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| author | nfenwick <nfenwick@pglaf.org> | 2025-02-07 11:09:12 -0800 |
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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - - - -Title: Führer durch das böhmische Erzgebirge, das Mittelgebirge und die angrenzenden Gebiete - -Author: August Weymann - -Release Date: July 2, 2017 [EBook #55027] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FÜHRER DURCH DAS BÖHMISCHE *** - - - - -Produced by The Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net - - - - - - - - - - Anmerkungen zur Transkription - - - Im Original hervorgehobener (gesperrter oder kursiver) Text ist _so - ausgezeichnet_. - - Im Original fetter Text ist =so markiert=. - - Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende des - Buches. - - - - -Verlag von Hans Feller in Karlsbad. - - -Karlsbad - -in - -geschichtlicher, medicinischer und topografischer Beziehung - -von - -=Med. Dr. Eduard Hlawacek=, - -Ehrenbürger von Karlsbad. - -=Dreizehnte verbesserte und sehr vermehrte Auflage= - -31 Bgn. kl. 8° - -mit einem Situationsplan und zwei Ansichten von Karlsbad, sowie einer -grossen Eisenbahnkarte von Mittel-Europa. - -Eleg. geb. (Bädekerband) fl. 3. österr. W. = M. 6. - -Dieses Buch enthält nebst einer vollständigen Orts- und medicinischen -Geschichte von Karlsbad, einer mineralogisch-geologischen und -physikalisch-chemischen Beschreibung seiner Mineralquellen, -vorzugsweise eine möglichst vollständige Darstellung ihrer Heilkräfte, -Heilanzeige und Gegenanzeige, wie auch ihrer verschiedenen innerlichen -und äusserlichen Anwendungsformen vom ärztlichen Standpunkte; jedoch in -einer im Wesentlichen jedem gebildeten Leser verständlichen Sprache und -Darstellungsweise, indem die fremden medicinischen Ausdrücke so viel -als möglich vermieden wurden. - -Der Kurgast insbesondere findet darin eine besondere Angabe der bei -der Trink- oder Badekur zu beobachtenden diätetischen Vorschriften; -überdies die nöthigen Aufschlüsse in geselliger und ökonomischer -Beziehung, und eine vollständige Beschreibung der Promenaden -und Fahrpartien, in welch' letzterer Beziehung der beigegebene -Situationsplan einen bequemen und verlässlichen Wegweiser bildet. - - -=Der Wegweiser für Karlsbad und die Umgebung.= Von Med. Dr. _Eduard -Hlawacek_. Mit Situationsplan. Eleg. geb. M. 2, = österr. W. fl. 1. - -Diese kurze, doch umfassende Beschreibung bietet dem Kurgaste ausser -einem _geschichtlichen_ Ueberblicke die nöthige Belehrung über die -_Mineralquellen_ und das _diätetisch_e Verhalten während der Kur; sie -ist ihm ein verlässlicher Wegweiser in der _Stadt_, bei den _Spazier-_ -und _Fahrpartien_, und unterrichtet ihn über die _ökonomischen_ und -_geselligen_ Verhältnisse. - - -=Aerztlicher Rathgeber für den Kurgebrauch in Karlsbad= von Med. Dr. -_J. Kraus_. 8. Aufl. Mk. 2. = österr. W. fl. 1. - -Der »ärztliche Rathgeber«, der jetzt in 8. Auflage erscheint -- die -erste wurde im Jahr 1872 ausgegeben -- ist, wie schon der Titel besagt, -blos für das hiesige Badepublicum geschrieben und zwar in so populärer -Weise, wie ärztliche Rathschläge überhaupt ertheilt werden müssen. - - -=Ueber die wichtigsten Punkte der Diätetik während einer Karlsbader -Kur= von Med. Dr. _Franz Sorger_. 8. Aufl. M. 1.20. = österr. W. -fl. --.60. - - -=Karlsbad, Heilmittel in einigen Arten von Magen- und Leberkrankheiten= -von Med. Dr. _Franz Sorger_. 4. Aufl. M. 1.20. = österr. W. fl. --.60. - -Die hier ausgesprochenen Anschauungen sind das Ergebniss einer -ziemlichen Anzahl von Beobachtungen und versuchen es, genauer zu -bestimmen, in welchen Magen- und Leberkrankheiten von Karlsbad Heilung -oder Linderung zu erwarten sei. - - -Tisch für Magenkranke - -von - -Med. Dr. =Josef Wiel= in Zürich. - -=5. verb. und verm. Aufl.= - -Preis broch. M. 4. = 2 fl. ö. W. -- Eleg. geb. M. 5 = fl. 2.50 ö. W. - -Erschien bereits in französischer, holländischer u. schwedischer -Uebersetzung. - -=Urtheile der Presse=: - -=Basler Nachrichten.= Wiel ist eine Autorität auf dem Gebiete der -Diätetik, und als solche auch schon durch die »Gartenlaube« bekannt. -Der Magen ist wohl das wichtigste Ding im menschlichen Körper; von der -Gesundheit des Magens hängt nicht blos das körperliche Wohlbefinden des -Menschen, sondern auch sein seelischer Zustand ab. Es kann Einer mit -einem schlechten Magen kein guter Christ sein, hat einmal ein Pfarrer -gesagt, und er hat wohl recht. Dass der Magen aber gut sei und, ohne -den Menschen zu stören, seine Functionen verrichte, hängt allein von -der richtigen Art und Weise ab, wie und welche Nahrungsmittel man zu -sich nimmt. »Sage mir, was er isst, und ich sage dir, was er ist.« -Wiel gibt nun in leichter, verständlicher Sprache an, was und wie der -Gesunde und der Kranke essen soll, was er vermeiden muss, damit jener -gesund bleibe, dieser geheilt werde. Den Magenkranken, deren Zahl -grösser ist, als man denkt, kann Wiel's Buch auf's Beste empfohlen -werden. _Es gilt auch in der gesammten Literatur für Gesundheitspflege -als eines der vorzüglichsten Werke._ Es wird zwar dem Buche (auch -schon Wiel's Artikeln in der »Gartenlaube«) vorgeworfen, seine Diät -sei nur für reiche Leute berechnet. Indessen ist der Vorwurf nur zum -Theil begründet. Der Mittelstand, der glücklicherweise bei uns immer -noch gross ist und bleiben wird, findet in dem Buche ebenfalls eine -zweckmässige Diät und selbst der Unbemittelte erfährt doch, in welcher -Weise und in welcher Reihenfolge seine einfachen Nahrungsmittel -zu nehmen sind, und welchen Einfluss diese letzteren auf seinen -Gesundheitszustand haben. - -=Ueber Land und Meer.= Unter den vielen populär-medicinischen Büchern, -mit denen das Publicum überschüttet wird, kennen wir wenige, die so -warme Empfehlung verdienen, als =Dr. Josef Wiels Tisch für Magenkranke=. - -Der Autor, ein Züricher Arzt, schreibt vortrefflich, eindringlich, -klar, anschaulich und ist sicher kein Buchfabrikant. Sein »Tisch für -Magenkranke« ist hervorgegangen aus der Praxis. Der Verkehr des Arztes -mit seinen Patienten hat dies Buch geboren und deshalb ist es auch -keine Zusammenstellung von allen möglichen Bücherauszügen, sondern ein -Stück Leben aus der Wirksamkeit eines scharfblickenden, gewissenhaften -Arztes, das fast wie der persönliche Verkehr mit dem Arzt selbst wirkt. -Ganz besonders nützlich scheint uns der Speisezettel, das Capitel -von den Getränken und die Speisevorschriften bei Magenerkrankungen. -Magenleidende möchten wir auf dies Buch aufmerksam machen. - -=Bohemia.= Wir möchten nicht nur jedem wirklichen _Magenkranken_, -sondern der grossen Zahl jener Personen, welche stets über einen -»_schwachen Magen_« klagen, sich bei der geringsten Veranlassung -leicht »_den Magen verderben_«, dabei aber nicht daran denken, sich -im Essen und Trinken irgend Schranken zu setzen, _die aufmerksame -Lecture dieses Buches empfehlen_. Dasselbe enthält so viele wichtige -und bedeutungsvolle Winke für die Art und Weise, wie die _richtige -Diät_ beobachtet werden soll, dass auch die sorgsame Hausfrau, der -es darum zu thun ist, dass ihre Tischgäste eine gute und nahrhafte -Kost erhalten, davon profitiren wird. Der allgemeine Theil enthält -eine übersichtliche Darstellung der Speisen und Getränke, welche als -Magenheilmittel verwendet werden können, während der specielle Theil -genaue _Speisezettel_ bei den einzelnen Symptomen der Magenkrankheiten -gibt und eine vollständige diätetische Behandlung derselben bietet. -Der Verfasser bekundet hiebei eben so sehr den kundigen Arzt wie den -erfahrenen Gastronomen. - -=Deutsches Montagsblatt.= Magenkrank ist heute eigentlich die -ganze Welt, denn Jedem liegt »irgend etwas« im Magen. Angesichts -dieser allgemeinen Calamität ist es ein wahrer Trost, dass zu dem -»Diätetischen Kochbuch« von Dr. Josef Wiel ein ergänzendes Werk, der -»_Tisch für Magenkranke_« von demselben Verfasser, (bereits in vierter -Auflage) erschienen ist. Da notorisch Kopf und Magen im intimsten -Wechselverkehr stehen, so liegt es auf der Hand, wie erfreulich es -für Herz und Gemüth sein muss, wenn man sich an der Hand eines so -erfahrenen Esskünstlers wie Joseph Wiel durch das Leben isst. - - -Diätetisches Kochbuch - -für Gesunde und Kranke - -von - -Med. Dr. Josef Wiel. - -(=Zürich.=) - -=Fünfte vermehrte und verbesserte Auflage.= - -Preis broch. Mk. 4.80. - -Urtheile der Presse: - -=Ueber Land und Meer.= Die Zahl der Kochbücher ist Legion -- aber -eine Legion von Kochbüchern wiegt das »Diätetische Kochbuch« von Dr. -Joseph _Wiel_ auf, das von den ersten ärztlichen Autoritäten als ein -Meisterwerk anerkannt worden und nun in neuer Auflage erscheint. Es -sollte die Grundlage jedes künftigen Kochbuchs bilden. Der Verfasser -gibt zum Unterschiede von den übrigen Kochbüchern nicht in erster Linie -Recepte, sondern die Grundsätze, wie und was gekocht werden soll, und -zwar keineswegs in trocken wissenschaftlicher Form, sondern in einer -so ansprechenden, geistvollen und häufig köstlich humoristischen, wohl -auch, wo es noth thut, sarkastischen Weise, dass man das Buch mit -wirklichem Genusse liest und gerne in gesunden, wie in kranken Tagen -immer wieder darin nachschlägt. _Wenn es ein »gutes Hausbuch« gibt, -hier haben wir's im vollsten Sinne des Wortes._ - -=Correspondenzblatt für Schweizer Aerzte.= _Dass das Kochbuch Wiel's -seit 1871 vier neue Auflagen erlebte, spricht laut genug für seinen -Werth_, aber auch für die immer noch zunehmende Wichtigkeit, welche -auch die Aerzte der passenden Ernährung geben, d. h. der Wichtigkeit, -welche die Aerzte darauf legen und legen müssen, selbst exacte -Vorschriften über die Zubereitungsweise der Nahrung und deren Anpassung -an einzelne Krankheitsfälle geben zu können. Die neue Auflage hat -namentlich auch die Lebensmittelfälschungen berücksichtigt und die -neueren Errungenschaften der Ernährungsphysiologie verwerthet. Wir -wünschen dem Buche viele und aufmerksame Leser, namentlich auch in den -Kreisen der Aerzte. - - -Handbuch der Hygieine - -=hauptsächlich für Mitglieder von Gesundheits-Ämtern= - -von - -Med. Dr. =Josef Wiel= und Prof. Dr. =Rob. Gnehm.= - -(Zürich.) - -8° eleg. brosch. fl. 10 = Mk. 20, eleg. geb. fl. 11 = Mk. 22. - -Während eine ganze Anzahl der neuerdings so zahlreich erschienenen -Lehrbücher über Gesundheitspflege einen theoretischen, allgemein -belehrenden Charakter haben und mehr oder weniger selbstverständliche -Grundwahrheiten in umständlicher Gründlichkeit behandeln, enthält sich -das vorliegende aller weitläufigen Auseinandersetzungen und gibt in -klarer prägnanter Zusammenstellung praktische Anhaltspunkte für alle -diejenigen, welche in Berufs- oder Privatverhältnissen wissen wollen, -was denn eigentlich gesundheitschädlich oder -fördernd ist. - - -Goethe in Karlsbad. - -Von Med. Dr. Eduard _Hlawacek_. - -Elegant broschirt M. 2. -- fl. 1. österr. W. - -Die kleine Monographie fasst Alles, was in des Dichters Leben und -Werken sich auf den berühmten böhmischen Badeort bezieht, zu einem -übersichtlichen Ganzen zusammen und enthält manche fesselnde und -instructive Einzelnheit, welche in grösseren Kreisen nicht bekannt sein -dürfte. - - - - - FÜHRER - - DURCH DAS - - BÖHMISCHE ERZGEBIRGE, - - DAS MITTELGEBIRGE - - UND - - DIE ANGRENZENDEN GEBIETE. - - Bearbeitet - - von - - PROF. AUGUST WEYMANN, - - k. k. Schulinspector der Bezirke Brüx und Komotau, d. Z. Obmann des - Erzgebirgsvereines in Oberleutensdorf, Ehrenmitglied des - Erzgebirgsvereins in Joachimsthal, Mitglied des deutschen und - österreichischen Alpenvereins. - - KARLSBAD. - - VERLAG VON HANS FELLER. - - - - -Alle Rechte vorbehalten. - - -K. k. Hofbuchdruckerei A. Haase, Prag. - - - - -Sr. Hochwohlgeboren - -Herrn - -RICHARD RITTER VON DOTZAUER, - -Comthur des Franz Josef-Ordens, Ritter des Ordens der eisernen -Krone III. Classe, Inhaber der Prager Bürger-Ehren-Medaille, -Kaufmann, Präsidenten der Prager Handels- und Gewerbekammer, Obmann -des Central-Comités zur Beförderung der Erwerbsthätigkeit der -böhm. Erz- und Riesengebirgsbewohner, des deutschen Vereins zur -Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse, des Gebirgs-Vereines für -Böhmen, Directionsrathe der böhm. Sparcassa, Präsidenten der böhm. -Unionbank, der Prager Dampf- und Segelschifffahrts-Gesellschaft, der -Prager Maschinenbau-Actien-Gesellschaft, der Actien-Gesellschaft -der Prager Civilschwimmschule, Verwaltungsrathe der böhm. -Escompte-Bank, Ehrenbürger der Städte Abertham, Bärringen, Bleistadt, -Böhm. Wiesenthal, Falkenau an der Eger, Gossengrün, Gottesgab, -Graslitz, Joachimsthal, Königswart, Maria-Kulm, Neudek, Platten, -Schönbach, Sebastiansberg, Sonnenberg, Weipert und der Gemeinden -Neudorf u. Kallich, Major u. Corps-Commandanten des k. k. priv. -bürgerlichen Scharfschützen-Corps in Graslitz, Ehren-Major der -Scharfschützen-Gesellschaft in Frühbuss, Ehrenhauptmann der k. k. -priv. bürg. Scharfschützen-Corps in Prag, Pressnitz, Schönbach, -Ehrenmitgliede der wissenschaftlichen Lese- und Redehalle deutscher -Studenten in Prag, der Fortbildungs-Vereine in Teplitz, Schönau und -Pürstein, des christl. Handlungs-Commis-Unterstützungs-Vereines in -Pressburg, Ehrenmitgliede mehrerer Spar- und Vorschuss-Cassen-Vereine, -Gesang-, Turn-, Feuerwehr- und Anpflanzungs-Vereine, und vieler -Militär-Veteranen-Vereine etc. etc., - -gewidmet - -in aller Ehrfurcht und Dankbarkeit - - vom - - Verfasser. - - - - -Einleitung. - - -Sie wollen das böhmische Erzgebirge besuchen? Sie werden dort von den -hochgebornen Bewohnern gastfreundlich empfangen werden und manches -finden, was einen Besuch dieser merkwürdigen Gebirgskette lohnt, und -wenn Sie uns als Reisebegleiter annehmen, so können wir Sie auf viel -Anziehendes in der Natur, dem Leben und der Geschichte seiner Bewohner -aufmerksam machen, was der eilige Reisende leicht übersieht und -überhört. - -Wir schliessen uns Ihnen gerne an, denn wir kennen diese herrlichen -Berge, wir lieben ihre Naturreize, wir sind vertraut mit den Bewohnern, -wir schätzen ihren verständigen Kunstfleiss, wir fühlen uns heimisch -in ihrem stillen Haushalt und theilen ihre Freude an den besonderen -landschaftlichen Reizen und den eigenthümlichen Naturschätzen, welche -die ersten Ansiedler anzog und die dichte Bevölkerung trotz vieler -Widerwärtigkeiten dennoch festhält, auch wenn sie Mangel und Armuth -drückt. - -Warum laden wir Sie zum Besuche ein? - -Das Erzgebirge ist von allen Seiten leicht zugänglich und in allen -Theilen bis auf den Gipfel bequem zu besteigen. Da der über 20 Meilen -sich erstreckende, zusammenhängende Gebirgszug gegen Süden mässig -steil abfällt und sich gegen Norden ganz sanft abdacht, so ist seine -Besteigung nur auf der böhmischen Seite aus dem Thale der Eger und -Biela anstrengend, aber höchst interessant und auch in 2 bis 3 Stunden -vom Fusse bis zum Rücken auszuführen. Ueberdiess erleichtern viele -Verkehrsmittel den Besuch dieses Gebirges. - -Aus dem Bielathale von Teplitz führt die Dux-Bodenbacher Bahn über die -Erzgebirgshöhe von Zuckmantel und Königswald. - -Aus dem Egerthale bei Franzensbad führt eine Eisenbahn über das Gebirge -nach Adorf, Oelsnitz, Plauen und eine zweite über Graslitz auf die -Höhe des Erzgebirges. Von Komotau auf der Wasserscheide zwischen dem -Egerthale und Bielathale führt eine vierte Eisenbahn auf den Kamm des -Erzgebirges empor und über Sonnenberg, Kupferberg, Schmiedeberg und -Weipert nach Annaberg ganz in der Nähe der höchsten Gebirgskuppen -des Hassberges, Keilberges und Fichtelberges vorbei. In naher Zukunft -wird eine fünfte Schienenverbindung aus Böhmen nach Sachsen über den -Erzgebirgsrücken führen und zwar aus dem Bielathale über Klostergrab in -das Muldethal als Fortsetzung der Prag-Duxer Bahn im Anschlusse an die -sächsischen Gebirgsbahnen. - -Mit der Dampfkraft wird der Reisende auf der Eisenbahn von dem -südlichen Fusse des Gebirges in weniger als einer Stunde auf den -Kamm emporgehoben und kann den Rücken entlang das Gebirge bequem -durchwandern. - -Noch zahlreicher sind die Fahrstrassen, welche von der Südseite auf -die Höhe des Gebirges führen in einer Steigung, welche im Wagen -die Höhe des Gebirges vom Fusse an auch in einer bis zwei Stunden -erreichen lässt. Sogar jedes der Querthäler ist von einer guten Strasse -durchzogen. Nahezu von Meile zu Meile führen längs des ganzen südlichen -Randes des Gebirges bequeme Strassen auf das Gebirge hinauf und von -Böhmen hinüber nach Sachsen. - -Auf dem Rücken des Gebirges selbst, der gegen Sachsen sanft und breit -gestreckt niedersinkt, in seiner Längenrichtung aber in ziemlich -gerader Linie sich hinzieht, führen zwischen den Städten und grösseren -Ortschaften Dammstrassen, gute Wege und bequeme Steige. - -Die Ausgangsorte für einen Besuch unserer Gebirge liegen zahlreich auf -den meist besuchten Verkehrslinien. - -Von _Sachsen_ aus sind es _Dresden_, _Leipzig_ und näher _Zwickau_, -_Chemnitz_ und _Freiberg_, von _Baiern_ aus _Baireuth_ und _Hof_. -Im Süden aber liegen die viel besuchten Badeorte _Franzensbad_, -_Marienbad_, _Karlsbad_, _Teplitz_, dann die Städte _Eger_, _Falkenau_, -_Kaaden_, _Komotau_, _Görkau_, _Brüx_, _Dux_, _Oberleutensdorf_, -_Bilin_, _Leitmeritz_, _Lobositz_, _Aussig_, _Tetschen_, wo jeder -Spaziergang die Berge in einer solchen Nähe zeigt, dass sie in wenig -Stunden nicht nur erreicht sondern selbst auch erstiegen werden können. -Der Zugang bietet nirgends Gefahren und besondere Beschwerden. Die -genannten Ausgangsorte unserer Heimat sind mit der Landeshauptstadt -durch drei Hauptbahnen verbunden, was die Bereisung der Gebirge dem -Touristen aus dem Innern des Landes ungemein erleichtert. Im Waggon -wird er rasch emporgezogen, und jede Wendung auf den zahlreichen -Krümmungen der Bahn bietet dem Auge eine neue überraschende Aussicht -nach den sich erweiternden Gegenden. Auch im Wagen auf den gut -gepflegten Strassen, welche hier in einem Thale neben dem rauschenden -Forellenbach, dort an einem Thalgelände in Schlangenwindungen sich -hinzieht, kann sich der Besucher dem rasch wechselnden Ausblick über -ferne Gegenden, dort über nahe grüne Wälder, üppige Blumenwiesen und -freundliche Ortschaften hingeben. Der Fusswanderer braucht vom Fusse -des Gebirges bis zum Kamme nirgends mehr als zwei oder drei Stunden -und wird dabei immer mehrere Ortschaften, Dörfer oder Städtchen -finden, wo er rasten kann. Auf der Höhe des Gebirges angekommen, -wandelt er meistens zwischen den wohlriechenden Kräutern und Blumen -der Grasfluren. Ueberall erquickt ihn das dem Auge wohlthuende Grün -in der Abwechslung der helleren Farbe der Haferäcker und Grasfelder -und der dunkleren Farbe der Gebüsche und der Fichtenwälder. Von allen -Seiten kommt ihm entgegen der Wohlgeruch von duftenden Kräutern, wie -Quendl und Thymian, von wohlriechenden Blumen, wie Maiglöckchen, und -von harztriefenden Fichten und Tannen, welche die reine Gebirgsluft so -stark würzen, dass wir tief athmend die Lungen wie durstige Trinker -anfüllen, von der Natur getrieben, die uns anreizt, hier unser Blut zu -erfrischen. Auf den Bergen oben athmet es sich leicht und athmet es -sich wohl! - -Wenn wir noch erwägen, dass das böhmische Erz- und Mittelgebirge -hunderte der schönsten Aussichtspunkte besitzt, wie sie kein zweites -Gebirge von gleicher Höhe und Dimension aufzuweisen vermag; wenn wir -erwägen, dass es auch reich an Naturerscheinungen ist, dass es von der -Sage geheiligt, von der Geschichte verherrlicht und von der Dichtung -verklärt ist: so erscheint unsere Einladung zum Besuche unserer schönen -und anziehenden Gebirge vollkommen begründet, und wir geben der -Hoffnung Raum, dass sie bald ebenso beliebt sein und in jedem Sommer -ebenso viele Besucher anziehen werden, wie beispielsweise der Harz und -der Schwarzwald. - -Um diesen hochwichtigen und patriotischen Zweck zu erreichen, stellte -der grosse, hochansehnliche Erzgebirgsfreund Herr _Richard Ritter von -Dotzauer_ in der am 4. Juli 1880 in der Sitzung _des Central-Comités -zur Beförderung der Erwerbsthätigkeit der böhmischen Erz- und -Riesengebirgsbewohner in Prag_ folgenden, auf die Belebung des -Touristenverkehrs im böhmischen Erzgebirge bezüglichen Antrag: - -»Wenn man das Wesen unserer verschiedenen _Alpen-Vereine_ betrachtet, -so muss wohl die oberflächliche, vulgäre Anschauung -- und ich muss -gestehen, dass ich mich derselben in diesem Punkte früher ebenfalls -zuneigte -- dahin gehen, dass diesen Vereinen in praktischer Hinsicht -keine allzugrosse Bedeutung beizumessen sei. Als ich indessen in den -letzten Jahren unsere österreichischen Alpenländer besuchte, da kam -ich zu einer anderen Ueberzeugung. Ich fand, dass diese Vereine in -ihrem Wirken sehr bemerkenswerthe praktische Erfolge erzielen; mit -ihren Unternehmungen und ihren Publikationen tragen sie bei, die -Alpengebiete immer weiter und weiter zu erschliessen, sie ziehen -die Reisenden heran, sie beleben die Eisenbahnen, sie beleben die -Gasthäuser, sie beleben selbst kleine Industrien. Speciell die _prager -Section_ des deutschen und österreichischen _Alpen-Vereins_ hat in -dieser Richtung sehr erspriesslich gewirkt. Herr _Stüdl_ geniesst in -diesen Gegenden, ich habe mich davon überzeugt, ein hohes Ansehen, eine -seltene Verehrung, und wenn man als Mitglied des hiesigen Alpenvereins -in eine solche Gegend kommt, wird man mit besonderer Aufmerksamkeit und -Rücksicht behandelt; ebenso gewähren die Eisenbahnen den Mitgliedern -des Vereins ansehnliche Fahrpreis-Ermässigungen. Unser Erzgebirge -hat nun wahrlich auch seine Naturschönheiten; aber das Bild, das man -in weiteren Kreisen vom Erzgebirge erhält, ist kein rosiges, kein -anziehendes -- es ist erfüllt von Elend, von Sorge und Noth, es wird -daher selten aufgesucht und insbesondere von Wohlhabenden gemieden --- und so erklärt es sich, dass man unser Erzgebirge und die guten -Eigenschaften seiner Bevölkerung nicht kennt. Es drängt sich mir da die -Frage auf, ob wir nicht an den Alpenverein herantreten sollen, mit der -Bitte, es möge das Erzgebirge in den Rahmen seines Wirkens einbeziehen -und in geeigneter Weise _durch Anlage neuer Wege, Förderung des Führer- -und Fahrtax-Wesens, Erhaltung und Errichtung von Denkmälern und -Aussichtspunkten etc._ dazu beitragen, dass das düstere Bild, das in -der allgemeinen Vorstellung vom Erzgebirge besteht, sich in schönerer, -wahrerer Beleuchtung zeige. Ein Strom von Tausenden Touristen -könnte hiedurch belebend und befruchtend in diese Gebiete geleitet -werden, zumal die Kurorte -- _Franzensbad_, _Marienbad_, _Karlsbad_ -und _Teplitz_ -- ganz entsprechende Ausgangspunkte hiefür bieten. -Mancher von den Fremden könnte da wohl auch aus der Berührung mit -den ehrlichen, guten Leuten im Gebirge die Anregung zu industriellen -Niederlassungen etc. empfangen. Und von den Einheimischen dürfte -Vielen -- auch mit Rücksicht auf die Fahrpreis-Ermässigungen, um die -das Central-Comité und der Alpenverein für die betreffenden Touristen -bei der Buschtěhrader Bahn ansuchen würden, die Gelegenheit, in kurzer -Zeit und mit geringen Auslagen einen lohnenden Ausflug auf interessante -Höhen, in schöne Waldungen zu unternehmen, sehr willkommen sein.« - -Dieser Antrag, welcher noch dahin ergänzt wurde, dass auch das -Riesengebirge in's Auge gefasst werden möge, fand lebhaften Anklang -und einmüthige Zustimmung. Die Folge davon war der Beschluss, einen -_Wegweiser_ durch das böhmische Erzgebirge herauszugeben. Mit dieser -Aufgabe wurde der Unterzeichnete betraut; derselbe entschloss sich -aber, auch das höchst interessante Mittelgebirge und die angrenzenden -Gebiete, insbesondere unter Hinweisung auf die Anschlüsse nach Sachsen -in den Kreis der Bearbeitung zu ziehen. - -Die Aufgabe war sehr schwierig; allein guter Wille und ausdauernder -Fleiss halfen über alle Schwierigkeiten hinweg. Nach halbjähriger -Arbeit war das schon in früheren Jahren gesammelte Material unter -Mithilfe tüchtiger Mitarbeiter geordnet. Als solche werden genannt: die -Herren Gust. _Schwab_, Bergwerksbesitzer, _Kaeller_, Schuldirektor, -beide in Falkenau; Ed. _Wenisch_, Bürgerschullehrer in Joachimsthal; -Oberlehrer _Strohschneider_ in Sonnenberg; Oberlehrer W. _Grossmann_ in -Krima; Oberlehrer J. _Hofmann_ in Katharinaberg; P. _Forst_, Kaplan, -Gymnasial-Professor _Rebhann_, beide in Brüx; A. _Weitzdörfer_, -Schuldirektor in Oberleutensdorf; E. _Hochreiter_, Gym.-Direktor in -Teplitz; Jul. _Gierschick_, Redakteur in Leitmeritz und Jos. _Werner_, -Fachlehrer in Komotau. - -Allen diesen Herren statten wir für die mannhafte Unterstützung den -besten, den innigsten Dank ab. - -An einem vollständigen Führer durch das böhmische Erz- und -Mittelgebirge hat es bis jetzt ganz gefehlt; deshalb treten wir -mit einem solchen vertrauensvoll und in der Hoffnung vor die -Oeffentlichkeit, dass er sich bei allen Freunden und Freundinnen -unserer Gebirge guter Aufnahme und wohlwollender Beurtheilung -erfreuen möge. _Gleichzeitig richten wir an alle P. T. Leser und -Leserinnen desselben die Bitte, uns auf etwaige Unrichtigkeiten und -Lücken aufmerksam zu machen, damit wir sie in einer zweiten Auflage -verbessern, beziehungsweise ausfüllen._ - - BRÜX. - - August Weymann. - - - - -I. Allgemeiner Theil. - - - - -A. Reise-Regeln. - - -Es ist sehr schwer, bestimmte Reiseregeln zu geben, weil sich diese -nur auf Grund gemachter Wahrnehmungen zusammenstellen lassen und -diese nicht immer dieselben sind. Wir haben hier vorzugsweise solche -Touristen im Auge, welche die Touren meist zu Fuss zurücklegen und die -Fusspartien mit Fahrten im Post- oder Eisenbahnwagen weise zu verbinden -verstehen. Wenn wir nun etwas dem Touristen empfehlen, so geschieht es -deshalb, weil wir es als das Beste und Zweckmässigste erkannt haben; es -wird in Folge dessen jede Begründung entfallen. - -Die Kleidung sei nicht zu leicht, aber auch nicht zu warm. Feste -und bequeme Schuhe, ein Wollenhemd und Plaid sind für Fussgänger -unentbehrlich. Die Mitnahme von Regenschirmen empfiehlt sich nicht. - -Von Gepäck ist nur das Nothwendigste mitzunehmen, dass man es in einem -Tornister auf dem Rücken ohne Beschwerde tragen kann. Bequeme Touristen -brauchen mehr und schicken es mit der Post dorthin voraus, wo sie sich -einige Zeit aufhalten wollen. Um die Wäsche vor Nässe zu schützen, -wickelt man sie in Wachsleinwand ein. - -Die beste Zeit zur Bereisung des Erz- und böhmischen Mittelgebirges, -sowie der, an dieselben grenzenden Gebiete ist die vom 1. Juni bis 30. -September, event. 15. Oktober; im August bis Ende September ist die -Witterung gewöhnlich ganz beständig, die Luft rein, die Aussicht von -den Bergspitzen am schönsten und genussreichsten. - -Auf eine praktische Zeiteintheilung muss jeder Tourist Bedacht nehmen. -Die Entwerfung eines Reiseplanes ist unbedingt nothwendig. Wenn man -eine 2- bis 3-wöchentliche Fusstour antreten will, so reise man -anfänglich langsam, und erst nach gehöriger Erprobung seiner Kräfte -kann man weitere Fusspartien unternehmen. Einen Taschen-Compass und -eine gute Karte muss jeder Fussreisende mitnehmen. - -Bei grosser Hitze muss gegen Mittag Rast gemacht werden; auch gönne -man sich nach grösseren Märschen einen Ruhetag und wähle hiezu solche -Orte, von wo aus man kleinere Ausflüge unternehmen kann. Man merke -sich gut die Regel, früh in's Bett und früh wieder auf. Unternimmt man -grössere Waldpartien und Wanderungen durch langgedehnte Grundthäler, -wie beispielsweise durch den Komotauer Grund, das Teltschthal bei -Görkau, den Hammergrund bei Johnsdorf u. s. w., so empfiehlt sich -das Mitnehmen eines verlässlichen Führers, dass man nicht auf Abwege -geräth, nutzlose Umwege macht und wichtige Punkte unbeachtet lässt. Für -grössere Fusspartien versehe man sich mit einigen belegten Semmeln oder -einigen harten Eiern und einem Fläschchen Wein. - -Im ganzen Nordwesten Böhmens reist ein bescheidener Tourist nicht -theuer; wenn er sich gar nichts abgehen lässt, so wird er mit 3 -bis 4 fl. sehr gut auskommen, ja da kann er sich zeitweilig eine -Forelle, die auf dem Plateau leicht zu bekommen ist, schmecken -lassen. Gutes ausgegorenes Bier bekommt man in unserem böhmischen -Erz- und Mittelgebirge überall, selbst in kleinen Ortschaften. -Gute, preiswürdige inländische Weine findet man auch fast in allen -Gasthäusern der grösseren Orte, sowie man auch fast überall eine -gute Küche antrifft. Die Wirte geben sich viel Mühe, allen billigen -Anforderungen zu entsprechen; hauptstädtischen Comfort darf man -natürlich im Gebirge nicht suchen. - - - - -B. Verkehrs- und Transportwesen. - - -Von Prag aus führen folgende Eisenbahnen ins böhmische Erz- und -Mittelgebirge: - -1. Die nördliche Staatsbahn, Linie Prag-Aussig-Bodenbach. - -2. Die Prag-Duxer Bahn, Linie Prag-Obernitz-Brüx-Dux. - -3. Die Buschtiehrader Bahn, Linie Prag-Komotau-Karlsbad-Eger. - -Das nordwestliche Böhmen mit dem Erz- und Mittelgebirge, also unser -Reisegebiet, wird von nachfolgenden Eisenbahnen theils berührt, theils -durchschnitten, ja Ausläufer gehen sogar über den Kamm oder nehmen -einen grossen Theil der Abdachung ein. Diese Bahnen sind: - -1. Aussig-Teplitzer, Linie: Aussig-Teplitz-Dux-Brüx-Komotau mit -Anschluss an die nördliche Staatsbahn und die Buschtiehrader. Zweige -derselben: _a_) Dux-Ossegg; _b_) Aussig-Bilin. - -2. Dux-Bodenbacher, Linie: -Bodenbach-Teplitz-Ossegg-Oberleutensdorf-Görkau-Komotau mit denselben -Anschlüssen wie ad 1. - -3. Buschtiehrader, Linie: -Komotau-Klösterle-Hauenstein-Warta-Schlackenwerth-Karlsbad-Falkenau- -Tirschnitz-Eger mit den Abzweigungen _a_) Tirschnitz-Franzensbad, _b_) -Falkenau-Graslitz, _c_) Komotau-Weipert, _d_) Komotau-Reitzenhain. - -4. Prag-Duxer, Linie: _a_) Obernitz-Sauerbrunn-Bilin-Dux, _b_) -Obernitz-Brüx-Oberleutensdorf-Ossegg-Klostergrab. - -5. Pilsen-Priesner, Linie: Brüx-Obernitz-Postelberg-Saaz mit Anschluss -an die Buschtiehrader gegen Prag-Priesen-Komotau. - -6. Eger-Voitersreuth-Elster. - -7. Eger-Waldsassen. - -8. Eger-Sandau-Königswart-Marienbad. - -_Anmerkung_: Retourbillete mit 1- bis 3-tägiger Giltigkeit geben alle -voranstehenden Bahnen aus. - -_Dampfschifffahrt_ findet man auf der Elbe; hier vermitteln mit allem -Comfort eingerichtete Dampfschiffe im Sommer den Verkehr zwischen -Leitmeritz und Herrnskretschen und retour regelmässig zweimal des Tages. - -_Postverbindungen_: -Brüx-Ober-Georgenthal-Gebirgsneudorf-Katharinaberg-Brandau. -(Botenfahrt.) - -Aussig-Schönpriesen. (Botenfahrt.) - -Bilin-Kosel-Laun und retour. (Botenfahrt.) - -Bilin-Teplitz und retour. (Botenfahrt.) - -Bodenbach-Böhmisch-Kamnitz-Reichenberg u. retour. (Eilfahrt.) - -Breitenbach-Platten-Bärringen-Salmthal-Lichtenstadt-Karlsbad und -retour. (Botenfahrt.) - -Brüx-Hawran und retour. (Botenfahrt.) - -Buchau-Solmus-Karlsbad und retour. (Botenfahrt.) - -Buchau-Luditz und retour. (Botenfahrt.) - -Duppau-Saaz-Radonitz-Kaaden und retour. (Botenfahrt.) - -Eichwald-Teplitz und retour. (Botenfahrt und Omnibus.) - -Elbogen-Schlaggenwald-Schönfeld und retour. (Eilfahrt.) -- -Schönfeld-Petschau und retour. (Botenfahrt.) - -Fleissen-Wildstein und retour. (Cariolpost.) - -Görkau-Kallich und retour. (Botenfahrt.) - -Gossengrün-Hartenberg und retour. (Botenfahrt.) - -Gossengrün-Schönbach und retour. (Botenfahrt.) - -Heinrichsgrün-Neudeck und retour. (Botenfahrt.) - -Heinrichsgrün-Frühbuss und retour. (Botenfahrt.) - -Joachimsthal-Schlackenwerth und retour. (Botenfahrt.) - -Joachimsthal-Abertham-Bärringen-Platten u. retour. (Botenf.) - -Joachimsthal-Gottesgab-Weipert. (Botenfahrt.) - -Kaaden-Podersam. (Botenfahrt.) - -Kaaden-Brunnersdorf. (Botenfahrt.) - -Kaaden-Pressnitz. (Botenfahrt.) - -Kallich-Görkau. (Botenfahrt.) - -Kallich-Brandau. (Botenfahrt.) - -Karbitz-Kulm-Schönwald. (Botenfahrt.) - -Karlsbad-Neudeck. (Botenfahrt.) - -Karlsbad-Petschau-Einsiedl-Marienbad u. retour. (Botenfahrt.) - -Karlsbad-Giesshübel-Puchstein und retour. (Omnibus.) - -Karlsbad-Petschau-Theusing-Pilsen. (Botenfahrt.) - -Karlsbad-Fischern-Altrohlau-Neudeck. (Botenfahrt.) - -Königswart-Sangerberg. (Botenfahrt.) - -Komotau-Eidlitz. (Botenfahrt.) - -Kosel-Bilin. (Botenfahrt.) - -Krima-Neudorf-Sebastiansberg. (Botenfahrt.) - -Lobositz-Raudnitz. (Botenfahrt.) - -Lobositz-Libochowitz. (Botenfahrt.) - -Lobositz-Trebnitz-Liebshausen-Laun. (Eilfahrt.) - -Lubenz-Rudig. (Botenfahrt.) - -Lubenz-Luditz. (Botenfahrt.) - -Lubenz-Waltsch. (Botenfahrt.) - -Mies-Stab. (Botenfahrt.) - -Mies-Weseritz. (Botenfahrt.) - -Mies-Haid. (Botenfahrt.) - -Neudeck-Neuhammer-Platten. (Botenfahrt.) - -Neudeck-Neuhammer-Hirschenstand-Eibenstock. (Botenfahrt.) - -Postelberg-Leneschitz. (Botenfahrt.) - -Rudig-Waltsch. (Botenfahrt.) - -Saaz-Podersam. (Botenfahrt.) - -Saaz-Postelberg-Laun. (Botenfahrt.) - -Schönbach-Neukirchen-Wildstein. (Botenfahrt.) - -Tepl-Weseritz-Leskau. (Botenfahrt.) - -Tepl-Marienbad. (Botenfahrt.) - -Teplitz-Bilin. (Botenfahrt.) - -Teplitz-Schallan. (Botenfahrt.) - -Teplitz-Eichwald. (Botenfahrt.) - -Teplitz-Waldthor. (Omnibusfahrt.) - -_Anmerkung_: Die Botenfahrten sind ziemlich bequem, haben aber -eine beschränkte Aufnahme. Fast bei allen Eisenbahnstationen sind -comfortable Omnibusfahrten eingerichtet. - -_Post-Eilwägen_ sind immer sehr bequem, fahren gut, müssen die Fahrzeit -genau einhalten und sind immer von einem Conducteur begleitet. Die -Fahrkarten sind rechtzeitig an den Poststationen zu lösen. Extraposten -sind in den Hauptstationen zu bekommen. Lohnfuhrwerke befinden sich in -allen grösseren Orten. Empfehlenswerth ist es, sich vorher genau über -den Fahrpreis und das übliche Trinkgeld zu verständigen, dass nicht -nach der Fahrt Missverständnisse zum Nachtheile des Reisenden entstehen. - -_Gasthöfe._ In allen grösseren Orten, selbst in Dörfern findet man -jetzt recht gute Gasthäuser. Man wird gut und aufmerksam bedient und -lebt billig. Wenn die Gesellschaft grösser ist, so empfiehlt es sich, -die Ankunft brieflich oder telegrafisch anzuzeigen. In ganz kleinen -Ortschaften und in wenig besuchten Gebieten lassen die Gasthäuser -freilich noch einiges zu wünschen übrig und genügen nur bescheidenen -Ansprüchen; doch findet man überall freundliches Entgegenkommen. - -_Führer_: Das Führerwesen wird jetzt durch die Gebirgsvereine -organisirt werden. Für grössere Partien ist die Mitnahme eines Führers -häufig nothwendig, obwohl in neuester Zeit seitens der Gemeinden und -Gebirgsvereine viele Wegweiser aufgestellt wurden; allein in den -ausgedehnten Waldungen ist ein Verirren leicht möglich, was häufig -einen grossen Zeitverlust und Störung der ganzen Partie zur Folge hat. -Bei der Wahl der Führer ist Vorsicht zu gebrauchen und empfiehlt es -sich, die Obmänner oder andere Mitglieder der Gebirgsvereine, die fast -in allen Orten zu treffen sind, um Auskunft anzugehen. - - - - -C. Geographisches. - - -Das Erzgebirge. - -_Name_: Das Erzgebirge hat seinen uralten Namen von dem -ausserordentlichen Reichthum an sehr verschiedenen Erzen, und es hat -ihn auch durch den ergiebigen Bergbau gerechtfertigt, der hier durch -viele Jahrhunderte auf Silber, Zinn, Kupfer, Blei und Eisen getrieben -wurde. - -_Eintheilung des Erzgebirges nach der Ausdehnung, Höhe, Form._ Das -Erzgebirge erhebt sich aus der Ebene des Teplitzer Thales, durch -welche es vom Mittelgebirge getrennt wird, mit grosser Steilheit -gleich einem Walle, welcher, in südwestlicher Richtung fortlaufend, -das nordwestliche Böhmen vom angrenzenden Königreiche Sachsen trennt, -d. h. die politische Grenze dieser beiden Länder wird durch den Rücken -dieses Gebirgszuges bestimmt, jedoch nicht durch den Kamm desselben und -die Wasserscheide; vielmehr gehört nicht nur der ganze steile Südabhang -des Gebirges, sondern auch noch ein Theil des sanften, sich nach -Sachsen abdachenden Gehänges zu Böhmen, und die Grenze findet sich fast -durchaus erst jenseits der Wasserscheide. Das nordöstliche Ende dieses -Gebirges ist durch den Nollendorfer Pass bestimmt; es wird jedoch von -vielen Geographen auch das Elbthal dafür angenommen. - -Seiner Ausdehnung nach gehört das Erzgebirge unter die Hauptgebirge, -denn seine Länge beträgt über 20 Meilen. - -Nach seiner Höhe ist es ein Mittelgebirge. Die höchsten Punkte -desselben befinden sich im südwestlichen Theile; im Nordosten gegen -die Elbe zu übersteigt dessen Höhe wohl nicht 756 m; die Höhe des -Nollendorfer Passes beträgt 675 m. - -Der Form nach ist das Erzgebirge ein Kettengebirge; es setzt sich ohne -Unterbrechung seines Zusammenhanges auf seiner ganzen Längenerstreckung -fort, so dass sein Kamm eine fast wellenförmige Linie darstellt, und -die beiden Abhänge unterscheiden sich, wie bei allen Gebirgen dieser -Art, durch ihre Steilheit; der südliche, zu Böhmen gehörige, ist, wie -schon erwähnt, der steilere, und längs desselben befinden sich viele -Einschnitte, Schluchten und Thäler, hervorgebracht durch die einzelnen -Berge, welche, sich durch grössere oder geringere Steilheit von der -Hauptkette trennend, kurze Nebenjoche bilden. - -_Geognostische Beschaffenheit._ In geognostischer Hinsicht gehört -das Erzgebirge unter die sogenannten Urgebirge, d. h. die Felsarten -desselben gehören zu denjenigen, welche der Geognost ihrer Struktur, -ihrer Lagerungsverhältnisse und des Mangels an Versteinerungen wegen -unter die ältesten Bildungen unserer Erdrinde zählt. Die Felsarten -dieses Gebirgszuges im nordöstlichen Theile sind Gneis, Porphyr und -Granit; sehr eingeschränkt kommt Greisen und Urkalkstein vor, Basalt -nur an einzelnen Stellen und von Flötzfelsarten der Quaderstein am -Fusse des Gebirges. Im westlichen Theile des Erzgebirges ist der -Gneis das überwiegend vorherrschende Gestein, andere Schiefer- und -Eruptivgesteine treten dagegen zurück. - -_Gestaltung, Begrenzung, mittlere Höhe, ausgezeichnete Höhenpunkte -des Erzgebirges._ Das Erzgebirge gestaltet sich gleich einem hohen, -in terrassenförmigen Absätzen erhebenden steilen Walle, nach oben -zu einem fast gleichförmig fortlaufenden Kamme oder ausgedehnten -Rücken, welcher sich sehr sanft, ja fast unmerklich nach Norden in -das Nachbarland abdacht. Die südliche, steile Abdachung ist von -zahlreichen Schluchten und Thälern eingeschnitten, zwischen welchen -kurze Gebirgsjoche aus Kuppen von verschiedener Höhe und meistens -abgerundeter Gestalt zusammengesetzt hervorragen und diesem Abfalle -ein ausgezeichnetes Gebirgsansehen ertheilen. Auf dem Rücken verlieren -sich die ausgezeichneten Formen eines höheren Gebirges; nur einzelne -Kuppen und Höhen von verschiedener Gestaltung, jedoch ohne kühne oder -stark hervortretende Umrisse erheben sich auf der ausgebreiteten -Platte, welche sonst durch ihre gross und sanft wellenförmige, auf -weite Strecken sogar fast ebene Oberfläche und durch die seichten -Thäler, welche erst in ihrem weiteren Verlaufe im Nachbarlande tiefer -und enger werden, die Formen eines Flachlandes zeigt. Abtheilungen -in Gebirgsjoche nach dem Verlaufe der Thäler treten erst weiterhin -deutlicher hervor. Es beginnt mit unentschiedenem Charakter an den -Hochflächen, die im Norden an die Waldsteinkette des Fichtelgebirges -sich schliessen und zwar unweit Asch oder an der Quelle der weissen -Elster mit dem hohen Kapellenberg als Elstergebirge und ist an seinem -Ost-, Nordost-Ende von dem Elbsandsteingebirge begrenzt. - -Die mittlere Erhöhung des Gebirgsrückens kann zu 756 m über die -Meeresfläche, über die Ebene am Fusse des Gebirges aber zu 417 m -angenommen werden; über die tieferen, jedoch entfernteren Punkte des -Flachlandes oder die eigentliche Thalsohle beträgt sie 512 m. - -Wir verfolgen die ausgezeichnetsten Höhepunkte auf dem Kamme und den -Abhängen des heimatlichen Gebirgszuges von dem Durchbruche der Elbe, -also einbezüglich der des Elbsandsteingebirges bis zu den Ausläufern -des Fichtelgebirges. Als solche zeigen sich: Der =Schneeberg= mit -seinem weitsichtbaren, schlanken Thurme; die berühmten =Tyssaer Wände= -(615 m); bald darauf erblicken wir =Nollendorf= mit seinen historischen -Höhen und dem bekannten Passe von Teplitz über Pirna nach Dresden -(675 m). Von der Bahnstation Rosenthal-Graupen der Dux-Bodenbacher -Bahn sind die Aussichtspunkte =Wilhelmshöhe= 335 m, die =Rosenburg= -355 m und das =Mückenthürmchen= 800 m zu besteigen. Schöne Aussicht -bietet der =Königshügel= 412 m bei Klostergrab, der =Wolfstein= bei -Niklasberg und bei Ossegg die =Salesiushöhe= und die =Riesenburg=. -Imposant ist der =Wieselstein= 949 m bei Oberleutensdorf. Weiter -folgen: Der =Göhrner Hübel=, westlich von Göhren mit 811 m Seehöhe; -der =Haselstein= und der =Nonnenhübel=, südlich von Böhm.-Einsiedl; -südlich von Nickelsdorf der =Wachtberg=, auch =Kapuzinerhau= genannt; -östlich von Gebirgsneudorf der =Wachhübel=; der =Dürnberg= südlich -von Brandau. Der aus zwei Kuppen bestehende =Adelsberg=, dann der -=Bernstein=, beide östlich von Ladung, letzterer von 920 m Meereshöhe -ist der höchste Punkt in der östlichen Gegend des Gebirges und bildet -einen Knoten, von welchem es mit grösserer Steilheit und mit einem -stärkeren Vorsprunge nach Süden abfällt. Weiter westlich finden sich -der grosse =Steinberg=, südlich von Kleinhan, der =Beerhübel= zwischen -Göttersdorf und Kallich auf dem hier 865 m hohen Gebirgskamme. Eine -zweite, gleichfalls in westlicher Richtung verlaufende Kuppenreihe -erhebt sich am Rande des hier über eine Stunde weit ausgebreiteten -Rückens. Die ansehnlichsten Kuppen sind: Der =Ringelberg=, etwa 10 -Minuten in südlicher Richtung von Reizenhain, und der =Otterstein=, -etwa ¾ Stunden in nördlicher Richtung von Märzdorf mit schönen Felsen -und herrlichem Wald. Nordwestlich von Sebastiansberg, angrenzend an das -Gebiet des Ringelberges und hievon getrennt durch die Kaiserstrasse bei -Reizenhain, finden sich die Kuppen des =Stockraumwaldes=, von denen die -ansehnlichste der =Glasberg= nahe an der Landesgrenze ist. Nordöstlich -von Pressnitz zeigt sich der ausgedehnte und =hohe Hutberg= 991 m, -einer der höchsten Punkte des Erzgebirges; er verläuft in südlicher -Richtung in die =Reischhöhe=, an der westlich der =Pöllnerberg= -855 m hängt. Einer der höchsten Punkte ist noch der =Hohehau= 995 m -nordwestlich von Weigersdorf. Auf dem nördlichen Abhange des Gebirges -gehören noch einige ansehnliche Kuppen hieher, nämlich: =Der grosse und -kleine Wolfsberg=, südlich von Schmiedeberg, der =Spitzberg= zwischen -Schmiedeberg und Pressnitz, der =Bärenstein= 704 m bei Weipert und der -=Pleilberg= südlich von Sorgenthal. - -Hier sind noch einige hübsche Punkte zu nennen, welche sich an -dem steilen südlichen Abhange westlich von Oberleutensdorf über -Kaaden hinaus erheben und an diesem kurze Gebirgsjoche bilden. Die -hervorragendsten sind: Der =Eisenberg=, auf welchem das gleichnamige -Schloss 164 m Höhe über der Thalsohle steht; westlich davon ist der -=Seeberg= und noch weiter bei Stolzenhan der =Tannich=. Sie bilden -eine ziemlich ansehnliche Gruppe von steilen Bergen, mit welchen der -Gebirgsabfall als ein kurzes Joch in die Ebene vorspringt, aus welcher -es jedoch sehr steil aufsteigt. Weiter südwestlich gestaltet sich -der Gebirgsabfall zu einer Art von Bucht, auf deren Abhange sich nur -niedrige Kuppen erheben; sie wird westlich von dem =Hammerberge=, -dem =Hutberge= und dem =Roland= eingefasst, welcher, in einige Hügel -auslaufend, den Fuss des Gebirges nördlich von Komotau bildet. Westlich -von dieser Stadt bei dem Dorfe Tschernowitz erhebt sich =der isolirte -Burberg=. Jenseits des Höllbachthales zeigt sich der ausgedehnte -=Gliedner Berg=, welcher westlich in den =Schweigerberg= verläuft. -Westlich von Platz befindet sich der =Hassensteiner Schlossberg=, und -noch weiter westwärts über Klösterle hinaus bildet der Abhang des -Gebirges das Gehänge eines mehr eingeengten Thales. Isolirt, im Thale -sich erhebend, befindet sich südwestlich von Klösterle nahe der Eger -der 547 m hohe =Schönburger Schlossberg=, und nicht weit von Wotsch -der =Himmelstein=, welcher von seiner Burgruine eine schöne Aussicht -nach Westen bietet. An dem nördlichen Abfalle des Gebirges, welches -sich westwärts von Kaaden ausdehnt, sich dem des Erzgebirges gegenüber -erhebt, hinsichtlich seiner Zusammensetzung und Gestaltung auffallend -vom Erzgebirge verschieden ist, keinen so deutlich hervortretenden -Kamm oder Rücken zeigt, sondern der Hauptmasse nach aus Gruppen von -mehr oder weniger zusammengedrängten Kuppen besteht und erst in seiner -weiteren westlichen Verbreitung, die wir dann nach genauer Betrachtung -des westlichen Erzgebirges in seiner Fortsetzung näher kennen lernen -werden, sich zu einer mehr zusammenhängenden und ausgebreiteten -Masse gestaltet -- finden sich als hervorragende Kuppen: Der -=Herrgottsstuhlberg=, zwischen Krondorf und Ockenau; östlich ist die -=Spinnelsdorfer Kuppe=, der =Leskauer Schlossberg= und der unmittelbar -aus dem Thal steil aufsteigende, oben eine abgeflachte Platte bildende -=Burberg= 583 m südwestlich von Kaaden. Diesem gegenüber an der linken -Seite des Thales erheben sich einige Gruppen von niedrigen Bergen, -welche vom Fusse des Erzgebirges durch die sich hier bereits mehr -ausbreitende Ebene getrennt sind; es sind: der =Seeberg=, zwischen -Nickelsdorf und Meretitz, der =Spitzberg= südlich von Nickelsdorf, dann -der =Königsberg= und =Wistritzer Berg= nördlich von Kaaden. Zu diesen -gehören östlich von dieser Stadt als Ausläufer die an der linken Seite -des Thales auf der Ebene zerstreut vorkommenden Hügelgruppen zwischen -Pröhl und Waschitz, der =Tschachwitzer Hübel=, der =Prölberg= 334 m und -der =Strösauer Hügel=. - -Weiter westlich von Pressnitz und Schmiedeberg gelangen wir ins Centrum -des Erzgebirges, wo es in seinen Kuppen über 1200 m hoch ansteigt. Dort -ist der =Keilberg= oder =Sonnenwirbel= 1243 m, über den der Pass von -Gottesgab in der Höhe von 900 m von Karlsbad, Joachimsthal nach Sachsen -führt. - -Dieser Höhepunkt bildet gewissermassen den Hauptstock des ganzen -Gebirges, einen Gebirgsknoten, von welchem dasselbe in nordöstlicher -und südwestlicher Richtung verläuft, dessen höchste Punkte sich -zunächst um ihn gruppiren, so dass es hier fast das Ansehen eines -Hochgebirges erhält. Der nordöstliche Gebirgsflügel, welcher durch -diese aus dem Thale in schroff ansteigenden, auf einander gelagerten -und zu beträchtlicher Höhe sich erhebenden Gebirgsgruppe vom -südwestlichen getrennt wird, enthält auf dem 838 m hohen Rücken den -isolirten, kegelförmigen =Kupferhügel=, 68 m hoch. Von hier verläuft -der Gebirgsrücken gegen den Keilberg hin fast als Ebene über eine -Meile weit, wo dann der genannte Gebirgsstock als ein Haufwerk von -eng vereinigten, zu einer ausgedehnten, sanft zugerundeten Masse -verbundenen Scheiteln hervorragt. Nach einer seiner westlichen -Kuppen wird dieser Stock auch der Sonnenwirbel genannt; in seiner -Nachbarschaft erhebt sich jenseits der Landesgrenze der =Fichtelberg= -1213 m zu nicht viel geringerer Höhe empor. Östlich vom Keilberg -ist der =Hauensteinberg= 1080 m und südlich der =Schwarzfelsberg= -1114 m. Westlich verläuft der Hauptrücken des Gebirges in demselben -Charakter wie östlich von diesem Hauptstocke, nämlich als eine breite -Gebirgsfläche mit sanfter Abdachung gegen Norden, auf welcher einzelne -Kuppen und ausgebreitete Höhen hervorragen und die Gebirgsfläche -wellenförmig gestalten. Allmählig aber nimmt die Höhe des Hauptrückens -in seinem Verlaufe nach Südwesten ab und erreicht bei Gottesgab 1016 m, -bei Platten 885 m, bei Hirschenstand 860 m Meereshöhe, weiterhin wird -es noch niedriger und sein Zusammenhang tritt weniger deutlich hervor; -er gestaltet sich in ein aus mehreren kleineren Gruppen von Gipfeln -zusammengesetztes Gebirge um, welches an seinem westlichen Ende im -Egerlande mit den Ausläufern des Fichtelgebirges verschmilzt. In -diesem Theile des Gebirges nennen wir als hervorragende Punkte: den -=Spitzberg= bei Gottesgab 1118 m, den =Plattenberg= bei Platten 1039 m, -=den Muckenbühl= 944 m, =den Aschberg= 925 m, den in Sachsen liegenden -=Auersberg= bei Wildenthal 1021 m, =den »hohen Stein«= bei Schönbach -767 m und =den Kapellenberg= bei Voitersreuth 764 m hoch. - - -Das Gebirge südlich von der Eger. - -Südlich von der Eger haben wir im Westen die letzten Ausläufer des -Böhmerwaldes. Durch den ziemlich weiten Pass oder tiefen Einschnitt bei -Sandau, wo sich der Gebirgsrücken nur wenig über die Flächen erhebt, -welche sich im Westen und Osten an seinem Fusse verbreiten, ist das -genannte Gebirge vom Kaiserwalde geschieden. Am meisten ragt unter -den Bergen im Süden des Egerlandes der =Dillenberg= durch Ausdehnung -und Höhe hervor; es ist die nördlichste und ansehnlichste Kuppe des -Waldgebirges, welches mit demselben den Zug seiner Verbreitung in -Böhmen schliesst; er erreicht 963 m Meereshöhe, ragt daher beiläufig -540 m über die Fläche des Egerlandes hervor. Die Gestalt ist die eines -steil ansteigenden, sanft gebogenen Rückens mit einigen sattelförmigen -seichten Einbiegungen. - -Der weitere, nordwestlich verlaufende Zug wird gewöhnlich das Tepler -Gebirge genannt; er bildet einen ausgebreiteten Rücken mit ziemlich -gleichförmigen Verhältnissen seiner Abdachungen. Der westlich vom -Teplthale gelegene Theil dieses Gebirges ist durch mehrere kleinere -Thäler eingeschnitten, ohne dass sich jedoch die Theile als eigene -Züge besonders hervorheben. Der höchste Theil desselben ist der -südwestliche unter dem Namen Kaiserwald mit =der hohen Glatze= 973·5 m. -Von da verläuft mit abnehmender Höhe der westliche Gebirgsabhang als -natürliche Begrenzung des Egerlandes zwischen dem Roda-Bache und dem -Liebau-Bache bis Königsberg, wo sein steiler Abfall das nördliche -Gehänge des engen Thales bildet, welches ihn vom letzten Joche des -Erzgebirges, dem Leibitsch-Kamme, trennt. Sanfter ist der Abfall des -zweiten Theiles zwischen dem Liebau-Bache und Lobs-Bache, wo am Fusse -des Gebirges die Thalfläche von Falkenau, das Falkenauer Land, sich -ausbreitet und sich bis zum Fusse des Erzgebirges in einer Breite von -11·3 Kilom. ausdehnt. Den dritten Theil bildet der Abfall des Gebirges -zwischen dem Lobsbache und dem Zechthale mit dem =Spitzberg= 821 m -zwischen Lauterbach und Schönfeld und dem =Crudum= 830 m nördlich -von Kohling, welche beide mächtig hervorragen. Die Gehänge dieses -Gebirgstheiles fallen steil und stellenweise als schroffe Felswände -in die beiden genannten Seitenthäler und in das Hauptthal bei Elbogen -ab. Der vierte Theil verläuft zwischen dem Zechthale und der Tepl und -wird überragt von der =Buchenhöhe= 728 m nördlich von Poschitzau und -dem =Aberg= 609 m südöstlich von Aich. Derselbe gewährt eine treffliche -Aussicht über den Gebirgsrücken und auf das Erzgebirge. - -Der östliche Theil des Tepler Gebirges rechts vom Tepelthale ist mehr -ausgebreitet als der westliche, erreicht aber nicht dessen Höhe; er -hat mehr das Ansehen eines ausgedehnten Plateaus, auf welchem sich -einzelne, zum Theile mehr ausgedehnte als hohe Kuppen hervorheben. Der -südliche Abhang führt zum grossen Theile den Namen Buchauer Gebirge. -Gegen Osten und Nordosten geht die Platte in ein aus Kuppen und -höheren Rücken zusammengesetztes Gebirge über und führt zum Theil den -Namen Duppauer Gebirge. Der Abfall ins Tepelthal ist schroff. Ueber -das Plateau bei Engelhaus ragt der weitsichtbare und jedem Touristen -bekannte =Schlossberg= empor. Dieses Gebirge erhebt sich auch steil aus -dem Haupt-Thale, sowie ihm gegenüber das Erzgebirge. - - -Das Mittelgebirge. - -Dieses Gebirge wird von der Elbe durchschnitten und in zwei nahezu -gleiche Theile, einen westlichen und einen östlichen, geschieden. -Der westliche Theil wird nördlich von dem Eulauer, nordwestlich von -dem Teplitzer Thale, westlich von der schönen, fruchtbaren Saazer -Ebene und südlich von dem Egerthale und der Ebene, in welches -sich dieses verläuft, begrenzt. An seinem nördlichen Abhange wird -dieser Gebirgstheil in nordöstlicher Richtung von dem Bielathale -durchschnitten, und gewöhnlich wird nur der Strich zwischen dem Eger- -und Bielethale das Mittelgebirge genannt, wiewohl das nordwärts der -Biela liegende Gebirge bis zu den bezeichneten Grenzen, sowie das -an der Ostseite der Elbe liegende Gebirgsland mit demselben ein -geognostisches Ganzes bildet, von welchem das eigentliche sogenannte -Mittelgebirge einen Haupttheil ausmacht. - -Während dem östlichen Theile theilweise ein kettenartiger Zusammenhang -nicht abgesprochen werden kann, fehlt dieser dem westlichen ganz, -und besteht aus einer Anhäufung von mehr oder weniger vollkommen -kegelförmigen, theils spitzigen, theils abgestumpften oder an dem -Gipfel abgerundeten glockenförmigen Bergen, zwischen welchen hie und -da kahle, zum Theile mächtige, klippige Felskolosse hervorragen. Die -Berge stehen, besonders an den Ausläufern oder am Rande des Gebirges, -wo es sich aus der Ebene hervorhebt, vereinzelt, versammeln sich dann -weiterhin in kleineren und grösseren Gruppen, welche dann an den -beiden Gehängen des Gebirgszuges sich sehr gedrängt gehäuft finden und -in der Mitte desselben als die höchsten Berge hervorragen, worunter -im eigentlichen Mittelgebirge der =Donnersberg= oder =Milleschauer= -mit 815 m über der Nordsee den höchsten Punkt dieses ganzen Gebirges -erreicht. Das ist der König des Mittelgebirges, ein steiler, isolierter -Bergkegel aus Klingstein. - -Im östlichen Mittelgebirge liegen die höchsten Berge nicht in der -Mitte, sondern zumeist am Rande desselben. Die Grenzen dieses Gebirges -sind: Südlich die Ebene an der Elbe, über welche sich dasselbe -theils plötzlich mit grosser Steilheit erhebt, theils allmählich von -derselben ansteigt und so den Fuss des eigentlichen steileren Gebirges -bildet. An der Ostseite zerstreuen sich die Gebirgsmassen in einzelne -Kegelberge, welche sowie nordöstlich, endlich als zusammenhängender -Gebirgszug gegen das Gebiet von Bunzlau fortlaufen. Nördlich wird das -Mittelgebirge durch das Granitgebirge begrenzt, und von diesem durch -das Thal des Grundbaches bei Obergrund und Georgenthal geschieden, -hängt jedoch damit durch den Gebirgsrücken bei Schönlinde zusammen, -und seine Felsmassen finden sich auch noch in einzelnen Bergkegeln -zerstreut auf dem Granitgebirge vor. Die nordwestliche Grenze bildet -das Sandsteingebirge an der Elbe, wo sich auch die Felsmassen in -zerstreuten Bergen im Gebiete des Sandsteingebirges vorfinden, sowie -sich die des letzteren mit denen des Mittelgebirges vermengen und diese -durchflechten. - -Das östliche Mittelgebirge erhält verschiedene Benennungen nach -einzelnen Gegenden, Ortschaften und Bergen. - -In geognostischer Beziehung gehört dieses Gebirge zur vulkanischen -Trappformation und ist eines der ausgedehntesten und ausgezeichnetsten -dieser Art in Europa. Basalt und Klingstein bilden die Hauptmassen des -Gebirges, von denen der erstere die meisten Berge, der letztere die -höchsten Punkte und mächtigsten Felsmassen zusammensetzt. Der Basalt -ist meistens dicht, oft auch blasig und mandelsteinartig und zuweilen -in ein thoniges Gestein oder sogenannte Wakke übergehend; häufig -trifft man ihn schön säulenförmig an, mit Olivin eingesprengt, oder -porphyrartig durch eingewachsene Krystalle von Augit, Hornblende oder -Glimmer. Auch der Klingstein hat mancherlei Abänderungen. Ausser diesen -beiden eigentlichen vulkanischen Trappfelsarten erscheint auch Porphyr -in einigen Gegenden und etwas seltener eine Art Grünstein, welche mit -dem Basalt sehr nahe verwandt ist. Die Felsarten des Urgebirges kommen -nur in einigen Gegenden in den tieferen Theilen zum Vorscheine, so im -Bielathale bei Bilin und im Elbthale bei Tschernosek der Gneis. - -=Das Elbgebirge=, auch wohl Sandsteingebirge an der Elbe, das -böhmisch-sächsische Sandsteingebirge, und wegen seiner eigenthümlichen -schroffen Formen und romantischen Thäler, die böhmisch-sächsische -Schweiz genannt, erstreckt sich von den oben angegebenen Grenzen -des Mittelgebirges, nämlich dem Eulauer Thale, dem Losdorfer- und -Olischbache, dann dem Gebirge zwischen Kamnitz und Kreibitz, bis zum -nördlichen Granitgebirge jenseits des Körnschtbaches, und über die -Grenze Böhmens nach Sachsen; es wird von dem Elbthale durchschnitten -und in zwei Theile getheilt. Der Theil an der linken Seite der Elbe -wird fast bloss, soweit das Gebirge Böhmen angehört, vom hohen -=Schneeberge= und dessen Vorbergen gebildet und erhebt sich an -demselben zu seiner grössten Höhe, von welcher es sich nach dem Rücken -des Erzgebirges bei Nollendorf und Peterswalde nur wenig, nach seiner -nördlichen Verflachung sanft abdacht, gegen das Eulauer Thal und das -Elbthal aber sehr steil abstürzt. Viel niedriger gestaltet sich der -Theil desselben an der rechten Seite der Elbe, und bildet ein aus dem -Elbthale sich gleichfalls mit grosser Steilheit bis zu einer Höhe von -ungefähr 379 m erhebendes Plateau, welches sich nach Osten und Süden -sanft gegen das sich aus demselben erhebende Mittelgebirge verflacht, -eine wellenförmige Oberfläche mit einzelnen grössern Erhöhungen -zeigt, und sich an der nördlichen Landesgrenze, am Winterberge und -den Thorwänden, abermals plötzlich gleich einem Walle erhebt. Die -Thäler, welche dieses Plateau durchschneiden und an den Abhängen -des Schneeberges tiefe Einrisse bilden, haben einen eigenthümlichen -Charakter; die Gehänge derselben sind steile, oft senkrecht -aufsteigende zerrissene Felsenwände, welche sich zuweilen gleichsam -in mehreren Stockwerken über einander erheben und deren einzelne, oft -von der Hauptmasse losgerissene, sowohl senk- als wagrecht zerklüftete -Pfeiler sich zu grotesken, oft abenteuerlichen Gebirgsformen gestalten, -von welchen der böhmische Theil dieses Gebirges ebenso reich, als der -deshalb von Lustreisenden so häufig besuchte sächsische Theil desselben -ist. - -Die herrschende Felsart dieses Gebirges ist der Quadersandstein, eine -der jüngsten aus der Reihe der sekundären Flötzformationen. Derselbe -zeigt sich bei seinem Beginn am Erzgebirge sichtbar auf dem Gneis -desselben, sowie an seiner Begrenzung am nördlichen Granitgebirge -auf diese Felsart aufgelagert, und Granit zeigt sich auch unter -dem Quadersandsteine an einer merkwürdigen Stelle im Elbthale; an -einer andern kommt auch Thonschiefer als untere Felsart vor. Von den -Felsarten des angrenzenden vulkanischen Trappgebirges findet sich im -Bezirke des Sandsteingebirges ein majestätischer einzelner Basaltberg, -=der Rosenberg=, welcher sich über das Plateau dieses Gebirges am -rechten Elbufer 299 m und überhaupt bis zu 588 m Meereshöhe erhebt. - - -Flüsse. - -Die bedeutendsten Flüsse unseres Reisegebietes sind die =Elbe=, die -=Eger= und die =Biela=. - -Wir betrachten die Elbe von Raudnitz an; hier schlägt sie die nördliche -Richtung ein und bewegt sich grösstentheils im flachen Lande und an dem -sanften, hügeligen Gehänge, welches den unteren Fuss des Mittelgebirges -an der linken Seite bildet; von Krzemusch bis Lobositz läuft sie wieder -westwärts, wendet sich aber bei letzterem Orte wieder plötzlich nach -Norden und tritt hier in eine Gebirgsspalte ein. In diesem engen, zu -beiden Seiten von den Felsmassen des Mittelgebirges eingeschlossenen -Thale, welches sich bei Libochowan auf eine kurze Strecke kesselförmig -erweitert, fliesst der Strom, mit einigen Krümmungen in nördlicher -Richtung bis Aussig, wendet sich daselbst nordöstlich und nimmt bei -Kleinpriesen allmählig wieder die nördliche Richtung an, welche er bis -zu seinem Austritte aus unserem Vaterlande beibehält. Das Stromthal -geht auf dieser ganzen Strecke fortwährend zwischen Gebirgen, welche -von Rongstock bis Tichlowitz an, besonders an der rechten Seite, etwas -zurücktreten und so bis Tetschen dasselbe etwas erweitern; unterhalb -dieser Stadt tritt der Strom in das Gebiet des »Elbsandsteingebirges« -ein; das Thal wird sehr enge, die Abhänge steil, zum Theil aus -senkrechten hochaufgethürmten Felsmassen und Wänden bestehend. Die Elbe -verlässt Böhmen mit ihrem linken Ufer ¼ Stunde oberhalb Herrnskretschen -und mit ihrem rechten Ufer ¼ Stunde unterhalb dieses Ortes. Das -Gefälle des Stromes durch diesen Gebirgsweg beträgt von Leitmeritz bis -Herrnskretschen (8⅜ Meilen oder 6·376 Myriameter) 28 m. - -In diesem Hauptstrome Böhmens sammeln sich bei weitem die meisten -Gewässer des Landes, und so gehören auch die unseres Reisegebietes -nahezu alle zu dessen Flussgebiete und fliessen grösstentheils -innerhalb desselben in diesen Strom. Der wichtigste darunter ist die -=Eger=, welche auf dem Fichtelgebirge in Baiern und zwar am nördlichen -Abhange des Schneeberges 701 m über der Meeresfläche entspringt. Den -Namen Eger erhält sie erst bei Weissenstadt in Baiern; sie tritt bei -dem baierischen Grenzorte Somerau an die Landesgrenze, durchschneidet -das Egerland in östlicher Richtung in vielen Krümmungen, tritt aus -dem Gebirge östlich von der Stadt Eger in die Thalfläche, verlässt -diese bei Königsberg und durchschneidet den Gebirgskamm, welcher das -Egerland im Osten begrenzt, in einem engen Thale und tritt bei Kloben -in die weite Thalfläche zwischen dem Erzgebirge und Tepler Gebirge, -hält sich jedoch mit ihrem Laufe mehr am Fusse des letzteren, welchen -sie von Altsattel in einem engen felsigen Thale durchschneidet. -Unterhalb Karlsbad verlässt sie die Thalfläche gänzlich und setzt -ihren Weg in nordöstlicher Richtung zwischen dem Tepler Gebirge und -dem Erzgebirge fort. Im weiteren Lauf bei Wartha wird das Rinnsal -fast zur Schlucht eingeengt und verbleibt so bis Klösterle, wo sich -das Thal erweitert. Auf dieser ganzen Strecke sind die Gehänge des -Flussthals grösstentheils felsig und oft fallen die Felsmassen bis in -das Flussbett steil ab. Unterhalb Kaaden tritt sie in das Flachland; -die Gehänge des Flussthales werden allmählig niedriger und sanfter -und das Thal wird weiter und verliert sich unterhalb Saaz ganz in -die Ebene. Die Eger verfolgt nun ihren Weg in östlicher Richtung in -kleinen Krümmungen und tritt in ein nicht sehr tiefes, in den Fuss -des Mittelgebirges eingeschnittenes Thal und kommt aus demselben -bei =Hostenitz= in die Ebene, um sich nach kurzem, nunmehr nördlich -gerichtetem Laufe unterhalb Theresienstadt, gegenüber von Leitmeritz, -mit der Elbe zu vereinigen. - -Die Eger ist sehr zu Ueberschwemmungen geneigt und überführt dabei oft -die Niederungen ihres Ufers mit Schutt und Gerölle. - -In die Eger ergiessen sich an der linken Seite: der =Liebensteiner= -Bach bei Fischern; der =Schladabach= bei Tirschnitz; der =Fleissenbach= -mit dem =Sirmitzbach= bei Nebanitz; der =Leibitschbach= bei Leibitsch; -die =Zwodau= bei Falkenau; sie entspringt in Sachsen, betritt -unterhalb Klingenthal unseren heimatlichen Boden, verstärkt sich -links in Graslitz durch den =Schwaderbach=, bei Weitzengrün durch den -=Rothaubach= und fliesst bei Falkenau in die Eger; der =Chodaubach= -bei Maierhöfen; der =Rohlaubach= bei Fischern; der =Tippelsgrüner -Bach= bei Dalwitz; die =Wistritz=, verstärkt durch die =Weseritz=, -bei Wistritz, unterhalb Schlackenwerth; die reissenden Gewässer: der -=Holzbach= unterhalb Damitz; der =Mühlbach= bei Austein; der =breite -Bach= bei Klösterle, welche in engen tiefen Thälern am Gehänge des -Gebirges herabfliessen; der =Wernersdorfer Bach=, an der Reischhöhe -entspringend, erreicht in Oberwernersdorf die Reischhöhe, fliesst -durch Nickelsdorf und dann in die Eger; der =Brandbach= bei Kaaden; -der Saubach, anfangs Höllenbach genannt, entspringt aus kleinen -Gewässern bei Wisset und Krima, erreicht die Ebene bei Hagensdorf, in -welcher er durch Deutsch-Kralupp, Priesen, Horatitz und Schisselitz -und dann unterhalb Saaz in die Eger fliesst; der =Assig-= oder =Sau-=, -auch =Komotauer Bach=, entsteht aus dem Assigbach und dem Komotauer -Flössgraben westlich von Sebastiansberg unweit der Landesgrenze und -nimmt den =Rothenhauser Flössbach= auf. Nach Vereinigung dieser Bäche -in der Grundmühle bei Dörnthal fliesst dieser schon ansehnliche Bach -durch den romantischen, ungemein anmuthigen Komotauer Grund nach -Oberdorf herab, dann durch die Stadt Komotau, wo er in's flache Land -eintritt, hier seinen Weg in einem seichten Thale in ostsüdlicher -Richtung durch eine Menge Ortschaften nimmt und unterhalb Postelberg in -die Eger fällt. Sein reissendes Gewässer führt eine Menge Rollsteine -vom Gebirge in das Flachland herab, welche sich bis in die Gegend -zwischen Komotau und Eidlitz verbreiten. Hervorragende und die -Aufmerksamkeit der Touristen besonders erweckende Zuflüsse am rechten -Ufer der Eger sind: - -=Die Wondreb=, deren Quelle zahlreiche Riesel an dem südlichen Abhange -des Dillenberges bilden, und welche sich bei Mähring in Baiern zu -einem kleinen Bache vereinigen. Dieser umfliesst in einem weiten Bogen -die südwestlichen Ausläufer des Dillenberges und verstärkt sich durch -die davon abfliessenden Gewässer, sowie durch einige Zuflüsse aus den -Ausläufern des Fichtelgebirges, tritt unterhalb Waldsassen in Böhmen -ein, wo ihm an seiner linken Seite der die Landesgrenze bezeichnende -=Hundsbach= zufliesst. - -Der bedeutendste Zufluss links ist die =Tepel=, am Podhornberge -entspringend; sie wendet sich von der Stadt Tepel nördlich und verfolgt -diese Richtung in einem allmählig tiefer und enger werdenden Thale -bis zu ihrem Ausflusse in Karlsbad. Erwähnenswerth sind auch: der -=Flutbach=, von seinem Ursprunge bei Sangerberg der =Flössgraben= -genannt, nimmt in Schlaggenwald den =Röthlinger Bach= auf und fliesst -durch das felsige Zechthal nach Elbogen; der =Lobsbach= entspringt -nördlich von Sangerberg und mündet bei Falkenau in die Eger; der -=Aubach= bei Libotschan; der =Goldbach=, in seinem weiteren Verlaufe -auch =Flöhauerbach=, bei Tyrnowan. - -=Die Biela= entspringt auf dem Rücken des Erzgebirges in der Waldgegend -östlich von Neuhaus. Der kleine Bach verstärkt sich noch auf dem -Gebirge durch mehrere Bächlein und nimmt auf seinem Wege in einer -Schlucht an dem Gebirgsgehänge herab den Uris'ner, Göttersdorfer, -Rodenauer, Quinauer Bach und am Fusse des Gebirges den von Platten -herabkommenden Pirkner Bach auf, tritt westlich von Görkau in die -Ebene, durchfliesst diese Stadt und läuft dann in der Niederung in -östlicher Richtung gegen Neundorf, wendet sich hier nordöstlich gegen -Seestadtl, durchfliesst die ganze ebene Fläche in dieser Richtung bis -zum Einflusse des Grundbaches, nimmt dann die südöstliche Richtung -dieses Baches an und fliesst bei Tschausch und Brüx vorüber, tritt -hier in das Mittelgebirge ein, durchfliesst dasselbe in nordöstlicher -Richtung und fällt bei Aussig in die Elbe. - -Am linken Ufer nimmt die Elbe noch den =Eulauer Bach= auf. Derselbe -sammelt sich aus kleinen Gewässern, welche an den Gehängen des -Schneeberges und im Mittelgebirge entspringen, und scheidet diese -beiden Gebirge von einander. - -Von den Gewässern, welche, zum Flussgebiete der Elbe gehörend, erst im -Auslande sich mit ihr vereinigen, sind nur wenige, welche in der Folge -zu bedeutenden Bächen und kleinen Flüssen anwachsen; die meisten sind -bloss unbedeutende Gebirgsbäche, welche nach kurzem Laufe dem Strome -zueilen. Unter den ersten sind zu merken: die =Mulde=, welche ihre -Quelle bei Graupen hat und sich als östliche oder freiberger Mulde mit -der westlichen oder zwickauer bei Kolditz in Sachsen vereinigt; die -=Weisseritz= und die =Müglitz=. - -Erwähnenswerth sind auf der Nordabdachung noch folgende Gewässer: =Der -Schweinitzbach=, fliesst zwischen Böhmisch- und Deutsch-Einsiedel, -zwischen Gebirgs- und Deutsch-Neudorf, wendet sich hier nordwestlich -bei Katharinaberg vorüber nach Brandau zu. Bei Grünthal vereinigt er -sich mit dem =Natschungbach=; dieser entspringt südwestlich von dem -Dorfe Natschung, bildet von da bis Grünthal die Landesgrenze, nimmt den -Kallich-Töltsch-Brandauer-Bach auf und bildet mit der Schweinitz die -=Flöhe=. - -Der =Schwarzwasser-Bach= entspringt an der Ostseite des Hassberges, -fliesst in nord-nordöstlicher Richtung längs der Landesgrenze -durch Ulmbach, Reizenhain, Kühnheyde (Kienhaide) nach Sachsen. Der -=Pressnitz-Bach= hat seine Quelle an der Nordseite der Reischhöhe, -fliesst durch Reischdorf, Pressnitz und Christofhammer und bezeichnet -auf einer kurzen Strecke die Grenze. Bei Pressnitz verstärkt sich das -Wasser mit dem Dörnsdorfer Bache. - -Der =Schwarz-= oder =Pleil-Wasserbach= entspringt unweit des Keilberges -in der Gemeinde Stolzenhan, erreicht im Südwesten die Gemeinde -Schmiedeberg, durchfliesst die Schmiedeberger Thalmulde von Südwest -nach Nordost, tritt dann unter dem Namen Pleilwasserbach in die -Gemeinde Pleil und dann nach Sachsen über. - -Der =Gränzbach=, an der Nordseite des Keilberges entspringend und mit -seinem Laufe bei Wiesenthal und Weipert auf einer Strecke von mehr -als zwei Meilen die Landesgrenze bezeichnend, fliesst unter dem Namen -=Pöhlbach= gegen Wolkenstein in die Zschoppau; das =Schwarz-Wasser= -entspringt am Fichtelberge, fliesst bei Försterhäuser und Seifen vorbei -und vereinigt sich bei Johann-Georgenstadt mit einem von Platten -kommenden Bache und ergiesst sich, ein herrliches Thal bildend, in die -Zwickauer Mulde. In Böhmen entspringt noch die =weisse Elster=, welche -in nördlicher Richtung das Land verlässt und erst im Nachbarlande an -Bedeutung gewinnt. - -_Klima._ Das Klima ist feucht, regenreich, mässig kühl und -gleichmässig. Die Niederschläge und Luftfeuchtigkeit unterliegen -grösseren Schwankungen als im Böhmerwalde, weil die Massenerhebung der -Berge nicht bedeutend genug ist, um ein ganz selbstständiges, von den -wechselnden Einflüssen der baierischen Hochebene im Südwesten und des -norddeutschen Tieflandes unabhängiges Klima zu erzeugen. Der Winter ist -sehr lang, sieben bis acht Monate in den oberen Höhen dauernd. Die vier -bis fünf Sommermonate tragen ganz das Gepräge des Frühlings. Die Luft -ist -- wenige, besonders schwüle Tage im Juli und August ausgenommen --- selbst während der Mittagsstunden und bei sonst schönem Wetter -angenehm kühl. Von allen Seiten strömt uns der Wohlgeruch von duftenden -Kräutern und von den harztriefenden Fichten und Tannen entgegen, -welche die reine Gebirgsluft so stark würzen, dass wir tiefathmend die -Lungen wie durstige Trinker anfüllen, von der Natur getrieben, die uns -anreizt, hier unser Blut zu erfrischen. Der Boden ist theils wegen -der Grundfeuchtigkeit vom Winter her, theils wegen seiner schwammigen -Beschaffenheit, mittelst welcher er die Feuchtigkeit der Atmosphäre -so leicht an sich saugt, vielfach nass und sumpfig. Die Bergbäche -sind daher reich und schwellend; dazu der bunte Schmelz der blühenden -Pflanzen, die in verschiedener Aufeinanderfolge hervorbrechen und -wieder verschwinden, und die ausserordentlich üppige Vegetation an den -Abhängen der Berge und in den Thälern: das alles begünstigt die Idee -eines im Vergleich mit dem Unterlande viel längeren und wonnereicheren -Frühlings. Während im Monate August im Innern unseres Heimatslandes -alles grösstentheils vergilbt ist, steht im Erzgebirge alles noch in -der schönsten und üppigsten Fülle. - -Die =Morgen-= und =Abenddämmerung=, eine der herrlichsten Erscheinungen -während des reizvollen Sommers, gewährt dem Touristen, der um diese -Zeit die heiteren Höhen und saftig-grünen Thäler durchwandert, den -Vortheil, seine Tage auf die höchstmögliche Benützung zu bringen. Etwa -fünf Wochen vor und nach der Sommersonnenwende hat sowohl die Abend- -als auch die Morgendämmerung eine grosse Dauer, was die Wanderungen -auf den Höhen des Erzgebirges ungemein erleichtert und angenehm -macht. Auch die =Morgen-= und =Abendröthe= ist auf den Spitzen immer -heiterer und schöner als unter gleichen Umständen bei wolkenfreiem -Horizont im Innern des Landes. An dieser Stelle machen wir auf zwei -Erscheinungen unseres Gebirges besonders aufmerksam und bezeichnen die -geeignete Zeit und den besten Ort, wo sie gewöhnlich eintreten. Es ist -der Kupferhügel bei Kupferberg und der Hochsommer an Tagen, wo über -dem Flachlande Gewitter hängen. Man darf nicht sorgen, dass sie auf -das Gebirge heraufsteigen, wenn sie auch der Südwind gegen die Berge -herantreibt. Die schwarzen Wolkenmassen schwimmen dann bis nach Kaaden -oder Brunnersdorf heran und dringen auch in das Egerthal bis Klösterle -oder Pürstein herein; hier aber stauen sie sich an die hohen Berge und -entladen in stundenlangen Gewittern ihre Blitze mit fern rollendem -Donner. Der Zuschauer auf dem Kupferhügel steht im Sonnenschein, den -reinen blauen Himmel über seinem Haupte, und kann mit voller Seelenruhe -auf die leuchtenden Wolken hinabsehen, deren Oberfläche mit den -einzelnen Kuppen noch immer tiefer liegt, als der Rand des Gebirges, -und die tief unter seinen Füssen ihre Blitze von Wolkenballen zu -Wolkenballen aussenden, bis sich ihre Elektricitäten entladen haben -und die erschöpften Wolken wieder zerreissen und zerflattern und -das durchnässte Land im dunklen frischen Blau durchscheinen lassen. -Dieses Schauspiel wird vielleicht nur noch von einer Naturerscheinung -überboten, die im Frühlinge, bei lang anhaltenden Märznebeln, oder auch -im Herbste stattfinden kann, und die öfter schon beobachtet wurde. Wie -bekannt, sind die Gebirge mehr oder öfter mit Nebeln verschleiert als -die Niederungen und Thäler. Es kann aber auch geschehen, dass sich -die Nebel sehr dicht über das Tiefland lagern, und dann reicht die -Nebelschichte meist nur bis an den Rand des Gebirgskammes und oben ist -heller Sonnenschein und warmes, trockenes, schönes Wetter. Der Nebel -selbst liegt weithin über das ganze Tiefland wie eine Meeresfläche -gebreitet, unter welcher das ganze Land versunken und verschwunden -scheint. Es ist aber doch nicht ganz versunken; hier rechts ragen -aus dem glatten Meeresspiegel, über dem das helle, sonnige, blaue -Himmelsgewölbe gespannt ist, einige Kuppen des Teplergebirges heraus -wie blaue Inseln, an welchen die dunstig dünnen Wellen des Nebels -aufschäumen; dort links in der Gegend von Dux und Teplitz tauchen -wieder Inseln heraus, an welchen wir den =Bořen= und den =Donnersberg= -zu erkennen glauben. Alles andere wogt langsam in breiten Wellen von -nur geringer Höhe, ein täuschender Meeresspiegel von 14 Meilen Länge -und Breite, der ganz an den Anblick über die Adria erinnert, von den -Höhen des Karstes aus gesehen. Und welches Spiel der Wellen nahe zu -unseren Füssen! Vom Fusse des Kupferhügels gegen Osten breitet sich -eine Platte aus, meist Blumenwiesen, die gegen Klösterle mit einem -steilen Rand abfallen. Die Nebelschichte füllt das Tiefland genau bis -zu diesem Rande. Da treibt ein leiser Ostwind den oberen Schaum des -Nebels über den Rand, und eine duftig zarte Woge schlägt über und wälzt -sich über die grüne Platte. Sie ist aber von der strahlenden Sonne -beschienen und erwärmt, und die Schaumwelle des Nebels zerfliesst -und zerflattert. In kurzer Zeit kommt eine zweite brandende Welle -und wiederholt das anziehende Spiel. Wir erfreuen uns längere Zeit -an dem Spiele eines brandenden Nebelmeeres, da streift unser Blick -wieder das Tepler Inselland. Die blauen Inseln sind grösser, breiter -geworden, das Meer sinkt, es trocknet ein, und das feste Land steigt -aus den Fluten im Zauber einer neuen Schöpfung. Auch wurde schon -wiederholt eine Art =Alpenglühen= beobachtet: Man sah am frühen Morgen -schneereicher Wintertage die rothglühenden Gipfel des Gebirges aus -der nebeligen Dämmerung des Morgens aufleuchten. Auch hat man auf -mehreren Gipfeln unseres Gebirges das berühmte »=Brockengespenst=« -gesehen. Es wird auf dem Brocken beobachtet, wenn an einem Sommertage -rings um das Brockenhaus schwerer, feuchter Nebel liegt, oder wenn an -den Flanken des Berges sausende Wolkengeschwader ziehen und sich zu -seltsamen Gestalten ballen, worauf sich bei besonderem Stande der Sonne -der vergrösserte Schatten des Wanderers auf einer gegenüberliegenden -Wolkenwand zeigt. Der Uebergang aus dem ungefähr 4½ Monate langen Lenz -in den Winter ist indess auch wieder viel schneller als im tiefen -Lande. Nach einigen wolken- und schneefreien und andauernd schönen -Octobertagen, deren sich die Erzgebirgsbewohner gewöhnlich zu erfreuen -haben, tritt der Winter mit allen seinen Unannehmlichkeiten und -Schrecken sofort ein. - -Im allgemeinen muss das Klima wegen der Leichtigkeit und Reinheit -der Luft als ein ganz gesundes bezeichnet werden. Brustkrankheiten -kommen hier trotz der oft dürftigen Verhältnisse der Bewohner -äusserst selten vor, daher werden viele Orte als Schwindsuchtsasyle -ganz besonders empfohlen, wie Eichwald, Ossegg, Hammer, Rothenhaus, -Einsiedl, Reizenhain u. s. w. Als Merkmal der günstigen klimatischen -Verhältnisse gilt der Umstand, dass man bis zu einer Höhe von 650 m -Roggen und Weizen erntet; auf dem rauhen Gebirgskamme bei Gottesgab -müssen sich die Bewohner mit Hafer und Kartoffeln zufriedenstellen, -und auch dieser Anbau sollte unterbleiben. Der Graswuchs ist hier -sehr üppig, und die Natur zeichnet den Bewohnern den Weg, den sie -gehen sollen, deutlich vor. Sie sollen sich ganz der Viehzucht widmen, -und die daraus resultirende Erwerbsthätigkeit durch Gründung von -Milch- und Käserei-Genossenschaften heben. Erwähnenswerth ist noch, -dass das prächtige Edelweis in Krima ganz gut gedeiht, daher von den -Gebirgsvereinen auf dem Sonnenwirbel, wo sich Vorboten der subalpinen -und selbst der alpinen Flora vorfinden, in grösserem Masse angepflanzt -und dann verwerthet werden sollte. - - -Einwohnerzahl, Character der Bewohner. - -Die Ansiedelung auf dem Erzgebirge weist die Merkwürdigkeit auf, dass -sie zu den höchst gelegenen auf der ganzen Erde und insbesondere von -Europa gehört. Es gibt wohl höher gelegene Orte; sie sind aber nur -Herbergen für die Reisenden oder Heilanstalten, oder es sind Gasthäuser -für Touristen. Nur einzelne Ansiedelungen, wie Le Locle 996 m und La -Chaux de Fonds 976 m hoch, jenes mit 9000, dieses mit 17.000 Einwohnern -(Uhrmacherfamilien), bilden eine Ausnahme und zeigen von einer dichten, -sesshaften Bevölkerung in ungewöhnlicher Gebirgshöhe. In den Alpen -steigen die Bewohner gegen den Winter zu in die Thäler hinab. Im -Böhmerwalde gibt es nur zwei Ortschaften: Aussengefield und Eisenstrass -mit 2000 Einwohnern, dieses 850, jenes 1077 m hoch. Auf allen Gebirgen -Deutschlands, wie auf dem Harz, dem Schwarzwalde, im Thüringerwalde u. -s. w. nimmt die Dichtigkeit der Bevölkerung auf der Höhenlage rasch -ab. Allein auf dem Erzgebirge nimmt die Dichte der Bevölkerung mit -der Höhe zu, und auf der böhmischen Seite des Kammes wohnen nach der -Zählung von 1857 auf 20·7 Quadrat-Myriametern (36 Quad.-Meilen) 111.180 -Menschen. Die Dichtigkeit der Bevölkerung übersteigt daher 5370 Seelen -auf ein Quad.-Myriameter (über 3000 auf eine Quad.-Meile). Auf der -sächsischen, weniger steil abfallenden Seite erreicht sie sogar die -Zahl von 17.000 Seelen auf ein Quadrat-Myriameter. Diese Dichtigkeit -der Bevölkerung und die Gründung der Städte in der Höhe von 440 bis -632 m: Wolkenstein, Thum, Zschoppau, Geyer, Zöblitz, Marienberg, -Buchholz, Elster, Schwarzenberg, Marienkirchen, Adorf, Falkenstein, -Schneeberg, Auerbach, Oelsnitz, Zwönitz und Schellenberg; zwischen -532--790 m: Altenberg, Frauenstein, Seyda, Annaberg, Scheibenberg, -Elterlein, Grünhain, Johann-Georgenstadt, Eibenstock, Schöneck, -Heinrichsgrün, Katharinaberg, Bärringen, Hengstererben, Hirschenstand, -Frühbuss, Platten, Abertham, Sächsisch- und Böhm.-Wiesenthal; über -948 m ausser mehreren kleineren Ortschaften das Städtchen Gottesgab -1172 m, noch 72 m über der höchsten Spitze des Harzes, über dem Brocken -und 224 m über dem Beerberg, der grössten Höhe im Thüringerwalde, --- diese zwei Umstände lassen sich nur unter Zuhilfenahme eines -geschichtlichen Ereignisses erklären. Es ist diess die Entdeckung -der Silbergruben bei Freiberg (1163) und bei Konradsgrün, wo jetzt -Joachimsthal steht, im J. 1471. In einem Zeitraum von ungefähr 55 -Jahren wurden 11 neue Bergstädte gegründet, nämlich: Schneeberg 1477, -Annaberg 1496, Buchholz 1504, Joachimsthal 1516, Gottesgab, Eibenstock -und Hochstadt 1517, Marienberg 1521, Scheibenberg 1522, Wiesenthal 1526 -und Platten 1532. Bergbauunternehmer und Arbeiter strömten herbei; -denn sie konnten nicht nur reiche Ausbeute und guten Lohn finden, die -erlassene Bergordnung machte auch die Leibeigenen =frei=, sobald sie -als Knappen aufgenommen wurden. Auf den Höhen des Erzgebirges wohnte -die Freiheit. Noch nicht genug daran wurden die Bürger der Bergstädte -von den Kaisern mit ausgedehnten Privilegien begnadigt. Diese Umstände -genügen wohl, die rasche Ansiedelung auf einem rauhen Gebirge mitten -im Urwalde zu erklären. Der Bergbau hat abgenommen, der Werth des -Silbers ist sehr gesunken, und die Bevölkerung blieb aber doch auf -den Bergen zurück. Das kann überraschen, denn es bildet eine Ausnahme -von der Regel, welche wir aus den Beobachtungen ähnlicher Vorgänge -an anderen Orten ableiten können. In Nordamerika verlief sich die -Bevölkerung nach Ausbeute der Naphtaquellen und liess Dörfer und Städte -leer stehen und die Häuser verfallen. In Peru und Chili beobachtete -man eine ähnliche Erscheinung. Aus noch früherer Zeit lässt sich -der ähnliche Vorgang in Spanien nachweisen. Auf den unwirthbaren -Höhen des Erzgebirges blieb aber die dichte Ansiedelung zurück. Sie -überdauerte alle Wechselfälle und ertrug schwere Zeiten der Noth. -Sie musste wiederholt von einer Beschäftigung zur anderen übergehen. -Nach Erschöpfung der Silbergruben warfen sich die Unternehmer und -Arbeiter auf den Eisensteinbergbau und das Eisenhüttenwesen. Sie bauten -Drahtmühlen, Blechhämmer, machten verzinnte Eisenlöffel, Nägel und -Stifte. Als auch diese Gewerbe die Arbeit nicht mehr lohnten, wurde -das Spitzenklöppeln eingeführt, und als alle Gewerbe stockten, zogen -die musikkundigen Erzgebirgsbewohner aus und stellten Musikbanden -für die Badeorte zusammen. Und so hausen sie auf den rauhen Höhen -und bauen zu den alten Häusern aus Riegelwänden noch neue, festere -Häuser aus Stein und Werkstätten und Fabriken und lassen sich von den -rauhen Stürmen nicht fortwehen und von der Noth nicht wegdrängen. -Was sie nur so festhält? =Der Zug der Natur=, welcher die Forelle in -dem kristallhellen Gebirgsbache zurückhält und nicht in das trübe -Flusswasser der Ebene herabschwimmen lässt. Das Heimweh allein ist's -nicht. Die gesammte Bevölkerung zeichnet sich durch eine besondere -Beweglichkeit des Geistes und eine vortreffliche Flinkheit und -Eilfertigkeit des Leibes aus, was sie zu allen Künsten, zu allen -Handwerken und Gewerben geschickt macht. In Folge dessen sind auf -dem Erzgebirge eine ganze Reihe von Industrien im Schwunge: Bergbau, -Eisengewerke, Gewehrfabrication, Löffel- und Messerschmiederei, -Stahlwaarenerzeugung, Nadlerei, Porzellanfabrication, Spitzenklöppelei, -Weiss- und Buntstickerei, Posamentierarbeiten, Handschuhmacherei, -Strohflechterei, Musikinstrumentenfabrication, Spielwaarenerzeugung, -Arbeiten in Papiermaché, Cartonerie, Chamotwaarenerzeugung u. s. w. -Kaum eine zweite Gebirgsbevölkerung wechselt so leicht und anstellig -die Arbeit und eignet sich das neue so leicht an, wie auf diesen -Bergen, und dieser Anbequemung an die geänderten Verhältnisse haben -sie es zu danken, dass sie die vielen Wechselfälle ihrer Geschichte in -ungeschwächter Kraft auf den Bergen aushielten, an denen sie festhängen -als ihrer geliebten Heimat, und zu welchen sie von ihren oft sehr -weiten Flügen in die Fremde immer wieder sehnsüchtig zurückkehren. - - »Bi weit rim kumma schie mei Labestoch, - Ich wor in Dorf und Stoodt, wass moncha Gegend za hassen, - ho viel gesah, wos 's Harz erfraia moch, - Mei Arzgebirg, mei Hamet ho ich net vergassen!« - -Die Geschichte hat uns an diesen Bewohnern gezeigt, wie die Menschen -zwölfhundert Meter über dem Meeresniveau wachsen und gedeihen. -Allgemein bekannt ist es auch, dass der Erzgebirger höflich, gefällig -und sehr genügsam ist. Seine Wohnung ist einfach und noch einfacher -die Kost. Frohsinn, Verträglichkeit und grosse Liebe zur Reinlichkeit -finden wir überall, was den Touristen ungemein anmuthet. - - -Das Mineralreich. - -_Das Mineralreich_ bietet auf dem Erzgebirge eine grössere -Mannigfaltigkeit von Vorkommnissen als in den meisten anderen Gegenden -Böhmens und Deutschlands. Wenn auch der Reichthum dieser Producte gegen -den, welchen sie in vergangenen Jahrhunderten durch den Betrieb eines -grossartig ausgedehnten Bergbaues spendeten, fast unbedeutend geworden -ist, gegenwärtig grossentheils nur die historischen Erinnerungen und -zahlreiche Halden, Pingen und andere verfallene Grubengebäude übrig -sind: so ist doch das Vorhandene immer noch von hohem Interesse für die -Wissenschaft. - -Der ältere Bergbau war hauptsächlich auf Gewinnung von Silber und -dann zunächst auf Kupfer, Zinn, Eisen und Blei gerichtet; erst später -lernte man auch Kobalt und Wismuth kennen und benützen; die Verwendung -des Braunsteines, des Nickels und des Urans gehört erst der neuesten -Zeit an, welcher wahrscheinlich bei dem raschen Fortschritte der -Naturwissenschaft und der Technik noch die Nutzbarmachung manches -anderen Minerals vorbehalten ist, das jetzt unbeachtet auf den Halden -liegt. - -Von grösserer Wichtigkeit als der Gewinn an den genannten Metallen -ist gegenwärtig der Kohlenbergbau, die Zugutemachung der Eisenkiese -auf Schwefel, Vitriol und Schwefelsäure, und von besonderer Bedeutung -auch die Benützung der Porzellanerde und des Feldspathes, welche hier -mehrere der wichtigsten Industrie-Anstalten des Landes in's Leben -gerufen haben. - -Silberzechen finden sich zu Joachimsthal, Abertham, Holzbach, -Arletzgrün, Breitenbach, Pechöfen, Streitseifen, Brettmühl, -Zwittermühl, Gottesgab, Seifen und Weipert, dann bei Sangerberg am -Tepler Gebirge. - -Kupferbau wird am Eibenberge auf der Herrschaft Graslitz betrieben. - -Bleierzzechen bestanden bei Brünles, Liebenau, Horn, Hartenberg, -Schlesnitz, Grün, Bleistadt, Reichenbach, Pichlberg, Silberbach, -Silbergrün und Weipert. - -Zinnerzzechen zu Abertham, Streitseifen, Goldenhöhe, Hirschenstand, -Schönfeld, Schlaggenwald, Silberbach und Königswarth. - -Eisenerzzechen zu Maria-Sorg, Pfaffengrün, Hauenstein, Schönwald, -Lessau, Irrgang, Neu-Hammer, Littmitz, Kodau (Chodau), Unterkodau, -Putschirn, Wintersgrün, Berghaus, Neusattel, Holzbach, Ullersgrün, -Granesau, Poschitzau, Grossschad, Sangerberg, Weipert, Ziditz, Thein, -Unterneugrün und Graset. - -Braunstein wurde am Hirschberge bei Platten und bei Frühbuss gewonnen. - -Eisenkiese (Vitriol und Alaunerze) werden zum Theile noch bei -Habersbirk, Char, Sorg, Mühlbach, Münchhof, Littmitz, Theim, Altsattel, -Zwodau und Maierhöfen gegraben. - -Braunkohlenzechen finden sich bei Janesen, Putschirn, Münchhof, -Grünlas, Chodau, Unterkodau, Taschwitz, Neusattel, Zettlitz, Granesau, -Littmitz, Hanschgrün, Berghaus, Grün, Russ, Graset, Wintersgrün, -Motschidl, Bruckhof, Doglasgrün, Aich, Steinhof, Habersbirk, Char, -Davidsthal, Lauterbach, Robertsgrün, Boden, Neukirchen, Falkenau, -Zwodau, Unterreichenau, Bukwa, Theisau, Maierhöfen, Kittlitz, Lang, -Haselbach, dann bei Lessau, Sodau, Premlowitz, Ottowitz, Schenkau, -Rosnitz, Drahowitz, Stolzengrün, Dalwitz. - -Die Gruben auf Porzellanerde, sowie die auf Feldspath bieten -treffliches Material für den Betrieb der Fabriken in Massen, welche -keine Erschöpfung besorgen lassen. - -An trefflichen Bausteinen und Material für Steinmetzarbeiten hat -das Gebiet einen Ueberfluss in der weitverbreiteten Granitbildung -und den Sandsteinablagerungen; bei Graslitz wird auch etwas -Dachschiefer gebrochen, ebenso fehlt es nicht an Thon für Töpfereien -und Lehm für Ziegelbrennereien. Im Egerischen Gebiete werden -nebst gewöhnlichem Töpfergeschirr auch das sogenannte Steinzeug, -hauptsächlich Mineralwasserflaschen, dann besonders gute Ziegel -erzeugt. In geringerer Menge findet sich Kalkstein. Die grosse -Mannigfaltigkeit der Mineralgattungen, welche theils einen Gegenstand -des Bergbaues ausmachen, theils bloss den Mineralogen interessiren, -zeigt folgendes Verzeichnis mit Angabe der vorzüglichsten Fundorte; -die mit »ausschliesslich« bezeichneten Gattungen sind bisher von -andern Orten noch gar nicht bekannt; die als stetige Gemengtheile der -Gebirgsgesteine vorkommenden Gattungen sind dabei übergangen. - -Arseniksäure, zu Joachimsthal. - -Glaubersalz, im Moor bei Franzensbad und in der Soos. - -Melanterit, oder Eisenvitriol, im Moor bei Franzensbad. - -Johannit, ausschliesslich zu Joachimsthal, höchst selten. - -Gyps, krystallisirt zu Schlaggenwald. - -Pharmakolith, zu Joachimsthal. - -Haidingerit, zu Joachimsthal, höchst selten. - -Erythrin oder Kobaltblüte, zu Joachimsthal, Platten. - -Vivianit oder blaue Eisenerde, im Moor bei Franzensbad. - -Skorodit, zu Schlaggenwald, sehr selten. - -Flussspath, zu Schlaggenwald, ausgezeichnete Krystalle dunkelviolblau, -dann zu Weipert gelb und grün. - -Apatit, ausgezeichnet in sehr mannigfaltigen Krystall- und -Farbenvarietäten zu Schlaggenwald, Schönfeld, ferner zu Neudeck, jedoch -sehr selten. - -Aragonit zu Waltsch, Nester im Basalt; die sogenannte Eisenblüte -als Seltenheit zu Bleistadt; dann die zu dieser Spezies gehörigen -mannigfaltigen Abänderungen der Producte der Karlsbader Thermen, als -Kalksinter und Erbsenstein. - -Kalkspath, schöne Krystallvarietäten, vorzüglich der sogenannte -Papierspath zu Joachimsthal. - -Braunspath, sehr ausgezeichnet zu Joachimsthal, dann zu Schlaggenwald. - -Spatheisenstein, zu Schlaggenwald, als Seltenheit; thoniger -Sphärosiderit zu Konradsgrün, bei Lessau und an mehren Orten im -Braunkohlengebirge. - -Scheelit oder Schwerstein, zu Schlaggenwald, höchst ausgezeichnet. - -Cerussit oder Weissbleierz, zu Bleistadt, ebendort auch die sogenannte -Bleierde. - -Pyromorphit oder Braunbleierz, ausgezeichnet zu Bleistadt. - -Olivenit (Olivenerz), zu Schlaggenwald. - -Lasur (Kupferlasur), zu Schlaggenwald, Seltenheit. - -Uranit, oder Uranglimmer, zu Schlaggenwald, sehr ausgezeichnet; zu -Schönficht. - -Urangrün, ausschliesslich zu Joachimsthal. - -Uranblüte desgleichen. - -Nickelocher, zu Joachimsthal. - -Ganomatit oder Gänseköthigerz, zu Joachimsthal. - -Eisensinter, sehr ausgezeichnet zu Platten und Bleistadt. - -Kupfermangan, ausschliesslich zu Schlaggenwald, sehr selten. - -Speckstein, zu Schlaggenwald, Schönfeld. - -Chlorit, nierenförmig zu Schlaggenwald. - -Kyanyt, breitschalig, ausgezeichnet am Gangerhäusel bei Petschau. - -Phillipsit, am Hauensteiner Schlossberge im Klingstein, bei Unterlamitz -im Basalt. - -Mesolith, Comptonit, sehr ausgezeichnet am Hauensteiner Schlossberge. - -Feldspath, orthotomer, Gegend von Elbogen, Karlsbad. - -Periklin, bei Haslau. - -Albit, zu Schlaggenwald, selten. - -Augit, kleine Krystalle im Basalt an mehren Orten; Sahlit bei Haslau. - -Amphibol im Basalttuff bei Rodisfort. - -Tremolit, bei Haslau im Kalkstein. - -Epidot, am Kupferhügel bei Kupferberg. - -Karpholit, ausschliesslich zu Schlaggenwald. - -Andalusit im Glimmerschiefer bei Alt-Albenreut, ausgezeichnet. - -Korund, am Gängerhäusel bei Petschau, selten. - -Topas, nette Krystallabänderungen, zu Schlaggenwald, dann Geschiebe von -meergrüner Farbe in den Seifenhalden bei Frühbuss. - -Berill, zu Schlaggenwald und als Seltenheit im Granit bei Neuhammer. - -Quarz, schöne krystallisirte Varietäten, durchsichtig, weiss und braun, -hauptsächlich zu Schlaggenwald, sogenannter Milchquarz und Rosenquarz -zu Schlaggenwald und Königswarth. - -Amethyst am Crudum bei Elbogen, bei Hartmannsgrün. - -Opal, zu Bleistadt im Bleiglanz, zu Heinrichsgrün, Frühbuss, bei -Haslau; der sogenannte Hyalith höchst ausgezeichnet bei Waltsch auf -Basalt. - -Kieselsinter oder schaliger Opal bei Grottensee. - -Chrysolith (Olivin), im Basalt bei Duppau und an mehren Orten. - -Turmalin, schwarz bei Schlaggenwald, Karlsbad, Zettlitz und an mehren -Orten. - -Idokras (Egeran), bei Haslau, sehr ausgezeichnet. - -Granat, kleine nette Krystalle am Dillenberge, dann undurchsichtige -Körner und Krystalle bei Hartenberg; im Kalkstein und Quarz bei Haslau, -am Kupferhügel, bei Neudeck. - -Rutil, am Gängerhäusel. - -Zinnerz, höchst ausgezeichnet zu Schlaggenwald, Schönfeld; derb und -eingesprengt bei Abertham und andern Orten. - -Wolfram, ausgezeichnet zu Schlaggenwald. - -Uranerz, Eliaszeche bei Joachimsthal, dort auch der Uranocher. - -Magneteisenstein, bei Platten, Neudeck. - -Rotheisenstein, rother Glaskopf, höchst ausgezeichnet auf dem Irrgange; -Thoneisenstein bei Lessau, Fuchsloch und an mehren Orten. - -Philomelan, oder dichtes Manganerz, dann - -Pyrolusit, sehr ausgezeichnet, und - -Polianit oder Hartmanganerz, bei Platten. - -Arsenik, zu Joachimsthal. - -Wismuth, zu Joachimsthal und als Seltenheit in Schlaggenwald. - -Silber, zu Joachimsthal, Weipert. - -Kupfer, als Seltenheit zu Schlaggenwald. - -Nickelkies, Kupfernickel, zu Joachimsthal. - -Arsenikkies, zu Schlaggenwald. - -Weisser Speiskobalt, krystallisirt und gestrickt zu Joachimsthal; -grauer Speiskobalt zu Joachimsthal. - -Eisenkies, hexaedrischer, bei Littmitz, Joachimsthal. - -Eisenkies, prismatischer, sogenannter Speerkies, höchst ausgezeichnet -bei Littmitz, Altsattel, sogenannter Leberkies zu Joachimsthal. - -Merkwürdig ist die Bildung von Eisenkies in den Moorlagern bei -Franzensbrunn; er entsteht aus den Vitriol haltenden Gewässern -durch einen Reductionsprocess, welcher durch die Vegetation -herbeigeführt wird, zeigt die Gestalten von verflochtenen Wurzeln und -Pflanzenstengeln, auf welchen der Kies sich niedergeschlagen hat, -während die Pflanzensubstanz zerstört wurde, so dass an ihrer Stelle -eine Höhlung zurückgeblieben ist. - -Millerit (Haarkies), zu Joachimsthal, ausgezeichnet. - -Kupferkies, ausgezeichnet zu Schlaggenwald, dann bei Graslitz. - -Bornit (Buntkupfererz), als Seltenheit zu Schlaggenwald. - -Silberglanz, oder Glaserz, Joachimsthal, Weipert. - -Bleiglanz, bei Bleistadt, Reichenberg, Schossenreut, Frohnau; selten zu -Joachimsthal. - -Molybdänglanz, ausgezeichnet zu Schlaggenwald. - -Sternbergit, Joachimsthal, ausschliesslich, sehr selten. - -Polybasit, zu Joachimsthal. - -Stefanit, zu Joachimsthal. - -Blende, ausgezeichnet in Schlaggenwald, dann in Bleistadt. - -Rothgiltigerz, dunkles und lichtes, höchst ausgezeichnet, vorzüglich -das letztere zu Joachimsthal. - -Zinnober, bei Schönbach. - -Realgar, zu Joachimsthal. - -Retinit, bei Habersbirk. - -Steinkohle, Braunkohle, an sehr vielen Orten. - - - - -Specieller Theil. - - - - -A. Der Besuch des Erzgebirges und der angrenzenden Gebiete von -Franzensbad aus. - - - - -Franzensbad. - - - =Gasthöfe=: Post in der Kaiserstrasse; Hôtel Hübner, - Kaiserstrasse; Kaiser von Oesterreich, Ferdinandsstrasse; - Britisch Hôtel, Parkstrasse; Brandenburger Thor, Karlsstrasse; - Goldenes Kreuz, Hôtel Holzer, Stadt Leipzig, Kulmerstrasse; - Müllers Hôtel, Salzquellstrasse; Gisela, Bahnhofstrasse. - Preise: 1 fl. -- 1 fl. 50 kr.; Licht und Service 40 kr.; Suppe - 12 kr., Braten 40 bis 80 kr., Kaffee im Geschirr 24 kr., -- - gutes Bier und vortreffliche Weine zu mässigen Preisen. - - Privatlogis sind in etwa 150 meist neu und elegant - eingerichteten Wohnhäusern jederzeit zu bekommen; nur zur - Hochsaison d. i. vom 20. Juni bis Ende Juli tritt wegen - grossen Andranges Wohnungsmangel ein und empfiehlt es sich, - sich die Wohnung im voraus zu bestellen. Für Salons zahlt man - wöchentlich in der Hochsaison 20 bis 40 fl., doch kann man - auch gut eingerichtete Zimmer mit prächtigen Betten um 5 bis - 8 fl. bekommen. Das Bürgermeisteramt und die Brunnenärzte - sind jederzeit zu Auskünften bereit. Die an den Häusern - angebrachten Tafeln mit dem Worte »Logis« zeigen jedermann an, - wo Wohnungen zu vermiethen sind; man kann daher zudringliche - Wohnungsanbieter jederzeit zurückweisen. - - Im =Cursaal=, nächst der Franzensquelle, sowie in den - obgenannten Hôtels speist man vortrefflich entweder à la carte - oder Table d'hôte -- das Couvert 1 fl. 30 kr. Curgästen werden - auch Speisen in die Wohnhäuser verabreicht. - - Kaffee: Im =Curpark= (20 kr. ohne Gebäck), in allen Hôtels und - Privathäusern. - - Mehrere ausgezeichnete Conditoreien in der Kaiserstrasse. -- - - Kaffee in der nächsten Umgebung: =Ludwigshöhe=, =Antonienhöhe=, - Miramonte, Stöckermühle, Schlada, Bahnhofrestauration u. s. w. - - =Lesecabinet= im Franzensbader Curhause, von 8 Uhr Morgens bis - 7 Uhr Abends geöffnet; es sind über 60 Zeitschriften in den - Hauptsprachen und Curlisten aller bedeutenden Curorte vorhanden. - - =Post- und Telegrafenamt.= (Neugasse.) - - =Gewöhnliche, Dampf-, russisch-, türkische Bäder.= - - =Photographische Ansichten in den Buchhandlungen.= - - =Musik und Theater=: - - Die rühmlichst bekannte Badecapelle unter Leitung des - Capellmeisters Tomaschek spielt an jedem Morgen: - - 1) an der Salzquelle von 6--7 Uhr; - - 2) in der Franzensquelle von 7--8 Uhr, und - - 3) im Park von ½5 bis ½7 Uhr Nachmittag. - - Im Theater wird nur im Sommer von einer reisenden Truppe - gespielt. - -=Franzensbad= ist einer der berühmtesten Badeorte in -Oesterreich-Ungarn, liegt in einem Thalkessel 493 m über dem Meere und -wurde 1793 zum Badeorte erhoben und nach Kaiser Franz I., dem in den -Parkanlagen eine Erzstatue errichtet worden, benannt. Der Ort wird im -Norden vom Park, im Westen von Loimanns Anlagen, im Süden u. Osten von -den neuen Anlagen umgeben. Touristen, welche binnen wenigen Stunden die -interessantesten Puncte des Curortes kennen lernen wollen, ist =ein -Rundgang= durch die Stadt zu empfehlen. Sie gehen vom Bahnhofe durch -die Parkstrasse und Karlsstrasse in den Park zum Franzens-Monument und -von da in die Kaiserstrasse, wo sie Dr. Loimanns bekanntes und elegant -eingerichtetes Badehaus mit der Louisenquelle, dem kalten Sprudel, -dem Moorlager und den herrlichen Anlagen besichtigen. Zu diesem -grossartigen Badeetablissement legte im Jahre 1827 der Hausbesitzer und -Burgverwalter Loimann, der Vater des gegenwärtigen Besitzers Med. Dr. -Loimann, den Grund, indem er auf eigene Kosten ein allgemeines Badehaus -erbaute. Die Louisenquelle wurde 1807 gefasst, 1808 zum Gebrauche -eingerichtet und der damaligen dritten Gemahlin Sr. Majestät des -Kaisers Franz, Maria Ludowika, zu Ehren =die Louisenquelle= genannt. -Nur wenige Schritte davon bricht mit Heftigkeit der sogenannte =kalte -Sprudel= hervor. Von da begeben sie sich zur Franzensquelle, sehen -hier das Stadt-Egerer Badehaus, und dann weiter in einer herrlichen -Allee zur Neu-, Salz- und Wiesenquelle und nehmen auf diesem Wege die -grossartigen Badehäuser von Hofrath Dr. Cartellieri und von Singer -wahr. Durch die Salzquelle, welche schon 1817 entdeckt war, erhielt -Franzensbad seit 1819 einen ganz neuen Aufschwung. Seit dem J. 1837 ist -die nahe liegende Wiesenquelle als heilkräftig erprobt und 1840 mit der -Salzquelle unter ein gemeinschaftliches Dach gebracht worden. - -Nun wird der Rückweg durch die herrliche Morgenzeile zur Kirche und -zum Parke angetreten. Der aufmerksam beobachtende und in seinem -Urtheile unparteiische Tourist wird finden, dass es Architect und -Gärtner verstanden haben, Franzensbad und die nächste Umgebung -zu einem eleganten Curorte zu erheben. Die 10 Mineralquellen, -alkalisch-salinische Eisensäuerlinge mit bedeutendem Gehalt an -Glaubersalz und freier Kohlensäure, denen _eminente_ Heilwirkungen -zugeschrieben werden, eine Kohlensäuregasquelle (schon seit 1545 -bekannt, aber erst seit 1810 als Heilmittel gebührend anerkannt) und -ein reichhaltiges Lager von Eisenmineralmoor, das auf Sand ruht, -namentlich aber die vorzüglichen Anlagen mit reizenden Promenadenwegen, -die grossstädtischen Strassen, Hôtels und Villen, die prächtigen -Kirchen und Denkmäler, vor allen Dingen aber die höchst elegant und -luxuriös ausgestatteten Wohnungs- und Vergnügungsräume, die mancherlei -Einrichtungen für Unterhaltung, Genuss und allerlei kostspielige -Vergnügungen und Liebhabereien, das Zusammenströmen der feinen Welt, -die während des Aufenthaltes in der »_europäischen Sommerresidenz_« -(den nordböhmischen Bädern) gewöhnlich die Nachcur hier geniesst, alle -diese Umstände erheben Franzensbad zu einem Bad I. Ranges. - -=Sehenswürdigkeit=: Ausser den im Rundgange angeführten: Die Rotunde -bei der Franzensquelle mit der Inschrift: »1793 unter Franz I. -gegründet zum Wohle der Menschheit«; die Colonade mit zahlreichen -Kaufläden, das Monument der Sachsenstiftung unweit der Rotunde mit der -Aufschrift: - - Herrlicher Quell, - Göttliche Gabe, - Bleibe kräftig und hell, - Stärke, labe - Durch verminderten Körperschmerz - Auch das ermattete kranke Herz, - Bis die letzten Frommen - Zum Urquell ewiger Genesung kommen. - -Die katholische Kirche mit einigen werthvollen Gemälden, die im -romanischen Styl erbaute protestantische Kirche, die Synagoge im -orientalischen Styl und vor allem der Cursaal, das stattlichste -öffentliche Gebäude, ein geschmackvoller, brillant ausgestatteter -Renaissancebau. Unter den Privathäusern erweckt die Villa Imperial -durch ihre freie herrliche Lage inmitten des herrlichsten Parks und -nahe der Salzquellpromenade, sowie durch die Pracht der Ausschmückung -von Aussen und im Innern die Aufmerksamkeit jedes Besuchers. - - -Spaziergänge: - -Sehr beliebter Spaziergang zur _Antonienhöhe_ in nordöstlicher Richtung -(¾ St.), Weg gut, aber nicht schattig. Aufenthalt im Wald sehr angenehm --- prächtiger Rundblick über das Egerland. - -Nach _Miramonte_ südlich auf der Strasse nach Eger, dann in einer -viertel Stunde rechts in einen Promenadenweg abzweigend. Beliebte -Restauration, wo man in einem Spiegel die ganze umliegende Landschaft -erblickt. - -Von Miramonte führt der Weg in westlicher Richtung zum _*Kammerbühl_, -einem erloschenen Vulcan (¼ Stunde). Er gehört unstreitig zu den -interessantesten geologischen Erscheinungen und ist vorzugsweise aus -vulcanischen Tufen aufgebaut. Die Lagerung dieser Eruptionsproducte -lässt sich in ausgezeichneter Weise in dem grossen Bruche hinter der -Restauration zum »Kammerbühl« beobachten. In Folge der isolirten Lage -bietet der Kammerbühl eine vorzügliche Rundsicht über das Egerland mit -seinen zahlreichen Städten und Dörfern, Schlössern und Ruinen, Kirchen -und Kapellen, die von den dunkelbewaldeten Bergen des westlichen -Erzgebirges oder Kaiserwaldes und des Fichtelgebirges umsäumt werden. - -_*Siechenhaus._ Dieser Spaziergang kann vom Kammerbühl fortgesetzt -werden. Gut gepflegte Wege führen von demselben ab nach dem Dorfe -_Stein_ und zum Egerfluss, den man an einer romantischen Stelle des -Thales mittelst eines Holzsteges überschreitet. (Der am Flussufer -hinlaufende Fusspfad führt direct nach Eger.) Der ansteigende, -schattige Weg leitet zur Chaussée von Eger nach Wunsiedel und -zum _Siechenhaus_ (¾ St.), dem beliebtesten Vergnügungsort der -Franzensbader Curgäste und der Bewohner von Eger. Es besteht aus -einer Oberförsterei, einem Armenhaus (Versorgungsanstalt) und einer -guten Restauration. Schöner Garten inmitten eines herrlichen Waldes, -angenehmer Aufenthalt, malerische Aussicht auf Eger und Umgebung. - -Empfehlenswerth ist auch der Besuch der eine halbe Stunde weiter -entfernten _St. Annakirche_ (608 m), ehemals Franziskanerkloster, -theils wegen der Kirche selbst, die colossale Schnitzwerke eines -unbekannten, altdeutschen Meisters enthält, und in welcher Friedrich -Barbarossa 1149 mit Adelhaid von Vohburg getraut worden sein soll -(nach andern in der Kapelle des Rathhauses), theils wegen der -vorzüglichen Aussicht (namentlich vom _Grünberg_ 656 m) auf das -Egerland, besonders auf die Gegend von Franzensbad, Maria-Kulm und in -fast entgegengesetzter Richtung auf die wichtigsten Berggipfel des -Fichtelgebirges. - -Auf dem Weiterwege nach _*Eger_ vermeiden wir die Landstrasse und -benützen den schönen, nicht zu fehlenden _*Promenadenweg_ durch -schattigen Wald und durch das herrliche Egerthal. - - - - -Eger. - - - =Gasthäuser=: Zwei Erzherzoge am Stadtplatz, Erzherzog - Stefan mit schönem Garten an der Eger, Kronprinz Rudolf - (Göthe-Denkmal), Bahnhofstrasse. Wetzel oder Kaiser Wilhelm, - beim Bahnhofe. - - =Restaurationen=: Karg's Bastei, Krämlings Bastei, unweit der - Burg, schönste Aussicht in's Egerthal, Adlers Restauration, - Schustersprung im Egerthale, vorzügliche Fische, namentlich - Karpfen. - - =Café=: Pistorius am Ringplatz. - - K. k. Post-, Telegrafen-, Hauptzollamt, Kreisgericht, - Bezirkshauptmannschaft. - - =Eisenbahn= nach Baiern, Sachsen, gegen Carlsbad und Marienbad. - - Fahrgelegenheiten nach allen Richtungen. - - =Volksfest=: Vinzenzifest. - - =Dienstmanninstitut.= - -Eger ist die Hauptstadt des »gesegneten« Egerlandes, wie das Gebiet an -der oberen Eger in Böhmen genannt wird, und war auch der Hauptort des -ehemaligen Egerer Kreises. Die Stadt liegt 413 m über der See, hat über -16.000 Einwohner und liegt zumeist auf dem rechten, etwas ansteigenden -Ufer des gleichnamigen Flusses. - -Die Lage an einem uralten Strassenzug und unmittelbar vor dem -Eingange zum Norden Deutschlands erhob Eger schon in alter Zeit zu -einem wichtigen Handelsplatz, namentlich aber zu einer militärisch -wichtigen Position, zu einem Mittel- und Ausgangspunct kriegerischer -Unternehmungen, in neuester Zeit aber zu einem Centralpunct von -5 Schienenwegen. Hauptbeschäftigung der Bewohner: Gerberei, -Schuhmacherei, Bierbrauerei. - -Die altehrwürdige Stadt Eger, die sich in jüngster Zeit in der Richtung -nach dem Bahnhof und auf dem sogenannten Rahmberg, sowie durch -Auflassung des Friedhofes und Verlegung desselben ausser der Stadt sehr -erweitert und verschönert hat, bietet =Sehenswürdigkeiten= aus alter -und neuerer Zeit. - -1. Die _*Burg_ -- Kaiserburg -- (Eintrittsgeld nach Belieben). Diese -imposanten, am nordwestlichen Ende der Stadt emporragenden Ruinen -auf felsigem Grunde bestehen ausser den Resten der Festungswerke aus -mehreren beachtenswerthen Bauten, welche sind: - -_a_) Die 4 Umfassungsmauern mit zum Theil eingestürzten -Fensterwölbungen; das Gemäuer aus Thonschiefer, die Säulen aus -fränkischem Marmor. - -_b_) Der schwarze Thurm -- 23 m hoch -- ist aus Lavastücken vom -Kammerbühl erbaut und stammt aus dem 10. Jahrh. (nach andern aus der -Römerzeit, daher »Heidenthurm«). - -_c_) Die Doppelkapelle steht im Burghof und ist aus dunkelgrünem -Schieferbruchstein erbaut. Sie besteht aus der unteren oder -Erhardskapelle und der oberen oder Martinskapelle. Das Ganze stammt -aus der Blüthezeit des Rundbogenstyls. Das Innere der ersteren liegt -mehrere Fuss tiefer als der Burghof und wird von 4 Fenstern erleuchtet; -das feste Gewölbe tragen 4 Granitsäulen. In der letzteren, zu der -eine neue Treppe führt, wird das Gewölbe von vielen geschmackvollen -Marmorsäulen getragen. Ein Gang verband die Kapelle mit dem Palast. - -_d_) Der ehemalige Rittersaal ist noch an den vorhandenen Bogenfenstern -zu erkennen. Dieser war Zeuge von der Schreckensscene am 25. Februar -1634; den Getreuen Wallensteins, Illo, Terzky, Kinsky und Neumann, -wurde hier durch Verrath ein blutiges Ende bereitet. - -Die Veranlassung dieses blutigen Auftrittes müssen wir als bekannt -voraussetzen. (Siehe übrigens unter Stadthaus!) Die Vertrauten -Wallensteins waren von dem durch die Kaiserlichen gewonnenen -Commandanten Gordon zum Abendessen in die Citadelle geladen worden. -Kurz nach ihrer Ankunft und nachdem die Bedienten entfernt und -eingeschlossen waren, trat der Hauptmann Geraldin mit Dragonern in den -Saal, welche auf die vier Gäste einhieben und sie niedermetzelten. - -Auf dem gegenüberliegenden Egerufer stand die 1295 erbaute -_Wenzelsburg_, die mit der Kaiserburg durch eine hölzerne Brücke -verbunden war. Im Hofe der Burg befinden sich gegenwärtig schöne -Anlagen; der Staat sorgt für Erhaltung dieser interessanten Ueberreste. -Sehr schön ist der Ausblick auf das Egerthal, namentlich auch auf -Siechenhaus und St. Anna. - -Die ehedem sehr starken Festungswerke stammen jedenfalls aus dem 10. -Jahrhundert, als die Grafen von Vohburg zu Markgrafen über die Umgegend -bestellt wurden. Kaiser Friedrich Barbarossa, der in Eger viele -Hoflager abhielt, und 1149 Adelheid von Vohburg heiratete (Trauung in -der Kapelle des Rathhauses, nach anderen in der Kirche auf St. Anna) -legte die neue, schöne Kaiserburg an; am 2. Dezember 1805 wurde sie von -den Franzosen bis auf die noch jetzt vorhandenen Ueberreste zerstört. - -2. =Das Stadthaus= (hier löst man sich eine Eintrittskarte für 20 kr.) -am Ring d. i. Marktplatz. Kein Tourist verlässt Eger, ohne dieses -denkwürdige Haus besucht zu haben, in dem der mächtige Wallenstein am -25. Februar 1634 sein blutiges Ende fand. - -Die vom Herzog von Friedland bewohnt gewesenen Räume befinden sich -noch in ihrem ursprünglichen Zustande und enthalten ein Album mit -interessanten Autographien, Wallensteins Bildnis und zwei auf -seine Ermordung bezügliche Gemälde, zwei Schränke mit zahlreichen -Gegenständen, die auf das blutige Ereignis Bezug haben, so die -Hellebarde, mit der Wallenstein (hinten im Schlafzimmer) den Todesstoss -empfing u. a. - -Mitten in den Wirren des 30jährigen Krieges findet der mächtige -und gefürchtete kaiserliche Generalissimus sein tragisches Ende. -Buttler, der Obrist eines irischen Reiterregiments, hatte den -Auftrag übernommen, den Herzog von Friedland lebendig zu fangen -oder zu ermorden. Während des Blutbades auf der Burg hatte sich -Wallenstein ermüdet zu Bette begeben. Abends 10 Uhr begaben sich die -Verschworenen Leslie, Geraldin, Buttler und Deveroux mit 30 Dragonern -von der Burg in die Stadt. Während Leslie die Hauptwache, Buttler -die Hauptthür, Geraldin die Hinterthür des von Wallenstein bewohnten -Palastes besetzten, stürmten Deveroux und mehrere Dragoner die Treppe -hinauf, metzelten 2 Kammerdiener nieder, sprengten die Thür und -fanden Wallenstein, am Fenster stehend. »Du bist der Schelm«, rief -Deveroux, »der das kaiserliche Volk zum Feinde überführen und Sr. -kaiserl. Majestät die Krone vom Haupte reissen will! Du musst sterben!« -Wallenstein warf ihm einen ernsten, kalten Blick zu und sprach kein -Wort. »Du musst sterben!«, rief Deveroux abermals, und mit diesen -Worten stiess er dem Herzog die Hellebarde mit solcher Gewalt in die -Brust, dass sie durch und durch ging. Lautlos stürzte der mächtige -Friedländer zu Boden. -- Albrecht von Waldstein oder Wallenstein war -1583 zu Hermanic in Böhmen geboren; er zählte somit kaum 52 Jahre. »Der -Act der Gerechtigkeit, welcher Wallenstein im Grund verfallen war, -bekam durch die Art der Vollziehung derselben die Form eines feigen -Justizmordes.« - -In den daran stossenden Räumen befindet sich das interessante und -sehenswerthe »_Egerländer Museum_.« - -3. =Die Stadtkirche St. Niclas=; sie zeigt romanische und gothische -Bauform und enthält sehenswerthe Malereien und Sculpturarbeiten. -(Sehenswerth ist auch die im J. 1872 im gothischen Styl erbaute -evangelische Kirche.) - -4. Ausserdem sind noch besuchenswerth: _Das Rathhaus_ mit schönem -Treppenhaus, die Turnhalle, das »_Rudolphinum_«, Centralschulgebäude, -das »Schillerhaus« Nr. 17 am Marktplatz mit der Gedenktafel: »In -diesem Hause wohnte im J. 1791 Friedrich von Schiller behufs -seiner Studien zur Wallensteintrilogie«, das »Göthehaus« Nr. 38, -die _Franciskanerkirche_, mit der ein Kloster verbunden ist! Die -dreischiffige Kirche ist im reinsten gothischen Styl erbaut und macht -einen herrlichen Eindruck. Am Ring fällt dem Touristen das Riedel'sche -Haus, ein ehemaliges Patricierhaus, mit seinem schön durchbrochenen -Giebel auf. - -Die Gründung der Stadt Eger (Cheb) wird in das 10. Jahrhundert verlegt -und den Grafen von Vohburg zugeschrieben, die damals von den deutschen -Kaisern als Markgrafen über die Umgegend bestellt worden waren. Eger -war Hauptort der Markgrafschaft Eger und Eigenthum der Markgrafen von -Vohburg. Durch Heirath (1149) kam Eger an Friedrich Barbarossa, der -es vor nun 700 Jahren, nämlich 1149, zur deutschen Reichsstadt erhob. -Später war Eger lange Zeit der Zankapfel zwischen Böhmen und Bayern; -nachdem es aber Kaiser Ludwig der Bayer 1315 an Böhmen verpfändet, -blieb es bis heute bei Böhmen. Grosse Drangsale im Hussiten- und -30jährigen Kriege hatte die Stadt zu bestehen; die ganze Gegend glich -zu wiederholten Malen einem einzigen grossen Kriegslager. - -=Anmerkung=: Wer über längere Zeit verfügt, dem ist von Eger aus ein -Ausflug (per Bahn 20 Minuten, zu Fuss 2 Stunden) nach dem baierischen -Markt _Waldsassen_ anzuempfehlen. (Wohlrabs Restauration.) Dieser -Ort ist bekannt und berühmt durch seine 1133 gestiftete, 1803 -säcularisirte, ehemals sehr reiche Cistercienserabtei. In dem -Conventgebäude ein Mädchenpensionat der Cistercienserinnen. Die im -17. Jahrhundert erbaute Klosterkirche ist ein prächtiger Bau im -italienischen Prunkstyl -- überladen -- und bewirkt einen grossartigen -Totaleindruck. - -=Franzensbad-Seeberg.= (1 Stunde.) Spaziergang über Unterlohma, von -da westwärts nach _Höflas_ und Schloss _Seeberg_, Eigenthum der Stadt -Eger. Wilde Klippen und Buschwerk bilden die nächste Umgebung des -Schlosses. Dazwischen bricht sich der in die Eger mündende Seebach -Bahn und bildet ein wildromantisches Thal. Vom Schlosse aus lohnende -Aussicht auf die Umgegend von Franzensbad. Nach genommener Erfrischung -in der Seeberger Restauration wird der Rückweg angetreten. - -=Franzensbad-*Kapellenberg= über Schönberg (mit der Bahn nach -Voitersreuth und von da zu Fuss noch 1 Stunde.) Ueber dem sächsischen -Dorfe Schönberg erhebt sich der waldreiche »Kapellenberg«, der 764 m -hoch ist. Er besteht aus Granit, wird zwar von zahlreichen Bergen -unserer heimatlichen Landschaft an Höhe übertroffen; aber die Lage am -Südfusse des Gebirgskammes, das unmittelbare Aufsteigen aus dem breiten -Egerthal, der Mangel an ebenbürtigen Nachbarn erheben ihn nicht nur -zu einem ansehnlichen Grenzpfeiler Sachsens und des deutschen Reiches -gegen Böhmen, sondern auch zu dem vorzüglichsten Aussichtspunkt des -Vogtlandes. -- Es ist nicht nöthig, das Holzgerüste zu besteigen; die -niedrigen Holzbestände hindern die Rundsicht keineswegs. Das malerische -Landschaftsgemälde entzückt das Auge nicht blos durch die schönen -Formen und durch die Ferne, bis wohin der Blick reicht, auch nicht blos -durch den Vorzug, dass das Hauptpanorama dem Beschauer unmittelbar -zu Füssen liegt, wodurch ein Verlieren des Blickes in verschwommene -Fernen verhütet wird, sondern vor allen Dingen durch die zahlreichen -Wasserspiegel, die als lichte Punkte oder Silberstreifen aus dem -reichgesegneten Egerland hervortreten und das Ganze ausserordentlich -beleben. - -Der Blick haftet zunächst an dem freundlichen, fast genau in südlicher -Richtung liegenden Dorfe Schönberg, dem südlichsten des Sachsenlandes, -und an der schnurgeraden Strasse, die die Lage von Ober-Lohma, -Franzensbad und Eger trifft. Wenig rechts davon erhebt sich der -erloschene Vulcan Kammerbühl und in grösserer Ferne die jenseits der -Stadt Eger aufsteigende Höhe mit der St. Anna-Kapelle. Nun folgt nach -rechts eine grosse Zahl von grösseren und kleineren Ortschaften -- -Haslau, Liebenstein, Selb u. a. --, hinter denen sich das Massengebirge -des Fichtelgebirges mit Kösseine, Schneeberg, Waldstein vor allem -imposant darstellt; daran reihen sich der grosse Kornberg, der -Döbraberg im Frankenwald und der Hainberg bei Asch. Weniger wechselvoll -ist die Landschaft im Norden, wo ein weites Waldrevier die Höhen des -Elstergebirges bedeckt. Wenig rechts davon, fast genau im Norden, -erscheint nun das weitschauende Schöneck am Horizont, desgleichen -der unverkennbare Kirchthurm von Landwüst, der hohe Stein mit seinen -scharf-zackigen Thonschiefergebilden und fast in derselben Richtung -der finstere Bergrücken des »Kiel.« Gegen Nordosten im Vordergrund -liegen die Orte Steingrub, Klinghard, Frauenreuth, Neukirchen, und -in den dahinter aufragenden Bergen wollen manche die Bergriesen des -Erzgebirges, den Auersberg, Fichtel- und Keilberg erkennen. Aus der -weithin vor unseren Blicken sich ausbreitenden Fruchtebene, die von -2 sehr naheliegenden Kegelbergen, dem Hirsch- und Scheibenberg, -unterbrochen wird, treten hinter und zwischen den glitzernden -Wasserspiegeln freundliche Städtchen und Dörfer hervor, wie Maria-Kulm -mit der imposanten Wallfahrtskirche, Königsberg, Wildstein, Altenteich -und wie sie alle heissen, zu denen die Berge des sogen. Kaiserwaldes --- Steinbock, Glatze, Bärenbrand -- einen vortheilhaften Hintergrund -bilden. Mit dem nahen Voitersreuth schliesst das Rundgemälde, das jeder -Besucher mit hoher Befriedigung betrachtet. - -Nach genossener Aussicht ist die Rückkehr in die Voitersreuther -Bahnhofrestauration zu empfehlen. - -=Franzensbad-Wildstein.= Von Franzensbad aus in nördlicher Richtung -über Lohma (1 Stunde); diese Partie lässt sich auch mit der -vorangehenden verbinden, indem man von dem Orte Voitersreuth links nach -_Altentrich_ und dann in nordöstlicher Richtung weiter geht. Auf dem -_*Störlberge_ anmuthige Waldpartien, hübsche Aussicht, Kaffeehaus. - - -Touren. - -=Franzensbad-*Wies= -- über Eger auf der Strasse in südlicher Richtung. -Der Ort liegt inmitten eines prächtigen Waldes, unmittelbar an der -Grenze, hat eine freundliche Kirche, ein Nebenzollamt und eine -Restauration zum »grünen Baum«. Der Aufenthalt in der würzigen Waldluft -und den reizenden Baumgruppen sehr angenehm. - -=Franzensbad-Schloss Liebenstein.= Weg dahin auf der Franzensbad-Hofer -Strasse in westlicher Richtung (2½ St.) Das Schloss ist Eigenthum des -Grafen von Zedwitz. Der Ausflug ist wegen der schönen Waldpartien sehr -lohnend. - -=Franzensbad-*Elster= (mit der sächsischen Staatsbahn über Voitersreuth -1 St. 11 Min.) (Gasthöfe: Wettiner Hof, Hôtel de Saxe, Hôtel Bauer, -Reichsverweser, Daheim.) Besuchtester Kurort Sachsens, 496 M., -hat gute Badeeinrichtungen und schöne Anlagen. Am Brunnenplatze -befindet sich das königliche Badegebäude mit dem Maria-, Königs- und -Alberts-Parke. Die Salz- und Johannissquelle befinden sich unter einem -tempelartigen Überbau. Die Quellen gehören zu den alkalisch-salinischen -Eisenwässern und sind ihrer Wirkung nach den Franzensbadern ähnlich. - -=Franzensbad-*Maria-Kulm= (mit der Bahn-Station: Königsberg-Maria-Kulm -der Buschtiehrader Eisenbahn). - - - - -Maria-Kulm. - - - =Gasthäuser=: Goldener Engel, schwarzer Adler, goldener Stern, - goldener Adler, deutsche Eiche, rother Ochs. - - =Restaurationen.= - - =K. k. Postamt.= - -=Maria-Kulm= liegt am linken Ufer der Eger, auf einem der südlichsten -Ausläufer des Erzgebirges. Nur 3 Weges-Stunden von Eger entfernt, -erhebt sich der Berg wie zu einer natürlichen Veste, welche schirmend -über den grössten Theil des lieblichen Egerlandes hinwegschaut. -Maria Kulm ist ein Marktflecken mit über hundert Häusern, welcher -als Wallfahrtsort mit seiner imposanten, weithin sichtbaren Kirche -alljährlich zur Sommerszeit von Tausenden von Andächtigen besucht wird. -Aus allen Gegenden, aus Böhmen und aus Baiern, strömen Processionen -herbei, und die weiten Räume der Kirche und der für das Gnadenbild -Mariens eigens erbauten, an die Kirche anstossenden Kapelle vermögen -oft, namentlich zur Pfingstzeit, die ungeheuren Massen kaum zu fassen. -Die Kirche, von einem grossen Kreuzgange umgeben, ist ein Meisterwerk -bizantinischer Baukunst. Zahlreiche Thürme, welche gigantisch zum -Himmel streben, zieren den colossalen Bau und das harmonische -Geläute[1] ihrer Glocken dringt volltönend, wehmüthig und selig -erhebend zugleich fernhin und hinab in's herrliche Thal, das im reichen -Segensgewande an den Fuss des Berges sich anschmiegt. - - [1] Als Ferdinand II. am Fusse des Kulmer Berges sein Heer - ordnete und von der Höhe herab den Klang der Glocken - vernahm, soll er ausgerufen haben: »Jede freie deutsche - Reichsstadt könnte stolz sein, ein solches Geläute zu - besitzen.« -- In die Glocken sind zahlreiche Namen von - Wallfahrern und Reisenden eingegraben. - -Mehrere Sagen gehen über den Ort. Abgesehen von der Sage (zu haben bei -dem dortigen Messner Ferd. Ehmer) über das wunderthätige Gnadenbild -Mariens erzählt man sich auch noch von Räubern, die in grauen Zeiten -in der Umgebung gehaust. (Gleichfalls bei Ferd. Ehmer zu haben.) Die -Sage von den »Räubern auf Maria Kulm« ist ja übrigens auch dramatisirt -worden als »vaterländisches Ritterschauspiel«. Dasselbe, ehedem -auch auf grösseren Bühnen aufgeführt, wird gegenwärtig nur noch von -herumziehenden Schauspieltruppen in jener Gegend zur Belustigung der -»Räuber-Epigonen« aufgeführt. Eine Scene aus diesem vaterländischen -Ritterschauspiel ist auch aufgenommen in das Decorationsspiel »Tausend -und eine Nacht«! Der »Kulmer Berg« war der Zufluchtsort dieser -höllischen Brüder. Von der »grossen Glocke« mit den reinen Tönen -erzählt man, dass sie, so wie sie ist, auf einer nahen Hutweide von -- -Schweinen ausgewühlt worden sei. - -Herrlich ist die Aussicht, welche man vom Kulmer Berge und namentlich -vom Thurme aus geniesst, der nach allen vier Weltgegenden den -Ausblick ermöglicht. Auf der einen Seite erscheint dem nach Westen -gewandten Blicke, über das schöne Egerthal hinweg, mit dem schwarzen -Fichtelgebirge im Hintergrunde (von den Egerländern kurzweg »d'Stod« -d. i. die Stadt genannt), die Stadt Eger, welche mit ihren finsteren, -altersgrauen Thürmen den Mittelpunkt des Egerlandes bildet, während -zur Rechten der schwarze Wall des Erzgebirges als Grenzdamm Böhmens -gegen Sachsen hin nebelfarbig sich hinzieht, und zur Linken das reich -bewaldete Tepler Gebirge und die hohen Rücken des Kaiser-Waldes -romantisch sich abheben. Auf der anderen Seite reicht des Beschauers -nach Osten gewandter Blick weithin durch das gleichfalls von Bergen -umschlossene, sogenannte »Unterland«, das Falkenau zum Mittelpunkte -hat. Und in dunkler Ferne erscheinen im Hintergrunde, den Abschluss -des Gesichtskreises bildend, die hohen Kämme, aus deren Schoosse die -weltberühmten Thermen Karls IV. hervorquellen. (An klaren Tagen kann -man auch von dem als Ausflugsort Karlsbads bekannten »Aberge« die -Thürme der Maria Kulmer Kirche noch genau unterscheiden.) - -Am Südfusse des Berges führt zum grossen Theile dem linken Egerufer -entlang die Buštěhrader Eisenbahn aus der Richtung von Karlsbad nach -Eger. Von zwei Stationen aus kann man Maria Kulm erreichen, beide -Stationen sind ungefähr ½ Stunde von der Höhe entfernt. Der für -Fussgänger bequemere Weg führt von der Station Dassnitz aus den Berg -hinauf, beschwerlicher hingegen ist der Aufstieg von der Station -Königsberg-Maria Kulm. (Name der am rechten Egerufer, Maria Kulm -gegenüberliegenden Stadt. Diese Station enthält auch eine grössere -Restauration, die wir auf der ersteren Station ganz vermissen). Will -man von letzterer Station mittelst Fahrgelegenheit den Berg erreichen, -muss man einen kleinen Umweg auf der längs des Westfusses des Berges -nach Katzengrün (Dorf mit einem prächtigen Schlosse, das in der Sage -von den »Kulmer Räubern« vielfach genannt wird; auch befindet sich hier -ein zum Schlosse gehöriges grösseres Bräuhaus) hinführenden Chaussee -machen, von welchem Orte aus eine breit angelegte, überdiess von einer -für Fussgänger bestimmten Allee begleitete Strasse nach Maria Kulm -hinauf führt. Ausserdem führen noch auf der dem Erzgebirge zugewendeten -Seite mehrere Strassen den Berg hinauf, unter welchen diejenige die -bedeutendste ist, welche Maria Kulm mit Falkenau verbindet. Hier -vereint sich alles, um dem Besucher des Ortes den Aufenthalt so -angenehm als nur möglich zu machen. Und wer immer, auch nur einmal, -selbst wenige Stunden auf des Kulmer Berges luftiger Höhe verlebt, -der wird die verbrachten Stunden sicherlich nicht zu den verlorenen -seines Lebens zählen, er wird immer wieder sich zurücksehnen oder -wenigstens in froher Erinnerung und voll innerer Befriedigung denken -der segensvollen, von alten Sagen geheimnisvoll umrauschten Stätte. -(Entweder retour mit der Bahn nach Franzensbad oder Fortsetzung der -Tour mit der Bahn oder zu Fuss (herrliche Wanderung auf der durch -Waldungen führenden Kaiserstrasse) nach Falkenau -- siehe dieses). - - - - -Franzensbad-Schönbach. - - -=Schönbach= nord-nordöstlich von Franzensbad gelegen. - - =Gasthof=: Meyer's, Sander's Gasthof, Herrenhaus. - - =Postverbindung= über Gossengrün mit Bahnstation Hartenberg und - über Wildstein mit Bahnhof Voitersreuth. - - =Musikschule=, die Vorzügliches leistet und auf die Hebung der - Musikinstrumentenfabrikation von grösstem Einflusse ist. - -=Schönbach= verdankt seine Entstehung dem Bergbau und wurde die erste -Besiedelung des Sconenbaches, eines klaren Trinkwassers, mit Erbauung -eines Wartthurmes ausgeführt. Dieser Wartthurm, gebaut (ein Lug in's -Land) an der Grenze Böhmens, welcher durch Anbau der Kirche im J. 1188 -zum Kirchthurm umgeschaffen wurde, zeigt noch heute im Innern den -Charakter deutscher Wartburgen. Beachtenswerth ist das gute Altarblatt, -den gekreuzigten Erlöser darstellend. - -Die Stadt ist heute einer der gewerbthätigsten Orte des böhmischen -Nordwestens, Haupterzeugungsplatz für Saitenmusikinstrumente, besonders -Violinen. Dieser Industriezweig, welcher heute mehr als dreiviertel der -Bevölkerung beschäftigt, gelangte die letzten 25 Jahre hier zu früher -nie geahnter Entwicklung, und es dürfte diese Hausindustrie jeden -Fremden lebhaft interessiren. - -Schönbach ist im streng geografischen Sinne der Scheidepunkt zwischen -dem Erz- und Fichtelgebirge; denn westlich sehen wir die als -Elstergebirge benannten letzten Ausläufer des Fichtelgebirges, während -im Osten das Erzgebirge aufzusteigen beginnt; es ist auch zugleich -die Scheidegrenze des egerländer und des sächsischen Dialekts. Die -Stadt zeigt noch vielfach ihren alterthümlichen Charakter und hatte -früher Mauern, von denen heute jedoch wenige Spuren mehr aufzudecken -sind. Als Merkwürdigkeit aus alter Zeit gelten die Mauerreste der -gräflich Schlick'schen Schlossgebäude, heute nur noch im Hause NC. 140 -vorhanden, während dieselben den Raum umfassten, wo jetzt die Häuser -NC. 139, 140, 141 stehen; Nr. 139 soll die Münzstätte gewesen sein. -Bei der Pfarrkirche ist ein in Stein gehauenes Schlick'sches Wappen -eingemauert. - -=Ausflüge=: Zum »_*hohen Stein_«. Derselbe hat eine Höhe von 767 m -über der See, liegt noch auf böhmischer Seite und gehört zu den -wunderlichsten Felsbildungen nicht bloss des Vogtlandes, sondern -des gesammten Erzgebirges. Während diese Thonschiefergebilde auf -dem bewaldeten Höhenrücken von der Ferne den Ruinen einer mächtigen -Burg oder Bergfeste gleichen, nehmen die einzelnen Theile in der -Nähe bestimmte Gestalten an, und die Phantasie hat leichtes Spiel, -diesen passende Namen zu geben: das Schiff, das Gesicht (eine höchst -charakteristische Figur), der Schnabel, das Thor (zwei sehr nahe -stehende Felsen, die das Ansehen zweier Thorpfeiler haben). Der höchste -Punkt des Felsens ist durch eine Stange bezeichnet; nach dem alten -Markstein zu urtheilen, der auf der einen Seite die Inschrift trägt: -»Regn. Imp. Franc. Pr.«, auf der anderen: »Oper. Astr. Trigo. 1808« -muss der hohe Stein Vermessungsstation gewesen sein. - -Die Aussicht ist eine vortreffliche, nur wird sie durch den Umstand -beeinträchtigt, dass der hohe Stein nicht unmittelbar zum Egerthale -abfällt, wie diess beispielsweise bei dem Kapellenberg der Fall ist. -Hinter den nahen böhmischen Dörfern _Ursprung_, _Stein_ und _Kirchberg_ -erheben sich die steilen Höhen der böhmischen Terrasse und weiter nach -Süden zu öffnet sich das gesegnete Egerland mit seinen zahlreichen -Ortschaften, Kirchen und Kapellen. Gegen Südwesten und Westen -schliessen die Berge des Fichtelgebirges den Horizont ab; vorzüglich -präsentirt sich der Kapellenberg. Nach Nordwesten zu sehen wir einen -grossen Theil des Vogtlandes, in geringer Entfernung _Landwüst_ und -_Wernitzgrün_, in nächster Nähe aber _Cubabrunn_ mit Rittergut, tief -unten _Markneukirchen_, _Siebenbrunn_ und _Adorf_ und zu unseren Füssen -_Erlbach_. - -An der Ostseite des Felsens, wo Steine gebrochen werden, ist eine -»fliegende Restauration.« - -Werfen wir vor unserem Abstieg nach Erlbach nochmals einen Blick -auf die interessante Landschaft, die lebhaft an das Hochgebirge -erinnert, namentlich auf die interessanten Felszacken und auf die in -einsam stiller Höhe errichtete Gebetsstätte (Kapelle), so kann sich -das empfängliche Gemüth eines tiefen Eindruckes nicht erwehren, und -wir finden es begreiflich, dass die Phantasie des Volkes mächtig -angeregt wurde und verschiedene Sagen der wunderlichsten Art bildete. -Neben den Sagen von einer verwünschten und versunkenen Ritterburg, -von Gespenster- und Spukgestalten sind es namentlich solche von -unterirdischen Schätzen, mit denen das arme Volk sich über die Mühsale -des Lebens hinwegträumt. Von Erlbach gehen wir nach _Markneukirchen_ (1 -St. siehe Besuch des Erzgebirges von Falkenau aus), fahren dann mit der -Bahn nach Adorf und zurück über Elster, Voitersreuth nach Franzensbad. - -Nennenswerth ist eine zweite Tour in das _romantische_ Leibitschthal, -von Schönbach nach Leibitschgrund (1 St.), wo sich eine aufstrebende -Spinnfabrik in schöner Waldgegend befindet. Weiter im Leibitschthale -kommt _Glashütte_ mit Hohlglaserzeugung und Leopoldshammer. Von dort -rechts ab, die Strasse meidend, gelangen wir längs des Leibitschbaches -in ein schönes Waldthal, dessen südlicher Punkt Nonnengrün ist. Die -Waldthalschänken bieten frisches Bier. (Retour-Weg nach Schönbach.) - - - - -Franzensbad-Asch - -(mit der Bahn). - - - =Asch=: =Gasthöfe=: zur Post, zum goldenen Adler; als - Belustigungsort gilt das =Schiesshaus=. - - =Post-Telegrafenamt=; =k. k. Bezirkshauptmannschaft=; - =Eisenbahnverbindung= nach Franzensbad und über Oberkotzau: 1. - nach Hof, Plauen; 2. nach Neuenmarkt, Bamberg; 3. Neuenmarkt, - Baireuth. - -Die Stadt liegt 637 m über dem Meeresspiegel und hat über 10.000 -Einwohner. Asch ist zu beiden Seiten des Aschbaches gebaut und -Hauptort des 2·5 Quad.-Meil. oder 3·16 Quad.-Myriameter grossen -Bezirkes mit 27.911 (1870 Volkszählung) meist protestantischen -Einwohnern. Hauptbeschäftigung ist die Weberei. Im ganzen Bezirke mit -dem Mittelpunkte Asch herrscht ein reges, industrielles Leben. Die -protestantische und katholische Kirche sehenswerth. - -»Alle urkundlichen Nachweise über Geschichte und frühere Zustände des -Ortes Asch und Umgebung sind zufolge der Brände 1683 und 1814 verloren -gegangen.« - -Die bis in die neueste Zeit erhalten gewesene Sonderstellung des -Bezirkes, der übrigens zu wiederholten Malen Bestandtheil des -Vogtlandes war, datirt vom J. 1331, als nämlich der damalige Besitzer -Albert von Neydberg sein Besitzthum dem Könige Johann von Böhmen -zu Lehen antrug; der Lehensherr bestimmte, dass Asch für immer der -Entrichtung von Steuern entbunden sein solle und somit auch durch kein -Majestätsgebot zur Steuerzahlung verhalten werden könne. - -Auffallend ist es jedenfalls, dass die Bewohner dieses nordwestlichen -Theiles von Böhmen bei dem protestantischen Glauben belassen wurden. -Mit der Einführung der Reformation in Sachsen fand nämlich diese auch -im Gebiete von Asch Eingang. Wohl wurden die Bewohner bei Durchführung -der Gegenreformation in Böhmen durch Ferdinand den II. bedrängt, -aber zufolge des kräftigen Schutzes, den der Markgraf Albrecht von -Brandenburg-Bayreuth, sowie auch der Kurfürst Johann Georg von Sachsen, -der damals noch das jus circa sacra des Gebietes ausübte, weil die -sächsischen Kurfürsten das Vogtland und die Rechte der Vögte desselben -erworben hatten, dem Gebiete angedeihen liessen, wie auch ferner -zufolge des zähen Widerstandes der Bevölkerung gegen das Aufdringen des -Katholicismus wurde eine Gegenreformation des Gebietes unmöglich. Im -J. 1771 wurden durch Cabinetsordre von der Kaiserin Maria Theresia die -Rechte und Freiheiten des Gebietes bestätigt. - - - - -Franzensbad-*Königswart-Sangerberg-*Marienbad. - -(Von Franzensbad mit der Bahn über Eger nach Königswart Stationen: -Sandau-Königswart.) - - -Vom Bahnhofe aus statten wir dem in der Nähe gelegenen _*Schlosse_ -und _Parke_ des Fürsten Metternich einen Besuch ab. Die Parkanlagen -sind schön, die Museen des Schlosses reichhaltig. Im Parke erblicken -wir auf der Strasse gegen Sandau einen schönen Obelisk mit einem -ruhenden Löwen. Etwa 20 Minuten vom Schlosse befindet sich auf dem -Mailberge gegen Altwasser zu die Wallfahrtskirche zum hl. Kreuz. Wir -verweilen mit Vergnügen bei der interessanten _Münz-_, _Waffen-_, -_Gemälde-_, _Mineralien-_ und _Geweih-Sammlung_, _Bibliothek_. Wir -finden hier historische Raritäten, wie einen _Degen_ Ludwig's XVI., -ein _Waschbecken_ Napoleons I., einen _Schreibtisch_ des berühmten -österreichischen Staatskanzlers Metternich, einen Ring der Agnes -Sorel, das Portrait des Herzogs von Reichsstadt, Locken Lamartine's -und Duma's, ein Autograf des dritten Napoleon, eine von diesem selbst -verfasste Uebersetzung der Verse Göthe's: »Meine Ruh' ist hin, mein -Herz ist schwer, ich finde sie nimmer, ach nimmermehr«, u. s. w. Es -ist ein Genuss, die Sammlungen zu besichtigen. Die Fauna und Flora der -nächsten Umgebung sind da ebenso vollzählig vertreten, wie die Münzen -und Banknoten aus aller Herren Ländern. Das Prachtstück der Bibliothek -ist ein in rothen Sammt gebundener, 1542 in Venedig auf Pergament -gedruckter, reich mit Prachtfarbenbildern ausgestatteter, auf 16.000 -Francs geschätzter »_Rasender Roland_.« Ein Curiosum von noch grösserem -Werthe ist der erste Chronometer, für welchen Ludwig XVI. 24.000 Francs -bezahlt hat. - -Als Custos fungirte hier zuerst ein gewisser Huss. Diesen Namen führte -eine weitverzweigte Scharfrichter-Familie in Eger und Brüx. Der Brüxer -Huss liess seinen Sohn Carl studiren; doch die Söhne der Brüxer Bürger -wollten nicht mit ihm auf einer Bank sitzen und wurden sogar von ihrem -Lehrer unterstützt. Carl Huss konnte die ihm angethanen Unbilden -nicht länger ertragen und sah sich genöthigt, in die Fussstapfen -seines Vaters zu treten. Er assistirte im J. 1776 zum ersten Male bei -einer Hinrichtung und fungirte bei einer solchen zwei Jahre später -in Teplitz, worauf er behufs weiterer Vervollkommnung nach Dresden -ging und nach seiner Rückkehr sein Meisterstück in Eger ablegte. Er -übernahm daselbst den Posten nach seinem Oheim, betrieb daneben die -Quacksalberei und erwarb sich so viel Vertrauen, dass er oft nach -Sachsen und Bayern gerufen wurde. Bis zum J. 1788, wo Kaiser Josef II. -die Todesstrafe aufhob, und worauf Huss als Scharfrichter entbehrlich -wurde, fing man an, ihn zu verfolgen. Man confiscirte einmal alles, was -man bei ihm an Utensilien für die Quacksalberei vorfand, und verbot ihm -die Praxis. Er half sich aus der Klemme, indem er die Kranken scheinbar -unentgeltlich zu behandeln begann. Huss liess sich als Honorar alte -Münzen verabreichen und brachte in einigen Jahren eine Sammlung -zusammen, die einen Werth von mehr als zwölftausend Gulden hatte. Dann -sammelte er alles, was ihm unter die Hände kam, stopfte Vögel aus und -brandmarkte verurtheilte Uebelthäter auf der sogenannten Schandbühne, -da er indessen vom Magistrat mit diesem Geschäfte betraut wurde. Jetzt -kam er in den Ruf eines wohlhabenden Mannes und practicirte fort. -Fremde traten bei ihm zur Besichtigung seiner reichhaltigen Sammlung -ein, Gelehrte correspondirten mit ihm und besuchten ihn. Als sogar -Göthe einst zu ihm gekommen, stieg sein Ansehen und verbreitete sich -dessen Ruf immer mehr. Fürst Metternich leitete eine Unterhandlung -durch den Egerer Magistratsrath Grüner wegen Verkaufes der Sammlung -mit ihm ein, erwarb sie auch und liess sie im Schlosse Königswart -aufstellen. Huss erhielt eine Leibrente von 300 fl. und wurde Custos -derselben. Auf diese Weise wurde der Grund zu der reichhaltigen und -werthvollen Sammlung im Königswarter Schlosse gelegt. Erwähnung -verdient auch die *Schlosskapelle mit ihrem schönen Marmoraltar. Der -hiezu verwendete Marmor entstammt der durch den Brand vernichteten -Pauluskirche zu Rom und wurde vom Papste Gregor XVI. dem Fürsten -Metternich geschenkt. Von da begeben wir uns zu dem etwa 20 Minuten -nordöstlich gelegenen Städtchen _Königswart_ am Fusse des Glatzberges. - - =Gasthöfe=: »Kaiser von Oesterreich«, »schwarzer Bär«. _Casino_ - Fremden zugänglich. - -Der junge, aufstrebende Curort - - - - -*Königswart - - -liegt auf der Südwestseite eines weitgestreckten, über 948 m hohen, mit -Nadel- und Laubholz leicht bewaldeten Gebirgszuges, des sogenannten -Königswarter Gebirges, das sich halbmondförmig fünf Stunden lang von -Südost gegen Norden und Nordwest ausdehnt. - - =Gasthöfe=: »Hôtel Buberl«, »Hôtel Ott«. Während der Saison: - Brunnen-Musik. - - =Post- und Telegrafen-Amt.= - - =Eisenbahn.= - -Um den Curort ziehen sich, zum grossen Theile in schattige -Waldpromenaden auslaufende Anlagen; sie sind durchaus mit Geschmack -und Geschick arrangirt. Der Ort liegt in einer Höhe, in der -Lungenschwindsucht zu den Seltenheiten gehört, ist also auch als -klimatischer Curort zu empfehlen. Die 6 Quellen gehören mit Ausnahme -der metallfreien _Richards-Quelle_ zur Gruppe der eisenhaltigen -Natronsäuerlinge, beziehungsweise zur Unterabtheilung der sog. -Stahlquellen, unter welchen sie unmittelbar neben Schwalbach und -Pyrmont zu setzen sind. Die Königswarter Quellen liegen 680 m über -dem Meeresspiegel der Nordsee, sie sind demnach die höchst gelegenen -Stahlquellen nicht bloss in Böhmen, sondern auch in Deutschland, -indem sie die von Steben in Oberfranken, welche bisher bei ihrer Höhe -von 633 m als die höchsten daselbst angesehen wurden, noch um ein -Bedeutendes überragen. - -Das Firmament ist in den Sommer- und Herbstmonaten gewöhnlich heiter, -Gewitter kommen verhältnissmässig selten und Nebel nur im Spätherbste -vor. - -_Stahl-_, _Moor-_, _Fichtennadel-_, _Douche-_ und _Dampfbäder_, -Eigenthum des Fürsten Metternich. _Curhaus_, von dem aus man die -herrlichste Fernsicht geniesst. Man sieht links den Arber und den -Osser, rechts bis Eger. Der etwa 3 Stunden entfernte Dillenberg, -äusserster Ausläufer des Böhmerwaldes, sei hier wegen seiner Granaten -und Egerane erwähnt. Das Curhaus bildet den Ausgangspunct mehrerer, -sehr schöner und gut erhaltener, mit Ruhebänken und Wegweisern -versehener Spaziergänge, die nach den verschiedensten Richtungen -hinführen und allenthalben die schönste Aussicht gewähren. Etwa eine -viertel Stunde davon liegt die Ruine _Würschengrün_. - -=Königswart-*Sangerberg= (1½ Stunde). In nordöstlicher Richtung von -Königswart gelangen wir auf einer guten Strasse nach Bad Sangerberg, -das, nur einige hundert Schritte von dem gleichnamigen, durch seinen -Hopfenhandel bekannten Städtchen gelegen, sich als das jüngste aller -nordwestböhmischen Bäder zu entwickeln beginnt. Dasselbe liegt auf dem -Plateau des »_Kaiserwaldes_«, eines von Marienbad bis Schlaggenwald -sich erstreckenden, reich bewaldeten Höhenzuges. Ausgiebige -Eisensäuerlinge -- salinische Moorlager. -- Elegantes Curhaus mit -hübschen Veranden. -- Das Klima des Kurortes ist besonders in den -Sommermonaten ein verwaltend mildes und angenehmes, da der Curort in -einem von Nord und Ost durch sanft aufsteigende Berge vollkommen gegen -rauhere Luftströmungen geschützten Thalkessel liegt. Wegen seiner -Gebirgslage, seiner gesunden, reinen, von harziger Waldluft gewürzten -Atmosphäre hat Sangerberg auch den Charakter eines klimatischen -Gebirgscurortes. - -Sangerberg liegt im Gerichtsbezirke Petschau, in der -Bezirkshauptmannschaft Karlsbad, und ist Sitz eines Telegrafen- und -Postamtes, welch letzteres täglich eine zweimalige Verbindung mit der -zwei Stunden entfernten Eisenbahnstation Königswart unterhält. - -=Königswart-*Marienbad.= Von Königswart gehen wir dem Thiergarten zu -und erreichen vom Parkgitter an nach einem einstündigen Spaziergange -auf der sich durch den Thiergarten hinziehenden Hauptstrasse den Curort -Marienbad, »das Schmuckkästchen unter den böhmischen Badeorten.« - -Marienbad liegt 605 m über der Nordsee in einer von herrlichen -Wäldern eingeschlossenen Thalmulde. Die Luft ist hier immer frisch, -sauerstoffreich, würzig, daher der Gesundheitszustand im ganzen Orte -immer ungemein günstig. - - =Gasthöfe=: Hôtel Klinger. -- Englischer Hof. -- Neptun. -- - Stadt Hamburg. -- Stadt Weimar. -- Stadt Leipzig. -- Stadt - Warschau. -- Hôtel Stern. - - Ausser der Stadt: Pensionat »Casino«, herrliche Lage. Für - israelitische Badegäste sind die Koscher-Restaurationen: Hôtel - Newyork, Delphin, Erhart's Restauration, Blauer Schlüssel. - - =Restaurationen und Café's= in der Stadt: Kursaal, Schloss - Windsor, Tepler Haus, Stadt München, Café zur Waldschlucht. - - =Post- und Telegrafenamt= -- Eisenbahnstation 20 Minuten - entfernt. -- - - =Theater.= Brunnenmusik (Morgens 6 Uhr und Abends 6 Uhr beim - Kreuzbrunnen, Mittags 11½ Uhr bei der Waldquelle, Concerte - und Tanzreunionen im Cursaal; Zeitungslesecabinet, offener - Eintritt gegen Erlag von fl. 2.80 kr. für die Saison. -- 2 - Buchhandlungen mit Leihbibliotheken. -- 2 Wochenblätter. - -=Quellen=: Kreuzbrunnen und noch intensiver wirkend Ferdinandsbrunnen --- beide sind reich an Natronsalzen (an schwefelsaurem Natron, -Chlornatrium und doppelkohlensaurem Natron), dazu Eisengehalt als -blutbildender Faktor. Ihnen zunächst steht die Waldquelle. Bei der -Rudolphs- und der Wiesenquelle treten kohlensaurer Kalk und kohlensaure -Magnesia in den Vordergrund; der Ambrosius- und Carolinenbrunnen -zeichnen sich dagegen durch ihren Gehalt an kohlensaurem Eisenoxydul -aus. Die _Marienquelle_ ist ein Säuerling. Ausser diesen Quellen gibt -es noch mehr als hundert in der Umgegend Marienbads. - -_Bäder_, _Gasbäder_, _Moorbäder_. Die bedeutungsvollste Quelle ist -der Kreuzbrunnen mit einer Kuppelrotunde und daran sich schliessenden -Säulenhallen und mit dem Denkmal Dr. Nehr's, durch dessen eifrige und -unablässige Bemühungen Anstalten zur Austrocknung der sumpfigen Gegend -um diesen Brunnen und zum Schutze dieser Quelle vor wilden Wässern -getroffen, 1807 ein zur Aufnahme von Curgästen eingerichtetes Haus und -das Jahr darauf ein Badehaus gebaut und das ärztliche Publikum auf -Marienbad aufmerksam gemacht wurde. Seitdem ist der Ort in Folge der -starken Frequenz und durch die liberale Unterstützung, mit welcher -das Stift Tepl für denselben eintrat, von Jahr zu Jahr vergrössert -und verschönert worden. Vom Kreuzbrunnen gehen wir an reichhaltigen -Läden vorüber und gelangen durch die Allee nach rechts zur Colonade -des Karolinenbrunnens, wo auch die Röhrenleitung einmündet, welche -das Mineralwasser des eine viertel Stunde weiter südlich am Abhange -des Hamelikaberges gelegenen Ferdinandsbrunnens zur Stadt leitet. Der -Weg zu dem bereits am Ausgange der Marienbader Thalmulde mit schönen -Pavillons und Säulengängen sich erhebenden Ferdinandsbrunnens selbst -zählt zu den anmuthigsten Partien. Wir können dahin entweder auf dem -Pfade über die Höhen des Kreuzberges und des Hamelika am _Göthesitze_, -an dem durch seine herrliche Aussicht bemerkenswerthen Kaffee-Panorama -und am _Schweizerhofe_ (Restauration) vorbei gelangen, oder wir wählen -den bequemeren Weg längs der Thalsohle durch die Ferdinandsstrasse -über das _Bellevue_ (Restauration). Wenige Schritte von der -Karolinenquelle entfernt erblicken wir den kleinen gothischen Tempel -des _Ambrosiusbrunnens_, links davon das _alte Badehaus_ (Mariaquell-, -Moor- und Gasbäder) und rechts das imposante neue Badehaus (Stahlbäder -aus dem Ambrosiusbrunnen und der Carolinenquelle, Bäder aus der -Ferdinandsquelle). Die _*Waldquelle_, der beliebteste Sammelplatz der -Curgäste um die Mittagsstunden, liegt nordwestlich vom Kreuzbrunnen in -stiller, lauschiger Waldschlucht, am linken Ufer des Schneidbaches, und -ist sowohl durch die Waldbrunnstrasse als auch auf dem noch kürzeren, -unmittelbar vom Kreuzbrunnen durch die Alleestrasse und weiter -durch eine herrliche Laubholzallee in wenigen Minuten zu erreichen. -In der entgegengesetzten Richtung wird der Rayon der zur Zeit in -Verwendung stehenden Quellen durch die in den Wiesgründen unweit -der Ferdinandsquelle entspringenden _Rudolfs-_ und _Wiesenquelle_ -abgeschlossen. - -Dem Tepler Abte Reitenberger, der sich um die Versendung der -Marienbader Wässer hochverdient gemacht, wurde in jüngster Zeit ein -Denkmal gesetzt. - -=Sehenswürdigkeiten=: Die _Kirche_, 8eckiger Bau, reich geschmücktes -Innere, Totaleindruck sehr günstig. In der Promenade vor der Front des -neuen Badehauses mit dem Conversationssaal das _Heidlerdenkmal_, ein -Obelisk mit lateinischer Inschrift. - - -Spaziergänge: - -1. Vom Ferdinandsbrunnen aus zur _*Ferdinandsmühle_ (Café Kroha). Hier -bietet sich dem Besucher ein herrliches Bild. - -2. Zurück zum Ferdinandsbrunnen und von da auf dem Pfade durch die -üppigen Wiesengelände, welche die Abhänge des Hamelika von jenen des -Darnberges trennen, in gerader westlicher Richtung auf _Schönau_ zu, -um von da an der Restauration zur »_Stadt Versailles_«, am »_deutschen -Kaiser_« und an den schönen Anlagen und Villen des Casinoparkes vorbei -den Rückweg durch die Kaiserstrasse einzuschlagen. - -3. _*Höhendorfer Höhe_ (1 St.). Auf dem Pfade oberhalb des Panoramas in -östlicher Richtung. Ein herrliches Panorama! Von der Café-Restauration -auf der Höhe übersehen wir die reizende Umgebung Marienbads und lassen -unsere Blicke bis zu den im blauen Nebel verschwimmenden höchsten -Kuppen des Böhmerwaldes und des Erzgebirges schweifen. Rückkehr nach -Marienbad entweder auf dem über die Waldschlucht thaleinwärts führenden -Promenadenwege oder auf der Karlsbader Strasse. - -4. Zur »_König Otto's Höhe_« im Südosten des Darnberges, welcher von -dem Hamelika durch die Mühlgasse und die Wiesengründe des Schneidbaches -getrennt und von zahlreichen Spaziergängen durchschnitten ist, gelegen. -Von der »_Königin Carola's Ruhe_« am Nordostabhange des Darnberges -haben wir einen schönen Ueberblick über Marienbad. Von da in einigen -Minuten über den sogenannten Schneiderrang zum _Försterhause_ am Fürst -Metternich'schen Tiergarten (Restauration). Wir steigen nun auf dem -an dem Försterhause nach Osten führenden Fusswege herab, um an die -oberhalb Marienbads nur eine schmale Thalspalte füllenden Wiesgelände -des Schneidbaches zu gelangen, an welchen, wenige Schritte abwärts, -die Restauration »zur _Waldmühle_« ein trauliches Plätzchen zum Ruhen -bietet. - - -Touren: - -1. _Marienbad-*Podhorn-*Tepl_ (2½ St.) Wir gelangen auf den östlich -von Marienbad gelegenen _Podhornberg_ (838 m ü. d. M.) über die -Hohendorfer Höhe (1½ St.) oder durch das Dorf Abaschin. Der Berg zeigt -in seiner Kegelform und in seiner basaltischen, von lavaähnlichen -Bildungen umlagerten Gesteinsmasse das Gepräge seines vulkanischen -Ursprungs. Er ist in zwei Gipfel gespalten, deren einer die mächtig -aufstrebende, spitz zulaufende Phonolitmasse trägt, während der andere -terrassenförmig mit einem Haine besetzt ist. Im Schatten dieser Bäume -gibt es tempelförmige Pavillons und Ruheplätze. Prachtvolle Aussicht -über die Höhen des Böhmerwaldes, Erz- und Fichtelgebirges. Restauration -im Sommer. Von hier über Ober-Gramling nach Stift _Tepl_, 20 Minuten -von der gleichnamigen Stadt entfernt. Das weitläufige Kloster mit -hübscher Kirche, grosser Orgel, sehenswerther Bibliothek, Brauerei -und grossen Wirthschaftsgebäuden, ist eines der reichsten Klöster -der Monarchie. Unter den daselbst aufbewahrten Raritäten finden -der Becher, woraus Göthe stets den Kreuzbrunnen trank, die von ihm -angelegte und zusammengestellte interessante Mineraliensammlung und -die Originalbriefe Göthes an den trefflichen Uebersetzer der Iliade, -Gymn.-Prof. Zauper, rege Beachtung. Neben dem Kloster ein Gasthof mit -Veranda. Wagen zur Rückfahrt nach Marienbad. - -2. _Marienbad-Petschau._ (4 St. zu Fuss.) Ueber Einsiedl (Kloster -und Mädchenpensionat) durch ein herrliches Waldthal mit zahlreichen, -höchst interessanten Felspartien auf der windungsreichen Kaiserstrasse -zur Restauration _Grünberg_, mitten im Walde und an der Tepl reizend -gelegen, und von da in einer halben Stunde nach Petschau. - - =Gasthöfe=: Zur Krone, zur Post. - - =Post- und Telegrafenamt.= =Postverbindung= mit Karlsbad, - Marienbad, Pilsen, Elbogen. - -Die Stadt liegt an der Tepl in einem herrlichen Thale; die Strassen -von Marienbad, Karlsbad und Pilsen laufen hier zusammen. Auf einem -mächtigen, gegen die Tepel zu steil abfallenden Felsen liegt reizend -das Schloss des Herzogs Beaufort. Oberhalb desselben erhebt sich -malerisch das alte Schloss, welches ursprünglich Slawko von Riesenberg -gegründet, später aber Johann Pflug von Rabenstein, wie sein Wappen -und eine Inschrift zeigt, überbaut und Kaspar Pflug noch bewohnt hat. -Von den angeblich sonst bestandenen vier Stockwerken sind nur zwei -vorhanden. Gegenwärtig ist es von den herzogl. Beaufort'schen Beamten -bewohnt. Es enthält eine ziemlich erhaltene Kapelle mit prachtvollen -Gemälden. Die Stadt wurde während der Hussitenkriege fast ganz -verwüstet und durch Joh. Pflug von Rabenstein unterstützt und wieder -emporgebracht. Am 2. Februar 1621 und 17. Juli 1760 legten grosse -Feuersbrünste die Stadt in Asche. Der in Schönfeld, zwischen Petschau -und Schlaggenwald gelegen, im J. 1802 gebürtige namhafte Violinist -und fruchtbare Komponist Josef Labitzki bildete sich unter Karl Veit -in Petschau im Klavier- und Violinspiel und in der Harmonielehre aus. -Die Umgebung der Stadt ist höchst interessant. Südwestlich vom Orte -_Neudorf_ (1¼ St. von Petschau) sind _Sauerbrunnen_, von welchen -der eine fast alle Eigenschaften des Marienbader Kreuzbrunnens hat. -Bemerkenswerthe Berge sind der _Koppenstein_, der _Galgenberg_ und der -_Huritzberg_. Die Felsarten sind an den beiden Gehängen des Tepelthales -und an den Bergen östlich bis Gängerhäusel, nördlich bis gegen -Millersgrün und westlich bis Tiefenbach _Granit_. Bei diesen Orten wird -der Granit von _Gneis_ begrenzt, welcher sich über das weite Gebiet -des Dominiums erstreckt. Im nördlichen Theile, von Gabhorn, Drosau und -Tepeles anfangend, herrscht wieder _Granit_. - - - - -B. Der Besuch des Erzgebirges von Falkenau aus. - - - - -Falkenau. - - - =Gasthöfe=: Anker, Stadt Prag, Stadt Karlsbad, Herrenhaus, - Krone, 3 Staffeln, Hufeisen, Restauration am Schiesshause. - - =Aemter=: K. k. Bezirkshauptmannschaft, k. k. Bezirksgericht. - - =Eisenbahn=: Knotenpunkt gegen Eger, Karlsbad, Graslitz. Der - Ort kann also von Eger oder Karlsbad aus leicht erreicht und - zum Standorte für Touren in's Erzgebirge gewählt werden. - -Wenn der Tourist mit der Bahn von Eger kommt und die Thalenge zwischen -Königsberg und Dassnitz passirt hat, so eröffnet sich nach letzterer -Station seinen Blicken allmählig eine anmuthige, kleine Ebene, umsäumt -von Bergrücken in einer Höhe von nahezu 948 m. Inmitten dieser Ebene, -»das _Falkenauer Land_« genannt, liegt: - -_Falkenau_ -- Stadt mit 6000 Einwohnern, an der Mündung des -Zwodaubaches in die Eger gelegen und von der Karlsbad-Egerer Strasse -durchschnitten; der Ort besteht aus der eigentlichen Stadt und einer -Vorstadt. Das Schloss ist ein ansehnliches, schon vom Grafen Nikolaus -Schlick im Jahre 1480 gegründetes, aber erst von seinen Nachfolgern -vollendetes, ein regelmässiges Viereck bildendes Gebäude, mit einem -geräumigen Hofe und einer Kapelle. An jeder der vier Ecken des Gebäudes -erhebt sich ein Thurm. Bei dem Schlosse befindet sich ein schöner Park. -Am 23. Juni 1874 wurde die Stadt durch eine verheerende Feuersbrunst -heimgesucht, Welche von den vorhandenen 280 Häusern über die Hälfte -in Asche legte. Heute steht die Stadt freundlicher als je da; breite, -gepflasterte, mit Trottoir versehene Strassen und neue schöne Häuser -entstanden an Stelle der alten, winkligen, engen Gässchen und der -unansehnlichen Häuser mit den russgeschwärzten Schindeldächern. Alles -wird überragt von dem neuen, schlanken Thurme. Am östlichen Ende -der Stadt führt eine neue 132·3 m lange Eisenbrücke auf das linke -Ufer der Eger zum Bahnhofe und Vororte Schönwerth. Das Lobs- und -Zwodauthal sind romantische Gebirgsthäler mit malerischen Fels- und -Waldpartien und laden den Touristen zu lohnenden Streifzügen durch -dieselben ein. Die dichtbevölkerte Umgebung Falkenau's mit den vielen -Dörfern, Kohlenwerken, Glashütten, Spinnereien usw. bietet jedermann -sehr viel Interessantes und Lehrreiches. Aus allem geht hervor, -dass das Gebiet ein lebhafter Industriebezirk, und dass die Stadt -mit ihrer Umgebung in entschiedenem Aufschwung begriffen ist. Der -landschaftliche Reiz hat aber dadurch keine Einbusse erlitten, und es -erscheint Falkenau als Centralpunkt eines bedeutenden Strassennetzes -mit drei Bahnlinien nach westlicher, östlicher und nördlicher Richtung -dem Touristen als ein vortrefflicher Ausgangspunkt für sehr viele -lohnende Spaziergänge und Ausflüge. Eine besondere Zierde der Umgebung -der Stadt ist der Hopfenbau, der die gestreckten Hügel hinter der -Stadt in stundenlangen Reihen ziert, ein unübersehbarer Garten in der -Nähe, ein weitverbreitetes Buschwerk in der Ferne. Diesen Hopfenbau -besang der Naturdichter _Anton Fürnstein_, welcher ein Krüppel war -und hier lebte, über Veranlassung unseres Dichterfürsten Wolfgang von -Göthe. Als dieser im Jahre 1822 über Eibenstock und Falkenau nach -Karlsbad fuhr, traf er mit Fürnstein zusammen und gab ihm den Stoff -zur Bearbeitung. Göthe schreibt über diese Zusammenkunft: »Ich fand -ihn in seinem Sesselwägelchen zusammengekrümmt, ein herzergreifender -Anblick; denn gekauzt, wie er war, hätte man ihn mit einem mässigen -Cubus bedecken können. Er begrüsste mich freundlich, deutete auf sein -Elend und bezeugte guten Muth, indessen ich ihn kaum anzusehen wagte. -Bei flüchtigem Blick musst' ich gar bald erkennen, wie auf diesem -entstellten Körper sich ein Cerebralsystem ausgebildet hatte, womit -eine regelmässige Gestalt gar wohl hätte zufrieden sein können.« -Ueber die Naturdichter überhaupt sagt Göthe: »Unsere Naturpoeten -sind gewöhnlich mehr mit rhythmischen als dichterischen Fähigkeiten -geboren; man gesteht ihnen zu, dass sie die nächste Umgebung treulich -auffassen, landesübliche Charaktere, Gewohnheiten und Sitten mit -grosser Heiterkeit genau zu schildern verstehen, wobei sich denn -ihre Produktion, wie alle poetischen Anfänge, gegen das Didaktische, -Belehrende, Sittenverbessernde gar löblich hinneigt.« Von Fürnstein -fügt er noch hinzu: »Alle seine Produktionen schmückt eine gewisse -Anmuth, die das unternommene Ganze zu beleben weiss; da ist Gegenwart -der offenen Natur, Behagen sich beschränkender Geselligkeit, Genuss und -Hoffnung, und bei allem ein menschlicher, edler Ernst, dem eine reine -Gottesverehrung gar wohl ansteht.« Das Gedicht »Der Hopfenbau« ist -Fürnstein ganz gelungen. Göthe schreibt darüber: »Wie er die Aufgabe -gelöst, wie er thätig beginnt und alles, was zu thun ist, eins nach -dem andern einschärft, dabei ein sittliches Wort mit einschlingt und -immer so fortfährt und diese Reben den Weinreben anzunähern versteht, -bedarf keiner Auslegung; das Ganze liegt hellheiter und unter sonnigem, -günstigem Himmel und wird von einem jeden an Ort und Stelle, besonders -zu recht thätiger Arbeitszeit, gewiss mit dem grössten Interesse -empfunden werden. Ich möchte diese Gedichte die aufsteigenden nennen; -sie schweben noch am Boden, verlassen ihn nicht, gleiten aber sanft -darüber hin.« Wenn man diese günstigen Urtheile Göthes und die -Schwierigkeiten, unter welchen sich Fürnstein die Mittel zu seiner -Fortbildung verschafft, in's Auge fasst, so muss man zu dem Urtheile -kommen, dass er eine nicht unbedeutende Persönlichkeit und einer -Erinnerung werth ist. - - -Spaziergänge: - -_Falkenau-*Hartenberg._ Wir gehen von Falkenau auf der -Heinrichsgrün-Graslitzer Strasse in das 20 Min. entfernte Dorf Zwodau. -Von hier aus können wir verschiedene Wege nach Hartenberg einschlagen. -Zunächst führt die Gossengrüner Bezirksstrasse dahin. Fünf Minuten -hinter Zwodau liegt das zu diesem Orte gehörende _Davidsthal_ mit den -Kohlenwerken und der Glashütte des Barons David von Starck. In etwa -20 Minuten gelangen wir auf der Strasse, welche fortwährend sanft -ansteigt, nach _Josefsdorf_, oberhalb welches Dorfes eine Seitenstrasse -rechts zum Schlosse und Dorfe _Hartenberg_ abbiegt. - -Ein viel angenehmerer Weg ist der durch den _Theinwald_. Wir gehen -von Zwodau in der Richtung gegen Lanz an dem Peter'schen Kohlenwerke -vorüber zum Walde, durch welchen ein sanft ansteigender Weg führt. -Hierauf schreiten wir über eine weite, zum Dorfe Thein gelegene -Lichtung (einen sandigen Feldcomplex) in den Theinwald und gelangen, -dem breiten Waldwege folgend, zu einer im Querthale gelegenen Mühle, -von welcher aus links ein Fussweg durch dasselbe an die Zwodau führt, -welche wir bei der _Herrenmühle_ auf einem Stege übersetzen. In fünf -Minuten gelangen wir in der Richtung nach Falkenau -- also zurückgehend --- auf den Bahnhof _Hartenberg_. - -Ein dritter Weg führt an der Schmieger'schen Schafwollspinnerei in -Zwodau vorüber über den Steinberg durch die kleinen, aber schön -gelegenen Orte _Sandhäuser_ und _Wörth_, wo die Zwodau überschritten -wird, und schliesslich an der Bahnstrecke bis Hartenberg. Die Eisenbahn -kann auch zu diesem Ausfluge benützt werden. Selbe überschreitet die -Zwodau gleich hinter dem Falkenauer Stationsplatze, hat bei Zwodau die -Station Zwodau-Davidsthal, tritt unweit des Stationsplatzes wieder -an das linke Zwodauufer, bald hierauf an das rechte und fährt fast -unmittelbar am Zwodauflusse in dem schönen Zwodauthale an dem Orte -Wörth vorüber nach Hartenberg. - -Vom Hartenberger Bahnhofe führt eine Strasse an dem unteren Gasthause -»zum Schlossberge« in einem Seitenthale aufwärts. Am rechten -Bergrücken kommen wir zur _Götheruhe_, wo der grosse Dichter seinen -siebzigsten Geburtstag feierte; von dieser präsentirt sich das gräflich -Auersperg'sche Schloss am schönsten. Die romantische Lage dieses auf -einem Felskegel stehenden alten Schlosses mit einem zwar kleinen, aber -reizenden Schlossgarten, die prächtigen, sorgfältig gepflegten Laub- -und Nadelholzwaldungen, die herrliche, reine Gebirgsluft, der tiefe -Friede in den Seitenthälern und die historischen Erinnerungen, die -sich an diesen schönen Erdenwinkel knüpfen, machen Hartenberg zu dem -beliebtesten und besuchtesten Ausflugsorte der Umgebung. An einer Birke -ist die Aufschrift zu lesen: »Unter dieser Birke pflegte der grosse -Dichter Joh. Wolfgang von Göthe während seines Aufenthaltes im Schlosse -Hartenberg öfters zu ruhen.« Von da führt die Strasse nun am Bräuhause -vorüber in einer scharfen Biegung auf den Schlossberg mit dem Dorfe -Hartenberg und dem Schlosse, dessen Theile aus verschiedenen Zeiten -zu stammen scheinen. Sehenswerth ist die Schlosskapelle, der kleine, -terrassenförmig angelegte Garten und der unweit des Schlosses angelegte -Gemüsegarten als schöner Aussichtspunkt. - -Von Hartenberg aus führt ein Weg auf den _Pichlberg_, an dessen -südwestlichem Abhange das Dorf gleichen Namens liegt. Hier haben wir -eine schöne Fernsicht nach allen Seiten. - -_Falkenau-Lobsthal._ Wir gehen von Falkenau entweder auf der am -Schlosse vorüberführenden Lauterbacher Bezirksstrasse in südöstlicher -Richtung oder auf dem Fusswege längs des Lobsbaches zum Dorfe -_Schäferei_, von wo aus die Strasse durch das an beiden Seiten des -Lobsbaches gelegene Dorf _Wudingrün_, an dessen Ende, aber bereits im -engen, theilweise schöne Felsenpartien bergenden Thale, das romantisch -gelegene Gasthaus »zum Eisenhammer« sich befindet. - -Von _Falkenau nach Königswerth, über Teschwitz, *das Schiesshaus_ und -zurück (1¼ St.) - -In nordöstlicher Richtung führt am linken Egerufer ein Weg an dem -Vororte Schönwerth (mit Obst- und Gemüsebau) vorüber nach dem Orte -_Königswerth_ (mit Obstbau); von da setzen wir auf einem Kahne -über die Eger in das gegenüberliegende Teschwitz (mit Obstanlagen), -spazieren auf einem schönen Feldwege am _Klingerwäldchen_ vorbei -zum Schiesshause mit schönen Anlagen. Auf einem Felsen oberhalb des -herrlich gelegenen Schiesshauses finden wir ein _Gloriett_. Prächtige -Rundsicht! - - -Touren: - -_Falkenau-*Sangerberg._ Diese südliche Tour empfiehlt sich zu Wagen -durch das _Lobsthal_ nach _Lauterbach_ und von da nach dem neu -aufstrebenden Curorte _Sangerberg_. (Für Fussgänger ½ Tag.) - -_Falkenau-Crudum._ Am besten besteigen wir den sagenhaften Crudum 830 m -vom Lobsthale aus, indem wir die Strasse nach Lauterbach oberhalb der -gräflich Nostitz'schen _Brettsäge_ verlassen und links den Weg, der -zum Dorfe Kohling hinaufführt, einschlagen. In diesem Dorfe führt uns -jedes Kind zum Triangulirungspunkte (im Volksmunde »zur Lärmstange«). -Der Ausblick ist um so überraschender, als der Weg fast bis zur Spitze -durch Wald führt, und die Aussicht erst kurz vor dem Gipfel des Berges -frei wird. - -_Falkenau-Schwanderberg_ (735 m). Der Schwanderberg ist der Nachbar des -Crudum; wir besteigen ihn auf der anderen Seite des Lobsthales über -_Wudingrün_, _Grün_ und _Schwand_. - -_Falkenau-*Kapellenberg_ rechts und *Rabenstein links von Steinbach. -Eine noch schönere und umfassendere Aussicht, als die zwei Berge der -voranstehenden Partien bieten, geniessen wir auf das Fichtelgebirge, -das Egerland, das Vogtland, das in Terrassen aufsteigende Erzgebirge -mit dem Sonnenwirbel und die Gebirge hinter Karlsbad von dem -_Kapellenberge_ rechts von Steinbach und in noch grossartigerer -Weise vom _Rabenstein_ links von Steinbach. Der Weg nach Steinbach -führt von Falkenau über _Reichenau_ und _Prösau_, wo es gerathen -ist, sich den nächsten Weg auf den Kapellenberg zeigen zu lassen. In -dem Dorfe Steinbach befindet sich ein Jagdschloss des Grafen Nostitz -mit einer Sammlung von ausgestopften, von dem Grafen oder dessen -Forstbediensteten geschossenen Thieren. Von hier aus können wir -auch einen Abstecher in das noch 30 Minuten entfernte _Kirchenbirg_ -machen und daselbst das Schloss des Barons Henneberg mit Orangerie, -Obstanlagen und Bräuerei besichtigen. Rückweg über _Reichenau_, wo sich -grossartige Braunkohlenwerke und Tafelglashütten des Barons David von -Starck, Radler's Kohlenwerke und eine Wachsfabrik des Dr. Pilz befinden. - -_Falkenau-Maria-Kulm_ in westlicher Richtung mit der Bahn über -Dassnitz. Schöner Rückweg zu Fuss über das Dorf _Haselbach_, von wo -aus wir einen hübschen Blick in's Eger- und Zwodauthal geniessen. -Maria-Kulm (siehe Franzensbad-Maria-Kulm). - -_Falkenau-Mostau_ ist eine Fortsetzung der früheren Tour, wenn wir den -Rückweg nicht zu Fuss zurücklegen und von Königsberg mit der Bahn nach -Mostau-Nebanitz fahren. In Mostau empfiehlt sich die Besichtigung der -Musterwirthschaft des Gutsbesitzers Ritter von Komers. Grosser, schöner -Park. Rückweg mit der Bahn. - -_Falkenau-*Elbogen._ Unterhalb Falkenau nahe dem Dorfe Königswerth -verengt sich das Egerthal wieder, und Fussgänger lieben es, durch diese -Thalenge nach Altsattel und Elbogen zu wandern. - -=Elbogen=, königliche Stadt, nach der Volkszählung im Jahre 1869 mit -3257 Einwohnern. - - =Gasthäuser=: Rother Hirsch, Weisses Ross, beide am Marktplatz; - Scherbaums Gasthaus bei der Kettenbrücke. - - =Eisenbahn=: Buschtiehrader, verbunden mit der Stadt und der - Station Neusattel durch die Elbogner Localbahn. - - =Postverbindung=: Schlaggenwald, Schönfeld (Eilfahrt) und von - da nach Petschan (Botenfahrt). - - =Aemter=: K. k. Bezirksgericht. -- Revierbergamt. - - =Schulen=: Oberrealschule, Volksschule. - - =Post- und Telegrafenamt.= - -Die Stadt liegt auf einem steil gegen die Eger abfallenden Felsen -am linken Ufer des Flusses, welcher sie in Gestalt eines Elbogens, -daher der Name, umfliesst. Sie besteht aus der inneren Stadt und den -beiden Vorstädten _Rabitsch_ und _Littmitz_. Hier befindet sich die -zweitälteste Kettenbrücke in Deutschland und Oesterreich (die älteste -ist die zu Freiburg). Der Grundstein zu derselben wurde am 18. Juli -1834 gelegt. Ihre Höhe über dem Wasserspiegel beträgt 12·7 m. Das -Mauerwerk dabei ist von Granit, die Eisenbestandtheile wurden auf -den Eisenwerken der Herrschaft Rothenhaus erzeugt. Die Localbahn, -welche durch das reizende Grünlasthal an den reichen Kohlenlagern -des Vincenzi- und Helenenschachtes, an der Siemen'schen Glasfabrik, -einer Ziegelei und einer chemisch-technischen Fabrik vorbeifährt, ist -die erste in Oesterreich. Das Consortium, welches die Bozen-Meraner -Bahn in Südtirol baute, führte diese Bahn, welche Elbogen dem grossen -Weltverkehre wieder etwas näher gebracht, auf seine Rechnung aus, und -der Ingenieur, der den Bau leitete, führt einen berühmten Namen. Er -heisst _Schwind_ und ist der Sohn des berühmten Malers, dem die »Schöne -Melusine« und die »Sieben Raben« ihren Ursprung verdanken. Ingenieur -Schwind hat sich in einer der Villen am Fusse der Stadt und in der Nähe -der Eger angesiedelt. - -Auf dem Rathhause wird eine merkwürdige Masse von _Meteoreisen_ -aufbewahrt, welche seit Jahrhunderten unter dem Namen des »verwünschten -Burggrafen« bekannt gewesen ist. Der Volkssage nach soll nämlich im -Mittelalter ein königlicher Burggraf zu Elbogen die Unterthanen mit -grosser Härte behandelt haben, deshalb öfters von diesen verwünscht -worden, und diese Verwünschung eines Tages in Erfüllung gegangen -sein. Als nämlich der Burggraf die Frohnpflichtigen mit der Glocke -zur Arbeit rufen wollte, sei er plötzlich durch einen vom Himmel -herabfahrenden Blitz getödtet und in jene Metallmasse verwandelt -worden. Der Aberglaube schrieb ehemals dieser Masse, die in einem -Gewölbe des Schlosses lag, sogar Zauberkräfte zu, und man behauptete, -dass sie zu gewissen Zeiten leichter, zu anderen wieder schwerer würde, -dass sie, wenn sie in den 41·7 m tiefen Schlossbrunnen geworfen würde, -immer wieder zum Vorscheine komme u. dgl. m. Der k. k. General Johann -von Werth liess, um sich davon zu überzeugen, im 30jährigen Kriege den -Klumpen in den Schlossbrunnen werfen, aus welchem er jedoch später -wieder herausgezogen und in's Schloss gebracht wurde. Im J. 1742 warfen -die Franzosen die Masse abermals in den Schlossbrunnen und hier blieb -sie bis 1776, wo sie wieder heraufgeholt und nunmehr auf dem Rathhause -aufbewahrt wurde. Im J. 1811 kam der damalige Professor der Chemie am -ständischen technischen Institute zu Prag, K. A. Neumann, nach Elbogen, -liess sich ein Stückchen von der Masse zu chemischen Untersuchungen -mittheilen und erkannte durch dieselbe, dass sie Meteoreisen sei, was -auch bald darauf durch den Chemiker von Klaproth und den Physiker Dr. -Chladni bestätigt wurde. Später wurde die Masse in zwei ungleich grosse -Stücke zertheilt, von welchen das grössere, etwa 150 Pfund schwere, an -das k. k. Naturalien-Cabinet in Wien abgeliefert wurde, das kleinere -aber von 40 Pfd. sich noch auf dem Rathhause befindet. - -Das _Schloss_, von seiner felsigen Lage ehemals Stein-Elbogen genannt, -soll ursprünglich schon um das Jahr 870 von den mit den Herzogen von -Bayern verwandt gewesenen Markgrafen von Vohburg gegründet worden sein, -denen bis in's XII. Jahrhundert der ganze Egerische und Elbogner Bezirk -gehörte. - -Berchthold, Markgraf von Vohburg, starb in der 1. Hälfte des XII. -Jahrhunderts ohne männliche Erben, und das Elbogner Gebiet fiel nunmehr -an den Kaiser Friedrich I., welcher sich 1149 mit Adelheid, einer -Tochter des Verstorbenen, vermählt hatte. Als er aber 1153 sich von -dieser seiner Gemahlin durch die Kirchenversammlung zu Kostnitz hatte -scheiden lassen, nahmen die Verwandten derselben, die Herzoge von -Bayern, die hinterlassene Herrschaft Berchtholds in Anspruch, und es -gelang ihnen auch, zum Besitz derselben, namentlich von Elbogen und -Eger zu gelangen. - -Unter Rudolph von Habsburg wurde es an die böhmische Krone verpfändet. -König Wenzel I. verlieh 1246 die von ihm neuerbaute Pfarrkirche zu -Elbogen sammt allen Einkünften dem neuen Orden der Kreuzherrn mit -dem rothen Sterne. Zu Anfang des 14. Jahrhunderts wurde Elbogen ein -Eigenthum der Könige von Böhmen. König Johann von Luxemburg erhielt -die Kunde, dass ihm seine Gemahlin Elisabeth die Krone zu entreissen -trachte, und zog wuthentbrannt gegen das feste Schloss Elbogen, den -Aufenthalt der Königin, und liess es ohne weiters stürmen. Obgleich -sich herausgestellt, dass diese Anklage alles Grundes entbehrte und -nichts als eine schändliche Verleumdung war, wurde sie doch von ihren -Kindern gewaltsam getrennt und musste ihren Aufenthalt in Melnik -nehmen. Johanns Nachfolger, Karl IV., zeigte sich der Stadt Elbogen -stets sehr gewogen. Er erneuerte derselben im J. 1352 alle unter -seines Vaters Regierung verbrannten Urkunden und verlieh ihr die -Steuerfreiheit unter der Bedingung, dass ihm bei seiner Anwesenheit in -Elbogen jährlich einmal 5 Pfund schwäbische Heller in einem hölzernen -Becher überreicht werden müssen. Becher und Münzen sind heute noch im -Rathhause aufbewahrt. - -Während der Hussitenkriege scheint Elbogen belagert, aber nicht -eingenommen worden zu sein. - -Nach verschiedenen Streitigkeiten gelangte das unter Kaiser Sigmund -verpfändete Elbogen im J. 1547 wieder an die Krone Böhmens, und der -damalige Kaiser Ferdinand I. verlieh der Stadt die Erlaubniss, einen -Jahrmarkt zu halten. - -In dem dreissigjährigen und dem österreichischen Erbfolge-Kriege hatte -Elbogen viele Drangsale zu bestehen. - -Im Jahre 1725 legte eine verheerende Feuersbrunst die ganze Stadt bis -auf einige Häuser in Asche. - -Auch die Kirche brannte nieder. Ihr Neubau erfolgte 1728. Das -prachtvolle Altarblatt, Ermordung des hl. Wenzel, ist vom berühmten -Maler Brandl gemalt. - -Die St. _Johanneskirche_ bestand schon im 14. Jahrhunderte, wurde -aber baufällig und 1854--1857 neu erbaut. Der angrenzende Friedhof -wurde aufgelassen und 1877 ein neuer auf dem Goldberge angelegt. Die -St. _Annakapelle_ wurde 1742 in Folge eines Gelübdes gebaut. Der -französische General Armentiers belagerte in diesem Jahre die Stadt. -Die geängstigten Bewohner veranstalteten am 26. Juli eine Procession -und gelobten zugleich nach Rettung aus dieser Bedrängniss der hl. Anna -zu Ehren eine Kapelle zu bauen, was auch geschehen ist. Es kam zur -Capitulation; aber die Stadt wurde in keiner Weise geschädigt. - -Wo derzeit die St. _Wolfgangskapelle_ steht, war vor alten Zeiten -eine Kirche, die von den Hussiten und Schweden zerstört wurde. Die -Muttergotteskapelle stammt aus neuerer Zeit. - -Mitten am Ringplatze steht die schöne _Dreifaltigkeitsstatue_, 1719 vom -Stadtrathe errichtet. - -Elbogen besitzt zwei schöne und geräumige Schulgebäude für eine -Oberrealschule, im J. 1840, und für eine Volksschule, im J. 1867 erbaut. - -=Sehenswürdigkeiten=: _Das alte Schloss_, bestehend aus dem Wartthurm, -dem Schlossgebäude und dem Markgrafenhaus. Als es im J. 1792 in -ein Kriminal-Strafhaus umgewandelt wurde, fielen die hohen Thürme, -Spitzdächer und der grösste Theil des Mantelgebäudes des Wartthurmes -diesem Umbaue zum Opfer. - -Das _Rathhaus_, 1685 erbaut. In demselben werden, wie aus dem -Voranstehenden hervorgeht, aufbewahrt: - -_a_) Der steinerne Burggraf, ein Meteorstein. - -_b_) Ein hölzerner, verzierter Becher und einige Münzen aus dem Jahre -1352. - -Die _Porzellanfabrik_, im J. 1815 von Rudolph und Eugen Haidinger -gegründet. - -Die _Spaziergänge_ um die Stadt an beiden Egerufern sind reizend. -Auf die bepflanzten und bewaldeten Höhen führen gut angelegte Wege. -Durch das Geyersbachthal zum neuen Schiesshause, in das felsige Zech- -und das oberwähnte Grünlasthal sind Spaziergänge wegen der sich hier -darbietenden Mannigfaltigkeit besonders zu empfehlen. Wenn man auf der -von Karlsbad steil abfallenden Strasse kommt und plötzlich Elbogen vor -sich sieht, glaubt man zu träumen. Das ist die reine Romantik, die -einem ganz unerwartet entgegentritt. Ganz Böhmen hat kein schöneres -Städtebild aufzuweisen. Der Fluss, die Kettenbrücke, die in fabelhafter -Höhe über ihn gespannt ist, die alte, schwarze Burg dahinter, die -Stadt, welche in Gestalt eines regelrechten Halbbogens sich zu Füssen -dieser Burg ausbreitet, mit ihren Gärten und Villen bis dicht an die -das ganze Bild in Ellenbogenform umspannende Eger vordringt, während -sich die waldbedeckten Berge jenseits der Strasse, welche die Stadt -parallel mit dem Flusse einrahmt, malerisch abheben -- das alles gibt -ein Bild, wie es nicht schöner gedacht werden kann. Darum wird der -Spaziergang gegen Horn allen denen, welche nicht von Karlsbad nach -Elbogen kommen, sich aber den herrlichen Anblick der Stadt von da aus -nicht versagen wollen, besonders empfohlen. Sehr lohnend ist auch der -Weg zum _Hansheiling_ am linken Egerufer oder über den Ziegenruck. - -Empfehlenswerthe Aussichtspunkte sind: - -_a_) Der Mühlacker; - -_b_) der spitzige Stein; - -_c_) der Robitschberg und - -_d_) die Terrasse im Gasthause zum »weissen Ross«, von welcher -die, Elbogen südwestlich, südlich und südöstlich im engen Gürtel -umschliessenden Berge ein prachtvolles Panorama geben. - -_Falkenau-Gossengrün_ (auf der Strasse in nordwestlicher Richtung gegen -Schönbach in 2 Stunden). Der Ort Gossengrün zählt etwa 2000 Einwohner, -welche sich von der Landwirthschaft und der Spitzenklöppelei ernähren. - - =Gasthaus=: Philipp Locke's Gasthaus. - - =Postverbindung=: Gossengrün-Hartenberg; Gossengrün-Schönbach. - -Ausflug von Gossengrün nach Leopoldshammer im Leibitschthale (siehe -Schönbach-Leibitschthal). - -_Falkenau-Bleistadt_ (mit der Bahn -- Entfernung etwas über 1 Meile). - - =Gasthäuser=: Zum städtischen Rathhaus. -- Wilh. Gerstners - Restauration. - - =Eisenbahnverbindung= mit Falkenau und Graslitz. - -_Bleistadt_ ist eine alte Bergstadt und zählt 1400 Einwohner. Die Stadt -führt den Namen von dem hier früher betriebenen, nunmehr aufgelassenen -Blei-Bergbau. Gegenwärtig fristen die Bewohner ihr karges Dasein mit -Spitzenklöppeln. Auf den zahlreichen Halden findet der kundige Wanderer -bleihaltige Gesteine und sogar Stücke reinen Erzes. - -=Sehenswürdigkeiten=: Nachstehende Privilegien: von den Kaisern -Rudolph II. 1524, Ferdinand 1558, Mathias 1613, Ferdinand III. 1652 -und Joseph II. 1785. Auch ist in der im Jahre 1524 vom Kaiser Rudolph -II. gegründeten Kirche Sct. Michael ein Wappen in Farben an dem rechts -vom Hochaltare befindlichen Fenster von den Geheim-Brüdern Paulus, -Christof und Friedrich, Bürgern des Rathes der Reichsstadt Nürnberg, -zum Andenken »ai 1603« zu sehen. - -=Aussicht=: Von dem Bergrücken bei Liebenau, Obergrünles und Neuhäuser -aus lässt sich grosse Umschau halten über das Erzgebirge bis gegen -Platten, dann gegen Karlsbad, die interessante Burgruine Engelhaus, -Lauterbach bei Einsiedel und über das Egerland. - -_Falkenau-*Heinrichsgrün_ -- Gebirgsstadt, 2250 Einwohner. - - =Gasthäuser=: Wilder Mann, grüner Heinrich. - - =Post- und Telegrafenamt= -- Domainen- und Forstverwaltung des - Grafen Erwein Nostitz. - -Von Falkenau aus erreichen wir Heinrichsgrün auf der Aerarialstrasse, -welche durch die Dörfer Lanz, Waldl und Unter-Neugrün sanft ansteigt -und von Neu-Grün an, auf beiden Seiten von den schönsten Wäldern -begrenzt, bis zur Stadt führt. Diese liegt auf einer kleinen -Gebirgsebene an einer Thalschlucht, welche sich in langen Zügen in's -Zwodauthal erstreckt und das Lochthal genannt wird. Hier blühte in -früherer Zeit der Bergbau. Der Tourist möge uns nun auf unserem Gange -begleiten. Wir statten zuerst der im Spitzbogenstyl erbauten Kirche -St. Martin einen Besuch ab; dann besichtigen wir die im J. 1877 auf -Veranlassung des hochverdienten Erzgebirgsfreundes Herrn Ritter von -Dotzauer von dem Central-Comité zur Beförderung der Erwerbsthätigkeit -der böhmischen Erz- und Riesengebirgsbewohner in Prag errichtete -Spitzenschule, in welcher Idrianer Spitzen kunstgerecht erzeugt -werden. Nun gehen wir durch die Schlossgasse zu dem nördlich von der -Stadt gelegenen gräflich Erwein von Nostitz'schen Schlosse. In diesem -befinden sich zwei alte Bilder, welche Scenen aus dem Graslitzer -Bergbau darstellen. Auch finden wir hier ein Bild, genannt die grosse -Dame, von der die Sage erzählt, dass sie in einem der Eckthürme des -Schlosses lebendig eingemauert wurde. Sämmtliche gräfliche Zimmer -sind mit prachtvollen Hirschgeweihen ausgeschmückt. Nach einer kurzen -Wanderung durch den Park, der das Schloss umgibt, kommen wir in eine -schöne Allee, welche uns zum _gräflichen Thiergarten_ führt. - -Kurz vor dem Thiergarten biegt eine Bezirksstrasse nach rechts ab, -zieht sich durch theilweise schöne Waldungen in auf- und absteigender -Linie ausserhalb desselben hin und führt bei dem an der Ausgangseite -des Gartens gelegenen Teiche, von welchem sich ein weiter unten -bezeichneter Weg nach Schindelwaldel und Rothau abzweigt, vorbei. -Am Eingange in den Thiergarten (mit Erlaubniss der Forstinspection -passirbar) stehen zwei Forsthäuser, und von diesen aus ziehen sich -schöne, wohlerhaltene Wege durch alle Theile des weiten Gartens. -Hier nehmen wir die herrlichsten und mannigfaltigsten Partien wahr. -Dichte Fichtenwaldungen wechseln mit den saftigsten Wiesen ab, auf -denen Heerden von Hochwild weiden. In der Mitte des Thiergartens -steht malerisch das Jagdschloss, der Sommeraufenthalt der gräflichen -Familie. Von den Fenstern des Hauptgemaches geniesst man die Aussicht -auf eine reizende Scenerie des Gartens. Nicht uninteressant ist -auch die Eremitage, von welcher sich eine schöne Aussicht in das -Rothauthal eröffnet. Vom Jagdschlosse aus führt eine Strasse nach -dem nördlichen Ausgange des Thiergartens und schliesst sich da an -die oberwähnte Bezirksstrasse nach Schindelwaldel und Rothau an. Die -grossen Eisenwerke daselbst sind sehenswerth. Das erste Werk, zu -dem wir gelangen, ist die Zinnerei. Im Thale, kurze Strecke weiter -abwärts, steht der Hochofen mit der Eisengiesserei und unweit davon -die Dreherei. Nach etwa einer Stunde kommen wir zur Neuhütte. Von -da aus gelangen wir nach kurzem Gange auf die Kaiserstrasse, die -von Heinrichsgrün nach Graslitz führt. Beiderseits von hohen Bergen -eingeschlossen führt uns die bequeme Strasse in das _Annathal_, wo -der Rothaubach in die aus Sachsen kommende Zwodau mündet. Am rechten -Ufer der Zwodau liegt der Bahnhof, nach welchem von Heinrichsgrün aus -zweimal täglich die Post verkehrt. Auf unserer Retour-Wanderung aus -dem Annathal nach Heinrichsgrün erblicken wir links einen Basaltkegel, -den _Kernberg_, von dem aus man den grössten Theil der gemachten -Wanderung übersehen kann. Erwähnenwerth ist noch das Dorf _Altengrün_, -südlich von Heinrichsgrün gelegen, von welchem aus sich dem Auge eine -prachtvolle Aussicht in's Egerland darbietet. - -4. _Falkenau-*Graslitz_ (mit der Bahn oder zu Fuss über Bleistadt, von -da über Horn und Heinrichsgrün nach Graslitz). - -_Graslitz_, eine freie Bergstadt, in welcher bereits im J. 1370 der -Bergbau auf Kupfer rege geworden. Im J. 1437 hat Caspar Schlick die -Herrschaft übernommen. Im J. 1527 ging solche an Hieronymus Grafen -Schlick durch Kauf über. Im J. 1570 gelangte diese Stadt mit ihren -bereits bestehenden und durch eine Schlick'sche Bergordnung geregelten -Bergbauen in den Besitz der gräflich Schönburg'schen Familie. -August Graf Schönburg erliess eine neue Bergordnung 1601, welche -grösstentheils der Joachimsthaler nachgebildet ist. Schon damals -waren 2000 Bergleute, 100 Steiger, beim Baue beschäftigt und eine aus -zahlreichen Bergbeamten bestehende Berghauptmannschaft aufgestellt. Von -der damaligen Grossartigkeit der Bergbaue geben die vielen Stollen und -Halden den besten Beweis. Der Abbau und die Schmelzung der Schliche zu -Schwarzkupfer geschah durch Gedingarbeit und wurden 3 bis 5% Kupfer aus -dem Centner Erz herausgebracht. - -Graslitz ist jetzt eine bedeutende Industriestadt, zählt nach der -letzten Volkszählung vom J. 1870 6549 Einwohner. Die verschiedenen -Industriezweige sind: Musikinstrumenten-, Spitzenerzeugung, -Stickerei, Baumwollspinnerei, Schafwollwaarenerzeugung, Bleicherei, -Färberei, Druckerei. Hervorragende Fabriken: Maschinen-Stickerei, -Baumwollspinnerei, Schafwollwaarenfabrik, bedeutende Fabrication für -Musikblas- und theilweise Streich-Instrumente, Kindermusikinstrumenten, -Perlmutterknopf-Erzeugung und Fabrication von Mundharmonikas. - - =Aemter=: K. k. Bezirkshauptmannschaft, k. k. Bezirksgericht, - k. k. Haupt-Zollamt, k. k. Post- und Telegrafenamt; - Eisenbahn-Endstation der Buschtiehrader Bahn. - - =Gasthäuser=: Kaiser von Oesterreich, Herrenhaus. - _Restaurationen:_ Räumermühle mit schönem Echo; Kaisergarten - und zwei an der Bahnhofstrasse. - -=Sehenswürdigkeiten=: Die _Pfarrkirche_, in der Kanzel und Taufbecken -künstlerischen Werth haben. Das Altarbild »Abendmahl Jesu« ist von -Brandl. Das _Schulgebäude_ der Volks- und Bürgerschule mit dem -interessanten _*Museum_, Musikschule, welche sich eines bedeutenden -Rufes erfreut und zur Hebung der Musikinstrumentenfabrication -wesentlich beiträgt. _Armenhaus_, Spital, Friedhof. - - -Spaziergänge: - -Nach dem Hausberg, lohnend wegen der schönen Aussicht. Dort ist die -_Richardshöhe_ mit einer Gedenktafel, so benannt nach Herrn Ritter von -Dotzauer, Handelskammerpräsidenten in Prag, einem geborenen Graslitzer, -der sich um seine Vaterstadt und das ganze Erzgebirge so verdient -gemacht, dass sein Name in den Blättern der Geschichte dieses Gebirges -für ewige Zeiten mit goldenen Lettern eingegraben bleiben wird. Gleich -darüber befindet sich auf der Sängerhöhe ein Obelisk und unweit davon -ein Gloriett, von dem aus wir einen herrlichen Ausblick über die -Umgebung geniessen. - -Auf dem Hausberg stand einst ein Raubritterschloss, das im J. 1412 von -Tuchknappen und Metzgern aus Eger zerstört wurde. Ueberreste eines -Brunnens sind die letzten Spuren dieses Schlosses. - -Auf dem Glasberge, welcher dem Hausberge gegenüber liegt, befinden sich -im »Holzhau« zwei auf einander liegende Granitblöcke, die Quarkquetsche -genannt, welche sich der Sage nach bei einem heftigen Sturme bewegt -haben. Nicht weit vom »Holzhau« befinden sich die Katzenfelsen, -zwei aus Granitsteinen aufgethürmte Hügel, und weiter in gerader -Linie kommen wir in die Nähe der Stadt und zum »Gesteinlicht«, einem -spitzigen Felsen, wo sich uns ein herrlicher Blick über die Stadt und -das Zwodauthal eröffnet. - -Die Partie von Graslitz auf den _*Muckenbühl_ (¾ St.) 944 m hoch, ist -zu empfehlen; man erreicht seine 470 m über dem Zwodauthale liegende, -mit grossen Granitblöcken übersäete Kuppe ohne alle Anstrengung, da -seinerzeit der Herr Graf Nostitz von Heinrichsgrün Stufen einhauen -liess. Dieser interessante Berg gewährt eine hübsche Aussicht, die -nach Osten bis zum Sonnenwirbel, nach Südost über das nahe Schönlind -und Kohling hinweg nach Karlsbad reicht und darüber hinaus noch -den Phonolithberg Engelhaus mit der grossartigen, weit sichtbaren -Burgruine und das Giesshübler Schloss erkennen lässt. - -Südwestlich von Graslitz (1 St.) liegt _Schönau_ mit der -Wallfahrtskirche zum hl. Jakob dem Grösseren. Ein im J. 1688 gedrucktes -und hier aufbewahrtes Gebetbuch gibt einen dunklen Aufschluss über -diesen Gnadenort. Interessant sind die um die Kirche gepflanzten, sehr -alten Linden. - - -Touren: - -_Graslitz-*Klingenthal_, unmittelbar an der Grenze, wird durch das -Zwodauthal in ¾ St. erreicht. - -_Klingenthal_ 576 m Seehöhe, hat 2700 Einwohner. - - =Gasthöfe=: Brauner Hirsch, zum alten Schloss, zur Post, zum - heiteren Blick, vulgo das Lämpl, mit Aussicht, die Hacke - (originelles und stark besuchtes Local mit vorzüglichem - böhmischen Bier und Wein in unmittelbarer Nähe des sächsischen - Zollamts -- gehört zu Markhausen in Böhmen). - -Klingenthal liegt am Zusammentreffen des Zwodau- und Brunndöbrathales -und unmittelbar an der böhmischen Grenze, ist in seinen Haupttheilen -stadtähnlich gebaut und macht mit seiner romantischen Umgebung einen -sehr vortheilhaften Eindruck auf den Besucher. Es ist hochinteressant -durch seine eigenartige Industrie: Es fertigt jährlich Millionen von -Mundharmonikas, Accordions, Concertinos etc. und versendet sie in die -entferntesten Länder. Hauptfirmen: Dörfel, Steinfelser, C. G. Herold -und E. Leiterd in Brunndöbra. - -Obwohl Klingenthal zweifellos ein Ort jüngeren Ursprungs ist, so lässt -sich doch die Zeit seiner Entstehung nicht nachweisen. Ursprünglich -war ein Eisenhammer hier, wegen der Lage in dem von steilen und -dunkel bewaldeten Bergen umgebenen Thalkessel »Höllenhammer« genannt, -wie überhaupt die ganze Thalsenke in früheren Zeiten mit dem Namen -»Hölle« bezeichnet wurde. Der Ort Klingenthal soll durch böhmische -Exulanten, die nach der Schlacht am Weissen Berge (1620) ihr Vaterland -verlassen mussten, entstanden und sowohl seinen Namen als auch sein -rasches Aufblühen einem Einwohner Namens Klinger zu verdanken haben. -Wahrscheinlich begründeten die Exulanten auch die heimische Industrie. - -Von Klingenthal lässt sich bequem der _Aschberg_ besuchen. Der nächste -Weg ist die Auerbacher Strasse bis zur Postwartehalle in Brunndöbra. -Bei jeder neuen Biegung müssen wir den hochromantischen Charakter -der ganzen Landschaft bewundern. Hier zweigt nach rechts der sog. -Staffelweg ab nach dem Schloss Obersachsenberg im Dorfe gleichen -Namens. Die Häuser dieses Ortes liegen zerstreut auf sonniger Höhe, -sind klein und unscheinbar, aber bewohnt von einer arbeitsamen und -genügsamen Bevölkerung. Nicht selten sieht man an den kleinen Fenstern -der niedrigen Stübchen -- wie überhaupt im östlichen Vogtland -- den -Vogelbauer mit dem Hänfling oder Stieglitz oder mit dem unvermeidlichen -_Grünitz (Kreuzschnabel), der nach dem Glauben der Mütter die »Krämpfe -der Kinder anzieht.