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| author | nfenwick <nfenwick@pglaf.org> | 2025-01-22 05:06:40 -0800 |
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If you are not located in the United States, you -will have to check the laws of the country where you are located before -using this eBook. - -Title: Gedichte - -Author: Maurice Maeterlinck - -Translators: K. L. Ammer - Friedrich von Oppeln-Bronikowski - -Release Date: February 13, 2022 [eBook #67399] - -Language: German - -Produced by: Mark C. Orton, Norbert Mueller, and the Online Distributed - Proofreading Team at https://www.pgdp.net (This file was - produced from images generously made available by The - Internet Archive - -*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK GEDICHTE *** - - VON DIESEM BUCHE WURDEN 20 - ABZÜGE AUF ECHTEM JAPANPAPIER - ZUM PREISE VON ZWANZIG MARK FÜR - DAS EXEMPLAR HERGESTELLT / IN - GANZPERGAMENT GEBUNDEN UND - HANDSCHRIFTLICH NUMERIERT - - - - - MAURICE MAETERLINCK - - GEDICHTE - - - VERDEUTSCHT VON K. L. AMMER UND - FRIEDRICH VON OPPELN-BRONIKOWSKI - - - - - VERLEGT BEI EUGEN DIEDERICHS - JENA 1906 - - - - - IM TREIBHAUS - - - - - And in his hand a glass which shows us - many more. - _Shakespeare_ - - Et torpenti multa relinquitur miseria. - _De Imitatione_ - - - - -TREIBHAUS - - - O Treibhaus in Waldesmitte - Mit dem ewig geschlossenen Tor, - Wie manches birgt deine Kuppel doch, - Was mich an meine Seele gemahnt! - - Gedanken einer Prinzessin, die darbt, - Verzweiflung von Schiffern in der Wüste, - Trompetenmusik an den Fenstern Schwerkranker! - Geht in die schwülsten Winkel! - Ist's nicht, als läg' ein Weib ohnmächtig am Erntetag? - Postillone sind im Hof des Hospizes; - Fern geht ein Elenjäger, jetzt Krankenwärter! - - Seht nun im Mondenlichte zu! - (Nichts ist an seinem rechten Fleck!) - Wie eine Irre vorm Richterstuhl, - Wie ein Kriegsschiff mit vollen Segeln auf dem Kanal! - Nachtvögel, die sich auf Lilien wiegen! - Totengeläut am Mittag - (Da unter den Glocken!) - Ein Krankenzug in der Wiese, - Äthergeruch in der Sonnenglut. - - Mein Gott, mein Gott, wann kommt Regen - Und Wind in das Treibhaus und Schnee! - - - - -GEBET - - - Barmherzigkeit, mein Gott, Barmherzigkeit, - Dass ich schon an des Wollens Schwelle fehle! - Bleich ist vor Ohnmacht meine Seele, - Vor weisser Ohnmacht und Untätigkeit. - - Die Seele mit den halbvollbrachten Taten, - Die Seele, bleich von Weinen und von Klagen, - Sieht vor dem Unerschlossnen ihre matten - Und schwachen Hände zittern und verzagen. - - Und während aus dem Herzen veilchenblaue - Traumblasen steigen, hat ein Mondenstrahl - Die schwachen Hände ihr, wie Wachs so fahl, - Benetzt mit seinem müden Silbertaue, -- - - Ein Mondenstrahl, darinnen schon ein Schimmer - Der welken Lilien künft'ger Tage lebt, - Ein Mondenstrahl, aus dessen bleichem Flimmer - Sich trüb der Schatten ihrer Hände hebt. - - - - -TREIBHAUSSTARRE - - - Die blaue Starre, ach, im Herzen immer! - Und dieses allzuklare Schauen - Von meinen Träumen, meinen sehnsuchtsblauen, - Im tränenfeuchten Mondenschimmer! - - O Starre, wie das Treibhaus blau, - Die tiefen, grünen Scheiben fest verschlossen, - Das Glas von Mondlicht übergossen, - Und nur der Blick durchdringt den Bau, - - Sieht draussen Wälder riesenhaft - In nächtlichem Vergessen in den Raum - Aufragen, unbeweglich wie ein Traum, - Der auf den Rosen liegt der Leidenschaft. - - Und langsam steigt ein Wasserstrahl, - Darin zu einem ew'gen grünen Weinen - Der Himmel und das Mondenlicht sich einen, - Und wie im Traum eintönig ist sein Fall. - - - - -VERSUCHUNGEN - - - O die Versuchungen, die grün - Im Dunkel meiner Seele aufgeschlossen - Mit ihren Blättern, die mein Ich durchglühn - Wie Flammen, und mit ihren Sprossen, -- - - Der dunklen Äste dunklen Zierden, - Die in des Bösen Mondenschein - Mit ihren keimenden Begierden - Herbstliche Schatten um sich streu'n! - - Die unter ihrer Schleimhaut Schale - Und ihrer Fieberschwären Blühn - Das Mondlicht überziehn, das fahle, - Mit ihres trüben Reifes Grün. - - Und ihre frevle Fruchtbarkeit - Geheime Süchte offenbart, - So düster wie das Herzeleid - Von Kranken, welche Schnee umstarrt. - - Von ihrer Trauer überflort, - Seh' ich in Wunden voller Blutes - Der Wollust blaues Schwert gebohrt - Ins rote Fleisch des Übermutes. - - O Herr, die Träume dieser Welt, - Wann sterben sie in meinem Herzen? - Gib, dass Dein Himmelsglanz erhellt - Das schlimme Treibhaus meiner Schmerzen - - Und das Vergessen, das ich nimmer fand! - Und ihrer Fieber dürre Haide! - Die Sterne zwischen ihrer Lippen Rand - Und ihrer Sünden Eingeweide! - - - - -GLASGLOCKEN - - - Glasglocken ihr! - Seltsame Pflanzen, immerdar geschützt, - Und draussen stürmt der Wind durch meine Sinne! - Ein ganzes Tal der Seele ewig regungslos - Und feuchte Wärme, mittags eingeschlossen! - Die Bilder, die man an des Glases Oberfläche sieht! - - Hebt niemals eine auf! - Auf alten Mondschein sind ein paar gestülpt. - Blick' durch das Blattwerk: - Es sitzt vielleicht ein Landstreicher auf dem Thron, - Man meint, Seeräuber lauerten auf einem Teich, - Und Vorwelttiere drohen Überfall den Städten. - - Auf alten Schnee sind etliche gestellt, - Gestülpt sind andre über alten Regen. - (Habt Mitleid mit dem eingeschlossnen Dunst!) - Ich hör' ein Fest am Sonntag feiern in der Teurung, - Ein Lazarett ist auf dem Erntefeld, - Und alle Königstöchter irren an einem Fasttag durch die Auen! - - Gib acht auf die am Horizont zumal! - Sie decken alte Ungewitter sorgsam zu! - O, irgendwo muss eine grosse Flotte im Sumpfe sein! - Und Schwäne haben, deucht mich, Raben ausgebrütet! - (Kaum sieht man durch den feuchten Dunst!) - - Eine Jungfrau begiesst Farnkraut mit heissem Wasser, - Und eine Schar von kleinen Mädchen belauscht den Klausner in der Zelle. - In einer gift'gen Grotte Grund sind meine Schwestern eingeschlafen! - - O harrt, bis endlich Mond und Winter - Die Glocken decken, rings im Eis verstreut! - - - - -DUNKLES OPFER - - - Mein armes Tun bring ich dir dar; - Es ist den Träumen Toter gleich; - Im Sturme scheint der Mond so bleich - Auf meiner Reue Tiereschar: - - Auf meiner Träume violette Schlangen, - Die sich durch meinen Schlummer ranken, - Und auf mein schwertgekrönt Verlangen, - Auf Löwen, die im Sonnenschein ertranken, - - Und Lilien im fernen Wogenspiele - Und Hände, die auf ewig sich geschlossen, - Und meines Hasses rote Stiele, - Vom trüben Flor der Liebe grün umflossen. - - Hör' in Erbarmen, was die Lippe spricht, - Und dulde, dass mein düsteres Gebet - Und das im Gras verstreute Mondenlicht - Die Nacht am Himmelsrande mäht. - - - - -HERZGEWÄCHSE - - - Meiner müden Schwermut blaues Glas - Deckt den alten, unbestimmten Kummer, - Dessen ich genas, - Und der nun erstarrt in seinem Schlummer. - - Sinnbildhaft ist seiner Blumen Zier: - Mancher Freuden düstre Wasserrose, - Palmen der Begier, - Weiche Schlinggewächse, kühle Moose. - - Eine Lilie nur in all dem Flor, - Bleich und starr in ihrer Kränklichkeit, - Richtet sich empor - Über all das blattgewordne Leid. - - Licht sind ihre Blätter anzuschauen, - Weissen Mondesglanz sie um sich sät. - Zum Kristall, dem blauen, - Sendet sie ihr mystisches Gebet. - - - - -SEELENGLUT - - - Ihr Augen mein, von Finsternis erleuchtet, - Die alle meine Süchte überwand! - Das Herz, das allen Träumen offen stand - In Nächten, da die Seele Schweiss befeuchtet! - - Ich hab' die Rosen der verdorrten - Erwartungen versenkt in mein Gemüt, - Und meine Wimpern schlossen ihre Pforten - Über den Wünschen, die umsonst geglüht. - - Allabendlich tun meine ohnmachtsstarren - Und bleichen Finger ab das Glockenglas - Der grünen Hoffnung von dem dürren Gras - Der Dinge, die nicht sind und die nicht waren. - - Und meine matte Seele lauscht mit Beben - Den Traumesworten, die die Lippe spricht - Im Flor der Lilien, die mich umgeben; - Und meines Herzens Finsternis wird Licht! ... - - - - -SEELE - - - O meine Seele! - O meine allzusichre Seele! - Und diese Herden von Wünschen in einem Treibhaus! - Die eines Gewitters über den Wiesen harren! - - Tritt zu den Kränksten: - Sie hauchen seltsame Dünste aus! - Mir ist bei ihnen, als beträt ich mit meiner Mutter ein Schlachtfeld! - Man begräbt einen Waffenbruder zur Mittagszeit, - Indess' die Wachen ihr Mahl verzehren. - - Tritt auch zu den Schwächsten: - Sie liegen in seltsamem Schweiss. - Sieh hier eine kranke Braut, - Dort einen Verrat am Sonntag - Und kleine Kinder im Kerker. - (Und weiter weg, durch all den Dunst) - Ist's eine Sterbende an der Küchentür? - Eine Krankenschwester, die am Sterbebett Gemüse liest? - - Tritt endlich zu den Traurigsten: - (Zuletzt zu ihnen, denn sie sind vergiftet.) - O meine Lippen spüren den Kuss von Verwundeten! - Alle Schlossfräulein starben vor Hunger - Diesen Sommer in den Türmen meiner Seele! - - Sieh, der junge Tag tritt hinein in das Fest! - Ich sehe Lämmer an den Ufern entlang - Und einen Schleier vor den Fenstern des Spitals! - - Ein weiter Weg ist es von meinem Herzen bis zu meiner Seele! - Und alle Wachen sind auf ihrem Posten tot! - - Es war einmal ein armes kleines Fest in den Vorhöfen meiner Seele! - Man mähte dort den Schierling eines Sonntag-Morgens; - Und all die Jungfrau'n aus dem Kloster sahn die Schiffe - Auf dem Kanal vorüberziehn; es war an einem sonn'gen Fasttag. - Indess' die Schwäne litten unter einer gift'gen Brücke, - Schlug man die Bäume rings um das Gefängnis. - Man bracht' an einem Juni-Nachmittag Arznei, - Und Krankenmahle breiteten sich aus nach allen Seiten! - - O meine Seele! - Wie traurig ist das alles, meine Seele! - Wie traurig alles! - - - - -MÜDIGKEIT - - - So starr sind ihre Augen und erblindet, - Dass ihre Lippe nicht die Stelle findet. - Nur noch versenkt in ihren stolzen Traum - Schaun sie wie Hunde, die am Wiesensaum - Verträumt die weissen Lämmer schreiten sehen, - Wie sie des Mondes Silber auf der Au - Abweiden, überdeckt vom Himmelsgrau, -- - Grau wie ihr Leben; stumpf und ohne jähen - Wunsch nach dem Rosenflor in ihren Spuren - Und achtlos dieser tiefen stillen Fluren. - - - - -MÜDES JAGEN - - - O meine Seele fühlt so krank sich heut'! - Sie krankt an allem, was nicht ward, - Am Schweigen, das nichts offenbart, - Und meine Augen klären sie mit Leid. - - Ich seh' ein regungsloses Jagen, - Seh' der geheimen Süchte Meute - Auf müden Spuren folgen ihrer Beute, - Und der Erinn'rung Geisseln schlagen. - - Die Hunde meiner Träume irren - Durch schwülen Wald in langen Zügen - Und nach dem weissen Hirsch der Lügen - Der Reue gelbe Pfeile schwirren. - - O Gott, mein atemlos Verlangen, - Der Augen schwüles Wünschen hält - In allzublauem Dunst gefangen - Den Mond, der meine Seel' erhellt. - - - - -MÜDE RAUBTIERE - - - O die verrauschten Leidenschaften! - Der Tränen Flut, des Lachens Klang! - Unter dem welken Laub erschlafften - Mit halbgeschlossnen Lidern, krank, - - Die gelben Hunde meiner Sünden - Und meines Hasses schielende Hyänen, - Und auf verdrossnen bleichen Wiesengründen - Seh' ich die Löwen sich der Liebe dehnen! - - In ihres Traumes Ohnmacht hingekauert - Und müde unter schlaffem Himmel, - Der trüb und farblos niedertrauert, - So seh' ich ihren Blick auf dem Gewimmel - - Der Lämmer der Versuchung haften, - Die langsam, eines nach dem andern, - Im stillen Mondschein weiterwandern -- - Und stille ruhn sie, meine Leidenschaften ... - - - - -GEBET - - - Wie ein Weib verzagt ist meine Seele! - Gott, sieh gnädig nieder auf das Tun - Meiner Hände, Lilien der Seele, - Meiner Augen, drin des Herzens Himmel ruhn! - - Herr, erbarm dich meiner Nöte! - Ring und Palmenzweig hab' ich verloren. - Herr, erbarm dich meiner Angstgebete; - Schwache Blumen sind sie, die im Glas verdorren. - - Mitleid, Herr, wenn arg die Lippen sprechen, - Mitleid, Herr, mit meiner Reue! - Lilien auf meine Fieber streue, - Säe Rosen auf die Sümpfe der Gebrechen! - - Gott, den Himmel meiner Augen füllt - Trübend alter Stunden Taubenflug. - Hab' Erbarmen mit dem Lendentuch, - Das mit seinen blauen Falten mich umhüllt. - - - - -TRÜBE STUNDEN - - - O sieh die alten Wünsche ziehen, - Und wieder müde Träumerei, - Und wieder Träume, die entfliehen: - O sieh, der Hoffnung Tage sind vorbei! - - Zu welchen soll ich nun entrinnen? - Kein Stern mehr an des Himmels Weiten! - Eis liegt auf allen Traurigkeiten - Und unterm Mond schwimmt blaues Linnen. - - Und wieder Tränen, die ich überrasche! - O sieh die Lämmer, die den Schnee abweiden, - Sieh Kranke frieren bei verglomm'ner Asche! - O Gott, erbarm dich aller ihrer Leiden! - - Lass mich nicht länger des Erwachens harren, - Nicht länger harren auf des Schlummers Ende! - Der Sonne harren meine Hände, - Die in dem kalten Mond erstarren. - - - - -TRÜBSAL - - - Die trägen Pfau'n, die weissen Pfau'n entwichen, - Die weissen Pfau'n flohn des Erwachens Leid. - Ich seh' die weissen Pfau'n, die Pfau'n von heut', - Die Pfauen, die im Schlaf sich fortgeschlichen. - Die trägen Pfau'n, die weissen Pfauen schreiten - Lässig zum sonnenlosen Teich im Garten. - Ich hör' die weissen Pfau'n der Traurigkeiten - Lässig die sonnenlose Zeit erwarten. - - - - -KRANKENHAUS - - - Krankenhaus am Ufer des Kanals! - Krankenhaus im Juli! - Und dennoch macht man Feuer an im Saal, - Und grosse Dampfer pfeifen schrill auf dem Kanal! - - (O tretet nicht ans Fenster!) - Auswandrer gehn durch einen Prunkpalast! - Ich sehe eine Yacht im Sturm! - Ich seh auf allen Schiffen Herden! - - (Tut lieber nicht die Fenster auf, - So ist man fast geschützt vor allem Draussen!) - Man meint, ein Treibhaus liegt im Schnee, - Man meint, dass eine Wöchnerin - Den ersten Kirchgang tut bei stürmischem Wetter. - Man sieht auf eine wollne Decke Blumen ausgestreut. - Ein Brand brach aus an einem Sonntag - Und einen Wald betret' ich voll Verwundeter! - O, endlich kommt der Mond! - - Ein Wasserstrahl steigt mitten auf im Saal! - Ein Schwarm von kleinen Mädchen öffnet die Tür! - Ich seh' auf einer grünen Insel Schafe weiden - Und schöne Blumen blühn auf einem Gletscher! - Lilien in einer Marmorhalle! - Ein Fest, das man im Urwald feiert! - Und eine morgenländische Flora blüht in einer Eisgrotte! - - Horch, die Schleusen tun sich auf! - Die grossen Dampfer schlagen Wellen im Kanal! - - O die barmherzige Schwester schürt das Feuer! - - Das schöne grüne Schilf am Ufer brennt! - Ein Schiff voller Verwundeter kämpft mit der Flut im Mondenschein! - Die Königstöchter alle sind in einem Boot im Sturm! - Und die Prinzessinnen sterben in einem Schierlingsfeld! - O lasst die Fenster zu! - Hoch, horch, noch pfeifen fern die grossen Dampfer! - Im Garten wird jemand vergiftet! - Und bei den Feinden feiert man ein Fest! - Es rennen Hirsche durch eine belagerte Stadt! - Eine Tierbude mitten in Lilien! - Eine Tropenflora im Schoss eines Kohlenschachtes! - Eine Schafherde zieht über eine eiserne Brücke! - Und die Lämmer der Herde betreten traurig den Saal! - - Jetzt zündet die Schwester die Lampen an; - Sie bringt den Kranken das Essen. - Sie schliesst die Fenster auf den Kanal - Und alle Türen vor dem Mondenschein. - - - - -NACHTGEBET - - - Mein nächtliches Gebet ist müd' - In Sehnsuchtsträumerei'n erschlafft. - Ich fühl's, wie jähe Leidenschaft - Und schlimme Wollust mich durchglüht! - - Ich seh' des Mondes helles Flirren - Im nächt'gen Kummer meiner Träume; - Ich sehe über giftige Räume - Die Fleischeslust verloren irren. - - Ich fühle, wie nach grünen Fernen - Die Gier in meiner Brust erwacht, - Und in der wolkendunklen Nacht - Lechz' ich verdürstend nach den Sternen. - - Ich fühle, wie mein Geist sich füllt - Mit bösen, schwarzen Zärtlichkeiten, - Und über sumpfbedeckten Weiten - Verfinstert sich des Mondes Bild. - - Dein Groll, o Herr, macht mich zunichte! - O hab Erbarmen, Herr, und beue - Dem Kranken, Schweissgebadeten aufs neue - Das Grün, das er erblickt im Mondenlicht! - - Und all den Schierling, Herr, es eilt, es eilt, - Der ringsum wuchert, heiss' ihn niedermähen! - Durch meiner Hoffnung Dunkel muss ich sehen, - Wie grün der Mond auf Schlangenleibern weilt! - - Und all die schlimmen Träume dringen - In meinen Blick mit ihren Sündenqualen; - Ich höre blaue Wasserstrahlen - Empor zum kalten Monde springen! - - - - -SEHNEN IM WINTER - - - Ich weine über Lippen ohne Farben, - Auf denen keine Küsse je geboren, - Und über Wünsche wein' ich, die verloren - In hingemähten Traurigkeiten starben. - - Und immer ist der Himmel regenblass, - Und immer deckt der Schnee die Meeressäume. - Und Wölfe sind gelagert in das Gras - Vor der geschlossnen Schwelle meiner Träume. - - In meine matte Seele, ganz verschwommen - Von fernen Tagen, ist ihr Blick gesenkt; - Sie sehn sie von der Lämmer Blut getränkt, - Die eines Tags im Eise umgekommen. - - Und endlich tritt der Mond hervor - Und starrt mit seinem Strahl, dem trübsalschweren, - Darin des Herbstes welkes Laub gefror, - Auf all mein krankes, hungerndes Begehren. - - - - -REIGEN DES UNMUTS - - - Ich stimme bleiche Lieder an - Von Küssen, die nicht wiederkehren; - Ich sehe Sieche Liebe sich gewähren - Auf dem verstreuten Wiesenplan. - - In meinen Schlummer eingesponnen, - Auftauchen hör' ich Stimmen so gelassen! - Und Lilien öffnen sich auf dunkle Gassen, - Die Sterne nie geschaut noch Sonnen. - - Und dieses Streben mit noch zagem Herzen, - Und diese Wünsche, die ich nur gefasst, - Sind Bettlern gleich in einem Prunkpalast, - Im Morgenrot gleich matten Kerzen. - - Ich warte, dass der Mondschein mild - Mein Auge füllt, das offen lag im Sinnen - So manche Nacht, dass er mit seinem Linnen, - Dem stillen, blauen, meine Träume stillt. - - - - -AMEN - - - Die Stunde naht, o Herr; nun benedeie - Den ausgelöschten Schlaf der Knechte. - Ich harre, Herr, dass deine Rechte - In Kellerhöhlen Rosen streue. - - Ich höre, dass von deinem Hauch gesunde - Mein Herz, nun endlich sicher vor Verrat, - Ein Osterlamm, das sich im Sumpf vertrat, - Und tief in warmen Fluten eine Wunde. - - Ich harre, Herr, auf Nächte sonder Ende, - Auf eine unheilbare Schwäche, - Dein Ebenbild auf schwüler Wasserfläche - Und streck' nach deinem Schatten meine Hände. - - Und deiner Nächte, Vater, will ich harren, - Auf dass sich die Begierden all, die schwülen, - Und Träume in dem