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-Project Gutenberg's Handbuch der Aquarellmalerei, by Friedrich Jaennicke
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-
-Title: Handbuch der Aquarellmalerei
- Nach dem heutigen Standpunkte und mit vorzüglicher Anwendung
- auf Landschaft und Architektur nebst einem Anhange über
- Holzmalerei
-
-Author: Friedrich Jaennicke
-
-Release Date: May 22, 2017 [EBook #54759]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER AQUARELLMALEREI ***
-
-
-
-
-Produced by the Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net (This file was produced from images
-generously made available by The Internet Archive)
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- ####################################################################
-
- Anmerkungen zur Transkription
-
- Der vorliegende Text wurde anhand der 1877 erschienenen
- Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben.
- Zeichensetzung und offensichtliche typographische Fehler wurden
- stillschweigend korrigiert. Unterschiedliche Schreibweisen (z.B.
- ‚Perspektive‘/‚Perspective‘) wurden nicht vereinheitlicht. Einige
- englischsprachige Bezeichnungen, insbesondere die der Malfarben,
- sind im Buch inkonsistent wiedergeben, bzw. ganz oder teilweise
- eingedeutscht. Diese Schreibweisen wurden in der vorliegenden
- Version nicht geändert.
-
- Die Buchversion wurde in Frakturschrift gedruckt. Wie in dieser
- Schriftart meist üblich, wurde der Ausdruck ‚&c.‘ mit dem
- tironischen Und-Zeichen wiedergegeben. In der elektronischen
- Fassung wurde dieser dagegen als ‚etc.‘ ausgedrückt. Die von
- der Normalschrift abweichenden Schriftschnitte wurden in der
- vorliegenden Fassung mit den folgenden Symbolen gekennzeichnet:
-
- fett : =Gleichheitszeichen=
- gesperrt: +Pluszeichen+
- Antiqua: ~Tilden~
-
- Kapitälchen werden in GROSSBUCHSTABEN dargestellt.
-
- ####################################################################
-
-
-
-
- Handbuch
- der
- Aquarellmalerei.
-
- Nach dem heutigen Standpunkte
- und in vorzüglicher Anwendung auf
- Landschaft und Architektur
-
- Nebst einem Anhange über
- Holzmalerei.
-
- Von
- Friedrich Jaennicke.
-
- ~Omnis ars naturae imitatio est.~
- ~Senec. Ep.~ 64, 3.
-
- Zweite verbesserte und vermehrte Auflage.
-
- Stuttgart. Verlag von Paul Neff. 1877.
-
-
-
-
- Druck von +Emil Müller+ in Stuttgart.
-
-
-
-
-Vorrede zur ersten Auflage.
-
-
-Hiermit übergebe ich den Freunden der Aquarellmalerei ein auf dem
-Wege langjähriger Praxis dieses Zweiges der Kunst entstandenes Lehr-
-und Hilfsbuch. Es verdankt sein Entstehen erst vereinzelten, später
-ausgiebigeren Notizen, welche ich zu meiner eigenen Belehrung sammelte
-und in neuester Zeit zu einem vollständigen und zusammenhängenden
-Ganzen ausarbeitete. Hierbei hatte ich vorzugsweise die zahlreichen,
-mitunter sehr begabten Dilettanten im Auge, welche den Verkehr mit
-Künstlern oder einen zur Seite stehenden tüchtigen Lehrer -- Vortheile,
-welche sich nur in größeren Städten, und dann in der Regel nur wenigen
-Interessenten zu bieten pflegen -- entbehren müssen, aber weiter
-streben, ohne freilich in den meisten Fällen je über die mehr oder
-weniger conventionellen Töne der Farbendrücke hinauszukommen.
-
-Ich selbst bin lange im Finsteren umhergeirrt. Meine ersten Versuche
-habe ich nach Meichelt: „Schule der Aquarellmalerei“, später nach
-Steinhart und ähnlichen Publikationen gemacht. Daß ich beiden
-spärlichen, ganz ungenügenden, dabei noch meist veralteten oder
-irreführenden technischen Angaben dieser Werke, anderer gänzlich
-unbrauchbarer nicht zu gedenken (z. B. „Die Kunst Maler zu werden von
-Rafael Sanzio.“ ~Sic!~), und den noch ungenügenderen, der Natur
-möglichst wenig entsprechenden Farbendrücken der genannten Werke,
-höchst zweifelhaften Nutzen aus diesen Studien geerntet habe, wird
-jedem Kenner einleuchten. Späterer häufiger Verkehr mit Künstlern,
-welche mir mit Rath und That zur Seite standen -- hier sei besonders
-P. Burnitz in Frankfurt in dankbarer Erinnerung genannt --, reger
-Besuch der Gallerien in Frankfurt und Darmstadt, nebenbei Studien
-nach englischen, in diesem Fach höchststehenden Werken wie Penley,
-Delamotte, Barnard etc. etc. sowie fleißiges Malen nach der Natur haben
-mich nach und nach, wenn auch nicht zum Künstler ~par excellence~,
-so doch zum mehr wie oberflächlichen Kenner herangebildet. Auf dem
-langen Wege zu besseren Leistungen habe ich hinlänglich Gelegenheit
-gehabt, alle die Anstände würdigen zu lernen, welche sich dem mit der
-Technik sowohl, wie mit der Farbe kämpfenden strebsamen Dilettanten
-entgegen stellen. Eingehende Beachtung derselben neben gründlicher
-Beobachtung der großen Lehrmeisterin Natur hat mit den Grund zu den
-nachfolgenden Anweisungen gelegt, in welchen Technik und Farbe nach
-bestem Wissen gründliche Erörterung gefunden haben und umsomehr, als
-gerade über diese Gegenstände wenig oder nichts in der deutschen
-Literatur vorhanden ist und ohne sehr genaue Kenntniß der zu Gebot
-stehenden Farben weder Fertigkeit in der Technik noch bestimmte
-Wirkung im Colorit erlangt werden können. Aus diesem Grunde habe ich
-jede einzelne in der Landschaftsmalerei Anwendung findende Farbe nach
-ihrer eigenartigen Natur behandelt. Ich habe angegeben, wo, wie und
-in welchen Combinationen sie am erfolgreichsten zu verwenden ist;
-habe aber umgekehrt auch diejenigen Eigenschaften berührt, welche sie
-nicht besitzt, sowie diejenigen Fälle betont, wo von ihrer Anwendung
-unerfreuliche oder wohl gar schädliche Wirkungen zu erwarten sind.
-Besondere Aufmerksamkeit habe ich auch auf die zahlreichen, für gewisse
-Töne, Stimmungen und Effekte nothwendigen Farbenmischungen gerichtet,
-welche von dem Nichteingeweihten, wenn überhaupt, nur sehr schwer und
-dann gewöhnlich nur höchst unvollkommen zu erreichen sind. Der in
-dieser Beziehung nach Hilfe Suchende dürfte kaum einmal vergeblich das
-Buch zu Rathe ziehen.
-
-Ueber das Zeichnen bin ich weggegangen, da ich voraussetzen muß, daß
-die nöthige Fertigkeit bereits erlangt ist und weil, wo in einigen
-Punkten, wie etwa in Perspektive, Schattenlehre etc. etc. weiteres
-Studium erwünscht oder angezeigt wäre, dem Interessenten zahlreiche
-treffliche Lehrmittel zu Gebote stehen.
-
-Was speziell die Technik des Aquarells betrifft, so basiren meine
-deßfallsigen Angaben auf der heute in England und Belgien herrschenden
-Malweise, welche das Aquarell auf seine jetzige in manchen Punkten mit
-der Oelmalerei rivalisirende Höhe gebracht hat. Denselben Standpunkt
-nimmt das von Professor M. Schmidt in Berlin herausgegebene Werkchen:
-„Bemerkungen über die Technik des Aquarells in ihrer Anwendung auf
-Landschaftsmalerei“ ein. Es ist dies die einzige bessere deutsche
-Publikation dieser Art, welche jedoch für den auf sich selbst
-angewiesenen Freund des Aquarells nicht eingehend genug behandelt ist
-und mehr zu einer allgemeineren Kenntniß der Technik und leitenden
-Gesichtspunkte, nicht aber der Farbe führt.
-
-Dilettanten verkennen nicht selten die Ziele der Kunst. In dem Kapitel
-über das Malen nach der Natur habe ich deßwegen in dieser Beziehung
-ausführlichere Erörterungen eingestreut und deßfallsige bessere
-Erkenntniß anzubahnen versucht. Allen Anfängern möchte ich jedoch
-dringend empfehlen, sofort nach Bewältigung der größten technischen
-Schwierigkeiten vom Copiren von Vorlagen und Farbendrücken gänzlich
-abzustehen, indem die meist conventionellen, nicht selten sehr
-naturwidrigen, unwahren oder gequälten Farbentöne dieser Krücken in
-der Regel wenig geeignet sind, einen zuverlässigen Führer im Colorit
-abzugeben. Hat der Anfänger einige Sicherheit in Technik und Farbe
-erlangt, so gehe er hinaus in die Natur und beginne mit kleineren
-Gegenständen wie Motiven von alten Gebäuden, Bäumen verschiedener
-Art etc. etc. Für den Winter oder bei ungünstiger Witterung wähle
-man Interieurs, Stillleben, wozu sich besonders Gefäße, Curiositäten
-etc. trefflich eignen, Aussichten aus dem Fenster etc. etc. Besonders
-empfehle ich Studien desselben Gegenstandes bei verschiedener
-Beleuchtung. -- Aus diesen Studien, wie aus solchen von Luft, Wolken,
-Ferne, Gebirgen, Vordergründen etc. etc. wird er mehr Nutzen erndten,
-als aus jahrelangem Copiren zweifelhafter Farbendrücke. Durch erste
-mißlungene Versuche lasse sich aber Niemand abschrecken, denn Geduld
-und Ausdauer führen bei nur einigermaßen günstiger Befähigung sicher
-zum Ziele. In Technik und Colorit schon vorgeschritteneren Dilettanten
-möchte ich jedoch, behufs des Erlangens einer „breiten“ Behandlung,
-dringend das Copiren einiger Farbendrücke nach Hildebrandt: „Reise um
-die Erde“ anempfehlen.
-
-Da dem Ornament in unserer Zeit Seitens der Freunde der Kunst immer
-mehr das Interesse zugewendet wird, welches es mit Recht beanspruchen
-darf und dieses Interesse in der heute von Dilettanten und ganz
-besonders auch von Dilettantinnen vielfach gepflegten Holzmalerei
-eine sehr lohnende praktische Verwerthung gefunden hat, habe ich, dem
-Wunsche des geschätzten Herrn Verlegers sowohl, wie eigener Neigung
-folgend, in einem Anhange die Grundzüge dieser ornamentalen Malerei
-dargelegt und sollte es mich freuen, wenn ich derselben hierdurch neue
-Freunde erwerben würde.
-
-+Mainz+ im Mai 1875.
-
- =F. Jännicke=
-
-
-
-
-Vorwort zur zweiten Auflage.
-
-
-Daß meine Arbeit so rasch eine zweite Auflage erheischt, zeigt,
-daß dieselbe Vielen erwünscht gewesen ist, was ich übrigens auch
-aus zahlreichen, mir bald nach dem Erscheinen der ersten Auflage
-zugekommenen Zuschriften und Anfragen, Einsendungen von Studien,
-darunter nicht wenige von Architekten, wahrzunehmen die erfreuliche
-Gelegenheit hatte. In der vorliegenden neuen Auflage habe ich,
-theilweise durch entsprechende Anfragen aufmerksam gemacht, an
-nicht wenigen Stellen, aber vorzugsweise in den +Studien nach der
-Natur+, sodann im Gebiete der Theorie, besonders jener der Farbe,
-die verbessernde Hand angelegt, während der die Holzmalerei behandelnde
-Anhang fast gänzlich umgearbeitet und wie die Interessenten erkennen
-werden, gleichfalls sehr zu seinem Vortheil verändert worden ist.
-Mancherlei über diesen Zweig häuslicher Kunst an mich gelangte Anfragen
-veranlaßten mich, mich mehr damit zu beschäftigen, als ohnedem der
-Fall gewesen sein würde und so machte ich inzwischen manche weiteren
-Erfahrungen, welche ich den Interessenten nicht vorenthalten möchte.
-
-Möge sich mein Buch in dieser vielseitig verbesserten, dem
-künstlerischen Gesichtspunkte mehr Rechnung tragenden Gestalt zu den
-alten recht zahlreiche neue Freunde erwerben und sich mehr und mehr des
-Beifalls der Studirenden erfreuen.
-
-+Mainz+, April 1877.
-
- =Der Verfasser.=
-
-
-
-
-Benutzte Werke.
-
-
- ~Penley: English School of painting in Water-Colour.~
-
- ~Delamotte: Art of Sketching from Nature.~
-
- ~Barnard: Landscape Painting in Water-Colour.~
-
- ~Hatton: Hints for Sketching in Water-Colour.~
-
- ~Rowbotham: Landscape Painting in Water-Colour.~
-
- +Penley: A System of Water-Colour-Painting.+
-
- +Carmichael: Marine Painting in Water-Colours.+
-
- Schmidt: Bemerkungen über die Technik der Aquarellmalerei in ihrer
- Anwendung auf die Landschaftsmalerei.
-
- +Couture: Entretiens d’atelier.+
-
- Bezold v. W.: Farbenlehre im Hinblick auf Kunst und Gewerbe.
-
- Brücke: Physiologie der Farben für die Zwecke des Kunstgewerbs.
-
- Grüber: Elemente der Kunstthätigkeit.
-
-
-
-
-Inhaltsverzeichniß.
-
-
- Seite
-
- Vorrede III
-
- Benutzte Werke X
-
- Einleitung 1
-
- 1. Ueber die Aquarellmalerei im Allgemeinen 1
-
- 2. Ueber Manier 5
-
- 3. Ueber Zeichnung und Farbe 6
-
-
- Theoretischer Theil.
-
- I. +Die Geräthschaften+ 10
-
- 1. Aquarellpapier 11
-
- 2. Pinsel 14
-
- 3. Farben 17
-
- Charakteristik der einzelnen Farben 19
-
- Weiß 20
-
- ~Permanent Chinese White~ 21
-
- ~Jaune brillant~ 23
-
- Gelb 23
-
- ~Yellow Ochre~ 24
-
- ~Roman Ochre~ 25
-
- Goldocker, ~Ochre de Rue~ 26
-
- ~Gamboge~ 26
-
- ~Indian Yellow~ 27
-
- ~Cadmium~ 29
-
- ~Naples Yellow~ 30
-
- ~Raw Sienna~ 32
-
- ~Lemon Yellow~ 33
-
- ~Aureolin~ 34
-
- Italienische Erde. -- ~Mars Yellow.~ -- ~Gallstone.~ --
- ~Italian Pink.~ -- ~Yellow Lake.~ -- Japan. Gelb. --
- ~Chrome.~ -- ~Stil de grain jaune~ 35
-
- +Orange+ 35
-
- ~Penley’s Neutral Orange~ 36
-
- ~Burnt Sienna~ 37
-
- ~Mars-Orange~ 38
-
- ~Brown Ochre~ 39
-
- ~Orange-Vermilion~ 39
-
- ~Burnt Roman Ochre.~ -- Gebr. Ital. Erde. -- ~Laque Robert
- Nr. 7~ 39
-
- +Roth+ 40
-
- ~Light Red~ 40
-
- ~Venetian Red~, ~Red Ochre~. Neapelroth 41
-
- ~Vermilion~ 42
-
- ~Rose Madder~ 42
-
- ~Chrimson Lake~ 43
-
- ~Indian Red~ 44
-
- Persisch Roth. -- Marsroth. -- ~Caput mortuum~ 44
-
- ~Brown Madder~ 44
-
- Brauner Krapp. -- ~Madder Braun~ 45
-
- ~Purple Madder~ 45
-
- ~Carmine.~ -- ~Purple Lake.~ -- ~Pure Scarlet.~ -- ~Scarlet
- Lake.~ -- ~Indian Purple.~ -- Rothbrauner Krapp. -- ~Rubens
- Madder.~ -- ~Pink Madder.~ -- Dunkler Krapp, ~Madder-Carmine.~
- -- Braunrother Krapp. -- ~Van Dyk~ Roth. -- Pompejanisches
- Roth, ~Burnt Carmine.~ -- ~Red Lead.~ -- ~Jaune Capucin~ 46-47
-
- +Blau+ 47
-
- ~Ultramarine~ 48
-
- ~Ultramarin-Ash~ 49
-
- ~French Blue~ 49
-
- ~Cobalt~ 50
-
- ~New Blue.~ -- ~Paris Blue.~ -- Blau Oxyd. -- Grünblau Oxyd.
- -- ~Coelinblau~ 51
-
- ~Indigo~ 51
-
- ~Prussian Blue~ 52
-
- ~Intense Blue~ 53
-
- ~Antwerp Blue.~ -- Mineral-Blau. -- ~Smalt~ 53
-
- +Grün+ 53
-
- ~Green Oxyde of Chromium~ 54
-
- ~Emerald Green~ 55
-
- ~Cendre verte.~ -- ~Vert émeraude~ 56
-
- ~Brown Pink~ 57
-
- ~Olive Green~ 57
-
- ~Viridian~, ~Terra verte~. -- Grüner Zinnober. -- Cobaltgrün,
- Chromgrün, Permanentgrün, Parisergrün, Malachitgrün 57-58
-
- +Violett+ 58
-
- +Braun+ 59
-
- ~Raw Umber~ 60
-
- ~Burnt Umber~ 60
-
- ~Vandyke Brown~ 61
-
- ~Bistre~ 61
-
- ~Sepia.~ -- ~Warm Sepia.~ -- ~Roman Sepia~ 62
-
- Brauner Krapp. -- Brauner Lack. -- Florentiner Braun. --
- Römisch Braun. -- Asphalt. -- Marsbraun. -- Casseler Erde.
- -- Cölnische Erde. -- Gebrannte grüne Erde 63
-
- +Schwarz+ 63
-
- ~Lamp Black~ 64
-
- ~Blue Black~ 65
-
- ~Neutral Tint~ 65
-
- ~Payne’s Grey~ 65
-
- Beinschwarz, Rebenschwarz, Kernschwarz, Elfenbeinschwarz,
- ~Black Lead~ 66
-
- Arabischer Gummi, Traganth, Reiswasser, Ochsengalle, Firniß 66-67
-
- 4. Der Farbenkasten 68
-
- II. +Farbentheorie+ 72
-
-
-
-
-Praktischer Theil.
-
-
- I. Bemerkungen über Licht und verschiedene Manipulationen 88
-
- 1. Licht 88
-
- 2. Aufspannen 89
-
- 3. Behandlung der Lichter 89
-
- 4. Unfälle beim Malen 94
-
- 5. Pinselführung 96
-
- 6. Umrißzeichnung und erster Ton 98
-
- 7. Farbenmischung 101
-
- 8. Lasuren 103
-
- II. Colorit 104
-
- A. Luft und Wolken 105
-
- 1. Colorit 105
-
- 2. Technik 111
-
- B. Die Ferne, Gebirg 136
-
- 1. Colorit 136
-
- 2. Technik 141
-
- C. Die Vegetation in Mittel- und Vordergrund[A] 148
-
- 1. Colorit 148
-
- 2. Technik 156
-
- D. Wasser nebst Staffage 177
-
- 1. Colorit 177
-
- 2. Technik 183
-
- E. Wege und Ufer 190
-
- 1. Colorit 190
-
- 2. Technik 192
-
- F. Felsen 193
-
- 1. Colorit 193
-
- 2. Technik 195
-
- G. Gebäude und deren Theile 197
-
- 1. Colorit 197
-
- 2. Technik 201
-
- H. Staffage (Thiere und Menschen) 207
-
- 1. Colorit 207
-
- 2. Technik 209
-
- III. +Die technische Behandlung+ durchgeführter Bilder 212
-
- IV. +Studien nach der Natur+ mit Einschluß der nothwendigen
- Erörterungen über Perspektive, +Horizont+, richtiges Sehen,
- +Contrastwirkung+, +Modellirung+ und alle für +künstlerische+
- Darstellung und Auffassung in Betracht kommenden
- Gesichtspunkte 214
-
-
-Nachtrag.
-
- Die Holzmalerei 246
-
- 1. Allgemeines 246
-
- 2. Material und Hülfsmittel 247
-
- 3. Plan und Anlage 257
-
- 4. Colorit 269
-
- 5. Politur 278
-
-
-
-
-Einleitung.
-
-
-1. Ueber die Aquarellmalerei im Allgemeinen.
-
-In den letzten Decennien ist kein Zweig der bildenden Kunst in so
-ausgiebiger Weise gefördert worden, wie die Aquarellmalerei. Die
-neueste Ausbildung derselben ist vorwiegend den Künstlern Englands,
-in zweiter Linie denen Belgiens und Frankreichs zu verdanken, wobei
-zu bemerken ist, daß das Aquarell seit langer Zeit schon in England
-sich besonderer Pflege erfreut und es dort zum guten Ton gehört,
-in diesem Kunstzweige einige Kenntniß, beziehungsweise Fertigkeit,
-sich anzueignen. Erheblichen Antheil an dieser Förderung beansprucht
-indessen die dortige Produktion werthvoller neuer, und was besonders
-zu betonen ist, sehr +haltbarer+ Farben, wie nicht minder die
-stets fortgeschrittene Herstellung der sonstigen Materialien, wie
-vorzugsweise die des Papiers.
-
-Die Bilder, welche noch vor nicht sehr langer Zeit in Deutschland
-Aquarelle genannt wurden, hatten wenig Anspruch darauf, als Malereien
-im eigentlichen Sinne des Wortes zu gelten. In den meisten Fällen waren
-es in den Schatten getuschte oder mit Neutraltinte behandelte, mit
-leichten Farbentönen angelegte Zeichnungen. Die Zeichnung war Haupt-,
-die Farbenwirkung Nebensache, und selbst wo kräftigere Farbenwirkung
-angestrebt wurde, scheiterte das Bild an den Veränderungen, welche die
-früheren, theilweise wenig haltbaren Farbenstoffe, die meist Anwendung
-fanden, oft schon nach sehr kurzer Zeit erlitten. Daher das heutige
-matte, verfärbte Aussehen dieser Classe von Gemälden.
-
-Ganz verschieden verhalten sich die heutigen englischen,
-beziehungsweise nach englischer Art gemalten Aquarelle, Gemälde,
-welche lediglich durch die +Farbe+ wirken und in Bezug auf glanzvolle
-Darstellung der Luft und Tiefe der Farben nicht selten den Oelmalereien
-ebenbürtig zur Seite stehen, dabei in der Farbe +dauerhaft+ sind.
-
-Die Technik des Aquarells ist in hohem Grade für die Darstellung der
-verschiedensten Stimmungen der Atmosphäre nach Wetter, Beleuchtung,
-Tages- oder Jahreszeit geeignet und kann nach dieser Seite hin sich
-ohne Ueberhebung mit der Oelmalerei messen, indem die sanftesten
-Stimmungen wie die großartigsten und drohendsten Effekte in Licht und
-Luft wirkungsvoll zum Ausdruck gebracht werden können.
-
-In großem Maaße hierdurch bedingt ist die Aquarellmalerei daher ganz
-vorzüglich für die Darstellung der Landschaft und Architektur geeignet.
-In zweiter Linie leistet sie auch im Genre und Stillleben Erfreuliches
-und in bescheideneren Dimensionen läßt sie sich auch auf das Portrait
-anwenden. Sehr empfehlenswerth ist sie schließlich für Thier- und
-Blumenstücke.
-
-Die Vortheile, welche die Aquarellmalerei vor anderen Malweisen voraus
-hat, sind folgende:
-
-1. Das Aquarell verändert seine Farbe nicht, vorausgesetzt, daß es nach
-neueren Prinzipien und mit den in diesem Buche besprochenen Farben
-gemalt worden ist.
-
-2. Luft- und Lichteffekte lassen sich weit naturwahrer darstellen wie
-in der Oelmalerei, indem das gekörnte Papier durch die transparenten
-Farbentöne durchshimmert, wodurch man eher +in+ die Luft oder Ferne,
-als +auf+ dieselbe zu blicken vermeint. In diesem Punkte hat das
-Aquarell sogar einen bestimmten Vorzug, indem bei dem Oelbilde die
-hellsten Lichter in Luft und Ferne stets impastirt, d. h. mit dicker,
-undurchsichtiger Farbe aufgetragen sind. Wo im Aquarell Luft und Ferne
-nicht getreu der Natur wiederspiegeln, da liegt die Schuld durchaus
-nicht an unzulänglichen Mitteln der Darstellung, sondern vielmehr an
-der Ungeschicklichkeit des Darstellers.
-
-3. Die Schnelligkeit der Arbeit, da man nur kurze Pausen zu machen
-nöthig hat, indem das nasse Papier in den Fällen, wo man nicht weiter
-arbeiten kann, sehr rasch trocknet.
-
-4. Unterbrechungen der Arbeit können mit unerheblichen Ausnahmen
-jederzeit eintreten.
-
-5. Mit dem Aquarellpinsel läßt sich weit leichter und sicherer
-zeichnen, als es die Oelfarbe ermöglicht.
-
-6. Das Malen nach der Natur ist bei der leichten Tragbarkeit der
-Materialien ungemein erleichtert.
-
-7. Zu warme Farbentöne können durch Lasuren sehr leicht herabgestimmt
-und zu kalte erhöht werden.
-
-Den aufgezählten Vortheilen stehen jedoch einige manchmal
-recht fühlbare Nachtheile entgegen, welche sich indessen durch
-Geschicklichkeit und namentlich durch reifliche Ueberlegung vor Beginn
-der Arbeit überwinden lassen.
-
-In erster Linie ist hier die schwierige Behandlung einer an Farben und
-Wolkenbildungen reichen Atmosphäre zu nennen. Große Veränderungen, wie
-in der Oelmalerei, lassen sich hier nicht leicht vornehmen und öftere
-Waschungen mit dem Schwamm zerstören die körnige Textur des Papiers
-und geben demselben ein wolliges, die Wirkung der Luft im höchsten
-Grade beeinträchtigendes Ansehen. Es ist deßhalb gerathen, bei Lüften
-dieser Art vorher reiflich den Gang der Arbeit zu überlegen. Ist die
-Darstellung der Luft geglückt, dann ist sehr Viel gewonnen.
-
-In zweiter Linie steht die Aquarellmalerei in der Behandlung des
-Vordergrundes entschieden gegen die Oelmalerei zurück. Sie kann hier
-weder die Kraft und Tiefe der letzteren, noch deren hier leicht
-darstellbares Detail erreichen. Aus diesem Grunde wird die +getreue+
-Wiedergabe der Gegenstände im Vordergrund, besonders der Bäume, des
-Pflanzen- und Graswuchses im Aquarell auch nur selten angestrebt.
-Indessen aber gibt es dennoch Künstler, z. B. Birket Foster u.
-A., welche ungeachtet der äußerst mühseligen und zeitraubenden
-Arbeit in genauer Darstellung der Einzelnheiten des Vordergrundes
-ganz Erstaunliches geleistet haben. Ob dies jedoch wünschens- oder
-nachahmungswerth sei, möge dahin gestellt bleiben und da die wenigsten
-Dilettanten Künstler sind, so möchte ich rathen, es hier bei einer
-allgemeineren Darstellung und breiteren Behandlung bewenden zu lassen,
-welche in Charakter und Ausdruck immerhin sehr hoch stehen kann.
-
-
-2. Ueber Manier.
-
-Manier im Sinn von Malweise ist abhängig von unserer Auffassung der
-Natur, dem Eindruck, welchen sie auf uns macht, sowie von der Art und
-Weise, wie wir die uns zu Gebote stehenden Mittel der Darstellung
-anwenden. Sie beruht somit einerseits auf Auffassung, andererseits
-auf Ausführung. Letztere ist indessen lediglich der Ausdruck der
-ersteren; allein hiervon abgesehen hat jeder Künstler gewisse theils
-technische, theils coloristische Eigenthümlichkeiten, durch welche er
-in seinen verschiedenen Bildern oft leicht zu erkennen ist, und diese
-Unterschiede in Art und Weise der Darstellung sind es, welche ich hier
-Manier nenne.
-
-So ausgezeichnet und wirksam nun auch diese oder jene Manier irgend
-eines Künstlers sein mag, so möchte ich doch alle Dilettanten warnen,
-irgend welche ihnen besonders zusagende Manier eines ihnen imponirenden
-Künstlers, welchen sie vielleicht gerade copiren, nachzuahmen, oder
-etwa sich solche ganz anzueignen zu suchen, was bei Dilettanten leider
-sehr gebräuchlich ist. Der Lernende lasse sich nicht darin gefallen,
-für einen guten Copisten zu gelten, indem dieser Titel gerade kein
-sehr beneidenswerther ist. Jeder denke für sich selbst und bringe die
-Natur zum Ausdruck, wie er solche sieht oder auffaßt; dann wird sich
-die +eigene+ Manier eines Jeden heraus bilden. Alles Frische und
-Ursprüngliche besitzt einen eigenthümlichen Reiz, dessen Werth in
-Nachahmung verloren geht. Möge daher Jeder nach Bildung seiner eigenen
-Manier trachten, aber immerhin so bescheiden, daß die Natur stets die
-Oberhand behält, denn Bilder, in welchen die Natur von der Manier
-beherrscht wird, haben nur Anspruch auf künstlerische Sonderbarkeiten,
-wie hoch sie immerhin in verschiedenen Beziehungen stehen mögen.
-
-
-3. Ueber Zeichnung und Farbe.
-
-Obschon sich wohl Niemand an ein Gemälde wagen dürfte, ohne bereits
-hinreichende Uebung und Fertigkeit im Zeichnen zu besitzen, so muß ich
-hier dennoch ausdrücklich darauf aufmerksam machen, daß ohne correcte
-Zeichnung kein gutes Bild zu Stande zu bringen ist, wie groß auch die
-Mühe sei, welche man darauf verwende, indem ein Mangel in der Zeichnung
-durch Nichts ersetzt werden kann. Mag das Colorit noch so energisch,
-noch so zart oder harmonisch, mag es noch so stark in Contrasten
-sein und die so dargestellten Gegenstände sind unansehnlich oder gar
-mißgestaltet in Form und Zeichnung, so ist alle coloristische Schönheit
-so gut wie werthlos. Es ist der Wahrheit angethane Gewalt. Correcte
-Umrisse sind somit bei Anlage eines Gemäldes von höchster Wichtigkeit.
-Man eile daher nie mit der Zeichnung und vernachlässige sie aus
-Begierde an die Farbe zukommen, vielleicht mit dem Gedanken, es werde
-sich beim Malen schon „machen“, vor welch großem Fehler Dilettanten
-nicht genug zu warnen sind. Es „macht“ sich in der Regel nicht, und
-was in der Zeichnung unrichtig oder verfehlt ist, läßt sich, wenn der
-Maler nicht bereits sehr nahe dem Künstler steht, auch durch die Farbe
-großentheils nicht mehr berichtigen.
-
-Farbe ist ein viel umfassendes Wort und bezieht sich in der Malerei
-auf jeden vorkommenden Ton, gehöre er nun den primären, sekundären
-oder tertiären Farben an. Primäre Farben, also reines Roth, Gelb oder
-Blau nehmen meist nur sehr kleine Theile eines Gegenstandes oder
-selbst eines ganzen Bildes ein, denn jede Farbe bleibt nur so lange
-in primitivem Zustand, als sie nicht von grellem Licht, von Schatten
-oder von Reflexen alterirt wird. Jeder beleuchtete Körper wirft einen
-Theil der empfangenen Lichtstrahlen zurück und bringt hierdurch
-einen weiteren, jedoch wesentlich abgeschwächten Beleuchtungseffekt
-hervor, welcher +Reflex+ genannt wird. Je heller und je glatter nun
-ein Körper ist, desto besser wirft er das Licht zurück. Ist er aber
-absolut glatt und dabei glänzend, so wird das Licht mit solcher
-Stärke zurückgeworfen, daß der Reflex fast die Wirkung des Lichtes
-selbst erreicht und so das +farblose+ Glanzlicht entsteht. Diesen
-Reflexwirkungen ausgesetzt verändert jede Farbe sofort mehr oder
-weniger ihren Ton, wie folgender Versuch deutlicher zur Anschauung
-bringt. Legt man z. B. ein rothseidenes Taschentuch auf einen von
-der Sonne beschienenen Stuhl, so werden sich sofort sehr auffallende
-Veränderungen in der Farbe zeigen. Es bleibt zwar roth, allein die
-bedeutende Lichtwirkung und der Einfluß einer Menge zufälliger Reflexe
-werden eine erstaunliche Anzahl verschiedener Töne hervorbringen.
-Reichen Stoff in dieser Beziehung bietet die Beobachtung einer
-Bergkette oder ferner Waldungen bei wechselnder Beleuchtung und es
-ist dem Lernenden zu empfehlen, sich mit dem Charakter derartiger
-verschiedener Stimmungen vertraut zu machen.
-
-Die Farbe ist somit von äußeren Umständen abhängig. Wie verschieden
-ist die Farbe des Waldes je nach dem Wetter oder der Jahres- oder
-Tageszeit. Wie unähnlich in der Farbe sind der frische Haustein und
-der verwitterte Fels aus demselben Gestein; das neue Ziegeldach und
-das alte bemooste, in grauen, grünen, braunen und tief braunrothen
-Tönen prangende. Wir sehen daraus, daß jede Farbe sich mit der Zeit
-verändert, und da somit Charakter und Stimmung in hohem Grade von der
-Farbe abhängig sind, so ist es von wesentlichem Belang, daß das Auge
-sich durch vielseitige Beobachtung in der Natur an den Farbencontrasten
-und ihrer Schönheit und Harmonie belehre und bilde, denn um ein guter
-Colorist zu werden, ist es Bedingniß, daß man die wechselseitigen
-Verhältnisse der Farben, ihre Combinationen und Harmonien, sowie ihre
-gegenseitige Opposition und Vernichtung genau kenne. In dem Abschnitt
-über die Farbenmischung werde ich eingehender auf diese wichtigen
-Verhältnisse zurückzukommen Gelegenheit haben.
-
-Diejenigen Leser, welche sich in Betreff des Zeichnens eingehend zu
-orientiren wünschen, verweise ich auf: ~Charles Blanc: Grammaire des
-arts du dessin~, ein sehr zu empfehlendes Werk. Recht schätzbare Winke
-gibt auch das flüchtig geschriebene Werkchen: ~Millet: L’art du croquis
-pittoresque.~
-
-Daß die Auffassung in nicht geringem Grade von der geistigen Befähigung
-und dem Bildungsgrade des Beschauers wie andrerseits von der Stimmung
-desselben abhängig ist, möge noch beiläufig hier Erwähnung finden.
-
-Oefters an mich gelangte Anfragen nach Vorlagen veranlassen mich hier
-ein weiteres Verzeichniß solcher anzufügen, welche in England mehr oder
-weniger gangbar, mir aber nicht näher bekannt sind und durch Schönfeld
-& Co. in Düsseldorf oder C. F. Prestel in Frankfurt bezogen werden
-können:
-
- ~Barnard: Elementary Studies of Trees.~ 9 Nummern zu ℳ. 2.
-
- „ ~Theory and Practice of Landscape Painting
- in Water Colours~ ℳ. 22.
-
- „ ~Drawing from Nature~ ℳ. 26.
-
- ~Child: English Landscape scenery.~ 6 Nummern zu ℳ. 1.
-
- „ ~Sketches From Nature.~ 9 Nummern zu ℳ. 1.
-
- ~De Haas: Marine Drawing Book.~ 6 Nummern zu ℳ. 2.
-
- ~Dibdin: A Guide to Water Colour Painting.~ 4 Hefte
- zu ℳ. 6.
-
- ~Harley: Studies in Water Colour.~ ℳ. 22.
-
- ~Mc. Kewan: Lessons on Trees for Water Colour.~ 6 Hefte
- zu ℳ. 3.
-
- ~Leitch: Lessons on Water Colour.~ 6 Nummern zu ℳ. 3.
-
-
-
-
-Theoretischer Theil.
-
-
-I. Die Geräthschaften.
-
-Zum Aquarelliren bedarf man folgender Geräthschaften:
-
-1. +Aquarellpapier+. 2. +Pinsel+. 3. +Farben+. 4. Eine nicht zu kleine
-viereckige oder ovale +Steingut-Palette+ -- die viereckigen größeren
-sind am meisten zu empfehlen -- und verschiedene größere +Näpfchen+ zum
-Präpariren der flüssigen Töne. 5. Ein weiches +Schwämmchen+. 6. Ein
-Stück weiches +Waschleder+. 7. Weißes +Löschpapier+. 8. Ein +Reißbrett+
-und 9. Ein +Radirmesser+.
-
-Von diesen Dingen erfordern die drei ersterwähnten eine etwas nähere
-Betrachtung, da es unmöglich ist, mit ungeeignetem Material gute
-Resultate zu erzielen und gewisse Wirkungen nur mittelst gewisser
-Hilfsmittel darzustellen sind, welche sich für andere Zwecke wieder
-durchaus nicht eignen. So z. B. erfordert der Auftrag dünnflüssiger
-Töne andere Pinsel wie das Schleppen von dicker, fast trockener Farbe
-oder das Aufsetzen von Weiß. Es ist daher von äußerster Wichtigkeit,
-das Material zu kennen, um für bestimmte Gesichtspunkte die richtige
-Wahl zu treffen. Mangel an Kenntniß oder Unsicherheit in dieser
-Beziehung liefern unbefriedigende Arbeiten, während freie, kraft- und
-glanzvolle Darstellung mit durch genaue Kenntniß der Mittel bedingt
-sind.
-
-
-1. Aquarellpapier.
-
-Die besten Papiere sind die aus der Fabrik von Balston & Co. und zwar
-diejenigen mit dem Wasserzeichen Whatmann, welche früher in Deutschland
-mit diesem Zeichen nachgeahmt und als englisches Fabrikat verkauft
-wurden. In Bezug auf Qualität sind die so bezeichneten Papiere indessen
-sehr verschieden.
-
-Die Güte des Papieres ist im Allgemeinen von seiner Schwere,
-beziehungsweise von seiner Dicke abhängig; wichtiger für seine
-Beurtheilung ist jedoch seine Textur oder das Korn seiner Oberfläche.
-Je nach der Größe und Schwere der Bogen führen die Aquarellpapiere
-verschiedene Namen, wie aus der Preisliste von Schönfeld & Co.
-in Düsseldorf zu ersehen ist. Es sind dies von den schwächsten
-Sorten beginnend ~Medium~, ~Royal~, ~Superroyal~, ~Imperial~,
-~Double-Elephant~ und ~Antiquarian~, zwischen welchen meist noch
-extradicke Zwischensorten eingeschaltet sind. Jede dieser Sorten ist
-in drei verschiedenen Texturen zu haben: glatt, halbrauh und ganzrauh
-(Torchon), wobei zu bemerken ist, daß, je schwerer das Papier, desto
-rauher die Textur ist. Die glatten Sorten empfehle ich nicht. Man
-wendet sie auch nur selten zu Gemälden an, da sie nicht die glanzvolle
-Darstellung ermöglichen, welche aus der Anwendung rauheren Papiers
-resultirt und etwas flache Bilder liefern. Sehr zu empfehlen ist
-indessen das glatte Papier für kleinere, miniaturartige Darstellungen
-mit vielem Detail, wozu sich das rauhe nicht eignet. Für gewöhnliche
-Zwecke sollte die Oberfläche nicht zu rauh sein, jedoch hinreichende
-Textur besitzen, da das Korn sehr wesentlich den Reiz der Luft im
-Aquarell bedingt. Ich rathe daher dem Anfänger mit Royal zu beginnen,
-halbrauh und Torchon, später zu Imperial überzugehen und nach einiger
-Zeit das Papier zu benutzen, welches ihm am angenehmsten und für seine
-Zwecke dienlichsten erscheint. Die starken, ganzrauhen Papiere sind nur
-Geübteren zu empfehlen, da die Bewältigung des starken Kornes bereits
-eine große Geschicklichkeit in der Technik voraussetzt, indem das Malen
-darauf mit besonderen, in der groben Textur begründeten Hindernissen
-verknüpft ist. Starkes rauhes Papier, Double Elephant oder Antiquarian
-ist erwünscht für größere Werke mit farben- und wolkenreicher Luft,
-welche vieles Waschen und gelegentliche Anwendung des Schwammes
-erfordert. Immerhin sei man aber in Bezug auf die Textur vorsichtig
-und beachte, daß zu grobes Korn bei ungeschickter Behandlung leicht
-rohe Effekte liefert und Details auf demselben häufig nicht mit der
-gewünschten Klarheit und Schärfe gegeben werden können. Rauhes Papier
-ist übrigens vortrefflich für flüchtige Skizzen geeignet, da die durch
-das bloße Korn hervorgebrachten glänzenden Lichter und Schatten die
-Wirkung in besonders angenehmer Weise unterstützen und nicht selten
-zufällige Formen liefern, welche mit Geschmack und Geschick sehr
-erfolgreich zu verwerthen sind. Im Allgemeinen halte ich übrigens
-Imperial sowohl für kecke Skizzen wie für durchgearbeitete Bilder
-gleich geeignet und hinreichend, da es Luft und Ferne sehr wirksam
-wiederzugeben gestattet.
-
-Das grober gekörnte Papier verlangt eine kräftigere Behandlung,
-begünstigt aber in hohem Grade die breite Malweise, da es geleckte,
-kleinlich genaue Ausführung nicht zuläßt. Aus diesem Grunde wird es
-daher auch von Allen gemieden, welche die Kunst lediglich in einer
-gewissen +materiell+ technischen Vollendung zu erkennen vermeinen,
-während der wahre Kunstkenner vor einem naturwahren, flott gemalten
-Originalwerke gerade in den verschiedenen Rauhheiten und technischen
-Zufälligkeiten den Stempel der Kunst erblickt. Der glatte Malgrund ist
-denn auch mit sehr seltenen Ausnahmen von den besten Meistern aller
-Schulen gemieden worden.
-
-Harding ist ein recht gutes Papier, etwas weicher als Whatmann, scheint
-mir aber die Waschungen mit dem Schwamm nicht so gut zu ertragen,
-obwohl es fraglich ist, ob ich das +englische+ Fabrikat, welches sehr
-gerühmt wird, erhalten habe. Das Creswick-Papier, welches ebenfalls mit
-dem Wasserzeichen Whatmann versehen von Balston & Co. geliefert wird,
-ist gelblich im Ton, stark gekörnt und fast noch besser als Whatmann.
-Es ist zum Theil Nachahmung, als solche, -- ~Imitation Creswick~ --
-vom ächten kaum zu unterscheiden. Als Curiosum sei hier auch erwähnt,
-daß Winsor und Newton in London vor mehreren Jahren ein Aquarellpapier
-unter dem Namen Griffin Antiquarian in den Handel gebracht haben,
-welches von den englischen Malern sehr gerühmt wird, allein der Preis
-desselben, ℳ. 7. 20. per Bogen schließt seine allgemeinere Anwendung
-zur Zeit noch aus.
-
-Vor der Anwendung anderer, nicht speziell für das Aquarell bestimmter
-Papiere muß ich warnen. Zu stark geleimtes Papier läßt die Farbe nicht
-gut fließen und breite Farbenanlagen lassen sich auf solchem nicht mit
-der nothwendigen Leichtigkeit herstellen, während zu wenig geleimtes
-Papier die Farbe begierig einsaugt und nach dem Trocknen der Farbe ein
-mattes, todtes Ansehen verleiht. Das Aquarelliren ist an sich schon
-schwierig genug, weßhalb man durch Anwendung unpassender Materialien
-nicht die Schwierigkeiten noch vermehren sollte.
-
-Schließlich sei noch bemerkt, daß das Aquarellpapier mit dem Alter
-besser wird und die Farbe leichter annimmt.
-
-Als zuverlässige Bezugsquelle für die oben angeführten verschiedenen
-Papiere, wie für englisches Material überhaupt, kann ich F. Schönfeld
-und Comp. in Düsseldorf, sowie F. A. C. Prestel in Frankfurt a/M.
-empfehlen.
-
-
-2. Pinsel.
-
-Die besten Pinsel sind die englischen ~Sable brushes~. Sie sind
-fest, sehr elastisch und behalten, selbst wenn vollständig gefüllt,
-ihre feine Spitze. Da sie jedoch sehr theuer sind und die ihnen
-nachgemachten zehnmal billigeren französischen und deutschen Pinsel
-ganz dieselben Dienste leisten, so rathe ich zu letzteren, sowie zu den
-elastischen Marderpinseln.
-
-Die Pinsel wurden früher allgemein in Federkiele gefaßt, weßhalb in
-England noch die verschiedenen Nummern nach den dazu verwendeten
-Federkielen genannt werden und zwar die stärksten „~Eagle~“, hierauf
-„~Swan~“ in fünf Größen, -- ~Extra large~, ~large~, ~middle~, ~small~
-und ~Extra small~, -- dann „~Goose~“, „~Duck~“ und die kleinsten
-„~Crow~“. Ein englischer „~Eagle~“ Zobelpinsel kostet beispielsweise
-bei Winsor & Newton ℳ. 21. 60.
-
-Angenehmer und haltbarer sind die neueren, nach Art der Oelpinsel, in
-Blech gefaßten Pinsel mit langen Stielen, welche in denselben Größen
-geliefert werden. Man hat solche auch flach gebunden, in welcher Form
-sie für Laub, Gras und wo es auf entschieden scharfe oder eckige
-Pinselführung ankommt, sehr zu empfehlen sind. Als billige Bezugsquelle
-kann ich Schönfeld & Co. in Düsseldorf empfehlen.
-
-Außerdem bedarf man zur ersten Befeuchtung des Papiers sowie zur
-Anlage umfangreicherer Lüfte einen +großen+, +weichen+, etwa 20 bis 25
-Millimeter +breiten+, +flachen+ in Blech gefaßten Pinsel (~Sky-brush~).
-Die besten sind die aus Eichhörnchen-Haaren, welche unter dem Namen
-„~camel-hair~“ gehen. Ihrer Weichheit wegen bedient man sich derselben
-bei allen Waschungen mit reinem Wasser, da kleinere Pinsel hierzu nicht
-ausreichen, sowie zum Uebergehen zu starker Töne.
-
-Als größere Verwaschpinsel sind in den letzten Jahren die doppelten
-in Blech gefaßten Pinsel allenthalben beliebt geworden, da man hier 2
-Pinsel verschiedener Nummern an einem Stiele hat, was auch für sonstige
-Zwecke Annehmlichkeit bieten kann. Zweckmäßige Combinationen bieten die
-Nummern 8/6, 14/10, 16/12.