«_ Von Obersachsenberg ab ist der Weg nicht mehr -zu fehlen; das Ziel ist bereits sichtbar. _Der Aschberg, 925 m, liegt -hart an der Grenze auf böhmischer Seite und ist Station der königl. -sächsischen Triangulirung._ Das Steingerölle lässt uns die geologischen -Bestandtheile des Berges, den Granit erkennen. Die Aussicht ist -eine sehr umfassende und vorzügliche, nur sind die Hauptobjekte mit -Ausnahme des tief eingeschnittenen Zwodauthales mehr in die Ferne -gerückt. Unter den bewaldeten Höhen im Nordwesten ragt der langgezogene -Rücken des _Kiel_ (861 m) bei Friedrichsgrün hervor; in der im Norden -ausgebreiteten Waldregion tritt der obere Theil von Schönheida -deutlich heraus. Im Osten zeigen sich bewaldete Berge, im Süden viele -hochgelegene böhmische Orte, im Südwesten die vordere Gruppe des -Fichtelgebirges und ganz nahe das bereits erwähnte Zwodauthal. - -Von _Klingenthal_ nach _Markneukirchen_ (mit der Bahn und dann retour). - -_Markneukirchen_, Stadt, 504 m Seehöhe, 4600 Einwohner. - - =Gasthöfe=: Zum Rathskeller, zur goldenen Krone, Restauration - von Paulus mit Gartenanlagen, Schützenhaus, Bahnhofrestauration. - - =Eisenbahnverbindung=: gegen Klingenthal, Adorf, Elster, Eger - und nördlich gegen Leipzig. - -_Markneukirchen_ ist die südlichste Stadt Sachsens und liegt zu beiden -Seiten des Schwarzbaches. Die Stadt ist Mittelpunkt der Vogtländischen -Blas- und Streichinstrumenten- und Darm-Saiten-Fabrication. Die Firmen: -Michael Schuster jun., Paulus & Schuster u. a. haben überseeische -Handelsverbindungen und ihre Waaren beherrschen trotz der französischen -und italienischen Concurrenz den Weltmarkt. Musikschule -- Badeanstalt. -Die Stadt hat nach dem Brande von 1840 ein ganz anderes schöneres -Gepräge erhalten. Der Ursprung derselben ist in völliges Dunkel -gehüllt. Der Ort, der erst aus 17, nach anderen nur aus 3 Häusern -bestanden haben soll, scheint ursprünglich nicht zum dobenauischen -Gebiet gehört zu haben, sondern es muss erst im 12. Jahrh. an die Vögte -gekommen sein. Ursprünglich soll es Nieweekirchen geheissen haben, -woraus dann Neukirchen und zur Unterscheidung von gleichnamigen Orten -Mark- d. h. Grenz-Neukirchen entstanden sei. Eine andere Vermuthung -leitet den Namen von »Markt« ab. - -Markneukirchen kommt zuerst 1357 als ein an die Markgrafen abgetretenes -Städtlein Neuenkirchen vor. Im Jahre 1360 erhalten die Kaufleute des -Ortes durch den Landgrafen Balthasar dieselben Rechte, wie die zu Adorf -und Oelsnitz, der Ort muss also schon von einiger Bedeutung gewesen -sein. - -Das Bässe- und Geigenmachen soll 1580 durch böhmische Exulanten -- -namentlich aus Schönbach und Graslitz -- nach Markneukirchen gebracht -worden sein. - -_Graslitz-Schneckenstein-Schwaderbach_ und über Brunndöbra, -Sachsenberg, Klingenthal und Markhausen retour. Wer eine mineralogische -Merkwürdigkeit nicht unberührt lassen will, muss von Graslitz aus -den Schneckenstein besuchen. Derselbe gehört Sachsen an und liegt -2½ St. nördlich von Graslitz. Der Fussgänger mag seinen Weg über -Eibenberg nehmen, wo er die Bergwand mit riesigen Halden, den -Zeugen eines ehemals schwunghaften Baues auf Kupfererze, bedeckt -sieht und kann hinter Schwaderbach nebenbei den »_Aschberg_« (siehe -Klingenthal-Aschberg) besteigen. Von Schwaderbach über Ober-Sachsenberg -müsste er nach Steindöbra hinab, auf der nach Nord ziehenden Strasse -weiter, dann links ab in die Wälder, wo er _ohne Compass und Führer_ -den versteckten _Schneckenstein_ gewiss nicht findet. Derselbe ist ein -Topasfels; in vielen Lehrbüchern der Mineralogie wird seiner gedacht, -und man soll etwas Aehnliches erst im Ural wiederfinden. Früher hat die -sächsische Regierung hier Topasse suchen lassen, jetzt kann sich jeder -nach Belieben ein Andenken aus dem Gestein herausklopfen und mitnehmen. -Auf dem Rückwege würde der Wanderer die sächsischen industriereichen -Ortschaften Brunndöbra, Sachsenberg und Klingenthal, auf böhmischer -Seite Markhausen berühren. Wer eine Fahrgelegenheit benützen will, kann -den grössten Theil des Weges auf guter Strasse zurücklegen. - -_Graslitz-Forsthaus Nancy-Sauersack-*Kranichsee-Hirschenstand_ -- -retour über Schönlind nach Graslitz. - -Im Hochsommer bei trockener Zeit ist es eine eigenthümliche Lust, die -Moorgründe des höheren Gebirges zu besuchen und zwischen Knieholz -(Sumpfkiefer) über schwankenden Boden zu wandern. - -Den Botaniker interessiren da die dem Torfmoore eigenthümlichen -Pflanzen. Von Graslitz führt eine gute Strasse das Thal des -Silberbaches aufwärts in einem hübschen Waldthalkessel zu der in -anmuthender Waldeinsamkeit gelegenen Försterei »Nancy« und von da -nach _Sauersack_. Von hier aus wäre ein _kundiger_ Führer mitzunehmen -und der _Kranichsee_ zu besuchen. Es ist kein echter See, sondern -eine grosse _Hochmoorfläche_, in deren Torf- und Moosboden das -Knieholz wuchert. Solche Moore sind grosse Wasserbehältnisse, da -ihr schwammiger Boden begierig die Feuchtigkeit einsaugt und nur -langsam wieder von sich gibt. Nach Delitsch enthält ein Moor, wie der -Kranichsee, vollständig mit Wasser gesättigt, so viel Wasser, dass -es _ein_ ganzes Jahr lang in jeder Secunde 10 Centner Wasser liefern -könnte, ehe es seinen Wasservorrath erschöpfte. Drei Bäche entfliessen -ihm. - -In die Knieholzregion können wir auch leicht von Sauersack aus auf der -nach _Hirschenstand_ führenden guten Strasse kommen. - -_Hirschenstand_, Dorf, 1200 Einwohner, welche sich mit Spitzenklöppeln -und der Buntstickerei beschäftigen. - -=Ausflug=: Sehr empfehlenswerth ist die Besteigung des 1½ St. -entfernten, in Sachsen bei Wildenthal gelegenen _Auersberges_, 1021 m, -des zweithöchsten Berges in Sachsen, der eine majestätische Lage hat -und eine herrliche Aussicht in's Vogtland, in die Muldengegend, in das -sächsische Niederland und das Erzgebirge bietet. - -Gegen _Frühbuss_ (1 St. südwestlich von Hirschenstand) können wir die -Torfgewinnung beobachten und, wie Prof. Laube sagt, die Verwandlung -der lebenden Pflanzen bis zur Bildung des reinen braunglänzenden -Specktorfes Schritt für Schritt verfolgen. - -_Frühbuss_, Stadt, 1400 Einwohner, welche Bobbinet-Stickerei und -Spitzenklöppelei treiben. - - =Gasthäuser=: Städtisches Gasthaus, Franz Baumgartls und - Leander Baumgartls Gasthaus. - -=Aussichtspunct=: Hartenberg (20 Minuten entfernt), bietet eine -herrliche Aussicht im Osten gegen den Sonnenwirbel, nach Südost bis -Engelhaus über Falkenau und Karlsbad, nach Südwest über das Egerland -bis Franzensbad, nach Nordwest bis Bayern und Sachsen, und nach Nord -erblickt das Auge noch Auersberg in Sachsen. - -Wer zu Wagen kommt, wird von Frühbuss aus über Schönlind und Rothau -nach Graslitz zurückkehren; wer sich aber für Basaltberge interessirt, -wird in Unter-Rothau halten und den _Flössberg_ und _Illmesberg_ -besuchen, wo der Basalt in schönen Säulen ansteht, beim ersteren Berge -auch in sphäroidischer Absonderung gefunden wird. - - - - -C. Besuch des böhmischen Erzgebirges und der angrenzenden Gebiete von -Karlsbad aus. - - - - -Karlsbad. - - - =Gasthöfe.= Karlsbad besitzt zahlreiche, comfortabel - eingerichtete Hôtels: Hôtel »_goldenes Schild_« mit den dazu - gehörigen Gebäuden: »_Erzherzog Stephan_«, »_zwei deutsche - Monarchen_« und »_Gartenhaus_«; »_Hôtel Anger_«, nahe dem - Theater, Hôtel »_zum österreichischen Hof_« (Neue Wiese); - »_Hôtel Hannover_« (Markt); »_Hôtel drei Fasanen_« und »_Hôtel - Erzherzog Karl_« (Kirchengasse); »_Hôtel Hopfenstock_«, »_Hôtel - Loib_« und »_Rheinischer Hof_« (Geweidiggasse); Gasthof - »_zum goldenen Schwan_« (Kreuzgasse); »_Hôtel Paradies_«, - »_Hôtel Morgenstern_« (Kaiserstrasse); Wiesingers »_Hôtel - National_« (Gartenzeile); »_Hôtel Donau_« (Parkstrasse); - »_Hôtel baierischer Hof_« (Egerstrasse); »_Hôtel Lyon_« - (Bahnhofstrasse). - - =Restaurationen= u. =Speisehäuser=. »_Curhaus_« (Quai), »_Salle - de Saxe_« (Alte Wiese), »_Restauration Pupp_« (Pupp'scher - Park), »_Sanssouci_« (am Kiesweg), »_Blauer Stern_« (Prager - Gasse), »_Römer_«, »_Stadt Leipzig_« und »_Rother Ochs_« - (Geweidiggasse), »_am Rhein_« (Andreasgasse), »_Bellona_« - (Schlossplatz), »_Schützenhaus_«, »_Friedrich-Wilhelmsthal_« - (hinter der alten Wiese), »_Königshof_« (Wiesenberg), - »_Liederhalle_« (Schulgasse), »_Elisium_« (Panoramastrasse). - - =Caféhäuser= (die beliebtesten): »_Café Elefant_« (auf der - Alten Wiese), »_Pupp's Café-Salon_«, »_Zur Stadt Hamburg_« - (Kreuzgasse), im »_Panorama_«. - - =Postamt= am Markte. =Telegraphenamt= mit Nachtdienst (im - Postgebäude). - - =Haupt-Zollamt= (Egerstrasse). - - =Photographische Ansichten= von Karlsbad und Umgebung in den - Buchhandlungen von Hans _Feller_ (Mitte der alten Wiese zur - »Eiche«, und Mühlbadgasse zu »3 gold. Sterne«). - - =Zeitungslese-Salon= im Curhause. - - =Directe Eisenbahn-Verbindungen= mit dem ganzen Continente. - - Karlsbad ist Station der Buschtiehrader Eisenbahn (Böhmische - Nordwestbahn). Nach einer Reihe grösserer Städte verkehren ab - Karlsbad _directe_ Wagen. - - =Lohnfuhrwerke.= _Omnibusse_: Vom Bahnhof in die Stadt 40 kr., - Handgepäck frei. _Droschken_ (Einspänner): Vom Bahnhof in die - Stadt 1 fl. 20 kr., (50 Kilo Gepäck frei). Vor 6 Uhr Morgens u. - nach 9 Uhr Abends sind die Taxen etwas höher. Für Lohnfuhrwerke - besteht eine besondere behördlich genehmigte Taxordnung. - Dieselbe ist abgedruckt im »Karlsbad im Portemonnaie.« Pr. 20 - kr. - - =Omnibusfahrten= (täglich) nach _Pirkenhammer_, _Aich_, - _Dallwitz_ u. »Giesshübler Sauerbrunn«. - - =Postverbindung= nach Petschau täglich 1mal - " Buchau " 1 " - " Bärringen " 1 " - " Neudek " 2 " - - =Privatwohnungen.= Diese sind durchwegs mit Comfort - eingerichtet. In Folge des in den letzten Jahren so - grossartigen und noch fortschreitenden Ausbaues der Stadt - herrscht in keiner Saison Wohnungsmangel. - - =Aemter.= Bezirkshauptmannschaft (Neue Wiese, Nro. 578, II. - Stock). Bezirksgericht (Neue Wiese, Nro. 578, I. Stock), - Steuer- und Grundbuchs-Amt, Bürgermeisteramt (Stadthaus, - Mühlbadgasse Nro. 20). Polizeiamt (Stadthaus, II. Stock, Nro. - 4), Militär-Badehaus-Commando (Militär-Badehaus am Quai), - Notariat (Mühlbadgasse z. »Samson«). - -=Beschreibung und Geschichte der Stadt.= Die weltberühmte Curstadt -_Karlsbad_, oder _Kaiser-Karlsbad_ (Karlovy Vary, Thermae Carolinae), -in älteren Urkunden auch _Warmbad_, liegt unter 50° 13´ 22´´ nördl. -Breite, 30° 33´ 5´´ östl. Länge (östl. v. Ferro), 374·13 Meter über -der Meeresfläche zu beiden Seiten des engen Tepelthales malerisch -zwischen dem Hammerberge, dem Hirschenstein und dem Bernardsfelsen -am linken, dem Tappen- (oder Laurenz-), Buchen- und Galgenberge, am -rechten Ufer der Tepel, die sich unweit nördlich von der Stadt in -die Eger ergiesst. Die Stadt erstreckt sich in fast ununterbrochener -Häuserreihe von der Franz-Josef-(Eger-)Brücke bis zur protestantischen -Kirche, einer Wegstrecke von etwa 1 Stunde. Die meisten Häuser sind -2, auch 4 Stockwerke hoch und fast durchwegs mit Hausschildern -versehen. An vielen Stellen ist die Thalwand, an welche sich die -Häuser der Hauptstrasse lehnen, so steil, dass die Giebel die Felsen -berühren. Hie und da wurde der Granitfels hinweggesprengt, um Platz -für die Häuser zu gewinnen. Ausserhalb der Hauptstrasse sind die -Wohnungen einzeln oder in Gruppen auf den Absätzen und Terrassen der -beiden Thalwände hingestreut und mit freundlichen Gärten und Anlagen -umgeben; sie scheinen an den Wänden der Berge zu hängen. -- _Die -schönsten Stadttheile sind_: Die _alte Wiese_ mit dem daranstossenden -_Goetheplatze_ und das _Puppsche Etablissement_, die _Marienbader -Strasse_ mit der damit zusammenhängenden _neuen Wiese_ und dem Dr. -_Becherplatze_, ferner der _Marktplatz_, der _Schlossberg_, die -_Parkstrasse_ und die _Gartenzeile_. -- Alle Hauptstrassen haben sehr -gute Trottoirs und ein grosser Theil der Stadt ist gepflastert. Von -welcher Seite man auch die alte stolze Thermenstadt, von Natur und -Kunst reichlich geschmückt, betrachten mag, immer gewährt sie mit -ihren waldesgrünen Bergkuppen einen zaubervollen, köstlichen Anblick. --- Karlsbad zählt bei 12.000 Einwohner mit 900 Häusern, Curfrequenz -über 25.000 Personen im Jahre, wobei Passanten und Touristen nicht -mitgerechnet sind. Da die Stadt ihren Weltruf den Mineralquellen zu -verdanken hat, so wollen wir unsere Aufmerksamkeit in erster Reihe -diesen segenspendenden Heilquellen zuwenden, die sowohl innerlich -als auch äusserlich (als Bäder) angewendet werden. Karlsbad ist -der Hauptrepräsentant der alkalisch-salinischen Mineralquellen. -Das schwefelsaure Natron, kohlensaure Natron, Chlornatron und die -hohe Temperatur sind die Hauptfactoren der therapeutischen Wirkung -dieser Thermen. Die in Gebrauch stehenden Quellen differiren in -der Temperatur von 73·3° C. bis 21·5° C. Es gibt daher _heisse_, -_warme_ und _kühle Quellen_. Ihr Wasser ist klar und farblos, ohne -charakteristischen Geruch, von schwach salzigem Geschmack und wird -sofort ohne Widerwillen oder Ekel getrunken. Die _Bäder_ werden mit -oder ohne Zusatz in den städtischen, mit allem Comfort eingerichteten -Badehäusern verabreicht; daselbst finden sich auch _Dampfbäder_, -kalte und warme _Douchen_ (Mineraldouchen), _Süsswasserbäder_, ferner -_Moorbäder_ (der eisenreiche Franzensbader Moor aus dem eigenen Lager -der Stadt), _Eisenbäder_ aus der Karlsbader Eisenquelle, _kohlensaure -Wasser- und Gasbäder_ von dem sogenannten Sauerbrunn. _Ziegenmolken_ -werden an den Quellen verabreicht. -- Die _Mineralwässer_ sowie die -Quellenproducte (Sprudelsalz, Sprudelpastillen und Sprudelseife) können -bei allen Mineralwasser-Depôts des In- und Auslandes, in Karlsbad durch -die Karlsbader Mineralwasser-Versendung »Löbel Schottländer« bezogen -werden. Nach den Lehren der bedeutendsten Kliniker und den Erfahrungen -der Karlsbader Aerzte sind folgende Krankheiten als Heilobjecte für -Karlsbad anzusehen. Krankheiten des _Magens_: Chronischer Magenkatarrh, -Kardialgie (Magenschmerz), Magengeschwür, Dyspepsie, Magenerweiterung; -des _Darmes_: Chronischer Katarrh, chronische Diarrhöe, habituelle -Stuhlverstopfung, Duodenalgeschwür, Hämorrhoiden; der _Milz_: -Chronische Hyperämie, Milztumoren (nach Wechselfieber u. s. w., wie -sie bei Bewohnern von Sumpfgegenden und der heissen Zone auftreten); -der _Leber_: Hyperämie derselben, Fettleber, die heilbaren Formen des -Icterus (Gelbsucht), Hypertrophie, beginnende Speckleber, Gallensteine; -der _Nieren und Harnorgane_: Chronischer Katarrh derselben, Nieren- -und Harnsand, Nieren- und Blasensteine (sehr gerühmt als Nachcur nach -Blasenstein-Operationen), Albuminurie (wenn sie nicht die Folge von -Krankheiten ist, welche den Gebrauch von Karlsbad contraindiciren); -der _Prostata_: chronische Hyperämie in Folge venöser Stauungen -im Unterleibe, Hypertrophie der Prostata, chronischer Katarrh der -Gebärmutter, chronischer Uterusinfarct; _Gicht_: Skrophulose, Asthma, -wenn es nicht durch organische Veränderungen in der Lunge oder im -Herzen bedingt ist; _Fettleibigkeit_, Unterleibsplethora; _Diabetes -mellitus_ (Zuckerharnruhr). _Alle jene Krankheiten, welche als Folge -von Blutstockungen im Unterleibe auftreten_ (wenn diese nicht in -Aftergebilden, Veränderungen des Gefäss-Apparates u. s. w. begründet -sind), eignen sich in hervorragender Weise als Heilobjecte für -Karlsbads Thermen, welche die Darmthätigkeit anregen und die Defäcation -befördern. Diese Thermen wirken schmerz- und krampfstillend, sie -vermehren die Alkalescenz des Blutes und sind daher säuretilgend; -sie regen die Secretionen an (besonders die Gallensecretion und -Harnausscheidung), sie üben Einfluss auf die Absorption der Fettgebilde. - -Karlsbad hat 17 warme Mineralquellen, welche die Ausflüsse einer -einzigen grossen Wassermasse sind und auf dem von der Stadt bedeckten -Raume entspringen. 1. Der _Sprudel_, am rechten Ufer der Tepel, mitten -in der Stadt, dem Marktplatze gegenüber, ist von allen Quellen die -älteste, berühmteste, wirksamste und ergiebigste und zeichnet sich -durch seine hohe Temperatur (58·2° R.) aus. »Er steigt in kurzen -brausenden Stössen schäumend durch eine zwei Klafter lange und 5 -Zoll breite hölzerne Röhre, welche unmittelbar in die Sprudelschale -senkrecht eingelegt ist, aus dem in der Tiefe befindlichen grossen -Reservoir von Thermalwasser einige Schuh hoch empor und fällt in -ein weites Becken herab, von wo aus sein Wasser durch den unteren -Sprudelraum theils in die Sprudelsalz-Erzeugungs-Anstalt, theils in die -Badehäuser, theils in Rinnen in die Tepl abfliesst. Das abfliessende -Sprudelwasser ist noch so heiss, dass Eier in demselben gesotten -werden können. 1879 wurde eine neue, prachtvolle, in Eisen construirte -_Colonnade_ und _Quellenhalle_ nach Plänen der Wiener Architekten -_Fellner_ und _Hellmer_ vom Fürst Salm'schen Eisenwerke in Blansko -mit einem Kostenaufwande von 240.000 fl. erbaut. Diese Colonnade -repräsentirt einen in seiner Art einzig dastehenden Prachtbau, bei -welchem sowohl geniale Construction, wie Anwendung bedeutender -architektonischer Decoration bei Eisenbauten auf das Sprechendste zur -Geltung kamen.« Diesem Gebäude schliesst sich das Sprudelbadehaus mit -26 Badelogen an. 2. Die _Hygieensquelle_ (58·2° R.), in der Nähe des -Sprudels. Im Pavillon dieser Quelle steht die _Hygea-Statue_, ein Werk -des berühmten Bildhauers _Fernkorn_. 3. Der Sprudelsäuerling (25° -R.) in der Nische der Sprudelhalle; die folgenden Quellen befinden -sich am linken Teplufer, u. zw. 4. die Kaiser _Karls_ IV. Quelle -(34·7° R.); 5. der _Marktbrunn_, beide am Marktplatze; der Reihe nach -stromabwärts folgen: 6. der _Mühlbrunn_, am Ende der Mühlbadgasse, -wurde neu überbaut und mit der im J. 1876 (nach dem Plane von Prof. -_Zitek_ aus Prag) vollendeten griechischen _Säulenhalle_, der sog. -_neuen Mühlbrunnencolonnade_ verbunden. Dieselbe ist ein monumentaler -Prachtbau, aus Stein gehauen, und kostete 680.000 fl. 7. Der _Neubrunn_ -(49·3° R.), 8. Der _Bernardsbrunn_, 9. die _Elisabethquelle_ (35·5° -R.), 10. die _Felsenquelle_, am Fusse des Bernhardsfelsens (47·6° -R.), 11. der _Curhausbrunn_ (52·2° R.), vor dem Curhaus, 12. die -Dr. _Hochbergerquelle_ (32·50° R.) im Militärbadehause, 13. der -_Kaiserbrunn_ (39·3° R.) im Militärbadehause, 14. die _Spitalquelle_ -(28° R.) hinter dem Fremdenspital, 15. der _Theresienbrunn_ (48·3° R.) -oberhalb der Colonnade, hat seinen Namen von der grossen Kaiserin Maria -Theresia; rechts davon das _Körner-Denkmal_; 16. der _Schlossbrunn_ -(44·6° R.) am Schlossberg, 17. die _Quelle zur russischen Krone_ (28° -R.) am Schlossplatz, ist nicht kunstgemäss gefasst. - -Sind auch die Heilquellen die Haupteinnahmsquellen der Bewohner -Karlsbads, so betreiben letztere auch Industrie, die wegen ihrer -Eigenthümlichkeit »_Karlsbader Industrie_« genannt wird. Zu dieser -gehört die Erzeugung mannigfacher Gegenstände aus Stahl in Verbindung -mit Sprudelstein, so namentlich: Federmesser, Vorstecknadeln, -Portmonnais, Cigarrentaschen, Briefbeschwerer u. s. w.; doch werden -die Sprudelsteine auch zu selbstständigen Gegenständen verarbeitet. -Weitere Industriezweige sind: die Nadlerei, die Dosenerzeugung aus -Papiermaché, die Zinngiesserei, die Galanterietischlerei und neuestens -die Fabrication von Blumenbouquets. - -=Sehenswürdigkeiten.= _Kirchen und Andachtsstätten_: Die _St. -Magdalenenkirche_ oder _Dechanteikirche_ (auf dem Kirchenplatz) wurde -von dem böhmischen Baumeister _Dienzenhofer_ in den Jahren 1732--1736 -auf Kosten des Kreuzherren-Ordens und mittelst einer Schenkung Kaiser -Karls VI. von 1000 Ducaten an Stelle der schon seit 1485 bestandenen -alten Kirche erbaut. Sie besitzt zwei schöne Altarbilder (Maria -Magdalena und Christus am Kreuz) und eine Orgel mit 28 Registern. --- Die _Kirche zum hl. Andreas_ (in der Andreasgasse) mit einem -werthvollen, dem berühmten _Leonardo da Vinci_ zugeschriebenen -_Altarbild_, darstellend den hl. Andreas. Auf dem bei dieser Kirche -befindlichen _Gottesacker_ stehen mehrere denkwürdige _Grabsteine_, -von denen wir das Grabmal des um Karlsbad hochverdienten _Dr. David -Becher_ (geb. zu Karlsbad 1705, gest. 1792) und das des _Musikers -und Componisten Wolfgang Amadeus Mozart_ (gest. am 30. Juli 1844), -des zweiten Sohnes unseres unsterblichen Mozart, hervorheben. -- Die -_Marienkapelle_ (hinter der alten Wiese am Waldessaum), errichtet -1700 vom Grafen Sternberg. -- Die _protestantische Kirche_ und das -_griechische Bethaus_ (in der Marienbader Strasse). Die _anglikanische -Kirche_ (am Ende der Schlossbergstrasse). Die neue _Synagoge_ (in der -Parkstrasse) in schönem maurisch-romanischen Style gebaut. Der Bau -derselben begann 1876 und wurde 1878 nach dem vom Baurathe _Wolf_ aus -Stuttgart gefertigten Plane vollendet. - -=Oeffentliche Gebäude=: _Stadthaus_, bis vor kurzem Mühlbadgebäude -genannt (in der Mühlbadgasse). Das älteste städtische Gebäude ist wohl -der hoch über den Häusern des Marktplatzes emporragende _Stadtthurm_, -welcher um 1608 auf den Trümmern des alten, durch Kaiser Karl IV. -erbauten Jagdschlosses errichtet worden ist. Das _Bezirksamtsgebäude_, -das _Post-_ und _Telegraphenamt_, das _Hauptzollamtsgebäude_ (wurden -schon an anderen Stellen erwähnt). Das _Theater_ (an der neuen Wiese). -Die _Volksschule_ (in der Schulgasse). Die _zweite Volksschule_ -(an der Egerstrasse). Die _Bürgerschule_ (am Schillerplatze). Die -_Sprudelcolonnade_ und die _Mühlbrunnencolonnade_ (wurden bereits -an anderer Stelle erwähnt). Die _Marktbrunnhalle_. Die _Trinkhalle_ -am Schlossbrunnen. Das grossartige _Curhaus_ mit 75 Badelogen, 8 -Moor-, 3 Voll-, 2 russischen Dampf- und 2 Douchebädern. Das 1880 dem -Curhause gegenüber erbaute _Neubad_. Das _Militär-Badehaus_ (am Quai) -mit sehenswerther _Kapelle_ und sehenswerthem _Speisesaale_. Erstere -enthält sehr schöne Freskomalereien von dem bekannten Historienmaler -_Kandler_ und ein Crucifix mit zwei betenden Engeln aus carrarischem -Marmor von dem Bildhauer _Wenzel Lewy_ in Rom; im Speisesaal ziehen -das Bildniss Sr. k. k. apostol. Majestät Franz Josef I., ferner ein -grosses Oelgemälde von _Kandler_, die Entdeckung Karlsbads vorstellend, -dann schöne, auf Oesterreichs Heer sich beziehende Fresken unsere -Aufmerksamkeit auf sich. Das _Fremden-Hospital_ (am Quai). - -»Die früheste Geschichte der Stadt Karlsbad liegt grossentheils im -Dunkel. Aelter als alle Geschichte überhaupt sind die heissen Quellen -selbst. Sie haben vor undenklichen Zeiten durch den Kalksinter, den -sie noch jetzt fortwährend absetzen, den Grund und Boden, die sog. -Sprudelschale, gebaut, auf welcher nachmals die Stadt gegründet worden -ist, und über welche zum Theil die Tepel hinfliesst. Ehe dieses -steinerne Gewölbe entstand, vermischte sich das heisse Wasser der -Quellen mit den Fluthen der Tepel und theilte dieser, sowie der Eger, -in die sie ausfliesst, einen hohen Wärmegrad mit.« - -Der uralten Sage nach wurde der Sprudel durch Kaiser Karl IV. auf einer -Hirschjagd entdeckt. Die Sage berichtet, dass der Kaiser mit seinem -Gefolge einst in den damals dicht bewaldeten Bergen gejagt und einen -Hirschen verfolgt habe. Dieser sei von dem später durch den Namen -»Hirschensprung oder Hirschenstein« verewigten Felsen in das Thal -hinabgesprungen, wohin ihm einer der Jagdhunde folgte, der sich im -heissen Quellwasser die Füsse verbrannt, durch sein Geheul die Jäger -herbeigelockt und dadurch die Entdeckung des Sprudels veranlasst haben -soll. Der Kaiser selbst soll dann das Wasser auf Anordnung seines -Leibarztes P. Bayer gegen ein Uebel an seinem Fusse gebraucht und -1364 eine Stadt am Fusse des Berges und ein Schloss am Abhange des -Hirschensteines erbaut und dadurch die Entstehung des Ortes Karlsbad -herbeigeführt haben. Jedoch sprechen ausser allgemeinen Gründen -und Beweisen auch urkundliche und historisch beglaubigte Zeugnisse -dafür, _dass der Curort im XIII. Jahrhundert schon bestand_ und -wahrscheinlich zu Ende des XII. oder zum Beginn des XIII. Jahrhunderts -durch eine Colonie der Bewohner aus der nächsten Umgebung gegründet -worden ist. Schon im IX. Jahrhundert war die Umgegend bewohnt, -und hatten namentlich die Markgrafen von Vohburg das benachbarte -Stein-Elbogen gegründet. Da der Dampf der Quellen, besonders bei -kalter Witterung, weithin sichtbar ist, so mussten diese schon damals -bekannt gewesen sein. Auf einer zu Anfang des XIII. Jahrhunderts von -dem Geschichtsforscher Gelasius Dobner entworfenen Landkarte von Böhmen -findet sich genau an der Stelle des heutigen Karlsbad der Ort _Wary_ -vor, welche czechische Benennung so viel wie »Warmbad« bedeutet, unter -welchem Namen Karlsbad noch im Mittelalter vielfach selbst urkundlich -genannt wird. - -Den schlagendsten Beweis aber, dass Karlsbad mindestens ein Jahrhundert -vor Kaiser Karl IV. in seinen ersten Anfängen schon existiert haben -muss, liefert König Johann's Privilegium oder vielmehr Breve testatum -vom Jahre 1325, mittelst welchem König Johann, der Vater Karl's IV., -Warmbad (Karlsbad) mit dem nahen Dorfe Thiergarten belehnt. Kaiser Karl -IV. ist sonach weder der Entdecker noch der Begründer, sondern der -_Mäcenas_ von Karlsbad, der daselbst wiederholt sich aufhielt. Er erhob -mittelst Privileg vom 14. August 1370 aus Nürnberg Warmbad zur Stadt, -verlieh ihr den Namen Karlsbad und dieselben Freiheiten und Rechte -wie den Bürgern von Elbogen. Karlsbad nahm durch Karl IV., seinen -grössten Wohlthäter, einen höheren Aufschwung als Kurort. 1401 verlieh -König Wenzel IV. der Stadt noch das Asylrecht. Im Jahre 1434 wurde -durch Kaiser Sigmund die Herrschaft Elbogen nebst dem dazu gehörigen -Karlsbad an den Grafen Caspar Schlick und von den Erben des Letzteren -das Schloss »Warry« an den Ritter Polacky verpfändet; doch mussten in -Folge ausgebrochener Streitigkeiten die Schlicke dem Ritter Polacky -sein Pfandrecht auf das Schloss »Warry« wieder ablösen. Als sich Graf -Hieronymus Schlick die verpfändeten Güter 1547 an Kaiser Ferdinand I. -zurückzugeben genöthigt sah, kam auch Karlsbad wieder an die Krone -Böhmens zurück. Später wurde die Stadt wieder verpfändet. - -Das _erste_ schriftliche Zeugnis über die grosse Heilkraft dieser -Thermen liefert der Dichter _Bohuslav von Lobkowitz_ in seiner schönen -lateinischen Ode: In thermas Caroli IV., die er vor dem Jahre 1510 -verfasste. Bis zum Jahre 1520 hat man die Karlsbader Quellen nur zu -Bädern benützt. Um diese Zeit führte man auf Anrathen des Dr. _Payer_, -der i. J. 1522 die _erste_ medicinische Abhandlung über Karlsbad -erscheinen liess, auch die _Trink-Kuren ein_. Die erste richtige -_physikalisch-chemische_ Untersuchung der Karlsbader Mineral-Quellen -wurde durch den berühmten Dr. _David Becher_ i. J. 1766 angestellt. -Obgleich die Stadt von mancherlei Unglücksfällen betroffen wurde -- wir -nennen blos die grosse Überschwemmung i. J. 1582 und die schreckliche -Feuersbrunst am 13. August 1604, wodurch die Stadt bis auf drei -Häuser zerstört wurde -- so steigerte sich ihr Wohlstand derartig, -dass sie benachbarte Herrschaften kaufen konnte. Im Jahre 1554 wurden -die Bewohner von Karlsbad lutherisch und blieben es, bis der letzte -Pastor Johann Rebhun am 24. August 1628 mit allen Einwohnern, welche -nicht zur katholischen Lehre zurückkehren wollten, die Stadt verlassen -musste. Der unheilvolle dreissigjährige Krieg verschonte auch Karlsbad -nicht, das viel durch Einquartierungen, Brandschatzungen u. dgl. zu -leiden hatte. Erwähnenswerth ist, dass Kaiser Josef I. i. J. 1707 -Karlsbad zu einer königlichen freien Stadt erhob, und dass Kaiser -Karl VI. bei seinem Aufenthalte in der Stadt 1732 der Bürgerschaft -15.000 fl. Quartiergeld und 1000 Ducaten zum Baue einer neuen Kirche -schenkte. Trotz aller Drangsale, die Karlsbad seit der zweiten Hälfte -des 18. Jahrhunderts theils durch Ueberschwemmungen (1735, 1784, -1806, 1821, 1867, 1870, 1872 und 1876), theils durch Kriegsereignisse -(1741 und 1742, 1757 und 1762, 1809 und 1813, 1866), theils durch -Sprudelausbrüche (1713, 1727, 1824, 1832, 1834, 1835, 1838, 1845, 1855, -1856 und 1878), theils durch Brände (1759) betroffen, blühte die Stadt -durch immer grössere Frequenz, sowie durch treffliche Einrichtungen -und Entdeckungen zu einem weltberühmten Heilbade empor. Karlsbad -war noch im Jahre 1650 ein kleines Landstädtchen mit Holzhäusern -und Riegelwandgebäuden; erst seit dem Jahre 1827 zeigte sich das -Streben, die Stadt zu verschönern. Wahrhaft _Grossartiges_ geschah in -dieser Beziehung in den letzten Jahren; denn _Karlsbad ist jetzt eine -Stadt von Palästen_. Es ist, wie Dr. _Eduard Hlawaček_, der überaus -verdienstvolle Schriftsteller über Karlsbad, ganz zutreffend bemerkt, -gegenwärtig sowohl in Betreff seiner Trink- und Badeanstalten, als -auch der Wohngebäude, öffentlichen Promenaden und Belustigungslocale -unstreitig einer der grössten und comfortabelsten Trink- und Badeorte, -und sein Ruf als _Heilort_ ist nicht bloss ein europäischer, sondern -ein fast über die bekannte Erde verbreiteter. Karlsbad wird daher oft -die _Königin_ der Curorte genannt, eine Benennung, die es nicht bloss -wegen der Ausdehnung der Stadt, der grossen Frequenz, besonders auch -wegen der Schönheit und Mannigfaltigkeit der Umgebungen, vor allem -aber wegen der unbestrittenen grossen Heilkraft seiner Quellen und des -imposanten Naturschauspieles seines heissen Sprudels wohl mit Recht -verdient! -- Es ist das »Nobelbad« par excellence; als solches zählte -es von jeher unter seinen Curgästen nicht nur _gekrönte_ Häupter, -sondern auch Minister und Feldherren, Dichter, Künstler und Gelehrte -oder sonst wie hervorragende Persönlichkeiten. Wir nennen nur: Czar -Peter den Grossen, Kaiser Karl VI., Kaiser Josef II., Kaiserin Maria -Ludovika, Kaiser Franz I. von Oesterreich mit seiner Tochter, Königin -Maria Louise von Frankreich, König Friedrich Wilhelm III., König -Wilhelm von Preussen, jetzigen Kaiser von Deutschland, das Kaiserpaar -von Brasilien; Bohuslaw von Lobkowitz, Ferdinand, Erzherzog von -Oesterreich mit seiner Gemahlin, der »schönen Welserin«; Albrecht von -Waldstein, Prinz Eugen, Laudon, Fürst Karl Schwarzenberg und Fürst -Blücher; Gellert, Herder, Goethe, Schiller, Theodor Körner; Beethoven, -den Violinvirtuosen Polledro; Fürst Metternich. -- (Aus neuer und -neuester Zeit) Laube, Geibel, Auerbach, Ad. Stifter, K. E. Ebert, Fr. -Halm, Erzbischof Pyrker, David Strauss; Fürst Bismarck und Moltke. -Mit Recht sagt der Schriftsteller _Anton August Naaff_: »In und um -Karlsbad ist fast jedes Fleckchen Erde historisch, und selten hat die -politische, die Cultur- und Personalgeschichte an einem anderen Orte -so viele und grosse Merkzeichen ihres Waltens eingeschrieben, wie -bei Karlsbad. Auf Schritt und Tritt stossen wir auf die Spuren eines -grossen Namens der berühmtesten Männer ihrer Zeit.« - -Karlsbad ist der Geburtsort folgender hervorragender Männer: - -_Fabian Summer_, Dr. der Medicin. Dr. _David Becher_, Karlsbader -Hippokrates genannt. (Schon erwähnt.) _Leopold Stöhr_, geb. den 22. -Mai 1769, gest. am 26. März 1834 als Dechant zu Karlsbad, verdient mit -vollem Rechte den Namen des »Historiographen« von Karlsbad. _Franz -Pittrof_, geb. 1738 und starb als Grossmeister des Kreuzherrenordens -zu Prag. Der Thiermaler _Peter_, geb. 1745, gest. 1829 zu Rom. -Der Musikdirector _Josef Labitzky_. Der Orientalist Dr. _August -Pfitzmeier_, geb. 16. März 1808. Dr. _Eduard Hlawaczek_ (gest. 1880). -Dr. _Anton Bermann_ (gest. 1878). Dr. _Franz Damm_ (gest. 1870) u. a. m. - - -Spaziergänge: - -Die Umgebung von Karlsbad, eine wahrhaft romantische, paradiesische -Gebirgsgegend, besitzt zahlreiche, vortrefflich angelegte Spaziergänge -mit schönen abwechslungsvollen Aussichtspunkten, geschmackvollen -Monumenten, Gedächtniss- und Ruheplätzen und gleicht einem -prachtvollen, im grossartigen Style angelegten englischen Parke. - -1. Die _*alte Wiese_ mit dem Marktplatze. Den Marktplatz zum -Ausgangspunkte nehmend, gehen wir auf der _alten Wiese_ entweder -im Schatten der Kastanienbäume auf dem schönen, glasbedeckten -Steinfusssteige vor den Boutiquen, oder an der Häuserreihe auf -ebenfalls sehr gutem Steinfusssteige bis zur Allee hinter dem -böhmischen Saale auf und ab. _Dieser Spaziergang gewährt unstreitig -die meiste, abwechslungsvollste Unterhaltung._ Zu beiden Seiten _viele_ -Kaufläden mit den _verschiedensten_ Artikeln aus der Heimat und -fremden, fernen Ländern; weshalb dieser Stadttheil den vollberechtigten -Namen »_Bazar_ von Karlsbad« verdient. Ueberdies versammelt sich hier -das Publikum zweimal des Tages (Vormittags nach dem Brunn, Abends -zwischen 6 und 9 Uhr) und spielt das Labitzky'sche Musikchor öffentlich -in der Woche: Sonntag, Dienstag und Donnerstag Nachmittags von 4 bis -6 Uhr auf dem Platze vor dem Pupp'schen (früher _böhmischen_ Saal -genannt) und Mittwoch und Freitag (im Hochsommer) Abends von ½8 bis -9 Uhr auf dem Götheplatze vor dem sächsischen Saale die herrlichsten -Weisen. Die Wiese kann also in dieser Beziehung auch »der _Salon_ von -Karlsbad« genannt werden. - -2. _Zum *Posthof_ (½ St.), _Freundschaftssaal_ (¾ St.) und -_Kaiserpark_. Dies ist der _angenehmste, daher auch der besuchteste -Spaziergang_, weil er ohne Steigung auszuführen ist und prachtvolle -Landschaftsbilder bietet. Am Ende der alten Wiese wandelt man, -Pupp's grossartiges Etablissement rechts lassend, in die _Pupp'sche -Allee_, der sich der sehr belebte _Kiesweg_ anschliesst. Dieser -erstreckt sich bis zur Karlsbrücke und ist rechts von Felswänden, -die mit Inschriften bedeckt sind, begrenzt. Ueber einer Felsengrotte -erhebt sich der _Rasumovska-Sitz_, links dicht am jenseitigen Ufer -bemerkt man einen _Wasserthurm_; eine kurze Strecke weiter gelangt -man rechts auf einer kleinen Erhöhung zu einem mit einem Eisentisch -und Eisenbänken ausgestatteten Plätzchen, dem _Fürst Rohan-Sitz_. -Gleich daneben der _Kaiserin-Sitz_, dem Andenken der Kaiserin Maria -Ludovika (1810) gewidmet. Nicht weit davon gelangt man zur Restauration -»_Sanssouci_«. Wir schreiten weiter und sehen auf einem Felsvorsprunge -den _Paulinen-Sitz_. Von hier Anblick in das enge Teplthal. Die -_Karlsbrücke_ links lassend, wandeln wir eine kleine Viertelstunde -weit und langen am _Posthofe_, einer Restauration mit schönen -Gartenanlagen an, wo Montag und Freitag Nachmittags von 4--6 Uhr das -Labitzky'sche Orchester spielt. Vom Posthofe aus führt etwas bergan -eine Obstallee zum Fürst _Schwarzenberg-Denkmal_, einem, dem berühmten -Sieger bei Leipzig errichteten Obelisk. Weiter die Fahrstrasse -entlang wandernd, zeigt sich _links_ die sogen. _Plobenbrücke_, nach -dem _Plobenberg_ führend, _rechts_ die _Antonsruh_ und dann der -sehr beliebte _Freundschaftssaal_ (Restauration und Café). Davon in -geringer Entfernung liegt der _Sitz der Freude_. Wir gehen über den -Steg an das jenseitige Flussufer und gelangen, die Strasse verfolgend, -nach ¼ Stunde zu der herrlich gelegenen und elegant eingerichteten -Café-Restauration, welche _Kaiserpark_ heisst. - -3. _Nach dem *Hirschensprung._ Vom Markte aus gelangt man einige -Schritte hinter dem Schlossbrunn links über einige Stufen in die -Hirschensprunggasse. Am Ende der Häuser führt neben dem Hause »Zur -Zufriedenheit« der Weg. An der zweiten Krümmung sind drei Wege: -_rechts_ der _Jubiläumsweg_, der zu dem einsamen Plätzchen: »_Himmel -auf Erden_« führt, der _mittlere_ leitet uns zur _Gemse_, weiter zu -_Mayers Gloriett_; _links_ steigen wir in einigen Windungen auf den -Bergrücken des _Hirschensprunges_, dessen äusserste Spitze mit einem -Kreuze geziert ist. Hier _wunderschöne Aussicht_ auf den grössten Theil -der Stadt, den Helenenhof, die Prager Kunststrasse, den Dreikreuzberg, -sowie auf das Erzgebirge und in's Egerthal. An der Rückseite des -Felsens ist eine schwarze Marmorplatte eingemauert, auf welcher mit -goldenen Buchstaben die Namen jener Notabilitäten prangen, die Karlsbad -besucht haben. Oberhalb der Inschrift _Peters des Grossen_ ist dessen -Büste aufgestellt, gemeisselt und der Stadt geschenkt von dem Bildhauer -Prof. Seidan aus Prag. Das Plätzchen vor der Marmortafel heisst auch -_Petershöhe_. Etwas tiefer gewahren wir eine Steinpyramide mit einem -Plätzchen, der _Theresienhöhe_. - -4. _Zum Findlaters- oder Mylords-Tempel._ Ausgangspunkt wie in Nr. -3. Von der Hirschensprunggasse aus betreten wir den sog. _neuen Weg_ -hinter den Häusern der alten Wiese und kommen zu einem, mit einem -_Kreuze_ geschmückten _Felsenvorsprung_, der einen guten Ueberblick -der alten Wiese bietet. Gleich daneben stehen an einer Felswand die -Worte: »Plus être que paraître«; das Plätzchen heisst _Mariannen-Ruhe_. -Der breite Fussweg rechts, der _Buturlin-Weg_ genannt, führt uns im -Walde bergan zur _Hammerkapelle_. Hier steht ein _Wegweiser_ zur -Orientirung. Wir betreten den nach dem _Findlaters-Tempel_ zeigenden -Arm und langen in wenigen Minuten daselbst an, wo wir in das Hammerthal -auf die Anlagen des Kaiserparkes blicken. Von dem Tempel führt ein Weg -in Windungen bergab unmittelbar zum Freundschaftssaal; wir können aber -auch, um zur Stadt zurückzukehren, den geraden Weg fortsetzen und dann -den _Chotek_schen Weg einschlagen. - -5. _Die Vieruhrpromenade._ Am Ende des Kiesweges (siehe 2) wenden -wir uns _rechts_ und betreten genannte Promenade. Wir gelangen zu -einem Plätzchen, _dem Fürstinnenstein_, dann nach ¼ Stunde zur sogen. -_Dichterbank_; in nächster Nähe Theilung des Weges. Der _rechte_ Arm -leitet nach dem Findlaters-Tempel, der _linke_ bergab zu der schönen, -nahe an der Strasse gelegenen _Stahls-Buche_. Auf der Fahrstrasse zur -Stadt zurück. - -6. _Zur *Freundschafts-Anhöhe_ und zum Friedrich Wilhelm-Platze. Den -Schlossberg hinansteigend, verfolgt man die Hauptstrasse bis zum -_Jägerhause Kaiser Karl's_ IV. _Vor_ dem Hause schlagen wir den _links_ -bergab leitenden Fussweg ein und kommen zur _Findlaters-Pyramide_ -mit schöner Aussicht in's Teplthal und nach dem Erzgebirge. -Unterhalb dieser Pyramide ist das _Helenen_-Plätzchen. Auf dem -weiter bergan führenden Weg langen wir in Schlangenwindungen bei der -_Freundschaftshöhe_ an, wo wir eine _schöne_ Aussicht auf einen Theil -der Stadt, das Egergebiet und das Erzgebirge geniessen. Weiter bergan -erreicht man die _Vogelhütte_. Von der Freundschaftshöhe immer _links_ -bergab schreitend, erreichen wir den _Friedrich Wilhelm-Platz_, wo wir -eine der _schönsten Hauptansichten_ von Karlsbad haben. Abstieg in -mehreren Wegschlingungen zur _Marienkapelle_. - -7. _Zum *Belvedere._ Durch das Marien-Gässchen zum Friedrich -Wilhelm-Platz steigen wir dann bergan, wenden uns auf dem Wege des -Bergrückens rechts, gehen bei der _Durchhaubank_ vorbei, nehmen stets -die _linke_ Wegrichtung und gelangen zum _Katharinen-Plätzchen_. Den -Weg fortsetzend, schlagen wir bei der Wegkreuzung den Pfad _links_ ein, -der uns in einigen Minuten zum _Belvedere_ führt, wo wir eine _schöne -Aussicht_ auf das Teplthal, den Freundschaftssaal und auf die Ruinen -von Engelhaus geniessen. Ein schöner Waldweg leitet uns in vielen -Krümmungen in ¼ Stunde zurück auf den _Faulenzerweg_ und dieser führt -auf die Marienbader Strasse. - -8. _Zur *Kaiser Franz-Josefs-Höhe._ Den Weg der vorhergehenden -Promenade einschlagend, gelangen wir zur _Marienkapelle_; einige -Schritte weiter geht rechts bergan ein Weg, der sich theilt; wir wählen -den _linken_ Arm und kommen zu einer merkwürdigen, interessanten -Vegetationserscheinung, der sog. _Buchen- und Tannenehe_. (Durch den -Stamm einer Tanne ist der Ast einer nahen Buche gewachsen.) Wir kehren -zur Marienkapelle zurück, steigen von hier, uns immer links haltend, -bergan und sehen die Hammerkapelle, wo wir links einem bequemen Weg -folgen, der uns aufwärts auf den höchsten Punkt des Hammerberges -führt. Dieser Platz, der zu Ehren des Kaisers von Oesterreich _Franz -Josefs-Höhe_ genannt wurde, ist mit einem schönen Gloriett geschmückt -und gewährt unstreitig die _prachtvollste und mannigfaltigste Aussicht -in der ganzen Karlsbader Umgegend_; denn man blickt in ein nach -Hammer reichendes, mit bewaldeten Bergen begrenztes Thal, geniesst -einen Ueberblick über den _grössten_ Theil der Stadt und sieht das -ferne Erzgebirge. Abstieg auf der anderen Seite des Hammerberges; wir -verfolgen den Pfad zum Findlaters-Tempel, von wo wir bereits bekannte -Wege betreten können, oder wenden uns zuerst nach links, dann wieder -nach rechts und erreichen den _Parnassfels_. Von hier gelangen wir -rechts zum _Sommertheater_, zur _Wanderersäule_ und zur Restauration -Sanssouci. - -9. _Zum *Aberg_ (1½ St.). Beginn der Promenade über den Schlossberg -oder durch das Mariengässchen nach dem Friedrich Wilhelm-Platz und -dem Katharinen-Plätzchen (siehe 7). Wir schlagen bei der Wegkreuzung -den _rechts_ zum _Bilde_ führenden Weg ein, wandeln geradeaus etwa ¼ -Stunde weiter und erreichen den _Aberg_ mit einem Thurme, der eine -_der schönsten Rundansichten_ bietet (über die Karlsbader Berge, -das Erzgebirge mit Sonnenwirbel, Engelhaus, Maria-Kulm und viele -Ortschaften der Umgebung). Von hier führt ein Fussweg in ¼ St. zur -_Ziegelhütte_ herab. Wir setzen den Weg fort, bemerken eine Kapelle, -hinter der sich (etwa 40 Schritte) die Ruinen der Kirche des ehemaligen -Dorfes _Thiergarten_ befinden, dessen Bewohner wahrscheinlich die -ersten Ansiedler von Karlsbad waren. Wir kommen dann zu einer Fichte -(mit »_Echo_« markirt), wo ein 4- bis 5-silbiges Echo zu vernehmen ist, -endlich zum Jägerhaus Kaiser Karls IV. - -10. _Nach dem Russelsitz._ Wir betreten den 9. beschriebenen _Rückweg_ -zur Stadt und wandern an der Kegelbahn beim Kaiser Karl's IV. Jägerhaus -vorbei in den Wald, oder wir wählen den Weg nach der Restauration -»_Klein-Versailles_«, gehen auf dem linken Fusswege am Waldessaume, -betreten dann den links leitenden Waldweg, kommen zu einer Lichtung und -erreichen von da links aufwärts in circa 18 Minuten den _Russelsitz_ -mit _schöner_ Aussicht auf das Erzgebirge. Von diesem Plätzchen uns -links wendend, kommen wir in ¼ Stunde auf den schon bekannten Abergweg. - -11. Zum _*Maria-Sophienweg_, _weissen Kreuze_ und _Schützenpark_ oder -zum _Kreuz_ im _Walde_ (_Rohankreuz_). Ueber den Schlossberg oder -durch die Parkstrasse hinter dem Militärbadehause auf den Weg nach: -_Klein-Versailles._ Diese Restauration rechts lassend, schreiten wir -links am Waldsaume fort, gehen durch Wiesengründe, betreten den rechts -in den Wald biegenden _Maria-Sophienweg_ und kommen in einigen Minuten -zum sog. _weissen Kreuze_, einer Felsengruppe mit einem Kreuze, von wo -eine _schöne_ Aussicht sich erschliesst. Den Weg fortsetzend, verfolgen -wir eine kurze Strecke einen Waldfahrweg, schlagen hierauf zuerst eine -_linke_, dann eine rechte Richtung ein und bemerken _plötzlich_ eine -prachtvolle Scenerie: das _schöne, weite Egerthal_. Vom Bergrücken -absteigend, gelangen wir auf die Bahnhofstrasse und promeniren, diese -überschreitend, auf dem Allee-Wege, der zum _Schützenparke_ führt. -Durch die _Gartenzeile_ treten wir den Rückweg zur Stadt an. -- Lenken -wir auf dem »vom weissen Kreuze« betretenen Fahrweg nach _rechts_ ab, -so kommen wir, nach kurzer Strecke uns wieder links abwendend, zu _dem -Kreuz im Walde_ oder zur _Fürst Rohan's Höhe_, wo wir eine _herrliche -Aussicht_ geniessen. Dieselbe Strecke ist auch rückwärts zurückzulegen. - -12. _Zur *Stephanshöhe_, _zum Panorama_, _zur Villa Lützow_, _zur -Statue Karl's_ IV. und _nach dem Bellevue-Tempel_. Vom Kirchenplatze -aus durch die Schulgasse erreichen wir nach sanftem Aufstieg bald -die _Stephanshöhe_, so genannt zu Ehren des Erzherzogs _Stephan_. -_Schöne_ Aussicht auf den grössten Theil der Stadt. Auf dem Fusswege -links kommen wir zum _Panorama_, einem sehr besuchten Restaurations- -und Belustigungsorte mit _prachtvoller_ Aussicht auf die Stadt. Vor -demselben ist die _Villa Lützow_. Dieser gegenüber erhebt sich im -_Stadtgarten_ eine Säule mit der _Statue Kaiser Karl's_ IV., errichtet -zur 500jährigen Feier der Gründung von Karlsbad (Sept. 1858). Vom -Panorama aus wandern wir eine Strecke auf der Prager Strasse und -schlagen dann den Weg rechts ein, der zur Restauration »_Waldschloss_« -führt. Von hier aus gehen wir oberhalb der Strasse im Walde nach dem -_Bellevue-Tempel_, der einen _wunderschönen_ Anblick namentlich beim -Sonnenuntergang gewährt. - -13. _Zur *Camera obscura, zum Dreikreuzberg und zur König Otto's -Höhe._ Ausgangspuncte: die Schulgasse über das Panorama, oder die -Andreasgasse, oder die Eger- und dann Prager Strasse. Der links bergan -meist durch Buchenwald leitende Weg bringt uns nach etwa ½ Stunde -zur _Camera obscura_, von wo wir eine _herrliche_ Aussicht auf das -Egerthal und die Stadt haben. Weiter hinauf führt der Weg in 5 Minuten -zum _Dreikreuzberg_. Derselbe ist zweifelsohne nebst der Franz Josef's -Höhe der _herrlichste_ Aussichtspunct von Karlsbad. Vor uns liegt die -Stadt mit ihren Palästen, zur rechten breitet sich das flurenreiche, -mit blühenden Ortschaften dicht besäete Egerthal aus, durchzogen von -dem Silberbande der Eger; im Hintergründe zeigen sich die Anfänge des -Fichtelgebirges und die schlanken Thürme von Maria Kulm; seitwärts -ragt der Gebirgswall des waldgekrönten Erzgebirges empor! Fürwahr ein -zaubervolles Bild, das sich dem Auge hier entrollt! Durch den Wald -weiter bergan erreichen wir die _König Otto's-Höhe_ mit gleichfalls -_überaus herrlicher Rundaussicht_. - -14. _Zu *dem Dorotheentempel, Böhmischen Sitz, Wiener Sitz, Helenenhof -und zur Laurenz-Kapelle._ Ausgangspunct: die Marienbader Strasse. -Unweit der protestantischen Kirche befindet sich eine steile Felswand -mit Inschriften. Wir schreiten etwa 15 Schritte vorwärts, drehen uns -um und geniessen den Anblick einer wirklich _malerischen Landschaft_; -wie denn diese Gegend, die _Dorotheenau_, schöne Landschaftsbilder -darbietet. Den von der _Karls_brücke aufwärts führenden Weg wählend, -kommen wir zum _Dorotheentempel_, von da weiter links bergan steigend -zum _Böhmischen Sitz_. Von hier aus steigt der Weg immer höher am Berge -hinauf und theilt sich oben; links führt er zur _Laurenzkapelle_, -_rechts_ bis zur Anhöhe hinauf zum _Wiener Sitz_, wo wir eine -_wunderschöne Rundansicht_ in's Teplthal und auf's Erzgebirge -geniessen. Von diesem Aussichtspuncte sehen wir einen spitzigen, -sesselförmigen Granitblock, _Deutschlandsfels_ genannt. Unterhalb vom -Wiener Sitz führt eine Allee zum _Helenenhof_ mit Gartenanlagen. Die -Helenenstrasse führt rechts auf die Prager Kunststrasse, links bei der -_Laurenzkapelle_ vorbei in die Stadt hinab. - -15. _Zu *dem Säuerling, dem Schweizerhofe, nach Schönbrunn und dem -Schwindelweg._ Dieselbe Strecke wie 14. bis zum Dorotheentempel, von -hier rechts zu dem _Säuerling_; vor diesem geht ein Weg bergauf zu der -freundlichen Café-Restauration »_Schweizerhof_«. In linker Richtung vom -Säuerling bergab kommen wir zu der stark besuchten Café-Restauration -»Park Schönbrunn«. Von da führt am Bergeshange in den Wald ein Weg, -_Schwindelweg_ genannt, der treffliche Waldpartien bietet. Rückweg über -die Plobenbrücke auf die Marienbader Strasse. - -16. _Zu *den Friederikenfelsen und zum Bergwirthshaus._ Von Schönbrunn -(siehe 15.) auf ungebahntem Wege aufwärts kletternd, kommen wir zu -Granitfelsen, »_Friederikenfelsen_« genannt. Bequemer kommen wir -zu denselben, wenn wir den nach dem Schweizerhofe leitenden Weg -betreten, bis in die Nähe der Stadt Lemberg steigen, wo ein gebahnter -Weg zu den Friederikenfelsen führt. Von da wieder nach demselben Weg -aufsteigend, gehen wir gerade aus fort bis zur Chaussée, welche bis zum -_Bergwirthshause_ führt. Diese _Kunststrasse_ ist ein _Meisterstück_ -der Baukunst (der Bau wurde 1809 vollendet) und bietet in Folge der -schlangenförmigen Windungen die _schönsten_, _überraschendsten_ -Aussichtspuncte. Mit Recht sagt die Schriftstellerin Schopenhauer: -»Wahrlich, es verlohnt sich der Mühe, alle Jahre nach Karlsbad zu -reisen, _einzig_, um darin anzukommen!« Vom Bergwirthshause wählt man -die kürzere alte Prager Strasse, welche rechts von der neuen sich am -Bergrücken hinzieht. Der höchste Gipfel dieses Bergrückens heisst _das -ewige Leben_ und gewährt eine _schöne_ Aussicht. - -17. _Ueber den Ploben zum Veitsberg._ Wir gehen zum »Schwindelweg« -(siehe 15.), biegen dann nach der _ersten_ Wegabzweigung links zu -einem Waldfahrweg ab, der in 1 Stunde bis zu dem höchsten Puncte des -Bergrückens, dem _Veitsberg_, führt. Derselbe bietet eine _herrliche -Aussicht_ auf einen Theil der Stadt, den Hammerberg, Hirschensprung und -Dreikreuzberg, auf Engelhaus, sowie in's Erzgebirge. Den Weg auf dem -Bergrücken fortsetzend, betreten wir bergab einen Holzfahrweg, der zum -Schwindelweg leitet. - - -Ausflüge: - -_Nach Dallwitz_ (¾ St. n. von Karlsbad). Wir spazieren auf der -Egerstrasse nach dem Dorfe Drahwitz, wo wir bei der Ueberfuhr auf -einem Kahne die Eger übersetzen, wandeln rechts den durch Wiesen -führenden Fussweg fort und langen in einer Viertelstunde beim Dorfe -_Dallwitz_ an. -- _Sehenswürdigkeiten_: _Schloss_, _Porzellan-_ und -_Steingutfabrik_ der _Riedl v. Riedenstein_. _Theodor Körner's Eichen_ -(an dem westl. Eingange des Dorfes), deren stärkste 9·4 m. im Umfange -hat und von 5 erwachsenen Personen kaum umspannt werden kann. Eine -dieser fünf uralten berühmten Eichen ist vor zwei Jahren abgebrannt. -Schon im dreissigjährigen Kriege erliess Kaiser _Ferdinand_ III. zur -Schonung der ehrwürdigen Bäume einen eigenen Befehl an die Soldaten. -- -_Karl Egon Ebert's Linde._ - -_Nach Zettlitz_ (¾ St.). Von der Schlackenwerther Strasse führt eine -hinter dem Bahnhofe linksab gehende Strasse über die Zettlitzer Anhöhe, -von wo sich eine schöne Rundaussicht eröffnet. Empfehlenswerth ist -das Gasthaus »zum goldenen Engel«. Zettlitz selbst ist ein Dorf mit -circa 40 Häusern und hat eine geräumige _Pfarrkirche zur hl. Anna_, -die eine der ältesten Kirchen in der ganzen Gegend ist, denn sie wurde -schon 1293 geweiht. Ehemals war Karlsbad nach Zettlitz eingepfarrt. -Auf einem Seitenaltare der Kirche ist ein _Gnadenbild_, _Maria Hilf_, -sehenswerth. In früheren Zeiten war Zettlitz ein stark besuchter -Wallfahrtsort, gegenwärtig finden sich nur am Kirchenfeste (26. Juli) -Processionen ein. In der Nähe des Ortes wird _Porzellanerde_ gegraben. -Zurück kann man über _Fischern_ und von da an der Eger stromabwärts -gehen. - -_Nach Fischern_ (¾ St. nordwestl. von Karlsbad). Dieses Dorf liegt am -Rohlaubache, der sich hier in die Eger ergiesst und führt dahin ein -sehr guter Fussweg über Wiesen hinter der Franz Josefs-Brücke links am -Egerufer aufwärts. -- _Sehenswürdigkeiten_: Grosse _Porzellanfabrik_ -(Karl Knoll), _Kunstmühle_ und _Dampfbrauerei_. - -_Nach *Aich_ (1½ St. südwestl. von Karlsbad) _nebst der Partie zum Hans -Heiling-Felsen._ Nach Aich verkehrt _täglich_ zweimal ein Omnibus. (1. -_Abf._ v. Angers Hotel auf der Neuen Wiese in Karlsbad 2 Uhr Nachm. -Ank. in Aich 2¾ Uhr Nachm. _Rückf._ 5 Uhr Nachm. Ank. in Karlsbad 5¾ -Uhr Nachm. -- 2. _Abf._ v. Karlsbad 3½ Uhr Nachm. Ank. in Aich 4½ -Uhr Nachm. _Rückf._ 7 Uhr Abends.) Dahin führen auch sehr angenehme -_Fusswege_. _a_) Beim _Jägerhause_ oder bei _Klein-Versailles_ -vorüber, schlagen wir den Fussweg _rechts_ in den Wald ein. _b_) -_Von der Ziegelhütte aus_: Hinter derselben geht der Weg zuerst im -Walde, dann zwischen Feldern bergab. _c_) Hinter dem _Mauthschranken_ -auf der Strasse nach Aich biegt _links_ ein gerader Weg ab, der am -Waldessaume sich bis nach Aich fortzieht. Dieses Dorf zählt 100 Häuser. -_Sehenswürdigkeiten_: Grossartige _Porzellanfabrik_ des A. C. Anger. -_Schloss_ mit Restauration und Parkanlagen, auf einem steilen Felsen -am rechten Egerufer sehr anmuthig gelegen, bietet eine _hübsche_ -Aussicht und zeigt Spuren von alter Bauart und ehemaliger Befestigung; -es soll gleichzeitig mit dem Schlosse in Elbogen erbaut worden sein. --- Von Aich eine halbe Stunde entfernt, erhebt sich in romantischer -Lage am linken Ufer der Eger eine interessante, groteske Felsengruppe, -_Hans Heiling-Felsen_ genannt, in welcher die Phantasie des Volkes -die versteinerten Gestalten eines Hochzeitszuges: das Brautpaar, den -Mönch, die Gäste und Musikanten erblickt. Die betreffende Sage ist -von Dichtern und Schriftstellern mehrfach behandelt worden. Dem Hans -Heiling-Fels gegenüber liegt eine _Sommer-Restauration_. - -_Nach Pirkenhammer_, gewöhnlich auch _Hammer_ genannt. Es verkehren -_täglich mehrmals_ Omnibusse dahin. (_Abf._ vom Theaterplatz in -Karlsbad um 1½, 2, 3 und 3½ Uhr Nachm. _Abf._ von Pirkenhammer -von der Kaffee-Restauration des A. Leibold um 5½, 6, 6½ und 7 Uhr -Abends.) Pirkenhammer liegt an der Karlsbad-Marienbader Strasse und -rechts an der Tepl. Seine Einwohner sind grösstentheils Gewerbsleute; -speciell die _Kunsttischlerei_ hat hier einen hohen, vervollkommneten -Aufschwung aufzuweisen, und verdient die Werkstatt des Kunsttischlers -_Günther_ mit ihren eleganten und soliden Erzeugnissen eine besondere -Hervorhebung. _Gasthäuser_: »_Zum Mühlengrunde_« (am Beginn des -Dorfes) und »_Habsburg_« (im Dorfe). Eine Viertelstunde weiter ist -die bekannte _Porzellanfabrik_ von _Fischer & Mieg_, in welcher die -schönsten Fabrikate zum Kaufe anlocken. Unmittelbar hinter der Fabrik -führt ein guter Fussweg zur _Meczery-Höhe_ mit weiter Rundsicht. - -_Nach *Engelhaus, dem Schloss Giesshübel und dem Schömnitzstein._ -Auf der schönen Prager Strasse kommt man in zwei Stunden nach den -imposanten Ruinen _Engelhaus_ mit dem Marktflecken gleichen Namens. Die -Trümmer dieser Burg, die man von den höheren Aussichtspunkten Karlsbads -und des Erzgebirges erblickt, thronen auf einem kegelförmigen, -aus Klingstein bestehenden 78 Klafter hohen Felsen, der aus dem -umliegenden Plateau steil sich emporhebt. Mittelst einer hölzernen -Leitertreppe erreichen wir den alten Fahrweg, der rechts zum _ersten_, -noch erhaltenen Burgthore, und von da gerade aus zum _zweiten_ Thore -führt. Südlich vom ersten Thor schliessen sich die halbrunde Bastion -und starke Ringmauern mit Schiessscharten an. Der ehemalige Zwinger, -der sich bis zum zweiten thurmartigen Thore zog, ist jetzt offen und -mit Rasen bewachsen. Dieses selbst war ein viereckiges Gebäude, zwei -Stockwerke enthaltend, mit regelmässigen Fensteröffnungen und hat dem -Zahne der Zeit ziemlich Widerstand geleistet. Der Burghof ist uneben -und wird links von einer Ringmauer umgeben, an die sich östlich ein -zwei Stockwerke hohes unförmliches Gebäude, die ehemalige Wohnung -des Burgherrn, anschliesst. In seinem Innern sieht man noch Reste -von Mauern und verfallene Keller. An der Südseite des Berges steht -isolirt ein viereckiges, einstöckiges Gebäude mit unregelmässigen -Fensterreihen, das vom Grafen Hermann Černin nach der Zertrümmerung -der Burg im 17. Jahrhunderte erbaut worden ist. Aus den Fenstern -dieses Gebäudes hat man eine _weite, wunderschöne Rundsicht_. Westlich -schweift das spähende Auge in die Gegend von Falkenau, Elbogen, -Schlaggenwald bis gegen Graslitz und das Egerland, nördlich auf das -erzgebirgische Hochplateau mit seinen dichtbewaldeten Häuptern und -wildromantischen Schluchten; durch das Egerthal den Blick gegen -Klösterle werfend, sehen wir die Ruine Himmelstein. - -_Geschichtliches._ Die Burg Engelhaus, welche zur Herrschaft -Giesshübel gehört, wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des -XIII. Jahrhunderts von einem der Herren von Riesenburg erbaut, die ja -die Orte Schlaggenwald, Schönfeld und Schlackenwerth gründeten und -Petschau, Hartenstein, Buchau, Luditz und Ossegg besassen. Urkundlich -erscheint 1326 Boršo von Riesenburg als Herr auf Engelsburg, 1434 -verpfändete Kaiser Sigmund das Schloss Engelhaus nebst anderen -Besitzungen seinem Kanzler Kaspar Schlick, der es bald den Herren von -Plauen verkaufte. Im Jahre 1468 wurde Schloss Engelhaus von König -Georg von Poděbrad belagert, erobert und zerstört, doch später durch -die Herren von Plauen wieder aufgebaut. Der letzte dieses Geschlechtes -war Heinrich von Plauen, nach dessen Tode Engelhaus an den Grafen -Christof von Schlick kam. Als dessen Tochter Anna Karoline sich mit -dem Freiherrn Kaspar Colonna von Fels vermählte, ging das Schloss 1575 -in den Besitz dieses Geschlechtes über. Leonhard Colonna, Freiherr -von Fels, betheiligte sich als Protestant an dem böhmischen Aufstand, -seine Güter wurden 1621 eingezogen und Engelhaus mit Giesshübel an den -Feldmarschall Hermann, Freiherrn (später Grafen) Černin von Chudenitz, -verkauft. Im 30jährigen Kriege wurde das Schloss Engelhaus 1635 von den -Schweden zerstört. Graf Hermann Černin liess zwar um die Hälfte des 17. -Jahrhunderts wieder ein neues Gebäude mit einem Tanzsaale aufführen, -doch brannte es im J. 1718 mit dem Marktflecken ab. Nach 1639 wurde als -Hauptort der Herrschaft immer nur Giesshübel genannt. Diese kam später -(1829) an die Ritter von Neuberg und neuestens an den Grafen Hermann -von Černin. - -Kurz vor Engelhaus lenkt von der Prager Strasse links ein Fussweg ab, -den wir verfolgen; er führt uns zu dem _Schömnitzstein_, der aber ¼ -Stunde jenseits von der Fahrstrasse liegt. Von dieser steilen, aus -Porphyrschiefer bestehenden Felswand geniesst man eine _wahrhaft -entzückende Aussicht_ in's Egerthal und auf das Erzgebirge. - -_Zum Curort Giesshübel-Puchstein_ (Giesshübler Sauerbrunn), _König -Ottos Quelle_ genannt. Dahin verkehren _täglich Omnibusse_ (_Abf._ -v. Karlsbad vom Becherplatz 11 Uhr Vorm. und 1½ Uhr Nachm. _Rückf._ -gegen Abend). Die Strasse führt durch die Dörfer: Drahwitz, -Satteles, Schömnitz und Eichenhof und bietet schöne Waldpartien. Das -_Curhaus_ liegt anmuthig im Egerthale und ist von schönbewaldeten -Berghängen eingeschlossen, durch die sich nach den verschiedensten -Richtungen Spaziergänge mit herrlichen Aussichtspunkten ziehen. -Die »_Otto-Quelle_«, im Jahre 1862 zu Ehren des Königs Otto von -Griechenland so benannt, quillt circa 20 Klafter hoch am Rücken -des Berges aus dem Granitfels hervor und ist von _Parkanlagen_, -zwischen denen sich das _Badehaus_ befindet, umgeben. Nach Dr. -Eduard Hlawaček besitzt der Sauerbrunn einen sehr angenehmen, -prickelnd säuerlichen Geschmack und gehört zu den alkalisch-erdigen -Säuerlingen. Er besitzt viel Kohlensäure, übrigens nur wenig -mineralische Bestandtheile und dient theils zu _diätetischem Zwecke_ -als vortreffliches, erfrischendes Getränk, und zwar mit oder ohne -Zusatz von Zucker, etwas Himbeersaft oder von etwas weissem Wein und -Zucker, wodurch man ein äusserst angenehmes, moussirendes Getränk -erhält; -- theils zu _medicinischem Zwecke_; als reizminderndes, den -Aufsaugungsprocess belebendes, die Blutbereitung gelind verbesserndes -Mittel, bei chronischen, reizlosen Brustleiden u. dgl. Unter dem Namen -»Giesshübler« wird er jährlich in einer Anzahl von über drei Millionen -Flaschen in die verschiedensten Länder der Welt versendet.[2] - - [2] Siehe die ausgezeichnete medicinische Monographie über - den Sauerbrunn von Med. Dr. Freiherr Josef von _Löschner_ - (Preis --.50 kr.) und »Album der König Otto-Quelle«. - -Sein rasches Aufblühen verdankt der herrlich gelegene Curort seinem -gegenwärtigen Besitzer, dem kais. Rath _Heinrich Mattoni_, der ihn zu -einem Bade- und Molkencurort umgestaltet hat. Giesshübl-Puchstein ist -mit vollstem Rechte ein sehr beliebter, fesselnder Anziehungspunct für -Karlsbader Curgäste und Touristen. - -Von genanntem Curorte kann man in sieben Viertelstunden eine -genussreiche Fusspartie zur Station _Welchau-Wickwitz_ machen. Der -Weg leitet fast immer im Walde der Eger entlang an stattlichen -Felsengruppen vorbei und berührt _Rodisfort_ und _Welchau_. - - -Touren: - -Karlsbad-Neudek. - -Von Karlsbad führt die Kaiserstrasse über Fischern, Voigtsgrün, Neudek, -Neuhammer, Hirschenstand nach Eibenstock in Sachsen und bildet einen -Pass über das Erzgebirge. Wir machen unsere Tour bloss bis Neudek (3½ -Stunden). Die weltberühmte Curstadt Karlsbad liegt bald im Rücken, -und wir wandern, noch freudig erregt von den erhaltenen Eindrücken, -unserem gesetzten Ziele zu. Wir gehen über die gewölbte, steinerne -Tepl-Brücke der Bahnhofstrasse entlang zur eisernen Egerbrücke gegen -_Neufischern_ zu. Hier befindet sich der _grossartige Bahnhof_ von -Karlsbad. Weiter westlich wandernd, kommen wir nach _Fischern_. (Siehe -Karlsbader Ausflüge 20.) Hier zweigt die eine Strasse westlich nach -Elbogen-Falkenau-Eger und die andere nördlich nach Neudek ab. Wir -wählen letztere und erreichen in ½ Stunde _Altrohlau_, welches Dorf -eine Steingut- und Porzellanfabrik besitzt. In dieser Gegend sehen wir -riesige Essen rauchen, denn wir schreiten durch das Gebiet reicher -Kohlenlager und der Thonwaarenindustrie. Von Altrohlau nimmt die -Gegend allmählig den Gebirgscharakter an; wir gehen auf der Strasse -zwischen Feldern und Wiesen durch die Einschichte _Taschen_ oder -_Taschenhäusel_, dann weiter bei _Sittmesgrün_ vorüber, Tüppelsgrün -rechts liegen lassend, müssen gegen _Voigtsgrün_, das wir in 1 -Stunde erreichen, allmählig bergan steigen und langen auf der Höhe -beim Gasthause dieses Dorfes an, wo sich vor unseren Blicken eine -reizende Aussicht eröffnet. Die Ortschaften liegen zu unseren Füssen -wie hingesäet. Von da schreiten wir auf ebener Strasse dem rechts an -derselben gelegenen Orte _Giebacht_ zu, erblicken links das Rohlauthal -mit dem am Bergeshange liegenden Dorfe _Thierbach_ und kurz darauf den -im Osten der Stadt _Neudek_ sich erhebenden Kreuzberg. - - - - -Neudek. - - - =Gasthöfe=: _Das Rathhaus. Gasthof zum Herrenhaus. Gasthof zur - Post._ - - =Post- u. Telegrafenamt.= - - =Postverbindung= nach Platten täglich 1mal. - " Hirschenstand " " - " Heinrichsgrün " " - - =Aemter=: Bezirksgericht, Steuer- und Grundbuchsamt, - Bürgermeisteramt, Sparkassa, Notariat, Finanzwachekommissariat. - - -Beschreibung und Geschichte der Stadt. - -Neudek liegt an dem Flüsschen Rohla (Rohlau), das hier den Rodisbach, -Schmelzbach und Limnitzbach aufnimmt, in einem Thale, welches im -Osten von dem Kreuzberge, im Westen vom Hochtannenberge, im Norden -vom Paulusberge und den Abhängen des Peintlberges und im Süden von -mehreren Höhen begrenzt wird. Die Lage des Städtchens, das mehrere -Gassen besitzt, ist sehr schön. Der Marktplatz ist lang und schmal. -Der grösste Theil der 367 Häuser liegt am rechten Ufer der Rohlau, nur -die Häuser der Karlsbader Gasse, das gräflich Asseburg'sche Schloss -mit einigen anderen Gebäuden und noch ein kleiner Stadttheil, den man -gewöhnlich »Winkel« nennt, erheben sich am linken Ufer dieses Baches. - -Durch die Kaiserstrasse steht Neudek mit Karlsbad und durch -Bezirksstrassen auch mit Elbogen und Heinrichsgrün und von Neuhammer -aus durch eine solche mit Platten in Verbindung. Nach Karlsbad, -Elbogen, Graslitz, Joachimsthal und Schlackenwerth rechnet man 4, -nach Heinrichsgrün und Platten zwei Stunden. In neuester Zeit ist man -im Baue einer Eisenbahn begriffen, welche Neudek mit der 2 Stunden -entfernten Station Chodau, beziehungsweise mit der Buschtěhrader -Eisenbahn verbindet. - -Das sehr industrielle Neudek zählt ungefähr 4000 Einwohner, die sich -hauptsächlich mit Industrie, Handel und Oekonomie beschäftigen. -Ausser der Spitzen- und Handschuhfabrication wird hier besonders -die Metallindustrie, und zwar die Eisenblechindustrie und die -Löffelfabrication betrieben. Die Landwirthschaft erzeugt die -gewöhnlichen Feldfrüchte, als Roggen, Hafer, Erdäpfel; an den sonnigen -Abhängen auch etwas Weizen. Die Umgegend ist reichlich mit Waldungen -versehen, die meist Eigenthum der Gräfin von der Asseburg sind. - -=Sehenswürdigkeiten=: _Wollspinnfabrik_ mit _Wollwäscherei_ des -_Lahusen_ (beschäftigt gegen 450 Arbeiter). _Spitzenfabrik_ -des _Karl Kunzmann_ (Filiale der Firma _Gottschald u. Comp._). -_Spitzenfabrik_ des _Adolf Ullmann_. _Stickerei_ des _Franz Reitzner_. -_Löffelschmiederei_ des _J. F. Schneider_. _Blechlöffelerzeugung_ des -_Eduard Erhardt_. _Löffelschmiede_ des _Karl Neudert_. - -_Das grossartige Blechwalzwerk_ (oberhalb Neudek an der -Aerarialstrasse) mit der etwas entfernten _Eisengiesserei_, -_Eisendreherei_ und _Blechverzinnerei_ beschäftigt gegen 500 Arbeiter. -Dieses Etablissement ist Eigenthum der _Gräfin Anna von der Asseburg_, -gegenwärtig an _Petzold u. Comp._ verpachtet. _Holzschleiferei_ des -_Ignaz Fuchs_ (¾ Stunden von Neudek entfernt). Das _Volksschulgebäude_. -Der sogenannte _Thurmbergfels_. Er besteht aus mehreren über einander -liegenden Granitblöcken, von denen die zwei obersten über die unten an -der Rohlau dahinführende Strasse hervorragen. Auf diesem Felsen erhebt -sich der Glockenthurm; die Mauern desselben bilden ein vierseitiges -Prisma, dessen vier Kanten von der Südseite aus zugleich bemerkt werden -können, da der Grundriss die Form eines Trapezes hat. - -Ueber die Entstehung Neudeks ist nichts Näheres bekannt, da durch -den Brand des Rathhauses im Jahre 1731 alle Urkunden ein Raub der -Flammen geworden sind. Jedenfalls wurde die Stadt schon im Mittelalter -von Bergleuten gegründet, welche sich des Zinnbergbaues und des -Zinnseifnens wegen in dieser Gegend zuerst niedergelassen haben. -Die alte Zinnschmelzhütte, welche noch vor wenigen Jahren am linken -Ufer der Rohlau im »Winkel« stand, aber wegen Baufälligkeit und aus -Sanitätsrücksichten demolirt werden musste, soll das erste Gebäude in -Neudek gewesen sein. Ueber die Entstehung des Namens Neudek erzählt die -Sage Folgendes: Ein Jäger verirrte sich im Walde und kam auf den sog. -Hochtannenberg (westl. von Neudek), stieg dort, um sich in der Gegend -auszukennen, auf einen hohen Baum, nämlich auf eine hohe Tanne (wovon -der Berg den Namen haben soll) und sah östlich im Thale ein Gebäude -stehen, welches neu eingedeckt war, ging dann auf dasselbe zu und -fand daselbst den noch bestehenden alten Thurm, neben dem ein Häuschen -stand, in welchem ein Schmied wohnte, der den Namen Waldesel führte. -Dieser Jäger soll nun dem Thurm sammt den anderen Gebäuden den Namen -_Neudeckt_ (gegenwärtig _Neudek_) deshalb gegeben haben, weil er durch -die neue Dacheindeckung zur Auffindung dieser Gebäude gelangte. - - -Spaziergänge und Ausflüge: - -1. _Zum Kreuzberg._ Derselbe erhebt sich im Osten der Stadt an dem Ufer -der Rohlau. Auf dem Gipfel dieses Berges erhebt sich ein Kirchlein. -Der Weg schlingt sich in mehreren Serpentinen um den westlichen und -theilweise um den östlichen Abhang herum und ist ein sehr beliebter -Spaziergang der Neudeker. Von hier aus erblickt man die in den -südöstlich gelegenen Gegenden sich erhebenden Punkte nahe bis an die -Gegend von Buchau (z. B. den Engelhäuser Berg). In der Nähe des Hauses -Nr. 318 erblickt man in der Tiefe die Stadt Neudek in _wunderhübscher_ -Lage. - -2. _Zum *Peintlberg._ Er erhebt sich nördlich von Neudek und ist -ungefähr 970 m hoch. Bei Besteigung desselben wird gewöhnlich der -durch das Dorf Eibenberg (_Sitts_ Gasthaus) führende Weg benützt, -der ungefähr 1¼ Stunde beträgt. (Oberhalb der Stadt zweigt von der -Strasse zwischen zwei Bierschänken ein Weg nach genanntem Orte ab.) -Von diesem Dorfe geht der Weg steil aufwärts bis zu einem Walde, wo er -dann in mehr ebener Richtung bis zum Berge hinführt, auf dessen Gipfel -sich einige Felsen erheben, um welche grosse Steinmassen gelagert -sind. Die Besteigung wird durch die _herrlichste Fernsicht_ belohnt. -(Triangulirungspyramide.) Nach Norden und Nordosten haben wir wohl -nur geringe Aussicht, dafür ist sie lohnender in östlicher, südlicher -und südwestlicher Richtung; denn wir erblicken den Keilberg und -Spitzberg bei Gottesgab, viele Teiche in der Nähe von Schlackenwerth, -Lichtenstadt und Chodau, die Curstadt Karlsbad, die Ruine Engelhaus, -den sagenreichen Crudum, den Kaiserwald, die Städte Schönfeld und -Schlaggenwald, den Böhmerwald mit dem Dillenberge, den St. Annaberg bei -Eger. In der Nähe des Peintlberges werden wir auch durch ein schönes -Echo, entstanden durch einen neuangelegten Holzschlag, überrascht. - -3. _Zur *Thierbacher Kapelle_ (½ St.). Gehen wir auf dem Wege gegen -Thierbach zu, so gelangen wir eine kurze Strecke westlich von diesem -Dorfe zu dieser Kapelle. Obwohl die Aussicht von hier nicht so -weit ist als wie die vom Gipfel des Peintlberges, so ist sie doch -eine herrliche zu nennen. Wir erblicken die Häuser von Giebacht, -Hohenstollen, Allersloh, Eibenberg, zum Theile von Oberau und Hochofen; -nach Osten zu sehen wir Fischern und Karlsbad, während in nördlicher -Richtung der Peintl seine Kuppe mächtig emporhebt. Wunderschön, wie -eine Krippe im grösseren Massstabe, liegen auf den grünen Wiesen und an -den Bergabhängen die Häuser der zunächst gelegenen Ortschaften umher. - -4. _Zu den sogenannten Felshäusern_ (1½ St.). Wir gehen durch das -Limnitzthal nach Ullersloh an _Pecher's Restauration_ vorbei, von wo -wir nach ¾stündiger Wanderung zu den sog. Felshäusern gelangen. Die -_Fernsicht_ von denselben ist eine _lohnende_, wenn auch nicht so -grossartige, wie vom Peintlberg aus; doch bemerken wir die meisten -Puncte, die wir von letztgenanntem Berge aus gewahren können. Die -Felshäuser selbst sind gleichsam zwischen Felsgruppen eingebaut; ihr -Aeusseres ist recht reinlich und mit Ranken von wildem Wein und anderen -Schlingpflanzen geziert. Besonders schön ist von diesen Häusern aus -die Aussicht auf die unten liegenden Gelände, welche sich gleichsam -stufenartig gegen das Innere zu erniedrigen. - -5. _Zum *Kammersberg oder Hohenau_ (1¾ St.). Wir wandern von Neudek aus -auf der Aerarialstrasse bis zu jener Stelle, wo sich hinter dem Dorfe -_Giebacht_ der Weg nach dem Dorfe _Kammersgrün_ abzweigt. Derselbe -führt in mehrfachen Krümmungen bis nahe zu dem letztgenannten Dorfe, -das sich am Südabhange des Kammerberges und im Thale ausbreitet. Von -diesem Berge gewahren wir bei heiterem Himmel Karlsbad und Elbogen, -die Berge in der Umgegend von Buchau, einzelne Höhen um Duppau und die -meisten Puncte, die wir vom Gipfel des Peintlberges gesehen. Die Kuppe -des Kammerberges ist kahl und mit einer Orientirungshöhe versehen, die -der Besitzer dieser Umgegend, _Karl Stöhr_, errichten liess. - -6. _Zum *Hochtannenberg_ oder _Steinberg_ (¾ St. westlich von Neudek) -_und zum sog. Wächterhau_. Zu demselben gelangen wir am bequemsten, -wenn wir den nach _Ober-Bernau_ leitenden Weg benutzen. Von der Kuppe -dieses Berges erblicken wir nach Südost das Rohlauthal, Fischern und -Karlsbad, weiterhin Engelhaus, Giesshübel, die Kirche von Pergles bei -Buchau, nach Süden mehrere Dörfer zwischen Karlsbad und Elbogen, die -Stadt Elbogen mit dem alten Schlosse, auch einzelne Hopfengärten in der -Nähe von Falkenau. -- Eine halbe Stunde westlich vom Hochtannenberge -ist der sog. _Wächterhau_, auf welchem sich eine Orientirungshöhe -befindet, von welcher wir bis in die Gegend um Duppau, Karlsbad, -Elbogen bis Eger sehen können. - - -Tour Neudek-Neuhammer-Platten. - -Dem reinlichen Städtchen Neudek Ade sagend, wandern wir auf der -Reichsstrasse in mässiger Steigung weiter nördlich durch das reizende, -sehr anziehende, tiefeingeschnittene Rolauthal. Zu beiden Seiten -desselben erheben sich theils anmuthig bewaldete, theils waldlose, -der Landwirthschaft zugängig gemachte Hügel- und Bergreihen mit -gleichförmig ausgedehnten breiten Rücken und abgerundeten Kuppen. -Zu unserer Rechten rauscht die Rohla. Dicht an Neudek erblicken -wir rechts das »_Schiesshaus_«, einen beliebten Sommeraufenthalt -für Einheimische und Fremde, links das grosse _Eisenwerk_ (Siehe -Sehenswürdigkeiten Neudek's). Nach kurzer Strecke sehen wir rechts -ein »_Gusseisenwerk_« (Hochofen) (Siehe Sehenswürdigkeiten Neudek's), -nach einer Biegung links das »_Feigl'sche Einkehrhaus_«. Gegenüber -bemerken wir einzelne »_Felsstücke_«, die wie eine kleine Festung aus -niederem Gebüsch hervorlugen. Beim »_gemüthlichen Bergmann_« (vulgo -»beim Preussen«) zweigt am Fusse des sog. Preussenwaldes der Weg links -nach Hochofen und Trinksaifen ab. In der Hauptstrasse weiter wandernd, -kommen wir zur »_Fuchs'schen Holzschleiferei_« (Siehe Sehensw. N.); -beim sog. »Hammerl« (Schmiede) überschreiten wir eine Brücke, welche -die Grenzscheide zwischen Neudek, Hochofen und Neuhammer bildet. Von -da biegt die Rohlau zu unserer Linken ab. An der herrsch. Bret- und -Knochenmühle, dem Eiskeller vorbei erreichen wir »Hassmann's Gasthaus -zur grünen Wiese«. Von da steigen wir westwärts auf den _Fritzenberg_, -der eine schöne Aussicht über das Weichbild von _Neuhammer_ bietet. -Von letztgenanntem Gasthause benützen wir die Bezirksstrasse -Neuhammer-Platten, welche sich durch das ganze Thal von _Neuhammer_, -durch den sog. »Grund« zuerst am linken, dann am rechten Ufer des -Weissbaches windet. - -Das Dorf _Neuhammer_, 1 Stunde nördl. von Neudek, 1¼ St. südwestl. -von _Platten_ und 1 St. westl. von Bärringen, liegt auf mässig -ansteigenden, einander gegenüberliegenden Bergen (Fritzenberg, Hofberg -oder Eulenhof, Faunzberg, Fladererberg und oberen Neuhammer) und -in den dazwischen liegenden Thälern (Rohla- und Weissbachthal) und -zählt 210 Häuser mit 2200 Einwohnern, die sich von Spitzenklöppelei, -Löffelfabrication, Handschuh-, Tüll- und Mullnähen, Viehzucht ernähren. - -=Geschichtliches.= Wahrscheinlich hat Neuhammer mit der Entstehung -des Bergbaues von Neudek und Umgebung gleichen Ursprung. Dass auch in -Neuhammer der Bergbau betrieben wurde, beweisen die vielen Zechen- und -Seifenhalden. - -Weitere _schöne Aussichten_ gewähren: der _Hofberg_ (westl. von der -Kirche), der _Fladererberg_, der _Peintlberg_ (Siehe Ausflüge v. Neudek -2). (Eine _Fernsicht_ in's flache Land ist uns auf der ganzen Partie -Neudek-Neuhammer-Platten leider _nicht_ gegönnt.) - -Haben wir Altvater Peintl unseren Gruss zugewinkt, und das letzte -Häuschen von Neuhammer im Rücken, so winken uns höhere Gebirgskuppen, -und ernster Fichtenwald nimmt uns auf. Die Strasse windet sich in -vielfach gebogenen Zickzacklinien etwas steiler durch den dunkeln -_Vierfels_ (rechts), den hochbewaldeten _Kaiserbuchwald_ (links). Die -Berge treten näher und näher heran, das sanfte Rauschen des zur Linken -fliessenden, forellenreichen Weissbächleins gewährt eine interessante -Unterbrechung der Waldeinsamkeit. Dort, wo sich die Strasse stark nach -Rechts wendet, verlässt uns unser traute Begleiter und versteckt sich -am Fusse des sich hinter uns erhebenden kahlen Berges »_Kohlhau_«, -wo er sein Quellchen hat. Die Strasse wird etwas steiler, und die -Höhe, vom Volksmunde »_das Abg'span_« genannt, ist erreicht, eine -steinerne Säule markirt dieselbe. (Links zweigt ein Fussweg, der sog. -Buttersteig, ab und führt nach _Breitenbach_ und _Johanngeorgenstadt_.) -Den Schlusstheil unserer Wanderung bildet das Zurücktreten des -Waldes, an dessen Saume wir ein anmuthiges Forsthaus begrüssen; noch -ein Viertelstündchen, und wir sind in _Platten_, dem Ziele unserer -Wanderung. - - - - -Platten. - - - =Gasthöfe=: _Waldhütter's Gasthaus_ (an der Ecke des - Marktplatzes). _Rathhaus._ - - =Post- u. Telegrafenamt= am Marktplatz. - - =Postverbindung= nach Joachimsthal täglich 1mal. - " Neudek " 1 " - " Karlsbad " 2 " - " Johanngeorgenstadt " 2 " - - =Aemter=: Bezirksgericht. Steueramt. Bürgermeisteramt (im - städt. Rathhause). - - -Beschreibung und Geschichte der Stadt. - -Die k. Bergstadt Platten liegt an der Südwestseite des Plattenberges -auf dem Kamme des Gebirges, welches dicht nordwestlich an der Stadt -allmählig nach der sächsischen Seite, im Süden aber mehr steil -nach Böhmen abfällt. Die Stadt ist sehr regelmässig gebaut und -zählt 2500 Einwohner, die Viehzucht, Blechlöffel- (aus Eisenblech -und aus Stabeisen), Blechspiegel- und Blechfeuerzeuge-Fabrication, -Spitzenklöppelei, Handschuhnäherei und Korkschneiderei betreiben. Nicht -weniger als eine halbe Million Dutzend Löffel, und zwar beiläufig 30 -verschiedene Sorten, werden von Grosshändlern in Platten und Neudek -jährlich nach allen Richtungen versendet. Der Gesammtwerth der in -Platten erzeugten Blechspiegel wird auf ungefähr 40.000 fl. geschätzt. - -=Sehenswürdigkeiten=: Grosse _Löffelfabrik_ von Kolb und Kerl. Die -_Stöpselfabrik_ des Vincenz Gerber. -- Zu erwähnen ist der durch -die Stadt fliessende sog. _Stadtgraben_, ein Bach, der nördlich von -Gottesgab entspringt und schon in alter Zeit von der Stadtgemeinde -durch die Waldungen zum Betrieb der Berg- und Pochwerke, Mühlen und -Schmelzhütten hieher geleitet worden ist und noch immer erhalten wird. - -Die Gegend um Platten gehörte im Mittelalter zu der damals böhmischen -Herrschaft Schwarzenberg, welche aber König Georg von Poděbrad, als -seine Tochter sich 1459 mit dem Herzog Albrecht von Sachsen vermählte, -diesem als Mitgift gab. Herzog Albrecht verkaufte die Herrschaft an die -Herren von Tessau, und von dieser Familie ging sie 1532 kaufweise an -den Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen über. Ohne Zweifel wurde -schon vor genanntem Jahre in dieser Gegend an mehreren Puncten, wie -bei den jetzigen Ortschaften Irrgang, Zwittermühl, Breitenbach u. a., -Bergbau auf Eisen und Zinn getrieben. Als 1532 auf dem Plattenberge -»höfliche« (hoffnungsreiche) Zinngruben aufgefunden wurden, kamen -immer mehr Bergleute aus der Umgegend, namentlich von Schneeberg, -herbei, liessen sich hier nieder und gründeten Platten. Gleichzeitig -fand die Gründung von Gottesgab statt. Der Bergbau machte in Platten -bedeutende Fortschritte, viele neue Zechen wurden aufgenommen und -auch einige Silbergänge erschürft: deshalb erliess der Kurfürst eine -gedruckte Bergordnung und räumte der Bevölkerung die Befugnisse des -Backens, Bierbräuens etc. ein. Im Jahre 1544 besass Platten bereits 8 -Schmelzhütten und mehrere Eisengruben. Im schmalkaldischen Kriege hatte -die churfürstliche Bergstadt, überhaupt die ganze Gegend bis an das -Egerthal herab, viele Bedrängnisse zu erdulden. Christof von Gendorf -zog im October 1546 mit zwei Fähnlein gegen Platten und erschreckte mit -fünf grossen Stückbüchsen die dort befindliche sächsische Mannschaft -so, dass sie die Flucht ergriff und die Stadt von kaiserlichen Truppen -besetzt wurde. Aber im April 1547 kam die Stadt wieder in den Besitz -des Kurfürsten Johann Georg von Sachsen. Derselbe wurde bekanntlich -vom Kaiser Karl V. in die Reichsacht erklärt und verlor sein Land, -welches sein Vetter Moriz, der sich mit dem Kaiser verbunden hatte, -erhielt. Am 14. October 1546 schloss König Ferdinand von Böhmen mit dem -Herzog Moriz von Sachsen einen Vertrag ab, kraft dessen die südliche -Hälfte der Herrschaft Schwarzenberg mit Platten und Gottesgab sammt -den Wäldern an Böhmen mit der Bedingung abgetreten wurde, dass dem -Herzog die freie Jagd und der Genuss des Bergwerks-Zehnten blieb. Ein -zweiter, im Jahre 1556 zu Schneeberg abgeschlossener Vertrag änderte -erwähnten Vorbehalt dahin ab, dass der Zehnte zur Hälfte getheilt, aber -auch der Gehalt der Beamten von jedem Theile zur Hälfte gezahlt werden -sollte. Im Laufe der Zeit erhielt die Stadt von den Kaisern Ferdinand -I., Maximilian II., Rudolf II., Mathias und Ferdinand III. mehrere -Privilegien, hauptsächlich zur Förderung des Bergbaues. So verlieh K. -Ferdinand I. am 30. Juli 1555 der Stadt neue Bergfreiheiten, gestattete -den Einwohnern, aus abgetriebenen Waldstrecken Felder anzulegen, und -ein Stadtwappen zu führen, das ausser dem österreichischen Schild -und dem halben böhmischen Löwen eine Seifengabel und eine Keilhaue -darstellte. - -Die bis 1617 gemachten neuen Anstrengungen, den Bergbau zu heben, -wurden durch den dreissigjährigen Krieg, der seine blutigen Wellen -auch über die Bergrücken des Erzgebirges wälzte, unterbrochen. Und als -1653 diejenigen protestantischen Bewohner Platten's, welche nicht zum -katholischen Glauben übertreten wollten, nach Sachsen auswanderten -und auf dem Fastenberge die Stadt Johanngeorgenstadt gründeten, ging -der Bergbau dem gänzlichen Verfalle entgegen. Nur 1739 trat eine neue -günstige Epoche ein. Der Grenzzoll-Einnehmer Hessler machte in diesem -Jahre auf der Zinngrube St. Conrad einen überaus glücklichen Anbruch. -Sie lieferte 1740 eine Ausbeute im Werthe von 200.000 fl., die sich -später auf das Vierfache erhöhte. Ebenso glücklich war Hessler mit zwei -Silberzechen, dem Gottholds-Stollen und am Rosenhof. Dieser reiche -Bergsegen bildete leider nur eine Ausnahme. - - -Spaziergänge und Ausflüge. - -1. _Zum *Plattenberg, nach Auerhahnl_ (Irrgang). Eine gute Strasse -führt in nordöstlicher Richtung über den _Plattenberg_ (1038 m), von -dem man eine schöne Aussicht über Platten und Bärringen hat. Bei der -auf der Höhe steigenden Säule zweigt sich links ein Waldweg ab, auf dem -man zu einer Triangulirungspyramide kommt, von der man eine _reizende -Aussicht_ über einen Theil von Sachsen und Böhmen geniesst. - -Zur Säule zurückkehrend, kommen wir auf schöner Strasse in stiller -Waldeinsamkeit nach _Irrgang_, wo dem Spaziergänger das kleine, aber -durch seine reinlichen Gastleute bekannte sog. _Auerhahnl_ zu einem -frischen Trunk und stärkenden Imbiss einladet. Links von diesem -Gasthause sehen wir ein _Eisenwerk_ (Hilfgotteseisenzeche). Rechts -unterhalb dieses Eisenwerkes liegt das sog. _Schneebergl_, ein mit -Jungholz bewaldeter Scheitel, wo sich mehrere Verritzungen, von altem -Bergbau herrührend, finden, in deren Tiefe immerwährender Schnee -sichtbar ist. - -2. _Zur Wolfs- und Eispinge._ Bei der Kolb und Kerl'schen Löffelfabrik -theilt sich der Fussweg. In nördlicher Richtung führt er bei dem aus -den Zeiten des Bergbaues herrührenden _Pulverthurme_ und der ehemaligen -Papiermühle vorbei. In dem niederen Fichtenstande, in den der Weg -eintritt, theilt er sich von neuem. Wir halten uns rechts und kommen -zu der vom Steige rechts sich befindlichen _Wolfspinge_. Dieselbe ist -ein alter Tagbau, der nun als riesiges Felsennest von der primitiven -Abbauung der Erze vor dreihundert Jahren Zeugniss gibt; die Annalen -erzählen, dass man darin centnerschwere Zinngraupen gefunden hat. -Etwas nördlicher kommen wir, das Augenmerk ängstlich auf unsere Füsse -richtend, zur sog. _Eispinge_. Risse und Spalten in die Erde, die der -Fuss zu überschreiten vermag, und die mit Gestrüpp überwachsen sind, -verhindern den Zutritt des Sonnenlichtes in die gähnende Schlucht, in -welcher ewiges Eis in mächtigen Stalagmiten, die Wände emporstrebend, -sich befindet. Bemerkt sei, dass es auf dem Plattenberg ausser den -beiden genannten Zeugen alten Bergbaues noch andere offene Stollen und -Höhlen gibt (bei Irrgang die Schneepinge). - -3. _Nach *Ziegenschacht_ (1 St.). Von der oben genannten Löffelfabrik -betreten wir links den Wiesensteig. Zur Rechten und Linken breiten -sich im schönsten Farbenschmucke prangende Wiesen aus. Wir gehen gegen -Norden und kommen nach kurzer Strecke in eine Fichtenjugend, in welcher -zwei Waldwege führen, die sich aber wieder vereinigen. Hat man die -abgeholzte Richtung erreicht, so hält man sich links. Der Weg führt -wieder in einen Fichtenbestand hinein, aus dem er erst in Ziegenschacht -heraustritt. Die schöne Waldeinsamkeit, der duftige Harzgeruch und -brennende Meiler machen diesen Spaziergang zu dem angenehmsten in -Plattens Umgebung. Gasthaus im Ziegenschacht. - - -Tour Karlsbad-Lichtenstadt-Bärringen. - -Die vom Bahnhofe aus nach Schlackenwerth führende Aerarialstrasse -verfolgend, betreten wir die auf der sog. _Weheditzer-Zettlitzer_ -Höhe links sich abzweigende und durch den Ort _Ottowitz_ führende -Bezirksstrasse, die sich zwischen gutbebauten und ergiebigen Fluren -dahinzieht, deren Inneres auch reiche Kohlenlager birgt. Man geniesst -eine _hübsche Aussicht_ nach Zettlitz, Altrohlau. An der sog. -_Widitzmühle_, dem _Widitzhofe_ und einigen Häusern der Gemeinde -_Halmgrün_ vorbei leitet die Strasse durch einen grossherzoglich -Toskanischen Fichten- und Föhrenwald und bringt uns nach 1¾stündiger -Tour in das Dorf _Grossenteich_ (liegt 1 St. sw. von Schlackenwerth) -mit dem nördlich am Dorfe gelegenen, einem kleinen See gleichenden -_Grossteich_ von 110⅓ J. Area. Hier bietet sich ein _schöne Rundsicht_; -man erblickt westlich die Dörfer Ruppelsgrün und Edersgrün, gegen -Norden und Nordwesten das Erzgebirge mit dem Wölfling, gegen Osten und -Süden das Duppauer Gebirge. Wir wandern auf der Strasse noch ¼ Stunde -weiter und erreichen _Lichtenstadt_, wo sich uns gleichfalls eine _gute -Rundsicht_ erschliesst. - - - - -Lichtenstadt. - - - =Gasthöfe=: _Zum Rathhaus. Zur Sonne._ - - =Postamt.= Bürgermeisteramt (im städt. Rathhaus). - -=Sehenswürdigkeiten=: _Eisengiesserei-Fabrik_ des _Heinrich Reichel_ (5 -Minuten oberhalb der Stadt). Lichtenstadt gehörte i. J. 1217 dem Wladik -Hroznada, welcher es dem von ihm gegründeten Stifte Tepl vermachte. -Diese Schenkung bestätigte Karl IV. am 3. Mai 1350 und ertheilte -zugleich die Erlaubniss, in dem an Lichtenstadt anliegenden Walde oder -auf anderen, dem Stifte gehörigen Gütern Mühlen und Eisenbergwerke -anzulegen. Die Geistlichen zogen fleissige deutsche Ansiedler in die -Gegend, welche in den öden Waldstrecken viele Ortschaften anlegten. Zur -Zeit des Husitenkrieges kam das Gut an die königl. Kammer, bis Kaiser -Sigmund 1437 es nebst anderen Besitzungen seinem Kanzler Kaspar Schlick -zum Geschenk machte. In älterer Zeit wurde hier Bergbau auf Silber -und Zinn betrieben, der aber im Husitenkrieg einging. Unter Kaiser -Ferdinand I. erblühte der Bergbau von neuem, allein der 30jährige -Krieg vernichtete ihn. In den Jahren 1770 und 1785 stellte man neue -Bergbauversuche an, erzielte aber keine Erfolge. - -=Besteigung des *Wölfling.= In der unmittelbaren Nähe von der -Reichel'schen Fabrik erhebt sich rechts der sog. _Hohenberg_, an dessen -Fusse der israelitische Friedhof gelegen ist; links »der ausgedehnte -und hohe _Glasberg_, welcher mit seinen Abhängen bis an den Fuss des -Gebirges (Erzgebirges) abdacht und sich als ausgebreitetes Gebirgsjoch -von seiner sich steil erhebenden ansehnlichen Kuppe in nordwestlicher -Richtung bis auf den Hauptkamm des Gebirges hinzieht. Der höchste Punct -dieses Gebirgsjoches ist der _Trausnitzberg_, westlich von Salmthal. -Durch die südlichen ausgedehnten Gipfel des Glasberges wird diese -weiter nordwestlich liegende Kuppe, sowie der höhere Hauptkamm des -Gebirges, verdeckt.« Einer der südlichen Gipfel heisst _*Wölfling_ -und gewährt wegen seiner frei vorspringenden Lage eine _umfassende, -prachtvolle Aussicht_, wie sie nur _wenige_ Puncte des Erzgebirges -gewähren. Fast ausnahmslos in den bezüglichen Reise-Führern ignorirt, -lässt sich auf dem Wölfling nur hie und da ein Tourist sehen. Wir -können die Besteigung dieses Berges, obgleich die dahin führenden -Wege manches zu wünschen übrig lassen, allen Erzgebirgstouristen -auf das _wärmste_ empfehlen. Wir besteigen in einer Stunde den -Wölfling von Lichtenstadt aus, passiren den sog. »Kirchsteig«, der -beim lichtenstädter Schiesshause seinen Anfang nimmt und durch die -Waldung oberhalb des Dorfes _Edersgrün_ führt. (Mit _Wagen_ kommt -man auf der Bezirksstrasse über _Merkelsgrün_, _Salmthal_ in 1¼ -St. nach _Bärringen_, von wo südlich der gewöhnliche Weg, das sog. -»Bärringer Strass'l« durch die grossherzogliche Waldung in 1 Stunde -nach Wölfling führt, oder man fährt auf der vor der Reichel'schen -Fabrik abzweigenden, über Edersgrün, Tüppelsgrün bis Neudek leitenden -Bezirksstrasse bloss bis _Tüppelsgrün_, von wo sich in nordwestlicher -Richtung ein Waldweg nach _Kammersgrün_ schlängelt; der nicht gar -gute Verbindungsweg zieht sich in einer sanften Anhöhe nach Wölfling -und kann ebenfalls in 1 Stunde zurückgelegt werden. Ist man am Gipfel -des Berges angekommen, so sieht man das _Forsthaus_ und noch ein -einzelnes Haus. Beide bilden das »_Vorder-Wölfling_«. Von da bietet -sich dem Beschauer ein _wahrhaft entzückender und seltener Anblick_ -von einem bunten Gemische von Waldungen, Feldern, Wiesen und Teichen, -Städten und Dörfern, Bergen und Thälern, dass demselben, überwältigt -von dem herrlichen, farbenprächtigen Bilde, unwillkürlich ein »Ach« -entfällt. Lässt man das Auge gegen den Fuss des Berges schweifen, so -erblickt man südlich und südwestlich an dem Abhange kleine Vorberge -und Thäler, welche reizend aussehen; namentlich nimmt sich das Dorf -_Tüppelsgrün_, am Tüppelsgrüner Bache gelegen, sehr schön aus. -Verfolgt man die Ebene südöstlich, so sieht man viele Ortschaften, -darunter Schlackenwerth, die Gegend von Buchau, Giesshübl, die Ruine -Engelhaus; südlich die Gebirgskette von Tepl, die Stadt Karlsbad -mit ihren Ausflugsorten, z. B. Bahnhof, Waldschloss, Dreikreuzberg, -Hirschensprung und Antonienshöhe, ferner Donitz, Fischern, Dallwitz, -Aich, Altrohlau, Zettlitz u. a., den Grossteich und mehrere kleinere, -zu Tüppelsgrün gehörige Teiche (Wiesenteich, Haideteich); südwestlich -Neurohlau mit seinem grossen Teich, Chodau mit mehreren umliegenden -Ortschaften, Elbogen, Altsattel, Neusattel, Falkenau und Umgebung, -Maria-Kulm, die Gegend von Eger und Franzensbad. Ueberdies wird die -lachende, herrliche Landschaft -- das Egerthal -- von dem Silberbande -der Eger durchzogen. Einen unvergleichlich schönen, köstlichen Anblick -geniesst man hier kurz vor Sonnenuntergang durch das Blitzen der -vielen Teichspiegel, das Brennen der Fabriks-Essen von Dallwitz, -Aich, Fischern, Altrohlau und Chodau. Von Wölfling gelangt man in -nordwestlicher Richtung zu dem sog. »_Hohen Hau_« (zu Kammersgrün -gehörig), woselbst ein _Gloriett_ errichtet ist zur besseren Aussicht -auf das Egerland. -- Die Strasse, welche sich nördlich am rechten Ufer -des forellenreichen Wistritzbaches zwischen Wiesen im reizend schönen, -romantischen Wistritzthale dahinzieht, führt nach ½stündiger Wanderung -durch das Dorf _Merkelsgrün_, welches am Wistritzbache gelegen, rechts -von Feldern, links von Wiesen umgeben ist. Beim Wirthshause führt -rechts von der Bezirksstrasse eine Strasse zur _Porzellanfabrik_. Wir -schreiten auf der nun am linken Ufer des Wistritzbaches führenden -Strasse entlang weiter und gelangen nach dem an Merkelsgrün -unmittelbar sich anschliessenden Orte _Salmthal_, das 1 Stunde nw. -von Lichtenstadt an den Thalgehängen des Glasberges und Plessberges -liegt. (_Holzschleifereien_ des Wilhelm _Schreiter_, Heinrich _Kluge -u. Comp._ und Johann _Geutner_.) (Erwähnenswerth ist, dass hier hinter -dem Gasthause »zum grünen Thal« durch ein enges Seitenthal, den -sog. Modersgrund, ein guter Waldweg nach _Abertham_ führt.) Weiter -thalaufwärts steigend, kommen wir nach ½ Stunde in _Bärringen_ an. - - - - -Bärringen. - - - =Gasthöfe=: _Rathhaus_ und _Stadt Leipzig_. - - =Post- u. Telegrafenamt.= Bürgermeisteramt. - -Die Bergstadt Bärringen mit 2360 Einwohnern liegt hoch im Gebirge an -der Schwarzen Wistritz. Die Haupterwerbsquellen sind Rindviehzucht, -Stickerei und Spitzenklöppelei. Erwähnenswerth ist wohl hier die -_Gimpelzucht_, die den Züchtern jährlich einige hundert Gulden abwirft. -Die jungen Gimpel werden nämlich aus dem Neste genommen, zu Hause -erzogen und gelehrt, indem man ihnen das einzuübende Liedchen bloss mit -dem Munde rein und immer gleichmässig vorpfeift. In jüngster Zeit wurde -hier durch Vermittelung des Herrn Ritters von Dotzauer auch die Harzer -Kanarienvogelzucht eingeführt. - -=Sehenswürdigkeiten=: _Die grossen Stickerei-Etablissements_ von _A. -Meinls Erben_, _Gebrüder Pfob_ und _J. T. Poppenberger_. - -Das Städtchen verdankt seinen Ursprung dem Bergbau, welcher hier 1532 -begann. Der Sage nach soll ein Bär durch Scharren seines Lagers in der -Gegend des sogenannten Schwarzen Teiches das Erz entblösst haben, und -so die Lagerstätte von Zinnerz erschürft worden sein; darauf soll auch -das Wappen des Städtchens deuten, welches einen Bären vorstellt, der -einen Ring in der Pfote hält. In der grössten Blüthe war der Bergbau, -der schon längst erloschen ist, unter der Regierung Kaiser Ferdinands -I., denn nicht weniger als 72 Pochwerke waren damals hier in Betrieb. -Im Jahre 1559 wurde Bärringen zur Stadt erhoben. - - -Tour: Karlsbad-Schlackenwerth-Joachimsthal. - -Von Karlsbad gelangen wir, wenn wir die Tour auf der schönen -Reichsstrasse machen, in 2 Stunden (zu Wagen in 1 Stunde) nach -Schlackenwerth, oder wir fahren zu dieser Stadt pr. Buschtěhrader Bahn -in ½ Stunde. - -Wir wählen die Fusstour. Unterhalb des Karlsbader Bahnhofes, wo sich -die nach Schlackenwerth führende Strasse rechts zweigt, erblicken -wir sogleich zur Linken das Dorf _Zettlitz_, zur Rechten _Karlsbad_, -_Drahowitz_, den _Egerfluss_, _Weheditz_. Die Strasse führt durch -Felder; wir schreiten bei einer grossartigen _Dampfziegelei_ vorüber -und erreichen die sog. _Weheditzer-Zettlitzer_ Höhe, wo wir eine -_schöne Aussicht_ geniessen (Siehe Tour Karlsbad-Lichtenstadt). (Auf -dieser Höhe zweigt linksab die Strasse nach Lichtenstadt, etwas weiter -entfernt rechtsab die Strasse nach Dallwitz.) Die in nordöstlicher -Richtung dahinziehende Strasse weiter verfolgend, gelangen wir -unterhalb _Sodau_ zu einem Theil dieses Dorfes mit 2 Gasthäusern, -nähern uns dann dem rechts liegenden Dorfe _Lessau_, wandern links -an dem Orte _Fuchsloch_ (½ St. sw. von Schlackenwerth) und dem -Dorfe _Grasengrün_ (Teiche; der _Peinteich_ zwischen Grasengrün und -Hauptstrasse) vorbei und kommen endlich nach _Schlackenwerth_. Links -von der Strasse sehen wir den _Friedhof_ und den grossherzoglich -toskanischen _Park_, rechts das _Actienbräuhaus_. - - - - -Schlackenwerth. - - - =Gasthöfe=: _Zum Renthaus_, am Marktplatze, _Schwarzer Adler_. - - =Post- und Telegrafenamt= im erstgenannten Gebäude. - - =Postverbindung= nach dem Bahnhofe »Schlackenwerth«. - " " Joachimsthal täglich 3mal. - - =Aemter=: _Bürgermeisteramt_. _Spar-_ und _Vorschusskassa_. - - -Beschreibung und Geschichte der Stadt. - -Schlackenwerth, der Hauptort der gleichnamigen, dem Grossherzog von -Toskana gehörigen Herrschaft, liegt am Fusse des Erzgebirges an der -Wistritz und an der Buschtiehrader Bahn in einer schönen und reizenden -Ebene, welche nördlich von den gewaltigen, waldbekrönten Bergketten -des Erzgebirges, westlich von dessen milderen Ausläufern, südlich von -den Karlsbader Hügelketten und östlich von dem kegelartig gestalteten -Egergebirge eingeschlossen wird. Dieser sehr fruchtbare, an Aeckern -und Wiesen reiche Basalt-Kessel wird vom Wistritz- und Weseritz-Bache -durchfurcht. Ersterer nimmt, bevor er Schlackenwerth erreicht, -den Weseritzbach auf. Die Stadt zählt 2000 Einwohner, welche sich -hauptsächlich mit der Landwirthschaft beschäftigen. - -=Sehenswürdigkeiten.= _Das grossherzoglich Toskanische Schloss_, in -einfachem Renaissancestyl erbaut, ist in jüngster Zeit durch zwei -Seitenflügel und einen rückwärtigen Trakt vergrössert worden. Dasselbe -besitzt einen _grossartigen Rococo-Park_ mit hundertjährigen Eschen -und Linden, stattlichen Erlen, Ahornen, Weiden, Cirpisbäumen und -hohen Tannen, sowie mit anmuthig angelegten Spaziergängen. Mitten im -Parke, der in den Sommermonaten von Karlsbader Curgästen und Touristen -sehr häufig besucht wird, steht das im Rococostyle erbaute herrliche -_Gartenhaus_, ein octogones, barockes Gebäude mit _Restauration_. -(Geschichtliches siehe bei der Geschichte der Stadt.) - -_Die Pfarrkirche_, im gothischen Styl erbaut und neu renovirt, hat -ausser dem imposanten Hauptaltar noch 6 Seitenaltäre. Das Altarbild des -ersteren stellt die Grabbestattung Jesu vor und ist ein Meisterwerk des -berühmten böhmischen Malers _Karl Skreta_. _Das Piaristen-Collegium_ -mit einem durch den letzten Gymnasialdirector P. Ernst _Miebes_, einen -geborenen Schlackenwerther, _trefflich angelegten, reichhaltigen -Lehrmittel-Cabinet_, mit einer werthvollen _Bibliothek_, im grossen, -schönen Archivsaale, an dessen Wänden nebst den Ahnenbildern der -_Lauenburger_ auch die Bildnisse der kaiserlichen Hoheiten _Leopold_ -II. und _Maria Antonia_ in Lebensgrösse prangen. Für den Archäologen -und Bibliographen ein Unicum: Der _Manuskript-Pergamentcodex vom Jahre -1353_, welcher die Legende der hl. Hedwig, Herzogin von Schlesien, und -vier Homilien des hl. Bernhard enthält. - -=Geschichtliches.= Das Piaristen-Collegium wurde von _Anna Magdalena -Popelia_, der Gemahlin des Herzogs Julius Heinrich von Lauenburg, -1666 gestiftet; das Gymnasium, 1780 in eine Normalhauptschule -verwandelt, wurde 1804 abermals eröffnet und bestand bis zum Jahre -1820, in welchem die beiden Humanitätsklassen aufgehoben wurden, -so dass nur die 4 Grammatikalklassen blieben, die aber 1852 sammt -der Hauptschule geschlossen wurden. Durch die wahrhaft fürstliche -Munificenz der durchlauchtigsten Frau _Grossherzogin Maria Antonia_ -und des edlen _Grossherzogs Leopold_ II. konnte am 1. Okt. 1863 das -Piaristen-Untergymnasium wieder eröffnet werden, das aber leider -mit dem Schuljahre aufhörte. -- In der Piaristenkirche, welche -1674 eingeweiht worden ist, befindet sich auf dem Hochaltare die -_Muttergottesstatue Maria-Treu_, wohin nicht nur Schlackenwerther, -sondern auch Katholiken aus der ganzen Umgegend ihre Zuflucht nehmen. - -_Porzellanfabrik von Pfeiffer und Löwenstein._ (Rechts von der Strasse -zum Bahnhofe.) -- _Actienbräuhaus._ (Links an der Karlsbader Strasse.) - -Die Erbauung Schlackenwerths (zuerst Schlawkes Warthe, später Schlawkes -Werth, zuletzt Schlackenwerth) wird dem Slavek von Riesenburg -zugeschrieben, welcher die Stadt dem Bürgermeister und Rath überliess, -so dass dieselbe von König Johann (1310) bis zu Kaiser Sigmunds -Regierung unter dem Stadtrathe verblieb, bis endlich genannter Kaiser -dieselbe im J. 1419 an seinen Kanzler Caspar Schlick verpfändete, der, -aus einer Egerischen Patricierfamilie stammend, bis zum Reichsgrafen -(1437) emporstieg und mit Elbogen, Falkenau und Schlackenwerth belehnt -wurde. Graf Caspar Schlick, dreier Kaiser Reichskanzler und »ein Mann -von grosser Geistesgewandtheit«, wurde der Begründer dreier berühmten, -reichbegüterten Grafenlinien, von denen die Schlackenwerther Schloss, -Dominium und Stadt bis zum Jahre 1578 beherrschte. Unter der Regierung -des Königs Georg von Poděbrad wurde ein Theil des Schlosses und der -Stadt in Asche gelegt, da Graf Schlick mit den Schlackenwerthern an -den katholischen Herrenbund gegen den König sich angeschlossen hatte. -1578 kam die Herrschaft Schlackenwerth an die Schönburge, Stadt und -Schloss wurden 1621 von den Soldaten Mannfelds geplündert. Die nach -der Schlacht am Weissen Berge von dem königlichen Fiscus eingezogene -Herrschaft überliess Kaiser Ferdinand II. im J. 1625 käuflich dem -Herzog Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg. Derselbe liess 1650 -mit Benützung der Grundmauern des Schlick'schen Schlosses ein neues -Schloss aufbauen und mit einem Geldaufwande von 60.000 Reichsthalern -einen grossartigen Park anlegen, der mit seinen Wasserleitungen und -50 Springbrunnen eine Art Klein-Versailles darstellen sollte und von -einem Schriftsteller des 18. Jahrhunderts sogar das achte Wunder der -Welt genannt wurde. Dem verstorbenen Herzog Julius Heinrich folgte -sein Sohn Julius Franz, dessen Tochter Franziska Sybilla Augusta -sich 1690 nach dem Tode ihres Vaters (1689) mit dem Markgrafen Ludwig -Wilhelm von Baden-Baden vermählte. So gelangte der Besitz an das Haus -Baden-Baden, um bei demselben bis 1782 zu verbleiben. Nach dem Tode des -Markgrafen August Georg erhielt dessen Nichte, die Prinzessin Elisabeth -Augusta von Baden, das Nutzungsrecht der Herrschaft Schlackenwerth von -der Kaiserin Maria Theresia lebenslänglich. Von 1799 fiel auch das -Nutzungsrecht wieder an die Kammer zurück. Später kam Schlackenwerth -an Ferdinand II., Grossherzog von Toskana. Als Grossherzog Leopold -II. von Toskana, der edle, so schwer geprüfte Fürstengreis aus -Habsburgs Herrscherhause, in dem verhängnissvollen Jahre 1859 mit der -grossherzoglichen, hochherzigen Familie hier bleibenden Aufenthalt -genommen, begann für Schlackenwerth eine neue segensreiche Periode. -In Schlackenwerths Annalen wird für immerwährende Zeiten mit goldenen -Lettern der denkwürdige 23. Februar 1861 glänzen, wo Leopold II., -Grossherzog von Toskana und Erzherzog von Oesterreich, einstimmig zum -Bürgermeister der Stadt Schlackenwerth gewählt wurde. »Leopold II. nahm -aber nicht blos die Wahl als Bürgermeister an, sondern unterzog sich -auch persönlich allen durch die Communalgesetze gebotenen Pflichten, -ein schönes und seltenes Beispiel in der That, welches hier einerseits -aus einem Familienzuge der Habsburger, der Achtung vor dem Volke, -anderseits aus dem in Italiens Boden tiefgewurzelten Bewusstsein, -bei der Gemeindeautonomie mit der Entgegennahme des Rechtes sich -auch im strengsten Sinn der Pflicht zu unterziehen, entspringt. -Diese enge Beziehung zwischen dem Grossherzog und der Bürgerschaft -Schlackenwerths erneuerte sich bei der Wiederwahl (22. August -1864), deren Annahme wieder erfolgte und in der Stadt grosse Freude -hervorrief.« Der durchlauchtigste Grossherzog-Bürgermeister leistete -für Schlackenwerth wahrhaft Hervorragendes und Unvergängliches! Aber -auch dessen durchlauchtigste Gemahlin, die Frau Grossherzogin Maria -Antonia bewährte sich stets als eine hohe Gönnerin und fürstliche -Wohlthäterin dieser Stadt. »In ganz ähnlicher Weise übertrug sich auch -dieses Verhältniss auf den dermaligen Besitzer und seine Gemahlin«, -nämlich auf Sr. kais. Hoheit den durchlauchtigsten Herrn Ferdinand IV., -Grossherzog von Toskana, und Ihre kais. Hoheit die durchlauchtigste -Frau Grossherzogin. Von hohen fürstlichen Besuchen, deren sich -Schlackenwerth zu erfreuen hatte, heben wir hervor: _Den Besuch Sr. -kais. u. kön. Majestät des Kaisers Franz Josef_ I. am 23. Juni 1864, -welchen Tag Grossherzog Leopold II., der damalige Bürgermeister -Schlackenwerths, durch eine Gedenktafel aus Marmor am Rathhausgebäude -verewigte. In demselben Jahre (am 30. Juni 1864) stattete auch _König -Otto von Griechenland_ der grossherzoglichen Familie einen Besuch ab. -_König Johann von Sachsen_, der gekrönte Dante-Uebersetzer, Vater der -ersten Gemahlin des Grossherzogs und Grossvater der Erzherzogin Maria -Antoinette, der fürstlichen Dichterin, verweilte wiederholt bei der -Grossherzog Toskanischen Familie zum Besuche. - -Nachdem wir die Sehenswürdigkeiten Schlackenwerths in Augenschein -genommen haben, kehren wir der Stadt den Rücken, um unsere Tour -fortzusetzen. Ein wahrhaft entzückendes Landschaftsbild entrollt sich -vor unseren trunkenen Blicken! Inmitten einer vegetationsreichen -Ebene mit wogenden Feldern, beblumten, saftiggrünen Wiesen und -ergiebigen Obstbäumen sehen wir aus dreiviertelstündiger Entfernung die -waldesdunklen und mannigfaltig geformten Berge des wie eine Mauer steil -sich aufthürmenden Erzgebirges, durchbrochen von einem tiefgefurchten, -romantischen Querthal, dem unsere Tour gilt. Wir wandern, aufjauchzend -vor Lust, auf der schönen, beiderseits mit Obstbäumen bepflanzten -Aerarialstrasse in nördlicher Richtung weiter und gelangen in -einer halben Stunde nach _Unterbrand_, wo wir den grossherzoglich -Toskanischen Meierhof besichtigen, dessen landwirthschaftliche -Maschinen, den neuesten Fortschritten auf diesem Gebiete Rechnung -tragend, besonders den Oekonomen interessiren dürften. Von hier -erreichen wir nach ¼stündiger Wanderung das freundliche, mit Obstbäumen -geschmückte Dorf _Oberbrand_, dessen Einwohner noch den lohnendsten -Feldbau betreiben. Statt der Obstbäume bilden aber bald Vogelbeerbäume -mit ihren zinnoberfarbenen Beeren Strassenspalier; wir stehen an der -Eingangspforte des engen, prächtigen _Weseritzthales_. Die Strasse, ein -schmaler Wiesensaum und die rauschende Weseritz bilden die Thalsohle, -während zur Rechten und Linken die mit Fichten, Tannen und Buchen reich -bedeckten Abhänge mit jedem Schritte steiler und majestätischer sich -gestalten. Bald wird das immer höher aufsteigende Thal etwas weiter, -wir schreiten an mehreren, schon zur Gemeinde Joachimsthal gehörigen -Mühlen vorbei, _Hansgirgs_ Verse reproducirend: »Im Erzgebirge, wie -klappern die Mühlen so laut; so laut, wie rauschen die Bächlein gar -frisch im Kühlen so traut, so traut.« Oberhalb der _Herrenmühle_ (die -dritte Mühle oberhalb der _Trinksmühle mit Restauration_) betreten wir --- was den Touristen _warm empfohlen_ werden kann -- den links von der -Strasse abzweigenden, bequemen Fussweg, der in Serpentinen durch den -schattigen Wald aufwärts führt. Nach kurzer Steigung erreichen wir den -ebenen _Seilerweg_, der, an der westlichen Berglehne sich dahinziehend, -eine _wunderschöne Aussicht_ gewährt (siehe Joachimsthaler Spaziergänge -3). Verfolgt man dagegen die Strasse, so kommt man zum k. k. -_Hüttenwerke_ (siehe Joachimsthaler Spaziergänge 2), das uns daran -erinnert, dass wir in der Nähe von Joachimsthal sind, das jedoch -- -wir meinen die eigentliche obere Stadt -- die Krümmung des Thales noch -verhüllt, links erblickt man die Barbara-Kapelle. Hier sieht man den -untersten Theil der Stadt, nordwestlich aufsteigend, und hoch auf dem -Berge nordöstlich die _Prokopi-Kapelle_. Immer mehr sind die Wälder -gelichtet, und was sich die Natur abzwingen liess, ist zu Feldern und -Wiesen verwandelt. - - - - -Joachimsthal. - - - =Gasthöfe=: _Hôtel zur Stadt Dresden_, im oberen Theile der - Stadt am Marktplatze gelegen. -- _Hôtel zum wilden Mann_, das - zweite Haus neben genanntem Hôtel. - - =Photographische Ansichten= von Joachimsthal und hervorragenden - Gebäuden dieser Stadt bei dem Photographen _Anton Kraus_ - (Marktplatz). - - =Post- und Telegraphenamt= auf dem Marktplatze. - - =Postverbindung= nach Schlackenwerth täglich 3mal. - " " Platten " 1 " - " " Weipert " 1 " - - =Privatfuhrwerke= bei Rudolf Günther, Christof Porkert und - Wilhelm Seidl. Auf besonderes Verlangen besorgt auch der - Hôtelbesitzer »zur Stadt Dresden« Fahrgelegenheiten. - - =Aemter.= Bezirkshauptmannschaft, Bezirksgericht, Steuer- - und Grundbuchsamt, Bürgermeisteramt, städt. Forst- und - Rentamt, Sparkassa (sämmtlich im Stadthause), Berg- und - Hüttenverwaltung sowie Forstamt (Oberamtsgebäude), Notariat, - Finanzwachkommissariat. - - -Beschreibung und Geschichte der Stadt. - -Die k. Bergstadt Joachimsthal, die Metropole des böhmischen Erzgebirges -genannt, liegt in einem engen und tiefen, nach Südosten und Süden -geöffneten Querthale, das von dem rasch herabstürzenden Weseritzbache -durchbraust wird, zwischen hohen Bergen, dem _Galgenberge_ im Osten, -dem _Pfaffenberge_ im Süden, dem _Schlossberge_ im Westen, dem _Obern_ -und _Untern Türkner-Berge_ im Norden. Sie besteht in ihren eigentlichen -Grundlinien im Thalgrunde vorzugsweise nur aus zwei Häuserreihen, -an die sich aber beim Bräuhausplatze, wo das Thal sich erweitert, -beiderseits terrassenförmig noch je zwei Häuserzeilen, sowie in -einem westlichen Seitenthale der Stadttheil Pfaffenberg anreihen. -Die seit dem grossen Brande von 1873 grösstentheils neu aufgebaute, -sehr freundliche Stadt, die überdies vom hiesigen Anpflanzungsvereine -an mehreren Plätzen durch Anlagen verschönert wurde, übt sicherlich -auf jeden Besucher einen _wahrhaft bezaubernden, nachhaltigen_ -Eindruck aus, so dass man kaum fehlgehen wird, Joachimsthal als _die -schönste und regelmässigste_ Stadt im ganzen böhmischen Erzgebirge -zu bezeichnen. Sie zählt 612 Häuser und gegen 7000 Einwohner, welche -sich durch Bergbau, Cigarren-, Handschuh- und Stöpselfabrication, -Spitzenklöppelei, Spitzenhandel, sowie durch das karge Erträgniss der -Landwirthschaft ernähren. - -=Sehenswürdigkeiten=: _Decanalkirche_ (auf dem viereckigen, mit einer -Anlage geschmückten Kirchenplatze gelegen) wurde von der Stadtgemeinde -in den Jahren 1874--1876 in neugothischem Styl vom Baumeister Friedrich -Karl _Richter_ aus Breitenbach unter Leitung des Prager Dombaumeisters -und Architekten Josef _Mocker_ neu hergestellt. Mit Bezug auf die -inneren Räume dieser Kirche hat _Hansgirg's_ Behauptung: _dass sie -ein gar seltenes, sowohl im Totaleindruck als auch in der liebevollen -Durchführung des Details überwältigendes Kunstwerk sei, welchem im -westlichen Böhmen kaum noch ein Bau ähnlicher Art ebenbürtig an die -Seite gestellt werden kann_, seine vollste Berechtigung. Architekt -(_Mocker_), Maler (_Gebrüder Jobst_ aus Wien) und _Bildhauer_ (_Leimer_ -aus Wien) haben sich hier ein unvergängliches Monument einheitlichen -Strebens gesetzt. Nicht nur die Altäre (3) und die Kanzel, sondern -alle übrigen Objecte der inneren Kirche entsprechen dem Geiste der -Gothik. Die Gemälde der Altäre sind _plastisch_. Der _Hauptaltar_ ist -ein grossartiger, echt gothischer Bau. »Anmuth ist der Grundtypus -dieses herrlichen Werkes, das durch das echte Naive und Herzinnige der -Skulpturcompositionen noch potencirt wird, deren Bemalung eine elegante -ist, dass bei der Empfindung der Frömmigkeit zugleich die des höchsten -Wohlgefallens erweckt wird.« Die Hauptnische dieses Altars enthält -die _hl. Familie_ (in der Mitte die hl. _Maria_, etwas rückwärts zur -Seite St. _Joachim_ und St. _Anna_ -- die Patrone der Kirche). In -den zwei Nebennischen (links) der hl. Prokopius, Schutzpatron der -Bergleute, (rechts) der hl. Johannes. Bei sämmtlichen Altären ist -Plastik, Ornamentik, Farbe und Goldzier gleich rühmenswerth. Den -Kunstfreunden sei von den Seitenaltären besonders der _Marien-Altar_ -(links) empfohlen (Hauptfigur: _die unbefleckte Maria im Gebet_). Der -_Josefi-Altar_ (rechts), Hauptfigur: der hl. _Josef_, den Lilienstengel -in der rechten Hand, das Jesukindlein mit der Erdkugel am linken Arm -haltend. Die prachtvolle _Kanzel_ mit den Gestalten der Kirchenlehrer; -das _Baptisterium_ (Taufkapelle), die _Orgel_ (Kegelladensystem, -_Steinmeier_ in Oettingen). - -_Das Stadthaus_ (an der Ecke des Kirchenplatzes), ein alterthümliches, -ansehnliches Gebäude, das dem letzten gewaltigen Brand Widerstand -geleistet, enthält _die interessante, sehenswerthe Gemeindebibliothek_, -welche 1540 begründet worden ist. Sie enthält 190 Werke aus dem XV. -und XVI. Jahrhundert (in deutscher, lateinischer, griechischer und -hebräischer Sprache) und zwar dem Inhalte nach: Jurisprudenz 17, -Theologie 60, Poesie und classische Literatur 51, realistische Fächer -17, hebräische Sprache 7, linguistische 20, Geschichte, Geographie und -Statistik 18. -- Eine Biblia hebräica, in Frakturlettern auf Pergament -sehr schön geschrieben, stammt nach Dr. Oppenheimer's Untersuchung vom -Jahre 1384. - -_Das k. k. Bergoberamtsgebäude_ (neben dem Stadthause) mit -reichhaltiger _Mineraliensammlung_ des montanistischen Vereines. -(Daselbst werden auch Mineralien verkauft.) _Das Volks- und -Bürgerschulgebäude_ (links von der Kirche), ein wahrer Schulpalast, -mit einer reichlich ausgestatteten Lehrmittelsammlung. -- (Rechts -von der Kirche): _Die k. k. priv. Handschuhfabrik von Martin Bencker -u. Sohn_, die grösste in Oesterreich-Ungarn, und _die Stöpselfabrik -des Anton Schreiber_. _Der k. k. Einigkeitsschacht_ (ober dem -Schulgebäude) bietet vielfaches Interesse, und ist dessen Befahren -durch Schalenbeförderung leicht, gefahrlos und lohnend. (Wegen Einfahrt -wende man sich an den k. k. Bergrath im Oberamtsgebäude.) _Schloss -Freudenstein, k. k. Cigarrenfabrik und k. k. Hüttenwerk._ (Siehe -»Kleine Spaziergänge«.) - -Die ganze Gegend, wo jetzt Joachimsthal steht, war bis zum Jahre -1516, dem eigentlichen Gründungsjahre dieser Stadt, eine nur mit Wald -bedeckte Gebirgslandschaft, welche zur Herrschaft Schlackenwerth -gehörte, die nebst Lichtenstadt Kaiser Sigmund 1437 seinem treuen -Reichskanzler Kaspar Schlick, Grafen von Passaun (Bassano), geschenkt -hatte. Einzelne Bergleute aus Schlackenwerth (»der alte Oeser«) und -aus dem Markgrafenthum Meissen (»Kaspar Bach«) betrieben hier ohne -Zweifel schon gegen Ende des XV. oder in den ersten Jahren des XVI. -Jahrhunderts Bergbau auf Silber, der aber nicht bedeutend gewesen zu -sein scheint. Im Jahre 1515 stellte sich Graf Stefan Schlick an die -Spitze einer Gewerkschaft, welche die alte Fundgrube am Schottenberg -wieder belegte und 1516 die erste Ausbeute vertheilte. Bis zu diesem -Jahre sollen etliche verfallene Häuser am untern Türckner, eine Mühle -am Brotmarkt -- dem heutigen Pfaffenberg -- und ein Hammer in dieser -Gegend gewesen sein; nach einer Wiese wurde Thal und Weiler Conradsgrün -(»Cunradisgrün«) genannt. Aber die Kunde von dem überaus ergiebigen -Bergbau drang mit staunenswerther Raschheit durch das ganze Erzgebirge -und lockte baulustige deutsche Bergleute und Gewerke in solcher Anzahl -in's »Thal«, dass die neue Bergcolonie bis December genannten Jahres -bereits 400 Häuser gezählt haben soll. Der Silberreichthum war hier -geradezu fabelhaft. Deshalb fand sich Graf Stefan Schlick, der damalige -Grundherr, bewogen, den Grund zu einer Bergstadt zu legen, welche -bald gedeihlich aufblühte. Da es auf dem jenseitigen meissnischen -Gebiete bereits ein Annaberg (1496) und Jöhstadt (Josefsstadt, 1517) -gab, wurde, um die Glieder der hl. Familie als Schutzpatrone auf -einem verhältnissmässig kleinen Raume zu ergänzen, das Thal und die -neu angelegte Stadt nach Christi Grossvater, dem hl. Joachim, St. -Joachimsthal (»Jochimsthal«) genannt. Aber gar bald erhoben die -Brüder von Haslau, deren Grundeigenthum an das Schlickische grenzte, -Ansprüche auf benachbartes Gebiet, bis auf welches sich der Bergbau -und die Anlage der Stadt auszudehnen begonnen hatten. Der darüber -mit den Grafen Schlick entstandene Streit wurde jedoch durch einen -schleunigen Vergleich (1518) beendigt, in Folge dessen die Herren von -Haslau eine Entschädigung zugesichert erhielten. Ein in demselben -Jahre ausgebrochener Aufstand der Bergleute veranlasste den Grafen -Schlick zur Herausgabe der berühmten Bergordnung; er liess ferner eine -Münze (an dieser Stelle steht das heutige Oberamtshaus) erbauen, »aus -welcher im nächsten Jahre 1519 die ersten Münzen, Guldengroschen, zu -24 weissen Groschen, wie sie in Sachsen geprägt wurden, hervorgingen. -Man nannte sie nach dem Orte ihres Ursprungs _Thalergroschen_, später -einfach _Thaler_, ein Name, welcher allmählig in ganz Deutschland -das Bürgerrecht erhalten und selbst in fremden Ländern (als Dollar -in England und Amerika, als _Talar_, _Talari_ in der Levante etc.) -Eingang gefunden hat. Sie trugen auf der Vorderseite das Bildniss des -hl. Joachim, auf der Rückseite das des Königs Ludwig und des Grafen -Schlick, oder auch den böhmischen Löwen und führten daher auch den -Namen _Schlickenthaler_ und _Löwenthaler_. Lateinisch nannte man sie, -weil sie zwei Loth oder eine Unze wogen, _Unciales_, auch _Vallenses_ -(_Joachimicos_) und später, nachdem sie als deutsche Reichsmünze -Geltung und Umlauf erlangt hatten, _Imperiales_ (Reichsthaler). -- -König Ludwig bestätigte nicht nur im Jahre 1519 die Freiheiten, welche -Graf Stefan Schlick der Gemeinde und Knappschaft zu Joachimsthal -verliehen hatte, sondern erhob auch auf Ansuchen des genannten Grund- -und Burgherrn mittelst Majestätsbriefes vom 6. Jänner 1520 Joachimsthal -zu einer _freien Bergstadt_ und verlieh ihr alle damit verbundenen -Rechte und Freiheiten, sowie die Errichtung eines Schöppenstuhls -zur Schlichtung der zwischen dem Bergpersonale entstehenden -Rechtsstreitigkeiten. In demselben Jahre bestätigte der König auch -das Münzprivilegium des Grafen Schlick.« Trotz zweier neuerlicher -Aufstände (1523 und 1525) blühte die Bergstadt unter der vortrefflichen -Fürsorge des ritterlichen Grafen Stefan Schlick immer mehr und mehr zu -einer hochansehnlichen, reichen, dichtbevölkerten Stadt empor, die mit -tüchtiger Gemeideverwaltung und Schule ausgestattet war. Sie zählte -zur Zeit ihrer höchsten Blüthe über 1200 Häuser, gegen 12000 Bergleute, -400 Schichtmeister, 800 Steiger und 800 in Betrieb stehende Zechen. -Leider fand Graf Stefan Schlick, ein treuer und tapferer Unterthan -seines Königs, im 39. Lebensjahre seinen Tod in der unglücklichen -Schlacht bei Mohacz (29. August 1526). - -Nun folgten dessen jüngere Brüder Graf Hieronymus und Lorenz, die -Joachimsthal wechselweise immer zwei Jahre beherrschten; doch kam es zu -Erbstreitigkeiten. Diese gaben den ersten Anlass, dass König Ferdinand -I. den Grafen Schlick »ihr ohnehin nicht ganz rechtmässiges Münzregal« -entzog, das nun an die Regierung kam (1528). Nichtsdestoweniger -schenkten die Schlicke in den Jahren 1530--1536 der Stadt von neuem -Grund und Boden und begannen 1534 den Bau der Kirche, »welche ohne -fremde Hilf erbaut ist« und 1537 zum Gottesdienste benützt wurde. 1545 -mussten die Schlicke das Joachimsthaler Bergwerk dem König unter der -Bedingung abtreten, »dass sie sich« -- wie Mathesius sagt -- »ihres -Zehendens Erbkux und Hüttenwerks unverhindert von meniglich gebrauchen -mögen.« -- Als 1518 die Reformation im benachbarten Sachsen feste -Wurzeln fasste, fanden Dr. Luthers Lehren auch in Joachimsthal eifrige -Anhänger, namentlich in den Grafen Schlick. Lange stritten sich hier -die katholische und protestantische Partei um die Herrschaft, bis -endlich 1540 der Protestantismus den vollständigen Sieg davontrug. -In jener Zeit wirkten zu Joachimsthal: Der hervorragende Gelehrte -M. _Johannes Mathesius_ (geb. am 24. Juni 1504 zu Rochlitz in -Sachsen, gest. zu Joachimsthal den 8. Okt. 1565) erst als Rector an -der berühmten Lateinschule, dann als Pfarrer; (die Bürgerschaft hat -ihm am 24. Juni 1874 an dem Stadthause eine Votivtafel eingesetzt), -ferner _Nikolaus Hermann_, der »alte Cantor« genannt, einer der -besten Liederdichter des XVI. Jahrhunderts, als Cantor (gest. am 3. -Mai 1561 zu Joachimsthal) und endlich _Georg Agricola_, der Begründer -der Mineralogie (geb. am 24. März 1494 zu Glaucha in Sachsen, gest. -am 21. Nov. 1555 zu Chemnitz) von 1527--1530 (1533?) als Stadtarzt. -Durch den schmalkaldischen Krieg, in welchem die Joachimsthaler sich -den aufständischen böhmischen Ständen anschlossen und die Stadt -von sächsischen Truppen eingenommen wurde, büsste sie ihre alte -Blüthe ein und ging, obgleich Kaiser Ferdinand I. und namentlich -Kaiser Rudolf II. verschiedene Mittel zum Aufschwunge des Bergbaues -anwandten, immer mehr dem Verfalle entgegen, der mit dem 30jährigen -Kriege eintrat. Das protestantische Joachimsthal stellte sich bei -dessen Ausbruche auf die Seite der aufrührerischen Stände Böhmens -und wurde sammt dem Schlosse Freudenstein von dem utraquistischen -Feldherrn Mannsfeld besetzt, der aber 1621 abzog. Nach der Schlacht -am Weissen Berge (1620) trat bekanntlich die Gegenreformation ein, -und da sich der grösste Theil der Bewohner Joachimsthals zur Annahme -der katholischen Lehre nicht bequemen wollte, wanderten Tausende über -die Landesgrenze. Die letzten Auswanderungen der Protestanten fanden -1653 statt. (Vergl. Bergstadt _Platten_.) 1631 besetzten die Sachsen -Joachimsthal und die Veste Freudenstein, wohin aber schon 1632 die -Kaiserlichen eine Besatzung legten. Dieselbe vertheidigte sich 1634 -gegen eine schwedisch-sächsische Heeresabtheilung so tapfer, dass sie -erst capitulirte, als die Feinde durch ihre Batterie-Kugeln das Schloss -unhaltbar gemacht hatten. Die Schweden plünderten dasselbe, überliessen -es den Flammen, wodurch es zur Ruine wurde. Schon vorher hatte sich die -arg verwüstete Stadt ergeben müssen. - -Am 31. März 1873 wurde Joachimsthal durch einen schrecklichen Brand -schwer heimgesucht, so zu sagen vernichtet, denn das wüthende -Element verwandelte unaufhaltsam in fliegender Eile 309 Häuser sammt -Nebengebäuden in Schutt und Trümmerhaufen. Auch die grossartige Kirche, -»ein kunsthistorisches und archäologisches Unicum,« wurde zerstört. -Tausende hatten Obdach und Habe verloren! Bei dieser Gelegenheit hat -sich der deutsch-böhmische Dichter und Menschenfreund _Karl Viktor -Ritter von Hansgirg_, der damals Bezirkshauptmann war (geb. am 5. -August 1823 zu Pilsen, gest. den 12. Jänner 1877 zu Joachimsthal), ein -bleibendes Denkmal durch seine aufopferungsvolle, rastlose Thätigkeit -zur Milderung der Nothlage gesetzt. Seine an die Mildthätigkeit -appellirenden Worte wirkten wie ein zündender Funke, und Dank der -Staatssubvention von 500.000 fl., Dank den grossartigsten Hilfsquellen -von Seite der vielsprachigen Völker Oesterreichs und der Nachbarländer -konnte der Wiederaufbau der Stadt in überraschend kurzer Zeit -stattfinden; leider fiel derselbe aber in eine äusserst kostspielige -Bauperiode, so dass es niemand Wunder nimmt, wenn der grösste Theil der -Häuser noch schwer mit Schulden belastet ist. - - -Kleinere Spaziergänge. - -Die Umgebung von Joachimsthal bietet eine Menge einladender und -lohnender Spaziergänge: - -1. _Schloss Freudenstein_, auf der westlichen Seite der Stadt, liegt -auf dem steilen Schlossberg, der nur westwärts in eine Ebene ausläuft. -Von der einstigen festen, überaus zweckmässig angelegten Veste sind nur -zwei runde Thürme von bedeutendem Umfange und ein Stück Ringmauer übrig -geblieben. Von denselben zeichnet sich der vordere, nordöstliche durch -seine Höhe aus; er besitzt ein Laternenthürmchen mit einer Glocke und -wird von dem Stadtwächter bewohnt, welcher früh Morgens um 3 Uhr, dann -um 4 Uhr, Mittags um 11, beziehungsweise 12 Uhr, Abends aber um 7 und -8 Uhr durch Glockengeläute den Bergknappen zum Ein- und Ausfahren das -Signal geben, überdies aber bei Tag und Nacht der Stadtuhr nachschlagen -muss. Den zweiten, kleineren Thurm benützt das k. k. Bergamt als -Pulvermagazin. -- Vom Bergabhange geniesst man _eine ausgezeichnete -Uebersicht der ganzen Stadt_. »Wie im Grundrisse sehen wir sie vor -uns aufgerollt, und einem spähenden Auge entgeht kein Reisender, der -die Strasse einherwandelt; ja, selbst die von anderen Seiten über das -Gebirge herführenden Fusssteige können von diesem Punkte aus übersehen -und bewacht werden, so dass -- wie man sich gewöhnlich ausdrückt -- -nicht eine Maus in die Stadt gelangen kann, ohne dass sie von dem -lauernden Wächter nicht bemerkt worden wäre.« - -=Geschichtliches.= Graf Stefan Schlick legte 1518 den Grundstein zu -dem Schlosse Freudenstein, dessen Bau 1520 vollendet ward. Es lag vor -dem 30jährigen Kriege in der Mitte der Stadt, dessen oberer Theil im -Thale lag, während ein grösserer Theil hinter der Burg auf dem Berge, -wo jetzt die _Neustadt_ liegt, stand. Von dem ehemaligen Stadttheil, -hinter dem Freudenstein gegen Westen, sind jetzt nur Spuren von Mauern -und Kellern vorhanden. Es wurde Anfangs von dem Berghauptmann des -Burgherrn bewohnt, 1525 von aufständischen Bergleuten geplündert und -theilweise verwüstet, bald aber wieder hergestellt. Seit 1545 diente -es dem jeweiligen königl. Berghauptmann zur Wohnung, bis es nebst dem -oberen Theil der Stadt 1634 von den Schweden zerstört wurde. (Siehe -Näheres Geschichte der Stadt Joachimsthal.) - -2. _*K. k. Cigarrenfabrik und k. k. Hüttenwerk._ Auf der -Aerarialstrasse thalabwärts betritt man die _links_ abzweigende -Gemeindestrasse, die zur Cigarrenfabrik führt. Kürzer und bei -staubiger Strasse empfehlenswerther ist der Weg längs der sogenannten -»Ziegengasse«, die von der Hauptstrasse schon beim Kaufmann Siegl -abbiegt. Die k. k. Cigarrenfabrik, ein imposantes Gebäude, liegt in -einem _höchst romantischen_ Seitenthal und beschäftigt 700 Personen. -(Anmeldung behufs innerer Besichtigung hat beim k. k. Fabriksdirektor -zu geschehen.) -- Auf der Aerarialstrasse etwas weiter abwärts gelangt -man zur _Barbara-Kapelle_ und dann zum k. k. _Hüttenwerk_, leicht -erkenntlich durch seine riesenhaften schlanken Essen. Hier werden die -_berühmten Uranpräparate_ erzeugt, die nicht nur nach den verschiedenen -Ländern von Oesterreich-Ungarn, sondern auch in's Ausland versendet -werden. (Man melde sich beim k. k. Hüttenverwalter in dem rechts von -der Strasse auf einer Anhöhe liegenden Verwaltungsgebäude an.) - -3. _Zum Seilerweg._ Die früher genannte Aerarialstrasse benützend, -lenken wir von dieser beim sogenannten Badhause, jetzt Unger's -Färberei, ab und schlagen den Weg _rechts_ zu dem durch den -unvergesslichen Erzgebirgsfreund K. V. Ritter von _Hansgirg_ -verschönerten _Friedhofe_ und zu der _Spital-_ oder _Todtenkirche_ -mit mehreren guten Gemälden aus alter Zeit, ein. Beim Hauptthore -des Friedhofes eintretend, die _Grabdenktafel des Dechants P. Anton -Böhm_, des Verfassers einer Joachimsthaler Chronik, (gebor. 29. -Juni 1785, gestorben 14. Feb. 1862), nahezu in gleicher Richtung an -der gegenüberstehenden Mauer das einfache _Grabdenkmal des Dichters -Karl Victor R. von Hansgirg_, gesetzt von den Bezirksgemeinden. Auf -dem ebenen Seilerwege selbst entrollt sich vor unseren Augen ein -_prachtvolles, malerisch schönes Bild der Stadt_. Vor uns liegt der -ganze Marktplatz, durch dessen Mitte längs des Weseritzbaches sich -eine Allee Kastanienbäumchen windet. Dazu die die Stadt umfriedenden -Bergeslehnen mit ihren Wiesen, Feldern und Halden, das herrliche -Seitenthal der Cigarrenfabrik mit den prächtigen, dicht bewaldeten -Höhenzügen und den darauf idyllisch ruhenden Häuschen -- dies alles -gewährt wahrlich ein ebenso überwältigendes als seltenes Panorama! - -4. _Zur Halde_ bei dem Einigkeitsschacht, oben sehr schöner, ebener Weg -mit herrlicher Aussicht auf die Stadt und Gebirgslandschaft. - -5. _Zum Kaiser Josef-Schacht_ vom Einigkeitsschachte entlang der sog. -»Eisenbahn« dann den Weg links ab. Ist an heissen Sommernachmittagen -sehr empfehlenswerth, weil kühl und ebenfalls schöne Aussicht auf die -Stadt. - -6. _Zur Johannis- und Prokopi-Kapelle._ Erstere liegt auf einer Anhöhe -an der Ostseite der Stadt und führt von ihr ein Weg zu der weiter -nordöstlich auf einem hohen Berge stehenden, weithin sichtbaren -_Prokopi-Kapelle_ mit _lohnendster_ Aussicht. Diese Kapelle, von -Feldern umgeben, ist unausgebaut geblieben und zeigt sich als Ruine. - -7 _*Zum Graben und auf den Grauenstein._ Durch das Oberthal auf der -nach Gottesgab führenden Strasse aufwärts, schlagen wir, zur Rechten -eine Allee erblickend, den von derselben beschatteten Weg, »_Graben_« -genannt, ein, der uns eine _schöne_ Aussicht auf den gegenüber an der -westlichen Berglehne liegenden Einigkeitsschacht und die Halde sowie -auf die Stadt und die sie umrahmenden Bergeshöhen gewährt. Er zieht -sich um die sogen. »_Schwedenschanze_« herum. Wir schreiten weiter, -gelangen zum städt. Forsthaus »_Hut_«, wo _gute_ Aussicht auf Theile -des Mittelgebirges, betreten links den prächtigen Fichtenwald und -kommen zur _Reichen-Geschieb-Zeche_ am Widergebirge. Rechts von der -»_Hut_« über »_Rauschererb_« auf den sagenreichen »_Grauenstein_«, wo -wir eine _herrliche_ Aussicht auf die umliegende _Gebirgslandschaft_ -geniessen (die schön gelegene Einschicht _Schönerz_, auch _Oelbecken_ -genannt, in ihrer Thalschlucht von Wiesen umgeben, die _Cigarrenfabrik_ -und _Schmelzhütte_, die _Neustadt_, das _Spitzbergel_ bei Pfaffengrün). -Rückweg durch das Thal der Cigarrenfabrik. (Vom Grauenstein aus kann -man auch weiter den _Keilberg_ besteigen. Man geht bis zur »_grünen_ -Kohlstätte«, wo sich rechts der Weg nach Oelbecken, _links_ zum Press -zweigt, von wo man auf die sog. Sonnenwirbler Strasse gelangt.) - - -Ausflüge. - -8. _*Mariasorg_ ¾ St. westsüdwestlich von Joachimsthal. Dorf mit einem -_Kapuzinerkloster_, dessen Kirche mit Gnadenbild ein _vielbesuchter -Gnadenort_ ist; ein sehr beliebter Ausflugsort der Joachimsthaler. -_Wagners Gasthaus._ -- Von dem Einigkeitsschachte führt eine steile -Gemeindestrasse südwestlich zu der Höhe hinan (»_Neustadt_«), links -liegt _Freudenstein_. Auf dem Wege einen Blick rückwärts werfend, -liegt in überraschender Tiefe Joachimsthal, während man ganz auf -der Höhe, der sog. _Mariasorger-Höhe_, eine _bezaubernde Fernsicht_ -auf das gesegnete Schlackenwerther-Lichtenstädter Becken, die Ruine -_Engelhaus_, auf das Mittelgebirge vom Königswarter Kaiserwald bis -gegen das Duppauer Gebirge, ferner einen Theil des Egergebietes erhält; -rechts streckt der _Plessberg_, links der _Koboldstein_ sein Haupt -empor. Ist unstreitig _eine der schönsten und lohnendsten Partien im -Erzgebirge_. - -9. _Koboldstein._ Von der Mariasorger Höhe gelangt man südlich in -gerader Richtung zum _Koboldstein_ bei Pfaffengrün. Die Aussicht -ist zwar etwas beschränkter, wie auf der Mariasorger Höhe, aber -_deutlicher_. (Zettlitz-Karlsbader Bahnhof.) - -10. _Ullersgrün_ 1½ St. (über Mariasorg s. 8). Oberhalb von Wagners -Gasthause wandern wir auf dem angenehmen Wege waldeinwärts südlich -durch den mit den schönsten Waldungen geschmückten _Wolfsberg_, die -würzigste Luft einathmend, bis zu dem schön zwischen Feldern und Wiesen -auf einem Plateau des Hahnberges gelegenen Dörfchen _Ullersgrün_. Vor -unseren Blicken entrollt sich eine _wahrhaft köstliche Rundschau_. (Von -Ullersgrün abwärts kommt man in ½ St. nach Lichtenstadt.) - -11. _Spitzbergel bei Pfaffengrün_ (1 St.) Wir gehen zum -Friedhofskirchlein (siehe 3), bei dem nahe liegenden Häuschen biegt -rechts der Weg ab, von da den steilen Berg hinan, geht man dann -- die -Hauptrichtung ist südlich -- durch den Wald und sieht aus der Ferne -das mit einem Kreuze gezierte _Spitzbergel_, wo sich eine _schöne_ -Aussicht bietet. (_Schönwald_, _Permesgrün_, _Ober-_ und _Unterbrand_, -_Schlackenwerth_, _Lichtenstadt_, _Zettlitz_.) - -12. _*Hauenstein_ (2 St.). _a_) _Gebirgstour._ Der Fussweg nach dem -»wundersam lieblichen Hauenstein«, einem der lohnendsten Ausflugsorte -der Umgebung, führt über den sog. _Galgenberg_ nach _Arletzgrün_, -_Honnersgrün_, _Holzbach_ über _Schönwald_ nach _Hauenstein_. _b_) -_Ueber Oberbrand_, _Weidmesgrün_, _Marletzgrün_, sog. untere Holzbacher -Mühle, _Schönwald_, _Hauenstein_. - -Das Schloss gleichen Namens -- von den Burgen des Egerthales ganz -allein nur bis heute bewohnbar -- ruht höchst malerisch auf einem fast -senkrecht abfallenden Basaltfelsen, dem Hauensteiner _Schlossberg_, -welcher zwischen zwei Bächen, dem Gerinne und dem Zwiesebache, aus -dem Thale sich emporhebt. »Da liegt es«, sagt _Theodor Reinwald_ -(_Therese v. Hansgirg_) so poetischschön, »in's Grün gebettet, auf -Skargen und Terrassen aufsteigend, waldumgürtet, buschumweht, aus -reicher Blättermasse traut herüberwinkend, ein anspruchloses _Schloss_ -im alten Gebirgsstyl, mit Riegelwänden und hohen Giebeln, über denen -sich trotzig, mit wahrhaft feudaler Grösse der alte steinerne Rundthurm -erhebt, im Volksmund der »_Bürgermeister_« genannt. Er schaut so -kühn herunter, als gehöre er einer mittelalterlichen Veste an. -- -Die modernen Wirthschaftsgebäude und Beamtenwohnungen ergänzen das -Gesammtbild.« Die ganze Umgebung des Schlosses, das in neuester Zeit -durch einen Neubau vergrössert wurde, hat die frühere Grundherrin, -_Gabriele Gräfin von Bouquoi_, mit herrlichen, parkartigen Anlagen -und bequemen Wegen verschönert und in der That zu »einem Eldorado -des Egerthales« umgeschaffen. Auf dem höher gelegenen Berge thront -im gothischen Style die _Kapelle_, die der berühmte Architekt und -Professor B. _Grueber_ gebaut und der heimische Bildhauer _Max_ mit -künstlicher Steinmetzarbeit ausgestattet hat. Hier entrollt sich -dem Naturfreunde ein bezauberndes Landschaftsbild. Zu der »_Koppe_« -des östlich vom Schlossberge aufsteigenden _Eichelberges_, dessen -Waldung über 50 Baumarten enthält, gelangt man auf sehr bequemen, -serpentinartig angelegten Pfaden in ½ Stunde. »Es ist geradezu -ein Tempel voll gigantischer Säulen, unter dessen hochgewölbtem -Dach man hinanstrebt.« Von der »Koppe« erschliesst sich ein -_überwältigendes, wahrhaft malerisches Panorama_. Am Fusse des Berges -weithin das lachende, fruchtbare, mit Ortschaften gezierte, von der -Eger durchschlängelte Thal, westlich das Fichtelgebirge, östlich -Komotau, nördlich Schönwald und der Keilberg, der gigantische König -des Erzgebirges; dazu winken vier alte Ritterburgen; links das -nahe _Hauenstein_, nordöstlich auf schroffen, zerklüfteten Felsen -_Himmelstein_, südlich das hochragende, sagenreiche _Engelhaus_ und -stromabwärts _Schönburg_. Rückwärts kehrt man über den »_Seeteich_« -oder die »steile Wand« in das »_Fremdenhaus_« zurück. Dasselbe ist -im Schweizerstyl erbaut, enthält eine Restauration und gewährt vom -Balkon des Sommersalons eine herrliche Aussicht. Empfehlenswerth ist -die schattige Promenade am »_Meierrang_«, wohin man auf wohlgepflegten -Wegen gelangt. Von Hauenstein aus wird ein Abstecher auf der Strasse -in südöstlicher Richtung, dann weiter nordöstlich längs der Bahn in -dem herrlichen Egerthale nach dem Orte »*Krondorf« mit dem bekannten -Sauerbrunn allen Touristen empfohlen. Die Landschaftsbilder sind -hier sehr mannigfaltig und von überraschender Schönheit. Die hier -liegende Eisenbahnstation Wickwitz-Welchau, sowie die Station Neudau -sind Absteigestationen für den Besuch von Giesshübel-Puchstein. Für -Hauenstein selbst ist Absteigestation Hauenstein-Warta, so dass diese -Partie in bequemer Weise von Schlackenwerth oder Klösterle mit der -Bahn zu machen ist. Dann können wir den Weg in bekannter Weise nach -Joachimsthal fortsetzen. - -=Geschichtliches.= Die Burg _Hauenstein_ taucht urkundlich zuerst -zu König Johanns Zeiten auf, wo sie der Ritter _Nikolaus Winkler_ -lehensweise besass, der sie an das Prämonstratenser-Nonnenkloster zu -Doxan verkaufte. Dieses vertauschte 1336 die Burg an König Johann, -der sie wieder verpfändete. Hauenstein, das rasch seine Besitzer aus -verschiedenen Geschlechtern wechselte, kam endlich 1528 an Heinrich -II. Schlick von Holicz, Grafen von Passaun, und blieb bei dessen -Nachkommenschaft bis 1664, in welchem Jahre Franz Ernst Schlick das Gut -an Heinrich Julius von Sachsen-Lauenburg verkaufte, der dasselbe mit -der Herrschaft Schlackenwerth vereinigte. Seitdem erfuhr Hauenstein -mit dieser alle Besitzveränderungen. 1811 wurden die Herrschaften von -einander getrennt. Hauenstein blieb Eigenthum der k. k. Kammer und -wurde nebst Kupferberg 1836 an die kunstsinnige Gräfin Gabriele von -Bouquoi, einer Wohlthäterin des Erzgebirges, verkauft, die es ihrem -Sohne, dem Grafen Georg von Bouquoi, vererbte. - -13. _Zum *Keilberg._ Indem wir auf die Tour _Joachimsthal-Gottesgab_ -verweisen, von wo der Keilberg am _bequemsten_ bestiegen werden kann, -halten wir es für unsere Pflicht, die Touristen auf zwei _kürzere_, -freilich etwas steiler führende _Waldwege_ aufmerksam zu machen. -1. Vom Forsthause _Hut_ (Siehe Joachimsthaler Spaziergänge 7) nach -der _Pfarrwiese_ unterhalb der _Reichen-Geschieb-Zeche_, über's -_Pfarrknöchel_ zum _Press_ und von da auf die sog. Sonnenwirbeler -Strasse. 2. Vom Pfarrknöchel zum ärarischen _Wassergraben_ bis zum -_Unruhstollen_, von da über die _Maderwiese_ zu den _Unruhhäusern_ und -weiter zum _Keilberg_. (Man nehme einen _Führer_.) - -14. _Zum Spitzberg._ Haben wir denselben erstiegen, so breitet sich -ringsum ein _reiches_ Panorama aus. Man hat im Osten vor sich das -Riesenhaupt des Keilberges, der, von unserem Standpunkte betrachtet, -wegen seiner imposanten, keilförmigen Ausdehnung nach Südost so recht -seinen Namen rechtfertigt, weiter links den Fichtelberg in Sachsen -und zwischen den beiden Giganten des Erzgebirges ganz im Vordergrunde -»auf tiefverlass'ner stiller Bergeshaide« das Städtchen Gottesgab mit -seinem Territorium. Nach Norden hin sehen wir ausgedehnte, endlose -Waldungen, nach Nordwest die Gegend bei Johanngeorgenstadt, Eibenstock -und immer westlicher die deutlichen Conturen des Fichtelgebirges. Die -_schönste_ Aussicht aber bietet sich dem Beschauer nach Süden und -Südwesten; denn der Spitzberg beherrscht beinahe die Hälfte des Egerer -Kreises. Vor uns liegen der kahle Plessberg bei Abertham, die dürre -Haide bei Wölfling und andere Punkte der Erzgebirgswelt; das Duppauer- -und Tepler-Gebirge, sowie der Kaiserwald bilden den Hintergrund des -herrlichen Landschaftsgemäldes, aus dem ein Theil von Schlackenwerth, -die nächste Umgebung Lichtenstadt's, der Grossteich, der Karlsbader -Bahnhof, die Ruine Engelhaus, Giesshübel, Tüppelsgrün und in blauer -Ferne die Gegend bei Maria-Kulm bis in die nächste Umgegend von Eger -hervortreten; ausserdem gewahrt man die Umgebung von Einsiedl und -Marienbad. - - -Tour: -Joachimsthal-Abertham-Bärringen-Platten-Breitenbach-Johanngeorgenstadt. - -Wir gehen auf derselben Strasse, die wir auf unserer Reise nach -Gottesgab benützten (siehe Tour Joachimsthal-Gottesgab), bei der -Dekanalkirche durch das Oberthal, wo die Berge ziemlich nahe -zusammentreten, stets bergan und treten bald oberhalb des links im -Thale einsam stehenden _Nadelhäusel's_ bei den _Gneis-Steinbrüchen_ -in den herrlichen Fichtenwald, der zu beiden Seiten der Strasse uns -begleitet. Dieselbe macht kurz darauf eine Biegung nach Westen, -und wir kommen dann zu jener Stelle, wo bei einer steinernen, die -Fahrwege markirenden Säule links von der Reichsstrasse die Strasse -nach Abertham abbiegt. Wir betreten letztere, die bei allmählicher -Steigung erst eine nordwestliche, nach einer abermaligen Biegung aber -eine südwestliche Richtung einschlägt und schreiten nach ¾stündiger -Wanderung an dem rechts von der Strasse am Fusse des Werlsberges -liegenden, zur Gemeinde Joachimsthal gehörigen Orte _Werlsberg_ -vorbei. Schattige Nadelwaldungen erquicken noch immer Auge und -Herz. Auf der Höhe angekommen, tritt zur Linken der Wald zurück und -öffnet uns die Aussicht auf die angrenzende Wiesenflur und den etwas -entfernteren Plessberg, während er zur Rechten längs der immer mehr -sich senkenden Strasse uns noch kurze Zeit das Geleite gibt, um uns -bei seinem Scheiden den freien Blick auf das grosse, krippenartig -zerstreute Dorf _Hengstererben_, das zur Gemeinde Abertham gehört, zu -gewähren. Wir überschreiten unterhalb Abertham's eine über die rothe -Wistritz führende Brücke und erblicken links den sog. _Modersgrund_, -ein Seitenthal, das von genanntem Wässerlein durcheilt wird und sich -in mehreren Krümmungen südlich gegen Salmthal zieht, wo es in das -Wistritzthal mündet. Noch einen steilen Abhang empor, und wir sind nach -1½stündiger Tour in _Abertham_, das uns schon von der Höhe aus durch -seine Lage erfreut hat. (Wir wollen hier besonders bemerken, dass von -Joachimsthal nach Abertham ein kürzerer, freilich etwas steiler, sonst -aber empfehlenswerther Fussweg führt. Man geht zur _Neustadt_ (siehe -Joachimsthaler Ausflüge 8), schlägt daselbst bei der Kapelle den Weg -rechts ein, der hinter den Häusern sich in eine Strasse verwandelt, die -längs den _Schweizerhalden_ über den Kamm nach der _Eliaszeche_ führt; -von dort leitet ein Weg nach Werlsberg, der in die von Joachimsthal -nach Abertham führende Strasse mündet.) - - - - -Abertham. - - - =Gasthöfe=: »_Hôtel zur Stadt Wien_« und »_Gasthaus zur Stadt - Berlin_«. - - =Postamt.= _Bürgermeisteramt._ - -Abertham liegt an einem kleinen Bache, der Rothen Wistritz unweit am -Fusse des waldlosen, gras- und moosbewachsenen Plessberges auf einem -rauhen Hochplateau, »auf welchem man an einem Abhange gleich einem -_Bethlehem_ des alten Bergstädtchens gewahr wird, dessen nette, aber -meist hölzerne Häuser krippenspielartig gelagert sind und mit dem dazu -gehörigen Orte _Hengstererben_ sich einigen.« Die Bevölkerung nährt -sich durch Viehzucht, Spitzenklöppelei und Handschuhfabrication. Auch -hier werden, wie in Bärringen, junge Gimpel aufgezogen und mit ihnen -passende Melodien eingeübt, was den Züchtern jährlich ein hübsches -Geldsümmchen einbringt. - -=Sehenswürdigkeiten.= _Handschuhfabrik_ des Alois Chiba. Die St. -_Mauriz-Zinn-Zeche_ (bei Hengstererben). Abertham, das seine Entstehung -dem 1529 hier beginnenden Bergbau verdankte, gehörte zu Joachimsthal -und theilte mit dieser Stadt bis in's XVII. Jahrhundert Gutes und -Böses. Am ergiebigsten war die Silberausbeute in den Jahren von -1531--1558. Die St. Lorenz-Fundgrube soll bis 1562 allein für 209.992 -Goldgulden Ausbeute an Silber geliefert haben. - -=Besteigung des Plessberges.= Dieser Berg, der wegen seiner -_herrlichen_ Aussicht des Besuches werth ist, hat eine Höhe von 1025 m. -Er liegt südöstlich von Abertham und kann von einem rüstigen Fussgänger -in ¾ Stunden erreicht werden. Sein Plateau ist ziemlich eben, mit einer -_Triangulirungspyramide_ versehen und von drei Seiten zugänglich, -und zwar: von Seite des sog. _Mühlberges bei Abertham_ (dies ist der -_kürzeste_ Weg, doch _verweichlichten_ Touristen wegen vieler nassen -Wiesen nicht zu empfehlen), _durch den Modersgrund über Oberkaff_ (Kaff -liegt am Gehänge des Plessberges, gegen das Wistritzthal) (dies ist -der beste Weg) und über die sogenannte _weite Wiese_ (diese liegt in -joachimsthaler städt. Waldungen und befindet sich unweit Werlsberg ein -Hegerhaus.) - -Wir erblicken gegen Norden und Nordwesten: Abertham mit Hengstererben, -die Kirchthürme und einige höher gelegene Häuser von Bärringen -und Platten. (Die Aussicht in weitere Ferne wird durch bewaldete -Berge gehemmt); gegen Nordosten und Osten bietet sich dem Auge ein -coupirtes, mit Waldungen bedecktes Terrain dar, aus dem einzelne -Häuser von Werlsberg, Werlsgrün und Mariasorg wunderschön hervorlugen; -der Spitzberg (rechts davon der Kirchthurm von Gottesgab) und der -Keilberg schliessen die weitere Aussicht ab. Die reichste und -lohnendste Fernsicht ist gegen Südost und Süden, denn in diesen -Richtungen erschliesst sich ein prachtvolles Landschaftsbild bis auf -5 Meilen Entfernung. Deutlich sichtbar ist: Kaff, Lindig, Ullersgrün, -Pfaffengrün, Schlackenwerth mit den umliegenden Dörfern (Liditzau, -Müritschau, Permesgrün, Neudau, Elm, Haid, Langgrün und Gfell), -weiterhin Karlsbad mit den Dörfern (Zettlitz, Dallwitz, Hohenhof), -dann die reichbewaldete Berglehne zwischen Karlsbad und Puchstein -(Giesshübler Sauerbrunn) mit der Ruine Engelhaus. Bei reinem Wetter -oder nach einem Gewitterregen kann man mit einem halbwegs bewaffneten -Auge die Fenster des Schlosses zu Giesshübel zählen und sieht in -weitester Ferne Gabhorn (bei Petschau) und eine Menge umliegender -Dörfer, darüber hinaus das Tepler Gebirge mit dem branischauer Berge -bei Theusing, dem prohomuter Berge, der wie eine Brille sieht, der -Stenzka zwischen Neumarkt und Tepel und dem Podhorn bei Marienbad, -ferner viele zerstreut liegende Ortschaften gegen Duppau. Die Fernsicht -gegen Prag zu hemmt der Oedschlossberg bei Duppau, die _höchste Kuppe -des Buchwaldes_, und der Gross(Heu)berg bei Jokes. Leider beschränkt -der Glasberg mit den wöflinger Waldungen die Aussicht gegen Westen und -Südwesten gänzlich, bei hellem Horizonte aber sind bewaldete Kuppen -bemerkbar, die wohl höher gelegene Berge bei Königsberg oder auch -Theile des Fichtelgebirges sein mögen. - -Oberhalb der Stadt Abertham, der sich fast unmittelbar der Ort -_Ober-Fischbach_ anreiht, führt die Strasse auf dem öden, rauhen -Plateau zwischen Wiesen, Hutweiden und Mooslagern, senkt sich -dann, und wir gelangen in ½ Stunde nach _Bärringen_. (Siehe Tour -Karlsbad-Lichtenstadt-Bärringen.) - -Von Bärringen nimmt die Strasse bei mässiger Steigung eine nördliche -Richtung, wir durchschreiten bald einen Wald, an dessen Saume wir bei -der sog. Plattner Säule die Anhöhe erreichen. Von hier erblicken wir -die Stadt _Platten_, die wir bei allmählicher Senkung der Strasse nach -½stündiger Tour betreten. (Denjenigen Touristen, die Bärringen bereits -kennen, sei der von Abertham direct nach Platten zwischen Wiesen und -Feldern führende Fussweg der Kürze wegen besonders empfohlen; er -zweigt in Abertham rechts von der Strasse ab und mündet unterhalb der -Plattersäule wieder in die Strasse. Siehe Tour Neudek-Platten.) - -Durch die Kaisergasse in Platten geht die Strasse westlich, wendet -sich bald mehr nordwestlich und führt in mehreren Windungen durch ein -schönes, anmuthendes Waldthal, das der Breitenbach durchfliesst, nach -dem Dorfe _Breitenbach_ (¾ St.). Auf dem Wege dahin sehen wir die sog. -_Heinrichssteinfelsen_, 3 Mühlen und 2 Holzschleifereien des Friedrich -Karl _Richter_ und _Weizmann_ (Hahns Gasthaus zur Sonne). - - -Seiten-Tour Joachimsthal-Spitzberg-Seifen-Irrgang-Zwittermühl- -Jungenhengst-Wittigsthal. - -Man geht auf der Strasse nach Abertham bis zum Wegweiser, der uns die -_rechts_ zum _Spitzberge_ (1½ St.) und von da nach _Försterhäuser_ (¼ -St.) und nach _Seifen_ (¼ St.) führende Strasse angibt. Letzterer Ort -liegt am Wassergraben (siehe Platten). Nun geht man entweder direct -nach _Zwittermühl_ (½ St.), das am Schwarzwasser liegt, oder betritt -die über _Irrgang_ (Eisenwerk) dorthin leitende Bezirksstrasse. Von -Zwittermühl führt die Strasse durch das *_reizende Schwarzwasserthal_ -nach _Jungenhengst_, _Brettmühl_ und Wittigsthal (Sachsen). - - -Tour Joachimsthal-Gottesgab-Weipert. - -Von Joachimsthal führt über Gottesgab nach Weipert eine gute Strasse. -(4 St.) Wir schlagen entweder die rechts bei der Dekanalkirche -vorüberleitende Strasse ein, oder gehen an der links davon befindlichen -Häuserreihe den Weg durch das Oberthal aufwärts, der sich bei den -letzten Häusern mit der Strasse vereinigt. Diese geht nur noch eine -kleine Strecke thalauf (der Fussgänger verfolge den Thalweg bis -zur Strasse weiter), erklimmt in zwei Windungen die Berglehne und -führt durch prächtige Waldungen auf den rauhen, moorreichen Kamm -des Gebirges; wir schneiden aber kurz nach Eintritt in den Wald -die vielfachen Krümmungen der Strasse ab, indem wir den rechts -abzweigenden, stark betretenen, aber etwas steil ansteigenden Fussweg -wählen, der auf dem Plateau am Ende des Waldes in die Strasse mündet, -die uns endlich nach einstündiger Tour nach Gottesgab bringt. - - - - -Gottesgab. - - - =Gasthöfe=: »_Zum grünen Haus_« und »_Zur Stadt Berlin_«. - (Beide an der Strasse, ersterer zur Linken, letzterer zur - Rechten). - - =Postamt= (an der Strasse). - - =Aemter=: _Bürgermeisteramt_ (am Marktplatze). _Zollamt._ - - -Beschreibung und Geschichte der Stadt. - -Die kön. Bergstadt Gottesgab liegt auf einem überaus stiefmütterlich -ausgestatteten, unwirthbaren und frostig-rauhen Moor-Plateau hart an -der sächsischen Grenze, 1015 Meter ü. M., und ist die höchstgelegene -Stadt der österreichisch-ungarischen Monarchie. Auf dieser baumlosen, -öden Hochfläche, auf welcher nur ein dürftiger, doch sicherer Graswuchs -fortkommt, wird der Hafer selten reif, und der Kartoffelbau, der in -manchen Jahren ganz misslungen ist, lohnt kaum die Saat und Pflege; -daher beschränkt sich die Landwirthschaft fast ausnahmslos auf die -_Viehzucht_. Das Städtchen, welches sehr regelmässig angelegt ist und -einen grossen, quadratischen Marktplatz besitzt, zählt 1600 Einwohner, -die grösstentheils auf Hausindustrie angewiesen sind. Die weibliche -Bevölkerung beschäftigt sich hauptsächlich mit Spitzenklöppeln, -Weissnäherei u. dgl., auf die männliche aber, von der ein Theil -Weissstickerei betreibt, lässt sich Schiller's Wort: »Der Mann muss -hinaus in's feindliche Leben« im weitesten Sinne anwenden; sie zieht -hinaus in die Welt, um durch Musik und Handel das Brot zu verdienen. -»Fahrende« Musikkünstler aus Gottesgab sind in aller Herren Ländern -zu finden. Ursprünglich hiess das Städtchen _Wintersgrün_, erhielt -aber seiner reichlichen Silbererze wegen von frommen und dankbaren -Bergleuten den bedeutungsvollen Namen Gottes Gabe. Der Sage nach soll -dieser Namen von Johann Friedrich, Churfürsten von Sachsen, herrühren, -dem man bei einem Besuche einen aus einer Silberstufe ausgehauenen -Sessel zum Niedersetzen vorgesetzt habe. Der fromme Churfürst habe -aber dieses Anerbieten mit den Worten abgewiesen: »Das sei Gottes -Gabe, und so soll die Stadt hinfüro genannt werden.« _Sehenswerth_ -sind: »_Die Klöppelschule_«, gegründet von dem thatkräftigen -»Central-Comité zur Beförderung der Erwerbsthätigkeit der böhm. Erz- -und Riesengebirgsbewohner«, und _zwei Maschinenstickerei-Fabriken_ des -_Karl Günther_ und _Günther und Schönfelder_. Seine Entstehung verdankt -Gottesgab dem Silberbergbau; ein Herr von Tetau soll es im Anfange des -XVI. Jahrhunderts angelegt haben. Im Jahre 1532 begann der Bergbau auf -Silber. Der Churfürst Johann Friedrich von Sachsen gab der Stadt 1534 -eine Bergfreiheit und 1546 das Privilegium als eine freie Bergstadt. -Kraft eines im Jahre 1556 mit Moriz von Sachsen abgeschlossenen -Vertrages kam Gottesgab an Böhmen. - -Wie an vielen anderen Orten des Erzgebirges ist auch hier der ehemals -blühende Bergbau ganz eingestellt; nur Halden, Pingen, Stollen zeugen -von einstigen unterirdischen Metallschätzen. Die am 4. Mai 1808 -ausgebrochene Feuersbrunst legte 142 Häuser sammt dem Rathhause, der -Pfarrei und Schule in Asche. Dadurch verarmten viele Bewohner, die -überdies durch die grosse Theuerung i. J. 1817 viel Ungemach zu leiden -hatten. Nur die wohlthätige Unterstützung Böhmens rettete die Stadt vor -Hungersnoth. Bei dieser Gelegenheit erwarb sich der damalige Pfarrer -von Gottesgab, _Franz Wilhelm Tippmann_, später Weihbischof des Prager -Domcapitels, bedeutende, unvergessliche Verdienste. Derselbe stiftete -auch, durchdrungen von wahrer christlicher Nächstenliebe, ein Spital. --- Gottesgab ist die Geburtsstätte mehrerer verdienter Deutschböhmen: -_Thaddäus Peithner_ war k. k. Hofrath, _Johann Theodor Anton Peithner -Ritter von Lichtenfels_ war Bergrath und Bergwerkshistoriker -(gest. 1792) und _Josef Köhler_ starb als General-Grossmeister des -Kreuzherrenordens zu Prag. - -=*Besteigung des Keilberges.= (¾ St.) Etwa 300 Schritte oberhalb -des Zollschrankens zweigt von der Kaiserstrasse zu unserer Linken -eine Strasse über Sächs. Wiesenthal nach Annaberg in Sachsen ab. -Auf ersterer in südöstlicher Richtung weiterschreitend (falls man -nicht schon früher einen rechts von der Strasse führenden, sehr -empfehlenswerten _Wiesenweg_, der bis zu den Sonnenwirbelhäusern -leitet, gewählt hat), erblicken wir geradeaus die drei -Sonnenwirbelhäuser, die höchsten Wohnungen des Erzgebirges. Immer -bedeutender wird die Steigung der Strasse; nach ¼stündiger Wanderung -nähern wir uns dem Sonnenwirbel (so wird gewöhnlich die westliche -Kuppe des Keilberges genannt), dessen nördliche Abdachung nur mit -spärlichem Fichtenbestand bedeckt ist; nach unten zieht sich der -sog. _Kaltewintergrund_ hin, der wohl die traurigste Gegend des -Erzgebirges ist; denn auf der Mitternachtseite, wo selten oder nie -ein Sonnenstrahl in diese beinahe unheimliche Schlucht dringt, -liegt selbst im Juni noch Schnee. Und doch findet sich daselbst -eine Ansiedlung, der »_Kalte Winter_«, im Volksmunde »_Böhmisch -Sibirien_« genannt. Die Bewohner dieser Einschichte können bei -schrecklichen Schneestürmen oft acht Tage lang nicht aus dem Hause, -und es wäre fürwahr tollkühn, wenn sie sich aufs Geradewohl durch -die klafterhohen Schneemassen einen Weg bahnen wollten. Noch eine -kurze Strecke aufwärts und es entrollt sich vor unseren Blicken ein -überraschendes Panorama. Südlich vor uns breitet sich ein imposantes -Seitenthal aus, dessen schützende Lehnen mit stattlichen Wäldern -bedeckt sind. Hier in nächster Nähe fristet die verkrümmte Fichte, ja -sogar die sonst zähe Eberesche ein kümmerliches Dasein und dort unten -im Thale strecken Tannen, Lärchen, Birken und Buchen ihre Häupter -stolz empor. Welch ein Contrast! Den Hintergrund der herrlichen -Scenerie bildet das grossartige Gebäude der Joachimsthaler k. k. -Zigarrenfabrik. Nach einigen Minuten zeigt uns ein _Wegweiser_ mit -der Aufschrift »Zum Keilberg« an, dass wir die Strasse verlassen und -einen gut erhaltenen _Fahrweg_ betreten müssen, der uns bis _auf die -höchste Kuppe des Keilberges_ führt. »Dieser Höhenpunkt, der _höchste -im Erzgebirge_, bildet gewissermassen den _Hauptstock_ des ganzen -Gebirges; einen _Gebirgsknoten_, von welchem dasselbe in nordöstlicher -und südwestlicher Richtung verläuft, dessen höchste Punkte sich -zunächst um ihn gruppiren, so dass es hier fast _das Ansehen eines -Hochgebirges_ erhält.« Diese Bezeichnung kommt vorzugsweise dem steilen -südlichen Abfalle oder Joche des Keilberges zu, auf welchem sich -mehre Kuppen mit abfallender Höhe, am bedeutendsten der _Leerberg_, -die Kuppen bei Dornberg und bei Marletzgrün, dann die Berge bei -Hauenstein (der Hauensteiner _Schlossberg_, westlich von ihm der -_Maierrang_ und östlich der _Eichelberg_) hervorheben. Der Fuss dieses -Gebirgsjoches wird unmittelbar von der Thalebene (Egerthal) begrenzt, -aus welcher es plötzlich sehr schroff emporsteigt. Westlich ist es -durch das tief eingeschnittene _Weseritzthal_ begrenzt, in welches -einige enge, von hohen, steilen Gehängen eingefasste Seitenthäler -einmünden. Diese steilen Abhänge und hohen Gehänge der engen Thäler, -die Gruppirung ansehnlicher Kuppen, welche in ihrer Zusammensetzung -einander überragen, geben ihm hier mehr als an einer anderen Stelle -seiner Verbreitung das Ansehen eines »Hochgebirges.« Die bedeutendsten -Höhenpunkte, welche sich um den Keilberg gruppiren, sind: (im Norden) -der _Fichtelberg_ (jenseits der Landesgrenze), der _Gattersberg_ -(zwischen Stolzenhahn und Wiesenthal), der _Hofberg_, der _Riegelberg_, -der _Grosse_ und _Kleine Wolfsberg_ (nordöstl. von Stolzenhahn) und der -_Blaselsberg_ (zwischen Stolzenhahn und Kupferberg); (im Osten) der -_Wirbelstein_ (nördlich vom Hauensteiner Forsthause), der _Eisenkopf_ -und der _Buchberg_; (im Süden) die _hohe Wiese_, weiter abwärts der -_Schobert-_ oder _Schubertberg_ und westlich von diesen der _Hohe -Berg_ und der sagenreiche _Graue Stein_, von welchen beiden dann die -Gehänge dieser Bergmasse in Absätzen in das Thal abfallen; (im Westen) -der _Spitzberg_ (bei Gottesgab), der _Steinhübel_ (bei Irrgang), der -_Plattenberg_ (östl. von Platten), der _Buchberg_ (westl. von Platten); -(im Nordwesten) der _Kaffberg_ und der _Mückenberg_ (bei Goldenhöhe). - -Den höchsten Punkt des Keilberges krönt ein 21 Fuss hohes, einfaches, -_aber sehr fest_ und _praktisch gebautes Aussichtsobject_, das der -Erzgebirgsverein in Joachimsthal im Jahre 1880 errichtet hat. Haben wir -die zweite Terrasse dieses Objectes bestiegen, so eröffnet sich uns -eine _umfassende, wahrhaft grossartige, überwältigende Rundsicht_, die -uns unwillkürlich an die vortrefflichen Worte _Karl Egon_ von _Eberts_, -des hochgefeierten Altmeisters der deutsch-böhmischen Dichter, erinnert: - - »Ihr Berge, stolze Berge, du schwarze Wäldernacht, - Ihr golderfüllten Ströme, ihr Au'n in grüner Pracht, - Ihr sanft gewölbten Hügel im blumigen Gewand, - Euch nenn' ich freudig rufend, mein _schönes_ Vaterland!« - -In nächster Nähe streben dicht an einander gereiht, wie Mastbäume die -schlank gewachsenen Fichten und Tannen des prächtigen _Schwarzwaldes_ -(die ausgedehnten, herrlichen Waldungen, am Südabhange des Keilberges -führen diesen Namen) empor, an den sich weithin nach den verschiedenen -Richtungen die gewaltige Waldregion, ein förmliches Forstmeer, der -mannigfaltigen Höhenzüge mit ihren Kuppen anreiht; denn der Blick -schweift bei heiterem Himmel über das ganze (besonders das böhmische) -Erzgebirge vom Böhmerwalde und Fichtelgebirge bis an das Riesengebirge, -eine wundervolle Aussicht, wie sie in solchem Masse _kein_ zweiter -Punkt im ganzen Erzgebirge bietet. In südöstlicher Richtung sehen wir -die Städte: Saaz, Kaaden, Klösterle und viele grössere und kleinere -Ortschaften (mit einem guten Fernglase sieht man bei heiterem Himmel -sogar den historischen weissen Berg bei Prag); östlich gewahren wir -zunächst Kupferberg mit dem kegelförmigen Kupferhügel (letzterer -ist gegen unseren Standpunkt verschwindend klein) und in weiterer -Entfernung links Dörnsdorf, Reischdorf, die Kirchthurmspitze von -Pressnitz. Ganz im Hintergrunde erblicken wir die Kuppen des herrlichen -böhmischen Mittelgebirges mit dem Milleschauer. Gegen Norden verdecken -die beiden Fichtelberge die Aussicht nach Sachsen, doch ist diese -nach Nordost lohnend. (Schmiedeberg, Jöhstadt, Weipert, Annaberg); -der Bahnhof von Weipert, die Kirche von Annaberg und die imposante -Volksschule in Schmiedeberg sind mit freiem Auge sichtbar. Gegen Süden -bemerken wir das Duppauer Gebirge mit der Ruine Engelhaus, den Bahnhof -von Karlsbad, ferner Schlackenwerth und das liebliche, reizvolle -Egerthal, im Südwesten im Hintergrunde den Dillenberg bei Eger, den -Kaiserwald, im Westen das Fichtelgebirge mit dem Hainberge bei Asch. -Bei dieser Darlegung wurde nur das Wichtigste hervorgehoben, denn alle -einzelnen Punkte dieses _farbenprächtigen Panoramas_ zu schildern, -lässt der Raum des Buches nicht zu, zudem wir in anderer Beziehung des -Keilberges gedenken mussten. Erhaben und schön ist auf diesem Berge -die Beobachtung des _Sonnenaufganges_. (Der Botaniker findet Moose und -Vorboten subalpiner und selbst alpiner Pflanzen). - -Um unsere beabsichtigte Tour zu vollenden, kehren wir wieder bis zum -bekannten Wegweiser zurück, wo wir die nach Weipert führende Strasse -weiter verfolgen; dieselbe zieht sich anfangs einige hundert Schritte -auf der Ebene dahin, senkt sich dann allmählig, und wir sehen plötzlich -bei einer Biegung ein malerisches Bild. Wie hingegossen liegt das -sächsische Städtchen _Oberwiesenthal_ vor uns, das bloss durch die Pöhl -von _Böhmisch-Wiesenthal_ getrennt ist. Man wird nicht satt, dieses -Bild zu betrachten, immer wieder zieht es das Auge des Touristen auf -sich. Wir steigen indess tiefer und gelangen zu den _Hofberghäusern_ -mit dem anständigen Gasthof »_Hofberg_« (Hier biegt, rechts die Strasse -nach Kupferberg, links nach Böhmisch-Wiesenthal ab). Nachdem wir durch -eine kleine Erfrischung uns erquickt haben, schreiten wir auf der -Strasse bei kaum wahrnehmbarer Senkung zur rechten Seite des grossen -Dorfes _Stolzenhahn_ hin und erreichen nach einer ½stündigen Wanderung -durch eine zu beiden Seiten der Strasse liegende liebliche Waldung -_Böhmisch-Hammer_, wo sich _rechts_ die Strasse nach _Schmiedeberg_ -abzweigt. (Gleich oberhalb des Dörfchens ist ein ansehnlicher _Viaduct_ -der Buschtěhrader Zweigbahn Komotau-Weipert bemerkenswerth.) An der -Strasse selbst liegt der ansehnliche _Gasthof_ »_zum Schlössl_.« Immer -näher zieht sich dieselbe an der Landesgrenze auf der Ebene dahin -und wir erblicken bald auf böhmischem, bald auf sächsischem Boden -ein Gehöfte, eine Mahl- oder Papiermühle, ein Gasthaus u. dgl., was -uns eine annehmbare Abwechslung gewährt. Wir merken kaum, dass wir -uns schon _Weipert-Neugeschrei_, der Vorstadt Weiperts, nähern. Hier -liegen die Häuser einzeln gebaut, zu beiden Seiten der Strasse. Von -_Gottesgab_, noch besser von _Försterhäuser_ (siehe oben), können wir, -in Försterhäuser unweit des Forsthauses abbiegend, eine prächtige -Seitentour ausführen. Wir gehen auf einer guten, durch herrliche -Wälder führenden Strasse oder auf einem Fusswege am Goldenhöher -Forsthause vorüber in das idyllisch gelegene Dorf _*Goldenhöhe_, -dann nach der sogenannten _böhmischen Mühle_ und von da weiter nach -Sachsen. Dieser, zwei Stunden bis zur Grenze in Anspruch nehmende -Weg ist herrlich. Die schönen, wohlgepflegten Waldbestände erwecken -die Bewunderung jedes Touristen. Es ist eine ächte Gebirgswanderung. -Bei der genannten Mühle öffnet sich das Thal, vom reissenden -Pöhlbach durchbraust; wir überschreiten die Grenze, durchwandern das -industriereiche, an beiden Abhängen des erweiterten Thales romantisch -gelegene Dorf _Rittersgrün_ und kommen in ¾ Stunden in _*Globenstein_ -an, wo die höchstinteressanten Felsgebilde unsere Aufmerksamkeit -erwecken. Fortsetzung der Tour über _Crandorf_ oder _Raschau_ nach -_*Schwarzenberg_. Herrliche Partie! - - - - -D. Der Besuch des Erzgebirges von Komotau aus. - - - - -Komotau. - - - =Gasthöfe=: Scherbers Hôtel (Nr. 98 in der Frohngasse). - - Hôtel Reiter (Nr. 14, 15, Ringplatz). - - Städtisches Schiesshaus inmitten des neuen, sehenswerthen - Stadtparkes (nördlich der Stadt) gelegen, sehr beliebter, - besonders im Sommer reich besuchter Ausflugsort der - Stadtbewohner. - - Hôtel Adler Nr. 16 am Marktplatze, Eck der Steingasse. - - Gasthof zum grünen Baum in der Bahnhofstrasse. - - Städtischer Lagerkeller (Nr. 1 Weinberggasse), schön gelegen, - mit einem grossen Garten und herrlichen Blick auf die Stadt und - das Gebirge. - - Güttler's Restauration (Schäfergasse Nr. 7) schöner Garten mit - Gartenhaus und gedeckter Kegelbahn. - - =Restauration= am Bahnhofe. - - Weiter sind noch erwähnenswerth: Gasthof zum Bahnhof in der - Bahnhofstrasse, »Gasthaus zum Schiefer« in der Prager-Strasse, - »Austria« in der Weinberggasse (Lokal des Lesekasinos), - Städtische Restauration (genannt »Criminelle«), »Binders - Weinhandlung« in der Herrengasse. - - =Aemter=: 1. Die k. k. Bezirkshauptmannschaft; 2. das k. - k. Bezirksgericht; 3. das k. k. Revier-Bergamt; 4. das - k. k. Steueramt; 5. das k. k. Grenz-Inspektorat mit der - k. k. Finanz-Wachkontrolsbezirksleitung und dem k. k. - Hauptzollamte; 6. das k. k. Postamt am Schulplatz; 7. das k. - k. Telegraphenamt in der k. k. Bezirkshauptmannschaft; 8. - das k. k. Aichamt; 9. das k. k. Gendarmeriepostenkommando; - 10. die Komotau-Sebastiansberger Bezirksvertretung; 11. das - Bürgermeisteramt. - - =Lehranstalten=: 1. das Communal-Obergymnasium; 2. die k. - k. Lehrerbildungsanstalt; 3. die mechanisch-technische - Lehrwerkstätte des k. k. Handelsministeriums; 4. die - Bürgerschule und 5. die Privatvolksschule der Schwestern vom - hl. Kreuz mit Pensionat. - - =Verkehrsanstalten.= 1. die k. k. priv. Aussig-Teplitzer - Eisenbahn; 2. die ausschl. priv. Buštěhrader Eisenbahn; 3. die - k. k. priv. Dux-Bodenbacher Eisenbahn; 4. die Pilsner-Priesner - Eisenbahn. - - Zwei Lesezimmer a) das der Gesellschaft »=Casino=« b) das der - =Ressource=. Eingeführte Fremde haben Zutritt. Die Buchhandlung - von A. _Stumpf_ am Marktplatz ertheilt allen Touristen über - den Gebirgsverein, Führer in's Gebirge u. s. w. Auskünfte; 2. - Buchhandlung von _Mändl_. - -=Sehenswürdigkeiten.= 1. Die Stadtkirche. Der gothische Hauptbau -stammt aus dem Jahre 1542; in früheren Jahren, etwa 400 Jahre zuvor, -stand an diesem Orte eine kleine Kirche; der jetzige Hauptaltar -wurde 1723 erbaut; sehenswerthe, kunstvolle Bilder am Kreuzaltare -sind die der hl. Bonaventura und des hl. Franz von Assisi. In der -Taufkapelle dieser Kirche erweckt besonders Interesse das merkwürdige, -künstlerisch-werthlose Žižka-Bild, welches die Verheerung der Stadt -durch die Hussiten darstellt. 2. Die *St. _Ignaziuskirche_ oder -Jesuitenkirche genannt an der Südseite des Marktplatzes, die grösste -und schönste Kirche Komotaus und im italienischen Baustyl des 17. -Jahrh. erbaut; die Kirche und die jetzt als Kaserne dienenden -Nebengebäude bildeten einst das Jesuitencollegium, das 1773 aufgehoben -wurde. Den Hochaltar dieser Kirche schmückt in seinem oberen Theile ein -Kunstgemälde, darstellend Gott-Vater im Kreise seiner Engelschaaren. -Lanfranco, ein Schüler der florentinischen Schule, malte es. Das -Hauptbild des Hochaltars, gemalt vom Meister Kandler in Prag, stellt -den hl. Ignatius vor; unter dem Presbyterium ist die Jesuitengruft. Die -zweite Seitenkapelle rechts birgt die irdischen Ueberreste des 1681 -verstorbenen Johann Grafen von Hrzan, k. k. Statthalters von Böhmen. -Auf dem Seitenaltare des hl. Viktor befinden sich die Reliquien dieses -Heiligen, mit welchen und zu deren Verehrung die Jesuiten ehemals -jährlich eine Procession durch die ganze Stadt hielten. 3. Das Schloss, -jetzt städt. Rathhaus, auf der Westseite des Marktplatzes, einst der -Wohnsitz von Komotaus Oberherrn, dürfte in seinem noch bestehenden -Bau 1520 errichtet worden sein. Gegenwärtig befindet sich darin das -Bürgermeisteramt, die Sparkasse, das städtische Forstamt, ein Turnsaal -u. s. w. 4. Die Katharinenkirche, dem Schlosse angebaut, darum auch -Schlosskirche genannt, ist das älteste Baudenkmal Komotaus. Schon 1383 -wird bei derselben unter anderen einer Frühmessstiftung Erwähnung -gethan. Unter Kaiser Josef II. wurde die Kirche Eigenthum der Stadt; -jetzt dienen ihre Räumlichkeiten verschiedenen privaten Zwecken. -Die Bauart spricht für das 14. Jahrhundert. 5. Die Spittelkirche -oder Kirche vom hl. Geist in der Gerstnergasse; sehenswerth ist ein -kunstvolles Bild, darstellend den hl. Josef. 6. Gleich darunter -steht die in den fünfziger Jahren erbaute protestantische Kirche. -Die Juden-Synagoge, erbaut 1876, befindet sich in der Weinberggasse. -7. Das Gymnasium, ein schöner Bau mit einem Thurme (ehem. Sternwarte -der Jesuiten), am linken Ufer des Assigbaches gelegen, angrenzend an -die Jesuitenkirche. 8. Das Pädagogium, südlich ausserhalb der Stadt -gelegen, früher das städtische Spital; die technische Lehrwerkstätte -im unteren Ende der langen Gasse; die Eröffnung der Anstalt fällt in -das Jahr 1874 und ist in ihrer Art die einzige in ganz Oesterreich -und Deutschland. 9. Die Bürgerschule für Knaben und Mädchen unweit -der Stadtkirche gelegen mit 19 Classen. 10. Die umfangreichen Gebäude -der Schwestern vom hl. Kreuz mit einer 7classigen Privatvolksschule -mit Oeffentlichkeitsrecht in der unteren langen Gasse. 11. Der nach -englischem Muster angelegte Stadtpark, nördlich der Stadt, gehört zu -den beliebtesten Spaziergängen der Komotauer. - -=Kurze Beschreibung der Stadt.= Die königliche (1605) Stadt Komotau -zählt über 700 Häuser mit einer Bevölkerung von 10100. Sie liegt am -Fusse des Erzgebirges, zu beiden Seiten des Assigbaches, inmitten von -Obst- und Gemüsegärten. Die Stadt hat 5 Jahrmärkte und wöchentlich 3 -Märkte, betreibt lebhaft Obst- Getreide- und Gemüsehandel; merkwürdig -ist das Gedeihen der edlen Kastanien in der Nähe von Komotau. -Von Komotau führen mehrere Strassen auswärts: Die Leipziger oder -Kaiserstrasse durch die Bahnhofstrasse in nordwestlicher Richtung -nach Sachsen; die Prager Strasse durch die lange Gasse in südlicher -Richtung über Postelberg, Laun nach Prag. Eine andere Strasse führt -durch die Weinberggasse nach Görkau; die Kaadner Strasse durch die -Bahnhofstrasse, beim Gasthause zum grünen Baum von der Leipziger -Strasse abzweigend, führt beim Bahnhofe vorüber in westlicher Richtung -nach Kaaden. Auch führt eine Bezirksstrasse in südlicher Richtung -nach Eidlitz, eine in nördlicher Richtung übers Gebirge nach Platten, -Kallich gegen die sächsische Grenze. - -=Geschichtliches.= 1252 tritt der Name Comotov in den Urkunden auf; -jedenfalls war da Komotau ein Dorf, das sich um eine Veste gruppirte; -dieselbe stand an dem Orte, wo jetzt das Rathhaus und das Bräuhaus -steht; im selben Jahre wird der deutsche Ritterorden als Herr des -Marktes Komotau genannt. Von 1353 an erscheint Komotau als Stadt. Diese -litt 1418 durch eine Feuersbrunst grossen Schaden. Ein Schreckenstag -für Komotau war der 14. März 1421, an welchem die Stadt durch die -Hussiten erstürmt wurde; die gesammte katholische Bevölkerung wurde -grässlich hingemordet; nur 30 Einwohner wurden verschont, um ihre -todten Mitbürger zu begraben. Kaiser Sigismund belohnte später die -Lobkowitze mit Komotau. Bereits im Jahre 1456 wird Johann Czalta von -Steinsberg als Herr von Komotau genannt. Durch Erbrecht ging die Stadt -in den Besitz der Herren von Weitmühl über, wurde im Jahre 1560 an -Erzherzog Ferdinand, Gemahl der Philippine Welser, und von diesem im -Jahre 1571 an die Familie der Lobkowitze von Hassenstein verkauft. Zur -Zeit der Reformation fand die neue Lehre hier Eingang. Georg Popel von -Lobkowitz berief aber die Jesuiten zur Vertreibung des Protestantismus, -der auch schliesslich wieder unterging. Derselbe Herr von Komotau trug -sich auch mit dem Plane um, in Komotau eine Universität zu errichten; -er fiel aber beim Kaiser in Ungnade und endete als Gefangener 1606 -durch das Henkerbeil sein Leben in Elbogen. Die Güter Georgs von -Lobkowitz gingen nun an den Staat über; dieser verkaufte ein Dritttheil -dieser Güter an die Komotauer Bürgerschaft, welche dadurch von aller -Oberherrschaft frei wurde. Der dreissigjährige Krieg machte sich in -seinen traurigen Folgen auch in Komotau und Umgebung bemerkbar; am -ärgsten hausten die Truppen des schwedischen Generals Pfühl in Komotau. -Es wird erzählt, dass viele angesehene Komotauer Bürger der Tortour -(Schwedentränkel) unterworfen wurden, um Geld von ihnen zu erpressen. -Es sollen 160 Wagenladungen geraubter Gegenstände von den Schweden -fortgeführt worden sein. Schon 1651 hatte sich der Wohlstand Komotaus -so weit gehoben, dass es seinen Grundbesitz vergrössern konnte. Unter -den höchsten gekrönten Häuptern, die Komotau im Laufe der Jahre mit -einem Besuche beehrten, seien genannt: 1703 der König Karl von Spanien; -derselbe übernachtete im Rathhause; 1771 der unvergessliche Josef II.; -1813 begaben sich die drei verbündeten Monarchen über Komotau nach -Leipzig, um die Völkerschlacht zu schlagen. In demselben Jahre wurde -in Komotau ein Haupt-Lazareth errichtet. In neuerer Zeit hat sich -Komotau dadurch, dass es Knotenpunkt von vier Eisenbahnlinien wurde, -sehr gehoben. Der vielen Schulanstalten wegen wird Komotau »Schulstadt« -Westböhmens genannt. Komotau ist der Geburtsort von bemerkenswerthen -Gelehrten und zwar: von Mathäus Goldhahn, einem berühmten Philologen, -bekannt unter dem latinisirten Namen Aurogallus, gestorben 1543; von -dem Historiker Franz Pubitschka, geboren 1722 und gestorben 1809; von -Franz Josef Ritter von Gerstner, geboren 1754 und gestorben 1832 als -k. k. Gubernialrath, Wasserbaudirector und Director der technischen -Lehranstalt zu Prag, von ganz Europa als einer der ersten Mathematiker -anerkannt. - - -Spaziergänge: - -1. _Von Komotau auf die *Alaunhütte, auch Schweizerhütte genannt._ -Wir gehen vom Ringplatze durch die Weinberggasse. Am Ende dieser -Gasse erhebt sich eine kleine Anhöhe, »Weinberg« genannt. Links -der Strasse zieht sich ein schmaler Fusssteig zum Endziele unseres -Spazierganges. Eine Tafel mit der Aufschrift: »Weg zur Alaunhütte« -macht den Touristen auf den Weg aufmerksam. In etwa ¼ Stunde sind wir -am Ziele. Die Alaunhütte, eine Restauration in romantischer Lage, ist -einer der beliebtesten Ausflugsorte für Komotau und Umgebung. Nächst -der Alaunhütte befindet sich der Alaunsee. Wer des Ruderns kundig ist, -miethet sich einen Kahn und befährt den See. Zur Winterszeit bietet der -Alaunsee mit seiner schönen Eisbahn einen mächtigen Anziehungspunkt -für Schlittschuhläufer. Ehemals war hier, wo sich jetzt der Alaunsee -ausbreitet, ein grosses Alaunbergwerk. Die rothe alaunhältige Erde, -welche rings um die Alaunhütte massenhaft zu sehen ist, erinnert an -den einstigen Bestand des Bergwerkes. In der Nähe der Alaunhütte -gedeihet die edle Kastanie in einer seltenen Grösse und Schönheit der -Frucht. Die mächtigen Stämme und Kronen dieses Baumes gewähren einen -herrlichen Anblick. Neben den Gastlocalitäten der »Hütte« ist auch -eine Badeanstalt mit warmen Bädern. Den Sonntag nach Anton im Juni -jedes Jahres begeht die Hüttenrestauration im Blätterschmucke mächtiger -Eichen im schönsten Frühlingskleide der Natur ihr Fest mit Concert und -Tanz. - -2. _Nach dem Komotauer *Stadtpark und dem städtischen Schiesshause._ -Wir gehen vom Marktplatze durch die Schiesshausgasse und kommen in ca. -10 Minuten bei der Komotauer Dampfmühle vorüber in den Park, der nach -englischer Art angelegt ist. Naturfreunden bereiten hier die schönen -Baumgruppirungen und Blumenpflanzungen einen wahren Genuss. Im Parke -befindet sich das im Jahre 1833 erbaute städtische Schiesshaus und in -dessen Nähe das aus Holz errichtete Sommertheater. - -3. _Von Komotau auf den *Hutberg._ Durch die Schiesshausgasse gehend, -gelangen wir, von den Parkanlagen links ab, in einen Fahrweg, der uns -durch schöne Obstgärten in ca. ¾ Stunden auf den Hutberg führt. Die -Aussicht von demselben ist bezaubernd schön. Am Fusse des Hutberges -liegt in romantischer Lage das Dörfchen Pirken. - -4. _Von Komotau nach dem *»Ruland«._ Die Plattner Strasse führt uns -direct auf eine Anhöhe, wo mitten von Obstgärten, Feldern und Wiesen -das schöne Wohn- und Wirthschaftsgebäude, genannt »Ruland«, malerisch -gelegen ist. Eine schöne Aussicht über Komotau und in's Gebirge lohnt -die Mühe des Touristen, welcher von den freundlichen Bewohnern des -Gehöftes »Ruland« mit Milch, Obst u. s. w. bewirthet wird. Die Anhöhe -»Ruland« wird häufig auch Galgenberg genannt, weil hier ehemals -Verbrecher gerichtet wurden. - -5. _Von Komotau nach Eidlitz._ Wir wenden uns durch die Gerstnergasse -in die Prager Vorstadt und kommen bald auf die Komotau-Eidlitzer -Bezirksstrasse. Der Weg ist ungemein angenehm. In ¾ Stunden sind wir in -Eidlitz. Sehenswerth ist das Schloss und eine Zuckerfabrik. - -6. _Von Komotau nach *Görkau_ (1 Stunde). _a_) Auf der Strasse. Von -Komotau durch die Weinberggasse führt die Strasse über den Weinberg -durch schöne Obstgärten und Felder nach dem Kirchdorfe Udwitz mit -seinen Kohlenbrüchen. Von hier kommen wir in ½ Stunde nach Görkau. -(Siehe Görkau.) _b_) Auf dem Fusssteige. Von Komotau gehen wir durch -die Weinberggasse nach der Alaunhütte. Von hier führt ein Fusssteig -nach den sogenannten Kohlenhäuseln. Wir gelangen auf demselben zur -»Tempis-Kapelle«, welche ein Schlosskaplan von Rothenhaus, Hans -von Tempis, vor vielen Jahren wegen seiner glücklichen Rettung aus -Räubershänden an dieser Stelle erbauen liess. Der Fusssteig führt uns -jetzt direct in ca. ¼ Stunde nach Görkau. - -7. _Von Komotau nach dem Gebirgsdorfe *Platten._ Auf der Plattner -Strasse, ziemlich steil ansteigend, kommen wir in ca. 1½ Stunde nach -Platten mit seiner zu Ende des 14. Jahrhundertes bereits bestehenden -Kirche und seinem Schlosse, das als Jagdschloss des Besitzers von -Rothenhaus einst bessere Zeiten gesehen hat. Unweit Platten ist der -viel besuchte Wallfahrtsort Quinau. Die Aussicht beim Schulhause in's -Böhmerland ist prachtvoll! (Siehe Bereisung von Görkau aus.) - - -Touren. - -1. _Von Komotau bis zur *Grundmühle, nach Domina, Troschig und -Tschernowitz._ Von Komotau gehen wir an dem Assigbache hinauf -nach Oberdorf. Oberhalb der Oberdorfer Hammermühle beginnt das -überaus freundliche Assigbachthal mit üppigen Wiesen und bewaldeten -Thalgehängen. Wir wandern hier ohne alle Anstrengung und erreichen in -1 Stunde die erste Grundmühle, auch »Kleinmühle« genannt. Hier können -wir einen kleinen Imbiss nehmen und uns an einem Trunke Bier oder Milch -erquicken. Von hier nehmen wir den Weg rechts an der Thalwand hinauf -gegen Domina. Der Weg ist ziemlich gut. Der Ort lässt sich von der -Grundmühle aus in 1 Stunde bequem erreichen. Doch ist es nicht nöthig, -bis in das genannte Dorf zu gehen; wir verlassen deshalb denselben, -wenden uns rechts dem Dörnthaler Weg zu. Nördlich von Dörnthal sehen -wir schon den Troschiger- oder Klingerberg ansteigen, das vorläufige -Ziel unserer Reise. In 1½ Stunde ist die erste Höhe erreicht. Die -Aussicht ist hier lohnend; am westlichen Gehänge schlängelt sich die -Strasse über Sebastiansberg zur Landesgrenze, dort unten östlich -bricht die Bahnlinie aus Felsen hervor. Oestlich und südlich haben -wir die Gegenden von Brüx und Saaz und östlich verfolgen wir den -Erzgebirgszug bis Eisenberg und noch weiter, und westlich hebt -sich Terrasse um Terrasse im schönen Wechsel von Wald und Flur zum -Horizonte. Wir steigen den westlichen Abhang hinunter, treffen hier das -an der Komotau-Sebastiansberger Strasse liegende Gasthaus »g. Hübel.