feuchten Abend kühlen - Und dann in einem Eispalast erstarren ... - - - - -TAUCHERGLOCKE - - - O Taucher, ewig unter der Glocke! - Ein ganzes Meer von ewig warmem Glas! - Ein ganzes regungsloses Leben mit langen grünen Pendelschlägen! - Und so viel fremde Wesen durch die Scheiben, - Die zu berühren ewig untersagt ist, - Wo so viel Leben draussen herrscht im klaren Wasser! - - Gib acht! Der Schatten grosser Segelschiffe fliegt - Über den Blumenflor der Meereswälder! - Und plötzlich bin ich unterm Schatten grosser Wale, - Die nach dem Pole ziehn! - - Jetzt löschen wohl die Andern in dem Hafen - Die Ladung der beschneiten Schiffe! - Ein Gletscher, der noch starrt auf Sommerwiesen! - Sie schwimmen rückwärts durch die grüne Flut der Meeresbucht! - Am Mittag dringen sie in düstre Grotten - Und Meeresbrisen fegen die Terrassen! - - Gib acht! Das sind des Golfstroms Flammenzungen! - Halt' ihre Küsse fern den Wänden des Verdrusses! - Man tat den Fieberkranken keinen Schnee mehr auf die Stirn! - Die Siechen haben Freudenfeuer angezündet - Und werfen grüne Lilien mit vollen Händen in die Glut! - - Lehn' deine Stirn an, wo die Wände kühler sind, - Und warte, bis der Mond die Glockenspitze trifft, - Und schliess die Augen fest vor jenen Wäldern - Von blauen Pendelschlägen und von violettem Gallert: - Und bleib den Flüsterworten taub der lauen Flut! - - Dann trockne deine schweissgeschwächten Wünsche. - Tritt erst zu denen, die der Ohnmacht nahe sind: - Es ist, als ob sie Brautnacht feierten im Keller, - Als ob sie mittags einen unterirdischen Gang, mit Lampen ausgehängt, - beträten. - Sie zieh'n im Festzug durch ein Land, das einer Waise Kindheit gleicht. - - Tritt dann zu denen, die im Sterben liegen. - Sie kommen an wie Jungfraun nach einem langen Weg im Sommer an einem - Fasttag. - Sie sind so bleich wie Kranke, die den Regen - Sanft auf die Gärten des Spitales rieseln hören, - Sie sind wie Überlebende, die auf dem Schlachtfeld Mahlzeit halten, - Und wie Gefangene, die wissen, dass alle Wächter sich im Flusse baden, - Und hören, dass man Gras im Kerkergarten mäht. - - - - -AQUARIUM - - - Ach, meine Wünsche tragen - Die Seele nicht mehr an den Strand der Lider - Zur Ebbe von Gebet und Klagen - Sank sie hernieder. - - Tief im geschlossenen Auge sie ruht. - Nur ihr Odem treibt matt und weiss - Noch empor an den Rand der Flut - Lilien von Eis ... - - Ihre Lippen im Schmerzabgrunde - Schliesst unendliches Wellenspiel; - Und doch blühen aus ihrem Munde - Blumen auf blauem Stil. - - Vor ihren Händen mein Blick erbleicht, - Wenn er der Lilien Spur nachzieht, - Die, von einander unerreicht, - Sich tot geblüht. - - Und ich weiss, dass der Tod ihr naht, - Faltet sie nur ihre matten Hände, - Allzu schwach zu der Blumen Mahd, - Die keiner mehr fände ... - - - - -BRENNGLAS - - - Ich betrachte alte Stunden - Unterm Brennglas meiner Reue, - Seh' von neuem Flor entbunden - Ihre tiefgeheime Bläue. - - O dies Glas auf dem Verlangen, - Das die Seele mir durchdrungen! - Nah ich's den Erinnerungen, - Welke Gräser Feuer fangen! - - Den Gedanken aufgehalten, - Seh' ich durch das blaue Glas - All das Leid, das ich vergass, - Neue Blätter nun entfalten, - - Bis zu jener Nächte Ferne, - Die mir längst im Geiste starben, - Trübend mit den Trauerfarben - Meiner Seele Hoffnungssterne. - - - - -SPIEGELBILDER - - - Wie des Traumes Fluten schwellen, - Meine Seele bebt, meine Seele bebt - Und mein Herz, versenkt in Traumesquellen, - Wird von Mondenschein durchwebt. - - Tief im düstren Schilf, dem regungslosen, - Seh' ich tiefe Spiegelbilder weinen: - Schlanke Palmen, Lilien und Rosen, - Die sich in dem Wasserschoss vereinen. - - Blüt' auf Blüte streut den Blätterkranz - Auf des Himmels Widerschein. - In des Traumes Flut, in den Mondenglanz - Gehen sie für ewig ein ... - - - - -GESICHTE - - - Ich seh' in meinen Träumerei'n - Die Tränen, die ich je verschwendet, - Die Küsse, die mein Herz verblendet, - Vorüberziehn in langen Reih'n, - - Wie Mondlicht auf dem Wiesenrain, - Wie farbenlose Blumensterne, - Wie Wasserstrahlen in der Ferne, - Wie Lilien, welk im Mondenschein. - - Dem schweren Schlummer matt entstiegen, - Seh' ich durch die geschlossnen Lider, - Wie Raben sich auf Rosen wiegen - Und Sonne lacht auf Kranke nieder. - - Und langsam auf die matte Seele fällt - Die Schwermut all der unbestimmten Liebe, - Ganz still, als ob ihr keine Regung bliebe: - So ruht der stille Mondschein auf der Welt. - - - - -GEBET - - - Herr, du weisst, wie elend all mein Mühn! - Sieh die Opfer, die ich dir geboten, - Schlechte Erdenblumen, die verblühn, - Sonnenlicht auf einer Toten. - - Sieh auch meine Mattigkeit! - Schwarz das Frührot, ohne Mond die Nacht! - Träufle nieder deine Himmelspracht, - Und befruchte meine Einsamkeit! - - Lass mich finden deine Spuren, - Schenke Licht der müden Brust; - Trübsal liegt auf meiner Lust, - Wie das Eis auf grünen Fluren. - - - - -BLICKE - - - O diese armen müden Blicke! - Die euren und die meinen! - Die nicht mehr sind und die noch kommen werden! - Die niemals kommen und die dennoch sind! - Die Sonntags Kranke zu besuchen scheinen; - Und manche sind wie Kranke ohne Haus, - Wie Lämmer auf der Bleiche voller Linnen. - Und diese ungewohnten Blicke! - In deren Wölbung eine Jungfrau hingerichtet wird - Hinter verschlossner Tür und man muss zusehn! - Und die an unbekannte Trübsal uns gemahnen! - An Bauern in den Fenstern der Fabrik, - An einen Gärtner, der zum Weber wurde, - An einen Sommernachmittag im Wachsfigurenkabinett, - Und an der Königin Gedanken, die einen Kranken sieht im Garten! - An Kampfergeruch im Walde! - Und an ein Fürstenkind, das Feiertags in einen Turm geworfen wird, - An wochenlange Fahrt auf schwülem Kanal. - Erbarmt euch derer, die mit kleinen Schritten ausgehn, - So wie Genesende zur Erntezeit! - Erbarmt euch derer, die wie Kinder blicken, - Die sich zur Essenszeit verliefen! - Habt Mitleid mit dem Blick des Wunden zu dem Arzt, - Er ist wie Zelte im Orkan! - Habt Mitleid mit dem Blick der Jungfrau in Versuchung, - Und mit dem Blick, der Jungfrau, die erliegt! - Wie Fürstentöchter, die im ausweglosen Sumpf verirrt sind! - (O wie die Milch in Strömen durch das Dunkel flieht, - Und wie die Schwäne sterben mitten unter Schlangen!) - Und jene Blicke, die wie Schiffe mit vollen Segeln, lichterstrahlend, - hinausziehn in den Sturm! - Das Klägliche in all den Blicken, weil sie nicht wo anders sind! - So viele Leiden, kaum zu unterscheiden, und dennoch so verschieden! - Und die, die niemand je verstehen wird! - Und diese armen, fast verstummten Blicke! - Und diese armen Blicke, die da flüstern! - Und diese armen fast erstickten Blicke! - - Die einen wie ein Schloss, zum Krankenhaus verwandelt! - Und so viel andre sind wie Zelte, Lilien des Krieges auf dem kleinen - Rasenplatz des Klosters! - Und viele sind wie Kranke, die im Treibhaus liegen! - Und viele sind wie Krankenschwestern ohne Kranke auf hoher See! - - O dass ich alle diese Blicke sah! - O dass ich alle diese Blicke aufnahm! - Die meinen, die sie kreuzten, sind erschöpft, - Und seit der Zeit kann ich die Augen nicht mehr schliessen! - - - - -ERWARTUNG - - - Die Seele faltet ihre Wunderhände - Am Himmel meiner Blicke, Herr, und fleht: - O dass mein Träumen doch Erfüllung fände, - Das von den Lippen deiner Engel geht! - - In meinen müden Augen harrt sie still, - Den Mund geöffnet zu Gebeten, - Die zwischen meinen Lidern sich verspäten - Und deren Blüte niemals kommen will. - - In meines Traumes Schoss ruht sie die Brust, - Die unter meinen Wimpern ihr verblüht, - Und zuckt die Wimpern, der Gefahr bewusst, - Die sie im Garn der Lüg' erwachen sieht. - - - - -NACHMITTAG - - - Die Augen überraschten meine Seele. - O Gott, erbarme dich und sä' - Ein wenig Blätter und ein wenig Schnee - Darüber, dass gedämpft das Feuer schwele! - - Auf meinem Bett hab' ich die Sonne brüten, - Und dieser ewig gleiche Stundenschlag! - Und meine Blicke streuen ihre Blüten - Auf Sterbende am Erntetag! ... - - Nur welke Gräser hab' ich rings gepflückt, - Und meine Augen sind vom Schlaf so müd' - Wie Kranke, die kein frischer Trunk erquickt, - Wie Kellerblumen, drauf die Sonne glüht. - - Ich harr' des Regens, der die Wiesen tränkt - Und meine regungslosen Träume, - Und meine Blicke ziehn durch weite Räume - Der Herde nach, die zu den Städten drängt. - - - - -TREIBHAUS DER SEELE - - - Aus meinen Augen Traumesblüten treiben - Und meine Seele, unter Glas verschlossen, - Hat durch ihr Treibhaus Licht ergossen - Und streift die blauen Fensterscheiben. - - O Treibhaus, das die schwüle Seele kettet, - Die Lilien, um die das Glas sich schliesst, - Das Schilf, das unter diesem Glasmeer spriesst, - Die Wünsche all, die nichts mehr rettet. - - Durch der geschlossnen Lider Säume - Möcht' ich zu den vergess'nen Blüten dringen, - Die einstmals rosig an den Ästen hingen, - Die offnen Blüten meiner Träume. - - Ich harre, dass im Laubwerk, dem verdorrten, - Ein wenig Grün sich zeigen will; - Ich harre, dass der Mond die Pforten - Mit blauen Fingern öffnet, sanft und still. - - - - -WILLENSREGUNG - - - Hab Mitleid mit den Augen, die verdrossen - Der Seele Hoffen neu erwachen sehn. - Hab Mitleid, Herr, mit dem, was unerschlossen - In Nächten harrt und zaudert aufzugehn! - - O Seele du mit deinen leisen Wogen - Und den bewegten Lilien in der Flut, - Von dunklen Wasserstreifen überzogen, - Und was in meinen Augen Edles ruht! - - O Gott, der Wasserrosen Hals umstricken - Seltsame Blumen, die ich nie gekannt, - Und deiner Engel unsichtbare Hand - Bewegt die stille Flut in meinen Blicken. - - Und ihre unbestimmten Zeichen bringen - Die Blumen in der blauen Flut zum Blühn, - Und meine Seele spannt die weissen Schwingen - Zum Flug, um mit den Schwänen fortzuziehn. - - - - -HÄNDEDRÜCKE - - - O Händedrücke! - Das Dunkel dehnt sich zwischen euren Fingern! - Trompetenschrillen im Wettersturm! - Und Orgelklang im Sonnenschein! - Alle Herden der Seele in lichtloser Nacht! - Und alles Salz des Meeres im Gras der Wiesen! - Und diese blauen Meteore rings am Himmelskreis! - (Habt Mitleid mit des Menschen Kraft!) - - Doch diese sind noch trauriger und müder! - O, diese Händedrücke eurer armen, feuchten Hände! - Ich höre eure reinen Finger sich um meine Finger legen, - Und Lämmerherden ziehn im Mondenlicht an eines Flusses lauer Flut von - dannen. - - Ich weiss noch all die Hände, die ich je berührte. - Ich sehe wieder, was in dem Schutze dieser Hände war. - Und heute seh' ich, was ich selbst im Schutze dieser lauen Hände war. - Ein Bettler war ich oft, der Brot am Fuss von Thronen isst. - Ein Taucher war ich, der aus heisser Flut sich nicht mehr retten kann! - Ich war ein ganzes Volk, das nicht mehr aus dem Mauerkreis entkam. - Und diese Hände, wie ein Kloster ohne Garten! - - Und die, die mich umschlossen, wie ein Glashaus - An Regentagen eine Krankenschar umschliesst! - Bis andre kamen, kühlere, das Tor zu öffnen - Und Wasser auf die Schwelle auszugiessen! - - O, seltsame Händedrücke bekam ich, - Die mich nun immerdar umgeben! - Almosen waren es am Sommertag, - Und eine Ernte in tiefem Keller. - Und Seiltänzerlieder hallten rings um ein Gefängnis, - Und Wachsfiguren standen sommers in den Wäldern! - Oder der Mondstrahl mähte nieder die Oasen, - Und manchmal traf ich Jungfraun schweissgebadet im Schoss von - Eisgrotten! - - Habt Mitleid mit den seltsamen Händen! - Sie halten aller Könige Geheimnisse umspannt! - - Habt Mitleid mit den allzu bleichen Händen! - Es ist, als kämen sie aus Mondeshöhlen. - Sie sind vernutzt vom Spinnen: der Wasserstrahlen Spindel spannen sie. - - Habt Mitleid mit den allzu weissen, feuchten Händen! - Mir ist, als hätten Königstöchter sich am Mittag hingelegt den ganzen - Sommer lang. - - Haltet euch fern von allzu harten Händen! - Sie scheinen aus dem Felsen ausgemeisselt. - Doch habt Erbarmen mit den kalten Händen! - Ich seh' ein Herze bluten unter eis'gen Rippen! - Und habt Erbarmen mit den bösen Händen! - Die Brunnen haben sie vergiftet - Und junge Schwäne in ein Schierlingsnest getan. - Ich sah die bösen Engel mittags alle Pforten öffnen. - Nur Toren sind auf einem giftigen Fluss. - Nur schwarze Schafe sind auf sternenloser Trift, - Und Lämmer gehn, die Finsternis zu weiden. - - Doch diese frischen, treuen Hände! - Sie bieten reife Früchte dar den Sterbenden! - Sie tragen frisches, kaltes Wasser in der hohlen Hand. - Milch giessen sie auf blutige Schlachtfelder! - Sie kommen, traun, aus wunderbaren, ewigen Urwäldern! - - - - -NACHTSEELE - - - Meine Seele ist betrübt am Ende, - Ist betrübt von all der Müdigkeit, - Matt von ihrer Unzulänglichkeit, - Matt ist sie und auch betrübt am Ende, - Und mein Antlitz harrt auf deine Hände. - - Herr, es harrt auf deine reinen Hände, - Harrt auf ihre engelreine Kühle, - Harret auf des Friedensringes Spende, - Harret, dass es ihren frischen Odem fühle, - Einem Schatze gleich im Meeresgrunde. - - Und ich harre, dass ich bald gesunde, - Dass ich nicht am Sonnenlichte sterbe, - Hoffnungslos im Sonnenlicht verderbe, - Dass mein Blick sich kühlt, der fieberwunde, - Drinnen so viel Arme Schlaf begehren! - - Drinnen so viel Schwäne ziehn auf Meeren, - Schwäne, die ins Ungewisse fliegen - Und den kranken Hals vergeblich biegen, - Drinnen Kranke gehn und Rosen brechen - Auf verschneiten Gartenflächen. - - Herr, mein Antlitz lechzt nach deinen Händen, - Die gleich eisigen Engeln Kühlung spenden; - Und nach ihnen lechzen wie nach Wasserbächen - Meiner Blicke dürre Haiden, - Wo so viele müde Lämmer weiden! - - - - -FÜNFZEHN LIEDER - - -I - - Sie schmiedeten sie in der Höhle an - Und machten ein Kreuz an die Pforte dann. - Die Maid gedachte des Lichts nicht mehr, - Und der Schlüssel, der fiel ins Meer. - - Sie wartete drinnen die Sommerszeit, - Sie wartete sieben Jahr und mehr: - Alljährlich kam einer des Wegs daher. - - Sie harrte drinnen die Winterszeit, - Und im Harren ward ihr das Haar so lang: - Das entsann sich des Lichtes Herrlichkeit, - - Und suchte das Licht und fand's und drang - Durch die Steine hindurch zum Felsenhang, - Hing nieder von ihm mit Prangen. - - Eines Abends kommt noch Einer gegangen, - Weiss nicht, was der lichte Schein da sei, - Und traut sich nicht vorbei. - - Er meint, ein Zeichen wär's, gar eigen, - Er meint, ein güldner Born wär' dort, - Er meint, es wär' ein Engelreigen; - Er wendet sich und geht auch fort ... - - -II - - Und kehrt er einst heim, - Was sag ich ihm dann? - -- Sag, ich hätte geharrt, - Bis mein Leben verrann. - - Wenn er weiter fragt - Und erkennt mich nicht gleich? - -- Sprich als Schwester zu ihm; - Er leidet vielleicht ... - - Wenn er fragt, wo du seist, - Was geb ich ihm an? - -- Mein Goldring gib - Und sieh ihn stumm an ... - - Will er wissen, warum - So verlassen das Haus? - -- Zeig die offene Tür, - Sag, das Licht ging aus. - - Wenn er weiter fragt - Nach der letzten Stund'? - -- Sag, aus Furcht, dass er weint, - Lächelte mein Mund. .. - - -III - - Sie töteten einst drei Jungfräulein, - Zu schauen in ihr Herz hinein. - - Das erste war voller Glück und Freud', - Und überall, wo sein Blut hinsprang, - Drei Schlangen zischten drei Jahre lang. - - Das zweite war voller Lindigkeit, - Und überall, wo sein Blut hinsprang, - Drei Lämmer grasten drei Jahre lang. - - Das dritte war voller Harm und Leid, - Und überall, wo sein Blut hinsprang, - Drei Erzengel wachten drei Jahre lang. - - -IV - - Die Mädchen mit den verbundenen Augen - (Tut ab die goldenen Binden!) - Die Mädchen mit den verbundenen Augen - Wollten ihr Schicksal finden ... - - Haben zur Mittagsstunde - (Lasst an die goldenen Binden!) - Haben zur Mittagsstunde - Das Schloss geöffnet im Wiesengrunde. - - Haben das Leben gegrüsst - (Zieht fester die goldenen Binden!) - Haben das Leben gegrüsst, - Ohne hinauszufinden ... - - -V - - Die drei blinden Schwestern - (Hofft und verzaget nicht) - Die drei blinden Schwestern - Mit goldner Lampen Licht - - Steigen hinauf zum Turme - (Sie, ihr und der ich's sag'), - Steigen hinauf zum Turme - Und harren sieben Tag' ... - - O, spricht die eine - (Hofft und verzaget nicht), - O, spricht die eine, - Ich höre unser Licht ... - - O, spricht die andre - (Sie und wir andern auch), - O, spricht die andre, - Der König steigt herauf ... - - Nein, spricht die Reinste - (Hofft und verzaget nicht), - Nein, spricht die Reinste, - Verloschen ist unser Licht ... - - -VI - - Sie kamen und sagten mir ein Wort - (Mein Kind, ich zittre so), - Sie kamen und sagten mir ein Wort: - Sie sagten, er zöge fort ... - - Ich nahm zur Hand die Lampe hell - (Mein Kind, ich zittre so), - Ich nahm zur Hand die Lampe hell - Und trat zu den Türen schnell ... - - An der ersten Tür, an der ich stand - (Mein Kind, ich zittre so), - An der ersten Tür, an der ich stand, - Erbebte die Flamme in meiner Hand ... - - An der zweiten Tür, an der ich stand - (Mein Kind, ich zittre so), - An der zweiten Tür, an der ich stand, - Da sprach die Flamme in meiner Hand ... - - An der dritten Tür, an der ich stand - (Mein Kind, ich zittre so), - An der dritten Tür, an der ich stand, - Erlosch das Licht in meiner Hand ... - - -VII - -(aus »Blaubart und Ariane«) - - Die sieben Mädchen von Orlamünde - Nach der Fee Verschwinden, - Die sieben Mädchen von Orlamünde - Wollten Tür und Freiheit finden, - - Zündeten an die sieben Lampen, - Öffneten Tür um Tür, - Türme, viele hundert Säle, - Fanden nicht zum Licht herfür ... - - Steigen in hallende Grotten nieder, - Wagen sich noch tiefer hinab, - Finden eine Tür verschlossen, - Goldner Schlüssel schliesst sie ab. - - Sehn im Spalt des Meeres Wogen, - Fürchten alle den Tod, - Wagen sie nicht aufzuschliessen, - Pochen dran in ihrer Not ... - - -VIII - - Sie hatte drei Kronen von lautrem Gold, - Wem gab sie die Kronen, sprich? - - Die eine reicht sie den Eltern dar, - Die kauften drei Netze dafür von Gold, - Und hielten sie drin, bis es Frühling war. - - Die andre tat' sie den Buhlen weih'n, - Die kauften drei silberne Garne fein - Und hielten sie bis zum Herbst darin. - - Die dritte gibt sie den Kindern hin, - Die kauften drei eiserner Fesseln Zwang, - Drin blieb sie gekettet den Winter lang ... - - -IX - - Sie kam zum Schloss gegangen - -- Die