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-Project Gutenberg's Rheinische Seher und Propheten, by Paul Bahlmann
-
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-
-Title: Rheinische Seher und Propheten
- Ein Beitrag zur Kulturgeschichte
-
-Author: Paul Bahlmann
-
-Release Date: May 31, 2017 [EBook #54821]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
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-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK RHEINISCHE SEHER UND PROPHETEN ***
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-Produced by Iris Schröder-Gehring, Peter Becker and the
-Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
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- Rheinische
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- Seher und Propheten.
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- Ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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-
- von
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- _Dr. P. Bahlmann_.
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- [Illustration: Dekoration]
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- Verlag von H. Mitsdörffer #Hans Ertl#.
- _Münster-Westf._
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-[Illustration: Dekoration]
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-Das Interessanteste und Wichtigste, -- sagen v. Mering und
-Reischert[1] -- was sich dem Menschen in diesem Erdenleben darbietet,
-ist in allen Beziehungen der Mensch selbst. Wenn er uns im
-Alltagsgewande schon Stoff genug zu den mannigfaltigsten Bemerkungen
-und Betrachtungen giebt, um wie anziehender muß er uns alsdann nicht
-da erscheinen, wo er in das Gebiet des Außerordentlichen oder des
-Wunderbaren übertritt und gleichsam eine höhere Natur annimmt. In
-solchen Verhältnissen schreitet er als ein zu einem höheren Berufe
-geadeltes, fremdartiges, unbegreifliches Wesen an uns vorüber, und wir
-können kaum der Versuchung widerstehen, den Veranlassungen solcher
-außerordentlichen Erscheinungen nachzuspüren, wiewohl die Ergebnisse
-unsere Mühe nicht immer belohnen und die scheinbar höheren Gebilde,
-mit der Lampe der Vernunft betrachtet, in der Regel sich wieder auf das
-Gewöhnliche reduzieren.
-
-In eine vernichtende Kritik aber wollen wir diesmal nicht eintreten,
-sondern uns lediglich darauf beschränken, alle noch erreichbaren
-Nachrichten über die bemerkenswertesten Seher des Rheinlandes und ihre
-Prophezeiungen[2] endlich einmal zusammen zu fassen. Wir unterziehen
-uns dieser Aufgabe, nicht etwa um alten Aberglauben neu beleben zu
-helfen, sondern weil die »Sagen der Zukunft«, wie man die Weissagungen
-nicht mit Unrecht genannt, wegen des Einblicks, den sie vielfach in
-die Eigenart der Bevölkerung, ihr Sehnen und Wünschen, ihr Hoffen und
-Fürchten gewähren, für den Kulturhistoriker von derselben Bedeutung
-sind, wie alle anderen Volksüberlieferungen, und glauben eine
-freundliche Aufnahme unserer Zusammenstellung auch deshalb erhoffen
-zu dürfen, weil das spöttische Achselzucken und überlegene Lächeln,
-womit trotz der noch äußerst mangelhaften Kenntnis der rätselhaften
-Erscheinungen unseres Seelenlebens alle derartigen Mitteilungen
-meist aufgenommen werden, leider so manchen Mund geschlossen und
-zugleich bewirkt hat, daß selbst die ohnehin recht dürftige Litteratur
-~nirgends~ sorgsam gesammelt und daher manches Buch gar nicht oder nur
-sehr schwer mehr zu finden ist.
-
-Eine bisher zwar auch unerklärte, aber jetzt doch schon von
-vielen zugegebene Erscheinung ist das sogen. »Zweite Gesicht«,[3]
-d. h. das Vermögen, wirkliche Begebenheiten der Gegenwart oder
-Zukunft fernschauend wie mit leiblichem Auge zu erkennen. Die
-»Vorgesichte« -- in Westfalen und am Niederrhein »Vorgeschichten«
-genannt[4] -- sind, abweichend z. B. vom somnambulen Hellsehen,
-stets mit Rückerinnerung verbunden und nehmen nie eine religiöse
-oder übersinnliche Richtung, sondern halten sich ganz in der
-Sphäre des gewöhnlichen bürgerlichen Lebens, meist Todesfälle
-und Leichenbegängnisse, aber auch Brände, Hochzeiten, Geburten,
-Freundschaften, das Ankommen von (dem Seher oft ganz unbekannten)
-Fremden und dgl. betreffend. Die Gabe findet sich weit mehr bei Männern
-als bei Frauen, ist aber an kein besonderes Alter und keine bestimmte
-Zeit gebunden. Im Augenblick des Schauens ist der Seher ganz von seinem
-Bilde eingenommen, sieht und denkt nichts anderes und nimmt keine Notiz
-von seiner Umgebung: die Augenlider oft krankhaft einwärts gekehrt,
-sieht er starr vor sich hin. »Es giebt wenig Städte am Rhein,« -- wird
-1822 berichtet[5] -- »wo nicht solche Geschichtler anzutreffen wären,
-und daß man bisher so wenig davon geredet hat, liegt in der nicht bloß
-am Rhein bekannten Erfahrung, daß die Aufklärung der Schriftgelehrten
-bereits so weit fortgeschritten ist, daß man in ihrer Gegenwart schon
-kein Faktum mehr erwähnt, was nicht durch sie anerkannt worden«.
-
-Die meisten Vorgesichte freilich können ihres Inhalts wegen nur ganz
-enge Kreise interessieren, und auch dadurch erklärt sich die manchem
-befremdliche Thatsache, daß trotz ihrer früheren Häufigkeit[6]
-verhältnismäßig nur so wenig Fälle veröffentlicht sind. Wer jedoch
-einigermaßen mit dem Volke gelebt und sein Zutrauen gewonnen hat,
-vermag selbst heute noch neues einschlägiges Material in Fülle
-beizubringen, wie dies erst kürzlich wieder der Bibliothekar des
-Bergischen Geschichtsvereins[7] bewiesen. Nach seiner mustergültigen
-Sammlung sah u. a. ein Mann im Dönberg den noch kerngesunden
-zehnjährigen Sohn seines Schwagers, dem er auch den Verlust eines
-zweiten Kindes ankündigte, auf dem Schoof (Totenbrett) in einem Gange
-stehen;[8] ein Schäfer in Nordrath sah des Abends einen Leichenzug
-über ein Feld[9], ein Bauer aus Kürten über einen schmalen Steg
-über die Sülz[10] ziehen; ein Kuhhirt auf einem Gehöft bei Wülfrath
-zur Mittagszeit den Pferdeknecht zu Grabe tragen;[11] ein Schäfer
-bei Böckum unweit Großenbaum um Mitternacht eine Leiche aus dem
-Fenster ins Freie schaffen;[12] eine Frau auf dem Gehöft Eschen (Gem.
-Mettmann) nachmittags einen Mann, dann ein Pferd, einen Leichenwagen
-und zuletzt viele Leidtragende vom Herbecker Wald her in die Chaussee
-einbiegen;[13] ein Mann kurz vor Mitternacht zwischen Herkenrath
-und Hof Büchel den Vater eines Bekannten nebst dem Geistlichen und
-Gefolge zu einer Beerdigung aus dem Hause treten[14] -- und alles sei
-buchstäblich eingetroffen, wie es die Seher vorhergesagt.
-
-Schon im Jahre 1668[15] trieb in Andernach zur Zeit einer pestartigen
-Krankheit der Geisterseher Cornelius Schnegell sein Unwesen, indem er
-gegen das Verbot des Magistrats angebliche Geistererscheinungen in
-Umlauf setzte und dadurch Trauer und Schrecken über manche Familie
-brachte. Von erster Kindheit an -- erzählte er -- habe ich Geister
-geschaut, und in der letzten Matthiasnacht sind mir plötzlich die
-Augen derart erleuchtet, daß ich des Nachts ebenso klar sehe, wie
-bei Tage. Namentlich in den Prozessionen, die zur Abwendung der Pest
-gehalten werden, sehe ich im voraus das Schicksal meiner Mitbürger: die
-ich fallen und nicht wieder aufstehen sehe, müssen sterben; solche,
-welche nach dem Falle sich wieder erheben, werden zwar krank, sterben
-aber nicht; endlich diejenigen, welche bloß straucheln, werden nur von
-einem leichten Anfall getroffen. Ich sehe die Geister in weißen und
-schwarzen Kleidern und halte dafür, daß jene selig, diese verdammt
-werden. Wenn sie erscheinen, verbleibe ich bisweilen im Bette, häufig
-aber muß ich aufstehen und sie bis zur Thür begleiten. Diese Erklärung
-setzte den Rat, der selbst überall Spuk und Zauberei witterte, in
-nicht geringe Verlegenheit, obschon bekannt war, daß der Geisterseher
-mitunter freilich in seinen Vorhersagungen die Wahrheit getroffen,
-öfter aber »schändlich sich vertretten und seiner Zungen Zoll
-verfahren« hatte. Man wandte sich deshalb um Auskunft an die gelehrten
-Franziskaner in Köln und legte ihnen die Frage vor, ob dergleichen
-Erscheinungen begründet und glaubwürdig seien oder nicht. Daß es kein
-bloßes Spiegelgefecht und keine Narrheit ist, fügt der Rat seiner
-Anfrage bei, kann man daraus abnehmen, daß oft in Kirchen, adligen
-und anderen Häusern Gespenster gehört oder gesehen werden und bald
-darauf Leichen folgen. Diese Erscheinungen haben auch solche, denen man
-nichts Böses nachsagen kann, ja die Heiligen haben solche absonderlich
-oft gehabt. Es ist ferner bekannt, daß in einigen Klöstern Patres
-eine Zeitlang vor ihrem Tode im Chor ohne Haupt erschienen sind. Dazu
-ist zu beachten, daß gemeldeter Cornelius von den Geistern genötigt
-wird, die Visionen bekannt zu machen und daß die Offenbarungen vielen
-zum besten gereichen, da diejenigen, welche noch nicht sterben
-werden, unnötige Arzneien sparen, solche dagegen, die bald sterben
-müssen, desto besser auf den Tod sich vorbereiten können. In dem
-von _P._ Kaspar German verfaßten und den _P. P._ Bernardin Vetweis,
-Bonaventura Reul und Johannes Huart approbierten Antwortschreiben
-vom 7. Nov. 1668 werden die von Schnegell angegebenen Erscheinungen
-unter Hinweis auf die Lehre des hl. Thomas von Aquin als unerlaubte,
-abergläubische Divinationen oder Teufelsbetrug bezeichnet und die
-Auslassungen des Rates richtig gestellt bezw. widerlegt. Nach Empfang
-dieses Schreibens wurde Schnegell alsbald verhaftet und der Kurfürst
-Maximilian Heinrich um Angabe weiterer Verhaltungsmaßregeln gebeten.
-Das vom 30. November datierte Schreiben desselben schließt: »Zwar ist
-kein Zweifel daran, daß bei dergleichen Wesen der böse Feind sein Spiel
-treibt und gemeiniglich gefährliches Einverständnis mit demselben
-darunter verborgen ist. Weil gleichwohl wider besagten Cornelius
-keine andern Anzeichen von Zauberei oder einem Vertrag mit dem Teufel
-vorgebracht sind, so könnt Ihr zwar für dieses Mal denselben noch aus
-der Haft entlassen, habt ihm jedoch ernstlich einzubinden, sich solcher
-Vorhersagungen bei Strafe der Fustigation und Verweisung des Landes
-öffentlich und im Geheimen zu enthalten.«
-
-In der Vaterstadt eines Rheinländers[16] lebte zu Anfang dieses
-Jahrhunderts ein unbemittelter Tagelöhner, den man, weil er für die
-Metzger die gekauften Kälber herbeiholte, »Kälber-Gerhard«, seiner
-Gesichte halber aber meist »Geisterseher« nannte. Gewöhnlich um
-Mitternacht, doch zuweilen auch bei Tage, erblickte er die Gestalt
-derjenigen Person, die binnen weniger Tage sterben sollte, an
-derjenigen Stelle, wo sie den Geist aufgab, bald in ihren gewöhnlichen
-Kleidern, bald im Leichengewand, bald sitzend, bald liegend, und es
-trieb ihn dann mit Gewalt in die Wohnung, wo die betreffende Person
-wohnte, oder auf die Straße, wo der Leichenzug vorüberkam und er alle
-Leidtragenden genau erkannte. Nur einigemal hat er infolge übergroßer
-Müdigkeit dem Triebe, dem Gesicht zu folgen, gewaltsam widerstanden
-und sein Bett nicht verlassen; da aber -- so erzählte er -- sei ihm
-zur Strafe seines Ungehorsams der »Geist« reitend auf die Schultern
-gesprungen und habe ihn durch Straßen und Felder so peinigend
-umhergetrieben, daß er in kaltem Schweiße gebadet und vor Erschöpfung
-krank nach Hause gekommen sei. Anfangs machte er aus der leidigen Gabe,
-die er dem Umstande zuschrieb, daß er in der St. Andreas-Nacht genau um
-12 Uhr geboren sei, kein Hehl und offenbarte arglos, wen er des Nachts
-gesehen; da aber die von ihm genannten Personen stets bald darauf
-verstarben, bemächtigte sich der Einwohner eine solche Angst, daß sie
-ihm möglichst aus dem Wege gingen und er ihre Häuser schließlich selbst
-am hellen Tage und in Geschäften nicht ohne Furcht vor Prügeln betreten
-durfte.
-
-Zu Opladen[17] sah vor Jahren an einem Sommermorgen ein junger Mann in
-Gedanken zum Fenster hinaus. Bald füllte sich trotz der frühen Stunde
-die Straße mit Menschen, und er gewahrte ein Trauergeleite, das still
-und schweigsam einem Sarg zum Friedhof folgte. Hinter vielen bekannten
-Ortsbürgern bemerkte er als letzten einen verabschiedeten Hauptmann in
-hellgrünem Kleide, der mehrmals ausglitt, als ob er nicht ganz nüchtern
-sei. Dasselbe glaubte man von ihm, als er sich nach dem Todesfall
-erkundigte, und er hatte die seltsame Erscheinung bereits vergessen,
-als im Winter die nämlichen Gestalten, die er damals gesehen, hinter
-der Leiche eines seiner Verwandten an seinem Fenster vorüberzogen,
-hinterdrein der Hauptmann im hellgrünen Rocke, wiederholt ausgleitend
-auf dem mit Glatteis überzogenen Boden.
