + geändert wurde "Bei ¡Elephas¡, ¡Stegodon¡ und den meisten ¡Mastodon¡ + fehlen P." + in "Bei ¡Elephas¡, ¡Stegodon¡ und den meisten ¡Mastodon¡ + fehlen ¡P¡." + (Seite 533) + + geändert wurde "Im Unterpliocän von Europa ¡M.¡ (¡Tetral.¡) + ¡longirostris¡ Kaup, von Pikermi, Samos, Persien + ¡M. Pentelici¡ Gaudry (tapiroid) -- in Ostindien." + in "Im Unterpliocän von Europa ¡M.¡ (¡Tetral.¡) + ¡longirostris¡ Kaup, von Pikermi, Samos, Persien. + ¡M. Pentelici¡ Gaudry (tapiroid) -- in Ostindien." + (Seite 538) + + geändert wurde "¿Pyrotheria¿" + in "¡Pyrotheria¡" + (Seite 543, Tabelle) + + geändert wurde "¿Notharctus¿ Leidy (¡Tomitherium¡ Cope, ¡Thinolestes¡, + ¡Limnotherium¡, ¡Telmatolestes¡ Marsh; ¡Hipposyus¡ + Leidy)·" + in "¿Notharctus¿ Leidy (¡Tomitherium¡ Cope, ¡Thinolestes¡, + ¡Limnotherium¡, ¡Telmatolestes¡ Marsh, ¡Hipposyus¡ + Leidy)." + (Seite 547) + + geändert wurde "oder schief gegenüberstehende, stumpf-konische oder + kantige Höcker," + in "oder schief gegenüberstehende, stumpfkonische oder + kantige Höcker," + (Seite 552) + + geändert wurde "¿Parapithecus¿ Schlosser. (Figur 744.) Oligocän des + Fayum Ägypten ¡P. Fraasi¡." + in "¿Parapithecus¿ Schlosser. (Fig. 744.) Oligocän des + Fayum Ägypten ¡P. Fraasi¡." + (Seite 553) + + geändert wurde "von Pikermi bei Athen, Baltavàr (Ungarn) und Maragha + (Persien) ist der" + in "von Pikermi bei Athen, Baltavar (Ungarn) und Maragha + (Persien) ist der" + (Seite 554) + + geändert wurde "und kürzlich fand ¡Forsyth Major¡ zahlreiche Kiefer + bei Cap Faro auf Sardinien." + in "und kürzlich fand ~Forsyth Major~ zahlreiche Kiefer + bei Cap Faro auf Sardinien." + (Seite 555) + + geändert wurde "Pliocän der Siwalik von Jobi im Pundschab. + ¡P sivalensis¡ Lyd." + in "Pliocän der Siwalik von Jobi im Pundschab. + ¡P. sivalensis¡ Lyd." + (Seite 556) + + geändert wurde "¿Dryopithecus¿ Lartet (¡Paedopithex¡ Pohlig, + ¡Pliohylobates¡ Dubois) Unterkieferäste hoch, fast + noch parallel gestellt," + in "¿Dryopithecus¿ Lartet (¡Paedopithex¡, Pohlig, + ¡Pliohylobates¡ Dubois) Unterkieferäste hoch, fast + noch parallel gestellt," + (Seite 556) + + geändert wurde "Femur lang. schlank, für aufrechten Gang geeignet." + in "Femur lang, schlank, für aufrechten Gang geeignet." + (Seite 556) + + geändert wurde "Wo jedoch sonst diese beiden, ein warmes Klima + anzeigenden Säugetierarten zusammen mit + Steinwerkzeugen vorkommen. sind es immer solche des + Chelléen, charakterisiert durch die großen Faustkeile, + deren Ränder nicht sorgfältig nachretuschiert wurden." + in "Wo jedoch sonst diese beiden, ein warmes Klima + anzeigenden Säugetierarten zusammen mit + Steinwerkzeugen vorkommen, sind es immer solche des + Chelléen, charakterisiert durch die großen Faustkeile, + deren Ränder nicht sorgfältig nachretuschiert wurden." + (Seite 559) + + geändert wurde "die zuerst die charakteristischesten Objekte geliefert + haben" + in "die zuerst die charakteristischsten Objekte geliefert + haben" + (Seite 558) + + geändert wurde 4x "Zwischen-Eiszeit" + in "Zwischeneiszeit" + (Seite 562 Tabelle Chronologische Übersicht) + + geändert wurde "die anfangs trituberkulären bzw. + tuberkulär-sektorialen Molaren" + in "die anfangs trituberkulären bzw. + tuberkulärsektorialen Molaren" + (Seite 569) + + geändert wurde "Funde bei Hampstead auf der Insel Whigt beweisen." + in "Funde bei Hamstead auf der Insel Wight beweisen." + (Seite 570) + + geändert wurde "Sie enthalten im wesentlichen nur Nachkommen von + früheren Caniden Rhinoceriden, Equiden, Oreodontiden, + Cameliden und Suiden," + in "Sie enthalten im wesentlichen nur Nachkommen von + früheren Caniden, Rhinoceriden, Equiden, Oreodontiden, + Cameliden und Suiden," + (Seite 572) + + geändert wurde "In das Alt-Pleistocän fällt" + in "In das Altpleistocän fällt" + (Seite 578) + + geändert wurde "Typen des Laramie-Bed, der oberen Kreide." + in "Typen des Laramiebed, der oberen Kreide." + (Seite 581) + + geändert wurde "Die ¡Entelonychia¡. nur mehr durch + ¡Homalodontotherium¡ vertreten, werden jetzt + recht selten," + in "Die ¡Entelonychia¡, nur mehr durch + ¡Homalodontotherium¡ vertreten, werden jetzt + recht selten," + (Seite 582) + + geändert wurde "Acanthotidae 47" + in "Acanthodidae 47" + (Index) + + geändert wurde "Acenthrophorus 106" + in "Acentrophorus 106" + (Index) + + geändert wurde "Aetholepis 107" + in "Aetholepsis 107" + (Index) + + geändert wurde "Aëtobatis 68." + in "Aëtobatis 68" + (Index) + + geändert wurde "Amphidophorus 111" + in "Amphilaphurus 111" + (Index) + + geändert wurde "Anisodoxis 169" + in "Anisodexis 169" + (Index) + + geändert wurde "Aphaelepis 107" + in "Aphuelepis 107" + (Index) + + geändert wurde "Arcogaster 132" + in "Acrogaster 132" + (Index) + + geändert wurde "Argillo chelys 254" + in "Argillochelys 254" + (Index) + + geändert wurde "Ascondylacanthus 72" + in "Ascondylacanthus 72" + (Index) + + geändert wurde "Aulaxinus 554" + in "Aulaxinuus 554" + (Index) + + geändert wurde "Barsche 132." + in "Barsche 132" + (Index) + + entfernt wurde "Belenorhynchus 96" + in "Belenostomus 96" + (Index) + + geändert wurde "Beriophthalmus 96" + in "Periophthalmus 96" + (Index) + + geändert wurde "Bunaclurus 393" + in "Bunaelurus 393" + (Index) + + geändert wurde "Chatossus 120" + in "Chatoessus 120" + (Index) + + geändert wurde "Chirotrix 135" + in "Chirothrix 135" + (Index) + + geändert wurde "Chrysochioridae 366" + in "Chrysochloridae 366" + (Index) + + geändert wurde "Coelosochus 270" + in "Coelosuchus 270" + (Index) + + geändert wurde "Coniosaurus 211." + in "Coniosaurus 211" + (Index) + + geändert wurde "Coryphondontidae 508" + in "Coryphodontidae 508" + (Index) + + geändert wurde "Crenilabris 134" + in "Crenilabrus 134" + (Index) + + geändert wurde "Cromyodus 134" + in "Crommyodus 134" + (Index) + + geändert wurde "Cythaspis 32" + in "Cyathaspis 32" + (Index) + + geändert wurde "Dipodidae 429" + in "Dipodinae 429" + (Index) + + geändert wurde "Echenesis 140" + in "Echeneis 140" + (Index) + + geändert wurde "Estonychinae 372" + in "Esthonychinae 372" + (Index) + + geändert wurde "Euhaspis 427" + in "Euhapsis 427" + (Index) + + geändert wurde "Ficrasfer 128" + in "Fierasfer 128" + (Index) + + geändert wurde "Fudica 323" + in "Fulica 323" + (Index) + + geändert wurde "Holcodae 126" + in "Holcodon 126" + (Index) + + geändert wurde "Homalodontheriidae 467, 523" + in "Homalodontotheriidae 467, 523" + (Index) + + geändert wurde "Homoecetus 407" + in "Homoeocetus 407" + (Index) + + geändert wurde "Hoplosthetus 132" + in "Hoplosthethus 132" + (Index) + + geändert wurde "Hyaelosaurus 294" + in "Hyaeolosaurus 294" + (Index) + + geändert wurde "Incerta sedis 283" + in "Incertae sedis 283" + (Index) + + geändert wurde "Keiloskiosaurus 193" + in "Koiloskiosaurus 193" + (Index) + + geändert wurde "Lagomydae 433" + in "Lagomyidae 433" + (Index) + + geändert wurde "Lepidocothes 140" + in "Lepidocottus 140" + (Index) + + geändert wurde "Lispocanthus 72" + in "Lispocanthus 72" + (Index) + + geändert wurde "Lophidiochoerus 447" + in "Lophiodochoerus 447" + (Index) + + geändert wurde "Macrolemys 251" + in "Macroclemys 251" + (Index) + + geändert wurde "Melsolophodus 63" + in "Mesolophodus 63" + (Index) + + geändert wurde "Michrobrachis 163" + in "Microbrachis 163" + (Index) + + geändert wurde "Miksurnia 52" + in "Miksurina 52" + (Index) + + geändert wurde "Myripritis 132" + in "Myripristis 132" + (Index) + + geändert wurde "Mystacocoeti 409" + in "Mystacoceti 409" + (Index) + + geändert wurde "Orecyon 379" + in "Oreocyon 379" + (Index) + + geändert wurde "Orthagoriscis 142" + in "Orthagoriscus 142" + (Index) + + geändert wurde "Ovioceros 500" + in "Oioceros 500" + (Index) + + geändert wurde "Oxydaenus 376" + in "Oxyclaenus 376" + (Index) + + geändert wurde "Paradosuchus 198" + in "Pardosuchus 198" + (Index) + + geändert wurde "Parligobunis 393" + in "Paroligobunis 393" + (Index) + + geändert wurde "Pelicorapis 135" + in "Pelycorapis 135" + (Index) + + geändert wurde "Pharyngodophilus 134" + in "Pharyngodopilus 134" + (Index) + + geändert wurde "Platycosmus 138" + in "Platycormus 138" + (Index) + + geändert wurde "Plesiochelydae 249" + in "Plesiochelyidae 249" + (Index) + + geändert wurde "Polacrodon 206" + in "Palacrodon 206" + (Index) + + geändert wurde "Präanguilla 127" + in "Praeanguilla 127" + (Index) + + geändert wurde "Priscoldelphinus 73, 408" + in "Priscodelphinus 408" + (Index) + + geändert wurde "Proeutatus 421" + in "Proëutatus 421" + (Index) + + geändert wurde "Protagocerus 502" + in "Protragocerus 502" + (Index) + + geändert wurde "Prcterochersys 247" + in "Proterochersys 247" + (Index) + + geändert wurde "Pseudothryptus 124" + in "Pseudothryptodus 124" + (Index) + + geändert wurde "Pteronodus 44" + in "Pternodus 44" + (Index) + + geändert wurde "Ptychodontidae 69" + in "Ptychodontiden 69" + (Index) + + geändert wurde "Rhomboptychus 87" + in "Rhomboptychius 87" + (Index) + + geändert wurde "Sabursi 391" + in "Subursi 391" + (Index) + + geändert wurde "Sarolemur 480" + in "Sarcolemur 480" + (Index) + + geändert wurde "Seelidotherium 417" + in "Scelidotherium 417" + (Index) + + geändert wurde "Spanidon 125" + in "Spaniodon 125" + (Index) + + geändert wurde "Squalifera 64" + in "Squatina alifera 64" + (Index) + + geändert wurde "Ssyllomus 255" + in "Scyllomus 255" + (Index) + + geändert wurde "Stomatidae 138" + in "Stromateidae 138" + (Index) + + geändert wurde "Taurinichtys 134" + in "Taurinichthys 134" + (Index) + + geändert wurde "Theuthiidae 135" + in "Teuthiidae 135" + (Index) + + geändert wurde "Tillotherinae 372" + in "Tillotheriinae 372" + (Index) + + geändert wurde "Titanotheridae 464" + in "Titanotheriidae 464" + (Index) + + geändert wurde "Triacanthodon 359" + in "Tricanthodon 359" + (Index) + + geändert wurde "Trimerostephanus 523" + in "Timerostephanus 523" + (Index) + + geändert wurde "¡d¡ Solea," + in "¡d¡ ¡Solea¡," + (Abbildung 8) + + geändert wurde "¡VD¡ Vasodentin, ¡D¡ Dentin. ¡S¡ Schmelz." + in "¡VD¡ Vasodentin, ¡D¡ Dentin, ¡S¡ Schmelz." + (Abbildung 14) + + geändert wurde "¡Ateleaspis tessellate¡ Traquair. Umriß nach ~R. H. + Traquair~. ca. 1/5 der nat Gr." + in "¡Ateleaspis tessellate¡ Traquair. Umriß nach ~R. H. + Traquair~. ca. 1/5 der nat. Gr." + (Abbildung 46) + + geändert wurde "¡Scymnus triangulus¡ Probst. Miocän. Molasse, + Baltringen. 3/1. (Nach ~Probst~.)" + in "¡Scymnus triangulus¡ Probst. Miocän. Molasse. + Baltringen. 3/1. (Nach ~Probst~.)" + (Abbildung 72) + + geändert wurde "¡Scyllium distans¡ Probst. Miocäne. Molasse. + Baltringen. 2/1. (Nach ~Probst~.)" + in "¡Scyllium distans¡ Probst. Miocäne Molasse. + Baltringen. 2/1. (Nach ~Probst~.)" + (Abbildung 73) + + geändert wurde "¡a¡ ¡Aprionodon frequens¡ Dames. Eocän. + Birket-el-Qurun. Ägypten. (Nach ~Dames~.)" + in "¡a¡ ¡Aprionodon frequens¡ Dames. Eocän. + Birket-el-Qurun, Ägypten. (Nach ~Dames~.)" + (Abbildung 77) + + geändert wurde "identisch mit ¡Helodus planus¡ Ag., ¡c¡ + Helodontenzähne, ¡f¡, ¡g¡ Zähne, identisch mit + ¡Lophodus didymus¡" + in "identisch mit ¡Helodus planus¡ Ag., ¡e¡ + Helodontenzähne, ¡f¡, ¡g¡ Zähne, identisch mit + ¡Lophodus didymus¡" + (Abbildung 103) + + geändert wurde "¡Menaspis armata¡ Ewald. 2:3. Kupferschiefer. 2-4 und + I Kopfstacheln, ¡E¡, ¡Z¡ zapfenartige + Stachelschuppen," + in "¡Menaspis armata¡ Ewald. 2:3. Kupferschiefer. 2-4 und + ¡I¡ Kopfstacheln, ¡E¡, ¡Z¡ zapfenartige + Stachelschuppen," + (Abbildung 104) + + geändert wurde "¡a¡ vordere, ¡d¡ hintere Zahnplatte. Oberdevon," + in "¡a¡ vordere, ¡p¡ hintere Zahnplatte. Oberdevon," + (Abbildung 142) + + geändert wurde "¡a.d.l.¡ vordere Seitenplatte, ¡p.d.l¡ hintere + Seitenplatte, Schleimkanäle punktiert." + in "¡a.d.l.¡ vordere Seitenplatte, ¡p.d.l.¡ hintere + Seitenplatte, Schleimkanäle punktiert." + (Abbildung 146) + + geändert wurde "¡p.q¡ Palatoquadratknorpel, ¡m¡ Meckelscher Knorpel, + ¡pa¡ Palatopterygoid, ¡m¡ Maxilla, ¡d¡ Dentale, + ¡c.h¡ Ceratohyale," + in "¡p.q¡ Palatoquadratknorpel, ¡M.¡ Meckelscher Knorpel, + ¡pa¡ Palatopterygoid, ¡m.x¡ Maxilla, ¡d¡ Dentale, + ¡c.h¡ Ceratohyale," + (Abbildung 165) + + geändert wurde "¡a¡, ¡b¡ ¡Gyrodus titanius¡-Wagn. Ob. Jura." + in "¡a¡, ¡b¡ ¡Gyrodus titanius¡ Wagn. Ob. Jura." + (Abbildung 179) + + geändert wurde "Ob. Jura. Kelheim. (Nat. G).) ¡pa¡ Scheitelbein, + ¡psph¡ Parasphenoid," + in "Ob. Jura. Kelheim. (Nat. Gr.) ¡pa¡ Scheitelbein, + ¡psph¡ Parasphenoid," + (Abbildung 197) + + geändert wurde "¡Pachycormus macropterus¡ Ag. Ob. Lias. Ilminster. + England. ¡a¡ von der Seite, ¡b¡ von unten" + in "¡Pachycormus macropterus¡ Ag. Ob. Lias. Ilminster. + England. ¡a¡ von der Seite, ¡b¡ von unten." + (Abbildung 209) + + geändert wurde "¡B¡ Querschnitt durch die Mundhöhle. ¡pal¡ Palatinum, + ¡par¡ Parietale, ¡ec¡ ¡pt¡ Ectopterygoid, + ¡b.br¡ Basibranchiale." + in "¡B¡ Querschnitt durch die Mundhöhle. ¡pal¡ Palatinum, + ¡par¡ Parietale, ¡ec.pt¡ Ectopterygoid, + ¡b.br¡ Basibranchiale." + (Abbildung 231) + + geändert wurde "Fig. 286. + ¡Macrurus-Otolith.¡ Pliocän. Orciano von Pisa. 2:1." + in "Fig. 236. + ¡Macrurus-Otolith.¡ Pliocän. Orciano von Pisa. 2:1." + (Abbildung 236) + + geändert wurde "¡a¡ Brustfloße. ¡r¡ Vorderer Flossenstrahl," + in "¡a¡ Brustflosse. ¡r¡ Vorderer Flossenstrahl," + (Abbildung 238) + + geändert wurde "¡a¡ Bauchpanzer von ¡Branchiosaurus¡, ¡b¡ Schuppen von + ¡Branchiosaurus¡ ¡c¡ von ¡Hylonomus¡," + in "¡a¡ Bauchpanzer von ¡Branchiosaurus¡, ¡b¡ Schuppen von + ¡Branchiosaurus¡, ¡c¡ von ¡Hylonomus¡," + (Abbildung 266) + + geändert wurde "¡c¡ Schwanzwirbel von ¡Urocordylus¡ (nach ~Schwarz~.) + ¡d¡ Diapophyse," + in "¡c¡ Schwanzwirbel von ¡Urocordylus¡ (nach ~Schwarz~). + ¡d¡ Diapophyse," + (Abbildung 268) + + geändert wurde "Atlas ¡A¡ von ¡Diplocaulus¡ (nach ~Broili~) ¡a¡ von + unten, ¡b¡ von vorne. Altas ¡B¡ von ¡Dissorophus¡ + (nach ~Williston~.)" + in "Atlas ¡A¡ von ¡Diplocaulus¡ (nach ~Broili~) ¡a¡ von + unten, ¡b¡ von vorne. Atlas ¡B¡ von ¡Dissorophus¡ + (nach ~Williston~.)" + (Abbildung 274) + + geändert wurde "Hinterhaupt von ¡Mastodonsaurus giganteus¡ Jäger. + (nach E. Fraas u. A. S. Woodward). ¡Fm¡ Foramen + magnum, ¡PP¡ Postparietale, ¡Tb¡ Tabulare. ¡S¡ + Squamosum, ¡Q¡ Quadratojugale, ¡Q¡ Quadratum, ¡Pt¡ + Pterygoid, ¡EO¡ Exoccipitale laterale, ¡C¡ Condyli + occipitales, ¡Eol¡ Seitlicher Flügel, ¡Eob¡ Basale + Verschmelzung des Exoccipitale laterale. Stark verkl." + in "Hinterhaupt von ¡Mastodonsaurus giganteus¡ Jäger. + (nach ~E. Fraas~ u. ~A. S. Woodward~.) ¡Fm¡ Foramen + magnum, ¡PP¡ Postparietale, ¡Tb¡ Tabulare, ¡S¡ + Squamosum, ¡Qj¡ Quadratojugale, ¡Q¡ Quadratum, ¡Pt¡ + Pterygoid, ¡Eo¡ Exoccipitale laterale, ¡C¡ Condyli + occipitales, ¡Eol¡ Seitlicher Flügel, ¡Eob¡ Basale + Verschmelzung des Exoccipitale laterale. Stark verkl." + (Abbildung 276) + + geändert wurde "¡G¡ Gaumengruben, ¡GS¡ Gaumenschläfengruben, ¡OS¡ + hinten geschlossene Ohrenschlitze (falsche + Schläfenöffnung). Schilfsandstein des untern Keuper" + in "¡G¡ Gaumengruben, ¡Gs¡ Gaumenschläfengruben, ¡Os¡ + hinten geschlossene Ohrenschlitze (falsche + Schläfenöffnung). Schilfsandstein des unteren Keuper" + (Abbildung 278) + + geändert wurde "¡icl¡ Mittelplatte (Episternum) Interclavicula, ¡cl¡ + Seitenplatte, (Clavicula), ¡cl'¡ Cleithrum, + ¡co¡ Coracoid." + in "¡icl¡ Mittelplatte (Episternum) Interclavicula, ¡cl¡ + Seitenplatte (Clavicula), ¡cl'¡ Cleithrum, + ¡co¡ Coracoid." + (Abbildung 282) + + geändert wurde "¡cl¡ Clavicula, ¡Co¡ Coracoid, ¡Sc¡ Scapula," + in "¡cl¡ Clavicula, ¡co¡ Coracoid, ¡Sc¡ Scapula," + (Abbildung 283) + + geändert wurde "¡P¡ Parasphenoid, ¡Pt¡ Pterygoid, ¡Occ. lat¡ + Occipitalia lateralia, ¡G¡ Gaumengruben, ¡Gs¡ + Gaumenschläfengruben, ¡Os¡ Ohrenschlitzgruben + (geschlossen.) Perm. Seymour," + in "¡P¡ Parasphenoid, ¡Pt¡ Pterygoid, ¡Occ. lat.