-
-Die flachen, in der Oelmalerei dienenden Dachspinsel, lassen sich
-ebenfalls in gewissen Fällen vortheilhaft verwenden, besonders wo dicke
-Farbe von kräftigem, tiefem Ton aufgesetzt werden soll, da letztere
-sich mit den gewöhnlichen, weicheren Pinseln nicht so effektvoll
-auftragen läßt.
-
-Von flachen wie runden Pinseln, deren Nummern von 1 bis 12 gehen
-(Abbildungen in Schönfeld’s Katalog), schaffe man sich die Nummern
-1 bis 7, von den runden auch noch mehrere stärkere an. Spezielle
-Vorschriften betreffs Anwendung der einzelnen Nummern lassen sich
-selbstverständlich nicht geben, doch werden folgende Angaben für die
-Praxis genügen. Im Allgemeinen stehe die Größe des Pinsels stets
-im Verhältniß der mit Farbe zu bedeckenden Fläche, damit weder
-augenblicklicher Ueberschuß oder andererseits Mangel an Farbe dem
-Auftragen Eintrag thue. Große Flächen erfordern daher große, kleinere
-Flächen kleinere Pinsel; doch gewöhne man sich nicht an zu kleine, da
-solche der anzustrebenden breiten Behandlung schaden und zu Tüftelei
-verleiten. Für Schatten nehme man, sofern nicht größere Schattenpartien
-zu behandeln sind, den Pinsel nicht zu stark, da dann der Ton leicht
-zu voll gegeben oder der Rand des Schattens überschritten wird. Für
-Bäume in Bildern mittlerer Größe eignen sich die flachen Pinsel 3 bis
-5 und für architektonisches Detail, Umrißlinien, wie überhaupt zum
-Zeichnen, Markiren und für die letzten Drucker die kleineren Nummern.
-Chinesisches Weiß trage man mit der Spitze der kleinsten Pinsel auf.
-
-Das Arbeiten mit den flachen Pinseln erfordert Uebung und eine
-eigenthümliche Pinselführung, mehr mit der Seite und in Absätzen, d.
-h. indem man nach jeder Berührung des Papiers den Pinsel wieder vom
-Papiere wegnimmt.
-
-
-3. Farben.
-
-Die englischen Aquarellfarben sind, besonders in Rücksicht auf
-Feinheit, allen anderen Fabrikaten in +Tafelform+ vorzuziehen und
-sofern die höheren Preise derselben keine Rücksicht verlangen, würde
-ich rathen, nur englische Farben zu verwenden. Vorzugsweise gangbar,
-wenigstens in Deutschland, sind die Farben von +Winsor & Newton+ und
-von R. und A. +Ackermann+ 191 Regent-Street in London, jedoch liefern
-auch die folgenden Londoner Firmen -- ~+Newman+~, ~24 Soho Square~
--- ~+Rowney & Co.+~, ~52 Rathbone Place~ -- ~+Robertson+~, ~99 Long
-Acre~, sowie ~+Reeves & Sons+~, ~Cheapside~ -- sehr empfehlenswerthe
-Fabrikate. Farben anderer englischen Fabriken rathe ich zu meiden.
-Ich muß indessen hier bemerken, daß in Deutschland auch viele Farben
-mit dem Stempel +Ackermann+ in London nachgemacht worden sind, welche
-aber bei ihrer schlechten Qualität kaum zu täuschen vermögen. Wer
-auf billigeres Material zu sehen Ursache hat, dem rathe ich zu den
-französischen Farben von ~Chenal~, welche ebenfalls zu empfehlen sind.
-Von erheblich geringerer Qualität sind die Farben mit dem Stempel
-„~+Lambertie+~“ oder „~+Paillard+~“.
-
-Wer nicht auf die Tafelform sieht, dem rathe ich, sich der feuchten
-deutschen Farben von F. +Schönfeld+ & Co. in Düsseldorf zu bedienen,
-welche bei verhältnißmäßig außerordentlich billigem Preise den
-englischen kaum nachstehen und in den letzten Jahren erheblich feiner
-als früher hergestellt worden sind.
-
-Was die Form anlangt, in welcher die Aquarellfarben im Handel
-vorkommen, so sind zu den altbekannten Täfelchen in den letzten
-Jahrzehnten noch zwei andere Formen gekommen, die sogenannten feuchten
-Farben -- ~moist colours~ -- und zwar ~a~, in länglichen viereckigen
-Porzellannäpfchen, -- ~pans~ -- oder ~b~, nach Art der Oelfarben in
-dickflüssigem Zustand in zusammendrückbaren Zinnkapseln -- ~tubes~. --
-
-Im Allgemeinen erfreuen sich Farben in der älteren Tafelform noch immer
-der Gunst der Künstler sowohl wie der Dilettanten, weil sich solche
-sehr rein erhalten lassen, während die Anwendung der feuchten Farben
-in Näpfchen, wenn man solche rein erhalten will, etwas umständlich
-ist. Zum Malen nach der Natur sind letztere indessen allen anderen
-entschieden vorzuziehen, da es hierbei in den meisten Fällen auf
-etwas mehr oder weniger reine Farbe weniger ankommt, weil man ferner
-mit Reiben keine Zeit verliert und diese Farben in für diesen Zweck
-besonders eingerichteten Blechkästchen erhält, deren doppelter
-Deckel auf einer Seite als Palette dient, während die andere drei
-Abtheilungen für flüssigere Töne enthält. -- Zu Farben in „~tubes~“,
-welche sonst die angenehmsten sind, rathe ich jedoch nur solchen
-Personen, welche +beständig+ oder nur mit geringer Unterbrechung malen,
-da sie mit der Zeit doch trocknen und man alsdann genöthigt ist, die
-Kapseln aufzuschneiden, die Farben in Näpfchen zu leeren und, um eine
-glatte Oberfläche zu erhalten, mit Wasser wieder aufzuweichen. Um
-das abermalige Eintrocknen solcher wieder aufgeweichter Farben zu
-verhüten, empfiehlt es sich, ein Paar Tropfen Glycerin zuzusetzen. Nur
-einige Farben, welche man in der Regel nur in tiefen Tönen anwendet,
-wie ~Brown Madder~, ~Brown Pink~ und ~Vandyke Brown~, oder ~Rose
-Madder~, welche letztere sich schwer anreibt, möchte ich rathen,
-in dieser Form zu erwerben, sowie endlich noch ~Permanent Chinese
-White~, und zwar dieses +nur+ in besagter Form. Mit Ausnahme der eben
-angeführten Farben, welche in Zinnkapseln anzuschaffen wären, rathe ich
-daher für das Malen im Zimmer nur Farben in Tafelform zu verwenden.
-Dieselben sind in zwei Größen, in ganzen und halben Täfelchen zu haben,
-deren letztere auch im Preise nur die Hälfte kosten.
-
-
-Charakteristik der einzelnen Farben.
-
-Die Kataloge der Farbenfabrikanten enthalten eine große Anzahl theils
-ganz entbehrlicher, theils für unseren speziellen Zweck mehr oder
-weniger unnöthiger Präparate, welche zum Theil lediglich durch Mischung
-oder auch durch geringfügige Nüancirung längst bekannter gewonnen
-worden sind. Indessen kommen nicht selten Fälle vor, wo es sehr
-angenehm ist, eine bestimmte Farbennüance in größerer Menge, also als
-fertige Farbe zu besitzen, besonders im Genre und Stillleben, überhaupt
-da, wo es sich um glanzvolle Darstellung handelt, da zu vieles Mischen
-den Glanz der Farbe beeinträchtigt und daher Combinationen von
-mehr als drei Farben nur in einzelnen Fällen statthaft erscheinen,
-beziehungsweise zu vermeiden sind. Die nachstehend ausgeführten Farben
-sind solche, welche in Landschaft-, Marine- und Architekturmalerei
-vorzugsweise Anwendung finden und ist keine hierher gehörige
-ausgelassen worden. Wie sehr auch manche derselben anderen ähnlich
-sehen, so sind solche dennoch in mancher Beziehung sehr verschieden,
-besonders in Bezug auf Transparenz, Ton, Art des Auftrags und
-Haltbarkeit. Zur Annehmlichkeit der Interessenten habe ich jeder
-Farbe die Preise von ~Winsor & Newton~ (~W. & N.~), welche auch für
-~Ackermann~ gelten und ~Schönfeld & Co.~ (~S. & C.~) beigesetzt.
-Erstere beziehen sich auf ganze Täfelchen, ganze Näpfchen (~Pans~) und
-Tuben --, halbe Täfelchen und Näpfchen kosten die Hälfte --; letztere
-(~S. & C.~) auf Tuben und ganze Näpfchen; halbe Näpfchen kosten hier
-etwa zwei Drittel des Preises.
-
-Um der möglichsten Vollständigkeit zu genügen, habe ich indessen auch
-die für unsere Zwecke entbehrlichen Farben überall, wo es passend
-schien, nach Namen und Farbennüancen eingereiht, da sich unter solchen
-immerhin einzelne finden, welche für gewisse Zwecke hier und da
-wünschenswerth erscheinen können.
-
-Alle Farben kommen zwischen den zwei Endpunkten Licht und Finsterniß --
-Weiß und Schwarz zur Erscheinung.
-
-
-Weiß.
-
-+Allgemeines.+ Weiß ist Licht, Abwesenheit jeder Farbe und steht
-blassem Gelb am nächsten. Der schwächste Farbenauftrag wird durch Weiß
-nicht verändert, weßhalb es als Malgrund von hohem Werth ist. Während
-alle anderen Farben durch die Ferne bald neutrale Töne annehmen, bleibt
-Weiß am längsten unverändert. Es tritt daher vor, d. h. es bringt die
-betreffenden Gegenstände dem Auge näher. In Combination mit Gelb hat es
-dieselbe Eigenschaft, nicht aber in derjenigen mit Roth. Mit Blau und
-Schwarz tritt es zurück und gibt jenen Farben Lufttöne. Sehr werthvoll
-unter Umständen ist seine Anwendung im Vordergrund, da es durch seinen
-Gegenwerth alle anderen Farben hebt. Absolutes Weiß kommt indessen
-in Gemälden selten und dann nur mit letzterer Absicht vor, indem
-reichlichere Anwendung einen matten Gesammtton und kreidiges Ansehen
-zur Folge hat. Grelle Lichter sind überhaupt stets wenig umfangreich
-und finden sich nur an vorstehenden Kanten und Ecken, ebenso wie ganz
-tiefe, dunkle Stellen immer nur klein sind. Neben einander gesetzt
-werden sie zu den stärksten Contrasten und verleihen bei sinnreicher
-Anwendung bedeutende Kraft. Die Anwendung dieser Farbe verlangt daher
-Ueberlegung.
-
-
-~Permanent Chinese White.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Von den verschiedenen Arten Weiß ist dieses aus schwefelsaurem
-Baryt bestehende das einzige, welches im Aquarell Anwendung findet
-und verdient, da die übrigen aus Bleipräparaten bestehenden weißen
-Farben im Aquarell bald durch den in der Atmosphäre enthaltenen
-Schwefelwasserstoff getrübt und später schwarz werden, weil sie nicht,
-wie auf den Oelgemälden durch den Firniß von der Luft abgeschlossen
-sind.
-
-Das chinesische Weiß ist dauerhaft, besitzt Körper, läßt sich angenehm
-verarbeiten und mischt sich leicht mit den anderen Farben. Um eine
-vollkommene Wirkung zu erzielen, erfordert seine Anwendung aber
-Geschick und Ueberlegung. Man merke, daß, wo man es immer verwenden
-mag, der Beschauer nur den +Effekt+ sehen darf, nicht aber, daß dieser
-Effekt durch +Chinesisches Weiß+ hervorgebracht worden ist.
-
-Ich bemerke noch, daß es mir wohl bekannt ist, daß viele Künstler den
-Gebrauch desselben, als dem Aquarell nicht entsprechend, verwerfen;
-allein dieselben würden nach öfterer Besichtigung guter englischer
-Aquarelle anderer Ansicht werden.
-
-Mit besonderem Erfolge benutzt man es in folgenden Fällen:
-
-1. Luft, Wolken und Ferne werden durch Zusatz von sehr wenig Weiß zu
-der betreffenden Mischung, wenigstens in den letzten Aufträgen, im
-Luftton sehr verstärkt.
-
-2. In allen Fällen, wo durch häufiges Waschen oder Ueberarbeiten
-unreine, gequälte Farbentöne entstanden sind, gibt ein wenig Weiß, zu
-dem gewünschten Ton gemischt und über die betreffende Stelle gelegt,
-die Farbe in einer Frische wieder, welche alle Erwartung übertrifft.
-
-3. Wo man im Vordergrund helle Gegenstände, wie Mauern etc. zu malen
-hat, mischt man zu den grauen, röthlichen oder gelblichen Tönen ein
-wenig Weiß, welches letzteren Körper gibt. Der dadurch erzielte Effekt
-ist ein sehr naturwahrer, während ohne Weiß behandelt die betreffenden
-Gegenstände nicht selten sehr matt und flach aussehen. -- Auch wo
-zwischen Steinen der weiße Mörtel sichtbar ist, bringt Weiß mit spitzem
-Pinsel dick und mit kecken Strichen eingesetzt oft günstigere Wirkung
-hervor, als ausgesparte, ausgewischte oder radirte Lichter. Doch hüte
-man sich vor +übermäßiger+ Anwendung.
-
-4. Kleinere Steine von heller Farbe auf Rasen etc. spare man nicht aus,
-sondern setze sie nach Beendigung des Untergrundes mit Weiß zu dem
-betreffenden Ton gemischt auf.
-
-5. Kleinere Figuren, Vieh etc., deren Aussparen der einheitlichen
-Behandlung des Grundes Eintrag thun würde, setzt man bei Beendigung der
-Arbeit mit Weiß dick auf und colorirt nach dessen gänzlichem Trocknen
-vorsichtig mit den nöthigen Tönen, ohne jedoch zu viel zu wischen.
-
-Für diejenigen Fälle, wo Weiß ohne Zusatz aufgesetzt wird, ist es
-räthlich, der Farbe, wie sie aus der Zinnkapsel gedrückt wird, eine
-unbedeutende Kleinigkeit Wasser zuzusetzen und sie damit auf der
-Palette zu verreiben, da die Farbe ohne diesen Zusatz meist etwas zu
-zähe ist. Ist die Farbe aber ganz frisch, so bedarf es dieses Zusatzes
-in der Regel nicht. Die Praxis wird bald auf die richtige Consistenz
-leiten.
-
- * * * * *
-
-Anstatt des ~Permanent Chinese White~ läßt sich in Fällen wo absolutes
-Weiß nicht erforderlich ist, auch das stark deckende, blaßgelbe ~Jaune
-brillant~, mit gleicher Wirkung verwenden. Es ist dies eine aus
-Neapelgelb, Weiß und Schwefelkalium bereitete Mischfarbe, von welcher
-man mehrere Nüancen hat, welche für helle, sehr leuchtende Stellen hier
-und da Verwendung finden können.
-
-
-Gelb.
-
-+Allgemeines.+ Gelb ist mit Weiß am nächsten verwandt und bildet in
-blassen Tönen den Uebergang von Licht in Farbe. Es tritt vor und wird
-von der Ferne ebenfalls wenig alterirt. Gelb ist eine warme Farbe und
-wo ein Gemälde warme Töne verlangt, bildet es in Verbindung mit rothen
-Tönen ein Hauptmittel zur Darstellung derselben. Es contrastirt mit
-Violett, findet in den meisten gemischten Tönen Anwendung, und ist sehr
-empfindlich gegen Blau, von dessen geringster Menge es sofort verändert
-wird.
-
-
-~Yellow Ochre.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Gelber Ocker ist permanent, von großer Brauchbarkeit und
-+unentbehrlich+. Er macht sich vorzugsweise in Ferne und Mittelgrund
-nützlich, theils weil sein Gelb ein gebrochenes ist, theils weil er
-schwach deckt. In schwachen Tönen ist er von großer Schönheit und
-bringt das herrschende Licht in das Bild, da er in Mischung mit ~Rose
-Madder~, ~Brown Madder~, ~Light Red~, ~Indian Red~ und ~Vermilion~
-jeden nur wünschenswerthen warmen Ton für die Lichter von Luft, Wasser,
-Wolken, Bergen, Gebäuden, Felsen, Steinen, Bäumen etc. hervorbringt.
-Ein sehr schönes, luftiges Grau entsteht bei Zusatz, von ein wenig
-~Yellow Ochre~ zu der Mischung von ~Cobalt~ mit ~Rose Madder~. Mit
-~Cobalt~ oder ~French Blue~ gemischt liefert er eine Reihe sehr
-weicher brauchbarer Töne für das Grün der Ferne, welchen man, um sie
-etwas zu brechen, ein wenig ~Rose Madder~ oder ~Light Red~ zusetzen
-kann. Je nach dem Ueberschuß des Blau oder Gelb lassen sich eine
-Unzahl von Tönen darstellen. Der eigenthümliche Charakter des gelben
-Ocker als halbe Deckfarbe, sowie sein in jedem Grade von Consistenz
-lichter Ton ermöglichen das Grün aus der Mischung mit ~Cobalt~, nach
-Art der Oeltechnik, ganz entschieden und kräftig aufzutragen, was
-immer wünschenswerth ist, wenn die Formen so verschwommen sind, wie es
-in der Ferne meistens der Fall ist. Den zur Herstellung des Grün im
-Vordergrunde dienenden Farben zugesetzt, verleiht ~Yellow Ochre~ bei
-der Untermalung Kraft und Körper. Für Gras etc. ist er ebenfalls gut
-zu verwenden und zwar liefert er in Mischung mit ~Gamboge~ und wenig
-~Cobalt~ oder ~French Blue~ sehr brauchbare Töne für sonniges Grün.
-So sehr er aber für die Mischung des Grüns der Ferne paßt, so ist er
-doch für das Grün des Vordergrundes +allein+, d. h. ohne Zusatz eines
-anderen Gelb +nicht+ zu verwenden; da ihm hierzu die nöthige Frische,
-Leichtigkeit und Durchsichtigkeit fehlt; dessenungeachtet ist er als
-Hülfsfarbe für erste Anlage des grünen Vordergrundes, z. B. ~Yellow
-Ochre~ mit ~Gamboge~, sehr werthvoll. Mit wenig ~Indigo~ gemischt
-und mit wenig Wasser behandelt, liefert er ein für Weidenbäume sehr
-passendes Grün, welches auch im Vordergrund angewendet werden kann. Für
-sich allein wie in Mischung mit ~Vermilion~, ~Light Red~ und ~Burnt
-Sienna~ liefert ~Yellow Ochre~ schließlich sehr geeignete Töne für
-Vieh, Schiffe, Segel etc.
-
-
-~Roman Ochre.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Der römische Ocker ist ein tiefes, stark gebrochenes Gelb und etwas
-dunkler als der gelbe Ocker. Er dient hauptsächlich für farbiges
-Segelwerk, Architektur, sowie für sanfte, tiefe grüne Töne des
-Mittelgrundes. Mit Schwarz liefert er viele sehr brauchbare Töne für
-Mauern und Felsen, welche durch Zusatz von ~Rose Madder~ noch mehr
-nüancirt werden können. Im Ganzen ist er entbehrlich.
-
-Aehnlich in der Farbe verhalten sich die übrigen Ockerarten, so
-Goldocker und ~Ochre de Rue~, letzterer weniger transparent und brauner
-im Ton als ~Yellow Ochre~.
-
-
-~Gamboge.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Es ist zu empfehlen, diese Farbe +roh+ in einer Droguenhandlung zu
-kaufen. Man nehme nur Prima Qualität, welche in dicken, walzenförmigen
-Stücken von rothgelber Farbe und krustenartiger Außenseite im Handel
-vorkommt.
-
-~Gamboge~ (Gummigutt) ist ein reines und besonders in seinen
-Mitteltönen sehr brillantes und transparentes Gelb welches häufigste
-Anwendung in den Mischungen der grünen Töne findet, außerdem aber auch
-für helle Töne in Abendlüften geeignet ist. Für kalte Lichter der
-Vegetation im Allgemeinen erhält man sehr reine Töne durch Zusatz von
-~Emerald Green~, welcher Ton auch zum Herabstimmen von gebrochenem
-Grün sehr dienlich ist. In hohem Grade geeignet für sonniges Grün
-des Vordergrundes, namentlich für Grasflächen, ist die Mischung von
-~Gamboge~ mit etwas ~Green Oxyde of Chromium~ (Chromoxyd), ein sehr
-naturwahrer, brillanter Ton, welchem sich die Mischungen mit ~Cobalt~
-und ~French Blue~ anreihen. Selbstverständlich ist, daß in diesen
-Mischungen ~Gamboge~ stets mehr oder weniger stark vorherrschen muß.
-Mit ~Indigo~ gemischt sinkt es im Ton und geht durch Zusatz von
-Schwarz in Olivengrün über. Auch in Mischung mit ~Neutral Tint~ liefert
-es ein sehr brauchbares, ruhiges Grün für Vorder- und Mittelgrund. Sehr
-beliebt seit Jahren schon ist die Mischung für Grün aus ~Gamboge~,
-~Burnt Sienna~ und ~Indigo~ oder ~French Blue~, da dieselbe eine lange
-Reihe brauchbarer Töne für Frühlings-, Sommer- und Herbstlaub liefert,
-je nachdem man von jeder der drei Farben mehr oder weniger nimmt. Bei
-soliderem Farbenauftrag läßt diese Mischung jedoch insofern im Stich,
-als in tiefen Tönen, wo schon die beiden letzteren Farben sehr dunkel
-sind, ~Gamboge~ als Harzfarbe Schwärze erzeugt. Wo daher Tiefe des Tons
-von +grünem+ Charakter erforderlich ist, ist ~Gamboge~ zu vermeiden
-und durch ~Indian Yellow~ zu ersetzen. Als Lasurfarbe wird ~Gamboge~
-von keiner anderen Farbe in Transparenz erreicht, wobei sein Ton durch
-Zusatz von etwas Roth, wie ~Light Red~, ~Rose Madder~, ~Burnt Sienna~
-sehr erwärmt werden kann.
-
-
-~Indian Yellow.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 54 ₰. S. & C. 75 ₰.~
-
-Das indische Gelb wird aus Kameelurin bereitet und ist eine sehr
-dauerhafte, schöne, kraftvolle Farbe von tiefem Ton, weßhalb es auch
-für Draperien und Figuren sehr geschätzt ist. In sehr dünnen, zarten
-Tönen findet es Verwendung bei Sonnenauf- und Untergang; dagegen paßt
-es, seiner intensiven Farbe wegen, nicht in Mischungen von Grau für
-Schatten und Wolken. Sehr dienlich ist es für Lichter mit goldenem
-Schimmer, nach Umständen mit ~Rose Madder~ erwärmt, sowie auch zu
-Lasuren. Besonders prachtvoll macht sich die Lasur über gelben Ocker,
-welch letzterer überhaupt durch ~Indian Yellow~ in der Farbe sehr
-bedeutend erhöht werden kann. Zusatz von ~Yellow Ochre~, ~Raw Umber~,
-~Burnt Sienna~, ~Burnt Umber~, ~Vandyke Brown~ oder ~Brown Madder~
-stimmt, je nach dem gewünschten Ton, den Glanz der Farbe herab. ~Indian
-Yellow~ in Mischung mit ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~ (~Indigo~)
-oder mit ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~ liefert die verschiedensten
-Töne für das Grün der Bäume und haben diese Mischungen den Vortheil,
-daß sie, wie schon bei ~Yellow Ochre~ erwähnt, wie in der Oelmalerei
-mit sehr wenig Wasser aufgetragen werden können, welche Behandlung sich
-sehr empfiehlt. Die gebrochenen Ausladungen der Bäume, das Zufällige
-der Silhouetten, läßt sich so mit großer Eleganz wiedergeben, ebenso
-Stämme, Aeste und Zweige, und ist diese Mischung sowohl für Effekte von
-großer Tiefe und Kraft, wie von besonderer Feinheit gleich anwendbar.
-Die Anwendung des ~Indigo~ erfordert jedoch Vorsicht, da ein Uebermaß
-desselben Schwärze verursacht. Nimmt man hierauf Rücksicht, so kann
-naß in naß, Farbe auf Farbe gesetzt, die größte Verschiedenheit in Ton
-und Kraft erreicht werden, ohne daß man in Schwärze verfällt. Wo dies
-geschehen ist, bietet ~Indian Yellow~ wieder das Gegenmittel, indem
-man es in mehr oder weniger kräftigem Ton über die betreffende Stelle
-legt, was überhaupt für zu dunkel gerathene Bäume gilt. Wünscht man in
-solchen Fällen jedoch wieder einen entschieden grünen oder helleren
-Grund herzustellen, so wende man ~Indian Yellow~ mit Chromoxyd
-gemischt an. Letztere Combination läßt sich auch mit großer Wirkung in
-tiefen Schattenmassen des Laubes verwenden, da beide Farben, besonders
-letztere, bis zu einem gewissen Grade decken, und bietet solche ein
-sehr erfrischendes ruhiges Grün für Rasenflächen. Mit ~Burnt Umber~
-oder ~Brown Madder~ gemischt liefert ~Indian Yellow~ sehr warme und
-tiefe Töne für Drucker, welche durch Zusatz von etwas ~French Blue~ im
-Tone herabgestimmt werden können. Diese Töne eignen sich vorzugsweise
-für tiefe Schatten unter Moos, Steinen und unter dunklen erdigen
-Ufern, Abhängen und Terrain-Einschnitten. Man vermeide zu viel Blau
-zuzusetzen, da der Ton hiedurch zu kalt würde und alle tiefen Schatten
-in +warmem+ Ton gehalten werden müssen.
-
-
-~Cadmium.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 9 ₰. S. & C. 75 ₰.~
-
-Hiervon hat man in neuester Zeit mehrere Nüancen in den Handel
-gebracht: ~pale~ (blaß), ~deep~ (dunkel) und ~orange~, deren erstere
-und letztere hier nicht in Betracht kommen. Wo kein Beiwort steht,
-ist stets die dunklere Sorte, von ähnlicher Farbe wie ~Indian
-Yellow~ gemeint. Sie ist die intensivste und leuchtendste der gelben
-Farben, ist dauerhaft und mischt sich gut mit anderen Farben.
-Ihre charakteristische Eigenschaft, das gelbe Licht, sowie ihr
-leichter Auftrag machen sie für Morgen- und Abendhimmel beliebt;
-jedoch lasse man sich durch ihren fesselnden Glanz nicht verführen,
-zu verschwenderisch damit umzugehen. Sehr am Platze ist sie als
-Begleiterin einer blutrothen Sonne; dabei habe man indessen immer
-im Auge, daß solch ungebrochene Farbe stets nur sehr kleine Theile
-des Himmels einnimmt und die hellsten Lichter ebenfalls nur kleine
-Dimensionen haben. Sehr werthvoll ist ~Cadmium~ für Draperien. Mit Roth
-gemischt liefert es jeden Ton von Orange und mit den verschiedenen
-Blau sehr schöne grüne Töne, von welchen besonders die Mischung mit
-~French Blue~ sehr natürliche Töne für Seewasser liefert. Für das Grün
-der Vegetation ist ~Cadmium~ indessen, seiner Schwere wegen, wenig
-geeignet, da man für diesen Zweck so viele zweckmäßigere Farben zu
-Gebote hat, doch findet es in der Herbstlandschaft für +gelbes+ Laub
-zuweilen recht geeignete Verwendung. In Mischung mit ~Yellow Ochre~
-kann es für die beleuchtete Seite ferner Gebirge benutzt werden und ein
-+sehr kleiner+ Zusatz zu ~Chinese White~ für glänzende Lichter macht
-sehr gute Wirkung und verhindert das kreidige Aussehen.
-
-
-~Naples Yellow.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Neapelgelb, antimonsaures Bleioxyd, dessen hellere Sorte ich empfehle,
-ist eine sehr empfindliche, größte Reinlichkeit erfordernde Farbe.
-Es ist zwar Deckfarbe, allein für gewisse Effekte durch keine andere
-Combination zu ersetzen. Man nehme jedoch immer nicht mehr, als gerade
-nöthig ist, um den gewünschten Ton herzustellen, da ein Ueberschuß
-eine gewisse mehlige, pulverige Wirkung zur Folge hat. Mit ~Rose
-Madder~ gemischt erhält man sehr schöne, zarte Töne für Ferne und zum
-Uebergehen der helleren Theile eines Abendhimmels, wo die Wirkung oft
-eine außerordentlich schöne ist. Mit ~Cobalt~ erhält man ein nebliges
-Grün, sehr geeignet für ferne Bäume, welche den Himmel zum Hintergrund
-haben, welches Grün durch Zusatz von etwas ~Rose Madder~ noch zarter
-wirkt. Wunderbar schön, zart und weich sind die grauen Töne, welche
-man aus ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und etwas Neapelgelb darstellt -- wohl
-das schönste Silbergrau, welches die Palette bietet. Es gibt kein
-wirksameres Mittel, um eine schwüle, dämpfige Atmosphäre oder schwache
-ziehende Nebel, wie sie in Waldungen häufig vorkommen, darzustellen.
-Man wende indessen die Töne mit ~Naples Yellow~ nicht zur Untermalung,
-sondern immer nur bei Beendigung der betreffenden Stellen an.
-~Naples Yellow~ und ~Cobalt~ in dicker Mischung und ziemlich trocken
-angewendet gibt sehr gute Effekte, wenn man sie mit der Seite eines
-flachen Pinsels über die Abtheilungslinien und Schatten auf fernen
-Gebirgen schleppt. Dieses Schleppen fast trockener Farbe erfordert
-viel Uebung; ist aber die Schwierigkeit überwunden, so ist die Wirkung
-eine höchst erfreuliche. Sehr schön wirkt auch ~Naples Yellow~, wenn
-man es der Mischung für Bäume aus ~Indian Yellow~, ~Burnt Sienna~
-und ~French Blue~ in geringer Menge zusetzt, welche Combination dann
-für dicke, dämpfige Atmosphäre sehr brauchbar ist. Auch zu frisches
-und transparentes Grün kann man mit Neapelgelb leicht herabstimmen.
-In einer Hinsicht ist der Werth dieser Farbe ein sehr bestimmter und
-zwar ertheilt sie als Deckfarbe denselben Charakter allen Farben, mit
-welchen sie gemischt wird, was unter Umständen hohen Werth hat. Im
-Stillleben sind die Nüancen des Neapelgelb bei der Darstellung gelber
-Metalle sehr dienlich und ähnlich läßt sich auch das bereits erwähnte
-~Jaune Brillant~ anwenden.
-
-
-~Raw Sienna.~
-
-~S. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Ein schönes, warmes, gebrochenes permanentes Gelb, welches, wenn
-nicht mit +viel+ Wasser angerieben, etwas gelatinös, daher im Auftrag
-weniger angenehm ist und in consistenteren Tönen stark nachdunkelt.
-Die grünen sonnigen Töne, welche es mit Blau liefert, sind alle gut
-und für gewisse Stimmungen, auch für Ferne, sehr brauchbar. Mit
-~Cobalt~ oder ~French Blue~ gemischt lassen sich sehr natürliche
-Farben für Seewasser gewinnen, welche durch Zusatz, von etwas ~Brown
-Madder~ noch sanfter werden. Für die Behandlung von Flüssen und
-Bächen ist es sehr werthvoll, sowohl allein als mit anderen Farben,
-je nach dem Tone des Wassers. Mit ~Brown Madder~ gemischt erhält
-man prachtvolle tiefe, dunklem Bier ähnliche, transparente Töne,
-mit ~Vandyke Brown~ transparente grünbraune, während mit Zusatz von
-~French Blue~ oder ~Indigo~ für die dunklen Töne der Vegetation unter
-Wasser sehr geeignete Farben herzustellen sind. Für das Markiren der
-Steine im Flußbett sind die warmen gelatinösen Töne von ~Raw Sienna~,
-~Vandyke Brown~ und ~Chrimson Lake~ sehr zu empfehlen, da solche bei
-Durchsichtigkeit große Tiefe und Kraft besitzen. Als Lasurfarbe ist
-~Raw Sienna~ sehr dienlich zur Erhöhung der Töne der Vegetation des
-Mittelgrundes.
-
-Für Carnation ist ~Raw Sienna~ unentbehrlich, besonders in Mischung
-mit ~Rose Madder~, welche sehr feine Töne für Gesicht und das Fleisch
-überhaupt liefert. Durch Zusatz von sehr wenig ~Cobalt~ oder ~French
-Blue~ können diese Töne herabgestimmt werden. Dagegen liefert die
-Mischung: ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Raw Sienna~ eine Reihe schwacher
-perlgrauer und grünlicher Töne, welche nur bei der schönsten Hautfarbe
-vorkommen. Für sich allein dient es in ausgezeichneter Weise für die
-Reflexe, wie z. B. unter dem Kinn etc.
-
-
-~Lemon Yellow.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 6 ₰. S. & C. 35 ₰.~ (Gelber Ultramarin.)
-
-Zitrongelb, eine bei Schönfeld gelber Ultramarin genannte, aus
-chromsaurem Baryt bestehende Farbe bietet ein sehr blasses, dauerhaftes
-aber etwas deckendes Gelb, welches trotz seines blassen Tones dennoch
-von überraschender Kraft ist. Seine Anwendung verlangt daher Vorsicht,
-da bei Nichtbeachtung sein durchdringender Ton sich in höchst
-unerfreulicher Weise bemerkbar macht. Wo sanfter Sonnenschein das
-Gebirg oder ferne Wälder beleuchtet wirkt es sehr gut. Für +erste+
-Anlage, ausgenommen für die hellsten Lichter des Laubes, paßt es
-jedoch nicht, und benutze man statt dessen ~Yellow Ochre~ und seine
-Combinationen zur Anlage für helle oder grüne sonnige Töne der Ferne.
-Mit ~Emerald Green~ erhält man sehr reine, helle, glanzvolle Töne für
-gelegentliche Lasuren von Grasflächen oder für die hellsten Lichter auf
-Gras, Draperien etc. Mit ~Cobalt~ liefert es eine treffliche Lasurfarbe
-für ferne Wiesen. Obgleich seine Anwendung eine beschränkte ist, so ist
-dieselbe doch in vielen Fällen von großer Wirkung.
-
-
-~Aureolin.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 9 ₰. S. & C. ℳ. 1. --~
-
-Ein neueres, sehr reines, glanzvolles, transparentes, selbst in den
-lichtesten Tönen noch permanentes Gelb, welches in der Farbe dem
-Gelb des Sonnenspectrums am nächsten steht. Es scheint mir eine
-combinirte Farbe zu sein, da sein Geruch an Gummigut erinnert und wäre
-in diesem Fall sein Preis als ein höchst exorbitanter zu bezeichnen.
-Unentbehrlich ist es gerade nicht, allein ich mache doch darauf
-aufmerksam, daß +alle+ Töne, in deren Mischung es enthalten ist, sich
-durch +ungemeine Frische+, +Glanz+ und +Reinheit+ auszeichnen. Das Grau
-aus ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Aureolin~ ist äußerst zart und für
-transparente, weiche Lufttöne sehr geeignet, und wo für das Grün der
-Vegetation des Vorder- und Mittelgrundes größere Frische verlangt wird,
-wirken die betreffenden Mischungen mit ~Aureolin~ unvergleichlich.
-Für das tiefe Grün der Ferne ist es dagegen seiner Leuchtkraft wegen
-weniger angenehm; doch liefert die Combination von ~Cobalt~, ~Aureolin~
-und ~Sepia~ oder ~Rose Madder~ sehr angenehme zarte Töne für ferne
-Bäume in schwachem Licht oder bei dämpfiger Atmosphäre. Als Farbe für
-Draperien ist es unersetzlich. Besonders werthvoll und nützlich ist es
-in Mischung mit ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~ oder ~French Blue~ -- mit
-~Indigo~ -- mit ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~ oder ~French Blue~ -- mit
-~Oxyde of Chromium~ -- mit ~Burnt Umber~ -- mit ~Sepia~ -- mit ~Emerald
-Green~ -- mit ~Brown Madder~ -- mit ~Sepia~ und ~Cobalt~ -- mit ~Rose
-Madder~ und ~Cobalt~ -- mit ~Light Red~ und ~Cobalt~ oder ~Indigo~ --
-und mit ~Rose Madder~.
-
-Das von Schönfeld & Comp. neuerdings hergestellte ~Aureolin~ wich
-seither im Ton ganz entschieden von dem englischen ab. Während
-letzteres sich im Ton stark dem Gummigutt nähert, übertrifft ersteres
-an Intensität der Farbe noch das Indischgelb und nähert sich dem
-~Cadmium Orange~; es wird jedoch künftig dem englischen entsprechend
-bereitet werden.
-
- * * * * *
-
-Die übrigen in Katalogen und im Handel vorkommenden gelben Farben
-sind für unsere Zwecke entbehrlich und zum Theil höchst undauerhaft.
-Unter die ersteren gehört beispielsweise +Italienische Erde+, ~+Mars
-Yellow+~, ein schöner warmer nach Orange neigender, glanzvoller
-permanenter Ocker, -- unter die letzteren: ~+Gallstone+~, prachtvolle,
-tiefe Farbe -- ~+Italian Pink+~ -- ~+Yellow Lake+~ -- Schönfeld’s
-+Japanisches Gelb+ -- sowie die verschiedenen Nüancen von +Chromgelb+
-und ~Stil de grain jaune~.
-
-
-~Orange.~
-
-+Allgemeines.+ Orange ist eine sekundäre Farbe und bildet den Uebergang
-von Gelb zu Roth, aus welchen beiden Farben sie zusammengesetzt ist. Je
-nachdem die eine oder andere derselben in der Combination vorherrscht,
-läßt sich eine lange Reihe von Uebergangstönen bilden. Ihr Charakter
-ist Wärme, welche mit Zunahme des Roth selbstverständlich gesteigert
-wird. Da Blau an der Zusammensetzung von Orange keinen Antheil hat,
-so ist es dessen Complementärfarbe und wirkt daher zerstörend auf
-dieselbe, was bei Anlage von Abendhimmeln zu beherzigen ist.
-
-
-~Penley’s Neutral Orange.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 54 ₰.~
-
-Diese leuchtende Farbe ist aus ~Yellow Ochre~, ~Cadmium~ und ~Brown
-Madder~ zusammengesetzt und dient namentlich dazu, die Zeichnung vor
-dem Beginn der eigentlichen Anlage mit einem schwachen Orange-Tone
-zu übergehen, was, besonders in sonnigen Landschaften, gleich einen
-warmen, angenehmeren Grundton gibt als das weiße Papier. Der neutrale
-Charakter derselben dient zugleich, das spätere Blau der Luft etwas
-zu brechen, während die Farbe doch etwas durchschimmert und dem Bilde
-einen guten Lichtton verleiht. Man hüte sich, den Ton zu kräftig
-zu geben, in welchem Falle man nach dem Trocknen wieder mit Wasser
-abwaschen müßte, um das später aufzutragende Blau nicht zu zerstören.
-Wo übrigens der Himmel sehr rein ist und die Wolken absolut weiß
-erscheinen, läßt man diesen ersten Ton besser weg. Je nach der Abnahme
-des Lichtes mag indessen dieser Ton etwas verstärkt werden, wodurch
-die später aufzutragenden Töne mehr gebrochen werden. Auch für die
-erste Anlage entfernter Gebirge ist es brauchbar und liefert mit ~Rose
-Madder~ eine angenehme Reihe warmer, sonniger Töne. Mit ~Cobalt~
-gemischt erhält man einen sehr brauchbaren, grünlichgrauen Ton für
-Schatten des Gebirgs und fernen Laubwerks. Mit ~Cobalt~ gebrochen
-liefert ~Neutral Orange~ auch sehr brauchbare Töne für Wege, welche
-alle Schattirungen zwischen Orange und Grau umfassen. Diese Farbe ist
-jedoch insofern entbehrlich, als man ihren Ton recht gut durch Mischung
-von ~Yellow Ochre~ mit etwas ~Brown Madder~ herzustellen vermag.
-
-
-~Burnt Sienna.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Die gebrannte Sienna ist eine unentbehrliche, dauerhafte Farbe von
-großer Transparenz und Tiefe, welche allen Mischungen für das Grün
-und Braun der Vegetation eine natürliche, angenehme Wärme verleiht.
-Für Luft und Ferne ist sie dagegen nicht zu verwenden, indem ihr die
-der Atmosphäre eigenthümlichen Töne abgehen. In Mischung mit ~French
-Blue~ erhält man zahlreiche kalte und warme graue Töne für dunkle
-Interieurs und Hintergründe mit Figuren; sie besitzen sowohl Zartheit
-wie Tiefe. Dunkle Räume und Ecken, Thorwege und dergleichen übergeht
-man mit +transparenten+ Tönen dieser Combination und erhält man durch
-häufiges Wiederholen dieser Procedur einen sehr tiefen, aber doch
-transparenten Schatten. Mit Schwarz erhält man sehr schöne braune und
-mit ~Payne’s Grey~ eben solche für Schiffe und Boote sehr geeignete
-Töne. Für Architekturmalerei ist ~Burnt Sienna~ sehr werthvoll, denn
-in Combination mit ~Rose Madder~ und ~Cobalt~, oder mit ~Cobalt~ und
-~Chrimson Lake~, oder mit ~French Blue~ und ~Rose Madder~, oder mit
-~Indigo~ und ~Chrimson Lake~ erhält man endlose Verschiedenheiten von
-an Gebäuden, aber auch an Wegen und Ufern vorkommenden Tönen. Für
-alle Markirungen und Drucker von tiefem und sehr warmem Tone findet
-~Burnt Sienna~ in Mischung mit ~Chrimson Lake~ und ~French Blue~
-oder ~Indigo~, dick aufgesetzt, erfolgreiche Anwendung. Bei dieser
-Gelegenheit mögen einige Worte über tiefe Stellen und Drucker eingefügt
-werden. +Kein+ Strich oder Punkt, er möge noch so dunkel und tief in
-der Farbe sein, darf sich dem Beschauer eines Bildes als +schwarzer+
-Fleck bemerklich machen. In der Natur kommt derartiges nicht vor,
-sondern nur Schattenwirkungen, welche dem Auge überhaupt keine Farbe
-zeigen. Alle sehr dunkeln Stellen müssen daher +warm+ im Tone gehalten
-werden, andernfalls sie an Transparenz verlieren und dem ganzen Bilde
-eine unangenehm wirkende Kälte geben. -- Für die Mischungen von Grün
-ist ~Burnt Sienna~ durch keine andere Farbe zu ersetzen, einerseits
-ihrer Transparenz, andererseits ihres kraftvollen Tones wie ihrer
-angenehmen Verarbeitung wegen. +Besonders+ werthvoll für Laubwerk aller
-Art ist sie in Combination mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~ und
-~Blau~ (~Indigo~, ~French Blue~ oder ~Cobalt~); ebenso in Mischung mit
-~Gamboge~ oder mit ~Indigo~. Zusatz von ~Sepia~ zu diesem Grün liefert
-feine olivenfarbige neutrale Töne.
-
-
-~Mars-Orange.~
-
-~W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. & C. 45 ₰.~
-
-Eine sehr schöne, permanente, transparente und tieftönige Farbe, welche
-ungeachtet vieler vortrefflicher Eigenschaften wenig verbreitet ist.
-Sie bietet glanzvolle Töne für Abendhimmel und +beleuchtete+ Berge,
-Felsen und Wege. Für Grün ist sie nicht brauchbar. Im Ton weicht sie
-von der vorigen Farbe ziemlich ab und schließt sich entschiedener an
-Roth an.
-
-
-~Brown Ochre.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Ein permanentes, braunröthliches Gelb, welches besonders allein, oder
-in Mischung mit ~Brown Madder~, für sandigen Vordergrund zu empfehlen
-ist und mit ~Indian Yellow~ einen tiefen, glanzvollen Ton von großer
-Kraft für +Herbstlaub+ liefert. Sonst ist sie entbehrlich.
-
-
-~Orange-Vermilion.~
-
-~W. & N. 2 ℳ. 5 ₰.~
-
-Der Orange-Zinnober ist eine permanente und unter Umständen sehr
-nützliche, dabei aber entbehrliche Farbe. Er findet hauptsächlich
-Anwendung für Draperien und Fleischtöne; für letztere besonders in
-der Staffage in Mischung mit ~Chinese White~, welche ausgezeichnete
-Töne für Gesichter, Hände und Füße liefert. Da beide Farben decken, so
-läßt sich mit ihnen eine reine und brillante Fleischfarbe auf jeden
-beliebigen farbigen, beziehungsweise fertigen Grund bringen.
-
- * * * * *
-
-Von den übrigen entbehrlichen Orange-Farben will ich nur erwähnen,
-daß ~Burnt Roman Ochre~ der ~Burnt Sienna~ in Ton und Tiefe zwar sehr
-ähnlich ist, letztere Farbe aber nicht zu ersetzen vermag, da ihm
-die nöthige Transparenz abgeht. Mehr in’s Rothbraune nach ~Brown
-Madder~ zu fallen +Gebrannte Italienische Erde+ und ~Laque Robert~ Nr.
-7 (Schönfeld), ein Krapppräparat, welches im Ton an Mischungen von
-~Chrimson Lake~ mit ~Brown Pink~ erinnert.
-
-
-Roth.
-
-+Allgemeines.+ Roth tritt stark vor. Gelb hebt feinen warmen Ton; mit
-Blau sinkt er ins Kalte. Als energische Farbe ist Roth jedoch weder
-durch Gelb noch durch Blau sofort zu verändern und bleibt gegen diese
-Farben lang in entschiedenem Uebergewicht. Durch Zusatz von wenig Blau
-geht Roth in das sogenannte +Carmoisin+ über, eine, hohe Pracht mit
-großer Tiefe vereinigende Farbe. Mit weiterem Zusatz, von Blau werden
-die Töne unruhiger und fallen dann in Violett. In sekundären Farben ist
-Roth bei der Zusammensetzung von Orange und Violett betheiligt, fehlt
-aber in Grün, dessen Complementärfarbe es ist. Die bedeutende Wirkung
-von Roth in einer Wald- oder Wiesenlandschaft ist durch keine andere zu
-ersetzen, aber man lasse sich nicht hierdurch veranlassen, in solchen
-Motiven zu verschwenderisch damit umzugehen, da deßfallsiger Mißbrauch
-die Lufttöne vernichtet.
-
-
-~Light Red.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Diese Farbe wird aus dem feinsten hellen Ocker gebrannt und ist
-weniger ein absolutes Roth, als vielmehr ein sehr tiefes, gebrochenes
-Orange. Für Gebäude, Draperien und Vieh ist sie für sich allein oft
-mit Vortheil zu verwenden, während sie in Mischung mit ~Cobalt~
-oder ~French Blue~ sehr schöne, luftige Töne liefert, welche sich
-für zarte, nebelige, dämpfige Effekte, sowie für Schönwetter-Wolken
-eignen. Durch Zusatz von etwas ~Rose Madder~ zu diesem Grau fällt es
-mehr ins Purpurne und eignet sich mehr für Ferne und Wolken überhaupt.