Sonne erhob sich kaum -- - kam zum Schloss gegangen, - Die Ritter blickten mit Bangen - Und es schwiegen die Fraun. - - Sie blieb vor der Pforte stehen - -- Die Sonne erhob sich kaum -- - blieb vor der Pforte stehen; - Man hörte die Königin gehen - Und der König fragte sie: - - Wohin gehst du? Wohin gehst du? - -- Gib acht in dem Dämmerschein -- - Wohin gehst du? Wohin gehst du? - Harrt drunten jemand dein? - Sie sagte nicht Ja noch Nein. - - Sie stieg zu der Fremden hernieder - -- Gib acht in dem Dämmerschein -- - Sie stieg zu der Fremden hernieder, - Die schloss sie in ihre Arme ein. - Die beiden sagten nicht ein Wort - Und gingen eilends fort. - - Der König, der hat an der Schwelle geweint - -- Gebt acht, wenn der Dämmer scheint -- - Der König, der hat an der Schwelle geweint. - Man hörte der Königin Schritte verhallen, - Man hörte welke Blätter fallen. - - -X - -(aus »Aglavaine und Selysette«) - - Als ihr Geliebter schied - (Ich hörte die Türe gehn), - Als ihr Geliebter schied, - Da hab' ich sie lächeln sehn ... - - Doch als er wieder kam - (Ich hörte des Lichtes Schein), - Doch als er wiederkam, - War ein andrer daheim ... - - Und ich sah den Tod - (Mich streifte sein Hauch), - Und ich sah den Tod, - Der erwartet ihn auch ... - - -XI - - Mutter, hast du nicht vernommen, - Mutter, dass sie uns warnen kommen? ... - Tochter, gib mir deine Hand, - Tochter, es ist ein Schiff am Strand ... - - Mutter, sei auf deiner Hut ... - Tochter, es fährt bald auf der Flut ... - Mutter, ist die Fährnis nah? ... - Tochter, es zieht in die Ferne ja ... - - Mutter, es nähert sich immerfort ... - Tochter, bald ist's nicht mehr im Port ... - Mutter, jetzt ist es schon im Haus ... - Tochter, es zieht in die Welt hinaus ... - - Mutter, jetzt kommt es zur Tür herein ... - Tochter, sie ziehen die Anker ein ... - Mutter, jetzt flüstert es neben mir ... - Tochter, es ist schon fern von hier ... - - Mutter, es nimmt den Sternen den Glanz ... - Tochter, die Segel beschatten sie ganz ... - Mutter, jetzt pocht's an die Fenster an ... - Tochter, der Wind hat sie aufgetan ... - - Mutter, ich sehe fast nichts mehr ... - Tochter, es fährt auf das hohe Meer ... - Mutter, es ist überall ganz nah ... - Tochter, wovon denn sprichst du da? ... - - -XII - - Ihr habt die Lampen angezündet - Und im Garten liegt Sonnenschein! - Ihr habt die Lampen angezündet: - Durch die Spalten seh' ich den hellen Schein. - Tut auf die Türen und lasst ihn ein! - - -- Die Schlüssel der Türen sind verloren, - Wir müssen warten und uns gedulden; - Die Schlüssel fielen von Turmes Rand. - Wir müssen warten und uns gedulden, - Bis andre Tage kommen ins Land ... - - Andre Tage öffnen die Türen, - Deren Riegel sich jetzt nicht rühren. - Der Wald, der hütet sie gut. - Des welken Laubes Feuerglut, - Die brennt auf der Schwelle der Türen ... - - -- Die anderen Tage sind voller Müh', - Die anderen Tage fürchten sich auch, - Die anderen Tage kommen nie, - Die anderen Tage sterben wie sie, - Und wir, wir sterben auch ... - - -XIII - - Schwestern, ich suchte dreissig Jahr, - Wo mag er verborgen sein? - Schwestern, ich pilgerte dreissig Jahr - Und holte ihn doch nicht ein ... - - Schwestern, ich pilgerte dreissig Jahr, - Nun sind die Füsse mir schwer. - Schwestern, er war überall - Und ist nirgends mehr ... - - Schwestern, trübe die Stunde blinkt; - Zieht mir vom Fusse die Schuh'. - Schwestern, auch der Abend sinkt - Und meine Seele sucht Ruh' ... - - Schwestern, sechzehn Jahre alt, - Pilgert weit fort von hier. - Schwestern, nehmt meinen Stab zum Halt, - Geht und sucht gleich mir ... - - -XIV - - Die drei Schwestern wollten sterben, - Setzten auf die güldnen Kronen, - Gingen sich den Tod zu holen. - - Wähnten ihn im Walde wohnen: - »Wald, so gib uns, dass wir sterben, - Sollst drei güldne Kronen erben.« - - Da begann der Wald zu lachen - Und mit einem Dutzend Küssen - Liess er sie die Zukunft wissen. - - Die drei Schwestern wollten sterben, - Wähnten Tod im Meer zu finden. - Pilgerten drei Jahre lang. - - »Meer, so gib uns, dass wir sterben, - Sollst drei güldne Kronen erben.« - - Da begann das Meer zu weinen, - Liess mit dreimal hundert Küssen - Die Vergangenheit sie wissen. - - Die drei Schwestern wollten sterben, - Lenkten nach der Stadt die Schritte; - Lag auf einer Insel Mitte: - - »Stadt, so gib uns, dass wir sterben, - Sollst drei güldne Kronen erben.« - - Und die Stadt tat auf die Tore - Und mit heissen Liebesküssen - Liess die Gegenwart sie wissen. - - -XV - -LIED DER JUNGFRAU - -(aus »Schwester Beatrix«) - - Allen weinenden Seelen, - Aller nahenden Schuld - Öffn' ich im Sternenkranze - Meine Hände voller Huld. - - Alle Schuld wird zunichte - Vor der Liebe Gebet. - Keine Seele kann sterben, - Die weinend gefleht. - - Verirrt sich die Liebe - Auf irdischer Flur, - So weisen die Tränen - Zu mir eine Spur. - - - - -NACHWORT - - -Die Gedichtsammlung IM TREIBHAUS (»Serres chaudes«, Brüssel 1895) ist -übertragen von K. L. Ammer und in die endgültige Form gebracht durch Fr. -v. Oppeln-Bronikowski, der auch die »FÜNFZEHN LIEDER« übersetzt hat -(Quinze Chansons, Brüssel 1900, in der Neuauflage der »Serres chaudes«). - -Die »Serres chaudes« sind Maeterlincks Erstlingswerk. Er schrieb sie im -Jahre 1887 in Paris unter dem Einfluss der Decadenten und -veröffentlichte sie z. T. in der von ihm und Charles van Lerberghe -begründeten Zeitschrift »La Pléiade«, welche die Lyrik reformieren -wollte, getreu der ARS POETICA Verlaines: - - »De la musique avant toute chose ... - Rien de plus cher que la chanson grise - Où l'Indécis au Précis se joint ... - Que ton vers soit la chose envolée - Qu'on sent qui fuit d'une âme en allée - Vers d'autres cieux à d'autres amours ... - Et tout le reste est littérature.« - -Maeterlinck ist in der Erfüllung dieses Postulats noch weiter gegangen -als Verlaine; man möchte diesem Gedichte als Motto einen Spruch aus den -»Fragmenten« des NOVALIS voransetzen, die Maeterlinck bekanntlich ins -Französische übertragen hat: - -»...Es lassen sich Erzählungen ohne Zusammenhang, jedoch mit -Assoziation, wie Träume, denken; Gedichte, die bloss wohlklingend und -voll schöner Worte sind, aber auch ohne allen Sinn und Zusammenhang, -höchstens einige Strophen verständlich, wie Bruchstücke aus den -verschiedenartigsten Dingen. Diese wahre Poesie kann höchstens einen -allegorischen Sinn im Grossen und eine indirekte Wirkung wie Musik -haben.« - -Die FÜNFZEHN LIEDER, von denen zwölf auf vlämischem Boden entstanden -sind (Luxusausgabe »Douze Chansons« mit Illustrationen von Charles -Doudelet, Paris 1897), sind stilistisch von den »Serres chaudes« sehr -verschieden; sie tragen den Stempel des altfranzösischen Volksliedes mit -seinen Refrains, seiner primitiven Metrik und Reimtechnik, seiner -Schlichtheit und Starrheit, seinen dumpfen Wiederholungen. - -So heisst es in Lied VI: - - »An der ersten Tür, an der ich stand, - Erbebte die Flamme in meiner Hand. - An der zweiten Tür, an der ich stand, - Da sprach die Flamme in meiner Hand. - An der dritten Tür, an der ich stand, - Erlosch das Licht in meiner Hand.« - -Damit vergleiche man z. B. jene von Chamisso mitgeteilte Ballade »La -fille du roi d'Espagne«: - - »Der Ritter wirft sein Gewand ab, - Taucht in des Meeres Grund. - Bei seinem ersten Tauchen - Macht er keinen Fund. - - Bei seinem zweiten Tauchen - Hat der Ring geblinkt. - Bei seinem dritten Tauchen - Der Rittersmann ertrinkt.« - -Arthur Luther hat im »Litt. Echo«, Bd. VIII, 10, Sp. 748, auch auf die -Ähnlichkeit zwischen Dante Gabriel Rossettis »An old song ended« und -Lied II verwiesen, ebenso auf dessen Anklingen an Ophelias Lied in -Shakespeares »Hamlet«, welch letzteres Maeterlinck selbst als -stimmungbildend anerkennt. - - - - -INHALTSVERZEICHNIS - - -IM TREIBHAUS S. 1 SEHNEN IM WINTER 25 -TREIBHAUS 3 REIGEN DES UNMUTS 26 -GEBET 4 AMEN 27 -TREIBHAUSSTARRE 5 TAUCHERGLOCKE 28 -VERSUCHUNGEN 6 AQUARIUM 30 -GLASGLOCKEN 8 BRENNGLAS 31 -DUNKLES OPFER 10 SPIEGELBILDER 32 -HERZGEWÄCHSE 11 GESICHTE 33 -SEELENGLUT 12 GEBET 34 -SEELE 13 BLICKE 35 -MÜDIGKEIT 15 ERWARTUNG 38 -MÜDES JAGEN 16 NACHMITTAG 39 -MÜDE RAUBTIERE 17 TREIBHAUS DER SEELE 40 -GEBET 18 WILLENSREGUNG 41 -TRÜBE STUNDEN 19 HÄNDEDRÜCKE 42 -TRÜBSAL 20 NACHTSEELE 45 -KRANKENHAUS 21 FÜNFZEHN LIEDER 47 -NACHTGEBET 23 NACHWORT 67 - - -DRUCK VON W. DRUGULIN IN LEIPZIG - - - - -EUGEN DIEDERICHS VERLAG IN JENA - - -MAETERLINCK, Gesammelte Werke - -übersetzt von Friedrich von Oppeln-Bronikowski - - -I. DRAMATISCHE WERKE - - -Bd. I-VIII brosch. à Mk. 2.--, geb. à Mk. 3.-- - Einzig autorisierte Bühnenausgabe - -Band I PRINZESSIN MALEINE. Mit einer Vorrede und dem Bildnis des - Verfassers - -Band II DREI ALLTAGSDRAMEN: Der Eindringling -- Die Blinden -- Im Innern. - 2. Auflage - -Band III DREI MYSTISCHE SPIELE: Die sieben Prinzessinnen -- Alladine und - Palomides -- Der Tod des Tintagiles. 2. Auflage - -Band IV PELLEAS UND MELISANDE. 2. Aufl. - -Band V AGLAVAINE UND SELYSETTE. 2. Auflage - -Band VI ZWEI SINGSPIELE: Blaubart und Ariane -- Schwester Beatrix. 2. - Auflage - -Band VII MONNA VANNA. 18.-20. Tausend - -Band VIII JOYZELLE - -Band IX DAS WUNDER DES HEILIGEN ANTONIUS. Brosch. Mk. 1.--, - geb. Mk. 2.-- - - -II. PHILOSOPHISCHE WERKE - - -Band I DER SCHATZ DER ARMEN. 3. verb. Aufl. Brosch. Mk. 4.--, geb. - Mk. 5.-- - -Band II WEISHEIT UND SCHICKSAL. 3. Aufl. Brosch. Mk. 4.50, geb. Mk. 5.50 - -Band III DAS LEBEN DER BIENEN. 4. erw. Auflage. Brosch. Mk. 4.50, geb. - Mk. 5.50 - Preisgekrönt von der Académie française - -Band IV DER BEGRABENE TEMPEL. Brosch. Mk. 4.50, geb. Mk. 5.50 - -Band V DER DOPPELTE GARTEN. Brosch. Mk. 4.50, geb. Mk. 5.50 - -*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK GEDICHTE *** - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the -United States without permission and without paying copyright -royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part -of this license, apply to copying and distributing Project -Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm -concept and trademark. 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INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the -trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone -providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in -accordance with this agreement, and any volunteers associated with the -production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm -electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, -including legal fees, that arise directly or indirectly from any of -the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this -or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or -additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any -Defect you cause. - -Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm - -Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of -computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It -exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations -from people in all walks of life. - -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's -goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg-tm and future -generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see -Sections 3 and 4 and the Foundation information page at -www.gutenberg.org - -Section 3. 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Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without -widespread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine-readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. We do not solicit donations in locations -where we have not received written confirmation of compliance. 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Hart was the originator of the Project -Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be -freely shared with anyone. For forty years, he produced and -distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of -volunteer support. - -Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed -editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in -the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not -necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper -edition. - -Most people start at our website which has the main PG search -facility: www.gutenberg.org - -This website includes information about Project Gutenberg-tm, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. diff --git a/old/67399-0.zip b/old/67399-0.zip Binary files differdeleted file mode 100644 index 650604c..0000000 --- a/old/67399-0.zip +++ /dev/null diff --git a/old/67399-h.zip b/old/67399-h.zip Binary files differdeleted file mode 100644 index 7ddd4d8..0000000 --- a/old/67399-h.zip +++ /dev/null diff --git a/old/67399-h/67399-h.htm b/old/67399-h/67399-h.htm deleted file mode 100644 index 6bb7462..0000000 --- a/old/67399-h/67399-h.htm +++ /dev/null @@ -1,2300 +0,0 @@ -<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN" - "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd"> -<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" xml:lang="de" lang="de"> - <head> - <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=utf-8" /> - <meta http-equiv="Content-Style-Type" content="text/css" /> - <title> - The Project Gutenberg eBook of Gedichte, by Maurice Maeterlinck - </title> - <link rel="coverpage" href="images/cover.jpg" /> - <style type="text/css"> - -body { - margin-left: 10%; - margin-right: 10%; -} - - h1,h2,h3 { - text-align: center; /* all headings centered */ - clear: both; - page-break-before: always; - } - -h2,h3 { - margin-top:5em; -} - -p { - margin-top: .51em; - text-align: justify; - margin-bottom: .49em; -} - -hr { - width: 95%; - margin-top: 1em; - margin-bottom: 1em; - margin-left: auto; - margin-right: auto; - clear: both; -} - -table { - margin-left: auto; - margin-right: auto; - width:80% -} - -.center {text-align: center;} - -.right {text-align: right;} - -.smcap {font-variant: small-caps;} - -.gesperrt -{ - letter-spacing: 0.2em; - margin-right: -0.2em; -} - -em.gesperrt -{ - font-style: normal; -} - -/* Images */ -.figcenter{ - margin-top:8em; - margin-bottom:auto; - margin-left:auto; - margin-right:auto; - text-align: center; -} - -/* Poetry */ -.poetry-container { - text-align:center; -} - -.poem { - margin-left:10%; - margin-right:10%; - text-align: left; -} - -.poem-i{ - margin-left:20%; - margin-right:20%; - text-align: left; - display:inline-block; -} - -.poem br {display: none;} - -.poem .stanza {margin: 1em 0em 1em 0em;} - - .poem span.i0 {display: block; margin-left: 0em; padding-left: 5em; text-indent: -5em;} - .poem span.i6 {display: block; margin-left: 3em; padding-left: 3em; text-indent: -3em;} - - .spaced { - padding-top:5em; - } - .spaced-bot { - margin-bottom:8em; - } -div.newpage {page-break-before: always;} - -.attach {margin-bottom:0em;} - -.sized { - font-size:1.2em; -} -.big { - font-size:2em; - font-weight:bold; -} - -div.chapter {page-break-before: always;} - -</style> - - </head> -<body> -<div lang='en' xml:lang='en'> -<p style='text-align:center; font-size:1.2em; font-weight:bold'>The Project Gutenberg eBook of <span lang='de' xml:lang='de'>Gedichte</span>, by Maurice Maeterlinck</p> -<div style='display:block; margin:1em 0'> -This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and -most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions -whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms -of the Project Gutenberg License included with this eBook or online -at <a href="https://www.gutenberg.org">www.gutenberg.org</a>. If you -are not located in the United States, you will have to check the laws of the -country where you are located before using this eBook. -</div> -</div> - -<p style='display:block; margin-top:1em; margin-bottom:1em; margin-left:2em; text-indent:-2em'>Title: <span lang='de' xml:lang='de'>Gedichte</span></p> -<p style='display:block; margin-top:1em; margin-bottom:0; margin-left:2em; text-indent:-2em'>Author: Maurice Maeterlinck</p> -<p style='display:block; margin-top:1em; margin-bottom:0; margin-left:2em; text-indent:-2em'>Translators: K. L. Ammer</p> -<p style='display:block; margin-top:0; margin-bottom:0; margin-left:2em;'>Friedrich von Oppeln-Bronikowski</p> -<p style='display:block; text-indent:0; margin:1em 0'>Release Date: February 13, 2022 [eBook #67399]</p> -<p style='display:block; text-indent:0; margin:1em 0'>Language: German</p> - <p style='display:block; margin-top:1em; margin-bottom:0; margin-left:2em; text-indent:-2em; text-align:left'>Produced by: Mark C. Orton, Norbert Mueller, and the Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net (This file was produced from images generously made available by The Internet Archive</p> -<div style='margin-top:2em; margin-bottom:4em'>*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK <span lang='de' xml:lang='de'>GEDICHTE</span> ***</div> - -<div class="spaced spaced-bot"> -<p class="center"> -VON DIESEM BUCHE WURDEN 20<br /> -ABZÜGE AUF ECHTEM JAPANPAPIER<br /> -ZUM PREISE VON ZWANZIG MARK FÜR<br /> -DAS EXEMPLAR HERGESTELLT / IN<br /> -GANZPERGAMENT GEBUNDEN UND<br /> -HANDSCHRIFTLICH NUMERIERT -</p> -</div> - -<div class="chapter"> -<h1> -MAURICE MAETERLINCK -</h1> -</div> -<p class="center big"> -GEDICHTE -</p> -<p class="center "> -VERDEUTSCHT VON K. L. AMMER UND<br /> -FRIEDRICH VON OPPELN-BRONIKOWSKI<br /> -</p> - -<div class="figcenter" style="width: 100px;"> -<img src="images/signet_transparentt.png" width="100" height="148" alt="Verlagssignet" /> -</div> -<p class="center "> -VERLEGT BEI EUGEN DIEDERICHS<br /> -JENA 1906<br /> -</p> - -<div class="chapter"> -<h2 class="spaced"><a name="IM_TREIBHAUS" id="IM_TREIBHAUS">IM TREIBHAUS</a></h2> -</div> - -<div class="poetry-container spaced newpage"> -<div class="poem-i"> -<p>And in his hand a glass which shows -us many more.</p> - -<p class="right"> -<em class="gesperrt">Shakespeare</em> -</p> -</div> -</div> - -<div class="poetry-container"> -<div class="poem-i"> -<p>Et torpenti multa relinquitur miseria.