« -In 5 Minuten haben wir auch das südlich gelegene Dörfchen Troschig -erreicht. Auf einem kleinen Plateau gebaut, ist es das kleinste -unter den 4 Strassendörfern: Schönlind, Domina, Krima und Neudorf. -Die Bevölkerung treibt Oekonomie und besorgte früher den Vorspann -über die Berge. Weiter südlich wandernd, treffen wir einen schönen -Wald; es ist dies das Troschiger Revier, der Komotauer Stadtgemeinde -gehörig, die hier einen Förster angestellt hat. Der links des Weges -sich erhebende »Tennich« ist der höchste Berg dieser Kette. Er ist -prächtig bewaldet und daher als Aussichtspunct weniger zu empfehlen. -Wir empfehlen daher den Weg, der von Troschig dem südlich laufenden -Gebirgszuge folgt, behalten rechts das Höllenthal und sehen nach einer -Stunde gemüthlichen Wanderns, die Buschtěhrader Bahn überschreitend, -den _kl. Purberg_. Weit in's Land vorgeschoben und sich langsam -erhebend, ist dies ein mächtiger Stock von Steinmassen, gleichsam ein -Knoten, mit dem der Gebirgszug abhebt. Bald haben wir denselben ohne -Anstrengung bestiegen. Die Aussicht nach 3 Seiten ist herrlich: Die -Gegend von Komotau, theilweise auch die Stadt, speciell der Bahnhof, -die Dörfer Tschernowitz, Sporitz, Körbitz, Malkau, Sosau, Grün und -das Städtchen Kralupp liegen zu unseren Füssen. Dort westlich, wo die -Eger in die Ebene bricht, liegt Kaaden, von Bergen umstellt, östlich -sind die Brüxer Berge. Ringsum siehst du Strassenzüge, Eisenbahnen, -Felder, Fluren, Teiche und Obstgärten. Der Berg selbst bildet oben -ein Plateau, das so wie sein Abhang mit Eichen- und Birkengestrüpp -bewachsen ist. Auch erfrischendes Wasser befindet sich oben. Von allen -Seiten fallen seine Granitmassen steil ab mit oft wunderlichen Klüften, -worin heute noch der immer seltener werdende Dachs zu Hause ist. Von -unten gesehen gleicht der Berg einer Ruine, so täuschend thürmen sich -hier die Steinmassen. Die Gemeinde Tschernowitz, welcher der Berg -mit den Abhängen gehört, nimmt von ihm das Material zu gewöhnlichen -Steinmetzarbeiten. Die siebenziger Jahre haben den Berg in Fesseln -gelegt, weil seit jener Zeit die Buschtěhrader Gebirgsbahn ihren -Weg rings um denselben genommen. Merkwürdig ist der Fall, dass hier -Sporitzer Felder 6mal von der Bahn durchschnitten werden. Der Purberg -hat seine Geschichte, und das deutsche Volk ringsum bis weit in's Land -kennt ihn und umwebt denselben mit dem Gewande der Sage. So erzählt -man, dass alte Jungfrauen berufen seien, den Berg abzutragen. Es sollen -ferner schlechte Zeiten hereinbrechen, wenn der Berg mit Eisen belegt -sein wird. Auf der östlich angrenzenden Tschernowitzer Haide soll einst -der Schlussact eines grossen Völkerkampfes stattfinden, worauf erst -wieder bessere Zeiten zu erwarten seien u. s. w. Den östlichen Abhang -hinab führt ein Fahrweg und dieser bringt uns bald nach dem nahen -Tschernowitz. Schon der kurze Weg dahin zeigt Halden, Steinbrüche, -gearbeitete und rohe Steine, den Gewerbefleiss der Ortsbevölkerung -deutend. Strauss, Dietz und Bertl sind bekannte Steinmetzer und die -Güte des hier gefundenen Materials macht ihre Arbeit gesucht. Der Ort -selbst mit 54 Häusern und 440 Einwohnern hat vorzügliches Trinkwasser -und viel Obstbau. Gasthäuser sind da. Die Strasse führt in ¾ Stunden -nach Komotau zurück. - -2. _*Von Komotau über Domina nach Glieden, *Wisset, Schweiger, -Hohentann, *Hassenstein, *Platzer Grund, Zollhaus, Neudorf und retour._ -Dies ist eine starke Tour und erheischt ein zeitliches Verlassen -der Lagerstätte. Unser Weg führt vorerst auf der Kaiserstrasse -nach Oberdorf. Hier sehen wir im Vorbeigehen das grosse Bräuhaus -von Philipp. Die alterthümliche unvollendete Kirche stammt von dem -unglücklichen Labketz, der unter dem Henkerbeile verblutete. Hier -haben wir zwei Wege vor uns. Den ersten, die Strasse, vermeiden -wir, denn sie führt steil über das Gebirge. Der grosse Kaiser Josef -liess sie anlegen und das Volk erzählt sich, dass, als er später die -Gegend bereiste, die steile Anlage sah und den Bauleiter zur strengen -Rechenschaft zog. Wir wenden uns dem Landwege zu, an dem Oberdorfer -Friedhofe vorbei. Bald haben wir die Vorberge erreicht. Diese tragen -Obstgärten. In kurzer Zeit haben wir das kleine, mit Erlengebüsch -besäumte Hatschkabächlein erreicht, das die Sporitzer Wiesen bewässert -und auf den Troschiger und Schönlindner Wiesen entspringt. Dem -steigen wir nach und kommen in die sogenannte »Ranz.« Später theilt -sich der Weg, der rechts führt nach Schönlind, der links durch das -Troschiger Revier nach dem Dörfchen Troschig. Von hier wenden wir -uns nach Glieden. Dazu stehen uns zwei Wege offen. Der eine führt -über Nokowitz und ist ein Fahrweg, geht anfangs nördlich der Strasse -zu, wendet sich alsdann westlich und in ½ Stunde haben wir Nokowitz -erreicht, das an der linken Lehne des Höllenthales ½ Stunde südlich -von Krima liegt. Der Ort hat nur Getreidebau und Holzhandel, 23 -Häuser und 152 Einwohner. Der zweite Weg ist ein Fusssteig und führt -von Troschig westlich auf der linken Lehne des Höllenthales hinunter -durch einen Eichenbusch. Unten angekommen, finden wir die schönsten -Wiesen und ein kleines Bächlein, den Höllenbach, der auf der Krimaer -und Wisseter Heide sich sammelt und mit dem Thale einem südöstlichen -Laufe folgt, sich später westlich wendet, eingeschlossen und beengt von -dichtbewaldeten Thallehnen. Bei Malkau tritt er in die Ebene und bildet -mit dem Grüner und Plassdorfer Bächlein den sogenannten Saubach. Der -Weg durch's Höllenthal ist oft beschwerlich. Bei einer Einschichte, -links vorbei, gelangen wir an der Berglehne hinauf nach Glieden. Die -Ortschaft hat 16 Häuser mit 117 Einwohnern, die Oekonomie treiben. Die -Lage des Oertchens ist überaus freundlich. Vom Nordsturme durch den -Gliednerberg geschützt, ist das Klima schon so mild, dass hier Obst -gedeiht. Die nach allen Richtungen hin sehr beschwerliche Communication -ist freilich den Einheimischen nicht auffällig. Südlich von Glieden, -½ St., finden wir den _*Höllenstein_, der eine Wand des Höllenthals -bildet. Pittoresk geformt, mit einer schönen Aussicht auf demselben und -schauerlicher Tiefe zu den Füssen, ist es für den Touristen lohnend, -ihn zu besuchen. Wir gehen von Glieden auf einem Fusssteige nach -Wisset. Der Ort hat 29 Häuser mit 232 Einwohnern. Wisset liegt auf der -ersten Terrasse des hier aufsteigenden Gebirges, der Wisseter Platte. -Die Lage der Ortschaft ist freundlich, die Communication per Wagen -überaus beschwerlich. Der nördlich und nordöstlich sich hinziehende -Höhenzug hat den Namen »Ziegenrück.« Er ist theilweise urbar, doch -reift hier das Getreide 2 bis 3 Wochen später. Wisset selbst hat zwei -Wirthshäuser. Jedem Touristen gewährt die Aussicht vom »Obern Berg« -aus in's Saazer Land einen grossen Genuss. Wir verfolgen jetzt den -Weg nach _Hohentann_, der westwärts durch die Wisseter Flur führt. -Kurz vor dem Walde (ein Kreuz in der Nähe) theilt sich der Weg. Der -rechts führt uns zur »Schweiger-Höhe«, der links abbiegende an der -südlichen Schweigerlehne durch dichten Nadelwald nach *Hohentann. Wir -verfolgen den erstgenannten und haben in ca. ½ Stunde den Höhepunkt -»_*Schweiger_« erreicht. Nördlich und nordöstlich ansteigend und fast -bis zu seinem Scheitel urbar, fällt er südlich, westlich und östlich -gäh ab, nach allen Seiten hin die schönste Fernsicht bereitend. Das -Biela- und Egergebiet, die Höhen des Duppauer Gebirges und fast der -ganze Erzgebirgszug repräsentiren sich in ihrer Schönheit. Dort die -alte Ruine Hassenstein, die Stadt Sonnenberg zu unseren Füssen, -nördlich Sebastiansberg und die vielen Ortschaften bis gegen Eisenberg. -Der Name Schweiger soll daher kommen, dass der Sage nach hier einst -ein Sprosse der Hassensteine als Einsiedler seine Zelle hatte und -schweigend seine Lebtage zubrachte. Südöstlich, den ersten besten Weg -abwärts, kommen wir nach Hohentann. Dieses Dorf hat 29 Häuser und 180 -Einwohner, die Oekonomie und Holzhandel treiben. Im Winter halten -sich Weib und Kinder an die Spitzenklöppelei. Dort bei der kleinen -Ortskapelle vorbei führt der Weg westwärts. Nicht weit vom Dorfe -theilt er sich. Wir verfolgen den Weg links, lassen die Hohentanner -Hügel zwischen Hohentann und Platz ebenfalls links, kommen zu einem -Holzkreuze (am Kreuzwege), finden auf einer Wiesentrift den Fusssteig -zum Platzer Forsthause und können hier den Fahrweg verfolgen zur Ruine -Hassenstein. Der Tourist wendet sich auf dem Rückwege beim Forsthause -nordwestlich, behält den mit Kiefern bewachsenen Lerchenberg seitwärts -des Forsthauses rechts, die »Kalkofenhöhe« links und sieht bald in -das tiefe »Grundthal«. Hier wendet er sich dem Wistritzbach, der -dieses Waldthal durchfliesst, entgegen. Dort, wo der Weg die Thalsohle -erreicht, liegt rechts das Grundwirthshaus. Hier ist jederzeit frisches -Bier und ein Imbiss zu haben. Wir erreichen jetzt das schattige -- -oft wildromantische Grundmühlthal oder Wistritzbachthal, das sich -aufwärts immer mehr verengt und später zur Schlucht wird, kaum einen -Fuhrweg lassend. Das Wasser des Baches ist hier spiegelhell; es würde -bei normaler Körpertemperatur ein wohlthuendes Bad geben. Jetzt müssen -wir darauf verzichten. Von dem Forellenreichthume früherer Zeit ist -jetzt bei dem herrschenden Raubsystem wenig zu merken. Nach 1½stündiger -Wanderung erweitert sich oben genanntes Thal, wir sehen die Holzmühle -an der Komotau-Pressnitzer Strasse, gehen rechts die Strasse hinauf -über's Zollhaus zum Bahnhofgebäude Krima-Neudorf. Hier pflegen wir -unsere Glieder, stärken uns mit Speise und Trank und erwarten in Geduld -den um 9 Uhr Abends nach Komotau abgehenden Zug, der uns um 10 Uhr nach -Komotau bringt. - -3. _*Von Komotau nach Tschernowitz, Malkau, Grün, Plassdorf, *Platz, -*Hassenstein und Brunnersdorf. (Bahnstation.)_ Wir verfolgen die -Bahnhofstrasse, lassen den Bahnhof links, treffen hier die sogenannte -Kaadner Kapelle (ehemals Wallfahrtsort mit Kreuzweg) und gehen auf -der Kaadner Strasse bis unweit Tschernowitz. Hier biegen wir bei -einer kleinen Restauration rechts in einen Fusssteig ab, gehen durch -die Tschernowitzer Steinbrüche am Fusse des südlichen Abhanges des -Purberges. Unser Fussweg führt uns in ca. ½ Stunde nach dem Dörfchen -Malkau mit 22 Häusern und 143 Einwohnern. Die Bewohner von Malkau -sind durchgehends Oekonomen und verwenden einen regen Fleiss auf die -Obstbaumzucht. Das Dörfchen Malkau hatte sich im Anfang der 70er Jahre -der Naturforscher Dr. Martius zu seinem Domicil erwählt. In jener Zeit -hat es wohl mehr Fremde gesehen, als gegenwärtig. Doch wir verfolgen -nach dieser Abschweifung unseren Wegweiser. Dort, wo am nördlichen Ende -des Dörfchens die »Höllenmühle« steht, führt der Weg nach dem ¼ Stunde -entfernten Nachbardorfe Grün. (27 Häuser mit 168 Einwohnern.) Zwischen -Grün und Malkau befindet sich eine kahle Anhöhe der »Lerchenberg«. -Der bequeme Aufstieg ist der Fernsicht halber lohnend. Der Fusssteig -nach Grün ist, um Irrungen zu vermeiden, wohl zu beachten. Wir -betreten bei der kleinen Ortskapelle das freundliche Dörfchen. Grün -ist unter den »Birndörfern« (von den nahen Gebirgsbewohnern der -reichen Obstkultur halber so genannt) das grösste. In Grün befinden -sich 2 Einkehrhäuser. Am Fusse des aufsteigenden Gebirges führt uns -der Fusssteig westwärts in ½ Stunde nach Plassdorf (25 Häuser, 134 -Einw.), welches an der Südlehne des Schweigers wie angeklebt ist. Die -Bewohner von Plassdorf sind grosse Freunde des Obstbaues, vorzüglich -aber verwenden sie auf die Cultur der Kirschen grosse Mühe. Das einzige -Wirthshaus schliesst das Dorf südlich ab. Weiter südlich erhebt sich -eine Anhöhe, genannt »Kralupper Berg«, mit Eichen und Birken besetzt. -Von Plassdorf führt uns der Weg ½ Stunde durch eine Thalschlucht -aufwärts an den Südabhang des Salberges dem Städtchen Platz (mit 400 -Einw.) zu. Dieses Städtchen verdankt seine Entstehung den Burgherren -des nahen Hassenstein. Die Einwohner beschäftigen sich theilweise mit -Oekonomie, theilweise sind es Handwerker, vornehmlich Maurer. Die -Spitzenklöppelei wird von dem weiblichen Theil der Bevölkerung ziemlich -stark betrieben. Zwei Gasthäuser bieten dem Touristen die nöthige -Unterkunft und Erfrischung. Zur Zeit des Zunftwesens war Platz das -»Mekka« der Handwerker von den nahen Dörfern, selbst vom Flachlande; -hier wurde der Lehrling zum Gesellen, der Gesell zum Meister befördert. -Das Städtchen Platz bietet vom Kirchenplatze aus eine prächtige -Fernsicht in die Saazer Gegend. Die meiste Anziehungskraft für die -Touristen aber hat die ca. 10 Minuten westlich von Platz gelegene -Ruine _Hassenstein_, welche noch heute in ihren Trümmern auf ihre -vormalige Grossartigkeit schliessen lässt. Die Stätte selbst ist, wie -die Nachgrabungen zu Anfang der dreissiger Jahre vermuthen lassen, -schon in heidnischer Vorzeit bewohnt gewesen und zu gottesdienstlichen -Zwecken oder als Begräbniss- auch Opfer-Platz benutzt worden. Man -hat nämlich mehrmals Asche, Kohlen, Knochen und Urnenreste gefunden. -Wann und von wem die Burg Hassenstein erbaut wurde, ist unbekannt. Zu -Ende des 13. Jahrhunderts erscheinen die Brüder Friedrich und Theodor -von Schönburg als Herren von Hassenstein, das damals ein Kronlehen -war. Im Jahre 1418 war der damalige Besitzer in eine Verschwörung -gegen König Wenzel IV. verwickelt, und der Monarch übertrug die -Bestrafung dem Oberst-Landschreiber Niklas von Lobkowitz, welcher -das Schloss Hassenstein eroberte und dasselbe als Eigenthum erhielt. -Diese Schenkung wurde ihm 1421 von Sigmund und seinem Sohne Niklas -von Lobkowitz 1457 vom König Ladislaw auf immerwährende Zeiten -bestätigt. In Bohuslav Lobkowitz von Hassenstein feiert das Haus -seinen glänzendsten Namen, die klassisch-humanistische Bildung des -16. Jahrhunderts eine ihrer ersten Grössen. Unter ihm glich die Burg -Hassenstein einem kleinen Musenhof. Er war durch Gelehrsamkeit, -Dichtergenie und Erhabenheit des Charakters ausgezeichnet. Zwei -andere Lobkowitze auf Hassenstein, die Herren Sebastian und Bohuslav -Felix, erwarben sich grosse Verdienste um den erzgebirgischen Bergbau -damaliger Zeit. Gegen das Ende des 16. Jahrh. kam Popel von Lobkowitz -in den Besitz von Hassenstein. Der letzte Lobkowitz auf Hassenstein -war Christof. Im Jahre 1606 ging die Burg Hassenstein in den Besitz -des Herrn Leonhard von Stampach über. Unter demselben, der seine -lutherische Gesinnung mit 2 Dritttheilen seines Vermögens büssen -musste, ging Hassenstein seinem Verfalle entgegen. Herr Jaroslav -Bořita von Martinitz erwarb die halbverfallene Burg sodann für ein -Billiges. Später bekam die Ruine mit dem dazu gehörigen Grundbesitz die -Nebenlinie Martinitz-Hagensdorf. Durch die erbliche Nachfolge dieser -Linie kam Hassenstein in den Besitz der Grafen Wolkenstein-Trostburg. -1880 verkaufte Engelhardt von Wolkenstein sein Erbe und mit ihm -Hassenstein an den Grossindustriellen Preidl. - -Nur noch Einiges über den jetzigen Zustand der Burgruine im -Allgemeinen. Der Schlossberg mit der alten Ruine Hassenstein fällt -nach 3 Seiten, besonders gegen den Brunnersdorfer Bach zu, steil ab. -Die Wallgräben sind grösstentheils verfallen, die 4 Burghöfe kaum mehr -erkennbar. Stolz aber schaut noch in's Thal der mächtige Wartthurm -mit seinen massiven Mauern. Viele Gewölbe sind noch ziemlich gut -erhalten und Alterthumsfreunde, wie Dr. Martius, meldeten öfters -von interessanten Funden. Dass auch Schatzgräber, mit geweihter -Kreide und Schildwachbüchlein ausgerüstet, hier ihre Rechnung zu -finden vermeinten, darüber kann man in Platz und Umgebung manche -tragi-komische Geschichte erfahren. - -Wir steigen den steilen und fast ungangbaren Fusssteig durch Hochwald -hinab und kommen an den Brunnersdorfer Bach. Hier finden wir am Ufer -dieses Baches einen Eisenhammer und weiter unten am Ausgange des -Thales den Anfang des lang gestreckten, zu beiden Seiten des Baches -liegenden Dorfes Brunnersdorf, das hier in seinem oberen Theile den -Namen »Rossstall« führt. (165 Häuser, 1295 Einwohner.) Die Bewohner -von Brunnersdorf treiben Oekonomie und haben grossen Obstbau. Zu den -Sehenswürdigkeiten zähle ich im unteren Theile das Schloss und die -Zuckerfabrik an der Kaadner Strasse. Das Gasthaus im oberen Theile des -Dorfes (Rossstall) und Fischers Gasthaus am Schulplatz sind Touristen -zu empfehlen. Der Tourist, der wieder zurück nach Komotau oder weiter -westwärts nach Kaaden will, kann dies einerseits durch die Bahn, -andererseits durch Kaadner Omnibusse bewerkstelligen. - -4. _Von *Komotau nach Deutsch-Kralupp-»*Keller«, Neudörfel, durch das -*Grundbachthal über Zieberle nach Sonnenberg._ Wir beeilen uns zum -1. Karlsbader Zug und lösen eine Fahrkarte bis Deutsch-Kralupp. Das -Städtchen liegt 10 Minuten von der Station. Die Kirche, welche schon -im J. 1360 als Pfarrkirche vorhanden war, besteht in ihrer jetzigen -Gestalt erst seit 1796, wo sie nach dem Brande neu gebaut worden ist. -Sie hat ein gutes Hochaltarblatt von Kindermann in Wien, den hl. -Jakob darstellend. Auch enthält sie die Familiengruft der Grafen von -Martinitz. Die Stadt wird durch den Saubach, welcher im Höllthale -entspringt und durch die Dörfer Malkau, Sosau und Hagensdorf fliesst, -in zwei ungleiche, durch eine steinerne Brücke verbundene Theile -gesondert, von welchen der am südlichen Ufer liegende, kleinere, wo -die Kirche steht, die Kunewitz heisst. Wir wenden uns nördlich von der -Station Deutsch-Kralupp dem ¼ Stunde entfernten Dörfchen Hagensdorf -zu. Die Einwohner treiben Oekonomie und Obstbau. Sehenswerth ist -das im Rococostyl erbaute herrschaftliche Schloss Hagensdorf mit -einer ansehnlichen Baum- und Blumengärtnerei. Dieses Schloss war in -den Robotzeiten in der Hagensdorfer Umgebung bis in's nahe Gebirge -hinauf nichts weniger als beliebt, denn hier hauste der gestrenge -Herr Amtmann mit seinem Beamtenstabe. Durch den Schlosshof führt ein -ganz angenehmer Weg durch eine Baum-Allee nach der nahe gelegenen -Restauration »Am Keller«. Hier bieten sich im Sommer unter schönen -Linden und mächtigen Eichen bei einem frischen Trunke vorzüglichen -Brunnersdorfer Biers stille und angenehme Ruheplätzchen. Für Kralupp -und die weitere Umgebung ist der »Keller« der besuchteste Ausflugsort -und er wäre es sicherlich in noch ausgedehnterem Masse, wenn der -Besitzer für eine comfortablere Einrichtung der Restauration, sowie -für bessere Instandhaltung und Erweiterung der Anlagen Sorge trüge. -An der Stelle des Kellerwirthshauses soll in alter Zeit ein Kloster -gestanden sein; wenigstens wird die dortige Feldflur noch heute von -den älteren Bewohnern das »wüste Kloster« genannt, und von den alten -Kellerruinen, auf denen das Wirthshaus erbaut wurde, erhielt dasselbe -den Namen. Gegen Kralupp zu finden wir mehrere grosse Fischteiche, -der Gutsherrschaft gehörig. -- Wir wenden uns nun westwärts dem -Dörfchen Neudörfel am Abhange des Kralupper Berges zu. Auf unserem -Wege dahin rechts und links treffen wir kleine Teiche, sie sind die -Ueberbleibsel eines vormals sich hier ausbreitenden grossen Sees, der -im J. 1829 das letztemal gefischt, im nächstfolgenden Jahre entwässert -wurde und an den noch jetzt das sogenannte »Seehäusel« (gegenwärtig -ein herrschaftliches Hegerhaus) erinnert. In den Robotzeiten hatten -die Einwohner von Platz und Neudörfel die Fischerei als Robotarbeit -zu besorgen. Dafür bekam der Mann per Tag einen Fisch. Neudörfel -bietet für den Touristen ausser seinen Kirschenpflanzungen nichts -Sehenswerthes, dagegen wird es sich für denjenigen empfehlen, der -es nicht scheut, den nördlich gelegenen _Saustein_ zu besteigen. An -schönen Tagen lohnt ein Einblick in die Saazer und Kaadner Gegend -vollkommen die Mühe der Besteigung. Von hier steigen wir in westlicher -Richtung das Berggelände hinab in das Thal des Brunnersdorfer Baches. -Wir gehen durch dieses, sich immer wildromantischer gestaltende Thal -den Brunnersdorfer Bach aufwärts, haben rechts die Schnabelmühl-Lehne, -links den Gigerich-Berg und sehen, wie die Trümmer der Burg Hassenstein -melancholisch in's Thal schauen. Unser Weg durch das Thal, genannt -Brunnersdorfer Grund, wendet sich am Fusse des Schlossberges plötzlich -westlich. Die Brunnersdorfer Gutsverwaltung hält hier eine Holzschwemme -in Stand. In neuerer Zeit wurde auch die Communication durch Anlegung -eines strassenähnlichen Weges bedeutend verbessert. Mächtige Felswände -heben sich zu beiden Seiten des Thales. Das Gehänge von der Burg -Hassenstein herab führt den Namen Kalkofenlehne und soll früher ein -Thiergarten gewesen sein, von dessen Umfangsmauern noch Ueberreste zu -sehen sind. Die linke Berglehne (rechtes Bachufer), die sogenannte -Gigerich-Lehne, zeigt pittoreske Felsengruppen, würdige Seitenstücke -zu den in fast gleicher Höhe gegenüberliegenden Burgtrümmern von -Hassenstein. Von nun an verengt sich das Thal zusehends, statt durch -Laubholz schlängelt sich der Thalweg knapp am linken Bachufer durch -finstere Fichten, so recht an Tiek'sche »Waldeinsamkeit« erinnernd. Am -rechten Bachufer erhebt sich der Hutberg, und die durch ein kleines -Querthal davon getrennte Hundskoppe. Hier, wo sich das Thal nördlich -wendet, liegt so recht einsam die »Hasenmühle«, eine Einschicht, von -dem weiter westwärts gelegenen Gebirgsdorfe Wohlau. Der freundliche -Müller bietet dem müden Wanderer Brod, Bier und Milch zur Labe. - -Werfen wir einen Blick auf unsere bisherige Wanderung im Thale des -Brunnersdorfer Baches (unrichtig Brandbach, welchen Namen nur das durch -Sonnenberg geleitete Bächlein führt) zurück, so finden wir, dass dieses -Thal an Naturschönheiten mit den schönsten Gebirgspartien Oesterreichs -wetteifert. Man glaubt sich in ein herrliches Hochgebirgsthal versetzt. -Es ist zu wundern, dass Touristen, wenigstens der nahen Städte, dies -nicht schon längst gefunden und touristisch ausgebeutet haben. Nach der -Ansicht eines unserer besten Geologen wäre dieses Thal in alten Zeiten -die einzige Communication aus dem Saazer Lande über das Gebirge »in's -Reich« gewesen. Dies wird auch die ersten Dynastien auf Hassenstein zur -Gründung dieser Burg in herrschender Stellung dieses Verbindungsweges -bewogen haben. Vielleicht genügt eine Hindeutung auf das Gesagte, um -die Jetztzeit zur Anlage einer Strasse in diesem Thale zu bewegen. --- Von der Hasenmühle aus wandern wir am rechten Bachufer über das -Gelände nach Zieberle. Der Fusssteig durch ein Gewirr von Wald- -und Feldwegen, ¼ Stunde lang, dürfte für das erstemal einen Führer -nothwendig machen, wozu der »Hasenmüller« gerne jemanden zur Verfügung -stellt. Das Oertchen Zieberle hat 11 Häuser mit 81 Einwohnern. Es -liegt am Abhange der »Zieberle Kappe«, von welcher man eine lohnende -Aussicht hat. Nördlich von Zieberle, in 15 Minuten erreichbar, liegt -auf dem Sonnenberge die königliche Bergstadt _Sonnenberg_. Gneis und -Urthonschiefer bilden seine Unterlage. Die Stadt mit 2600 Einwohnern -zählt 212 Häuser. Die Einwohner beschäftigen sich vorzüglich mit -Spitzenklöppelei; Jung und Alt sind Alliirte des Klöppelsackes. -Ausserdem wird hier Handweberei betrieben. Das Centralcomité zur Hebung -der Erwerbsthätigkeit im Erz- und Riesengebirge besitzt hier eine -Sammtfabrik im eigenen Gebäude und überdies ist die Anfertigung von -Schuh- und Handschuhwaaren nicht unbedeutend. Dass die edle Musikkunst -sich hier einer besonderen Pflege erfreut, bezeugen ungefähr 200 -Sonnenberger, welche »mit Musik« alljährlich und in fast alle Länder -Europas bis nach Asien reisen und Tüchtiges leisten. Der Hausierhandel -mit Manufactur- und Galanteriewaaren hat in Sonnenberg viele Vertreter. - -Die Stadt zeichnet sich vor vielen anderen Landstädten durch ihre -regelmässige Anlage und Bauart aus. Von dem ein Viereck bildenden Ringe -laufen die Gassen in schnurgerader Richtung aus, so dass man hier nach -allen vier Seiten in's Freie hinausblicken kann. - - =Gast-= und =Einkehrhäuser= sind: Gasthaus zur »Sonne« - am Ringplatze, an der Strasse gelegen; Franz Reichmann's - Gasthaus bei der Kirche; Leopold Hütters Einkehrhaus in - der Kirchengasse; Gasthaus zum Kronprinzen Rudolf an der - Pressnitzer Strasse am Ringplatze u. s. w. Lohnfuhren und - Fiakergeschäfte übernimmt Herrmann _Stocklöw_ und Josef - _Puschack_. - - =K. k. Postamt.= - -Sehenswerth ist die im J. 1857 vollendete Pfarrkirche. Das -Kirchenschiff hat eine Länge von 35 m und eine Breite von 20 m. Das -Presbyterium ist 10 m lang und eben so breit. Im Schiffe stehen 36 in -6 Abtheilungen aufgestellte Betstühle, fünf Altäre mit sehenswerthen -Altarbildern von Lhota (St. Wenzel Hauptaltar), Weidlich (St. Josef und -Maria Heimsuchung), Josef Hellich (St. Michael und Maria Empfängniss). -Die Kirche besitzt auch kostbare Kirchenornate und Paramente; die -achtzehnstimmige, mit 2 Koppeln ausgestattete Orgel, Predigers -Meisterwerk, wurde von Prediger aus Lichtenberg bei Hohenstadt um -den Preis von 4230 fl. gebaut. Die Glocken, von denen die grösste -29 Ctr., die zweite 14 Ctr. und die dritte 7 Ctr. wiegt, goss der -Prager Hofglockengiesser Karl Bellmann. Sehenswerth ist auch die -hübsche Johannisstatue am Ringplatze und das von dem gelehrten Pfarrer -Schwarz in Sonnenberg im J. 1750 angelegte Kirchengedenkbuch, welches -interessante und wichtige Aufzeichnungen enthält. Die weit in's Land -schauende Kirche und die sehr hübsche Lage des Städtchens führt -jährlich viele hunderte von Touristen hieher um -- wie die Sachsen -sagen -- »das schöne Böhmen« zu sehen. Ganz in der Nähe des Städtchens -finden sich recht schöne Aussichtspunkte, wie der Galgenberg, die -Zieberle Kappe bei Zieberle, der Hutberg, der Hassberg u. s. w. Der zur -Sonnenberger Bahnstation täglich viermal verkehrende Postwagen führt -den Touristen wieder zurück in seine Heimath. - -5. _*Von Komotau durch das *Assigbachthal nach Sebastiansberg._ -Wir gehen von Komotau über Oberdorf den Assigbach aufwärts. Nach -ungefähr einer einstündigen Wanderung durch ein schönes *Wiesenthal, -dessen Gehänge mit Nadel- und Laubholz bewaldet, kommen wir zur -ersten Grundmühle, genannt auch »Kleinmühle.« Erfrischungen hält der -betreffende Müller stets bereit. Von hier führt ein Weg rechts nach -Petsch und links nach Domina. Im Thale weiter aufwärts treffen wir die -zweite Grundmühle, nach ihrem Besitzer (Zein) »Zeinmühle« genannt. -Diese Mühle ist so ziemlich die ansehnlichste der »Grundmühlen«. Von -hier kann man rechts, das kleine Querthal verfolgend, das ca. ½ Stunde -entfernte Dorf Dörnthal mit 17 Häusern und 107 Einwohnern erreichen. -Sehenswerth ist hier der das Querthal überbrückende Bahndamm. Rechts -von der Zeinmühle führt eine sogenannte Halbstrasse nach Petsch, einem -freundlich gelegenen Oertchen, zum Pfarrdorfe Platten gehörig. Von -der »Zeinmühle« nicht weit thalaufwärts entfernt, liegt die Dörnthal- -oder Dreiwassermühle. Hier vereinigt sich mit dem Assigbache der -mit dem Märzdorfer Bache bereits vereinigte Tschoschelmühlbach und -der Rothenhäuser Flössbach. Wir verfolgen durch das mittlere Thal, -Assigbachthal, unsere Tour weiter. Der bereits isolirt liegende, mit -schönen Buchenstämmen bewachsene Berg ist der Ahrenberg, das Kleinod -unter den Komotauer Wäldern. Circa ½ Stunde von der Dreiwässermühle -in einer Thalenge befindet sich das sogenannte »böse Loch«, eine -wildromantische Thalschlucht. Weiter den Lauf des Assigbaches aufwärts -verfolgend, kommen wir zu den Felsen: Ringelstein und Otterstein. Links -aufsteigend erreichen wir nach ziemlich anstrengendem Marsche die -Bergstadt Sebastiansberg mit 2200 Einwohnern und ungefähr 200 Häusern. -Die Partie ist sehr interessant und lohnt die Anstrengung in hohem -Grade. Sebastiansberg soll seinen Namen von seinem Gründer Sebastian -von Weitmühl erhalten haben. Man betrieb hier früher Bergbau auf Kupfer -und Silber. Kaiser Rudolf II. erhob den Ort zu einer freien Bergstadt. -Jetzt ist von dem früheren Bergbau keine Spur mehr. Die Bewohner -beschäftigen sich mit Gänse- und Schweinehandel und Spitzenklöppelei. - - =Gasthäuser=: »Strubels Gasthof« am Ring, »Heineich's Gasthaus« - in der Schmiedgasse, »Lang's Gasthof« am Ring, Gasthof »zum - schwarzen Adler« am Ring. - - Die königliche Bergstadt Sebastiansberg hat ein k. k. - Bezirksgericht, Notariatsamt, ein k. k. Postamt, ein Lese-, - Gesang-, land- und forstwirthschaftliches Casino. Eingeführte - Gäste haben Zutritt. Sehenswerth ist die im J. 1877 erbaute - _Stadtkirche_ und das im J. 1879 errichtete _Kriegerdenkmal_ am - Marktplätze. - -Ein schöner Spaziergang in nordwestlicher Richtung auf der -Kaiserstrasse ist der nach _*Reitzenhain_ (Eisenbahnstation) dem -beliebtesten Ausflugsorte der Sebastiansberger. Der Weg führt durch -ausgedehnte, herrliche Waldungen. Der Ort selbst liegt inmitten -derselben und bietet im Sommer einen sehr angenehmen Aufenthalt. -Gesunde finden hier nach angestrengter Arbeit Erholung und Kränkliche -Kräftigung. Hier athmet es sich leicht und wohl. Ueberall, wohin man -blickt, ist das dem Auge wohlthuende Grün, von allen Seiten kommt uns -der Wohlgeruch von duftenden Kräutern und Blumen, von harztriefenden -Fichten und Tannen entgegen, was zur Erfrischung des Blutes nicht -wenig beiträgt; darum mehrt sich die Zahl der Fremden, welche in dem -Gasthause »zum Malzhaus« eine ausgezeichnete Verpflegung und Unterkunft -finden, in auffallender Weise. Böhmisch-Reitzenhain ist ein beliebter -und gesuchter klimatischer Curort. Die Umgebung des Ortes ist herrlich, -die Waldpartie nach _*Marienberg_ in Sachsen, (2 Stunden), nach -_*Ulmbach_, _*Kienhaide_ und _*Natschung-Kallich_ auf guten Wegen sind -von seltener Schönheit. - -6. _Von Sebastiansberg nach Komotau zurück._ Der müde Tourist kann dies -erstens mit der Bahn thun und zwar von der Station Krima-Neudorf aus, -wohin er mittelst Postwagen in ca. ½ Stunde gelangt. Sollte er aber in -Sebastiansberg übernachtet haben, so ist ihm mehr zur Fusspartie nach -Komotau zu rathen; man rechnet auf diese Fusstour 3 Stunden. Immer auf -der Strasse abwärts schreitend, berühren wir in ca. 20 Min. Neudorf. -In weiteren 20 Min. führt die Strasse beim Bahnhofe Krima-Neudorf, -dem grössten zwischen Komotau und Weipert, vorüber. Hier zweigt auch -die Bahnlinie »Krima-Reitzenhain« ab. Gleich unterhalb des Bahnhofes -treffen wir, wo sich von der Kaiserstrasse eine Bezirksstrasse über -Sonnenberg nach Pressnitz abzweigt, das Gasthaus zur »Spitz«. Wir -lassen es rechts und gelangen nach abermals einer viertelstündigen -Wanderung in das alte Pfarrdorf »Krima«, welches 460 Einwohner in 63 -Häusern zählt und zu welchem 9 Ortschaften eingepfarrt sind. Zur Zeit, -als noch der Waarentransport per Achse besorgt wurde, herrschte hier -reges Leben. Die zwei grossen Gasthäuser mit geeigneten Stallungen und -grossen Hofräumlichkeiten sahen wohl damals bessere Tage. Dem Touristen -können sie aber auch jetzt noch empfohlen werden, und zwar Bernhard -Pilz's Gasthaus, beim Eintritte in's Dorf gelegen, bietet vorzügliche -Speisen und Getränke und bequemes Nachtquartier. Dasselbe kann man -auch vom zweiten Gasthause in Krima, an der Strasse gelegen, sagen. -Krima hat ein k. k. Postamt und mehrere Vereine. Die Erwerbsquelle der -Einwohner ist Oekonomie. In ca. ¼ Stunde in südwestlicher Richtung -führt uns die Strasse am Gasthofe zum »Hübel« und am Fusse des links -sich erhebenden Klingerberges vorüber; von hier an bekommt die Strasse -ein immer grösseres terrassenförmiges Gefälle, führt durch die Dörfer -Domina und Schönlind und endigt nach einem sehr starken Abfalle -unterhalb Schönlind, von hier aus _*prächtige Ausblicke_ in's Land -gewährend -- durch Oberdorf nach Komotau. - -7. _Von Komotau nach *Kaaden._ Die Tour wird mit der Buschtěhrader -Eisenbahn in 28 Minuten zurückgelegt und bietet der Blick auf das -Erzgebirge während der Fahrt sehr viel Angenehmes. Absteigestation ist -Kaaden-Brunnersdorf, wo Omnibusse der Reisenden harren und dieselben in -einer halben Stunde in die Stadt befördern. - - - - -Kaaden. - - -Die Stadt zählt 5052 Einwohner und liegt an der Eger. - - =Gasthöfe=: »Zur Sonne« am Marktplatz; »zum grünen Baum«; »zum - goldenen Hirschen«. - - =Aemter=: K. k. Bezirkshauptmannschaft; k. k. Bezirksgericht; - k. k. Post- und Telegraphenamt. - - =Verkehrsanstalten=: Buschtěhrader Eisenbahn westwärts gegen - Karlsbad-Eger und ostwärts gegen Komotau und von da einerseits - nach Aussig-Bodenbach, andererseits nach Prag. - - =Schulanstalten=: Ober-Gymnasium, Ackerbauschule, Bürgerschule. - -=Sehenswürdigkeiten=: _Die Dreifaltigkeitssäule_ auf dem Ring; dieselbe -wurde im J. 1761 errichtet. _Das Rathhaus_; es bestand schon zu Anfang -des 15. Jahrh. und ist nach dem Brande 1811 neu wieder hergestellt -worden. An der Vorderseite des Gebäudes sieht man die Wappen des Hauses -Oesterreich, der Königreiche Ungarn und Böhmen und der Stadt Kaaden. -Das Kloster der Elisabethinerinnen in der unteren Vorstadt am Einflusse -des Brunnersdorfer Baches in die Eger, gestiftet im J. 1748. Die Kirche -zu _Mariä-Verkündigung_ nebst der darin befindlichen _Kapelle_ zu den -heil. 14 Nothhelfern und einem Franziskanerkloster ausserhalb der -Stadt, ¼ St. nordwestlich am linken Ufer der Eger. Die Kapelle bestand -als Wallfahrtsort schon im 14. und 15. Jahrh. und 1473 stiftete auf -Anregung des Herrn Niklas von Lobkowitz die Stadtgemeinde das Kloster, -dessen, sowie der Kirche vollständiger Ausbau aber erst 1662 zu Stande -kam. - -=Geschichtliches=. Der Name der Stadt rührt von einer Burg her, welche -der böhmische Feldherr _Kadan_ angeblich auf dem Felsen, wo jetzt die -Kaserne steht, schon im J. 821 errichtete und nach sich benannte. -Unter seinem Schutze entstanden allmählig Ansiedelungen und eine -Stadt, welche im J. 1128 durch Herzog Sobieslaw mit Mauern umgeben -wurde. Sonach zählt der Ort zu den ältesten Städten des Egerthales. -König Přemysl Ottokar II. erhob sie zu einer königlichen Stadt. Kaiser -Karl IV. verlieh ihr verschiedene Privilegien. Im J. 1421 wurde -sie von den Taboriten überfallen und furchtbar verheert. Weil die -Stadt im Schmalkaldischen Kriege 1547 an der Widersetzlichkeit gegen -Ferdinand mit theilgenommen, wurden ihr alle Privilegien und Freiheiten -bestätigt, welche ihr früher verliehen worden. Während des 30jährigen -Krieges wurde Kaaden zweimal von den Schweden und zwar 1642 unter -General Torstensohn und 1648 unter General Königsmark eingenommen. -Grosses Unglück traf sie am 1. October 1811, an welchem Tage sie -von einem furchtbaren Brande heimgesucht wurde. Das Rathhaus, die -Dechantei, die Schulgebäude und 243 Häuser sammt Nebengebäuden wurden -von dem entfesselten Elemente eingeäschert. - -Die Umgebung der Stadt ist reizend und besuchenswerth. Die Abhänge -des Egerthales sind von Warta aus bis Klösterle, ja selbst bis Kaaden -grösstentheils felsig, und oft fallen die Felsmassen bis in das -Flussbett steil ab und erfreuen den Touristen durch ihre mannigfaltige -Gestaltung und dadurch bedingten häufigen, sehr angenehmen Wechsel der -Landschaftsbilder. - - -Touren: - -Wir können uns hier nur auf die in's Erzgebirge beschränken und -weisen auf eine grosse, interessante Tour in's Duppauer Gebirge bloss -hin. Es ist: _Kaaden-Radonitz-Duppau-Rodisfurt mit dem Abstecher zum -Giesshübler Sauerbrunn und von da über Welchau in die Bahnstation -Wickwitz-Welchau und retour mit der Buschtiehrader Bahn nach Kaaden -über Hauenstein-Warta-Klösterle_ (sehr interessante Fahrt). Von Kaaden -südlich nach Fünfhunden, von da südwestlich nach Radonitz und in -derselben Richtung nach Duppau. Die Oberfläche bei Radonitz und Duppau -ist gebirgig. An der südwestlichen Seite erstreckt sich ein Bergrücken, -aus welchem sich die Bergspitze _Burgstadel_ 925 m erhebt, welche -einst eine Burgruine unbekannten Ursprunges trug und von welcher nur -noch ein zugeschütteter Brunnen übrig ist. Von der Spitze des Berges -sieht man deutlich nicht nur das ganze Erzgebirge, sondern auch bei -reinem Horizonte den Milleschauer Berg und andere Kuppen des böhmischen -Mittelgebirges, den Georgsberg bei Raudnitz, den Bösig zwischen -Weisswasser und Hirschberg, den Frauenberg und mehrere Punkte des -Fichtelgebirges. Vor mehreren Jahren stand hier eine hölzerne Pyramide, -welche leider in Trümmer ging und gegenwärtig durch eine Stange mit -zwei Tafeln ersetzt ist. Etwas niedriger ist der _*Oedschlossberg_ -917 m, südwestlich von Duppau, an dessen westlichem Abhange sich in der -Basaltmasse mehrere natürliche Löcher von der Grösse eines menschlichen -Kopfes befinden, welche vom Volke _die Zwerglöcher_ genannt werden, -weil der Sage nach in uralter Zeit Zwerge darin gewohnt haben sollen. - -Die Stadt Duppau hat ein Schloss, welches schon im J. 1119 von -Doupowetz errichtet worden sein soll, im J. 1500 von Anna Maria -Margaretha Daupowetz erneuert und im J. 1723 vom Grafen Gottfried von -Lützow überbaut wurde. Die Pfarrkirche zu Mariä Himmelfahrt wurde von -demselben Grafen im J. 1745 vollständig renovirt. Die Elisabeth-Kirche -wurde nebst dem dazu gehörigen Klostergebäude für die Jesuiten -gegründet und denselben im J. 1770 übergeben. Nach Aufhebung dieses -Ordens im J. 1773 erhielten die Piaristen das Collegium sammt dem -Gymnasium, welches gegenwärtig geschlossen ist. Die Kirche gehört durch -ihre Grösse, geschmackvolle Bauart und innere Ausschmückung unter die -bemerkenswerthesten Landkirchen Böhmens. - -Von Duppau in westlicher Richtung nach Rodisfort (Rodisfurt), rechts an -der Eger, über welche eine Brücke führt, und an der Landstrasse nach -Schlackenwerth, und dann ½ Stunde südlich zum Sauerbrunn. - -=Giesshübler Sauerbrunn= (siehe Bereisung von Karlsbad aus). Von da in -nördlicher Richtung nach _Welchau_ am rechten Ufer der Eger in einem -von mehreren Bergen eingeschlossenen herrlichen Thale. Eigenthümer -des Gutes _Welchau_ ist gegenwärtig Herr Hofrath Dr. von Löschner, -welcher in diesem schönen Thale seinen Ruhesitz nach vieljähriger -ausgezeichneter Wirksamkeit als Professor und Arzt aufgeschlagen und -sehr viel für die Verschönerung der Gegend gethan hat. Die auf einem -Hügel ausserhalb des Dorfes liegende Kirche hatte schon 1384 einen -eigenen Pfarrer. Im Pfarrhause befindet sich das Bildnis des Pfarrers -_Anton Hasch_ zu Lioch (? in dioecesi Liochensi), welcher 125 Jahre alt -geworden und 100 Jahre sein Amt als Pfarrer verwaltet hat. Das Schloss -ist im 16. Jahrh. vom Grafen Schlick gebaut, und, nachdem es 1621 am -21. April mit dem ganzen Orte abgebrannt war, vom Freiherrn von Hessler -wieder hergestellt und später wieder erneuert worden. Von der Station -»Wickwitz-Welchau« wieder retour nach Kaaden. - -2. =Kaaden-*Leskau-*Schönburg=. In westlicher Richtung gehen wir von -Kaaden aus über Roschwitz zu dem nordwestlich von dem Dorfe _Leskau_ -sich erhebenden _Leskauer Schlossberg_ mit der malerischen Ruine der -Burg Egerberg, auch Egerwerk und Egerburg genannt, über deren Erbauer -und früheren Besitzer nichts bekannt ist. Von da wandern wir in -westlicher Richtung gegen Kettwa fort, wo sich eine Ueberfuhr befindet, -und setzen auf das jenseitige Egerufer über, um in nördlicher Richtung -dem, aus dem Egerthale steil aufsteigenden Berge _Schönburg_ zuzueilen. -Auf dem Gipfel des mit Wald bedeckten Berges sind die ansehnlichen -Ruinen des Schlosses _Alt-Schönburg_. Wir geniessen von hier aus eine -herrliche Aussicht in die Saazer Ebene und das ferne Mittelgebirge. Die -Burg soll von den Eigenthümern ihrer Baufälligkeit wegen (sie ist von -Basaltblöcken erbaut) verlassen worden sein; sie erbauten am Fusse des -Berges ein neues Schloss und benannten sich auch nach diesem, Herren -auf _Neuschönburg_; von diesem sind sehr wenige Spuren noch vorhanden. -Retour nach Kaaden. - -3. =Kaaden-Klösterle-Kupferberg-= (=*Sphinx= und =*Kupferhügel=) -=Schmiedeberg-Weipert-Pressnitz=. (Herrliche Partie für drei Tage.) -Wir treten unseren Weg an und kommen in westlicher Richtung nach dem -1¾ St. entfernten _Klösterle_. Wir haben eine Gebirgslandschaft vor -uns, welche durch das Thal der Eger in zwei Theile getrennt ist. An der -linken Seite ist es die steile Abdachung des Erzgebirges, welche das -Thalgehänge bildet, an der rechten Seite das Duppauer-Gebirge, hier -das Liesengebirge genannt, welches sich hier aus dem Thale erhebt. Das -Thal selbst ist fast durchaus enge, die Abhänge am Fusse fast überall -felsig; sie lassen nur stellenweise eine schmale Thalsohle übrig und -häufig steigen sie fast unmittelbar bald an der rechten, bald an der -linken, bald auch an beiden Seiten in schroffen Felswänden aus dem -Flusse auf. Ueber diesen Felsgehängen dachen sich die Gebirgsabhänge -bald mit grösserer, bald mit geringerer Steilheit ab. - -=Klösterle=, Stadt, auf einer geneigten Anhöhe am linken Ufer der Eger. - - =Gasthäuser=: Rathhaus am Markte, Restauration zum Bräuhaus, - herrliche Aussicht. - - =Eisenbahnverbindung= einerseits gegen Eger, andererseits gegen - Komotau-Prag-Aussig-Bodenbach. - - =Post- und Telegrafenamt.= - -=Sehenswürdigkeiten=: Die Dreifaltigkeitskirche, ein schönes, -geräumiges Gebäude in neu-italienischem Styl im J. 1670 vom Grafen -Michel Oswald von Thun erbaut. Das schöne, herrschaftliche _Schloss_, -auf einem Felsen am Ufer der Eger, welche hier durch einen weiten Busen -das Ansehen eines beträchtlichen Stromes zeigt. Der Schlossgarten zeigt -herrliche Baumgruppen. (Von Klösterle aus kann man auch Leskau und -Schönburg besuchen, siehe Kaaden.) - -Jetzt treten wir eine echte Gebirgspartie an. Wir kommen der höchsten -Masse des Erzgebirges immer näher. Von Klösterle gehen wir in -westlicher und nordwestlicher Richtung nach dem ¾ St. entfernten, -an einem Berge gelegenen _Haadorf_ und erreichen in einer halben -Stunde _Steingrün_, ein Dorf an der Hauptstrasse, grösstentheils -aber zerstreut an den Abhängen eines inneren Thales, in welchem ein -kleiner Bach nach Pürstein fliesst, gelegen. Von hier aus erreichen -wir, nördlich wandernd, wieder in einer halben Stunde _*Kupferberg_. -Diese Partie lässt sich noch über _Wenkau_, ein Dorf am südlichen -Gebirgsabhange in einem Thale zwischen Waldungen, zurücklegen. Beide -Partien zeichnen sich durch grossartigen Gebirgscharakter aus. -Ausdauernden Touristen empfehlen wir die _Fusstour_ von Klösterle aus -durch das wiederholt berührte, herrliche Egerthal auf der Kaiserstrasse -nach _Pürstein_ über Aubach nach _Wotsch_, von da nach _Warta_ und -endlich nordwestlich abbiegend, nach Hauenstein (siehe Bereisung von -Johannisthal aus). -- Retour nach Pürstein (zu Fuss und per Bahn), das -am Zusammenflusse von drei Bächen, im Ausgange eines engen Thales, -am Fusse des Erzgebirges in malerischer Gebirgsgegend gelegen ist. -Wir gehen nun nördlich und kommen zu dem Schlossberge mit einigen -Ueberresten der Burg Pürstenstein, auch Finkelstein, und setzen unseren -Weg steil aufwärts nach _Kleinthal_, dann nach Steingrün fort und -erreichen endlich _Kupferberg_. Dieser Aufstieg wird den Touristen -wegen der reichen Abwechslung der wildromantischen Gegend besonders -empfohlen. Zuvor statten wir der, an der Strasse gelegenen herrlichen -Felspartie einen Besuch ab und erfreuen uns über den prachtvollen -Einblick in das Egerthal. Der berühmte Landschaftsmaler Slowikowski, -der gegenwärtig mit der Aufnahme von Bildern im Erzgebirge beschäftigt -ist, entdeckte hier im J. 1880 eine schöne Sphinx und entwarf eine -correcte Zeichnung davon, deren Abdruck sammt dem von ihm verfassten -Gedichte nächstens in der Erzgebirgszeitung erscheinen wird. - -=Kupferberg=, eine Bergstadt, auf dem Rücken des Erzgebirges 834 m -über dem Meere gelegen. Die Kirche wurde in den Jahren 1803 bis 1814 -neuerbaut und die alte, ganz baufällige abgetragen; sie hat einen Thurm -mit einem harmonischen Geläute von 5 Glocken, welche noch von der alten -Kirche herrühren. Das Städtchen ist regelmässig angelegt, die Häuser -fassen einen grossen, quadratischen Platz ein. - - =Gasthäuser=: Rathhaus, Deutsches Haus, Post. - - =Eisenbahnstation= (20 Minuten von der Stadt, Verbindung mit - Komotau-Weipert). - - =Postamt=. - -Der an der Nordseite der Stadt sich erhebende _*Kupferhügel_ (in 12 -Min. ohne Anstrengung zu erreichen) ist vom Bergbau ganz unterwühlt, -eine Menge Halden an seinem Abhange und in seiner Umgebung sind die -Reste der seit vielen Jahren erloschenen unterirdischen Thätigkeit. Auf -dem Gipfel steht eine Kapelle, welche von Einheimischen und Fremden -häufig der Andacht und auch der herrlichen Aussicht wegen besucht -wird. Diese ist eine der merkwürdigsten und schönsten in Böhmen; gegen -Nordwest, Nord und Nordost ist sie zwar durch die höheren bewaldeten -Rücken und Kuppen des Gebirges beschränkt, aber in anderen Richtungen -erstreckt sie sich in unbegrenzte Ferne, besonders gegen Süd und -Südosten. Wir sehen bis in die Gegend von Prag, wo dann die Hochebene -des mittleren Böhmen den Horizont bildet, und dann weit in die Gegend -von Elbogen und Pilsen. Unterhalb der Kapelle befindet sich das -bekannte »Gasthaus am Kupferhügel.« (Erscheinungen siehe _Klima_.) - -Von Kupferberg aus gehen wir (auf dem Plateau wird doch niemand die -Bahn benützen wollen) in der herrlichen Waldluft auf der Strasse in -westlicher Richtung nach Oberhals (¾ St.), einem zerstreut am südlichen -schroffen Rande des Gebirgsrückens in ebener Gegend liegenden Dorfe, -biegen hinter demselben rechts ab und kommen in dem langgestreckten -Orte _Schmiedeberg_ an. Das Dorf hat eine Eisenbahnstation der -Buschtiehrader Eisenbahn von Komotau nach Weipert her und ist -Absteigestation für die herrlichen _Aussichtspunkte_: _Keilberg_, -_Fichtelberg_, _Spitzberg_ bei Gottesgab, _Halsberg_ bei Pressnitz, -_Kupferhügel_ und _Bärenstein_ bei Weipert (siehe oben Bereis. des -Erzgebirges von Joachimsthal und Kaaden aus!). Hervorragende Gebäude -sind die Kirche und das Schulhaus. - - =Gasthöfe=: Schneeberg, Ross. - -Von Schmiedeberg gelangen wir in je 1¼ St. in nordöstlicher Richtung -nach Pressnitz, in südöstlicher nach Kupferberg, in nordwestlicher nach -Weipert und in südwestlicher nach Böhmisch-Wiesenthal (siehe Bereisung -von Joachimsthal aus!). Nach Pressnitz führt von Schmiedeberg die -Pressnitz-Schmiedeberger Bezirksstrasse. Der Weg ist sehr angenehm. - -=Pressnitz=, Bergstadt, mit 3000 Einwohnern, auf der nördlichen sanften -Abdachung. - - =Gasthäuser=: »Herrenhaus«, »Rössel«. - - =Aemter=: K. k. _Bezirksgericht_, _Post-_ und _Telegrafenamt_. - - =Eisenbahnstation= der Buschtiehrader Bahn einerseits gegen - Weipert, andererseits gegen Komotau. - -=Geschichtliches=: Die Stadt verdankt ihre Entstehung dem -Silberbergbau. Hier ist bereits zur Zeit der Regierung des Königs Georg -von Poděbrad Silber gegraben und dem Herrn Niklas von Lobkowitz auf -Hassenstein eine unbeschränkte Bergfreiheit zum Abbau aller Metalle -drei Meilen rings um sein Stammschloss Hassenstein verliehen worden. -Diese wurde vom Könige Wladislaw den Gliedern dieses Adelsstammes im J. -1473, 1490, 1500 und 1514 fortwährend weiter zugestanden. Unter König -Mathias wurde, um den Bergbau zu heben, ein Vertrag geschlossen, der -aber leider kein Heil mehr brachte, weil gleich darnach der 30jährige -Krieg ausbrach. Er wurde zwar auch von allen späteren Monarchen gleich -den anderen Privilegien bestätigt, ohne aber den erwarteten Erfolg zu -haben. - -Seit dem grossen Brande am 1. August 1811 sind die Pressnitzer mehr -in der Welt bekannt geworden. Seitdem gehen junge Mädchen, mit der -Harfe die entferntesten Gegenden besuchend, zum Theile von den Vätern, -welche die Geige oder Flöte spielen, begleitet, einem oft nicht -unbeträchtlichen Erwerbe nach, mit dem sie zur Unterstützung ihrer -Eltern und Geschwister zeitweilig nach Hause kehren. Von Pressnitz -aus gelangen wir auf einer guten Strasse durch das weitläufige Dorf -_Reischdorf_ über den _Reischberg_ 457 m nach Sonnenberg (1¾ St. -- -siehe Bereisung von Komotau aus). - - - - -E. Der Besuch des Erzgebirges von Görkau aus. - - - - -Görkau. - - -=Görkau=, eine Stadt mit mehr als 4000 Einwohnern, 15 Minuten südlich -vom Fusse des Erzgebirges gelegen, von der Biela und dem Aubach -durchflossen. Die Umgebung der Stadt bilden zahlreiche geschlossene -Obstgärten, worin Birnen, Aepfel, Nüsse, Kirschen und Zwetschken -gezogen werden. Die Stadt hat schöne Waldungen (über 2000 Joch), welche -hoch im Gebirge zwischen den Waldungen der Herrschaft Rothenhaus, den -fürstlich Lobkowitz'schen von Eisenberg-Neudorf und den Katharinaberger -liegen. In jüngster Zeit hat die Stadtgemeinde auch die schöne Graf -Wolkenstein'sche Waldherrschaft Göttersdorf angekauft. - - =Gasthöfe=: Hôtel »_Schorsch_« -- Garten, eigene Gelegenheit - zur Bahn und zu anderweitigen Fahrten, zu Gebirgstouren; - - »_Weisses Ross_« -- Garten und Gelegenheit mit der Post zur - Bahn; beide in der Kaiserstrasse gelegen; - - »_Zum rothen Hirschen_« und »_Zum Stern_« am Ring gelegen; - dann »_Zum Nussbaum_« ausserhalb der Bahnhofstrasse; grosse - Gartenrestaurants: »_Am Büschel_« mit grossem Saale und Veranda - -- nebenan die Schiessstätte; »_Zur Hütte_« mit Billard; - »_Zum goldenen Kreuz_« und »_Am Rothenhäuser Keller_«; ferner - ein Mineralbad mit Restauration. Führer zu Gebirgstouren und - Auskünfte in den 2 erstgenannten Gasthäusern. - - =Eisenbahn-Stationen=: »_Udwitz-Görkau_« der Aussig-Teplitzer - Bahn; »_Görkau_« der Dux-Bodenbacher Bahn; diese 10 Minuten, - jene 25 Minuten vom der Stadt entfernt; zu jedem Zuge - Gelegenheiten nach Udwitz. - - In die Stadt führende Strassen: - - a) von Teplitz über Dux, Brüx, Seestadtl; - b) von Teplitz über Ossegg, Oberleutensdorf, Obergeorgenthal, - Eisenberg; - c) von Karlsbad über Schlackenwerth, Klösterle, Kaaden, Kralupp, - Komotau; - d) von Saaz über Eidlitz oder Komotau; - e) von Postelberg über Komotau oder Eidlitz; - f) von der sächsischen Grenze über Kallich, Göttersdorf, Rothenhaus; - g) von der sächsischen Grenze über Grünthal, Brandau, Gabrielahütte, - Göttersdorf, Rothenhaus; - h) von der sächsischen Grenze über Katharinaberg, Neuhaus, - Göttersdorf, Rothenhaus; - i) von der sächsischen Grenze über Kallich, Bernau, Gersdorf, - Platten, Pirken. - - =Gebäude und Institute=: 2 katholische Kirchen mit Dechantei, - 1 protestantische Kirche mit Pfarrei, 1 jüdischer Tempel, - 1 fünfklassige Volksschule für Knaben und Mädchen mit 10 - Lehrsälen, 1 Kindergarten, 1 städtisches Krankenhaus, 1 - städtische Sparkasse, 1 Bürgerversorgungshaus, 1 Apotheke. -- - (3 Doktoren der Medizin, 2 Thierärzte.) - - =Aemter und Behörden=: ein k. k. Notariat, ein Stadthaus mit - den Gemeindeämtern, ein k. k. Bezirksgericht, ein k. k. Steuer- - und Grundbuchsamt, ein k. k. Post- u. Telegraphenamt, ein - Gendarmerie-Posten-Commando, eine Finanzwache-Abtheilung. - - =Industrielle Etablissements= in der Stadt und deren nächster - Nähe: 7 Baumwollspinnereien und Zwirnfabriken, 1 Papierfabrik, - 4 Dampfmühlen, 9 Getreide- und Brettmühlen mit Wasserbetrieb, - 2 Bierbrauereien, 2 Eisenhämmer, 1 Metallfabrik mit Dampf, 1 - Holzdreherei mit Wasserkraft, 3 Färbereien, 1 photographisches - Atelier, 1 Wechselstube, viele solide Handlungen. - -Eine grosse Merkwürdigkeit Görkaus ist ein in weichen Sandstein -gehauener Keller, der sich weit unter der Stadt hinzieht und -ursprünglich 150 Abtheilungen hatte, wovon jetzt noch ca. 100 erhalten -sind, da eine Anzahl durch Bauten kassiert worden ist und mehrere -verfielen. Diese Kellerabtheilungen gehören zu den brauberechtigten -Bürgerhäusern, wurden zur Zeit, als noch die Reihenbrauerei ausgeübt -wurde, als Gährkeller benützt und danken diesem Umstande ihre -Entstehung. - -=Geschichtliches.= Die Dekanalkirche war schon 1384 als Pfarrkirche -vorhanden. Ueber ihr Schicksal fehlt es an Nachrichten. Sie enthält das -Grabmal des am 5. Jänner 1578 verstorbenen Besitzers von Rothenhaus, -Christof von Karlowitz. Auf dem Rathhause bewahrt man mehrere -Privilegien von den Monarchen Ladislaus, Ferdinand III., Maximilian -II. und Rudolf II., welch letzterer der Stadt ein Wappen im Jahre -1588 verlieh, bestehend aus einem in zwei Hälften quer getheilten -Schild. Die untere Hälfte zeigt eine Stadtmauer mit halboffenem Thore -und Fallgatter, die obere drei rothe Herzen im goldenen Felde. Ueber -dem Schilde ist ein Stechhelm und ein silberner Flügel mit drei -Kleeblättern. - - -Kleine Spaziergänge. - -1. Zum »_*Buschel_«, Restauration mit Saal und Veranda; der Anstieg -auf der mit Obstbäumen bepflanzten Strasse ist kaum merkbar; ¼ Stunde. -2. Zum _Weingarten_ in nordwestlicher Richtung, 25 Minuten; sanfter -Anstieg zwischen Obstbaumpflanzungen; Gasthaus des Anton Proksch. 3. -Die innerhalb 1 Stunde und ohne grosse Mühe zu erreichenden Berge: -_Ziegenberg_ bei Görkau, _Breitenstein_, _Galgenberg_, _Wachhübel_, -_Spitzberg_ bei Hannersdorf, _Georgshöhe_, _Hänselberg_, _Katzenhübel_, -_*Hutberg_ bei Pirken. Diese Berge bieten insgesammt eine schöne -Aussicht auf die mit Städten und Dörfern übersäete Fläche von Komotau -bis in die Gegend von Bilin mit den als südöstliche Begrenzung -aufsteigenden Kegeln des Mittelgebirges. 4. _*Das gräflich Bouquoi'sche -Schloss Rothenhaus_, 25 Minuten, auf einer mit Kastanienbäumen -bepflanzten Strasse in nördlicher Richtung erreichbar. Rothenhaus -liegt am Vorgebirge mit gegen Süden und Westen gewendeter offener -Front; das grossartige Schloss steht mitten im Parke, umgeben von -prächtigen Gartenanlagen, Glashäusern mit den seltensten einheimischen -und exotischen Gewächsen. Es gehört unter die schönsten Gebäude dieser -Art in ganz Böhmen und gewährt bei seiner hohen und freien Lage eine -reizende Aussicht auf das innere Land und das Mittelgebirge. Im oberen -eingefriedeten Parke Hirsch- und Rehstand, im unteren Parke ein -Pferdegestüt edler Racen; auch Fluss-, Teich- und Forellenfischerei. -Der Park ist dem Publikum an Sonn- und Feiertagen, sonst aber nach -erbetener Erlaubniss, zugänglich. - -=Lohnende Ausflüge von grösserer Entfernung=: 1. Ueber Pirken, Schergau -nach dem Pfarrorte _*Platten_, auf guter Strasse in zwei Stunden, mit -einem überraschend schönen Ueberblicke der Komotauer und Saazer Gegend, -des Mittelgebirges bis weit in das Innere unseres Heimathslandes, der -Gebirgsbahnen nach Weipert und Reizenhain. Von Platten 15 Minuten -entfernt der Wallfahrtsort _Quinau_ mit schöner Wallfahrtskirche. -Von Platten führt eine Strasse über Rodenau, Gersdorf nach Bernau -und zum _Gaisberg_, auf welchem die Biela entspringt -- nicht weit -davon _der Beerhübel_ 889 m über der Ostsee; auf der Strasse weiter -zu dem Pfarrorte _Kallich_ mit einem Post- und Grenz-Zollamte, einem -Eisenguss- und Walzwerke und gutem Gasthofe. Bei Kallich finden wir -Lager von Urkalkstein, während die Felsarten in diesem Reisebezirke im -Erzgebirge fast durchgängig Gneisabänderungen sind. Bei Rudelsdorf und -Kleinhan finden sich Granitkuppen und bei Brandau einige Basaltkuppen. -Hier wird Anthracitkohle gewonnen. Am Fusse des Erzgebirges kommen hie -und da die sandigen und thonigen Gesteine der Braunkohlenformation -zum Vorscheine. Von Görkau bis dahin 3 Stunden. _Das ist eine echte -Gebirgspartie theilweise durch schöne ausgedehnte Wälder._ - -2. Nach der Ruine _*Neustein_, fortwährend auf schattiger Strasse durch -das herrliche Teltschthal, der Biela entgegen, an Fabriken, Mühlen, -Eisenhämmern und einer Holzdreherei vorüber, bis zum Fusse des Berges, -auf dessen Gipfel die von Bäumen umsäumte Ruine; 1½ Stunde; einige -Minuten davon eine Rothenhäuser Försterei. - -3. Durch das Teltschthal, Uhrissen, Gersdorf nach _*Bernau_, immer an -der Biela, bis Uhrissen gute Strasse, dann Feldweg; 2 Stunden; von der -Schule in Gersdorf eine wundervolle Aussicht in das Innere Böhmens. - -4. Durch das schattige Tiefenthal nach _Hannersdorf_, stark steigender -Weg; 1 Stunde. - -5. *Durch den Ort Rothenhaus, Göttersdorf mit Pfarrei und guten -Restaurationen, Forst, Ochsenstall nach _Kallich_, fortwährend Strasse -durch Hochwald, 3 Stunden, prächtige Waldpartie; schöne Rückblicke, -namentlich bei Göttersdorf in das Innere Böhmens. - -6. Ueber Göttersdorf, Neuhaus mit dem Görkauer Forstamt, nach _Ladung_ -mit einer Eisenberger Försterei, 2½ St., von letzterer eine lohnende -Fernsicht; unweit der Berg _Hübladung_ 796 m; bis Neuhaus Strasse, dann -Waldweg. - -7. *Ueber Göttersdorf, Kallich, Gabrielahütte durch ein zwei Stunden -langes, bewässertes, tiefgrünes Thal mit dichtgereihten Hammer- -und Blechwalzwerken, Mühlen und anderen Industrien nach _*Brandau -und *Grünthal_, immer Strasse, 5½ St.; hier die nahen Berge: -_Töltschberg_, _Katzenrücken_ und _Zechenberg_. Diese Partie gehört zu -den schönsten im Erzgebirge und kann sich in Bezug auf Grossartigkeit -und Pracht, sowie Mannigfaltigkeit der Scenerie mit den herrlichsten -Alpenlandschaften messen. Der schönste Theil derselben ist von Kallich -auf guter Strasse durch ausgedehnte Buchen- und Nadelwälder über -Gabrielahütten durch das Teltschthal (zu unterscheiden von dem bei -Görkau) nach Brandau und Grünthal. Der Ort Gabrielahütten wurde im -Jahre 1778, gleichzeitig mit dem Eisenwerke, vom Grafen Heinrich von -Rothenhan errichtet und seiner Tochter, der edlen Gabriela Maria, -verehelichten Gräfin von Bouquoi, Sternkreuzordensdame und Dame du -Palais, welche die Herrschaft nach dem im Jahre 1809 erfolgten Tode -ihres Vaters als Erbschaft erhalten hat, zu Ehren benannt. Der Ort hat -eine Schule und eine im schweizer Styl erbaute Restauration. Das Thal -wird von dem Teltschbach, der sich in den schäumenden Natschungbach -ergiesst, durchbraust. Das Thal ist einsam und voll würziger, -erfrischender Waldluft. Es verengt sich oft, die hohen Thalwände werden -wiederholt von schroffen Felswänden unterbrochen, und die vielfachen -Windungen verändern von Strecke zu Strecke das Bild und bewirken eine -reiche Scenerie der Landschaft. Nach 3½stündiger Wanderung kommen wir -in eine von herrlichen Waldungen umrahmte Landschaft, in deren Mitte -sich das Dorf Brandau befindet und treffen nach einer halben Stunde -in _*Grünthal_ ein, unserer Endstation, einem reizend, unmittelbar an -der Grenze gelegenen Orte mit grossartigem Hôtel. Fortsetzung der Tour -längs der Flöha nach Olbernhau in Sachsen. - -8. Ueber Rothenhaus, Göttersdorf, Neuhaus, Kleinhan mit Pfarre nach -_Katharinaberg_, immer Strasse, 4 St. - -9. Ueber Rothenhaus beim Gestüte vorbei nach der Aubachmühle, ferner -auf stark steigendem Wege über Stolzenhan nach _Ladung_, 2½ St. - -10. Durch den unteren Rothenhäuser Park und über Türmaul zum -_Silberstollen_, durch ein schönes saftig grünes Thal, 1 Stunde lang, -immer fahrbar; das Silberwerk ist gegenwärtig ausser Betrieb. - -11. Auf der Strasse zum Forsthause in Hohenofen, dann im Walde auf -den _*Tannichberg_ 847 m hoch, mit prachtvoller Rundschau, zum -Forsthause »Rothe Grube«, 3¼ St.; von hier in 15 Minuten auf den -_*Bernstein_ mit einem von Oesterreich und Sachsen gemeinschaftlich -erbauten Aussichtsthurme, 917 m hoch, unstreitig einer der schönsten -Fernsichtspunkte im ganzen Erzgebirge. Man übersieht von demselben -einen grossen Theil von Sachsen bis Augustusburg, von Böhmen gegen -die Elbe und Eger, nach Prag, Teplitz, Brüx, Saaz und das Erz- und -vorliegende Mittelgebirge. - -12. Zum Forsthause Hohenofen, auf der Waldstrasse zum _*Theresiensitz_ -mit einem Tempel und schöner Fernsicht, _auf den *Seeberg_ mit einem -Felsenlabyrinthe und dem _Johannisfeuerberg_; beide durch eine tiefe -Schlucht von einander getrennt, mit der gleichen Höhe von 631 m, bieten -sie eine ausgedehnte Fernsicht bis Prag, auf das Mittelgebirge und in's -Land; 3 St. Vom Theresiensitz in ¾ St. zum Forsthause »Rothe Grube« und -in abermals ¾ St. zum Hegerhaus im _Flachsgrund_. Hier ist ein Local, -dessen sämmtliche Möbel kunstvoll aus Hirschgeweihen zusammengesetzt -sind, sehenswerth. - -13. Durch den unteren Rothenhäuser Park, Türmaul, Forsthaus Hohenofen, -durch den Thiergarten nach _*Eisenberg_, 1½ St., schattige Strasse. -Schloss Eisenberg, dem Fürsten Lobkowitz, Herzog zu Raudnitz gehörig, -ist ein im jüngsten Renaissancestyl erbauter herrlicher Edelsitz, -historisch berühmt als einstiger Aufenthalt des Prinzenräubers Kunz von -Kaufungen, auf einem Bergvorsprunge im Süden des Erzgebirges, mit einem -wundervollen Panorama. Gegen Nordosten die Abhänge des Erzgebirges, -gegen Osten und Südosten das böhmische Mittelgebirge, Hügel an Hügel, -Kuppe an Kuppe, welche der zerrissene, pittoresk gestaltete Bořen bei -Bilin mächtig überragt. Gegen Süden breitet sich die Saazer Ebene, -»der Garten Böhmens«, aus, welche mit Weilern, Dörfern und Städten wie -besäet ist und einen grossartigen Eindruck macht. Nach Südwesten ist -der Horizont durch das Karlsbader und Duppauer Gebirge abgegrenzt. -Die Park- und Garten-Anlagen, sowie die Glashäuser des Schlosses sind -grossartig. In einer prunklosen, zur Andacht stimmenden Waldkapelle -befindet sich ein Kreuz von grosser Dimension am Altare, das in einem -Stücke aus einem Eichbaume geschnitten ist, bei dessen Fällung ein -Graf Lobkowitz vor 156 Jahren den Tod fand. Er hatte die Warnung der -Holzschläger, sich zu entfernen, nicht beachtet, der Baum fiel auf -ihn und erschlug ihn. In der Schlosskapelle ferner ist ein Dorn unter -Glas und Rahmen aufbewahrt, welchen die Kreuzritter aus Palästina -mitgebracht und welcher aus der Dornenkrone des Heilandes entnommen -ist. Diese Reliquie wird jedes Jahr vor Ostern eine Woche in der -Kirche zu Neundorf und einen Tag in Seestadtl zur Verehrung ausgesetzt -und zieht viele Wallfahrer an. Die Herren von Lobkowitz legen dem -»heiligen Dorn« einen hohen Werth bei und soll einmal ein fürstliches -Familienglied bei der Erbtheilung denselben einer Herrschaft vorgezogen -haben. - -14. Mit der Eisenbahn nach Eisenberg, dann auf der Gebirgsstrasse -nach _Nikelsdorf_, _Böhmisch-Einsiedel_, _Deutsch-Einsiedel_ und -_Bad *Einsiedel_, einem reizend gelegenen, von sächsischer Seite mit -Vorliebe besuchten Luft-Curort mit Naturbädern; 4 St. - -15. Mit der Eisenbahn nach _Obergeorgenthal_, über _Marienthal_ (mit -einer Baumwollspinnerei) auf der Gebirgsstrasse nach Nikelsdorf und -Einsiedel; 3½ St. (Siehe Oberleutensdorf.) - -16. Mit der Eisenbahn _nach Johnsdorf_; daselbst an der Strasse -das *Hôtel Weber, das durch sein luxuriöses Ameublement und seine -kunst- und geschmackvollen Malereien an den Wänden und Decken die -Beschauer zur Bewunderung hinreisst. Von da erreicht man durch -Obstgärten in 15 Minuten den Ort _*Hammer_ mit schöner Fernsicht und -vielbesuchter Restauration »_*Zur deutschen Bruderhalle_«; weiter -auf stark steigender Gebirgsstrasse nach _Kreuzweg_, in der Nähe -der _Kampelberg_, und nach Einsiedel, unweit der Göhrenberg. (S. -Oberleutensdorf.) - -Die Stadt _*Katharinaberg_ erreichen wir von Görkau über Göttersdorf, -Neuhaus, Kleinhan und den Grund auf guten Wegen durch ausgedehnte, -herrliche Wälder -- eine echte Gebirgspartie, oder wir fahren mit -der Dux-Bodenbacher Bahn nach Obergeorgenthal und gehen von da über -Marienthal und Nikelsdorf nach Katharinaberg, ebenfalls eine herrliche -Gebirgspartie. Katharinaberg, eine Bergstadt mit über 2200 Einwohnern, -liegt, von Görkau ca. 4 St. entfernt, auf einem schmalen, mässig hohen, -aber steil abfallenden Bergrücken. Dazu gehört das Pachendörfel, eine -südöstlich gelegene Gruppe von Häusern, und der Grund, eine in dem vom -Zobelbach durchflossenen Thale gelegene doppelte Häuserreihe. - - =Gasthöfe=: »Kaiser von Oesterreich«; »Kronprinz Rudolf«; beide - am Marktplatz gelegen; »Zur Herrenschänke«, hart an der Grenze - im »Grund« gelegen. - - In die Stadt führende =Strassen=: - - 1. Von Brüx über Nieder- und Obergeorgenthal, Marienthal, - Nikelsdorf. - - 2. Von Oberleutensdorf über Johnsdorf, Obergeorgenthal, - Marienthal, Nikelsdorf. - - 3. Von Görkau über Rothenhaus, Göttersdorf, Neuhaus, Kleinhan. - - 4. Von Kallich über Gabrielahütten, Brandau. - - 5. Von Olbernhau über Grünthal, Brandau. - - =Gebäude und Institute=: Eine katholische Kirche mit - Pfarre, eine vierklassige Volksschule, eine Apotheke -- (2 - Medizin-Doktoren). - - =Aemter und Behörden=: Stadthaus mit dem Gemeindeamt, ein - k. k. Bezirksgericht mit Dependenzen, ein _Postamt_, ein - Gendarmerie-Posten-Commando, eine Finanzwache-Abtheilung. - - =Industrielle Etablissements=: Wirkwaaren-Industrie, - Holzdrehereien mit Wasserbetrieb, Brettmühlen, - Spielwaarenerzeugung, eine städtische Brauerei. - -Die Entstehung der Stadt fällt wahrscheinlich mit dem Ursprunge des -Bergbaues zusammen. Geschichtliches ist nichts davon bekannt, als die -Begnadigungen, welche der Ort seit dem 16. Jahrhundert, wo er bereits -zu Rothenhaus gehörte, erhalten hat. Im Jahre 1528 erhielt die Stadt -von Ferdinand I. das Wappen und die Befugniss, mit grünem Wachs zu -siegeln. Seit dem dreissigjährigen Kriege kam der Silberbergbau immer -mehr in Verfall. In diesem Kriege wurde die Stadt von den Schweden und -Sachsen durch Brand und Plünderung hart mitgenommen. Es gingen damals -alle Urkunden und andere schriftliche Nachrichten über den früheren -Bergbau aus der Zeit vor 1528 zu Grunde. Auch im siebenjährigen -Kriege litt die Stadt durch Brandschatzung und Plünderung und verlor -namentlich die Bergkassa der bürgerlichen Gewerkschaft. - -=Kleiner Spaziergang.= Zum _Gasthaus »zum grünen Baum«_, ¼ St., Fahrweg -dahin; zwischen Gebirgs-Neudorf und Katharinaberg gelegen. - - -Ausflüge von grösserer Dauer. - -1. Im herrlichen Flöhathale der sächsischen Grenze entlang nach -_*Brandau_ und _*Grünthal_; gute, zum Theil durch Hochwald führende -Strasse, 1¼ Stunden. In dem hart an der sächsischen Grenze, am -Zusammenflusse der drei Grenzgewässer Natschung, Schweinitz und Flöha -gelegenen Orte Grünthal, das wegen seiner guten Küche und feiner Weine -und Biere von Touristen vielfach besuchte Griessl'sche Gasthaus; -in dem nur durch den Natschungbach getrennten sächsischen Grünthal -sind Schwefelbäder und ein in seiner Art grossartig angelegtes -»Kupfer-Hammerwerk«, welches die verschiedenartigsten Erzeugnisse aus -Kupfer fast in alle Welttheile versendet. (Siehe Seite 150.) - -2. Ueber Brandau auf schöner Strasse nach _*Gabrielahütten_ in dem -prächtigen, 2 Stunden langen, den Thälern der Schweiz vergleichbaren -Teltschthal, wo der Natschungbach zahlreiche Hammer- und -Blechwalzwerke, Holzdrehereien, Brettmühlen und andere Industriewerke -in Betrieb setzt. 2½ St. -- (siehe von Görkau aus.) Das der Herrschaft -Rothenhaus gehörige Gasthaus »zur böhmischen Schweiz« mit Garten -bietet den Touristen willkommene Gelegenheit zur Erfrischung; unweit -Gabrielahütten auf sächsischer Seite der an der Südseite steil -abfallende _Habichts-_ oder _Stösserfelsen_ mit herrlicher Aussicht. --- (Siehe oben Seite 150.) - -3. Im Flöhathale der sächsischen Grenze entlang über Ober- und -Niederlochmühle durch ein herrliches Thal auf schöner Strasse nach -_Seifen_ und von da nach _Bad *Einsiedel_ (sächsisch), das nicht -allein durch seine Schwefelbäder, sondern auch durch seine romantische -Lage den hier weilenden Curgästen Erquickung und Heilung gewährt. -Restauration mit Garten und herrlichen Spaziergängen. 2½ Stunden. -(Siehe Görkau Seite 152.) - -4. Ueber Deutsch-Neudorf, Brüderwiese nach _Bad Einsiedel_. Bis »zum -grünen Baum« Fahrweg, dann schöne, von Waldungen beschattete Strasse; 2 -Stunden. In 25 Minuten von da nach Einsiedel (böhmisch) schöne Strasse. - -5. Ueber Gebirgs-Neudorf, oder auf sächsischer Seite über -Deutsch-Neudorf, Brüderwiese _nach Einsiedel_ (_der Haselstein_ mit -schöner Fernsicht bis in die Aussiger, Schlaner und Komotauer Gegend, -und der _Käsherdberg_), Göhren (der Farbenhügel, der Göhrenberg, der -Krummschuss), Zettel (der Falkenberg und der Nitschenberg) _durch -*Rauschengrund nach *Oberleutensdorf_. In Rauschengrund zwei Fabriken -der Herren Marbach und Riecken, Baumwollgarn- und Kattunerzeugung; -Brettsägen und Mühlen. Grösstentheils Waldweg, 4 Stunden. Prächtige -Gebirgspartie! - -6. Ueber Gebirgs-Neudorf. Einsiedel, Kreuzweg (der Flösselberg, der -Hellwikstein, der Kampfberg und der Pflasterberg) durch den herrlichen -_*Hammergrund_ nach _*Johnsdorf_; von Einsiedel bis Johnsdorf schöne -Strasse; 2½ St. - -7. Ueber Nikelsdorf (Wachhübel mit schöner Fernsicht) durch ein -herrliches Thal nach Marienthal mit einer Baumwollspinnfabrik (der -_Weinberg_ mit einem prächtigen Ueberblick der ganzen Kesselgegend -gegen Osten, Süden und Westen) und Obergeorgenthal (Dux-Bodenbacher -Bahnstation); schöne grossentheils schattige Strasse, 2½ Stunden. - -8. Ueber Kleinhan, Neuhaus, Göttersdorf, Rothenhaus nach _Görkau_; -immer schöne Strasse, 4 Stunden. Vor Göttersdorf öffnet sich der -Ausblick auf die Komotauer und Brüxer Gegend. - -=Bergbesteigungen.= 1. _*Steinl_ mit herrlicher Aussicht bis zum -Sonnenwirbel bei Gottesgab und in das Flöha- oder Fleythal bis nach -Augustusburg in Sachsen; an der Herrnschänke vorbei, ein Waldweg, 1 -Stunde, oder besser über Kleinhan, 1½ St. - -2. _*Hübladung_ bei Kleinhan, schöne Strasse, 1 St.; herrliche -Aussicht in das Flöhathal, in die Gegend von Saida und bis nach -Augustusburg. - -3. _Bärenstein_ oder _Bernstein_, entweder direct auf einem Waldwege -dahin, ¾ Stund.; oder aber besser zum Forsthaus »Rothe Grube« und von -da der Aufstieg, 1½ St. Prachtvolle Aussicht auf einen grossen Theil -von Sachsen bis Augustusburg, gegen die Elbe und Eger, nach Prag, -Teplitz, Brüx, Saaz, das Erz- und vorliegende Mittelgebirge. (Siehe von -Görkau aus!) - - - - -F. Der Besuch des Erzgebirges von Dux aus über Oberleutensdorf. - - - - -*Dux. - -(Von Eger-Karlsbad und von Aussig mit der Bahn leicht zu erreichen.) - - - =Gasthöfe.= Hôtel »zur Krone«, »Herrschaftlicher Gasthof«, - Gasthof »zum weissen Ross«, »Zum Tobisch«. - - =Post- und Telegrafenamt.= - - =Bahnhof= der Aussig-Teplitzer und der Dux-Bodenbacher Bahn. - -=Dux=, Stadt 213 m (4000 E.) mit mehrfachen gewerblichen Anlagen: -Zuckerfabrik, Glasfabrik, Syderolithwaarenfabrik, Kohlenwerke u. s. w. - -=Sehenswürdigkeiten=: Neben der Kirche (kostbares Tabernakel und -Altarbild) das Schloss, dem Grafen Waldstein, Nachkommen eines -Nebenzweiges der Familie des berühmten Friedländers, gehörig; es -enthält 4 Säle, 60 Zimmer und besitzt einen berühmten Garten. Im -Schlosse ist besonders sehenswerth: 1. Der grosse Familiensaal mit -Bildnissen aus der Familie Waldstein und dem höchst imposanten -Deckengemälde von Reiner, welches die Scene darstellt, wie Heinrich -Waldstein 1254 dem Könige Ottokar seine 24 Söhne nebst 24 Knappen, -sämmtlich zu Ross, vorführt. 2. Die Bildergallerie, in 8 Zimmern, -wo sich auch das Portrait des Herzogs von Friedland von van Deyk -befindet. 3. Der Waffensaal, der unter den verschiedensten Armaturen -auch Waffenstücke des grossen Friedländers aufzuweisen hat. 4. -Das Porzellan-Cabinet mit seinen japanesischen und chinesischen -Vasen, Pyramiden und Figuren. 5. Das Kunst- und Antiken-Cabinet -mit Antiquitäten aus Herkulanum und Pompeji, Fayence-Malereien, -Mosaiktafeln, Bronce-Gruppen, Modellen u. s. w. 6. Die Bibliothek -mit ca. 12.000 Bänden, darunter viele alte Manuscripte, Prachtwerke, -Kupferstichsammlungen u. s. w. 7. Das Naturaliencabinet enthält eine -reiche Sammlung von Mineralien, Seegewächsen, Conchilien, Fischen und -Vögeln. - -Im Schloss-Vorhofe ein Wasserbehälter aus Geschützen verfertigt, die -der Friedländer erobert hatte. - -=Geschichtliches.= Stadt und Herrschaft gehörte zu Anfang des 16. -Jahrhunderts Joh. Kapiřz von Sulewitz, welcher sie 1530 an Dippold v. -Lobkowitz verkaufte. Bei dieser Familie verblieb sie bis 1618. Bald -darauf aber gelangte sie durch Kauf an den Grafen von Waldstein; Johann -Friedrich Graf von Waldstein, Erzbischof zu Prag, erhob 1680 Dux und -Oberleutensdorf zu einem Fideicommiss und vererbte sie 1694 an Johann -Grafen von Waldstein-Wartenberg, nachmaligen Landesmarschall von Böhmen. - - -Spaziergänge. - -_Zur Riesenquelle, auch Grünze_ genannt, 20 Minuten an der Strasse -nach Teplitz mit Fremdenzimmern, Gartenanlagen; enthält zugleich -Gesundheitsbäder durch die in der Nähe befindliche Quelle. - -_Nach Ossegg_ ¾ Stunden. Der Weg führt unterhalb der Kirche an der -Schlossgartenmauer, dann längs des Baches sehr angenehm. - -=*Ossegg=, 1100 E., Marktflecken am Fusse des Erzgebirges. - - =Gasthöfe=: Hôtel »zum Kaiser von Oesterreich« mit - Garten-Restauration; Gasthof »zur Weilburg«. - - =Bahnhof= der Dux-Bodenbacher und der Dux-Prager Bahn. - -Ossegg kommt als Sommeraufenthaltsort immer mehr in Aufnahme. - -=Sehenswürdigkeiten=: Die _*Stiftskirche_ des Cistercienserstiftes. - -Die Errichtung dieses Stiftes reicht in das Jahr 1196 zurück, in -welchem Slavko von Riesenberg (od. eigentlich Riesenburg), der damalige -Besitzer der hiesigen Gegend, die schon im Jahre 1193 durch Johann -Milgost aus Waldsassen in Baiern nach dessen Besitzung Maschau bei -Kaaden berufenen Geistlichen des Cistercienser-Ordens, welche daselbst -durch häufige Ueberfälle von Räubern sehr beunruhigt und zur Verlegung -ihres Sitzes gezwungen wurden, bei sich aufnahm, ihnen die bereits -früher hier bestandene Marienkirche abtrat und die neue Niederlassung -durch mehrere Dörfer und andere Geschenke so reich dotirte, dass sie -dadurch für den Verlust ihrer früheren Besitzungen zu Maschau, welche -ihnen Milgost, aus Verdruss darüber, dass sie ohne sein Vorwissen -ihren Sitz verändert hatten, wieder entzog, schadlos gehalten wurden. -König Přemysl Ottokar I. bestätigte 1203 die neue Stiftung, nahm -sie in seinen königl. Schutz und beschenkte sie mit neuen Gütern und -Vorrechten. Aber schon 1249 überfiel Přemysl Ottokar, Markgraf von -Mähren, das Kloster, welches sich auf die Seite seines Vaters Wenzel I. -von Böhmen geschlagen hatte, jagte sämmtliche Geistliche weg und gab -das Kloster den Soldaten preis. Zwar entschädigte er, nachdem er selbst -König von Böhmen geworden, dasselbe in reichem Masse für die erlittenen -Verluste, aber nach seinem Tode (1278) wurde es neuerdings durch die -Truppen Rudolfs von Habsburg zerstört und ausgeplündert. Kaum wieder -hergestellt, gerieth es 1341 neuerdings in Brand, bis es 1421 von den -Pragern und 1429 von den Taboriten dergestalt zerstört und verwüstet -wurde, dass es lange Zeit ganz verödet blieb. Erst vom Jahre 1626 an -begann es wieder aufzuleben; es wurden jetzt Kloster und Kirche in -ihrer gegenwärtigen Pracht erbaut. - - -Spaziergänge: - -_*Zur Salesiushöhe_ ¼ St.; auf der Strasse nach Langewiese, von der -Säule links in den Wald 10 Min. Schönes Panorama über das Bielathal. -Ihre Entstehung verdankt sie der Verehrung der Stiftsbrüder zu ihrem -Prälaten Salesius Krügner. Von der Salesiushöhe zurück bis zur -Strasse; jenseits derselben Fussweg 5 Min. zum _Kroatenloch_; alter -Bergwerksstollen. Fussweg fortsetzen nach _Riesenberg_. - - -Ausflüge: - -1. _*Riesenburg_ ½ Stunde, dem Domainenbesitzer von Dux gehörig, eine -der ältesten Burgen Böhmens, im 9. Jahrhunderte von dem böhmischen -Ritter Slawko erbaut, gerieth ebenfalls durch die Husiten in Trümmer. -Vom Wartthurme aus herrliche Aussicht. - -2. _Nach Klostergrab_ 1 St., Bergstadt, 1500 Einw. - - =Gasthof=: »Zum Rathhaus«. - - =Endstation= der Prag-Duxer Bahn; nord-nordöstlich von Ossegg - gelegen. - -Der Silberbergbau war einst in grösster Blüthe; denn schon im Jahre -1082 standen 600 Bergleute in Arbeit, die in einem Vierteljahre 13 Ctr. -(728 Kgr.) geschmolzenes Silber producirten. Diese Bergleute sind durch -ihre Ansiedelungen in der Nähe der Gruben als die Gründer des Ortes zu -betrachten. - -Klostergrab ist nebst Braunau der geschichtlich merkwürdige Ort, wo die -ersten Funken der Religionsunruhen hervorbrachen, indem die daselbst -befindliche protestantische Kirche 1616 auf Befehl des Kaisers Mathias -zerstört wurde. - - -Merkwürdigkeiten: - -Das Schützencorps besitzt einen aus Klostergraber Silber gearbeiteten -Schmuck für den jeweiligen Schützenkönig. - - -Spaziergänge: - -Oberhalb Klostergrab der _*Königshügel_; bietet eine herrliche -Fernsicht über das Teplitzer Thal und die ganze Umgegend. Im Sommer -auch Restauration. - -3. Von Ossegg über die Riesenburg nach Langewiese (1 St), schöne -Aussicht, und nach der Porphyrkuppe des _*Wieselstein's_ (1 St.) 944 m -hoch. Von hier übersieht man das Bielathal, das Mittelgebirge, die -Gegend bei Saaz und Kaaden. - -Weiter nach dem gräfl. Waldstein'schen Jagdschlosse _Lichtenwald_; -bietet nichts Bemerkenswerthes, wurde im Jahre 1760 erbaut. Dann nach -_Georgshöhe_, einem einsam gelegenen Forsthause, und dem Höllengrund -in das schöne Rauschengrunder Thal nach Oberleutensdorf (siehe -Katharinaberg). - -4. Von Ossegg über Ladung nach _Oberleutensdorf_ 1¼ St. Zuerst auf der -Strasse gegen Langewiese -- schöner Rückblick --; wo die Strasse eine -scharfe Biegung nach rechts macht, auf den Fussweg links in den Wald. -Beim Heraustreten aus demselben prachtvolles Bild. Durch Ladung bei der -Brettsäge rechts Fahrweg -- nicht zu fehlen. - - - - -Oberleutensdorf. - - - =Gasthöfe=: »Drei Linden«, »Weisses Ross«, »Rathhaus«, »Kaiser - von Oesterreich«. - - =Post- und Telegraphenamt.= - - =Bahnhof= der Dux-Bodenbacher, Prag-Duxer und 1 Stunde - entfernt: Aussig-Teplitzer Bahn. - -=Oberleutensdorf=, Stadt, 3300 E., 320 m; Mittelpunkt der -Spielwaarenindustrie, hat ferner eine Filztuch-, Garn- und Möbelfabrik, -ein dem Grafen Waldstein gehöriges Schloss, ein stark eisenhaltiges Bad. - -=Geschichtliches.= Oberleutensdorf war vor dem Jahre 1715 ein -unbedeutendes Dörfchen und wurde in diesem Jahre von Karl VI. zu -einem »Stadtl« erhoben; der Ort wuchs, besonders seit der 1715 -in's Leben getretenen Tuchfabrication durch die aus Nah und Fern -herbeiströmenden Arbeiter. Nach Beendigung des siebenjährigen Krieges -schuf die eingeführte Strumpfwirkerei, noch mehr aber die seit 1822 -für Oberleutensdorf so wichtige Erzeugung von Spielwaaren einen neuen -Erwerbszweig. (Siehe: Geschichtliches über Dux.) - -=Sehenswürdigkeiten=: 1. Das vom Grafen Johann Josef von Waldstein im -J. 1732 erbaute Schloss mit dem neu angelegten schönen Park; - -2. die Pfarrkirche mit einem schönen Altarblatt von _Skreta_; - -3. auf dem Friedhofe die gräfliche Todtenkapelle mit der -Todtengruft, worin der am 23. Mai 1823 verstorbene Franz Adam Graf -von Waldstein-Wartenberg begraben liegt. Die Kapelle enthält ein -meisterhaftes Denkmal des Verstorbenen; - -4. das prächtige Bürgerschulgebäude, in herrlicher Lage auf einer -kleinen Anhöhe. - - -Spaziergänge: - -1. _Zum *Schiesshaus_; prächtige Lage am Saume des Waldes mit schöner -Aussicht auf das ganze Mittelgebirge. - -2. _Nach *Rauschengrund_ ½ St. Vor dem Eingange in das Thal links von -der Strasse neue, schön gelegene Restauration; weiter die Villa des -Fabriksbesitzers Hrn. Riecken, dann die Baumwollspinnerei desselben. -Einkehrhaus des Prokop Loos (siehe Katharinaberg). - -3. _Nach Sandel_ ½ St. durch den Wald sanft ansteigend mit schöner -Aussicht; Gasthaus. - -4. _Nach *Hammer-Johnsdorf_ ¾ St., schön zwischen Obstgärten gelegen, -als Sommeraufenthaltsort ziemlich besucht, reine, gesunde Waldluft, -gegen Ost- und Nordstürme ganz geschützt. Weber's Hôtel zunächst -der Haltestation der Dux-Bodenbacher Bahn, elegante Einrichtung, -aufmerksame Bedienung. -- Mildner's Gasthaus »zur deutschen -Bruderhalle« mit einer prachtvollen Aussicht. Oberhalb der Bruderhalle -am Saume des Waldes das im eleganten Schweizerstyl neuerbaute _Curhaus_ -des Med. Dr. Tschuschner mit entzückender Aussicht über das böhmische -Erz- und Mittelgebirge. Griessel's Gasthaus. Hammergrundthal (siehe -Bereisung von Katharinaberg). - -5. _Nach dem Gebirgsdorfe Schönbach_ ¾ St.; Gasthaus Fritsch, einfach, -aber gut. - - -Ausflüge: - -1. _Nach dem Wieselstein_ über Schönbach 3 St., nur mit Führer -(im Gasthause zu drei Linden beigestellt); von hier entweder über -Langewiese, Riesenberg nach Ossegg (Siehe dieses), oder nach -Lichtenwald in's Rauschengrunder Thal. - -2. _Nach Oberdorf_ ½ St., Göhren 1 St., böhm. Einsiedl ¾ St., Bad -Einsiedl (sächsisch) 20 Min. (Siehe Seite 154). - -3. _Nach Eisenberg_ mit der Dux-Bodenbacher Bahn ½ St., prächtiges -Schloss, grossartige Gartenanlagen. - -4. _Nach Obergeorgenthal_, Nickelsdorf, von da auf den _Bernstein_ --- einem der höchsten und schönsten Aussichtspunkte der hiesigen -Gegend --; von dort über Ladung nach Katharinaberg. (2, 3, 4 siehe -Bereisung von Katharinaberg aus.) - - - - -G. Der Besuch des böhmischen Erz- und Mittelgebirges von Brüx-Bilin aus. - - - - -Stadt und Schloss Brüx. - - - =Gasthöfe=: »Hotel Ross«, »Zum Löwen«, »Zum schwarzen Adler«, - »Zum Hirschen«, alle am 1. Platz; »Zum blauen Stern« am 3. oder - Gymnasium-Platz, Siegl's Gasthof am Bahnhof. - - =Restaurationen=: »Zum Suk«, »Bielarestauration«, - »Schiesshaus«, »Saras«. - - =Caféhaus= Bahnhofstrasse. - - =Post- u. Telegrafenamt= Wassergasse in der Nähe des 1. oder - Marktplatzes. - - =Postfahrten= nach Hawran, Nieder- und Ober-Georgenthal. - - =Eisenbahnen=: _Aussig-Teplitzer_ gegen Komotau-Karlsbad-Eger - und Teplitz-Aussig-Bodenbach; _Prag-Duxer_ gegen - Ossegg-Klostergrab, gegen Obernitz-Prag, Obernitz-Sauerbrunn, - Bilin; _Pilsen-Priesener_ gegen Pilsen-Eisenstein. - - =Omnibusse= (3) zu jedem Zuge; Droschken, Zweispänner nach - allen Richtungen. - - =Zeitungslese-Cabinet= im Casino. Einführung von Gästen durch - Mitglieder gestattet. - - =Photographische Ansichten= von Brüx und Umgebung in den - Buchhandlungen von Hanns Eichler und Sommer, beide am - Marktplatz. - - =Aemter=: K. k. Bezirkshauptmannschaft, k. k. Kreisgericht, - beide am Marktplatz; k. k. Bezirksgericht an der Biela; - Bürgermeisteramt im Gemeindehause, Fleischbankgasse. - - =Bank- und Wechselgeschäft=, Wassergasse. - - =Zwei Dienstmänner-Institute= (roth und grün). - -Unter den Städten des gesegneten nördlichen Böhmen ist wahrlich nicht -die geringste die kön. Stadt Brüx; ihr Name hat einen guten Klang -durch ihr Alter, ihre ruhmvolle Vergangenheit, und die Gegenwart kennt -sie als eine wohlhabende, freundliche Stadt, deren Handel und Verkehr -stetig zunimmt. - -Die Chronisten setzen sie _unter die ältesten Städte_ Böhmens. Die -ersten Erbauer von Brüx sind unbekannt, und ihr (der Stadt) Ursprung -ist sehr alt. Sie bediente sich des deutschen Rechtes und von den -Aussprüchen ihrer Gerichte ging der weitere Zug an den Magdeburger -Schöppenstuhl. Im J. 1004 geschieht ihrer das _erstemal Erwähnung_, da -sie sich im Kriege Kaiser Heinrich II. gegen Boleslav III. freiwillig -an jenen ergab. -- Als im Jahre 1040 Helikard, Herzog von Sachsen, -in Böhmen einfiel und bei Gnevin (so hiess damals Brüx) das Lager -aufschlug, liess ihm Herzog Břetislav bedeuten, wofern er binnen 3 -Tagen das Land nicht verlasse, werde er ihm den Kopf vor die Füsse -legen. Eingeschüchtert durch diese Drohung verliess Helikard Böhmen, -und Břetislav begann noch in demselben Jahre auf dem Berge, an dessen -Fusse Brüx liegt, zur Sicherung der Grenze die _feste Landeswarta_ zu -bauen. Ihre Schicksale sind bis zu ihrer Zerstörung innig verbunden -mit denen der Stadt. Im Jahre 1045 erhielt sie ob der vielen Brücken, -die über die zahlreichen Gewässer führten, den _Namen_, den sie -bislang führt: _Brüx_, _Most_, _Pontum_ oder _Pons_. -- Um 1200 -gehörte Brüx dem Oberkämmerer Grabisa, der den 10. Theil von dessen -Wochenmarkt-Einkommen und den Weinzehent dem Stift Ossegg schenkte. -Hier sei gleich bemerkt, dass der Weinbau hierorts ein bedeutender -gewesen sein muss. Gojata, des obgenannten Grabisa Sohn, vermachte Brüx -testamentarisch der Kirche von Zderas in Prag, doch so, dass seine -Gemahlin bei ihren Lebzeiten den Nutzgenuss haben sollte. Gojata starb -1238 und bald vielleicht auch seine Gattin, denn König Wenzel I., der -grosse Vorliebe für Brüx hatte, zog die Stadt an sich und versprach, -die Zderaser Kanoniker anderweitig und entsprechend zu entschädigen. -Diese Entschädigung scheint jedoch nicht gleich erfolgt zu sein, da -auch sein Sohn und Nachfolger Přemysl Ottokar II. auf Andringen des -päpstlichen Stuhles solche neuerdings zu leisten gelobte. -- Im Kriege -Wenzel's I. mit seinem Sohne ward letzterer, da er Stadt und Schloss -Brüx belagerte, von Boreš, dem obersten königlichen Marschall und -Brüxer Schlosshauptmann des Nachts überfallen, geschlagen, (1. November -1248) und war in Folge dessen gezwungen, mit dem Vater sich auszusöhnen. - -Das erste grosse _Privileg_, das _des Meilenrechtes_, erhielt die Stadt -unter'm 26. März 1273 von Přemysl Ottokar. In dieser Privilegienurkunde -wird Brüx auch das erstemal Stadt »civitas nostra« genannt. -- Im -Jahre 1282 hatte Otto, Markgraf von Brandenburg, für die Vormundschaft -über König Wenzel II. ausser 15.000 Mark Silber noch Stadt und Schloss -Brüx, Aussig und etliche Dörfer verpfändet erhalten; aber schon das -Jahr darauf ward er durch den Reichstag zu Freiburg verhalten, die -genannten Orte wieder herauszugeben. (23. August.) Wenzel II. schenkte -Brüx sogleich einem seiner Getreuen Johann von Michelsberg, der es noch -im selben Monate (28. August) seinem Könige wieder abtrat. Seit diesem -Tage ist Brüx _ununterbrochen königliche Stadt_ geblieben, wenn es auch -in der Folgezeit öfter, besonders an Meissen, verpfändet war. Alle -folgenden Könige statteten sie, stets in Ansehung »des getreuen Nutzens -und der unverdrossenen Dienste« entweder mit neuen Privilegien aus, -oder bestätigten ihre alten Freiheiten und Rechte. - -Die ruhmvollste Periode ihrer Geschichte aber ist die der -_Hussitenkriege_. Die umliegenden Städte hatten sich den Taboriten -entweder ergeben und mit ihnen gemeinsame Sache gemacht, wie Saaz und -Laun, oder sie waren, wie Komotau und Bilin, gefallen. Um ihre Stadt -nun vor ähnlichen Geschicken zu bewahren, war bereits im Frühjahre -1421 an König Sigmund eine Gesandtschaft abgegangen, die das Gelöbniss -unverbrüchlicher Treue erneuern, aber auch um Hilfe für die bedrohte -Stadt bitten sollte. - -Sigmund, ausser Stande, ihrer Bitte willfahren zu können, empfiehlt sie -an den Markgrafen Friedrich von Meissen. Dieser hatte die Besatzung -der Stadt und des Schlosses verstärkt, und so erwarteten denn die -Brüxer muthig und vertrauensvoll den Feind, der auch am 24. Juli 1421 -vor Brüx erschien, und nach wiederholter vergeblicher Aufforderung zur -Uebergabe am folgenden Tage die Belagerung der Stadt und des Schlosses -begann. Tapfer wehrten sich die Belagerten, der fortlebenden Tradition -zufolge, besonders angefeuert von ihren Frauen und Jungfrauen. Aber -Tag um Tag schwindet und bald auch die Hoffnung auf Entsatz. Der 5. -August bricht an, das Fest Mariaschnee. Die Bürger strömen zur Kirche, -vertrauensvoll die Mutter Gottes um Hilfe anflehend. Ein festlicher -Gottesdienst wird gefeiert, die ehernen Zungen, die seit Beginn der -Belagerung geschwiegen, hallen hinaus über die Stadt in's feindliche -Lager, wo man der Thörichten spottet; beseelt von neuem Muthe, gerüstet -mit frischer Kraft, eilen die Bedrängten dann an die Mauern, mannhaft -abzuwehren der Feinde Horden. Da siehe! vom Erzgebirge herab leuchten -schon die weissen Rüstungen der Entsatztruppen. Otto Pflug ist's, des -Markgrafen Friedrich getreuer Vasall an der Spitze des Meissnischen -Heeres, verstärkt durch Zuzug der böhmischen Herren Sigmund von -Wartenberg, Hlavač von Duba und Niklas von Lobkowitz. Die Schlacht -beginnt. Total war die Niederlage der Hussiten. 3000 Feinde bedeckten -das Schlachtfeld, das Lager mit seinen geraubten Schätzen ward eine -Beute des Siegers. Die Freude über diesen glänzenden Sieg bewog die -Brüxer Bürger, die im frommen Glauben der Hilfe Mariens ihre Rettung -zuschrieben, zu dem Gelöbnisse, alljährlich mit grösster Feierlichkeit -das Fest Mariaschnee zu begehen, und die Nachkommen sind beflissen, -getreulich zu halten, was die Väter gelobt. Das Mariaschnee-Fest mit -seiner prunkvollen, grossartigen Feierlichkeit gibt ihnen Gelegenheit, -den biederen, frommen Sinn zu erneuern, das patriotische Gefühl zu -stärken. - -Von jetzt an kamen auf langehin für die Brüxer trübe Tage. Einigemale -noch waren sie bedroht von den Kelchnern, mehrere furchtbare -Feuersbrünste, Orkane, andere Elementarereignisse, und endlich die -Pest (1582 und 1680) verwüsteten die arme Stadt. Dazu kam noch, dass -die Stadt von Georg von Poděbrad nach einem verheerenden Brande (1455) -eingenommen und besetzt ward, während die Burg sächsische Besatzung -hatte, und die fortwährenden Friedensbrüche immer nur der Stadt Schaden -brachten. -- 1595 _kauften die Brüxer_ von Rudolf II. _die Burg_ sammt -den zugehörenden Gütern um 81.060 fl. rhein., und übernahmen damit -die Verpflichtung, die Besatzung des Schlosses zu erhalten. Allein -die Ehre, Burgherren zu sein, kam den Bürgern theuer zu stehen. Die -Burg zog stets jeden Feind an, und die Stadt hatte mit zu leiden unter -den Belagerungen. Dreimal ward die Burg von den Schweden belagert, -und zwar 1639, 1645 und 1646. Das letztemal mussten die Brüxer wegen -Wassernoth, wegen der geringen Zahl der Vertheidiger, 200 Bürger -gegenüber einem Heere von 30.000 Schweden unter General Wrangel, und -wegen des schlechten Zustandes der Befestigungswerke das Schloss nach -dreitägiger Belagerung am 16. Jänner übergeben. Solch' schwere Wunden -hatte der dreissigjährige Krieg der Stadt geschlagen, dass sie, als die -schwedische Besatzung zu Ende des Krieges 1648 abzog, keinen einzigen -ansässigen Bürger mehr hatte. So ward es erklärlich, dass Ferdinand -III., den inständigen Bitten der Bewohner nachgebend, 1651 die -Demolirung der Burg bewilligte. Wenige in der letzten Zeit blossgelegte -Mauerreste sind noch die Ueberbleibsel dieser Landesgrenzveste. - -Nunmehr genoss die Stadt, abgerechnet einige Ueberfälle seitens der -Sachsen und Preussen, die wenig Nachtheil brachten, ziemliche Ruhe; ihr -Wohlstand hob sich, besonders da sie zu Beginn des 18. Jahrhundertes -viele Güter durch günstige Käufe von den umliegenden Adeligen an sich -brachte. So ist sie heute unter den reichsten Städten Böhmens in erste -Reihe mit zu setzen. - -Im Jahre 1813 beherbergte Brüx, das eine Zeit der Mittelpunkt des -Lagers war, die drei alliirten Monarchen. Wenige Jahre darauf -sollte Brüx fast ganz untergehen. Am 21. April 1820 verzehrte eine -Feuersbrunst alle öffentlichen Gebäude bis auf die Stadtkirche und das -Stadthaus. Der Schaden belief sich nach damaligen Werthverhältnissen -auf 700.000 fl. W. W. Der abgebrannten Stadt ward durch ein -staatliches Anlehen und die Unterstützung der Umwohner Hilfe. Die Folge -der vielen Brände und besonders dieses ist, dass die Stadt, regelmässig -gebaut, ein freundliches Aussehen hat, und mit wenigen Ausnahmen keine -alten Gebäude besitzt. - -Zu diesen gehören _Rathhaus_ und _Stadtkirche_, beide noch -bemerkenswerth auch durch ihre Bauart. Das Jahr der Entstehung des -ersteren Gebäudes ist nicht bekannt; es gehört überdies in seiner -heutigen Gestalt mehreren Perioden an. Der Thurm ist jedenfalls ein -Baudenkmal des 14. Jahrhundertes, und nicht viel jünger ist der an -selben anstossende Vorbau, während das übrige Gebäude das Gepräge des -16. Jahrhundertes trägt. Es war jedenfalls früher zweistöckig, und -ist nach dem Brande von 1515, der auch das Rathhaus schwer schädigte, -unausgebaut geblieben. Die Stylrichtung ist die nachgothische. Die -Vorderfront wird durch mächtige Wölbungen und vorstehende Pfeiler, 7 -an der Zahl, getragen. Der mittlere trägt den kaiserl. Adler, je zwei -zu beiden Seiten tragen vier, die Elemente symbolisirende Statuen, -die beiden äussersten aber Wappenträger mit dem böhmischen Löwen -und dem Stadtwappen. Die Felder zwischen den Fenstern, wie auch die -Brustwände unter den Fenstern sind bemalt mit allegorischen Figuren, -das Gesimse mit Schlachtendarstellungen. Dem projectirten Bau eines -Kreisgerichtsgebäudes wird das Rathhaus zum Opfer fallen. Höchstens der -Thurm dürfte erhalten bleiben. - -Der Bau der _Dekanalkirche_ wurde 1517, nachdem im Jahre 1515 die -alte Pfarrkirche mit einem grossen Theile der Stadt in Flammen -aufgegangen war, begonnen, und war in wenigen Jahren vollendet. -Feierlich eingeweiht wurde sie aber erst am 22. Mai 1594 durch den -Prager Erzbischof Zbyněk von Duba und Lipa, nachdem sie bereits durch -den Brand von 1578 grossen Schaden im Innern und auch am äusseren Bau -erlitten. Der Erbauer der Kirche ist Beneš von Laun, Hofbaumeister -des Königs Wladislav. Die Brüxer Stadtkirche ist sein letztes und -Meister-Werk. Der Baustyl ist die spätere, sogenannte Wladislav'sche -Gothik, wie sie bereits in den romanischen Styl überzugehen beginnt. -Die innere Länge beträgt 73, die Breite 37 und die Höhe 24 m. Sie -bildet ein langes Viereck, nur das Presbyterium endet in ein Sechseck. -Das Aeussere ist mächtig und imposant durch seine ungeheure Breite, -zu der die zwei Anbauten, die auf beiden Seiten eine Art Kreuzschiff -oder Kreuzkuppel bilden, und im Innern oben Gallerien, unten Kapellen -fassen, viel beitragen. Eine Beeinträchtigung erleidet der imposante -Bau nur durch das unverhältnissmässige, niedere Kirchendach. Das 1578 -abgebrannte, kupfergedeckte Dach hatte sicher diesen Mangel nicht. -Das Innere der Kirche weist ein Gewölbe mit drei gothischen Kuppeln -auf, eine Eigenthümlichkeit des Meisters Beneš. Die Gürtel und Rippen -derselben laufen aus schwachen, schlanken Säulen, 16 an der Zahl, -aus, und haben eine künstlerische Verwebung. Merkwürdig sind auch -die Stützen der Kirche, welche kuppelähnliche Räume bilden, in denen -Kapellräume sich befinden. -- Der Hochaltar, im Style der Renaissance, -also durchaus der Bauart des Hauses nicht entsprechend, wurde erst -1773 aufgestellt. Der Altartisch sammt dem auf ihm ruhenden Säulenbau -ist von natürlichem Marmor, die freistehende Rückwand eine Imitation. -Rings an den Brüstungen der Gallerie befinden sich in Stein gehauene -biblische Darstellungen, im Geiste des 13. Jahrhundertes gehalten. -Gleich hier müssen wir der einfachen und der Doppelwendeltreppe -erwähnen, die zu den Emporien führend, und ohne alle Stütze gebaut, von -jedem Sachverständigen als Meisterwerke der Baukunst gerühmt werden. - -Von Gemälden nennen wir vor allem die in einer Seitenkapelle nahe dem -Hochaltar befindlichen, auf Holz gemalten Bilder der hl. Katharina und -Barbara. Es sind dies zwei Flügel eines leider verloren gegangenen -Bilderschreines, die unbeachtet im Depositorium der Kirche lagen, bis -Gubernialrath Janko auf sie aufmerksam machte. Kandler verfertigte -1837 die erste Zeichnung. Sct. Barbara ist von geringerer Schönheit, -aber eigenthümlich in der Auffassung und grossartiger im Faltenwurf, -der an die schönsten Gewandmotive Dürers erinnert; Sct. Katharina -zeigt die altdeutsche Auffassung jungfräulicher Schönheit, wie sie der -Kölner Schule eigen ist und in Holbein's hl. Frauen den eigentlichen -Typus gefunden. Beide Flügel sind Werke deutscher Kunst aus dem 16. -Jahrhunderte. -- Ausserdem sind noch in den Seitenkapellen eine -ziemliche Anzahl von Ueberresten solcher Bilderschreine angebracht, die -nicht ohne Werth sind. Von Altarbildern sind als Meisterwerke bekannt: -Der hl. Josef, Anbetung der drei Weisen, Tod des hl. Franziskus. Von -Schnitzwerk bewundern wir die beiden Altäre der Kreuzigung und der -Auferstehung; erstere besonders entzückt bei eingehender Betrachtung -durch Plastik und Figurenreichthum. In diesen beiden Kapellen erregen -noch unsere Aufmerksamkeit die kunstvoll geschnitzten, alterthümlichen -Bänke. -- Der Thurm soll nach Meinung aller Sachverständigen älter -als die Kirche sein. Von seiner Gallerie aus geniesst man eine schöne -Aussicht weit hinaus über die Stadt und ihr Weichbild in's Erzgebirge. - -Unweit der Kirche befindet sich der Glockenthurm für die beiden grossen -Glocken, welche ein harmonisches, wundervolles Geläute geben. - -Sonstige Denkwürdigkeiten finden wir noch in der _Piaristenkirche_, -jetzt der Stadt gehörig. Der Hochaltar enthält ein herrliches Altarbild -von Raab: eine freie Nachbildung der in der Dresdner Gallerie -befindlichen hl. Nacht von Corregio. Auch die Bilder der beiden -vorderen Seitenaltäre, der hl. Johann von Nepomuk, von Amalia Gräfin -von Waldstein, und der hl. Josef von Calasanz von Vogel sind werthvoll. -Sehenswerth sind noch: das Gymnasial- und Bürgerschulgebäude, beide mit -reichhaltigen Lehrmittelsammlungen ausgestattet, ersteres am 3. Platz, -letzteres in der Schulgasse. - - -Spaziergänge: - -Gestatten wir uns noch eine kleine Ausschau in die allernächste -Umgegend der Stadt, so werden wir auf das südlich etwa 15 Minuten -entfernte Saras und das dahinter gelegene Resselgebirge aufmerksam -gemacht. Das Wort »_*Saras_« leitet der Chronist aus dem Böhmischen -ab und bezeichnet damit einen Ort hinter dem Damme (za hrázem), indem -nach Balbinus Saras gegen den unweit (jedenfalls östlich) befindlichen -Teich durch einen Damm geschützt gewesen sei. Die Gründung von Saras -vollzog sich bereits vor nahezu 600 Jahren, als König Wenzel II. -unter'm 21. November 1283 das Kloster Saras stiftete und dasselbe reich -dotirt den Jungfrauen vom Orden der hl. Maria Magdalena verlieh. Wenn -auch die Ordensfrauen der strengen Disciplin anhingen, so kamen sie -doch genügsam in Verkehr mit den Stadtbewohnern und wurden hoch in -Ehren gehalten, denn »die Bürger gaben ihre Töchter dahin, damit sie -in jungfräulicher Arbeit, Gottesfurcht und guten Sitten unterwiesen -würden.« 1421 wurde das Kloster von den Husiten niedergebrannt, die -zurückgebliebenen sieben Nonnen vor dem Altare der Klosterkirche -niedergemacht. Zwar erstand das Kloster wieder, aber die bewegten -Zeitläufte und besonders die Bitten der Bürger bewogen die Ordensfrauen -zur Uebersiedelung in die Stadt im Jahre 1515. Die Saraser Kirche -selbst blieb geöffnet, da sie lange schon den Ruf einer berühmten -Wallfahrtskirche genoss. 1782 wurde das Kloster von Kaiser Josef II. -aufgehoben, 1786 auch die Saraser Kirche geschlossen. Kirche und -Kloster in der Stadt wurden den Vätern der frommen Schulen eingeräumt, -die den Ordensfrauen gehörigen Höfe Saras, Oberpriesen und Seidowitz -kaufte drei Jahre später die Stadt von der königlichen Kammer. -- Die -dort eingerichtete Restauration mit grossem Garten, die annehmliche -Lage, gesunde, frische Luft, und der gut gehaltene Promenadenweg machen -Saras zu einem beliebten Ausflugsorte der Brüxer. - -Gleiche Anziehungskraft übt im Sommer »_*der Ressel_« auf Vereine und -Gesellschaften aus. Seine zwei Thäler, Fuchsgrund und Schiefergrund, -sind durch ihre einfache Naturschönheit wie geschaffen als Ruhepunkte -bei kleineren Excursionen. Eine angenehme Fernsicht, besonders nach -Osten und Süden in's Flachland, und auf die Erzgebirgskette im Norden, -bietet das Plateau hinter dem Schlosshofe, letzterer so genannt, weil -er einst zum Schlosse gehörte. - -Dem oberwähnten _*Schlossberge_ müssen wir noch an dieser Stelle mehr -Aufmerksamkeit widmen. Derselbe liegt im Westen der Stadt und kann auf -zahlreichen, gut erhaltenen Wegen erstiegen werden. Wir empfehlen allen -Touristen den über Saras und bemerken, dass von da aus die Spitze des -Berges in 20 Min. ohne Anstrengung erreicht werden kann. Schon während -der Besteigung geniessen wir herrliche Blicke in das Mittelgebirge -und in die von dem Erzgebirge umrahmte Saazer Ebene. Die überall -angelegten Pflanzungen interessiren uns in hohem Grade, da wir uns über -das Gedeihen und die von Jahr zu Jahr wachsende Ausdehnung derselben -ungemein freuen. Den unermüdlichen Bemühungen des Stadtrathes und -Kaufmannes in Brüx, Herrn A. Zein und dem Eingreifen der Stadtgemeinde -haben wir es zu danken, dass sich auf der Spitze des Berges ein -Schweizerhaus mit einer gut bestellten Restauration und ein Thurm mit -einer camera obscura befindet. Der Schlossberg ist ein Aussichtspunkt -1. Ranges, was malerische Schönheit des Panoramas anbetrifft. Im Norden -und Westen dehnen sich die Abhänge des herrlichen Erzgebirges hin und -längs derselben breitet sich die Saazer Ebene »der Garten Böhmens« -aus, welche mit Weilern, Dörfern und Städten wie besäet ist und einen -grossartigen Eindruck macht. Gegen Süden und Osten lassen wir unsere -Blicke über das merkwürdige böhmische Mittelgebirge schweifen und sehen -Hügel an Hügel, Kuppe an Kuppe, welche der zerrissene Bořen bei Bilin -und der König der Berge, der Milleschauer unweit von Teplitz, überragen. - -Der Schlossberg besteht aus Klingstein; an seinem nördlichen -und nordöstlichen Fusse finden sich die thonigen Gebilde der -Braunkohlenformation; sonst ist letztere in der Umgebung der Stadt von -aufgeschwemmtem Lande bedeckt. Die ganze Stadt, sowie die Umgebung -ruht auf einem einzigen grossen Braunkohlen-Fletz, welches sich in der -Richtung von Südwesten nach Nordosten bis gegen Aussig erstreckt. - -In Brüx und Umgebung wird sehr viel Landwirthschaft betrieben. Sowohl -das Klima als auch der Boden sind derselben in hohem Grade günstig. -Das Klima ist in Folge der durch das Gebirge gegen die herrschenden -Winde geschützten Lage wärmer, als man der geografischen Breite der -Stadt zufolge erwarten sollte. Der Boden gehört zu dem fruchtbarsten -im weiten Umkreise; einzelne Strecken sind ungemein humusreich. Die -Wiesen längs der Biela und des Weissbachs sind mit den herrlichsten -natürlichen Futterkräutern bewachsen. Obst wird in Menge gewonnen, und -ist von ausgezeichneter Güte. Der Weinbau erfreut sich in jüngster Zeit -grösserer Aufmerksamkeit und Pflege. Man will den alten Ruf wieder -herstellen. In früherer Zeit gab es in der Umgebung der Stadt über 500 -Weiner (Winzer). Sie bildeten eine eigene Zunft, von welcher noch eine -Fahne und ein Weinerbuch vorhanden ist. - - -Touren. - -_Brüx-Brüxer Sprudel-Ober-Georgenthal._ (Von da über Niklasdorf nach -Katharinaberg-Brandau-Grünthal-Teltschthal-Kallich-Göttersdorf- -Rothenhaus-Görkau, also in umgekehrter Richtung -- siehe Bereisung von -Görkau aus.) Wir gehen auf der Kaiserstrasse in westlicher Richtung, -biegen vor dem Orte Kommern rechts ab und langen nun auf einem Sandwege -bei dem neuentdeckten Sprudel an, dessen mächtiger Wasserstrahl -die Verwunderung jedes Touristen erwecken muss. Von da setzen wir -unseren Weg in nördlicher Richtung fort, wandern durch üppige Wiesen -und fruchtbare Felder, das herrliche Erzgebirge mit dem malerisch -gelegenen Schlosse Eisenberg und dem sich in der Ferne prächtig -erhebenden Rothenhaus vor sich, über Nieder-Georgenthal (vulgo Gärten) -und Vierzehnhöfen auf einer guten Bezirksstrasse nach dem romantisch -gelegenen, freundlichen Ober-Georgenthal, welchen Weg man in 2 Stunden -bequem zurücklegt. Hier ist eine grosse Spinnfabrik, Marienthal -genannt, herrlich im Walde an der Strasse gelegen und der Firma Gustav -Tetzner in Görkau gehörig; eine Spielwaarenfabrik der Firma Kaaden -und Weigel und eine Vereins-Parquetfabrik. Die Kirche, in der Nähe -der Bahn gelegen, ist ein schönes, majestätisches Gebäude. In den -Gasthöfen zum »_schwarzen Adler_« und zur »_frohen Aussicht_« findet -man gute Unterkunft und hier, sowie noch in 8 Restaurationen bekommt -man vorzügliche Biere und nach vorheriger Bestellung gute Speisen. Nach -Ober-Georgenthal kommt von Niklasdorf ein Bach, der bis zur Grundmühle -»_Grundbach_«, von da bis zum Ende des Dorfes »Dorfbach« und dann -»_Ruttenbach_« heisst. - -Von Ober-Georgenthal wird _Eisenberg_ in 25 Minuten und -_Hammer-Johnsdorf_ in 30 Minuten erreicht -- zu beiden Orten führen -prachtvolle Waldwege (siehe _für Eisenberg Bereisung_ von Görkau und -für _Hammer_ von Oberleutensdorf aus). - -_Brüx-Kopitz-*Rosenthal-Lindau-Oberleutensdorf._ (1¾ St.) Diese Tour -hat das Angenehme, dass wir das herrliche Erzgebirge fortwährend -vor uns liegen haben, durch zahlreiche Ortschaften und fast ohne -Unterbrechung durch schöne Obstbaumanlagen wandern. Wir erreichen in -nördlicher Richtung auf guter Strasse zuerst das Dorf Kopitz, dann -_Rosenthal_, welches wie Kopitz am Goldflusse oder Weissbache gelegen -ist. Aus einer benachbarten Quelle wird durch hölzerne Röhren auf einer -Strecke von 5251 m das Wasser nach Brüx in den grossen Behälter auf dem -Hauptplatze geleitet. Nach kurzer Wanderung erreichen wir, den Goldbach -aufwärts, die schön gelegenen Orte Lindau und Niederleutensdorf, -überschreiten die Geleise der Dux-Bodenbacher Bahn und kommen endlich -in dem industriereichen, herrlich gelegenen, sich von dem reich -bewaldeten Erzgebirge malerisch abhebenden Oberleutensdorf an (siehe -Besuch von Dux-Oberleutensdorf aus). - -_Brüx-*Püllna_ in südlicher Richtung auf der prächtigen Saazer Strasse; -in einer halben Stunde erreichen wir eine kleine Anhöhe, von welcher -wir einen köstlichen Rückblick auf Brüx und einen grossen Theil des -Erzgebirges geniessen. Der Besuch des freundlichen Ortes Püllna -empfiehlt sich wegen Besichtigung der Quellen, welche das berühmte -Püllnaer Bitterwasser liefern. Sie befinden sich auf einer etwa 20 -Acker betragenden Flur, die eine ebene Wiesentrift bildet und von -Fruchtfeldern umgeben ist. Aus diesem Wasser wurden von der Gemeinde -schon zu Ende des vorigen Jahrhunderts Massen von Bittersalz gewonnen, -ohne derselben als Besitzerin der Quellen einen grossen Gewinn -abzuwerfen. Da lenkte mit dem Beginn unseres Jahrhunderts der Brüxer -Bürger und Kaufmann _Adalbert Ulbrich_ die Aufmerksamkeit von Männern -der Wissenschaft auf diese der leidenden Menschheit zum Heile dienenden -Wässer. Er übernahm den Verschleiss derselben und es gelang seinem -rastlosen Eifer, dass im J. 1801 von dem Professor der Chemie Dr. -Gottfried Mikan die erste Untersuchung vorgenommen wurde; dieser folgte -im J. 1819 eine zweite durch Professor J. B. Tromsdorff in Erfurt und -Professor J. Steinmann in Prag, worauf die nöthigen Wirthschaftsgebäude -nebst einem stattlichen Wohnhause errichtet wurden. Mit der Anerkennung -des Püllnaer Bitterwassers durch medicinische Autoritäten vermehrte -sich dessen Verbreitung. Adalbert Ulbrich ruhte nicht; er liess als -Pächter der Quellen das Wasser neuerdings chemisch untersuchen und -zwar im Jahre 1821 von Professor Pleischl, im Jahre 1826 von Struve -in Dresden, im Jahre 1829 von dem Chemiker Barruel in Paris und im J. -1837 von Ficinus in Dresden, was zur Verbreitung des Wassers nicht nur -in ganz Europa, sondern auch jenseits des Oceans wesentlich beitrug. -Durch seinen rastlosen Fleiss erwarb er sich Vermögen, vergass aber -der Gemeinde nicht, in welcher er eine so erspriessliche Thätigkeit -entwickeln konnte. Er vermachte derselben testamentarisch ein Legat von -20.000 fl. C.-M. zum Baue einer Kapelle und einer Schule. Nach seinem -Tode übernahm dessen ältester Sohn _Adalbert_ die Versendung auf eigene -Rechnung und seit 1863 als Brunnendirector und wirkt in bester Weise -für die Verbreitung des Wassers, unterstützt von seinem trefflichen, -mehrere Sprachen sprechenden Sohne _Konstantin_, in erfolgreicher Weise -fort. - -Der Boden des Bitterwassergrundes und die angrenzenden Felder -zeigen mächtige Lager von vulkanisch-ausgebranntem Thon bis hin zum -Serpina-Thale und den Nachbarbitterwässern von Sedlitz und Saidschütz -(östlich von Püllna). Die ganze Gegend ringsherum bis an die Eger ist -braunkohlenhältig. In geringer Tiefe unterhalb der Bodenfläche ist ein -reichhaltiges Lager von tertiärem Mergel, der zahlreiche Krystalle -von schwefligen Gebilden und schwefelsauren Salzen, sowie von Basalt -enthält. Diese Bildungen sind die Werkstätte des Bitterwassers; aus -ihnen wird es durch den Zutritt des Wassers von der Oberfläche (des -atmosphärischen Wassers) erzeugt. Es sind daher die Bitterwässer -Seihewässer, kommen nicht aus grosser Tiefe, sondern von den Seiten bis -zu einer gewissen Abtiefung und sind durch das genannte Mergellager -bedingt. Deshalb dürfen die Brunnen nur bis zu einem gewissen -bestimmten Masse abgeteuft werden. In Püllna beträgt es 1·8 bis 2·8 m. -Das Püllnaer Bitterwasser ist ein helles, klares Wasser von etwas -gelbgrünlicher Farbe, das überhaupt geruchlos ist, jedoch in den -Frühstunden im Brunnengebäude einen angenehmen, veilchenartigen Geruch -wahrnehmen lässt, der wohl von einem besonderen Naphtha-Oele herrühren -mag. Der Geschmack dieses Wassers ist salzig und bitter, ohne dabei -die Zunge und den Gaumen unangenehm zu berühren. Es ist ein gelinder -Weise, doch kräftig auflösendes und abführendes Mineralwasser, das, -abgesehen von den bewirkten Entleerungen, Secretionen, namentlich -der Verdauungsorgane bethätigt, den Stoffwechsel beschleunigt, die -organische Säftemasse verdünnt und den gesammten Digestionsprocess -anregt. - -_Brüx-Kollosoruk-Kosel_ (2 Stunden). Durch das Biela- und Serpina-Thal -kommen wir auf der Launer Strasse nach Kollosoruk mit einem prächtigen -Schlosse, umgeben von schönen Anlagen und dem Herrn Richter in Prag -eigenthümlich, erblicken links das sich auf einer Anhöhe malerisch -abhebende Luschitz und schliessen unsere Tour mit Kosel ab, wo sich der -Hořenzer Berg mit den hier vorfindlichen Aragoniten erhebt. (Retour -nach Brüx von Obernitz mit der Bahn.) - -_Brüx-*Sauerbrunn-Bilin_ (2 Stunden zu Fuss oder mit der -Aussig-Teplitzer Bahn nach Preschen und von da nach Bilin und -Sauerbrunn oder mit der Prag-Duxer Bahn über Obernitz nach -Sauerbrunn-Bilin). Wir gehen in südöstlicher Richtung durch das -Bielathal, berühren Rudelsdorf und Kahn und wenden uns hier mit -der Biela nach Nordosten, kommen nach Obernitz, Böhmisch-Zlatnik, -betrachten hier die rechts stehenden, äusserst interessanten Kuppeln -des Böhmisch-Zlatniker 517 m und Sellnitzer Berges, gehen an dem Dorfe -Sellnitz vorbei, berühren weiter in dem immer schöner und interessanter -werdenden Thale Liebschitz, sehen nun den imposanten, durch seine -zerrissene Gestalt eigenthümlichen und 535 m hohen Bořen vor uns, und -gelangen nach kurzer Wanderung zu unserem Ziele, dem jüngsten Badeorte -des nordwestlichen Böhmen, zum _Sauerbrunn_. - -Dieser aufstrebende Curort (Station der Prag-Duxer Bahn, daher von -Dux, Teplitz und Brüx leicht erreichbar), hat jetzt ein grossartiges -Curhaus, welches glänzend eingerichtet ist und allen Comfort bietet. -Seine Lage ist eine herrliche. Von der Terrasse des Curhauses sehen -wir den merkwürdig gestalteten Bořen vor uns und lassen unsere Blicke -über einen grossen Theil des böhmischen Mittelgebirges schweifen. -Im Souterrain des Curhauses befinden sich allen Anforderungen -entsprechende gewöhnliche und Dampfbäder, und der im Parterre -hergestellte geräumige Lese- und Conversationssaal befriedigt alle -Ansprüche, selbst der verwöhnten Besucher der nordwestböhmischen -Bäder. Die das Curhaus umgebenden Anlagen sind herrlich und verleihen -dem Curorte, der sich von Jahr zu Jahr hebt, einen besonderen Reiz. -Der Aufenthalt daselbst ist nicht kostspielig. Das schönste, mit -aller Bequemlichkeit ausgestattete Zimmer kostet _nur zwölf_ Gulden -in der Woche, ein kleineres und ganz entsprechend eingerichtetes 6 -bis 8 fl. Eben so mässig sind die Preise der Speisen in der eigenen -Restauration, welche vom 1. Jänner dieses Jahres von einem tüchtigen -Wirthe in Pacht genommen wurde. Der Brunnen liefert aus 4 Quellen -ein kohlensaures Wasser. Sie liegen am nordöstlichen Abhange des -Ganghofer Berges. Es ist nicht bekannt, zu welcher Zeit sie entdeckt -worden sind. Ein bleibendes Augenmerk erhielten sie erst zu Anfang -des achtzehnten Jahrhunderts, wo die Fürstin Eleonore von Lobkowitz -Besitzerin der Herrschaft wurde. Die _Josefs-_ und _Caroline-Quellen_ -sind so ergiebig, dass sie allein den ganzen Bedarf decken. Das Wasser -wird theils an Ort und Stelle, besonders von Touristen, Curgästen -aus Teplitz und Besuchern aus der nächsten reichen Umgebung, unter -deren angenehmste Ausflüge eine Fahrt oder ein Spaziergang nach dem -»Biliner Sauerbrunn« gehört, getrunken, theils und zwar grösstentheils -so bedeutend versendet, dass heute über _eine_ Million Glasflaschen -in die Welt geht. Das Wasser ist ein hervorragender Repräsentant -der alkalischen Säuerlinge, zeichnet sich in der Wirkung als -säurebindendes, die Alkalessenz des Blutes erhöhendes Mittel vor -allen anderen aus, leistet daher bei Sodbrennen, Magenkrampf, chron. -Magenkatarrh, bei sogenannter Harnsäure, Nierensteinen, Gicht, chron. -Rheumatismus, chron. Blasen- und Lungenkatarrh, bei Gallensteinbildung, -Fettleber und Scrophulose die erspriesslichsten Dienste. Auch bietet -der Biliner Sauerbrunn ein vortreffliches, dietätisches -- mit Wein- -oder Citronensaft und pulverisirtem Zucker versetzt -- vermöge seines -grossen Kohlensäuregehaltes, hochschäumendes, erfrischendes Getränk und -ist dann, insbesondere während der heissen Sommermonate zu empfehlen. -Ueberdies gewinnt man durch Abdampfen des Wassers in einem eigenen -Laboratorium kohlensaures Natron (Biliner Pastillen). - -Grosses Interesse wendet der Tourist dem Bořen, auch Biliner Stein -genannt, zu. Er ist ein Klingsteinfelsen und wird von den Botanikern -wegen seines Reichthums an seltenen Pflanzen viel besucht. Aus der -Ferne betrachtet, präsentirt sich der steile und schroffe Fels, dessen -Basis von Feldern und Obstgärten umgeben ist, als eine riesige, -compacte Masse, weist aber in der Nähe eine Menge von Rissen und -Zerklüftungen auf, so dass er durch sein abenteuerliches Zickzack das -Staunen des Besuchers erregt und durch diese seine pittoreske Gestalt -an den Säntis bei St. Gallen in der Schweiz, von Lindau oder Bregenz -aus betrachtet, erinnert. Der Anstieg ist höchst schwierig und nur -auf der westlichen Seite möglich. Ein Führer ist nicht nöthig, da -der Weg durch weisse Striche an Steinen und Bäumen bezeichnet ist. -Vom »Sauerbrunn« erreichen wir die Spitze in _einer_ Stunde. Wir -überschreiten bei der Station die Bahn, gehen auf dem Wege einige -hundert Schritte fort, lenken in den nach links sich abzweigenden Weg -ein und folgen nun den oberwähnten Strichen. Da das Steingeröll leicht -nachgibt, so ist beim Anstieg alle Vorsicht zu gebrauchen. Unter den -Höhlungen ist die _Michelshöhle_ die hervorragendste. An ihrem Eingänge -ist die gewaltige Basaltsäule beachtenswerth. Diese Felsart finden wir -längs der östlichen und südlichen Seite des Bořen. Dieser Berg ist -überhaupt eine der ersten Zierden des an malerischen Schönheiten und -geognostischen Merkwürdigkeiten so überaus reichen Mittelgebirges, er -ist der Stolz der Gegend. - -Die Aussicht vom Bořen ist überraschend schön; wir übersehen die -westliche Seite des Teplitzer Thales mit den prächtig bewaldeten, -schluchtenreichen Abhängen des Erzgebirges. Im Norden sehen wir -zu unseren Füssen das freundliche Städtchen Bilin und den reizend -gelegenen »Sauerbrunn«, weiter links Dux mit seinem stattlichen -Kirchthurme, dem gräflich Waldstein'schen Schlosse sammt Park, dann -weiter am Fusse des Erzgebirges das romantisch gelegene Stift Ossegg. -Aus der Teplitzer Ebene ragt der Schlossberg empor und erweckt unsere -Aufmerksamkeit, rechts davon sehen wir die Ruine Kostenblatt, noch -weiter rechts, gerade in östlicher Richtung die Klotzberge, den -Radelstein, der Milleschauer ist verdeckt. Im Süden erblicken wir -den Millayer Berg 504 m, weiter den Hoblik von derselben Höhe und -schliesslich die Launer Berge, im Westen den Böhmisch-Zlatniker Berg, -Brüx mit dem prächtigen Schlossberge, im Nordwesten hebt sich Eisenberg -aus dem Grün der Tannen und Buchen hervor, und weiterhin verfolgt das -Auge den Rücken des Erzgebirges. - -Eine eben so schöne Aussicht bietet der _Ganghofer Berg_, dessen -Gesteine deutlich die Verwandtschaft des Klingsteins mit gewissen -Prophyr-Abänderungen zeigen. Er erhebt sich westlich über dem -»Sauerbrunn«, ist leicht zu besteigen, da nahezu bis zum Gipfel schön -angelegte Promenadenwege führen. - -Ein bequemer Fahrweg führt in 20 Minuten langsamen Gehens zu dem -niedlichen Städtchen _Bilin_. - - - - -Bilin. - - - =Gasthöfe=: »Hohes Haus,« »Weisser Löwe«, beide am Marktplatz. - - =Post- und Telegrafenamt= (ersteres Lange Gasse, letzteres - Wenzelsplatz). _Aussig-Teplitzer Bahn_ mit dem Bahnhof - Preschen, 10 Minuten entfernt; _Prag-Duxer Bahn_ mit den - Stationen Sauerbrunn und Bilin. _Bielathalbahn_, Verbindung mit - Aussig. - - =Fahrgelegenheiten=: _Postomnibus_ zum Bahnhof in Preschen. - -Die Stadt zählt beiläufig 5000 Einwohner, liegt an der Biela, welche -die Stadt selbst von der Brüxer Vorstadt trennt und hier den von -Südosten kommenden Zischken-Bach aufnimmt. Im Süden erhebt sich der -Bořen, im Westen der Ganghofer Berg, im Norden, hinter der Teplitzer -Vorstadt, der grosse Chlum, im Osten der Schlossberg, dessen -Fortsetzung der Hradischt heisst. - -=Geschichtliches.= Die Erzählungen von der »Fürstin Bila«, die schon -744 hier ein Schloss erbaut und dem Orte, sowie dem Flusse den Namen -gegeben haben soll, dann von den »Bilinen«, einem čechoslavischen -Stamme, der sich zu Ende des 5. Jahrhunderts hier an den Gestaden der -sanft dahingleitenden Biela ansiedelte, dürften in das Bereich der -Sagen gehören. Indessen sind echte geschichtliche Ueberlieferungen -von der ehemaligen »Provinz Bilin« vorhanden, welche schon vor dem -11. Jahrhunderte im Auftrage der böhmischen Herzoge von eigenen -Grafen verwaltet wurde. Unter König Wenzel II., der von 1223 bis 1253 -regierte, erhielt _Hogerius_, der Truchsess dieses Königs, die Burg -und die Stadt Bilin für sich und seine Erben als Geschenk. Im J. 1342 -wird in den Urkunden einer Schule erwähnt. Albrecht von Berka verlieh -der Stadt im J. 1365 gewisse Privilegien und wurde 1381 vom Kaiser -Karl IV. mit Bilin belehnt. Im Husitenkriege, wo sie dem Albert von -Kolditz gehörte, wurde sie 1421 erobert und verwüstet. Im J. 1426 -bemächtigte sich der Stadt Jakubko von Wřeschowitz, der sich von ihr -den Namen Bilinský beilegte. Nach seinem Tode fiel sie wieder an die -Herren von Kolditz und gelangte dann 1464 an die Herren Popel von -Lobkowitz. Von dieser Zeit verblieb sie bei dieser Linie, welche mit -dem Grafen Leopold von Lobkowitz im Jahre 1707 männlicherseits erlosch. -Die Tochter Eleonora Carolina vermählte sich mit Philipp Fürsten von -Lobkowitz, Herzog zu Sagan und vermachte ihm die Herrschaft Bilin. Ihm -folgte 1748 sein Sohn Ferdinand Fürst von Lobkowitz, Herzog zu Sagan, -diesem 1796 sein Sohn Franz Josef, Fürst von Lobkowitz, Herzog zu -Raudnitz, und diesem Moritz Fürst von Lobkowitz, Herzog von Raudnitz, -der gegenwärtige Besitzer. - -=Sehenswürdigkeiten=: Das stattliche Fürst Lobkowitz'sche _Schloss_ -mit seinem schönen Parke. Dasselbe überragt die Stadt, und wurde um -das J. 1680 von Christof Freiherrn von Lobkowitz erbaut. Es enthält -eine Menge unterirdischer Gänge, worin man alte Pfeile und andere -Gegenstände gefunden; die schöne _Pfarrkirche_ ist auch zu beachten. -Sie wurde schon 1061 gegründet, besteht aber in ihrer jetzigen Gestalt -erst seit 1573. Bemerkenswert sind noch die _neugebaute Schule_ und das -_Gerichtsgebäude_. - - -Touren: - -_Radek-Werschetiner Berg-Suttomer Berg-Skalken-Kostial-Lobositz_ -oder umgekehrt. (Wir wählen zum Standorte _Bilin_ oder von der -entgegengesetzten Seite, je nachdem der Tourist kommt, _Lobositz_.) - -_Bilin-*Radelstein._ Zum _Radelstein_ entweder über Kutschlin und -Rasitz (mit Führer) oder über Radowesitz und Stepanow. Dieser Berg -liegt inmitten des Mittelgebirges und bietet uns von seinem Rücken -ein interessantes Bild. Er ist nicht, wie die anderen Berge des -Mittelgebirges, spitzig, sondern zeigt einen breiten, waldigen Rücken, -dessen höchste Erhebung ein ebenes, rundes, frischgrünes Plateau -bildet. Dieses ist ringsum von mächtigen Steinwällen eingefasst, hinter -welchen sich dunkles Nadelholz erhebt; nur ein kleiner Lärchenwald -macht sich bemerkbar und kennzeichnet den Radelstein schon von der -Ferne. Die Steinwälle stammen offenbar aus altheidnischer Zeit her. -Hier bestand gewiss eine heidnische Cultusstätte, wie auf dem Deblik -bei Leitmeritz, dem Hradek bei Gross-Czernosek, wo sich derartige -Steinwälle gleichfalls vorfinden. Ueberreste von Burgen sind es, wie -die Sage berichtet, nicht, da Mauerreste nicht zu entdecken sind, und -eine gänzliche Beseitigung derselben von so hochgelegenen Punkten nicht -möglich ist. - -In dem hier befindlichen Forsthause wird uns eine Erfrischung -verabreicht. Die schönste Aussicht geniessen wir von der Hütte auf der -Südseite des Plateaus. Im _Süden_ erblicken wir zwischen den Launer -Bergen die Stadt Laun, rechts davon den Hoblik und den Millayer Berg; -im _Südosten_ präsentirt sich uns die Hasenburg, rechts davon die -ausgedehnte, fruchtbare, von der Eger durchschnittene Ebene. Links -von der Hasenburg sehen wir im Hintergründe den prächtigen Georgsberg -(Říp) bei Raudnitz, im Vordergrunde den Kostial mit seiner Ruine, -an seinem Fusse links den hohen Thurm von Skalken. Weiter links -erblicken wir die Elbe mit der Brücke bei Leitmeritz, das sich hinter -dem Lobosch verbirgt, und weiter links am Horizont den Wilschberg und -Geltsch, zwischen denselben den Ronberg und in weiter Ferne hinter -diesem den Jeschken. Auch der Milleschauer und die Berge bei Aussig -sind sichtbar. Im Norden ist der Horizont durch das Erzgebirge, aus -dem das Mückenthürmchen und der Schneeberg hervorragen, begrenzt und -im Westen erscheint der Böhmisch-Zlatniker, der Ganghofer Berg und im -Vordergrunde die dunkle Masse des Bořen. Die Aussicht ist grossartig -und es steht zu erwarten, dass die Touristen diesem Punkte künftighin -eine solche Aufmerksamkeit schenken werden, wie er es verdient. - -Östlich vom Radelstein liegen der _Suttomer Berg_ und _Skalken_, -südlich von diesen der Werschetiner Berg -- auf derselben Strasse wie -zum Radelstein von Bilin in 2 bis 3 Stunden zu erreichen. Suttom und -Skalken liegen ¼ Stunde auseinander. Der Suttomer Berg ist leicht zu -ersteigen und bietet eine schöne Aussicht. Das Dorf hat eine schon im -J. 1388 bestandene, in ihrer jetzigen Gestalt aber erst 1716--1724 -durch Anna Sigismunda Gräfin von Hřzan, damalige Besitzerin des Gutes -Skalken, erbaute Pfarrkirche. Südöstlich davon liegt das Dorf Wlatislav -im Thale des Modelbaches. Es sollte eigentlich Wlatislav heissen, -da es ehedem eine wohlbefestigte, von dem Saazer Herzog Wlastislav -erbaute Stadt gewesen, aber schon im J. 936 vom Prager Herzog Boleslaw -I. zerstört worden sein soll. Die Spuren einer dreifachen Schanze auf -einer Anhöhe nördlich vom Dorfe hält man für Ueberreste der ehemaligen -Burg. Am südlichen Flügel des Schlosses im Dorfe Skalken erhebt sich -auf einem schroffen Felsen ein alterthümlicher, 18·9 m hoher ovaler -Thurm, mit 3·7 m dicken, sehr festen Mauern, welche aus weissen -Bausteinen bestehen; in das Innere konnte man früher nur von der -steilsten Seite des Felsens mittelst einer 3·7 m über dem Boden in der -Mauer befindlichen viereckigen Oeffnung gelangen. Höchst wahrscheinlich -ist es ein sogenanntes Burgverliess gewesen. Die Aussicht ist ungemein -lieblich, da den Felsen ein herrlicher Kranz von vulcanischen Bergen -umgibt. Auf der Strasse südlich von Watislav kommen wir in einer halben -Stunde nach _Woborzitz_, in dessen Nähe sich der _Woborzitzer Berg_, -der _Werschetin_, 426·6 m hoch, befindet und dann nach dem Dorfe -Podseditz mit den Granatengruben und einer Granatenfabrik. - -Südöstlich von Skalken (etwa ¾ St.) liegt der _*Kostial_, ein schön -geformter Basaltfels, der auf seinem Scheitel die malerischen Trümmer -einer Burg trägt. Dieser Punkt, sowie die Hasenburg sind von _Lobositz_ -besser und angenehmer zu erreichen, und es empfiehlt sich die Theilung -der Tour von _Bilin_ nach _Lobositz_ in die Touren: Bilin-Radelstein -und Lobositz-Hasenburg-Kostial bis einschliesslich Suttomer Berg. -Auf den Kostial gehen wir von Lobositz südwestlich auf der Strasse -über Sullowitz (½ St.), Jentschitz (¾ St.) und wenden uns hier rechts -nach dem ¾ St. südöstlich von Skalken gelegenen Dorfe Kostial, am -östlichen Abhange des Kostialer Berges. Von da gehen wir in westlicher -Richtung auf den Berg und erreichen ihn in einer halben Stunde (für den -ganzen Weg von Lobositz 2 St.) Die Aussicht ist sehr lohnend. Südlich -begegnen unsere Blicke der herrlichen Hasenburg, im Hintergrunde der -Stadt Budin, südwestlich und westlich in der Ferne dem Hoblik und -Millayer Berge und in der Nähe dem Werschetiner Berge, dem Radek, -weiter nach Nordwesten dem Radelstein, den Klotzbergen und im Norden -dem Milleschauer, im Hintergrunde dem Erzgebirge mit dem Schneeberg, -rechts vom Milleschauer dem Kletschen, östlich der Elbe mit den -Städten Lobositz und Leitmeritz, dem Radobyl und dem hohen Geltsch und -südöstlich dem Georgsberg mit der Stadt Raudnitz am Fusse desselben und -weit im Hintergrunde der Stadt Melnik. - -Der Abstieg erfolgt nach der Stadt Trebnitz, südlich am Fusse des -Kostialer Berges und am Modelbache, sowie an der Lobositzer Strasse -gelegen. In der Pfarrkirche, welche schon seit dem J. 1384 besteht, -sind 2 kunstreiche Alabasterbilder. Auch befindet sich hier ein in den -Jahren 1573 bis 1575 geschriebenes Cancionale in böhmischer Sprache -aus 470 kalbledernen Blättern bestehend und nach damaliger Weise -mit schönen Malereien, Goldbuchstaben, Initialen u. s. w. verziert. -Von da gehen wir auf der Strasse südlich nach Chodolitz und biegen -vor dem Orte Klapay links auf die _*Hasenburg_ ab (2¼ St.). Das ist -ein steiler, 413 m hoher und aus Basalt bestehender Berg, welcher -durch seine schönen, zu Tage entblössten Säulengruppirungen dem -wissenschaftlichen Forscher sowohl als dem Naturfreunde überhaupt -ein hohes Interesse bietet. Auf der Hasenburg liegen die Ruinen -der alten Burg Klapay, welche aus zwei hohen, weit in die Ebene -sichtbaren Thürmen besteht. Der eine dieser Thürme ist viereckig und -wird gewöhnlich der weisse, der andere runde aber der schwarze Thurm -genannt. Diese Burg soll schon im J. 874 erbaut worden sein; im J. -1336 ist sie an die Familie der Hasenburge gekommen und wird auch seit -dieser Zeit Hasenburg genannt. Im J. 1431 wurde sie von den Taboriten -erobert und von ihnen gänzlich zerstört; seitdem ist sie nicht mehr -bewohnt worden. - -Die Aussicht ist prachtvoll. Im Norden das Erzgebirge, in derselben -Richtung, sowie im Nord-Westen, Westen die wiederholt oben (siehe -Kostial) angegebenen herrlichen Punkte unseres höchstinteressanten -Mittelgebirges, im Osten der Georgsberg, südöstlich die Stadt -Libochowitz mit Schloss und Kirche und nach diesen beiden Richtungen -hin, die herrlichen, fruchtbaren Thäler der Eger und Elbe mit -zahlreichen Städten, Dörfern und Weilern. - -_*Der Milleschauer._ Derselbe ist 834 m hoch und besteht aus -Klingstein. Unter den einzelnen Bergen des Mittelgebirges nimmt er -den ersten Platz ein. Die weite und reizende _Aussicht_, welche -man von hier über einen sehr beträchtlichen Theil unseres schönen -Heimatslandes, namentlich auf das Erzgebirge, das Teplitzer- und -Bielathal, weit über das rechte Elbufer, wo das Iser- und Riesengebirge -den Horizont begrenzen, ferner nach Südosten und Süden über Rakonitz -bis in die Umgebungen Prags und selbst noch jenseits der Hauptstadt -über das rechte Moldauufer hinaus geniesst, machen diesen Berg zu -einem der herrlichsten Standpunkte für den Bewunderer mannigfaltiger -Naturschönheiten und eines mit den Gaben der Ceres überschütteten, -durch Gewerbefleiss blühenden, nach allen Richtungen hin mit Städten, -Flecken und Dörfern bedeckten Landes. Die Zahl der Besucher dieses -herrlichen, bis zur Spitze reich bewaldeten und höchst interessanten -Berges ist sehr gross und steigert sich von Jahr zu Jahr. Die oben -befindliche Restauration entspricht in Bezug auf Qualität der Speisen -und Getränke und Unterbringung der Gäste in den geräumigen, mit allem -Comfort ausgestatteten Mooshütten allen Anforderungen. Die Wege nach -dem Milleschauer sind recht bequem. - - -Touren nach dem Milleschauer: - -_Teplitz-Borislau-Pilkau_ (4 St. zu Fuss -- bis Pilkau ein guter -Fahrweg -- in Pilkau gibt es Esel und Tragsessel für diejenigen, welche -nicht steigen können oder wollen). Wir gehen auf der Strasse nach -Lobositz in südöstlicher Richtung nach Auperschin (1 St.), Schallan -(¾ St.), am Abhange des Mittelgebirges endlich nach Borislau (½ -St.), bereits hoch im Mittelgebirge; dieses Dorf hat eine im J. 1717 -neuerbaute und 1820 auf Kosten des Fürsten Johann von Clary restaurirte -Kirche mit einem Gemälde von einem unbekannten Meister, den Märtyrertod -der hl. Katharina darstellend; dasselbe wird von Kennern sehr gelobt. -Nach einer halben Stunde erreichen wir, rechts von der Strasse -abbiegend, das am Fusse des Milleschauer liegende Dorf Pilkau, von wo -aus wir die Spitze des Berges in einer Stunde auf einem gut erhaltenen, -steilen Wege erreichen. - -_Aussig-Türmitz-Kosten-Staditz-Tschochau-Borislau-Pilkau_ (5 St.). In -einer halben Stunde erreichen wir von unserem Standquartiere Aussig den -Ort Türmitz, an beiden Ufern der Biela gelegen, setzen unseren Weg im -Bielathal fort und kommen nach Kosten und Staditz; in letztem Orte, dem -Geburtsorte Přemysl's, dem Gemahl Libuša's, verweilen wir einige Zeit, -lassen uns die Haselstaude, in welche sich die von Přemysl in die Erde -gesteckte Ruthe verwandelt haben soll, zeigen und besichtigen noch das -sogenannte _Königsfeld_, d. i. das Feld, wo Přemysl pflügte, als ihn -die Gesandten der Libuša fanden. Nach Passirung der Orte Tschochau und -Borislau erreichen wir auf der schon berührten Tour über Pilkau unser -Ziel. (Für diese Tour können wir auch die Bielathalbahn bis zur Station -Tschochau-Hlinai benützen; siehe überdies Bereisung von Teplitz über -Tschochau.) - -_Lobositz-Billinka-Wellemin-Milleschau-Milleschauer._ - - - - -Lobositz. - - -=Lobositz= liegt an der Mündung des Modelbaches in die Elbe, Stadt mit -etwa 4000 Einwohnern. - - =Gasthäuser=: »Hôtel Post« am Bahnhof, »schwarzes Ross«, - »goldener Löwe«; »Dampfschiffrestauration an der Elbe« mit - prächtiger Aussicht, schöner Garten. -- »Hôtel zur Eisenbahn«. - - =Post- und Telegrafenamt.= -- =Eisenbahn- und - Dampfschifffahrts-Station.= - - =Fahrgelegenheiten.= -- =Schwimmanstalt.= - -Bei Lobositz verlässt die Elbe die westliche Richtung, schlägt die -nördliche ein und strömt mit derselben mit einigen kleinen Abweichungen -bis Zirkwitz. Die mit zahlreichen Ortschaften, Wein- und Obstgärten -bedeckten Ufer- und Bergabhänge zu beiden Seiten des Stromes gehören -unter die reizendsten Gegenden nicht bloss von Böhmen, sondern von ganz -Oesterreich-Ungarn. - -In Lobositz sind viele _Fabriken_ und _Industriewerke_ im Betrieb, -darunter bedeutende Zuckerfabriken, eine Dampfmühle, und die -grossartige Cichorienfabrik von Tschinkel. _Die Pfarrkirche_ ist -ein in den Jahren 1733 bis 1743 von Grund aus neu errichtetes -schönes Gebäude, welches im Presbyterium den aus der vorigen alten -Kirche aufbewahrten Marmorgrabstein der am 7. März 1702 verstorbenen -Markgräfin _Maria Franziska_ von _Baden_ und _Hochberg_, geb. -Landgräfin von Fürstenberg, enthält. Von den Glocken trägt eine die -Jahreszahl 1532, die andere 1691. - -In dem herrschaftlichen _Schlosse_ befinden sich die fürstlich -Schwarzenberg'schen Wirthschaftsämter und ein Saal für chemische -Untersuchungen. Bei der Erhebung des Ortes Lobositz zum Range einer -Stadt unter Kaiser Rudolf II. im J. 1600 (zu deren Erinnerung im J. -1776 auf Kosten des damaligen Primators Johann Georg Tscherney die St. -Procopius-Säule auf dem Marktplatze errichtet wurde) erhielt Lobositz -das Recht, ein eigenes Wappen zu führen und an jedem Freitage einen -Wochenmarkt zu halten. Das Wappen enthält zwei Thürme im blauen Feld -und ein offenes Thor mit einem Schutzgitter und einem Löwen darunter. -Die Stadt ist reich an geschichtlichen Momenten. In den Jahren 1315, -1648, 1680 und 1742 richteten die Pest und andere Seuchen in der -Stadt und Umgebung grosse Verheerungen an, woran noch die Namen -der »Pestkirchhöfe« und einige Merkzeichen in der Gegend erinnern. -Während der Husitenkriege wurde Lobositz besonders in den J. 1420 und -1426 sehr hart mitgenommen. Im 30jährigen Kriege hatte es in den J. -1634, 1635 und 1639 von den Schweden grosse Drangsale zu erdulden. -Am 1. October 1756 fand hier am Fusse des Lobosch-Berges die erste -Schlacht im 7jährigen Kriege statt. Nach der Schlacht bei Kolin, dann -in den J. 1759 und 1773 hatte es abermals viel zu leiden. Wiederholte -Feuersbrünste verursachten auch vielfachen Schaden. Am 13. Februar 1809 -wurde die Stadt sammt dem Schlosse ganz eingeäschert. Kaum hatte sie -sich von diesem Unglücke erholt, als 1813 der verhängnissvolle Krieg -zwischen Frankreich und den verbündeten Mächten ausbrach und die Stadt -die Nähe des Kriegsschauplatzes mehrere Monate hindurch schmerzlich -empfinden liess. - -Von Lobositz gehen wir auf der Strasse in nordwestlicher Richtung -nach _Billinka_ (¾ St.) auf einer sanften Anhöhe. Bevor wir die Tour -auf den Milleschauer fortsetzen, statten wir von hier aus dem rechts -(östlich) von der Strasse gelegenen _*Lobosch_ 568 m einen Besuch ab. -Derselbe ist nach Süden und Osten durch keine Vorberge gedeckt und -gestattet deshalb eine herrliche Uebersicht von einem grossen Theile -des ehemaligen Leitmeritzer und Rakonitzer Kreises. (Der Besuch dieses -Berges empfiehlt sich mehr von Lobositz über Welhota.) Von Billinka -wandern wir auf der Strasse über Wellemin nach _Milleschau_, einem -Dorfe am südöstlichen Abhange des »_Milleschauer_«. Hier befindet sich -ein grosses und sehr schönes von Kaspar Zdenko von Kapliř im J. 1682 -auf einem hohen Felsen erbautes Schloss und ein grosser Obst-, Gemüse- -und Ziergarten. Von Milleschau aus erreichen wir auf einem guten, -stellenweise sehr steilen Wege die Spitze des Berges. - - -_Bilin-Kostenblatt-Tschentschitz-Milleschauer._ Von Bilin nach -Kostenblatt 1 Meile, und von da, am besten mit Führer, in östlicher -Richtung meist durch Wald nach Tschentschitz (¾ St.), hoch im Gebirge, -am Abhange des »Milleschauer«. Hier kann der Führer entlassen werden. - - - - -H. Der Besuch des böhmischen Erz- und Mittelgebirges von Teplitz aus. - - - - -Teplitz - -(221 m. Seehöhe). - - - =Gasthöfe=: »König von Preussen« (Stephansplatz); »Hôtel - Post«, »Stadt London« (beide Lange Gasse); »Altes Rathhaus« - (Marktplatz); zur »Riesenburg« (Graupnergasse); »Kronprinz - Rudolf«, »blauer Stern« (beide Bahnhofstrasse); »Neptun« - (Mühlstrasse); »Schwarzes Ross« (Kirchengasse); »Preussischer - Hof« und »Wigand's Hôtel« (Kurpark). - - =In Schönau=: »Haus Oesterreich« (Neubadallee), »Hermannsburg« - (Badegasse von Schönau). Zimmer von ½ bis 3 fl. täglich, - Bedienung 30 kr., Licht 30 kr., Suppe 12 kr., Braten 40--80 - kr., Kaffee 20--24 kr. Gutes Brod, vorzügliche Biere und Weine. - - =Weinstuben=: »Fleck« (Lange Gasse), »Rüdesheim« - (Lindenstrasse), »3 Aepfel« (Badeplatz). =Restaurants= ausser - den oben genannten Gasthöfen: »Leitmeritzer Bierhalle« - (Schulplatz), »zum Erzherzog Stephan« (Königstrasse), - »Günther's Bierhalle« (Alleegasse), »Kursalon«. - - Gartensalon im Schlossgarten, Askonas, isr. Restauration, - Edmundsstrasse zu drei Rosen, zum Felsenkeller, zum hohen Haus - (Mühlstrasse), Germania (Steinbadgasse), Glaser, Weilburg - (Lindenstrasse). - - Die Reihenfolge ist durchaus nicht mit Rücksicht auf - verschiedene Güte zusammengestellt. - - -Stadt Schönau: - - Merkur, Stadt Warschau, Rosenlaube, Ordensband. - - Das Couvert zumeist à la carte von 1--2 fl. Table d'hôte - weniger üblich. - - =Kaffeehäuser=: Kursalon, Theater, Stadt Dresden. Mehrere - vorzügliche Konditoreien. - - Ausserdem befinden sich auf bedeutenderen Ausflugsorten zumeist - vortrefflich eingerichtete Sommerrestaurationen, wo neben - allerlei Erfrischungen, Mineralwässern, auch kalte und warme - Speisen für civile Preise dargeboten werden. - -Kurgäste finden in etwa 230 Häusern in Teplitz und mehr als 80 in -Schönau Logis. Da dieselben auch in anderen Häusern in der Stadt -Unterkunft finden, so können zu einer Zeit wohl gegen 3000 derselben -ihre Kur geniessen. Bei der Ankunft in Teplitz ist es nicht rathsam, -sich am Bahnhofe von Agenten, Gepäcksträgern und Droschkenkutschern, -die sich in eigennütziger Weise an den Fremden herandrängen, eine -Wohnung anempfehlen zu lassen. Man kann da leicht in schlechte oder -von den Bädern sehr weit entfernte Wohnungen geschickt werden, die -dann wiederum aufgegeben werden müssen. Man lasse sich durch die -gewöhnlichen Versicherungen dieser Agenten, es sei alles überfüllt -etc., ja nicht ängstlich machen. Wer nicht schon vorher eine Wohnung -bestellt hat oder von verlässlicher Seite in ein gutes Haus empfohlen -ist, der thut am besten, zunächst in ein Hôtel zu fahren, dann einen -Arzt bezüglich der Wahl des Bades zu consultiren und dann eine Wohnung -in der Nähe des verordneten Bades zu suchen. Die Täfelchen »Logis« -zeigen derlei Häuser an; ein weisser Streifen darüber gibt an, dass das -Haus momentan keine Wohnung abgeben kann. Die Miethpreise, die sich per -Woche verstehen, sind je nach der Saison verschieden und variiren im -Sommer von 5--25 fl., im Winter von 3--12 fl. Das Frühstück wird meist -im Logis genommen, im Gegensatze zu anderen Kurorten. Doch kann bei der -grossen Zahl Kurhäuser nie Wohnungsnoth eintreten. Dem stets wachsenden -Zudrang des Kurpublikums entsprechen grosse und zweckmässige Neubauten -der letzten Jahre. - -Auskünfte über Wohnungen, sowie Kurangelegenheiten jeder Art ertheilen -die Bürgermeisterämter von Teplitz und Schönau, der städtische -Badeinspector in Teplitz und in den meisten Fällen auch die Badeärzte. - - =Lesekabinet= im Kursalon. Es liegen auf: die Kur- und - Fremdenlisten der besuchtesten Badeorte, ferner eine bedeutende - Anzahl Zeitungen politischen und belletristischen Inhaltes in - 9 europäischen Sprachen. Kurgäste haben freien Zutritt. Im - Damensalon ein Klavier zu freier Benützung. Billardsaal. - - Der Kurort Schönau hat ebenfalls ein reich eingerichtetes - Lesekabinet. - - =Buchhandlungen=: Ernst Pörzler (Seumestrasse) und H. Dominicus - (Königsstrasse). Beide haben Leihbibliotheken, reichlich - ausgestattet mit den neuesten Erscheinungen der Literatur, auch - in fremden Sprachen. - - =K. k. Postämter=: Teplitz, Schlossplatz, Schönau, Badeg. 85. - - =K. k. Telegrafenamt=: Waisenhausgasse (7 Uhr Früh bis 9 Uhr - Abends). - - =K. k. Hauptzollamt=: Schlossplatz 14. - - =K. k. Bezirkshauptmannschaft=: Marktplatz 26. - - Die =Communalbehörden= sind: In Teplitz der Magistrat, - Marktplatz, in Schönau das Bürgermeisteramt, Neubadallee. - - In der Königsstrasse und in der Langen Gasse befinden sich - Banken und Wechselstuben. - - =Eisenbahnen=: _Aussig-Teplitzer_ Bahn (Linie: Komotau-Aussig). - _Dux-Bodenbacher_ (Linie: Komotau-Bodenbach). Der Bahnhof der - letzteren ist etwa 15 Minuten von der Stadt entfernt, doch - fahren zu allen Zügen Omnibusse. - - Ein- und zweispännige Wägen mit festgesetztem Tarif nach - allen Richtungen. Rollwagenführer im Dienstmanninstitut - (Graupnergasse). An den Bahnhöfen eigene Gepäckträger. - Omnibusse nach Eichwald und Probstau. - - =Stadttheater= im Kurpark, das ganze Jahr hindurch - Vorstellungen; es werden Operetten, Schau- und Lustspiele - gegeben. Im Sommer gastiren daselbst oft Künstler der - bedeutendsten Bühnen. Anfang 7 Uhr. - - =Kurmusik=: _Teplitz._ Die Kurkapelle spielt täglich Morgens - im Kurgarten, Mittags 11--1 Uhr im Schlossgarten; Montag und - Freitag Nachm. 5--7 im Kurgarten. - - Tanzreunionen finden gewöhnlich Samstag Abends im Gartensalon - statt. - - _Schönau._ Militärkapelle jeden Mittwoch und Samstag Nachm. - 5--7 Uhr; Donnerstag u. Sonntag Vorm. 9--10½ Uhr im Schönauer - Musikpavillon. - - =Zeitungsagentur=: Erwähnenswerth ist die Zeitungsagentur - (Königsstrasse), welche alle Zeitschriften zu Originalpreisen - anbietet. - - Die Kurtaxe zahlt jeder Fremde, der sich länger als 8 Tage - aufhält, nach vier Ständeklassen. Gewisse Stände sind davon - befreit, doch zahlen sie wie alle Fremden, die sich länger als - drei, aber weniger als 8 Tage aufhalten, die Musiktaxe (50 kr.). - - =Kuranstalten=: Bäder sind in _Teplitz_: das Stadt-, Kaiser-, - Stein- und Stefansbad (Eigenthum der Stadt Teplitz), Fürsten- - und Herrenhausbad (Eigenthum des Fürsten Clary), Sophienbad, - (Eigenthum der israel. Kultusgemeinde). - - _In Schönau_: Das Schlangenbad (dem Kurort Schönau gehörig), - das Neubad (fürstlich). - -Alle in- und ausländischen Mineralwässer sind in der städt. -Mineralwasserniederlage (Badeplatz) und im Schlangenbad (Schönau) zu -haben. Das Wasser der Stadtbadquelle, welches bei gewissen Krankheiten -ärztlich verwendet wird, ist im Kurgarten und im Stadtbad unentgeltlich -zu haben. Hier sei auch das 54 m lange und 15 m breite Schwimmbassin, -mit klarem Gebirgswasser gefüllt, erwähnt. Dasselbe befindet sich im -westlichen Theile des Turnerparkes, etwa 15--20 Min. vom Centrum der -Stadt entfernt. Der Bau ist in mancher Beziehung sehenswerth. - -Die Balneologen rechnen die Teplitzer Thermen zu den chemisch -indifferenten, d. h. solchen, die wenig fixe oder gasförmige -Bestandtheile enthalten. Indessen ist das Teplitzer Thermalwasser -reicher an fixen Bestandtheilen, als andere indifferente Thermen und -unterscheidet sich besonders dadurch, dass das kohlensaure Natron -prävalirt. Ueber ihre oft wunderbare heilende Wirkung zu sprechen, -dürfte nicht hier der Platz sein. Auch ist sie weithin bekannt. Die -ebenfalls bekannte Katastrophe, die die Urquelle am 13. Feber 1879 -traf, kann, ihr eigentlicher Abschluss mag sein, wie er will, nur die -Folge haben, dass das Wasser, welches früher selbst herausfloss, jetzt -aus der Tiefe künstlich hervorgeholt wird. - -Diese Hauptquelle speist das Stadt-, Sophien-, Fürsten-, Herrenhaus- -und Kaiserbad. Ueberhaupt haben alle Quellen in Bezug auf ihren -stofflichen Gehalt nur wenig Differenzen; sie unterscheiden sich -hauptsächlich durch ihre Temperatur; so hat die Neubadquelle und die -Hauptquelle 35° R., die Schlangenbadquelle 31° R., die Stein- und die -Stefansbadquelle etwa 30° R., die Wiesenquelle (im Stefansbad) und die -Sandbadquelle (im Steinbad) haben 26° R. - -In einigen Bädern wird eine hinreichende Menge gereinigten Moores mit -Thermalwasser zu einem mehr oder minder konsistenten Brei gekocht, -und es werden diese Moorbäder auf verschiedene Weise verwendet. Der -Moor, welcher in der Umgebung von Teplitz (Dreihunken und im Seegrund) -gestochen wird, besteht aus einem Gemenge einer eigenthümlichen -humusartigen Säure und in Zersetzung begriffener Pflanzenreste. - -Die Benützung der warmen Quellen muss in eine sehr alte Zeit -zurückgehen. Vielleicht haben schon römische Mercatores da ihre -Heilung gefunden und haben aus Dankbarkeit der Quell-Nymphe jene -Silbermünzen dargebracht, die man 1879 daselbst gefunden hat. Nach -der Christianisirung des Landes verlegt die Sage die Auffindung -der Quellen auf den 29. August 762 unter der Regierung des Herzogs -Nezamysl. Die zwei Spitzthürme in der Kirchengasse beim Eingang in den -Schlossgarten gelten für die ältesten Gebäude von Teplitz. Die Sage der -Quellenauffindung erzählt eine lateinische Inschrift auf einem in der -Nähe der Hauptquelle befindlichen Steine; sie ist bekannt: weidende -Schweine sollen die Quelle aufgewühlt haben. - -Im Jahre 1153 erbaute Judith, Gemahlin des Herzogs Vladislav, hier -ein Benediktiner-Nonnenkloster, welches aber in den Hussitenkriegen -spurlos unterging. Nach 1544 wurden die ersten zweckentsprechenden -Bäder erbaut, das Schloss auf dem Schlossberg restaurirt und die -Schlosskirche gegründet. 1585 nimmt Janusch von Schönberg den Bürgern -die Bräugerechtigkeit, die bis auf heute Eigenthum der Besitzer -geblieben ist. - -Seit 1653 ist Teplitz im Besitze der Clary-Aldringen. 1848 hörte für -die Stadt das Unterthänigkeitsverhältniss auf und der Kurort wurde zur -selbstständigen Stadt. - -Der Besuch von Kurgästen und Passanten ist während der Sommersaison (1. -Mai bis Ende September) ein sehr starker und nimmt stetig zu. (Im Jahre -1879 über 32.000.) - -Es dürfte aber auch kaum einen zweiten Kurort geben, der eine so -mannigfaltige, an Naturschönheiten überreiche Umgebung aufzuweisen -hätte und in dieser herrlichen Umgebung soviel interessante Punkte -bieten könnte, wie Teplitz-Schönau. Es hat in den letzten zwei -Decennien sich ungemein ausgedehnt; der Handel und die Industrie haben -einen grossen Aufschwung genommen, so dass ein grosser Theil der Stadt -dem Badeleben fast ganz entzogen ist. Die zur Aufnahme der Kurgäste -bestimmten Häuser liegen in der Nähe der Bäder und sind zum grössten -Theil bequem und elegant eingerichtet. Das gesunde Klima und die -schöne Umgebung hat viele Fremde, besonders Pensionisten und Rentiers -zur dauernden Niederlassung in Teplitz bewogen. Die breiten, gut -gebahnten Wege, die herrlichen wohlgepflegten Anlagen, die Alleen dicht -belaubter Bäume, dann die Gelegenheit häufiger Vergnügungen und die -Möglichkeit, alle Wünsche in Bezug auf Liebhabereien und Luxusartikel -hier befriedigen zu können, machen den Aufenthalt in Teplitz angenehm, -so dass der Andrang der Passanten und Touristen, wie schon bemerkt, -jedes Jahr grössere Dimensionen annimmt. Besonders sehenswerth ist -der _Kurpark_. In seinem nördl. Theile steht das Theater, ein grosser -Renaissancebau. Es kann etwa 1000 Personen fassen. Unweit ist eine -Säule, welche eine Uhr, ein Thermo-, Hygro- und Barometer, die -Quellenanalyse und die täglichen Daten der metereologischen Station -enthält. Der Säule gegenüber ist die städtische Trinkanstalt. Einige -Schritte davon steht ein allegorisches Standbild, im J. 1862 zur -Feier des 1100jährigen Jubiläums der Quellenauffindung errichtet. Am -südlichen Theile steht das Herrenhaus und daran anschliessend ein -grossartiger Neubau, _das Gartengebäude_. Im Osten befindet sich -das Kaiserbad, ein prachtvolles, im altfranzösischen Mansardenstyl -aufgeführtes Gebäude. Anstossend daran der Kursalon mit dem -Lesekabinet. Unweit davon ist der Musikpavillon, auch wird in der Nähe -das Wasser der Urquelle zum Trinken verabreicht. - -Durch die Graupnergasse, den Marktplatz und die lange Gasse, die durch -eine grosse Zahl eleganter Läden sich auszeichnet, gelangt man auf -den _Schlossplatz_ mit dem fürstl. Claryschen Schlosse (1751 erbaut), -der Schlosskirche (1568), der Dekanalkirche (um 1700) mit einigen -künstlerisch werthvollen Altarbildern. Durch das Schloss kommt man -in den fürstlichen _*Schlossgarten_, ein bescheidener Name für einen -herrlichen Park, wie ihn nur wenige Städte aufweisen können. Die -Baumriesen zeigen, dass er schon vor Jahrhunderten angelegt ist. Die -schönen, breiten, dicht beschatteten Alleen, die reizenden Wiesen mit -herrlichen Durchsichten und grossartigen Baumgruppen, zwei grosse -Wasserbassins, die Bemühungen der modernen Gartenkunst, sowie die mit -den seltensten exotischen Pflanzen gefüllten Treibhäuser, zahlreiche -Ruhebänke machen ihn zum beliebtesten Aufenthalt. Während der Mittags -abgehaltenen Concerte ist er der Sammelpunkt von allem, was der Kurort -an Geschmack, Schönheit und Eleganz aufweisen kann. - -Mit dem Kurpark hängt der _Seumepark_ zusammen, ein umgewandelter -alter Friedhof, mit dem Grabe Seume's (gest. 16. Juni 1810), das -wohl bald ein würdiges Denkmal haben wird. Daran schliessen sich -die neuerrichteten _Payeranlagen_, überragt von dem Mont de Ligné, -(Restauration und reizender Aussichtspunkt). (Pavillon 1831 erbaut; im -Volksmunde von der Aehnlichkeit »Pfefferbüchse« genannt.) Durch die -Lindenstrasse, die diese Anlagen begrenzt und in welcher sich eine -Reihe Badespitäler, darunter das sächsische und preussische befinden, -gelangt man in den _Kaiserpark_, eine ebenfalls reizende Anlage der -Neuzeit mit schöner Rundsicht. Man erblickt hier die neue, im streng -gothischen Style erbaute _kath. Kirche_ von Schönau, das _Stefans-_ -und _Steinbad_, das grossartige k. k. Militärspital und davor den -Musikpavillon. Anschliessend befinden sich wieder Parkanlagen, und -zwar die Neubad-Allee, die Humbolds-Anlagen und die mit schönen Villen -geschmückte Giselastrasse, welche zum _Teplitzer Bahnhof_ führt, einem -grossartigen Gebäude mit einem pompösen Wartesaal. Vor demselben -befinden sich auch Gartenanlagen. - -Von Gebäuden wären noch zu erwähnen: _Die evangelische Kirche_ -(Elisabethgasse), eine stylvolle Basilika (1861 gebaut). Auf der -Freitreppe eine _der *schönsten Aussichten_. In derselben Gasse wird -sich auch der israel. Tempel befinden, der auch ein Monumentalbau -werden dürfte. In der Jägerzeile steht die Loretto-Kapelle mit der -fürstl. Claryschen Familiengruft. - - -Spaziergänge. - -1. _Die *Königshöhe_ (3 Wege hinauf). Bei dem Monument des langjährigen -königlichen Freundes von Teplitz, Friedrich Wilhelm III. schöne -Aussicht. - -Sehenswerth ist die _Schlackenburg_ (Restauration und camera obscura), -ein eigenthümlicher Bau mit vielen kleinen Zimmern, aufgeführt von -einem einzigen Mann in mehr als 20 Jahren aus Ziegelschlacken und -Feldsteinen. - -Von der Plattform eine der reizendsten Rundsichten über das Thal -zwischen dem Erz- und Mittelgebirge. Ebenso bieten die Restaurants -_*Bella vista_ und _*Belvedère_ prächtige Fernsichten. Hier ist auch -das Schiesshaus der über 300 Jahre alten Schützengesellschaft mit -einer interessanten Autographensammlung und dem Memorialbuch. An dem -Vogel- und Scheibenschiessen können sich auch Fremde betheiligen. Nahe -an demselben wird in dem Kesselhause der Dampf erzeugt, der die im -Schachte der Urquelle eingebauten Maschinen treibt. - -2. _Die *Stefanshöhe_ in Schönau mit einer lohnenden Aussicht über die -Stadt. - -3. _Der Turnerpark_ bei dem mit Teplitz zusammenhängenden grossen und -wohlgebauten Dorfe Turn, ¼ St. nordwestl. von Teplitz auch zugleich an -Schönau anstossend. Er hat mächtige Buchen und Eichen und bietet daher -angenehmen Schatten, ist sehr anmuthig und im englischen Geschmack -angelegt. Hinter der auf einer Anhöhe stehenden Restauration ist eine -sehenswerthe Porphyrgruppirung, anschliessend beginnt die Kalkformation. - -4. Von da, an der Schwimmschule vorüber und durch den Ort Turn kommt -man zu einem Promenadenweg, der nach _*Probstau_ (¾ St. nördlich von -Teplitz) führt. Er ist reich an landschaftlichen Reizen, besonders -in der Nähe des Angerteiches. Probstau ist wegen seines grossen, -schattigen Waldparkes und der guten Restauration (Café) immer sehr -besucht. - -5. Vom Schlossplatz, durch die Jägerzeile, beim Mauthhaus links -und den Berg hinan führt der Weg auf die _*Bergschenke_ (½ St.), -Restauration mit sehr lohnender Aussicht über das Teplitzer Thal. Die -zahlreich erwähnten Aussichten unterscheiden sich sehr von einander -durch die Abwechslung, die sie stets bieten. An die Bergschenke stösst -der wenig gepflegte Galgenbusch. Verfolgt man den Katharinasteg -und einen durch zahlreich auf einander folgende rothe Punkte, die -an Bäumen und Steinen angebracht sind, bezeichneten Waldung, so -erreicht man die _*Helm's Ruhe_ (nach dem Teplitzer Bürger Anton Helm -benannt). Man wird hier durch ein herrliches Panorama, das von den -früheren Aussichten wesentlich verschieden ist, angenehm überrascht -sein. Der etwa 1000 Schritte von der Restauration (Bergschenke oder -Bergschlösschen) entfernte 379 m hohe _*Wachholder-Berg_ bietet eine -grossartige Rundschau. Eine Menge Ortschaften werden durch die Höhen -des Mittelgebirges und den weiten Bogen des Erzgebirges begrenzt. - -Eine wiederum schöne Rundsicht bietet _*der Schlossberg_ (½ St.). Man -erreicht ihn, wenn man durch Schönau, am Neubad vorbei, eine breite -Strasse geht, die bis an seinen Fuss führt. Man kann entweder auf -schönen Promenadenwegen oder der neugebauten, an Serpentinen reichen -Strasse hinauf gelangen. - -Auch kann man die bei dem verfallenen Thore am Fusse befindlichen -Esel benutzen. Der Berg selbst, eine auf Basalt und Porphyr gelagerte -Phonolythmasse, wird von einer Burg gekrönt. Ihre Gründungszeit -ist unbekannt, doch ist wahrscheinlich, dass dieser sowohl zur -Vertheidigung als zur Beherrschung eines grossen Gebietes eminent -günstige Ort schon in uralter Zeit befestigt gewesen sei. Am Fusse -desselben stand das ehemalige Kirchdorf Daubrawitz, jetzt nur ein -Meierhof, von dem die Burg auch in früherer Zeit den Namen hatte. -Im Jahre 1585 kam sie in den Besitz der Kinsky, welche sie durch -holländische Baumeister restauriren und einen Thiergarten anlegen -liessen, von welchem noch die Thormauer am Fusse erhalten ist. 1615 -erbte sie Wilhelm Kinsky, ein Vetter und Schwager Wallenstein's, der -in Eger am 22. Febr. 1634 ermordet wurde. Kaiser Ferdinand II. verlieh -sie mit den Herrschaften Teplitz und Pinsdorf an den General Grafen -Aldringen, nach dessen Ende (bei Landshut im Gefechte am 20. Juli 1634) -ging sie an seine Schwester Anna über, vermählte Clary; die Clary's -hatten mit kaiserl. Rescript vom 24. Mai 1653 Namen und Wappen der -Aldringen zu führen. Während des dreissigjährigen Krieges war die Burg -mehrmals im Besitze der Schweden gewesen. Im Jahre 1655 liess sie der -kaiserliche Hof mit Rücksicht darauf, dass sich leicht Raubschaaren -dort festsetzen könnten, schleifen und seit dieser Zeit liegt sie in -Trümmern. Die Restauration, die theils kasemattenartig in die Mauern -eingebaut ist, theils einen modernen Holzbau bildet, ist als sehr gut -zu bezeichnen. Die Rundsicht ist prachtvoll. Man sieht einen grossen -Theil des Mittelgebirges, das den Milleschauer überragt, den Biliner -Felsen, die Gegend bei Brüx, den ganzen Zug des Erzgebirges mit seinen -zahlreichen Städten, Flecken und Dörfern, das Kulmer Schlachtfeld und -die Höhen bei Aussig. Geht man auf der Prager Strasse durch Schönau, -an der Gasanstalt vorbei bis zu einer Gerberei, biegt rechts um, so -gelangt man auf einem Pfade in einer halben Stunde südöstlich von -Teplitz zur Fasanerie (zum Dorfe Zwettnitz gehörig), einem waldartigen -Park mit hübschen Spaziergängen. In der Försterswohnung eine kleine -Restauration. Die Aussicht erwähnenswerth. - - -=I. Touren= (in das Mittelgebirge und auf den Milleschauer siehe oben -von Bilin, beziehungsweise Lobositz aus). - -Als besonders bemerkenswerthe Touren empfehlen sich von Teplitz -aus in der Richtung gegen das anmuthige Bielathal folgende: 1. Man -geht entweder auf der Strasse über Auperschin (Bielathalbahn) nach -Welboth (durch die Prager Strasse in Schönau), oder man biegt bei der -Ueberbrückung des Saubaches durch die Strasse links ab, geht auf einem -Fahrwege nach Wisterschan, dann an der Schule vorbei und gelangt, -indem man fort dem Bache nahe zu bleiben trachtet, über Neuhof in ein -hübsches Thal, an dessen Ende das Dörfchen Kozlike sich befindet; von -hier geht der Weg nach Welboth. Verfolgt man nun die Strasse nach -Hertine, so bietet dieses Dorf, unweit der Bielabrücke von Welboth, ein -reizendes Bildchen. Der es überragende Berg heisst nach einem kleinen -Dörfchen _der Frauschieter Berg_. Von Hertine (Bahnstation) geht man -längs der Geleise der Bielathalbahn nach Prosanken. Ein sehr hübscher -Wiesenweg führt uns nach Tschochau (Station), einem grossen Dorfe mit -einem Bräuhaus und einigen ziemlich guten Wirthshäusern (besonders -böhmische Krone; bisher etwa 3 Stunden). In kürzerer Zeit erreicht man -Tschochau auf dem ebenfalls nicht uninteressanten Wege über Drakowa -auf der am Fusse des Schlossberges vorbeiführenden Strasse, dann über -Quikau, Suchey, an dem über 360 m hohen Jedowinberg vorbei über -Habrzie und Hlinai. - -Von _Tschochau_ aus lassen sich mehrere hübsche Partien machen, und -zwar zunächst nach _Staditz_; schon nach einer kleinen halben Stunde -kommt man zu dem sogenannten Königsfelde, das noch vor dem Dorfe einem -Försterhause, zugleich Restauration, gegenüber liegt. Es ist dies wohl -die älteste Stätte Böhmens, die die Sage nennt. Hier soll das weisse -Pferd, das Libuša, die Tochter des ersten Tschechenherzogs Krok, zum -Aufsuchen des Bräutigams ausschickte, den vom Pflügen ausruhenden -Wladyken Přemysl gefunden und durch Stehenbleiben und freudiges Wiehern -als den erwähnten Bräutigam bezeichnet haben. Er wurde Stammvater des -Jahrhunderte lange herrschenden Přemyslidengeschlechtes. - -Eine andere Version der Sage erzählt, dass Libuša unter der Führung -des weissen Pferdes Leute ausgeschickt habe, die den als Bräutigam auf -den Wyschehrad führen sollten, der auf einem eisernen Tische essen -würde. Und Přemysl ass sein Brod auf der Pflugschar des umgekehrten -Pfluges. Die Sage hat manchen verwandten Zug mit den Stammsagen der -indoeuropäischen Völker. Auf dem Königsfelde, das bis jetzt in dieses -Jahrhundert steuerfrei gewesen ist (?) und von dessen Haselstaude, die -aus der von Přemysl gesteckten Ruthe abstammen soll, die Früchte zur -königlichen Tafel nach Prag geliefert wurden, hat Graf Erwin Nostitz, -der Besitzer von Türmitz, 1841 ein Denkmal errichten lassen. (Siehe -Seite 178.) - -Es ist das ein, auf zwei Terrassen ruhender grosser Steinwürfel mit -zwei Reliefdarstellungen, von denen die eine das Zusammentreffen der -Gesandtschaft, die zweite den Einzug Přemysl's in die Burg Wyschehrad -darstellt. Sie sind ein Werk von Max. Das Ganze krönt ein eiserner -Pflug von bedeutender Dimension. Von da führt ein Weg durch das -malerische Bielathal über das Dörfchen Kosten nach _Türmitz_ (Station -der Aussig-Teplitzer Bahn), einem recht aufstrebenden Orte mit einer -grossen Zuckerfabrik. Die ganze Partie beansprucht etwa 5 Stunden. - -Eine andere Partie von Tschochau aus ist folgende: Auf der Strasse nach -_Nabrowan bis Razeine_, von da links ab nach _Dubitz_ und dann bis -zu dem vom Orte etwa 10 Minuten entfernten Kirchlein. Hier geniesst -man einen Einblick von seltener Schönheit in das prachtvolle Elbthal. -Gegenüber hat man die pittoreske Gestalt des Deblikberges, an dessen -Fusse das Dorf Tirkowitz liegt. - -Geht man nun von dem Kirchlein, das Gesicht zur Elbe gewendet, rechts -ab, so gelangt man auf einem mehrfache hübsche Aussichten bietenden -Wege zur Eisenbahn- (Staatsbahn) und Dampfschifffahrtsstation -Praskowitz. (Der ganze Weg von Tschochau etwas über 3 Stunden.) -Freunden romantischer Aussichten, auf allerdings etwas beschwerlichen -Wegen, seien die Touren empfohlen von Tschochau über _Suchey_ nach -_Höben_ und von da entweder über _Qualen_ nach _Salesl_ (Station d. -Staatsb. und des Dampfschiffes) oder auf das gegenüberliegende Ufer, -eine kleine ¼ Stunde elbeabwärts nach Sebusein (Station der Nordwestb. -und des Dampfschiffes). (Der ganze Weg bequem 3 Stunden.) Auch führt -von Stöben ein Weg, der landschaftliche Schönheiten bietet, über den -Rücken des _Glaberberges_ und dann in einer Thalsenkung über die -kleinen Ortschaften Elbogen und Augiesel oder auf der Strasse durch -den Wald nach Türmitz (2 gute Wegstunden). Der erwähnte Glaberberg -bildet jene steilen, von den Fahrgästen des Dampfschiffes oft -bewunderten Wände des Elbthales, die bei dem kleinen Oertchen Wannow, -dem letzten am linken Elbufer vor Aussig, eine besonders interessante -Form annehmen, ein Werk der sich mühsam durchbrechenden Wässer. Sie -sind unter dem Namen Wannower Wände oder Felsen bekannt. Den Endpunkt -dieses mächtigen Bergrückens bildet die Ferdinandshöhe 205 m hoch bei -Aussig, ¼ St. entfernt, eine der prachtvollsten Aussichten weit über -das Elbthal bietend; die geringe Mühe des Aufstieges ist durch dieses -liebliche Panorama wohl belohnt. (Siehe Aussig!) Endlich sei noch einer -an landschaftlichen Reizen reichen Tour gedacht: _von Tschochau über -Nabrowan nach Razeine_. Hierauf verfolge man einen in oos. Richtung -gehenden Pfad, der bei dem letzten Wirthshause rechts von der Strasse -ablenkt. Man gelangt nach einigem Steigen zu einer coulissenartigen -Digression des Bergzuges, welche ebenfalls einen herrlichen Ausblick -über ein anderes Stück des Elbthales bietet, gegen Lobositz, -Theresienstadt und den lang gedehnten Rücken des Radobil am anderen -Ufer. - -Wer Zeit hat, mache den sehr lohnenden Umweg über das Dörfchen -Padloschin. Er wird, von hier nach Norden auf dem Fahrwege abbiegend, -eine lohnende Augenweide finden -- einen Blick in das tiefliegende -Elbthal. Dann geht es ohne besondere Schwierigkeiten nach Praskowitz -herab. Bemerkt sei noch, dass es von hier einen an hübschen -Perspectiven reichen Weg nach Leitmeritz (2½ St.) gibt und zwar über -das Praskowitz gegenüber liegende Libochowan und Kamaik. - -2. _Von Teplitz nach Kostenblatt._ Es sind dahin 2 Wege. Auf dem -einen gelangt man, wenn man an dem Kesselhause der Stadtbadquelle, -zwischen der Königshöhe und dem Schlossgarten durchgeht, den Weg bis -an das Eck des letzten verfolgt und, dann links abbiegend, durch den -sogenannten Lipnaibusch, wo sich eine Einsiedelei befand, jetzt -alles verwildert, fortgeht, eine Gruppe alter Eichen bleibt links -- -bis in das Dörfchen Pittling. Darauf steigt man nach Welbine herab, -und der Weg geht über die nahe an einander liegenden Orte Liessnitz, -Ratsch, Webeschan und Welhenitz nach Kostenblatt. Hier beim Düwock -ein Gasthaus. Das Schloss, dem Grafen Czernin gehörig, ist ein Neubau -aus dem Jahre 1864. ¼ St. vom Dorfe liegt die hochinteressante -Ruine Kostenblatt, 570 m hoch, wohl eine mit von den schönsten des -Landes. Aus ihrer reichen Geschichte sei erwähnt, dass sie von einem -sagenhaften Kostomlat gegründet, im Jahre 1350 einem Ritter Žerotin -gehörte, dessen Nachkommen noch in Mähren leben. Von 1422 an war die -Burg Eigenthum des deutschen Ordens, dessen letzter böhmisch-mährischer -Landcomthur Albrecht von Duba sich hierher zurückzog (1422--30). -Der hussitischen Berennung widerstand die Burg mit Erfolg. Doch -eroberte sie 1434 Jakoubek von Wřesowitz und zerstörte grösstentheils -die Befestigungen. Georg von Podiebrad, dessen Familie -- früher -von Kunstadt, später von Podiebrad genannt -- sie nachher gehörte, -verbrachte hier einen Theil seiner Jugend. Nach der Schlacht am weissen -Berge wurde sie dem letzten Besitzer Ulrich Kostomlacky von Wřesowitz -confiscirt und gelangte schliesslich in den Besitz der gräfl. Familie -Ledebour, der sie bis jetzt angehört. Die Aussicht vom Wartthurm, auf -den eine bequeme Wendeltreppe hinaufführt, ist überaus lohnend. Man -übersieht den weiten Bogen des Erzgebirges und die dazwischen liegende -Ebene; die dichtbewaldeten Kuppen des Mittelgebirges in wechselnder -Form heben sich kräftig von dem in nebelhafter Ferne verschwindenden -Hintergrunde ab. Nicht vergessen sei die kleine Restauration daselbst. -3. Ein _anderer_ Weg nach Kostenblatt (etwa 2½ St. lang, reicher an -Abwechslung, geht von Teplitz auf der Bilinerstrasse bis Kradrob. -Fussgänger können hier bei der Schmiede links einbiegen und gelangen -auf einem Wege nach Křemusch (1 St. von Teplitz). Hier ist ein schönes, -dem Grafen Ledebour gehöriges Schloss mit einem prächtigen Parke. -Ein angenehmer Fahrweg führt aus dem Parke zur Teufelsmauer, einer -wildromantischen Partie des Bielathales. Es ist das ein steiler, durch -Basaltlava gebildeter Abhang. Von hier eine schöne Aussicht über das -Bielathal. - -Von Křemusch hat man nach Kostenblatt zwei Wege, einen näheren -über Dollanken, Wohontsch (Station der Bielathalbahn, eine kleine -halbe Stunde von Křemusch), Niemetschen, Poratsch und Aupoř, reich -an herrlichen Ausblicken über ein stets wechselndes Panorama nach -Kostenblatt (etwas über 1 Stunde). Der weitere Weg führt von Křemusch -über Hostomitz nach Schwatz (½ St.) (Station Schwatz-Kuttowitz), dem -Mensalgute des Prager Erzbisthums. Der einst berühmte Schlossgarten -ist sehenswerth. Die ganze Gegend wird Geologen und Mineralogen -viel Interessantes bieten. Eine grossartige Rundschau bietet der -Basaltkegel hinter dem Dorfe, der sogenannte Paraplüberg. Von Schwatz -geht der Fahrweg in 1 St. nach Kostenblatt. Von da aus kann man noch -folgende interessante Touren machen. 1. Durch anmuthige Wälder über -Milleschau am Fusse des davon benannten Milleschauer nach Wellemin (2 -St.) zu dem reizenden _Wopparna-Thale_. Bei Kleintschernosek kommt -man heraus und vergesse nicht hier in der ureigentlichen Heimat des -berühmten Weines eine diesbezügliche Quellenstudie zu machen. Indess -hat es in der neuesten Zeit damit einige Schwierigkeiten, aber damit -soll ja jedes Quellenstudium verbunden sein. 2. Nach Radowesitz (¾ -St.), dann weiter auf der über Trebnitz (am Fusse des Kostial) nach -Lobositz führenden Strasse bis zu einem rechts befindlichen Hegerhause -(keine Restauration) (etwa 1½ St.). Von hier geht durch eine Rodung -ein in seinem letzten Drittel etwas steiler Weg auf den altehrwürdigen -Radelstein. Ich sage altehrwürdig, denn es bestand hier eine uralte -Culturstätte. (Siehe von Bilin aus! Retour nach Bilin und von da mit -der Bahn nach Teplitz.) - - -II. Die Ebene zwischen dem Erz- und Mittelgebirge. - -Hier sei von der im Süden des Erzgebirges gelegenen Ebene nur jener -Theil in Betracht gezogen, der von Teplitz nördlich liegt. Etwa von -Kulm schrumpft sie in ein mehr oder minder schmales Thal zusammen, -in welchem sich bis Bodenbach das Geleise der Dux-Bodenbacher Bahn -befindet und soweit erstreckt sich auch dieses Thal. In der Ebene ist -die Braunkohlenformation vorherrschend, fast ausschliesslich in ihrem -westlichen Theile. Im östlichen Theile treten allmählich und mit dem -ansteigenden Terrain desto mehr zusammenhängend Basalt, basaltische -Tüffe und Conglomerate, Phonolithe und Trachit, aus welchen das -zwischen dieser Ebene und dem Elbthale sich erhebende Gebirge besteht, -welches daher auch im Allgemeinen den Charakter des Mittelgebirges -trägt. - -In der Ebene erblickt man daher zahlreiche Kohlenwerke und infolge -des Reichthums an Kohle sind hier zahlreiche Industrie-Etablissements -entstanden, so dass diese Gegend zu den bevölkertsten und productivsten -Gebieten unseres Vaterlandes gehört. - -Doch hat sie auch noch ein anderes Interesse. Sie ist »ein Tanzplatz -des blutigen Ares.« Es sind seit den ältesten Zeiten hier viele blutige -Schlachten geliefert worden. Schon 1040 besiegte hier der Herzog -Břetislav die von Meissen kommenden Truppen des deutschen Kaisers -Heinrich II. Im J. 1126 umzingelte Herzog Soběslav die vereinigten -Heere des Königs Lothar und des Markgrafen Otto von Meissen. Diese -erlitten hier eine schwere Niederlage. Nach deutschen Quellen fielen -hier über 270 Grafen und Edle. Der Grossmuth Soběslav's verdankte -Lothar den freien Abzug. Das Treffen fand am Sernitzbache statt, der, -im Erzgebirge entquellend, bei Kulm und Karbitz vorbeifliesst und -unweit von Aussig in die Biela mündet. Viel blutiger aber war die -Schlacht am 16. Juni 1426. Die Hussiten hatten unter Prokop auf dem -niedrigen, zwischen Karbitz und Türmitz sich hinziehenden Bergrücken, -der Bihana, ihre Wagenburg errichtet. Das Kreuzheer der Deutschen -rückte durch die Pässe des Erzgebirges herein und griff die Hussiten -an. Die wehrten den Angriff ab und gingen nun selbst vor. Es entstand -nun ein furchtbares Gemetzel. Die Hussiten wüthend darüber, dass -man auf ihr Ansuchen, am Sonntag die Waffen ruhen zu lassen, nicht -eingegangen war, gaben keinen Pardon. Die Biela soll, wie eine Chronik -meldet, an diesem Tage roth zur Elbe geflossen sein. 15.000 Theilnehmer -des Kreuzzuges deckten die Walstatt. Bei einem Baume auf der Bihana -zeigt man das sogenannte Blutloch, wo 14 sächsische Heerführer den -Tod fanden. Aussig wurde vernichtet und lag 3 Jahre öde. Eine grosse -Zahl von Burgen und Schlössern, viele Klöster sanken in Ruinen. Und -noch einmal sollte dieser Boden mit Blut gedüngt werden. Am 27. Aug. -1813 hatte Napoleon die Verbündeten bei Dresden geschlagen und diese -zogen sich zum Theil in die Pässe des Erzgebirges zurück und zwar Fürst -Schwarzenberg über Dippoldiswalde und Altenburg, Ostermann und Barcley -auf der über Peterswalde nach Teplitz führenden Strasse. Vandamme -sollte sie mit 30.000 Mann verfolgen und die Niederlage vollständig -machen. Am Tage der Dresdner Schlacht war er von Pirna aufgebrochen und -drängte den russischen General Ostermann-Tolstoi über die Nollendorfer -Höhe in die Ebene herab. Ostermann, die grosse Gefahr der Verbündeten -sehend, suchte mit seinem Häuflein Russen, etwa 8000 Mann, die -Franzosen so lange aufzuhalten, bis sich die Preussen und Oesterreicher -genähert hatten. Am 29. August hielt er, trotzdem ihm eine Kanonenkugel -den linken Arm zerschmettert hatte, Stand, bis endlich Abends 6 Uhr -Schwarzenberg ihm Hilfe schickte. Vandamme besetzte Kulm und erwartete -Hilfe von Napoleon. Der aber theils im Glauben, dass Vandamme stark -genug sei, theils mit dem neuen Plane umgehend, die Nordarmee unter -Bernadotte anzugreifen, schickte sie nicht. Am 30. August stand daher -die Sache für die Franzosen ungünstig. Die beiden Divisionen des -Generals Colloredo hatten sich mit den Russen vereinigt und längs -der ganzen Strasse von Pristen an bis Arbesau wogte die Schlacht. -Die russische Angrifflinie ging vom Fusse des Gebirges über die -Kulmerstrasse von Pristen bis gegen Karbitz, die österreichische von -da bis gegen Deutsch-Neudörfel, Graf Colloredo hatte die Franzosen -umgangen und durch einen brillanten Angriff von der Střisowitzer Höhe -herabgedrängt. Die Preussen standen bei Arbesau. Mit welcher Heftigkeit -gekämpft wurde, konnte man an einem mässig starken Baume bei Kulm -sehen; er war von 60 Kugeln durchlöchert. Um 11 Uhr erschienen die -Preussen unter Kleist, besetzten die Peterwalderstrasse und griffen die -Franzosen an. Alle ihre Versuche, die Nollendorfer Höhe zu stürmen, -scheiterten. Die Reiterei unter Corbineau entkam allein. Nachdem sie -mit ausgezeichnetem Muthe gefochten, Vandamme war selbst verwundet, -mussten sich 10.000 Mann ergeben; 5000 lagen todt oder verwundet auf -dem Kampfplatze. Die Vernichtung eines ganzen französischen Corps, -die Gefangennahme eines erfahrenen und tapferen Generals (Vandamme, -einer der fähigsten und energischesten Generale Napoleons, geb. 5. -Nov. 1771 in Kassel, war 1799 bereits Divisionsgeneral, wurde nach -seiner Gefangennahme nach Sibirien verbannt, kehrte 1815 zurück und -starb, ohne mehr eine Anstellung zu bekleiden, den 15. Juli 1830 in -Kassel), erfüllte die Verbündeten mit neuen Hoffnungen. Für Napoleon -war diese Niederlage, sowie fast gleichzeitig verlorene Schlacht -an der Katzbach der Anfang in der verhängnissvollen Wendung seines -Schicksals. Der Sieg wurde in Teplitz, von wo am 31. Aug. der Bericht -in den Zeitungen veröffentlicht wurde, am 1. und 2. Sept. gefeiert. -Doch war noch nicht hier alle Gefahr beseitigt. Denn auf den Höhen des -Erzgebirges kam es zu neuen Gefechten. Napoleon zog einen grossen Theil -der Truppen zusammen und suchte über Nollendorf in Böhmen einzufallen. -Der wichtigste Tag war der 17. Sept. Die Franzosen waren bis Arbesau -vorgedrungen, Napoleon war in Nollendorf auf dem Kirchthurme; später -wurde ein Pferd unter ihm verwundet. Doch wurden seine Truppen -verdrängt und in grösster Unordnung zurückgeworfen, General Kreutzer -mit 2000 Mann gefangen. Hiebei zeichneten sich besonders Oesterreicher -unter Feldzeugmeister Grf. Colloredo-Mansfeld aus. Teplitz war während -dieser ganzen Zeit das Quartier der alliirten Monarchen. Kaiser Franz -wohnte im Schlosse, Kaiser Alexander im »goldenen Kreuz«, König -Friedrich Wilhelm im »Herrenhaus«. General Ostermann, der zuerst am -Schlachtfeld, ungefähr an der Stelle, wo jetzt das russische Monument -steht, amputirt wurde, lag im Hause Nr. 181 »Zur goldenen Brücke«, -wo er nochmals operirt und glücklich hergestellt wurde. Im Teplitzer -Thale hatte sich nun das ganze Hauptheer der Verbündeten an 200.000 -Mann gesammelt, um Anfangs October gegen Leipzig aufzubrechen. Es sei -aus dieser Zeit noch zweier Tage erwähnt. Am 9. Sept. 1813 wurden im -Teplitzer Schlosse die Freundschafts- und Allianz-Tractate zwischen -Oesterreich, England, Russland und Preussen unterzeichnet und -ratificirt. Am 27. Sept. wurde der Jahrestag der Thronbesteigung Kaiser -Alexanders gefeiert. Die russische Garde hatte in Turn im Hause Nr. 37 -einen Saal für 300 Personen errichtet; an dem Festmahle nahmen die drei -Monarchen, sowie die Spitzen der Diplomatie und der Heere Theil. - -Mehr wie ein halbes Jahrhundert hat die Spuren des Krieges verwischt, -aber jeder wird der gefallenen Helden gedenken, wenn seine Blicke -den Denksäulen begegnen, die in dankbarer Verehrung den Kämpfern -jener Tage errichtet wurden. Sie stehen alle an der Strasse, die von -Teplitz über Kulm nach Peterswalde führt. Das nächste, etwa 1½ St. -von Teplitz entfernte ist das russische, unweit von Pristen, welches -auch in künstlerischer Beziehung das hervorragendste ist. Auf einem -Granitsockel erhebt sich das Fussgestell, welches die 9 Fuss hohe -Nachbildung der in Brescia aufgefundenen geflügelten Siegesgöttin -Victoria trägt. Die Vorderseite hat eine lat. Inschrift, welche das -Factum vom 28. Sept. 1813 berichtet, die der Rückseite gibt den Tag -der Grundsteinlegung (am 29. Sept. 1835) und die Namen der Monarchen, -welche Zeugen dieser Feierlichkeit waren, die zweite und vierte Seite -enthalten ebenfalls lat. Widmungsinschriften, ohne, wie mehrfach in -Führern zu lesen ist, die Namen russischer Krieger aufzuführen. Um das -Monument ist ein kleiner Garten; der in dem dabei befindlichen Häuschen -wohnende Veteran ist der Custos. - -Gleich hinter diesem Monument sieht man ein von der Strasse in einer ¼ -St. erreichbares Wäldchen. Das ist eine sehr denkwürdige Stelle. Denn -selbst eine geraume Zeit nach der Schlacht stellte es sich heraus, -dass im Waldgebirge, auf allen Feldern, in Schluchten und Abgründen -eine Menge Schädel und Gebeine der Gebliebenen fast zu Tage lagen. Da -liess Josef Graf Westfalen durch hunderte von Arbeitern alle diese -menschlichen Ueberreste sammeln und in einem grossen gemeinsamen Grabe -feierlich beerdigen. Es steht dort über Felsenstücken ein Steinkreuz -und an seinem Fusse liest man die Worte: - - Hier ruhen die in den nahen Wäldern in neuerer Zeit noch - aufgefundenen Schädel und Gebeine von den an den Schlachttagen - 1813 Gebliebenen. - - Sie ruhen im Frieden. 1835. - -Die feierliche Einweihung geschah erst am 26. Aug. 1836. - -Von hier erreicht man bald Kulm[3] selbst. Hier ist ein Schloss -der Grafen Westfalen. Das Dorf hat etwa 120 Häuser und gegen -700 Einwohner. Als Gasthäuser sind die Morgenröthe und Gürtlers -Gastwirthschaft zu empfehlen. Nachdem in den Schlachttagen der ganze -Ort fast in Flammen aufgegangen war -- es blieben nur die Kirche, -das Pfarrgebäude und wenige Häuser verschont -- ist er in seiner -jetzigen Gestalt grösstentheils neu erbaut. Sonntag am 29. Aug. 1813 -ging es hier gar fröhlich zu. Vandamme hielt offene Tafel, der hier -vorgefundene Wein floss in Strömen. »Jeudi, messieurs nous dinerons -à Prague«, rief er seinen Offizieren zu. Es erfüllte sich die -Prophezeiung, er kam bald nach Prag, aber als Gefangener. Der Hügel -nördlich von Kulm bietet eine hübsche Aussicht, aber nicht nach allen -Seiten, und trägt die im J. 1691 errichtete Dreifaltigkeitskapelle. - - [3] Station der Dux-Bodenbacher Bahn, etwas über 20 Min. vom - Bahnhof entfernt, vom Karbitzer Bahnhof 1 Stunde. - -Auf derselben Strasse den Weg fortsetzend, gelangt man nach etwa einer -halben Stunde zu dem links von der Strasse stehenden preussischen -Monumente. Es ist einfach und anspruchslos, auf einem Piedestal erhebt -sich eine Spitzsäule,[4] die von einem eisernen Kreuze gekrönt wird. -Die kurze Inschrift lautet: Die gefallenen Helden ehret dankbar König -und Vaterland. Sie ruhen im Frieden. Kulm, 30. Aug. 1813. Es wurde vom -preussischen Könige Friedrich Wilhelm III. errichtet und am 30. Aug. -1817 feierlich enthüllt. Es ist daher das erste Monument. Rechts von -der Strasse liegt der Ort Arbesau mit etwa 400 Einwohnern in gegen 70 -grösstentheils neu gebauten Häusern. Einige Schritte auf der Chaussee -weiter, an dem Invalidenhäuschen und dem Wirthshause zur Post vorüber, -erblickt man rechts an der Strasse das österreichische Monument. Es -ist 54 Fuss hoch und stellt eine auf gemauertem Piedestal stehende -vierseitige Pyramide vor, deren Spitze der österreichische Doppelaar, -einen Lorbeerkranz haltend, schmückt. - - [4] Im Jahre 1857 wurde das Monument erhöht und man sieht nun - das Brustbild Friedrich Wilhelms III. und den preussischen - Adler. - -Am Fusse der Pyramide liegt der böhmische Löwe. Der unterste Würfel -trägt folgende Inschriften: - - Vorn: - - Den Feinden furchtbar, - den Seinen theuer. - - Rechts: Das österreichische Heer einem seiner Führer auf dem - Felde des Ruhmes. - - Hinten: Arbesau, am 17. Sept. 1813. - - Links: Dem Vaterlande und seinen Freunden zu früh entrissen. - -Weiter befinden sich am untern Theile der Pyramide folgende Basreliefs -und Inschriften: - - Vorn: Das Bildniss des Verewigten mit der Umschrift: - - Hieronymus Graf Colloredo-Mannsfeld, - k. k. General-Feldzeugmeister. - - Rechts: Geboren den 30. März 1775. - - Hinten: das gräfliche Wappen. - - Links: Gestorben den 23. Juli 1822. - -Eine Balustrade umgibt das Piedestal.[5] - - [5] Es sei noch erwähnt, dass Graf Colloredo unweit des - Denkmals ein Pferd unter dem Leibe verlor. - -Es ist das Denkmal vom österr. Heere errichtet und am 17. Sept., dem -Tage der Schlacht von Arbesau -- nicht zu verwechseln mit der Schlacht -bei Kulm -- im Jahre 1825 eingeweiht worden. - -In einer kleinen Entfernung davon befindet sich noch ein Denkmal, und -zwar am Bache auf dem freien Felde. Ein grosser unbehauener Felsblock -trägt ein 5 Fuss hohes eisernes Kreuz. Es ist das ein Andenken an den -am 30. Aug. 1813 gefallenen preussischen Major von Röder. Das Gitter am -Eingang trägt das Wappen des Verstorbenen. - -Das wären alle Denkwürdigkeiten der Ebene. Die am Fusse des Erzgebirges -liegenden Orte sind bei diesem erwähnt. - - -III. Das Erzgebirge und das Quadersandsteingebirge. - -(Von _Niklasberg_ bis zum _Elbethal_.) - -Diese beiden Gebirgssysteme sind geologisch wesentlich verschieden und -bieten daher landschaftlich ganz andere Bilder. Als Grenze zwischen -beiden kann man die von Königswalde über Tyssa nach Raitza führende -Strasse im allgemeinen gelten lassen. - -Das Erzgebirge hat hier keine Vorberge gegen die Ebene mehr. Die -Längenthäler hören ganz auf, die Querthäler werden oft schluchten- oder -passartig und führen auf das Plateau hinauf. In Beziehung auf die Höhe, -die am östlichsten Ende des Erzgebirges bei Nollendorf und Peterswald -bis zu 630 m. herabsinkt, sowie auf die Mannigfaltigkeit der Gliederung -steht dieser östliche Theil dem westlichen weit nach und je weiter man -ostwärts schreitet, desto grösser wird die Einförmigkeit, sowohl in -geologischer als orographischer Beziehung. - -Es zerfällt dieser Theil des Erzgebirges in zwei Gebiete. Das -des Porphyrs (desselben wie in Teplitz) von der Niklasberger bis -etwa zur Mückenberger Strasse, und das des Gneises, von hier bis -zum Quadergebirge. Doch findet sich Granit vor im Norden von -Ebersdorf und bei Sellnitz, der Spitzberg nördlich von Schönwald ist -merkwürdigerweise ein Basaltkegel. - -In touristischer Beziehung gehört dieser Theil zu den dankbarsten -Gebirgen. Man findet da herrliche Thäler mit schönen Wiesen und -bewaldeten Abhängen, schattige Wälder, reizend gelegene Ortschaften; -besonders anziehend sind die häufigen stets wechselnden grossartigen -Aussichten auf die Ebene mit ihren vielen Städten und Dörfern, -Feldern und Eichen und immer ist dieses Bild durch den Hintergrund -des gipfelreichen Mittelgebirges abgeschlossen. Die Wanderung ist -eine leichte, eine grosse Zahl guter Strassen und Wege bietet sich -dar. Auch für Unterkunft ist gesorgt, man findet in den weit sich -hinziehenden Wäldern bald Forsthäuser, die allerlei Erfrischungen im -Vorrath haben, bald erreicht man grosse Dörfer mit verschiedenartigen -Industrien. Diese haben Gasthäuser, in denen man das Nothwendige für -Ruhe und Erquickung vorfindet. Eine besondere Annehmlichkeit bietet -die längs des ganzen Gebirges sich am südlichen Abhange dahin windende -Dux-Bodenbacher Eisenbahn, man hat eine leichte Verbindung mit den -grösseren Städten (Teplitz, Brüx, Aussig, Bodenbach). Aber auch das -Plateau hat seine Reize, hier seien vorläufig nur erwähnt die weiten -Ausblicke in das Sachsenland. Und schliesslich hat noch das Erzgebirge -auch in diesem Theil etwas vor den anderen Gebirgen Deutschlands -voraus: ein fleissiges Volk wohnt da, jedes Dörfchen, jedes Städtchen -ist die Stätte ununterbrochenen Gewerbfleisses. - -Von Teplitz aus dürften sich folgende Touren am besten empfehlen: - - -I. Nach Kosten und Niklasberg. - -Kosten erreicht man am bequemsten, wenn man von Teplitz per Bahn -(Dux-Bodenbacher Bahnhof eine ¼ St. von der Stadt auf der Eichwalder -Strasse) dahin fährt, da die hinführenden Wege nur wenig Interessantes -haben. Die Station Kosten beim Orte selbst. Man gehe durch den Ort zu -der schon von weitem sichtbaren neuen Kirche zu, der Weg bietet eine -hübsche Aussicht auf das Gebirge und die Ebene. Unweit der Kirche ist -der Eintritt in den Park; die gerade ausführende Strasse führt über -Doppelburg nach Eichwald (1 St.), ein sehr zu empfehlender Weg, der -eine Fülle von schönen Waldpartien, Durchsichten, Wiesen bietet, und -speciell sei hier einer altehrwürdigen Eiche mit gewaltigen weithin -ragenden Aesten gedacht. Das Jagdschloss, dem Fürsten Lobkowitz -gehörig, hat eine sehr anmuthige Lage. Die an der Wegtheilung links -abgehende Strasse führt nach Niklasberg (1½ St.). Um nun zu dem -prachtvollen, aber wenig bekannten Aussichtspunkte _Wolfstein_ zu -kommen, verfolge man diese Strasse von Kosten aus fort immer gerade -aus. Nach einer ½ St. erreicht man das in Waldeseinsamkeit versteckte -Forsthaus Fuchshütte oder Fuchswarte, wo Erfrischungen zu haben sind. -Bisher können Wägen fahren. Wenn man auf einem ziemlich steilen Wege -etwa 20--30 Min. aufwärts gestiegen ist, achte man auf einen links -abgehenden schmalen, aber ausgetretenen Pfad. Schon nach wenigen -Minuten hat man die merkwürdige Porphyrformation des Wolfssteines vor -sich. - -Eine kleine Holzhütte bietet Ruhe und Erholung. - -Die Aussicht von hier wird von Vielen jener vom Mückenthürmchen -gleichgestellt. Man überblickt ein weites wechselvolles Panorama. Im -Norden und Osten ein herrlicher Wald, der sich stundenweit an den -Abhängen des Erzgebirges hinzieht, und den kein anderer Aussichtspunkt -in solcher Masse überblicken lässt. Gegen Süden und Westen die Ebene -mit allen ihren oft schon erwähnten Schönheiten, die den Blick auf sie -immer neu und immer reizend machen. - -Darauf geht es zurück auf jenen Weg, der dann nach etwa ¼ Stunde auf -eine Strasse trifft. Geht man nun nach links, erreicht man in einer -halben Stunde Niklasberg, nach rechts führt die Waldstrasse in etwa 1 -Stunde nach Eichwald. - -Niklasberg ist eine auf einem Abhange gebaute Bergstadt, die ehemals, -als noch der Silberbergbau sich lohnte, sehr wohlhabend war. Heute -leben die Einwohner (etwa 600) zumeist von der Oekonomie. Das -vorzüglichste Gasthaus ist das zum Rathhaus mit guter Unterkunft. -Empfehlenswerthe weitere Touren von hier sind: - -1. Nach _Zaunhaus und Rehefeld_ (königl. sächsisches Jagdschloss). Der -Weg, reich an landschaftlichen Schönheiten, geht rechts von der aus -Niklasberg nach Neustadt über die Grenze -- nächster grösserer Ort in -Sachsen ist Frauenstein (3 St.) -- führenden Strasse. Man steigt unweit -der Stadt (keine Viertelstunde) rechts auf den Hügel an der Strasse. -Die Partie über Rehefeld nach Altenberg oder Geising (beides sächsische -Städte mit guter Unterkunft) beträgt etwa 3 St. - -2. Zum _Jagdschloss nach *Eichwald_ (2 St.). Der Weg dahin ist eine -etwa 20 Min. steil aufsteigende, zerfahrene Waldstrasse. Später bietet -sie eine grossartige Aussicht über den waldigen Abhang in die Ebene. - -3. Nach _Klostergrab und Kosten_ durch den sogenannten _Hüttengrund_. -Es ist das ein sehr anmuthiger, von einem starken Bache durchrauschter -Thalweg. - -An seinem Ende eine gute Restauration. Von Niklasberg nach Kosten etwa -1½ St., so dass die ganze Tour über den Wolfsstein sich bequem in 4 -Stunden machen lässt. - - -II. Nach Eichwald-Doppelburg-Zinnwald. - -Von Teplitz führt nach Eichwald eine gute Strasse in 1 Stunde an -Zuckmantel vorbei, dessen Bessemerstahlwerk besichtigenswerth. -Auch zahlreiche Omnibusse stellen die Verbindung her mit diesem -aufstrebenden klimatischen Kurorte. Ein anderer, etwas längerer Weg, -der mehr Abwechslung bietet, führt durch die Orte Weisskirchlitz (auch -über Turn) und Wistritz an mehreren grossen Industrie-Etablissements -vorbei. - -_Eichwald_ -- der lohnendste und beliebteste Ausflugsort von Teplitz -aus -- erstreckt sich mit seinem oberen Theile tief in das Erzgebirge -hinein. Einen besonderen Reiz gewähren die zahlreichen Aussichtspunkte, -die immer wechselnde Bilder zeigen, sowie die sich weit hinziehenden -wenig oder nur sanft ansteigenden Spaziergänge durch die schattigen und -duftenden Waldungen, wo man eine würzige und kräftigende Luft athmet. - -Die Zahl der zur Aufnahme von Kurgästen vollkommen eingerichteten -Kurhäuser und der geschmackvollen Villen im steten Zunehmen begriffen. - -Kuranstalten sind die von Dr. Brecher vorzüglich geleitete -Kaltwasserheilanstalt und das im Jahre 1879 erbaute grossartige, -musterhaft eingerichtete Theresienbad. Beide bieten verschiedenartige -Bäder nach medicinischen Vorschriften. - - =Restaurationen= und =Gasthöfe=: Das Waldschlösschen, - Waldesruhe, Dankbarkeit und Theresienbad. Besonders kann das - letzte eine grosse Zahl Fremder aufnehmen. Die Preise sind im - Ganzen dieselben, wie in Teplitz. Die Kurtaxe beträgt 2 fl. per - Person. - - Ein =Post- und Telegraphenamt= ist ebenfalls im Orte. - - Besuch von Kurgästen (bis über 600 oft aus weiter Ferne) sowie - der Touristenverkehr sind im steten Aufsteigen begriffen. - -Um die Hebung des Ortes hat sich besonders verdient gemacht der -bekannte Industrielle Anton Tschinkel aus Lobositz, der auch im unteren -Theile des Ortes eine grosse Siderolithwaarenfabrik besitzt. - -Partien von Eichwald aus. - -In der unmittelbaren Umgebung, östlich von der Hauptstrasse: - -1. _Der Mühlberg_ mit einem »Tempel«, der eine grossartige Fernsicht -bietet. - -2. _Der Vogelherd_ (auch Schlichtelberg), dessen Aussicht deswegen -interessant ist, weil man keine Häuser, sondern nur weite Bergrücken -mit prachtvollen Waldungen überblickt. - -3. _Der Parapluieberg_ (nur ein kleiner Hügel), ein angenehmer -Ruhepunkt. - -Westlich von der Strasse auf _den Rehberg_. - -4. _Die Manfredterrasse_, von der man das ganze Eichwalder Thal mit -seinen Villen und Wohnhäusern übersieht. - -5. Die _Franz Josef-Terrasse_ (Restauration) mit einem weiten Ausblick -in die Ebene. - -Weitere Touren sind: - -_a_) _*Doppelburg_ (½ St.), ein 1703 im chinesischem Geschmacke -erbautes Jagdschloss in der Form eines achteckigen Sternes, dessen -Spitzen ebensoviel in den Wald gehauenen Alleen entsprechen. Die -Restauration unter hohen Bäumen vor einer Wiese. In ihrer Nähe immer -einige Hirsche, die durch Gewohnheit so zahm geworden sind, dass sie -sich dargereichtes Brod aus der Hand holen. - -_b_) _*Schweissjäger_ (20 Min.), ein mitten im Walde gelegenes -Försterhaus mit prachtvoller Fernsicht (Restauration). - -_c_) Das fürstliche _Lobkowitz'sche Jagdschloss_, auch _Jagdhaus_ -genannt (1½ St.). Man geht auf der Strasse von Eichwald gegen Zinnwald -bis zu der Lobkowitz'schen Brettmühle, von hier geht links eine Strasse -ab, die hinauf führt. Das Forsthaus liegt sehr hübsch, die Aussicht -lohnend. Der eigentliche Aussichtspunkt liegt etwa ¼ St. weiter, dürfte -aber gegenwärtig verwachsen sein. - -_d_) _Der *Seegrund_, eine angenehme Waldpartie, die für den Geologen, -Naturforscher und Forsttechniker manches Interessante haben wird. Man -geht auf der Zinnwalderstrasse bis zur Försterei Seegrund (auch eine -Mühle und Restauration) (von Eichwald 1½ St.) hier links ab durch -einen Durchschlag bis zu dem Moorgrund (gegen 2 St. Umfang), wo die -Mooskiefer in dem Torf- und Moosboden gedeihlich wächst. - -Dass solche Moore kolossale Wasserreservoire sind, sei als bekannt hier -nur erwähnt. - -_e_) _Zinnwald_, ein ausgedehntes Dorf, das in Böhmisch- und -Sächsisch-Zinnwald zerfällt. Von Eichwald etwa 2 St. entfernt. -Fussgänger mögen vor der Seegrundmühle oder gleich nach ihr die Strasse -rechtsab verlassen, um die letzte Serpentine zu vermeiden. - -Es liegt auf dem Kamme des Erzgebirges und hat den grössten Theil -des Jahres ein sehr rauhes Klima, das meist nur die Kartoffel -aufkommen lässt. Das Getreide wird selten reif, es muss oft noch -unter Schneewehen gemäht und kann dann nur als Viehfutter verwendet -werden. Wer da hinaufkommt, staunt über den klimatischen Contrast, den -schon eine Entfernung von 2 Stunden bewirkt. Wenn unten im Flachlande -drückende Hitze herrscht, ist hier oben eine kühlende Frische. In den -Sommermonaten ist daher ein Spaziergang hinauf sehr angenehm. - -Von Gasthäusern für längeren Aufenthalt und Nachtherberge sind -empfehlenswerth: »Zur Saxonia«, »Biliner Bierhalle« und »Der sächsische -Reiter.