-Mit ~Indigo~ erhält das Grau einen grünlichen Ton (Lasuren von ~Light
-Red~ über Blau geben ebenfalls einen warmen grünlichen Ton) und mit
-mehr ~Indigo~ erhält man eine für getreue Darstellung von Regenwolken
-sehr brauchbare Farbe. Die verschiedenen Combinationen mit letzterem
-sind übrigens sämmtlich als Schattentöne für Gebäude, Steine, Wege
-und dergleichen sehr zu empfehlen. Auch für das Grün in Ferne und
-Mittelgrund läßt sich ~Light Red~ gut verwenden, in Mischung mit ~Blue
-Black~ und ~Brown Pink~ auch für Vordergrund und die Combination ~Light
-Red~, ~Indigo~ und ~Gamboge~ liefert ein sehr brauchbares graues
-Grün für Darstellung von Kiefern, welches, je nach der größeren oder
-geringeren Menge der letzteren Farbe, im Tone gehoben oder gemildert
-werden kann. In der Carnation findet ~Light Red~ zur Darstellung der
-Fleischtöne und Schatten ebenfalls erfolgreiche Anwendung. Dünne
-Lasuren von ~Light Red~ über Wolken und deren Lichter wirken oft sehr
-zart und fein.
-
-Anstatt ~Light Red~ können auch die im Tone sehr ähnlichen Farben
-~Venetian Red~ und ~Red Ochre~ in derselben Weise benutzt werden.
-Ich gebe jedoch ~Light Red~ den Vorzug, da sein Ton etwas mehr in’s
-Gelbliche neigt. Aehnlich aber etwas stumpfer in der Farbe ist das
-für Carnation brauchbare +Neapelroth+, welchem sich das in’s Braune
-neigende Braunroth anschließt. Letztere sind ebenfalls Eisenoxydfarben.
-
-
-~Vermilion.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Zinnober ist das intensivste Roth und dient vorzugsweise für Draperien,
-ist aber zu allen rothen Gegenständen, namentlich Ziegeln, Backsteinen,
-Schiffstheilen etc. sehr brauchbar. Rein wird es selten benutzt. Von
-vielen englischen Malern wird es mit sehr schöner Wirkung in Mischung
-mit ~Indian Yellow~, ~Rose Madder~ etc. für glänzende Abendhimmel,
-und in Mischung mit Blau für Ferne und Wolken aller Art verwendet,
-von welch letzterem besonders die Mischung mit ~Cobalt~ sehr schöne
-graue Töne liefert. Als Deckfarbe fordert jedoch seine Verwendung in
-Mischungen für Lüfte bedeutende Geschicklichkeit, weßhalb ich solche
-nur geübteren Dilettanten, diesen aber mit vollster Ueberzeugung von
-seiner Brauchbarkeit in dieser Beziehung empfehlen kann. Schließlich
-liefert ~Vermilion~ in Combination mit ~Blue Black~ und ~Burnt Sienna~
-äußerst naturwahre Töne für rostiges Eisenwerk jeden Grades.
-
-
-~Rose Madder.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 8 ₰. S. & C. 75 ₰.~
-
-Der Rosa Krapp ist eine sehr werthvolle und unentbehrliche rosenrothe
-Farbe, welche früher durch ~Chrimson Lake~ und ähnliche flüchtige
-Cochenillfarben ersetzt wurde. Was daher früher mit letzteren Farben,
-besonders in helleren Tönen, gemalt wurde, hatte keinen Bestand; daher
-die vielen verblichenen Aquarelle aus früheren Zeiten. Die Anwendung
-von ~Rose Madder~ eingehend zu erörtern ist eine überflüssige Aufgabe,
-da diese Farbe fast überall Anwendung findet, besonders aber in den
-zarten Tönen der Luft, des Wassers und der Schatten, wo sie gewöhnlich
-in Mischungen mit ~Cobalt~ oder mit ~Cobalt~ und ~Yellow Ochre~ benutzt
-wird, und zwar nur in +zarten+ Tönen. Für tiefe und kraftvolle Töne ist
-~Rose Madder~ nicht geeignet und muß in solchen durch ~Chrimson Lake~
-oder ~Brown Madder~ ersetzt werden. Für Lasuren über Grün gilt das bei
-~Brown Madder~ Erwähnte.
-
-
-~Chrimson Lake.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 54 ₰. S. & C. 45 ₰.~
-
-~Chrimson Lake~ ist zwar keine dauerhafte, aber wo starke, +tiefe+
-Töne erforderlich sind, dennoch sehr brauchbare Farbe, und umsomehr
-in Combinationen mit anderen Farben von Tiefe des Tons zu empfehlen,
-als sie in diesem Fall in Bezug auf Haltbarkeit wenig gefährdet ist.
-In zarten Tönen dagegen ist sie gänzlich zu meiden, da solche schon
-nach kurzer Zeit erblassen. Ihr eigentliches Feld sind die dunkelsten
-Stellen und die warmen, tiefen Drucker in Architektur, Felsen,
-Baumstämmen etc. Ueberall überhaupt, wo +starke+, tiefe und warme
-Farbe verlangt wird, findet sie ausgezeichnete Verwendung. Besonders
-häufig benutzt man sie in dicker Mischung mit ~Brown Pink~ und ~French
-Blue~ für diese Zwecke; und mit ~Burnt Sienna~ mit oder ohne Zusatz
-von ~French Blue~, erhält man eine sehr kräftige, heiße Farbe für
-Rindvieh, Pferde etc., wie auch für Draperien.
-
-
-~Indian Red.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Dieses etwas deckende, tiefe, gebrochene Roth, welches angeblich in
-Bengalen aus sehr reinem, natürlichem Eisenoxyd bereitet wird, ist eine
-sehr starke Farbe und dient in Combination mit ~Indigo~ oder ~Cobalt~
-namentlich für dunkle, neutrale Schatten, +fernes Gebirg+, +schwere
-Regen-+ und +Gewitterwolken+, sowie für die +tieftönigen+ Wolken bei
-+Sonnenuntergängen+, bei welch letzteren sie überdies weitere Anwendung
-findet. Für die genannten Zwecke ist sie sehr werthvoll; für andere
-dagegen kann sie durch ~Brown Madder~ ersetzt werden.
-
-In Ton und Schwere stehen dem ~Indian Red~ nahe das ~Persian Red~,
-sowie das aus geglühtem Eisenvitriol erhaltene ~+Mars Red+~. Ersteres
-fällt mehr in’s Braune, letzteres mehr in’s Rothe. Noch mehr nach Braun
-und nebenbei noch nach Violett neigt ~Caput mortuum~, welches aus den
-Rückständen bei Fabrikation der Nordhäuser Schwefelsäure gewonnen wird.
-
-
-~Brown Madder.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 45 ₰. S. & C. 75 ₰.~
-
-~Brown Madder~ ist ein permanentes Krapp-Präparat von sehr tiefer und
-dunkler, ins Braune fallender Farbe, welches besonders in gesättigten,
-tiefen Tönen des Vordergrundes und in allen dunklen Stellen äußerst
-brauchbar ist. Mit ~Cobalt~ oder ~French Blue~ gemischt erhält man sehr
-zarte Töne für Wolken, Ferne und Schatten von etwas tieferem Charakter
-als diejenigen, welche mit ~Rose Madder~ erhalten werden. Sehr schöne
-Schattentöne für Gebäude, Boote, Felsen, Steine etc. erhält man aus
-der Mischung mit ~Raw Umber~ und ~Cobalt~, welche, bedingt durch
-luftigen Ton, schon bei Vielen zur Lieblingsmischung geworden ist.
-Dünne Lasuren von ~Brown Madder~ über Grün geben letzterem nicht selten
-einen sehr +feinen+ Ton, was bei der schwierigen Wiedergabe +feiner+
-grüner Töne sehr werthvoll ist. Schönfeld’s Brauner Krapp ist im Tone
-nicht identisch mit dem englischen ~Brown Madder~, sondern gehört zu
-den braunen Farben, während letzterem seither Schönfeld’s Madder-Braun
-entsprach, welcher Unterschied jetzt wegfällt, da diese Firma den
-braunen Krapp als entbehrliches Präparat fallen läßt.
-
-
-~Purple Madder.~
-
-~W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. & C. 1 ℳ.~
-
-Der Purpur Krapp ist permanent, von feinem, tiefem Ton und gebrochener,
-schon etwas in’s Blaue fallender Farbe. In leichten wie tiefen Tönen
-ist er gleich nützlich, obgleich nicht gerade unentbehrlich. Für
-röthlichgraue Schatten in Architekturen paßt er in Combination mit
-Blau oder Schwarz und Gelb, welche Combinationen auch sehr natürliche
-Töne für alte, verwitterte Strohdächer liefern. Als sehr schöne
-Schattenfarbe kann ich namentlich ~Indigo~, ~Purple Madder~ und ~Raw
-Sienna~ in Mischung empfehlen und als schöne tiefe und durchsichtige
-Combination für Interieurs und dunkle Ecken etc.: ~Purple Madder~,
-~Burnt Sienna~ und ~Brown Pink~. Für Lasuren über Grün gilt das bei
-~Brown Madder~ gesagte.
-
- * * * * *
-
-In den Farbenkatalogen kommen noch eine große Anzahl entbehrlicher
-rother, theils guter, haltbarer -- wie verschiedene weitere Krapp- und
-Zinnober-Präparate -- theils aber auch sehr flüchtiger Farben vor.
-Zu warnen ist namentlich vor einigen zu letzterer Klasse gehörenden,
-wie: ~Carmine~, ~Purple Lake~, ~Pure Scarlet~, ~Scarlet Lake~, ~Indian
-Purple~, von welchen jedoch letztere Farbe in +tieferen+ Tönen wie
-~Chrimson Lake~ verwendet werden.
-
-Was die übrigen Krappfarben betrifft, so kommen solche zwar für die
-Landschaft nicht in Betracht, sie können aber zum Theil für besondere
-Effekte in Staffage, in Stillleben, besonders für Draperien, wo
-ein recht tiefes Roth erwünscht ist, Anwendung finden, da sie mit
-großer Tiefe hohe Pracht vereinigen. Hierher gehören in erster Linie
-Schönfeld’s +Rothbrauner+ Krapp (75 ₰.) von sehr tiefer, leuchtender,
-zwischen ~Brown Madder~ und gebranntem Karmin stehender Farbe; sodann
-der noch leuchtendere, etwas hellere und ein wenig röthere ~+Rubens
-Madder+~ (~W. & N. ℳ. 1.45. S. & C. ℳ. 0.75.~)
-
-Eine Farbe von äußerst feinem Ton ist der ganz hell rosenrothe
-~+Pink Madder+~ von gleichem Preise, welcher auch für zarte, frische
-Fleischtöne paßt. Weniger tief im Ton als die beiden erstgenannten
-sind Schönfeld’s +Dunkler Krapp+, welcher sich dem ~Chrimson Lake~
-nähert, sowie der zwischen letzterem und dem gebrannten Karmin stehende
-+Krappkarmin+, ~+Madder Carmine+~, während Schönfeld’s +Braunrother
-Krapp+ sich im Tone auffallend den Eisenfarben (~Light Red~ etc.)
-nähert, deren ~Van Dyk Red~ -- dunkler, geglühter Eisenvitriol --
-dagegen sich wieder entschieden dem rothbraunen Krapp nähert, jedoch
-etwas brauneren Ton und stumpfere Farbe zeigt. Aehnlich in der Farbe
-verhält sich das etwas röthere, aber +nicht haltbare Pompejanischroth+
-Schönfeld’s.
-
-An die Eingangs genannten tieftönigen Krappfarben reiht sich noch
-~Burnt Carmine~, gebrannter Carmin (~W. & N. ℳ. 3. 10. -- S. & C. ℳ.
-1. --~), eine glühende Farbe von großer Tiefe für Draperien und dunkle
-Drucker und hier wenig gefährdet, sobald noch eine dauerhafte Farbe in
-die Mischung tritt.
-
-Hier lassen sich auch am Besten einige Farben von ungewöhnlichem, ins
-Gelbe fallendem, feinem Tone einreihen, welche auch als Orange gelten
-könnten und an Figürlichem gelegentliche Verwendung finden dürften. Es
-sind ~Red Lead~, Mennig, und ~Jaune Capucin~ (~S. & C. 75 ₰.~), erstere
-etwas gelber, letztere etwas mehr ins Rothe fallend, sehr transparent,
-aber nicht ganz dauerhaft.
-
-
-Blau.
-
-+Allgemeines.+ Blau ist ruhig, kalt und lichtschwach. Es tritt zurück,
-stimmt alle warmen Töne herab und ist an der Bildung aller gebrochenen
-Farben und kalten Töne betheiligt. Es ist dem Auge angenehm und gibt
-der Landschaft im Allgemeinen eine poetische Stimmung, doch bemerke
-man, daß kräftiges Blau bei häufigerem Vorkommen sehr störend auf die
-Landschaft einwirkt. Wo immer zarte, ruhige Töne anzugeben sind, kommt
-Blau in Anwendung und ebenso verdanken dunkle, düstere Töne ihren
-Eindruck feiner Gegenwart. Durch Contrast macht Blau alles übrige
-heiter. Mit Gelb, von welchem es sofort verändert wird, bildet es Grün,
-mit wenig Roth Purpur. An der Bildung von Orange nimmt es nicht Theil,
-daher dies seine Complementärfarbe ist. Nebeneinander gesetzt bringen
-beide eine ziemlich starke Wirkung hervor.
-
-In Folge seiner Lichtschwäche ist Blau die Farbe der Ferne, auf welcher
-Modellirung und Luftperspektive vorzugsweise beruhen.
-
-
-~Ultramarine.~
-
-~W. & N. 21 ℳ. 77 ₰.~ Vierteltafeln ~5 ℳ. 61 ₰.~
-
-~NB.~ Es ist hier das ächte, aus Lasurstein bereitete gemeint. Das
-in den französischen Farben vorkommende und von Schönfeld fabricirte
-„~Ultramarin~“ gehört unter die folgende Farbe, da dies künstliche,
-nach der chemischen Analyse des ächten Ultramarin verfertigte Fabrikate
-sind.
-
-In Reinheit der Farbe und Transparenz wird das ächte Ultramarin,
-welches selbstverständlich dauerhaft ist, von keiner anderen Farbe
-erreicht, allein ungeachtet dieser Vorzüge stehen zwei sehr gewichtige
-Eigenschaften seiner allgemeineren Anwendung entgegen. Die erste ist
-der Preis, die zweite seine schwierige Behandlung, da es große Neigung
-zu einem feinkörnigen Niederschlage zeigt, von welcher selbst die
-feinste Zubereitung es nicht gänzlich zu befreien vermag, und seine
-Anwendung aus diesem Grunde große Vorsicht und Gewandtheit verlangt.
-Ein dünner Auftrag über ~Cobalt~ gibt der Luft eine beträchtliche Tiefe
-und der Ferne überhaupt einen leuchtenden Charakter. In Werken von
-hoher Vollendung und wo in Draperien große Pracht erfordert wird, ist
-seine Anwendung zu empfehlen; für weniger wichtige Fälle aber ersetze
-man es durch ~French Blue~.
-
-Die bei der Bereitung des Ultramarin bleibenden Rückstände liefern
-eine sehr schöne blaugraue Farbe von feinem, wärmerem Ton, und, je
-nach dem Grade der Auslaugung, verschiedener Schattirung, welche
-als „~Ultramarin-Ash~“ --~ W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. & C. 3 ℳ.~ -- im
-Handel vorkommt. Sie ist bei Luft und Ferne in gewissen Fällen recht
-erwünscht, im Ganzen aber entbehrlich.
-
-
-~French Blue.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 8 ₰. S. & C. 75 ₰.~ (~Ultramarin.~)
-
-Diese schöne, unentbehrliche, kräftige, permanente, im Ton dem ächten
-Ultramarin sehr ähnliche Farbe, welche nach der Analyse des letzteren
-bereitet ist, ist sehr angenehm im Arbeiten und da sie weit tiefer
-im Ton ist als ~Cobalt~, so kommt sie in Anwendung, wo dieser nicht
-ausreicht, sowohl in Luft und Ferne, als im Vordergrunde, besonders bei
-Bäumen und Architekturen, sowie in Draperien. Sie liefert sehr zartes,
-wie sehr starkes Grau, und da sie Körper und große Durchsichtigkeit
-besitzt, so eignet sich ihr Grau in besonderer Weise für Felsen und
-Steine. Für Bäume und die Vegetation des Vorder- und Mittelgrundes ist
-sie dem Indigo insofern vorzuziehen, als sie in tieferen gesättigten
-Tönen immer noch ihre leuchtende Kraft bewahrt, während Indigo in
-solchen sehr leicht zu Schwärze neigt.
-
-
-~Cobalt.~
-
-~W. & N.~ 2 ℳ. 5 ₰. ~S. & C.~ 75 ₰.
-
-Ein sehr schönes, permanentes, zartes und reines Blau, dessen leichter,
-angenehmer Auftrag es, abgesehen von seinen ausgezeichneten Tönen,
-dem Maler unentbehrlich macht. Bei ~Rose Madder~ habe ich bemerkt,
-es sei überflüssig in eine detaillirte Aufzählung seiner Anwendung
-einzugehen. Dasselbe gilt auch von ~Cobalt~. ~Cobalt~ ist für jeden Ton
-brauchbar, welcher Blau enthält, ausgenommen jedoch, wo ein dunkeles
-Blau oder große Tiefe und Kraft verlangt wird, in welchem Falle ~French
-Blue~ eintreten muß. In Luft, Ferne, Wasser, Vegetation (besonders der
-Ferne), Architektur, Gestein und Boden findet ~Cobalt~ allein oder in
-Combination Anwendung. Für das Grün der Ferne ist zu empfehlen ~Cobalt~
-in Mischung mit ~Yellow Ochre~ mit wenig Wasser und möglichst trockenem
-Pinsel aufzutragen. Mit Zusatz, von etwas ~Chinese White~, in derselben
-Weise aufgetragen, eignet sich vorerwähnte Mischung auch zur Wiedergabe
-der Configurationen entfernter Gebirge, wobei die Anwendung des
-Pinsels +von der Seite+ eine sehr entsprechende Wirkung hervorbringt.
-Unbestimmte Formen werden sehr vortheilhaft in dieser Weise gegeben
-und einige kleine Stellen der Ferne in reinem Blau erhöhen dann das
-allgemeine Grau. Mit ~Rose Madder~ gibt ~Cobalt~ sehr schöne perlgraue
-Töne und mit ~Light Red~ sehr brauchbare Schatten für Wolken etc.
-Dieselben Töne sind als Lasuren sehr geeignet, allenthalben zu warme
-Töne herabzustimmen. Wo ~Cobalt~ zu blau und kalt wirkt, wird sein Ton
-durch dünne Lasuren von ~Light Red~ etc., ~Burnt Sienna~ oder ~Terra
-Verte~ erwärmt.
-
- * * * * *
-
-Wohl in Farbe, aber nicht in Haltbarkeit stehen ~+New Blue+~ und
-+Pariser Blau+ dem ~Cobalt~ sehr nahe. Haltbare Farben dagegen sind
-drei neuere dem ~Cobalt~ verwandte Farben, +Blau Oxyd+, ~+Coelin Blau+~
-(~Bleu céleste~) und +Grünblau Oxyd+. Erstere und letztere -- im
-Wesentlichen Chrom-Cobaltoxyde -- gehören zu den theuren Farben (~S.
-& C.~ ℳ. 1. 50). +Blau Oxyd+ ist etwas tiefer im Ton als ~Cobalt~,
-hat aber einen Stich ins Grünliche, welches bei dem dessenungeachtet
-in Lüften verwendbaren ~+Coelin Blau+~ noch etwas ausgesprochener
-auftritt. Grünblau Oxyd fällt dem Namen entsprechend in die Combination
-von ~French Blue~ und ~Emerald Green~, kann aber in Landschaft und
-Marine für Wasser und gewisse Stimmungen, nebenbei auch in Stillleben
-Anwendung finden.
-
-
-~Indigo.~
-
-~W. & N.~ 1 ℳ. 2 ₰. ~S. & C.~ 35 ₰.
-
-Ein dunkles, ruhiges, permanentes Blau, welches ebenfalls sehr häufige
-Anwendung findet, in helleren Tönen sehr weich und ruhig ist, in
-tiefen aber zu großer Dunkelheit und Schwärze neigt. Indigo färbt
-sehr stark und ist daher in gemischten Tönen mit Vorsicht zuzusetzen.
-Für Zwielicht und tieftönige Wolken ist er vorzugsweise geeignet,
-besonders in Mischung mit ~Indian Red~. Mit allen gelben Farben
-gemischt (~Gamboge~, ~Raw Sienna~, ~Yellow Ochre~, ~Indian Yellow~
-und ~Aureolin~) liefert er klare, grüne Töne für Vorder-, Mittel- und
-Hintergrund Die Combination mit ~Burnt Sienna~ und ~Gamboge~ ist für
-Laubwerk seit Jahren beliebt, allein ohne Zusatz von ~French Blue~ oder
-von ~Cobalt~ ist sie etwas roh in der Farbe. Mit ~Brown Madder~ liefert
-~Indigo~ eine gute Schattenfarbe für Architektur und Gegenstände des
-Vordergrundes im Allgemeinen.
-
-
-~Prussian Blue.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Das preußische Blau ist eine tieftönige, glanzvolle, etwas ins
-Grünliche fallende, aber leider +äußerst vergängliche+ Farbe, welche
-bei früherer Anwendung alle Farben, mit welchen sie gemischt war, nach
-und nach gründlich zerstörte. Mit +Vorsicht+ und in +sehr geringer
-Menge+ läßt sie sich jedoch manchmal mit Vortheil in tiefen, dunkeln
-Tönen als Zusatzfarbe benutzen, um solche etwas lebhafter zu machen.
-Auch den Farben für Seewasser in geringer Menge zugesetzt, ertheilt sie
-diesem ein ungemein durchsichtiges flüssiges Aussehen. Wo man diese
-Farbe daher anwendet, darf dies nur als Hülfsmittel in vorstehendem
-Sinne und mit großer Vorsicht geschehen. Hierbei muß ich noch bemerken,
-daß das +englische+ Präparat, welches angeblich haltbarer als das
-deutsche sein soll, von sehr stumpfem Ton ist und in diesem Falle
-deutsche und französische Farben vorzuziehen sind.
-
-
-~Intense Blue.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 3 ₰.~
-
-Ein permanentes, tiefes, aber entbehrliches Blau, ein Indigopräparat,
-welches nicht selten in englischen Farbenkasten statt des Indigo
-vorkommt, was aber bei seiner lebhaften, allenfalls für Draperien sehr
-empfehlenswerthen Farbe wenig geeignet erscheinen dürfte.
-
- * * * * *
-
-Was die übrigen blauen Farben betrifft, so bemerke ich, daß von den
-billigeren ~Antwerp Blue~, Mineral-Blau und andere dem ~Prussian
-Blue~ in Farbe und Haltbarkeit äußerst nahe kommen, von den theuren
-aber ~Smalt~ (~W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. etc. 3 ℳ.~) ein prachtvolles
-Blau von stark ins Violette neigendem Ton repräsentirt, welches für
-Gewänder empfohlen zu werden verdiente, aber in der Behandlung sehr
-schwierig ist, da es, wie das ächte Ultramarin, eine Neigung hat,
-etwas griesartig zu werden. Sein Ton ist übrigens recht gut durch eine
-Mischung aus ~French Blue~, ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ zu ersetzen.
-
-
-Grün.
-
-+Allgemeines.+ Grün ist eine aus Gelb und Blau gebildete sekundäre
-Farbe, welche mit Roth kontrastirt, dem Auge sehr angenehm ist und
-einen ungemeinen Reichthum der verschiedensten Töne bietet. Grün ist
-zwar weithin sichtbar, besonders helles, reines Grün, allein schon in
-geringer Ferne neigt das Grün nach Braun, wie überhaupt die meisten
-der in der Natur vorkommenden grünen Töne der warmen Seite angehören
-und die im üppigen Frühlingskleid prangenden Fluren in gebrochener
-Farbe erscheinen, sobald man sie mit grüngefärbter Seide vergleicht. Je
-nachdem es mit Roth gebrochen wird, wird sein Ton wärmer oder kälter.
-Die Darstellung der verschiedenen Töne für die Vegetation ist für den
-Anfänger vielfach äußerst schwierig, und Feinheit der Farbe kann nur
-durch lange Uebung neben eingehenden Studien in der Natur erreicht
-werden. Ohne Roth wirkt Grün selten befriedigend. Auf der Seite nach
-Gelb hin wirkt es leicht beleidigend; weniger verstimmt es auf der
-entgegengesetzten Seite als Blaugrün. Die fertigen, d. h. käuflichen
-grünen Farben sind für die Vegetation nicht brauchbar und alles Grün
-muß der Maler durch Mischung bereiten. Es gibt jedoch einige grüne
-Farben, deren Ton durch Mischung nicht oder nicht leicht zu erreichen
-ist, und welche geeigneten Orts, wenn auch mit anderen gemischt und
-gebrochen, Anwendung finden. Hierher gehören die folgenden:
-
-
-~Green Oxyde of Chromium.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 8 ₰. S. & C. 75 ₰.~
-
-Das grüne Chromoxyd ist ein permanentes, deckendes, mattes, aber helles
-Grün von großer Kraft und Wirkungsfähigkeit. Diese unter Umständen sehr
-werthvolle Farbe ist in Deutschland noch sehr wenig bekannt, verdient
-aber ausgebreitetere Anwendung. Besonders werthvoll ist sie in kalten
-Schatten und speciell in großen Massen grünen Laubes von kaltem Ton.
-Als Deckfarbe ist Chromoxyd zur ersten Anlage nicht dienlich, und seine
-eigentliche Wirkungssphäre ist da, wo anderen Farben der verlangte Ton
-gegeben werden soll, oder wo Grün durch öfteres Uebermalen schwärzlich
-geworden ist. In Verbindung mit ~Indian Yellow~ wird in solchen Fällen
-wieder ein frischer grüner Ton hergestellt. Seine Anwendung erfordert
-jedoch Vorsicht, um nicht Farbe ohne Glanz und den Eindruck eines
-grünen Anstrichs hervorzubringen, was übrigens von der Behandlung jeder
-starken Farbe gilt. Man lasse sich daher durch seinen bestechenden
-Ton nicht täuschen und bedenke, daß seine Anwendung nicht allein mit
-Schönheit, sondern auch mit großer Gefahr verknüpft ist. In Combination
-mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~ erhält man sehr natürliche, sonnige
-Töne für Wiesen, Gras und sehr hell beleuchtete Bäume und in Mischung
-mit ~French Blue~ und ~Brown Pink~ eine sehr brauchbare Farbe für das
-Grün von Kiefernwaldungen. Lasuren von Chromoxyd über Blau geben diesem
-einen schönen, grünlichen Ton.
-
-
-~Emerald Green.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 75 ₰.~ Smaragdgrün, ~Vert Paul Véronèse.~
-
-Smaragdgrün ist ein lebhaftes, bläuliches, sehr glanzvolles, helles
-Grün, welches sofort die Augen auf sich zieht. Wo es angewendet wird,
-stimmt es durch die Stärke des Contrastes sofort alles übrige Grün im
-Ton bedeutend herab, wodurch es oft sehr werthvoll wird. Ungemischt
-wird es gewöhnlich in Draperien, Staffage, an Booten, Flaggen etc. mit
-großem Effekt angebracht; doch sei man damit, seiner großen Brillianz
-wegen, sehr sparsam. Mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~ erwärmt, oder
-mit ~Cobalt~ vertieft, oder auch mit ~Lemon Yellow~ gemischt wird
-es mit Vortheil verwendet, um in sonnigen Partien kleine Stellen
-brillanter zu machen. Es kann als permanent betrachtet werden.
-
-~NB.~ Wer französische Farben anwendet, dem rathe ich die „~+Cendre
-verte+~“ statt des französischen „~+Vert émeraude+~“ zu nehmen, da
-letzteres im Tone vom englischen sehr abweicht und mit dem englischen
-„~+Viridian+~“ identisch ist.
-
-
-~Brown Pink.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~ (~Stil de Grain brun.~)
-
-Ein warmes, gebrochenes, bräunliches, in’s Citrongelbe neigendes
-Grün, welches hauptsächlich in den verschiedenen Combinationen für
-das Grün des Vordergrundes Verwendung findet, wozu seine Transparenz
-und sein voller, frischer, leuchtender Ton es sehr geeignet machen.
-Mit ~Burnt Sienna~ liefert es kräftige, warme Töne für Herbstlaub
-und mit ~Brown Madder~ oder ~Chrimson Lake~ eine tiefe, heiße Farbe
-für sehr dunkle Drucker. Wie aus den später folgenden Farbentabellen
-für Grün hervorgeht, ist sein Gebrauch ein sehr ausgedehnter. In
-lichten Tönen sei man jedoch vorsichtig mit seiner Anwendung, da seine
-Haltbarkeit etwas zweifelhaft ist. Da es jedoch in den meisten Fällen
-nur bei tiefen, dunklen Tönen Anwendung findet, so ist hier von einer
-Veränderung nichts zu fürchten und kann man es in solchen getrost
-verwenden. Mit ~Indigo~ und ~Burnt Sienna~ oder ~Gamboge~ gemischt,
-erhält man ein sehr brauchbares warmes Grün.
-
-Schönfelds ~Stil de grain brun~ entsprach seither in der Farbe dem
-englischen ~Brown Pink~ sehr wenig und war viel zu braun, wird aber
-jetzt in gleichem Tone hergestellt werden.
-
-
-~Olive-Green.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Olivengrün ist eine Mischfarbe aus Schwarz und Indisch-Gelb, daher
-nicht gerade unentbehrlich. Es ist ein schönes, tiefes Olivengrün,
-welches mit Indigo hier und da Verwendung findet.
-
- * * * * *
-
-Was die sonstigen sehr zahlreichen grünen Farben betrifft, so sind
-für unsere Zwecke die meisten absolut unbrauchbar. Allenfalls ließe
-sich noch „~Terra Verte~“, Grüne Erde (~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C.
-34 ₰.~) empfehlen, ein im Wesentlichen aus kieselsaurem Eisenoxydul
-bestehendes gelbliches Grün von schwachem Ton, welches aber als Lasur
-einen eigenthümlichen und kräftigen Ton hervorbringt und für die Ferne
-oder mit rothen Farben gebrochen auch im Vorder- und Mittelgrund zu
-verwenden ist, aber etwas nachdunkelt. Zu Lasuren in der Landschaft wie
-für Draperie eignet sich ferner noch „~Viridian~“, ein kupferhaltiges,
-vielleicht mit dunklem Permanentgrün identisches, tiefes, bläuliches,
-dauerhaftes Grün von sehr feinem Ton (~W. G: N. 3 ℳ. 8 ₰.~). --
-~Hooker’s Green~ ist wie viele andere sehr undauerhaft. Dagegen
-stehen die aus Preußisch Blau und Chromgelb bereiteten verschiedenen
-Nüancen von „+Grünem Zinnober+“ sonderbarer Weise ziemlich gut, sind
-aber für uns entbehrlich. Die aus Zinkoxyd und Kobaltoxyd bereiteten
-dunkles +Cobaltgrün+ und +Chromgrün+ sind beide tiefe, haltbare Farben
-von eigenthümlichem Tone, welche in Draperien, Stillleben und in
-Ornamentmalerei hier und da passend verwendet werden können. Das helle
-+Cobaltgrün+ gehört wie auch die dunklen Nüancen des aus borsaurem
-Kupfer- und Chromoxyd bereiteten +Permanentgrün+ hinsichtlich des Tones
-in die Mischungen von ~Emerald-Green~ mit ~Cobalt~: +Pariser Grün+
-ist ein grelles Papageigrün aus der Combination ~Lemon Yellow~ mit
-~Emerald-Green~, während Malachitgrün aus ~Cobalt~ und ~Gamboge~ zu
-mischen ist. Alle diese grünen Farben sind für unsere Zwecke absolut
-entbehrlich. Schließlich ist noch vor Anwendung des früher sehr
-beliebten, transparenten, lebhaften, aber undauerhaften ~Sap Green~,
-Saftgrün zu warnen.
-
-
-Violett.
-
-+Allgemeines.+ Obgleich es keinen natürlichen, violetten Farbstoff
-gibt, so ist Violett als sekundäre Farbe doch von Wichtigkeit. Es
-besteht aus Blau und Roth, und da Gelb keinen Bestandtheil bildet, so
-ist dies seine Complementärfarbe. In der Landschaft sind die violetten
-Töne mit ihrer reichen Skala vom kältesten Grau bis zum wärmsten
-Purpur sehr schön. Sie bilden gewöhnlich die Ferne und nehmen an Luft
-und Atmosphäre hervorragenden Antheil. Im Morgen- und Abendhimmel
-wirken sie sehr gut, zuweilen sogar großartig, indem sie mit den
-Orange-Tönen sehr gut harmoniren, mit dem metallischen Glanze des
-blassen Gelb contrastiren und auf diese Weise Harmonie und Contrast
-vereinigen. Aus dem Himmel zieht Violett sich über die Ferne, mit der
-Entfernung aus dem Einfluß der Sonnenstrahlen an Stärke zunehmend. Mit
-Orange gemischt wird es zu Rothbraun und mit Grün zu Olivengrün.
-
-Die fertigen violetten Farben sind sämmtlich entbehrlich und zu meiden.
-
-
-Braun.
-
-+Allgemeines.+ Braun gehört mit seinen ruhigen, meist warmen, nicht
-selten tiefen und glühenden Tönen mehr unmittelbar in den Bereich
-der Lokalfarben, da in seiner Composition Blau nicht hinreichend
-vertreten ist, um es für Luft oder Ferne brauchbar zu machen. Im
-Vordergrund dagegen ist seine Anwendung eine sehr ausgiebige und je
-nachdem es in’s Rothe, Gelbe oder Schwarze fällt, wirkt es harmonisch
-oder contrastirend. Der Boden ist, im Allgemeinen wenigstens, mehr
-oder weniger von brauner Farbe verschiedener Tiefe, und Gebäude, wie
-zahlreiche andere Gegenstände des Vordergrundes, nehmen mehr oder
-weniger braune Töne an. Obgleich aber im Vordergrunde Lokalfarbe,
-dürfen braune Töne dennoch nicht vorherrschen, indem sie alsdann die
-Atmosphäre vollständig vernichten. Als Combination der drei primitiven
-Farben ist Braun eine tertiäre Farbe. Alle braunen Farben sind haltbar.
-
-
-~Raw Umber.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Rohe Umbra ist das hellste Braun. Es neigt in’s Citrongelbe, ist von
-großer Dauerhaftigkeit, deckt aber etwas. Mit ~Cobalt~ liefert es ein
-grauliches Grün, welches durch Zusatz von Gelb hellere und reinere Töne
-für die Vegetation liefert, oder aber durch ~Rose Madder~ zu einem noch
-ruhigeren Grau gestimmt werden kann. Allein eignet es sich vorzüglich
-zur Untermalung der beleuchteten Seiten des Gebirges, wie es sich
-auch als Naturfarbe sehr brauchbar für Wege, Ufer, Felsen und Gebäude
-erweist. Mit ~Indigo~ und ~Gamboge~ erhält man sehr ruhige, grüne Töne
-für Mittel- und Vordergrund. Mit ~Brown Madder~ und ~Cobalt~ endlich
-liefert es viele schöne, warme und kalte graue Töne, welche sich für
-fast alle Arten von Schatten eignen.
-
-
-~Burnt Umber.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Gebrannte Umbra ist von tiefem, kräftigem Tone und mit Ausnahme
-der Untermalung der Ferne in ähnlicher Weise verwendbar wie ~Raw
-Umber~. Mit ~Indian Yellow~ gemischt erhält man einen reichen Ton für
-Herbstlaub und mit ~Chrimson Lake~ oder ~Brown Madder~ eine intensive
-Schattenfarbe. Mit ~Gamboge~ und ~French Blue~ liefert ~Burnt Umber~
-ein düsteres, dunkles Grün für dunkle Bäume und mit ~French Blue~ und
-~Rose Madder~ zahlreiche, sehr empfehlenswerthe, naturwahre Töne für
-Mauern, Felsen und Architektur. Diese Farbe verarbeitet sich sehr
-angenehm, sieht aber in großer Tiefe etwas trübe aus.
-
-
-~Vandyke Brown.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Diese unentbehrliche, sehr dauerhafte, markige, tiefe und fast
-transparente Farbe ist sehr brauchbar für Vegetation von kälterem Ton,
-wo sie mit ~Gamboge~ oder ~Brown Pink~ gemischt, viele wünschenswerthe,
-warme und lichte Töne liefert. Wo dunkele, düstere Töne für Bäume
-etc. verlangt werden, gibt es keine natürlicheren Farben als die
-verschiedenen Mischungen von ~Brown Pink~, ~Vandyke Brown~ und ~French
-Blue~ oder ~Indigo~. Mit ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ gemischt erhält
-man sehr werthvolle, für Architektur und Vordergrund passende graue
-Töne, ebenso mit ~French Blue~ oder ~Indigo~. Allein wird ~Vandyke
-Brown~ häufig für letzte Drucker verwendet, wo es sehr wirksam ist;
-jedoch thut man wohl, je nach dem röthlicheren oder grünlichen Ton
-etwas ~Chrimson Lake~ oder ~Brown Pink~ zuzusetzen. In Combination mit
-~Indigo~ liefert es klare, neutrale, grüne Töne für Mittelgrund.
-
-
-~Bistre.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Bister ist ein etwas schweres, tiefes, gelbliches Braun, aus Mangan
-bestehend, welches früher zur Ausarbeitung der Zeichnungen in Bezug auf
-Schattenwirkung diente, woraus die kolorirten Zeichnungen entstanden
-sind. Es ist weniger zu empfehlen als ~Vandyke Brown~ oder die
-Umbrafarben und findet daher in der Landschaft wenig Anwendung mehr,
-obwohl es für Architektur manche brauchbare Töne liefert.
-
-
-~Sepia.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-~Sepia~ ist ein dunkles, stark an’s Schwärzliche streifendes Braun,
-welches in früherer Zeit, da es sehr gut zu verwaschen ist, in
-ähnlicher Weise wie Bister verwendet wurde. (Sepia-Zeichnungen und
-Gemälde.) Seine heutige Anwendung ist eine ziemlich beschränkte, jedoch
-liefert diese Farbe in Combination mit ~Cobalt~ und ~Rose Madder~
-sehr zarte graue Töne und mit ~Indigo~ und ~Chrimson Lake~ bildet
-sie die unter dem Namen ~Payne’s Grey~ im Handel vorkommende Farbe.
-Eine Reihe gebrochener, sehr beliebter, warmer, grüner Töne erhält
-man aus der Mischung mit ~Gamboge~ und aus der mit ~Indigo~ ein sehr
-kaltes, dunkeles Grün. Der Ton von Sepia wird indessen durch Zusatz von
-etwas ~Brown Madder~ sehr gehoben. Für dunkle Stellen und Drucker ist
-Sepia nicht zu verwenden, da sie in tieferen Tönen zu Schwärze neigt.
-Manche Künstler verwenden sie noch zur Anlage der ersten Schatten, was
-ebenfalls nicht zu rathen ist, da hierdurch die Wirkung und Transparenz
-der Lasurfarben in hohem Grade beeinträchtigt, wenn nicht ganz
-vernichtet wird. Als Lasur über Grün stimmt sie letzteres herab.
-
-Im Handel kommen noch vor: ~Warm Sepia~ und ~Roman Sepia~; ersterer
-ist Roth, letzterer Gelb zugesetzt. Es gibt noch eine größere
-Anzahl theilweise sehr tieftöniger, leuchtender Farben, welche aber,
-wenigstens für unsere Zwecke, meist überflüssig sind, dagegen in der
-Holzmalerei passende Verwendung finden können. Hierher gehören unter
-anderen: Schönfeld’s +Brauner Krapp+, im Tone der Combination von
-~Brown Pink~ mit ~Purple Madder~, welcher dem gebrannten ~Umbra~ nahe
-steht, aber leuchtender ist, sodann der nicht sehr haltbare, noch
-leuchtendere „+Braune Lack+“. Den tieferen Krappfarben nähert sich das
-aus cyansaurem Kupferoxyd bereitete, sehr schöne +Florentiner Braun+
-Schönfeld’s, dessen Ton mittelst Sepia aus ~Chrimson Lake~ gemischt
-werden kann, sowie das diesem ähnliche +Römisch-Braun+. Ein anderes
-noch tieferes, aber sehr nachdunkelndes Braun ist der zu Lasuren sehr
-geeignete +Asphalt+. Weniger tief und etwas röthlicher ist +Marsbraun+.
-Dem ~Vandyke Brown~ nahe, ohne jedoch dessen Tiefe zu erreichen, stehen
-+Casseler Erde+ und +Cölnische Erde+, während +gebrannte grüne Erde+
-den Uebergang von Braun zur Gruppe des gelben Ockers bildet.
-
-
-Schwarz.
-
-+Allgemeines.+ Schwarz ist Abwesenheit alles Lichtes und wird, die
-Abwesenheit von Reflexen vorausgesetzt, durch Beleuchtung mehr oder
-weniger zu neutralem Grau. Alle anderen Farben werden durch Zusatz, von
-Schwarz im Tone herabgestimmt. Positives Schwarz kommt indessen nur
-äußerst selten vor, wird aber in Gemälden vermittelst Staffagen von
-Figuren oder Vieh etc. nicht selten mit großer Wirkung angewendet. Ein
-im Ton dunkles Gemälde wird hierdurch in auffallender Weise erhellt
-und die Atmosphäre im Ton beträchtlich erhöht. Um Kraft und Tiefe zu
-konzentriren, setzt man oft reines Weiß unmittelbar neben Schwarz.
-
-
-~Lamp Black.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Das Lampenschwarz ist etwas deckend und als Lasur sehr brauchbar, um
-brillante Farben herabzustimmen. Es gilt dies namentlich von Grün,
-welches durch keine andere Lasur so wirksam herabgestimmt wird. Als
-Lasur über Gelb ist es jedoch zu vermeiden, während Lasuren über Blau
-einen schiefergrauen Ton hervorbringen. In Mischung mit ~French Blue~
-erhält man sehr natürliche Töne für dunkle Regen- und Gewitterwolken,
-welche durch Zusatz von ~Light Red~ noch drohendere Effekte ergeben.
-Sehr empfehlenswerthe, transparente, weiche graue Töne für Wolken
-liefert die Combination mit ~Rose Madder~ und ~French Blue~. Mit
-~Indian Yellow~ liefert es eine dem ~Olive Green~ sehr ähnliche Farbe.
-Mit ~Brown~ oder ~Rose Madder~ erhält man gebrochene, sehr brauchbare,
-violette Töne und mit ~Light Red~ ist es für das Colorit dunkler Kühe
-sehr nützlich, wobei man gelegentlich mit Vortheil etwas ~Chrimson
-Lake~ zusetzen kann. Manche englische Maler setzen jeder Farbe, wo
-solche nicht ganz rein erfordert wird, etwas Schwarz zu, was ich jedoch
-nicht zur Nachahmung empfehlen möchte.
-
-
-~Blue Black.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Blauschwarz ist eine ins Blaue neigende schwarze Farbe, von schwächerem
-Körper und transparenter als die vorhergehende, weßhalb sie in manchen
-Beziehungen, besonders in gemischten Tönen, manchmal erwünschter ist
-und von den Engländern vorgezogen wird. Sie verarbeitet sich sehr
-angenehm und findet gleiche Anwendung.
-
-
-~Neutral Tint.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Neutraltinte ist eine zusammengesetzte Schattenfarbe von neutralem Ton,
-welche noch häufig gebraucht wird, aber nicht unentbehrlich ist. Ein
-sehr brauchbares, mildes Grün für Mittel- und Vordergrund erhält man
-aus der Mischung mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~.
-
-
-~Payne’s Grey.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Diese aus ~Sepia~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~ zusammengesetzte Farbe
-ist von etwas blauerem, kälterem Tone als die vorige. Sie gibt einen
-klaren, violetten Schatten, weßhalb sie von manchen Künstlern zur
-Anlage der ersten Schatten verwendet wird. In dieser Beziehung ist sie
-besonders in Thierstücken von größeren Dimensionen zu empfehlen, da
-sie einen guten Unterton abgibt. Für dunkle oder schwarze Gegenstände
-wie Boote, Schiffe etc. ist sie sehr brauchbar, besonders mit Zusatz
-von ~Burnt Sienna~, wodurch eine Reihe sehr brauchbarer, brauner bis
-grauer Töne entsteht, welche mit ~Chrimson Lake~ oder ~Brown Madder~
-in röthliche Töne übergeführt werden können. Mit ~Gamboge~ liefert sie
-ein zartes, ruhiges Grün. Im Allgemeinen rathe ich jedoch für Grün
-vorzugsweise diejenigen Mischungen im Auge zu behalten, welche ohne
-Beihülfe zusammengesetzter Farben herzustellen sind.
-
- * * * * *
-
-Alle übrigen schwarzen Farben, so das intensive, transparente,
-bräunliche Elfenbeinschwarz, das an seinem warmen röthlichen Ton
-kenntliche, schöne Beinschwarz, das nach Violett neigende Kernschwarz
-sowie das bläuliche Rebenschwarz sind in den meisten Fällen
-entbehrlich. ~Black Lead~, Graphit, hat als Farbe denselben Glanz wie
-das Mineral und kann für manche Effekte in Staffage und für Eisenwerk
-Anwendung finden.
-
-Die chinesische Tusche findet heute keine Anwendung mehr in der
-Landschaft, wo ihre Zeit längst glücklich vorüber ist.
-
- * * * * *
-
-Es ist hier vielleicht der geeignete Ort, um einige Worte über mehrere
-entbehrliche weitere Hülfsmittel einzuschalten, deren Anwendung ich
-+nicht+ empfehle. Es sind folgende schleimige Lösungen:
-
-~+Gummi arabicum.+~ Dieses wird zuweilen benutzt, um die Brillianz
-einiger Figuren oder Stücke Vieh zu erhöhen, oder aber hauptsächlich,
-um sehr tiefe Stellen im Vordergrunde, in welchen die einzelnen Farben
-stumpf geworden sind und sich nicht mehr unterscheiden lassen, größere
-Stärke und Transparenz zu verleihen. Ich möchte jedoch entschieden
-hiervon abrathen, wenn nicht ein besonderer Umstand dringend dazu
-veranlassen sollte, da Aquarelle +nur+ durch die Farbe wirken sollen.
-M. Schmidt empfiehlt, da Gummi oft als glänzender Fleck wirkt, in
-obigem Falle +sehr wenig+ Leinöl mit dem Finger sanft über die
-betreffende Stelle zu reiben. Ich habe nie Gelegenheit gehabt dieses
-Mittel zu prüfen, führe es aber der Vollständigkeit wegen an.
