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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Rheinische Seher und Propheten - Ein Beitrag zur Kulturgeschichte - -Author: Paul Bahlmann - -Release Date: May 31, 2017 [EBook #54821] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK RHEINISCHE SEHER UND PROPHETEN *** - - - - -Produced by Iris Schröder-Gehring, Peter Becker and the -Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - - - - - - - - - Rheinische - - Seher und Propheten. - - Ein Beitrag zur Kulturgeschichte - - - von - - - _Dr. P. Bahlmann_. - - - - [Illustration: Dekoration] - - - - - Verlag von H. Mitsdörffer #Hans Ertl#. - _Münster-Westf._ - - - - -[Illustration: Dekoration] - - -Das Interessanteste und Wichtigste, -- sagen v. Mering und -Reischert[1] -- was sich dem Menschen in diesem Erdenleben darbietet, -ist in allen Beziehungen der Mensch selbst. Wenn er uns im -Alltagsgewande schon Stoff genug zu den mannigfaltigsten Bemerkungen -und Betrachtungen giebt, um wie anziehender muß er uns alsdann nicht -da erscheinen, wo er in das Gebiet des Außerordentlichen oder des -Wunderbaren übertritt und gleichsam eine höhere Natur annimmt. In -solchen Verhältnissen schreitet er als ein zu einem höheren Berufe -geadeltes, fremdartiges, unbegreifliches Wesen an uns vorüber, und wir -können kaum der Versuchung widerstehen, den Veranlassungen solcher -außerordentlichen Erscheinungen nachzuspüren, wiewohl die Ergebnisse -unsere Mühe nicht immer belohnen und die scheinbar höheren Gebilde, -mit der Lampe der Vernunft betrachtet, in der Regel sich wieder auf das -Gewöhnliche reduzieren. - -In eine vernichtende Kritik aber wollen wir diesmal nicht eintreten, -sondern uns lediglich darauf beschränken, alle noch erreichbaren -Nachrichten über die bemerkenswertesten Seher des Rheinlandes und ihre -Prophezeiungen[2] endlich einmal zusammen zu fassen. Wir unterziehen -uns dieser Aufgabe, nicht etwa um alten Aberglauben neu beleben zu -helfen, sondern weil die »Sagen der Zukunft«, wie man die Weissagungen -nicht mit Unrecht genannt, wegen des Einblicks, den sie vielfach in -die Eigenart der Bevölkerung, ihr Sehnen und Wünschen, ihr Hoffen und -Fürchten gewähren, für den Kulturhistoriker von derselben Bedeutung -sind, wie alle anderen Volksüberlieferungen, und glauben eine -freundliche Aufnahme unserer Zusammenstellung auch deshalb erhoffen -zu dürfen, weil das spöttische Achselzucken und überlegene Lächeln, -womit trotz der noch äußerst mangelhaften Kenntnis der rätselhaften -Erscheinungen unseres Seelenlebens alle derartigen Mitteilungen -meist aufgenommen werden, leider so manchen Mund geschlossen und -zugleich bewirkt hat, daß selbst die ohnehin recht dürftige Litteratur -~nirgends~ sorgsam gesammelt und daher manches Buch gar nicht oder nur -sehr schwer mehr zu finden ist. - -Eine bisher zwar auch unerklärte, aber jetzt doch schon von -vielen zugegebene Erscheinung ist das sogen. »Zweite Gesicht«,[3] -d. h. das Vermögen, wirkliche Begebenheiten der Gegenwart oder -Zukunft fernschauend wie mit leiblichem Auge zu erkennen. Die -»Vorgesichte« -- in Westfalen und am Niederrhein »Vorgeschichten« -genannt[4] -- sind, abweichend z. B. vom somnambulen Hellsehen, -stets mit Rückerinnerung verbunden und nehmen nie eine religiöse -oder übersinnliche Richtung, sondern halten sich ganz in der -Sphäre des gewöhnlichen bürgerlichen Lebens, meist Todesfälle -und Leichenbegängnisse, aber auch Brände, Hochzeiten, Geburten, -Freundschaften, das Ankommen von (dem Seher oft ganz unbekannten) -Fremden und dgl. betreffend. Die Gabe findet sich weit mehr bei Männern -als bei Frauen, ist aber an kein besonderes Alter und keine bestimmte -Zeit gebunden. Im Augenblick des Schauens ist der Seher ganz von seinem -Bilde eingenommen, sieht und denkt nichts anderes und nimmt keine Notiz -von seiner Umgebung: die Augenlider oft krankhaft einwärts gekehrt, -sieht er starr vor sich hin. »Es giebt wenig Städte am Rhein,« -- wird -1822 berichtet[5] -- »wo nicht solche Geschichtler anzutreffen wären, -und daß man bisher so wenig davon geredet hat, liegt in der nicht bloß -am Rhein bekannten Erfahrung, daß die Aufklärung der Schriftgelehrten -bereits so weit fortgeschritten ist, daß man in ihrer Gegenwart schon -kein Faktum mehr erwähnt, was nicht durch sie anerkannt worden«. - -Die meisten Vorgesichte freilich können ihres Inhalts wegen nur ganz -enge Kreise interessieren, und auch dadurch erklärt sich die manchem -befremdliche Thatsache, daß trotz ihrer früheren Häufigkeit[6] -verhältnismäßig nur so wenig Fälle veröffentlicht sind. Wer jedoch -einigermaßen mit dem Volke gelebt und sein Zutrauen gewonnen hat, -vermag selbst heute noch neues einschlägiges Material in Fülle -beizubringen, wie dies erst kürzlich wieder der Bibliothekar des -Bergischen Geschichtsvereins[7] bewiesen. Nach seiner mustergültigen -Sammlung sah u. a. ein Mann im Dönberg den noch kerngesunden -zehnjährigen Sohn seines Schwagers, dem er auch den Verlust eines -zweiten Kindes ankündigte, auf dem Schoof (Totenbrett) in einem Gange -stehen;[8] ein Schäfer in Nordrath sah des Abends einen Leichenzug -über ein Feld[9], ein Bauer aus Kürten über einen schmalen Steg -über die Sülz[10] ziehen; ein Kuhhirt auf einem Gehöft bei Wülfrath -zur Mittagszeit den Pferdeknecht zu Grabe tragen;[11] ein Schäfer -bei Böckum unweit Großenbaum um Mitternacht eine Leiche aus dem -Fenster ins Freie schaffen;[12] eine Frau auf dem Gehöft Eschen (Gem. -Mettmann) nachmittags einen Mann, dann ein Pferd, einen Leichenwagen -und zuletzt viele Leidtragende vom Herbecker Wald her in die Chaussee -einbiegen;[13] ein Mann kurz vor Mitternacht zwischen Herkenrath -und Hof Büchel den Vater eines Bekannten nebst dem Geistlichen und -Gefolge zu einer Beerdigung aus dem Hause treten[14] -- und alles sei -buchstäblich eingetroffen, wie es die Seher vorhergesagt. - -Schon im Jahre 1668[15] trieb in Andernach zur Zeit einer pestartigen -Krankheit der Geisterseher Cornelius Schnegell sein Unwesen, indem er -gegen das Verbot des Magistrats angebliche Geistererscheinungen in -Umlauf setzte und dadurch Trauer und Schrecken über manche Familie -brachte. Von erster Kindheit an -- erzählte er -- habe ich Geister -geschaut, und in der letzten Matthiasnacht sind mir plötzlich die -Augen derart erleuchtet, daß ich des Nachts ebenso klar sehe, wie -bei Tage. Namentlich in den Prozessionen, die zur Abwendung der Pest -gehalten werden, sehe ich im voraus das Schicksal meiner Mitbürger: die -ich fallen und nicht wieder aufstehen sehe, müssen sterben; solche, -welche nach dem Falle sich wieder erheben, werden zwar krank, sterben -aber nicht; endlich diejenigen, welche bloß straucheln, werden nur von -einem leichten Anfall getroffen. Ich sehe die Geister in weißen und -schwarzen Kleidern und halte dafür, daß jene selig, diese verdammt -werden. Wenn sie erscheinen, verbleibe ich bisweilen im Bette, häufig -aber muß ich aufstehen und sie bis zur Thür begleiten. Diese Erklärung -setzte den Rat, der selbst überall Spuk und Zauberei witterte, in -nicht geringe Verlegenheit, obschon bekannt war, daß der Geisterseher -mitunter freilich in seinen Vorhersagungen die Wahrheit getroffen, -öfter aber »schändlich sich vertretten und seiner Zungen Zoll -verfahren« hatte. Man wandte sich deshalb um Auskunft an die gelehrten -Franziskaner in Köln und legte ihnen die Frage vor, ob dergleichen -Erscheinungen begründet und glaubwürdig seien oder nicht. Daß es kein -bloßes Spiegelgefecht und keine Narrheit ist, fügt der Rat seiner -Anfrage bei, kann man daraus abnehmen, daß oft in Kirchen, adligen -und anderen Häusern Gespenster gehört oder gesehen werden und bald -darauf Leichen folgen. Diese Erscheinungen haben auch solche, denen man -nichts Böses nachsagen kann, ja die Heiligen haben solche absonderlich -oft gehabt. Es ist ferner bekannt, daß in einigen Klöstern Patres -eine Zeitlang vor ihrem Tode im Chor ohne Haupt erschienen sind. Dazu -ist zu beachten, daß gemeldeter Cornelius von den Geistern genötigt -wird, die Visionen bekannt zu machen und daß die Offenbarungen vielen -zum besten gereichen, da diejenigen, welche noch nicht sterben -werden, unnötige Arzneien sparen, solche dagegen, die bald sterben -müssen, desto besser auf den Tod sich vorbereiten können. In dem -von _P._ Kaspar German verfaßten und den _P. P._ Bernardin Vetweis, -Bonaventura Reul und Johannes Huart approbierten Antwortschreiben -vom 7. Nov. 1668 werden die von Schnegell angegebenen Erscheinungen -unter Hinweis auf die Lehre des hl. Thomas von Aquin als unerlaubte, -abergläubische Divinationen oder Teufelsbetrug bezeichnet und die -Auslassungen des Rates richtig gestellt bezw. widerlegt. Nach Empfang -dieses Schreibens wurde Schnegell alsbald verhaftet und der Kurfürst -Maximilian Heinrich um Angabe weiterer Verhaltungsmaßregeln gebeten. -Das vom 30. November datierte Schreiben desselben schließt: »Zwar ist -kein Zweifel daran, daß bei dergleichen Wesen der böse Feind sein Spiel -treibt und gemeiniglich gefährliches Einverständnis mit demselben -darunter verborgen ist. Weil gleichwohl wider besagten Cornelius -keine andern Anzeichen von Zauberei oder einem Vertrag mit dem Teufel -vorgebracht sind, so könnt Ihr zwar für dieses Mal denselben noch aus -der Haft entlassen, habt ihm jedoch ernstlich einzubinden, sich solcher -Vorhersagungen bei Strafe der Fustigation und Verweisung des Landes -öffentlich und im Geheimen zu enthalten.« - -In der Vaterstadt eines Rheinländers[16] lebte zu Anfang dieses -Jahrhunderts ein unbemittelter Tagelöhner, den man, weil er für die -Metzger die gekauften Kälber herbeiholte, »Kälber-Gerhard«, seiner -Gesichte halber aber meist »Geisterseher« nannte. Gewöhnlich um -Mitternacht, doch zuweilen auch bei Tage, erblickte er die Gestalt -derjenigen Person, die binnen weniger Tage sterben sollte, an -derjenigen Stelle, wo sie den Geist aufgab, bald in ihren gewöhnlichen -Kleidern, bald im Leichengewand, bald sitzend, bald liegend, und es -trieb ihn dann mit Gewalt in die Wohnung, wo die betreffende Person -wohnte, oder auf die Straße, wo der Leichenzug vorüberkam und er alle -Leidtragenden genau erkannte. Nur einigemal hat er infolge übergroßer -Müdigkeit dem Triebe, dem Gesicht zu folgen, gewaltsam widerstanden -und sein Bett nicht verlassen; da aber -- so erzählte er -- sei ihm -zur Strafe seines Ungehorsams der »Geist« reitend auf die Schultern -gesprungen und habe ihn durch Straßen und Felder so peinigend -umhergetrieben, daß er in kaltem Schweiße gebadet und vor Erschöpfung -krank nach Hause gekommen sei. Anfangs machte er aus der leidigen Gabe, -die er dem Umstande zuschrieb, daß er in der St. Andreas-Nacht genau um -12 Uhr geboren sei, kein Hehl und offenbarte arglos, wen er des Nachts -gesehen; da aber die von ihm genannten Personen stets bald darauf -verstarben, bemächtigte sich der Einwohner eine solche Angst, daß sie -ihm möglichst aus dem Wege gingen und er ihre Häuser schließlich selbst -am hellen Tage und in Geschäften nicht ohne Furcht vor Prügeln betreten -durfte. - -Zu Opladen[17] sah vor Jahren an einem Sommermorgen ein junger Mann in -Gedanken zum Fenster hinaus. Bald füllte sich trotz der frühen Stunde -die Straße mit Menschen, und er gewahrte ein Trauergeleite, das still -und schweigsam einem Sarg zum Friedhof folgte. Hinter vielen bekannten -Ortsbürgern bemerkte er als letzten einen verabschiedeten Hauptmann in -hellgrünem Kleide, der mehrmals ausglitt, als ob er nicht ganz nüchtern -sei. Dasselbe glaubte man von ihm, als er sich nach dem Todesfall -erkundigte, und er hatte die seltsame Erscheinung bereits vergessen, -als im Winter die nämlichen Gestalten, die er damals gesehen, hinter -der Leiche eines seiner Verwandten an seinem Fenster vorüberzogen, -hinterdrein der Hauptmann im hellgrünen Rocke, wiederholt ausgleitend -auf dem mit Glatteis überzogenen Boden. - -Im Siegthale[18] sollen die in der Matthiasnacht Geborenen im voraus -die Geister aller derjenigen sehen, die der Tod in dem betreffenden -Kirchspiele abberuft, und sie um Mitternacht auf den Kirchhof tragen -müssen. Dieselbe Fähigkeit schrieb man in Meiderich[19] dem Maurer -R. zu, der, gleichfalls zur Mitternachtsstunde, drei Tage vor jedem -Todesfall dem Leichenwagen das Hofthor zu öffnen hatte. - -Ein sehr bekannter Vorschauer war der Seilermeister Peter Schlinkert -aus Meschede im Herzogtum Westfalen, das bis 1803 unter kölnischer -Herrschaft stand. Da ich über ihn und seine Vorgeschichten bereits -an anderem Orte[20] ausführlich berichtet, möge hier nur sein erstes -Gesicht, das seinem Landesherrn das Leben rettete, wiederholt werden. -Schlinkert, der nach dem Ueberfall von Hochkirch (1758), an dem er als -Serbelloni-Kürassier teilgenommen, den Truppen des Kurfürsten Clemens -August von Köln[21] eingereiht war, trat eines Tages, als sich der -Fürst zu einer Jagdpartie[22] begeben wollte, festen Blickes vor diesen -hin und sagte: »Euer Durchlaucht dürfen nun und nimmermehr fahren, -weil ein Schuß durch den Wagen geschehen wird, der auf Hochdieselben -gemünzt ist.« Der Kurfürst stutzte und ließ den kecken Warner vorläufig -festnehmen, bestieg aber ein anderes Fuhrwerk. Kaum war nun der -erste, ursprünglich für den Fürsten bestimmte Wagen eine Stunde Weges -fortgerollt, als der ominöse Schuß wirklich fiel und ohne jemanden -zu verletzen, durch das Verdeck des Gefährtes drang. Selbstredend -wurde Schlinkert sofort aus der Haft befreit und ihm zugleich mit der -erbetenen Entlassung aus dem Militärdienste noch eine lebenslängliche -Pension von jährlich 25 Thalern gewährt. - -Auch für das sogenannte Sichselbstsehen sind Fälle genug vorhanden. -Noch aus der Mitte dieses Jahrhunderts wird in Führt bei Neuß erzählt, -daß der Küster abends in die Kirche gegangen, um dort die ewige Lampe -zu schüren. Während er den Sohn erwartete, welcher ihm das notwendige -Oel bringen sollte, hatte der Ermüdete sich in einen Beichtstuhl -gesetzt und war darin unversehens eingenickt. Plötzlich wurde er durch -den Ausruf: »Hier hast du deinen Rock!« geweckt und sah eine dunkle -Gestalt, die einen Sarg vor ihm hinstellte, dann aber mit dem Sarge -eben so rasch wieder verschwand. Erschüttert kehrte der Küster heim und -lag wirklich wenige Tage später als Leiche im Sarge.[23] - -Nur mit großer Vorsicht sind die meisten Ankündigungen künftiger Brände -aufzunehmen, da sie sich schon vielfach als absichtliche Täuschungen -zur Verdeckung von Brandstiftungen entpuppt haben. Ein derartiger -Verdacht ist auch bei den von Schell[24] erwähnten Vorzeichen vor dem -Brande bei Radevormwald im Jahre 1863 oder 1864 nicht ausgeschlossen, -während bei der nachstehenden »rätselhaften« Geschichte die Vermutung -nahe liegt, daß der »Seher«, von einem Komplott zur Anzündung des -Schlosses irgendwie unterrichtet, diese durch einen, wenn auch nur -halben Verrat habe vereiteln wollen. Der kurkölnische Soldat,[25] -der in der Nacht zum 13. Januar 1777 im Hofe des Buenretiro[26] in -Bonn auf Posten stand und von der Ablösung ohnmächtig gefunden wurde, -bekundete, daß, als er kaum seinen Dienst angetreten, der bis dahin -trübe Himmel an einer Stelle immer klarer geworden sei, bis sich aus -der entstandenen Wolkenlücke ein dichter Feuerregen wohl zehn Minuten -lang auf das Schloß ergossen habe. Er sei dermaßen erschrocken, daß -er nicht einmal Lärm zu schlagen vermochte, und habe erst allmählich -gemerkt, daß die Flammen nicht zündeten. Dann sei es wieder dunkel -um ihn geworden, und die Wolken hätten sich geschlossen, um sich -gleich darauf nochmals zu öffnen; nun habe er deutlich auf des Himmels -blauem Grunde einen großen eleganten Sarg gesehen, umgeben von sieben -kleineren, ärmer ausgestatteten Särgen. Als der Stadtgouverneur General -de Cler die Aussage der Schildwache des Abends in einer größeren -Gesellschaft zum besten gab, sagte der erst 36 Jahre alte Hofrat v. -Breuning höchst befremdenderweise sofort: »Das ist mein Sarg!« Die -übrigen lachten, aber zwei Tage später wurde das herrliche Schloß mit -seinen zahlreichen Kunstschätzen ein Raub der Flammen, die so gewaltig -um sich griffen, daß der Kurfürst Maximilian Friedrich in seinen -Nachtkleidern flüchten mußte. Der Buenretiro allein wurde gerettet, da -die Flamme abermals, wie bei einer früheren Feuersbrunst (1689), bei -der Kapelle des hl. Florian, des Fürbitters gegen Feuersgefahr, sich -wendete, und das reiche Archiv durch die Pflichttreue seines Kurators, -des Hofrats von Breuning, geborgen, dem, als er zum drittenmal, mit -Schriften beladen, die glühenden und dampfenden Räume verlassen -wollte, der einstürzende Thorweg das Rückgrat zerschmetterte. Als man -seine Leiche im prächtigen Sarge zum Kirchhofe brachte, begrub man -auch sieben Männer, die gleich ihm im Kampfe mit den Flammen den Tod -gefunden. Das tragische Ereignis hat des Hofrats Witwe, die erst 1838 -im Alter von 87 Jahren zu Koblenz starb, wiederholt bestätigt. - -Der minder Begabte und nicht bis zum Schauen Gesteigerte »hört«: er -hört den dumpfen Hammerschlag auf den Sargdeckel und das Rollen des -Leichenwagens, hört den Waffenlärm, das Wirbeln der Trommeln, das -Trappeln der Rosse und den gleichförmigen Tritt der marschierenden -Kolonnen; er hört das Geschrei der Verunglückten und an Thür oder -Fensterladen das Anpochen desjenigen, der ihn oder seine Nachfolger zur -Hülfe auffordern wird.[27] Durch lautes Klopfen wurde einzelnen Leuten -in Mettmann[28], Richrath[29] und Immigrath[30] der baldige Tod eines -Nachbarn oder Angehörigen kund gethan; durch Rücken des Werkzeugs oder -Klirren der Säge einem Schreiner in Wönkhausen[31] jede Anfertigung -eines Sarges im voraus angesagt. Etwas ausgeschmückt ist folgende -Sage:[32] Als ein Schreiner aus Burg Hoff an der Sieg einst spät -abends nach Hause kam, hörte er drinnen hämmern und sägen. Einige Tage -später starb jemand in der Nachbarschaft, und unser Schreiner bekam -den Auftrag, den Sarg für den Verstorbenen anzufertigen. Da fand er in -seiner Werkstatt, die er längere Zeit nicht benutzt hatte, ein Brett, -das früher nicht dort gewesen und genau als Kopfstück eines Sarges -zugeschnitten war. Er beschloß, davon keinen Gebrauch zu machen, -aber ein neuhergestelltes Kopfstück riß beim Annageln, und mit einem -zweiten ging es nicht besser; notgedrungen nahm er nun das unheimliche -Brett -- und der Sarg ward fertig. - -Schneider und Näherin hören die Schere schnippeln, wenn sie bald ein -Totenhemd fertigen sollen; doch kannte Florentin v. Zuccalmaglio (1803 -bis 1869) in seiner Jugend auch eine Näherin, die ihm oft blaue Male -an ihren Armen zeigte, die sie Geesterpetsche (Geisterkniffe) nannte -und für Anzeichen hielt, durch die sich die Verstorbenen bei ihr -anmeldeten.[33] - -Mit Affektionen des Gehörs verbunden waren zwei Gesichte späterer -Eisenbahnen. Im Wupperthale[34] schaute ein Mann vor ca. 80 Jahren eine -ganze Reihe von Wagen, pfeilschnell mit Feuer vorwärts getrieben; als -der Zug an die Stelle der jetzigen Station Remlingrade kam, ertönte ein -schriller Pfiff. Ein Mann und zwei Frauen, die noch nie eine Eisenbahn -gesehen, erblickten am Abend des zweiten Ostertages des Jahres 1839 -oder 1840 zwischen Vollmerhausen und Gummersbach[35] bei Mondschein -etwa sechsmal ein unbestimmtes Wesen kreisend durch die Luft brausen; -oben auf dem Unnennbaren zeigte sich mitunter ein kleines bläuliches -Licht, und dabei ließ ein Zischen sich vernehmen. Erst als der Mann -einige Jahre nachher in Barmen eine Eisenbahn sah, wußte er, daß es -eine Vorbedeutung der Bahn gewesen, die jetzt dort vorbeifährt. - -Leider sind selbst viele Gesichte, die bedeutendere Ereignisse oder gar -die Geschicke ganzer Orte und Gegenden verkündeten und uns hier ganz -besonders interessieren, mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. -Von den zahlreichen Vorgeschichten z. B., die Köln in Brand oder mit -glühenden Kugeln beschießen sahen,[36] konnte Dr. Kutscheit[37] nur -noch eine einzige in Erfahrung bringen. Glaubwürdige Kölner erzählten -ihm, wie im Anfange dieses Jahrhunderts der sehr fromme und nüchterne -Wächter auf dem Bayenturme, als er spät abends sich pflichtgemäß aus -den Turmfenstern nach der Stadt umschaute, gesehen habe, daß die Stadt -von Westen her mit feurigen Kugeln überschüttet wurde und mit Ausnahme -des Domes in Flammen geriet, während dessen herbeigerufene Schwester -nichts wahrzunehmen vermochte. - -Die großen Truppenmassen, die man mit rauschender Janitscharenmusik -gen Köln ziehen oder auf der Mülheimer Heide etc. sich lagern sah,[38] -sind gleich den westfälischen Kriegs- und Schlachtengesichten nur -Verzerrungen oder wirre Auswüchse des zweiten Gesichts, die auf Nebel- -bezw. Schwadenbildungen beruhen. Lediglich ein Nebelgebilde auch war -die »Vision oder Vorgeschichte«, über die das Grevenbroicher Kreisblatt -berichtet:[39] Es war am Ostersonntage, den 31. März 1861, als nach dem -Hochamte gegen Mittag 3 Männer aus Gustorf eine kleine Strecke gegen -Reisdorf feldeinwärts gingen, um die angenehme Frühlingsluft im Freien -zu genießen. Die Sonne stand hoch im wolkenlosen Süden, wenige leichte -Federwolken säumten den Horizont, -- da erschienen auf dem sanft -abgedachten Höhenzuge, der, von Gustorf aus gesehen, den Gesichtskreis -gegen Nordwesten hin begrenzt, Heeresmassen zu Fuß und zu Pferde, die -sich in der Richtung von Hahnerhof und Hoheneichen nach dem Bergerbusch -hin bewegten und stellenweise wie im Kampfe entwickelten; der ganze -Höhenzug wimmelte von größeren und kleineren Abteilungen, hin und her -gedrängt im Dampf der Geschütze und Gewehre. Diese Erscheinung, welche -außer jenen 3 noch 2 andere Männer aus der Nachbarschaft bemerkten, -währte etwa 1-1/2 Stunden und verschwand dann nach Westen hin. - -Derartige Gesichte sind vielfach in die Jahrhunderte alte Sage vom -letzten blutigen Entscheidungskampfe, der am Birkenbaum zwischen -Büderich und Werl seinen Abschluß finden soll,[40] übergegangen, -weitere Ergänzungen der eigenartigen Ueberlieferung aber auch -durch mancherlei Prophezeiungen erbracht worden. Ein Düsseldorfer -Kapuziner-Pater offenbarte im Jahre 1762:[41] »Nach einem schweren -Kriege wird Friede werden und doch kein Friede sein, weil der Kampf der -Armen wider die Reichen und der Reichen wider die Armen entbrennt. Nach -diesem Frieden kommt eine schwere Zeit. Das Volk wird keine Treue und -keinen Glauben mehr haben. Wenn die Frauensleute nicht wissen, was sie -vor Ueppigkeit und Hochmut für Kleider tragen wollen, bald kurz, bald -lang, bald eng, bald weit, wenn die Männer auch ihre Trachten ändern -und man allgemein die Bärte der Kapuziner trägt, dann wird Gott die -Welt züchtigen. Ein schwerer Krieg wird im Süden entbrennen, sich nach -Osten und Norden verbreiten. Die Monarchen werden getötet werden. Wilde -Scharen werden Deutschland überschwemmen und bis an den Rhein kommen; -sie werden aus Lust morden, sengen und brennen, so daß Mütter aus -Verzweiflung, weil sie überall den Tod vor Augen sehen, sich mit ihren -Säuglingen ins Wasser stürzen werden. Da, wenn die Not am größten ist, -wird ein Retter kommen von Süden her; er wird die Horden der Feinde -schlagen und Deutschland glücklich machen. Dann werden an manchen Orten -aber die Menschen so selten sein, daß man auf einen Baum steigen muß, -um Menschen in der Ferne zu suchen.« - -Der Stadt Koblenz droht eine alte prophetische Sage:[42] »Wehe! Wehe! -Wo Rhein und Mosel zusammenfließen, wird gegen Türken und Baschkiren -eine Schlacht geschlagen werden, so blutig, daß der Rhein auf 25 -Stunden Wegs rot gefärbt sein wird«; auch Johann Peter Knopp[43] meint: -»Es wird hart hergehen, besonders bei Koblenz.« - -Das Schlimmste jedoch soll Köln bevorstehen, das außer Knopp[44] auch -Rembold[45], Jasper[46] und ein anderer westfälischer Spökenkieker[47] -als Schauplatz einer großen Schlacht[48] bezeichnet haben. Der Magister -Heinrich v. Judden, Pastor an Klein St. Martin zu Köln, fand um -1460 in einem alten Buche des dortigen Karmeliterklosters folgende -Prophezeiung:[49] »O glückliches Köln, wenn du wirst gut gepflastert -sein, wirst du untergehen in deinem eigenen Blute. O Köln, du wirst -untergehen wie Sodom und Gomorrha; deine Straßen werden von Blute -fließen und deine Reliquien dir genommen werden. Wehe dir, reiches -Köln, weil deine Einwanderer an deinen Brüsten saugen und an denen -deiner Armen, die gemartert und gequält werden für dich.« - -Mit der Erfüllung dieser fällt wohl auch die der zweiten Hälfte der -vom Prälaten Emilian Elbertz ([dagger] 1798) seinem Diener Heinrich -Pohl mitgeteilten Prophezeiung[50] zusammen, deren Alter er auf ca. 150 -Jahre angab: »Die Abteikirche von St. Pantaleon wird lutherisch, dann -aber wieder katholisch werden. Mittelst einer Bombe, die bei der Kirche -niederfallen wird, wird ein heiliger Körper zum Vorschein kommen, der -keine Hände und Füße hat.« Der Prälat hielt sehr viel auf sie und war -gegen Ende seines Lebens in beständiger Sorge, daß sie noch bei seinen -Lebzeiten sich verwirklichen könne; er ließ sogar nach dem Körper des -Heiligen, der nach einer anderen Lesart der künftige Schutzpatron Kölns -sein wird, Nachgrabungen anstellen, die jedoch ohne Erfolg geblieben -sind. - -»Wehe Köln!« -- läßt ein anderer Prophet sich vernehmen[51] -- »Wenn -im Raderthale Häuser gebaut und bewohnt sind, dann ist die Zeit nahe, -die Unheil über Gute und Böse bringen wird. Wehe den Geistlichen, -welche aus Hoffart und Lauigkeit Pracht und gute Tage lieben!... Von -der Südseite werden die Feinde bis zum goldenen Apfel dringen und ein -großes Blutbad anrichten. Viele Gute werden sterben und die Bösen durch -die Bösen umkommen. Eine furchtbare Krankheit wird aufräumen helfen. -Auf der Retirade wird Köln viel leiden; doch kann durch Gebet viel -gewendet werden. Man soll Bittgänge thun, um gemeinschaftlich Gottes -Rechte zu entwaffnen. Hört, ich sage euch: Die Hölle hat eine große -Ernte! Bessere sich alles, ehe es zu spät ist.« - -Die ehedem gäng und gäbe Prophezeiung »In Bonn werden die Jesuiten -auf dem Markte gemartert werden« glaube ich auf die Vision des -Franziskaner-Paters Jakob Pirre vom Jahre 1745[52] zurückführen zu -sollen. Diesem erschien am 25. Mai 1745, als er in der schwäbischen -Stadt Laubheim übernachtete, der Geist Holzhausers[53] und gebot ihm -aufzustehen und folgende Verse niederzuschreiben: - - _Millia sexcentum novies duodenaque pono, - Adde quater decies, tunc venit illa dies, - Qua Bonnae[54] Jesu socii fratresque beati - Francisci palmas martyriumque ferent._[55] - -Zu Beginn des siebenjährigen Krieges machten die Enthüllungen der -Hoffin, einer Küfersfrau aus Horrweiler bei Kreuznach, viel von -sich reden; doch will ich mich an dieser Stelle auf die Wiedergabe -zweier Briefe[56] des Kandidaten der Theologie Bender in Kreuznach -beschränken, in denen dieser dem Kirchenrate Ward berichtete, was er -selbst aus dem Munde der Frau erfahren. - -Es war Freitags, den 1. April 1757 -- lautet das erste Schreiben -- da -ich von Herrn Inspektor Rettig zum Predigen angeredet [bestellt] wurde. -Nachdem ich den Sonntag zu Horrweiler gepredigt hatte und eben im -Begriffe war, auf die Filiale zu gehen, wartete der Mann dieser Frau am -Thor auf mich und bat mich, ich möchte doch des Mittags zu ihm kommen, -weil er etwas mit mir zu reden hätte. Ich hatte kein Bedenken, ihm -dieses zuzusagen, und ich hielt auch am Mittag mein Versprechen. Ich -fand ihn, seine Frau und einige Kinder in seinem Hause; doch war ich -nicht lange da, als ein Kind nach dem andern wegging, so daß wir drei -allein blieben. Nach einem kurzen Stillschweigen sagte die Frau, sie -möchte gerne eine Frage an mich richten, wenn sie nur wüßte, daß ich -ihr es nicht übel nehmen würde. Da ich ihr dieses versichert hatte, -so fragte sie mich, wer wohl die heut gehaltene Predigt zuerst gewußt -hätte, sie oder ich? Dieses kam mir seltsam vor; ich sagte ihr dies und -dabei, ich verstünde sie nicht, sie müßte sich deutlicher erklären. -»Gut,« sagte sie, »sagen Sie mir doch, wann Sie der Herr Inspektor zum -Predigen bestellt hat.« »Am verwichenen Freitag,« war meine Antwort. -Hierauf wandte sie sich zu ihrem Mann und sagte. »Siehst du nun, daß -ich recht hatte und daß ich die Predigt eher gewußt, als der Herr -Bender bestellt worden ist?