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-The Project Gutenberg EBook of Das lebende Lichtbild, by Franz Paul Liesegang
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
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-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
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-
-Title: Das lebende Lichtbild
- Entwicklung, Wesen und Bedeutung des Kinematographen
-
-Author: Franz Paul Liesegang
-
-Release Date: December 11, 2017 [EBook #56164]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS LEBENDE LICHTBILD ***
-
-
-
-
-Produced by Jana Srna, Matthias Grammel, Norbert H. Langkau
-and the Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
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-
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-
- _Das
- lebende Lichtbild_
-
-
- _Entwicklung
- Wesen und Bedeutung
- des
- Kinematographen_
-
-
- _Von F. Paul Liesegang_
-
-
- _Mit 53 Abbildungen, Modellen für Wunderscheibe,
- Lebensrad und Malteserkreuz sowie
- mit Taschen-Kinematograph_
-
-
- _Ed. Liesegang, Düsseldorf_
- _1910_
-
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-
-
-Dieses Heft stellt mit den Figuren oben rechts einen
-Taschenkinematograph dar.
-
-Um ihn in Betrieb zu setzen, biege man die Blätter mit dem Daumen der
-rechten Hand zurück und lasse sie durchgleiten, sodaß sie rasch
-nacheinander umschlagen. Das Abblättern geht besser vonstatten, wenn man
-die Seiten (ohne Umschlag) mit der linken Hand oben, kurz hinter den
-Bildern, zusammenkneift.
-
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-
-
- [Illustration: Fig. 30. Fig. 31.
-
- Fig. 32. Fig. 33.
-
- Malteserkreuz-Modell zum Ausschneiden. Anweisung Seite 28.]
-
- [Illustration: Fig. 2. Wunderscheibe zum Ausschneiden. Anweisung
- Seite 6.]
-
- [Illustration: Fig. 5. Lebensrad zum Ausschneiden. Anweisung Seite 8.]
-
-
-
-
- [Illustration: Rückseite Fig. 2.]
-
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-
-
- Das lebende Lichtbild
-
-
- Entwicklung, Wesen und Bedeutung
- des Kinematographen
-
-
- =Von =F. Paul Liesegang=
-
-
- [Illustration: Dekoration]
-
-
- ED. LIESEGANG'S VERLAG M. EGER, LEIPZIG
-
- 1910
-
-
-
-
-Inhaltsübersicht.
-
-(Die beigefügten Zahlen bezeichnen die Seiten.)
-
-
- =Vorwort= 3
-
- =Die Entwicklung des Kinematographen= 5
-
- Einleitung (5). -- Die Wunderscheibe und die Geschichte
- ihrer Erfindung (6). -- Das Lebensrad (Stroboskop, Phenakistiskop)
- (7). -- Die Wundertrommel (9). -- Taschenkinematograph und
- Mutoskop (9). -- Verbindung von Lebensrad und Lichtbilderapparat
- (10). -- Die Anfänge der Bewegungsphotographie (11). --
- Herstellung der ersten Reihenaufnahmen durch Muybridge (12). --
- Förderung der Reihenphotographie durch Anschütz (13). -- Marey,
- der Begründer der modernen Kinematographie (14). -- Ausbau
- der modernen Kinematographie (16). --
-
- =Wesen und Wirkungsweise des Kinematographen= 17
-
- Wirkungsweise des Aufnahme-Apparates (17). -- Das Filmband
- und seine Fertigstellung (18). -- Wirkungsweise des
- kinematographischen Wiedergabe-Apparates (19). -- Das Flimmern
- und die Mittel zur Behebung (23). -- Konstruktion des
- Transport-Mechanismus (26). -- Die Malteserkreuz-Einrichtung
- (27). -- Andere Bewegungsmechanismen (29). -- Kinematographen
- mit gleichmäßig laufendem Filmband (30). -- Ausstattung des
- Kinematograph-Mechanismus (31). -- Der Aufnahme-Apparat (32). --
-
- =Das kinematographische Aufnahme-Verfahren= 33
-
- Wie man mit der Aufnahme-Kamera arbeitet (33). --
- Aufnahme-Ateliers (34). -- Lebensgeschichte des
- Kinematographenfilm (34). -- Wie die Trickfilms hergestellt
- werden (39). --
-
- =Die Bedeutung des Kinematographen= 43
-
- Der Kinematograph als Forscher und Lehrer (43). -- Macht
- der kinematographischen Darstellung (43). -- Das
- Kinematographen-Theater (44). -- Das Tonbild (44). --
- Fehlerhafte Erscheinungen (46). -- Das lebende Lichtbild
- in Schule und Vortragssaal (47). -- Was es an lehrhaften
- Films gibt (48). -- Kinematographische Aufnahmen für
- Kunstschulen (49). -- Der Kinematographenfilm als
- geschichtliche Urkunde (49). -- Das lebende Lichtbild
- im Dienste der Reklame (50). -- Der Kinematograph in der
- Wissenschaft (50). -- Wirtschaftliche Bedeutung des
- Kinematographen (54). --
-
-
-
-
-Vorwort.
-
-
-Gelegentlich verschiedener kleinerer und größerer Vorträge, die ich über
-die Kinematographie hielt -- auf der 80. Naturforscher-Versammlung in
-Cöln, in den Naturwissenschaftlichen Vereinen zu Düsseldorf und Krefeld,
-im Gewerbe-Verein zu Essen, auf dem 41. Verbandstag der
-Rheinisch-Westfälischen Bildungsvereine zu Wesel, im Künstlerverein
-Malkasten und in der Aula der Luisenschule zu Düsseldorf -- machte ich
-die Beobachtung, daß in weiten Kreisen ein reges Interesse für dieses
-Gebiet herrscht. Und wer auch nur einmal die lebenden Lichtbilder
-gesehen hat und etwas Sinn für die »Natur der Dinge« besitzt, wird
-fragen: wie kommt die wunderbare Wirkung zustande, wer ist der Erfinder?
-
-Der Gedanke, es möchten ihrer viele sein, die eine kurze Beantwortung
-dieser Frage wünschen, veranlaßte mich, den Inhalt meiner Vorträge,
-teilweise ergänzt, in vorliegender Schrift niederzulegen. Ich war mir
-dabei bewußt, daß hier die Aufgabe, den Gegenstand verständlich zu
-machen, ungleich schwieriger war: beim Vortrage konnte ich alles
-demonstrieren -- ich konnte Wunderscheibe, Lebensrad, Projektionsmodell
-des Malteserkreuzes und Kinematograph selbst vorführen, während ich hier
-auf den toten Buchstaben und die flache Buchillustration angewiesen bin.
-Meinem Wunsche, wenigstens einiges Anschauungsmaterial beizugeben, kam
-nun der glückliche Umstand zu Hilfe, daß sich verschiedenes aus den
-Abbildungen selbst leicht herstellen läßt: der Leser braucht nur die
-Figuren der Tafel auszuschneiden und mit Schnur zu versehen bezw.
-anzuheften, dann hat er Wunderscheibe, Lebensrad und
-Malteserkreuz-Modell. Einen Taschenkinematograph stellt das Heft, so wie
-es ist, selbst dar. Außerdem ist ein kleines Stückchen Film beigefügt.
-
-Bei dem kleinen Umfange der Schrift konnte nur ein gedrängter Überblick
-über das Gesamtgebiet der Kinematographie gegeben werden. Näheres über
-die Konstruktions-Anordnungen und über die technische Seite überhaupt
-findet man in meinem »Handbuch der praktischen Kinematographie«, während
-ich die Geschichte der Kinematographie in einer besonderen Arbeit
-eingehend behandele.
-
-Um ein gutes Illustrationsmaterial zu bieten, ließ ich die Klischees mit
-einigen Ausnahmen als Holzschnitte neu anfertigen, und zwar zum Teil
-nach den Originalabbildungen oder nach besonders entworfenen
-Zeichnungen. Verschiedenen Verlegern und Autoren habe ich für die
-bereitwillig erteilte Reproduktions-Genehmigung zu danken: Herr Hofrat
-Professor Dr. Eder in Wien und der Verlag von Wilh. Knapp in Halle a. S.
-gestatteten die Wiedergabe zweier Porträts aus Eder's »Geschichte der
-Photographie«, die Firma Léon Gaumont in Paris und die dortige
-Zeitschrift L'Illustration die Reproduktion mehrerer Filmbilder, die
-Urban-Trading Co. in London die Einfügung eines Bildes aus ihrem
-Betriebe, Professor Demeny überließ mir eine Aufnahme, womit ich seine
-»Photographie der Sprache« illustrieren konnte.
-
- =Düsseldorf=, Dezember 1909.
-
- =Der Verfasser.=
-
- [Sidenote: Illustration
-
- Dies Bild stellt in Verbindung mit den folgenden einen
- »Taschenkinematograph« dar.]
-
-
-
-
-Die Entwicklung des Kinematographen.
-
-
-_Einleitung._
-
-Die wunderbare Wirkung der kinematographischen Lichtbilder beruht auf
-einer Täuschung unseres Auges. Was uns da auf der weißen Wand gezeigt
-wird, ist in Wirklichkeit eine große Reihe einzelner Bilder, die den
-Gegenstand oder die Szene in immer neuen Momenten einer Bewegung
-wiedergeben und die mit sehr großer Geschwindigkeit aufeinander folgen.
-Wenn sich nun in unserem Auge die vielen Einzelbilder zu einem einzigen
-lebenden Bilde zusammensetzen, so wird das bewirkt durch die »Dauer des
-Lichteindruckes«. Unser Auge läßt nämlich einen Eindruck, den es
-empfangen hat, nicht sofort wieder fahren, hält ihn vielmehr eine
-gewisse Zeit fest, allerdings nur den Bruchteil einer Sekunde.
-Infolgedessen werden sehr rasch aufeinander folgende Eindrücke
-ineinander verschwimmen.
-
-Diese Eigenschaft des Auges können wir im täglichen Leben beobachten.
-Ihnen wird das folgende Experiment bekannt sein; sonst ist es leicht
-anzustellen. Wenn man im Dunkeln ein glimmendes Streichholz (also eines
-von der schlechten Sorte!) hinreichend rasch umherschwingt, so sieht man
-nicht -- wie man annehmen sollte -- einen sich weiter bewegenden
-leuchtenden Punkt, sondern einen feurigen Kreis.
-
- [Illustration: Fig. 1. Versuch zur Bestimmung der Dauer des
- Lichteindruckes.]
-
-Genauere Untersuchungen hierüber wurden zuerst angestellt von Ritter
-d'Arcy im Jahre 1765. Er schwang ein Stück glühender Kohle im Kreise
-herum mit zunehmender Geschwindigkeit. Nun kommt ein Moment, wo der
-leuchtende Kreis grade geschlossen ist. Dann wissen wir: der
-Lichteindruck an einer Stelle, z. B. A in Figur 1, wirkt genau so lange
-Zeit nach, als die Kohle für eine Umdrehung braucht. Arcy fand auf diese
-Weise, daß die Dauer des Lichteindrucks im Auge ungefähr 1/8 Sekunde
-beträgt.
-
-
-_Die Wunderscheibe und die Geschichte ihrer Erfindung._
-
-Das erste Bildinstrument, das auf dieser Eigenschaft des Auges beruhte
-und das sich rühmen kann, der Urahn des Kinematographen zu sein, war die
-im Jahre 1825 erfundene Wunderscheibe, auch Thaumatrop genannt. Es ist
-eine Pappscheibe, die beiderseits eine Zeichnung hat, vorn z. B. einen
-Vogel und hinten einen Käfig, und die man mittels zweier daran
-geknüpfter Fäden in Umdrehung versetzt. Bei rascher Umdrehung sieht man
-dann den Vogel im Käfig sitzen. Wenn Sie die Figur 2 der vorgehefteten
-Tafel ausschneiden, dann haben Sie eine richtige Wunderscheibe. Sie
-müssen nur rechts und links, wo die Punkte sind, ein Loch stechen, zwei
-Fäden, je etwa 10 bis 15 cm lang, schneiden und durch jedes Loch einen
-solchen Faden ziehen. Die beiden Enden eines jeden Fadens werden am
-besten verknotet. Nun nimmt man die Fäden in die Hände und läßt sie
-zwischen Daumen und Zeigefinger rollen, wobei dann die Scheibe in rasche
-Umdrehung gerät.
-
- [Illustration: Fig. 3. Wie man beide Seiten einer Münze gleichzeitig
- sehen kann.]
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Wie es zur Erfindung der Wunderscheibe gekommen ist, davon erzählt der
-englische Mathematiker Babbage ein interessantes Stück. Eines Tages
-fragte ihn der berühmte Gelehrte John Herschel, mit dem er zu Tisch saß,
-wie man es wohl fertig bringen könne, beide Seiten eines Geldstücks
-gleichzeitig zu sehen. Und drauf zeigte er ihm die Lösung der scherzhaft
-gestellten Aufgabe, indem er das Geldstück auf dem Tisch kreisen ließ:
-ein Experiment, das Sie leicht nachmachen können. Der Versuch läßt sich
-auch in der Weise anstellen, wie es Figur 3 veranschaulicht, indem man
-nämlich das Geldstück mittels zweier Nadeln hebt und durch Dagegenblasen
-in Rotation versetzt. -- Babbage nun erzählte davon seinem Freunde Dr.
-Fitton, und dieser zeigte ihm ein paar Tage darauf ein kleines
-Spielzeug, das er ausgedacht und womit sich der Herschelsche Versuch
-vorzüglich demonstrieren ließ: es war die Wunderscheibe.
-
-
-_Das Lebensrad (Stroboskop, Phenakistiskop)._
-
-Die Wunderscheibe wurde bald ein flotter Handelsartikel und fand weite
-Verbreitung. So einfach und unscheinbar dies Spielzeug auch war: es war
-doch ein wichtiges Prinzip darin festgelegt und es gab zweifellos
-mancherlei Anregung. Nun lag das Problem in der Luft, eine größere
-Anzahl von Bildern in ähnlicher Weise zu kombinieren, und tatsächlich
-wurde die Lösung bald darauf, im Jahre 1832, fast gleichzeitig an zwei
-Stellen gefunden. Sowohl Plateau in Gent, wie Professor Stampfer in
-Wien, konstruierten unabhängig voneinander das Lebensrad. Der eine
-nannte sein Instrument »Phenakistiskop«, der andere »Stroboskop«.
-
- [Illustration: Fig. 4. Das Lebensrad.]
-
-Das Lebensrad besteht aus einer runden Pappscheibe, die nach dem Rande
-zu in gleichmäßigen Abständen Öffnungen besitzt; darunter sind Bilder
-eines und desselben Gegenstandes gezeichnet, die ihn in verschiedenen,
-aufeinander folgenden Momenten einer Bewegung darstellen. Die Scheibe
-ist, wie Fig. 4 zeigt, um eine horizontale Achse drehbar und wird derart
-vor einen Spiegel gehalten, daß man durch die Öffnungen hindurch im
-Spiegel die Bilder sieht. Bei rascher Umdrehung verschmelzen die Bilder
-ineinander und man gewinnt den Eindruck einer sich bewegenden Figur.