-
-+Traganthschleim+ ist unter dem Namen „~Water Colour Megilp~“ im Handel
-und ist ein, wenigstens in England, ziemlich gebräuchliches Präparat,
-welches zu der Farbe gemischt wird, um solche nach Art der Oeltechnik
-behandeln zu können. Besonders häufig werden Bäume auf diese Weise
-behandelt und sollen bei vorsichtiger Arbeit alsdann sehr gut und
-transparent wirken. Ich selbst habe auch von diesem Mittel nie Gebrauch
-gemacht, da ich in solchen Fällen vorziehe, die Farbe mit ganz wenig
-Wasser anzureiben und mit ziemlich trockenem Pinsel aufzutragen, wobei
-ich dieselbe Wirkung erreiche.
-
-Zu gleichem Zwecke sind +Reiswasser+ und +Ochsengalle+ empfohlen.
-Letztere ist gleichfalls käuflich zu haben und empfiehlt sich beiläufig
-erwähnt, bei der Malerei auf Holz, da, in geringen Quantitäten unter
-die Farben gemischt, letztere vom Holze besser angenommen werden.
-
-Ueber den ebenfalls käuflich zu habenden +Aquarellfirniß+ fehlt mir
-jede Erfahrung, da mir noch nie ein gefirnißtes Aquarell zu Gesicht
-gekommen ist, ich erwähne jedoch, daß die Engländer seine Anwendung
-verwerfen, was mir sehr einleuchtend erscheint.
-
-
-4. Der Farbenkasten.
-
-Selbstverständlich hat der Anfänger nicht nöthig alle hier aufgeführten
-Farben anzuschaffen, indem sogar anzurathen ist, sich wenigstens für
-die erste Zeit auf die Anwendung der wichtigeren zu beschränken. Bei
-ausgedehnteren Arbeiten und zur Erreichung gewisser Effekte wird aber
-bald sich manche seltener gebrauchte Farbe wünschenswerth machen, zumal
-auch hierbei Manches von individueller Liebhaberei abhängt. Ich mache
-hier auch nochmals darauf aufmerksam, daß sich Mischfarben, was Glanz
-der Farbe, sowie Frische und Energie des Tones betrifft, den fertigen
-Farben, d. h. chemischen Produkten gegenüber meist im Nachtheil
-befinden, weßhalb bei ornamentalen Malereien und Stillleben, wo es in
-den meisten Fällen auf glanzvolle Darstellung ankommt, der Farbenkasten
-mit zahlreicheren Farbennüancen versehen sein muß. Außerdem lernt man
-bei weiteren Fortschritten immer mehr die Feinheit der Töne, selbst
-einander sehr naheliegender Farben, nach ihren Eigenthümlichkeiten
-empfinden, die besondere Art derselben spezieller würdigen und in
-gegebenen Fällen wird nicht selten eine sonst vielleicht recht
-entbehrliche Farbe, gerade ihres eigenartigen Tons wegen, der Stimmung
-sich vorzugsweise anschließen.
-
-Was nun den Farbenkasten betrifft, so möchte ich denjenigen, welche
-viel zu malen beabsichtigen, und die Ausgabe nicht zu scheuen in der
-Lage sind, anrathen, sich deren zwei, einen in Täfelchen zum Malen im
-Zimmer und einen in ganzen und halben Näpfchen zum Malen im Freien
-anzuschaffen. Wer nur einen anzuschaffen Lust hat, dem rathe ich unter
-der Voraussetzung, daß er viel nach der Natur zu malen beabsichtigt,
-einen Farbenkasten letzterer Art zu beschaffen und zwar wähle er sich
-einen der eigens hierzu construirten Blechkästen für +ganze+ Näpfchen
-(da in den Raum für ein ganzes auch zwei halbe einrangirt werden
-können), welche von sechs bis zu dreißig Farben durch alle geraden
-Zahlen zu haben sind. Für das Malen im Zimmer würde ich die Anschaffung
-eines geräumigen Blechkastens, nach Art der Oelfarbenkasten empfehlen,
-dessen unterer Raum Palette und Porzellanschälchen, und dessen Einsatz
-verschiedene Fächer für die Farben, eine Längsabtheilung für Pinsel
-etc. und einige weitere Abtheilungen für sonstige Utensilien wie Gummi,
-Schwämmchen, Kohle etc. enthalten könnte. Das Löschpapier kann dann
-obenauf liegen und man hat alles beisammen, während in den für das
-Malen im Freien vorzugsweise bestimmten kleinen Kästen kaum genügender
-Raum für einige Pinsel ist. Man schaffe sich also zunächst die +leeren+
-Farbenkasten an und wähle dann seine Farben selbst aus, da in den
-käuflichen, gefüllten Farbenkasten manche unentbehrliche Farbe fehlt
-und umgekehrt manche nicht taugliche vertreten ist. Welche Farben man
-nun wähle, hängt einestheils vom wirklichen Bedürfniß, andererseits
-von individuellen Ansichten ab. Ich gebe daher nunmehr eine Aufzählung
-derjenigen Farben, welche für +alle+ Zwecke der Landschaftsmalerei
-genügen, wobei diejenigen Farben, welche dem Anfänger unbedingt mehr
-oder weniger nothwendig d. h. unentbehrlich sind, mit gesperrter
-Schrift gedruckt sind. Die mit 1 bezeichneten würden in ganzen Stücken
-(oder Näpfchen), die mit 2 in halben, die mit ~T~ in „~tubes~“ und
-~Gamboge~ im Naturzustand anzuschaffen sein.
-
- ~+Gamboge+~
- ~+Indien Yellow 1+~
- ~+Yellow Ochre 1+~
- ~+Naples Yellow 2+~
- ~Raw Sienna 2~
- ~+Chrimson Lake 1+~
- ~+Light Red 1+~
- ~+Rose Madder T+~
- ~+Brown Madder T+~
- ~Purple Madder 2~
- ~+Indian Red 2+~
- ~Vermilion 2~
- ~+Cobalt 1+~
- ~+French Blue 1+~
- ~+Indigo 1+~
- ~Prussian Blue 2~
- ~+Brown Pink T+~
- ~Emerald Green 1~
- ~Oxyde of Chromium 2~
- ~Neutral Orange 2~
- ~+Mars Orange 2+~
- ~+Burnt Sienna 1+~
- ~Sepia 2~
- ~+Vandyke Brown T+~
- ~Burnt Umber 2~
- ~Raw Umber 2~
- ~Lemon Yellow 2~
- ~Aureolin 2~
- ~Cadmium 2~
- ~+Lamp Black 2+~
- ~+Blue Black 1+~
- ~+Payne’s Grey 2+~
- ~Neutral Tint 2~
- ~+Chinese White T+~
- ~Bistre 2~
- ~Olive Green 2~.
-
-Um noch einen weiteren Anhaltspunkt zu bieten, will ich nachstehend
-den Gehalt der 20 Fächer eines für das Malen im Freien eingerichteten
-Blechkastens angeben, mit welchem ich noch nie in Verlegenheit gerathen
-bin. Wo eine Nummer zwei Farben enthält, sind in der betreffenden
-Abtheilung zwei +halbe+ Näpfchen enthalten: 1) ~Cobalt~, 2) ~French
-Blue~, 3) ~Indigo~, 4) ~Payne’s Grey~ -- ~Neutral Tint~, 5) ~Lamp
-Black~ -- ~Blue Black~, 6) ~Chrimson Lake~, 7) ~Brown Madder~, 8)
-~Rose Madder~, 9) ~Indian Red~ -- ~Vermilion~, 10) ~Light Red~, 11)
-~Gamboge~, 12) ~Indian Yellow~, 13) ~Yellow Ochre~, 14) ~Raw Sienna~
--- ~Raw Umber~, 15) ~Naples Yellow~ -- ~Chinese White~, 16) ~Burnt
-Sienna~, 17) ~Vandyke Brown~, 18) ~Sepia~ -- ~Burnt Umber~, 19)
-~Brown Pink~, 20) ~Oxyde of Chromium~ -- ~Emerald Green~. Zu diesem
-Kasten schafft man sich noch das Wassergefäß an, welches in einem
-köcherartigen Behälter steckt, dessen beide Theile an den geöffneten
-Kasten gehängt und dann mit Wasser gefüllt werden.
-
-Eine auf langjährige Erfahrung basirte, vorzugsweise für Personen,
-welche viel und dabei oft im Freien malen, geeignete und zugleich
-möglichste Vollständigkeit anstrebende Zusammensetzung ist folgende,
-welche ich kürzlich den Herren ~Dr.~ F. Schönfeld & Co. angegeben habe.
-
- I. in Tuben: 1) ~Chrimson Lake~, 2) ~Brown Madder~, 3) ~Rose
- Madder~, 4) ~Indian Yellow~, 5) ~Gamboge~, 6) ~Yellow Ochre~, 7)
- ~Burnt Sienna~, 8) ~Vandyke Brown~, 9) ~Brown Pink~, 10) ~French
- Blue~, 11) ~Cobalt~, 12) ~Chinese White~.
-
- II. in ganzen Näpfchen: 1) ~Indigo~, 2) ~Light Red~.
-
- III. in halben Näpfchen: 1) ~Neutral Tint~, 2) ~Payne’s Grey~, 3)
- ~Lamp Black~, 4) ~Blue Black~, 5) ~Indian Red~, 6) ~Vermilion~,
- 7) ~Raw Sienna~, 8) ~Raw Umber~, 9) ~Naples Yellow~, 10) ~Lemon
- Yellow~, 11) ~Sepia~, 12) ~Burnt Umber~, 13) ~Oxyde of Chromium~,
- 14) ~Emerald Green~, 15) ~Purple Madder~, 16) ~Prussian Blue~, 17)
- ~Mars Orange~, 18) ~Aureolin~, 19) ~Grünblau Oxyd~, 20) ~Red Lead~.
-
-Diese Zusammenstellung, welcher Kenner Beifall zollen werden, wenn auch
-der eine diese, der andere jene Farbe als überflüssig oder fehlend
-bezeichnen dürfte, läßt sich selbstverständlich auch auf Farben in
-Tafelform etc. anwenden und je nach besonderen Bedürfnissen ergänzen.
-Dieselbe enthält aber alles was man selbst bei ausgedehnterer Praxis
-wünschenswerth finden wird.
-
-Schließlich möchte ich ganz besonders das +Reinhalten+ der Farben und
-Pinsel, wie der Palette empfehlen, obgleich die Meinung, eine recht
-schmierige Palette und gründliche Unordnung in den Utensilien begründe
-ein gewisses künstlerisches oder geniales Ansehen, ziemlich verbreitet
-ist. +Reine+ Waschungen von Tönen lassen sich überhaupt nur mit frisch
-aufgeriebenen Farben herstellen, nicht aber mit alten, bereits mehrfach
-naß gewesenen Resten, welche sich bei Zusatz von Wasser in der Regel
-zersetzen. Es fällt mir hierbei ein, daß Künstler auf Anfragen nach
-einem gewissen Farbenton eines Bildes nicht selten mit der Angabe
-antworten, daß sie das Bild mit dem „Schmutz“ oder den Resten auf der
-Palette gemalt hätten. Beruhen derartige Angaben auf Wahrheit, so sind
-eben gerade die für die betreffende Stimmung passenden Farben auf der
-Palette gewesen; allein mit beliebigen Farbenresten kann man deßwegen
-noch kein Bild von bestimmtem Colorit zu Wege bringen, wenigstens in
-weitaus den meisten Fällen nicht.
-
-
-
-
-II. Die Farbentheorie.
-
-
-Einen ersten Einblick in die Zusammensetzung der Farben möge folgende
-kurze Skizze bieten: Man unterscheidet dreierlei Farben, +primäre+,
-+sekundäre+ und +tertiäre+. Die drei +primären+ Farben sind +Gelb+,
-+Roth+ und +Blau+. Sie repräsentiren natürliche, klare und prismatische
-Farben und können nicht durch Combination dargestellt werden.
-
-Die drei +sekundären+ Farben sind ebenfalls klare prismatische, aber
-aus der Mischung von zwei primären entstanden.
-
- Gelb } Gelb } Roth }
- } +Orange+. } +Grün+. } +Violett+.
- Roth } Blau } Blau }
-
- Contraste: Blau Roth Gelb.
-
-Die +tertiären+ Farben sind gebrochene, d. h. mehr oder weniger
-unreine, trübe, nicht prismatische, entweder aus drei primären, oder
-aus zwei sekundären hergestellte Farben.
-
- Orange } Orange } Grün }
- } +Olive+. } +Rothbraun+. } +Grau+.
- Grün } Violett } Violett }
-
- Contraste: Violett Grün Orange.
-
-Die tertiären Farben nun, welche durch Abänderung der
-Mischungsverhältnisse auf das vielfältigste nüancirt werden können,
-sind es, mit welchen wir in der Landschaft fast ausschließlich zu
-arbeiten haben, da jede Abweichung von der prismatischen Farbe einen
-tertiären Ton liefert. Die verschiedenen Nüancen von Grau, Braun,
-gebrochenem Grün, gebrochenem Roth etc. gehören alle hierher, da sie
-sämmtlich aus Roth, Gelb und Blau entstanden sind.
-
-Bei Mischung der gebrochenen tertiären Farben ist zu bemerken, daß
-wenn die dritte Farbe in zu großer Menge zugesetzt wird, leicht
-Schmutzfarben entstehen.
-
-Dunkle gebrochene Farben werden in zahllosen Tönen unter dem
-Collectivnamen „+Braun+“ zusammengefaßt. Es finden sich hierunter
-sehr ausgeprägte charakteristische Tonreihen, für deren genauere
-Bezeichnung die Sprache keinen Namen hat, welche aber nach der
-vorherrschenden Grundfarbe, als Gelb-, Roth-, Grau-, Schwarz-, Grün-
-etc. +Braun+ benannt werden. Da nun Gelb und Roth in Braun stets gegen
-Blau vorherrschen, so kann man +Braun+ im Allgemeinen auch als Mischung
-von +Orange+ mit wenig +Blau+ ansehen.
-
-Unter +warmen+ Farben versteht man diejenigen, in welchen Roth und
-Gelb vorherrschen, doch bedingt Gelb +allein+ den Charakter der Wärme
-häufig nicht, wie z. B. Gelbgrün (Gelb und wenig Blau) kein warmes
-Grün genannt werden kann, welches erst durch weitere Beimischung von
-etwas Roth entsteht. -- Je mehr dagegen Blau in der Farbe vorherrscht,
-desto mehr tritt der Charakter der Kälte vor. In gleicher Weise wirkt
-Weiß und neutrales Grau. Folgende Eigenthümlichkeit der warmen Farben
-verdient besondere Beachtung.
-
-Bei wachsender Helle wird die Lichtstärke warmer Farben in
-erheblicherem Grade wachsen wie die der kalten. Bei höchstem Licht,
-wie z. B. in voller Sonne, verlieren jedoch die Farben dermaßen an
-Sättigung, daß sie weißlich erscheinen, ohne indessen den Charakter
-von Wärme oder Kälte hierbei zu verlieren. Bei abnehmender Lichtstärke
-tritt dagegen das umgekehrte Verhältniß ein, indem bei den warmen
-Farben der Verlust an Licht rascher zunimmt als bei den kalten, so
-daß bei fortgesetztem Sinken der Heiligkeit Roth auf einem gewissen
-Punkt dem kälteren Violett gleich und von da an dunkler erscheint als
-letzteres.
-
-Die oben zur ersten Orientirung vorgetragenen Sätze der Theorie der
-Farbe stehen zwar mit neueren Ansichten der exacten Wissenschaft
-theilweise im Widerspruch, allein diese auf älteren Ansichten
-beruhende Darlegung (Field, Göthe etc.) ist bei ihrer Einfachheit
-immerhin für die Praxis sehr wichtig, so daß sie, ähnlich wie in der
-Botanik das System Linné’s, trotz ihrer Mängel stets beibehalten werden
-wird.
-
-In den letzten Decennien ist vieles über die Theorie der Farbe
-veröffentlicht worden und lasse ich eine kurze Darstellung des
-Wissenswerthesten aus diesem Gebiete folgen. Die wissenschaftlichen
-Erörterungen über Farbentheorie haben eigentlich für den Maler von Fach
-nur sehr geringen Werth, indem derselbe seine Bestimmung arg verfehlt
-hätte, wenn er genöthigt wäre, sich die deßfallsigen Kenntnisse erst
-aus Büchern anzueignen, denn wem der Farbensinn nicht angeboren ist,
-der wird auch durch Studium wenig zu dessen Ausbildung beitragen.
-Dabei kommt auch weiter in Betracht, daß der Landschafter, besonders
-der Architekturmaler, an das natürliche Colorit der Gegenstände mehr
-oder weniger gebunden ist, und hätte es aus diesem Grunde auch bei
-obiger flüchtiger Orientirung sein Bewenden haben können. Da ich
-aber nicht für Maler, sondern für Dilettanten schreibe, welchen es
-erwünscht sein dürfte, zu einem bewußten Urtheil über farbige Werke
-überhaupt gelangen zu können, so habe ich geglaubt, eine knappe
-Darstellung dieses Gegenstandes hier anreihen zu sollen. Wer sich über
-diese noch nicht abgeschlossenen Arbeiten eingehender zu unterrichten
-wünscht, wird in den Eingangs aufgeführten einschlagenden Werken
-reiches Material finden. Es bleibt nur zu bedauern, daß die Ansichten
-der Schriftsteller, welche Aesthetik und Theorie der Farbe behandelt
-haben, hinsichtlich des Werthes der Farbenzusammenstellungen sehr von
-einander abweichen, was zum Theil durch den hierbei stark mitwirkenden
-persönlichen Geschmack bedingt ist, so daß Leistungen, welche von dem
-einen als außerordentlich gepriesen wurden, von anderen als Hohn auf
-den guten Geschmack bezeichnet worden sind. Der Anfänger mag indessen
-hieraus ersehen, daß innerhalb aller Regeln dem künstlerischen Schaffen
-immer noch ein weiter Spielraum bleibt und daß selbst allgemein gültige
-Grundsätze zuweilen ignorirt werden können, was indessen nur vom Genie
-gelegentlich geschehen mag und hier in keiner Weise befürwortet werden
-soll.
-
-Zur übersichtlichen Orientirung über die Farbe dient der Farbenkreis,
-deren einfachster von Göthe dargestellt worden ist. Er wird dargestellt
-durch eine mittelst dreier Durchmesser in sechs gleiche Sektoren
-getheilte Kreisfläche, auf welcher die primären und sekundären Farben
-so aufgetragen sind, daß die Sektoren 1, 3 und 5 mit Gelb, Roth und
-Blau, die Sektoren 2, 4 und 6 mit Orange, Violett und Grün bezeichnet
-sind.
-
-Im zwölftheiligen, von Brücke gegebenen Farbenkreise sind folgende
-sechs Farbenpaare als complementäre verzeichnet:
-
- 1 Gelb Blau
- 2 Orange Grünblau
- 3 Roth Blaugrün
- 4 Carmoisin Spangrün
- 5 Purpur Grasgrün
- 6 Violett Grüngelb.
-
-Einen noch ausführlicheren vierundzwanzigtheiligen Farbenkreis hat
-Adams in seinem unter viel sonderbarer Schwärmerei doch auch manches
-Gute und Lesenswerthe enthaltenden Buche: Die Farbenharmonie in ihrer
-Anwendung auf die Damentoilette, gegeben.
-
- Roth ~P.~ Gelb Blau
- Rothorangeroth 3 Gelbgrüngelb Blauviolettblau
- Rothorange 2 Gelbgrün Blauviolett
- Orangerothorange 3 Grüngelbgrün Violettblauviolett
- Orange 1 Grün Violett
- Orangegelborange 3 Grünblaugrün Violettrothviolett
- Gelborange 2 Blaugrün Rothviolett
- Gelborangegelb 3 Blaugrünblau Rothviolettroth.
-
-Eine Linie im Farbenkreise von Grün nach Roth gezogen, trennt die
-warmen Töne von den kalten. Der wärmste Ton Gelborange steht auf der
-Seite der warmen Farben in der Mitte zwischen Roth und Grün, der
-kälteste Blauviolett auf der entgegengesetzten.
-
- Die auf der mit 1 bezeichneten Linie stehenden Töne sind
- Sekundärfarben erster Ordnung, d. h. Mischfarben von 2 Primären zu
- gleichen Theilen.
-
- Die mit 2 bezeichneten sind Sekundärfarben zweiter Ordnung, d.
- h. Mischfarben aus einer Primär- und einer Sekundärfarbe erster
- Ordnung, oder aus zwei Theilen der einen und einem Theile der
- andern Primärfarbe.
-
- Die Sekundärfarben dritter Ordnung (3) sind Mischfarben aus einer
- Primär- oder Sekundärfarbe erster Ordnung, mit einer Sekundärfarbe
- zweiter Ordnung.
-
-Im ersten Fall besteht die Mischung aus drei Theilen der einen und
-einem Theil der andern, -- im zweiten Fall aus drei Theilen der einen
-und zwei Theilen der andern Primärfarbe.
-
- So besteht z. B. Gelborangegelb aus Gelb 3 und Roth 1
- Gelborange „ 2 „ „ „
- Orangegelborange „ 3 „ „ 2
- Orange „ 1 „ „ 1
- Orangerothorange „ 2 „ „ 3
- Rothorange „ 1 „ „ 2
- Rothorangeroth „ 1 „ „ 3
-
-Diese Farbenkreise mit räumlich gleichgroßen Feldern, deren von
-verschiedenen Autoren noch sehr verschiedenartige, mit 36, 48 und mehr
-Sektoren, mit entsprechenden abweichenden Nomenklaturen aufgestellt
-worden sind, werden als +physikalische+ bezeichnet. Diesen gegenüber
-stehen die +physiologischen+, auf welche die neuere Wissenschaft
-größeren Werth legt. Sie zeigen von ersteren abweichende Verhältnisse,
-deren eingehende Erörterung außerhalb des Rahmens dieses Buches liegt.
-
-Die auf diese Farbenkreise sich stützenden Theorien finden nun
-vorzugsweise ihre Nutzanwendung in größeren chromatischen Compositionen
-besonders im polychromen Ornament, nicht weniger aber auch im
-Historienbild wie bei der figürlichen Darstellung überhaupt, sowie
-im Stillleben. In Landschaft und Architektur tritt sie, von Staffage
-abgesehen, sehr zurück, allein Kenntniß der einschlagenden Verhältnisse
-läßt oft erfreulich wirkende Modifikationen der gegebenen Töne zu.
-
-Im Allgemeinen bemerke man, daß jede Farbe durch ihre
-Complementärfarbe, ihren Contrast, gehoben wird, sowie daß
-Zusammenstellungen von im Farbenkreise einander zunächst gelegenen
-Farben unerfreulich wirken und zwar aus dem Grund, weil das Auge in
-jeder von zwei benachbarten Farben die Complementärfarbe der andern
-hervorzurufen bestrebt ist. So sieht Roth neben Orange scheinbar blauer
-aus, neben Rothorange aber nicht allein blauer, sondern auch trüber;
-Orange neben Gelb röther und trüber etc.
-
-Derartige Verbindungen von Farben werden erst gut, wenn zwischen
-beiden Farben im zwölftheiligen Farbenkreise wenigstens drei Töne
-liegen. +Ganz unbedeutende+ Aenderungen der Farbe liefern dagegen
-+sehr brauchbare+ Töne, wie wir gerade in Landschaft und Architektur
-zu beobachten beständig in der Lage sind und wird auch bei dekorativen
-Malereien so gerne von nahe gelegenen Tönen ausgiebiger Gebrauch
-gemacht. Die Töne sind aber hier nicht als verschiedene Farben, sondern
-als kleine Nüancen derselben Farbe zu betrachten. Man sehe aber bei
-Anwendung so kleiner Farbenintervalle darauf, daß der +wärmere+ Ton
-auch der +hellere+ sei.
-
-In chromatischen Compositionen werden die Hauptfarben in der Regel zu
-zweien als Paare oder zu dreien verbunden, wobei noch Schwarz, Weiß und
-Grau und selbst lebhaftere Töne, aber in geringer räumlicher Ausdehnung
-und ohne mit den Hauptfarben in schädliche Berührung zu kommen, benutzt
-werden können. Jede Hauptfarbe kann außerdem in mehreren helleren und
-dunkleren Tönen auftreten, sowie um ein kleines Intervall abweichen.
-Was die Zusammenstellung der Farben nach Paaren betrifft, so kräftigen
-die Ergänzungsfarben sich zwar gegenseitig, aber ein allgemein gültiges
-Gesetz läßt sich nicht aufstellen, da deßfallsige Regeln nicht für alle
-Farbenpaare gelten. -- So z. B. bildet Roth als +Karmin+ oder +Krapp+
-seine besten Combinationen mit Blau und Grün. Erstere ist allgemein
-als gut anerkannt, letztere nicht. Die Wirkung bessert sich, wenn man
-beide Farben in einer gewissen Tiefe hält, oder aber, bei lichteren
-Tönen, Roth und Grün theilweise oder ganz durch Weiß trennt. -- Roth
-und Gelb ist weniger zu empfehlen, außer mit Weiß, desto mehr Roth mit
-Goldgelb, wobei auch Schwarz gut wirkt. Mit Letzterem allein wirkt Roth
-ernst, je nach der Nüance aber prächtig.
-
-Zinnober bildet seine besten Verbindungen mit Blau. Mit Grün wirkt
-seine Verbindung noch greller wie die von Grün mit Krapproth; auch mit
-Gold wirkt er nicht so gut wie Krapp und mit Schwarz ist die Wirkung
-etwas gewaltsam, und vorsichtig zu verwenden, unter Umständen aber
-imposant.
-
-In folgenden Zeilen gebe ich nunmehr eine Uebersicht über die Wirkungen
-spezieller Farbencombinationen, wie solche in größeren Compositionen
-zum Ausdruck kommen.
-
-+Mennig+ wirkt gut mit hellerem Blau, schreiend mit Blaugrün, sehr
-angenehm aber mit hellem Gelbgrün. Mit Gelb wirkt es nicht gerade
-schlecht und mit Orange läßt es sich zu einem kleinen Intervall
-verbinden. Zwischen großen und kleinen Intervallen besteht also hier
-keine eigentlich schlechte Combination. Mennig wirkt schließlich
-vortheilhaft mit neutralem Grau.
-
-+Orange+ wirkt +hell+, prachtvoll mit Ultramarin. Nimmt man es aber
-dunkel, also braun, so geht der vorherige prächtige, glanzvolle
-Eindruck total verloren und es resultirt eine wirklich traurige
-Combination, welche auch von älteren und neueren Malern mehrfach für
-entsprechende Stimmungen gewählt worden ist. Mit Grün wirken seine
-dunklen Töne (also Braun) ebenfalls gut. Orange kann auch mit Violett
-verbunden werden, besonders wenn noch Grün, oder grünliches Gelb
-hinzutritt. Schlechter ist die Verbindung mit Purpur und Carmoisin,
-doch wird es auch hier in Anwendung gebracht, besonders als kleines
-Intervall zu Gelb, welches mit Purpur eine brillante Verbindung liefert.
-
-Goldgelb wirkt leidlich mit Cobalt, am besten mit Ultramarin, mit
-welchem es eine der brillantesten Combinationen bildet. Prächtig wirkt
-es auch mit Violett und Purpur, weniger mit Carmoisin und Krapproth.
-
-Metallisches Gold, welches im Aquarell selbstverständlich wegfällt,
-paßt zu allen gesättigten Farben; besonders wirksam sind die
-Verbindungen mit Ultramarin, tiefem Roth -- dann mit Dunkelgrün und
-Hellblau.
-
-Canariengelb paßt am Besten zu Violett, besonders zu dessen dunklen
-Schattirungen, sodann zu Purpur und Carmoisin, deren Verbindungen mit
-Goldgelb jedoch besser sind, was in noch höherem Grade von Blau gilt.
-Abscheulich sind die Combinationen mit Blaugrün.
-
-Gelbgrün wirkt am besten mit Violett, nächst diesem mit Purpur und
-Carmoisin, besonders unter Einführung von Weiß. -- Die Combinationen
-mit Krapp und Zinnober sind hart aber kräftig. Mit Mennig wirkt es noch
-ziemlich, nicht gut aber mit Blau.
-
-+Grasgrün+ bildet mit Violett und Purpur-Violett gute Verbindungen,
-welche allein, oder mit Weiß, mit und ohne Schwarz angewendet werden
-können. Verbindungen mit tiefem Roth sind gut, was auch Gegentheiliges
-über solche vorgebracht worden ist, mißlich aber solche mit Blau, welch
-letzteres dann vorherrschen muß.
-
-+Spangrün+ ist schwer zu behandeln. Es liefert mit Violett, Purpur,
-Roth und Orange wirksame, aber meist etwas schreiende, mit Gelb und
-Blau aber schlechte Combinationen, weßhalb es mit Weiß zu trennen ist;
-durch gleichzeitige Anwendung von Gold wird sein schreiender Ton sehr
-gemildert.
-
-+Meergrün+ wirkt gut mit Mennig und Zinnober, wenn es gegen diese
-in der räumlichen Ausdehnung stark überwiegt, da die Wirkung sonst
-zu grell ist. Ungewöhnliches Feuer zeigen feine Verzierungen in
-letzteren Tönen auf meergrünem Grunde. Auch die Verbindungen mit
-Violett, Purpur und Carmoisin sind nicht schlecht und vielfach von
-den Italienern, besonders von P. Veronese angewendet worden; als bloß
-binäre Verbindungen sind dieselben aber nicht brauchbar, ebensowenig
-wie solche mit Blau oder Gelb.
-
-Ueber Blau, Violett, Purpur und Carmoisin bleibt nichts zu sagen übrig,
-da solche bereits in den abgehandelten Farben Erwähnung gefunden haben.
-
-Im Ganzen wirken Zusammenstellungen von zwei Farben weniger
-befriedigend als solche mit dreien.
-
-Bei Zusammenstellung von drei Farben wählt man aus dem zwölftheiligen
-Farbenkreise immer je den 1., 5. und 9. Ton (im vierundzwanzigtheiligen
-den 1., 9. und 17.). Es kann somit auf jede beliebige Farbe des
-Farbenkreises eine Triade construirt werden, die häufigste Anwendung
-finden aber folgende Zusammenstellungen:
-
-Die wirksamste derselben bilden Roth, Blau und Gelb (oder Gold),
-besonders als Gold, Ultramarin und Zinnober. Wird hier jedoch ersteres
-durch Gelb ersetzt, so muß man statt des letzteren ein tieferes Roth
-oder zwei verschiedene Töne wählen. Nicht minder wirksam ist die von P.
-Veronese mit Vorliebe angewendete Triade: Purpur, Hellblau und Gelb.
-Bei Anwendung von Gold sind die Töne tiefer zu nehmen. Auch Silbergrau
-macht sich hierbei oft günstig. Karmin, Gelbgrün und Ultramarin war
-ebenfalls bei den Italienern der guten Zeit beliebt.
-
-Tiefes Roth (=Carmoisin) gibt mit Grün und Gold eine untadelhafte
-Combination. Gelb anstatt Gold wirkt hier etwas beleidigend, aber gut
-bei Lampenlicht.
-
-Auch Orange, Grün (Spangrün) und Purpurviolett ist sehr brauchbar
-(mittelalterliche textile Arbeiten) und zu jeder dieser
-Zusammenstellungen können Schwarz, Weiß, Gold und Silber hinzutreten.
-
-Bei Zusammenstellungen von vier Farben wählt man am Besten zwei gute,
-im Farbenkreise ziemlich dicht bei einander stehende Paare, z. B.
-Purpur mit Grün oder Zinnober mit Blau und sucht die schädlichen
-Contraste, durch trennende Contouren oder sonstige geschickte Anordnung
-aufzuheben. Doppelpaare anderer Art erhält man, wenn man zu zwei Farben
-eine dritte, Gold oder Silber, Schwarz oder Weiß, so hinzutreten läßt,
-daß sie im Totaleindruck mit denselben Mischfarben erzeugt, was in
-maurischen Ornamenten häufig vorkommt.
-
-Im vierundzwanzigtheiligen Farbenkreise haben die Viertöne (1, 7,
-13, 19) ein etwas verwickeltes Verhältniß, indem zwei Töne keine
-Consonanzen mehr bilden und weniger befriedigend als Triaden wirken.
-Angenehmer, wenn auch etwas unruhig, wirken hier die Sechstöne (1, 5,
-9, 13, 17, 21).
-
-Im 24theiligen Farbenkreise lassen sich überhaupt auf ganz willkürliche
-Art harmonische Combinationen bilden, wenn man +solche+ Farben wählt,
-die nach Addition ihrer Mischungsverhältnisse die drei Primärfarben +zu
-gleichen Theilen+ enthalten. Zu zwei ganz beliebig gewählten findet man
-durch Rechnung dann leicht die dritte.
-
-Verwickelte Verhältnisse sind übrigens möglichst zu meiden, obgleich
-sich solche stets auf die obenerwähnten einfachen zurückführen lassen.
-
-Was die Verbindungen mit +Weiß+, +Schwarz+ und +Grau+ betrifft, so
-liefern +helle+ Farben, wie Hellblau, Rosa, tiefes Gelb, Hellgrün,
-Orange und Gold mit +Weiß+ die günstigste Wirkung. Neben dunkeln Farben
-wirkt Weiß ungünstig, schreiend aber neben Roth. Mannigfaltiger sind
-die Combinationen mit +Schwarz+, in welchen die eben angegebenen hellen
-Töne noch wirksam zu verwenden, besser aber durch +warme+ Farbentöne
-zu ersetzen sind. Gelb erfordert neben Schwarz, um nicht zu verlieren,
-die Anwesenheit einer leuchtenden Farbe. Verbindungen von Schwarz mit
-dunklem Grün, Blau und Violett sind gänzlich zu meiden, da Schwarz hier
-gern die betreffende Complementärfarbe annimmt, was höchst störend
-wirkt. Sehr wirksam erscheint Schwarz als zwei helle Farben trennend.
-
-Günstig und bei geschmackvoller Verwendung oft reizend wirken
-Farbenverbindungen mit neutralem +Grau+ mittlerer Helle, welches hellen
-Tönen gegenüber dunkel und umgekehrt erscheint. Gleich gut eignet es
-sich zur Trennung oder Verbindung heller Töne und glanzvolle Wirkung
-ergibt die Verbindung mit Mennig, Orange und Scharlachroth. Seine
-Anwendung erfordert aber insoferne Vorsicht, als es auf +farbigem
-Grund+ leicht in der Complementärfarbe desselben erscheint und z. B.
-auf Carminroth intensiv grün wirkt.
-
-Von den Paaren der Complementärfarben sind am meisten Ultramarin mit
-Gelb und Cyanblau mit Orange im Gebrauch, besonders in Glasfenstern und
-Seidenstoffen, nächstdem Violett und Gelb, in welchen Fällen letzteres
-zwar ohne Nachtheil nach Roth hin, sehr selten aber nach der grünen
-Seite hin, ohne eine unerfreuliche Wirkung zu äußern überschritten
-werden kann, welche Thatsache noch einer genügenden Erklärung harrt.
-
-Am Wenigsten im praktischen Gebrauch, wenigstens ohne Zusatz
-anderer Farben sind die blaugrünen und grünen Töne mit ihren
-Complementärfarben, weil hier das Schreiende am störendsten
-hervortritt, was entweder durch den Gebrauch blasser Töne vermieden
-wird, oder aber dadurch, daß man einen der Töne viel dunkler hält.
-
-Was nun die schlechten Combinationen betrifft, so sind solche in
-der Regel entweder zu grell und hart, oder eine Farbe schädigt die
-andere. Ersterer Fall kommt auffallender Weise nicht selten bei
-Complementärfarben vor, z. B. bei Spangrün und Carmoisin etc.
-
-Es üben übrigens auch manche Farben eine grelle Wirkung nebeneinander
-gebracht aus, ohne daß solche gerade Complementärfarben wären. So
-machen sich Zinnober und lichtes Chromgelb neben einander greller,
-als das dem ersteren complementäre Blaugrün oder das dem letzteren
-complementäre Blau. Wo Gelb neben Roth tritt, empfiehlt es sich daher
-ersteres hell, nicht intensiv zu halten.
-
-Eine Combination ist in zweiter Linie mangelhaft, sobald in ihr zu
-viele von den verschiedenen Farben fehlen, welche zusammen Weiß bilden.
-Man könnte hieraus schließen, daß die Combination desto schlechter
-sei, je näher sich zwei Farben im Farbenkreise stehen, allein diese
-Folgerung läßt im Stich, da Combinationen von gleichem Abstand im
-Kreise sich ganz verschieden verhalten. Thatsache scheint aber, daß
-der Mangel da am stärksten auftritt, wo Roth nicht vertreten ist,
-wie wir z. B. bei Ultramarin und Grün den Mangel stärker empfinden
-als bei deren Complementärfarben Blaugrün und Gelb. Mangelhafte
-Combinationen können nun zwar durch eine auf mechanische Weise leicht
-zu ermittelnde Farbe ergänzt oder vervollständigt werden, allein die
-durch Rechnung gefundene Farbe ist gerade nicht immer die passendste
-und es ist daher weniger Werth darauf zu legen, daß die Verbindung
-genau vervollständigt werde, als daß vielmehr die gesuchte Farbe sich
-mit einer der ursprünglichen zu einem guten Intervall verbinde. Soll z.
-B. die Combination von Ultramarin mit Grün verbessert werden, so können
-dazu alle zwischen Goldgelb (durch Roth) und Purpurviolett liegenden
-Töne genommen werden; die Vervollständigung kann auch durch zwei Farben
-bewirkt werden, so daß die neuen mit den ursprünglichen mehr oder
-weniger vollständige Verbindungen bilden.
-
-Die schädlichen Contraste kommen nur bei den mangelhafteren
-Verbindungen vor, so bei Mennig und Carmoisin, Blau und Violett etc.,
-indem hier, wie bereits oben erwähnt, stets durch die eine Farbe ein
-die andere schädigender Contrast hervorgerufen wird. Man kann der
-geschädigten Farbe aber dadurch aufhelfen, daß man die Farbe, durch
-welche sie beeinträchtigt wird, verdunkelt, oder im Raume beschränkt
-oder aber dadurch, daß man sie mit einer günstigeren Farbe in Berührung
-bringt.
-
-Die Farben besitzen noch die Eigenschaft sich gegenseitig zu verdrängen
-und sogar aufzureiben, was sich zunächst in der quantitativen Wirkung
-zeigt, wo die größere Masse die kleinere herabdrückt oder umwandelt.
-Liegen mehrere ungleich große Partien ähnlicher Töne unmittelbar neben
-einander, so scheinen die kleineren Flächen sich im Ton den größeren
-zu nähern, so daß der Unterschied in der Farbe häufig nur schwer
-sichtbar bleibt. Trennt man aber die Töne mittelst schmaler hellerer
-oder dunklerer weißer oder schwarzer Streifen etc., so erhält jeder Ton
-sofort seine ursprüngliche Stärke wieder.
-
-
-
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-Praktischer Theil.
-
-
-
-
-I. Bemerkungen über Licht und verschiedene Manipulationen.
-
-1. Licht.
-
-
-Beim Malen ist ein gleichmäßiges und +von Reflexen freies Licht+
-wünschenswerth. Ein Zimmer mit nach Norden gerichteten Fenstern dürfte
-sich am meisten empfehlen, weil ein solches, bei uns wenigstens, das
-gleichmäßigste Licht hat. Steht aber ein derartiges Zimmer nicht zu
-Gebot, so vermeide man unter allen Umständen, unter Einwirkung direkter
-Sonnenstrahlen zu arbeiten, da unter dem Einfluß derselben das Auge
-irre geführt wird und dann in der Regel die Schatten viel zu tief und
-zu stark eingesetzt werden. Ein unter solchen Umständen zu Stande
-gekommenes Gemälde macht in normaler, gemäßigter Beleuchtung in der
-Regel einen ungemein rohen und grellen Effekt. Wenn irgend thunlich,
-sehe man darauf, daß das Licht von der linken Seite kommt.
-
-
-2. Aufspannen.
-
-Man spanne stets das Papier auf ein Reißbrett auf und zwar so, daß die
-+obere+ Seite des Papieres die Malfläche bildet. Da in dieser Beziehung
-häufig Fehler begangen werden und die untere Seite in der Regel defekte
-Stellen hat, welche erst während des Malens und dann mitunter in sehr
-störender Weise zu Tage treten, so bemerke ich, daß die obere Seite
-diejenige ist, auf welcher, gegen das Licht gehalten, der Name des
-Fabrikanten oder das Wasserzeichen in der richtigen, d. h. zum Lesen
-tauglichen Stellung erscheint. Man biegt alsdann die Ränder nach oben
-etwa einen Centimeter breit um, näßt die untere Seite mittelst eines
-Schwammes tüchtig durch, bringt es dann in die gehörige Lage, bepinselt
-den umgebogenen Rand mit einer gesättigten Lösung von arabischem Gummi
-und drückt dann solchen an das Brett an, worauf man es zum Trocknen
-an einen nicht direkter Ofenhitze ausgesetzten Ort stellt. Nach dem
-Trocknen wird das Papier um so glatter aufliegen, je mehr es durchnäßt
-gewesen ist; jedoch hüte man sich, die Oberfläche, bevor das Papier
-durchaus trocken ist, sei es nun mit einem Tuch, einem Schwamm, oder
-gar mit Gummi, zu reiben oder darauf zeichnen.
-
-
-3. Behandlung der Lichter.
-
-Lichter und hellere Gegenstände sind, wo es thunlich ist, am
-besten auszusparen. Da dies jedoch nicht immer ohne Schädigung der
-einheitlichen Behandlung des Colorits der Umgebung geschehen kann, so
-müssen die Lichter in vielen Fällen ganz unbeachtet bleiben, übermalt
-und später erst, gegen Beendigung der Arbeit hin, hergestellt werden.
-Die nachträgliche Herstellung von Lichtern läßt sich auf dreierlei
-Weise erreichen und zwar: 1) durch +Ausradiren+, 2) durch +Auswaschen+
-mit Wasser und 3) durch +Aufsetzen+ mittelst des Chinesischen Weiß.
-
-1. Der Gebrauch des Radirmessers, welches scharf sein muß, empfiehlt
-sich besonders da, wo viele kleinere und glanzvolle Lichter verlangt
-werden, wie z. B. auf Baumstämmen mit rauher Rinde, beim Schaume von
-Wasserfällen oder dem Spritzen von Wellen, bei Vögeln vor dunkeln
-Wolken, für Grashalme etc. Muß die radirte Stelle, was in der Regel der
-Fall ist, nachträglich noch mit einem leichten Ton übergangen werden,
-so reibe man zuvor mit +reinem+ Gummi -- nicht mit Radirgummi leicht
-darüber weg, glätte alsdann mit dem Elfenbeinstiele des Messers oder
-mit einem Falzbein, worauf das Papier die Farbe so gut annimmt, als sei
-die Fläche nicht verletzt worden.
-
-2. Eine andere in vielen Fällen noch empfehlenswerthere Manier
-besteht darin, daß man die Stelle oder den Strich, welchen man von
-der Farbe befreien will, mit reinem Wasser und nicht zu gefülltem
-Pinsel übergeht (Stellen, welche ihre Farbe behalten sollen, dürfen
-nicht berührt werden), ein wenig wartet, bis die Feuchtigkeit beinahe
-aufgetrocknet ist und dann mit weichem Waschleder, oder Gummi, oder mit
-fest um den Zeigefinger gewickeltem, zartem Löschpapier scharf darüber
-wischt. Diese Prozedur erfordert indessen einige Uebung und man thut
-wohl, sich erst an irgend welchen Farbenklecksen die erforderliche
-Geschicklichkeit anzueignen. Helle, kleinere Gegenstände der Ferne,
-Lichter auf Wasserflächen sowie Grashalme etc. im Vordergrunde lassen
-sich sehr täuschend auf diese Weise wiedergeben.
-
-3. Eine dritte Manier besteht im entsprechenden Auftrage von
-Chinesischem Weiß, welches mit einem spitzen Pinsel in ziemlicher
-Consistenz und mit entschiedenem Strich aufgetragen werden muß.
-Dieses Verfahren ist besonders da zu empfehlen, wo auf dunklerem
-Grunde +farbige+ Gegenstände aufgemalt werden sollen. Angenommen,
-im Vordergrund sei ein Flußufer mit üppiger Vegetation und gelben,
-sich von dem dunklerem Grunde abhebenden Irisblumen darzustellen, so
-würde das Aussparen der Irisblüthen einerseits sehr zeitraubend sein,
-andererseits aber der breiten Behandlung der grünen Blätterbüsche
-entschieden Eintrag thun. In solchem Falle würde man daher besser diese
-Blüthen erst bei Beendigung des Bildes mit Weiß aufsetzen und dieselben
-nach dem Trocknen mit ~Indian Yellow~ oder ~Cadmium~ koloriren, womit
-eine naturgetreue Wiedergabe erzielt würde. Nicht zu empfehlen wäre
-aber, wenn man Gelb und Weiß zusammen mischen und die Blüthen in
-+einem+ Auftrag geben wollte, was eine weit weniger glanzvolle Wirkung
-zur Folge haben würde. Dasselbe Verfahren empfiehlt sich auch, wo nach
-Vollendung eines Bildes einige kleine Figürchen als Staffage aufgesetzt
-werden sollen, deren Aussparen ebenfalls in den meisten Fällen sehr
-hinderlich sein würde. Hier wird die ganze Figur mit ~Chinese White~
-dick aufgesetzt und nach dem Trocknen wie jede andere weiße Fläche
-gemalt, mit dem Unterschiede jedoch, daß hier eine entschiedene
-Pinselführung nothwendig ist, damit nicht durch zu vieles Stricheln und
-Uebergehen der weiße Grund ausgearbeitet werde, was dann nichts weniger
-als erfreulich wirken würde.
-
-Welche von diesen drei Verfahrungsweisen man in einem gegebenen Falle
-anwende, hängt einerseits von der Natur des Gegenstandes, andererseits
-aber auch von dem Geschmack und der Geschicklichkeit des Darstellers
-ab. Es ist jedoch stets im Auge zu behalten, daß man Lichter und
-hellere Stellen größerer Dimensionen besser ausspart, wo nicht
-erhebliche Hindernisse im Wege stehen. Würde z. B. das Gemälde einen
-dunkelgrünlichen See darstellen und im Vordergrunde befänden sich in
-Abständen einige hohe Bäume, deren Stämme vertikale, helle Streifen
-über den See bildeten, so würde das Aussparen dieser Stämme die
-nothwendige, gleichmäßige Behandlung der Wasserfläche fast unmöglich
-machen. Man würde daher die Stämme unbeachtet lassen, solche mit allen
-Wassertönen übergehen und erst nach Fertigstellung der Wasserfläche
-dieselben nach dem unter 2) angegebenen Verfahren herauswischen, dann
-mit den nothwendigen Tönen übermalen und fertig modelliren. Dasselbe
-Verfahren wendet man auch an, wo es gilt, zu dunkel aufgetragene Töne
-aufzuhellen, wobei man in der Regel nur nöthig hat, die betreffende
-Stelle mehrmals mit reinem Wasser zu übergehen und solches dann
-mit Löschpapier aufzutrocknen, worauf der Ton nach dem Trocknen
-heller geworden sein wird. Sollte dies jedoch nicht genügt haben, so
-wiederhole man diese Procedur und reibe nach dem Auftrocknen mit
-Löschpapier die Stelle sanft mit etwas Brodkrume, doch nicht von zu
-frischem Brod.