« - -Sehenswerth sind folgende Punkte: - -Auf der Strasse unweit vom österr. Zollamt bei einer alten Eiche ist -eine hübsche Aussicht auf den Schneeberg, den König- und _Lilienstein_; - -dann beim sogenannten »alten Forsthause« oder bei dem »Schupfenhau«; -und südlicher, mehr landeinwärts bei den »Brücken oder bei dem -Lugstein«, hier »Lochstein« genannt. Es ist hier der höchste Punkt von -Zinnwald. - -Ein weiterer herrlicher Aussichtspunkt ist der _*Geisinger Berg_ bei -der Stadt Altenberg und Geising (ersteres ¾ St., letzteres ½ St. von -Zinnwald) gegen Norden. Er soll einst ein Vulcan gewesen sein. Auf der -Spitze, zu der ein schöner Fussweg führt, steht ein Ahornbaum, der -durch eine Wendeltreppe erstiegen werden kann. Die Aussicht wird jeder -Besucher zu den schönsten zählen. - -In Altenberg sind die Pochwerke und Zinnschmelzereien, sowie die -»grosse Pinge«, eine Erdsenkung, sehenswerth. - -Von Zinnwald kann man in 1½ St. gegen Westen das Dorf _Zaunhaus_ -(_schon erwähnt_) auf einem sehr hübschen Fahrwege durch den Wald -erreichen, daselbst das Jagdschloss des sächs. Königs »_Rehefeld_«. - -Nordwestlich von Zinnwald liegt mitten im Walde _der *Kahlenberg_, -dessen Thurm eine weite Fernsicht bietet. Der Schlüssel ist in dem eine -¼ St. entfernten Gasthause »Zum Paradies« auf der Zaunhaus-Altenberger -Strasse zu bekommen. - -Der Kahlenberg ist von Hinterzinnwald in 1 St., von Altenberg in ½ St. -zu erreichen. - -Weitere Ausflüge sind nach den sächsischen Städten _Bärenstein_ und -Lauenstein. - -Zu erwähnen ist noch, dass die Gegend bei Zinnwald für Naturforscher, -besonders Mineralogen, Geologen und Botaniker sehr interessant ist. Die -Zinnbergwerke sind wegen des billigen Zinnes nicht mehr im Betrieb. Die -Bewohner leben meist von Bast-, Holz- und Strohflechtereien, sowie von -Waldarbeiten. - -_f_) _Siebengiebel und Vorderzinnwald._ Von Eichwald auf der vom -Fürsten Clary gebauten Strasse -- an der Claryschen Sägemühle vorbei --- in 1½ St. erreichbar; der Weg führt durch schönen Wald, die Neigung -gering. Wo der Wald an der Südseite der Strasse aufhört, fängt eine -weite Aussicht über das Teplitzer Thal an; der Bergrücken, von dem -aus man sie geniesst, heisst der »Eisknochen«. Siebengiebel ist ein -anmuthig gelegenes Försterhaus, Erfrischungen sind daselbst zu haben. - -Vorderzinnwald ist von hier kaum eine Viertelstunde, (Hinter-) Zinnwald -eine halbe Stunde entfernt. - - -III. Mückenberg-Graupen-Mariaschein. - -Graupen ist zu erreichen von Teplitz aus entweder auf der Strasse über -Turn (bei der Mauth links ab), Soborten an der Prokopikirche, auch -Bettelmannskirche genannt, weil der Sage nach von einem Bettelmann aus -Almosengeldern erbaut, stand schon im 12. Jahrh., vorbei (hier bei der -Restauration links ab) rechts geht es nach Mariaschein, in etwa 1½ St. - -Angenehmer und kürzer ist folgender Weg; man geht durch den Park von -Probstau, an der Strasse in nordwestlicher Richtung einige Schritte -fort bis dorthin, wo sich die Strasse nach Norden (zu dem Orte -Judendorf) dreht, _hier verlässt man sie, um an einem Kreuze_ über -einen Bach zu schreiten. Der weitere Weg ist nicht zu verfehlen, da man -Graupen vor sich sieht. - -Man passirt die Bahnstrecke (Dux-Bodenbacher, Station Rosenthal), daher -auch mit der Bahn zu erreichen. - -Setzt man nun den Weg gleich hinter der Station gegen das Gebirge fort, -so gelangt man an die Eichwald-Graupner Strasse, diese passirt man -schräg rechts und findet sofort wieder einen Pfad, der dann sowohl auf -_die Rosenburg_, als auf die _Wilhelmshöhe_ und in den Ort _Graupen_ -führt. Von Eichwald führt die erwähnte Strasse in 1 Stunde über -Pihanken, Dreihunken, Judendorf hin. Auf ihr schöne Aussicht auf das -Thal. - -_Graupen_, Bergstadt, an 3000 Einw. zählend, die sich von -Kohlen-Zinnbergbau, der Fabrication von Wirkwaaren, Dachpappe und -Korbflechtereien nähren, ist ein Specificum in seiner Erscheinung. Es -ist sehr lang in das mitunter ziemlich steilsteigende schmale Thal -hineingebaut. Die Bauart oft alterthümlich. (Gasth. Stadt Dresden.) In -der Kirche ist eine Darstellung des Fegefeuers sehenswerth. Zu erwähnen -ist die heilige Stiege, die man kniend zu erklimmen pflegt. - -Aussichtspunkte sind: _a_) die _*Wilhelmshöhe_, nach König Friedrich -Wilhelm III. von Preussen benannt, dessen Lieblingsplatz das hier war. -Die Aussicht prachtvoll, die Restauration sehr gut. - -Etwas höher ist _b_) die _*Rosenburg_, die Aussicht daher auch -weitgreifender, ohne bedeutenden Unterschied. Es ist hier eine Ruine, -die nach den erhaltenen Resten zu schliessen, eine der schönsten -und grössten in Böhmen sein musste. Sie wurde um 1330 von Timo von -Kolditz erbaut, von den Taboriten auf ihrem Zuge gegen Sachsen -1429 erstürmt, wurde jedoch bald darauf wieder hergestellt, 1584 -kam sie in kaiserlichen Besitz, 1619 kaufte sie die Stadt. Mit dem -traurigen Verfall der ehemals wohlhabenden Stadt Graupen verfiel sie -auch selbst. Der mittlere Theil der Ruine ist in einen Rosengarten -verwandelt und bietet einen herrlichen Anblick. Die Fernsicht von dem -Pavillon ist eine der reizendsten. (Restauration.) - -Eine etwas weitere Partie, aber jedenfalls die lohnendste ist der -_Mückenberg_ mit dem Aussichtspunkte _*Mückenthürmchen_, das zugleich -Restauration ist und selbst für die Nacht gute Unterkunft bietet - -Es führt eine Chaussée hinauf, die Hauptstrasse aber in Graupen, die -sich dann nach Sachsen fortsetzt, in das Müglitzthal nach Lauenstein -und Bärenstein, in etwas mehr als 1½ St. Der Wanderer zu Fuss kann -oberhalb Graupen, bei einer grossen Biegung der Strasse nach links, -rechts auf einem etwas steileren, aber kürzeren Weg über die Ortschaft -Obergraupen entweder wieder die Strasse erreichen, dann beim Mauthaus -rechts, an der 1700 erbauten Sct. Wolfgangskapelle vorbei, oder direct -auf leicht auffindbaren Pfaden zu der Restauration gelangen. - -Das Mückenthürmchen nimmt eine derartige isolirte Stellung ein, dass -die Aussicht nach allen Seiten ungehemmt ist. Am grossartigsten ist -der Blick nach Böhmen. Als Grenzpunkte der Aussicht seien erwähnt: -nach Süden über den gar merkwürdig klein erscheinenden Schlossberg weg -sind es die Höhen des Mittelgebirges; im Südosten der Geltsch, der Říp -bei Raudnitz, die Bösige und der Jeschken bei Reichenberg. Im Osten -in weiter Ferne der Höhenzug des Riesengebirges, die Lausitzer Berge -und der Iserkamm. Nach Norden hin ist die Aussicht weniger bedeutend, -gar auffällig ist der Gegensatz der rauhen, ziemlich unfruchtbaren, an -Abwechslung armen Gegenden gegen die fruchtbare Ebene im Süden. Man -sieht die Elbhöhen bei Dresden und bei sehr klarem Wetter durch ein -gutes Fernglas hat Schreiber dieses die Thürme der kath. Kirche in -Dresden gesehen. Nach Westen sieht man die Fortsetzung des Erzgebirges; -über Ossegg, an seinen rothen Thürmen leicht kenntlich, ragt der schon -erwähnte Wieselstein, in weiter grauer Ferne der Fichtelberg bei -Joachimsthal und noch das Fichtelgebirge (Ochsenkopf?) hervor. Die -Rundschau umfasst einen Kreis von 350 km Durchmesser. Die Aussicht wird -von vielen mit der vom Brocken und der von der Schneekoppe verglichen. - -Erwähnt sei noch die uralte Glocke im Thurme, die einst den Bergleuten -zum »Einfahren« in die Zinnwerke geläutet haben soll, dann weiter der -grosse Erdsturz unmittelbar bei dem Gebäude. - -Von hier gehen Wege ab: über Siebenhügel nach Zinnwald 1½ St. und -Eichwald (2½ St.), über Voitsdorf in das Müglitzthal (1 St.), über -Ebersdorf, Streckenwald nach Schönwald (Spitzberg) (2½ St.) oder von -Streckenwalde zur Nollendorfer Höhe (2½ St.), endlich noch über -Ebersdorf nach Adolfsgrün und Hintertellnitz, dann durch das Tellnitzer -Thal zur Station Tellnitz über 3 St. - -_*Mariaschein_ (Station der Aussig-Teplitzer E. etwa 20 Min. entfernt) -ist von Teplitz eine Stunde, von Graupen einige Minuten entfernt. Es -ist als wunderthätiger Wallfahrtsort weithin bekannt, von Pfingsten -bis Ende December kommen zahlreiche Processionen von Nah und Fern -allwöchentlich hier an. Die Kirche, reich ausgestattet -- das -Gnadenbild in goldener Kapsel am Hochaltar -- ist von einem Kreuzgange -umgeben, in welchem sich zahlreiche Kapellen der Clary-Waldstein, -Lobkowitz und mehrerer Städte befinden. Die vielfach beschädigten -Wandgemälde haben Bezug entweder auf die Gründung des Klosters oder auf -stattgefundene Wunder. - -Ueber die Entstehung des Gnadenortes erzählt die Sage Folgendes: -Nach der Zerstörung des Nonnenklosters in Schwaz durch die Hussiten -verbargen die fliehenden Nonnen die Holzfigur »Maria mit dem entseelten -Körper ihres Sohnes im Schoosse« in das Laubwerk einer Linde. Als nun -eine Magd in der Nähe dieses Baumes von einer Schlange angegriffen -wurde, rettete sie ein flehender Blick zu dem plötzlich offen -erscheinenden Gnadenbilde. Das nun dadurch bald berühmt gewordene Bild -wurde nach Graupen feierlich abgeholt, verschwand aber mehreremal auf -den früheren Ort. 1442 wurde daselbst von Albert von Kolowrat eine -Kapelle erbaut, und der Ruf des Gnadenbildes ging damals schon weit. -1507 wurde eine Kirche, 1584 von Popel von Lobkowitz ein Kreuzgang -mit mehreren Kapellen erbaut, seit 1591 hatten Jesuiten hier die -Aufsicht. 1602 kam das Gut Geiersburg, zu welchem ausser Sobochleben -das Graupner Vorwerk »die Scheune« (eben der Gnadenort) gehörte, um -diese Zeit schon ein förmliches Dörfchen, an den Protestanten Kekule -von Stradonitz; die Kirche war aber von diesem Besitze ausgeschlossen. -Am 5. Juni 1618 flohen die Jesuiten mit dem Gnadenbilde nach Dux. In -der Kirche predigten Protestanten. Aber nach der Schlacht am Weissen -Berge trat ein Umschwung ein; Kekule starb am Schlagfluss, als ihm die -Confiscirung seiner Güter gemeldet wurde. Der kais. Oberstwachmeister -Alex. Regnier, Ritter von Bleileben wurde der Besitzer. Da sein -Sohn, der hierorts berüchtigte Hans von Bleileben, von schwedischen -Officieren aus unbekannten Gründen nach einem Male getödtet wurde -- -er liegt in der Graupner Kirche begraben -- vermachte seine Mutter, -geb. von Pichelberg, 1662 das Gut Sobochleben an die Jesuiten. Der Ort -führte von da an den Namen Mariaschein statt wie bisher Mariascheune. -1679 Gründung der Lateinschule. 1773 wurde bei der Auflösung des -Ordens die Herrschaft Sobochleben eingezogen, aber 1806 an die hier -seit 1779 (eigentlich erst 1798) bestehende Probstei zurückgegeben. -Seit 5. Dec. 1852 besteht die Verfügung, dass der Ordinarius (Bischof) -von Leitmeritz unumschränkter Verwalter des Kirchengutes sei. Bald -darauf zogen die Jesuiten wieder ein. Heute haben sie in dem südlich -von der Kirche befindlichen Gebäude ein Obergymnasium mit einer -Pensionsanstalt. Vom 11. bis 28. Sept. 1813 war das Kloster und der -Kirchgang von Preussen befestigt worden. - -Der Besucher vergesse nicht auf den Wunderbrunnen mit erfrischendem -klaren Wasser im Vorhofe und auf den Fressbrunnen ausserhalb des -Klosters, eine eisenhaltige kalte Quelle; ihr Genuss soll Appetit -erregen. - - -IV. *Geiersburg. - -Station der Dux-Bodenbacher B. Hohenstein. Von Mariaschein und Graupen -ist das Thal, in dessen Tiefe sich auf einem Berggipfel diese Ruine -befindet, auf einem hübschen schattigen Wege, ganz am Abhange der Berge -zu erreichen. Man geht in diesem Thale an einer Restauration fort, -sich rechts haltend, bis zu einer Wegtheilung, dann wieder rechts -und erreicht in ½ St. diese romantisch gelegene Burgruine, in deren -Inneres einzudringen etwas Uebung im Klettern erfordert. Man thut es -nur selten, da es wenig Interessantes bietet. Der hohe Thurm und die -klafterdicken Mauern sprechen für eine grosse Festigkeit dieser Burg. -Sie wurde als Landesfestung gegen Meissen bereits unter dem Namen -Chlumec von den böhmischen Herzögen errichtet. Es wurde hier der Zoll -und die Wegmauth gezahlt für die Saumthiere -- damals die gewöhnliche -Verkehrsart. Im 12. Jahrhundert gehörte sie den Herren von Riesenburg -und erhielt ihren jetzigen Namen. Interessant ist, dass der letzte -ohne Nachkommen war und seine Herrschaften unter seine Edel-Knechte -vertheilte. Sie fiel einem gewissen Blasius zu. Seit 1329 war sie -Eigenthum des Bischofs von Prag (daher mons episcopalis), deren einer, -Erzbischof Johann von Genczstein, hier vor dem Zorne König Wenzels IV. -seine Zuflucht fand (1393; der Name Johann von Nepomuk spielte dabei -eine Rolle). Ihre Besitzer wechselten dann, ihr letzter ist Wolfgang -von Salhausen, der im J. 1526 hier ein Fest feierte. Da gab Glatz -von Altenhof, ein Gast, unvorsichtig einen Büchsenschuss ab, dieser -entzündete das Strohdach und die Burg brannte nieder und liegt seither -in Trümmern. Der Herrschaftssitz wurde nach Sobochleben verlegt, mit -welchem die Ruine gemeinsame Schicksale hat. Die Aussicht von der -Ruine auf das Tiefland und das jenseitige Mittelgebirge ist über alle -Beschreibung entzückend. - -Es knüpfen sich viele alte Volksmärchen an dieses Bergschloss, die -zum Theile Spiess in dem Ritterroman »Hans von Bleileben« oder »der -irrende Geist bei Teplitz« der Lesewelt seinerzeit zum Besten gegeben -hat. - - -V. Tellnitz-Schönwald-Nollendorf. - -Man fährt bis Tellnitz (Station der Dux-Bodenbacher E.), geht einen -sehr hübschen Thalweg (Strasse) bis Hintertellnitz bei den letzten -Häusern auf einem Fusspfade rechts von der Strasse ab, dann wieder auf -ihr fort -- der Spaziergang ist in der frischen Waldluft sehr angenehm --- und erreicht dann bald das Dörfchen _Adolfsgrün_ (1¼ St.). Hier -auf der Höhe ein weiter Blick über das Plateau bis zum Mückenberg -und zum Geisinger Berg. Von hier nach Streckenwalde und Schönwald -(¾ St.). Von Schönwald, einem grossen langausgedehnten Gebirgsdorfe -mit einigen guten Gasthäusern, erreicht man in ¼ St. den Sattel oder -_*Spitzberg_, einen Basaltkegel mitten aus dem Gneis hervorragend, der -wegen seiner weit ausgedehnten Aussicht über das Plateau und seinen -allmähligen Abfall nach Sachsen die leichte Besteigung überaus lohnt -und dennoch unter den Touristen im Ganzen wenig bekannt ist. Von -Schönwald ist das industriereiche (Sammet und Knöpfe), über eine Stunde -sich ausdehnende Peterswald (2600 E., Gasthaus zur Post) in ½ St. zu -erreichen. Dieses wurde 1813 durch fortwährende Durchmärsche hart -mitgenommen. Napoleon übernachtete hier 16.--17. Sept. Das Haus, jetzt -eine Finanzwachkaserne, trägt die Inschrift: »Haec domus auxilio patris -aeterni exstructa«. Am 17. Sept., während der Schlacht bei Arbesau -hatte Napoleon den Kirchthurm von Nollendorf bestiegen. Von beiden -erreicht man in etwa 1 Stunde _Nollendorf_, mit seiner berühmten, weit -sichtbaren und daher auch eine weite Aussicht bietenden Kirche -- -bekannt als Nollendorfer Kapelle. Schöner ist noch die Aussicht von der -Nollendorfer Höhe bei Jungferndorf, zwischen Peterswald und Nollendorf -(von ersterem fast 2, von letzterem ½ St. entfernt). Man erblickt -von hier die Spitzen des Elbesandsteingebirges, des Lausitzer und -Isergebirges. Von Nollendorf auf der sanft abfallenden Strasse -- die -ganze Partie ist der berühmte Nollendorfer Pass -- gelangt man wieder -nach Tellnitz. Doch versäume man nicht, das einige Minuten rechts von -der Strasse gelegene, neuerbaute gothische Kirchlein zu besuchen. Es -ist wegen seiner idyllischen Lage einer kleinen Abbiegung höchst werth. - -Diese ganze Tour dürfte ein mässig rasch gehender Fussgänger in einem -Tage, zum Abendzug der D.-B.-B. nach Teplitz leicht zurücklegen. - - - - -Das Quadersandsteingebirge. - - -Seine östliche Begrenzung ist bereits angegeben worden. Sein Charakter -sind abgeplattete, in ziemlich gleichem Niveau liegende Gipfel, enge -Spaltenthäler mit steilen, oft senkrechten Wänden, hohe, aus Quadern -aufgethürmte Felsmauern, einzelne thurmähnliche, mitunter grotesk -gestaltete Gesteinsmassen, tiefe Spalten und bizarre Höhlungen. - -In touristischer Beziehung sind drei Partien bemerkenswerth ausser -mehreren, an sich interessanten Spaziergängen. Es sind die Tyssaer -Wände, der Schneeberg und die Partien um Bodenbach. - - -I. Die *Tyssaer Wände. - -Zu erreichen: von Peterswalde (unweit der Kirche nach Osten) in ¾ St. -Von Teplitz auf der Dux-Bodenbacher Bahn Station Königswald, 1 St. von -Tyssa. Von Bodenbach dieselbe Bahn und Station. - -In Tyssa ist sehr viel Industrie, besonders werden Knöpfe aus -verschiedenem Material verfertigt. - - =Gasthaus= »Beim Jäger« (Eigenname), »zum Grafen Thun« (nahe am - Eingange in die Wände). Rest. »beim Sturm«. - -Der Weg zu den Felswänden ist wohl nicht zu verfehlen, doch ist nöthig, -sich den Eingang zeigen zu lassen. Nun hat man zwei Wege vor sich: -rechts nach oben und schräg rechts im Thale, beide sind zu empfehlen, -bieten aber verschiedenes. - -Der obere führt über das Plateau oder besser den horizontalen Kamm -dieser Sandsteinwände, die steil, mauerartig, mit tiefen Klüften und -Spalten, 57 bis 62 m. hoch, emporragen. Die bizarren Formationen -erinnern an Weckelsdorf und Adersbach oder an die Partien um die -Louisenburg im Fichtelgebirge und dürften einen Vergleich mit ihnen -wohl aushalten. - -Manche kann man mit wenig Phantasie zu verschiedenen Gestalten leicht -ergänzen, ein Führer wird daher Namen wie Medusenhaupt, Löwenkopf, -Bürgermeister, Doctor anführen. Man hat auch eine schöne Aussicht -auf die tief unten liegende anmuthige Landschaft. Die Lage mancher -Steinkolosse ist so grotesk, dass man hier Naturscherze und Spielereien -dahinter vermuthen möchte. Beim Ausgange kommt man auf die Strasse, die -zu dem Orte Schneeberg führt. - -Der innere Weg zeigt die mannigfaltigen, oft untereinander verbundenen -Höhlungen und Grotten, wie das Schneiderloch, die Raschhöhle u. s. w. -Auch der malerische Hintergrund, wo ein ganzes Feld kleinerer und -grösserer Steinmassen sich befindet, wird den Blick des Beschauers -fesseln. - -Jeder Besucher wird sich durch diese hoch interessanten -Felsenformationen befriedigt fühlen, und es ist wohl nicht Recht, dass -sich die Touristenliteratur mit ihnen nur wenig beschäftigt oder sie -gar nicht erwähnt. - -Der Schneeberg (auch hoher Schneeberg genannt) ist die höchste -Erhebung des Elbesandsteingebirges, 725 m, er überragt alle Höhen der -sogenannten sächsischen Schweiz. Es ist das ein etwa 1 Stunde langer -und ¼ breiter Bergrücken, der steil nach Süden abfällt. Es dehnen sich -die Wälder hier nach Norden und Westen viele Stunden weit aus. Unweit -der guten Restauration hat der Tetschner Graf Thun 1864 einen 104 Fuss -hohen festen Aussichtsthurm erbauen lassen, der sich bequem ersteigen -lässt. Die Aussicht von hier ist eine solche, dass sie sich den -grossartigsten an die Seite stellen kann. Man übersieht im Süden und -theilweise im Osten die bedeutendsten Höhen des ganzen Mittelgebirges --- die Hasenburg, den zweispitzigen Lobosch, den Milleschauer, den -Kletschen (kleinen Milleschauer), den Biliner Stein, den kleinsten -unter dieser Gesellschaft -- Schlossberg, dann näher die Berge jenseits -des Eulauthales, den Hut-, Hopfen- (auch Koppen-) und Pfaffenberg. -Gegen Nordost tritt scharf hervor der Rosenberg, ferner überblickt -man die Berge bei Kamnitz -- den Tannen- und Kaltenberg, dahinter die -Tafelfichte bei Friedland. Bei klarer Aussicht in grauer Ferne den -Jeschken und die Schneekoppe. Gegen Norden alle Höhen der sächsischen -Schweiz und zwar rechts vom Königstein in folgender Ordnung: den -Pfaffenstein, den Lilienstein, Gorisch, Papststein, die Kuppelberge und -endlich den grossen und kleinen Winterberg. Ausserdem die Nollendorfer -Höhe, den Sattel- oder Spitzberg und den Geisinger Berg. Nicht zu -vergessen sind die Thürme von Dresden, die sich deutlich erkennen -lassen. Man übersieht hier ein an sich schon bunt und wundersam -gestaltetes Stück Erde, wie es sich in diesem weiten Umfange nur selten -dem Beschauer darbietet. Die Ersteigung ist viel leichter, als man -erwarten sollte. Man kann ihn von Tyssa (Ort) in 2½ St. auf der Strasse -über den Ort Schneeberg am besten beim Wirthshause zur Vintzin (Bänke -vor dem Hause), den man in nordöstlicher Richtung, in den Wald hinein, -quer passirt -- der eigentliche Ort liegt südlicher -- dann auf dem mit -Ruhe- und Aussichtsbänken versehenen Promenadenwege erreichen. - -Von Bodenbach aus geht man entweder über Peiperz (nördlich von der -Tetschner Brücke einige Schritte, dann über die Bahn bei dem Badehôtel -hinauf) und Kalmswiese (eine Wirthschaft an der Strasse), dann -geradeaus fort, dann bei der Wegtheilung im Walde links ab gegen -Alt-Biela, aber vor dem Friedhofe wieder links ab, so dass das Dorf -rechts bleibt, dann passirt man das Dörfchen Tscheche, auf einer -steilen Berghöhe, links unten sieht man Neudorf und die Dux-Bodenbacher -Bahnlinien. Nach einigen Minuten betritt man den Hochwald und nun -heisst es auf die Kalkstriche achten, die an Bäumen und Steinen -zahlreich angebracht sind und bis hinauf führen. - -Ein zweiter Weg führt von Bodenbach aus auf der Teplitzer Strasse, -rechts geht dann eine Strasse ab vor den ersten Häusern von -Niederulgersdorf nach Biela (gegenüber einem Speicher), aber er wendet -sich schon bei den letzten Häusern hier links ab und geht bergauf, um -durch Tscheche wieder zu den Kalkstrichen in den Wald zu kommen. - -Beide Wege führen in 2½ St. hinauf. - -Von Eulau (Station der Dux-Bodenbacher B.) führt ebenfalls ein Weg -hinauf in 1 St. über den Ort Schneeberg auf einer Fahrstrasse, von hier -sind dann etwa ¾ St. zum Thurme. - -Von der Schweizermühle in Sachsen führt auch ein Weg in 2 St. hinauf. -Und zwar über Rosenthal zur Grenze am Zollhause vorbei geradeaus -- -die links abgehende Waldstrasse führt in 3 St. über Kalmswiese und -Peiperz nach Bodenbach -- bis zum Gasthaus »zur Vintzin« -- so der -Localname --; an demselben geht dann ein Fusssteig links ab hinauf. - -Alle diese Wege können selbstverständlich als Rückwege benützt werden. - -In einem Tage kann man von Teplitz aus die Tyssaer Wände und den -Schneeberg so besuchen, dass man Früh nach Königswalde fährt -- von -Eulau Abends Rückfahrt. Von Bodenbach zeitlich aufbrechend, kann man -mit Musse den Abendzug von Königswald zur Rückfahrt benutzen. - -Wer Zeit hat, kann den sehr empfehlenswerthen Abstecher nach Eiland -machen, dieses Dörfchen liegt in einem Kessel, der rings um -- nur nach -Norden offen -- von steilen Sandsteinwänden umgeben ist. Man geht dort, -wo nach Passirung der Tyssaer Wände der Weg in die Strasse einmündet, -links ab und gelangt in ¾ St. in dieses interessant gelegene Dörfchen. -Es befindet sich am nordwestlichen Abhange des Schneeberges an der -sächsischen Grenze. - - - - -Bodenbach. - - -=Bodenbach.= Von Teplitz auf der Dux-Bodenbacher Bahn in nicht ganz -2 Stunden zu erreichen. Die ganze Fahrt ist landschaftlich sehr -interessant. Der Bahnhof 20 Min. ausser der Stadt. Die Stationen sind -schon fast alle als Ausgangspunkte interessanter Partien genannt -worden. Man setze sich womöglich rechts. Zwischen Kulm und Tellnitz -sieht man das österr. und preussische Monument, früher schon hinter -Hohenstein das russische. Von Kleinkahn suche man die rechte Seite zu -gewinnen. Hier ein Ausblick auf Nollendorf. Hier hört die Steigung der -Bahn auf, und es geht abwärts, so dass man keinen Dampf mehr nöthig -hat, denn die Seehöhe von Kleinkahn beträgt 431 m, die im Bodenbacher -Bahnhofe 132 m. - -In Königswald, sowie in Eulau viel Industrie, im letzteren eine -Spinnfabrik und Verfertigung von Mühlsteinen. Die letzte Station -ist Bünaburg (früher nach einem alten Adelsgeschlechte Bünauburg), -ebenfalls reich an verschiedenen Industrien. Der hohe Berg rechts ist -der Hutberg, und der letzte rechts, schon gegen das Elbthal abfallend, -ist der Pfaffenberg. Beide bestehen wesentlich aus Basalt. Hinter -ihnen ist gegen Süden der Koppenberg (auch Hopfenberg) genannt. In -geologischer Beziehung ist interessant, dass über dem Alluvium des -Elbethales sich eine Strecke Braunkohlenformation befindet, über dieser -ist ein Gürtel Kreide und die Kuppe (des Pfaffenberges) ist Basalt. -Also vier verschiedene Gebiete auf einer Strecke von wenig mehr als ¼ -St. Länge. - -Die Fahrt von Eulau bis Bodenbach ist durch den Blick auf das schöne, -grüne, steil umrahmte Eulauthal besonders angenehm. - -In Bodenbach achte man darauf, nicht auf dem Dux-Bodenbacher Bahnhof -auszusteigen. Der Zug fährt eben in den Staatsbahnhof, man ist dann -gleich mitten in dem Industrieorte. Ebenso beim Einsteigen. Man bekommt -die Karte am südlichen Ende des Staatsbahnhofes, der Zug steht auf -dem letzten Schienenstrange gegen die an die Häuser von Bodenbach -angrenzende Mauer. Ausserdem ist Bodenbach von Teplitz zu erreichen auf -der Aussig-Teplitzer Bahn. Zu achten, dass man in Aussig-Neustadt bei -der chemischen Fabrik nicht aussteigt, denn von hier fährt über die -Brücke der Omnibuszug zum Bahnhof der Nordwestbahn nach Schreckenstein -(früher Aussig -- rechtes Ufer). - -Diese Bahn fährt durch das Braunkohlengebiet, daher viele Schächte -und Fabriken -- bei Mariaschein eine grosse Cementfabrik. Von -Mariaschein bis Karbitz nördlich das Kulmer Schlachtfeld, von hier -bis Schönfeld die Bihana, das Locale der Husitenschlacht (16. Juni -1426). Die alterthümliche Laurentiuskapelle nördlich von Nerbitz -soll eine Erinnerung an die Schlacht sein. Von hier bis Aussig im -Norden der Střisowitzer Berg (340 m hoch). In Türmitz Obstbau, -grosse Zuckerfabrik, Schloss des Grafen Nostitz mit einem Park. Die -Bielathalbahn -- derselben Actiengesellschaft wie die Aussig-Teplitzer -gehörig, zumeist Kohlenverkehr -- zweigt sich hier ab. Hübscher -Ausblick in das Bielathal. - -Von Aussig empfiehlt es sich, das Dampfschiff zu benützen. (Die Karten -sind in Teplitz, Bahnhof, Tabak-Trafik zu bekommen.) Die Fahrt ist eine -der schönsten, die überhaupt die Flüsse Europas aufweisen können. Die -Fahrt von Leitmeritz über Aussig, Tetschen, Herrenskretschen bis über -Pirna zu bis Dresden ist so reich an landschaftlicher Schönheit, dass -sie mit den schönsten Rheinpartien verglichen, ja selbst von Kennern -ihnen vorgezogen wird. (Siehe Tetschen!) - -Bodenbach hat eine prachtvolle Lage und einen hohen Aufschwung -genommen, wovon die zahlreichen Villen im Elbthale ein beredtes -Zeugniss abgeben, ebenso wie die vielen Industrie-Etablissements: -Cichorien- und Chocoladenfabrik, Siderolithwaaren-Fabrik. - - Bodenbach -- von Eulau- oder Bodenbache so benannt, früher - ein einsamer Meierhof zur Herrschaft Tetschen gehörig -- - hat folgende Gasthöfe: das Posthôtel (beim Bahnhof), Stadt - Hamburg, Hôtel Frieser, zum Stern, Krone, Engel, Stadt Prag, in - Obergrund -- nördlich von der Kettenbrücke am linken Elbeufer, - hier zahlreiche und geschmackvolle Villen -- ist noch das - Bade-Hôtel zu erwähnen. Restauration Lerchenfeld. Der Ort ist - von Sommerfrischlern und Kurgästen (Josefsbad) sehr besucht. - -=An Spaziergängen und Ausflügen= ist diese Gegend sehr reich. Um nicht -den Rahmen des Buches zu überschreiten, seien sie nur kurz erwähnt. -Schöne, mannigfach wechselnde Aussichten und angenehme Spaziergänge in -den waldigen Höhen sind ihr Hauptreiz. - -1. _Die Brücke_ selbst (2 Kr. Brückengeld). - -2. _Die Bohemia_ hinter dem Tetschner Schützenhaus und der Nordwestbahn -(¼ St.) einst hier der Galgenberg. - -3. _Der Quaderberg_ auf der hier befindlichen Höhle eine fliegende -Restauration, rechts von der Bohemia nach dem Promenadenwege bis zur -Tafel (½ St.), dieser Weg geht nach Laube und in die Schlucht nach -Loosdorf. - -4. _Die Leopoldshöhe_ 10 Min. weiter, fort links durch den Wald. - -5. _Die Laubenschlucht_, ein tief eingeschnittenes Felsenthal. Auf der -Höhe am Rande, von der Leopoldshöhe fort bis zur Tafel, die nach Nr. -3 weist, dann links auf Serpentinen in's Thal bis zu einem Weg, auf -diesem dann rechts. Dann am Ende Sandsteintreppen, ein Waldweg, der Ort -Loosdorf (Gasthaus Blumentritt's). Auch auf der Allee von Tetschen in 1 -St. bergauf zu erreichen. - -6. _Die Rosenwände_ (2 St.) oder Rosenkämme. Bei dem Wirthshause in -Laube fuhrt der Weg hinauf. - -7. _Die Schäferwand_ (½ St.) unmittelbar über Bodenbach, über dem -Tunnel der sächsischen Bahn. Zu ersteigen durch das Thor bei der -Kettenbrücke oder auf den Stufen beim Posthotel in der Nähe eines -Muttergottesbildes in der Mauer. Zickzackwege. - -8. _Das Spitzhütel_ (1½ St.) Entweder nach 7 oder am Badehotel vorbei, -dann bei einer Mühle rechts in den Wald, oder von Starks Villa auf -einem Serpentinweg. Es ist ein Felsenvorsprung, vielleicht die -lohnendste Aussicht unter diesen Punkten. - -9. Im Pulnitz- oder Polzenthale: Liebwerd ½ St., Bensen 2 Stund. -(Nordbahnstation), ½ Stunde weiter die schöne Ruine _Scharfenstein_. - -10. _Herrenskretschen_ (siehe Tetschen). - -11. _Der Sperlingstein_, auch _Heidenschloss_. Dampfschiff bis -Topkowitz, besser Tichlowitz, oder Eisenbahn bis Tichlowitz, dann über -Nieder-Welhotten und Scheras ½ St. Zu Fuss über Krischwitz, Veschwitz -(auch Bahnstation) Scheras in 3 St. - -12. _Der Zinkenstein._ Am besten über Rongstock, über die Elbe -nach Pschira, Wittine und (Alt) Hummel zu erreichen. Die Aussicht -grossartig, in den Basaltspalten eine Eishöhle, Eis nur an heissen -Sommertagen. - -13. _Der hohe Schneeberg._ - -14. _Die Tyssaer Wände._ - -Zu erwähnen noch die Johanniskapelle, bei dem Dux-Bodenbacher Bahnhof -(20 Min.). Die Familiengruft der gräfl. Thun'schen Familie, die hier -weithin die meisten Besitzungen hat. - - - - -I. Der Besuch der Städte *Leitmeritz, *Aussig, *Tetschen bis -*Herrenskretschen mit dem *Edmundsgrund und *Prebisch-Thor. - - - - -Leitmeritz. - - - =Gasthöfe=: Hôtel »Krebs« am Stadtplatz, Gasthof »zum - Hirschen«, Lange Gasse, Gasthof »zum schwarzen Adler« am - Stadtplatz, Brosche's Gasthaus, Lange Gasse, »Cocanda« Eck der - Ferdinandsstrasse und des Rossmarktes, Gasthof »zum Kaiser von - Oesterreich«, Ferdinandsstrasse. - - Von =Restaurationen= wären zu erwähnen: Elbschlossbräuhaus - an der Tschalolitzer Strasse, Elberestauration am - Dampfschifflandungsplatze, Restauration zum »Rudolfsgarten« mit - Sommertheater in der Rudolfsgasse, Schützeninselrestauration, - Bahnhofrestauration der Nordwestbahn, Eisendörfel am linken - Elbeufer an der Theresienstädter Strasse; =Café=: Schubert am - Stadtplatz, oberhalb des »Hôtel Krebs«, zum schwarzen Adler, - in Verbindung mit dem Gasthause gleichen Namens am Stadtplatz; - =Conditorei= und Café Bärwinkel am Stadtplatz, Schustermannel - in der Nähe der bischöfl. Residenz, beste Weinstube. - - =Post- und Telegraphenamt=, Jesuitengasse im alten Gymnasium, - ebenerdig. - - =Post- und Eisenbahnverbindungen=: k. k. priv. österr. - Nordwestbahn. Von Leitmeritz in der Richtung nach Tetschen. In - der Richtung nach Lissa-Wien. - - K. k. priv. österr. Staatsbahn; Station Theresienstadt - (Bauschowitz): In der Richtung Aussig-Bodenbach und in der - Richtung Prag-Wien. - - =Postverbindung= nach _Auscha_. - - =Omnibusfahrten= von den Gasthöfen »Krebs« und »zum Hirschen« - zu den Bahnen. - - Das =Dampfschiff= verkehrt von Leitmeritz um halb 9 Uhr - Vormittags bis Dresden und um 2 Uhr Nachmittags bis Tetschen. - - =Fahrgelegenheiten= sind zu haben im »Hôtel Krebs« (Ferd. - Krombholz), im Gasthof »zum Hirschen«, sowie Einspänner bei dem - Lohnfuhrwerker Kühnel in der Langen Gasse. - -Die Stadt Leitmeritz, ehemals königliche Stadt, liegt am rechten Ufer -der Elbe, dort, wo dieser Strom in das deutsche Sprachgebiet tritt und -sich seinen Lauf durch das böhmische Mittelgebirge zu bahnen sucht. - -Leitmeritz zählte am 31. December 1880 in über 900 Häusern ca. 10.900 -anwesende Personen, welche Bevölkerungszahl sich mit den Studenten -auf rund 12.000 erhöht. 1869 betrug die Einwohnerzahl in 800 Häusern -10.023. Die geographische Lage ist 50° 31´ 38´´ nördl. Br. und 31° 47´ -50´´ östl. Länge. Sich ansehnlich über das Niveau des Flusses erhebend, -bietet die Stadt von der Elbe, sowie von der Theresienstädter Strasse -aus einen ungemein malerischen Anblick. Im Vordergrunde sind die -hervorragendsten Gebäude der Stadt, nämlich die Elbschlossbräuerei, -die bischöfliche Residenz, die Villa Georg, das bischöfliche Seminar -mit der Jesuitenkirche, die Klosterschule u. s. w., dann lehnt sich -unmittelbar hinter der Stadt gegen Norden eine Hügelkette, die -Maschkahora (auch mastna hora, eigentlich mostská hora) an, die dann -an die waldbedeckten Höhen des Mittelgebirges, an den »Kreuzberg« mit -dem »langen Berge«, den Hradischken und im Westen an die Radebeule -(fälschlich Radobyl genannt) anschliessen. Die Berge ringsumher gehören -der Basaltformation an, während im Thale Plänerkalk mit Sandstein und -dem reinen Angeschwemmten der Elbe wechseln. Nach Süden öffnet sich die -weite Ebene ins Innere Böhmens, welche bloss den »Říp« (Georgsberg) bei -Raudnitz als bedeutendere Bodenerhebung aufzuweisen hat. - -Leitmeritz, bis vor wenigen Jahren die bedeutendste Stadt des nach ihr -benannten Kreises, hat sich weit über die Grenzen unseres Vaterlandes -hinaus einen bedeutenden Ruf als Schulstadt erworben; die Mittelschulen -erfreuen sich eines sehr zahlreichen Besuches. - -_Das k. k. Obergymnasium_ ist seit 1879 in einem palastartigen neuen -Gebäude untergebracht. - -_Die Communal-Oberrealschule_ wurde in ihrer heutigen Gestalt 1864 -eröffnet und befindet sich seit 1865 in einem neuen prachtvollen -Gebäude. - -_Die k. k. Lehrerbildungsanstalt_ ist leider nur nothdürftig -untergebracht. - -_Die theologische Lehranstalt_, in Verbindung mit einem bischöflichen -Priesterseminar, befindet sich in den Räumen des ehemaligen -Jesuitencollegiums. - -_Das Taubstummen-Institut_ wurde 1858 gegründet und wird vornehmlich -vom Lande unterstützt. - -Ausser der städtischen _Knabenvolks-_ und der städtischen -_Mädchenvolks-_ und _Bürgerschule_ besteht in Leitmeritz auch noch -eine _fünfklassige Mädchenschule_ der Schulschwestern vom heil. Karl -Boromäus mit _Pensionat_. - -Von industriellen Unternehmungen sind anzuführen: - -1. _Die Actienbrauerei_ zum »Elbschloss«. - -2. _Die bürgerliche_ (städtische) Brauerei. - -3. _Die Dampf- und Kunstmühle._ - -4. _Die Malzfabrik_ der Firma Bergwein im ehemaligen Schanzenbräuhause. - -5. _Die Actiengesellschaft_ für Kalk- und Ziegelbrennerei. - -6. _Die Spinnfadenfabrik._ - -Ferner bestehen von Gewerbsunternehmen die _Brettsägen_ von Frz. -Gudera, sowie Ed. Salomon, _die Essigfabrik_ von Herrnheiser, _die -Metall-_ und _Glockengiesserei_ von F. Herold, _die Eisengiesserei_ -von Mandler, _die Maschinenschlosserei_ von Josef Fiedler, _die -Lederfabrik_ von Joachim Taussig's Söhnen u. s. w. - -_Von Geldinstituten_ wären zu nennen: 1. _Die Communalsparkasse_, 2. -_der Spar- und Vorschussverein_ für Leitmeritz und Umgebung, sowie 3. -_die Filiale der böhmischen Eskomptebank_. - -Geschichte: - -Wie bei so vielen andern Orten verliert sich auch die Gründung der -Stadt Leitmeritz in das Dunkel der Geschichte Böhmens. Abgesehen von -zahlreichen Gräberfunden, welche erst vor 2 Jahren wieder auf den -Lehmfeldern der Lopata'schen Ziegelei erfolgten, die beweisen, dass -das fruchtbare Elbethal schon in der vorgeschichtlichen Zeit stark -bewohnt war, wissen wir, dass nach der Einwanderung der Slaven sich ein -Stamm derselben, die Luthomirici, hier niederliess. Als Mittelpunkt -des Stammes galt eine Burg, die denselben Namen wie der Stamm, -nämlich Luthomirici, führte und am jetzigen Domhügel lag. Gegenwärtig -sind keine Spuren davon mehr wahrnehmbar. Um die Burg herum lagen -schon in uralter Zeit zahlreiche Dörfchen, die ihren Namen noch bis -heute erhalten haben. Die Verwaltung der Burg und des dazugehörigen -Landstriches leiteten Gaugrafen. Schon um das Jahr 1057 wurde auf der -Leitmeritzer Burg eine Kirche gegründet und dem heil. Stefan geweiht; -sie stand an der Stelle der jetzigen Domkirche. - -In der Nähe der Burg und ihrer Kirche siedelten sich allmählig unter -den letzten Regenten aus dem Hause der Pržemysliden zahlreiche, aus -Deutschland hereingekommene Familien an; sie legten so den Grund zu -der eigentlichen Stadt Leitmeritz, die schon vom König Wenzel I. -mehrfache Freiheiten und Rechte erhielt, welche seine Nachfolger nicht -nur bestätigten, sondern auch vermehrten. So wurde das Magdeburger -Stadtrecht in Leitmeritz eingeführt und zur Handhabung desselben ein -eigener Gerichtshof daselbst eingesetzt. Neben dem Ackerbau bildeten -Handel und Gewerbe die vorzüglichste Nahrungsquelle der Bevölkerung; -besonders blühte der Handel; niemand durfte stromauf- oder abwärts -Waaren verfrachten, ohne sie vorher in Leitmeritz ausgeladen und zum -Verkaufe ausgestellt zu haben. Zum Zeichen des letzteren Rechtes, des -Stapelrechtes, wurde eine aus Stein gehauene Figur in der Nähe des -Stromes aufgestellt, der sogenannte »Roland«, der gegenwärtig an der -nördlichen Ecke des alten Rathhauses, in dem sich jetzt das k. k. -Kreisgericht befindet, auf einem Pfeiler steht. - -Einer besonderen Begünstigung erfreute sich Leitmeritz, wie alle -Städte Böhmens, unter der Regierung des städte- und bürgerfreundlichen -Karls IV., welcher der Stadt grosse Strecken Wald, Ackerland und -Weinberge schenkte, die Neuanlage von Weinbergen begünstigte, wodurch -er den Weinbau im Elbethal ungemein förderte. Zu jener Zeit erfreute -sich Leitmeritz bereits einer hohen Blüte, und Wohlstand, ja selbst -Reichthum waren in der trefflich gelegenen Stadt keine Seltenheit. - -Aber bald sollte die Stadt von Zeiten des Schreckens heimgesucht -werden; es kamen die verheerenden Husitenkriege. Am 29. Mai 1421 fiel -nach langem, energischen Widerstand die Stadt in die Hände der Husiten. -Die vertriebenen Bürger und Priester zogen theils in die noch deutschen -Städte des Bielathales, theils nach Meissen. Jahrelang tobte der Kampf -der Parteien um die Mauern der Stadt. Auch als Leitmeritz unter die -Botmässigkeit König Sigismunds (1436) zurückgekehrt war, blieb die -Stadt tschechisch, und die Deutschen, die sich des Handels und der -Gewerbe wegen in der Stadt eingefunden hatten, waren nach wie vor von -Aemtern und Würden ausgeschlossen. - -Auch die folgende Zeit des Streites zwischen den Städten und dem -Adel in Böhmen war für die Stadt nicht günstig. Sie konnte in dem -Streite umsoweniger verschont werden, da rings umher eine gute Anzahl -adeliger Burgen und Schlösser lag. Diese Streitigkeiten verzehrten -bedeutende Summen. Zwar wurden die alten Handelsrechte der Stadt, -auf die in den bewegten Zeiten so oft vergessen worden war, wieder -hergestellt, aber bald darauf der Handel mit dem Auslande untersagt, -wodurch eine wichtige Einnahmequelle versiegte. Ueber Leitmeritz erging -wegen seines Widerstandes gegen Ferdinand I. das Strafgericht, indem -das alte Magdeburger Stadtrecht abgeschafft und königliche Richter -eingesetzt, sowie die Güter der Stadt eingezogen wurden. Leitmeritz -war tiefer gedemüthigt als je. Als kümmerlichen Ersatz erhielt -Leitmeritz das Collegium im Jahre 1549, aus dem sich das heutige k. k. -Obergymnasium entwickelte. - -Nach einigen Jahrzehnten der Erholung brach der dreissigjährige Krieg -herein. Der Friede von 1648 brachte auch Leitmeritz Ruhe und Frieden. -Ausser der Kriegsfurie wüthete 1649 auch noch eine furchtbare Pest und -im Jahre 1655 eine grosse Ueberschwemmung. - -Erwähnt sei die Errichtung des Leitmeritzer Bisthums im Jahre 1655. Der -erste Bischof war Maximilian Rudolf Freiherr von Schleinitz. Er baute -die jetzige Domkirche, deren Thurm erst jetzt vollendet werden soll. - -Kurz nach dem dreissigjährigen Kriege wurde Leitmeritz wieder eine -deutsche Stadt. - -Auch die Kriege unter Maria Theresia gingen an Leitmeritz nicht -spurlos vorüber. Im Jahre 1741 hausten polnische und sächsische, -1742 französische Truppen in der Stadt, und im Jahre 1757 nach der -Schlacht bei Kolin wohnte Friedrich II. selbst durch eine Woche in -der bischöflichen Residenz. Am 1. Oktober 1756 tobte der Kampf in der -unmittelbaren Nähe der Stadt, indem an diesem Tage die Schlacht bei -Lobositz geschlagen wurde. - -Im Jahre 1780 wurde unter Kaiser Josef II., der siebenmal Leitmeritz -besuchte, die Festung Theresienstadt gegründet. Die Napoleonischen -Kriege berührten die Stadt nicht unmittelbar, und so konnte sich im -letzten Jahrhundert die Stadt ruhig entwickeln. - -=Sehenswürdigkeiten.= Leitmeritz, welches in die eigentliche Stadt -und mehrere Vorstädte zerfällt, die freilich mit einander unmittelbar -zusammenhängen, macht auf den Besucher den Eindruck einer Stadt, die -schon in früheren Jahrhunderten von einiger Bedeutung gewesen sein -muss. Der Ringplatz oder der Stadtplatz bildet den Mittelpunkt der -Stadt und ist von grosser Ausdehnung; seine Länge beträgt 235, die -Breite 126 Schritte. Die Häuser sind meist neuerer Bauart; doch hie und -da schaut noch ein Giebel hervor, dem man es ansieht, dass er schon -manches Menschengeschlecht, manches Jahrhundert an sich vorüberwandeln -sah. Die Laubengänge sind meist schon verbaut. Wir wollen nun die -hervorragendsten Bauwerke hier anführen: - -1. _Das alte Rathhaus_, an der Ostseite des Stadtplatzes gelegen, -beherbergt jetzt das k. k. Kreisgericht in seinen Räumen. - -2. _Das Gemeindehaus_, ebenfalls am Stadtplatze, enthält die -Kanzleien des Bürgermeisteramtes, der Sparkasse und im Parterre die -Gasthauslocalitäten »zum schwarzen Adler«. Im Hofe befindet sich das -Stadttheater. Im Bürgermeisteramte wird das hochinteressante und -historisch äusserst werthvolle _*Cantional_ aufbewahrt, eine Sammlung -lateinischer Kirchengesänge aus der Zeit der husitischen Herrschaft -in Leitmeritz und zum gottesdienstlichen Gebrauche bestimmt. Das -gewaltige, in Leder gebundene und mit kunstvollen Messingbeschlägen -gezierte Buch umfasst 465 Pergamentblätter, ist 29 Zoll hoch, 19 Zoll -breit und wiegt 110 Pfund. Das Buch ist über und über mit herrlichen -_Initialen_ und prachtvollen _Miniaturen_ bedeckt, viele Buchstaben -und Noten sind mit reinem Golde auf das Pergament aufgetragen. Dies -reichgeschmückte Cantional gehört zu dem Bedeutendsten, was die Kunst -dieser Art in Böhmen geleistet. - -3. _Die *Dekanalkirche zu Allerheiligen_ nächst dem Stadtplatz. Eine -besondere Erwähnung verdient das in der Kirche beim Seitengange -stehende zinnerne Taufbecken aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, eines -der schönsten Werke dieser Art in Böhmen. Unmittelbar an der Kirche -erhebt sich der mächtige _Stadtthurm_, 53 m hoch. Sein Inneres birgt -ein wahres Meisterwerk der Holzbaukunst, den gewaltigen Glockenstuhl, -der vom Grund des Bodens ganz frei ohne jede Verbindung mit der Mauer -aus Eichenholz hergestellt ist. Er trägt 7 Glocken, von denen die -grösste 81 Centner, die nächste 47 Centner wiegt. Von der Gallerie des -Thurmes aus bietet sich eine _herrliche *Aussicht_ über die Stadt und -ihre Umgebung dar. - -4. _Das *Kelchhaus am Stadtplatz_, erbaut von dem reichen -utraquistischen Bürger Johann Mraz von Mileschowka und um 1584 -vollendet. Von dem kelchartigen Thurme, dem utraquistischen Symbole, -der seitdem ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt geblieben -ist, geniesst man ebenfalls eine _weite *Rundsicht_. Nach dem -dreissigjährigen Kriege wurde das Kelchhaus als Proviantmagazin -benützt, daher noch der heutige Name desselben, Provianthaus. -Gegenwärtig ist in demselben -- allerdings nicht besonders zweckmässig --- die städtische Mädchen-Volks- und Bürgerschule untergebracht. In -einem Parterrelocale befindet sich auch _das *Gewerbemuseum_, das recht -interessante Gegenstände aufweist. - -5. _Die Schulpaläste_, nämlich die Communal-Oberrealschule und das k. -k. Obergymnasium in den Anlagen, haben wir schon weiter oben besprochen. - -6. _Der Dom._ Die Bauten des Domes erheben sich auf einem Hügel, -zu dem man durch die Domgasse von der Stadt aus gelangt. Nach -Erhebung zum Bisthume legte der erste Bischof Maximilian Rudolf von -Schleinitz den Grundstein zur gegenwärtigen _*Cathedrale_, welche -von dem zweiten Bischof Franz Grafen von Sternberg 1681 eingeweiht -wurde. Die Domkirche ist im nüchternen Baustyle des 17. Jahrhunderts -aufgeführt. Mit einem gedeckten Gang ist mit dem Dom _die bischöfliche -Residenz_ verbunden. Dieselbe enthält ausser einer ziemlich -umfangreichen Bibliothek auch eine Sammlung _*werthvoller Gemälde_, -die vom gegenwärtigen hochw. Bischof Dr. Ludwig Anton Frind zum -Theil restaurirt worden sind. Ferner erheben sich auf dem geräumigen -Domplatze _das Consistorialgebäude_, kenntlich durch das an demselben -angebrachte Wappen des Bischofs M. A. von Lachsen usw.; endlich die -aneinander gereihten Wohnungen der einzelnen Domherren. _Die Lage der -bischöflichen Residenz_ gewährt eine weite und ungemein _reizende -*Aussicht_ auf den ganzen Lauf der Elbe von Raudnitz bis Lobositz, wo -sie sich nordwärts in's Gebirge wendet, sowie auf den grössten Theil -der Stadt und der jenseits derselben und am linken Ufer der Elbe sich -ausbreitenden Fluren zwischen dem Mittelgebirge und der Eger. - -7. _*Elbschlossbrauerei._ In der That wie ein stolzes Elbschloss -thront auf einem Plateau an der Elbe die Elbschlossbrauerei, der -wir schon oben Erwähnung gethan haben. Sehenswerth ist die schöne -geräumige _*Braustätte_, mit ihrer kühnen Wölbung, ferner die -grossartigen _Kellerräume_, die mit ihren labyrinthartigen Gängen -eine kleine unterirdische Stadt bilden. _Die *Gartenrestauration_ mit -den schattigen Kastanienbäumen, sowie dem amerikanischen _*Pavillon_ -gewährt einen recht angenehmen Aufenthalt während der schönen -Sommertage. _Herrliche Aussicht!_ - -8. _Das bischöfliche Seminar_, welches in dem ehemaligen -Jesuitencollegium untergebracht ist, ist mit der Kirche Maria -Verkündigung, für gewöhnlich Jesuitenkirche genannt, verbunden. -In einer Nische unterhalb der Bogenwölbung an der sogenannten -Jesuitenstiege erhebt sich das Denkmal des vaterländischen Dichters -Josef Emanuel Hilscher, der am 22. Jänner 1806 in Leitmeritz geboren -wurde und nach einem unglücklichen Soldatenleben im Mai 1837 als -Feldwebel starb. - -9. _Das Kapuzinerkloster_ mit der Kirche der heil. Ludmilla am -Kapuzinerplatz. - -10. _Das Dominikanerkloster_ mit der Kirche des heil. Jakob in der -Dominikanergasse. - -11. _Die Kirche des heil. Adalbert_ in der Vorstadt Sasada. - -12. _Die Kirche des heil. Wenzel_, während der Pest 1713 in Folge eines -Gelübdes von dem italienischen Baumeister Broggio im italienischen -Renaissancestyl erbaut, später aufgehoben und als Getreideschüttboden -benützt, seit 1852 wieder dem Gottesdienste geweiht. - -13. _Die Kirche des heil. Johann des Täufers_ unterhalb des Domhofes -in der Rudolfsgasse an der Nordwestbahn, 1465 gegründet, im -dreissigjährigen Kriege zerstört und 1682 wieder hergestellt. - -14. _Das Marien-Hospital_ an der Schüttenitzer Strasse, im Jahre 1845 -vom Bischof Augustin Bartholomäus Hille erbaut. - -15. _Die alte Sct. Georgskirche_ nächst dem Domhofe, oberhalb der -Vorstadt Fischerei auf einem Hügel gelegen, von Leitmeritzer Fischern -gegründet und zur Pfarrkirche der Vorstadt Fischerei bestimmt. Auf dem -Friedhofe rings um die Kirche wurden die Leitmeritzer Fischer beerdigt; -jetzt erhebt sich dort die dem Leitmeritzer Bürger Baschta gehörige -Villa Georg. - -Wenn wir nun noch - -16. _die Elbebrücke_ erwähnen, so haben wir die bedeutendsten -Bauten und Sehenswürdigkeiten von Leitmeritz angeführt. Der Bau der -gegenwärtigen ärarischen Eisenbrücke, nach Schiffkorn'schem System -construirt, wurde 1857 bewilligt und 1858 bis 1859 vollendet. - - -Spaziergänge: - -(Bis zu 2 Stunden.) - -Ehe wir daran gehen, die Umgebung von Leitmeritz, die an -Naturschönheiten so reich ist, aufzusuchen, müssen wir vor allem -dem Lieblingsspaziergange der Leitmeritzer, der lieblichen -_*Schützeninsel_, in unmittelbarer Nähe der Stadt, einen Besuch -abstatten. Die Schützeninsel ist zum grössten Theile mit herrlichen -Bäumen, darunter mehrhundertjährigen majestätischen Eichen bewachsen -und wurde in den letzten Jahren durch die Fürsorge des im Jahre 1868 -gegründeten Anpflanzungsvereines zu einem Parke umgestaltet, der selbst -einer Grossstadt zur Zierde gereichen würde. In der Mitte der Insel -befindet sich das mit einer Restauration verbundene Schützenhaus. - -_*Die Radebeule_, auch Radobyl genannt, ist jener mächtige Basaltkegel -im Westen der Stadt, welcher mit dem ihm gegenüberliegenden Lobosch -gewissermassen die Wache am Eingange der böhmischen Schweiz hält. Ein -gewaltiges gusseisernes Kreuz krönt den Berg, von dessen Gipfel man -eine herrliche Rundsicht über einen grossen Theil des nordwestlichen, -sowie des mittleren Böhmen geniesst. Ein gut gangbarer Weg führt von -Leitmeritz aus auf den Berg, dessen Fuss von Reben umrankt wird. - -Nördlich von der Radebeule erhebt sich der _*Kamaiker Eisberg_. Von -Leitmeritz gelangt man in einer Stunde auf der Kamaiker Strasse nach -dem Orte Kamaik mit der Burgruine gleichen Namens. Oberhalb dieser -Ruine, die weithin in's Elbethal sichtbar ist, liegt der erwähnte -Eisberg, merkwürdig dadurch, dass man in heissen Sommertagen, besonders -nach einem Regen, in den vom Steingerölle umgebenen Gruben Eis findet. -Am nördlichen Abhange des Eisberges steht, eine anmuthige Idylle -bildend, die Kapelle des heil. Johannes des Täufers in der Wüste, -von wo aus, unter den Aesten mächtiger Eichen hinweg, das Auge über -eine prächtige Elbelandschaft zu schweifen vermag. Die Aussicht ist -besonders nach Süden und Südosten reizend. Von Kamaik kann man nun -entweder den Abstieg zur Elbe nach Gross-Tschernosek oder auch nach -Libochowan nehmen. - -_Gross-Tschernosek_ liegt in der Richtung gegen Milleschau und ist -berühmt wegen des dort gebauten Weines. Unter dem Namen »Tschernoseker« -kommt eigentlich aller im Leitmeritzer Elbegau producirte Wein in -den Handel. Eine Sehenswürdigkeit in Tschernosek bildet der _*gräfl. -Nostiz'sche Weinkeller_, der horizontal in den Berg hineingebaut ist. -Dieser Keller stammt zum Theil aus dem 13. Jahrhundert und zeichnet -sich durch seine riesige Ausdehnung aus. 50.000 Eimer Wein vermögen -darin ganz gut untergebracht zu werden. Durchschnittlich enthält er -8000 Eimer. - -_Nach Libochowan_ führt von Kamaik aus eine Fahrstrasse über das -obstbaumreiche Dorf Rschepnitz zur Elbe. Bei Libochowan befinden sich -Wälle aus der Keltenzeit, wie auch in der Nähe des genannten Dorfes vor -einigen Jahren Heidengräber entdeckt wurden. Zwischen Tschernosek und -Libochowan erhebt sich an der Elbe _der Dreikreuzberg_. - -Sehr beliebte und sehr besuchte Ausflugsorte sind die Einsiedelei -_*Skalitz_, die _Villa *Mentau_ und _*Kundratitz_. Wir können alle -drei Punkte in einem auf einen Nachmittag berechneten Spaziergange -besuchen. Unser erstes und nächstes Ziel sei die Einsiedelei Skalitz, -welche dort am Bergesabhange zwischen grünen Waldbäumen hervorlugt. -Wir können entweder den Weg über das nahe Pokratitz in nördlicher -Richtung einschlagen, um am Bachesrande im schattigen Thale vorwärts -zu schreiten, oder wir können auch auf der bequemeren, von zwei -Obstbaumalleen begrenzten Schüttenitzer Strasse über das zwischen -Obstbäumen gelegene Dorf Schüttenitz, welches das mildeste Klima in -Böhmen besitzen soll, die Skalitzer Höhe erreichen. Die so anmuthige -Einsiedelei ist gegenwärtig von einem Förster bewohnt, bei welchem -man einen ganz guten Kaffee, sowie Bier u. s. w. erhält. Unweit des -Försterhauses streckt ein kleines Kirchlein seinen Thurm in die Höhe, -und unterhalb des Hauses zeigt man eine Höhlung in Sandsteinfelsen, -welche dem Einsiedler als Wohnung diente. Natürlich geniesst man von -hier eine prachtvolle Fernsicht auf die weite Ebene, durch welche sich -der Elbstrom schlingt. - -Etwas höher und westlich von Skalitz blickt die _Villa Mentau_ vom -Bergesabhange in's weite Thal hinab. Diese Villa wurde erst im Jahre -1878 von dem Herrschaftsbesitzer und Grossindustriellen Edlen von -Schroll in Liebeschitz, dem Besitzer des Waldes, welcher diese Höhen -schmückt, mit einem Kostenaufwande von 40.000 fl. erbaut und dient -ebenfalls einem Förster, der gleichzeitig Restaurateur ist, als -Wohnung. Unten in der Thalschlucht, dem Melbiner Thale, verborgen -hinter mächtigen Bäumen, klappert die Melbiner Mühle, wo man auch -leibliche Stärkung erhalten kann, und an unser Ohr dringt das -einförmige und doch so anheimelnde und wohlthuende Rauschen des klaren -Gebirgsbaches, der sich durch dichtes Gebüsch über Stock und Stein -seinen rauhen Weg gebahnt. - -Doch wir müssen weiter; noch einen Blick auf das grosse und schöne -Panorama zu unseren Füssen, und wir setzen unseren Bergstock wieder -fest auf, um über Wiesen und Fluren und durch den schattigen Wald -den Bergesrücken zu erklimmen, hinter welchem ein wahres Kleinod des -böhmischen Mittelgebirges verborgen liegt, wir meinen die Sommerfrische -_*Kundratitz_. Hier sei erwähnt, dass man von Mentau aus auch auf den -Berg _Hradisken_ gelangen kann, der sich durch eine schöne Rundsicht -auszeichnet. Unser Ziel ist jedoch, wie gesagt, Kundratitz. Zwischen -den Waldbäumen sehen wir nach halbstündiger Wanderung, nördlich von -Mentau, die Villa »Henriettenruh« hervorschimmern und bald ruhen wir -im Schatten des Waldes, unmittelbar an der Villa, von unserem immerhin -etwas anstrengenden Marsche aus. Man kann Kundratitz auch von einer -anderen Seite von Leitmeritz aus erreichen, indem man auf der Strasse -über Pokratitz nach Hlinay geht, wobei sowohl Skalitz als Mentau -rechts liegen bleiben. Nachdem wir uns gestärkt, betreten wir die -Terrasse der Villa und erquicken unser Herz an der überraschend schönen -Fernsicht, die man von hier aus geniesst. Ein landschaftliches Bild, -wie es lieblicher, prächtiger nicht gedacht werden kann, eröffnet sich -da vor unseren Augen; mehr als dreissig kegelförmige Bergspitzen des -Mittelgebirges, mit dem Vater »Milleschauer« in der Mitte, erheben sich -in den duftigen Aether, während im Vordergrunde sich das _Tlutzner_ -Thal, eingeschlossen von grünen Waldesflächen, mit seinen tausenden -von Obstbäumen, aus denen die Dächer der Orte Kundratitz und Tlutzen -verführerisch hervorlugen, ausbreitet. Fürwahr, es ist entzückend -schön, dieses Landschaftsbild und immer und immer wieder schweift der -Blick wie trunken über diese anmuthigen Scenerien, die ihres Gleichen -nicht bald wieder haben. - -Sind wir einmal 599 m über der Meeresfläche, so können wir auch noch -etwas weiter steigen und dem in einer guten Viertelstunde erreichbaren -_Warhorscht_ einen Besuch abstatten. Von diesem ringsherum frei -dastehenden Berggipfel ist die Rundsicht eine vollständige, aber auch -eine grossartig schöne. Von hier aus überblickt man das Teplitzer Thal -und das ganze herrliche Thal von Aussig, Kulm bis Teplitz, weiter -Dux, Ossegg u. s. w. Der schwarze Maulwurfshügel in der Ebene ist der -Teplitzer Schlossberg, der uns leider die alte Thermenstadt verdeckt. - -Dort oben am Kamme des Erzgebirges winkt das Mückenthürmchen herüber, -während weiter im Norden die Nollendorfer Kirche sichtbar wird. Recht -deutlich bemerkt man auch den hohen Schneeberg bei Bodenbach. Mehr im -Vordergrunde windet sich die Elbe durch die Berge, und soeben sehen -wir vor uns in der Tiefe den Dampfer in Salesl landen. Nördlich, -wo die Elbe in den Bergen verschwindet, klebt nett und winzig der -Schreckenstein, der uns nicht gestattet, mehr als bloss einige Häuser -der gewerbefleissigen Elbestadt Aussig zu sehen. Gegen Nordosten -schimmern in blauer Ferne die Berge des Isergebirges und vom Jeschken -bei Reichenberg ragt der Gipfel, für unser Auge sichtbar, gegen den -Himmel. Wenden wir uns nunmehr gegen Süden, so ist die Landschaft eine -ganz veränderte; eine meilenweite Ebene erstreckt sich nach Süden, in -welcher sich bei Raudnitz der Říp und einige weniger bedeutende Höhen -erheben. Es würde zu weit führen, wollten wir hier eine ausführliche -Schilderung dieser wundervollen Rundsicht, die in dieser Gegend -jedenfalls nur von jener des Milleschauer übertroffen wird, wiedergeben. - -Kundratitz gewinnt als Sommerfrische von Jahr zu Jahr an Beliebtheit -und sind es Familien aus Dresden, Berlin, Prag usw., die mehrere Wochen -des Sommers in stiller Abgeschiedenheit hier zubringen. - -Ein von Kundratitz in einer guten halben Stunde zu erreichender -Aussichtspunkt ist die _*Wache_, ein Gebirgsvorsprung unterhalb -des Warhorscht, mit einem herrlichen Einblick in's Elbethal. Ein -weiterer Spaziergang von Kundratitz aus ist _das lange Loch oder der -Höllengrund_, ein Felsenabsturz rechts von der Strasse nach Tschersing. -Das Dorf Tschersing ist in ¾ Stunden von Kundratitz zu erreichen. Von -hier führt eine romantische Thalschlucht zum Elbethal gegen Sebusein. - -Eine Reihe prächtiger Waldpartien, die freilich noch weniger bekannt -sind und von Fremden ohne Führer nicht gemacht werden können, lassen -sich von Skalic aus unternehmen. Wir nennen hier Neuhof, die Tetschner -Aussicht und das Dorf Babina. - -_Grössere Partien_: Wer einen ganzen Tag aufwenden will, ohne sich -dabei anzustrengen, dem ist die Partie nach Triebsch zu empfehlen. - -Von Leitmeritz aus schlagen wir die Aerarialstrasse nach _Trnowann_ -ein. Hinter diesem Orte führt die Strasse über den _*Weissen Berg_, -welchen bereits in diesem Jahre ein Standbild Kaiser Josefs II. -krönen wird, das die Landwirthe des Ploschkowitzer Thales dem grossen -Volkskaiser zu errichten gedenken. Von der Höhe des Weissen Berges -bietet sich dem Beschauer ein reizendes landschaftliches Gemälde -dar. Ueber Leitmeritz hin breitet sich die weite Ebene aus, die von -den Bergen des Mittelgebirges begrenzt wird, während in der Richtung -gegen Ploschkowitz, das Ploschkowitzer Thal, mit seinen überaus -fruchtbaren Fluren, seinen ungezählten Obstbäumen und den Bergeshöhen -wie ein Schmuckkästchen der Natur daliegt. Wieder am Fusse des -Hügels angelangt, weichen wir links von der Auschaer Strasse ab und -schlagen die Bezirksstrasse nach _*Ploschkowitz_ ein, das wir in einer -Viertelstunde (von Leitmeritz 1½ St.) erreichen. Ploschkowitz besitzt -ein prächtiges kaiserliches Schloss mit einem Parke im französischen -Styl. - -Wir wenden uns nördlich über Techobusitz gegen Triebsch, das sich -anmuthig am Fusse des Kelchberges ausbreitet und das zweit grösste -Dorf des Leitmeritzer Bezirkes ist. (3 Stunden von Leitmeritz.) _Der -Kelchberg_ steigt in 2 Terrassen auf; er ist bequem zu besteigen und -bietet eine schöne Aussicht nach allen Richtungen. Im Orte Triebsch -befindet sich ein Herrenhaus mit einem sehr hübschen Parke. - -Den Rückweg nach Leitmeritz schlagen wir über Kudeslawitz ein. Dieses -Dorf liegt am südlichen Abhange der »Dreiberge« und erfreut sich -schöner Waldungen, die von Strassen durchschnitten werden, so dass der -Wald einen parkähnlichen Charakter erhält. Am Bergabhange führt die -Strasse über Pohorschan nach Schüttenitz und von da nach Leitmeritz. -Von Pohorschan windet sich die Strasse zwischen dem langen Berge und -dem Goldberge hindurch. - -Wenn man nun die Trnowanner Strasse, statt unterhalb des Weissen Berges -abzuzweigen, weiter einschlägt, so gelangt man nach dem Marktflecken -Liebeschitz (2½ St. von Leitmeritz) mit einem herrschaftlichen Schloss -und Park des Edlen von Schroll. In einer guten halben Stunde erreicht -man die Stadt _Auscha_, bekannt durch ihren Hopfenhandel. - -Nördlich hievon liegt der _*Geltschberg_, der höchste Berg der Gegend. -Am Fusse desselben befindet sich die Kaltwasseranstalt _*Geltschbad_ -mit schönen Spaziergängen und Waldpartien. (1 Stunde von Auscha.) - -Unweit hievon das Städtchen Lewin (1 Stunde von Auscha) auf -einer Anhöhe gelegen, zeichnet sich durch einen regen Handel und -Gewerbefleiss aus. - -Von Auscha eine Stunde entfernt, ist die Burg _Hradek_; ferner ist zu -erwähnen das Dorf Konojed (1 Stunde von Auscha), mit Schloss, einem -ehemaligen Kloster und Garten. - -Unweit von Konojed erhebt sich der _Eichberg_, an dessen Ostseite ein -interessanter Basaltsteinbruch mit schiefliegenden Basaltsäulen sich -befindet. - -In derselben Richtung liegen _Graben_ und _Drum_. Im letzteren Orte ist -ein bischöfliches Schloss. - -Eine Partie, die man per Bahn unternehmen kann, ist die nach _Liboch_ -a. d. Elbe. Liboch zeichnet sich durch hervorragenden Weinbau aus. -Romantisch ist das östlich gelegene Thal _Kokorschin_. - -Eine grössere Partie über das Mittelgebirge bildet die von Leitmeritz -nach _*Grosspriesen_, und kann man zwei Wege einschlagen. Die erste -Tour hält sich an die Strasse, welche über Schüttenitz, Pohorschan, -Stankowitz, Ritschen und Proboscht, wo sich in einer Felsenschlucht -die romantische Kaisermühle befindet, in das Grosspriesner Thal führt. -Dieser Weg ist ungemein anziehend, da er lange Strecken durch herrliche -Forste hinzieht. Im Grosspriesner Thal sind bei Salesl die Kohlenwerke -bemerkenswerth. Der Bergverwalter Herr Kastelly besitzt eine reiche -mineralogische Sammlung, die er Besuchern gern zeigt. - -Der zweite Weg ist schwer zu finden und kann nur zu Fuss zurückgelegt -werden; er zieht sich über Skalitz, Neuhof, den Hohenstein und die -Tetschner Aussicht nach Proboscht. - -Es liessen sich noch mancherlei herrliche Partien in der Umgebung von -Leitmeritz anführen, allein dieselben sind zu wenig bekannt und von -Fremden nicht so leicht auffindbar. In diesem herrlichen Gau hätte -ein Gebirgsverein eine grosse und schöne Aufgabe zu erfüllen, und wir -wollen hoffen, dass es doch noch gelingt, dieses schöne Stück Erde dem -Touristenstrom zu erschliessen. - - - - -Aussig. - - - =Eisenbahnen=: 1. _Oesterreichische Staatsbahn-Linie_: - Aussig-Bodenbach-Dresden; Aussig-Prag-Wien. 2. - _Oesterreichische Nordwestbahn_, rechtes Elbeufer -- - nach _Tetschen_ in 50, nach _Leitmeritz_ in 50 Minuten. - 3. _Aussig-Teplitzer Bahn_ -- nach Teplitz (40 Min.), - Dux-Bilin-Brüx-Komotau und Anschluss nach Karlsbad-Eger. 4. - _Bielathal-Bahn_, Bahnhof in der Nähe der chemischen Fabrik, - nach Bilin-Sauerbrunn in 2 Stunden. - - =Dampfschifffahrt= gegen Leitmeritz und gegen Tetschen, - Herrenskretschen, Schandau, Dresden. - - =Gasthöfe=: »Goldene Krone« am Marktplatz, »englischer Hof« in - der Lindenstrasse, »Goldener Engel«, »Stadt London«, »Stadt - Prag« am Markt, Hohes Haus« bei der Bahn. - - =Restaurationen=: Belvedere- und Dampfschifffahrts-Restauration - mit schöner Aussicht; Schmidt's Restauration und Garten, grosse - Wallstrasse, Elisium mit Garten, Ostervorstadt; Ferdinandshöhe - auf einem Vorsprung des Galgenberges mit prächtiger Aussicht. - - =Post- u. Telegrafenamt. -- Buchhandlung.= - -_Aussig_ liegt am linken Elbeufer, an der Mündung der Biela in die -Elbe, sowie am Fusse des Střezowitzer und des Marienberges, welcher -letztere, aus Klingstein bestehend, wegen der mannigfaltigen Mineralien -merkwürdig ist. Vom Gipfel desselben geniesst man eine herrliche -Aussicht in das Elbthal und die Gebirgsketten diesseits und jenseits -des Stromes, von dessen Ufern sich der Marienberg fast senkrecht -erhebt. Unmittelbar über der Stadt erhebt sich _*die Ferdinandshöhe_ -mit prachtvoller Aussicht (früher waren hier die Ruinen der Burg -Witrusch). - -=Geschichtliches=: Die Gründung der Stadt soll schon im J. 827 erfolgt -sein. Im Jahre 1277 wurde sie der Krone von Böhmen einverleibt, 1282 an -Otto von Brandenburg abgetreten und vom Kaiser Rudolf von Habsburg der -böhmischen Krone wieder zurückgegeben. - -Während des Husitenkrieges verpfändete Kaiser _Sigmund_ die Stadt an -die Meissner, was eine grosse Erbitterung in Böhmen hervorrief und -eine Belagerung der Stadt zur Folge hatte. Ein meissnisches Ersatzheer -wurde zwar am 16. Juni 1426 vollständig besiegt, allein die Stadt -dabei so eingeäschert und verwüstet, dass sie drei Jahre lang ganz -verödet blieb. Ein zweites, trauriges Loos traf die Stadt am 8. Mai -1538, wo ein grosser Theil derselben sammt der Stadtkirche in Flammen -aufging. Ferdinand I. gab der Stadt Aussig für die Treue, welche sie -ihm gelegentlich der Zwistigkeiten zwischen Karl V. und dem Kurfürsten -_Johann Friedrich_ von Sachsen bewies, nebst vielen anderen Vorrechten -auch Sitz und Stimme im Landtage. Während des 30jährigen Krieges wurde -Aussig 1631 von sächsischen Truppen verwüstet und in Brand gesteckt, -dagegen ist es während des 7jährigen Krieges und bei dem Einfalle der -Franzosen im J. 1813 von grösseren Unglücksfällen verschont geblieben. - -In neuester Zeit ist die Stadt durch ihre äusserst günstige Lage -an der schiffbaren Elbe, in unmittelbarer Nähe des ausgedehnten, -reichhaltigen nordwestböhmischen Braunkohlenbeckens, durch die -zahlreichen Eisenbahnen ein bedeutender Handels- und Industrieplatz -geworden. Die Einwohnerzahl ist seit 1869 bis zum 31. Dezember -1880 von 10.000 über 16.000 gestiegen. Die im J. 1857 von einer -Actiengesellschaft gegründete _chemische Fabrik_ für chemische und -metallurgische Production ist eine der grössten Europas und beschäftigt -über 1300 Arbeiter. Sie liefert Schwefelsäure, Sulfate, Salzsäure, -Superphosphate u. s. w., besitzt eine eigene Gasanstalt, welche -auch die Stadtbeleuchtung besorgt, eine Dampfziegelei u. s. w. Der -Flächenraum des Fabriksgebietes beträgt 58 Hekt. An Arbeitslöhnen wird -wöchentlich die Summe von 12.000 fl. ausgezahlt. Der Kohlenverbrauch -belief sich im Jahre 1880 auf 12.734 Waggon zu 11 Tonnen. - -Weitere industrielle Etablissements befinden sich hier: eine -Lederfabrik, zwei Siderolithwaarenfabriken, Baumwollspinnerei, -Glasfabrik, Paraffinfabrik, Webewaarenfabrik, Bandfabrik u. s. w. Viele -Braunkohlenniederlagen. Die Kohlenverfrachtung auf der Aussig-Teplitzer -Bahn grossartig. - -In Aussig wurde am 12. März 1728 während eines vorübergehenden -Aufenthaltes seiner in Dresden wohnhaften Eltern _Anton Raphael Mengs_ -geboren. - -=Sehenswürdigkeiten=: 1. Die im sogenannten altgothischen Style erbaute -und mit einer kunstreich gearbeiteten steinernen Kanzel versehene -Dekanalkirche. Dieselbe besitzt eine kostbare _*Madonna_, die sich -in einem feuerfesten eingemauerten Schreine befindet und nur bei -hohen Festen ausgestellt ist. Dieses prachtvolle Bild von bedeutendem -Kunstwerthe ist nach dem Urtheile gewiegter Kenner (auch Göthe schloss -sich dieser Ansicht 1813 an) ein Werk Carlo Dolce's. Fälschlich hat -man es dem obgenannten Anton Raphael Mengs zugeschrieben, welche -Annahme aus dem Grunde unstatthaft ist, als Raphael Mengs zur Zeit -der testamentarischen Uebergabe des Bildes an die Decanalkirche -(1737) 9 Jahre alt war. Das Gerücht mag deshalb entstanden sein, -dass die Erblasserin Margaretha Fischer geb. Rochus von Lindenfels -die Besitzerin des Geburtshauses des wiederholt genannten Raph. -Mengs gewesen und das Bild nach der übereinstimmenden Aussage vom -Vater Raphaels, dem sächsischen Hofmaler Ismael Mengs, zum Geschenke -erhielt. 2. Die St. Adalbertskirche bei dem Dominikanerkloster, im -Renaissancestyl erbaut. 3. Die grossartige _eiserne Elbbrücke_, welche -die Nordwestbahn mit den Bahnen des linken Elbufers verbindet. 4. Die -neue Knabenschule und zwei andere grosse Schulgebäude. 5. Die älteste -Kirche ist die Maternus-Kirche, deren Friedhof seit vielen Jahren -aufgelassen ist und jetzt in einen Park verwandelt wird. (Die _Touren_ -ins böhmische Erz- und Mittelgebirge siehe »Der Besuch des böhmischen -Erz- und Mittelgebirges von Teplitz-Bilin, eventuell Lobositz« aus.) - -Hier sei Erwähnung gethan der herrlichen Ausflüge zur _*Ruine -Schreckenstein_ (½ St.) und auf die _*hohe Wostrey_ (2 St.). Wir gehen -von Aussig süd-südöstlich auf das rechte Elbufer und erreichen in einer -halben Stunde den Klingsteinfelsen, auf welchem sich die malerischen -Ruinen der alten _Veste Schreckenstein_ erheben, die im Sommer der -Gegenstand zahlreicher Besuche von Einheimischen und Fremden sind. -Der Felsen steht senkrecht 80 m hoch über dem Spiegel der Elbe, ist -nur von einer Seite zugänglich und macht einen imposanten Eindruck. -Zwischen dem Burgfelsen und dem grünbewaldeten Schanzenberge liegt die -sogenannte _Schäferei_. Von hier führt der einzige Zugang zur Burg, -ein schmaler Gang, auf dessen beiden Seiten niedrige Gebäude stehen, -darunter das alte Bräuhaus, während der Burgfelsen auf der Ostseite -auch hier 37·9 m hoch senkrecht wie eine Wand aufsteigt. Wir kommen zu -dem gut erhaltenen Burgthor, das mittelst einer Treppe passirt wird. -Durch das Thor treten wir in den Burghof, welcher mit einer starken -Ringmauer umgeben ist. Hier befindet sich die Restauration, für die es -seit 1877 ein eigenes Gebäude mit Fremdenzimmern gibt. - -Der sogenannte Rittersaal steht mit dem Burghofe durch einen schmalen -Gang in Verbindung. Durch die nach der Elbe gerichteten sechs Fenster -hat man einen prächtigen Blick in das Thal. Daneben befindet sich -ein kleines Gebäude, welches zu Restaurationszwecken verwendet -wird. Von hier führt links ein Fusspfad nach einem Felsenvorsprung, -einer ehemaligen Warte, welche mit einem Dache versehen ist und -einen vorzüglichen Blick auf die eigenthümliche Steinschichtung des -Felsens gewährt. Von diesem unteren Theile steigen wir auf einer -Treppe in _die Hauptburg_ und dann in _die Burgkapelle_ mit schönen -Spitzbogenfenstern; da ist ein Vorsprung mit schöner Aussicht. -Sehenswerth sind noch die _Burgherrenwohnung_, _die Citadelle_, -von welcher noch die Reste von zwei halbrunden Bastionen und ihrer -Verbindungsmauer vorhanden sind, und _der Wartthurm_, welcher mit einem -Holzdache versehen ist und bis jetzt den Stürmen der Zeit getrotzt hat. -Von hier können wir die Tour auf _die hohe Wostrey_ fortsetzen (1½ St.) -oder nach Aussig zurückkehren. - -Aussig-_hohe *Wostrey_. Wir gehen von Aussig in südöstlicher Richtung -nach Ober-Sedlitz, einem Dorfe ¼ St. von der Elbe und am Fusse des -Gebirges und kommen nach Neudörfel (1 St.), wo bereits der Milleschauer -(im Südwesten) zum Vorschein kommt, während im Rücken (Norden) des -Wanderers der Schneeberg mit seinem weitsichtbaren Thurme auftaucht. -Neben einem grossen Nussbaum theilt sich der Fahrweg; wir benützen -weiter den Seitenweg rechts und langen bei einer, zwischen zwei -hohen Eichen angebrachten Ruhebank an, von wo aus wir, auf dem -windungsreichen Fusswege links fortschreitend, die Spitze dieses 583 m -hohen Basaltkegels erreichen. Derselbe ist einer der bedeutungsvollsten -und lohnendsten Aussichtspunkte im Norden unseres Heimathslandes. -Wir haben eine prachtvolle Waldlandschaft unmittelbar vor uns. Das -herrliche Elbthal können wir weit verfolgen. Im Norden wird der Thurm -des Schneeberges sichtbar, der sich als ein langgedehnter, nordöstlich -laufender Bergrücken über ein hohes, aus dem Elbthale und dem Eulauer -Thale östlich und südlich steil aufsteigendes, an seinen Rändern durch -tiefe Thaleinschnitte zerrissenes Plateau erhebt. Vor dem Erzgebirge -ist die mit allen Reizen einer üppigen Natur geschmückte Thalebene, -welche ihren Anfang bei Arbesau nimmt, mit dem Eulauer Thale durch -einen niedrigen Pass zusammenhängt und sich bei Kulm und darüber -hinaus erweitert, ausgebreitet. Rechts vom Schneeberge sehen wir die -Ruine des, wahrscheinlich im 30jährigen Kriege zerstörten Schlosses -Blankenstein, von dem man eine sehr weite und schöne Aussicht, -namentlich auf den Elbstrom geniesst. - -Im Vordergrunde liegt Aussig. Westwärts lassen wir unsere Blicke über -das herrliche Mittelgebirge schweifen und nehmen den Milleschauer, -Kletschen, Radelstein, die Klotzberge, den Kostial, den Lobosch und -ganz im Hintergründe die Hasenburg wahr. Unmittelbar unter uns liegt -das Dorf Birnay, am rechten Elbufer, am Fusse des Prutschelberges. Im -Osten sehen wir den Geltsch bei Auscha, nordwestlich den Zinkenstein, -links davon im Hintergrunde den Rosenberg bei Tetschen. - - - - -Tetschen. - - -=Tetschen=, Stadt, an der Elbe, zählt über 5000 Einwohner; sie ist mit -dem linken Elbufer durch die prächtige Kaiserin Elisabeth-Kettenbrücke -verbunden. Die Stadt hat viele Neubauten aufzuweisen, was auf einen -nicht unbedeutenden Aufschwung schliessen lässt. Obst-, Getreide- und -Holzhandel ist gross. Alle Holzgattungen werden bis Hamburg verschifft -und verflösst. Bedeutend ist auch der Schiffbau. - - =Gasthäuser=: Stadt Prag, Krone, silberner Stern am Ring, Hôtel - Ullrich an der Elbe, das Schützenhaus in prächtiger Lage mit - einem schönen Garten; Hôtel zum Dampfschiff, neben der Brücke - an der Elbe; Restaurationen; Weinstuben. - - =Eisenbahnen=: Oesterreichische Staatsbahn, Nordwestbahn, - böhmische Nordbahn nach Warnsdorf und Böhmisch-Leipa, - Dux-Bodenbacher Bahn von dem gegenüberliegenden _Bodenbach_ aus. - - =Dampfschifffahrtsstation.= -- =K. k. Post- und Telegrafenamt.= - -- =Badeanstalt.= - -=Sehenswürdigkeiten=: Auf einem vom Ufer der Elbe 47·4 m senkrecht -aufsteigenden, gegen Norden und Osten sich abdachenden Sandsteinfelsen -steht das _stolze *Schloss_ der Grafen von Thun. Es wurde 1668 vom -Grafen Maximilian von Thun neu erbaut und vom Grafen Wenzel Thun 1788 -im gegenwärtigen imposanten Zustande vollendet. Das Schloss ist -eine Zierde des Elbthales und hat fast von allen Seiten herrliche -Aussichten in die paradiesisch schönen, zum Theile wildromantischen -Gegenden desselben. Es enthält eine Schlosscapelle zum hl. Georg -mit einem Altarbilde von Berglen, eine schätzbare Bibliothek, eine -Gemäldesammlung, ein Münz- und Waffenkabinet. An den Abhängen des -Schlossberges und am Fusse desselben befinden sich _herrliche -*Gartenanlagen_ mit Orangerie und Gewächshäusern für seltene exotische -Pflanzen und einem der grössten Ananashäuser, nach englischer Art -eingerichtet. Die Auffahrt zum Schlosse von der Stadtseite ist in -Felsen ausgehauen. Am Ufer der Elbe ist ein Fussweg, theilweise durch -den Felsen gehauen, und über den Arm der Pulsnitz, welche hart am -Schlossfelsen in die Elbe mündet, führt ein Kettensteg zur Verbindung -des nördlichen Theiles der Gartenanlagen mit dem südlichen. Dieses -Schloss war als ein fester Punkt an der Elbe und Schlüssel dieses -Stromes von militärischer Wichtigkeit. Wiederholt wurde es besetzt, -so im J. 1631 von den Sachsen, 1635 und 1638 von dem schwedischen -Parteigänger Stalhantsch. 1641 von den Kaiserlichen, 1647 von dem -schwedischen Obersten Kopi (da wurde es mit 700 Kugeln beschossen), -1741 von den Franzosen, 1744, 1756 und 1778 von den Preussen. - -Die _Dekanalkirche_ zum hl. Kreuz, 1687 vom Grafen Max Thun zum Theile -auf Felsengrund erbaut, auf welchen Umstand die auf dem freistehenden -natürlichen Grundsteine angebrachte Inschrift deutet. Diese Kirche, -welche von Cramolin ausgemalt ist, ist eigentlich die Schlosskirche. -Die _Stadtkirche_ zu Sct. _Wenzel_ und _Blasius_ brannte 1749 ab und -wurde als Waarenmagazin verwendet; vor zwei Jahren wurde sie wieder -hergestellt. Weitere nennenswerthe Gebäude sind: Das _Stadthaus_ mit -der Sparkassa, das k. k. _Bezirksgericht_, das _Bürgerschulgebäude_, -die _Lorettokapelle_ und der _Bahnhof_ der österreichischen -Nordwestbahn. - -(Der Besuch des böhmischen Erz- und Mittelgebirges von Tetschen und dem -gegenüberliegenden Bodenbach siehe Besuch von Lobositz, Teplitz und -Bilin aus.) - -Herrliche Spaziergänge und Touren. (Siehe Bodenbach!) Wir wenden uns -von Tetschen-Bodenbach nach Norden gegen _*Herrenskretschen_. Links -haben wir das Erzgebirge, welches hier in geographischer Beziehung mit -dem Elbufer endigt. Gewöhnlich nimmt man als Grenze den Nollendorfer -Pass an und bezeichnet das Gebirge von da an zu beiden Seiten der Elbe -als Elbsandsteingebirge oder böhmisch-sächsische Schweiz. Der höchste -Punkt ist _der hohe Schneeberg_, welcher sich mit seinen Abdachungen -über ein grosses Gebiet verbreitet, so dass alle, besondere Namen -führenden Bergmassen als Vorsprünge und Ausläufer zu betrachten sind. -Der nordöstliche heisst _die Scheibenkoppe_; nördlich verflacht sich -diess Gebirge nach Sachsen, hat jedoch auch hier felsige Vorsprünge: -_den Brunnnesselkamm_ und _den Breitenstein_; westlich hängt es -mit dem in dieser Richtung fortlaufenden Rücken des Erzgebirges -ununterbrochen zusammen. Unmittelbar an dem linken Elbufer gibt es -steile Berge, welche zum Theile in senkrechten, gleichsam in mehreren -Stockwerken über einander gethürmten, mannigfach zerrissenen und -grotesken Felswänden emporsteigen, wie bei Niedergrund, Mittelgrund. -Die herrschende Formation in diesem Gebirge ist der Quadersandstein, -welcher hier alle seine Eigenthümlichkeiten hinsichtlich des Grotesken -und Malerischen auf die mannigfaltigste Weise entwickelt; besonders -zeigen sich seine kühnen, oft abenteuerlichen Formen in den engen -Thälern und Schluchten, welche diess Gebilde durchschneiden, und -einzelnen, von der Hauptmasse losgerissenen Felspfeilern und Pyramiden, -sowie auch Grotten und Höhlen, welche sich hier vorfinden. Auch am -rechten Elbufer, wo der _Quaderberg_, die steilen _Rosenwände_ bei dem -Dorfe Rasseln und die _*Elbleiten_ bemerkenswerth sind, wird das Thal -durch die bis fast an die Ufer des Stromes vorspringenden Berggehänge -so eingeengt, dass nur ein schmaler Streifen Landes am Flusse für den -Anbau erübrigt. Die Fahrt auf dem Dampfschiff nach Herrenskretschen ist -eine hochinteressante und sehr lohnende (1 St. -- zu Fuss geht man über -Ober-, Mittel- und Niedergrund). - - - - -Herrenskretschen. - - - =Dampfschifffahrtsstation.= -- Eisenbahnstation in _Schöna_, - Herrenskretschen gegenüber. -- Postfahrt nach Dittersbach. -- - Lohnfuhrwerke. - - =Gasthäuser=: Hôtel Herrenhaus, Hôtel zum grünen Baum. - -Der Ort liegt am rechten Elbufer, am Ausflusse der Kamnitz in die -Elbe, in einem tiefen, zu beiden Seiten von hohen Sandsteinwänden -eingeschlossenen Thale. In der Nähe des Ortes mündet von Norden her -in das Kamnitzthal der _*Prebisch-Grund_ mit den _*Prebisch-Wänden_ -und dem _*Prebisch-Thor_, ein hochinteressanter Bestandtheil der -_böhmisch-sächsischen Schweiz_. Das _Prebisch-Thor_ ist ein viele -Klafter hoher und weiter, von der Natur selbst über das Thal -brückenähnlich gespannter Felsenbogen. Man geniesst von seiner Höhe, -am Rande eines schauerlichen Abgrundes, aber durch feste Brustwehren -geschützt, die herrlichsten Aussichten auf die benachbarten Gegenden. -Mit Entzücken verweilt das Auge auf einer Menge von Ortschaften, -wie Rosendorf, Arnsdorf, Steinschönau u. s. w., auf hohen Bergen, -wie _Rosenberg_, _Schneeberg_, _Bösig_ u. s. w., auf den schönsten -Waldungen und den fürchterlichsten Abgründen und Felsenmassen. Es ist -bereits vieles geschehen, um sowohl den Einheimischen als auch den -Fremden den Besuch dieser _herrlichen, berühmten, aber noch nicht -gehörig gewürdigten_ Felspartien zu erleichtern. Ein bequemer Weg, mit -Ruhebänken versehen, führt bis auf die Höhe des _Prebischthores_ und -mehrere Brücken, über tiefe Schluchten gespannt, geleiten den Touristen -auf die zunächst liegenden Höhepunkte dieses Felsenlabyrinths bis nach -Sachsen hinein. - -_Herrenskretschen-*Edmundsgrund_ -- diese herrliche Partie, welche den -Wettkampf mit den bedeutendsten Hochgebirgspartien aufnehmen kann, ist -leider auch noch sehr wenig gekannt. Wir folgen von einem der Gasthöfe -dem Laufe der Kamnitz und treten in den Edmundsgrund ein, welcher mit -seinen grossartigen, steilen und reich bewaldeten Gebirgsabhängen, -mit dem klaren und forellenreichen Wasser und durch die reiche -Scenerie der Landschaften einen imposanten Eindruck hervorbringt. -Sehr empfehlenswerth ist auch der _Aufstieg_ auf den, dem Herrenhause -gegenüberliegenden _*Elisalexfelsen_ mit einem herrlichen Blicke auf -die Elbe und in das Kamnitzthal. Das 1 Stunde entfernte _Belvedere_, -zwei künstlich bearbeitete und von der Südseite zugänglich gemachte -Sandsteinfelsen (bei Elbleiten), deren einer die Gestalt einer -Festung mit Schiessscharte darbietet, der andere aber zu einem Tempel -ausgehauen ist, von welchem man auf die in der Tiefe vorüberströmende -Elbe und das jenseitige Ufer bis Niedergrund hin eine reizende Aussicht -hat, wird wenig mehr besucht. Dieser Theil der böhmischen Schweiz ist -grossartig, und deshalb geben wir der Hoffnung Raum, dass er seitens -der Touristen so gewürdigt werden wird, wie er es verdient. - - * * * * * - -Benutzt wurden: Sommer's Königreich Böhmen; Karlsbad in -geschichtlicher, medicinischer und topographischer Beziehung von Dr. E. -Hlawaček, Verlag v. Hans Feller in Karlsbad; der Wegweiser für Karlsbad -und Umgebung von Dr. Hlawaček, Verlag von Feller in Karlsbad; der -Führer in Karlsbad und seiner Umgebung (Verlag v. Franiek und Comp. in -Karlsbad); Führer durch die westböhmischen Kurorte und deren Umgebung, -Eger, Druck und Verlag von Stadler und Comp. - -Bezüglich der Karte unseres Reisegebietes bemerken wir, dass es -unmöglich war, sämmtliche Aussichtspunkte und Orte, welche der Führer -enthält, in dieselbe einzuzeichnen; wir mussten uns auf die wichtigsten -beschränken, da sonst die Karte unleserlich und dadurch unbrauchbar -geworden wäre. Eisenbahnen, Strassen, Wege und Stege enthält sie -vollständig, und das ist umsomehr die Hauptsache, als die einzelnen, -nicht eingezeichneten Objekte im Buche so genau beschrieben sind, dass -die Bestimmung der Lage derselben gar keiner Schwierigkeit unterliegt. - - - - -Register. - - -Orte, welche bei Aussichtspunkten nur erwähnt sind, wurden nicht -vollständig aufgenommen. Ist ein Ort, Berg u. s. w. speciell behandelt -oder besonders betont, so ist er mit der Seitenzahl angeführt. Die -fettgedruckten Zahlen weisen auf die spezielle Behandlung hin. - - - A. - - Abenddämmerung =18=. - - Abendröthe =18=. - - Aberg 11, 38, 78. - - Abg'span das 91. - - Abertham 21, =115=, =116=, =117=. - - Adelsberg 7. - - Adorf 21, 40, 41. - - Aich 11, =82=. - - Alpenglühen =20=. - - Altenberg 21. - - Altengrün 60. - - Altenteich 36. - - Altrohlau 85. - - Altsattel 15. - - Alaunhütte =127=. - - Annaberg 21. - - Annakirche bei Eger =31=. - - Annathal 60. - - Antonienhöhe 30. - - Assigbach 15, 16. - - Assigbachthal 138. - - Asch =41=, =42=. - - Aschberg 10, =62=, =63=, 64. - - Aubach 16. - - Auerhahnl 93. - - Auersberg 36, 65. - - Auperschin 178, 187. - - Aussengefield 21. - - Aussig 14, 178, 210, 211, =224= bis =228=. - - Auscha 223. - - Austein 15. - - - B. - - Bärenbrand 36. - - Bärenstein (Berg) 8, 146. - - Bärenstein (Städtchen) 201. - - Bärringen 21, 96, =97=, =98=, 117. - - Beerberg 21. - - Beerhübel 7, 149. - - Bellevue-Tempel 79. - - Belvedere (Karlsbad) =77=. - - Belvedere (böhmische Schweiz) 231. - - Bensen 212. - - Berg Troschiger 129. - - Bernau =149=. - - Bergwerkzechen 23, 24. - - Bergwirthshaus 80. - - Bernstein 7, 151, 155, 160. - - Biela 14, 16. - - Bielathal 188. - - Bihana 210. - - Bilin =173= bis =178=. - - Billinka 178, 179. - - Bleistadt =58=. - - Bodenbach 212 bis 219. - - Bohemia 211. - - Borislau 177, 178. - - Bořen 19, =172=, =173=. - - Böhmische Schweiz 230. - - Böhmischer Sitz 80. - - Böhmisch Sibirien 120. - - Brandau 150, 153. - - Brandbach 15. - - Breitenbach 91, 117. - - Breitenstein 148, 230. - - Brockengespenst 20. - - Brunndöbra 62, 64. - - Brunndöbrathal 62. - - Brunnersdorf 132, =135=. - - Brunnnesselkamm 230. - - Brüx 16, =160= bis =173=. - - Buchenhöhe 11. - - Buchholz 21. - - Burberg 8, 9. - - Bünaburg 210. - - Büschel (bei Görkau) =148=. - - - C. - - Crandorf 123. - - Crudum 10, =53=. - - Cubabrunn 40. - - - D. - - Dallwitz 15, =81=. - - Dassnitz 15, 38, 49. - - Davidsthal 51. - - Deblikberg 188. - - Denkmäler bei Kulm =194=--=196=. - - Dillenberg 10, 16. - - Domina 129, 130, 140. - - Donnersberg 12, 19. - - Doppelburg 199, 200. - - Dorotheentempel 80. - - Dörnsdorfer Bach 17. - - Dörnthal 16. - - Drahowitz 98. - - Dreiberg 223. - - Dreikreuzberg 79, 220. - - Drosau 49. - - Drum 229. - - Dubitz 188. - - Duppau 142. - - Dux =155=, =156=. - - Dürnberg 7. - - - E. - - Ebene Teplitzer =191=, =192=, =193=. - - Ebersdorf 203. - - Edelweiss 20. - - Edersgrün 96. - - Edmundsgrund 231. - - Eger (Fluss) 14, 15. - - Eger 15, =31=, =32=, =33=, =34=, =35=, 38. - - Egerland 40. - - Egerthal 38. - - Eibenstock 21. - - Eidlitz 16, 128. - - Eichberg 224. - - Eichelberg =112=, =113=. - - Eichwald 20, 199, 203. - - Eiland 209. - - Einsiedel 20, 152, 154. - - Einsiedel (Bad) 152. - - Einsiedel (Deutsch) 152. - - Einwohnerzahl 21. - - Eisenberg 8, =151=, =152=, 160, 168. - - Eisknochen 201. - - Eispinge 94. - - Eisenstrass 21. - - Elbe 14. - - Elbgebirge 13. - - Elbleiten 230. - - Elbogen 11, 16, =54= bis =58=. - - Elbsandsteingebirge 14. - - Elisalexfelsen 231. - - Elster 21, 36, 37, 41. - - Elstergebirge 40. - - Elterlein 21. - - Engelhaus =83=, =84=. - - Erlbach 40, 41. - - Erzgebirge 5, 38, 40, =196=, =197=. - - Eulau 209, 210. - - Eulauthal 210. - - - F. - - Falkenau 10, 15, 16, 38, 39, =49= bis =52=, 53, 54, 58, 59. - - Falkenauer Land 10, 49. - - Falkenstein 21. - - Felshäuser (Neudek) 89. - - Ferdinandshöhe 47, 225. - - Fichtelberg 9, 36, 146. - - Fichtelgebirge 16, 38, 40. - - Findlaters-Tempel =76=. - - Fischern 15, 82, 85. - - Fladererberg 91. - - Flachsgrund 151. - - Fleissenbach 15. - - Flöhe 17. - - Flöhauerbach 16. - - Flössberg 65. - - Flössgraben 16. - - Fluthbach 16. - - Flüsse 14. - - Försterhäuser 17, 117. - - Försterhaus (Marienbad) 47. - - Franzensbad =28=, =29=, =30=, 35, 41. - - Frauenreuth 36. - - Frauschieterberg 187. - - Frauenstein 21. - - Freudenstein =108=, =109=. - - Freundschaftsanhöhe =77=. - - Frühbuss 21, =65=. - - Friederikenfels 80. - - Freiberg 21. - - Fuchsgrund =167=. - - Fuchshütte 198. - - Fuchsloch 98. - - Fuchswarte 198. - - Fundorte der Mineralien 24 bis =27=. - - Fürnstein Anton =50=, =51=. - - - G. - - Gabhorn 49. - - Gabrielahütten =150=, =153=. - - Gaisberg 149. - - Galgenberg bei Görkau 148. - - Galgenberg b. Joachimsthal 103. - - Ganghofer Berg =173=. - - Gängerhäusel 49. - - Geiersburg 205, 206. - - Geisinger Berg 201. - - Geltschbad 223. - - Geltschberg 223. - - Georgshöhe 148, 158. - - Gesteinlicht 61. - - Geyer 21. - - Giebacht 86. - - Giesshübel-Puchstein =84=, =85=, =142=, 143. - - Glatze 36. - - Glasberg 8, 61, 95, 189. - - Glieden 130. - - Gliedner Berg 8. - - Globenstein 123. - - Goldbach 16. - - Goldenhöhe =123=. - - Gossengrün =58=. - - Gottesgab 9, 10, 21, =118=, =119=. - - Göhrner Hügel 7. - - Görkau 16, 128, =147= bis =152=. - - Göthe =50=. - - Göttersdorfer Bach 16. - - Graben 110, 224. - - Grasengrün 98. - - Graslitz 15, =60=, =61=, =62=, 63, 64. - - Gränzbach 17. - - Grauenstein 111. - - Graupen 17, 202. - - Grossenteich 95. - - Grosspriesen 224. - - Grundbach 16, 168. - - Grundbachthal 135, 136. - - Grund Komotauer =138=, =139=. - - Grundmühle (Komotau) 128. - - Grund Platzer =130=. - - Grundthal 132. - - Grün 53, 132, 133. - - Grünberg 31. - - Gründung der Städte im Erzgebirge =21=. - - Grünhain 21. - - Grünlasthal 54. - - Grünthal 150, 153. - - Grünze 156. - - - H. - - Haardorf 144. - - Habichtsfelsen 154. - - Hagensdorf 15, 135. - - Halde 110. - - Halmgrün 95. - - Hammer 20, 152, 168. - - Hammerberg 8. - - Hammer Böhmisch 123. - - Hammer (Hammergrund) 154, =159=. - - Hannersdorf 149. - - Hansheiling 57, =82=. - - Hartenberg =51=, =52=, 65. - - Haselbach 54. - - Haselstein 7, 154. - - Hasenburg 176, 177. - - Haslau 35. - - Hassenstein 130, =132=, =133=, =134=, =135=, 136. - - Hassensteiner Schlossberg 8. - - Hauenstein =112=. - - Hauensteinberg 9. - - Hauenstein-Warta 142. - - Hausberg 61. - - Häuselberg 148. - - Heidenschloss 212. - - Heinrichsgrün 21, =58=, =59=, =60=. - - Heinrichssteinfels 117. - - Helenenhof 80. - - Helms Ruhe 186. - - Hengstererben 21, 115. - - Herrenskretschen 14, 212, =230=, =231=. - - Herrgottsstuhlberg 9. - - Hertine 187. - - Himmelstein 8. - - Hirschberg 36. - - Hirschensprung =76=. - - Hirschenstand 21, 64, 65. - - Hofberg 90. - - Hochtannenberg =89=. - - Hohe Glatze 10. - - Hohenberg 95. - - Hohenstein 210. - - Hohentann 130. - - Hoher Hau 97. - - Hoher Stein =10=, 36, =40=, =41=. - - Hochstadt 21. - - Holzbach 15. - - Holzbau 61. - - Horatitz 15. - - Hořenzer Berg 170. - - Hostenitz 15. - - Höben 189. - - Höflas 35. - - Höhendorfer Höhe 47. - - Hölle 62. - - Höllenbach 15. - - Höllengrund 222. - - Höllenhammer 62. - - Höllenstein 131. - - Hradek 224. - - Hradisken 220. - - Hundsbach 16. - - Huritzberg 49. - - Hut (Forsthaus) 114. - - Hutberg 8, =127=, =128=, 148. - - Hutberg bei Bünaburg 210. - - Hübladung 150, 154, 155. - - Hüttengrund 198. - - - CH. - - Charakter der Erzgebirger 21. - - Chodaubach 15. - - Chodolitz 176. - - - I. - - Illmesberg 65. - - Industriezweige 22. - - Irrgang 93, 118. - - - J. - - Jagdschloss bei Eichwald 198, 200. - - Jentschitz 176. - - Joachimsthal 21, =103= bis =115=. - - Johannisfeuerberg 151. - - Johann-Georgenstadt 21, 91. - - Johannis-Kapelle 110. - - Johnsdorf 152, 154, =159=, 168. - - Josefsdorf 51. - - Judendorf 202. - - Jungenhengst 118. - - - K. - - Kaaden 15, =140=, =141= bis =145=. - - Kaff (Ober) 116. - - Kahlenberg 201. - - Kaiserbuchwald 91. - - Kaiser Franz Josefs-Höhe =77=. - - Kaiser Josefs-Schacht 110. - - Kaiserwald 10, 38. - - Kalkofenhöhe 132. - - Kallich 140, =149=. - - Kalter Winter 120. - - Kamaiker Eisberg =219=, =220=. - - Kammerbühl =30=, =31=. - - Kammersberg =89=. - - Kammersgrün 96. - - Kampelberg 152. - - Kapellenberg bei Steinbach =53=. - - Kapellenberg bei Voitersreuth 10, =35=, =36=, 40. - - Kapuzinerhau 7. - - Karlsbad 15, 16, =66= bis =85=, 98. - - Karls IV. Statue 79. - - Katharinaberg 21, 150, =152= bis =155=. - - Katzenfelsen 61. - - Katzengrün 39. - - Katzenhübel 148. - - Katzenrücken 150. - - Käsherdberg 154. - - Keilberg 9, 36, =113=, =114=, =119=, 146. - - Keller (bei Deutsch-Kralupp) 135, 136. - - Kelchberg 223. - - Kernberg 60. - - Kirchberg 40. - - Kiel 36, 63. - - Kirchenbirg 53. - - Kienhaide 139, 140. - - Klapay 176, 177. - - Kleinkahn 210. - - Kleinpriesen 14. - - Kleinthal 144. - - Klein-Versailles 78. - - Klima 18. - - Klingenthal 15, =62=, =63=, 64. - - Klinghard 36. - - Kloben 15. - - Klostergrab =157=, =158=, 198. - - Klösterle 15, 143, 144. - - Koboldstein 111. - - Kohlhau 91. - - Kohling 10, 53. - - Kokorschin 224. - - Kolditz 17. - - Kollosoruk 170. - - Komotau 16, =123= bis =140=. - - Komotauer Grund 16. - - Konojed 224. - - Kopitz 169. - - Koppe 112, 113. - - Koppenberg 210. - - Koppenstein 49. - - Kosel 170. - - Kosten 178, 179, 198. - - Kostenblatt 180, =189=, =190=, =191=. - - Kostial 174, 176. - - Königsberg a. E. 9, 10, 15, 36, 38, 49. - - Königsfeld =188=. - - Königshöhe =185=. - - Königshügel 7, 158. - - König Otto's Höhe 79. - - König Otto's Quelle =84=. - - Königswald 209, 210. - - Königswarth (Schloss, Stadt u. Kurort) =42=, =43=, =44=, =45=. - - Königswerth 52. - - Kösseine 35. - - Kralupp-Deutsch 15, =135=. - - Kranichsee =64=, =65=. - - Kreuzberg (Neudek) =88=. - - Kreuzweg 152. - - Krima 15, 140. - - Kroatenloch 157. - - Kröndorf 113. - - Křemusch (Krschemusch) 14, 190. - - Kundratitz =220=, =221=. - - Kulm 210. - - Kulmer Schlachtfeld 210. - - Kupferberg =143=, =144=, =145=, 146. - - Kupferhügel 9, 143, 144, =145=, 146. - - - L. - - Labitzki Josef 49. - - Ladung 149. - - Landwüst 36, 40. - - Lanz 51, 59. - - Laubenschlucht =211=. - - Lauenstein 201. - - Laurenzkapelle 80. - - Lauterbach 10, 53. - - Leibitsch 15. - - Leibitschbach 15. - - Leibitschkamm 10. - - Leibitschthal =41=. - - Leitmeritz 14, 15, =212=--=224=. - - Leopoldshammer im Leibitschthal 58. - - Leopoldshöhe 211. - - Leskau =143=. - - Leskauer Schlossberg 9. - - Lessau 98. - - Liboch 224. - - Libochowan 220. - - Libotschan 16. - - Lichtenstadt =95=, =96=. - - Lichtenwald 158. - - Liebaubach 10. - - Liebenau 58. - - Liebeschitz 223. - - Liebenstein 35. - - Liebenstein Schloss 36. - - Liebensteiner Bach 15. - - Liebwerd 212. - - Lilienstein 201. - - Lindau 169. - - Littmitz 54. - - Lobosch 179. - - Lobositz 14, 174, 176, =178=, =179=, =180=. - - Lobsbach 10, 16. - - Lobsthal 50, 52, 59. - - Loch langes 222. - - Lochstein 201. - - Lohma-Ober 35. - - - M. - - Maierhöfen 15. - - Malkau 132, 133. - - Manfredterrasse 199. - - Maria-Kulm 36, =37=, =38=, =39=, 53. - - Mariaschein 202, 204. - - Maria-Sophienweg =78=, =79=. - - Mariasorg =111=. - - Marienbad 45, =46=, =47=. - - Marienberg 21, 139, 225. - - Marienkirchen 21. - - Marienthal 152. - - Markhausen 64. - - Markneukirchen 40, 41, =63=, =64=. - - Mähring in Baiern 16. - - Meczery-Höhe 83. - - Mentau 220, 221. - - Merkelsgrün 96, 97. - - Michelshöhle 172. - - Millersgrün 49. - - Milleschau 167, 179. - - Milleschauer 12, =177=, =178=, 179, 180. - - Mineralreich 23. - - Miramonte 30. - - Mittelgebirge 11. - - Morgendämmerung 18. - - Morgenröthe 18. - - Mostau 54. - - Muckenbühl 10, =61=, =62=. - - Mulde 17. - - Mückenberg 202, =203=. - - Mückenthürmchen 7, 203. - - Müglitz 17. - - Müglitzthal 203. - - Mühlacker der 58. - - Mühlbach 15. - - Mühlberg 199. - - - N. - - Nabrowan 188, 189. - - Nancy Forsthaus 64. - - Natschung 17, 140. - - Nebanitz 15. - - Neudek =85=, =91=. - - Neudorf 130, 140. - - Neudorf bei Petschau 49. - - Neudörfel 135. - - Neufischern 85. - - Neuhammer =90=. - - Neuhaus 16. - - Neuhäuser 58. - - Neukirchen 36. - - Neundorf 16. - - Neustein =149=. - - Niklasberg 197, 198. - - Nickelsdorf 15, 152. - - Nollendorf 7, 13, 206. - - Nollendorfer Höhe 203, 206. - - Nollendorfer Pass 206, 207. - - Nonnengrün 41. - - Nonnenhübel 7. - - - O. - - Oberdorf 16, 128, 160. - - Obergeorgenthal 152, 154, 160, 168. - - Obergrüntes 58. - - Oberleutensdorf 154, =158=, =159=, =160=, 169. - - Obersachsenberg =62=, =63=, 64. - - Oberwernersdorf 15. - - Olbernhau 150. - - Ossegg 20, =156=, =157=. - - Otterstein 7, 139. - - Ottowitz 94. - - - P. - - Panorama 79. - - Parapluieberg 199. - - Peintlberg =86=. - - Peiperz 209. - - Peterswalde 13. - - Petschau =48=, =49=. - - Pfaffenberg 103, 210. - - Pfarrknöchel 114. - - Pichlberg 52. - - Pilkau 177, 178. - - Pirkenhammer =82=, =83=. - - Pirkner-Bach 16. - - Plassdorf 132, 133. - - Platten 9, 10, 16, 17, 21, =91=, =92=, =93=, =94=, =95=, 117, 128. - - Platten bei Komotau 149. - - Plattenberg 10, =93=. - - Platz 132, 133. - - Pleilberg 8. - - Plessberg 116. - - Ploben 81. - - Ploschkowitz 223. - - Podhorn 48. - - Podhornberg 16, 48. - - Poschitzau 11. - - Postelberg 16. - - Posthof 75. - - Pöhlbach 17. - - Pöllner-Berg 8. - - Prebischgrund 230. - - Prebischthor 230. - - Prebischwände 230. - - Press 114. - - Pressnitz 143, =146=. - - Pressnitz-Bach 17. - - Priesen 15. - - Prosanken 187. - - Probstau 186. - - Prölberg 9. - - Prösau 53. - - Pulsnitzthal 212. - - Purberg kleiner 129. - - Püllna =169=, =170=. - - Pürstein 144. - - - Q. - - Quaderberg 211, 230. - - Quadersandstein-Gebirge 196, 197, 207. - - Quinau 149. - - Quinauerbach 16. - - - R. - - Rabenstein =53=. - - Rabitsch 54. - - Radebeule (Radobyl) =219=. - - Radelstein =174=, =175=. - - Radonitz 142. - - Ranz 131. - - Raschau 123. - - Raudnitz 14. - - Rauschengrund 154, 159. - - Razeine 188, 189. - - Rehefeld 198, 201. - - Reichenau 53. - - Reichen-Geschieb-Zeche 114. - - Reischberg 146. - - Reischdorf 146. - - Reischhöhe 8, 15. - - Reiseregeln 1. - - Reitzenhain 20, =139=. - - Ressel =166=, =167=. - - Richardshöhe 61. - - Riesenburg 7, 157. - - Riesenquelle 156. - - Ringelberg 7. - - Ringelstein 139. - - Robitschberg 58. - - Rodabach 10. - - Rodenauer-Bach 16. - - Rodisfort 85, 142. - - Rohankreuz 78. - - Rohlaubach 15. - - Roland 8. - - Rongstock 14. - - Rosenberg 14. - - Rosenburg 202. - - Rosenthal 169. - - Rosenthal bei Bodenbach 209. - - Rosenwände 211, 230. - - Rothau 60. - - Rothenhaus 20, =148=, =149=. - - Rothenhauser Flössbach 16. - - Röthlinger Bach 16. - - Ruland 128. - - Russelsitz =78=. - - Ruttenbach 168. - - - S. - - Saaz 15. - - Salesiushöhe 7, =157=. - - Salesl 189. - - Sandel 159. - - Sandhäuser 52. - - Salmthal 95, 96, 97. - - Sangerberg 16, =45=, 53. - - Saras =166=. - - Saubach 15. - - Sauerbrunn Biliner =170=, =171=, =172=. - - Sauersack 64. - - Saustein 136. - - Sängerhöhe 61. - - Säuerling (Karlsbad) 80. - - Schäferei (Dorf) 52. - - Schäferwand 211. - - Schallan 178. - - Scharfenstein 212. - - Scheibenberg 21, 36. - - Scheibenkoppe 230. - - Schiefergrund 167. - - Schiesshaus bei Oberleutensdorf 159. - - Schindelwaldel 60. - - Schiselitz 15. - - Schlacht bei Kulm =192=, =196=. - - Schlackenwerth 15, =98= bis =103=. - - Schladabach 15. - - Schlaggenwald 16. - - Schlossberg (bei Brüx) =167=. - - Schlossberg (bei Engelhaus) 11. - - Schlossberg (bei Joachimsthal) 103. - - Schlossberg (bei Teplitz) =186=, =187=. - - Schmiedeberg 143, 145, =146=. - - Schneckenstein 64. - - Schneeberg 7, 13, 21, 35, 94, =208=, 209, 212. - - Schömnitzstein 84. - - Schönau (Graslitz) 62. - - Schönau (Marienbad) 47. - - Schönau (Teplitz) =180=, =181=, =182=. - - Schönbach 10, =39=, =41=. - - Schönbach (bei Oberleutensdorf) 159. - - Schönberg 35. - - Schönbrunn 80. - - Schönburg =143=. - - Schönburger Schlossberg 8. - - Schöneck 21, 36. - - Schönwerth 50. - - Schreckenstein =226=, =227=. - - Schützeninsel (bei Leitmeritz) =219=. - - Schwaderbach 15, 64. - - Schwand 53. - - Schwanderberg 53. - - Schwarzenberg 21, 123. - - Schwarzfelsberg 9. - - Schwarzwasser 17. - - Schwarzwasserbach 17. - - Schwarz- oder Pleilwasserbach 17. - - Schwarzwasserthal 118. - - Schweiger 130, 132. - - Schweiger Berg 8. - - Schweinitzbach 17. - - Schweissjäger 200. - - Schweizerhof 80. - - Schweizermühle 200. - - Schwindelweg 80. - - Sebastiansberg 16, 138, =139=, 140. - - Seeberg 8, 9, =35=, 151. - - Seegrund 200. - - Seestadtl 16. - - Seifen 17, 117. - - Seifen (Sachsen) 154. - - Seilerweg =110=. - - Selb 35. - - Serpinathal 170. - - Seyda 21. - - Siebenbrunn 40. - - Siebengiebel 201. - - Siechenhaus 31. - - Silberstollen (bei Rothenhaus) 150. - - Sirmitzbach 15. - - Sittmesgrün 86. - - Skalitz =220=. - - Skalken 174, 175. - - Sodau 98. - - Somerau 14. - - Sonnenwirbel oder Keilberg 9, 36, =113=, =114=, =119=, 146. - - Sonnenberg 135, =137=, =138=. - - Sperlingstein 212. - - Sphinx 143, 144. - - Spinnelsdorfer Kuppe 9. - - Spitzberg bei Gottesgab 10, 114, 117, 146. - - Spitzberg bei Hannersdorf 148. - - Spitzberg bei Lauterbach 10. - - Spitzberg bei Nickelsdorf 9. - - Spitzberg bei Pressnitz 8. - - Spitzberg bei Schönwald =206=. - - Spitzbergel 112. - - Spitzhüttel =212=. - - Spitziger Stein 58. - - Sprudel (Brüxer) 168. - - Staditz 178, =188=. - - Stefanshöhe =79=, 185. - - Stein 31, 40. - - Stein Biliner oder Bořen =172=, =173=. - - Steinbach 53. - - Steinberg 7, =89=. - - Steinbock 36. - - Steingrub 36. - - Steingrün 144. - - Steinl 154. - - Stockraumwald 7. - - Stolzenhahn 122. - - Störlberg 36. - - Stösserfelsen 154. - - Streckenwald 203. - - Střezowitzer Berg 225. - - Strösauer Hügel 9. - - Suchey 189. - - Sullowitz 176. - - Suttomer Berg 174, 175. - - - T. - - Tannich 8. - - Tannichberg 150. - - Taschenhäusel 86. - - Tellnitz 200. - - Tepel 11, 16, =48=. - - Tepeles 49. - - Tepler Gebirge 10, 38. - - Teplitz Schönau 177, =180=--=209=. - - Teschwitz 52. - - Tetschen 14, =228=, =229=, =230=. - - Theinwald 51. - - Theresienstadt 15. - - Theresiensitz 151. - - Thierbach 86. - - Thierbacher Kapelle =88=, =89=. - - Thum 21. - - Tichlowitz 14. - - Tiefenbach 49. - - Tirschnitz 15. - - Tlutznerthal 220. - - Töltschberg 150. - - Trausnitzberg 95. - - Trebnitz 176. - - Tschausch 16. - - Tschenschitz 180. - - Tschernosek-Gross 220. - - Tschernowitz (Komotau) 128, 129, =130=, 132. - - Tschochau 178, 187, 188, 189. - - Turner Park =185=, =186=. - - Tüppelsgrün 86, 96. - - Türkner Berg 103. - - Türmitz 178, 188, 210. - - Tyrnowan 16. - - Tyssa 207, 208. - - Tyssaer Wände 7, =207=, 209, 212. - - - U. - - Ullersgrün 111. - - Ulmbach 139. - - Unterland 38. - - Untergrün 59. - - Urissner Bach 16. - - Ursprung 40. - - - V. - - Veitsberg 81. - - Verkehrswesen 21. - - Vierfels 91. - - Vieruhrpromenade =76=, =77=. - - Villa Lützow 79. - - Vogelherd 199. - - Voigtsgrün 86. - - Voitersreuth 10, 36, 41. - - Voitsdorf 203. - - - W. - - Wache 222. - - Wachhübel 7, 148, 154. - - Wachholder Berg 186. - - Wachtberg 7. - - Waldl 59. - - Waldsassen 16, =34=, =35=. - - Waldstein 35. - - Warhorscht 222. - - Wartha 15, 144. - - Watislaw 175. - - Wächterhau 89. - - Weheditz 98. - - Weheditzer- (Zettlitzer) Höhe 94. - - Weinberg 154. - - Weingarten 148. - - Weipert =123=, 143, 145. - - Weissenstadt 14. - - Weisseritz 17. - - Weisser Berg (Leitmeritz) 202. - - Weisses Kreuz 78. - - Weitzengrün 15. - - Welboth 187. - - Welchau 142. - - Welchau-Wickwitz 85. - - Wellemin 178. - - Wenkau 144. - - Werlsberg 115. - - Wernersdorfer Bach 15. - - Wernitzgrün 40. - - Werschetiner Berg 174, 175. - - Weseritz 15. - - Wiener Sitz 80. - - Wies 36. - - Wiese =74=, =75=. - - Wieselstein 7, =158=, 160. - - Wiesenthal (Böhmisch) 21, 122. - - Wiesenthal (Sächsisch) 21, 122. - - Wildenthal 10, 65. - - Wildstein 36. - - Wilhelmshöhe 7, 202. - - Wisset 15, 120. - - Wistritz 15. - - Wistritzberg 9. - - Wittigsthal 118. - - Wolfsberg 8. - - Wolfs- (oder Eis-) Pinge 94. - - Wolfstein 7, 198. - - Wolkenstein 21. - - Wondreb 16. - - Wostrey (Hohe) =226=, =227=, =228=. - - Wotsch 144. - - Wölfling =95=, =96=. - - Wörth 52. - - Wudingrün 52, 53. - - - Z. - - Zaunhaus 198, 201. - - Zechenberg 150. - - Zechenthal 10, 16. - - Zettlitz =81=, 98. - - Zieberle 135, 136. - - Ziegenberg 148. - - Ziegenschacht 94. - - Zinkenstein 212. - - Zinnwald 200, 201, 203. - - Zollhaus 130. - - Zöblitz 21. - - Zschoppau 211. - - Zwittermühl 117. - - Zwodau 15, 51. - - Zwodauthal 50, 59, 62. - -[Illustration] - -[Illustration] - - - - -Im Verlage von HANS FELLER in KARLSBAD erscheint im Herbst 1881: - - -Der Joachimsthaler Bezirk. - -Heimatskunde für Schule und Haus. - -Bearbeitet von - -=Eduard Wenisch=, - -Bürgerschullehrer in Joachimsthal. - - -Der Karlsbader Bezirk. - -Heimatskunde für Schule und Haus. - -Bearbeitet von - -=Franz Josef Herrmann=, - -k. k. Bezirksschul-Inspector in Karlsbad. - - -Im Verlage von CARL BELLMANN in PRAG erschien: - - -Dichterbuch - -zur Pflege der österreichischen Vaterlandsliebe. - -Für Schule und Haus. - -Gesammelt und zusammengestellt von =Eduard Wenisch=, Bürgerschullehrer -in Joachimsthal. - -Epische und lyrische Poesie. - - Erster Theil: - - Epische Poesie - - Mit den Porträts Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. und - Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth. - - - Zweiter Theil: - - Lyrische Poesie - - Mit den Porträts Sr. kais. Hoheit des Kronprinzen Rudolf und - Sr. kais. Hoheit des Erzherzogs Albrecht. - -Preis: =broschirt= à Bd. =fl. 3.--=, in =Pracht-Einband= à Bd. -=fl. 4.--=. - -Die überaus freundliche Aufnahme, welche dem »Dichterbuch« besonders -von Seite _der Presse_ zu Theil wurde, gründet in uns die Ueberzeugung, -dass dieses patriotische Werk auch beim _Publikum_ die weiteste -Verbreitung finden wird, und empfehlen wir dasselbe vorzugsweise als -_Festgeschenk für die österreichische Jugend sowie allen Schul- und -Lehrerbibliotheken_. - -=Wir richten an alle Patrioten von Oesterreich-Ungarn, insbesondere -an den varterländischen Lehrerstand, die Bitte, nach Kräften zur -Verbreitung des österreichischen Dichterbuches gütigst beitragen zu -wollen.= - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - - - - -Vorräthig bei =HANS FELLER in Karlsbad=. - -Mitte der alten Wiese. - - -Hôtel- und Bahnhofskurskarte von Mittel-Europa - -_9 Sectionen._ - -Preis 10 Mark in Umschlag. Aufgespannt mit Stäben 20 Mk. - - -Speciell für die praktischen Bedürfnisse des reisenden Publikums. - - -W. WILLIAMS' - -Original-Kurskarte von Mittel-Europa. - -Preis 1 Mark. - -Diese Karten sind nach ganz neuem Princip bearbeitet, die Einrichtung -ist das Resultat eingehender Versuche. Alle Eisenbahnverbindungen -werden durch rothe, die Postrouten durch gelbe und die Fluss- und -Seedampfer durch blaue Linien dargestellt und die Hauptverbindungen -verstärkt hervorgehoben. Die Postlinien stehen erst in zweiter -Linie der Wichtigkeit und wurden zweckentsprechend mit lichter -Farbe eingedruckt; ein dunkler Ton würde die Uebersichtlichkeit der -Eisenbahnverbindungen aufgehoben haben. - -So weit die rothen Linien auf den Karten reichen, befördert die -Eisenbahn den Reisenden; wo dieselben endigen, hört auch diese -Beförderung auf. Eine gelbe Linie bezeichnet das Vorhandensein von -Personenposten, ihre Richtung und Ausdehnung. Vom Ausgangspunkte -regelmässiger Dampfer-Kurse beginnt die blaue Linie und führt von -Station zu Station zum Endpunkte. - -Die Karte ist so gefaltet, dass alle Theile derselben besichtigt werden -können, ohne dass sie ganz auseinander gelegt zu werden braucht. Diese -Einrichtung erspart zugleich den theuren Aufzug auf Leinwand. - - Geographisches Institut zu Weimar. - -[Illustration] - -[Illustration] - - - - -Grieben's - -Reise-Bibliothek. - -Sammlung von praktischen Reiseführern - -mit Reisekarten und Städteplänen. - - - Nr. M. Pf. - - 1. Deutschland und Oesterreich, geb. 5.-- - - 2. Harz, grosse Ausg. 2.-- - - 3. Thüringen, grosse Ausg. 2.-- - - 4. Dresden und Sächsische Schweiz, gr. Ausgabe 2.-- - - 5. Dresden, kl. Ausgabe 0.80 - - 6. Berlin und Potsdam, gr. Ausg. 2.-- - - 7. Hamburg, gr. Ausg. 1.50 - - 8. Wien, gr. Ausg. 1.20 - - 10. Potsdam 0.50 - - 12. Schweden, geb. 4.-- - - 13. Norwegen 2.50 - - 14. Fröhlich's Reisebuch für Handwerker 1.50 - - 14a. do. cartonn. m. Karte 1.80 - - 16. Sächsische Schweiz 1.-- - - 17. Brunnen- und Badeorte 2.-- - - 18. Riesengebirge, gr. Ausg. 2.-- - - 19. München, gr. Ausgabe 1.-- - - 20. Salzkammergut und Tirol 2.-- - - 21. Paris und Umgebungen 1.50 - - 22. Belgien und Holland 2.-- - - 23. Die Schweiz, gr. Ausg. 3.-- - - 24. dto. kl. Ausg. 1.50 - - 26. Prag 1.50 - - 27. St. Petersburg 3.-- - - 28. Die Rheinlande von der Nordsee bis zur - Schweizer Grenze, geb. 5.-- - - 29. Der Rhein 2.25 - - 33. Saint-Pétersbourg (frz.) 1.50 - - 35. Fichtelgebirge und Fränk. Schweiz 1.50 - - 36. Schwarzwald 2.50 - - 39. Warmbrunn, Reinerz, Landeck und weitere - Schlesische Kurorte 1.-- - - 41. Franzensbad, Elster 0.75 - - 42. Marienbad 1.-- - - 43. Karlsbad 1.50 - - 44. Teplitz 1.50 - - 50. Kreuznach 1.50 - - 50a. Kreuznachs Heilquellen 0.80 - - 56. Swinemünde, Misdroy, Heringsdorf 1.20 - - 57. Kopenhagen 2.-- - - 58. Frankreich und Spanien 1.50 - - 59. London, kl. Ausg. 1.20 - - 60. Harz, kl. Ausg. 0.75 - - 61. Bad Ems 1.-- - - 62. Nürnberg 1.-- - - 65. Insel Rügen 1.-- - - 66a. Potsdam (englisch) 0.75 - - 67. München (englisch) 1.70 - - 68. Berlin, kl. Ausg. 0.80 - - 69. Märkische Schweiz 0.80 - - 71. Kissingen 1.-- - - 72. Von München oder Wien nach Ober-Italien 2.-- - - 73. Hamburg, kl. Ausgabe 0.80 - - 74. München (franz.) 1.50 - - 75. Kleiner Führer für die Rheinreise - (Köln-Heidelberg) 1.20 - - 77. Strassburg, Metz und die Vogesen 1.50 - - 80. Italien (in einem Bande) 5.-- - - 81. Riesengebirge, kl. Ausg. 0.75 - - 82. Thüringen, kl. Ausg. 0.80 - - -Die Führer aus »=Grieben's Reisebibliothek=« sind in allen grösseren -Buchhandlungen vorräthig, sonst zu beziehen aus der Verlagsbuchhandlung -von - -Albert Goldschmidt - -in Berlin W. - - - - -Inhalts-Verzeichniss. - - - Seite - - Einleitung I bis VII - - Reiseregeln 1 - - Verkehrs- und Transportwesen 2 - - Geografisches 5 - - Das Erzgebirge 5 - - Gestaltung, Begrenzung, mittlere Höhe, - ausgezeichnete Höhepunkte des Erzgebirges 6 - - Das Gebirge nördlich von der Eger 10 - - Das Mittelgebirge 11 - - Flüsse 14 - - Elbe, Eger 14 - - Biela 16 - - Klima 17 - - Morgen- und Abenddämmerung, Morgen- und Abendröthe 18 - - Einwohnerzahl, Charakter der Erzgebirgsbewohner 20 - - Das Mineralreich 23 - - Der Besuch des Erzgebirges und der angrenzenden - Gebiete von Franzensbad aus 28 - - Franzensbad 28 - - Eger 31 - - Franzensbad -- Seeberg -- Kapellenberg 35 - - Franzensbad -- Wildstein -- Wies -- - Schloss Liebenstein-Elster -- Maria-Kulm -- - Schönbach -- Asch -- Königswart -- - Sangerberg -- Marienbad 36--47 - - Marienbad -- Podhorn -- Tepl 48 - - Marienbad -- Petschau 48 - - Der Besuch des Erzgebirges von Falkenau aus 49 - - Falkenau -- Hartenberg 51 - - Falkenau -- Sangerberg -- Crudum -- - Schwanderberg -- Kapellenberg -- Maria-Kulm -- - Mostau 53, 54 - - Elbogen 54 - - Falkenau -- Gossengrün -- Bleistadt -- - Heinrichsgrün -- Graslitz -- Klingenthal -- - Markneukirchen -- Schneckenstein -- - Schwaderbach -- Forsthaus Nancy -- Sauersack -- - Kranichsee -- Hirschenstand -- Frühbuss 58--65 - - Besuch des böhmischen Erzgebirges und der - angrenzenden Gebiete von Karlsbad aus 66 - - Karlsbad -- Dallwitz -- Zettlitz -- Fischern -- - Aich -- Pirkenhammer -- Engelhaus -- Schloss - Giesshübel -- Schömnitzstein -- Kurort - Giesshübel-Puchstein -- Neudek 81--86 - - Neudek -- Kreuzberg -- Peintlberg -- Thierbacher - Kapelle -- Felshäuser -- Kammersberg oder - Hohenau -- Hochtannenberg -- Wächterhau -- - Neuhammer -- Platten 86--91 - - Platten -- Plattenberg -- Auerhahnl -- Wolfs- - oder Eispinge -- Lichtenstadt 91--94 - - Lichtenstadt -- Wölfling -- Bärringen 95--97 - - Karlsbad -- Schlackenwerth -- Joachimsthal 98 - - Schlackenwerth 98 - - Joachimsthal 103 - - Joachimsthal -- Mariasorg -- Koboldstein -- - Ullersgrün -- Spitzbergel bei Pfaffengrün -- - Hauenstein 111--113 - - Keilberg 113 - - Spitzberg 114 - - Joachimsthal -- Abertham -- Bärringen -- - Platten -- Breitenbach -- Johanngeorgenstadt 114 - - Abertham 115 - - Plessberg 116 - - Joachimsthal -- Spitzberg -- Seifen -- Irrgang -- - Zwittermühl -- Jungenhengst -- Wittigsthal 117 - - Joachimsthal -- Gottesgab -- Weipert 118 - - Gottesgab 118 - - Besteigung des Keilberges 119 - - Gottesgab -- Försterhäuser -- Goldenhöhe -- - böhmische Mühle -- Rittersgrün -- Globenstein 123 - - Der Besuch des Erzgebirges von Komotau aus 123 - - Komotau 123 - - Komotau -- Alaunhütte -- Stadtpark -- Hutberg 127 - - Komotau -- Ruland -- Eidlitz -- Görkau -- Platten 128 - - Komotau -- Grundmühle -- Domina -- Troschig -- - Tschernowitz 128 - - Komotau -- über Domina nach Glieden -- Wisset -- - Schweiger -- Hohentann -- Hassenstein -- Platzer - Grund -- Neudorf -- retour 130 - - Komotau nach Tschernowitz, Malkau, Grün, - Plassdorf, Platz -- Hassenstein -- Brunnersdorf 132 - - Komotau -- Deutsch-Kralupp, Keller, Neudörfel, - durch das Grundbachthal über Zieberle nach - Sonnenberg 135 - - Sonnenberg 137 - - Komotau durch das Assigbachthal nach Sebastiansberg 138 - - Sebastiansberg 139 - - Sebastiansberg -- Komotau 140 - - Komotau -- Kaaden 140 - - Kaaden 140 - - Kaaden -- Radonitz -- Duppau -- Rodisfurth zum - Giesshübler Sauerbrunn über Welchau nach der - Bahnstation Wickwitz -- Welchau 142 - - Kaaden -- Leskau -- Schönburg 143 - - Kaaden -- Klösterle -- Kupferberg (Sphinx und - Kupferhügel) -- Schmiedeberg -- Weipert -- - Pressnitz 143 - - Klösterle 144 - - Kupferberg 145 - - Pressnitz 146 - - Der Besuch des Erzgebirges von Görkau aus 147 - - Görkau 147 - - Görkau -- Platten -- Neustein -- Bernau -- - Hannersdorf -- Kallich -- Ladung 149 - - Görkau -- Gabrielahütten -- Brandau -- - Grünthal -- Katharinaberg -- Tannichberg -- - Theresiensitz -- Eisenberg -- Einsiedel -- - Ober-Georgenthal -- Johnsdorf -- Hammer 150--152 - - Katharinaberg 152 - - Katharinaberg -- Brandau -- Grünthal -- - Gabrielahütten -- Bad Einsiedel -- - Rauschengrund -- Oberleutensdorf -- - Hammergrund -- Johnsdorf -- Görkau -- - Steinl -- Hübladung -- Bernstein 153--155 - - Der Besuch des Erzgebirges von Dux aus über - Oberleutensdorf 155 - - Dux 155 - - Ossegg 156 - - Salesiushöhe -- Riesenburg 157 - - Klostergrab 157 - - Oberleutensdorf 158 - - Oberleutensdorf -- Rauschengrund -- Sandel -- - Hammer-Johnsdorf -- Schönbach -- Wieselstein -- - Oberdorf -- Eisenberg -- Obergeorgenthal -- - Bernstein 159--160 - - Der Besuch des böhmischen Erz- und - Mittelgebirges von Brüx -- Bilin aus 160 - - Brüx 160 - - Brüx -- Saras -- Schlossberg 167 - - Brüx -- Brüxer Sprudel -- Ober-Georgenthal -- - Eisenberg -- Hammer -- Johnsdorf 168 - - Brüx -- Kopitz -- Rosenthal -- Lindau -- - Oberleutensdorf 169 - - Brüx -- Püllna 169 - - Brüx -- Kollosoruk -- Kosel 170 - - Brüx -- Sauerbrunn -- Bilin 170 - - Bilin 173 - - Bilin -- Radelstein 174 - - Suttomer Berg -- Skalken -- Kostial -- - Lobositz 174--176 - - Hasenburg 176 - - Milleschauer 177 - - Teplitz -- Borislau -- Pilkau -- Milleschauer 177 - - Aussig -- Türmitz -- Kosten -- Staditz -- - Tschochau -- Borislau -- Pilkau -- Milleschauer 178 - - Lobositz -- Billinka -- Wellemin -- Milleschau -- - Milleschauer 178 - - Lobositz 178 - - Bilin -- Kostenblatt -- Tschentschitz -- - Milleschauer 180 - - Der Besuch des böhmischen Erz- und Mittelgebirges - von Teplitz aus 180 - - Teplitz -- Schönau 180 - - Teplitz -- Tschochau 187 - - Teplitz -- Kostenblatt 189 - - Die Ebene zwischen dem Erz- und Mittelgebirge 191 - - Das Erz- und Quadersandsteingebirge 196 - - Teplitz -- Kosten und Niklasberg 197 - - Eichwald -- Doppelburg -- Zinnwald 199 - - Mückenberg -- Graupen -- Mariaschein 202 - - Geiersburg 205 - - Tellnitz -- Schönwald -- Nollendorf 206 - - Die Tyssaer Wände 207 - - Bodenbach 209 - - Leitmeritz 212 - - Aussig 224 - - Tetschen 228 - - Herrenskretschen 230 - - -Correctur: auf der Karte lies bei Brüx statt »Kreidenberg« -»»Breitenberg.«« - - - - - Anmerkungen zur Transkription - - Das Buch ist laut Bibliothekseintrag des Deutschen Alpenvereins - vermutlich ca. 1880 erschienen. - - Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. - Unterschiedliche Schreibweisen wurden wie im Original beibehalten. - Die Zeitangabe »5/4 Stunde« wurde durch »1¼ Stunde« ersetzt. - - Korrekturen: - - S. 13: Gneuss → Gneis - Erzgebirge sichtbar auf dem {Gneis} desselben - - S. 84: Egelhaus → Engelhaus - Sigmund das Schloss {Engelhaus} nebst anderen Besitzungen - - S. 90: Seifenballen → Seifenhalden - beweisen die vielen Zechen- und {Seifenhalden} - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Führer durch das böhmische Erzgebirg -, das Mittelgebirge und die angrenzend, by August Weymann - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FÜHRER DURCH DAS BÖHMISCHE *** - -***** This file should be named 55027-0.txt or 55027-0.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/5/0/2/55027/ - -Produced by The Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - - - -Title: Führer durch das böhmische Erzgebirge, das Mittelgebirge und die angrenzenden Gebiete - -Author: August Weymann - -Release Date: July 2, 2017 [EBook #55027] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FÜHRER DURCH DAS BÖHMISCHE *** - - - - -Produced by The Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net - - - - - - -</pre> - - -<div class="transnote"> -<p class="h2">Anmerkungen zur Transkription</p> - -<p>Im Original hervorgehobener (gesperrter oder kursiver) Text ist -<i>so ausgezeichnet</i>.</p> - -<p>Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich -<a href="#tnextra">am Ende des Buches.</a></p></div> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/cover.jpg" alt="Cover" /> -</div> - -<div class="chapter"> -<p class="center">Verlag von Hans Feller in Karlsbad.</p> - -<p class="h2">Karlsbad</p> - -<p class="center smaller">in</p> - -<p class="center">geschichtlicher, medicinischer und topografischer -Beziehung</p> - -<p class="center smaller">von</p> - -<p class="center"><b>Med. Dr. Eduard Hlawacek</b>,</p> - -<p class="center smaller">Ehrenbürger von Karlsbad.</p> - -<p class="center"><b>Dreizehnte verbesserte und sehr vermehrte Auflage</b></p> - -<p class="center">31 Bgn. kl. 8°</p> - -<p class="center smaller">mit einem Situationsplan und zwei Ansichten von Karlsbad, sowie einer -grossen Eisenbahnkarte von Mittel-Europa.</p> - -<p class="center">Eleg. geb. (Bädekerband) fl. 3. österr. W. = M. 6.</p> - -<p>Dieses Buch enthält nebst einer vollständigen Orts- und medicinischen -Geschichte von Karlsbad, einer mineralogisch-geologischen -und physikalisch-chemischen Beschreibung seiner Mineralquellen, -vorzugsweise eine möglichst vollständige Darstellung -ihrer Heilkräfte, Heilanzeige und Gegenanzeige, wie auch ihrer -verschiedenen innerlichen und äusserlichen Anwendungsformen -vom ärztlichen Standpunkte; jedoch in einer im Wesentlichen -jedem gebildeten Leser verständlichen Sprache und Darstellungsweise, -indem die fremden medicinischen Ausdrücke so viel als -möglich vermieden wurden.</p> - -<p>Der Kurgast insbesondere findet darin eine besondere Angabe -der bei der Trink- oder Badekur zu beobachtenden diätetischen -Vorschriften; überdies die nöthigen Aufschlüsse in geselliger -und ökonomischer Beziehung, und eine vollständige Beschreibung -der Promenaden und Fahrpartien, in welch' letzterer Beziehung -der beigegebene Situationsplan einen bequemen und -verlässlichen Wegweiser bildet.</p> - -<div class="hang p2"> -<p><b>Der Wegweiser für Karlsbad und die Umgebung.</b> Von Med. Dr. -<i>Eduard Hlawacek</i>. Mit Situationsplan. Eleg. geb. M. 2, -= österr. W. fl. 1.</p> -</div> - -<p>Diese kurze, doch umfassende Beschreibung bietet dem Kurgaste -ausser einem <i>geschichtlichen</i> Ueberblicke die nöthige -Belehrung über die <i>Mineralquellen</i> und das <i>diätetisch</i>e -Verhalten während der Kur; sie ist ihm ein verlässlicher -Wegweiser in der <i>Stadt</i>, bei den <i>Spazier-</i> und <i>Fahrpartien</i>, -und unterrichtet ihn über die <i>ökonomischen</i> und -<i>geselligen</i> Verhältnisse.</p> - -<div class="hang p2"> -<p><b>Aerztlicher Rathgeber für den Kurgebrauch in Karlsbad</b> von -Med. Dr. <i>J. Kraus</i>. 8. Aufl. Mk. 2. = österr. W. fl. 1.</p> -</div> - -<p>Der »ärztliche Rathgeber«, der jetzt in 8. Auflage erscheint -– die erste wurde im Jahr 1872 ausgegeben – ist, wie schon -der Titel besagt, blos für das hiesige Badepublicum geschrieben -und zwar in so populärer Weise, wie ärztliche Rathschläge -überhaupt ertheilt werden müssen.</p> - -<div class="hang p2"> -<p><b>Ueber die wichtigsten Punkte der Diätetik während einer Karlsbader -Kur</b> von Med. Dr. <i>Franz Sorger</i>. 8. Aufl. M. 1.20. -= österr. W. fl. –.60.</p> -</div> - -<div class="hang p2"> -<p><b>Karlsbad, Heilmittel in einigen Arten von Magen- und Leberkrankheiten</b> -von Med. Dr. <i>Franz Sorger</i>. 4. Aufl. M. 1.20. -= österr. W. fl. –.60.</p> -</div> - -<p>Die hier ausgesprochenen Anschauungen sind das Ergebniss -einer ziemlichen Anzahl von Beobachtungen und versuchen es, -genauer zu bestimmen, in welchen Magen- und Leberkrankheiten -von Karlsbad Heilung oder Linderung zu erwarten sei.</p> -</div> - -<p class="h2 p2">Tisch für Magenkranke</p> - -<p class="center smaller">von</p> - -<p class="center">Med. Dr. <b>Josef Wiel</b> in Zürich.</p> - -<p class="center smaller"><b>5. verb. und verm. Aufl.</b></p> - -<p class="center smaller">Preis broch. M. 4. = 2 fl. ö. W. – Eleg. geb. M. 5 = fl. 2.50 ö. W.</p> - -<p class="center">Erschien bereits in französischer, holländischer u. schwedischer Uebersetzung.</p> - -<p class="center"><b>Urtheile der Presse</b>:</p> - -<p><b>Basler Nachrichten.</b> Wiel ist eine Autorität auf dem Gebiete -der Diätetik, und als solche auch schon durch die »Gartenlaube« -bekannt. Der Magen ist wohl das wichtigste Ding im menschlichen -Körper; von der Gesundheit des Magens hängt nicht -blos das körperliche Wohlbefinden des Menschen, sondern auch -sein seelischer Zustand ab. Es kann Einer mit einem schlechten -Magen kein guter Christ sein, hat einmal ein Pfarrer gesagt, und -er hat wohl recht. Dass der Magen aber gut sei und, ohne den -Menschen zu stören, seine Functionen verrichte, hängt allein -von der richtigen Art und Weise ab, wie und welche Nahrungsmittel -man zu sich nimmt. »Sage mir, was er isst, und ich -sage dir, was er ist.« Wiel gibt nun in leichter, verständlicher -Sprache an, was und wie der Gesunde und der Kranke essen -soll, was er vermeiden muss, damit jener gesund bleibe, dieser -geheilt werde. Den Magenkranken, deren Zahl grösser ist, als -man denkt, kann Wiel's Buch auf's Beste empfohlen werden. -<i>Es gilt auch in der gesammten Literatur für Gesundheitspflege -als eines der vorzüglichsten Werke.</i> -Es wird zwar dem Buche (auch schon Wiel's Artikeln in der -»Gartenlaube«) vorgeworfen, seine Diät sei nur für reiche Leute -berechnet. Indessen ist der Vorwurf nur zum Theil begründet. -Der Mittelstand, der glücklicherweise bei uns immer noch gross -ist und bleiben wird, findet in dem Buche ebenfalls eine zweckmässige -Diät und selbst der Unbemittelte erfährt doch, in welcher -Weise und in welcher Reihenfolge seine einfachen Nahrungsmittel -zu nehmen sind, und welchen Einfluss diese letzteren auf -seinen Gesundheitszustand haben.</p> - -<p><b>Ueber Land und Meer.</b> Unter den vielen populär-medicinischen -Büchern, mit denen das Publicum überschüttet wird, -kennen wir wenige, die so warme Empfehlung verdienen, als -<b>Dr. Josef Wiels Tisch für Magenkranke</b>.</p> - -<p>Der Autor, ein Züricher Arzt, schreibt vortrefflich, eindringlich, -klar, anschaulich und ist sicher kein Buchfabrikant. Sein »Tisch -für Magenkranke« ist hervorgegangen aus der Praxis. Der -Verkehr des Arztes mit seinen Patienten hat dies Buch geboren -und deshalb ist es auch keine Zusammenstellung von allen möglichen -Bücherauszügen, sondern ein Stück Leben aus der Wirksamkeit -eines scharfblickenden, gewissenhaften Arztes, das fast -wie der persönliche Verkehr mit dem Arzt selbst wirkt. Ganz -besonders nützlich scheint uns der Speisezettel, das Capitel von -den Getränken und die Speisevorschriften bei Magenerkrankungen. -Magenleidende möchten wir auf dies Buch aufmerksam machen.</p> - -<p><b>Bohemia.</b> Wir möchten nicht nur jedem wirklichen <i>Magenkranken</i>, -sondern der grossen Zahl jener Personen, welche stets -über einen »<i>schwachen Magen</i>« klagen, sich bei der geringsten -Veranlassung leicht »<i>den Magen verderben</i>«, dabei -aber nicht daran denken, sich im Essen und Trinken irgend -Schranken zu setzen, <i>die aufmerksame Lecture dieses -Buches empfehlen</i>. Dasselbe enthält so viele wichtige -und bedeutungsvolle Winke für die Art und Weise, wie die -<i>richtige Diät</i> beobachtet werden soll, dass auch die sorgsame -Hausfrau, der es darum zu thun ist, dass ihre Tischgäste -eine gute und nahrhafte Kost erhalten, davon profitiren wird. -Der allgemeine Theil enthält eine übersichtliche Darstellung -der Speisen und Getränke, welche als Magenheilmittel verwendet -werden können, während der specielle Theil genaue <i>Speisezettel</i> -bei den einzelnen Symptomen der Magenkrankheiten -gibt und eine vollständige diätetische Behandlung derselben -bietet. Der Verfasser bekundet hiebei eben so sehr den kundigen -Arzt wie den erfahrenen Gastronomen.</p> - -<p><b>Deutsches Montagsblatt.</b> Magenkrank ist heute eigentlich -die ganze Welt, denn Jedem liegt »irgend etwas« im Magen. -Angesichts dieser allgemeinen Calamität ist es ein wahrer Trost, -dass zu dem »Diätetischen Kochbuch« von Dr. Josef Wiel ein -ergänzendes Werk, der »<i>Tisch für Magenkranke</i>« von -demselben Verfasser, (bereits in vierter Auflage) erschienen ist. -Da notorisch Kopf und Magen im intimsten Wechselverkehr -stehen, so liegt es auf der Hand, wie erfreulich es für Herz und -Gemüth sein muss, wenn man sich an der Hand eines so erfahrenen -Esskünstlers wie Joseph Wiel durch das Leben isst.</p> - -<p class="h2 p2">Diätetisches Kochbuch</p> - -<p class="center">für Gesunde und Kranke</p> - -<p class="center smaller">von</p> - -<p class="center">Med. Dr. Josef Wiel.</p> - -<p class="center smaller">(<b>Zürich.</b>)</p> - -<p class="center smaller"><b>Fünfte vermehrte und verbesserte Auflage.</b></p> - -<p class="center smaller">Preis broch. Mk. 4.80.</p> - -<p class="center">Urtheile der Presse:</p> - -<p><b>Ueber Land und Meer.</b> Die Zahl der Kochbücher ist Legion -– aber eine Legion von Kochbüchern wiegt das »Diätetische -Kochbuch« von Dr. Joseph <i>Wiel</i> auf, das von den ersten ärztlichen -Autoritäten als ein Meisterwerk anerkannt worden und -nun in neuer Auflage erscheint. Es sollte die Grundlage jedes -künftigen Kochbuchs bilden. Der Verfasser gibt zum Unterschiede -von den übrigen Kochbüchern nicht in erster Linie Recepte, -sondern die Grundsätze, wie und was gekocht werden -soll, und zwar keineswegs in trocken wissenschaftlicher Form, -sondern in einer so ansprechenden, geistvollen und häufig köstlich -humoristischen, wohl auch, wo es noth thut, sarkastischen -Weise, dass man das Buch mit wirklichem Genusse liest und -gerne in gesunden, wie in kranken Tagen immer wieder darin -nachschlägt. <i>Wenn es ein »gutes Hausbuch« gibt, -hier haben wir's im vollsten Sinne des Wortes.</i></p> - -<p><b>Correspondenzblatt für Schweizer Aerzte.</b> <i>Dass das Kochbuch -Wiel's seit 1871 vier neue Auflagen erlebte, -spricht laut genug für seinen Werth</i>, aber auch für -die immer noch zunehmende Wichtigkeit, welche auch die Aerzte -der passenden Ernährung geben, d. h. der Wichtigkeit, welche -die Aerzte darauf legen und legen müssen, selbst exacte Vorschriften -über die Zubereitungsweise der Nahrung und deren -Anpassung an einzelne Krankheitsfälle geben zu können. Die -neue Auflage hat namentlich auch die Lebensmittelfälschungen -berücksichtigt und die neueren Errungenschaften der Ernährungsphysiologie -verwerthet. Wir wünschen dem Buche viele -und aufmerksame Leser, namentlich auch in den Kreisen der -Aerzte.</p> - -<p class="h2 p2">Handbuch der Hygieine</p> - -<p class="center"><b>hauptsächlich für Mitglieder von Gesundheits-Ämtern</b></p> - -<p class="center smaller">von</p> - -<p class="center">Med. Dr. <b>Josef Wiel</b> und Prof. Dr. <b>Rob. Gnehm.</b></p> - -<p class="center">(Zürich.)</p> - -<p class="center smaller">8° eleg. brosch. fl. 10 = Mk. 20, eleg. geb. fl. 11 = Mk. 22.</p> - -<p>Während eine ganze Anzahl der neuerdings so zahlreich erschienenen -Lehrbücher über Gesundheitspflege einen theoretischen, -allgemein belehrenden Charakter haben und mehr oder weniger -selbstverständliche Grundwahrheiten in umständlicher Gründlichkeit -behandeln, enthält sich das vorliegende aller weitläufigen -Auseinandersetzungen und gibt in klarer prägnanter Zusammenstellung -praktische Anhaltspunkte für alle diejenigen, -welche in Berufs- oder Privatverhältnissen wissen wollen, was -denn eigentlich gesundheitschädlich oder -fördernd ist.</p> - -<p class="h2 p2">Goethe in Karlsbad.</p> - -<p class="center">Von Med. Dr. Eduard <i>Hlawacek</i>.</p> - -<p class="center">Elegant broschirt M. 2. – fl. 1. österr. W.</p> - -<p>Die kleine Monographie fasst Alles, was in des Dichters -Leben und Werken sich auf den berühmten böhmischen Badeort -bezieht, zu einem übersichtlichen Ganzen zusammen und -enthält manche fesselnde und instructive Einzelnheit, welche in -grösseren Kreisen nicht bekannt sein dürfte.</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<h1>FÜHRER<br /> -<span class="smaller">DURCH DAS</span><br /> -BÖHMISCHE ERZGEBIRGE,<br /> -DAS MITTELGEBIRGE<br /> -<span class="smaller">UND</span><br /> -DIE ANGRENZENDEN GEBIETE.</h1> - -<p class="center smaller">Bearbeitet</p> - -<p class="center smaller">von</p> - -<p class="h2">PROF. AUGUST WEYMANN,</p> - -<p class="center smaller">k. k. Schulinspector der Bezirke Brüx und Komotau, d. Z. Obmann des -Erzgebirgsvereines in Oberleutensdorf, Ehrenmitglied des Erzgebirgsvereins -in Joachimsthal, Mitglied des deutschen und österreichischen Alpenvereins.</p> - -<p class="center larger p2">KARLSBAD.</p> - -<p class="center">VERLAG VON HANS FELLER.</p> -<hr class="chap" /> -</div> - -<div class="chapter"> -<p class="center">Alle Rechte vorbehalten.</p> - -<p class="center p2">K. k. Hofbuchdruckerei A. Haase, Prag.</p> - -<hr class="chap" /> -</div> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_i">[I]</a></span></p> - -<p class="center">Sr. Hochwohlgeboren</p> - -<p class="center">Herrn</p> - -<p class="h2"><span class="smcap">Richard Ritter von Dotzauer</span>,</p> - -<p class="noind">Comthur des Franz Josef-Ordens, Ritter des Ordens der eisernen Krone -III. Classe, Inhaber der Prager Bürger-Ehren-Medaille, Kaufmann, Präsidenten -der Prager Handels- und Gewerbekammer, Obmann des Central-Comités zur -Beförderung der Erwerbsthätigkeit der böhm. Erz- und Riesengebirgsbewohner, -des deutschen Vereins zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse, des Gebirgs-Vereines -für Böhmen, Directionsrathe der böhm. Sparcassa, Präsidenten -der böhm. Unionbank, der Prager Dampf- und Segelschifffahrts-Gesellschaft, -der Prager Maschinenbau-Actien-Gesellschaft, der Actien-Gesellschaft der -Prager Civilschwimmschule, Verwaltungsrathe der böhm. Escompte-Bank, -Ehrenbürger der Städte Abertham, Bärringen, Bleistadt, Böhm. Wiesenthal, -Falkenau an der Eger, Gossengrün, Gottesgab, Graslitz, Joachimsthal, Königswart, -Maria-Kulm, Neudek, Platten, Schönbach, Sebastiansberg, Sonnenberg, -Weipert und der Gemeinden Neudorf u. Kallich, Major u. Corps-Commandanten -des k. k. priv. bürgerlichen Scharfschützen-Corps in Graslitz, Ehren-Major -der Scharfschützen-Gesellschaft in Frühbuss, Ehrenhauptmann der k. k. priv. -bürg. Scharfschützen-Corps in Prag, Pressnitz, Schönbach, Ehrenmitgliede -der wissenschaftlichen Lese- und Redehalle deutscher Studenten in Prag, -der Fortbildungs-Vereine in Teplitz, Schönau und Pürstein, des christl. -Handlungs-Commis-Unterstützungs-Vereines in Pressburg, Ehrenmitgliede -mehrerer Spar- und Vorschuss-Cassen-Vereine, Gesang-, Turn-, Feuerwehr- -und Anpflanzungs-Vereine, und vieler Militär-Veteranen-Vereine etc. etc.,</p> - -<p class="center">gewidmet</p> - -<p class="center larger">in aller Ehrfurcht und Dankbarkeit</p> - -<p class="center smaller">vom</p> - -<p class="right larger">Verfasser.</p> -<hr class="chap" /> -</div> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_iii">[III]</a></span></p> - -<h2 id="Einleitung">Einleitung.</h2> -</div> - -<p>Sie wollen das böhmische Erzgebirge besuchen? Sie werden -dort von den hochgebornen Bewohnern gastfreundlich empfangen -werden und manches finden, was einen Besuch dieser merkwürdigen -Gebirgskette lohnt, und wenn Sie uns als Reisebegleiter -annehmen, so können wir Sie auf viel Anziehendes in der Natur, -dem Leben und der Geschichte seiner Bewohner aufmerksam -machen, was der eilige Reisende leicht übersieht und überhört.</p> - -<p>Wir schliessen uns Ihnen gerne an, denn wir kennen diese -herrlichen Berge, wir lieben ihre Naturreize, wir sind vertraut -mit den Bewohnern, wir schätzen ihren verständigen Kunstfleiss, -wir fühlen uns heimisch in ihrem stillen Haushalt und theilen -ihre Freude an den besonderen landschaftlichen Reizen und den -eigenthümlichen Naturschätzen, welche die ersten Ansiedler anzog -und die dichte Bevölkerung trotz vieler Widerwärtigkeiten -dennoch festhält, auch wenn sie Mangel und Armuth drückt.</p> - -<p>Warum laden wir Sie zum Besuche ein?</p> - -<p>Das Erzgebirge ist von allen Seiten leicht zugänglich und in -allen Theilen bis auf den Gipfel bequem zu besteigen. Da der über -20 Meilen sich erstreckende, zusammenhängende Gebirgszug -gegen Süden mässig steil abfällt und sich gegen Norden ganz -sanft abdacht, so ist seine Besteigung nur auf der böhmischen -Seite aus dem Thale der Eger und Biela anstrengend, aber -höchst interessant und auch in 2 bis 3 Stunden vom Fusse bis -zum Rücken auszuführen. Ueberdiess erleichtern viele Verkehrsmittel -den Besuch dieses Gebirges.</p> - -<p>Aus dem Bielathale von Teplitz führt die Dux-Bodenbacher -Bahn über die Erzgebirgshöhe von Zuckmantel und Königswald.</p> - -<p>Aus dem Egerthale bei Franzensbad führt eine Eisenbahn -über das Gebirge nach Adorf, Oelsnitz, Plauen und eine zweite -über Graslitz auf die Höhe des Erzgebirges. Von Komotau auf -der Wasserscheide zwischen dem Egerthale und Bielathale führt -eine vierte Eisenbahn auf den Kamm des Erzgebirges empor -und über Sonnenberg, Kupferberg, Schmiedeberg und Weipert<span class="pagenum"><a id="Seite_iv">[IV]</a></span> -nach Annaberg ganz in der Nähe der höchsten Gebirgskuppen -des Hassberges, Keilberges und Fichtelberges vorbei. In naher -Zukunft wird eine fünfte Schienenverbindung aus Böhmen nach -Sachsen über den Erzgebirgsrücken führen und zwar aus dem -Bielathale über Klostergrab in das Muldethal als Fortsetzung -der Prag-Duxer Bahn im Anschlusse an die sächsischen Gebirgsbahnen.</p> - -<p>Mit der Dampfkraft wird der Reisende auf der Eisenbahn -von dem südlichen Fusse des Gebirges in weniger als einer -Stunde auf den Kamm emporgehoben und kann den Rücken -entlang das Gebirge bequem durchwandern.</p> - -<p>Noch zahlreicher sind die Fahrstrassen, welche von der Südseite -auf die Höhe des Gebirges führen in einer Steigung, welche -im Wagen die Höhe des Gebirges vom Fusse an auch in einer -bis zwei Stunden erreichen lässt. Sogar jedes der Querthäler -ist von einer guten Strasse durchzogen. Nahezu von Meile zu -Meile führen längs des ganzen südlichen Randes des Gebirges -bequeme Strassen auf das Gebirge hinauf und von Böhmen -hinüber nach Sachsen.</p> - -<p>Auf dem Rücken des Gebirges selbst, der gegen Sachsen -sanft und breit gestreckt niedersinkt, in seiner Längenrichtung -aber in ziemlich gerader Linie sich hinzieht, führen zwischen -den Städten und grösseren Ortschaften Dammstrassen, gute Wege -und bequeme Steige.</p> - -<p>Die Ausgangsorte für einen Besuch unserer Gebirge liegen -zahlreich auf den meist besuchten Verkehrslinien.</p> - -<p>Von <i>Sachsen</i> aus sind es <i>Dresden</i>, <i>Leipzig</i> und näher -<i>Zwickau</i>, <i>Chemnitz</i> und <i>Freiberg</i>, von <i>Baiern</i> aus -<i>Baireuth</i> und <i>Hof</i>. Im Süden aber liegen die viel besuchten -Badeorte <i>Franzensbad</i>, <i>Marienbad</i>, <i>Karlsbad</i>, <i>Teplitz</i>, -dann die Städte <i>Eger</i>, <i>Falkenau</i>, <i>Kaaden</i>, <i>Komotau</i>, -<i>Görkau</i>, <i>Brüx</i>, <i>Dux</i>, <i>Oberleutensdorf</i>, <i>Bilin</i>, <i>Leitmeritz</i>, -<i>Lobositz</i>, <i>Aussig</i>, <i>Tetschen</i>, wo jeder Spaziergang -die Berge in einer solchen Nähe zeigt, dass sie in wenig -Stunden nicht nur erreicht sondern selbst auch erstiegen -werden können. Der Zugang bietet nirgends Gefahren und -besondere Beschwerden. Die genannten Ausgangsorte unserer -Heimat sind mit der Landeshauptstadt durch drei Hauptbahnen -verbunden, was die Bereisung der Gebirge dem Touristen aus -dem Innern des Landes ungemein erleichtert. Im Waggon -wird er rasch emporgezogen, und jede Wendung auf den -zahlreichen Krümmungen der Bahn bietet dem Auge eine -neue überraschende Aussicht nach den sich erweiternden Gegenden. -Auch im Wagen auf den gut gepflegten Strassen, -welche hier in einem Thale neben dem rauschenden Forellenbach,<span class="pagenum"><a id="Seite_v">[V]</a></span> -dort an einem Thalgelände in Schlangenwindungen sich -hinzieht, kann sich der Besucher dem rasch wechselnden Ausblick -über ferne Gegenden, dort über nahe grüne Wälder, üppige -Blumenwiesen und freundliche Ortschaften hingeben. Der Fusswanderer -braucht vom Fusse des Gebirges bis zum Kamme -nirgends mehr als zwei oder drei Stunden und wird dabei immer -mehrere Ortschaften, Dörfer oder Städtchen finden, wo er rasten -kann. Auf der Höhe des Gebirges angekommen, wandelt er -meistens zwischen den wohlriechenden Kräutern und Blumen -der Grasfluren. Ueberall erquickt ihn das dem Auge wohlthuende -Grün in der Abwechslung der helleren Farbe der Haferäcker -und Grasfelder und der dunkleren Farbe der Gebüsche und -der Fichtenwälder. Von allen Seiten kommt ihm entgegen der -Wohlgeruch von duftenden Kräutern, wie Quendl und Thymian, -von wohlriechenden Blumen, wie Maiglöckchen, und von harztriefenden -Fichten und Tannen, welche die reine Gebirgsluft -so stark würzen, dass wir tief athmend die Lungen wie durstige -Trinker anfüllen, von der Natur getrieben, die uns anreizt, -hier unser Blut zu erfrischen. Auf den Bergen oben athmet es -sich leicht und athmet es sich wohl!</p> - -<p>Wenn wir noch erwägen, dass das böhmische Erz- und -Mittelgebirge hunderte der schönsten Aussichtspunkte besitzt, -wie sie kein zweites Gebirge von gleicher Höhe und Dimension -aufzuweisen vermag; wenn wir erwägen, dass es auch reich an -Naturerscheinungen ist, dass es von der Sage geheiligt, von der -Geschichte verherrlicht und von der Dichtung verklärt ist: so -erscheint unsere Einladung zum Besuche unserer schönen und -anziehenden Gebirge vollkommen begründet, und wir geben der -Hoffnung Raum, dass sie bald ebenso beliebt sein und in jedem -Sommer ebenso viele Besucher anziehen werden, wie beispielsweise -der Harz und der Schwarzwald.</p> - -<p>Um diesen hochwichtigen und patriotischen Zweck zu erreichen, -stellte der grosse, hochansehnliche Erzgebirgsfreund -Herr <i>Richard Ritter von Dotzauer</i> in der am 4. Juli 1880 -in der Sitzung <i>des Central-Comités zur Beförderung -der Erwerbsthätigkeit der böhmischen Erz- und -Riesengebirgsbewohner in Prag</i> folgenden, auf die Belebung -des Touristenverkehrs im böhmischen Erzgebirge bezüglichen -Antrag:</p> - -<p>»Wenn man das Wesen unserer verschiedenen <i>Alpen-Vereine</i> -betrachtet, so muss wohl die oberflächliche, vulgäre -Anschauung – und ich muss gestehen, dass ich mich derselben -in diesem Punkte früher ebenfalls zuneigte – dahin gehen, -dass diesen Vereinen in praktischer Hinsicht keine allzugrosse -Bedeutung beizumessen sei. Als ich indessen in den letzten -Jahren unsere österreichischen Alpenländer besuchte, da kam<span class="pagenum"><a id="Seite_vi">[VI]</a></span> -ich zu einer anderen Ueberzeugung. Ich fand, dass diese Vereine -in ihrem Wirken sehr bemerkenswerthe praktische Erfolge erzielen; -mit ihren Unternehmungen und ihren Publikationen -tragen sie bei, die Alpengebiete immer weiter und weiter zu -erschliessen, sie ziehen die Reisenden heran, sie beleben die -Eisenbahnen, sie beleben die Gasthäuser, sie beleben selbst -kleine Industrien. Speciell die <i>prager Section</i> des deutschen -und österreichischen <i>Alpen-Vereins</i> hat in dieser Richtung -sehr erspriesslich gewirkt. Herr <i>Stüdl</i> geniesst in diesen Gegenden, -ich habe mich davon überzeugt, ein hohes Ansehen, -eine seltene Verehrung, und wenn man als Mitglied des hiesigen -Alpenvereins in eine solche Gegend kommt, wird man mit besonderer -Aufmerksamkeit und Rücksicht behandelt; ebenso gewähren -die Eisenbahnen den Mitgliedern des Vereins ansehnliche -Fahrpreis-Ermässigungen. Unser Erzgebirge hat nun wahrlich -auch seine Naturschönheiten; aber das Bild, das man in -weiteren Kreisen vom Erzgebirge erhält, ist kein rosiges, kein -anziehendes – es ist erfüllt von Elend, von Sorge und Noth, -es wird daher selten aufgesucht und insbesondere von -Wohlhabenden gemieden – und so erklärt es sich, dass man -unser Erzgebirge und die guten Eigenschaften seiner Bevölkerung -nicht kennt. Es drängt sich mir da die Frage auf, ob wir -nicht an den Alpenverein herantreten sollen, mit der Bitte, es -möge das Erzgebirge in den Rahmen seines Wirkens einbeziehen -und in geeigneter Weise <i>durch Anlage neuer Wege, -Förderung des Führer- und Fahrtax-Wesens, Erhaltung -und Errichtung von Denkmälern und Aussichtspunkten -etc.</i> dazu beitragen, dass das düstere Bild, -das in der allgemeinen Vorstellung vom Erzgebirge besteht, -sich in schönerer, wahrerer Beleuchtung zeige. Ein Strom von -Tausenden Touristen könnte hiedurch belebend und befruchtend -in diese Gebiete geleitet werden, zumal die Kurorte – <i>Franzensbad</i>, -<i>Marienbad</i>, <i>Karlsbad</i> und <i>Teplitz</i> – ganz -entsprechende Ausgangspunkte hiefür bieten. Mancher von den -Fremden könnte da wohl auch aus der Berührung mit den -ehrlichen, guten Leuten im Gebirge die Anregung zu industriellen -Niederlassungen etc. empfangen. Und von den Einheimischen -dürfte Vielen – auch mit Rücksicht auf die Fahrpreis-Ermässigungen, -um die das Central-Comité und der Alpenverein für -die betreffenden Touristen bei der Buschtěhrader Bahn ansuchen -würden, die Gelegenheit, in kurzer Zeit und mit geringen -Auslagen einen lohnenden Ausflug auf interessante Höhen, in -schöne Waldungen zu unternehmen, sehr willkommen sein.«</p> - -<p>Dieser Antrag, welcher noch dahin ergänzt wurde, dass auch -das Riesengebirge in's Auge gefasst werden möge, fand lebhaften -Anklang und einmüthige Zustimmung. Die Folge davon war<span class="pagenum"><a id="Seite_vii">[VII]</a></span> -der Beschluss, einen <i>Wegweiser</i> durch das böhmische Erzgebirge -herauszugeben. Mit dieser Aufgabe wurde der Unterzeichnete -betraut; derselbe entschloss sich aber, auch das höchst -interessante Mittelgebirge und die angrenzenden Gebiete, insbesondere -unter Hinweisung auf die Anschlüsse nach Sachsen in -den Kreis der Bearbeitung zu ziehen.</p> - -<p>Die Aufgabe war sehr schwierig; allein guter Wille und -ausdauernder Fleiss halfen über alle Schwierigkeiten hinweg. -Nach halbjähriger Arbeit war das schon in früheren Jahren -gesammelte Material unter Mithilfe tüchtiger Mitarbeiter geordnet. -Als solche werden genannt: die Herren Gust. <i>Schwab</i>, -Bergwerksbesitzer, <i>Kaeller</i>, Schuldirektor, beide in Falkenau; -Ed. <i>Wenisch</i>, Bürgerschullehrer in Joachimsthal; Oberlehrer -<i>Strohschneider</i> in Sonnenberg; Oberlehrer W. <i>Grossmann</i> -in Krima; Oberlehrer J. <i>Hofmann</i> in Katharinaberg; -P. <i>Forst</i>, Kaplan, Gymnasial-Professor <i>Rebhann</i>, beide in -Brüx; A. <i>Weitzdörfer</i>, Schuldirektor in Oberleutensdorf; -E. <i>Hochreiter</i>, Gym.-Direktor in Teplitz; Jul. <i>Gierschick</i>, -Redakteur in Leitmeritz und Jos. <i>Werner</i>, Fachlehrer -in Komotau.</p> - -<p>Allen diesen Herren statten wir für die mannhafte Unterstützung -den besten, den innigsten Dank ab.</p> - -<p>An einem vollständigen Führer durch das böhmische Erz- -und Mittelgebirge hat es bis jetzt ganz gefehlt; deshalb treten -wir mit einem solchen vertrauensvoll und in der Hoffnung vor -die Oeffentlichkeit, dass er sich bei allen Freunden und Freundinnen -unserer Gebirge guter Aufnahme und wohlwollender -Beurtheilung erfreuen möge. <i>Gleichzeitig richten wir -an alle P. T. Leser und Leserinnen desselben die -Bitte, uns auf etwaige Unrichtigkeiten und Lücken -aufmerksam zu machen, damit wir sie in einer zweiten -Auflage verbessern, beziehungsweise ausfüllen.</i></p> - -<p class="p2"> -BRÜX.</p> -<p class="right larger"> -August Weymann.</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_1">[1]</a></span></p> - -<h2 id="I_Allgemeiner_Theil">I. Allgemeiner Theil.</h2> - -<h3 id="A_Reise-Regeln">A. Reise-Regeln.</h3> -</div> - -<p>Es ist sehr schwer, bestimmte Reiseregeln zu geben, weil -sich diese nur auf Grund gemachter Wahrnehmungen zusammenstellen -lassen und diese nicht immer dieselben sind. Wir haben -hier vorzugsweise solche Touristen im Auge, welche die Touren -meist zu Fuss zurücklegen und die Fusspartien mit Fahrten im -Post- oder Eisenbahnwagen weise zu verbinden verstehen. Wenn -wir nun etwas dem Touristen empfehlen, so geschieht es deshalb, -weil wir es als das Beste und Zweckmässigste erkannt haben; -es wird in Folge dessen jede Begründung entfallen.</p> - -<p>Die Kleidung sei nicht zu leicht, aber auch nicht zu warm. -Feste und bequeme Schuhe, ein Wollenhemd und Plaid sind für -Fussgänger unentbehrlich. Die Mitnahme von Regenschirmen -empfiehlt sich nicht.</p> - -<p>Von Gepäck ist nur das Nothwendigste mitzunehmen, dass -man es in einem Tornister auf dem Rücken ohne Beschwerde -tragen kann. Bequeme Touristen brauchen mehr und schicken -es mit der Post dorthin voraus, wo sie sich einige Zeit aufhalten -wollen. Um die Wäsche vor Nässe zu schützen, wickelt man sie -in Wachsleinwand ein.</p> - -<p>Die beste Zeit zur Bereisung des Erz- und böhmischen Mittelgebirges, -sowie der, an dieselben grenzenden Gebiete ist die -vom 1. Juni bis 30. September, event. 15. Oktober; im August -bis Ende September ist die Witterung gewöhnlich ganz beständig, -die Luft rein, die Aussicht von den Bergspitzen am schönsten -und genussreichsten.</p> - -<p>Auf eine praktische Zeiteintheilung muss jeder Tourist Bedacht -nehmen. Die Entwerfung eines Reiseplanes ist unbedingt -nothwendig. Wenn man eine 2- bis 3-wöchentliche Fusstour -antreten will, so reise man anfänglich langsam, und erst nach -gehöriger Erprobung seiner Kräfte kann man weitere Fusspartien -unternehmen. Einen Taschen-Compass und eine gute Karte muss -jeder Fussreisende mitnehmen.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_2">[2]</a></span></p> - -<p>Bei grosser Hitze muss gegen Mittag Rast gemacht werden; -auch gönne man sich nach grösseren Märschen einen Ruhetag -und wähle hiezu solche Orte, von wo aus man kleinere Ausflüge -unternehmen kann. Man merke sich gut die Regel, früh in's -Bett und früh wieder auf. Unternimmt man grössere Waldpartien -und Wanderungen durch langgedehnte Grundthäler, wie beispielsweise -durch den Komotauer Grund, das Teltschthal bei Görkau, -den Hammergrund bei Johnsdorf u. s. w., so empfiehlt sich das -Mitnehmen eines verlässlichen Führers, dass man nicht auf Abwege -geräth, nutzlose Umwege macht und wichtige Punkte unbeachtet -lässt. Für grössere Fusspartien versehe man sich mit -einigen belegten Semmeln oder einigen harten Eiern und einem -Fläschchen Wein.</p> - -<p>Im ganzen Nordwesten Böhmens reist ein bescheidener Tourist -nicht theuer; wenn er sich gar nichts abgehen lässt, so wird -er mit 3 bis 4 fl. sehr gut auskommen, ja da kann er sich zeitweilig -eine Forelle, die auf dem Plateau leicht zu bekommen -ist, schmecken lassen. Gutes ausgegorenes Bier bekommt man -in unserem böhmischen Erz- und Mittelgebirge überall, selbst -in kleinen Ortschaften. Gute, preiswürdige inländische Weine -findet man auch fast in allen Gasthäusern der grösseren Orte, -sowie man auch fast überall eine gute Küche antrifft. Die Wirte -geben sich viel Mühe, allen billigen Anforderungen zu entsprechen; -hauptstädtischen Comfort darf man natürlich im Gebirge -nicht suchen.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h3 id="B_Verkehrs-_und_Transportwesen">B. Verkehrs- und Transportwesen.</h3> - -<p>Von Prag aus führen folgende Eisenbahnen ins böhmische -Erz- und Mittelgebirge:</p> - -<p>1. Die nördliche Staatsbahn, Linie Prag-Aussig-Bodenbach.</p> - -<p>2. Die Prag-Duxer Bahn, Linie Prag-Obernitz-Brüx-Dux.</p> - -<p>3. Die Buschtiehrader Bahn, Linie Prag-Komotau-Karlsbad-Eger.</p> - -<p>Das nordwestliche Böhmen mit dem Erz- und Mittelgebirge, -also unser Reisegebiet, wird von nachfolgenden Eisenbahnen -theils berührt, theils durchschnitten, ja Ausläufer gehen sogar -über den Kamm oder nehmen einen grossen Theil der Abdachung -ein. Diese Bahnen sind:</p> - -<p>1. Aussig-Teplitzer, Linie: Aussig-Teplitz-Dux-Brüx-Komotau -mit Anschluss an die nördliche Staatsbahn und die Buschtiehrader. -Zweige derselben: <i>a</i>) Dux-Ossegg; <i>b</i>) Aussig-Bilin.</p> - -<p>2. Dux-Bodenbacher, Linie: Bodenbach-Teplitz-Ossegg-Oberleutensdorf-Görkau-Komotau -mit denselben Anschlüssen wie ad 1.</p> - -<p>3. Buschtiehrader, Linie: Komotau-Klösterle-Hauenstein-Warta-Schlackenwerth-Karlsbad-Falkenau-Tirschnitz-Eger<span class="pagenum"><a id="Seite_3">[3]</a></span> -mit den Abzweigungen -<i>a</i>) Tirschnitz-Franzensbad, <i>b</i>) Falkenau-Graslitz, -<i>c</i>) Komotau-Weipert, <i>d</i>) Komotau-Reitzenhain.</p> - -<p>4. Prag-Duxer, Linie: <i>a</i>) Obernitz-Sauerbrunn-Bilin-Dux, -<i>b</i>) Obernitz-Brüx-Oberleutensdorf-Ossegg-Klostergrab.</p> - -<p>5. Pilsen-Priesner, Linie: Brüx-Obernitz-Postelberg-Saaz mit -Anschluss an die Buschtiehrader gegen Prag-Priesen-Komotau.</p> - -<p>6. Eger-Voitersreuth-Elster.</p> - -<p>7. Eger-Waldsassen.</p> - -<p>8. Eger-Sandau-Königswart-Marienbad.</p> - -<p><i>Anmerkung</i>: Retourbillete mit 1- bis 3-tägiger Giltigkeit geben -alle voranstehenden Bahnen aus.</p> - -<p><i>Dampfschifffahrt</i> findet man auf der Elbe; hier vermitteln -mit allem Comfort eingerichtete Dampfschiffe im Sommer den -Verkehr zwischen Leitmeritz und Herrnskretschen und retour -regelmässig zweimal des Tages.</p> - -<p><i>Postverbindungen</i>: Brüx-Ober-Georgenthal-Gebirgsneudorf-Katharinaberg-Brandau. -(Botenfahrt.)</p> - -<p>Aussig-Schönpriesen. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Bilin-Kosel-Laun und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Bilin-Teplitz und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Bodenbach-Böhmisch-Kamnitz-Reichenberg u. retour. (Eilfahrt.)</p> - -<p>Breitenbach-Platten-Bärringen-Salmthal-Lichtenstadt-Karlsbad -und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Brüx-Hawran und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Buchau-Solmus-Karlsbad und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Buchau-Luditz und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Duppau-Saaz-Radonitz-Kaaden und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Eichwald-Teplitz und retour. (Botenfahrt und Omnibus.)</p> - -<p>Elbogen-Schlaggenwald-Schönfeld und retour. (Eilfahrt.) – -Schönfeld-Petschau und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Fleissen-Wildstein und retour. (Cariolpost.)</p> - -<p>Görkau-Kallich und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Gossengrün-Hartenberg und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Gossengrün-Schönbach und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Heinrichsgrün-Neudeck und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Heinrichsgrün-Frühbuss und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Joachimsthal-Schlackenwerth und retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Joachimsthal-Abertham-Bärringen-Platten u. retour. (Botenf.)</p> - -<p>Joachimsthal-Gottesgab-Weipert. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Kaaden-Podersam. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Kaaden-Brunnersdorf. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Kaaden-Pressnitz. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Kallich-Görkau. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Kallich-Brandau. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Karbitz-Kulm-Schönwald. (Botenfahrt.)</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_4">[4]</a></span></p> - -<p>Karlsbad-Neudeck. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Karlsbad-Petschau-Einsiedl-Marienbad u. retour. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Karlsbad-Giesshübel-Puchstein und retour. (Omnibus.)</p> - -<p>Karlsbad-Petschau-Theusing-Pilsen. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Karlsbad-Fischern-Altrohlau-Neudeck. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Königswart-Sangerberg. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Komotau-Eidlitz. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Kosel-Bilin. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Krima-Neudorf-Sebastiansberg. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Lobositz-Raudnitz. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Lobositz-Libochowitz. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Lobositz-Trebnitz-Liebshausen-Laun. (Eilfahrt.)</p> - -<p>Lubenz-Rudig. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Lubenz-Luditz. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Lubenz-Waltsch. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Mies-Stab. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Mies-Weseritz. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Mies-Haid. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Neudeck-Neuhammer-Platten. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Neudeck-Neuhammer-Hirschenstand-Eibenstock. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Postelberg-Leneschitz. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Rudig-Waltsch. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Saaz-Podersam. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Saaz-Postelberg-Laun. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Schönbach-Neukirchen-Wildstein. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Tepl-Weseritz-Leskau. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Tepl-Marienbad. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Teplitz-Bilin. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Teplitz-Schallan. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Teplitz-Eichwald. (Botenfahrt.)</p> - -<p>Teplitz-Waldthor. (Omnibusfahrt.)</p> - -<p><i>Anmerkung</i>: Die Botenfahrten sind ziemlich bequem, haben -aber eine beschränkte Aufnahme. Fast bei allen Eisenbahnstationen -sind comfortable Omnibusfahrten eingerichtet.</p> - -<p><i>Post-Eilwägen</i> sind immer sehr bequem, fahren gut, müssen -die Fahrzeit genau einhalten und sind immer von einem Conducteur -begleitet. Die Fahrkarten sind rechtzeitig an den Poststationen -zu lösen. Extraposten sind in den Hauptstationen zu -bekommen. Lohnfuhrwerke befinden sich in allen grösseren Orten. -Empfehlenswerth ist es, sich vorher genau über den Fahrpreis -und das übliche Trinkgeld zu verständigen, dass nicht nach der -Fahrt Missverständnisse zum Nachtheile des Reisenden entstehen.</p> - -<p><i>Gasthöfe.</i> In allen grösseren Orten, selbst in Dörfern findet -man jetzt recht gute Gasthäuser. Man wird gut und aufmerksam -bedient und lebt billig. Wenn die Gesellschaft grösser ist, so<span class="pagenum"><a id="Seite_5">[5]</a></span> -empfiehlt es sich, die Ankunft brieflich oder telegrafisch anzuzeigen. -In ganz kleinen Ortschaften und in wenig besuchten -Gebieten lassen die Gasthäuser freilich noch einiges zu wünschen -übrig und genügen nur bescheidenen Ansprüchen; doch findet -man überall freundliches Entgegenkommen.</p> - -<p><i>Führer</i>: Das Führerwesen wird jetzt durch die Gebirgsvereine -organisirt werden. Für grössere Partien ist die Mitnahme eines -Führers häufig nothwendig, obwohl in neuester Zeit seitens der -Gemeinden und Gebirgsvereine viele Wegweiser aufgestellt wurden; -allein in den ausgedehnten Waldungen ist ein Verirren leicht -möglich, was häufig einen grossen Zeitverlust und Störung der -ganzen Partie zur Folge hat. Bei der Wahl der Führer ist Vorsicht -zu gebrauchen und empfiehlt es sich, die Obmänner oder -andere Mitglieder der Gebirgsvereine, die fast in allen Orten zu -treffen sind, um Auskunft anzugehen.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h3 id="C_Geographisches">C. Geographisches.</h3> - -<h4 id="Geo_Erzgebirge">Das Erzgebirge.</h4> - -<p><i>Name</i>: Das Erzgebirge hat seinen uralten Namen von dem -ausserordentlichen Reichthum an sehr verschiedenen Erzen, -und es hat ihn auch durch den ergiebigen Bergbau gerechtfertigt, -der hier durch viele Jahrhunderte auf Silber, Zinn, Kupfer, -Blei und Eisen getrieben wurde.</p> - -<p><i>Eintheilung des Erzgebirges nach der Ausdehnung, Höhe, -Form.</i> Das Erzgebirge erhebt sich aus der Ebene des -Teplitzer Thales, durch welche es vom Mittelgebirge getrennt -wird, mit grosser Steilheit gleich einem Walle, welcher, in südwestlicher -Richtung fortlaufend, das nordwestliche Böhmen vom -angrenzenden Königreiche Sachsen trennt, d. h. die politische -Grenze dieser beiden Länder wird durch den Rücken dieses -Gebirgszuges bestimmt, jedoch nicht durch den Kamm desselben -und die Wasserscheide; vielmehr gehört nicht nur der ganze -steile Südabhang des Gebirges, sondern auch noch ein Theil des -sanften, sich nach Sachsen abdachenden Gehänges zu Böhmen, -und die Grenze findet sich fast durchaus erst jenseits der Wasserscheide. -Das nordöstliche Ende dieses Gebirges ist durch den -Nollendorfer Pass bestimmt; es wird jedoch von vielen Geographen -auch das Elbthal dafür angenommen.</p> - -<p>Seiner Ausdehnung nach gehört das Erzgebirge unter die -Hauptgebirge, denn seine Länge beträgt über 20 Meilen.</p> - -<p>Nach seiner Höhe ist es ein Mittelgebirge. Die höchsten -Punkte desselben befinden sich im südwestlichen Theile; im -Nordosten gegen die Elbe zu übersteigt dessen Höhe wohl nicht -<span class="pagenum"><a id="Seite_6">[6]</a></span>756<sup>m</sup>; die Höhe des Nollendorfer Passes beträgt 675<sup>m</sup>.</p> - -<p>Der Form nach ist das Erzgebirge ein Kettengebirge; es -setzt sich ohne Unterbrechung seines Zusammenhanges auf seiner -ganzen Längenerstreckung fort, so dass sein Kamm eine fast -wellenförmige Linie darstellt, und die beiden Abhänge unterscheiden -sich, wie bei allen Gebirgen dieser Art, durch ihre -Steilheit; der südliche, zu Böhmen gehörige, ist, wie schon erwähnt, -der steilere, und längs desselben befinden sich viele -Einschnitte, Schluchten und Thäler, hervorgebracht durch die -einzelnen Berge, welche, sich durch grössere oder geringere -Steilheit von der Hauptkette trennend, kurze Nebenjoche bilden.</p> - -<p><i>Geognostische Beschaffenheit.</i> In geognostischer Hinsicht gehört -das Erzgebirge unter die sogenannten Urgebirge, d. h. die -Felsarten desselben gehören zu denjenigen, welche der Geognost -ihrer Struktur, ihrer Lagerungsverhältnisse und des Mangels an -Versteinerungen wegen unter die ältesten Bildungen unserer -Erdrinde zählt. Die Felsarten dieses Gebirgszuges im nordöstlichen -Theile sind Gneis, Porphyr und Granit; sehr eingeschränkt -kommt Greisen und Urkalkstein vor, Basalt nur an einzelnen -Stellen und von Flötzfelsarten der Quaderstein am Fusse des -Gebirges. Im westlichen Theile des Erzgebirges ist der Gneis -das überwiegend vorherrschende Gestein, andere Schiefer- und -Eruptivgesteine treten dagegen zurück.</p> - -<p id="Geo_Gestaltung"><i>Gestaltung, Begrenzung, mittlere Höhe, ausgezeichnete Höhenpunkte -des Erzgebirges.</i> Das Erzgebirge gestaltet sich gleich -einem hohen, in terrassenförmigen Absätzen erhebenden steilen -Walle, nach oben zu einem fast gleichförmig fortlaufenden Kamme -oder ausgedehnten Rücken, welcher sich sehr sanft, ja fast unmerklich -nach Norden in das Nachbarland abdacht. Die südliche, -steile Abdachung ist von zahlreichen Schluchten und Thälern -eingeschnitten, zwischen welchen kurze Gebirgsjoche aus Kuppen -von verschiedener Höhe und meistens abgerundeter Gestalt zusammengesetzt -hervorragen und diesem Abfalle ein ausgezeichnetes -Gebirgsansehen ertheilen. Auf dem Rücken verlieren sich -die ausgezeichneten Formen eines höheren Gebirges; nur einzelne -Kuppen und Höhen von verschiedener Gestaltung, jedoch ohne -kühne oder stark hervortretende Umrisse erheben sich auf der -ausgebreiteten Platte, welche sonst durch ihre gross und sanft -wellenförmige, auf weite Strecken sogar fast ebene Oberfläche -und durch die seichten Thäler, welche erst in ihrem weiteren -Verlaufe im Nachbarlande tiefer und enger werden, die Formen -eines Flachlandes zeigt. Abtheilungen in Gebirgsjoche nach dem -Verlaufe der Thäler treten erst weiterhin deutlicher hervor. Es -beginnt mit unentschiedenem Charakter an den Hochflächen, die -im Norden an die Waldsteinkette des Fichtelgebirges sich schliessen -und zwar unweit Asch oder an der Quelle der weissen Elster<span class="pagenum"><a id="Seite_7">[7]</a></span> -mit dem hohen Kapellenberg als Elstergebirge und ist an seinem -Ost-, Nordost-Ende von dem Elbsandsteingebirge begrenzt.</p> - -<p>Die mittlere Erhöhung des Gebirgsrückens kann zu 756<sup>m</sup> über -die Meeresfläche, über die Ebene am Fusse des Gebirges aber -zu 417<sup>m</sup> angenommen werden; über die tieferen, jedoch entfernteren -Punkte des Flachlandes oder die eigentliche Thalsohle -beträgt sie 512<sup>m</sup>.</p> - -<p>Wir verfolgen die ausgezeichnetsten Höhepunkte auf dem -Kamme und den Abhängen des heimatlichen Gebirgszuges von -dem Durchbruche der Elbe, also einbezüglich der des Elbsandsteingebirges -bis zu den Ausläufern des Fichtelgebirges. Als -solche zeigen sich: Der <b>Schneeberg</b> mit seinem weitsichtbaren, -schlanken Thurme; die berühmten <b>Tyssaer Wände</b> (615<sup>m</sup>); bald -darauf erblicken wir <b>Nollendorf</b> mit seinen historischen Höhen und -dem bekannten Passe von Teplitz über Pirna nach Dresden (675<sup>m</sup>). -Von der Bahnstation Rosenthal-Graupen der Dux-Bodenbacher -Bahn sind die Aussichtspunkte <b>Wilhelmshöhe</b> 335<sup>m</sup>, die <b>Rosenburg</b> -355<sup>m</sup> und das <b>Mückenthürmchen</b> 800<sup>m</sup> zu besteigen. Schöne Aussicht -bietet der <b>Königshügel</b> 412<sup>m</sup> bei Klostergrab, der <b>Wolfstein</b> -bei Niklasberg und bei Ossegg die <b>Salesiushöhe</b> und die <b>Riesenburg</b>. -Imposant ist der <b>Wieselstein</b> 949<sup>m</sup> bei Oberleutensdorf. -Weiter folgen: Der <b>Göhrner Hübel</b>, westlich von Göhren mit 811<sup>m</sup> -Seehöhe; der <b>Haselstein</b> und der <b>Nonnenhübel</b>, südlich von Böhm.-Einsiedl; -südlich von Nickelsdorf der <b>Wachtberg</b>, auch <b>Kapuzinerhau</b> -genannt; östlich von Gebirgsneudorf der <b>Wachhübel</b>; der -<b>Dürnberg</b> südlich von Brandau. Der aus zwei Kuppen bestehende -<b>Adelsberg</b>, dann der <b>Bernstein</b>, beide östlich von Ladung, letzterer -von 920<sup>m</sup> Meereshöhe ist der höchste Punkt in der östlichen -Gegend des Gebirges und bildet einen Knoten, von welchem es -mit grösserer Steilheit und mit einem stärkeren Vorsprunge nach -Süden abfällt. Weiter westlich finden sich der grosse <b>Steinberg</b>, -südlich von Kleinhan, der <b>Beerhübel</b> zwischen Göttersdorf und -Kallich auf dem hier 865<sup>m</sup> hohen Gebirgskamme. Eine zweite, -gleichfalls in westlicher Richtung verlaufende Kuppenreihe erhebt -sich am Rande des hier über eine Stunde weit ausgebreiteten -Rückens. Die ansehnlichsten Kuppen sind: Der <b>Ringelberg</b>, etwa -10 Minuten in südlicher Richtung von Reizenhain, und der -<b>Otterstein</b>, etwa ¾ Stunden in nördlicher Richtung von Märzdorf -mit schönen Felsen und herrlichem Wald. Nordwestlich -von Sebastiansberg, angrenzend an das Gebiet des Ringelberges -und hievon getrennt durch die Kaiserstrasse bei Reizenhain, -finden sich die Kuppen des <b>Stockraumwaldes</b>, von denen die -ansehnlichste der <b>Glasberg</b> nahe an der Landesgrenze ist. Nordöstlich -von Pressnitz zeigt sich der ausgedehnte und <b>hohe Hutberg</b> -991<sup>m</sup>, einer der höchsten Punkte des Erzgebirges; er verläuft -in südlicher Richtung in die <b>Reischhöhe</b>, an der westlich<span class="pagenum"><a id="Seite_8">[8]</a></span> -der <b>Pöllnerberg</b> 855<sup>m</sup> hängt. Einer der höchsten Punkte ist noch -der <b>Hohehau</b> 995<sup>m</sup> nordwestlich von Weigersdorf. Auf dem nördlichen -Abhange des Gebirges gehören noch einige ansehnliche -Kuppen hieher, nämlich: <b>Der grosse und kleine Wolfsberg</b>, südlich -von Schmiedeberg, der <b>Spitzberg</b> zwischen Schmiedeberg und -Pressnitz, der <b>Bärenstein</b> 704<sup>m</sup> bei Weipert und der <b>Pleilberg</b> -südlich von Sorgenthal.</p> - -<p>Hier sind noch einige hübsche Punkte zu nennen, welche -sich an dem steilen südlichen Abhange westlich von Oberleutensdorf -über Kaaden hinaus erheben und an diesem kurze Gebirgsjoche -bilden. Die hervorragendsten sind: Der <b>Eisenberg</b>, auf -welchem das gleichnamige Schloss 164<sup>m</sup> Höhe über der Thalsohle -steht; westlich davon ist der <b>Seeberg</b> und noch weiter bei -Stolzenhan der <b>Tannich</b>. Sie bilden eine ziemlich ansehnliche -Gruppe von steilen Bergen, mit welchen der Gebirgsabfall als -ein kurzes Joch in die Ebene vorspringt, aus welcher es jedoch -sehr steil aufsteigt. Weiter südwestlich gestaltet sich der Gebirgsabfall -zu einer Art von Bucht, auf deren Abhange sich nur -niedrige Kuppen erheben; sie wird westlich von dem <b>Hammerberge</b>, -dem <b>Hutberge</b> und dem <b>Roland</b> eingefasst, welcher, in einige -Hügel auslaufend, den Fuss des Gebirges nördlich von Komotau -bildet. Westlich von dieser Stadt bei dem Dorfe Tschernowitz -erhebt sich <b>der isolirte Burberg</b>. Jenseits des Höllbachthales -zeigt sich der ausgedehnte <b>Gliedner Berg</b>, welcher westlich in -den <b>Schweigerberg</b> verläuft. Westlich von Platz befindet sich -der <b>Hassensteiner Schlossberg</b>, und noch weiter westwärts über -Klösterle hinaus bildet der Abhang des Gebirges das Gehänge -eines mehr eingeengten Thales. Isolirt, im Thale sich erhebend, -befindet sich südwestlich von Klösterle nahe der Eger der 547<sup>m</sup> -hohe <b>Schönburger Schlossberg</b>, und nicht weit von Wotsch der -<b>Himmelstein</b>, welcher von seiner Burgruine eine schöne Aussicht -nach Westen bietet. An dem nördlichen Abfalle des Gebirges, -welches sich westwärts von Kaaden ausdehnt, sich dem des -Erzgebirges gegenüber erhebt, hinsichtlich seiner Zusammensetzung -und Gestaltung auffallend vom Erzgebirge verschieden -ist, keinen so deutlich hervortretenden Kamm oder Rücken zeigt, -sondern der Hauptmasse nach aus Gruppen von mehr oder weniger -zusammengedrängten Kuppen besteht und erst in seiner weiteren -westlichen Verbreitung, die wir dann nach genauer Betrachtung -des westlichen Erzgebirges in seiner Fortsetzung näher kennen -lernen werden, sich zu einer mehr zusammenhängenden und ausgebreiteten -Masse gestaltet – finden sich als hervorragende -Kuppen: Der <b>Herrgottsstuhlberg</b>, zwischen Krondorf und Ockenau; -östlich ist die <b>Spinnelsdorfer Kuppe</b>, der <b>Leskauer Schlossberg</b> -und der unmittelbar aus dem Thal steil aufsteigende, oben eine -<span class="pagenum"><a id="Seite_9">[9]</a></span>abgeflachte Platte bildende <b>Burberg</b> 583<sup>m</sup> südwestlich von Kaaden. -Diesem gegenüber an der linken Seite des Thales erheben sich -einige Gruppen von niedrigen Bergen, welche vom Fusse des -Erzgebirges durch die sich hier bereits mehr ausbreitende Ebene -getrennt sind; es sind: der <b>Seeberg</b>, zwischen Nickelsdorf und -Meretitz, der <b>Spitzberg</b> südlich von Nickelsdorf, dann der <b>Königsberg</b> -und <b>Wistritzer Berg</b> nördlich von Kaaden. Zu diesen gehören -östlich von dieser Stadt als Ausläufer die an der linken -Seite des Thales auf der Ebene zerstreut vorkommenden Hügelgruppen -zwischen Pröhl und Waschitz, der <b>Tschachwitzer Hübel</b>, -der <b>Prölberg</b> 334<sup>m</sup> und der <b>Strösauer Hügel</b>.</p> - -<p>Weiter westlich von Pressnitz und Schmiedeberg gelangen -wir ins Centrum des Erzgebirges, wo es in seinen Kuppen über -1200<sup>m</sup> hoch ansteigt. Dort ist der <b>Keilberg</b> oder <b>Sonnenwirbel</b> -1243<sup>m</sup>, über den der Pass von Gottesgab in der Höhe von 900<sup>m</sup> -von Karlsbad, Joachimsthal nach Sachsen führt.</p> - -<p>Dieser Höhepunkt bildet gewissermassen den Hauptstock des -ganzen Gebirges, einen Gebirgsknoten, von welchem dasselbe in -nordöstlicher und südwestlicher Richtung verläuft, dessen höchste -Punkte sich zunächst um ihn gruppiren, so dass es hier fast das -Ansehen eines Hochgebirges erhält. Der nordöstliche Gebirgsflügel, -welcher durch diese aus dem Thale in schroff ansteigenden, -auf einander gelagerten und zu beträchtlicher Höhe sich erhebenden -Gebirgsgruppe vom südwestlichen getrennt wird, enthält -auf dem 838<sup>m</sup> hohen Rücken den isolirten, kegelförmigen <b>Kupferhügel</b>, -68<sup>m</sup> hoch. Von hier verläuft der Gebirgsrücken gegen den -Keilberg hin fast als Ebene über eine Meile weit, wo dann der -genannte Gebirgsstock als ein Haufwerk von eng vereinigten, zu -einer ausgedehnten, sanft zugerundeten Masse verbundenen Scheiteln -hervorragt. Nach einer seiner westlichen Kuppen wird dieser -Stock auch der Sonnenwirbel genannt; in seiner Nachbarschaft -erhebt sich jenseits der Landesgrenze der <b>Fichtelberg</b> 1213<sup>m</sup> zu -nicht viel geringerer Höhe empor. Östlich vom Keilberg ist der -<b>Hauensteinberg</b> 1080<sup>m</sup> und südlich der <b>Schwarzfelsberg</b> 1114<sup>m</sup>. -Westlich verläuft der Hauptrücken des Gebirges in demselben -Charakter wie östlich von diesem Hauptstocke, nämlich als eine -breite Gebirgsfläche mit sanfter Abdachung gegen Norden, auf -welcher einzelne Kuppen und ausgebreitete Höhen hervorragen -und die Gebirgsfläche wellenförmig gestalten. Allmählig aber -nimmt die Höhe des Hauptrückens in seinem Verlaufe nach -Südwesten ab und erreicht bei Gottesgab 1016<sup>m</sup>, bei Platten 885<sup>m</sup>, -bei Hirschenstand 860<sup>m</sup> Meereshöhe, weiterhin wird es noch -niedriger und sein Zusammenhang tritt weniger deutlich hervor; -er gestaltet sich in ein aus mehreren kleineren Gruppen von -Gipfeln zusammengesetztes Gebirge um, welches an seinem westlichen -Ende im Egerlande mit den Ausläufern des Fichtelgebirges -verschmilzt. In diesem Theile des Gebirges nennen wir als hervorragende Punkte:<span class="pagenum"><a id="Seite_10">[10]</a></span> -den <b>Spitzberg</b> bei Gottesgab 1118<sup>m</sup>, den -<b>Plattenberg</b> bei Platten 1039<sup>m</sup>, <b>den Muckenbühl</b> 944<sup>m</sup>, <b>den Aschberg</b> -925<sup>m</sup>, den in Sachsen liegenden <b>Auersberg</b> bei Wildenthal -1021<sup>m</sup>, <b>den »hohen Stein«</b> bei Schönbach 767<sup>m</sup> und <b>den Kapellenberg</b> -bei Voitersreuth 764<sup>m</sup> hoch.</p> - -<h5 id="Geo_Eger">Das Gebirge südlich von der Eger.</h5> - -<p>Südlich von der Eger haben wir im Westen die letzten Ausläufer -des Böhmerwaldes. Durch den ziemlich weiten Pass oder -tiefen Einschnitt bei Sandau, wo sich der Gebirgsrücken nur -wenig über die Flächen erhebt, welche sich im Westen und -Osten an seinem Fusse verbreiten, ist das genannte Gebirge vom -Kaiserwalde geschieden. Am meisten ragt unter den Bergen im -Süden des Egerlandes der <b>Dillenberg</b> durch Ausdehnung und -Höhe hervor; es ist die nördlichste und ansehnlichste Kuppe des -Waldgebirges, welches mit demselben den Zug seiner Verbreitung -in Böhmen schliesst; er erreicht 963<sup>m</sup> Meereshöhe, ragt -daher beiläufig 540<sup>m</sup> über die Fläche des Egerlandes hervor. -Die Gestalt ist die eines steil ansteigenden, sanft gebogenen -Rückens mit einigen sattelförmigen seichten Einbiegungen.</p> - -<p>Der weitere, nordwestlich verlaufende Zug wird gewöhnlich -das Tepler Gebirge genannt; er bildet einen ausgebreiteten -Rücken mit ziemlich gleichförmigen Verhältnissen seiner Abdachungen. -Der westlich vom Teplthale gelegene Theil dieses -Gebirges ist durch mehrere kleinere Thäler eingeschnitten, ohne -dass sich jedoch die Theile als eigene Züge besonders hervorheben. -Der höchste Theil desselben ist der südwestliche unter -dem Namen Kaiserwald mit <b>der hohen Glatze</b> 973·5<sup>m</sup>. Von da -verläuft mit abnehmender Höhe der westliche Gebirgsabhang -als natürliche Begrenzung des Egerlandes zwischen dem Roda-Bache -und dem Liebau-Bache bis Königsberg, wo sein steiler -Abfall das nördliche Gehänge des engen Thales bildet, welches -ihn vom letzten Joche des Erzgebirges, dem Leibitsch-Kamme, -trennt. Sanfter ist der Abfall des zweiten Theiles zwischen dem -Liebau-Bache und Lobs-Bache, wo am Fusse des Gebirges die -Thalfläche von Falkenau, das Falkenauer Land, sich ausbreitet -und sich bis zum Fusse des Erzgebirges in einer Breite von -11·3 Kilom. ausdehnt. Den dritten Theil bildet der Abfall des -Gebirges zwischen dem Lobsbache und dem Zechthale mit dem -<b>Spitzberg</b> 821<sup>m</sup> zwischen Lauterbach und Schönfeld und dem -<b>Crudum</b> 830<sup>m</sup> nördlich von Kohling, welche beide mächtig hervorragen. -Die Gehänge dieses Gebirgstheiles fallen steil und -stellenweise als schroffe Felswände in die beiden genannten -Seitenthäler und in das Hauptthal bei Elbogen ab. Der vierte -Theil verläuft zwischen dem Zechthale und der Tepl und wird<span class="pagenum"><a id="Seite_11">[11]</a></span> -überragt von der <b>Buchenhöhe</b> 728<sup>m</sup> nördlich von Poschitzau -und dem <b>Aberg</b> 609<sup>m</sup> südöstlich von Aich. Derselbe gewährt -eine treffliche Aussicht über den Gebirgsrücken und auf das -Erzgebirge.</p> - -<p>Der östliche Theil des Tepler Gebirges rechts vom Tepelthale -ist mehr ausgebreitet als der westliche, erreicht aber -nicht dessen Höhe; er hat mehr das Ansehen eines ausgedehnten -Plateaus, auf welchem sich einzelne, zum Theile mehr -ausgedehnte als hohe Kuppen hervorheben. Der südliche Abhang -führt zum grossen Theile den Namen Buchauer Gebirge. -Gegen Osten und Nordosten geht die Platte in ein aus Kuppen -und höheren Rücken zusammengesetztes Gebirge über und führt -zum Theil den Namen Duppauer Gebirge. Der Abfall ins Tepelthal -ist schroff. Ueber das Plateau bei Engelhaus ragt der -weitsichtbare und jedem Touristen bekannte <b>Schlossberg</b> empor. -Dieses Gebirge erhebt sich auch steil aus dem Haupt-Thale, -sowie ihm gegenüber das Erzgebirge.</p> - -<h5 id="Geo_Mittelgebirge">Das Mittelgebirge.</h5> - -<p>Dieses Gebirge wird von der Elbe durchschnitten und in -zwei nahezu gleiche Theile, einen westlichen und einen östlichen, -geschieden. Der westliche Theil wird nördlich von dem -Eulauer, nordwestlich von dem Teplitzer Thale, westlich von -der schönen, fruchtbaren Saazer Ebene und südlich von dem -Egerthale und der Ebene, in welches sich dieses verläuft, begrenzt. -An seinem nördlichen Abhange wird dieser Gebirgstheil -in nordöstlicher Richtung von dem Bielathale durchschnitten, -und gewöhnlich wird nur der Strich zwischen dem Eger- und -Bielethale das Mittelgebirge genannt, wiewohl das nordwärts -der Biela liegende Gebirge bis zu den bezeichneten Grenzen, -sowie das an der Ostseite der Elbe liegende Gebirgsland mit -demselben ein geognostisches Ganzes bildet, von welchem das -eigentliche sogenannte Mittelgebirge einen Haupttheil ausmacht.</p> - -<p>Während dem östlichen Theile theilweise ein kettenartiger -Zusammenhang nicht abgesprochen werden kann, fehlt dieser -dem westlichen ganz, und besteht aus einer Anhäufung von -mehr oder weniger vollkommen kegelförmigen, theils spitzigen, -theils abgestumpften oder an dem Gipfel abgerundeten glockenförmigen -Bergen, zwischen welchen hie und da kahle, zum Theile -mächtige, klippige Felskolosse hervorragen. Die Berge stehen, -besonders an den Ausläufern oder am Rande des Gebirges, wo -es sich aus der Ebene hervorhebt, vereinzelt, versammeln sich -dann weiterhin in kleineren und grösseren Gruppen, welche -dann an den beiden Gehängen des Gebirgszuges sich sehr gedrängt -gehäuft finden und in der Mitte desselben als die höchsten<span class="pagenum"><a id="Seite_12">[12]</a></span> -Berge hervorragen, worunter im eigentlichen Mittelgebirge der -<b>Donnersberg</b> oder <b>Milleschauer</b> mit 815<sup>m</sup> über der Nordsee den -höchsten Punkt dieses ganzen Gebirges erreicht. Das ist der König -des Mittelgebirges, ein steiler, isolierter Bergkegel aus Klingstein.</p> - -<p>Im östlichen Mittelgebirge liegen die höchsten Berge nicht -in der Mitte, sondern zumeist am Rande desselben. Die Grenzen -dieses Gebirges sind: Südlich die Ebene an der Elbe, über -welche sich dasselbe theils plötzlich mit grosser Steilheit erhebt, -theils allmählich von derselben ansteigt und so den Fuss des -eigentlichen steileren Gebirges bildet. An der Ostseite zerstreuen -sich die Gebirgsmassen in einzelne Kegelberge, welche sowie -nordöstlich, endlich als zusammenhängender Gebirgszug gegen -das Gebiet von Bunzlau fortlaufen. Nördlich wird das Mittelgebirge -durch das Granitgebirge begrenzt, und von diesem durch -das Thal des Grundbaches bei Obergrund und Georgenthal geschieden, -hängt jedoch damit durch den Gebirgsrücken bei -Schönlinde zusammen, und seine Felsmassen finden sich auch -noch in einzelnen Bergkegeln zerstreut auf dem Granitgebirge -vor. Die nordwestliche Grenze bildet das Sandsteingebirge an -der Elbe, wo sich auch die Felsmassen in zerstreuten Bergen -im Gebiete des Sandsteingebirges vorfinden, sowie sich die des -letzteren mit denen des Mittelgebirges vermengen und diese -durchflechten.</p> - -<p>Das östliche Mittelgebirge erhält verschiedene Benennungen -nach einzelnen Gegenden, Ortschaften und Bergen.</p> - -<p>In geognostischer Beziehung gehört dieses Gebirge zur vulkanischen -Trappformation und ist eines der ausgedehntesten und -ausgezeichnetsten dieser Art in Europa. Basalt und Klingstein -bilden die Hauptmassen des Gebirges, von denen der erstere -die meisten Berge, der letztere die höchsten Punkte und mächtigsten -Felsmassen zusammensetzt. Der Basalt ist meistens dicht, -oft auch blasig und mandelsteinartig und zuweilen in ein thoniges -Gestein oder sogenannte Wakke übergehend; häufig trifft man -ihn schön säulenförmig an, mit Olivin eingesprengt, oder porphyrartig -durch eingewachsene Krystalle von Augit, Hornblende -oder Glimmer. Auch der Klingstein hat mancherlei Abänderungen. -Ausser diesen beiden eigentlichen vulkanischen Trappfelsarten -erscheint auch Porphyr in einigen Gegenden und etwas seltener -eine Art Grünstein, welche mit dem Basalt sehr nahe verwandt -ist. Die Felsarten des Urgebirges kommen nur in einigen Gegenden -in den tieferen Theilen zum Vorscheine, so im Bielathale -bei Bilin und im Elbthale bei Tschernosek der Gneis.