-
-Wenn Sie das Lebensrad nicht aus der Anschauung kennen, so schneiden Sie
-doch die Figur 5 der Tafel längs der äußeren Kreislinie aus; dann
-schneiden Sie noch ringsum auf der Scheibe mit einem scharfen Messer die
-neun schraffierten Schlitze aus: das gibt die Schauöffnungen. (Ist Ihnen
-diese Arbeit zu mühselig, so wissen Sie sicher einen Jungen, der's gerne
-tut, um auch die hübsche Wirkung zu sehen.) Die Scheibe wird in der
-Mitte durchbohrt und dann, am besten mit einem Heftzwecken, die
-Bildseite nach außen, auf eine Holzleiste (Lineal oder dergl.)
-aufgesteckt, derart, daß sie durch Gegenschlagen mit dem Finger leicht
-drehbar ist. Nun hält man die Scheibe (möglichst senkrecht, damit sie
-gut läuft) vor einen Spiegel und sorgt dafür, daß die dem Spiegel
-zugekehrten Bilder gut beleuchtet sind. Wenn man nun die Scheibe in
-Umdrehung versetzt und zunächst nebenher direkt in den Spiegel blickt,
-so sieht man nichts von den Figuren; denn sie erscheinen bei der raschen
-Bewegung völlig verschwommen. Hält man aber das Auge vor die Scheibe und
-schaut durch die Schlitze, so gewinnt man den Eindruck einer sich
-bewegenden Figur. Das Auge bekommt dann nämlich durch die Schlitze rasch
-nacheinander immer auf einen Moment Bild um Bild zu sehen. Infolge der
-Trägheit der Netzhaut verschmelzen nun die Bilder ineinander, und das
-Resultat ist ein Bild mit Bewegung.
-
- [Illustration: Fig. 6. Andere Form des Lebensrades.]
-
-In der Folge wurden mancherlei Abänderungen von dem Instrument gemacht.
-Figur 6 zeigt zunächst eine Ausführung, die Stampfer schon angab. Dabei
-werden zwei zusammen rotierende Scheiben benutzt, eine für die
-Oeffnungen und die andere für die Bilder. Ein Spiegel ist hier nicht
-erforderlich; denn man sieht direkt durch die Schlitze gegen die
-Bilder.
-
-
-_Die Wundertrommel._
-
- [Illustration: Fig. 7. Die Wundertrommel.]
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Die größte Verbreitung fand die Form, welche als Wundertrommel bekannt
-ist. Es ist ein Hohlzylinder mit einem Kranz von Schlitzen; darein wird
-ein Papierstreifen gebracht, worauf sich die Bilder befinden (Fig. 7).
-Die Trommel wird in rasche Umdrehung versetzt, und wenn man nun durch
-die Schlitze sieht, empfängt man den Eindruck eines lebenden Bildes.
-Dreimal -- das ist eigenartig -- mußte die Wundertrommel erfunden
-werden, bis sie Ende der sechziger Jahre von Amerika aus zur Einführung
-gelangte. 1833 wurde sie von Horner unter der Bezeichnung »Daedaleum«
-genau beschrieben, 1860 von Desvigne und schließlich 1867 nochmals von
-Lincoln patentiert.
-
-
-_Taschenkinematograph und Mutoskop._
-
- [Illustration: Fig. 8. Das Mutoskop.]
-
-Ein ähnliches Schicksal erlebte eine andere Anordnung, der sogenannte
-»Taschenkinematograph«, der Ende der neunziger Jahre als Neuheit in den
-Handel kam, nachdem er bereits zweimal zuvor, 1868 und 1886, erfunden
-worden war. Dieses Heft stellt mit den Bildern in den Ecken oben rechts
--- so wie es ist -- einen Taschen-Kinematograph dar. Um ihn in Betrieb
-zu setzen, biege man die Blätter mit dem Daumen der rechten Hand zurück
-und lasse sie durchgleiten, so daß sie rasch nacheinander umschlagen.
-Auf demselben Prinzip beruht das in Figur 8 wiedergegebene Mutoskop,
-ein Apparat, den man vielfach in Bahnhöfen findet. Man muß bei diesem
-Instrument nach Einwurf eines Groschens eine Kurbel drehen, worauf
-dann die Bilder abblättern; sie werden durch eine Vergrößerungslinse
-betrachtet.
-
-
-_Verbindung von Lebensrad und Lichtbilderapparat._
-
- [Illustration: Fig. 9. Erster Apparat zur Projektion stroboskopischer
- Bilder.]
-
- [Illustration: Fig. 10. Uchatius' zweiter, verbesserter Apparat zur
- stroboskopischen Projektion.]
-
-Der erste, der das Lebensrad mit dem Projektionsapparat in Verbindung
-brachte, um »lebende« Bilder auf die Wand zu werfen und einem größeren
-Publikum als Lichtbilder zu zeigen, war der österreichische Offizier
-Franz von Uchatius. Es ist derselbe Uchatius, der den nach ihm benannten
-Bronzestahl erfand. Bei seinem ersten Apparat, der in Figur 9
-schematisch dargestellt ist und der aus dem Jahre 1845 stammt, wurde ein
-aus zwei zusammen rotierenden Scheiben bestehendes Lebensrad angewandt,
-wovon die eine der Scheiben b mit Schlitzen versehen war, während die
-andere a die transparenten Bildchen trug. Ein zweiter leistungsfähigerer
-Apparat, den Uchatius anfangs der fünfziger Jahre konstruierte und der
-1853 in Wien vorgeführt wurde, besaß eine feststehende Bildscheibe und
-davor einen Kranz von Objektiven: für jedes Bild a war ein Objektiv b
-vorgesehen (siehe Fig. 10). Lampe und Beleuchtungslinse c konnten
-mittels einer Kurbel hinter der Bildscheibe im Kreise umherbewegt
-werden, derart, daß die transparenten Bildchen der Reihe nach beleuchtet
-und auf die Wand projiziert wurden. Bei raschem Drehen erschienen die
-Lichtbilder in so schneller Folge, daß die Zuschauer den Eindruck eines
-einzigen lebenden Lichtbildes gewannen.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Das Projektions-Stroboskop, das eine langsam rotierende Bildscheibe und
-eine rasch laufende Blendscheibe mit einem Schlitz besitzt -- wie es
-heute noch zu Demonstrationen gebraucht wird -- wurde 1871 von dem
-Engländer Ross angegeben, nachdem kurz zuvor die Amerikaner Brown und
-Heyl sinnreiche Instrumente dieser Art mit ruckweise bewegter
-Bildscheibe ausgeführt hatten. In den achtziger Jahren beschäftigte sich
-der Franzose Reynaud eifrig mit dem Problem, die Bilder des Lebensrades
-in vergrößertem Maßstabe auf der Projektionswand erscheinen zu lassen;
-bei seiner eigenartigen, mit einer Spiegeltrommel ausgerüsteten
-Einrichtung, die er Praxinoskop-Theater nannte, saßen die transparenten
-Bilder auf einer Trommel, später auf einem langen Bande.
-
-
-_Die Anfänge der Bewegungsphotographie._
-
- [Illustration: Fig. 11. Aufnahmen »gestellter« Bewegungsmomente für das
- Lebensrad.]
-
-Die Bilder, die man mit dem Lebensrade vorführte, waren zuerst
-naturgemäß gezeichnet. Erst in den fünfziger Jahren kam man dazu, die
-Photographie zur Herstellung der Bilder heranzuziehen. Die Aufgabe war
-für den damaligen Photographen ja auch nicht so leicht: hieß es doch,
-von der sich bewegenden Figur sehr rasch nacheinander eine Anzahl
-Momentaufnahmen zu machen. Und dazu reichten die Hilfsmittel jener Zeit
-keineswegs aus. Auch die Schnellfeuer-Kameras, die im folgenden
-Jahrzehnt von verschiedenen Seiten ausgedacht und zum Teil ausgeführt
-wurden -- Coleman Sellers, Dumont, Ducos du Hauron und Mollard machten
-sich besonders verdient darum -- waren noch nichts nutze: die
-photographischen Verfahren hatten eine zu geringe Empfindlichkeit, als
-daß man so schnell damit hätte arbeiten können. Man mußte sich
-einstweilen in primitiver Weise behelfen. Wie man verfuhr,
-veranschaulicht Figur 11; es ist die Wiedergabe einer mir vorliegenden
-Bilderreihe, die aus jener Zeit stammt. Davon ist jedes einzelne Bild
-durch eine Zeitbelichtung gewonnen. Die Kaffee trinkende Dame mußte also
-neunmal eine sorgfältig vorbereitete Stellung einnehmen und jedesmal für
-die Belichtung stille halten. Dies Verfahren war gewiss recht
-umständlich und konnte unmöglich eine natürliche Wirkung abgeben.
-
-
-_Herstellung der ersten Reihenaufnahmen durch Muybridge._
-
- [Illustration: Fig. 12. Eadweard Muybridge.[A]]
-
-Erst dem amerikanischen Photographen Muybridge (Fig. 12) gelang es Ende
-der siebziger Jahre unter Aufbietung gewaltiger Hilfsmittel, richtige
-Reihenaufnahmen laufender Tiere zu machen. Er benutzte eine Batterie von
-24 photographischen Apparaten, die in einer Reihe nebeneinander standen;
-parallel dazu lief die Rennbahn für das Tier. Quer über die Bahn waren,
-wie Figur 13 andeutet, 24 dünne Fäden gespannt, die das Tier
-nacheinander zerreißen mußte; zu jeder Kamera einer, und zwar war die
-Anordnung derart getroffen, daß stets beim Reißen eines Fadens der
-Momentverschluß der betreffenden Kamera losging. Auf diese Weise wurden
-rasch nacheinander 24 Aufnahmen von dem laufenden Tier gemacht. Eine
-Reihe der von Muybridge hergestellten Bilder ist auf dem Lebensrade
-(Fig. 5) wiedergegeben; dieselben Bilder sind zu dem
-Taschenkinematograph dieses Heftes benutzt. Muybridge soll zu seinen
-Arbeiten insgesamt über eine halbe Million photographischer Platten
-verarbeitet haben.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
- [Illustration: Fig. 13. Einrichtung von Muybridge zur
- Reihenphotographie.]
-
-
-_Förderung der Reihenphotographie durch Anschütz._
-
- [Illustration: Fig. 14. Ottomar Anschütz.]
-
- [Illustration: Fig. 15. Teil einer Reihenaufnahme von Anschütz.]
-
-Die Aufnahmen erregten seinerzeit großes und berechtigtes Aufsehen; doch
-wurden die Resultate bald überboten durch Anschütz, den Altmeister der
-Momentphotographie (Fig. 14). Anschütz begann 1885 nach ähnlicher
-Methode seine Arbeiten und nahm sich ihrer mit großer Energie an.
-Während Muybridge bei seinen meisten Aufnahmen nicht viel mehr als
-Schattenrisse erhielt, zeigten die Bilder seines deutschen Nachfolgers
-alle Abstufungen und Einzelheiten. Ja, die Aufnahmen, von denen Figur 15
-eine Probe zeigt, waren so scharf, daß sie zur Benutzung in dem von
-Anschütz erfundenen Schnellseher vergrößert werden konnten.
-
- [Illustration: Fig. 16. Anschütz' elektr. Schnellseher.]
-
-Anschütz konstruierte zur Demonstration seiner Bilder noch ein
-sinnreiches Instrument, den elektrischen Schnellseher (Fig. 16). Die
-einzelnen Bilder, auf Glasplatten oder Zelluloid kopiert, sitzen darin
-auf dem Umfange einer schnell rotierenden Scheibe von großem
-Durchmesser. Jedesmal wenn sich ein Bild genau gegenüber dem Fensterchen
-befindet, durch das die Beschauer blicken, wird es momentan durch eine
-Geisler'sche Röhre beleuchtet.
-
-
-_Marey, der Begründer der modernen Kinematographie._
-
- [Illustration: Fig. 17. Etienne Jules Marey.[B]]
-
-Inzwischen fand die Chronophotographie -- so nannte man das Verfahren
-zur Herstellung von Reihenbildern -- in Frankreich bedeutende Förderung
-durch Professor Marey (Fig. 17). Dieser interessierte sich zunächst für
-den Vogelflug, und da die Anordnung von Muybridge hierzu nicht geeignet
-erschien, ging er selbst an die Konstruktion zweckmäßiger Apparate. Zu
-seinem ersten Modell, der photographischen Flinte aus dem Jahre 1882,
-hatte er die Anregung erhalten durch Jansen's photographischen Revolver,
-womit dieser berühmte Astronom 1874 den Vorübergang der Venus in einer
-Reihe aufeinanderfolgender Momente festgelegt hatte.
-
- [Illustration: Fig. 18. Marey's photogr. Flinte.]
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Die photographische Flinte und die Art ihrer Handhabung ist in Figur 18
-dargestellt. Vorne im Lauf sitzt das Objektiv, hinten im Bodenstück die
-lichtempfindliche Platte. Wenn man auf den Hahn drückt, so bringt ein
-Uhrwerk die Platte in Umdrehung, doch geht die Bewegung sprungweise vor
-sich, derart, daß ein Stück der Platte nach dem anderen an die
-Belichtungsstelle kommt und dort einen Moment anhält. Die Belichtung
-wird durch eine gleichzeitig in Gang versetzte Verschlußscheibe
-geregelt. Mit diesem Apparat konnten 12 Aufnahmen in der Sekunde gemacht
-werden. Die Bilder waren aber nur ein Zentimeter groß und ohne Detail.
-Figur 19 zeigt eine Aufnahmeplatte; sie gibt den Flug einer Möve in 12
-Momenten wieder.
-
- [Illustration: Fig. 19. Aufnahme mit der photogr. Flinte: fliegende
- Möve in 12 Momenten (etwa auf die Hälfte verkleinert).]
-
-Ermutigt, aber nicht befriedigt durch die Erfolge, arbeitete Marey mit
-wissenschaftlicher Gründlichkeit weitere neue Methoden aus, die ihm für
-seine Untersuchungen über die Bewegungserscheinungen bei Tieren und
-Menschen wertvolle Resultate lieferten. 1888 ging er zur Verwendung von
-Negativpapierbändern über, die ruckweise durch die Kamera geführt und
-auf die in rascher Folge eine große Zahl von Aufnahmen gemacht wurde.
-Damit schuf Marey als erster eine Einrichtung, die unserem heutigen
-kinematographischen Aufnahme-Apparat entspricht. Sein damaliges Modell
-ist in Figur 20 dargestellt, während Figur 21 ein Stück einer damit
-gemachten Aufnahme zeigt.
-
- [Illustration: Fig. 20. Marey's Negativband-Kamera für
- Reihenaufnahmen.]
-
- [Illustration: Fig. 21. Teil einer Reihenaufnahme auf Negativpapier,
- hergestellt mit Marey's Kamera.]
-
-Der Fortschritt war ein enormer! Während Muybridge und Anschütz, um eine
-Reihe von 24 Aufnahmen zu gewinnen, 24 photographische Apparate
-brauchten, machte Marey dasselbe mit einer einzigen Kamera. Ja, die Zahl
-der Bilder war hier nur begrenzt durch die Länge des Negativbandes.
-
-
-_Ausbau der modernen Kinematographie._
-
-Von größter Bedeutung für die Entwicklung der Kinematographie wurde die
-Einführung des Zelluloid-Filmbandes, die grade in jene Zeit fiel; zwar
-war das Material noch weit davon entfernt, so gut zu sein wie heute.