-
-Im +Allgemeinen+ dürfte das Verfahren des Auswaschens noch am meisten
-zu empfehlen sein und zwar vorzüglich aus dem Grunde, weil an Lichtern,
-welche durch das Radirmesser oder mit Weiß hergestellt worden sind,
-häufig nicht mehr viel zu ändern ist, ohne daß unerwünschte Wirkungen
-hervorgerufen werden. Immerhin sei der Lernende nicht ängstlich, da man
-Aengstlichkeit dem Bilde sofort ansieht und ein keckes Licht, selbst
-wenn es nicht ganz korrekt ausgefallen sein sollte, immer noch besser
-aussieht, als ein ganz korrektes, welches die Aengstlichkeit, unter
-welcher es zu Stande gekommen ist, zur Schau trägt. Weiter ist noch
-zu beherzigen, daß man, welches Verfahren man auch anwende, nie mit
-dem Einsetzen von Lichtern beginne, bevor das Papier absolut trocken
-geworden ist, indem das Bild andernfalls erheblich beschädigt würde.
-
-Viele Lichteffekte, und nicht selten gerade die wirkungsvollsten, sind
-indessen ganz zufällige Resultate, denn sehr häufig laufen die nassen
-Töne in ganz unerwarteter Weise in einander und liefern Effekte, welche
-vielleicht die beste Absicht des Malers nicht wohl in der erhaltenen
-Weise erreicht hätte. Es kommt dies besonders häufig beim Malen nach
-der Natur vor und zwar in Folge der Schnelligkeit, mit welcher man zu
-arbeiten alsdann in der Regel gezwungen ist. Aus solchen Zufälligkeiten
-Vortheil zu ziehen erfordert aber schon einen gewissen Grad von
-Geschicklichkeit und Uebung wie nicht minder Geschmack und etwas
-Phantasie.
-
-Lichtstrahlen, wie sie nicht selten aus Oeffnungen zwischen Wolken
-dem Auge erscheinen, lassen sich sehr vortheilhaft auf folgende Weise
-darstellen. Man nimmt ein Stück starkes Papier mit gerade geschnittenem
-Rand und legt es in der Richtung, welche die darzustellenden Strahlen
-verfolgen, auf den Himmel. Hierauf übergeht man den Theil der Luft
-längs des Papierstreifens mit einem breiten, flachen Pinsel und
-reinem Wasser oder auch mit einem zarten Schwämmchen und trocknet mit
-Löschpapier auf, was den gewünschten Effekt sehr naturgetreu wiedergibt.
-
-
-4. Unfälle beim Malen.
-
-Es kann vorkommen, daß man aus Unvorsichtigkeit einen mit Farbe
-gefüllten Pinsel, oder ein Stück Farbe auf einen Theil des Bildes
-fallen läßt, wo die betreffende Farbe durchaus schädlich wirken
-würde. In solchem Falle nehme man +sofort+ die Farbe mit nassem
-Schwämmchen und ohne viel zu wischen auf, da, wenn dieselbe Zeit
-gehabt hat in das Papier einzudringen, das Entfernen derselben eine
-sehr zeitraubende, mühsame Arbeit ist, welche unter Umständen ganz
-vergeblich sein kann.
-
-Tintenflecke und Tusche sind sehr schwierig zu entfernen. Man läßt
-solche am besten trocknen, radirt sie dann weg und tüpfelt die Stelle
-mit spitzem Pinsel und dem geeigneten Ton vorsichtig aus.
-
-Ist ein bedeutenderer und nicht mehr gut zu bewältigender Unfall
-vorgekommen, so fängt man von Neuem an. Sollte er jedoch im
-Vordergrunde eines umfangreicheren, zum großen Theile fertigen Bildes
-sein, an welches man viel Mühe und Fleiß verwendet hat, so läßt
-sich hier und da der Himmel und die Ferne, nach Umständen auch der
-Mittelgrund noch retten. Je nach der Art des Vordergrundes schneidet
-man alsdann die verschiedenen Gegenstände desselben vorsichtig heraus,
-bis das Bild getrennt ist. (Bei Seestücken etc. schneidet man am
-besten die Horizontlinie durch.) Man wendet hierauf das Papier um
-und schabt mit scharfem Messer die Schnittgrenze möglichst dünn.
-Alsdann spannt man einen neuen Bogen auf, bestreicht solchen bis zu
-den Grenzen des aufzuheftenden Blattes mit Gummi, befeuchtet die
-Rückseite des aufzuklebenden Theiles mehrmals mit dem Schwamm, trocknet
-mit Löschpapier ab und bringt das zu rettende Theil dann auf den
-aufgespannten Bogen. Wird dies sorgfältig ausgeführt, so ist diese
-Reparatur schwer zu sehen und malt man alsdann einen neuen Vordergrund.
-Wo sich erforderliche Aenderungen in kleinerem Maßstabe ausführen
-lassen, bedient man sich am zweckmäßigsten eines um den Zeigefinger
-gewickelten Stückes nassen Waschleders, welche Methode bei kleineren
-Flächen dem Abwaschen mittelst des Schwammes entschieden vorzuziehen
-ist. Der Effekt von Sand auf Wegen und an Ufern läßt sich auf dieselbe
-Weise auf körnigem Papier sehr täuschend nachahmen, indem man so die
-Farbe von den Erhöhungen des Papieres sanft abwischt.
-
-Wo hingegen große Flächen, wie z. B. in der Luft, geändert werden
-sollen, da ist der Schwamm am Platze, welchen man mit reinem Wasser
-füllt, die betreffende Fläche damit geradezu abwascht und dann ruhig
-trocknen läßt.
-
-Ist ein Gegenstand durch häufiges Uebermalen trüb und schmutzig im Ton
-geworden, so überdeckt man denselben, sofern er nicht allzu groß ist,
-mit ~Chinese White~ und malt, sobald dieser Auftrag getrocknet ist, die
-geeigneten Töne darüber, was alsdann so frisch wirkt, als habe man auf
-das weiße Papier gemalt. Bei größeren Gegenständen jedoch empfiehlt
-sich dieses Verfahren nicht und trage man in solchen Fällen den
-entsprechenden Ton mit ~Chinese White~ +gemischt+ auf, was ebenfalls
-frisch wirkt.
-
-
-5. Pinselführung.
-
-Die Art und Weise, wie man den Pinsel zu handhaben versteht, ist von
-großer Wichtigkeit, da von einer sicheren, leichten Pinselführung,
-besonders bei Behandlung des Details, häufig zum großen Theil die
-Wirkung eines Gemäldes abhängig ist. Im Allgemeinen lege man die Hand
-leicht auf, ohne jedoch die freie Bewegung des Handgelenkes und der
-den Pinsel führenden Finger zu beeinträchtigen. Die ersten Töne lege
-man stets kühn und mit einem Strich dem Umrisse entlang an, nicht mit
-ängstlichem Vor- und Rückwärtsschleppen des Pinsels. Es muß auch schon
-hier auf die Wichtigkeit der korrekten Zeichnung hingewiesen werden,
-indem Mangel an Bestimmtheit in der Anlage der Töne in den meisten
-Fällen aus der mangelhaften Zeichnung der Umrisse resultirt. Zu einer
-wirksamen Pinselführung, besonders bei Behandlung größerer Laubmassen,
-sowie in der Bedeckung größerer Flächen mit gleichmäßigem Ton, was in
-nicht ganz geringen Dimensionen bei erster Anlage häufig nothwendig
-ist, gehört ein gewisses Maß von Schnelligkeit und Gewandtheit, und
-diese zu erlangen erfordert Uebung. Der Anfänger beherzige jedoch, daß
-diese mechanischen Schwierigkeiten bei Aufmerksamkeit und Fleiß sehr
-schnell zu überwinden sind. Bei erster Anlage von Tönen sehe man auch
-besonders darauf, eine genügende Portion Farbe angerieben zu haben,
-damit dieselbe nicht schon während der Arbeit aufgebraucht wird, man
-den Pinsel stets füllen kann und die Farbe leicht fließt, denn hierauf
-beruht die Reinheit der Töne. Man vermeide jedoch andrerseits den
-Pinsel mit Farbe zu überfüllen, damit nicht Flecken entstehen. Farbe,
-welche nicht flüssig ist, dringt nicht in das Papier ein, indessen
-verwässere man nicht zu sehr, sondern verdünne nur so weit, als es
-die nothwendige Stärke des Tones erfordert, wobei man beachte, daß
-die Farben im Trocknen stets +heller+ werden. Bei Behandlung von
-Detail ziehe man den gefüllten Pinsel vor der Anwendung etwas seitwärts
-über ein zu diesem Zwecke bereit zu haltendes Papier, damit man eine
-gute Spitze erhält.
-
-Wichtig ist ferner noch, daß man den Pinsel stets in der Richtung
-der Formen führe, also daß man z. B. eine aus horizontalen Brettern
-bestehende Wand nicht etwa mit senkrechten Pinselstrichen anlege.
-
-Der Anfänger mag vielleicht von seinen ersten Farbenaufträgen wenig
-befriedigt sein, denn gleichmäßiger Auftrag und Ton, sowie geschicktes
-Einhalten der Linien erfordern Uebung. Wiederholte Versuche werden
-jedoch erkennen lassen, daß die Technik bei einigem Fleiße weniger
-schwierig ist, als sie Manchem anfangs erscheinen mag.
-
-Man werfe übrigens nie eine Skizze oder ein Bild weg, wie wenig
-befriedigend die Arbeit auch zur Zeit erscheinen möge, indem manches
-gar nicht so schlechte Werk auf diese Weise in momentaner übler Laune
-vernichtet wird, was sehr häufig in der Zeit der ersten Studien nach
-der Natur vorkommt. Ich habe dies vielfach an mir selbst erfahren und
-Skizzen, von welchen ich anfangs sehr wenig erbaut zu sein Ursache zu
-haben glaubte, wurden von Künstlern nicht selten als gelungen erachtet.
-Ist man einer Arbeit überdrüssig, indem man solche für mißrathen hält,
-so lege man sie auf längere Zeit aus den Augen. Betrachtet man sie
-dann später einmal wieder, so sieht man sie in den meisten Fällen mit
-anderen Augen an und findet nicht selten manches Schöne darin, was
-veranlaßt, daran weiter zu arbeiten und dieselbe einem erwünschten
-Ende zuzuführen. An Studien nach der Natur lasse man sich jedoch nicht
-beikommen, etwa zu Hause angekommen, noch etwas +verbessern+ zu
-wollen.
-
-
-6. Umrißzeichnung und erster Ton.
-
-Nachdem das Papier aufgespannt worden, was ich beim Malen im Zimmer
-unbedingt empfehle, und nachdem es absolut trocken geworden ist,
-gilt es, das Darzustellende zu zeichnen. Die Zeichnung, welche sich
-lediglich auf Umrisse ohne Schatten beschränkt, ist hierbei von solcher
-Wichtigkeit, daß ich mich etwas umständlicher darüber zu verbreiten
-für nothwendig erachte, umsomehr, als Manche oberflächlich darüber
-hinwegeilen, in der Meinung, unter dem Malen würde sich alles finden
-und manches Undeutliche oder Unrichtige ließe sich noch verbessern,
-was aber in vielen Fällen zu Enttäuschungen führt. Eine korrekte
-Zeichnung dagegen erspart vieles Unangenehme und läßt eine weit
-sicherere Pinselführung zu, wodurch die Töne hell und klar bleiben.
-Die Umrißlinien zeichne man leicht, aber doch immer so sorgfältig,
-daß unbestimmte, vage Deutungen vermieden werden, sofern solche der
-Gegenstand an und für sich nicht schon mit sich bringt. Wolken zeichne
-man als sehr veränderliche Gegenstände nur äußerst leicht oder noch
-besser gar nicht, sondern gebe sie erst mit dem Pinsel. Die Ferne,
-Gebirg etc. ist ebenfalls nur leicht und zart zu geben, aber doch
-korrekt und mit nicht zu geraden Strichen. Ferne Gegenstände zeichne
-man stets nur in der allgemeinen Form, ohne Detail, wie z. B. bei
-Gebirg die Silhouette genügt. Beim Zeichnen von Bäumen hat man sich
-ebenfalls +bestimmter+ Umrißlinien zu enthalten und letztere sehr
-flüchtig zu geben, da die Ausladungen, wie überhaupt die äußeren Formen
-der Laubtheile eine eigenthümliche, durchaus freie, ungezwungene
-Pinselführung erfordern, welche sich, ohne das Gemälde zu schädigen,
-nicht an eine streng vorgeschriebene Linie binden läßt. Stämme und
-Aeste, soweit solche sichtbar, wie Gegenstände des Vordergrundes
-erfordern schon größere Berücksichtigung des Details. Besonders große
-Aufmerksamkeit bedingen aber architektonische Entwürfe, namentlich die
-Fenster, Thüren, Schornsteine, Giebel, sowie etwaige ornamentale Theile.
-
-Stets vermeide man jedoch die Bleistiftstriche zu stark zu markiren;
-auch reibe man nicht allzuviel mit Gummi, da ein zu starker Gebrauch
-des letzteren die Textur des Papieres angreift.
-
-Nachdem eine korrekte Zeichnung hergestellt ist, bereitet man in einem
-nicht zu flachen Porzellannäpfchen einen flüssigen blassen Ton von
-~Yellow Ochre~, welchem man etwas ~Brown Madder~ zusetzt. Von diesem
-Ton, welcher eine schwache Orangefarbe besitzen muß, bereite man eine
-hinreichende Quantität, nehme dann einen breiten, flachen Pinsel
-und übergehe das ganze Bild mit diesem Ton. Das Brett bringe man in
-geneigte Lage, damit die Farbe nach unten zu fließen geneigt ist, halte
-den Pinsel stets gefüllt und führe solchen in leichten Strichen über
-die Fläche.
-
-Das Bild erhält diesen Unterton aus dem Grunde, weil das weiße
-Papier in den hellsten Lichtern, besonders in denen der Luft, etwas
-roh wirkt. Es bleibt aber zu beachten, daß obiger Ton nur für helle
-Tagesbeleuchtung und sonnige Effekte geeignet ist, während bei
-Abendbildern oder düsteren Stimmungen ~Brown Madder~ vorherrschen
-muß. Statt der angegebenen Mischung lassen sich auch ebensogut ~Mars~
-und ~Neutral Orange~ verwenden, welchem letzteren man für düstere
-Stimmung etwas ~Brown Madder~ zusetzt. Nachdem dieser Ton vollständig
-aufgetrocknet ist, ja nicht früher, übergeht man das Bild sanft mit
-flachem Pinsel und reinem Wasser, wodurch alle nicht in das Papier
-gedrungene Farbe entfernt wird. Man sehe darauf, daß dieser erste
-Ton sich vom weißen Papier nur schwach abhebe, außer bei Darstellung
-intensiv gefärbter Abendhimmel, wo er um mehrere Grade farbiger sein
-darf, da ein zu starker Orangeton bei normaler Beleuchtung das Blau der
-Luft vollständig zerstören würde. Häufigere Praxis wird indessen, wie
-überall so auch hier, der beste Lehrmeister sein.
-
-+Anmerkung.+ Beim Malen nach der Natur verliere man keine Zeit mit
-Untermalen, wo es nicht gerade wünschenswerth oder unbedingt nöthig
-erscheint, wie z. B. bei Abendhimmeln.
-
-
-7. Farbenmischung.
-
-„Es fällt mir so schwer die richtigen Farbentöne durch das Mischen
-heraus zu bekommen“ ist eine Klage, welche man von Anfängern im Malen
-häufig zu hören Gelegenheit hat und mir selbst ist sie nicht erspart
-worden. Da die Natur so unendliche Verschiedenheit in den Farbentönen
-bietet und jeder dieser Töne mehr oder weniger von den zu unserer
-Disposition stehenden Farben abweicht, -- oder mit anderen Worten,
-da fast alles, was wir in der Natur sehen, gebrochene Töne zeigt, so
-ist die Klage in Bezug auf ihr Entstehen eine sehr verständliche.
-Wer sich +gründliche+ Kenntniß der Farbenmischung verschaffen will,
-dem rathe ich folgenden Weg. Er ist etwas umständlich, aber er führt
-sicher zum Ziele. Man lege ein aus gut geleimtem Papier bestehendes
-Heft an und liniire solches in Quadraten von etwa 1 Centimeter. In
-dieses Heft trage man alle in den Kapiteln über das Colorit angegebenen
-Farbenmischungen in etwa nachstehender Weise ein:
-
-1. ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ □ □ □
-
-Das erste Quadrat kolorire man mit einem Ton, worin die erste Farbe,
-also ~Cobalt~, vorherrscht, in dem zweiten halte man die Quantität
-beider Farben gleich und im dritten sei die letztere Farbe im
-Ueberschuß und so fort. Dasselbe gilt auch von den Mischungen aus drei
-Farben, z. B. ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Yellow Ochre~. Hier sei im
-ersten Quadrate ebenfalls die erste Farbe im Ueberschuß, im zweiten die
-Quantität aller gleich und im dritten die letztere Farbe vorherrschend.
-Zur genauen Kenntniß der mit Mischung von +drei+ Farben zu erhaltenden
-Töne und zu einem +vollständigen+ und +klaren+ Einblick in die Natur
-der Mischungsverhältnisse gelangt der Anfänger jedoch besser auf
-folgendem Wege: Er fülle zehn Quadrate mit einer Mischung von drei
-Farben (1. 2. 3.) in folgenden Verhältnissen aus:
-
- 1. Quadrat die 3 Farben in gleichem Verhältniß,
- 2. „ 1 im Ueberschuß, 2 und 3 gleich unter sich,
- 3. „ 2 „ „ 1 „ 3 „ „ „
- 4. „ 3 „ „ 1 „ 2 „ „ „
- 5. „ 1 „ „ 2 weniger, 3 noch weniger
- 6. „ 1 „ „ 3 „ 2 „ „
- 7. „ 2 „ „ 1 „ 3 „ „
- 8. „ 2 „ „ 3 „ 1 „ „
- 9. „ 3 „ „ 1 „ 2 „ „
- 10. „ 3 „ „ 2 „ 1 „ „
-
-Dabei ist zu beobachten, daß man die einzutragenden Töne nicht
-allzusehr verwässere; dieselben müssen zwar durchsichtig, aber immer
-noch ziemlich kräftig in der Farbe sein. Diese Arbeiten sind zwar
-etwas mühsam und ziemlich zeitraubend, aber für genaue Kenntniß der
-Mittel müssen solche als äußerst instruktiv bezeichnet werden und sind
-dieselben umsomehr zu empfehlen, als Gewöhnung an wenige konventionelle
-Töne für gewisse Zwecke, wie man es selbst in besseren Bildern leider
-noch immer findet, der künstlerischen Darstellung wenig angemessen ist.
-
-
-8. Lasuren.
-
-Unter Lasiren versteht man das rasche Uebergehen eines eigentlich
-bereits fertigen größeren oder kleineren Theiles eines Bildes oder
-eines einzelnen Gegenstandes, um die Farbe desselben entweder zu
-erhöhen, in der Wirkung herabzustimmen, oder um dieselbe überhaupt im
-Ton zu verändern. Zu diesem Zwecke bedient man sich einer +ziemlich
-flüssigen+ transparenten Farbe, welche in raschem Auftrag über die
-betreffende Stelle gelegt werden muß, damit die früheren Töne nicht
-gestört werden. Der Pinsel darf hiebei aber nicht mit Farbe überladen
-sein. Die Wirkung, welche durch diese Lasuren erreicht wird, ist in den
-meisten Fällen eine wesentlich andere, als diejenige, welche durch das
-Mischen der betreffenden Farben erreicht werden würde. So liefert z. B.
-I~ndian Red~ mit ~Rose Madder~ gemischt einen wesentlich anderen Ton
-als wenn ein Auftrag ersterer Farbe später mit letzterer lasirt wird.
-
-Zu Lasuren eignen sich vorzugsweise die +leichten durchsichtigen+
-Farben, wie Gummigutt, Indischgelb, ~Light Red~, die Krappfarben etc.,
-doch können selbst schwere Farben und Deckfarben, wie Chromoxyd,
-~Lemon Yellow~, ~Indian Red~, ~Cadmium~ bei genügender Verdünnung und
-gewandter Behandlung zu Lasuren verwendet werden. Häufige Anwendung
-findet die Mischung von ~Gamboge~ mit ~Rose Madder~, welche allen Tönen
-als Lasur einen +leuchtenden+ Charakter ertheilt.
-
-
-
-
-II. Das Colorit.
-
-
-In den nachfolgenden Kapiteln werde ich zu Anfang eines jeden eine
-Tabelle der für den betreffenden Gegenstand dienlichen Farben und
-Mischungen geben. Der Kenner wird keinen brauchbaren Ton vermissen,
-eher vielleicht zu große Ausführlichkeit finden. Ich bin aber
-absichtlich in Betreff der Angabe der Mischungen so ausführlich wie
-möglich gewesen, um dem strebsamen Dilettanten nichts vorzuenthalten.
-Wenn auch die Wenigsten alle von mir angegebenen Töne durcharbeiten
-werden, vielmehr der Eine sich mehr diese, der Andere sich mehr jene
-Reihe von Tönen in der Praxis aneignen wird, so kam es mir doch
-hauptsächlich darauf an, zu zeigen, +unter welchen Umständen+ und +in
-welchen Combinationen jede Farbe der Verwendung fähig ist+. Nur mit
-+vollständiger+ Kenntniß und Beherrschung des zu Gebote stehenden
-Materials ist es möglich, ein guter Colorist zu werden und bei Angabe
-nur der hauptsächlichsten Farbentöne wäre ich Gefahr gelaufen, den
-Weg zu dem verwerflichen +conventionellen+ Colorit zu bahnen, welches
-leider, besonders bei Dilettanten, noch allzuhäufig angetroffen wird.
-Nach Angabe der zu verwendenden Farbencombinationen werde ich dann in
-Fällen, wo es nothwendig erscheint, ganz besonders bei der Luft, das
-praktische Verfahren so eingehend, als es das geschriebene Wort zuläßt,
-erläutern, muß aber darauf aufmerksam machen, daß ich mit Angabe der
-Farben bei diesen technischen Anweisungen über Behandlung von Luft und
-Wolken keine +Normal-Rezepte+ zu geben beabsichtige, welche in +allen+
-Fällen anzuwenden seien, vielmehr wollte ich mit diesen Darstellungen
-nur irgend welche Mittel zum Zwecke und ihre Anwendung ausführlicher
-erörtern.
-
-Beim Mischen combinirter Töne mache man es zur Regel, mit der
-vorherrschenden Farbe zu beginnen und in geringer Menge die
-übrigen nach und nach, bis zur Erreichung des beabsichtigten Tones
-beizumischen. Die vorzugsweise brauchbaren Töne sind =fett= gedruckt.
-
-
-A. Luft und Wolken.
-
-1. Colorit.
-
-Für Tageshimmel.
-
- ~=Cobalt=~ allein oder mit ~=Rose Madder=~ -- mit ~+Light Red+~, --
- mit ~+Indian Red+~, -- mit wenig ~+Purple Madder+~, -- mit wenig
- ~+Indigo+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- Statt des ~+Cobalt+~ kann auch bei +sehr+ klarer Luft ~+French
- Blue+~ genommen werden, doch wird ~+Cobalt+~ in den meisten Fällen
- besser entsprechen. ~+French Blue+~ paßt +im Allgemeinen+ mehr für
- südliche Himmel.
-
- ~+Ultramarin Ash.+~
-
-Obigen Tönen sehr wenig ~Permanent Chinese White~ zugesetzt gibt mehr
-Tiefe.
-
-+Sehr+ zarte luftige Töne liefern:
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Naples Yellow+~, eine besonders
- für neblige Effekte und schwüle Atmosphäre unersetzliche
- Combination.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Aureolin+~.
-
-In der +Dämmerung+ kommen für die +oberen+ Theile der Luft in Betracht:
-
- ~+Cobalt+~ mit ~+Indigo+~.
-
- ~+Indigo+~ mit ~+Rose Madder+~ -- mit ~+Purple Madder+~ -- oder mit
- ~+Indian Red+~.
-
- ~+Indigo+~, ~+Cobalt+~ und wenig ~+Purple Madder+~ oder ~+Indian
- Red+~.
-
-Für +mondhelle Nächte+ passen:
-
- ~+Indigo+~, +Schwarz+ und ~+French Blue+~ oder ~+Vandyke Brown+~.
-
- ~+Indigo+~ mit ~+French Blue+~ lasirt.
-
-Für die +Wolken+ in Mondscheinlandschaften eignen sich vorzugsweise:
-~+Lamp Black+~ mit ~+French Blue+~, dann ~+Sepia+~, ~+Brown Madder+~
-und ~+Indigo+~. Der Mond selbst ist in blassem ~+Gamboge+~, und, wenn
-nahe dem Horizont, im unteren Theile in ~+Light Red+~ zu halten.
-
-Für einfarbige, +graue+ Lüfte eignen sich außer den weiter unten für
-Wolken angegebenen Tönen besonders:
-
- ~+Cobalt+~ (oder ~Indigo~) mit ~+Sepia+~ und ~+Brown Madder+~.
-
-(Für Wolken in solcher Luft: ~+Sepia+~, ~+Brown Madder+~ und ~+Indigo+~
--- etwas schattirt mit ~+Brown Madder+~ und ~+Cobalt+~.)
-
-Für +Sonnenaufgang+ wie +Sonnenuntergang+ kommen in den verschiedenen
-Theilen der Luft in Anwendung:
-
- ~+Cobalt+~ mit ~+Indigo+~ -- mit ~+Rose Madder+~ -- mit ~+Purple
- Madder+~ -- mit ~+Vermilion+~ und ~+Yellow Ochre+~.
-
- ~+Yellow Ochre+~ allein oder mit ~+Light Red+~ -- mit ~+Indian
- Red+~ -- mit ~+Rose Madder+~ -- oder mit wenig ~+Indian Yellow+~.
-
- ~+Cadmium+~ mit ~+Indian Red+~ oder mit ~+Rose Madder+~.
-
- ~+Indian Yellow+~ allein oder mit ~+Yellow Ochre+~, -- ~+Roman
- Ochre+~, -- ~+Rose Madder+~, -- ~+Raw Umber+~, -- ~+Burnt Sienna+~,
- -- ~+Burnt Umber+~, -- ~+Vandyke Brown+~, -- oder ~+Brown Madder+~.
-
- ~+Gamboge+~ allein oder mit ~+Yellow Ochre+~, -- ~+Rose Madder+~ --
- oder mit ~+Burnt Sienna+~.
-
- ~+Rose Madder+~ allein oder mit ~+Indian Red+~ -- oder mit ~+Purple
- Madder+~.
-
- ~+Naples Yellow+~ mit ~+Rose Madder+~.
-
- ~+Purple Madder.+~
-
- ~+Mars Orange.+~
-
-
-+Töne für Wolken.+
-
-Allgemeine Töne bei schönem Wetter.
-
- ~=Cobalt=~, ~=Rose Madder=~ und ~=Yellow Ochre=~. Herrliche,
- silbergraue Töne. Je nach den Mischungsverhältnissen 1. 3. 2. --
- 2. 3. 1. -- 2. 1. 3. -- 3. 2. 1. liefern diese drei Farben die
- verschiedensten brauchbaren Nüancen.
-
- ~=Cobalt=~ mit ~=Light Red=~ (auch 2. 1. -- oder ~+French Blue+~
- statt ~Cobalt~) zarte, luftig wirkende Töne.
-
- ~=Cobalt=~ und ~=Rose Madder=~ oder ~=Brown Madder=~ (auch für
- Schatten.)
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Vermilion+~.
-
- ~+Lamp Black+~, ~+Light Red+~ und ~+Cobalt+~.
-
- ~+French Blue+~, ~+Lake+~ und ~+Burnt Sienna+~ (auch 2. 3. 1. -- 1.
- 3. 2. -- 3. 1. 2.) weniger zu empfehlen.
-
- ~+Brown Madder+~, ~+Yellow Ochre+~ und ~+Cobalt+~ für Mitteltöne.
-
- ~+Light Red+~, ~+Cobalt+~ und ~+Brown Madder+~, auch für Schatten.
-
-
-+Töne für Wolken, deren Ton in’s Purpurne fällt.+
-
- ~=Light Red=~, ~=Rose Madder=~ und ~=Cobalt=~ liefert einen
- unermeßlichen Reichthum von Tönen.
-
- ~+Indian Red+~ und ~+Cobalt+~.
-
- ~+Brown Madder+~ und ~+Cobalt+~.
-
- ~Purple Madder~, ~Yellow Ochre~ und ~Cobalt~.
-
- ~Lamp Black~ mit ~Rose Madder~ oder mit ~Brown Madder~.
-
-Für Töne von beträchtlicher Kraft ist ~+French Blue+~ anstatt
-des ~Cobalt~ zu verwenden, wenigstens stets in den letzten
-Aufträgen.
-
-
- +Töne für Regenwolken, wie überhaupt für dunkeltönige Wolken, auch
- für Wolken in der Dämmerung und außer dem Bereich der Sonne.+ --
- Siehe auch unter den Tönen für Gewitterwolken.
-
- ~=Indigo=~ mit ~=Light Red=~ oder ~=Indian Red=~. Sehr nützliche
- Combinationen.
-
- ~Indigo~ mit ~Brown Madder~ -- oder mit ~Lake~ und ~Sepia~.
-
- ~Indigo~, ~Indian Red~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Indigo~, ~Indian Red~ und ~Rose Madder~.
-
-
-+Töne für Wolken von kaltem Grau.+
-
- ~Cobalt~ (oder ~French Blue~) und Schwarz.
-
- ~=French Blue=~, ~=Lamp Black=~ und ~=Rose Madder=~. Zart.
-
- ~French Blue~, ~Blue, Black~ und ~Light Red~.
-
- ~French Blue~, ~Sepia~ und wenig ~Purple Madder~.
-
- ~Ultramarin Ash~ und ~Lamp Black~. Sehr zart.
-
-
-+Töne für Gewitterwolken und stürmische Luft.+
-
- ~=French Blue=~ und ~=Lamp Black=~.
-
- ~=French Blue=~, ~=Lamp Black=~ und ~=Light Red=~, noch drohender.
-
- Schwarz und ~Light Red~, sehr trüber, schmutziger Ton; auch für
- dunkle Stellen der Wolken passend.
-
- ~=Indigo=~ mit ~=Indian Red=~ oder ~Brown Madder~.
-
- ~Indigo~ mit ~Blue Black~ für schwere Güsse herabschüttende Wolken.
-
- ~Indigo~ mit ~Indian Red~ und ~Yellow Ochre~ -- mit ~Lamp Black~
- und ~Lake~ -- mit ~Burnt Sienna~ und ~Lake~.
-
-+Töne für Gewölk des Abend- und Morgenhimmels.+
-
-
-~a.~ Für goldglänzende Wolken.
-
- ~Cadmium~.
-
- ~Indian Yellow~ allein oder mit ~Rose Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~ allein oder mit ~Rose Madder~ -- oder mit ~Cadmium~.
-
- ~Gamboge~ allein oder mit ~Yellow Ochre~.
-
-
-~b.~ Für orangetönige Wolken.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Indian Red~.
-
- ~Cadmium~ mit ~Indian Red~ oder mit ~Rose Madder~.
-
- ~Indian Yellow~ mit ~Rose Madder~ oder ~Light Red~.
-
- ~Mars Orange.~
-
- ~Gamboge~ mit ~Burnt Sienna~ oder mit ~Rose Madder~, letztere
- Combination zu Lasuren.
-
-
-~c.~ Wolken in Scharlachtönen.
-
-Hier kommen die oben aufgeführten Combinationen in Betracht, jedoch
-mit dem Unterschiede, daß +Roth+ vorherrschen muß, dann Lasuren von
-~Gamboge~ mit ~Rose Madder~.
-
-
-~d.~ Wolken in Carmoisintönen.
-
- ~Indian Red~ lasirt mit ~Rose Madder~.
-
- ~Light Red~ und ~Rose Madder~. Glühender Ton.
-
- ~Rose Madder~ mit wenig ~Purple Madder~ oder ~Lake~ verstärkt.
-
- ~Rose Madder~ mit ~Vermilion~.
-
-~e.~ Purpurfarbige Wolken.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Indian Red~ und ~Cobalt~.
-
- ~Indian Red~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Purple Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Purple Madder~, ~Cobalt~, ~Indian Red~ und ~Lake~.
-
-Für tiefe Töne nehme man statt ~Cobalt~ ~+French Blue+~.
-
-
-~f.~ Schieferfarbiges Gewölk.
-
- ~Indigo~, ~Cobalt~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Cobalt~, ~Sepia~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Lamp Black~, ~Indigo~ und ~Indian Red~.
-
- ~Lamp Black~, ~Purple Madder~ und ~Cobalt~.
-
-
-~g.~ Wolken von kalten, neutralen, grünlichen Tönen.
-
- (Bei größter Entfernung von der Sonne.)
-
- ~Cobalt~ mit ~Burnt Umber~ oder mit ~Vandyke Brown~.
-
- ~Indigo~, ~Cobalt~, ~Yellow Ochre~ und ~Rose Madder~.
-
- * * * * *
-
-Der Lernende mache sich nach und nach mit sämmtlichen oben aufgeführten
-Combinationen praktisch bekannt, damit er gegebenen Falles nicht erst
-lange zu suchen braucht oder gar den gewünschten Ton nicht darzustellen
-vermag.
-
-
-2. Technik der Anlage der Lüfte.
-
-Die feine, naturwahre Darstellung der Luft in ihren verschiedenen
-Stimmungen -- besonders wenn sie an Farbentönen, Dunstschichten und
-Wolken reich ist -- oder sobald sie, wie bei Darstellungen von
-Seestücken, Wiesengründen oder flachen Gegenden, den größten Theil
-des Bildes einnimmt -- gehört zu den größten Schwierigkeiten der
-Aquarelltechnik, bildet aber zugleich einen ihrer hervorragendsten
-Reize. Wo dagegen die Luft nur einen kleinen Theil des Bildes einnimmt,
-ist sie von geringerer Wirkung und in den meisten Fällen auch von sehr
-leichter, mindestens einfacher Behandlung. Hauptsache ist Zartheit und
-Weichheit der Töne. -- Man darf nicht die +Farbe+, sondern nur die
-+Wirkung+, die +Luft+ sehen. Der Anfänger präge sich vorerst folgende
-allgemeine Bemerkungen ein:
-
-1) Die Wolken zeichne man, sobald solche nicht allzu zahl- und
-formenreich sind, in der Regel +nicht+, da es bei solchen, in steter
-Veränderung begriffenen Dingen wie Wolken, auf +ganz absolute+
-Wiedergabe der Formen in allen Einzelheiten nicht ankommt. Ist man
-jedoch genöthigt zu zeichnen, so skizzire man nur ganz flüchtig, nur
-ganz im Allgemeinen und +sehr leicht+, damit die Bleistiftstriche nicht
-später durch die Farbe sich in unangenehmer Weise dem Auge bemerkbar
-machen. Bleistifte mittlerer Härte sind am geeignetsten.
-
-2) Die nöthigen Farbentöne bereite man, sobald man im Zimmer arbeitet,
-in Porzellannäpfchen in +flüssigem+ Zustande und in ausreichender
-Quantität, damit während der Anlage keine Unterbrechung eintritt,
-was unbedingt zu vermeiden ist. Man beginne stets mit sehr hellen
-Tönen -- ohne jedoch allzuviel zu wässern, da die Farben stets
-+heller+ auftrocknen -- und verstärke solche nach und nach, welche
-Behandlungsweise den Lufttönen ungemein zu Statten kommt.
-
-3) Dasselbe Resultat läßt sich indessen auch erreichen, wenn man die
-ersten Farbenlagen etwas dunkler als nöthig hält, nach dem Trocknen
-mit breitem Pinsel die Luft mit reinem Wasser übergeht und dann die
-dunkleren Töne mit einem ganz weichen Schwämmchen vorsichtig wischt,
-wodurch die Töne erheblich gemildert werden. Ist nach dieser Operation
-das Bild wieder getrocknet, so werden nicht selten manche Stellen zu
-matt geworden sein, was durch Uebergehen mit leichten entsprechenden
-Tönen ausgeglichen wird. Die Wirkung wird dann ebenfalls eine zarte und
-luftige sein, jedoch ist dem Anfänger unbedingt das unter 2) angegebene
-Verfahren anzurathen.
-
-4) Jeder aufgetragene Ton muß +vollständig+ getrocknet sein, bevor ein
-anderer Ton darüber gelegt werden darf. Unaufmerksamkeit in dieser
-Beziehung oder Mißachtung dieser Regel kann zum gänzlichen Verderben
-eines vielleicht schon weit vorgeschrittenen Bildes führen.
-
-5) Zur Erreichung des zarten +Luft+tons auf Luft- und Wasserflächen
-ist es nothwendig, daß nach +jeder+ Farbenlage die Luft mit dem
-breiten Pinsel zart mit reinem Wasser übergangen wird, wodurch etwaige
-überschüssige Farbe und allenfallsige Härte weggenommen werden. Die
-übermäßige Feuchtigkeit wird sodann mittelst gelinden Aufdrückens
-einiger Lagen reinen Löschpapieres aufgesogen. Dieses Uebergehen mit
-Wasser muß übrigens auch bei ersten Anlagen +vor+ Auftrag einer Farbe
-angewendet werden, da sich anderfalls an den Grenzen der Farbentöne
-harte Ränder bilden.
-
-6) Mit den Tönen für die Luft übergehe man stets auch Ferne und
-Mittelgrund des Bildes, und sobald Wasser vorkommt, auch dieses. Daß
-letzteres in Betreff der Waschungen ebenso wie die Luft behandelt wird,
-wurde bereits angedeutet.
-
-7) Man bringe bei Anlage der Luft etc. das Brett in geneigte Lage, und
-beginne mit dem Auftrag der Töne +Oben+ und in +horizontalen+ Strichen.
-Der Pinsel muß stets von entsprechender Größe und +gefüllt+ sein. Das
-richtige Maß ergibt sich nach den ersten Versuchen von selbst. Ist der
-erste Ton, etwa einer blauen Luft, nach dem Trocknen zu schwach in der
-Farbe, so übergeht man solchen mit einem zweiten schwachen Ton. Die
-Zahl der einzeln aufzutragenden Töne richtet sich überhaupt einerseits
-nach der Mannigfaltigkeit der Farbentöne, andererseits nach dem Grade
-der Vollendung, welchen man dem Bilde zu geben beabsichtigt. Einfache
-Vorwürfe erfordern häufig nur einen einzigen Auftrag; complizirte
-dagegen in der Regel eine große Zahl.
-
-8) Man beginne nie mit dem Detail des Vorder- oder Mittelgrundes, bevor
-die Luft vollendet ist, da es, besonders in den zahlreichen Fällen,
-wo der Mittelgrund grüne oder grünliche Töne zeigt, nach Anlage der
-grünen Töne nicht mehr räthlich ist, dieselben zu stören. +Kleinere+
-Verstärkungen der Wolkenschatten oder des Blau können indessen später
-immer noch ohne Nachtheil ausgeführt werden, was sogar in den meisten
-Fällen bei Fertigstellung des Bildes noch nothwendig erscheint, während
-umfangreichere Aenderungen in der Luft in späteren Stadien der Arbeit
-nur in sehr seltenen Fällen ausführbar sind.
-
-9) Die Wolken erfordern eine sehr aufmerksame, etwas abweichende
-Behandlung. Vor allen Dingen gilt es hier nicht formlos zu werden und
-bloße Flächen darzustellen, da Wolken eine, wenn auch feine, doch sehr
-bestimmte Modellirung erfordern. Die erste Anlage der Wolken sei eine
-breite, jeder folgende Auftrag aber beschränke sich auf kleineren
-Umfang. Auch enthalte der Pinsel nur wenig Farbe, damit keine Pfützen
-entstehen. Man bediene sich bei Modellirung der Wolken, d. h. bei dem
-Eingehen auf die Formen, nur der +Spitze des Pinsels+ und zwar in
-+Strichen von der Seite+, womit eine sehr erfreuliche Wirkung erzielt
-wird. Man erhält auf diese Weise schwache, aber immerhin bestimmte,
-um nicht zu sagen scharfe Striche mit vielen Lichtern dazwischen,
-welche die Wirkungen von +Wind+ veranschaulichen, wie sich überhaupt
-mit dieser Pinselführung alle eckigen Formen nach einiger Uebung sehr
-leicht wiedergeben lassen. Flach gehalten und von der Seite über die
-Fläche geschleppt oder absatzweise gezogen -- nur darf der Pinsel nicht
-mit Farbe überladen sein -- lassen sich besonders zerrissene Wölkchen
-mit großer Wahrheit darstellen und können solche auf keine andere Weise
-gleich wirkungsvoll erreicht werden.
-
-10) Nachträglich erforderliche kleinere Lichter in Wolken werden am
-besten so dargestellt, daß man die Form derselben genau mit Wasser
-übergeht, dasselbe mit Löschpapier auftrocknet und die noch feuchte
-Stelle vorsichtig mit Gummi oder mit Brodkrumen reibt; mit ersterem,
-wo es sich um glanzvolle, -- mit letzteren, wo es sich um schwächere
-Lichter handelt. Nach Bedürfniß werden die erhaltenen lichten Stellen
-sodann mit einem geeigneten schwachen Tone lasirt. Leichte, helle
-Wölkchen können ebenfalls auf diese Weise dargestellt werden und
-mit Brod behandelt lassen sich auch größere oder kleinere zu dunkel
-gerathene Stellen leicht aufhellen. Scharfe Lichter wie auch schwächere
-lassen sich auch mit einem scharfen Radirmesser geben, jedoch erfordert
-dessen Anwendung Geschick und Vorsicht, damit man statt der Lichter
-keine Kratzer liefere. Auch hier wie überall in der Malerei darf man
-nur die +Wirkung+ -- das +Licht+ -- unmittelbar sehen, +nicht+ aber
-darf das +Mittel+, wodurch es hervorgebracht worden ist, sich dem
-Beschauer sofort in aufdringlicher Weise zu erkennen geben.
-
-11) Man arbeite in den Wolken stets nur mit schwachen, flüssigen Tönen
-und beobachte bei jedem Auftrag die Formen, da nur so die nothwendige
-Reinheit und Klarheit im Luftton zu erreichen sind. Sind die Wolken am
-oberen Rande sehr hell, so beginnt man mit reinem Wasser, welchem man
-nach und nach Farbe zusetzt.
-
-12) Bei Gemälden von größerer Vollendung läßt sich eine sehr gute,
-luftige Wirkung erzielen, wenn man nach Vollendung der Luft solche mit
-den Fingerspitzen mit etwas käuflich zu erhaltendem „+alcoholisirten
-Bimssteinpulver+“ sanft überreibt.
-
-13) Der Anfänger merke ferner, daß bei klarem Himmel um Mittag die Luft
-vorherrschend blau ist, daß je weiter gegen Abend oder früher gegen
-Morgen, desto mehr rothe oder gelbe Töne auftreten, sowie, daß die
-über uns stehenden Wolken warme Schattentöne und kalte Lichter zeigen,
-welches Verhältniß nach dem Horizonte hin langsam in das Gegentheil
-übergeht, indem hier die Schatten kalte und die Lichter warme Töne
-besitzen.
-
-14) Man halte stets Löschpapier zum Abstreichen der überschüssigen
-Farbe im Pinsel zur Hand.
-
- * * * * *
-
-Da die vorstehend gegebenen praktischen Fingerzeige dem ersten
-Anfänger nicht nach allen Seiten hin genügen, so gebe ich nunmehr in
-Folgendem die specielle +technische+ Behandlung gewisser Vorwürfe,
-um den Lernenden, soweit es durch genaue Beschreibung überhaupt zu
-ermöglichen ist, soviel als thunlich auf die richtige Technik zu
-leiten und ihn mit den Mitteln der Darstellung der verschiedensten
-Stimmungen der Luft vertrauter zu machen. Ich setze dabei voraus, daß
-er Stimmungen, wie die angedeuteten, welche sämmtlich zu den häufig
-wiederkehrenden gehören, entweder nach der Natur oder nach ähnlichen
-farbigen Vorlagen zu copiren sucht. Lüfte ohne Wolken lassen sich
-jedoch auch ohne weiteres Vorbild nach meinen Angaben herstellen. Nach
-Bewältigung der Technik aber male der Lernende fleißig Luftstimmungen
-der verschiedensten Art nach der Natur.
-
-Bei Darstellung von Wolkenbildungen beobachte man im Allgemeinen
-Folgendes, indem Verstöße in dieser Beziehung sehr beleidigend wirken.
-Die über dem Horizont zunächst lagernden Wolken bilden stets wagrechte
-Streifen. Erheben sie sich bis zu einem Winkel von 10°, so erscheinen
-die obern Ränder sanft geschwungen, und buchten sich solche bis zu 20
-bis 25° Höhe mehr und mehr aus, während der untere Rand noch immer mehr
-oder weniger horizontal bleibt. Dem Winkel von 45° sich nähernd wird
-die Gliederung, an welcher jetzt, wenn auch in geringerem Grade, die
-Unterseiten Theil nehmen, immer reicher und belebter.
-
-Bei noch höher stehendem Gewölk endlich gehen die gerundeten Formen
-mehr und mehr ins Eckige und Zerrissene über.
-
-
-I.
-
-+Heitere, blaue Luft ohne Gewölk.+
-
-Farbe: ~+Cobalt.+~
-
-Die Behandlung einer solchen Luft ist die leichteste. Man merke, daß
-das Blau im Zenith am stärksten ist und gegen den Horizont hin allmälig
-an Intensität abnimmt.