¡ + Occipitalia lateralia, ¡G¡ Gaumengruben, ¡Gs¡ + Gaumenschläfengruben, ¡Os¡ Ohrenschlitzgruben + (geschlossen). Perm. Seymour," + (Abbildung 293) + + geändert wurde "Restauriert in dreifacher Vergr. ¡Sq¡ Supratemporale, + ¡St¡ Squamosum, ¡So¡ Postparietale, ¡Ep¡ Tabulare + Sonstige Bezeichnungen wie früher." + in "Restauriert in dreifacher Vergr. ¡St¡ Supratemporale, + ¡Sq¡ Squamosum, ¡So¡ Postparietale, ¡Ep¡ Tabulare. + Sonstige Bezeichnungen wie früher." + (Abbildung 294) + + geändert wurde "¡Ophiderpeton granulosum¡ Fritsch. Rippe in + sechsfacher Vergr. Ob. Karbon. Gaskohle. Nürschan. + ¡c¡ Capitulum, ¡d¡ Tuberculum. (Nach ~Fritsch~)" + in "¡Ophiderpeton granulosum¡ Fritsch. Rippe in + sechsfacher Vergr. Ob. Karbon. Gaskohle, Nürschan. + ¡c¡ Capitulum, ¡d¡ Tuberculum. (Nach ~Fritsch~.)" + (Abbildung 295) + + geändert wurde "¡Palaeobatrachus grandipes¡ Giebel. Braunkohle. + Orsberg. im Siebengebirge. 2/3 nat. Gr. + (Nach ~Wolterstorff~)." + in "¡Palaeobatrachus grandipes¡ Giebel. Braunkohle. + Orsberg im Siebengebirge. 2/3 nat. Gr. + (Nach ~Wolterstorff~)." + (Abbildung 314) + + geändert wurde "¡C¡ der erste Schwanzwirbel, ¡Ri¡ Rippen, ¡Sc¡ + Scapula, ¡H¡ Humerus, ¡R¡ Radius, ¡U¡ Ulna. + ¡J¡ Ischium," + in "¡C¡ der erste Schwanzwirbel, ¡Ri¡ Rippen, ¡Sc¡ + Scapula, ¡H¡ Humerus, ¡R¡ Radius, ¡U¡ Ulna, + ¡J¡ Ischium," + (Abbildung 316) + + geändert wurde "Skelett von ¡Pareiasaurus Baini¡ Seely. Ob. Perm." + in "Skelett von ¡Pareiasaurus Baini¡ Seeley. Ob. Perm." + (Abbildung 325) + + geändert wurde "¡Dimetrodon incisivus¡ Cope. Perm Texas. Schädel v. d. + Seite. Hinter den Augen die große seitliche + Schläfenöffnung. Der Einschnitt zwischen Prämaxillare + ¡Pm¡ und Maxillare ¡M¡ tritt sehr deutlich hervor. + ¡Na¡ Nasenöffnung, ¡O¡ Augen-., ¡S¡ seitl. + Schläfenöffnung, ¡Q¡ Quadratum. 1/5 nat. Gr. + (Nach ~Case~.)" + in "¡Dimetrodon incisivus¡ Cope. Perm. Texas. Schädel v. d. + Seite. Hinter den Augen die große seitliche + Schläfenöffnung. Der Einschnitt zwischen Prämaxillare + ¡Pm¡ und Maxillare ¡M¡ tritt sehr deutlich hervor. + ¡Na¡ Nasenöffnung, ¡O¡ Augen-, ¡S¡ seitl. + Schläfenöffnung, ¡Q¡ Quadratum. 1/5 nat. Gr. + (Nach ~Case~.)" + (Abbildung 326) + + geändert wurde "¡Dimetrodon gigas¡ Cope. Perm Texas. Schädel v. unten. + Rekonstr. nach ~Case~. ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ + Maxillare, ¡V¡ Vomer, ¡Pl¡ Palatinum, ¡Pt¡ Pterygoid, + ¡Bs¡ Basisphenoid, ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡St¡ Stapes, + ¡Q¡ Quadratum, ¡Qi¡ Quadratojugale. ¡J¡ Jugale, + ¡Ch¡ Choanen." + in "¡Dimetrodon gigas¡ Cope. Perm. Texas. Schädel v. unten. + Rekonstr. nach ~Case~. ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ + Maxillare, ¡V¡ Vomer, ¡Pl¡ Palatinum, ¡Pt¡ Pterygoid, + ¡Bs¡ Basisphenoid, ¡Bo¡ Basioccipitale, ¡St¡ Stapes, + ¡Q¡ Quadratum, ¡Qi¡ Quadratojugale, ¡J¡ Jugale, + ¡Ch¡ Choanen." + (Abbildung 327) + + geändert wurde "¡A¡ ¡Lycosuchus Vanderrieti¡ Broom. Schädel + (primitiver Theriodontier) von der Seite. Perm + Südafrika. + ¡B¡ ¡Cynognathus platyceps¡ Seeley. Schädel + (spezialisierter Theriodontier). Trias Südafrika. + ¡O¡ Auge, ¡Pm¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, + ¡Na¡ Nasale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡L¡ Lacrimale, + ¡J¡ Jugale, ¡Po¡ Postorbitale, ¡Sq¡ Squamosum, + ¡P¡ Parietale, ¡Qu¡ Quadratum, ¡F¡ Frontale. + ¡Ag¡ Angulare, ¡Ar¡ Articulare, ¡D¡ Dentale bei + ¡Lycosuchus¡ mit großer Proc. coronoideus." + in "¡A¡ ¡Lycosuchus Vanderrieti¡ Broom. Schädel + (primitiver Theriodontier) von der Seite. Perm. + Südafrika. + ¡B¡ ¡Cynognathus platyceps¡ Seeley. Schädel + (spezialisierter Theriodontier). Trias. Südafrika. + ¡O¡ Auge, ¡Pm¡ Prämaxillare, ¡Mx¡ Maxillare, + ¡Na¡ Nasale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡L¡ Lacrimale, + ¡J¡ Jugale, ¡Po¡ Postorbitale, ¡Sq¡ Squamosum, + ¡P¡ Parietale, ¡Qu¡ Quadratum, ¡F¡ Frontale, + ¡Ag¡ Angulare, ¡Ar¡ Articulare, ¡D¡ Dentale, bei + ¡Lycosuchus¡ mit großer Proc. coronoideus." + (Abbildung 329) + + geändert wurde "¡Pmx¡ Zwischenkiefer, ¡A¡ A genhöhle, ¡N¡ Nasenloch, + ¡ang¡ Angulare," + in "¡Pmx¡ Zwischenkiefer, ¡A¡ Augenhöhle, ¡N¡ Nasenloch, + ¡ang¡ Angulare," + (Abbildung 336) + + geändert wurde "¡A¡ Schädel (nat. Gr.). Einzelne Elemente sind + dislociert. ¡Na¡ Nasenbein, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡La¡ + Lacrimale, ¡Por¡ Postorbitale, ¡Sq¡ Squamosum, ¡Ju¡ + Jugale, ¡Q¡ Quadratum, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Pmx¡ + Prämaxilla, ¡Vo¡ Vomer). ¡B¡ Schultergürtel (¡icl¡ + Episternum (Interclavicula), ¡cl¡ Clavicula, ¡cor¡ + Coracoideum, ¡sc¡ Scapula). ¡C¡ Beckengürtel (¡il¡ + Ilium, ¡pu¡ Pubis, ¡is¡ Ischium, ¡f¡ Femur, ¡c¡ + Foramen puboischiadicum). ¡o¡ Incisura obturatoria. + ¡D¡ Rückenwirbel von der Seite, ¡v¡ Wirbelkörper, ¡n¡ + Oberer Bogen, ¡h¡ Humerus, ¡z¡ Präzygapophyse, ¡z'¡ + Postzygapophyse, ¡sp¡ Processus spinosus, ¡ic¡ + Intercentrum). ¡E¡ Schwanzwirbel von vorn. ¡UB¡ + Unterer Bogen (Chevron), Übrige Bezeichnungen wie bei + ¡D¡. (Nach ~Credner~.)" + in "¡A¡ Schädel (nat. Gr.). Einzelne Elemente sind + dislociert. (¡Na¡ Nasenbein, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡La¡ + Lacrimale, ¡Por¡ Postorbitale, ¡Sq¡ Squamosum, ¡Ju¡ + Jugale, ¡Q¡ Quadratum, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Pmx¡ + Prämaxilla, ¡Vo¡ Vomer). ¡B¡ Schultergürtel (¡icl¡ + Episternum (Interclavicula), ¡cl¡ Clavicula, ¡cor¡ + Coracoideum, ¡sc¡ Scapula). ¡C¡ Beckengürtel (¡il¡ + Ilium, ¡pu¡ Pubis, ¡is¡ Ischium, ¡f¡ Femur, ¡c¡ + Foramen puboischiadicum). ¡o¡ Incisura obturatoria. + ¡D¡ Rückenwirbel von der Seite, ¡v¡ Wirbelkörper (¡n¡ + Oberer Bogen, ¡h¡ Humerus, ¡z¡ Präzygapophyse, ¡z'¡ + Postzygapophyse, ¡sp¡ Processus spinosus, ¡ic¡ + Intercentrum). ¡E¡ Schwanzwirbel von vorn. ¡UB¡ + Unterer Bogen (Chevron). Übrige Bezeichnungen wie bei + ¡D¡. (Nach ~Credner~.)" + (Abbildung 338) + + geändert wurde "¡Hyperodapedon Gordoni.¡ Huxley. Unt. Keuper. Elgin, + Schottland." + in "¡Hyperodapedon Gordoni¡ Huxley. Unt. Keuper. Elgin, + Schottland." + (Abbildung 339) + + geändert wurde "¡Tr¡ Transversum, ¡Pa¡ Palatin ¡V¡ Vomer, + ¡D¡ Dentale," + in "¡Tr¡ Transversum, ¡Pa¡ Palatin, ¡V¡ Vomer, + ¡D¡ Dentale," + (Abbildung 346) + + geändert wurde "¡Eo¡ Exoccipitale laterale. ¡Pro¡ Prooticum + ¡Co¡ Columella (Stapes), ¡So¡ Supraoccipitale;" + in "¡Eo¡ Exoccipitale laterale, ¡Pro¡ Prooticum, + ¡Co¡ Columella (Stapes), ¡So¡ Supraoccipitale;" + (Abbildung 347) + + geändert wurde "Quadratbein von ¡Mosasaurus Camperi¡ H. v. Meyer. + ¡A¡ von innen, ¡B¡ von außen. 1/4 nat Gr. + (Nach ~R. Owen~)" + in "Quadratbein von ¡Mosasaurus Camperi¡ H. v. Meyer. + ¡A¡ von innen, ¡B¡ von außen. 1/4 nat. Gr. + (Nach ~R. Owen~.)" + (Abbildung 348) + + geändert wurde "Restauriertes Skelett von ¡Platecarpus¡. + Ca. 1/35 nat. Gr (Nach ~Merriam~.)" + in "Restauriertes Skelett von ¡Platecarpus¡. + Ca. 1/35 nat. Gr. (Nach ~Merriam~.)" + (Abbildung 350) + + geändert wurde "Schädel der Klapperschlange (¡Crotalus horridus¡.) + (Nach ~Claus~.) ¡Ocb¡ Basioccipitale, ¡Ocl¡ + Exoccipitale laterale, ¡Osc¡ Supraoccipitale, ¡Pr¡ + Prooticum, ¡Bs¡ Basisphenoid, ¡Sq¡ Squamosum, ¡P¡ + Parietale, ¡F¡ Frontale, ¡Pf¡ Postfrontale, ¡Prf¡ + Präfrontale, ¡Et¡ Ethmoideum, ¡N¡ Nasale, ¡Qu¡ + Quadratum, ¡Pt¡ Pterygoideum, ¡Pl¡ Palatinum, ¡Mx¡ + Maxillare, ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Tr¡ Transverum, ¡D¡ + Dentale, ¡Art¡ Articulare des Unterkiefers." + in "Schädel der Klapperschlange (¡Crotalus horridus¡). + (Nach ~Claus~.) ¡Ocb¡ Basioccipitale, ¡Ocl¡ + Exoccipitale laterale, ¡Osc¡ Supraoccipitale, ¡Pr¡ + Prooticum, ¡Bs¡ Basisphenoid, ¡Sq¡ Squamosum, ¡P¡ + Parietale, ¡F¡ Frontale, ¡Pf¡ Postfrontale, ¡Prf¡ + Präfrontale, ¡Et¡ Ethmoideum, ¡N¡ Nasale, ¡Qu¡ + Quadratum, ¡Pt¡ Pterygoideum, ¡Pl¡ Palatinum, ¡Mx¡ + Maxillare, ¡Pmx¡ Prämaxillare, ¡Tr¡ Transversum, ¡D¡ + Dentale, ¡Art¡ Articulare des Unterkiefers." + (Abbildung 360) + + geändert wurde "Schädel von ¡Ichtyosaurus longifrons¡ Owen." + in "Schädel von ¡Ichthyosaurus longifrons¡ Owen." + (Abbildung 362) + + geändert wurde "Kimmeridge clay. Wootton-Basset, England." + in "Kimmeridge clay. Wootton-Bassett, England." + (Abbildungen 366) + + geändert wurde "¡b¡ tuberkularer und capitularer Gelenkhöker für + die Rippe." + in "¡b¡ tuberkularer und capitularer Gelenkhöcker für + die Rippe." + (Abbildung 366) + + geändert wurde "Brustgürtel und Vorderextremität des ¡latipinnaten + Ichthyosaurus communis¡. Conyb Unt. Lias England. + ¡icl¡ Episternum, ¡cl¡ Schlüsselbein (clavicula), + ¡cor¡ Coracoideum, ¡sc¡ Scapula, ¡h¡ humerus, ¡R¡ + Radius, ¡U¡ Ulna, ¡r¡ radiale, ¡i¡ intermedium, ¡u¡ + ulnare des Carpus. ¡c¡_{1} ¡c¡_{2} die beiden + Centralia." + in "Brustgürtel und Vorderextremität des ¡latipinnaten + Ichthyosaurus communis¡. Conyb. Unt. Lias England. + ¡icl¡ Episternum, ¡cl¡ Schlüsselbein (Clavicula), + ¡cor¡ Coracoideum, ¡sc¡ Scapula, ¡h¡ Humerus, ¡R¡ + Radius, ¡U¡ Ulna, ¡r¡ Radiale, ¡i¡ Intermedium, ¡u¡ + Ulnare des Carpus. ¡c¡_{1} ¡c¡_{2} die beiden + Centralia." + (Abbildung 368) + + geändert wurde "Vorderfuß d. ¡longipinnaten Ichthyosaurus triscissus¡ + Quenst- Ob. Lias von Boll, Württemberg." + in "Vorderfuß d. ¡longipinnaten Ichthyosaurus triscissus¡ + Quenst. Ob. Lias von Boll, Württemberg." + (Abbildung 369) + + geändert wurde "¡R'¡ Radiale, i Intermedium, ¡P¡ Pisiforme." + in "¡R'¡ Radiale, ¡i¡ Intermedium, ¡P¡ Pisiforme." + (Abbildung 370) + + geändert wurde "¡Pb¡ Pubis mit Foramen obturat ¡Eo¡; ¡Js¡ Ischium, + ¡H¡ Ilium, ca. 1/7 nat. Gr. (nach ~Merriam~)." + in "¡Pb¡ Pubis mit Foramen obturat ¡Eo¡; ¡Js¡ Ischium, + ¡Jl¡ Ilium, ca. 1/7 nat. Gr. (nach ~Merriam~)." + (Abbildung 371) + + geändert wurde "Skelett von ¡Ichthyosaurus quadriscissus¡ Quenst; + zeigt den" + in "Skelett von ¡Ichthyosaurus quadriscissus¡ Quenst. + zeigt den" + (Abbildung 372) + + geändert wurde "¡Ch¡ Choanen, ¡Fp¡ Foramen pariefale." + in "¡Ch¡ Choanen, ¡Fp¡ Foramen parietale." + (Abbildung 373) + + geändert wurde "Brustgürtel von ¡Nothosaurus mirabilis¡ Mstr. + Dorsalansicht. Muschelkalk. Bayreuth. 1/4 nat. Gr. + ¡cl¡ Episternum, ¡cl¡ Schlüsselbein (Clavicula), + ¡sc¡ Schulterblatt (Scapula), ¡cor¡ Fortsatz + des Coracoides." + in "Brustgürtel von ¡Nothosaurus mirabilis¡ Mstr. + Dorsalansicht. Muschelkalk. Bayreuth. 1/4 nat. Gr. + ¡icl¡ Episternum, ¡cl¡ Schlüsselbein (Clavicula), + ¡sc¡ Schulterblatt (Scapula), ¡cor¡ Fortsatz + des Coracoides." + (Abbildung 377) + + geändert wurde "¡Plesiosaurus Hawkinsi Owen.¡ Nahezu vollständiges + Skelett (von 5 Fuß 8 Zoll Länge) aus dem unteren Lias + von Lyme Regis. Dorset. (Nach ~Hawkins~.)" + in "¡Plesiosaurus Hawkinsi¡ Owen. Nahezu vollständiges + Skelett (von 5 Fuß 8 Zoll Länge) aus dem unteren Lias + von Lyme Regis. Dorset. (Nach ~Hawkins~.)" + (Abbildung 380) + + geändert wurde "Brustgürtel von ¡Plesiosaurus Hawkinsi¡ Owen. Unt. + Lias von Dorsetshire. Von der Ventralseite nach + ~Lydekker~ u. ~Fürbringer~. Verkl. ¡Est¡. Mittelstücke + (Episternum Claviculae). ¡Sc¡ Scapula, ¡Co¡ Coracoid. + Stark verkleinert." + in "Brustgürtel von ¡Plesiosaurus Hawkinsi¡ Owen. Unt. + Lias von Dorsetshire. Von der Ventralseite nach + ~Lydekker~ u. ~Fürbringer~. Verkl. ¡Est¡ Mittelstücke + (Episternum Claviculae), ¡Sc¡ Scapula, ¡Co¡ Coracoid. + Stark verkleinert." + (Abbildung 382) + + geändert wurde "¡Pa¡ Palatinum, ¡V¡ Vomer, ¡Mx¡ Maxillare, ¡P mx¡ + Prämaxillare, ¡Ch¡ Choanen. 1/6 nat. Gr. + Nach E. Fraas." + in "¡Pa¡ Palatinum, ¡V¡ Vomer, ¡Mx¡ Maxillare, ¡Pmx¡ + Prämaxillare, ¡Ch¡ Choanen. 1/6 nat. Gr. + Nach ~E. Fraas~." + (Abbildung 383) + + geändert wurde "Fig. 389. + Brustgürtel von ¡Elasmosaurus platyurus¡ Cope." + in "Fig. 384. + Brustgürtel von ¡Elasmosaurus platyurus¡ Cope." + (Abbildung 384) + + geändert wurde "¡Pt¡ Pterygoideum, ¡BSph¡ Basi-Sphenoid. + (Nach ~Hoffmann~.)" + in "¡Pt¡ Pterygoideum, ¡BSph¡ Basisphenoid. + (Nach ~Hoffmann~.)" + (Abbildung 391) + + geändert wurde "¡Ep¡ Epiplastron, ¡Hyp¡ Hypoplastron, + ¡Hpp¡ Hypoplastron, ¡Xp¡ Xiphiplastron," + in "¡Ep¡ Epiplastron, ¡Hyp¡ Hyoplastron, + ¡Hpp¡ Hypoplastron, ¡Xp¡ Xiphiplastron," + (Abbildung 392) + + geändert wurde "¡IGS¡ Intergularscutum, ¡GS¡ Gularscutum, + ¡BS¡ Brachialcsutum, ¡x¡ Anheftstelle des Darmbeins, + ¡PS¡ Pectoralscutum," + in "¡IGS¡ Intergularscutum, ¡GS¡ Gularscutum, + ¡BS¡ Brachialscutum, ¡x¡ Anheftstelle des Darmbeins, + ¡PS¡ Pectoralscutum," + (Abbildung 393) + + geändert wurde "Zandt bei Eichstädt. 1/3 nat. Gr." + in "Zandt bei Eichstätt. 1/3 nat. Gr." + (Abbildung 397) + + geändert wurde "¡Cor¡ Coracoid, ¡PSc¡ Procoracoid. ¡Sc¡ Scapula, + ¡H¡ Humerus," + in "¡Cor¡ Coracoid, ¡PSc¡ Procoracoid, ¡Sc¡ Scapula, + ¡H¡ Humerus," + (Abbildung 400) + + geändert wurde "davor das Basisphenoid, ¡Ch¡ Innere Nasenlöcher + (Choanen) ¡d¡ Dentale, ¡ang¡ Angulare," + in "davor das Basisphenoid, ¡Ch¡ Innere Nasenlöcher + (Choanen), ¡d¡ Dentale, ¡ang¡ Angulare," + (Abbildung 403) + + geändert wurde "Trias. Nordcarolina (nach Mc. ~Gregor~). + Ventralansicht." + in "Trias. Nordcarolina (nach ~Mc. Gregor~). + Ventralansicht." + (Abbildung 405) + + geändert wurde "Schultergürtel von ¡Rhytidodon¡ (? ¡Phytosaurus¡) + ¡carolinensis¡ Emmons. Trias. Nord-Carolina" + in "Schultergürtel von ¡Rhytidodon¡ (? ¡Phytosaurus¡) + ¡carolinensis¡ Emmons. Trias. Nordcarolina" + (Abbildung 405) + + geändert wurde "¡Aëtosaurus ferratus.¡ Fraas. Stubensandstein + (Mittl. Keuper)." + in "¡Aetosaurus ferratus.¡ Fraas. Stubensandstein + (Mittl. Keuper)." + (Abbildung 406) + + geändert wurde "¡Pelagosaurus temporalis¡ Blv. Ob. Lias Celvados. + Unterseite des Schädels mit mesosuchen Choanen + (¡Ch¡)." + in "¡Pelagosaurus temporalis¡ Blv. Ob. Lias Calvados. + Unterseite des Schädels mit mesosuchen Choanen + (¡Ch¡)." + (Abbildung 408) + + geändert wurde "Vorderfuß vom Krokodil. ¡R¡ Radius, ¡U¡ Ulna, ¡r¡ + Radiale, ¡u¡ Ulnare, ¡p¡ Pisiforme, ¡c¡^{4-3} + Carpalia der distalen Reihe, ¡I¡-¡V¡ erster bis + fünfter Finger." + in "Vorderfuß vom Krokodil. ¡R¡ Radius, ¡U¡ Ulna, ¡r¡ + Radiale, ¡u¡ Ulnare, ¡p¡ Pisiforme, ¡c¡^{5-3} + Carpalia der distalen Reihe, ¡I¡-¡V¡ erster bis + fünfter Finger." + (Abbildung 411) + + geändert wurde "Rechte Beckenhälfte vom Krokodil. ¡il¡ Ilium, + ¡Is¡ Ischium, ¡pu¡ Pubis." + in "Rechte Beckenhälfte vom Krokodil. ¡il¡ Ilium, + ¡is¡ Ischium, ¡pu¡ Pubis." + (Abbildung 412) + + geändert wurde "¡Diplocynodon Gervaisi¡ Aymard. Oligocän. Ronzon bei + ¡le¡ Puy. Schädel von oben und unten. 1/2 nat. Gr. + ¡Sq¡ Squamosum, ¡Pa¡ Parietale, ¡F¡ Frontale, ¡Ptf¡ + Postfrontale, Präfrontale, ¡J¡ Jugale," + in "¡Diplocynodon Gervaisi¡ Aymard. Oligocän. Ronzon bei + ¡Le¡ Puy. Schädel von oben und unten. 1/2 nat. Gr. + ¡Sq¡ Squamosum, ¡Pa¡ Parietale, ¡F¡ Frontale, ¡Ptf¡ + Postfrontale, ¡Prf¡ Präfrontale, ¡J¡ Jugale," + (Abbildung 421) + + geändert wurde "Becken von ¡Iguanodon¡. Von links. 1/20. ¡il¡ Ilium, + ¡p¡ Pubis," + in "Becken von ¡Iguanodon¡. Von links. 1/20 nat. Gr. + ¡il¡ Ilium, ¡p¡ Pubis," + (Abbildung 422) + + geändert wurde "¡T¡ Tibia, ¡a¡ Astragalus, ¡c¡ Calcaneus ¡t¡ 2-4 + Tarsalia der distalen Reihe, ¡I¡ erste," + in "¡T¡ Tibia, ¡a¡ Astragalus, ¡c¡ Calcaneus, ¡t¡ 2-4 + Tarsalia der distalen Reihe, ¡I¡ erste," + (Abbildung 423) + + geändert wurde "¡Megalosaurus Bucklandi¡ Meyer. Großoolith. + Stones-field. Zahn nat. Gr." + in "¡Megalosaurus Bucklandi¡ Meyer. Großoolith. + Stonesfield. Zahn nat. Gr." + (Abbildung 426) + + geändert wurde "¡Compsognathus longipes¡ A. Wagn. Lithogr. Schiefer + von Kelheim (Bayern). 1/4 nat. Gr. (Nach v. Nopcsa)." + in "¡Compsognathus longipes¡ A. Wagn. Lithogr. Schiefer + von Kelheim (Bayern). 