</p> - -<p class="right"> -<em class="gesperrt">De Imitatione</em><br /> -</p> -</div> -</div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="TREIBHAUS" id="TREIBHAUS">TREIBHAUS</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">O Treibhaus in Waldesmitte<br /></span> -<span class="i0">Mit dem ewig geschlossenen Tor,<br /></span> -<span class="i0">Wie manches birgt deine Kuppel doch,<br /></span> -<span class="i0">Was mich an meine Seele gemahnt!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Gedanken einer Prinzessin, die darbt,<br /></span> -<span class="i0">Verzweiflung von Schiffern in der Wüste,<br /></span> -<span class="i0">Trompetenmusik an den Fenstern Schwerkranker!<br /></span> -<span class="i0">Geht in die schwülsten Winkel!<br /></span> -<span class="i0">Ist's nicht, als läg' ein Weib ohnmächtig am Erntetag?<br /></span> -<span class="i0">Postillone sind im Hof des Hospizes;<br /></span> -<span class="i0">Fern geht ein Elenjäger, jetzt Krankenwärter!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Seht nun im Mondenlichte zu!<br /></span> -<span class="i0">(Nichts ist an seinem rechten Fleck!)<br /></span> -<span class="i0">Wie eine Irre vorm Richterstuhl,<br /></span> -<span class="i0">Wie ein Kriegsschiff mit vollen Segeln auf dem Kanal!<br /></span> -<span class="i0">Nachtvögel, die sich auf Lilien wiegen!<br /></span> -<span class="i0">Totengeläut am Mittag<br /></span> -<span class="i0">(Da unter den Glocken!)<br /></span> -<span class="i0">Ein Krankenzug in der Wiese,<br /></span> -<span class="i0">Äthergeruch in der Sonnenglut.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Mein Gott, mein Gott, wann kommt Regen<br /></span> -<span class="i0">Und Wind in das Treibhaus und Schnee!</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="GEBET" id="GEBET">GEBET</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Barmherzigkeit, mein Gott, Barmherzigkeit,<br /></span> -<span class="i0">Dass ich schon an des Wollens Schwelle fehle!<br /></span> -<span class="i0">Bleich ist vor Ohnmacht meine Seele,<br /></span> -<span class="i0">Vor weisser Ohnmacht und Untätigkeit.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Die Seele mit den halbvollbrachten Taten,<br /></span> -<span class="i0">Die Seele, bleich von Weinen und von Klagen,<br /></span> -<span class="i0">Sieht vor dem Unerschlossnen ihre matten<br /></span> -<span class="i0">Und schwachen Hände zittern und verzagen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und während aus dem Herzen veilchenblaue<br /></span> -<span class="i0">Traumblasen steigen, hat ein Mondenstrahl<br /></span> -<span class="i0">Die schwachen Hände ihr, wie Wachs so fahl,<br /></span> -<span class="i0">Benetzt mit seinem müden Silbertaue, —<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ein Mondenstrahl, darinnen schon ein Schimmer<br /></span> -<span class="i0">Der welken Lilien künft'ger Tage lebt,<br /></span> -<span class="i0">Ein Mondenstrahl, aus dessen bleichem Flimmer<br /></span> -<span class="i0">Sich trüb der Schatten ihrer Hände hebt.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="TREIBHAUSSTARRE" id="TREIBHAUSSTARRE">TREIBHAUSSTARRE</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Die blaue Starre, ach, im Herzen immer!<br /></span> -<span class="i0">Und dieses allzuklare Schauen<br /></span> -<span class="i0">Von meinen Träumen, meinen sehnsuchtsblauen,<br /></span> -<span class="i0">Im tränenfeuchten Mondenschimmer!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O Starre, wie das Treibhaus blau,<br /></span> -<span class="i0">Die tiefen, grünen Scheiben fest verschlossen,<br /></span> -<span class="i0">Das Glas von Mondlicht übergossen,<br /></span> -<span class="i0">Und nur der Blick durchdringt den Bau,<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Sieht draussen Wälder riesenhaft<br /></span> -<span class="i0">In nächtlichem Vergessen in den Raum<br /></span> -<span class="i0">Aufragen, unbeweglich wie ein Traum,<br /></span> -<span class="i0">Der auf den Rosen liegt der Leidenschaft.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und langsam steigt ein Wasserstrahl,<br /></span> -<span class="i0">Darin zu einem ew'gen grünen Weinen<br /></span> -<span class="i0">Der Himmel und das Mondenlicht sich einen,<br /></span> -<span class="i0">Und wie im Traum eintönig ist sein Fall.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="VERSUCHUNGEN" id="VERSUCHUNGEN">VERSUCHUNGEN</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">O die Versuchungen, die grün<br /></span> -<span class="i0">Im Dunkel meiner Seele aufgeschlossen<br /></span> -<span class="i0">Mit ihren Blättern, die mein Ich durchglühn<br /></span> -<span class="i0">Wie Flammen, und mit ihren Sprossen, —<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Der dunklen Äste dunklen Zierden,<br /></span> -<span class="i0">Die in des Bösen Mondenschein<br /></span> -<span class="i0">Mit ihren keimenden Begierden<br /></span> -<span class="i0">Herbstliche Schatten um sich streu'n!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Die unter ihrer Schleimhaut Schale<br /></span> -<span class="i0">Und ihrer Fieberschwären Blühn<br /></span> -<span class="i0">Das Mondlicht überziehn, das fahle,<br /></span> -<span class="i0">Mit ihres trüben Reifes Grün.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und ihre frevle Fruchtbarkeit<br /></span> -<span class="i0">Geheime Süchte offenbart,<br /></span> -<span class="i0">So düster wie das Herzeleid<br /></span> -<span class="i0">Von Kranken, welche Schnee umstarrt.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Von ihrer Trauer überflort,<br /></span> -<span class="i0">Seh' ich in Wunden voller Blutes<br /></span> -<span class="i0">Der Wollust blaues Schwert gebohrt<br /></span> -<span class="i0">Ins rote Fleisch des Übermutes.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O Herr, die Träume dieser Welt,<br /></span> -<span class="i0">Wann sterben sie in meinem Herzen?<br /></span> -<span class="i0">Gib, dass Dein Himmelsglanz erhellt<br /></span> -<span class="i0">Das schlimme Treibhaus meiner Schmerzen<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und das Vergessen, das ich nimmer fand!<br /></span> -<span class="i0">Und ihrer Fieber dürre Haide!<br /></span> -<span class="i0">Die Sterne zwischen ihrer Lippen Rand<br /></span> -<span class="i0">Und ihrer Sünden Eingeweide!</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="GLASGLOCKEN" id="GLASGLOCKEN">GLASGLOCKEN</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Glasglocken ihr!<br /></span> -<span class="i0">Seltsame Pflanzen, immerdar geschützt,<br /></span> -<span class="i0">Und draussen stürmt der Wind durch meine Sinne!<br /></span> -<span class="i0">Ein ganzes Tal der Seele ewig regungslos<br /></span> -<span class="i0">Und feuchte Wärme, mittags eingeschlossen!<br /></span> -<span class="i0">Die Bilder, die man an des Glases Oberfläche sieht!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Hebt niemals eine auf!<br /></span> -<span class="i0">Auf alten Mondschein sind ein paar gestülpt.<br /></span> -<span class="i0">Blick' durch das Blattwerk:<br /></span> -<span class="i0">Es sitzt vielleicht ein Landstreicher auf dem Thron,<br /></span> -<span class="i0">Man meint, Seeräuber lauerten auf einem Teich,<br /></span> -<span class="i0">Und Vorwelttiere drohen Überfall den Städten.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Auf alten Schnee sind etliche gestellt,<br /></span> -<span class="i0">Gestülpt sind andre über alten Regen.<br /></span> -<span class="i0">(Habt Mitleid mit dem eingeschlossnen Dunst!)<br /></span> -<span class="i0">Ich hör' ein Fest am Sonntag feiern in der Teurung,<br /></span> -<span class="i0">Ein Lazarett ist auf dem Erntefeld,<br /></span> -<span class="i0">Und alle Königstöchter irren an einem Fasttag durch die Auen!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Gib acht auf die am Horizont zumal!<br /></span> -<span class="i0">Sie decken alte Ungewitter sorgsam zu!<br /></span> -<span class="i0">O, irgendwo muss eine grosse Flotte im Sumpfe sein!<br /></span> -<span class="i0">Und Schwäne haben, deucht mich, Raben ausgebrütet!<br /></span> -<span class="i0">(Kaum sieht man durch den feuchten Dunst!)<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Eine Jungfrau begiesst Farnkraut mit heissem Wasser,<br /></span> -<span class="i0">Und eine Schar von kleinen Mädchen belauscht den Klausner in der Zelle.<br /></span> -<span class="i0">In einer gift'gen Grotte Grund sind meine Schwestern eingeschlafen!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O harrt, bis endlich Mond und Winter<br /></span> -<span class="i0">Die Glocken decken, rings im Eis verstreut!</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="DUNKLES_OPFER" id="DUNKLES_OPFER">DUNKLES OPFER</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Mein armes Tun bring ich dir dar;<br /></span> -<span class="i0">Es ist den Träumen Toter gleich;<br /></span> -<span class="i0">Im Sturme scheint der Mond so bleich<br /></span> -<span class="i0">Auf meiner Reue Tiereschar:<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Auf meiner Träume violette Schlangen,<br /></span> -<span class="i0">Die sich durch meinen Schlummer ranken,<br /></span> -<span class="i0">Und auf mein schwertgekrönt Verlangen,<br /></span> -<span class="i0">Auf Löwen, die im Sonnenschein ertranken,<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und Lilien im fernen Wogenspiele<br /></span> -<span class="i0">Und Hände, die auf ewig sich geschlossen,<br /></span> -<span class="i0">Und meines Hasses rote Stiele,<br /></span> -<span class="i0">Vom trüben Flor der Liebe grün umflossen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Hör' in Erbarmen, was die Lippe spricht,<br /></span> -<span class="i0">Und dulde, dass mein düsteres Gebet<br /></span> -<span class="i0">Und das im Gras verstreute Mondenlicht<br /></span> -<span class="i0">Die Nacht am Himmelsrande mäht.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="HERZGEWAECHSE" id="HERZGEWAECHSE">HERZGEWÄCHSE</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Meiner müden Schwermut blaues Glas<br /></span> -<span class="i0">Deckt den alten, unbestimmten Kummer,<br /></span> -<span class="i0">Dessen ich genas,<br /></span> -<span class="i0">Und der nun erstarrt in seinem Schlummer.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Sinnbildhaft ist seiner Blumen Zier:<br /></span> -<span class="i0">Mancher Freuden düstre Wasserrose,<br /></span> -<span class="i0">Palmen der Begier,<br /></span> -<span class="i0">Weiche Schlinggewächse, kühle Moose.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Eine Lilie nur in all dem Flor,<br /></span> -<span class="i0">Bleich und starr in ihrer Kränklichkeit,<br /></span> -<span class="i0">Richtet sich empor<br /></span> -<span class="i0">Über all das blattgewordne Leid.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Licht sind ihre Blätter anzuschauen,<br /></span> -<span class="i0">Weissen Mondesglanz sie um sich sät.<br /></span> -<span class="i0">Zum Kristall, dem blauen,<br /></span> -<span class="i0">Sendet sie ihr mystisches Gebet.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="SEELENGLUT" id="SEELENGLUT">SEELENGLUT</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Ihr Augen mein, von Finsternis erleuchtet,<br /></span> -<span class="i0">Die alle meine Süchte überwand!<br /></span> -<span class="i0">Das Herz, das allen Träumen offen stand<br /></span> -<span class="i0">In Nächten, da die Seele Schweiss befeuchtet!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich hab' die Rosen der verdorrten<br /></span> -<span class="i0">Erwartungen versenkt in mein Gemüt,<br /></span> -<span class="i0">Und meine Wimpern schlossen ihre Pforten<br /></span> -<span class="i0">Über den Wünschen, die umsonst geglüht.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Allabendlich tun meine ohnmachtsstarren<br /></span> -<span class="i0">Und bleichen Finger ab das Glockenglas<br /></span> -<span class="i0">Der grünen Hoffnung von dem dürren Gras<br /></span> -<span class="i0">Der Dinge, die nicht sind und die nicht waren.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und meine matte Seele lauscht mit Beben<br /></span> -<span class="i0">Den Traumesworten, die die Lippe spricht<br /></span> -<span class="i0">Im Flor der Lilien, die mich umgeben;<br /></span> -<span class="i0">Und meines Herzens Finsternis wird Licht! ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="SEELE" id="SEELE">SEELE</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">O meine Seele!<br /></span> -<span class="i0">O meine allzusichre Seele!<br /></span> -<span class="i0">Und diese Herden von Wünschen in einem Treibhaus!<br /></span> -<span class="i0">Die eines Gewitters über den Wiesen harren!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Tritt zu den Kränksten:<br /></span> -<span class="i0">Sie hauchen seltsame Dünste aus!<br /></span> -<span class="i0">Mir ist bei ihnen, als beträt ich mit meiner Mutter ein Schlachtfeld!<br /></span> -<span class="i0">Man begräbt einen Waffenbruder zur Mittagszeit,<br /></span> -<span class="i0">Indess' die Wachen ihr Mahl verzehren.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Tritt auch zu den Schwächsten:<br /></span> -<span class="i0">Sie liegen in seltsamem Schweiss.<br /></span> -<span class="i0">Sieh hier eine kranke Braut,<br /></span> -<span class="i0">Dort einen Verrat am Sonntag<br /></span> -<span class="i0">Und kleine Kinder im Kerker.<br /></span> -<span class="i0">(Und weiter weg, durch all den Dunst)<br /></span> -<span class="i0">Ist's eine Sterbende an der Küchentür?<br /></span> -<span class="i0">Eine Krankenschwester, die am Sterbebett Gemüse liest?<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Tritt endlich zu den Traurigsten:<br /></span> -<span class="i0">(Zuletzt zu ihnen, denn sie sind vergiftet.)<br /></span> -<span class="i0">O meine Lippen spüren den Kuss von Verwundeten!<br /></span> -<span class="i0">Alle Schlossfräulein starben vor Hunger<br /></span> -<span class="i0">Diesen Sommer in den Türmen meiner Seele!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Sieh, der junge Tag tritt hinein in das Fest!<br /></span> -<span class="i0">Ich sehe Lämmer an den Ufern entlang<br /></span> -<span class="i0">Und einen Schleier vor den Fenstern des Spitals!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ein weiter Weg ist es von meinem Herzen bis zu meiner Seele!<br /></span> -<span class="i0">Und alle Wachen sind auf ihrem Posten tot!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Es war einmal ein armes kleines Fest in den Vorhöfen meiner Seele!<br /></span> -<span class="i0">Man mähte dort den Schierling eines Sonntag-Morgens;<br /></span> -<span class="i0">Und all die Jungfrau'n aus dem Kloster sahn die Schiffe<br /></span> -<span class="i0">Auf dem Kanal vorüberziehn; es war an einem sonn'gen Fasttag.<br /></span> -<span class="i0">Indess' die Schwäne litten unter einer gift'gen Brücke,<br /></span> -<span class="i0">Schlug man die Bäume rings um das Gefängnis.<br /></span> -<span class="i0">Man bracht' an einem Juni-Nachmittag Arznei,<br /></span> -<span class="i0">Und Krankenmahle breiteten sich aus nach allen Seiten!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O meine Seele!<br /></span> -<span class="i0">Wie traurig ist das alles, meine Seele!<br /></span> -<span class="i0">Wie traurig alles!</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="MUEDIGKEIT" id="MUEDIGKEIT">MÜDIGKEIT</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">So starr sind ihre Augen und erblindet,<br /></span> -<span class="i0">Dass ihre Lippe nicht die Stelle findet.<br /></span> -<span class="i0">Nur noch versenkt in ihren stolzen Traum<br /></span> -<span class="i0">Schaun sie wie Hunde, die am Wiesensaum<br /></span> -<span class="i0">Verträumt die weissen Lämmer schreiten sehen,<br /></span> -<span class="i0">Wie sie des Mondes Silber auf der Au<br /></span> -<span class="i0">Abweiden, überdeckt vom Himmelsgrau, —<br /></span> -<span class="i0">Grau wie ihr Leben; stumpf und ohne jähen<br /></span> -<span class="i0">Wunsch nach dem Rosenflor in ihren Spuren<br /></span> -<span class="i0">Und achtlos dieser tiefen stillen Fluren.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="MUEDES_JAGEN" id="MUEDES_JAGEN">MÜDES JAGEN</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">O meine Seele fühlt so krank sich heut'!<br /></span> -<span class="i0">Sie krankt an allem, was nicht ward,<br /></span> -<span class="i0">Am Schweigen, das nichts offenbart,<br /></span> -<span class="i0">Und meine Augen klären sie mit Leid.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich seh' ein regungsloses Jagen,<br /></span> -<span class="i0">Seh' der geheimen Süchte Meute<br /></span> -<span class="i0">Auf müden Spuren folgen ihrer Beute,<br /></span> -<span class="i0">Und der Erinn'rung Geisseln schlagen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Die Hunde meiner Träume irren<br /></span> -<span class="i0">Durch schwülen Wald in langen Zügen<br /></span> -<span class="i0">Und nach dem weissen Hirsch der Lügen<br /></span> -<span class="i0">Der Reue gelbe Pfeile schwirren.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O Gott, mein atemlos Verlangen,<br /></span> -<span class="i0">Der Augen schwüles Wünschen hält<br /></span> -<span class="i0">In allzublauem Dunst gefangen<br /></span> -<span class="i0">Den Mond, der meine Seel' erhellt.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="MUEDE_RAUBTIERE" id="MUEDE_RAUBTIERE">MÜDE RAUBTIERE</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">O die verrauschten Leidenschaften!<br /></span> -<span class="i0">Der Tränen Flut, des Lachens Klang!<br /></span> -<span class="i0">Unter dem welken Laub erschlafften<br /></span> -<span class="i0">Mit halbgeschlossnen Lidern, krank,<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Die gelben Hunde meiner Sünden<br /></span> -<span class="i0">Und meines Hasses schielende Hyänen,<br /></span> -<span class="i0">Und auf verdrossnen bleichen Wiesengründen<br /></span> -<span class="i0">Seh' ich die Löwen sich der Liebe dehnen!