-
-Man bereite einen hellen Ton von ~Cobalt~ und übergehe damit, oben
-anfangend, gleichmäßig von links nach rechts in horizontalen Strichen
-das Papier. Sobald dieser Auftrag ganz trocken ist, -- ja nicht früher
--- drehe man das Brett um, beginne am Horizont mit reinem Wasser
-und setze bei jeder horizontalen Pinsellage vom blauen Tone zu, in
-welchen man, am Zenith angelangt, ganz übergegangen sein muß. Ist
-dieser zweite Auftrag trocken, so wiederhole man solchen, setze aber
-ganz wenig ~Chinese White~ zu, welches dem Ton größere Zartheit und
-Tiefe verleiht. -- Sollte der erste oder zweite Ton ungleichmäßig
-aufgetragen sein, so übergehe man das Ganze mit breitem, flachem Pinsel
-und reinem Wasser; reicht diese Procedur nicht aus, so wende man ein
-zartes, nasses Schwämmchen von links nach rechts an und sehe darauf,
-daß man keine Linien wische, sondern durch ganz sanftes Wischen einen
-gleichmäßigen Ton erhalte.
-
-
-II.
-
-+Dieselbe Luft, aber in etwas farbigerer Stimmung.+
-
-Farben: ~+Cobalt+~ -- ~+Yellow Ochre+~ -- ~+Rose Madder+~ -- ~+Light
-Red+~ und ~+Rose Madder+~.
-
-Man bereite einen hellen Ton von ~Cobalt~, beginne damit am Zenith
-anfangend und setze bei jeder Pinsellage etwas Wasser zu, so daß der
-blaue Ton am Horizont nur ganz matt erscheint. (Man kann auch die Luft
-in I. auf letztere Weise darstellen.) Sobald dieser Auftrag trocken
-ist, bereitet man einen sehr hellen, und in einem zweiten Näpfchen
-einen etwas stärkeren Ton von ~Yellow Ochre~, beginnt dann oben mit
-einer Lage reinen Wassers, setzt den hellen Ton ein und mischt mit
-jeder Pinsellage etwas vom dunkleren Ton zu bis zum Horizont. Sobald
-dieser zweite Auftrag ganz trocken ist, dreht man das Brett um und
-beginnt am Horizont mit einem hellen Ton von ~Light Red~ mit ~Rose
-Madder~, welchen man nach der Mitte der Luft zart verlaufen läßt.
-Schließlich beginnt man am Zenith mit einem ganz leichten Ton von ~Rose
-Madder~, welchen man durch beständigen Zusatz von Wasser nach unten
-ebenfalls zart verlaufen läßt. Waschungen mit Wasser vor jedem neuen
-Auftrag sind hier, wie überhaupt in sämmtlichen Beispielen über die
-Behandlung der Luft als selbstverständlich vorausgesetzt.
-
-
-III.
-
-+Heller Himmel mit etwas dunkleren, strichweise über einander
-gelagerten Wolkenschichten von gleichem Ton.+
-
-Dieser Effekt ist in vier Aufträgen einer und derselben Mischung:
-~+Cobalt+~ und ~+Rose Madder+~ zu erreichen.
-
-Man bereite einen hellen Ton von ~Cobalt~ mit ~Rose Madder~, trage
-ihn über die ganze Luft und lasse ihn nach unten zart verlaufen, so
-daß das untere Viertel der Luft kaum farbig erscheint. Sobald dieser
-Auftrag getrocknet, legt man mit demselben Ton die Wolken an, wobei
-man den Pinsel mit +wenig Farbe+ gefüllt, +von der Seite+ führt und
-sehe man darauf, daß der untere mehr oder weniger horizontale Rand
-der Wolkenlagen nicht mit Farbe überladen werde. Ist dieser Auftrag
-trocken, so verstärke man die centralen und unteren Theile dieser
-Wolken mit obigem Ton und zwar in schiefen Strichen zwischen welchen
-stets der Pinsel vom Papier wegzunehmen ist. Ist dieser Auftrag
-getrocknet, so hilft man den Wolken in den dunkelsten Stellen noch
-etwas nach. -- In den untersten Theil der Luft sind ebenfalls einige
-schwache Wölkchen mit Vortheil anzubringen.
-
-
-IV.
-
-+Gießende Regenwolke vor hellem Gewölk mit hier und da durchscheinendem
-Blau.+
-
-Wolke: ~+Indigo+~ mit ~+Blue Black+~. Himmel: ~+French Blue+~.
-
-Man befeuchte das Papier ziemlich stark, trockne aber nicht mit
-Löschpapier auf, sondern lege die Regenwolke, +ehe die Nässe ganz
-verschwunden ist+, mit obiger Mischung in nahezu vertikalen Strichen
-an, da durch den nassen Zustand des Papieres die Ränder der Wolke einen
-ungemein weichen, wässerigen Ton annehmen. Sollte sie indessen nach
-unten nicht ganz in die nöthige Form fallen, so helfe man, so lange
-das Papier noch naß ist, mit einem trockenen Pinsel nach unten nach.
-Zu gleicher Zeit setzt man in das Helle für das Blau einige kurze,
-horizontale Striche mit ~French Blue~ ein und übergeht eine der hellen
-Wolken mit ganz hellem Blau, in welches man, so lange es noch naß ist,
-einen tieferen Drucker derselben Farbe gibt, womit ebenfalls eine
-sehr wässerige Wirkung erzielt wird. Die übrigen hellen Lichter lasse
-man unberührt. Ist alles ganz trocken, so übergeht man die Regenwolke
-abermals in vertikaler Richtung mit der vorigen Mischung, aber mit mehr
-Rücksicht auf die +Form+ in Bezug auf das Strömen nach unten, wobei man
-mit einem Pinsel ohne Farbe nachhilft. Man verstärkt dann hier und da
-das Blau etwas und nachdem dieser Auftrag trocken geworden, verstärke
-man noch die dunkelsten Stellen der Wolken.
-
-
-V.
-
-+Blauer Himmel, zur Linken eine Wolke mit weißem Rand und wärmeren
-Schattentönen, nach der Mitte hin, welche mit zunehmender Tiefe kälter
-werden.+
-
-Luft: ~+Cobalt.+~ -- Wolke: ~+Cobalt+~ mit ~+Light Red+~.
-
-Nachdem das Papier selbstverständlich genäßt und hierauf mit
-Löschpapier behandelt worden ist, übergeht man das Blau mit nicht
-zu vollem Pinsel mit ~Cobalt~. Man gebe mit der +Seite+ des Pinsels
-und der +Seite der Spitze+ desselben die Grenze der Wolke +scharf+
-und +entschieden+, da die Brillianz und der Charakter des Lichts
-hiervon abhängig ist. Deßhalb halte man in solchen Fällen sich nicht
-zu ängstlich an die genaue Form der Wolke, sondern lasse dem Pinsel
-einen gewissen Grad von Freiheit, da es besser ist, eine nicht absolut
-genaue Form der Wolke zu geben, als Kraft und Schärfe zu opfern.
-Bei Darstellung von einzelnem Gewölk bei heiterer Luft beachte man
-überhaupt als allgemeine Regel niemals die Ränder der Wolken zu
-verwaschen, wenigstens nicht an den oberen Grenzen, da der zarte
-Effekt immerhin eine gewisse Entschiedenheit zeigen muß. Man hüte sich
-jedoch, nicht zu wenig Farbe im Pinsel zu führen. Das richtige Maß wird
-sich nach einigen Versuchen von selbst ergeben. -- Ist dieser Auftrag
-trocken, so übergehe man mit Wasser etc. und setze dann in der Nähe der
-oberen Ränder der Wolke, welche mehr oder weniger breit bleiben können,
-einen hellen Ton von ~Light Red~ mit etwas ~Cobalt~ ein, welchem man,
-nach den inneren Partien und den tiefsten Schatten hin, immer mehr
-~Cobalt~ zusetzt. Nach dem Trocknen verstärkt man die Schatten mit
-~Cobalt~ und ~Light Red~ und die tiefsten Stellen mit ~Cobalt~ allein.
-
-+Anmerkung.+ Bei heiterem Himmel mit vielen kleinen, weißen Wölkchen,
-was bei windigem Wetter nicht selten beobachtet wird, gebe man das
-Blau zwischen den Wölkchen mit nicht zu vollem Pinsel, mehr druckweise
-und mit Strichen von der Seite abwechselnd, was sehr natürlich wirkt.
-Bei derartigem Gewölk vermeide man ganz besonders gerundete Formen.
-Gewölk dieser Art zeigt häufig nach der Mitte hin einen kalten grauen
-Ton, welcher mit ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Yellow Ochre~ sehr
-getreu wiedergegeben wird. Die Herstellung des entsprechenden grauen
-Tones erfordert indessen einige Uebung, da er bei nicht richtigem
-Mischungsverhältniß in’s Röthliche oder Grünliche fällt. Der Anfänger
-nehme ~Cobalt~, setze ein wenig ~Rose Madder~ zu, bis der Ton in’s
-Violette neigt und mische jetzt wenig ~Yellow Ochre~ zu, wodurch ein
-feines Silbergrau entsteht. Feinheit in diesem Ton kann nur durch
-Aufmerksamkeit und ein geübtes Auge hervorgebracht werden.
-
-
-VI.
-
-+Dunkle, rasch ziehende Gewitterwolke nach unten in röthlichen Tönen
-und mit einzelnen vom Winde getriebenen, abgerissenen Fetzen auf
-hellerem Grunde+, (etwa wie unter IV.)
-
-Wolken: ~Indigo~ und ~Indian Red~. Luft: ~Cobalt~.
-
-Man befeuchte das Papier und ehe die Nässe verdampft ist, übergehe man
-dasselbe, mit Ausnahme der hellen Lichter, mit einem Ton von ~Indigo~
-und ~Indian Red~ und setze zu gleicher Zeit in die helleren Stellen
-der Luft für das durchscheinende Blau etwas ~Cobalt~ ein. Nachdem dies
-getrocknet, übergeht man die Wolke abermals mit obigem Ton, setzt aber
-nach dem unteren Rande hin mehr ~Indian Red~ zu, so daß man fast ganz
-in Letzteres übergeht. Man hüte sich indessen vor einem Uebermaß, denn
-~Indian Red~ ist eine +starke+ Farbe. Beim dritten Auftrag verstärkt
-man den Ton der Wolke nochmals und zwar mit schiefen Strichen von Unten
-links nach Oben rechts, um die Windrichtung zu erhalten. Den unteren
-Rand halte man recht zerrissen, wozu eine rasche Hand und ein nicht zu
-voller Pinsel erforderlich ist. Alle runden Formen sind zu meiden, da
-durch solche der Eindruck des Windes verloren ginge. Hierauf setzt man
-obiger Mischung etwas ~Cobalt~ zu und setzt damit einige Schatten in
-das hellere Gewölk ein. Haben sich durch Anwendung zu flüssiger Töne
-oder eines zu vollen Pinsels harte Linien gebildet, so kann man solche
-durch Waschungen mit Wasser wieder entfernen, wodurch zugleich alle
-etwaigen sonstigen Härten vermieden werden.
-
-Darstellungen dieser Art sind nicht leicht und erfordern öftere Uebung,
-um erfreuliche Wirkungen zu liefern.
-
- * * * * *
-
-Ich gehe nunmehr zu Lüften mit beträchtlicherer Farbenstimmung über.
-Die natürliche Wiedergabe solcher, besonders der Sonnenuntergänge,
-ist ziemlich schwierig und erfordert schon bedeutendes Geschick und
-Studium. Der große Reiz einer farbenreichen Luft liegt zum größten
-Theile in der Durchsichtigkeit der Töne, weßhalb zwischen den einzelnen
-Farbenlagen Waschungen mit reinem Wasser unerläßlich sind. Bei Gemälden
-dieser Art, welche größere Vollendung beanspruchen sollen, empfiehlt
-es sich weiter, kein Löschpapier in Anwendung zu bringen, sondern
-den zum weiteren Auftrag wünschenswerthen Zustand des Papieres ruhig
-abzuwarten, da die zarten Töne Gefahr laufen, durch das Löschpapier,
-zum Theil wenigstens, wieder weggenommen zu werden.
-
-
-VII.
-
-+Klare Abendluft vor Sonnenuntergang.+
-
-Farben: ~Yellow Ochre~ und ~Rose Madder~ -- ~Brown Madder~ -- ~Yellow
-Ochre~ -- ~Yellow Ochre~ und ~Light Red~ -- ~Cobalt~ -- ~Rose Madder~
--- ~Rose Madder~ und ~Chinese White~.
-
-Man übergeht das ganze Papier mit einem hellen Ton von ~Yellow Ochre~
-und ein wenig ~Rose Madder~. Dann dreht man um und beginnt am Horizont
-mit einem leichten Ton von ~Brown Madder~, treibt denselben bis zu
-einem Drittel in den Mittelgrund und läßt ihn daselbst zart verlaufen.
--- Hierauf präparirt man einen Ton von ~Yellow Ochre~ und einen von
-~Yellow Ochre~ und ~Light Red~, beginnt oben mit Wasser, setzt im
-Mittelgrund den ersteren Ton ein, mischt dann vom zweiten Tone zu und
-geht nach unten ganz in denselben über. -- Dann legt man ~Cobalt~ über
-den oberen Theil der Luft, läßt ihn nach dem Mittelgrund zart verlaufen
-und steigert ihn nach oben mit ~Rose Madder~. Dem unteren Theile gibt
-man durch eine Lage ~Rose Madder~ mit ~Chinese White~ mehr Tiefe und
-Duft. Wirken die verschiedenen Farben nicht ausreichend, so wiederhole
-man sie in helleren Mischungen. Je näher die Sonne am Sinken, desto
-intensivere Farbe muß der Horizont zeigen, während das Blau oben in
-Perlgrau übergeht. Der Mittelgrund muß dann fast aus reinem Gelb
-bestehen und bildet den glanzvollsten Theil. Einiges leichtes Gewölk
-auf demselben läßt sich nach Beendigung leicht mit ~Light Red~ und
-~Rose Madder~ oder ~Light Red~ und ~Yellow Ochre~ -- schattirt mit
-~Cobalt~ und ~Light Red~ geben.
-
-
-VIII.
-
-+Nebelige Abendluft nach Westen mit der Sonne in der Mitte.+
-
-Farben: ~Indian Yellow~ -- ~Indian Yellow~ und ~Yellow Ochre~ -- ~Red
-Lead~ und ~Rose Madder~ -- ~Brown Madder~ -- ~Cobalt~ -- ~Cobalt~,
-wenig ~Rose Madder~ und ~Chinese White~.
-
-Man beginnt oben mit einem sehr hellen Ton von ~Indian Yellow~
-und geht nach unten in einen Ton von ~Indian Yellow~ und ~Yellow
-Ochre~ über. Sodann zieht man mit Wasser einen pinseldicken Strich
-concentrisch um den Bleistiftstrich der Sonne und legt einen sehr
-hellen Ton von ~Red Lead~ und ~Rose Madder~ von oben über das Papier,
-so daß er die Sonne bis auf einen schmalen Gürtel Gelb, in welchen
-er zart verlaufen muß, rund einschließt und treibt ihn sodann über
-das ganze Papier. Sodann legt man, vom Horizont aus beginnend, einen
-Ton von ~Brown Madder~ bis in die Gegend der Sonne, wo man ihn zart
-verlaufen läßt. Hierauf tönt man beide obere Ecken mit einem sehr
-hellen Ton von ~Cobalt~ ab, nähert sich mit demselben kreisförmig
-der Sonne in verschwimmender Weise und läßt ihn links und rechts da
-verschwinden, wo der Ton von ~Brown Madder~ endet, so daß zwischen
-beiden ein schmaler Raum in mattem Gelb übrig bleibt. Um nun dem
-unteren Theil der Luft die dieser Stimmung eigene Undurchsichtigkeit
-zu geben, präparirt man ~Cobalt~ mit wenig ~Rose Madder~ und etwas
-~Chinese White~, setzt diesen Ton am Horizont ein und läßt ihn nach
-oben zu verschwinden. -- Hierauf entfernt man den Bleistiftstrich der
-Sonne mit Gummi und reibt mit Radirgummi oder mit Bimssteinpulver das
-Gelb der ersten Lage aus der Sonne selbst so hinweg, daß die Mitte
-derselben ganz weiß wird, der Lichtschimmer aber in den Nebenton
-hineinstrahlt, was mit einem scharfen, runden Radirmesser leicht zu
-bewerkstelligen ist. Leises Uebergehen der nächsten Umgebung der Sonne
-mit Bimssteinpulver steigert die Zartheit der Wirkung.
-
-
-IX.
-
-+Einfacher Abendhimmel.+
-
-Farben: ~Rose Madder~ und ~Indian Yellow~ -- ~Cobalt~ -- ~Light Red~
-und ~Yellow Ochre~.
-
-Man bereite einen Ton von ~Rose Madder~ und einen hellen Ton von
-~Indian Yellow~, beginne am Zenith mit ersterem und setze vom ersten
-Viertel von Oben an mit jeder Pinsellage von letzterem Ton zu bis zum
-Horizont, so daß ein Uebergang aus Blaßrosa in Orange erreicht wird.
-Nach dem Trocknen dreht man das Brett um und setzt an der Stelle, wo im
-ersten Auftrag ~Indian Yellow~ zugesetzt wurde, einen Ton von ~Cobalt~
-ein, welchen man nach dem Zenith zu verstärkt. Für den dritten Auftrag
-bereitet man einen hellen Ton von ~Light Red~ und einen von ~Yellow
-Ochre~, beginnt oben mit ersterem und setzt mit jeder Pinsellage bis
-zum Horizont hinab von letzterem zu.
-
-
-X.
-
-+Nebliger Morgeneffekt.+ (Sonne über dem Horizont.)
-
-Farben: ~Indian Yellow~ und ~Gamboge~ -- ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und
-wenig ~Chinese White~ -- ~Light Red~.
-
-Man bereitet einen Ton von ~Indian Yellow~ und wenig ~Gamboge~ und
-einen zweiten helleren mit weniger ~Indian Yellow~. Mit letzterem Tone
-übergeht man die ganze Luft. Nach dem Trocknen setzt man am Horizont
-abermals den hellen Ton ein, setzt aber mit jeder Pinsellage bis zum
-Zenith von dem kräftigeren Tone zu. Man bestimme nunmehr die Stelle
-der Sonne (welche der Mitte oder den Seiten nicht zu nahe gerückt
-werden darf), zieht unter dieselbe mit Wasser eine Linie und führt
-den oben angegebenen bläulichen Ton bis zum Horizont, worauf über den
-oberen Theil der Luft ein heller Ton von ~Light Red~ gelegt wird.
-Wünscht man dem oberen Theil ebenfalls einen in’s Graue fallenden Ton
-zu geben, so kann man auch den blauen Ton benutzen.
-
-Ist dieses vollendet, so nimmt man ein scharfes Radirmesser und führt
-es leicht über die, die Sonne umgebende Stelle, womit eine sehr
-natürliche Wirkung erzielt wird. Die Sonne selbst wird vollständig
-ausradirt und weiß gelassen. Mit dem Messer können auch einige auf-
-oder abwärtsgehende Strahlen gegeben werden, doch ist hierbei große
-Vorsicht und Geschicklichkeit nothwendig.
-
-
-XI.
-
-+Sonnenuntergang.+
-
-Farben: ~Yellow Ochre~ und ~Brown Madder~ -- ~Indian Yellow~ (oder
-~Cadmium~) -- ~Brown Madder~ -- ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ -- ~Yellow
-Ochre~ -- ~Yellow Ochre~ und ~Indian Red~ -- ~Rose Madder~ und
-~Cadmium~ -- ~Purple Madder~.
-
-Für Darstellung eines klaren Sonnenunterganges empfiehlt es sich,
-das Papier zuerst mit einem hellen Tone von ~Neutral Orange~ -- oder
-in Ermangelung dessen -- mit einem Ton von ~Yellow Ochre~ und ~Brown
-Madder~ zu übergehen. Nach dem Trocknen kann dieser Auftrag wiederholt
-werden, wobei man im oberen Theil der Luft ~Yellow Ochre~, vielleicht
-durch ein wenig ~Cadmium~ verstärkt, etwas vorherrschen läßt, nach
-unten aber mehr und mehr ~Brown Madder~ zusetzt. Nach dem Trocknen und
-erfolgtem Waschen mit Wasser -- das Auftrocknen mit Löschpapier nicht
-zu vergessen -- führt man einen Ton von ~Cobalt~ mit ein wenig ~Rose
-Madder~ über den oberen Theil der Luft und läßt ihn nach unten zart
-verlaufen. Sodann präparirt man einen Ton von ~Yellow Ochre~ und einen
-von ~Yellow Ochre~ mit ~Indian Red~, beginnt oben mit einer Lage reinen
-Wassers, setzt nach und nach den ersteren Ton zu und geht sodann in
-den zweiten über, welcher bis zum Horizont aufgetragen wird. Sollte
-indessen der erstere Ton nicht klar genug ausfallen, so kann etwas
-~Cadmium~ zugesetzt werden, während der geröthete Theil der Luft durch
-eine dünne Lage ~Rose Madder~ verstärkt werden kann. Auch ~Rose Madder~
-mit etwas ~Cadmium~ ist hier als sehr naturwahrer und transparenter Ton
-unbedingt zu empfehlen und dem ~Light Red~ entschieden vorzuziehen.
-Verlangt das Roth noch größere Tiefe, so ist dieselbe am besten
-mittelst ~Purple Madder~ zu erreichen. In Stimmungen dieser Art
-kommen häufig über dem Horizont lange, schmale Wolkenzüge von tiefer
-Purpurfarbe vor, welcher Effekt mit einer Mischung von ~Cobalt~ oder
-~French Blue~, mit ~Purple Madder~ oder mit etwas ~Indian Red~ in
-bewunderungswürdiger Weise wiedergegeben werden kann.
-
-
-XII.
-
-+Sonnenuntergang mit reicher Bewölkung.+
-
-Der Effekt sei etwa folgender: Das obere Drittel der Luft und ein
-kleiner Theil des zweiten Drittel blau mit vielen kleinen gelblichen
-und röthlichen Wölkchen. Der übrige Theil des zweiten Drittel gelb mit
-einigen gestreckten, in der Mitte gehäuften purpurröthlichen Wölkchen.
-Im unteren Drittel tieftönige, nach Oben in Rothgelb, nach Unten in
-Purpur übergehende Wolkenmassen.
-
-Farben: ~Cobalt~ -- ~Yellow Ochre~ und ~Rose Madder~ -- ~Yellow Ochre~
-und ~Indian Red~. -- Die dunkeln Wolken: ~Yellow Ochre~, ~Indian Red~
-und ~Cobalt~.
-
-Das Papier wird wie gewöhnlich genäßt und aufgetrocknet. Man legt dann
-~Cobalt~ über den oberen Theil der Luft, wobei die kleinen Wölkchen
-scharf ausgespart werden und endigt, wo das Gelb des Mittelgrundes
-beginnt, mit gerader Linie. Ist dieser Auftrag trocken, so beginne
-man rechts oben in der Ecke mit einem hellen Ton von ~Rose Madder~,
-welchem man mehr und mehr ~Yellow Ochre~ beimischt und Alles, auch die
-kleinen Wölkchen, mit diesen Tönen übermalt, mische aber, sobald man
-das untere Drittel erreicht, ~Indian Red~ zu. Ist dies trocken, so
-beginnt man am oberen Theil der unteren Wolkenschichten mit ~Yellow
-Ochre~, ~Indian Red~ und wenig ~Cobalt~, nimmt nach beiden Seiten hin
-mehr von beiden letzteren Farben und gegen den Horizont hin noch mehr
-~Cobalt~. Nach dem Trocknen wasche man vorsichtig ab und verstärke
-die oberen Wölkchen mit ~Rose Madder~ oder ~Yellow Ochre~, je nach
-Färbung, gehe aber nicht bis zum Rande derselben, sondern lasse
-Zwischenräume, was transparent und leuchtend wirkt. Auch die Töne
-der dunkeln Wolken am Horizont sind jetzt mit kühner, aber exacter
-Pinselführung zu verstärken, wobei nach jedem Strich der Pinsel vom
-Papier zu entfernen ist. Nach unten muß ~Cobalt~ zu-, ~Yellow Ochre~
-dagegen abnehmen und Lasuren von ~Yellow Ochre~ mit ~Indian Red~ werden
-an geeigneten Stellen anzubringen sein. Die Wölkchen im gelben Theil
-des Himmels setzt man mit ~Rose Madder~ und etwas ~Cobalt~ ein. Sollte
-der Ton von ~Cobalt~ noch etwas zu verstärken sein, so kann man dieser
-Farbe ganz wenig ~Chinese White~ zusetzen, halte aber genau die Kanten
-der Wölkchen ein. Sollte es hier und da den Tönen an Wärme fehlen,
-so läßt sich mit leichten Lasuren von ~Rose Madder~ für rosiges, von
-~Yellow Ochre~ für gelbes, und von ~Yellow Ochre~ mit ~Indian Yellow~
-für goldenes Licht nachhelfen. +Reinheit der Töne+, +Lichtglanz+ und
-zarte Stimmung sind die Schwierigkeiten, welche in solchen Lüften zu
-bewältigen sind.
-
-
-XIII.
-
-+Anderer Sonnenuntergang in sehr reicher Färbung.+
-
-Motiv: Die oberen zwei Drittel der Luft mit langgestreckten,
-horizontalen, tiefpurpurnen Wolkenzügen, Lage über Lage durchsetzt;
-zwischen den unteren glänzend gelbe Lichter. Das untere Drittel gelb in
-Orange übergehend mit wenigen Wölkchen und einigen mattblauen Streifen.
-
-Farben: ~Cobalt~ -- ~Indigo~ und ~Indian Red~ -- ~Yellow Ochre~ --
-~Yellow Ochre~ und ~Rose Madder~ -- ~Yellow Ochre~ und ~Gamboge~ --
-~Indigo~, ~Indian Red~ und ~Rose Madder~ -- ~Cobalt~ und ~Rose Madder~.
-
-Vorausgesetzt, daß das Papier den früher erwähnten ersten Ton erhalten
-hat und nunmehr zur Aufnahme weiterer Farbe bereit ist, setzt man die
-blauen Streifen im unteren Theile der Luft mit entschiedenen Umrissen
-ein. Sodann legt man die oberen Wolkenschichten mit ~Indigo~ und
-~Indian Red~ an, wobei an den oberen Rändern Blau, an den unteren
-aber Roth vorherrschen muß. Im unteren Drittel beginnt man gegen die
-Mitte hin mit Wasser und setzt dann bis zum Horizont von dem rötheren
-Ton zu. -- Ist alles trocken, so beginnt man am Zenith mit Wasser und
-setzt nach einiger Zeit einen etwas kräftigen Ton von ~Yellow Ochre~
-ein, welchen man bis zum Horizont führt und gegen diesen hin etwas
-~Rose Madder~ zusetzt. -- Hierauf werden die Farben der oberen Wolken
-mit ~Indigo~ und ~Indian Red~ verstärkt. -- Im unteren Drittel beginnt
-man dann abermals oben mit Wasser, ohne jedoch die purpurnen Wolken zu
-berühren, setzt dann ~Yellow Ochre~ ein und verstärkt ihn nach unten
-mit etwas ~Rose Madder~. -- Ist dies trocken, so wäscht man die ganze
-Oberfläche mit reinem Wasser, trocknet aber nicht ab. Ist die Nässe
-verschwunden, die Oberfläche aber noch feucht, so legt man den dunklen,
-warmen Purpurton über die oberen Wolken mit ~Indigo~, ~Indian Red~ und
-~Rose Madder~, wobei die Farbe nach unten an Tiefe zunehmen muß, aber
-nicht bis zum Rande der Wolken geführt werden darf. Diese Manipulation
-ist zwei bis dreimal zu wiederholen, jeder folgende Auftrag aber an
-Umfang zu verringern, um Abstufung der Töne zu erreichen und für die
-beiden letzten Male ist anstatt des ~Indigo Cobalt~ zu nehmen. Hierauf
-trägt man im untern Theil den warmen Ton mit ~Yellow Ochre~ und ~Rose
-Madder~ auf, welchem man, gegen den Horizont hin, etwas ~Indian Red~
-zusetzt und muß dieses ebenfalls mehrmals wiederholt werden, wobei man
-jedesmal etwas tiefer beginnt. -- Ist dieses beendet, so setzt man
-die kleinen, fliegenden Wölkchen im unteren Theil mit ~Rose Madder~
-und ~Cobalt~ ein, sowie die Schichte ~Cobalt~, welche, um unbestimmt
-und zart zu verlaufen, oben und unten einen Streifen mit wenig Wasser
-erhalten muß. In die hellen Stellen zwischen den oberen Wolken bringt
-man ~Rose Madder~ mit ~Gamboge~ und auf die hellsten Lichter ~Yellow
-Ochre~ mit ~Gamboge~. Die Ausführung muß eine leichte, transparente
-sein, weßhalb man nicht zu viel Farbe in den Pinsel nehme, die Töne
-stets sehr dünn anwende und die Tiefe des Tons durch +öftere+ Aufträge
-zu erreichen suche, wodurch alle Schwere verbannt bleibt. Mit nur
-wenigen Aufträgen ist in derartigen Stimmungen nichts zu erreichen als
-Schwere und Dunkel.
-
- * * * * *
-
-Nach Rowbotham empfiehlt sich für Darstellung eines glühenden
-Sonnenunterganges +mit+ Sonne folgende Behandlung: Die Sonne
-lege man mit recht dickem ~Chinese White~ an, welches man, wenn
-trocken, je nach der nothwendigen Farbe, entweder mit ~Cadmium~
-oder mit ~Indian Yellow~ und ~Vermilion~ lasirt, -- oder aber man
-radire die Sonnenscheibe aus, glätte das Papier gut und colorire
-dann mit vorstehenden Tönen. Am Horizont lagern häufig kalttönige
-Wolkenstreifen, welche nicht selten quer vor der Sonnenscheibe liegen
-und letztere halbiren. Sie lassen sich am besten mit ~Cobalt~,
-~Rose Madder~ und ein wenig ~Chinese White~ geben; man sei indessen
-vorsichtig, damit nicht durch Zusatz von etwas zu viel von letzterem
-diese Wolken ein kreidiges Ansehen erhalten.
-
-Die oben angeführten Beispiele sind so verschieden im Charakter, daß
-sie wenigstens zu mehr als allgemeiner oder einseitiger Kenntniß der
-Behandlung der Lüfte den Grund zu legen geeignet sind. Es sind Motive,
-welche in der Natur sowohl, wie in Gemälden, häufig wiederkehren und
-dem Lernenden den Einblick in das Entstehen der ausgeführtesten und
-vollendetsten Werke vermitteln. ~Cadmium~ ist nur in einem Falle
-angewendet worden. Wo aber ein sehr glänzender Effekt wiedergegeben
-werden soll, wird seine Anwendung stets eine erfolgreiche sein.
-
-An dieser Stelle muß noch betont werden, daß der Luftton stets über
-die ganze Ferne bis in den Mittelgrund und bei Vorhandensein von
-Wasser, Teichen, Flüssen etc. im Vordergrunde, auch über diesen zu
-legen ist. Größere helle Lichter spart man aus. Schließlich will ich
-auch bemerken, daß bei Gemälden von größeren Dimensionen, oder bei
-solchen, welche zu größerer Vollendung bestimmt sind, das auch in
-den angeführten Beispielen mehrmals eingehaltene Verfahren, wonach
-bei Anlage der ersten Töne das genäßte Papier nicht mit Löschpapier
-abgetrocknet wird, sondern die Anlage der ersten Farbentöne noch in
-ziemlich nassem Zustande erfolgt, mit Vortheil angewendet wird, da
-hierdurch ein hoher Grad von Weichheit erzielt wird und die einzelnen
-Töne sehr schön in einander laufen. Legt man eine größere Luftfläche
-in dieser Weise an, so nimmt man keine weitere Rücksicht auf die
-Formen der Farbentöne, als etwa in Bezug auf Lage und setzt alle Töne
-ohne Unterbrechung neben oder in einander. Ist die Fläche trocken,
-so zeigt die Luft eine Anzahl formlos in einander verlaufender
-Farbentöne, worauf abgewaschen, die überschüssige Nässe nunmehr aber
-aufgetrocknet wird. Der zweite Auftrag wird dann in der gewöhnlichen
-Weise behandelt und wird dabei selbstverständlich näher auf die Formen
-der Wolkenbildungen etc. eingegangen.
-
-
-~=B.=~ =Die Ferne.= -- Gebirg.
-
-
-=1. Colorit.=
-
-
-~a.~ +Töne für größte Ferne.+
-
- ~Cobalt~ allein, oder lasirt mit ~+Light Red+~ -- ~+Indian Red+~
- -- ~Burnt Sienna~ -- ~Vermilion~ -- ~+Rose Madder+~ oder ~+Brown
- Madder+~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Yellow Ochre+~ in den
- verschiedensten Nüancen (auch 1. 3. 2. -- 2. 3. 1. -- 2. 1. 3. --
- 3. 2. 1.)
-
- ~+Cobalt+~, ~+Naples Yellow+~ und ~+Rose Madder+~ wie voriger Ton,
- besonders aber 2. 3. und wenig 1. für +neblige+ Stimmungen und
- dämpfige Schwüle unersetzlich, darf aber immer erst bei Beendigung
- der Ferne aufgetragen werden, wobei man gewöhnlich oben mit Wasser
- anfängt und etwa, von der Mitte der Luft an mehr und mehr von
- diesem Ton zuzusetzen beginnt.
-
- ~Cobalt~, ~Indigo~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Cobalt~, ~Indigo~ und ~Brown Madder~.
-
- ~French Blue~ und ~Lamp Black~, milder Ton.
-
- ~French Blue~, ~Rose Madder~ mit wenig ~Yellow Ochre~.
-
- ~Indigo~ und ~Lamp Black~ in Seestücken für ferne Klippen etc.
-
- ~+Indian Red+~ und ~+Indigo+~, tiefer, dunkler Ton.
-
- ~Ultramarin Ash.~
-
- ~Payne’s Grey.~
-
-
-~b.~ Töne für Ferne bei heller Beleuchtung.
-
- ~+Light Red+~ -- ~+Rose Madder+~ -- ~+Raw Umber+~ -- ~Raw Sienna~.
-
- ~+Vermilion+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~+Neutral Orange+~ und ~+Rose Madder+~ oder ~Brown Madder~.
-
- ~Cadmium~ allein oder mit ~Yellow Ochre~.
-
- ~+Lemon Yellow+~, (+nicht+ als erster Ton oder zur Untermalung.)
-
- ~Naples Yellow~ allein oder mit ~Rose Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~ allein oder mit ~+Rose Madder+~, ~Indian Red~ oder
- ~Light Red~.
-
-Für die +Schattentöne+ empfehlen sich:
-
- ~Cobalt~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Yellow Ochre~ oder ~Raw Umber~.
-
- ~Cobalt~ und ~Indian Red~.
-
- ~Cobalt~, ~Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-
-
-~c.~ Töne für Ferne mittleren Grades
-
-(weniger weit als unter ~a.~)
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Brown Madder+~, sehr nützlicher Ton.
-
- ~Cobalt~, ~Indigo~ und ~Brown Madder~ oder ~Rose Madder~.
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Light Red+~ (auch ~French Blue~ anstatt ~Cobalt~),
- sehr schön für duftige Effekte.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Light Red+~ und ~+Rose Madder+~ liefert eine Unzahl
- brauchbarer Töne.
-
- ~Cobalt~, ~Sepia~ und ~Brown Madder~, sehr nützlich.
-
- ~Indigo~ und ~Purple Madder~, sehr zarter, schöner Purpurton.
-
- ~Cobalt~ und ~Purple Madder~, heller.
-
- ~Indigo~ mit ~Vermilion~ oder ~Rose Madder~.
-
- ~Indigo~, ~Yellow Ochre~ und ~Rose Madder~.
-
- ~French Blue~, ~Lamp Black~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Naples Yellow~ allein oder mit ~Cobalt~, dick aufgesetzt, aber mit
- +sicherer+ Hand, liefert scharfe Lichter auf fernes Gebirg.
-
- ~Cobalt~, ~Yellow Ochre~ und ~Chinese White~ eignet sich für die
- Darstellung der Verzweigungen in den Gebirgsmassen; auch ~Cobalt~
- allein, ebenfalls dick, mit wenig Wasser aufgetragen, paßt für
- manche Fälle.
-
-Zusatz von etwas ~French Blue~ gibt den Tönen größere Tiefe.
-
-
-~d.~ Töne für +fernes+ Grün.
-
- ~Roman Ochre~ und Blau, (~Cobalt~, ~French Blue~ oder ~Indigo~),
- tiefe, sanfte Töne. Zur Beurtheilung der Wirkungsweise der aus
- den verschiedenen blauen Farben resultirenden grünen Töne, habe
- man stets im Auge, daß ~+Cobalt+~ +zarte+ Töne +ohne große Tiefe+
- liefert, ~+French Blue+~ dagegen +tiefe+, +dunklere+ Töne und
- ~+Indigo+~ +sehr dunkle+, leicht zu Schwärze neigende, weßhalb
- man sich vor einem Uebermaß desselben zu hüten hat. Der Lernende
- versäume nicht, sich mit den zahlreichen Nüancen des Grün möglichst
- vertraut zu machen.
-
- ~Roman Ochre~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Roman Ochre~, ~Indigo~, ~Rose Madder~ und etwas ~Cobalt~.
-
- ~+Yellow Ochre+~ und +Blau+ (auch 2. 1.) +sehr brauchbare+ Töne
- besonders mit ~French Blue~, in +dicker+ Mischung d. h. mit wenig
- Wasser angerieben, aufzutragen.
-
- ~+Yellow Ochre+~, ~+Cobalt+~ und wenig ~+Rose Madder+~, dick.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Cobalt~ und ~Indigo~, tiefer im Ton.
-
- ~+Yellow Ochre+~, ~+Cobalt+~ mit ~+Light Red+~ -- oder ~Rose
- Madder~ -- oder ~+Brown Pink+~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Indigo~, etwas ~Cobalt~ und ~Indian Red~.
-
- ~Gamboge~, ~Yellow Ochre~ und Blau.
-
- ~+Gamboge+~, ~+Brown Madder+~, ~+Indigo+~ und ~+Cobalt+~.
-
- ~+Raw Sienna+~, +Blau+ und ~+Rose Madder+~, schöne, graugrüne
- Töne, besonders auch 2. 1. 3., mit Indigo aber weniger zu empfehlen.
-
- ~+Raw Umber+~ und +Blau+, besonders ~Cobalt~, desgleichen.
-
- ~+Raw Umber+~, ~+Indigo+~ und ~+Gamboge+~, ruhiges Grün.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Chinese White+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Brown Pink+~,
- sehr brauchbares Graugrün von duftiger, nebelhafter Wirkung.
-
- ~Naples Yellow~ und ~Cobalt~ (auch 2. 1.)
-
- ~Brown Pink~ und ~French Blue~.
-
- ~Olive Green~ mit wenig ~Indigo~.
-
- ~+Naples Yellow+~, ~+Cobalt+~ und ~+Rose Madder+~, besonders
- brauchbar für einzelne Bäume in Silhouette vor Luft oder Gebirg.
-
- ~Naples Yellow~ und ~Rose Madder~ mit wenig ~Cobalt~.
-
- ~Lemon Yellow~ und ~Cobalt~, schöner Ton für ferne Wiesen und
- Felder.
-
- ~Cobalt~, ~Gamboge~ und ~Light Red~.
-
- ~Cobalt~, ~Yellow Ochre~, ~Chrimson Lake~ und ~Gamboge~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Brown Pink+~.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~ oder ~Neutral Orange~ liefert gute
- Schattentöne.
-
- * * * * *
-
-In vielen Fällen ist es geeignet, obenverzeichneten Mischungen etwas
-~Naples Yellow~ (sofern solches nicht bereits in denselben enthalten
-ist) zuzusetzen und zwar vorzugsweise für neblige Effekte oder dicke,
-dämpfige Atmosphäre, endlich auch da, wo Anwendung einer +deckenden+
-Farbe erwünscht ist, wie auf dunkelem Hintergrund, wo es wegen
-verschiedenartigen Gründen nicht rathsam gewesen die helleren, etwas
-vorliegenden Gegenstände auszusparen.
-
-
-~e.~ +Lasurfarben+ für obige Töne.
-
- ~Brown Pink.~
-
- ~Terra Verte~, reicher, kräftiger Ton.
-
- ~Viridian.~
-
- ~Lemon Yellow.~
-
- ~Indian Yellow~, auch mit ~Brown~ oder ~Purple Madder~.
-
- ~Gamboge~, allein oder mit ~Brown~ oder ~Rose Madder~, oder mit
- ~Vandyke Brown~.
-
- ~Burnt Sienna.~
-
- ~Raw Sienna.~
-
- ~Mars Orange~, sehr durchsichtig.
-
- ~Yellow Ochre~ allein oder mit ~Light Red~ oder ~Rose Madder~.
-
-Diese Lasuren, welche für Vegetation überhaupt Anwendung finden,
-kommen für Ferne nur da in Betracht, wo ein Ton nicht ganz nach
-Wunsch ausgefallen ist und etwas verändert werden soll, sei es
-durch lebhaftere oder gedämpftere Färbung, wie auch für Lichter und
-Halblichter.
-
-
-=2. Technik.=
-
-Die Ferne (häufig auch der Mittelgrund) steht, in Hinsicht der Farbe
-wie der technischen Behandlung, der Luft sehr nahe. Beleuchtung,
-Tages- und Jahreszeit wie nicht minder Wind und Wetter üben sehr
-bedeutenden Einfluß auf ihren Charakter; doch hat die Ferne in der
-Regel einen kühlen, bläulichgrauen Luftton, auf dessen Wiedergabe man
-stets bedacht sein muß, da dieser Ton, sobald er durch unzweckmäßige
-Farbenaufträge vernichtet worden, meist nur sehr schwer wieder im
-nöthigen Duft herzustellen ist. Wo überhaupt ein Bild im Luftton nicht
-befriedigt, trägt meistens der Mangel jener in’s Blaue fallenden grauen
-Töne hauptsächlich die Schuld. In den meisten Fällen besteht die Ferne
-aus Gebirg und Wald und bildet, was Tiefe der Farbe anbelangt, einen
-bedeutenden Contrast zu dem Himmel, von welchem sie sich bei hellem
-Wetter dunkel +abhebt+, was der Anfänger stets beachte. Die Technik
-ist, wie bereits erwähnt, dieselbe wie bei der Behandlung der Luft,
-weßhalb man bei erster Anlage mit den Lufttönen in der Regel auch die
-Ferne und alle +dunkleren+ Gegenstände in Mittel- und Vordergrund
-(hellere nicht) übermalt. Hierdurch wird einerseits die spätere Arbeit
-wesentlich erleichtert, andererseits aber auch das Glänzende und Rohe
-der hellen Töne gebrochen und in das Ganze ein Luftton gebracht. Der
-nothwendigen Weichheit der Töne der Ferne wegen, müssen sich daher
-auch die Waschungen zwischen den einzelnen Aufträgen über die Ferne
-erstrecken, mit Ausnahme der Fälle, wo letztere in der Farbe grün ist,
-da grüne Töne meistens gegen Waschungen empfindlich sind und daher
-erst +nach+ gänzlicher Vollendung der Luft und des blauen Theiles der
-Ferne aufzutragen sind. Ueberhaupt gehe man stets erst nach Vollendung
-der Luft an die Verstärkung der Aufträge der Ferne. Die Schatten der
-Ferne müssen sehr luftig sein; da sie jedoch ziemlich kalt sind, so
-empfiehlt es sich, zur Erreichung dieses Zweckes den Schattentönen
-(~Cobalt~ mit ~Rose Madder~, ~Light Red~, ~Indian Red~ etc.) etwas
-~Chinese White~ zuzusetzen. Im Allgemeinen genügt ~Cobalt~ für die
-Ferne nicht, sondern muß mit ~Indigo~ oder ~French Blue~ verstärkt
-werden, wobei wieder zu erinnern ist, mit ~Indigo~, der Schwärze
-wegen, in tiefen Tönen vorsichtig umzugehen. Auch wird der Lernende
-hier nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß Transparenz, welche den
-Zauber der Ferne bedingt, nur durch öftere Aufträge dünner Farbentöne
-+sicher+ zu erreichen ist. Bei diesen wiederholten Aufträgen ist
-es, wie auch bei gewissen Theilen der Luft, unbedingt nothwendig,
-+genau+ die Silhouette des früheren Auftrages einzuhalten, sofern,
-selbstverständlich nicht zugleich eine Modellirung, z. B. eines
-näher gelegenen Gebirgsabschnittes, gegeben wird, und ist dieses
-genaue Einhalten der Grenze früherer Aufträge eine goldene Regel beim
-Aquarelliren.
-
-Die Behandlung des Mittelgrundes, in welchen die Ferne nicht selten
-allmälig übergeht, ist im Wesentlichen dieselbe, doch ist es sehr
-vortheilhaft, die Farbe hier etwas consistenter aufzutragen. Für solche
-Behandlung eignen sich jedoch nur ganz bestimmte Farben, wie ~Cobalt~,
-~Rose Madder~, ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Naples Yellow~, und
-zwar deßwegen, weil sie alle, selbst in großer Intensität, +hell+ und
-somit auch für die Ferne vorzugsweise nützlich sind. Diese Farben haben
-die weitere schätzbare Eigenschaft, daß, wenn sie zusammen in dickerer
-Mischung angewendet werden, man, während sie noch naß sind, in sie
-hinein malen kann, ohne die Töne zu stören, wodurch man befähigt ist,
-wie beim Malen in Oel, Detail und Schatten vor dem Trocknen fertig
-zu arbeiten. Auch im Mittelgrunde kann den Schatten, um solche wegen
-der Mitteltöne nicht zu schwer zu bekommen, etwas ~Chinese White~
-zugemischt werden. Schmidt hat für die Ferne ~Indian Red~ als Ersatz
-für ~Rose Madder~ empfohlen und auf mehrfache Versuche hin kann ich
-dies nur bekräftigen.
-
-Die Ferne, wie bei Behandlung der Luft angeführt, in stärkeren Tönen
-anzulegen, um solche alsdann mittelst Wasser und Schwamm wieder bis
-zum gewünschten Grade aufzuhellen, möchte ich nicht empfehlen, da
-dieses Verfahren nicht immer die für die Ferne meist nothwendige
-Durchsichtigkeit und Leichtigkeit wahrt.
-
-Kleinere Gegenstände, welche aus dem Vordergrund in die Ferne
-hineinragen, oder solche, welche der Ferne selbst angehören und sich
-besonders bemerkbar machen, beachtet man in den früheren Stadien der
-Arbeit nicht, sondern, sofern sich dieselben hell abheben, nimmt
-man sie mit Wasser und Waschleder oder einem seidenen Tuche bei
-Fertigstellung des Bildes heraus und colorirt sie dann entsprechend,
--- oder aber setzt man ~Chinese White~ ziemlich trocken und dick
-in entsprechender Form auf und colorirt nach dem Trocknen. Dunkle
-Gegenstände werden dann einfach mit entsprechenden Tönen eingesetzt.