1/4 nat. Gr. + (Nach ~v. Nopcsa~)." + (Abbildung 428) + + geändert wurde "Schädel von ¡Diplodocus longus¡ Marsh. Unt. Kreide. + Cañon City, Colorado. ca. 1/8 nat Gr. (Nach ~Marsh~." + in "Schädel von ¡Diplodocus longus¡ Marsh. Unt. Kreide. + Cañon City, Colorado. ca. 1/8 nat. Gr. (Nach ~Marsh~." + (Abbildung 435) + + geändert wurde "¡A¡ Augenhöhle. ¡N¡ Nasenloch, + ¡S¡ seitliche Schläfenöffnung," + in "¡A¡ Augenhöhle, ¡N¡ Nasenloch, + ¡S¡ seitliche Schläfenöffnung," + (Abbildung 436) + + geändert wurde "¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Ju¡ Jugale, + ¡Qj¡ Quadratojugale, ¡Q¡ Quadratum," + in "¡Ptf¡ Postfrontale, ¡Ju¡ Jugale, + ¡QJ¡ Quadratojugale, ¡Qu¡ Quadratum," + (Abbildung 439) + + geändert wurde "¡Trachodon Foulkei¡ Leidy. Ob. Kreide. New-Yersey." + in "¡Trachodon Foulkei¡ Leidy. Ob. Kreide. New-Jersey." + (Abbildung 440) + + geändert wurde "¡Trachodon breviceps¡ Marsh. Ob. Kreide. Montana. + ¡A¡ rechtes Dentale des Unterkiefers von innen. + ¡B¡ von oben, 1/4 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)" + in "¡Trachodon breviceps¡ Marsh. Ob. Kreide. Montana. + ¡A¡ rechtes Dentale des Unterkiefers von innen, + ¡B¡ von oben, 1/4 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)" + (Abbildung 441) + + geändert wurde "Skelett von ¡Stegosaurus ungulatus¡ Marsh. Untere + Kreide. Kolorado. 1/60 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)" + in "Skelett von ¡Stegosaurus ungulatus¡ Marsh. Untere + Kreide. Colorado. 1/60 nat. Gr. (Nach ~Marsh~.)" + (Abbildung 444) + + geändert wurde "Erster Halswirbel (Atlas) vom Hund (von oben) + ¡d¡ verbreiterter Querfortsatz, ¡v¡ Arterienkanal, + ¡sn¡ Nervenkanal." + in "Erster Halswirbel (Atlas) vom Hund (von oben). + ¡d¡ verbreiterter Querfortsatz, ¡v¡ Arterienkanal, + ¡sn¡ Nervenkanal." + (Abbildung 472) + + geändert wurde "¡cd¡ Unterkiefer-Condylus, ¡a¡ angulus." + in "¡cd¡ Unterkiefercondylus, ¡a¡ angulus." + (Abbildung 477) + + geändert wurde "Rechtes Schulterblatt vom Hund. ¡s¡ Kamm (spina + scapulae), ¡a¡ Acromion, ¡c¡ Coracoidfortsatz, + ¡g¡ Gelenkfläche, ¡v¡ vorderer (Coracoid Rand, + ¡h¡ hinterer (Glenoidal-) Rand, ¡o¡ oberer Rand." + in "Rechtes Schulterblatt vom Hund. ¡s¡ Kamm (spina + scapulae), ¡a¡ Acromion, ¡c¡ Coracoidfortsatz, + ¡g¡ Gelenkfläche, ¡v¡ vorderer (Coracoid-) Rand, + ¡h¡ hinterer (Glenoidal-) Rand, ¡o¡ oberer Rand." + (Abbildung 478) + + geändert wurde "Linkes Calcaneum ¡A¡ vom Hund, ¡B¡ von ¡Macrauchenia¡. + ¡tc¡ tuber calcis, ¡su¡ Sustenta culum, + ¡as¡ sustentaculare" + in "Linkes Calcaneum ¡A¡ vom Hund, ¡B¡ von ¡Macrauchenia¡. + ¡tc¡ tuber calcis, ¡su¡ Sustentaculum, + ¡as¡ sustentaculare" + (Abbildung 487) + + geändert wurde "¡Tylacoleo carnifex.¡ Owen. Schädel von der Seite. + 1/5 nat. Gr. Pleistocän. Queensland (nach Owen.)" + in "¡Thylacoleo carnifex.¡ Owen. Schädel von der Seite. + 1/5 nat. Gr. Pleistocän. Queensland (nach ~Owen~.)" + (Abbildung 513) + + geändert wurde "¡Triconodon mordax¡ Owen. Purbeck-Schichten von + Durdlestone Bay, Dorset. ¡A¡ Unterkiefer (nat. Gr.) + nach ~Owen~. ¡B¡ Oberkieferzähne und Unterkiefer 2/1 + restauriert. (Nach ~Osborn~.)" + in "¡Triconodon mordax¡ Owen. Purbeck-Schichten von + Durdlestone Bay, Dorset. ¡A¡ Unterkiefer (nat. Gr.) + nach ~Owen~. ¡B¡ Oberkieferzähne und Unterkiefer. 2/1 + restauriert. (Nach ~Osborn~.)" + (Abbildung 516) + + geändert wurde "¡Amphitherium Prevosti¡ Blv. Dogger. Stonesfield bei + Oxford. Linker Unterkiefer von außen, ¡a¡ in nat. Gr., + b vergr. (Nach ~Owen~.)" + in "¡Amphitherium Prevosti¡ Blv. Dogger. Stonesfield bei + Oxford. Linker Unterkiefer von außen, ¡a¡ in nat. Gr., + ¡b¡ vergr. (Nach ~Owen~.)" + (Abbildung 517) + + geändert wurde "¡Didelphys¡ (¡Oxyomphius¡) ¡frequens¡ H. v. Meyer. + Miocän. Eckingen bei Ulm." + in "¡Didelphys¡ (¡Oxygomphius¡) ¡frequens¡ H. v. Meyer. + Miocän. Eckingen bei Ulm." + (Abbildung 523) + + geändert wurde "¡d¡ unten Zahnreihe von außen, vergr. + (Nach ~Schlosser.~)" + in "¡d¡ untere Zahnreihe von außen, vergr. + (Nach ~Schlosser.~)" + (Abbildung 538) + + geändert wurde "¡Tricentes subtrigonus¡ Cope. Unterstes Eocän. + Torrejonbed Neu-Mexiko. obere und untere Zahnreihe, + nat. Gr. (nach ~Matthew~.)" + in "¡Tricentes subtrigonus¡ Cope. Unterstes Eocän. + Torrejonbed Neu-Mexiko. Obere und untere Zahnreihe, + nat. Gr. (nach ~Matthew~.)" + (Abbildung 539) + + geändert wurde "¡Aelurodon wheelerianus¡ Cope. Miocän. Süd-Dakota. + ¡A¡ obere, ¡B¡ untere Zahnreihe 1/2 nat. Gr. + (nach ~Matthew~.)" + in "¡Aelurodon wheelerianus¡ Cope. Miocän. Süd-Dakota. + ¡A¡ obere, ¡B¡ untere Zahnreihe. 1/2 nat. Gr. + (nach ~Matthew~.)" + (Abbildung 554) + + geändert wurde "Linker Oberkiefer von unten. 3/5 nat Gr. + (Nach ~Gaudry~.)" + in "Linker Oberkiefer von unten. 3/5 nat. Gr. + (Nach ~Gaudry~.)" + (Abbildung 556) + + geändert wurde "¡Promeles palaeattica¡ Weithofer sp. Unt Pliocän. + Pikermi bei Athen." + in "¡Promeles palaeattica¡ Weithofer sp. Unt. Pliocän. + Pikermi bei Athen." + (Abbildung 562) + + geändert wurde "¡Psittacotherium multifragum¡ Cope. Unterstes Eocän + Torrejonbed. Neu-Mexico. Schädel und Unterkiefer. + 1/3 nat. Gr. (Nach ~Wortman~.)" + in "¡Psittacotherium multifragum¡ Cope. Unterstes Eocän. + Torrejonbed. Neu-Mexico. Schädel und Unterkiefer. + 1/3 nat. Gr. (Nach ~Wortman~.)" + (Abbildung 576) + + geändert wurde "¡Hoplophorus Heusseri¡ Amegh. Pampasformation. + Argentinien. Schwanzröhre von der Seite. 1/6 nat Gr. + (Nach ~Ameghino~.)" + in "¡Hoplophorus Heusseri¡ Amegh. Pampasformation. + Argentinien. Schwanzröhre von der Seite. 1/6 nat. Gr. + (Nach ~Ameghino~.)" + (Abbildung 585) + + geändert wurde "¡Hydrochoerus capybara¡ Erxl. Süd-Amerika. Schädel + und Unterkiefer," + in "¡Hydrochoerus capybara¡ Erxl. Südamerika. Schädel + und Unterkiefer," + (Abbildung 589) + + geändert wurde "¡Pseudosciurus suevicus¡ Hensel. Oligocän (Bohnerz). + Eselsberg bei Ulm. ¡A¡ Schädel, ¡B¡ Unterkiefer von + aussen, nat. Gr., ¡C¡ obere, ¡D¡ untere + Backzähne vergr." + in "¡Pseudosciurus suevicus¡ Hensel. Oligocän (Bohnerz). + Eselsberg bei Ulm. ¡A¡ Schädel, ¡B¡ Unterkiefer von + außen, nat. Gr., ¡C¡ obere, ¡D¡ untere + Backzähne vergr." + (Abbildung 594) + + geändert wurde "Unterkiefer. 2/3 nat. Gr. (Nach Ameghino.)" + in "Unterkiefer. 2/3 nat. Gr. (Nach ~Ameghino~.)" + (Abbildung 613) + + geändert wurde "¡Didolodus crassicuspis¡ Ameghino. Obereocän. + Notostylops Schichten. Patagonien." + in "¡Didolodus crassicuspis¡ Ameghino. Obereocän. + Notostylops-Schichten. Patagonien." + (Abbildung 606) + + geändert wurde "¡Lophiodon isselense¡ Cuv. Mittel-Eocän. Issel bei + Castelnaudary." + in "¡Lophiodon isselense¡ Cuv. Mitteleocän. Issel bei + Castelnaudary." + (Abbildung 617) + + geändert wurde "¡Aceratherium tridactylum¡ Osborn. Oligocän. Oberes + White Riverbed. Nebraska Schädel 1/9 nat. Gr. + (Nach ~Osborn~.)" + in "¡Aceratherium tridactylum¡ Osborn. Oligocän. Oberes + White Riverbed. Nebraska. Schädel 1/9 nat. Gr. + (Nach ~Osborn~.)" + (Abbildung 626) + + geändert wurde "¡Hyracotherium leporinum¡ Owen. Unt. Eocän + (London.-clay). Herne Bay. Insel Wight. ¡A¡ + Schädelfragment von unten. ¡B¡ zweiter oberer, + ¡C¡ erster unterer Molar 2/1 nat. Gr. (Nach ~Owen~.)" + in "¡Hyracotherium leporinum¡ Owen. Unt. Eocän + (Londonclay). Herne Bay. Insel Wight. ¡A¡ + Schädelfragment von unten. ¡B¡ zweiter oberer, + ¡C¡ erster unterer Molar. 2/1 nat. Gr. (Nach ~Owen~.)" + (Abbildung 633) + + geändert wurde "¡Palaeosyopes major¡ Leidy. Mittel Eocän (Bridgerbed). + Green River. Wyoming." + in "¡Palaeosyops major¡ Leidy. Mittel Eocän (Bridgerbed). + Green River. Wyoming." + (Abbildung 646) + + geändert wurde "Pig. 651." + in "Fig. 651." + (Abbildung 651) + + geändert wurde "¡A¡ ¡Cebochoerus Rütimeyeri¡ Stehlin. Mitteleocäne + Bohnerze von Egerkingen, Schweiz Obere Backenzähne + nat. Gr. (nach ~Stehlin~.)" + in "¡A¡ ¡Cebochoerus Rütimeyeri¡ Stehlin. Mitteleocäne + Bohnerze von Egerkingen, Schweiz. Obere Backenzähne + nat. Gr. (nach ~Stehlin~.)" + (Abbildung 655) + + geändert wurde "¡Hyotherium Sömmeringi¡ v. Meyer. Obermiocän. + Eibiswald. Steiermark Oberkiefer. 1/2 nat. Gr. + (nach ~Peters~.)" + in "¡Hyotherium Sömmeringi¡ v. Meyer. Obermiocän. + Eibiswald. Steiermark. Oberkiefer. 