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">In ihres Traumes Ohnmacht hingekauert<br /></span> -<span class="i0">Und müde unter schlaffem Himmel,<br /></span> -<span class="i0">Der trüb und farblos niedertrauert,<br /></span> -<span class="i0">So seh' ich ihren Blick auf dem Gewimmel<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Der Lämmer der Versuchung haften,<br /></span> -<span class="i0">Die langsam, eines nach dem andern,<br /></span> -<span class="i0">Im stillen Mondschein weiterwandern —<br /></span> -<span class="i0">Und stille ruhn sie, meine Leidenschaften ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="GEBET_2" id="GEBET_2">GEBET</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Wie ein Weib verzagt ist meine Seele!<br /></span> -<span class="i0">Gott, sieh gnädig nieder auf das Tun<br /></span> -<span class="i0">Meiner Hände, Lilien der Seele,<br /></span> -<span class="i0">Meiner Augen, drin des Herzens Himmel ruhn!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Herr, erbarm dich meiner Nöte!<br /></span> -<span class="i0">Ring und Palmenzweig hab' ich verloren.<br /></span> -<span class="i0">Herr, erbarm dich meiner Angstgebete;<br /></span> -<span class="i0">Schwache Blumen sind sie, die im Glas verdorren.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Mitleid, Herr, wenn arg die Lippen sprechen,<br /></span> -<span class="i0">Mitleid, Herr, mit meiner Reue!<br /></span> -<span class="i0">Lilien auf meine Fieber streue,<br /></span> -<span class="i0">Säe Rosen auf die Sümpfe der Gebrechen!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Gott, den Himmel meiner Augen füllt<br /></span> -<span class="i0">Trübend alter Stunden Taubenflug.<br /></span> -<span class="i0">Hab' Erbarmen mit dem Lendentuch,<br /></span> -<span class="i0">Das mit seinen blauen Falten mich umhüllt.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="TRUEBE_STUNDEN" id="TRUEBE_STUNDEN">TRÜBE STUNDEN</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">O sieh die alten Wünsche ziehen,<br /></span> -<span class="i0">Und wieder müde Träumerei,<br /></span> -<span class="i0">Und wieder Träume, die entfliehen:<br /></span> -<span class="i0">O sieh, der Hoffnung Tage sind vorbei!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Zu welchen soll ich nun entrinnen?<br /></span> -<span class="i0">Kein Stern mehr an des Himmels Weiten!<br /></span> -<span class="i0">Eis liegt auf allen Traurigkeiten<br /></span> -<span class="i0">Und unterm Mond schwimmt blaues Linnen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und wieder Tränen, die ich überrasche!<br /></span> -<span class="i0">O sieh die Lämmer, die den Schnee abweiden,<br /></span> -<span class="i0">Sieh Kranke frieren bei verglomm'ner Asche!<br /></span> -<span class="i0">O Gott, erbarm dich aller ihrer Leiden!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Lass mich nicht länger des Erwachens harren,<br /></span> -<span class="i0">Nicht länger harren auf des Schlummers Ende!<br /></span> -<span class="i0">Der Sonne harren meine Hände,<br /></span> -<span class="i0">Die in dem kalten Mond erstarren.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="TRUEBSAL" id="TRUEBSAL">TRÜBSAL</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Die trägen Pfau'n, die weissen Pfau'n entwichen,<br /></span> -<span class="i0">Die weissen Pfau'n flohn des Erwachens Leid.<br /></span> -<span class="i0">Ich seh' die weissen Pfau'n, die Pfau'n von heut',<br /></span> -<span class="i0">Die Pfauen, die im Schlaf sich fortgeschlichen.<br /></span> -<span class="i0">Die trägen Pfau'n, die weissen Pfauen schreiten<br /></span> -<span class="i0">Lässig zum sonnenlosen Teich im Garten.<br /></span> -<span class="i0">Ich hör' die weissen Pfau'n der Traurigkeiten<br /></span> -<span class="i0">Lässig die sonnenlose Zeit erwarten.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="KRANKENHAUS" id="KRANKENHAUS">KRANKENHAUS</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Krankenhaus am Ufer des Kanals!<br /></span> -<span class="i0">Krankenhaus im Juli!<br /></span> -<span class="i0">Und dennoch macht man Feuer an im Saal,<br /></span> -<span class="i0">Und grosse Dampfer pfeifen schrill auf dem Kanal!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">(O tretet nicht ans Fenster!)<br /></span> -<span class="i0">Auswandrer gehn durch einen Prunkpalast!<br /></span> -<span class="i0">Ich sehe eine Yacht im Sturm!<br /></span> -<span class="i0">Ich seh auf allen Schiffen Herden!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">(Tut lieber nicht die Fenster auf,<br /></span> -<span class="i0">So ist man fast geschützt vor allem Draussen!)<br /></span> -<span class="i0">Man meint, ein Treibhaus liegt im Schnee,<br /></span> -<span class="i0">Man meint, dass eine Wöchnerin<br /></span> -<span class="i0">Den ersten Kirchgang tut bei stürmischem Wetter.<br /></span> -<span class="i0">Man sieht auf eine wollne Decke Blumen ausgestreut.<br /></span> -<span class="i0">Ein Brand brach aus an einem Sonntag<br /></span> -<span class="i0">Und einen Wald betret' ich voll Verwundeter!<br /></span> -<span class="i0">O, endlich kommt der Mond!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ein Wasserstrahl steigt mitten auf im Saal!<br /></span> -<span class="i0">Ein Schwarm von kleinen Mädchen öffnet die Tür!<br /></span> -<span class="i0">Ich seh' auf einer grünen Insel Schafe weiden<br /></span> -<span class="i0">Und schöne Blumen blühn auf einem Gletscher!<br /></span> -<span class="i0">Lilien in einer Marmorhalle!<br /></span> -<span class="i0">Ein Fest, das man im Urwald feiert!<br /></span> -<span class="i0">Und eine morgenländische Flora blüht in einer Eisgrotte!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Horch, die Schleusen tun sich auf!<br /></span> -<span class="i0">Die grossen Dampfer schlagen Wellen im Kanal!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O die barmherzige Schwester schürt das Feuer!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Das schöne grüne Schilf am Ufer brennt!<br /></span> -<span class="i0">Ein Schiff voller Verwundeter kämpft mit der Flut im Mondenschein!<br /></span> -<span class="i0">Die Königstöchter alle sind in einem Boot im Sturm!<br /></span> -<span class="i0">Und die Prinzessinnen sterben in einem Schierlingsfeld!<br /></span> -<span class="i0">O lasst die Fenster zu!<br /></span> -<span class="i0">Hoch, horch, noch pfeifen fern die grossen Dampfer!<br /></span> -<span class="i0">Im Garten wird jemand vergiftet!<br /></span> -<span class="i0">Und bei den Feinden feiert man ein Fest!<br /></span> -<span class="i0">Es rennen Hirsche durch eine belagerte Stadt!<br /></span> -<span class="i0">Eine Tierbude mitten in Lilien!<br /></span> -<span class="i0">Eine Tropenflora im Schoss eines Kohlenschachtes!<br /></span> -<span class="i0">Eine Schafherde zieht über eine eiserne Brücke!<br /></span> -<span class="i0">Und die Lämmer der Herde betreten traurig den Saal!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Jetzt zündet die Schwester die Lampen an;<br /></span> -<span class="i0">Sie bringt den Kranken das Essen.<br /></span> -<span class="i0">Sie schliesst die Fenster auf den Kanal<br /></span> -<span class="i0">Und alle Türen vor dem Mondenschein.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="NACHTGEBET" id="NACHTGEBET">NACHTGEBET</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Mein nächtliches Gebet ist müd'<br /></span> -<span class="i0">In Sehnsuchtsträumerei'n erschlafft.<br /></span> -<span class="i0">Ich fühl's, wie jähe Leidenschaft<br /></span> -<span class="i0">Und schlimme Wollust mich durchglüht!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich seh' des Mondes helles Flirren<br /></span> -<span class="i0">Im nächt'gen Kummer meiner Träume;<br /></span> -<span class="i0">Ich sehe über giftige Räume<br /></span> -<span class="i0">Die Fleischeslust verloren irren.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich fühle, wie nach grünen Fernen<br /></span> -<span class="i0">Die Gier in meiner Brust erwacht,<br /></span> -<span class="i0">Und in der wolkendunklen Nacht<br /></span> -<span class="i0">Lechz' ich verdürstend nach den Sternen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich fühle, wie mein Geist sich füllt<br /></span> -<span class="i0">Mit bösen, schwarzen Zärtlichkeiten,<br /></span> -<span class="i0">Und über sumpfbedeckten Weiten<br /></span> -<span class="i0">Verfinstert sich des Mondes Bild.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Dein Groll, o Herr, macht mich zunichte!<br /></span> -<span class="i0">O hab Erbarmen, Herr, und beue<br /></span> -<span class="i0">Dem Kranken, Schweissgebadeten aufs neue<br /></span> -<span class="i0">Das Grün, das er erblickt im Mondenlicht!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und all den Schierling, Herr, es eilt, es eilt,<br /></span> -<span class="i0">Der ringsum wuchert, heiss' ihn niedermähen!<br /></span> -<span class="i0">Durch meiner Hoffnung Dunkel muss ich sehen,<br /></span> -<span class="i0">Wie grün der Mond auf Schlangenleibern weilt!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und all die schlimmen Träume dringen<br /></span> -<span class="i0">In meinen Blick mit ihren Sündenqualen;<br /></span> -<span class="i0">Ich höre blaue Wasserstrahlen<br /></span> -<span class="i0">Empor zum kalten Monde springen!</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="SEHNEN_IM_WINTER" id="SEHNEN_IM_WINTER">SEHNEN IM WINTER</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich weine über Lippen ohne Farben,<br /></span> -<span class="i0">Auf denen keine Küsse je geboren,<br /></span> -<span class="i0">Und über Wünsche wein' ich, die verloren<br /></span> -<span class="i0">In hingemähten Traurigkeiten starben.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und immer ist der Himmel regenblass,<br /></span> -<span class="i0">Und immer deckt der Schnee die Meeressäume.<br /></span> -<span class="i0">Und Wölfe sind gelagert in das Gras<br /></span> -<span class="i0">Vor der geschlossnen Schwelle meiner Träume.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">In meine matte Seele, ganz verschwommen<br /></span> -<span class="i0">Von fernen Tagen, ist ihr Blick gesenkt;<br /></span> -<span class="i0">Sie sehn sie von der Lämmer Blut getränkt,<br /></span> -<span class="i0">Die eines Tags im Eise umgekommen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und endlich tritt der Mond hervor<br /></span> -<span class="i0">Und starrt mit seinem Strahl, dem trübsalschweren,<br /></span> -<span class="i0">Darin des Herbstes welkes Laub gefror,<br /></span> -<span class="i0">Auf all mein krankes, hungerndes Begehren.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="REIGEN_DES_UNMUTS" id="REIGEN_DES_UNMUTS">REIGEN DES UNMUTS</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich stimme bleiche Lieder an<br /></span> -<span class="i0">Von Küssen, die nicht wiederkehren;<br /></span> -<span class="i0">Ich sehe Sieche Liebe sich gewähren<br /></span> -<span class="i0">Auf dem verstreuten Wiesenplan.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">In meinen Schlummer eingesponnen,<br /></span> -<span class="i0">Auftauchen hör' ich Stimmen so gelassen!<br /></span> -<span class="i0">Und Lilien öffnen sich auf dunkle Gassen,<br /></span> -<span class="i0">Die Sterne nie geschaut noch Sonnen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und dieses Streben mit noch zagem Herzen,<br /></span> -<span class="i0">Und diese Wünsche, die ich nur gefasst,<br /></span> -<span class="i0">Sind Bettlern gleich in einem Prunkpalast,<br /></span> -<span class="i0">Im Morgenrot gleich matten Kerzen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich warte, dass der Mondschein mild<br /></span> -<span class="i0">Mein Auge füllt, das offen lag im Sinnen<br /></span> -<span class="i0">So manche Nacht, dass er mit seinem Linnen,<br /></span> -<span class="i0">Dem stillen, blauen, meine Träume stillt.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="AMEN" id="AMEN">AMEN</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Die Stunde naht, o Herr; nun benedeie<br /></span> -<span class="i0">Den ausgelöschten Schlaf der Knechte.<br /></span> -<span class="i0">Ich harre, Herr, dass deine Rechte<br /></span> -<span class="i0">In Kellerhöhlen Rosen streue.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich höre, dass von deinem Hauch gesunde<br /></span> -<span class="i0">Mein Herz, nun endlich sicher vor Verrat,<br /></span> -<span class="i0">Ein Osterlamm, das sich im Sumpf vertrat,<br /></span> -<span class="i0">Und tief in warmen Fluten eine Wunde.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich harre, Herr, auf Nächte sonder Ende,<br /></span> -<span class="i0">Auf eine unheilbare Schwäche,<br /></span> -<span class="i0">Dein Ebenbild auf schwüler Wasserfläche<br /></span> -<span class="i0">Und streck' nach deinem Schatten meine Hände.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und deiner Nächte, Vater, will ich harren,<br /></span> -<span class="i0">Auf dass sich die Begierden all, die schwülen,<br /></span> -<span class="i0">Und Träume in dem feuchten Abend kühlen<br /></span> -<span class="i0">Und dann in einem Eispalast erstarren ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="TAUCHERGLOCKE" id="TAUCHERGLOCKE">TAUCHERGLOCKE</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">O Taucher, ewig unter der Glocke!<br /></span> -<span class="i0">Ein ganzes Meer von ewig warmem Glas!<br /></span> -<span class="i0">Ein ganzes regungsloses Leben mit langen grünen Pendelschlägen!<br /></span> -<span class="i0">Und so viel fremde Wesen durch die Scheiben,<br /></span> -<span class="i0">Die zu berühren ewig untersagt ist,<br /></span> -<span class="i0">Wo so viel Leben draussen herrscht im klaren Wasser!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Gib acht! Der Schatten grosser Segelschiffe fliegt<br /></span> -<span class="i0">Über den Blumenflor der Meereswälder!<br /></span> -<span class="i0">Und plötzlich bin ich unterm Schatten grosser Wale,<br /></span> -<span class="i0">Die nach dem Pole ziehn!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Jetzt löschen wohl die Andern in dem Hafen<br /></span> -<span class="i0">Die Ladung der beschneiten Schiffe!<br /></span> -<span class="i0">Ein Gletscher, der noch starrt auf Sommerwiesen!<br /></span> -<span class="i0">Sie schwimmen rückwärts durch die grüne Flut der Meeresbucht!<br /></span> -<span class="i0">Am Mittag dringen sie in düstre Grotten<br /></span> -<span class="i0">Und Meeresbrisen fegen die Terrassen!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Gib acht! Das sind des Golfstroms Flammenzungen!<br /></span> -<span class="i0">Halt' ihre Küsse fern den Wänden des Verdrusses!<br /></span> -<span class="i0">Man tat den Fieberkranken keinen Schnee mehr auf die Stirn!<br /></span> -<span class="i0">Die Siechen haben Freudenfeuer angezündet<br /></span> -<span class="i0">Und werfen grüne Lilien mit vollen Händen in die Glut!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Lehn' deine Stirn an, wo die Wände kühler sind,<br /></span> -<span class="i0">Und warte, bis der Mond die Glockenspitze trifft,<br /></span> -<span class="i0">Und schliess die Augen fest vor jenen Wäldern<br /></span> -<span class="i0">Von blauen Pendelschlägen und von violettem Gallert:<br /></span> -<span class="i0">Und bleib den Flüsterworten taub der lauen Flut!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Dann trockne deine schweissgeschwächten Wünsche.<br /></span> -<span class="i0">Tritt erst zu denen, die der Ohnmacht nahe sind:<br /></span> -<span class="i0">Es ist, als ob sie Brautnacht feierten im Keller,<br /></span> -<span class="i0">Als ob sie mittags einen unterirdischen Gang, mit Lampen ausgehängt, beträten.<br /></span> -<span class="i0">Sie zieh'n im Festzug durch ein Land, das einer Waise Kindheit gleicht.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Tritt dann zu denen, die im Sterben liegen.<br /></span> -<span class="i0">Sie kommen an wie Jungfraun nach einem langen Weg im Sommer an einem Fasttag.<br /></span> -<span class="i0">Sie sind so bleich wie Kranke, die den Regen<br /></span> -<span class="i0">Sanft auf die Gärten des Spitales rieseln hören,<br /></span> -<span class="i0">Sie sind wie Überlebende, die auf dem Schlachtfeld Mahlzeit halten,<br /></span> -<span class="i0">Und wie Gefangene, die wissen, dass alle Wächter sich im Flusse baden,<br /></span> -<span class="i0">Und hören, dass man Gras im Kerkergarten mäht.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="AQUARIUM" id="AQUARIUM">AQUARIUM</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Ach, meine Wünsche tragen<br /></span> -<span class="i0">Die Seele nicht mehr an den Strand der Lider<br /></span> -<span class="i0">Zur Ebbe von Gebet und Klagen<br /></span> -<span class="i6">Sank sie hernieder.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Tief im geschlossenen Auge sie ruht.<br /></span> -<span class="i0">Nur ihr Odem treibt matt und weiss<br /></span> -<span class="i0">Noch empor an den Rand der Flut<br /></span> -<span class="i6">Lilien von Eis ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ihre Lippen im Schmerzabgrunde<br /></span> -<span class="i0">Schliesst unendliches Wellenspiel;<br /></span> -<span class="i0">Und doch blühen aus ihrem Munde<br /></span> -<span class="i6">Blumen auf blauem Stil.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Vor ihren Händen mein Blick erbleicht,<br /></span> -<span class="i0">Wenn er der Lilien Spur nachzieht,<br /></span> -<span class="i0">Die, von einander unerreicht,<br /></span> -<span class="i6">Sich tot geblüht.