-Nunmehr schossen bald an allen Ecken und Enden die Konstruktionen
-heraus. Aber den Gebrüdern Lumière blieb es vorbehalten, die lebenden
-Lichtbilder populär zu machen. Das war Mitte der neunziger Jahre. An der
-Ausarbeitung des modernen Kinematographen sind viele Männer beteiligt;
-besonders verdient machten sich darum Skladanowsky und Messter in
-Deutschland; Demeny (Marey's Mitarbeiter, vgl. auch Fig. 53) und die
-Gebrüder Lumière in Frankreich; Friese Greene (der schon 1889 ins Feld
-trat), Birt Acres und Robert Paul in England; Edison, Jenkins, Casler
-und Urban in Amerika. Dem einen haben wir dies Teil zu verdanken, dem
-anderen jenes. Wir wollen darüber hinweggehen, sonst geraten wir zu sehr
-in Einzelheiten.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Die Bezeichnung »Kinematograph«, die aus griechischen Worten hergeleitet
-ist: Kinema = die Bewegung (Kinemata = die Bewegungen) und grapho = ich
-schreibe, zeichne auf, wurde durch die Gebrüder Lumière eingeführt,
-nachdem sie als erster Bouly in einem französischen Patente vom Jahre
-1892 angewandt hatte. Von den zahlreichen anderen Namen hat sich
-hauptsächlich »Bioskop« (ebenfalls aus dem Griechischen: Bios = das
-Leben, und skopeo = ich sehe) erhalten.
-
-Fußnoten:
-
-[A] Nach einer Abbildung aus Eder's »Geschichte der
-Photographie«, Verlag von Wilh. Knapp, Halle a. S.
-
-[B] Nach einer in Eder's »Geschichte der Photographie« (Verlag
-von Wilhelm Knapp, Halle a. S.) abgebildeten Plaquette.
-
-
-
-
-Wesen und Wirkungsweise des Kinematographen.
-
-
-_Wirkungsweise des Aufnahmeapparates._
-
- [Illustration: Fig. 22. Schema einer Filmkamera.]
-
-Wie der kinematographische Aufnahmeapparat arbeitet, das können wir uns
-am besten klar machen, indem wir einen einfachen Kodak in die Hand
-nehmen. Die Anordnung ist in Figur 22 schematisch dargestellt. Auf der
-Rolle M sitzt ein lichtempfindliches Filmband; es ist zur Rolle N
-geführt, worauf es sich, wenn man die Rolle dreht, aufwickelt. O ist das
-Objektiv und S die Verschlußscheibe. Um eine Aufnahme zu machen, gibt
-man der Verschlußscheibe eine Umdrehung. Es bewegt sich dann die Öffnung
-T am Objektiv vorbei, läßt Licht zu und verursacht damit eine
-Belichtung. Nun soll ein zweites Bild gemacht werden. Dazu muß zunächst
-der Film durch Drehen der Rolle N um ein Stück, so groß wie das Bildchen
-a, weitergezogen werden. Wenn das geschehen ist, wird der
-Verschlußscheibe wieder eine Umdrehung gegeben. Ein drittes, viertes,
-fünftes Bild usw. erfordert immer wieder dieselben Handgriffe: stets
-wird zuerst der Film weitergezogen und dann die Verschlußscheibe
-gedreht.
-
-Denken wir uns nun in die Kamera einen Mechanismus eingebaut, der diese
-Handgriffe selbsttätig ausführt, so haben wir den kinematographischen
-Aufnahmeapparat, wie er in Figur 23 dargestellt ist. Man braucht nur
-eine Kurbel zu drehen, dann schießt der Apparat wie ein
-Schnellfeuergeschütz los und macht auf das Filmband in rascher Folge
-eine große Anzahl von Aufnahmen. Den Mechanismus wollen wir uns nachher
-ansehen.
-
- [Illustration: Fig. 23. Kinematographische Aufnahme-Kamera.]
-
-
-_Das Filmband und seine Fertigstellung._
-
-Der belichtete Film wird in der Dunkelkammer auf einen Rahmen oder eine
-Trommel gespannt und wie der Kodakfilm entwickelt, fixiert, ausgewaschen
-und getrocknet. Man bekommt dann ein Band mit vielen kleinen
-Negativbildern. Von diesem Negativ, von dem Figur 24 ein kleines Stück
-in Originalgröße zeigt, gewinnt man durch Kopieren den Positivfilm, wie
-er in Figur 25 wiedergegeben ist. Ein Stück Positivfilm ist ferner hier
-angeklebt. Die Filmbänder sind an beiden Rändern in regelmäßiger Folge
-mit Löchern versehen, und zwar derart, daß auf jedes Bild beiderseits 4
-Löcher kommen. Diese Perforation, die von Edison eingeführt wurde, muß
-man anwenden, damit der Mechanismus den Film genau transportieren kann.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Das Filmband ist 3-1/2 cm breit, jedes Bildchen darauf 2-1/2 cm breit
-und ungefähr 2 cm hoch. _=Ein=_ Bild sieht fast genau so aus wie das
-nächste, erst wenn man mehrere Bilder überfliegt, merkt man einen
-Unterschied in der Abbildung. Und das ist kein Wunder, kommen doch
-normaler Weise auf die Sekunde 15 bis 20 Aufnahmen. Eine so rasche Folge
-der Bilder ist nämlich erforderlich, wenn eine ununterbrochene, schöne
-Wiedergabe erzielt werden soll. In der Minute haben wir mithin rund 1000
-Bilder und das macht, da jedes Bildchen etwa 2 Zentimeter hoch ist, ein
-Band von ungefähr 20 Meter Länge. Für eine Szene, die 5 Minuten dauert,
-braucht man also 100 Meter Film. Das mag auf den ersten Blick viel
-erscheinen, aber selbst Aufnahmen von vielen hundert Metern Länge sind
-heute nichts Besonderes mehr.
-
- [Illustration: Fig. 24. Stück eines Film-Negativs in Originalgrösse.]
-
- [Illustration: Fig. 25. Film-Positiv nach dem Negativ Fig. 24.]
-
-
-_Wirkungsweise des kinematographischen Wiedergabeapparates._
-
-Nun wollen wir verfolgen, wie mit Hilfe des Positivfilm die Szene,
-welche bei der Aufnahme sich vor der Kamera abspielte, als lebendes
-Lichtbild zur Darstellung gebracht wird. Die Anordnung ist im
-allgemeinen dieselbe wie bei jedem Projektionsapparat. Links haben wir
-in Figur 26 die Laterne mit der Lichtquelle L, am besten einer
-Bogenlampe; in der Vorderwand zwei Beleuchtungslinsen K, welche die
-Lichtstrahlen sammeln und in einem Kegel nach vorne in das Objektiv O
-leiten. Das Objektiv dirigiert die Strahlen derart weiter, daß von dem
-transparenten Bildchen B auf der Projektionswand ein scharfes Lichtbild
-erzeugt wird.
-
- [Illustration: Fig. 26. Schema des Lichtbilder-Apparates.]
-
- [Illustration: Fig. 27. Das Filmband im Lichtbilder-Apparat.]
-
-Die Vergrößerung ist dabei eine beträchtliche. Wenn das Bildchen, wie
-beim Kinematographenfilm, eine Breite von 2-1/2 cm besitzt und der
-Projektionsschirm beispielsweise 2-1/2 m breit ist, so haben wir der
-Linie nach eine 100 fache, der Fläche nach eine 10000 fache
-Vergrößerung; bei 5 m breitem Schirm ist die Flächenvergrößerung gar
-eine 40000 fache. Da wird es erklärlich, daß man eine sehr kräftige
-Lichtquelle braucht.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-An Stelle des einzelnen Bildchens B bringen wir nun, wie es Figur 27
-veranschaulicht, den Film derart in den Strahlenkegel, daß zunächst das
-erste Bildchen a projiziert wird, und jetzt müssen wir, um auf dem
-Projektionsschirm die richtige Wiedergabe zu erhalten, das Band in der
-gleichen Weise weiter bewegen, wie vorher in unserem Kodak, den wir uns
-mechanisch betrieben dachten: der Film bleibt jedesmal einen Augenblick
-an der Belichtungsstelle ruhig stehen, dann springt er um ein Bild
-weiter, steht wieder ruhig, springt weiter und so fort. Die
-Verschlußscheibe brauchen wir auch hier; sie soll nämlich das Objektiv
-immer in dem Moment verschließen, wo der Film sich weiterbewegt, damit
-wir das Rutschen der Bilder nicht wahrnehmen.
-
-Wir müssen also in unseren Lichtbilderapparat einen Mechanismus
-einbauen, der das Filmband ruckweise weiterbewegt und der bei jedem
-Bildwechsel das Objektiv verschließt. Nehmen wir an, ein solcher
-Kinematographmechanismus wäre beschafft, und nehmen wir ferner an, der
-Mechanismus, gleichgültig wie er sonst konstruiert ist und aussieht,
-arbeite in gleichmäßigem »Tempo«: jeder Bildstillstand dauere die
-gleiche Zeit wie der Bildwechsel. Schematisch ließe sich dann die
-Arbeitsweise des Mechanismus folgendermaßen darstellen, wobei die
-ausgezogenen Linien jedesmal den Stillstand und die punktierten Linien
-den Wechsel andeuten:
-
- [Illustration: BILD 1 BILD 2 BILD 3]
-
-Wenn wir nun zusammen bei dem Apparat säßen, würde ich, um Ihnen die
-Wirkung zu zeigen, den Mechanismus zunächst einmal ganz langsam drehen.
-Im Apparat würden Sie dann folgenden Vorgang wahrnehmen: Der Film steht
-augenblicklich still, trotzdem ich gleichmäßig drehe; nun wandert er um
-ein Stückchen weiter; jetzt steht er wieder ruhig, und so geht's immer
-ruck, ruck, ruck vorwärts. Dabei bringt jede Bewegung des Filmbandes ein
-neues Bild an die Belichtungsstelle, das dann eine gewisse Zeit stehen
-bleibt. Blicken wir nun, während ich langsam weiter drehe, auf den
-Projektionsschirm, so sehen wir dort in gleichmäßigem Wechsel: Bild --
-dunkel -- nächstes Bild -- dunkel -- nächstes Bild -- dunkel usw. Wir
-beobachten, wie jedes Lichtbild einen Augenblick stehen bleibt; von der
-Weiterbewegung des Filmbandes können wir hier aber nichts merken, denn
-während dieser Zeit blendet immer die Verschlußscheibe die Lichtstrahlen
-ab: daher das »dunkel«.
-
-Alsdann würde ich, damit Sie auch das Weiterrutschen des Filmbandes
-sehen, die Verschlußscheibe abnehmen und wiederum ganz langsam drehen.
-Nun gibt's auf der Projektionswand: Bild -- Rutschen des Bildes --
-nächstes Bild -- Rutschen -- nächstes Bild -- Rutschen -- usw. So, jetzt
-setzen wir die Verschlußscheibe wieder auf und drehen erst langsam, dann
-allmählich immer rascher. Da beobachten wir zuerst noch: Bild -- dunkel
--- Bild -- dunkel. -- Bald aber, bei rascherem Drehen, kann unser Auge
-die einzelnen Bilder und die dunkeln Zwischenpausen nicht mehr
-unterscheiden. Ohne daß wir merken, wie es geschieht, gehen die Bilder
-ineinander über; das Lichtbild gewinnt Leben, die Figuren bewegen sich.
-
-Ein kleines Experiment mag Ihnen eine bessere Vorstellung geben von dem,
-was ich Ihnen eben gerne praktisch gezeigt hätte. Halten Sie einmal das
-linke Auge zu und bewegen Sie die rechte Hand dicht vor dem anderen Auge
-hin und her -- zuerst ganz langsam. Da bekommen Sie, genau wie ich es
-vom Kinematograph erzählte, Bild -- dunkel -- Bild -- dunkel -- usw.
-Fahren Sie nun aber mit der Hand rasch hin und her und blicken dabei
-durchs Fenster auf die belebte Straße, so nehmen Sie alles wahr wie
-sonst: Sie merken nicht, daß das Auge die Eindrücke nur stoßweise
-empfängt, Sie sehen keine Unterbrechungen in den Bewegungen der Menschen
-und Wagen, wie Sie doch tatsächlich durch das »Abblenden« mit der Hand
-hervorgerufen werden. Genau so ist es beim Kinematograph. Ja, es ist
-dieselbe alte Geschichte, wie bei der Wunderscheibe und beim Lebensrad:
-unser Auge hält eben jedes einzelne Bild eine kurze Zeit fest, und wenn
-die Bilder hinreichend rasch aufeinander folgen, wenn die Lücken
-zwischen Bild und Bild hinreichend kurz sind, so füllt das Nachbild
-jedesmal die Lücke aus. Die »Dauer des Lichteindruckes«, so nennt man ja
-diese Eigenschaft des Auges, schlägt dann gewissermaßen eine Brücke von
-Bild zu Bild über die dunkeln Zwischenpausen hinweg.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-
-_Das Flimmern und die Mittel zur Behebung._
-
-Aber unser Auge, wenn es sich auch täuschen läßt und statt der
-sprungweise sich folgenden Einzelbilder ein einziges Bild mit
-ununterbrochener Bewegung sieht: es merkt doch, daß da etwas nicht in
-Ordnung ist, daß dabei etwas anders ist, als beim Sehen in der Natur; es
-nimmt den ewigen Wechsel zwischen Hell und Dunkel wahr und sagt uns:
-»das Bild flimmert«.
-
-Dieses Flimmern wird offenbar verursacht durch den steten Wechsel: Hell
--- Dunkel. Wenn auch die »Dauer des Lichteindrucks« über die dunklen
-Pausen hinweghilft und gewissermaßen eine Brücke darüber schlägt, so
-nimmt doch die Nachwirkung während der Pause an Kraft erheblich ab: die
-Brücke geht von der großen Helligkeit des Bildes bergab. Nun kommt
-plötzlich ein neues Bild mit großer Helligkeit: da geht es wieder steil
-bergauf. Die Verbindung zwischen Bild und Bild ist da; aber es gibt ein
-ewiges auf und ab -- und dieses Auf- und Abwogen äußert sich durch das
-Flimmern. Schon beim Lebensrade werden Sie das Flimmern bemerkt haben;
-aber ist es Ihnen nicht auch bei dem Experiment mit der Hand
-aufgefallen? Vielleicht werden Sie dabei schon eine Beobachtung über die
-Stärke des Flimmerns gemacht haben. Wenn nicht, dann stellen Sie das
-Experiment noch einmal an: linkes Auge zu und rechte Hand vor dem andern
-Auge hin und her, zuerst ganz langsam, dann immer rascher; dabei auf
-dieses Blatt blicken! Wird nicht das Flimmern um so schwächer, je
-rascher Sie die Hand bewegen? -- Nun, man sollte sagen, dies Mittel
-müßte auch beim Kinematographen helfen -- könnten Sie es jetzt
-probieren, das Experiment würde die Vermutung bestätigen: bei rascherem
-Drehen nimmt das störende Flimmern ab. Das wäre also ein einfaches
-Aushilfsmittel, diese üble Erscheinung abzuschwächen. Aber man wird bald
-erkennen, daß dies Verfahren einen bösen Nachteil hat: die Bewegungen im
-lebenden Lichtbilde werden unnatürlich rasch, wirken überstürzt, und
-außerdem ist die Vorführung viel schneller zu Ende. Wenn man da abhelfen
-wollte, so müßten auch die kinematographischen Aufnahmen entsprechend
-schneller gemacht werden, statt 15 bis 20 Bilder müßten wir
-beispielsweise 30 bis 40 in der Sekunde aufnehmen. Das geht wohl, doch
-dann wird das Filmband doppelt so lang und die Aufnahmen doppelt so
-teuer; außerdem werden bei der großen Geschwindigkeit Mechanismus und
-Film viel rascher verschleißen.