</p> - -<p><b>Das Elbgebirge</b>, auch wohl Sandsteingebirge an der Elbe, -das böhmisch-sächsische Sandsteingebirge, und wegen seiner -eigenthümlichen schroffen Formen und romantischen Thäler, die<span class="pagenum"><a id="Seite_13">[13]</a></span> -böhmisch-sächsische Schweiz genannt, erstreckt sich von den -oben angegebenen Grenzen des Mittelgebirges, nämlich dem -Eulauer Thale, dem Losdorfer- und Olischbache, dann dem -Gebirge zwischen Kamnitz und Kreibitz, bis zum nördlichen -Granitgebirge jenseits des Körnschtbaches, und über die Grenze -Böhmens nach Sachsen; es wird von dem Elbthale durchschnitten -und in zwei Theile getheilt. Der Theil an der linken Seite der -Elbe wird fast bloss, soweit das Gebirge Böhmen angehört, vom -hohen <b>Schneeberge</b> und dessen Vorbergen gebildet und erhebt -sich an demselben zu seiner grössten Höhe, von welcher es sich -nach dem Rücken des Erzgebirges bei Nollendorf und Peterswalde -nur wenig, nach seiner nördlichen Verflachung sanft abdacht, -gegen das Eulauer Thal und das Elbthal aber sehr steil -abstürzt. Viel niedriger gestaltet sich der Theil desselben an -der rechten Seite der Elbe, und bildet ein aus dem Elbthale -sich gleichfalls mit grosser Steilheit bis zu einer Höhe von ungefähr -379<sup>m</sup> erhebendes Plateau, welches sich nach Osten und -Süden sanft gegen das sich aus demselben erhebende Mittelgebirge -verflacht, eine wellenförmige Oberfläche mit einzelnen -grössern Erhöhungen zeigt, und sich an der nördlichen Landesgrenze, -am Winterberge und den Thorwänden, abermals plötzlich -gleich einem Walle erhebt. Die Thäler, welche dieses Plateau -durchschneiden und an den Abhängen des Schneeberges tiefe -Einrisse bilden, haben einen eigenthümlichen Charakter; die -Gehänge derselben sind steile, oft senkrecht aufsteigende zerrissene -Felsenwände, welche sich zuweilen gleichsam in mehreren -Stockwerken über einander erheben und deren einzelne, oft von -der Hauptmasse losgerissene, sowohl senk- als wagrecht zerklüftete -Pfeiler sich zu grotesken, oft abenteuerlichen Gebirgsformen -gestalten, von welchen der böhmische Theil dieses Gebirges -ebenso reich, als der deshalb von Lustreisenden so häufig -besuchte sächsische Theil desselben ist.</p> - -<p>Die herrschende Felsart dieses Gebirges ist der Quadersandstein, -eine der jüngsten aus der Reihe der sekundären -Flötzformationen. Derselbe zeigt sich bei seinem Beginn am -Erzgebirge sichtbar auf dem <span id="corr013">Gneis</span> desselben, sowie an seiner -Begrenzung am nördlichen Granitgebirge auf diese Felsart aufgelagert, -und Granit zeigt sich auch unter dem Quadersandsteine -an einer merkwürdigen Stelle im Elbthale; an einer andern -kommt auch Thonschiefer als untere Felsart vor. Von den Felsarten -des angrenzenden vulkanischen Trappgebirges findet sich -im Bezirke des Sandsteingebirges ein majestätischer einzelner Basaltberg, -<b>der Rosenberg</b>, welcher sich über das Plateau dieses -Gebirges am rechten Elbufer 299<sup>m</sup> und überhaupt bis zu 588<sup>m</sup> -Meereshöhe erhebt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_14">[14]</a></span></p> - -<h5 id="Geo_Fluesse">Flüsse.</h5> - -<p>Die bedeutendsten Flüsse unseres Reisegebietes sind die <b>Elbe</b>, -die <b>Eger</b> und die <b>Biela</b>.</p> - -<p id="Geo_Elbe_Eger">Wir betrachten die Elbe von Raudnitz an; hier schlägt sie -die nördliche Richtung ein und bewegt sich grösstentheils im -flachen Lande und an dem sanften, hügeligen Gehänge, welches -den unteren Fuss des Mittelgebirges an der linken Seite bildet; -von Krzemusch bis Lobositz läuft sie wieder westwärts, wendet -sich aber bei letzterem Orte wieder plötzlich nach Norden und -tritt hier in eine Gebirgsspalte ein. In diesem engen, zu beiden -Seiten von den Felsmassen des Mittelgebirges eingeschlossenen -Thale, welches sich bei Libochowan auf eine kurze Strecke -kesselförmig erweitert, fliesst der Strom, mit einigen Krümmungen -in nördlicher Richtung bis Aussig, wendet sich daselbst -nordöstlich und nimmt bei Kleinpriesen allmählig wieder die -nördliche Richtung an, welche er bis zu seinem Austritte aus -unserem Vaterlande beibehält. Das Stromthal geht auf dieser -ganzen Strecke fortwährend zwischen Gebirgen, welche von Rongstock -bis Tichlowitz an, besonders an der rechten Seite, etwas -zurücktreten und so bis Tetschen dasselbe etwas erweitern; -unterhalb dieser Stadt tritt der Strom in das Gebiet des »Elbsandsteingebirges« -ein; das Thal wird sehr enge, die Abhänge -steil, zum Theil aus senkrechten hochaufgethürmten Felsmassen -und Wänden bestehend. Die Elbe verlässt Böhmen mit ihrem -linken Ufer ¼ Stunde oberhalb Herrnskretschen und mit ihrem -rechten Ufer ¼ Stunde unterhalb dieses Ortes. Das Gefälle des -Stromes durch diesen Gebirgsweg beträgt von Leitmeritz bis -Herrnskretschen (8⅜ Meilen oder 6·376 Myriameter) 28<sup>m</sup>.</p> - -<p>In diesem Hauptstrome Böhmens sammeln sich bei weitem -die meisten Gewässer des Landes, und so gehören auch die -unseres Reisegebietes nahezu alle zu dessen Flussgebiete und -fliessen grösstentheils innerhalb desselben in diesen Strom. Der -wichtigste darunter ist die <b>Eger</b>, welche auf dem Fichtelgebirge -in Baiern und zwar am nördlichen Abhange des Schneeberges -701<sup>m</sup> über der Meeresfläche entspringt. Den Namen Eger erhält -sie erst bei Weissenstadt in Baiern; sie tritt bei dem baierischen -Grenzorte Somerau an die Landesgrenze, durchschneidet das -Egerland in östlicher Richtung in vielen Krümmungen, tritt aus -dem Gebirge östlich von der Stadt Eger in die Thalfläche, verlässt -diese bei Königsberg und durchschneidet den Gebirgskamm, welcher -das Egerland im Osten begrenzt, in einem engen Thale -und tritt bei Kloben in die weite Thalfläche zwischen dem Erzgebirge -und Tepler Gebirge, hält sich jedoch mit ihrem Laufe -mehr am Fusse des letzteren, welchen sie von Altsattel in einem -engen felsigen Thale durchschneidet. Unterhalb Karlsbad verlässt<span class="pagenum"><a id="Seite_15">[15]</a></span> -sie die Thalfläche gänzlich und setzt ihren Weg in nordöstlicher -Richtung zwischen dem Tepler Gebirge und dem Erzgebirge -fort. Im weiteren Lauf bei Wartha wird das Rinnsal -fast zur Schlucht eingeengt und verbleibt so bis Klösterle, wo -sich das Thal erweitert. Auf dieser ganzen Strecke sind die Gehänge -des Flussthals grösstentheils felsig und oft fallen die Felsmassen -bis in das Flussbett steil ab. Unterhalb Kaaden tritt -sie in das Flachland; die Gehänge des Flussthales werden allmählig -niedriger und sanfter und das Thal wird weiter und verliert sich -unterhalb Saaz ganz in die Ebene. Die Eger verfolgt nun ihren -Weg in östlicher Richtung in kleinen Krümmungen und tritt in -ein nicht sehr tiefes, in den Fuss des Mittelgebirges eingeschnittenes -Thal und kommt aus demselben bei <b>Hostenitz</b> in die Ebene, -um sich nach kurzem, nunmehr nördlich gerichtetem Laufe unterhalb -Theresienstadt, gegenüber von Leitmeritz, mit der Elbe -zu vereinigen.</p> - -<p>Die Eger ist sehr zu Ueberschwemmungen geneigt und überführt -dabei oft die Niederungen ihres Ufers mit Schutt und -Gerölle.</p> - -<p>In die Eger ergiessen sich an der linken Seite: der <b>Liebensteiner</b> -Bach bei Fischern; der <b>Schladabach</b> bei Tirschnitz; der -<b>Fleissenbach</b> mit dem <b>Sirmitzbach</b> bei Nebanitz; der <b>Leibitschbach</b> -bei Leibitsch; die <b>Zwodau</b> bei Falkenau; sie entspringt in -Sachsen, betritt unterhalb Klingenthal unseren heimatlichen Boden, -verstärkt sich links in Graslitz durch den <b>Schwaderbach</b>, bei -Weitzengrün durch den <b>Rothaubach</b> und fliesst bei Falkenau in -die Eger; der <b>Chodaubach</b> bei Maierhöfen; der <b>Rohlaubach</b> bei -Fischern; der <b>Tippelsgrüner Bach</b> bei Dalwitz; die <b>Wistritz</b>, -verstärkt durch die <b>Weseritz</b>, bei Wistritz, unterhalb Schlackenwerth; -die reissenden Gewässer: der <b>Holzbach</b> unterhalb Damitz; -der <b>Mühlbach</b> bei Austein; der <b>breite Bach</b> bei Klösterle, welche -in engen tiefen Thälern am Gehänge des Gebirges herabfliessen; -der <b>Wernersdorfer Bach</b>, an der Reischhöhe entspringend, erreicht -in Oberwernersdorf die Reischhöhe, fliesst durch Nickelsdorf und -dann in die Eger; der <b>Brandbach</b> bei Kaaden; der Saubach, -anfangs Höllenbach genannt, entspringt aus kleinen Gewässern -bei Wisset und Krima, erreicht die Ebene bei Hagensdorf, in -welcher er durch Deutsch-Kralupp, Priesen, Horatitz und Schisselitz -und dann unterhalb Saaz in die Eger fliesst; der <b>Assig-</b> oder -<b>Sau-</b>, auch <b>Komotauer Bach</b>, entsteht aus dem Assigbach und -dem Komotauer Flössgraben westlich von Sebastiansberg unweit -der Landesgrenze und nimmt den <b>Rothenhauser Flössbach</b> auf. -Nach Vereinigung dieser Bäche in der Grundmühle bei Dörnthal -fliesst dieser schon ansehnliche Bach durch den romantischen, -ungemein anmuthigen Komotauer Grund nach Oberdorf herab, -dann durch die Stadt Komotau, wo er in's flache Land eintritt,<span class="pagenum"><a id="Seite_16">[16]</a></span> -hier seinen Weg in einem seichten Thale in ostsüdlicher Richtung -durch eine Menge Ortschaften nimmt und unterhalb Postelberg -in die Eger fällt. Sein reissendes Gewässer führt eine Menge -Rollsteine vom Gebirge in das Flachland herab, welche sich bis -in die Gegend zwischen Komotau und Eidlitz verbreiten. Hervorragende -und die Aufmerksamkeit der Touristen besonders -erweckende Zuflüsse am rechten Ufer der Eger sind:</p> - -<p><b>Die Wondreb</b>, deren Quelle zahlreiche Riesel an dem südlichen -Abhange des Dillenberges bilden, und welche sich bei -Mähring in Baiern zu einem kleinen Bache vereinigen. Dieser -umfliesst in einem weiten Bogen die südwestlichen Ausläufer des -Dillenberges und verstärkt sich durch die davon abfliessenden -Gewässer, sowie durch einige Zuflüsse aus den Ausläufern des -Fichtelgebirges, tritt unterhalb Waldsassen in Böhmen ein, wo -ihm an seiner linken Seite der die Landesgrenze bezeichnende -<b>Hundsbach</b> zufliesst.</p> - -<p>Der bedeutendste Zufluss links ist die <b>Tepel</b>, am Podhornberge -entspringend; sie wendet sich von der Stadt Tepel nördlich -und verfolgt diese Richtung in einem allmählig tiefer und enger -werdenden Thale bis zu ihrem Ausflusse in Karlsbad. Erwähnenswerth -sind auch: der <b>Flutbach</b>, von seinem Ursprunge bei Sangerberg -der <b>Flössgraben</b> genannt, nimmt in Schlaggenwald den <b>Röthlinger -Bach</b> auf und fliesst durch das felsige Zechthal nach -Elbogen; der <b>Lobsbach</b> entspringt nördlich von Sangerberg und -mündet bei Falkenau in die Eger; der <b>Aubach</b> bei Libotschan; -der <b>Goldbach</b>, in seinem weiteren Verlaufe auch <b>Flöhauerbach</b>, -bei Tyrnowan.</p> - -<p id="Geo_Biela"><b>Die Biela</b> entspringt auf dem Rücken des Erzgebirges in der -Waldgegend östlich von Neuhaus. Der kleine Bach verstärkt -sich noch auf dem Gebirge durch mehrere Bächlein und nimmt -auf seinem Wege in einer Schlucht an dem Gebirgsgehänge herab -den Uris'ner, Göttersdorfer, Rodenauer, Quinauer Bach und am -Fusse des Gebirges den von Platten herabkommenden Pirkner -Bach auf, tritt westlich von Görkau in die Ebene, durchfliesst -diese Stadt und läuft dann in der Niederung in östlicher Richtung -gegen Neundorf, wendet sich hier nordöstlich gegen Seestadtl, -durchfliesst die ganze ebene Fläche in dieser Richtung -bis zum Einflusse des Grundbaches, nimmt dann die südöstliche -Richtung dieses Baches an und fliesst bei Tschausch und Brüx -vorüber, tritt hier in das Mittelgebirge ein, durchfliesst dasselbe -in nordöstlicher Richtung und fällt bei Aussig in die Elbe.</p> - -<p>Am linken Ufer nimmt die Elbe noch den <b>Eulauer Bach</b> auf. -Derselbe sammelt sich aus kleinen Gewässern, welche an den -Gehängen des Schneeberges und im Mittelgebirge entspringen, -und scheidet diese beiden Gebirge von einander.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_17">[17]</a></span></p> - -<p>Von den Gewässern, welche, zum Flussgebiete der Elbe gehörend, -erst im Auslande sich mit ihr vereinigen, sind nur -wenige, welche in der Folge zu bedeutenden Bächen und kleinen -Flüssen anwachsen; die meisten sind bloss unbedeutende Gebirgsbäche, -welche nach kurzem Laufe dem Strome zueilen. Unter -den ersten sind zu merken: die <b>Mulde</b>, welche ihre Quelle bei -Graupen hat und sich als östliche oder freiberger Mulde mit der -westlichen oder zwickauer bei Kolditz in Sachsen vereinigt; die -<b>Weisseritz</b> und die <b>Müglitz</b>.</p> - -<p>Erwähnenswerth sind auf der Nordabdachung noch folgende -Gewässer: <b>Der Schweinitzbach</b>, fliesst zwischen Böhmisch- und -Deutsch-Einsiedel, zwischen Gebirgs- und Deutsch-Neudorf, -wendet sich hier nordwestlich bei Katharinaberg vorüber nach -Brandau zu. Bei Grünthal vereinigt er sich mit dem <b>Natschungbach</b>; -dieser entspringt südwestlich von dem Dorfe Natschung, -bildet von da bis Grünthal die Landesgrenze, nimmt den Kallich-Töltsch-Brandauer-Bach -auf und bildet mit der Schweinitz die -<b>Flöhe</b>.</p> - -<p>Der <b>Schwarzwasser-Bach</b> entspringt an der Ostseite des Hassberges, -fliesst in nord-nordöstlicher Richtung längs der Landesgrenze -durch Ulmbach, Reizenhain, Kühnheyde (Kienhaide) nach -Sachsen. Der <b>Pressnitz-Bach</b> hat seine Quelle an der Nordseite -der Reischhöhe, fliesst durch Reischdorf, Pressnitz und Christofhammer -und bezeichnet auf einer kurzen Strecke die Grenze. Bei -Pressnitz verstärkt sich das Wasser mit dem Dörnsdorfer Bache.</p> - -<p>Der <b>Schwarz-</b> oder <b>Pleil-Wasserbach</b> entspringt unweit des -Keilberges in der Gemeinde Stolzenhan, erreicht im Südwesten -die Gemeinde Schmiedeberg, durchfliesst die Schmiedeberger -Thalmulde von Südwest nach Nordost, tritt dann unter dem -Namen Pleilwasserbach in die Gemeinde Pleil und dann nach -Sachsen über.</p> - -<p>Der <b>Gränzbach</b>, an der Nordseite des Keilberges entspringend -und mit seinem Laufe bei Wiesenthal und Weipert auf einer -Strecke von mehr als zwei Meilen die Landesgrenze bezeichnend, -fliesst unter dem Namen <b>Pöhlbach</b> gegen Wolkenstein in die -Zschoppau; das <b>Schwarz-Wasser</b> entspringt am Fichtelberge, fliesst -bei Försterhäuser und Seifen vorbei und vereinigt sich bei Johann-Georgenstadt -mit einem von Platten kommenden Bache und -ergiesst sich, ein herrliches Thal bildend, in die Zwickauer Mulde. -In Böhmen entspringt noch die <b>weisse Elster</b>, welche in nördlicher -Richtung das Land verlässt und erst im Nachbarlande an -Bedeutung gewinnt.</p> - -<p id="Geo_Klima"><i>Klima.</i> Das Klima ist feucht, regenreich, mässig kühl und -gleichmässig. Die Niederschläge und Luftfeuchtigkeit unterliegen -grösseren Schwankungen als im Böhmerwalde, weil die Massenerhebung -der Berge nicht bedeutend genug ist, um ein ganz<span class="pagenum"><a id="Seite_18">[18]</a></span> -selbstständiges, von den wechselnden Einflüssen der baierischen -Hochebene im Südwesten und des norddeutschen Tieflandes unabhängiges -Klima zu erzeugen. Der Winter ist sehr lang, sieben -bis acht Monate in den oberen Höhen dauernd. Die vier bis -fünf Sommermonate tragen ganz das Gepräge des Frühlings. -Die Luft ist – wenige, besonders schwüle Tage im Juli und -August ausgenommen – selbst während der Mittagsstunden und -bei sonst schönem Wetter angenehm kühl. Von allen Seiten strömt -uns der Wohlgeruch von duftenden Kräutern und von den harztriefenden -Fichten und Tannen entgegen, welche die reine Gebirgsluft -so stark würzen, dass wir tiefathmend die Lungen wie -durstige Trinker anfüllen, von der Natur getrieben, die uns anreizt, -hier unser Blut zu erfrischen. Der Boden ist theils wegen -der Grundfeuchtigkeit vom Winter her, theils wegen seiner -schwammigen Beschaffenheit, mittelst welcher er die Feuchtigkeit -der Atmosphäre so leicht an sich saugt, vielfach nass und sumpfig. -Die Bergbäche sind daher reich und schwellend; dazu der bunte -Schmelz der blühenden Pflanzen, die in verschiedener Aufeinanderfolge -hervorbrechen und wieder verschwinden, und die -ausserordentlich üppige Vegetation an den Abhängen der Berge -und in den Thälern: das alles begünstigt die Idee eines im -Vergleich mit dem Unterlande viel längeren und wonnereicheren -Frühlings. Während im Monate August im Innern unseres Heimatslandes -alles grösstentheils vergilbt ist, steht im Erzgebirge alles -noch in der schönsten und üppigsten Fülle.</p> - -<p id="Geo_Daemmerung">Die <b>Morgen-</b> und <b>Abenddämmerung</b>, eine der herrlichsten Erscheinungen -während des reizvollen Sommers, gewährt dem Touristen, -der um diese Zeit die heiteren Höhen und saftig-grünen -Thäler durchwandert, den Vortheil, seine Tage auf die höchstmögliche -Benützung zu bringen. Etwa fünf Wochen vor und -nach der Sommersonnenwende hat sowohl die Abend- als auch -die Morgendämmerung eine grosse Dauer, was die Wanderungen -auf den Höhen des Erzgebirges ungemein erleichtert und angenehm -macht. Auch die <b>Morgen-</b> und <b>Abendröthe</b> ist auf den -Spitzen immer heiterer und schöner als unter gleichen Umständen -bei wolkenfreiem Horizont im Innern des Landes. An dieser -Stelle machen wir auf zwei Erscheinungen unseres Gebirges -besonders aufmerksam und bezeichnen die geeignete Zeit und -den besten Ort, wo sie gewöhnlich eintreten. Es ist der Kupferhügel -bei Kupferberg und der Hochsommer an Tagen, wo über -dem Flachlande Gewitter hängen. Man darf nicht sorgen, dass -sie auf das Gebirge heraufsteigen, wenn sie auch der Südwind -gegen die Berge herantreibt. Die schwarzen Wolkenmassen -schwimmen dann bis nach Kaaden oder Brunnersdorf heran und -dringen auch in das Egerthal bis Klösterle oder Pürstein herein; -hier aber stauen sie sich an die hohen Berge und entladen in<span class="pagenum"><a id="Seite_19">[19]</a></span> -stundenlangen Gewittern ihre Blitze mit fern rollendem Donner. -Der Zuschauer auf dem Kupferhügel steht im Sonnenschein, den -reinen blauen Himmel über seinem Haupte, und kann mit voller -Seelenruhe auf die leuchtenden Wolken hinabsehen, deren Oberfläche -mit den einzelnen Kuppen noch immer tiefer liegt, als -der Rand des Gebirges, und die tief unter seinen Füssen ihre -Blitze von Wolkenballen zu Wolkenballen aussenden, bis sich -ihre Elektricitäten entladen haben und die erschöpften Wolken -wieder zerreissen und zerflattern und das durchnässte Land im -dunklen frischen Blau durchscheinen lassen. Dieses Schauspiel -wird vielleicht nur noch von einer Naturerscheinung überboten, -die im Frühlinge, bei lang anhaltenden Märznebeln, oder auch -im Herbste stattfinden kann, und die öfter schon beobachtet -wurde. Wie bekannt, sind die Gebirge mehr oder öfter mit Nebeln -verschleiert als die Niederungen und Thäler. Es kann aber auch -geschehen, dass sich die Nebel sehr dicht über das Tiefland -lagern, und dann reicht die Nebelschichte meist nur bis an den -Rand des Gebirgskammes und oben ist heller Sonnenschein und -warmes, trockenes, schönes Wetter. Der Nebel selbst liegt weithin -über das ganze Tiefland wie eine Meeresfläche gebreitet, unter -welcher das ganze Land versunken und verschwunden scheint. -Es ist aber doch nicht ganz versunken; hier rechts ragen aus -dem glatten Meeresspiegel, über dem das helle, sonnige, blaue -Himmelsgewölbe gespannt ist, einige Kuppen des Teplergebirges -heraus wie blaue Inseln, an welchen die dunstig dünnen Wellen -des Nebels aufschäumen; dort links in der Gegend von Dux -und Teplitz tauchen wieder Inseln heraus, an welchen wir den -<b>Bořen</b> und den <b>Donnersberg</b> zu erkennen glauben. Alles andere -wogt langsam in breiten Wellen von nur geringer Höhe, ein -täuschender Meeresspiegel von 14 Meilen Länge und Breite, der -ganz an den Anblick über die Adria erinnert, von den Höhen -des Karstes aus gesehen. Und welches Spiel der Wellen nahe -zu unseren Füssen! Vom Fusse des Kupferhügels gegen Osten -breitet sich eine Platte aus, meist Blumenwiesen, die gegen -Klösterle mit einem steilen Rand abfallen. Die Nebelschichte -füllt das Tiefland genau bis zu diesem Rande. Da treibt ein -leiser Ostwind den oberen Schaum des Nebels über den Rand, -und eine duftig zarte Woge schlägt über und wälzt sich über -die grüne Platte. Sie ist aber von der strahlenden Sonne beschienen -und erwärmt, und die Schaumwelle des Nebels zerfliesst -und zerflattert. In kurzer Zeit kommt eine zweite brandende -Welle und wiederholt das anziehende Spiel. Wir erfreuen uns -längere Zeit an dem Spiele eines brandenden Nebelmeeres, da -streift unser Blick wieder das Tepler Inselland. Die blauen Inseln -sind grösser, breiter geworden, das Meer sinkt, es trocknet ein, -und das feste Land steigt aus den Fluten im Zauber einer neuen<span class="pagenum"><a id="Seite_20">[20]</a></span> -Schöpfung. Auch wurde schon wiederholt eine Art <b>Alpenglühen</b> -beobachtet: Man sah am frühen Morgen schneereicher Wintertage -die rothglühenden Gipfel des Gebirges aus der nebeligen Dämmerung -des Morgens aufleuchten. Auch hat man auf mehreren -Gipfeln unseres Gebirges das berühmte »<b>Brockengespenst</b>« gesehen. -Es wird auf dem Brocken beobachtet, wenn an einem -Sommertage rings um das Brockenhaus schwerer, feuchter Nebel -liegt, oder wenn an den Flanken des Berges sausende Wolkengeschwader -ziehen und sich zu seltsamen Gestalten ballen, worauf -sich bei besonderem Stande der Sonne der vergrösserte Schatten -des Wanderers auf einer gegenüberliegenden Wolkenwand zeigt. -Der Uebergang aus dem ungefähr 4½ Monate langen Lenz in -den Winter ist indess auch wieder viel schneller als im tiefen -Lande. Nach einigen wolken- und schneefreien und andauernd -schönen Octobertagen, deren sich die Erzgebirgsbewohner gewöhnlich -zu erfreuen haben, tritt der Winter mit allen seinen -Unannehmlichkeiten und Schrecken sofort ein.</p> - -<p>Im allgemeinen muss das Klima wegen der Leichtigkeit und -Reinheit der Luft als ein ganz gesundes bezeichnet werden. -Brustkrankheiten kommen hier trotz der oft dürftigen Verhältnisse -der Bewohner äusserst selten vor, daher werden viele Orte -als Schwindsuchtsasyle ganz besonders empfohlen, wie Eichwald, -Ossegg, Hammer, Rothenhaus, Einsiedl, Reizenhain u. s. w. Als -Merkmal der günstigen klimatischen Verhältnisse gilt der Umstand, -dass man bis zu einer Höhe von 650<sup>m</sup> Roggen und Weizen erntet; -auf dem rauhen Gebirgskamme bei Gottesgab müssen sich die -Bewohner mit Hafer und Kartoffeln zufriedenstellen, und auch -dieser Anbau sollte unterbleiben. Der Graswuchs ist hier sehr -üppig, und die Natur zeichnet den Bewohnern den Weg, den -sie gehen sollen, deutlich vor. Sie sollen sich ganz der Viehzucht -widmen, und die daraus resultirende Erwerbsthätigkeit -durch Gründung von Milch- und Käserei-Genossenschaften heben. -Erwähnenswerth ist noch, dass das prächtige Edelweis in Krima -ganz gut gedeiht, daher von den Gebirgsvereinen auf dem Sonnenwirbel, -wo sich Vorboten der subalpinen und selbst der alpinen -Flora vorfinden, in grösserem Masse angepflanzt und dann verwerthet -werden sollte.</p> - -<h5 id="Geo_Einwohner">Einwohnerzahl, Character der Bewohner.</h5> - -<p>Die Ansiedelung auf dem Erzgebirge weist die Merkwürdigkeit -auf, dass sie zu den höchst gelegenen auf der ganzen Erde und -insbesondere von Europa gehört. Es gibt wohl höher gelegene -Orte; sie sind aber nur Herbergen für die Reisenden oder Heilanstalten, -oder es sind Gasthäuser für Touristen. Nur einzelne<span class="pagenum"><a id="Seite_21">[21]</a></span> -Ansiedelungen, wie Le Locle 996<sup>m</sup> und La Chaux de Fonds 976<sup>m</sup> -hoch, jenes mit 9000, dieses mit 17.000 Einwohnern (Uhrmacherfamilien), -bilden eine Ausnahme und zeigen von einer dichten, -sesshaften Bevölkerung in ungewöhnlicher Gebirgshöhe. In den -Alpen steigen die Bewohner gegen den Winter zu in die Thäler -hinab. Im Böhmerwalde gibt es nur zwei Ortschaften: Aussengefield -und Eisenstrass mit 2000 Einwohnern, dieses 850, jenes -1077<sup>m</sup> hoch. Auf allen Gebirgen Deutschlands, wie auf dem -Harz, dem Schwarzwalde, im Thüringerwalde u. s. w. nimmt -die Dichtigkeit der Bevölkerung auf der Höhenlage rasch ab. -Allein auf dem Erzgebirge nimmt die Dichte der Bevölkerung -mit der Höhe zu, und auf der böhmischen Seite des Kammes -wohnen nach der Zählung von 1857 auf 20·7 Quadrat-Myriametern -(36 Quad.-Meilen) 111.180 Menschen. Die Dichtigkeit der Bevölkerung -übersteigt daher 5370 Seelen auf ein Quad.-Myriameter -(über 3000 auf eine Quad.-Meile). Auf der sächsischen, weniger -steil abfallenden Seite erreicht sie sogar die Zahl von 17.000 -Seelen auf ein Quadrat-Myriameter. Diese Dichtigkeit der Bevölkerung -und die Gründung der Städte in der Höhe von 440 bis -632<sup>m</sup>: Wolkenstein, Thum, Zschoppau, Geyer, Zöblitz, Marienberg, -Buchholz, Elster, Schwarzenberg, Marienkirchen, Adorf, Falkenstein, -Schneeberg, Auerbach, Oelsnitz, Zwönitz und Schellenberg; -zwischen 532–790<sup>m</sup>: Altenberg, Frauenstein, Seyda, Annaberg, -Scheibenberg, Elterlein, Grünhain, Johann-Georgenstadt, Eibenstock, -Schöneck, Heinrichsgrün, Katharinaberg, Bärringen, Hengstererben, -Hirschenstand, Frühbuss, Platten, Abertham, Sächsisch- -und Böhm.-Wiesenthal; über 948<sup>m</sup> ausser mehreren kleineren Ortschaften -das Städtchen Gottesgab 1172<sup>m</sup>, noch 72<sup>m</sup> über der höchsten -Spitze des Harzes, über dem Brocken und 224<sup>m</sup> über dem Beerberg, -der grössten Höhe im Thüringerwalde, – diese zwei Umstände -lassen sich nur unter Zuhilfenahme eines geschichtlichen Ereignisses -erklären. Es ist diess die Entdeckung der Silbergruben -bei Freiberg (1163) und bei Konradsgrün, wo jetzt Joachimsthal -steht, im J. 1471. In einem Zeitraum von ungefähr 55 Jahren -wurden 11 neue Bergstädte gegründet, nämlich: Schneeberg 1477, -Annaberg 1496, Buchholz 1504, Joachimsthal 1516, Gottesgab, -Eibenstock und Hochstadt 1517, Marienberg 1521, Scheibenberg -1522, Wiesenthal 1526 und Platten 1532. Bergbauunternehmer -und Arbeiter strömten herbei; denn sie konnten nicht nur reiche -Ausbeute und guten Lohn finden, die erlassene Bergordnung -machte auch die Leibeigenen <b>frei</b>, sobald sie als Knappen aufgenommen -wurden. Auf den Höhen des Erzgebirges wohnte die -Freiheit. Noch nicht genug daran wurden die Bürger der Bergstädte -von den Kaisern mit ausgedehnten Privilegien begnadigt. -Diese Umstände genügen wohl, die rasche Ansiedelung auf einem -rauhen Gebirge mitten im Urwalde zu erklären. Der Bergbau<span class="pagenum"><a id="Seite_22">[22]</a></span> -hat abgenommen, der Werth des Silbers ist sehr gesunken, und -die Bevölkerung blieb aber doch auf den Bergen zurück. Das -kann überraschen, denn es bildet eine Ausnahme von der Regel, -welche wir aus den Beobachtungen ähnlicher Vorgänge an anderen -Orten ableiten können. In Nordamerika verlief sich die Bevölkerung -nach Ausbeute der Naphtaquellen und liess Dörfer und -Städte leer stehen und die Häuser verfallen. In Peru und Chili -beobachtete man eine ähnliche Erscheinung. Aus noch früherer -Zeit lässt sich der ähnliche Vorgang in Spanien nachweisen. -Auf den unwirthbaren Höhen des Erzgebirges blieb aber die -dichte Ansiedelung zurück. Sie überdauerte alle Wechselfälle -und ertrug schwere Zeiten der Noth. Sie musste wiederholt von -einer Beschäftigung zur anderen übergehen. Nach Erschöpfung -der Silbergruben warfen sich die Unternehmer und Arbeiter auf -den Eisensteinbergbau und das Eisenhüttenwesen. Sie bauten -Drahtmühlen, Blechhämmer, machten verzinnte Eisenlöffel, Nägel -und Stifte. Als auch diese Gewerbe die Arbeit nicht mehr lohnten, -wurde das Spitzenklöppeln eingeführt, und als alle Gewerbe -stockten, zogen die musikkundigen Erzgebirgsbewohner aus und -stellten Musikbanden für die Badeorte zusammen. Und so hausen -sie auf den rauhen Höhen und bauen zu den alten Häusern aus -Riegelwänden noch neue, festere Häuser aus Stein und Werkstätten -und Fabriken und lassen sich von den rauhen Stürmen -nicht fortwehen und von der Noth nicht wegdrängen. Was sie -nur so festhält? <b>Der Zug der Natur</b>, welcher die Forelle in dem -kristallhellen Gebirgsbache zurückhält und nicht in das trübe -Flusswasser der Ebene herabschwimmen lässt. Das Heimweh -allein ist's nicht. Die gesammte Bevölkerung zeichnet sich durch -eine besondere Beweglichkeit des Geistes und eine vortreffliche -Flinkheit und Eilfertigkeit des Leibes aus, was sie zu allen -Künsten, zu allen Handwerken und Gewerben geschickt macht. -In Folge dessen sind auf dem Erzgebirge eine ganze Reihe von -Industrien im Schwunge: Bergbau, Eisengewerke, Gewehrfabrication, -Löffel- und Messerschmiederei, Stahlwaarenerzeugung, Nadlerei, -Porzellanfabrication, Spitzenklöppelei, Weiss- und Buntstickerei, -Posamentierarbeiten, Handschuhmacherei, Strohflechterei, -Musikinstrumentenfabrication, Spielwaarenerzeugung, Arbeiten in -Papiermaché, Cartonerie, Chamotwaarenerzeugung u. s. w. Kaum -eine zweite Gebirgsbevölkerung wechselt so leicht und anstellig -die Arbeit und eignet sich das neue so leicht an, wie auf diesen -Bergen, und dieser Anbequemung an die geänderten Verhältnisse -haben sie es zu danken, dass sie die vielen Wechselfälle ihrer -Geschichte in ungeschwächter Kraft auf den Bergen aushielten, -an denen sie festhängen als ihrer geliebten Heimat, und zu -welchen sie von ihren oft sehr weiten Flügen in die Fremde -immer wieder sehnsüchtig zurückkehren.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_23">[23]</a></span></p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">»Bi weit rim kumma schie mei Labestoch,<br /></span> -<span class="i0">Ich wor in Dorf und Stoodt, wass moncha Gegend za hassen,<br /></span> -<span class="i0">ho viel gesah, wos 's Harz erfraia moch,<br /></span> -<span class="i0">Mei Arzgebirg, mei Hamet ho ich net vergassen!«<br /></span> -</div></div> - -<p>Die Geschichte hat uns an diesen Bewohnern gezeigt, wie -die Menschen zwölfhundert Meter über dem Meeresniveau wachsen -und gedeihen. Allgemein bekannt ist es auch, dass der Erzgebirger -höflich, gefällig und sehr genügsam ist. Seine Wohnung -ist einfach und noch einfacher die Kost. Frohsinn, Verträglichkeit -und grosse Liebe zur Reinlichkeit finden wir überall, was den -Touristen ungemein anmuthet.</p> - -<h5 id="Geo_Mineral">Das Mineralreich.</h5> - -<p><i>Das Mineralreich</i> bietet auf dem Erzgebirge eine grössere -Mannigfaltigkeit von Vorkommnissen als in den meisten anderen -Gegenden Böhmens und Deutschlands. Wenn auch der Reichthum -dieser Producte gegen den, welchen sie in vergangenen Jahrhunderten -durch den Betrieb eines grossartig ausgedehnten Bergbaues -spendeten, fast unbedeutend geworden ist, gegenwärtig -grossentheils nur die historischen Erinnerungen und zahlreiche -Halden, Pingen und andere verfallene Grubengebäude übrig sind: -so ist doch das Vorhandene immer noch von hohem Interesse -für die Wissenschaft.</p> - -<p>Der ältere Bergbau war hauptsächlich auf Gewinnung von -Silber und dann zunächst auf Kupfer, Zinn, Eisen und Blei -gerichtet; erst später lernte man auch Kobalt und Wismuth -kennen und benützen; die Verwendung des Braunsteines, des -Nickels und des Urans gehört erst der neuesten Zeit an, welcher -wahrscheinlich bei dem raschen Fortschritte der Naturwissenschaft -und der Technik noch die Nutzbarmachung manches anderen -Minerals vorbehalten ist, das jetzt unbeachtet auf den -Halden liegt.</p> - -<p>Von grösserer Wichtigkeit als der Gewinn an den genannten -Metallen ist gegenwärtig der Kohlenbergbau, die Zugutemachung -der Eisenkiese auf Schwefel, Vitriol und Schwefelsäure, und von -besonderer Bedeutung auch die Benützung der Porzellanerde und -des Feldspathes, welche hier mehrere der wichtigsten Industrie-Anstalten -des Landes in's Leben gerufen haben.</p> - -<p>Silberzechen finden sich zu Joachimsthal, Abertham, Holzbach, -Arletzgrün, Breitenbach, Pechöfen, Streitseifen, Brettmühl, Zwittermühl, -Gottesgab, Seifen und Weipert, dann bei Sangerberg am -Tepler Gebirge.</p> - -<p>Kupferbau wird am Eibenberge auf der Herrschaft Graslitz -betrieben.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_24">[24]</a></span></p> - -<p>Bleierzzechen bestanden bei Brünles, Liebenau, Horn, Hartenberg, -Schlesnitz, Grün, Bleistadt, Reichenbach, Pichlberg, Silberbach, -Silbergrün und Weipert.</p> - -<p>Zinnerzzechen zu Abertham, Streitseifen, Goldenhöhe, Hirschenstand, -Schönfeld, Schlaggenwald, Silberbach und Königswarth.</p> - -<p>Eisenerzzechen zu Maria-Sorg, Pfaffengrün, Hauenstein, Schönwald, -Lessau, Irrgang, Neu-Hammer, Littmitz, Kodau (Chodau), -Unterkodau, Putschirn, Wintersgrün, Berghaus, Neusattel, Holzbach, -Ullersgrün, Granesau, Poschitzau, Grossschad, Sangerberg, -Weipert, Ziditz, Thein, Unterneugrün und Graset.</p> - -<p>Braunstein wurde am Hirschberge bei Platten und bei Frühbuss -gewonnen.</p> - -<p>Eisenkiese (Vitriol und Alaunerze) werden zum Theile noch -bei Habersbirk, Char, Sorg, Mühlbach, Münchhof, Littmitz, Theim, -Altsattel, Zwodau und Maierhöfen gegraben.</p> - -<p>Braunkohlenzechen finden sich bei Janesen, Putschirn, Münchhof, -Grünlas, Chodau, Unterkodau, Taschwitz, Neusattel, Zettlitz, -Granesau, Littmitz, Hanschgrün, Berghaus, Grün, Russ, Graset, -Wintersgrün, Motschidl, Bruckhof, Doglasgrün, Aich, Steinhof, -Habersbirk, Char, Davidsthal, Lauterbach, Robertsgrün, Boden, -Neukirchen, Falkenau, Zwodau, Unterreichenau, Bukwa, Theisau, -Maierhöfen, Kittlitz, Lang, Haselbach, dann bei Lessau, Sodau, -Premlowitz, Ottowitz, Schenkau, Rosnitz, Drahowitz, Stolzengrün, -Dalwitz.</p> - -<p>Die Gruben auf Porzellanerde, sowie die auf Feldspath bieten -treffliches Material für den Betrieb der Fabriken in Massen, -welche keine Erschöpfung besorgen lassen.</p> - -<p>An trefflichen Bausteinen und Material für Steinmetzarbeiten -hat das Gebiet einen Ueberfluss in der weitverbreiteten Granitbildung -und den Sandsteinablagerungen; bei Graslitz wird auch -etwas Dachschiefer gebrochen, ebenso fehlt es nicht an Thon für -Töpfereien und Lehm für Ziegelbrennereien. Im Egerischen Gebiete -werden nebst gewöhnlichem Töpfergeschirr auch das sogenannte -Steinzeug, hauptsächlich Mineralwasserflaschen, dann besonders -gute Ziegel erzeugt. In geringerer Menge findet sich Kalkstein. -Die grosse Mannigfaltigkeit der Mineralgattungen, welche theils -einen Gegenstand des Bergbaues ausmachen, theils bloss den -Mineralogen interessiren, zeigt folgendes Verzeichnis mit Angabe -der vorzüglichsten Fundorte; die mit »ausschliesslich« bezeichneten -Gattungen sind bisher von andern Orten noch gar nicht -bekannt; die als stetige Gemengtheile der Gebirgsgesteine vorkommenden -Gattungen sind dabei übergangen.</p> - -<p>Arseniksäure, zu Joachimsthal.</p> - -<p>Glaubersalz, im Moor bei Franzensbad und in der Soos.</p> - -<p>Melanterit, oder Eisenvitriol, im Moor bei Franzensbad.</p> - -<p>Johannit, ausschliesslich zu Joachimsthal, höchst selten.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_25">[25]</a></span></p> - -<p>Gyps, krystallisirt zu Schlaggenwald.</p> - -<p>Pharmakolith, zu Joachimsthal.</p> - -<p>Haidingerit, zu Joachimsthal, höchst selten.</p> - -<p>Erythrin oder Kobaltblüte, zu Joachimsthal, Platten.</p> - -<p>Vivianit oder blaue Eisenerde, im Moor bei Franzensbad.</p> - -<p>Skorodit, zu Schlaggenwald, sehr selten.</p> - -<p>Flussspath, zu Schlaggenwald, ausgezeichnete Krystalle dunkelviolblau, -dann zu Weipert gelb und grün.</p> - -<p>Apatit, ausgezeichnet in sehr mannigfaltigen Krystall- und -Farbenvarietäten zu Schlaggenwald, Schönfeld, ferner zu Neudeck, -jedoch sehr selten.</p> - -<p>Aragonit zu Waltsch, Nester im Basalt; die sogenannte Eisenblüte -als Seltenheit zu Bleistadt; dann die zu dieser Spezies -gehörigen mannigfaltigen Abänderungen der Producte der Karlsbader -Thermen, als Kalksinter und Erbsenstein.</p> - -<p>Kalkspath, schöne Krystallvarietäten, vorzüglich der sogenannte -Papierspath zu Joachimsthal.</p> - -<p>Braunspath, sehr ausgezeichnet zu Joachimsthal, dann zu -Schlaggenwald.</p> - -<p>Spatheisenstein, zu Schlaggenwald, als Seltenheit; thoniger -Sphärosiderit zu Konradsgrün, bei Lessau und an mehren Orten -im Braunkohlengebirge.</p> - -<p>Scheelit oder Schwerstein, zu Schlaggenwald, höchst ausgezeichnet.</p> - -<p>Cerussit oder Weissbleierz, zu Bleistadt, ebendort auch die -sogenannte Bleierde.</p> - -<p>Pyromorphit oder Braunbleierz, ausgezeichnet zu Bleistadt.</p> - -<p>Olivenit (Olivenerz), zu Schlaggenwald.</p> - -<p>Lasur (Kupferlasur), zu Schlaggenwald, Seltenheit.</p> - -<p>Uranit, oder Uranglimmer, zu Schlaggenwald, sehr ausgezeichnet; -zu Schönficht.</p> - -<p>Urangrün, ausschliesslich zu Joachimsthal.</p> - -<p>Uranblüte desgleichen.</p> - -<p>Nickelocher, zu Joachimsthal.</p> - -<p>Ganomatit oder Gänseköthigerz, zu Joachimsthal.</p> - -<p>Eisensinter, sehr ausgezeichnet zu Platten und Bleistadt.</p> - -<p>Kupfermangan, ausschliesslich zu Schlaggenwald, sehr selten.</p> - -<p>Speckstein, zu Schlaggenwald, Schönfeld.</p> - -<p>Chlorit, nierenförmig zu Schlaggenwald.</p> - -<p>Kyanyt, breitschalig, ausgezeichnet am Gangerhäusel bei -Petschau.</p> - -<p>Phillipsit, am Hauensteiner Schlossberge im Klingstein, bei -Unterlamitz im Basalt.</p> - -<p>Mesolith, Comptonit, sehr ausgezeichnet am Hauensteiner -Schlossberge.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_26">[26]</a></span></p> - -<p>Feldspath, orthotomer, Gegend von Elbogen, Karlsbad.</p> - -<p>Periklin, bei Haslau.</p> - -<p>Albit, zu Schlaggenwald, selten.</p> - -<p>Augit, kleine Krystalle im Basalt an mehren Orten; Sahlit -bei Haslau.</p> - -<p>Amphibol im Basalttuff bei Rodisfort.</p> - -<p>Tremolit, bei Haslau im Kalkstein.</p> - -<p>Epidot, am Kupferhügel bei Kupferberg.</p> - -<p>Karpholit, ausschliesslich zu Schlaggenwald.</p> - -<p>Andalusit im Glimmerschiefer bei Alt-Albenreut, ausgezeichnet.</p> - -<p>Korund, am Gängerhäusel bei Petschau, selten.</p> - -<p>Topas, nette Krystallabänderungen, zu Schlaggenwald, dann -Geschiebe von meergrüner Farbe in den Seifenhalden bei Frühbuss.</p> - -<p>Berill, zu Schlaggenwald und als Seltenheit im Granit bei -Neuhammer.</p> - -<p>Quarz, schöne krystallisirte Varietäten, durchsichtig, weiss -und braun, hauptsächlich zu Schlaggenwald, sogenannter Milchquarz -und Rosenquarz zu Schlaggenwald und Königswarth.</p> - -<p>Amethyst am Crudum bei Elbogen, bei Hartmannsgrün.</p> - -<p>Opal, zu Bleistadt im Bleiglanz, zu Heinrichsgrün, Frühbuss, -bei Haslau; der sogenannte Hyalith höchst ausgezeichnet bei -Waltsch auf Basalt.</p> - -<p>Kieselsinter oder schaliger Opal bei Grottensee.</p> - -<p>Chrysolith (Olivin), im Basalt bei Duppau und an mehren -Orten.</p> - -<p>Turmalin, schwarz bei Schlaggenwald, Karlsbad, Zettlitz und -an mehren Orten.</p> - -<p>Idokras (Egeran), bei Haslau, sehr ausgezeichnet.</p> - -<p>Granat, kleine nette Krystalle am Dillenberge, dann undurchsichtige -Körner und Krystalle bei Hartenberg; im Kalkstein und -Quarz bei Haslau, am Kupferhügel, bei Neudeck.</p> - -<p>Rutil, am Gängerhäusel.</p> - -<p>Zinnerz, höchst ausgezeichnet zu Schlaggenwald, Schönfeld; -derb und eingesprengt bei Abertham und andern Orten.</p> - -<p>Wolfram, ausgezeichnet zu Schlaggenwald.</p> - -<p>Uranerz, Eliaszeche bei Joachimsthal, dort auch der Uranocher.</p> - -<p>Magneteisenstein, bei Platten, Neudeck.</p> - -<p>Rotheisenstein, rother Glaskopf, höchst ausgezeichnet auf dem -Irrgange; Thoneisenstein bei Lessau, Fuchsloch und an mehren -Orten.</p> - -<p>Philomelan, oder dichtes Manganerz, dann</p> - -<p>Pyrolusit, sehr ausgezeichnet, und</p> - -<p>Polianit oder Hartmanganerz, bei Platten.</p> - -<p>Arsenik, zu Joachimsthal.</p> - -<p>Wismuth, zu Joachimsthal und als Seltenheit in Schlaggenwald.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_27">[27]</a></span></p> - -<p>Silber, zu Joachimsthal, Weipert.</p> - -<p>Kupfer, als Seltenheit zu Schlaggenwald.</p> - -<p>Nickelkies, Kupfernickel, zu Joachimsthal.</p> - -<p>Arsenikkies, zu Schlaggenwald.</p> - -<p>Weisser Speiskobalt, krystallisirt und gestrickt zu Joachimsthal; -grauer Speiskobalt zu Joachimsthal.</p> - -<p>Eisenkies, hexaedrischer, bei Littmitz, Joachimsthal.</p> - -<p>Eisenkies, prismatischer, sogenannter Speerkies, höchst ausgezeichnet -bei Littmitz, Altsattel, sogenannter Leberkies zu -Joachimsthal.</p> - -<p>Merkwürdig ist die Bildung von Eisenkies in den Moorlagern -bei Franzensbrunn; er entsteht aus den Vitriol haltenden -Gewässern durch einen Reductionsprocess, welcher durch die -Vegetation herbeigeführt wird, zeigt die Gestalten von verflochtenen -Wurzeln und Pflanzenstengeln, auf welchen der Kies sich -niedergeschlagen hat, während die Pflanzensubstanz zerstört wurde, -so dass an ihrer Stelle eine Höhlung zurückgeblieben ist.</p> - -<p>Millerit (Haarkies), zu Joachimsthal, ausgezeichnet.</p> - -<p>Kupferkies, ausgezeichnet zu Schlaggenwald, dann bei Graslitz.</p> - -<p>Bornit (Buntkupfererz), als Seltenheit zu Schlaggenwald.</p> - -<p>Silberglanz, oder Glaserz, Joachimsthal, Weipert.</p> - -<p>Bleiglanz, bei Bleistadt, Reichenberg, Schossenreut, Frohnau; -selten zu Joachimsthal.</p> - -<p>Molybdänglanz, ausgezeichnet zu Schlaggenwald.</p> - -<p>Sternbergit, Joachimsthal, ausschliesslich, sehr selten.</p> - -<p>Polybasit, zu Joachimsthal.</p> - -<p>Stefanit, zu Joachimsthal.</p> - -<p>Blende, ausgezeichnet in Schlaggenwald, dann in Bleistadt.</p> - -<p>Rothgiltigerz, dunkles und lichtes, höchst ausgezeichnet, vorzüglich -das letztere zu Joachimsthal.</p> - -<p>Zinnober, bei Schönbach.</p> - -<p>Realgar, zu Joachimsthal.</p> - -<p>Retinit, bei Habersbirk.</p> - -<p>Steinkohle, Braunkohle, an sehr vielen Orten.</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_28">[28]</a></span></p> - -<h2 id="Specieller_Theil">Specieller Theil.</h2> - -<h3 id="A_Besuch_Franzensbad">A. Der Besuch des Erzgebirges und der angrenzenden -Gebiete von Franzensbad aus.</h3> - -<h4 id="Franzensbad">Franzensbad.</h4> -</div> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: Post in der Kaiserstrasse; Hôtel Hübner, Kaiserstrasse; Kaiser -von Oesterreich, Ferdinandsstrasse; Britisch Hôtel, Parkstrasse; Brandenburger -Thor, Karlsstrasse; Goldenes Kreuz, Hôtel Holzer, Stadt Leipzig, -Kulmerstrasse; Müllers Hôtel, Salzquellstrasse; Gisela, Bahnhofstrasse. Preise: -1 fl. – 1 fl. 50 kr.; Licht und Service 40 kr.; Suppe 12 kr., Braten 40 bis -80 kr., Kaffee im Geschirr 24 kr., – gutes Bier und vortreffliche Weine zu -mässigen Preisen.</p> - -<p>Privatlogis sind in etwa 150 meist neu und elegant eingerichteten Wohnhäusern -jederzeit zu bekommen; nur zur Hochsaison d. i. vom 20. Juni bis -Ende Juli tritt wegen grossen Andranges Wohnungsmangel ein und empfiehlt -es sich, sich die Wohnung im voraus zu bestellen. Für Salons zahlt man -wöchentlich in der Hochsaison 20 bis 40 fl., doch kann man auch gut eingerichtete -Zimmer mit prächtigen Betten um 5 bis 8 fl. bekommen. Das -Bürgermeisteramt und die Brunnenärzte sind jederzeit zu Auskünften bereit. -Die an den Häusern angebrachten Tafeln mit dem Worte »Logis« zeigen -jedermann an, wo Wohnungen zu vermiethen sind; man kann daher -zudringliche Wohnungsanbieter jederzeit zurückweisen.</p> - -<p>Im <b>Cursaal</b>, nächst der Franzensquelle, sowie in den obgenannten Hôtels -speist man vortrefflich entweder à la carte oder Table d'hôte – das Couvert -1 fl. 30 kr. Curgästen werden auch Speisen in die Wohnhäuser verabreicht.</p> - -<p>Kaffee: Im <b>Curpark</b> (20 kr. ohne Gebäck), in allen Hôtels und Privathäusern.</p> - -<p>Mehrere ausgezeichnete Conditoreien in der Kaiserstrasse. –</p> - -<p>Kaffee in der nächsten Umgebung: <b>Ludwigshöhe</b>, <b>Antonienhöhe</b>, Miramonte, -Stöckermühle, Schlada, Bahnhofrestauration u. s. w.</p> - -<p><b>Lesecabinet</b> im Franzensbader Curhause, von 8 Uhr Morgens bis 7 Uhr -Abends geöffnet; es sind über 60 Zeitschriften in den Hauptsprachen und -Curlisten aller bedeutenden Curorte vorhanden.</p> - -<p><b>Post- und Telegrafenamt.</b> (Neugasse.)</p> - -<p><b>Gewöhnliche, Dampf-, russisch-, türkische Bäder.</b></p> - -<p><b>Photographische Ansichten in den Buchhandlungen.</b></p> - -<p><b>Musik und Theater</b>:</p> - -<p>Die rühmlichst bekannte Badecapelle unter Leitung des Capellmeisters -Tomaschek spielt an jedem Morgen:</p> - -<p>1) an der Salzquelle von 6–7 Uhr;</p> - -<p>2) in der Franzensquelle von 7–8 Uhr, und</p> - -<p>3) im Park von ½5 bis ½7 Uhr Nachmittag.</p> - -<p>Im Theater wird nur im Sommer von einer reisenden Truppe gespielt.</p></div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_29">[29]</a></span></p> - -<p><b>Franzensbad</b> ist einer der berühmtesten Badeorte in Oesterreich-Ungarn, -liegt in einem Thalkessel 493<sup>m</sup> über dem Meere und -wurde 1793 zum Badeorte erhoben und nach Kaiser Franz I., -dem in den Parkanlagen eine Erzstatue errichtet worden, benannt. -Der Ort wird im Norden vom Park, im Westen von Loimanns -Anlagen, im Süden u. Osten von den neuen Anlagen umgeben. -Touristen, welche binnen wenigen Stunden die interessantesten -Puncte des Curortes kennen lernen wollen, ist <b>ein Rundgang</b> -durch die Stadt zu empfehlen. Sie gehen vom Bahnhofe durch -die Parkstrasse und Karlsstrasse in den Park zum Franzens-Monument -und von da in die Kaiserstrasse, wo sie Dr. Loimanns -bekanntes und elegant eingerichtetes Badehaus mit der Louisenquelle, -dem kalten Sprudel, dem Moorlager und den herrlichen -Anlagen besichtigen. Zu diesem grossartigen Badeetablissement -legte im Jahre 1827 der Hausbesitzer und Burgverwalter -Loimann, der Vater des gegenwärtigen Besitzers Med. Dr. Loimann, -den Grund, indem er auf eigene Kosten ein allgemeines -Badehaus erbaute. Die Louisenquelle wurde 1807 gefasst, 1808 -zum Gebrauche eingerichtet und der damaligen dritten Gemahlin -Sr. Majestät des Kaisers Franz, Maria Ludowika, zu Ehren <b>die -Louisenquelle</b> genannt. Nur wenige Schritte davon bricht mit -Heftigkeit der sogenannte <b>kalte Sprudel</b> hervor. Von da begeben -sie sich zur Franzensquelle, sehen hier das Stadt-Egerer Badehaus, -und dann weiter in einer herrlichen Allee zur Neu-, Salz- -und Wiesenquelle und nehmen auf diesem Wege die grossartigen -Badehäuser von Hofrath Dr. Cartellieri und von Singer wahr. -Durch die Salzquelle, welche schon 1817 entdeckt war, erhielt -Franzensbad seit 1819 einen ganz neuen Aufschwung. Seit dem -J. 1837 ist die nahe liegende Wiesenquelle als heilkräftig erprobt -und 1840 mit der Salzquelle unter ein gemeinschaftliches -Dach gebracht worden.</p> - -<p>Nun wird der Rückweg durch die herrliche Morgenzeile zur -Kirche und zum Parke angetreten. Der aufmerksam beobachtende -und in seinem Urtheile unparteiische Tourist wird finden, dass -es Architect und Gärtner verstanden haben, Franzensbad und -die nächste Umgebung zu einem eleganten Curorte zu erheben. -Die 10 Mineralquellen, alkalisch-salinische Eisensäuerlinge mit -bedeutendem Gehalt an Glaubersalz und freier Kohlensäure, -denen <i>eminente</i> Heilwirkungen zugeschrieben werden, eine -Kohlensäuregasquelle (schon seit 1545 bekannt, aber erst seit -1810 als Heilmittel gebührend anerkannt) und ein reichhaltiges -Lager von Eisenmineralmoor, das auf Sand ruht, namentlich -aber die vorzüglichen Anlagen mit reizenden Promenadenwegen, -die grossstädtischen Strassen, Hôtels und Villen, die prächtigen -Kirchen und Denkmäler, vor allen Dingen aber die höchst -elegant und luxuriös ausgestatteten Wohnungs- und Vergnügungsräume,<span class="pagenum"><a id="Seite_30">[30]</a></span> -die mancherlei Einrichtungen für Unterhaltung, Genuss -und allerlei kostspielige Vergnügungen und Liebhabereien, das -Zusammenströmen der feinen Welt, die während des Aufenthaltes -in der »<i>europäischen Sommerresidenz</i>« (den nordböhmischen -Bädern) gewöhnlich die Nachcur hier geniesst, alle diese -Umstände erheben Franzensbad zu einem Bad I. Ranges.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeit</b>: Ausser den im Rundgange angeführten: -Die Rotunde bei der Franzensquelle mit der Inschrift: »1793 -unter Franz I. gegründet zum Wohle der Menschheit«; die Colonade -mit zahlreichen Kaufläden, das Monument der Sachsenstiftung -unweit der Rotunde mit der Aufschrift:</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i3">Herrlicher Quell,<br /></span> -<span class="i3">Göttliche Gabe,<br /></span> -<span class="i0">Bleibe kräftig und hell,<br /></span> -<span class="i3">Stärke, labe<br /></span> -<span class="i0">Durch verminderten Körperschmerz<br /></span> -<span class="i0">Auch das ermattete kranke Herz,<br /></span> -<span class="i0">Bis die letzten Frommen<br /></span> -<span class="i0">Zum Urquell ewiger Genesung kommen.<br /></span> -</div></div> - -<p>Die katholische Kirche mit einigen werthvollen Gemälden, -die im romanischen Styl erbaute protestantische Kirche, die Synagoge -im orientalischen Styl und vor allem der Cursaal, das -stattlichste öffentliche Gebäude, ein geschmackvoller, brillant ausgestatteter -Renaissancebau. Unter den Privathäusern erweckt die -Villa Imperial durch ihre freie herrliche Lage inmitten des herrlichsten -Parks und nahe der Salzquellpromenade, sowie durch -die Pracht der Ausschmückung von Aussen und im Innern die -Aufmerksamkeit jedes Besuchers.</p> - -<h5>Spaziergänge:</h5> - -<p>Sehr beliebter Spaziergang zur <i>Antonienhöhe</i> in nordöstlicher -Richtung (¾ St.), Weg gut, aber nicht schattig. Aufenthalt -im Wald sehr angenehm – prächtiger Rundblick über -das Egerland.</p> - -<p>Nach <i>Miramonte</i> südlich auf der Strasse nach Eger, dann -in einer viertel Stunde rechts in einen Promenadenweg abzweigend. -Beliebte Restauration, wo man in einem Spiegel die ganze umliegende -Landschaft erblickt.</p> - -<p>Von Miramonte führt der Weg in westlicher Richtung zum -<i>*Kammerbühl</i>, einem erloschenen Vulcan (¼ Stunde). Er -gehört unstreitig zu den interessantesten geologischen Erscheinungen -und ist vorzugsweise aus vulcanischen Tufen aufgebaut. -Die Lagerung dieser Eruptionsproducte lässt sich in ausgezeichneter -Weise in dem grossen Bruche hinter der Restauration zum -»Kammerbühl« beobachten. In Folge der isolirten Lage bietet der<span class="pagenum"><a id="Seite_31">[31]</a></span> -Kammerbühl eine vorzügliche Rundsicht über das Egerland mit -seinen zahlreichen Städten und Dörfern, Schlössern und Ruinen, -Kirchen und Kapellen, die von den dunkelbewaldeten Bergen des -westlichen Erzgebirges oder Kaiserwaldes und des Fichtelgebirges -umsäumt werden.</p> - -<p><i>*Siechenhaus.</i> Dieser Spaziergang kann vom Kammerbühl -fortgesetzt werden. Gut gepflegte Wege führen von demselben -ab nach dem Dorfe <i>Stein</i> und zum Egerfluss, den man an einer -romantischen Stelle des Thales mittelst eines Holzsteges überschreitet. -(Der am Flussufer hinlaufende Fusspfad führt direct -nach Eger.) Der ansteigende, schattige Weg leitet zur Chaussée -von Eger nach Wunsiedel und zum <i>Siechenhaus</i> (¾ St.), dem -beliebtesten Vergnügungsort der Franzensbader Curgäste und der -Bewohner von Eger. Es besteht aus einer Oberförsterei, einem -Armenhaus (Versorgungsanstalt) und einer guten Restauration. -Schöner Garten inmitten eines herrlichen Waldes, angenehmer -Aufenthalt, malerische Aussicht auf Eger und Umgebung.</p> - -<p>Empfehlenswerth ist auch der Besuch der eine halbe Stunde -weiter entfernten <i>St. Annakirche</i> (608<sup>m</sup>), ehemals Franziskanerkloster, -theils wegen der Kirche selbst, die colossale Schnitzwerke -eines unbekannten, altdeutschen Meisters enthält, und in -welcher Friedrich Barbarossa 1149 mit Adelhaid von Vohburg -getraut worden sein soll (nach andern in der Kapelle des Rathhauses), -theils wegen der vorzüglichen Aussicht (namentlich vom -<i>Grünberg</i> 656<sup>m</sup>) auf das Egerland, besonders auf die Gegend -von Franzensbad, Maria-Kulm und in fast entgegengesetzter Richtung -auf die wichtigsten Berggipfel des Fichtelgebirges.</p> - -<p>Auf dem Weiterwege nach <i>*Eger</i> vermeiden wir die Landstrasse -und benützen den schönen, nicht zu fehlenden <i>*Promenadenweg</i> -durch schattigen Wald und durch das herrliche -Egerthal.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Eger">Eger.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: Zwei Erzherzoge am Stadtplatz, Erzherzog Stefan mit schönem -Garten an der Eger, Kronprinz Rudolf (Göthe-Denkmal), Bahnhofstrasse. -Wetzel oder Kaiser Wilhelm, beim Bahnhofe.</p> - -<p><b>Restaurationen</b>: Karg's Bastei, Krämlings Bastei, unweit der Burg, -schönste Aussicht in's Egerthal, Adlers Restauration, Schustersprung im Egerthale, -vorzügliche Fische, namentlich Karpfen.</p> - -<p><b>Café</b>: Pistorius am Ringplatz.</p> - -<p>K. k. Post-, Telegrafen-, Hauptzollamt, Kreisgericht, Bezirkshauptmannschaft.</p> - -<p><b>Eisenbahn</b> nach Baiern, Sachsen, gegen Carlsbad und Marienbad.</p> - -<p>Fahrgelegenheiten nach allen Richtungen.</p> - -<p><b>Volksfest</b>: Vinzenzifest.</p> - -<p><b>Dienstmanninstitut.</b></p></div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_32">[32]</a></span></p> - -<p>Eger ist die Hauptstadt des »gesegneten« Egerlandes, wie -das Gebiet an der oberen Eger in Böhmen genannt wird, und -war auch der Hauptort des ehemaligen Egerer Kreises. Die Stadt -liegt 413<sup>m</sup> über der See, hat über 16.000 Einwohner und liegt -zumeist auf dem rechten, etwas ansteigenden Ufer des gleichnamigen -Flusses.</p> - -<p>Die Lage an einem uralten Strassenzug und unmittelbar vor -dem Eingange zum Norden Deutschlands erhob Eger schon in -alter Zeit zu einem wichtigen Handelsplatz, namentlich aber zu -einer militärisch wichtigen Position, zu einem Mittel- und Ausgangspunct -kriegerischer Unternehmungen, in neuester Zeit aber -zu einem Centralpunct von 5 Schienenwegen. Hauptbeschäftigung -der Bewohner: Gerberei, Schuhmacherei, Bierbrauerei.</p> - -<p>Die altehrwürdige Stadt Eger, die sich in jüngster Zeit in -der Richtung nach dem Bahnhof und auf dem sogenannten Rahmberg, -sowie durch Auflassung des Friedhofes und Verlegung desselben -ausser der Stadt sehr erweitert und verschönert hat, bietet -<b>Sehenswürdigkeiten</b> aus alter und neuerer Zeit.</p> - -<p>1. Die <i>*Burg</i> – Kaiserburg – (Eintrittsgeld nach Belieben). -Diese imposanten, am nordwestlichen Ende der Stadt emporragenden -Ruinen auf felsigem Grunde bestehen ausser den Resten -der Festungswerke aus mehreren beachtenswerthen Bauten, -welche sind:</p> - -<p><i>a</i>) Die 4 Umfassungsmauern mit zum Theil eingestürzten -Fensterwölbungen; das Gemäuer aus Thonschiefer, die Säulen -aus fränkischem Marmor.</p> - -<p><i>b</i>) Der schwarze Thurm – 23<sup>m</sup> hoch – ist aus Lavastücken -vom Kammerbühl erbaut und stammt aus dem 10. Jahrh. (nach -andern aus der Römerzeit, daher »Heidenthurm«).</p> - -<p><i>c</i>) Die Doppelkapelle steht im Burghof und ist aus dunkelgrünem -Schieferbruchstein erbaut. Sie besteht aus der unteren -oder Erhardskapelle und der oberen oder Martinskapelle. Das -Ganze stammt aus der Blüthezeit des Rundbogenstyls. Das -Innere der ersteren liegt mehrere Fuss tiefer als der Burghof -und wird von 4 Fenstern erleuchtet; das feste Gewölbe tragen -4 Granitsäulen. In der letzteren, zu der eine neue Treppe führt, -wird das Gewölbe von vielen geschmackvollen Marmorsäulen -getragen. Ein Gang verband die Kapelle mit dem Palast.</p> - -<p><i>d</i>) Der ehemalige Rittersaal ist noch an den vorhandenen -Bogenfenstern zu erkennen. Dieser war Zeuge von der Schreckensscene -am 25. Februar 1634; den Getreuen Wallensteins, Illo, -Terzky, Kinsky und Neumann, wurde hier durch Verrath ein -blutiges Ende bereitet.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_33">[33]</a></span></p> - -<p>Die Veranlassung dieses blutigen Auftrittes müssen wir als -bekannt voraussetzen. (Siehe übrigens unter Stadthaus!) Die -Vertrauten Wallensteins waren von dem durch die Kaiserlichen -gewonnenen Commandanten Gordon zum Abendessen in die -Citadelle geladen worden. Kurz nach ihrer Ankunft und nachdem -die Bedienten entfernt und eingeschlossen waren, trat der Hauptmann -Geraldin mit Dragonern in den Saal, welche auf die vier -Gäste einhieben und sie niedermetzelten.</p> - -<p>Auf dem gegenüberliegenden Egerufer stand die 1295 erbaute -<i>Wenzelsburg</i>, die mit der Kaiserburg durch eine hölzerne -Brücke verbunden war. Im Hofe der Burg befinden sich gegenwärtig -schöne Anlagen; der Staat sorgt für Erhaltung dieser -interessanten Ueberreste. Sehr schön ist der Ausblick auf das -Egerthal, namentlich auch auf Siechenhaus und St. Anna.</p> - -<p>Die ehedem sehr starken Festungswerke stammen jedenfalls -aus dem 10. Jahrhundert, als die Grafen von Vohburg zu Markgrafen -über die Umgegend bestellt wurden. Kaiser Friedrich -Barbarossa, der in Eger viele Hoflager abhielt, und 1149 Adelheid -von Vohburg heiratete (Trauung in der Kapelle des Rathhauses, -nach anderen in der Kirche auf St. Anna) legte die neue, schöne -Kaiserburg an; am 2. Dezember 1805 wurde sie von den Franzosen -bis auf die noch jetzt vorhandenen Ueberreste zerstört.</p> - -<p>2. <b>Das Stadthaus</b> (hier löst man sich eine Eintrittskarte für -20 kr.) am Ring d. i. Marktplatz. Kein Tourist verlässt Eger, -ohne dieses denkwürdige Haus besucht zu haben, in dem der mächtige -Wallenstein am 25. Februar 1634 sein blutiges Ende fand.</p> - -<p>Die vom Herzog von Friedland bewohnt gewesenen Räume -befinden sich noch in ihrem ursprünglichen Zustande und enthalten -ein Album mit interessanten Autographien, Wallensteins -Bildnis und zwei auf seine Ermordung bezügliche Gemälde, zwei -Schränke mit zahlreichen Gegenständen, die auf das blutige Ereignis -Bezug haben, so die Hellebarde, mit der Wallenstein -(hinten im Schlafzimmer) den Todesstoss empfing u. a.</p> - -<p>Mitten in den Wirren des 30jährigen Krieges findet der -mächtige und gefürchtete kaiserliche Generalissimus sein tragisches -Ende. Buttler, der Obrist eines irischen Reiterregiments, -hatte den Auftrag übernommen, den Herzog von Friedland lebendig -zu fangen oder zu ermorden. Während des Blutbades auf der -Burg hatte sich Wallenstein ermüdet zu Bette begeben. Abends -10 Uhr begaben sich die Verschworenen Leslie, Geraldin, Buttler -und Deveroux mit 30 Dragonern von der Burg in die Stadt. -Während Leslie die Hauptwache, Buttler die Hauptthür, Geraldin -die Hinterthür des von Wallenstein bewohnten Palastes besetzten, -stürmten Deveroux und mehrere Dragoner die Treppe hinauf, -metzelten 2 Kammerdiener nieder, sprengten die Thür und fanden -Wallenstein, am Fenster stehend. »Du bist der Schelm«, rief<span class="pagenum"><a id="Seite_34">[34]</a></span> -Deveroux, »der das kaiserliche Volk zum Feinde überführen und -Sr. kaiserl. Majestät die Krone vom Haupte reissen will! Du -musst sterben!« Wallenstein warf ihm einen ernsten, kalten Blick -zu und sprach kein Wort. »Du musst sterben!«, rief Deveroux -abermals, und mit diesen Worten stiess er dem Herzog die Hellebarde -mit solcher Gewalt in die Brust, dass sie durch und durch -ging. Lautlos stürzte der mächtige Friedländer zu Boden. – -Albrecht von Waldstein oder Wallenstein war 1583 zu Hermanic -in Böhmen geboren; er zählte somit kaum 52 Jahre. »Der Act -der Gerechtigkeit, welcher Wallenstein im Grund verfallen war, -bekam durch die Art der Vollziehung derselben die Form eines -feigen Justizmordes.«</p> - -<p>In den daran stossenden Räumen befindet sich das interessante -und sehenswerthe »<i>Egerländer Museum</i>.«</p> - -<p>3. <b>Die Stadtkirche St. Niclas</b>; sie zeigt romanische und gothische -Bauform und enthält sehenswerthe Malereien und Sculpturarbeiten. -(Sehenswerth ist auch die im J. 1872 im gothischen -Styl erbaute evangelische Kirche.)</p> - -<p>4. Ausserdem sind noch besuchenswerth: <i>Das Rathhaus</i> -mit schönem Treppenhaus, die Turnhalle, das »<i>Rudolphinum</i>«, -Centralschulgebäude, das »Schillerhaus« Nr. 17 am Marktplatz -mit der Gedenktafel: »In diesem Hause wohnte im J. 1791 -Friedrich von Schiller behufs seiner Studien zur Wallensteintrilogie«, -das »Göthehaus« Nr. 38, die <i>Franciskanerkirche</i>, -mit der ein Kloster verbunden ist! Die dreischiffige Kirche ist -im reinsten gothischen Styl erbaut und macht einen herrlichen -Eindruck. Am Ring fällt dem Touristen das Riedel'sche Haus, -ein ehemaliges Patricierhaus, mit seinem schön durchbrochenen -Giebel auf.</p> - -<p>Die Gründung der Stadt Eger (Cheb) wird in das 10. Jahrhundert -verlegt und den Grafen von Vohburg zugeschrieben, die -damals von den deutschen Kaisern als Markgrafen über die -Umgegend bestellt worden waren. Eger war Hauptort der Markgrafschaft -Eger und Eigenthum der Markgrafen von Vohburg. -Durch Heirath (1149) kam Eger an Friedrich Barbarossa, der -es vor nun 700 Jahren, nämlich 1149, zur deutschen Reichsstadt -erhob. Später war Eger lange Zeit der Zankapfel zwischen -Böhmen und Bayern; nachdem es aber Kaiser Ludwig der -Bayer 1315 an Böhmen verpfändet, blieb es bis heute bei -Böhmen. Grosse Drangsale im Hussiten- und 30jährigen Kriege -hatte die Stadt zu bestehen; die ganze Gegend glich zu wiederholten -Malen einem einzigen grossen Kriegslager.</p> - -<p><b>Anmerkung</b>: Wer über längere Zeit verfügt, dem ist von Eger -aus ein Ausflug (per Bahn 20 Minuten, zu Fuss 2 Stunden) nach -dem baierischen Markt <i>Waldsassen</i> anzuempfehlen. (Wohlrabs<span class="pagenum"><a id="Seite_35">[35]</a></span> -Restauration.) Dieser Ort ist bekannt und berühmt durch -seine 1133 gestiftete, 1803 säcularisirte, ehemals sehr reiche -Cistercienserabtei. In dem Conventgebäude ein Mädchenpensionat -der Cistercienserinnen. Die im 17. Jahrhundert erbaute Klosterkirche -ist ein prächtiger Bau im italienischen Prunkstyl – überladen -– und bewirkt einen grossartigen Totaleindruck.</p> - -<p id="Franzensbad-Seeberg"><b>Franzensbad-Seeberg.</b> (1 Stunde.) Spaziergang über Unterlohma, -von da westwärts nach <i>Höflas</i> und Schloss <i>Seeberg</i>, -Eigenthum der Stadt Eger. Wilde Klippen und Buschwerk bilden -die nächste Umgebung des Schlosses. Dazwischen bricht sich -der in die Eger mündende Seebach Bahn und bildet ein wildromantisches -Thal. Vom Schlosse aus lohnende Aussicht auf die -Umgegend von Franzensbad. Nach genommener Erfrischung in -der Seeberger Restauration wird der Rückweg angetreten.</p> - -<p><b>Franzensbad-*Kapellenberg</b> über Schönberg (mit der Bahn -nach Voitersreuth und von da zu Fuss noch 1 Stunde.) Ueber -dem sächsischen Dorfe Schönberg erhebt sich der waldreiche -»Kapellenberg«, der 764<sup>m</sup> hoch ist. Er besteht aus Granit, wird -zwar von zahlreichen Bergen unserer heimatlichen Landschaft an -Höhe übertroffen; aber die Lage am Südfusse des Gebirgskammes, -das unmittelbare Aufsteigen aus dem breiten Egerthal, -der Mangel an ebenbürtigen Nachbarn erheben ihn nicht nur zu -einem ansehnlichen Grenzpfeiler Sachsens und des deutschen -Reiches gegen Böhmen, sondern auch zu dem vorzüglichsten -Aussichtspunkt des Vogtlandes. – Es ist nicht nöthig, das Holzgerüste -zu besteigen; die niedrigen Holzbestände hindern die -Rundsicht keineswegs. Das malerische Landschaftsgemälde entzückt -das Auge nicht blos durch die schönen Formen und durch -die Ferne, bis wohin der Blick reicht, auch nicht blos durch -den Vorzug, dass das Hauptpanorama dem Beschauer unmittelbar -zu Füssen liegt, wodurch ein Verlieren des Blickes in verschwommene -Fernen verhütet wird, sondern vor allen Dingen -durch die zahlreichen Wasserspiegel, die als lichte Punkte oder -Silberstreifen aus dem reichgesegneten Egerland hervortreten -und das Ganze ausserordentlich beleben.</p> - -<p>Der Blick haftet zunächst an dem freundlichen, fast genau -in südlicher Richtung liegenden Dorfe Schönberg, dem südlichsten -des Sachsenlandes, und an der schnurgeraden Strasse, die die Lage -von Ober-Lohma, Franzensbad und Eger trifft. Wenig rechts -davon erhebt sich der erloschene Vulcan Kammerbühl und -in grösserer Ferne die jenseits der Stadt Eger aufsteigende Höhe -mit der St. Anna-Kapelle. Nun folgt nach rechts eine grosse -Zahl von grösseren und kleineren Ortschaften – Haslau, Liebenstein, -Selb u. a. –, hinter denen sich das Massengebirge des -Fichtelgebirges mit Kösseine, Schneeberg, Waldstein vor allem<span class="pagenum"><a id="Seite_36">[36]</a></span> -imposant darstellt; daran reihen sich der grosse Kornberg, der -Döbraberg im Frankenwald und der Hainberg bei Asch. Weniger -wechselvoll ist die Landschaft im Norden, wo ein weites Waldrevier -die Höhen des Elstergebirges bedeckt. Wenig rechts davon, -fast genau im Norden, erscheint nun das weitschauende Schöneck -am Horizont, desgleichen der unverkennbare Kirchthurm von -Landwüst, der hohe Stein mit seinen scharf-zackigen Thonschiefergebilden -und fast in derselben Richtung der finstere -Bergrücken des »Kiel.« Gegen Nordosten im Vordergrund liegen -die Orte Steingrub, Klinghard, Frauenreuth, Neukirchen, und in -den dahinter aufragenden Bergen wollen manche die Bergriesen -des Erzgebirges, den Auersberg, Fichtel- und Keilberg erkennen. -Aus der weithin vor unseren Blicken sich ausbreitenden Fruchtebene, -die von 2 sehr naheliegenden Kegelbergen, dem Hirsch- -und Scheibenberg, unterbrochen wird, treten hinter und zwischen -den glitzernden Wasserspiegeln freundliche Städtchen und Dörfer -hervor, wie Maria-Kulm mit der imposanten Wallfahrtskirche, -Königsberg, Wildstein, Altenteich und wie sie alle heissen, zu -denen die Berge des sogen. Kaiserwaldes – Steinbock, Glatze, -Bärenbrand – einen vortheilhaften Hintergrund bilden. Mit dem -nahen Voitersreuth schliesst das Rundgemälde, das jeder Besucher -mit hoher Befriedigung betrachtet.</p> - -<p>Nach genossener Aussicht ist die Rückkehr in die Voitersreuther -Bahnhofrestauration zu empfehlen.</p> - -<p id="Franzensbad-Wildstein"><b>Franzensbad-Wildstein.</b> Von Franzensbad aus in nördlicher -Richtung über Lohma (1 Stunde); diese Partie lässt sich auch -mit der vorangehenden verbinden, indem man von dem Orte -Voitersreuth links nach <i>Altentrich</i> und dann in nordöstlicher -Richtung weiter geht. Auf dem <i>*Störlberge</i> anmuthige -Waldpartien, hübsche Aussicht, Kaffeehaus.</p> - -<h5>Touren.</h5> - -<p><b>Franzensbad-*Wies</b> – über Eger auf der Strasse in südlicher -Richtung. Der Ort liegt inmitten eines prächtigen Waldes, unmittelbar -an der Grenze, hat eine freundliche Kirche, ein Nebenzollamt -und eine Restauration zum »grünen Baum«. Der Aufenthalt -in der würzigen Waldluft und den reizenden Baumgruppen -sehr angenehm.</p> - -<p><b>Franzensbad-Schloss Liebenstein.</b> Weg dahin auf der Franzensbad-Hofer -Strasse in westlicher Richtung (2½ St.) Das -Schloss ist Eigenthum des Grafen von Zedwitz. Der Ausflug ist -wegen der schönen Waldpartien sehr lohnend.</p> - -<p><b>Franzensbad-*Elster</b> (mit der sächsischen Staatsbahn über -Voitersreuth 1 St. 11 Min.) (Gasthöfe: Wettiner Hof, Hôtel de -Saxe, Hôtel Bauer, Reichsverweser, Daheim.) Besuchtester Kurort<span class="pagenum"><a id="Seite_37">[37]</a></span> -Sachsens, 496 M., hat gute Badeeinrichtungen und schöne -Anlagen. Am Brunnenplatze befindet sich das königliche Badegebäude -mit dem Maria-, Königs- und Alberts-Parke. Die -Salz- und Johannissquelle befinden sich unter einem tempelartigen -Überbau. Die Quellen gehören zu den alkalisch-salinischen -Eisenwässern und sind ihrer Wirkung nach den Franzensbadern -ähnlich.</p> - -<p><b>Franzensbad-*Maria-Kulm</b> (mit der Bahn-Station: Königsberg-Maria-Kulm -der Buschtiehrader Eisenbahn).</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Maria-Kulm">Maria-Kulm.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: Goldener Engel, schwarzer Adler, goldener Stern, goldener -Adler, deutsche Eiche, rother Ochs.</p> - -<p><b>Restaurationen.</b></p> - -<p><b>K. k. Postamt.</b></p></div> - -<p><b>Maria-Kulm</b> liegt am linken Ufer der Eger, auf einem der -südlichsten Ausläufer des Erzgebirges. Nur 3 Weges-Stunden -von Eger entfernt, erhebt sich der Berg wie zu einer natürlichen -Veste, welche schirmend über den grössten Theil des lieblichen -Egerlandes hinwegschaut. Maria Kulm ist ein Marktflecken mit -über hundert Häusern, welcher als Wallfahrtsort mit seiner imposanten, -weithin sichtbaren Kirche alljährlich zur Sommerszeit -von Tausenden von Andächtigen besucht wird. Aus allen Gegenden, -aus Böhmen und aus Baiern, strömen Processionen herbei, -und die weiten Räume der Kirche und der für das Gnadenbild -Mariens eigens erbauten, an die Kirche anstossenden Kapelle -vermögen oft, namentlich zur Pfingstzeit, die ungeheuren -Massen kaum zu fassen. Die Kirche, von einem grossen Kreuzgange -umgeben, ist ein Meisterwerk bizantinischer Baukunst. -Zahlreiche Thürme, welche gigantisch zum Himmel streben, -zieren den colossalen Bau und das harmonische Geläute<a id="FNAnker_1_1"></a><a href="#Fussnote_1_1" class="fnanchor">[1]</a> ihrer -Glocken dringt volltönend, wehmüthig und selig erhebend zugleich -fernhin und hinab in's herrliche Thal, das im reichen -Segensgewande an den Fuss des Berges sich anschmiegt.</p> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_1_1"></a><a href="#FNAnker_1_1"><span class="label">[1]</span></a> Als Ferdinand II. am Fusse des Kulmer Berges sein Heer ordnete und -von der Höhe herab den Klang der Glocken vernahm, soll er ausgerufen -haben: »Jede freie deutsche Reichsstadt könnte stolz sein, -ein solches Geläute zu besitzen.« – In die Glocken sind zahlreiche -Namen von Wallfahrern und Reisenden eingegraben.</p></div> - -<p>Mehrere Sagen gehen über den Ort. Abgesehen von der -Sage (zu haben bei dem dortigen Messner Ferd. Ehmer) über -das wunderthätige Gnadenbild Mariens erzählt man sich auch<span class="pagenum"><a id="Seite_38">[38]</a></span> -noch von Räubern, die in grauen Zeiten in der Umgebung gehaust. -(Gleichfalls bei Ferd. Ehmer zu haben.) Die Sage von -den »Räubern auf Maria Kulm« ist ja übrigens auch dramatisirt -worden als »vaterländisches Ritterschauspiel«. Dasselbe, ehedem -auch auf grösseren Bühnen aufgeführt, wird gegenwärtig nur -noch von herumziehenden Schauspieltruppen in jener Gegend -zur Belustigung der »Räuber-Epigonen« aufgeführt. Eine Scene -aus diesem vaterländischen Ritterschauspiel ist auch aufgenommen -in das Decorationsspiel »Tausend und eine Nacht«! Der -»Kulmer Berg« war der Zufluchtsort dieser höllischen Brüder. -Von der »grossen Glocke« mit den reinen Tönen erzählt man, -dass sie, so wie sie ist, auf einer nahen Hutweide von – -Schweinen ausgewühlt worden sei.</p> - -<p>Herrlich ist die Aussicht, welche man vom Kulmer Berge -und namentlich vom Thurme aus geniesst, der nach allen vier -Weltgegenden den Ausblick ermöglicht. Auf der einen Seite -erscheint dem nach Westen gewandten Blicke, über das schöne -Egerthal hinweg, mit dem schwarzen Fichtelgebirge im Hintergrunde -(von den Egerländern kurzweg »d'Stod« d. i. die Stadt -genannt), die Stadt Eger, welche mit ihren finsteren, altersgrauen -Thürmen den Mittelpunkt des Egerlandes bildet, während zur -Rechten der schwarze Wall des Erzgebirges als Grenzdamm -Böhmens gegen Sachsen hin nebelfarbig sich hinzieht, und zur -Linken das reich bewaldete Tepler Gebirge und die hohen -Rücken des Kaiser-Waldes romantisch sich abheben. Auf der -anderen Seite reicht des Beschauers nach Osten gewandter Blick -weithin durch das gleichfalls von Bergen umschlossene, sogenannte -»Unterland«, das Falkenau zum Mittelpunkte hat. Und -in dunkler Ferne erscheinen im Hintergrunde, den Abschluss -des Gesichtskreises bildend, die hohen Kämme, aus deren Schoosse -die weltberühmten Thermen Karls IV. hervorquellen. (An klaren -Tagen kann man auch von dem als Ausflugsort Karlsbads -bekannten »Aberge« die Thürme der Maria Kulmer Kirche -noch genau unterscheiden.)</p> - -<p>Am Südfusse des Berges führt zum grossen Theile dem linken -Egerufer entlang die Buštěhrader Eisenbahn aus der Richtung -von Karlsbad nach Eger. Von zwei Stationen aus kann man Maria -Kulm erreichen, beide Stationen sind ungefähr ½ Stunde von -der Höhe entfernt. Der für Fussgänger bequemere Weg führt -von der Station Dassnitz aus den Berg hinauf, beschwerlicher -hingegen ist der Aufstieg von der Station Königsberg-Maria -Kulm. (Name der am rechten Egerufer, Maria Kulm gegenüberliegenden -Stadt. Diese Station enthält auch eine grössere Restauration, -die wir auf der ersteren Station ganz vermissen). Will man -von letzterer Station mittelst Fahrgelegenheit den Berg erreichen, -muss man einen kleinen Umweg auf der längs des Westfusses<span class="pagenum"><a id="Seite_39">[39]</a></span> -des Berges nach Katzengrün (Dorf mit einem prächtigen Schlosse, -das in der Sage von den »Kulmer Räubern« vielfach genannt -wird; auch befindet sich hier ein zum Schlosse gehöriges grösseres -Bräuhaus) hinführenden Chaussee machen, von welchem -Orte aus eine breit angelegte, überdiess von einer für Fussgänger -bestimmten Allee begleitete Strasse nach Maria Kulm hinauf -führt. Ausserdem führen noch auf der dem Erzgebirge zugewendeten -Seite mehrere Strassen den Berg hinauf, unter welchen -diejenige die bedeutendste ist, welche Maria Kulm mit Falkenau -verbindet. Hier vereint sich alles, um dem Besucher des Ortes -den Aufenthalt so angenehm als nur möglich zu machen. Und -wer immer, auch nur einmal, selbst wenige Stunden auf des -Kulmer Berges luftiger Höhe verlebt, der wird die verbrachten -Stunden sicherlich nicht zu den verlorenen seines Lebens zählen, -er wird immer wieder sich zurücksehnen oder wenigstens in -froher Erinnerung und voll innerer Befriedigung denken der -segensvollen, von alten Sagen geheimnisvoll umrauschten Stätte. -(Entweder retour mit der Bahn nach Franzensbad oder Fortsetzung -der Tour mit der Bahn oder zu Fuss (herrliche Wanderung -auf der durch Waldungen führenden Kaiserstrasse) nach Falkenau -– siehe dieses).</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Franzensbad-Schoenbach">Franzensbad-Schönbach.</h4> - -<p class="center"><b>Schönbach</b> nord-nordöstlich von Franzensbad gelegen.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthof</b>: Meyer's, Sander's Gasthof, Herrenhaus.</p> - -<p><b>Postverbindung</b> über Gossengrün mit Bahnstation Hartenberg und über -Wildstein mit Bahnhof Voitersreuth.</p> - -<p><b>Musikschule</b>, die Vorzügliches leistet und auf die Hebung der Musikinstrumentenfabrikation -von grösstem Einflusse ist.</p></div> - -<p><b>Schönbach</b> verdankt seine Entstehung dem Bergbau und wurde -die erste Besiedelung des Sconenbaches, eines klaren Trinkwassers, -mit Erbauung eines Wartthurmes ausgeführt. Dieser -Wartthurm, gebaut (ein Lug in's Land) an der Grenze Böhmens, -welcher durch Anbau der Kirche im J. 1188 zum Kirchthurm -umgeschaffen wurde, zeigt noch heute im Innern den Charakter -deutscher Wartburgen. Beachtenswerth ist das gute Altarblatt, -den gekreuzigten Erlöser darstellend.</p> - -<p>Die Stadt ist heute einer der gewerbthätigsten Orte des böhmischen -Nordwestens, Haupterzeugungsplatz für Saitenmusikinstrumente, -besonders Violinen. Dieser Industriezweig, welcher -heute mehr als dreiviertel der Bevölkerung beschäftigt, gelangte -die letzten 25 Jahre hier zu früher nie geahnter Entwicklung, -und es dürfte diese Hausindustrie jeden Fremden lebhaft interessiren.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_40">[40]</a></span></p> - -<p>Schönbach ist im streng geografischen Sinne der Scheidepunkt -zwischen dem Erz- und Fichtelgebirge; denn westlich sehen wir -die als Elstergebirge benannten letzten Ausläufer des Fichtelgebirges, -während im Osten das Erzgebirge aufzusteigen beginnt; -es ist auch zugleich die Scheidegrenze des egerländer und des -sächsischen Dialekts. Die Stadt zeigt noch vielfach ihren alterthümlichen -Charakter und hatte früher Mauern, von denen heute -jedoch wenige Spuren mehr aufzudecken sind. Als Merkwürdigkeit -aus alter Zeit gelten die Mauerreste der gräflich Schlick'schen -Schlossgebäude, heute nur noch im Hause NC. 140 vorhanden, -während dieselben den Raum umfassten, wo jetzt die Häuser -NC. 139, 140, 141 stehen; Nr. 139 soll die Münzstätte gewesen -sein. Bei der Pfarrkirche ist ein in Stein gehauenes Schlick'sches -Wappen eingemauert.</p> - -<p><b>Ausflüge</b>: Zum »<i>*hohen Stein</i>«. Derselbe hat eine Höhe -von 767<sup>m</sup> über der See, liegt noch auf böhmischer Seite und -gehört zu den wunderlichsten Felsbildungen nicht bloss des -Vogtlandes, sondern des gesammten Erzgebirges. Während diese -Thonschiefergebilde auf dem bewaldeten Höhenrücken von der -Ferne den Ruinen einer mächtigen Burg oder Bergfeste gleichen, -nehmen die einzelnen Theile in der Nähe bestimmte Gestalten -an, und die Phantasie hat leichtes Spiel, diesen passende Namen -zu geben: das Schiff, das Gesicht (eine höchst charakteristische -Figur), der Schnabel, das Thor (zwei sehr nahe stehende Felsen, -die das Ansehen zweier Thorpfeiler haben). Der höchste Punkt -des Felsens ist durch eine Stange bezeichnet; nach dem alten -Markstein zu urtheilen, der auf der einen Seite die Inschrift -trägt: »Regn. Imp. Franc. Pr.«, auf der anderen: »Oper. Astr. -Trigo. 1808« muss der hohe Stein Vermessungsstation gewesen sein.</p> - -<p>Die Aussicht ist eine vortreffliche, nur wird sie durch den -Umstand beeinträchtigt, dass der hohe Stein nicht unmittelbar -zum Egerthale abfällt, wie diess beispielsweise bei dem Kapellenberg -der Fall ist. Hinter den nahen böhmischen Dörfern <i>Ursprung</i>, -<i>Stein</i> und <i>Kirchberg</i> erheben sich die steilen Höhen -der böhmischen Terrasse und weiter nach Süden zu öffnet sich -das gesegnete Egerland mit seinen zahlreichen Ortschaften, Kirchen -und Kapellen. Gegen Südwesten und Westen schliessen die Berge -des Fichtelgebirges den Horizont ab; vorzüglich präsentirt sich -der Kapellenberg. Nach Nordwesten zu sehen wir einen grossen -Theil des Vogtlandes, in geringer Entfernung <i>Landwüst</i> und -<i>Wernitzgrün</i>, in nächster Nähe aber <i>Cubabrunn</i> mit Rittergut, -tief unten <i>Markneukirchen</i>, <i>Siebenbrunn</i> und <i>Adorf</i> -und zu unseren Füssen <i>Erlbach</i>.</p> - -<p>An der Ostseite des Felsens, wo Steine gebrochen werden, -ist eine »fliegende Restauration.«</p> - -<p>Werfen wir vor unserem Abstieg nach Erlbach nochmals einen<span class="pagenum"><a id="Seite_41">[41]</a></span> -Blick auf die interessante Landschaft, die lebhaft an das Hochgebirge -erinnert, namentlich auf die interessanten Felszacken -und auf die in einsam stiller Höhe errichtete Gebetsstätte (Kapelle), -so kann sich das empfängliche Gemüth eines tiefen Eindruckes -nicht erwehren, und wir finden es begreiflich, dass die Phantasie -des Volkes mächtig angeregt wurde und verschiedene Sagen -der wunderlichsten Art bildete. Neben den Sagen von einer verwünschten -und versunkenen Ritterburg, von Gespenster- und -Spukgestalten sind es namentlich solche von unterirdischen -Schätzen, mit denen das arme Volk sich über die Mühsale des -Lebens hinwegträumt. Von Erlbach gehen wir nach <i>Markneukirchen</i> -(1 St. siehe Besuch des Erzgebirges von Falkenau -aus), fahren dann mit der Bahn nach Adorf und zurück über -Elster, Voitersreuth nach Franzensbad.</p> - -<p>Nennenswerth ist eine zweite Tour in das <i>romantische</i> -Leibitschthal, von Schönbach nach Leibitschgrund (1 St.), wo -sich eine aufstrebende Spinnfabrik in schöner Waldgegend befindet. -Weiter im Leibitschthale kommt <i>Glashütte</i> mit Hohlglaserzeugung -und Leopoldshammer. Von dort rechts ab, die -Strasse meidend, gelangen wir längs des Leibitschbaches in -ein schönes Waldthal, dessen südlicher Punkt Nonnengrün ist. -Die Waldthalschänken bieten frisches Bier. (Retour-Weg nach -Schönbach.)</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Franzensbad-Asch">Franzensbad-Asch</h4> - -<p class="center">(mit der Bahn).</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Asch</b>: <b>Gasthöfe</b>: zur Post, zum goldenen Adler; als Belustigungsort -gilt das <b>Schiesshaus</b>.</p> - -<p><b>Post-Telegrafenamt</b>; <b>k. k. Bezirkshauptmannschaft</b>; <b>Eisenbahnverbindung</b> nach -Franzensbad und über Oberkotzau: 1. nach Hof, Plauen; 2. nach Neuenmarkt, -Bamberg; 3. Neuenmarkt, Baireuth.</p></div> - -<p>Die Stadt liegt 637<sup>m</sup> über dem Meeresspiegel und hat über -10.000 Einwohner. Asch ist zu beiden Seiten des Aschbaches gebaut -und Hauptort des 2·5 Quad.-Meil. oder 3·16 Quad.-Myriameter -grossen Bezirkes mit 27.911 (1870 Volkszählung) meist protestantischen -Einwohnern. Hauptbeschäftigung ist die Weberei. Im -ganzen Bezirke mit dem Mittelpunkte Asch herrscht ein reges, -industrielles Leben. Die protestantische und katholische Kirche -sehenswerth.</p> - -<p>»Alle urkundlichen Nachweise über Geschichte und frühere -Zustände des Ortes Asch und Umgebung sind zufolge der Brände -1683 und 1814 verloren gegangen.«</p> - -<p>Die bis in die neueste Zeit erhalten gewesene Sonderstellung<span class="pagenum"><a id="Seite_42">[42]</a></span> -des Bezirkes, der übrigens zu wiederholten Malen Bestandtheil -des Vogtlandes war, datirt vom J. 1331, als nämlich der damalige -Besitzer Albert von Neydberg sein Besitzthum dem Könige Johann -von Böhmen zu Lehen antrug; der Lehensherr bestimmte, dass -Asch für immer der Entrichtung von Steuern entbunden sein -solle und somit auch durch kein Majestätsgebot zur Steuerzahlung -verhalten werden könne.</p> - -<p>Auffallend ist es jedenfalls, dass die Bewohner dieses nordwestlichen -Theiles von Böhmen bei dem protestantischen Glauben -belassen wurden. Mit der Einführung der Reformation in Sachsen -fand nämlich diese auch im Gebiete von Asch Eingang. Wohl -wurden die Bewohner bei Durchführung der Gegenreformation -in Böhmen durch Ferdinand den II. bedrängt, aber zufolge des -kräftigen Schutzes, den der Markgraf Albrecht von Brandenburg-Bayreuth, -sowie auch der Kurfürst Johann Georg von Sachsen, -der damals noch das jus circa sacra des Gebietes ausübte, weil -die sächsischen Kurfürsten das Vogtland und die Rechte der -Vögte desselben erworben hatten, dem Gebiete angedeihen liessen, -wie auch ferner zufolge des zähen Widerstandes der Bevölkerung -gegen das Aufdringen des Katholicismus wurde eine Gegenreformation -des Gebietes unmöglich. Im J. 1771 wurden durch -Cabinetsordre von der Kaiserin Maria Theresia die Rechte und -Freiheiten des Gebietes bestätigt.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Franzensbad-Koenigswart-Sangerberg-Marienbad">Franzensbad-*Königswart-Sangerberg-*Marienbad.</h4> - -<p class="center">(Von Franzensbad mit der Bahn über Eger nach Königswart -Stationen: Sandau-Königswart.)</p> - -<p>Vom Bahnhofe aus statten wir dem in der Nähe gelegenen -<i>*Schlosse</i> und <i>Parke</i> des Fürsten Metternich einen Besuch -ab. Die Parkanlagen sind schön, die Museen des Schlosses reichhaltig. -Im Parke erblicken wir auf der Strasse gegen Sandau -einen schönen Obelisk mit einem ruhenden Löwen. Etwa 20 Minuten -vom Schlosse befindet sich auf dem Mailberge gegen Altwasser -zu die Wallfahrtskirche zum hl. Kreuz. Wir verweilen -mit Vergnügen bei der interessanten <i>Münz-</i>, <i>Waffen-</i>, <i>Gemälde-</i>, -<i>Mineralien-</i> und <i>Geweih-Sammlung</i>, <i>Bibliothek</i>. -Wir finden hier historische Raritäten, wie einen <i>Degen</i> -Ludwig's XVI., ein <i>Waschbecken</i> Napoleons I., einen -<i>Schreibtisch</i> des berühmten österreichischen Staatskanzlers -Metternich, einen Ring der Agnes Sorel, das Portrait des Herzogs -von Reichsstadt, Locken Lamartine's und Duma's, ein Autograf -des dritten Napoleon, eine von diesem selbst verfasste<span class="pagenum"><a id="Seite_43">[43]</a></span> -Uebersetzung der Verse Göthe's: »Meine Ruh' ist hin, mein Herz -ist schwer, ich finde sie nimmer, ach nimmermehr«, u. s. w. Es -ist ein Genuss, die Sammlungen zu besichtigen. Die Fauna und -Flora der nächsten Umgebung sind da ebenso vollzählig vertreten, -wie die Münzen und Banknoten aus aller Herren Ländern. Das -Prachtstück der Bibliothek ist ein in rothen Sammt gebundener, -1542 in Venedig auf Pergament gedruckter, reich mit Prachtfarbenbildern -ausgestatteter, auf 16.000 Francs geschätzter »<i>Rasender -Roland</i>.« Ein Curiosum von noch grösserem Werthe -ist der erste Chronometer, für welchen Ludwig XVI. 24.000 Francs -bezahlt hat.</p> - -<p>Als Custos fungirte hier zuerst ein gewisser Huss. Diesen -Namen führte eine weitverzweigte Scharfrichter-Familie in -Eger und Brüx. Der Brüxer Huss liess seinen Sohn Carl -studiren; doch die Söhne der Brüxer Bürger wollten nicht mit -ihm auf einer Bank sitzen und wurden sogar von ihrem Lehrer -unterstützt. Carl Huss konnte die ihm angethanen Unbilden nicht -länger ertragen und sah sich genöthigt, in die Fussstapfen seines -Vaters zu treten. Er assistirte im J. 1776 zum ersten Male bei -einer Hinrichtung und fungirte bei einer solchen zwei Jahre -später in Teplitz, worauf er behufs weiterer Vervollkommnung -nach Dresden ging und nach seiner Rückkehr sein Meisterstück -in Eger ablegte. Er übernahm daselbst den Posten nach seinem -Oheim, betrieb daneben die Quacksalberei und erwarb sich so -viel Vertrauen, dass er oft nach Sachsen und Bayern gerufen -wurde. Bis zum J. 1788, wo Kaiser Josef II. die Todesstrafe -aufhob, und worauf Huss als Scharfrichter entbehrlich wurde, -fing man an, ihn zu verfolgen. Man confiscirte einmal alles, -was man bei ihm an Utensilien für die Quacksalberei vorfand, -und verbot ihm die Praxis. Er half sich aus der Klemme, indem -er die Kranken scheinbar unentgeltlich zu behandeln begann. -Huss liess sich als Honorar alte Münzen verabreichen und brachte -in einigen Jahren eine Sammlung zusammen, die einen Werth -von mehr als zwölftausend Gulden hatte. Dann sammelte er -alles, was ihm unter die Hände kam, stopfte Vögel aus und -brandmarkte verurtheilte Uebelthäter auf der sogenannten Schandbühne, -da er indessen vom Magistrat mit diesem Geschäfte betraut -wurde. Jetzt kam er in den Ruf eines wohlhabenden -Mannes und practicirte fort. Fremde traten bei ihm zur Besichtigung -seiner reichhaltigen Sammlung ein, Gelehrte correspondirten -mit ihm und besuchten ihn. Als sogar Göthe einst -zu ihm gekommen, stieg sein Ansehen und verbreitete sich dessen -Ruf immer mehr. Fürst Metternich leitete eine Unterhandlung -durch den Egerer Magistratsrath Grüner wegen Verkaufes der -Sammlung mit ihm ein, erwarb sie auch und liess sie im Schlosse -Königswart aufstellen. Huss erhielt eine Leibrente von 300 fl.<span class="pagenum"><a id="Seite_44">[44]</a></span> -und wurde Custos derselben. Auf diese Weise wurde der Grund -zu der reichhaltigen und werthvollen Sammlung im Königswarter -Schlosse gelegt. Erwähnung verdient auch die *Schlosskapelle -mit ihrem schönen Marmoraltar. Der hiezu verwendete Marmor -entstammt der durch den Brand vernichteten Pauluskirche zu -Rom und wurde vom Papste Gregor XVI. dem Fürsten Metternich -geschenkt. Von da begeben wir uns zu dem etwa 20 Minuten -nordöstlich gelegenen Städtchen <i>Königswart</i> am Fusse des -Glatzberges.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: »Kaiser von Oesterreich«, »schwarzer Bär«. <i>Casino</i> Fremden -zugänglich.</p></div> - -<p>Der junge, aufstrebende Curort</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Koenigswart">*Königswart</h4> - -<p>liegt auf der Südwestseite eines weitgestreckten, über 948<sup>m</sup> hohen, -mit Nadel- und Laubholz leicht bewaldeten Gebirgszuges, des -sogenannten Königswarter Gebirges, das sich halbmondförmig fünf -Stunden lang von Südost gegen Norden und Nordwest ausdehnt.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: »Hôtel Buberl«, »Hôtel Ott«. Während der Saison: Brunnen-Musik.</p> - -<p><b>Post- und Telegrafen-Amt.</b></p> - -<p><b>Eisenbahn.</b></p></div> - -<p>Um den Curort ziehen sich, zum grossen Theile in schattige -Waldpromenaden auslaufende Anlagen; sie sind durchaus mit -Geschmack und Geschick arrangirt. Der Ort liegt in einer Höhe, -in der Lungenschwindsucht zu den Seltenheiten gehört, ist also -auch als klimatischer Curort zu empfehlen. Die 6 Quellen gehören -mit Ausnahme der metallfreien <i>Richards-Quelle</i> zur -Gruppe der eisenhaltigen Natronsäuerlinge, beziehungsweise zur -Unterabtheilung der sog. Stahlquellen, unter welchen sie unmittelbar -neben Schwalbach und Pyrmont zu setzen sind. Die -Königswarter Quellen liegen 680<sup>m</sup> über dem Meeresspiegel der -Nordsee, sie sind demnach die höchst gelegenen Stahlquellen -nicht bloss in Böhmen, sondern auch in Deutschland, indem sie -die von Steben in Oberfranken, welche bisher bei ihrer Höhe -von 633<sup>m</sup> als die höchsten daselbst angesehen wurden, noch um -ein Bedeutendes überragen.</p> - -<p>Das Firmament ist in den Sommer- und Herbstmonaten gewöhnlich -heiter, Gewitter kommen verhältnissmässig selten und -Nebel nur im Spätherbste vor.</p> - -<p><i>Stahl-</i>, <i>Moor-</i>, <i>Fichtennadel-</i>, <i>Douche-</i> und <i>Dampfbäder</i>, -Eigenthum des Fürsten Metternich. <i>Curhaus</i>, von -dem aus man die herrlichste Fernsicht geniesst. Man sieht links -den Arber und den Osser, rechts bis Eger. Der etwa 3 Stunden -entfernte Dillenberg, äusserster Ausläufer des Böhmerwaldes, sei -hier wegen seiner Granaten und Egerane erwähnt. Das Curhaus<span class="pagenum"><a id="Seite_45">[45]</a></span> -bildet den Ausgangspunct mehrerer, sehr schöner und gut erhaltener, -mit Ruhebänken und Wegweisern versehener Spaziergänge, -die nach den verschiedensten Richtungen hinführen und allenthalben -die schönste Aussicht gewähren. Etwa eine viertel Stunde -davon liegt die Ruine <i>Würschengrün</i>.</p> - -<p><b>Königswart-*Sangerberg</b> (1½ Stunde). In nordöstlicher Richtung -von Königswart gelangen wir auf einer guten Strasse nach -Bad Sangerberg, das, nur einige hundert Schritte von dem -gleichnamigen, durch seinen Hopfenhandel bekannten Städtchen -gelegen, sich als das jüngste aller nordwestböhmischen Bäder zu -entwickeln beginnt. Dasselbe liegt auf dem Plateau des »<i>Kaiserwaldes</i>«, -eines von Marienbad bis Schlaggenwald sich erstreckenden, -reich bewaldeten Höhenzuges. Ausgiebige Eisensäuerlinge -– salinische Moorlager. – Elegantes Curhaus mit -hübschen Veranden. – Das Klima des Kurortes ist besonders -in den Sommermonaten ein verwaltend mildes und angenehmes, -da der Curort in einem von Nord und Ost durch sanft aufsteigende -Berge vollkommen gegen rauhere Luftströmungen geschützten -Thalkessel liegt. Wegen seiner Gebirgslage, seiner -gesunden, reinen, von harziger Waldluft gewürzten Atmosphäre -hat Sangerberg auch den Charakter eines klimatischen Gebirgscurortes.</p> - -<p>Sangerberg liegt im Gerichtsbezirke Petschau, in der Bezirkshauptmannschaft -Karlsbad, und ist Sitz eines Telegrafen- und -Postamtes, welch letzteres täglich eine zweimalige Verbindung -mit der zwei Stunden entfernten Eisenbahnstation Königswart -unterhält.</p> - -<p><b>Königswart-*Marienbad.</b> Von Königswart gehen wir dem -Thiergarten zu und erreichen vom Parkgitter an nach einem -einstündigen Spaziergange auf der sich durch den Thiergarten -hinziehenden Hauptstrasse den Curort Marienbad, »das Schmuckkästchen -unter den böhmischen Badeorten.«</p> - -<p>Marienbad liegt 605<sup>m</sup> über der Nordsee in einer von herrlichen -Wäldern eingeschlossenen Thalmulde. Die Luft ist hier -immer frisch, sauerstoffreich, würzig, daher der Gesundheitszustand -im ganzen Orte immer ungemein günstig.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: Hôtel Klinger. – Englischer Hof. – Neptun. – Stadt Hamburg. -– Stadt Weimar. – Stadt Leipzig. – Stadt Warschau. – Hôtel Stern.</p> - -<p>Ausser der Stadt: Pensionat »Casino«, herrliche Lage. Für israelitische -Badegäste sind die Koscher-Restaurationen: Hôtel Newyork, Delphin, -Erhart's Restauration, Blauer Schlüssel.</p> - -<p><b>Restaurationen und Café's</b> in der Stadt: Kursaal, Schloss Windsor, Tepler -Haus, Stadt München, Café zur Waldschlucht.</p> - -<p><b>Post- und Telegrafenamt</b> – Eisenbahnstation 20 Minuten entfernt. –</p> - -<p><b>Theater.</b> Brunnenmusik (Morgens 6 Uhr und Abends 6 Uhr beim Kreuzbrunnen, -Mittags 11½ Uhr bei der Waldquelle, Concerte und Tanzreunionen -im Cursaal; Zeitungslesecabinet, offener Eintritt gegen Erlag von fl. 2.80 kr. -für die Saison. – 2 Buchhandlungen mit Leihbibliotheken. – 2 Wochenblätter.</p></div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_46">[46]</a></span></p> - -<p><b>Quellen</b>: Kreuzbrunnen und noch intensiver wirkend Ferdinandsbrunnen -– beide sind reich an Natronsalzen (an schwefelsaurem -Natron, Chlornatrium und doppelkohlensaurem Natron), -dazu Eisengehalt als blutbildender Faktor. Ihnen zunächst steht -die Waldquelle. Bei der Rudolphs- und der Wiesenquelle treten -kohlensaurer Kalk und kohlensaure Magnesia in den Vordergrund; -der Ambrosius- und Carolinenbrunnen zeichnen sich dagegen -durch ihren Gehalt an kohlensaurem Eisenoxydul aus. Die -<i>Marienquelle</i> ist ein Säuerling. Ausser diesen Quellen gibt -es noch mehr als hundert in der Umgegend Marienbads.</p> - -<p><i>Bäder</i>, <i>Gasbäder</i>, <i>Moorbäder</i>. Die bedeutungsvollste -Quelle ist der Kreuzbrunnen mit einer Kuppelrotunde und daran -sich schliessenden Säulenhallen und mit dem Denkmal Dr. Nehr's, -durch dessen eifrige und unablässige Bemühungen Anstalten zur -Austrocknung der sumpfigen Gegend um diesen Brunnen und -zum Schutze dieser Quelle vor wilden Wässern getroffen, 1807 -ein zur Aufnahme von Curgästen eingerichtetes Haus und das -Jahr darauf ein Badehaus gebaut und das ärztliche Publikum -auf Marienbad aufmerksam gemacht wurde. Seitdem ist der Ort -in Folge der starken Frequenz und durch die liberale Unterstützung, -mit welcher das Stift Tepl für denselben eintrat, von -Jahr zu Jahr vergrössert und verschönert worden. Vom Kreuzbrunnen -gehen wir an reichhaltigen Läden vorüber und gelangen -durch die Allee nach rechts zur Colonade des Karolinenbrunnens, -wo auch die Röhrenleitung einmündet, welche das Mineralwasser -des eine viertel Stunde weiter südlich am Abhange des Hamelikaberges -gelegenen Ferdinandsbrunnens zur Stadt leitet. Der -Weg zu dem bereits am Ausgange der Marienbader Thalmulde -mit schönen Pavillons und Säulengängen sich erhebenden Ferdinandsbrunnens -selbst zählt zu den anmuthigsten Partien. Wir -können dahin entweder auf dem Pfade über die Höhen des -Kreuzberges und des Hamelika am <i>Göthesitze</i>, an dem durch -seine herrliche Aussicht bemerkenswerthen Kaffee-Panorama und -am <i>Schweizerhofe</i> (Restauration) vorbei gelangen, oder wir -wählen den bequemeren Weg längs der Thalsohle durch die -Ferdinandsstrasse über das <i>Bellevue</i> (Restauration). Wenige -Schritte von der Karolinenquelle entfernt erblicken wir den kleinen -gothischen Tempel des <i>Ambrosiusbrunnens</i>, links davon das -<i>alte Badehaus</i> (Mariaquell-, Moor- und Gasbäder) und rechts -das imposante neue Badehaus (Stahlbäder aus dem Ambrosiusbrunnen -und der Carolinenquelle, Bäder aus der Ferdinandsquelle). -Die <i>*Waldquelle</i>, der beliebteste Sammelplatz der Curgäste -um die Mittagsstunden, liegt nordwestlich vom Kreuzbrunnen in -stiller, lauschiger Waldschlucht, am linken Ufer des Schneidbaches, -und ist sowohl durch die Waldbrunnstrasse als auch auf -dem noch kürzeren, unmittelbar vom Kreuzbrunnen durch die<span class="pagenum"><a id="Seite_47">[47]</a></span> -Alleestrasse und weiter durch eine herrliche Laubholzallee in -wenigen Minuten zu erreichen. In der entgegengesetzten Richtung -wird der Rayon der zur Zeit in Verwendung stehenden -Quellen durch die in den Wiesgründen unweit der Ferdinandsquelle -entspringenden <i>Rudolfs-</i> und <i>Wiesenquelle</i> abgeschlossen.</p> - -<p>Dem Tepler Abte Reitenberger, der sich um die Versendung -der Marienbader Wässer hochverdient gemacht, wurde in jüngster -Zeit ein Denkmal gesetzt.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: Die <i>Kirche</i>, 8eckiger Bau, reich geschmücktes -Innere, Totaleindruck sehr günstig. In der Promenade -vor der Front des neuen Badehauses mit dem Conversationssaal -das <i>Heidlerdenkmal</i>, ein Obelisk mit lateinischer Inschrift.</p> - -<h5>Spaziergänge:</h5> - -<p>1. Vom Ferdinandsbrunnen aus zur <i>*Ferdinandsmühle</i> -(Café Kroha). Hier bietet sich dem Besucher ein herrliches Bild.</p> - -<p>2. Zurück zum Ferdinandsbrunnen und von da auf dem -Pfade durch die üppigen Wiesengelände, welche die Abhänge -des Hamelika von jenen des Darnberges trennen, in gerader -westlicher Richtung auf <i>Schönau</i> zu, um von da an der Restauration -zur »<i>Stadt Versailles</i>«, am »<i>deutschen Kaiser</i>« -und an den schönen Anlagen und Villen des Casinoparkes vorbei -den Rückweg durch die Kaiserstrasse einzuschlagen.</p> - -<p>3. <i>*Höhendorfer Höhe</i> (1 St.). Auf dem Pfade oberhalb -des Panoramas in östlicher Richtung. Ein herrliches Panorama! -Von der Café-Restauration auf der Höhe übersehen wir die -reizende Umgebung Marienbads und lassen unsere Blicke bis -zu den im blauen Nebel verschwimmenden höchsten Kuppen des -Böhmerwaldes und des Erzgebirges schweifen. Rückkehr nach -Marienbad entweder auf dem über die Waldschlucht thaleinwärts -führenden Promenadenwege oder auf der Karlsbader Strasse.</p> - -<p>4. Zur »<i>König Otto's Höhe</i>« im Südosten des Darnberges, -welcher von dem Hamelika durch die Mühlgasse und die Wiesengründe -des Schneidbaches getrennt und von zahlreichen Spaziergängen -durchschnitten ist, gelegen. Von der »<i>Königin Carola's -Ruhe</i>« am Nordostabhange des Darnberges haben wir einen -schönen Ueberblick über Marienbad. Von da in einigen Minuten -über den sogenannten Schneiderrang zum <i>Försterhause</i> am -Fürst Metternich'schen Tiergarten (Restauration). Wir steigen -nun auf dem an dem Försterhause nach Osten führenden Fusswege -herab, um an die oberhalb Marienbads nur eine schmale -Thalspalte füllenden Wiesgelände des Schneidbaches zu gelangen, -an welchen, wenige Schritte abwärts, die Restauration »zur -<i>Waldmühle</i>« ein trauliches Plätzchen zum Ruhen bietet.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_48">[48]</a></span></p> - -<h5>Touren:</h5> - -<p id="Marienbad-Podhorn">1. <i>Marienbad-*Podhorn-*Tepl</i> (2½ St.) Wir gelangen -auf den östlich von Marienbad gelegenen <i>Podhornberg</i> (838<sup>m</sup> -ü. d. M.) über die Hohendorfer Höhe (1½ St.) oder durch das -Dorf Abaschin. Der Berg zeigt in seiner Kegelform und in seiner -basaltischen, von lavaähnlichen Bildungen umlagerten Gesteinsmasse -das Gepräge seines vulkanischen Ursprungs. Er ist in zwei -Gipfel gespalten, deren einer die mächtig aufstrebende, spitz -zulaufende Phonolitmasse trägt, während der andere terrassenförmig -mit einem Haine besetzt ist. Im Schatten dieser Bäume -gibt es tempelförmige Pavillons und Ruheplätze. Prachtvolle -Aussicht über die Höhen des Böhmerwaldes, Erz- und Fichtelgebirges. -Restauration im Sommer. Von hier über Ober-Gramling -nach Stift <i>Tepl</i>, 20 Minuten von der gleichnamigen Stadt entfernt. -Das weitläufige Kloster mit hübscher Kirche, grosser -Orgel, sehenswerther Bibliothek, Brauerei und grossen Wirthschaftsgebäuden, -ist eines der reichsten Klöster der Monarchie. -Unter den daselbst aufbewahrten Raritäten finden der Becher, -woraus Göthe stets den Kreuzbrunnen trank, die von ihm angelegte -und zusammengestellte interessante Mineraliensammlung -und die Originalbriefe Göthes an den trefflichen Uebersetzer der -Iliade, Gymn.-Prof. Zauper, rege Beachtung. Neben dem Kloster -ein Gasthof mit Veranda. Wagen zur Rückfahrt nach Marienbad.</p> - -<p id="Marienbad-Petschau">2. <i>Marienbad-Petschau.</i> (4 St. zu Fuss.) Ueber Einsiedl -(Kloster und Mädchenpensionat) durch ein herrliches Waldthal -mit zahlreichen, höchst interessanten Felspartien auf der windungsreichen -Kaiserstrasse zur Restauration <i>Grünberg</i>, mitten -im Walde und an der Tepl reizend gelegen, und von da in -einer halben Stunde nach Petschau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: Zur Krone, zur Post.</p> - -<p><b>Post- und Telegrafenamt.</b> <b>Postverbindung</b> mit Karlsbad, Marienbad, Pilsen, -Elbogen.</p></div> - -<p>Die Stadt liegt an der Tepl in einem herrlichen Thale; die -Strassen von Marienbad, Karlsbad und Pilsen laufen hier zusammen. -Auf einem mächtigen, gegen die Tepel zu steil abfallenden -Felsen liegt reizend das Schloss des Herzogs Beaufort. Oberhalb -desselben erhebt sich malerisch das alte Schloss, welches ursprünglich -Slawko von Riesenberg gegründet, später aber Johann Pflug -von Rabenstein, wie sein Wappen und eine Inschrift zeigt, überbaut -und Kaspar Pflug noch bewohnt hat. Von den angeblich sonst -bestandenen vier Stockwerken sind nur zwei vorhanden. Gegenwärtig -ist es von den herzogl. Beaufort'schen Beamten bewohnt. -Es enthält eine ziemlich erhaltene Kapelle mit prachtvollen -Gemälden. Die Stadt wurde während der Hussitenkriege fast -ganz verwüstet und durch Joh. Pflug von Rabenstein unterstützt<span class="pagenum"><a id="Seite_49">[49]</a></span> -und wieder emporgebracht. Am 2. Februar 1621 und 17. Juli -1760 legten grosse Feuersbrünste die Stadt in Asche. Der in -Schönfeld, zwischen Petschau und Schlaggenwald gelegen, im -J. 1802 gebürtige namhafte Violinist und fruchtbare Komponist -Josef Labitzki bildete sich unter Karl Veit in Petschau im -Klavier- und Violinspiel und in der Harmonielehre aus. Die -Umgebung der Stadt ist höchst interessant. Südwestlich vom -Orte <i>Neudorf</i> (1¼ St. von Petschau) sind <i>Sauerbrunnen</i>, -von welchen der eine fast alle Eigenschaften des Marienbader -Kreuzbrunnens hat. Bemerkenswerthe Berge sind der <i>Koppenstein</i>, -der <i>Galgenberg</i> und der <i>Huritzberg</i>. Die Felsarten -sind an den beiden Gehängen des Tepelthales und an den -Bergen östlich bis Gängerhäusel, nördlich bis gegen Millersgrün -und westlich bis Tiefenbach <i>Granit</i>. Bei diesen Orten wird -der Granit von <i>Gneis</i> begrenzt, welcher sich über das weite -Gebiet des Dominiums erstreckt. Im nördlichen Theile, von Gabhorn, -Drosau und Tepeles anfangend, herrscht wieder <i>Granit</i>.</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<h3 id="B_Besuch_Falkenau">B. Der Besuch des Erzgebirges von Falkenau aus.</h3> - -<h4 id="Falkenau">Falkenau.</h4> -</div> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: Anker, Stadt Prag, Stadt Karlsbad, Herrenhaus, Krone, 3 Staffeln, -Hufeisen, Restauration am Schiesshause.</p> - -<p><b>Aemter</b>: K. k. Bezirkshauptmannschaft, k. k. Bezirksgericht.</p> - -<p><b>Eisenbahn</b>: Knotenpunkt gegen Eger, Karlsbad, Graslitz. Der Ort kann -also von Eger oder Karlsbad aus leicht erreicht und zum Standorte für -Touren in's Erzgebirge gewählt werden.</p></div> - -<p>Wenn der Tourist mit der Bahn von Eger kommt und die -Thalenge zwischen Königsberg und Dassnitz passirt hat, so eröffnet -sich nach letzterer Station seinen Blicken allmählig eine -anmuthige, kleine Ebene, umsäumt von Bergrücken in einer -Höhe von nahezu 948<sup>m</sup>. Inmitten dieser Ebene, »das <i>Falkenauer -Land</i>« genannt, liegt:</p> - -<p><i>Falkenau</i> – Stadt mit 6000 Einwohnern, an der Mündung -des Zwodaubaches in die Eger gelegen und von der Karlsbad-Egerer -Strasse durchschnitten; der Ort besteht aus der eigentlichen -Stadt und einer Vorstadt. Das Schloss ist ein ansehnliches, schon -vom Grafen Nikolaus Schlick im Jahre 1480 gegründetes, aber -erst von seinen Nachfolgern vollendetes, ein regelmässiges Viereck -bildendes Gebäude, mit einem geräumigen Hofe und einer Kapelle. -An jeder der vier Ecken des Gebäudes erhebt sich ein Thurm. -Bei dem Schlosse befindet sich ein schöner Park. Am 23. Juni 1874 -wurde die Stadt durch eine verheerende Feuersbrunst heimgesucht, -Welche von den vorhandenen 280 Häusern über die<span class="pagenum"><a id="Seite_50">[50]</a></span> -Hälfte in Asche legte. Heute steht die Stadt freundlicher als je -da; breite, gepflasterte, mit Trottoir versehene Strassen und -neue schöne Häuser entstanden an Stelle der alten, winkligen, -engen Gässchen und der unansehnlichen Häuser mit den russgeschwärzten -Schindeldächern. Alles wird überragt von dem -neuen, schlanken Thurme. Am östlichen Ende der Stadt führt -eine neue 132·3<sup>m</sup> lange Eisenbrücke auf das linke Ufer der Eger -zum Bahnhofe und Vororte Schönwerth. Das Lobs- und Zwodauthal -sind romantische Gebirgsthäler mit malerischen Fels- und -Waldpartien und laden den Touristen zu lohnenden Streifzügen -durch dieselben ein. Die dichtbevölkerte Umgebung Falkenau's -mit den vielen Dörfern, Kohlenwerken, Glashütten, Spinnereien usw. -bietet jedermann sehr viel Interessantes und Lehrreiches. Aus -allem geht hervor, dass das Gebiet ein lebhafter Industriebezirk, -und dass die Stadt mit ihrer Umgebung in entschiedenem Aufschwung -begriffen ist. Der landschaftliche Reiz hat aber dadurch -keine Einbusse erlitten, und es erscheint Falkenau als Centralpunkt -eines bedeutenden Strassennetzes mit drei Bahnlinien nach -westlicher, östlicher und nördlicher Richtung dem Touristen als ein -vortrefflicher Ausgangspunkt für sehr viele lohnende Spaziergänge -und Ausflüge. Eine besondere Zierde der Umgebung der Stadt ist -der Hopfenbau, der die gestreckten Hügel hinter der Stadt in -stundenlangen Reihen ziert, ein unübersehbarer Garten in der -Nähe, ein weitverbreitetes Buschwerk in der Ferne. Diesen -Hopfenbau besang der Naturdichter <i>Anton Fürnstein</i>, welcher -ein Krüppel war und hier lebte, über Veranlassung unseres -Dichterfürsten Wolfgang von Göthe. Als dieser im Jahre 1822 -über Eibenstock und Falkenau nach Karlsbad fuhr, traf er mit -Fürnstein zusammen und gab ihm den Stoff zur Bearbeitung. -Göthe schreibt über diese Zusammenkunft: »Ich fand ihn in -seinem Sesselwägelchen zusammengekrümmt, ein herzergreifender -Anblick; denn gekauzt, wie er war, hätte man ihn mit einem -mässigen Cubus bedecken können. Er begrüsste mich freundlich, -deutete auf sein Elend und bezeugte guten Muth, indessen ich -ihn kaum anzusehen wagte. Bei flüchtigem Blick musst' ich gar -bald erkennen, wie auf diesem entstellten Körper sich ein Cerebralsystem -ausgebildet hatte, womit eine regelmässige Gestalt -gar wohl hätte zufrieden sein können.« Ueber die Naturdichter -überhaupt sagt Göthe: »Unsere Naturpoeten sind gewöhnlich -mehr mit rhythmischen als dichterischen Fähigkeiten geboren; -man gesteht ihnen zu, dass sie die nächste Umgebung treulich -auffassen, landesübliche Charaktere, Gewohnheiten und Sitten -mit grosser Heiterkeit genau zu schildern verstehen, wobei sich -denn ihre Produktion, wie alle poetischen Anfänge, gegen das -Didaktische, Belehrende, Sittenverbessernde gar löblich hinneigt.« -Von Fürnstein fügt er noch hinzu: »Alle seine Produktionen<span class="pagenum"><a id="Seite_51">[51]</a></span> -schmückt eine gewisse Anmuth, die das unternommene Ganze -zu beleben weiss; da ist Gegenwart der offenen Natur, Behagen -sich beschränkender Geselligkeit, Genuss und Hoffnung, und bei -allem ein menschlicher, edler Ernst, dem eine reine Gottesverehrung -gar wohl ansteht.« Das Gedicht »Der Hopfenbau« ist -Fürnstein ganz gelungen. Göthe schreibt darüber: »Wie er die -Aufgabe gelöst, wie er thätig beginnt und alles, was zu thun -ist, eins nach dem andern einschärft, dabei ein sittliches Wort -mit einschlingt und immer so fortfährt und diese Reben den -Weinreben anzunähern versteht, bedarf keiner Auslegung; das -Ganze liegt hellheiter und unter sonnigem, günstigem Himmel -und wird von einem jeden an Ort und Stelle, besonders zu recht -thätiger Arbeitszeit, gewiss mit dem grössten Interesse empfunden -werden. Ich möchte diese Gedichte die aufsteigenden nennen; -sie schweben noch am Boden, verlassen ihn nicht, gleiten aber -sanft darüber hin.« Wenn man diese günstigen Urtheile Göthes -und die Schwierigkeiten, unter welchen sich Fürnstein die Mittel -zu seiner Fortbildung verschafft, in's Auge fasst, so muss man -zu dem Urtheile kommen, dass er eine nicht unbedeutende Persönlichkeit -und einer Erinnerung werth ist.</p> - -<h5>Spaziergänge:</h5> - -<p id="Falkenau-Hartenberg"><i>Falkenau-*Hartenberg.</i> Wir gehen von Falkenau auf -der Heinrichsgrün-Graslitzer Strasse in das 20 Min. entfernte -Dorf Zwodau. Von hier aus können wir verschiedene Wege nach -Hartenberg einschlagen. Zunächst führt die Gossengrüner Bezirksstrasse -dahin. Fünf Minuten hinter Zwodau liegt das zu diesem -Orte gehörende <i>Davidsthal</i> mit den Kohlenwerken und der -Glashütte des Barons David von Starck. In etwa 20 Minuten -gelangen wir auf der Strasse, welche fortwährend sanft ansteigt, -nach <i>Josefsdorf</i>, oberhalb welches Dorfes eine Seitenstrasse -rechts zum Schlosse und Dorfe <i>Hartenberg</i> abbiegt.</p> - -<p>Ein viel angenehmerer Weg ist der durch den <i>Theinwald</i>. -Wir gehen von Zwodau in der Richtung gegen Lanz an dem -Peter'schen Kohlenwerke vorüber zum Walde, durch welchen -ein sanft ansteigender Weg führt. Hierauf schreiten wir über -eine weite, zum Dorfe Thein gelegene Lichtung (einen sandigen -Feldcomplex) in den Theinwald und gelangen, dem breiten -Waldwege folgend, zu einer im Querthale gelegenen Mühle, von -welcher aus links ein Fussweg durch dasselbe an die Zwodau -führt, welche wir bei der <i>Herrenmühle</i> auf einem Stege -übersetzen. In fünf Minuten gelangen wir in der Richtung nach -Falkenau – also zurückgehend – auf den Bahnhof <i>Hartenberg</i>.</p> - -<p>Ein dritter Weg führt an der Schmieger'schen Schafwollspinnerei -in Zwodau vorüber über den Steinberg durch die<span class="pagenum"><a id="Seite_52">[52]</a></span> -kleinen, aber schön gelegenen Orte <i>Sandhäuser</i> und <i>Wörth</i>, -wo die Zwodau überschritten wird, und schliesslich an der -Bahnstrecke bis Hartenberg. Die Eisenbahn kann auch zu diesem -Ausfluge benützt werden. Selbe überschreitet die Zwodau gleich -hinter dem Falkenauer Stationsplatze, hat bei Zwodau die Station -Zwodau-Davidsthal, tritt unweit des Stationsplatzes wieder an -das linke Zwodauufer, bald hierauf an das rechte und fährt fast -unmittelbar am Zwodauflusse in dem schönen Zwodauthale an -dem Orte Wörth vorüber nach Hartenberg.</p> - -<p>Vom Hartenberger Bahnhofe führt eine Strasse an dem unteren -Gasthause »zum Schlossberge« in einem Seitenthale aufwärts. -Am rechten Bergrücken kommen wir zur <i>Götheruhe</i>, wo der -grosse Dichter seinen siebzigsten Geburtstag feierte; von dieser -präsentirt sich das gräflich Auersperg'sche Schloss am schönsten. -Die romantische Lage dieses auf einem Felskegel stehenden -alten Schlosses mit einem zwar kleinen, aber reizenden Schlossgarten, -die prächtigen, sorgfältig gepflegten Laub- und Nadelholzwaldungen, -die herrliche, reine Gebirgsluft, der tiefe Friede in -den Seitenthälern und die historischen Erinnerungen, die sich -an diesen schönen Erdenwinkel knüpfen, machen Hartenberg zu -dem beliebtesten und besuchtesten Ausflugsorte der Umgebung. -An einer Birke ist die Aufschrift zu lesen: »Unter dieser Birke -pflegte der grosse Dichter Joh. Wolfgang von Göthe während -seines Aufenthaltes im Schlosse Hartenberg öfters zu ruhen.« -Von da führt die Strasse nun am Bräuhause vorüber in einer -scharfen Biegung auf den Schlossberg mit dem Dorfe Hartenberg -und dem Schlosse, dessen Theile aus verschiedenen Zeiten -zu stammen scheinen. Sehenswerth ist die Schlosskapelle, der -kleine, terrassenförmig angelegte Garten und der unweit des -Schlosses angelegte Gemüsegarten als schöner Aussichtspunkt.</p> - -<p>Von Hartenberg aus führt ein Weg auf den <i>Pichlberg</i>, -an dessen südwestlichem Abhange das Dorf gleichen Namens -liegt. Hier haben wir eine schöne Fernsicht nach allen Seiten.</p> - -<p><i>Falkenau-Lobsthal.</i> Wir gehen von Falkenau entweder -auf der am Schlosse vorüberführenden Lauterbacher Bezirksstrasse -in südöstlicher Richtung oder auf dem Fusswege längs -des Lobsbaches zum Dorfe <i>Schäferei</i>, von wo aus die Strasse -durch das an beiden Seiten des Lobsbaches gelegene Dorf -<i>Wudingrün</i>, an dessen Ende, aber bereits im engen, theilweise -schöne Felsenpartien bergenden Thale, das romantisch gelegene -Gasthaus »zum Eisenhammer« sich befindet.</p> - -<p>Von <i>Falkenau nach Königswerth, über Teschwitz, -*das Schiesshaus</i> und zurück (1¼ St.)</p> - -<p>In nordöstlicher Richtung führt am linken Egerufer ein Weg -an dem Vororte Schönwerth (mit Obst- und Gemüsebau) vorüber -nach dem Orte <i>Königswerth</i> (mit Obstbau); von da setzen<span class="pagenum"><a id="Seite_53">[53]</a></span> -wir auf einem Kahne über die Eger in das gegenüberliegende -Teschwitz (mit Obstanlagen), spazieren auf einem schönen Feldwege -am <i>Klingerwäldchen</i> vorbei zum Schiesshause mit schönen -Anlagen. Auf einem Felsen oberhalb des herrlich gelegenen -Schiesshauses finden wir ein <i>Gloriett</i>. Prächtige Rundsicht!</p> - -<h5>Touren:</h5> - -<p id="Falkenau-Sangerberg"><i>Falkenau-*Sangerberg.</i> Diese südliche Tour empfiehlt -sich zu Wagen durch das <i>Lobsthal</i> nach <i>Lauterbach</i> und -von da nach dem neu aufstrebenden Curorte <i>Sangerberg</i>. (Für -Fussgänger ½ Tag.)</p> - -<p><i>Falkenau-Crudum.</i> Am besten besteigen wir den sagenhaften -Crudum 830<sup>m</sup> vom Lobsthale aus, indem wir die Strasse -nach Lauterbach oberhalb der gräflich Nostitz'schen <i>Brettsäge</i> -verlassen und links den Weg, der zum Dorfe Kohling hinaufführt, -einschlagen. In diesem Dorfe führt uns jedes Kind zum -Triangulirungspunkte (im Volksmunde »zur Lärmstange«). Der -Ausblick ist um so überraschender, als der Weg fast bis zur -Spitze durch Wald führt, und die Aussicht erst kurz vor dem -Gipfel des Berges frei wird.</p> - -<p><i>Falkenau-Schwanderberg</i> (735<sup>m</sup>). Der Schwanderberg -ist der Nachbar des Crudum; wir besteigen ihn auf der anderen -Seite des Lobsthales über <i>Wudingrün</i>, <i>Grün</i> und <i>Schwand</i>.</p> - -<p><i>Falkenau-*Kapellenberg</i> rechts und *Rabenstein links -von Steinbach. Eine noch schönere und umfassendere Aussicht, -als die zwei Berge der voranstehenden Partien bieten, geniessen -wir auf das Fichtelgebirge, das Egerland, das Vogtland, das in -Terrassen aufsteigende Erzgebirge mit dem Sonnenwirbel und -die Gebirge hinter Karlsbad von dem <i>Kapellenberge</i> rechts -von Steinbach und in noch grossartigerer Weise vom <i>Rabenstein</i> -links von Steinbach. Der Weg nach Steinbach führt von Falkenau -über <i>Reichenau</i> und <i>Prösau</i>, wo es gerathen ist, sich den -nächsten Weg auf den Kapellenberg zeigen zu lassen. In dem -Dorfe Steinbach befindet sich ein Jagdschloss des Grafen Nostitz -mit einer Sammlung von ausgestopften, von dem Grafen oder -dessen Forstbediensteten geschossenen Thieren. Von hier aus -können wir auch einen Abstecher in das noch 30 Minuten entfernte -<i>Kirchenbirg</i> machen und daselbst das Schloss des -Barons Henneberg mit Orangerie, Obstanlagen und Bräuerei -besichtigen. Rückweg über <i>Reichenau</i>, wo sich grossartige -Braunkohlenwerke und Tafelglashütten des Barons David von -Starck, Radler's Kohlenwerke und eine Wachsfabrik des Dr. -Pilz befinden.</p> - -<p><i>Falkenau-Maria-Kulm</i> in westlicher Richtung mit der -Bahn über Dassnitz. Schöner Rückweg zu Fuss über das Dorf<span class="pagenum"><a id="Seite_54">[54]</a></span> -<i>Haselbach</i>, von wo aus wir einen hübschen Blick in's Eger- -und Zwodauthal geniessen. Maria-Kulm (siehe Franzensbad-Maria-Kulm).</p> - -<p><i>Falkenau-Mostau</i> ist eine Fortsetzung der früheren Tour, -wenn wir den Rückweg nicht zu Fuss zurücklegen und von -Königsberg mit der Bahn nach Mostau-Nebanitz fahren. In -Mostau empfiehlt sich die Besichtigung der Musterwirthschaft -des Gutsbesitzers Ritter von Komers. Grosser, schöner Park. -Rückweg mit der Bahn.</p> - -<p><i>Falkenau-*Elbogen.</i> Unterhalb Falkenau nahe dem -Dorfe Königswerth verengt sich das Egerthal wieder, und Fussgänger -lieben es, durch diese Thalenge nach Altsattel und Elbogen -zu wandern.</p> - -<p id="Elbogen"><b>Elbogen</b>, königliche Stadt, nach der Volkszählung im Jahre -1869 mit 3257 Einwohnern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: Rother Hirsch, Weisses Ross, beide am Marktplatz; Scherbaums -Gasthaus bei der Kettenbrücke.</p> - -<p><b>Eisenbahn</b>: Buschtiehrader, verbunden mit der Stadt und der Station -Neusattel durch die Elbogner Localbahn.</p> - -<p><b>Postverbindung</b>: Schlaggenwald, Schönfeld (Eilfahrt) und von da nach -Petschan (Botenfahrt).</p> - -<p><b>Aemter</b>: K. k. Bezirksgericht. – Revierbergamt.</p> - -<p><b>Schulen</b>: Oberrealschule, Volksschule.</p> - -<p><b>Post- und Telegrafenamt.</b></p></div> - -<p>Die Stadt liegt auf einem steil gegen die Eger abfallenden -Felsen am linken Ufer des Flusses, welcher sie in Gestalt eines -Elbogens, daher der Name, umfliesst. Sie besteht aus der inneren -Stadt und den beiden Vorstädten <i>Rabitsch</i> und <i>Littmitz</i>. -Hier befindet sich die zweitälteste Kettenbrücke in Deutschland -und Oesterreich (die älteste ist die zu Freiburg). Der Grundstein -zu derselben wurde am 18. Juli 1834 gelegt. Ihre Höhe über -dem Wasserspiegel beträgt 12·7<sup>m</sup>. Das Mauerwerk dabei ist von -Granit, die Eisenbestandtheile wurden auf den Eisenwerken der -Herrschaft Rothenhaus erzeugt. Die Localbahn, welche durch -das reizende Grünlasthal an den reichen Kohlenlagern des Vincenzi- -und Helenenschachtes, an der Siemen'schen Glasfabrik, -einer Ziegelei und einer chemisch-technischen Fabrik vorbeifährt, -ist die erste in Oesterreich. Das Consortium, welches die Bozen-Meraner -Bahn in Südtirol baute, führte diese Bahn, welche -Elbogen dem grossen Weltverkehre wieder etwas näher gebracht, -auf seine Rechnung aus, und der Ingenieur, der den Bau leitete, -führt einen berühmten Namen. Er heisst <i>Schwind</i> und ist der -Sohn des berühmten Malers, dem die »Schöne Melusine« und -die »Sieben Raben« ihren Ursprung verdanken. Ingenieur Schwind -hat sich in einer der Villen am Fusse der Stadt und in der -Nähe der Eger angesiedelt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_55">[55]</a></span></p> - -<p>Auf dem Rathhause wird eine merkwürdige Masse von <i>Meteoreisen</i> -aufbewahrt, welche seit Jahrhunderten unter dem Namen -des »verwünschten Burggrafen« bekannt gewesen ist. Der Volkssage -nach soll nämlich im Mittelalter ein königlicher Burggraf -zu Elbogen die Unterthanen mit grosser Härte behandelt haben, -deshalb öfters von diesen verwünscht worden, und diese Verwünschung -eines Tages in Erfüllung gegangen sein. Als nämlich -der Burggraf die Frohnpflichtigen mit der Glocke zur Arbeit -rufen wollte, sei er plötzlich durch einen vom Himmel herabfahrenden -Blitz getödtet und in jene Metallmasse verwandelt -worden. Der Aberglaube schrieb ehemals dieser Masse, die in -einem Gewölbe des Schlosses lag, sogar Zauberkräfte zu, und -man behauptete, dass sie zu gewissen Zeiten leichter, zu anderen -wieder schwerer würde, dass sie, wenn sie in den 41·7<sup>m</sup> tiefen -Schlossbrunnen geworfen würde, immer wieder zum Vorscheine -komme u. dgl. m. Der k. k. General Johann von Werth liess, um -sich davon zu überzeugen, im 30jährigen Kriege den Klumpen -in den Schlossbrunnen werfen, aus welchem er jedoch später -wieder herausgezogen und in's Schloss gebracht wurde. Im J. -1742 warfen die Franzosen die Masse abermals in den Schlossbrunnen -und hier blieb sie bis 1776, wo sie wieder heraufgeholt -und nunmehr auf dem Rathhause aufbewahrt wurde. Im J. 1811 -kam der damalige Professor der Chemie am ständischen technischen -Institute zu Prag, K. A. Neumann, nach Elbogen, liess -sich ein Stückchen von der Masse zu chemischen Untersuchungen -mittheilen und erkannte durch dieselbe, dass sie Meteoreisen -sei, was auch bald darauf durch den Chemiker von Klaproth -und den Physiker Dr. Chladni bestätigt wurde. Später wurde -die Masse in zwei ungleich grosse Stücke zertheilt, von welchen -das grössere, etwa 150 Pfund schwere, an das k. k. Naturalien-Cabinet -in Wien abgeliefert wurde, das kleinere aber von 40 Pfd. -sich noch auf dem Rathhause befindet.</p> - -<p>Das <i>Schloss</i>, von seiner felsigen Lage ehemals Stein-Elbogen -genannt, soll ursprünglich schon um das Jahr 870 von den mit -den Herzogen von Bayern verwandt gewesenen Markgrafen von -Vohburg gegründet worden sein, denen bis in's XII. Jahrhundert -der ganze Egerische und Elbogner Bezirk gehörte.</p> - -<p>Berchthold, Markgraf von Vohburg, starb in der 1. Hälfte des -XII. Jahrhunderts ohne männliche Erben, und das Elbogner Gebiet -fiel nunmehr an den Kaiser Friedrich I., welcher sich 1149 mit -Adelheid, einer Tochter des Verstorbenen, vermählt hatte. Als -er aber 1153 sich von dieser seiner Gemahlin durch die Kirchenversammlung -zu Kostnitz hatte scheiden lassen, nahmen die -Verwandten derselben, die Herzoge von Bayern, die hinterlassene -Herrschaft Berchtholds in Anspruch, und es gelang ihnen auch,<span class="pagenum"><a id="Seite_56">[56]</a></span> -zum Besitz derselben, namentlich von Elbogen und Eger zu gelangen.</p> - -<p>Unter Rudolph von Habsburg wurde es an die böhmische -Krone verpfändet. König Wenzel I. verlieh 1246 die von ihm -neuerbaute Pfarrkirche zu Elbogen sammt allen Einkünften dem -neuen Orden der Kreuzherrn mit dem rothen Sterne. Zu Anfang -des 14. Jahrhunderts wurde Elbogen ein Eigenthum der Könige -von Böhmen. König Johann von Luxemburg erhielt die Kunde, -dass ihm seine Gemahlin Elisabeth die Krone zu entreissen -trachte, und zog wuthentbrannt gegen das feste Schloss Elbogen, -den Aufenthalt der Königin, und liess es ohne weiters stürmen. -Obgleich sich herausgestellt, dass diese Anklage alles Grundes -entbehrte und nichts als eine schändliche Verleumdung war, wurde -sie doch von ihren Kindern gewaltsam getrennt und musste ihren -Aufenthalt in Melnik nehmen. Johanns Nachfolger, Karl IV., -zeigte sich der Stadt Elbogen stets sehr gewogen. Er erneuerte -derselben im J. 1352 alle unter seines Vaters Regierung verbrannten -Urkunden und verlieh ihr die Steuerfreiheit unter der -Bedingung, dass ihm bei seiner Anwesenheit in Elbogen jährlich -einmal 5 Pfund schwäbische Heller in einem hölzernen Becher -überreicht werden müssen. Becher und Münzen sind heute noch -im Rathhause aufbewahrt.</p> - -<p>Während der Hussitenkriege scheint Elbogen belagert, aber -nicht eingenommen worden zu sein.</p> - -<p>Nach verschiedenen Streitigkeiten gelangte das unter Kaiser -Sigmund verpfändete Elbogen im J. 1547 wieder an die Krone -Böhmens, und der damalige Kaiser Ferdinand I. verlieh der Stadt -die Erlaubniss, einen Jahrmarkt zu halten.</p> - -<p>In dem dreissigjährigen und dem österreichischen Erbfolge-Kriege -hatte Elbogen viele Drangsale zu bestehen.</p> - -<p>Im Jahre 1725 legte eine verheerende Feuersbrunst die ganze -Stadt bis auf einige Häuser in Asche.</p> - -<p>Auch die Kirche brannte nieder. Ihr Neubau erfolgte 1728. -Das prachtvolle Altarblatt, Ermordung des hl. Wenzel, ist vom -berühmten Maler Brandl gemalt.</p> - -<p>Die St. <i>Johanneskirche</i> bestand schon im 14. Jahrhunderte, -wurde aber baufällig und 1854–1857 neu erbaut. Der angrenzende -Friedhof wurde aufgelassen und 1877 ein neuer auf dem -Goldberge angelegt. Die St. <i>Annakapelle</i> wurde 1742 in -Folge eines Gelübdes gebaut. Der französische General Armentiers -belagerte in diesem Jahre die Stadt. Die geängstigten Bewohner -veranstalteten am 26. Juli eine Procession und gelobten zugleich -nach Rettung aus dieser Bedrängniss der hl. Anna zu Ehren -eine Kapelle zu bauen, was auch geschehen ist. Es kam zur -Capitulation; aber die Stadt wurde in keiner Weise geschädigt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_57">[57]</a></span></p> - -<p>Wo derzeit die St. <i>Wolfgangskapelle</i> steht, war vor -alten Zeiten eine Kirche, die von den Hussiten und Schweden -zerstört wurde. Die Muttergotteskapelle stammt aus neuerer Zeit.</p> - -<p>Mitten am Ringplatze steht die schöne <i>Dreifaltigkeitsstatue</i>, -1719 vom Stadtrathe errichtet.</p> - -<p>Elbogen besitzt zwei schöne und geräumige Schulgebäude -für eine Oberrealschule, im J. 1840, und für eine Volksschule, -im J. 1867 erbaut.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: <i>Das alte Schloss</i>, bestehend aus dem -Wartthurm, dem Schlossgebäude und dem Markgrafenhaus. Als -es im J. 1792 in ein Kriminal-Strafhaus umgewandelt wurde, -fielen die hohen Thürme, Spitzdächer und der grösste Theil des -Mantelgebäudes des Wartthurmes diesem Umbaue zum Opfer.</p> - -<p>Das <i>Rathhaus</i>, 1685 erbaut. In demselben werden, wie aus -dem Voranstehenden hervorgeht, aufbewahrt:</p> - -<p><i>a</i>) Der steinerne Burggraf, ein Meteorstein.</p> - -<p><i>b</i>) Ein hölzerner, verzierter Becher und einige Münzen aus -dem Jahre 1352.</p> - -<p>Die <i>Porzellanfabrik</i>, im J. 1815 von Rudolph und Eugen -Haidinger gegründet.</p> - -<p>Die <i>Spaziergänge</i> um die Stadt an beiden Egerufern -sind reizend. Auf die bepflanzten und bewaldeten Höhen führen -gut angelegte Wege. Durch das Geyersbachthal zum neuen -Schiesshause, in das felsige Zech- und das oberwähnte Grünlasthal -sind Spaziergänge wegen der sich hier darbietenden Mannigfaltigkeit -besonders zu empfehlen. Wenn man auf der von Karlsbad -steil abfallenden Strasse kommt und plötzlich Elbogen vor sich -sieht, glaubt man zu träumen. Das ist die reine Romantik, die -einem ganz unerwartet entgegentritt. Ganz Böhmen hat kein -schöneres Städtebild aufzuweisen. Der Fluss, die Kettenbrücke, -die in fabelhafter Höhe über ihn gespannt ist, die alte, schwarze -Burg dahinter, die Stadt, welche in Gestalt eines regelrechten -Halbbogens sich zu Füssen dieser Burg ausbreitet, mit ihren -Gärten und Villen bis dicht an die das ganze Bild in Ellenbogenform -umspannende Eger vordringt, während sich die waldbedeckten -Berge jenseits der Strasse, welche die Stadt parallel -mit dem Flusse einrahmt, malerisch abheben – das alles gibt -ein Bild, wie es nicht schöner gedacht werden kann. Darum -wird der Spaziergang gegen Horn allen denen, welche nicht -von Karlsbad nach Elbogen kommen, sich aber den herrlichen -Anblick der Stadt von da aus nicht versagen wollen, besonders -empfohlen. Sehr lohnend ist auch der Weg zum <i>Hansheiling</i> -am linken Egerufer oder über den Ziegenruck.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_58">[58]</a></span></p> - -<p>Empfehlenswerthe Aussichtspunkte sind:</p> - -<p><i>a</i>) Der Mühlacker;</p> - -<p><i>b</i>) der spitzige Stein;</p> - -<p><i>c</i>) der Robitschberg und</p> - -<p><i>d</i>) die Terrasse im Gasthause zum »weissen Ross«, von welcher -die, Elbogen südwestlich, südlich und südöstlich im engen Gürtel -umschliessenden Berge ein prachtvolles Panorama geben.</p> - -<p id="Falkenau-Gossengruen"><i>Falkenau-Gossengrün</i> (auf der Strasse in nordwestlicher -Richtung gegen Schönbach in 2 Stunden). Der Ort Gossengrün -zählt etwa 2000 Einwohner, welche sich von der Landwirthschaft -und der Spitzenklöppelei ernähren.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthaus</b>: Philipp Locke's Gasthaus.</p> - -<p><b>Postverbindung</b>: Gossengrün-Hartenberg; Gossengrün-Schönbach.</p></div> - -<p>Ausflug von Gossengrün nach Leopoldshammer im Leibitschthale -(siehe Schönbach-Leibitschthal).</p> - -<p><i>Falkenau-Bleistadt</i> (mit der Bahn – Entfernung etwas -über 1 Meile).</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: Zum städtischen Rathhaus. – Wilh. Gerstners Restauration.</p> - -<p><b>Eisenbahnverbindung</b> mit Falkenau und Graslitz.</p></div> - -<p><i>Bleistadt</i> ist eine alte Bergstadt und zählt 1400 Einwohner. -Die Stadt führt den Namen von dem hier früher betriebenen, -nunmehr aufgelassenen Blei-Bergbau. Gegenwärtig fristen die -Bewohner ihr karges Dasein mit Spitzenklöppeln. Auf den zahlreichen -Halden findet der kundige Wanderer bleihaltige Gesteine -und sogar Stücke reinen Erzes.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: Nachstehende Privilegien: von den -Kaisern Rudolph II. 1524, Ferdinand 1558, Mathias 1613, Ferdinand -III. 1652 und Joseph II. 1785. Auch ist in der im -Jahre 1524 vom Kaiser Rudolph II. gegründeten Kirche Sct. -Michael ein Wappen in Farben an dem rechts vom Hochaltare -befindlichen Fenster von den Geheim-Brüdern Paulus, Christof -und Friedrich, Bürgern des Rathes der Reichsstadt Nürnberg, -zum Andenken »ai 1603« zu sehen.</p> - -<p><b>Aussicht</b>: Von dem Bergrücken bei Liebenau, Obergrünles -und Neuhäuser aus lässt sich grosse Umschau halten über das -Erzgebirge bis gegen Platten, dann gegen Karlsbad, die interessante -Burgruine Engelhaus, Lauterbach bei Einsiedel und über -das Egerland.</p> - -<p><i>Falkenau-*Heinrichsgrün</i> – Gebirgsstadt, 2250 Einwohner.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_59">[59]</a></span></p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: Wilder Mann, grüner Heinrich.</p> - -<p><b>Post- und Telegrafenamt</b> – Domainen- und Forstverwaltung des Grafen -Erwein Nostitz.</p></div> - -<p>Von Falkenau aus erreichen wir Heinrichsgrün auf der Aerarialstrasse, -welche durch die Dörfer Lanz, Waldl und Unter-Neugrün -sanft ansteigt und von Neu-Grün an, auf beiden Seiten -von den schönsten Wäldern begrenzt, bis zur Stadt führt. Diese -liegt auf einer kleinen Gebirgsebene an einer Thalschlucht, welche -sich in langen Zügen in's Zwodauthal erstreckt und das Lochthal -genannt wird. Hier blühte in früherer Zeit der Bergbau. -Der Tourist möge uns nun auf unserem Gange begleiten. Wir -statten zuerst der im Spitzbogenstyl erbauten Kirche St. Martin -einen Besuch ab; dann besichtigen wir die im J. 1877 auf -Veranlassung des hochverdienten Erzgebirgsfreundes Herrn Ritter -von Dotzauer von dem Central-Comité zur Beförderung der Erwerbsthätigkeit -der böhmischen Erz- und Riesengebirgsbewohner -in Prag errichtete Spitzenschule, in welcher Idrianer Spitzen -kunstgerecht erzeugt werden. Nun gehen wir durch die Schlossgasse -zu dem nördlich von der Stadt gelegenen gräflich Erwein -von Nostitz'schen Schlosse. In diesem befinden sich zwei alte -Bilder, welche Scenen aus dem Graslitzer Bergbau darstellen. -Auch finden wir hier ein Bild, genannt die grosse Dame, von -der die Sage erzählt, dass sie in einem der Eckthürme des -Schlosses lebendig eingemauert wurde. Sämmtliche gräfliche -Zimmer sind mit prachtvollen Hirschgeweihen ausgeschmückt. -Nach einer kurzen Wanderung durch den Park, der das Schloss -umgibt, kommen wir in eine schöne Allee, welche uns zum -<i>gräflichen Thiergarten</i> führt.</p> - -<p>Kurz vor dem Thiergarten biegt eine Bezirksstrasse nach -rechts ab, zieht sich durch theilweise schöne Waldungen in -auf- und absteigender Linie ausserhalb desselben hin und führt -bei dem an der Ausgangseite des Gartens gelegenen Teiche, von -welchem sich ein weiter unten bezeichneter Weg nach Schindelwaldel -und Rothau abzweigt, vorbei. Am Eingange in den Thiergarten -(mit Erlaubniss der Forstinspection passirbar) stehen zwei -Forsthäuser, und von diesen aus ziehen sich schöne, wohlerhaltene -Wege durch alle Theile des weiten Gartens. Hier nehmen wir -die herrlichsten und mannigfaltigsten Partien wahr. Dichte Fichtenwaldungen -wechseln mit den saftigsten Wiesen ab, auf denen -Heerden von Hochwild weiden. In der Mitte des Thiergartens -steht malerisch das Jagdschloss, der Sommeraufenthalt der gräflichen -Familie. Von den Fenstern des Hauptgemaches geniesst -man die Aussicht auf eine reizende Scenerie des Gartens. Nicht -uninteressant ist auch die Eremitage, von welcher sich eine -schöne Aussicht in das Rothauthal eröffnet. Vom Jagdschlosse -aus führt eine Strasse nach dem nördlichen Ausgange des Thiergartens<span class="pagenum"><a id="Seite_60">[60]</a></span> -und schliesst sich da an die oberwähnte Bezirksstrasse -nach Schindelwaldel und Rothau an. Die grossen Eisenwerke -daselbst sind sehenswerth. Das erste Werk, zu dem wir gelangen, -ist die Zinnerei. Im Thale, kurze Strecke weiter abwärts, -steht der Hochofen mit der Eisengiesserei und unweit davon die -Dreherei. Nach etwa einer Stunde kommen wir zur Neuhütte. -Von da aus gelangen wir nach kurzem Gange auf die Kaiserstrasse, -die von Heinrichsgrün nach Graslitz führt. Beiderseits -von hohen Bergen eingeschlossen führt uns die bequeme Strasse -in das <i>Annathal</i>, wo der Rothaubach in die aus Sachsen kommende -Zwodau mündet. Am rechten Ufer der Zwodau liegt der -Bahnhof, nach welchem von Heinrichsgrün aus zweimal täglich -die Post verkehrt. Auf unserer Retour-Wanderung aus dem -Annathal nach Heinrichsgrün erblicken wir links einen Basaltkegel, -den <i>Kernberg</i>, von dem aus man den grössten Theil der -gemachten Wanderung übersehen kann. Erwähnenwerth ist noch -das Dorf <i>Altengrün</i>, südlich von Heinrichsgrün gelegen, von -welchem aus sich dem Auge eine prachtvolle Aussicht in's Egerland -darbietet.</p> - -<p>4. <i>Falkenau-*Graslitz</i> (mit der Bahn oder zu Fuss über -Bleistadt, von da über Horn und Heinrichsgrün nach Graslitz).</p> - -<p><i>Graslitz</i>, eine freie Bergstadt, in welcher bereits im J. 1370 -der Bergbau auf Kupfer rege geworden. Im J. 1437 hat Caspar -Schlick die Herrschaft übernommen. Im J. 1527 ging solche an -Hieronymus Grafen Schlick durch Kauf über. Im J. 1570 gelangte -diese Stadt mit ihren bereits bestehenden und durch eine -Schlick'sche Bergordnung geregelten Bergbauen in den Besitz -der gräflich Schönburg'schen Familie. August Graf Schönburg -erliess eine neue Bergordnung 1601, welche grösstentheils der -Joachimsthaler nachgebildet ist. Schon damals waren 2000 Bergleute, -100 Steiger, beim Baue beschäftigt und eine aus zahlreichen -Bergbeamten bestehende Berghauptmannschaft aufgestellt. -Von der damaligen Grossartigkeit der Bergbaue geben die vielen -Stollen und Halden den besten Beweis. Der Abbau und die -Schmelzung der Schliche zu Schwarzkupfer geschah durch Gedingarbeit -und wurden 3 bis 5% Kupfer aus dem Centner Erz -herausgebracht.</p> - -<p>Graslitz ist jetzt eine bedeutende Industriestadt, zählt nach -der letzten Volkszählung vom J. 1870 6549 Einwohner. Die -verschiedenen Industriezweige sind: Musikinstrumenten-, Spitzenerzeugung, -Stickerei, Baumwollspinnerei, Schafwollwaarenerzeugung, -Bleicherei, Färberei, Druckerei. Hervorragende Fabriken: -Maschinen-Stickerei, Baumwollspinnerei, Schafwollwaarenfabrik, -bedeutende Fabrication für Musikblas- und theilweise Streich-Instrumente, -Kindermusikinstrumenten, Perlmutterknopf-Erzeugung -und Fabrication von Mundharmonikas.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_61">[61]</a></span></p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Aemter</b>: K. k. Bezirkshauptmannschaft, k. k. Bezirksgericht, k. k. Haupt-Zollamt, -k. k. Post- und Telegrafenamt; Eisenbahn-Endstation der Buschtiehrader -Bahn.</p> - -<p><b>Gasthäuser</b>: Kaiser von Oesterreich, Herrenhaus. <i>Restaurationen:</i> -Räumermühle mit schönem Echo; Kaisergarten und zwei an der Bahnhofstrasse.</p></div> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: Die <i>Pfarrkirche</i>, in der Kanzel und -Taufbecken künstlerischen Werth haben. Das Altarbild »Abendmahl -Jesu« ist von Brandl. Das <i>Schulgebäude</i> der Volks- -und Bürgerschule mit dem interessanten <i>*Museum</i>, Musikschule, -welche sich eines bedeutenden Rufes erfreut und zur Hebung -der Musikinstrumentenfabrication wesentlich beiträgt. <i>Armenhaus</i>, -Spital, Friedhof.</p> - -<h5>Spaziergänge:</h5> - -<p>Nach dem Hausberg, lohnend wegen der schönen Aussicht. -Dort ist die <i>Richardshöhe</i> mit einer Gedenktafel, so benannt -nach Herrn Ritter von Dotzauer, Handelskammerpräsidenten in -Prag, einem geborenen Graslitzer, der sich um seine Vaterstadt -und das ganze Erzgebirge so verdient gemacht, dass sein Name -in den Blättern der Geschichte dieses Gebirges für ewige Zeiten -mit goldenen Lettern eingegraben bleiben wird. Gleich darüber -befindet sich auf der Sängerhöhe ein Obelisk und unweit davon -ein Gloriett, von dem aus wir einen herrlichen Ausblick über die -Umgebung geniessen.</p> - -<p>Auf dem Hausberg stand einst ein Raubritterschloss, das im -J. 1412 von Tuchknappen und Metzgern aus Eger zerstört wurde. -Ueberreste eines Brunnens sind die letzten Spuren dieses Schlosses.</p> - -<p>Auf dem Glasberge, welcher dem Hausberge gegenüber liegt, -befinden sich im »Holzhau« zwei auf einander liegende Granitblöcke, -die Quarkquetsche genannt, welche sich der Sage nach -bei einem heftigen Sturme bewegt haben. Nicht weit vom »Holzhau« -befinden sich die Katzenfelsen, zwei aus Granitsteinen aufgethürmte -Hügel, und weiter in gerader Linie kommen wir in -die Nähe der Stadt und zum »Gesteinlicht«, einem spitzigen Felsen, -wo sich uns ein herrlicher Blick über die Stadt und das Zwodauthal -eröffnet.</p> - -<p>Die Partie von Graslitz auf den <i>*Muckenbühl</i> (¾ St.) -944<sup>m</sup> hoch, ist zu empfehlen; man erreicht seine 470<sup>m</sup> über dem -Zwodauthale liegende, mit grossen Granitblöcken übersäete Kuppe -ohne alle Anstrengung, da seinerzeit der Herr Graf Nostitz von -Heinrichsgrün Stufen einhauen liess. Dieser interessante Berg -gewährt eine hübsche Aussicht, die nach Osten bis zum Sonnenwirbel, -nach Südost über das nahe Schönlind und Kohling hinweg -nach Karlsbad reicht und darüber hinaus noch den Phonolithberg<span class="pagenum"><a id="Seite_62">[62]</a></span> -Engelhaus mit der grossartigen, weit sichtbaren Burgruine -und das Giesshübler Schloss erkennen lässt.</p> - -<p>Südwestlich von Graslitz (1 St.) liegt <i>Schönau</i> mit der -Wallfahrtskirche zum hl. Jakob dem Grösseren. Ein im J. 1688 -gedrucktes und hier aufbewahrtes Gebetbuch gibt einen dunklen -Aufschluss über diesen Gnadenort. Interessant sind die um die -Kirche gepflanzten, sehr alten Linden.</p> - -<h5>Touren:</h5> - -<p><i>Graslitz-*Klingenthal</i>, unmittelbar an der Grenze, wird -durch das Zwodauthal in ¾ St. erreicht.</p> - -<p><i>Klingenthal</i> 576<sup>m</sup> Seehöhe, hat 2700 Einwohner.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: Brauner Hirsch, zum alten Schloss, zur Post, zum heiteren -Blick, vulgo das Lämpl, mit Aussicht, die Hacke (originelles und stark besuchtes -Local mit vorzüglichem böhmischen Bier und Wein in unmittelbarer -Nähe des sächsischen Zollamts – gehört zu Markhausen in Böhmen).</p></div> - -<p>Klingenthal liegt am Zusammentreffen des Zwodau- und Brunndöbrathales -und unmittelbar an der böhmischen Grenze, ist in -seinen Haupttheilen stadtähnlich gebaut und macht mit seiner -romantischen Umgebung einen sehr vortheilhaften Eindruck auf -den Besucher. Es ist hochinteressant durch seine eigenartige -Industrie: Es fertigt jährlich Millionen von Mundharmonikas, -Accordions, Concertinos etc. und versendet sie in die entferntesten -Länder. Hauptfirmen: Dörfel, Steinfelser, C. G. Herold und -E. Leiterd in Brunndöbra.</p> - -<p>Obwohl Klingenthal zweifellos ein Ort jüngeren Ursprungs -ist, so lässt sich doch die Zeit seiner Entstehung nicht nachweisen. -Ursprünglich war ein Eisenhammer hier, wegen der Lage -in dem von steilen und dunkel bewaldeten Bergen umgebenen -Thalkessel »Höllenhammer« genannt, wie überhaupt die ganze -Thalsenke in früheren Zeiten mit dem Namen »Hölle« bezeichnet -wurde. Der Ort Klingenthal soll durch böhmische Exulanten, die -nach der Schlacht am Weissen Berge (1620) ihr Vaterland verlassen -mussten, entstanden und sowohl seinen Namen als auch -sein rasches Aufblühen einem Einwohner Namens Klinger zu -verdanken haben. Wahrscheinlich begründeten die Exulanten -auch die heimische Industrie.</p> - -<p>Von Klingenthal lässt sich bequem der <i>Aschberg</i> besuchen. -Der nächste Weg ist die Auerbacher Strasse bis zur Postwartehalle -in Brunndöbra. Bei jeder neuen Biegung müssen wir den -hochromantischen Charakter der ganzen Landschaft bewundern. -Hier zweigt nach rechts der sog. Staffelweg ab nach dem Schloss -Obersachsenberg im Dorfe gleichen Namens. Die Häuser dieses -Ortes liegen zerstreut auf sonniger Höhe, sind klein und unscheinbar,<span class="pagenum"><a id="Seite_63">[63]</a></span> -aber bewohnt von einer arbeitsamen und genügsamen -Bevölkerung. Nicht selten sieht man an den kleinen Fenstern -der niedrigen Stübchen – wie überhaupt im östlichen Vogtland – -den Vogelbauer mit dem Hänfling oder Stieglitz oder mit dem -unvermeidlichen <i>Grünitz (Kreuzschnabel), der nach dem -Glauben der Mütter die »Krämpfe der Kinder anzieht.«</i> -Von Obersachsenberg ab ist der Weg nicht mehr zu -fehlen; das Ziel ist bereits sichtbar. <i>Der Aschberg, 925<sup>m</sup>, -liegt hart an der Grenze auf böhmischer Seite und -ist Station der königl. sächsischen Triangulirung.</i> -Das Steingerölle lässt uns die geologischen Bestandtheile des -Berges, den Granit erkennen. Die Aussicht ist eine sehr umfassende -und vorzügliche, nur sind die Hauptobjekte mit Ausnahme -des tief eingeschnittenen Zwodauthales mehr in die Ferne -gerückt. Unter den bewaldeten Höhen im Nordwesten ragt der -langgezogene Rücken des <i>Kiel</i> (861<sup>m</sup>) bei Friedrichsgrün hervor; -in der im Norden ausgebreiteten Waldregion tritt der obere Theil -von Schönheida deutlich heraus. Im Osten zeigen sich bewaldete -Berge, im Süden viele hochgelegene böhmische Orte, im Südwesten -die vordere Gruppe des Fichtelgebirges und ganz nahe -das bereits erwähnte Zwodauthal.</p> - -<p>Von <i>Klingenthal</i> nach <i>Markneukirchen</i> (mit der Bahn -und dann retour).</p> - -<p><i>Markneukirchen</i>, Stadt, 504<sup>m</sup> Seehöhe, 4600 Einwohner.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: Zum Rathskeller, zur goldenen Krone, Restauration von Paulus -mit Gartenanlagen, Schützenhaus, Bahnhofrestauration.</p> - -<p><b>Eisenbahnverbindung</b>: gegen Klingenthal, Adorf, Elster, Eger und nördlich -gegen Leipzig.</p></div> - -<p><i>Markneukirchen</i> ist die südlichste Stadt Sachsens und -liegt zu beiden Seiten des Schwarzbaches. Die Stadt ist Mittelpunkt -der Vogtländischen Blas- und Streichinstrumenten- und -Darm-Saiten-Fabrication. Die Firmen: Michael Schuster jun., -Paulus & Schuster u. a. haben überseeische Handelsverbindungen -und ihre Waaren beherrschen trotz der französischen und -italienischen Concurrenz den Weltmarkt. Musikschule – -Badeanstalt. Die Stadt hat nach dem Brande von 1840 -ein ganz anderes schöneres Gepräge erhalten. Der Ursprung -derselben ist in völliges Dunkel gehüllt. Der Ort, der erst aus -17, nach anderen nur aus 3 Häusern bestanden haben soll, -scheint ursprünglich nicht zum dobenauischen Gebiet gehört zu -haben, sondern es muss erst im 12. Jahrh. an die Vögte gekommen -sein. Ursprünglich soll es Nieweekirchen geheissen haben, -woraus dann Neukirchen und zur Unterscheidung von gleichnamigen -Orten Mark- d. h. Grenz-Neukirchen entstanden sei. -Eine andere Vermuthung leitet den Namen von »Markt« ab.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_64">[64]</a></span></p> - -<p>Markneukirchen kommt zuerst 1357 als ein an die Markgrafen -abgetretenes Städtlein Neuenkirchen vor. Im Jahre 1360 -erhalten die Kaufleute des Ortes durch den Landgrafen Balthasar -dieselben Rechte, wie die zu Adorf und Oelsnitz, der Ort muss -also schon von einiger Bedeutung gewesen sein.</p> - -<p>Das Bässe- und Geigenmachen soll 1580 durch böhmische -Exulanten – namentlich aus Schönbach und Graslitz – nach -Markneukirchen gebracht worden sein.</p> - -<p><i>Graslitz-Schneckenstein-Schwaderbach</i> und über -Brunndöbra, Sachsenberg, Klingenthal und Markhausen retour. -Wer eine mineralogische Merkwürdigkeit nicht unberührt lassen -will, muss von Graslitz aus den Schneckenstein besuchen. Derselbe -gehört Sachsen an und liegt 2½ St. nördlich von Graslitz. -Der Fussgänger mag seinen Weg über Eibenberg nehmen, wo -er die Bergwand mit riesigen Halden, den Zeugen eines ehemals -schwunghaften Baues auf Kupfererze, bedeckt sieht und kann -hinter Schwaderbach nebenbei den »<i>Aschberg</i>« (siehe Klingenthal-Aschberg) -besteigen. Von Schwaderbach über Ober-Sachsenberg -müsste er nach Steindöbra hinab, auf der nach Nord ziehenden -Strasse weiter, dann links ab in die Wälder, wo er <i>ohne Compass -und Führer</i> den versteckten <i>Schneckenstein</i> gewiss -nicht findet. Derselbe ist ein Topasfels; in vielen Lehrbüchern -der Mineralogie wird seiner gedacht, und man soll etwas Aehnliches -erst im Ural wiederfinden. Früher hat die sächsische Regierung -hier Topasse suchen lassen, jetzt kann sich jeder nach -Belieben ein Andenken aus dem Gestein herausklopfen und mitnehmen. -Auf dem Rückwege würde der Wanderer die sächsischen -industriereichen Ortschaften Brunndöbra, Sachsenberg und Klingenthal, -auf böhmischer Seite Markhausen berühren. Wer eine -Fahrgelegenheit benützen will, kann den grössten Theil des -Weges auf guter Strasse zurücklegen.</p> - -<p><i>Graslitz-Forsthaus Nancy-Sauersack-*Kranichsee-Hirschenstand</i> -– retour über Schönlind nach Graslitz.</p> - -<p>Im Hochsommer bei trockener Zeit ist es eine eigenthümliche -Lust, die Moorgründe des höheren Gebirges zu besuchen und -zwischen Knieholz (Sumpfkiefer) über schwankenden Boden zu -wandern.</p> - -<p>Den Botaniker interessiren da die dem Torfmoore eigenthümlichen -Pflanzen. Von Graslitz führt eine gute Strasse das Thal -des Silberbaches aufwärts in einem hübschen Waldthalkessel zu -der in anmuthender Waldeinsamkeit gelegenen Försterei »Nancy« -und von da nach <i>Sauersack</i>. Von hier aus wäre ein <i>kundiger</i> -Führer mitzunehmen und der <i>Kranichsee</i> zu besuchen. Es ist -kein echter See, sondern eine grosse <i>Hochmoorfläche</i>, in -deren Torf- und Moosboden das Knieholz wuchert. Solche Moore<span class="pagenum"><a id="Seite_65">[65]</a></span> -sind grosse Wasserbehältnisse, da ihr schwammiger Boden begierig -die Feuchtigkeit einsaugt und nur langsam wieder von sich -gibt. Nach Delitsch enthält ein Moor, wie der Kranichsee, vollständig -mit Wasser gesättigt, so viel Wasser, dass es <i>ein</i> ganzes -Jahr lang in jeder Secunde 10 Centner Wasser liefern könnte, ehe -es seinen Wasservorrath erschöpfte. Drei Bäche entfliessen ihm.</p> - -<p>In die Knieholzregion können wir auch leicht von Sauersack -aus auf der nach <i>Hirschenstand</i> führenden guten Strasse -kommen.</p> - -<p><i>Hirschenstand</i>, Dorf, 1200 Einwohner, welche sich mit -Spitzenklöppeln und der Buntstickerei beschäftigen.</p> - -<p><b>Ausflug</b>: Sehr empfehlenswerth ist die Besteigung des 1½ St. -entfernten, in Sachsen bei Wildenthal gelegenen <i>Auersberges</i>, -1021<sup>m</sup>, des zweithöchsten Berges in Sachsen, der eine majestätische -Lage hat und eine herrliche Aussicht in's Vogtland, in -die Muldengegend, in das sächsische Niederland und das Erzgebirge -bietet.</p> - -<p>Gegen <i>Frühbuss</i> (1 St. südwestlich von Hirschenstand) -können wir die Torfgewinnung beobachten und, wie Prof. Laube -sagt, die Verwandlung der lebenden Pflanzen bis zur Bildung des -reinen braunglänzenden Specktorfes Schritt für Schritt verfolgen.</p> - -<p><i>Frühbuss</i>, Stadt, 1400 Einwohner, welche Bobbinet-Stickerei -und Spitzenklöppelei treiben.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: Städtisches Gasthaus, Franz Baumgartls und Leander Baumgartls -Gasthaus.</p></div> - -<p><b>Aussichtspunct</b>: Hartenberg (20 Minuten entfernt), bietet eine -herrliche Aussicht im Osten gegen den Sonnenwirbel, nach Südost -bis Engelhaus über Falkenau und Karlsbad, nach Südwest über -das Egerland bis Franzensbad, nach Nordwest bis Bayern und -Sachsen, und nach Nord erblickt das Auge noch Auersberg in -Sachsen.</p> - -<p>Wer zu Wagen kommt, wird von Frühbuss aus über Schönlind -und Rothau nach Graslitz zurückkehren; wer sich aber für -Basaltberge interessirt, wird in Unter-Rothau halten und den -<i>Flössberg</i> und <i>Illmesberg</i> besuchen, wo der Basalt in -schönen Säulen ansteht, beim ersteren Berge auch in sphäroidischer -Absonderung gefunden wird.</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_66">[66]</a></span></p> - -<h3 id="C_Besuch_Karlsbad">C. Besuch des böhmischen Erzgebirges und der angrenzenden -Gebiete von Karlsbad aus.</h3> - -<h4 id="Karlsbad">Karlsbad.</h4> -</div> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe.</b> Karlsbad besitzt zahlreiche, comfortabel eingerichtete Hôtels: -Hôtel »<i>goldenes Schild</i>« mit den dazu gehörigen Gebäuden: »<i>Erzherzog -Stephan</i>«, »<i>zwei deutsche Monarchen</i>« und »<i>Gartenhaus</i>«; -»<i>Hôtel Anger</i>«, nahe dem Theater, Hôtel »<i>zum österreichischen -Hof</i>« (Neue Wiese); »<i>Hôtel Hannover</i>« (Markt); »<i>Hôtel drei -Fasanen</i>« und »<i>Hôtel Erzherzog Karl</i>« (Kirchengasse); »<i>Hôtel -Hopfenstock</i>«, »<i>Hôtel Loib</i>« und »<i>Rheinischer Hof</i>« (Geweidiggasse); -Gasthof »<i>zum goldenen Schwan</i>« (Kreuzgasse); »<i>Hôtel -Paradies</i>«, »<i>Hôtel Morgenstern</i>« (Kaiserstrasse); Wiesingers »<i>Hôtel -National</i>« (Gartenzeile); »<i>Hôtel Donau</i>« (Parkstrasse); »<i>Hôtel baierischer -Hof</i>« (Egerstrasse); »<i>Hôtel Lyon</i>« (Bahnhofstrasse).</p> - -<p><b>Restaurationen</b> u. <b>Speisehäuser</b>. »<i>Curhaus</i>« (Quai), »<i>Salle de Saxe</i>« -(Alte Wiese), »<i>Restauration Pupp</i>« (Pupp'scher Park), »<i>Sanssouci</i>« -(am Kiesweg), »<i>Blauer Stern</i>« (Prager Gasse), »<i>Römer</i>«, »<i>Stadt -Leipzig</i>« und »<i>Rother Ochs</i>« (Geweidiggasse), »<i>am Rhein</i>« (Andreasgasse), -»<i>Bellona</i>« (Schlossplatz), »<i>Schützenhaus</i>«, »<i>Friedrich-Wilhelmsthal</i>« -(hinter der alten Wiese), »<i>Königshof</i>« (Wiesenberg), -»<i>Liederhalle</i>« (Schulgasse), »<i>Elisium</i>« (Panoramastrasse).</p> - -<p><b>Caféhäuser</b> (die beliebtesten): »<i>Café Elefant</i>« (auf der Alten Wiese), -»<i>Pupp's Café-Salon</i>«, »<i>Zur Stadt Hamburg</i>« (Kreuzgasse), im -»<i>Panorama</i>«.</p> - -<p><b>Postamt</b> am Markte. <b>Telegraphenamt</b> mit Nachtdienst (im Postgebäude).</p> - -<p><b>Haupt-Zollamt</b> (Egerstrasse).</p> - -<p><b>Photographische Ansichten</b> von Karlsbad und Umgebung in den Buchhandlungen -von Hans <i>Feller</i> (Mitte der alten Wiese zur »Eiche«, und -Mühlbadgasse zu »3 gold. Sterne«).</p> - -<p><b>Zeitungslese-Salon</b> im Curhause.</p> - -<p><b>Directe Eisenbahn-Verbindungen</b> mit dem ganzen Continente.</p> - -<p>Karlsbad ist Station der Buschtiehrader Eisenbahn (Böhmische Nordwestbahn). -Nach einer Reihe grösserer Städte verkehren ab Karlsbad -<i>directe</i> Wagen.</p> - -<p><b>Lohnfuhrwerke.</b> <i>Omnibusse</i>: Vom Bahnhof in die Stadt 40 kr., Handgepäck -frei. <i>Droschken</i> (Einspänner): Vom Bahnhof in die Stadt 1 fl. 20 kr., -(50 Kilo Gepäck frei). Vor 6 Uhr Morgens u. nach 9 Uhr Abends sind die Taxen -etwas höher. Für Lohnfuhrwerke besteht eine besondere behördlich genehmigte -Taxordnung. Dieselbe ist abgedruckt im »Karlsbad im Portemonnaie.« -Pr. 20 kr.</p> - -<p><b>Omnibusfahrten</b> (täglich) nach <i>Pirkenhammer</i>, <i>Aich</i>, <i>Dallwitz</i> u. -»Giesshübler Sauerbrunn«.</p> -<table class="p" summary="Postverbindung"> -<tr> -<td><b>Postverbindung</b></td><td>nach</td><td>Petschau</td><td>täglich</td><td>1</td><td>mal</td> -</tr> -<tr><td></td> -<td class="tdc">"</td><td>Buchau</td><td class="tdc">"</td><td>1</td><td class="tdc">"</td> -</tr> -<tr><td></td> -<td class="tdc">"</td><td>Bärringen</td><td class="tdc">"</td><td>1</td><td class="tdc">"</td> -</tr> -<tr><td></td> -<td class="tdc">"</td><td>Neudek</td><td class="tdc">"</td><td>2</td><td class="tdc">"</td> -</tr> -</table> - -<p><b>Privatwohnungen.</b> Diese sind durchwegs mit Comfort eingerichtet. In -Folge des in den letzten Jahren so grossartigen und noch fortschreitenden -Ausbaues der Stadt herrscht in keiner Saison Wohnungsmangel.</p> - -<p><b>Aemter.</b> Bezirkshauptmannschaft (Neue Wiese, Nro. 578, II. Stock). Bezirksgericht -(Neue Wiese, Nro. 578, I. Stock), Steuer- und Grundbuchs-Amt, -Bürgermeisteramt (Stadthaus, Mühlbadgasse Nro. 20). Polizeiamt (Stadthaus, -II. Stock, Nro. 4), Militär-Badehaus-Commando (Militär-Badehaus am Quai), -Notariat (Mühlbadgasse z. »Samson«).</p></div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_67">[67]</a></span></p> - -<p><b>Beschreibung und Geschichte der Stadt.</b> Die weltberühmte -Curstadt <i>Karlsbad</i>, oder <i>Kaiser-Karlsbad</i> (Karlovy Vary, -Thermae Carolinae), in älteren Urkunden auch <i>Warmbad</i>, -liegt unter 50° 13´ 22´´ nördl. Breite, 30° 33´ 5´´ östl. Länge -(östl. v. Ferro), 374·13 Meter über der Meeresfläche zu beiden -Seiten des engen Tepelthales malerisch zwischen dem Hammerberge, -dem Hirschenstein und dem Bernardsfelsen am linken, dem -Tappen- (oder Laurenz-), Buchen- und Galgenberge, am rechten -Ufer der Tepel, die sich unweit nördlich von der Stadt in die -Eger ergiesst. Die Stadt erstreckt sich in fast ununterbrochener -Häuserreihe von der Franz-Josef-(Eger-)Brücke bis zur protestantischen -Kirche, einer Wegstrecke von etwa 1 Stunde. Die -meisten Häuser sind 2, auch 4 Stockwerke hoch und fast durchwegs -mit Hausschildern versehen. An vielen Stellen ist die Thalwand, -an welche sich die Häuser der Hauptstrasse lehnen, so -steil, dass die Giebel die Felsen berühren. Hie und da wurde -der Granitfels hinweggesprengt, um Platz für die Häuser zu -gewinnen. Ausserhalb der Hauptstrasse sind die Wohnungen -einzeln oder in Gruppen auf den Absätzen und Terrassen der -beiden Thalwände hingestreut und mit freundlichen Gärten und -Anlagen umgeben; sie scheinen an den Wänden der Berge zu -hängen. – <i>Die schönsten Stadttheile sind</i>: Die <i>alte -Wiese</i> mit dem daranstossenden <i>Goetheplatze</i> und das <i>Puppsche -Etablissement</i>, die <i>Marienbader Strasse</i> mit der -damit zusammenhängenden <i>neuen Wiese</i> und dem Dr. <i>Becherplatze</i>, -ferner der <i>Marktplatz</i>, der <i>Schlossberg</i>, -die <i>Parkstrasse</i> und die <i>Gartenzeile</i>. – Alle Hauptstrassen -haben sehr gute Trottoirs und ein grosser Theil der Stadt ist -gepflastert. Von welcher Seite man auch die alte stolze Thermenstadt, -von Natur und Kunst reichlich geschmückt, betrachten -mag, immer gewährt sie mit ihren waldesgrünen Bergkuppen -einen zaubervollen, köstlichen Anblick. – Karlsbad zählt bei -12.000 Einwohner mit 900 Häusern, Curfrequenz über 25.000 -Personen im Jahre, wobei Passanten und Touristen nicht mitgerechnet -sind. Da die Stadt ihren Weltruf den Mineralquellen -zu verdanken hat, so wollen wir unsere Aufmerksamkeit in erster -Reihe diesen segenspendenden Heilquellen zuwenden, die sowohl -innerlich als auch äusserlich (als Bäder) angewendet werden. -Karlsbad ist der Hauptrepräsentant der alkalisch-salinischen Mineralquellen. -Das schwefelsaure Natron, kohlensaure Natron, -Chlornatron und die hohe Temperatur sind die Hauptfactoren -der therapeutischen Wirkung dieser Thermen. Die in Gebrauch -stehenden Quellen differiren in der Temperatur von 73·3° C. bis -21·5° C. Es gibt daher <i>heisse</i>, <i>warme</i> und <i>kühle Quellen</i>. -Ihr Wasser ist klar und farblos, ohne charakteristischen Geruch, -von schwach salzigem Geschmack und wird sofort ohne Widerwillen<span class="pagenum"><a id="Seite_68">[68]</a></span> -oder Ekel getrunken. Die <i>Bäder</i> werden mit oder ohne -Zusatz in den städtischen, mit allem Comfort eingerichteten -Badehäusern verabreicht; daselbst finden sich auch <i>Dampfbäder</i>, -kalte und warme <i>Douchen</i> (Mineraldouchen), <i>Süsswasserbäder</i>, -ferner <i>Moorbäder</i> (der eisenreiche Franzensbader -Moor aus dem eigenen Lager der Stadt), <i>Eisenbäder</i> -aus der Karlsbader Eisenquelle, <i>kohlensaure Wasser- und -Gasbäder</i> von dem sogenannten Sauerbrunn. <i>Ziegenmolken</i> -werden an den Quellen verabreicht. – Die <i>Mineralwässer</i> -sowie die Quellenproducte (Sprudelsalz, Sprudelpastillen und -Sprudelseife) können bei allen Mineralwasser-Depôts des In- und -Auslandes, in Karlsbad durch die Karlsbader Mineralwasser-Versendung -»Löbel Schottländer« bezogen werden. Nach den Lehren -der bedeutendsten Kliniker und den Erfahrungen der Karlsbader -Aerzte sind folgende Krankheiten als Heilobjecte für Karlsbad -anzusehen. Krankheiten des <i>Magens</i>: Chronischer Magenkatarrh, -Kardialgie (Magenschmerz), Magengeschwür, Dyspepsie, Magenerweiterung; -des <i>Darmes</i>: Chronischer Katarrh, chronische -Diarrhöe, habituelle Stuhlverstopfung, Duodenalgeschwür, Hämorrhoiden; -der <i>Milz</i>: Chronische Hyperämie, Milztumoren (nach -Wechselfieber u. s. w., wie sie bei Bewohnern von Sumpfgegenden -und der heissen Zone auftreten); der <i>Leber</i>: Hyperämie derselben, -Fettleber, die heilbaren Formen des Icterus (Gelbsucht), -Hypertrophie, beginnende Speckleber, Gallensteine; der <i>Nieren -und Harnorgane</i>: Chronischer Katarrh derselben, Nieren- und -Harnsand, Nieren- und Blasensteine (sehr gerühmt als Nachcur -nach Blasenstein-Operationen), Albuminurie (wenn sie nicht die -Folge von Krankheiten ist, welche den Gebrauch von Karlsbad -contraindiciren); der <i>Prostata</i>: chronische Hyperämie in Folge -venöser Stauungen im Unterleibe, Hypertrophie der Prostata, -chronischer Katarrh der Gebärmutter, chronischer Uterusinfarct; -<i>Gicht</i>: Skrophulose, Asthma, wenn es nicht durch organische -Veränderungen in der Lunge oder im Herzen bedingt ist; <i>Fettleibigkeit</i>, -Unterleibsplethora; <i>Diabetes mellitus</i> (Zuckerharnruhr). -<i>Alle jene Krankheiten, welche als Folge -von Blutstockungen im Unterleibe auftreten</i> (wenn -diese nicht in Aftergebilden, Veränderungen des Gefäss-Apparates -u. s. w. begründet sind), eignen sich in hervorragender -Weise als Heilobjecte für Karlsbads Thermen, welche die Darmthätigkeit -anregen und die Defäcation befördern. Diese Thermen -wirken schmerz- und krampfstillend, sie vermehren die Alkalescenz -des Blutes und sind daher säuretilgend; sie regen die Secretionen -an (besonders die Gallensecretion und Harnausscheidung), sie -üben Einfluss auf die Absorption der Fettgebilde.</p> - -<p>Karlsbad hat 17 warme Mineralquellen, welche die Ausflüsse -einer einzigen grossen Wassermasse sind und auf dem von der<span class="pagenum"><a id="Seite_69">[69]</a></span> -Stadt bedeckten Raume entspringen. 1. Der <i>Sprudel</i>, am rechten -Ufer der Tepel, mitten in der Stadt, dem Marktplatze gegenüber, -ist von allen Quellen die älteste, berühmteste, wirksamste und -ergiebigste und zeichnet sich durch seine hohe Temperatur (58·2° R.) -aus. »Er steigt in kurzen brausenden Stössen schäumend durch -eine zwei Klafter lange und 5 Zoll breite hölzerne Röhre, welche -unmittelbar in die Sprudelschale senkrecht eingelegt ist, aus dem -in der Tiefe befindlichen grossen Reservoir von Thermalwasser -einige Schuh hoch empor und fällt in ein weites Becken herab, -von wo aus sein Wasser durch den unteren Sprudelraum theils -in die Sprudelsalz-Erzeugungs-Anstalt, theils in die Badehäuser, -theils in Rinnen in die Tepl abfliesst. Das abfliessende Sprudelwasser -ist noch so heiss, dass Eier in demselben gesotten werden -können. 1879 wurde eine neue, prachtvolle, in Eisen construirte -<i>Colonnade</i> und <i>Quellenhalle</i> nach Plänen der Wiener -Architekten <i>Fellner</i> und <i>Hellmer</i> vom Fürst Salm'schen Eisenwerke -in Blansko mit einem Kostenaufwande von 240.000 fl. -erbaut. Diese Colonnade repräsentirt einen in seiner Art einzig -dastehenden Prachtbau, bei welchem sowohl geniale Construction, -wie Anwendung bedeutender architektonischer Decoration bei -Eisenbauten auf das Sprechendste zur Geltung kamen.« Diesem -Gebäude schliesst sich das Sprudelbadehaus mit 26 Badelogen an. -2. Die <i>Hygieensquelle</i> (58·2° R.), in der Nähe des Sprudels. -Im Pavillon dieser Quelle steht die <i>Hygea-Statue</i>, ein Werk -des berühmten Bildhauers <i>Fernkorn</i>. 3. Der Sprudelsäuerling -(25° R.) in der Nische der Sprudelhalle; die folgenden Quellen -befinden sich am linken Teplufer, u. zw. 4. die Kaiser -<i>Karls</i> IV. Quelle (34·7° R.); 5. der <i>Marktbrunn</i>, beide am -Marktplatze; der Reihe nach stromabwärts folgen: 6. der <i>Mühlbrunn</i>, -am Ende der Mühlbadgasse, wurde neu überbaut und -mit der im J. 1876 (nach dem Plane von Prof. <i>Zitek</i> aus Prag) -vollendeten griechischen <i>Säulenhalle</i>, der sog. <i>neuen Mühlbrunnencolonnade</i> -verbunden. Dieselbe ist ein monumentaler -Prachtbau, aus Stein gehauen, und kostete 680.000 fl. -7. Der <i>Neubrunn</i> (49·3° R.), 8. Der <i>Bernardsbrunn</i>, 9. -die <i>Elisabethquelle</i> (35·5° R.), 10. die <i>Felsenquelle</i>, -am Fusse des Bernhardsfelsens (47·6° R.), 11. der <i>Curhausbrunn</i> -(52·2° R.), vor dem Curhaus, 12. die Dr. <i>Hochbergerquelle</i> -(32·50° R.) im Militärbadehause, 13. der -<i>Kaiserbrunn</i> (39·3° R.) im Militärbadehause, 14. die <i>Spitalquelle</i> -(28° R.) hinter dem Fremdenspital, 15. der <i>Theresienbrunn</i> -(48·3° R.) oberhalb der Colonnade, hat seinen Namen -von der grossen Kaiserin Maria Theresia; rechts davon das -<i>Körner-Denkmal</i>; 16. der <i>Schlossbrunn</i> (44·6° R.) am -Schlossberg, 17. die <i>Quelle zur russischen Krone</i> (28° R.) -am Schlossplatz, ist nicht kunstgemäss gefasst.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_70">[70]</a></span></p> - -<p>Sind auch die Heilquellen die Haupteinnahmsquellen der Bewohner -Karlsbads, so betreiben letztere auch Industrie, die wegen -ihrer Eigenthümlichkeit »<i>Karlsbader Industrie</i>« genannt -wird. Zu dieser gehört die Erzeugung mannigfacher Gegenstände -aus Stahl in Verbindung mit Sprudelstein, so namentlich: Federmesser, -Vorstecknadeln, Portmonnais, Cigarrentaschen, Briefbeschwerer -u. s. w.; doch werden die Sprudelsteine auch zu -selbstständigen Gegenständen verarbeitet. Weitere Industriezweige -sind: die Nadlerei, die Dosenerzeugung aus Papiermaché, die -Zinngiesserei, die Galanterietischlerei und neuestens die Fabrication -von Blumenbouquets.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten.</b> <i>Kirchen und Andachtsstätten</i>: -Die <i>St. Magdalenenkirche</i> oder <i>Dechanteikirche</i> (auf -dem Kirchenplatz) wurde von dem böhmischen Baumeister <i>Dienzenhofer</i> -in den Jahren 1732–1736 auf Kosten des Kreuzherren-Ordens -und mittelst einer Schenkung Kaiser Karls VI. -von 1000 Ducaten an Stelle der schon seit 1485 bestandenen -alten Kirche erbaut. Sie besitzt zwei schöne Altarbilder (Maria -Magdalena und Christus am Kreuz) und eine Orgel mit 28 Registern. -– Die <i>Kirche zum hl. Andreas</i> (in der Andreasgasse) -mit einem werthvollen, dem berühmten <i>Leonardo da -Vinci</i> zugeschriebenen <i>Altarbild</i>, darstellend den hl. Andreas. -Auf dem bei dieser Kirche befindlichen <i>Gottesacker</i> stehen -mehrere denkwürdige <i>Grabsteine</i>, von denen wir das Grabmal -des um Karlsbad hochverdienten <i>Dr. David Becher</i> (geb. zu -Karlsbad 1705, gest. 1792) und das des <i>Musikers und Componisten -Wolfgang Amadeus Mozart</i> (gest. am 30. Juli -1844), des zweiten Sohnes unseres unsterblichen Mozart, hervorheben. -– Die <i>Marienkapelle</i> (hinter der alten Wiese am -Waldessaum), errichtet 1700 vom Grafen Sternberg. – Die <i>protestantische -Kirche</i> und das <i>griechische Bethaus</i> (in -der Marienbader Strasse). Die <i>anglikanische Kirche</i> (am -Ende der Schlossbergstrasse). Die neue <i>Synagoge</i> (in der -Parkstrasse) in schönem maurisch-romanischen Style gebaut. Der -Bau derselben begann 1876 und wurde 1878 nach dem vom Baurathe -<i>Wolf</i> aus Stuttgart gefertigten Plane vollendet.</p> - -<p><b>Oeffentliche Gebäude</b>: <i>Stadthaus</i>, bis vor kurzem Mühlbadgebäude -genannt (in der Mühlbadgasse). Das älteste städtische -Gebäude ist wohl der hoch über den Häusern des Marktplatzes -emporragende <i>Stadtthurm</i>, welcher um 1608 auf den Trümmern -des alten, durch Kaiser Karl IV. erbauten Jagdschlosses errichtet -worden ist. Das <i>Bezirksamtsgebäude</i>, das <i>Post-</i> und -<i>Telegraphenamt</i>, das <i>Hauptzollamtsgebäude</i> (wurden -schon an anderen Stellen erwähnt). Das <i>Theater</i> (an der neuen -Wiese). Die <i>Volksschule</i> (in der Schulgasse). Die <i>zweite<span class="pagenum"><a id="Seite_71">[71]</a></span> -Volksschule</i> (an der Egerstrasse). Die <i>Bürgerschule</i> (am -Schillerplatze). Die <i>Sprudelcolonnade</i> und die <i>Mühlbrunnencolonnade</i> -(wurden bereits an anderer Stelle erwähnt). -Die <i>Marktbrunnhalle</i>. Die <i>Trinkhalle</i> am Schlossbrunnen. -Das grossartige <i>Curhaus</i> mit 75 Badelogen, 8 Moor-, 3 Voll-, -2 russischen Dampf- und 2 Douchebädern. Das 1880 dem Curhause -gegenüber erbaute <i>Neubad</i>. Das <i>Militär-Badehaus</i> -(am Quai) mit sehenswerther <i>Kapelle</i> und sehenswerthem -<i>Speisesaale</i>. Erstere enthält sehr schöne Freskomalereien von -dem bekannten Historienmaler <i>Kandler</i> und ein Crucifix mit -zwei betenden Engeln aus carrarischem Marmor von dem Bildhauer -<i>Wenzel Lewy</i> in Rom; im Speisesaal ziehen das Bildniss -Sr. k. k. apostol. Majestät Franz Josef I., ferner ein grosses -Oelgemälde von <i>Kandler</i>, die Entdeckung Karlsbads vorstellend, -dann schöne, auf Oesterreichs Heer sich beziehende Fresken unsere -Aufmerksamkeit auf sich. Das <i>Fremden-Hospital</i> (am Quai).</p> - -<p>»Die früheste Geschichte der Stadt Karlsbad liegt grossentheils -im Dunkel. Aelter als alle Geschichte überhaupt sind die -heissen Quellen selbst. Sie haben vor undenklichen Zeiten durch -den Kalksinter, den sie noch jetzt fortwährend absetzen, den -Grund und Boden, die sog. Sprudelschale, gebaut, auf welcher -nachmals die Stadt gegründet worden ist, und über welche zum -Theil die Tepel hinfliesst. Ehe dieses steinerne Gewölbe entstand, -vermischte sich das heisse Wasser der Quellen mit den Fluthen -der Tepel und theilte dieser, sowie der Eger, in die sie ausfliesst, -einen hohen Wärmegrad mit.«</p> - -<p>Der uralten Sage nach wurde der Sprudel durch Kaiser -Karl IV. auf einer Hirschjagd entdeckt. Die Sage berichtet, dass -der Kaiser mit seinem Gefolge einst in den damals dicht bewaldeten -Bergen gejagt und einen Hirschen verfolgt habe. Dieser -sei von dem später durch den Namen »Hirschensprung oder -Hirschenstein« verewigten Felsen in das Thal hinabgesprungen, -wohin ihm einer der Jagdhunde folgte, der sich im heissen Quellwasser -die Füsse verbrannt, durch sein Geheul die Jäger herbeigelockt -und dadurch die Entdeckung des Sprudels veranlasst -haben soll. Der Kaiser selbst soll dann das Wasser auf Anordnung -seines Leibarztes P. Bayer gegen ein Uebel an seinem -Fusse gebraucht und 1364 eine Stadt am Fusse des Berges und -ein Schloss am Abhange des Hirschensteines erbaut und dadurch -die Entstehung des Ortes Karlsbad herbeigeführt haben. Jedoch -sprechen ausser allgemeinen Gründen und Beweisen auch urkundliche -und historisch beglaubigte Zeugnisse dafür, <i>dass der -Curort im XIII. Jahrhundert schon bestand</i> und wahrscheinlich -zu Ende des XII. oder zum Beginn des XIII. Jahrhunderts -durch eine Colonie der Bewohner aus der nächsten -Umgebung gegründet worden ist. Schon im IX. Jahrhundert war<span class="pagenum"><a id="Seite_72">[72]</a></span> -die Umgegend bewohnt, und hatten namentlich die Markgrafen -von Vohburg das benachbarte Stein-Elbogen gegründet. Da der -Dampf der Quellen, besonders bei kalter Witterung, weithin -sichtbar ist, so mussten diese schon damals bekannt gewesen -sein. Auf einer zu Anfang des XIII. Jahrhunderts von dem Geschichtsforscher -Gelasius Dobner entworfenen Landkarte von Böhmen -findet sich genau an der Stelle des heutigen Karlsbad der -Ort <i>Wary</i> vor, welche czechische Benennung so viel wie »Warmbad« -bedeutet, unter welchem Namen Karlsbad noch im Mittelalter -vielfach selbst urkundlich genannt wird.</p> - -<p>Den schlagendsten Beweis aber, dass Karlsbad mindestens -ein Jahrhundert vor Kaiser Karl IV. in seinen ersten Anfängen -schon existiert haben muss, liefert König Johann's Privilegium -oder vielmehr Breve testatum vom Jahre 1325, mittelst welchem -König Johann, der Vater Karl's IV., Warmbad (Karlsbad) mit -dem nahen Dorfe Thiergarten belehnt. Kaiser Karl IV. ist sonach -weder der Entdecker noch der Begründer, sondern der -<i>Mäcenas</i> von Karlsbad, der daselbst wiederholt sich aufhielt. -Er erhob mittelst Privileg vom 14. August 1370 aus Nürnberg -Warmbad zur Stadt, verlieh ihr den Namen Karlsbad und dieselben -Freiheiten und Rechte wie den Bürgern von Elbogen. -Karlsbad nahm durch Karl IV., seinen grössten Wohlthäter, einen -höheren Aufschwung als Kurort. 1401 verlieh König Wenzel IV. -der Stadt noch das Asylrecht. Im Jahre 1434 wurde durch Kaiser -Sigmund die Herrschaft Elbogen nebst dem dazu gehörigen -Karlsbad an den Grafen Caspar Schlick und von den Erben -des Letzteren das Schloss »Warry« an den Ritter Polacky verpfändet; -doch mussten in Folge ausgebrochener Streitigkeiten -die Schlicke dem Ritter Polacky sein Pfandrecht auf das Schloss -»Warry« wieder ablösen. Als sich Graf Hieronymus Schlick die -verpfändeten Güter 1547 an Kaiser Ferdinand I. zurückzugeben -genöthigt sah, kam auch Karlsbad wieder an die Krone Böhmens -zurück. Später wurde die Stadt wieder verpfändet.</p> - -<p>Das <i>erste</i> schriftliche Zeugnis über die grosse Heilkraft -dieser Thermen liefert der Dichter <i>Bohuslav von Lobkowitz</i> -in seiner schönen lateinischen Ode: In thermas Caroli IV., die -er vor dem Jahre 1510 verfasste. Bis zum Jahre 1520 hat man -die Karlsbader Quellen nur zu Bädern benützt. Um diese Zeit -führte man auf Anrathen des Dr. <i>Payer</i>, der i. J. 1522 die -<i>erste</i> medicinische Abhandlung über Karlsbad erscheinen -liess, auch die <i>Trink-Kuren ein</i>. Die erste richtige <i>physikalisch-chemische</i> -Untersuchung der Karlsbader Mineral-Quellen -wurde durch den berühmten Dr. <i>David Becher</i> i. J. -1766 angestellt. Obgleich die Stadt von mancherlei Unglücksfällen -betroffen wurde – wir nennen blos die grosse Überschwemmung -i. J. 1582 und die schreckliche Feuersbrunst am<span class="pagenum"><a id="Seite_73">[73]</a></span> -13. August 1604, wodurch die Stadt bis auf drei Häuser zerstört -wurde – so steigerte sich ihr Wohlstand derartig, dass sie benachbarte -Herrschaften kaufen konnte. Im Jahre 1554 wurden -die Bewohner von Karlsbad lutherisch und blieben es, bis der -letzte Pastor Johann Rebhun am 24. August 1628 mit allen -Einwohnern, welche nicht zur katholischen Lehre zurückkehren -wollten, die Stadt verlassen musste. Der unheilvolle dreissigjährige -Krieg verschonte auch Karlsbad nicht, das viel durch -Einquartierungen, Brandschatzungen u. dgl. zu leiden hatte. Erwähnenswerth -ist, dass Kaiser Josef I. i. J. 1707 Karlsbad zu -einer königlichen freien Stadt erhob, und dass Kaiser Karl VI. -bei seinem Aufenthalte in der Stadt 1732 der Bürgerschaft 15.000 fl. -Quartiergeld und 1000 Ducaten zum Baue einer neuen Kirche -schenkte. Trotz aller Drangsale, die Karlsbad seit der zweiten -Hälfte des 18. Jahrhunderts theils durch Ueberschwemmungen -(1735, 1784, 1806, 1821, 1867, 1870, 1872 und 1876), theils -durch Kriegsereignisse (1741 und 1742, 1757 und 1762, 1809 -und 1813, 1866), theils durch Sprudelausbrüche (1713, 1727, -1824, 1832, 1834, 1835, 1838, 1845, 1855, 1856 und 1878), theils -durch Brände (1759) betroffen, blühte die Stadt durch immer -grössere Frequenz, sowie durch treffliche Einrichtungen und Entdeckungen -zu einem weltberühmten Heilbade empor. Karlsbad -war noch im Jahre 1650 ein kleines Landstädtchen mit Holzhäusern -und Riegelwandgebäuden; erst seit dem Jahre 1827 -zeigte sich das Streben, die Stadt zu verschönern. Wahrhaft -<i>Grossartiges</i> geschah in dieser Beziehung in den letzten -Jahren; denn <i>Karlsbad ist jetzt eine Stadt von Palästen</i>. -Es ist, wie Dr. <i>Eduard Hlawaček</i>, der überaus -verdienstvolle Schriftsteller über Karlsbad, ganz zutreffend bemerkt, -gegenwärtig sowohl in Betreff seiner Trink- und Badeanstalten, -als auch der Wohngebäude, öffentlichen Promenaden -und Belustigungslocale unstreitig einer der grössten und comfortabelsten -Trink- und Badeorte, und sein Ruf als <i>Heilort</i> -ist nicht bloss ein europäischer, sondern ein fast über die bekannte -Erde verbreiteter. Karlsbad wird daher oft die <i>Königin</i> -der Curorte genannt, eine Benennung, die es nicht bloss wegen -der Ausdehnung der Stadt, der grossen Frequenz, besonders auch -wegen der Schönheit und Mannigfaltigkeit der Umgebungen, vor -allem aber wegen der unbestrittenen grossen Heilkraft seiner -Quellen und des imposanten Naturschauspieles seines heissen -Sprudels wohl mit Recht verdient! – Es ist das »Nobelbad« -par excellence; als solches zählte es von jeher unter seinen -Curgästen nicht nur <i>gekrönte</i> Häupter, sondern auch Minister -und Feldherren, Dichter, Künstler und Gelehrte oder sonst wie -hervorragende Persönlichkeiten. Wir nennen nur: Czar Peter den -Grossen, Kaiser Karl VI., Kaiser Josef II., Kaiserin Maria Ludovika,<span class="pagenum"><a id="Seite_74">[74]</a></span> -Kaiser Franz I. von Oesterreich mit seiner Tochter, -Königin Maria Louise von Frankreich, König Friedrich Wilhelm -III., König Wilhelm von Preussen, jetzigen Kaiser von -Deutschland, das Kaiserpaar von Brasilien; Bohuslaw von Lobkowitz, -Ferdinand, Erzherzog von Oesterreich mit seiner Gemahlin, -der »schönen Welserin«; Albrecht von Waldstein, Prinz Eugen, -Laudon, Fürst Karl Schwarzenberg und Fürst Blücher; Gellert, -Herder, Goethe, Schiller, Theodor Körner; Beethoven, den Violinvirtuosen -Polledro; Fürst Metternich. – (Aus neuer und neuester -Zeit) Laube, Geibel, Auerbach, Ad. Stifter, K. E. Ebert, Fr. Halm, -Erzbischof Pyrker, David Strauss; Fürst Bismarck und Moltke. -Mit Recht sagt der Schriftsteller <i>Anton August Naaff</i>: »In -und um Karlsbad ist fast jedes Fleckchen Erde historisch, und -selten hat die politische, die Cultur- und Personalgeschichte an -einem anderen Orte so viele und grosse Merkzeichen ihres Waltens -eingeschrieben, wie bei Karlsbad. Auf Schritt und Tritt stossen -wir auf die Spuren eines grossen Namens der berühmtesten -Männer ihrer Zeit.«</p> - -<p>Karlsbad ist der Geburtsort folgender hervorragender Männer:</p> - -<p><i>Fabian Summer</i>, Dr. der Medicin. Dr. <i>David Becher</i>, -Karlsbader Hippokrates genannt. (Schon erwähnt.) <i>Leopold -Stöhr</i>, geb. den 22. Mai 1769, gest. am 26. März 1834 als Dechant -zu Karlsbad, verdient mit vollem Rechte den Namen des »Historiographen« -von Karlsbad. <i>Franz Pittrof</i>, geb. 1738 und -starb als Grossmeister des Kreuzherrenordens zu Prag. Der Thiermaler -<i>Peter</i>, geb. 1745, gest. 1829 zu Rom. Der Musikdirector -<i>Josef Labitzky</i>. Der Orientalist Dr. <i>August Pfitzmeier</i>, -geb. 16. März 1808. Dr. <i>Eduard Hlawaczek</i> (gest. 1880). -Dr. <i>Anton Bermann</i> (gest. 1878). Dr. <i>Franz Damm</i> (gest. -1870) u. a. m.</p> - -<h5>Spaziergänge:</h5> - -<p>Die Umgebung von Karlsbad, eine wahrhaft romantische, -paradiesische Gebirgsgegend, besitzt zahlreiche, vortrefflich angelegte -Spaziergänge mit schönen abwechslungsvollen Aussichtspunkten, -geschmackvollen Monumenten, Gedächtniss- und Ruheplätzen -und gleicht einem prachtvollen, im grossartigen Style -angelegten englischen Parke.</p> - -<p>1. Die <i>*alte Wiese</i> mit dem Marktplatze. Den Marktplatz -zum Ausgangspunkte nehmend, gehen wir auf der <i>alten Wiese</i> -entweder im Schatten der Kastanienbäume auf dem schönen, -glasbedeckten Steinfusssteige vor den Boutiquen, oder an der -Häuserreihe auf ebenfalls sehr gutem Steinfusssteige bis zur Allee -hinter dem böhmischen Saale auf und ab. <i>Dieser Spaziergang<span class="pagenum"><a id="Seite_75">[75]</a></span> -gewährt unstreitig die meiste, abwechslungsvollste -Unterhaltung.</i> Zu beiden Seiten <i>viele</i> Kaufläden -mit den <i>verschiedensten</i> Artikeln aus der Heimat und fremden, -fernen Ländern; weshalb dieser Stadttheil den vollberechtigten -Namen »<i>Bazar</i> von Karlsbad« verdient. Ueberdies versammelt -sich hier das Publikum zweimal des Tages (Vormittags nach -dem Brunn, Abends zwischen 6 und 9 Uhr) und spielt das Labitzky'sche -Musikchor öffentlich in der Woche: Sonntag, Dienstag -und Donnerstag Nachmittags von 4 bis 6 Uhr auf dem Platze -vor dem Pupp'schen (früher <i>böhmischen</i> Saal genannt) und -Mittwoch und Freitag (im Hochsommer) Abends von ½8 bis -9 Uhr auf dem Götheplatze vor dem sächsischen Saale die herrlichsten -Weisen. Die Wiese kann also in dieser Beziehung auch -»der <i>Salon</i> von Karlsbad« genannt werden.</p> - -<p>2. <i>Zum *Posthof</i> (½ St.), <i>Freundschaftssaal</i> (¾ St.) -und <i>Kaiserpark</i>. Dies ist der <i>angenehmste, daher auch -der besuchteste Spaziergang</i>, weil er ohne Steigung auszuführen -ist und prachtvolle Landschaftsbilder bietet. Am Ende -der alten Wiese wandelt man, Pupp's grossartiges Etablissement -rechts lassend, in die <i>Pupp'sche Allee</i>, der sich der sehr -belebte <i>Kiesweg</i> anschliesst. Dieser erstreckt sich bis zur -Karlsbrücke und ist rechts von Felswänden, die mit Inschriften -bedeckt sind, begrenzt. Ueber einer Felsengrotte erhebt sich der -<i>Rasumovska-Sitz</i>, links dicht am jenseitigen Ufer bemerkt -man einen <i>Wasserthurm</i>; eine kurze Strecke weiter gelangt -man rechts auf einer kleinen Erhöhung zu einem mit einem -Eisentisch und Eisenbänken ausgestatteten Plätzchen, dem <i>Fürst -Rohan-Sitz</i>. Gleich daneben der <i>Kaiserin-Sitz</i>, dem Andenken -der Kaiserin Maria Ludovika (1810) gewidmet. Nicht -weit davon gelangt man zur Restauration »<i>Sanssouci</i>«. Wir -schreiten weiter und sehen auf einem Felsvorsprunge den <i>Paulinen-Sitz</i>. -Von hier Anblick in das enge Teplthal. Die -<i>Karlsbrücke</i> links lassend, wandeln wir eine kleine Viertelstunde -weit und langen am <i>Posthofe</i>, einer Restauration mit -schönen Gartenanlagen an, wo Montag und Freitag Nachmittags -von 4–6 Uhr das Labitzky'sche Orchester spielt. Vom Posthofe aus -führt etwas bergan eine Obstallee zum Fürst <i>Schwarzenberg-Denkmal</i>, -einem, dem berühmten Sieger bei Leipzig errichteten -Obelisk. Weiter die Fahrstrasse entlang wandernd, zeigt sich -<i>links</i> die sogen. <i>Plobenbrücke</i>, nach dem <i>Plobenberg</i> -führend, <i>rechts</i> die <i>Antonsruh</i> und dann der sehr beliebte -<i>Freundschaftssaal</i> (Restauration und Café). Davon in geringer -Entfernung liegt der <i>Sitz der Freude</i>. Wir gehen -über den Steg an das jenseitige Flussufer und gelangen, die -Strasse verfolgend, nach ¼ Stunde zu der herrlich gelegenen<span class="pagenum"><a id="Seite_76">[76]</a></span> -und elegant eingerichteten Café-Restauration, welche <i>Kaiserpark</i> -heisst.</p> - -<p>3. <i>Nach dem *Hirschensprung.</i> Vom Markte aus gelangt -man einige Schritte hinter dem Schlossbrunn links über einige -Stufen in die Hirschensprunggasse. Am Ende der Häuser führt -neben dem Hause »Zur Zufriedenheit« der Weg. An der zweiten -Krümmung sind drei Wege: <i>rechts</i> der <i>Jubiläumsweg</i>, der -zu dem einsamen Plätzchen: »<i>Himmel auf Erden</i>« führt, der -<i>mittlere</i> leitet uns zur <i>Gemse</i>, weiter zu <i>Mayers Gloriett</i>; -<i>links</i> steigen wir in einigen Windungen auf den Bergrücken -des <i>Hirschensprunges</i>, dessen äusserste Spitze mit einem -Kreuze geziert ist. Hier <i>wunderschöne Aussicht</i> auf den -grössten Theil der Stadt, den Helenenhof, die Prager Kunststrasse, -den Dreikreuzberg, sowie auf das Erzgebirge und in's -Egerthal. An der Rückseite des Felsens ist eine schwarze Marmorplatte -eingemauert, auf welcher mit goldenen Buchstaben die -Namen jener Notabilitäten prangen, die Karlsbad besucht haben. -Oberhalb der Inschrift <i>Peters des Grossen</i> ist dessen Büste -aufgestellt, gemeisselt und der Stadt geschenkt von dem Bildhauer -Prof. Seidan aus Prag. Das Plätzchen vor der Marmortafel -heisst auch <i>Petershöhe</i>. Etwas tiefer gewahren wir eine Steinpyramide -mit einem Plätzchen, der <i>Theresienhöhe</i>.</p> - -<p>4. <i>Zum Findlaters- oder Mylords-Tempel.</i> Ausgangspunkt -wie in Nr. 3. Von der Hirschensprunggasse aus -betreten wir den sog. <i>neuen Weg</i> hinter den Häusern der -alten Wiese und kommen zu einem, mit einem <i>Kreuze</i> geschmückten -<i>Felsenvorsprung</i>, der einen guten Ueberblick -der alten Wiese bietet. Gleich daneben stehen an einer Felswand -die Worte: »Plus être que paraître«; das Plätzchen heisst <i>Mariannen-Ruhe</i>. -Der breite Fussweg rechts, der <i>Buturlin-Weg</i> -genannt, führt uns im Walde bergan zur <i>Hammerkapelle</i>. -Hier steht ein <i>Wegweiser</i> zur Orientirung. Wir -betreten den nach dem <i>Findlaters-Tempel</i> zeigenden Arm -und langen in wenigen Minuten daselbst an, wo wir in das -Hammerthal auf die Anlagen des Kaiserparkes blicken. Von dem -Tempel führt ein Weg in Windungen bergab unmittelbar zum -Freundschaftssaal; wir können aber auch, um zur Stadt zurückzukehren, -den geraden Weg fortsetzen und dann den <i>Chotek</i>schen -Weg einschlagen.</p> - -<p>5. <i>Die Vieruhrpromenade.</i> Am Ende des Kiesweges -(siehe 2) wenden wir uns <i>rechts</i> und betreten genannte Promenade. -Wir gelangen zu einem Plätzchen, <i>dem Fürstinnenstein</i>, -dann nach ¼ Stunde zur sogen. <i>Dichterbank</i>; in -nächster Nähe Theilung des Weges. Der <i>rechte</i> Arm leitet -nach dem Findlaters-Tempel, der <i>linke</i> bergab zu der schönen,<span class="pagenum"><a id="Seite_77">[77]</a></span> -nahe an der Strasse gelegenen <i>Stahls-Buche</i>. Auf der Fahrstrasse -zur Stadt zurück.