-Sollte der Gegenstand aber der Art sein, daß er ohne besondere
-Schwierigkeit ausgespart werden könnte, was indessen meist nicht
-thunlich ist und der gleichmäßigen Anlage der Töne des Hintergrundes
-leicht Eintrag thut, so spare man aus, was noch mit am natürlichsten
-wirkt. Kleinere Lichter auf Gebirg, Felsen, Bäumen und der Vegetation
-im Allgemeinen, werden, ihrer Form entsprechend, mit spitzem Pinsel
-exact mit wenig Wasser gezeichnet und nach früher dargelegtem Verfahren
-herausgenommen. Genügt ein Versuch nicht, dann wiederholt man das
-Aufsetzen von Wasser, wendet dann Löschpapier an und reibt die Stelle
-mit Brod, welches jedoch nicht zu frisch sein darf. Letzteres Verfahren
-ist sehr sicher und nimmt die Farbe ohne Nachtheil für das Papier
-weg, welch letzteres sofort jeden beliebigen Ton annimmt. Dieses
-Herausnehmen der Lichter macht einen erstaunlich +frischen+ Effekt,
-welcher nicht leicht in anderer Weise erreicht wird, und dieser
-Fähigkeit, Farbe ganz oder theilweise entfernen zu können, verdankt
-die Aquarellmalerei manche ihrer Schönheiten und Eigenthümlichkeiten.
-Sehr +vorsichtig+ sei man aber in der Wiedergabe weißer Lichter durch
-~Chinese White~. Welche der obigen Verfahrungsweisen man anwende, hängt
-übrigens theils vom Bilde selbst, theils aber auch vom Geschmacke, wie
-von der Geschicklichkeit des Darstellenden ab.
-
-Die oben für das Colorit angegebenen Töne sind sämmtlich sehr schön und
-entsprechen allen Anforderungen, welche an den Lernenden herantreten
-können. Ich will aber noch ganz besonders darauf aufmerksam machen,
-daß jede Mischung in den Verhältnissen ihrer Bestandtheile stets
-etwas wechseln muß, damit nicht eine monotone, unangenehme Färbung
-erzielt werde, welche in der Ferne nur sehr selten, im Mittelgrunde
-aber niemals vorkommen dürfte. Bei Behandlung der Vegetation in Ferne
-und Mittelgrund arbeite man mit der Seite des Pinsels, besonders wenn
-man mit dicker Farbe operirt. Die Farbe läßt sich dann in breiten,
-flachen Tönen auftragen und bietet eine günstige Fläche für die
-weitere Vollendung. Man setzt stets zuerst den allgemeinen Ton, dann
-die Schatten ein und geht dann zu etwaigem Detail über, vermeide aber
-zu dunkle Drucker oder sonst auffallende Punkte, Striche oder Flecke,
-welche besondere Aufmerksamkeit erregen und in den Leistungen von
-Anfängern häufig angetroffen werden.
-
-Ferne und Mittelgrund der Gemälde sind so wichtig und meist so
-schön, daß dem Lernenden sorgfältige Studien nach der Natur, vom
-Einfachsten bis zum Erhabenen, nicht genug zu empfehlen sind. Die
-+richtige+ Darstellung ist häufig sehr schwierig, da die Formen in
-der Regel so unbestimmt dem Auge sich darstellen, daß man wieder
-und wieder sehen muß, um zum richtigen Verständniß zu gelangen. So
-unbestimmt aber immerhin etwas wiederzugeben sein möge, so trachte der
-Darstellende dennoch stets es so zu geben, daß der Beschauer, bei aller
-Unbestimmtheit, über die wirkliche Bedeutung des Gegenstandes nicht in
-Zweifel bleibe, was indessen bei der bloßen Skizze weniger in Betracht
-kommt.
-
-Da die Ferne häufig aus Gebirg besteht, so will ich hier noch etwas
-einschalten, was von manchem Lernenden dankend anerkannt werden dürfte.
-Alle Bergformen besitzen sowohl eine ihnen speziell eigenthümliche
-Gestalt, wie eine gewisse Großartigkeit, welche beide Momente in dem
-Abbild nicht selten beträchtlich Schaden nehmen. Es resultirt dies
-lediglich aus den in der Zeichnung in der Regel zu flüchtig und
-allgemein angedeuteten Formen, namentlich den +gerade+ fortlaufenden
-Umrißlinien, welche in der Natur nur selten vorkommen. Man meide daher
-diese gerade fortlaufenden Linien und halte solche etwas unregelmäßig,
-copire getreu die auffallenderen Unterbrechungen und Absätze, besonders
-die +Winkel+ der größeren Abweichungen, da der wahrheitsgetreue
-Eindruck lediglich durch Aufmerksamkeit auf diese Unregelmäßigkeiten im
-Detail der Umrißlinien bedingt wird.
-
-Zum Untermalen von Gebirgsketten eignet sich in vorzüglicher Weise der
-Neutralorangeton von ~Yellow Ochre~ mit ~Brown Madder~ in den Licht-,
-und ~Brown Madder~ mit ~Yellow Ochre~ in den Schatten-Partien, da
-die späteren blauen Töne auf diesem Unterton sehr gut wirken. Sehr
-naturwahr läßt sich die verschiedene Beleuchtung ferner Gebirgsketten
-wiedergeben, wenn man die verschiedenen Töne, etwa ~Cobalt~, ~Indigo~
-und ~Rose Madder~ -- dann ~Rose Madder~ und ~Cobalt~ -- dann ~Rose
-Madder~ und ~Yellow Ochre~ -- dann ~Yellow Ochre~ allein etc., naß
-in einander laufen läßt; überhaupt versäume man nicht, bewaldete
-Bergketten oder Höhenzüge bei der verschiedensten Beleuchtung, Tages-
-und Jahreszeit zu studiren, da solches von immensem Nutzen ist.
-
-=~C.~ Die Vegetation.=
-
-
-=1. Colorit.=
-
-
-~a.~ Grün für Laubwerk des Mittelgrundes.[B]
-
- ~+Brown Pink+~ und ~+Indigo+~ oder ~French Blue~.
-
- ~Indigo~ und ~Sepia~, sehr kalter, dunkler Ton.
-
- ~Neutral Orange~ und ~Cobalt~.
-
- ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Gamboge~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Naples Yellow+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Yellow
- Ochre+~, duftig.
-
- ~+Aureolin+~, ~+Sepia+~ und ~+Cobalt+~, duftig.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~, klarer, neutraler Ton.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Sepia~, ~Indigo~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Sepia~, ~Indigo~ und ~Raw Sienna~.
-
- ~Raw Umber~ und ~Indigo~.
-
- ~Olive Green~ und ~Indigo~.
-
- ~Olive Green~, ~Indigo~ und ~Sepia~ (auch mit Zusatz von ~Vandyke
- Brown~.)
-
- ~Brown Pink~, ~Indigo~ und ~Sepia~ (auch mit Zusatz von ~Vandyke
- Brown~.)
-
- ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Yellow Ochre~. }
- ~Brown Pink~, ~Cobalt~ und ~Chrimson Lake~ als }
- Schattenton. }
-
- ~+Cobalt+~, ~+Brown Pink+~ und ~+Rose Madder+~. }
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und wenig~ +Brown }
- Pink+~, als Schattenton. }
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Cobalt~. }
- ~Yellow Ochre~, ~Brown Pink~, ~Cobalt~ und etwas ~Rose }
- Madder~ als Schattenton. }
- ~Rose Madder~ und ~French Blue~, für tiefste Schatten. }
-
- ~Sepia~ und ~Cobalt~, Rasenflächen.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~, Rasenflächen.
-
-Für Bäume des Mittelgrundes in voller Beleuchtung eignen sich:
-
- ~+Gamboge+~ und ~+Neutral Tint+~.
-
- ~Gamboge~, ~French Blue~ und ~Raw Umber~ oder ~Burnt Umber~.
-
- ~Gamboge~, ~Cobalt~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Gamboge~, ~French Blue~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Oxyde of Chromium~, ~Brown Pink~ und ~Gamboge~.
-
- ~+Aureolin+~, ~+Sepia+~ und ~+Cobalt+~.
-
- ~Aureolin~ und ~Indigo~.
-
- ~+Indian Yellow+~, ~+Vandyke Brown+~ und ~+French Blue+~.
-
- ~+Indian Yellow+~, ~+Sepia+~, ~+Cobalt+~ und ~+Indigo+~.
-
-
-~b.~ Grün für Laubwerk des Vordergrundes.
-
-~NB.~ +Für Bäume des Vordergrundes ist ~Cobalt~ weniger geeignet als
-~French Blue~ oder ~Indigo~.+
-
- ~+Gamboge+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~+Gamboge+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+French Blue+~, klarer im Ton.
-
- ~+Indian Yellow+~, ~+Burnt Sienna+~ und +Blau+, für Laub im
- Allgemeinen zu empfehlen.
-
- ~+Indian Yellow+~, ~+Vandyke Brown+~ und +Blau+.
-
- +Die vorstehend namhaft gemachten Combinationen liefern fast jede
- erdenkliche Nüance von Grün für vorliegenden Zweck.+
-
- ~+Gamboge+~, ~+French Blue+~ und ~+Burnt }
- Umber+~, }
- ~Brown Pink~, ~French Blue~ und ~Burnt } düstere Töne.
- Sienna~, }
- ~+Brown Pink+~, ~+Vandyke Brown+~ und }
- +Blau+. }
-
- ~Burnt Sienna~, ~Indigo~ und ~Yellow Ochre~ oder ~Raw Sienna~.
-
- ~French Blue~, ~Burnt Umber~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Indigo~, ~Light Red~ und ~Yellow Ochre~ (auch 1. 3. 2.) für
- Nadelholz, Kiefern etc.
-
- ~Brown Pink~, ~French Blue~ und ~Blue Black~, dick, für Nadelholz.
-
- ~Oxyde of Chromium~, ~Indigo~ und wenig }
- ~Gamboge~. }
- ~Gamboge~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~ } für Nadelholz.
- als Schattenton. }
- ~Brown Pink~, ~Oxyde of Chromium~ und }
- ~Blue Black~, tiefste Schatten. }
-
- ~Yellow Ochre~ und ~French Blue~.
-
- ~+Yellow Ochre+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~French Blue~ und ~Indigo~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Neutral Tint~ oder ~Payne’s Grey~.
-
- ~Gamboge~ und ~Neutral Tint~ oder ~Payne’s Grey~.
-
- ~+Gamboge+~, ~+Yellow Ochre+~ und ~+Indigo+~, warmer Ton.
-
- ~+Gamboge+~ und ~+Sepia+~, warmer Ton.
-
- ~+Gamboge+~ und ~+French Blue+~.
-
- ~Gamboge~, ~Brown Madder~ und ~Indigo~ oder ~Cobalt~.
-
- ~Gamboge~, ~Burnt Sienna~, ~Brown Pink~ und ~French Blue~.
-
- ~Gamboge~, ~Burnt Umber~, ~Brown Pink~ und ~French Blue~.
-
- ~Gamboge~, ~Brown Pink~ und ~Vandyke Brown~ oder ~Burnt Sienna~.
-
- ~Gamboge~, ~Brown Pink~ und ~French Blue~.
-
- ~+Lamp Black+~ und ~+Indian Yellow+~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~French Blue~.
-
- ~Indian Yellow~, ~Sepia~, ~Cobalt~ und ~Indigo~.
-
- ~+Indigo+~ und ~+Burnt Sienna+~.
-
- ~Cadmium~ und ~French Blue~.
-
- ~Olive Green~ und ~Indigo~.
-
- ~Olive Green~ und ~Burnt Sienna~ oder ~Indian Yellow~.
-
- ~+Brown Pink+~, ~+Indigo+~ und ~+Burnt Sienna+~.
-
- ~+French Blue+~, wenig ~+Oxyde of Chromium+~ und ~+Brown Pink+~.
-
- ~Prussian Blue~ und ~Bistre~.
-
- ~Prussian Blue~, ~Bistre~ und ~Ind. Yellow~ oder ~Gamboge~.
-
- ~Emerald Green~ und ~French Blue~ (auch 2. 1.)
-
- ~Oxyde of Chromium~ und ~French Blue~ (auch 2. 1.)
-
- ~+Oxyde of Chromium+~ und ~Indian Yellow~ oder ~+Brown Pink+~
- liefern glanzvolle Töne für breite massige Laubpartien von etwas
- kaltem Grün.
-
- ~+Aureolin+~, ~+Vandyke Brown+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~Aureolin~ und ~Oxyde of Chromium~.
-
- ~Aureolin~ und ~Emerald Green~.
-
- ~Aureolin~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
-Allen unter ~a~, ~b~ und ~c~ ausgeführten Tönen kann man für neblige
-Stimmung etwas ~Naples Yellow~ zusetzen; auch wo deckende Farbe
-erwünscht ist.
-
-
-~c.~ Töne für Gras, Rasen etc. etc.
-
-~Yellow Ochre~ und ~Gamboge~ eignet sich sehr zur Untermalung größerer
-Rasen- und Wiesenpartien.
-
- ~+Yellow Ochre+~, ~+Gamboge+~ und wenig ~+French Blue+~, ~+Indigo+~
- oder ~+Cobalt+~, sonniger Ton.
-
- ~+Brown Pink+~ und ~+Gamboge+~, auch mit ~French Blue~.
-
- ~+Brown Pink+~, ~+Indigo+~ und ~+Vandyke Brown+~, kalter Ton.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Indigo~.
-
- ~+Indian Yellow+~ } und ~+Oxyde of Chromium+~, frisches
- ~+Aureolin+~ } sonniges Grün für Wiesen etc. etc. auch
- ~+Gamboge+~ } für Moose.
-
- ~Gamboge~ und ~Emerald Green~ (auch 2. 1.) für Moos.
-
- ~+Gamboge+~ und ~+Indigo+~ oder ~+Cobalt+~.
-
- ~+Gamboge+~ und ~+Burnt Sienna+~.
-
- ~Gamboge~, ~Indigo~ und ~Vandyke Brown~, kaltes Grün.
-
- ~Gamboge~, ~Brown Pink~, ~French Blue~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Gamboge~, ~Cobalt~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Gamboge~, ~Burnt Sienna~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Raw Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~+Raw Sienna+~ und Blau.
-
- ~+Oxyde of Chromium+~ und ~+French Blue+~, kalter Ton, auch für
- Laubwerk.
-
- ~Oxyde of Chromium~, ~French Blue~, und wenig ~Brown Pink~, tiefer.
-
- ~Oxyde of Chromium~ und ~Emerald Green~, frisches, sonniges Grün.
-
- ~+Lemon Yellow+~ und ~+Emerald Green+~ zum Coloriren einzelner
- heller Grashalme.
-
- ~Lemon Yellow~ und ~Viridian~. Reiches helles Grün.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Brown Pink~. }
- ~Yellow Ochre~, ~Brown Pink~ und ~Indigo~, als zweiter Ton. }
- ~Yellow Ochre~, ~Brown Pink~, ~Indigo~ und ~Burnt Sienna~ }
- als dritter Ton. }
-
- ~Naples Yellow~ für scharfe Markirung, Halme etc. etc.
-
- ~Brown Pink~, +dick+, für Zeichnung, Detail.
-
-
-~d.~ Töne für +Herbstlaub+, dürre Blätter etc. etc.
-
- ~Brown Pink~.
-
- ~+Brown Pink+~ mit ~+Burnt Sienna+~, viele Abstufungen -- oder mit
- ~Vandyke Brown~ -- oder mit ~+Gamboge+~.
-
- ~Aureolin~ mit ~Burnt Sienna~ -- oder mit ~Burnt Umber~ -- oder mit
- ~Sepia~.
-
- ~Aureolin~ und ~Rose~ oder ~Brown Madder~, oder ~Vandyke Brown~.
-
- ~Aureolin~, ~Light Red~ und ~Cobalt~ oder ~French Blue~.
-
- ~Indian Yellow~.
-
- ~Indian Yellow~ mit ~Rose~, ~Brown~ oder ~Purple Madder~.
-
- ~+Indian Yellow+~ mit ~+Burnt Umber+~ (auch 2. 1.), reicher Ton.
-
- ~Mars Orange~.
-
- ~Brown Ochre~.
-
- ~Brown Ochre~ mit ~Brown Madder~.
-
- ~+Brown Ochre+~ mit ~+Indian Yellow+~, reicher Ton.
-
- ~+Raw Sienna+~.
-
- ~+Raw Sienna+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~Gamboge~.
-
- ~Gamboge~ mit ~Brown~ oder mit ~Rose Madder~.
-
- ~Gamboge~ mit ~Vandyke Brown~ -- mit ~Brown Pink~ -- oder ~Burnt
- Sienna~.
-
- ~Roman Ochre~ allein oder mit ~Brown Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~ allein und mit ~Gamboge~.
-
- ~Burnt Sienna~ allein und mit ~Rose Madder~.
-
- ~Brown Pink~, dick, für tiefe Drucker.
-
- ~Brown Pink~ und ~Chrimson Lake~ oder ~Burnt Carmine~, tiefe,
- feurige Farbe für dunkle Drucker.
-
- * * * * *
-
- Jedes Grün wird wesentlich im Ton verfeinert durch eine Lasur mit
- ~Brown Madder~; etwas herabgestimmt durch eine solche mit ~Sepia~
- und in wirksamerer Weise durch eine Lasur von ~Lamp Black~.
-
- Auch das Anbringen von ~Emerald Green~ im Bilde stimmt alles übrige
- Grün energisch herab.
-
-
-~e.~ Töne für Stämme und Aeste.
-
- ~Indian Yellow~, ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~.
-
- ~+Indian Yellow+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+Indigo+~, für von
- Laubmassen beschattete Aeste zu empfehlen.
-
- ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Neutral Tint~ oder ~Payne’s Grey~, auch mit Zusatz von ~Light Red~.
-
- ~Vandyke Brown.~
-
- ~Brown Madder~ allein oder mit ~Indigo~ -- ~French Blue~ oder
- ~Sepia~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~.
-
- ~Lamp Black~ und ~Rose Madder~.
-
- ~French Blue~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Indigo~, ~Lake~ und wenig ~Yellow Ochre~.
-
- ~Sepia~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Sepia~ und ~Cobalt~.
-
- ~Neutral Orange~, auch mit ~Yellow Ochre~.
-
- ~Olive Green~, ~Indigo~, und ~Sepia~ oder ~Vandyke Brown~.
-
- ~Brown Pink~, ~Indigo~, und ~Vandyke Brown~ oder ~Sepia~.
-
- ~Light Red.~ }
- ~Light Red~ u. ~Rose Madder~. }
- ~Light Red~, ~Chrimson Lake~ } }
- und ~Indigo~. } }
- ~Brown Pink~, ~French Blue~ } } für Kiefern.
- und ~Chrimson Lake~. } Schattentöne }
- ~Brown Pink~, ~French Blue~ } }
- und ~Blue Black~. } }
- ~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~, ~Lake~ und }
- ~French Blue~ für tiefste Töne. }
-
- ~Cobalt~ u. ~Vandyke Brown~ für blattloses Astwerk (im Winter).
-
- ~Cobalt~ und ~Oxyde of Chromium~. }
- ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~. } grünliche Töne.
- ~Oxyde of Chromium~, ~Brown Pink~ }
- und ~Blue Black~. }
-
- ~Vermilion~, ~Yellow Ochre~ und wenig }
- ~Chinese White~. } Orange Töne.
- ~Burnt Sienna~ und wenig ~Chinese White~. }
-
- ~Rose Madder~ und ~Vermilion~.
-
- ~Cobalt~, ~Lake~ und ~Burnt Sienna~. } Abtheilung der Rinde.
- ~Brown Pink~, ~Rose Madder~ u. ~Cobalt~. }
-
-
-2. Technik.
-
-Die Behandlung der Vegetation, besonders der Bäume bildet den
-schwierigsten Theil der Aquarellmalerei. Achtsamkeit auf nachstehende
-Ausführungen wird indessen einen großen Theil dieser Schwierigkeit
-verhältnißmäßig leicht überwinden helfen.
-
-Bei Darstellung von Bäumen handelt es sich in erster Linie um den
-Totaleindruck; d. h. die Natur des Baumes muß sofort zu erkennen sein.
-Um jeden Baum treffend zu charakterisiren, beobachte man sehr genau
-folgende Punkte:
-
- 1. Die +äußere+ Form.
-
- 2. +Formen+ und Stellung der +Aeste+ und +Zweige+ und die +Winkel+
- der Abzweigung.
-
- 3. Den Charakter des Stammes und die +Stelle der Verzweigung+ (ob
- hoch oder nieder).
-
- 4. +Charakter+ und +Farbe+ der Rinde, ob zart oder rauh, in
- horizontaler oder verticaler Lage abschälend, ob grau, braun,
- röthlich etc. etc.
-
-Das Skizziren eines Baumes besteht nun weder in ängstlicher Wiedergabe
-der Blätter, noch des sonstigen Details, und würde ein derartiger
-Versuch sich überhaupt als unausführbar erweisen. Es kommt vielmehr
-lediglich auf Wiedergabe des +Totaleindrucks+ an. Eine große
-Schwierigkeit liegt nun in der Darstellung der Idee des +Vielen+,
-während wir nur die Masse geben. Feste, sichere Pinselführung, scharfe
-Umrisse und was besonders betont werden muß -- +Wahrheit+ in +Licht+
-und +Schatten+ gehören zu den unabweisbaren Erfordernissen. Kraft der
-Farbe und der Contraste ist ebenfalls unerläßlich und hüte man sich,
-namentlich bei größeren Laubmassen, in zu gleichmäßige und dann nicht
-selten unerfreulich wirkende Färbung zu verfallen. Von Darstellung
-der Blattformen ist selbst bei Bäumen des nächsten Vordergrundes
-entschieden abzurathen und empfehle ich auch hier die breitere
-Behandlung.
-
-Das technische Verfahren ist ein sehr verschiedenes und es dürfte
-kaum übertrieben sein, wenn ich sage, daß fast jeder Maler die Bäume
-in anderer Weise behandelt. Während manche naß in naß arbeiten, malen
-andere mit fast trockner Farbe und fächerartig auseinander gespreiztem
-Pinsel.
-
-Ich werde nunmehr die verschiedenen Darstellungsweisen näher erörtern.
-Alle haben ihre Berechtigung und Manchem wird diese, Manchem jene
-besser zusagen, wie nicht minder, je nach Art und Stimmung des Bildes,
-häufig eine oder die andere Weise vorzugsweise angezeigt ist. Eine für
-alle Fälle geltende Regel für die Darstellung so sehr im Charakter
-verschiedener Gegenstände, wie Bäume, aufzustellen, würde nicht wohl
-möglich sein.
-
-Was die oben aufgeführten Farbentöne betrifft, unter welchen kein
-in der Natur vorkommendes Colorit fehlen dürfte, so sind +alle+ vom
-Lernenden zu prüfen (natürlich nur nach und nach), damit er die Farbe
-beherrsche und im gegebenen Falle nicht ganz unpassend wähle. +Vorerst+
-halte man sich an die gesperrt gedruckten Töne. Vieles Arbeiten nach
-der Natur ist hier dringend geboten, um +Feinheit in der Farbe+ zu
-erringen und ein guter Colorist zu werden. Auch im Winter kann der
-Lernende, welcher die Anfangsgründe überwunden hat, sich durch Copiren
-guter Oelstudien, in Technik sowohl wie in Farbe, sehr vervollkommnen.
-Von den Mißerfolgen der ersten Versuche lasse sich Niemand abschrecken;
-denn einigermaßen +befriedigende+ Leistungen erfordern schon längere
-Uebung und Gewandtheit. Vor Allem hüte man sich zu +grün+ zu malen,
-in welchen Fehler Anfänger zu verfallen sehr geneigt sind, sondern
-beachte, daß unter gewöhnlichen Verhältnissen, und von Nadelholz
-abgesehen, im Grün das +Gelb+ in der Regel vorherrscht und daß
-andererseits fast alles Grün in der Farbe +gebrochen+ ist, also Zusatz
-von Braun oder Roth bedarf. Die Bleistiftzeichnung skizzire +leicht+
-die äußere Form, die Hauptabtheilungen des Laubwerkes, sowie Stämme und
-Aeste. Vor Anlage der ersten Töne wasche man, wie früher bei Anlage der
-Luft, ab, beginne aber nie mit der Anlage grüner Töne, bevor nicht die
-Luft in allen Theilen vollendet ist.
-
-
-I.
-
-Bäume in breiter Behandlung male man wie folgt:
-
-Man lege die Localfarbe an und zwar ziemlich flüssig, übergehe damit
-den ganzen Baum, sehe aber darauf, daß die zahlreichen Lichter zwischen
-dem Laub, besonders in den äußeren Partien, möglichst ausgespart
-bleiben. Man halte solche etwas größer, da sie sich später sehr leicht
-verkleinern lassen, was mit hellen Tönen bewirkt sehr natürlich wirkt.
-Ist dieser Auftrag trocken, so gibt man die Schatten mit einem weniger
-flüssigen, entsprechenden Ton derselben Farben, welcher ebenfalls über
-alle dunkleren Stellen gleichmäßig weggeführt wird und setzt dann mit
-einem tieferen Ton und dickerer Farbe die dunkelsten Stellen ein. Ist
-dies geschehen, so verbessert man, wo es nöthig erscheint, die äußere
-Form durch etwas mehr Ausladung, hebt Lichter heraus, wo solche fehlen
-oder verkleinert die zu groß gerathenen, worauf man das Astwerk etc. in
-Behandlung nimmt. Kleine Aeste, welche sich +hell+ abheben, übergeht
-man bei Anlage des Laubes und hebt sie später heraus.
-
-Der Pinsel sei ein +flacher+, immer wohl gefüllt, ohne mit Farbe
-überladen zu sein. Die äußere Form gibt man am besten scharf und
-entschieden mit der Seite der Spitze desselben, besonders bei dünnem
-Laub und ungewissen oder bewegten Formen, vermeide aber Farbenflecke.
-Vor Anlage der Schatten kann man abwaschen, was jedoch in vielen Fällen
-nicht nothwendig ist. Bei flüssiger Farbe hat man den Vortheil, daß die
-Farbe nicht zu schnell trocknet und man sich an einer vielleicht etwas
-schwierigeren Stelle nicht zu übereilen braucht, aus Furcht, daß die
-Farbe an der Stelle wo man weiter zu malen hat, unterdessen auftrockne.
-
-
-II.
-
-Eine ähnliche aber weniger breite Behandlung ist folgende:
-
-Man führt den Localton wie im vorigen Beispiel durch und gibt dann
-Stämmen und Astwerk etwa einen graubraunen Ton. Hierauf setzt man die
-in der Regel wärmeren, transparenten Mitteltöne ein, mit welchen man
-alle Schatten bedeckt und verstärkt Stämme und Aeste mit tieferen
-Tönen, worauf man mit einem neutralen Ton (~Indigo~ und ~Indian Red~,
-~Cobalt~ und ~Light Red~, ~French Blue~ und ~Brown Madder~) die
-Schatten einsetzt. Die kälteren Reflexlichter auf der Schattenseite
-werden sodann herausgenommen und mit einem feinen bläulich-grauen
-Ton übergangen und schließlich durch Herausnahme oder Verkleinern
-von Lichtern, Zusatz oder Wegnahme von Ausladungen die verfeinernde
-Hand angelegt. Wo Lichter herausgenommen werden, müssen solche dann
-selbstverständlich mit dem Luftton übergangen werden.
-
-
-III.
-
-Für entschieden dunkle Bäume und Sträucher des Vordergrundes empfiehlt
-Professor M. Schmidt folgende Behandlung, welche sich für möglichst
-rasche Wiedergabe des Charakters und Ausdrucks eignet. Man zeichnet die
-Umrisse ziemlich bestimmt, setzt +zuerst+ mit einem neutralen Ton die
-tiefsten +Schatten+ ein, übergeht dann das Ganze mit dem Localton und
-setzt dann die Mitteltöne ein, worauf die Verfeinerung in obiger Weise
-stattfindet.
-
-
-IV.
-
-Eine vierte Art, welche hauptsächlich für Mittelgrund und Ferne
-passende Verwendung findet, ist folgende:
-
-Man hält außer der Localfarbe einen Schattenton (~Cobalt~ und ~Light
-Red~, etc.) bereit, beginnt oben mit dem Lichtton und setzt an den
-entsprechenden Stellen mit einem zweiten Pinsel gleich den Schattenton,
-mit der Lichtfarbe weich verlaufend, ein und so fort bis der ganze
-Baum bedeckt ist. Durch das weiche Zusammenlaufen der Töne bilden
-sich oft zufällige Effecte, welche bei geschickter, beziehungsweise
-geschmackvoller Benutzung dem Bilde sehr zu Statten kommen. Hierauf
-werden Stämme und Astwerk in Behandlung genommen, wobei der Anfänger
-noch darauf aufmerksam zu machen ist, daß man letzteres in der Regel
-nur in den +Schattenstellen+ bemerkt. Ist der Auftrag trocken, so
-mischt man die beiden Töne Grün und Grau zusammen und setzt damit die
-tiefen Schatten zwischen den Laubmassen ein, worauf man zur Beendigung
-das Grün hier und da verstärkt oder auch nach Umständen dämpft.
-
-
-V.
-
-Schließlich will ich eine besonders in England sehr gebräuchliche
-Malweise mittheilen, welche ich selbst häufig anwende und sehr
-empfehlen kann. Sie besteht in der Anwendung +dicker+ und ziemlich
-trockener Farbe, welche mit flachem Pinsel aufgetragen wird. Ich
-kann diese Art der Behandlung um so mehr empfehlen, als sie mit
-verhältnißmäßiger Schnelligkeit eine große +Kraft+ der Töne vereinigt
-und dabei gestattet, jeden einzelnen Theil +vor dem Trocknen+ bis
-ins Detail zu beenden. Auf diese Art behandelte Bäume, besonders
-baumreiche Landschaften sehen Oelgemälden sehr ähnlich. Lichter können
-schließlich, wenn nöthig, noch herausgenommen und einzelne Partien
-durch Lasuren im Tone erhöht, oder gedämpft werden. Mit einigen
-Druckern in den tiefsten Stellen und hier und da einer Verbesserung,
-auch in der äußeren Form, ist ein so behandelter Baum fertig. Auch
-+Nadelholz+ läßt sich mit dieser Behandlung, welche hier besonders der
-Silhouette sehr zu Statten kommt, +äußerst+ naturwahr darstellen.
-
-Der Lernende übe sämmtliche Darstellungsweisen und wähle dann, was
-ihm am besten zusagt oder für den beabsichtigten Zweck am passendsten
-erscheint. Ich selbst male meine Bäume, von dem Zeitpunkt erlangter
-besserer Technik an, fast nur nach V., je nach dem Vorwurf indessen
-auch nach I. und II., allein dem Anfänger ist erstere Methode nicht zu
-empfehlen.
-
-Wiederholt will ich indessen hier darauf aufmerksam machen, daß
-~Indigo~, den Tönen in zu großer Menge zugesetzt, Schwärze erzeugt und
-daß man sich in den dunkeln Partien des Laubes vor Schwärze und +Kälte+
-sehr zu hüten hat. Sind aber dennoch solche Stellen zu dunkel oder
-gar schwärzlich geworden, so läßt sich das Uebel durch vorsichtiges
-Uebergehen der betreffenden Stellen mit einem +kräftigen+ Ton von
-~Indian Yellow~ oder von ~Indian Yellow~ mit ~Oxyde of Chromium~
-schnell heben. Nach dem Trocknen kann dann der erhaltene Ton durch
-passende Lasuren in gewünschter Weise verändert werden.
-
-Was +Stämme+ und +Aeste+ betrifft, so ist auf deren naturgemäße
-Zeichnung die größte Aufmerksamkeit zu verwenden, da sonst nicht
-allein diese selbst Noth leiden, sondern die ganze Arbeit verunstaltet
-wird. Besonders vermeide man die unnatürlichen, absolut geraden
-Linien und sehe da, wo Stämme oder Aeste nach längerem Verschwinden
-sich wieder zeigen, auf entsprechende Verjüngung. Sie müssen stets so
-gezeichnet sein, daß sie geeignet sind, eine genaue Vorstellung der
-Verästelung vom Fuße bis in die Spitze zu geben. Die Schatten sind
-erst breit anzulegen und ist dann später das Detail zu geben. Dabei
-vergegenwärtige sich der Lernende stets, daß je weiter ein Gegenstand
-zurücktritt, desto mehr das Detail verschwindet und die Localfarbe
-neutralere Töne annimmt. Helle Stämme im Mittelgrund spart man, sobald
-dies der Arbeit Eintrag thun würde, nicht aus, sondern nimmt sie
-später heraus; ebenso wenn Stämme im Vordergrunde eine hinter ihnen
-liegende größere Wasserfläche durchschneiden, da ein Aussparen die
-einheitliche Behandlung der letzteren in hohem Grade beeinträchtigen
-würde. Dunkele Stämme kleiner Dimension und von zweifelhaftem Charakter
-im Mittelgrunde lassen sich gewöhnlich mit den dunkelsten Tönen der
-Laubpartien in consistenterer Mischung geben. Stämme des Vordergrundes
-dagegen verlangen Individualisirung, weßwegen fleißiges Studium der
-Stämme der Waldbäume und sonst häufiger vorkommender Bäume, wie Weiden,
-Pappeln etc. etc. nach der Natur dringend anzurathen ist und zwar aus
-nächster Nähe, wie auf weitere Distanz. Die Birkenstämme betreffend
-bemerke ich noch, daß man solche am zweckmäßigsten mit dickem ~Chinese
-White~ anlegt und das tiefgefärbte Detail mit ~French Blue~, ~Chrimson
-Lake~ und ~Burnt Sienna~ einsetzt.
-
-Da in den meisten Fällen Grün im +Vordergrund+ eine mehr oder weniger
-große Rolle spielt, wenigstens in landschaftlichen Darstellungen, so
-ergreife ich hier die Gelegenheit, auf den Vordergrund etwas näher
-einzugehen. Alles überhaupt Darstellbare kann mit wenigen Ausnahmen
-Gegenstand des Vordergrundes sein, weßhalb sorgfältige Studien auch in
-dieser Beziehung nothwendig sind. Dabei ist jedoch eine allzugenaue
-und peinliche Nachahmung des Darzustellenden zu vermeiden, da hierdurch
-die Breite starke Einbuße erleiden würde und man sich auch andererseits
-sehr leicht an eine „+kleinliche+“ Manier zu gewöhnen Gefahr läuft,
-weshalb man am besten auf breite Charakterisirung ausgeht. Der große
-Reiz eines Vordergrundes liegt in feiner glanzvoller Farbe ohne
-rohe Effekte, in Kraft ohne heftige Contraste, in einer schönen
-Linienführung und in vollkommenem Anschluß an die anderen Theile des
-Bildes.
-
-Wiesen und Grasflächen in Mittel- und Vordergrund dürfen nicht mit
-dicker Farbe behandelt, sondern müssen naß angelegt werden, zu welcher
-Untermalung sich in vielen Fällen ~Gamboge~ mit ~Yellow Ochre~
-eignet. Durch spätere Lasuren gibt man dann die geeigneten Töne in
-kühnen Strichen und Lagen und mit nicht zu nasser Farbe. Indessen
-empfiehlt es sich auch, die verschiedenen Farbentöne gleich Anfangs
-naß ineinander zu malen. Zunächst betrachte man die Erhöhungen und
-Senkungen des Terrains durch Eintragen der betreffenden Schatten, wobei
-große Genauigkeit empfohlen werden muß. Sodann gibt man einzelnen
-Stellen etwas mehr Detail, doch immer möglichst breit und lose, bis
-in die nächste Nähe zum Erkennen der einzelnen Halme etc., deren
-Darstellung ganz im Vordergrund oder an sonst passenden Stellen von
-großer Wirksamkeit sein kann, wie z. B. am Ufer, vor Wasser etc.
-etc. Größere Pflanzen lassen sich hier ebenfalls häufig mit Erfolg
-verwenden. Auch durch Herausnehmen und entsprechende Lasuren lassen
-sich einzelne Gräser etc. sehr getreu und präcise wiedergeben. Man
-arbeite im Vordergrunde öfter mit der Seite des Pinsels, oder auch
-mit flachem, etwas gespaltenem Pinsel und ziemlich trockener Farbe, so
-daß mehrere Striche auf einmal gemacht werden können. Zufälligkeiten
-in Form und Farbe lassen sich auch hier mit Geschick und Geschmack
-verwerthen. Ueberhaupt ist der Vordergrund der Theil des Bildes, wo
-man sich, nach Bewältigung der Technik, nicht selten dem Gefühl und
-der Phantasie in Betreff der Gestaltung charakteristischer Formen
-mit Erfolg hingeben kann. Hierbei ist jedoch darauf zu sehen, daß
-man den Gegenständen die richtige perspektivische Größe gibt, da
-Zuwiderhandlungen sehr schlimm wirken. Figuren und Staffage aller Art
-kann man noch in letzter Stunde anbringen, wenn es wünschenswerth ist,
-was in Stimmungsbildern indessen gewöhnlich +nicht+ der Fall ist.
-Man zeichnet alsdann die Umrisse des betreffenden Gegenstandes mit
-dickem ~Chinese White~, füllt sie aus und colorirt nach dem Trocknen
-vorsichtig. Vieh etc. von kleineren Dimensionen -- größeres spart man
-besser aus -- läßt sich auf diese Weise erfolgreich wiedergeben. Sehr
-tiefe und dunkle Stellen des Vordergrundes erscheinen häufig nach
-dem Trocknen der Farbe, besonders wenn man die Tiefe anstatt durch
-viele und schwächere Aufträge, nur durch wenige mit concentrirterer
-Farbe hergestellt hat, in sehr stumpfem Ton, oder aber zeigen solche
-Stellen, wo sie Farbenunterschiede zeigen sollten, statt deren
-ebenfalls stumpfes einfarbiges Colorit. Um die Farbe in solchen Fällen
-zu erhöhen oder heraustreten zu lassen, hat man vorsichtiges Lasiren
-solcher Stellen mit einer Lösung von arabischem Gummi empfohlen,
-welchem Mittel ich jedoch nicht das Wort reden kann. Es bringt zwar
-Glanz hervor und der beabsichtigte Zweck wird ebenfalls erreicht, aber
-die Gummi-Lasur bildet zugleich einen glänzenden Fleck, welcher der
-harmonischen Wirkung des Bildes erheblichen Eintrag thut. Professor
-Schmidt empfiehlt für solche Fälle, den Finger mit sehr wenig Leinöl zu
-befeuchten und solches sanft über die tiefste Stelle und deren nächste
-Umgebung zu reiben, was mir geeigneter scheinen will. Ich habe noch
-keine Gelegenheit gefunden, das Mittel anzuwenden, da ich vorziehe,
-tiefe Stellen durch häufiges, mehr lasurartiges Uebergehen zu vertiefen
-zu suchen, bei welcher Prozedur das beregte stumpfe Auftrocknen
-nicht so leicht vorkommt. Im Allgemeinen zwar bietet der Vordergrund
-Gelegenheit, die stärksten Drucker anzubringen, allein ich muß den
-Lernenden doch darauf aufmerksam machen, daß im Ganzen genommen, die
-Töne des +Mittelgrundes+ die größte Tiefe zeigen. Tiefe dunkle Stellen
-halte man stets +warm+ im Ton, mische also nicht zu viel Blau hinein,
-indem kalte dunkle Stellen höchst unerfreulich wirken und ein sonst
-vielleicht gutes Bild schwer schädigen. Für Weiteres über Vordergrund
-verweise ich noch auf die Kapitel über Wasser, Wege, Felsen etc. etc.
-
-Ich werde nunmehr an einigen Beispielen die Technik zu erläutern
-suchen, wiederhole aber zuvor nochmals, daß häufiges Malen nach
-der Natur und zwar in den verschiedenen Jahreszeiten, Studien der
-verschiedenen Bäume bei verschiedener Beleuchtung, besonders auch der
-Stämme, mit aufmerksamer Behandlung der Aststellung, an welcher der
-Kenner schon von fern den Baum erkennt, sowie möglichst ausgeführte
-Studien von Vordergründen, behufs Erlangung einer brillanten Technik
-und Emancipation von conventioneller Behandlung dringend nothwendig
-sind. Ich betone nochmals die Beachtung der +äußeren Form+ der Bäume,
-welche mit zu den wesentlichsten Bedingungen gehört, da wir bei
-Beschauung der Natur von der äußeren Form in erster Linie berührt
-werden. Wer das Ziel während einiger Zeit mit Ausdauer verfolgt, wird
-die Schwierigkeiten rascher überwinden, als es zuerst möglich schien.
-
-
-I.
-
-Einfache Belaubung eines beliebigen kleinen Baumes in warmem Ton.
-
-Farben: ~Gamboge~, ~Yellow Ochre~, ~Indigo~.
-
-(Zeichnung nach der Natur oder nach einer Vorlage.)
-
-~Yellow Ochre~ wird hier angewendet, um etwas Körper zu geben, und
-damit die Farbe dicker aufgetragen werden kann, während andererseits
-hierdurch der in dieser einfachen Mischung etwas rohe Ton des ~Gamboge~
-gemildert wird. Anstatt nun die drei Farben zusammen zu mischen, reibe
-der Lernende jede für sich auf der Palette mit nicht zu viel Wasser an
-und mische während der Arbeit je nach Bedürfniß, damit die Farbe nicht
-eintönig wird und das Laub in einem Auftrag beendet wird. Man mischt
-nun die beiden Gelb, setzt dann ein wenig Blau zu und beginnt oben mit
-gelblich-grünem Ton und ziemlich gefülltem Pinsel. Die Pinselführung
-muß eine tupfende, beinahe stoßweise sein, wobei nach jeder Berührung
-des Papieres der Pinsel wieder weggenommen wird. Geschieht dies nicht,
-dann ist es sehr schwer, den Baum charaktervoll und mit den hellen
-Lichtern zwischen dem Laub wiederzugeben. Nach einigen Tupfen -- die
-Engländer nennen diese Manier „~touching~“ -- ändert man die Farbe
-etwas im Ton, besonders auch in den Schatten, und so fort bis zu Ende.
-Große Sorgfalt verwende man auf das Leichte der äußeren Form, gebe auch
-lieber einige Lichter mehr als einige zu wenig. Es ist dies wesentlich,
-da das Laub keine compacte Masse, sondern die Anhäufung vieler
-einzelner Theile ist. Die Darstellung muß daher diese Vielheit betonen.
-
-
-II.
-
-Alte Eiche mit Stamm in kälterem, tieferem Tone.
-
-Farben: Laub: ~Brown Pink~, ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~. Stamm:
-~Brown Madder~ und ~French Blue~. -- Tiefste Drucker auf dem Stamm:
-~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~French Blue~ --
-Boden: ~Brown Madder~, ~Light Red~ und ~French Blue~. Gras: ~Gamboge~,
-~Yellow Ochre~ und ~Brown Pink~. -- Drucker im Vordergrund: ~Brown
-Pink~.
-
-Die Luft als beendet vorausgesetzt.
-
-Man arrangirt die Farben für das Laub auf der Palette und nachdem das
-Papier befeuchtet und mit Löschpapier abgetrocknet ist, übergeht man
-das ganze Laubwerk mit dem entsprechenden Tone, welcher wie im vorigen
-Beispiel leicht in der Combination geändert wird, aber ohne weiter
-Rücksicht auf die Schatten zu nehmen. Die Lichter nicht zu vergessen!
-Hierauf legt man den Stamm, Boden und das Gras mit obigen Farben
-an. Ist dieser Auftrag trocken, so gibt man die Schatten des Laubes
-mit denselben Farben wie vorher, nur in dunkeler Mischung. Hierbei
-ist nun ganz besonders zu beachten, daß diese Schatten eine ganz
-eigenthümliche, gerundete Form zeigen, welche man nicht steif, sondern
-leicht wiedergeben muß. (Jeder Baum hat seine ihm eigenthümlichen, aus
-der Ast- und Blattstellung etc. resultirenden Schattenformen im Laub.)
-Man folge hierbei, wie überhaupt bei Laubwerk, stets der Richtung
-der Aeste. Hierauf bringe man etwas von der Baumfarbe an den unteren
-Rand des Grases und setze die dunklen Schatten auf dem Stamme ein,
-sowie die Halblichter des Grases mit denselben Farben wie vorher, nur
-dunkler. Ist Alles trocken, so bringt man mit denselben Farben die
-verschiedenen kleineren, tiefen Drucker auf das Laub. Viele derselben
-sind wahrscheinlich nicht viel größer als Punkte oder kurze Linien,
-und man achte daher sehr darauf, solche nicht zu dunkel zu geben oder
-dem Baum ein fleckiges Ansehen zu verleihen. Man sei daher nicht zu
-freigebig und gebe deren nur so viele als hinreichen, um den Charakter
-und die Abstufung der Töne zu wahren. Hierauf setzt man mit der Spitze
-des Pinsels und mit entschiedenen Strichen die dunkeln Drucker auf den
-Stamm, wobei man sich so getreu wie möglich nach dem Vorbild richtet.
-Mit der Baumfarbe zeichnet man alsdann noch einige Halme etc. in das
-Gras, bringt mit dunkler, etwas trockener Farbe einige Striche, etwa
-wie Furchen, auf den Boden und setzt schließlich mit ~Brown Pink~ hier
-und da recht dicke Drucker ein.
-
-Die Wiederholung der Baumfarbe auf dem Gras hat einen besonderen Zweck,
-nämlich den, den Baum nicht zu isoliren. Solche, wenn auch nur ganz
-lose, Wiederholungen von Tönen in einem anderen Theile eines Bildes
-sind sehr zu empfehlen, da sie Einheit bedingen; man wende sie jedoch
-immer nur, wie hier, etwas versteckt an.
-
-Darstellungen dieser Art bieten sich in der Natur allenthalben.
-
-
-III.
-
-Motiv aus einer Gebirgslandschaft: Im Mittelgrund eine grasige Höhe,
-mit kahlen Felsblöcken; oben niedriger, tieftöniger Baumwuchs.
-
-Farben: Felsen: ~Light Red~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~. Grüner Ton:
-~Yellow Ochre~ und ~Indigo~ -- ~Brown Pink~ und ~Cobalt~. -- Baumwuchs:
-~Brown Pink~, ~Indigo~ und ~Burnt Sienna~.
-
-Man mischt einen entsprechenden Ton von ~Yellow Ochre~ und ~Indigo~,
-setzt solchen an der Kuppe der Höhe ein und ändert ihn hier und da
-leicht ab. Der Pinsel kann ziemlich voll sein, da es in diesem Falle
-gut wirkt, wenn die Ränder an den Felsen etwas scharf absetzen. Ist
-dieser Auftrag trocken, so übergeht man mit demselben Ton, welchem man,
-um ihn transparenter zu machen, etwas ~Brown Pink~ zusetzen kann, die
-beschatteten Theile der Höhe. Dies muß geschickt ausgeführt werden,
-d. h. mit sicherer Hand, um den Unterton nicht zu stören, weßhalb
-man, so lange die Stellen noch naß sind, nicht nochmals darüber malen
-darf, da sonst die nothwendige Klarheit des Tons Noth leiden würde.