-
-Weshalb wird nun aber das Flimmern schwächer, wenn wir den Kinematograph
-rascher drehen? Offenbar weil dann die dunkle Pause zwischen Bild und
-Bild kürzer wird. Wenn uns die normale Geschwindigkeit (z. B. 15 Bilder
-in der Sekunde) folgendes Schema[C] gab:
-
- [Illustration: A]
-
-so bekommen wir bei der überstürzten Geschwindigkeit (30 Bilder in der
-Sekunde) schematisch folgende Anordnung:
-
- [Illustration: B]
-
-Die (punktiert dargestellte) Pause zwischen den Bildern ist hier nur
-halb so groß wie vorher; sie ist leichter zu überbrücken, das Auf- und
-Abwogen und damit das Flimmern wird schwächer.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Nun ist die Frage: läßt sich dies Resultat nicht auch auf andere Weise
-erreichen? Die Zahl der Bilder, die in der Sekunde gezeigt wird, soll
-die gleiche bleiben wie in A, nämlich 15; dagegen soll die Pause so
-kurz oder besser wohl noch kürzer werden wie in B. Das heißt in anderen
-Worten: der Kinematograph-Mechanismus soll den Film innerhalb einer
-Sekunde 15 mal still stehen lassen und zwischendurch 15 mal weiterziehen
-(wechseln), dabei aber den Bildwechsel, der verdunkelt wird, möglichst
-rasch ausführen. Die Lösung ist sehr naheliegend; sie wird schon zum
-Ausdruck gebracht durch die Aufgabestellung selbst, und zwar lautet sie
-schematisch:
-
- [Illustration: C]
-
-Mit anderen Worten: der Kinematograph-Mechanismus muß so arbeiten, daß
-er den Film ganz rasch von Bild zu Bild weiterzieht; dafür muß er jedes
-einzelne Bild entsprechend länger stehen lassen. Denn wenn 15 Bilder in
-der Sekunde gezeigt werden sollen, so kommt immer nach 1/15 Sekunde ein
-neues Bild; also müssen ein Bildstillstand und ein Bildwechsel zusammen
-1/15 Sekunde einnehmen. Je kürzer mithin der Bildwechsel ist, desto
-länger wird der Bildstillstand. Bei der Anordnung, die das Schema C
-wiedergibt, nimmt der (punktiert dargestellte) Bildwechsel 1/3 der Zeit
-ein, die auf jeden Bildstillstand kommt. Man sagt: wir haben ein Tempo
-1: 3, während vorher bei A das Tempo 1: 1 war. Wer Spaß hat am
-Bruchrechnen, kann leicht feststellen, wieviel Teilchen einer Sekunde in
-beiden Fällen Bildwechsel und Bildstillstand dauern.
-
-Aber weshalb sollen wir nicht weiter gehen und den Bildwechsel noch
-kürzer machen als im Schema C? Je kürzer der Bildwechsel, desto kürzer
-ist die Pause zwischen Bild und Bild -- desto geringer muß unserer
-Überlegung nach das Flimmern werden. Weshalb sollen wir z. B. nicht ein
-Tempo 1: 8 nehmen, wie es das folgende Schema D andeutet, wobei die
-Lücken den Bildwechsel und die ausgezogenen Linien die Zeit
-veranschaulichen, während welcher das einzelne Bild stillsteht.
-
- [Illustration: D]
-
-Wenn wir das Tempo hinreichend stark nehmen -- sollte man sagen -- müßte
-das Flimmern schließlich so gut wie ganz verschwinden. Aber einstweilen
-haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht: wir arbeiten ganz in
-Gedanken und vergessen die Hauptsache, ob sich auch ein
-Kinematograph-Mechanismus, der in so starkem Tempo arbeitet, praktisch
-ausführen läßt. Da müssen wir schon den Konstrukteur fragen, und der
-antwortet: »Gewiß, wir bauen schon seit Jahren unsere Apparate nach
-diesem Prinzip und suchen den Wechselvorgang möglichst kurz zu machen.
-Indessen können wir dabei nicht beliebig weit gehen. Es gibt praktisch
-bald eine Grenze; denn je stärker das Tempo, desto stärker wird die
-Beanspruchung des Mechanismus und des Filmbandes, und desto schlimmer
-deren Verschleiß. Bedenken Sie doch, daß bei einem Tempo 1: 10 der Film
-bei jedem Bildwechsel innerhalb 1/150 Sekunde weitergezogen werden muß,
-und das ist ein gehöriger Ruck! Bedenken Sie ferner, daß bei einer
-Vorführung, die eine Stunde dauert, der Apparat 60000 mal einen solchen
-Ruck auf den Film auszuüben hat. Immerhin können wir mit dem, was heute
-praktisch erreicht ist, recht zufrieden sein: bei einem guten
-Kinematograph ist das Flimmern doch verhältnismäßig gering.«
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-
-_Konstruktion des Transport-Mechanismus._
-
-Nachdem wir nun die wesentlichen Anforderungen, die an den
-Kinematographen gestellt werden, kennen gelernt haben, wollen wir den
-Transport-Mechanismus selbst einmal näher betrachten. Zunächst mag uns
-Figur 28 die allgemeine Anordnung vor Augen führen. Der Film sitzt oben
-auf einer Spule R und läuft von dort zur Belichtungsstelle T, wo die
-Bildchen eines nach dem andern »eingerahmt« und von den Lichtstrahlen
-kräftig beleuchtet werden. Darunter kommt der Bewegungsmechanismus, der
-dem Film die ruckweise Weiterbewegung gibt; er ist in der Abbildung
-durch die Zahntrommel W angedeutet. Unten wickelt sich das Filmband auf
-die Spule S wieder auf. Vor dem Objektiv O dreht sich die Blendscheibe
-B, die, wie wir wissen, dazu dient, das Weiterrutschen des Filmbandes zu
-verdecken. Der Vollständigkeit halber ist die Projektionslaterne nebst
-Beleuchtungslinsen C und Lichtquelle L mit eingezeichnet; der
-Strahlengang ist durch die punktierten Linien angedeutet.
-
- [Illustration: Fig. 28. Schematische Anordnung des kinematograph.
- Projektions-Apparates.]
-
-
-_Die Malteserkreuz-Einrichtung._
-
- [Illustration: Fig. 29. Ruckweise Weiterbewegung d. Filmbandes durch das
- Malteserkreuz.]
-
-Nun der Bewegungsmechanismus! Eine der am meisten benutzten Anordnungen
-zur ruckweisen Weiterbewegung des Filmbandes ist das sog. Malteserkreuz,
-von dem Figur 29 eine perspektivische Ansicht gibt. Der Film läuft um
-die Zahntrommel W, die mit ihren Zähnen in die Löcher des Bandes
-eingreift und die es zwingt, alle Bewegungen der Trommel mitzumachen.
-Auf der Achse der Zahntrommel sitzt eine Sternscheibe S und dieser wird
-durch eine rotierende Stiftscheibe AB periodisch 1/4 Umdrehung erteilt.
-Dabei schlägt die Zahntrommel gleichfalls um ein Viertel herum und zieht
-den Film immer genau um ein Bild weiter.
-
-Wie diese Anordnung arbeitet, können Sie sich besser klar machen, indem
-Sie sich aus den Figuren 30 bis 33 auf der vorgehefteten Tafel ein
-kleines Modell herrichten. Dazu werden die Figuren mit einem scharfen
-Messer ausgeschnitten, und zwar recht sorgsam (namentlich das Kreuz).
-Die kleine Scheibe (Figur 31) klebt man auf das Kreuz; ferner klebt man
-die beiden Scheiben, Figuren 32 und 33, aufeinander, wobei zu beachten
-ist, daß der Ausschnitt von Figur 33 auf die punktierte Stelle von Figur
-32 kommt. Durch die Mitte eines jeden fertig verklebten Teiles wird ein
-Loch gebohrt. Nun legt man zunächst das Kreuz auf ein Brettchen oder
-einen starken Karton derart, daß die aufgeklebte kleine Scheibe nach
-unten kommt, und steckt durch das Loch eine Nadel hindurch. Dicht
-dagegen legt man, wie es Figur 34 andeutet, das andere Teil, die
-ausgeschnittene Scheibe nach oben, und steckt dieses ebenfalls fest. Der
-Ansatz daran wird hochgebogen. Wenn man nun die Scheibe dreht, so greift
-sie mit dem Ansatz in das Kreuz ein (vgl. Fig. 35) und gibt diesem eine
-Vierteldrehung.
-
- [Illustration: Fig. 34. Fig. 35. Wirkungsweise des aus der Tafel (Fig.
- 30 bis 33) herzustellenden Malteserkreuz-Modells.]
-
- [Illustration: Fig. 36. Malteserkreuz für starkes »Tempo«.]
-
-Wie man beim Malteserkreuz ein stärkeres Tempo erzielen kann, um dadurch
-das Flimmern geringer zu machen, deutet Figur 36 an. Man braucht nur die
-Eingriffscheibe recht groß zu nehmen. So lange die Sternscheibe mit dem
-schraffierten Teil der Scheibe A in Berührung ist, steht sie still; die
-Wechslung wickelt sich in der kurzen Zeit ab, wo der Eingriff bei dem
-nicht schraffierten Teile in Tätigkeit tritt. Allerdings kann man
-praktisch nicht beliebig weit gehen, da sonst die Beanspruchung von
-Mechanismus und Film zu groß wird.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-
-_Andere Bewegungsmechanismen._
-
- [Illustration: Fig. 37. Greifer. Fig. 38. Schläger. Fig. 39. Klemmzug.
- Typische Anordnungen zur ruckweisen Weiterbewegung des Filmbandes.]
-
-Es sind nun noch verschiedene andere Vorrichtungen zur ruckweisen
-Weiterbewegung des Filmbandes in Gebrauch; man kann sie kurz als
-»Greifer«, »Schläger« und »Klemmzug« oder »Nockenapparat« bezeichnen.
-Der »Greifer« besteht aus einer auf- und niedergehenden Gabel, wie sie
-in Figur 37 schematisch angedeutet ist. Sie greift in ihrer obersten
-Stellung in die Löcher des Filmbandes ein und zieht dieses mit herunter;
-unten angekommen, läßt die Gabel den Film los und geht dann »leer« hoch,
-um oben wieder einzugreifen und so das Spiel in gleichmäßigem Gange zu
-wiederholen. Beim »Schläger«, dessen Anordnung in Figur 38 skizziert
-ist, schlägt ein auf der rotierenden Scheibe S sitzender Exzenterstift
-in regelmäßigen Zwischenräumen auf den Film und zieht ihn dabei immer um
-ein Bild aus der Belichtungsstelle B weiter. Der Nockenapparat besteht
-im wesentlichen aus 2 Trommeln Ww (Fig. 39), die so dicht beieinander
-stehen, daß der Film eben frei dazwischen hängen kann. Die große
-Trommel, welche rotiert, hat an ihrem Umfange einen Nocken E, und
-jedesmal wenn dieser gegen die zweite Trommel kommt, wird der Film
-eingeklemmt und mitgezogen. Die Zahntrommel R oberhalb der
-Belichtungsstelle B schiebt nur genau soviel Film vorwärts, als unten
-weiter gezogen werden darf.
-
-
-_Kinematographen mit gleichmässig laufendem Filmband._
-
- [Illustration: Fig. 40. Schematische Anordnung. Fig. 41. Apparat von
- Jenkins. Kinematograph mit gleichmässig bewegtem Filmband und einer
- Reihe rotierender Objektive.]
-
-Das sind die Hauptkonstruktionstypen, wie wir sie heute im Handel
-praktisch angewandt finden. Es gibt nun noch eine große Anzahl anderer
-Anordnungen; interessant ist namentlich eine Gruppe von Apparaten, wobei
-der Film nicht ruckweise bewegt wird, sondern mit gleichmäßiger
-Geschwindigkeit läuft. Ich will davon ein Beispiel geben. Sie sehen in
-Figur 40 links den Film, der über zwei Rollen läuft. Davor befindet sich
-eine Reihe von Objektiven, die wie ein Kranz auf der Drehscheibe sitzen
-und einen Rundlauf machen, um eines nach dem anderen in Tätigkeit zu
-treten. Jedes Objektiv läuft eine kleine Strecke in gleicher
-Geschwindigkeit mit dem Film zusammen und führt während dieser Zeit die
-Belichtung aus. Infolge der gleichmäßigen Mitbewegung hält das Objektiv
-das Bild sozusagen auf dem Film fest, und daher bekommen wir eine
-vollkommene Schärfe. Bei dieser Anordnung sind ruckweise Bewegungen
-vermieden. Sowohl der Film als auch sämtliche Teile des Mechanismus
-bewegen sich mit gleichmäßiger Geschwindigkeit. Daher bietet sich hier
-die Möglichkeit, den Apparat außerordentlich schnell laufen zu lassen
-und eine sehr große Anzahl von Aufnahmen in der Sekunde zu machen, wie
-es für bestimmte Zwecke erforderlich ist.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Der Amerikaner Jenkins, dem wir die Ausarbeitung dieses Systems
-verdanken, das übrigens Ducos du Hauron 1864 schon angab, machte mit der
-in Figur 41 dargestellten Kamera, die 15 Objektive besitzt, über 250 gut
-exponierte Aufnahmen in der Sekunde. Der Engländer Maskelyne löste die
-Aufgabe in der Weise, daß er in das Objektiv des Apparates ein
-rotierendes optisches Organ einbaute, das jedes Bildchen immer eine
-kleine Strecke mit dem bewegten Filmband mitführt. Auch hier ist die
-Zahl der Bilder, die man in der Sekunde aufnehmen kann, nur begrenzt
-durch die Lichtempfindlichkeit des Negativfilm. Aber ebenso wie bei
-Jenkins ist die Ausführung sehr kostspielig: ein Apparat dieser Art, den
-die britische Artillerie-Prüfungskommission zur Photographie fliegender
-Geschosse benutzt, stellte sich auf Mk. 10000. Eine noch höhere
-Leistungsfähigkeit erzielte Cranz; ihm gelang es, eine Einrichtung zu
-konstruieren, womit in der Sekunde auf den mit 90 Meter Geschwindigkeit
-laufenden Film 5000 Bilder gemacht wurden. Dieser Apparat dient
-erfolgreich dazu, fliegende Geschosse und ihre Wirkung kinematographisch
-aufzunehmen.