1/2 nat. Gr. + (nach ~Peters~.)" + (Abbildung 657) + + geändert wurde "¡A¡ die zwei hinteren ¡P¡ und der vordertse ¡M¡ des + Oberkiefers." + in "¡A¡ die zwei hinteren ¡P¡ und der vorderste ¡M¡ des + Oberkiefers." + (Abbildung 665) + + geändert wurde "(¡T¡ Tibia, ¡F¡ Rudiment der Fibula, ¡Ca¡ Calcaneum, + ¡a¡ Astragalus, ¡cb¡+¡sc¡ Cubo-scaphoideum.)" + in "(¡T¡ Tibia, ¡F¡ Rudiment der Fibula, ¡Ca¡ Calcaneum, + ¡a¡ Astragalus, ¡cb¡ + ¡sc¡ Cubo-scaphoideum.)" + (Abbildung 682) + + geändert wurde "¡Cervus¡ (¡Polycladus¡) ¡dicranius Nest¡. Ob. Pliocän. + Val d'Arno. Toskana." + in "¡Cervus¡ (¡Polycladus¡) ¡dicranius Nesti¡. Ob. + Pliocän. Val d'Arno. Toskana." + (Abbildung 684) + + geändert wurde "¡Typotherium cristatum¡ Serres. Pampas-Formation. + Buenos-Aires, Argentinien." + in "¡Typotherium cristatum¡ Serres. Pampasformation. + Buenos-Aires, Argentinien." + (Abbildung 711) + + geändert wurde "Rio Gallegas. Patagonien. Obere und untere" + in "Rio Gallegos. Patagonien. Obere und untere" + (Abbildung 718) + + geändert wurde "¡Mixohyrax niloticus¡ Schlosser. Oligocän. Fayum. + Ägypten. ¡B¡ Schädel von unten, ¡B¡ Unterkiefer von + innen, 1/4 nat. Gr." + in "¡Mixohyrax niloticus¡ Schlosser. Oligocän. Fayum. + Ägypten. ¡A¡ Schädel von unten, ¡B¡ Unterkiefer von + innen, 1/4 nat. Gr." + (Abbildung 725) + + geändert wurde "¡Stegodou insignis¡ Falcon. Siwalik. Ost-Indien. + Oberer Molar, der Länge nach durchgeschnitten." + in "¡Stegodon insignis¡ Falcon. Siwalik. Ostindien. + Oberer Molar, der Länge nach durchgeschnitten." + (Abbildung 735) + + geändert wurde "¡C¡ Mousterien, nat. Gr. ¡D¡ Magdalénien, nat. Gr." + in "¡C¡ Moustérien, nat. Gr. ¡D¡ Magdalénien, nat. Gr." + (Abbildung 747) + + geändert wurde "¡Newberry J. S.¡, Palaeozoic fishes of N. Amerika. + Washington 1889." + in "¡Newberry J. S.¡, Palaeozoic fishes of N. America. + Washington 1889." + (Fußnote 2) + + geändert wurde "fast dieselbe Zusammensetzung haben im gleichen Lager + gefundenen Coccosteus-Reste." + in "fast dieselbe Zusammensetzung haben im gleichen Lager + gefundene Coccosteus-Reste." + (Fußnote 6) + + geändert wurde "Part III. No. 32. 1899) und Ders., Supplementary + Report. ibid. Nr. 33. 1900." + in "Part III. No. 32. 1899) und Ders., Supplementary + Report. ibid. No. 33. 1900." + (Fußnote 8) + + geändert wurde "of Forfarshire. (Trans. Roy. Soc. Edinburgh. Vol. + XXXIX. Part III. Nr. 21. 1899.)" + in "of Forfarshire. (Trans. Roy. Soc. Edinburgh. Vol. + XXXIX. Part III. No. 21. 1899.)" + (Fußnote 10) + + geändert wurde "¡Lankaster R.¡ u. ¡Powrie J.¡, Palaontograph. Soc. + 1868. A monograph of the fishes of the old red + sandstone. -- ¡Rohon V.¡, Die obersilurischen Fische + von Oesel. Mem. Acad. Imp. Pétersbourg. 1892. Bd. 38. + No. 13. 1893. 40. Bd. No. 5. Zur Kenntnis der + Tremataspiden. Mélanges géol. et paleónt. Pétersbourg + 1893. Weitere Mitteil. über die Gattung Thyestes. + Bull. Acad. Imp. Pétersbourg. (5. Ser.) Bd. IV. 1896." + in "¡Lankaster R.¡ u. ¡Powrie J.¡, Palaeontograph. Soc. + 1868. A monograph of the fishes of the old red + sandstone. -- ¡Rohon V.¡, Die obersilurischen Fische + von Oesel. Mem. Acad. Imp. Pétersbourg. 1892. Bd. 38. + No. 13. 1893. 40. Bd. No. 5. Zur Kenntnis der + Tremataspiden. Mélanges géol. et paléont. Pétersbourg + 1893. Weitere Mitteil. über die Gattung Thyestes. + Bull. Acad. Imp. Pétersbourg. (5. Ser.) Bd. IV. 1896." + (Fußnote 13) + + geändert wurde "¡A. Smith Woodward¡. Catalogue of the fossil fishes. + Part. I. 1889. Part. II. 1891. Hier ausführliche + Literaturangaben." + in "¡A. Smith Woodward¡, Catalogue of the fossil fishes. + Part. I. 1889. Part. II. 1891. Hier ausführliche + Literaturangaben." + (Fußnote 19) + + geändert wurde "¡Reis, O.¡ Über die Kopfstacheln von ¡M. armata.¡ + Geogn. Jahreshefte. München 1891." + in "¡Reis O.¡, Über die Kopfstacheln von ¡M. armata.¡ + Geogn. Jahreshefte. München 1891." + (Fußnote 28) + + geändert wurde "¡Browne M.¡, On a fossil fish (Chondrosteus) from + Barrow-on-Sear." + in "¡Browne M.¡, On a fossil fish (Chondrosteus) from + Barrow-on-Soar." + (Fußnote 40) + + geändert wurde "¡Hay, O. P.¡, Bibliographie and Catalogue of the foss. + Vertebr. of North America." + in "¡Hay, O. P.¡, Bibliography and Catalogue of the foss. + Vertebr. of North America." + (Fußnote 58) + + geändert wurde "¡Miall, L. C.¡, Report on the Structure and + classification of the Labyrinthodonts. Rept. of the + 42. 43. meet. Brit. Assoc. f. th advanc. of Science. + Bradford 1873. Belfast 1874. -- ¡Moodie, R. L.¡, The + Lateral Line System in extinct Amphibia. Journ. of + Morphol. Vol. XIX. 1908. A. contribut. to a Mongoraph + of the extinct Amphibia" + in "¡Miall, L. C.¡, Report on the Structure and + classification of the Labyrinthodonts. Rept. of the + 42. 43. meet. Brit. Assoc. f. the advanc. of Science. + Bradford 1873. Belfast 1874. -- ¡Moodie, R. L.¡, The + Lateral Line System in extinct Amphibia. Journ. of + Morphol. Vol. XIX. 1908. A contribut. to a Monograph + of the extinct Amphibia" + (Fußnote 58) + + geändert wurde "¡Osborn H. F.¡, Intercentra and Hypapophysis in the + cervical region of Mosasaurs, lizards and Sphenodon. + Americ. (Nat. 34; Nr. 397. 1900)." + in "¡Osborn H. F.¡, Intercentra and Hypapophysis in the + cervical region of Mosasaurs, Lizards and Sphenodon. + Americ. (Nat. 34; Nr. 397. 1900)." + (Fußnote 60) + + geändert wurde "¡Moodie R. L.¡, The lateral line system in extinct. + Amphibia. Journ. of Morphology Vol. XIX. Nr. 2." + in "¡Moodie R. L.¡, The lateral line system in extinct + Amphibia. Journ. of Morphology Vol. XIX. Nr. 2." + (Fußnote 63) + + geändert wurde "¡Hay O. P.¡, Bibliographie and Catalogue of the fossil + Vertebrata of North America. U. S. Geol. Surv. Bull. + 179. 1902." + in "¡Hay O. P.¡, Bibliography and Catalogue of the fossil + Vertebrata of North America. U. S. Geol. Surv. Bull. + 179. 1902." + (Fußnote 77) + + geändert wurde "¡Broom R.¡, On an almost perfect skeleton of + Pareiasaurus serridens. Annals South. Afric. Mus. + Vol. IV. 1903." + in "¡Broom R.¡, On an almost perfect skeleton of + Pareiasaurus serridens. Annals South Afric. Mus. + Vol. IV. 1903." + (Fußnote 83) + + geändert wurde "¡Seeley¡, On Pareiasaurus bombidens und the + significance of its affinities to Amphibians, + Reptiles and Mammals." + in "¡Seeley¡, On Pareiasaurus bombidens and the + significance of its affinities to Amphibians, + Reptiles and Mammals." + (Fußnote 83) + + geändert wurde "¡Broom R.¡, On the classification of the Theriodonts + and their allies. Rpt. South. Afric, Assoc. Advanc, + Science 1903. On an almost perfect skull of a new + primitive Theriodont. (Lycosuchus Vanderrieti). + Transact. South. Afric. Philos. Soc. 1903. On the + remains of Lystrosaurus etc. Rec. Alb. Mus. Vol. I. + 1903. On two new Therocephalian Reptiles. ibid. 1904. + On the structure and affinities of the Endothiodont + Reptiles ibid. 1904 (Vol. XVI)." + in "¡Broom R.¡, On the classification of the Theriodonts + and their allies. Rpt. South Afric. Assoc. Advanc. + Science 1903. On an almost perfect skull of a new + primitive Theriodont. (Lycosuchus Vanderrieti). + Transact. South Afric. Philos. Soc. 1903. On the + remains of Lystrosaurus etc. Rec. Alb. Mus. Vol. I. + 1903. On two new Therocephalian Reptiles. ibid. 1904. + On the structure and affinities of the Endothiodont + Reptiles. ibid. 1904 (Vol. XVI)." + (Fußnote 88) + + geändert wurde "On Dicynodont Reptiles Philos. Trans. 1862. Vol. CLII" + in "On Dicynodont Reptiles. Philos. Trans. 1862. + Vol. CLII" + (Fußnote 88) + + geändert wurde "¡Williston¡ and ¡Case¡, Kansas Mosasauridae. pt. I. u. + II. Kansas University Quaterly 1892. 1893. 1895." + in "¡Williston¡ and ¡Case¡, Kansas Mosasauridae. pt. I. u. + II. Kansas University Quarterly 1892. 1893. 1895." + (Fußnote 92) + + geändert wurde "¡Stromer E.¡, Neue Forsch. über fossile lungenatmende + Meeresbewohner. Fortschritte der naturwissenschafll. + Forsch. 2. Bd. Berlin, Urban & Schwarzenberg. + 1910. -- ¡Theodori C.