« Dieses machte mich nun nicht klüger, als -ich zuvor gewesen war. Ich fragte den Mann, was alles dieses bedeuten -sollte, und erhielt folgende Antwort: »Am Donnerstag früh, als ich -erwachte, fragte mich meine Frau, ob ich auch wüßte, daß unser Herr -Inspektor krank geworden wäre. Ich fragte, wie ich dieses wissen -könnte. Ja, sagte meine Frau, er ist krank und wird auf den Sonntag -nicht predigen, sondern wir bekommen einen andern; rate einmal, wen? -Ich riet etlichemal. Nein, sagte sie, keinen von diesen, unsers Herrn -Inspektors Sohn(?) kommt, und damit du siehst, daß ich es weiß, so -will ich dir noch mehr sagen. Sie nannte hierauf das Lied, den Eingang -und den Text, den er haben würde. Wir waren heute beide in der Kirche -und ich bin überzeugt worden, daß meine Frau recht hatte, weil es das -Lied, der Eingang und der Text war.« Wenn es mit dieser Erzählung seine -Richtigkeit hat, so hat die Frau in der That 32 Stunden früher gesagt, -was ich predigen würde, ehe ich wußte, daß ich predigen sollte. Ich -habe es allzeit für thöricht gehalten, wenn man so schließt: »Ich kann -es nicht begreifen, wie es mit dieser Sache zugeht, deswegen ist sie -wohl falsch,« und ich fand auch nicht für gut, die Frau durch einen -Machtspruch abzuschrecken und so ihr Zutrauen zu verlieren. Ich that -also nichts, als daß ich ihr meine Verwunderung zeigte und zugleich -ihren Mann fragte, ob sich die Sache so verhielte. Er bedeutete, alles, -was er gesagt, sei die reine Wahrheit, und seine Frau werde mir noch -erstaunlichere Dinge sagen. Ich fragte sie hierauf, auf welche Art -ihr diese verborgenen Dinge offenbart würden, und da sie sah, daß ich -kein Mißtrauen in die Wahrheit ihrer Erzählung zu setzen schien, so -erfuhr ich folgendes: Wenn ihr zukünftige Dinge bekannt gemacht werden -sollten, so ergriffe sie etwas, eben wie eine Menschenhand, in der -Brust, und das sei das Zeichen, sich an einen einsamen Ort zu begeben. -Alsdann werde ihr Geist ihrem Leibe entrückt und sie käme in Begleitung -eines Engels in eine Versammlung von Geistern, die teils aus Engeln, -teils aus Seelen von noch lebenden Menschen bestände. Hier werde -alles, was noch in Zukunft geschehen sollte, als wirklich gegenwärtig -abgehandelt, und die Seelen der gegenwärtigen Menschen redeten und -handelten so, wie sie in der Folge der Zeit reden und handeln würden. -Manchmal würden ihr sinnbildliche Gesichter gezeigt, und dann fragte -sie ihr Führer, ob sie das verstehe und den Sinn von allem erkenne, da -ihr dann, im Falle sie es nicht verstände, hinlängliche Erläuterung von -einem Engel gegeben würde. Ebenso erhalte sie Befehle an diesen oder -jenen oder einige Menschen, und sie werde allemal gestraft, wenn sie -sich weigere, ihr aufgetragene Geschäfte zu verrichten. Zum Beweise -aber, daß sie nicht getäuscht würde und daß alles, wie sie es gesehen -und gehört, in Zukunft geschehen sollte, habe sie die Gnade, daß ihr -öfters eine Begebenheit gezeigt würde, die sich in wenig Tagen in -ihrem Ort oder in ihrer Nachbarschaft zutrüge, um die Wahrheit des -übrigen daran zu prüfen. Eben ein solches Zeichen sei meine Predigt -gewesen, denn mein Geist sei wirklich in der Versammlung aufgetreten -und habe eben die Worte geredet, die sie heut in der Kirche von mir -gehört hätte. Ich gestehe es, daß ich von allem diesen kein Wort -weiß, und entweder hat ein anderer Geist in der Versammlung die Güte -gehabt, meine Gestalt anzunehmen und meine Rolle zu spielen, oder die -menschliche Seele muß Handlungen vornehmen können, deren sie sich nicht -bewußt ist. Da ich begierig war, noch mehr zu erfahren, so brachte ich -das Gespräch auf den gegenwärtigen Krieg, weil ich glaubte, sie würde -sich in die Natur der Völker, der Landschaften, Städte und ihrer Lagen -nicht recht finden können, sondern ihre Schwäche und vielleicht gar -ihren Betrug offenbaren; allein sie sprach von allem diesen mit einer -bewunderungswürdigen Fertigkeit und unterschied alles so wohl, daß -ich in der That nicht begreifen konnte, wo sie als eine rohe Bäuerin -solche Begriffe her haben sollte. Sie behauptete, den Krieg zwischen -Preußen und Oesterreich lange vorher gewußt und auch einigen Leuten, -die sie mir nannte, in Wiesbaden[57] vorhergesagt zu haben; man hätte -sie aber, weil alles damals ruhig gewesen, als eine Thörin verlacht, -besonders da sie die Bataille bei Lobositz[58] vorhergesagt und die -Preußen für die Sieger erklärt habe. Zu eben der Zeit wäre sie ihrer -Aussage nach in einer Geisterversammlung gewesen, in welcher sich -der König von Preußen, wie die Häupter aller gegen ihn vereinigten -Mächte befunden. Der König that alles, die Gegenpartei zum Frieden -zu bringen und machte ihnen die nachdrücklichsten Vorstellungen; er -führte ihnen die Gerechtigkeit seiner Sache und das unschuldige Blut -zu Gemüte, das vergossen, und gewiß auf ihr Gewissen vergossen würde. -Da aber die andern gegen diese Gründe unempfindlich waren und immer -einer den andern in seinen Anschlägen bestärkte, so trat ein Engel -zu dem König, zuckte ihn etlichemal zurück und sagte: »Sei getrost -und laß dich ihre große Anzahl nicht kleinmütig machen! Wenn ihrer -noch so viele wären, so sollen sie doch in dein Schwert fallen!« -Zu einer anderen Zeit hat sie den König in seinem Kabinett betend -gesehen; zwei Engel standen hinter ihm, und da er zu Gott betete, er -möchte doch der unschuldigen Schlachtopfer schonen und seinen Feinden -friedfertige Gedanken geben, so sei abermals ein Engel zu ihm getreten -und habe obige Worte wiederholt. Sie machte hierbei die Anmerkung, es -verlange sie zu wissen, ob der König die Stimme wirklich höre oder ob -diese Gedanken bloß als wie eigene in seiner Seele entständen. Ebenso -will sie den Marsch der Franzosen vorausgesehen haben. Sie sagte, -anfangs seien ihre Gesichter nach Böhmen zugewandt gewesen; damit -aber die Feinde des Königs in dieser Gegend nicht zu mächtig würden, -so hätten sie sich nach Westfalen wenden müssen. Doch würden sie dem -König nicht schaden, sondern er würde sich auch dort ihren Leuten -widersetzen. Für die Zukunft bestimmt sei überhaupt dieses: Der König -würde stets sieghaft über seine Feinde sein und einen ehrlichen und -dauerhaften Frieden schließen können. Diese Frau prophezeite auch, daß -die Kurfürsten von Mainz und der Pfalz aus ihren Residenzen vertrieben -werden würden, weshalb sie zu Mannheim[59] eingesperrt sei. Wie nun die -bei ihr gegenwärtig gewesenen Hofpersonen erzählten, daß der Hof so -bestürzt sei, weil er vom Prinzen von Sulzbach in langer Zeit keine -Nachricht hätte, und glaubten, daß er gar tot sein möchte, hat sie -selbige getröstet und gesagt: »Nein, er lebt noch; er ist in Prag in -dem genannten Hause und Zimmer, sitzt am Tisch und liest gegenwärtig -die Zeitung.« Als dieses am Hofe gemeldet und auch durch einen Kurier -alles wahr befunden sei, ist sie des Arrests entlassen worden. Ich -muß hier noch anmerken, daß sich diese Frau, wenn sie wiederholt, was -in ihrer Versammlung geredet, solcher Ausdrücke bedient, die für ihre -Erziehung viel zu ordentlich und, wenn mir der Ausdruck erlaubt ist, -viel zu vornehm sind; in ihren sonstigen Gesprächen kann man nichts -Phantastisches an ihr wahrnehmen. Ich habe mich nach ihrem Wandel -erkundigt und man giebt ihr das Zeugnis, daß sie sehr ordentlich lebe -und die Kirche sehr fleißig besuche, ein scharfes Auge auf ihre Kinder -habe und gegen die Armen ungemein freigebig sei; sie wird schier von -jedermann für eine Thörin gehalten. Ich getraue mir in diesem Punkte -nichts zu bestimmen; wenn sie auf höheren Befehl zu einzelnen Menschen -redet, so haben ihre Bestrafungen die Zerrüttung der Seele zum Grunde, -in diesem Falle ist sie der Gesellschaft nicht schädlich. - -Einige Monate später ließ Bender weitere Nachrichten folgen. Am 1. -Oktober 1757 -- fährt er fort -- sagte mir die Frau Hoffin, sie habe -die ganze Zeit, da sie mich nicht gesehen, nur drei Offenbarungen -gehabt: eine auf Pfingsten, die andere den 18. Juli und die letzte auf -den 11. September. In Ansehung der ersteren können Sie die vollkommene -Probe von der Wahrheit ihrer Aussage nehmen; in dieser wurde ihr -offenbart, daß die Preußen die Bataille bei Kollin[60] verlieren und -Prag verlassen würden. Sie sagt, sie habe dies, ehe es eingetroffen, -dem Herrn Kirchenrat Mieg in Wiesbaden gesagt und sie berufe sich -auf diesen als Zeugen für die Wahrheit ihrer Aussage. Wollten Sie -Sich die Mühe nehmen, nachzufragen, so würden Sie vielleicht genug -erfahren, um von dem übrigen urteilen zu können.[61] Die Ursache, -warum diese Schlacht verloren gegangen, ist ihrer Aussage nach diese: -Die Kaiserin habe nichts mehr gewünscht, als nur einmal über Preußen -zu siegen, und sie habe sich anheischig gemacht, nach diesem Sieg -einen ehrlichen Frieden zu schließen. (Sie müssen wissen, daß dieses -bloß in der Geisterversammlung geschehen ist, wo auch die geheimsten -Gedanken offenbart würden, jedoch ohne daß eine von den interessierten -Personen ein Wort davon weiß.) Dieses sei bewilligt worden, doch habe -ihr zugleich ein Engel gesagt, es werde doch kein Friede folgen; es -geschehe bloß, um das Maß voll zu machen. In der Versammlung vom 18. -Juli ist nichts Merkwürdiges vorgefallen, außer daß der kaiserlichen -Partei ihr Trotz auf diesen Sieg stark verwiesen und zugleich -dem König von Preußen der Sieg aufs neue versprochen worden. Die -Offenbarung vom 11. September ist ungemein außerordentlich, und wenn -dieses eintrifft, so ist man vielleicht gezwungen, dieser Frau mehr -Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Sie sagte nämlich, es sei ihr -ein sehr junger Herr und eine etwas ältliche Dame gezeigt worden mit -dem Bedeuten: Dieses ist der Prinz von Oranien[62] und diese seine -Frau Mutter.[63] Ich weiß nicht, sagte sie, ob solche Personen in der -Welt sind, allein so habe ich sie nennen hören. Diese beiden hohen -Personen habe ein Engel aufgemuntert, ihren gedrückten Glaubensbrüdern -beizustehen und sich der Sache der Religion anzunehmen. Gleich darauf -habe sie ein starkes Gewinsel gehört, woraus sie geschlossen, daß -dieser junge Prinz im Anfange nicht sonderlich glücklich sein werde. -»Die Sache geschieht gewiß,« fuhr sie fort, »wann aber, das ist mir -unbekannt und nicht offenbart worden.« Ich fragte sie, was es endlich -wohl für einen Ausgang mit dem gegenwärtigen Krieg nehmen werde. Ich -erhielt eine Antwort, deren ich mich von Wort zu Wort besinne: »Es ist -hier,« sagte sie, »nicht um Kronen und Länder, sondern um das wahre -Wort Gottes zu thun, und ich habe die Versicherung, daß dieses nebst -seinen Verteidigern nie unterliegen werde.« Noch eins hätte ich schier -vergessen: der Stadt Mainz soll ein großes Unglück bevorstehen, Landau -und Straßburg sollen nicht leer ausgehen. - -Gerade in bedrängten Zeiten tauchen prophetische Stimmen am ehesten -auf, und so erschienen Anfang April 1761 plötzlich auch in Köln[64] -zwei alte Männer von ehrwürdigem Aussehen, die auf eine sonderbare -Art gekleidet und barfuß waren und nur Wasser und Brot genossen. Sie -verkündeten auf öffentlichen Gassen den Zorn Gottes über die Menschen -und weissagten, daß im Jahre 1765 sich in allen vier Weltteilen ein -allgemeiner Krieg entzünden, 1766 Konstantinopel zerstört werden, -1767 England im Wasser untergehen, 1768 die ganze Welt den wahren -Gott erkennen und 1769 ein großer Mann ein wichtiges Zeugnis davon -ablegen, 1770 ein allgemeines Erdbeben stattfinden, 1771 Sonne und -Mond samt den Sternen vom Himmel fallen, 1772 die Welt in Flammen -untergehen und endlich 1773 das allgemeine Weltgericht einbrechen -werde. Man verbot ihnen sogleich, ihre Mission fortzusetzen; sie aber -widersetzten sich diesem Befehle und gaben sich für Propheten aus, die -der Himmel abgesendet, die Menschen zu schleuniger Buße zu ermahnen. -Dieserhalb gefänglich eingezogen, wurden sie von den Jesuiten einem -Verhör unterworfen; sie antworteten in lateinischer, griechischer, -hebräischer, chaldäischer und anderer Sprache und gaben vor, 700 Jahre -alt und aus der Gegend von Damaskus gebürtig zu sein. Mit Erlaubnis der -Obrigkeit von den Jesuiten gefesselt nach Rom geschickt, wollten sie -dort die Richtigkeit ihrer Mission erweisen. - -Nach den Freiheitskriegen verwirrte der durch seine Wanderung nach -Königsberg (1807/08) bekannt gewordene Landmann Johann Adam Müller[65] -vom Maisbacher Hofe bei Heidelberg die Gemüter vieler Rheinländer -gelegentlich seiner Reise zum Aachener Kongreß (1818), indem er -behauptete, es werde noch in diesem Jahre Napoleon von St. Helena -zurückkehren und ein neuer Krieg beginnen, der drei Jahre dauern -und Frankreich unter das Szepter der vier verbündeten Monarchen, -wozu er England zählte, bringen würde; sein Auftrag gehe diesmal -dahin, die vier Fürsten aufzufordern, alles daran zu setzen, eine -Religions-Vereinigung zu bewirken und Juden, Heiden und Türken dem -Glauben an Jesum Christum zuzuführen, worauf die glückselige Zeit auf -Erden beginnen werde.[66] - -Die beiden namhaftesten Seher des Rheinlandes aber sind Rembold und -Knopp, bei deren Geschicken und Enthüllungen wir nunmehr verweilen -wollen. - -Johann Bernhard Rembold[67] war im Dezember 1689 als Sohn eines alten -Leinwebers in dem unweit Siegburg gelegenen Dorfe Eschmar geboren. -Schon früh begleitete er seinen Vater auf dessen Geschäftsreisen, -die er ihm später ganz abnahm, und da dieser einen großen Teil seiner -Fabrikate auf der Abtei Siegburg absetzte, verwandte ihn der Abt häufig -als Boten in die ihm untergeordneten Klöster Oberpleis, Heisterbach -etc., so daß er viel mit den Ordensgeistlichen in Berührung kam. Durch -diesen Verkehr eignete sich der fromme, aber gänzlich ungebildete -Mann mancherlei Anschauungen an, die den meisten seiner Standes- -und Zeitgenossen fremd bleiben mußten. Nur mit einem Stab, einem -Rosenkranz und einer Geige ausgerüstet, durchzog er -- auch noch nach -seiner Verheiratung -- die Dörfer und Städte der bergischen Sieg- -und Rheingegend und besuchte vorzugsweise die Kirchweihfeste, wo er -durch den Vortrag einfacher Kirchenlieder und moralischer Erzählungen -die Leute zu fesseln suchte. Auf jedem Bauerngute, in jedem Kloster -war »Spiel-Bähn«,[68] wie man ihn seines Geigenspiels halber bald -ausschließlich zu nennen pflegte, ein gern gesehener Gast, der jeden -erlaubten Dienst willig verrichtete und sich noch im hohen Mannesalter -selbst einer Reise nach Rom, mit der ihn die Kölner Franziskaner -betrauten, gern unterzog. - -Aus der heiligen Stadt mit großer Weltkenntnis zurückgekehrt, gab -Spielbähn die erste Probe seiner Sehergabe, indem er auf dem Eschmarer -Bauergeding[69] erklärte: »Künftiges Jahr werden wir nicht bauerdingen, -weil dann die ganze hiesige Gegend mit fremden Kriegern überschwemmt -sein wird.« Trotzdem sich diese Prophezeiung gleich vielen späteren -wirklich erfüllte, schenkte man doch seinen Visionen meist nur wenig -Glauben, was die Bezeichnung »Lügen-Bähn«, die schnell im ganzen Lande -gäng und gäbe wurde, genugsam bekundet. Bat ihn ein Spötter um eine -Prophezeiung, so erwiderte er mit großer Gelassenheit, daß es nicht -in seiner Macht liege, willkürlich künftige Geschicke zu verkünden, -sondern Gott ihm nur zu Zeiten einen Blick in die Zukunft eröffne; -am abendlichen Herdfeuer, im Kreise biederer Nachbarn aber, nahm er -häufig die graue Mütze von seinem ehrwürdigen Haupte, schaute, fromm -die Hände faltend, mit verklärtem Antlitz gen Himmel und berichtete -kurz und bestimmt, was die göttliche Huld ihn erschauen lasse, sehr oft -schließend: »Wenn auch die Menschen mich verhöhnen, indem sie sagen, -ich sei nur ein simpler Spielmann, so wird dennoch die Zeit kommen, -wo sie wahr finden werden meine Worte.« Einst bat er einen Nachbar, -mit ihm für den noch völlig gesunden N. zu beten, da er binnen kurzem -verscheiden werde -- und der Genannte starb am zweiten Tage; mehrere -Personen, die nach seiner Aussage ihre Wohnung nicht wiedersehen -würden, raffte der Tod auf dem Heimwege hin: der gräfliche Rentmeister -X. erlag einem Schlagflusse, ein Knecht aus der Nähe von Sieglar -wurde überfahren, ein Bauernmädchen aus derselben Gegend ertrank; -auch der Küster Haupts in Geistingen,[70] ein Kind in Sieglar, sowie -der Amtmann D. und der Schöffe T. in Honnef starben genau zu der von -Spielbähn angegebenen Zeit, der Gerichtsschöffe Kr., nach Verlust -seines Vermögens, wie dieser es ihm angekündet, »von Ungeziefer halb -verzehrt, in Troisdorf auf dem Stroh«. Matthias Bey, weiland Schöffe zu -Birlinghoven, hat oft erzählt, daß Spielbähn, der in seinem Elternhause -häufig eingekehrt und von seinem Vater wegen seiner Weissagungen -mitunter gehänselt sei, diesem eines Tages eröffnet habe: »Obgleich -du meine Worte verlachst, so wünschte ich doch, dir etwas Gutes -prophezeien zu können; leider ist es aber nur Schlimmes, was ich dir zu -sagen habe: du bist zwar ein braver Mann, dem Kirchengang und Gebete, -sowie dem Wohlthun ergeben, aber du wirst dennoch nicht in deinem Bette -sterben!« Sein Vater habe indes auch diese Prophezeiung ungläubig und -lächelnd hingenommen, sei aber am 5. Januar 1792, als er von einem -Taufschmause berauscht zurückkehrte, unterwegs -- etwa 3/4 Stunden von -seiner Wohnung entfernt -- erfroren. - -Diejenigen Prophezeiungen Bähns, welche ein allgemeines Interesse -beanspruchen konnten, sind 1759 von einem alten katholischen -Landgeistlichen aufgezeichnet worden, dessen Niederschrift -Schrattenholz 1840 wieder aufgefunden und 1846 zuerst veröffentlicht -hat. Ein großer Teil derselben soll durch den Brand der Abtei Siegburg -(1772), das Anschwellen der Sieg (1784), die Enthauptung Ludwigs _XVI._ -(1793), die Gewaltherrschaft Napoleons (1799-1814), die Aufhebung -der rheinischen Klöster (1803), die Gefangennahme des Papstes Pius -_VII._ (1809) und des Kölner Erzbischofs Clemens August (1837), die -Errichtung einer Irrenanstalt zu Siegburg (1824), die Anlage mehrerer -Landstraßen,[71] die Einführung von Eisenbahnen und Dampfboten[72] -u. s. w. bereits in Erfüllung gegangen sein, so daß sich nur noch die -Schilderung der letzten entscheidenden Schlacht,[73] die u. a. auch -die Wiederaufrichtung der Abteien Siegburg und Heisterbach im Gefolge -haben würde, zu bewahrheiten hätte. Die hierauf bezügliche Weissagung -hat folgenden Wortlaut:[74] »Ihr bergischen Länder, merket auf! Euer -Regentenhaus, welches abstammt von einem Markgrafentum, wird von seiner -Höhe plötzlich herabsinken und wird kleiner als ein Markgraftümchen -werden. Es bluten die Gläubigen im fremden Lande. Darum untergehen -wird ein großes Barbarenreich,[75] weil es solche Frevel zugelassen -und nicht beschützet hat die Kirche Christi und nicht geehrt hat ihre -Diener. Mit ihm sinken die falschen Propheten, als deren sich viele mit -Weib und Kind selbst verbrennen werden, und man 400 mit den Eingeweiden -erwürgen und die übrigen von einem Felsen am Rheine stürzen wird. -Das ist der Blutzeit Anfang. Die heilige Stadt Köln wird sodann eine -fürchterliche Schlacht sehen. Viel fremdes Volk wird hier gemordet, und -Männer und Weiber kämpfen für ihren Glauben. Und es wird von Köln, das -bis dahin noch eine Jungfrau, grausamlich Kriegswesen, Belagerung und -Verheerung nicht abzuwenden sein, und man wird allda bis ans Knöchel -im Blute waten. Zuletzt aber wird ein fremder König aufstehen und -den Sieg für die gerechte Sache erstreiten. Die Ueberbleibsel (_sc._ -des Feindes) entfliehen bis zum Birkenbäumchen. Hier wird die letzte -Schlacht gekämpfet für die gute Sache. Die Fremden haben den schwarzen -Tod mit ins Land gebracht. Was das Schwert verschont, wird die Pest -fressen. Das bergische Land wird menschenleer sein und die Aecker -herrenlos, also daß man ungestört von der Sieg bis zum Oelberg[76] -wird eine Fuhr machen (pflügen) können. Die in den Bergen verborgen -sind, werden die Aecker wieder anbauen. Um diese Zeit wird Frankreich -zerspaltet sein. Das deutsche Reich wird sich einen Bauer zum Kaiser -wählen. Der wird ein Jahr und einen Tag Deutschland regieren. Der -nun die Kaiserkrone nach ihm trägt, der wird der Mann sein, auf den -die Welt lange gehofft hat. Er wird römischer Kaiser heißen und der -Menschheit den Frieden geben. Siegburg und Heisterbach wird er wieder -aufrichten, wie es weiland gewesen und von Anfang bestimmt war. Um -diese Zeit werden in Deutschland keine Juden mehr sein und die Ketzer -schlagen an die Brust. Und darnach wird eine gute und glückliche Zeit -sein; das Lob Gottes wird auf der Erde wohnen, und ist kein Krieg -mehr, denn über dem Gewässer. Darum werden die entflohenen Brüder von -dannen zurückkehren mit ihren Kindeskindern, und sie werden in ihrer -Heimat in Frieden wohnen fort und fort. Des sollen die Menschen wohl -achthaben, was ich gesagt habe; denn vieles Ungemach kann verbessert -werden durch Gebet zu Gott, dem erbarmungsreichen Vater der Menschen, -und Jesus Christus, hochgelobt in Ewigkeit.« Ueber die Zeit, zu der -die blutige Schlacht geschlagen werden soll, äußerte Spielbähn:[77] -»Die Schnell[78] wird eine Insel werden. Alsdann wird ein großes -Werk,[79] welches man in Köln begonnen hat, durch den großen Krieg -gestört werden. Die Bewohner hiesiger Gegend werden ihre Habseligkeiten -auf jener Insel verbergen, woselbst sie vor der Habgier der Krieger -gesichert sein werden.« Damals schien es fast unmöglich, daß der Wald -sich in eine Insel umbilden könne; im Laufe der Zeit aber hat der -bei seinen Fluten so wütende Siegfluß solche Strecken Landes mit sich -fortgerissen, daß man bereits 1848 die Abtrennung in nahe Aussicht -stellte, der Weissagung eingedenk, die die guten Müllekovener schon -während der Freiheitskriege, trotzdem die Schnell noch nicht zur Insel -geworden, bewogen hatte, ihre Schätze dorthin zu bringen, wo sie ihnen -dann sämtlich gestohlen wurden. Eine andere Prophezeiung[80] Spielbähns -verbreitete später sein Vetter Benrodt, ein früherer Pferdehändler, -der ihm in den letzten Lebensjahren als Stütze seiner altersschwachen -Glieder diente: »Wenn man sich in Deutschland aller Orten gegen die -Obrigkeit erheben wird, alsdann wird der Religionskrieg ausbrechen. Die -Türken als die Erbfeinde der Christenheit, werden bis Köln vordringen, -hier aber in einer mörderischen Schlacht zwischen Köln und Rodenkirchen -geschlagen werden. Auf der Miel[81] wird man mehrere große Leute an -Bäumen erhängt sehen, und es wird so mörderisch hergehen, daß nach -Beendigung des Krieges ein Nachbar dem ihm Begegnenden mit dem Ausrufe -um den Hals fallen wird: Bruder, wo hast du dich erhalten? Dann -wird das bergische Land so arm sein, daß kein Potentat es geschenkt -zu haben verlangte.« Als Spielbähn einst bei Deutz gerastet hatte, -erklärte er,[82] er habe durch die dichten Haufen der Soldaten nicht -dringen können, die lange weite Kleider, krumme Säbel und ein Tuch um -den Kopf gehabt. Auch sagte er: Durch eine Beschießung mit glühenden -Kugeln werde Köln bis an die Bach abbrennen; an das Gnadenbild in der -Schnurgasse werde es jedoch nicht kommen. Die Kugeln würden auch über -den Dom fliegen, dort aber nicht zünden. Die einrückenden Soldaten -werden auf ihrer Kopfbedeckung Kreuze haben und vom Augustiner-Platze -her, Marspforten herunter, so eilig auf die Brücke zulaufen, daß -der Kamerad seinen Kameraden in den Rhein stürzt, um wegzukommen. -Ueberhaupt wird auch hier die Flucht von allen so eilig dargestellt, -wie in Westfalen, und wenn man hier getrost die Schinken auf die Zäune -hängen könne, weil den Fliehenden die Zeit, sie abzunehmen nicht -vergönnt sei, so sollen sie dort das Fleisch der bergischen Kühe, weil -sie keine Zeit es zu kochen hätten, unter die Sättel legen. - -Am Abend des 1. Januar 1772 hatte Spielbähn die Gäste eines Eschmarer -Wirtshauses aufgefordert, die Karten wegzulegen und nach dem Siegburger -Berg zu eilen, wo eine Feuersbrunst bald die ganze Abtei mit Ausnahme -der Kirche zerstören würde. Da dieselbe etwa eine Stunde darauf -thatsächlich in hellen Flammen stand, wurde der 82jährige Greis als -Brandstifter verdächtigt und auf Befehl der Düsseldorfer Regierung als -Untersuchungsgefangener nach Honnef abgeführt. Nachdem er über ein Jahr -im Gefängnis ausgehalten und schließlich wegen Mangel an Beweisen in -Freiheit gesetzt war, nahm er seine Wanderungen zwischen Honnef und -Köln wieder auf, an letzterem Orte besonders oft und lange bei den -Kartäusern verweilend. Zu Köln auch hauchte er am 20. Februar 1783 in -den Armen des Apothekers Schnitzler seinen prophetischen Geist aus; -seine irdischen Reste wurden auf dem Kirchhofe zu St. Marien-Ablaß -beigesetzt, später aber -- wie er noch kurz vor seinem Verscheiden -vorhergesagt -- wieder ausgegraben und nach dem am 29. Juni 1810 -eingeweihten neuen Friedhofe von Melaten gebracht. - -Es ist leicht zu begreifen, daß die wundersüchtige Menge dem alten -Manne tausend erlogene Prophezeiungen in den Mund gelegt und die -albernsten Sachen auf seine Kosten erfunden. Wie wenig Glauben selbst -die im Brustton der Ueberzeugung vorgetragenen und häufig sogar noch -ausdrücklich als »verbürgt« bezeichneten Nachrichten verdienen, mag -folgende Probe, die ich der Schrift von Burg[83] entnehme, bekunden. Zu -Spich, einem Dorfe in der Gemeinde Sieglar, befindet sich ein tiefer -Weiher, genannt Pohstadt; allda ist ehedem eines altadligen deutschen -Geschlechtes prachtvolle Burg versunken, in der damals zwei Brüder -hausten, von denen der eine bereits des wirklichen Todes Schrecknisse -gekostet, der andere hingegen, einem Scheintoten ähnlich, in Entzückung -liegt. »Diesem,« sagt der alte Bernard, »gehört rechtmäßig das -bergische Land; nach der mörderischen Schlacht, die zu Köln ihre -Walstatt haben wird, wird der entzückt liegende Bruder erwachen, -selber nach Köln kommen, und alle werden, sich vor ihm verbeugend, ihm -huldigen, und er wird, ihnen aufrichtig dankend, das bergische Land -in Besitz nehmen: niemand aber wird ihn kennen.« Infolge dieser -- wie -Burg selbst zugiebt -- »wirklich romanhaft klingenden« Vorhersagung -sei, während Bähn im Gefängnis saß, ein mutiger Mann beauftragt, aus -jenem Schlosse, das damals eine Oeffnung gehabt, einen zinnernen -Teller als Wahrzeichen zu holen, von den anderen Schätzen aber nichts -zu berühren. Dieser habe sich, wahrscheinlich von ihrem herrlichen -Glanze geblendet, an einer silbernen Mütze vergriffen und deshalb -zur Strafe seiner Untreue allda den Tod gefunden, ein anderer jedoch -den fraglichen Teller glücklich hervorgeholt, worauf der hochbetagte -Prophet sofort seiner Haft entlassen und wieder in volle Freiheit -gesetzt wäre. - -Ziemlich gleichzeitig mit Spielbähn lebte Johann Peter Knopp,[84] -vom Volke gewöhnlich Jannes-Pitter Körper genannt. Im Jahre 1714 zu -Ehrenberg in der Pfarrei Neustadt von armen Eltern geboren, diente er -auf dem Hofe Kurp[85] zu Erl, bis er sich soviel erspart hatte, daß -er nach Beendigung des siebenjährigen Krieges (1763) ein Bachem'sches -Landgütchen zu Ohlenberg in Pacht nehmen und sich verheiraten konnte, -obschon er trotz seines Fleißes noch oft mit der bittersten Not zu -kämpfen hatte. Später wohnte er abwechselnd in Erl und Ohlenberg, -und hier wie in Linz, wohin er mindestens allsonntäglich zur Kirche -kam, unterhielt er sich gern über den Lauf der Gestirne, über -Witterungskunde, Kapitel der Bibel und der 12 Sibyllen Weissagungen, -zugleich seine eigenen Visionen, die meist auf Beobachtungen von -Lufterscheinungen beruhten, zum besten gebend. Häufig sah man ihn -stundenlang wie tot auf dem Rücken liegen und gen Himmel starren. - -Bald gingen seine Prophezeiungen von Mund zu Mund, und als ihm der -Pastor Frömbgen einst verbot, den Leuten mit seinen »Lügen« noch -weiter die Köpfe zu verdrehen, citierte er aus der Bibel so viele -Beweisstellen für seine Voraussagungen, daß der Geistliche schließlich -von seiner Forderung Abstand nahm. Riefen ihm aber die Dorfkinder -spottend nach: »Jannes Pitter, lug[86] mer doch och wat vör!