-
-Im Siegthale[18] sollen die in der Matthiasnacht Geborenen im voraus
-die Geister aller derjenigen sehen, die der Tod in dem betreffenden
-Kirchspiele abberuft, und sie um Mitternacht auf den Kirchhof tragen
-müssen. Dieselbe Fähigkeit schrieb man in Meiderich[19] dem Maurer
-R. zu, der, gleichfalls zur Mitternachtsstunde, drei Tage vor jedem
-Todesfall dem Leichenwagen das Hofthor zu öffnen hatte.
-
-Ein sehr bekannter Vorschauer war der Seilermeister Peter Schlinkert
-aus Meschede im Herzogtum Westfalen, das bis 1803 unter kölnischer
-Herrschaft stand. Da ich über ihn und seine Vorgeschichten bereits
-an anderem Orte[20] ausführlich berichtet, möge hier nur sein erstes
-Gesicht, das seinem Landesherrn das Leben rettete, wiederholt werden.
-Schlinkert, der nach dem Ueberfall von Hochkirch (1758), an dem er als
-Serbelloni-Kürassier teilgenommen, den Truppen des Kurfürsten Clemens
-August von Köln[21] eingereiht war, trat eines Tages, als sich der
-Fürst zu einer Jagdpartie[22] begeben wollte, festen Blickes vor diesen
-hin und sagte: »Euer Durchlaucht dürfen nun und nimmermehr fahren,
-weil ein Schuß durch den Wagen geschehen wird, der auf Hochdieselben
-gemünzt ist.« Der Kurfürst stutzte und ließ den kecken Warner vorläufig
-festnehmen, bestieg aber ein anderes Fuhrwerk. Kaum war nun der
-erste, ursprünglich für den Fürsten bestimmte Wagen eine Stunde Weges
-fortgerollt, als der ominöse Schuß wirklich fiel und ohne jemanden
-zu verletzen, durch das Verdeck des Gefährtes drang. Selbstredend
-wurde Schlinkert sofort aus der Haft befreit und ihm zugleich mit der
-erbetenen Entlassung aus dem Militärdienste noch eine lebenslängliche
-Pension von jährlich 25 Thalern gewährt.
-
-Auch für das sogenannte Sichselbstsehen sind Fälle genug vorhanden.
-Noch aus der Mitte dieses Jahrhunderts wird in Führt bei Neuß erzählt,
-daß der Küster abends in die Kirche gegangen, um dort die ewige Lampe
-zu schüren. Während er den Sohn erwartete, welcher ihm das notwendige
-Oel bringen sollte, hatte der Ermüdete sich in einen Beichtstuhl
-gesetzt und war darin unversehens eingenickt. Plötzlich wurde er durch
-den Ausruf: »Hier hast du deinen Rock!« geweckt und sah eine dunkle
-Gestalt, die einen Sarg vor ihm hinstellte, dann aber mit dem Sarge
-eben so rasch wieder verschwand. Erschüttert kehrte der Küster heim und
-lag wirklich wenige Tage später als Leiche im Sarge.[23]
-
-Nur mit großer Vorsicht sind die meisten Ankündigungen künftiger Brände
-aufzunehmen, da sie sich schon vielfach als absichtliche Täuschungen
-zur Verdeckung von Brandstiftungen entpuppt haben. Ein derartiger
-Verdacht ist auch bei den von Schell[24] erwähnten Vorzeichen vor dem
-Brande bei Radevormwald im Jahre 1863 oder 1864 nicht ausgeschlossen,
-während bei der nachstehenden »rätselhaften« Geschichte die Vermutung
-nahe liegt, daß der »Seher«, von einem Komplott zur Anzündung des
-Schlosses irgendwie unterrichtet, diese durch einen, wenn auch nur
-halben Verrat habe vereiteln wollen. Der kurkölnische Soldat,[25]
-der in der Nacht zum 13. Januar 1777 im Hofe des Buenretiro[26] in
-Bonn auf Posten stand und von der Ablösung ohnmächtig gefunden wurde,
-bekundete, daß, als er kaum seinen Dienst angetreten, der bis dahin
-trübe Himmel an einer Stelle immer klarer geworden sei, bis sich aus
-der entstandenen Wolkenlücke ein dichter Feuerregen wohl zehn Minuten
-lang auf das Schloß ergossen habe. Er sei dermaßen erschrocken, daß
-er nicht einmal Lärm zu schlagen vermochte, und habe erst allmählich
-gemerkt, daß die Flammen nicht zündeten. Dann sei es wieder dunkel
-um ihn geworden, und die Wolken hätten sich geschlossen, um sich
-gleich darauf nochmals zu öffnen; nun habe er deutlich auf des Himmels
-blauem Grunde einen großen eleganten Sarg gesehen, umgeben von sieben
-kleineren, ärmer ausgestatteten Särgen. Als der Stadtgouverneur General
-de Cler die Aussage der Schildwache des Abends in einer größeren
-Gesellschaft zum besten gab, sagte der erst 36 Jahre alte Hofrat v.
-Breuning höchst befremdenderweise sofort: »Das ist mein Sarg!« Die
-übrigen lachten, aber zwei Tage später wurde das herrliche Schloß mit
-seinen zahlreichen Kunstschätzen ein Raub der Flammen, die so gewaltig
-um sich griffen, daß der Kurfürst Maximilian Friedrich in seinen
-Nachtkleidern flüchten mußte. Der Buenretiro allein wurde gerettet, da
-die Flamme abermals, wie bei einer früheren Feuersbrunst (1689), bei
-der Kapelle des hl. Florian, des Fürbitters gegen Feuersgefahr, sich
-wendete, und das reiche Archiv durch die Pflichttreue seines Kurators,
-des Hofrats von Breuning, geborgen, dem, als er zum drittenmal, mit
-Schriften beladen, die glühenden und dampfenden Räume verlassen
-wollte, der einstürzende Thorweg das Rückgrat zerschmetterte. Als man
-seine Leiche im prächtigen Sarge zum Kirchhofe brachte, begrub man
-auch sieben Männer, die gleich ihm im Kampfe mit den Flammen den Tod
-gefunden. Das tragische Ereignis hat des Hofrats Witwe, die erst 1838
-im Alter von 87 Jahren zu Koblenz starb, wiederholt bestätigt.
-
-Der minder Begabte und nicht bis zum Schauen Gesteigerte »hört«: er
-hört den dumpfen Hammerschlag auf den Sargdeckel und das Rollen des
-Leichenwagens, hört den Waffenlärm, das Wirbeln der Trommeln, das
-Trappeln der Rosse und den gleichförmigen Tritt der marschierenden
-Kolonnen; er hört das Geschrei der Verunglückten und an Thür oder
-Fensterladen das Anpochen desjenigen, der ihn oder seine Nachfolger zur
-Hülfe auffordern wird.[27] Durch lautes Klopfen wurde einzelnen Leuten
-in Mettmann[28], Richrath[29] und Immigrath[30] der baldige Tod eines
-Nachbarn oder Angehörigen kund gethan; durch Rücken des Werkzeugs oder
-Klirren der Säge einem Schreiner in Wönkhausen[31] jede Anfertigung
-eines Sarges im voraus angesagt. Etwas ausgeschmückt ist folgende
-Sage:[32] Als ein Schreiner aus Burg Hoff an der Sieg einst spät
-abends nach Hause kam, hörte er drinnen hämmern und sägen. Einige Tage
-später starb jemand in der Nachbarschaft, und unser Schreiner bekam
-den Auftrag, den Sarg für den Verstorbenen anzufertigen. Da fand er in
-seiner Werkstatt, die er längere Zeit nicht benutzt hatte, ein Brett,
-das früher nicht dort gewesen und genau als Kopfstück eines Sarges
-zugeschnitten war. Er beschloß, davon keinen Gebrauch zu machen,
-aber ein neuhergestelltes Kopfstück riß beim Annageln, und mit einem
-zweiten ging es nicht besser; notgedrungen nahm er nun das unheimliche
-Brett -- und der Sarg ward fertig.
-
-Schneider und Näherin hören die Schere schnippeln, wenn sie bald ein
-Totenhemd fertigen sollen; doch kannte Florentin v. Zuccalmaglio (1803
-bis 1869) in seiner Jugend auch eine Näherin, die ihm oft blaue Male
-an ihren Armen zeigte, die sie Geesterpetsche (Geisterkniffe) nannte
-und für Anzeichen hielt, durch die sich die Verstorbenen bei ihr
-anmeldeten.[33]
-
-Mit Affektionen des Gehörs verbunden waren zwei Gesichte späterer
-Eisenbahnen. Im Wupperthale[34] schaute ein Mann vor ca. 80 Jahren eine
-ganze Reihe von Wagen, pfeilschnell mit Feuer vorwärts getrieben; als
-der Zug an die Stelle der jetzigen Station Remlingrade kam, ertönte ein
-schriller Pfiff. Ein Mann und zwei Frauen, die noch nie eine Eisenbahn
-gesehen, erblickten am Abend des zweiten Ostertages des Jahres 1839
-oder 1840 zwischen Vollmerhausen und Gummersbach[35] bei Mondschein
-etwa sechsmal ein unbestimmtes Wesen kreisend durch die Luft brausen;
-oben auf dem Unnennbaren zeigte sich mitunter ein kleines bläuliches
-Licht, und dabei ließ ein Zischen sich vernehmen. Erst als der Mann
-einige Jahre nachher in Barmen eine Eisenbahn sah, wußte er, daß es
-eine Vorbedeutung der Bahn gewesen, die jetzt dort vorbeifährt.
-
-Leider sind selbst viele Gesichte, die bedeutendere Ereignisse oder gar
-die Geschicke ganzer Orte und Gegenden verkündeten und uns hier ganz
-besonders interessieren, mehr oder weniger in Vergessenheit geraten.
-Von den zahlreichen Vorgeschichten z. B., die Köln in Brand oder mit
-glühenden Kugeln beschießen sahen,[36] konnte Dr. Kutscheit[37] nur
-noch eine einzige in Erfahrung bringen. Glaubwürdige Kölner erzählten
-ihm, wie im Anfange dieses Jahrhunderts der sehr fromme und nüchterne
-Wächter auf dem Bayenturme, als er spät abends sich pflichtgemäß aus
-den Turmfenstern nach der Stadt umschaute, gesehen habe, daß die Stadt
-von Westen her mit feurigen Kugeln überschüttet wurde und mit Ausnahme
-des Domes in Flammen geriet, während dessen herbeigerufene Schwester
-nichts wahrzunehmen vermochte.
-
-Die großen Truppenmassen, die man mit rauschender Janitscharenmusik
-gen Köln ziehen oder auf der Mülheimer Heide etc. sich lagern sah,[38]
-sind gleich den westfälischen Kriegs- und Schlachtengesichten nur
-Verzerrungen oder wirre Auswüchse des zweiten Gesichts, die auf Nebel-
-bezw. Schwadenbildungen beruhen. Lediglich ein Nebelgebilde auch war
-die »Vision oder Vorgeschichte«, über die das Grevenbroicher Kreisblatt
-berichtet:[39] Es war am Ostersonntage, den 31. März 1861, als nach dem
-Hochamte gegen Mittag 3 Männer aus Gustorf eine kleine Strecke gegen
-Reisdorf feldeinwärts gingen, um die angenehme Frühlingsluft im Freien
-zu genießen. Die Sonne stand hoch im wolkenlosen Süden, wenige leichte
-Federwolken säumten den Horizont, -- da erschienen auf dem sanft
-abgedachten Höhenzuge, der, von Gustorf aus gesehen, den Gesichtskreis
-gegen Nordwesten hin begrenzt, Heeresmassen zu Fuß und zu Pferde, die
-sich in der Richtung von Hahnerhof und Hoheneichen nach dem Bergerbusch
-hin bewegten und stellenweise wie im Kampfe entwickelten; der ganze
-Höhenzug wimmelte von größeren und kleineren Abteilungen, hin und her
-gedrängt im Dampf der Geschütze und Gewehre. Diese Erscheinung, welche
-außer jenen 3 noch 2 andere Männer aus der Nachbarschaft bemerkten,
-währte etwa 1-1/2 Stunden und verschwand dann nach Westen hin.
-
-Derartige Gesichte sind vielfach in die Jahrhunderte alte Sage vom
-letzten blutigen Entscheidungskampfe, der am Birkenbaum zwischen
-Büderich und Werl seinen Abschluß finden soll,[40] übergegangen,
-weitere Ergänzungen der eigenartigen Ueberlieferung aber auch
-durch mancherlei Prophezeiungen erbracht worden. Ein Düsseldorfer
-Kapuziner-Pater offenbarte im Jahre 1762:[41] »Nach einem schweren
-Kriege wird Friede werden und doch kein Friede sein, weil der Kampf der
-Armen wider die Reichen und der Reichen wider die Armen entbrennt. Nach
-diesem Frieden kommt eine schwere Zeit. Das Volk wird keine Treue und
-keinen Glauben mehr haben. Wenn die Frauensleute nicht wissen, was sie
-vor Ueppigkeit und Hochmut für Kleider tragen wollen, bald kurz, bald
-lang, bald eng, bald weit, wenn die Männer auch ihre Trachten ändern
-und man allgemein die Bärte der Kapuziner trägt, dann wird Gott die
-Welt züchtigen. Ein schwerer Krieg wird im Süden entbrennen, sich nach
-Osten und Norden verbreiten. Die Monarchen werden getötet werden. Wilde
-Scharen werden Deutschland überschwemmen und bis an den Rhein kommen;
-sie werden aus Lust morden, sengen und brennen, so daß Mütter aus
-Verzweiflung, weil sie überall den Tod vor Augen sehen, sich mit ihren
-Säuglingen ins Wasser stürzen werden. Da, wenn die Not am größten ist,
-wird ein Retter kommen von Süden her; er wird die Horden der Feinde
-schlagen und Deutschland glücklich machen. Dann werden an manchen Orten
-aber die Menschen so selten sein, daß man auf einen Baum steigen muß,
-um Menschen in der Ferne zu suchen.«
-
-Der Stadt Koblenz droht eine alte prophetische Sage:[42] »Wehe! Wehe!