-
-
-_Ausstattung des Kinematograph-Mechanismus._
-
-Für die gewöhnlichen Zwecke der Kinematographie werden, abgesehen von
-unwesentlichen Abänderungen, nur die zuerst besprochenen Konstruktionen
-benutzt, die den Film ruckweise weiterbewegen. Wenn man nun einen
-vollständigen Kinematograph-Mechanismus ansieht, so findet man noch
-allerlei Räderwerk und verschiedenerlei Vorrichtungen daran; namentlich
-die für Kinematographentheater bestimmten Apparate werden sozusagen mit
-allen Schikanen ausgerüstet. Da ist z. B. für den Schutz des Films
-gegen die heißen Lichtstrahlen gesorgt. Das Zelluloid, woraus das
-Filmband besteht, ist ein leicht entflammbares Material, und es tritt
-daher bei Stillstand des Mechanismus, wo die Strahlen Zeit haben, auf
-den Film zu wirken, die Gefahr auf, daß es entzündet wird. Dies wird nun
-verhindert durch eine Sperrklappe, die beim Betriebe durch einen
-Regulator geöffnet wird und sich selbsttätig schließt, sobald der
-Apparat aufhört zu laufen. In Figur 42 ist ein derartiges Modell
-wiedergegeben. Figur 43 zeigt einen einfacheren
-Kinematograph-Mechanismus in Verbindung mit einer Projektionslaterne,
-wie er in Vereinen und Schulen gebraucht wird. Der Antrieb wird bei den
-Theaterapparaten in der Regel durch einen kleinen Elektromotor bewirkt,
-während man das Werk sonst mit der Hand dreht.
-
- [Illustration: Fig. 42. Mechanismus eines Theater-Kinematographen.]
-
- [Illustration: Fig. 43. Einfacherer Kinematograph in Verbindung mit
- der Projektionslaterne.]
-
-
-_Der Aufnahmeapparat._
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Wir wollen uns nun auch den Aufnahmeapparat einmal näher ansehen. Der
-lichtempfindliche Film sitzt, wie Figur 44 zeigt, in der oben
-angebrachten Kassette, läuft dann um die obere Zahntrommel und wird von
-dieser der Belichtungsstelle zugeführt. Vorne im Apparat, hier nicht
-sichtbar, befindet sich der Mechanismus, in diesem Falle ein Greifer,
-der den Film ruckweise vorwärts bewegt. Der unten stoßweise austretende
-Film läuft dann über die zweite Zahntrommel und wird dadurch der unteren
-Kassette in gleichmäßiger Bewegung zugeführt. Zu einem vollkommenen
-Apparat gehört nun u. U. noch eine Einstellvorrichtung, ein Zähler, der
-angibt, wieviel Film belichtet ist, und ein Geschwindigkeits-Anzeiger,
-woran der Photograph kontrollieren kann, ob er die Kurbel mit der
-richtigen Schnelligkeit dreht.
-
- [Illustration: Fig. 44. Kinematographischer Aufnahme-Apparat mit
- eingespanntem Film (geöffnet).]
-
-Fußnoten:
-
-[C] Dieses Schema deutet ebenso wie die folgenden einen Vorgang
-an, der sich in 1/5 Sekunde abspielt.
-
-
-
-
-Das kinematographische Aufnahme-Verfahren.
-
-
-_Wie man mit der Aufnahmekamera arbeitet._
-
-Figur 45 zeigt uns den Photographen bei der Arbeit. Das Photographieren
-an sich ist einfach, wenn man einmal mit einer Kamera umzugehen weiß.
-Der Apparat sitzt auf einem recht kräftigen Stativ, man richtet ihn auf
-den Gegenstand und dreht die Kurbel. Wenn sich aber der Gegenstand, wie
-hier der Dampfer, fortbewegt, so muß man mit der Kamera nachfolgen, und
-dazu gehört Geschick und Übung. Überhaupt werden kinematographische
-Aufnahmen dadurch komplizierter, daß während des Belichtens leicht etwas
-Unvorhergesehenes eintreten kann.
-
-
-_Aufnahmeateliers._
-
-Einstudierte Szenen bieten, wenn sie sich programmäßig abwickeln, bei
-der Aufnahme selbst am wenigsten Schwierigkeiten, dagegen schaffen sie
-vorher viel Mühe und Arbeit. Die bedeutenderen Filmfabriken haben dazu
-riesige Ateliers und beschäftigen ein gut eingeschultes Personal von
-Schauspielern, die einem tüchtigen Regisseur unterstellt sind. Viele
-tausend Meter Films werden da tagtäglich geschaffen und in alle Welt
-hinausgeschickt.
-
- [Illustration: Fig. 45. Herstellung einer kinematographischen
- Aufnahme.]
-
-
-_Lebensgeschichte des Kinematographenfilm._
-
-Wenn man nun die Lebensgeschichte des Kinematographenfilm, wie er
-nachher durch den Projektions-Apparat läuft, verfolgen will, so muß man
-zunächst in eine der großen Zelluloidfabriken gehen. Da wird das
-Zelluloid in breiten Bändern und in Längen bis zu 50 Metern gegossen: es
-ist eine schwierige Fabrikation, deren Ausarbeitung sehr große Erfahrung
-und jahrelange Versuche erforderte. Nur einige wenige Werke vermögen den
-Rohfilm in der richtigen Beschaffenheit: fest und geschmeidig, glasklar
-und fehlerlos, herzustellen. Noch schwieriger gestaltet sich die
-Bereitung eines tauglichen, unverbrennbaren oder doch schwer brennbaren
-Filmmaterials, wie es im Zellit vorliegt, das gegenüber dem leicht
-entzündlichen Zelluloid große Vorzüge bietet.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-In einem anderen Werke oder in einer anderen Abteilung des ersteren wird
-beim Lichte roter Lampen auf das breite Zelluloidband die
-lichtempfindliche Emulsion aufgetragen, eine Emulsion derart, wie man
-sie für photographische Platten anwendet. Dann läuft das Band durch eine
-Schneidemaschine, die es mit Tellermessern in schmale Streifen zerteilt,
-wie der kinematographische Apparat sie braucht. Diese Streifen wandern
-nun, zu Rollen gewickelt, in die Filmfabrik. Deren erste Arbeit besteht
-darin, die Streifen mit der Perforation zu versehen. Das geschieht,
-ebenfalls in rot beleuchteten Räumen, durch Perforiermaschinen, die
-stündlich viele tausend Löcher einstanzen. In größeren Werken sind deren
-mehrere Dutzend in rastloser Tätigkeit. Von diesen Maschinen wird größte
-Präzisionsarbeit verlangt: die Abstände der Löcher müssen genau
-innegehalten werden; denn die geringste Abweichung würde nachher bei der
-Projektion ein Tanzen des Lichtbildes verursachen. Nun sind die Films
-gebrauchsfertig und werden dem Photographen übergeben, der sie den
-Kassetten seiner Kamera einverleibt.
-
-Inzwischen herrscht im Aufnahme-Atelier des Werkes eine fieberhafte
-Tätigkeit: viele Köpfe und Hände bereiten die Szene vor. Nachdem die
-Idee zu dem Stück, sei es Drama, Tragödie oder Komödie, glücklich heraus
-ist, nachdem die literarische Abteilung Band um Band der Bibliothek
-gewälzt und die Einzelheiten bearbeitet hat, heißt es, das zur
-Aufführung erforderliche Material herbeischaffen. Ein Heer von
-Tischlern, Malern, Tapezierern und Dekorateuren stellt fertig, was sich
-in der Requisitenkammer nicht vorfindet. Die Szenerien werden möglichst
-naturgetreu u. realistisch zusammengesetzt. Der Regisseur wählt die
-Schauspieler und verteilt die Rollen; der kundige Garderobenverwalter
-gibt die Kostüme aus. Nun wird geprobt und instruiert, bis alles klappt.
-Hier wird noch ein Versatzstück zurecht gerückt, dort legt in einem der
-Ankleideräume der Friseur die letzte Hand an -- endlich kann die
-Vorführung stattfinden.
-
-Kurz, es geht zu wie in einem Theater. Und auch die Ausstattung der
-Ateliers ist die wie einer Bühne, aber raffiniert und vollkommen, wie
-bei der modernsten Bühne. Ob nun die Szene auf dem Lande oder Wasser
-sich abspielt, auf dem Mond oder im Mittelpunkt der Erde; ob es eine
-männermordende Schlacht gilt, eine Jagd, ein Schauspiel, Lustspiel oder
-ein phantastisches Märchen: für alles ist gesorgt. Aber anders als im
-Theater flutet hier durch ein mächtiges Glasdach das Tageslicht hinein,
-ergänzt oder, wenn nötig, gar ersetzt durch eine Reihe elektrischer
-Lampen von ungeheurer Kraft, deren violettdurchsetzte Strahlen wie
-Sonnenbrand in die Haut stechen. Diese Lichtfülle verlangt der
-kinematographische Aufnahmeapparat, der als einziger Zuschauer und dabei
-als unerbittlich strenger Kritiker der Aufführung beiwohnt: jeder
-Fehler, jede falsche Bewegung wird unweigerlich von ihm festgehalten.
-
-Zu gleicher Zeit arbeitet eine andere Gruppe von Schauspielern draußen
-in freier Natur, manchmal weit, weit fort, an der Stätte selbst, wo das
-dargestellte geschichtliche Drama sich vor soundsoviel Jahren oder
-Jahrhunderten abspielte. Keine Kosten werden gescheut, die historische
-Treue zu wahren. In noch größerer Ferne, vielleicht schlimmen
-Entbehrungen und bösen Abenteuern ausgesetzt, ist der Reisephotograph
-tätig, dem es obliegt, wertvolle Aufnahmen von Land und Volk mit nach
-Hause zu bringen. Galt es fremde Erdteile und unbekannte Gegenden
-aufzusuchen, so mußte, wie zu wissenschaftlichen Forschungsreisen, eine
-regelrechte Expedition ausgerüstet werden, die schon viele Tausende
-kostet, ehe es losgeht.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Die Aufnahmen sind gemacht, die Films belichtet. Nun gilt es, die Bänder
-zu entwickeln und die Bilder zum Vorschein zu bringen. Diese Arbeit muß
-mit großer, großer Sorgfalt geschehen. Denn ein einziger Fehler, eine
-einzige Unachtsamkeit könnte die ganze Vorarbeit mit ihren oft
-unsäglichen Kosten zunichte machen. Drum herrscht peinlichste
-Sauberkeit; alle Einzelheiten des Betriebes sind geregelt und werden
-streng überwacht. Anders sieht es da aus, als in der üblichen
-photographischen Dunkelkammer; heißt es doch, die Riesenschlangen von
-Films zu bändigen und ständig unter Kontrolle zu halten. Während einige
-Fabriken sie auf Rahmen spannen, bedienen sich andere Werke großer
-Wickel-Trommeln. Die Bäder sind in Porzellanbecken untergebracht --
-Becken so groß wie Badewannen. Zuerst hängt die Trommel über dem
-Entwicklerbecken. Sie taucht unten ein und wird durch einen Elektromotor
-gedreht, so daß alle Teile gleichmäßig benetzt werden. Sobald die
-Entwicklung beendet ist, wandert die Trommel zum nächsten Becken, wo der
-Film eine kräftige Wasserspülung erfährt. Das dritte Becken enthält
-Fixierbad, dann kommt wieder Wasserspülung, zum Schluß ein Wasserbad mit
-Glyzerinzusatz, der dem Film Geschmeidigkeit verleiht. Inzwischen
-wandern andere filmbewickelte Trommeln den gleichen Weg von Becken zu
-Becken hinterher.
-
- [Illustration: Fig. 46. Trockenraum einer Filmfabrik.[D]]
-
-Nun kommen wir wieder ins Helle, in einen großen Raum, wo die Films auf
-riesigen Trommeln getrocknet werden. (Fig. 46). Die durchströmende Luft
-ist filtriert, damit nur ja kein Stäubchen darauf kommt. Auf das
-Trocknen folgt eine sorgsame Prüfung und Reinigung.
-
-Was wir jetzt haben, ist der fertige Negativfilm, wie ihn Figur 24
-zeigte. Diesen Negativfilm begleiten wir weiter zur Kopierabteilung. Da
-schafft man als Arbeitsmaterial für die Maschinen viele Rollen
-lichtempfindlicher Films hin, die soeben perforiert worden sind; sie
-tragen die Bezeichnung »Positivfilm« und haben eine weniger empfindliche
-Emulsion als die zur Aufnahme bestimmten Films. Alle Maschinen -- man
-hört's am klappern -- scheinen in emsiger Tätigkeit. Doch an einer
-Stelle können wir, so gut es bei dem roten Lichte geht, gerade zusehen,
-wie ein Arbeiter frisch ladet, wie er Negativ- und Positivfilm
-einspannt, wie der Motor anzieht, und wie nun die beiden Films, Schicht
-auf Schicht, Schritt um Schritt am Fensterchen vorbei gezogen werden, wo
-eine Glühlampe die Belichtung besorgt. Wie im gesamten Betrieb, geht
-auch hier die Arbeit glatt und flott vonstatten. Und auf ein rasches
-Arbeiten muß man gerichtet sein; kommt es doch manchmal vor, -- bei
-aktuellen Aufnahmen ist dieser Fall nicht selten -- daß der Film noch an
-demselben Tage fertig herausgebracht werden soll, um abends im Theater
-zur Vorführung zu gelangen.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Die belichteten Positivrollen kommen in den uns bekannten
-Entwicklungsraum, und dort winden sich nun wieder die Filmschlangen
-durch die sauren Bäder und Wasserbrausen, bis sie ein prächtiges, klares
-Bildergewand zeigen, das in die nächste Stube zum Trocknen gehängt wird.
-Es folgt dann noch ein großes Reinemachen, wobei Maschinen helfen, und
-eine genaue Besichtigung. Manche der Aufnahmen erfahren noch eine
-weitere Bearbeitung: mit Hilfe chemischer Tonbäder werden die dunkeln
-Partien gefärbt. -- Sie haben solch einfarbige Darstellungen, z. B.
-blaue Seestücke mit schneeweißem Gischt, wohl schon gesehen. Oder die
-Bänder werden durch einfache Farblösungen gezogen, wobei die ganze
-Schicht einen gleichmäßigen Ton annimmt. Andere Films sollen hinwieder
-naturfarbig herausgebracht werden. Da heißt es, künstlich Farbe
-auftragen. Während dies sonst mit der Hand geschieht, ersetzen die
-großen Fabriken das Heer hunderter Koloristinnen durch sinnreiche
-Maschinen. Bei diesem maschinellen Verfahren muß man mehrere der Films,
-welche die betreffenden Aufnahmen darstellen, opfern. Aus diesen werden
-nämlich Schablonen hergestellt, für jede Farbe eine. Der Arbeiter
-schneidet dazu mit großem Geschick zunächst aus einem Film, Bild um
-Bild, alle die Stücke aus, die rot werden sollen. Dieser Schablonenfilm
-läuft nun mit dem zu kolorierenden Film, wobei sich die Bildteile beider
-genau decken, durch die Maschine und diese trägt mechanisch durch die
-ausgeschnittenen Stücke rote Farbe auf. Dann erhalten ein zweiter,
-dritter und wer weiß wie viele Films mit Hilfe derselben Schablone den
-gleichen »Aufdruck« in rot. Inzwischen ist der zweite Schablonen-Film
-fertig geworden, bei dem alle blauen Stücke ausgeschnitten sind. Nun
-wird die ganze Reihe mit diesem »gedruckt«, worauf in gleicher Weise die
-übrigen Farben daran kommen. Diese Methode lohnt sich natürlich nur für
-einen Betrieb, der eine große Anzahl Films in kolorierter Ausführung
-absetzen kann.