« dann -wurde er zornig und prophezeite ihnen häufig etwas, das sie sicher -nicht gerne hörten, z. B. einem gewissen Schmitz aus Noll, den mehr -als 50 Jahre später der Schlag auf der Landstraße rührte, daß er nicht -in seinem Bette sterben, einem Jungen aus dem Kirchspiel Windhagen, -daß er noch vor den Franzosen fliehen würde. Auch dem Arbeitsmann -Hubert Bungard aus Linzhausen entgegnete er auf die Aeußerung: -»No, wat säht[87] dä Lug-Jannes-Pitter hück ald[88] widder?« »Wat, -do wellß mich Lug-Pitter schänge? Schammß do dich nit, do älendet -Lästermuul? Aevver waht,[89] jetz wähden ich ens e paar Wöhdcher met -deer spreche: Do weehsch noch emol esu ne Bangebozz[90] wähde, dat -do deer vör lunter Angs ene Aehzekessel op dinge Pädskopp[91] sezze -weehsch!« Und wirklich, als im Jahre 1794 sich österreichische und -französische Truppen bei Linzhausen schlugen und das Dorf mit einem -Kugelregen überschüttet wurde, verfolgte Bungard den Verlauf des -Gefechts aus einem Speicherfenster, sein Haupt durch einen umgestülpten -Kochtopf sichernd. Dem Linzer Fuhrmann Pütz, der ihn stets gastlich -aufnahm, kündigte Jannes-Pitter einen großen Weintransport an, der -ihn monatelang bis zu einem Tage, den er später gleichfalls vorher -bestimmte, von Hause fern halten würde; ein andermal riet er ihm bei -herrlichem Wetter vergebens von einer Ausfahrt ab, da er die Sieg doch -nicht überschreiten und selbst leicht verunglücken könne, aber heftige -Wolkenbrüche überzeugten Pütz bald von der Berechtigung der Warnung. - -Derartiger Fälle ließen sich noch viele verzeichnen; um jedoch die -Geduld des Lesers auf keine allzu harte Probe zu stellen, will ich zu -denjenigen Vorhersagungen übergehen, die sich nicht auf die Geschicke -ihm ganz gleichgültiger Personen beschränken. »Ihr werdet es erleben,« -prophezeite er den Jungen in Bruchhausen bei einer der alljährlich von -Linz dorthin ziehenden Ostermontags-Prozessionen -- »daß ihr keinen -Kurfürsten mehr habt und bekommt ein protestantisches Oberhaupt. Das -Zeichen, an dem ihr die Wahrheit dieses erkennet, ist das: der letzte -Kurfürst ist mit dem österreichischen Kaiser nahe verwandt; er kömmt -den Rhein herab und mit einer Pracht, so ihr noch nicht gesehen habt. -Auch hat er statt der Domherren nur Damen bei sich.« Und bekanntlich -ist Maximilian Franz, ein Erzherzog von Oesterreich, 1801 als letzter -Kurfürst von Köln gestorben, und das durch den Luneviller Frieden -(1801) geteilte Erzstift 1815 wieder vereinigt und dem Königreich -Preußen zugeteilt, dem es verbleiben und einem langen Frieden verdanken -soll. Auch Jannes-Pitters Ankündigung aus den 1770er Jahren »Es kommt -die Zeit, wo die Klöster aufgehoben, die Herren vertrieben und alle -ihre Güter verkauft werden,« wegen deren Wiederholung ihm der letzte -Abt von Heisterbach und die letzte Aebtissin des adligen Damenstiftes -zu St. Katharina ihre Gunst entzogen, ist im Jahre 1803, und seine -Prophezeiung über den Verkauf des Linzer Kirchspiel-Waldes, die er 1783 -seinen Arbeitsgenossen auf der Eishardt auftischte, in den Jahren 1835 -bis 1837 zur Wahrheit geworden.[92] - -Gleich Spielbähn, mit dessen Prophezeiungen man noch weitere -Uebereinstimmung bemerken wird, sprach auch Jannes-Pitter schon von -Schiffen und Wagen »ohne Pferde«. Wenn diese mit grillenden Tönen -laufen werden, ein Gotteshaus zwischen Ohlenberg und Linz[93] errichtet -sein, und die Ahr ihre Mündung über der Kripp auf die Pfarrkirche -zu Linz (oder den Kaisersberg) zu[94] erhalten haben wird, dann -werden traurige Ereignisse eintreten. Wohl werden die Leute glauben, -im goldenen Zeitalter zu leben, aber hüten mögen sie sich, daß sie -nicht im Strudel zu Grunde gehen. Es wird Krieg geben, wenn keiner -es ahnt; man wird fürchten und bangen, und es wird wieder ruhig und -jeder sorglos sein. Wenn die Brücke zu Köln[95] fertig sein wird, wird -Kriegsvolk gleich darüber gehen. Man wird eine Straße von Linz nach -Asbach bauen durch den Erpeler Büsch (oder über die Rottbitz),[96] -aber sie wird nicht fertig werden: die Arbeiter gehen noch vom Wege -laufen. Kriegsvolk wird den Rhein besetzen, und alles Mannsvolk muß -mit, was nur eine Mistgabel tragen kann. Es wird ein Krieg sein, wie -vordem nicht erlebt worden, aber er wird recht lange dauern: die -zuletzt noch aufgefordert werden, kommen, wenn alles vorüber ist. -Es wird hart hergehen, besonders bei Koblenz. Von Leutesdorf (oder -Hammerstein) bis Unkel wird es noch leidlich sein, wiewohl es auch -hier hart hergeht.[97] Die Linzer werden viel, doch längst nicht am -meisten leiden, und viele alles verlassen und im Gebüsch wohnen; bei -Unkel (oder vom Honnefer Graben) und vom Siebengebirge an wird das Blut -in Strömen fließen. Es werden (1 oder) 3 gute Jahre vorhergehen, denen -3 Mißjahre voller Elend und Drangsale folgen.... Die Fremdlinge werden -nach hartem Widerstande geschlagen, Frankreich wird zerrissen und ein -Fürst so zurückgedrängt, daß er von einem dreibeinigen Stuhle seine -ganze Herrlichkeit überschauen kann.« Nach einer genauen Schilderung -der sich gegenüberstehenden Heere läßt der Seher schließlich die -östreichischen Waffen siegen und schließt: »Nach diesen Tagen wird -man eine Kuh an eine goldene Kette binden können, und wenn sich Leute -treffen, werden sie einander fragen: Freund, wo hast du dich erhalten?« -Dann soll auch alles ehemalige Klostergut den Klöstern zurückgegeben -werden. - -Jannes-Pitter verstand es, durch Miene und Ausdruck seine Zuhörer zu -fesseln, die seine große Einsicht in fast alle Lebensverhältnisse -bewunderten und ihm ihren Dank oft durch kleine Gaben bezeigten. Seine -Armut nämlich war so groß, daß er 1794 zu Ohlenberg in einem Stalle -starb und seine kinderlose Witwe von der dortigen Gemeinde bis zu -ihrem Tode unterhalten werden mußte. Der Ruf seiner Sehergabe aber -war -- vielleicht durch den k. k. General Alfter von Ockenfels -- bis -an den östreichischen Hof gedrungen, wohin ihn, wie er früher häufig -vorhergesagt, zwei Tage nach seinem Tode, als er auf dem Schauf -(Schaubett) lag, ein mit Schimmeln bespannter Galawagen bringen sollte. - -Mit großartigen Prophetengaben wurde auch Helena Wallraff[98] -ausgeschmückt, die 1755 in dem etwa 1/2 Stunde von Kirdorf entfernten -Dorfe Brüggen geboren und seit 1783 mit Wilhelm Horst ([dagger] -1809) verheiratet war. Ihr Seelsorger, der 1781 von Marienstatt nach -Kirdorf gesandte Pfarrer Heinen, wies die Ermahnungen, mit denen sie -auch ihn nicht verschonte, anfangs als unberufene Anmaßung zurück, -wandte aber, nachdem er sich von der Richtigkeit und Heiligkeit -ihres Wandels überzeugt und Helena ihm wiederholt seine innersten -Gedanken und verborgene Dinge offenbart, ihren Aeußerungen immer -größere Aufmerksamkeit zu und ließ sich endlich sogar bewegen, ihre -Offenbarungen schriftlich aufzunehmen. Fast täglich hat sie ihm mehrere -Stunden ununterbrochen, ohne Anstoß, ohne je ein Wort zurückzunehmen -oder zu verändern, ihre Schauungen in die Feder diktiert, die der -Pfarrer allmählich sorgfältig abschrieb. Zu dieser Zeit hielt Helena -große religiöse Umzüge, an denen sich alle Nachbarschaften beteiligten, -bis 1799 die französischen Polizeibehörden einschritten und die Seherin -nebst vielen Brudermeistern nach Köln ins Gefängnis schleppten. Dorthin -wurde am 14. Juni auch der Pfarrer Heinen zum Verhör gebracht, vom -Präsidenten Kley aber, dem Helena in einem Strahlenkranze erschienen -war, bald wieder entlassen, während die Seherin, wie sie ihren -Mitgefangenen vorhergesagt, der Müller Körfgen durch Erlegung der auf -900 Franken bemessenen Geldstrafe befreite. Die ihm zurückgegebenen -Offenbarungen legte der Pfarrer nach der Vorschrift des Trienter -Konzils dem damals in Ellingen weilenden Kurfürsten Maximilian Franz -zur Prüfung vor, der ihn das Ergebnis der über 8 Monate dauernden -Beratungen auf der Abtei Marienstatt abwarten und dann in seine Pfarrei -zurückkehren ließ. Infolge fremder Ratschläge, oder vielleicht auch aus -Menschenfurcht, weigerte sich nunmehr aber Heinen, die Niederschrift -der Offenbarungen fortzusetzen, und auch nicht er, sondern Helenas -Ehemann hat ihr »Büchlein des Trostes«[99] von April bis Weihnachten -1800 aufgezeichnet, das erst später dem Pfarrer übergeben und von -dessen Neffen veröffentlicht wurde. Die Prophetin war groß und hager, -gewöhnlich mit einem faltenreichen braunen Wollkleid bekleidet, -keineswegs eine »frömmelnde Quiesel«, sondern heiter und umgänglich, -stets sauber und fleißig, besorgt um ihren Mann und ihre vier Töchter -und trotz nur geringen Vermögens auf fremde Hülfe nie angewiesen. Sie -durchschaute angeblich der Menschen Herzen, ihre Vergangenheit und -Zukunft, und hat den Untergang vieler ansehnlichen Familien in der -Gemeinde vorhergesagt; sie wollte belehren und mahnen, wie die alten -Propheten das dem Abgrund zutaumelnde Geschlecht mit Gottes Macht -zurückrufen. Der Grundgedanke des umfangreichen Diktats, das jetzt -im Wiener Archiv ruhen soll, ist die Herstellung des verschwundenen -christlichen Glaubens, die Wiedererweckung aufopfernder christlicher -Liebe und dadurch eine nachhaltige Aushülfe der Armen und Gedrückten. -Helena fordert auf zur Demut, Einfachheit der Sitten und Genügsamkeit, -da sonst blutige Verwicklungen drohten; vor hundert Jahren sagte sie -die Flucht des Papstes und den Verlust seiner weltlichen Herrschaft -voraus, und ließ ihn seinen Sitz noch in Köln nehmen. Sie prophezeite -Verwirrung, blutige Zerrüttung und drohenden Umsturz des Bestehenden: -Oestreich würde schwer heimgesucht, Polen wieder hergestellt, -Frankreich in viele Teile zerrissen, der Türke in das Völkerdrama -gerufen und in den Bund der christlichen Völker aufgenommen, bei oder -in Köln der Weltfriede geschlossen werden; es sollen die stehenden -Heere, Titel und Vorrechte abgeschafft, die Klöster nach weise -beschränkenden Regeln wieder errichtet, die Schulen von Geistlichen -gehalten und die Fabrikanlagen auf das richtige Maß zurückgeführt -werden. So sprach die des Lesens und Schreibens unkundige Bauernfrau -über Länder und Reiche, Herrscher und Völker, Staat und Kirche. Nachdem -sie am 14. September 1801 gottergeben verschieden war, wurde, wie sie -befohlen, noch eine Schrift, in Pergament gehüllt, ihr aufs Herz gelegt -und mit ihr auf dem stillen Friedhofe der geweihten Erde anvertraut. -Ihre Verehrer, überzeugt von ihrem heilig vollbrachten Leben, haben nie -unterlassen, an ihrem Grabe ihre Fürbitte anzurufen, und viele dort -gesammelte Steinchen noch ein halbes Jahrhundert später zur frommen -Erinnerung bei sich getragen. - -Sehr bald in Vergessenheit hingegen geriet die Hellseherin Anna Maria -Rübel.[100] Diese, 1799 als Tochter eines Webers in Altenhaus-Kothen -bei Velbert geboren, wurde am 24. Januar 1818 in Elberfeld, wohin sie -in einem Anfall gelaufen war, auf der Straße gefunden, anscheinend mit -Epilepsie befallen; von der Polizeibehörde einem Wundarzt übergeben, -wurde sie soweit kuriert, daß sie nach Langenberg gebracht werden -konnte, wo sie im Hause des Polizeidieners Ricker untergebracht -und von Zutrauen verdienenden Männern genau beobachtet wurde. Von -ihren meist recht belanglosen Offenbarungen -- sie verrät z. B., in -welcher Ecke ein alter Mann sein Pfeifchen raucht und ein Arzt Rezepte -schreibt -- sind einige als verfehlt, andere freilich als zutreffend -befunden worden; da die Rübel aber einigemal bei dem Versuch, ihre -Beobachter zu täuschen, betroffen ist, wird man selbst in den Fällen, -wo ein Betrug nicht zu entdecken war, ihre Wunderkraft mit Recht in -Zweifel ziehen. - -Leute, die, statt durch harte Arbeit ein vielleicht nur kümmerliches -Dasein zu fristen, lieber die Dummheit und Leichtgläubigkeit ihrer -Mitmenschen zu mühelosem und reichlichem Gelderwerb benutzten, hat -es stets und überall in großer Menge gegeben, und leicht ließen -sich solcher verschmitzten Betrüger auch in den Rheinlanden von der -Klever Geisterseherin Helena Verführt (1682)[101] bis hinauf zu dem -Kölner Schatzheber und Wahrsager Jakob Küpper (1816 bis 1850)[102] -aus Zeitungen und Untersuchungsakten recht viele nachweisen. Außerdem -sind von politischen und religiösen Parteien schon wiederholt -Prophezeiungen zu ihren Gunsten erfunden oder verfälscht worden, und -endlich auch unbeabsichtigte Abänderungen (Zusätze, Weglassungen und -Anpassungen) bei lebhaftem Umlauf nicht einmal in friedlichen Zeiten zu -vermeiden. Schon deshalb fordert die Vernunft, alle Offenbarungen zu -verwerfen, solange man nicht die echten von den unechten, die wahren -von den falschen zu scheiden vermag; das Volk aber wird sich bei des -Menschengeistes unvertilgbarem Drange, den Schleier der Zukunft zu -lüften, den Glauben an seine Seher und Propheten niemals nehmen lassen -und ihre Enthüllungen zumal dann immer von neuem wieder hervorholen, -wenn irgend ein Ereignis deren Richtigkeit zu bestätigen scheint. - -[Illustration: Dekoration] - - - - -Orts- und Personen-Register. - - - Aachen 34. - - Ahr 47. - - Alfter 49. - - Altenkirchen 48. - - Andernach 7. - - Anna v. England 32. - - Asbach 48. - - - Bachem 44. - - Barmen 18. - - Baschkiren 21. - - Bender 24-32. - - Benrodt 41. - - Berg 6. 35. 39. 40. 41. 42. 43 f. - - Bergerbusch 20. - - Bey, M. 37. - - Bingen 24. - - Birlinghoven 37. - - Böckum 7. - - Böhmen 29. - - Bonn 15 f. 24. 41. - - Braunschweig-Wolfenbüttel, L. E. v. 32. - - Breuning, v. 16. - - Bruchhausen 46. - - Brüggen 50. - - Büchel 7. - - Büderich 20. - - Bungard, H. 45 f. - - - Cäsarius v. Heisterbach 4. - - Clemens August _I._ v. Köln 13-14. - - Clemens August _II._ v. Köln s. Droste. - - Clemens Wenceslaus v. Trier 13. - - Cler, de 16. - - - Damaskus 33. - - Deutschland 21. 22. 39 f. - - Deutz 41. - - Dönberg 6. - - Droste-Vischering, C. A. 37. - - Düsseldorf 20 f. 42. - - - Ehrenberg 44. - - Ehrenbreitstein 13. - - Eishardt 47. - - Elberfeld 53. - - Elbertz, E. 22 f. - - Ellingen 51. - - England 32. 33. 34. - - Erl 44. - - Erpel 48. - - Eschen 7. - - Eschmar 34. 35. 42. - - - Frankreich 22. 29. 34. 39. 46. 49. 50. 52. - - Friedrich d. Gr. 28-32. - - Frömbgen 45. - - Führt 14. - - Fürth 38. - - - Geistingen 36. - - Gerhard 10 f. - - German, K. 9. - - Grevenbroich 20. - - Großenbaum 7. - - Gummersbach 18. - - Gustorf 20. - - - Hahnerhof 20. - - Hammerstein 48. - - Hangelar 38. - - Haupts 36. - - Heidelberg 34. - - Heinen 50. - - Heisterbach 4. 35. 38. 39. 40. 47. - - Helena, St. 34. - - Herbeck 7. - - Herkenrath 7. - - Hochkirch 12. - - Hoff 17. - - Hoffin 24-32. - - Hoheneichen 20. - - Holzhauser, B. 24. - - Honnef 37. 42. 49. - - Horrweiler 24 f. - - Horst, W. 50 f. - - Huart, J. 9. - - Hundel 47. - - - Jannes-Pitter s. Knopp. - - Jasper 22. - - Immigrath 17. - - Judden, H. v. 22. - - - Kälber-Gerhard 10 f. - - Kaisersberg 47. - - Kaufbeuren 13. - - Kirdorf 50. - - Kleve 54. - - Kley 50. - - Knopp, J. P. 22. 34. 44 bis 49. - - Koblenz 13. 16. 21. 38. 48. - - Köln 8 f. 12. 13. 19. 22 f. 33. 38. 39. 40. 41. 42. 43. 47. 48. 50. 52. - - Königsberg 34. - - Körfgen 51. - - Körper s. Knopp. - - Kollin 31. - - Konstantinopel 33. - - Kreuznach 24 f. - - Kripp 47. - - Küpper, J. 54. - - Kürten 7. - - Kurp 44. - - - Landau 32. - - Langenberg 53. - - Laubheim 24. - - Leutesdorf 48. - - Linz 44. 46. 47. 48. - - Linzhausen 45 f. - - Lobositz 28. - - London 38. - - Ludwig _XVI._ 32. - - Ludwig Ernst v. Braunschweig-W. 32. - - Lügen-Bähn s. Rembold. - - Luneville 47. - - - Mainz 29 f. 32. 38. - - Mannheim 29. - - Maria Crescentia 13. - - Maria Theresia v. Oestreich 28-32. - - Marienstatt 50. 51. - - Maximilian Franz v. Köln 47. 51. - - Maximilian Friedrich v. Köln 16. - - Maximilian Heinrich v. Köln 9. - - Meiderich 12. - - Melaten 43. - - Meschede 12. - - Mettmann 7. 17. - - Mieg 31. - - Miel 41. - - Mondorf 38. - - Mosel 21. - - Mülheim 19. - - Müllekoven 40 f. - - Müller, J. A. 34. - - - Napoleon _I._ 34. 37. - - Nassau 7. - - Neuß 14. - - Niederlande 32. - - Niederrhein 5. 11. - - Noll 45. - - Nordrath 7. - - Nümbrecht 12. - - Nürnberg 38. - - - Oberpleis 35. - - Ockenfels 49. - - Oelberg 39. - - Oestreich 28-32. 46. 47. 49. 52. - - Ohlenberg 44. 47. 49. - - Opladen 11. - - Oranien, Prinz v. 32. - - - Pfalz 29. - - Pirre, J. 24. - - Pius _VII._ 37. - - Pohl, H. 23. - - Prag 30, 31. - - Preußen 28-32. 47. - - Pütz 46. - - - Raderthal 23. - - Radevormwald 15. - - Reisdorf 20. - - Rembold, J. B. 22. 34-44. - - Remlingrade 18. - - Rettig 25. - - Reul, B. 9. - - Rhein 6. 21. 22. 38. 39. 46. 48. - - Richrath 17. - - Ricker 53. - - Rodenkirchen 41. - - Rom 24. 33. 35. 48. - - Rottbitz 48. - - Rübel, A. M. 53. - - Rußland 38. - - - Salzburg 22. - - Schlinkert, P. 12-14. - - Schmitz 45. - - Schnegell, C. 7-9. - - Schnell 40 f. - - Schnitzler 43. - - Schwaben 13. 24. - - Sibyllen 45. - - Siebengebirge 39. 49. - - Sieg 37. 39. 46. - - Siegburg 12. 34. 35. 37. 38. 39. 40. 42. - - Sieglar 36. 38. 43. - - Siegthal 11. - - Sinzig 47. - - Spich 43. - - Spielbahn s. Rembold. - - Straßburg 32. - - Sülz 7. - - Sulzbach, Prinz v. 30. - - - Thomas v. Aquin 9. - - Trient 51. - - Trier 13. - - Troisdorf 37. - - Türkei 21. 34. 38. 41. 52. - - - Unkel 48 f. - - - Velbert 53. - - Verführt, H. 54. - - Vetweis, B. 9. - - Vollmerhausen 18. - - - Wallraff, H. 50-53. - - Ward 25. - - Werl 20. - - Westfalen 5. 12. 29. - - Wien 52. - - Wiesbaden 28. 31. - - Wilhelm V. v. Oranien 32. - - Windhagen 45. - - Wönkhausen 17. - - Wülfrath 7. - - Wupperthal 18. - -[Illustration: Dekoration] - - - Westfälische Vereinsdruckerei - vormals Coppenrath'sche Buchdruckerei, Münster i. W. - - - - - In unterzeichnetem Verlage sind von demselben - Verfasser Professor #Dr. Paul Bahlmann# - erschienen: - - - Westfälischer Sagenkranz. - - Brosch. Mk. 2,50. Gebunden Mk. 3,50. - - - [Illustration: Dekoration] - - - Westfälische »Spökenkieker« - und ihre Vorgeschichten. - - Eine Sammlung älterer Prophezeihungen - aus und über Westfalen. - - Eleg. brosch. Mk. 0,50. - - - [Illustration: Dekoration] - - - Aus Münsters Vergangenheit. - Eine kurze Stadtgeschichte. - - Mit einem chronologischen Verzeichnis - der bemerkenswertesten älteren - Bauten. - - Elegant brosch. Mark 0,60. - - - [Illustration: Dekoration] - - - H. Mitsdörffers Buchhandlung #Hans Ertl#, - #Münster in Westfalen#. - - - Ferner ist in unterzeichnetem Verlage erschienen: - - - #Gedichte# von #Emmie H. Beckhaus#. - - Elegant brosch. Mk. 2,50. Gebunden Mk. 3,60. - - - [Illustration: Dekoration] - - - _»Wu't mankst gaiht!«_ - - von #H. zu Knyphausen#. - Kleine Erzählungen in münsterländischer Mundart. - - Elegant brosch. Mark 1,--. - - - [Illustration: Dekoration] - - - Abriß der Logik und Erkenntnislehre - von Professor _Dr. Kappes_. - - Brosch. Mark 1,--. - - - [Illustration: Dekoration] - - - Abriß der Psychologie - von Professor _Dr. Kappes_. - - Brosch. Mark 1,50. - - - [Illustration: Dekoration] - - - Abriß der Metaphysik - von Professor _Dr. Kappes_. - - Brosch. Mark 1,50. - - - [Illustration: Dekoration] - - - H. Mitsdörffers Buchhandlung #Hans Ertl#, - #Münster in Westfalen#. - - - - -Fußnoten: - - -[1] F. E. v. Mering und L. Reischert, Historische Nachrichten über -Teufelsbanner, Wahrsager etc., Köln 1843, S. _IV._ f. - -[2] Zahlreiche Gesichte und Vorhersagungen aus den Rheinlanden im 12. -und 13. Jahrh. hat der Mönch und spätere Prior Cäsarius von Heisterbach -(ca. 1180-1240) gesammelt. Vgl. die von A. Kaufmann in deutscher -Uebersetzung veröffentlichte Auswahl: Annalen des histor. Vereins für -den Niederrhein, Heft 47 und 53, Köln 1888/91. - -[3] Hierüber vgl. hauptsächlich: M. Perty, Die mystischen Erscheinungen -der menschlichen Natur, 2. verb. Aufl., Leipzig und Heidelberg 1872, -Bd. _II_, S. 276-303; K. du Prel, Das zweite Gesicht (= Deutsche -Bücherei _XIX_), Breslau 1882; J. M. Schlenter, Das zweite Gesicht, -Leipzig 1893. - -[4] (J. Kerner), Blätter aus Prevorst, 9. Sammlung, Stuttgart 1837, S. -175. - -[5] Archiv für den tierischen Magnetismus, Bd. _X_ St. 2, Leipzig 1822, -S. 164. - -[6] Die starke Abnahme des zweiten Gesichts in neuerer Zeit führt -du Prel (_l. c._ S. 20) darauf zurück, daß mit der Kultur und dem -zunehmenden Verkehr das nur in der Abgeschiedenheit gedeihende -Gefühlsleben immer mehr zurücktritt und das reflektierende Leben -überwiegt. - -[7] O. Schell, Bergische Sagen, Elberfeld 1897. - -[8] _ibid._ S. 34 _nr._ 36. - -[9] _ibid._ S. 43 _nr._ 61. - -[10] _ibid._ S. 341 _nr._ 38. - -[11] _ibid._ S. 73 _nr._ 1. - -[12] _ibid._ S. 80 _nr._ 16. - -[13] _ibid._ S. 102 _nr._ 43. - -[14] _ibid._ S. 304 _nr._ 25. - -[15] Dr. Terwelp im Niederrheinischen Geschichtsfreund, Jahrg. 5, -Kempen 1883, S. 189 f. -- Ueber ganz ähnliche Gesichte in Nassau s. -Chr. v. Stramberg, Coblenz, Bd. 3, Coblenz 1854, S. 756. - -[16] Vgl. Archiv für d. tier. Magnetismus X^2, S. 164-167; _ibid._ S. -167-169 erzählt derselbe Einsender einen merkwürdigen Traum seiner -Schwester, der sich noch im selben Jahre (1804) in allen Einzelheiten -verwirklichte. - -[17] Vgl. W. v. Waldbrühl (d. i. Fl. v. Zuccalmaglio), Die Wesen der -niederrheinischen Sagen, Elberfeld 1857, S. 36; Schell _l. c._, S. 244 -_nr._ 229. - -[18] Vgl. J. B. Dornbusch in d. Annalen des histor. Vereins für d. -Niederrhein, Heft 30, Köln 1876, S. 147; Schell _l. c._, S. 458 _nr._ -64. -- Nach Dornbusch (_l. c._ S. 149) glaubt man noch jetzt in und um -Siegburg: »Pferde und Hunde können die Geister sehen. In der Nähe der -Häuser, wo bald eine Leiche sein wird, heulen die Hunde mit klagendem -Tone. Manche Pferde scheuen vor der Thür der Häuser, in denen bald -jemand stirbt, und können dort bisweilen nicht von der Stelle gebracht -werden; der Geist steht nämlich mitten auf dem Wege und macht sie -scheu. Auch die Elster und die Eule verkünden durch ihr Geschrei in -nächster Nähe der Wohnungen einen baldigen Todesfall.« Ueber ein -geistersichtiges Pferd im Kirchspiel Nümbrecht s. Schell _l. c._, S. -403 _nr._ 13. - -[19] Vgl. K. Dirksen, Volkstümliches aus Meiderich, Bonn 1895, S. 44. - -[20] P. Bahlmann, Westfälische »Spökenkieker« und ihre Vorgeschichten, -Münster 1897, S. 8-10 und 27-29. - -[21] Auf einer Reise durch Schwaben besuchte Clemens August in -Kaufbeuren die im Rufe der Heiligkeit stehende und mit der Gabe -der Weissagung bevorzugte Franziskanerschwester Maria Crescentia -(1682-1744) und bat diese in guter Laune, ihm etwas aus seinem -künftigen Leben zu offenbaren. Die fromme Klosterfrau nahm anfänglich -Abstand, seinem Begehren zu willfahren, gab aber endlich seinen -wiederholten dringenden Bitten Gehör und weissagte dem Fürsten, daß -er zwar viele Schlösser erbaut, aber doch in keinem derselben sterben -werde. (F. E. v. Mering, Geschichte der vier letzten Kurfürsten von -Köln, Köln 1842, S. 73 f.) Und wirklich starb Clemens August 1761 auf -der kurtrierischen Feste Ehrenbreitstein, deren Spukgeschichten (s. Fr. -Bülau, Geheime Geschichten etc., Bd. _I_, Leipzig 1850, S. 449-464) -eine Hauptveranlassung gegeben haben, daß der letzte Kurfürst von -Trier, Clemens Wenceslaus ([dagger] 1812), seine Residenz nach Koblenz -verlegte. Dem Tode Clemens Augusts gingen angeblich verschiedene -Vorzeichen voraus: Auf einer Redoute, kurz vor seiner Abreise, wurde -er überall von einer Totenmaske verfolgt, die, als man sich ihrer -bemächtigen wollte, spurlos verschwunden war; die Gewichte der Hofuhr -fielen herunter und die Pferde vor dem Reisewagen scheuten und wollten -nicht weiter (F. E. v. Mering, Geschichte der Burgen etc., Heft 6, -Köln 1842, S. 75). In der Nacht vorher wurde in Koblenz ein großes -Getöse vernommen und im Thal ein prächtiger Leichenzug gesehen (Chr. v. -Stramberg, Ehrenbreitstein, Coblenz 1845, S. 3 f.). - -[22] Ueber die Jagdleidenschaft des Kurfürsten Clemens August s. Bonner -Jahrbücher, Heft 99, Bonn 1896, S. 169 f. - -[23] v. Waldbrühl _l. c._, S. 36. - -[24] Schell _l. c._, S. 160 _nr._ 52. - -[25] Vgl. (J. Kerner), Blätter aus Prevorst, 12. Sammlung, Stuttgart -1839, S. 115-117, v. Stramberg l. c., Bd. 4, 1856, S. 115-118; G. v. -Breuning, Aus dem Schwarzspanierhause, Wien 1874, S. 3-5; W. Hesse, Der -große Brand des kurf. Schlosses zu Bonn am 15. Jan. 1777, 2. Aufl., -Bonn 1882, S. 14-19. - -[26] Der Flügel des Residenzschlosses, welcher die Privatgemächer des -Kurfürsten enthielt. - -[27] A. v. Droste-Hülshoff, Bilder aus Westfalen (1840), _III_. - -[28] Vgl. Schell _l. c._, S. 99 _nr._ 39. - -[29] _ibid._ S. 474 _nr._ 24. - -[30] _ibid._ S. 475 _nr._ 27. - -[31] _ibid._ S. 159 _nr._ 48. - -[32] _ibid._ S. 425 _nr._ 11. - -[33] Vgl. v. Waldbrühl _l. c._, S. 36. - -[34] Vgl. Schell _l. c._, S. 169 _nr._ 73. - -[35] _ibid._ S. 378 _nr._ 17. - -[36] Th. Beykirch, Prophetenstimmen mit Erklärungen, 3. verm. und verb. -Aufl., Paderborn 1849, S. 110; unten S. 42. - -[37] J. V. Kutscheit, Sechs bisher unbekannte höchst merkwürdige -Prophezeiungen etc., 2. Aufl., Bonn 1848, S. 14. - -[38] Beykirch _l. c._, S. 110. - -[39] Vgl. K. B. A. Warnefried, Seherblicke in die Zukunft, Regensburg -1861, Abt. II., S. 63 f. - -[40] Vgl. F. Zurbonsen, Die Sage von der Völkerschlacht der Zukunft »am -Birkenbaum«, Köln 1897. - -[41] Beykirch _l. c._, S. 91 f. - -[42] Kutscheit _l. c._, S. 14; Beykirch _l. c._, S. 111. - -[43] s. unten S. 48. - -[44] s. unten S. 48. - -[45] s. unten S. 39 f. - -[46] Bahlmann _l. c._, S. 23. - -[47] _ibid._ S. 30. - -[48] Auch bei Salzburg ist folgende Prophezeiung verbreitet: »Die -Franzosen werden nochmals nach Deutschland kommen, aber zu Köln am -Rhein eine gänzliche Niederlage erleiden, worauf Frankreich in 7 Teile -zerstückelt wird« (Zeitschrift für deutsche Mythologie und Sittenkunde, -Bd. 4, Göttingen 1859, S. 202). - -[49] Kutscheit _l. c._, S. 12 f.; Beykirch _l. c._, S. 110. - -[50] Kutscheit _l. c._, S. 13 f. - -[51] Beykirch _l. c._, S. 110. - -[52] Vgl.: Denkw. u. nützl. Rheinischer Antiquarius, Abt. II. Bd. 20, -Coblenz 1871, S. 209 f. - -[53] Der durch seine Prophezeiungen bekannte Bartholomäus Holzhauser -war 1658 als Pfarrer in Bingen gestorben. - -[54] Einzelne Manuskripte sollen Romae haben. - -[55] Auf deutsch: »Ich setze 1600 und 9 × 12; füge hinzu 4 × 10, dann -kommt der Tag, an welchem zu Bonn die Genossen Jesu und die Brüder -des seligen Franziskus die Palmen (den Sieg) und die Marterkrone -davontragen werden.« - -[56] Nach einer gleichzeitigen Abschrift in einem kürzlich von mir -erworbenen Manuskripte, worin noch weiteres Material gesammelt ist; -vergl.: Allgemeines Repertorium für empirische Psychologie etc., Bd. 1, -Nürnberg 1792, S. 90-97. - -[57] Dort gebrauchte sie die Bäder. - -[58] 1. Okt. 1756. - -[59] Von 1720-1777 die Residenz des Kurfürsten von der Pfalz. - -[60] 18. Juni 1757. - -[61] Nach einer Bemerkung meines Manuskriptes hat der Kirchenrat die -Aussage der Frau später bestätigt. - -[62] Wilhelm V. (geb. 1748), ein Sohn Wilhelms IV. ([dagger] 1751) -und Annas v. England ([dagger] 1759), trat 1766 die Regierung als -Statthalter der Niederlande an, mußte 1795 nach England flüchten und -starb 1806. - -[63] Statthalterin von 1751-59 unter Assistenz des Prinzen Ludwig Ernst -v. Braunschweig-Wolfenbüttel; beide neigten sich im 7jähr. Kriege offen -auf die Seite der Engländer, die Friedrich den Großen unterstützten. - -[64] Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen, Heft 18, Essen -1898, S. 149 f. - -[65] Geschichte, Erscheinungen und Prophezeiungen des Joh. Adam Müller -etc., Frankfurt a. M. 1816; J. C. Hoffbauer, J. A. Müller, der Prophet, -Halle 1817; E. Haltaus, Des badischen Bauern J. A. Müller merkwürdige -Prophezeiungen etc., Stuttgart 1871. - -[66] Hermann, Jahrg. 