-Wo Rhein und Mosel zusammenfließen, wird gegen Türken und Baschkiren
-eine Schlacht geschlagen werden, so blutig, daß der Rhein auf 25
-Stunden Wegs rot gefärbt sein wird«; auch Johann Peter Knopp[43] meint:
-»Es wird hart hergehen, besonders bei Koblenz.«
-
-Das Schlimmste jedoch soll Köln bevorstehen, das außer Knopp[44] auch
-Rembold[45], Jasper[46] und ein anderer westfälischer Spökenkieker[47]
-als Schauplatz einer großen Schlacht[48] bezeichnet haben. Der Magister
-Heinrich v. Judden, Pastor an Klein St. Martin zu Köln, fand um
-1460 in einem alten Buche des dortigen Karmeliterklosters folgende
-Prophezeiung:[49] »O glückliches Köln, wenn du wirst gut gepflastert
-sein, wirst du untergehen in deinem eigenen Blute. O Köln, du wirst
-untergehen wie Sodom und Gomorrha; deine Straßen werden von Blute
-fließen und deine Reliquien dir genommen werden. Wehe dir, reiches
-Köln, weil deine Einwanderer an deinen Brüsten saugen und an denen
-deiner Armen, die gemartert und gequält werden für dich.«
-
-Mit der Erfüllung dieser fällt wohl auch die der zweiten Hälfte der
-vom Prälaten Emilian Elbertz ([dagger] 1798) seinem Diener Heinrich
-Pohl mitgeteilten Prophezeiung[50] zusammen, deren Alter er auf ca. 150
-Jahre angab: »Die Abteikirche von St. Pantaleon wird lutherisch, dann
-aber wieder katholisch werden. Mittelst einer Bombe, die bei der Kirche
-niederfallen wird, wird ein heiliger Körper zum Vorschein kommen, der
-keine Hände und Füße hat.« Der Prälat hielt sehr viel auf sie und war
-gegen Ende seines Lebens in beständiger Sorge, daß sie noch bei seinen
-Lebzeiten sich verwirklichen könne; er ließ sogar nach dem Körper des
-Heiligen, der nach einer anderen Lesart der künftige Schutzpatron Kölns
-sein wird, Nachgrabungen anstellen, die jedoch ohne Erfolg geblieben
-sind.
-
-»Wehe Köln!« -- läßt ein anderer Prophet sich vernehmen[51] -- »Wenn
-im Raderthale Häuser gebaut und bewohnt sind, dann ist die Zeit nahe,
-die Unheil über Gute und Böse bringen wird. Wehe den Geistlichen,
-welche aus Hoffart und Lauigkeit Pracht und gute Tage lieben!... Von
-der Südseite werden die Feinde bis zum goldenen Apfel dringen und ein
-großes Blutbad anrichten. Viele Gute werden sterben und die Bösen durch
-die Bösen umkommen. Eine furchtbare Krankheit wird aufräumen helfen.
-Auf der Retirade wird Köln viel leiden; doch kann durch Gebet viel
-gewendet werden. Man soll Bittgänge thun, um gemeinschaftlich Gottes
-Rechte zu entwaffnen. Hört, ich sage euch: Die Hölle hat eine große
-Ernte! Bessere sich alles, ehe es zu spät ist.«
-
-Die ehedem gäng und gäbe Prophezeiung »In Bonn werden die Jesuiten
-auf dem Markte gemartert werden« glaube ich auf die Vision des
-Franziskaner-Paters Jakob Pirre vom Jahre 1745[52] zurückführen zu
-sollen. Diesem erschien am 25. Mai 1745, als er in der schwäbischen
-Stadt Laubheim übernachtete, der Geist Holzhausers[53] und gebot ihm
-aufzustehen und folgende Verse niederzuschreiben:
-
- _Millia sexcentum novies duodenaque pono,
- Adde quater decies, tunc venit illa dies,
- Qua Bonnae[54] Jesu socii fratresque beati
- Francisci palmas martyriumque ferent._[55]
-
-Zu Beginn des siebenjährigen Krieges machten die Enthüllungen der
-Hoffin, einer Küfersfrau aus Horrweiler bei Kreuznach, viel von
-sich reden; doch will ich mich an dieser Stelle auf die Wiedergabe
-zweier Briefe[56] des Kandidaten der Theologie Bender in Kreuznach
-beschränken, in denen dieser dem Kirchenrate Ward berichtete, was er
-selbst aus dem Munde der Frau erfahren.
-
-Es war Freitags, den 1. April 1757 -- lautet das erste Schreiben -- da
-ich von Herrn Inspektor Rettig zum Predigen angeredet [bestellt] wurde.
-Nachdem ich den Sonntag zu Horrweiler gepredigt hatte und eben im
-Begriffe war, auf die Filiale zu gehen, wartete der Mann dieser Frau am
-Thor auf mich und bat mich, ich möchte doch des Mittags zu ihm kommen,
-weil er etwas mit mir zu reden hätte. Ich hatte kein Bedenken, ihm
-dieses zuzusagen, und ich hielt auch am Mittag mein Versprechen. Ich
-fand ihn, seine Frau und einige Kinder in seinem Hause; doch war ich
-nicht lange da, als ein Kind nach dem andern wegging, so daß wir drei
-allein blieben. Nach einem kurzen Stillschweigen sagte die Frau, sie
-möchte gerne eine Frage an mich richten, wenn sie nur wüßte, daß ich
-ihr es nicht übel nehmen würde. Da ich ihr dieses versichert hatte,
-so fragte sie mich, wer wohl die heut gehaltene Predigt zuerst gewußt
-hätte, sie oder ich? Dieses kam mir seltsam vor; ich sagte ihr dies und
-dabei, ich verstünde sie nicht, sie müßte sich deutlicher erklären.
-»Gut,« sagte sie, »sagen Sie mir doch, wann Sie der Herr Inspektor zum
-Predigen bestellt hat.« »Am verwichenen Freitag,« war meine Antwort.
-Hierauf wandte sie sich zu ihrem Mann und sagte. »Siehst du nun, daß
-ich recht hatte und daß ich die Predigt eher gewußt, als der Herr
-Bender bestellt worden ist?« Dieses machte mich nun nicht klüger, als
-ich zuvor gewesen war. Ich fragte den Mann, was alles dieses bedeuten
-sollte, und erhielt folgende Antwort: »Am Donnerstag früh, als ich
-erwachte, fragte mich meine Frau, ob ich auch wüßte, daß unser Herr
-Inspektor krank geworden wäre. Ich fragte, wie ich dieses wissen
-könnte. Ja, sagte meine Frau, er ist krank und wird auf den Sonntag
-nicht predigen, sondern wir bekommen einen andern; rate einmal, wen?
-Ich riet etlichemal. Nein, sagte sie, keinen von diesen, unsers Herrn
-Inspektors Sohn(?) kommt, und damit du siehst, daß ich es weiß, so
-will ich dir noch mehr sagen. Sie nannte hierauf das Lied, den Eingang
-und den Text, den er haben würde. Wir waren heute beide in der Kirche
-und ich bin überzeugt worden, daß meine Frau recht hatte, weil es das
-Lied, der Eingang und der Text war.« Wenn es mit dieser Erzählung seine
-Richtigkeit hat, so hat die Frau in der That 32 Stunden früher gesagt,
-was ich predigen würde, ehe ich wußte, daß ich predigen sollte. Ich
-habe es allzeit für thöricht gehalten, wenn man so schließt: »Ich kann
-es nicht begreifen, wie es mit dieser Sache zugeht, deswegen ist sie
-wohl falsch,« und ich fand auch nicht für gut, die Frau durch einen
-Machtspruch abzuschrecken und so ihr Zutrauen zu verlieren. Ich that
-also nichts, als daß ich ihr meine Verwunderung zeigte und zugleich
-ihren Mann fragte, ob sich die Sache so verhielte. Er bedeutete, alles,
-was er gesagt, sei die reine Wahrheit, und seine Frau werde mir noch
-erstaunlichere Dinge sagen. Ich fragte sie hierauf, auf welche Art
-ihr diese verborgenen Dinge offenbart würden, und da sie sah, daß ich
-kein Mißtrauen in die Wahrheit ihrer Erzählung zu setzen schien, so
-erfuhr ich folgendes: Wenn ihr zukünftige Dinge bekannt gemacht werden
-sollten, so ergriffe sie etwas, eben wie eine Menschenhand, in der
-Brust, und das sei das Zeichen, sich an einen einsamen Ort zu begeben.
-Alsdann werde ihr Geist ihrem Leibe entrückt und sie käme in Begleitung
-eines Engels in eine Versammlung von Geistern, die teils aus Engeln,
-teils aus Seelen von noch lebenden Menschen bestände. Hier werde
-alles, was noch in Zukunft geschehen sollte, als wirklich gegenwärtig
-abgehandelt, und die Seelen der gegenwärtigen Menschen redeten und
-handelten so, wie sie in der Folge der Zeit reden und handeln würden.
-Manchmal würden ihr sinnbildliche Gesichter gezeigt, und dann fragte
-sie ihr Führer, ob sie das verstehe und den Sinn von allem erkenne, da
-ihr dann, im Falle sie es nicht verstände, hinlängliche Erläuterung von
-einem Engel gegeben würde. Ebenso erhalte sie Befehle an diesen oder
-jenen oder einige Menschen, und sie werde allemal gestraft, wenn sie
-sich weigere, ihr aufgetragene Geschäfte zu verrichten. Zum Beweise
-aber, daß sie nicht getäuscht würde und daß alles, wie sie es gesehen
-und gehört, in Zukunft geschehen sollte, habe sie die Gnade, daß ihr
-öfters eine Begebenheit gezeigt würde, die sich in wenig Tagen in
-ihrem Ort oder in ihrer Nachbarschaft zutrüge, um die Wahrheit des
-übrigen daran zu prüfen. Eben ein solches Zeichen sei meine Predigt
-gewesen, denn mein Geist sei wirklich in der Versammlung aufgetreten
-und habe eben die Worte geredet, die sie heut in der Kirche von mir
-gehört hätte. Ich gestehe es, daß ich von allem diesen kein Wort
-weiß, und entweder hat ein anderer Geist in der Versammlung die Güte
-gehabt, meine Gestalt anzunehmen und meine Rolle zu spielen, oder die
-menschliche Seele muß Handlungen vornehmen können, deren sie sich nicht
-bewußt ist. Da ich begierig war, noch mehr zu erfahren, so brachte ich
-das Gespräch auf den gegenwärtigen Krieg, weil ich glaubte, sie würde
-sich in die Natur der Völker, der Landschaften, Städte und ihrer Lagen
-nicht recht finden können, sondern ihre Schwäche und vielleicht gar
-ihren Betrug offenbaren; allein sie sprach von allem diesen mit einer
-bewunderungswürdigen Fertigkeit und unterschied alles so wohl, daß
-ich in der That nicht begreifen konnte, wo sie als eine rohe Bäuerin
-solche Begriffe her haben sollte. Sie behauptete, den Krieg zwischen
-Preußen und Oesterreich lange vorher gewußt und auch einigen Leuten,
-die sie mir nannte, in Wiesbaden[57] vorhergesagt zu haben; man hätte
-sie aber, weil alles damals ruhig gewesen, als eine Thörin verlacht,
-besonders da sie die Bataille bei Lobositz[58] vorhergesagt und die
-Preußen für die Sieger erklärt habe. Zu eben der Zeit wäre sie ihrer
-Aussage nach in einer Geisterversammlung gewesen, in welcher sich
-der König von Preußen, wie die Häupter aller gegen ihn vereinigten
-Mächte befunden. Der König that alles, die Gegenpartei zum Frieden
-zu bringen und machte ihnen die nachdrücklichsten Vorstellungen; er
-führte ihnen die Gerechtigkeit seiner Sache und das unschuldige Blut
-zu Gemüte, das vergossen, und gewiß auf ihr Gewissen vergossen würde.
-Da aber die andern gegen diese Gründe unempfindlich waren und immer
-einer den andern in seinen Anschlägen bestärkte, so trat ein Engel
-zu dem König, zuckte ihn etlichemal zurück und sagte: »Sei getrost
-und laß dich ihre große Anzahl nicht kleinmütig machen! Wenn ihrer
-noch so viele wären, so sollen sie doch in dein Schwert fallen!«
-Zu einer anderen Zeit hat sie den König in seinem Kabinett betend
-gesehen; zwei Engel standen hinter ihm, und da er zu Gott betete, er
-möchte doch der unschuldigen Schlachtopfer schonen und seinen Feinden
-friedfertige Gedanken geben, so sei abermals ein Engel zu ihm getreten
-und habe obige Worte wiederholt. Sie machte hierbei die Anmerkung, es
-verlange sie zu wissen, ob der König die Stimme wirklich höre oder ob
-diese Gedanken bloß als wie eigene in seiner Seele entständen. Ebenso
-will sie den Marsch der Franzosen vorausgesehen haben. Sie sagte,
-anfangs seien ihre Gesichter nach Böhmen zugewandt gewesen; damit
-aber die Feinde des Königs in dieser Gegend nicht zu mächtig würden,
-so hätten sie sich nach Westfalen wenden müssen. Doch würden sie dem
-König nicht schaden, sondern er würde sich auch dort ihren Leuten
-widersetzen. Für die Zukunft bestimmt sei überhaupt dieses: Der König
-würde stets sieghaft über seine Feinde sein und einen ehrlichen und
-dauerhaften Frieden schließen können. Diese Frau prophezeite auch, daß
-die Kurfürsten von Mainz und der Pfalz aus ihren Residenzen vertrieben
-werden würden, weshalb sie zu Mannheim[59] eingesperrt sei. Wie nun die
-bei ihr gegenwärtig gewesenen Hofpersonen erzählten, daß der Hof so
-bestürzt sei, weil er vom Prinzen von Sulzbach in langer Zeit keine
-Nachricht hätte, und glaubten, daß er gar tot sein möchte, hat sie
-selbige getröstet und gesagt: »Nein, er lebt noch; er ist in Prag in
-dem genannten Hause und Zimmer, sitzt am Tisch und liest gegenwärtig
-die Zeitung.« Als dieses am Hofe gemeldet und auch durch einen Kurier
-alles wahr befunden sei, ist sie des Arrests entlassen worden. Ich
-muß hier noch anmerken, daß sich diese Frau, wenn sie wiederholt, was
-in ihrer Versammlung geredet, solcher Ausdrücke bedient, die für ihre
-Erziehung viel zu ordentlich und, wenn mir der Ausdruck erlaubt ist,
-viel zu vornehm sind; in ihren sonstigen Gesprächen kann man nichts
-Phantastisches an ihr wahrnehmen. Ich habe mich nach ihrem Wandel
-erkundigt und man giebt ihr das Zeugnis, daß sie sehr ordentlich lebe
-und die Kirche sehr fleißig besuche, ein scharfes Auge auf ihre Kinder
-habe und gegen die Armen ungemein freigebig sei; sie wird schier von
-jedermann für eine Thörin gehalten. Ich getraue mir in diesem Punkte
-nichts zu bestimmen; wenn sie auf höheren Befehl zu einzelnen Menschen
-redet, so haben ihre Bestrafungen die Zerrüttung der Seele zum Grunde,
-in diesem Falle ist sie der Gesellschaft nicht schädlich.