</p> - -<p>6. <i>Zur *Freundschafts-Anhöhe</i> und zum Friedrich -Wilhelm-Platze. Den Schlossberg hinansteigend, verfolgt man -die Hauptstrasse bis zum <i>Jägerhause Kaiser Karl's</i> IV. -<i>Vor</i> dem Hause schlagen wir den <i>links</i> bergab leitenden Fussweg -ein und kommen zur <i>Findlaters-Pyramide</i> mit schöner -Aussicht in's Teplthal und nach dem Erzgebirge. Unterhalb -dieser Pyramide ist das <i>Helenen</i>-Plätzchen. Auf dem weiter -bergan führenden Weg langen wir in Schlangenwindungen bei -der <i>Freundschaftshöhe</i> an, wo wir eine <i>schöne</i> Aussicht -auf einen Theil der Stadt, das Egergebiet und das Erzgebirge -geniessen. Weiter bergan erreicht man die <i>Vogelhütte</i>. Von -der Freundschaftshöhe immer <i>links</i> bergab schreitend, erreichen -wir den <i>Friedrich Wilhelm-Platz</i>, wo wir eine der <i>schönsten -Hauptansichten</i> von Karlsbad haben. Abstieg in -mehreren Wegschlingungen zur <i>Marienkapelle</i>.</p> - -<p>7. <i>Zum *Belvedere.</i> Durch das Marien-Gässchen zum -Friedrich Wilhelm-Platz steigen wir dann bergan, wenden uns -auf dem Wege des Bergrückens rechts, gehen bei der <i>Durchhaubank</i> -vorbei, nehmen stets die <i>linke</i> Wegrichtung und gelangen -zum <i>Katharinen-Plätzchen</i>. Den Weg fortsetzend, schlagen -wir bei der Wegkreuzung den Pfad <i>links</i> ein, der uns in einigen -Minuten zum <i>Belvedere</i> führt, wo wir eine <i>schöne Aussicht</i> -auf das Teplthal, den Freundschaftssaal und auf die -Ruinen von Engelhaus geniessen. Ein schöner Waldweg leitet -uns in vielen Krümmungen in ¼ Stunde zurück auf den <i>Faulenzerweg</i> -und dieser führt auf die Marienbader Strasse.</p> - -<p>8. <i>Zur *Kaiser Franz-Josefs-Höhe.</i> Den Weg der -vorhergehenden Promenade einschlagend, gelangen wir zur <i>Marienkapelle</i>; -einige Schritte weiter geht rechts bergan ein -Weg, der sich theilt; wir wählen den <i>linken</i> Arm und kommen -zu einer merkwürdigen, interessanten Vegetationserscheinung, der -sog. <i>Buchen- und Tannenehe</i>. (Durch den Stamm einer -Tanne ist der Ast einer nahen Buche gewachsen.) Wir kehren -zur Marienkapelle zurück, steigen von hier, uns immer links -haltend, bergan und sehen die Hammerkapelle, wo wir links -einem bequemen Weg folgen, der uns aufwärts auf den höchsten -Punkt des Hammerberges führt. Dieser Platz, der zu Ehren des -Kaisers von Oesterreich <i>Franz Josefs-Höhe</i> genannt wurde, -ist mit einem schönen Gloriett geschmückt und gewährt unstreitig -die <i>prachtvollste und mannigfaltigste Aussicht in -der ganzen Karlsbader Umgegend</i>; denn man blickt in -ein nach Hammer reichendes, mit bewaldeten Bergen begrenztes -Thal, geniesst einen Ueberblick über den <i>grössten</i> Theil der<span class="pagenum"><a id="Seite_78">[78]</a></span> -Stadt und sieht das ferne Erzgebirge. Abstieg auf der anderen -Seite des Hammerberges; wir verfolgen den Pfad zum Findlaters-Tempel, -von wo wir bereits bekannte Wege betreten können, -oder wenden uns zuerst nach links, dann wieder nach rechts -und erreichen den <i>Parnassfels</i>. Von hier gelangen wir rechts -zum <i>Sommertheater</i>, zur <i>Wanderersäule</i> und zur Restauration -Sanssouci.</p> - -<p>9. <i>Zum *Aberg</i> (1½ St.). Beginn der Promenade über den -Schlossberg oder durch das Mariengässchen nach dem Friedrich -Wilhelm-Platz und dem Katharinen-Plätzchen (siehe 7). Wir schlagen -bei der Wegkreuzung den <i>rechts</i> zum <i>Bilde</i> führenden -Weg ein, wandeln geradeaus etwa ¼ Stunde weiter und erreichen -den <i>Aberg</i> mit einem Thurme, der eine <i>der schönsten -Rundansichten</i> bietet (über die Karlsbader Berge, das Erzgebirge -mit Sonnenwirbel, Engelhaus, Maria-Kulm und viele -Ortschaften der Umgebung). Von hier führt ein Fussweg in -¼ St. zur <i>Ziegelhütte</i> herab. Wir setzen den Weg fort, -bemerken eine Kapelle, hinter der sich (etwa 40 Schritte) die -Ruinen der Kirche des ehemaligen Dorfes <i>Thiergarten</i> befinden, -dessen Bewohner wahrscheinlich die ersten Ansiedler von -Karlsbad waren. Wir kommen dann zu einer Fichte (mit »<i>Echo</i>« -markirt), wo ein 4- bis 5-silbiges Echo zu vernehmen ist, endlich -zum Jägerhaus Kaiser Karls IV.</p> - -<p>10. <i>Nach dem Russelsitz.</i> Wir betreten den 9. beschriebenen -<i>Rückweg</i> zur Stadt und wandern an der Kegelbahn beim -Kaiser Karl's IV. Jägerhaus vorbei in den Wald, oder wir wählen -den Weg nach der Restauration »<i>Klein-Versailles</i>«, gehen -auf dem linken Fusswege am Waldessaume, betreten dann den -links leitenden Waldweg, kommen zu einer Lichtung und erreichen -von da links aufwärts in circa 18 Minuten den <i>Russelsitz</i> mit -<i>schöner</i> Aussicht auf das Erzgebirge. Von diesem Plätzchen -uns links wendend, kommen wir in ¼ Stunde auf den schon -bekannten Abergweg.</p> - -<p>11. Zum <i>*Maria-Sophienweg</i>, <i>weissen Kreuze</i> und -<i>Schützenpark</i> oder zum <i>Kreuz</i> im <i>Walde</i> (<i>Rohankreuz</i>). -Ueber den Schlossberg oder durch die Parkstrasse hinter dem -Militärbadehause auf den Weg nach: <i>Klein-Versailles.</i> Diese -Restauration rechts lassend, schreiten wir links am Waldsaume -fort, gehen durch Wiesengründe, betreten den rechts in den Wald -biegenden <i>Maria-Sophienweg</i> und kommen in einigen Minuten -zum sog. <i>weissen Kreuze</i>, einer Felsengruppe mit einem -Kreuze, von wo eine <i>schöne</i> Aussicht sich erschliesst. Den Weg -fortsetzend, verfolgen wir eine kurze Strecke einen Waldfahrweg, -schlagen hierauf zuerst eine <i>linke</i>, dann eine rechte Richtung -ein und bemerken <i>plötzlich</i> eine prachtvolle Scenerie: das<span class="pagenum"><a id="Seite_79">[79]</a></span> -<i>schöne, weite Egerthal</i>. Vom Bergrücken absteigend, gelangen -wir auf die Bahnhofstrasse und promeniren, diese überschreitend, -auf dem Allee-Wege, der zum <i>Schützenparke</i> -führt. Durch die <i>Gartenzeile</i> treten wir den Rückweg zur -Stadt an. – Lenken wir auf dem »vom weissen Kreuze« betretenen -Fahrweg nach <i>rechts</i> ab, so kommen wir, nach kurzer -Strecke uns wieder links abwendend, zu <i>dem Kreuz im Walde</i> -oder zur <i>Fürst Rohan's Höhe</i>, wo wir eine <i>herrliche Aussicht</i> -geniessen. Dieselbe Strecke ist auch rückwärts zurückzulegen.</p> - -<p>12. <i>Zur *Stephanshöhe</i>, <i>zum Panorama</i>, <i>zur Villa -Lützow</i>, <i>zur Statue Karl's</i> IV. und <i>nach dem Bellevue-Tempel</i>. -Vom Kirchenplatze aus durch die Schulgasse erreichen -wir nach sanftem Aufstieg bald die <i>Stephanshöhe</i>, so genannt -zu Ehren des Erzherzogs <i>Stephan</i>. <i>Schöne</i> Aussicht auf den -grössten Theil der Stadt. Auf dem Fusswege links kommen wir -zum <i>Panorama</i>, einem sehr besuchten Restaurations- und Belustigungsorte -mit <i>prachtvoller</i> Aussicht auf die Stadt. Vor -demselben ist die <i>Villa Lützow</i>. Dieser gegenüber erhebt sich -im <i>Stadtgarten</i> eine Säule mit der <i>Statue Kaiser Karl's</i> IV., -errichtet zur 500jährigen Feier der Gründung von Karlsbad (Sept. -1858). Vom Panorama aus wandern wir eine Strecke auf der -Prager Strasse und schlagen dann den Weg rechts ein, der zur -Restauration »<i>Waldschloss</i>« führt. Von hier aus gehen wir -oberhalb der Strasse im Walde nach dem <i>Bellevue-Tempel</i>, -der einen <i>wunderschönen</i> Anblick namentlich beim Sonnenuntergang -gewährt.</p> - -<p>13. <i>Zur *Camera obscura, zum Dreikreuzberg und -zur König Otto's Höhe.</i> Ausgangspuncte: die Schulgasse -über das Panorama, oder die Andreasgasse, oder die Eger- und -dann Prager Strasse. Der links bergan meist durch Buchenwald -leitende Weg bringt uns nach etwa ½ Stunde zur <i>Camera -obscura</i>, von wo wir eine <i>herrliche</i> Aussicht auf das Egerthal -und die Stadt haben. Weiter hinauf führt der Weg in -5 Minuten zum <i>Dreikreuzberg</i>. Derselbe ist zweifelsohne -nebst der Franz Josef's Höhe der <i>herrlichste</i> Aussichtspunct -von Karlsbad. Vor uns liegt die Stadt mit ihren Palästen, zur -rechten breitet sich das flurenreiche, mit blühenden Ortschaften -dicht besäete Egerthal aus, durchzogen von dem Silberbande der -Eger; im Hintergründe zeigen sich die Anfänge des Fichtelgebirges -und die schlanken Thürme von Maria Kulm; seitwärts -ragt der Gebirgswall des waldgekrönten Erzgebirges empor! -Fürwahr ein zaubervolles Bild, das sich dem Auge hier entrollt! -Durch den Wald weiter bergan erreichen wir die <i>König Otto's-Höhe</i> -mit gleichfalls <i>überaus herrlicher Rundaussicht</i>.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_80">[80]</a></span></p> - -<p>14. <i>Zu *dem Dorotheentempel, Böhmischen Sitz, -Wiener Sitz, Helenenhof und zur Laurenz-Kapelle.</i> -Ausgangspunct: die Marienbader Strasse. Unweit der protestantischen -Kirche befindet sich eine steile Felswand mit Inschriften. -Wir schreiten etwa 15 Schritte vorwärts, drehen uns -um und geniessen den Anblick einer wirklich <i>malerischen -Landschaft</i>; wie denn diese Gegend, die <i>Dorotheenau</i>, -schöne Landschaftsbilder darbietet. Den von der <i>Karls</i>brücke -aufwärts führenden Weg wählend, kommen wir zum <i>Dorotheentempel</i>, -von da weiter links bergan steigend zum <i>Böhmischen -Sitz</i>. Von hier aus steigt der Weg immer höher am Berge hinauf -und theilt sich oben; links führt er zur <i>Laurenzkapelle</i>, -<i>rechts</i> bis zur Anhöhe hinauf zum <i>Wiener Sitz</i>, wo wir eine -<i>wunderschöne Rundansicht</i> in's Teplthal und auf's Erzgebirge -geniessen. Von diesem Aussichtspuncte sehen wir einen -spitzigen, sesselförmigen Granitblock, <i>Deutschlandsfels</i> genannt. -Unterhalb vom Wiener Sitz führt eine Allee zum <i>Helenenhof</i> -mit Gartenanlagen. Die Helenenstrasse führt rechts -auf die Prager Kunststrasse, links bei der <i>Laurenzkapelle</i> -vorbei in die Stadt hinab.</p> - -<p>15. <i>Zu *dem Säuerling, dem Schweizerhofe, nach -Schönbrunn und dem Schwindelweg.</i> Dieselbe Strecke -wie 14. bis zum Dorotheentempel, von hier rechts zu dem <i>Säuerling</i>; -vor diesem geht ein Weg bergauf zu der freundlichen Café-Restauration -»<i>Schweizerhof</i>«. In linker Richtung vom Säuerling -bergab kommen wir zu der stark besuchten Café-Restauration -»Park Schönbrunn«. Von da führt am Bergeshange in den -Wald ein Weg, <i>Schwindelweg</i> genannt, der treffliche Waldpartien -bietet. Rückweg über die Plobenbrücke auf die Marienbader -Strasse.</p> - -<p>16. <i>Zu *den Friederikenfelsen und zum Bergwirthshaus.</i> -Von Schönbrunn (siehe 15.) auf ungebahntem Wege aufwärts -kletternd, kommen wir zu Granitfelsen, »<i>Friederikenfelsen</i>« -genannt. Bequemer kommen wir zu denselben, wenn -wir den nach dem Schweizerhofe leitenden Weg betreten, bis -in die Nähe der Stadt Lemberg steigen, wo ein gebahnter Weg -zu den Friederikenfelsen führt. Von da wieder nach demselben -Weg aufsteigend, gehen wir gerade aus fort bis zur Chaussée, -welche bis zum <i>Bergwirthshause</i> führt. Diese <i>Kunststrasse</i> -ist ein <i>Meisterstück</i> der Baukunst (der Bau wurde -1809 vollendet) und bietet in Folge der schlangenförmigen Windungen -die <i>schönsten</i>, <i>überraschendsten</i> Aussichtspuncte. -Mit Recht sagt die Schriftstellerin Schopenhauer: »Wahrlich, es -verlohnt sich der Mühe, alle Jahre nach Karlsbad zu reisen, -<i>einzig</i>, um darin anzukommen!« Vom Bergwirthshause wählt<span class="pagenum"><a id="Seite_81">[81]</a></span> -man die kürzere alte Prager Strasse, welche rechts von der neuen -sich am Bergrücken hinzieht. Der höchste Gipfel dieses Bergrückens -heisst <i>das ewige Leben</i> und gewährt eine <i>schöne</i> -Aussicht.</p> - -<p>17. <i>Ueber den Ploben zum Veitsberg.</i> Wir gehen -zum »Schwindelweg« (siehe 15.), biegen dann nach der <i>ersten</i> -Wegabzweigung links zu einem Waldfahrweg ab, der in 1 Stunde -bis zu dem höchsten Puncte des Bergrückens, dem <i>Veitsberg</i>, -führt. Derselbe bietet eine <i>herrliche Aussicht</i> auf einen -Theil der Stadt, den Hammerberg, Hirschensprung und Dreikreuzberg, -auf Engelhaus, sowie in's Erzgebirge. Den Weg auf dem -Bergrücken fortsetzend, betreten wir bergab einen Holzfahrweg, -der zum Schwindelweg leitet.</p> - -<h5 id="Karlsbad-Dallwitz">Ausflüge:</h5> - -<p><i>Nach Dallwitz</i> (¾ St. n. von Karlsbad). Wir spazieren -auf der Egerstrasse nach dem Dorfe Drahwitz, wo wir bei der -Ueberfuhr auf einem Kahne die Eger übersetzen, wandeln rechts -den durch Wiesen führenden Fussweg fort und langen in einer -Viertelstunde beim Dorfe <i>Dallwitz</i> an. – <i>Sehenswürdigkeiten</i>: -<i>Schloss</i>, <i>Porzellan-</i> und <i>Steingutfabrik</i> der -<i>Riedl v. Riedenstein</i>. <i>Theodor Körner's Eichen</i> (an -dem westl. Eingange des Dorfes), deren stärkste 9·4 m. im -Umfange hat und von 5 erwachsenen Personen kaum umspannt -werden kann. Eine dieser fünf uralten berühmten Eichen ist -vor zwei Jahren abgebrannt. Schon im dreissigjährigen Kriege -erliess Kaiser <i>Ferdinand</i> III. zur Schonung der ehrwürdigen -Bäume einen eigenen Befehl an die Soldaten. – <i>Karl Egon -Ebert's Linde.</i></p> - -<p><i>Nach Zettlitz</i> (¾ St.). Von der Schlackenwerther Strasse -führt eine hinter dem Bahnhofe linksab gehende Strasse über -die Zettlitzer Anhöhe, von wo sich eine schöne Rundaussicht -eröffnet. Empfehlenswerth ist das Gasthaus »zum goldenen Engel«. -Zettlitz selbst ist ein Dorf mit circa 40 Häusern und hat eine -geräumige <i>Pfarrkirche zur hl. Anna</i>, die eine der ältesten -Kirchen in der ganzen Gegend ist, denn sie wurde schon 1293 -geweiht. Ehemals war Karlsbad nach Zettlitz eingepfarrt. Auf -einem Seitenaltare der Kirche ist ein <i>Gnadenbild</i>, <i>Maria -Hilf</i>, sehenswerth. In früheren Zeiten war Zettlitz ein stark -besuchter Wallfahrtsort, gegenwärtig finden sich nur am Kirchenfeste -(26. Juli) Processionen ein. In der Nähe des Ortes wird -<i>Porzellanerde</i> gegraben. Zurück kann man über <i>Fischern</i> -und von da an der Eger stromabwärts gehen.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_82">[82]</a></span></p> - -<p><i>Nach Fischern</i> (¾ St. nordwestl. von Karlsbad). Dieses -Dorf liegt am Rohlaubache, der sich hier in die Eger ergiesst -und führt dahin ein sehr guter Fussweg über Wiesen hinter der -Franz Josefs-Brücke links am Egerufer aufwärts. – <i>Sehenswürdigkeiten</i>: -Grosse <i>Porzellanfabrik</i> (Karl Knoll), -<i>Kunstmühle</i> und <i>Dampfbrauerei</i>.</p> - -<p><i>Nach *Aich</i> (1½ St. südwestl. von Karlsbad) <i>nebst der -Partie zum Hans Heiling-Felsen.</i> Nach Aich verkehrt -<i>täglich</i> zweimal ein Omnibus. (1. <i>Abf.</i> v. Angers Hotel auf -der Neuen Wiese in Karlsbad 2 Uhr Nachm. Ank. in Aich -2¾ Uhr Nachm. <i>Rückf.</i> 5 Uhr Nachm. Ank. in Karlsbad -5¾ Uhr Nachm. – 2. <i>Abf.</i> v. Karlsbad 3½ Uhr Nachm. Ank. -in Aich 4½ Uhr Nachm. <i>Rückf.</i> 7 Uhr Abends.) Dahin führen -auch sehr angenehme <i>Fusswege</i>. <i>a</i>) Beim <i>Jägerhause</i> oder -bei <i>Klein-Versailles</i> vorüber, schlagen wir den Fussweg -<i>rechts</i> in den Wald ein. <i>b</i>) <i>Von der Ziegelhütte aus</i>: -Hinter derselben geht der Weg zuerst im Walde, dann zwischen -Feldern bergab. <i>c</i>) Hinter dem <i>Mauthschranken</i> auf der -Strasse nach Aich biegt <i>links</i> ein gerader Weg ab, der am -Waldessaume sich bis nach Aich fortzieht. Dieses Dorf zählt -100 Häuser. <i>Sehenswürdigkeiten</i>: Grossartige <i>Porzellanfabrik</i> -des A. C. Anger. <i>Schloss</i> mit Restauration und Parkanlagen, -auf einem steilen Felsen am rechten Egerufer sehr -anmuthig gelegen, bietet eine <i>hübsche</i> Aussicht und zeigt -Spuren von alter Bauart und ehemaliger Befestigung; es soll -gleichzeitig mit dem Schlosse in Elbogen erbaut worden sein. – -Von Aich eine halbe Stunde entfernt, erhebt sich in romantischer -Lage am linken Ufer der Eger eine interessante, groteske Felsengruppe, -<i>Hans Heiling-Felsen</i> genannt, in welcher die -Phantasie des Volkes die versteinerten Gestalten eines Hochzeitszuges: -das Brautpaar, den Mönch, die Gäste und Musikanten -erblickt. Die betreffende Sage ist von Dichtern und Schriftstellern -mehrfach behandelt worden. Dem Hans Heiling-Fels gegenüber -liegt eine <i>Sommer-Restauration</i>.</p> - -<p><i>Nach Pirkenhammer</i>, gewöhnlich auch <i>Hammer</i> genannt. -Es verkehren <i>täglich mehrmals</i> Omnibusse dahin. -(<i>Abf.</i> vom Theaterplatz in Karlsbad um 1½, 2, 3 und 3½ Uhr -Nachm. <i>Abf.</i> von Pirkenhammer von der Kaffee-Restauration -des A. Leibold um 5½, 6, 6½ und 7 Uhr Abends.) Pirkenhammer -liegt an der Karlsbad-Marienbader Strasse und rechts an der -Tepl. Seine Einwohner sind grösstentheils Gewerbsleute; speciell -die <i>Kunsttischlerei</i> hat hier einen hohen, vervollkommneten -Aufschwung aufzuweisen, und verdient die Werkstatt des Kunsttischlers -<i>Günther</i> mit ihren eleganten und soliden Erzeugnissen -eine besondere Hervorhebung. <i>Gasthäuser</i>: »<i>Zum Mühlengrunde</i>«<span class="pagenum"><a id="Seite_83">[83]</a></span> -(am Beginn des Dorfes) und »<i>Habsburg</i>« (im -Dorfe). Eine Viertelstunde weiter ist die bekannte <i>Porzellanfabrik</i> -von <i>Fischer & Mieg</i>, in welcher die schönsten Fabrikate -zum Kaufe anlocken. Unmittelbar hinter der Fabrik -führt ein guter Fussweg zur <i>Meczery-Höhe</i> mit weiter -Rundsicht.</p> - -<p><i>Nach *Engelhaus, dem Schloss Giesshübel und -dem Schömnitzstein.</i> Auf der schönen Prager Strasse kommt -man in zwei Stunden nach den imposanten Ruinen <i>Engelhaus</i> -mit dem Marktflecken gleichen Namens. Die Trümmer dieser -Burg, die man von den höheren Aussichtspunkten Karlsbads und -des Erzgebirges erblickt, thronen auf einem kegelförmigen, aus -Klingstein bestehenden 78 Klafter hohen Felsen, der aus dem -umliegenden Plateau steil sich emporhebt. Mittelst einer hölzernen -Leitertreppe erreichen wir den alten Fahrweg, der rechts zum -<i>ersten</i>, noch erhaltenen Burgthore, und von da gerade aus -zum <i>zweiten</i> Thore führt. Südlich vom ersten Thor schliessen -sich die halbrunde Bastion und starke Ringmauern mit Schiessscharten -an. Der ehemalige Zwinger, der sich bis zum zweiten -thurmartigen Thore zog, ist jetzt offen und mit Rasen bewachsen. -Dieses selbst war ein viereckiges Gebäude, zwei Stockwerke -enthaltend, mit regelmässigen Fensteröffnungen und hat dem -Zahne der Zeit ziemlich Widerstand geleistet. Der Burghof ist -uneben und wird links von einer Ringmauer umgeben, an die -sich östlich ein zwei Stockwerke hohes unförmliches Gebäude, -die ehemalige Wohnung des Burgherrn, anschliesst. In seinem -Innern sieht man noch Reste von Mauern und verfallene Keller. -An der Südseite des Berges steht isolirt ein viereckiges, einstöckiges -Gebäude mit unregelmässigen Fensterreihen, das vom -Grafen Hermann Černin nach der Zertrümmerung der Burg im -17. Jahrhunderte erbaut worden ist. Aus den Fenstern dieses -Gebäudes hat man eine <i>weite, wunderschöne Rundsicht</i>. -Westlich schweift das spähende Auge in die Gegend von Falkenau, -Elbogen, Schlaggenwald bis gegen Graslitz und das Egerland, -nördlich auf das erzgebirgische Hochplateau mit seinen dichtbewaldeten -Häuptern und wildromantischen Schluchten; durch -das Egerthal den Blick gegen Klösterle werfend, sehen wir die -Ruine Himmelstein.</p> - -<p><i>Geschichtliches.</i> Die Burg Engelhaus, welche zur Herrschaft -Giesshübel gehört, wurde wahrscheinlich in der ersten -Hälfte des XIII. Jahrhunderts von einem der Herren von Riesenburg -erbaut, die ja die Orte Schlaggenwald, Schönfeld und -Schlackenwerth gründeten und Petschau, Hartenstein, Buchau, -Luditz und Ossegg besassen. Urkundlich erscheint 1326 Boršo -von Riesenburg als Herr auf Engelsburg, 1434 verpfändete Kaiser<span class="pagenum"><a id="Seite_84">[84]</a></span> -Sigmund das Schloss <span id="corr084">Engelhaus</span> nebst anderen Besitzungen seinem -Kanzler Kaspar Schlick, der es bald den Herren von Plauen -verkaufte. Im Jahre 1468 wurde Schloss Engelhaus von König -Georg von Poděbrad belagert, erobert und zerstört, doch später -durch die Herren von Plauen wieder aufgebaut. Der letzte -dieses Geschlechtes war Heinrich von Plauen, nach dessen Tode -Engelhaus an den Grafen Christof von Schlick kam. Als dessen -Tochter Anna Karoline sich mit dem Freiherrn Kaspar Colonna -von Fels vermählte, ging das Schloss 1575 in den Besitz dieses -Geschlechtes über. Leonhard Colonna, Freiherr von Fels, betheiligte -sich als Protestant an dem böhmischen Aufstand, seine -Güter wurden 1621 eingezogen und Engelhaus mit Giesshübel -an den Feldmarschall Hermann, Freiherrn (später Grafen) Černin -von Chudenitz, verkauft. Im 30jährigen Kriege wurde das Schloss -Engelhaus 1635 von den Schweden zerstört. Graf Hermann -Černin liess zwar um die Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder -ein neues Gebäude mit einem Tanzsaale aufführen, doch brannte -es im J. 1718 mit dem Marktflecken ab. Nach 1639 wurde als -Hauptort der Herrschaft immer nur Giesshübel genannt. Diese -kam später (1829) an die Ritter von Neuberg und neuestens an -den Grafen Hermann von Černin.</p> - -<p>Kurz vor Engelhaus lenkt von der Prager Strasse links ein -Fussweg ab, den wir verfolgen; er führt uns zu dem <i>Schömnitzstein</i>, -der aber ¼ Stunde jenseits von der Fahrstrasse liegt. -Von dieser steilen, aus Porphyrschiefer bestehenden Felswand -geniesst man eine <i>wahrhaft entzückende Aussicht</i> in's -Egerthal und auf das Erzgebirge.</p> - -<p><i>Zum Curort Giesshübel-Puchstein</i> (Giesshübler -Sauerbrunn), <i>König Ottos Quelle</i> genannt. Dahin verkehren -<i>täglich Omnibusse</i> (<i>Abf.</i> v. Karlsbad vom Becherplatz 11 Uhr -Vorm. und 1½ Uhr Nachm. <i>Rückf.</i> gegen Abend). Die Strasse -führt durch die Dörfer: Drahwitz, Satteles, Schömnitz und Eichenhof -und bietet schöne Waldpartien. Das <i>Curhaus</i> liegt anmuthig -im Egerthale und ist von schönbewaldeten Berghängen -eingeschlossen, durch die sich nach den verschiedensten Richtungen -Spaziergänge mit herrlichen Aussichtspunkten ziehen. -Die »<i>Otto-Quelle</i>«, im Jahre 1862 zu Ehren des Königs -Otto von Griechenland so benannt, quillt circa 20 Klafter hoch -am Rücken des Berges aus dem Granitfels hervor und ist von -<i>Parkanlagen</i>, zwischen denen sich das <i>Badehaus</i> befindet, -umgeben. Nach Dr. Eduard Hlawaček besitzt der Sauerbrunn -einen sehr angenehmen, prickelnd säuerlichen Geschmack und -gehört zu den alkalisch-erdigen Säuerlingen. Er besitzt viel -Kohlensäure, übrigens nur wenig mineralische Bestandtheile und -dient theils zu <i>diätetischem Zwecke</i> als vortreffliches, erfrischendes<span class="pagenum"><a id="Seite_85">[85]</a></span> -Getränk, und zwar mit oder ohne Zusatz von Zucker, -etwas Himbeersaft oder von etwas weissem Wein und Zucker, -wodurch man ein äusserst angenehmes, moussirendes Getränk -erhält; – theils zu <i>medicinischem Zwecke</i>; als reizminderndes, -den Aufsaugungsprocess belebendes, die Blutbereitung -gelind verbesserndes Mittel, bei chronischen, reizlosen Brustleiden -u. dgl. Unter dem Namen »Giesshübler« wird er jährlich -in einer Anzahl von über drei Millionen Flaschen in die verschiedensten -Länder der Welt versendet.<a id="FNAnker_2_2"></a><a href="#Fussnote_2_2" class="fnanchor">[2]</a></p> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_2_2"></a><a href="#FNAnker_2_2"><span class="label">[2]</span></a> Siehe die ausgezeichnete medicinische Monographie über den Sauerbrunn -von Med. Dr. Freiherr Josef von <i>Löschner</i> (Preis –.50 kr.) -und »Album der König Otto-Quelle«.</p></div> - -<p>Sein rasches Aufblühen verdankt der herrlich gelegene Curort -seinem gegenwärtigen Besitzer, dem kais. Rath <i>Heinrich Mattoni</i>, -der ihn zu einem Bade- und Molkencurort umgestaltet -hat. Giesshübl-Puchstein ist mit vollstem Rechte ein sehr beliebter, -fesselnder Anziehungspunct für Karlsbader Curgäste und -Touristen.</p> - -<p>Von genanntem Curorte kann man in sieben Viertelstunden -eine genussreiche Fusspartie zur Station <i>Welchau-Wickwitz</i> -machen. Der Weg leitet fast immer im Walde der Eger entlang -an stattlichen Felsengruppen vorbei und berührt <i>Rodisfort</i> und -<i>Welchau</i>.</p> - -<h5>Touren:<br /> -Karlsbad-Neudek.</h5> - -<p>Von Karlsbad führt die Kaiserstrasse über Fischern, Voigtsgrün, -Neudek, Neuhammer, Hirschenstand nach Eibenstock in -Sachsen und bildet einen Pass über das Erzgebirge. Wir machen -unsere Tour bloss bis Neudek (3½ Stunden). Die weltberühmte -Curstadt Karlsbad liegt bald im Rücken, und wir wandern, noch -freudig erregt von den erhaltenen Eindrücken, unserem gesetzten -Ziele zu. Wir gehen über die gewölbte, steinerne Tepl-Brücke -der Bahnhofstrasse entlang zur eisernen Egerbrücke gegen <i>Neufischern</i> -zu. Hier befindet sich der <i>grossartige Bahnhof</i> -von Karlsbad. Weiter westlich wandernd, kommen wir nach -<i>Fischern</i>. (Siehe Karlsbader Ausflüge 20.) Hier zweigt die -eine Strasse westlich nach Elbogen-Falkenau-Eger und die andere -nördlich nach Neudek ab. Wir wählen letztere und erreichen in -½ Stunde <i>Altrohlau</i>, welches Dorf eine Steingut- und Porzellanfabrik -besitzt. In dieser Gegend sehen wir riesige Essen -rauchen, denn wir schreiten durch das Gebiet reicher Kohlenlager -und der Thonwaarenindustrie. Von Altrohlau nimmt die Gegend -allmählig den Gebirgscharakter an; wir gehen auf der Strasse<span class="pagenum"><a id="Seite_86">[86]</a></span> -zwischen Feldern und Wiesen durch die Einschichte <i>Taschen</i> -oder <i>Taschenhäusel</i>, dann weiter bei <i>Sittmesgrün</i> vorüber, -Tüppelsgrün rechts liegen lassend, müssen gegen <i>Voigtsgrün</i>, -das wir in 1 Stunde erreichen, allmählig bergan steigen -und langen auf der Höhe beim Gasthause dieses Dorfes an, wo -sich vor unseren Blicken eine reizende Aussicht eröffnet. Die -Ortschaften liegen zu unseren Füssen wie hingesäet. Von da -schreiten wir auf ebener Strasse dem rechts an derselben gelegenen -Orte <i>Giebacht</i> zu, erblicken links das Rohlauthal mit -dem am Bergeshange liegenden Dorfe <i>Thierbach</i> und kurz -darauf den im Osten der Stadt <i>Neudek</i> sich erhebenden Kreuzberg.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Neudek">Neudek.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: <i>Das Rathhaus. Gasthof zum Herrenhaus. Gasthof -zur Post.</i></p> - -<p><b>Post- u. Telegrafenamt.</b></p> - -<table class="p" summary="Postverbindung"> -<tr> -<td><b>Postverbindung</b></td> -<td>nach</td><td>Platten</td><td>täglich</td><td>1mal.</td> -</tr> -<tr><td></td> -<td class="tdc">"</td><td>Hirschenstand</td><td class="tdc">"</td><td class="tdc">"</td> -</tr> -<tr><td></td> -<td class="tdc">"</td><td>Heinrichsgrün</td><td class="tdc">"</td><td class="tdc">"</td> -</tr> -</table> - -<p><b>Aemter</b>: Bezirksgericht, Steuer- und Grundbuchsamt, Bürgermeisteramt, -Sparkassa, Notariat, Finanzwachekommissariat.</p></div> - -<p class="center"><b>Beschreibung und Geschichte der Stadt.</b></p> - -<p>Neudek liegt an dem Flüsschen Rohla (Rohlau), das hier den -Rodisbach, Schmelzbach und Limnitzbach aufnimmt, in einem Thale, -welches im Osten von dem Kreuzberge, im Westen vom Hochtannenberge, -im Norden vom Paulusberge und den Abhängen des -Peintlberges und im Süden von mehreren Höhen begrenzt wird. -Die Lage des Städtchens, das mehrere Gassen besitzt, ist sehr -schön. Der Marktplatz ist lang und schmal. Der grösste Theil -der 367 Häuser liegt am rechten Ufer der Rohlau, nur die Häuser -der Karlsbader Gasse, das gräflich Asseburg'sche Schloss mit -einigen anderen Gebäuden und noch ein kleiner Stadttheil, den -man gewöhnlich »Winkel« nennt, erheben sich am linken Ufer -dieses Baches.</p> - -<p>Durch die Kaiserstrasse steht Neudek mit Karlsbad und durch -Bezirksstrassen auch mit Elbogen und Heinrichsgrün und von -Neuhammer aus durch eine solche mit Platten in Verbindung. -Nach Karlsbad, Elbogen, Graslitz, Joachimsthal und Schlackenwerth -rechnet man 4, nach Heinrichsgrün und Platten zwei -Stunden. In neuester Zeit ist man im Baue einer Eisenbahn -begriffen, welche Neudek mit der 2 Stunden entfernten Station -Chodau, beziehungsweise mit der Buschtěhrader Eisenbahn verbindet.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_87">[87]</a></span></p> - -<p>Das sehr industrielle Neudek zählt ungefähr 4000 Einwohner, -die sich hauptsächlich mit Industrie, Handel und Oekonomie beschäftigen. -Ausser der Spitzen- und Handschuhfabrication wird -hier besonders die Metallindustrie, und zwar die Eisenblechindustrie -und die Löffelfabrication betrieben. Die Landwirthschaft -erzeugt die gewöhnlichen Feldfrüchte, als Roggen, Hafer, Erdäpfel; -an den sonnigen Abhängen auch etwas Weizen. Die -Umgegend ist reichlich mit Waldungen versehen, die meist -Eigenthum der Gräfin von der Asseburg sind.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: <i>Wollspinnfabrik</i> mit <i>Wollwäscherei</i> -des <i>Lahusen</i> (beschäftigt gegen 450 Arbeiter). <i>Spitzenfabrik</i> -des <i>Karl Kunzmann</i> (Filiale der Firma <i>Gottschald -u. Comp.</i>). <i>Spitzenfabrik</i> des <i>Adolf Ullmann</i>. <i>Stickerei</i> -des <i>Franz Reitzner</i>. <i>Löffelschmiederei</i> des <i>J. F. Schneider</i>. -<i>Blechlöffelerzeugung</i> des <i>Eduard Erhardt</i>. <i>Löffelschmiede</i> -des <i>Karl Neudert</i>.</p> - -<p><i>Das grossartige Blechwalzwerk</i> (oberhalb Neudek an -der Aerarialstrasse) mit der etwas entfernten <i>Eisengiesserei</i>, -<i>Eisendreherei</i> und <i>Blechverzinnerei</i> beschäftigt gegen -500 Arbeiter. Dieses Etablissement ist Eigenthum der <i>Gräfin -Anna von der Asseburg</i>, gegenwärtig an <i>Petzold u. Comp.</i> -verpachtet. <i>Holzschleiferei</i> des <i>Ignaz Fuchs</i> (¾ Stunden -von Neudek entfernt). Das <i>Volksschulgebäude</i>. Der sogenannte -<i>Thurmbergfels</i>. Er besteht aus mehreren über einander -liegenden Granitblöcken, von denen die zwei obersten über -die unten an der Rohlau dahinführende Strasse hervorragen. Auf -diesem Felsen erhebt sich der Glockenthurm; die Mauern desselben -bilden ein vierseitiges Prisma, dessen vier Kanten von der -Südseite aus zugleich bemerkt werden können, da der Grundriss -die Form eines Trapezes hat.</p> - -<p>Ueber die Entstehung Neudeks ist nichts Näheres bekannt, -da durch den Brand des Rathhauses im Jahre 1731 alle Urkunden -ein Raub der Flammen geworden sind. Jedenfalls wurde die Stadt -schon im Mittelalter von Bergleuten gegründet, welche sich des -Zinnbergbaues und des Zinnseifnens wegen in dieser Gegend -zuerst niedergelassen haben. Die alte Zinnschmelzhütte, welche -noch vor wenigen Jahren am linken Ufer der Rohlau im »Winkel« -stand, aber wegen Baufälligkeit und aus Sanitätsrücksichten demolirt -werden musste, soll das erste Gebäude in Neudek gewesen -sein. Ueber die Entstehung des Namens Neudek erzählt die Sage -Folgendes: Ein Jäger verirrte sich im Walde und kam auf den -sog. Hochtannenberg (westl. von Neudek), stieg dort, um sich in -der Gegend auszukennen, auf einen hohen Baum, nämlich auf -eine hohe Tanne (wovon der Berg den Namen haben soll) und -sah östlich im Thale ein Gebäude stehen, welches neu eingedeckt<span class="pagenum"><a id="Seite_88">[88]</a></span> -war, ging dann auf dasselbe zu und fand daselbst den noch -bestehenden alten Thurm, neben dem ein Häuschen stand, in -welchem ein Schmied wohnte, der den Namen Waldesel führte. -Dieser Jäger soll nun dem Thurm sammt den anderen Gebäuden -den Namen <i>Neudeckt</i> (gegenwärtig <i>Neudek</i>) deshalb gegeben -haben, weil er durch die neue Dacheindeckung zur Auffindung -dieser Gebäude gelangte.</p> - -<h5>Spaziergänge und Ausflüge:</h5> - -<p>1. <i>Zum Kreuzberg.</i> Derselbe erhebt sich im Osten der -Stadt an dem Ufer der Rohlau. Auf dem Gipfel dieses Berges -erhebt sich ein Kirchlein. Der Weg schlingt sich in mehreren -Serpentinen um den westlichen und theilweise um den östlichen -Abhang herum und ist ein sehr beliebter Spaziergang der Neudeker. -Von hier aus erblickt man die in den südöstlich gelegenen -Gegenden sich erhebenden Punkte nahe bis an die Gegend von -Buchau (z. B. den Engelhäuser Berg). In der Nähe des Hauses -Nr. 318 erblickt man in der Tiefe die Stadt Neudek in <i>wunderhübscher</i> -Lage.</p> - -<p>2. <i>Zum *Peintlberg.</i> Er erhebt sich nördlich von Neudek -und ist ungefähr 970<sup>m</sup> hoch. Bei Besteigung desselben wird -gewöhnlich der durch das Dorf Eibenberg (<i>Sitts</i> Gasthaus) -führende Weg benützt, der ungefähr 1¼ Stunde beträgt. (Oberhalb -der Stadt zweigt von der Strasse zwischen zwei Bierschänken -ein Weg nach genanntem Orte ab.) Von diesem Dorfe geht der -Weg steil aufwärts bis zu einem Walde, wo er dann in mehr -ebener Richtung bis zum Berge hinführt, auf dessen Gipfel sich -einige Felsen erheben, um welche grosse Steinmassen gelagert -sind. Die Besteigung wird durch die <i>herrlichste Fernsicht</i> -belohnt. (Triangulirungspyramide.) Nach Norden und Nordosten -haben wir wohl nur geringe Aussicht, dafür ist sie lohnender -in östlicher, südlicher und südwestlicher Richtung; denn wir -erblicken den Keilberg und Spitzberg bei Gottesgab, viele Teiche -in der Nähe von Schlackenwerth, Lichtenstadt und Chodau, die -Curstadt Karlsbad, die Ruine Engelhaus, den sagenreichen Crudum, -den Kaiserwald, die Städte Schönfeld und Schlaggenwald, den -Böhmerwald mit dem Dillenberge, den St. Annaberg bei Eger. -In der Nähe des Peintlberges werden wir auch durch ein schönes -Echo, entstanden durch einen neuangelegten Holzschlag, überrascht.</p> - -<p>3. <i>Zur *Thierbacher Kapelle</i> (½ St.). Gehen wir auf -dem Wege gegen Thierbach zu, so gelangen wir eine kurze -Strecke westlich von diesem Dorfe zu dieser Kapelle. Obwohl -die Aussicht von hier nicht so weit ist als wie die vom Gipfel<span class="pagenum"><a id="Seite_89">[89]</a></span> -des Peintlberges, so ist sie doch eine herrliche zu nennen. Wir -erblicken die Häuser von Giebacht, Hohenstollen, Allersloh, Eibenberg, -zum Theile von Oberau und Hochofen; nach Osten zu -sehen wir Fischern und Karlsbad, während in nördlicher Richtung -der Peintl seine Kuppe mächtig emporhebt. Wunderschön, -wie eine Krippe im grösseren Massstabe, liegen auf den grünen -Wiesen und an den Bergabhängen die Häuser der zunächst -gelegenen Ortschaften umher.</p> - -<p>4. <i>Zu den sogenannten Felshäusern</i> (1½ St.). Wir -gehen durch das Limnitzthal nach Ullersloh an <i>Pecher's Restauration</i> -vorbei, von wo wir nach ¾stündiger Wanderung -zu den sog. Felshäusern gelangen. Die <i>Fernsicht</i> von denselben -ist eine <i>lohnende</i>, wenn auch nicht so grossartige, wie -vom Peintlberg aus; doch bemerken wir die meisten Puncte, die -wir von letztgenanntem Berge aus gewahren können. Die Felshäuser -selbst sind gleichsam zwischen Felsgruppen eingebaut; -ihr Aeusseres ist recht reinlich und mit Ranken von wildem -Wein und anderen Schlingpflanzen geziert. Besonders schön ist -von diesen Häusern aus die Aussicht auf die unten liegenden -Gelände, welche sich gleichsam stufenartig gegen das Innere zu -erniedrigen.</p> - -<p>5. <i>Zum *Kammersberg oder Hohenau</i> (1¾ St.). Wir -wandern von Neudek aus auf der Aerarialstrasse bis zu jener -Stelle, wo sich hinter dem Dorfe <i>Giebacht</i> der Weg nach dem -Dorfe <i>Kammersgrün</i> abzweigt. Derselbe führt in mehrfachen -Krümmungen bis nahe zu dem letztgenannten Dorfe, das sich am -Südabhange des Kammerberges und im Thale ausbreitet. Von -diesem Berge gewahren wir bei heiterem Himmel Karlsbad und -Elbogen, die Berge in der Umgegend von Buchau, einzelne -Höhen um Duppau und die meisten Puncte, die wir vom Gipfel -des Peintlberges gesehen. Die Kuppe des Kammerberges ist kahl -und mit einer Orientirungshöhe versehen, die der Besitzer dieser -Umgegend, <i>Karl Stöhr</i>, errichten liess.</p> - -<p>6. <i>Zum *Hochtannenberg</i> oder <i>Steinberg</i> (¾ St. westlich -von Neudek) <i>und zum sog. Wächterhau</i>. Zu demselben -gelangen wir am bequemsten, wenn wir den nach <i>Ober-Bernau</i> -leitenden Weg benutzen. Von der Kuppe dieses Berges erblicken -wir nach Südost das Rohlauthal, Fischern und Karlsbad, weiterhin -Engelhaus, Giesshübel, die Kirche von Pergles bei Buchau, nach -Süden mehrere Dörfer zwischen Karlsbad und Elbogen, die Stadt -Elbogen mit dem alten Schlosse, auch einzelne Hopfengärten in -der Nähe von Falkenau. – Eine halbe Stunde westlich vom -Hochtannenberge ist der sog. <i>Wächterhau</i>, auf welchem sich -eine Orientirungshöhe befindet, von welcher wir bis in die Gegend -um Duppau, Karlsbad, Elbogen bis Eger sehen können.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_90">[90]</a></span></p> - -<h5>Tour Neudek-Neuhammer-Platten.</h5> - -<p>Dem reinlichen Städtchen Neudek Ade sagend, wandern wir -auf der Reichsstrasse in mässiger Steigung weiter nördlich durch -das reizende, sehr anziehende, tiefeingeschnittene Rolauthal. Zu -beiden Seiten desselben erheben sich theils anmuthig bewaldete, -theils waldlose, der Landwirthschaft zugängig gemachte Hügel- -und Bergreihen mit gleichförmig ausgedehnten breiten Rücken -und abgerundeten Kuppen. Zu unserer Rechten rauscht die Rohla. -Dicht an Neudek erblicken wir rechts das »<i>Schiesshaus</i>«, -einen beliebten Sommeraufenthalt für Einheimische und Fremde, -links das grosse <i>Eisenwerk</i> (Siehe Sehenswürdigkeiten Neudek's). -Nach kurzer Strecke sehen wir rechts ein »<i>Gusseisenwerk</i>« -(Hochofen) (Siehe Sehenswürdigkeiten Neudek's), nach -einer Biegung links das »<i>Feigl'sche Einkehrhaus</i>«. Gegenüber -bemerken wir einzelne »<i>Felsstücke</i>«, die wie eine kleine -Festung aus niederem Gebüsch hervorlugen. Beim »<i>gemüthlichen -Bergmann</i>« (vulgo »beim Preussen«) zweigt am Fusse -des sog. Preussenwaldes der Weg links nach Hochofen und Trinksaifen -ab. In der Hauptstrasse weiter wandernd, kommen wir -zur »<i>Fuchs'schen Holzschleiferei</i>« (Siehe Sehensw. N.); -beim sog. »Hammerl« (Schmiede) überschreiten wir eine Brücke, -welche die Grenzscheide zwischen Neudek, Hochofen und Neuhammer -bildet. Von da biegt die Rohlau zu unserer Linken ab. -An der herrsch. Bret- und Knochenmühle, dem Eiskeller vorbei -erreichen wir »Hassmann's Gasthaus zur grünen Wiese«. Von -da steigen wir westwärts auf den <i>Fritzenberg</i>, der eine schöne -Aussicht über das Weichbild von <i>Neuhammer</i> bietet. Von letztgenanntem -Gasthause benützen wir die Bezirksstrasse Neuhammer-Platten, -welche sich durch das ganze Thal von <i>Neuhammer</i>, -durch den sog. »Grund« zuerst am linken, dann am rechten Ufer -des Weissbaches windet.</p> - -<p>Das Dorf <i>Neuhammer</i>, 1 Stunde nördl. von Neudek, 1¼ St. -südwestl. von <i>Platten</i> und 1 St. westl. von Bärringen, liegt -auf mässig ansteigenden, einander gegenüberliegenden Bergen -(Fritzenberg, Hofberg oder Eulenhof, Faunzberg, Fladererberg -und oberen Neuhammer) und in den dazwischen liegenden Thälern -(Rohla- und Weissbachthal) und zählt 210 Häuser mit 2200 Einwohnern, -die sich von Spitzenklöppelei, Löffelfabrication, Handschuh-, -Tüll- und Mullnähen, Viehzucht ernähren.</p> - -<p><b>Geschichtliches.</b> Wahrscheinlich hat Neuhammer mit der Entstehung -des Bergbaues von Neudek und Umgebung gleichen -Ursprung. Dass auch in Neuhammer der Bergbau betrieben wurde, -beweisen die vielen Zechen- und <span id="corr090">Seifenhalden</span>.</p> - -<p>Weitere <i>schöne Aussichten</i> gewähren: der <i>Hofberg<span class="pagenum"><a id="Seite_91">[91]</a></span></i> -(westl. von der Kirche), der <i>Fladererberg</i>, der <i>Peintlberg</i> -(Siehe Ausflüge v. Neudek 2). (Eine <i>Fernsicht</i> in's flache -Land ist uns auf der ganzen Partie Neudek-Neuhammer-Platten -leider <i>nicht</i> gegönnt.)</p> - -<p>Haben wir Altvater Peintl unseren Gruss zugewinkt, und das -letzte Häuschen von Neuhammer im Rücken, so winken uns -höhere Gebirgskuppen, und ernster Fichtenwald nimmt uns auf. -Die Strasse windet sich in vielfach gebogenen Zickzacklinien -etwas steiler durch den dunkeln <i>Vierfels</i> (rechts), den hochbewaldeten -<i>Kaiserbuchwald</i> (links). Die Berge treten näher -und näher heran, das sanfte Rauschen des zur Linken fliessenden, -forellenreichen Weissbächleins gewährt eine interessante Unterbrechung -der Waldeinsamkeit. Dort, wo sich die Strasse stark -nach Rechts wendet, verlässt uns unser traute Begleiter und -versteckt sich am Fusse des sich hinter uns erhebenden kahlen -Berges »<i>Kohlhau</i>«, wo er sein Quellchen hat. Die Strasse -wird etwas steiler, und die Höhe, vom Volksmunde »<i>das Abg'span</i>« -genannt, ist erreicht, eine steinerne Säule markirt dieselbe. -(Links zweigt ein Fussweg, der sog. Buttersteig, ab und -führt nach <i>Breitenbach</i> und <i>Johanngeorgenstadt</i>.) Den -Schlusstheil unserer Wanderung bildet das Zurücktreten des -Waldes, an dessen Saume wir ein anmuthiges Forsthaus begrüssen; -noch ein Viertelstündchen, und wir sind in <i>Platten</i>, -dem Ziele unserer Wanderung.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Platten">Platten.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: <i>Waldhütter's Gasthaus</i> (an der Ecke des Marktplatzes). -<i>Rathhaus.</i></p> - -<p><b>Post- u. Telegrafenamt</b> am Marktplatz.</p> - -<table class="p" summary="Postverbindungen"> -<tr> -<td><b>Postverbindung</b></td><td>nach</td><td>Joachimsthal</td><td>täglich</td><td>1</td><td>mal.</td> -</tr> -<tr><td></td> -<td class="tdc">"</td><td>Neudek</td><td class="tdc">"</td><td>1</td><td class="tdc">"</td> -</tr> -<tr><td></td> -<td class="tdc">"</td><td>Karlsbad</td><td class="tdc">"</td><td>2</td><td class="tdc">"</td> -</tr> -<tr><td></td> -<td class="tdc">"</td><td>Johanngeorgenstadt</td><td class="tdc">"</td><td>2</td><td class="tdc">"</td> -</tr> -</table> - -<p><b>Aemter</b>: Bezirksgericht. Steueramt. Bürgermeisteramt (im städt. Rathhause).</p></div> - -<p class="center"><b>Beschreibung und Geschichte der Stadt.</b></p> - -<p>Die k. Bergstadt Platten liegt an der Südwestseite des Plattenberges -auf dem Kamme des Gebirges, welches dicht nordwestlich -an der Stadt allmählig nach der sächsischen Seite, im Süden -aber mehr steil nach Böhmen abfällt. Die Stadt ist sehr regelmässig -gebaut und zählt 2500 Einwohner, die Viehzucht, Blechlöffel- -(aus Eisenblech und aus Stabeisen), Blechspiegel- und -Blechfeuerzeuge-Fabrication, Spitzenklöppelei, Handschuhnäherei -und Korkschneiderei betreiben. Nicht weniger als eine halbe<span class="pagenum"><a id="Seite_92">[92]</a></span> -Million Dutzend Löffel, und zwar beiläufig 30 verschiedene Sorten, -werden von Grosshändlern in Platten und Neudek jährlich nach -allen Richtungen versendet. Der Gesammtwerth der in Platten -erzeugten Blechspiegel wird auf ungefähr 40.000 fl. geschätzt.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: Grosse <i>Löffelfabrik</i> von Kolb und -Kerl. Die <i>Stöpselfabrik</i> des Vincenz Gerber. – Zu erwähnen -ist der durch die Stadt fliessende sog. <i>Stadtgraben</i>, ein Bach, -der nördlich von Gottesgab entspringt und schon in alter Zeit -von der Stadtgemeinde durch die Waldungen zum Betrieb der -Berg- und Pochwerke, Mühlen und Schmelzhütten hieher geleitet -worden ist und noch immer erhalten wird.</p> - -<p>Die Gegend um Platten gehörte im Mittelalter zu der damals -böhmischen Herrschaft Schwarzenberg, welche aber König Georg -von Poděbrad, als seine Tochter sich 1459 mit dem Herzog -Albrecht von Sachsen vermählte, diesem als Mitgift gab. Herzog -Albrecht verkaufte die Herrschaft an die Herren von Tessau, -und von dieser Familie ging sie 1532 kaufweise an den Kurfürsten -Johann Friedrich von Sachsen über. Ohne Zweifel wurde -schon vor genanntem Jahre in dieser Gegend an mehreren Puncten, -wie bei den jetzigen Ortschaften Irrgang, Zwittermühl, Breitenbach -u. a., Bergbau auf Eisen und Zinn getrieben. Als 1532 auf -dem Plattenberge »höfliche« (hoffnungsreiche) Zinngruben aufgefunden -wurden, kamen immer mehr Bergleute aus der Umgegend, -namentlich von Schneeberg, herbei, liessen sich hier -nieder und gründeten Platten. Gleichzeitig fand die Gründung -von Gottesgab statt. Der Bergbau machte in Platten bedeutende -Fortschritte, viele neue Zechen wurden aufgenommen und auch -einige Silbergänge erschürft: deshalb erliess der Kurfürst eine -gedruckte Bergordnung und räumte der Bevölkerung die Befugnisse -des Backens, Bierbräuens etc. ein. Im Jahre 1544 besass -Platten bereits 8 Schmelzhütten und mehrere Eisengruben. Im -schmalkaldischen Kriege hatte die churfürstliche Bergstadt, überhaupt -die ganze Gegend bis an das Egerthal herab, viele Bedrängnisse -zu erdulden. Christof von Gendorf zog im October -1546 mit zwei Fähnlein gegen Platten und erschreckte mit fünf -grossen Stückbüchsen die dort befindliche sächsische Mannschaft -so, dass sie die Flucht ergriff und die Stadt von kaiserlichen -Truppen besetzt wurde. Aber im April 1547 kam die Stadt -wieder in den Besitz des Kurfürsten Johann Georg von Sachsen. -Derselbe wurde bekanntlich vom Kaiser Karl V. in die Reichsacht -erklärt und verlor sein Land, welches sein Vetter Moriz, der sich -mit dem Kaiser verbunden hatte, erhielt. Am 14. October 1546 -schloss König Ferdinand von Böhmen mit dem Herzog Moriz von -Sachsen einen Vertrag ab, kraft dessen die südliche Hälfte der -Herrschaft Schwarzenberg mit Platten und Gottesgab sammt den<span class="pagenum"><a id="Seite_93">[93]</a></span> -Wäldern an Böhmen mit der Bedingung abgetreten wurde, dass -dem Herzog die freie Jagd und der Genuss des Bergwerks-Zehnten -blieb. Ein zweiter, im Jahre 1556 zu Schneeberg abgeschlossener -Vertrag änderte erwähnten Vorbehalt dahin ab, dass -der Zehnte zur Hälfte getheilt, aber auch der Gehalt der Beamten -von jedem Theile zur Hälfte gezahlt werden sollte. Im -Laufe der Zeit erhielt die Stadt von den Kaisern Ferdinand I., -Maximilian II., Rudolf II., Mathias und Ferdinand III. mehrere -Privilegien, hauptsächlich zur Förderung des Bergbaues. So verlieh -K. Ferdinand I. am 30. Juli 1555 der Stadt neue Bergfreiheiten, -gestattete den Einwohnern, aus abgetriebenen Waldstrecken -Felder anzulegen, und ein Stadtwappen zu führen, das -ausser dem österreichischen Schild und dem halben böhmischen -Löwen eine Seifengabel und eine Keilhaue darstellte.</p> - -<p>Die bis 1617 gemachten neuen Anstrengungen, den Bergbau -zu heben, wurden durch den dreissigjährigen Krieg, der seine -blutigen Wellen auch über die Bergrücken des Erzgebirges wälzte, -unterbrochen. Und als 1653 diejenigen protestantischen Bewohner -Platten's, welche nicht zum katholischen Glauben übertreten -wollten, nach Sachsen auswanderten und auf dem Fastenberge -die Stadt Johanngeorgenstadt gründeten, ging der Bergbau dem -gänzlichen Verfalle entgegen. Nur 1739 trat eine neue günstige -Epoche ein. Der Grenzzoll-Einnehmer Hessler machte in diesem -Jahre auf der Zinngrube St. Conrad einen überaus glücklichen -Anbruch. Sie lieferte 1740 eine Ausbeute im Werthe von 200.000 fl., -die sich später auf das Vierfache erhöhte. Ebenso glücklich war -Hessler mit zwei Silberzechen, dem Gottholds-Stollen und am -Rosenhof. Dieser reiche Bergsegen bildete leider nur eine Ausnahme.</p> - -<h5>Spaziergänge und Ausflüge.</h5> - -<p>1. <i>Zum *Plattenberg, nach Auerhahnl</i> (Irrgang). Eine -gute Strasse führt in nordöstlicher Richtung über den <i>Plattenberg</i> -(1038<sup>m</sup>), von dem man eine schöne Aussicht über Platten -und Bärringen hat. Bei der auf der Höhe steigenden Säule -zweigt sich links ein Waldweg ab, auf dem man zu einer Triangulirungspyramide -kommt, von der man eine <i>reizende Aussicht</i> -über einen Theil von Sachsen und Böhmen geniesst.</p> - -<p>Zur Säule zurückkehrend, kommen wir auf schöner Strasse -in stiller Waldeinsamkeit nach <i>Irrgang</i>, wo dem Spaziergänger -das kleine, aber durch seine reinlichen Gastleute bekannte sog. -<i>Auerhahnl</i> zu einem frischen Trunk und stärkenden Imbiss -einladet. Links von diesem Gasthause sehen wir ein <i>Eisenwerk</i> -(Hilfgotteseisenzeche). Rechts unterhalb dieses Eisenwerkes<span class="pagenum"><a id="Seite_94">[94]</a></span> -liegt das sog. <i>Schneebergl</i>, ein mit Jungholz bewaldeter -Scheitel, wo sich mehrere Verritzungen, von altem Bergbau -herrührend, finden, in deren Tiefe immerwährender Schnee -sichtbar ist.</p> - -<p>2. <i>Zur Wolfs- und Eispinge.</i> Bei der Kolb und -Kerl'schen Löffelfabrik theilt sich der Fussweg. In nördlicher -Richtung führt er bei dem aus den Zeiten des Bergbaues herrührenden -<i>Pulverthurme</i> und der ehemaligen Papiermühle -vorbei. In dem niederen Fichtenstande, in den der Weg eintritt, -theilt er sich von neuem. Wir halten uns rechts und kommen -zu der vom Steige rechts sich befindlichen <i>Wolfspinge</i>. -Dieselbe ist ein alter Tagbau, der nun als riesiges Felsennest -von der primitiven Abbauung der Erze vor dreihundert Jahren -Zeugniss gibt; die Annalen erzählen, dass man darin centnerschwere -Zinngraupen gefunden hat. Etwas nördlicher kommen -wir, das Augenmerk ängstlich auf unsere Füsse richtend, zur sog. -<i>Eispinge</i>. Risse und Spalten in die Erde, die der Fuss zu -überschreiten vermag, und die mit Gestrüpp überwachsen sind, -verhindern den Zutritt des Sonnenlichtes in die gähnende Schlucht, -in welcher ewiges Eis in mächtigen Stalagmiten, die Wände -emporstrebend, sich befindet. Bemerkt sei, dass es auf dem -Plattenberg ausser den beiden genannten Zeugen alten Bergbaues -noch andere offene Stollen und Höhlen gibt (bei Irrgang die -Schneepinge).</p> - -<p>3. <i>Nach *Ziegenschacht</i> (1 St.). Von der oben genannten -Löffelfabrik betreten wir links den Wiesensteig. Zur -Rechten und Linken breiten sich im schönsten Farbenschmucke -prangende Wiesen aus. Wir gehen gegen Norden und kommen -nach kurzer Strecke in eine Fichtenjugend, in welcher zwei -Waldwege führen, die sich aber wieder vereinigen. Hat man -die abgeholzte Richtung erreicht, so hält man sich links. Der -Weg führt wieder in einen Fichtenbestand hinein, aus dem er erst -in Ziegenschacht heraustritt. Die schöne Waldeinsamkeit, der -duftige Harzgeruch und brennende Meiler machen diesen Spaziergang -zu dem angenehmsten in Plattens Umgebung. Gasthaus -im Ziegenschacht.</p> - -<h5>Tour Karlsbad-Lichtenstadt-Bärringen.</h5> - -<p>Die vom Bahnhofe aus nach Schlackenwerth führende Aerarialstrasse -verfolgend, betreten wir die auf der sog. <i>Weheditzer-Zettlitzer</i> -Höhe links sich abzweigende und durch -den Ort <i>Ottowitz</i> führende Bezirksstrasse, die sich zwischen -gutbebauten und ergiebigen Fluren dahinzieht, deren Inneres -auch reiche Kohlenlager birgt. Man geniesst eine <i>hübsche<span class="pagenum"><a id="Seite_95">[95]</a></span> -Aussicht</i> nach Zettlitz, Altrohlau. An der sog. <i>Widitzmühle</i>, -dem <i>Widitzhofe</i> und einigen Häusern der Gemeinde -<i>Halmgrün</i> vorbei leitet die Strasse durch einen grossherzoglich -Toskanischen Fichten- und Föhrenwald und bringt -uns nach 1¾stündiger Tour in das Dorf <i>Grossenteich</i> (liegt -1 St. sw. von Schlackenwerth) mit dem nördlich am Dorfe gelegenen, -einem kleinen See gleichenden <i>Grossteich</i> von -110⅓ J. Area. Hier bietet sich ein <i>schöne Rundsicht</i>; -man erblickt westlich die Dörfer Ruppelsgrün und Edersgrün, -gegen Norden und Nordwesten das Erzgebirge mit dem Wölfling, -gegen Osten und Süden das Duppauer Gebirge. Wir wandern -auf der Strasse noch ¼ Stunde weiter und erreichen <i>Lichtenstadt</i>, -wo sich uns gleichfalls eine <i>gute Rundsicht</i> erschliesst.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Lichtenstadt">Lichtenstadt.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: <i>Zum Rathhaus. Zur Sonne.</i></p> - -<p><b>Postamt.</b> Bürgermeisteramt (im städt. Rathhaus).</p></div> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: <i>Eisengiesserei-Fabrik</i> des <i>Heinrich -Reichel</i> (5 Minuten oberhalb der Stadt). Lichtenstadt -gehörte i. J. 1217 dem Wladik Hroznada, welcher es dem von -ihm gegründeten Stifte Tepl vermachte. Diese Schenkung bestätigte -Karl IV. am 3. Mai 1350 und ertheilte zugleich die -Erlaubniss, in dem an Lichtenstadt anliegenden Walde oder auf -anderen, dem Stifte gehörigen Gütern Mühlen und Eisenbergwerke -anzulegen. Die Geistlichen zogen fleissige deutsche Ansiedler -in die Gegend, welche in den öden Waldstrecken viele -Ortschaften anlegten. Zur Zeit des Husitenkrieges kam das Gut -an die königl. Kammer, bis Kaiser Sigmund 1437 es nebst anderen -Besitzungen seinem Kanzler Kaspar Schlick zum Geschenk machte. -In älterer Zeit wurde hier Bergbau auf Silber und Zinn betrieben, -der aber im Husitenkrieg einging. Unter Kaiser Ferdinand I. -erblühte der Bergbau von neuem, allein der 30jährige Krieg -vernichtete ihn. In den Jahren 1770 und 1785 stellte man neue -Bergbauversuche an, erzielte aber keine Erfolge.</p> - -<p><b>Besteigung des *Wölfling.</b> In der unmittelbaren Nähe von der -Reichel'schen Fabrik erhebt sich rechts der sog. <i>Hohenberg</i>, -an dessen Fusse der israelitische Friedhof gelegen ist; links »der -ausgedehnte und hohe <i>Glasberg</i>, welcher mit seinen Abhängen -bis an den Fuss des Gebirges (Erzgebirges) abdacht und sich -als ausgebreitetes Gebirgsjoch von seiner sich steil erhebenden -ansehnlichen Kuppe in nordwestlicher Richtung bis auf den -Hauptkamm des Gebirges hinzieht. Der höchste Punct dieses -Gebirgsjoches ist der <i>Trausnitzberg</i>, westlich von Salmthal.<span class="pagenum"><a id="Seite_96">[96]</a></span> -Durch die südlichen ausgedehnten Gipfel des Glasberges wird -diese weiter nordwestlich liegende Kuppe, sowie der höhere Hauptkamm -des Gebirges, verdeckt.« Einer der südlichen Gipfel heisst -<i>*Wölfling</i> und gewährt wegen seiner frei vorspringenden Lage -eine <i>umfassende, prachtvolle Aussicht</i>, wie sie nur -<i>wenige</i> Puncte des Erzgebirges gewähren. Fast ausnahmslos -in den bezüglichen Reise-Führern ignorirt, lässt sich auf dem -Wölfling nur hie und da ein Tourist sehen. Wir können die -Besteigung dieses Berges, obgleich die dahin führenden Wege -manches zu wünschen übrig lassen, allen Erzgebirgstouristen auf -das <i>wärmste</i> empfehlen. Wir besteigen in einer Stunde den -Wölfling von Lichtenstadt aus, passiren den sog. »Kirchsteig«, -der beim lichtenstädter Schiesshause seinen Anfang nimmt und -durch die Waldung oberhalb des Dorfes <i>Edersgrün</i> führt. -(Mit <i>Wagen</i> kommt man auf der Bezirksstrasse über <i>Merkelsgrün</i>, -<i>Salmthal</i> in 1¼ St. nach <i>Bärringen</i>, von wo südlich -der gewöhnliche Weg, das sog. »Bärringer Strass'l« durch die -grossherzogliche Waldung in 1 Stunde nach Wölfling führt, oder -man fährt auf der vor der Reichel'schen Fabrik abzweigenden, -über Edersgrün, Tüppelsgrün bis Neudek leitenden Bezirksstrasse -bloss bis <i>Tüppelsgrün</i>, von wo sich in nordwestlicher Richtung -ein Waldweg nach <i>Kammersgrün</i> schlängelt; der nicht -gar gute Verbindungsweg zieht sich in einer sanften Anhöhe nach -Wölfling und kann ebenfalls in 1 Stunde zurückgelegt werden. -Ist man am Gipfel des Berges angekommen, so sieht man das -<i>Forsthaus</i> und noch ein einzelnes Haus. Beide bilden das -»<i>Vorder-Wölfling</i>«. Von da bietet sich dem Beschauer ein -<i>wahrhaft entzückender und seltener Anblick</i> von -einem bunten Gemische von Waldungen, Feldern, Wiesen und -Teichen, Städten und Dörfern, Bergen und Thälern, dass demselben, -überwältigt von dem herrlichen, farbenprächtigen Bilde, -unwillkürlich ein »Ach« entfällt. Lässt man das Auge gegen -den Fuss des Berges schweifen, so erblickt man südlich und -südwestlich an dem Abhange kleine Vorberge und Thäler, welche -reizend aussehen; namentlich nimmt sich das Dorf <i>Tüppelsgrün</i>, -am Tüppelsgrüner Bache gelegen, sehr schön aus. Verfolgt -man die Ebene südöstlich, so sieht man viele Ortschaften, -darunter Schlackenwerth, die Gegend von Buchau, Giesshübl, -die Ruine Engelhaus; südlich die Gebirgskette von Tepl, die -Stadt Karlsbad mit ihren Ausflugsorten, z. B. Bahnhof, Waldschloss, -Dreikreuzberg, Hirschensprung und Antonienshöhe, ferner -Donitz, Fischern, Dallwitz, Aich, Altrohlau, Zettlitz u. a., den -Grossteich und mehrere kleinere, zu Tüppelsgrün gehörige Teiche -(Wiesenteich, Haideteich); südwestlich Neurohlau mit seinem -grossen Teich, Chodau mit mehreren umliegenden Ortschaften, -Elbogen, Altsattel, Neusattel, Falkenau und Umgebung, Maria-Kulm,<span class="pagenum"><a id="Seite_97">[97]</a></span> -die Gegend von Eger und Franzensbad. Ueberdies wird -die lachende, herrliche Landschaft – das Egerthal – von dem -Silberbande der Eger durchzogen. Einen unvergleichlich schönen, -köstlichen Anblick geniesst man hier kurz vor Sonnenuntergang -durch das Blitzen der vielen Teichspiegel, das Brennen der -Fabriks-Essen von Dallwitz, Aich, Fischern, Altrohlau und -Chodau. Von Wölfling gelangt man in nordwestlicher Richtung -zu dem sog. »<i>Hohen Hau</i>« (zu Kammersgrün gehörig), woselbst -ein <i>Gloriett</i> errichtet ist zur besseren Aussicht auf das -Egerland. – Die Strasse, welche sich nördlich am rechten Ufer -des forellenreichen Wistritzbaches zwischen Wiesen im reizend -schönen, romantischen Wistritzthale dahinzieht, führt nach ½stündiger -Wanderung durch das Dorf <i>Merkelsgrün</i>, welches am -Wistritzbache gelegen, rechts von Feldern, links von Wiesen -umgeben ist. Beim Wirthshause führt rechts von der Bezirksstrasse -eine Strasse zur <i>Porzellanfabrik</i>. Wir schreiten -auf der nun am linken Ufer des Wistritzbaches führenden Strasse -entlang weiter und gelangen nach dem an Merkelsgrün unmittelbar -sich anschliessenden Orte <i>Salmthal</i>, das 1 Stunde -nw. von Lichtenstadt an den Thalgehängen des Glasberges und -Plessberges liegt. (<i>Holzschleifereien</i> des Wilhelm <i>Schreiter</i>, -Heinrich <i>Kluge u. Comp.</i> und Johann <i>Geutner</i>.) (Erwähnenswerth -ist, dass hier hinter dem Gasthause »zum grünen -Thal« durch ein enges Seitenthal, den sog. Modersgrund, ein -guter Waldweg nach <i>Abertham</i> führt.) Weiter thalaufwärts -steigend, kommen wir nach ½ Stunde in <i>Bärringen</i> an.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Baerringen">Bärringen.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: <i>Rathhaus</i> und <i>Stadt Leipzig</i>.</p> - -<p><b>Post- u. Telegrafenamt.</b> Bürgermeisteramt.</p></div> - -<p>Die Bergstadt Bärringen mit 2360 Einwohnern liegt hoch -im Gebirge an der Schwarzen Wistritz. Die Haupterwerbsquellen -sind Rindviehzucht, Stickerei und Spitzenklöppelei. Erwähnenswerth -ist wohl hier die <i>Gimpelzucht</i>, die den Züchtern -jährlich einige hundert Gulden abwirft. Die jungen Gimpel -werden nämlich aus dem Neste genommen, zu Hause erzogen -und gelehrt, indem man ihnen das einzuübende Liedchen bloss -mit dem Munde rein und immer gleichmässig vorpfeift. In -jüngster Zeit wurde hier durch Vermittelung des Herrn Ritters -von Dotzauer auch die Harzer Kanarienvogelzucht eingeführt.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: <i>Die grossen Stickerei-Etablissements</i> -von <i>A. Meinls Erben</i>, <i>Gebrüder Pfob</i> -und <i>J. T. Poppenberger</i>.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_98">[98]</a></span></p> - -<p>Das Städtchen verdankt seinen Ursprung dem Bergbau, welcher -hier 1532 begann. Der Sage nach soll ein Bär durch Scharren -seines Lagers in der Gegend des sogenannten Schwarzen Teiches -das Erz entblösst haben, und so die Lagerstätte von Zinnerz -erschürft worden sein; darauf soll auch das Wappen des Städtchens -deuten, welches einen Bären vorstellt, der einen Ring in -der Pfote hält. In der grössten Blüthe war der Bergbau, der -schon längst erloschen ist, unter der Regierung Kaiser Ferdinands -I., denn nicht weniger als 72 Pochwerke waren damals -hier in Betrieb. Im Jahre 1559 wurde Bärringen zur Stadt -erhoben.</p> - -<h5 id="Karlsbad-Schlackenwerth">Tour: Karlsbad-Schlackenwerth-Joachimsthal.</h5> - -<p>Von Karlsbad gelangen wir, wenn wir die Tour auf der -schönen Reichsstrasse machen, in 2 Stunden (zu Wagen in -1 Stunde) nach Schlackenwerth, oder wir fahren zu dieser Stadt -pr. Buschtěhrader Bahn in ½ Stunde.</p> - -<p>Wir wählen die Fusstour. Unterhalb des Karlsbader Bahnhofes, -wo sich die nach Schlackenwerth führende Strasse rechts -zweigt, erblicken wir sogleich zur Linken das Dorf <i>Zettlitz</i>, -zur Rechten <i>Karlsbad</i>, <i>Drahowitz</i>, den <i>Egerfluss</i>, <i>Weheditz</i>. -Die Strasse führt durch Felder; wir schreiten bei einer -grossartigen <i>Dampfziegelei</i> vorüber und erreichen die sog. -<i>Weheditzer-Zettlitzer</i> Höhe, wo wir eine <i>schöne Aussicht</i> -geniessen (Siehe Tour Karlsbad-Lichtenstadt). (Auf dieser -Höhe zweigt linksab die Strasse nach Lichtenstadt, etwas weiter -entfernt rechtsab die Strasse nach Dallwitz.) Die in nordöstlicher -Richtung dahinziehende Strasse weiter verfolgend, gelangen wir -unterhalb <i>Sodau</i> zu einem Theil dieses Dorfes mit 2 Gasthäusern, -nähern uns dann dem rechts liegenden Dorfe <i>Lessau</i>, -wandern links an dem Orte <i>Fuchsloch</i> (½ St. sw. von Schlackenwerth) -und dem Dorfe <i>Grasengrün</i> (Teiche; der <i>Peinteich</i> -zwischen Grasengrün und Hauptstrasse) vorbei und kommen endlich -nach <i>Schlackenwerth</i>. Links von der Strasse sehen wir den -<i>Friedhof</i> und den grossherzoglich toskanischen <i>Park</i>, rechts -das <i>Actienbräuhaus</i>.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Schlackenwerth">Schlackenwerth.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: <i>Zum Renthaus</i>, am Marktplatze, <i>Schwarzer Adler</i>.</p> - -<p><b>Post- und Telegrafenamt</b> im erstgenannten Gebäude.</p> - -<table class="p" summary="Postverbindung"> -<tr> -<td><b>Postverbindung</b></td><td>nach</td><td>dem Bahnhofe »Schlackenwerth«.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td><td class="tdc">"</td><td>Joachimsthal täglich 3mal.</td> -</tr> -</table> - -<p><b>Aemter</b>: <i>Bürgermeisteramt</i>. <i>Spar-</i> und <i>Vorschusskassa</i>.</p></div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_99">[99]</a></span></p> - -<p class="center"><b>Beschreibung und Geschichte der Stadt.</b></p> - -<p>Schlackenwerth, der Hauptort der gleichnamigen, dem Grossherzog -von Toskana gehörigen Herrschaft, liegt am Fusse des -Erzgebirges an der Wistritz und an der Buschtiehrader Bahn in -einer schönen und reizenden Ebene, welche nördlich von den -gewaltigen, waldbekrönten Bergketten des Erzgebirges, westlich -von dessen milderen Ausläufern, südlich von den Karlsbader -Hügelketten und östlich von dem kegelartig gestalteten Egergebirge -eingeschlossen wird. Dieser sehr fruchtbare, an Aeckern -und Wiesen reiche Basalt-Kessel wird vom Wistritz- und Weseritz-Bache -durchfurcht. Ersterer nimmt, bevor er Schlackenwerth -erreicht, den Weseritzbach auf. Die Stadt zählt 2000 Einwohner, -welche sich hauptsächlich mit der Landwirthschaft beschäftigen.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten.</b> <i>Das grossherzoglich Toskanische -Schloss</i>, in einfachem Renaissancestyl erbaut, ist in jüngster -Zeit durch zwei Seitenflügel und einen rückwärtigen Trakt -vergrössert worden. Dasselbe besitzt einen <i>grossartigen -Rococo-Park</i> mit hundertjährigen Eschen und Linden, stattlichen -Erlen, Ahornen, Weiden, Cirpisbäumen und hohen Tannen, -sowie mit anmuthig angelegten Spaziergängen. Mitten im Parke, -der in den Sommermonaten von Karlsbader Curgästen und Touristen -sehr häufig besucht wird, steht das im Rococostyle erbaute -herrliche <i>Gartenhaus</i>, ein octogones, barockes Gebäude mit -<i>Restauration</i>. (Geschichtliches siehe bei der Geschichte der -Stadt.)</p> - -<p><i>Die Pfarrkirche</i>, im gothischen Styl erbaut und neu -renovirt, hat ausser dem imposanten Hauptaltar noch 6 Seitenaltäre. -Das Altarbild des ersteren stellt die Grabbestattung Jesu -vor und ist ein Meisterwerk des berühmten böhmischen Malers -<i>Karl Skreta</i>. <i>Das Piaristen-Collegium</i> mit einem durch -den letzten Gymnasialdirector P. Ernst <i>Miebes</i>, einen geborenen -Schlackenwerther, <i>trefflich angelegten, reichhaltigen -Lehrmittel-Cabinet</i>, mit einer werthvollen <i>Bibliothek</i>, -im grossen, schönen Archivsaale, an dessen Wänden nebst den -Ahnenbildern der <i>Lauenburger</i> auch die Bildnisse der kaiserlichen -Hoheiten <i>Leopold</i> II. und <i>Maria Antonia</i> in Lebensgrösse -prangen. Für den Archäologen und Bibliographen ein -Unicum: Der <i>Manuskript-Pergamentcodex vom Jahre -1353</i>, welcher die Legende der hl. Hedwig, Herzogin von Schlesien, -und vier Homilien des hl. Bernhard enthält.</p> - -<p><b>Geschichtliches.</b> Das Piaristen-Collegium wurde von <i>Anna -Magdalena Popelia</i>, der Gemahlin des Herzogs Julius Heinrich -von Lauenburg, 1666 gestiftet; das Gymnasium, 1780 in -eine Normalhauptschule verwandelt, wurde 1804 abermals eröffnet<span class="pagenum"><a id="Seite_100">[100]</a></span> -und bestand bis zum Jahre 1820, in welchem die beiden -Humanitätsklassen aufgehoben wurden, so dass nur die 4 Grammatikalklassen -blieben, die aber 1852 sammt der Hauptschule -geschlossen wurden. Durch die wahrhaft fürstliche Munificenz -der durchlauchtigsten Frau <i>Grossherzogin Maria Antonia</i> -und des edlen <i>Grossherzogs Leopold</i> II. konnte am 1. Okt. -1863 das Piaristen-Untergymnasium wieder eröffnet werden, das -aber leider mit dem Schuljahre aufhörte. – In der Piaristenkirche, -welche 1674 eingeweiht worden ist, befindet sich auf dem Hochaltare -die <i>Muttergottesstatue Maria-Treu</i>, wohin nicht -nur Schlackenwerther, sondern auch Katholiken aus der ganzen -Umgegend ihre Zuflucht nehmen.</p> - -<p><i>Porzellanfabrik von Pfeiffer und Löwenstein.</i> -(Rechts von der Strasse zum Bahnhofe.) – <i>Actienbräuhaus.</i> -(Links an der Karlsbader Strasse.)</p> - -<p>Die Erbauung Schlackenwerths (zuerst Schlawkes Warthe, -später Schlawkes Werth, zuletzt Schlackenwerth) wird dem Slavek -von Riesenburg zugeschrieben, welcher die Stadt dem Bürgermeister -und Rath überliess, so dass dieselbe von König Johann -(1310) bis zu Kaiser Sigmunds Regierung unter dem Stadtrathe -verblieb, bis endlich genannter Kaiser dieselbe im J. 1419 an -seinen Kanzler Caspar Schlick verpfändete, der, aus einer Egerischen -Patricierfamilie stammend, bis zum Reichsgrafen (1437) -emporstieg und mit Elbogen, Falkenau und Schlackenwerth belehnt -wurde. Graf Caspar Schlick, dreier Kaiser Reichskanzler -und »ein Mann von grosser Geistesgewandtheit«, wurde der Begründer -dreier berühmten, reichbegüterten Grafenlinien, von denen -die Schlackenwerther Schloss, Dominium und Stadt bis zum -Jahre 1578 beherrschte. Unter der Regierung des Königs Georg -von Poděbrad wurde ein Theil des Schlosses und der Stadt in -Asche gelegt, da Graf Schlick mit den Schlackenwerthern an -den katholischen Herrenbund gegen den König sich angeschlossen -hatte. 1578 kam die Herrschaft Schlackenwerth an die Schönburge, -Stadt und Schloss wurden 1621 von den Soldaten Mannfelds -geplündert. Die nach der Schlacht am Weissen Berge von -dem königlichen Fiscus eingezogene Herrschaft überliess Kaiser -Ferdinand II. im J. 1625 käuflich dem Herzog Julius Heinrich -von Sachsen-Lauenburg. Derselbe liess 1650 mit Benützung der -Grundmauern des Schlick'schen Schlosses ein neues Schloss aufbauen -und mit einem Geldaufwande von 60.000 Reichsthalern -einen grossartigen Park anlegen, der mit seinen Wasserleitungen -und 50 Springbrunnen eine Art Klein-Versailles darstellen sollte -und von einem Schriftsteller des 18. Jahrhunderts sogar das -achte Wunder der Welt genannt wurde. Dem verstorbenen Herzog -Julius Heinrich folgte sein Sohn Julius Franz, dessen Tochter<span class="pagenum"><a id="Seite_101">[101]</a></span> -Franziska Sybilla Augusta sich 1690 nach dem Tode ihres -Vaters (1689) mit dem Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden -vermählte. So gelangte der Besitz an das Haus Baden-Baden, -um bei demselben bis 1782 zu verbleiben. Nach dem Tode -des Markgrafen August Georg erhielt dessen Nichte, die Prinzessin -Elisabeth Augusta von Baden, das Nutzungsrecht der Herrschaft -Schlackenwerth von der Kaiserin Maria Theresia lebenslänglich. -Von 1799 fiel auch das Nutzungsrecht wieder an die Kammer -zurück. Später kam Schlackenwerth an Ferdinand II., Grossherzog -von Toskana. Als Grossherzog Leopold II. von Toskana, -der edle, so schwer geprüfte Fürstengreis aus Habsburgs Herrscherhause, -in dem verhängnissvollen Jahre 1859 mit der grossherzoglichen, -hochherzigen Familie hier bleibenden Aufenthalt genommen, -begann für Schlackenwerth eine neue segensreiche Periode. In -Schlackenwerths Annalen wird für immerwährende Zeiten mit -goldenen Lettern der denkwürdige 23. Februar 1861 glänzen, -wo Leopold II., Grossherzog von Toskana und Erzherzog von -Oesterreich, einstimmig zum Bürgermeister der Stadt Schlackenwerth -gewählt wurde. »Leopold II. nahm aber nicht blos die -Wahl als Bürgermeister an, sondern unterzog sich auch persönlich -allen durch die Communalgesetze gebotenen Pflichten, ein schönes -und seltenes Beispiel in der That, welches hier einerseits aus -einem Familienzuge der Habsburger, der Achtung vor dem Volke, -anderseits aus dem in Italiens Boden tiefgewurzelten Bewusstsein, -bei der Gemeindeautonomie mit der Entgegennahme des Rechtes -sich auch im strengsten Sinn der Pflicht zu unterziehen, entspringt. -Diese enge Beziehung zwischen dem Grossherzog und -der Bürgerschaft Schlackenwerths erneuerte sich bei der Wiederwahl -(22. August 1864), deren Annahme wieder erfolgte und -in der Stadt grosse Freude hervorrief.« Der durchlauchtigste -Grossherzog-Bürgermeister leistete für Schlackenwerth wahrhaft -Hervorragendes und Unvergängliches! Aber auch dessen durchlauchtigste -Gemahlin, die Frau Grossherzogin Maria Antonia -bewährte sich stets als eine hohe Gönnerin und fürstliche Wohlthäterin -dieser Stadt. »In ganz ähnlicher Weise übertrug sich -auch dieses Verhältniss auf den dermaligen Besitzer und seine -Gemahlin«, nämlich auf Sr. kais. Hoheit den durchlauchtigsten -Herrn Ferdinand IV., Grossherzog von Toskana, und Ihre kais. -Hoheit die durchlauchtigste Frau Grossherzogin. Von hohen -fürstlichen Besuchen, deren sich Schlackenwerth zu erfreuen hatte, -heben wir hervor: <i>Den Besuch Sr. kais. u. kön. Majestät -des Kaisers Franz Josef</i> I. am 23. Juni 1864, welchen Tag -Grossherzog Leopold II., der damalige Bürgermeister Schlackenwerths, -durch eine Gedenktafel aus Marmor am Rathhausgebäude -verewigte. In demselben Jahre (am 30. Juni 1864) stattete auch -<i>König Otto von Griechenland</i> der grossherzoglichen Familie<span class="pagenum"><a id="Seite_102">[102]</a></span> -einen Besuch ab. <i>König Johann von Sachsen</i>, der -gekrönte Dante-Uebersetzer, Vater der ersten Gemahlin des Grossherzogs -und Grossvater der Erzherzogin Maria Antoinette, der -fürstlichen Dichterin, verweilte wiederholt bei der Grossherzog -Toskanischen Familie zum Besuche.</p> - -<p>Nachdem wir die Sehenswürdigkeiten Schlackenwerths in -Augenschein genommen haben, kehren wir der Stadt den Rücken, -um unsere Tour fortzusetzen. Ein wahrhaft entzückendes Landschaftsbild -entrollt sich vor unseren trunkenen Blicken! Inmitten -einer vegetationsreichen Ebene mit wogenden Feldern, beblumten, -saftiggrünen Wiesen und ergiebigen Obstbäumen sehen wir aus -dreiviertelstündiger Entfernung die waldesdunklen und mannigfaltig -geformten Berge des wie eine Mauer steil sich aufthürmenden -Erzgebirges, durchbrochen von einem tiefgefurchten, -romantischen Querthal, dem unsere Tour gilt. Wir wandern, -aufjauchzend vor Lust, auf der schönen, beiderseits mit Obstbäumen -bepflanzten Aerarialstrasse in nördlicher Richtung weiter -und gelangen in einer halben Stunde nach <i>Unterbrand</i>, wo -wir den grossherzoglich Toskanischen Meierhof besichtigen, dessen -landwirthschaftliche Maschinen, den neuesten Fortschritten auf -diesem Gebiete Rechnung tragend, besonders den Oekonomen -interessiren dürften. Von hier erreichen wir nach ¼stündiger -Wanderung das freundliche, mit Obstbäumen geschmückte Dorf -<i>Oberbrand</i>, dessen Einwohner noch den lohnendsten Feldbau -betreiben. Statt der Obstbäume bilden aber bald Vogelbeerbäume -mit ihren zinnoberfarbenen Beeren Strassenspalier; wir stehen -an der Eingangspforte des engen, prächtigen <i>Weseritzthales</i>. -Die Strasse, ein schmaler Wiesensaum und die rauschende Weseritz -bilden die Thalsohle, während zur Rechten und Linken -die mit Fichten, Tannen und Buchen reich bedeckten Abhänge -mit jedem Schritte steiler und majestätischer sich gestalten. -Bald wird das immer höher aufsteigende Thal etwas weiter, wir -schreiten an mehreren, schon zur Gemeinde Joachimsthal gehörigen -Mühlen vorbei, <i>Hansgirgs</i> Verse reproducirend: »Im -Erzgebirge, wie klappern die Mühlen so laut; so laut, wie -rauschen die Bächlein gar frisch im Kühlen so traut, so traut.« -Oberhalb der <i>Herrenmühle</i> (die dritte Mühle oberhalb der -<i>Trinksmühle mit Restauration</i>) betreten wir – was den -Touristen <i>warm empfohlen</i> werden kann – den links von -der Strasse abzweigenden, bequemen Fussweg, der in Serpentinen -durch den schattigen Wald aufwärts führt. Nach kurzer Steigung -erreichen wir den ebenen <i>Seilerweg</i>, der, an der westlichen -Berglehne sich dahinziehend, eine <i>wunderschöne Aussicht</i> -gewährt (siehe Joachimsthaler Spaziergänge 3). Verfolgt man -dagegen die Strasse, so kommt man zum k. k. <i>Hüttenwerke</i> -(siehe Joachimsthaler Spaziergänge 2), das uns daran erinnert,<span class="pagenum"><a id="Seite_103">[103]</a></span> -dass wir in der Nähe von Joachimsthal sind, das jedoch – wir -meinen die eigentliche obere Stadt – die Krümmung des Thales -noch verhüllt, links erblickt man die Barbara-Kapelle. Hier -sieht man den untersten Theil der Stadt, nordwestlich aufsteigend, -und hoch auf dem Berge nordöstlich die <i>Prokopi-Kapelle</i>. -Immer mehr sind die Wälder gelichtet, und was sich die Natur -abzwingen liess, ist zu Feldern und Wiesen verwandelt.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Joachimsthal">Joachimsthal.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: <i>Hôtel zur Stadt Dresden</i>, im oberen Theile der Stadt -am Marktplatze gelegen. – <i>Hôtel zum wilden Mann</i>, das zweite Haus -neben genanntem Hôtel.</p> - -<p><b>Photographische Ansichten</b> von Joachimsthal und hervorragenden Gebäuden -dieser Stadt bei dem Photographen <i>Anton Kraus</i> (Marktplatz).</p> - -<p><b>Post- und Telegraphenamt</b> auf dem Marktplatze.</p> - -<table class="p" summary="Postverbindungen"> -<tr> -<td><b>Postverbindung</b></td><td>nach</td><td>Schlackenwerth</td><td>täglich</td><td>3</td><td>mal.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td><td class="tdc">"</td><td>Platten</td><td class="tdc">"</td><td>1</td><td class="tdc">"</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdc">"</td><td class="tdc">"</td><td>Weipert</td><td class="tdc">"</td><td>1</td><td class="tdc">"</td> -</tr> -</table> - -<p><b>Privatfuhrwerke</b> bei Rudolf Günther, Christof Porkert und Wilhelm Seidl. -Auf besonderes Verlangen besorgt auch der Hôtelbesitzer »zur Stadt Dresden« -Fahrgelegenheiten.</p> - -<p><b>Aemter.</b> Bezirkshauptmannschaft, Bezirksgericht, Steuer- und Grundbuchsamt, -Bürgermeisteramt, städt. Forst- und Rentamt, Sparkassa (sämmtlich -im Stadthause), Berg- und Hüttenverwaltung sowie Forstamt (Oberamtsgebäude), -Notariat, Finanzwachkommissariat.</p></div> - -<p class="center"><b>Beschreibung und Geschichte der Stadt.</b></p> - -<p>Die k. Bergstadt Joachimsthal, die Metropole des böhmischen -Erzgebirges genannt, liegt in einem engen und tiefen, nach -Südosten und Süden geöffneten Querthale, das von dem rasch -herabstürzenden Weseritzbache durchbraust wird, zwischen hohen -Bergen, dem <i>Galgenberge</i> im Osten, dem <i>Pfaffenberge</i> im -Süden, dem <i>Schlossberge</i> im Westen, dem <i>Obern</i> und <i>Untern -Türkner-Berge</i> im Norden. Sie besteht in ihren eigentlichen -Grundlinien im Thalgrunde vorzugsweise nur aus zwei Häuserreihen, -an die sich aber beim Bräuhausplatze, wo das Thal sich erweitert, -beiderseits terrassenförmig noch je zwei Häuserzeilen, sowie in -einem westlichen Seitenthale der Stadttheil Pfaffenberg anreihen. -Die seit dem grossen Brande von 1873 grösstentheils neu aufgebaute, -sehr freundliche Stadt, die überdies vom hiesigen Anpflanzungsvereine -an mehreren Plätzen durch Anlagen verschönert -wurde, übt sicherlich auf jeden Besucher einen <i>wahrhaft -bezaubernden, nachhaltigen</i> Eindruck aus, so dass -man kaum fehlgehen wird, Joachimsthal als <i>die schönste -und regelmässigste</i> Stadt im ganzen böhmischen Erzgebirge -zu bezeichnen. Sie zählt 612 Häuser und gegen 7000 -Einwohner, welche sich durch Bergbau, Cigarren-, Handschuh-<span class="pagenum"><a id="Seite_104">[104]</a></span> -und Stöpselfabrication, Spitzenklöppelei, Spitzenhandel, sowie -durch das karge Erträgniss der Landwirthschaft ernähren.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: <i>Decanalkirche</i> (auf dem viereckigen, -mit einer Anlage geschmückten Kirchenplatze gelegen) wurde -von der Stadtgemeinde in den Jahren 1874–1876 in neugothischem -Styl vom Baumeister Friedrich Karl <i>Richter</i> aus Breitenbach -unter Leitung des Prager Dombaumeisters und Architekten -Josef <i>Mocker</i> neu hergestellt. Mit Bezug auf die inneren Räume -dieser Kirche hat <i>Hansgirg's</i> Behauptung: <i>dass sie ein gar -seltenes, sowohl im Totaleindruck als auch in der -liebevollen Durchführung des Details überwältigendes -Kunstwerk sei, welchem im westlichen Böhmen -kaum noch ein Bau ähnlicher Art ebenbürtig -an die Seite gestellt werden kann</i>, seine vollste Berechtigung. -Architekt (<i>Mocker</i>), Maler (<i>Gebrüder Jobst</i> aus -Wien) und <i>Bildhauer</i> (<i>Leimer</i> aus Wien) haben sich hier ein -unvergängliches Monument einheitlichen Strebens gesetzt. Nicht -nur die Altäre (3) und die Kanzel, sondern alle übrigen Objecte -der inneren Kirche entsprechen dem Geiste der Gothik. Die -Gemälde der Altäre sind <i>plastisch</i>. Der <i>Hauptaltar</i> ist ein -grossartiger, echt gothischer Bau. »Anmuth ist der Grundtypus -dieses herrlichen Werkes, das durch das echte Naive und Herzinnige -der Skulpturcompositionen noch potencirt wird, deren Bemalung -eine elegante ist, dass bei der Empfindung der Frömmigkeit -zugleich die des höchsten Wohlgefallens erweckt wird.« -Die Hauptnische dieses Altars enthält die <i>hl. Familie</i> (in der -Mitte die hl. <i>Maria</i>, etwas rückwärts zur Seite St. <i>Joachim</i> -und St. <i>Anna</i> – die Patrone der Kirche). In den zwei Nebennischen -(links) der hl. Prokopius, Schutzpatron der Bergleute, -(rechts) der hl. Johannes. Bei sämmtlichen Altären ist -Plastik, Ornamentik, Farbe und Goldzier gleich rühmenswerth. -Den Kunstfreunden sei von den Seitenaltären besonders der -<i>Marien-Altar</i> (links) empfohlen (Hauptfigur: <i>die unbefleckte -Maria im Gebet</i>). Der <i>Josefi-Altar</i> (rechts), Hauptfigur: -der hl. <i>Josef</i>, den Lilienstengel in der rechten Hand, das Jesukindlein -mit der Erdkugel am linken Arm haltend. Die prachtvolle -<i>Kanzel</i> mit den Gestalten der Kirchenlehrer; das <i>Baptisterium</i> -(Taufkapelle), die <i>Orgel</i> (Kegelladensystem, <i>Steinmeier</i> -in Oettingen).</p> - -<p><i>Das Stadthaus</i> (an der Ecke des Kirchenplatzes), ein -alterthümliches, ansehnliches Gebäude, das dem letzten gewaltigen -Brand Widerstand geleistet, enthält <i>die interessante, -sehenswerthe Gemeindebibliothek</i>, welche 1540 begründet -worden ist. Sie enthält 190 Werke aus dem XV. und -XVI. Jahrhundert (in deutscher, lateinischer, griechischer und<span class="pagenum"><a id="Seite_105">[105]</a></span> -hebräischer Sprache) und zwar dem Inhalte nach: Jurisprudenz 17, -Theologie 60, Poesie und classische Literatur 51, realistische -Fächer 17, hebräische Sprache 7, linguistische 20, Geschichte, -Geographie und Statistik 18. – Eine Biblia hebräica, in Frakturlettern -auf Pergament sehr schön geschrieben, stammt nach Dr. -Oppenheimer's Untersuchung vom Jahre 1384.</p> - -<p><i>Das k. k. Bergoberamtsgebäude</i> (neben dem Stadthause) -mit reichhaltiger <i>Mineraliensammlung</i> des montanistischen -Vereines. (Daselbst werden auch Mineralien verkauft.) -<i>Das Volks- und Bürgerschulgebäude</i> (links von -der Kirche), ein wahrer Schulpalast, mit einer reichlich ausgestatteten -Lehrmittelsammlung. – (Rechts von der Kirche): -<i>Die k. k. priv. Handschuhfabrik von Martin -Bencker u. Sohn</i>, die grösste in Oesterreich-Ungarn, und -<i>die Stöpselfabrik des Anton Schreiber</i>. <i>Der -k. k. Einigkeitsschacht</i> (ober dem Schulgebäude) -bietet vielfaches Interesse, und ist dessen Befahren durch Schalenbeförderung -leicht, gefahrlos und lohnend. (Wegen Einfahrt wende -man sich an den k. k. Bergrath im Oberamtsgebäude.) <i>Schloss -Freudenstein, k. k. Cigarrenfabrik und k. k. -Hüttenwerk.</i> (Siehe »Kleine Spaziergänge«.)</p> - -<p>Die ganze Gegend, wo jetzt Joachimsthal steht, war bis zum -Jahre 1516, dem eigentlichen Gründungsjahre dieser Stadt, eine -nur mit Wald bedeckte Gebirgslandschaft, welche zur Herrschaft -Schlackenwerth gehörte, die nebst Lichtenstadt Kaiser Sigmund -1437 seinem treuen Reichskanzler Kaspar Schlick, Grafen von -Passaun (Bassano), geschenkt hatte. Einzelne Bergleute aus -Schlackenwerth (»der alte Oeser«) und aus dem Markgrafenthum -Meissen (»Kaspar Bach«) betrieben hier ohne Zweifel schon gegen -Ende des XV. oder in den ersten Jahren des XVI. Jahrhunderts -Bergbau auf Silber, der aber nicht bedeutend gewesen zu sein -scheint. Im Jahre 1515 stellte sich Graf Stefan Schlick an die -Spitze einer Gewerkschaft, welche die alte Fundgrube am Schottenberg -wieder belegte und 1516 die erste Ausbeute vertheilte. Bis -zu diesem Jahre sollen etliche verfallene Häuser am untern -Türckner, eine Mühle am Brotmarkt – dem heutigen Pfaffenberg -– und ein Hammer in dieser Gegend gewesen sein; nach -einer Wiese wurde Thal und Weiler Conradsgrün (»Cunradisgrün«) -genannt. Aber die Kunde von dem überaus ergiebigen -Bergbau drang mit staunenswerther Raschheit durch das ganze -Erzgebirge und lockte baulustige deutsche Bergleute und Gewerke -in solcher Anzahl in's »Thal«, dass die neue Bergcolonie -bis December genannten Jahres bereits 400 Häuser gezählt haben -soll. Der Silberreichthum war hier geradezu fabelhaft. Deshalb -fand sich Graf Stefan Schlick, der damalige Grundherr, bewogen,<span class="pagenum"><a id="Seite_106">[106]</a></span> -den Grund zu einer Bergstadt zu legen, welche bald gedeihlich -aufblühte. Da es auf dem jenseitigen meissnischen Gebiete -bereits ein Annaberg (1496) und Jöhstadt (Josefsstadt, 1517) gab, -wurde, um die Glieder der hl. Familie als Schutzpatrone auf -einem verhältnissmässig kleinen Raume zu ergänzen, das Thal -und die neu angelegte Stadt nach Christi Grossvater, dem hl. -Joachim, St. Joachimsthal (»Jochimsthal«) genannt. Aber gar bald -erhoben die Brüder von Haslau, deren Grundeigenthum an das -Schlickische grenzte, Ansprüche auf benachbartes Gebiet, bis auf -welches sich der Bergbau und die Anlage der Stadt auszudehnen -begonnen hatten. Der darüber mit den Grafen Schlick entstandene -Streit wurde jedoch durch einen schleunigen Vergleich (1518) -beendigt, in Folge dessen die Herren von Haslau eine Entschädigung -zugesichert erhielten. Ein in demselben Jahre ausgebrochener -Aufstand der Bergleute veranlasste den Grafen Schlick -zur Herausgabe der berühmten Bergordnung; er liess ferner eine -Münze (an dieser Stelle steht das heutige Oberamtshaus) erbauen, -»aus welcher im nächsten Jahre 1519 die ersten Münzen, Guldengroschen, -zu 24 weissen Groschen, wie sie in Sachsen geprägt -wurden, hervorgingen. Man nannte sie nach dem Orte ihres -Ursprungs <i>Thalergroschen</i>, später einfach <i>Thaler</i>, ein -Name, welcher allmählig in ganz Deutschland das Bürgerrecht -erhalten und selbst in fremden Ländern (als Dollar in England -und Amerika, als <i>Talar</i>, <i>Talari</i> in der Levante etc.) Eingang -gefunden hat. Sie trugen auf der Vorderseite das Bildniss des -hl. Joachim, auf der Rückseite das des Königs Ludwig und des -Grafen Schlick, oder auch den böhmischen Löwen und führten -daher auch den Namen <i>Schlickenthaler</i> und <i>Löwenthaler</i>. -Lateinisch nannte man sie, weil sie zwei Loth oder eine Unze -wogen, <i>Unciales</i>, auch <i>Vallenses</i> (<i>Joachimicos</i>) und -später, nachdem sie als deutsche Reichsmünze Geltung und -Umlauf erlangt hatten, <i>Imperiales</i> (Reichsthaler). – König -Ludwig bestätigte nicht nur im Jahre 1519 die Freiheiten, welche -Graf Stefan Schlick der Gemeinde und Knappschaft zu Joachimsthal -verliehen hatte, sondern erhob auch auf Ansuchen des genannten -Grund- und Burgherrn mittelst Majestätsbriefes vom -6. Jänner 1520 Joachimsthal zu einer <i>freien Bergstadt</i> und -verlieh ihr alle damit verbundenen Rechte und Freiheiten, sowie -die Errichtung eines Schöppenstuhls zur Schlichtung der zwischen -dem Bergpersonale entstehenden Rechtsstreitigkeiten. In demselben -Jahre bestätigte der König auch das Münzprivilegium des -Grafen Schlick.« Trotz zweier neuerlicher Aufstände (1523 und -1525) blühte die Bergstadt unter der vortrefflichen Fürsorge des -ritterlichen Grafen Stefan Schlick immer mehr und mehr zu einer -hochansehnlichen, reichen, dichtbevölkerten Stadt empor, die mit -tüchtiger Gemeideverwaltung und Schule ausgestattet war. Sie<span class="pagenum"><a id="Seite_107">[107]</a></span> -zählte zur Zeit ihrer höchsten Blüthe über 1200 Häuser, gegen -12000 Bergleute, 400 Schichtmeister, 800 Steiger und 800 in -Betrieb stehende Zechen. Leider fand Graf Stefan Schlick, ein -treuer und tapferer Unterthan seines Königs, im 39. Lebensjahre -seinen Tod in der unglücklichen Schlacht bei Mohacz (29. August -1526).</p> - -<p>Nun folgten dessen jüngere Brüder Graf Hieronymus und -Lorenz, die Joachimsthal wechselweise immer zwei Jahre beherrschten; -doch kam es zu Erbstreitigkeiten. Diese gaben den -ersten Anlass, dass König Ferdinand I. den Grafen Schlick »ihr -ohnehin nicht ganz rechtmässiges Münzregal« entzog, das nun -an die Regierung kam (1528). Nichtsdestoweniger schenkten die -Schlicke in den Jahren 1530–1536 der Stadt von neuem Grund -und Boden und begannen 1534 den Bau der Kirche, »welche -ohne fremde Hilf erbaut ist« und 1537 zum Gottesdienste benützt -wurde. 1545 mussten die Schlicke das Joachimsthaler Bergwerk -dem König unter der Bedingung abtreten, »dass sie sich« – wie -Mathesius sagt – »ihres Zehendens Erbkux und Hüttenwerks -unverhindert von meniglich gebrauchen mögen.« – Als 1518 -die Reformation im benachbarten Sachsen feste Wurzeln fasste, -fanden Dr. Luthers Lehren auch in Joachimsthal eifrige Anhänger, -namentlich in den Grafen Schlick. Lange stritten sich -hier die katholische und protestantische Partei um die Herrschaft, -bis endlich 1540 der Protestantismus den vollständigen Sieg -davontrug. In jener Zeit wirkten zu Joachimsthal: Der hervorragende -Gelehrte M. <i>Johannes Mathesius</i> (geb. am 24. Juni 1504 -zu Rochlitz in Sachsen, gest. zu Joachimsthal den 8. Okt. 1565) -erst als Rector an der berühmten Lateinschule, dann als Pfarrer; -(die Bürgerschaft hat ihm am 24. Juni 1874 an dem Stadthause -eine Votivtafel eingesetzt), ferner <i>Nikolaus Hermann</i>, der -»alte Cantor« genannt, einer der besten Liederdichter des XVI. -Jahrhunderts, als Cantor (gest. am 3. Mai 1561 zu Joachimsthal) -und endlich <i>Georg Agricola</i>, der Begründer der Mineralogie -(geb. am 24. März 1494 zu Glaucha in Sachsen, gest. am 21. Nov. -1555 zu Chemnitz) von 1527–1530 (1533?) als Stadtarzt. Durch -den schmalkaldischen Krieg, in welchem die Joachimsthaler sich -den aufständischen böhmischen Ständen anschlossen und die -Stadt von sächsischen Truppen eingenommen wurde, büsste sie -ihre alte Blüthe ein und ging, obgleich Kaiser Ferdinand I. und -namentlich Kaiser Rudolf II. verschiedene Mittel zum Aufschwunge -des Bergbaues anwandten, immer mehr dem Verfalle entgegen, -der mit dem 30jährigen Kriege eintrat. Das protestantische -Joachimsthal stellte sich bei dessen Ausbruche auf die Seite der -aufrührerischen Stände Böhmens und wurde sammt dem Schlosse -Freudenstein von dem utraquistischen Feldherrn Mannsfeld besetzt, -der aber 1621 abzog. Nach der Schlacht am Weissen Berge (1620)<span class="pagenum"><a id="Seite_108">[108]</a></span> -trat bekanntlich die Gegenreformation ein, und da sich der grösste -Theil der Bewohner Joachimsthals zur Annahme der katholischen -Lehre nicht bequemen wollte, wanderten Tausende über die -Landesgrenze. Die letzten Auswanderungen der Protestanten -fanden 1653 statt. (Vergl. Bergstadt <i>Platten</i>.) 1631 besetzten -die Sachsen Joachimsthal und die Veste Freudenstein, wohin -aber schon 1632 die Kaiserlichen eine Besatzung legten. Dieselbe -vertheidigte sich 1634 gegen eine schwedisch-sächsische Heeresabtheilung -so tapfer, dass sie erst capitulirte, als die Feinde -durch ihre Batterie-Kugeln das Schloss unhaltbar gemacht hatten. -Die Schweden plünderten dasselbe, überliessen es den Flammen, -wodurch es zur Ruine wurde. Schon vorher hatte sich die arg -verwüstete Stadt ergeben müssen.</p> - -<p>Am 31. März 1873 wurde Joachimsthal durch einen schrecklichen -Brand schwer heimgesucht, so zu sagen vernichtet, denn -das wüthende Element verwandelte unaufhaltsam in fliegender -Eile 309 Häuser sammt Nebengebäuden in Schutt und Trümmerhaufen. -Auch die grossartige Kirche, »ein kunsthistorisches und -archäologisches Unicum,« wurde zerstört. Tausende hatten Obdach -und Habe verloren! Bei dieser Gelegenheit hat sich der deutsch-böhmische -Dichter und Menschenfreund <i>Karl Viktor Ritter -von Hansgirg</i>, der damals Bezirkshauptmann war (geb. am -5. August 1823 zu Pilsen, gest. den 12. Jänner 1877 zu Joachimsthal), -ein bleibendes Denkmal durch seine aufopferungsvolle, -rastlose Thätigkeit zur Milderung der Nothlage gesetzt. Seine -an die Mildthätigkeit appellirenden Worte wirkten wie ein zündender -Funke, und Dank der Staatssubvention von 500.000 fl., -Dank den grossartigsten Hilfsquellen von Seite der vielsprachigen -Völker Oesterreichs und der Nachbarländer konnte der Wiederaufbau -der Stadt in überraschend kurzer Zeit stattfinden; leider -fiel derselbe aber in eine äusserst kostspielige Bauperiode, so -dass es niemand Wunder nimmt, wenn der grösste Theil der -Häuser noch schwer mit Schulden belastet ist.</p> - -<h5>Kleinere Spaziergänge.</h5> - -<p>Die Umgebung von Joachimsthal bietet eine Menge einladender -und lohnender Spaziergänge:</p> - -<p>1. <i>Schloss Freudenstein</i>, auf der westlichen Seite der -Stadt, liegt auf dem steilen Schlossberg, der nur westwärts in -eine Ebene ausläuft. Von der einstigen festen, überaus zweckmässig -angelegten Veste sind nur zwei runde Thürme von bedeutendem -Umfange und ein Stück Ringmauer übrig geblieben. -Von denselben zeichnet sich der vordere, nordöstliche durch seine -Höhe aus; er besitzt ein Laternenthürmchen mit einer Glocke<span class="pagenum"><a id="Seite_109">[109]</a></span> -und wird von dem Stadtwächter bewohnt, welcher früh Morgens -um 3 Uhr, dann um 4 Uhr, Mittags um 11, beziehungsweise -12 Uhr, Abends aber um 7 und 8 Uhr durch Glockengeläute den -Bergknappen zum Ein- und Ausfahren das Signal geben, überdies -aber bei Tag und Nacht der Stadtuhr nachschlagen muss. Den -zweiten, kleineren Thurm benützt das k. k. Bergamt als Pulvermagazin. -– Vom Bergabhange geniesst man <i>eine ausgezeichnete -Uebersicht der ganzen Stadt</i>. »Wie im Grundrisse -sehen wir sie vor uns aufgerollt, und einem spähenden Auge -entgeht kein Reisender, der die Strasse einherwandelt; ja, selbst -die von anderen Seiten über das Gebirge herführenden Fusssteige -können von diesem Punkte aus übersehen und bewacht werden, -so dass – wie man sich gewöhnlich ausdrückt – nicht eine -Maus in die Stadt gelangen kann, ohne dass sie von dem lauernden -Wächter nicht bemerkt worden wäre.«</p> - -<p><b>Geschichtliches.</b> Graf Stefan Schlick legte 1518 den Grundstein -zu dem Schlosse Freudenstein, dessen Bau 1520 vollendet -ward. Es lag vor dem 30jährigen Kriege in der Mitte der Stadt, -dessen oberer Theil im Thale lag, während ein grösserer Theil -hinter der Burg auf dem Berge, wo jetzt die <i>Neustadt</i> liegt, -stand. Von dem ehemaligen Stadttheil, hinter dem Freudenstein -gegen Westen, sind jetzt nur Spuren von Mauern und Kellern -vorhanden. Es wurde Anfangs von dem Berghauptmann des Burgherrn -bewohnt, 1525 von aufständischen Bergleuten geplündert -und theilweise verwüstet, bald aber wieder hergestellt. Seit 1545 -diente es dem jeweiligen königl. Berghauptmann zur Wohnung, -bis es nebst dem oberen Theil der Stadt 1634 von den Schweden -zerstört wurde. (Siehe Näheres Geschichte der Stadt Joachimsthal.)</p> - -<p>2. <i>*K. k. Cigarrenfabrik und k. k. Hüttenwerk.</i> Auf -der Aerarialstrasse thalabwärts betritt man die <i>links</i> abzweigende -Gemeindestrasse, die zur Cigarrenfabrik führt. Kürzer und -bei staubiger Strasse empfehlenswerther ist der Weg längs der -sogenannten »Ziegengasse«, die von der Hauptstrasse schon beim -Kaufmann Siegl abbiegt. Die k. k. Cigarrenfabrik, ein imposantes -Gebäude, liegt in einem <i>höchst romantischen</i> Seitenthal -und beschäftigt 700 Personen. (Anmeldung behufs innerer Besichtigung -hat beim k. k. Fabriksdirektor zu geschehen.) – Auf -der Aerarialstrasse etwas weiter abwärts gelangt man zur <i>Barbara-Kapelle</i> -und dann zum k. k. <i>Hüttenwerk</i>, leicht erkenntlich -durch seine riesenhaften schlanken Essen. Hier werden die <i>berühmten -Uranpräparate</i> erzeugt, die nicht nur nach den -verschiedenen Ländern von Oesterreich-Ungarn, sondern auch -in's Ausland versendet werden. (Man melde sich beim k. k. -Hüttenverwalter in dem rechts von der Strasse auf einer Anhöhe -liegenden Verwaltungsgebäude an.)</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_110">[110]</a></span></p> - -<p>3. <i>Zum Seilerweg.</i> Die früher genannte Aerarialstrasse -benützend, lenken wir von dieser beim sogenannten Badhause, -jetzt Unger's Färberei, ab und schlagen den Weg <i>rechts</i> zu -dem durch den unvergesslichen Erzgebirgsfreund K. V. Ritter -von <i>Hansgirg</i> verschönerten <i>Friedhofe</i> und zu der <i>Spital-</i> -oder <i>Todtenkirche</i> mit mehreren guten Gemälden aus alter -Zeit, ein. Beim Hauptthore des Friedhofes eintretend, die <i>Grabdenktafel -des Dechants P. Anton Böhm</i>, des Verfassers -einer Joachimsthaler Chronik, (gebor. 29. Juni 1785, gestorben -14. Feb. 1862), nahezu in gleicher Richtung an der gegenüberstehenden -Mauer das einfache <i>Grabdenkmal des Dichters -Karl Victor R. von Hansgirg</i>, gesetzt von den Bezirksgemeinden. -Auf dem ebenen Seilerwege selbst entrollt sich vor -unseren Augen ein <i>prachtvolles, malerisch schönes -Bild der Stadt</i>. Vor uns liegt der ganze Marktplatz, durch -dessen Mitte längs des Weseritzbaches sich eine Allee Kastanienbäumchen -windet. Dazu die die Stadt umfriedenden Bergeslehnen -mit ihren Wiesen, Feldern und Halden, das herrliche Seitenthal -der Cigarrenfabrik mit den prächtigen, dicht bewaldeten Höhenzügen -und den darauf idyllisch ruhenden Häuschen – dies alles -gewährt wahrlich ein ebenso überwältigendes als seltenes Panorama!</p> - -<p>4. <i>Zur Halde</i> bei dem Einigkeitsschacht, oben sehr schöner, -ebener Weg mit herrlicher Aussicht auf die Stadt und Gebirgslandschaft.</p> - -<p>5. <i>Zum Kaiser Josef-Schacht</i> vom Einigkeitsschachte -entlang der sog. »Eisenbahn« dann den Weg links ab. Ist an -heissen Sommernachmittagen sehr empfehlenswerth, weil kühl -und ebenfalls schöne Aussicht auf die Stadt.</p> - -<p>6. <i>Zur Johannis- und Prokopi-Kapelle.</i> Erstere liegt -auf einer Anhöhe an der Ostseite der Stadt und führt von ihr -ein Weg zu der weiter nordöstlich auf einem hohen Berge stehenden, -weithin sichtbaren <i>Prokopi-Kapelle</i> mit <i>lohnendster</i> Aussicht. -Diese Kapelle, von Feldern umgeben, ist unausgebaut geblieben -und zeigt sich als Ruine.</p> - -<p>7 <i>*Zum Graben und auf den Grauenstein.</i> Durch -das Oberthal auf der nach Gottesgab führenden Strasse aufwärts, -schlagen wir, zur Rechten eine Allee erblickend, den von derselben -beschatteten Weg, »<i>Graben</i>« genannt, ein, der uns eine -<i>schöne</i> Aussicht auf den gegenüber an der westlichen Berglehne -liegenden Einigkeitsschacht und die Halde sowie auf die -Stadt und die sie umrahmenden Bergeshöhen gewährt. Er zieht -sich um die sogen. »<i>Schwedenschanze</i>« herum. Wir schreiten -weiter, gelangen zum städt. Forsthaus »<i>Hut</i>«, wo <i>gute</i> Aussicht<span class="pagenum"><a id="Seite_111">[111]</a></span> -auf Theile des Mittelgebirges, betreten links den prächtigen -Fichtenwald und kommen zur <i>Reichen-Geschieb-Zeche</i> -am Widergebirge. Rechts von der »<i>Hut</i>« über »<i>Rauschererb</i>« -auf den sagenreichen »<i>Grauenstein</i>«, wo wir eine <i>herrliche</i> -Aussicht auf die umliegende <i>Gebirgslandschaft</i> geniessen -(die schön gelegene Einschicht <i>Schönerz</i>, auch <i>Oelbecken</i> -genannt, in ihrer Thalschlucht von Wiesen umgeben, die <i>Cigarrenfabrik</i> -und <i>Schmelzhütte</i>, die <i>Neustadt</i>, das <i>Spitzbergel</i> -bei Pfaffengrün). Rückweg durch das Thal der Cigarrenfabrik. -(Vom Grauenstein aus kann man auch weiter den <i>Keilberg</i> -besteigen. Man geht bis zur »<i>grünen</i> Kohlstätte«, wo -sich rechts der Weg nach Oelbecken, <i>links</i> zum Press zweigt, -von wo man auf die sog. Sonnenwirbler Strasse gelangt.)</p> - -<h5 id="Joachimsthal-Mariasorg">Ausflüge.</h5> - -<p>8. <i>*Mariasorg</i> ¾ St. westsüdwestlich von Joachimsthal. -Dorf mit einem <i>Kapuzinerkloster</i>, dessen Kirche mit Gnadenbild -ein <i>vielbesuchter Gnadenort</i> ist; ein sehr beliebter -Ausflugsort der Joachimsthaler. <i>Wagners Gasthaus.</i> – Von -dem Einigkeitsschachte führt eine steile Gemeindestrasse südwestlich -zu der Höhe hinan (»<i>Neustadt</i>«), links liegt <i>Freudenstein</i>. -Auf dem Wege einen Blick rückwärts werfend, liegt in -überraschender Tiefe Joachimsthal, während man ganz auf der -Höhe, der sog. <i>Mariasorger-Höhe</i>, eine <i>bezaubernde -Fernsicht</i> auf das gesegnete Schlackenwerther-Lichtenstädter -Becken, die Ruine <i>Engelhaus</i>, auf das Mittelgebirge vom -Königswarter Kaiserwald bis gegen das Duppauer Gebirge, ferner -einen Theil des Egergebietes erhält; rechts streckt der <i>Plessberg</i>, -links der <i>Koboldstein</i> sein Haupt empor. Ist unstreitig -<i>eine der schönsten und lohnendsten Partien im Erzgebirge</i>.</p> - -<p>9. <i>Koboldstein.</i> Von der Mariasorger Höhe gelangt man -südlich in gerader Richtung zum <i>Koboldstein</i> bei Pfaffengrün. -Die Aussicht ist zwar etwas beschränkter, wie auf der Mariasorger -Höhe, aber <i>deutlicher</i>. (Zettlitz-Karlsbader Bahnhof.)</p> - -<p>10. <i>Ullersgrün</i> 1½ St. (über Mariasorg s. 8). Oberhalb -von Wagners Gasthause wandern wir auf dem angenehmen Wege -waldeinwärts südlich durch den mit den schönsten Waldungen -geschmückten <i>Wolfsberg</i>, die würzigste Luft einathmend, bis -zu dem schön zwischen Feldern und Wiesen auf einem Plateau -des Hahnberges gelegenen Dörfchen <i>Ullersgrün</i>. Vor unseren -Blicken entrollt sich eine <i>wahrhaft köstliche Rundschau</i>. -(Von Ullersgrün abwärts kommt man in ½ St. nach Lichtenstadt.)</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_112">[112]</a></span></p> - -<p>11. <i>Spitzbergel bei Pfaffengrün</i> (1 St.) Wir gehen -zum Friedhofskirchlein (siehe 3), bei dem nahe liegenden Häuschen -biegt rechts der Weg ab, von da den steilen Berg hinan, -geht man dann – die Hauptrichtung ist südlich – durch den -Wald und sieht aus der Ferne das mit einem Kreuze gezierte -<i>Spitzbergel</i>, wo sich eine <i>schöne</i> Aussicht bietet. (<i>Schönwald</i>, -<i>Permesgrün</i>, <i>Ober-</i> und <i>Unterbrand</i>, <i>Schlackenwerth</i>, -<i>Lichtenstadt</i>, <i>Zettlitz</i>.)</p> - -<p>12. <i>*Hauenstein</i> (2 St.). <i>a</i>) <i>Gebirgstour.</i> Der Fussweg -nach dem »wundersam lieblichen Hauenstein«, einem der lohnendsten -Ausflugsorte der Umgebung, führt über den sog. <i>Galgenberg</i> -nach <i>Arletzgrün</i>, <i>Honnersgrün</i>, <i>Holzbach</i> über -<i>Schönwald</i> nach <i>Hauenstein</i>. <i>b</i>) <i>Ueber Oberbrand</i>, -<i>Weidmesgrün</i>, <i>Marletzgrün</i>, sog. untere Holzbacher Mühle, -<i>Schönwald</i>, <i>Hauenstein</i>.</p> - -<p>Das Schloss gleichen Namens – von den Burgen des Egerthales -ganz allein nur bis heute bewohnbar – ruht höchst -malerisch auf einem fast senkrecht abfallenden Basaltfelsen, dem -Hauensteiner <i>Schlossberg</i>, welcher zwischen zwei Bächen, -dem Gerinne und dem Zwiesebache, aus dem Thale sich emporhebt. -»Da liegt es«, sagt <i>Theodor Reinwald</i> (<i>Therese -v. Hansgirg</i>) so poetischschön, »in's Grün gebettet, auf Skargen -und Terrassen aufsteigend, waldumgürtet, buschumweht, aus -reicher Blättermasse traut herüberwinkend, ein anspruchloses -<i>Schloss</i> im alten Gebirgsstyl, mit Riegelwänden und hohen -Giebeln, über denen sich trotzig, mit wahrhaft feudaler Grösse -der alte steinerne Rundthurm erhebt, im Volksmund der »<i>Bürgermeister</i>« -genannt. Er schaut so kühn herunter, als gehöre -er einer mittelalterlichen Veste an. – Die modernen Wirthschaftsgebäude -und Beamtenwohnungen ergänzen das Gesammtbild.« -Die ganze Umgebung des Schlosses, das in neuester Zeit -durch einen Neubau vergrössert wurde, hat die frühere Grundherrin, -<i>Gabriele Gräfin von Bouquoi</i>, mit herrlichen, parkartigen -Anlagen und bequemen Wegen verschönert und in der -That zu »einem Eldorado des Egerthales« umgeschaffen. Auf dem -höher gelegenen Berge thront im gothischen Style die <i>Kapelle</i>, -die der berühmte Architekt und Professor B. <i>Grueber</i> gebaut -und der heimische Bildhauer <i>Max</i> mit künstlicher Steinmetzarbeit -ausgestattet hat. Hier entrollt sich dem Naturfreunde ein -bezauberndes Landschaftsbild. Zu der »<i>Koppe</i>« des östlich vom -Schlossberge aufsteigenden <i>Eichelberges</i>, dessen Waldung -über 50 Baumarten enthält, gelangt man auf sehr bequemen, -serpentinartig angelegten Pfaden in ½ Stunde. »Es ist geradezu -ein Tempel voll gigantischer Säulen, unter dessen hochgewölbtem -Dach man hinanstrebt.« Von der »Koppe« erschliesst sich ein<span class="pagenum"><a id="Seite_113">[113]</a></span> -<i>überwältigendes, wahrhaft malerisches Panorama</i>. -Am Fusse des Berges weithin das lachende, fruchtbare, mit Ortschaften -gezierte, von der Eger durchschlängelte Thal, westlich -das Fichtelgebirge, östlich Komotau, nördlich Schönwald und der -Keilberg, der gigantische König des Erzgebirges; dazu winken -vier alte Ritterburgen; links das nahe <i>Hauenstein</i>, nordöstlich -auf schroffen, zerklüfteten Felsen <i>Himmelstein</i>, südlich das -hochragende, sagenreiche <i>Engelhaus</i> und stromabwärts <i>Schönburg</i>. -Rückwärts kehrt man über den »<i>Seeteich</i>« oder die -»steile Wand« in das »<i>Fremdenhaus</i>« zurück. Dasselbe ist -im Schweizerstyl erbaut, enthält eine Restauration und gewährt -vom Balkon des Sommersalons eine herrliche Aussicht. Empfehlenswerth -ist die schattige Promenade am »<i>Meierrang</i>«, -wohin man auf wohlgepflegten Wegen gelangt. Von Hauenstein -aus wird ein Abstecher auf der Strasse in südöstlicher Richtung, -dann weiter nordöstlich längs der Bahn in dem herrlichen Egerthale -nach dem Orte »*Krondorf« mit dem bekannten Sauerbrunn -allen Touristen empfohlen. Die Landschaftsbilder sind hier -sehr mannigfaltig und von überraschender Schönheit. Die hier -liegende Eisenbahnstation Wickwitz-Welchau, sowie die Station -Neudau sind Absteigestationen für den Besuch von Giesshübel-Puchstein. -Für Hauenstein selbst ist Absteigestation -Hauenstein-Warta, so dass diese Partie in bequemer Weise von -Schlackenwerth oder Klösterle mit der Bahn zu machen ist. Dann -können wir den Weg in bekannter Weise nach Joachimsthal -fortsetzen.</p> - -<p><b>Geschichtliches.</b> Die Burg <i>Hauenstein</i> taucht urkundlich -zuerst zu König Johanns Zeiten auf, wo sie der Ritter <i>Nikolaus -Winkler</i> lehensweise besass, der sie an das Prämonstratenser-Nonnenkloster -zu Doxan verkaufte. Dieses vertauschte -1336 die Burg an König Johann, der sie wieder verpfändete. -Hauenstein, das rasch seine Besitzer aus verschiedenen Geschlechtern -wechselte, kam endlich 1528 an Heinrich II. Schlick -von Holicz, Grafen von Passaun, und blieb bei dessen Nachkommenschaft -bis 1664, in welchem Jahre Franz Ernst Schlick -das Gut an Heinrich Julius von Sachsen-Lauenburg verkaufte, -der dasselbe mit der Herrschaft Schlackenwerth vereinigte. Seitdem -erfuhr Hauenstein mit dieser alle Besitzveränderungen. 1811 -wurden die Herrschaften von einander getrennt. Hauenstein blieb -Eigenthum der k. k. Kammer und wurde nebst Kupferberg 1836 -an die kunstsinnige Gräfin Gabriele von Bouquoi, einer Wohlthäterin -des Erzgebirges, verkauft, die es ihrem Sohne, dem -Grafen Georg von Bouquoi, vererbte.</p> - -<p id="Keilberg">13. <i>Zum *Keilberg.</i> Indem wir auf die Tour <i>Joachimsthal-Gottesgab</i> -verweisen, von wo der Keilberg am <i>bequemsten<span class="pagenum"><a id="Seite_114">[114]</a></span></i> -bestiegen werden kann, halten wir es für unsere -Pflicht, die Touristen auf zwei <i>kürzere</i>, freilich etwas steiler -führende <i>Waldwege</i> aufmerksam zu machen. 1. Vom Forsthause -<i>Hut</i> (Siehe Joachimsthaler Spaziergänge 7) nach der -<i>Pfarrwiese</i> unterhalb der <i>Reichen-Geschieb-Zeche</i>, über's -<i>Pfarrknöchel</i> zum <i>Press</i> und von da auf die sog. Sonnenwirbeler -Strasse. 2. Vom Pfarrknöchel zum ärarischen <i>Wassergraben</i> -bis zum <i>Unruhstollen</i>, von da über die <i>Maderwiese</i> -zu den <i>Unruhhäusern</i> und weiter zum <i>Keilberg</i>. -(Man nehme einen <i>Führer</i>.)</p> - -<p id="Spitzberg">14. <i>Zum Spitzberg.</i> Haben wir denselben erstiegen, so -breitet sich ringsum ein <i>reiches</i> Panorama aus. Man hat im -Osten vor sich das Riesenhaupt des Keilberges, der, von unserem -Standpunkte betrachtet, wegen seiner imposanten, keilförmigen -Ausdehnung nach Südost so recht seinen Namen rechtfertigt, -weiter links den Fichtelberg in Sachsen und zwischen den beiden -Giganten des Erzgebirges ganz im Vordergrunde »auf tiefverlass'ner -stiller Bergeshaide« das Städtchen Gottesgab mit seinem -Territorium. Nach Norden hin sehen wir ausgedehnte, endlose -Waldungen, nach Nordwest die Gegend bei Johanngeorgenstadt, -Eibenstock und immer westlicher die deutlichen Conturen des -Fichtelgebirges. Die <i>schönste</i> Aussicht aber bietet sich dem -Beschauer nach Süden und Südwesten; denn der Spitzberg beherrscht -beinahe die Hälfte des Egerer Kreises. Vor uns liegen -der kahle Plessberg bei Abertham, die dürre Haide bei Wölfling -und andere Punkte der Erzgebirgswelt; das Duppauer- und Tepler-Gebirge, -sowie der Kaiserwald bilden den Hintergrund des herrlichen -Landschaftsgemäldes, aus dem ein Theil von Schlackenwerth, -die nächste Umgebung Lichtenstadt's, der Grossteich, der -Karlsbader Bahnhof, die Ruine Engelhaus, Giesshübel, Tüppelsgrün -und in blauer Ferne die Gegend bei Maria-Kulm bis in -die nächste Umgegend von Eger hervortreten; ausserdem gewahrt -man die Umgebung von Einsiedl und Marienbad.</p> - -<h5 id="Joachimsthal-Abertham">Tour: Joachimsthal-Abertham-Bärringen-Platten-Breitenbach-Johanngeorgenstadt.</h5> - -<p>Wir gehen auf derselben Strasse, die wir auf unserer Reise -nach Gottesgab benützten (siehe Tour Joachimsthal-Gottesgab), -bei der Dekanalkirche durch das Oberthal, wo die Berge ziemlich -nahe zusammentreten, stets bergan und treten bald oberhalb des -links im Thale einsam stehenden <i>Nadelhäusel's</i> bei den <i>Gneis-Steinbrüchen</i> -in den herrlichen Fichtenwald, der zu beiden -Seiten der Strasse uns begleitet. Dieselbe macht kurz darauf -eine Biegung nach Westen, und wir kommen dann zu jener<span class="pagenum"><a id="Seite_115">[115]</a></span> -Stelle, wo bei einer steinernen, die Fahrwege markirenden Säule -links von der Reichsstrasse die Strasse nach Abertham abbiegt. -Wir betreten letztere, die bei allmählicher Steigung erst eine -nordwestliche, nach einer abermaligen Biegung aber eine südwestliche -Richtung einschlägt und schreiten nach ¾stündiger -Wanderung an dem rechts von der Strasse am Fusse des Werlsberges -liegenden, zur Gemeinde Joachimsthal gehörigen Orte -<i>Werlsberg</i> vorbei. Schattige Nadelwaldungen erquicken noch -immer Auge und Herz. Auf der Höhe angekommen, tritt zur -Linken der Wald zurück und öffnet uns die Aussicht auf die -angrenzende Wiesenflur und den etwas entfernteren Plessberg, -während er zur Rechten längs der immer mehr sich senkenden -Strasse uns noch kurze Zeit das Geleite gibt, um uns bei seinem -Scheiden den freien Blick auf das grosse, krippenartig zerstreute -Dorf <i>Hengstererben</i>, das zur Gemeinde Abertham gehört, -zu gewähren. Wir überschreiten unterhalb Abertham's eine über -die rothe Wistritz führende Brücke und erblicken links den sog. -<i>Modersgrund</i>, ein Seitenthal, das von genanntem Wässerlein -durcheilt wird und sich in mehreren Krümmungen südlich gegen -Salmthal zieht, wo es in das Wistritzthal mündet. Noch einen -steilen Abhang empor, und wir sind nach 1½stündiger Tour -in <i>Abertham</i>, das uns schon von der Höhe aus durch seine -Lage erfreut hat. (Wir wollen hier besonders bemerken, dass -von Joachimsthal nach Abertham ein kürzerer, freilich etwas -steiler, sonst aber empfehlenswerther Fussweg führt. Man geht -zur <i>Neustadt</i> (siehe Joachimsthaler Ausflüge 8), schlägt daselbst -bei der Kapelle den Weg rechts ein, der hinter den Häusern -sich in eine Strasse verwandelt, die längs den <i>Schweizerhalden</i> -über den Kamm nach der <i>Eliaszeche</i> führt; von -dort leitet ein Weg nach Werlsberg, der in die von Joachimsthal -nach Abertham führende Strasse mündet.)</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Abertham">Abertham.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: »<i>Hôtel zur Stadt Wien</i>« und »<i>Gasthaus zur Stadt -Berlin</i>«.</p> - -<p><b>Postamt.</b> <i>Bürgermeisteramt.</i></p></div> - -<p>Abertham liegt an einem kleinen Bache, der Rothen Wistritz -unweit am Fusse des waldlosen, gras- und moosbewachsenen -Plessberges auf einem rauhen Hochplateau, »auf welchem man -an einem Abhange gleich einem <i>Bethlehem</i> des alten Bergstädtchens -gewahr wird, dessen nette, aber meist hölzerne Häuser -krippenspielartig gelagert sind und mit dem dazu gehörigen Orte -<i>Hengstererben</i> sich einigen.« Die Bevölkerung nährt sich<span class="pagenum"><a id="Seite_116">[116]</a></span> -durch Viehzucht, Spitzenklöppelei und Handschuhfabrication. Auch -hier werden, wie in Bärringen, junge Gimpel aufgezogen und mit -ihnen passende Melodien eingeübt, was den Züchtern jährlich -ein hübsches Geldsümmchen einbringt.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten.</b> <i>Handschuhfabrik</i> des Alois Chiba. -Die St. <i>Mauriz-Zinn-Zeche</i> (bei Hengstererben). Abertham, -das seine Entstehung dem 1529 hier beginnenden Bergbau verdankte, -gehörte zu Joachimsthal und theilte mit dieser Stadt -bis in's XVII. Jahrhundert Gutes und Böses. Am ergiebigsten -war die Silberausbeute in den Jahren von 1531–1558. Die St. -Lorenz-Fundgrube soll bis 1562 allein für 209.992 Goldgulden -Ausbeute an Silber geliefert haben.</p> - -<p id="Plessberg"><b>Besteigung des Plessberges.</b> Dieser Berg, der wegen seiner -<i>herrlichen</i> Aussicht des Besuches werth ist, hat eine Höhe -von 1025<sup>m</sup>. Er liegt südöstlich von Abertham und kann von -einem rüstigen Fussgänger in ¾ Stunden erreicht werden. Sein -Plateau ist ziemlich eben, mit einer <i>Triangulirungspyramide</i> -versehen und von drei Seiten zugänglich, und zwar: von Seite -des sog. <i>Mühlberges bei Abertham</i> (dies ist der <i>kürzeste</i> -Weg, doch <i>verweichlichten</i> Touristen wegen vieler nassen -Wiesen nicht zu empfehlen), <i>durch den Modersgrund über -Oberkaff</i> (Kaff liegt am Gehänge des Plessberges, gegen das -Wistritzthal) (dies ist der beste Weg) und über die sogenannte -<i>weite Wiese</i> (diese liegt in joachimsthaler städt. Waldungen -und befindet sich unweit Werlsberg ein Hegerhaus.)</p> - -<p>Wir erblicken gegen Norden und Nordwesten: Abertham mit -Hengstererben, die Kirchthürme und einige höher gelegene Häuser -von Bärringen und Platten. (Die Aussicht in weitere Ferne wird -durch bewaldete Berge gehemmt); gegen Nordosten und Osten -bietet sich dem Auge ein coupirtes, mit Waldungen bedecktes -Terrain dar, aus dem einzelne Häuser von Werlsberg, Werlsgrün -und Mariasorg wunderschön hervorlugen; der Spitzberg (rechts -davon der Kirchthurm von Gottesgab) und der Keilberg schliessen -die weitere Aussicht ab. Die reichste und lohnendste Fernsicht -ist gegen Südost und Süden, denn in diesen Richtungen erschliesst -sich ein prachtvolles Landschaftsbild bis auf 5 Meilen -Entfernung. Deutlich sichtbar ist: Kaff, Lindig, Ullersgrün, Pfaffengrün, -Schlackenwerth mit den umliegenden Dörfern (Liditzau, -Müritschau, Permesgrün, Neudau, Elm, Haid, Langgrün und Gfell), -weiterhin Karlsbad mit den Dörfern (Zettlitz, Dallwitz, Hohenhof), -dann die reichbewaldete Berglehne zwischen Karlsbad und Puchstein -(Giesshübler Sauerbrunn) mit der Ruine Engelhaus. Bei -reinem Wetter oder nach einem Gewitterregen kann man mit -einem halbwegs bewaffneten Auge die Fenster des Schlosses zu -Giesshübel zählen und sieht in weitester Ferne Gabhorn (bei<span class="pagenum"><a id="Seite_117">[117]</a></span> -Petschau) und eine Menge umliegender Dörfer, darüber hinaus -das Tepler Gebirge mit dem branischauer Berge bei Theusing, -dem prohomuter Berge, der wie eine Brille sieht, der Stenzka -zwischen Neumarkt und Tepel und dem Podhorn bei Marienbad, -ferner viele zerstreut liegende Ortschaften gegen Duppau. Die -Fernsicht gegen Prag zu hemmt der Oedschlossberg bei Duppau, -die <i>höchste Kuppe des Buchwaldes</i>, und der Gross(Heu)berg -bei Jokes. Leider beschränkt der Glasberg mit den wöflinger -Waldungen die Aussicht gegen Westen und Südwesten gänzlich, bei -hellem Horizonte aber sind bewaldete Kuppen bemerkbar, die -wohl höher gelegene Berge bei Königsberg oder auch Theile des -Fichtelgebirges sein mögen.</p> - -<p>Oberhalb der Stadt Abertham, der sich fast unmittelbar der -Ort <i>Ober-Fischbach</i> anreiht, führt die Strasse auf dem öden, -rauhen Plateau zwischen Wiesen, Hutweiden und Mooslagern, -senkt sich dann, und wir gelangen in ½ Stunde nach <i>Bärringen</i>. -(Siehe Tour Karlsbad-Lichtenstadt-Bärringen.)</p> - -<p>Von Bärringen nimmt die Strasse bei mässiger Steigung eine -nördliche Richtung, wir durchschreiten bald einen Wald, an dessen -Saume wir bei der sog. Plattner Säule die Anhöhe erreichen. -Von hier erblicken wir die Stadt <i>Platten</i>, die wir bei allmählicher -Senkung der Strasse nach ½stündiger Tour betreten. -(Denjenigen Touristen, die Bärringen bereits kennen, sei der -von Abertham direct nach Platten zwischen Wiesen und Feldern -führende Fussweg der Kürze wegen besonders empfohlen; er -zweigt in Abertham rechts von der Strasse ab und mündet unterhalb -der Plattersäule wieder in die Strasse. Siehe Tour Neudek-Platten.)</p> - -<p>Durch die Kaisergasse in Platten geht die Strasse westlich, -wendet sich bald mehr nordwestlich und führt in mehreren Windungen -durch ein schönes, anmuthendes Waldthal, das der Breitenbach -durchfliesst, nach dem Dorfe <i>Breitenbach</i> (¾ St.). -Auf dem Wege dahin sehen wir die sog. <i>Heinrichssteinfelsen</i>, -3 Mühlen und 2 Holzschleifereien des Friedrich Karl -<i>Richter</i> und <i>Weizmann</i> (Hahns Gasthaus zur Sonne).</p> - -<h5 id="Joachimsthal-Spitzberg">Seiten-Tour Joachimsthal-Spitzberg-Seifen-Irrgang-Zwittermühl-Jungenhengst-Wittigsthal.</h5> - -<p>Man geht auf der Strasse nach Abertham bis zum Wegweiser, -der uns die <i>rechts</i> zum <i>Spitzberge</i> (1½ St.) und von da -nach <i>Försterhäuser</i> (¼ St.) und nach <i>Seifen</i> (¼ St.) führende -Strasse angibt. Letzterer Ort liegt am Wassergraben (siehe Platten). -Nun geht man entweder direct nach <i>Zwittermühl</i> (½ St.),<span class="pagenum"><a id="Seite_118">[118]</a></span> -das am Schwarzwasser liegt, oder betritt die über <i>Irrgang</i> -(Eisenwerk) dorthin leitende Bezirksstrasse. Von Zwittermühl -führt die Strasse durch das *<i>reizende Schwarzwasserthal</i> -nach <i>Jungenhengst</i>, <i>Brettmühl</i> und Wittigsthal (Sachsen).</p> - -<h5 id="Joachimsthal-Gottesgab">Tour Joachimsthal-Gottesgab-Weipert.</h5> - -<p>Von Joachimsthal führt über Gottesgab nach Weipert eine -gute Strasse. (4 St.) Wir schlagen entweder die rechts bei der -Dekanalkirche vorüberleitende Strasse ein, oder gehen an der -links davon befindlichen Häuserreihe den Weg durch das Oberthal -aufwärts, der sich bei den letzten Häusern mit der Strasse vereinigt. -Diese geht nur noch eine kleine Strecke thalauf (der -Fussgänger verfolge den Thalweg bis zur Strasse weiter), erklimmt -in zwei Windungen die Berglehne und führt durch prächtige -Waldungen auf den rauhen, moorreichen Kamm des Gebirges; -wir schneiden aber kurz nach Eintritt in den Wald die vielfachen -Krümmungen der Strasse ab, indem wir den rechts abzweigenden, -stark betretenen, aber etwas steil ansteigenden -Fussweg wählen, der auf dem Plateau am Ende des Waldes in -die Strasse mündet, die uns endlich nach einstündiger Tour nach -Gottesgab bringt.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Gottesgab">Gottesgab.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: »<i>Zum grünen Haus</i>« und »<i>Zur Stadt Berlin</i>«. (Beide -an der Strasse, ersterer zur Linken, letzterer zur Rechten).</p> - -<p><b>Postamt</b> (an der Strasse).</p> - -<p><b>Aemter</b>: <i>Bürgermeisteramt</i> (am Marktplatze). <i>Zollamt.</i></p></div> - -<p class="center"><b>Beschreibung und Geschichte der Stadt.</b></p> - -<p>Die kön. Bergstadt Gottesgab liegt auf einem überaus stiefmütterlich -ausgestatteten, unwirthbaren und frostig-rauhen Moor-Plateau -hart an der sächsischen Grenze, 1015 Meter ü. M., und -ist die höchstgelegene Stadt der österreichisch-ungarischen Monarchie. -Auf dieser baumlosen, öden Hochfläche, auf welcher -nur ein dürftiger, doch sicherer Graswuchs fortkommt, wird der -Hafer selten reif, und der Kartoffelbau, der in manchen Jahren -ganz misslungen ist, lohnt kaum die Saat und Pflege; daher -beschränkt sich die Landwirthschaft fast ausnahmslos auf die -<i>Viehzucht</i>. Das Städtchen, welches sehr regelmässig angelegt -ist und einen grossen, quadratischen Marktplatz besitzt, zählt -1600 Einwohner, die grösstentheils auf Hausindustrie angewiesen -sind. Die weibliche Bevölkerung beschäftigt sich hauptsächlich -mit Spitzenklöppeln, Weissnäherei u. dgl., auf die männliche<span class="pagenum"><a id="Seite_119">[119]</a></span> -aber, von der ein Theil Weissstickerei betreibt, lässt sich Schiller's -Wort: »Der Mann muss hinaus in's feindliche Leben« im -weitesten Sinne anwenden; sie zieht hinaus in die Welt, um -durch Musik und Handel das Brot zu verdienen. »Fahrende« -Musikkünstler aus Gottesgab sind in aller Herren Ländern zu -finden. Ursprünglich hiess das Städtchen <i>Wintersgrün</i>, erhielt -aber seiner reichlichen Silbererze wegen von frommen und dankbaren -Bergleuten den bedeutungsvollen Namen Gottes Gabe. Der -Sage nach soll dieser Namen von Johann Friedrich, Churfürsten -von Sachsen, herrühren, dem man bei einem Besuche einen aus -einer Silberstufe ausgehauenen Sessel zum Niedersetzen vorgesetzt -habe. Der fromme Churfürst habe aber dieses Anerbieten -mit den Worten abgewiesen: »Das sei Gottes Gabe, und so soll -die Stadt hinfüro genannt werden.« <i>Sehenswerth</i> sind: »<i>Die -Klöppelschule</i>«, gegründet von dem thatkräftigen »Central-Comité -zur Beförderung der Erwerbsthätigkeit der böhm. Erz- -und Riesengebirgsbewohner«, und <i>zwei Maschinenstickerei-Fabriken</i> -des <i>Karl Günther</i> und <i>Günther und Schönfelder</i>. -Seine Entstehung verdankt Gottesgab dem Silberbergbau; -ein Herr von Tetau soll es im Anfange des XVI. Jahrhunderts -angelegt haben. Im Jahre 1532 begann der Bergbau auf Silber. -Der Churfürst Johann Friedrich von Sachsen gab der Stadt 1534 -eine Bergfreiheit und 1546 das Privilegium als eine freie Bergstadt. -Kraft eines im Jahre 1556 mit Moriz von Sachsen abgeschlossenen -Vertrages kam Gottesgab an Böhmen.</p> - -<p>Wie an vielen anderen Orten des Erzgebirges ist auch hier -der ehemals blühende Bergbau ganz eingestellt; nur Halden, -Pingen, Stollen zeugen von einstigen unterirdischen Metallschätzen. -Die am 4. Mai 1808 ausgebrochene Feuersbrunst legte -142 Häuser sammt dem Rathhause, der Pfarrei und Schule in -Asche. Dadurch verarmten viele Bewohner, die überdies durch -die grosse Theuerung i. J. 1817 viel Ungemach zu leiden hatten. -Nur die wohlthätige Unterstützung Böhmens rettete die Stadt vor -Hungersnoth. Bei dieser Gelegenheit erwarb sich der damalige -Pfarrer von Gottesgab, <i>Franz Wilhelm Tippmann</i>, später -Weihbischof des Prager Domcapitels, bedeutende, unvergessliche -Verdienste. Derselbe stiftete auch, durchdrungen von wahrer -christlicher Nächstenliebe, ein Spital. – Gottesgab ist die Geburtsstätte -mehrerer verdienter Deutschböhmen: <i>Thaddäus -Peithner</i> war k. k. Hofrath, <i>Johann Theodor Anton -Peithner Ritter von Lichtenfels</i> war Bergrath und Bergwerkshistoriker -(gest. 1792) und <i>Josef Köhler</i> starb als General-Grossmeister -des Kreuzherrenordens zu Prag.</p> - -<p id="Besteigung_Keilberg"><b>*Besteigung des Keilberges.</b> (¾ St.) Etwa 300 Schritte oberhalb -des Zollschrankens zweigt von der Kaiserstrasse zu unserer<span class="pagenum"><a id="Seite_120">[120]</a></span> -Linken eine Strasse über Sächs. Wiesenthal nach Annaberg in -Sachsen ab. Auf ersterer in südöstlicher Richtung weiterschreitend -(falls man nicht schon früher einen rechts von der Strasse führenden, -sehr empfehlenswerten <i>Wiesenweg</i>, der bis zu den -Sonnenwirbelhäusern leitet, gewählt hat), erblicken wir geradeaus -die drei Sonnenwirbelhäuser, die höchsten Wohnungen des Erzgebirges. -Immer bedeutender wird die Steigung der Strasse; -nach ¼stündiger Wanderung nähern wir uns dem Sonnenwirbel -(so wird gewöhnlich die westliche Kuppe des Keilberges genannt), -dessen nördliche Abdachung nur mit spärlichem Fichtenbestand -bedeckt ist; nach unten zieht sich der sog. <i>Kaltewintergrund</i> -hin, der wohl die traurigste Gegend des Erzgebirges ist; denn -auf der Mitternachtseite, wo selten oder nie ein Sonnenstrahl -in diese beinahe unheimliche Schlucht dringt, liegt selbst im -Juni noch Schnee. Und doch findet sich daselbst eine Ansiedlung, -der »<i>Kalte Winter</i>«, im Volksmunde »<i>Böhmisch Sibirien</i>« -genannt. Die Bewohner dieser Einschichte können bei schrecklichen -Schneestürmen oft acht Tage lang nicht aus dem Hause, -und es wäre fürwahr tollkühn, wenn sie sich aufs Geradewohl -durch die klafterhohen Schneemassen einen Weg bahnen wollten. -Noch eine kurze Strecke aufwärts und es entrollt sich vor unseren -Blicken ein überraschendes Panorama. Südlich vor uns -breitet sich ein imposantes Seitenthal aus, dessen schützende -Lehnen mit stattlichen Wäldern bedeckt sind. Hier in nächster -Nähe fristet die verkrümmte Fichte, ja sogar die sonst zähe -Eberesche ein kümmerliches Dasein und dort unten im Thale -strecken Tannen, Lärchen, Birken und Buchen ihre Häupter -stolz empor. Welch ein Contrast! Den Hintergrund der herrlichen -Scenerie bildet das grossartige Gebäude der Joachimsthaler -k. k. Zigarrenfabrik. Nach einigen Minuten zeigt uns -ein <i>Wegweiser</i> mit der Aufschrift »Zum Keilberg« an, dass -wir die Strasse verlassen und einen gut erhaltenen <i>Fahrweg</i> -betreten müssen, der uns bis <i>auf die höchste Kuppe des -Keilberges</i> führt. »Dieser Höhenpunkt, der <i>höchste im -Erzgebirge</i>, bildet gewissermassen den <i>Hauptstock</i> des -ganzen Gebirges; einen <i>Gebirgsknoten</i>, von welchem dasselbe -in nordöstlicher und südwestlicher Richtung verläuft, dessen -höchste Punkte sich zunächst um ihn gruppiren, so dass es hier -fast <i>das Ansehen eines Hochgebirges</i> erhält.« Diese Bezeichnung -kommt vorzugsweise dem steilen südlichen Abfalle -oder Joche des Keilberges zu, auf welchem sich mehre Kuppen -mit abfallender Höhe, am bedeutendsten der <i>Leerberg</i>, die -Kuppen bei Dornberg und bei Marletzgrün, dann die Berge bei -Hauenstein (der Hauensteiner <i>Schlossberg</i>, westlich von ihm -der <i>Maierrang</i> und östlich der <i>Eichelberg</i>) hervorheben. -Der Fuss dieses Gebirgsjoches wird unmittelbar von der Thalebene<span class="pagenum"><a id="Seite_121">[121]</a></span> -(Egerthal) begrenzt, aus welcher es plötzlich sehr schroff -emporsteigt. Westlich ist es durch das tief eingeschnittene -<i>Weseritzthal</i> begrenzt, in welches einige enge, von hohen, -steilen Gehängen eingefasste Seitenthäler einmünden. Diese steilen -Abhänge und hohen Gehänge der engen Thäler, die Gruppirung -ansehnlicher Kuppen, welche in ihrer Zusammensetzung einander -überragen, geben ihm hier mehr als an einer anderen Stelle -seiner Verbreitung das Ansehen eines »Hochgebirges.« Die bedeutendsten -Höhenpunkte, welche sich um den Keilberg gruppiren, -sind: (im Norden) der <i>Fichtelberg</i> (jenseits der Landesgrenze), -der <i>Gattersberg</i> (zwischen Stolzenhahn und Wiesenthal), -der <i>Hofberg</i>, der <i>Riegelberg</i>, der <i>Grosse</i> und -<i>Kleine Wolfsberg</i> (nordöstl. von Stolzenhahn) und der -<i>Blaselsberg</i> (zwischen Stolzenhahn und Kupferberg); (im -Osten) der <i>Wirbelstein</i> (nördlich vom Hauensteiner Forsthause), -der <i>Eisenkopf</i> und der <i>Buchberg</i>; (im Süden) die -<i>hohe Wiese</i>, weiter abwärts der <i>Schobert-</i> oder <i>Schubertberg</i> -und westlich von diesen der <i>Hohe Berg</i> und der sagenreiche -<i>Graue Stein</i>, von welchen beiden dann die Gehänge -dieser Bergmasse in Absätzen in das Thal abfallen; (im Westen) -der <i>Spitzberg</i> (bei Gottesgab), der <i>Steinhübel</i> (bei -Irrgang), der <i>Plattenberg</i> (östl. von Platten), der <i>Buchberg</i> -(westl. von Platten); (im Nordwesten) der <i>Kaffberg</i> und der -<i>Mückenberg</i> (bei Goldenhöhe).</p> - -<p>Den höchsten Punkt des Keilberges krönt ein 21 Fuss hohes, -einfaches, <i>aber sehr fest</i> und <i>praktisch gebautes Aussichtsobject</i>, -das der Erzgebirgsverein in Joachimsthal im -Jahre 1880 errichtet hat. Haben wir die zweite Terrasse dieses -Objectes bestiegen, so eröffnet sich uns eine <i>umfassende, -wahrhaft grossartige, überwältigende Rundsicht</i>, -die uns unwillkürlich an die vortrefflichen Worte <i>Karl Egon</i> -von <i>Eberts</i>, des hochgefeierten Altmeisters der deutsch-böhmischen -Dichter, erinnert:</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">»Ihr Berge, stolze Berge, du schwarze Wäldernacht,<br /></span> -<span class="i0">Ihr golderfüllten Ströme, ihr Au'n in grüner Pracht,<br /></span> -<span class="i0">Ihr sanft gewölbten Hügel im blumigen Gewand,<br /></span> -<span class="i0">Euch nenn' ich freudig rufend, mein <i>schönes</i> Vaterland!«<br /></span> -</div></div> - -<p>In nächster Nähe streben dicht an einander gereiht, wie Mastbäume -die schlank gewachsenen Fichten und Tannen des prächtigen -<i>Schwarzwaldes</i> (die ausgedehnten, herrlichen Waldungen, -am Südabhange des Keilberges führen diesen Namen) empor, -an den sich weithin nach den verschiedenen Richtungen die gewaltige -Waldregion, ein förmliches Forstmeer, der mannigfaltigen -Höhenzüge mit ihren Kuppen anreiht; denn der Blick schweift<span class="pagenum"><a id="Seite_122">[122]</a></span> -bei heiterem Himmel über das ganze (besonders das böhmische) -Erzgebirge vom Böhmerwalde und Fichtelgebirge bis an das -Riesengebirge, eine wundervolle Aussicht, wie sie in solchem -Masse <i>kein</i> zweiter Punkt im ganzen Erzgebirge bietet. In -südöstlicher Richtung sehen wir die Städte: Saaz, Kaaden, -Klösterle und viele grössere und kleinere Ortschaften (mit einem -guten Fernglase sieht man bei heiterem Himmel sogar den historischen -weissen Berg bei Prag); östlich gewahren wir zunächst -Kupferberg mit dem kegelförmigen Kupferhügel (letzterer ist -gegen unseren Standpunkt verschwindend klein) und in weiterer -Entfernung links Dörnsdorf, Reischdorf, die Kirchthurmspitze -von Pressnitz. Ganz im Hintergrunde erblicken wir die Kuppen -des herrlichen böhmischen Mittelgebirges mit dem Milleschauer. -Gegen Norden verdecken die beiden Fichtelberge die Aussicht -nach Sachsen, doch ist diese nach Nordost lohnend. (Schmiedeberg, -Jöhstadt, Weipert, Annaberg); der Bahnhof von Weipert, -die Kirche von Annaberg und die imposante Volksschule in -Schmiedeberg sind mit freiem Auge sichtbar. Gegen Süden bemerken -wir das Duppauer Gebirge mit der Ruine Engelhaus, -den Bahnhof von Karlsbad, ferner Schlackenwerth und das liebliche, -reizvolle Egerthal, im Südwesten im Hintergrunde den -Dillenberg bei Eger, den Kaiserwald, im Westen das Fichtelgebirge -mit dem Hainberge bei Asch. Bei dieser Darlegung wurde -nur das Wichtigste hervorgehoben, denn alle einzelnen Punkte -dieses <i>farbenprächtigen Panoramas</i> zu schildern, lässt -der Raum des Buches nicht zu, zudem wir in anderer Beziehung -des Keilberges gedenken mussten. Erhaben und schön ist auf -diesem Berge die Beobachtung des <i>Sonnenaufganges</i>. -(Der Botaniker findet Moose und Vorboten subalpiner und selbst -alpiner Pflanzen).</p> - -<p id="Gottesgab-Foersterhaeuser">Um unsere beabsichtigte Tour zu vollenden, kehren wir wieder -bis zum bekannten Wegweiser zurück, wo wir die nach Weipert führende -Strasse weiter verfolgen; dieselbe zieht sich anfangs einige -hundert Schritte auf der Ebene dahin, senkt sich dann allmählig, -und wir sehen plötzlich bei einer Biegung ein malerisches Bild. -Wie hingegossen liegt das sächsische Städtchen <i>Oberwiesenthal</i> -vor uns, das bloss durch die Pöhl von <i>Böhmisch-Wiesenthal</i> -getrennt ist. Man wird nicht satt, dieses Bild zu betrachten, -immer wieder zieht es das Auge des Touristen auf sich. Wir -steigen indess tiefer und gelangen zu den <i>Hofberghäusern</i> -mit dem anständigen Gasthof »<i>Hofberg</i>« (Hier biegt, rechts -die Strasse nach Kupferberg, links nach Böhmisch-Wiesenthal -ab). Nachdem wir durch eine kleine Erfrischung uns erquickt -haben, schreiten wir auf der Strasse bei kaum wahrnehmbarer -Senkung zur rechten Seite des grossen Dorfes <i>Stolzenhahn</i> -hin und erreichen nach einer ½stündigen Wanderung durch<span class="pagenum"><a id="Seite_123">[123]</a></span> -eine zu beiden Seiten der Strasse liegende liebliche Waldung -<i>Böhmisch-Hammer</i>, wo sich <i>rechts</i> die Strasse nach -<i>Schmiedeberg</i> abzweigt. (Gleich oberhalb des Dörfchens ist -ein ansehnlicher <i>Viaduct</i> der Buschtěhrader Zweigbahn Komotau-Weipert -bemerkenswerth.) An der Strasse selbst liegt der -ansehnliche <i>Gasthof</i> »<i>zum Schlössl</i>.« Immer näher zieht -sich dieselbe an der Landesgrenze auf der Ebene dahin und wir -erblicken bald auf böhmischem, bald auf sächsischem Boden -ein Gehöfte, eine Mahl- oder Papiermühle, ein Gasthaus u. dgl., -was uns eine annehmbare Abwechslung gewährt. Wir merken kaum, -dass wir uns schon <i>Weipert-Neugeschrei</i>, der Vorstadt -Weiperts, nähern. Hier liegen die Häuser einzeln gebaut, zu -beiden Seiten der Strasse. Von <i>Gottesgab</i>, noch besser von -<i>Försterhäuser</i> (siehe oben), können wir, in Försterhäuser -unweit des Forsthauses abbiegend, eine prächtige Seitentour ausführen. -Wir gehen auf einer guten, durch herrliche Wälder führenden -Strasse oder auf einem Fusswege am Goldenhöher Forsthause -vorüber in das idyllisch gelegene Dorf <i>*Goldenhöhe</i>, dann -nach der sogenannten <i>böhmischen Mühle</i> und von da weiter -nach Sachsen. Dieser, zwei Stunden bis zur Grenze in Anspruch -nehmende Weg ist herrlich. Die schönen, wohlgepflegten Waldbestände -erwecken die Bewunderung jedes Touristen. Es ist eine -ächte Gebirgswanderung. Bei der genannten Mühle öffnet sich -das Thal, vom reissenden Pöhlbach durchbraust; wir überschreiten -die Grenze, durchwandern das industriereiche, an beiden Abhängen -des erweiterten Thales romantisch gelegene Dorf <i>Rittersgrün</i> -und kommen in ¾ Stunden in <i>*Globenstein</i> an, -wo die höchstinteressanten Felsgebilde unsere Aufmerksamkeit -erwecken. Fortsetzung der Tour über <i>Crandorf</i> oder <i>Raschau</i> -nach <i>*Schwarzenberg</i>. Herrliche Partie!</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<h3 id="D_Besuch_Komotau">D. Der Besuch des Erzgebirges von Komotau aus.</h3> - -<h4 id="Komotau">Komotau.</h4> -</div> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: Scherbers Hôtel (Nr. 98 in der Frohngasse).</p> - -<p>Hôtel Reiter (Nr. 14, 15, Ringplatz).</p> - -<p>Städtisches Schiesshaus inmitten des neuen, sehenswerthen Stadtparkes -(nördlich der Stadt) gelegen, sehr beliebter, besonders im Sommer reich -besuchter Ausflugsort der Stadtbewohner.</p> - -<p>Hôtel Adler Nr. 16 am Marktplatze, Eck der Steingasse.</p> - -<p>Gasthof zum grünen Baum in der Bahnhofstrasse.</p> - -<p>Städtischer Lagerkeller (Nr. 1 Weinberggasse), schön gelegen, mit einem -grossen Garten und herrlichen Blick auf die Stadt und das Gebirge.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_124">[124]</a></span></p> - -<p>Güttler's Restauration (Schäfergasse Nr. 7) schöner Garten mit Gartenhaus -und gedeckter Kegelbahn.</p> - -<p><b>Restauration</b> am Bahnhofe.</p> - -<p>Weiter sind noch erwähnenswerth: Gasthof zum Bahnhof in der Bahnhofstrasse, -»Gasthaus zum Schiefer« in der Prager-Strasse, »Austria« in der -Weinberggasse (Lokal des Lesekasinos), Städtische Restauration (genannt -»Criminelle«), »Binders Weinhandlung« in der Herrengasse.</p> - -<p><b>Aemter</b>: 1. Die k. k. Bezirkshauptmannschaft; 2. das k. k. Bezirksgericht; -3. das k. k. Revier-Bergamt; 4. das k. k. Steueramt; 5. das k. k. Grenz-Inspektorat -mit der k. k. Finanz-Wachkontrolsbezirksleitung und dem k. k. -Hauptzollamte; 6. das k. k. Postamt am Schulplatz; 7. das k. k. Telegraphenamt -in der k. k. Bezirkshauptmannschaft; 8. das k. k. Aichamt; -9. das k. k. Gendarmeriepostenkommando; 10. die Komotau-Sebastiansberger -Bezirksvertretung; 11. das Bürgermeisteramt.</p> - -<p><b>Lehranstalten</b>: 1. das Communal-Obergymnasium; 2. die k. k. Lehrerbildungsanstalt; -3. die mechanisch-technische Lehrwerkstätte des k. k. Handelsministeriums; -4. die Bürgerschule und 5. die Privatvolksschule der Schwestern -vom hl. Kreuz mit Pensionat.</p> - -<p><b>Verkehrsanstalten.</b> 1. die k. k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn; 2. die -ausschl. priv. Buštěhrader Eisenbahn; 3. die k. k. priv. Dux-Bodenbacher -Eisenbahn; 4. die Pilsner-Priesner Eisenbahn.</p> - -<p>Zwei Lesezimmer a) das der Gesellschaft »<b>Casino</b>« b) das der <b>Ressource</b>. -Eingeführte Fremde haben Zutritt. Die Buchhandlung von A. <i>Stumpf</i> am -Marktplatz ertheilt allen Touristen über den Gebirgsverein, Führer in's -Gebirge u. s. w. Auskünfte; 2. Buchhandlung von <i>Mändl</i>.</p></div> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten.</b> 1. Die Stadtkirche. Der gothische Hauptbau -stammt aus dem Jahre 1542; in früheren Jahren, etwa 400 -Jahre zuvor, stand an diesem Orte eine kleine Kirche; der jetzige -Hauptaltar wurde 1723 erbaut; sehenswerthe, kunstvolle Bilder -am Kreuzaltare sind die der hl. Bonaventura und des hl. Franz -von Assisi. In der Taufkapelle dieser Kirche erweckt besonders -Interesse das merkwürdige, künstlerisch-werthlose Žižka-Bild, -welches die Verheerung der Stadt durch die Hussiten darstellt. -2. Die *St. <i>Ignaziuskirche</i> oder Jesuitenkirche genannt an -der Südseite des Marktplatzes, die grösste und schönste Kirche -Komotaus und im italienischen Baustyl des 17. Jahrh. erbaut; -die Kirche und die jetzt als Kaserne dienenden Nebengebäude -bildeten einst das Jesuitencollegium, das 1773 aufgehoben wurde. -Den Hochaltar dieser Kirche schmückt in seinem oberen Theile -ein Kunstgemälde, darstellend Gott-Vater im Kreise seiner Engelschaaren. -Lanfranco, ein Schüler der florentinischen Schule, malte -es. Das Hauptbild des Hochaltars, gemalt vom Meister Kandler -in Prag, stellt den hl. Ignatius vor; unter dem Presbyterium ist -die Jesuitengruft. Die zweite Seitenkapelle rechts birgt die -irdischen Ueberreste des 1681 verstorbenen Johann Grafen von -Hrzan, k. k. Statthalters von Böhmen. Auf dem Seitenaltare des -hl. Viktor befinden sich die Reliquien dieses Heiligen, mit welchen -und zu deren Verehrung die Jesuiten ehemals jährlich eine Procession -durch die ganze Stadt hielten. 3. Das Schloss, jetzt -städt. Rathhaus, auf der Westseite des Marktplatzes, einst der<span class="pagenum"><a id="Seite_125">[125]</a></span> -Wohnsitz von Komotaus Oberherrn, dürfte in seinem noch bestehenden -Bau 1520 errichtet worden sein. Gegenwärtig befindet -sich darin das Bürgermeisteramt, die Sparkasse, das städtische -Forstamt, ein Turnsaal u. s. w. 4. Die Katharinenkirche, dem -Schlosse angebaut, darum auch Schlosskirche genannt, ist das -älteste Baudenkmal Komotaus. Schon 1383 wird bei derselben -unter anderen einer Frühmessstiftung Erwähnung gethan. Unter -Kaiser Josef II. wurde die Kirche Eigenthum der Stadt; jetzt -dienen ihre Räumlichkeiten verschiedenen privaten Zwecken. Die -Bauart spricht für das 14. Jahrhundert. 5. Die Spittelkirche oder -Kirche vom hl. Geist in der Gerstnergasse; sehenswerth ist ein -kunstvolles Bild, darstellend den hl. Josef. 6. Gleich darunter -steht die in den fünfziger Jahren erbaute protestantische Kirche. -Die Juden-Synagoge, erbaut 1876, befindet sich in der Weinberggasse. -7. Das Gymnasium, ein schöner Bau mit einem Thurme -(ehem. Sternwarte der Jesuiten), am linken Ufer des Assigbaches -gelegen, angrenzend an die Jesuitenkirche. 8. Das Pädagogium, -südlich ausserhalb der Stadt gelegen, früher das städtische Spital; -die technische Lehrwerkstätte im unteren Ende der langen Gasse; -die Eröffnung der Anstalt fällt in das Jahr 1874 und ist in ihrer -Art die einzige in ganz Oesterreich und Deutschland. 9. Die -Bürgerschule für Knaben und Mädchen unweit der Stadtkirche -gelegen mit 19 Classen. 10. Die umfangreichen Gebäude der -Schwestern vom hl. Kreuz mit einer 7classigen Privatvolksschule -mit Oeffentlichkeitsrecht in der unteren langen Gasse. 11. Der -nach englischem Muster angelegte Stadtpark, nördlich der Stadt, -gehört zu den beliebtesten Spaziergängen der Komotauer.</p> - -<p><b>Kurze Beschreibung der Stadt.</b> Die königliche (1605) Stadt -Komotau zählt über 700 Häuser mit einer Bevölkerung von -10100. Sie liegt am Fusse des Erzgebirges, zu beiden Seiten des -Assigbaches, inmitten von Obst- und Gemüsegärten. Die Stadt -hat 5 Jahrmärkte und wöchentlich 3 Märkte, betreibt -lebhaft Obst- Getreide- und Gemüsehandel; merkwürdig ist das -Gedeihen der edlen Kastanien in der Nähe von Komotau. Von -Komotau führen mehrere Strassen auswärts: Die Leipziger oder -Kaiserstrasse durch die Bahnhofstrasse in nordwestlicher Richtung -nach Sachsen; die Prager Strasse durch die lange Gasse in südlicher -Richtung über Postelberg, Laun nach Prag. Eine andere -Strasse führt durch die Weinberggasse nach Görkau; die Kaadner -Strasse durch die Bahnhofstrasse, beim Gasthause zum grünen -Baum von der Leipziger Strasse abzweigend, führt beim Bahnhofe -vorüber in westlicher Richtung nach Kaaden. Auch führt eine -Bezirksstrasse in südlicher Richtung nach Eidlitz, eine in nördlicher -Richtung übers Gebirge nach Platten, Kallich gegen die sächsische -Grenze.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_126">[126]</a></span></p> - -<p><b>Geschichtliches.</b> 1252 tritt der Name Comotov in den Urkunden -auf; jedenfalls war da Komotau ein Dorf, das sich um eine -Veste gruppirte; dieselbe stand an dem Orte, wo jetzt das Rathhaus -und das Bräuhaus steht; im selben Jahre wird der deutsche -Ritterorden als Herr des Marktes Komotau genannt. Von 1353 -an erscheint Komotau als Stadt. Diese litt 1418 durch eine -Feuersbrunst grossen Schaden. Ein Schreckenstag für Komotau -war der 14. März 1421, an welchem die Stadt durch die Hussiten -erstürmt wurde; die gesammte katholische Bevölkerung wurde -grässlich hingemordet; nur 30 Einwohner wurden verschont, um -ihre todten Mitbürger zu begraben. Kaiser Sigismund belohnte -später die Lobkowitze mit Komotau. Bereits im Jahre 1456 wird -Johann Czalta von Steinsberg als Herr von Komotau genannt. -Durch Erbrecht ging die Stadt in den Besitz der Herren von -Weitmühl über, wurde im Jahre 1560 an Erzherzog Ferdinand, -Gemahl der Philippine Welser, und von diesem im Jahre 1571 -an die Familie der Lobkowitze von Hassenstein verkauft. Zur -Zeit der Reformation fand die neue Lehre hier Eingang. Georg -Popel von Lobkowitz berief aber die Jesuiten zur Vertreibung -des Protestantismus, der auch schliesslich wieder unterging. Derselbe -Herr von Komotau trug sich auch mit dem Plane um, in -Komotau eine Universität zu errichten; er fiel aber beim Kaiser -in Ungnade und endete als Gefangener 1606 durch das Henkerbeil -sein Leben in Elbogen. Die Güter Georgs von Lobkowitz -gingen nun an den Staat über; dieser verkaufte ein Dritttheil -dieser Güter an die Komotauer Bürgerschaft, welche dadurch -von aller Oberherrschaft frei wurde. Der dreissigjährige Krieg -machte sich in seinen traurigen Folgen auch in Komotau und -Umgebung bemerkbar; am ärgsten hausten die Truppen des -schwedischen Generals Pfühl in Komotau. Es wird erzählt, dass -viele angesehene Komotauer Bürger der Tortour (Schwedentränkel) -unterworfen wurden, um Geld von ihnen zu erpressen. Es sollen -160 Wagenladungen geraubter Gegenstände von den Schweden -fortgeführt worden sein. Schon 1651 hatte sich der Wohlstand -Komotaus so weit gehoben, dass es seinen Grundbesitz vergrössern -konnte. Unter den höchsten gekrönten Häuptern, die Komotau -im Laufe der Jahre mit einem Besuche beehrten, seien genannt: -1703 der König Karl von Spanien; derselbe übernachtete im -Rathhause; 1771 der unvergessliche Josef II.; 1813 begaben sich -die drei verbündeten Monarchen über Komotau nach Leipzig, -um die Völkerschlacht zu schlagen. In demselben Jahre wurde -in Komotau ein Haupt-Lazareth errichtet. In neuerer Zeit hat -sich Komotau dadurch, dass es Knotenpunkt von vier Eisenbahnlinien -wurde, sehr gehoben. Der vielen Schulanstalten wegen -wird Komotau »Schulstadt« Westböhmens genannt. Komotau ist -der Geburtsort von bemerkenswerthen Gelehrten und zwar: von<span class="pagenum"><a id="Seite_127">[127]</a></span> -Mathäus Goldhahn, einem berühmten Philologen, bekannt unter -dem latinisirten Namen Aurogallus, gestorben 1543; von dem -Historiker Franz Pubitschka, geboren 1722 und gestorben 1809; -von Franz Josef Ritter von Gerstner, geboren 1754 und gestorben -1832 als k. k. Gubernialrath, Wasserbaudirector und -Director der technischen Lehranstalt zu Prag, von ganz Europa -als einer der ersten Mathematiker anerkannt.</p> - -<h5>Spaziergänge:</h5> - -<p id="Komotau-Alaunhuette">1. <i>Von Komotau auf die *Alaunhütte, auch -Schweizerhütte genannt.</i> Wir gehen vom Ringplatze durch -die Weinberggasse. Am Ende dieser Gasse erhebt sich eine kleine -Anhöhe, »Weinberg« genannt. Links der Strasse zieht sich ein -schmaler Fusssteig zum Endziele unseres Spazierganges. Eine -Tafel mit der Aufschrift: »Weg zur Alaunhütte« macht den -Touristen auf den Weg aufmerksam. In etwa ¼ Stunde sind -wir am Ziele. Die Alaunhütte, eine Restauration in romantischer -Lage, ist einer der beliebtesten Ausflugsorte für Komotau und -Umgebung. Nächst der Alaunhütte befindet sich der Alaunsee. -Wer des Ruderns kundig ist, miethet sich einen Kahn und befährt -den See. Zur Winterszeit bietet der Alaunsee mit seiner -schönen Eisbahn einen mächtigen Anziehungspunkt für Schlittschuhläufer. -Ehemals war hier, wo sich jetzt der Alaunsee ausbreitet, -ein grosses Alaunbergwerk. Die rothe alaunhältige Erde, -welche rings um die Alaunhütte massenhaft zu sehen ist, erinnert -an den einstigen Bestand des Bergwerkes. In der Nähe der -Alaunhütte gedeihet die edle Kastanie in einer seltenen Grösse -und Schönheit der Frucht. Die mächtigen Stämme und Kronen -dieses Baumes gewähren einen herrlichen Anblick. Neben den -Gastlocalitäten der »Hütte« ist auch eine Badeanstalt mit warmen -Bädern. Den Sonntag nach Anton im Juni jedes Jahres begeht -die Hüttenrestauration im Blätterschmucke mächtiger Eichen -im schönsten Frühlingskleide der Natur ihr Fest mit Concert -und Tanz.</p> - -<p>2. <i>Nach dem Komotauer *Stadtpark und dem -städtischen Schiesshause.</i> Wir gehen vom Marktplatze -durch die Schiesshausgasse und kommen in ca. 10 Minuten bei -der Komotauer Dampfmühle vorüber in den Park, der nach -englischer Art angelegt ist. Naturfreunden bereiten hier die -schönen Baumgruppirungen und Blumenpflanzungen einen wahren -Genuss. Im Parke befindet sich das im Jahre 1833 erbaute -städtische Schiesshaus und in dessen Nähe das aus Holz errichtete -Sommertheater.</p> - -<p>3. <i>Von Komotau auf den *Hutberg.</i> Durch die Schiesshausgasse<span class="pagenum"><a id="Seite_128">[128]</a></span> -gehend, gelangen wir, von den Parkanlagen links ab, -in einen Fahrweg, der uns durch schöne Obstgärten in ca. -¾ Stunden auf den Hutberg führt. Die Aussicht von demselben -ist bezaubernd schön. Am Fusse des Hutberges liegt in romantischer -Lage das Dörfchen Pirken.</p> - -<p id="Komotau-Ruland">4. <i>Von Komotau nach dem *»Ruland«.</i> Die Plattner -Strasse führt uns direct auf eine Anhöhe, wo mitten von Obstgärten, -Feldern und Wiesen das schöne Wohn- und Wirthschaftsgebäude, -genannt »Ruland«, malerisch gelegen ist. Eine schöne -Aussicht über Komotau und in's Gebirge lohnt die Mühe des -Touristen, welcher von den freundlichen Bewohnern des Gehöftes -»Ruland« mit Milch, Obst u. s. w. bewirthet wird. Die Anhöhe -»Ruland« wird häufig auch Galgenberg genannt, weil hier ehemals -Verbrecher gerichtet wurden.</p> - -<p>5. <i>Von Komotau nach Eidlitz.</i> Wir wenden uns durch -die Gerstnergasse in die Prager Vorstadt und kommen bald auf -die Komotau-Eidlitzer Bezirksstrasse. Der Weg ist ungemein -angenehm. In ¾ Stunden sind wir in Eidlitz. Sehenswerth ist -das Schloss und eine Zuckerfabrik.</p> - -<p>6. <i>Von Komotau nach *Görkau</i> (1 Stunde). <i>a</i>) Auf -der Strasse. Von Komotau durch die Weinberggasse führt die Strasse -über den Weinberg durch schöne Obstgärten und Felder nach -dem Kirchdorfe Udwitz mit seinen Kohlenbrüchen. Von hier -kommen wir in ½ Stunde nach Görkau. (Siehe Görkau.) <i>b</i>) Auf -dem Fusssteige. Von Komotau gehen wir durch die Weinberggasse -nach der Alaunhütte. Von hier führt ein Fusssteig nach den -sogenannten Kohlenhäuseln. Wir gelangen auf demselben zur -»Tempis-Kapelle«, welche ein Schlosskaplan von Rothenhaus, -Hans von Tempis, vor vielen Jahren wegen seiner glücklichen -Rettung aus Räubershänden an dieser Stelle erbauen liess. Der -Fusssteig führt uns jetzt direct in ca. ¼ Stunde nach Görkau.</p> - -<p>7. <i>Von Komotau nach dem Gebirgsdorfe *Platten.</i> -Auf der Plattner Strasse, ziemlich steil ansteigend, kommen wir -in ca. 1½ Stunde nach Platten mit seiner zu Ende des 14. Jahrhundertes -bereits bestehenden Kirche und seinem Schlosse, das -als Jagdschloss des Besitzers von Rothenhaus einst bessere Zeiten -gesehen hat. Unweit Platten ist der viel besuchte Wallfahrtsort -Quinau. Die Aussicht beim Schulhause in's Böhmerland ist -prachtvoll! (Siehe Bereisung von Görkau aus.)</p> - -<h5>Touren.</h5> - -<p id="Komotau-Grundmuehle">1. <i>Von Komotau bis zur *Grundmühle, nach Domina, -Troschig und Tschernowitz.</i> Von Komotau gehen -wir an dem Assigbache hinauf nach Oberdorf. Oberhalb der<span class="pagenum"><a id="Seite_129">[129]</a></span> -Oberdorfer Hammermühle beginnt das überaus freundliche Assigbachthal -mit üppigen Wiesen und bewaldeten Thalgehängen. Wir -wandern hier ohne alle Anstrengung und erreichen in 1 Stunde -die erste Grundmühle, auch »Kleinmühle« genannt. Hier können -wir einen kleinen Imbiss nehmen und uns an einem Trunke Bier -oder Milch erquicken. Von hier nehmen wir den Weg rechts -an der Thalwand hinauf gegen Domina. Der Weg ist ziemlich -gut. Der Ort lässt sich von der Grundmühle aus in 1 Stunde -bequem erreichen. Doch ist es nicht nöthig, bis in das genannte -Dorf zu gehen; wir verlassen deshalb denselben, wenden -uns rechts dem Dörnthaler Weg zu. Nördlich von Dörnthal -sehen wir schon den Troschiger- oder Klingerberg ansteigen, -das vorläufige Ziel unserer Reise. In 1½ Stunde ist die erste -Höhe erreicht. Die Aussicht ist hier lohnend; am westlichen -Gehänge schlängelt sich die Strasse über Sebastiansberg zur -Landesgrenze, dort unten östlich bricht die Bahnlinie aus Felsen -hervor. Oestlich und südlich haben wir die Gegenden von Brüx -und Saaz und östlich verfolgen wir den Erzgebirgszug bis Eisenberg -und noch weiter, und westlich hebt sich Terrasse um -Terrasse im schönen Wechsel von Wald und Flur zum Horizonte. -Wir steigen den westlichen Abhang hinunter, treffen hier -das an der Komotau-Sebastiansberger Strasse liegende Gasthaus -»g. Hübel.« In 5 Minuten haben wir auch das südlich gelegene -Dörfchen Troschig erreicht. Auf einem kleinen Plateau gebaut, -ist es das kleinste unter den 4 Strassendörfern: Schönlind, Domina, -Krima und Neudorf. Die Bevölkerung treibt Oekonomie -und besorgte früher den Vorspann über die Berge. Weiter südlich -wandernd, treffen wir einen schönen Wald; es ist dies das -Troschiger Revier, der Komotauer Stadtgemeinde gehörig, die -hier einen Förster angestellt hat. Der links des Weges sich -erhebende »Tennich« ist der höchste Berg dieser Kette. Er ist -prächtig bewaldet und daher als Aussichtspunct weniger zu empfehlen. -Wir empfehlen daher den Weg, der von Troschig dem -südlich laufenden Gebirgszuge folgt, behalten rechts das Höllenthal -und sehen nach einer Stunde gemüthlichen Wanderns, die -Buschtěhrader Bahn überschreitend, den <i>kl. Purberg</i>. Weit -in's Land vorgeschoben und sich langsam erhebend, ist dies ein -mächtiger Stock von Steinmassen, gleichsam ein Knoten, mit -dem der Gebirgszug abhebt. Bald haben wir denselben ohne -Anstrengung bestiegen. Die Aussicht nach 3 Seiten ist herrlich: -Die Gegend von Komotau, theilweise auch die Stadt, speciell -der Bahnhof, die Dörfer Tschernowitz, Sporitz, Körbitz, Malkau, -Sosau, Grün und das Städtchen Kralupp liegen zu unseren -Füssen. Dort westlich, wo die Eger in die Ebene bricht, liegt -Kaaden, von Bergen umstellt, östlich sind die Brüxer Berge. -Ringsum siehst du Strassenzüge, Eisenbahnen, Felder, Fluren,<span class="pagenum"><a id="Seite_130">[130]</a></span> -Teiche und Obstgärten. Der Berg selbst bildet oben ein Plateau, -das so wie sein Abhang mit Eichen- und Birkengestrüpp bewachsen -ist. Auch erfrischendes Wasser befindet sich oben. Von allen -Seiten fallen seine Granitmassen steil ab mit oft wunderlichen -Klüften, worin heute noch der immer seltener werdende Dachs -zu Hause ist. Von unten gesehen gleicht der Berg einer Ruine, -so täuschend thürmen sich hier die Steinmassen. Die Gemeinde -Tschernowitz, welcher der Berg mit den Abhängen gehört, nimmt -von ihm das Material zu gewöhnlichen Steinmetzarbeiten. Die -siebenziger Jahre haben den Berg in Fesseln gelegt, weil seit -jener Zeit die Buschtěhrader Gebirgsbahn ihren Weg rings um denselben -genommen. Merkwürdig ist der Fall, dass hier Sporitzer -Felder 6mal von der Bahn durchschnitten werden. Der Purberg -hat seine Geschichte, und das deutsche Volk ringsum bis weit -in's Land kennt ihn und umwebt denselben mit dem Gewande -der Sage. So erzählt man, dass alte Jungfrauen berufen seien, -den Berg abzutragen. Es sollen ferner schlechte Zeiten hereinbrechen, -wenn der Berg mit Eisen belegt sein wird. Auf der -östlich angrenzenden Tschernowitzer Haide soll einst der Schlussact -eines grossen Völkerkampfes stattfinden, worauf erst wieder -bessere Zeiten zu erwarten seien u. s. w. Den östlichen Abhang -hinab führt ein Fahrweg und dieser bringt uns bald nach dem -nahen Tschernowitz. Schon der kurze Weg dahin zeigt Halden, -Steinbrüche, gearbeitete und rohe Steine, den Gewerbefleiss der -Ortsbevölkerung deutend. Strauss, Dietz und Bertl sind bekannte -Steinmetzer und die Güte des hier gefundenen Materials -macht ihre Arbeit gesucht. Der Ort selbst mit 54 Häusern und -440 Einwohnern hat vorzügliches Trinkwasser und viel Obstbau. -Gasthäuser sind da. Die Strasse führt in ¾ Stunden nach -Komotau zurück.</p> - -<p id="Komotau-Domina">2. <i>*Von Komotau über Domina nach Glieden, -*Wisset, Schweiger, Hohentann, *Hassenstein, -*Platzer Grund, Zollhaus, Neudorf und retour.</i> Dies -ist eine starke Tour und erheischt ein zeitliches Verlassen der -Lagerstätte. Unser Weg führt vorerst auf der Kaiserstrasse nach -Oberdorf. Hier sehen wir im Vorbeigehen das grosse Bräuhaus -von Philipp. Die alterthümliche unvollendete Kirche stammt von -dem unglücklichen Labketz, der unter dem Henkerbeile verblutete. -Hier haben wir zwei Wege vor uns. Den ersten, die -Strasse, vermeiden wir, denn sie führt steil über das Gebirge. -Der grosse Kaiser Josef liess sie anlegen und das Volk erzählt -sich, dass, als er später die Gegend bereiste, die steile Anlage -sah und den Bauleiter zur strengen Rechenschaft zog. Wir -wenden uns dem Landwege zu, an dem Oberdorfer Friedhofe -vorbei. Bald haben wir die Vorberge erreicht. Diese tragen Obstgärten. -In kurzer Zeit haben wir das kleine, mit Erlengebüsch<span class="pagenum"><a id="Seite_131">[131]</a></span> -besäumte Hatschkabächlein erreicht, das die Sporitzer Wiesen -bewässert und auf den Troschiger und Schönlindner Wiesen -entspringt. Dem steigen wir nach und kommen in die sogenannte -»Ranz.« Später theilt sich der Weg, der rechts führt nach Schönlind, -der links durch das Troschiger Revier nach dem Dörfchen -Troschig. Von hier wenden wir uns nach Glieden. Dazu stehen -uns zwei Wege offen. Der eine führt über Nokowitz und ist ein -Fahrweg, geht anfangs nördlich der Strasse zu, wendet sich alsdann -westlich und in ½ Stunde haben wir Nokowitz erreicht, -das an der linken Lehne des Höllenthales ½ Stunde südlich -von Krima liegt. Der Ort hat nur Getreidebau und Holzhandel, -23 Häuser und 152 Einwohner. Der zweite Weg ist ein Fusssteig -und führt von Troschig westlich auf der linken Lehne des Höllenthales -hinunter durch einen Eichenbusch. Unten angekommen, -finden wir die schönsten Wiesen und ein kleines Bächlein, den -Höllenbach, der auf der Krimaer und Wisseter Heide sich sammelt -und mit dem Thale einem südöstlichen Laufe folgt, sich später -westlich wendet, eingeschlossen und beengt von dichtbewaldeten -Thallehnen. Bei Malkau tritt er in die Ebene und bildet mit -dem Grüner und Plassdorfer Bächlein den sogenannten Saubach. -Der Weg durch's Höllenthal ist oft beschwerlich. Bei einer Einschichte, -links vorbei, gelangen wir an der Berglehne hinauf -nach Glieden. Die Ortschaft hat 16 Häuser mit 117 Einwohnern, -die Oekonomie treiben. Die Lage des Oertchens ist überaus -freundlich. Vom Nordsturme durch den Gliednerberg geschützt, -ist das Klima schon so mild, dass hier Obst gedeiht. Die nach -allen Richtungen hin sehr beschwerliche Communication ist freilich -den Einheimischen nicht auffällig. Südlich von Glieden, ½ St., -finden wir den <i>*Höllenstein</i>, der eine Wand des Höllenthals -bildet. Pittoresk geformt, mit einer schönen Aussicht auf demselben -und schauerlicher Tiefe zu den Füssen, ist es für den -Touristen lohnend, ihn zu besuchen. Wir gehen von Glieden -auf einem Fusssteige nach Wisset. Der Ort hat 29 Häuser mit -232 Einwohnern. Wisset liegt auf der ersten Terrasse des hier -aufsteigenden Gebirges, der Wisseter Platte. Die Lage der Ortschaft -ist freundlich, die Communication per Wagen überaus -beschwerlich. Der nördlich und nordöstlich sich hinziehende -Höhenzug hat den Namen »Ziegenrück.« Er ist theilweise urbar, -doch reift hier das Getreide 2 bis 3 Wochen später. Wisset -selbst hat zwei Wirthshäuser. Jedem Touristen gewährt die -Aussicht vom »Obern Berg« aus in's Saazer Land einen grossen -Genuss. Wir verfolgen jetzt den Weg nach <i>Hohentann</i>, der -westwärts durch die Wisseter Flur führt. Kurz vor dem Walde -(ein Kreuz in der Nähe) theilt sich der Weg. Der rechts führt -uns zur »Schweiger-Höhe«, der links abbiegende an der südlichen -Schweigerlehne durch dichten Nadelwald nach *Hohentann. Wir<span class="pagenum"><a id="Seite_132">[132]</a></span> -verfolgen den erstgenannten und haben in ca. ½ Stunde den -Höhepunkt »<i>*Schweiger</i>« erreicht. Nördlich und nordöstlich ansteigend -und fast bis zu seinem Scheitel urbar, fällt er südlich, -westlich und östlich gäh ab, nach allen Seiten hin die schönste -Fernsicht bereitend. Das Biela- und Egergebiet, die Höhen des -Duppauer Gebirges und fast der ganze Erzgebirgszug repräsentiren -sich in ihrer Schönheit. Dort die alte Ruine Hassenstein, -die Stadt Sonnenberg zu unseren Füssen, nördlich Sebastiansberg -und die vielen Ortschaften bis gegen Eisenberg. Der Name -Schweiger soll daher kommen, dass der Sage nach hier einst ein -Sprosse der Hassensteine als Einsiedler seine Zelle hatte und -schweigend seine Lebtage zubrachte. Südöstlich, den ersten besten -Weg abwärts, kommen wir nach Hohentann. Dieses Dorf hat -29 Häuser und 180 Einwohner, die Oekonomie und Holzhandel -treiben. Im Winter halten sich Weib und Kinder an die Spitzenklöppelei. -Dort bei der kleinen Ortskapelle vorbei führt der -Weg westwärts. Nicht weit vom Dorfe theilt er sich. Wir verfolgen -den Weg links, lassen die Hohentanner Hügel zwischen -Hohentann und Platz ebenfalls links, kommen zu einem Holzkreuze -(am Kreuzwege), finden auf einer Wiesentrift den Fusssteig -zum Platzer Forsthause und können hier den Fahrweg -verfolgen zur Ruine Hassenstein. Der Tourist wendet sich auf -dem Rückwege beim Forsthause nordwestlich, behält den mit -Kiefern bewachsenen Lerchenberg seitwärts des Forsthauses rechts, -die »Kalkofenhöhe« links und sieht bald in das tiefe »Grundthal«. -Hier wendet er sich dem Wistritzbach, der dieses Waldthal durchfliesst, -entgegen. Dort, wo der Weg die Thalsohle erreicht, liegt -rechts das Grundwirthshaus. Hier ist jederzeit frisches Bier und -ein Imbiss zu haben. Wir erreichen jetzt das schattige – oft -wildromantische Grundmühlthal oder Wistritzbachthal, das sich -aufwärts immer mehr verengt und später zur Schlucht wird, kaum -einen Fuhrweg lassend. Das Wasser des Baches ist hier spiegelhell; -es würde bei normaler Körpertemperatur ein wohlthuendes -Bad geben. Jetzt müssen wir darauf verzichten. Von dem Forellenreichthume -früherer Zeit ist jetzt bei dem herrschenden Raubsystem -wenig zu merken. Nach 1½stündiger Wanderung erweitert -sich oben genanntes Thal, wir sehen die Holzmühle an der -Komotau-Pressnitzer Strasse, gehen rechts die Strasse hinauf -über's Zollhaus zum Bahnhofgebäude Krima-Neudorf. Hier pflegen -wir unsere Glieder, stärken uns mit Speise und Trank und -erwarten in Geduld den um 9 Uhr Abends nach Komotau abgehenden -Zug, der uns um 10 Uhr nach Komotau bringt.</p> - -<p id="Komotau-Tschernowitz">3. <i>*Von Komotau nach Tschernowitz, Malkau, -Grün, Plassdorf, *Platz, *Hassenstein und Brunnersdorf. -(Bahnstation.)</i> Wir verfolgen die Bahnhofstrasse, lassen -den Bahnhof links, treffen hier die sogenannte Kaadner Kapelle<span class="pagenum"><a id="Seite_133">[133]</a></span> -(ehemals Wallfahrtsort mit Kreuzweg) und gehen auf der Kaadner -Strasse bis unweit Tschernowitz. Hier biegen wir bei einer kleinen -Restauration rechts in einen Fusssteig ab, gehen durch die Tschernowitzer -Steinbrüche am Fusse des südlichen Abhanges des Purberges. -Unser Fussweg führt uns in ca. ½ Stunde nach dem -Dörfchen Malkau mit 22 Häusern und 143 Einwohnern. Die -Bewohner von Malkau sind durchgehends Oekonomen und verwenden -einen regen Fleiss auf die Obstbaumzucht. Das Dörfchen -Malkau hatte sich im Anfang der 70er Jahre der Naturforscher -Dr. Martius zu seinem Domicil erwählt. In jener Zeit hat es -wohl mehr Fremde gesehen, als gegenwärtig. Doch wir verfolgen -nach dieser Abschweifung unseren Wegweiser. Dort, wo am -nördlichen Ende des Dörfchens die »Höllenmühle« steht, führt -der Weg nach dem ¼ Stunde entfernten Nachbardorfe Grün. -(27 Häuser mit 168 Einwohnern.) Zwischen Grün und Malkau -befindet sich eine kahle Anhöhe der »Lerchenberg«. Der bequeme -Aufstieg ist der Fernsicht halber lohnend. Der Fusssteig nach -Grün ist, um Irrungen zu vermeiden, wohl zu beachten. Wir -betreten bei der kleinen Ortskapelle das freundliche Dörfchen. -Grün ist unter den »Birndörfern« (von den nahen Gebirgsbewohnern -der reichen Obstkultur halber so genannt) das grösste. -In Grün befinden sich 2 Einkehrhäuser. Am Fusse des aufsteigenden -Gebirges führt uns der Fusssteig westwärts in ½ Stunde -nach Plassdorf (25 Häuser, 134 Einw.), welches an der Südlehne -des Schweigers wie angeklebt ist. Die Bewohner von Plassdorf -sind grosse Freunde des Obstbaues, vorzüglich aber verwenden -sie auf die Cultur der Kirschen grosse Mühe. Das einzige Wirthshaus -schliesst das Dorf südlich ab. Weiter südlich erhebt sich -eine Anhöhe, genannt »Kralupper Berg«, mit Eichen und Birken -besetzt. Von Plassdorf führt uns der Weg ½ Stunde durch eine -Thalschlucht aufwärts an den Südabhang des Salberges dem -Städtchen Platz (mit 400 Einw.) zu. Dieses Städtchen verdankt -seine Entstehung den Burgherren des nahen Hassenstein. Die -Einwohner beschäftigen sich theilweise mit Oekonomie, theilweise -sind es Handwerker, vornehmlich Maurer. Die Spitzenklöppelei -wird von dem weiblichen Theil der Bevölkerung ziemlich stark -betrieben. Zwei Gasthäuser bieten dem Touristen die nöthige -Unterkunft und Erfrischung. Zur Zeit des Zunftwesens war Platz -das »Mekka« der Handwerker von den nahen Dörfern, selbst -vom Flachlande; hier wurde der Lehrling zum Gesellen, der -Gesell zum Meister befördert. Das Städtchen Platz bietet vom -Kirchenplatze aus eine prächtige Fernsicht in die Saazer Gegend. -Die meiste Anziehungskraft für die Touristen aber hat die ca. 10 -Minuten westlich von Platz gelegene Ruine <i>Hassenstein</i>, welche -noch heute in ihren Trümmern auf ihre vormalige Grossartigkeit -schliessen lässt. Die Stätte selbst ist, wie die Nachgrabungen zu<span class="pagenum"><a id="Seite_134">[134]</a></span> -Anfang der dreissiger Jahre vermuthen lassen, schon in heidnischer -Vorzeit bewohnt gewesen und zu gottesdienstlichen Zwecken oder -als Begräbniss- auch Opfer-Platz benutzt worden. Man hat nämlich -mehrmals Asche, Kohlen, Knochen und Urnenreste gefunden. -Wann und von wem die Burg Hassenstein erbaut wurde, ist -unbekannt. Zu Ende des 13. Jahrhunderts erscheinen die Brüder -Friedrich und Theodor von Schönburg als Herren von Hassenstein, -das damals ein Kronlehen war. Im Jahre 1418 war der -damalige Besitzer in eine Verschwörung gegen König Wenzel IV. -verwickelt, und der Monarch übertrug die Bestrafung dem Oberst-Landschreiber -Niklas von Lobkowitz, welcher das Schloss Hassenstein -eroberte und dasselbe als Eigenthum erhielt. Diese Schenkung -wurde ihm 1421 von Sigmund und seinem Sohne Niklas -von Lobkowitz 1457 vom König Ladislaw auf immerwährende -Zeiten bestätigt. In Bohuslav Lobkowitz von Hassenstein feiert -das Haus seinen glänzendsten Namen, die klassisch-humanistische -Bildung des 16. Jahrhunderts eine ihrer ersten Grössen. Unter -ihm glich die Burg Hassenstein einem kleinen Musenhof. Er -war durch Gelehrsamkeit, Dichtergenie und Erhabenheit des -Charakters ausgezeichnet. Zwei andere Lobkowitze auf Hassenstein, -die Herren Sebastian und Bohuslav Felix, erwarben sich -grosse Verdienste um den erzgebirgischen Bergbau damaliger -Zeit. Gegen das Ende des 16. Jahrh. kam Popel von Lobkowitz -in den Besitz von Hassenstein. Der letzte Lobkowitz auf Hassenstein -war Christof. Im Jahre 1606 ging die Burg Hassenstein -in den Besitz des Herrn Leonhard von Stampach über. Unter -demselben, der seine lutherische Gesinnung mit 2 Dritttheilen -seines Vermögens büssen musste, ging Hassenstein seinem Verfalle -entgegen. Herr Jaroslav Bořita von Martinitz erwarb die halbverfallene -Burg sodann für ein Billiges. Später bekam die Ruine -mit dem dazu gehörigen Grundbesitz die Nebenlinie Martinitz-Hagensdorf. -Durch die erbliche Nachfolge dieser Linie kam -Hassenstein in den Besitz der Grafen Wolkenstein-Trostburg. -1880 verkaufte Engelhardt von Wolkenstein sein Erbe und mit -ihm Hassenstein an den Grossindustriellen Preidl.</p> - -<p>Nur noch Einiges über den jetzigen Zustand der Burgruine -im Allgemeinen. Der Schlossberg mit der alten Ruine Hassenstein -fällt nach 3 Seiten, besonders gegen den Brunnersdorfer -Bach zu, steil ab. Die Wallgräben sind grösstentheils verfallen, -die 4 Burghöfe kaum mehr erkennbar. Stolz aber schaut noch -in's Thal der mächtige Wartthurm mit seinen massiven Mauern. -Viele Gewölbe sind noch ziemlich gut erhalten und Alterthumsfreunde, -wie Dr. Martius, meldeten öfters von interessanten Funden. -Dass auch Schatzgräber, mit geweihter Kreide und Schildwachbüchlein -ausgerüstet, hier ihre Rechnung zu finden vermeinten,<span class="pagenum"><a id="Seite_135">[135]</a></span> -darüber kann man in Platz und Umgebung manche tragi-komische -Geschichte erfahren.</p> - -<p>Wir steigen den steilen und fast ungangbaren Fusssteig durch -Hochwald hinab und kommen an den Brunnersdorfer Bach. Hier -finden wir am Ufer dieses Baches einen Eisenhammer und weiter -unten am Ausgange des Thales den Anfang des lang gestreckten, -zu beiden Seiten des Baches liegenden Dorfes Brunnersdorf, das -hier in seinem oberen Theile den Namen »Rossstall« führt. -(165 Häuser, 1295 Einwohner.) Die Bewohner von Brunnersdorf -treiben Oekonomie und haben grossen Obstbau. Zu den Sehenswürdigkeiten -zähle ich im unteren Theile das Schloss und die -Zuckerfabrik an der Kaadner Strasse. Das Gasthaus im oberen -Theile des Dorfes (Rossstall) und Fischers Gasthaus am Schulplatz -sind Touristen zu empfehlen. Der Tourist, der wieder -zurück nach Komotau oder weiter westwärts nach Kaaden will, -kann dies einerseits durch die Bahn, andererseits durch Kaadner -Omnibusse bewerkstelligen.</p> - -<p id="Komotau-Deutsch-Kralupp">4. <i>Von *Komotau nach Deutsch-Kralupp-»*Keller«, -Neudörfel, durch das *Grundbachthal über Zieberle -nach Sonnenberg.</i> Wir beeilen uns zum 1. Karlsbader Zug -und lösen eine Fahrkarte bis Deutsch-Kralupp. Das Städtchen -liegt 10 Minuten von der Station. Die Kirche, welche schon im -J. 1360 als Pfarrkirche vorhanden war, besteht in ihrer jetzigen -Gestalt erst seit 1796, wo sie nach dem Brande neu gebaut -worden ist. Sie hat ein gutes Hochaltarblatt von Kindermann -in Wien, den hl. Jakob darstellend. Auch enthält sie die Familiengruft -der Grafen von Martinitz. Die Stadt wird durch den -Saubach, welcher im Höllthale entspringt und durch die Dörfer -Malkau, Sosau und Hagensdorf fliesst, in zwei ungleiche, durch -eine steinerne Brücke verbundene Theile gesondert, von welchen -der am südlichen Ufer liegende, kleinere, wo die Kirche steht, -die Kunewitz heisst. Wir wenden uns nördlich von der Station -Deutsch-Kralupp dem ¼ Stunde entfernten Dörfchen Hagensdorf -zu. Die Einwohner treiben Oekonomie und Obstbau. Sehenswerth -ist das im Rococostyl erbaute herrschaftliche Schloss Hagensdorf -mit einer ansehnlichen Baum- und Blumengärtnerei. Dieses Schloss -war in den Robotzeiten in der Hagensdorfer Umgebung bis in's -nahe Gebirge hinauf nichts weniger als beliebt, denn hier hauste -der gestrenge Herr Amtmann mit seinem Beamtenstabe. Durch -den Schlosshof führt ein ganz angenehmer Weg durch eine Baum-Allee -nach der nahe gelegenen Restauration »Am Keller«. Hier -bieten sich im Sommer unter schönen Linden und mächtigen -Eichen bei einem frischen Trunke vorzüglichen Brunnersdorfer -Biers stille und angenehme Ruheplätzchen. Für Kralupp und die -weitere Umgebung ist der »Keller« der besuchteste Ausflugsort<span class="pagenum"><a id="Seite_136">[136]</a></span> -und er wäre es sicherlich in noch ausgedehnterem Masse, wenn -der Besitzer für eine comfortablere Einrichtung der Restauration, -sowie für bessere Instandhaltung und Erweiterung der Anlagen -Sorge trüge. An der Stelle des Kellerwirthshauses soll in alter -Zeit ein Kloster gestanden sein; wenigstens wird die dortige -Feldflur noch heute von den älteren Bewohnern das »wüste -Kloster« genannt, und von den alten Kellerruinen, auf denen -das Wirthshaus erbaut wurde, erhielt dasselbe den Namen. Gegen -Kralupp zu finden wir mehrere grosse Fischteiche, der Gutsherrschaft -gehörig. – Wir wenden uns nun westwärts dem Dörfchen -Neudörfel am Abhange des Kralupper Berges zu. Auf unserem -Wege dahin rechts und links treffen wir kleine Teiche, sie sind -die Ueberbleibsel eines vormals sich hier ausbreitenden grossen -Sees, der im J. 1829 das letztemal gefischt, im nächstfolgenden -Jahre entwässert wurde und an den noch jetzt das sogenannte -»Seehäusel« (gegenwärtig ein herrschaftliches Hegerhaus) erinnert. -In den Robotzeiten hatten die Einwohner von Platz und Neudörfel -die Fischerei als Robotarbeit zu besorgen. Dafür bekam -der Mann per Tag einen Fisch. Neudörfel bietet für den Touristen -ausser seinen Kirschenpflanzungen nichts Sehenswerthes, dagegen -wird es sich für denjenigen empfehlen, der es nicht scheut, den -nördlich gelegenen <i>Saustein</i> zu besteigen. An schönen Tagen -lohnt ein Einblick in die Saazer und Kaadner Gegend vollkommen -die Mühe der Besteigung. Von hier steigen wir in westlicher -Richtung das Berggelände hinab in das Thal des Brunnersdorfer -Baches. Wir gehen durch dieses, sich immer wildromantischer -gestaltende Thal den Brunnersdorfer Bach aufwärts, haben rechts -die Schnabelmühl-Lehne, links den Gigerich-Berg und sehen, wie -die Trümmer der Burg Hassenstein melancholisch in's Thal -schauen. Unser Weg durch das Thal, genannt Brunnersdorfer -Grund, wendet sich am Fusse des Schlossberges plötzlich westlich. -Die Brunnersdorfer Gutsverwaltung hält hier eine Holzschwemme -in Stand. In neuerer Zeit wurde auch die Communication durch -Anlegung eines strassenähnlichen Weges bedeutend verbessert. -Mächtige Felswände heben sich zu beiden Seiten des Thales. -Das Gehänge von der Burg Hassenstein herab führt den Namen -Kalkofenlehne und soll früher ein Thiergarten gewesen sein, von -dessen Umfangsmauern noch Ueberreste zu sehen sind. Die linke -Berglehne (rechtes Bachufer), die sogenannte Gigerich-Lehne, -zeigt pittoreske Felsengruppen, würdige Seitenstücke zu den in -fast gleicher Höhe gegenüberliegenden Burgtrümmern von Hassenstein. -Von nun an verengt sich das Thal zusehends, statt durch -Laubholz schlängelt sich der Thalweg knapp am linken Bachufer -durch finstere Fichten, so recht an Tiek'sche »Waldeinsamkeit« -erinnernd. Am rechten Bachufer erhebt sich der Hutberg, und -die durch ein kleines Querthal davon getrennte Hundskoppe.<span class="pagenum"><a id="Seite_137">[137]</a></span> -Hier, wo sich das Thal nördlich wendet, liegt so recht einsam -die »Hasenmühle«, eine Einschicht, von dem weiter westwärts -gelegenen Gebirgsdorfe Wohlau. Der freundliche Müller bietet -dem müden Wanderer Brod, Bier und Milch zur Labe.</p> - -<p id="Sonnenberg">Werfen wir einen Blick auf unsere bisherige Wanderung im -Thale des Brunnersdorfer Baches (unrichtig Brandbach, welchen -Namen nur das durch Sonnenberg geleitete Bächlein führt) zurück, -so finden wir, dass dieses Thal an Naturschönheiten mit den -schönsten Gebirgspartien Oesterreichs wetteifert. Man glaubt sich -in ein herrliches Hochgebirgsthal versetzt. Es ist zu wundern, -dass Touristen, wenigstens der nahen Städte, dies nicht schon -längst gefunden und touristisch ausgebeutet haben. Nach der -Ansicht eines unserer besten Geologen wäre dieses Thal in alten -Zeiten die einzige Communication aus dem Saazer Lande über -das Gebirge »in's Reich« gewesen. Dies wird auch die ersten -Dynastien auf Hassenstein zur Gründung dieser Burg in herrschender -Stellung dieses Verbindungsweges bewogen haben. Vielleicht -genügt eine Hindeutung auf das Gesagte, um die Jetztzeit -zur Anlage einer Strasse in diesem Thale zu bewegen. – Von -der Hasenmühle aus wandern wir am rechten Bachufer über das -Gelände nach Zieberle. Der Fusssteig durch ein Gewirr von -Wald- und Feldwegen, ¼ Stunde lang, dürfte für das erstemal -einen Führer nothwendig machen, wozu der »Hasenmüller« gerne -jemanden zur Verfügung stellt. Das Oertchen Zieberle hat 11 -Häuser mit 81 Einwohnern. Es liegt am Abhange der »Zieberle -Kappe«, von welcher man eine lohnende Aussicht hat. Nördlich -von Zieberle, in 15 Minuten erreichbar, liegt auf dem Sonnenberge -die königliche Bergstadt <i>Sonnenberg</i>. Gneis und Urthonschiefer -bilden seine Unterlage. Die Stadt mit 2600 Einwohnern -zählt 212 Häuser. Die Einwohner beschäftigen sich vorzüglich -mit Spitzenklöppelei; Jung und Alt sind Alliirte des Klöppelsackes. -Ausserdem wird hier Handweberei betrieben. Das Centralcomité -zur Hebung der Erwerbsthätigkeit im Erz- und Riesengebirge -besitzt hier eine Sammtfabrik im eigenen Gebäude und überdies -ist die Anfertigung von Schuh- und Handschuhwaaren nicht unbedeutend. -Dass die edle Musikkunst sich hier einer besonderen -Pflege erfreut, bezeugen ungefähr 200 Sonnenberger, welche »mit -Musik« alljährlich und in fast alle Länder Europas bis nach -Asien reisen und Tüchtiges leisten. Der Hausierhandel mit Manufactur- -und Galanteriewaaren hat in Sonnenberg viele Vertreter.</p> - -<p>Die Stadt zeichnet sich vor vielen anderen Landstädten durch -ihre regelmässige Anlage und Bauart aus. Von dem ein Viereck -bildenden Ringe laufen die Gassen in schnurgerader Richtung -aus, so dass man hier nach allen vier Seiten in's Freie hinausblicken -kann.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_138">[138]</a></span></p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gast-</b> und <b>Einkehrhäuser</b> sind: Gasthaus zur »Sonne« am Ringplatze, an -der Strasse gelegen; Franz Reichmann's Gasthaus bei der Kirche; Leopold -Hütters Einkehrhaus in der Kirchengasse; Gasthaus zum Kronprinzen -Rudolf an der Pressnitzer Strasse am Ringplatze u. s. w. Lohnfuhren und -Fiakergeschäfte übernimmt Herrmann <i>Stocklöw</i> und Josef <i>Puschack</i>.</p> - -<p><b>K. k. Postamt.</b></p></div> - -<p>Sehenswerth ist die im J. 1857 vollendete Pfarrkirche. Das -Kirchenschiff hat eine Länge von 35<sup>m</sup> und eine Breite von 20<sup>m</sup>. -Das Presbyterium ist 10<sup>m</sup> lang und eben so breit. Im Schiffe -stehen 36 in 6 Abtheilungen aufgestellte Betstühle, fünf Altäre -mit sehenswerthen Altarbildern von Lhota (St. Wenzel Hauptaltar), -Weidlich (St. Josef und Maria Heimsuchung), Josef Hellich -(St. Michael und Maria Empfängniss). Die Kirche besitzt auch -kostbare Kirchenornate und Paramente; die achtzehnstimmige, -mit 2 Koppeln ausgestattete Orgel, Predigers Meisterwerk, wurde -von Prediger aus Lichtenberg bei Hohenstadt um den Preis von -4230 fl. gebaut. Die Glocken, von denen die grösste 29 Ctr., die -zweite 14 Ctr. und die dritte 7 Ctr. wiegt, goss der Prager Hofglockengiesser -Karl Bellmann. Sehenswerth ist auch die hübsche -Johannisstatue am Ringplatze und das von dem gelehrten Pfarrer -Schwarz in Sonnenberg im J. 1750 angelegte Kirchengedenkbuch, -welches interessante und wichtige Aufzeichnungen enthält. Die -weit in's Land schauende Kirche und die sehr hübsche Lage -des Städtchens führt jährlich viele hunderte von Touristen hieher -um – wie die Sachsen sagen – »das schöne Böhmen« zu sehen. -Ganz in der Nähe des Städtchens finden sich recht schöne Aussichtspunkte, -wie der Galgenberg, die Zieberle Kappe bei Zieberle, -der Hutberg, der Hassberg u. s. w. Der zur Sonnenberger Bahnstation -täglich viermal verkehrende Postwagen führt den Touristen -wieder zurück in seine Heimath.</p> - -<p id="Komotau-Assigbachthal">5. <i>*Von Komotau durch das *Assigbachthal nach -Sebastiansberg.</i> Wir gehen von Komotau über Oberdorf den -Assigbach aufwärts. Nach ungefähr einer einstündigen Wanderung -durch ein schönes *Wiesenthal, dessen Gehänge mit Nadel- und -Laubholz bewaldet, kommen wir zur ersten Grundmühle, genannt -auch »Kleinmühle.« Erfrischungen hält der betreffende Müller -stets bereit. Von hier führt ein Weg rechts nach Petsch und -links nach Domina. Im Thale weiter aufwärts treffen wir die -zweite Grundmühle, nach ihrem Besitzer (Zein) »Zeinmühle« -genannt. Diese Mühle ist so ziemlich die ansehnlichste der -»Grundmühlen«. Von hier kann man rechts, das kleine Querthal -verfolgend, das ca. ½ Stunde entfernte Dorf Dörnthal mit 17 -Häusern und 107 Einwohnern erreichen. Sehenswerth ist hier -der das Querthal überbrückende Bahndamm. Rechts von der -Zeinmühle führt eine sogenannte Halbstrasse nach Petsch, einem -freundlich gelegenen Oertchen, zum Pfarrdorfe Platten gehörig.<span class="pagenum"><a id="Seite_139">[139]</a></span> -Von der »Zeinmühle« nicht weit thalaufwärts entfernt, liegt die -Dörnthal- oder Dreiwassermühle. Hier vereinigt sich mit dem -Assigbache der mit dem Märzdorfer Bache bereits vereinigte -Tschoschelmühlbach und der Rothenhäuser Flössbach. Wir verfolgen -durch das mittlere Thal, Assigbachthal, unsere Tour weiter. -Der bereits isolirt liegende, mit schönen Buchenstämmen bewachsene -Berg ist der Ahrenberg, das Kleinod unter den Komotauer -Wäldern. Circa ½ Stunde von der Dreiwässermühle in -einer Thalenge befindet sich das sogenannte »böse Loch«, eine -wildromantische Thalschlucht. Weiter den Lauf des Assigbaches -aufwärts verfolgend, kommen wir zu den Felsen: Ringelstein -und Otterstein. Links aufsteigend erreichen wir nach ziemlich -anstrengendem Marsche die Bergstadt Sebastiansberg mit 2200 -Einwohnern und ungefähr 200 Häusern. Die Partie ist sehr -interessant und lohnt die Anstrengung in hohem Grade. Sebastiansberg -soll seinen Namen von seinem Gründer Sebastian von -Weitmühl erhalten haben. Man betrieb hier früher Bergbau auf -Kupfer und Silber. Kaiser Rudolf II. erhob den Ort zu einer -freien Bergstadt. Jetzt ist von dem früheren Bergbau keine -Spur mehr. Die Bewohner beschäftigen sich mit Gänse- und -Schweinehandel und Spitzenklöppelei.</p> - -<div id="Sebastiansberg" class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: »Strubels Gasthof« am Ring, »Heineich's Gasthaus« in der -Schmiedgasse, »Lang's Gasthof« am Ring, Gasthof »zum schwarzen Adler« -am Ring.</p> - -<p>Die königliche Bergstadt Sebastiansberg hat ein k. k. Bezirksgericht, -Notariatsamt, ein k. k. Postamt, ein Lese-, Gesang-, land- und forstwirthschaftliches -Casino. Eingeführte Gäste haben Zutritt. Sehenswerth ist die -im J. 1877 erbaute <i>Stadtkirche</i> und das im J. 1879 errichtete <i>Kriegerdenkmal</i> -am Marktplätze.</p></div> - -<p>Ein schöner Spaziergang in nordwestlicher Richtung auf der -Kaiserstrasse ist der nach <i>*Reitzenhain</i> (Eisenbahnstation) -dem beliebtesten Ausflugsorte der Sebastiansberger. Der Weg -führt durch ausgedehnte, herrliche Waldungen. Der Ort selbst -liegt inmitten derselben und bietet im Sommer einen sehr angenehmen -Aufenthalt. Gesunde finden hier nach angestrengter -Arbeit Erholung und Kränkliche Kräftigung. Hier athmet es -sich leicht und wohl. Ueberall, wohin man blickt, ist das dem -Auge wohlthuende Grün, von allen Seiten kommt uns der Wohlgeruch -von duftenden Kräutern und Blumen, von harztriefenden -Fichten und Tannen entgegen, was zur Erfrischung des Blutes -nicht wenig beiträgt; darum mehrt sich die Zahl der Fremden, -welche in dem Gasthause »zum Malzhaus« eine ausgezeichnete Verpflegung -und Unterkunft finden, in auffallender Weise. Böhmisch-Reitzenhain -ist ein beliebter und gesuchter klimatischer Curort. -Die Umgebung des Ortes ist herrlich, die Waldpartie nach <i>*Marienberg</i> -in Sachsen, (2 Stunden), nach <i>*Ulmbach</i>, <i>*Kienhaide</i> -und <i>*Natschung-Kallich</i> auf guten Wegen sind von -seltener Schönheit.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_140">[140]</a></span></p> - -<p id="Sebastiansberg-Komotau">6. <i>Von Sebastiansberg nach Komotau zurück.</i> Der -müde Tourist kann dies erstens mit der Bahn thun und zwar -von der Station Krima-Neudorf aus, wohin er mittelst Postwagen -in ca. ½ Stunde gelangt. Sollte er aber in Sebastiansberg übernachtet -haben, so ist ihm mehr zur Fusspartie nach Komotau -zu rathen; man rechnet auf diese Fusstour 3 Stunden. Immer -auf der Strasse abwärts schreitend, berühren wir in ca. 20 Min. -Neudorf. In weiteren 20 Min. führt die Strasse beim Bahnhofe -Krima-Neudorf, dem grössten zwischen Komotau und Weipert, -vorüber. Hier zweigt auch die Bahnlinie »Krima-Reitzenhain« -ab. Gleich unterhalb des Bahnhofes treffen wir, wo sich von der -Kaiserstrasse eine Bezirksstrasse über Sonnenberg nach Pressnitz -abzweigt, das Gasthaus zur »Spitz«. Wir lassen es rechts und -gelangen nach abermals einer viertelstündigen Wanderung in das -alte Pfarrdorf »Krima«, welches 460 Einwohner in 63 Häusern -zählt und zu welchem 9 Ortschaften eingepfarrt sind. Zur Zeit, -als noch der Waarentransport per Achse besorgt wurde, herrschte -hier reges Leben. Die zwei grossen Gasthäuser mit geeigneten -Stallungen und grossen Hofräumlichkeiten sahen wohl damals -bessere Tage. Dem Touristen können sie aber auch jetzt noch -empfohlen werden, und zwar Bernhard Pilz's Gasthaus, beim -Eintritte in's Dorf gelegen, bietet vorzügliche Speisen und Getränke -und bequemes Nachtquartier. Dasselbe kann man auch -vom zweiten Gasthause in Krima, an der Strasse gelegen, sagen. -Krima hat ein k. k. Postamt und mehrere Vereine. Die Erwerbsquelle -der Einwohner ist Oekonomie. In ca. ¼ Stunde in südwestlicher -Richtung führt uns die Strasse am Gasthofe zum -»Hübel« und am Fusse des links sich erhebenden Klingerberges -vorüber; von hier an bekommt die Strasse ein immer grösseres -terrassenförmiges Gefälle, führt durch die Dörfer Domina und -Schönlind und endigt nach einem sehr starken Abfalle unterhalb -Schönlind, von hier aus <i>*prächtige Ausblicke</i> in's Land -gewährend – durch Oberdorf nach Komotau.