1818, S. 772. - -[67] Ueber ihn vergl.: W. Schrattenholz, Spielbähn der Prophet, 7. -verm. Aufl., Bonn 1849; J. Burg. Höchst merkwürdige Prophezeiungen des -alten Bernhard etc., Bonn 1848. - -[68] Bähn = Bernard. - -[69] Alljährliche Versammlung der Bauern zur Beratung der -Gemeinde-Angelegenheiten, entsprechend dem Herrengeding in den Städten. - -[70] Aus dem Volksmunde mitgeteilt von Schell _l. c._, S. 552 nr. 26. - -[71] z. B. der Straßen zwischen Bonn und Hangelar, zwischen Sieglar und -Mondorf etc. - -[72] Angekündigt als Wagen, »so da durch alle Welt laufen, ohne von -lebendigen Geschöpfen gezogen zu werden, also daß man die Wegsstrecken -nach der Vögel Flug ausrechnet« und als schwere Schiffe, die »den -Rhein hinanlaufen ohne Pferd und Wind«. -- Das erste Dampfschiff kam -1817 bei hohem Wasserstande von London nach Koblenz; der regelmäßige -Dampferverkehr zwischen Mainz und Köln ist 1827, die erste deutsche -Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth 1835 eröffnet, die Köln-Mindener -Bahn 1844-47 erbaut. - -[73] s. oben, S. 20 ff. - -[74] Schrattenholz _l. c._, S. 25-27, Beykirch _l. c._, S. 102-104; -Jaspers sämtliche Prophezeiungen. Dortmund 1866, S. 20 f. - -[75] Rußland oder Türkei? - -[76] Höchste Kuppel des Siebengebirges. - -[77] W. Schrattenholz, Neues Prophetienbüchlein über den deutschen -Kaiser etc., Bonn 1848, S. 8. - -[78] Ein an der Sieg unweit Müllekoven gelegener Wald. - -[79] Etwa der Dom? Von diesem behauptete eine im bergischen Volke -sehr verbreitete uralte Weissagung unbekannten Ursprungs, daß er nie -vollendet werden würde. - -[80] Schrattenholz, Neues Prophetienbüchlein etc., S. 7. - -[81] Meile, eine so genannte Strecke auf der Bonner Landstraße, -oberhalb Köln. - -[82] Beykirch _l. c._, S. 111. - -[83] Beykirch _l. c._, S. 38 f. - -[84] Vgl.: C. A. Krumscheid, Prophezeiungen auf d. J. 1860 etc. I: Des -J. P. Knopp.... Geschicke und Geschichte. Linz a. Rh. 1859. - -[85] Daher der Name »Körper«. - -[86] lüge. - -[87] sagt. - -[88] heute schon. - -[89] warte. - -[90] Hasenfuß, Feigling. - -[91] Erbsenkessel auf deinen Pferdekopf. - -[92] Knopps Prophezeiung über die Aufhebung des Minoriten-Konvents zu -Sinzig s. Krumscheid _l. c._, _II_, 17. - -[93] Die Kirche im Hundel ist 1847 erbaut. - -[94] Die Ahr hat die künstliche Richtung 1854 erhalten. - -[95] Die feste Rheinbrücke bei Köln ist 1855 in Angriff genommen und am -3. Oktober 1859 dem Verkehre übergeben. - -[96] Die Prophezeiung über die Kölner Brücke und den Linz-Asbacher Weg -brachte bereits das Altenkirchener Intelligenzblatt v. 5. März 1848 -(Nr. 19), obschon damals beide Projekte noch schlummerten. Gleichzeitig -mit der Anlegung des neuen Weges sollte in Rom eine Empörung -ausbrechen, durch welche die vornehmsten Mächte in Uneinigkeit gerieten. - -[97] Vgl. auch Krumscheid _l. c._ _III_, 10 f.; _V_, 18; _VIII_, 20. - -[98] Beykirch _l. c._, S. 75-78; E. J. Heinen, Helena Wallraff von -Brüggen, die merkwürdigste Seherin am Rhein, Euskirchen 1849, Magikon, -Bd. _IV_, Stuttgart 1850, S. 373-381. - -[99] Büchlein des Trostes der Helena Wallraff von Brüggen.... aus der -Nachlassenschaft seines ehrwürdigen Oheims hrsg. von Pfarrer Heinen, -Euskirchen 1850. - -[100] Vgl. A. Köttgen, Maria Rübel, die Hellseherin in Langenberg. -Mit Anmerkungen hrsg. von Dr. D. G. Kiefer (-- Archiv für den tier. -Magnetismus, Bd. 4, Stück 3), Halle 1819; Hermann, Jahrg. 1818, S. -443-446, 454-456, 488, 496, 507-510, 523-525, 527-533, 633 f., 673-675, -778-780, 815 u. 832-836; J. E. A. Stiegler, Drei Visionairinnen, -Kreuznach 1837, S. 43-57. - -[101] Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 32, Elberfeld -1896, S. 117-122. - -[102] C. Jacobi, Der Leinweber Jacobus Küpper als Wahrsager, -Armseelenerlöser etc., Köln 1850. - - - - -Anmerkungen zur Transkription: - - -Das Original ist in Fraktur gesetzt. - -Im Original in _Antiqua_ gesetzter Text wurde mit _ markiert. - -Im Original ~gesperrt~ gesetzter Text wurde mit ~ markiert. - -Im Original #fett# gesetzter Text wurde mit # markiert. - -Doppelte Anführungsstriche wurden durch » (unten) und « (oben) ersetzt. - -Kreuze um den Todeszeitpunkt anzuzeigen werden durch [dagger] ersetzt. - -Brüche werden folgendermaßen dargestellt: 1 Viertel = 1/4, 1 Achtel = -1/8 u. s. w., die volle Zahl wird durch - vom Bruch separiert, d. h. -eineinhalb = 1-1/2. - -Exponenten werden folgendermassen dargestellt: x² wird zu x^2. - -Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; -lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. - - -Einige Ausdrücke wurden in beiden Schreibweisen übernommen: - - Coblenz (Fußnoten 15, 21 und 52) und Koblenz (Seiten 16, 21, 22, 48, - Index, Fußnoten 21 und 32) - - Oesterreich (Seiten 28 und 47) und Oestreich (Seite 52 und Index) - - Spiel-Bähn (Seite 35) und Spielbähn (Seiten 35, 37, 40, 41, 42, 44 und - 47, Fußnote 67) - - -Folgende offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert: - - geändert wurde "nach Königsberg (1807/08 bekannt" - in "nach Königsberg (1807/08) bekannt" - (Seite 34) - - geändert wurde "Bender 24-32." - in "Bender 24-30." - (Index) - - geändert wurde "Clemens August _I._ v. 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Dirksen, Volkstümliches" - (Fußnote 19) - - geändert wurde "Beykirch _l c._, S. 91 f." - in "Beykirch _l. c._, S. 91 f." - (Fußnote 41) - - geändert wurde "zerstückelt wird (Zeitschrift für" - in "zerstückelt wird« (Zeitschrift für" - (Fußnote 48) - - - - - -End of Project Gutenberg's Rheinische Seher und Propheten, by Paul Bahlmann - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK RHEINISCHE SEHER UND PROPHETEN *** - -***** This file should be named 54821-8.txt or 54821-8.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/4/8/2/54821/ - -Produced by Iris Schröder-Gehring, Peter Becker and the -Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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You may copy it, give it away or re-use it under the terms of -the Project Gutenberg License included with this eBook or online at -www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Rheinische Seher und Propheten - Ein Beitrag zur Kulturgeschichte - -Author: Paul Bahlmann - -Release Date: May 31, 2017 [EBook #54821] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK RHEINISCHE SEHER UND PROPHETEN *** - - - - -Produced by Iris Schröder-Gehring, Peter Becker and the -Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - - - - - -</pre> - - -<div class="figcenter1"> -<a id="img001" name="img001"></a> -<img src="images/img001.jpg" width="391" height="600" alt="cover" title=""/> -</div> - - - - -<h1 class="lihei1 marbot2"><span class="pagenum1"><a id="page1"></a>Seite 1</span> <span class="ftsize85">Rheinische</span><br/> - Seher und Propheten.</h1> - - -<div class="center martop2 lihei1 marbot2"> - <p>Ein Beitrag zur Kulturgeschichte<br/> - <span class="ftsize65">von</span><br/> - <span class="antiqua"><b>Dr. P. Bahlmann.</b></span></p> -</div> - -<div class="figcenter1 martop4 marbot2"> -<a id="img002" name="img002"></a> -<img src="images/img002.jpg" width="150" height="17" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - -<div class="center"> - <p class="wspace1 martop2">Verlag von H. Mitsdörffer <b>Hans Ertl</b>.<br/> - <span class="antiqua"><b>Münster-Westf.</b></span></p> -</div> - - - - -<div class="figcenter1"> -<span class="pagenum"><a id="page3"></a>Seite 3</span> -<a id="img003" name="img003"></a> -<img src="images/img003.jpg" width="500" height="163" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - - -<div class="floatleft"> -<a id="img004" name="img004"></a> -<img src="images/img004.jpg" width="44" height="60" alt="dropcap" title=""/> -</div> -<p class="dropc">as Interessanteste und Wichtigste, – sagen v. Mering und -Reischert<a name="FNanchor_A_1" id="FNanchor_A_1"></a><a href="#Footnote_A_1" class="fnanchor">[1]</a> – was sich dem Menschen in diesem Erdenleben darbietet, -ist in allen Beziehungen der Mensch selbst. Wenn er uns im -Alltagsgewande schon Stoff genug zu den mannigfaltigsten Bemerkungen -und Betrachtungen giebt, um wie anziehender muß er uns alsdann nicht -da erscheinen, wo er in das Gebiet des Außerordentlichen oder des -Wunderbaren übertritt und gleichsam eine höhere Natur annimmt. In -solchen Verhältnissen schreitet er als ein zu einem höheren Berufe -geadeltes, fremdartiges, unbegreifliches Wesen an uns vorüber, und wir -können kaum der Versuchung widerstehen, den Veranlassungen solcher -außerordentlichen Erscheinungen nachzuspüren, wiewohl die Ergebnisse -unsere Mühe nicht immer belohnen und die scheinbar<span class="pagenum"><a id="page4"></a>Seite 4</span> höheren -Gebilde, mit der Lampe der Vernunft betrachtet, in der Regel sich -wieder auf das Gewöhnliche reduzieren.</p> - -<p>In eine vernichtende Kritik aber wollen wir diesmal nicht eintreten, -sondern uns lediglich darauf beschränken, alle noch erreichbaren -Nachrichten über die bemerkenswertesten Seher des Rheinlandes und ihre -Prophezeiungen<a name="FNanchor_A_2" id="FNanchor_A_2"></a><a href="#Footnote_A_2" class="fnanchor">[2]</a> endlich einmal zusammen zu fassen. Wir unterziehen -uns dieser Aufgabe, nicht etwa um alten Aberglauben neu beleben zu -helfen, sondern weil die „Sagen der Zukunft“, wie man die Weissagungen -nicht mit Unrecht genannt, wegen des Einblicks, den sie vielfach in -die Eigenart der Bevölkerung, ihr Sehnen und Wünschen, ihr Hoffen und -Fürchten gewähren, für den Kulturhistoriker von derselben Bedeutung -sind, wie alle anderen Volksüberlieferungen, und glauben eine -freundliche Aufnahme unserer Zusammenstellung auch deshalb erhoffen -zu dürfen, weil das spöttische Achselzucken und überlegene Lächeln, -womit trotz der noch äußerst mangelhaften Kenntnis der rätselhaften -Erscheinungen unseres Seelenlebens alle derartigen Mitteilungen -meist aufgenommen werden, leider so manchen Mund geschlossen und -zugleich bewirkt hat, daß selbst die ohnehin recht dürftige Litteratur -<em class="gesperrt">nirgends</em> sorgsam<span class="pagenum"><a id="page5"></a>Seite 5</span> gesammelt und daher manches Buch gar -nicht oder nur sehr schwer mehr zu finden ist.</p> - -<p>Eine bisher zwar auch unerklärte, aber jetzt doch schon von -vielen zugegebene Erscheinung ist das sogen. „Zweite Gesicht“,<a name="FNanchor_A_3" id="FNanchor_A_3"></a><a href="#Footnote_A_3" class="fnanchor">[3]</a> -d. h. das Vermögen, wirkliche Begebenheiten der Gegenwart oder -Zukunft fernschauend wie mit leiblichem Auge zu erkennen. Die -„Vorgesichte“ – in Westfalen und am Niederrhein „Vorgeschichten“ -genannt<a name="FNanchor_A_4" id="FNanchor_A_4"></a><a href="#Footnote_A_4" class="fnanchor">[4]</a> – sind, abweichend z. B. vom somnambulen Hellsehen, -stets mit Rückerinnerung verbunden und nehmen nie eine religiöse -oder übersinnliche Richtung, sondern halten sich ganz in der -Sphäre des gewöhnlichen bürgerlichen Lebens, meist Todesfälle -und Leichenbegängnisse, aber auch Brände, Hochzeiten, Geburten, -Freundschaften, das Ankommen von (dem Seher oft ganz unbekannten) -Fremden und dgl. betreffend. Die Gabe findet sich weit mehr bei Männern -als bei Frauen, ist aber an kein besonderes Alter und keine bestimmte -Zeit gebunden. Im Augenblick des Schauens ist der Seher ganz von -seinem Bilde eingenommen, sieht und denkt nichts anderes und nimmt -keine Notiz von seiner Umgebung: die Augenlider oft krankhaft einwärts -gekehrt, sieht er starr vor sich hin. „Es<span class="pagenum"><a id="page6"></a>Seite 6</span> giebt wenig Städte -am Rhein,“ – wird 1822 berichtet<a name="FNanchor_A_5" id="FNanchor_A_5"></a><a href="#Footnote_A_5" class="fnanchor">[5]</a> – „wo nicht solche Geschichtler -anzutreffen wären, und daß man bisher so wenig davon geredet hat, liegt -in der nicht bloß am Rhein bekannten Erfahrung, daß die Aufklärung der -Schriftgelehrten bereits so weit fortgeschritten ist, daß man in ihrer -Gegenwart schon kein Faktum mehr erwähnt, was nicht durch sie anerkannt -worden“.</p> - -<p>Die meisten Vorgesichte freilich können ihres Inhalts wegen nur ganz -enge Kreise interessieren, und auch dadurch erklärt sich die manchem -befremdliche Thatsache, daß trotz ihrer früheren Häufigkeit<a name="FNanchor_A_6" id="FNanchor_A_6"></a><a href="#Footnote_A_6" class="fnanchor">[6]</a> -verhältnismäßig nur so wenig Fälle veröffentlicht sind. Wer jedoch -einigermaßen mit dem Volke gelebt und sein Zutrauen gewonnen hat, -vermag selbst heute noch neues einschlägiges Material in Fülle -beizubringen, wie dies erst kürzlich wieder der Bibliothekar des -Bergischen Geschichtsvereins<a name="FNanchor_A_7" id="FNanchor_A_7"></a><a href="#Footnote_A_7" class="fnanchor">[7]</a> bewiesen. Nach seiner mustergültigen -Sammlung sah u. a. ein Mann im Dönberg den noch kerngesunden -zehnjährigen Sohn seines Schwagers, dem er auch den Verlust eines -zweiten Kindes ankündigte, auf dem Schoof (Totenbrett) in einem Gange -stehen;<a name="FNanchor_A_8" id="FNanchor_A_8"></a><a href="#Footnote_A_8" class="fnanchor">[8]</a> ein<span class="pagenum"><a id="page7"></a>Seite 7</span> Schäfer in Nordrath sah des Abends einen -Leichenzug über ein Feld<a name="FNanchor_A_9" id="FNanchor_A_9"></a><a href="#Footnote_A_9" class="fnanchor">[9]</a>, ein Bauer aus Kürten über einen schmalen -Steg über die Sülz<a name="FNanchor_A_10" id="FNanchor_A_10"></a><a href="#Footnote_A_10" class="fnanchor">[10]</a> ziehen; ein Kuhhirt auf einem Gehöft bei -Wülfrath zur Mittagszeit den Pferdeknecht zu Grabe tragen;<a name="FNanchor_A_11" id="FNanchor_A_11"></a><a href="#Footnote_A_11" class="fnanchor">[11]</a> ein -Schäfer bei Böckum unweit Großenbaum um Mitternacht eine Leiche aus dem -Fenster ins Freie schaffen;<a name="FNanchor_A_12" id="FNanchor_A_12"></a><a href="#Footnote_A_12" class="fnanchor">[12]</a> eine Frau auf dem Gehöft Eschen (Gem. -Mettmann) nachmittags einen Mann, dann ein Pferd, einen Leichenwagen -und zuletzt viele Leidtragende vom Herbecker Wald her in die Chaussee -einbiegen;<a name="FNanchor_A_13" id="FNanchor_A_13"></a><a href="#Footnote_A_13" class="fnanchor">[13]</a> ein Mann kurz vor Mitternacht zwischen Herkenrath -und Hof Büchel den Vater eines Bekannten nebst dem Geistlichen und -Gefolge zu einer Beerdigung aus dem Hause treten<a name="FNanchor_A_14" id="FNanchor_A_14"></a><a href="#Footnote_A_14" class="fnanchor">[14]</a> – und alles sei -buchstäblich eingetroffen, wie es die Seher vorhergesagt.</p> - -<p>Schon im Jahre 1668<a name="FNanchor_A_15" id="FNanchor_A_15"></a><a href="#Footnote_A_15" class="fnanchor">[15]</a> trieb in Andernach zur Zeit einer pestartigen -Krankheit der Geisterseher Cornelius Schnegell sein Unwesen, indem er -gegen das Verbot des Magistrats angebliche Geistererscheinungen in -Umlauf setzte und dadurch Trauer und Schrecken über manche Familie -brachte. Von erster Kindheit an – erzählte er – habe ich Geister -geschaut,<span class="pagenum"><a id="page8"></a>Seite 8</span> und in der letzten Matthiasnacht sind mir plötzlich -die Augen derart erleuchtet, daß ich des Nachts ebenso klar sehe, wie -bei Tage. Namentlich in den Prozessionen, die zur Abwendung der Pest -gehalten werden, sehe ich im voraus das Schicksal meiner Mitbürger: die -ich fallen und nicht wieder aufstehen sehe, müssen sterben; solche, -welche nach dem Falle sich wieder erheben, werden zwar krank, sterben -aber nicht; endlich diejenigen, welche bloß straucheln, werden nur von -einem leichten Anfall getroffen. Ich sehe die Geister in weißen und -schwarzen Kleidern und halte dafür, daß jene selig, diese verdammt -werden. Wenn sie erscheinen, verbleibe ich bisweilen im Bette, häufig -aber muß ich aufstehen und sie bis zur Thür begleiten. Diese Erklärung -setzte den Rat, der selbst überall Spuk und Zauberei witterte, in -nicht geringe Verlegenheit, obschon bekannt war, daß der Geisterseher -mitunter freilich in seinen Vorhersagungen die Wahrheit getroffen, -öfter aber „schändlich sich vertretten und seiner Zungen Zoll -verfahren“ hatte. Man wandte sich deshalb um Auskunft an die gelehrten -Franziskaner in Köln und legte ihnen die Frage vor, ob dergleichen -Erscheinungen begründet und glaubwürdig seien oder nicht. Daß es kein -bloßes Spiegelgefecht und keine Narrheit ist, fügt der Rat seiner -Anfrage bei, kann man daraus abnehmen, daß oft in Kirchen, adligen und -anderen Häusern Gespenster gehört oder gesehen werden und bald darauf -Leichen folgen. Diese Erscheinungen haben auch solche, denen man nichts -Böses nachsagen kann, ja die Heiligen haben solche absonderlich oft -gehabt. Es ist ferner bekannt,<span class="pagenum"><a id="page9"></a>Seite 9</span> daß in einigen Klöstern Patres -eine Zeitlang vor ihrem Tode im Chor ohne Haupt erschienen sind. Dazu -ist zu beachten, daß gemeldeter Cornelius von den Geistern genötigt -wird, die Visionen bekannt zu machen und daß die Offenbarungen vielen -zum besten gereichen, da diejenigen, welche noch nicht sterben werden, -unnötige Arzneien sparen, solche dagegen, die bald sterben müssen, -desto besser auf den Tod sich vorbereiten können. In dem von <span class="antiqua">P.</span> -Kaspar German verfaßten und den <span class="antiqua">P. P.</span> Bernardin Vetweis, -Bonaventura Reul und Johannes Huart approbierten Antwortschreiben -vom 7. Nov. 1668 werden die von Schnegell angegebenen Erscheinungen -unter Hinweis auf die Lehre des hl. Thomas von Aquin als unerlaubte, -abergläubische Divinationen oder Teufelsbetrug bezeichnet und die -Auslassungen des Rates richtig gestellt bezw. widerlegt. Nach Empfang -dieses Schreibens wurde Schnegell alsbald verhaftet und der Kurfürst -Maximilian Heinrich um Angabe weiterer Verhaltungsmaßregeln gebeten. -Das vom 30. November datierte Schreiben desselben schließt: „Zwar ist -kein Zweifel daran, daß bei dergleichen Wesen der böse Feind sein Spiel -treibt und gemeiniglich gefährliches Einverständnis mit demselben -darunter verborgen ist. Weil gleichwohl wider besagten Cornelius -keine andern Anzeichen von Zauberei oder einem Vertrag mit dem Teufel -vorgebracht sind, so könnt Ihr zwar für dieses Mal denselben noch aus -der Haft entlassen, habt ihm jedoch ernstlich einzubinden, sich solcher -Vorhersagungen bei Strafe der Fustigation und Verweisung des Landes -öffentlich und im Geheimen zu enthalten.“</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="page10"></a>Seite 10</span> In der Vaterstadt eines Rheinländers<a name="FNanchor_A_16" id="FNanchor_A_16"></a><a href="#Footnote_A_16" class="fnanchor">[16]</a> lebte zu Anfang -dieses Jahrhunderts ein unbemittelter Tagelöhner, den man, weil er -für die Metzger die gekauften Kälber herbeiholte, „Kälber-Gerhard“, -seiner Gesichte halber aber meist „Geisterseher“ nannte. Gewöhnlich -um Mitternacht, doch zuweilen auch bei Tage, erblickte er die Gestalt -derjenigen Person, die binnen weniger Tage sterben sollte, an -derjenigen Stelle, wo sie den Geist aufgab, bald in ihren gewöhnlichen -Kleidern, bald im Leichengewand, bald sitzend, bald liegend, und es -trieb ihn dann mit Gewalt in die Wohnung, wo die betreffende Person -wohnte, oder auf die Straße, wo der Leichenzug vorüberkam und er alle -Leidtragenden genau erkannte. Nur einigemal hat er infolge übergroßer -Müdigkeit dem Triebe, dem Gesicht zu folgen, gewaltsam widerstanden -und sein Bett nicht verlassen; da aber – so erzählte er – sei ihm -zur Strafe seines Ungehorsams der „Geist“ reitend auf die Schultern -gesprungen und habe ihn durch Straßen und Felder so peinigend -umhergetrieben, daß er in kaltem Schweiße gebadet und vor Erschöpfung -krank nach Hause gekommen sei. Anfangs machte er aus der leidigen Gabe, -die er dem Umstande zuschrieb, daß er in der St. Andreas-Nacht genau -um 12 Uhr geboren sei, kein Hehl und offenbarte arglos, wen er des -Nachts gesehen; da aber die von ihm genannten<span class="pagenum"><a id="page11"></a>Seite 11</span> Personen stets -bald darauf verstarben, bemächtigte sich der Einwohner eine solche -Angst, daß sie ihm möglichst aus dem Wege gingen und er ihre Häuser -schließlich selbst am hellen Tage und in Geschäften nicht ohne Furcht -vor Prügeln betreten durfte.</p> - -<p>Zu Opladen<a name="FNanchor_A_17" id="FNanchor_A_17"></a><a href="#Footnote_A_17" class="fnanchor">[17]</a> sah vor Jahren an einem Sommermorgen ein junger Mann in -Gedanken zum Fenster hinaus. Bald füllte sich trotz der frühen Stunde -die Straße mit Menschen, und er gewahrte ein Trauergeleite, das still -und schweigsam einem Sarg zum Friedhof folgte. Hinter vielen bekannten -Ortsbürgern bemerkte er als letzten einen verabschiedeten Hauptmann in -hellgrünem Kleide, der mehrmals ausglitt, als ob er nicht ganz nüchtern -sei. Dasselbe glaubte man von ihm, als er sich nach dem Todesfall -erkundigte, und er hatte die seltsame Erscheinung bereits vergessen, -als im Winter die nämlichen Gestalten, die er damals gesehen, hinter -der Leiche eines seiner Verwandten an seinem Fenster vorüberzogen, -hinterdrein der Hauptmann im hellgrünen Rocke, wiederholt ausgleitend -auf dem mit Glatteis überzogenen Boden.</p> - -<p>Im Siegthale<a name="FNanchor_A_18" id="FNanchor_A_18"></a><a href="#Footnote_A_18" class="fnanchor">[18]</a> sollen die in der Matthiasnacht Geborenen im voraus -die Geister aller derjenigen<span class="pagenum"><a id="page12"></a>Seite 12</span> sehen, die der Tod in dem -betreffenden Kirchspiele abberuft, und sie um Mitternacht auf den -Kirchhof tragen müssen. Dieselbe Fähigkeit schrieb man in Meiderich<a name="FNanchor_A_19" id="FNanchor_A_19"></a><a href="#Footnote_A_19" class="fnanchor">[19]</a> -dem Maurer R. zu, der, gleichfalls zur Mitternachtsstunde, drei Tage -vor jedem Todesfall dem Leichenwagen das Hofthor zu öffnen hatte.</p> - -<p>Ein sehr bekannter Vorschauer war der Seilermeister Peter Schlinkert -aus Meschede im Herzogtum Westfalen, das bis 1803 unter kölnischer -Herrschaft stand. Da ich über ihn und seine Vorgeschichten bereits -an anderem Orte<a name="FNanchor_A_20" id="FNanchor_A_20"></a><a href="#Footnote_A_20" class="fnanchor">[20]</a> ausführlich berichtet, möge hier nur sein erstes -Gesicht, das seinem Landesherrn das Leben rettete, wiederholt werden. -Schlinkert, der nach dem Ueberfall von Hochkirch (1758),<span class="pagenum"><a id="page13"></a>Seite 13</span> -an dem er als Serbelloni-Kürassier teilgenommen, den Truppen des -Kurfürsten Clemens August von Köln<a name="FNanchor_A_21" id="FNanchor_A_21"></a><a href="#Footnote_A_21" class="fnanchor">[21]</a> eingereiht war, trat eines -Tages, als sich<span class="pagenum"><a id="page14"></a>Seite 14</span> der Fürst zu einer Jagdpartie<a name="FNanchor_A_22" id="FNanchor_A_22"></a><a href="#Footnote_A_22" class="fnanchor">[22]</a> begeben -wollte, festen Blickes vor diesen hin und sagte: „Euer Durchlaucht -dürfen nun und nimmermehr fahren, weil ein Schuß durch den Wagen -geschehen wird, der auf Hochdieselben gemünzt ist.“ Der Kurfürst -stutzte und ließ den kecken Warner vorläufig festnehmen, bestieg -aber ein anderes Fuhrwerk. Kaum war nun der erste, ursprünglich für -den Fürsten bestimmte Wagen eine Stunde Weges fortgerollt, als der -ominöse Schuß wirklich fiel und ohne jemanden zu verletzen, durch das -Verdeck des Gefährtes drang. Selbstredend wurde Schlinkert sofort aus -der Haft befreit und ihm zugleich mit der erbetenen Entlassung aus -dem Militärdienste noch eine lebenslängliche Pension von jährlich 25 -Thalern gewährt.</p> - -<p>Auch für das sogenannte Sichselbstsehen sind Fälle genug vorhanden. -Noch aus der Mitte dieses Jahrhunderts wird in Führt bei Neuß erzählt, -daß der Küster abends in die Kirche gegangen, um dort die ewige Lampe -zu schüren. Während er den Sohn erwartete, welcher ihm das notwendige -Oel bringen sollte, hatte der Ermüdete sich in einen Beichtstuhl -gesetzt und war darin unversehens eingenickt. Plötzlich wurde er durch -den Ausruf: „Hier hast du deinen Rock!“ geweckt und sah eine dunkle -Gestalt, die einen Sarg vor ihm hinstellte, dann aber mit dem Sarge -eben so rasch wieder verschwand. Erschüttert kehrte der Küster heim und -<span class="pagenum"><a id="page15"></a>Seite 15</span> lag wirklich wenige Tage später als Leiche im Sarge.<a name="FNanchor_A_23" id="FNanchor_A_23"></a><a href="#Footnote_A_23" class="fnanchor">[23]</a></p> - -<p>Nur mit großer Vorsicht sind die meisten Ankündigungen künftiger Brände -aufzunehmen, da sie sich schon vielfach als absichtliche Täuschungen -zur Verdeckung von Brandstiftungen entpuppt haben. Ein derartiger -Verdacht ist auch bei den von Schell<a name="FNanchor_A_24" id="FNanchor_A_24"></a><a href="#Footnote_A_24" class="fnanchor">[24]</a> erwähnten Vorzeichen vor dem -Brande bei Radevormwald im Jahre 1863 oder 1864 nicht ausgeschlossen, -während bei der nachstehenden „rätselhaften“ Geschichte die Vermutung -nahe liegt, daß der „Seher“, von einem Komplott zur Anzündung des -Schlosses irgendwie unterrichtet, diese durch einen, wenn auch nur -halben Verrat habe vereiteln wollen. Der kurkölnische Soldat,<a name="FNanchor_A_25" id="FNanchor_A_25"></a><a href="#Footnote_A_25" class="fnanchor">[25]</a> der -in der Nacht zum 13. Januar 1777 im Hofe des Buenretiro<a name="FNanchor_A_26" id="FNanchor_A_26"></a><a href="#Footnote_A_26" class="fnanchor">[26]</a> in Bonn auf -Posten stand und von der Ablösung ohnmächtig gefunden wurde, bekundete, -daß, als er kaum seinen Dienst angetreten, der bis dahin trübe -Himmel an einer Stelle immer klarer geworden sei, bis sich aus der -entstandenen Wolkenlücke ein dichter Feuerregen wohl zehn Minuten lang -auf das Schloß ergossen<span class="pagenum"><a id="page16"></a>Seite 16</span> habe. Er sei dermaßen erschrocken, daß -er nicht einmal Lärm zu schlagen vermochte, und habe erst allmählich -gemerkt, daß die Flammen nicht zündeten. Dann sei es wieder dunkel -um ihn geworden, und die Wolken hätten sich geschlossen, um sich -gleich darauf nochmals zu öffnen; nun habe er deutlich auf des Himmels -blauem Grunde einen großen eleganten Sarg gesehen, umgeben von sieben -kleineren, ärmer ausgestatteten Särgen. Als der Stadtgouverneur General -de Cler die Aussage der Schildwache des Abends in einer größeren -Gesellschaft zum besten gab, sagte der erst 36 Jahre alte Hofrat v. -Breuning höchst befremdenderweise sofort: „Das ist mein Sarg!“ Die -übrigen lachten, aber zwei Tage später wurde das herrliche Schloß mit -seinen zahlreichen Kunstschätzen ein Raub der Flammen, die so gewaltig -um sich griffen, daß der Kurfürst Maximilian Friedrich in seinen -Nachtkleidern flüchten mußte. Der Buenretiro allein wurde gerettet, da -die Flamme abermals, wie bei einer früheren Feuersbrunst (1689), bei -der Kapelle des hl. Florian, des Fürbitters gegen Feuersgefahr, sich -wendete, und das reiche Archiv durch die Pflichttreue seines Kurators, -des Hofrats von Breuning, geborgen, dem, als er zum drittenmal, mit -Schriften beladen, die glühenden und dampfenden Räume verlassen -wollte, der einstürzende Thorweg das Rückgrat zerschmetterte. Als man -seine Leiche im prächtigen Sarge zum Kirchhofe brachte, begrub man -auch sieben Männer, die gleich ihm im Kampfe mit den Flammen den Tod -gefunden. Das tragische Ereignis hat des Hofrats Witwe, die erst 1838 -im Alter von 87 Jahren zu Koblenz starb, wiederholt bestätigt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="page17"></a>Seite 17</span> Der minder Begabte und nicht bis zum Schauen Gesteigerte -„hört“: er hört den dumpfen Hammerschlag auf den Sargdeckel und -das Rollen des Leichenwagens, hört den Waffenlärm, das Wirbeln der -Trommeln, das Trappeln der Rosse und den gleichförmigen Tritt der -marschierenden Kolonnen; er hört das Geschrei der Verunglückten und -an Thür oder Fensterladen das Anpochen desjenigen, der ihn oder seine -Nachfolger zur Hülfe auffordern wird.<a name="FNanchor_A_27" id="FNanchor_A_27"></a><a href="#Footnote_A_27" class="fnanchor">[27]</a> Durch lautes Klopfen wurde -einzelnen Leuten in Mettmann<a name="FNanchor_A_28" id="FNanchor_A_28"></a><a href="#Footnote_A_28" class="fnanchor">[28]</a>, Richrath<a name="FNanchor_A_29" id="FNanchor_A_29"></a><a href="#Footnote_A_29" class="fnanchor">[29]</a> und Immigrath<a name="FNanchor_A_30" id="FNanchor_A_30"></a><a href="#Footnote_A_30" class="fnanchor">[30]</a> der -baldige Tod eines Nachbarn oder Angehörigen kund gethan; durch Rücken -des Werkzeugs oder Klirren der Säge einem Schreiner in Wönkhausen<a name="FNanchor_A_31" id="FNanchor_A_31"></a><a href="#Footnote_A_31" class="fnanchor">[31]</a> -jede Anfertigung eines Sarges im voraus angesagt. Etwas ausgeschmückt -ist folgende Sage:<a name="FNanchor_A_32" id="FNanchor_A_32"></a><a href="#Footnote_A_32" class="fnanchor">[32]</a> Als ein Schreiner aus Burg Hoff an der Sieg -einst spät abends nach Hause kam, hörte er drinnen hämmern und -sägen. Einige Tage später starb jemand in der Nachbarschaft, und -unser Schreiner bekam den Auftrag, den Sarg für den Verstorbenen -anzufertigen. Da fand er in seiner Werkstatt, die er längere Zeit nicht -benutzt hatte, ein Brett, das früher nicht dort gewesen und genau als -Kopfstück eines<span class="pagenum"><a id="page18"></a>Seite 18</span> Sarges zugeschnitten war. Er beschloß, davon -keinen Gebrauch zu machen, aber ein neuhergestelltes Kopfstück riß beim -Annageln, und mit einem zweiten ging es nicht besser; notgedrungen nahm -er nun das unheimliche Brett – und der Sarg ward fertig.