-
-Die fertigen Films, kolorierte, getönte und schwarze, laufen im
-Versandraum zusammen. Unterdessen hat die kaufmännische Abteilung die
-Reklametrommel gerührt, Filialen in allen Weltteilen haben die ersten
-Kopien bekommen und den Interessenten vorgeführt unter der Ankündigung,
-daß der Film am soundsovielten verausgabt wird. Die Bestellungen sind
-notiert und nun wird geschafft, damit alles zum Termin da ist. Und
-gehörig muß geschafft werden, wenn der Film sich als »Schlager« oder
-»Kassenmagnet« erwiesen hat.
-
-
-_Wie die Trickfilms hergestellt werden._
-
-Was in diesen Filmfabriken alles aufgeführt und photographiert wird, ist
-staunenswert. Phantasie und Unternehmungsgeist überbieten sich, immer
-Neues und Originelles zu schaffen, seien es nun dramatische
-Darstellungen oder Tragödien, Märchen oder Geschichten zum Totlachen.
-Sie haben vielleicht mancherlei Derartiges in Kinematographen-Theatern
-gesehen. Aber vielleicht haben Sie auch einmal Vorführungen gesehen, die
-mit ihren zauberhaften Vorgängen verblüffend wirkten und wobei Sie sich
-fragten: wie wird das gemacht? -- Da gibt es z. B. ein Stück, worin ein
-Mann an den Wänden heraufkriecht und an der Decke hinläuft. Die Lösung
-ist ganz einfach. Bei der Aufnahme werden auf den Boden des Ateliers
-abwechselnd Dekorationen gelegt, welche die Seitenwände und die Decke
-eines Zimmers darstellen; der Mann kriecht oder läuft darüber und wird
-von oben her photographiert.
-
-Ein beliebter Trick ist die Verwandlung von Personen; sie läßt sich bei
-kinematographischen Aufnahmen leicht ausführen. In der Szene, woraus in
-Figur 47 ein paar Bilder wiedergegeben sind, verwandelt sich z. B. die
-alte Bettlerin in eine Fee. Dazu wurde einfach zwischen dem zweiten und
-dritten Bild die Aufnahme unterbrochen; die Bettlerin wirft ein anderes
-Gewand über oder wird durch eine andere Person ersetzt, der Photograph
-öffnet wieder das Objektiv und dreht weiter.
-
- [Illustration: Fig. 47. Verwandlungsszene.[E]]
-
-Noch ein Beispiel! Der Kinematograph führt folgende Szene vor, die in
-den Figuren 48 bis 51 angedeutet ist. Ein Betrunkener liegt auf der
-Straße. Ein Automobil saust heran und fährt ihm beide Beine ab (Fig.
-48). Der Mann schreit nach und schwenkt die Beine in der Luft (Fig. 49).
-Das Auto hält, der Insasse läuft heran, er flickt ihm die Beine wieder
-an (Fig. 50) und beide ziehen zufrieden von dannen (Fig. 51). -- Nun die
-Lösung! Auch hier wird die Aufnahme unterbrochen, und zwar zuerst in dem
-Moment, wo das Automobil herangekommen ist.
-
-Das Auto hält an. Der Betrunkene wird ersetzt durch einen Krüppel, dem
-beide Beine fehlen, und ein Paar künstlicher Beine wird davor gelegt.
-Die Auswechslung der Personen ist in Figur 52 wiedergegeben. Dann tritt
-der kinematographische Apparat wieder in Tätigkeit; das Auto, dessen Weg
-genau vorgezeichnet ist, fährt nochmals heran und saust darüber hinweg.
-Nachher wird die Aufnahme abermals unterbrochen und der Krüppel wieder
-durch den Betrunkenen ersetzt.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
- [Illustration: Fig. 48. Szenen aus einem Trickfilm. Fig. 49.]
-
- [Illustration: Fig. 50. Szenen aus einem Trickfilm. Fig. 51.]
-
- [Illustration: Fig. 52. Erklärung des Trick: Die Auswechslung der
- Personen.]
-
-Von diesem einfachen Hilfsmittel der Aufnahme-Unterbrechung wird häufig
-Gebrauch gemacht. Der Film, geduldig wie er ist, reiht Bild an Bild
-auf, wie und wann es dem Photographen gefällt. Und das Publikum bekommt
-nachher die Bilder in sausender Folge vorgeführt; es merkt nicht, daß
-der Kinematograph lügt, daß da zwischen einzelnen Bildern ganze Stücke
-fehlen -- kein Wunder, daß ihm die Vorgänge zauberhaft erscheinen. Da
-gibt es die unglaublichsten Sachen zu sehen. Leblose Gegenstände führen
-einen Tanz auf; Streichhölzer spazieren aus der Dose, die sich selbst
-öffnet, und bauen sich zu Figuren auf; Werkzeuge leisten Arbeit, eine
-Säge zerschneidet ein Brett ohne Zutun. -- Wie leicht ist das alles zu
-machen, wenn man einmal den Kunstgriff kennt, wie einfach ist die
-Erklärung, wenn man einmal weiß, daß die Hilfsvorgänge, die dem
-Zuschauer verborgen bleiben sollen, nicht mit photographiert werden!
-
-Drollige Wirkungen erzielt man durch Rückwärtsdrehen des Filmbandes.
-Alle Bewegungsvorgänge kehren sich um. Pferde rennen rückwärts, Steine
-rollen bergauf. Der Schwimmer saust mit den Beinen voran aus dem Wasser
-und landet auf dem Sprungbrett, dann fliegen ihm die Kleider an den
-Leib. Der Raucher saugt den Rauch aus der Luft auf und seine Zigarre
-brennt immer länger -- denken Sie es selbst weiter aus!
-
-Die Hilfsmittel des Photographen sind damit nicht erschöpft. Er schafft
-die wunderbarsten Effekte, indem er Aufnahmen kombiniert und
-übereinanderdruckt. Dem Träumer erscheinen winzig kleine Feen, die aus
-Blumen entsteigen und einen Reigen aufführen; oder es taucht eine
-Miniatur-Tänzerin in einem gefüllten Wasserglas auf, um sich dazu zu
-bewegen und dann wieder allmählich wie im Nebel zu verschwinden. Kurz,
-kein Märchen ist so seltsam, keine Phantasie so erfindungsreich, als daß
-nicht der Kinematograph ihr beikäme und die Gedanken in seine
-Lichtbilder-Wirklichkeit umzusetzen vermöchte.
-
-Fußnoten:
-
-[D] Mit Genehmigung der Charles Urban Trading Co., London.
-
-[E] Die Figuren 47 bis 52 sind hergestellt nach Aufnahmen der
-Firma Léon Gaumont, Paris, und zwar mit Genehmigung der Pariser
-Zeitschrift >L'Illustration<, in der sie erschienen.
-
-
-
-
-Die Bedeutung des Kinematographen.
-
-
-_Der Kinematograph als Forscher und Lehrer._
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-So bewundernswert nun auch die technischen Leistungen bei solchen
-Aufnahmen sein mögen: in diesen Kunststücken darf man nicht den
-Hauptwert des Kinematographen suchen. Seine eigentliche Bedeutung liegt
-auf anderem Gebiete: In der Hand des Naturfreundes ist der Kinematograph
-ein großer Forscher geworden. Er schaut durchs Vergrößerungsglas und
-verfolgt das Treiben der kleinen Lebewesen; er belauscht die Vögel in
-ihren Nestern; er beobachtet die Pflanzen und Blumen, wie sie wachsen,
-verblühen und vergehen; dann wieder sucht er fremde Länder und Völker
-auf und studiert ihre Sitten und ihren Sinn, oder er geht mit dem
-Techniker in große industrielle Werke. Er sieht alles, schreibt alles
-auf seinem Film auf, nichts entgeht ihm. Und so oft man will, erzählt er
-alles getreu bis in die kleinsten Einzelheiten wieder.
-
-Dem Gelehrten vermag der Kinematograph unschätzbare Dienste zu leisten,
-indem er festhält, was des Menschen Auge nicht mehr verfolgen, nicht
-mehr unterscheiden kann. Und uns steht durch den Kinematographen die
-ganze Welt mit ihrem Getriebe offen. Was die Natur im Großen und im
-Kleinen nur darbietet, was der Mensch nur erschafft, alles bringt dieser
-Wunderapparat vor unser Auge. In spielender Unterhaltung zeigt und lehrt
-er innerhalb einer Stunde mehr, als mancher nach langem, schwierigem
-Studium beobachtet oder auf kostspieliger, weiter Reise gesehen hat.
-
-
-_Macht der kinematographischen Darstellung._
-
-Wie lebendig und überzeugend ist seine »Sprache«! Wer noch nie am Meere
-gewesen ist, erhält wohl von einer Photographie oder einem Gemälde einen
-Eindruck der unendlichen Wasserfläche; aber erst der Kinematograph zeigt
-ihm, wie die mächtigen Wogen dahingehen, wie sie brandend auf den Sand
-rollen oder hoch aufschäumend gegen die Felsküste schlagen, zeigt ihm,
-wie ein Ozeandampfer hinausfährt oder ein Kriegsschiff manövriert.
-
-Diese lebendige Sprache verleiht auch dem kinematographischen Drama eine
-so mächtige Wirkung. Statt des Phantasiebildes, das wir beim Lesen
-gewinnen, drängt sich hier gewissermaßen leibhaftige Wirklichkeit auf.
-Ja, da dem »taubstummen« Stücke die Worte fehlen, wird die Handlung
-zusammengedrängt: was uns der Roman im Laufe von Stunden erzählt,
-wickelt sich hier in Minuten ab -- daher atemlose Spannung von Anfang
-bis zu Ende. Kraftvollen Schriftstellern ist das kinematographische
-Drama ein vorzügliches Ausdrucksmittel.
-
-
-_Das Kinematographen-Theater._
-
-Praktische Anwendung hat der Kinematograph in umfangreichem Maße in den
-Kinematographen-Theatern gefunden, besitzt doch bei uns jede Stadt von
-soundsoviel tausend Einwohnern mindestens ein solches Theater (wenn
-nicht, wie heißt der verwaiste Ort? Interessenten bezahlen den
-Nachweis). In den Programms herrschen die dramatischen Darstellungen
-vor. Man sucht vielfach volle Häuser zu gewinnen, indem man dem
-Sensationsgelüste der Menge entgegenkommt und im Übermaße aufregende,
-nervenreizende Stücke bringt. Diese Tendenz zahlreicher Unternehmungen:
-»Sensationell um jeden Preis« hat dem Kinematograph einen bösen Ruf
-eingebracht und Gegenbewegungen ins Leben gerufen. Gewiß ist auch viel
-Erfreuliches zu verzeichnen, vielerlei schöne Aufnahmen werden gezeigt,
-die hohen Bildungswert besitzen. Diesen möchte ein größerer Platz
-eingeräumt werden. Solange indessen das Volk gerade an den garstigen
-Stücken seinen Gefallen bekundet, solange Filmfabriken und Theater
-sehen, daß sie damit ihre besten Einnahmen machen, ist eine gehörige
-Besserung schwerlich zu erwarten.
-
-
-_Das Tonbild._
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Im Kinematographen-Theater findet man auch das Tonbild, die Verbindung
-von Kinematograph und Sprechmaschine. Der eine Apparat stellt die
-bildliche Szene dar, während der andere die Figuren sprechen, singen und
-musizieren läßt. Die Aufnahmen dazu mit kinematographischer Kamera und
-Grammophon werden getrennt vorgenommen, und zwar erfolgt die eine an
-Hand der anderen. Damit sich nun bei der Wiedergabe Bild und Ton genau
-decken, damit also nicht die Bewegungen den Worten vorauseilen oder
-dahinter zurückbleiben, müssen beide Apparate Hand in Hand -- man sagt
-»synchron« -- laufen. Diese Forderung zu erfüllen, werden Sie denken,
-ist eine einfache Aufgabe -- gewiß: man braucht nur die Räderwerke von
-Kinematograph und Sprechmaschine durch eine geeignete Übersetzung
-»zwangläufig« miteinander zu verbinden; dann muß der eine genau mit dem
-anderen gehen, er kann nicht vorstreben oder zurückbleiben. Indessen
-bietet die praktische Ausführung insofern eine Schwierigkeit, als man
-das Grammophon, um die richtige Wirkung zu erzielen, beim
-Projektionsschirm, also weit vom Kinematograph entfernt, aufstellt. Aber
-auch eine andere Forderung ist schwer mit dieser Lösung in Einklang zu
-bringen: die Sprechmaschine muß nämlich mit einer bestimmten
-Geschwindigkeit laufen, damit der Ton die richtige Höhe erhält, und sie
-ist darin sehr empfindlich -- jede Abweichung bringt einen Mißton. Nun
-ist der Kinematograph ein unruhiger Bruder; er läuft nicht so
-gleichmäßig: da kommt z. B. einmal eine Klebstelle im Filmband, die
-momentan eine geringe Verzögerung der Geschwindigkeit herbeiführt -- in
-diesem Augenblick schreit die Sprechmaschine, der Ton geht herunter, um
-sofort wieder in die Höhe zu schnellen. Um diesen Übelstand zu
-vermeiden, läßt man das Grammophon, so wie es soll, ruhig für sich
-laufen und reguliert nun nach seinem Gang mittels einer
-Anzeigevorrichtung die Geschwindigkeit des Kinematographen. Derartige
-Vorrichtungen -- man nennt sie »Synchronismen« -- gibt es verschiedene.
-Hier sind es optische Signale, wonach der Operateur den Gleichlauf
-kontrolliert, dort auf elektrischem Wege übertragene Zeichen; bei
-anderen hinwieder geschieht die Regelung automatisch: der Motor des
-Kinematographen wird selbsttätig in seiner Geschwindigkeit korrigiert,
-wenn die Übereinstimmung aussetzt.
-
-
-_Fehlerhafte Erscheinungen._
-
-Da wir grade im Kinematographen-Theater sind, höre ich Sie die Frage
-stellen: woher kommt es, daß man zuweilen auf dem lebenden Lichtbilde
-vorwärts fahrende Wagen mit schleifenden oder gar rückwärts laufenden
-Rädern sieht? Nun, suchen wir einmal die Erklärung! Bei der Aufnahme der
-Szene machte die kinematographische Kamera etwa 15 Belichtungen in der
-Sekunde, also wurde auch das Rad 15 mal in der Sekunde photographiert.