</p> - -<p id="Komotau-Kaaden">7. <i>Von Komotau nach *Kaaden.</i> Die Tour wird mit -der Buschtěhrader Eisenbahn in 28 Minuten zurückgelegt und -bietet der Blick auf das Erzgebirge während der Fahrt sehr viel -Angenehmes. Absteigestation ist Kaaden-Brunnersdorf, wo Omnibusse -der Reisenden harren und dieselben in einer halben Stunde -in die Stadt befördern.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Kaaden">Kaaden.</h4> - -<p>Die Stadt zählt 5052 Einwohner und liegt an der Eger.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: »Zur Sonne« am Marktplatz; »zum grünen Baum«; »zum goldenen -Hirschen«.</p> - -<p><b>Aemter</b>: K. k. Bezirkshauptmannschaft; k. k. Bezirksgericht; k. k. Post- -und Telegraphenamt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_141">[141]</a></span></p> - -<p><b>Verkehrsanstalten</b>: Buschtěhrader Eisenbahn westwärts gegen Karlsbad-Eger -und ostwärts gegen Komotau und von da einerseits nach Aussig-Bodenbach, -andererseits nach Prag.</p> - -<p><b>Schulanstalten</b>: Ober-Gymnasium, Ackerbauschule, Bürgerschule.</p></div> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: <i>Die Dreifaltigkeitssäule</i> auf dem -Ring; dieselbe wurde im J. 1761 errichtet. <i>Das Rathhaus</i>; -es bestand schon zu Anfang des 15. Jahrh. und ist nach dem -Brande 1811 neu wieder hergestellt worden. An der Vorderseite -des Gebäudes sieht man die Wappen des Hauses Oesterreich, der -Königreiche Ungarn und Böhmen und der Stadt Kaaden. Das -Kloster der Elisabethinerinnen in der unteren Vorstadt am Einflusse -des Brunnersdorfer Baches in die Eger, gestiftet im J. -1748. Die Kirche zu <i>Mariä-Verkündigung</i> nebst der darin -befindlichen <i>Kapelle</i> zu den heil. 14 Nothhelfern und einem -Franziskanerkloster ausserhalb der Stadt, ¼ St. nordwestlich am -linken Ufer der Eger. Die Kapelle bestand als Wallfahrtsort -schon im 14. und 15. Jahrh. und 1473 stiftete auf Anregung des -Herrn Niklas von Lobkowitz die Stadtgemeinde das Kloster, -dessen, sowie der Kirche vollständiger Ausbau aber erst 1662 -zu Stande kam.</p> - -<p><b>Geschichtliches</b>. Der Name der Stadt rührt von einer Burg -her, welche der böhmische Feldherr <i>Kadan</i> angeblich auf dem -Felsen, wo jetzt die Kaserne steht, schon im J. 821 errichtete -und nach sich benannte. Unter seinem Schutze entstanden allmählig -Ansiedelungen und eine Stadt, welche im J. 1128 durch -Herzog Sobieslaw mit Mauern umgeben wurde. Sonach zählt -der Ort zu den ältesten Städten des Egerthales. König Přemysl -Ottokar II. erhob sie zu einer königlichen Stadt. Kaiser Karl IV. -verlieh ihr verschiedene Privilegien. Im J. 1421 wurde sie von -den Taboriten überfallen und furchtbar verheert. Weil die Stadt -im Schmalkaldischen Kriege 1547 an der Widersetzlichkeit gegen -Ferdinand mit theilgenommen, wurden ihr alle Privilegien und -Freiheiten bestätigt, welche ihr früher verliehen worden. Während -des 30jährigen Krieges wurde Kaaden zweimal von den Schweden -und zwar 1642 unter General Torstensohn und 1648 unter General -Königsmark eingenommen. Grosses Unglück traf sie am -1. October 1811, an welchem Tage sie von einem furchtbaren -Brande heimgesucht wurde. Das Rathhaus, die Dechantei, die -Schulgebäude und 243 Häuser sammt Nebengebäuden wurden -von dem entfesselten Elemente eingeäschert.</p> - -<p>Die Umgebung der Stadt ist reizend und besuchenswerth. Die -Abhänge des Egerthales sind von Warta aus bis Klösterle, ja -selbst bis Kaaden grösstentheils felsig, und oft fallen die Felsmassen -bis in das Flussbett steil ab und erfreuen den Touristen -durch ihre mannigfaltige Gestaltung und dadurch bedingten -häufigen, sehr angenehmen Wechsel der Landschaftsbilder.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_142">[142]</a></span></p> - -<h5>Touren:</h5> - -<p id="Kaaden-Radonitz">Wir können uns hier nur auf die in's Erzgebirge beschränken -und weisen auf eine grosse, interessante Tour in's Duppauer -Gebirge bloss hin. Es ist: <i>Kaaden-Radonitz-Duppau-Rodisfurt -mit dem Abstecher zum Giesshübler Sauerbrunn -und von da über Welchau in die Bahnstation -Wickwitz-Welchau und retour mit der Buschtiehrader -Bahn nach Kaaden über Hauenstein-Warta-Klösterle</i> -(sehr interessante Fahrt). Von Kaaden südlich nach -Fünfhunden, von da südwestlich nach Radonitz und in derselben -Richtung nach Duppau. Die Oberfläche bei Radonitz und Duppau -ist gebirgig. An der südwestlichen Seite erstreckt sich ein Bergrücken, -aus welchem sich die Bergspitze <i>Burgstadel</i> 925<sup>m</sup> -erhebt, welche einst eine Burgruine unbekannten Ursprunges -trug und von welcher nur noch ein zugeschütteter Brunnen übrig -ist. Von der Spitze des Berges sieht man deutlich nicht nur -das ganze Erzgebirge, sondern auch bei reinem Horizonte den -Milleschauer Berg und andere Kuppen des böhmischen Mittelgebirges, -den Georgsberg bei Raudnitz, den Bösig zwischen -Weisswasser und Hirschberg, den Frauenberg und mehrere Punkte -des Fichtelgebirges. Vor mehreren Jahren stand hier eine hölzerne -Pyramide, welche leider in Trümmer ging und gegenwärtig durch -eine Stange mit zwei Tafeln ersetzt ist. Etwas niedriger ist der -<i>*Oedschlossberg</i> 917<sup>m</sup>, südwestlich von Duppau, an dessen -westlichem Abhange sich in der Basaltmasse mehrere natürliche -Löcher von der Grösse eines menschlichen Kopfes befinden, -welche vom Volke <i>die Zwerglöcher</i> genannt werden, weil -der Sage nach in uralter Zeit Zwerge darin gewohnt haben -sollen.</p> - -<p>Die Stadt Duppau hat ein Schloss, welches schon im J. 1119 -von Doupowetz errichtet worden sein soll, im J. 1500 von Anna -Maria Margaretha Daupowetz erneuert und im J. 1723 vom Grafen -Gottfried von Lützow überbaut wurde. Die Pfarrkirche zu Mariä -Himmelfahrt wurde von demselben Grafen im J. 1745 vollständig -renovirt. Die Elisabeth-Kirche wurde nebst dem dazu gehörigen -Klostergebäude für die Jesuiten gegründet und denselben im -J. 1770 übergeben. Nach Aufhebung dieses Ordens im J. 1773 -erhielten die Piaristen das Collegium sammt dem Gymnasium, -welches gegenwärtig geschlossen ist. Die Kirche gehört durch -ihre Grösse, geschmackvolle Bauart und innere Ausschmückung -unter die bemerkenswerthesten Landkirchen Böhmens.</p> - -<p>Von Duppau in westlicher Richtung nach Rodisfort (Rodisfurt), -rechts an der Eger, über welche eine Brücke führt, und -an der Landstrasse nach Schlackenwerth, und dann ½ Stunde -südlich zum Sauerbrunn.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_143">[143]</a></span></p> - -<p><b>Giesshübler Sauerbrunn</b> (siehe Bereisung von Karlsbad aus). -Von da in nördlicher Richtung nach <i>Welchau</i> am rechten Ufer -der Eger in einem von mehreren Bergen eingeschlossenen herrlichen -Thale. Eigenthümer des Gutes <i>Welchau</i> ist gegenwärtig -Herr Hofrath Dr. von Löschner, welcher in diesem schönen -Thale seinen Ruhesitz nach vieljähriger ausgezeichneter Wirksamkeit -als Professor und Arzt aufgeschlagen und sehr viel für -die Verschönerung der Gegend gethan hat. Die auf einem Hügel -ausserhalb des Dorfes liegende Kirche hatte schon 1384 einen -eigenen Pfarrer. Im Pfarrhause befindet sich das Bildnis des Pfarrers -<i>Anton Hasch</i> zu Lioch (? in dioecesi Liochensi), welcher 125 -Jahre alt geworden und 100 Jahre sein Amt als Pfarrer verwaltet -hat. Das Schloss ist im 16. Jahrh. vom Grafen Schlick gebaut, -und, nachdem es 1621 am 21. April mit dem ganzen Orte abgebrannt -war, vom Freiherrn von Hessler wieder hergestellt und -später wieder erneuert worden. Von der Station »Wickwitz-Welchau« -wieder retour nach Kaaden.</p> - -<p id="Kaaden-Leskau">2. <b>Kaaden-*Leskau-*Schönburg</b>. In westlicher Richtung gehen -wir von Kaaden aus über Roschwitz zu dem nordwestlich von -dem Dorfe <i>Leskau</i> sich erhebenden <i>Leskauer Schlossberg</i> -mit der malerischen Ruine der Burg Egerberg, auch Egerwerk -und Egerburg genannt, über deren Erbauer und früheren Besitzer -nichts bekannt ist. Von da wandern wir in westlicher Richtung -gegen Kettwa fort, wo sich eine Ueberfuhr befindet, und setzen -auf das jenseitige Egerufer über, um in nördlicher Richtung -dem, aus dem Egerthale steil aufsteigenden Berge <i>Schönburg</i> -zuzueilen. Auf dem Gipfel des mit Wald bedeckten Berges sind -die ansehnlichen Ruinen des Schlosses <i>Alt-Schönburg</i>. Wir -geniessen von hier aus eine herrliche Aussicht in die Saazer -Ebene und das ferne Mittelgebirge. Die Burg soll von den -Eigenthümern ihrer Baufälligkeit wegen (sie ist von Basaltblöcken -erbaut) verlassen worden sein; sie erbauten am Fusse des Berges -ein neues Schloss und benannten sich auch nach diesem, Herren -auf <i>Neuschönburg</i>; von diesem sind sehr wenige Spuren -noch vorhanden. Retour nach Kaaden.</p> - -<p id="Kaaden-Kloesterle">3. <b>Kaaden-Klösterle-Kupferberg-</b> (<b>*Sphinx</b> und <b>*Kupferhügel</b>) -<b>Schmiedeberg-Weipert-Pressnitz</b>. (Herrliche Partie für drei Tage.) -Wir treten unseren Weg an und kommen in westlicher Richtung -nach dem 1¾ St. entfernten <i>Klösterle</i>. Wir haben eine Gebirgslandschaft -vor uns, welche durch das Thal der Eger in -zwei Theile getrennt ist. An der linken Seite ist es die steile -Abdachung des Erzgebirges, welche das Thalgehänge bildet, an -der rechten Seite das Duppauer-Gebirge, hier das Liesengebirge -genannt, welches sich hier aus dem Thale erhebt. Das Thal -selbst ist fast durchaus enge, die Abhänge am Fusse fast überall<span class="pagenum"><a id="Seite_144">[144]</a></span> -felsig; sie lassen nur stellenweise eine schmale Thalsohle übrig -und häufig steigen sie fast unmittelbar bald an der rechten, bald -an der linken, bald auch an beiden Seiten in schroffen Felswänden -aus dem Flusse auf. Ueber diesen Felsgehängen dachen -sich die Gebirgsabhänge bald mit grösserer, bald mit geringerer -Steilheit ab.</p> - -<p id="Kloesterle"><b>Klösterle</b>, Stadt, auf einer geneigten Anhöhe am linken Ufer -der Eger.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: Rathhaus am Markte, Restauration zum Bräuhaus, herrliche -Aussicht.</p> - -<p><b>Eisenbahnverbindung</b> einerseits gegen Eger, andererseits gegen Komotau-Prag-Aussig-Bodenbach.</p> - -<p><b>Post- und Telegrafenamt.</b></p></div> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: Die Dreifaltigkeitskirche, ein schönes, -geräumiges Gebäude in neu-italienischem Styl im J. 1670 vom -Grafen Michel Oswald von Thun erbaut. Das schöne, herrschaftliche -<i>Schloss</i>, auf einem Felsen am Ufer der Eger, welche -hier durch einen weiten Busen das Ansehen eines beträchtlichen -Stromes zeigt. Der Schlossgarten zeigt herrliche Baumgruppen. -(Von Klösterle aus kann man auch Leskau und Schönburg besuchen, -siehe Kaaden.)</p> - -<p>Jetzt treten wir eine echte Gebirgspartie an. Wir kommen -der höchsten Masse des Erzgebirges immer näher. Von Klösterle -gehen wir in westlicher und nordwestlicher Richtung nach dem -¾ St. entfernten, an einem Berge gelegenen <i>Haadorf</i> und -erreichen in einer halben Stunde <i>Steingrün</i>, ein Dorf an der -Hauptstrasse, grösstentheils aber zerstreut an den Abhängen eines -inneren Thales, in welchem ein kleiner Bach nach Pürstein fliesst, -gelegen. Von hier aus erreichen wir, nördlich wandernd, wieder -in einer halben Stunde <i>*Kupferberg</i>. Diese Partie lässt sich -noch über <i>Wenkau</i>, ein Dorf am südlichen Gebirgsabhange in -einem Thale zwischen Waldungen, zurücklegen. Beide Partien -zeichnen sich durch grossartigen Gebirgscharakter aus. Ausdauernden -Touristen empfehlen wir die <i>Fusstour</i> von Klösterle -aus durch das wiederholt berührte, herrliche Egerthal auf der -Kaiserstrasse nach <i>Pürstein</i> über Aubach nach <i>Wotsch</i>, von -da nach <i>Warta</i> und endlich nordwestlich abbiegend, nach Hauenstein -(siehe Bereisung von Johannisthal aus). – Retour nach -Pürstein (zu Fuss und per Bahn), das am Zusammenflusse von -drei Bächen, im Ausgange eines engen Thales, am Fusse des -Erzgebirges in malerischer Gebirgsgegend gelegen ist. Wir gehen -nun nördlich und kommen zu dem Schlossberge mit einigen Ueberresten -der Burg Pürstenstein, auch Finkelstein, und setzen unseren -Weg steil aufwärts nach <i>Kleinthal</i>, dann nach Steingrün fort -und erreichen endlich <i>Kupferberg</i>. Dieser Aufstieg wird den<span class="pagenum"><a id="Seite_145">[145]</a></span> -Touristen wegen der reichen Abwechslung der wildromantischen -Gegend besonders empfohlen. Zuvor statten wir der, an der -Strasse gelegenen herrlichen Felspartie einen Besuch ab und -erfreuen uns über den prachtvollen Einblick in das Egerthal. -Der berühmte Landschaftsmaler Slowikowski, der gegenwärtig -mit der Aufnahme von Bildern im Erzgebirge beschäftigt ist, -entdeckte hier im J. 1880 eine schöne Sphinx und entwarf eine -correcte Zeichnung davon, deren Abdruck sammt dem von ihm -verfassten Gedichte nächstens in der Erzgebirgszeitung erscheinen -wird.</p> - -<p id="Kupferberg"><b>Kupferberg</b>, eine Bergstadt, auf dem Rücken des Erzgebirges -834<sup>m</sup> über dem Meere gelegen. Die Kirche wurde in den Jahren -1803 bis 1814 neuerbaut und die alte, ganz baufällige abgetragen; -sie hat einen Thurm mit einem harmonischen Geläute -von 5 Glocken, welche noch von der alten Kirche herrühren. -Das Städtchen ist regelmässig angelegt, die Häuser fassen einen -grossen, quadratischen Platz ein.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: Rathhaus, Deutsches Haus, Post.</p> - -<p><b>Eisenbahnstation</b> (20 Minuten von der Stadt, Verbindung mit Komotau-Weipert).</p> - -<p><b>Postamt</b>.</p></div> - -<p>Der an der Nordseite der Stadt sich erhebende <i>*Kupferhügel</i> -(in 12 Min. ohne Anstrengung zu erreichen) ist vom -Bergbau ganz unterwühlt, eine Menge Halden an seinem Abhange -und in seiner Umgebung sind die Reste der seit vielen Jahren -erloschenen unterirdischen Thätigkeit. Auf dem Gipfel steht eine -Kapelle, welche von Einheimischen und Fremden häufig der -Andacht und auch der herrlichen Aussicht wegen besucht wird. -Diese ist eine der merkwürdigsten und schönsten in Böhmen; -gegen Nordwest, Nord und Nordost ist sie zwar durch die höheren -bewaldeten Rücken und Kuppen des Gebirges beschränkt, aber -in anderen Richtungen erstreckt sie sich in unbegrenzte Ferne, -besonders gegen Süd und Südosten. Wir sehen bis in die Gegend -von Prag, wo dann die Hochebene des mittleren Böhmen den -Horizont bildet, und dann weit in die Gegend von Elbogen und -Pilsen. Unterhalb der Kapelle befindet sich das bekannte »Gasthaus -am Kupferhügel.« (Erscheinungen siehe <i>Klima</i>.)</p> - -<p>Von Kupferberg aus gehen wir (auf dem Plateau wird doch -niemand die Bahn benützen wollen) in der herrlichen Waldluft -auf der Strasse in westlicher Richtung nach Oberhals (¾ St.), -einem zerstreut am südlichen schroffen Rande des Gebirgsrückens -in ebener Gegend liegenden Dorfe, biegen hinter demselben -rechts ab und kommen in dem langgestreckten Orte <i>Schmiedeberg</i> -an. Das Dorf hat eine Eisenbahnstation der Buschtiehrader -Eisenbahn von Komotau nach Weipert her und ist Absteigestation<span class="pagenum"><a id="Seite_146">[146]</a></span> -für die herrlichen <i>Aussichtspunkte</i>: <i>Keilberg</i>, -<i>Fichtelberg</i>, <i>Spitzberg</i> bei Gottesgab, <i>Halsberg</i> bei -Pressnitz, <i>Kupferhügel</i> und <i>Bärenstein</i> bei Weipert (siehe -oben Bereis. des Erzgebirges von Joachimsthal und Kaaden aus!). -Hervorragende Gebäude sind die Kirche und das Schulhaus.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: Schneeberg, Ross.</p></div> - -<p>Von Schmiedeberg gelangen wir in je 1¼ St. in nordöstlicher -Richtung nach Pressnitz, in südöstlicher nach Kupferberg, in -nordwestlicher nach Weipert und in südwestlicher nach Böhmisch-Wiesenthal -(siehe Bereisung von Joachimsthal aus!). Nach Pressnitz -führt von Schmiedeberg die Pressnitz-Schmiedeberger Bezirksstrasse. -Der Weg ist sehr angenehm.</p> - -<p id="Pressnitz"><b>Pressnitz</b>, Bergstadt, mit 3000 Einwohnern, auf der nördlichen -sanften Abdachung.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: »Herrenhaus«, »Rössel«.</p> - -<p><b>Aemter</b>: K. k. <i>Bezirksgericht</i>, <i>Post-</i> und <i>Telegrafenamt</i>.</p> - -<p><b>Eisenbahnstation</b> der Buschtiehrader Bahn einerseits gegen Weipert, -andererseits gegen Komotau.</p></div> - -<p><b>Geschichtliches</b>: Die Stadt verdankt ihre Entstehung dem -Silberbergbau. Hier ist bereits zur Zeit der Regierung des Königs -Georg von Poděbrad Silber gegraben und dem Herrn Niklas von -Lobkowitz auf Hassenstein eine unbeschränkte Bergfreiheit zum -Abbau aller Metalle drei Meilen rings um sein Stammschloss -Hassenstein verliehen worden. Diese wurde vom Könige Wladislaw -den Gliedern dieses Adelsstammes im J. 1473, 1490, 1500 -und 1514 fortwährend weiter zugestanden. Unter König Mathias -wurde, um den Bergbau zu heben, ein Vertrag geschlossen, der -aber leider kein Heil mehr brachte, weil gleich darnach der -30jährige Krieg ausbrach. Er wurde zwar auch von allen späteren -Monarchen gleich den anderen Privilegien bestätigt, ohne aber -den erwarteten Erfolg zu haben.</p> - -<p>Seit dem grossen Brande am 1. August 1811 sind die Pressnitzer -mehr in der Welt bekannt geworden. Seitdem gehen -junge Mädchen, mit der Harfe die entferntesten Gegenden besuchend, -zum Theile von den Vätern, welche die Geige oder -Flöte spielen, begleitet, einem oft nicht unbeträchtlichen Erwerbe -nach, mit dem sie zur Unterstützung ihrer Eltern und Geschwister -zeitweilig nach Hause kehren. Von Pressnitz aus gelangen wir -auf einer guten Strasse durch das weitläufige Dorf <i>Reischdorf</i> -über den <i>Reischberg</i> 457<sup>m</sup> nach Sonnenberg (1¾ St. -– siehe Bereisung von Komotau aus).</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_147">[147]</a></span></p> - -<h3 id="E_Besuch_Goerkau">E. Der Besuch des Erzgebirges von Görkau aus.</h3> - -<h4 id="Goerkau">Görkau.</h4> -</div> - -<p><b>Görkau</b>, eine Stadt mit mehr als 4000 Einwohnern, 15 Minuten -südlich vom Fusse des Erzgebirges gelegen, von der Biela und -dem Aubach durchflossen. Die Umgebung der Stadt bilden zahlreiche -geschlossene Obstgärten, worin Birnen, Aepfel, Nüsse, -Kirschen und Zwetschken gezogen werden. Die Stadt hat schöne -Waldungen (über 2000 Joch), welche hoch im Gebirge zwischen -den Waldungen der Herrschaft Rothenhaus, den fürstlich Lobkowitz'schen -von Eisenberg-Neudorf und den Katharinaberger -liegen. In jüngster Zeit hat die Stadtgemeinde auch die schöne -Graf Wolkenstein'sche Waldherrschaft Göttersdorf angekauft.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: Hôtel »<i>Schorsch</i>« – Garten, eigene Gelegenheit zur Bahn -und zu anderweitigen Fahrten, zu Gebirgstouren;</p> - -<p>»<i>Weisses Ross</i>« – Garten und Gelegenheit mit der Post zur Bahn; -beide in der Kaiserstrasse gelegen;</p> - -<p>»<i>Zum rothen Hirschen</i>« und »<i>Zum Stern</i>« am Ring gelegen; -dann »<i>Zum Nussbaum</i>« ausserhalb der Bahnhofstrasse; grosse Gartenrestaurants: -»<i>Am Büschel</i>« mit grossem Saale und Veranda – nebenan -die Schiessstätte; »<i>Zur Hütte</i>« mit Billard; »<i>Zum goldenen Kreuz</i>« -und »<i>Am Rothenhäuser Keller</i>«; ferner ein Mineralbad mit Restauration. -Führer zu Gebirgstouren und Auskünfte in den 2 erstgenannten -Gasthäusern.</p> - -<p><b>Eisenbahn-Stationen</b>: »<i>Udwitz-Görkau</i>« der Aussig-Teplitzer Bahn; -»<i>Görkau</i>« der Dux-Bodenbacher Bahn; diese 10 Minuten, jene 25 Minuten -vom der Stadt entfernt; zu jedem Zuge Gelegenheiten nach Udwitz.</p> - -<p>In die Stadt führende Strassen:</p> - -<ul class="nosym"> -<li>a) von Teplitz über Dux, Brüx, Seestadtl;</li> -<li>b) von Teplitz über Ossegg, Oberleutensdorf, Obergeorgenthal, Eisenberg;</li> -<li>c) von Karlsbad über Schlackenwerth, Klösterle, Kaaden, Kralupp, Komotau;</li> -<li>d) von Saaz über Eidlitz oder Komotau;</li> -<li>e) von Postelberg über Komotau oder Eidlitz;</li> -<li>f) von der sächsischen Grenze über Kallich, Göttersdorf, Rothenhaus;</li> -<li>g) von der sächsischen Grenze über Grünthal, Brandau, Gabrielahütte, Göttersdorf, Rothenhaus;</li> -<li>h) von der sächsischen Grenze über Katharinaberg, Neuhaus, Göttersdorf, Rothenhaus;</li> -<li>i) von der sächsischen Grenze über Kallich, Bernau, Gersdorf, Platten, Pirken.</li> -</ul> - -<p><b>Gebäude und Institute</b>: 2 katholische Kirchen mit Dechantei, 1 protestantische -Kirche mit Pfarrei, 1 jüdischer Tempel, 1 fünfklassige Volksschule -für Knaben und Mädchen mit 10 Lehrsälen, 1 Kindergarten, 1 städtisches -Krankenhaus, 1 städtische Sparkasse, 1 Bürgerversorgungshaus, 1 Apotheke. -– (3 Doktoren der Medizin, 2 Thierärzte.)</p> - -<p><b>Aemter und Behörden</b>: ein k. k. Notariat, ein Stadthaus mit den Gemeindeämtern, -ein k. k. Bezirksgericht, ein k. k. Steuer- und Grundbuchsamt, -ein k. k. Post- u. Telegraphenamt, ein Gendarmerie-Posten-Commando, -eine Finanzwache-Abtheilung.</p> - -<p><b>Industrielle Etablissements</b> in der Stadt und deren nächster Nähe: 7 Baumwollspinnereien -und Zwirnfabriken, 1 Papierfabrik, 4 Dampfmühlen, 9 Getreide- -und Brettmühlen mit Wasserbetrieb, 2 Bierbrauereien, 2 Eisenhämmer, -1 Metallfabrik mit Dampf, 1 Holzdreherei mit Wasserkraft, 3 Färbereien, -1 photographisches Atelier, 1 Wechselstube, viele solide Handlungen.</p></div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_148">[148]</a></span></p> - -<p>Eine grosse Merkwürdigkeit Görkaus ist ein in weichen -Sandstein gehauener Keller, der sich weit unter der Stadt hinzieht -und ursprünglich 150 Abtheilungen hatte, wovon jetzt noch ca. -100 erhalten sind, da eine Anzahl durch Bauten kassiert worden -ist und mehrere verfielen. Diese Kellerabtheilungen gehören zu -den brauberechtigten Bürgerhäusern, wurden zur Zeit, als noch -die Reihenbrauerei ausgeübt wurde, als Gährkeller benützt und -danken diesem Umstande ihre Entstehung.</p> - -<p><b>Geschichtliches.</b> Die Dekanalkirche war schon 1384 als Pfarrkirche -vorhanden. Ueber ihr Schicksal fehlt es an Nachrichten. -Sie enthält das Grabmal des am 5. Jänner 1578 verstorbenen -Besitzers von Rothenhaus, Christof von Karlowitz. Auf dem -Rathhause bewahrt man mehrere Privilegien von den Monarchen -Ladislaus, Ferdinand III., Maximilian II. und Rudolf II., welch -letzterer der Stadt ein Wappen im Jahre 1588 verlieh, bestehend -aus einem in zwei Hälften quer getheilten Schild. Die untere -Hälfte zeigt eine Stadtmauer mit halboffenem Thore und Fallgatter, -die obere drei rothe Herzen im goldenen Felde. Ueber -dem Schilde ist ein Stechhelm und ein silberner Flügel mit drei -Kleeblättern.</p> - -<h5>Kleine Spaziergänge.</h5> - -<p>1. Zum »<i>*Buschel</i>«, Restauration mit Saal und Veranda; -der Anstieg auf der mit Obstbäumen bepflanzten Strasse ist kaum -merkbar; ¼ Stunde. 2. Zum <i>Weingarten</i> in nordwestlicher -Richtung, 25 Minuten; sanfter Anstieg zwischen Obstbaumpflanzungen; -Gasthaus des Anton Proksch. 3. Die innerhalb 1 Stunde -und ohne grosse Mühe zu erreichenden Berge: <i>Ziegenberg</i> -bei Görkau, <i>Breitenstein</i>, <i>Galgenberg</i>, <i>Wachhübel</i>, -<i>Spitzberg</i> bei Hannersdorf, <i>Georgshöhe</i>, <i>Hänselberg</i>, -<i>Katzenhübel</i>, <i>*Hutberg</i> bei Pirken. Diese Berge bieten -insgesammt eine schöne Aussicht auf die mit Städten und Dörfern -übersäete Fläche von Komotau bis in die Gegend von Bilin mit -den als südöstliche Begrenzung aufsteigenden Kegeln des Mittelgebirges. -4. <i>*Das gräflich Bouquoi'sche Schloss Rothenhaus</i>, -25 Minuten, auf einer mit Kastanienbäumen bepflanzten -Strasse in nördlicher Richtung erreichbar. Rothenhaus liegt am -Vorgebirge mit gegen Süden und Westen gewendeter offener -Front; das grossartige Schloss steht mitten im Parke, umgeben -von prächtigen Gartenanlagen, Glashäusern mit den seltensten -einheimischen und exotischen Gewächsen. Es gehört unter die -schönsten Gebäude dieser Art in ganz Böhmen und gewährt bei -seiner hohen und freien Lage eine reizende Aussicht auf das -innere Land und das Mittelgebirge. Im oberen eingefriedeten<span class="pagenum"><a id="Seite_149">[149]</a></span> -Parke Hirsch- und Rehstand, im unteren Parke ein Pferdegestüt -edler Racen; auch Fluss-, Teich- und Forellenfischerei. Der -Park ist dem Publikum an Sonn- und Feiertagen, sonst aber -nach erbetener Erlaubniss, zugänglich.</p> - -<p id="Goerkau-Platten"><b>Lohnende Ausflüge von grösserer Entfernung</b>: 1. Ueber Pirken, -Schergau nach dem Pfarrorte <i>*Platten</i>, auf guter Strasse in zwei -Stunden, mit einem überraschend schönen Ueberblicke der Komotauer -und Saazer Gegend, des Mittelgebirges bis weit in das -Innere unseres Heimathslandes, der Gebirgsbahnen nach Weipert -und Reizenhain. Von Platten 15 Minuten entfernt der Wallfahrtsort -<i>Quinau</i> mit schöner Wallfahrtskirche. Von Platten -führt eine Strasse über Rodenau, Gersdorf nach Bernau und zum -<i>Gaisberg</i>, auf welchem die Biela entspringt – nicht weit davon -<i>der Beerhübel</i> 889<sup>m</sup> über der Ostsee; auf der Strasse weiter -zu dem Pfarrorte <i>Kallich</i> mit einem Post- und Grenz-Zollamte, -einem Eisenguss- und Walzwerke und gutem Gasthofe. Bei -Kallich finden wir Lager von Urkalkstein, während die Felsarten -in diesem Reisebezirke im Erzgebirge fast durchgängig Gneisabänderungen -sind. Bei Rudelsdorf und Kleinhan finden sich -Granitkuppen und bei Brandau einige Basaltkuppen. Hier wird -Anthracitkohle gewonnen. Am Fusse des Erzgebirges kommen -hie und da die sandigen und thonigen Gesteine der Braunkohlenformation -zum Vorscheine. Von Görkau bis dahin 3 Stunden. -<i>Das ist eine echte Gebirgspartie theilweise durch -schöne ausgedehnte Wälder.</i></p> - -<p>2. Nach der Ruine <i>*Neustein</i>, fortwährend auf schattiger -Strasse durch das herrliche Teltschthal, der Biela entgegen, an -Fabriken, Mühlen, Eisenhämmern und einer Holzdreherei vorüber, -bis zum Fusse des Berges, auf dessen Gipfel die von Bäumen -umsäumte Ruine; 1½ Stunde; einige Minuten davon eine Rothenhäuser -Försterei.</p> - -<p>3. Durch das Teltschthal, Uhrissen, Gersdorf nach <i>*Bernau</i>, -immer an der Biela, bis Uhrissen gute Strasse, dann Feldweg; -2 Stunden; von der Schule in Gersdorf eine wundervolle Aussicht -in das Innere Böhmens.</p> - -<p>4. Durch das schattige Tiefenthal nach <i>Hannersdorf</i>, stark -steigender Weg; 1 Stunde.</p> - -<p>5. *Durch den Ort Rothenhaus, Göttersdorf mit Pfarrei und -guten Restaurationen, Forst, Ochsenstall nach <i>Kallich</i>, fortwährend -Strasse durch Hochwald, 3 Stunden, prächtige Waldpartie; -schöne Rückblicke, namentlich bei Göttersdorf in das -Innere Böhmens.</p> - -<p>6. Ueber Göttersdorf, Neuhaus mit dem Görkauer Forstamt, -nach <i>Ladung</i> mit einer Eisenberger Försterei, 2½ St., von<span class="pagenum"><a id="Seite_150">[150]</a></span> -letzterer eine lohnende Fernsicht; unweit der Berg <i>Hübladung</i> -796<sup>m</sup>; bis Neuhaus Strasse, dann Waldweg.</p> - -<p id="Goerkau-Gabrielahuetten">7. *Ueber Göttersdorf, Kallich, Gabrielahütte durch ein zwei -Stunden langes, bewässertes, tiefgrünes Thal mit dichtgereihten -Hammer- und Blechwalzwerken, Mühlen und anderen Industrien -nach <i>*Brandau und *Grünthal</i>, immer Strasse, 5½ St.; -hier die nahen Berge: <i>Töltschberg</i>, <i>Katzenrücken</i> und -<i>Zechenberg</i>. Diese Partie gehört zu den schönsten im Erzgebirge -und kann sich in Bezug auf Grossartigkeit und Pracht, -sowie Mannigfaltigkeit der Scenerie mit den herrlichsten Alpenlandschaften -messen. Der schönste Theil derselben ist von Kallich -auf guter Strasse durch ausgedehnte Buchen- und Nadelwälder -über Gabrielahütten durch das Teltschthal (zu unterscheiden von -dem bei Görkau) nach Brandau und Grünthal. Der Ort Gabrielahütten -wurde im Jahre 1778, gleichzeitig mit dem Eisenwerke, -vom Grafen Heinrich von Rothenhan errichtet und seiner Tochter, -der edlen Gabriela Maria, verehelichten Gräfin von Bouquoi, -Sternkreuzordensdame und Dame du Palais, welche die Herrschaft -nach dem im Jahre 1809 erfolgten Tode ihres Vaters als Erbschaft -erhalten hat, zu Ehren benannt. Der Ort hat eine Schule und -eine im schweizer Styl erbaute Restauration. Das Thal wird von -dem Teltschbach, der sich in den schäumenden Natschungbach -ergiesst, durchbraust. Das Thal ist einsam und voll würziger, -erfrischender Waldluft. Es verengt sich oft, die hohen Thalwände -werden wiederholt von schroffen Felswänden unterbrochen, und -die vielfachen Windungen verändern von Strecke zu Strecke -das Bild und bewirken eine reiche Scenerie der Landschaft. -Nach 3½stündiger Wanderung kommen wir in eine von herrlichen -Waldungen umrahmte Landschaft, in deren Mitte sich -das Dorf Brandau befindet und treffen nach einer halben Stunde -in <i>*Grünthal</i> ein, unserer Endstation, einem reizend, unmittelbar -an der Grenze gelegenen Orte mit grossartigem Hôtel. Fortsetzung -der Tour längs der Flöha nach Olbernhau in Sachsen.</p> - -<p>8. Ueber Rothenhaus, Göttersdorf, Neuhaus, Kleinhan mit Pfarre -nach <i>Katharinaberg</i>, immer Strasse, 4 St.</p> - -<p>9. Ueber Rothenhaus beim Gestüte vorbei nach der Aubachmühle, -ferner auf stark steigendem Wege über Stolzenhan nach -<i>Ladung</i>, 2½ St.</p> - -<p>10. Durch den unteren Rothenhäuser Park und über Türmaul -zum <i>Silberstollen</i>, durch ein schönes saftig grünes Thal, -1 Stunde lang, immer fahrbar; das Silberwerk ist gegenwärtig -ausser Betrieb.</p> - -<p>11. Auf der Strasse zum Forsthause in Hohenofen, dann im -<span class="pagenum"><a id="Seite_151">[151]</a></span>Walde auf den <i>*Tannichberg</i> 847<sup>m</sup> hoch, mit prachtvoller -Rundschau, zum Forsthause »Rothe Grube«, 3¼ St.; von hier -in 15 Minuten auf den <i>*Bernstein</i> mit einem von Oesterreich -und Sachsen gemeinschaftlich erbauten Aussichtsthurme, 917<sup>m</sup> -hoch, unstreitig einer der schönsten Fernsichtspunkte im ganzen -Erzgebirge. Man übersieht von demselben einen grossen Theil -von Sachsen bis Augustusburg, von Böhmen gegen die Elbe und -Eger, nach Prag, Teplitz, Brüx, Saaz und das Erz- und vorliegende -Mittelgebirge.</p> - -<p>12. Zum Forsthause Hohenofen, auf der Waldstrasse zum -<i>*Theresiensitz</i> mit einem Tempel und schöner Fernsicht, -<i>auf den *Seeberg</i> mit einem Felsenlabyrinthe und dem <i>Johannisfeuerberg</i>; -beide durch eine tiefe Schlucht von einander -getrennt, mit der gleichen Höhe von 631<sup>m</sup>, bieten sie eine -ausgedehnte Fernsicht bis Prag, auf das Mittelgebirge und in's -Land; 3 St. Vom Theresiensitz in ¾ St. zum Forsthause »Rothe -Grube« und in abermals ¾ St. zum Hegerhaus im <i>Flachsgrund</i>. -Hier ist ein Local, dessen sämmtliche Möbel kunstvoll -aus Hirschgeweihen zusammengesetzt sind, sehenswerth.</p> - -<p>13. Durch den unteren Rothenhäuser Park, Türmaul, Forsthaus -Hohenofen, durch den Thiergarten nach <i>*Eisenberg</i>, 1½ St., -schattige Strasse. Schloss Eisenberg, dem Fürsten Lobkowitz, -Herzog zu Raudnitz gehörig, ist ein im jüngsten Renaissancestyl -erbauter herrlicher Edelsitz, historisch berühmt als einstiger Aufenthalt -des Prinzenräubers Kunz von Kaufungen, auf einem Bergvorsprunge -im Süden des Erzgebirges, mit einem wundervollen -Panorama. Gegen Nordosten die Abhänge des Erzgebirges, gegen -Osten und Südosten das böhmische Mittelgebirge, Hügel an Hügel, -Kuppe an Kuppe, welche der zerrissene, pittoresk gestaltete -Bořen bei Bilin mächtig überragt. Gegen Süden breitet sich die -Saazer Ebene, »der Garten Böhmens«, aus, welche mit Weilern, -Dörfern und Städten wie besäet ist und einen grossartigen Eindruck -macht. Nach Südwesten ist der Horizont durch das Karlsbader -und Duppauer Gebirge abgegrenzt. Die Park- und Garten-Anlagen, -sowie die Glashäuser des Schlosses sind grossartig. In -einer prunklosen, zur Andacht stimmenden Waldkapelle befindet -sich ein Kreuz von grosser Dimension am Altare, das in einem -Stücke aus einem Eichbaume geschnitten ist, bei dessen Fällung -ein Graf Lobkowitz vor 156 Jahren den Tod fand. Er hatte die -Warnung der Holzschläger, sich zu entfernen, nicht beachtet, -der Baum fiel auf ihn und erschlug ihn. In der Schlosskapelle -ferner ist ein Dorn unter Glas und Rahmen aufbewahrt, welchen -die Kreuzritter aus Palästina mitgebracht und welcher aus der -Dornenkrone des Heilandes entnommen ist. Diese Reliquie -wird jedes Jahr vor Ostern eine Woche in der Kirche zu Neundorf -und einen Tag in Seestadtl zur Verehrung ausgesetzt und<span class="pagenum"><a id="Seite_152">[152]</a></span> -zieht viele Wallfahrer an. Die Herren von Lobkowitz legen dem -»heiligen Dorn« einen hohen Werth bei und soll einmal ein -fürstliches Familienglied bei der Erbtheilung denselben einer -Herrschaft vorgezogen haben.</p> - -<p>14. Mit der Eisenbahn nach Eisenberg, dann auf der Gebirgsstrasse -nach <i>Nikelsdorf</i>, <i>Böhmisch-Einsiedel</i>, <i>Deutsch-Einsiedel</i> -und <i>Bad *Einsiedel</i>, einem reizend gelegenen, -von sächsischer Seite mit Vorliebe besuchten Luft-Curort mit -Naturbädern; 4 St.</p> - -<p>15. Mit der Eisenbahn nach <i>Obergeorgenthal</i>, über <i>Marienthal</i> -(mit einer Baumwollspinnerei) auf der Gebirgsstrasse -nach Nikelsdorf und Einsiedel; 3½ St. (Siehe Oberleutensdorf.)</p> - -<p>16. Mit der Eisenbahn <i>nach Johnsdorf</i>; daselbst an der -Strasse das *Hôtel Weber, das durch sein luxuriöses Ameublement -und seine kunst- und geschmackvollen Malereien an den Wänden -und Decken die Beschauer zur Bewunderung hinreisst. Von da -erreicht man durch Obstgärten in 15 Minuten den Ort <i>*Hammer</i> -mit schöner Fernsicht und vielbesuchter Restauration »<i>*Zur -deutschen Bruderhalle</i>«; weiter auf stark steigender Gebirgsstrasse -nach <i>Kreuzweg</i>, in der Nähe der <i>Kampelberg</i>, -und nach Einsiedel, unweit der Göhrenberg. (S. Oberleutensdorf.)</p> - -<p id="Katharinaberg">Die Stadt <i>*Katharinaberg</i> erreichen wir von Görkau über -Göttersdorf, Neuhaus, Kleinhan und den Grund auf guten Wegen -durch ausgedehnte, herrliche Wälder – eine echte Gebirgspartie, -oder wir fahren mit der Dux-Bodenbacher Bahn nach Obergeorgenthal -und gehen von da über Marienthal und Nikelsdorf -nach Katharinaberg, ebenfalls eine herrliche Gebirgspartie. Katharinaberg, -eine Bergstadt mit über 2200 Einwohnern, liegt, von -Görkau ca. 4 St. entfernt, auf einem schmalen, mässig hohen, -aber steil abfallenden Bergrücken. Dazu gehört das Pachendörfel, -eine südöstlich gelegene Gruppe von Häusern, und der Grund, -eine in dem vom Zobelbach durchflossenen Thale gelegene doppelte -Häuserreihe.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: »Kaiser von Oesterreich«; »Kronprinz Rudolf«; beide am Marktplatz -gelegen; »Zur Herrenschänke«, hart an der Grenze im »Grund« gelegen.</p> - -<p>In die Stadt führende <b>Strassen</b>:</p> - -<p>1. Von Brüx über Nieder- und Obergeorgenthal, Marienthal, Nikelsdorf.</p> - -<p>2. Von Oberleutensdorf über Johnsdorf, Obergeorgenthal, Marienthal, -Nikelsdorf.</p> - -<p>3. Von Görkau über Rothenhaus, Göttersdorf, Neuhaus, Kleinhan.</p> - -<p>4. Von Kallich über Gabrielahütten, Brandau.</p> - -<p>5. Von Olbernhau über Grünthal, Brandau.</p> - -<p><b>Gebäude und Institute</b>: Eine katholische Kirche mit Pfarre, eine vierklassige -Volksschule, eine Apotheke – (2 Medizin-Doktoren).</p></div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_153">[153]</a></span></p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Aemter und Behörden</b>: Stadthaus mit dem Gemeindeamt, ein k. k. Bezirksgericht -mit Dependenzen, ein <i>Postamt</i>, ein Gendarmerie-Posten-Commando, -eine Finanzwache-Abtheilung.</p> - -<p><b>Industrielle Etablissements</b>: Wirkwaaren-Industrie, Holzdrehereien mit -Wasserbetrieb, Brettmühlen, Spielwaarenerzeugung, eine städtische Brauerei.</p></div> - -<p>Die Entstehung der Stadt fällt wahrscheinlich mit dem Ursprunge -des Bergbaues zusammen. Geschichtliches ist nichts -davon bekannt, als die Begnadigungen, welche der Ort seit dem -16. Jahrhundert, wo er bereits zu Rothenhaus gehörte, erhalten -hat. Im Jahre 1528 erhielt die Stadt von Ferdinand I. das Wappen -und die Befugniss, mit grünem Wachs zu siegeln. Seit dem -dreissigjährigen Kriege kam der Silberbergbau immer mehr in -Verfall. In diesem Kriege wurde die Stadt von den Schweden -und Sachsen durch Brand und Plünderung hart mitgenommen. -Es gingen damals alle Urkunden und andere schriftliche Nachrichten -über den früheren Bergbau aus der Zeit vor 1528 zu -Grunde. Auch im siebenjährigen Kriege litt die Stadt durch -Brandschatzung und Plünderung und verlor namentlich die Bergkassa -der bürgerlichen Gewerkschaft.</p> - -<p><b>Kleiner Spaziergang.</b> Zum <i>Gasthaus »zum grünen Baum«</i>, -¼ St., Fahrweg dahin; zwischen Gebirgs-Neudorf und Katharinaberg -gelegen.</p> - -<h5>Ausflüge von grösserer Dauer.</h5> - -<p id="Katharinaberg-Brandau">1. Im herrlichen Flöhathale der sächsischen Grenze entlang -nach <i>*Brandau</i> und <i>*Grünthal</i>; gute, zum Theil durch Hochwald -führende Strasse, 1¼ Stunden. In dem hart an der sächsischen -Grenze, am Zusammenflusse der drei Grenzgewässer -Natschung, Schweinitz und Flöha gelegenen Orte Grünthal, das -wegen seiner guten Küche und feiner Weine und Biere von -Touristen vielfach besuchte Griessl'sche Gasthaus; in dem nur -durch den Natschungbach getrennten sächsischen Grünthal sind -Schwefelbäder und ein in seiner Art grossartig angelegtes »Kupfer-Hammerwerk«, -welches die verschiedenartigsten Erzeugnisse aus -Kupfer fast in alle Welttheile versendet. (Siehe <a href="#Seite_150">Seite 150</a>.)</p> - -<p>2. Ueber Brandau auf schöner Strasse nach <i>*Gabrielahütten</i> -in dem prächtigen, 2 Stunden langen, den Thälern der -Schweiz vergleichbaren Teltschthal, wo der Natschungbach zahlreiche -Hammer- und Blechwalzwerke, Holzdrehereien, Brettmühlen -und andere Industriewerke in Betrieb setzt. 2½ St. – -(siehe von Görkau aus.) Das der Herrschaft Rothenhaus gehörige -Gasthaus »zur böhmischen Schweiz« mit Garten bietet den Touristen -willkommene Gelegenheit zur Erfrischung; unweit Gabrielahütten -auf sächsischer Seite der an der Südseite steil abfallende<span class="pagenum"><a id="Seite_154">[154]</a></span> -<i>Habichts-</i> oder <i>Stösserfelsen</i> mit herrlicher Aussicht. – -(Siehe oben <a href="#Seite_150">Seite 150</a>.)</p> - -<p>3. Im Flöhathale der sächsischen Grenze entlang über Ober- -und Niederlochmühle durch ein herrliches Thal auf schöner Strasse -nach <i>Seifen</i> und von da nach <i>Bad *Einsiedel</i> (sächsisch), -das nicht allein durch seine Schwefelbäder, sondern auch durch -seine romantische Lage den hier weilenden Curgästen Erquickung -und Heilung gewährt. Restauration mit Garten und herrlichen -Spaziergängen. 2½ Stunden. (Siehe Görkau <a href="#Seite_152">Seite 152</a>.)</p> - -<p>4. Ueber Deutsch-Neudorf, Brüderwiese nach <i>Bad Einsiedel</i>. -Bis »zum grünen Baum« Fahrweg, dann schöne, von Waldungen -beschattete Strasse; 2 Stunden. In 25 Minuten von da nach -Einsiedel (böhmisch) schöne Strasse.</p> - -<p>5. Ueber Gebirgs-Neudorf, oder auf sächsischer Seite über -Deutsch-Neudorf, Brüderwiese <i>nach Einsiedel</i> (<i>der Haselstein</i> -mit schöner Fernsicht bis in die Aussiger, Schlaner und -Komotauer Gegend, und der <i>Käsherdberg</i>), Göhren (der -Farbenhügel, der Göhrenberg, der Krummschuss), Zettel (der -Falkenberg und der Nitschenberg) <i>durch *Rauschengrund -nach *Oberleutensdorf</i>. In Rauschengrund zwei Fabriken -der Herren Marbach und Riecken, Baumwollgarn- und Kattunerzeugung; -Brettsägen und Mühlen. Grösstentheils Waldweg, -4 Stunden. Prächtige Gebirgspartie!</p> - -<p>6. Ueber Gebirgs-Neudorf. Einsiedel, Kreuzweg (der Flösselberg, -der Hellwikstein, der Kampfberg und der Pflasterberg) durch -den herrlichen <i>*Hammergrund</i> nach <i>*Johnsdorf</i>; von Einsiedel -bis Johnsdorf schöne Strasse; 2½ St.</p> - -<p>7. Ueber Nikelsdorf (Wachhübel mit schöner Fernsicht) durch -ein herrliches Thal nach Marienthal mit einer Baumwollspinnfabrik -(der <i>Weinberg</i> mit einem prächtigen Ueberblick der -ganzen Kesselgegend gegen Osten, Süden und Westen) und Obergeorgenthal -(Dux-Bodenbacher Bahnstation); schöne grossentheils -schattige Strasse, 2½ Stunden.</p> - -<p>8. Ueber Kleinhan, Neuhaus, Göttersdorf, Rothenhaus nach -<i>Görkau</i>; immer schöne Strasse, 4 Stunden. Vor Göttersdorf -öffnet sich der Ausblick auf die Komotauer und Brüxer Gegend.</p> - -<p><b>Bergbesteigungen.</b> 1. <i>*Steinl</i> mit herrlicher Aussicht bis -zum Sonnenwirbel bei Gottesgab und in das Flöha- oder Fleythal -bis nach Augustusburg in Sachsen; an der Herrnschänke vorbei, -ein Waldweg, 1 Stunde, oder besser über Kleinhan, 1½ St.</p> - -<p>2. <i>*Hübladung</i> bei Kleinhan, schöne Strasse, 1 St.; herrliche<span class="pagenum"><a id="Seite_155">[155]</a></span> -Aussicht in das Flöhathal, in die Gegend von Saida und -bis nach Augustusburg.</p> - -<p>3. <i>Bärenstein</i> oder <i>Bernstein</i>, entweder direct auf einem -Waldwege dahin, ¾ Stund.; oder aber besser zum Forsthaus -»Rothe Grube« und von da der Aufstieg, 1½ St. Prachtvolle -Aussicht auf einen grossen Theil von Sachsen bis Augustusburg, -gegen die Elbe und Eger, nach Prag, Teplitz, Brüx, Saaz, das -Erz- und vorliegende Mittelgebirge. (Siehe von Görkau aus!)</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<h3 id="F_Besuch_Dux">F. Der Besuch des Erzgebirges von Dux aus über -Oberleutensdorf.</h3> - -<h4 id="Dux">*Dux.</h4> - -<p class="center">(Von Eger-Karlsbad und von Aussig mit der Bahn -leicht zu erreichen.)</p> -</div> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe.</b> Hôtel »zur Krone«, »Herrschaftlicher Gasthof«, Gasthof »zum -weissen Ross«, »Zum Tobisch«.</p> - -<p><b>Post- und Telegrafenamt.</b></p> - -<p><b>Bahnhof</b> der Aussig-Teplitzer und der Dux-Bodenbacher Bahn.</p></div> - -<p><b>Dux</b>, Stadt 213<sup>m</sup> (4000 E.) mit mehrfachen gewerblichen Anlagen: -Zuckerfabrik, Glasfabrik, Syderolithwaarenfabrik, Kohlenwerke -u. s. w.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: Neben der Kirche (kostbares Tabernakel -und Altarbild) das Schloss, dem Grafen Waldstein, Nachkommen -eines Nebenzweiges der Familie des berühmten Friedländers, -gehörig; es enthält 4 Säle, 60 Zimmer und besitzt einen berühmten -Garten. Im Schlosse ist besonders sehenswerth: 1. Der -grosse Familiensaal mit Bildnissen aus der Familie Waldstein -und dem höchst imposanten Deckengemälde von Reiner, welches -die Scene darstellt, wie Heinrich Waldstein 1254 dem Könige -Ottokar seine 24 Söhne nebst 24 Knappen, sämmtlich zu Ross, -vorführt. 2. Die Bildergallerie, in 8 Zimmern, wo sich auch -das Portrait des Herzogs von Friedland von van Deyk befindet. -3. Der Waffensaal, der unter den verschiedensten Armaturen -auch Waffenstücke des grossen Friedländers aufzuweisen hat. -4. Das Porzellan-Cabinet mit seinen japanesischen und chinesischen -Vasen, Pyramiden und Figuren. 5. Das Kunst- und Antiken-Cabinet -mit Antiquitäten aus Herkulanum und Pompeji, -Fayence-Malereien, Mosaiktafeln, Bronce-Gruppen, Modellen -u. s. w. 6. Die Bibliothek mit ca. 12.000 Bänden, darunter viele -alte Manuscripte, Prachtwerke, Kupferstichsammlungen u. s. w. -7. Das Naturaliencabinet enthält eine reiche Sammlung von -Mineralien, Seegewächsen, Conchilien, Fischen und Vögeln.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_156">[156]</a></span></p> - -<p>Im Schloss-Vorhofe ein Wasserbehälter aus Geschützen verfertigt, -die der Friedländer erobert hatte.</p> - -<p><b>Geschichtliches.</b> Stadt und Herrschaft gehörte zu Anfang des -16. Jahrhunderts Joh. Kapiřz von Sulewitz, welcher sie 1530 -an Dippold v. Lobkowitz verkaufte. Bei dieser Familie verblieb -sie bis 1618. Bald darauf aber gelangte sie durch Kauf an den -Grafen von Waldstein; Johann Friedrich Graf von Waldstein, -Erzbischof zu Prag, erhob 1680 Dux und Oberleutensdorf zu -einem Fideicommiss und vererbte sie 1694 an Johann Grafen -von Waldstein-Wartenberg, nachmaligen Landesmarschall von -Böhmen.</p> - -<h5>Spaziergänge.</h5> - -<p><i>Zur Riesenquelle, auch Grünze</i> genannt, 20 Minuten -an der Strasse nach Teplitz mit Fremdenzimmern, Gartenanlagen; -enthält zugleich Gesundheitsbäder durch die in der Nähe befindliche -Quelle.</p> - -<p><i>Nach Ossegg</i> ¾ Stunden. Der Weg führt unterhalb der -Kirche an der Schlossgartenmauer, dann längs des Baches sehr -angenehm.</p> - -<p id="Ossegg"><b>*Ossegg</b>, 1100 E., Marktflecken am Fusse des Erzgebirges.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: Hôtel »zum Kaiser von Oesterreich« mit Garten-Restauration; -Gasthof »zur Weilburg«.</p> - -<p><b>Bahnhof</b> der Dux-Bodenbacher und der Dux-Prager Bahn.</p></div> - -<p>Ossegg kommt als Sommeraufenthaltsort immer mehr in -Aufnahme.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: Die <i>*Stiftskirche</i> des Cistercienserstiftes.</p> - -<p>Die Errichtung dieses Stiftes reicht in das Jahr 1196 zurück, -in welchem Slavko von Riesenberg (od. eigentlich Riesenburg), -der damalige Besitzer der hiesigen Gegend, die schon im Jahre -1193 durch Johann Milgost aus Waldsassen in Baiern nach -dessen Besitzung Maschau bei Kaaden berufenen Geistlichen des -Cistercienser-Ordens, welche daselbst durch häufige Ueberfälle -von Räubern sehr beunruhigt und zur Verlegung ihres Sitzes -gezwungen wurden, bei sich aufnahm, ihnen die bereits früher -hier bestandene Marienkirche abtrat und die neue Niederlassung -durch mehrere Dörfer und andere Geschenke so reich dotirte, -dass sie dadurch für den Verlust ihrer früheren Besitzungen zu -Maschau, welche ihnen Milgost, aus Verdruss darüber, dass sie -ohne sein Vorwissen ihren Sitz verändert hatten, wieder entzog, -schadlos gehalten wurden. König Přemysl Ottokar I. bestätigte<span class="pagenum"><a id="Seite_157">[157]</a></span> -1203 die neue Stiftung, nahm sie in seinen königl. Schutz und -beschenkte sie mit neuen Gütern und Vorrechten. Aber schon -1249 überfiel Přemysl Ottokar, Markgraf von Mähren, das -Kloster, welches sich auf die Seite seines Vaters Wenzel I. von -Böhmen geschlagen hatte, jagte sämmtliche Geistliche weg und -gab das Kloster den Soldaten preis. Zwar entschädigte er, nachdem -er selbst König von Böhmen geworden, dasselbe in reichem -Masse für die erlittenen Verluste, aber nach seinem Tode (1278) -wurde es neuerdings durch die Truppen Rudolfs von Habsburg -zerstört und ausgeplündert. Kaum wieder hergestellt, gerieth -es 1341 neuerdings in Brand, bis es 1421 von den Pragern und -1429 von den Taboriten dergestalt zerstört und verwüstet wurde, -dass es lange Zeit ganz verödet blieb. Erst vom Jahre 1626 an -begann es wieder aufzuleben; es wurden jetzt Kloster und Kirche -in ihrer gegenwärtigen Pracht erbaut.</p> - -<h5>Spaziergänge:</h5> - -<p id="Salesiushoehe"><i>*Zur Salesiushöhe</i> ¼ St.; auf der Strasse nach Langewiese, -von der Säule links in den Wald 10 Min. Schönes Panorama -über das Bielathal. Ihre Entstehung verdankt sie der Verehrung -der Stiftsbrüder zu ihrem Prälaten Salesius Krügner. -Von der Salesiushöhe zurück bis zur Strasse; jenseits derselben -Fussweg 5 Min. zum <i>Kroatenloch</i>; alter Bergwerksstollen. -Fussweg fortsetzen nach <i>Riesenberg</i>.</p> - -<h5>Ausflüge:</h5> - -<p>1. <i>*Riesenburg</i> ½ Stunde, dem Domainenbesitzer von Dux -gehörig, eine der ältesten Burgen Böhmens, im 9. Jahrhunderte -von dem böhmischen Ritter Slawko erbaut, gerieth ebenfalls -durch die Husiten in Trümmer. Vom Wartthurme aus herrliche -Aussicht.</p> - -<p id="Klostergrab">2. <i>Nach Klostergrab</i> 1 St., Bergstadt, 1500 Einw.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthof</b>: »Zum Rathhaus«.</p> - -<p><b>Endstation</b> der Prag-Duxer Bahn; nord-nordöstlich von Ossegg gelegen.</p></div> - -<p>Der Silberbergbau war einst in grösster Blüthe; denn schon -im Jahre 1082 standen 600 Bergleute in Arbeit, die in einem -Vierteljahre 13 Ctr. (728 Kgr.) geschmolzenes Silber producirten. -Diese Bergleute sind durch ihre Ansiedelungen in der Nähe der -Gruben als die Gründer des Ortes zu betrachten.</p> - -<p>Klostergrab ist nebst Braunau der geschichtlich merkwürdige -Ort, wo die ersten Funken der Religionsunruhen hervorbrachen,<span class="pagenum"><a id="Seite_158">[158]</a></span> -indem die daselbst befindliche protestantische Kirche 1616 auf -Befehl des Kaisers Mathias zerstört wurde.</p> - -<h5>Merkwürdigkeiten:</h5> - -<p>Das Schützencorps besitzt einen aus Klostergraber Silber gearbeiteten -Schmuck für den jeweiligen Schützenkönig.</p> - -<h5>Spaziergänge:</h5> - -<p>Oberhalb Klostergrab der <i>*Königshügel</i>; bietet eine herrliche -Fernsicht über das Teplitzer Thal und die ganze Umgegend. -Im Sommer auch Restauration.</p> - -<p>3. Von Ossegg über die Riesenburg nach Langewiese (1 St), -schöne Aussicht, und nach der Porphyrkuppe des <i>*Wieselstein's</i> -(1 St.) 944<sup>m</sup> hoch. Von hier übersieht man das Bielathal, das -Mittelgebirge, die Gegend bei Saaz und Kaaden.</p> - -<p>Weiter nach dem gräfl. Waldstein'schen Jagdschlosse <i>Lichtenwald</i>; -bietet nichts Bemerkenswerthes, wurde im Jahre 1760 -erbaut. Dann nach <i>Georgshöhe</i>, einem einsam gelegenen -Forsthause, und dem Höllengrund in das schöne Rauschengrunder -Thal nach Oberleutensdorf (siehe Katharinaberg).</p> - -<p>4. Von Ossegg über Ladung nach <i>Oberleutensdorf</i> 1¼ St. -Zuerst auf der Strasse gegen Langewiese – schöner Rückblick –; -wo die Strasse eine scharfe Biegung nach rechts macht, auf den -Fussweg links in den Wald. Beim Heraustreten aus demselben -prachtvolles Bild. Durch Ladung bei der Brettsäge rechts Fahrweg -– nicht zu fehlen.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Oberleutensdorf">Oberleutensdorf.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: »Drei Linden«, »Weisses Ross«, »Rathhaus«, »Kaiser von -Oesterreich«.</p> - -<p><b>Post- und Telegraphenamt.</b></p> - -<p><b>Bahnhof</b> der Dux-Bodenbacher, Prag-Duxer und 1 Stunde entfernt: -Aussig-Teplitzer Bahn.</p></div> - -<p><b>Oberleutensdorf</b>, Stadt, 3300 E., 320<sup>m</sup>; Mittelpunkt der Spielwaarenindustrie, -hat ferner eine Filztuch-, Garn- und Möbelfabrik, -ein dem Grafen Waldstein gehöriges Schloss, ein stark eisenhaltiges -Bad.</p> - -<p><b>Geschichtliches.</b> Oberleutensdorf war vor dem Jahre 1715 ein -unbedeutendes Dörfchen und wurde in diesem Jahre von Karl VI.<span class="pagenum"><a id="Seite_159">[159]</a></span> -zu einem »Stadtl« erhoben; der Ort wuchs, besonders seit der -1715 in's Leben getretenen Tuchfabrication durch die aus Nah -und Fern herbeiströmenden Arbeiter. Nach Beendigung des siebenjährigen -Krieges schuf die eingeführte Strumpfwirkerei, noch mehr -aber die seit 1822 für Oberleutensdorf so wichtige Erzeugung -von Spielwaaren einen neuen Erwerbszweig. (Siehe: Geschichtliches -über Dux.)</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: 1. Das vom Grafen Johann Josef von -Waldstein im J. 1732 erbaute Schloss mit dem neu angelegten -schönen Park;</p> - -<p>2. die Pfarrkirche mit einem schönen Altarblatt von <i>Skreta</i>;</p> - -<p>3. auf dem Friedhofe die gräfliche Todtenkapelle mit der -Todtengruft, worin der am 23. Mai 1823 verstorbene Franz Adam -Graf von Waldstein-Wartenberg begraben liegt. Die Kapelle enthält -ein meisterhaftes Denkmal des Verstorbenen;</p> - -<p>4. das prächtige Bürgerschulgebäude, in herrlicher Lage auf -einer kleinen Anhöhe.</p> - -<h5 id="Oberleutensdorf-Rauschengrund">Spaziergänge:</h5> - -<p>1. <i>Zum *Schiesshaus</i>; prächtige Lage am Saume des -Waldes mit schöner Aussicht auf das ganze Mittelgebirge.</p> - -<p>2. <i>Nach *Rauschengrund</i> ½ St. Vor dem Eingange in -das Thal links von der Strasse neue, schön gelegene Restauration; -weiter die Villa des Fabriksbesitzers Hrn. Riecken, dann -die Baumwollspinnerei desselben. Einkehrhaus des Prokop Loos -(siehe Katharinaberg).</p> - -<p>3. <i>Nach Sandel</i> ½ St. durch den Wald sanft ansteigend -mit schöner Aussicht; Gasthaus.</p> - -<p>4. <i>Nach *Hammer-Johnsdorf</i> ¾ St., schön zwischen -Obstgärten gelegen, als Sommeraufenthaltsort ziemlich besucht, -reine, gesunde Waldluft, gegen Ost- und Nordstürme ganz geschützt. -Weber's Hôtel zunächst der Haltestation der Dux-Bodenbacher -Bahn, elegante Einrichtung, aufmerksame Bedienung. – -Mildner's Gasthaus »zur deutschen Bruderhalle« mit einer prachtvollen -Aussicht. Oberhalb der Bruderhalle am Saume des Waldes -das im eleganten Schweizerstyl neuerbaute <i>Curhaus</i> des Med. -Dr. Tschuschner mit entzückender Aussicht über das böhmische -Erz- und Mittelgebirge. Griessel's Gasthaus. Hammergrundthal -(siehe Bereisung von Katharinaberg).</p> - -<p>5. <i>Nach dem Gebirgsdorfe Schönbach</i> ¾ St.; Gasthaus -Fritsch, einfach, aber gut.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_160">[160]</a></span></p> - -<h5>Ausflüge:</h5> - -<p>1. <i>Nach dem Wieselstein</i> über Schönbach 3 St., nur -mit Führer (im Gasthause zu drei Linden beigestellt); von hier -entweder über Langewiese, Riesenberg nach Ossegg (Siehe dieses), -oder nach Lichtenwald in's Rauschengrunder Thal.</p> - -<p>2. <i>Nach Oberdorf</i> ½ St., Göhren 1 St., böhm. Einsiedl -¾ St., Bad Einsiedl (sächsisch) 20 Min. (Siehe <a href="#Seite_154">Seite 154</a>).</p> - -<p>3. <i>Nach Eisenberg</i> mit der Dux-Bodenbacher Bahn ½ St., -prächtiges Schloss, grossartige Gartenanlagen.</p> - -<p>4. <i>Nach Obergeorgenthal</i>, Nickelsdorf, von da auf den -<i>Bernstein</i> – einem der höchsten und schönsten Aussichtspunkte -der hiesigen Gegend –; von dort über Ladung nach -Katharinaberg. (2, 3, 4 siehe Bereisung von Katharinaberg aus.)</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<h3 id="G_Besuch_Bruex">G. Der Besuch des böhmischen Erz- und Mittelgebirges -von Brüx-Bilin aus.</h3> - -<h4 id="Bruex">Stadt und Schloss Brüx.</h4> -</div> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: »Hotel Ross«, »Zum Löwen«, »Zum schwarzen Adler«, »Zum -Hirschen«, alle am 1. Platz; »Zum blauen Stern« am 3. oder Gymnasium-Platz, -Siegl's Gasthof am Bahnhof.</p> - -<p><b>Restaurationen</b>: »Zum Suk«, »Bielarestauration«, »Schiesshaus«, »Saras«.</p> - -<p><b>Caféhaus</b> Bahnhofstrasse.</p> - -<p><b>Post- u. Telegrafenamt</b> Wassergasse in der Nähe des 1. oder Marktplatzes.</p> - -<p><b>Postfahrten</b> nach Hawran, Nieder- und Ober-Georgenthal.</p> - -<p><b>Eisenbahnen</b>: <i>Aussig-Teplitzer</i> gegen Komotau-Karlsbad-Eger und -Teplitz-Aussig-Bodenbach; <i>Prag-Duxer</i> gegen Ossegg-Klostergrab, gegen -Obernitz-Prag, Obernitz-Sauerbrunn, Bilin; <i>Pilsen-Priesener</i> gegen -Pilsen-Eisenstein.</p> - -<p><b>Omnibusse</b> (3) zu jedem Zuge; Droschken, Zweispänner nach allen -Richtungen.</p> - -<p><b>Zeitungslese-Cabinet</b> im Casino. Einführung von Gästen durch Mitglieder -gestattet.</p> - -<p><b>Photographische Ansichten</b> von Brüx und Umgebung in den Buchhandlungen -von Hanns Eichler und Sommer, beide am Marktplatz.</p> - -<p><b>Aemter</b>: K. k. Bezirkshauptmannschaft, k. k. Kreisgericht, beide am Marktplatz; -k. k. Bezirksgericht an der Biela; Bürgermeisteramt im Gemeindehause, -Fleischbankgasse.</p> - -<p><b>Bank- und Wechselgeschäft</b>, Wassergasse.</p> - -<p><b>Zwei Dienstmänner-Institute</b> (roth und grün).</p></div> - -<p>Unter den Städten des gesegneten nördlichen Böhmen ist -wahrlich nicht die geringste die kön. Stadt Brüx; ihr Name hat -einen guten Klang durch ihr Alter, ihre ruhmvolle Vergangenheit, -und die Gegenwart kennt sie als eine wohlhabende, freundliche -Stadt, deren Handel und Verkehr stetig zunimmt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_161">[161]</a></span></p> - -<p>Die Chronisten setzen sie <i>unter die ältesten Städte</i> -Böhmens. Die ersten Erbauer von Brüx sind unbekannt, und -ihr (der Stadt) Ursprung ist sehr alt. Sie bediente sich des -deutschen Rechtes und von den Aussprüchen ihrer Gerichte ging -der weitere Zug an den Magdeburger Schöppenstuhl. Im J. 1004 -geschieht ihrer das <i>erstemal Erwähnung</i>, da sie sich im -Kriege Kaiser Heinrich II. gegen Boleslav III. freiwillig an jenen -ergab. – Als im Jahre 1040 Helikard, Herzog von Sachsen, in -Böhmen einfiel und bei Gnevin (so hiess damals Brüx) das Lager -aufschlug, liess ihm Herzog Břetislav bedeuten, wofern er binnen -3 Tagen das Land nicht verlasse, werde er ihm den Kopf vor -die Füsse legen. Eingeschüchtert durch diese Drohung verliess -Helikard Böhmen, und Břetislav begann noch in demselben Jahre -auf dem Berge, an dessen Fusse Brüx liegt, zur Sicherung der -Grenze die <i>feste Landeswarta</i> zu bauen. Ihre Schicksale -sind bis zu ihrer Zerstörung innig verbunden mit denen der -Stadt. Im Jahre 1045 erhielt sie ob der vielen Brücken, die -über die zahlreichen Gewässer führten, den <i>Namen</i>, den sie -bislang führt: <i>Brüx</i>, <i>Most</i>, <i>Pontum</i> oder <i>Pons</i>. – Um 1200 -gehörte Brüx dem Oberkämmerer Grabisa, der den 10. Theil -von dessen Wochenmarkt-Einkommen und den Weinzehent dem -Stift Ossegg schenkte. Hier sei gleich bemerkt, dass der Weinbau -hierorts ein bedeutender gewesen sein muss. Gojata, des obgenannten -Grabisa Sohn, vermachte Brüx testamentarisch der Kirche -von Zderas in Prag, doch so, dass seine Gemahlin bei ihren -Lebzeiten den Nutzgenuss haben sollte. Gojata starb 1238 und -bald vielleicht auch seine Gattin, denn König Wenzel I., der -grosse Vorliebe für Brüx hatte, zog die Stadt an sich und versprach, -die Zderaser Kanoniker anderweitig und entsprechend -zu entschädigen. Diese Entschädigung scheint jedoch nicht gleich -erfolgt zu sein, da auch sein Sohn und Nachfolger Přemysl -Ottokar II. auf Andringen des päpstlichen Stuhles solche neuerdings -zu leisten gelobte. – Im Kriege Wenzel's I. mit -seinem Sohne ward letzterer, da er Stadt und Schloss Brüx -belagerte, von Boreš, dem obersten königlichen Marschall und -Brüxer Schlosshauptmann des Nachts überfallen, geschlagen, -(1. November 1248) und war in Folge dessen gezwungen, mit -dem Vater sich auszusöhnen.</p> - -<p>Das erste grosse <i>Privileg</i>, das <i>des Meilenrechtes</i>, -erhielt die Stadt unter'm 26. März 1273 von Přemysl Ottokar. -In dieser Privilegienurkunde wird Brüx auch das erstemal Stadt -»civitas nostra« genannt. – Im Jahre 1282 hatte Otto, Markgraf -von Brandenburg, für die Vormundschaft über König Wenzel II. -ausser 15.000 Mark Silber noch Stadt und Schloss Brüx, Aussig -und etliche Dörfer verpfändet erhalten; aber schon das Jahr -darauf ward er durch den Reichstag zu Freiburg verhalten, die<span class="pagenum"><a id="Seite_162">[162]</a></span> -genannten Orte wieder herauszugeben. (23. August.) Wenzel II. -schenkte Brüx sogleich einem seiner Getreuen Johann von Michelsberg, -der es noch im selben Monate (28. August) seinem -Könige wieder abtrat. Seit diesem Tage ist Brüx <i>ununterbrochen -königliche Stadt</i> geblieben, wenn es auch in der -Folgezeit öfter, besonders an Meissen, verpfändet war. Alle -folgenden Könige statteten sie, stets in Ansehung »des getreuen -Nutzens und der unverdrossenen Dienste« entweder mit neuen -Privilegien aus, oder bestätigten ihre alten Freiheiten und Rechte.</p> - -<p>Die ruhmvollste Periode ihrer Geschichte aber ist die der -<i>Hussitenkriege</i>. Die umliegenden Städte hatten sich den -Taboriten entweder ergeben und mit ihnen gemeinsame Sache -gemacht, wie Saaz und Laun, oder sie waren, wie Komotau und -Bilin, gefallen. Um ihre Stadt nun vor ähnlichen Geschicken zu -bewahren, war bereits im Frühjahre 1421 an König Sigmund -eine Gesandtschaft abgegangen, die das Gelöbniss unverbrüchlicher -Treue erneuern, aber auch um Hilfe für die bedrohte -Stadt bitten sollte.</p> - -<p>Sigmund, ausser Stande, ihrer Bitte willfahren zu können, -empfiehlt sie an den Markgrafen Friedrich von Meissen. Dieser -hatte die Besatzung der Stadt und des Schlosses verstärkt, und -so erwarteten denn die Brüxer muthig und vertrauensvoll den -Feind, der auch am 24. Juli 1421 vor Brüx erschien, und nach -wiederholter vergeblicher Aufforderung zur Uebergabe am folgenden -Tage die Belagerung der Stadt und des Schlosses begann. -Tapfer wehrten sich die Belagerten, der fortlebenden Tradition -zufolge, besonders angefeuert von ihren Frauen und Jungfrauen. -Aber Tag um Tag schwindet und bald auch die Hoffnung auf -Entsatz. Der 5. August bricht an, das Fest Mariaschnee. Die -Bürger strömen zur Kirche, vertrauensvoll die Mutter Gottes um -Hilfe anflehend. Ein festlicher Gottesdienst wird gefeiert, die -ehernen Zungen, die seit Beginn der Belagerung geschwiegen, -hallen hinaus über die Stadt in's feindliche Lager, wo man der -Thörichten spottet; beseelt von neuem Muthe, gerüstet mit frischer -Kraft, eilen die Bedrängten dann an die Mauern, mannhaft abzuwehren -der Feinde Horden. Da siehe! vom Erzgebirge herab -leuchten schon die weissen Rüstungen der Entsatztruppen. Otto -Pflug ist's, des Markgrafen Friedrich getreuer Vasall an der -Spitze des Meissnischen Heeres, verstärkt durch Zuzug der böhmischen -Herren Sigmund von Wartenberg, Hlavač von Duba -und Niklas von Lobkowitz. Die Schlacht beginnt. Total war die -Niederlage der Hussiten. 3000 Feinde bedeckten das Schlachtfeld, -das Lager mit seinen geraubten Schätzen ward eine Beute des -Siegers. Die Freude über diesen glänzenden Sieg bewog die -Brüxer Bürger, die im frommen Glauben der Hilfe Mariens ihre<span class="pagenum"><a id="Seite_163">[163]</a></span> -Rettung zuschrieben, zu dem Gelöbnisse, alljährlich mit grösster -Feierlichkeit das Fest Mariaschnee zu begehen, und die Nachkommen -sind beflissen, getreulich zu halten, was die Väter gelobt. -Das Mariaschnee-Fest mit seiner prunkvollen, grossartigen Feierlichkeit -gibt ihnen Gelegenheit, den biederen, frommen Sinn zu -erneuern, das patriotische Gefühl zu stärken.</p> - -<p>Von jetzt an kamen auf langehin für die Brüxer trübe Tage. -Einigemale noch waren sie bedroht von den Kelchnern, mehrere -furchtbare Feuersbrünste, Orkane, andere Elementarereignisse, -und endlich die Pest (1582 und 1680) verwüsteten die arme Stadt. -Dazu kam noch, dass die Stadt von Georg von Poděbrad nach -einem verheerenden Brande (1455) eingenommen und besetzt -ward, während die Burg sächsische Besatzung hatte, und die -fortwährenden Friedensbrüche immer nur der Stadt Schaden -brachten. – 1595 <i>kauften die Brüxer</i> von Rudolf II. <i>die -Burg</i> sammt den zugehörenden Gütern um 81.060 fl. rhein., und -übernahmen damit die Verpflichtung, die Besatzung des Schlosses -zu erhalten. Allein die Ehre, Burgherren zu sein, kam den Bürgern -theuer zu stehen. Die Burg zog stets jeden Feind an, und die -Stadt hatte mit zu leiden unter den Belagerungen. Dreimal ward -die Burg von den Schweden belagert, und zwar 1639, 1645 und -1646. Das letztemal mussten die Brüxer wegen Wassernoth, -wegen der geringen Zahl der Vertheidiger, 200 Bürger gegenüber -einem Heere von 30.000 Schweden unter General Wrangel, und -wegen des schlechten Zustandes der Befestigungswerke das Schloss -nach dreitägiger Belagerung am 16. Jänner übergeben. Solch' -schwere Wunden hatte der dreissigjährige Krieg der Stadt geschlagen, -dass sie, als die schwedische Besatzung zu Ende des -Krieges 1648 abzog, keinen einzigen ansässigen Bürger mehr -hatte. So ward es erklärlich, dass Ferdinand III., den inständigen -Bitten der Bewohner nachgebend, 1651 die Demolirung der Burg -bewilligte. Wenige in der letzten Zeit blossgelegte Mauerreste -sind noch die Ueberbleibsel dieser Landesgrenzveste.</p> - -<p>Nunmehr genoss die Stadt, abgerechnet einige Ueberfälle -seitens der Sachsen und Preussen, die wenig Nachtheil brachten, -ziemliche Ruhe; ihr Wohlstand hob sich, besonders da sie zu -Beginn des 18. Jahrhundertes viele Güter durch günstige Käufe -von den umliegenden Adeligen an sich brachte. So ist sie heute -unter den reichsten Städten Böhmens in erste Reihe mit zu setzen.</p> - -<p>Im Jahre 1813 beherbergte Brüx, das eine Zeit der Mittelpunkt -des Lagers war, die drei alliirten Monarchen. Wenige -Jahre darauf sollte Brüx fast ganz untergehen. Am 21. April -1820 verzehrte eine Feuersbrunst alle öffentlichen Gebäude bis -auf die Stadtkirche und das Stadthaus. Der Schaden belief sich -nach damaligen Werthverhältnissen auf 700.000 fl. W. W. Der<span class="pagenum"><a id="Seite_164">[164]</a></span> -abgebrannten Stadt ward durch ein staatliches Anlehen und die -Unterstützung der Umwohner Hilfe. Die Folge der vielen Brände -und besonders dieses ist, dass die Stadt, regelmässig gebaut, ein -freundliches Aussehen hat, und mit wenigen Ausnahmen keine -alten Gebäude besitzt.</p> - -<p>Zu diesen gehören <i>Rathhaus</i> und <i>Stadtkirche</i>, beide -noch bemerkenswerth auch durch ihre Bauart. Das Jahr der Entstehung -des ersteren Gebäudes ist nicht bekannt; es gehört -überdies in seiner heutigen Gestalt mehreren Perioden an. Der -Thurm ist jedenfalls ein Baudenkmal des 14. Jahrhundertes, und -nicht viel jünger ist der an selben anstossende Vorbau, während -das übrige Gebäude das Gepräge des 16. Jahrhundertes trägt. -Es war jedenfalls früher zweistöckig, und ist nach dem Brande -von 1515, der auch das Rathhaus schwer schädigte, unausgebaut -geblieben. Die Stylrichtung ist die nachgothische. Die Vorderfront -wird durch mächtige Wölbungen und vorstehende Pfeiler, -7 an der Zahl, getragen. Der mittlere trägt den kaiserl. Adler, -je zwei zu beiden Seiten tragen vier, die Elemente symbolisirende -Statuen, die beiden äussersten aber Wappenträger mit -dem böhmischen Löwen und dem Stadtwappen. Die Felder -zwischen den Fenstern, wie auch die Brustwände unter den -Fenstern sind bemalt mit allegorischen Figuren, das Gesimse -mit Schlachtendarstellungen. Dem projectirten Bau eines Kreisgerichtsgebäudes -wird das Rathhaus zum Opfer fallen. Höchstens -der Thurm dürfte erhalten bleiben.</p> - -<p>Der Bau der <i>Dekanalkirche</i> wurde 1517, nachdem im -Jahre 1515 die alte Pfarrkirche mit einem grossen Theile der -Stadt in Flammen aufgegangen war, begonnen, und war in -wenigen Jahren vollendet. Feierlich eingeweiht wurde sie aber -erst am 22. Mai 1594 durch den Prager Erzbischof Zbyněk von -Duba und Lipa, nachdem sie bereits durch den Brand von 1578 -grossen Schaden im Innern und auch am äusseren Bau erlitten. -Der Erbauer der Kirche ist Beneš von Laun, Hofbaumeister des -Königs Wladislav. Die Brüxer Stadtkirche ist sein letztes und -Meister-Werk. Der Baustyl ist die spätere, sogenannte Wladislav'sche -Gothik, wie sie bereits in den romanischen Styl überzugehen -beginnt. Die innere Länge beträgt 73, die Breite 37 -und die Höhe 24<sup>m</sup>. Sie bildet ein langes Viereck, nur das -Presbyterium endet in ein Sechseck. Das Aeussere ist mächtig -und imposant durch seine ungeheure Breite, zu der die zwei -Anbauten, die auf beiden Seiten eine Art Kreuzschiff oder Kreuzkuppel -bilden, und im Innern oben Gallerien, unten Kapellen -fassen, viel beitragen. Eine Beeinträchtigung erleidet der imposante -Bau nur durch das unverhältnissmässige, niedere Kirchendach. -Das 1578 abgebrannte, kupfergedeckte Dach hatte sicher<span class="pagenum"><a id="Seite_165">[165]</a></span> -diesen Mangel nicht. Das Innere der Kirche weist ein Gewölbe -mit drei gothischen Kuppeln auf, eine Eigenthümlichkeit des -Meisters Beneš. Die Gürtel und Rippen derselben laufen aus -schwachen, schlanken Säulen, 16 an der Zahl, aus, und haben -eine künstlerische Verwebung. Merkwürdig sind auch die Stützen -der Kirche, welche kuppelähnliche Räume bilden, in denen Kapellräume -sich befinden. – Der Hochaltar, im Style der Renaissance, -also durchaus der Bauart des Hauses nicht entsprechend, -wurde erst 1773 aufgestellt. Der Altartisch sammt dem auf ihm -ruhenden Säulenbau ist von natürlichem Marmor, die freistehende -Rückwand eine Imitation. Rings an den Brüstungen der Gallerie -befinden sich in Stein gehauene biblische Darstellungen, im -Geiste des 13. Jahrhundertes gehalten. Gleich hier müssen wir -der einfachen und der Doppelwendeltreppe erwähnen, die zu den -Emporien führend, und ohne alle Stütze gebaut, von jedem -Sachverständigen als Meisterwerke der Baukunst gerühmt werden.</p> - -<p>Von Gemälden nennen wir vor allem die in einer Seitenkapelle -nahe dem Hochaltar befindlichen, auf Holz gemalten -Bilder der hl. Katharina und Barbara. Es sind dies zwei Flügel -eines leider verloren gegangenen Bilderschreines, die unbeachtet -im Depositorium der Kirche lagen, bis Gubernialrath Janko auf -sie aufmerksam machte. Kandler verfertigte 1837 die erste -Zeichnung. Sct. Barbara ist von geringerer Schönheit, aber eigenthümlich -in der Auffassung und grossartiger im Faltenwurf, der -an die schönsten Gewandmotive Dürers erinnert; Sct. Katharina -zeigt die altdeutsche Auffassung jungfräulicher Schönheit, wie -sie der Kölner Schule eigen ist und in Holbein's hl. Frauen den -eigentlichen Typus gefunden. Beide Flügel sind Werke deutscher -Kunst aus dem 16. Jahrhunderte. – Ausserdem sind noch in -den Seitenkapellen eine ziemliche Anzahl von Ueberresten solcher -Bilderschreine angebracht, die nicht ohne Werth sind. Von -Altarbildern sind als Meisterwerke bekannt: Der hl. Josef, Anbetung -der drei Weisen, Tod des hl. Franziskus. Von Schnitzwerk -bewundern wir die beiden Altäre der Kreuzigung und der -Auferstehung; erstere besonders entzückt bei eingehender Betrachtung -durch Plastik und Figurenreichthum. In diesen beiden -Kapellen erregen noch unsere Aufmerksamkeit die kunstvoll -geschnitzten, alterthümlichen Bänke. – Der Thurm soll nach -Meinung aller Sachverständigen älter als die Kirche sein. Von -seiner Gallerie aus geniesst man eine schöne Aussicht weit -hinaus über die Stadt und ihr Weichbild in's Erzgebirge.</p> - -<p>Unweit der Kirche befindet sich der Glockenthurm für die -beiden grossen Glocken, welche ein harmonisches, wundervolles -Geläute geben.</p> - -<p>Sonstige Denkwürdigkeiten finden wir noch in der <i>Piaristenkirche</i>,<span class="pagenum"><a id="Seite_166">[166]</a></span> -jetzt der Stadt gehörig. Der Hochaltar enthält ein -herrliches Altarbild von Raab: eine freie Nachbildung der in -der Dresdner Gallerie befindlichen hl. Nacht von Corregio. Auch -die Bilder der beiden vorderen Seitenaltäre, der hl. Johann von -Nepomuk, von Amalia Gräfin von Waldstein, und der hl. Josef -von Calasanz von Vogel sind werthvoll. Sehenswerth sind noch: -das Gymnasial- und Bürgerschulgebäude, beide mit reichhaltigen -Lehrmittelsammlungen ausgestattet, ersteres am 3. Platz, letzteres -in der Schulgasse.</p> - -<h5>Spaziergänge:</h5> - -<p>Gestatten wir uns noch eine kleine Ausschau in die allernächste -Umgegend der Stadt, so werden wir auf das südlich -etwa 15 Minuten entfernte Saras und das dahinter gelegene -Resselgebirge aufmerksam gemacht. Das Wort »<i>*Saras</i>« leitet -der Chronist aus dem Böhmischen ab und bezeichnet damit einen -Ort hinter dem Damme (za hrázem), indem nach Balbinus Saras -gegen den unweit (jedenfalls östlich) befindlichen Teich durch -einen Damm geschützt gewesen sei. Die Gründung von Saras -vollzog sich bereits vor nahezu 600 Jahren, als König Wenzel II. -unter'm 21. November 1283 das Kloster Saras stiftete und dasselbe -reich dotirt den Jungfrauen vom Orden der hl. Maria -Magdalena verlieh. Wenn auch die Ordensfrauen der strengen -Disciplin anhingen, so kamen sie doch genügsam in Verkehr -mit den Stadtbewohnern und wurden hoch in Ehren gehalten, -denn »die Bürger gaben ihre Töchter dahin, damit sie in jungfräulicher -Arbeit, Gottesfurcht und guten Sitten unterwiesen -würden.« 1421 wurde das Kloster von den Husiten niedergebrannt, -die zurückgebliebenen sieben Nonnen vor dem Altare -der Klosterkirche niedergemacht. Zwar erstand das Kloster -wieder, aber die bewegten Zeitläufte und besonders die Bitten -der Bürger bewogen die Ordensfrauen zur Uebersiedelung in -die Stadt im Jahre 1515. Die Saraser Kirche selbst blieb geöffnet, -da sie lange schon den Ruf einer berühmten Wallfahrtskirche -genoss. 1782 wurde das Kloster von Kaiser Josef II. -aufgehoben, 1786 auch die Saraser Kirche geschlossen. Kirche -und Kloster in der Stadt wurden den Vätern der frommen -Schulen eingeräumt, die den Ordensfrauen gehörigen Höfe Saras, -Oberpriesen und Seidowitz kaufte drei Jahre später die Stadt -von der königlichen Kammer. – Die dort eingerichtete Restauration -mit grossem Garten, die annehmliche Lage, gesunde, frische -Luft, und der gut gehaltene Promenadenweg machen Saras zu -einem beliebten Ausflugsorte der Brüxer.</p> - -<p>Gleiche Anziehungskraft übt im Sommer »<i>*der Ressel</i>« auf<span class="pagenum"><a id="Seite_167">[167]</a></span> -Vereine und Gesellschaften aus. Seine zwei Thäler, Fuchsgrund -und Schiefergrund, sind durch ihre einfache Naturschönheit wie -geschaffen als Ruhepunkte bei kleineren Excursionen. Eine angenehme -Fernsicht, besonders nach Osten und Süden in's Flachland, -und auf die Erzgebirgskette im Norden, bietet das Plateau -hinter dem Schlosshofe, letzterer so genannt, weil er einst zum -Schlosse gehörte.</p> - -<p id="Bruex-Saras">Dem oberwähnten <i>*Schlossberge</i> müssen wir noch an -dieser Stelle mehr Aufmerksamkeit widmen. Derselbe liegt im -Westen der Stadt und kann auf zahlreichen, gut erhaltenen Wegen -erstiegen werden. Wir empfehlen allen Touristen den über Saras -und bemerken, dass von da aus die Spitze des Berges in 20 Min. -ohne Anstrengung erreicht werden kann. Schon während der -Besteigung geniessen wir herrliche Blicke in das Mittelgebirge -und in die von dem Erzgebirge umrahmte Saazer Ebene. Die -überall angelegten Pflanzungen interessiren uns in hohem Grade, -da wir uns über das Gedeihen und die von Jahr zu Jahr wachsende -Ausdehnung derselben ungemein freuen. Den unermüdlichen Bemühungen -des Stadtrathes und Kaufmannes in Brüx, Herrn A. -Zein und dem Eingreifen der Stadtgemeinde haben wir es zu -danken, dass sich auf der Spitze des Berges ein Schweizerhaus -mit einer gut bestellten Restauration und ein Thurm mit einer -camera obscura befindet. Der Schlossberg ist ein Aussichtspunkt -1. Ranges, was malerische Schönheit des Panoramas anbetrifft. -Im Norden und Westen dehnen sich die Abhänge des herrlichen -Erzgebirges hin und längs derselben breitet sich die Saazer -Ebene »der Garten Böhmens« aus, welche mit Weilern, Dörfern -und Städten wie besäet ist und einen grossartigen Eindruck macht. -Gegen Süden und Osten lassen wir unsere Blicke über das merkwürdige -böhmische Mittelgebirge schweifen und sehen Hügel an -Hügel, Kuppe an Kuppe, welche der zerrissene Bořen bei Bilin -und der König der Berge, der Milleschauer unweit von Teplitz, -überragen.</p> - -<p>Der Schlossberg besteht aus Klingstein; an seinem nördlichen -und nordöstlichen Fusse finden sich die thonigen Gebilde der -Braunkohlenformation; sonst ist letztere in der Umgebung der -Stadt von aufgeschwemmtem Lande bedeckt. Die ganze Stadt, -sowie die Umgebung ruht auf einem einzigen grossen Braunkohlen-Fletz, -welches sich in der Richtung von Südwesten nach -Nordosten bis gegen Aussig erstreckt.</p> - -<p>In Brüx und Umgebung wird sehr viel Landwirthschaft betrieben. -Sowohl das Klima als auch der Boden sind derselben -in hohem Grade günstig. Das Klima ist in Folge der durch das -Gebirge gegen die herrschenden Winde geschützten Lage wärmer, -als man der geografischen Breite der Stadt zufolge erwarten<span class="pagenum"><a id="Seite_168">[168]</a></span> -sollte. Der Boden gehört zu dem fruchtbarsten im weiten Umkreise; -einzelne Strecken sind ungemein humusreich. Die Wiesen längs -der Biela und des Weissbachs sind mit den herrlichsten natürlichen -Futterkräutern bewachsen. Obst wird in Menge gewonnen, -und ist von ausgezeichneter Güte. Der Weinbau erfreut sich in -jüngster Zeit grösserer Aufmerksamkeit und Pflege. Man will -den alten Ruf wieder herstellen. In früherer Zeit gab es in der -Umgebung der Stadt über 500 Weiner (Winzer). Sie bildeten -eine eigene Zunft, von welcher noch eine Fahne und ein Weinerbuch -vorhanden ist.</p> - -<h5 id="Bruex-Bruexer-Sprudel">Touren.</h5> - -<p><i>Brüx-Brüxer Sprudel-Ober-Georgenthal.</i> (Von da -über Niklasdorf nach Katharinaberg-Brandau-Grünthal-Teltschthal-Kallich-Göttersdorf-Rothenhaus-Görkau, -also in umgekehrter Richtung -– siehe Bereisung von Görkau aus.) Wir gehen auf der -Kaiserstrasse in westlicher Richtung, biegen vor dem Orte Kommern -rechts ab und langen nun auf einem Sandwege bei dem neuentdeckten -Sprudel an, dessen mächtiger Wasserstrahl die Verwunderung -jedes Touristen erwecken muss. Von da setzen wir -unseren Weg in nördlicher Richtung fort, wandern durch üppige -Wiesen und fruchtbare Felder, das herrliche Erzgebirge mit dem -malerisch gelegenen Schlosse Eisenberg und dem sich in der -Ferne prächtig erhebenden Rothenhaus vor sich, über Nieder-Georgenthal -(vulgo Gärten) und Vierzehnhöfen auf einer guten -Bezirksstrasse nach dem romantisch gelegenen, freundlichen Ober-Georgenthal, -welchen Weg man in 2 Stunden bequem zurücklegt. -Hier ist eine grosse Spinnfabrik, Marienthal genannt, herrlich -im Walde an der Strasse gelegen und der Firma Gustav Tetzner -in Görkau gehörig; eine Spielwaarenfabrik der Firma Kaaden -und Weigel und eine Vereins-Parquetfabrik. Die Kirche, in der -Nähe der Bahn gelegen, ist ein schönes, majestätisches Gebäude. -In den Gasthöfen zum »<i>schwarzen Adler</i>« und zur »<i>frohen -Aussicht</i>« findet man gute Unterkunft und hier, sowie noch -in 8 Restaurationen bekommt man vorzügliche Biere und nach -vorheriger Bestellung gute Speisen. Nach Ober-Georgenthal kommt -von Niklasdorf ein Bach, der bis zur Grundmühle »<i>Grundbach</i>«, -von da bis zum Ende des Dorfes »Dorfbach« und dann »<i>Ruttenbach</i>« -heisst.</p> - -<p>Von Ober-Georgenthal wird <i>Eisenberg</i> in 25 Minuten und -<i>Hammer-Johnsdorf</i> in 30 Minuten erreicht – zu beiden -Orten führen prachtvolle Waldwege (siehe <i>für Eisenberg -Bereisung</i> von Görkau und für <i>Hammer</i> von Oberleutensdorf -aus).</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_169">[169]</a></span></p> - -<p id="Bruex-Kopitz"><i>Brüx-Kopitz-*Rosenthal-Lindau-Oberleutensdorf.</i> -(1¾ St.) Diese Tour hat das Angenehme, dass wir das -herrliche Erzgebirge fortwährend vor uns liegen haben, durch -zahlreiche Ortschaften und fast ohne Unterbrechung durch schöne -Obstbaumanlagen wandern. Wir erreichen in nördlicher Richtung -auf guter Strasse zuerst das Dorf Kopitz, dann <i>Rosenthal</i>, -welches wie Kopitz am Goldflusse oder Weissbache gelegen ist. -Aus einer benachbarten Quelle wird durch hölzerne Röhren auf -einer Strecke von 5251<sup>m</sup> das Wasser nach Brüx in den grossen -Behälter auf dem Hauptplatze geleitet. Nach kurzer Wanderung -erreichen wir, den Goldbach aufwärts, die schön gelegenen Orte -Lindau und Niederleutensdorf, überschreiten die Geleise der Dux-Bodenbacher -Bahn und kommen endlich in dem industriereichen, -herrlich gelegenen, sich von dem reich bewaldeten Erzgebirge -malerisch abhebenden Oberleutensdorf an (siehe Besuch von Dux-Oberleutensdorf -aus).</p> - -<p id="Bruex-Puellna"><i>Brüx-*Püllna</i> in südlicher Richtung auf der prächtigen -Saazer Strasse; in einer halben Stunde erreichen wir eine kleine -Anhöhe, von welcher wir einen köstlichen Rückblick auf Brüx -und einen grossen Theil des Erzgebirges geniessen. Der Besuch -des freundlichen Ortes Püllna empfiehlt sich wegen Besichtigung -der Quellen, welche das berühmte Püllnaer Bitterwasser liefern. -Sie befinden sich auf einer etwa 20 Acker betragenden Flur, die -eine ebene Wiesentrift bildet und von Fruchtfeldern umgeben ist. -Aus diesem Wasser wurden von der Gemeinde schon zu Ende -des vorigen Jahrhunderts Massen von Bittersalz gewonnen, ohne -derselben als Besitzerin der Quellen einen grossen Gewinn abzuwerfen. -Da lenkte mit dem Beginn unseres Jahrhunderts der -Brüxer Bürger und Kaufmann <i>Adalbert Ulbrich</i> die Aufmerksamkeit -von Männern der Wissenschaft auf diese der leidenden -Menschheit zum Heile dienenden Wässer. Er übernahm den -Verschleiss derselben und es gelang seinem rastlosen Eifer, dass -im J. 1801 von dem Professor der Chemie Dr. Gottfried Mikan -die erste Untersuchung vorgenommen wurde; dieser folgte im -J. 1819 eine zweite durch Professor J. B. Tromsdorff in Erfurt -und Professor J. Steinmann in Prag, worauf die nöthigen Wirthschaftsgebäude -nebst einem stattlichen Wohnhause errichtet wurden. -Mit der Anerkennung des Püllnaer Bitterwassers durch medicinische -Autoritäten vermehrte sich dessen Verbreitung. Adalbert -Ulbrich ruhte nicht; er liess als Pächter der Quellen das Wasser -neuerdings chemisch untersuchen und zwar im Jahre 1821 von -Professor Pleischl, im Jahre 1826 von Struve in Dresden, im -Jahre 1829 von dem Chemiker Barruel in Paris und im J. 1837 -von Ficinus in Dresden, was zur Verbreitung des Wassers nicht -nur in ganz Europa, sondern auch jenseits des Oceans wesentlich -beitrug. Durch seinen rastlosen Fleiss erwarb er sich Vermögen,<span class="pagenum"><a id="Seite_170">[170]</a></span> -vergass aber der Gemeinde nicht, in welcher er eine so erspriessliche -Thätigkeit entwickeln konnte. Er vermachte derselben -testamentarisch ein Legat von 20.000 fl. C.-M. zum Baue einer -Kapelle und einer Schule. Nach seinem Tode übernahm dessen -ältester Sohn <i>Adalbert</i> die Versendung auf eigene Rechnung -und seit 1863 als Brunnendirector und wirkt in bester Weise -für die Verbreitung des Wassers, unterstützt von seinem trefflichen, -mehrere Sprachen sprechenden Sohne <i>Konstantin</i>, in erfolgreicher -Weise fort.</p> - -<p>Der Boden des Bitterwassergrundes und die angrenzenden -Felder zeigen mächtige Lager von vulkanisch-ausgebranntem -Thon bis hin zum Serpina-Thale und den Nachbarbitterwässern -von Sedlitz und Saidschütz (östlich von Püllna). Die ganze Gegend -ringsherum bis an die Eger ist braunkohlenhältig. In geringer -Tiefe unterhalb der Bodenfläche ist ein reichhaltiges Lager -von tertiärem Mergel, der zahlreiche Krystalle von schwefligen -Gebilden und schwefelsauren Salzen, sowie von Basalt enthält. -Diese Bildungen sind die Werkstätte des Bitterwassers; aus ihnen -wird es durch den Zutritt des Wassers von der Oberfläche (des -atmosphärischen Wassers) erzeugt. Es sind daher die Bitterwässer -Seihewässer, kommen nicht aus grosser Tiefe, sondern von den -Seiten bis zu einer gewissen Abtiefung und sind durch das -genannte Mergellager bedingt. Deshalb dürfen die Brunnen nur -bis zu einem gewissen bestimmten Masse abgeteuft werden. In -Püllna beträgt es 1·8 bis 2·8<sup>m</sup>. Das Püllnaer Bitterwasser ist -ein helles, klares Wasser von etwas gelbgrünlicher Farbe, das -überhaupt geruchlos ist, jedoch in den Frühstunden im Brunnengebäude -einen angenehmen, veilchenartigen Geruch wahrnehmen -lässt, der wohl von einem besonderen Naphtha-Oele herrühren -mag. Der Geschmack dieses Wassers ist salzig und bitter, ohne -dabei die Zunge und den Gaumen unangenehm zu berühren. Es -ist ein gelinder Weise, doch kräftig auflösendes und abführendes -Mineralwasser, das, abgesehen von den bewirkten Entleerungen, -Secretionen, namentlich der Verdauungsorgane bethätigt, den -Stoffwechsel beschleunigt, die organische Säftemasse verdünnt -und den gesammten Digestionsprocess anregt.</p> - -<p id="Bruex-Kollosoruk"><i>Brüx-Kollosoruk-Kosel</i> (2 Stunden). Durch das Biela- -und Serpina-Thal kommen wir auf der Launer Strasse nach -Kollosoruk mit einem prächtigen Schlosse, umgeben von schönen -Anlagen und dem Herrn Richter in Prag eigenthümlich, erblicken -links das sich auf einer Anhöhe malerisch abhebende Luschitz -und schliessen unsere Tour mit Kosel ab, wo sich der Hořenzer -Berg mit den hier vorfindlichen Aragoniten erhebt. (Retour nach -Brüx von Obernitz mit der Bahn.)</p> - -<p id="Bruex-Sauerbrunn"><i>Brüx-*Sauerbrunn-Bilin</i> (2 Stunden zu Fuss oder mit<span class="pagenum"><a id="Seite_171">[171]</a></span> -der Aussig-Teplitzer Bahn nach Preschen und von da nach Bilin -und Sauerbrunn oder mit der Prag-Duxer Bahn über Obernitz -nach Sauerbrunn-Bilin). Wir gehen in südöstlicher Richtung durch -das Bielathal, berühren Rudelsdorf und Kahn und wenden uns -hier mit der Biela nach Nordosten, kommen nach Obernitz, -Böhmisch-Zlatnik, betrachten hier die rechts stehenden, äusserst -interessanten Kuppeln des Böhmisch-Zlatniker 517<sup>m</sup> und Sellnitzer -Berges, gehen an dem Dorfe Sellnitz vorbei, berühren weiter in -dem immer schöner und interessanter werdenden Thale Liebschitz, -sehen nun den imposanten, durch seine zerrissene Gestalt eigenthümlichen -und 535<sup>m</sup> hohen Bořen vor uns, und gelangen nach -kurzer Wanderung zu unserem Ziele, dem jüngsten Badeorte -des nordwestlichen Böhmen, zum <i>Sauerbrunn</i>.</p> - -<p>Dieser aufstrebende Curort (Station der Prag-Duxer Bahn, -daher von Dux, Teplitz und Brüx leicht erreichbar), hat jetzt -ein grossartiges Curhaus, welches glänzend eingerichtet ist und -allen Comfort bietet. Seine Lage ist eine herrliche. Von der -Terrasse des Curhauses sehen wir den merkwürdig gestalteten -Bořen vor uns und lassen unsere Blicke über einen grossen -Theil des böhmischen Mittelgebirges schweifen. Im Souterrain -des Curhauses befinden sich allen Anforderungen entsprechende -gewöhnliche und Dampfbäder, und der im Parterre hergestellte -geräumige Lese- und Conversationssaal befriedigt alle Ansprüche, -selbst der verwöhnten Besucher der nordwestböhmischen Bäder. -Die das Curhaus umgebenden Anlagen sind herrlich und verleihen -dem Curorte, der sich von Jahr zu Jahr hebt, einen besonderen -Reiz. Der Aufenthalt daselbst ist nicht kostspielig. Das schönste, -mit aller Bequemlichkeit ausgestattete Zimmer kostet <i>nur zwölf</i> -Gulden in der Woche, ein kleineres und ganz entsprechend eingerichtetes -6 bis 8 fl. Eben so mässig sind die Preise der Speisen -in der eigenen Restauration, welche vom 1. Jänner dieses Jahres -von einem tüchtigen Wirthe in Pacht genommen wurde. Der -Brunnen liefert aus 4 Quellen ein kohlensaures Wasser. Sie liegen -am nordöstlichen Abhange des Ganghofer Berges. Es ist nicht -bekannt, zu welcher Zeit sie entdeckt worden sind. Ein bleibendes -Augenmerk erhielten sie erst zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts, -wo die Fürstin Eleonore von Lobkowitz Besitzerin der -Herrschaft wurde. Die <i>Josefs-</i> und <i>Caroline-Quellen</i> sind -so ergiebig, dass sie allein den ganzen Bedarf decken. Das Wasser -wird theils an Ort und Stelle, besonders von Touristen, Curgästen -aus Teplitz und Besuchern aus der nächsten reichen Umgebung, -unter deren angenehmste Ausflüge eine Fahrt oder ein -Spaziergang nach dem »Biliner Sauerbrunn« gehört, getrunken, -theils und zwar grösstentheils so bedeutend versendet, dass heute -über <i>eine</i> Million Glasflaschen in die Welt geht. Das Wasser -ist ein hervorragender Repräsentant der alkalischen Säuerlinge,<span class="pagenum"><a id="Seite_172">[172]</a></span> -zeichnet sich in der Wirkung als säurebindendes, die Alkalessenz -des Blutes erhöhendes Mittel vor allen anderen aus, leistet daher -bei Sodbrennen, Magenkrampf, chron. Magenkatarrh, bei sogenannter -Harnsäure, Nierensteinen, Gicht, chron. Rheumatismus, -chron. Blasen- und Lungenkatarrh, bei Gallensteinbildung, Fettleber -und Scrophulose die erspriesslichsten Dienste. Auch bietet -der Biliner Sauerbrunn ein vortreffliches, dietätisches – mit -Wein- oder Citronensaft und pulverisirtem Zucker versetzt – -vermöge seines grossen Kohlensäuregehaltes, hochschäumendes, -erfrischendes Getränk und ist dann, insbesondere während der -heissen Sommermonate zu empfehlen. Ueberdies gewinnt man -durch Abdampfen des Wassers in einem eigenen Laboratorium -kohlensaures Natron (Biliner Pastillen).</p> - -<p>Grosses Interesse wendet der Tourist dem Bořen, auch -Biliner Stein genannt, zu. Er ist ein Klingsteinfelsen und wird -von den Botanikern wegen seines Reichthums an seltenen Pflanzen -viel besucht. Aus der Ferne betrachtet, präsentirt sich der steile -und schroffe Fels, dessen Basis von Feldern und Obstgärten umgeben -ist, als eine riesige, compacte Masse, weist aber in der -Nähe eine Menge von Rissen und Zerklüftungen auf, so dass er -durch sein abenteuerliches Zickzack das Staunen des Besuchers -erregt und durch diese seine pittoreske Gestalt an den Säntis -bei St. Gallen in der Schweiz, von Lindau oder Bregenz aus -betrachtet, erinnert. Der Anstieg ist höchst schwierig und nur -auf der westlichen Seite möglich. Ein Führer ist nicht nöthig, -da der Weg durch weisse Striche an Steinen und Bäumen bezeichnet -ist. Vom »Sauerbrunn« erreichen wir die Spitze in <i>einer</i> -Stunde. Wir überschreiten bei der Station die Bahn, gehen auf -dem Wege einige hundert Schritte fort, lenken in den nach -links sich abzweigenden Weg ein und folgen nun den oberwähnten -Strichen. Da das Steingeröll leicht nachgibt, so ist beim -Anstieg alle Vorsicht zu gebrauchen. Unter den Höhlungen ist -die <i>Michelshöhle</i> die hervorragendste. An ihrem Eingänge -ist die gewaltige Basaltsäule beachtenswerth. Diese Felsart finden -wir längs der östlichen und südlichen Seite des Bořen. Dieser -Berg ist überhaupt eine der ersten Zierden des an malerischen -Schönheiten und geognostischen Merkwürdigkeiten so überaus -reichen Mittelgebirges, er ist der Stolz der Gegend.</p> - -<p>Die Aussicht vom Bořen ist überraschend schön; wir übersehen -die westliche Seite des Teplitzer Thales mit den prächtig -bewaldeten, schluchtenreichen Abhängen des Erzgebirges. Im -Norden sehen wir zu unseren Füssen das freundliche Städtchen -Bilin und den reizend gelegenen »Sauerbrunn«, weiter links Dux -mit seinem stattlichen Kirchthurme, dem gräflich Waldstein'schen -Schlosse sammt Park, dann weiter am Fusse des Erzgebirges<span class="pagenum"><a id="Seite_173">[173]</a></span> -das romantisch gelegene Stift Ossegg. Aus der Teplitzer Ebene -ragt der Schlossberg empor und erweckt unsere Aufmerksamkeit, -rechts davon sehen wir die Ruine Kostenblatt, noch weiter rechts, -gerade in östlicher Richtung die Klotzberge, den Radelstein, der -Milleschauer ist verdeckt. Im Süden erblicken wir den Millayer -Berg 504<sup>m</sup>, weiter den Hoblik von derselben Höhe und schliesslich -die Launer Berge, im Westen den Böhmisch-Zlatniker Berg, -Brüx mit dem prächtigen Schlossberge, im Nordwesten hebt sich -Eisenberg aus dem Grün der Tannen und Buchen hervor, und -weiterhin verfolgt das Auge den Rücken des Erzgebirges.</p> - -<p>Eine eben so schöne Aussicht bietet der <i>Ganghofer Berg</i>, -dessen Gesteine deutlich die Verwandtschaft des Klingsteins mit -gewissen Prophyr-Abänderungen zeigen. Er erhebt sich westlich -über dem »Sauerbrunn«, ist leicht zu besteigen, da nahezu bis -zum Gipfel schön angelegte Promenadenwege führen.</p> - -<p>Ein bequemer Fahrweg führt in 20 Minuten langsamen Gehens -zu dem niedlichen Städtchen <i>Bilin</i>.</p> - -<h4 id="Bilin">Bilin.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: »Hohes Haus,« »Weisser Löwe«, beide am Marktplatz.</p> - -<p><b>Post- und Telegrafenamt</b> (ersteres Lange Gasse, letzteres Wenzelsplatz). -<i>Aussig-Teplitzer Bahn</i> mit dem Bahnhof Preschen, 10 Minuten entfernt; -<i>Prag-Duxer Bahn</i> mit den Stationen Sauerbrunn und Bilin. -<i>Bielathalbahn</i>, Verbindung mit Aussig.</p> - -<p><b>Fahrgelegenheiten</b>: <i>Postomnibus</i> zum Bahnhof in Preschen.</p></div> - -<p>Die Stadt zählt beiläufig 5000 Einwohner, liegt an der Biela, -welche die Stadt selbst von der Brüxer Vorstadt trennt und hier -den von Südosten kommenden Zischken-Bach aufnimmt. Im -Süden erhebt sich der Bořen, im Westen der Ganghofer Berg, -im Norden, hinter der Teplitzer Vorstadt, der grosse Chlum, im -Osten der Schlossberg, dessen Fortsetzung der Hradischt heisst.</p> - -<p><b>Geschichtliches.</b> Die Erzählungen von der »Fürstin Bila«, -die schon 744 hier ein Schloss erbaut und dem Orte, sowie dem -Flusse den Namen gegeben haben soll, dann von den »Bilinen«, -einem čechoslavischen Stamme, der sich zu Ende des 5. Jahrhunderts -hier an den Gestaden der sanft dahingleitenden Biela -ansiedelte, dürften in das Bereich der Sagen gehören. Indessen -sind echte geschichtliche Ueberlieferungen von der ehemaligen -»Provinz Bilin« vorhanden, welche schon vor dem 11. Jahrhunderte -im Auftrage der böhmischen Herzoge von eigenen -Grafen verwaltet wurde. Unter König Wenzel II., der von -1223 bis 1253 regierte, erhielt <i>Hogerius</i>, der Truchsess dieses -Königs, die Burg und die Stadt Bilin für sich und seine Erben -als Geschenk. Im J. 1342 wird in den Urkunden einer Schule -erwähnt. Albrecht von Berka verlieh der Stadt im J. 1365 gewisse -Privilegien und wurde 1381 vom Kaiser Karl IV. mit<span class="pagenum"><a id="Seite_174">[174]</a></span> -Bilin belehnt. Im Husitenkriege, wo sie dem Albert von Kolditz -gehörte, wurde sie 1421 erobert und verwüstet. Im J. 1426 -bemächtigte sich der Stadt Jakubko von Wřeschowitz, der sich -von ihr den Namen Bilinský beilegte. Nach seinem Tode fiel -sie wieder an die Herren von Kolditz und gelangte dann 1464 -an die Herren Popel von Lobkowitz. Von dieser Zeit verblieb -sie bei dieser Linie, welche mit dem Grafen Leopold von Lobkowitz -im Jahre 1707 männlicherseits erlosch. Die Tochter -Eleonora Carolina vermählte sich mit Philipp Fürsten von Lobkowitz, -Herzog zu Sagan und vermachte ihm die Herrschaft -Bilin. Ihm folgte 1748 sein Sohn Ferdinand Fürst von Lobkowitz, -Herzog zu Sagan, diesem 1796 sein Sohn Franz Josef, Fürst -von Lobkowitz, Herzog zu Raudnitz, und diesem Moritz Fürst -von Lobkowitz, Herzog von Raudnitz, der gegenwärtige Besitzer.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: Das stattliche Fürst Lobkowitz'sche -<i>Schloss</i> mit seinem schönen Parke. Dasselbe überragt die -Stadt, und wurde um das J. 1680 von Christof Freiherrn von Lobkowitz -erbaut. Es enthält eine Menge unterirdischer Gänge, -worin man alte Pfeile und andere Gegenstände gefunden; die -schöne <i>Pfarrkirche</i> ist auch zu beachten. Sie wurde schon -1061 gegründet, besteht aber in ihrer jetzigen Gestalt erst seit -1573. Bemerkenswert sind noch die <i>neugebaute Schule</i> und -das <i>Gerichtsgebäude</i>.</p> - -<h5>Touren:</h5> - -<p id="Suttomer_Berg"><i>Radek-Werschetiner Berg-Suttomer Berg-Skalken-Kostial-Lobositz</i> -oder umgekehrt. (Wir wählen -zum Standorte <i>Bilin</i> oder von der entgegengesetzten Seite, je -nachdem der Tourist kommt, <i>Lobositz</i>.)</p> - -<p id="Bilin-Radelstein"><i>Bilin-*Radelstein.</i> Zum <i>Radelstein</i> entweder über -Kutschlin und Rasitz (mit Führer) oder über Radowesitz und -Stepanow. Dieser Berg liegt inmitten des Mittelgebirges und bietet -uns von seinem Rücken ein interessantes Bild. Er ist nicht, wie die -anderen Berge des Mittelgebirges, spitzig, sondern zeigt einen breiten, -waldigen Rücken, dessen höchste Erhebung ein ebenes, rundes, -frischgrünes Plateau bildet. Dieses ist ringsum von mächtigen -Steinwällen eingefasst, hinter welchen sich dunkles Nadelholz -erhebt; nur ein kleiner Lärchenwald macht sich bemerkbar und -kennzeichnet den Radelstein schon von der Ferne. Die Steinwälle -stammen offenbar aus altheidnischer Zeit her. Hier bestand -gewiss eine heidnische Cultusstätte, wie auf dem Deblik bei -Leitmeritz, dem Hradek bei Gross-Czernosek, wo sich derartige -Steinwälle gleichfalls vorfinden. Ueberreste von Burgen sind es,<span class="pagenum"><a id="Seite_175">[175]</a></span> -wie die Sage berichtet, nicht, da Mauerreste nicht zu entdecken -sind, und eine gänzliche Beseitigung derselben von so hochgelegenen -Punkten nicht möglich ist.</p> - -<p>In dem hier befindlichen Forsthause wird uns eine Erfrischung -verabreicht. Die schönste Aussicht geniessen wir von der Hütte -auf der Südseite des Plateaus. Im <i>Süden</i> erblicken wir zwischen -den Launer Bergen die Stadt Laun, rechts davon den Hoblik -und den Millayer Berg; im <i>Südosten</i> präsentirt sich uns die -Hasenburg, rechts davon die ausgedehnte, fruchtbare, von der -Eger durchschnittene Ebene. Links von der Hasenburg sehen -wir im Hintergründe den prächtigen Georgsberg (Říp) bei -Raudnitz, im Vordergrunde den Kostial mit seiner Ruine, an -seinem Fusse links den hohen Thurm von Skalken. Weiter -links erblicken wir die Elbe mit der Brücke bei Leitmeritz, das -sich hinter dem Lobosch verbirgt, und weiter links am Horizont -den Wilschberg und Geltsch, zwischen denselben den Ronberg -und in weiter Ferne hinter diesem den Jeschken. Auch der -Milleschauer und die Berge bei Aussig sind sichtbar. Im Norden -ist der Horizont durch das Erzgebirge, aus dem das Mückenthürmchen -und der Schneeberg hervorragen, begrenzt und im -Westen erscheint der Böhmisch-Zlatniker, der Ganghofer Berg -und im Vordergrunde die dunkle Masse des Bořen. Die Aussicht -ist grossartig und es steht zu erwarten, dass die Touristen diesem -Punkte künftighin eine solche Aufmerksamkeit schenken werden, -wie er es verdient.</p> - -<p>Östlich vom Radelstein liegen der <i>Suttomer Berg</i> und <i>Skalken</i>, -südlich von diesen der Werschetiner Berg – auf derselben -Strasse wie zum Radelstein von Bilin in 2 bis 3 Stunden zu -erreichen. Suttom und Skalken liegen ¼ Stunde auseinander. -Der Suttomer Berg ist leicht zu ersteigen und bietet eine schöne -Aussicht. Das Dorf hat eine schon im J. 1388 bestandene, in -ihrer jetzigen Gestalt aber erst 1716–1724 durch Anna Sigismunda -Gräfin von Hřzan, damalige Besitzerin des Gutes Skalken, -erbaute Pfarrkirche. Südöstlich davon liegt das Dorf Wlatislav -im Thale des Modelbaches. Es sollte eigentlich Wlatislav -heissen, da es ehedem eine wohlbefestigte, von dem Saazer -Herzog Wlastislav erbaute Stadt gewesen, aber schon im J. 936 -vom Prager Herzog Boleslaw I. zerstört worden sein soll. Die -Spuren einer dreifachen Schanze auf einer Anhöhe nördlich vom -Dorfe hält man für Ueberreste der ehemaligen Burg. Am südlichen -Flügel des Schlosses im Dorfe Skalken erhebt sich auf -einem schroffen Felsen ein alterthümlicher, 18·9<sup>m</sup> hoher ovaler -Thurm, mit 3·7<sup>m</sup> dicken, sehr festen Mauern, welche aus weissen -Bausteinen bestehen; in das Innere konnte man früher nur von -<span class="pagenum"><a id="Seite_176">[176]</a></span>der steilsten Seite des Felsens mittelst einer 3·7<sup>m</sup> über dem Boden -in der Mauer befindlichen viereckigen Oeffnung gelangen. Höchst -wahrscheinlich ist es ein sogenanntes Burgverliess gewesen. Die -Aussicht ist ungemein lieblich, da den Felsen ein herrlicher Kranz -von vulcanischen Bergen umgibt. Auf der Strasse südlich von -Watislav kommen wir in einer halben Stunde nach <i>Woborzitz</i>, -in dessen Nähe sich der <i>Woborzitzer Berg</i>, der <i>Werschetin</i>, -426·6<sup>m</sup> hoch, befindet und dann nach dem Dorfe Podseditz -mit den Granatengruben und einer Granatenfabrik.</p> - -<p>Südöstlich von Skalken (etwa ¾ St.) liegt der <i>*Kostial</i>, ein -schön geformter Basaltfels, der auf seinem Scheitel die malerischen -Trümmer einer Burg trägt. Dieser Punkt, sowie die -Hasenburg sind von <i>Lobositz</i> besser und angenehmer zu erreichen, -und es empfiehlt sich die Theilung der Tour von -<i>Bilin</i> nach <i>Lobositz</i> in die Touren: Bilin-Radelstein und -Lobositz-Hasenburg-Kostial bis einschliesslich Suttomer Berg. Auf -den Kostial gehen wir von Lobositz südwestlich auf der Strasse -über Sullowitz (½ St.), Jentschitz (¾ St.) und wenden uns -hier rechts nach dem ¾ St. südöstlich von Skalken gelegenen -Dorfe Kostial, am östlichen Abhange des Kostialer Berges. -Von da gehen wir in westlicher Richtung auf den Berg und -erreichen ihn in einer halben Stunde (für den ganzen Weg von -Lobositz 2 St.) Die Aussicht ist sehr lohnend. Südlich begegnen -unsere Blicke der herrlichen Hasenburg, im Hintergrunde der -Stadt Budin, südwestlich und westlich in der Ferne dem Hoblik -und Millayer Berge und in der Nähe dem Werschetiner Berge, -dem Radek, weiter nach Nordwesten dem Radelstein, den Klotzbergen -und im Norden dem Milleschauer, im Hintergrunde dem -Erzgebirge mit dem Schneeberg, rechts vom Milleschauer dem -Kletschen, östlich der Elbe mit den Städten Lobositz und Leitmeritz, -dem Radobyl und dem hohen Geltsch und südöstlich dem -Georgsberg mit der Stadt Raudnitz am Fusse desselben und -weit im Hintergrunde der Stadt Melnik.</p> - -<p id="Hasenburg">Der Abstieg erfolgt nach der Stadt Trebnitz, südlich am -Fusse des Kostialer Berges und am Modelbache, sowie an der -Lobositzer Strasse gelegen. In der Pfarrkirche, welche schon -seit dem J. 1384 besteht, sind 2 kunstreiche Alabasterbilder. -Auch befindet sich hier ein in den Jahren 1573 bis 1575 geschriebenes -Cancionale in böhmischer Sprache aus 470 kalbledernen -Blättern bestehend und nach damaliger Weise mit schönen -Malereien, Goldbuchstaben, Initialen u. s. w. verziert. Von da -gehen wir auf der Strasse südlich nach Chodolitz und biegen -vor dem Orte Klapay links auf die <i>*Hasenburg</i> ab (2¼ St.). -Das ist ein steiler, 413<sup>m</sup> hoher und aus Basalt bestehender -Berg, welcher durch seine schönen, zu Tage entblössten Säulengruppirungen -dem wissenschaftlichen Forscher sowohl als dem<span class="pagenum"><a id="Seite_177">[177]</a></span> -Naturfreunde überhaupt ein hohes Interesse bietet. Auf der -Hasenburg liegen die Ruinen der alten Burg Klapay, welche -aus zwei hohen, weit in die Ebene sichtbaren Thürmen besteht. -Der eine dieser Thürme ist viereckig und wird gewöhnlich der -weisse, der andere runde aber der schwarze Thurm genannt. -Diese Burg soll schon im J. 874 erbaut worden sein; im J. 1336 -ist sie an die Familie der Hasenburge gekommen und wird auch -seit dieser Zeit Hasenburg genannt. Im J. 1431 wurde sie von -den Taboriten erobert und von ihnen gänzlich zerstört; seitdem -ist sie nicht mehr bewohnt worden.</p> - -<p>Die Aussicht ist prachtvoll. Im Norden das Erzgebirge, in -derselben Richtung, sowie im Nord-Westen, Westen die wiederholt -oben (siehe Kostial) angegebenen herrlichen Punkte unseres -höchstinteressanten Mittelgebirges, im Osten der Georgsberg, -südöstlich die Stadt Libochowitz mit Schloss und Kirche und -nach diesen beiden Richtungen hin, die herrlichen, fruchtbaren -Thäler der Eger und Elbe mit zahlreichen Städten, Dörfern und -Weilern.</p> - -<p id="Milleschauer"><i>*Der Milleschauer.</i> Derselbe ist 834<sup>m</sup> hoch und besteht -aus Klingstein. Unter den einzelnen Bergen des Mittelgebirges -nimmt er den ersten Platz ein. Die weite und reizende <i>Aussicht</i>, -welche man von hier über einen sehr beträchtlichen -Theil unseres schönen Heimatslandes, namentlich auf das Erzgebirge, -das Teplitzer- und Bielathal, weit über das rechte Elbufer, -wo das Iser- und Riesengebirge den Horizont begrenzen, -ferner nach Südosten und Süden über Rakonitz bis in die Umgebungen -Prags und selbst noch jenseits der Hauptstadt über -das rechte Moldauufer hinaus geniesst, machen diesen Berg zu -einem der herrlichsten Standpunkte für den Bewunderer mannigfaltiger -Naturschönheiten und eines mit den Gaben der Ceres -überschütteten, durch Gewerbefleiss blühenden, nach allen Richtungen -hin mit Städten, Flecken und Dörfern bedeckten Landes. -Die Zahl der Besucher dieses herrlichen, bis zur Spitze reich -bewaldeten und höchst interessanten Berges ist sehr gross und -steigert sich von Jahr zu Jahr. Die oben befindliche Restauration -entspricht in Bezug auf Qualität der Speisen und Getränke und -Unterbringung der Gäste in den geräumigen, mit allem Comfort -ausgestatteten Mooshütten allen Anforderungen. Die Wege nach -dem Milleschauer sind recht bequem.</p> - -<h5>Touren nach dem Milleschauer:</h5> - -<p id="Teplitz-Borislau"><i>Teplitz-Borislau-Pilkau</i> (4 St. zu Fuss – bis Pilkau -ein guter Fahrweg – in Pilkau gibt es Esel und Tragsessel für -diejenigen, welche nicht steigen können oder wollen). Wir gehen -auf der Strasse nach Lobositz in südöstlicher Richtung nach<span class="pagenum"><a id="Seite_178">[178]</a></span> -Auperschin (1 St.), Schallan (¾ St.), am Abhange des Mittelgebirges -endlich nach Borislau (½ St.), bereits hoch im Mittelgebirge; dieses -Dorf hat eine im J. 1717 neuerbaute und 1820 auf Kosten des -Fürsten Johann von Clary restaurirte Kirche mit einem Gemälde -von einem unbekannten Meister, den Märtyrertod der hl. Katharina -darstellend; dasselbe wird von Kennern sehr gelobt. Nach -einer halben Stunde erreichen wir, rechts von der Strasse abbiegend, -das am Fusse des Milleschauer liegende Dorf Pilkau, -von wo aus wir die Spitze des Berges in einer Stunde auf -einem gut erhaltenen, steilen Wege erreichen.</p> - -<p id="Aussig-Tuermitz"><i>Aussig-Türmitz-Kosten-Staditz-Tschochau-Borislau-Pilkau</i> -(5 St.). In einer halben Stunde erreichen wir -von unserem Standquartiere Aussig den Ort Türmitz, an beiden -Ufern der Biela gelegen, setzen unseren Weg im Bielathal fort -und kommen nach Kosten und Staditz; in letztem Orte, dem -Geburtsorte Přemysl's, dem Gemahl Libuša's, verweilen wir einige -Zeit, lassen uns die Haselstaude, in welche sich die von Přemysl -in die Erde gesteckte Ruthe verwandelt haben soll, zeigen und -besichtigen noch das sogenannte <i>Königsfeld</i>, d. i. das Feld, -wo Přemysl pflügte, als ihn die Gesandten der Libuša fanden. -Nach Passirung der Orte Tschochau und Borislau erreichen wir -auf der schon berührten Tour über Pilkau unser Ziel. (Für -diese Tour können wir auch die Bielathalbahn bis zur Station -Tschochau-Hlinai benützen; siehe überdies Bereisung von Teplitz -über Tschochau.)</p> - -<p id="Lobositz-Billinka"><i>Lobositz-Billinka-Wellemin-Milleschau-Milleschauer.</i></p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Lobositz">Lobositz.</h4> - -<p><b>Lobositz</b> liegt an der Mündung des Modelbaches in die Elbe, -Stadt mit etwa 4000 Einwohnern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: »Hôtel Post« am Bahnhof, »schwarzes Ross«, »goldener -Löwe«; »Dampfschiffrestauration an der Elbe« mit prächtiger Aussicht, schöner -Garten. – »Hôtel zur Eisenbahn«.</p> - -<p><b>Post- und Telegrafenamt.</b> – <b>Eisenbahn- und Dampfschifffahrts-Station.</b></p> - -<p><b>Fahrgelegenheiten.</b> – <b>Schwimmanstalt.</b></p></div> - -<p>Bei Lobositz verlässt die Elbe die westliche Richtung, schlägt -die nördliche ein und strömt mit derselben mit einigen kleinen -Abweichungen bis Zirkwitz. Die mit zahlreichen Ortschaften, -Wein- und Obstgärten bedeckten Ufer- und Bergabhänge zu -beiden Seiten des Stromes gehören unter die reizendsten Gegenden -nicht bloss von Böhmen, sondern von ganz Oesterreich-Ungarn.</p> - -<p>In Lobositz sind viele <i>Fabriken</i> und <i>Industriewerke</i> -im Betrieb, darunter bedeutende Zuckerfabriken, eine Dampfmühle, -und die grossartige Cichorienfabrik von Tschinkel.<span class="pagenum"><a id="Seite_179">[179]</a></span> -<i>Die Pfarrkirche</i> ist ein in den Jahren 1733 bis 1743 -von Grund aus neu errichtetes schönes Gebäude, welches im -Presbyterium den aus der vorigen alten Kirche aufbewahrten -Marmorgrabstein der am 7. März 1702 verstorbenen Markgräfin -<i>Maria Franziska</i> von <i>Baden</i> und <i>Hochberg</i>, geb. Landgräfin -von Fürstenberg, enthält. Von den Glocken trägt eine die -Jahreszahl 1532, die andere 1691.</p> - -<p>In dem herrschaftlichen <i>Schlosse</i> befinden sich die fürstlich -Schwarzenberg'schen Wirthschaftsämter und ein Saal für chemische -Untersuchungen. Bei der Erhebung des Ortes Lobositz -zum Range einer Stadt unter Kaiser Rudolf II. im J. 1600 (zu -deren Erinnerung im J. 1776 auf Kosten des damaligen Primators -Johann Georg Tscherney die St. Procopius-Säule auf dem -Marktplatze errichtet wurde) erhielt Lobositz das Recht, ein -eigenes Wappen zu führen und an jedem Freitage einen Wochenmarkt -zu halten. Das Wappen enthält zwei Thürme im blauen -Feld und ein offenes Thor mit einem Schutzgitter und einem -Löwen darunter. Die Stadt ist reich an geschichtlichen Momenten. -In den Jahren 1315, 1648, 1680 und 1742 richteten -die Pest und andere Seuchen in der Stadt und Umgebung grosse -Verheerungen an, woran noch die Namen der »Pestkirchhöfe« -und einige Merkzeichen in der Gegend erinnern. Während der -Husitenkriege wurde Lobositz besonders in den J. 1420 und 1426 -sehr hart mitgenommen. Im 30jährigen Kriege hatte es in den -J. 1634, 1635 und 1639 von den Schweden grosse Drangsale -zu erdulden. Am 1. October 1756 fand hier am Fusse des -Lobosch-Berges die erste Schlacht im 7jährigen Kriege statt. -Nach der Schlacht bei Kolin, dann in den J. 1759 und 1773 -hatte es abermals viel zu leiden. Wiederholte Feuersbrünste -verursachten auch vielfachen Schaden. Am 13. Februar 1809 -wurde die Stadt sammt dem Schlosse ganz eingeäschert. Kaum -hatte sie sich von diesem Unglücke erholt, als 1813 der verhängnissvolle -Krieg zwischen Frankreich und den verbündeten -Mächten ausbrach und die Stadt die Nähe des Kriegsschauplatzes -mehrere Monate hindurch schmerzlich empfinden liess.</p> - -<p>Von Lobositz gehen wir auf der Strasse in nordwestlicher -Richtung nach <i>Billinka</i> (¾ St.) auf einer sanften Anhöhe. -Bevor wir die Tour auf den Milleschauer fortsetzen, statten wir -von hier aus dem rechts (östlich) von der Strasse gelegenen -<i>*Lobosch</i> 568<sup>m</sup> einen Besuch ab. Derselbe ist nach Süden -und Osten durch keine Vorberge gedeckt und gestattet deshalb -eine herrliche Uebersicht von einem grossen Theile des ehemaligen -Leitmeritzer und Rakonitzer Kreises. (Der Besuch dieses -Berges empfiehlt sich mehr von Lobositz über Welhota.) Von -Billinka wandern wir auf der Strasse über Wellemin nach<span class="pagenum"><a id="Seite_180">[180]</a></span> -<i>Milleschau</i>, einem Dorfe am südöstlichen Abhange des »<i>Milleschauer</i>«. -Hier befindet sich ein grosses und sehr schönes -von Kaspar Zdenko von Kapliř im J. 1682 auf einem hohen -Felsen erbautes Schloss und ein grosser Obst-, Gemüse- und -Ziergarten. Von Milleschau aus erreichen wir auf einem guten, -stellenweise sehr steilen Wege die Spitze des Berges.</p> - -<p id="Bilin-Kostenblatt"><i>Bilin-Kostenblatt-Tschentschitz-Milleschauer.</i> -Von Bilin nach Kostenblatt 1 Meile, und von da, am besten -mit Führer, in östlicher Richtung meist durch Wald nach Tschentschitz -(¾ St.), hoch im Gebirge, am Abhange des »Milleschauer«. -Hier kann der Führer entlassen werden.</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<h3 id="H_Besuch_Teplitz">H. Der Besuch des böhmischen Erz- und Mittelgebirges -von Teplitz aus.</h3> - -<h4 id="Teplitz">Teplitz</h4> - -<p class="center">(221 m. Seehöhe).</p> -</div> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: »König von Preussen« (Stephansplatz); »Hôtel Post«, »Stadt -London« (beide Lange Gasse); »Altes Rathhaus« (Marktplatz); zur »Riesenburg« -(Graupnergasse); »Kronprinz Rudolf«, »blauer Stern« (beide Bahnhofstrasse); -»Neptun« (Mühlstrasse); »Schwarzes Ross« (Kirchengasse); »Preussischer -Hof« und »Wigand's Hôtel« (Kurpark).</p> - -<p><b>In Schönau</b>: »Haus Oesterreich« (Neubadallee), »Hermannsburg« (Badegasse -von Schönau). Zimmer von ½ bis 3 fl. täglich, Bedienung 30 kr., -Licht 30 kr., Suppe 12 kr., Braten 40–80 kr., Kaffee 20–24 kr. Gutes Brod, -vorzügliche Biere und Weine.</p> - -<p><b>Weinstuben</b>: »Fleck« (Lange Gasse), »Rüdesheim« (Lindenstrasse), »3 -Aepfel« (Badeplatz). <b>Restaurants</b> ausser den oben genannten Gasthöfen: -»Leitmeritzer Bierhalle« (Schulplatz), »zum Erzherzog Stephan« (Königstrasse), -»Günther's Bierhalle« (Alleegasse), »Kursalon«.</p> - -<p>Gartensalon im Schlossgarten, Askonas, isr. Restauration, Edmundsstrasse -zu drei Rosen, zum Felsenkeller, zum hohen Haus (Mühlstrasse), -Germania (Steinbadgasse), Glaser, Weilburg (Lindenstrasse).</p> - -<p>Die Reihenfolge ist durchaus nicht mit Rücksicht auf verschiedene Güte -zusammengestellt.</p></div> - -<p class="center">Stadt Schönau:</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Merkur, Stadt Warschau, Rosenlaube, Ordensband.</p> - -<p>Das Couvert zumeist à la carte von 1–2 fl. Table d'hôte weniger üblich.</p> - -<p><b>Kaffeehäuser</b>: Kursalon, Theater, Stadt Dresden. Mehrere vorzügliche -Konditoreien.</p> - -<p>Ausserdem befinden sich auf bedeutenderen Ausflugsorten zumeist vortrefflich -eingerichtete Sommerrestaurationen, wo neben allerlei Erfrischungen, -Mineralwässern, auch kalte und warme Speisen für civile Preise dargeboten -werden.</p></div> - -<p>Kurgäste finden in etwa 230 Häusern in Teplitz und mehr -als 80 in Schönau Logis. Da dieselben auch in anderen Häusern -in der Stadt Unterkunft finden, so können zu einer Zeit wohl<span class="pagenum"><a id="Seite_181">[181]</a></span> -gegen 3000 derselben ihre Kur geniessen. Bei der Ankunft in -Teplitz ist es nicht rathsam, sich am Bahnhofe von Agenten, -Gepäcksträgern und Droschkenkutschern, die sich in eigennütziger -Weise an den Fremden herandrängen, eine Wohnung anempfehlen -zu lassen. Man kann da leicht in schlechte oder von den Bädern -sehr weit entfernte Wohnungen geschickt werden, die dann -wiederum aufgegeben werden müssen. Man lasse sich durch die -gewöhnlichen Versicherungen dieser Agenten, es sei alles überfüllt -etc., ja nicht ängstlich machen. Wer nicht schon vorher -eine Wohnung bestellt hat oder von verlässlicher Seite in ein -gutes Haus empfohlen ist, der thut am besten, zunächst in ein -Hôtel zu fahren, dann einen Arzt bezüglich der Wahl des Bades -zu consultiren und dann eine Wohnung in der Nähe des verordneten -Bades zu suchen. Die Täfelchen »Logis« zeigen derlei -Häuser an; ein weisser Streifen darüber gibt an, dass das Haus -momentan keine Wohnung abgeben kann. Die Miethpreise, die -sich per Woche verstehen, sind je nach der Saison verschieden -und variiren im Sommer von 5–25 fl., im Winter von 3–12 fl. -Das Frühstück wird meist im Logis genommen, im Gegensatze -zu anderen Kurorten. Doch kann bei der grossen Zahl Kurhäuser -nie Wohnungsnoth eintreten. Dem stets wachsenden Zudrang des -Kurpublikums entsprechen grosse und zweckmässige Neubauten -der letzten Jahre.</p> - -<p>Auskünfte über Wohnungen, sowie Kurangelegenheiten jeder -Art ertheilen die Bürgermeisterämter von Teplitz und Schönau, -der städtische Badeinspector in Teplitz und in den meisten Fällen -auch die Badeärzte.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Lesekabinet</b> im Kursalon. Es liegen auf: die Kur- und Fremdenlisten -der besuchtesten Badeorte, ferner eine bedeutende Anzahl Zeitungen politischen -und belletristischen Inhaltes in 9 europäischen Sprachen. Kurgäste -haben freien Zutritt. Im Damensalon ein Klavier zu freier Benützung. -Billardsaal.</p> - -<p>Der Kurort Schönau hat ebenfalls ein reich eingerichtetes Lesekabinet.</p> - -<p><b>Buchhandlungen</b>: Ernst Pörzler (Seumestrasse) und H. Dominicus (Königsstrasse). -Beide haben Leihbibliotheken, reichlich ausgestattet mit den neuesten -Erscheinungen der Literatur, auch in fremden Sprachen.</p> - -<p><b>K. k. Postämter</b>: Teplitz, Schlossplatz, Schönau, Badeg. 85.</p> - -<p><b>K. k. Telegrafenamt</b>: Waisenhausgasse (7 Uhr Früh bis 9 Uhr Abends).</p> - -<p><b>K. k. Hauptzollamt</b>: Schlossplatz 14.</p> - -<p><b>K. k. Bezirkshauptmannschaft</b>: Marktplatz 26.</p> - -<p>Die <b>Communalbehörden</b> sind: In Teplitz der Magistrat, Marktplatz, in -Schönau das Bürgermeisteramt, Neubadallee.</p> - -<p>In der Königsstrasse und in der Langen Gasse befinden sich Banken -und Wechselstuben.</p> - -<p><b>Eisenbahnen</b>: <i>Aussig-Teplitzer</i> Bahn (Linie: Komotau-Aussig). -<i>Dux-Bodenbacher</i> (Linie: Komotau-Bodenbach). Der Bahnhof der -letzteren ist etwa 15 Minuten von der Stadt entfernt, doch fahren zu allen -Zügen Omnibusse.</p> - -<p>Ein- und zweispännige Wägen mit festgesetztem Tarif nach allen Richtungen. -Rollwagenführer im Dienstmanninstitut (Graupnergasse). An den -Bahnhöfen eigene Gepäckträger. Omnibusse nach Eichwald und Probstau.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_182">[182]</a></span></p> - -<p><b>Stadttheater</b> im Kurpark, das ganze Jahr hindurch Vorstellungen; es -werden Operetten, Schau- und Lustspiele gegeben. Im Sommer gastiren -daselbst oft Künstler der bedeutendsten Bühnen. Anfang 7 Uhr.</p> - -<p><b>Kurmusik</b>: <i>Teplitz.</i> Die Kurkapelle spielt täglich Morgens im Kurgarten, -Mittags 11–1 Uhr im Schlossgarten; Montag und Freitag Nachm. -5–7 im Kurgarten.</p> - -<p>Tanzreunionen finden gewöhnlich Samstag Abends im Gartensalon statt.</p> - -<p><i>Schönau.</i> Militärkapelle jeden Mittwoch und Samstag Nachm. 5–7 -Uhr; Donnerstag u. Sonntag Vorm. 9–10½ Uhr im Schönauer Musikpavillon.</p> - -<p><b>Zeitungsagentur</b>: Erwähnenswerth ist die Zeitungsagentur (Königsstrasse), -welche alle Zeitschriften zu Originalpreisen anbietet.</p> - -<p>Die Kurtaxe zahlt jeder Fremde, der sich länger als 8 Tage aufhält, -nach vier Ständeklassen. Gewisse Stände sind davon befreit, doch zahlen -sie wie alle Fremden, die sich länger als drei, aber weniger als 8 Tage -aufhalten, die Musiktaxe (50 kr.).</p> - -<p><b>Kuranstalten</b>: Bäder sind in <i>Teplitz</i>: das Stadt-, Kaiser-, Stein- und -Stefansbad (Eigenthum der Stadt Teplitz), Fürsten- und Herrenhausbad -(Eigenthum des Fürsten Clary), Sophienbad, (Eigenthum der israel. Kultusgemeinde).</p> - -<p><i>In Schönau</i>: Das Schlangenbad (dem Kurort Schönau gehörig), -das Neubad (fürstlich).</p></div> - -<p>Alle in- und ausländischen Mineralwässer sind in der städt. -Mineralwasserniederlage (Badeplatz) und im Schlangenbad (Schönau) -zu haben. Das Wasser der Stadtbadquelle, welches bei gewissen -Krankheiten ärztlich verwendet wird, ist im Kurgarten und im -Stadtbad unentgeltlich zu haben. Hier sei auch das 54<sup>m</sup> lange -und 15<sup>m</sup> breite Schwimmbassin, mit klarem Gebirgswasser gefüllt, -erwähnt. Dasselbe befindet sich im westlichen Theile des Turnerparkes, -etwa 15–20 Min. vom Centrum der Stadt entfernt. Der -Bau ist in mancher Beziehung sehenswerth.</p> - -<p>Die Balneologen rechnen die Teplitzer Thermen zu den chemisch -indifferenten, d. h. solchen, die wenig fixe oder gasförmige Bestandtheile -enthalten. Indessen ist das Teplitzer Thermalwasser -reicher an fixen Bestandtheilen, als andere indifferente Thermen -und unterscheidet sich besonders dadurch, dass das kohlensaure -Natron prävalirt. Ueber ihre oft wunderbare heilende Wirkung -zu sprechen, dürfte nicht hier der Platz sein. Auch ist sie weithin -bekannt. Die ebenfalls bekannte Katastrophe, die die Urquelle -am 13. Feber 1879 traf, kann, ihr eigentlicher Abschluss mag -sein, wie er will, nur die Folge haben, dass das Wasser, welches -früher selbst herausfloss, jetzt aus der Tiefe künstlich hervorgeholt -wird.</p> - -<p>Diese Hauptquelle speist das Stadt-, Sophien-, Fürsten-, Herrenhaus- -und Kaiserbad. Ueberhaupt haben alle Quellen in Bezug -auf ihren stofflichen Gehalt nur wenig Differenzen; sie unterscheiden -sich hauptsächlich durch ihre Temperatur; so hat die -Neubadquelle und die Hauptquelle 35° R., die Schlangenbadquelle -31° R., die Stein- und die Stefansbadquelle etwa 30° R., die -Wiesenquelle (im Stefansbad) und die Sandbadquelle (im Steinbad) -haben 26° R.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_183">[183]</a></span></p> - -<p>In einigen Bädern wird eine hinreichende Menge gereinigten -Moores mit Thermalwasser zu einem mehr oder minder konsistenten -Brei gekocht, und es werden diese Moorbäder auf verschiedene -Weise verwendet. Der Moor, welcher in der Umgebung von -Teplitz (Dreihunken und im Seegrund) gestochen wird, besteht -aus einem Gemenge einer eigenthümlichen humusartigen Säure -und in Zersetzung begriffener Pflanzenreste.</p> - -<p>Die Benützung der warmen Quellen muss in eine sehr alte -Zeit zurückgehen. Vielleicht haben schon römische Mercatores -da ihre Heilung gefunden und haben aus Dankbarkeit der Quell-Nymphe -jene Silbermünzen dargebracht, die man 1879 daselbst -gefunden hat. Nach der Christianisirung des Landes verlegt die -Sage die Auffindung der Quellen auf den 29. August 762 unter -der Regierung des Herzogs Nezamysl. Die zwei Spitzthürme in -der Kirchengasse beim Eingang in den Schlossgarten gelten für -die ältesten Gebäude von Teplitz. Die Sage der Quellenauffindung -erzählt eine lateinische Inschrift auf einem in der Nähe der Hauptquelle -befindlichen Steine; sie ist bekannt: weidende Schweine -sollen die Quelle aufgewühlt haben.</p> - -<p>Im Jahre 1153 erbaute Judith, Gemahlin des Herzogs Vladislav, -hier ein Benediktiner-Nonnenkloster, welches aber in den Hussitenkriegen -spurlos unterging. Nach 1544 wurden die ersten zweckentsprechenden -Bäder erbaut, das Schloss auf dem Schlossberg -restaurirt und die Schlosskirche gegründet. 1585 nimmt Janusch -von Schönberg den Bürgern die Bräugerechtigkeit, die bis auf -heute Eigenthum der Besitzer geblieben ist.</p> - -<p>Seit 1653 ist Teplitz im Besitze der Clary-Aldringen. 1848 -hörte für die Stadt das Unterthänigkeitsverhältniss auf und der -Kurort wurde zur selbstständigen Stadt.</p> - -<p>Der Besuch von Kurgästen und Passanten ist während der -Sommersaison (1. Mai bis Ende September) ein sehr starker und -nimmt stetig zu. (Im Jahre 1879 über 32.000.)</p> - -<p>Es dürfte aber auch kaum einen zweiten Kurort geben, der -eine so mannigfaltige, an Naturschönheiten überreiche Umgebung -aufzuweisen hätte und in dieser herrlichen Umgebung soviel -interessante Punkte bieten könnte, wie Teplitz-Schönau. Es hat in -den letzten zwei Decennien sich ungemein ausgedehnt; der Handel -und die Industrie haben einen grossen Aufschwung genommen, so -dass ein grosser Theil der Stadt dem Badeleben fast ganz entzogen -ist. Die zur Aufnahme der Kurgäste bestimmten Häuser -liegen in der Nähe der Bäder und sind zum grössten Theil bequem -und elegant eingerichtet. Das gesunde Klima und die schöne -Umgebung hat viele Fremde, besonders Pensionisten und Rentiers -zur dauernden Niederlassung in Teplitz bewogen. Die breiten,<span class="pagenum"><a id="Seite_184">[184]</a></span> -gut gebahnten Wege, die herrlichen wohlgepflegten Anlagen, die -Alleen dicht belaubter Bäume, dann die Gelegenheit häufiger -Vergnügungen und die Möglichkeit, alle Wünsche in Bezug auf -Liebhabereien und Luxusartikel hier befriedigen zu können, machen -den Aufenthalt in Teplitz angenehm, so dass der Andrang der -Passanten und Touristen, wie schon bemerkt, jedes Jahr grössere -Dimensionen annimmt. Besonders sehenswerth ist der <i>Kurpark</i>. -In seinem nördl. Theile steht das Theater, ein grosser Renaissancebau. -Es kann etwa 1000 Personen fassen. Unweit ist eine Säule, -welche eine Uhr, ein Thermo-, Hygro- und Barometer, die Quellenanalyse -und die täglichen Daten der metereologischen Station -enthält. Der Säule gegenüber ist die städtische Trinkanstalt. -Einige Schritte davon steht ein allegorisches Standbild, im J. 1862 -zur Feier des 1100jährigen Jubiläums der Quellenauffindung errichtet. -Am südlichen Theile steht das Herrenhaus und daran -anschliessend ein grossartiger Neubau, <i>das Gartengebäude</i>. -Im Osten befindet sich das Kaiserbad, ein prachtvolles, im altfranzösischen -Mansardenstyl aufgeführtes Gebäude. Anstossend -daran der Kursalon mit dem Lesekabinet. Unweit davon ist der -Musikpavillon, auch wird in der Nähe das Wasser der Urquelle -zum Trinken verabreicht.</p> - -<p>Durch die Graupnergasse, den Marktplatz und die lange Gasse, -die durch eine grosse Zahl eleganter Läden sich auszeichnet, -gelangt man auf den <i>Schlossplatz</i> mit dem fürstl. Claryschen -Schlosse (1751 erbaut), der Schlosskirche (1568), der Dekanalkirche -(um 1700) mit einigen künstlerisch werthvollen Altarbildern. -Durch das Schloss kommt man in den fürstlichen <i>*Schlossgarten</i>, -ein bescheidener Name für einen herrlichen Park, wie -ihn nur wenige Städte aufweisen können. Die Baumriesen zeigen, -dass er schon vor Jahrhunderten angelegt ist. Die schönen, -breiten, dicht beschatteten Alleen, die reizenden Wiesen mit -herrlichen Durchsichten und grossartigen Baumgruppen, zwei -grosse Wasserbassins, die Bemühungen der modernen Gartenkunst, -sowie die mit den seltensten exotischen Pflanzen gefüllten Treibhäuser, -zahlreiche Ruhebänke machen ihn zum beliebtesten Aufenthalt. -Während der Mittags abgehaltenen Concerte ist er der -Sammelpunkt von allem, was der Kurort an Geschmack, Schönheit -und Eleganz aufweisen kann.</p> - -<p>Mit dem Kurpark hängt der <i>Seumepark</i> zusammen, ein -umgewandelter alter Friedhof, mit dem Grabe Seume's (gest. -16. Juni 1810), das wohl bald ein würdiges Denkmal haben wird. -Daran schliessen sich die neuerrichteten <i>Payeranlagen</i>, überragt -von dem Mont de Ligné, (Restauration und reizender Aussichtspunkt). -(Pavillon 1831 erbaut; im Volksmunde von der -Aehnlichkeit »Pfefferbüchse« genannt.) Durch die Lindenstrasse,<span class="pagenum"><a id="Seite_185">[185]</a></span> -die diese Anlagen begrenzt und in welcher sich eine Reihe Badespitäler, -darunter das sächsische und preussische befinden, gelangt -man in den <i>Kaiserpark</i>, eine ebenfalls reizende Anlage der -Neuzeit mit schöner Rundsicht. Man erblickt hier die neue, im -streng gothischen Style erbaute <i>kath. Kirche</i> von Schönau, -das <i>Stefans-</i> und <i>Steinbad</i>, das grossartige k. k. Militärspital -und davor den Musikpavillon. Anschliessend befinden sich -wieder Parkanlagen, und zwar die Neubad-Allee, die Humbolds-Anlagen -und die mit schönen Villen geschmückte Giselastrasse, -welche zum <i>Teplitzer Bahnhof</i> führt, einem grossartigen -Gebäude mit einem pompösen Wartesaal. Vor demselben befinden -sich auch Gartenanlagen.</p> - -<p>Von Gebäuden wären noch zu erwähnen: <i>Die evangelische -Kirche</i> (Elisabethgasse), eine stylvolle Basilika (1861 gebaut). -Auf der Freitreppe eine <i>der *schönsten Aussichten</i>. In -derselben Gasse wird sich auch der israel. Tempel befinden, der -auch ein Monumentalbau werden dürfte. In der Jägerzeile steht -die Loretto-Kapelle mit der fürstl. Claryschen Familiengruft.</p> - -<h5>Spaziergänge.</h5> - -<p>1. <i>Die *Königshöhe</i> (3 Wege hinauf). Bei dem Monument -des langjährigen königlichen Freundes von Teplitz, Friedrich -Wilhelm III. schöne Aussicht.</p> - -<p>Sehenswerth ist die <i>Schlackenburg</i> (Restauration und -camera obscura), ein eigenthümlicher Bau mit vielen kleinen -Zimmern, aufgeführt von einem einzigen Mann in mehr als -20 Jahren aus Ziegelschlacken und Feldsteinen.</p> - -<p>Von der Plattform eine der reizendsten Rundsichten über -das Thal zwischen dem Erz- und Mittelgebirge. Ebenso bieten -die Restaurants <i>*Bella vista</i> und <i>*Belvedère</i> prächtige Fernsichten. -Hier ist auch das Schiesshaus der über 300 Jahre alten -Schützengesellschaft mit einer interessanten Autographensammlung -und dem Memorialbuch. An dem Vogel- und Scheibenschiessen -können sich auch Fremde betheiligen. Nahe an demselben wird -in dem Kesselhause der Dampf erzeugt, der die im Schachte -der Urquelle eingebauten Maschinen treibt.</p> - -<p>2. <i>Die *Stefanshöhe</i> in Schönau mit einer lohnenden -Aussicht über die Stadt.</p> - -<p>3. <i>Der Turnerpark</i> bei dem mit Teplitz zusammenhängenden -grossen und wohlgebauten Dorfe Turn, ¼ St. nordwestl. -von Teplitz auch zugleich an Schönau anstossend. Er hat mächtige -Buchen und Eichen und bietet daher angenehmen Schatten, ist -sehr anmuthig und im englischen Geschmack angelegt. Hinter<span class="pagenum"><a id="Seite_186">[186]</a></span> -der auf einer Anhöhe stehenden Restauration ist eine sehenswerthe -Porphyrgruppirung, anschliessend beginnt die Kalkformation.</p> - -<p>4. Von da, an der Schwimmschule vorüber und durch den -Ort Turn kommt man zu einem Promenadenweg, der nach -<i>*Probstau</i> (¾ St. nördlich von Teplitz) führt. Er ist reich -an landschaftlichen Reizen, besonders in der Nähe des Angerteiches. -Probstau ist wegen seines grossen, schattigen Waldparkes -und der guten Restauration (Café) immer sehr besucht.</p> - -<p>5. Vom Schlossplatz, durch die Jägerzeile, beim Mauthhaus -links und den Berg hinan führt der Weg auf die <i>*Bergschenke</i> -(½ St.), Restauration mit sehr lohnender Aussicht über das -Teplitzer Thal. Die zahlreich erwähnten Aussichten unterscheiden -sich sehr von einander durch die Abwechslung, die sie stets -bieten. An die Bergschenke stösst der wenig gepflegte Galgenbusch. -Verfolgt man den Katharinasteg und einen durch zahlreich auf -einander folgende rothe Punkte, die an Bäumen und Steinen -angebracht sind, bezeichneten Waldung, so erreicht man die -<i>*Helm's Ruhe</i> (nach dem Teplitzer Bürger Anton Helm benannt). -Man wird hier durch ein herrliches Panorama, das von den -früheren Aussichten wesentlich verschieden ist, angenehm überrascht -sein. Der etwa 1000 Schritte von der Restauration (Bergschenke -oder Bergschlösschen) entfernte 379<sup>m</sup> hohe <i>*Wachholder-Berg</i> -bietet eine grossartige Rundschau. Eine Menge -Ortschaften werden durch die Höhen des Mittelgebirges und den -weiten Bogen des Erzgebirges begrenzt.</p> - -<p>Eine wiederum schöne Rundsicht bietet <i>*der Schlossberg</i> -(½ St.). Man erreicht ihn, wenn man durch Schönau, am Neubad -vorbei, eine breite Strasse geht, die bis an seinen Fuss führt. -Man kann entweder auf schönen Promenadenwegen oder der -neugebauten, an Serpentinen reichen Strasse hinauf gelangen.</p> - -<p>Auch kann man die bei dem verfallenen Thore am Fusse -befindlichen Esel benutzen. Der Berg selbst, eine auf Basalt -und Porphyr gelagerte Phonolythmasse, wird von einer Burg -gekrönt. Ihre Gründungszeit ist unbekannt, doch ist wahrscheinlich, -dass dieser sowohl zur Vertheidigung als zur Beherrschung -eines grossen Gebietes eminent günstige Ort schon -in uralter Zeit befestigt gewesen sei. Am Fusse desselben stand -das ehemalige Kirchdorf Daubrawitz, jetzt nur ein Meierhof, -von dem die Burg auch in früherer Zeit den Namen hatte. Im -Jahre 1585 kam sie in den Besitz der Kinsky, welche sie durch -holländische Baumeister restauriren und einen Thiergarten anlegen -liessen, von welchem noch die Thormauer am Fusse erhalten -ist. 1615 erbte sie Wilhelm Kinsky, ein Vetter und -Schwager Wallenstein's, der in Eger am 22. Febr. 1634 ermordet -wurde. Kaiser Ferdinand II. verlieh sie mit den Herrschaften<span class="pagenum"><a id="Seite_187">[187]</a></span> -Teplitz und Pinsdorf an den General Grafen Aldringen, nach -dessen Ende (bei Landshut im Gefechte am 20. Juli 1634) ging -sie an seine Schwester Anna über, vermählte Clary; die Clary's -hatten mit kaiserl. Rescript vom 24. Mai 1653 Namen und -Wappen der Aldringen zu führen. Während des dreissigjährigen -Krieges war die Burg mehrmals im Besitze der Schweden gewesen. -Im Jahre 1655 liess sie der kaiserliche Hof mit Rücksicht -darauf, dass sich leicht Raubschaaren dort festsetzen könnten, -schleifen und seit dieser Zeit liegt sie in Trümmern. Die Restauration, -die theils kasemattenartig in die Mauern eingebaut -ist, theils einen modernen Holzbau bildet, ist als sehr gut zu -bezeichnen. Die Rundsicht ist prachtvoll. Man sieht einen grossen -Theil des Mittelgebirges, das den Milleschauer überragt, den -Biliner Felsen, die Gegend bei Brüx, den ganzen Zug des Erzgebirges -mit seinen zahlreichen Städten, Flecken und Dörfern, -das Kulmer Schlachtfeld und die Höhen bei Aussig. Geht man -auf der Prager Strasse durch Schönau, an der Gasanstalt vorbei -bis zu einer Gerberei, biegt rechts um, so gelangt man auf -einem Pfade in einer halben Stunde südöstlich von Teplitz zur -Fasanerie (zum Dorfe Zwettnitz gehörig), einem waldartigen -Park mit hübschen Spaziergängen. In der Försterswohnung eine -kleine Restauration. Die Aussicht erwähnenswerth.</p> - -<h5 id="Teplitz-Tschochau"><b>I. Touren</b> (in das Mittelgebirge und auf den Milleschauer siehe -oben von Bilin, beziehungsweise Lobositz aus).</h5> - -<p>Als besonders bemerkenswerthe Touren empfehlen sich von -Teplitz aus in der Richtung gegen das anmuthige Bielathal -folgende: 1. Man geht entweder auf der Strasse über Auperschin -(Bielathalbahn) nach Welboth (durch die Prager Strasse in -Schönau), oder man biegt bei der Ueberbrückung des Saubaches -durch die Strasse links ab, geht auf einem Fahrwege nach -Wisterschan, dann an der Schule vorbei und gelangt, indem -man fort dem Bache nahe zu bleiben trachtet, über Neuhof in -ein hübsches Thal, an dessen Ende das Dörfchen Kozlike sich -befindet; von hier geht der Weg nach Welboth. Verfolgt man -nun die Strasse nach Hertine, so bietet dieses Dorf, unweit der -Bielabrücke von Welboth, ein reizendes Bildchen. Der es überragende -Berg heisst nach einem kleinen Dörfchen <i>der Frauschieter -Berg</i>. Von Hertine (Bahnstation) geht man längs -der Geleise der Bielathalbahn nach Prosanken. Ein sehr hübscher -Wiesenweg führt uns nach Tschochau (Station), einem grossen -Dorfe mit einem Bräuhaus und einigen ziemlich guten Wirthshäusern -(besonders böhmische Krone; bisher etwa 3 Stunden). -In kürzerer Zeit erreicht man Tschochau auf dem ebenfalls nicht -uninteressanten Wege über Drakowa auf der am Fusse des -Schlossberges vorbeiführenden Strasse, dann über Quikau, Suchey,<span class="pagenum"><a id="Seite_188">[188]</a></span> -an dem über 360<sup>m</sup> hohen Jedowinberg vorbei über Habrzie und -Hlinai.</p> - -<p>Von <i>Tschochau</i> aus lassen sich mehrere hübsche Partien -machen, und zwar zunächst nach <i>Staditz</i>; schon nach einer -kleinen halben Stunde kommt man zu dem sogenannten Königsfelde, -das noch vor dem Dorfe einem Försterhause, zugleich -Restauration, gegenüber liegt. Es ist dies wohl die älteste Stätte -Böhmens, die die Sage nennt. Hier soll das weisse Pferd, das -Libuša, die Tochter des ersten Tschechenherzogs Krok, zum Aufsuchen -des Bräutigams ausschickte, den vom Pflügen ausruhenden -Wladyken Přemysl gefunden und durch Stehenbleiben und freudiges -Wiehern als den erwähnten Bräutigam bezeichnet haben. -Er wurde Stammvater des Jahrhunderte lange herrschenden Přemyslidengeschlechtes.</p> - -<p>Eine andere Version der Sage erzählt, dass Libuša unter der -Führung des weissen Pferdes Leute ausgeschickt habe, die den -als Bräutigam auf den Wyschehrad führen sollten, der auf einem -eisernen Tische essen würde. Und Přemysl ass sein Brod auf -der Pflugschar des umgekehrten Pfluges. Die Sage hat manchen -verwandten Zug mit den Stammsagen der indoeuropäischen Völker. -Auf dem Königsfelde, das bis jetzt in dieses Jahrhundert steuerfrei -gewesen ist (?) und von dessen Haselstaude, die aus der -von Přemysl gesteckten Ruthe abstammen soll, die Früchte zur -königlichen Tafel nach Prag geliefert wurden, hat Graf Erwin -Nostitz, der Besitzer von Türmitz, 1841 ein Denkmal errichten -lassen. (Siehe <a href="#Seite_178">Seite 178</a>.)</p> - -<p>Es ist das ein, auf zwei Terrassen ruhender grosser Steinwürfel -mit zwei Reliefdarstellungen, von denen die eine das -Zusammentreffen der Gesandtschaft, die zweite den Einzug Přemysl's -in die Burg Wyschehrad darstellt. Sie sind ein Werk -von Max. Das Ganze krönt ein eiserner Pflug von bedeutender -Dimension. Von da führt ein Weg durch das malerische Bielathal -über das Dörfchen Kosten nach <i>Türmitz</i> (Station der -Aussig-Teplitzer Bahn), einem recht aufstrebenden Orte mit einer -grossen Zuckerfabrik. Die ganze Partie beansprucht etwa 5 Stunden.</p> - -<p>Eine andere Partie von Tschochau aus ist folgende: Auf der -Strasse nach <i>Nabrowan bis Razeine</i>, von da links ab nach -<i>Dubitz</i> und dann bis zu dem vom Orte etwa 10 Minuten entfernten -Kirchlein. Hier geniesst man einen Einblick von seltener -Schönheit in das prachtvolle Elbthal. Gegenüber hat man -die pittoreske Gestalt des Deblikberges, an dessen Fusse das -Dorf Tirkowitz liegt.</p> - -<p>Geht man nun von dem Kirchlein, das Gesicht zur Elbe -gewendet, rechts ab, so gelangt man auf einem mehrfache hübsche<span class="pagenum"><a id="Seite_189">[189]</a></span> -Aussichten bietenden Wege zur Eisenbahn- (Staatsbahn) und -Dampfschifffahrtsstation Praskowitz. (Der ganze Weg von Tschochau -etwas über 3 Stunden.) Freunden romantischer Aussichten, auf -allerdings etwas beschwerlichen Wegen, seien die Touren empfohlen -von Tschochau über <i>Suchey</i> nach <i>Höben</i> und von -da entweder über <i>Qualen</i> nach <i>Salesl</i> (Station d. Staatsb. -und des Dampfschiffes) oder auf das gegenüberliegende Ufer, -eine kleine ¼ Stunde elbeabwärts nach Sebusein (Station der -Nordwestb. und des Dampfschiffes). (Der ganze Weg bequem -3 Stunden.) Auch führt von Stöben ein Weg, der landschaftliche -Schönheiten bietet, über den Rücken des <i>Glaberberges</i> -und dann in einer Thalsenkung über die kleinen Ortschaften -Elbogen und Augiesel oder auf der Strasse durch den Wald nach -Türmitz (2 gute Wegstunden). Der erwähnte Glaberberg bildet -jene steilen, von den Fahrgästen des Dampfschiffes oft bewunderten -Wände des Elbthales, die bei dem kleinen Oertchen -Wannow, dem letzten am linken Elbufer vor Aussig, eine besonders -interessante Form annehmen, ein Werk der sich mühsam -durchbrechenden Wässer. Sie sind unter dem Namen Wannower -Wände oder Felsen bekannt. Den Endpunkt dieses mächtigen -Bergrückens bildet die Ferdinandshöhe 205<sup>m</sup> hoch bei Aussig, -¼ St. entfernt, eine der prachtvollsten Aussichten weit über das -Elbthal bietend; die geringe Mühe des Aufstieges ist durch dieses -liebliche Panorama wohl belohnt. (Siehe Aussig!) Endlich sei noch -einer an landschaftlichen Reizen reichen Tour gedacht: <i>von -Tschochau über Nabrowan nach Razeine</i>. Hierauf -verfolge man einen in oos. Richtung gehenden Pfad, der bei -dem letzten Wirthshause rechts von der Strasse ablenkt. Man -gelangt nach einigem Steigen zu einer coulissenartigen Digression -des Bergzuges, welche ebenfalls einen herrlichen Ausblick -über ein anderes Stück des Elbthales bietet, gegen Lobositz, -Theresienstadt und den lang gedehnten Rücken des Radobil am -anderen Ufer.</p> - -<p>Wer Zeit hat, mache den sehr lohnenden Umweg über das -Dörfchen Padloschin. Er wird, von hier nach Norden auf dem -Fahrwege abbiegend, eine lohnende Augenweide finden – einen -Blick in das tiefliegende Elbthal. Dann geht es ohne besondere -Schwierigkeiten nach Praskowitz herab. Bemerkt sei noch, dass -es von hier einen an hübschen Perspectiven reichen Weg nach -Leitmeritz (2½ St.) gibt und zwar über das Praskowitz gegenüber -liegende Libochowan und Kamaik.</p> - -<p id="Teplitz-Kostenblatt">2. <i>Von Teplitz nach Kostenblatt.</i> Es sind dahin 2 Wege. -Auf dem einen gelangt man, wenn man an dem Kesselhause der -Stadtbadquelle, zwischen der Königshöhe und dem Schlossgarten -durchgeht, den Weg bis an das Eck des letzten verfolgt und, dann -links abbiegend, durch den sogenannten Lipnaibusch, wo sich eine<span class="pagenum"><a id="Seite_190">[190]</a></span> -Einsiedelei befand, jetzt alles verwildert, fortgeht, eine Gruppe alter -Eichen bleibt links – bis in das Dörfchen Pittling. Darauf steigt -man nach Welbine herab, und der Weg geht über die nahe an einander -liegenden Orte Liessnitz, Ratsch, Webeschan und Welhenitz -nach Kostenblatt. Hier beim Düwock ein Gasthaus. Das Schloss, -dem Grafen Czernin gehörig, ist ein Neubau aus dem Jahre 1864. -¼ St. vom Dorfe liegt die hochinteressante Ruine Kostenblatt, -570<sup>m</sup> hoch, wohl eine mit von den schönsten des Landes. Aus -ihrer reichen Geschichte sei erwähnt, dass sie von einem sagenhaften -Kostomlat gegründet, im Jahre 1350 einem Ritter Žerotin -gehörte, dessen Nachkommen noch in Mähren leben. Von 1422 -an war die Burg Eigenthum des deutschen Ordens, dessen letzter -böhmisch-mährischer Landcomthur Albrecht von Duba sich hierher -zurückzog (1422–30). Der hussitischen Berennung widerstand -die Burg mit Erfolg. Doch eroberte sie 1434 Jakoubek von -Wřesowitz und zerstörte grösstentheils die Befestigungen. Georg -von Podiebrad, dessen Familie – früher von Kunstadt, später -von Podiebrad genannt – sie nachher gehörte, verbrachte hier -einen Theil seiner Jugend. Nach der Schlacht am weissen Berge -wurde sie dem letzten Besitzer Ulrich Kostomlacky von Wřesowitz -confiscirt und gelangte schliesslich in den Besitz der gräfl. Familie -Ledebour, der sie bis jetzt angehört. Die Aussicht vom -Wartthurm, auf den eine bequeme Wendeltreppe hinaufführt, -ist überaus lohnend. Man übersieht den weiten Bogen des Erzgebirges -und die dazwischen liegende Ebene; die dichtbewaldeten -Kuppen des Mittelgebirges in wechselnder Form heben sich -kräftig von dem in nebelhafter Ferne verschwindenden Hintergrunde -ab. Nicht vergessen sei die kleine Restauration daselbst. -3. Ein <i>anderer</i> Weg nach Kostenblatt (etwa 2½ St. lang, reicher -an Abwechslung, geht von Teplitz auf der Bilinerstrasse -bis Kradrob. Fussgänger können hier bei der Schmiede links einbiegen -und gelangen auf einem Wege nach Křemusch (1 St. -von Teplitz). Hier ist ein schönes, dem Grafen Ledebour gehöriges -Schloss mit einem prächtigen Parke. Ein angenehmer -Fahrweg führt aus dem Parke zur Teufelsmauer, einer wildromantischen -Partie des Bielathales. Es ist das ein steiler, durch -Basaltlava gebildeter Abhang. Von hier eine schöne Aussicht -über das Bielathal.</p> - -<p>Von Křemusch hat man nach Kostenblatt zwei Wege, einen -näheren über Dollanken, Wohontsch (Station der Bielathalbahn, -eine kleine halbe Stunde von Křemusch), Niemetschen, Poratsch -und Aupoř, reich an herrlichen Ausblicken über ein stets -wechselndes Panorama nach Kostenblatt (etwas über 1 Stunde). -Der weitere Weg führt von Křemusch über Hostomitz nach -Schwatz (½ St.) (Station Schwatz-Kuttowitz), dem Mensalgute -des Prager Erzbisthums. Der einst berühmte Schlossgarten ist<span class="pagenum"><a id="Seite_191">[191]</a></span> -sehenswerth. Die ganze Gegend wird Geologen und Mineralogen -viel Interessantes bieten. Eine grossartige Rundschau bietet der -Basaltkegel hinter dem Dorfe, der sogenannte Paraplüberg. Von -Schwatz geht der Fahrweg in 1 St. nach Kostenblatt. Von da aus -kann man noch folgende interessante Touren machen. 1. Durch -anmuthige Wälder über Milleschau am Fusse des davon benannten -Milleschauer nach Wellemin (2 St.) zu dem reizenden -<i>Wopparna-Thale</i>. Bei Kleintschernosek kommt man heraus -und vergesse nicht hier in der ureigentlichen Heimat des berühmten -Weines eine diesbezügliche Quellenstudie zu machen. Indess hat -es in der neuesten Zeit damit einige Schwierigkeiten, aber damit -soll ja jedes Quellenstudium verbunden sein. 2. Nach Radowesitz -(¾ St.), dann weiter auf der über Trebnitz (am Fusse -des Kostial) nach Lobositz führenden Strasse bis zu einem rechts -befindlichen Hegerhause (keine Restauration) (etwa 1½ St.). Von -hier geht durch eine Rodung ein in seinem letzten Drittel etwas -steiler Weg auf den altehrwürdigen Radelstein. Ich sage altehrwürdig, -denn es bestand hier eine uralte Culturstätte. (Siehe -von Bilin aus! Retour nach Bilin und von da mit der Bahn -nach Teplitz.)</p> - -<h5 id="Ebene-Erz-Mittel">II. Die Ebene zwischen dem Erz- und Mittelgebirge.</h5> - -<p>Hier sei von der im Süden des Erzgebirges gelegenen Ebene -nur jener Theil in Betracht gezogen, der von Teplitz nördlich -liegt. Etwa von Kulm schrumpft sie in ein mehr oder minder -schmales Thal zusammen, in welchem sich bis Bodenbach das -Geleise der Dux-Bodenbacher Bahn befindet und soweit erstreckt -sich auch dieses Thal. In der Ebene ist die Braunkohlenformation -vorherrschend, fast ausschliesslich in ihrem westlichen Theile. -Im östlichen Theile treten allmählich und mit dem ansteigenden -Terrain desto mehr zusammenhängend Basalt, basaltische Tüffe -und Conglomerate, Phonolithe und Trachit, aus welchen das -zwischen dieser Ebene und dem Elbthale sich erhebende Gebirge -besteht, welches daher auch im Allgemeinen den Charakter des -Mittelgebirges trägt.</p> - -<p>In der Ebene erblickt man daher zahlreiche Kohlenwerke und -infolge des Reichthums an Kohle sind hier zahlreiche Industrie-Etablissements -entstanden, so dass diese Gegend zu den bevölkertsten -und productivsten Gebieten unseres Vaterlandes gehört.</p> - -<p>Doch hat sie auch noch ein anderes Interesse. Sie ist »ein -Tanzplatz des blutigen Ares.« Es sind seit den ältesten Zeiten -hier viele blutige Schlachten geliefert worden. Schon 1040 besiegte -hier der Herzog Břetislav die von Meissen kommenden<span class="pagenum"><a id="Seite_192">[192]</a></span> -Truppen des deutschen Kaisers Heinrich II. Im J. 1126 umzingelte -Herzog Soběslav die vereinigten Heere des Königs Lothar -und des Markgrafen Otto von Meissen. Diese erlitten hier eine -schwere Niederlage. Nach deutschen Quellen fielen hier über -270 Grafen und Edle. Der Grossmuth Soběslav's verdankte Lothar -den freien Abzug. Das Treffen fand am Sernitzbache statt, der, -im Erzgebirge entquellend, bei Kulm und Karbitz vorbeifliesst -und unweit von Aussig in die Biela mündet. Viel blutiger aber -war die Schlacht am 16. Juni 1426. Die Hussiten hatten unter -Prokop auf dem niedrigen, zwischen Karbitz und Türmitz sich -hinziehenden Bergrücken, der Bihana, ihre Wagenburg errichtet. -Das Kreuzheer der Deutschen rückte durch die Pässe des Erzgebirges -herein und griff die Hussiten an. Die wehrten den -Angriff ab und gingen nun selbst vor. Es entstand nun ein -furchtbares Gemetzel. Die Hussiten wüthend darüber, dass man -auf ihr Ansuchen, am Sonntag die Waffen ruhen zu lassen, nicht -eingegangen war, gaben keinen Pardon. Die Biela soll, wie eine -Chronik meldet, an diesem Tage roth zur Elbe geflossen sein. -15.000 Theilnehmer des Kreuzzuges deckten die Walstatt. Bei -einem Baume auf der Bihana zeigt man das sogenannte Blutloch, -wo 14 sächsische Heerführer den Tod fanden. Aussig wurde -vernichtet und lag 3 Jahre öde. Eine grosse Zahl von Burgen -und Schlössern, viele Klöster sanken in Ruinen. Und noch einmal -sollte dieser Boden mit Blut gedüngt werden. Am 27. Aug. 1813 -hatte Napoleon die Verbündeten bei Dresden geschlagen und -diese zogen sich zum Theil in die Pässe des Erzgebirges zurück -und zwar Fürst Schwarzenberg über Dippoldiswalde und Altenburg, -Ostermann und Barcley auf der über Peterswalde nach -Teplitz führenden Strasse. Vandamme sollte sie mit 30.000 Mann -verfolgen und die Niederlage vollständig machen. Am Tage der -Dresdner Schlacht war er von Pirna aufgebrochen und drängte -den russischen General Ostermann-Tolstoi über die Nollendorfer -Höhe in die Ebene herab. Ostermann, die grosse Gefahr der -Verbündeten sehend, suchte mit seinem Häuflein Russen, etwa -8000 Mann, die Franzosen so lange aufzuhalten, bis sich die -Preussen und Oesterreicher genähert hatten. Am 29. August -hielt er, trotzdem ihm eine Kanonenkugel den linken Arm zerschmettert -hatte, Stand, bis endlich Abends 6 Uhr Schwarzenberg -ihm Hilfe schickte. Vandamme besetzte Kulm und erwartete -Hilfe von Napoleon. Der aber theils im Glauben, dass Vandamme -stark genug sei, theils mit dem neuen Plane umgehend, die -Nordarmee unter Bernadotte anzugreifen, schickte sie nicht. Am -30. August stand daher die Sache für die Franzosen ungünstig. -Die beiden Divisionen des Generals Colloredo hatten sich mit -den Russen vereinigt und längs der ganzen Strasse von Pristen -an bis Arbesau wogte die Schlacht. Die russische Angrifflinie<span class="pagenum"><a id="Seite_193">[193]</a></span> -ging vom Fusse des Gebirges über die Kulmerstrasse von Pristen -bis gegen Karbitz, die österreichische von da bis gegen Deutsch-Neudörfel, -Graf Colloredo hatte die Franzosen umgangen und -durch einen brillanten Angriff von der Střisowitzer Höhe herabgedrängt. -Die Preussen standen bei Arbesau. Mit welcher Heftigkeit -gekämpft wurde, konnte man an einem mässig starken -Baume bei Kulm sehen; er war von 60 Kugeln durchlöchert. -Um 11 Uhr erschienen die Preussen unter Kleist, besetzten die -Peterwalderstrasse und griffen die Franzosen an. Alle ihre Versuche, -die Nollendorfer Höhe zu stürmen, scheiterten. Die Reiterei -unter Corbineau entkam allein. Nachdem sie mit ausgezeichnetem -Muthe gefochten, Vandamme war selbst verwundet, mussten sich -10.000 Mann ergeben; 5000 lagen todt oder verwundet auf dem -Kampfplatze. Die Vernichtung eines ganzen französischen Corps, -die Gefangennahme eines erfahrenen und tapferen Generals (Vandamme, -einer der fähigsten und energischesten Generale Napoleons, -geb. 5. Nov. 1771 in Kassel, war 1799 bereits Divisionsgeneral, -wurde nach seiner Gefangennahme nach Sibirien verbannt, kehrte -1815 zurück und starb, ohne mehr eine Anstellung zu bekleiden, -den 15. Juli 1830 in Kassel), erfüllte die Verbündeten mit neuen -Hoffnungen. Für Napoleon war diese Niederlage, sowie fast -gleichzeitig verlorene Schlacht an der Katzbach der Anfang in -der verhängnissvollen Wendung seines Schicksals. Der Sieg wurde -in Teplitz, von wo am 31. Aug. der Bericht in den Zeitungen -veröffentlicht wurde, am 1. und 2. Sept. gefeiert. Doch war -noch nicht hier alle Gefahr beseitigt. Denn auf den Höhen des -Erzgebirges kam es zu neuen Gefechten. Napoleon zog einen -grossen Theil der Truppen zusammen und suchte über Nollendorf -in Böhmen einzufallen. Der wichtigste Tag war der 17. Sept. -Die Franzosen waren bis Arbesau vorgedrungen, Napoleon war -in Nollendorf auf dem Kirchthurme; später wurde ein Pferd -unter ihm verwundet. Doch wurden seine Truppen verdrängt -und in grösster Unordnung zurückgeworfen, General Kreutzer -mit 2000 Mann gefangen. Hiebei zeichneten sich besonders -Oesterreicher unter Feldzeugmeister Grf. Colloredo-Mansfeld aus. -Teplitz war während dieser ganzen Zeit das Quartier der alliirten -Monarchen. Kaiser Franz wohnte im Schlosse, Kaiser Alexander -im »goldenen Kreuz«, König Friedrich Wilhelm im »Herrenhaus«. -General Ostermann, der zuerst am Schlachtfeld, ungefähr an der -Stelle, wo jetzt das russische Monument steht, amputirt wurde, -lag im Hause Nr. 181 »Zur goldenen Brücke«, wo er nochmals -operirt und glücklich hergestellt wurde. Im Teplitzer Thale hatte -sich nun das ganze Hauptheer der Verbündeten an 200.000 Mann -gesammelt, um Anfangs October gegen Leipzig aufzubrechen. -Es sei aus dieser Zeit noch zweier Tage erwähnt. Am 9. Sept. 1813 -wurden im Teplitzer Schlosse die Freundschafts- und Allianz-Tractate<span class="pagenum"><a id="Seite_194">[194]</a></span> -zwischen Oesterreich, England, Russland und Preussen -unterzeichnet und ratificirt. Am 27. Sept. wurde der Jahrestag -der Thronbesteigung Kaiser Alexanders gefeiert. Die russische -Garde hatte in Turn im Hause Nr. 37 einen Saal für 300 Personen -errichtet; an dem Festmahle nahmen die drei Monarchen, sowie -die Spitzen der Diplomatie und der Heere Theil.</p> - -<p>Mehr wie ein halbes Jahrhundert hat die Spuren des Krieges -verwischt, aber jeder wird der gefallenen Helden gedenken, wenn -seine Blicke den Denksäulen begegnen, die in dankbarer Verehrung -den Kämpfern jener Tage errichtet wurden. Sie stehen -alle an der Strasse, die von Teplitz über Kulm nach Peterswalde -führt. Das nächste, etwa 1½ St. von Teplitz entfernte ist das -russische, unweit von Pristen, welches auch in künstlerischer -Beziehung das hervorragendste ist. Auf einem Granitsockel erhebt -sich das Fussgestell, welches die 9 Fuss hohe Nachbildung der -in Brescia aufgefundenen geflügelten Siegesgöttin Victoria trägt. -Die Vorderseite hat eine lat. Inschrift, welche das Factum vom -28. Sept. 1813 berichtet, die der Rückseite gibt den Tag der -Grundsteinlegung (am 29. Sept. 1835) und die Namen der Monarchen, -welche Zeugen dieser Feierlichkeit waren, die zweite -und vierte Seite enthalten ebenfalls lat. Widmungsinschriften, -ohne, wie mehrfach in Führern zu lesen ist, die Namen russischer -Krieger aufzuführen. Um das Monument ist ein kleiner -Garten; der in dem dabei befindlichen Häuschen wohnende -Veteran ist der Custos.</p> - -<p>Gleich hinter diesem Monument sieht man ein von der Strasse -in einer ¼ St. erreichbares Wäldchen. Das ist eine sehr denkwürdige -Stelle. Denn selbst eine geraume Zeit nach der Schlacht -stellte es sich heraus, dass im Waldgebirge, auf allen Feldern, -in Schluchten und Abgründen eine Menge Schädel und Gebeine -der Gebliebenen fast zu Tage lagen. Da liess Josef Graf Westfalen -durch hunderte von Arbeitern alle diese menschlichen Ueberreste -sammeln und in einem grossen gemeinsamen Grabe feierlich -beerdigen. Es steht dort über Felsenstücken ein Steinkreuz und -an seinem Fusse liest man die Worte:</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Hier ruhen die in den nahen Wäldern in neuerer Zeit noch -aufgefundenen Schädel und Gebeine von den an den Schlachttagen -1813 Gebliebenen.</p> - -<p class="center"> -Sie ruhen im Frieden. 1835. -</p></div> - -<p>Die feierliche Einweihung geschah erst am 26. Aug. 1836.</p> - -<p>Von hier erreicht man bald Kulm<a id="FNAnker_3_3"></a><a href="#Fussnote_3_3" class="fnanchor">[3]</a> selbst. Hier ist ein Schloss -der Grafen Westfalen. Das Dorf hat etwa 120 Häuser und gegen<span class="pagenum"><a id="Seite_195">[195]</a></span> -700 Einwohner. Als Gasthäuser sind die Morgenröthe und Gürtlers -Gastwirthschaft zu empfehlen. Nachdem in den Schlachttagen -der ganze Ort fast in Flammen aufgegangen war – es blieben nur -die Kirche, das Pfarrgebäude und wenige Häuser verschont – -ist er in seiner jetzigen Gestalt grösstentheils neu erbaut. Sonntag -am 29. Aug. 1813 ging es hier gar fröhlich zu. Vandamme hielt -offene Tafel, der hier vorgefundene Wein floss in Strömen. »Jeudi, -messieurs nous dinerons à Prague«, rief er seinen Offizieren zu. -Es erfüllte sich die Prophezeiung, er kam bald nach Prag, aber -als Gefangener. Der Hügel nördlich von Kulm bietet eine hübsche -Aussicht, aber nicht nach allen Seiten, und trägt die im J. 1691 -errichtete Dreifaltigkeitskapelle.</p> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_3_3"></a><a href="#FNAnker_3_3"><span class="label">[3]</span></a> Station der Dux-Bodenbacher Bahn, etwas über 20 Min. vom Bahnhof -entfernt, vom Karbitzer Bahnhof 1 Stunde.</p></div> - -<p>Auf derselben Strasse den Weg fortsetzend, gelangt man nach -etwa einer halben Stunde zu dem links von der Strasse stehenden -preussischen Monumente. Es ist einfach und anspruchslos, auf -einem Piedestal erhebt sich eine Spitzsäule,<a id="FNAnker_4_4"></a><a href="#Fussnote_4_4" class="fnanchor">[4]</a> die von einem -eisernen Kreuze gekrönt wird. Die kurze Inschrift lautet: Die -gefallenen Helden ehret dankbar König und Vaterland. Sie ruhen -im Frieden. Kulm, 30. Aug. 1813. Es wurde vom preussischen -Könige Friedrich Wilhelm III. errichtet und am 30. Aug. 1817 -feierlich enthüllt. Es ist daher das erste Monument. Rechts von -der Strasse liegt der Ort Arbesau mit etwa 400 Einwohnern in -gegen 70 grösstentheils neu gebauten Häusern. Einige Schritte -auf der Chaussee weiter, an dem Invalidenhäuschen und dem -Wirthshause zur Post vorüber, erblickt man rechts an der Strasse -das österreichische Monument. Es ist 54 Fuss hoch und stellt -eine auf gemauertem Piedestal stehende vierseitige Pyramide vor, -deren Spitze der österreichische Doppelaar, einen Lorbeerkranz -haltend, schmückt.</p> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_4_4"></a><a href="#FNAnker_4_4"><span class="label">[4]</span></a> Im Jahre 1857 wurde das Monument erhöht und man sieht nun das -Brustbild Friedrich Wilhelms III. und den preussischen Adler.</p></div> - -<p>Am Fusse der Pyramide liegt der böhmische Löwe. Der unterste -Würfel trägt folgende Inschriften:</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Vorn:</p> - -<div class="poem"><div class="stanza"> -<span class="i0">Den Feinden furchtbar,<br /></span> -<span class="i0">den Seinen theuer.<br /></span> -</div></div> - -<p>Rechts: Das österreichische Heer einem seiner Führer -auf dem Felde des Ruhmes.</p> - -<p>Hinten: Arbesau, am 17. Sept. 1813.</p> - -<p>Links: Dem Vaterlande und seinen Freunden zu früh entrissen.</p></div> - -<p>Weiter befinden sich am untern Theile der Pyramide folgende -Basreliefs und Inschriften:</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_196">[196]</a></span></p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Vorn: Das Bildniss des Verewigten mit der Umschrift:</p> - -<p class="center"> -Hieronymus Graf Colloredo-Mannsfeld,<br /> -k. k. General-Feldzeugmeister. -</p> - -<p>Rechts: Geboren den 30. März 1775.</p> - -<p>Hinten: das gräfliche Wappen.</p> - -<p>Links: Gestorben den 23. Juli 1822.</p></div> - -<p>Eine Balustrade umgibt das Piedestal.<a id="FNAnker_5_5"></a><a href="#Fussnote_5_5" class="fnanchor">[5]</a></p> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_5_5"></a><a href="#FNAnker_5_5"><span class="label">[5]</span></a> Es sei noch erwähnt, dass Graf Colloredo unweit des Denkmals ein -Pferd unter dem Leibe verlor.</p></div> - -<p>Es ist das Denkmal vom österr. Heere errichtet und am -17. Sept., dem Tage der Schlacht von Arbesau – nicht zu verwechseln -mit der Schlacht bei Kulm – im Jahre 1825 eingeweiht -worden.</p> - -<p>In einer kleinen Entfernung davon befindet sich noch ein -Denkmal, und zwar am Bache auf dem freien Felde. Ein grosser -unbehauener Felsblock trägt ein 5 Fuss hohes eisernes Kreuz. -Es ist das ein Andenken an den am 30. Aug. 1813 gefallenen -preussischen Major von Röder. Das Gitter am Eingang trägt -das Wappen des Verstorbenen.</p> - -<p>Das wären alle Denkwürdigkeiten der Ebene. Die am Fusse -des Erzgebirges liegenden Orte sind bei diesem erwähnt.</p> - -<h5 id="Erz-Quadersandstein">III. Das Erzgebirge und das Quadersandsteingebirge.<br /> -(Von <i>Niklasberg</i> bis zum <i>Elbethal</i>.)</h5> - -<p>Diese beiden Gebirgssysteme sind geologisch wesentlich verschieden -und bieten daher landschaftlich ganz andere Bilder. -Als Grenze zwischen beiden kann man die von Königswalde -über Tyssa nach Raitza führende Strasse im allgemeinen gelten -lassen.</p> - -<p>Das Erzgebirge hat hier keine Vorberge gegen die Ebene -mehr. Die Längenthäler hören ganz auf, die Querthäler werden -oft schluchten- oder passartig und führen auf das Plateau hinauf. -In Beziehung auf die Höhe, die am östlichsten Ende des Erzgebirges -bei Nollendorf und Peterswald bis zu 630 m. herabsinkt, -sowie auf die Mannigfaltigkeit der Gliederung steht dieser östliche -Theil dem westlichen weit nach und je weiter man ostwärts -schreitet, desto grösser wird die Einförmigkeit, sowohl in geologischer -als orographischer Beziehung.</p> - -<p>Es zerfällt dieser Theil des Erzgebirges in zwei Gebiete. Das -des Porphyrs (desselben wie in Teplitz) von der Niklasberger -bis etwa zur Mückenberger Strasse, und das des Gneises, von -hier bis zum Quadergebirge. Doch findet sich Granit vor im<span class="pagenum"><a id="Seite_197">[197]</a></span> -Norden von Ebersdorf und bei Sellnitz, der Spitzberg nördlich -von Schönwald ist merkwürdigerweise ein Basaltkegel.</p> - -<p>In touristischer Beziehung gehört dieser Theil zu den dankbarsten -Gebirgen. Man findet da herrliche Thäler mit schönen -Wiesen und bewaldeten Abhängen, schattige Wälder, reizend -gelegene Ortschaften; besonders anziehend sind die häufigen stets -wechselnden grossartigen Aussichten auf die Ebene mit ihren -vielen Städten und Dörfern, Feldern und Eichen und immer -ist dieses Bild durch den Hintergrund des gipfelreichen Mittelgebirges -abgeschlossen. Die Wanderung ist eine leichte, eine -grosse Zahl guter Strassen und Wege bietet sich dar. Auch für -Unterkunft ist gesorgt, man findet in den weit sich hinziehenden -Wäldern bald Forsthäuser, die allerlei Erfrischungen im Vorrath -haben, bald erreicht man grosse Dörfer mit verschiedenartigen -Industrien. Diese haben Gasthäuser, in denen man das Nothwendige -für Ruhe und Erquickung vorfindet. Eine besondere -Annehmlichkeit bietet die längs des ganzen Gebirges sich am -südlichen Abhange dahin windende Dux-Bodenbacher Eisenbahn, -man hat eine leichte Verbindung mit den grösseren Städten -(Teplitz, Brüx, Aussig, Bodenbach). Aber auch das Plateau hat -seine Reize, hier seien vorläufig nur erwähnt die weiten Ausblicke -in das Sachsenland. Und schliesslich hat noch das Erzgebirge -auch in diesem Theil etwas vor den anderen Gebirgen -Deutschlands voraus: ein fleissiges Volk wohnt da, jedes Dörfchen, -jedes Städtchen ist die Stätte ununterbrochenen Gewerbfleisses.</p> - -<p>Von Teplitz aus dürften sich folgende Touren am besten -empfehlen:</p> - -<h5 id="Teplitz-Kosten">I. Nach Kosten und Niklasberg.</h5> - -<p>Kosten erreicht man am bequemsten, wenn man von Teplitz -per Bahn (Dux-Bodenbacher Bahnhof eine ¼ St. von der Stadt -auf der Eichwalder Strasse) dahin fährt, da die hinführenden -Wege nur wenig Interessantes haben. Die Station Kosten beim -Orte selbst. Man gehe durch den Ort zu der schon von weitem -sichtbaren neuen Kirche zu, der Weg bietet eine hübsche Aussicht -auf das Gebirge und die Ebene. Unweit der Kirche ist der -Eintritt in den Park; die gerade ausführende Strasse führt über -Doppelburg nach Eichwald (1 St.), ein sehr zu empfehlender -Weg, der eine Fülle von schönen Waldpartien, Durchsichten, -Wiesen bietet, und speciell sei hier einer altehrwürdigen Eiche -mit gewaltigen weithin ragenden Aesten gedacht. Das Jagdschloss, -dem Fürsten Lobkowitz gehörig, hat eine sehr anmuthige Lage. -Die an der Wegtheilung links abgehende Strasse führt nach -Niklasberg (1½ St.). Um nun zu dem prachtvollen, aber wenig<span class="pagenum"><a id="Seite_198">[198]</a></span> -bekannten Aussichtspunkte <i>Wolfstein</i> zu kommen, verfolge -man diese Strasse von Kosten aus fort immer gerade aus. Nach -einer ½ St. erreicht man das in Waldeseinsamkeit versteckte -Forsthaus Fuchshütte oder Fuchswarte, wo Erfrischungen zu -haben sind. Bisher können Wägen fahren. Wenn man auf einem -ziemlich steilen Wege etwa 20–30 Min. aufwärts gestiegen ist, -achte man auf einen links abgehenden schmalen, aber ausgetretenen -Pfad. Schon nach wenigen Minuten hat man die merkwürdige -Porphyrformation des Wolfssteines vor sich.</p> - -<p>Eine kleine Holzhütte bietet Ruhe und Erholung.</p> - -<p>Die Aussicht von hier wird von Vielen jener vom Mückenthürmchen -gleichgestellt. Man überblickt ein weites wechselvolles -Panorama. Im Norden und Osten ein herrlicher Wald, -der sich stundenweit an den Abhängen des Erzgebirges hinzieht, -und den kein anderer Aussichtspunkt in solcher Masse überblicken -lässt. Gegen Süden und Westen die Ebene mit allen -ihren oft schon erwähnten Schönheiten, die den Blick auf sie -immer neu und immer reizend machen.</p> - -<p>Darauf geht es zurück auf jenen Weg, der dann nach etwa -¼ Stunde auf eine Strasse trifft. Geht man nun nach links, -erreicht man in einer halben Stunde Niklasberg, nach rechts -führt die Waldstrasse in etwa 1 Stunde nach Eichwald.</p> - -<p>Niklasberg ist eine auf einem Abhange gebaute Bergstadt, -die ehemals, als noch der Silberbergbau sich lohnte, sehr wohlhabend -war. Heute leben die Einwohner (etwa 600) zumeist -von der Oekonomie. Das vorzüglichste Gasthaus ist das zum -Rathhaus mit guter Unterkunft. Empfehlenswerthe weitere Touren -von hier sind:</p> - -<p>1. Nach <i>Zaunhaus und Rehefeld</i> (königl. sächsisches -Jagdschloss). Der Weg, reich an landschaftlichen Schönheiten, -geht rechts von der aus Niklasberg nach Neustadt über die Grenze -– nächster grösserer Ort in Sachsen ist Frauenstein (3 St.) – -führenden Strasse. Man steigt unweit der Stadt (keine Viertelstunde) -rechts auf den Hügel an der Strasse. Die Partie über -Rehefeld nach Altenberg oder Geising (beides sächsische Städte -mit guter Unterkunft) beträgt etwa 3 St.</p> - -<p>2. Zum <i>Jagdschloss nach *Eichwald</i> (2 St.). Der Weg -dahin ist eine etwa 20 Min. steil aufsteigende, zerfahrene Waldstrasse. -Später bietet sie eine grossartige Aussicht über den -waldigen Abhang in die Ebene.</p> - -<p>3. Nach <i>Klostergrab und Kosten</i> durch den sogenannten -<i>Hüttengrund</i>. Es ist das ein sehr anmuthiger, von -einem starken Bache durchrauschter Thalweg.</p> - -<p>An seinem Ende eine gute Restauration. Von Niklasberg -nach Kosten etwa 1½ St., so dass die ganze Tour über den -Wolfsstein sich bequem in 4 Stunden machen lässt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_199">[199]</a></span></p> - -<h5 id="Eichwald">II. Nach Eichwald-Doppelburg-Zinnwald.</h5> - -<p>Von Teplitz führt nach Eichwald eine gute Strasse in 1 Stunde -an Zuckmantel vorbei, dessen Bessemerstahlwerk besichtigenswerth. -Auch zahlreiche Omnibusse stellen die Verbindung her -mit diesem aufstrebenden klimatischen Kurorte. Ein anderer, -etwas längerer Weg, der mehr Abwechslung bietet, führt durch -die Orte Weisskirchlitz (auch über Turn) und Wistritz an -mehreren grossen Industrie-Etablissements vorbei.</p> - -<p><i>Eichwald</i> – der lohnendste und beliebteste Ausflugsort von -Teplitz aus – erstreckt sich mit seinem oberen Theile tief in -das Erzgebirge hinein. Einen besonderen Reiz gewähren die zahlreichen -Aussichtspunkte, die immer wechselnde Bilder zeigen, -sowie die sich weit hinziehenden wenig oder nur sanft ansteigenden -Spaziergänge durch die schattigen und duftenden -Waldungen, wo man eine würzige und kräftigende Luft athmet.</p> - -<p>Die Zahl der zur Aufnahme von Kurgästen vollkommen eingerichteten -Kurhäuser und der geschmackvollen Villen im steten -Zunehmen begriffen.</p> - -<p>Kuranstalten sind die von Dr. Brecher vorzüglich geleitete -Kaltwasserheilanstalt und das im Jahre 1879 erbaute grossartige, -musterhaft eingerichtete Theresienbad. Beide bieten verschiedenartige -Bäder nach medicinischen Vorschriften.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Restaurationen</b> und <b>Gasthöfe</b>: Das Waldschlösschen, Waldesruhe, Dankbarkeit -und Theresienbad. Besonders kann das letzte eine grosse Zahl -Fremder aufnehmen. Die Preise sind im Ganzen dieselben, wie in Teplitz. -Die Kurtaxe beträgt 2 fl. per Person.</p> - -<p>Ein <b>Post- und Telegraphenamt</b> ist ebenfalls im Orte.</p> - -<p>Besuch von Kurgästen (bis über 600 oft aus weiter Ferne) sowie der -Touristenverkehr sind im steten Aufsteigen begriffen.</p></div> - -<p>Um die Hebung des Ortes hat sich besonders verdient gemacht -der bekannte Industrielle Anton Tschinkel aus Lobositz, -der auch im unteren Theile des Ortes eine grosse Siderolithwaarenfabrik -besitzt.</p> - -<p>Partien von Eichwald aus.</p> - -<p>In der unmittelbaren Umgebung, östlich von der Hauptstrasse:</p> - -<p>1. <i>Der Mühlberg</i> mit einem »Tempel«, der eine grossartige -Fernsicht bietet.</p> - -<p>2. <i>Der Vogelherd</i> (auch Schlichtelberg), dessen Aussicht -deswegen interessant ist, weil man keine Häuser, sondern nur -weite Bergrücken mit prachtvollen Waldungen überblickt.</p> - -<p>3. <i>Der Parapluieberg</i> (nur ein kleiner Hügel), ein angenehmer -Ruhepunkt.</p> - -<p>Westlich von der Strasse auf <i>den Rehberg</i>.</p> - -<p>4. <i>Die Manfredterrasse</i>, von der man das ganze Eichwalder -Thal mit seinen Villen und Wohnhäusern übersieht.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_200">[200]</a></span></p> - -<p>5. Die <i>Franz Josef-Terrasse</i> (Restauration) mit einem -weiten Ausblick in die Ebene.</p> - -<p>Weitere Touren sind:</p> - -<p><i>a</i>) <i>*Doppelburg</i> (½ St.), ein 1703 im chinesischem Geschmacke -erbautes Jagdschloss in der Form eines achteckigen -Sternes, dessen Spitzen ebensoviel in den Wald gehauenen -Alleen entsprechen. Die Restauration unter hohen Bäumen vor -einer Wiese. In ihrer Nähe immer einige Hirsche, die durch -Gewohnheit so zahm geworden sind, dass sie sich dargereichtes -Brod aus der Hand holen.</p> - -<p><i>b</i>) <i>*Schweissjäger</i> (20 Min.), ein mitten im Walde gelegenes -Försterhaus mit prachtvoller Fernsicht (Restauration).</p> - -<p><i>c</i>) Das fürstliche <i>Lobkowitz'sche Jagdschloss</i>, auch -<i>Jagdhaus</i> genannt (1½ St.). Man geht auf der Strasse von -Eichwald gegen Zinnwald bis zu der Lobkowitz'schen Brettmühle, -von hier geht links eine Strasse ab, die hinauf führt. -Das Forsthaus liegt sehr hübsch, die Aussicht lohnend. Der -eigentliche Aussichtspunkt liegt etwa ¼ St. weiter, dürfte aber -gegenwärtig verwachsen sein.</p> - -<p><i>d</i>) <i>Der *Seegrund</i>, eine angenehme Waldpartie, die für den -Geologen, Naturforscher und Forsttechniker manches Interessante -haben wird. Man geht auf der Zinnwalderstrasse bis zur Försterei -Seegrund (auch eine Mühle und Restauration) (von Eichwald -1½ St.) hier links ab durch einen Durchschlag bis zu dem -Moorgrund (gegen 2 St. Umfang), wo die Mooskiefer in dem -Torf- und Moosboden gedeihlich wächst.</p> - -<p>Dass solche Moore kolossale Wasserreservoire sind, sei als -bekannt hier nur erwähnt.</p> - -<p><i>e</i>) <i>Zinnwald</i>, ein ausgedehntes Dorf, das in Böhmisch- und -Sächsisch-Zinnwald zerfällt. Von Eichwald etwa 2 St. entfernt. -Fussgänger mögen vor der Seegrundmühle oder gleich nach ihr -die Strasse rechtsab verlassen, um die letzte Serpentine zu vermeiden.</p> - -<p>Es liegt auf dem Kamme des Erzgebirges und hat den -grössten Theil des Jahres ein sehr rauhes Klima, das meist nur -die Kartoffel aufkommen lässt. Das Getreide wird selten reif, -es muss oft noch unter Schneewehen gemäht und kann dann -nur als Viehfutter verwendet werden. Wer da hinaufkommt, -staunt über den klimatischen Contrast, den schon eine Entfernung -von 2 Stunden bewirkt. Wenn unten im Flachlande -drückende Hitze herrscht, ist hier oben eine kühlende Frische. -In den Sommermonaten ist daher ein Spaziergang hinauf sehr -angenehm.</p> - -<p>Von Gasthäusern für längeren Aufenthalt und Nachtherberge<span class="pagenum"><a id="Seite_201">[201]</a></span> -sind empfehlenswerth: »Zur Saxonia«, »Biliner Bierhalle« und -»Der sächsische Reiter.«</p> - -<p>Sehenswerth sind folgende Punkte:</p> - -<p>Auf der Strasse unweit vom österr. Zollamt bei einer alten -Eiche ist eine hübsche Aussicht auf den Schneeberg, den König- -und <i>Lilienstein</i>;</p> - -<p>dann beim sogenannten »alten Forsthause« oder bei dem -»Schupfenhau«; und südlicher, mehr landeinwärts bei den »Brücken -oder bei dem Lugstein«, hier »Lochstein« genannt. Es ist hier -der höchste Punkt von Zinnwald.</p> - -<p>Ein weiterer herrlicher Aussichtspunkt ist der <i>*Geisinger -Berg</i> bei der Stadt Altenberg und Geising (ersteres ¾ St., -letzteres ½ St. von Zinnwald) gegen Norden. Er soll einst ein -Vulcan gewesen sein. Auf der Spitze, zu der ein schöner Fussweg -führt, steht ein Ahornbaum, der durch eine Wendeltreppe -erstiegen werden kann. Die Aussicht wird jeder Besucher zu -den schönsten zählen.</p> - -<p>In Altenberg sind die Pochwerke und Zinnschmelzereien, sowie -die »grosse Pinge«, eine Erdsenkung, sehenswerth.</p> - -<p>Von Zinnwald kann man in 1½ St. gegen Westen das Dorf -<i>Zaunhaus</i> (<i>schon erwähnt</i>) auf einem sehr hübschen Fahrwege -durch den Wald erreichen, daselbst das Jagdschloss des -sächs. Königs »<i>Rehefeld</i>«.</p> - -<p>Nordwestlich von Zinnwald liegt mitten im Walde <i>der -*Kahlenberg</i>, dessen Thurm eine weite Fernsicht bietet. Der -Schlüssel ist in dem eine ¼ St. entfernten Gasthause »Zum Paradies« -auf der Zaunhaus-Altenberger Strasse zu bekommen.</p> - -<p>Der Kahlenberg ist von Hinterzinnwald in 1 St., von Altenberg -in ½ St. zu erreichen.</p> - -<p>Weitere Ausflüge sind nach den sächsischen Städten <i>Bärenstein</i> -und Lauenstein.</p> - -<p>Zu erwähnen ist noch, dass die Gegend bei Zinnwald für -Naturforscher, besonders Mineralogen, Geologen und Botaniker -sehr interessant ist. Die Zinnbergwerke sind wegen des billigen -Zinnes nicht mehr im Betrieb. Die Bewohner leben meist von -Bast-, Holz- und Strohflechtereien, sowie von Waldarbeiten.</p> - -<p><i>f</i>) <i>Siebengiebel und Vorderzinnwald.</i> Von Eichwald -auf der vom Fürsten Clary gebauten Strasse – an der Claryschen -Sägemühle vorbei – in 1½ St. erreichbar; der Weg führt -durch schönen Wald, die Neigung gering. Wo der Wald an -der Südseite der Strasse aufhört, fängt eine weite Aussicht über -das Teplitzer Thal an; der Bergrücken, von dem aus man sie -geniesst, heisst der »Eisknochen«. Siebengiebel ist ein anmuthig -gelegenes Försterhaus, Erfrischungen sind daselbst zu haben.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_202">[202]</a></span></p> - -<p>Vorderzinnwald ist von hier kaum eine Viertelstunde, (Hinter-) -Zinnwald eine halbe Stunde entfernt.</p> - -<h5 id="Mueckenberg">III. Mückenberg-Graupen-Mariaschein.</h5> - -<p>Graupen ist zu erreichen von Teplitz aus entweder auf der -Strasse über Turn (bei der Mauth links ab), Soborten an der -Prokopikirche, auch Bettelmannskirche genannt, weil der Sage -nach von einem Bettelmann aus Almosengeldern erbaut, stand -schon im 12. Jahrh., vorbei (hier bei der Restauration links ab) -rechts geht es nach Mariaschein, in etwa 1½ St.</p> - -<p>Angenehmer und kürzer ist folgender Weg; man geht durch -den Park von Probstau, an der Strasse in nordwestlicher Richtung -einige Schritte fort bis dorthin, wo sich die Strasse nach Norden -(zu dem Orte Judendorf) dreht, <i>hier verlässt man sie, um -an einem Kreuze</i> über einen Bach zu schreiten. Der weitere -Weg ist nicht zu verfehlen, da man Graupen vor sich sieht.</p> - -<p>Man passirt die Bahnstrecke (Dux-Bodenbacher, Station Rosenthal), -daher auch mit der Bahn zu erreichen.</p> - -<p>Setzt man nun den Weg gleich hinter der Station gegen das -Gebirge fort, so gelangt man an die Eichwald-Graupner Strasse, -diese passirt man schräg rechts und findet sofort wieder einen -Pfad, der dann sowohl auf <i>die Rosenburg</i>, als auf die -<i>Wilhelmshöhe</i> und in den Ort <i>Graupen</i> führt. Von Eichwald -führt die erwähnte Strasse in 1 Stunde über Pihanken, -Dreihunken, Judendorf hin. Auf ihr schöne Aussicht auf das Thal.</p> - -<p><i>Graupen</i>, Bergstadt, an 3000 Einw. zählend, die sich von -Kohlen-Zinnbergbau, der Fabrication von Wirkwaaren, Dachpappe -und Korbflechtereien nähren, ist ein Specificum in seiner -Erscheinung. Es ist sehr lang in das mitunter ziemlich steilsteigende -schmale Thal hineingebaut. Die Bauart oft alterthümlich. -(Gasth. Stadt Dresden.) In der Kirche ist eine Darstellung -des Fegefeuers sehenswerth. Zu erwähnen ist die heilige Stiege, -die man kniend zu erklimmen pflegt.</p> - -<p>Aussichtspunkte sind: <i>a</i>) die <i>*Wilhelmshöhe</i>, nach König -Friedrich Wilhelm III. von Preussen benannt, dessen Lieblingsplatz -das hier war. Die Aussicht prachtvoll, die Restauration -sehr gut.</p> - -<p>Etwas höher ist <i>b</i>) die <i>*Rosenburg</i>, die Aussicht daher auch -weitgreifender, ohne bedeutenden Unterschied. Es ist hier eine -Ruine, die nach den erhaltenen Resten zu schliessen, eine der -schönsten und grössten in Böhmen sein musste. Sie wurde um -1330 von Timo von Kolditz erbaut, von den Taboriten auf ihrem -Zuge gegen Sachsen 1429 erstürmt, wurde jedoch bald darauf -wieder hergestellt, 1584 kam sie in kaiserlichen Besitz, 1619 -kaufte sie die Stadt. Mit dem traurigen Verfall der ehemals<span class="pagenum"><a id="Seite_203">[203]</a></span> -wohlhabenden Stadt Graupen verfiel sie auch selbst. Der mittlere -Theil der Ruine ist in einen Rosengarten verwandelt und bietet -einen herrlichen Anblick. Die Fernsicht von dem Pavillon ist -eine der reizendsten. (Restauration.)</p> - -<p>Eine etwas weitere Partie, aber jedenfalls die lohnendste ist -der <i>Mückenberg</i> mit dem Aussichtspunkte <i>*Mückenthürmchen</i>, -das zugleich Restauration ist und selbst für die Nacht -gute Unterkunft bietet</p> - -<p>Es führt eine Chaussée hinauf, die Hauptstrasse aber in -Graupen, die sich dann nach Sachsen fortsetzt, in das Müglitzthal -nach Lauenstein und Bärenstein, in etwas mehr als 1½ St. Der -Wanderer zu Fuss kann oberhalb Graupen, bei einer grossen -Biegung der Strasse nach links, rechts auf einem etwas steileren, -aber kürzeren Weg über die Ortschaft Obergraupen entweder -wieder die Strasse erreichen, dann beim Mauthaus rechts, an der -1700 erbauten Sct. Wolfgangskapelle vorbei, oder direct auf -leicht auffindbaren Pfaden zu der Restauration gelangen.</p> - -<p>Das Mückenthürmchen nimmt eine derartige isolirte Stellung -ein, dass die Aussicht nach allen Seiten ungehemmt ist. Am -grossartigsten ist der Blick nach Böhmen. Als Grenzpunkte der -Aussicht seien erwähnt: nach Süden über den gar merkwürdig -klein erscheinenden Schlossberg weg sind es die Höhen des -Mittelgebirges; im Südosten der Geltsch, der Říp bei Raudnitz, -die Bösige und der Jeschken bei Reichenberg. Im Osten in -weiter Ferne der Höhenzug des Riesengebirges, die Lausitzer -Berge und der Iserkamm. Nach Norden hin ist die Aussicht -weniger bedeutend, gar auffällig ist der Gegensatz der rauhen, -ziemlich unfruchtbaren, an Abwechslung armen Gegenden gegen -die fruchtbare Ebene im Süden. Man sieht die Elbhöhen bei -Dresden und bei sehr klarem Wetter durch ein gutes Fernglas -hat Schreiber dieses die Thürme der kath. Kirche in Dresden -gesehen. Nach Westen sieht man die Fortsetzung des Erzgebirges; -über Ossegg, an seinen rothen Thürmen leicht kenntlich, -ragt der schon erwähnte Wieselstein, in weiter grauer -Ferne der Fichtelberg bei Joachimsthal und noch das Fichtelgebirge -(Ochsenkopf?) hervor. Die Rundschau umfasst einen -Kreis von 350<sup>km</sup> Durchmesser. Die Aussicht wird von vielen -mit der vom Brocken und der von der Schneekoppe verglichen.</p> - -<p>Erwähnt sei noch die uralte Glocke im Thurme, die einst -den Bergleuten zum »Einfahren« in die Zinnwerke geläutet -haben soll, dann weiter der grosse Erdsturz unmittelbar bei -dem Gebäude.</p> - -<p>Von hier gehen Wege ab: über Siebenhügel nach Zinnwald -1½ St. und Eichwald (2½ St.), über Voitsdorf in das Müglitzthal -(1 St.), über Ebersdorf, Streckenwald nach Schönwald (Spitzberg) -(2½ St.) oder von Streckenwalde zur Nollendorfer Höhe<span class="pagenum"><a id="Seite_204">[204]</a></span> -(2½ St.), endlich noch über Ebersdorf nach Adolfsgrün und -Hintertellnitz, dann durch das Tellnitzer Thal zur Station Tellnitz -über 3 St.</p> - -<p><i>*Mariaschein</i> (Station der Aussig-Teplitzer E. etwa 20 Min. -entfernt) ist von Teplitz eine Stunde, von Graupen einige Minuten -entfernt. Es ist als wunderthätiger Wallfahrtsort weithin -bekannt, von Pfingsten bis Ende December kommen zahlreiche -Processionen von Nah und Fern allwöchentlich hier an. Die -Kirche, reich ausgestattet – das Gnadenbild in goldener Kapsel -am Hochaltar – ist von einem Kreuzgange umgeben, in welchem -sich zahlreiche Kapellen der Clary-Waldstein, Lobkowitz und -mehrerer Städte befinden. Die vielfach beschädigten Wandgemälde -haben Bezug entweder auf die Gründung des Klosters oder auf -stattgefundene Wunder.</p> - -<p>Ueber die Entstehung des Gnadenortes erzählt die Sage Folgendes: -Nach der Zerstörung des Nonnenklosters in Schwaz durch -die Hussiten verbargen die fliehenden Nonnen die Holzfigur -»Maria mit dem entseelten Körper ihres Sohnes im Schoosse« -in das Laubwerk einer Linde. Als nun eine Magd in der Nähe -dieses Baumes von einer Schlange angegriffen wurde, rettete sie -ein flehender Blick zu dem plötzlich offen erscheinenden Gnadenbilde. -Das nun dadurch bald berühmt gewordene Bild wurde -nach Graupen feierlich abgeholt, verschwand aber mehreremal -auf den früheren Ort. 1442 wurde daselbst von Albert von -Kolowrat eine Kapelle erbaut, und der Ruf des Gnadenbildes -ging damals schon weit. 1507 wurde eine Kirche, 1584 von -Popel von Lobkowitz ein Kreuzgang mit mehreren Kapellen -erbaut, seit 1591 hatten Jesuiten hier die Aufsicht. 1602 kam -das Gut Geiersburg, zu welchem ausser Sobochleben das Graupner -Vorwerk »die Scheune« (eben der Gnadenort) gehörte, um diese -Zeit schon ein förmliches Dörfchen, an den Protestanten Kekule -von Stradonitz; die Kirche war aber von diesem Besitze ausgeschlossen. -Am 5. Juni 1618 flohen die Jesuiten mit dem -Gnadenbilde nach Dux. In der Kirche predigten Protestanten. -Aber nach der Schlacht am Weissen Berge trat ein Umschwung -ein; Kekule starb am Schlagfluss, als ihm die Confiscirung seiner -Güter gemeldet wurde. Der kais. Oberstwachmeister Alex. Regnier, -Ritter von Bleileben wurde der Besitzer. Da sein Sohn, der hierorts -berüchtigte Hans von Bleileben, von schwedischen Officieren -aus unbekannten Gründen nach einem Male getödtet wurde – er -liegt in der Graupner Kirche begraben – vermachte seine Mutter, -geb. von Pichelberg, 1662 das Gut Sobochleben an die Jesuiten. -Der Ort führte von da an den Namen Mariaschein statt wie -bisher Mariascheune. 1679 Gründung der Lateinschule. 1773 -wurde bei der Auflösung des Ordens die Herrschaft Sobochleben -eingezogen, aber 1806 an die hier seit 1779 (eigentlich erst 1798)<span class="pagenum"><a id="Seite_205">[205]</a></span> -bestehende Probstei zurückgegeben. Seit 5. Dec. 1852 besteht -die Verfügung, dass der Ordinarius (Bischof) von Leitmeritz unumschränkter -Verwalter des Kirchengutes sei. Bald darauf zogen -die Jesuiten wieder ein. Heute haben sie in dem südlich von -der Kirche befindlichen Gebäude ein Obergymnasium mit einer -Pensionsanstalt. Vom 11. bis 28. Sept. 1813 war das Kloster -und der Kirchgang von Preussen befestigt worden.</p> - -<p>Der Besucher vergesse nicht auf den Wunderbrunnen mit -erfrischendem klaren Wasser im Vorhofe und auf den Fressbrunnen -ausserhalb des Klosters, eine eisenhaltige kalte Quelle; -ihr Genuss soll Appetit erregen.</p> - -<h5 id="Geiersburg">IV. *Geiersburg.