</p> - -<p>Schneider und Näherin hören die Schere schnippeln, wenn sie bald ein -Totenhemd fertigen sollen; doch kannte Florentin v. Zuccalmaglio (1803 -bis 1869) in seiner Jugend auch eine Näherin, die ihm oft blaue Male -an ihren Armen zeigte, die sie Geesterpetsche (Geisterkniffe) nannte -und für Anzeichen hielt, durch die sich die Verstorbenen bei ihr -anmeldeten.<a name="FNanchor_A_33" id="FNanchor_A_33"></a><a href="#Footnote_A_33" class="fnanchor">[33]</a></p> - -<p>Mit Affektionen des Gehörs verbunden waren zwei Gesichte späterer -Eisenbahnen. Im Wupperthale<a name="FNanchor_A_34" id="FNanchor_A_34"></a><a href="#Footnote_A_34" class="fnanchor">[34]</a> schaute ein Mann vor ca. 80 Jahren eine -ganze Reihe von Wagen, pfeilschnell mit Feuer vorwärts getrieben; als -der Zug an die Stelle der jetzigen Station Remlingrade kam, ertönte ein -schriller Pfiff. Ein Mann und zwei Frauen, die noch nie eine Eisenbahn -gesehen, erblickten am Abend des zweiten Ostertages des Jahres 1839 -oder 1840 zwischen Vollmerhausen und Gummersbach<a name="FNanchor_A_35" id="FNanchor_A_35"></a><a href="#Footnote_A_35" class="fnanchor">[35]</a> bei Mondschein -etwa sechsmal ein unbestimmtes Wesen kreisend durch die Luft brausen; -oben auf dem Unnennbaren zeigte sich mitunter ein kleines bläuliches -Licht, und dabei ließ ein Zischen sich vernehmen. Erst als der Mann -einige Jahre nachher in Barmen eine Eisenbahn sah, wußte er, daß es -eine Vorbedeutung<span class="pagenum"><a id="page19"></a>Seite 19</span> der Bahn gewesen, die jetzt dort vorbeifährt.</p> - -<p>Leider sind selbst viele Gesichte, die bedeutendere Ereignisse oder gar -die Geschicke ganzer Orte und Gegenden verkündeten und uns hier ganz -besonders interessieren, mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. -Von den zahlreichen Vorgeschichten z. B., die Köln in Brand oder mit -glühenden Kugeln beschießen sahen,<a name="FNanchor_A_36" id="FNanchor_A_36"></a><a href="#Footnote_A_36" class="fnanchor">[36]</a> konnte Dr. Kutscheit<a name="FNanchor_A_37" id="FNanchor_A_37"></a><a href="#Footnote_A_37" class="fnanchor">[37]</a> nur -noch eine einzige in Erfahrung bringen. Glaubwürdige Kölner erzählten -ihm, wie im Anfange dieses Jahrhunderts der sehr fromme und nüchterne -Wächter auf dem Bayenturme, als er spät abends sich pflichtgemäß aus -den Turmfenstern nach der Stadt umschaute, gesehen habe, daß die Stadt -von Westen her mit feurigen Kugeln überschüttet wurde und mit Ausnahme -des Domes in Flammen geriet, während dessen herbeigerufene Schwester -nichts wahrzunehmen vermochte.</p> - -<p>Die großen Truppenmassen, die man mit rauschender Janitscharenmusik -gen Köln ziehen oder auf der Mülheimer Heide etc. sich lagern sah,<a name="FNanchor_A_38" id="FNanchor_A_38"></a><a href="#Footnote_A_38" class="fnanchor">[38]</a> -sind gleich den westfälischen Kriegs- und Schlachtengesichten nur -Verzerrungen oder wirre Auswüchse des zweiten Gesichts, die auf -Nebel- bezw. Schwadenbildungen<span class="pagenum"><a id="page20"></a>Seite 20</span> beruhen. Lediglich ein -Nebelgebilde auch war die „Vision oder Vorgeschichte“, über die das -Grevenbroicher Kreisblatt berichtet:<a name="FNanchor_A_39" id="FNanchor_A_39"></a><a href="#Footnote_A_39" class="fnanchor">[39]</a> Es war am Ostersonntage, -den 31. März 1861, als nach dem Hochamte gegen Mittag 3 Männer aus -Gustorf eine kleine Strecke gegen Reisdorf feldeinwärts gingen, um die -angenehme Frühlingsluft im Freien zu genießen. Die Sonne stand hoch im -wolkenlosen Süden, wenige leichte Federwolken säumten den Horizont, – -da erschienen auf dem sanft abgedachten Höhenzuge, der, von Gustorf aus -gesehen, den Gesichtskreis gegen Nordwesten hin begrenzt, Heeresmassen -zu Fuß und zu Pferde, die sich in der Richtung von Hahnerhof und -Hoheneichen nach dem Bergerbusch hin bewegten und stellenweise wie -im Kampfe entwickelten; der ganze Höhenzug wimmelte von größeren und -kleineren Abteilungen, hin und her gedrängt im Dampf der Geschütze -und Gewehre. Diese Erscheinung, welche außer jenen 3 noch 2 andere -Männer aus der Nachbarschaft bemerkten, währte etwa 1<sup>1</sup>/<sub>2</sub> Stunden und -verschwand dann nach Westen hin.</p> - -<p>Derartige Gesichte sind vielfach in die Jahrhunderte alte Sage vom -letzten blutigen Entscheidungskampfe, der am Birkenbaum zwischen -Büderich und Werl seinen Abschluß finden soll,<a name="FNanchor_A_40" id="FNanchor_A_40"></a><a href="#Footnote_A_40" class="fnanchor">[40]</a> übergegangen, -weitere Ergänzungen der eigenartigen Ueberlieferung aber auch -durch mancherlei Prophezeiungen erbracht worden. Ein Düsseldorfer -Kapuziner-Pater offenbarte<span class="pagenum"><a id="page21"></a>Seite 21</span> im Jahre 1762:<a name="FNanchor_A_41" id="FNanchor_A_41"></a><a href="#Footnote_A_41" class="fnanchor">[41]</a> „Nach einem -schweren Kriege wird Friede werden und doch kein Friede sein, weil -der Kampf der Armen wider die Reichen und der Reichen wider die Armen -entbrennt. Nach diesem Frieden kommt eine schwere Zeit. Das Volk wird -keine Treue und keinen Glauben mehr haben. Wenn die Frauensleute nicht -wissen, was sie vor Ueppigkeit und Hochmut für Kleider tragen wollen, -bald kurz, bald lang, bald eng, bald weit, wenn die Männer auch ihre -Trachten ändern und man allgemein die Bärte der Kapuziner trägt, -dann wird Gott die Welt züchtigen. Ein schwerer Krieg wird im Süden -entbrennen, sich nach Osten und Norden verbreiten. Die Monarchen werden -getötet werden. Wilde Scharen werden Deutschland überschwemmen und bis -an den Rhein kommen; sie werden aus Lust morden, sengen und brennen, -so daß Mütter aus Verzweiflung, weil sie überall den Tod vor Augen -sehen, sich mit ihren Säuglingen ins Wasser stürzen werden. Da, wenn -die Not am größten ist, wird ein Retter kommen von Süden her; er wird -die Horden der Feinde schlagen und Deutschland glücklich machen. Dann -werden an manchen Orten aber die Menschen so selten sein, daß man auf -einen Baum steigen muß, um Menschen in der Ferne zu suchen.“</p> - -<p>Der Stadt Koblenz droht eine alte prophetische Sage:<a name="FNanchor_A_42" id="FNanchor_A_42"></a><a href="#Footnote_A_42" class="fnanchor">[42]</a> „Wehe! Wehe! -Wo Rhein und Mosel zusammenfließen, wird gegen Türken und Baschkiren -eine Schlacht geschlagen werden, so blutig, daß der Rhein auf<span class="pagenum"><a id="page22"></a>Seite 22</span> -25 Stunden Wegs rot gefärbt sein wird“; auch Johann Peter Knopp<a name="FNanchor_A_43" id="FNanchor_A_43"></a><a href="#Footnote_A_43" class="fnanchor">[43]</a> -meint: „Es wird hart hergehen, besonders bei Koblenz.“</p> - -<p>Das Schlimmste jedoch soll Köln bevorstehen, das außer Knopp<a name="FNanchor_A_44" id="FNanchor_A_44"></a><a href="#Footnote_A_44" class="fnanchor">[44]</a> auch -Rembold<a name="FNanchor_A_45" id="FNanchor_A_45"></a><a href="#Footnote_A_45" class="fnanchor">[45]</a>, Jasper<a name="FNanchor_A_46" id="FNanchor_A_46"></a><a href="#Footnote_A_46" class="fnanchor">[46]</a> und ein anderer westfälischer Spökenkieker<a name="FNanchor_A_47" id="FNanchor_A_47"></a><a href="#Footnote_A_47" class="fnanchor">[47]</a> -als Schauplatz einer großen Schlacht<a name="FNanchor_A_48" id="FNanchor_A_48"></a><a href="#Footnote_A_48" class="fnanchor">[48]</a> bezeichnet haben. Der Magister -Heinrich v. Judden, Pastor an Klein St. Martin zu Köln, fand um -1460 in einem alten Buche des dortigen Karmeliterklosters folgende -Prophezeiung:<a name="FNanchor_A_49" id="FNanchor_A_49"></a><a href="#Footnote_A_49" class="fnanchor">[49]</a> „O glückliches Köln, wenn du wirst gut gepflastert -sein, wirst du untergehen in deinem eigenen Blute. O Köln, du wirst -untergehen wie Sodom und Gomorrha; deine Straßen werden von Blute -fließen und deine Reliquien dir genommen werden. Wehe dir, reiches -Köln, weil deine Einwanderer an deinen Brüsten saugen und an denen -deiner Armen, die gemartert und gequält werden für dich.“</p> - -<p>Mit der Erfüllung dieser fällt wohl auch die der zweiten Hälfte der -vom Prälaten Emilian Elbertz<span class="pagenum"><a id="page23"></a>Seite 23</span> († 1798) seinem Diener -Heinrich Pohl mitgeteilten Prophezeiung<a name="FNanchor_A_50" id="FNanchor_A_50"></a><a href="#Footnote_A_50" class="fnanchor">[50]</a> zusammen, deren Alter -er auf ca. 150 Jahre angab: „Die Abteikirche von St. Pantaleon wird -lutherisch, dann aber wieder katholisch werden. Mittelst einer Bombe, -die bei der Kirche niederfallen wird, wird ein heiliger Körper zum -Vorschein kommen, der keine Hände und Füße hat.“ Der Prälat hielt sehr -viel auf sie und war gegen Ende seines Lebens in beständiger Sorge, -daß sie noch bei seinen Lebzeiten sich verwirklichen könne; er ließ -sogar nach dem Körper des Heiligen, der nach einer anderen Lesart der -künftige Schutzpatron Kölns sein wird, Nachgrabungen anstellen, die -jedoch ohne Erfolg geblieben sind.</p> - -<p>„Wehe Köln!“ – läßt ein anderer Prophet sich vernehmen<a name="FNanchor_A_51" id="FNanchor_A_51"></a><a href="#Footnote_A_51" class="fnanchor">[51]</a> – „Wenn -im Raderthale Häuser gebaut und bewohnt sind, dann ist die Zeit nahe, -die Unheil über Gute und Böse bringen wird. Wehe den Geistlichen, -welche aus Hoffart und Lauigkeit Pracht und gute Tage lieben!... Von -der Südseite werden die Feinde bis zum goldenen Apfel dringen und ein -großes Blutbad anrichten. Viele Gute werden sterben und die Bösen durch -die Bösen umkommen. Eine furchtbare Krankheit wird aufräumen helfen. -Auf der Retirade wird Köln viel leiden; doch kann durch Gebet viel -gewendet werden. Man soll Bittgänge thun, um gemeinschaftlich Gottes -Rechte zu entwaffnen. Hört, ich sage euch: Die Hölle hat eine große -Ernte! Bessere sich alles, ehe es zu spät ist.“</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="page24"></a>Seite 24</span> Die ehedem gäng und gäbe Prophezeiung „In Bonn werden die -Jesuiten auf dem Markte gemartert werden“ glaube ich auf die Vision -des Franziskaner-Paters Jakob Pirre vom Jahre 1745<a name="FNanchor_A_52" id="FNanchor_A_52"></a><a href="#Footnote_A_52" class="fnanchor">[52]</a> zurückführen zu -sollen. Diesem erschien am 25. Mai 1745, als er in der schwäbischen -Stadt Laubheim übernachtete, der Geist Holzhausers<a name="FNanchor_A_53" id="FNanchor_A_53"></a><a href="#Footnote_A_53" class="fnanchor">[53]</a> und gebot ihm -aufzustehen und folgende Verse niederzuschreiben:</p> - -<div class="bltext"> - <p class="poem"><span class="antiqua">Millia sexcentum novies duodenaque pono,<br/> - <em class="gesperrt"> A</em>dde quater decies, tunc venit illa dies,<br/> - Qua Bonnae<a name="FNanchor_A_54" id="FNanchor_A_54"></a><a href="#Footnote_A_54" class="fnanchor">[54]</a> Jesu socii fratresque beati<br/> - <em class="gesperrt"> F</em>rancisci palmas martyriumque ferent.</span><a name="FNanchor_A_55" id="FNanchor_A_55"></a><a href="#Footnote_A_55" class="fnanchor">[55]</a></p> -</div> - -<p>Zu Beginn des siebenjährigen Krieges machten die Enthüllungen der -Hoffin, einer Küfersfrau aus Horrweiler bei Kreuznach, viel von sich -reden; doch will ich mich an dieser Stelle auf die Wiedergabe zweier -Briefe<a name="FNanchor_A_56" id="FNanchor_A_56"></a><a href="#Footnote_A_56" class="fnanchor">[56]</a> des Kandidaten der Theologie Bender<span class="pagenum"><a id="page25"></a>Seite 25</span> in Kreuznach -beschränken, in denen dieser dem Kirchenrate Ward berichtete, was er -selbst aus dem Munde der Frau erfahren.</p> - -<p>Es war Freitags, den 1. April 1757 – lautet das erste Schreiben – da -ich von Herrn Inspektor Rettig zum Predigen angeredet [bestellt] -wurde. Nachdem ich den Sonntag zu Horrweiler gepredigt hatte und eben -im Begriffe war, auf die Filiale zu gehen, wartete der Mann dieser -Frau am Thor auf mich und bat mich, ich möchte doch des Mittags zu ihm -kommen, weil er etwas mit mir zu reden hätte. Ich hatte kein Bedenken, -ihm dieses zuzusagen, und ich hielt auch am Mittag mein Versprechen. -Ich fand ihn, seine Frau und einige Kinder in seinem Hause; doch war -ich nicht lange da, als ein Kind nach dem andern wegging, so daß wir -drei allein blieben. Nach einem kurzen Stillschweigen sagte die Frau, -sie möchte gerne eine Frage an mich richten, wenn sie nur wüßte, daß -ich ihr es nicht übel nehmen würde. Da ich ihr dieses versichert -hatte, so fragte sie mich, wer wohl die heut gehaltene Predigt zuerst -gewußt hätte, sie oder ich? Dieses kam mir seltsam vor; ich sagte ihr -dies und dabei, ich verstünde sie nicht, sie müßte sich deutlicher -erklären. „Gut,“ sagte sie, „sagen Sie mir doch, wann Sie der Herr -Inspektor zum Predigen bestellt hat.“ „Am verwichenen Freitag,“ war -meine Antwort. Hierauf wandte sie sich zu ihrem Mann und sagte. „Siehst -du nun, daß ich recht hatte und daß ich die Predigt eher gewußt, als -der Herr Bender bestellt worden ist?“ Dieses machte mich nun nicht -klüger, als ich zuvor gewesen war. Ich fragte den Mann, was alles -dieses bedeuten sollte, und erhielt<span class="pagenum"><a id="page26"></a>Seite 26</span> folgende Antwort: „Am -Donnerstag früh, als ich erwachte, fragte mich meine Frau, ob ich auch -wüßte, daß unser Herr Inspektor krank geworden wäre. Ich fragte, wie -ich dieses wissen könnte. Ja, sagte meine Frau, er ist krank und wird -auf den Sonntag nicht predigen, sondern wir bekommen einen andern; -rate einmal, wen? Ich riet etlichemal. Nein, sagte sie, keinen von -diesen, unsers Herrn Inspektors Sohn(?) kommt, und damit du siehst, -daß ich es weiß, so will ich dir noch mehr sagen. Sie nannte hierauf -das Lied, den Eingang und den Text, den er haben würde. Wir waren -heute beide in der Kirche und ich bin überzeugt worden, daß meine -Frau recht hatte, weil es das Lied, der Eingang und der Text war.“ -Wenn es mit dieser Erzählung seine Richtigkeit hat, so hat die Frau -in der That 32 Stunden früher gesagt, was ich predigen würde, ehe -ich wußte, daß ich predigen sollte. Ich habe es allzeit für thöricht -gehalten, wenn man so schließt: „Ich kann es nicht begreifen, wie es -mit dieser Sache zugeht, deswegen ist sie wohl falsch,“ und ich fand -auch nicht für gut, die Frau durch einen Machtspruch abzuschrecken -und so ihr Zutrauen zu verlieren. Ich that also nichts, als daß ich -ihr meine Verwunderung zeigte und zugleich ihren Mann fragte, ob sich -die Sache so verhielte. Er bedeutete, alles, was er gesagt, sei die -reine Wahrheit, und seine Frau werde mir noch erstaunlichere Dinge -sagen. Ich fragte sie hierauf, auf welche Art ihr diese verborgenen -Dinge offenbart würden, und da sie sah, daß ich kein Mißtrauen in die -Wahrheit ihrer Erzählung zu setzen schien, so erfuhr ich folgendes: -Wenn ihr zukünftige Dinge bekannt gemacht werden sollten, so<span class="pagenum"><a id="page27"></a>Seite 27</span> -ergriffe sie etwas, eben wie eine Menschenhand, in der Brust, und das -sei das Zeichen, sich an einen einsamen Ort zu begeben. Alsdann werde -ihr Geist ihrem Leibe entrückt und sie käme in Begleitung eines Engels -in eine Versammlung von Geistern, die teils aus Engeln, teils aus -Seelen von noch lebenden Menschen bestände. Hier werde alles, was noch -in Zukunft geschehen sollte, als wirklich gegenwärtig abgehandelt, und -die Seelen der gegenwärtigen Menschen redeten und handelten so, wie -sie in der Folge der Zeit reden und handeln würden. Manchmal würden -ihr sinnbildliche Gesichter gezeigt, und dann fragte sie ihr Führer, -ob sie das verstehe und den Sinn von allem erkenne, da ihr dann, im -Falle sie es nicht verstände, hinlängliche Erläuterung von einem Engel -gegeben würde. Ebenso erhalte sie Befehle an diesen oder jenen oder -einige Menschen, und sie werde allemal gestraft, wenn sie sich weigere, -ihr aufgetragene Geschäfte zu verrichten. Zum Beweise aber, daß sie -nicht getäuscht würde und daß alles, wie sie es gesehen und gehört, -in Zukunft geschehen sollte, habe sie die Gnade, daß ihr öfters eine -Begebenheit gezeigt würde, die sich in wenig Tagen in ihrem Ort oder -in ihrer Nachbarschaft zutrüge, um die Wahrheit des übrigen daran zu -prüfen. Eben ein solches Zeichen sei meine Predigt gewesen, denn mein -Geist sei wirklich in der Versammlung aufgetreten und habe eben die -Worte geredet, die sie heut in der Kirche von mir gehört hätte. Ich -gestehe es, daß ich von allem diesen kein Wort weiß, und entweder hat -ein anderer Geist in der Versammlung die Güte gehabt, meine Gestalt -anzunehmen und meine Rolle zu spielen, oder<span class="pagenum"><a id="page28"></a>Seite 28</span> die menschliche -Seele muß Handlungen vornehmen können, deren sie sich nicht bewußt -ist. Da ich begierig war, noch mehr zu erfahren, so brachte ich das -Gespräch auf den gegenwärtigen Krieg, weil ich glaubte, sie würde sich -in die Natur der Völker, der Landschaften, Städte und ihrer Lagen -nicht recht finden können, sondern ihre Schwäche und vielleicht gar -ihren Betrug offenbaren; allein sie sprach von allem diesen mit einer -bewunderungswürdigen Fertigkeit und unterschied alles so wohl, daß -ich in der That nicht begreifen konnte, wo sie als eine rohe Bäuerin -solche Begriffe her haben sollte. Sie behauptete, den Krieg zwischen -Preußen und Oesterreich lange vorher gewußt und auch einigen Leuten, -die sie mir nannte, in Wiesbaden<a name="FNanchor_A_57" id="FNanchor_A_57"></a><a href="#Footnote_A_57" class="fnanchor">[57]</a> vorhergesagt zu haben; man hätte -sie aber, weil alles damals ruhig gewesen, als eine Thörin verlacht, -besonders da sie die Bataille bei Lobositz<a name="FNanchor_A_58" id="FNanchor_A_58"></a><a href="#Footnote_A_58" class="fnanchor">[58]</a> vorhergesagt und die -Preußen für die Sieger erklärt habe. Zu eben der Zeit wäre sie ihrer -Aussage nach in einer Geisterversammlung gewesen, in welcher sich -der König von Preußen, wie die Häupter aller gegen ihn vereinigten -Mächte befunden. Der König that alles, die Gegenpartei zum Frieden -zu bringen und machte ihnen die nachdrücklichsten Vorstellungen; er -führte ihnen die Gerechtigkeit seiner Sache und das unschuldige Blut -zu Gemüte, das vergossen, und gewiß auf ihr Gewissen vergossen würde. -Da aber die andern gegen diese Gründe unempfindlich waren und immer -einer den andern in seinen Anschlägen bestärkte, so<span class="pagenum"><a id="page29"></a>Seite 29</span> trat -ein Engel zu dem König, zuckte ihn etlichemal zurück und sagte: „Sei -getrost und laß dich ihre große Anzahl nicht kleinmütig machen! Wenn -ihrer noch so viele wären, so sollen sie doch in dein Schwert fallen!“ -Zu einer anderen Zeit hat sie den König in seinem Kabinett betend -gesehen; zwei Engel standen hinter ihm, und da er zu Gott betete, er -möchte doch der unschuldigen Schlachtopfer schonen und seinen Feinden -friedfertige Gedanken geben, so sei abermals ein Engel zu ihm getreten -und habe obige Worte wiederholt. Sie machte hierbei die Anmerkung, es -verlange sie zu wissen, ob der König die Stimme wirklich höre oder ob -diese Gedanken bloß als wie eigene in seiner Seele entständen. Ebenso -will sie den Marsch der Franzosen vorausgesehen haben. Sie sagte, -anfangs seien ihre Gesichter nach Böhmen zugewandt gewesen; damit -aber die Feinde des Königs in dieser Gegend nicht zu mächtig würden, -so hätten sie sich nach Westfalen wenden müssen. Doch würden sie dem -König nicht schaden, sondern er würde sich auch dort ihren Leuten -widersetzen. Für die Zukunft bestimmt sei überhaupt dieses: Der König -würde stets sieghaft über seine Feinde sein und einen ehrlichen und -dauerhaften Frieden schließen können. Diese Frau prophezeite auch, daß -die Kurfürsten von Mainz und der Pfalz aus ihren Residenzen vertrieben -werden würden, weshalb sie zu Mannheim<a name="FNanchor_A_59" id="FNanchor_A_59"></a><a href="#Footnote_A_59" class="fnanchor">[59]</a> eingesperrt sei. Wie nun die -bei ihr gegenwärtig gewesenen Hofpersonen erzählten, daß der Hof so -bestürzt sei, weil er vom Prinzen von<span class="pagenum"><a id="page30"></a>Seite 30</span> Sulzbach in langer Zeit -keine Nachricht hätte, und glaubten, daß er gar tot sein möchte, hat -sie selbige getröstet und gesagt: „Nein, er lebt noch; er ist in Prag -in dem genannten Hause und Zimmer, sitzt am Tisch und liest gegenwärtig -die Zeitung.“ Als dieses am Hofe gemeldet und auch durch einen Kurier -alles wahr befunden sei, ist sie des Arrests entlassen worden. Ich -muß hier noch anmerken, daß sich diese Frau, wenn sie wiederholt, was -in ihrer Versammlung geredet, solcher Ausdrücke bedient, die für ihre -Erziehung viel zu ordentlich und, wenn mir der Ausdruck erlaubt ist, -viel zu vornehm sind; in ihren sonstigen Gesprächen kann man nichts -Phantastisches an ihr wahrnehmen. Ich habe mich nach ihrem Wandel -erkundigt und man giebt ihr das Zeugnis, daß sie sehr ordentlich lebe -und die Kirche sehr fleißig besuche, ein scharfes Auge auf ihre Kinder -habe und gegen die Armen ungemein freigebig sei; sie wird schier von -jedermann für eine Thörin gehalten. Ich getraue mir in diesem Punkte -nichts zu bestimmen; wenn sie auf höheren Befehl zu einzelnen Menschen -redet, so haben ihre Bestrafungen die Zerrüttung der Seele zum Grunde, -in diesem Falle ist sie der Gesellschaft nicht schädlich.</p> - -<p>Einige Monate später ließ Bender weitere Nachrichten folgen. Am 1. -Oktober 1757 – fährt er fort – sagte mir die Frau Hoffin, sie habe -die ganze Zeit, da sie mich nicht gesehen, nur drei Offenbarungen -gehabt: eine auf Pfingsten, die andere den 18. Juli und die letzte -auf den 11. September. In Ansehung der ersteren können Sie die -vollkommene Probe von der Wahrheit ihrer Aussage nehmen; in dieser -wurde ihr offenbart, daß die<span class="pagenum"><a id="page31"></a>Seite 31</span> Preußen die Bataille bei -Kollin<a name="FNanchor_A_60" id="FNanchor_A_60"></a><a href="#Footnote_A_60" class="fnanchor">[60]</a> verlieren und Prag verlassen würden. Sie sagt, sie habe -dies, ehe es eingetroffen, dem Herrn Kirchenrat Mieg in Wiesbaden -gesagt und sie berufe sich auf diesen als Zeugen für die Wahrheit ihrer -Aussage. Wollten Sie Sich die Mühe nehmen, nachzufragen, so würden Sie -vielleicht genug erfahren, um von dem übrigen urteilen zu können.<a name="FNanchor_A_61" id="FNanchor_A_61"></a><a href="#Footnote_A_61" class="fnanchor">[61]</a> -Die Ursache, warum diese Schlacht verloren gegangen, ist ihrer Aussage -nach diese: Die Kaiserin habe nichts mehr gewünscht, als nur einmal -über Preußen zu siegen, und sie habe sich anheischig gemacht, nach -diesem Sieg einen ehrlichen Frieden zu schließen. (Sie müssen wissen, -daß dieses bloß in der Geisterversammlung geschehen ist, wo auch die -geheimsten Gedanken offenbart würden, jedoch ohne daß eine von den -interessierten Personen ein Wort davon weiß.) Dieses sei bewilligt -worden, doch habe ihr zugleich ein Engel gesagt, es werde doch kein -Friede folgen; es geschehe bloß, um das Maß voll zu machen. In der -Versammlung vom 18. Juli ist nichts Merkwürdiges vorgefallen, außer daß -der kaiserlichen Partei ihr Trotz auf diesen Sieg stark verwiesen und -zugleich dem König von Preußen der Sieg aufs neue versprochen worden. -Die Offenbarung vom 11. September ist ungemein außerordentlich, und -wenn dieses eintrifft, so ist man vielleicht gezwungen, dieser Frau -mehr Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Sie sagte nämlich,<span class="pagenum"><a id="page32"></a>Seite 32</span> -es sei ihr ein sehr junger Herr und eine etwas ältliche Dame gezeigt -worden mit dem Bedeuten: Dieses ist der Prinz von Oranien<a name="FNanchor_A_62" id="FNanchor_A_62"></a><a href="#Footnote_A_62" class="fnanchor">[62]</a> und diese -seine Frau Mutter.<a name="FNanchor_A_63" id="FNanchor_A_63"></a><a href="#Footnote_A_63" class="fnanchor">[63]</a> Ich weiß nicht, sagte sie, ob solche Personen in -der Welt sind, allein so habe ich sie nennen hören. Diese beiden hohen -Personen habe ein Engel aufgemuntert, ihren gedrückten Glaubensbrüdern -beizustehen und sich der Sache der Religion anzunehmen. Gleich darauf -habe sie ein starkes Gewinsel gehört, woraus sie geschlossen, daß -dieser junge Prinz im Anfange nicht sonderlich glücklich sein werde. -„Die Sache geschieht gewiß,“ fuhr sie fort, „wann aber, das ist mir -unbekannt und nicht offenbart worden.“ Ich fragte sie, was es endlich -wohl für einen Ausgang mit dem gegenwärtigen Krieg nehmen werde. Ich -erhielt eine Antwort, deren ich mich von Wort zu Wort besinne: „Es ist -hier,“ sagte sie, „nicht um Kronen und Länder, sondern um das wahre -Wort Gottes zu thun, und ich habe die Versicherung, daß dieses nebst -seinen Verteidigern nie unterliegen werde.“ Noch eins hätte ich schier -vergessen: der Stadt Mainz soll ein großes Unglück bevorstehen, Landau -und Straßburg sollen nicht leer ausgehen.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="page33"></a>Seite 33</span> Gerade in bedrängten Zeiten tauchen prophetische Stimmen am -ehesten auf, und so erschienen Anfang April 1761 plötzlich auch in -Köln<a name="FNanchor_A_64" id="FNanchor_A_64"></a><a href="#Footnote_A_64" class="fnanchor">[64]</a> zwei alte Männer von ehrwürdigem Aussehen, die auf eine -sonderbare Art gekleidet und barfuß waren und nur Wasser und Brot -genossen. Sie verkündeten auf öffentlichen Gassen den Zorn Gottes -über die Menschen und weissagten, daß im Jahre 1765 sich in allen -vier Weltteilen ein allgemeiner Krieg entzünden, 1766 Konstantinopel -zerstört werden, 1767 England im Wasser untergehen, 1768 die ganze Welt -den wahren Gott erkennen und 1769 ein großer Mann ein wichtiges Zeugnis -davon ablegen, 1770 ein allgemeines Erdbeben stattfinden, 1771 Sonne -und Mond samt den Sternen vom Himmel fallen, 1772 die Welt in Flammen -untergehen und endlich 1773 das allgemeine Weltgericht einbrechen -werde. Man verbot ihnen sogleich, ihre Mission fortzusetzen; sie aber -widersetzten sich diesem Befehle und gaben sich für Propheten aus, die -der Himmel abgesendet, die Menschen zu schleuniger Buße zu ermahnen. -Dieserhalb gefänglich eingezogen, wurden sie von den Jesuiten einem -Verhör unterworfen; sie antworteten in lateinischer, griechischer, -hebräischer, chaldäischer und anderer Sprache und gaben vor, 700 Jahre -alt und aus der Gegend von Damaskus gebürtig zu sein. Mit Erlaubnis der -Obrigkeit von den Jesuiten gefesselt nach Rom geschickt, wollten sie -dort die Richtigkeit ihrer Mission erweisen.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="page34"></a>Seite 34</span> Nach den Freiheitskriegen verwirrte der durch seine Wanderung -nach Königsberg (1807/08) bekannt gewordene Landmann Johann Adam -Müller<a name="FNanchor_A_65" id="FNanchor_A_65"></a><a href="#Footnote_A_65" class="fnanchor">[65]</a> vom Maisbacher Hofe bei Heidelberg die Gemüter vieler -Rheinländer gelegentlich seiner Reise zum Aachener Kongreß (1818), -indem er behauptete, es werde noch in diesem Jahre Napoleon von St. -Helena zurückkehren und ein neuer Krieg beginnen, der drei Jahre dauern -und Frankreich unter das Szepter der vier verbündeten Monarchen, -wozu er England zählte, bringen würde; sein Auftrag gehe diesmal -dahin, die vier Fürsten aufzufordern, alles daran zu setzen, eine -Religions-Vereinigung zu bewirken und Juden, Heiden und Türken dem -Glauben an Jesum Christum zuzuführen, worauf die glückselige Zeit auf -Erden beginnen werde.<a name="FNanchor_A_66" id="FNanchor_A_66"></a><a href="#Footnote_A_66" class="fnanchor">[66]</a></p> - -<p>Die beiden namhaftesten Seher des Rheinlandes aber sind Rembold und -Knopp, bei deren Geschicken und Enthüllungen wir nunmehr verweilen -wollen.