-
-Einige Monate später ließ Bender weitere Nachrichten folgen. Am 1.
-Oktober 1757 -- fährt er fort -- sagte mir die Frau Hoffin, sie habe
-die ganze Zeit, da sie mich nicht gesehen, nur drei Offenbarungen
-gehabt: eine auf Pfingsten, die andere den 18. Juli und die letzte auf
-den 11. September. In Ansehung der ersteren können Sie die vollkommene
-Probe von der Wahrheit ihrer Aussage nehmen; in dieser wurde ihr
-offenbart, daß die Preußen die Bataille bei Kollin[60] verlieren und
-Prag verlassen würden. Sie sagt, sie habe dies, ehe es eingetroffen,
-dem Herrn Kirchenrat Mieg in Wiesbaden gesagt und sie berufe sich
-auf diesen als Zeugen für die Wahrheit ihrer Aussage. Wollten Sie
-Sich die Mühe nehmen, nachzufragen, so würden Sie vielleicht genug
-erfahren, um von dem übrigen urteilen zu können.[61] Die Ursache,
-warum diese Schlacht verloren gegangen, ist ihrer Aussage nach diese:
-Die Kaiserin habe nichts mehr gewünscht, als nur einmal über Preußen
-zu siegen, und sie habe sich anheischig gemacht, nach diesem Sieg
-einen ehrlichen Frieden zu schließen. (Sie müssen wissen, daß dieses
-bloß in der Geisterversammlung geschehen ist, wo auch die geheimsten
-Gedanken offenbart würden, jedoch ohne daß eine von den interessierten
-Personen ein Wort davon weiß.) Dieses sei bewilligt worden, doch habe
-ihr zugleich ein Engel gesagt, es werde doch kein Friede folgen; es
-geschehe bloß, um das Maß voll zu machen. In der Versammlung vom 18.
-Juli ist nichts Merkwürdiges vorgefallen, außer daß der kaiserlichen
-Partei ihr Trotz auf diesen Sieg stark verwiesen und zugleich
-dem König von Preußen der Sieg aufs neue versprochen worden. Die
-Offenbarung vom 11. September ist ungemein außerordentlich, und wenn
-dieses eintrifft, so ist man vielleicht gezwungen, dieser Frau mehr
-Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Sie sagte nämlich, es sei ihr
-ein sehr junger Herr und eine etwas ältliche Dame gezeigt worden mit
-dem Bedeuten: Dieses ist der Prinz von Oranien[62] und diese seine
-Frau Mutter.[63] Ich weiß nicht, sagte sie, ob solche Personen in der
-Welt sind, allein so habe ich sie nennen hören. Diese beiden hohen
-Personen habe ein Engel aufgemuntert, ihren gedrückten Glaubensbrüdern
-beizustehen und sich der Sache der Religion anzunehmen. Gleich darauf
-habe sie ein starkes Gewinsel gehört, woraus sie geschlossen, daß
-dieser junge Prinz im Anfange nicht sonderlich glücklich sein werde.
-»Die Sache geschieht gewiß,« fuhr sie fort, »wann aber, das ist mir
-unbekannt und nicht offenbart worden.« Ich fragte sie, was es endlich
-wohl für einen Ausgang mit dem gegenwärtigen Krieg nehmen werde. Ich
-erhielt eine Antwort, deren ich mich von Wort zu Wort besinne: »Es ist
-hier,« sagte sie, »nicht um Kronen und Länder, sondern um das wahre
-Wort Gottes zu thun, und ich habe die Versicherung, daß dieses nebst
-seinen Verteidigern nie unterliegen werde.« Noch eins hätte ich schier
-vergessen: der Stadt Mainz soll ein großes Unglück bevorstehen, Landau
-und Straßburg sollen nicht leer ausgehen.
-
-Gerade in bedrängten Zeiten tauchen prophetische Stimmen am ehesten
-auf, und so erschienen Anfang April 1761 plötzlich auch in Köln[64]
-zwei alte Männer von ehrwürdigem Aussehen, die auf eine sonderbare
-Art gekleidet und barfuß waren und nur Wasser und Brot genossen. Sie
-verkündeten auf öffentlichen Gassen den Zorn Gottes über die Menschen
-und weissagten, daß im Jahre 1765 sich in allen vier Weltteilen ein
-allgemeiner Krieg entzünden, 1766 Konstantinopel zerstört werden,
-1767 England im Wasser untergehen, 1768 die ganze Welt den wahren
-Gott erkennen und 1769 ein großer Mann ein wichtiges Zeugnis davon
-ablegen, 1770 ein allgemeines Erdbeben stattfinden, 1771 Sonne und
-Mond samt den Sternen vom Himmel fallen, 1772 die Welt in Flammen
-untergehen und endlich 1773 das allgemeine Weltgericht einbrechen
-werde. Man verbot ihnen sogleich, ihre Mission fortzusetzen; sie aber
-widersetzten sich diesem Befehle und gaben sich für Propheten aus, die
-der Himmel abgesendet, die Menschen zu schleuniger Buße zu ermahnen.
-Dieserhalb gefänglich eingezogen, wurden sie von den Jesuiten einem
-Verhör unterworfen; sie antworteten in lateinischer, griechischer,
-hebräischer, chaldäischer und anderer Sprache und gaben vor, 700 Jahre
-alt und aus der Gegend von Damaskus gebürtig zu sein. Mit Erlaubnis der
-Obrigkeit von den Jesuiten gefesselt nach Rom geschickt, wollten sie
-dort die Richtigkeit ihrer Mission erweisen.
-
-Nach den Freiheitskriegen verwirrte der durch seine Wanderung nach
-Königsberg (1807/08) bekannt gewordene Landmann Johann Adam Müller[65]
-vom Maisbacher Hofe bei Heidelberg die Gemüter vieler Rheinländer
-gelegentlich seiner Reise zum Aachener Kongreß (1818), indem er
-behauptete, es werde noch in diesem Jahre Napoleon von St. Helena
-zurückkehren und ein neuer Krieg beginnen, der drei Jahre dauern
-und Frankreich unter das Szepter der vier verbündeten Monarchen,
-wozu er England zählte, bringen würde; sein Auftrag gehe diesmal
-dahin, die vier Fürsten aufzufordern, alles daran zu setzen, eine
-Religions-Vereinigung zu bewirken und Juden, Heiden und Türken dem
-Glauben an Jesum Christum zuzuführen, worauf die glückselige Zeit auf
-Erden beginnen werde.[66]
-
-Die beiden namhaftesten Seher des Rheinlandes aber sind Rembold und
-Knopp, bei deren Geschicken und Enthüllungen wir nunmehr verweilen
-wollen.
-
-Johann Bernhard Rembold[67] war im Dezember 1689 als Sohn eines alten
-Leinwebers in dem unweit Siegburg gelegenen Dorfe Eschmar geboren.
-Schon früh begleitete er seinen Vater auf dessen Geschäftsreisen,
-die er ihm später ganz abnahm, und da dieser einen großen Teil seiner
-Fabrikate auf der Abtei Siegburg absetzte, verwandte ihn der Abt häufig
-als Boten in die ihm untergeordneten Klöster Oberpleis, Heisterbach
-etc., so daß er viel mit den Ordensgeistlichen in Berührung kam. Durch
-diesen Verkehr eignete sich der fromme, aber gänzlich ungebildete
-Mann mancherlei Anschauungen an, die den meisten seiner Standes-
-und Zeitgenossen fremd bleiben mußten. Nur mit einem Stab, einem
-Rosenkranz und einer Geige ausgerüstet, durchzog er -- auch noch nach
-seiner Verheiratung -- die Dörfer und Städte der bergischen Sieg-
-und Rheingegend und besuchte vorzugsweise die Kirchweihfeste, wo er
-durch den Vortrag einfacher Kirchenlieder und moralischer Erzählungen
-die Leute zu fesseln suchte. Auf jedem Bauerngute, in jedem Kloster
-war »Spiel-Bähn«,[68] wie man ihn seines Geigenspiels halber bald
-ausschließlich zu nennen pflegte, ein gern gesehener Gast, der jeden
-erlaubten Dienst willig verrichtete und sich noch im hohen Mannesalter
-selbst einer Reise nach Rom, mit der ihn die Kölner Franziskaner
-betrauten, gern unterzog.
-
-Aus der heiligen Stadt mit großer Weltkenntnis zurückgekehrt, gab
-Spielbähn die erste Probe seiner Sehergabe, indem er auf dem Eschmarer
-Bauergeding[69] erklärte: »Künftiges Jahr werden wir nicht bauerdingen,
-weil dann die ganze hiesige Gegend mit fremden Kriegern überschwemmt
-sein wird.« Trotzdem sich diese Prophezeiung gleich vielen späteren
-wirklich erfüllte, schenkte man doch seinen Visionen meist nur wenig
-Glauben, was die Bezeichnung »Lügen-Bähn«, die schnell im ganzen Lande
-gäng und gäbe wurde, genugsam bekundet. Bat ihn ein Spötter um eine
-Prophezeiung, so erwiderte er mit großer Gelassenheit, daß es nicht
-in seiner Macht liege, willkürlich künftige Geschicke zu verkünden,
-sondern Gott ihm nur zu Zeiten einen Blick in die Zukunft eröffne;
-am abendlichen Herdfeuer, im Kreise biederer Nachbarn aber, nahm er
-häufig die graue Mütze von seinem ehrwürdigen Haupte, schaute, fromm
-die Hände faltend, mit verklärtem Antlitz gen Himmel und berichtete
-kurz und bestimmt, was die göttliche Huld ihn erschauen lasse, sehr oft
-schließend: »Wenn auch die Menschen mich verhöhnen, indem sie sagen,
-ich sei nur ein simpler Spielmann, so wird dennoch die Zeit kommen,
-wo sie wahr finden werden meine Worte.« Einst bat er einen Nachbar,
-mit ihm für den noch völlig gesunden N. zu beten, da er binnen kurzem
-verscheiden werde -- und der Genannte starb am zweiten Tage; mehrere
-Personen, die nach seiner Aussage ihre Wohnung nicht wiedersehen
-würden, raffte der Tod auf dem Heimwege hin: der gräfliche Rentmeister
-X. erlag einem Schlagflusse, ein Knecht aus der Nähe von Sieglar
-wurde überfahren, ein Bauernmädchen aus derselben Gegend ertrank;
-auch der Küster Haupts in Geistingen,[70] ein Kind in Sieglar, sowie
-der Amtmann D. und der Schöffe T. in Honnef starben genau zu der von
-Spielbähn angegebenen Zeit, der Gerichtsschöffe Kr., nach Verlust
-seines Vermögens, wie dieser es ihm angekündet, »von Ungeziefer halb
-verzehrt, in Troisdorf auf dem Stroh«. Matthias Bey, weiland Schöffe zu
-Birlinghoven, hat oft erzählt, daß Spielbähn, der in seinem Elternhause
-häufig eingekehrt und von seinem Vater wegen seiner Weissagungen
-mitunter gehänselt sei, diesem eines Tages eröffnet habe: »Obgleich
-du meine Worte verlachst, so wünschte ich doch, dir etwas Gutes
-prophezeien zu können; leider ist es aber nur Schlimmes, was ich dir zu
-sagen habe: du bist zwar ein braver Mann, dem Kirchengang und Gebete,
-sowie dem Wohlthun ergeben, aber du wirst dennoch nicht in deinem Bette
-sterben!« Sein Vater habe indes auch diese Prophezeiung ungläubig und
-lächelnd hingenommen, sei aber am 5. Januar 1792, als er von einem
-Taufschmause berauscht zurückkehrte, unterwegs -- etwa 3/4 Stunden von
-seiner Wohnung entfernt -- erfroren.
-
-Diejenigen Prophezeiungen Bähns, welche ein allgemeines Interesse
-beanspruchen konnten, sind 1759 von einem alten katholischen
-Landgeistlichen aufgezeichnet worden, dessen Niederschrift
-Schrattenholz 1840 wieder aufgefunden und 1846 zuerst veröffentlicht
-hat. Ein großer Teil derselben soll durch den Brand der Abtei Siegburg
-(1772), das Anschwellen der Sieg (1784), die Enthauptung Ludwigs _XVI._
-(1793), die Gewaltherrschaft Napoleons (1799-1814), die Aufhebung
-der rheinischen Klöster (1803), die Gefangennahme des Papstes Pius
-_VII._ (1809) und des Kölner Erzbischofs Clemens August (1837), die
-Errichtung einer Irrenanstalt zu Siegburg (1824), die Anlage mehrerer
-Landstraßen,[71] die Einführung von Eisenbahnen und Dampfboten[72]
-u. s. w. bereits in Erfüllung gegangen sein, so daß sich nur noch die
-Schilderung der letzten entscheidenden Schlacht,[73] die u. a. auch
-die Wiederaufrichtung der Abteien Siegburg und Heisterbach im Gefolge
-haben würde, zu bewahrheiten hätte. Die hierauf bezügliche Weissagung
-hat folgenden Wortlaut:[74] »Ihr bergischen Länder, merket auf! Euer
-Regentenhaus, welches abstammt von einem Markgrafentum, wird von seiner
-Höhe plötzlich herabsinken und wird kleiner als ein Markgraftümchen
-werden. Es bluten die Gläubigen im fremden Lande. Darum untergehen
-wird ein großes Barbarenreich,[75] weil es solche Frevel zugelassen
-und nicht beschützet hat die Kirche Christi und nicht geehrt hat ihre
-Diener. Mit ihm sinken die falschen Propheten, als deren sich viele mit
-Weib und Kind selbst verbrennen werden, und man 400 mit den Eingeweiden
-erwürgen und die übrigen von einem Felsen am Rheine stürzen wird.