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und ich weiss, dass der Tod ihr naht,<br /></span> -<span class="i0">Faltet sie nur ihre matten Hände,<br /></span> -<span class="i0">Allzu schwach zu der Blumen Mahd,<br /></span> -<span class="i6">Die keiner mehr fände ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="BRENNGLAS" id="BRENNGLAS">BRENNGLAS</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich betrachte alte Stunden<br /></span> -<span class="i0">Unterm Brennglas meiner Reue,<br /></span> -<span class="i0">Seh' von neuem Flor entbunden<br /></span> -<span class="i0">Ihre tiefgeheime Bläue.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O dies Glas auf dem Verlangen,<br /></span> -<span class="i0">Das die Seele mir durchdrungen!<br /></span> -<span class="i0">Nah ich's den Erinnerungen,<br /></span> -<span class="i0">Welke Gräser Feuer fangen!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Den Gedanken aufgehalten,<br /></span> -<span class="i0">Seh' ich durch das blaue Glas<br /></span> -<span class="i0">All das Leid, das ich vergass,<br /></span> -<span class="i0">Neue Blätter nun entfalten,<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Bis zu jener Nächte Ferne,<br /></span> -<span class="i0">Die mir längst im Geiste starben,<br /></span> -<span class="i0">Trübend mit den Trauerfarben<br /></span> -<span class="i0">Meiner Seele Hoffnungssterne.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="SPIEGELBILDER" id="SPIEGELBILDER">SPIEGELBILDER</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Wie des Traumes Fluten schwellen,<br /></span> -<span class="i0">Meine Seele bebt, meine Seele bebt<br /></span> -<span class="i0">Und mein Herz, versenkt in Traumesquellen,<br /></span> -<span class="i0">Wird von Mondenschein durchwebt.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Tief im düstren Schilf, dem regungslosen,<br /></span> -<span class="i0">Seh' ich tiefe Spiegelbilder weinen:<br /></span> -<span class="i0">Schlanke Palmen, Lilien und Rosen,<br /></span> -<span class="i0">Die sich in dem Wasserschoss vereinen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Blüt' auf Blüte streut den Blätterkranz<br /></span> -<span class="i0">Auf des Himmels Widerschein.<br /></span> -<span class="i0">In des Traumes Flut, in den Mondenglanz<br /></span> -<span class="i0">Gehen sie für ewig ein ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="GESICHTE" id="GESICHTE">GESICHTE</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich seh' in meinen Träumerei'n<br /></span> -<span class="i0">Die Tränen, die ich je verschwendet,<br /></span> -<span class="i0">Die Küsse, die mein Herz verblendet,<br /></span> -<span class="i0">Vorüberziehn in langen Reih'n,<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Wie Mondlicht auf dem Wiesenrain,<br /></span> -<span class="i0">Wie farbenlose Blumensterne,<br /></span> -<span class="i0">Wie Wasserstrahlen in der Ferne,<br /></span> -<span class="i0">Wie Lilien, welk im Mondenschein.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Dem schweren Schlummer matt entstiegen,<br /></span> -<span class="i0">Seh' ich durch die geschlossnen Lider,<br /></span> -<span class="i0">Wie Raben sich auf Rosen wiegen<br /></span> -<span class="i0">Und Sonne lacht auf Kranke nieder.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und langsam auf die matte Seele fällt<br /></span> -<span class="i0">Die Schwermut all der unbestimmten Liebe,<br /></span> -<span class="i0">Ganz still, als ob ihr keine Regung bliebe:<br /></span> -<span class="i0">So ruht der stille Mondschein auf der Welt.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="GEBET_3" id="GEBET_3">GEBET</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Herr, du weisst, wie elend all mein Mühn!<br /></span> -<span class="i0">Sieh die Opfer, die ich dir geboten,<br /></span> -<span class="i0">Schlechte Erdenblumen, die verblühn,<br /></span> -<span class="i0">Sonnenlicht auf einer Toten.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Sieh auch meine Mattigkeit!<br /></span> -<span class="i0">Schwarz das Frührot, ohne Mond die Nacht!<br /></span> -<span class="i0">Träufle nieder deine Himmelspracht,<br /></span> -<span class="i0">Und befruchte meine Einsamkeit!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Lass mich finden deine Spuren,<br /></span> -<span class="i0">Schenke Licht der müden Brust;<br /></span> -<span class="i0">Trübsal liegt auf meiner Lust,<br /></span> -<span class="i0">Wie das Eis auf grünen Fluren.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="BLICKE" id="BLICKE">BLICKE</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">O diese armen müden Blicke!<br /></span> -<span class="i0">Die euren und die meinen!<br /></span> -<span class="i0">Die nicht mehr sind und die noch kommen werden!<br /></span> -<span class="i0">Die niemals kommen und die dennoch sind!<br /></span> -<span class="i0">Die Sonntags Kranke zu besuchen scheinen;<br /></span> -<span class="i0">Und manche sind wie Kranke ohne Haus,<br /></span> -<span class="i0">Wie Lämmer auf der Bleiche voller Linnen.<br /></span> -<span class="i0">Und diese ungewohnten Blicke!<br /></span> -<span class="i0">In deren Wölbung eine Jungfrau hingerichtet wird<br /></span> -<span class="i0">Hinter verschlossner Tür und man muss zusehn!<br /></span> -<span class="i0">Und die an unbekannte Trübsal uns gemahnen!<br /></span> -<span class="i0">An Bauern in den Fenstern der Fabrik,<br /></span> -<span class="i0">An einen Gärtner, der zum Weber wurde,<br /></span> -<span class="i0">An einen Sommernachmittag im Wachsfigurenkabinett,<br /></span> -<span class="i0">Und an der Königin Gedanken, die einen Kranken sieht im Garten!<br /></span> -<span class="i0">An Kampfergeruch im Walde!<br /></span> -<span class="i0">Und an ein Fürstenkind, das Feiertags in einen Turm geworfen wird,<br /></span> -<span class="i0">An wochenlange Fahrt auf schwülem Kanal.<br /></span> -<span class="i0">Erbarmt euch derer, die mit kleinen Schritten ausgehn,<br /></span> -<span class="i0">So wie Genesende zur Erntezeit!<br /></span> -<span class="i0">Erbarmt euch derer, die wie Kinder blicken,<br /></span> -<span class="i0">Die sich zur Essenszeit verliefen!<br /></span> -<span class="i0">Habt Mitleid mit dem Blick des Wunden zu dem Arzt,<br /></span> -<span class="i0">Er ist wie Zelte im Orkan!<br /></span> -<span class="i0">Habt Mitleid mit dem Blick der Jungfrau in Versuchung,<br /></span> -<span class="i0">Und mit dem Blick, der Jungfrau, die erliegt!<br /></span> -<span class="i0">Wie Fürstentöchter, die im ausweglosen Sumpf verirrt sind!<br /></span> -<span class="i0">(O wie die Milch in Strömen durch das Dunkel flieht,<br /></span> -<span class="i0">Und wie die Schwäne sterben mitten unter Schlangen!)<br /></span> -<span class="i0">Und jene Blicke, die wie Schiffe mit vollen Segeln, lichterstrahlend, hinausziehn in den Sturm!<br /></span> -<span class="i0">Das Klägliche in all den Blicken, weil sie nicht wo anders sind!<br /></span> -<span class="i0">So viele Leiden, kaum zu unterscheiden, und dennoch so verschieden!<br /></span> -<span class="i0">Und die, die niemand je verstehen wird!<br /></span> -<span class="i0">Und diese armen, fast verstummten Blicke!<br /></span> -<span class="i0">Und diese armen Blicke, die da flüstern!<br /></span> -<span class="i0">Und diese armen fast erstickten Blicke!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Die einen wie ein Schloss, zum Krankenhaus verwandelt!<br /></span> -<span class="i0">Und so viel andre sind wie Zelte, Lilien des Krieges auf dem kleinen Rasenplatz des Klosters!<br /></span> -<span class="i0">Und viele sind wie Kranke, die im Treibhaus liegen!<br /></span> -<span class="i0">Und viele sind wie Krankenschwestern ohne Kranke auf hoher See!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O dass ich alle diese Blicke sah!<br /></span> -<span class="i0">O dass ich alle diese Blicke aufnahm!<br /></span> -<span class="i0">Die meinen, die sie kreuzten, sind erschöpft,<br /></span> -<span class="i0">Und seit der Zeit kann ich die Augen nicht mehr schliessen!</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="ERWARTUNG" id="ERWARTUNG">ERWARTUNG</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Die Seele faltet ihre Wunderhände<br /></span> -<span class="i0">Am Himmel meiner Blicke, Herr, und fleht:<br /></span> -<span class="i0">O dass mein Träumen doch Erfüllung fände,<br /></span> -<span class="i0">Das von den Lippen deiner Engel geht!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">In meinen müden Augen harrt sie still,<br /></span> -<span class="i0">Den Mund geöffnet zu Gebeten,<br /></span> -<span class="i0">Die zwischen meinen Lidern sich verspäten<br /></span> -<span class="i0">Und deren Blüte niemals kommen will.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">In meines Traumes Schoss ruht sie die Brust,<br /></span> -<span class="i0">Die unter meinen Wimpern ihr verblüht,<br /></span> -<span class="i0">Und zuckt die Wimpern, der Gefahr bewusst,<br /></span> -<span class="i0">Die sie im Garn der Lüg' erwachen sieht.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="NACHMITTAG" id="NACHMITTAG">NACHMITTAG</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Die Augen überraschten meine Seele.<br /></span> -<span class="i0">O Gott, erbarme dich und sä'<br /></span> -<span class="i0">Ein wenig Blätter und ein wenig Schnee<br /></span> -<span class="i0">Darüber, dass gedämpft das Feuer schwele!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Auf meinem Bett hab' ich die Sonne brüten,<br /></span> -<span class="i0">Und dieser ewig gleiche Stundenschlag!<br /></span> -<span class="i0">Und meine Blicke streuen ihre Blüten<br /></span> -<span class="i0">Auf Sterbende am Erntetag! ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Nur welke Gräser hab' ich rings gepflückt,<br /></span> -<span class="i0">Und meine Augen sind vom Schlaf so müd'<br /></span> -<span class="i0">Wie Kranke, die kein frischer Trunk erquickt,<br /></span> -<span class="i0">Wie Kellerblumen, drauf die Sonne glüht.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich harr' des Regens, der die Wiesen tränkt<br /></span> -<span class="i0">Und meine regungslosen Träume,<br /></span> -<span class="i0">Und meine Blicke ziehn durch weite Räume<br /></span> -<span class="i0">Der Herde nach, die zu den Städten drängt.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="TREIBHAUS_DER_SEELE" id="TREIBHAUS_DER_SEELE">TREIBHAUS DER SEELE</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Aus meinen Augen Traumesblüten treiben<br /></span> -<span class="i0">Und meine Seele, unter Glas verschlossen,<br /></span> -<span class="i0">Hat durch ihr Treibhaus Licht ergossen<br /></span> -<span class="i0">Und streift die blauen Fensterscheiben.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O Treibhaus, das die schwüle Seele kettet,<br /></span> -<span class="i0">Die Lilien, um die das Glas sich schliesst,<br /></span> -<span class="i0">Das Schilf, das unter diesem Glasmeer spriesst,<br /></span> -<span class="i0">Die Wünsche all, die nichts mehr rettet.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Durch der geschlossnen Lider Säume<br /></span> -<span class="i0">Möcht' ich zu den vergess'nen Blüten dringen,<br /></span> -<span class="i0">Die einstmals rosig an den Ästen hingen,<br /></span> -<span class="i0">Die offnen Blüten meiner Träume.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich harre, dass im Laubwerk, dem verdorrten,<br /></span> -<span class="i0">Ein wenig Grün sich zeigen will;<br /></span> -<span class="i0">Ich harre, dass der Mond die Pforten<br /></span> -<span class="i0">Mit blauen Fingern öffnet, sanft und still.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="WILLENSREGUNG" id="WILLENSREGUNG">WILLENSREGUNG</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Hab Mitleid mit den Augen, die verdrossen<br /></span> -<span class="i0">Der Seele Hoffen neu erwachen sehn.<br /></span> -<span class="i0">Hab Mitleid, Herr, mit dem, was unerschlossen<br /></span> -<span class="i0">In Nächten harrt und zaudert aufzugehn!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O Seele du mit deinen leisen Wogen<br /></span> -<span class="i0">Und den bewegten Lilien in der Flut,<br /></span> -<span class="i0">Von dunklen Wasserstreifen überzogen,<br /></span> -<span class="i0">Und was in meinen Augen Edles ruht!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O Gott, der Wasserrosen Hals umstricken<br /></span> -<span class="i0">Seltsame Blumen, die ich nie gekannt,<br /></span> -<span class="i0">Und deiner Engel unsichtbare Hand<br /></span> -<span class="i0">Bewegt die stille Flut in meinen Blicken.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und ihre unbestimmten Zeichen bringen<br /></span> -<span class="i0">Die Blumen in der blauen Flut zum Blühn,<br /></span> -<span class="i0">Und meine Seele spannt die weissen Schwingen<br /></span> -<span class="i0">Zum Flug, um mit den Schwänen fortzuziehn.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="HAENDEDRUECKE" id="HAENDEDRUECKE">HÄNDEDRÜCKE</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">O Händedrücke!<br /></span> -<span class="i0">Das Dunkel dehnt sich zwischen euren Fingern!<br /></span> -<span class="i0">Trompetenschrillen im Wettersturm!<br /></span> -<span class="i0">Und Orgelklang im Sonnenschein!<br /></span> -<span class="i0">Alle Herden der Seele in lichtloser Nacht!<br /></span> -<span class="i0">Und alles Salz des Meeres im Gras der Wiesen!<br /></span> -<span class="i0">Und diese blauen Meteore rings am Himmelskreis!<br /></span> -<span class="i0">(Habt Mitleid mit des Menschen Kraft!)<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Doch diese sind noch trauriger und müder!<br /></span> -<span class="i0">O, diese Händedrücke eurer armen, feuchten Hände!<br /></span> -<span class="i0">Ich höre eure reinen Finger sich um meine Finger legen,<br /></span> -<span class="i0">Und Lämmerherden ziehn im Mondenlicht an eines Flusses lauer Flut von dannen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich weiss noch all die Hände, die ich je berührte.<br /></span> -<span class="i0">Ich sehe wieder, was in dem Schutze dieser Hände war.<br /></span> -<span class="i0">Und heute seh' ich, was ich selbst im Schutze dieser lauen Hände war.<br /></span> -<span class="i0">Ein Bettler war ich oft, der Brot am Fuss von Thronen isst.<br /></span> -<span class="i0">Ein Taucher war ich, der aus heisser Flut sich nicht mehr retten kann!<br /></span> -<span class="i0">Ich war ein ganzes Volk, das nicht mehr aus dem Mauerkreis entkam.<br /></span> -<span class="i0">Und diese Hände, wie ein Kloster ohne Garten!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und die, die mich umschlossen, wie ein Glashaus<br /></span> -<span class="i0">An Regentagen eine Krankenschar umschliesst!<br /></span> -<span class="i0">Bis andre kamen, kühlere, das Tor zu öffnen<br /></span> -<span class="i0">Und Wasser auf die Schwelle auszugiessen!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O, seltsame Händedrücke bekam ich,<br /></span> -<span class="i0">Die mich nun immerdar umgeben!<br /></span> -<span class="i0">Almosen waren es am Sommertag,<br /></span> -<span class="i0">Und eine Ernte in tiefem Keller.<br /></span> -<span class="i0">Und Seiltänzerlieder hallten rings um ein Gefängnis,<br /></span> -<span class="i0">Und Wachsfiguren standen sommers in den Wäldern!<br /></span> -<span class="i0">Oder der Mondstrahl mähte nieder die Oasen,<br /></span> -<span class="i0">Und manchmal traf ich Jungfraun schweissgebadet im Schoss von Eisgrotten!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Habt Mitleid mit den seltsamen Händen!<br /></span> -<span class="i0">Sie halten aller Könige Geheimnisse umspannt!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Habt Mitleid mit den allzu bleichen Händen!<br /></span> -<span class="i0">Es ist, als kämen sie aus Mondeshöhlen.<br /></span> -<span class="i0">Sie sind vernutzt vom Spinnen: der Wasserstrahlen Spindel spannen sie.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Habt Mitleid mit den allzu weissen, feuchten Händen!<br /></span> -<span class="i0">Mir ist, als hätten Königstöchter sich am Mittag hingelegt den ganzen Sommer lang.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Haltet euch fern von allzu harten Händen!<br /></span> -<span class="i0">Sie scheinen aus dem Felsen ausgemeisselt.<br /></span> -<span class="i0">Doch habt Erbarmen mit den kalten Händen!<br /></span> -<span class="i0">Ich seh' ein Herze bluten unter eis'gen Rippen!<br /></span> -<span class="i0">Und habt Erbarmen mit den bösen Händen!<br /></span> -<span class="i0">Die Brunnen haben sie vergiftet<br /></span> -<span class="i0">Und junge Schwäne in ein Schierlingsnest getan.<br /></span> -<span class="i0">Ich sah die bösen Engel mittags alle Pforten öffnen.<br /></span> -<span class="i0">Nur Toren sind auf einem giftigen Fluss.<br /></span> -<span class="i0">Nur schwarze Schafe sind auf sternenloser Trift,<br /></span> -<span class="i0">Und Lämmer gehn, die Finsternis zu weiden.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Doch diese frischen, treuen Hände!<br /></span> -<span class="i0">Sie bieten reife Früchte dar den Sterbenden!<br /></span> -<span class="i0">Sie tragen frisches, kaltes Wasser in der hohlen Hand.<br /></span> -<span class="i0">Milch giessen sie auf blutige Schlachtfelder!<br /></span> -<span class="i0">Sie kommen, traun, aus wunderbaren, ewigen Urwäldern!</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3><a name="NACHTSEELE" id="NACHTSEELE">NACHTSEELE</a></h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Meine Seele ist betrübt am Ende,<br /></span> -<span class="i0">Ist betrübt von all der Müdigkeit,<br /></span> -<span class="i0">Matt von ihrer Unzulänglichkeit,<br /></span> -<span class="i0">Matt ist sie und auch betrübt am Ende,<br /></span> -<span class="i0">Und mein Antlitz harrt auf deine Hände.