</p> - -<p>Johann Bernhard Rembold<a name="FNanchor_A_67" id="FNanchor_A_67"></a><a href="#Footnote_A_67" class="fnanchor">[67]</a> war im Dezember 1689 als Sohn eines -alten Leinwebers in dem unweit Siegburg gelegenen Dorfe Eschmar -geboren. Schon früh begleitete er seinen Vater auf dessen<span class="pagenum"><a id="page35"></a>Seite 35</span> -Geschäftsreisen, die er ihm später ganz abnahm, und da dieser einen -großen Teil seiner Fabrikate auf der Abtei Siegburg absetzte, verwandte -ihn der Abt häufig als Boten in die ihm untergeordneten Klöster -Oberpleis, Heisterbach etc., so daß er viel mit den Ordensgeistlichen -in Berührung kam. Durch diesen Verkehr eignete sich der fromme, aber -gänzlich ungebildete Mann mancherlei Anschauungen an, die den meisten -seiner Standes- und Zeitgenossen fremd bleiben mußten. Nur mit einem -Stab, einem Rosenkranz und einer Geige ausgerüstet, durchzog er – auch -noch nach seiner Verheiratung – die Dörfer und Städte der bergischen -Sieg- und Rheingegend und besuchte vorzugsweise die Kirchweihfeste, -wo er durch den Vortrag einfacher Kirchenlieder und moralischer -Erzählungen die Leute zu fesseln suchte. Auf jedem Bauerngute, in -jedem Kloster war „Spiel-Bähn“,<a name="FNanchor_A_68" id="FNanchor_A_68"></a><a href="#Footnote_A_68" class="fnanchor">[68]</a> wie man ihn seines Geigenspiels -halber bald ausschließlich zu nennen pflegte, ein gern gesehener -Gast, der jeden erlaubten Dienst willig verrichtete und sich noch im -hohen Mannesalter selbst einer Reise nach Rom, mit der ihn die Kölner -Franziskaner betrauten, gern unterzog.</p> - -<p>Aus der heiligen Stadt mit großer Weltkenntnis zurückgekehrt, gab -Spielbähn die erste Probe seiner Sehergabe, indem er auf dem Eschmarer -Bauergeding<a name="FNanchor_A_69" id="FNanchor_A_69"></a><a href="#Footnote_A_69" class="fnanchor">[69]</a> erklärte: „Künftiges Jahr werden wir nicht bauerdingen, -weil dann die ganze hiesige Gegend<span class="pagenum"><a id="page36"></a>Seite 36</span> mit fremden Kriegern -überschwemmt sein wird.“ Trotzdem sich diese Prophezeiung gleich -vielen späteren wirklich erfüllte, schenkte man doch seinen Visionen -meist nur wenig Glauben, was die Bezeichnung „Lügen-Bähn“, die schnell -im ganzen Lande gäng und gäbe wurde, genugsam bekundet. Bat ihn ein -Spötter um eine Prophezeiung, so erwiderte er mit großer Gelassenheit, -daß es nicht in seiner Macht liege, willkürlich künftige Geschicke -zu verkünden, sondern Gott ihm nur zu Zeiten einen Blick in die -Zukunft eröffne; am abendlichen Herdfeuer, im Kreise biederer Nachbarn -aber, nahm er häufig die graue Mütze von seinem ehrwürdigen Haupte, -schaute, fromm die Hände faltend, mit verklärtem Antlitz gen Himmel -und berichtete kurz und bestimmt, was die göttliche Huld ihn erschauen -lasse, sehr oft schließend: „Wenn auch die Menschen mich verhöhnen, -indem sie sagen, ich sei nur ein simpler Spielmann, so wird dennoch -die Zeit kommen, wo sie wahr finden werden meine Worte.“ Einst bat er -einen Nachbar, mit ihm für den noch völlig gesunden N. zu beten, da er -binnen kurzem verscheiden werde – und der Genannte starb am zweiten -Tage; mehrere Personen, die nach seiner Aussage ihre Wohnung nicht -wiedersehen würden, raffte der Tod auf dem Heimwege hin: der gräfliche -Rentmeister X. erlag einem Schlagflusse, ein Knecht aus der Nähe von -Sieglar wurde überfahren, ein Bauernmädchen aus derselben Gegend -ertrank; auch der Küster Haupts in Geistingen,<a name="FNanchor_A_70" id="FNanchor_A_70"></a><a href="#Footnote_A_70" class="fnanchor">[70]</a> ein Kind in Sieglar, -<span class="pagenum"><a id="page37"></a>Seite 37</span> sowie der Amtmann D. und der Schöffe T. in Honnef starben -genau zu der von Spielbähn angegebenen Zeit, der Gerichtsschöffe Kr., -nach Verlust seines Vermögens, wie dieser es ihm angekündet, „von -Ungeziefer halb verzehrt, in Troisdorf auf dem Stroh“. Matthias Bey, -weiland Schöffe zu Birlinghoven, hat oft erzählt, daß Spielbähn, der in -seinem Elternhause häufig eingekehrt und von seinem Vater wegen seiner -Weissagungen mitunter gehänselt sei, diesem eines Tages eröffnet habe: -„Obgleich du meine Worte verlachst, so wünschte ich doch, dir etwas -Gutes prophezeien zu können; leider ist es aber nur Schlimmes, was ich -dir zu sagen habe: du bist zwar ein braver Mann, dem Kirchengang und -Gebete, sowie dem Wohlthun ergeben, aber du wirst dennoch nicht in -deinem Bette sterben!“ Sein Vater habe indes auch diese Prophezeiung -ungläubig und lächelnd hingenommen, sei aber am 5. Januar 1792, als er -von einem Taufschmause berauscht zurückkehrte, unterwegs – etwa <sup>3</sup>/<sub>4</sub> -Stunden von seiner Wohnung entfernt – erfroren.</p> - -<p>Diejenigen Prophezeiungen Bähns, welche ein allgemeines Interesse -beanspruchen konnten, sind 1759 von einem alten katholischen -Landgeistlichen aufgezeichnet worden, dessen Niederschrift -Schrattenholz 1840 wieder aufgefunden und 1846 zuerst veröffentlicht -hat. Ein großer Teil derselben soll durch den Brand der Abtei Siegburg -(1772), das Anschwellen der Sieg (1784), die Enthauptung Ludwigs -<span class="antiqua">XVI.</span> (1793), die Gewaltherrschaft Napoleons (1799-1814), die -Aufhebung der rheinischen Klöster (1803), die Gefangennahme des -Papstes Pius <span class="antiqua">VII.</span> (1809) und des Kölner Erzbischofs Clemens -August<span class="pagenum"><a id="page38"></a>Seite 38</span> (1837), die Errichtung einer Irrenanstalt zu Siegburg -(1824), die Anlage mehrerer Landstraßen,<a name="FNanchor_A_71" id="FNanchor_A_71"></a><a href="#Footnote_A_71" class="fnanchor">[71]</a> die Einführung von -Eisenbahnen und Dampfboten<a name="FNanchor_A_72" id="FNanchor_A_72"></a><a href="#Footnote_A_72" class="fnanchor">[72]</a> u. s. w. bereits in Erfüllung gegangen -sein, so daß sich nur noch die Schilderung der letzten entscheidenden -Schlacht,<a name="FNanchor_A_73" id="FNanchor_A_73"></a><a href="#Footnote_A_73" class="fnanchor">[73]</a> die u. a. auch die Wiederaufrichtung der Abteien Siegburg -und Heisterbach im Gefolge haben würde, zu bewahrheiten hätte. Die -hierauf bezügliche Weissagung hat folgenden Wortlaut:<a name="FNanchor_A_74" id="FNanchor_A_74"></a><a href="#Footnote_A_74" class="fnanchor">[74]</a> „Ihr -bergischen Länder, merket auf! Euer Regentenhaus, welches abstammt von -einem Markgrafentum, wird von seiner Höhe plötzlich herabsinken und -wird kleiner als ein Markgraftümchen werden. Es bluten die Gläubigen -im fremden Lande. Darum untergehen wird ein großes Barbarenreich,<a name="FNanchor_A_75" id="FNanchor_A_75"></a><a href="#Footnote_A_75" class="fnanchor">[75]</a> -weil es solche<span class="pagenum"><a id="page39"></a>Seite 39</span> Frevel zugelassen und nicht beschützet hat -die Kirche Christi und nicht geehrt hat ihre Diener. Mit ihm sinken -die falschen Propheten, als deren sich viele mit Weib und Kind selbst -verbrennen werden, und man 400 mit den Eingeweiden erwürgen und die -übrigen von einem Felsen am Rheine stürzen wird. Das ist der Blutzeit -Anfang. Die heilige Stadt Köln wird sodann eine fürchterliche Schlacht -sehen. Viel fremdes Volk wird hier gemordet, und Männer und Weiber -kämpfen für ihren Glauben. Und es wird von Köln, das bis dahin noch -eine Jungfrau, grausamlich Kriegswesen, Belagerung und Verheerung nicht -abzuwenden sein, und man wird allda bis ans Knöchel im Blute waten. -Zuletzt aber wird ein fremder König aufstehen und den Sieg für die -gerechte Sache erstreiten. Die Ueberbleibsel (<span class="antiqua">sc.</span> des Feindes) -entfliehen bis zum Birkenbäumchen. Hier wird die letzte Schlacht -gekämpfet für die gute Sache. Die Fremden haben den schwarzen Tod mit -ins Land gebracht. Was das Schwert verschont, wird die Pest fressen. -Das bergische Land wird menschenleer sein und die Aecker herrenlos, -also daß man ungestört von der Sieg bis zum Oelberg<a name="FNanchor_A_76" id="FNanchor_A_76"></a><a href="#Footnote_A_76" class="fnanchor">[76]</a> wird eine Fuhr -machen (pflügen) können. Die in den Bergen verborgen sind, werden die -Aecker wieder anbauen. Um diese Zeit wird Frankreich zerspaltet sein. -Das deutsche Reich wird sich einen Bauer zum Kaiser wählen. Der wird -ein Jahr und einen Tag Deutschland regieren. Der nun die Kaiserkrone -nach ihm trägt, der wird der Mann sein, auf den die Welt lange gehofft -hat. Er wird römischer<span class="pagenum"><a id="page40"></a>Seite 40</span> Kaiser heißen und der Menschheit den -Frieden geben. Siegburg und Heisterbach wird er wieder aufrichten, wie -es weiland gewesen und von Anfang bestimmt war. Um diese Zeit werden -in Deutschland keine Juden mehr sein und die Ketzer schlagen an die -Brust. Und darnach wird eine gute und glückliche Zeit sein; das Lob -Gottes wird auf der Erde wohnen, und ist kein Krieg mehr, denn über dem -Gewässer. Darum werden die entflohenen Brüder von dannen zurückkehren -mit ihren Kindeskindern, und sie werden in ihrer Heimat in Frieden -wohnen fort und fort. Des sollen die Menschen wohl achthaben, was ich -gesagt habe; denn vieles Ungemach kann verbessert werden durch Gebet -zu Gott, dem erbarmungsreichen Vater der Menschen, und Jesus Christus, -hochgelobt in Ewigkeit.“ Ueber die Zeit, zu der die blutige Schlacht -geschlagen werden soll, äußerte Spielbähn:<a name="FNanchor_A_77" id="FNanchor_A_77"></a><a href="#Footnote_A_77" class="fnanchor">[77]</a> „Die Schnell<a name="FNanchor_A_78" id="FNanchor_A_78"></a><a href="#Footnote_A_78" class="fnanchor">[78]</a> wird -eine Insel werden. Alsdann wird ein großes Werk,<a name="FNanchor_A_79" id="FNanchor_A_79"></a><a href="#Footnote_A_79" class="fnanchor">[79]</a> welches man in -Köln begonnen hat, durch den großen Krieg gestört werden. Die Bewohner -hiesiger Gegend werden ihre Habseligkeiten auf jener Insel verbergen, -woselbst sie vor der Habgier der Krieger gesichert sein werden.“ -Damals schien es fast unmöglich, daß der Wald sich<span class="pagenum"><a id="page41"></a>Seite 41</span> in eine -Insel umbilden könne; im Laufe der Zeit aber hat der bei seinen Fluten -so wütende Siegfluß solche Strecken Landes mit sich fortgerissen, -daß man bereits 1848 die Abtrennung in nahe Aussicht stellte, der -Weissagung eingedenk, die die guten Müllekovener schon während der -Freiheitskriege, trotzdem die Schnell noch nicht zur Insel geworden, -bewogen hatte, ihre Schätze dorthin zu bringen, wo sie ihnen dann -sämtlich gestohlen wurden. Eine andere Prophezeiung<a name="FNanchor_A_80" id="FNanchor_A_80"></a><a href="#Footnote_A_80" class="fnanchor">[80]</a> Spielbähns -verbreitete später sein Vetter Benrodt, ein früherer Pferdehändler, -der ihm in den letzten Lebensjahren als Stütze seiner altersschwachen -Glieder diente: „Wenn man sich in Deutschland aller Orten gegen die -Obrigkeit erheben wird, alsdann wird der Religionskrieg ausbrechen. Die -Türken als die Erbfeinde der Christenheit, werden bis Köln vordringen, -hier aber in einer mörderischen Schlacht zwischen Köln und Rodenkirchen -geschlagen werden. Auf der Miel<a name="FNanchor_A_81" id="FNanchor_A_81"></a><a href="#Footnote_A_81" class="fnanchor">[81]</a> wird man mehrere große Leute an -Bäumen erhängt sehen, und es wird so mörderisch hergehen, daß nach -Beendigung des Krieges ein Nachbar dem ihm Begegnenden mit dem Ausrufe -um den Hals fallen wird: Bruder, wo hast du dich erhalten? Dann wird -das bergische Land so arm sein, daß kein Potentat es geschenkt zu haben -verlangte.“ Als Spielbähn einst bei Deutz gerastet hatte, erklärte -er,<a name="FNanchor_A_82" id="FNanchor_A_82"></a><a href="#Footnote_A_82" class="fnanchor">[82]</a><span class="pagenum"><a id="page42"></a>Seite 42</span> er habe durch die dichten Haufen der Soldaten nicht -dringen können, die lange weite Kleider, krumme Säbel und ein Tuch um -den Kopf gehabt. Auch sagte er: Durch eine Beschießung mit glühenden -Kugeln werde Köln bis an die Bach abbrennen; an das Gnadenbild in der -Schnurgasse werde es jedoch nicht kommen. Die Kugeln würden auch über -den Dom fliegen, dort aber nicht zünden. Die einrückenden Soldaten -werden auf ihrer Kopfbedeckung Kreuze haben und vom Augustiner-Platze -her, Marspforten herunter, so eilig auf die Brücke zulaufen, daß -der Kamerad seinen Kameraden in den Rhein stürzt, um wegzukommen. -Ueberhaupt wird auch hier die Flucht von allen so eilig dargestellt, -wie in Westfalen, und wenn man hier getrost die Schinken auf die Zäune -hängen könne, weil den Fliehenden die Zeit, sie abzunehmen nicht -vergönnt sei, so sollen sie dort das Fleisch der bergischen Kühe, weil -sie keine Zeit es zu kochen hätten, unter die Sättel legen.</p> - -<p>Am Abend des 1. Januar 1772 hatte Spielbähn die Gäste eines Eschmarer -Wirtshauses aufgefordert, die Karten wegzulegen und nach dem Siegburger -Berg zu eilen, wo eine Feuersbrunst bald die ganze Abtei mit Ausnahme -der Kirche zerstören würde. Da dieselbe etwa eine Stunde darauf -thatsächlich in hellen Flammen stand, wurde der 82jährige Greis als -Brandstifter verdächtigt und auf Befehl der Düsseldorfer Regierung als -Untersuchungsgefangener nach Honnef abgeführt. Nachdem er über ein -Jahr im Gefängnis ausgehalten und schließlich wegen Mangel an Beweisen -in Freiheit gesetzt war, nahm er seine Wanderungen zwischen Honnef -<span class="pagenum"><a id="page43"></a>Seite 43</span> und Köln wieder auf, an letzterem Orte besonders oft und lange -bei den Kartäusern verweilend. Zu Köln auch hauchte er am 20. Februar -1783 in den Armen des Apothekers Schnitzler seinen prophetischen Geist -aus; seine irdischen Reste wurden auf dem Kirchhofe zu St. Marien-Ablaß -beigesetzt, später aber – wie er noch kurz vor seinem Verscheiden -vorhergesagt – wieder ausgegraben und nach dem am 29. Juni 1810 -eingeweihten neuen Friedhofe von Melaten gebracht.</p> - -<p>Es ist leicht zu begreifen, daß die wundersüchtige Menge dem alten -Manne tausend erlogene Prophezeiungen in den Mund gelegt und die -albernsten Sachen auf seine Kosten erfunden. Wie wenig Glauben selbst -die im Brustton der Ueberzeugung vorgetragenen und häufig sogar noch -ausdrücklich als „verbürgt“ bezeichneten Nachrichten verdienen, mag -folgende Probe, die ich der Schrift von Burg<a name="FNanchor_A_83" id="FNanchor_A_83"></a><a href="#Footnote_A_83" class="fnanchor">[83]</a> entnehme, bekunden. Zu -Spich, einem Dorfe in der Gemeinde Sieglar, befindet sich ein tiefer -Weiher, genannt Pohstadt; allda ist ehedem eines altadligen deutschen -Geschlechtes prachtvolle Burg versunken, in der damals zwei Brüder -hausten, von denen der eine bereits des wirklichen Todes Schrecknisse -gekostet, der andere hingegen, einem Scheintoten ähnlich, in Entzückung -liegt. „Diesem,“ sagt der alte Bernard, „gehört rechtmäßig das -bergische Land; nach der mörderischen Schlacht, die zu Köln ihre -Walstatt haben wird, wird der entzückt liegende Bruder erwachen, -selber nach Köln kommen, und alle werden, sich vor ihm verbeugend, -ihm huldigen,<span class="pagenum"><a id="page44"></a>Seite 44</span> und er wird, ihnen aufrichtig dankend, das -bergische Land in Besitz nehmen: niemand aber wird ihn kennen.“ Infolge -dieser – wie Burg selbst zugiebt – „wirklich romanhaft klingenden“ -Vorhersagung sei, während Bähn im Gefängnis saß, ein mutiger Mann -beauftragt, aus jenem Schlosse, das damals eine Oeffnung gehabt, einen -zinnernen Teller als Wahrzeichen zu holen, von den anderen Schätzen -aber nichts zu berühren. Dieser habe sich, wahrscheinlich von ihrem -herrlichen Glanze geblendet, an einer silbernen Mütze vergriffen und -deshalb zur Strafe seiner Untreue allda den Tod gefunden, ein anderer -jedoch den fraglichen Teller glücklich hervorgeholt, worauf der -hochbetagte Prophet sofort seiner Haft entlassen und wieder in volle -Freiheit gesetzt wäre.</p> - -<p>Ziemlich gleichzeitig mit Spielbähn lebte Johann Peter Knopp,<a name="FNanchor_A_84" id="FNanchor_A_84"></a><a href="#Footnote_A_84" class="fnanchor">[84]</a> -vom Volke gewöhnlich Jannes-Pitter Körper genannt. Im Jahre 1714 zu -Ehrenberg in der Pfarrei Neustadt von armen Eltern geboren, diente er -auf dem Hofe Kurp<a name="FNanchor_A_85" id="FNanchor_A_85"></a><a href="#Footnote_A_85" class="fnanchor">[85]</a> zu Erl, bis er sich soviel erspart hatte, daß -er nach Beendigung des siebenjährigen Krieges (1763) ein Bachem'sches -Landgütchen zu Ohlenberg in Pacht nehmen und sich verheiraten konnte, -obschon er trotz seines Fleißes noch oft mit der bittersten Not zu -kämpfen hatte. Später wohnte er abwechselnd in Erl und Ohlenberg, und -hier wie in Linz, wohin er mindestens<span class="pagenum"><a id="page45"></a>Seite 45</span> allsonntäglich zur -Kirche kam, unterhielt er sich gern über den Lauf der Gestirne, über -Witterungskunde, Kapitel der Bibel und der 12 Sibyllen Weissagungen, -zugleich seine eigenen Visionen, die meist auf Beobachtungen von -Lufterscheinungen beruhten, zum besten gebend. Häufig sah man ihn -stundenlang wie tot auf dem Rücken liegen und gen Himmel starren.</p> - -<p>Bald gingen seine Prophezeiungen von Mund zu Mund, und als ihm der -Pastor Frömbgen einst verbot, den Leuten mit seinen „Lügen“ noch -weiter die Köpfe zu verdrehen, citierte er aus der Bibel so viele -Beweisstellen für seine Voraussagungen, daß der Geistliche schließlich -von seiner Forderung Abstand nahm. Riefen ihm aber die Dorfkinder -spottend nach: „Jannes Pitter, lug<a name="FNanchor_A_86" id="FNanchor_A_86"></a><a href="#Footnote_A_86" class="fnanchor">[86]</a> mer doch och wat vör!“ dann -wurde er zornig und prophezeite ihnen häufig etwas, das sie sicher -nicht gerne hörten, z. B. einem gewissen Schmitz aus Noll, den mehr -als 50 Jahre später der Schlag auf der Landstraße rührte, daß er nicht -in seinem Bette sterben, einem Jungen aus dem Kirchspiel Windhagen, -daß er noch vor den Franzosen fliehen würde. Auch dem Arbeitsmann -Hubert Bungard aus Linzhausen entgegnete er auf die Aeußerung: „No, -wat säht<a name="FNanchor_A_87" id="FNanchor_A_87"></a><a href="#Footnote_A_87" class="fnanchor">[87]</a> dä Lug-Jannes-Pitter hück ald<a name="FNanchor_A_88" id="FNanchor_A_88"></a><a href="#Footnote_A_88" class="fnanchor">[88]</a> widder?“ „Wat, do wellß -mich Lug-Pitter schänge? Schammß do dich nit, do älendet Lästermuul? -Aevver waht,<a name="FNanchor_A_89" id="FNanchor_A_89"></a><a href="#Footnote_A_89" class="fnanchor">[89]</a> jetz wähden ich ens e paar Wöhdcher met deer spreche: -Do weehsch<span class="pagenum"><a id="page46"></a>Seite 46</span> noch emol esu ne Bangebozz<a name="FNanchor_A_90" id="FNanchor_A_90"></a><a href="#Footnote_A_90" class="fnanchor">[90]</a> wähde, dat do -deer vör lunter Angs ene Aehzekessel op dinge Pädskopp<a name="FNanchor_A_91" id="FNanchor_A_91"></a><a href="#Footnote_A_91" class="fnanchor">[91]</a> sezze -weehsch!“ Und wirklich, als im Jahre 1794 sich österreichische und -französische Truppen bei Linzhausen schlugen und das Dorf mit einem -Kugelregen überschüttet wurde, verfolgte Bungard den Verlauf des -Gefechts aus einem Speicherfenster, sein Haupt durch einen umgestülpten -Kochtopf sichernd. Dem Linzer Fuhrmann Pütz, der ihn stets gastlich -aufnahm, kündigte Jannes-Pitter einen großen Weintransport an, der -ihn monatelang bis zu einem Tage, den er später gleichfalls vorher -bestimmte, von Hause fern halten würde; ein andermal riet er ihm bei -herrlichem Wetter vergebens von einer Ausfahrt ab, da er die Sieg doch -nicht überschreiten und selbst leicht verunglücken könne, aber heftige -Wolkenbrüche überzeugten Pütz bald von der Berechtigung der Warnung.</p> - -<p>Derartiger Fälle ließen sich noch viele verzeichnen; um jedoch die -Geduld des Lesers auf keine allzu harte Probe zu stellen, will ich -zu denjenigen Vorhersagungen übergehen, die sich nicht auf die -Geschicke ihm ganz gleichgültiger Personen beschränken. „Ihr werdet -es erleben,“ prophezeite er den Jungen in Bruchhausen bei einer der -alljährlich von Linz dorthin ziehenden Ostermontags-Prozessionen – -„daß ihr keinen Kurfürsten mehr habt und bekommt ein protestantisches -Oberhaupt. Das Zeichen, an dem ihr die Wahrheit dieses erkennet, ist -das: der letzte Kurfürst ist mit dem österreichischen Kaiser nahe -verwandt; er kömmt den Rhein herab und<span class="pagenum"><a id="page47"></a>Seite 47</span> mit einer Pracht, -so ihr noch nicht gesehen habt. Auch hat er statt der Domherren nur -Damen bei sich.“ Und bekanntlich ist Maximilian Franz, ein Erzherzog -von Oesterreich, 1801 als letzter Kurfürst von Köln gestorben, und -das durch den Luneviller Frieden (1801) geteilte Erzstift 1815 wieder -vereinigt und dem Königreich Preußen zugeteilt, dem es verbleiben und -einem langen Frieden verdanken soll. Auch Jannes-Pitters Ankündigung -aus den 1770er Jahren „Es kommt die Zeit, wo die Klöster aufgehoben, -die Herren vertrieben und alle ihre Güter verkauft werden,“ wegen -deren Wiederholung ihm der letzte Abt von Heisterbach und die letzte -Aebtissin des adligen Damenstiftes zu St. Katharina ihre Gunst -entzogen, ist im Jahre 1803, und seine Prophezeiung über den Verkauf -des Linzer Kirchspiel-Waldes, die er 1783 seinen Arbeitsgenossen auf -der Eishardt auftischte, in den Jahren 1835 bis 1837 zur Wahrheit -geworden.<a name="FNanchor_A_92" id="FNanchor_A_92"></a><a href="#Footnote_A_92" class="fnanchor">[92]</a></p> - -<p>Gleich Spielbähn, mit dessen Prophezeiungen man noch weitere -Uebereinstimmung bemerken wird, sprach auch Jannes-Pitter schon von -Schiffen und Wagen „ohne Pferde“. Wenn diese mit grillenden Tönen -laufen werden, ein Gotteshaus zwischen Ohlenberg und Linz<a name="FNanchor_A_93" id="FNanchor_A_93"></a><a href="#Footnote_A_93" class="fnanchor">[93]</a> errichtet -sein, und die Ahr ihre Mündung über der Kripp auf die Pfarrkirche zu -Linz (oder den Kaisersberg) zu<a name="FNanchor_A_94" id="FNanchor_A_94"></a><a href="#Footnote_A_94" class="fnanchor">[94]</a> erhalten haben<span class="pagenum"><a id="page48"></a>Seite 48</span> wird, dann -werden traurige Ereignisse eintreten. Wohl werden die Leute glauben, -im goldenen Zeitalter zu leben, aber hüten mögen sie sich, daß sie -nicht im Strudel zu Grunde gehen. Es wird Krieg geben, wenn keiner -es ahnt; man wird fürchten und bangen, und es wird wieder ruhig und -jeder sorglos sein. Wenn die Brücke zu Köln<a name="FNanchor_A_95" id="FNanchor_A_95"></a><a href="#Footnote_A_95" class="fnanchor">[95]</a> fertig sein wird, wird -Kriegsvolk gleich darüber gehen. Man wird eine Straße von Linz nach -Asbach bauen durch den Erpeler Büsch (oder über die Rottbitz),<a name="FNanchor_A_96" id="FNanchor_A_96"></a><a href="#Footnote_A_96" class="fnanchor">[96]</a> -aber sie wird nicht fertig werden: die Arbeiter gehen noch vom Wege -laufen. Kriegsvolk wird den Rhein besetzen, und alles Mannsvolk muß -mit, was nur eine Mistgabel tragen kann. Es wird ein Krieg sein, wie -vordem nicht erlebt worden, aber er wird recht lange dauern: die -zuletzt noch aufgefordert werden, kommen, wenn alles vorüber ist. -Es wird hart hergehen, besonders bei Koblenz. Von Leutesdorf (oder -Hammerstein) bis Unkel wird es noch leidlich sein, wiewohl es auch hier -hart hergeht.<a name="FNanchor_A_97" id="FNanchor_A_97"></a><a href="#Footnote_A_97" class="fnanchor">[97]</a> Die Linzer<span class="pagenum"><a id="page49"></a>Seite 49</span> werden viel, doch längst nicht am -meisten leiden, und viele alles verlassen und im Gebüsch wohnen; bei -Unkel (oder vom Honnefer Graben) und vom Siebengebirge an wird das Blut -in Strömen fließen. Es werden (1 oder) 3 gute Jahre vorhergehen, denen -3 Mißjahre voller Elend und Drangsale folgen.... Die Fremdlinge werden -nach hartem Widerstande geschlagen, Frankreich wird zerrissen und ein -Fürst so zurückgedrängt, daß er von einem dreibeinigen Stuhle seine -ganze Herrlichkeit überschauen kann.“ Nach einer genauen Schilderung -der sich gegenüberstehenden Heere läßt der Seher schließlich die -östreichischen Waffen siegen und schließt: „Nach diesen Tagen wird -man eine Kuh an eine goldene Kette binden können, und wenn sich Leute -treffen, werden sie einander fragen: Freund, wo hast du dich erhalten?“ -Dann soll auch alles ehemalige Klostergut den Klöstern zurückgegeben -werden.</p> - -<p>Jannes-Pitter verstand es, durch Miene und Ausdruck seine Zuhörer zu -fesseln, die seine große Einsicht in fast alle Lebensverhältnisse -bewunderten und ihm ihren Dank oft durch kleine Gaben bezeigten. Seine -Armut nämlich war so groß, daß er 1794 zu Ohlenberg in einem Stalle -starb und seine kinderlose Witwe von der dortigen Gemeinde bis zu -ihrem Tode unterhalten werden mußte. Der Ruf seiner Sehergabe aber -war – vielleicht durch den k. k. General Alfter von Ockenfels – bis -an den östreichischen Hof gedrungen, wohin ihn, wie er früher häufig -vorhergesagt, zwei Tage nach seinem Tode, als er auf dem Schauf -(Schaubett) lag, ein mit Schimmeln bespannter Galawagen bringen sollte.</p> - -<p><span class="pagenum"><a id="page50"></a>Seite 50</span> Mit großartigen Prophetengaben wurde auch Helena Wallraff<a name="FNanchor_A_98" id="FNanchor_A_98"></a><a href="#Footnote_A_98" class="fnanchor">[98]</a> -ausgeschmückt, die 1755 in dem etwa <sup>1</sup>/<sub>2</sub> Stunde von Kirdorf entfernten -Dorfe Brüggen geboren und seit 1783 mit Wilhelm Horst († -1809) verheiratet war. Ihr Seelsorger, der 1781 von Marienstatt nach -Kirdorf gesandte Pfarrer Heinen, wies die Ermahnungen, mit denen sie -auch ihn nicht verschonte, anfangs als unberufene Anmaßung zurück, -wandte aber, nachdem er sich von der Richtigkeit und Heiligkeit -ihres Wandels überzeugt und Helena ihm wiederholt seine innersten -Gedanken und verborgene Dinge offenbart, ihren Aeußerungen immer -größere Aufmerksamkeit zu und ließ sich endlich sogar bewegen, ihre -Offenbarungen schriftlich aufzunehmen. Fast täglich hat sie ihm mehrere -Stunden ununterbrochen, ohne Anstoß, ohne je ein Wort zurückzunehmen -oder zu verändern, ihre Schauungen in die Feder diktiert, die der -Pfarrer allmählich sorgfältig abschrieb. Zu dieser Zeit hielt Helena -große religiöse Umzüge, an denen sich alle Nachbarschaften beteiligten, -bis 1799 die französischen Polizeibehörden einschritten und die Seherin -nebst vielen Brudermeistern nach Köln ins Gefängnis schleppten. -Dorthin wurde am 14. Juni auch der Pfarrer Heinen zum Verhör gebracht, -vom Präsidenten Kley aber, dem Helena in einem Strahlenkranze -erschienen war, bald wieder entlassen, während die Seherin, wie sie -ihren Mitgefangenen vorhergesagt,<span class="pagenum"><a id="page51"></a>Seite 51</span> der Müller Körfgen durch -Erlegung der auf 900 Franken bemessenen Geldstrafe befreite. Die ihm -zurückgegebenen Offenbarungen legte der Pfarrer nach der Vorschrift -des Trienter Konzils dem damals in Ellingen weilenden Kurfürsten -Maximilian Franz zur Prüfung vor, der ihn das Ergebnis der über 8 -Monate dauernden Beratungen auf der Abtei Marienstatt abwarten und dann -in seine Pfarrei zurückkehren ließ. Infolge fremder Ratschläge, oder -vielleicht auch aus Menschenfurcht, weigerte sich nunmehr aber Heinen, -die Niederschrift der Offenbarungen fortzusetzen, und auch nicht -er, sondern Helenas Ehemann hat ihr „Büchlein des Trostes“<a name="FNanchor_A_99" id="FNanchor_A_99"></a><a href="#Footnote_A_99" class="fnanchor">[99]</a> von -April bis Weihnachten 1800 aufgezeichnet, das erst später dem Pfarrer -übergeben und von dessen Neffen veröffentlicht wurde. Die Prophetin war -groß und hager, gewöhnlich mit einem faltenreichen braunen Wollkleid -bekleidet, keineswegs eine „frömmelnde Quiesel“, sondern heiter und -umgänglich, stets sauber und fleißig, besorgt um ihren Mann und ihre -vier Töchter und trotz nur geringen Vermögens auf fremde Hülfe nie -angewiesen. Sie durchschaute angeblich der Menschen Herzen, ihre -Vergangenheit und Zukunft, und hat den Untergang vieler ansehnlichen -Familien in der Gemeinde vorhergesagt; sie wollte belehren und mahnen, -wie die alten Propheten das dem Abgrund zutaumelnde Geschlecht mit -Gottes Macht zurückrufen. Der<span class="pagenum"><a id="page52"></a>Seite 52</span> Grundgedanke des umfangreichen -Diktats, das jetzt im Wiener Archiv ruhen soll, ist die Herstellung des -verschwundenen christlichen Glaubens, die Wiedererweckung aufopfernder -christlicher Liebe und dadurch eine nachhaltige Aushülfe der Armen -und Gedrückten. Helena fordert auf zur Demut, Einfachheit der Sitten -und Genügsamkeit, da sonst blutige Verwicklungen drohten; vor hundert -Jahren sagte sie die Flucht des Papstes und den Verlust seiner -weltlichen Herrschaft voraus, und ließ ihn seinen Sitz noch in Köln -nehmen. Sie prophezeite Verwirrung, blutige Zerrüttung und drohenden -Umsturz des Bestehenden: Oestreich würde schwer heimgesucht, Polen -wieder hergestellt, Frankreich in viele Teile zerrissen, der Türke -in das Völkerdrama gerufen und in den Bund der christlichen Völker -aufgenommen, bei oder in Köln der Weltfriede geschlossen werden; es -sollen die stehenden Heere, Titel und Vorrechte abgeschafft, die -Klöster nach weise beschränkenden Regeln wieder errichtet, die Schulen -von Geistlichen gehalten und die Fabrikanlagen auf das richtige Maß -zurückgeführt werden. So sprach die des Lesens und Schreibens unkundige -Bauernfrau über Länder und Reiche, Herrscher und Völker, Staat und -Kirche. Nachdem sie am 14. September 1801 gottergeben verschieden war, -wurde, wie sie befohlen, noch eine Schrift, in Pergament gehüllt, -ihr aufs Herz gelegt und mit ihr auf dem stillen Friedhofe der -geweihten Erde anvertraut. Ihre Verehrer, überzeugt von ihrem heilig -vollbrachten Leben, haben nie unterlassen, an ihrem Grabe ihre Fürbitte -anzurufen, und viele dort gesammelte<span class="pagenum"><a id="page53"></a>Seite 53</span> Steinchen noch ein halbes -Jahrhundert später zur frommen Erinnerung bei sich getragen.