¡, Beschreibung des kolossalen + Ichthyosaurus trigonodon in der + Lokal-Petrefaktensammlung zu Banz. München + 1854. -- ¡Wiman C.¡, Ichthyosaurier aus der Trias + Spitzbergens. Bull. Geol. Inst. Upsala. Vol. X. + 1910. -- ¡Woodward A. S.¡, Outlines of Vertebrate + Palaeontology Cambridge 1898. -- ¡Yakowlew N.¡, Neue + Funde von Trias-Saurien auf Spitzbergen. Verhandl. + d. k. r. mineral. Gesellsch. Bd. 40. 1902 u. + Bd. 41. 1904." + in "¡Stromer E.¡, Neue Forsch. über fossile lungenatmende + Meeresbewohner. Fortschritte der naturwissenschaftl. + Forsch. 2. Bd. Berlin, Urban & Schwarzenberg. + 1910. -- ¡Theodori C.¡, Beschreibung des kolossalen + Ichthyosaurus trigonodon in der + Lokal-Petrefaktensammlung zu Banz. München + 1854. -- ¡Wiman C.¡, Ichthyosaurier aus der Trias + Spitzbergens. Bull. Geol. Inst. Upsala. Vol. X. + 1910. -- ¡Woodward A. S.¡, Outlines of Vertebrate + Palaeontology Cambridge 1898. -- ¡Yakowlew N.¡, Neue + Funde von Trias-Sauriern auf Spitzbergen. Verhandl. + d. k. r. mineral. Gesellsch. Bd. 40. 1902 u. + Bd. 41. 1904." + (Fußnote 96) + + geändert wurde "¡Sauvage¡, Recherches sur les vertébrés du + kimméridgien supérieur de Fumel. Mém. d. l. Soc. geol. + d. France. 9. Fasc. 4. Mém. 25. 1902." + in "¡Sauvage¡, Recherches sur les vértébrés du + kimméridgien supérieur de Fumel. Mém. d. l. Soc. geol. + d. France. 9. Fasc. 4. Mém. 25. 1902." + (Fußnote 96) + + geändert wurde "Ann. Magaz. Nat-Hist. Ser. 6. Vol. XV. 1895, + ferner ibid." + in "Ann. Magaz. Nat. Hist. Ser. 6. Vol. XV. 1895, + ferner ibid." + (Fußnote 97) + + geändert wurde "¡Owen Rich.¡, Monograph of the Reptilia of the liassic + formations. Sauropterygia. Palaeontographical Society + und Fossil Reptilia of the Cretacoous formations. Pal. + Soc. p. 58-68 und Supplement Nr. IV. -- ¡Riabinin A.¡, + 2 Plesios. aus der Jura- u. Kreide-Abl. Rußlands. Mém. + Com. Geol. N. Ser. 41-50. 1908-09. -- ¡Seeley H. G.¡, + Ann. Mag. nat. hist. 3 ser. XV. p. 49 und + 232. -- Quarterly-Journal geol. Soc. London Vol. XXX, + XXXII. XXXIII. u. XXXVIII und (Shouldergirdle) + Proceed. Royal. Soc. 1892 vol. 54 und 1893 vol. + 54. -- ¡Sollas W.¡ (and ¡Whidborne¡) On a new species + of Plesiosaurus etc. Quart-Journ. geol. Soc. + London 37. 1881." + in "¡Owen Rich.¡, Monograph of the Reptilia of the liassic + formations. Sauropterygia. Palaeontographical Society + und Fossil Reptilia of the Cretaceous formations. Pal. + Soc. p. 58-68 und Supplement Nr. IV. -- ¡Riabinin A.¡, + 2 Plesios. aus der Jura- u. Kreide-Abl. Rußlands. Mém. + Com. Geol. N. Ser. 41-50. 1908-09. -- ¡Seeley H. G.¡, + Ann. Mag. nat. hist. 3 ser. XV. p. 49 und + 232. -- Quarterly-Journal geol. Soc. London Vol. XXX, + XXXII, XXXIII. u. XXXVIII und (Shouldergirdle) + Proceed. Royal. Soc. 1892 vol. 54 und 1893 vol. + 54. -- ¡Sollas W.¡ (and ¡Whidborne¡) On a new species + of Plesiosaurus etc. Quart. Journ. geol. Soc. + London 37. 1881." + (Fußnote 97) + + geändert wurde "¡Meyer H. v¡, Palaeontographica 1862. X. 1863. XI." + in "¡Meyer H. v.¡, Palaeontographica 1862. X. 1863. XI." + (Fußnote 98) + + geändert wurde "¡Seeley H. G.¡, The Mesosauria of South Africa. Quart + Journ. Geol. Soc. 1892." + in "¡Seeley H. G.¡, The Mesosauria of South Africa. Quart. + Journ. Geol. Soc. 1892." + (Fußnote 99) + + geändert wurde "Première note sur les Chéloniens oligocènes et + néogènes d. l. Belgique Bull. Mus. R. nat. + Belg. 1888." + in "Première note sur les Chéloniens oligocènes et + néogènes d. l. Belgique. Bull. Mus. R. nat. + Belg. 1888." + (Fußnote 100) + + geändert wurde "¡Fucini A.¡, Le Chelone Sismondai etc. + Palaeontographica ital. 15. 1909" + in "¡Fucini A.¡, Le Chelone Sismondai etc. + Palaeontographica ital. 15. 1909." + (Fußnote 100) + + geändert wurde "¡Lörenthey E¡, Zwei neue Schildkrötenarten aus dem + Eocän von Kolozsvár. Földteni Közling. + Bd. XXXIII. 1903." + in "¡Lörenthey E.¡, Zwei neue Schildkrötenarten aus dem + Eocän von Kolozsvár. Földteni Közling. + Bd. XXXIII. 1903." + (Fußnote 100) + + geändert wurde "¡Wodward A. S.¡, On a new Dinosaurian Reptile" + in "¡Woodward A. S.¡, On a new Dinosaurian Reptile" + (Fußnote 104) + + geändert wurde "¡Gilmore A.¡, Leidyosuchus etc. Proc. U. St. Nat. Mus + Vol. 38. 1910. -- ¡Hooley R. W.¡, On the skull and + greater Portion of the skeleton of Goniopholis etc. + Quart-Journ. Geol. Soc. London 53. 1907." + in "¡Gilmore A.¡, Leidyosuchus etc. Proc. U. St. Nat. Mus. + Vol. 38. 1910. -- ¡Hooley R. W.¡, On the skull and + greater Portion of the skeleton of Goniopholis etc. + Quart. Journ. Geol. Soc. London 53. 1907." + (Fußnote 105) + + geändert wurde "¡Lortet L.¡, Les Rep. foss d. Bassin du" + in "¡Lortet L.¡, Les Rep. foss. d. Bassin du" + (Fußnote 105) + + geändert wurde "¡Vaillant Leon¡, Etudes zool. sur les Crocodiliens + foss. tertiaires de St. Gérand le Puy, Annales des + sciences géolog. 1872. vol. III. -- ¡Voeltzkow A.¡, + Biologie u. Entwickl. d. äußeren Körperformen von + Croc. madagascariensis. Abhandl. d Senkenbg. naturf. + Gesellsch. II. Bd. 1899. ibid. Literatur!" + in "¡Vaillant Leon¡, Études zool. sur les Crocodiliens + foss. tertiaires de St. Gérand le Puy, Annales des + sciences géolog. 1872. vol. III. -- ¡Voeltzkow A.¡, + Biologie u. Entwickl. d. äußeren Körperformen von + Croc. madagascariensis. Abhandl. D. Senkenbg. naturf. + Gesellsch. II. Bd. 1899. ibid. Literatur!" + (Fußnote 105) + + geändert wurde "¡Beecher, Chas.¡ The Reconstruction of a Cret. Dinos. + Claosaurus etc. Transact. Conn. Ac. Vol. XI. 1902." + in "¡Beecher, Chas.¡, The Reconstruction of a Cret. Dinos. + Claosaurus etc. Transact. Conn. Ac. Vol. XI. 1902." + (Fußote 106) + + geändert wurde "¡Gilmore Cbas.¡, Morosaurus agilis etc. Proc. U. St. + Nat. Mus. Vol. 32. Washington 1907." + in "¡Gilmore Chas.¡, Morosaurus agilis etc. Proc. U. St. + Nat. Mus. Vol. 32. Washington 1907." + (Fußote 106) + + geändert wurde "¡Holland U. J.¡, Osteology of Diplodocus Mem. Carn. + Mus. Vol. II. 1906." + in "¡Holland U. J.¡, Osteology of Diplodocus. Mem. Carn. + Mus. Vol. II. 1906." + (Fußote 106) + + geändert wurde "Ein primitiver Dinosaurier aus der mittleren Trias v. + Elgin. Geol. u. Pal. Abhandl. N F. Bd. VIII (XII) + 1910." + in "Ein primitiver Dinosaurier aus der mittleren Trias v. + Elgin. Geol. u. Pal. Abhandl. N. F. Bd. VIII (XII) + 1910." + (Fußote 106) + + geändert wurde "¡Lull R.¡, Two new Ceratopsia ibid. Vol. 20. 1905." + in "¡Lull R.¡, Two new Ceratopsia. ibid. Vol. 20. 1905." + (Fußote 106) + + geändert wurde "¡Marsh O.¡, The Dinosaurs of North America. 16. Ann. + Rpt. U. S. Geol. Surw. Washington 1896. -- Zahlreiche + Abhandl. in American journ. of Sciences and Arts. + 1878-1894. 3. ser. vol. XVI-XLVIII." + in "¡Marsh O.¡, The Dinosaurs of North America. 16. Ann. + Rpt. U. S. Geol. Surv. Washington 1896. -- Zahlreiche + Abhandl. in American Journ. of Sciences and Arts. + 1878-1894. 3. ser. vol. XVI-XLVIII." + (Fußote 106) + + geändert wurde "Ornitholestes Hermanni etc. Bull. Americ. Mus. Nat. + Hist. Vol. 19. 1903. The skull of Creosaurus ibid." + in "Ornitholestes Hermanni etc. Bull. Americ. Mus. Nat. + Hist. Vol. 19. 1903. The skull of Creosaurus. ibid." + (Fußote 106) + + geändert wurde "Palaeont. Soc 1853-61. and Supplements I bis IX. + 1858-79." + in "Palaeont. Soc. 1853-61. and Supplements I bis IX. + 1858-79." + (Fußote 106) + + geändert wurde "¡Seeley H. G.¡, Quart. journ. Geol. Soc. 1881 XXXVII + p. 620 und ¡Bunzel E.¡, Abhandlg. geol. + Reichs-Anstalt. Wien 1871. Bd. V." + in "¡Seeley H. G.¡, Quart. Journ. Geol. Soc. 1881 XXXVII + p. 620 und ¡Bunzel E.¡, Abhandlg. geol. + Reichs-Anstalt. Wien 1871. Bd. V." + (Fußote 106) + + geändert wurde "¡Tornier G¡, Über alte und neue Diplodocus-Arbeiten. + Monatsberichte d. d. geol. Gesellsch. Bd. 62. 1910." + in "¡Tornier G.¡, Über alte und neue Diplodocus-Arbeiten. + Monatsberichte d. d. geol. Gesellsch. Bd. 62. 1910." + (Fußote 106) + + geändert wurde "¡Ammon L. v.