-Das ist der Blutzeit Anfang. Die heilige Stadt Köln wird sodann eine
-fürchterliche Schlacht sehen. Viel fremdes Volk wird hier gemordet, und
-Männer und Weiber kämpfen für ihren Glauben. Und es wird von Köln, das
-bis dahin noch eine Jungfrau, grausamlich Kriegswesen, Belagerung und
-Verheerung nicht abzuwenden sein, und man wird allda bis ans Knöchel
-im Blute waten. Zuletzt aber wird ein fremder König aufstehen und
-den Sieg für die gerechte Sache erstreiten. Die Ueberbleibsel (_sc._
-des Feindes) entfliehen bis zum Birkenbäumchen. Hier wird die letzte
-Schlacht gekämpfet für die gute Sache. Die Fremden haben den schwarzen
-Tod mit ins Land gebracht. Was das Schwert verschont, wird die Pest
-fressen. Das bergische Land wird menschenleer sein und die Aecker
-herrenlos, also daß man ungestört von der Sieg bis zum Oelberg[76]
-wird eine Fuhr machen (pflügen) können. Die in den Bergen verborgen
-sind, werden die Aecker wieder anbauen. Um diese Zeit wird Frankreich
-zerspaltet sein. Das deutsche Reich wird sich einen Bauer zum Kaiser
-wählen. Der wird ein Jahr und einen Tag Deutschland regieren. Der
-nun die Kaiserkrone nach ihm trägt, der wird der Mann sein, auf den
-die Welt lange gehofft hat. Er wird römischer Kaiser heißen und der
-Menschheit den Frieden geben. Siegburg und Heisterbach wird er wieder
-aufrichten, wie es weiland gewesen und von Anfang bestimmt war. Um
-diese Zeit werden in Deutschland keine Juden mehr sein und die Ketzer
-schlagen an die Brust. Und darnach wird eine gute und glückliche Zeit
-sein; das Lob Gottes wird auf der Erde wohnen, und ist kein Krieg
-mehr, denn über dem Gewässer. Darum werden die entflohenen Brüder von
-dannen zurückkehren mit ihren Kindeskindern, und sie werden in ihrer
-Heimat in Frieden wohnen fort und fort. Des sollen die Menschen wohl
-achthaben, was ich gesagt habe; denn vieles Ungemach kann verbessert
-werden durch Gebet zu Gott, dem erbarmungsreichen Vater der Menschen,
-und Jesus Christus, hochgelobt in Ewigkeit.« Ueber die Zeit, zu der
-die blutige Schlacht geschlagen werden soll, äußerte Spielbähn:[77]
-»Die Schnell[78] wird eine Insel werden. Alsdann wird ein großes
-Werk,[79] welches man in Köln begonnen hat, durch den großen Krieg
-gestört werden. Die Bewohner hiesiger Gegend werden ihre Habseligkeiten
-auf jener Insel verbergen, woselbst sie vor der Habgier der Krieger
-gesichert sein werden.« Damals schien es fast unmöglich, daß der Wald
-sich in eine Insel umbilden könne; im Laufe der Zeit aber hat der
-bei seinen Fluten so wütende Siegfluß solche Strecken Landes mit sich
-fortgerissen, daß man bereits 1848 die Abtrennung in nahe Aussicht
-stellte, der Weissagung eingedenk, die die guten Müllekovener schon
-während der Freiheitskriege, trotzdem die Schnell noch nicht zur Insel
-geworden, bewogen hatte, ihre Schätze dorthin zu bringen, wo sie ihnen
-dann sämtlich gestohlen wurden. Eine andere Prophezeiung[80] Spielbähns
-verbreitete später sein Vetter Benrodt, ein früherer Pferdehändler,
-der ihm in den letzten Lebensjahren als Stütze seiner altersschwachen
-Glieder diente: »Wenn man sich in Deutschland aller Orten gegen die
-Obrigkeit erheben wird, alsdann wird der Religionskrieg ausbrechen. Die
-Türken als die Erbfeinde der Christenheit, werden bis Köln vordringen,
-hier aber in einer mörderischen Schlacht zwischen Köln und Rodenkirchen
-geschlagen werden. Auf der Miel[81] wird man mehrere große Leute an
-Bäumen erhängt sehen, und es wird so mörderisch hergehen, daß nach
-Beendigung des Krieges ein Nachbar dem ihm Begegnenden mit dem Ausrufe
-um den Hals fallen wird: Bruder, wo hast du dich erhalten? Dann
-wird das bergische Land so arm sein, daß kein Potentat es geschenkt
-zu haben verlangte.« Als Spielbähn einst bei Deutz gerastet hatte,
-erklärte er,[82] er habe durch die dichten Haufen der Soldaten nicht
-dringen können, die lange weite Kleider, krumme Säbel und ein Tuch um
-den Kopf gehabt. Auch sagte er: Durch eine Beschießung mit glühenden
-Kugeln werde Köln bis an die Bach abbrennen; an das Gnadenbild in der
-Schnurgasse werde es jedoch nicht kommen. Die Kugeln würden auch über
-den Dom fliegen, dort aber nicht zünden. Die einrückenden Soldaten
-werden auf ihrer Kopfbedeckung Kreuze haben und vom Augustiner-Platze
-her, Marspforten herunter, so eilig auf die Brücke zulaufen, daß
-der Kamerad seinen Kameraden in den Rhein stürzt, um wegzukommen.
-Ueberhaupt wird auch hier die Flucht von allen so eilig dargestellt,
-wie in Westfalen, und wenn man hier getrost die Schinken auf die Zäune
-hängen könne, weil den Fliehenden die Zeit, sie abzunehmen nicht
-vergönnt sei, so sollen sie dort das Fleisch der bergischen Kühe, weil
-sie keine Zeit es zu kochen hätten, unter die Sättel legen.
-
-Am Abend des 1. Januar 1772 hatte Spielbähn die Gäste eines Eschmarer
-Wirtshauses aufgefordert, die Karten wegzulegen und nach dem Siegburger
-Berg zu eilen, wo eine Feuersbrunst bald die ganze Abtei mit Ausnahme
-der Kirche zerstören würde. Da dieselbe etwa eine Stunde darauf
-thatsächlich in hellen Flammen stand, wurde der 82jährige Greis als
-Brandstifter verdächtigt und auf Befehl der Düsseldorfer Regierung als
-Untersuchungsgefangener nach Honnef abgeführt. Nachdem er über ein Jahr
-im Gefängnis ausgehalten und schließlich wegen Mangel an Beweisen in
-Freiheit gesetzt war, nahm er seine Wanderungen zwischen Honnef und
-Köln wieder auf, an letzterem Orte besonders oft und lange bei den
-Kartäusern verweilend. Zu Köln auch hauchte er am 20. Februar 1783 in
-den Armen des Apothekers Schnitzler seinen prophetischen Geist aus;
-seine irdischen Reste wurden auf dem Kirchhofe zu St. Marien-Ablaß
-beigesetzt, später aber -- wie er noch kurz vor seinem Verscheiden
-vorhergesagt -- wieder ausgegraben und nach dem am 29. Juni 1810
-eingeweihten neuen Friedhofe von Melaten gebracht.
-
-Es ist leicht zu begreifen, daß die wundersüchtige Menge dem alten
-Manne tausend erlogene Prophezeiungen in den Mund gelegt und die
-albernsten Sachen auf seine Kosten erfunden. Wie wenig Glauben selbst
-die im Brustton der Ueberzeugung vorgetragenen und häufig sogar noch
-ausdrücklich als »verbürgt« bezeichneten Nachrichten verdienen, mag
-folgende Probe, die ich der Schrift von Burg[83] entnehme, bekunden. Zu
-Spich, einem Dorfe in der Gemeinde Sieglar, befindet sich ein tiefer
-Weiher, genannt Pohstadt; allda ist ehedem eines altadligen deutschen
-Geschlechtes prachtvolle Burg versunken, in der damals zwei Brüder
-hausten, von denen der eine bereits des wirklichen Todes Schrecknisse
-gekostet, der andere hingegen, einem Scheintoten ähnlich, in Entzückung
-liegt. »Diesem,« sagt der alte Bernard, »gehört rechtmäßig das
-bergische Land; nach der mörderischen Schlacht, die zu Köln ihre
-Walstatt haben wird, wird der entzückt liegende Bruder erwachen,
-selber nach Köln kommen, und alle werden, sich vor ihm verbeugend, ihm
-huldigen, und er wird, ihnen aufrichtig dankend, das bergische Land
-in Besitz nehmen: niemand aber wird ihn kennen.« Infolge dieser -- wie
-Burg selbst zugiebt -- »wirklich romanhaft klingenden« Vorhersagung
-sei, während Bähn im Gefängnis saß, ein mutiger Mann beauftragt, aus
-jenem Schlosse, das damals eine Oeffnung gehabt, einen zinnernen
-Teller als Wahrzeichen zu holen, von den anderen Schätzen aber nichts
-zu berühren. Dieser habe sich, wahrscheinlich von ihrem herrlichen
-Glanze geblendet, an einer silbernen Mütze vergriffen und deshalb
-zur Strafe seiner Untreue allda den Tod gefunden, ein anderer jedoch
-den fraglichen Teller glücklich hervorgeholt, worauf der hochbetagte
-Prophet sofort seiner Haft entlassen und wieder in volle Freiheit
-gesetzt wäre.
-
-Ziemlich gleichzeitig mit Spielbähn lebte Johann Peter Knopp,[84]
-vom Volke gewöhnlich Jannes-Pitter Körper genannt. Im Jahre 1714 zu
-Ehrenberg in der Pfarrei Neustadt von armen Eltern geboren, diente er
-auf dem Hofe Kurp[85] zu Erl, bis er sich soviel erspart hatte, daß
-er nach Beendigung des siebenjährigen Krieges (1763) ein Bachem'sches
-Landgütchen zu Ohlenberg in Pacht nehmen und sich verheiraten konnte,
-obschon er trotz seines Fleißes noch oft mit der bittersten Not zu
-kämpfen hatte. Später wohnte er abwechselnd in Erl und Ohlenberg,
-und hier wie in Linz, wohin er mindestens allsonntäglich zur Kirche
-kam, unterhielt er sich gern über den Lauf der Gestirne, über
-Witterungskunde, Kapitel der Bibel und der 12 Sibyllen Weissagungen,
-zugleich seine eigenen Visionen, die meist auf Beobachtungen von
-Lufterscheinungen beruhten, zum besten gebend. Häufig sah man ihn
-stundenlang wie tot auf dem Rücken liegen und gen Himmel starren.
-
-Bald gingen seine Prophezeiungen von Mund zu Mund, und als ihm der
-Pastor Frömbgen einst verbot, den Leuten mit seinen »Lügen« noch
-weiter die Köpfe zu verdrehen, citierte er aus der Bibel so viele
-Beweisstellen für seine Voraussagungen, daß der Geistliche schließlich
-von seiner Forderung Abstand nahm. Riefen ihm aber die Dorfkinder
-spottend nach: »Jannes Pitter, lug[86] mer doch och wat vör!« dann
-wurde er zornig und prophezeite ihnen häufig etwas, das sie sicher
-nicht gerne hörten, z. B. einem gewissen Schmitz aus Noll, den mehr
-als 50 Jahre später der Schlag auf der Landstraße rührte, daß er nicht
-in seinem Bette sterben, einem Jungen aus dem Kirchspiel Windhagen,
-daß er noch vor den Franzosen fliehen würde. Auch dem Arbeitsmann
-Hubert Bungard aus Linzhausen entgegnete er auf die Aeußerung:
-»No, wat säht[87] dä Lug-Jannes-Pitter hück ald[88] widder?« »Wat,
-do wellß mich Lug-Pitter schänge? Schammß do dich nit, do älendet
-Lästermuul? Aevver waht,[89] jetz wähden ich ens e paar Wöhdcher met
-deer spreche: Do weehsch noch emol esu ne Bangebozz[90] wähde, dat
-do deer vör lunter Angs ene Aehzekessel op dinge Pädskopp[91] sezze
-weehsch!« Und wirklich, als im Jahre 1794 sich österreichische und
-französische Truppen bei Linzhausen schlugen und das Dorf mit einem
-Kugelregen überschüttet wurde, verfolgte Bungard den Verlauf des
-Gefechts aus einem Speicherfenster, sein Haupt durch einen umgestülpten
-Kochtopf sichernd. Dem Linzer Fuhrmann Pütz, der ihn stets gastlich
-aufnahm, kündigte Jannes-Pitter einen großen Weintransport an, der
-ihn monatelang bis zu einem Tage, den er später gleichfalls vorher
-bestimmte, von Hause fern halten würde; ein andermal riet er ihm bei
-herrlichem Wetter vergebens von einer Ausfahrt ab, da er die Sieg doch
-nicht überschreiten und selbst leicht verunglücken könne, aber heftige
-Wolkenbrüche überzeugten Pütz bald von der Berechtigung der Warnung.
-
-Derartiger Fälle ließen sich noch viele verzeichnen; um jedoch die
-Geduld des Lesers auf keine allzu harte Probe zu stellen, will ich zu
-denjenigen Vorhersagungen übergehen, die sich nicht auf die Geschicke
-ihm ganz gleichgültiger Personen beschränken. »Ihr werdet es erleben,«
-prophezeite er den Jungen in Bruchhausen bei einer der alljährlich von
-Linz dorthin ziehenden Ostermontags-Prozessionen -- »daß ihr keinen
-Kurfürsten mehr habt und bekommt ein protestantisches Oberhaupt. Das
-Zeichen, an dem ihr die Wahrheit dieses erkennet, ist das: der letzte
-Kurfürst ist mit dem österreichischen Kaiser nahe verwandt; er kömmt
-den Rhein herab und mit einer Pracht, so ihr noch nicht gesehen habt.