</h5> - -<p>Station der Dux-Bodenbacher B. Hohenstein. Von Mariaschein -und Graupen ist das Thal, in dessen Tiefe sich auf einem Berggipfel -diese Ruine befindet, auf einem hübschen schattigen Wege, -ganz am Abhange der Berge zu erreichen. Man geht in diesem -Thale an einer Restauration fort, sich rechts haltend, bis zu einer -Wegtheilung, dann wieder rechts und erreicht in ½ St. diese -romantisch gelegene Burgruine, in deren Inneres einzudringen -etwas Uebung im Klettern erfordert. Man thut es nur selten, -da es wenig Interessantes bietet. Der hohe Thurm und die -klafterdicken Mauern sprechen für eine grosse Festigkeit dieser -Burg. Sie wurde als Landesfestung gegen Meissen bereits unter -dem Namen Chlumec von den böhmischen Herzögen errichtet. -Es wurde hier der Zoll und die Wegmauth gezahlt für die -Saumthiere – damals die gewöhnliche Verkehrsart. Im 12. Jahrhundert -gehörte sie den Herren von Riesenburg und erhielt ihren -jetzigen Namen. Interessant ist, dass der letzte ohne Nachkommen -war und seine Herrschaften unter seine Edel-Knechte -vertheilte. Sie fiel einem gewissen Blasius zu. Seit 1329 war -sie Eigenthum des Bischofs von Prag (daher mons episcopalis), -deren einer, Erzbischof Johann von Genczstein, hier vor dem -Zorne König Wenzels IV. seine Zuflucht fand (1393; der Name -Johann von Nepomuk spielte dabei eine Rolle). Ihre Besitzer -wechselten dann, ihr letzter ist Wolfgang von Salhausen, der im -J. 1526 hier ein Fest feierte. Da gab Glatz von Altenhof, ein -Gast, unvorsichtig einen Büchsenschuss ab, dieser entzündete -das Strohdach und die Burg brannte nieder und liegt seither in -Trümmern. Der Herrschaftssitz wurde nach Sobochleben verlegt, -mit welchem die Ruine gemeinsame Schicksale hat. Die Aussicht -von der Ruine auf das Tiefland und das jenseitige Mittelgebirge -ist über alle Beschreibung entzückend.</p> - -<p>Es knüpfen sich viele alte Volksmärchen an dieses Bergschloss, -die zum Theile Spiess in dem Ritterroman »Hans<span class="pagenum"><a id="Seite_206">[206]</a></span> -von Bleileben« oder »der irrende Geist bei Teplitz« der Lesewelt -seinerzeit zum Besten gegeben hat.</p> - -<h5 id="Tellnitz-Schoenwald">V. Tellnitz-Schönwald-Nollendorf.</h5> - -<p>Man fährt bis Tellnitz (Station der Dux-Bodenbacher E.), -geht einen sehr hübschen Thalweg (Strasse) bis Hintertellnitz -bei den letzten Häusern auf einem Fusspfade rechts von der -Strasse ab, dann wieder auf ihr fort – der Spaziergang ist in -der frischen Waldluft sehr angenehm – und erreicht dann bald -das Dörfchen <i>Adolfsgrün</i> (1¼ St.). Hier auf der Höhe ein weiter -Blick über das Plateau bis zum Mückenberg und zum Geisinger -Berg. Von hier nach Streckenwalde und Schönwald (¾ St.). -Von Schönwald, einem grossen langausgedehnten Gebirgsdorfe -mit einigen guten Gasthäusern, erreicht man in ¼ St. den Sattel -oder <i>*Spitzberg</i>, einen Basaltkegel mitten aus dem Gneis hervorragend, -der wegen seiner weit ausgedehnten Aussicht über -das Plateau und seinen allmähligen Abfall nach Sachsen die -leichte Besteigung überaus lohnt und dennoch unter den Touristen -im Ganzen wenig bekannt ist. Von Schönwald ist das -industriereiche (Sammet und Knöpfe), über eine Stunde sich ausdehnende -Peterswald (2600 E., Gasthaus zur Post) in ½ St. zu -erreichen. Dieses wurde 1813 durch fortwährende Durchmärsche -hart mitgenommen. Napoleon übernachtete hier 16.–17. Sept. -Das Haus, jetzt eine Finanzwachkaserne, trägt die Inschrift: -»Haec domus auxilio patris aeterni exstructa«. Am 17. Sept., -während der Schlacht bei Arbesau hatte Napoleon den Kirchthurm -von Nollendorf bestiegen. Von beiden erreicht man in -etwa 1 Stunde <i>Nollendorf</i>, mit seiner berühmten, weit sichtbaren -und daher auch eine weite Aussicht bietenden Kirche – -bekannt als Nollendorfer Kapelle. Schöner ist noch die Aussicht -von der Nollendorfer Höhe bei Jungferndorf, zwischen Peterswald -und Nollendorf (von ersterem fast 2, von letzterem ½ St. entfernt). -Man erblickt von hier die Spitzen des Elbesandsteingebirges, des -Lausitzer und Isergebirges. Von Nollendorf auf der sanft abfallenden -Strasse – die ganze Partie ist der berühmte Nollendorfer -Pass – gelangt man wieder nach Tellnitz. Doch versäume -man nicht, das einige Minuten rechts von der Strasse gelegene, -neuerbaute gothische Kirchlein zu besuchen. Es ist wegen seiner -idyllischen Lage einer kleinen Abbiegung höchst werth.</p> - -<p>Diese ganze Tour dürfte ein mässig rasch gehender Fussgänger -in einem Tage, zum Abendzug der D.-B.-B. nach Teplitz -leicht zurücklegen.</p> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_207">[207]</a></span></p> - -<h4 id="Das_Quadersandsteingebirge">Das Quadersandsteingebirge.</h4> - -<p>Seine östliche Begrenzung ist bereits angegeben worden. Sein -Charakter sind abgeplattete, in ziemlich gleichem Niveau liegende -Gipfel, enge Spaltenthäler mit steilen, oft senkrechten Wänden, -hohe, aus Quadern aufgethürmte Felsmauern, einzelne thurmähnliche, -mitunter grotesk gestaltete Gesteinsmassen, tiefe Spalten -und bizarre Höhlungen.</p> - -<p>In touristischer Beziehung sind drei Partien bemerkenswerth -ausser mehreren, an sich interessanten Spaziergängen. Es sind -die Tyssaer Wände, der Schneeberg und die Partien um Bodenbach.</p> - -<h5 id="Tyssaer_Waende">I. Die *Tyssaer Wände.</h5> - -<p>Zu erreichen: von Peterswalde (unweit der Kirche nach Osten) -in ¾ St. Von Teplitz auf der Dux-Bodenbacher Bahn Station -Königswald, 1 St. von Tyssa. Von Bodenbach dieselbe Bahn -und Station.</p> - -<p>In Tyssa ist sehr viel Industrie, besonders werden Knöpfe -aus verschiedenem Material verfertigt.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthaus</b> »Beim Jäger« (Eigenname), »zum Grafen Thun« (nahe am -Eingange in die Wände). Rest. »beim Sturm«.</p></div> - -<p>Der Weg zu den Felswänden ist wohl nicht zu verfehlen, -doch ist nöthig, sich den Eingang zeigen zu lassen. Nun hat -man zwei Wege vor sich: rechts nach oben und schräg rechts -im Thale, beide sind zu empfehlen, bieten aber verschiedenes.</p> - -<p>Der obere führt über das Plateau oder besser den horizontalen -Kamm dieser Sandsteinwände, die steil, mauerartig, mit tiefen -Klüften und Spalten, 57 bis 62 m. hoch, emporragen. Die -bizarren Formationen erinnern an Weckelsdorf und Adersbach -oder an die Partien um die Louisenburg im Fichtelgebirge und -dürften einen Vergleich mit ihnen wohl aushalten.</p> - -<p>Manche kann man mit wenig Phantasie zu verschiedenen -Gestalten leicht ergänzen, ein Führer wird daher Namen -wie Medusenhaupt, Löwenkopf, Bürgermeister, Doctor anführen. -Man hat auch eine schöne Aussicht auf die tief unten -liegende anmuthige Landschaft. Die Lage mancher Steinkolosse -ist so grotesk, dass man hier Naturscherze und Spielereien dahinter -vermuthen möchte. Beim Ausgange kommt man auf die -Strasse, die zu dem Orte Schneeberg führt.</p> - -<p>Der innere Weg zeigt die mannigfaltigen, oft untereinander -verbundenen Höhlungen und Grotten, wie das Schneiderloch, die -Raschhöhle u. s. w. Auch der malerische Hintergrund, wo ein<span class="pagenum"><a id="Seite_208">[208]</a></span> -ganzes Feld kleinerer und grösserer Steinmassen sich befindet, -wird den Blick des Beschauers fesseln.</p> - -<p>Jeder Besucher wird sich durch diese hoch interessanten -Felsenformationen befriedigt fühlen, und es ist wohl nicht Recht, -dass sich die Touristenliteratur mit ihnen nur wenig beschäftigt -oder sie gar nicht erwähnt.</p> - -<p>Der Schneeberg (auch hoher Schneeberg genannt) ist die -höchste Erhebung des Elbesandsteingebirges, 725<sup>m</sup>, er überragt -alle Höhen der sogenannten sächsischen Schweiz. Es ist das -ein etwa 1 Stunde langer und ¼ breiter Bergrücken, der steil -nach Süden abfällt. Es dehnen sich die Wälder hier nach Norden -und Westen viele Stunden weit aus. Unweit der guten Restauration -hat der Tetschner Graf Thun 1864 einen 104 Fuss hohen -festen Aussichtsthurm erbauen lassen, der sich bequem ersteigen -lässt. Die Aussicht von hier ist eine solche, dass sie sich den -grossartigsten an die Seite stellen kann. Man übersieht im Süden -und theilweise im Osten die bedeutendsten Höhen des ganzen -Mittelgebirges – die Hasenburg, den zweispitzigen Lobosch, den -Milleschauer, den Kletschen (kleinen Milleschauer), den Biliner -Stein, den kleinsten unter dieser Gesellschaft – Schlossberg, -dann näher die Berge jenseits des Eulauthales, den Hut-, Hopfen- -(auch Koppen-) und Pfaffenberg. Gegen Nordost tritt scharf hervor -der Rosenberg, ferner überblickt man die Berge bei Kamnitz – -den Tannen- und Kaltenberg, dahinter die Tafelfichte bei Friedland. -Bei klarer Aussicht in grauer Ferne den Jeschken und die -Schneekoppe. Gegen Norden alle Höhen der sächsischen Schweiz -und zwar rechts vom Königstein in folgender Ordnung: den -Pfaffenstein, den Lilienstein, Gorisch, Papststein, die Kuppelberge -und endlich den grossen und kleinen Winterberg. Ausserdem -die Nollendorfer Höhe, den Sattel- oder Spitzberg und den Geisinger -Berg. Nicht zu vergessen sind die Thürme von Dresden, -die sich deutlich erkennen lassen. Man übersieht hier ein an -sich schon bunt und wundersam gestaltetes Stück Erde, wie es -sich in diesem weiten Umfange nur selten dem Beschauer darbietet. -Die Ersteigung ist viel leichter, als man erwarten sollte. -Man kann ihn von Tyssa (Ort) in 2½ St. auf der Strasse über -den Ort Schneeberg am besten beim Wirthshause zur Vintzin -(Bänke vor dem Hause), den man in nordöstlicher Richtung, in -den Wald hinein, quer passirt – der eigentliche Ort liegt südlicher -– dann auf dem mit Ruhe- und Aussichtsbänken versehenen -Promenadenwege erreichen.</p> - -<p>Von Bodenbach aus geht man entweder über Peiperz (nördlich -von der Tetschner Brücke einige Schritte, dann über die Bahn -bei dem Badehôtel hinauf) und Kalmswiese (eine Wirthschaft -an der Strasse), dann geradeaus fort, dann bei der Wegtheilung<span class="pagenum"><a id="Seite_209">[209]</a></span> -im Walde links ab gegen Alt-Biela, aber vor dem Friedhofe -wieder links ab, so dass das Dorf rechts bleibt, dann passirt -man das Dörfchen Tscheche, auf einer steilen Berghöhe, links -unten sieht man Neudorf und die Dux-Bodenbacher Bahnlinien. -Nach einigen Minuten betritt man den Hochwald und nun heisst -es auf die Kalkstriche achten, die an Bäumen und Steinen zahlreich -angebracht sind und bis hinauf führen.</p> - -<p>Ein zweiter Weg führt von Bodenbach aus auf der Teplitzer -Strasse, rechts geht dann eine Strasse ab vor den ersten Häusern -von Niederulgersdorf nach Biela (gegenüber einem Speicher), -aber er wendet sich schon bei den letzten Häusern hier links -ab und geht bergauf, um durch Tscheche wieder zu den Kalkstrichen -in den Wald zu kommen.</p> - -<p>Beide Wege führen in 2½ St. hinauf.</p> - -<p>Von Eulau (Station der Dux-Bodenbacher B.) führt ebenfalls -ein Weg hinauf in 1 St. über den Ort Schneeberg auf einer -Fahrstrasse, von hier sind dann etwa ¾ St. zum Thurme.</p> - -<p>Von der Schweizermühle in Sachsen führt auch ein Weg in -2 St. hinauf. Und zwar über Rosenthal zur Grenze am Zollhause -vorbei geradeaus – die links abgehende Waldstrasse führt -in 3 St. über Kalmswiese und Peiperz nach Bodenbach – bis -zum Gasthaus »zur Vintzin« – so der Localname –; an demselben -geht dann ein Fusssteig links ab hinauf.</p> - -<p>Alle diese Wege können selbstverständlich als Rückwege -benützt werden.</p> - -<p>In einem Tage kann man von Teplitz aus die Tyssaer Wände -und den Schneeberg so besuchen, dass man Früh nach Königswalde -fährt – von Eulau Abends Rückfahrt. Von Bodenbach -zeitlich aufbrechend, kann man mit Musse den Abendzug von -Königswald zur Rückfahrt benutzen.</p> - -<p>Wer Zeit hat, kann den sehr empfehlenswerthen Abstecher -nach Eiland machen, dieses Dörfchen liegt in einem Kessel, der -rings um – nur nach Norden offen – von steilen Sandsteinwänden -umgeben ist. Man geht dort, wo nach Passirung der -Tyssaer Wände der Weg in die Strasse einmündet, links ab und -gelangt in ¾ St. in dieses interessant gelegene Dörfchen. Es -befindet sich am nordwestlichen Abhange des Schneeberges an -der sächsischen Grenze.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Bodenbach">Bodenbach.</h4> - -<p><b>Bodenbach.</b> Von Teplitz auf der Dux-Bodenbacher Bahn in -nicht ganz 2 Stunden zu erreichen. Die ganze Fahrt ist landschaftlich -sehr interessant. Der Bahnhof 20 Min. ausser der -Stadt. Die Stationen sind schon fast alle als Ausgangspunkte<span class="pagenum"><a id="Seite_210">[210]</a></span> -interessanter Partien genannt worden. Man setze sich womöglich -rechts. Zwischen Kulm und Tellnitz sieht man das österr. und -preussische Monument, früher schon hinter Hohenstein das russische. -Von Kleinkahn suche man die rechte Seite zu gewinnen. Hier -ein Ausblick auf Nollendorf. Hier hört die Steigung der Bahn -auf, und es geht abwärts, so dass man keinen Dampf mehr -nöthig hat, denn die Seehöhe von Kleinkahn beträgt 431<sup>m</sup>, die im -Bodenbacher Bahnhofe 132<sup>m</sup>.</p> - -<p>In Königswald, sowie in Eulau viel Industrie, im letzteren -eine Spinnfabrik und Verfertigung von Mühlsteinen. Die letzte -Station ist Bünaburg (früher nach einem alten Adelsgeschlechte -Bünauburg), ebenfalls reich an verschiedenen Industrien. Der -hohe Berg rechts ist der Hutberg, und der letzte rechts, schon -gegen das Elbthal abfallend, ist der Pfaffenberg. Beide bestehen -wesentlich aus Basalt. Hinter ihnen ist gegen Süden der Koppenberg -(auch Hopfenberg) genannt. In geologischer Beziehung -ist interessant, dass über dem Alluvium des Elbethales sich eine -Strecke Braunkohlenformation befindet, über dieser ist ein Gürtel -Kreide und die Kuppe (des Pfaffenberges) ist Basalt. Also vier -verschiedene Gebiete auf einer Strecke von wenig mehr als -¼ St. Länge.</p> - -<p>Die Fahrt von Eulau bis Bodenbach ist durch den Blick auf -das schöne, grüne, steil umrahmte Eulauthal besonders angenehm.</p> - -<p>In Bodenbach achte man darauf, nicht auf dem Dux-Bodenbacher -Bahnhof auszusteigen. Der Zug fährt eben in den Staatsbahnhof, -man ist dann gleich mitten in dem Industrieorte. Ebenso -beim Einsteigen. Man bekommt die Karte am südlichen Ende des -Staatsbahnhofes, der Zug steht auf dem letzten Schienenstrange -gegen die an die Häuser von Bodenbach angrenzende Mauer. -Ausserdem ist Bodenbach von Teplitz zu erreichen auf der Aussig-Teplitzer -Bahn. Zu achten, dass man in Aussig-Neustadt bei der -chemischen Fabrik nicht aussteigt, denn von hier fährt über die -Brücke der Omnibuszug zum Bahnhof der Nordwestbahn nach -Schreckenstein (früher Aussig – rechtes Ufer).</p> - -<p>Diese Bahn fährt durch das Braunkohlengebiet, daher viele -Schächte und Fabriken – bei Mariaschein eine grosse Cementfabrik. -Von Mariaschein bis Karbitz nördlich das Kulmer Schlachtfeld, -von hier bis Schönfeld die Bihana, das Locale der Husitenschlacht -(16. Juni 1426). Die alterthümliche Laurentiuskapelle -nördlich von Nerbitz soll eine Erinnerung an die Schlacht sein. -Von hier bis Aussig im Norden der Střisowitzer Berg (340<sup>m</sup> hoch). -In Türmitz Obstbau, grosse Zuckerfabrik, Schloss des Grafen -Nostitz mit einem Park. Die Bielathalbahn – derselben Actiengesellschaft -wie die Aussig-Teplitzer gehörig, zumeist Kohlenverkehr -– zweigt sich hier ab. Hübscher Ausblick in das -Bielathal.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_211">[211]</a></span></p> - -<p>Von Aussig empfiehlt es sich, das Dampfschiff zu benützen. -(Die Karten sind in Teplitz, Bahnhof, Tabak-Trafik zu bekommen.) -Die Fahrt ist eine der schönsten, die überhaupt die Flüsse -Europas aufweisen können. Die Fahrt von Leitmeritz über Aussig, -Tetschen, Herrenskretschen bis über Pirna zu bis Dresden ist -so reich an landschaftlicher Schönheit, dass sie mit den schönsten -Rheinpartien verglichen, ja selbst von Kennern ihnen vorgezogen -wird. (Siehe Tetschen!)</p> - -<p>Bodenbach hat eine prachtvolle Lage und einen hohen Aufschwung -genommen, wovon die zahlreichen Villen im Elbthale -ein beredtes Zeugniss abgeben, ebenso wie die vielen Industrie-Etablissements: -Cichorien- und Chocoladenfabrik, Siderolithwaaren-Fabrik.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Bodenbach – von Eulau- oder Bodenbache so benannt, früher ein einsamer -Meierhof zur Herrschaft Tetschen gehörig – hat folgende Gasthöfe: -das Posthôtel (beim Bahnhof), Stadt Hamburg, Hôtel Frieser, zum Stern, -Krone, Engel, Stadt Prag, in Obergrund – nördlich von der Kettenbrücke -am linken Elbeufer, hier zahlreiche und geschmackvolle Villen – ist noch -das Bade-Hôtel zu erwähnen. Restauration Lerchenfeld. Der Ort ist von -Sommerfrischlern und Kurgästen (Josefsbad) sehr besucht.</p></div> - -<p><b>An Spaziergängen und Ausflügen</b> ist diese Gegend sehr reich. -Um nicht den Rahmen des Buches zu überschreiten, seien sie -nur kurz erwähnt. Schöne, mannigfach wechselnde Aussichten -und angenehme Spaziergänge in den waldigen Höhen sind ihr -Hauptreiz.</p> - -<p>1. <i>Die Brücke</i> selbst (2 Kr. Brückengeld).</p> - -<p>2. <i>Die Bohemia</i> hinter dem Tetschner Schützenhaus und -der Nordwestbahn (¼ St.) einst hier der Galgenberg.</p> - -<p>3. <i>Der Quaderberg</i> auf der hier befindlichen Höhle eine -fliegende Restauration, rechts von der Bohemia nach dem Promenadenwege -bis zur Tafel (½ St.), dieser Weg geht nach Laube -und in die Schlucht nach Loosdorf.</p> - -<p>4. <i>Die Leopoldshöhe</i> 10 Min. weiter, fort links durch -den Wald.</p> - -<p>5. <i>Die Laubenschlucht</i>, ein tief eingeschnittenes Felsenthal. -Auf der Höhe am Rande, von der Leopoldshöhe fort bis zur -Tafel, die nach Nr. 3 weist, dann links auf Serpentinen in's Thal -bis zu einem Weg, auf diesem dann rechts. Dann am Ende Sandsteintreppen, -ein Waldweg, der Ort Loosdorf (Gasthaus Blumentritt's). -Auch auf der Allee von Tetschen in 1 St. bergauf zu -erreichen.</p> - -<p>6. <i>Die Rosenwände</i> (2 St.) oder Rosenkämme. Bei dem -Wirthshause in Laube fuhrt der Weg hinauf.</p> - -<p>7. <i>Die Schäferwand</i> (½ St.) unmittelbar über Bodenbach, -über dem Tunnel der sächsischen Bahn. Zu ersteigen durch das<span class="pagenum"><a id="Seite_212">[212]</a></span> -Thor bei der Kettenbrücke oder auf den Stufen beim Posthotel -in der Nähe eines Muttergottesbildes in der Mauer. Zickzackwege.</p> - -<p>8. <i>Das Spitzhütel</i> (1½ St.) Entweder nach 7 oder am -Badehotel vorbei, dann bei einer Mühle rechts in den Wald, oder -von Starks Villa auf einem Serpentinweg. Es ist ein Felsenvorsprung, -vielleicht die lohnendste Aussicht unter diesen Punkten.</p> - -<p>9. Im Pulnitz- oder Polzenthale: Liebwerd ½ St., Bensen -2 Stund. (Nordbahnstation), ½ Stunde weiter die schöne Ruine -<i>Scharfenstein</i>.</p> - -<p>10. <i>Herrenskretschen</i> (siehe Tetschen).</p> - -<p>11. <i>Der Sperlingstein</i>, auch <i>Heidenschloss</i>. Dampfschiff -bis Topkowitz, besser Tichlowitz, oder Eisenbahn bis Tichlowitz, -dann über Nieder-Welhotten und Scheras ½ St. Zu Fuss -über Krischwitz, Veschwitz (auch Bahnstation) Scheras in 3 St.</p> - -<p>12. <i>Der Zinkenstein.</i> Am besten über Rongstock, über die -Elbe nach Pschira, Wittine und (Alt) Hummel zu erreichen. Die -Aussicht grossartig, in den Basaltspalten eine Eishöhle, Eis nur -an heissen Sommertagen.</p> - -<p>13. <i>Der hohe Schneeberg.</i></p> - -<p>14. <i>Die Tyssaer Wände.</i></p> - -<p>Zu erwähnen noch die Johanniskapelle, bei dem Dux-Bodenbacher -Bahnhof (20 Min.). Die Familiengruft der gräfl. Thun'schen -Familie, die hier weithin die meisten Besitzungen hat.</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<h3 id="I_Der_Besuch_der_Staedte_Leitmeritz_Aussig_Tetschen">I. Der Besuch der Städte *Leitmeritz, *Aussig, *Tetschen -bis *Herrenskretschen mit dem *Edmundsgrund und -*Prebisch-Thor.</h3> - -<h4 id="Leitmeritz">Leitmeritz.</h4> -</div> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthöfe</b>: Hôtel »Krebs« am Stadtplatz, Gasthof »zum Hirschen«, Lange -Gasse, Gasthof »zum schwarzen Adler« am Stadtplatz, Brosche's Gasthaus, -Lange Gasse, »Cocanda« Eck der Ferdinandsstrasse und des Rossmarktes, -Gasthof »zum Kaiser von Oesterreich«, Ferdinandsstrasse.</p> - -<p>Von <b>Restaurationen</b> wären zu erwähnen: Elbschlossbräuhaus an der -Tschalolitzer Strasse, Elberestauration am Dampfschifflandungsplatze, Restauration -zum »Rudolfsgarten« mit Sommertheater in der Rudolfsgasse, -Schützeninselrestauration, Bahnhofrestauration der Nordwestbahn, Eisendörfel -am linken Elbeufer an der Theresienstädter Strasse; <b>Café</b>: Schubert -am Stadtplatz, oberhalb des »Hôtel Krebs«, zum schwarzen Adler, in -Verbindung mit dem Gasthause gleichen Namens am Stadtplatz; <b>Conditorei</b> -und Café Bärwinkel am Stadtplatz, Schustermannel in der Nähe der bischöfl. -Residenz, beste Weinstube.</p> - -<p><b>Post- und Telegraphenamt</b>, Jesuitengasse im alten Gymnasium, ebenerdig.</p> - -<p><b>Post- und Eisenbahnverbindungen</b>: k. k. priv. österr. Nordwestbahn. Von -Leitmeritz in der Richtung nach Tetschen. In der Richtung nach Lissa-Wien.</p> - -<p>K. k. priv. österr. Staatsbahn; Station Theresienstadt (Bauschowitz): -In der Richtung Aussig-Bodenbach und in der Richtung Prag-Wien.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_213">[213]</a></span></p> - -<p><b>Postverbindung</b> nach <i>Auscha</i>.</p> - -<p><b>Omnibusfahrten</b> von den Gasthöfen »Krebs« und »zum Hirschen« zu den -Bahnen.</p> - -<p>Das <b>Dampfschiff</b> verkehrt von Leitmeritz um halb 9 Uhr Vormittags bis -Dresden und um 2 Uhr Nachmittags bis Tetschen.</p> - -<p><b>Fahrgelegenheiten</b> sind zu haben im »Hôtel Krebs« (Ferd. Krombholz), -im Gasthof »zum Hirschen«, sowie Einspänner bei dem Lohnfuhrwerker -Kühnel in der Langen Gasse.</p></div> - -<p>Die Stadt Leitmeritz, ehemals königliche Stadt, liegt am -rechten Ufer der Elbe, dort, wo dieser Strom in das deutsche -Sprachgebiet tritt und sich seinen Lauf durch das böhmische Mittelgebirge -zu bahnen sucht.</p> - -<p>Leitmeritz zählte am 31. December 1880 in über 900 Häusern -ca. 10.900 anwesende Personen, welche Bevölkerungszahl sich -mit den Studenten auf rund 12.000 erhöht. 1869 betrug die Einwohnerzahl -in 800 Häusern 10.023. Die geographische Lage ist -50° 31´ 38´´ nördl. Br. und 31° 47´ 50´´ östl. Länge. Sich ansehnlich -über das Niveau des Flusses erhebend, bietet die Stadt -von der Elbe, sowie von der Theresienstädter Strasse aus einen -ungemein malerischen Anblick. Im Vordergrunde sind die hervorragendsten -Gebäude der Stadt, nämlich die Elbschlossbräuerei, -die bischöfliche Residenz, die Villa Georg, das bischöfliche Seminar -mit der Jesuitenkirche, die Klosterschule u. s. w., dann -lehnt sich unmittelbar hinter der Stadt gegen Norden eine Hügelkette, -die Maschkahora (auch mastna hora, eigentlich mostská -hora) an, die dann an die waldbedeckten Höhen des Mittelgebirges, -an den »Kreuzberg« mit dem »langen Berge«, den -Hradischken und im Westen an die Radebeule (fälschlich Radobyl -genannt) anschliessen. Die Berge ringsumher gehören der Basaltformation -an, während im Thale Plänerkalk mit Sandstein -und dem reinen Angeschwemmten der Elbe wechseln. Nach -Süden öffnet sich die weite Ebene ins Innere Böhmens, welche -bloss den »Říp« (Georgsberg) bei Raudnitz als bedeutendere -Bodenerhebung aufzuweisen hat.</p> - -<p>Leitmeritz, bis vor wenigen Jahren die bedeutendste Stadt -des nach ihr benannten Kreises, hat sich weit über die Grenzen -unseres Vaterlandes hinaus einen bedeutenden Ruf als Schulstadt -erworben; die Mittelschulen erfreuen sich eines sehr zahlreichen -Besuches.</p> - -<p><i>Das k. k. Obergymnasium</i> ist seit 1879 in einem palastartigen -neuen Gebäude untergebracht.</p> - -<p><i>Die Communal-Oberrealschule</i> wurde in ihrer heutigen -Gestalt 1864 eröffnet und befindet sich seit 1865 in einem -neuen prachtvollen Gebäude.</p> - -<p><i>Die k. k. Lehrerbildungsanstalt</i> ist leider nur nothdürftig -untergebracht.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_214">[214]</a></span></p> - -<p><i>Die theologische Lehranstalt</i>, in Verbindung mit -einem bischöflichen Priesterseminar, befindet sich in den Räumen -des ehemaligen Jesuitencollegiums.</p> - -<p><i>Das Taubstummen-Institut</i> wurde 1858 gegründet und -wird vornehmlich vom Lande unterstützt.</p> - -<p>Ausser der städtischen <i>Knabenvolks-</i> und der städtischen -<i>Mädchenvolks-</i> und <i>Bürgerschule</i> besteht in Leitmeritz -auch noch eine <i>fünfklassige Mädchenschule</i> der Schulschwestern -vom heil. Karl Boromäus mit <i>Pensionat</i>.</p> - -<p>Von industriellen Unternehmungen sind anzuführen:</p> - -<p>1. <i>Die Actienbrauerei</i> zum »Elbschloss«.</p> - -<p>2. <i>Die bürgerliche</i> (städtische) Brauerei.</p> - -<p>3. <i>Die Dampf- und Kunstmühle.</i></p> - -<p>4. <i>Die Malzfabrik</i> der Firma Bergwein im ehemaligen -Schanzenbräuhause.</p> - -<p>5. <i>Die Actiengesellschaft</i> für Kalk- und Ziegelbrennerei.</p> - -<p>6. <i>Die Spinnfadenfabrik.</i></p> - -<p>Ferner bestehen von Gewerbsunternehmen die <i>Brettsägen</i> -von Frz. Gudera, sowie Ed. Salomon, <i>die Essigfabrik</i> von -Herrnheiser, <i>die Metall-</i> und <i>Glockengiesserei</i> von F. -Herold, <i>die Eisengiesserei</i> von Mandler, <i>die Maschinenschlosserei</i> -von Josef Fiedler, <i>die Lederfabrik</i> von Joachim -Taussig's Söhnen u. s. w.</p> - -<p><i>Von Geldinstituten</i> wären zu nennen: 1. <i>Die Communalsparkasse</i>, -2. <i>der Spar- und Vorschussverein</i> -für Leitmeritz und Umgebung, sowie 3. <i>die Filiale der böhmischen -Eskomptebank</i>.</p> - -<p>Geschichte:</p> - -<p>Wie bei so vielen andern Orten verliert sich auch die Gründung -der Stadt Leitmeritz in das Dunkel der Geschichte Böhmens. -Abgesehen von zahlreichen Gräberfunden, welche erst -vor 2 Jahren wieder auf den Lehmfeldern der Lopata'schen -Ziegelei erfolgten, die beweisen, dass das fruchtbare Elbethal -schon in der vorgeschichtlichen Zeit stark bewohnt war, wissen -wir, dass nach der Einwanderung der Slaven sich ein Stamm -derselben, die Luthomirici, hier niederliess. Als Mittelpunkt des -Stammes galt eine Burg, die denselben Namen wie der Stamm, -nämlich Luthomirici, führte und am jetzigen Domhügel lag. -Gegenwärtig sind keine Spuren davon mehr wahrnehmbar. Um -die Burg herum lagen schon in uralter Zeit zahlreiche Dörfchen, -die ihren Namen noch bis heute erhalten haben. Die Verwaltung -der Burg und des dazugehörigen Landstriches leiteten Gaugrafen. -Schon um das Jahr 1057 wurde auf der Leitmeritzer Burg eine -Kirche gegründet und dem heil. Stefan geweiht; sie stand an -der Stelle der jetzigen Domkirche.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_215">[215]</a></span></p> - -<p>In der Nähe der Burg und ihrer Kirche siedelten sich allmählig -unter den letzten Regenten aus dem Hause der Pržemysliden -zahlreiche, aus Deutschland hereingekommene Familien -an; sie legten so den Grund zu der eigentlichen Stadt Leitmeritz, -die schon vom König Wenzel I. mehrfache Freiheiten und Rechte -erhielt, welche seine Nachfolger nicht nur bestätigten, sondern -auch vermehrten. So wurde das Magdeburger Stadtrecht in Leitmeritz -eingeführt und zur Handhabung desselben ein eigener -Gerichtshof daselbst eingesetzt. Neben dem Ackerbau bildeten -Handel und Gewerbe die vorzüglichste Nahrungsquelle der Bevölkerung; -besonders blühte der Handel; niemand durfte stromauf- -oder abwärts Waaren verfrachten, ohne sie vorher in Leitmeritz -ausgeladen und zum Verkaufe ausgestellt zu haben. Zum -Zeichen des letzteren Rechtes, des Stapelrechtes, wurde eine aus -Stein gehauene Figur in der Nähe des Stromes aufgestellt, der -sogenannte »Roland«, der gegenwärtig an der nördlichen Ecke -des alten Rathhauses, in dem sich jetzt das k. k. Kreisgericht -befindet, auf einem Pfeiler steht.</p> - -<p>Einer besonderen Begünstigung erfreute sich Leitmeritz, wie -alle Städte Böhmens, unter der Regierung des städte- und bürgerfreundlichen -Karls IV., welcher der Stadt grosse Strecken -Wald, Ackerland und Weinberge schenkte, die Neuanlage von -Weinbergen begünstigte, wodurch er den Weinbau im Elbethal -ungemein förderte. Zu jener Zeit erfreute sich Leitmeritz bereits -einer hohen Blüte, und Wohlstand, ja selbst Reichthum waren -in der trefflich gelegenen Stadt keine Seltenheit.</p> - -<p>Aber bald sollte die Stadt von Zeiten des Schreckens heimgesucht -werden; es kamen die verheerenden Husitenkriege. -Am 29. Mai 1421 fiel nach langem, energischen Widerstand die -Stadt in die Hände der Husiten. Die vertriebenen Bürger und -Priester zogen theils in die noch deutschen Städte des Bielathales, -theils nach Meissen. Jahrelang tobte der Kampf der -Parteien um die Mauern der Stadt. Auch als Leitmeritz unter -die Botmässigkeit König Sigismunds (1436) zurückgekehrt war, -blieb die Stadt tschechisch, und die Deutschen, die sich des -Handels und der Gewerbe wegen in der Stadt eingefunden hatten, -waren nach wie vor von Aemtern und Würden ausgeschlossen.</p> - -<p>Auch die folgende Zeit des Streites zwischen den Städten -und dem Adel in Böhmen war für die Stadt nicht günstig. Sie -konnte in dem Streite umsoweniger verschont werden, da rings -umher eine gute Anzahl adeliger Burgen und Schlösser lag. -Diese Streitigkeiten verzehrten bedeutende Summen. Zwar wurden -die alten Handelsrechte der Stadt, auf die in den bewegten Zeiten -so oft vergessen worden war, wieder hergestellt, aber bald darauf -der Handel mit dem Auslande untersagt, wodurch eine wichtige -Einnahmequelle versiegte. Ueber Leitmeritz erging wegen seines<span class="pagenum"><a id="Seite_216">[216]</a></span> -Widerstandes gegen Ferdinand I. das Strafgericht, indem das -alte Magdeburger Stadtrecht abgeschafft und königliche Richter -eingesetzt, sowie die Güter der Stadt eingezogen wurden. Leitmeritz -war tiefer gedemüthigt als je. Als kümmerlichen Ersatz -erhielt Leitmeritz das Collegium im Jahre 1549, aus dem sich -das heutige k. k. Obergymnasium entwickelte.</p> - -<p>Nach einigen Jahrzehnten der Erholung brach der dreissigjährige -Krieg herein. Der Friede von 1648 brachte auch Leitmeritz -Ruhe und Frieden. Ausser der Kriegsfurie wüthete 1649 auch -noch eine furchtbare Pest und im Jahre 1655 eine grosse Ueberschwemmung.</p> - -<p>Erwähnt sei die Errichtung des Leitmeritzer Bisthums im -Jahre 1655. Der erste Bischof war Maximilian Rudolf Freiherr -von Schleinitz. Er baute die jetzige Domkirche, deren Thurm -erst jetzt vollendet werden soll.</p> - -<p>Kurz nach dem dreissigjährigen Kriege wurde Leitmeritz -wieder eine deutsche Stadt.</p> - -<p>Auch die Kriege unter Maria Theresia gingen an Leitmeritz -nicht spurlos vorüber. Im Jahre 1741 hausten polnische und -sächsische, 1742 französische Truppen in der Stadt, und im -Jahre 1757 nach der Schlacht bei Kolin wohnte Friedrich II. -selbst durch eine Woche in der bischöflichen Residenz. Am -1. Oktober 1756 tobte der Kampf in der unmittelbaren Nähe der -Stadt, indem an diesem Tage die Schlacht bei Lobositz geschlagen -wurde.</p> - -<p>Im Jahre 1780 wurde unter Kaiser Josef II., der siebenmal -Leitmeritz besuchte, die Festung Theresienstadt gegründet. Die -Napoleonischen Kriege berührten die Stadt nicht unmittelbar, und -so konnte sich im letzten Jahrhundert die Stadt ruhig entwickeln.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten.</b> Leitmeritz, welches in die eigentliche -Stadt und mehrere Vorstädte zerfällt, die freilich mit einander -unmittelbar zusammenhängen, macht auf den Besucher den Eindruck -einer Stadt, die schon in früheren Jahrhunderten von -einiger Bedeutung gewesen sein muss. Der Ringplatz oder der -Stadtplatz bildet den Mittelpunkt der Stadt und ist von grosser -Ausdehnung; seine Länge beträgt 235, die Breite 126 Schritte. -Die Häuser sind meist neuerer Bauart; doch hie und da schaut -noch ein Giebel hervor, dem man es ansieht, dass er schon -manches Menschengeschlecht, manches Jahrhundert an sich vorüberwandeln -sah. Die Laubengänge sind meist schon verbaut. -Wir wollen nun die hervorragendsten Bauwerke hier anführen:</p> - -<p>1. <i>Das alte Rathhaus</i>, an der Ostseite des Stadtplatzes -gelegen, beherbergt jetzt das k. k. Kreisgericht in seinen Räumen.</p> - -<p>2. <i>Das Gemeindehaus</i>, ebenfalls am Stadtplatze, enthält -die Kanzleien des Bürgermeisteramtes, der Sparkasse und im<span class="pagenum"><a id="Seite_217">[217]</a></span> -Parterre die Gasthauslocalitäten »zum schwarzen Adler«. Im -Hofe befindet sich das Stadttheater. Im Bürgermeisteramte wird das -hochinteressante und historisch äusserst werthvolle <i>*Cantional</i> -aufbewahrt, eine Sammlung lateinischer Kirchengesänge aus der -Zeit der husitischen Herrschaft in Leitmeritz und zum gottesdienstlichen -Gebrauche bestimmt. Das gewaltige, in Leder gebundene -und mit kunstvollen Messingbeschlägen gezierte Buch -umfasst 465 Pergamentblätter, ist 29 Zoll hoch, 19 Zoll breit -und wiegt 110 Pfund. Das Buch ist über und über mit herrlichen -<i>Initialen</i> und prachtvollen <i>Miniaturen</i> bedeckt, viele Buchstaben -und Noten sind mit reinem Golde auf das Pergament -aufgetragen. Dies reichgeschmückte Cantional gehört zu dem -Bedeutendsten, was die Kunst dieser Art in Böhmen geleistet.</p> - -<p>3. <i>Die *Dekanalkirche zu Allerheiligen</i> nächst dem -Stadtplatz. Eine besondere Erwähnung verdient das in der Kirche -beim Seitengange stehende zinnerne Taufbecken aus dem Ende -des 15. Jahrhunderts, eines der schönsten Werke dieser Art in -Böhmen. Unmittelbar an der Kirche erhebt sich der mächtige -<i>Stadtthurm</i>, 53<sup>m</sup> hoch. Sein Inneres birgt ein wahres Meisterwerk -der Holzbaukunst, den gewaltigen Glockenstuhl, der vom -Grund des Bodens ganz frei ohne jede Verbindung mit der Mauer -aus Eichenholz hergestellt ist. Er trägt 7 Glocken, von denen -die grösste 81 Centner, die nächste 47 Centner wiegt. Von der -Gallerie des Thurmes aus bietet sich eine <i>herrliche *Aussicht</i> -über die Stadt und ihre Umgebung dar.</p> - -<p>4. <i>Das *Kelchhaus am Stadtplatz</i>, erbaut von dem -reichen utraquistischen Bürger Johann Mraz von Mileschowka -und um 1584 vollendet. Von dem kelchartigen Thurme, dem -utraquistischen Symbole, der seitdem ein weithin sichtbares Wahrzeichen -der Stadt geblieben ist, geniesst man ebenfalls eine -<i>weite *Rundsicht</i>. Nach dem dreissigjährigen Kriege wurde -das Kelchhaus als Proviantmagazin benützt, daher noch der -heutige Name desselben, Provianthaus. Gegenwärtig ist in demselben -– allerdings nicht besonders zweckmässig – die städtische -Mädchen-Volks- und Bürgerschule untergebracht. In einem Parterrelocale -befindet sich auch <i>das *Gewerbemuseum</i>, das -recht interessante Gegenstände aufweist.</p> - -<p>5. <i>Die Schulpaläste</i>, nämlich die Communal-Oberrealschule -und das k. k. Obergymnasium in den Anlagen, haben -wir schon weiter oben besprochen.</p> - -<p>6. <i>Der Dom.</i> Die Bauten des Domes erheben sich auf einem -Hügel, zu dem man durch die Domgasse von der Stadt aus -gelangt. Nach Erhebung zum Bisthume legte der erste Bischof Maximilian -Rudolf von Schleinitz den Grundstein zur gegenwärtigen -<i>*Cathedrale</i>, welche von dem zweiten Bischof Franz Grafen<span class="pagenum"><a id="Seite_218">[218]</a></span> -von Sternberg 1681 eingeweiht wurde. Die Domkirche ist im -nüchternen Baustyle des 17. Jahrhunderts aufgeführt. Mit einem -gedeckten Gang ist mit dem Dom <i>die bischöfliche Residenz</i> -verbunden. Dieselbe enthält ausser einer ziemlich umfangreichen -Bibliothek auch eine Sammlung <i>*werthvoller Gemälde</i>, die -vom gegenwärtigen hochw. Bischof Dr. Ludwig Anton Frind -zum Theil restaurirt worden sind. Ferner erheben sich auf dem -geräumigen Domplatze <i>das Consistorialgebäude</i>, kenntlich -durch das an demselben angebrachte Wappen des Bischofs M. -A. von Lachsen usw.; endlich die aneinander gereihten Wohnungen -der einzelnen Domherren. <i>Die Lage der bischöflichen -Residenz</i> gewährt eine weite und ungemein <i>reizende *Aussicht</i> -auf den ganzen Lauf der Elbe von Raudnitz bis Lobositz, -wo sie sich nordwärts in's Gebirge wendet, sowie auf den grössten -Theil der Stadt und der jenseits derselben und am linken Ufer -der Elbe sich ausbreitenden Fluren zwischen dem Mittelgebirge -und der Eger.</p> - -<p>7. <i>*Elbschlossbrauerei.</i> In der That wie ein stolzes -Elbschloss thront auf einem Plateau an der Elbe die Elbschlossbrauerei, -der wir schon oben Erwähnung gethan haben. Sehenswerth -ist die schöne geräumige <i>*Braustätte</i>, mit ihrer kühnen -Wölbung, ferner die grossartigen <i>Kellerräume</i>, die mit ihren -labyrinthartigen Gängen eine kleine unterirdische Stadt bilden. -<i>Die *Gartenrestauration</i> mit den schattigen Kastanienbäumen, -sowie dem amerikanischen <i>*Pavillon</i> gewährt einen -recht angenehmen Aufenthalt während der schönen Sommertage. -<i>Herrliche Aussicht!</i></p> - -<p>8. <i>Das bischöfliche Seminar</i>, welches in dem ehemaligen -Jesuitencollegium untergebracht ist, ist mit der Kirche -Maria Verkündigung, für gewöhnlich Jesuitenkirche genannt, -verbunden. In einer Nische unterhalb der Bogenwölbung an der -sogenannten Jesuitenstiege erhebt sich das Denkmal des vaterländischen -Dichters Josef Emanuel Hilscher, der am 22. Jänner -1806 in Leitmeritz geboren wurde und nach einem unglücklichen -Soldatenleben im Mai 1837 als Feldwebel starb.</p> - -<p>9. <i>Das Kapuzinerkloster</i> mit der Kirche der heil. Ludmilla -am Kapuzinerplatz.</p> - -<p>10. <i>Das Dominikanerkloster</i> mit der Kirche des heil. -Jakob in der Dominikanergasse.</p> - -<p>11. <i>Die Kirche des heil. Adalbert</i> in der Vorstadt -Sasada.</p> - -<p>12. <i>Die Kirche des heil. Wenzel</i>, während der Pest 1713 -in Folge eines Gelübdes von dem italienischen Baumeister Broggio -im italienischen Renaissancestyl erbaut, später aufgehoben und<span class="pagenum"><a id="Seite_219">[219]</a></span> -als Getreideschüttboden benützt, seit 1852 wieder dem Gottesdienste -geweiht.</p> - -<p>13. <i>Die Kirche des heil. Johann des Täufers</i> unterhalb -des Domhofes in der Rudolfsgasse an der Nordwestbahn, -1465 gegründet, im dreissigjährigen Kriege zerstört und 1682 -wieder hergestellt.</p> - -<p>14. <i>Das Marien-Hospital</i> an der Schüttenitzer Strasse, -im Jahre 1845 vom Bischof Augustin Bartholomäus Hille erbaut.</p> - -<p>15. <i>Die alte Sct. Georgskirche</i> nächst dem Domhofe, -oberhalb der Vorstadt Fischerei auf einem Hügel gelegen, von -Leitmeritzer Fischern gegründet und zur Pfarrkirche der Vorstadt -Fischerei bestimmt. Auf dem Friedhofe rings um die Kirche -wurden die Leitmeritzer Fischer beerdigt; jetzt erhebt sich dort -die dem Leitmeritzer Bürger Baschta gehörige Villa Georg.</p> - -<p>Wenn wir nun noch</p> - -<p>16. <i>die Elbebrücke</i> erwähnen, so haben wir die bedeutendsten -Bauten und Sehenswürdigkeiten von Leitmeritz angeführt. -Der Bau der gegenwärtigen ärarischen Eisenbrücke, nach Schiffkorn'schem -System construirt, wurde 1857 bewilligt und 1858 bis -1859 vollendet.</p> - -<h5>Spaziergänge:</h5> - -<p class="center">(Bis zu 2 Stunden.)</p> - -<p>Ehe wir daran gehen, die Umgebung von Leitmeritz, die an -Naturschönheiten so reich ist, aufzusuchen, müssen wir vor -allem dem Lieblingsspaziergange der Leitmeritzer, der lieblichen -<i>*Schützeninsel</i>, in unmittelbarer Nähe der Stadt, einen Besuch -abstatten. Die Schützeninsel ist zum grössten Theile mit herrlichen -Bäumen, darunter mehrhundertjährigen majestätischen Eichen bewachsen -und wurde in den letzten Jahren durch die Fürsorge -des im Jahre 1868 gegründeten Anpflanzungsvereines zu einem -Parke umgestaltet, der selbst einer Grossstadt zur Zierde gereichen -würde. In der Mitte der Insel befindet sich das mit einer Restauration -verbundene Schützenhaus.</p> - -<p><i>*Die Radebeule</i>, auch Radobyl genannt, ist jener mächtige -Basaltkegel im Westen der Stadt, welcher mit dem ihm gegenüberliegenden -Lobosch gewissermassen die Wache am Eingange -der böhmischen Schweiz hält. Ein gewaltiges gusseisernes Kreuz -krönt den Berg, von dessen Gipfel man eine herrliche Rundsicht -über einen grossen Theil des nordwestlichen, sowie des mittleren -Böhmen geniesst. Ein gut gangbarer Weg führt von Leitmeritz -aus auf den Berg, dessen Fuss von Reben umrankt wird.</p> - -<p>Nördlich von der Radebeule erhebt sich der <i>*Kamaiker -Eisberg</i>. Von Leitmeritz gelangt man in einer Stunde auf der<span class="pagenum"><a id="Seite_220">[220]</a></span> -Kamaiker Strasse nach dem Orte Kamaik mit der Burgruine -gleichen Namens. Oberhalb dieser Ruine, die weithin in's Elbethal -sichtbar ist, liegt der erwähnte Eisberg, merkwürdig dadurch, -dass man in heissen Sommertagen, besonders nach einem Regen, -in den vom Steingerölle umgebenen Gruben Eis findet. Am -nördlichen Abhange des Eisberges steht, eine anmuthige Idylle -bildend, die Kapelle des heil. Johannes des Täufers in der Wüste, -von wo aus, unter den Aesten mächtiger Eichen hinweg, das -Auge über eine prächtige Elbelandschaft zu schweifen vermag. -Die Aussicht ist besonders nach Süden und Südosten reizend. -Von Kamaik kann man nun entweder den Abstieg zur Elbe nach -Gross-Tschernosek oder auch nach Libochowan nehmen.</p> - -<p><i>Gross-Tschernosek</i> liegt in der Richtung gegen Milleschau -und ist berühmt wegen des dort gebauten Weines. Unter dem -Namen »Tschernoseker« kommt eigentlich aller im Leitmeritzer -Elbegau producirte Wein in den Handel. Eine Sehenswürdigkeit -in Tschernosek bildet der <i>*gräfl. Nostiz'sche Weinkeller</i>, -der horizontal in den Berg hineingebaut ist. Dieser Keller stammt -zum Theil aus dem 13. Jahrhundert und zeichnet sich durch -seine riesige Ausdehnung aus. 50.000 Eimer Wein vermögen -darin ganz gut untergebracht zu werden. Durchschnittlich enthält -er 8000 Eimer.</p> - -<p><i>Nach Libochowan</i> führt von Kamaik aus eine Fahrstrasse -über das obstbaumreiche Dorf Rschepnitz zur Elbe. Bei -Libochowan befinden sich Wälle aus der Keltenzeit, wie auch -in der Nähe des genannten Dorfes vor einigen Jahren Heidengräber -entdeckt wurden. Zwischen Tschernosek und Libochowan -erhebt sich an der Elbe <i>der Dreikreuzberg</i>.</p> - -<p>Sehr beliebte und sehr besuchte Ausflugsorte sind die Einsiedelei -<i>*Skalitz</i>, die <i>Villa *Mentau</i> und <i>*Kundratitz</i>. -Wir können alle drei Punkte in einem auf einen Nachmittag -berechneten Spaziergange besuchen. Unser erstes und nächstes -Ziel sei die Einsiedelei Skalitz, welche dort am Bergesabhange -zwischen grünen Waldbäumen hervorlugt. Wir können entweder -den Weg über das nahe Pokratitz in nördlicher Richtung einschlagen, -um am Bachesrande im schattigen Thale vorwärts zu -schreiten, oder wir können auch auf der bequemeren, von zwei -Obstbaumalleen begrenzten Schüttenitzer Strasse über das zwischen -Obstbäumen gelegene Dorf Schüttenitz, welches das mildeste -Klima in Böhmen besitzen soll, die Skalitzer Höhe erreichen. -Die so anmuthige Einsiedelei ist gegenwärtig von einem Förster -bewohnt, bei welchem man einen ganz guten Kaffee, sowie -Bier u. s. w. erhält. Unweit des Försterhauses streckt ein kleines -Kirchlein seinen Thurm in die Höhe, und unterhalb des Hauses -zeigt man eine Höhlung in Sandsteinfelsen, welche dem Einsiedler<span class="pagenum"><a id="Seite_221">[221]</a></span> -als Wohnung diente. Natürlich geniesst man von hier eine prachtvolle -Fernsicht auf die weite Ebene, durch welche sich der -Elbstrom schlingt.</p> - -<p>Etwas höher und westlich von Skalitz blickt die <i>Villa -Mentau</i> vom Bergesabhange in's weite Thal hinab. Diese Villa -wurde erst im Jahre 1878 von dem Herrschaftsbesitzer und Grossindustriellen -Edlen von Schroll in Liebeschitz, dem Besitzer des -Waldes, welcher diese Höhen schmückt, mit einem Kostenaufwande -von 40.000 fl. erbaut und dient ebenfalls einem Förster, -der gleichzeitig Restaurateur ist, als Wohnung. Unten in der -Thalschlucht, dem Melbiner Thale, verborgen hinter mächtigen -Bäumen, klappert die Melbiner Mühle, wo man auch leibliche -Stärkung erhalten kann, und an unser Ohr dringt das einförmige -und doch so anheimelnde und wohlthuende Rauschen des klaren -Gebirgsbaches, der sich durch dichtes Gebüsch über Stock und -Stein seinen rauhen Weg gebahnt.</p> - -<p>Doch wir müssen weiter; noch einen Blick auf das grosse -und schöne Panorama zu unseren Füssen, und wir setzen unseren -Bergstock wieder fest auf, um über Wiesen und Fluren und -durch den schattigen Wald den Bergesrücken zu erklimmen, hinter -welchem ein wahres Kleinod des böhmischen Mittelgebirges verborgen -liegt, wir meinen die Sommerfrische <i>*Kundratitz</i>. Hier -sei erwähnt, dass man von Mentau aus auch auf den Berg -<i>Hradisken</i> gelangen kann, der sich durch eine schöne Rundsicht -auszeichnet. Unser Ziel ist jedoch, wie gesagt, Kundratitz. -Zwischen den Waldbäumen sehen wir nach halbstündiger Wanderung, -nördlich von Mentau, die Villa »Henriettenruh« hervorschimmern -und bald ruhen wir im Schatten des Waldes, unmittelbar -an der Villa, von unserem immerhin etwas anstrengenden Marsche -aus. Man kann Kundratitz auch von einer anderen Seite von -Leitmeritz aus erreichen, indem man auf der Strasse über Pokratitz -nach Hlinay geht, wobei sowohl Skalitz als Mentau rechts -liegen bleiben. Nachdem wir uns gestärkt, betreten wir die Terrasse -der Villa und erquicken unser Herz an der überraschend -schönen Fernsicht, die man von hier aus geniesst. Ein landschaftliches -Bild, wie es lieblicher, prächtiger nicht gedacht -werden kann, eröffnet sich da vor unseren Augen; mehr als -dreissig kegelförmige Bergspitzen des Mittelgebirges, mit dem -Vater »Milleschauer« in der Mitte, erheben sich in den duftigen -Aether, während im Vordergrunde sich das <i>Tlutzner</i> Thal, -eingeschlossen von grünen Waldesflächen, mit seinen tausenden -von Obstbäumen, aus denen die Dächer der Orte Kundratitz und -Tlutzen verführerisch hervorlugen, ausbreitet. Fürwahr, es ist -entzückend schön, dieses Landschaftsbild und immer und immer -wieder schweift der Blick wie trunken über diese anmuthigen -Scenerien, die ihres Gleichen nicht bald wieder haben.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_222">[222]</a></span></p> - -<p>Sind wir einmal 599<sup>m</sup> über der Meeresfläche, so können wir -auch noch etwas weiter steigen und dem in einer guten Viertelstunde -erreichbaren <i>Warhorscht</i> einen Besuch abstatten. Von -diesem ringsherum frei dastehenden Berggipfel ist die Rundsicht -eine vollständige, aber auch eine grossartig schöne. Von hier -aus überblickt man das Teplitzer Thal und das ganze herrliche -Thal von Aussig, Kulm bis Teplitz, weiter Dux, Ossegg u. s. w. -Der schwarze Maulwurfshügel in der Ebene ist der Teplitzer -Schlossberg, der uns leider die alte Thermenstadt verdeckt.</p> - -<p>Dort oben am Kamme des Erzgebirges winkt das Mückenthürmchen -herüber, während weiter im Norden die Nollendorfer -Kirche sichtbar wird. Recht deutlich bemerkt man auch den -hohen Schneeberg bei Bodenbach. Mehr im Vordergrunde windet -sich die Elbe durch die Berge, und soeben sehen wir vor uns -in der Tiefe den Dampfer in Salesl landen. Nördlich, wo die -Elbe in den Bergen verschwindet, klebt nett und winzig der -Schreckenstein, der uns nicht gestattet, mehr als bloss einige -Häuser der gewerbefleissigen Elbestadt Aussig zu sehen. Gegen -Nordosten schimmern in blauer Ferne die Berge des Isergebirges -und vom Jeschken bei Reichenberg ragt der Gipfel, für unser -Auge sichtbar, gegen den Himmel. Wenden wir uns nunmehr -gegen Süden, so ist die Landschaft eine ganz veränderte; eine -meilenweite Ebene erstreckt sich nach Süden, in welcher sich bei -Raudnitz der Říp und einige weniger bedeutende Höhen erheben. -Es würde zu weit führen, wollten wir hier eine ausführliche -Schilderung dieser wundervollen Rundsicht, die in dieser Gegend -jedenfalls nur von jener des Milleschauer übertroffen wird, -wiedergeben.</p> - -<p>Kundratitz gewinnt als Sommerfrische von Jahr zu Jahr an -Beliebtheit und sind es Familien aus Dresden, Berlin, Prag usw., -die mehrere Wochen des Sommers in stiller Abgeschiedenheit -hier zubringen.</p> - -<p>Ein von Kundratitz in einer guten halben Stunde zu erreichender -Aussichtspunkt ist die <i>*Wache</i>, ein Gebirgsvorsprung -unterhalb des Warhorscht, mit einem herrlichen Einblick in's -Elbethal. Ein weiterer Spaziergang von Kundratitz aus ist <i>das -lange Loch oder der Höllengrund</i>, ein Felsenabsturz -rechts von der Strasse nach Tschersing. Das Dorf Tschersing -ist in ¾ Stunden von Kundratitz zu erreichen. Von hier führt -eine romantische Thalschlucht zum Elbethal gegen Sebusein.</p> - -<p>Eine Reihe prächtiger Waldpartien, die freilich noch weniger -bekannt sind und von Fremden ohne Führer nicht gemacht -werden können, lassen sich von Skalic aus unternehmen. Wir -nennen hier Neuhof, die Tetschner Aussicht und das Dorf Babina.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_223">[223]</a></span></p> - -<p><i>Grössere Partien</i>: Wer einen ganzen Tag aufwenden -will, ohne sich dabei anzustrengen, dem ist die Partie nach -Triebsch zu empfehlen.</p> - -<p>Von Leitmeritz aus schlagen wir die Aerarialstrasse nach -<i>Trnowann</i> ein. Hinter diesem Orte führt die Strasse über den -<i>*Weissen Berg</i>, welchen bereits in diesem Jahre ein Standbild -Kaiser Josefs II. krönen wird, das die Landwirthe des Ploschkowitzer -Thales dem grossen Volkskaiser zu errichten gedenken. -Von der Höhe des Weissen Berges bietet sich dem Beschauer -ein reizendes landschaftliches Gemälde dar. Ueber Leitmeritz -hin breitet sich die weite Ebene aus, die von den Bergen des -Mittelgebirges begrenzt wird, während in der Richtung gegen -Ploschkowitz, das Ploschkowitzer Thal, mit seinen überaus fruchtbaren -Fluren, seinen ungezählten Obstbäumen und den Bergeshöhen -wie ein Schmuckkästchen der Natur daliegt. Wieder am -Fusse des Hügels angelangt, weichen wir links von der Auschaer -Strasse ab und schlagen die Bezirksstrasse nach <i>*Ploschkowitz</i> -ein, das wir in einer Viertelstunde (von Leitmeritz 1½ St.) -erreichen. Ploschkowitz besitzt ein prächtiges kaiserliches Schloss -mit einem Parke im französischen Styl.</p> - -<p>Wir wenden uns nördlich über Techobusitz gegen Triebsch, -das sich anmuthig am Fusse des Kelchberges ausbreitet und das -zweit grösste Dorf des Leitmeritzer Bezirkes ist. (3 Stunden von -Leitmeritz.) <i>Der Kelchberg</i> steigt in 2 Terrassen auf; er ist -bequem zu besteigen und bietet eine schöne Aussicht nach allen -Richtungen. Im Orte Triebsch befindet sich ein Herrenhaus mit -einem sehr hübschen Parke.</p> - -<p>Den Rückweg nach Leitmeritz schlagen wir über Kudeslawitz -ein. Dieses Dorf liegt am südlichen Abhange der »Dreiberge« -und erfreut sich schöner Waldungen, die von Strassen durchschnitten -werden, so dass der Wald einen parkähnlichen Charakter -erhält. Am Bergabhange führt die Strasse über Pohorschan nach -Schüttenitz und von da nach Leitmeritz. Von Pohorschan windet -sich die Strasse zwischen dem langen Berge und dem Goldberge -hindurch.</p> - -<p>Wenn man nun die Trnowanner Strasse, statt unterhalb des -Weissen Berges abzuzweigen, weiter einschlägt, so gelangt man -nach dem Marktflecken Liebeschitz (2½ St. von Leitmeritz) mit -einem herrschaftlichen Schloss und Park des Edlen von Schroll. -In einer guten halben Stunde erreicht man die Stadt <i>Auscha</i>, -bekannt durch ihren Hopfenhandel.</p> - -<p>Nördlich hievon liegt der <i>*Geltschberg</i>, der höchste Berg -der Gegend. Am Fusse desselben befindet sich die Kaltwasseranstalt -<i>*Geltschbad</i> mit schönen Spaziergängen und Waldpartien. -(1 Stunde von Auscha.)</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_224">[224]</a></span></p> - -<p>Unweit hievon das Städtchen Lewin (1 Stunde von Auscha) -auf einer Anhöhe gelegen, zeichnet sich durch einen regen Handel -und Gewerbefleiss aus.</p> - -<p>Von Auscha eine Stunde entfernt, ist die Burg <i>Hradek</i>; -ferner ist zu erwähnen das Dorf Konojed (1 Stunde von Auscha), -mit Schloss, einem ehemaligen Kloster und Garten.</p> - -<p>Unweit von Konojed erhebt sich der <i>Eichberg</i>, an dessen -Ostseite ein interessanter Basaltsteinbruch mit schiefliegenden Basaltsäulen -sich befindet.</p> - -<p>In derselben Richtung liegen <i>Graben</i> und <i>Drum</i>. Im letzteren -Orte ist ein bischöfliches Schloss.</p> - -<p>Eine Partie, die man per Bahn unternehmen kann, ist die -nach <i>Liboch</i> a. d. Elbe. Liboch zeichnet sich durch hervorragenden -Weinbau aus. Romantisch ist das östlich gelegene Thal -<i>Kokorschin</i>.</p> - -<p>Eine grössere Partie über das Mittelgebirge bildet die von -Leitmeritz nach <i>*Grosspriesen</i>, und kann man zwei Wege -einschlagen. Die erste Tour hält sich an die Strasse, welche -über Schüttenitz, Pohorschan, Stankowitz, Ritschen und Proboscht, -wo sich in einer Felsenschlucht die romantische Kaisermühle befindet, -in das Grosspriesner Thal führt. Dieser Weg ist ungemein -anziehend, da er lange Strecken durch herrliche Forste hinzieht. -Im Grosspriesner Thal sind bei Salesl die Kohlenwerke bemerkenswerth. -Der Bergverwalter Herr Kastelly besitzt eine reiche mineralogische -Sammlung, die er Besuchern gern zeigt.</p> - -<p>Der zweite Weg ist schwer zu finden und kann nur zu Fuss -zurückgelegt werden; er zieht sich über Skalitz, Neuhof, den -Hohenstein und die Tetschner Aussicht nach Proboscht.</p> - -<p>Es liessen sich noch mancherlei herrliche Partien in der Umgebung -von Leitmeritz anführen, allein dieselben sind zu wenig -bekannt und von Fremden nicht so leicht auffindbar. In diesem -herrlichen Gau hätte ein Gebirgsverein eine grosse und schöne -Aufgabe zu erfüllen, und wir wollen hoffen, dass es doch noch -gelingt, dieses schöne Stück Erde dem Touristenstrom zu erschliessen.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Aussig">Aussig.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Eisenbahnen</b>: 1. <i>Oesterreichische Staatsbahn-Linie</i>: Aussig-Bodenbach-Dresden; -Aussig-Prag-Wien. 2. <i>Oesterreichische Nordwestbahn</i>, -rechtes Elbeufer – nach <i>Tetschen</i> in 50, nach <i>Leitmeritz</i> -in 50 Minuten. 3. <i>Aussig-Teplitzer Bahn</i> – nach Teplitz (40 Min.), -Dux-Bilin-Brüx-Komotau und Anschluss nach Karlsbad-Eger. 4. <i>Bielathal-Bahn</i>, -Bahnhof in der Nähe der chemischen Fabrik, nach Bilin-Sauerbrunn -in 2 Stunden.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_225">[225]</a></span></p> - -<p><b>Dampfschifffahrt</b> gegen Leitmeritz und gegen Tetschen, Herrenskretschen, -Schandau, Dresden.</p> - -<p><b>Gasthöfe</b>: »Goldene Krone« am Marktplatz, »englischer Hof« in der -Lindenstrasse, »Goldener Engel«, »Stadt London«, »Stadt Prag« am Markt, -Hohes Haus« bei der Bahn.</p> - -<p><b>Restaurationen</b>: Belvedere- und Dampfschifffahrts-Restauration mit schöner -Aussicht; Schmidt's Restauration und Garten, grosse Wallstrasse, Elisium -mit Garten, Ostervorstadt; Ferdinandshöhe auf einem Vorsprung des Galgenberges -mit prächtiger Aussicht.</p> - -<p><b>Post- u. Telegrafenamt. – Buchhandlung.</b></p></div> - -<p><i>Aussig</i> liegt am linken Elbeufer, an der Mündung der Biela -in die Elbe, sowie am Fusse des Střezowitzer und des Marienberges, -welcher letztere, aus Klingstein bestehend, wegen der -mannigfaltigen Mineralien merkwürdig ist. Vom Gipfel desselben -geniesst man eine herrliche Aussicht in das Elbthal und die -Gebirgsketten diesseits und jenseits des Stromes, von dessen -Ufern sich der Marienberg fast senkrecht erhebt. Unmittelbar -über der Stadt erhebt sich <i>*die Ferdinandshöhe</i> mit prachtvoller -Aussicht (früher waren hier die Ruinen der Burg Witrusch).</p> - -<p><b>Geschichtliches</b>: Die Gründung der Stadt soll schon im J. -827 erfolgt sein. Im Jahre 1277 wurde sie der Krone von Böhmen -einverleibt, 1282 an Otto von Brandenburg abgetreten und -vom Kaiser Rudolf von Habsburg der böhmischen Krone wieder -zurückgegeben.</p> - -<p>Während des Husitenkrieges verpfändete Kaiser <i>Sigmund</i> -die Stadt an die Meissner, was eine grosse Erbitterung in Böhmen -hervorrief und eine Belagerung der Stadt zur Folge hatte. -Ein meissnisches Ersatzheer wurde zwar am 16. Juni 1426 vollständig -besiegt, allein die Stadt dabei so eingeäschert und verwüstet, -dass sie drei Jahre lang ganz verödet blieb. Ein zweites, -trauriges Loos traf die Stadt am 8. Mai 1538, wo ein grosser -Theil derselben sammt der Stadtkirche in Flammen aufging. -Ferdinand I. gab der Stadt Aussig für die Treue, welche sie ihm -gelegentlich der Zwistigkeiten zwischen Karl V. und dem Kurfürsten -<i>Johann Friedrich</i> von Sachsen bewies, nebst vielen -anderen Vorrechten auch Sitz und Stimme im Landtage. Während -des 30jährigen Krieges wurde Aussig 1631 von sächsischen -Truppen verwüstet und in Brand gesteckt, dagegen ist es während -des 7jährigen Krieges und bei dem Einfalle der Franzosen -im J. 1813 von grösseren Unglücksfällen verschont geblieben.</p> - -<p>In neuester Zeit ist die Stadt durch ihre äusserst günstige -Lage an der schiffbaren Elbe, in unmittelbarer Nähe des ausgedehnten, -reichhaltigen nordwestböhmischen Braunkohlenbeckens, -durch die zahlreichen Eisenbahnen ein bedeutender Handels- und -Industrieplatz geworden. Die Einwohnerzahl ist seit 1869 bis -zum 31. Dezember 1880 von 10.000 über 16.000 gestiegen. Die -im J. 1857 von einer Actiengesellschaft gegründete <i>chemische<span class="pagenum"><a id="Seite_226">[226]</a></span> -Fabrik</i> für chemische und metallurgische Production ist eine -der grössten Europas und beschäftigt über 1300 Arbeiter. Sie -liefert Schwefelsäure, Sulfate, Salzsäure, Superphosphate u. s. w., -besitzt eine eigene Gasanstalt, welche auch die Stadtbeleuchtung -besorgt, eine Dampfziegelei u. s. w. Der Flächenraum des Fabriksgebietes -beträgt 58 Hekt. An Arbeitslöhnen wird wöchentlich -die Summe von 12.000 fl. ausgezahlt. Der Kohlenverbrauch belief -sich im Jahre 1880 auf 12.734 Waggon zu 11 Tonnen.</p> - -<p>Weitere industrielle Etablissements befinden sich hier: eine -Lederfabrik, zwei Siderolithwaarenfabriken, Baumwollspinnerei, -Glasfabrik, Paraffinfabrik, Webewaarenfabrik, Bandfabrik u. s. w. -Viele Braunkohlenniederlagen. Die Kohlenverfrachtung auf der -Aussig-Teplitzer Bahn grossartig.</p> - -<p>In Aussig wurde am 12. März 1728 während eines vorübergehenden -Aufenthaltes seiner in Dresden wohnhaften Eltern -<i>Anton Raphael Mengs</i> geboren.</p> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: 1. Die im sogenannten altgothischen -Style erbaute und mit einer kunstreich gearbeiteten steinernen -Kanzel versehene Dekanalkirche. Dieselbe besitzt eine kostbare -<i>*Madonna</i>, die sich in einem feuerfesten eingemauerten Schreine -befindet und nur bei hohen Festen ausgestellt ist. Dieses prachtvolle -Bild von bedeutendem Kunstwerthe ist nach dem Urtheile -gewiegter Kenner (auch Göthe schloss sich dieser Ansicht 1813 -an) ein Werk Carlo Dolce's. Fälschlich hat man es dem obgenannten -Anton Raphael Mengs zugeschrieben, welche Annahme -aus dem Grunde unstatthaft ist, als Raphael Mengs zur Zeit der -testamentarischen Uebergabe des Bildes an die Decanalkirche -(1737) 9 Jahre alt war. Das Gerücht mag deshalb entstanden -sein, dass die Erblasserin Margaretha Fischer geb. Rochus von -Lindenfels die Besitzerin des Geburtshauses des wiederholt genannten -Raph. Mengs gewesen und das Bild nach der übereinstimmenden -Aussage vom Vater Raphaels, dem sächsischen Hofmaler -Ismael Mengs, zum Geschenke erhielt. 2. Die St. Adalbertskirche -bei dem Dominikanerkloster, im Renaissancestyl erbaut. -3. Die grossartige <i>eiserne Elbbrücke</i>, welche die Nordwestbahn -mit den Bahnen des linken Elbufers verbindet. 4. Die -neue Knabenschule und zwei andere grosse Schulgebäude. 5. Die -älteste Kirche ist die Maternus-Kirche, deren Friedhof seit vielen -Jahren aufgelassen ist und jetzt in einen Park verwandelt wird. -(Die <i>Touren</i> ins böhmische Erz- und Mittelgebirge siehe »Der -Besuch des böhmischen Erz- und Mittelgebirges von Teplitz-Bilin, -eventuell Lobositz« aus.)</p> - -<p>Hier sei Erwähnung gethan der herrlichen Ausflüge zur -<i>*Ruine Schreckenstein</i> (½ St.) und auf die <i>*hohe -Wostrey</i> (2 St.). Wir gehen von Aussig süd-südöstlich auf -das rechte Elbufer und erreichen in einer halben Stunde den<span class="pagenum"><a id="Seite_227">[227]</a></span> -Klingsteinfelsen, auf welchem sich die malerischen Ruinen der -alten <i>Veste Schreckenstein</i> erheben, die im Sommer der -Gegenstand zahlreicher Besuche von Einheimischen und Fremden -sind. Der Felsen steht senkrecht 80<sup>m</sup> hoch über dem Spiegel -der Elbe, ist nur von einer Seite zugänglich und macht einen -imposanten Eindruck. Zwischen dem Burgfelsen und dem grünbewaldeten -Schanzenberge liegt die sogenannte <i>Schäferei</i>. Von -hier führt der einzige Zugang zur Burg, ein schmaler Gang, -auf dessen beiden Seiten niedrige Gebäude stehen, darunter das -alte Bräuhaus, während der Burgfelsen auf der Ostseite auch -hier 37·9<sup>m</sup> hoch senkrecht wie eine Wand aufsteigt. Wir kommen -zu dem gut erhaltenen Burgthor, das mittelst einer Treppe passirt -wird. Durch das Thor treten wir in den Burghof, welcher mit -einer starken Ringmauer umgeben ist. Hier befindet sich die -Restauration, für die es seit 1877 ein eigenes Gebäude mit -Fremdenzimmern gibt.</p> - -<p>Der sogenannte Rittersaal steht mit dem Burghofe durch -einen schmalen Gang in Verbindung. Durch die nach der Elbe -gerichteten sechs Fenster hat man einen prächtigen Blick in -das Thal. Daneben befindet sich ein kleines Gebäude, welches -zu Restaurationszwecken verwendet wird. Von hier führt links -ein Fusspfad nach einem Felsenvorsprung, einer ehemaligen -Warte, welche mit einem Dache versehen ist und einen vorzüglichen -Blick auf die eigenthümliche Steinschichtung des -Felsens gewährt. Von diesem unteren Theile steigen wir auf -einer Treppe in <i>die Hauptburg</i> und dann in <i>die Burgkapelle</i> -mit schönen Spitzbogenfenstern; da ist ein Vorsprung -mit schöner Aussicht. Sehenswerth sind noch die <i>Burgherrenwohnung</i>, -<i>die Citadelle</i>, von welcher noch die Reste von -zwei halbrunden Bastionen und ihrer Verbindungsmauer vorhanden -sind, und <i>der Wartthurm</i>, welcher mit einem Holzdache -versehen ist und bis jetzt den Stürmen der Zeit getrotzt -hat. Von hier können wir die Tour auf <i>die hohe Wostrey</i> -fortsetzen (1½ St.) oder nach Aussig zurückkehren.</p> - -<p>Aussig-<i>hohe *Wostrey</i>. Wir gehen von Aussig in südöstlicher -Richtung nach Ober-Sedlitz, einem Dorfe ¼ St. von -der Elbe und am Fusse des Gebirges und kommen nach Neudörfel -(1 St.), wo bereits der Milleschauer (im Südwesten) zum -Vorschein kommt, während im Rücken (Norden) des Wanderers -der Schneeberg mit seinem weitsichtbaren Thurme auftaucht. -Neben einem grossen Nussbaum theilt sich der Fahrweg; wir -benützen weiter den Seitenweg rechts und langen bei einer, -zwischen zwei hohen Eichen angebrachten Ruhebank an, von -wo aus wir, auf dem windungsreichen Fusswege links fortschreitend, -die Spitze dieses 583<sup>m</sup> hohen Basaltkegels erreichen. Derselbe -ist einer der bedeutungsvollsten und lohnendsten Aussichtspunkte<span class="pagenum"><a id="Seite_228">[228]</a></span> -im Norden unseres Heimathslandes. Wir haben eine prachtvolle -Waldlandschaft unmittelbar vor uns. Das herrliche Elbthal können -wir weit verfolgen. Im Norden wird der Thurm des Schneeberges -sichtbar, der sich als ein langgedehnter, nordöstlich -laufender Bergrücken über ein hohes, aus dem Elbthale und -dem Eulauer Thale östlich und südlich steil aufsteigendes, an -seinen Rändern durch tiefe Thaleinschnitte zerrissenes Plateau -erhebt. Vor dem Erzgebirge ist die mit allen Reizen einer üppigen -Natur geschmückte Thalebene, welche ihren Anfang bei Arbesau -nimmt, mit dem Eulauer Thale durch einen niedrigen Pass zusammenhängt -und sich bei Kulm und darüber hinaus erweitert, -ausgebreitet. Rechts vom Schneeberge sehen wir die Ruine des, -wahrscheinlich im 30jährigen Kriege zerstörten Schlosses Blankenstein, -von dem man eine sehr weite und schöne Aussicht, -namentlich auf den Elbstrom geniesst.</p> - -<p>Im Vordergrunde liegt Aussig. Westwärts lassen wir unsere -Blicke über das herrliche Mittelgebirge schweifen und nehmen -den Milleschauer, Kletschen, Radelstein, die Klotzberge, den -Kostial, den Lobosch und ganz im Hintergründe die Hasenburg -wahr. Unmittelbar unter uns liegt das Dorf Birnay, am rechten -Elbufer, am Fusse des Prutschelberges. Im Osten sehen wir den -Geltsch bei Auscha, nordwestlich den Zinkenstein, links davon im -Hintergrunde den Rosenberg bei Tetschen.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Tetschen">Tetschen.</h4> - -<p><b>Tetschen</b>, Stadt, an der Elbe, zählt über 5000 Einwohner; -sie ist mit dem linken Elbufer durch die prächtige Kaiserin -Elisabeth-Kettenbrücke verbunden. Die Stadt hat viele Neubauten -aufzuweisen, was auf einen nicht unbedeutenden Aufschwung -schliessen lässt. Obst-, Getreide- und Holzhandel ist -gross. Alle Holzgattungen werden bis Hamburg verschifft und -verflösst. Bedeutend ist auch der Schiffbau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Gasthäuser</b>: Stadt Prag, Krone, silberner Stern am Ring, Hôtel Ullrich -an der Elbe, das Schützenhaus in prächtiger Lage mit einem schönen -Garten; Hôtel zum Dampfschiff, neben der Brücke an der Elbe; Restaurationen; -Weinstuben.</p> - -<p><b>Eisenbahnen</b>: Oesterreichische Staatsbahn, Nordwestbahn, böhmische Nordbahn -nach Warnsdorf und Böhmisch-Leipa, Dux-Bodenbacher Bahn von dem -gegenüberliegenden <i>Bodenbach</i> aus.</p> - -<p><b>Dampfschifffahrtsstation.</b> – <b>K. k. Post- und Telegrafenamt.</b> – <b>Badeanstalt.</b></p></div> - -<p><b>Sehenswürdigkeiten</b>: Auf einem vom Ufer der Elbe 47·4<sup>m</sup> -senkrecht aufsteigenden, gegen Norden und Osten sich abdachenden -Sandsteinfelsen steht das <i>stolze *Schloss</i> der Grafen -von Thun. Es wurde 1668 vom Grafen Maximilian von Thun -neu erbaut und vom Grafen Wenzel Thun 1788 im gegenwärtigen<span class="pagenum"><a id="Seite_229">[229]</a></span> -imposanten Zustande vollendet. Das Schloss ist eine Zierde -des Elbthales und hat fast von allen Seiten herrliche Aussichten -in die paradiesisch schönen, zum Theile wildromantischen Gegenden -desselben. Es enthält eine Schlosscapelle zum hl. Georg -mit einem Altarbilde von Berglen, eine schätzbare Bibliothek, -eine Gemäldesammlung, ein Münz- und Waffenkabinet. An den -Abhängen des Schlossberges und am Fusse desselben befinden -sich <i>herrliche *Gartenanlagen</i> mit Orangerie und Gewächshäusern -für seltene exotische Pflanzen und einem der -grössten Ananashäuser, nach englischer Art eingerichtet. Die -Auffahrt zum Schlosse von der Stadtseite ist in Felsen ausgehauen. -Am Ufer der Elbe ist ein Fussweg, theilweise durch den -Felsen gehauen, und über den Arm der Pulsnitz, welche hart -am Schlossfelsen in die Elbe mündet, führt ein Kettensteg zur -Verbindung des nördlichen Theiles der Gartenanlagen mit dem -südlichen. Dieses Schloss war als ein fester Punkt an der Elbe -und Schlüssel dieses Stromes von militärischer Wichtigkeit. -Wiederholt wurde es besetzt, so im J. 1631 von den Sachsen, -1635 und 1638 von dem schwedischen Parteigänger Stalhantsch. -1641 von den Kaiserlichen, 1647 von dem schwedischen Obersten -Kopi (da wurde es mit 700 Kugeln beschossen), 1741 von den -Franzosen, 1744, 1756 und 1778 von den Preussen.</p> - -<p>Die <i>Dekanalkirche</i> zum hl. Kreuz, 1687 vom Grafen -Max Thun zum Theile auf Felsengrund erbaut, auf welchen -Umstand die auf dem freistehenden natürlichen Grundsteine -angebrachte Inschrift deutet. Diese Kirche, welche von Cramolin -ausgemalt ist, ist eigentlich die Schlosskirche. Die <i>Stadtkirche</i> -zu Sct. <i>Wenzel</i> und <i>Blasius</i> brannte 1749 ab und wurde als -Waarenmagazin verwendet; vor zwei Jahren wurde sie wieder -hergestellt. Weitere nennenswerthe Gebäude sind: Das <i>Stadthaus</i> -mit der Sparkassa, das k. k. <i>Bezirksgericht</i>, das -<i>Bürgerschulgebäude</i>, die <i>Lorettokapelle</i> und der -<i>Bahnhof</i> der österreichischen Nordwestbahn.</p> - -<p>(Der Besuch des böhmischen Erz- und Mittelgebirges von -Tetschen und dem gegenüberliegenden Bodenbach siehe Besuch -von Lobositz, Teplitz und Bilin aus.)</p> - -<p>Herrliche Spaziergänge und Touren. (Siehe Bodenbach!) Wir -wenden uns von Tetschen-Bodenbach nach Norden gegen <i>*Herrenskretschen</i>. -Links haben wir das Erzgebirge, welches -hier in geographischer Beziehung mit dem Elbufer endigt. Gewöhnlich -nimmt man als Grenze den Nollendorfer Pass an und -bezeichnet das Gebirge von da an zu beiden Seiten der Elbe -als Elbsandsteingebirge oder böhmisch-sächsische Schweiz. -Der höchste Punkt ist <i>der hohe Schneeberg</i>, welcher sich -mit seinen Abdachungen über ein grosses Gebiet verbreitet, so<span class="pagenum"><a id="Seite_230">[230]</a></span> -dass alle, besondere Namen führenden Bergmassen als Vorsprünge -und Ausläufer zu betrachten sind. Der nordöstliche heisst <i>die -Scheibenkoppe</i>; nördlich verflacht sich diess Gebirge nach -Sachsen, hat jedoch auch hier felsige Vorsprünge: <i>den Brunnnesselkamm</i> -und <i>den Breitenstein</i>; westlich hängt es -mit dem in dieser Richtung fortlaufenden Rücken des Erzgebirges -ununterbrochen zusammen. Unmittelbar an dem linken Elbufer -gibt es steile Berge, welche zum Theile in senkrechten, gleichsam -in mehreren Stockwerken über einander gethürmten, mannigfach -zerrissenen und grotesken Felswänden emporsteigen, wie -bei Niedergrund, Mittelgrund. Die herrschende Formation in -diesem Gebirge ist der Quadersandstein, welcher hier alle seine -Eigenthümlichkeiten hinsichtlich des Grotesken und Malerischen -auf die mannigfaltigste Weise entwickelt; besonders zeigen sich -seine kühnen, oft abenteuerlichen Formen in den engen Thälern -und Schluchten, welche diess Gebilde durchschneiden, und einzelnen, -von der Hauptmasse losgerissenen Felspfeilern und Pyramiden, -sowie auch Grotten und Höhlen, welche sich hier vorfinden. -Auch am rechten Elbufer, wo der <i>Quaderberg</i>, die -steilen <i>Rosenwände</i> bei dem Dorfe Rasseln und die <i>*Elbleiten</i> -bemerkenswerth sind, wird das Thal durch die bis fast -an die Ufer des Stromes vorspringenden Berggehänge so eingeengt, -dass nur ein schmaler Streifen Landes am Flusse für -den Anbau erübrigt. Die Fahrt auf dem Dampfschiff nach Herrenskretschen -ist eine hochinteressante und sehr lohnende (1 St. -– zu Fuss geht man über Ober-, Mittel- und Niedergrund).</p> - -<hr class="chap" /> - -<h4 id="Herrenskretschen">Herrenskretschen.</h4> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>Dampfschifffahrtsstation.</b> – Eisenbahnstation in <i>Schöna</i>, Herrenskretschen -gegenüber. – Postfahrt nach Dittersbach. – Lohnfuhrwerke.</p> - -<p><b>Gasthäuser</b>: Hôtel Herrenhaus, Hôtel zum grünen Baum.</p></div> - -<p>Der Ort liegt am rechten Elbufer, am Ausflusse der Kamnitz -in die Elbe, in einem tiefen, zu beiden Seiten von hohen Sandsteinwänden -eingeschlossenen Thale. In der Nähe des Ortes -mündet von Norden her in das Kamnitzthal der <i>*Prebisch-Grund</i> -mit den <i>*Prebisch-Wänden</i> und dem <i>*Prebisch-Thor</i>, -ein hochinteressanter Bestandtheil der <i>böhmisch-sächsischen -Schweiz</i>. Das <i>Prebisch-Thor</i> ist ein viele Klafter -hoher und weiter, von der Natur selbst über das Thal brückenähnlich -gespannter Felsenbogen. Man geniesst von seiner Höhe, -am Rande eines schauerlichen Abgrundes, aber durch feste Brustwehren -geschützt, die herrlichsten Aussichten auf die benachbarten -Gegenden. Mit Entzücken verweilt das Auge auf einer<span class="pagenum"><a id="Seite_231">[231]</a></span> -Menge von Ortschaften, wie Rosendorf, Arnsdorf, Steinschönau -u. s. w., auf hohen Bergen, wie <i>Rosenberg</i>, <i>Schneeberg</i>, -<i>Bösig</i> u. s. w., auf den schönsten Waldungen und den fürchterlichsten -Abgründen und Felsenmassen. Es ist bereits vieles -geschehen, um sowohl den Einheimischen als auch den Fremden -den Besuch dieser <i>herrlichen, berühmten, aber noch -nicht gehörig gewürdigten</i> Felspartien zu erleichtern. -Ein bequemer Weg, mit Ruhebänken versehen, führt bis auf die -Höhe des <i>Prebischthores</i> und mehrere Brücken, über tiefe -Schluchten gespannt, geleiten den Touristen auf die zunächst -liegenden Höhepunkte dieses Felsenlabyrinths bis nach Sachsen -hinein.</p> - -<p><i>Herrenskretschen-*Edmundsgrund</i> – diese herrliche -Partie, welche den Wettkampf mit den bedeutendsten Hochgebirgspartien -aufnehmen kann, ist leider auch noch sehr wenig -gekannt. Wir folgen von einem der Gasthöfe dem Laufe der -Kamnitz und treten in den Edmundsgrund ein, welcher mit -seinen grossartigen, steilen und reich bewaldeten Gebirgsabhängen, -mit dem klaren und forellenreichen Wasser und durch die reiche -Scenerie der Landschaften einen imposanten Eindruck hervorbringt. -Sehr empfehlenswerth ist auch der <i>Aufstieg</i> auf den, -dem Herrenhause gegenüberliegenden <i>*Elisalexfelsen</i> mit -einem herrlichen Blicke auf die Elbe und in das Kamnitzthal. -Das 1 Stunde entfernte <i>Belvedere</i>, zwei künstlich bearbeitete -und von der Südseite zugänglich gemachte Sandsteinfelsen (bei -Elbleiten), deren einer die Gestalt einer Festung mit Schiessscharte -darbietet, der andere aber zu einem Tempel ausgehauen -ist, von welchem man auf die in der Tiefe vorüberströmende -Elbe und das jenseitige Ufer bis Niedergrund hin eine reizende -Aussicht hat, wird wenig mehr besucht. Dieser Theil der böhmischen -Schweiz ist grossartig, und deshalb geben wir der Hoffnung -Raum, dass er seitens der Touristen so gewürdigt werden -wird, wie er es verdient.</p> - -<hr class="tb" /> - -<p>Benutzt wurden: Sommer's Königreich Böhmen; Karlsbad in -geschichtlicher, medicinischer und topographischer Beziehung -von Dr. E. Hlawaček, Verlag v. Hans Feller in Karlsbad; der -Wegweiser für Karlsbad und Umgebung von Dr. Hlawaček, -Verlag von Feller in Karlsbad; der Führer in Karlsbad und -seiner Umgebung (Verlag v. Franiek und Comp. in Karlsbad); -Führer durch die westböhmischen Kurorte und deren Umgebung, -Eger, Druck und Verlag von Stadler und Comp.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_232">[232]</a></span></p> - -<p>Bezüglich der Karte unseres Reisegebietes bemerken wir, -dass es unmöglich war, sämmtliche Aussichtspunkte und Orte, -welche der Führer enthält, in dieselbe einzuzeichnen; wir -mussten uns auf die wichtigsten beschränken, da sonst die -Karte unleserlich und dadurch unbrauchbar geworden wäre. -Eisenbahnen, Strassen, Wege und Stege enthält sie vollständig, -und das ist umsomehr die Hauptsache, als die einzelnen, nicht -eingezeichneten Objekte im Buche so genau beschrieben sind, -dass die Bestimmung der Lage derselben gar keiner Schwierigkeit -unterliegt.</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_233">[233]</a></span></p> - -<h2 id="Register">Register.</h2> - -<p>Orte, welche bei Aussichtspunkten nur erwähnt sind, wurden -nicht vollständig aufgenommen. Ist ein Ort, Berg u. s. w. -speciell behandelt oder besonders betont, so ist er mit der -Seitenzahl angeführt. Die fettgedruckten Zahlen weisen auf -die spezielle Behandlung hin.</p> -</div> - -<ul class="index"> -<li class="ifrst">A.</li> - -<li class="indx">Abenddämmerung <b><a href="#Seite_18">18</a></b>.</li> - -<li class="indx">Abendröthe <b><a href="#Seite_18">18</a></b>.</li> - -<li class="indx">Aberg <a href="#Seite_11">11</a>, <a href="#Seite_38">38</a>, <a href="#Seite_78">78</a>.</li> - -<li class="indx">Abg'span das <a href="#Seite_91">91</a>.</li> - -<li class="indx">Abertham <a href="#Seite_21">21</a>, <b><a href="#Seite_115">115</a></b>, <b><a href="#Seite_116">116</a></b>, <b><a href="#Seite_117">117</a></b>.</li> - -<li class="indx">Adelsberg <a href="#Seite_7">7</a>.</li> - -<li class="indx">Adorf <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_40">40</a>, <a href="#Seite_41">41</a>.</li> - -<li class="indx">Aich <a href="#Seite_11">11</a>, <b><a href="#Seite_82">82</a></b>.</li> - -<li class="indx">Alpenglühen <b><a href="#Seite_20">20</a></b>.</li> - -<li class="indx">Altenberg <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Altengrün <a href="#Seite_60">60</a>.</li> - -<li class="indx">Altenteich <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Altrohlau <a href="#Seite_85">85</a>.</li> - -<li class="indx">Altsattel <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Alaunhütte <b><a href="#Seite_127">127</a></b>.</li> - -<li class="indx">Annaberg <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Annakirche bei Eger <b><a href="#Seite_31">31</a></b>.</li> - -<li class="indx">Annathal <a href="#Seite_60">60</a>.</li> - -<li class="indx">Antonienhöhe <a href="#Seite_30">30</a>.</li> - -<li class="indx">Assigbach <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Assigbachthal <a href="#Seite_138">138</a>.</li> - -<li class="indx">Asch <b><a href="#Seite_41">41</a></b>, <b><a href="#Seite_42">42</a></b>.</li> - -<li class="indx">Aschberg <a href="#Seite_10">10</a>, <b><a href="#Seite_62">62</a></b>, <b><a href="#Seite_63">63</a></b>, <a href="#Seite_64">64</a>.</li> - -<li class="indx">Aubach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Auerhahnl <a href="#Seite_93">93</a>.</li> - -<li class="indx">Auersberg <a href="#Seite_36">36</a>, <a href="#Seite_65">65</a>.</li> - -<li class="indx">Auperschin <a href="#Seite_178">178</a>, <a href="#Seite_187">187</a>.</li> - -<li class="indx">Aussengefield <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Aussig <a href="#Seite_14">14</a>, <a href="#Seite_178">178</a>, <a href="#Seite_210">210</a>, <a href="#Seite_211">211</a>, <b><a href="#Seite_224">224</a></b> bis <b><a href="#Seite_228">228</a></b>.</li> - -<li class="indx">Auscha <a href="#Seite_223">223</a>.</li> - -<li class="indx">Austein <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="ifrst">B.</li> - -<li class="indx">Bärenbrand <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Bärenstein (Berg) <a href="#Seite_8">8</a>, <a href="#Seite_146">146</a>.</li> - -<li class="indx">Bärenstein (Städtchen) <a href="#Seite_201">201</a>.</li> - -<li class="indx">Bärringen <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_96">96</a>, <b><a href="#Seite_97">97</a></b>, <b><a href="#Seite_98">98</a></b>, <a href="#Seite_117">117</a>.</li> - -<li class="indx">Beerberg <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Beerhübel <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_149">149</a>.</li> - -<li class="indx">Bellevue-Tempel <a href="#Seite_79">79</a>.</li> - -<li class="indx">Belvedere (Karlsbad) <b><a href="#Seite_77">77</a></b>.</li> - -<li class="indx">Belvedere (böhmische Schweiz) <a href="#Seite_231">231</a>.</li> - -<li class="indx">Bensen <a href="#Seite_212">212</a>.</li> - -<li class="indx">Berg Troschiger <a href="#Seite_129">129</a>.</li> - -<li class="indx">Bernau <b><a href="#Seite_149">149</a></b>.</li> - -<li class="indx">Bergwerkzechen <a href="#Seite_23">23</a>, <a href="#Seite_24">24</a>.</li> - -<li class="indx">Bergwirthshaus <a href="#Seite_80">80</a>.</li> - -<li class="indx">Bernstein <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_151">151</a>, <a href="#Seite_155">155</a>, <a href="#Seite_160">160</a>.</li> - -<li class="indx">Biela <a href="#Seite_14">14</a>, <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Bielathal <a href="#Seite_188">188</a>.</li> - -<li class="indx">Bihana <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Bilin <b><a href="#Seite_173">173</a></b> bis <b><a href="#Seite_178">178</a></b>.</li> - -<li class="indx">Billinka <a href="#Seite_178">178</a>, <a href="#Seite_179">179</a>.</li> - -<li class="indx">Bleistadt <b><a href="#Seite_58">58</a></b>.</li> - -<li class="indx">Bodenbach <a href="#Seite_212">212</a> bis <a href="#Seite_219">219</a>.</li> - -<li class="indx">Bohemia <a href="#Seite_211">211</a>.</li> - -<li class="indx">Borislau <a href="#Seite_177">177</a>, <a href="#Seite_178">178</a>.</li> - -<li class="indx">Bořen <a href="#Seite_19">19</a>, <b><a href="#Seite_172">172</a></b>, <b><a href="#Seite_173">173</a></b>.</li> - -<li class="indx">Böhmische Schweiz <a href="#Seite_230">230</a>.</li> - -<li class="indx">Böhmischer Sitz <a href="#Seite_80">80</a>.</li> - -<li class="indx">Böhmisch Sibirien <a href="#Seite_120">120</a>.</li> - -<li class="indx">Brandau <a href="#Seite_150">150</a>, <a href="#Seite_153">153</a>.</li> - -<li class="indx">Brandbach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Breitenbach <a href="#Seite_91">91</a>, <a href="#Seite_117">117</a>.<span class="pagenum"><a id="Seite_234">[234]</a></span></li> - -<li class="indx">Breitenstein <a href="#Seite_148">148</a>, <a href="#Seite_230">230</a>.</li> - -<li class="indx">Brockengespenst <a href="#Seite_20">20</a>.</li> - -<li class="indx">Brunndöbra <a href="#Seite_62">62</a>, <a href="#Seite_64">64</a>.</li> - -<li class="indx">Brunndöbrathal <a href="#Seite_62">62</a>.</li> - -<li class="indx">Brunnersdorf <a href="#Seite_132">132</a>, <b><a href="#Seite_135">135</a></b>.</li> - -<li class="indx">Brunnnesselkamm <a href="#Seite_230">230</a>.</li> - -<li class="indx">Brüx <a href="#Seite_16">16</a>, <b><a href="#Seite_160">160</a></b> bis <b><a href="#Seite_173">173</a></b>.</li> - -<li class="indx">Buchenhöhe <a href="#Seite_11">11</a>.</li> - -<li class="indx">Buchholz <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Burberg <a href="#Seite_8">8</a>, <a href="#Seite_9">9</a>.</li> - -<li class="indx">Bünaburg <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Büschel (bei Görkau) <b><a href="#Seite_148">148</a></b>.</li> - -<li class="ifrst">C.</li> - -<li class="indx">Crandorf <a href="#Seite_123">123</a>.</li> - -<li class="indx">Crudum <a href="#Seite_10">10</a>, <b><a href="#Seite_53">53</a></b>.</li> - -<li class="indx">Cubabrunn <a href="#Seite_40">40</a>.</li> - -<li class="ifrst">D.</li> - -<li class="indx">Dallwitz <a href="#Seite_15">15</a>, <b><a href="#Seite_81">81</a></b>.</li> - -<li class="indx">Dassnitz <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_38">38</a>, <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Davidsthal <a href="#Seite_51">51</a>.</li> - -<li class="indx">Deblikberg <a href="#Seite_188">188</a>.</li> - -<li class="indx">Denkmäler bei Kulm <b><a href="#Seite_194">194</a></b>–<b><a href="#Seite_196">196</a></b>.</li> - -<li class="indx">Dillenberg <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Domina <a href="#Seite_129">129</a>, <a href="#Seite_130">130</a>, <a href="#Seite_140">140</a>.</li> - -<li class="indx">Donnersberg <a href="#Seite_12">12</a>, <a href="#Seite_19">19</a>.</li> - -<li class="indx">Doppelburg <a href="#Seite_199">199</a>, <a href="#Seite_200">200</a>.</li> - -<li class="indx">Dorotheentempel <a href="#Seite_80">80</a>.</li> - -<li class="indx">Dörnsdorfer Bach <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Dörnthal <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Drahowitz <a href="#Seite_98">98</a>.</li> - -<li class="indx">Dreiberg <a href="#Seite_223">223</a>.</li> - -<li class="indx">Dreikreuzberg <a href="#Seite_79">79</a>, <a href="#Seite_220">220</a>.</li> - -<li class="indx">Drosau <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Drum <a href="#Seite_229">229</a>.</li> - -<li class="indx">Dubitz <a href="#Seite_188">188</a>.</li> - -<li class="indx">Duppau <a href="#Seite_142">142</a>.</li> - -<li class="indx">Dux <b><a href="#Seite_155">155</a></b>, <b><a href="#Seite_156">156</a></b>.</li> - -<li class="indx">Dürnberg <a href="#Seite_7">7</a>.</li> - -<li class="ifrst">E.</li> - -<li class="indx">Ebene Teplitzer <b><a href="#Seite_191">191</a></b>, <b><a href="#Seite_192">192</a></b>, <b><a href="#Seite_193">193</a></b>.</li> - -<li class="indx">Ebersdorf <a href="#Seite_203">203</a>.</li> - -<li class="indx">Edelweiss <a href="#Seite_20">20</a>.</li> - -<li class="indx">Edersgrün <a href="#Seite_96">96</a>.</li> - -<li class="indx">Edmundsgrund <a href="#Seite_231">231</a>.</li> - -<li class="indx">Eger (Fluss) <a href="#Seite_14">14</a>, <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Eger <a href="#Seite_15">15</a>, <b><a href="#Seite_31">31</a></b>, <b><a href="#Seite_32">32</a></b>, <b><a href="#Seite_33">33</a></b>, <b><a href="#Seite_34">34</a></b>, <b><a href="#Seite_35">35</a></b>, <a href="#Seite_38">38</a>.</li> - -<li class="indx">Egerland <a href="#Seite_40">40</a>.</li> - -<li class="indx">Egerthal <a href="#Seite_38">38</a>.</li> - -<li class="indx">Eibenstock <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Eidlitz <a href="#Seite_16">16</a>, <a href="#Seite_128">128</a>.</li> - -<li class="indx">Eichberg <a href="#Seite_224">224</a>.</li> - -<li class="indx">Eichelberg <b><a href="#Seite_112">112</a></b>, <b><a href="#Seite_113">113</a></b>.</li> - -<li class="indx">Eichwald <a href="#Seite_20">20</a>, <a href="#Seite_199">199</a>, <a href="#Seite_203">203</a>.</li> - -<li class="indx">Eiland <a href="#Seite_209">209</a>.</li> - -<li class="indx">Einsiedel <a href="#Seite_20">20</a>, <a href="#Seite_152">152</a>, <a href="#Seite_154">154</a>.</li> - -<li class="indx">Einsiedel (Bad) <a href="#Seite_152">152</a>.</li> - -<li class="indx">Einsiedel (Deutsch) <a href="#Seite_152">152</a>.</li> - -<li class="indx">Einwohnerzahl <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Eisenberg <a href="#Seite_8">8</a>, <b><a href="#Seite_151">151</a></b>, <b><a href="#Seite_152">152</a></b>, <a href="#Seite_160">160</a>, <a href="#Seite_168">168</a>.</li> - -<li class="indx">Eisknochen <a href="#Seite_201">201</a>.</li> - -<li class="indx">Eispinge <a href="#Seite_94">94</a>.</li> - -<li class="indx">Eisenstrass <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Elbe <a href="#Seite_14">14</a>.</li> - -<li class="indx">Elbgebirge <a href="#Seite_13">13</a>.</li> - -<li class="indx">Elbleiten <a href="#Seite_230">230</a>.</li> - -<li class="indx">Elbogen <a href="#Seite_11">11</a>, <a href="#Seite_16">16</a>, <b><a href="#Seite_54">54</a></b> bis <b><a href="#Seite_58">58</a></b>.</li> - -<li class="indx">Elbsandsteingebirge <a href="#Seite_14">14</a>.</li> - -<li class="indx">Elisalexfelsen <a href="#Seite_231">231</a>.</li> - -<li class="indx">Elster <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_36">36</a>, <a href="#Seite_37">37</a>, <a href="#Seite_41">41</a>.</li> - -<li class="indx">Elstergebirge <a href="#Seite_40">40</a>.</li> - -<li class="indx">Elterlein <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Engelhaus <b><a href="#Seite_83">83</a></b>, <b><a href="#Seite_84">84</a></b>.</li> - -<li class="indx">Erlbach <a href="#Seite_40">40</a>, <a href="#Seite_41">41</a>.</li> - -<li class="indx">Erzgebirge <a href="#Seite_5">5</a>, <a href="#Seite_38">38</a>, <a href="#Seite_40">40</a>, <b><a href="#Seite_196">196</a></b>, <b><a href="#Seite_197">197</a></b>.</li> - -<li class="indx">Eulau <a href="#Seite_209">209</a>, <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Eulauthal <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="ifrst">F.</li> - -<li class="indx">Falkenau <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_16">16</a>, <a href="#Seite_38">38</a>, <a href="#Seite_39">39</a>, <b><a href="#Seite_49">49</a></b> bis <b><a href="#Seite_52">52</a></b>, <a href="#Seite_53">53</a>, <a href="#Seite_54">54</a>, <a href="#Seite_58">58</a>, <a href="#Seite_59">59</a>.</li> - -<li class="indx">Falkenauer Land <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Falkenstein <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Felshäuser (Neudek) <a href="#Seite_89">89</a>.</li> - -<li class="indx">Ferdinandshöhe <a href="#Seite_47">47</a>, <a href="#Seite_225">225</a>.</li> - -<li class="indx">Fichtelberg <a href="#Seite_9">9</a>, <a href="#Seite_36">36</a>, <a href="#Seite_146">146</a>.</li> - -<li class="indx">Fichtelgebirge <a href="#Seite_16">16</a>, <a href="#Seite_38">38</a>, <a href="#Seite_40">40</a>.</li> - -<li class="indx">Findlaters-Tempel <b><a href="#Seite_76">76</a></b>.</li> - -<li class="indx">Fischern <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_82">82</a>, <a href="#Seite_85">85</a>.</li> - -<li class="indx">Fladererberg <a href="#Seite_91">91</a>.<span class="pagenum"><a id="Seite_235">[235]</a></span></li> - -<li class="indx">Flachsgrund <a href="#Seite_151">151</a>.</li> - -<li class="indx">Fleissenbach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Flöhe <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Flöhauerbach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Flössberg <a href="#Seite_65">65</a>.</li> - -<li class="indx">Flössgraben <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Fluthbach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Flüsse <a href="#Seite_14">14</a>.</li> - -<li class="indx">Försterhäuser <a href="#Seite_17">17</a>, <a href="#Seite_117">117</a>.</li> - -<li class="indx">Försterhaus (Marienbad) <a href="#Seite_47">47</a>.</li> - -<li class="indx">Franzensbad <b><a href="#Seite_28">28</a></b>, <b><a href="#Seite_29">29</a></b>, <b><a href="#Seite_30">30</a></b>, <a href="#Seite_35">35</a>, <a href="#Seite_41">41</a>.</li> - -<li class="indx">Frauenreuth <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Frauschieterberg <a href="#Seite_187">187</a>.</li> - -<li class="indx">Frauenstein <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Freudenstein <b><a href="#Seite_108">108</a></b>, <b><a href="#Seite_109">109</a></b>.</li> - -<li class="indx">Freundschaftsanhöhe <b><a href="#Seite_77">77</a></b>.</li> - -<li class="indx">Frühbuss <a href="#Seite_21">21</a>, <b><a href="#Seite_65">65</a></b>.</li> - -<li class="indx">Friederikenfels <a href="#Seite_80">80</a>.</li> - -<li class="indx">Freiberg <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Fuchsgrund <b><a href="#Seite_167">167</a></b>.</li> - -<li class="indx">Fuchshütte <a href="#Seite_198">198</a>.</li> - -<li class="indx">Fuchsloch <a href="#Seite_98">98</a>.</li> - -<li class="indx">Fuchswarte <a href="#Seite_198">198</a>.</li> - -<li class="indx">Fundorte der Mineralien <a href="#Seite_24">24</a> bis <b><a href="#Seite_27">27</a></b>.</li> - -<li class="indx">Fürnstein Anton <b><a href="#Seite_50">50</a></b>, <b><a href="#Seite_51">51</a></b>.</li> - -<li class="ifrst">G.</li> - -<li class="indx">Gabhorn <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Gabrielahütten <b><a href="#Seite_150">150</a></b>, <b><a href="#Seite_153">153</a></b>.</li> - -<li class="indx">Gaisberg <a href="#Seite_149">149</a>.</li> - -<li class="indx">Galgenberg bei Görkau <a href="#Seite_148">148</a>.</li> - -<li class="indx">Galgenberg b. Joachimsthal <a href="#Seite_103">103</a>.</li> - -<li class="indx">Ganghofer Berg <b><a href="#Seite_173">173</a></b>.</li> - -<li class="indx">Gängerhäusel <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Geiersburg <a href="#Seite_205">205</a>, <a href="#Seite_206">206</a>.</li> - -<li class="indx">Geisinger Berg <a href="#Seite_201">201</a>.</li> - -<li class="indx">Geltschbad <a href="#Seite_223">223</a>.</li> - -<li class="indx">Geltschberg <a href="#Seite_223">223</a>.</li> - -<li class="indx">Georgshöhe <a href="#Seite_148">148</a>, <a href="#Seite_158">158</a>.</li> - -<li class="indx">Gesteinlicht <a href="#Seite_61">61</a>.</li> - -<li class="indx">Geyer <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Giebacht <a href="#Seite_86">86</a>.</li> - -<li class="indx">Giesshübel-Puchstein <b><a href="#Seite_84">84</a></b>, <b><a href="#Seite_85">85</a></b>, <b><a href="#Seite_142">142</a></b>, <a href="#Seite_143">143</a>.</li> - -<li class="indx">Glatze <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Glasberg <a href="#Seite_8">8</a>, <a href="#Seite_61">61</a>, <a href="#Seite_95">95</a>, <a href="#Seite_189">189</a>.</li> - -<li class="indx">Glieden <a href="#Seite_130">130</a>.</li> - -<li class="indx">Gliedner Berg <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Globenstein <a href="#Seite_123">123</a>.</li> - -<li class="indx">Goldbach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Goldenhöhe <b><a href="#Seite_123">123</a></b>.</li> - -<li class="indx">Gossengrün <b><a href="#Seite_58">58</a></b>.</li> - -<li class="indx">Gottesgab <a href="#Seite_9">9</a>, <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_21">21</a>, <b><a href="#Seite_118">118</a></b>, <b><a href="#Seite_119">119</a></b>.</li> - -<li class="indx">Göhrner Hügel <a href="#Seite_7">7</a>.</li> - -<li class="indx">Görkau <a href="#Seite_16">16</a>, <a href="#Seite_128">128</a>, <b><a href="#Seite_147">147</a></b> bis <b><a href="#Seite_152">152</a></b>.</li> - -<li class="indx">Göthe <b><a href="#Seite_50">50</a></b>.</li> - -<li class="indx">Göttersdorfer Bach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Graben <a href="#Seite_110">110</a>, <a href="#Seite_224">224</a>.</li> - -<li class="indx">Grasengrün <a href="#Seite_98">98</a>.</li> - -<li class="indx">Graslitz <a href="#Seite_15">15</a>, <b><a href="#Seite_60">60</a></b>, <b><a href="#Seite_61">61</a></b>, <b><a href="#Seite_62">62</a></b>, <a href="#Seite_63">63</a>, <a href="#Seite_64">64</a>.</li> - -<li class="indx">Gränzbach <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Grauenstein <a href="#Seite_111">111</a>.</li> - -<li class="indx">Graupen <a href="#Seite_17">17</a>, <a href="#Seite_202">202</a>.</li> - -<li class="indx">Grossenteich <a href="#Seite_95">95</a>.</li> - -<li class="indx">Grosspriesen <a href="#Seite_224">224</a>.</li> - -<li class="indx">Grundbach <a href="#Seite_16">16</a>, <a href="#Seite_168">168</a>.</li> - -<li class="indx">Grundbachthal <a href="#Seite_135">135</a>, <a href="#Seite_136">136</a>.</li> - -<li class="indx">Grund Komotauer <b><a href="#Seite_138">138</a></b>, <b><a href="#Seite_139">139</a></b>.</li> - -<li class="indx">Grundmühle (Komotau) <a href="#Seite_128">128</a>.</li> - -<li class="indx">Grund Platzer <b><a href="#Seite_130">130</a></b>.</li> - -<li class="indx">Grundthal <a href="#Seite_132">132</a>.</li> - -<li class="indx">Grün <a href="#Seite_53">53</a>, <a href="#Seite_132">132</a>, <a href="#Seite_133">133</a>.</li> - -<li class="indx">Grünberg <a href="#Seite_31">31</a>.</li> - -<li class="indx">Gründung der Städte im Erzgebirge <b><a href="#Seite_21">21</a></b>.</li> - -<li class="indx">Grünhain <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Grünlasthal <a href="#Seite_54">54</a>.</li> - -<li class="indx">Grünthal <a href="#Seite_150">150</a>, <a href="#Seite_153">153</a>.</li> - -<li class="indx">Grünze <a href="#Seite_156">156</a>.</li> - -<li class="ifrst">H.</li> - -<li class="indx">Haardorf <a href="#Seite_144">144</a>.</li> - -<li class="indx">Habichtsfelsen <a href="#Seite_154">154</a>.</li> - -<li class="indx">Hagensdorf <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_135">135</a>.</li> - -<li class="indx">Halde <a href="#Seite_110">110</a>.</li> - -<li class="indx">Halmgrün <a href="#Seite_95">95</a>.</li> - -<li class="indx">Hammer <a href="#Seite_20">20</a>, <a href="#Seite_152">152</a>, <a href="#Seite_168">168</a>.</li> - -<li class="indx">Hammerberg <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Hammer Böhmisch <a href="#Seite_123">123</a>.</li> - -<li class="indx">Hammer (Hammergrund) <a href="#Seite_154">154</a>, <b><a href="#Seite_159">159</a></b>.<span class="pagenum"><a id="Seite_236">[236]</a></span></li> - -<li class="indx">Hannersdorf <a href="#Seite_149">149</a>.</li> - -<li class="indx">Hansheiling <a href="#Seite_57">57</a>, <b><a href="#Seite_82">82</a></b>.</li> - -<li class="indx">Hartenberg <b><a href="#Seite_51">51</a></b>, <b><a href="#Seite_52">52</a></b>, <a href="#Seite_65">65</a>.</li> - -<li class="indx">Haselbach <a href="#Seite_54">54</a>.</li> - -<li class="indx">Haselstein <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_154">154</a>.</li> - -<li class="indx">Hasenburg <a href="#Seite_176">176</a>, <a href="#Seite_177">177</a>.</li> - -<li class="indx">Haslau <a href="#Seite_35">35</a>.</li> - -<li class="indx">Hassenstein <a href="#Seite_130">130</a>, <b><a href="#Seite_132">132</a></b>, <b><a href="#Seite_133">133</a></b>, <b><a href="#Seite_134">134</a></b>, <b><a href="#Seite_135">135</a></b>, <a href="#Seite_136">136</a>.</li> - -<li class="indx">Hassensteiner Schlossberg <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Hauenstein <b><a href="#Seite_112">112</a></b>.</li> - -<li class="indx">Hauensteinberg <a href="#Seite_9">9</a>.</li> - -<li class="indx">Hauenstein-Warta <a href="#Seite_142">142</a>.</li> - -<li class="indx">Hausberg <a href="#Seite_61">61</a>.</li> - -<li class="indx">Häuselberg <a href="#Seite_148">148</a>.</li> - -<li class="indx">Heidenschloss <a href="#Seite_212">212</a>.</li> - -<li class="indx">Heinrichsgrün <a href="#Seite_21">21</a>, <b><a href="#Seite_58">58</a></b>, <b><a href="#Seite_59">59</a></b>, <b><a href="#Seite_60">60</a></b>.</li> - -<li class="indx">Heinrichssteinfels <a href="#Seite_117">117</a>.</li> - -<li class="indx">Helenenhof <a href="#Seite_80">80</a>.</li> - -<li class="indx">Helms Ruhe <a href="#Seite_186">186</a>.</li> - -<li class="indx">Hengstererben <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_115">115</a>.</li> - -<li class="indx">Herrenskretschen <a href="#Seite_14">14</a>, <a href="#Seite_212">212</a>, <b><a href="#Seite_230">230</a></b>, <b><a href="#Seite_231">231</a></b>.</li> - -<li class="indx">Herrgottsstuhlberg <a href="#Seite_9">9</a>.</li> - -<li class="indx">Hertine <a href="#Seite_187">187</a>.</li> - -<li class="indx">Himmelstein <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Hirschberg <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Hirschensprung <b><a href="#Seite_76">76</a></b>.</li> - -<li class="indx">Hirschenstand <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_64">64</a>, <a href="#Seite_65">65</a>.</li> - -<li class="indx">Hofberg <a href="#Seite_90">90</a>.</li> - -<li class="indx">Hochtannenberg <b><a href="#Seite_89">89</a></b>.</li> - -<li class="indx">Hohe Glatze <a href="#Seite_10">10</a>.</li> - -<li class="indx">Hohenberg <a href="#Seite_95">95</a>.</li> - -<li class="indx">Hohenstein <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Hohentann <a href="#Seite_130">130</a>.</li> - -<li class="indx">Hoher Hau <a href="#Seite_97">97</a>.</li> - -<li class="indx">Hoher Stein <b><a href="#Seite_10">10</a></b>, <a href="#Seite_36">36</a>, <b><a href="#Seite_40">40</a></b>, <b><a href="#Seite_41">41</a></b>.</li> - -<li class="indx">Hochstadt <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Holzbach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Holzbau <a href="#Seite_61">61</a>.</li> - -<li class="indx">Horatitz <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Hořenzer Berg <a href="#Seite_170">170</a>.</li> - -<li class="indx">Hostenitz <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Höben <a href="#Seite_189">189</a>.</li> - -<li class="indx">Höflas <a href="#Seite_35">35</a>.</li> - -<li class="indx">Höhendorfer Höhe <a href="#Seite_47">47</a>.</li> - -<li class="indx">Hölle <a href="#Seite_62">62</a>.</li> - -<li class="indx">Höllenbach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Höllengrund <a href="#Seite_222">222</a>.</li> - -<li class="indx">Höllenhammer <a href="#Seite_62">62</a>.</li> - -<li class="indx">Höllenstein <a href="#Seite_131">131</a>.</li> - -<li class="indx">Hradek <a href="#Seite_224">224</a>.</li> - -<li class="indx">Hradisken <a href="#Seite_220">220</a>.</li> - -<li class="indx">Hundsbach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Huritzberg <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Hut (Forsthaus) <a href="#Seite_114">114</a>.</li> - -<li class="indx">Hutberg <a href="#Seite_8">8</a>, <b><a href="#Seite_127">127</a></b>, <b><a href="#Seite_128">128</a></b>, <a href="#Seite_148">148</a>.</li> - -<li class="indx">Hutberg bei Bünaburg <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Hübladung <a href="#Seite_150">150</a>, <a href="#Seite_154">154</a>, <a href="#Seite_155">155</a>.</li> - -<li class="indx">Hüttengrund <a href="#Seite_198">198</a>.</li> - -<li class="ifrst">CH.</li> - -<li class="indx">Charakter der Erzgebirger <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Chodaubach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Chodolitz <a href="#Seite_176">176</a>.</li> - -<li class="ifrst">I.</li> - -<li class="indx">Illmesberg <a href="#Seite_65">65</a>.</li> - -<li class="indx">Industriezweige <a href="#Seite_22">22</a>.</li> - -<li class="indx">Irrgang <a href="#Seite_93">93</a>, <a href="#Seite_118">118</a>.</li> - -<li class="ifrst">J.</li> - -<li class="indx">Jagdschloss bei Eichwald <a href="#Seite_198">198</a>, -<a href="#Seite_200">200</a>.</li> - -<li class="indx">Jentschitz <a href="#Seite_176">176</a>.</li> - -<li class="indx">Joachimsthal <a href="#Seite_21">21</a>, <b><a href="#Seite_103">103</a></b> bis <b><a href="#Seite_115">115</a></b>.</li> - -<li class="indx">Johannisfeuerberg <a href="#Seite_151">151</a>.</li> - -<li class="indx">Johann-Georgenstadt <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_91">91</a>.</li> - -<li class="indx">Johannis-Kapelle <a href="#Seite_110">110</a>.</li> - -<li class="indx">Johnsdorf <a href="#Seite_152">152</a>, <a href="#Seite_154">154</a>, <b><a href="#Seite_159">159</a></b>, <a href="#Seite_168">168</a>.</li> - -<li class="indx">Josefsdorf <a href="#Seite_51">51</a>.</li> - -<li class="indx">Judendorf <a href="#Seite_202">202</a>.</li> - -<li class="indx">Jungenhengst <a href="#Seite_118">118</a>.</li> - -<li class="ifrst">K.</li> - -<li class="indx">Kaaden <a href="#Seite_15">15</a>, <b><a href="#Seite_140">140</a></b>, <b><a href="#Seite_141">141</a></b> bis <b><a href="#Seite_145">145</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kaff (Ober) <a href="#Seite_116">116</a>.</li> - -<li class="indx">Kahlenberg <a href="#Seite_201">201</a>.</li> - -<li class="indx">Kaiserbuchwald <a href="#Seite_91">91</a>.</li> - -<li class="indx">Kaiser Franz Josefs-Höhe <b><a href="#Seite_77">77</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kaiser Josefs-Schacht <a href="#Seite_110">110</a>.</li> - -<li class="indx">Kaiserwald <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_38">38</a>.<span class="pagenum"><a id="Seite_237">[237]</a></span></li> - -<li class="indx">Kalkofenhöhe <a href="#Seite_132">132</a>.</li> - -<li class="indx">Kallich <a href="#Seite_140">140</a>, <b><a href="#Seite_149">149</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kalter Winter <a href="#Seite_120">120</a>.</li> - -<li class="indx">Kamaiker Eisberg <b><a href="#Seite_219">219</a></b>, <b><a href="#Seite_220">220</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kammerbühl <b><a href="#Seite_30">30</a></b>, <b><a href="#Seite_31">31</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kammersberg <b><a href="#Seite_89">89</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kammersgrün <a href="#Seite_96">96</a>.</li> - -<li class="indx">Kampelberg <a href="#Seite_152">152</a>.</li> - -<li class="indx">Kapellenberg bei Steinbach <b><a href="#Seite_53">53</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kapellenberg bei Voitersreuth <a href="#Seite_10">10</a>, <b><a href="#Seite_35">35</a></b>, <b><a href="#Seite_36">36</a></b>, <a href="#Seite_40">40</a>.</li> - -<li class="indx">Kapuzinerhau <a href="#Seite_7">7</a>.</li> - -<li class="indx">Karlsbad <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_16">16</a>, <b><a href="#Seite_66">66</a></b> bis <b><a href="#Seite_85">85</a></b>, <a href="#Seite_98">98</a>.</li> - -<li class="indx">Karls IV. Statue <a href="#Seite_79">79</a>.</li> - -<li class="indx">Katharinaberg <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_150">150</a>, <b><a href="#Seite_152">152</a></b> bis <b><a href="#Seite_155">155</a></b>.</li> - -<li class="indx">Katzenfelsen <a href="#Seite_61">61</a>.</li> - -<li class="indx">Katzengrün <a href="#Seite_39">39</a>.</li> - -<li class="indx">Katzenhübel <a href="#Seite_148">148</a>.</li> - -<li class="indx">Katzenrücken <a href="#Seite_150">150</a>.</li> - -<li class="indx">Käsherdberg <a href="#Seite_154">154</a>.</li> - -<li class="indx">Keilberg <a href="#Seite_9">9</a>, <a href="#Seite_36">36</a>, <b><a href="#Seite_113">113</a></b>, <b><a href="#Seite_114">114</a></b>, <b><a href="#Seite_119">119</a></b>, <a href="#Seite_146">146</a>.</li> - -<li class="indx">Keller (bei Deutsch-Kralupp) <a href="#Seite_135">135</a>, <a href="#Seite_136">136</a>.</li> - -<li class="indx">Kelchberg <a href="#Seite_223">223</a>.</li> - -<li class="indx">Kernberg <a href="#Seite_60">60</a>.</li> - -<li class="indx">Kirchberg <a href="#Seite_40">40</a>.</li> - -<li class="indx">Kiel <a href="#Seite_36">36</a>, <a href="#Seite_63">63</a>.</li> - -<li class="indx">Kirchenbirg <a href="#Seite_53">53</a>.</li> - -<li class="indx">Kienhaide <a href="#Seite_139">139</a>, <a href="#Seite_140">140</a>.</li> - -<li class="indx">Klapay <a href="#Seite_176">176</a>, <a href="#Seite_177">177</a>.</li> - -<li class="indx">Kleinkahn <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Kleinpriesen <a href="#Seite_14">14</a>.</li> - -<li class="indx">Kleinthal <a href="#Seite_144">144</a>.</li> - -<li class="indx">Klein-Versailles <a href="#Seite_78">78</a>.</li> - -<li class="indx">Klima <a href="#Seite_18">18</a>.</li> - -<li class="indx">Klingenthal <a href="#Seite_15">15</a>, <b><a href="#Seite_62">62</a></b>, <b><a href="#Seite_63">63</a></b>, <a href="#Seite_64">64</a>.</li> - -<li class="indx">Klinghard <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Kloben <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Klostergrab <b><a href="#Seite_157">157</a></b>, <b><a href="#Seite_158">158</a></b>, <a href="#Seite_198">198</a>.</li> - -<li class="indx">Klösterle <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_143">143</a>, <a href="#Seite_144">144</a>.</li> - -<li class="indx">Koboldstein <a href="#Seite_111">111</a>.</li> - -<li class="indx">Kohlhau <a href="#Seite_91">91</a>.</li> - -<li class="indx">Kohling <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_53">53</a>.</li> - -<li class="indx">Kokorschin <a href="#Seite_224">224</a>.</li> - -<li class="indx">Kolditz <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Kollosoruk <a href="#Seite_170">170</a>.</li> - -<li class="indx">Komotau <a href="#Seite_16">16</a>, <b><a href="#Seite_123">123</a></b> bis <b><a href="#Seite_140">140</a></b>.</li> - -<li class="indx">Komotauer Grund <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Konojed <a href="#Seite_224">224</a>.</li> - -<li class="indx">Kopitz <a href="#Seite_169">169</a>.</li> - -<li class="indx">Koppe <a href="#Seite_112">112</a>, <a href="#Seite_113">113</a>.</li> - -<li class="indx">Koppenberg <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Koppenstein <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Kosel <a href="#Seite_170">170</a>.</li> - -<li class="indx">Kosten <a href="#Seite_178">178</a>, <a href="#Seite_179">179</a>, <a href="#Seite_198">198</a>.</li> - -<li class="indx">Kostenblatt <a href="#Seite_180">180</a>, <b><a href="#Seite_189">189</a></b>, <b><a href="#Seite_190">190</a></b>, <b><a href="#Seite_191">191</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kostial <a href="#Seite_174">174</a>, <a href="#Seite_176">176</a>.</li> - -<li class="indx">Königsberg a. E. <a href="#Seite_9">9</a>, <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_36">36</a>, <a href="#Seite_38">38</a>, <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Königsfeld <b><a href="#Seite_188">188</a></b>.</li> - -<li class="indx">Königshöhe <b><a href="#Seite_185">185</a></b>.</li> - -<li class="indx">Königshügel <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_158">158</a>.</li> - -<li class="indx">König Otto's Höhe <a href="#Seite_79">79</a>.</li> - -<li class="indx">König Otto's Quelle <b><a href="#Seite_84">84</a></b>.</li> - -<li class="indx">Königswald <a href="#Seite_209">209</a>, <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Königswarth (Schloss, Stadt u. Kurort) <b><a href="#Seite_42">42</a></b>, <b><a href="#Seite_43">43</a></b>, <b><a href="#Seite_44">44</a></b>, <b><a href="#Seite_45">45</a></b>.</li> - -<li class="indx">Königswerth <a href="#Seite_52">52</a>.</li> - -<li class="indx">Kösseine <a href="#Seite_35">35</a>.</li> - -<li class="indx">Kralupp-Deutsch <a href="#Seite_15">15</a>, <b><a href="#Seite_135">135</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kranichsee <b><a href="#Seite_64">64</a></b>, <b><a href="#Seite_65">65</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kreuzberg (Neudek) <b><a href="#Seite_88">88</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kreuzweg <a href="#Seite_152">152</a>.</li> - -<li class="indx">Krima <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_140">140</a>.</li> - -<li class="indx">Kroatenloch <a href="#Seite_157">157</a>.</li> - -<li class="indx">Kröndorf <a href="#Seite_113">113</a>.</li> - -<li class="indx">Křemusch (Krschemusch) <a href="#Seite_14">14</a>, <a href="#Seite_190">190</a>.</li> - -<li class="indx">Kundratitz <b><a href="#Seite_220">220</a></b>, <b><a href="#Seite_221">221</a></b>.</li> - -<li class="indx">Kulm <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Kulmer Schlachtfeld <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Kupferberg <b><a href="#Seite_143">143</a></b>, <b><a href="#Seite_144">144</a></b>, <b><a href="#Seite_145">145</a></b>, <a href="#Seite_146">146</a>.</li> - -<li class="indx">Kupferhügel <a href="#Seite_9">9</a>, <a href="#Seite_143">143</a>, <a href="#Seite_144">144</a>, <b><a href="#Seite_145">145</a></b>, <a href="#Seite_146">146</a>.</li> - -<li class="ifrst">L.</li> - -<li class="indx">Labitzki Josef <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Ladung <a href="#Seite_149">149</a>.</li> - -<li class="indx">Landwüst <a href="#Seite_36">36</a>, <a href="#Seite_40">40</a>.</li> - -<li class="indx">Lanz <a href="#Seite_51">51</a>, <a href="#Seite_59">59</a>.</li> - -<li class="indx">Laubenschlucht <b><a href="#Seite_211">211</a></b>.<span class="pagenum"><a id="Seite_238">[238]</a></span></li> - -<li class="indx">Lauenstein <a href="#Seite_201">201</a>.</li> - -<li class="indx">Laurenzkapelle <a href="#Seite_80">80</a>.</li> - -<li class="indx">Lauterbach <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_53">53</a>.</li> - -<li class="indx">Leibitsch <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Leibitschbach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Leibitschkamm <a href="#Seite_10">10</a>.</li> - -<li class="indx">Leibitschthal <b><a href="#Seite_41">41</a></b>.</li> - -<li class="indx">Leitmeritz <a href="#Seite_14">14</a>, <a href="#Seite_15">15</a>, <b><a href="#Seite_212">212</a></b>–<b><a href="#Seite_224">224</a></b>.</li> - -<li class="indx">Leopoldshammer im Leibitschthal <a href="#Seite_58">58</a>.</li> - -<li class="indx">Leopoldshöhe <a href="#Seite_211">211</a>.</li> - -<li class="indx">Leskau <b><a href="#Seite_143">143</a></b>.</li> - -<li class="indx">Leskauer Schlossberg <a href="#Seite_9">9</a>.</li> - -<li class="indx">Lessau <a href="#Seite_98">98</a>.</li> - -<li class="indx">Liboch <a href="#Seite_224">224</a>.</li> - -<li class="indx">Libochowan <a href="#Seite_220">220</a>.</li> - -<li class="indx">Libotschan <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Lichtenstadt <b><a href="#Seite_95">95</a></b>, <b><a href="#Seite_96">96</a></b>.</li> - -<li class="indx">Lichtenwald <a href="#Seite_158">158</a>.</li> - -<li class="indx">Liebaubach <a href="#Seite_10">10</a>.</li> - -<li class="indx">Liebenau <a href="#Seite_58">58</a>.</li> - -<li class="indx">Liebeschitz <a href="#Seite_223">223</a>.</li> - -<li class="indx">Liebenstein <a href="#Seite_35">35</a>.</li> - -<li class="indx">Liebenstein Schloss <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Liebensteiner Bach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Liebwerd <a href="#Seite_212">212</a>.</li> - -<li class="indx">Lilienstein <a href="#Seite_201">201</a>.</li> - -<li class="indx">Lindau <a href="#Seite_169">169</a>.</li> - -<li class="indx">Littmitz <a href="#Seite_54">54</a>.</li> - -<li class="indx">Lobosch <a href="#Seite_179">179</a>.</li> - -<li class="indx">Lobositz <a href="#Seite_14">14</a>, <a href="#Seite_174">174</a>, <a href="#Seite_176">176</a>, <b><a href="#Seite_178">178</a></b>, <b><a href="#Seite_179">179</a></b>, <b><a href="#Seite_180">180</a></b>.</li> - -<li class="indx">Lobsbach <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Lobsthal <a href="#Seite_50">50</a>, <a href="#Seite_52">52</a>, <a href="#Seite_59">59</a>.</li> - -<li class="indx">Loch langes <a href="#Seite_222">222</a>.</li> - -<li class="indx">Lochstein <a href="#Seite_201">201</a>.</li> - -<li class="indx">Lohma-Ober <a href="#Seite_35">35</a>.</li> - -<li class="ifrst">M.</li> - -<li class="indx">Maierhöfen <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Malkau <a href="#Seite_132">132</a>, <a href="#Seite_133">133</a>.</li> - -<li class="indx">Manfredterrasse <a href="#Seite_199">199</a>.</li> - -<li class="indx">Maria-Kulm <a href="#Seite_36">36</a>, <b><a href="#Seite_37">37</a></b>, <b><a href="#Seite_38">38</a></b>, <b><a href="#Seite_39">39</a></b>, <a href="#Seite_53">53</a>.</li> - -<li class="indx">Mariaschein <a href="#Seite_202">202</a>, <a href="#Seite_204">204</a>.</li> - -<li class="indx">Maria-Sophienweg <b><a href="#Seite_78">78</a></b>, <b><a href="#Seite_79">79</a></b>.</li> - -<li class="indx">Mariasorg <b><a href="#Seite_111">111</a></b>.</li> - -<li class="indx">Marienbad <a href="#Seite_45">45</a>, <b><a href="#Seite_46">46</a></b>, <b><a href="#Seite_47">47</a></b>.</li> - -<li class="indx">Marienberg <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_139">139</a>, <a href="#Seite_225">225</a>.</li> - -<li class="indx">Marienkirchen <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Marienthal <a href="#Seite_152">152</a>.</li> - -<li class="indx">Markhausen <a href="#Seite_64">64</a>.</li> - -<li class="indx">Markneukirchen <a href="#Seite_40">40</a>, <a href="#Seite_41">41</a>, <b><a href="#Seite_63">63</a></b>, <b><a href="#Seite_64">64</a></b>.</li> - -<li class="indx">Mähring in Baiern <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Meczery-Höhe <a href="#Seite_83">83</a>.</li> - -<li class="indx">Mentau <a href="#Seite_220">220</a>, <a href="#Seite_221">221</a>.</li> - -<li class="indx">Merkelsgrün <a href="#Seite_96">96</a>, <a href="#Seite_97">97</a>.</li> - -<li class="indx">Michelshöhle <a href="#Seite_172">172</a>.</li> - -<li class="indx">Millersgrün <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Milleschau <a href="#Seite_167">167</a>, <a href="#Seite_179">179</a>.</li> - -<li class="indx">Milleschauer <a href="#Seite_12">12</a>, <b><a href="#Seite_177">177</a></b>, <b><a href="#Seite_178">178</a></b>, <a href="#Seite_179">179</a>, <a href="#Seite_180">180</a>.</li> - -<li class="indx">Mineralreich <a href="#Seite_23">23</a>.</li> - -<li class="indx">Miramonte <a href="#Seite_30">30</a>.</li> - -<li class="indx">Mittelgebirge <a href="#Seite_11">11</a>.</li> - -<li class="indx">Morgendämmerung <a href="#Seite_18">18</a>.</li> - -<li class="indx">Morgenröthe <a href="#Seite_18">18</a>.</li> - -<li class="indx">Mostau <a href="#Seite_54">54</a>.</li> - -<li class="indx">Muckenbühl <a href="#Seite_10">10</a>, <b><a href="#Seite_61">61</a></b>, <b><a href="#Seite_62">62</a></b>.</li> - -<li class="indx">Mulde <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Mückenberg <a href="#Seite_202">202</a>, <b><a href="#Seite_203">203</a></b>.</li> - -<li class="indx">Mückenthürmchen <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_203">203</a>.</li> - -<li class="indx">Müglitz <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Müglitzthal <a href="#Seite_203">203</a>.</li> - -<li class="indx">Mühlacker der <a href="#Seite_58">58</a>.</li> - -<li class="indx">Mühlbach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Mühlberg <a href="#Seite_199">199</a>.</li> - -<li class="ifrst">N.</li> - -<li class="indx">Nabrowan <a href="#Seite_188">188</a>, <a href="#Seite_189">189</a>.</li> - -<li class="indx">Nancy Forsthaus <a href="#Seite_64">64</a>.</li> - -<li class="indx">Natschung <a href="#Seite_17">17</a>, <a href="#Seite_140">140</a>.</li> - -<li class="indx">Nebanitz <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Neudek <b><a href="#Seite_85">85</a></b>, <b><a href="#Seite_91">91</a></b>.</li> - -<li class="indx">Neudorf <a href="#Seite_130">130</a>, <a href="#Seite_140">140</a>.</li> - -<li class="indx">Neudorf bei Petschau <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Neudörfel <a href="#Seite_135">135</a>.</li> - -<li class="indx">Neufischern <a href="#Seite_85">85</a>.</li> - -<li class="indx">Neuhammer <b><a href="#Seite_90">90</a></b>.</li> - -<li class="indx">Neuhaus <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Neuhäuser <a href="#Seite_58">58</a>.</li> - -<li class="indx">Neukirchen <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Neundorf <a href="#Seite_16">16</a>.<span class="pagenum"><a id="Seite_239">[239]</a></span></li> - -<li class="indx">Neustein <b><a href="#Seite_149">149</a></b>.</li> - -<li class="indx">Niklasberg <a href="#Seite_197">197</a>, <a href="#Seite_198">198</a>.</li> - -<li class="indx">Nickelsdorf <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_152">152</a>.</li> - -<li class="indx">Nollendorf <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_13">13</a>, <a href="#Seite_206">206</a>.</li> - -<li class="indx">Nollendorfer Höhe <a href="#Seite_203">203</a>, <a href="#Seite_206">206</a>.</li> - -<li class="indx">Nollendorfer Pass <a href="#Seite_206">206</a>, <a href="#Seite_207">207</a>.</li> - -<li class="indx">Nonnengrün <a href="#Seite_41">41</a>.</li> - -<li class="indx">Nonnenhübel <a href="#Seite_7">7</a>.</li> - -<li class="ifrst">O.</li> - -<li class="indx">Oberdorf <a href="#Seite_16">16</a>, <a href="#Seite_128">128</a>, <a href="#Seite_160">160</a>.</li> - -<li class="indx">Obergeorgenthal <a href="#Seite_152">152</a>, <a href="#Seite_154">154</a>, <a href="#Seite_160">160</a>, <a href="#Seite_168">168</a>.</li> - -<li class="indx">Obergrüntes <a href="#Seite_58">58</a>.</li> - -<li class="indx">Oberleutensdorf <a href="#Seite_154">154</a>, <b><a href="#Seite_158">158</a></b>, <b><a href="#Seite_159">159</a></b>, <b><a href="#Seite_160">160</a></b>, <a href="#Seite_169">169</a>.</li> - -<li class="indx">Obersachsenberg <b><a href="#Seite_62">62</a></b>, <b><a href="#Seite_63">63</a></b>, <a href="#Seite_64">64</a>.</li> - -<li class="indx">Oberwernersdorf <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Olbernhau <a href="#Seite_150">150</a>.</li> - -<li class="indx">Ossegg <a href="#Seite_20">20</a>, <b><a href="#Seite_156">156</a></b>, <b><a href="#Seite_157">157</a></b>.</li> - -<li class="indx">Otterstein <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_139">139</a>.</li> - -<li class="indx">Ottowitz <a href="#Seite_94">94</a>.</li> - -<li class="ifrst">P.</li> - -<li class="indx">Panorama <a href="#Seite_79">79</a>.</li> - -<li class="indx">Parapluieberg <a href="#Seite_199">199</a>.</li> - -<li class="indx">Peintlberg <b><a href="#Seite_86">86</a></b>.</li> - -<li class="indx">Peiperz <a href="#Seite_209">209</a>.</li> - -<li class="indx">Peterswalde <a href="#Seite_13">13</a>.</li> - -<li class="indx">Petschau <b><a href="#Seite_48">48</a></b>, <b><a href="#Seite_49">49</a></b>.</li> - -<li class="indx">Pfaffenberg <a href="#Seite_103">103</a>, <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Pfarrknöchel <a href="#Seite_114">114</a>.</li> - -<li class="indx">Pichlberg <a href="#Seite_52">52</a>.</li> - -<li class="indx">Pilkau <a href="#Seite_177">177</a>, <a href="#Seite_178">178</a>.</li> - -<li class="indx">Pirkenhammer <b><a href="#Seite_82">82</a></b>, <b><a href="#Seite_83">83</a></b>.</li> - -<li class="indx">Pirkner-Bach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Plassdorf <a href="#Seite_132">132</a>, <a href="#Seite_133">133</a>.</li> - -<li class="indx">Platten <a href="#Seite_9">9</a>, <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_16">16</a>, <a href="#Seite_17">17</a>, <a href="#Seite_21">21</a>, <b><a href="#Seite_91">91</a></b>, <b><a href="#Seite_92">92</a></b>, <b><a href="#Seite_93">93</a></b>, <b><a href="#Seite_94">94</a></b>, <b><a href="#Seite_95">95</a></b>, <a href="#Seite_117">117</a>, <a href="#Seite_128">128</a>.</li> - -<li class="indx">Platten bei Komotau <a href="#Seite_149">149</a>.</li> - -<li class="indx">Plattenberg <a href="#Seite_10">10</a>, <b><a href="#Seite_93">93</a></b>.</li> - -<li class="indx">Platz <a href="#Seite_132">132</a>, <a href="#Seite_133">133</a>.</li> - -<li class="indx">Pleilberg <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Plessberg <a href="#Seite_116">116</a>.</li> - -<li class="indx">Ploben <a href="#Seite_81">81</a>.</li> - -<li class="indx">Ploschkowitz <a href="#Seite_223">223</a>.</li> - -<li class="indx">Podhorn <a href="#Seite_48">48</a>.</li> - -<li class="indx">Podhornberg <a href="#Seite_16">16</a>, <a href="#Seite_48">48</a>.</li> - -<li class="indx">Poschitzau <a href="#Seite_11">11</a>.</li> - -<li class="indx">Postelberg <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Posthof <a href="#Seite_75">75</a>.</li> - -<li class="indx">Pöhlbach <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Pöllner-Berg <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Prebischgrund <a href="#Seite_230">230</a>.</li> - -<li class="indx">Prebischthor <a href="#Seite_230">230</a>.</li> - -<li class="indx">Prebischwände <a href="#Seite_230">230</a>.</li> - -<li class="indx">Press <a href="#Seite_114">114</a>.</li> - -<li class="indx">Pressnitz <a href="#Seite_143">143</a>, <b><a href="#Seite_146">146</a></b>.</li> - -<li class="indx">Pressnitz-Bach <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Priesen <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Prosanken <a href="#Seite_187">187</a>.</li> - -<li class="indx">Probstau <a href="#Seite_186">186</a>.</li> - -<li class="indx">Prölberg <a href="#Seite_9">9</a>.</li> - -<li class="indx">Prösau <a href="#Seite_53">53</a>.</li> - -<li class="indx">Pulsnitzthal <a href="#Seite_212">212</a>.</li> - -<li class="indx">Purberg kleiner <a href="#Seite_129">129</a>.</li> - -<li class="indx">Püllna <b><a href="#Seite_169">169</a></b>, <b><a href="#Seite_170">170</a></b>.</li> - -<li class="indx">Pürstein <a href="#Seite_144">144</a>.</li> - -<li class="ifrst">Q.</li> - -<li class="indx">Quaderberg <a href="#Seite_211">211</a>, <a href="#Seite_230">230</a>.</li> - -<li class="indx">Quadersandstein-Gebirge <a href="#Seite_196">196</a>, -<a href="#Seite_197">197</a>, <a href="#Seite_207">207</a>.</li> - -<li class="indx">Quinau <a href="#Seite_149">149</a>.</li> - -<li class="indx">Quinauerbach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="ifrst">R.</li> - -<li class="indx">Rabenstein <b><a href="#Seite_53">53</a></b>.</li> - -<li class="indx">Rabitsch <a href="#Seite_54">54</a>.</li> - -<li class="indx">Radebeule (Radobyl) <b><a href="#Seite_219">219</a></b>.</li> - -<li class="indx">Radelstein <b><a href="#Seite_174">174</a></b>, <b><a href="#Seite_175">175</a></b>.</li> - -<li class="indx">Radonitz <a href="#Seite_142">142</a>.</li> - -<li class="indx">Ranz <a href="#Seite_131">131</a>.</li> - -<li class="indx">Raschau <a href="#Seite_123">123</a>.</li> - -<li class="indx">Raudnitz <a href="#Seite_14">14</a>.</li> - -<li class="indx">Rauschengrund <a href="#Seite_154">154</a>, <a href="#Seite_159">159</a>.</li> - -<li class="indx">Razeine <a href="#Seite_188">188</a>, <a href="#Seite_189">189</a>.</li> - -<li class="indx">Rehefeld <a href="#Seite_198">198</a>, <a href="#Seite_201">201</a>.</li> - -<li class="indx">Reichenau <a href="#Seite_53">53</a>.</li> - -<li class="indx">Reichen-Geschieb-Zeche <a href="#Seite_114">114</a>.</li> - -<li class="indx">Reischberg <a href="#Seite_146">146</a>.</li> - -<li class="indx">Reischdorf <a href="#Seite_146">146</a>.<span class="pagenum"><a id="Seite_240">[240]</a></span></li> - -<li class="indx">Reischhöhe <a href="#Seite_8">8</a>, <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Reiseregeln <a href="#Seite_1">1</a>.</li> - -<li class="indx">Reitzenhain <a href="#Seite_20">20</a>, <b><a href="#Seite_139">139</a></b>.</li> - -<li class="indx">Ressel <b><a href="#Seite_166">166</a></b>, <b><a href="#Seite_167">167</a></b>.</li> - -<li class="indx">Richardshöhe <a href="#Seite_61">61</a>.</li> - -<li class="indx">Riesenburg <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_157">157</a>.</li> - -<li class="indx">Riesenquelle <a href="#Seite_156">156</a>.</li> - -<li class="indx">Ringelberg <a href="#Seite_7">7</a>.</li> - -<li class="indx">Ringelstein <a href="#Seite_139">139</a>.</li> - -<li class="indx">Robitschberg <a href="#Seite_58">58</a>.</li> - -<li class="indx">Rodabach <a href="#Seite_10">10</a>.</li> - -<li class="indx">Rodenauer-Bach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Rodisfort <a href="#Seite_85">85</a>, <a href="#Seite_142">142</a>.</li> - -<li class="indx">Rohankreuz <a href="#Seite_78">78</a>.</li> - -<li class="indx">Rohlaubach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Roland <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Rongstock <a href="#Seite_14">14</a>.</li> - -<li class="indx">Rosenberg <a href="#Seite_14">14</a>.</li> - -<li class="indx">Rosenburg <a href="#Seite_202">202</a>.</li> - -<li class="indx">Rosenthal <a href="#Seite_169">169</a>.</li> - -<li class="indx">Rosenthal bei Bodenbach <a href="#Seite_209">209</a>.</li> - -<li class="indx">Rosenwände <a href="#Seite_211">211</a>, <a href="#Seite_230">230</a>.</li> - -<li class="indx">Rothau <a href="#Seite_60">60</a>.</li> - -<li class="indx">Rothenhaus <a href="#Seite_20">20</a>, <b><a href="#Seite_148">148</a></b>, <b><a href="#Seite_149">149</a></b>.</li> - -<li class="indx">Rothenhauser Flössbach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Röthlinger Bach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Ruland <a href="#Seite_128">128</a>.</li> - -<li class="indx">Russelsitz <b><a href="#Seite_78">78</a></b>.</li> - -<li class="indx">Ruttenbach <a href="#Seite_168">168</a>.</li> - -<li class="ifrst">S.</li> - -<li class="indx">Saaz <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Salesiushöhe <a href="#Seite_7">7</a>, <b><a href="#Seite_157">157</a></b>.</li> - -<li class="indx">Salesl <a href="#Seite_189">189</a>.</li> - -<li class="indx">Sandel <a href="#Seite_159">159</a>.</li> - -<li class="indx">Sandhäuser <a href="#Seite_52">52</a>.</li> - -<li class="indx">Salmthal <a href="#Seite_95">95</a>, <a href="#Seite_96">96</a>, <a href="#Seite_97">97</a>.</li> - -<li class="indx">Sangerberg <a href="#Seite_16">16</a>, <b><a href="#Seite_45">45</a></b>, <a href="#Seite_53">53</a>.</li> - -<li class="indx">Saras <b><a href="#Seite_166">166</a></b>.</li> - -<li class="indx">Saubach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Sauerbrunn Biliner <b><a href="#Seite_170">170</a></b>, <b><a href="#Seite_171">171</a></b>, <b><a href="#Seite_172">172</a></b>.</li> - -<li class="indx">Sauersack <a href="#Seite_64">64</a>.</li> - -<li class="indx">Saustein <a href="#Seite_136">136</a>.</li> - -<li class="indx">Sängerhöhe <a href="#Seite_61">61</a>.</li> - -<li class="indx">Säuerling (Karlsbad) <a href="#Seite_80">80</a>.</li> - -<li class="indx">Schäferei (Dorf) <a href="#Seite_52">52</a>.</li> - -<li class="indx">Schäferwand <a href="#Seite_211">211</a>.</li> - -<li class="indx">Schallan <a href="#Seite_178">178</a>.</li> - -<li class="indx">Scharfenstein <a href="#Seite_212">212</a>.</li> - -<li class="indx">Scheibenberg <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Scheibenkoppe <a href="#Seite_230">230</a>.</li> - -<li class="indx">Schiefergrund <a href="#Seite_167">167</a>.</li> - -<li class="indx">Schiesshaus bei Oberleutensdorf <a href="#Seite_159">159</a>.</li> - -<li class="indx">Schindelwaldel <a href="#Seite_60">60</a>.</li> - -<li class="indx">Schiselitz <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Schlacht bei Kulm <b><a href="#Seite_192">192</a></b>, <b><a href="#Seite_196">196</a></b>.</li> - -<li class="indx">Schlackenwerth <a href="#Seite_15">15</a>, <b><a href="#Seite_98">98</a></b> bis <b><a href="#Seite_103">103</a></b>.</li> - -<li class="indx">Schladabach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Schlaggenwald <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Schlossberg (bei Brüx) <b><a href="#Seite_167">167</a></b>.</li> - -<li class="indx">Schlossberg (bei Engelhaus) <a href="#Seite_11">11</a>.</li> - -<li class="indx">Schlossberg (bei Joachimsthal) <a href="#Seite_103">103</a>.</li> - -<li class="indx">Schlossberg (bei Teplitz) <b><a href="#Seite_186">186</a></b>, <b><a href="#Seite_187">187</a></b>.</li> - -<li class="indx">Schmiedeberg <a href="#Seite_143">143</a>, <a href="#Seite_145">145</a>, <b><a href="#Seite_146">146</a></b>.</li> - -<li class="indx">Schneckenstein <a href="#Seite_64">64</a>.</li> - -<li class="indx">Schneeberg <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_13">13</a>, <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_35">35</a>, <a href="#Seite_94">94</a>, <b><a href="#Seite_208">208</a></b>, <a href="#Seite_209">209</a>, <a href="#Seite_212">212</a>.</li> - -<li class="indx">Schömnitzstein <a href="#Seite_84">84</a>.</li> - -<li class="indx">Schönau (Graslitz) <a href="#Seite_62">62</a>.</li> - -<li class="indx">Schönau (Marienbad) <a href="#Seite_47">47</a>.</li> - -<li class="indx">Schönau (Teplitz) <b><a href="#Seite_180">180</a></b>, <b><a href="#Seite_181">181</a></b>, <b><a href="#Seite_182">182</a></b>.</li> - -<li class="indx">Schönbach <a href="#Seite_10">10</a>, <b><a href="#Seite_39">39</a></b>, <b><a href="#Seite_41">41</a></b>.</li> - -<li class="indx">Schönbach (bei Oberleutensdorf) <a href="#Seite_159">159</a>.</li> - -<li class="indx">Schönberg <a href="#Seite_35">35</a>.</li> - -<li class="indx">Schönbrunn <a href="#Seite_80">80</a>.</li> - -<li class="indx">Schönburg <b><a href="#Seite_143">143</a></b>.</li> - -<li class="indx">Schönburger Schlossberg <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Schöneck <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Schönwerth <a href="#Seite_50">50</a>.</li> - -<li class="indx">Schreckenstein <b><a href="#Seite_226">226</a></b>, <b><a href="#Seite_227">227</a></b>.</li> - -<li class="indx">Schützeninsel (bei Leitmeritz) <b><a href="#Seite_219">219</a></b>.</li> - -<li class="indx">Schwaderbach <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_64">64</a>.</li> - -<li class="indx">Schwand <a href="#Seite_53">53</a>.</li> - -<li class="indx">Schwanderberg <a href="#Seite_53">53</a>.<span class="pagenum"><a id="Seite_241">[241]</a></span></li> - -<li class="indx">Schwarzenberg <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_123">123</a>.</li> - -<li class="indx">Schwarzfelsberg <a href="#Seite_9">9</a>.</li> - -<li class="indx">Schwarzwasser <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Schwarzwasserbach <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Schwarz- oder Pleilwasserbach <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Schwarzwasserthal <a href="#Seite_118">118</a>.</li> - -<li class="indx">Schweiger <a href="#Seite_130">130</a>, <a href="#Seite_132">132</a>.</li> - -<li class="indx">Schweiger Berg <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Schweinitzbach <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Schweissjäger <a href="#Seite_200">200</a>.</li> - -<li class="indx">Schweizerhof <a href="#Seite_80">80</a>.</li> - -<li class="indx">Schweizermühle <a href="#Seite_200">200</a>.</li> - -<li class="indx">Schwindelweg <a href="#Seite_80">80</a>.</li> - -<li class="indx">Sebastiansberg <a href="#Seite_16">16</a>, <a href="#Seite_138">138</a>, <b><a href="#Seite_139">139</a></b>, <a href="#Seite_140">140</a>.</li> - -<li class="indx">Seeberg <a href="#Seite_8">8</a>, <a href="#Seite_9">9</a>, <b><a href="#Seite_35">35</a></b>, <a href="#Seite_151">151</a>.</li> - -<li class="indx">Seegrund <a href="#Seite_200">200</a>.</li> - -<li class="indx">Seestadtl <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Seifen <a href="#Seite_17">17</a>, <a href="#Seite_117">117</a>.</li> - -<li class="indx">Seifen (Sachsen) <a href="#Seite_154">154</a>.</li> - -<li class="indx">Seilerweg <b><a href="#Seite_110">110</a></b>.</li> - -<li class="indx">Selb <a href="#Seite_35">35</a>.</li> - -<li class="indx">Serpinathal <a href="#Seite_170">170</a>.</li> - -<li class="indx">Seyda <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Siebenbrunn <a href="#Seite_40">40</a>.</li> - -<li class="indx">Siebengiebel <a href="#Seite_201">201</a>.</li> - -<li class="indx">Siechenhaus <a href="#Seite_31">31</a>.</li> - -<li class="indx">Silberstollen (bei Rothenhaus) <a href="#Seite_150">150</a>.</li> - -<li class="indx">Sirmitzbach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Sittmesgrün <a href="#Seite_86">86</a>.</li> - -<li class="indx">Skalitz <b><a href="#Seite_220">220</a></b>.</li> - -<li class="indx">Skalken <a href="#Seite_174">174</a>, <a href="#Seite_175">175</a>.</li> - -<li class="indx">Sodau <a href="#Seite_98">98</a>.</li> - -<li class="indx">Somerau <a href="#Seite_14">14</a>.</li> - -<li class="indx">Sonnenwirbel oder Keilberg <a href="#Seite_9">9</a>, <a href="#Seite_36">36</a>, <b><a href="#Seite_113">113</a></b>, <b><a href="#Seite_114">114</a></b>, <b><a href="#Seite_119">119</a></b>, <a href="#Seite_146">146</a>.</li> - -<li class="indx">Sonnenberg <a href="#Seite_135">135</a>, <b><a href="#Seite_137">137</a></b>, <b><a href="#Seite_138">138</a></b>.</li> - -<li class="indx">Sperlingstein <a href="#Seite_212">212</a>.</li> - -<li class="indx">Sphinx <a href="#Seite_143">143</a>, <a href="#Seite_144">144</a>.</li> - -<li class="indx">Spinnelsdorfer Kuppe <a href="#Seite_9">9</a>.</li> - -<li class="indx">Spitzberg bei Gottesgab <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_114">114</a>, <a href="#Seite_117">117</a>, <a href="#Seite_146">146</a>.</li> - -<li class="indx">Spitzberg bei Hannersdorf <a href="#Seite_148">148</a>.</li> - -<li class="indx">Spitzberg bei Lauterbach <a href="#Seite_10">10</a>.</li> - -<li class="indx">Spitzberg bei Nickelsdorf <a href="#Seite_9">9</a>.</li> - -<li class="indx">Spitzberg bei Pressnitz <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Spitzberg bei Schönwald <b><a href="#Seite_206">206</a></b>.</li> - -<li class="indx">Spitzbergel <a href="#Seite_112">112</a>.</li> - -<li class="indx">Spitzhüttel <b><a href="#Seite_212">212</a></b>.</li> - -<li class="indx">Spitziger Stein <a href="#Seite_58">58</a>.</li> - -<li class="indx">Sprudel (Brüxer) <a href="#Seite_168">168</a>.</li> - -<li class="indx">Staditz <a href="#Seite_178">178</a>, <b><a href="#Seite_188">188</a></b>.</li> - -<li class="indx">Stefanshöhe <b><a href="#Seite_79">79</a></b>, <a href="#Seite_185">185</a>.</li> - -<li class="indx">Stein <a href="#Seite_31">31</a>, <a href="#Seite_40">40</a>.</li> - -<li class="indx">Stein Biliner oder Bořen <b><a href="#Seite_172">172</a></b>, <b><a href="#Seite_173">173</a></b>.</li> - -<li class="indx">Steinbach <a href="#Seite_53">53</a>.</li> - -<li class="indx">Steinberg <a href="#Seite_7">7</a>, <b><a href="#Seite_89">89</a></b>.</li> - -<li class="indx">Steinbock <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Steingrub <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Steingrün <a href="#Seite_144">144</a>.</li> - -<li class="indx">Steinl <a href="#Seite_154">154</a>.</li> - -<li class="indx">Stockraumwald <a href="#Seite_7">7</a>.</li> - -<li class="indx">Stolzenhahn <a href="#Seite_122">122</a>.</li> - -<li class="indx">Störlberg <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Stösserfelsen <a href="#Seite_154">154</a>.</li> - -<li class="indx">Streckenwald <a href="#Seite_203">203</a>.</li> - -<li class="indx">Střezowitzer Berg <a href="#Seite_225">225</a>.</li> - -<li class="indx">Strösauer Hügel <a href="#Seite_9">9</a>.</li> - -<li class="indx">Suchey <a href="#Seite_189">189</a>.</li> - -<li class="indx">Sullowitz <a href="#Seite_176">176</a>.</li> - -<li class="indx">Suttomer Berg <a href="#Seite_174">174</a>, <a href="#Seite_175">175</a>.</li> - -<li class="ifrst">T.</li> - -<li class="indx">Tannich <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Tannichberg <a href="#Seite_150">150</a>.</li> - -<li class="indx">Taschenhäusel <a href="#Seite_86">86</a>.</li> - -<li class="indx">Tellnitz <a href="#Seite_200">200</a>.</li> - -<li class="indx">Tepel <a href="#Seite_11">11</a>, <a href="#Seite_16">16</a>, <b><a href="#Seite_48">48</a></b>.</li> - -<li class="indx">Tepeles <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Tepler Gebirge <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_38">38</a>.</li> - -<li class="indx">Teplitz Schönau <a href="#Seite_177">177</a>, <b><a href="#Seite_180">180</a></b>–<b><a href="#Seite_209">209</a></b>.</li> - -<li class="indx">Teschwitz <a href="#Seite_52">52</a>.</li> - -<li class="indx">Tetschen <a href="#Seite_14">14</a>, <b><a href="#Seite_228">228</a></b>, <b><a href="#Seite_229">229</a></b>, <b><a href="#Seite_230">230</a></b>.</li> - -<li class="indx">Theinwald <a href="#Seite_51">51</a>.</li> - -<li class="indx">Theresienstadt <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Theresiensitz <a href="#Seite_151">151</a>.</li> - -<li class="indx">Thierbach <a href="#Seite_86">86</a>.</li> - -<li class="indx">Thierbacher Kapelle <b><a href="#Seite_88">88</a></b>, <b><a href="#Seite_89">89</a></b>.</li> - -<li class="indx">Thum <a href="#Seite_21">21</a>.<span class="pagenum"><a id="Seite_242">[242]</a></span></li> - -<li class="indx">Tichlowitz <a href="#Seite_14">14</a>.</li> - -<li class="indx">Tiefenbach <a href="#Seite_49">49</a>.</li> - -<li class="indx">Tirschnitz <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Tlutznerthal <a href="#Seite_220">220</a>.</li> - -<li class="indx">Töltschberg <a href="#Seite_150">150</a>.</li> - -<li class="indx">Trausnitzberg <a href="#Seite_95">95</a>.</li> - -<li class="indx">Trebnitz <a href="#Seite_176">176</a>.</li> - -<li class="indx">Tschausch <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Tschenschitz <a href="#Seite_180">180</a>.</li> - -<li class="indx">Tschernosek-Gross <a href="#Seite_220">220</a>.</li> - -<li class="indx">Tschernowitz (Komotau) <a href="#Seite_128">128</a>, <a href="#Seite_129">129</a>, <b><a href="#Seite_130">130</a></b>, <a href="#Seite_132">132</a>.</li> - -<li class="indx">Tschochau <a href="#Seite_178">178</a>, <a href="#Seite_187">187</a>, <a href="#Seite_188">188</a>, <a href="#Seite_189">189</a>.</li> - -<li class="indx">Turner Park <b><a href="#Seite_185">185</a></b>, <b><a href="#Seite_186">186</a></b>.</li> - -<li class="indx">Tüppelsgrün <a href="#Seite_86">86</a>, <a href="#Seite_96">96</a>.</li> - -<li class="indx">Türkner Berg <a href="#Seite_103">103</a>.</li> - -<li class="indx">Türmitz <a href="#Seite_178">178</a>, <a href="#Seite_188">188</a>, <a href="#Seite_210">210</a>.</li> - -<li class="indx">Tyrnowan <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Tyssa <a href="#Seite_207">207</a>, <a href="#Seite_208">208</a>.</li> - -<li class="indx">Tyssaer Wände <a href="#Seite_7">7</a>, <b><a href="#Seite_207">207</a></b>, <a href="#Seite_209">209</a>, <a href="#Seite_212">212</a>.</li> - -<li class="ifrst">U.</li> - -<li class="indx">Ullersgrün <a href="#Seite_111">111</a>.</li> - -<li class="indx">Ulmbach <a href="#Seite_139">139</a>.</li> - -<li class="indx">Unterland <a href="#Seite_38">38</a>.</li> - -<li class="indx">Untergrün <a href="#Seite_59">59</a>.</li> - -<li class="indx">Urissner Bach <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Ursprung <a href="#Seite_40">40</a>.</li> - -<li class="ifrst">V.</li> - -<li class="indx">Veitsberg <a href="#Seite_81">81</a>.</li> - -<li class="indx">Verkehrswesen <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Vierfels <a href="#Seite_91">91</a>.</li> - -<li class="indx">Vieruhrpromenade <b><a href="#Seite_76">76</a></b>, <b><a href="#Seite_77">77</a></b>.</li> - -<li class="indx">Villa Lützow <a href="#Seite_79">79</a>.</li> - -<li class="indx">Vogelherd <a href="#Seite_199">199</a>.</li> - -<li class="indx">Voigtsgrün <a href="#Seite_86">86</a>.</li> - -<li class="indx">Voitersreuth <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_36">36</a>, <a href="#Seite_41">41</a>.</li> - -<li class="indx">Voitsdorf <a href="#Seite_203">203</a>.</li> - -<li class="ifrst">W.</li> - -<li class="indx">Wache <a href="#Seite_222">222</a>.</li> - -<li class="indx">Wachhübel <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_148">148</a>, <a href="#Seite_154">154</a>.</li> - -<li class="indx">Wachholder Berg <a href="#Seite_186">186</a>.</li> - -<li class="indx">Wachtberg <a href="#Seite_7">7</a>.</li> - -<li class="indx">Waldl <a href="#Seite_59">59</a>.</li> - -<li class="indx">Waldsassen <a href="#Seite_16">16</a>, <b><a href="#Seite_34">34</a></b>, <b><a href="#Seite_35">35</a></b>.</li> - -<li class="indx">Waldstein <a href="#Seite_35">35</a>.</li> - -<li class="indx">Warhorscht <a href="#Seite_222">222</a>.</li> - -<li class="indx">Wartha <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_144">144</a>.</li> - -<li class="indx">Watislaw <a href="#Seite_175">175</a>.</li> - -<li class="indx">Wächterhau <a href="#Seite_89">89</a>.</li> - -<li class="indx">Weheditz <a href="#Seite_98">98</a>.</li> - -<li class="indx">Weheditzer- (Zettlitzer) Höhe <a href="#Seite_94">94</a>.</li> - -<li class="indx">Weinberg <a href="#Seite_154">154</a>.</li> - -<li class="indx">Weingarten <a href="#Seite_148">148</a>.</li> - -<li class="indx">Weipert <b><a href="#Seite_123">123</a></b>, <a href="#Seite_143">143</a>, <a href="#Seite_145">145</a>.</li> - -<li class="indx">Weissenstadt <a href="#Seite_14">14</a>.</li> - -<li class="indx">Weisseritz <a href="#Seite_17">17</a>.</li> - -<li class="indx">Weisser Berg (Leitmeritz) <a href="#Seite_202">202</a>.</li> - -<li class="indx">Weisses Kreuz <a href="#Seite_78">78</a>.</li> - -<li class="indx">Weitzengrün <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Welboth <a href="#Seite_187">187</a>.</li> - -<li class="indx">Welchau <a href="#Seite_142">142</a>.</li> - -<li class="indx">Welchau-Wickwitz <a href="#Seite_85">85</a>.</li> - -<li class="indx">Wellemin <a href="#Seite_178">178</a>.</li> - -<li class="indx">Wenkau <a href="#Seite_144">144</a>.</li> - -<li class="indx">Werlsberg <a href="#Seite_115">115</a>.</li> - -<li class="indx">Wernersdorfer Bach <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Wernitzgrün <a href="#Seite_40">40</a>.</li> - -<li class="indx">Werschetiner Berg <a href="#Seite_174">174</a>, <a href="#Seite_175">175</a>.</li> - -<li class="indx">Weseritz <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Wiener Sitz <a href="#Seite_80">80</a>.</li> - -<li class="indx">Wies <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Wiese <b><a href="#Seite_74">74</a></b>, <b><a href="#Seite_75">75</a></b>.</li> - -<li class="indx">Wieselstein <a href="#Seite_7">7</a>, <b><a href="#Seite_158">158</a></b>, <a href="#Seite_160">160</a>.</li> - -<li class="indx">Wiesenthal (Böhmisch) <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_122">122</a>.</li> - -<li class="indx">Wiesenthal (Sächsisch) <a href="#Seite_21">21</a>, <a href="#Seite_122">122</a>.</li> - -<li class="indx">Wildenthal <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_65">65</a>.</li> - -<li class="indx">Wildstein <a href="#Seite_36">36</a>.</li> - -<li class="indx">Wilhelmshöhe <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_202">202</a>.</li> - -<li class="indx">Wisset <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_120">120</a>.</li> - -<li class="indx">Wistritz <a href="#Seite_15">15</a>.</li> - -<li class="indx">Wistritzberg <a href="#Seite_9">9</a>.</li> - -<li class="indx">Wittigsthal <a href="#Seite_118">118</a>.</li> - -<li class="indx">Wolfsberg <a href="#Seite_8">8</a>.</li> - -<li class="indx">Wolfs- (oder Eis-) Pinge <a href="#Seite_94">94</a>.</li> - -<li class="indx">Wolfstein <a href="#Seite_7">7</a>, <a href="#Seite_198">198</a>.</li> - -<li class="indx">Wolkenstein <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Wondreb <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Wostrey (Hohe) <b><a href="#Seite_226">226</a></b>, <b><a href="#Seite_227">227</a></b>, <b><a href="#Seite_228">228</a></b>.<span class="pagenum"><a id="Seite_243">[243]</a></span></li> - -<li class="indx">Wotsch <a href="#Seite_144">144</a>.</li> - -<li class="indx">Wölfling <b><a href="#Seite_95">95</a></b>, <b><a href="#Seite_96">96</a></b>.</li> - -<li class="indx">Wörth <a href="#Seite_52">52</a>.</li> - -<li class="indx">Wudingrün <a href="#Seite_52">52</a>, <a href="#Seite_53">53</a>.</li> - -<li class="ifrst">Z.</li> - -<li class="indx">Zaunhaus <a href="#Seite_198">198</a>, <a href="#Seite_201">201</a>.</li> - -<li class="indx">Zechenberg <a href="#Seite_150">150</a>.</li> - -<li class="indx">Zechenthal <a href="#Seite_10">10</a>, <a href="#Seite_16">16</a>.</li> - -<li class="indx">Zettlitz <b><a href="#Seite_81">81</a></b>, <a href="#Seite_98">98</a>.</li> - -<li class="indx">Zieberle <a href="#Seite_135">135</a>, <a href="#Seite_136">136</a>.</li> - -<li class="indx">Ziegenberg <a href="#Seite_148">148</a>.</li> - -<li class="indx">Ziegenschacht <a href="#Seite_94">94</a>.</li> - -<li class="indx">Zinkenstein <a href="#Seite_212">212</a>.</li> - -<li class="indx">Zinnwald <a href="#Seite_200">200</a>, <a href="#Seite_201">201</a>, <a href="#Seite_203">203</a>.</li> - -<li class="indx">Zollhaus <a href="#Seite_130">130</a>.</li> - -<li class="indx">Zöblitz <a href="#Seite_21">21</a>.</li> - -<li class="indx">Zschoppau <a href="#Seite_211">211</a>.</li> - -<li class="indx">Zwittermühl <a href="#Seite_117">117</a>.</li> - -<li class="indx">Zwodau <a href="#Seite_15">15</a>, <a href="#Seite_51">51</a>.</li> - -<li class="indx">Zwodauthal <a href="#Seite_50">50</a>, <a href="#Seite_59">59</a>, <a href="#Seite_62">62</a>.</li> -</ul> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_244">[244]</a></span></p> - -<div class="chapter"> -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-260.png" class="adv" alt="" /> -</div> -</div> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_245">[245]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-261.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_246">[246]</a></span></p> - -<p class="p2">Im Verlage von HANS FELLER in KARLSBAD -erscheint im Herbst 1881:</p> - -<p class="h2 p2">Der Joachimsthaler Bezirk.</p> - -<p class="center">Heimatskunde für Schule und Haus.</p> - -<p class="center smaller">Bearbeitet von</p> - -<p class="center"><b>Eduard Wenisch</b>,</p> - -<p class="center smaller">Bürgerschullehrer in Joachimsthal.</p> - -<p class="h2 p2">Der Karlsbader Bezirk.</p> - -<p class="center">Heimatskunde für Schule und Haus.</p> - -<p class="center smaller">Bearbeitet von</p> - -<p class="center"><b>Franz Josef Herrmann</b>,</p> - -<p class="center smaller">k. k. Bezirksschul-Inspector in Karlsbad.</p> - -<p class="p2">Im Verlage von CARL BELLMANN in PRAG -erschien:</p> - -<p>Dichterbuch</p> - -<p>zur Pflege der österreichischen Vaterlandsliebe.</p> - -<p>Für Schule und Haus.</p> - -<p>Gesammelt und zusammengestellt von <b>Eduard Wenisch</b>, -Bürgerschullehrer in Joachimsthal.</p> - -<p>Epische und lyrische Poesie.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Erster Theil:</p> - -<p>Epische Poesie</p> - -<p>Mit den Porträts Sr. Majestät -des Kaisers Franz Josef I. und -Ihrer Majestät der Kaiserin -Elisabeth.</p> - -<p>Zweiter Theil:</p> - -<p>Lyrische Poesie</p> - -<p>Mit den Porträts Sr. kais. Hoheit -des Kronprinzen Rudolf und -Sr. kais. Hoheit des Erzherzogs -Albrecht.</p></div> - -<p>Preis: <b>broschirt</b> à Bd. <b>fl. 3.–</b>, in <b>Pracht-Einband</b> à Bd. <b>fl. 4.–</b>.</p> - -<p>Die überaus freundliche Aufnahme, welche dem »Dichterbuch« -besonders von Seite <i>der Presse</i> zu Theil wurde, gründet -in uns die Ueberzeugung, dass dieses patriotische Werk auch -beim <i>Publikum</i> die weiteste Verbreitung finden wird, und -empfehlen wir dasselbe vorzugsweise als <i>Festgeschenk für -die österreichische Jugend sowie allen Schul- und -Lehrerbibliotheken</i>.</p> - -<p><b>Wir richten an alle Patrioten von Oesterreich-Ungarn, -insbesondere an den varterländischen Lehrerstand, die -Bitte, nach Kräften zur Verbreitung des österreichischen -Dichterbuches gütigst beitragen zu wollen.</b></p> - -<hr class="chap" /> -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_247">[247]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-263.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_248">[248]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-264.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_249">[249]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-265.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_250">[250]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-266a.png" class="adv" alt="" /> -</div> -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-266b.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_251">[251]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-267.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_252">[252]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-268a.png" class="adv" alt="" /> -</div> -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-268b.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_253">[253]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-269a.png" class="adv" alt="" /> -</div> -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-269b.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_254">[254]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-270a.png" class="adv" alt="" /> -</div> -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-270b.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_255">[255]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-271a.png" class="adv" alt="" /> -</div> -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-271b.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_256">[256]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-272a.png" class="adv" alt="" /> -</div> -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-272b.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_257">[257]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-273.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_258">[258]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-274.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_259">[259]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-275.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_260">[260]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-276.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_261">[261]</a></span></p> - -<h2><a id="Vorraethig_bei_HANS_FELLER_in_Karlsbad">Vorräthig bei <b>HANS FELLER in Karlsbad</b>.</a></h2> - -<p>Mitte der alten Wiese.</p> - -<p>Hôtel- und Bahnhofskurskarte von Mittel-Europa</p> - -<p><i>9 Sectionen.</i></p> - -<p>Preis 10 Mark in Umschlag. Aufgespannt mit Stäben 20 Mk.</p> - -<p>Speciell für die praktischen Bedürfnisse des reisenden Publikums.</p> - -<p>W. WILLIAMS'</p> - -<p>Original-Kurskarte von Mittel-Europa.</p> - -<p>Preis 1 Mark.</p> - -<p>Diese Karten sind nach ganz neuem Princip bearbeitet, -die Einrichtung ist das Resultat eingehender Versuche. -Alle Eisenbahnverbindungen werden durch rothe, die Postrouten -durch gelbe und die Fluss- und Seedampfer durch -blaue Linien dargestellt und die Hauptverbindungen verstärkt -hervorgehoben. Die Postlinien stehen erst in zweiter -Linie der Wichtigkeit und wurden zweckentsprechend mit -lichter Farbe eingedruckt; ein dunkler Ton würde die -Uebersichtlichkeit der Eisenbahnverbindungen aufgehoben -haben.</p> - -<p>So weit die rothen Linien auf den Karten reichen, -befördert die Eisenbahn den Reisenden; wo dieselben -endigen, hört auch diese Beförderung auf. Eine gelbe -Linie bezeichnet das Vorhandensein von Personenposten, -ihre Richtung und Ausdehnung. Vom Ausgangspunkte -regelmässiger Dampfer-Kurse beginnt die blaue Linie und -führt von Station zu Station zum Endpunkte.</p> - -<p>Die Karte ist so gefaltet, dass alle Theile derselben -besichtigt werden können, ohne dass sie ganz auseinander -gelegt zu werden braucht. Diese Einrichtung erspart zugleich -den theuren Aufzug auf Leinwand.</p> - -<p class="center"> -Geographisches Institut zu Weimar. -</p> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_262">[262]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-278.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_263">[263]</a></span></p> - -<div class="figcenter"> -<img src="images/illu-279.png" class="adv" alt="" /> -</div> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum"><a id="Seite_264">[264]</a></span></p> - -<h2><a id="Griebens">Grieben's</a></h2> - -<p>Reise-Bibliothek.</p> - -<p>Sammlung von praktischen Reiseführern</p> - -<p>mit Reisekarten und Städteplänen.</p> - -<table summary="Buchliste"> -<tr> -<td class="tdr">Nr.</td><td></td><td class="tdr">M. Pf.</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">1.</td><td>Deutschland und Oesterreich, geb.</td> - <td class="tdrb">5.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">2.</td><td>Harz, grosse Ausg.</td> - <td class="tdrb">2.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">3.</td><td>Thüringen, grosse Ausg.</td> - <td class="tdrb">2.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">4.</td><td>Dresden und Sächsische Schweiz, gr. Ausgabe</td> - <td class="tdrb">2.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">5.</td><td>Dresden, kl. Ausgabe</td> - <td class="tdrb">0.80</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">6.</td><td>Berlin und Potsdam, gr. Ausg.</td> - <td class="tdrb">2.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">7.</td><td>Hamburg, gr. Ausg.</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">8.</td><td>Wien, gr. Ausg.</td> - <td class="tdrb">1.20</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">10.</td><td>Potsdam</td> - <td class="tdrb">0.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">12.</td><td>Schweden, geb.</td> - <td class="tdrb">4.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">13.</td><td>Norwegen</td> - <td class="tdrb">2.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">14.</td><td>Fröhlich's Reisebuch für Handwerker</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">14a.</td><td>do. cartonn. m. Karte</td> - <td class="tdrb">1.80</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">16.</td><td>Sächsische Schweiz</td> - <td class="tdrb">1.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">17.</td><td>Brunnen- und Badeorte</td> - <td class="tdrb">2.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">18.</td><td>Riesengebirge, gr. Ausg.</td> - <td class="tdrb">2.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">19.</td><td>München, gr. Ausgabe</td> - <td class="tdrb">1.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">20.</td><td>Salzkammergut und Tirol</td> - <td class="tdrb">2.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">21.</td><td>Paris und Umgebungen</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">22.</td><td>Belgien und Holland</td> - <td class="tdrb">2.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">23.</td><td>Die Schweiz, gr. Ausg.</td> - <td class="tdrb">3.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">24.</td><td>dto. kl. Ausg.</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">26.</td><td>Prag</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">27.</td><td>St. Petersburg</td> - <td class="tdrb">3.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">28.</td><td>Die Rheinlande von der Nordsee bis zur - Schweizer Grenze, geb.</td> - <td class="tdrb">5.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">29.</td><td>Der Rhein</td> - <td class="tdrb">2.25</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">33.</td><td>Saint-Pétersbourg (frz.)</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">35.</td><td>Fichtelgebirge und Fränk. Schweiz</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">36.</td><td>Schwarzwald</td> - <td class="tdrb">2.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">39.</td><td>Warmbrunn, Reinerz, Landeck und weitere - Schlesische Kurorte</td> - <td class="tdrb">1.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">41.</td><td>Franzensbad, Elster</td> - <td class="tdrb">0.75</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">42.</td><td>Marienbad</td> - <td class="tdrb">1.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">43.</td><td>Karlsbad</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">44.</td><td>Teplitz</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">50.</td><td>Kreuznach</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">50a.</td><td>Kreuznachs Heilquellen</td> - <td class="tdrb">0.80</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">56.</td><td>Swinemünde, Misdroy, Heringsdorf</td> - <td class="tdrb">1.20</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">57.</td><td>Kopenhagen</td> - <td class="tdrb">2.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">58.</td><td>Frankreich und Spanien</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">59.</td><td>London, kl. Ausg.</td> - <td class="tdrb">1.20</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">60.</td><td>Harz, kl. Ausg.</td> - <td class="tdrb">0.75</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">61.</td><td>Bad Ems</td> - <td class="tdrb">1.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">62.</td><td>Nürnberg</td> - <td class="tdrb">1.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">65.</td><td>Insel Rügen</td> - <td class="tdrb">1.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">66a.</td><td>Potsdam (englisch)</td> - <td class="tdrb">0.75</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">67.</td><td>München (englisch)</td> - <td class="tdrb">1.70</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">68.</td><td>Berlin, kl. Ausg.</td> - <td class="tdrb">0.80</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">69.</td><td>Märkische Schweiz</td> - <td class="tdrb">0.80</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">71.</td><td>Kissingen</td> - <td class="tdrb">1.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">72.</td><td>Von München oder Wien nach Ober-Italien</td> - <td class="tdrb">2.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">73.</td><td>Hamburg, kl. Ausgabe</td> - <td class="tdrb">0.80</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">74.</td><td>München (franz.)</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">75.</td><td>Kleiner Führer für die Rheinreise (Köln-Heidelberg)</td> - <td class="tdrb">1.20</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">77.</td><td>Strassburg, Metz und die Vogesen</td> - <td class="tdrb">1.50</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">80.</td><td>Italien (in einem Bande)</td> - <td class="tdrb">5.–</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">81.</td><td>Riesengebirge, kl. Ausg.</td> - <td class="tdrb">0.75</td> -</tr> -<tr> -<td class="tdrt">82.</td><td>Thüringen, kl. Ausg.</td> - <td class="tdrb">0.80</td> -</tr> -</table> - -<p>Die Führer aus »<b>Grieben's Reisebibliothek</b>« sind in -allen grösseren Buchhandlungen vorräthig, sonst zu beziehen -aus der Verlagsbuchhandlung von</p> - -<p class="center larger">Albert Goldschmidt</p> - -<p class="center">in Berlin W.</p> - -<hr class="chap" /> - -<div class="chapter"> -<p><span class="pagenum"><a id="content_i">[i]</a></span></p> - -<h2><a id="Inhalts-Verzeichniss">Inhalts-Verzeichniss.</a></h2> -</div> - -<table summary="Inhalt"> -<tr> -<td></td><td class="tdrb">Seite</td> -</tr> -<tr> -<td>Einleitung</td> - <td class="tdrb"><a href="#Einleitung">I bis VII</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Reiseregeln</td> - <td class="tdrb"><a href="#A_Reise-Regeln">1</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Verkehrs- und Transportwesen</td> - <td class="tdrb"><a href="#B_Verkehrs-_und_Transportwesen">2</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Geografisches</td> - <td class="tdrb"><a href="#C_Geographisches">5</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Das Erzgebirge</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geo_Erzgebirge">5</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Gestaltung, Begrenzung, mittlere Höhe, -ausgezeichnete Höhepunkte des Erzgebirges</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geo_Gestaltung">6</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Das Gebirge nördlich von der Eger</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geo_Eger">10</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Das Mittelgebirge</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geo_Mittelgebirge">11</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Flüsse</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geo_Fluesse">14</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Elbe, Eger</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geo_Elbe_Eger">14</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Biela</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geo_Biela">16</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Klima</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geo_Klima">17</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Morgen- und Abenddämmerung, Morgen- und Abendröthe</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geo_Daemmerung">18</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Einwohnerzahl, Charakter der Erzgebirgsbewohner</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geo_Einwohner">20</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Das Mineralreich</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geo_Mineral">23</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Der Besuch des Erzgebirges und der angrenzenden -Gebiete von Franzensbad aus</td> - <td class="tdrb"><a href="#A_Besuch_Franzensbad">28</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Franzensbad</td> - <td class="tdrb"><a href="#Franzensbad">28</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Eger</td> - <td class="tdrb"><a href="#Eger">31</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Franzensbad – Seeberg – Kapellenberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Franzensbad-Seeberg">35</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Franzensbad – Wildstein – Wies – -Schloss Liebenstein-Elster – Maria-Kulm – -Schönbach – Asch – Königswart – -Sangerberg – Marienbad</td> - <td class="tdrb"><a href="#Franzensbad-Wildstein">36–47</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Marienbad – Podhorn – Tepl</td> - <td class="tdrb"><a href="#Marienbad-Podhorn">48</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Marienbad – Petschau</td> - <td class="tdrb"><a href="#Marienbad-Petschau">48</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Der Besuch des Erzgebirges von Falkenau aus</td> - <td class="tdrb"><a href="#B_Besuch_Falkenau">49</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Falkenau – Hartenberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Falkenau-Hartenberg">51</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Falkenau – Sangerberg – Crudum – -Schwanderberg – Kapellenberg – Maria-Kulm – -Mostau</td> - <td class="tdrb"><a href="#Falkenau-Sangerberg">53, 54</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Elbogen</td> - <td class="tdrb"><a href="#Elbogen">54</a><span class="pagenum"><a id="conten_ii">[ii]</a></span></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Falkenau – Gossengrün – Bleistadt – -Heinrichsgrün – Graslitz – Klingenthal – -Markneukirchen – Schneckenstein – -Schwaderbach – Forsthaus Nancy – Sauersack – -Kranichsee – Hirschenstand – Frühbuss</td> - <td class="tdrb"><a href="#Falkenau-Gossengruen">58–65</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Besuch des böhmischen Erzgebirges und der -angrenzenden Gebiete von Karlsbad aus</td> - <td class="tdrb"><a href="#C_Besuch_Karlsbad">66</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Karlsbad – Dallwitz – Zettlitz – Fischern – -Aich – Pirkenhammer – Engelhaus – Schloss -Giesshübel – Schömnitzstein – Kurort -Giesshübel-Puchstein – Neudek</td> - <td class="tdrb"><a href="#Karlsbad-Dallwitz">81–86</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Neudek – Kreuzberg – Peintlberg – Thierbacher -Kapelle – Felshäuser – Kammersberg oder -Hohenau – Hochtannenberg – Wächterhau – -Neuhammer – Platten</td> - <td class="tdrb"><a href="#Neudek">86–91</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Platten – Plattenberg – Auerhahnl – Wolfs- -oder Eispinge – Lichtenstadt</td> - <td class="tdrb"><a href="#Platten">91–94</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Lichtenstadt – Wölfling – Bärringen</td> - <td class="tdrb"><a href="#Lichtenstadt">95–97</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Karlsbad – Schlackenwerth – Joachimsthal</td> - <td class="tdrb"><a href="#Karlsbad-Schlackenwerth">98</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Schlackenwerth</td> - <td class="tdrb"><a href="#Schlackenwerth">98</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Joachimsthal</td> - <td class="tdrb"><a href="#Joachimsthal">103</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Joachimsthal – Mariasorg – Koboldstein – -Ullersgrün – Spitzbergel bei Pfaffengrün – -Hauenstein</td> - <td class="tdrb"><a href="#Joachimsthal-Mariasorg">111–113</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Keilberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Keilberg">113</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Spitzberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Spitzberg">114</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Joachimsthal – Abertham – Bärringen – -Platten – Breitenbach – Johanngeorgenstadt</td> - <td class="tdrb"><a href="#Joachimsthal-Abertham">114</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Abertham</td> - <td class="tdrb"><a href="#Abertham">115</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Plessberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Plessberg">116</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Joachimsthal – Spitzberg – Seifen – Irrgang – -Zwittermühl – Jungenhengst – Wittigsthal</td> - <td class="tdrb"><a href="#Joachimsthal-Spitzberg">117</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Joachimsthal – Gottesgab – Weipert</td> - <td class="tdrb"><a href="#Joachimsthal-Gottesgab">118</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Gottesgab</td> - <td class="tdrb"><a href="#Gottesgab">118</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Besteigung des Keilberges</td> - <td class="tdrb"><a href="#Besteigung_Keilberg">119</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Gottesgab – Försterhäuser – Goldenhöhe – -böhmische Mühle – Rittersgrün – Globenstein</td> - <td class="tdrb"><a href="#Gottesgab-Foersterhaeuser">123</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Der Besuch des Erzgebirges von Komotau aus</td> - <td class="tdrb"><a href="#D_Besuch_Komotau">123</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Komotau</td> - <td class="tdrb"><a href="#Komotau">123</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Komotau – Alaunhütte – Stadtpark – Hutberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Komotau-Alaunhuette">127</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Komotau – Ruland – Eidlitz – Görkau – Platten</td> - <td class="tdrb"><a href="#Komotau-Ruland">128</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Komotau – Grundmühle – Domina – Troschig – -Tschernowitz</td> - <td class="tdrb"><a href="#Komotau-Grundmuehle">128</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Komotau – über Domina nach Glieden – Wisset – -Schweiger – Hohentann – Hassenstein – Platzer -Grund – Neudorf – retour</td> - <td class="tdrb"><a href="#Komotau-Domina">130</a><span class="pagenum"><a id="content_iii">[iii]</a></span></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Komotau nach Tschernowitz, Malkau, Grün, -Plassdorf, Platz – Hassenstein – Brunnersdorf</td> - <td class="tdrb"><a href="#Komotau-Tschernowitz">132</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Komotau – Deutsch-Kralupp, Keller, Neudörfel, -durch das Grundbachthal über Zieberle nach -Sonnenberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Komotau-Deutsch-Kralupp">135</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Sonnenberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Sonnenberg">137</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Komotau durch das Assigbachthal nach Sebastiansberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Komotau-Assigbachthal">138</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Sebastiansberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Sebastiansberg">139</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Sebastiansberg – Komotau</td> - <td class="tdrb"><a href="#Sebastiansberg-Komotau">140</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Komotau – Kaaden</td> - <td class="tdrb"><a href="#Komotau-Kaaden">140</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Kaaden</td> - <td class="tdrb"><a href="#Kaaden">140</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Kaaden – Radonitz – Duppau – Rodisfurth zum -Giesshübler Sauerbrunn über Welchau nach der -Bahnstation Wickwitz – Welchau</td> - <td class="tdrb"><a href="#Kaaden-Radonitz">142</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Kaaden – Leskau – Schönburg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Kaaden-Leskau">143</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Kaaden – Klösterle – Kupferberg (Sphinx und -Kupferhügel) – Schmiedeberg – Weipert – -Pressnitz</td> - <td class="tdrb"><a href="#Kaaden-Kloesterle">143</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Klösterle</td> - <td class="tdrb"><a href="#Kloesterle">144</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Kupferberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Kupferberg">145</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Pressnitz</td> - <td class="tdrb"><a href="#Pressnitz">146</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Der Besuch des Erzgebirges von Görkau aus</td> - <td class="tdrb"><a href="#E_Besuch_Goerkau">147</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Görkau</td> - <td class="tdrb"><a href="#Goerkau">147</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Görkau – Platten – Neustein – Bernau – -Hannersdorf – Kallich – Ladung</td> - <td class="tdrb"><a href="#Goerkau-Platten">149</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Görkau – Gabrielahütten – Brandau – -Grünthal – Katharinaberg – Tannichberg – -Theresiensitz – Eisenberg – Einsiedel – -Ober-Georgenthal – Johnsdorf – Hammer</td> - <td class="tdrb"><a href="#Goerkau-Gabrielahuetten">150–152</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Katharinaberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Katharinaberg">152</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Katharinaberg – Brandau – Grünthal – -Gabrielahütten – Bad Einsiedel – -Rauschengrund – Oberleutensdorf – -Hammergrund – Johnsdorf – Görkau – -Steinl – Hübladung – Bernstein</td> - <td class="tdrb"><a href="#Katharinaberg-Brandau">153–155</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Der Besuch des Erzgebirges von Dux aus über -Oberleutensdorf</td> - <td class="tdrb"><a href="#F_Besuch_Dux">155</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Dux</td> - <td class="tdrb"><a href="#Dux">155</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Ossegg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Ossegg">156</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Salesiushöhe – Riesenburg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Salesiushoehe">157</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Klostergrab</td> - <td class="tdrb"><a href="#Klostergrab">157</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Oberleutensdorf</td> - <td class="tdrb"><a href="#Oberleutensdorf">158</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Oberleutensdorf – Rauschengrund – Sandel – -Hammer-Johnsdorf – Schönbach – Wieselstein – -Oberdorf – Eisenberg – Obergeorgenthal – -Bernstein</td> - <td class="tdrb"><a href="#Oberleutensdorf-Rauschengrund">159–160</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Der Besuch des böhmischen Erz- und -Mittelgebirges von Brüx – Bilin aus</td> - <td class="tdrb"><a href="#G_Besuch_Bruex">160</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Brüx</td> - <td class="tdrb"><a href="#Bruex">160</a><span class="pagenum"><a id="content_iv">[iv]</a></span></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Brüx – Saras – Schlossberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Bruex-Saras">167</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Brüx – Brüxer Sprudel – Ober-Georgenthal – -Eisenberg – Hammer – Johnsdorf</td> - <td class="tdrb"><a href="#Bruex-Bruexer-Sprudel">168</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Brüx – Kopitz – Rosenthal – Lindau – -Oberleutensdorf</td> - <td class="tdrb"><a href="#Bruex-Kopitz">169</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Brüx – Püllna</td> - <td class="tdrb"><a href="#Bruex-Puellna">169</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Brüx – Kollosoruk – Kosel</td> - <td class="tdrb"><a href="#Bruex-Kollosoruk">170</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Brüx – Sauerbrunn – Bilin</td> - <td class="tdrb"><a href="#Bruex-Sauerbrunn">170</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Bilin</td> - <td class="tdrb"><a href="#Bilin">173</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Bilin – Radelstein</td> - <td class="tdrb"><a href="#Bilin-Radelstein">174</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Suttomer Berg – Skalken – Kostial – -Lobositz</td> - <td class="tdrb"><a href="#Suttomer_Berg">174–176</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Hasenburg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Hasenburg">176</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Milleschauer</td> - <td class="tdrb"><a href="#Milleschauer">177</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Teplitz – Borislau – Pilkau – Milleschauer</td> - <td class="tdrb"><a href="#Teplitz-Borislau">177</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Aussig – Türmitz – Kosten – Staditz – -Tschochau – Borislau – Pilkau – Milleschauer</td> - <td class="tdrb"><a href="#Aussig-Tuermitz">178</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Lobositz – Billinka – Wellemin – Milleschau – -Milleschauer</td> - <td class="tdrb"><a href="#Lobositz-Billinka">178</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Lobositz</td> - <td class="tdrb"><a href="#Lobositz">178</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Bilin – Kostenblatt – Tschentschitz – -Milleschauer</td> - <td class="tdrb"><a href="#Bilin-Kostenblatt">180</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Der Besuch des böhmischen Erz- und Mittelgebirges -von Teplitz aus</td> - <td class="tdrb"><a href="#H_Besuch_Teplitz">180</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Teplitz – Schönau</td> - <td class="tdrb"><a href="#Teplitz">180</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Teplitz – Tschochau</td> - <td class="tdrb"><a href="#Teplitz-Tschochau">187</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Teplitz – Kostenblatt</td> - <td class="tdrb"><a href="#Teplitz-Kostenblatt">189</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Die Ebene zwischen dem Erz- und Mittelgebirge</td> - <td class="tdrb"><a href="#Ebene-Erz-Mittel">191</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Das Erz- und Quadersandsteingebirge</td> - <td class="tdrb"><a href="#Erz-Quadersandstein">196</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Teplitz – Kosten und Niklasberg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Teplitz-Kosten">197</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Eichwald – Doppelburg – Zinnwald</td> - <td class="tdrb"><a href="#Eichwald">199</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Mückenberg – Graupen – Mariaschein</td> - <td class="tdrb"><a href="#Mueckenberg">202</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Geiersburg</td> - <td class="tdrb"><a href="#Geiersburg">205</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Tellnitz – Schönwald – Nollendorf</td> - <td class="tdrb"><a href="#Tellnitz-Schoenwald">206</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Die Tyssaer Wände</td> - <td class="tdrb"><a href="#Tyssaer_Waende">207</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Bodenbach</td> - <td class="tdrb"><a href="#Bodenbach">209</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Leitmeritz</td> - <td class="tdrb"><a href="#Leitmeritz">212</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Aussig</td> - <td class="tdrb"><a href="#Aussig">224</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Tetschen</td> - <td class="tdrb"><a href="#Tetschen">228</a></td> -</tr> -<tr> -<td class="tdlt">Herrenskretschen</td> - <td class="tdrb"><a href="#Herrenskretschen">230</a></td> -</tr> -</table> - -<hr class="tb" /> - -<p>Correctur: auf der Karte lies bei Brüx statt »Kreidenberg« -»»Breitenberg.««</p> - -<div class="figcenter chapter"> -<a href="images/karte-left.png" title="Klick für höhere Auflösung" - ><img src="images/karte-left.png" alt="Karte (links)" /></a> -</div> -<div class="figcenter"> -<a href="images/karte-right.png" title="Klick für höhere Auflösung" -><img src="images/karte-right.png" alt="Karte (rechts)" /></a> -</div> - -<hr class="chap" /> - -<div class="transnote chapter" id="tnextra"> - -<p class="h2">Anmerkungen zur Transkription</p> - -<p>Das Buch ist laut Bibliothekseintrag des Deutschen Alpenvereins -vermutlich ca. 1880 erschienen.</p> - -<p>Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Unterschiedliche -Schreibweisen wurden wie im Original beibehalten. Die Zeitangabe »5/4 Stunde« -wurde durch »1¼ Stunde« ersetzt.</p> - -<p>Korrekturen:</p> -<div class="corr"> -<p> -S. 13: Gneuss → Gneis<br /> -Erzgebirge sichtbar auf dem <a href="#corr013">Gneis</a> desselben</p> -<p> -S. 84: Egelhaus → Engelhaus<br /> -Sigmund das Schloss <a href="#corr084">Engelhaus</a> nebst anderen Besitzungen</p> -<p> -S. 90: Seifenballen → Seifenhalden<br /> -beweisen die vielen Zechen- und <a href="#corr090">Seifenhalden</a></p> -</div> -</div> - - - - - - - -<pre> - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Führer durch das böhmische Erzgebirg -, das Mittelgebirge und die angrenzend, by August Weymann - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FÜHRER DURCH DAS BÖHMISCHE *** - -***** This file should be named 55027-h.htm or 55027-h.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/5/0/2/55027/ - -Produced by The Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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Redistribution is subject to the -trademark license, especially commercial redistribution. - -START: FULL LICENSE - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg-tm License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license. - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project -Gutenberg-tm electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. 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Thus, we do not -necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper -edition. - -Most people start at our Web site which has the main PG search -facility: www.gutenberg.org - -This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. - - - -</pre> - -</body> -</html> diff --git a/old/55027-h/images/cover.jpg b/old/55027-h/images/cover.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 457aa22..0000000 --- a/old/55027-h/images/cover.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/55027-h/images/illu-260.png b/old/55027-h/images/illu-260.png Binary files differdeleted file mode 100644 index 1bd177b..0000000 --- a/old/55027-h/images/illu-260.png +++ /dev/null diff --git a/old/55027-h/images/illu-261.png b/old/55027-h/images/illu-261.png Binary files differdeleted file mode 100644 index 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