-Nun hat sich das Rad zwischen den einzelnen Aufnahmen stets um ein Stück
-gedreht, und wenn es der Zufall will, so ist in dieser Zeit immer eine
-Speiche genau an die Stelle der nächsten getreten. Da eine Speiche
-aussieht wie die andere, bietet dann das Rad auf allen Bildern das
-gleiche Aussehen; unser Auge nimmt also keine Bewegung in den Speichen
-wahr und wir meinen, das Rad stände still. Nehmen wir nun an, das Rad
-laufe etwas langsamer wie vorher. Dann bleibt die Speiche, welche bisher
--- in der Zeit von Aufnahme zu Aufnahme -- immer genau an Stelle der
-Nachbarspeiche getreten war, etwas gegen diese zurück. Unser Auge
-verwechselt nun diese Speichen, die in den aufeinanderfolgenden Bildern
-so nahe beieinander sind, und wir nehmen eine langsame Rückwärtsdrehung
-wahr. Es brauchte nur eine einzige der Speichen eine abweichende Form zu
-besitzen, so fiele die Ursache zu dieser optischen Täuschung fort und
-wir würden sehen, wie diese Speichen sich richtig drehen und wie das Rad
-vorwärts rollt.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Ferner fragen Sie: manchmal sieht man in den kinematographischen
-Darstellungen überhastete Bewegungen! -- Diese Erscheinung tritt ein,
-wenn der Vorführer den Apparat zu rasch laufen läßt. Es ist leicht
-verständlich: je rascher man den Film durchlaufen läßt, desto schneller
-spielt sich die Szene ab. Die Bewegungen können nur dann natürlich
-wirken, wenn die Wiedergabe mit der gleichen Geschwindigkeit, also mit
-der gleichen Bilderzahl in der Sekunde, erfolgt wie die Aufnahme.
-Endlich: woher kommt es, daß man zuweilen im lebenden Lichtbilde ein
-unangenehmes Flickern wahrnimmt? -- In solchem Falle wird zur Vorführung
-ein alter oder schlecht behandelter Film benutzt, der, wie man sagt,
-»verregnet« ist. Mit jedem neuen Bilde, also 15 mal in der Sekunde,
-erscheinen immer wieder andere Flecken und Kratzen, die bald hier, bald
-dort sitzen und daher auf unser Auge wie ein Gewirre tanzender Mücken
-wirken.
-
-
-_Das lebende Lichtbild in Schule und Vortragssaal._
-
-Ein großes Anwendungsgebiet steht dem Kinematographen noch offen: die
-Schule; sie hat sich des lebenden Lichtbildes bisher noch wenig
-angenommen. Und doch stellt der kinematographische Apparat ein
-ausgezeichnetes Anschauungsmittel dar, das dem Lehrer große Hilfe bietet
-und gleichzeitig eine Erweiterung des Lehrplanes ermöglicht. Praktische
-Vorschläge, die auf die Einführung des Kinematographen in die Schule
-hinzielen, sind schon ausgearbeitet worden. Das Gleiche gilt vom Hörsaal
-der Hochschulen und Universitäten, sowie vom Unterricht in Kunstschulen,
-der auch durch geeignete Aufnahmen gewinnen wird.
-
-In Vereinen und bei öffentlichen Vorträgen, wo die Benutzung des
-Lichtbilderapparates fast zur Regel geworden ist, findet man den
-Kinematographen schon häufiger. Mag der Vortragsredner auch sprechen
-über Länder und Völker, über Tiere und Pflanzen, über technische
-Betriebe oder über Luftschiffe und Flugmaschinen -- wenn er nicht das
-Objekt selbst demonstrieren kann: gibt es für ihn ein besseres
-Anschauungsmittel als das lebende Lichtbild?
-
-Einer ausgedehnteren Verwendung des Kinematographen in Schule und Verein
-steht heute weniger im Wege wie ehedem, wo ein solcher Apparat sehr
-kostspielig war. Für einige hundert Mark kann man jetzt schon eine
-leistungsfähige praktische Einrichtung erhalten; ist bereits ein
-Lichtbilderapparat vorhanden, so kommt man wesentlich billiger weg,
-weil dann nur der Mechanismus zu beschaffen ist. Ferner liegt ein
-umfangreiches Material an guten, lehrhaften kinematographischen
-Aufnahmen vor, deren Zahl ständig vermehrt wird, und es gibt viele
-Anstalten, die Films verleihen.
-
-
-_Was es an lehrhaften Films gibt._
-
-Alle Weltteile, aller Herren Länder sind in kinematographischen
-Darstellungen vertreten. Da gibt es Films von Rom, Pompeji, Venedig, von
-Konstantinopel, Moskau und Tiflis; nicht minder solche, die uns Berlin,
-London, Paris zeigen. Die berühmten Stätten Palästinas und Egyptens sind
-ebenso im lebenden Bilde festgehalten, wie die interessantesten Plätze
-aus Indien, China und Japan. Der Rheinfall bei Schaffhausen, die Strudel
-des Zambesi und der Niagara haben dem Photographen und seiner
-Kurbelkamera »Modell gestanden«; selbst der Südpol ist kinematographisch
-erobert, nachdem Shackleton in seiner Nähe erfolgreich Aufnahmen gemacht
-hat. Ein gleichfalls großes Kapitel der Filmaufnahmen betrifft die
-verschiedenen Völker in ihren Sitten, Gebräuchen und in ihrer
-Gewerbetätigkeit, sowie anschließend daran die moderne Technik.
-Arabische Töpferei, indische Seilerei, Kriegstänze der Südseeinsulaner,
-chinesische Hochzeit, Walfischfang, Krokodiljagd, Straußenzucht,
-Gewinnung und Verarbeitung des Tees und der Baumwolle -- vom Felde bis
-zum Versand des fertigen Produktes, Betrieb in den Diamantminen
-Südafrikas und den Goldgruben Australiens; dann bei uns: Eisengießerei,
-Herstellung von Eisenbahnschienen und von Lokomotiven, Wagenbau,
-Werkzeugmaschinen in Tätigkeit, Stapellauf eines Dampfers, Herstellung
-von Luftballons, die verschiedenen Systeme der Flugmaschinen, -- das
-sind lauter Titel von Films, die für Lehranstalten und Vorträge von
-großem Wert sind. Für den naturkundlichen Unterricht gibt es Aufnahmen,
-wie: die Ameise, die Biene, von der Raupe zum Schmetterling, das Leben
-im Sumpfwasser, das Leben im Ei, wilde Vögel in ihren Nestern. Die
-medizinische Fakultät findet Anschauungsmaterial in kinematographischen
-Aufnahmen von Operationen, wie solche verschiedentlich hergestellt
-worden sind.
-
-
-_Kinematographische Aufnahmen für Kunstschulen._
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-Für Kunstschulen werden Bewegungsstudien der Art von Wert sein, wie sie
-Muybridge und Anschütz schon vor 20 bis 30 Jahren schufen (vergl. die
-Darstellungen auf dem Lebensrad und in Fig. 15). Aufnahmen von
-schreitenden und laufenden Menschen und Tieren, von bewegten Gewändern,
-von der wogenden und brandenden See mögen die Beobachtung in der Natur
-trefflich ergänzen. Ja, während die wiederholte Beobachtung einer
-Bewegung in der Natur dadurch erschwert wird, daß beim zweiten und
-dritten Mal die Bewegung nicht die gleiche ist wie zuerst, indem
-Zufälligkeiten andere Formen hineinbringen, zeigt der Kinematograph, so
-oft man will, immer wieder genau denselben Vorgang ohne die geringste
-Abweichung. Ungestört kann der Künstler -- Bildhauer oder Maler -- sein
-Augenmerk auf einen bestimmten Moment konzentrieren, der ihn besonders
-interessiert: er weiß, daß dieser jedesmal gleichmäßig wiederkehrt.
-Schließlich steht es ihm frei, die Einzelbilder zu studieren und zu
-vergleichen.
-
-Auch die Schauspielkunst sollte sich der Kinematographie bemächtigen,
-sollte sie zur Belehrung, namentlich angehender Bühnenkünstler,
-heranziehen und durch geeignete Aufnahmen -- bedeutende Schauspieler in
-wichtigen Rollen sowie vorbildliche Aufführungen -- Studienmaterial
-schaffen.
-
-
-_Der Kinematographenfilm als geschichtliche Urkunde._
-
-Wiederholt hat man angeregt, kinematographische Archive anzulegen, und
-Anfänge dazu sind auch wohl schon gemacht worden. Denn manche der
-Aufnahmen, die wir heute als aktuell bezeichnen, werden als urkundliches
-Material von großem Werte für unsere Nachkommen sein: sie werden
-geschichtliche Begebenheiten in der richtigen Anschauung überliefern.
-Was würden wir darum geben, wenn wir berühmte Männer der Vergangenheit,
-wichtige historische Ereignisse im Lichtbilde aufleben lassen könnten!
-Vielleicht wird gar einmal das Wort des Witzblattes wahr, wonach der
-General vor der Schlacht ausruft: »Soldaten, seid tapfer, die
-Kinematographen der ganzen Welt blicken auf euch!«
-
-
-_Das lebende Lichtbild im Dienste der Reklame._
-
-Erfolgreich hat man den Kinematograph -- wenn auch einstweilen noch in
-geringem Maßstabe -- in den Dienst der Reklame gestellt: der
-Geschäftsreisende zeigt den Interessenten im lebenden Lichtbild, wie
-eine neue Maschine arbeitet; Verkehrsgesellschaften lassen Ansichten der
-von ihnen befahrenen Gegenden vorführen. So konnte man einen schönen
-Film sehen, der die Reise eines Lloyddampfers von Bremen nach New York
-wiedergibt und der einem gar sehr den Mund wässerig macht, einmal
-mitzufahren. Die Southern Pacific Railway Company drüben benutzt
-kinematographische Bilder, die dort allenthalben gezeigt werden, um ihr
-Unternehmen bekannt zu machen. In Australien läßt man zahlreiche
-Aufnahmen herstellen, durch deren Vorführung Ansiedler aus Europa
-»geworben« werden sollen. -- Es ist das ein Gebiet, das sich noch weit
-ausbauen läßt.
-
-
-_Der Kinematograph in der Wissenschaft._
-
-Als Hilfsmittel bei wissenschaftlichen Forschungen wurde der
-Kinematograph bisher nur vereinzelt angewandt. Aber was der Apparat auf
-diesem Felde bereits geleistet hat, ist so beachtenswert, daß die
-Gelehrten ihn im Laufe der Zeit ohne Zweifel immer mehr heranziehen
-werden. So hat der französische Physiologe Marey, dessen grundlegender
-Arbeiten wir eingangs gedachten, schon vor mehr denn 20 Jahren die
-Kinematographie zum Studium der Bewegungsvorgänge bei Menschen und
-Tieren benutzt. Auch Professor Fischer gründete seine eingehenden
-Untersuchungen des Ganges und der dabei wirksamen Kräfte auf die
-Ergebnisse, welche die photographische Registrierung ihm geliefert
-hatte.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
- [Illustration: Fig. 53. »Photographie der Sprache«, Reihenaufnahme
- von Demeny.]
-
-Demeny, der verdienstvolle Mitarbeiter Marey's, machte Aufnahmen der
-Mundbewegungen sprechender Personen und wies darauf hin, daß derartige
-Bilderreihen für die Physiologie der Sprache von Wert seien und daß sie
-ferner brauchbares Lehrmaterial für Sänger und Taubstumme darböten.
-Figur 53 zeigt die Reihenaufnahme eines Mannes, der die Worte
-ausspricht: »Je vous aime«. Tatsächlich konnten Schüler einer
-Taubstummenanstalt, die gelernt hatten, von den Lippen zu lesen, diese
-Worte aus der Aufnahme verstehen, wenn sie als lebendes Bild mit dem
-Lebensrade oder auf dem Projektionsschirm gezeigt wurde. Die Abbildung
-ist auch historisch interessant, insofern als sie aus dem Anfangsstadium
-der Kinematographie stammt: sie wurde von Demeny im Jahre 1891 mit
-seiner gegen heute verhältnismäßig noch primitiven Apparateinrichtung
-unter großen Mühen hergestellt.
-
-Ein anderes Anwendungsgebiet der Kinematographie beschritt Londe
-(ebenfalls zur Zeit Marey's), indem er krankhafte Bewegungen nervöser
-Personen in einer Anzahl von Bildern festhielt; es konnte dadurch eine
-sichere Unterlage für genaue Studien gewonnen werden.
-
-Mit Hilfe kinematographischer Aufnahmen gelang es ferner, den
-Flügelschlag der Insekten zu erforschen. Die Fliege bewegt ihre Flügel
-so rasch, daß man nichts als ein Flimmern wahrnimmt; auch der beste
-Beobachter ist machtlos dagegen. Der Kinematograph indessen, mit großer
-Geschwindigkeit laufend, so daß er bis zu 1500 Bilder in der Sekunde
-aufnimmt, hält alle Phasen der Bewegung fest. Und wenn dann die
-gewonnenen Bilder mit normaler Geschwindigkeit -- 15 in der Sekunde --
-auf den Projektionsschirm geworfen werden, so spielt sich dort der
-Vorgang hundertmal langsamer ab: mit Ruhe kann man nun das Auf- und
-Abgehen der Flügel und das Arbeiten des Flugmechanismus verfolgen.
-Umgekehrt hat man mit Hilfe des Apparates Bewegungen, die zu langsam vor
-sich gehen, als daß man sie zu übersehen vermöchte, künstlich
-beschleunigt. Auf diese Weise kann man das Wachstum der Pflanze mit dem
-Auge verfolgen. So wurde z. B. eine aufblühende Victoria Regia mit
-überaus geringer Geschwindigkeit -- etwa alle 2 Minuten ein Bild --
-aufgenommen. In der Projektion der Aufnahme, die mit normaler
-Geschwindigkeit: 15 Bilder in der Sekunde -- also 1800 mal rascher,
-erfolgt, sieht man dann den Vorgang, der in der Natur Stunden in
-Anspruch nimmt, innerhalb weniger Minuten sich abwickeln. Man verfolgt
-deutlich, wie die Knospenhüllen sinken, wie sich ein Blütenblatt vom
-anderen hebt, bis die herrliche Blume voll entfaltet ist, und wie sie
-alsbald wieder vergeht.
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-In gleicher Weise hat der französische Astronom Flammarion die Vorgänge
-am Sternhimmel, die sich während einer fast 16 stündigen Nacht
-abspielten, in 2 bis 3 Minuten zur Darstellung gebracht: es wurden, wie
-bei den Pflanzen, mit dem Kinematograph in gewissen Zeitabständen
-Aufnahmen gemacht, insgesamt 2000 bis 3000, und diese dann mit der
-normalen Geschwindigkeit projiziert. Da sieht man vom Sonnenuntergang an
-alle Bewegungen der Gestirne in etwa 400 facher Beschleunigung; man
-verfolgt, wie die Milchstraße erscheint, wie der Mond aufgeht und vor
-den übrigen Himmelskörpern vorbei zieht, wie der ganze Sternhimmel sich
-von Ost nach West dreht und wie endlich das Tagesgestirn aufsteigt.
-
-Erfolgreich hat man den Kinematograph in Verbindung mit dem Mikroskop,
-ja sogar mit dem Ultramikroskop gebracht, das uns die feinsten
-Partikelchen zeigt. So wurden auf dem Film die Bewegungen der
-Blutkörperchen und ihr Kampf mit den ins Blut eingebrachten Bazillen in
-außerordentlich starker Vergrößerung festgehalten. Man sieht, wie die
-Krankheitserreger über die roten Blutkörperchen herstürzen, um sie zu
-verzehren. Der Forscher kann hier mit Ruhe die Vorgänge verfolgen; aus
-den einzelnen Bildern solcher Aufnahmen vermag er die Zahl gewisser
-Blutteilchen, die sich mit der Art der Ernährung ändert, festzustellen.