-Auch hat er statt der Domherren nur Damen bei sich.« Und bekanntlich
-ist Maximilian Franz, ein Erzherzog von Oesterreich, 1801 als letzter
-Kurfürst von Köln gestorben, und das durch den Luneviller Frieden
-(1801) geteilte Erzstift 1815 wieder vereinigt und dem Königreich
-Preußen zugeteilt, dem es verbleiben und einem langen Frieden verdanken
-soll. Auch Jannes-Pitters Ankündigung aus den 1770er Jahren »Es kommt
-die Zeit, wo die Klöster aufgehoben, die Herren vertrieben und alle
-ihre Güter verkauft werden,« wegen deren Wiederholung ihm der letzte
-Abt von Heisterbach und die letzte Aebtissin des adligen Damenstiftes
-zu St. Katharina ihre Gunst entzogen, ist im Jahre 1803, und seine
-Prophezeiung über den Verkauf des Linzer Kirchspiel-Waldes, die er 1783
-seinen Arbeitsgenossen auf der Eishardt auftischte, in den Jahren 1835
-bis 1837 zur Wahrheit geworden.[92]
-
-Gleich Spielbähn, mit dessen Prophezeiungen man noch weitere
-Uebereinstimmung bemerken wird, sprach auch Jannes-Pitter schon von
-Schiffen und Wagen »ohne Pferde«. Wenn diese mit grillenden Tönen
-laufen werden, ein Gotteshaus zwischen Ohlenberg und Linz[93] errichtet
-sein, und die Ahr ihre Mündung über der Kripp auf die Pfarrkirche
-zu Linz (oder den Kaisersberg) zu[94] erhalten haben wird, dann
-werden traurige Ereignisse eintreten. Wohl werden die Leute glauben,
-im goldenen Zeitalter zu leben, aber hüten mögen sie sich, daß sie
-nicht im Strudel zu Grunde gehen. Es wird Krieg geben, wenn keiner
-es ahnt; man wird fürchten und bangen, und es wird wieder ruhig und
-jeder sorglos sein. Wenn die Brücke zu Köln[95] fertig sein wird, wird
-Kriegsvolk gleich darüber gehen. Man wird eine Straße von Linz nach
-Asbach bauen durch den Erpeler Büsch (oder über die Rottbitz),[96]
-aber sie wird nicht fertig werden: die Arbeiter gehen noch vom Wege
-laufen. Kriegsvolk wird den Rhein besetzen, und alles Mannsvolk muß
-mit, was nur eine Mistgabel tragen kann. Es wird ein Krieg sein, wie
-vordem nicht erlebt worden, aber er wird recht lange dauern: die
-zuletzt noch aufgefordert werden, kommen, wenn alles vorüber ist.
-Es wird hart hergehen, besonders bei Koblenz. Von Leutesdorf (oder
-Hammerstein) bis Unkel wird es noch leidlich sein, wiewohl es auch
-hier hart hergeht.[97] Die Linzer werden viel, doch längst nicht am
-meisten leiden, und viele alles verlassen und im Gebüsch wohnen; bei
-Unkel (oder vom Honnefer Graben) und vom Siebengebirge an wird das Blut
-in Strömen fließen. Es werden (1 oder) 3 gute Jahre vorhergehen, denen
-3 Mißjahre voller Elend und Drangsale folgen.... Die Fremdlinge werden
-nach hartem Widerstande geschlagen, Frankreich wird zerrissen und ein
-Fürst so zurückgedrängt, daß er von einem dreibeinigen Stuhle seine
-ganze Herrlichkeit überschauen kann.« Nach einer genauen Schilderung
-der sich gegenüberstehenden Heere läßt der Seher schließlich die
-östreichischen Waffen siegen und schließt: »Nach diesen Tagen wird
-man eine Kuh an eine goldene Kette binden können, und wenn sich Leute
-treffen, werden sie einander fragen: Freund, wo hast du dich erhalten?«
-Dann soll auch alles ehemalige Klostergut den Klöstern zurückgegeben
-werden.
-
-Jannes-Pitter verstand es, durch Miene und Ausdruck seine Zuhörer zu
-fesseln, die seine große Einsicht in fast alle Lebensverhältnisse
-bewunderten und ihm ihren Dank oft durch kleine Gaben bezeigten. Seine
-Armut nämlich war so groß, daß er 1794 zu Ohlenberg in einem Stalle
-starb und seine kinderlose Witwe von der dortigen Gemeinde bis zu
-ihrem Tode unterhalten werden mußte. Der Ruf seiner Sehergabe aber
-war -- vielleicht durch den k. k. General Alfter von Ockenfels -- bis
-an den östreichischen Hof gedrungen, wohin ihn, wie er früher häufig
-vorhergesagt, zwei Tage nach seinem Tode, als er auf dem Schauf
-(Schaubett) lag, ein mit Schimmeln bespannter Galawagen bringen sollte.
-
-Mit großartigen Prophetengaben wurde auch Helena Wallraff[98]
-ausgeschmückt, die 1755 in dem etwa 1/2 Stunde von Kirdorf entfernten
-Dorfe Brüggen geboren und seit 1783 mit Wilhelm Horst ([dagger]
-1809) verheiratet war. Ihr Seelsorger, der 1781 von Marienstatt nach
-Kirdorf gesandte Pfarrer Heinen, wies die Ermahnungen, mit denen sie
-auch ihn nicht verschonte, anfangs als unberufene Anmaßung zurück,
-wandte aber, nachdem er sich von der Richtigkeit und Heiligkeit
-ihres Wandels überzeugt und Helena ihm wiederholt seine innersten
-Gedanken und verborgene Dinge offenbart, ihren Aeußerungen immer
-größere Aufmerksamkeit zu und ließ sich endlich sogar bewegen, ihre
-Offenbarungen schriftlich aufzunehmen. Fast täglich hat sie ihm mehrere
-Stunden ununterbrochen, ohne Anstoß, ohne je ein Wort zurückzunehmen
-oder zu verändern, ihre Schauungen in die Feder diktiert, die der
-Pfarrer allmählich sorgfältig abschrieb. Zu dieser Zeit hielt Helena
-große religiöse Umzüge, an denen sich alle Nachbarschaften beteiligten,
-bis 1799 die französischen Polizeibehörden einschritten und die Seherin
-nebst vielen Brudermeistern nach Köln ins Gefängnis schleppten. Dorthin
-wurde am 14. Juni auch der Pfarrer Heinen zum Verhör gebracht, vom
-Präsidenten Kley aber, dem Helena in einem Strahlenkranze erschienen
-war, bald wieder entlassen, während die Seherin, wie sie ihren
-Mitgefangenen vorhergesagt, der Müller Körfgen durch Erlegung der auf
-900 Franken bemessenen Geldstrafe befreite. Die ihm zurückgegebenen
-Offenbarungen legte der Pfarrer nach der Vorschrift des Trienter
-Konzils dem damals in Ellingen weilenden Kurfürsten Maximilian Franz
-zur Prüfung vor, der ihn das Ergebnis der über 8 Monate dauernden
-Beratungen auf der Abtei Marienstatt abwarten und dann in seine Pfarrei
-zurückkehren ließ. Infolge fremder Ratschläge, oder vielleicht auch aus
-Menschenfurcht, weigerte sich nunmehr aber Heinen, die Niederschrift
-der Offenbarungen fortzusetzen, und auch nicht er, sondern Helenas
-Ehemann hat ihr »Büchlein des Trostes«[99] von April bis Weihnachten
-1800 aufgezeichnet, das erst später dem Pfarrer übergeben und von
-dessen Neffen veröffentlicht wurde. Die Prophetin war groß und hager,
-gewöhnlich mit einem faltenreichen braunen Wollkleid bekleidet,
-keineswegs eine »frömmelnde Quiesel«, sondern heiter und umgänglich,
-stets sauber und fleißig, besorgt um ihren Mann und ihre vier Töchter
-und trotz nur geringen Vermögens auf fremde Hülfe nie angewiesen. Sie
-durchschaute angeblich der Menschen Herzen, ihre Vergangenheit und
-Zukunft, und hat den Untergang vieler ansehnlichen Familien in der
-Gemeinde vorhergesagt; sie wollte belehren und mahnen, wie die alten
-Propheten das dem Abgrund zutaumelnde Geschlecht mit Gottes Macht
-zurückrufen. Der Grundgedanke des umfangreichen Diktats, das jetzt
-im Wiener Archiv ruhen soll, ist die Herstellung des verschwundenen
-christlichen Glaubens, die Wiedererweckung aufopfernder christlicher
-Liebe und dadurch eine nachhaltige Aushülfe der Armen und Gedrückten.
-Helena fordert auf zur Demut, Einfachheit der Sitten und Genügsamkeit,
-da sonst blutige Verwicklungen drohten; vor hundert Jahren sagte sie
-die Flucht des Papstes und den Verlust seiner weltlichen Herrschaft
-voraus, und ließ ihn seinen Sitz noch in Köln nehmen. Sie prophezeite
-Verwirrung, blutige Zerrüttung und drohenden Umsturz des Bestehenden:
-Oestreich würde schwer heimgesucht, Polen wieder hergestellt,
-Frankreich in viele Teile zerrissen, der Türke in das Völkerdrama
-gerufen und in den Bund der christlichen Völker aufgenommen, bei oder
-in Köln der Weltfriede geschlossen werden; es sollen die stehenden
-Heere, Titel und Vorrechte abgeschafft, die Klöster nach weise
-beschränkenden Regeln wieder errichtet, die Schulen von Geistlichen
-gehalten und die Fabrikanlagen auf das richtige Maß zurückgeführt
-werden. So sprach die des Lesens und Schreibens unkundige Bauernfrau
-über Länder und Reiche, Herrscher und Völker, Staat und Kirche. Nachdem
-sie am 14. September 1801 gottergeben verschieden war, wurde, wie sie
-befohlen, noch eine Schrift, in Pergament gehüllt, ihr aufs Herz gelegt
-und mit ihr auf dem stillen Friedhofe der geweihten Erde anvertraut.
-Ihre Verehrer, überzeugt von ihrem heilig vollbrachten Leben, haben nie
-unterlassen, an ihrem Grabe ihre Fürbitte anzurufen, und viele dort
-gesammelte Steinchen noch ein halbes Jahrhundert später zur frommen
-Erinnerung bei sich getragen.
-
-Sehr bald in Vergessenheit hingegen geriet die Hellseherin Anna Maria
-Rübel.[100] Diese, 1799 als Tochter eines Webers in Altenhaus-Kothen
-bei Velbert geboren, wurde am 24. Januar 1818 in Elberfeld, wohin sie
-in einem Anfall gelaufen war, auf der Straße gefunden, anscheinend mit
-Epilepsie befallen; von der Polizeibehörde einem Wundarzt übergeben,
-wurde sie soweit kuriert, daß sie nach Langenberg gebracht werden
-konnte, wo sie im Hause des Polizeidieners Ricker untergebracht
-und von Zutrauen verdienenden Männern genau beobachtet wurde. Von
-ihren meist recht belanglosen Offenbarungen  -- sie verrät z. B., in
-welcher Ecke ein alter Mann sein Pfeifchen raucht und ein Arzt Rezepte
-schreibt -- sind einige als verfehlt, andere freilich als zutreffend
-befunden worden; da die Rübel aber einigemal bei dem Versuch, ihre
-Beobachter zu täuschen, betroffen ist, wird man selbst in den Fällen,
-wo ein Betrug nicht zu entdecken war, ihre Wunderkraft mit Recht in
-Zweifel ziehen.
-
-Leute, die, statt durch harte Arbeit ein vielleicht nur kümmerliches
-Dasein zu fristen, lieber die Dummheit und Leichtgläubigkeit ihrer
-Mitmenschen zu mühelosem und reichlichem Gelderwerb benutzten, hat
-es stets und überall in großer Menge gegeben, und leicht ließen
-sich solcher verschmitzten Betrüger auch in den Rheinlanden von der
-Klever Geisterseherin Helena Verführt (1682)[101] bis hinauf zu dem
-Kölner Schatzheber und Wahrsager Jakob Küpper (1816 bis 1850)[102]
-aus Zeitungen und Untersuchungsakten recht viele nachweisen. Außerdem
-sind von politischen und religiösen Parteien schon wiederholt
-Prophezeiungen zu ihren Gunsten erfunden oder verfälscht worden, und
-endlich auch unbeabsichtigte Abänderungen (Zusätze, Weglassungen und
-Anpassungen) bei lebhaftem Umlauf nicht einmal in friedlichen Zeiten zu
-vermeiden. Schon deshalb fordert die Vernunft, alle Offenbarungen zu
-verwerfen, solange man nicht die echten von den unechten, die wahren
-von den falschen zu scheiden vermag; das Volk aber wird sich bei des
-Menschengeistes unvertilgbarem Drange, den Schleier der Zukunft zu
-lüften, den Glauben an seine Seher und Propheten niemals nehmen lassen
-und ihre Enthüllungen zumal dann immer von neuem wieder hervorholen,
-wenn irgend ein Ereignis deren Richtigkeit zu bestätigen scheint.
-
-[Illustration: Dekoration]
-
-
-
-
-Orts- und Personen-Register.
-
-
- Aachen 34.
-
- Ahr 47.
-
- Alfter 49.
-
- Altenkirchen 48.
-
- Andernach 7.
-
- Anna v. England 32.
-
- Asbach 48.
-
-
- Bachem 44.
-
- Barmen 18.
-
- Baschkiren 21.
-
- Bender 24-32.
-
- Benrodt 41.
-
- Berg 6. 35. 39. 40. 41. 42. 43 f.
-
- Bergerbusch 20.
-
- Bey, M. 37.
-
- Bingen 24.
-
- Birlinghoven 37.
-
- Böckum 7.
-
- Böhmen 29.
-
- Bonn 15 f. 24. 41.
-
- Braunschweig-Wolfenbüttel, L. E. v. 32.
-
- Breuning, v. 16.
-
- Bruchhausen 46.
-
- Brüggen 50.
-
- Büchel 7.
-
- Büderich 20.
-
- Bungard, H. 45 f.
-
-
- Cäsarius v. Heisterbach 4.
-
- Clemens August _I._ v. Köln 13-14.
-
- Clemens August _II._ v. Köln s. Droste.
-
- Clemens Wenceslaus v. Trier 13.
-
- Cler, de 16.
-
-
- Damaskus 33.
-
- Deutschland 21. 22. 39 f.
-
- Deutz 41.
-
- Dönberg 6.
-
- Droste-Vischering, C. A. 37.