</p> - -<p>Sehr bald in Vergessenheit hingegen geriet die Hellseherin Anna Maria -Rübel.<a name="FNanchor_A_100" id="FNanchor_A_100"></a><a href="#Footnote_A_100" class="fnanchor">[100]</a> Diese, 1799 als Tochter eines Webers in Altenhaus-Kothen -bei Velbert geboren, wurde am 24. Januar 1818 in Elberfeld, wohin sie -in einem Anfall gelaufen war, auf der Straße gefunden, anscheinend mit -Epilepsie befallen; von der Polizeibehörde einem Wundarzt übergeben, -wurde sie soweit kuriert, daß sie nach Langenberg gebracht werden -konnte, wo sie im Hause des Polizeidieners Ricker untergebracht -und von Zutrauen verdienenden Männern genau beobachtet wurde. Von -ihren meist recht belanglosen Offenbarungen – sie verrät z. B., in -welcher Ecke ein alter Mann sein Pfeifchen raucht und ein Arzt Rezepte -schreibt – sind einige als verfehlt, andere freilich als zutreffend -befunden worden; da die Rübel aber einigemal bei dem Versuch, ihre -Beobachter zu täuschen, betroffen ist, wird man selbst in den Fällen, -wo ein Betrug nicht zu entdecken war, ihre Wunderkraft mit Recht in -Zweifel ziehen.</p> - -<p>Leute, die, statt durch harte Arbeit ein vielleicht nur kümmerliches -Dasein zu fristen, lieber die Dummheit<span class="pagenum"><a id="page54"></a>Seite 54</span> und Leichtgläubigkeit -ihrer Mitmenschen zu mühelosem und reichlichem Gelderwerb benutzten, -hat es stets und überall in großer Menge gegeben, und leicht ließen -sich solcher verschmitzten Betrüger auch in den Rheinlanden von der -Klever Geisterseherin Helena Verführt (1682)<a name="FNanchor_A_101" id="FNanchor_A_101"></a><a href="#Footnote_A_101" class="fnanchor">[101]</a> bis hinauf zu dem -Kölner Schatzheber und Wahrsager Jakob Küpper (1816 bis 1850)<a name="FNanchor_A_102" id="FNanchor_A_102"></a><a href="#Footnote_A_102" class="fnanchor">[102]</a> -aus Zeitungen und Untersuchungsakten recht viele nachweisen. Außerdem -sind von politischen und religiösen Parteien schon wiederholt -Prophezeiungen zu ihren Gunsten erfunden oder verfälscht worden, und -endlich auch unbeabsichtigte Abänderungen (Zusätze, Weglassungen und -Anpassungen) bei lebhaftem Umlauf nicht einmal in friedlichen Zeiten zu -vermeiden. Schon deshalb fordert die Vernunft, alle Offenbarungen zu -verwerfen, solange man nicht die echten von den unechten, die wahren -von den falschen zu scheiden vermag; das Volk aber wird sich bei des -Menschengeistes unvertilgbarem Drange, den Schleier der Zukunft zu -lüften, den Glauben an seine Seher und Propheten niemals nehmen lassen -und ihre Enthüllungen zumal dann immer von neuem wieder hervorholen, -wenn irgend ein Ereignis deren Richtigkeit zu bestätigen scheint.</p> - -<div class="figcenter1"> -<a id="img005" name="img005"></a> -<img src="images/img005.jpg" width="150" height="12" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - - - - -<h2><span class="pagenum"><a id="page55"></a>Seite 55</span> Orts- und Personen-Register.</h2> - - -<ul> - <li class="martop1h">Aachen <a href="#page34">34</a>.</li> - - <li>Ahr <a href="#F9">47</a>.</li> - - <li>Alfter <a href="#page49">49</a>.</li> - - <li>Altenkirchen <a href="#F10">48</a>.</li> - - <li>Andernach <a href="#page7">7</a>.</li> - - <li>Anna v. England <a href="#F11">32</a>.</li> - - <li>Asbach <a href="#page48">48</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Bachem <a href="#page44">44</a>.</li> - - <li>Barmen <a href="#page18">18</a>.</li> - - <li>Baschkiren <a href="#page21">21</a>.</li> - - <li>Bender <a href="#page24">24</a>-<a href="#page30">30</a>.</li> - - <li>Benrodt <a href="#page41">41</a>.</li> - - <li>Berg <a href="#page6">6</a>. <a href="#page35">35</a>. <a href="#page3">39</a>. <a href="#F12">40</a>. <a href="#page41">41</a>. <a href="#page42">42</a>. <a href="#page43">43</a> f.</li> - - <li>Bergerbusch <a href="#page20">20</a>.</li> - - <li>Bey, M. <a href="#page37">37</a>.</li> - - <li>Bingen <a href="#F13">24</a>.</li> - - <li>Birlinghoven <a href="#page37">37</a>.</li> - - <li>Böckum <a href="#page7">7</a>.</li> - - <li>Böhmen <a href="#page29">29</a>.</li> - - <li>Bonn <a href="#page15">15</a> f. <a href="#page24">24</a>. <a href="#F14">41</a>.</li> - - <li>Braunschweig-Wolfenbüttel, L. E. v. <a href="#F15">32</a>.</li> - - <li>Breuning, v. <a href="#page16">16</a>.</li> - - <li>Bruchhausen <a href="#page46">46</a>.</li> - - <li>Brüggen <a href="#page50">50</a>.</li> - - <li>Büchel <a href="#page7">7</a>.</li> - - <li>Büderich <a href="#page20">20</a>.</li> - - <li>Bungard, H. <a href="#page45">45</a> f.</li> - - - <li class="martop1h">Cäsarius v. Heisterbach <a href="#F16">4</a>.</li> - - <li>Clemens August <span class="antiqua">I.</span> v. Köln <a href="#page13">13</a>-<a href="#page14">14</a>.</li> - - <li>Clemens August <span class="antiqua">II.</span> v. Köln s. <a href="#Dro">Droste</a>.</li> - - <li>Clemens Wenceslaus v. Trier <a href="#F3">13</a>.</li> - - <li>Cler, de <a href="#page16">16</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Damaskus <a href="#page33">33</a>.</li> - - <li>Deutschland <a href="#page21">21</a>. <a href="#F6">22</a>. <a href="#page39">39</a> f.</li> - - <li>Deutz <a href="#page41">41</a>.</li> - - <li>Dönberg <a href="#page6">6</a>.</li> - - <li><span class="pagenum"><a id="page56"></a>Seite 56</span> <a id="Dro" name="Dro">Droste</a>-Vischering, C. A. <a href="#page37">37</a>.</li> - - <li>Düsseldorf <a href="#page20">20</a> f. <a href="#page42">42</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Ehrenberg <a href="#page44">44</a>.</li> - - <li>Ehrenbreitstein <a href="#F3">13</a>.</li> - - <li>Eishardt <a href="#page47">47</a>.</li> - - <li>Elberfeld <a href="#page53">53</a>.</li> - - <li>Elbertz, E. <a href="#page22">22</a> f.</li> - - <li>Ellingen <a href="#page51">51</a>.</li> - - <li>England <a href="#F11">32</a>. <a href="#page33">33</a>. <a href="#page34">34</a>.</li> - - <li>Erl <a href="#page44">44</a>.</li> - - <li>Erpel <a href="#page48">48</a>.</li> - - <li>Eschen <a href="#page7">7</a>.</li> - - <li>Eschmar <a href="#page34">34</a>. <a href="#page35">35</a>. <a href="#page42">42</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Frankreich <a href="#F6">22</a>. <a href="#page29">29</a>. <a href="#page34">34</a>. <a href="#page39">39</a>. <a href="#page46">46</a>. <a href="#page49">49</a>. <a href="#page50">50</a>. <a href="#page52">52</a>.</li> - - <li>Friedrich d. Gr. <a href="#page28">28</a>-<a href="#page32">32</a>.</li> - - <li>Frömbgen <a href="#page45">45</a>.</li> - - <li>Führt <a href="#page14">14</a>.</li> - - <li>Fürth <a href="#F17">38</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Geistingen <a href="#page36">36</a>.</li> - - <li>Gerhard <a href="#page10">10</a> f.</li> - - <li>German, K. <a href="#page9">9</a>.</li> - - <li>Grevenbroich <a href="#page20">20</a>.</li> - - <li>Großenbaum <a href="#page7">7</a>.</li> - - <li>Gummersbach <a href="#page18">18</a>.</li> - - <li>Gustorf <a href="#page20">20</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Hahnerhof <a href="#page20">20</a>.</li> - - <li>Hammerstein <a href="#page48">48</a>.</li> - - <li>Hangelar <a href="#F18">38</a>.</li> - - <li>Haupts <a href="#page36">36</a>.</li> - - <li>Heidelberg <a href="#page34">34</a>.</li> - - <li>Heinen <a href="#page50">50</a>.</li> - - <li>Heisterbach <a href="#F16">4</a>. <a href="#page35">35</a>. <a href="#page38">38</a>. <a href="#page39">39</a>. <a href="#page40">40</a>. <a href="#page47">47</a>.</li> - - <li>Helena, St. <a href="#page34">34</a>.</li> - - <li>Herbeck <a href="#page7">7</a>.</li> - - <li>Herkenrath <a href="#page7">7</a>.</li> - - <li>Hochkirch <a href="#page12">12</a>.</li> - - <li>Hoff <a href="#page17">17</a>.</li> - - <li>Hoffin <a href="#page24">24</a>-<a href="#page32">32</a>.</li> - - <li>Hoheneichen <a href="#page20">20</a>.</li> - - <li>Holzhauser, B. <a href="#page24">24</a>.</li> - - <li>Honnef <a href="#page37">37</a>. <a href="#page42">42</a>. <a href="#page49">49</a>.</li> - - <li>Horrweiler <a href="#page24">24</a> f.</li> - - <li>Horst, W. <a href="#page50">50</a> f.</li> - - <li>Huart, J. <a href="#page9">9</a>.</li> - - <li>Hundel <a href="#F19">47</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Jannes-Pitter s. <a href="#Kno">Knopp</a>.</li> - - <li>Jasper <a href="#page22">22</a>.</li> - - <li>Immigrath <a href="#page17">17</a>.</li> - - <li>Judden, H. v. <a href="#page22">22</a>.</li> - - - <li class="martop1h"><span class="pagenum"><a id="page57"></a>Seite 57</span> Kälber-Gerhard <a href="#page10">10</a> f.</li> - - <li>Kaisersberg <a href="#page47">47</a>.</li> - - <li>Kaufbeuren <a href="#F3">13</a>.</li> - - <li>Kirdorf <a href="#page50">50</a>.</li> - - <li>Kleve <a href="#page54">54</a>.</li> - - <li>Kley <a href="#page50">50</a>.</li> - - <li><a id="Kno" name="Kno">Knopp</a>, J. P. 22. <a href="#page34">34</a>. <a href="#page32">44</a> bis <a href="#page49">49</a>.</li> - - <li>Koblenz <a href="#F3">13</a>. <a href="#page16">16</a>. <a href="#page21">21</a>. <a href="#F17">38</a>. <a href="#page48">48</a>.</li> - - <li>Köln <a href="#page8">8</a> f. <a href="#page12">12</a>. <a href="#page13">13</a>. <a href="#page19">19</a>. <a href="#page22">22</a> f. <a href="#page33">33</a>. <a href="#F17">38</a>. <a href="#page39">39</a>. <a href="#page40">40</a>. <a href="#page41">41</a>. <a href="#page42">42</a>. <a href="#page43">43</a>. <a href="#page47">47</a>. <a href="#page48">48</a>. <a href="#page50">50</a>. <a href="#page52">52</a>.</li> - - <li>Königsberg <a href="#page34">34</a>.</li> - - <li>Körfgen <a href="#page51">51</a>.</li> - - <li>Körper s. <a href="#Kno">Knopp</a>.</li> - - <li>Kollin <a href="#page31">31</a>.</li> - - <li>Konstantinopel <a href="#page32">33</a>.</li> - - <li>Kreuznach <a href="#page24">24</a> f.</li> - - <li>Kripp <a href="#page47">47</a>.</li> - - <li>Küpper, J. <a href="#page54">54</a>.</li> - - <li>Kürten <a href="#page7">7</a>.</li> - - <li>Kurp <a href="#page44">44</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Landau <a href="#page32">32</a>.</li> - - <li>Langenberg <a href="#page53">53</a>.</li> - - <li>Laubheim <a href="#page24">24</a>.</li> - - <li>Leutesdorf <a href="#page48">48</a>.</li> - - <li>Linz <a href="#page44">44</a>. <a href="#page46">46</a>. <a href="#page47">47</a>. <a href="#page48">48</a>.</li> - - <li>Linzhausen <a href="#page45">45</a> f.</li> - - <li>Lobositz <a href="#page28">28</a>.</li> - - <li>London <a href="#F17">38</a>.</li> - - <li>Ludwig <span class="antiqua">XVI.</span> <a href="#F15">32</a>.</li> - - <li>Ludwig Ernst v. Braunschweig-W. <a href="#F15">32</a>.</li> - - <li>Lügen-Bähn s. <a href="#Rem">Rembold</a>.</li> - - <li>Luneville <a href="#page47">47</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Mainz <a href="#page29">29</a> f. <a href="#page32">32</a>. <a href="#F17">38</a>.</li> - - <li>Mannheim <a href="#page29">29</a>.</li> - - <li>Maria Crescentia <a href="#F3">13</a>.</li> - - <li>Maria Theresia v. Oestreich <a href="#page28">28</a>-<a href="#page32">32</a>.</li> - - <li>Marienstatt <a href="#page50">50</a>. <a href="#page51">51</a>.</li> - - <li>Maximilian Franz v. Köln <a href="#page47">47</a>. <a href="#page51">51</a>.</li> - - <li>Maximilian Friedrich v. Köln <a href="#page16">16</a>.</li> - - <li>Maximilian Heinrich v. Köln <a href="#page9">9</a>.</li> - - <li>Meiderich <a href="#page12">12</a>.</li> - - <li>Melaten <a href="#page43">43</a>.</li> - - <li>Meschede <a href="#page12">12</a>.</li> - - <li>Mettmann <a href="#page7">7</a>. <a href="#page17">17</a>.</li> - - <li>Mieg <a href="#page31">31</a>.</li> - - <li>Miel <a href="#page41">41</a>.</li> - - <li>Mondorf <a href="#F18">38</a>.</li> - - <li>Mosel <a href="#page21">21</a>.</li> - - <li>Mülheim <a href="#page19">19</a>.</li> - - <li><span class="pagenum"><a id="page58"></a>Seite 58</span> Müllekoven <a href="#F20">40</a> f.</li> - - <li>Müller, J. A. <a href="#page34">34</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Napoleon <span class="antiqua">I.</span> <a href="#page34">34</a>. <a href="#page37">37</a>.</li> - - <li>Nassau <a href="#F0">7</a>.</li> - - <li>Neuß <a href="#page14">14</a>.</li> - - <li>Niederlande <a href="#F11">32</a>.</li> - - <li>Niederrhein <a href="#page5">5</a>. <a href="#F1">11</a>.</li> - - <li>Noll <a href="#page45">45</a>.</li> - - <li>Nordrath <a href="#page7">7</a>.</li> - - <li>Nümbrecht <a href="#F1">12</a>.</li> - - <li>Nürnberg <a href="#F18">38</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Oberpleis <a href="#page35">35</a>.</li> - - <li>Ockenfels <a href="#page49">49</a>.</li> - - <li>Oelberg <a href="#page39">39</a>.</li> - - <li>Oestreich <a href="#page28">28</a>-<a href="#page32">32</a>. <a href="#page46">46</a>. <a href="#page47">47</a>. <a href="#page49">49</a>. <a href="#page52">52</a>.</li> - - <li>Ohlenberg <a href="#page44">44</a>. <a href="#page47">47</a>. <a href="#page49">49</a>.</li> - - <li>Opladen <a href="#page11">11</a>.</li> - - <li>Oranien, Prinz v. <a href="#page32">32</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Pfalz <a href="#page29">29</a>.</li> - - <li>Pirre, J. <a href="#page24">24</a>.</li> - - <li>Pius <span class="antiqua">VII.</span> <a href="#page37">37</a>.</li> - - <li>Pohl, H. <a href="#page23">23</a>.</li> - - <li>Prag <a href="#page30">30</a>, <a href="#page31">31</a>.</li> - - <li>Preußen <a href="#page28">28</a>-<a href="#page32">32</a>. <a href="#page47">47</a>.</li> - - <li>Pütz <a href="#page46">46</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Raderthal <a href="#page23">23</a>.</li> - - <li>Radevormwald <a href="#page15">15</a>.</li> - - <li>Reisdorf <a href="#page20">20</a>.</li> - - <li><a id="Rem" name="Rem">Rembold</a>, J. B. <a href="#page22">22</a>. <a href="#page34">34</a>-<a href="#page44">44</a>.</li> - - <li>Remlingrade <a href="#page18">18</a>.</li> - - <li>Rettig <a href="#page25">25</a>.</li> - - <li>Reul, B. <a href="#page9">9</a>.</li> - - <li>Rhein <a href="#page6">6</a>. <a href="#page21">21</a>. <a href="#F6">22</a>. <a href="#F17">38</a>. <a href="#page39">39</a>. <a href="#page46">46</a>. <a href="#F21">48</a>.</li> - - <li>Richrath <a href="#page17">17</a>.</li> - - <li>Ricker <a href="#page53">53</a>.</li> - - <li>Rodenkirchen <a href="#page41">41</a>.</li> - - <li>Rom <a href="#F22">24</a>. <a href="#page33">33</a>. <a href="#page35">35</a>. <a href="#F10">48</a>.</li> - - <li>Rottbitz <a href="#page48">48</a>.</li> - - <li>Rübel, A. M. <a href="#page53">53</a>.</li> - - <li>Rußland <a href="#F23">38</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Salzburg <a href="#F6">22</a>.</li> - - <li>Schlinkert, P. <a href="#page12">12</a>-<a href="#page14">14</a>.</li> - - <li>Schmitz <a href="#page45">45</a>.</li> - - <li>Schnegell, C. <a href="#page7">7</a>-<a href="#page9">9</a>.</li> - - <li>Schnell <a href="#page40">40</a> f.</li> - - <li>Schnitzler <a href="#page43">43</a>.</li> - - <li>Schwaben <a href="#F3">13</a>. <a href="#page24">24</a>.</li> - - <li>Sibyllen <a href="#page45">45</a>.</li> - - <li>Siebengebirge <a href="#F24">39</a>. <a href="#page49">49</a>.</li> - - <li>Sieg <a href="#page37">37</a>. <a href="#page39">39</a>. <a href="#page46">46</a>.</li> - - <li>Siegburg <a href="#F1">12</a>. <a href="#page34">34</a>. <a href="#page35">35</a>. <a href="#page37">37</a>. <a href="#page38">38</a>. <a href="#page39">39</a>. <a href="#page40">40</a>. <a href="#page42">42</a>.</li> - - <li><span class="pagenum"><a id="page59"></a>Seite 59</span> Sieglar <a href="#page36">36</a>. <a href="#F18">38</a>. <a href="#page43">43</a>.</li> - - <li>Siegthal <a href="#page11">11</a>.</li> - - <li>Sinzig <a href="#F25">47</a>.</li> - - <li>Spich <a href="#page43">43</a>.</li> - - <li>Spielbahn s. <a href="#Rem">Rembold</a>.</li> - - <li>Straßburg <a href="#page32">32</a>.</li> - - <li>Sülz <a href="#page7">7</a>.</li> - - <li>Sulzbach, Prinz v. <a href="#page30">30</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Thomas v. Aquin <a href="#page9">9</a>.</li> - - <li>Trient <a href="#page51">51</a>.</li> - - <li>Trier <a href="#F3">13</a>.</li> - - <li>Troisdorf <a href="#page37">37</a>.</li> - - <li>Türkei <a href="#page21">21</a>. <a href="#page34">34</a>. <a href="#F23">38</a>. <a href="#page41">41</a>. <a href="#page52">52</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Unkel <a href="#page48">48</a> f.</li> - - - <li class="martop1h">Velbert <a href="#page53">53</a>.</li> - - <li>Verführt, H. <a href="#page54">54</a>.</li> - - <li>Vetweis, B. <a href="#page9">9</a>.</li> - - <li>Vollmerhausen <a href="#page18">18</a>.</li> - - - <li class="martop1h">Wallraff, H. <a href="#page50">50</a>-<a href="#page53">53</a>.</li> - - <li>Ward <a href="#page25">25</a>.</li> - - <li>Werl <a href="#page20">20</a>.</li> - - <li>Westfalen <a href="#page5">5</a>. <a href="#page12">12</a>. <a href="#page29">29</a>.</li> - - <li>Wien <a href="#page52">52</a>.</li> - - <li>Wiesbaden <a href="#page28">28</a>. <a href="#page31">31</a>.</li> - - <li>Wilhelm V. v. Oranien <a href="#page32">32</a>.</li> - - <li>Windhagen <a href="#page45">45</a>.</li> - - <li>Wönkhausen <a href="#page17">17</a>.</li> - - <li>Wülfrath <a href="#page7">7</a>.</li> - - <li>Wupperthal <a href="#page18">18</a>.</li> -</ul> - -<div class="figcenter1 marbot2"> -<a id="img006" name="img006"></a> -<img src="images/img006.jpg" width="150" height="13" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - - <p class="center ftsize90 marbot4 martop3">Westfälische Vereinsdruckerei<br/> - vormals Coppenrath'sche Buchdruckerei, Münster i. W.</p> - - <p class="ftsize105"><span class="pagenum1"><a id="page60"></a>Seite 60</span> In unterzeichnetem Verlage sind von demselben - Verfasser Professor <b>Dr. Paul Bahlmann</b> - erschienen:</p> - -<div class="center lihei1"> - <p class="ftsize125 ftwei1">Westfälischer Sagenkranz.</p> - - <p class="ftsize105 wspace1">Brosch. Mk. 2,50. Gebunden Mk. 3,50.</p> -</div> - -<div class="figcenter1 martop1h marbot2"> -<a id="img007" name="img007"></a> -<img src="images/img007.jpg" width="150" height="15" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - -<div class="center lihei1"> - <p><span class="ftsize120">Westfälische „Spökenkieker“</span><br/> - <span class="ftsize107">und ihre Vorgeschichten.</span></p> - - <p class="ftwei1 ftsize105">Eine Sammlung älterer Prophezeihungen - aus und über Westfalen.</p> - - <p class="ftsize105 wspace1">Eleg. brosch. Mk. 0,50.</p> -</div> - -<div class="figcenter1 martop1h marbot2"> -<a id="img008" name="img008"></a> -<img src="images/img008.jpg" width="150" height="11" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - -<div class="center lihei1"> - <p class="ftsize120">Aus Münsters Vergangenheit.</p> - - <p class="ftwei1 ftsize105">Eine kurze Stadtgeschichte.</p> - - <p class="ftwei1 ftsize105">Mit einem chronologischen Verzeichnis - der bemerkenswertesten älteren - Bauten.</p> - - <p class="ftsize105 wspace1">Elegant brosch. Mark 0,60.</p> -</div> - -<div class="figcenter1 martop1h marbot2"> -<a id="img009" name="img009"></a> -<img src="images/img009.jpg" width="150" height="14" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - - <p class="center lihei1 ftsize105 wspace1">H. Mitsdörffers Buchhandlung <b>Hans Ertl</b>,<br/> - <b>Münster in Westfalen</b>.</p> - - <p class="martop3 marbot2 ftsize105 wspace1"><span class="pagenum1"><a id="page61"></a>Seite 61</span> Ferner ist in unterzeichnetem Verlage erschienen:</p> - -<div class="center lihei1"> - <p><span class="ftsize115 ftwei2">Gedichte</span> von <b>Emmie H. Beckhaus</b>.</p> - - <p class="ftsize105 wspace1">Elegant brosch. Mk. 2,50. Gebunden Mk. 3,60.</p> -</div> - -<div class="figcenter1 martop1h marbot2"> -<a id="img010" name="img010"></a> -<img src="images/img010.jpg" width="150" height="8" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - -<div class="center lihei1"> - <p class="antiqua ftsize125">„Wu't mankst gaiht!“</p> - - <p class="ftsize105">von <b>H. zu Knyphausen</b>.</p> - - <p class="ftsize105 ftwei1">Kleine Erzählungen in münsterländischer Mundart.</p> - - <p class="ftsize105 wspace1">Elegant brosch. Mark 1,–.</p> -</div> - -<div class="figcenter1 martop1h marbot2"> -<a id="img011" name="img011"></a> -<img src="images/img011.jpg" width="150" height="11" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - -<div class="center lihei1"> - <p><span class="ftsize115">Abriß der Logik und Erkenntnislehre</span><br/> - <span class="ftsize105">von Professor</span> <span class="antiqua ftsize107 ftwei1">Dr. Kappes</span>.</p> - - <p class="ftsize105 wspace1">Brosch. Mark 1,–.</p> -</div> - -<div class="figcenter1 martop1h marbot2"> -<a id="img012" name="img012"></a> -<img src="images/img012.jpg" width="150" height="12" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - -<div class="center lihei1"> - <p><span class="ftsize115 ftwei2">Abriß der Psychologie</span><br/> - <span class="ftsize105">von Professor</span> <span class="antiqua ftsize107 ftwei1">Dr. Kappes</span>.</p> - - <p class="ftsize105 wspace1">Brosch. Mark 1,50.</p> -</div> - -<div class="figcenter1 martop1h marbot2"> -<a id="img013" name="img013"></a> -<img src="images/img013.jpg" width="150" height="12" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - -<div class="center lihei1"> - <p><span class="ftsize115 ftwei2">Abriß der Metaphysik</span><br/> - <span class="ftsize105">von Professor</span> <span class="antiqua ftsize107 ftwei1">Dr. Kappes</span>.</p> - - <p class="ftsize105 wspace1">Brosch. Mark 1,50.</p> -</div> - -<div class="figcenter1 martop1h marbot2"> -<a id="img014" name="img014"></a> -<img src="images/img014.jpg" width="150" height="13" alt="Dekoration" title=""/> -</div> - -<p class="center lihei1 ftsize105 wspace1">H. Mitsdörffers Buchhandlung <b>Hans Ertl</b>,<br/> -<b>Münster in Westfalen</b>.</p> - - - - -<h2>Fußnoten:</h2> - - -<div class="footnote indent03"> -<p><a name="Footnote_A_1" id="Footnote_A_1"></a><a href="#FNanchor_A_1"><span class="label">1</span></a> F. E. v. Mering und L. Reischert, Historische Nachrichten über -Teufelsbanner, Wahrsager etc., Köln 1843, S. <span class="antiqua">IV.</span> f.</p> - -<p><a name="Footnote_A_2" id="Footnote_A_2"></a><a href="#FNanchor_A_2"><span class="label">2</span></a> Zahlreiche Gesichte und Vorhersagungen aus den Rheinlanden im 12. -und 13. Jahrh. hat der Mönch und spätere Prior Cäsarius von <a id="F16" name="F16">Heisterbach</a> -(ca. 1180-1240) gesammelt. Vgl. die von A. Kaufmann in deutscher -Uebersetzung veröffentlichte Auswahl: Annalen des histor. Vereins für -den Niederrhein, Heft 47 und 53, Köln 1888/91.</p> - -<p><a name="Footnote_A_3" id="Footnote_A_3"></a><a href="#FNanchor_A_3"><span class="label">3</span></a> Hierüber vgl. hauptsächlich: M. Perty, Die mystischen Erscheinungen -der menschlichen Natur, 2. verb. Aufl., Leipzig und Heidelberg 1872, -Bd. <span class="antiqua">II</span>, S. 276-303; K. du Prel, Das zweite Gesicht (= Deutsche -Bücherei <span class="antiqua">XIX</span>), Breslau 1882; J. M. Schlenter, Das zweite -Gesicht, Leipzig 1893.</p> - -<p><a name="Footnote_A_4" id="Footnote_A_4"></a><a href="#FNanchor_A_4"><span class="label">4</span></a> (J. Kerner), Blätter aus Prevorst, 9. Sammlung, Stuttgart 1837, S. -175.</p> - -<p><a name="Footnote_A_5" id="Footnote_A_5"></a><a href="#FNanchor_A_5"><span class="label">5</span></a> Archiv für den tierischen Magnetismus, Bd. <span class="antiqua">X</span> St. 2, Leipzig -1822, S. 164.</p> - -<p><a name="Footnote_A_6" id="Footnote_A_6"></a><a href="#FNanchor_A_6"><span class="label">6</span></a> Die starke Abnahme des zweiten Gesichts in neuerer Zeit führt -du Prel (<span class="antiqua">l. c.</span> S. 20) darauf zurück, daß mit der Kultur und -dem zunehmenden Verkehr das nur in der Abgeschiedenheit gedeihende -Gefühlsleben immer mehr zurücktritt und das reflektierende Leben -überwiegt.</p> - -<p><a name="Footnote_A_7" id="Footnote_A_7"></a><a href="#FNanchor_A_7"><span class="label">7</span></a> O. Schell, Bergische Sagen, Elberfeld 1897.</p> - -<p><a name="Footnote_A_8" id="Footnote_A_8"></a><a href="#FNanchor_A_8"><span class="label">8</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 34 <span class="antiqua">nr.</span> 36.</p> - -<p><a name="Footnote_A_9" id="Footnote_A_9"></a><a href="#FNanchor_A_9"><span class="label">9</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 43 <span class="antiqua">nr.</span> 61.</p> - -<p><a name="Footnote_A_10" id="Footnote_A_10"></a><a href="#FNanchor_A_10"><span class="label">10</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 341 <span class="antiqua">nr.</span> 38.</p> - -<p><a name="Footnote_A_11" id="Footnote_A_11"></a><a href="#FNanchor_A_11"><span class="label">11</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 73 <span class="antiqua">nr.</span> 1.</p> - -<p><a name="Footnote_A_12" id="Footnote_A_12"></a><a href="#FNanchor_A_12"><span class="label">12</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 80 <span class="antiqua">nr.</span> 16.</p> - -<p><a name="Footnote_A_13" id="Footnote_A_13"></a><a href="#FNanchor_A_13"><span class="label">13</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 102 <span class="antiqua">nr.</span> 43.</p> - -<p><a name="Footnote_A_14" id="Footnote_A_14"></a><a href="#FNanchor_A_14"><span class="label">14</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 304 <span class="antiqua">nr.</span> 25.</p> - -<p><a name="Footnote_A_15" id="Footnote_A_15"></a><a href="#FNanchor_A_15"><span class="label">15</span></a> <a id="F0" name="F0">Dr</a>. Terwelp im Niederrheinischen Geschichtsfreund, Jahrg. 5, -Kempen 1883, S. 189 f. – Ueber ganz ähnliche Gesichte in Nassau s. -Chr. v. Stramberg, Coblenz, Bd. 3, Coblenz 1854, S. 756.</p> - -<p><a name="Footnote_A_16" id="Footnote_A_16"></a><a href="#FNanchor_A_16"><span class="label">16</span></a> Vgl. Archiv für d. tier. Magnetismus X<sup>2</sup>, S. 164-167; <span class="antiqua">ibid.</span> -S. 167-169 erzählt derselbe Einsender einen merkwürdigen Traum seiner -Schwester, der sich noch im selben Jahre (1804) in allen Einzelheiten -verwirklichte.</p> - -<p><a name="Footnote_A_17" id="Footnote_A_17"></a><a href="#FNanchor_A_17"><span class="label">17</span></a> Vgl. W. v. Waldbrühl (d. i. Fl. v. Zuccalmaglio), Die Wesen der -niederrheinischen Sagen, Elberfeld 1857, S. 36; Schell <span class="antiqua">l. c.</span>, S. -244 <span class="antiqua">nr.</span> 229.</p> - -<p><a name="Footnote_A_18" id="Footnote_A_18"></a><a href="#FNanchor_A_18"><span class="label">18</span></a> <a id="F1" name="F1">Vgl</a>. J. B. Dornbusch in d. Annalen des histor. Vereins für d. -Niederrhein, Heft 30, Köln 1876, S. 147; Schell <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 458 -<span class="antiqua">nr.</span> 64. – Nach Dornbusch (<span class="antiqua">l. c.</span> S. 149) glaubt man -noch jetzt in und um Siegburg: „Pferde und Hunde können die Geister -sehen. In der Nähe der Häuser, wo bald eine Leiche sein wird, heulen -die Hunde mit klagendem Tone. Manche Pferde scheuen vor der Thür der -Häuser, in denen bald jemand stirbt, und können dort bisweilen nicht -von der Stelle gebracht werden; der Geist steht nämlich mitten auf dem -Wege und macht sie scheu. Auch die Elster und die Eule verkünden durch -ihr Geschrei in nächster Nähe der Wohnungen einen baldigen Todesfall.