-
-Wellenbewegungen im Wasser, die ein Schiffskiel oder ein Propeller
-erzeugt, werden mit dem Kinematograph studiert. Daß man Spezialapparate
-zur kinematographischen Aufnahme fliegender Geschosse hergestellt hat,
-wurde schon erwähnt. Geheimrat Cranz konnte mit seinem Apparat, der 5000
-Belichtungen in der Sekunde macht, die Vorgänge beim Abschießen einer
-Kugel aus einer Selbstladepistole untersuchen; er konnte damit ferner
-die Wirkung von Schüssen auf Knochen, Metallplatten, wassergefüllte
-Gummiblasen und Kugeln aus feuchtem Ton in einer Reihe von Bildern
-festlegen. Diese Bilder, von denen die Dresdener photographische
-Ausstellung 1909 interessante Proben zeigte, brachten wichtige
-Ereignisse: man sieht, daß eine beschossene, dünne Messingplatte schon
-durch den Druck der mitgerissenen Luft zerstört wird, ehe die Kugel
-selbst auftrifft; daß die Zersplitterung eines durchschossenen Knochen
-nach dem Durchschlagen des Geschosses weiter vor sich geht.
-
-In neuerer Zeit ist es auch gelungen, kinematographische
-Röntgenaufnahmen zu machen; darunter hat namentlich eine Reihenaufnahme
-des Magens dem Mediziner neue wichtige Aufschlüsse über die Arbeitsweise
-dieses Organs gegeben. Mit Hilfe einer solchen Aufnahme hat man auch bei
-einem Magenkranken den Ort der Störung feststellen können.
-
-Die Kinematographie in natürlichen Farben, dies schwierige Problem, ist
-neuerdings ebenfalls, wenn nicht vollkommen, so doch in praktisch recht
-zufriedenstellender Weise gelöst worden. Es harrt noch die
-stereoskopische Kinematographie der Lösung; sie wird uns dereinst,
-hoffentlich in nicht zu ferner Zeit, das lebende Lichtbild in greifbarer
-Plastik vor Augen führen.
-
-
-_Wirtschaftliche Bedeutung des Kinematographen._
-
-Was die Kinematographie heute vorstellt, davon bekommt man einen
-Begriff, wenn man die Unternehmungen überschaut, die in ihrem Dienste
-stehen. Da sind zunächst -- soviel man schätzen kann -- 20000
-Kinematographentheater, deren Besucherzahl täglich mehrere Millionen
-beträgt. Um diese Theater mit Bildmaterial zu versorgen, schaffen in die
-hundert Fabriken Tag für Tag gegen 500000 Meter Film mit einem
-Verkaufswert von einer Million Mark. Dazu kommen noch zahlreiche Werke,
-welche die mechanischen und optischen Bestandteile der Apparate
-herstellen. Kapitalien von vielen hundert Millionen sind in all den
-verschiedenen Unternehmungen festgelegt, viel' Hunderttausende finden
-darin ihr Auskommen. Wenn man bedenkt, daß die Kinematographie vor 15
-Jahren als bescheidenes Kind an die Öffentlichkeit trat, so haben wir
-hier eine Entwicklung vor uns, wie sie wohl selten eine Industrie
-erlebt.
-
-
-
-
-ANZEIGEN
-
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
-
- Der Kinematograph
-
- nebst Beiblatt
-
- Aus dem Reiche der Töne
-
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- Schluss der Redaktion und Anzeigen-Annahme: _=Montag Abend=_.
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- Zuschriften sind an den »Verlag des Kinematograph«, Düsseldorf,
- Postfach 71, zu richten
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- Alleinige Inseraten-Annahme für Frankreich, England und Belgien durch
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- Zeit vom Klavier begleitet wird.
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- etc. besonders zu empfehlen.
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- Man verlange ausführliche Beschreibungen, sowie
- Kataloge und die sonstigen Drucksachen von der
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- _Symphonionfabrik Aktiengesellschaft
- Leipzig-Gohlis_.
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- R. GUILLEMINOT, B[OE]SPFLUG ET C^{ie}
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- 22 RUE DE CHATEAUDUN, 22
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- PARIS
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- PAPIERE
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- [Illustration: Packg. Trockenplatten]
-
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- Metol-Hauff
-
- In Substanz, Patronen u. konzentr.
- Lösungen.
-
- =Metol-Hauff= ist der =beste Rapidentwickler=!
-
- Arbeitet mit =grosser Kraft= und
- bringt alle Details in den
- Schatten heraus.
-
- Besitzt =grosse Haltbarkeit=.
-
- Ist besonders für Atelier- und
- Momentaufnahmen geeignet.
-
- Wird in Kombination mit Hydrochinon
- oder Adurol in seiner
- Wirkung von =keinem anderen
- Entwickler erreicht= und ist in
- dieser Zusammensetzung besonders
- auch für die Entwicklung
- von Bromsilberpapier und Diapositiven
- zu empfehlen.
-
- Adurol-Hauff
-
- In Substanz, Patronen u. konzentr.
- Lösungen.
-
- =Adurol-Hauff= ist der =haltbarste= aller
- Entwickler! Arbeitet mässig rasch,
- ist leicht abstimmbar und wird
- von niederen Temperaturen fast
- gar nicht beeinflusst.
-
- Gibt =höchste Kraft= in Licht und
- Schatten und ist =sehr ausgiebig=.
-
- Ist =hervorragend geeignet= für alle
- Platten und Filmsorten, Diapositive
- und Bromsilberpapiere.
-
- Wer
-
- =Adurol-Hauff= einmal probiert hat,
- gibt diesen =vorzüglichen= Entwickler
- =nicht mehr aus der Hand=.
-
- Bezug durch die Photo-Händler.
-
- J. Hauff & Co., G. m. b. H., Feuerbach, Württemberg.
-
-
-
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
- [Illustration: Messters Projection]
-
- G. m. b. H.,
-
- Berlin SW 48, Friedrichstrasse 16.
-
- Spezial-Fabrik für:
-
- Kinematographische Apparate
-
- Messterscher
- Konstruktion
-
- und für
-
- Kinematographische Films.
-
-
-
-
- C. Conradty, Nürnberg
-
- Fabrik elektrischer und galvanischer Kohlen.
-
- Spezialität:
-
- Kohlenstifte für Projektions-Lampen
- und Scheinwerfer.
-
- Marke »=Noris-Scheinwerfer=«,
- Marke »=Noris-Excello=«, Marke »=Noris-Chromo=«
-
- gelb, perlweiss, brillantweiss, rot für =Effektbeleuchtung=.
-
-
- Lumière
-
- Kinemato-Film
-
- Negativ und Positiv
-
- BLOCK-FILM
-
- ROLL-FILM
-
- Verfahren V. PLANCHON
-
- A. LUMIÈRE & SES FILS, LYON, Frankreich
-
- GENERAL-DEPOT: MÜLHAUSEN i. Els.
-
-
-
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
- Schippang-
- Diapositiv-Platten
-
- hervorragend durch ihre
-
- vorzügl. Plastik u. Brillanz
-
- tiefe Schatten, durchsichtige Halbschatten,
- glasklare Lichter.
-
- Auch lichthoffreie Präparation.
-
- Trockenplattenfabrik
-
- J. F. Schippang & Co.,
- G. m. b. H. ·· BERLIN S. ·· Prinzenstr. 24.
-
-
- Maschinenfabrik Wilh. Frenzel
-
- Radebeul-Dresden.
-
- 30 jähr. eig. praktische Erfahrung.
-
- Baut alle
-
- Spezial-Maschinen
-
- für Bromsilberpapiere, Celloidinpapiere,
- Barytpapiere, Trockenplatten,
- Films, Lichtpauspapiere u.
- chem. präp. od. gestrich. Papiere.
-
-
-
-
- Kohlenstäbe Kohlenstäbe
- für Effektbeleuchtung für Reinbeleuchtung.
-
- gelb, rot, edelweiss.
- =Spezialkohlen= für
- =Spezialkohlen= für Scheinwerfer und
- indirektes Licht. Projektionsapparate.
-
- Schleif- u. Druck-Kontakte von jeder Leitfähigkeit.
- Kohlen für Elektrolyse. :: Mikrophonkohlen.
-
- Gebrüder Siemens & Co.,
- Lichtenberg bei Berlin.
-
- Stadtlager: Berlin SW., Schönebergerstrasse 3.
-
-
- KINO FILM CO.
- m. b. H.
-
- Düren (Rhld.).
-
- Spezialfabrik
- für
- Positiv- u. Negativ-Roh-Films
- für Kinematographie.
-
-
-
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
- Mentor-Kinematograph
-
- ein leistungsfähiger,
- preiswerter Apparat
- für Lehranstalten,
- Vereine etc.
-
- Preis des Mechanismus
- einschließlich Kinematographen-Objektiv
-
- =Mk. 150.--=
-
- Dieser Mechanismus
- läßt sich an jedem vorhandenen
- Lichtbilder-Apparat
- anbringen.
-
- [Illustration: Mentor-Kinematograph]
-
- In Verbindung mit dem Projektions-Apparat »Zela« kostet
- der Mentor-Kinematograph =Mk. 200.--=
-
- Aus einer Zuschrift:
-
- »Ihre Sendung Kinematograph etc. gelangte vergangene
- Woche in meinen Besitz. Alles tadellos und wohlbehalten.
- Die angestellten Versuche besonders mit »Mentor-Kino«
- ergaben eine staunenswerte Präzision und Leistungsfähigkeit
- des Werks, die Kenner bewundern.«
-
- gez. =Heinr. Söhnge (Kapkolonie).=
-
- Kataloge über Projektions-Apparate, Kinematographen
- und Lichtbilder werden auf Verlangen _=kostenfrei=_
- übersandt.
-
- Gegr. Ed. Liesegang, Düsseldorf Gegr.
- 1854 1854
-
-
-
-
- _Elektr. Bogenlampen-
- und Apparate-Fabrik_
-
- _G. m. b. H. -- NÜRNBERG liefert als Spezialität:_
-
- _Alle Arten von Bogenlampen
- Projektionslampen
- Belichtungsapparate
- Scheinwerfer
- Transformatoren, Widerstände_
-
-
- Im gleichen Verlag erschien:
- Preis Mk. 8.--, geb. Mk. 9.--, Porto Mk. 0.30.
-
- Handbuch der praktischen Kinematographie.
-
- Die verschiedenen Konstruktionsformen des Kinematographen, die
- Darstellung der lebenden Lichtbilder sowie das kinematographische
- Aufnahmeverfahren.
-
- Mit ca. 300 Seiten Text und ca. 125 Abbildungen von _=F. Paul
- Liesegang=_.
-
- Einige Beurteilungen:
-
- »..... Es muß deshalb als eine Bedürfnisfrage bezeichnet werden, wenn
- versucht wird, das Gesamtgebiet der Kinematographie in seinem ganzen
- Umfange literarisch zu bearbeiten und den heutigen Standpunkt
- festzulegen. Dies hat im vorliegenden Falle einer der Berufensten
- übernommen. Der Verfasser widmet sich bekanntlich seit Jahren fast
- ausschließlich der Projektionskunst und dieses bietet die sichere
- Gewähr, sach- und fachkundige Behandlung des Stoffes erwarten zu
- dürfen.«
-
- »Er versteht es, nicht eine trockene Schilderung zu bringen, sondern in
- der ihm eigenen Lehrform eine höchst ansprechende und überzeugende
- Darstellung zu geben. Nicht nur, wer die Kinematographie auszuüben
- gedenkt, sondern jeder, der sich für sie nur interessiert, sollte dieses
- Handbuch gelesen haben.« =»Die Photographische Kunst.«=
-
- »Ich habe mir das mir von Ihnen empfohlene Buch: »Handbuch der
- praktischen Kinematographie« von F. Paul Liesegang bestellt und kann ich
- nicht umhin, Ihnen meine vollste Zufriedenheit auszusprechen. Ich habe
- noch nie ein Buch ähnlichen Inhalts gefunden, welches so klar, deutlich
- und interessant geschrieben wäre; mit vollster Befriedigung habe ich das
- Buch zu Ende gelesen.« =Alexander Ohnheiser.=
-
- »..... Nachdem die Kinematographie nun eine so weite Verbreitung
- gefunden hat, war die Veröffentlichung eines Handbuches hierüber eine
- Notwendigkeit und es ist dem Verfasser zu danken, daß gerade er sich der
- mühevollen Aufgabe unterzog, ein solches Handbuch zu schaffen; seine
- Beziehungen zu dieser Industrie befähigen ihn besonders, wirklich nur
- das zu bringen, was in der Praxis gebraucht und verlangt wird. Das
- Liesegang'sche Handbuch behandelt die sämtlichen einschlägigen Fragen in
- klarer und jedermann leichtverständlicher Weise und dürfte daher allen
- denjenigen vortreffliche Dienste leisten, die sich mit der
- Kinematographie eingehender beschäftigen oder beschäftigen wollen.«
- =»Photograph. Wochenblatt.«=
-
-
-
-
-[Sidenote: Illustration »Taschenkinematograph«]
-
- Optische Anstalt
-
- G. Rodenstock
-
- München
-
- Isartalstrasse 41 Isartalstrasse 41
-
- Spezial-Firma
-
- :: für erstklassige ::
-
- Kinematographen-Optik
-
- lichtstarke
- Kino-Objektive F 2,5
- Projektions-Apparate
- Projektions-Objektive
- Projektions-Anastigmate
- Projektions-Mikroskope
-
- Kondensatoren
-
- aus extra weissem Kronglase.
-
- Projektions-Katalog gratis und franko.
-
-
-
-
- Kinemacolor (Urban Smith Patent)
-
- ist die größte Neuigkeit und bietet die größte
- Anziehungskraft seit Einführung der lebenden
- Lichtbilder.
-
- Kinemacolor (Urban Smith Patent)
-
- ist das einzige praktische Verfahren zur photographischen
- Wiedergabe sämtlicher Farben der Natur.
-
- Kinemacolor Films
-
- kosten nicht mehr als die gewöhnlichen auf
- mechanischem Wege oder mit der Hand kolorierten
- Bilder.
-
- Kinemacolor (Urban Smith Patent)
-
- bedeutet eine Revolution auf dem Gebiete der
- Kinematographie.
-
- Bedingungen für die ausschließliche Vorführung von Kinemacolor
- in den verschiedenen Ländern auf Verlangen.
-
- Natural Color Kinematograph Co. Ld.
-
- Alleinbesitzer und Fabrikanten von Kinemacolor
-
- Kinemacolor House, 80/82 Wardour Street
-
- LONDON W.
-
- Telegramm-Adresse: Kinemacolor, London.
-
-
-
-
-Notizen des Bearbeiters:
-
-Gesperrter Test markiert durch _= ... =_
-
-Fett gedruckter Text markiert durch = ... =
-
-Kursiv gedruckter Text markiert durch _ ... _
-
-Unterschiedliche Schreibweisen wurden wie im Original beibehalten.
-
-Das Caret-Zeichen beschreibt ein Hochstellung der in geschweiften
-Klammern folgenden Zeichen.
-
-
-
-
-
-End of Project Gutenberg's Das lebende Lichtbild, by Franz Paul Liesegang
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS LEBENDE LICHTBILD ***
-
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-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
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-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org Section 3. Information about the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
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-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
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-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
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-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
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-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
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-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
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-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
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-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
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-facility: www.gutenberg.org
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