-
- Düsseldorf 20 f. 42.
-
-
- Ehrenberg 44.
-
- Ehrenbreitstein 13.
-
- Eishardt 47.
-
- Elberfeld 53.
-
- Elbertz, E. 22 f.
-
- Ellingen 51.
-
- England 32. 33. 34.
-
- Erl 44.
-
- Erpel 48.
-
- Eschen 7.
-
- Eschmar 34. 35. 42.
-
-
- Frankreich 22. 29. 34. 39. 46. 49. 50. 52.
-
- Friedrich d. Gr. 28-32.
-
- Frömbgen 45.
-
- Führt 14.
-
- Fürth 38.
-
-
- Geistingen 36.
-
- Gerhard 10 f.
-
- German, K. 9.
-
- Grevenbroich 20.
-
- Großenbaum 7.
-
- Gummersbach 18.
-
- Gustorf 20.
-
-
- Hahnerhof 20.
-
- Hammerstein 48.
-
- Hangelar 38.
-
- Haupts 36.
-
- Heidelberg 34.
-
- Heinen 50.
-
- Heisterbach 4. 35. 38. 39. 40. 47.
-
- Helena, St. 34.
-
- Herbeck 7.
-
- Herkenrath 7.
-
- Hochkirch 12.
-
- Hoff 17.
-
- Hoffin 24-32.
-
- Hoheneichen 20.
-
- Holzhauser, B. 24.
-
- Honnef 37. 42. 49.
-
- Horrweiler 24 f.
-
- Horst, W. 50 f.
-
- Huart, J. 9.
-
- Hundel 47.
-
-
- Jannes-Pitter s. Knopp.
-
- Jasper 22.
-
- Immigrath 17.
-
- Judden, H. v. 22.
-
-
- Kälber-Gerhard 10 f.
-
- Kaisersberg 47.
-
- Kaufbeuren 13.
-
- Kirdorf 50.
-
- Kleve 54.
-
- Kley 50.
-
- Knopp, J. P. 22. 34. 44 bis 49.
-
- Koblenz 13. 16. 21. 38. 48.
-
- Köln 8 f. 12. 13. 19. 22 f. 33. 38. 39. 40. 41. 42. 43. 47. 48. 50. 52.
-
- Königsberg 34.
-
- Körfgen 51.
-
- Körper s. Knopp.
-
- Kollin 31.
-
- Konstantinopel 33.
-
- Kreuznach 24 f.
-
- Kripp 47.
-
- Küpper, J. 54.
-
- Kürten 7.
-
- Kurp 44.
-
-
- Landau 32.
-
- Langenberg 53.
-
- Laubheim 24.
-
- Leutesdorf 48.
-
- Linz 44. 46. 47. 48.
-
- Linzhausen 45 f.
-
- Lobositz 28.
-
- London 38.
-
- Ludwig _XVI._ 32.
-
- Ludwig Ernst v. Braunschweig-W. 32.
-
- Lügen-Bähn s. Rembold.
-
- Luneville 47.
-
-
- Mainz 29 f. 32. 38.
-
- Mannheim 29.
-
- Maria Crescentia 13.
-
- Maria Theresia v. Oestreich 28-32.
-
- Marienstatt 50. 51.
-
- Maximilian Franz v. Köln 47. 51.
-
- Maximilian Friedrich v. Köln 16.
-
- Maximilian Heinrich v. Köln 9.
-
- Meiderich 12.
-
- Melaten 43.
-
- Meschede 12.
-
- Mettmann 7. 17.
-
- Mieg 31.
-
- Miel 41.
-
- Mondorf 38.
-
- Mosel 21.
-
- Mülheim 19.
-
- Müllekoven 40 f.
-
- Müller, J. A. 34.
-
-
- Napoleon _I._ 34. 37.
-
- Nassau 7.
-
- Neuß 14.
-
- Niederlande 32.
-
- Niederrhein 5. 11.
-
- Noll 45.
-
- Nordrath 7.
-
- Nümbrecht 12.
-
- Nürnberg 38.
-
-
- Oberpleis 35.
-
- Ockenfels 49.
-
- Oelberg 39.
-
- Oestreich 28-32. 46. 47. 49. 52.
-
- Ohlenberg 44. 47. 49.
-
- Opladen 11.
-
- Oranien, Prinz v. 32.
-
-
- Pfalz 29.
-
- Pirre, J. 24.
-
- Pius _VII._ 37.
-
- Pohl, H. 23.
-
- Prag 30, 31.
-
- Preußen 28-32. 47.
-
- Pütz 46.
-
-
- Raderthal 23.
-
- Radevormwald 15.
-
- Reisdorf 20.
-
- Rembold, J. B. 22. 34-44.
-
- Remlingrade 18.
-
- Rettig 25.
-
- Reul, B. 9.
-
- Rhein 6. 21. 22. 38. 39. 46. 48.
-
- Richrath 17.
-
- Ricker 53.
-
- Rodenkirchen 41.
-
- Rom 24. 33. 35. 48.
-
- Rottbitz 48.
-
- Rübel, A. M. 53.
-
- Rußland 38.
-
-
- Salzburg 22.
-
- Schlinkert, P. 12-14.
-
- Schmitz 45.
-
- Schnegell, C. 7-9.
-
- Schnell 40 f.
-
- Schnitzler 43.
-
- Schwaben 13. 24.
-
- Sibyllen 45.
-
- Siebengebirge 39. 49.
-
- Sieg 37. 39. 46.
-
- Siegburg 12. 34. 35. 37. 38. 39. 40. 42.
-
- Sieglar 36. 38. 43.
-
- Siegthal 11.
-
- Sinzig 47.
-
- Spich 43.
-
- Spielbahn s. Rembold.
-
- Straßburg 32.
-
- Sülz 7.
-
- Sulzbach, Prinz v. 30.
-
-
- Thomas v. Aquin 9.
-
- Trient 51.
-
- Trier 13.
-
- Troisdorf 37.
-
- Türkei 21. 34. 38. 41. 52.
-
-
- Unkel 48 f.
-
-
- Velbert 53.
-
- Verführt, H. 54.
-
- Vetweis, B. 9.
-
- Vollmerhausen 18.
-
-
- Wallraff, H. 50-53.
-
- Ward 25.
-
- Werl 20.
-
- Westfalen 5. 12. 29.
-
- Wien 52.
-
- Wiesbaden 28. 31.
-
- Wilhelm V. v. Oranien 32.
-
- Windhagen 45.
-
- Wönkhausen 17.
-
- Wülfrath 7.
-
- Wupperthal 18.
-
-[Illustration: Dekoration]
-
-
- Westfälische Vereinsdruckerei
- vormals Coppenrath'sche Buchdruckerei, Münster i. W.
-
-
-
-
- In unterzeichnetem Verlage sind von demselben
- Verfasser Professor #Dr. Paul Bahlmann#
- erschienen:
-
-
- Westfälischer Sagenkranz.
-
- Brosch. Mk. 2,50. Gebunden Mk. 3,50.
-
-
- [Illustration: Dekoration]
-
-
- Westfälische »Spökenkieker«
- und ihre Vorgeschichten.
-
- Eine Sammlung älterer Prophezeihungen
- aus und über Westfalen.
-
- Eleg. brosch. Mk. 0,50.
-
-
- [Illustration: Dekoration]
-
-
- Aus Münsters Vergangenheit.
- Eine kurze Stadtgeschichte.
-
- Mit einem chronologischen Verzeichnis
- der bemerkenswertesten älteren
- Bauten.
-
- Elegant brosch. Mark 0,60.
-
-
- [Illustration: Dekoration]
-
-
- H. Mitsdörffers Buchhandlung #Hans Ertl#,
- #Münster in Westfalen#.
-
-
- Ferner ist in unterzeichnetem Verlage erschienen:
-
-
- #Gedichte# von #Emmie H. Beckhaus#.
-
- Elegant brosch. Mk. 2,50. Gebunden Mk. 3,60.
-
-
- [Illustration: Dekoration]
-
-
- _»Wu't mankst gaiht!«_
-
- von #H. zu Knyphausen#.
- Kleine Erzählungen in münsterländischer Mundart.
-
- Elegant brosch. Mark 1,--.
-
-
- [Illustration: Dekoration]
-
-
- Abriß der Logik und Erkenntnislehre
- von Professor _Dr. Kappes_.
-
- Brosch. Mark 1,--.
-
-
- [Illustration: Dekoration]
-
-
- Abriß der Psychologie
- von Professor _Dr. Kappes_.
-
- Brosch. Mark 1,50.
-
-
- [Illustration: Dekoration]
-
-
- Abriß der Metaphysik
- von Professor _Dr. Kappes_.
-
- Brosch. Mark 1,50.
-
-
- [Illustration: Dekoration]
-
-
- H. Mitsdörffers Buchhandlung #Hans Ertl#,
- #Münster in Westfalen#.
-
-
-
-
-Fußnoten:
-
-
-[1] F. E. v. Mering und L. Reischert, Historische Nachrichten über
-Teufelsbanner, Wahrsager etc., Köln 1843, S. _IV._ f.
-
-[2] Zahlreiche Gesichte und Vorhersagungen aus den Rheinlanden im 12.
-und 13. Jahrh. hat der Mönch und spätere Prior Cäsarius von Heisterbach
-(ca. 1180-1240) gesammelt. Vgl. die von A. Kaufmann in deutscher
-Uebersetzung veröffentlichte Auswahl: Annalen des histor. Vereins für
-den Niederrhein, Heft 47 und 53, Köln 1888/91.
-
-[3] Hierüber vgl. hauptsächlich: M. Perty, Die mystischen Erscheinungen
-der menschlichen Natur, 2. verb. Aufl., Leipzig und Heidelberg 1872,
-Bd. _II_, S. 276-303; K. du Prel, Das zweite Gesicht (= Deutsche
-Bücherei _XIX_), Breslau 1882; J. M. Schlenter, Das zweite Gesicht,
-Leipzig 1893.
-
-[4] (J. Kerner), Blätter aus Prevorst, 9. Sammlung, Stuttgart 1837, S.
-175.
-
-[5] Archiv für den tierischen Magnetismus, Bd. _X_ St. 2, Leipzig 1822,
-S. 164.
-
-[6] Die starke Abnahme des zweiten Gesichts in neuerer Zeit führt
-du Prel (_l. c._ S. 20) darauf zurück, daß mit der Kultur und dem
-zunehmenden Verkehr das nur in der Abgeschiedenheit gedeihende
-Gefühlsleben immer mehr zurücktritt und das reflektierende Leben
-überwiegt.
-
-[7] O. Schell, Bergische Sagen, Elberfeld 1897.
-
-[8] _ibid._ S. 34 _nr._ 36.
-
-[9] _ibid._ S. 43 _nr._ 61.
-
-[10] _ibid._ S. 341 _nr._ 38.
-
-[11] _ibid._ S. 73 _nr._ 1.
-
-[12] _ibid._ S. 80 _nr._ 16.
-
-[13] _ibid._ S. 102 _nr._ 43.
-
-[14] _ibid._ S. 304 _nr._ 25.
-
-[15] Dr. Terwelp im Niederrheinischen Geschichtsfreund, Jahrg. 5,
-Kempen 1883, S. 189 f. -- Ueber ganz ähnliche Gesichte in Nassau s.
-Chr. v. Stramberg, Coblenz, Bd. 3, Coblenz 1854, S. 756.
-
-[16] Vgl. Archiv für d. tier. Magnetismus X^2, S. 164-167; _ibid._ S.
-167-169 erzählt derselbe Einsender einen merkwürdigen Traum seiner
-Schwester, der sich noch im selben Jahre (1804) in allen Einzelheiten
-verwirklichte.
-
-[17] Vgl. W. v. Waldbrühl (d. i. Fl. v. Zuccalmaglio), Die Wesen der
-niederrheinischen Sagen, Elberfeld 1857, S. 36; Schell _l. c._, S. 244
-_nr._ 229.
-
-[18] Vgl. J. B. Dornbusch in d. Annalen des histor. Vereins für d.
-Niederrhein, Heft 30, Köln 1876, S. 147; Schell _l. c._, S. 458 _nr._
-64. -- Nach Dornbusch (_l. c._ S. 149) glaubt man noch jetzt in und um
-Siegburg: »Pferde und Hunde können die Geister sehen. In der Nähe der
-Häuser, wo bald eine Leiche sein wird, heulen die Hunde mit klagendem
-Tone. Manche Pferde scheuen vor der Thür der Häuser, in denen bald
-jemand stirbt, und können dort bisweilen nicht von der Stelle gebracht
-werden; der Geist steht nämlich mitten auf dem Wege und macht sie
-scheu. Auch die Elster und die Eule verkünden durch ihr Geschrei in
-nächster Nähe der Wohnungen einen baldigen Todesfall.« Ueber ein
-geistersichtiges Pferd im Kirchspiel Nümbrecht s. Schell _l. c._, S.
-403 _nr._ 13.
-
-[19] Vgl. K. Dirksen, Volkstümliches aus Meiderich, Bonn 1895, S. 44.
-
-[20] P. Bahlmann, Westfälische »Spökenkieker« und ihre Vorgeschichten,
-Münster 1897, S. 8-10 und 27-29.
-
-[21] Auf einer Reise durch Schwaben besuchte Clemens August in
-Kaufbeuren die im Rufe der Heiligkeit stehende und mit der Gabe
-der Weissagung bevorzugte Franziskanerschwester Maria Crescentia
-(1682-1744) und bat diese in guter Laune, ihm etwas aus seinem
-künftigen Leben zu offenbaren. Die fromme Klosterfrau nahm anfänglich
-Abstand, seinem Begehren zu willfahren, gab aber endlich seinen
-wiederholten dringenden Bitten Gehör und weissagte dem Fürsten, daß
-er zwar viele Schlösser erbaut, aber doch in keinem derselben sterben
-werde. (F. E. v. Mering, Geschichte der vier letzten Kurfürsten von
-Köln, Köln 1842, S. 73 f.) Und wirklich starb Clemens August 1761 auf
-der kurtrierischen Feste Ehrenbreitstein, deren Spukgeschichten (s. Fr.