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Herr, es harrt auf deine reinen Hände,<br /></span> -<span class="i0">Harrt auf ihre engelreine Kühle,<br /></span> -<span class="i0">Harret auf des Friedensringes Spende,<br /></span> -<span class="i0">Harret, dass es ihren frischen Odem fühle,<br /></span> -<span class="i0">Einem Schatze gleich im Meeresgrunde.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und ich harre, dass ich bald gesunde,<br /></span> -<span class="i0">Dass ich nicht am Sonnenlichte sterbe,<br /></span> -<span class="i0">Hoffnungslos im Sonnenlicht verderbe,<br /></span> -<span class="i0">Dass mein Blick sich kühlt, der fieberwunde,<br /></span> -<span class="i0">Drinnen so viel Arme Schlaf begehren!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Drinnen so viel Schwäne ziehn auf Meeren,<br /></span> -<span class="i0">Schwäne, die ins Ungewisse fliegen<br /></span> -<span class="i0">Und den kranken Hals vergeblich biegen,<br /></span> -<span class="i0">Drinnen Kranke gehn und Rosen brechen<br /></span> -<span class="i0">Auf verschneiten Gartenflächen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Herr, mein Antlitz lechzt nach deinen Händen,<br /></span> -<span class="i0">Die gleich eisigen Engeln Kühlung spenden;<br /></span> -<span class="i0">Und nach ihnen lechzen wie nach Wasserbächen<br /></span> -<span class="i0">Meiner Blicke dürre Haiden,<br /></span> -<span class="i0">Wo so viele müde Lämmer weiden!</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h2><a name="FUENFZEHN_LIEDER" id="FUENFZEHN_LIEDER">FÜNFZEHN LIEDER</a></h2> -</div> - -<div class="chapter"> -<h3>I</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Sie schmiedeten sie in der Höhle an<br /></span> -<span class="i0">Und machten ein Kreuz an die Pforte dann.<br /></span> -<span class="i0">Die Maid gedachte des Lichts nicht mehr,<br /></span> -<span class="i0">Und der Schlüssel, der fiel ins Meer.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Sie wartete drinnen die Sommerszeit,<br /></span> -<span class="i0">Sie wartete sieben Jahr und mehr:<br /></span> -<span class="i0">Alljährlich kam einer des Wegs daher.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Sie harrte drinnen die Winterszeit,<br /></span> -<span class="i0">Und im Harren ward ihr das Haar so lang:<br /></span> -<span class="i0">Das entsann sich des Lichtes Herrlichkeit,<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und suchte das Licht und fand's und drang<br /></span> -<span class="i0">Durch die Steine hindurch zum Felsenhang,<br /></span> -<span class="i0">Hing nieder von ihm mit Prangen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Eines Abends kommt noch Einer gegangen,<br /></span> -<span class="i0">Weiss nicht, was der lichte Schein da sei,<br /></span> -<span class="i0">Und traut sich nicht vorbei.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Er meint, ein Zeichen wär's, gar eigen,<br /></span> -<span class="i0">Er meint, ein güldner Born wär' dort,<br /></span> -<span class="i0">Er meint, es wär' ein Engelreigen;<br /></span> -<span class="i0">Er wendet sich und geht auch fort ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3>II</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Und kehrt er einst heim,<br /></span> -<span class="i0">Was sag ich ihm dann?<br /></span> -<span class="i0">— Sag, ich hätte geharrt,<br /></span> -<span class="i0">Bis mein Leben verrann.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Wenn er weiter fragt<br /></span> -<span class="i0">Und erkennt mich nicht gleich?<br /></span> -<span class="i0">— Sprich als Schwester zu ihm;<br /></span> -<span class="i0">Er leidet vielleicht ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Wenn er fragt, wo du seist,<br /></span> -<span class="i0">Was geb ich ihm an?<br /></span> -<span class="i0">— Mein Goldring gib<br /></span> -<span class="i0">Und sieh ihn stumm an ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Will er wissen, warum<br /></span> -<span class="i0">So verlassen das Haus?<br /></span> -<span class="i0">— Zeig die offene Tür,<br /></span> -<span class="i0">Sag, das Licht ging aus.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Wenn er weiter fragt<br /></span> -<span class="i0">Nach der letzten Stund'?<br /></span> -<span class="i0">— Sag, aus Furcht, dass er weint,<br /></span> -<span class="i0">Lächelte mein Mund. ..</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3>III</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Sie töteten einst drei Jungfräulein,<br /></span> -<span class="i0">Zu schauen in ihr Herz hinein.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Das erste war voller Glück und Freud',<br /></span> -<span class="i0">Und überall, wo sein Blut hinsprang,<br /></span> -<span class="i0">Drei Schlangen zischten drei Jahre lang.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Das zweite war voller Lindigkeit,<br /></span> -<span class="i0">Und überall, wo sein Blut hinsprang,<br /></span> -<span class="i0">Drei Lämmer grasten drei Jahre lang.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Das dritte war voller Harm und Leid,<br /></span> -<span class="i0">Und überall, wo sein Blut hinsprang,<br /></span> -<span class="i0">Drei Erzengel wachten drei Jahre lang.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3>IV</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Die Mädchen mit den verbundenen Augen<br /></span> -<span class="i0">(Tut ab die goldenen Binden!)<br /></span> -<span class="i0">Die Mädchen mit den verbundenen Augen<br /></span> -<span class="i0">Wollten ihr Schicksal finden ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Haben zur Mittagsstunde<br /></span> -<span class="i0">(Lasst an die goldenen Binden!)<br /></span> -<span class="i0">Haben zur Mittagsstunde<br /></span> -<span class="i0">Das Schloss geöffnet im Wiesengrunde.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Haben das Leben gegrüsst<br /></span> -<span class="i0">(Zieht fester die goldenen Binden!)<br /></span> -<span class="i0">Haben das Leben gegrüsst,<br /></span> -<span class="i0">Ohne hinauszufinden ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3>V</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Die drei blinden Schwestern<br /></span> -<span class="i0">(Hofft und verzaget nicht)<br /></span> -<span class="i0">Die drei blinden Schwestern<br /></span> -<span class="i0">Mit goldner Lampen Licht<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Steigen hinauf zum Turme<br /></span> -<span class="i0">(Sie, ihr und der ich's sag'),<br /></span> -<span class="i0">Steigen hinauf zum Turme<br /></span> -<span class="i0">Und harren sieben Tag' ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O, spricht die eine<br /></span> -<span class="i0">(Hofft und verzaget nicht),<br /></span> -<span class="i0">O, spricht die eine,<br /></span> -<span class="i0">Ich höre unser Licht ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">O, spricht die andre<br /></span> -<span class="i0">(Sie und wir andern auch),<br /></span> -<span class="i0">O, spricht die andre,<br /></span> -<span class="i0">Der König steigt herauf ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Nein, spricht die Reinste<br /></span> -<span class="i0">(Hofft und verzaget nicht),<br /></span> -<span class="i0">Nein, spricht die Reinste,<br /></span> -<span class="i0">Verloschen ist unser Licht ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3>VI</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Sie kamen und sagten mir ein Wort<br /></span> -<span class="i0">(Mein Kind, ich zittre so),<br /></span> -<span class="i0">Sie kamen und sagten mir ein Wort:<br /></span> -<span class="i0">Sie sagten, er zöge fort ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Ich nahm zur Hand die Lampe hell<br /></span> -<span class="i0">(Mein Kind, ich zittre so),<br /></span> -<span class="i0">Ich nahm zur Hand die Lampe hell<br /></span> -<span class="i0">Und trat zu den Türen schnell ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">An der ersten Tür, an der ich stand<br /></span> -<span class="i0">(Mein Kind, ich zittre so),<br /></span> -<span class="i0">An der ersten Tür, an der ich stand,<br /></span> -<span class="i0">Erbebte die Flamme in meiner Hand ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">An der zweiten Tür, an der ich stand<br /></span> -<span class="i0">(Mein Kind, ich zittre so),<br /></span> -<span class="i0">An der zweiten Tür, an der ich stand,<br /></span> -<span class="i0">Da sprach die Flamme in meiner Hand ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">An der dritten Tür, an der ich stand<br /></span> -<span class="i0">(Mein Kind, ich zittre so),<br /></span> -<span class="i0">An der dritten Tür, an der ich stand,<br /></span> -<span class="i0">Erlosch das Licht in meiner Hand ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3 class="attach">VII</h3> -</div> - -<p class="center">(aus »Blaubart und Ariane«)</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Die sieben Mädchen von Orlamünde<br /></span> -<span class="i0">Nach der Fee Verschwinden,<br /></span> -<span class="i0">Die sieben Mädchen von Orlamünde<br /></span> -<span class="i0">Wollten Tür und Freiheit finden,<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Zündeten an die sieben Lampen,<br /></span> -<span class="i0">Öffneten Tür um Tür,<br /></span> -<span class="i0">Türme, viele hundert Säle,<br /></span> -<span class="i0">Fanden nicht zum Licht herfür ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Steigen in hallende Grotten nieder,<br /></span> -<span class="i0">Wagen sich noch tiefer hinab,<br /></span> -<span class="i0">Finden eine Tür verschlossen,<br /></span> -<span class="i0">Goldner Schlüssel schliesst sie ab.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Sehn im Spalt des Meeres Wogen,<br /></span> -<span class="i0">Fürchten alle den Tod,<br /></span> -<span class="i0">Wagen sie nicht aufzuschliessen,<br /></span> -<span class="i0">Pochen dran in ihrer Not ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3>VIII</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Sie hatte drei Kronen von lautrem Gold,<br /></span> -<span class="i0">Wem gab sie die Kronen, sprich?<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Die eine reicht sie den Eltern dar,<br /></span> -<span class="i0">Die kauften drei Netze dafür von Gold,<br /></span> -<span class="i0">Und hielten sie drin, bis es Frühling war.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Die andre tat' sie den Buhlen weih'n,<br /></span> -<span class="i0">Die kauften drei silberne Garne fein<br /></span> -<span class="i0">Und hielten sie bis zum Herbst darin.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Die dritte gibt sie den Kindern hin,<br /></span> -<span class="i0">Die kauften drei eiserner Fesseln Zwang,<br /></span> -<span class="i0">Drin blieb sie gekettet den Winter lang ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3>IX</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Sie kam zum Schloss gegangen<br /></span> -<span class="i0">— Die Sonne erhob sich kaum —<br /></span> -<span class="i0">kam zum Schloss gegangen,<br /></span> -<span class="i0">Die Ritter blickten mit Bangen<br /></span> -<span class="i0">Und es schwiegen die Fraun.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Sie blieb vor der Pforte stehen<br /></span> -<span class="i0">— Die Sonne erhob sich kaum —<br /></span> -<span class="i0">blieb vor der Pforte stehen;<br /></span> -<span class="i0">Man hörte die Königin gehen<br /></span> -<span class="i0">Und der König fragte sie:<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Wohin gehst du? Wohin gehst du?<br /></span> -<span class="i0">— Gib acht in dem Dämmerschein —<br /></span> -<span class="i0">Wohin gehst du? Wohin gehst du?<br /></span> -<span class="i0">Harrt drunten jemand dein?<br /></span> -<span class="i0">Sie sagte nicht Ja noch Nein.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Sie stieg zu der Fremden hernieder<br /></span> -<span class="i0">— Gib acht in dem Dämmerschein —<br /></span> -<span class="i0">Sie stieg zu der Fremden hernieder,<br /></span> -<span class="i0">Die schloss sie in ihre Arme ein.<br /></span> -<span class="i0">Die beiden sagten nicht ein Wort<br /></span> -<span class="i0">Und gingen eilends fort.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Der König, der hat an der Schwelle geweint<br /></span> -<span class="i0">— Gebt acht, wenn der Dämmer scheint —<br /></span> -<span class="i0">Der König, der hat an der Schwelle geweint.<br /></span> -<span class="i0">Man hörte der Königin Schritte verhallen,<br /></span> -<span class="i0">Man hörte welke Blätter fallen.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3 class="attach">X</h3> -</div> - -<p class="center">(aus »Aglavaine und Selysette«)</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Als ihr Geliebter schied<br /></span> -<span class="i0">(Ich hörte die Türe gehn),<br /></span> -<span class="i0">Als ihr Geliebter schied,<br /></span> -<span class="i0">Da hab' ich sie lächeln sehn ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Doch als er wieder kam<br /></span> -<span class="i0">(Ich hörte des Lichtes Schein),<br /></span> -<span class="i0">Doch als er wiederkam,<br /></span> -<span class="i0">War ein andrer daheim ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und ich sah den Tod<br /></span> -<span class="i0">(Mich streifte sein Hauch),<br /></span> -<span class="i0">Und ich sah den Tod,<br /></span> -<span class="i0">Der erwartet ihn auch ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3>XI</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Mutter, hast du nicht vernommen,<br /></span> -<span class="i0">Mutter, dass sie uns warnen kommen? ...<br /></span> -<span class="i0">Tochter, gib mir deine Hand,<br /></span> -<span class="i0">Tochter, es ist ein Schiff am Strand ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Mutter, sei auf deiner Hut ...<br /></span> -<span class="i0">Tochter, es fährt bald auf der Flut ...<br /></span> -<span class="i0">Mutter, ist die Fährnis nah? ...<br /></span> -<span class="i0">Tochter, es zieht in die Ferne ja ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Mutter, es nähert sich immerfort ...<br /></span> -<span class="i0">Tochter, bald ist's nicht mehr im Port ...<br /></span> -<span class="i0">Mutter, jetzt ist es schon im Haus ...<br /></span> -<span class="i0">Tochter, es zieht in die Welt hinaus ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Mutter, jetzt kommt es zur Tür herein ...<br /></span> -<span class="i0">Tochter, sie ziehen die Anker ein ...<br /></span> -<span class="i0">Mutter, jetzt flüstert es neben mir ...<br /></span> -<span class="i0">Tochter, es ist schon fern von hier ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Mutter, es nimmt den Sternen den Glanz ...<br /></span> -<span class="i0">Tochter, die Segel beschatten sie ganz ...<br /></span> -<span class="i0">Mutter, jetzt pocht's an die Fenster an ...<br /></span> -<span class="i0">Tochter, der Wind hat sie aufgetan ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Mutter, ich sehe fast nichts mehr ...<br /></span> -<span class="i0">Tochter, es fährt auf das hohe Meer ...<br /></span> -<span class="i0">Mutter, es ist überall ganz nah ...<br /></span> -<span class="i0">Tochter, wovon denn sprichst du da? ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3>XII</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Ihr habt die Lampen angezündet<br /></span> -<span class="i0">Und im Garten liegt Sonnenschein!<br /></span> -<span class="i0">Ihr habt die Lampen angezündet:<br /></span> -<span class="i0">Durch die Spalten seh' ich den hellen Schein.<br /></span> -<span class="i0">Tut auf die Türen und lasst ihn ein!<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">— Die Schlüssel der Türen sind verloren,<br /></span> -<span class="i0">Wir müssen warten und uns gedulden;<br /></span> -<span class="i0">Die Schlüssel fielen von Turmes Rand.<br /></span> -<span class="i0">Wir müssen warten und uns gedulden,<br /></span> -<span class="i0">Bis andre Tage kommen ins Land ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Andre Tage öffnen die Türen,<br /></span> -<span class="i0">Deren Riegel sich jetzt nicht rühren.<br /></span> -<span class="i0">Der Wald, der hütet sie gut.<br /></span> -<span class="i0">Des welken Laubes Feuerglut,<br /></span> -<span class="i0">Die brennt auf der Schwelle der Türen ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">— Die anderen Tage sind voller Müh',<br /></span> -<span class="i0">Die anderen Tage fürchten sich auch,<br /></span> -<span class="i0">Die anderen Tage kommen nie,<br /></span> -<span class="i0">Die anderen Tage sterben wie sie,<br /></span> -<span class="i0">Und wir, wir sterben auch ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3>XIII</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Schwestern, ich suchte dreissig Jahr,<br /></span> -<span class="i0">Wo mag er verborgen sein?<br /></span> -<span class="i0">Schwestern, ich pilgerte dreissig Jahr<br /></span> -<span class="i0">Und holte ihn doch nicht ein ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Schwestern, ich pilgerte dreissig Jahr,<br /></span> -<span class="i0">Nun sind die Füsse mir schwer.<br /></span> -<span class="i0">Schwestern, er war überall<br /></span> -<span class="i0">Und ist nirgends mehr ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Schwestern, trübe die Stunde blinkt;<br /></span> -<span class="i0">Zieht mir vom Fusse die Schuh'.<br /></span> -<span class="i0">Schwestern, auch der Abend sinkt<br /></span> -<span class="i0">Und meine Seele sucht Ruh' ...<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Schwestern, sechzehn Jahre alt,<br /></span> -<span class="i0">Pilgert weit fort von hier.<br /></span> -<span class="i0">Schwestern, nehmt meinen Stab zum Halt,<br /></span> -<span class="i0">Geht und sucht gleich mir ...