¡, Über ein Flughautexemplar von + Rhamphorhynchus. Geognost. Jahreshefte. 21. Bd. 1908. + ¡Branca W.¡, Fossile" + in "¡Ammon L. v.¡, Über ein Flughautexemplar von + Rhamphorhynchus. Geognost. Jahreshefte. 21. Bd. + 1908. -- ¡Branca W.¡, Fossile" + (Fußnote 109) + + geändert wurde "¡Milne Edwards A.¡, Recherches anatomiques et + paléontologiques pour servir á l'historie des oiseaux + fossiles de France. Paris 1867 bis 1872." + in "¡Milne Edwards A.¡, Recherches anatomiques et + paléontologiques pour servir à l'historie des oiseaux + fossiles de France. Paris 1867 bis 1872." + (Fußnote 110) + + geändert wurde "¡Dames W.¡, Über ~Archaeopteryx~. Paläont. Abhandl. + von Dames und Kayser 1884. II. Bd. V. Sitzungsber. + d. k preuß. Akad. d. Wiss., Berlin 1897, Bd. 38, + p. 818." + in "¡Dames W.¡, Über ~Archaeopteryx~. Paläont. Abhandl. + von Dames und Kayser 1884. II. Bd. V. Sitzungsber. + d. k. preuß. Akad. d. Wiss., Berlin 1897, Bd. 38, + p. 818." + (Fußnote 113) + + geändert wurde "¡Falconer H.¡ and ¡Cautley P. T.¡, Fauna antiqua + sivalensis London 1846-49. -- ¡Filhol H.¡, Ann. sc. + géol. 1872 III. 1874. V. 1876. VII. 1877. VIII. 1879. + X. 1883. XIV. 1885. XVII. 1891. XXI. -- ¡Flower + W. H.¡, Introduction to the Osteology of the Mammalia. + 3^{th} ed. London 1885." + in "¡Falconer H.¡ and ¡Cautley P. T.¡, Fauna antiqua + sivalensis. London 1846-49. -- ¡Filhol H.¡, Ann. sc. + géol. 1872. III. 1874. V. 1876. VII. 1877. VIII. 1879. + X. 1883. XIV. 1885. XVII. 1891. XXI. -- ¡Flower + W. H.¡, Introduction to the Osteology of the Mammalia. + 3^{rd} ed. London 1885." + (Fußnote 116) + + geändert wurde "¡Scott W. B.¡, On some of the factores of the + evolution of Mammalia. Journ. Morph. 1891, p. 739." + in "¡Scott W. B.¡, On some of the factors of the + evolution of Mammalia. Journ. Morph. 1891, p. 739." + (Fußnote 117) + + geändert wurde "¡Scott W. B.¡, The evolution of the premolar teeth, + in the Mammalia. Proc. Acad. nat. sc. Philad. 1892, + p. 405." + in "¡Scott W. B.¡, The evolution of the premolar teeth + in the Mammalia. Proc. Acad. nat. sc. Philad. 1892, + p. 405." + (Fußnote 118) + + geändert wurde "A. Definitives Gebiß: ¡J¡ §3§/§3§, ¡C¡ §1§/§1§, + ¡P¡ §4§/§4§ ¡M¡ §3§/§3§ = 44 + + oder abgekürzt: §3.1.4, 3§/§3.1.4, 3§ = 44 + + B. Milchgebiß: ¡DJ¡: §3§/§3§, ¡DC¡ §1§/§1§, + ¡DM¡ §3§/§3§ = 28 + + oder abgekürzt: ¡D¡ = §3.1.3.§/§3 1.3.§ = 28." + in "A. Definitives Gebiß: ¡J¡ §3§/§3§, ¡C¡ §1§/§1§, + ¡P¡ §4§/§4§, ¡M¡ §3§/§3§ = 44 + + oder abgekürzt: §3.1.4,3§/§3.1.4,3§ = 44 + + B. Milchgebiß: ¡DJ¡ §3§/§3§, ¡DC¡ §1§/§1§, + ¡DM¡ §3§/§3§ = 28 + + oder abgekürzt: ¡D¡ = §3.1.3.§/§3.1.3.§ = 28" + (Fußnote 119) + + geändert wurde "¡Marsh O. C.¡, Amer. Journ. Sc. 1878-81 1889, 1892." + in "¡Marsh O. C.¡, Amer. Journ. Sc. 1878-81, 1889, 1892." + (Fußnote 123) + + geändert wurde "¡Matthew W. D.¡, Additional observations on the + Creodonta Bull. Amer. Mus. New York 1901." + in "¡Matthew W. D.¡, Additional observations on the + Creodonta. Bull. Amer. Mus. New York 1901." + (Fußnote 128) + + geändert wurde "¡Osborn H. F.¡, and ¡Wortman J. L¡, Perissodactyla of + the lower Miocene. Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. + New York 1895, p. 343." + in "¡Osborn H. F.¡ and ¡Wortman J. L.¡, Perissodactyla of + the lower Miocene. Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. + New York 1895, p. 343." + (Fußnote 142) + + geändert wurde "¡Gaudry A¡, La dentition des ancêtres des Tapirs. + Bull. soc. géol. France 1897." + in "¡Gaudry A.¡, La dentition des ancêtres des Tapirs. + Bull. soc. géol. France 1897." + (Fußnote 143) + + geändert wurde "¡Cope E. D.¡, Proceed- Amer. Philos. Soc. 1889. + XXVI. -- ¡Depéret Ch.¡, Revion des Hyracotheridés + européens. Bull. soc. géol. de France 1901." + in "¡Cope E. D.¡, Proceed. Amer. Philos. Soc. 1889. + XXVI. -- ¡Depéret Ch.¡, Révision des Hyracotheridés + européens. Bull. soc. géol. de France 1901." + (Fußnote 145) + + geändert wurde "¡Granger W¡, Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. New York + 1906. -- ¡Huxley Th.¡, Adress delivered at the anniv. + meet. of the geol. Soc. Quart. journ. 1870." + in "¡Granger W.¡, Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. New York + 1906. -- ¡Huxley Th.¡, Address delivered at the anniv. + meet. of the geol. Soc. Quart. journ. 1870." + (Fußnote 145) + + geändert wurde "¡Nehring A.¡, Fossile Pferde aus deutsch. + Dilluvialabl. Berlin 1884." + in "¡Nehring A.¡, Fossile Pferde aus deutsch. + Diluvialabl. Berlin 1884." + (Fußnote 145) + + geändert wurde "¡Matthew W. B.¡, Mem. Amer. Mus. Nat. Hist. New York. + Vol. I. Part. VII 1901." + in "¡Matthew W. D.¡, Mem. Amer. Mus. Nat. Hist. New York. + Vol. I. Part. VII 1901." + (Fußnote 152) + + geändert wurde "¡Osborn H. F.¡ and ¡Wortman J, L.¡. Bull. Amer. Mus. + nat. hist. 1892 p. 351." + in "¡Osborn H. F.¡ and ¡Wortman J. L.¡, Bull. Amer. Mus. + nat. hist. 1892 p. 351." + (Fußnote 157) + + geändert wurde "¡Rütimeyer L.¡, Die Rinder der Tertiärepoche. Abh. + schweiz. paläont. Ges 1877-78." + in "¡Rütimeyer L.¡, Die Rinder der Tertiärepoche. Abh. + schweiz. paläont. Ges. 1877-78." + (Fußnote 159) + + geändert wurde "Sur les ongulés fossiles del' Argentine, Revista de + Jardin zoologico Buenos-Ayres 1894." + in "Sur les ongulés fossiles de l'Argentine, Revista de + Jardin zoologico Buenos-Aires 1894." + (Fußnote 165) + + geändert wurde "¡Ameghino Flor.¡, Sur les Ongulés fossiles + del'Argentine. Revista del Jardin zoologico. + Buenos-Aires 1894. -- Notices préliminaires sur des + On gulés nouveaux des terrains crétacés. Bol. Acad. + nacion. de cienc. de Cordoba. T. XVI. 1901." + in "¡Ameghino Flor.¡, Sur les Ongulés fossiles + de l'Argentine. Revista del Jardin zoologico. + Buenos-Aires 1894. -- Notices préliminaires sur des + Ongulés nouveaux des terrains crétacés. Bol. Acad. + nacion. de cienc. de Cordoba. T. XVI. 1901." + (Fußnote 166) + + geändert wurde "¡Lepsius R¡, Halitherium Schinzi. Die fossile Sirene + des Mainzer Beckens. Darmstadt 1882." + in "¡Lepsius R.¡, Halitherium Schinzi. Die fossile Sirene + des Mainzer Beckens. Darmstadt 1882." + (Fußnote 170) + + geändert wurde "¡Wortman J. L¡, Studies of Eocene Mammalia in the + Marsh Collection. Part. II Primates. Americ. Journ. + Of Science. 1903. 1904." + in "¡Wortman J. L.¡, Studies of Eocene Mammalia in the + Marsh Collection. Part. II Primates. Americ. Journ. + Of Science. 1903. 1904." + (Fußnote 171) + + geändert wurde "¡Harlé¡ Ed., Une machoire de Dryopithèque. Bull. Soc. + géol. France 1898." + in "¡Harlé Ed.¡, Une machoire de Dryopithèque. Bull. Soc. + géol. France 1898." + (Fußnote 173) + + geändert wurde "¡Klaatsch H¡, Die neuesten Ergebnisse der + Paläontologie d. Mensch. Zeitschr. f. Ethnol. 1909." + in "¡Klaatsch H.¡, Die neuesten Ergebnisse der + Paläontologie d. Mensch. Zeitschr. f. Ethnol. 1909." + (Fußnote 175) + + geändert wurde "¡Obermaier H.¡, Les restes humaines quaternaires + L'Anthr. 1905, 1906." + in "¡Obermaier H.¡, Les restes humaines quaternaires. + L'Anthr. 1905, 1906." + (Fußnote 175) + + geändert wurde "¡Schoetensack¡, Der Unterkiefer des Homo + heidelbergensis Leipzig 1908." + in "¡Schoetensack¡, Der Unterkiefer des Homo + heidelbergensis. Leipzig 1908." + (Fußnote 175) + + geändert wurde "Les Grottes de Grimaldi L'Anthr. 1906." + in "Les Grottes de Grimaldi. L'Anthr. 1906. ." + (Fußnote 175) + + geändert wurde "¡Osborn H. F.¡, The Rise of the Mammalia in North + America. Amer. Assoc for advancement of Science. + Madison 1893." + in "¡Osborn H. F.¡, The Rise of the Mammalia in North + America. Amer. Assoc. for advancement of Science. + Madison 1893." + (Fußnote 177) + + geändert wurde "Cenozoie Mammal Horizons of Western North. America. + Bull. U. S. Geolog Survey Nr. 361. 1909." + in "Cenozoic Mammal Horizons of Western North. America. + Bull. U. S. Geolog Survey Nr. 361. 1909." + (Fußnote 177) + + + +*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 75312 *** |