“ -Ueber ein geistersichtiges Pferd im Kirchspiel Nümbrecht s. Schell -<span class="antiqua">l. c.</span>, S. 403 <span class="antiqua">nr.</span> 13.</p> - -<p><a name="Footnote_A_19" id="Footnote_A_19"></a><a href="#FNanchor_A_19"><span class="label">19</span></a> <a id="F2" name="F2">Vgl</a>. K. Dirksen, Volkstümliches aus Meiderich, Bonn 1895, S. 44.</p> - -<p><a name="Footnote_A_20" id="Footnote_A_20"></a><a href="#FNanchor_A_20"><span class="label">20</span></a> P. Bahlmann, Westfälische „Spökenkieker“ und ihre Vorgeschichten, -Münster 1897, S. 8-10 und 27-29.</p> - -<p><a name="Footnote_A_21" id="Footnote_A_21"></a><a href="#FNanchor_A_21"><span class="label">21</span></a> <a id="F3" name="F3">Auf</a> einer Reise durch Schwaben besuchte Clemens August in -Kaufbeuren die im Rufe der Heiligkeit stehende und mit der Gabe -der Weissagung bevorzugte Franziskanerschwester Maria Crescentia -(1682-1744) und bat diese in guter Laune, ihm etwas aus seinem -künftigen Leben zu offenbaren. Die fromme Klosterfrau nahm anfänglich -Abstand, seinem Begehren zu willfahren, gab aber endlich seinen -wiederholten dringenden Bitten Gehör und weissagte dem Fürsten, daß -er zwar viele Schlösser erbaut, aber doch in keinem derselben sterben -werde. (F. E. v. Mering, Geschichte der vier letzten Kurfürsten von -Köln, Köln 1842, S. 73 f.) Und wirklich starb Clemens August 1761 -auf der kurtrierischen Feste Ehrenbreitstein, deren Spukgeschichten -(s. Fr. Bülau, Geheime Geschichten etc., Bd. <span class="antiqua">I</span>, Leipzig 1850, -S. 449-464) eine Hauptveranlassung gegeben haben, daß der letzte -Kurfürst von Trier, Clemens Wenceslaus († 1812), seine Residenz -nach Koblenz verlegte. Dem Tode Clemens Augusts gingen angeblich -verschiedene Vorzeichen voraus: Auf einer Redoute, kurz vor seiner -Abreise, wurde er überall von einer Totenmaske verfolgt, die, als man -sich ihrer bemächtigen wollte, spurlos verschwunden war; die Gewichte -der Hofuhr fielen herunter und die Pferde vor dem Reisewagen scheuten -und wollten nicht weiter (F. E. v. Mering, Geschichte der Burgen etc., -Heft 6, Köln 1842, S. 75). In der Nacht vorher wurde in Koblenz ein -großes Getöse vernommen und im Thal ein prächtiger Leichenzug gesehen -(Chr. v. Stramberg, Ehrenbreitstein, Coblenz 1845, S. 3 f.).</p> - -<p><a name="Footnote_A_22" id="Footnote_A_22"></a><a href="#FNanchor_A_22"><span class="label">22</span></a> Ueber die Jagdleidenschaft des Kurfürsten Clemens August s. Bonner -Jahrbücher, Heft 99, Bonn 1896, S. 169 f.</p> - -<p><a name="Footnote_A_23" id="Footnote_A_23"></a><a href="#FNanchor_A_23"><span class="label">23</span></a> v. Waldbrühl <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 36.</p> - -<p><a name="Footnote_A_24" id="Footnote_A_24"></a><a href="#FNanchor_A_24"><span class="label">24</span></a> Schell <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 160 <span class="antiqua">nr.</span> 52.</p> - -<p><a name="Footnote_A_25" id="Footnote_A_25"></a><a href="#FNanchor_A_25"><span class="label">25</span></a> Vgl. (J. Kerner), Blätter aus Prevorst, 12. Sammlung, Stuttgart -1839, S. 115-117, v. Stramberg l. c., Bd. 4, 1856, S. 115-118; G. v. -Breuning, Aus dem Schwarzspanierhause, Wien 1874, S. 3-5; W. Hesse, Der -große Brand des kurf. Schlosses zu Bonn am 15. Jan. 1777, 2. Aufl., -Bonn 1882, S. 14-19.</p> - -<p><a name="Footnote_A_26" id="Footnote_A_26"></a><a href="#FNanchor_A_26"><span class="label">26</span></a> Der Flügel des Residenzschlosses, welcher die Privatgemächer des -Kurfürsten enthielt.</p> - -<p><a name="Footnote_A_27" id="Footnote_A_27"></a><a href="#FNanchor_A_27"><span class="label">27</span></a> A. v. Droste-Hülshoff, Bilder aus Westfalen (1840), <span class="antiqua">III</span>.</p> - -<p><a name="Footnote_A_28" id="Footnote_A_28"></a><a href="#FNanchor_A_28"><span class="label">28</span></a> Vgl. Schell <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 99 <span class="antiqua">nr.</span> 39.</p> - -<p><a name="Footnote_A_29" id="Footnote_A_29"></a><a href="#FNanchor_A_29"><span class="label">29</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 474 <span class="antiqua">nr.</span> 24.</p> - -<p><a name="Footnote_A_30" id="Footnote_A_30"></a><a href="#FNanchor_A_30"><span class="label">30</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 475 <span class="antiqua">nr.</span> 27.</p> - -<p><a name="Footnote_A_31" id="Footnote_A_31"></a><a href="#FNanchor_A_31"><span class="label">31</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 159 <span class="antiqua">nr.</span> 48.</p> - -<p><a name="Footnote_A_32" id="Footnote_A_32"></a><a href="#FNanchor_A_32"><span class="label">32</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> <a id="F4" name="F4">S.</a> 425 <span class="antiqua">nr.</span> 11.</p> - -<p><a name="Footnote_A_33" id="Footnote_A_33"></a><a href="#FNanchor_A_33"><span class="label">33</span></a> Vgl. v. Waldbrühl <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 36.</p> - -<p><a name="Footnote_A_34" id="Footnote_A_34"></a><a href="#FNanchor_A_34"><span class="label">34</span></a> Vgl. Schell <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 169 <span class="antiqua">nr.</span> 73.</p> - -<p><a name="Footnote_A_35" id="Footnote_A_35"></a><a href="#FNanchor_A_35"><span class="label">35</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 378 <span class="antiqua">nr.</span> 17.</p> - -<p><a name="Footnote_A_36" id="Footnote_A_36"></a><a href="#FNanchor_A_36"><span class="label">36</span></a> Th. Beykirch, Prophetenstimmen mit Erklärungen, 3. verm. und verb. -Aufl., Paderborn 1849, S. 110; unten S. 42.</p> - -<p><a name="Footnote_A_37" id="Footnote_A_37"></a><a href="#FNanchor_A_37"><span class="label">37</span></a> J. V. Kutscheit, Sechs bisher unbekannte höchst merkwürdige -Prophezeiungen etc., 2. Aufl., Bonn 1848, S. 14.</p> - -<p><a name="Footnote_A_38" id="Footnote_A_38"></a><a href="#FNanchor_A_38"><span class="label">38</span></a> Beykirch <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 110.</p> - -<p><a name="Footnote_A_39" id="Footnote_A_39"></a><a href="#FNanchor_A_39"><span class="label">39</span></a> Vgl. K. B. A. Warnefried, Seherblicke in die Zukunft, Regensburg -1861, Abt. II., S. 63 f.</p> - -<p><a name="Footnote_A_40" id="Footnote_A_40"></a><a href="#FNanchor_A_40"><span class="label">40</span></a> Vgl. F. Zurbonsen, Die Sage von der Völkerschlacht der Zukunft „am -Birkenbaum“, Köln 1897.</p> - -<p><a name="Footnote_A_41" id="Footnote_A_41"></a><a href="#FNanchor_A_41"><span class="label">41</span></a> <a id="F5" name="F5">Beykirch</a> <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 91 f.</p> - -<p><a name="Footnote_A_42" id="Footnote_A_42"></a><a href="#FNanchor_A_42"><span class="label">42</span></a> Kutscheit <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 14; Beykirch <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 111.</p> - -<p><a name="Footnote_A_43" id="Footnote_A_43"></a><a href="#FNanchor_A_43"><span class="label">43</span></a> s. unten S. <a href="#page48">48</a>.</p> - -<p><a name="Footnote_A_44" id="Footnote_A_44"></a><a href="#FNanchor_A_44"><span class="label">44</span></a> s. unten S. <a href="#page48">48</a>.</p> - -<p><a name="Footnote_A_45" id="Footnote_A_45"></a><a href="#FNanchor_A_45"><span class="label">45</span></a> s. unten S. <a href="#page39">39</a> f.</p> - -<p><a name="Footnote_A_46" id="Footnote_A_46"></a><a href="#FNanchor_A_46"><span class="label">46</span></a> Bahlmann <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 23.</p> - -<p><a name="Footnote_A_47" id="Footnote_A_47"></a><a href="#FNanchor_A_47"><span class="label">47</span></a> <span class="antiqua">ibid.</span> S. 30.</p> - -<p><a name="Footnote_A_48" id="Footnote_A_48"></a><a href="#FNanchor_A_48"><span class="label">48</span></a> <a id="F6" name="F6">Auch</a> bei Salzburg ist folgende Prophezeiung verbreitet: „Die -Franzosen werden nochmals nach Deutschland kommen, aber zu Köln am -Rhein eine gänzliche Niederlage erleiden, worauf Frankreich in 7 Teile -zerstückelt wird“ (Zeitschrift für deutsche Mythologie und Sittenkunde, -Bd. 4, Göttingen 1859, S. 202).</p> - -<p><a name="Footnote_A_49" id="Footnote_A_49"></a><a href="#FNanchor_A_49"><span class="label">49</span></a> Kutscheit <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 12 f.; Beykirch <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 110.</p> - -<p><a name="Footnote_A_50" id="Footnote_A_50"></a><a href="#FNanchor_A_50"><span class="label">50</span></a> Kutscheit <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 13 f.</p> - -<p><a name="Footnote_A_51" id="Footnote_A_51"></a><a href="#FNanchor_A_51"><span class="label">51</span></a> Beykirch <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 110.</p> - -<p><a name="Footnote_A_52" id="Footnote_A_52"></a><a href="#FNanchor_A_52"><span class="label">52</span></a> <a id="F7" name="F7">Vgl</a>.: Denkw. u. nützl. Rheinischer Antiquarius, Abt. II. Bd. 20, -Coblenz 1871, S. 209 f.</p> - -<p><a name="Footnote_A_53" id="Footnote_A_53"></a><a href="#FNanchor_A_53"><span class="label">53</span></a> Der durch seine Prophezeiungen bekannte Bartholomäus Holzhauser -war 1658 als Pfarrer in <a id="F13" name="F13">Bingen</a> gestorben.</p> - -<p><a name="Footnote_A_54" id="Footnote_A_54"></a><a href="#FNanchor_A_54"><span class="label">54</span></a> Einzelne Manuskripte sollen <a id="F22" name="F22">Romae</a> haben.</p> - -<p><a name="Footnote_A_55" id="Footnote_A_55"></a><a href="#FNanchor_A_55"><span class="label">55</span></a> Auf deutsch: „Ich setze 1600 und 9 × 12; füge hinzu 4 × 10, dann -kommt der Tag, an welchem zu Bonn die Genossen Jesu und die Brüder -des seligen Franziskus die Palmen (den Sieg) und die Marterkrone -davontragen werden.“</p> - -<p><a name="Footnote_A_56" id="Footnote_A_56"></a><a href="#FNanchor_A_56"><span class="label">56</span></a> Nach einer gleichzeitigen Abschrift in einem kürzlich von mir -erworbenen Manuskripte, worin noch weiteres Material gesammelt ist; -vergl.: Allgemeines Repertorium für empirische Psychologie etc., Bd. 1, -Nürnberg 1792, S. 90-97.</p> - -<p><a name="Footnote_A_57" id="Footnote_A_57"></a><a href="#FNanchor_A_57"><span class="label">57</span></a> Dort gebrauchte sie die Bäder.</p> - -<p><a name="Footnote_A_58" id="Footnote_A_58"></a><a href="#FNanchor_A_58"><span class="label">58</span></a> 1. Okt. 1756.</p> - -<p><a name="Footnote_A_59" id="Footnote_A_59"></a><a href="#FNanchor_A_59"><span class="label">59</span></a> Von 1720-1777 die Residenz des Kurfürsten von der Pfalz.</p> - -<p><a name="Footnote_A_60" id="Footnote_A_60"></a><a href="#FNanchor_A_60"><span class="label">60</span></a> 18. Juni 1757.</p> - -<p><a name="Footnote_A_61" id="Footnote_A_61"></a><a href="#FNanchor_A_61"><span class="label">61</span></a> Nach einer Bemerkung meines Manuskriptes hat der Kirchenrat die -Aussage der Frau später bestätigt.</p> - -<p><a name="Footnote_A_62" id="Footnote_A_62"></a><a href="#FNanchor_A_62"><span class="label">62</span></a> Wilhelm V. (geb. 1748), ein Sohn Wilhelms IV. († 1751) -und <a id="F11" name="F11">Annas</a> v. England († 1759), trat 1766 die Regierung als -Statthalter der Niederlande an, mußte 1795 nach England flüchten und -starb 1806.</p> - -<p><a name="Footnote_A_63" id="Footnote_A_63"></a><a href="#FNanchor_A_63"><span class="label">63</span></a> Statthalterin von 1751-59 unter Assistenz des Prinzen Ludwig Ernst -v. <a id="F15" name="F15">Braunschweig-Wolfenbüttel</a>; beide neigten sich im 7jähr. Kriege offen -auf die Seite der Engländer, die Friedrich den Großen unterstützten.</p> - -<p><a name="Footnote_A_64" id="Footnote_A_64"></a><a href="#FNanchor_A_64"><span class="label">64</span></a> Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen, Heft 18, Essen -1898, S. 149 f.</p> - -<p><a name="Footnote_A_65" id="Footnote_A_65"></a><a href="#FNanchor_A_65"><span class="label">65</span></a> Geschichte, Erscheinungen und Prophezeiungen des Joh. Adam Müller -etc., Frankfurt a. M. 1816; J. C. Hoffbauer, J. A. Müller, der Prophet, -Halle 1817; E. Haltaus, Des badischen Bauern J. A. Müller merkwürdige -Prophezeiungen etc., Stuttgart 1871.</p> - -<p><a name="Footnote_A_66" id="Footnote_A_66"></a><a href="#FNanchor_A_66"><span class="label">66</span></a> Hermann, Jahrg. 1818, S. 772.</p> - -<p><a name="Footnote_A_67" id="Footnote_A_67"></a><a href="#FNanchor_A_67"><span class="label">67</span></a> <a id="F8" name="F8">Ueber</a> ihn vergl.: W. Schrattenholz, Spielbähn der Prophet, 7. -verm. Aufl., Bonn 1849; J. Burg. Höchst merkwürdige Prophezeiungen des -alten Bernhard etc., Bonn 1848.</p> - -<p><a name="Footnote_A_68" id="Footnote_A_68"></a><a href="#FNanchor_A_68"><span class="label">68</span></a> Bähn = Bernard.</p> - -<p><a name="Footnote_A_69" id="Footnote_A_69"></a><a href="#FNanchor_A_69"><span class="label">69</span></a> Alljährliche Versammlung der Bauern zur Beratung der -Gemeinde-Angelegenheiten, entsprechend dem Herrengeding in den Städten.</p> - -<p><a name="Footnote_A_70" id="Footnote_A_70"></a><a href="#FNanchor_A_70"><span class="label">70</span></a> Aus dem Volksmunde mitgeteilt von Schell <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 552 nr. 26.</p> - -<p><a name="Footnote_A_71" id="Footnote_A_71"></a><a href="#FNanchor_A_71"><span class="label">71</span></a> z. B. der Straßen zwischen Bonn und <a id="F18" name="F18">Hangelar</a>, zwischen Sieglar und -Mondorf etc.</p> - -<p><a name="Footnote_A_72" id="Footnote_A_72"></a><a href="#FNanchor_A_72"><span class="label">72</span></a> Angekündigt als Wagen, „so da durch alle Welt laufen, ohne von -lebendigen Geschöpfen gezogen zu werden, also daß man die Wegsstrecken -nach der Vögel Flug ausrechnet“ und als schwere Schiffe, die „den -Rhein hinanlaufen ohne Pferd und Wind“. – Das erste Dampfschiff kam -1817 bei hohem Wasserstande von London nach Koblenz; der regelmäßige -Dampferverkehr zwischen Mainz und Köln ist 1827, die erste deutsche -Eisenbahn zwischen Nürnberg und <a id="F17" name="F17">Fürth</a> 1835 eröffnet, die Köln-Mindener -Bahn 1844-47 erbaut.</p> - -<p><a name="Footnote_A_73" id="Footnote_A_73"></a><a href="#FNanchor_A_73"><span class="label">73</span></a> s. oben, S. <a href="#page20">20</a> ff.</p> - -<p><a name="Footnote_A_74" id="Footnote_A_74"></a><a href="#FNanchor_A_74"><span class="label">74</span></a> Schrattenholz <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 25-27, Beykirch <span class="antiqua">l. c.</span>, S. -102-104; Jaspers sämtliche Prophezeiungen. Dortmund 1866, S. 20 f.</p> - -<p><a name="Footnote_A_75" id="Footnote_A_75"></a><a href="#FNanchor_A_75"><span class="label">75</span></a> <a id="F23" name="F23">Rußland</a> oder Türkei?</p> - -<p><a name="Footnote_A_76" id="Footnote_A_76"></a><a href="#FNanchor_A_76"><span class="label">76</span></a> Höchste Kuppel des <a id="F24" name="F24">Siebengebirges</a>.</p> - -<p><a name="Footnote_A_77" id="Footnote_A_77"></a><a href="#FNanchor_A_77"><span class="label">77</span></a> W. Schrattenholz, Neues Prophetienbüchlein über den deutschen -Kaiser etc., Bonn 1848, S. 8.</p> - -<p><a name="Footnote_A_78" id="Footnote_A_78"></a><a href="#FNanchor_A_78"><span class="label">78</span></a> Ein an der Sieg unweit <a id="F20" name="F20">Müllekoven</a> gelegener Wald.</p> - -<p><a name="Footnote_A_79" id="Footnote_A_79"></a><a href="#FNanchor_A_79"><span class="label">79</span></a> <a id="F12" name="F12">Etwa</a> der Dom? Von diesem behauptete eine im bergischen Volke -sehr verbreitete uralte Weissagung unbekannten Ursprungs, daß er nie -vollendet werden würde.</p> - -<p><a name="Footnote_A_80" id="Footnote_A_80"></a><a href="#FNanchor_A_80"><span class="label">80</span></a> Schrattenholz, Neues Prophetienbüchlein etc., S. 7.</p> - -<p><a name="Footnote_A_81" id="Footnote_A_81"></a><a href="#FNanchor_A_81"><span class="label">81</span></a> Meile, eine so genannte Strecke auf der <a id="F14" name="F14">Bonner</a> Landstraße, -oberhalb Köln.</p> - -<p><a name="Footnote_A_82" id="Footnote_A_82"></a><a href="#FNanchor_A_82"><span class="label">82</span></a> Beykirch <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 111.</p> - -<p><a name="Footnote_A_83" id="Footnote_A_83"></a><a href="#FNanchor_A_83"><span class="label">83</span></a> Beykirch <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 38 f.</p> - -<p><a name="Footnote_A_84" id="Footnote_A_84"></a><a href="#FNanchor_A_84"><span class="label">84</span></a> Vgl.: C. A. Krumscheid, Prophezeiungen auf d. J. 1860 etc. I: Des -J. P. Knopp.... Geschicke und Geschichte. Linz a. Rh. 1859.</p> - -<p><a name="Footnote_A_85" id="Footnote_A_85"></a><a href="#FNanchor_A_85"><span class="label">85</span></a> Daher der Name „Körper“.</p> - -<p><a name="Footnote_A_86" id="Footnote_A_86"></a><a href="#FNanchor_A_86"><span class="label">86</span></a> lüge.</p> - -<p><a name="Footnote_A_87" id="Footnote_A_87"></a><a href="#FNanchor_A_87"><span class="label">87</span></a> sagt.</p> - -<p><a name="Footnote_A_88" id="Footnote_A_88"></a><a href="#FNanchor_A_88"><span class="label">88</span></a> heute schon.</p> - -<p><a name="Footnote_A_89" id="Footnote_A_89"></a><a href="#FNanchor_A_89"><span class="label">89</span></a> warte.</p> - -<p><a name="Footnote_A_90" id="Footnote_A_90"></a><a href="#FNanchor_A_90"><span class="label">90</span></a> Hasenfuß, Feigling.</p> - -<p><a name="Footnote_A_91" id="Footnote_A_91"></a><a href="#FNanchor_A_91"><span class="label">91</span></a> Erbsenkessel auf deinen Pferdekopf.</p> - -<p><a name="Footnote_A_92" id="Footnote_A_92"></a><a href="#FNanchor_A_92"><span class="label">92</span></a> Knopps Prophezeiung über die Aufhebung des Minoriten-Konvents zu -<a id="F25" name="F25">Sinzig</a> s. Krumscheid <span class="antiqua">l. c.</span>, <span class="antiqua">II</span>, 17.</p> - -<p><a name="Footnote_A_93" id="Footnote_A_93"></a><a href="#FNanchor_A_93"><span class="label">93</span></a> Die Kirche im <a id="F19" name="F19">Hundel</a> ist 1847 erbaut.</p> - -<p><a name="Footnote_A_94" id="Footnote_A_94"></a><a href="#FNanchor_A_94"><span class="label">94</span></a> Die <a id="F9" name="F9">Ahr</a> hat die künstliche Richtung 1854 erhalten.</p> - -<p><a name="Footnote_A_95" id="Footnote_A_95"></a><a href="#FNanchor_A_95"><span class="label">95</span></a> Die feste <a id="F21" name="F21">Rheinbrücke</a> bei Köln ist 1855 in Angriff genommen und am -3. Oktober 1859 dem Verkehre übergeben.</p> - -<p><a name="Footnote_A_96" id="Footnote_A_96"></a><a href="#FNanchor_A_96"><span class="label">96</span></a> Die Prophezeiung über die Kölner Brücke und den Linz-Asbacher Weg -brachte bereits das <a id="F10" name="F10">Altenkirchener</a> Intelligenzblatt v. 5. März 1848 -(Nr. 19), obschon damals beide Projekte noch schlummerten. Gleichzeitig -mit der Anlegung des neuen Weges sollte in Rom eine Empörung -ausbrechen, durch welche die vornehmsten Mächte in Uneinigkeit gerieten.</p> - -<p><a name="Footnote_A_97" id="Footnote_A_97"></a><a href="#FNanchor_A_97"><span class="label">97</span></a> Vgl. auch Krumscheid <span class="antiqua">l. c.</span> <span class="antiqua">III</span>, 10 f.; <span class="antiqua">V</span>, 18; -<span class="antiqua">VIII</span>, 20.</p> - -<p><a name="Footnote_A_98" id="Footnote_A_98"></a><a href="#FNanchor_A_98"><span class="label">98</span></a> Beykirch <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 75-78; E. J. Heinen, Helena Wallraff von -Brüggen, die merkwürdigste Seherin am Rhein, Euskirchen 1849, Magikon, -Bd. <span class="antiqua">IV</span>, Stuttgart 1850, S. 373-381.</p> - -<p><a name="Footnote_A_99" id="Footnote_A_99"></a><a href="#FNanchor_A_99"><span class="label">99</span></a> Büchlein des Trostes der Helena Wallraff von Brüggen.... aus der -Nachlassenschaft seines ehrwürdigen Oheims hrsg. von Pfarrer Heinen, -Euskirchen 1850.</p> - -<p><a name="Footnote_A_100" id="Footnote_A_100"></a><a href="#FNanchor_A_100"><span class="label">100</span></a> Vgl. A. Köttgen, Maria Rübel, die Hellseherin in Langenberg. -Mit Anmerkungen hrsg. von Dr. D. G. Kiefer (– Archiv für den tier. -Magnetismus, Bd. 4, Stück 3), Halle 1819; Hermann, Jahrg. 1818, S. -443-446, 454-456, 488, 496, 507-510, 523-525, 527-533, 633 f., 673-675, -778-780, 815 u. 832-836; J. E. A. Stiegler, Drei Visionairinnen, -Kreuznach 1837, S. 43-57.</p> - -<p><a name="Footnote_A_101" id="Footnote_A_101"></a><a href="#FNanchor_A_101"><span class="label">101</span></a> Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 32, Elberfeld -1896, S. 117-122.</p> - -<p><a name="Footnote_A_102" id="Footnote_A_102"></a><a href="#FNanchor_A_102"><span class="label">102</span></a> C. Jacobi, Der Leinweber Jacobus Küpper als Wahrsager, -Armseelenerlöser etc., Köln 1850.</p> -</div> - - - - -<div class="box martop4"> -<h2>Anmerkungen zur Transkription:</h2> - - -<p>Das Original ist in Fraktur gesetzt.</p> - -<p>Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; -lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.</p> - -<p>Einige Ausdrücke wurden in beiden Schreibweisen übernommen:</p> - -<ul class="tn"> -<li>Coblenz (Fußnoten <a href="#F0">15</a>, <a href="#F3">21</a> und <a href="#F7">52</a>) und Koblenz (Seiten <a href="#page16">16</a>, <a href="#page21">21</a>, -<a href="#page22">22</a>, <a href="#page48">48</a> und <a href="#page57">57</a>, Fußnoten <a href="#F3">21</a> und <a href="#F4">32</a>)</li> - -<li>Oesterreich (Seiten <a href="#page28">28</a> und <a href="#page47">47</a>) und Oestreich (Seiten <a href="#page52">52</a>, <a href="#page57">57</a> und <a href="#page58">58</a>)</li> - -<li>Spiel-Bähn (Seite <a href="#page35">35</a>) und Spielbähn (Seiten <a href="#page35">35</a>, <a href="#page37">37</a>, <a href="#page40">40</a>, <a href="#page41">41</a>, <a href="#page42">42</a>, -<a href="#page44">44</a> und <a href="#page47">47</a>, Fußnote <a href="#F8">67</a>)</li> -</ul> - -<p>Folgende offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert:</p> - -<ul class="tn"> -<li>geändert wurde<br/> <span class="ftsize105">"nach Königsberg (1807/08 bekannt"</span><br/> in<br/> <span class="ftsize105">"nach Königsberg -(1807/08) bekannt"</span> (Seite <a href="#page34">34</a>)</li> - -<li>geändert wurde<br/> <span class="ftsize105">"Bender <a href="#page24">24</a>-<a href="#page32">32</a>."</span><br/> in<br/> -<span class="ftsize105">"Bender <a href="#page24">24</a>-<a href="#page30">30</a>."</span> (Seite <a href="#page55">55</a>)</li> - -<li>geändert wurde<br/> <span class="ftsize105">"Clemens August <span class="antiqua">I.</span> v. Köln <a href="#page13">12</a>-<a href="#page14">14</a>."</span><br/> in<br/> <span class="ftsize105">"Clemens August <span class="antiqua">I.</span> -v. Köln <a href="#page13">13</a>-<a href="#page14">14</a>."</span>(Seite <a href="#page55">55</a>)</li> - -<li>geändert wurde<br/> <span class="ftsize105">"Lügenbähn s. <a href="#Rem">Rembold</a>."</span><br/> in<br/> <span class="ftsize105">"Lügen-Bähn s. <a href="#Rem">Rembold</a>."</span> -(Seite <a href="#page57">57</a>)</li> - -<li>geändert wurde<br/> <span class="ftsize105">"Mederich 12."</span><br/> in<br/> -<span class="ftsize105">"Mederich 12."</span>(Seite <a href="#page57">57</a>)</li> - -<li>geändert wurde<br/> <span class="ftsize105">"Nümbrecht s. Schell <span class="antiqua">l. c</span>, S. 403"</span><br/> in<br/> <span class="ftsize105">"Nümbrecht -s. Schell <span class="antiqua">l. c.</span>, S. 403"</span> (Fußnote <a href="#F1">18</a>)</li> - -<li>geändert wurde<br/> <span class="ftsize105">"Vgl. K Dirksen, Volkstümliches"</span><br/> in<br/> <span class="ftsize105">"Vgl. K. Dirksen, -Volkstümliches"</span> (Fußnote <a href="#F2">19</a>)</li> - -<li>geändert wurde<br/> <span class="ftsize105">"Beykirch <span class="antiqua">l c.</span>, S. 91 f."</span><br/> in<br/> <span class="ftsize105">"Beykirch <span class="antiqua">l. -c.</span>, S. 91 f."</span> (Fußnote <a href="#F5">41</a>)</li> - -<li>geändert wurde<br/> <span class="ftsize105">"zerstückelt wird (Zeitschrift für"</span><br/> in<br/> <span class="ftsize105">"zerstückelt -wird“ (Zeitschrift für"</span> (Fußnote <a href="#F6">48</a>)</li> -</ul> -</div> - - - - - - - -<pre> - - - - - -End of Project Gutenberg's Rheinische Seher und Propheten, by Paul Bahlmann - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK RHEINISCHE SEHER UND PROPHETEN *** - -***** This file should be named 54821-h.htm or 54821-h.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/4/8/2/54821/ - -Produced by Iris Schröder-Gehring, Peter Becker and the -Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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Thus, we do not -necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper -edition. - -Most people start at our Web site which has the main PG search -facility: www.gutenberg.org - -This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. - - - -</pre> - -</body> -</html> diff --git a/old/54821-h/images/cover.jpg b/old/54821-h/images/cover.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 2df37a6..0000000 --- a/old/54821-h/images/cover.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img001.jpg b/old/54821-h/images/img001.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 4abd157..0000000 --- a/old/54821-h/images/img001.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img002.jpg b/old/54821-h/images/img002.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index c6143f1..0000000 --- a/old/54821-h/images/img002.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img003.jpg b/old/54821-h/images/img003.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 59b6460..0000000 --- a/old/54821-h/images/img003.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img004.jpg b/old/54821-h/images/img004.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index a846f5a..0000000 --- a/old/54821-h/images/img004.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img005.jpg b/old/54821-h/images/img005.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 57854f5..0000000 --- a/old/54821-h/images/img005.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img006.jpg b/old/54821-h/images/img006.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 8e464e6..0000000 --- a/old/54821-h/images/img006.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img007.jpg b/old/54821-h/images/img007.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 14ddb46..0000000 --- a/old/54821-h/images/img007.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img008.jpg b/old/54821-h/images/img008.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 840cc5d..0000000 --- a/old/54821-h/images/img008.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img009.jpg b/old/54821-h/images/img009.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index e4b02f4..0000000 --- a/old/54821-h/images/img009.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img010.jpg b/old/54821-h/images/img010.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 9061ff3..0000000 --- a/old/54821-h/images/img010.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img011.jpg b/old/54821-h/images/img011.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 4dffcbd..0000000 --- a/old/54821-h/images/img011.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img012.jpg b/old/54821-h/images/img012.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index cff0a97..0000000 --- a/old/54821-h/images/img012.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img013.jpg b/old/54821-h/images/img013.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 88ea273..0000000 --- a/old/54821-h/images/img013.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/54821-h/images/img014.jpg b/old/54821-h/images/img014.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 0a1416d..0000000 --- a/old/54821-h/images/img014.jpg +++ /dev/null |