</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3>XIV</h3> -</div> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Die drei Schwestern wollten sterben,<br /></span> -<span class="i0">Setzten auf die güldnen Kronen,<br /></span> -<span class="i0">Gingen sich den Tod zu holen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Wähnten ihn im Walde wohnen:<br /></span> -<span class="i0">»Wald, so gib uns, dass wir sterben,<br /></span> -<span class="i0">Sollst drei güldne Kronen erben.«<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Da begann der Wald zu lachen<br /></span> -<span class="i0">Und mit einem Dutzend Küssen<br /></span> -<span class="i0">Liess er sie die Zukunft wissen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Die drei Schwestern wollten sterben,<br /></span> -<span class="i0">Wähnten Tod im Meer zu finden.<br /></span> -<span class="i0">Pilgerten drei Jahre lang.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">»Meer, so gib uns, dass wir sterben,<br /></span> -<span class="i0">Sollst drei güldne Kronen erben.«<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Da begann das Meer zu weinen,<br /></span> -<span class="i0">Liess mit dreimal hundert Küssen<br /></span> -<span class="i0">Die Vergangenheit sie wissen.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Die drei Schwestern wollten sterben,<br /></span> -<span class="i0">Lenkten nach der Stadt die Schritte;<br /></span> -<span class="i0">Lag auf einer Insel Mitte:<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">»Stadt, so gib uns, dass wir sterben,<br /></span> -<span class="i0">Sollst drei güldne Kronen erben.«<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Und die Stadt tat auf die Tore<br /></span> -<span class="i0">Und mit heissen Liebesküssen<br /></span> -<span class="i0">Liess die Gegenwart sie wissen.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h3 class="attach">XV<br /> - -LIED DER JUNGFRAU</h3> -</div> - -<p class="center">(aus »Schwester Beatrix«)</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Allen weinenden Seelen,<br /></span> -<span class="i0">Aller nahenden Schuld<br /></span> -<span class="i0">Öffn' ich im Sternenkranze<br /></span> -<span class="i0">Meine Hände voller Huld.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Alle Schuld wird zunichte<br /></span> -<span class="i0">Vor der Liebe Gebet.<br /></span> -<span class="i0">Keine Seele kann sterben,<br /></span> -<span class="i0">Die weinend gefleht.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Verirrt sich die Liebe<br /></span> -<span class="i0">Auf irdischer Flur,<br /></span> -<span class="i0">So weisen die Tränen<br /></span> -<span class="i0">Zu mir eine Spur.</span> -</div></div> - -<div class="chapter"> -<h2><a name="NACHWORT" id="NACHWORT">NACHWORT</a></h2> -</div> - -<p>Die Gedichtsammlung <span class="smcap">Im Treibhaus</span> (»Serres -chaudes«, Brüssel 1895) ist übertragen von K. L. -Ammer und in die endgültige Form gebracht durch -Fr. v. Oppeln-Bronikowski, der auch die »<span class="smcap">Fünfzehn -Lieder</span>« übersetzt hat (Quinze Chansons, -Brüssel 1900, in der Neuauflage der »Serres -chaudes«).</p> - -<p>Die »Serres chaudes« sind Maeterlincks Erstlingswerk. -Er schrieb sie im Jahre 1887 in Paris unter -dem Einfluss der Decadenten und veröffentlichte -sie z. T. in der von ihm und Charles van Lerberghe -begründeten Zeitschrift »La Pléiade«, welche die -Lyrik reformieren wollte, getreu der <span class="smcap">Ars Poetica</span> -Verlaines:</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">»De la musique avant toute chose ...<br /></span> -<span class="i0">Rien de plus cher que la chanson grise<br /></span> -<span class="i0">Où l'Indécis au Précis se joint ...<br /></span> -<span class="i0">Que ton vers soit la chose envolée<br /></span> -<span class="i0">Qu'on sent qui fuit d'une âme en allée<br /></span> -<span class="i0">Vers d'autres cieux à d'autres amours ...<br /></span> -<span class="i0">Et tout le reste est littérature.«</span> -</div></div> - -<p>Maeterlinck ist in der Erfüllung dieses Postulats -noch weiter gegangen als Verlaine; man möchte -diesem Gedichte als Motto einen Spruch aus den -»Fragmenten« des <span class="smcap">Novalis</span> voransetzen, die Maeterlinck -bekanntlich ins Französische übertragen hat:</p> - -<p>»...Es lassen sich Erzählungen ohne Zusammenhang, -jedoch mit Assoziation, wie Träume, denken; -Gedichte, die bloss wohlklingend und voll schöner -Worte sind, aber auch ohne allen Sinn und Zusammenhang, -höchstens einige Strophen verständlich, -wie Bruchstücke aus den verschiedenartigsten -Dingen. Diese wahre Poesie kann höchstens einen -allegorischen Sinn im Grossen und eine indirekte -Wirkung wie Musik haben.«</p> - -<p>Die <span class="smcap">Fünfzehn Lieder</span>, von denen zwölf auf -vlämischem Boden entstanden sind (Luxusausgabe -»Douze Chansons« mit Illustrationen von Charles -Doudelet, Paris 1897), sind stilistisch von den »Serres -chaudes« sehr verschieden; sie tragen den Stempel -des altfranzösischen Volksliedes mit seinen Refrains, -seiner primitiven Metrik und Reimtechnik, seiner -Schlichtheit und Starrheit, seinen dumpfen Wiederholungen.</p> - -<p>So heisst es in Lied VI:</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">»An der ersten Tür, an der ich stand,<br /></span> -<span class="i0">Erbebte die Flamme in meiner Hand.<br /></span> -<span class="i0">An der zweiten Tür, an der ich stand,<br /></span> -<span class="i0">Da sprach die Flamme in meiner Hand.<br /></span> -<span class="i0">An der dritten Tür, an der ich stand,<br /></span> -<span class="i0">Erlosch das Licht in meiner Hand.«</span> -</div></div> - -<p>Damit vergleiche man z. B. jene von Chamisso mitgeteilte -Ballade »La fille du roi d'Espagne«:</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">»Der Ritter wirft sein Gewand ab,<br /></span> -<span class="i0">Taucht in des Meeres Grund.<br /></span> -<span class="i0">Bei seinem ersten Tauchen<br /></span> -<span class="i0">Macht er keinen Fund.<br /></span> -</div><div class="stanza"> -<span class="i0">Bei seinem zweiten Tauchen<br /></span> -<span class="i0">Hat der Ring geblinkt.<br /></span> -<span class="i0">Bei seinem dritten Tauchen<br /></span> -<span class="i0">Der Rittersmann ertrinkt.«</span> -</div></div> - -<p>Arthur Luther hat im »Litt. Echo«, Bd. VIII, 10, -Sp. 748, auch auf die Ähnlichkeit zwischen Dante -Gabriel Rossettis »An old song ended« und Lied II -verwiesen, ebenso auf dessen Anklingen an Ophelias -Lied in Shakespeares »Hamlet«, welch letzteres -Maeterlinck selbst als stimmungbildend anerkennt.</p> - -<div class="chapter"> -<h2><a name="INHALTSVERZEICHNIS" id="INHALTSVERZEICHNIS">INHALTSVERZEICHNIS</a></h2> -</div> - -<div class="center"> -<table border="0" cellpadding="4" cellspacing="0" summary="Inhaltsverzeichnis"> -<tr><td align="left"><span style="font-size:1.2em;margin-left:-1em"><a href="#IM_TREIBHAUS">IM TREIBHAUS</a></span></td><td align="right">S. 1</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#TREIBHAUS">TREIBHAUS</a></td><td align="right">3</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#GEBET">GEBET</a></td><td align="right">4</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#TREIBHAUSSTARRE">TREIBHAUSSTARRE</a></td><td align="right">5</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#VERSUCHUNGEN">VERSUCHUNGEN</a></td><td align="right">6</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#GLASGLOCKEN">GLASGLOCKEN</a></td><td align="right">8</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#DUNKLES_OPFER">DUNKLES OPFER</a></td><td align="right">10</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#HERZGEWAECHSE">HERZGEWÄCHSE</a></td><td align="right">11</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#SEELENGLUT">SEELENGLUT</a></td><td align="right">12</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#SEELE">SEELE</a></td><td align="right">13</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#MUEDIGKEIT">MÜDIGKEIT</a></td><td align="right">15</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#MUEDES_JAGEN">MÜDES JAGEN</a></td><td align="right">16</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#MUEDE_RAUBTIERE">MÜDE RAUBTIERE</a></td><td align="right">17</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#GEBET_2">GEBET</a></td><td align="right">18</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#TRUEBE_STUNDEN">TRÜBE STUNDEN</a></td><td align="right">19</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#TRUEBSAL">TRÜBSAL</a></td><td align="right">20</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#KRANKENHAUS">KRANKENHAUS</a></td><td align="right">21</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#NACHTGEBET">NACHTGEBET</a></td><td align="right">23</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#SEHNEN_IM_WINTER">SEHNEN IM WINTER</a></td><td align="right">25</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#REIGEN_DES_UNMUTS">REIGEN DES UNMUTS</a></td><td align="right">26</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#AMEN">AMEN</a></td><td align="right">27</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#TAUCHERGLOCKE">TAUCHERGLOCKE</a></td><td align="right">28</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#AQUARIUM">AQUARIUM</a></td><td align="right">30</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#BRENNGLAS">BRENNGLAS</a></td><td align="right">31</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#SPIEGELBILDER">SPIEGELBILDER</a></td><td align="right">32</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#GESICHTE">GESICHTE</a></td><td align="right">33</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#GEBET_3">GEBET</a></td><td align="right">34</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#BLICKE">BLICKE</a></td><td align="right">35</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#ERWARTUNG">ERWARTUNG</a></td><td align="right">38</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#NACHMITTAG">NACHMITTAG</a></td><td align="right">39</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#TREIBHAUS_DER_SEELE">TREIBHAUS DER SEELE</a></td><td align="right">40</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#WILLENSREGUNG">WILLENSREGUNG</a></td><td align="right">41</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#HAENDEDRUECKE">HÄNDEDRÜCKE</a></td><td align="right">42</td></tr> -<tr><td align="left"><a href="#NACHTSEELE">NACHTSEELE</a></td><td align="right">45</td></tr> -<tr><td align="left"><span style="font-size:1.2em;margin-left:-1em"><a href="#FUENFZEHN_LIEDER">FÜNFZEHN LIEDER</a></span></td><td align="right">47</td></tr> -<tr><td align="left"><span style="font-size:1.2em;margin-left:-1em"><a href="#NACHWORT">NACHWORT</a></span></td><td align="right">67</td></tr> -</table></div> - -<p class="spaced center">DRUCK VON W. DRUGULIN IN LEIPZIG</p> - -<div class="chapter"> -<p class="center spaced">EUGEN DIEDERICHS VERLAG IN JENA</p> -</div> - -<hr /> - -<p class="center sized">MAETERLINCK, Gesammelte Werke</p> - -<p class="center">übersetzt von Friedrich von Oppeln-Bronikowski</p> - -<p class="center sized">I. DRAMATISCHE WERKE</p> - -<div class="center"> -<table style="width:100%" border="0" cellpadding="4" cellspacing="0" summary="Liste dramatische Werke"> -<tr valign="top"><td align="left" colspan="2"><span style="margin-left:1em">Bd. I—VIII brosch. à Mk. 2.—, geb. à Mk. 3.—</span></td></tr> -<tr valign="top"><td align="left"></td><td style="width:99%" align="left">Einzig autorisierte Bühnenausgabe</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band I</td><td align="left">PRINZESSIN MALEINE. Mit einer Vorrede und dem Bildnis des Verfassers</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band II</td><td align="left">DREI ALLTAGSDRAMEN: Der Eindringling — Die Blinden — Im Innern. 2. Auflage</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band III</td><td align="left">DREI MYSTISCHE SPIELE: Die sieben Prinzessinnen — Alladine und Palomides — Der Tod des Tintagiles. 2. Auflage</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band IV</td><td align="left">PELLEAS UND MELISANDE. 2. Aufl.</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band V</td><td align="left">AGLAVAINE UND SELYSETTE. 2. Auflage</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band VI</td><td align="left">ZWEI SINGSPIELE: Blaubart und Ariane — Schwester Beatrix. 2. Auflage</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band VII</td><td align="left">MONNA VANNA. 18.-20. Tausend</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band VIII</td><td align="left">JOYZELLE</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band IX</td><td align="left">DAS WUNDER DES HEILIGEN ANTONIUS. Brosch. Mk. 1.—, geb. Mk. 2.—</td></tr> -</table></div> - -<p class="center sized">II. PHILOSOPHISCHE WERKE</p> - -<div class="center"> -<table style="width:100%" border="0" cellpadding="4" cellspacing="0" summary="Liste philosophische Werke"> -<tr valign="top"><td align="left">Band I</td><td style="width:99%" align="left">DER SCHATZ DER ARMEN. 3. verb. Aufl. Brosch. Mk. 4.—, geb. Mk. 5.—</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band II</td><td align="left">WEISHEIT UND SCHICKSAL. 3. Aufl. Brosch. Mk. 4.50, geb. Mk. 5.50</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band III</td><td align="left">DAS LEBEN DER BIENEN. 4. erw. Auflage. Brosch. Mk. 4.50, geb. Mk. 5.50</td></tr> -<tr valign="top"><td /><td align="left"> Preisgekrönt von der Académie française</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band IV</td><td align="left">DER BEGRABENE TEMPEL. Brosch. Mk. 4.50, geb. Mk. 5.50</td></tr> -<tr valign="top"><td align="left">Band V</td><td align="left">DER DOPPELTE GARTEN. Brosch. Mk. 4.50, geb. Mk. 5.50</td></tr> -</table></div> - -<div lang='en' xml:lang='en'> -<div style='display:block; margin-top:4em'>*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK <span lang='de' xml:lang='de'>GEDICHTE</span> ***</div> -<div style='text-align:left'> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Updated editions will replace the previous one—the old editions will -be renamed. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part -of this license, apply to copying and distributing Project -Gutenberg™ electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG™ -concept and trademark. 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Redistribution is subject to the trademark -license, especially commercial redistribution. -</div> - -<div style='margin:0.83em 0; font-size:1.1em; text-align:center'>START: FULL LICENSE<br /> -<span style='font-size:smaller'>THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE<br /> -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK</span> -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -To protect the Project Gutenberg™ mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase “Project -Gutenberg”), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg™ License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license. -</div> - -<div style='display:block; font-size:1.1em; margin:1em 0; font-weight:bold'> -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg™ electronic works -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg™ -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all -the terms of this agreement, you must cease using and return or -destroy all copies of Project Gutenberg™ electronic works in your -possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a -Project Gutenberg™ electronic work and you do not agree to be bound -by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person -or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -1.B. “Project Gutenberg” is a registered trademark. It may only be -used on or associated in any way with an electronic work by people who -agree to be bound by the terms of this agreement. 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Information about the Mission of Project Gutenberg™ -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of -computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It -exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations -from people in all walks of life. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg™’s -goals and ensuring that the Project Gutenberg™ collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg™ and future -generations. 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Contributions to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by -U.S. federal laws and your state’s laws. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -The Foundation’s business office is located at 809 North 1500 West, -Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up -to date contact information can be found at the Foundation’s website -and official page at www.gutenberg.org/contact -</div> - -<div style='display:block; font-size:1.1em; margin:1em 0; font-weight:bold'> -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without widespread -public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine-readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. 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Thus, we do not -necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper -edition. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Most people start at our website which has the main PG search -facility: <a href="https://www.gutenberg.org">www.gutenberg.org</a>. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -This website includes information about Project Gutenberg™, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. -</div> - -</div> -</div> -</body> -</html> diff --git a/old/67399-h/images/cover.jpg b/old/67399-h/images/cover.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index cd75f63..0000000 --- a/old/67399-h/images/cover.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/67399-h/images/signet_transparentt.png b/old/67399-h/images/signet_transparentt.png Binary files differdeleted file mode 100644 index a32b816..0000000 --- a/old/67399-h/images/signet_transparentt.png +++ /dev/null |