-Bülau, Geheime Geschichten etc., Bd. _I_, Leipzig 1850, S. 449-464)
-eine Hauptveranlassung gegeben haben, daß der letzte Kurfürst von
-Trier, Clemens Wenceslaus ([dagger] 1812), seine Residenz nach Koblenz
-verlegte. Dem Tode Clemens Augusts gingen angeblich verschiedene
-Vorzeichen voraus: Auf einer Redoute, kurz vor seiner Abreise, wurde
-er überall von einer Totenmaske verfolgt, die, als man sich ihrer
-bemächtigen wollte, spurlos verschwunden war; die Gewichte der Hofuhr
-fielen herunter und die Pferde vor dem Reisewagen scheuten und wollten
-nicht weiter (F. E. v. Mering, Geschichte der Burgen etc., Heft 6,
-Köln 1842, S. 75). In der Nacht vorher wurde in Koblenz ein großes
-Getöse vernommen und im Thal ein prächtiger Leichenzug gesehen (Chr. v.
-Stramberg, Ehrenbreitstein, Coblenz 1845, S. 3 f.).
-
-[22] Ueber die Jagdleidenschaft des Kurfürsten Clemens August s. Bonner
-Jahrbücher, Heft 99, Bonn 1896, S. 169 f.
-
-[23] v. Waldbrühl _l. c._, S. 36.
-
-[24] Schell _l. c._, S. 160 _nr._ 52.
-
-[25] Vgl. (J. Kerner), Blätter aus Prevorst, 12. Sammlung, Stuttgart
-1839, S. 115-117, v. Stramberg l. c., Bd. 4, 1856, S. 115-118; G. v.
-Breuning, Aus dem Schwarzspanierhause, Wien 1874, S. 3-5; W. Hesse, Der
-große Brand des kurf. Schlosses zu Bonn am 15. Jan. 1777, 2. Aufl.,
-Bonn 1882, S. 14-19.
-
-[26] Der Flügel des Residenzschlosses, welcher die Privatgemächer des
-Kurfürsten enthielt.
-
-[27] A. v. Droste-Hülshoff, Bilder aus Westfalen (1840), _III_.
-
-[28] Vgl. Schell _l. c._, S. 99 _nr._ 39.
-
-[29] _ibid._ S. 474 _nr._ 24.
-
-[30] _ibid._ S. 475 _nr._ 27.
-
-[31] _ibid._ S. 159 _nr._ 48.
-
-[32] _ibid._ S. 425 _nr._ 11.
-
-[33] Vgl. v. Waldbrühl _l. c._, S. 36.
-
-[34] Vgl. Schell _l. c._, S. 169 _nr._ 73.
-
-[35] _ibid._ S. 378 _nr._ 17.
-
-[36] Th. Beykirch, Prophetenstimmen mit Erklärungen, 3. verm. und verb.
-Aufl., Paderborn 1849, S. 110; unten S. 42.
-
-[37] J. V. Kutscheit, Sechs bisher unbekannte höchst merkwürdige
-Prophezeiungen etc., 2. Aufl., Bonn 1848, S. 14.
-
-[38] Beykirch _l. c._, S. 110.
-
-[39] Vgl. K. B. A. Warnefried, Seherblicke in die Zukunft, Regensburg
-1861, Abt. II., S. 63 f.
-
-[40] Vgl. F. Zurbonsen, Die Sage von der Völkerschlacht der Zukunft »am
-Birkenbaum«, Köln 1897.
-
-[41] Beykirch _l. c._, S. 91 f.
-
-[42] Kutscheit _l. c._, S. 14; Beykirch _l. c._, S. 111.
-
-[43] s. unten S. 48.
-
-[44] s. unten S. 48.
-
-[45] s. unten S. 39 f.
-
-[46] Bahlmann _l. c._, S. 23.
-
-[47] _ibid._ S. 30.
-
-[48] Auch bei Salzburg ist folgende Prophezeiung verbreitet: »Die
-Franzosen werden nochmals nach Deutschland kommen, aber zu Köln am
-Rhein eine gänzliche Niederlage erleiden, worauf Frankreich in 7 Teile
-zerstückelt wird« (Zeitschrift für deutsche Mythologie und Sittenkunde,
-Bd. 4, Göttingen 1859, S. 202).
-
-[49] Kutscheit _l. c._, S. 12 f.; Beykirch _l. c._, S. 110.
-
-[50] Kutscheit _l. c._, S. 13 f.
-
-[51] Beykirch _l. c._, S. 110.
-
-[52] Vgl.: Denkw. u. nützl. Rheinischer Antiquarius, Abt. II. Bd. 20,
-Coblenz 1871, S. 209 f.
-
-[53] Der durch seine Prophezeiungen bekannte Bartholomäus Holzhauser
-war 1658 als Pfarrer in Bingen gestorben.
-
-[54] Einzelne Manuskripte sollen Romae haben.
-
-[55] Auf deutsch: »Ich setze 1600 und 9 × 12; füge hinzu 4 × 10, dann
-kommt der Tag, an welchem zu Bonn die Genossen Jesu und die Brüder
-des seligen Franziskus die Palmen (den Sieg) und die Marterkrone
-davontragen werden.«
-
-[56] Nach einer gleichzeitigen Abschrift in einem kürzlich von mir
-erworbenen Manuskripte, worin noch weiteres Material gesammelt ist;
-vergl.: Allgemeines Repertorium für empirische Psychologie etc., Bd. 1,
-Nürnberg 1792, S. 90-97.
-
-[57] Dort gebrauchte sie die Bäder.
-
-[58] 1. Okt. 1756.
-
-[59] Von 1720-1777 die Residenz des Kurfürsten von der Pfalz.
-
-[60] 18. Juni 1757.
-
-[61] Nach einer Bemerkung meines Manuskriptes hat der Kirchenrat die
-Aussage der Frau später bestätigt.
-
-[62] Wilhelm V. (geb. 1748), ein Sohn Wilhelms IV. ([dagger] 1751)
-und Annas v. England ([dagger] 1759), trat 1766 die Regierung als
-Statthalter der Niederlande an, mußte 1795 nach England flüchten und
-starb 1806.
-
-[63] Statthalterin von 1751-59 unter Assistenz des Prinzen Ludwig Ernst
-v. Braunschweig-Wolfenbüttel; beide neigten sich im 7jähr. Kriege offen
-auf die Seite der Engländer, die Friedrich den Großen unterstützten.
-
-[64] Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen, Heft 18, Essen
-1898, S. 149 f.
-
-[65] Geschichte, Erscheinungen und Prophezeiungen des Joh. Adam Müller
-etc., Frankfurt a. M. 1816; J. C. Hoffbauer, J. A. Müller, der Prophet,
-Halle 1817; E. Haltaus, Des badischen Bauern J. A. Müller merkwürdige
-Prophezeiungen etc., Stuttgart 1871.
-
-[66] Hermann, Jahrg. 1818, S. 772.
-
-[67] Ueber ihn vergl.: W. Schrattenholz, Spielbähn der Prophet, 7.
-verm. Aufl., Bonn 1849; J. Burg. Höchst merkwürdige Prophezeiungen des
-alten Bernhard etc., Bonn 1848.
-
-[68] Bähn = Bernard.
-
-[69] Alljährliche Versammlung der Bauern zur Beratung der
-Gemeinde-Angelegenheiten, entsprechend dem Herrengeding in den Städten.
-
-[70] Aus dem Volksmunde mitgeteilt von Schell _l. c._, S. 552 nr. 26.
-
-[71] z. B. der Straßen zwischen Bonn und Hangelar, zwischen Sieglar und
-Mondorf etc.
-
-[72] Angekündigt als Wagen, »so da durch alle Welt laufen, ohne von
-lebendigen Geschöpfen gezogen zu werden, also daß man die Wegsstrecken
-nach der Vögel Flug ausrechnet« und als schwere Schiffe, die »den
-Rhein hinanlaufen ohne Pferd und Wind«. -- Das erste Dampfschiff kam
-1817 bei hohem Wasserstande von London nach Koblenz; der regelmäßige
-Dampferverkehr zwischen Mainz und Köln ist 1827, die erste deutsche
-Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth 1835 eröffnet, die Köln-Mindener
-Bahn 1844-47 erbaut.
-
-[73] s. oben, S. 20 ff.
-
-[74] Schrattenholz _l. c._, S. 25-27, Beykirch _l. c._, S. 102-104;
-Jaspers sämtliche Prophezeiungen. Dortmund 1866, S. 20 f.
-
-[75] Rußland oder Türkei?
-
-[76] Höchste Kuppel des Siebengebirges.
-
-[77] W. Schrattenholz, Neues Prophetienbüchlein über den deutschen
-Kaiser etc., Bonn 1848, S. 8.
-
-[78] Ein an der Sieg unweit Müllekoven gelegener Wald.
-
-[79] Etwa der Dom? Von diesem behauptete eine im bergischen Volke
-sehr verbreitete uralte Weissagung unbekannten Ursprungs, daß er nie
-vollendet werden würde.
-
-[80] Schrattenholz, Neues Prophetienbüchlein etc., S. 7.
-
-[81] Meile, eine so genannte Strecke auf der Bonner Landstraße,
-oberhalb Köln.
-
-[82] Beykirch _l. c._, S. 111.
-
-[83] Beykirch _l. c._, S. 38 f.
-
-[84] Vgl.: C. A. Krumscheid, Prophezeiungen auf d. J. 1860 etc. I: Des
-J. P. Knopp.... Geschicke und Geschichte. Linz a. Rh. 1859.
-
-[85] Daher der Name »Körper«.
-
-[86] lüge.
-
-[87] sagt.
-
-[88] heute schon.
-
-[89] warte.
-
-[90] Hasenfuß, Feigling.
-
-[91] Erbsenkessel auf deinen Pferdekopf.
-
-[92] Knopps Prophezeiung über die Aufhebung des Minoriten-Konvents zu
-Sinzig s. Krumscheid _l. c._, _II_, 17.
-
-[93] Die Kirche im Hundel ist 1847 erbaut.
-
-[94] Die Ahr hat die künstliche Richtung 1854 erhalten.
-
-[95] Die feste Rheinbrücke bei Köln ist 1855 in Angriff genommen und am
-3. Oktober 1859 dem Verkehre übergeben.
-
-[96] Die Prophezeiung über die Kölner Brücke und den Linz-Asbacher Weg
-brachte bereits das Altenkirchener Intelligenzblatt v. 5. März 1848
-(Nr. 19), obschon damals beide Projekte noch schlummerten. Gleichzeitig
-mit der Anlegung des neuen Weges sollte in Rom eine Empörung
-ausbrechen, durch welche die vornehmsten Mächte in Uneinigkeit gerieten.
-
-[97] Vgl. auch Krumscheid _l. c._ _III_, 10 f.; _V_, 18; _VIII_, 20.
-
-[98] Beykirch _l. c._, S. 75-78; E. J. Heinen, Helena Wallraff von
-Brüggen, die merkwürdigste Seherin am Rhein, Euskirchen 1849, Magikon,
-Bd. _IV_, Stuttgart 1850, S. 373-381.
-
-[99] Büchlein des Trostes der Helena Wallraff von Brüggen.... aus der
-Nachlassenschaft seines ehrwürdigen Oheims hrsg. von Pfarrer Heinen,
-Euskirchen 1850.
-
-[100] Vgl. A. Köttgen, Maria Rübel, die Hellseherin in Langenberg.
-Mit Anmerkungen hrsg. von Dr. D. G. Kiefer (-- Archiv für den tier.
-Magnetismus, Bd. 4, Stück 3), Halle 1819; Hermann, Jahrg. 1818, S.
-443-446, 454-456, 488, 496, 507-510, 523-525, 527-533, 633 f., 673-675,
-778-780, 815 u. 832-836; J. E. A. Stiegler, Drei Visionairinnen,
-Kreuznach 1837, S. 43-57.
-
-[101] Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 32, Elberfeld
-1896, S. 117-122.
-
-[102] C. Jacobi, Der Leinweber Jacobus Küpper als Wahrsager,
-Armseelenerlöser etc., Köln 1850.
-
-
-
-
-Anmerkungen zur Transkription:
-
-
-Das Original ist in Fraktur gesetzt.
-
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-
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-
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-
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-
-Kreuze um den Todeszeitpunkt anzuzeigen werden durch [dagger] ersetzt.
-
-Brüche werden folgendermaßen dargestellt: 1 Viertel = 1/4, 1 Achtel =
-1/8 u. s. w., die volle Zahl wird durch - vom Bruch separiert, d. h.
-eineinhalb = 1-1/2.
-
-Exponenten werden folgendermassen dargestellt: x² wird zu x^2.
-
-Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen;
-lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.
-
-
-Einige Ausdrücke wurden in beiden Schreibweisen übernommen:
-
- Coblenz (Fußnoten 15, 21 und 52) und Koblenz (Seiten 16, 21, 22, 48,
- Index, Fußnoten 21 und 32)
-
- Oesterreich (Seiten 28 und 47) und Oestreich (Seite 52 und Index)
-
- Spiel-Bähn (Seite 35) und Spielbähn (Seiten 35, 37, 40, 41, 42, 44 und
- 47, Fußnote 67)
-
-
-Folgende offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert:
-
- geändert wurde "nach Königsberg (1807/08 bekannt"
- in "nach Königsberg (1807/08) bekannt"
- (Seite 34)
-
- geändert wurde "Bender 24-32."
- in "Bender 24-30."
- (Index)
-
- geändert wurde "Clemens August _I._ v. Köln 12-14."
- in "Clemens August _I._ v. Köln 13-14."
- (Index)
-
- geändert wurde "Lügenbähn s. Rembold."
- in "Lügen-Bähn s. Rembold."
- (Index)
-
- geändert wurde "Mederich 12."
- in "Mederich 12."
- (Index)
-
- geändert wurde "Nümbrecht s. Schell _l. c_, S. 403"
- in "Nümbrecht s. Schell _l. c._, S. 403"
- (Fußnote 18)
-
- geändert wurde "Vgl. K Dirksen, Volkstümliches"
- in "Vgl. K. Dirksen, Volkstümliches"
- (Fußnote 19)
-
- geändert wurde "Beykirch _l c._, S. 91 f."
- in "Beykirch _l. c._, S. 91 f."
- (Fußnote 41)
-
- geändert wurde "zerstückelt wird (Zeitschrift für"
- in "zerstückelt wird« (Zeitschrift für"
- (Fußnote 48)
-
-
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