-Je mehr man sich mit diesem Ton dem Vordergrund nähert, desto weniger
-~Yellow Ochre~ nimmt man und setzt dagegen mehr ~Brown Pink~ zu. Ist
-dies trocken, so gibt man mit einer dicken, gallertartigen Mischung von
-~Brown Pink~ und ~Indigo~, in tupfweiser Manier die Bäume, wobei man
-bei deren Silhouette zugleich eine halbkreisartige Bewegung macht und
-jedesmal den Pinsel vom Papier entfernt. Die kahlen Felsen werden jetzt
-mit obigen Farben in wechselndem Verhältnisse angelegt, wobei ~Light
-Red~ in den warmen Tönen vorherrschen muß, während für den Schatten
-~Cobalt~ im Ueberschuß sein kann. Die Schatten der Felsen werden mit
-denselben Farben gegeben. Hierauf setzt man die Drucker an den Grenzen
-des Grases an den Felsen mit dicker Farbe, aus ~Yellow Ochre~ und
-~Indigo~, ein. Man nimmt nur wenig Farbe, um sie kräftiger einsetzen
-zu können und schleppt ein wenig über die freien Grasflächen. ~Brown
-Pink~ und ~Cobalt~ dient für einige Büsche im Gras. Es erübrigt noch,
-den Bäumen die dunkelsten Schatten mit ~Brown Pink~, ~Indigo~ und ein
-wenig ~Burnt Sienna~ zu geben, was mit entschiedener Pinselführung
-zu bewerkstelligen ist und kann zum Schlusse hier und da noch etwas
-ziemlich trockene Farbe von ~Brown Pink~ und ~Gamboge~ über einzelne
-Graspartien geschleppt werden, aber nicht im Uebermaß, was sehr störend
-wirken würde.
-
-Aus diesen wenigen Beispielen möge der Lernende entnehmen, daß recht
-wirksame Motive mit verhältnißmäßig wenigen Mitteln skizzirt werden
-können. Diese Beispiele könnten in’s Unendliche vermehrt werden, ohne
-deßhalb erschöpfend zu sein, weßhalb ich, da der Lernende über die zur
-Anwendung kommenden Töne sehr vollständig ausgerüstet ist, abbreche,
-umsomehr als es an Motiven nirgends fehlt. Doch will ich nachstehend
-noch ein Beispiel geben, wie die Studie eines Baumstammes in nächster
-Nähe auszuführen ist, oder vielmehr ausgeführt werden kann.
-
-+Motiv+: Waldrand, im Vordergrund Rasen mit bemoosten Steinblöcken und
-einer alten Eiche, deren Stamm dem Beschauer sehr nahe gerückt ist, so
-daß von den Aesten nichts zu sehen ist, etwas weiter zurück eine alte
-verkrüppelte Eiche ohne Laub. Mittelgrund: Junger Wald in frischem Grün.
-
-Einfache Motive wie dieses können dennoch so dargestellt werden, daß
-ihnen Schönheit und Interesse nicht abgesprochen werden kann, ohne daß
-deßhalb der Beschauer Anbeter der „~paysage intime~“ zu sein braucht.
-Um dies aber bei einem so anspruchslosen Motiv erreichen zu können,
-bedarf es einiger Anstrengung, wie nicht minder genauer Kenntniß der
-Natur. Gute Zeichnung, schöne Linienführung, naturwahres Colorit
-und Breite in Licht und Schatten sind wesentliche Bedingnisse, um
-solche Motive interessant zu machen. Bei der Zeichnung sind außer den
-Umrissen, auch die verschiedenen Details der Rinde, sowie die Knorren
-und Hohlräume etc. etc. genau zu beachten.
-
-Farben: Luft: ~Cobalt~ und ~Rose Madder~. Zwischenräume der Rinde
-und erste Schatten: ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-Rinde: 1. Ton: ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~; 2. Ton: ~Brown
-Pink~, ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~; Orangetöne: ~Vermilion~,
-~Yellow Ochre~ und ~Chinese White~; Scharlachtöne: ~Rose Madder~
-und ~Vermilion~; Grüne Töne: ~Brown Pink~, ~Gamboge~ und ~Oxyde of
-Chromium~. Reines Grün: ~Emerald Green~ und ~Gamboge~; Purpurtöne:
-~Cobalt~ und ~Rose Madder~; Reflexe in den Schatten: ~Chrimson Lake~
-und ~Neutral Orange~, -- ~Neutral Orange~ und ~Yellow Ochre~; Laubwerk:
-~Gamboge~, ~Brown Pink~ und wenig ~Burnt Sienna~; Felsblöcke: ~Cobalt~,
-~Rose Madder~ und ~Blue Black~; Tiefe rothe Drucker im Vordergrund:
-~Rose Madder~ und ~Burnt Sienna~.
-
-Vorausgesetzt die Luft sei beendet und trocken, wird das Papier
-befeuchtet und abgetrocknet. Man mischt nun einen mattpurpurnen Ton
-von ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Sienna~ und übergeht hiermit
-die Bleistiftstriche, welche auf dem vorderen Baum die Theilungen der
-Rinde andeuten, aber etwas dick. Man halte den Pinsel gut gefüllt und
-arbeite mit der Spitze desselben und mit festen, sicheren Strichen.
-Ist dies trocken, so übergehe man jedes +einzelne+ Rindenstück mit
-obigem ersten Ton, lasse aber der vielen glänzenden Lichter wegen,
-überall einen schmalen weißen Rand und führe stets den Pinsel in der
-+Richtung der Form+. Mit demselben Ton, und Zusatz, von etwas ~Cobalt~
-und ~Rose Madder~, übergeht man den hinteren, abgestorbenen Stamm.
-Hierauf legt man über die Schatten des ersten Stammes einen breiten
-Schattenton von ~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~Cobalt~, ohne
-Rücksicht auf die Reflexe und verstärkt dann die Rindenfarbe mit
-dem ersten Ton, aber ohne die Lichter zu berühren und mit ziemlich
-gelatinöser oder fast trockener Farbe. Für einige graue Stellen mische
-man ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ zu. Nunmehr verstärke man die Theilungen
-der Rinde mit derselben Farbe wie vorher, aber ziemlich dick und
-dunkel. Für die knorrigen Stellen und die Hohlräume unter der Rinde
-benutzt man dieselbe Farbe, aber mit ~Burnt Sienna~ im Ueberschuß.
-Man halte den Pinsel vertikal und markire kühn und entschieden. Die
-Schatten am Felsblock und in den Vertiefungen des Bodens, sowie die
-des verkrüppelten Baumes, welche recht kräftig sind, gebe man mit
-demselben Ton. Die dunkel bemoosten Stellen des letzteren gebe man
-mit ~Brown Pink~, ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~, ebenso dessen
-Aeste; die heller bemoosten Theile mit ~Emerald Green~ und ~Gamboge~,
-wobei man allenthalben einige kleine Lichter läßt, auch hier und da
-etwas ~Oxyde of Chromium~ zusetzt. Die Moose am vorderen Stamm gibt
-man mit derselben Farbe, aber dicker und dunkler und die gelberen Töne
-mit ~Gamboge~, ~Brown Pink~ und wenig ~Burnt Sienna~. Den Felsblock
-colorire man leicht und hell mit der oben angegebenen Combination. Man
-setzt nunmehr die wärmeren Orange- und Scharlachtöne ein, und zwar rein
-und auf die hellen Lichter, lasse aber immer noch einige derselben
-unberührt.
-
-Mit der für das Laubwerk angegebenen Farbe übergeht man nunmehr
-den Wald und zwar in etwas kräftigem Ton. Während dieser trocknet,
-verstärkt man die Moose an dem Felsblock mit ~Gamboge~, ~Emerald
-Green~ und ~Oxyde of Chromium~ und zwar durch Tupfen und gibt die
-rothen Stellen im Vordergrund mit ~Rose Madder~ und etwas ~Burnt
-Sienna~. Die Buchenstämme des Waldes gibt man mit ~Brown Pink~, ~Oxyde
-of Chromium~ und ~Blue Black~. Hier und da verbessert man mit dem
-~Oxyde of Chromium~ das Grün des Laubes und mit Zusatz von ~Brown Pink~
-gibt man das Unterholz. Nunmehr gebe man in den Schatten des Stammes
-einige Reflexe mit dicker Mischung von ~Neutral Orange~ und ~Yellow
-Ochre~; nimmt der Schattenton diese Farbe nicht an, so befeuchte man
-die betreffende Stelle etwas und reibe leicht mit einem seidenen Tuch,
-worauf man den Ton aufträgt. Mit derselben Farbe übergeht man noch hier
-und da eine Stelle, um die kalten Töne zu mindern. Man vertieft nun
-die verschiedenen Theile der Rinde mit ~Brown Pink~, ~Rose Madder~ und
-etwas ~Cobalt~ und zwar mehrmals, läßt aber immer dazwischen trocknen.
-Durch dieses Häufen von Farbe auf Farbe erlangt man große Kraft und
-Transparenz. Mit etwas ~Cobalt~ und ~Oxyde of Chromium~ übergeht man
-die blaugrünen Töne der Rinde, doch wende man diesen Ton nicht zu oft
-an, da er schwer macht; auch die wärmeren Töne verbessert man, und
-wendet gelegentlich auch ~Rose Madder~ unvermischt an. Man übergeht
-dann nochmals den hinteren Baum mit ~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~ und
-etwas ~French Blue~, verbessert dessen Rinde mit spitzem Pinsel und
-einzelnen Strichen. Ueberflüssige Lichter fülle man aus und legt
-nochmals überall verbessernde Hand an. Die Moose tüpfle man aus mit
-~Oxyde of Chromium~, und dazwischen mit ~Gamboge~ und ~Emerald Green~;
-die tiefen Stellen mit ~Brown Pink~. Zum Schlusse nimmt man einen
-kleinen, flachen Pinsel und übergeht die zahlreichen Lichter an den
-Kanten der Rinde mit scharfen, kurzen Strichen mit dickem ~Chinese
-White~, doch nicht zu freigebig, um fleckiges Aussehen zu vermeiden.
-Diese Beschreibung ist vielleicht etwas zu ausführlich gewesen. Es galt
-mir aber zu zeigen, in welcher Weise ein ausgeführteres Werk behandelt
-werden muß, um strengen Anforderungen zu genügen.
-
-
-~D.~ +Wasser+ nebst Staffage.
-
-1. Colorit.
-
-~a.~ Töne für stehendes Wasser (in der Regel vom Wetter abhängig.)
-
- ~Cobalt.~ ~Rose Madder~ und ~Yellow Ochre~, bei hellem Wetter.
-
- ~Cobalt~ und ~Indian Red~, weniger hell.
-
- ~Cobalt~, ~Indigo~ und ~Brown Madder~. }
- ~Cobalt~, ~Brown Madder~ und wenig ~Sepia~. } trüber
- ~Cobalt~, ~Yellow Ochre~ und wenig ~Brown Madder~. }
-
- ~Indigo~ und ~Brown Madder~, oder ~Light Red~, sehr trübe.
-
-
-~b.~ Töne für +Flüsse und Bäche+.
-
-1. Für gelbes oder orangefarbiges Wasser.
-
- ~Raw Sienna.~
-
- ~Raw Sienna~ und ~Vandyke Brown~ oder ~Brown Madder~.
-
-
-2. Für grünes Wasser.
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Gamboge+~.
-
- Grünblau ~Oxyd~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Indigo~.
-
- ~Roman Ochre~ und ~Indigo~.
-
- ~Indian Yellow~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
- ~Indian Yellow~, ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~.
-
- ~+Brown Pink+~, ~+Indigo+~ und wenig ~+Vandyke Brown+~.
-
-
-3. Für graues, schwach farbiges Wasser.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Cobalt~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Brown Madder+~ und ~+Raw Sienna+~.
-
- ~Cobalt~, ~Purple Madder~ und ~Gamboge~.
-
- ~Indigo~, ~Brown Madder~ und ~Indian Yellow~.
-
-
-4. Für sehr dunkles Wasser.
-
- ~+Brown Madder+~ und ~+Vandyke Brown+~.
-
- ~Vandyke Brown~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Indian Yellow~, ~+Sepia+~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~French Blue~. }
- ~Sepia~, ~Lamp Black~ und ~Brown Madder~. } für Vegetation
- ~+Indian Yellow+~, ~+Burnt Sienna+~ und } +unter+ Wasser.
- ~Indigo~, (dick, vereint mit Weichheit große }
- Kraft). }
-
-
-Für Zwischenräume und dunkle Markirungen der Steine im Bette der Bäche
-etc. eignen sich:
-
- ~Raw Sienna~, ~Rose Madder~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~Raw Sienna~, ~Vandyke Brown~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Brown Madder~ und ~Indigo~.
-
- ~Brown Madder~ und ~French Blue~, kräftige Farbe.
-
- ~Sepia~ und ~Brown Madder~, sehr reicher Ton.
-
- ~Vandyke Brown~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Payne’s Grey~ } und ~Burnt Sienna~,
- ~Neutral Tint~ } sehr nützliche Töne.
- ~French Blue~ }
-
- ~Indigo~ und ~Brown Pink~.
-
- Bei diesen Tönen ist darauf aufmerksam zu machen, daß eine zu große
- Quantität Blau in dunklen Mischungen Schwärze erzeugt, weßhalb
- es nicht in zu großer Menge zugesetzt werden darf. Im tiefsten
- Schatten muß die Farbe stets +warm+ und +durchsichtig+ sein. Eine
- Lasur von ~Gamboge~ und ~Chrimson Lake~ ist hier oft dienlich
- dieselbe zu verstärken.
-
-
-~c.~ Töne für Seewasser.
-
-
-1. Für Grau und erste Anlage.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~ oder ~Indian Red~.
-
- ~Cobalt~, ~Purple Madder~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~French Blue~ und ~Lamp Black~.
-
- ~French Blue~ und ~Brown Madder~.
-
- ~French Blue~, ~Indigo~ und wenig ~Rose Madder~.
-
-
-2. Localtöne bei stürmischem Wetter.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Sepia~.
-
- ~Raw Umber~ und ~Indigo~ oder ~Cobalt~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~ oder ~Cobalt~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Raw Sienna~.
-
- ~Cobalt~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
-
-3. Meergrün, mehr oder weniger rein.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Cobalt~ und wenig ~Rose Madder~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~+Cadmium+~ und ~+French Blue+~, sehr schön.
-
- ~+Raw Sienna+~ und ~+Cobalt+~, oder ~+French Blue+~, oder ~Indigo~.
- (Im Vordergrunde kann diesen Mischungen etwas ~Vandyke Brown~ oder
- ~Brown Pink~ zugesetzt werden.)
-
- ~+Raw Sienna+~, ~+Prussian Blue+~ und wenig ~+Bistre+~.
-
- ~+Bistre+~, ~+Prussian Blue+~ und ~+Gamboge+~, schön.
-
- ~Gamboge~ und ~Cobalt~.
-
- ~Gamboge~ und ~Sepia~.
-
- ~Cobalt~, ~Yellow Ochre~ und wenig ~Chrimson Lake~.
-
- ~Roman Ochre~ und ~Indigo~.
-
- ~Light Red~ und ~Prussian Blue~.
-
- Grünblau ~Oxyd~.
-
- ~Emerald Green~ als +leichte+ Lasur zum Erhöhen einzelner sehr
- lebhaft gefärbter Theile.
-
- ~Viridian~.
-
- ~Cobalt~ und ~Yellow Ochre~. }
- ~Cobalt~ und ~Emerald Green~ 2. Ton. } brillanter Ton für
- ~Cobalt~ und ~Gamboge~ in mehreren sehr } Landseen.
- leichten Lasuren. }
-
- ~Raw Sienna~. }
- ~Raw Sienna~ und ~Vandyke Brown~. } für Lichter.
- ~Raw Sienna~ und ~Rose Madder~. }
- ~Yellow Ochre~. }
-
-
-~d.~ Töne für Schiffe, Segel etc. etc.
-
-
-1. für braune oder schwarze Schiffe.
-
-(für sehr ferne Schiffe wird ~Cobalt~ zugesetzt).
-
- ~Lamp Black~.
-
- ~Lamp Black~ und ~Chrimson Lake~ oder ~Light Red~.
-
- ~Lamp Black~, ~Brown Madder~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~French Blue~, ~Sepia~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~French Blue~, ~Brown Madder~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Indigo~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Indigo~, ~Rose Madder~ und ~Burnt Sienna~ für Boote.
-
- ~Payne’s Grey~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Light Red~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~+Payne’s Grey+~ und ~+Burnt Sienna+~ liefert zahlreiche braune
- Töne, welche durch Zusatz von ~Chrimson Lake~ in röthere Tinten
- übergeführt werden können.
-
- ~Neutral Tint~, wie ~Payne’s Grey~ zu verwenden.
-
- ~Sepia~, ~Lamp Black~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Sepia~, ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~+Burnt Sienna+~, ~+Lamp Black+~ und ~+Brown Madder+~, sehr
- nützlicher Ton für Schiffe, Boote und alte Pfosten.
-
- ~Vermilion~, ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~, ebenso.
-
-
-2. für röthliche Boote etc.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Payne’s Grey~ oder } mit ~Rose~ oder ~Brown Madder~ oder
- ~Neutral Tint~. } ~Chrimson Lake~.
-
- ~+Vermilion+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+Blue Black+~ für rostiges
- Eisenwerk.
-
- ~Brown Madder~ und ~Lamp Black~, desgleichen.
-
- ~Black Lead~ für blankes Eisen.
-
- * * * * *
-
-
-3. Für helle Segel.
-
- ~Roman Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre~ mit ~Payne’s Grey~ oder ~Neutral Tint~.
-
- ~Yellow Ochre~ mit ~Raw Umber~ oder ~Light Red~.
-
- ~Yellow Ochre~ mit ~Vermilion~ oder ~Burnt Sienna~.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~.
-
-
-Für rothe Segel.
-
- ~Roman Ochre~ und ~Rose~ oder ~Brown Madder~.
-
- ~Light Red~ und ~Brown~ oder ~Purple Madder~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Vermilion~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Indian Red~.
-
-
-Für Körbe etc. etc.
-
- ~Raw Sienna.~
-
- ~Raw Sienna~ mit ~Brown Madder~ oder ~Vandyke Brown~.
-
- ~Raw Umber.~
-
- ~Indian Yellow~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
-
-Sehr tiefe, kraftvolle Töne für Drucker etc. etc.
-
- ~Sepia~ und ~Brown Madder~ oder ~Chrimson Lake~.
-
- ~Brown Madder~, oder ~Purple Madder~.
-
- ~Vandyke Brown~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Brown Pink~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Burnt Carmine~, kräftigster Ton für sehr bedeutende Tiefe.
-
-
-2. Technik.
-
-Die Schönheit einer Landschaft wird durch Wasser, welcher Art es auch
-immer sein möge, in äußerst wirksamer Weise gehoben, und besonders ist
-+stilles+ Wasser, welches ich zunächst bespreche, geeignet, breite
-Wirkung zu sichern, indem es die Farben der Luft wie der nächsten
-Umgebung wiederholt. Technisch wird Wasser in derselben Weise behandelt
-wie die Luft, daher auch bei Anlage der letzteren mit in Angriff
-genommen, sobald seine Dimensionen keine allzu geringen sind. Man
-nimmt indessen die Töne in der Regel etwas schwächer, wie für die
-Luft, besonders auch bei Abendbeleuchtungen. Die Anlage ist stets eine
-breite. Spiegelbilder werden zugleich mit den betreffenden Gegenständen
-und mit denselben, aber um einen geringen Grad schwächeren Tönen
-gegeben.
-
-Man versäume nie das Papier vorher zu nässen, damit alles zart in
-einander geht und führe den Pinsel bei Spiegelbildern stets in
-vertikaler Richtung. Die meist zahlreichen kleineren, horizontalen
-Lichter bleiben unbeachtet, indem sie am besten nach Beendigung des
-Wassers herausgewischt werden. Umfangreichere Lichtlinien dagegen, oder
-sonstige breite Lichtmassen, spart man am besten aus.
-
-Soweit nur die Spiegelung in Betracht kommt, ist die Darstellung von
-Wasser eine sehr leichte, allein es kommt in der Hauptsache darauf an,
-die +Oberfläche+ als solche zum Ausdruck zu bringen, was ungeachtet der
-geringfügigen zu diesem Zwecke erforderlichen Mittel nicht so leicht
-ist. Die Vergegenwärtigung der Oberfläche ist nämlich im Wesentlichen
-von getreuer Darstellung verschiedener sehr kleiner und an sich
-unbedeutender Lichter abhängig, welche durch geringe Bewegungen auf
-oder unter der Oberfläche, durch schwimmende Thiere aller Art, wie
-Insekten, Frösche, Fische etc. etc. hervorgerufen werden. Zu Zeiten
-fehlen indessen auch diese und die Ruhe ist dann eine so absolute,
-daß man lediglich auf Spiegelbilder angewiesen ist. In solchen Fällen
-ist das Anbringen eines Bootes von großem Nutzen, und ist das Wasser
-seicht, so hilft uns durchwatendes Vieh, mit welchem zugleich kräftige
-Farben in das Bild kommen, wie auch Wasservögel sehr geeignet sind, die
-Ruhe der Fläche zu unterbrechen.
-
-Was die Farbe des Wassers betrifft, so unterliegt die Beurtheilung
-derselben vielfach Irrungen, ganz besonders unter dem Einfluß von
-Halbschatten und Wasser, welches man für farblos zu halten geneigt
-ist, erscheint nicht selten, sobald ein hellerer Gegenstand, etwa das
-Segel eines Bootes, mit ihm in Berührung kommt, in einem recht tiefen
-Ton. Es bedarf also nur eines entschiedenen Lichtes, um diesen Contrast
-hervorzurufen.
-
-Reines Wasser ist indessen in der Regel von blauer Farbe, wie das der
-Alpenseen. Enthält es mehr oder weniger organische Stoffe, so neigt es
-in’s Grüne und geht bei zunehmender Sättigung mit organischer Materie
--- Sumpfwasser -- ins Braune über.
-
-Aus Obigem resultirt, daß wir bezüglich der Töne für stehendes Wasser
-lediglich auf jene für Luft und Wolken angewiesen sind, weßhalb sie
-genau zu beobachten und höchstens etwas gemilderter oder grauer im Ton
-zu halten sind. Im Allgemeinen und sobald keine Spiegelung stattfindet,
-wird man auch die oben angegebenen sehr transparenten Töne von Nutzen
-finden. In Betreff der Zeichnung will ich noch darauf aufmerksam
-machen, daß, in Fällen, wo gegen den Horizont geneigte Gegenstände, wie
-z. B. schiefstehende Bäume sich abspiegeln, man darauf zu achten hat,
-daß das Spiegelbild die richtige perspektivische Richtung erhalte und
-ein z. B. gerade gegen uns über befindlicher derartiger Baum sich nicht
-etwa in gerader Richtung spiegle, da für die Spiegelung die Gesetze der
-Perspektive in Anwendung kommen.
-
-Die Spiegelung des Wassers ist in hohem Grade von der Polarisation
-des Lichts abhängig. Spiegelt sich der klare Himmel auf einer ruhigen
-Wasserfläche, so wird, je nach der wechselseitigen Stellung von Sonne,
-Wasser und Beschauer, das Licht des Himmels entweder vollständig --
-oder nur theilweise -- oder fast gar nicht reflektirt werden, in
-welch letzterem Falle alsdann die dem Wasser +eigenthümliche+ Farbe
-zur Geltung kommt, was an jeder durch starken Wind bewegten kleineren
-Wasserfläche, wie kleinen Flüssen und Bächen, beobachtet werden kann.
-
-Daher rührt es auch, daß an Tagen, an welchen der Himmel ganz blasse,
-duftige Töne zeigt, eine Wasserfläche dennoch tief blau oder blaugrün
-erscheinen kann, was am auffallendsten zur Erscheinung kommt, wenn die
-Sonne seitlich vom Beschauer steht. Steht diese aber vor oder hinter
-ihm, so behält das Spiegelbild des Himmels seine natürliche Farbe und
-die Fläche wird dann nie sehr tiefe Töne zeigen.
-
- * * * * *
-
-Ganz anders, namentlich in Bezug auf Farbe, verhält es sich mit
-fließendem Wasser. Flüsse und Bäche bieten in der ihnen eigenthümlichen
-Färbung eine erstaunliche Mannigfaltigkeit. Sodann zeigt das Bett der
-Bäche sehr verschiedene Zustände, von compaktem Felsengestein bis zu
-losen Kieseln und Sand, und wo letzterer dicht von Wasserpflanzen
-bedeckt ist, bemerkt man besondere Tiefe des Tons. Veränderungen in der
-Strömung, Hindernisse, Stauungen, kleine Fälle mit zahlreichen Lichtern
-und Reflexen bieten willkommene malerische Motive.
-
-Die Technik bleibt dieselbe. Nach den ersten breiten, dünnen Anlagen
-setzt man die Steine oder den Grund des Bettes mit ziemlich starker
-Farbe ein. Für Steine empfiehlt es sich, mit den oben ausgeführten
-Tönen, und zwar in +dicker+ Mischung, nur die Schattentöne zwischen
-den einzelnen Steinen zu geben, worauf, sobald Alles trocken ist,
-mit Wasser leicht abgewaschen wird, um die scharfen Conturen zu
-beseitigen. Ist die überschüssige Nässe mit Löschpapier aufgetrocknet,
-dann übergeht man das Wasser nunmehr mit der passenden Lokalfarbe,
-was, sobald der Ton tief ist, zwei bis dreimal wiederholt werden
-muß, da Tiefe des Tones und Transparenz lediglich auf diese Weise zu
-erreichen ist. Kleine Lichter übergeht man, um der Einheit der Töne
-keinen Eintrag zu thun und nimmt sie später mit einem seidenen Tuch
-heraus, wobei, was sehr wesentlich, die +Form+ der Lichter genau zu
-beachten ist. Behufs Darstellung horizontaler Linien ist auch die
-vorsichtige Anwendung des Radirmessers nicht selten von Vortheil, aber
-ganz besonders eignet sich dasselbe zur Herstellung des +Schaumes+
-auf Wellen und Wasserfällen etc. etc., welcher damit sehr leicht und
-naturwahr wiedergegeben wird. Bei Wellen beachte man immer genau deren
-Formen, sowie die Schattentöne und den Halbschatten unter dem Kamme.
-
- * * * * *
-
-Die Seestücke oder Marinen bilden eine eigene Klasse von Gemälden
-von theilweise hohem Reiz. Sie sind vorzugsweise Stimmungsbilder und
-lediglich von getreuer Wiedergabe von Luft und Meer abhängig, weßhalb
-sich der Seemaler in noch höherem Grade als der Landschafter mit
-Darstellung der verschiedensten Zustände der Luft vertraut zu machen
-hat. Auch das Meer erfordert ein eingehendes Studium. Ein Moment von
-großer Bedeutung ist die Form der Wellen, welche nahezu an jeder Küste
-eine andere ist und beruhen diese Unterschiede vorzugsweise auf lokalen
-Umständen, besonders auf der Configuration des Bodens. Die Wellen
-der offenen See zeigen diese vielgestaltigen Formen nicht, sie sind
-natürliche Wellen weil ungebrochen, und leichter nachzuzeichnen. Stößt
-aber bewegtes Wasser, wie z. B. an felsigen Küsten, auf Hindernisse,
-so erheben sich die Wellen weit höher als auf offener See und die
-verschiedenen Formen gestalten sich noch mannigfaltiger.
-
-Die Zeichnung der Wellen muß eine correkte sein. Lichter, Schatten
-und Reflexe müssen genau beobachtet und verstanden werden. Dabei ist
-es nicht leicht, den Wellen den Charakter der Bewegung zu geben, denn
-hiezu bedarf es des Verständnisses ihrer gegenseitigen Einwirkungen
-sowohl, wie des der Wirkung des Windes. So zeigt ein Theil einer Welle
-die Farbe der Luft, ein anderer die Lokalfarbe des Wassers, während
-ein dritter durch den Reflex einer anderen Welle im Ton sehr bedeutend
-verstärkt ist, was vorzüglich bei kurzen hohlen Wellen vorkommt.
-
-Das Seewasser wird, was Technik anbelangt, wie die Luft behandelt.
-Nach mehreren, recht +flüssig+ und grau zu haltenden Untermalungen,
-welche nach der Küste hin in reinere Farbe übergehen und den nöthigen
-Waschungen mit Wasser dazwischen, trägt man in gleicher Weise die
-Lokalfarbe auf, halte aber die einzelnen Aufträge so dünn und
-flüssig wie möglich und hüte sich zu grün zu malen. Die Ferne ist
-selbstverständlich mehr im Luftton zu halten und erfordert daher mehr
-~Cobalt~. Mit dem Aussparen von Lichtern halte man sich nicht auf;
-diese werden nach Beendigung herausgewischt. Die Mitte des Bildes oder,
-besser gesagt, die Stelle, wo der Augenpunkt sich befindet, hat das
-meiste Licht, welches sich bis an den unteren Rand hinzieht, während
-nach beiden Seiten hin der Ton tiefer wird. Die Lichtseiten der Wellen
-in der Mitte des Bildes zeigen die Farbe des Himmels, aber auch die
-dunkelsten Schatten derselben müssen im Tone immer noch leuchtend und
-flüssig sein, was besonders durch ~Raw Sienna~, aber auch durch gelbe
-Töne überhaupt zu erlangen ist. Man sieht nicht selten, daß das Wasser
-zu undurchsichtig und schwer gehalten ist, so daß es fast den Eindruck
-von Festem macht, in welchem Falle dann der Maler, um die Transparenz
-zu versinnbildlichen, einen sich spiegelnden schwimmenden Körper
-anbringt, z. B. eine Boje etc., und ich habe mehrfach diese List selbst
-von bedeutenden Künstlern in Anwendung bringen gesehen. Sehr schlau
-mag das wohl sein, aber als Prinzip ist es ein höchst verwerfliches,
-da Jeder, der die See kennt, recht gut weiß, daß +bewegtes+ Seewasser
-nur höchst unbedeutend oder gar nicht spiegelt. Der Schaum ist, wie
-bereits erwähnt, sehr täuschend mit dem Radirmesser wiederzugeben.
-Für spritzenden Schaum eignet sich jedoch ~Chinese White~, recht kühn
-aufgetragen, besser.
-
-Was die Staffage betrifft, welche in Marinen nur sehr selten, und sei
-sie auch nur durch ein fernes Segel vertreten, vermißt wird, so stehen
-in erster Linie eine große Zahl von Schiffen verschiedenster Art zu
-Gebote. Ihre Verwendung erfordert indessen einige nähere Kenntniß ihrer
-Größenverhältnisse, ihres Baues, sowie ganz besonders des Takel- und
-Segelwerks, wie nicht minder der der jeweiligen Stärke und Richtung des
-Windes entsprechenden Verwendung desselben. Diesen Faktoren muß daher
-gebührende Rechnung getragen werden. Bei geschmackvoller Anordnung
-sind Schiffe, schon ihrer pyramidalen Form wegen, bedeutender Wirkung
-fähig, welche durch Gestalt und Farbe der verschiedenen Segel noch
-mehr erhöht wird. Auch an der Küste läßt sich nicht selten Staffage
-mit Vortheil anbringen. Höchst malerisch machen sich hier besonders
-alte Fischerboote mit herabhängendem oder umherliegendem Segelwerk,
-von Mast zu Mast gespannten Netzen, in Unordnung aufgehäuften Körben
-etc. etc. während sich die Trachten der Fischer als nicht weniger
-brauchbar erweisen. Man hüte sich aber bei der Staffage zu viel in das
-Detail zu gehen, um nicht die Breite und die ganze Wirkung des Bildes
-zu beeinträchtigen. Bevor man sich jedoch an Seestücke mit Staffage
-von Schiffen wagt, dürfte es gerathen sein, sich zuvor einige Kenntniß
-der Linien-Perspektive zu erwerben, indem die bei der Darstellung von
-Schiffen sehr häufigen Verkürzungen und die große Mannigfaltigkeit von
-Winkeln solche voraussetzen.
-
-
-E. Wege und Ufer.
-
-1. Colorit.
-
- ~+Neutral Orange+~ und ~+Cobalt+~, sehr verschiedene Töne.
-
- ~Raw Umber.~ -- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Burnt Sienna.~
-
- ~+Brown Ochre+~ für sandiges Terrain.
-
- ~+Vandyke Brown+~, ~+Cobalt+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Light Red~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Payne’s Grey~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Indian Red~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Burnt Sienna~ und ~Cobalt~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Gamboge~ und ~Raw Sienna~.
-
- ~Cobalt~, ~Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Light Red~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Brown Ochre~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Brown Madder~, ~Light Red~ und ~French Blue~.
-
- ~Rose Madder~, ~Indigo~ und ~Burnt Umber~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Vermilion~.
-
- ~Raw Umber~ und ~Vermilion~.
-
-Zu Schattentönen eignen sich vorzugsweise:
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Yellow Ochre+~.
-
- +Blau+, ~+Rose Madder+~ und ~+Burnt Sienna+~ liefert endlose
- Verschiedenheit brauchbarer Töne.
-
- ~Lamp Black~ und ~Light Red~ oder ~Rose Madder~.
-
- ~+Indigo+~ und ~+Light Red+~ oder ~+Indian Red+~.
-
- ~Payne’s Grey~ oder ~Neutral Tint~.
-
- ~+Burnt Sienna+~ und ~+Lamp Black+~.
-
- ~French Blue~ und ~Brown Madder~.
-
- ~French Blue~, ~Burnt Sienna~ und ~Lake~.
-
- ~Sepia~ allein oder mit ~Brown Madder~.
-
- ~Vandyke Brown~ allein oder mit ~Purple Madder~.
-
- ~Purple Madder.~
-
- ~Raw Umber~ und ~Vermilion~.
-
- * * * * *
-
- ~Brown Pink~ für tiefe Drucker.
-
- ~Brown Pink~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~, tiefe Drucker.
-
- ~Vandyke Brown~ in fast trockener Farbe über Wege etc. geschleppt
- macht den Boden rauh.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Burnt Umber~ oder ~Brown Madder~ für Moos und
- tiefe Töne unter Ufer etc.
-
-
-2. Technik.
-
-Die ersten Farbenaufträge seien breit, die folgenden je nach Bedürfniß
-weniger, aber mit bestimmten, hier und da etwas accentuirten Umrissen,
-da zu beachten ist, daß hier jede Abweichung von der geraden Linie
-irgend eine besondere Form hat, welche nicht willkürlich behandelt
-werden darf. Wo viele verschiedene Töne vertreten sind, sehe man
-darauf, daß solche bei den ersten Waschungen zart in einander laufen.
-Waschungen mit reinem Wasser dürfen hier auch nicht fehlen, besonders
-bei Anlage der Schatten. Die einzelnen Steine und Erdmassen sind etwas
-selbständiger zu behandeln, da sie in der Farbe mehr oder weniger vom
-Boden abweichen und insoferne auch zur Wiederholung anderer Töne sich
-eignen. Obgleich aber jeder Stein Licht, Halbschatten, Schatten, Farbe
-und Reflex besitzt, so muß dennoch Einheit im Ganzen gewahrt bleiben
-und kein Stein darf aus dem Bilde herausfallen oder sich dem Beschauer
-in besonderer Weise aufdrängen.
-
-Die malerischsten Wege sind die unebenen, verwahrlosten, von tiefen
-Furchen etc. durchzogenen und mit Steinen besäeten. Wege dieser
-Art erfordern der vielen Lichter und Schatten wegen eine besonders
-aufmerksame Behandlung. Die Lichter werden mittelst eines Tuches oder
-des Waschleders herausgewischt. Zufälligkeiten, welche hierbei zu Tage
-kommen, lassen oft geschickte Verwerthung zu. Tiefe Furchen werden,
-um sie tief erscheinen zu lassen, wiederholt mit warmen Farbentönen
-übergangen, nicht mit einem einzigen sehr dunkeln Ton. Ist Alles
-beendet, so empfiehlt es sich, einen Pinsel mit ziemlich trockener
-Farbe über Weg, Ufer oder größere Steinmassen zu schleppen, wozu sich
-~Vandyke Brown~ vorzugsweise eignet. Haben Steine oder sonstige Stellen
-eine etwas unreine Farbe erhalten, so mischt man zum entsprechenden
-Farbenton etwas ~Chinese White~ und übermalt hiermit die betreffenden
-Stellen. Auf gleiche Weise kann man auch kleine Steine in beendete
-Rasenflächen bringen. Nach dem Trocknen gibt man dann die Schatten etc.
-
-
-~F.~ +Felsen.+
-
-
-1. Colorit.
-
-
-~a.~ Töne für graue Gesteine.
-
-(Dieselben können auch sonst als Schattentöne Anwendung finden.)
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Burnt Umber+~.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Brown Madder+~ und ~+Raw Umber+~.
-
- ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Blue Black+~.
-
- ~Indigo.~
-
- ~Indigo~ und ~Light Red~.
-
- ~Indigo~ und ~Burnt Umber~.
-
- ~Indigo~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Indigo~ und ~Indian Red~.
-
- ~Indigo~, ~Rose Madder~ und ~Roman Ochre~.
-
- ~Indigo~, ~Burnt Sienna~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~French Blue~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Sepia~, ~Lamp Black~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Sepia~, ~Indigo~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Sepia~, ~Cobalt~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Payne’s Grey~, ~Burnt Sienna~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Payne’s Grey~, ~Sepia~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Lamp Black~, ~Cobalt~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Lamp Black~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Lamp Black~ und ~Emerald Green~.
-
- ~Blue Black~ und ~Light Red~ oder ~Chrimson Lake~.
-
- ~Raw Umber~ und ~French Blue~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~.
-
- ~Burnt Umber~, ~Cobalt~ und ~Rose Madder~.
-
- ~+Vandyke Brown+~, +Blau+ und ~+Rose Madder+~.
-
-
-~b.~ Kalte und warme Lokalfarben.
-
- ~Raw Sienna~, ~Vandyke Brown~ und ~Cobalt~.
-
- ~Raw Sienna~, ~Brown Madder~ und ~Indigo~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Light Red~.
-
- ~+Roman Ochre+~ und ~+Lamp Black+~.
-
- ~Roman Ochre~, ~Lamp Black~ und ~Lake~.
-
- ~Roman Ochre~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Light Red.~
-
- ~Light Red~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Burnt Sienna.~
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Payne’s Grey~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~Cobalt~ oder ~French Blue~.
-
- ~Indian Yellow~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
- ~Brown Madder.~
-
- ~Brown Madder~ und ~Sepia~.
-
- ~Brown Madder~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
- ~Raw Umber.~
-
- ~Brown Ochre.~
-
- ~Bistre~ und ~Prussian Blue~.
-
-
- ~c.~ Moose.
-
- ~Sepia~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Brown Pink~, ~Lake~ und ~French Blue~.
-
- ~Chrimson Lake~, ~Indigo~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~Olive Green~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Burnt Umber~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Oxyde of Chromium~.
-
- ~Gamboge~ und ~Emerald Green~.
-
-
-2. Technik.
-
-Felsen gehören, obgleich meist grau, zu den farbenreichsten
-Gegenständen und werden vortheilhaft angewendet, um einer Gegend den
-Ausdruck von Wildheit und Einsamkeit zu verleihen. Von Vegetation
-umgeben und umrankt bieten sie häufig sehr wünschenswerthe Contraste.
-Die Umrisse der Felsen sind stets etwas zackig und zerklüftet zu
-halten. Da die Färbung in der Regel eine sehr wechselnde ist, so läßt
-man die Farben am besten naß in einanderlaufen. Dabei spült man jedoch
-den Pinsel nicht bei jeder Abänderung der Farbe aus, sondern man bringt
-blos die Spitze desselben in andere Farbe. Dieses Verfahren ist sehr zu
-empfehlen, auch bei sonstigen Objekten mit vielem Wechsel der Farbe, da
-die Wirkung eine sehr ausgezeichnete und naturwahre ist. Die dunkeln
-Töne der Steine gibt man am besten mit dicker warmer Farbe, ausgenommen
-jedoch die dunkeln Höhlungen, welche wie die tiefen, transparenten
-Stellen behandelt werden müssen. In Betreff der breiten Farbenaufträge
-bemerke ich noch, daß solche, soweit dieselben an den Rändern mit zur
-Modellirung beitragen, dem Charakter des Gesteins entsprechend etwas
-zackig zu halten sind. Lasuren der Lokalfarbe über das Grau machen
-sich häufig sehr vortheilhaft, indem sie die Verschiedenheit der Töne
-vermehren und dabei über das solide Gestein eine gewisse Transparenz
-verbreiten. Nimmt die Vegetation keine größere Fläche in Anspruch, so
-übergeht man sie in den ersten Anlagen mit den Tönen des Gesteins.
-Ueber größere Gesteinsmassen im Vordergrund schleppt man bei Beendigung
-des Bildes dicke Farbe, hält dabei den Pinsel von der Seite und berührt
-das Papier nur leicht, so daß die Farbe nur an den oberen Theilen
-desselben haftet. Rauheit der Flächen läßt sich in keiner anderen Weise
-so natürlich wiedergeben. Im Allgemeinen empfiehlt es sich den Tönen
-für Felsen und Steine etwas ~Chinese White~ beizumischen, wodurch die
-Farben mehr Körper erhalten, was bei so soliden Massen nur erwünscht
-ist.
-
-
-~G.~ Gebäude und deren Theile.
-
-
-1. Colorit.
-
-
-~a.~ Töne für Mauerwerk, Wände, Steine etc.
-
- ~Roman Ochre.~
-
- ~Roman Ochre~ und ~Lamp Black~ oder ~Rose Madder~.
-
- ~Roman Ochre~, ~Lamp Black~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Blue Black~.
-
- ~+Yellow Ochre+~ und ~+Vandyke Brown+~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Sepia~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Blue Black~.
-
- ~+Yellow Ochre+~, ~+Sepia+~ und ~+Payne’s Grey+~, sehr schöner Ton.
-
- ~+Yellow Ochre+~, ~+Burnt Umber+~, ~+Chrimson Lake+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Cobalt~.
-
- ~Indigo~ und ~Sepia~.
-
- ~Blue Black.~
-
- ~Rose Madder~ und ~Blue Black~.
-
- ~Raw Umber.~
-
- ~Raw Umber~ und ~French Blue~.
-
- ~+Burnt Sienna+~ und ~+Lamp Black+~.
-
- ~+Burnt Umber+~, sehr brauchbar.
-
- ~+Burnt Umber+~, ~+French Blue+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~+Indigo+~ und ~+Burnt Umber+~.
-
- ~Blue Black~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Umber~, tiefe Töne.
-
-
-~b.~ Rothe Sandsteine in Sonnenbeleuchtung.
-
- ~Light Red.~
-
- ~Light Red~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Rose Madder~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~+Rose Madder+~ und ~+Naples Yellow+~.
-
- ~+Rose Madder+~ und ~+Light Red+~.
-
- ~Indian Red~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Sepia~, ~Lamp Black~ und ~Rose Madder~. } alte Sandsteine.
- ~Indian Red~ und ~Neutral Tint~. }
-
-
-~c.~ Ziegel im Licht.
-
- ~Burnt Sienna~ -- ~Light Red~ -- ~Brown Madder~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Indian Red~ oder ~Vermilion~.
-
- ~Vermilion~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Vermilion~ und ~French Blue~.
-
-
-~d.~ Ziegel im Schatten.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Brown~ oder ~Purple Madder~.
-
- ~Light Red~ und ~Payne’s Grey~.
-
- ~Purple Madder.~
-
- ~Lamp Black.~
-
- ~Vandyke Brown~, ~Purple Madder~ und Blau.
-
- ~Roman Ochre~, ~Indian Red~ und ~French Blue~.
-
- ~Brown Pink~, ~Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Brown Pink~, ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Indigo~.
-
- ~+Burnt Sienna+~, } ~+Rose Madder+~ und +Blau+, unendlich
- ~+Vandyke Brown+~ } verschiedene Töne.
-
-
-~e.~ Holzwerk.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Lamp Black~ oder ~Blue Black~.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~.
-
- ~Indigo~ und ~Light Red~.
-
- ~Lamp Black.~
-
- ~Lamp Black~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Blue Black~ und ~Cobalt~.
-
- ~Sepia~ -- ~Vandyke Brown~.
-
- ~Raw Umber~ -- ~Burnt Umber~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Yellow Ochre~. } anstatt ~Payne’s Grey~
- ~Payne’s Grey~ und ~Burnt Sienna~. } auch ~Neutral Tint~.
- ~Payne’s Grey~ und ~Light Red~. }
-
- ~Vermilion~, ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Brown Madder~ und ~Sepia~.
-
- ~Brown Madder~ und ~French Blue~.
-
- ~Brown Madder~, ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~.
-
- ~Brown Pink~, ~French Blue~ und ~Burnt Sienna~, Drucker.
-
-
-~f.~ Schiefer.
-
- ~Payne’s Grey~ -- ~Lamp Black.~
-
- ~Lamp Black~ und Blau.
-
- ~Lamp Black~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Cobalt~ und ~Sepia~.
-
- ~Blue Black~, ~Cobalt Rose~ und ~Madder~.
-
- ~Sepia~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Indigo~ und ~Light Red~ oder ~Indian Red~.
-
-
- ~Indigo~, ~Lamp Black~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~French Blue~ und ~Blue Black~.
-
- ~French Blue~ und ~Brown Madder~ oder ~Purple Madder~.
-
- ~French Blue~, ~Chrimson Lake~ und ~Brown Pink~.
-
-
-~g.~ Strohdächer.
-
- ~Burnt Umber~, ~Lake~ und ~Indigo~, alt.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Burnt Umber~ und ~Indigo~.
-
- ~Brown Madder~ -- ~Purple Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Vandyke Brown~ -- ~Sepia~.
-
- ~Sepia~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Brown Madder~ und Blau.
-
- ~Indigo~, ~Chrimson Lake~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Brown Pink.~ } Moosdächer.
- ~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~. }
-
- ~Brown Pink~, ~Lake~ und ~French Blue~. } für Linien und
- ~Brown Pink~ und ~Burnt Umber~. } derartiges
- ~Brown Pink~ allein. } Detail.
-
-
-~h.~ Beworfene Wände.
-
- ~Raw Umber. ~ }
- ~Vandyke Brown.~ } mit oder ohne Blau.
- ~Burnt Umber.~ }
- ~Sepia~ und ~Yellow Ochre~. }
-
-
-~i.~ Dunkle Interieurs.
-
- ~French Blue~, ~Lake~ und ~Brown Pink~.
-
- ~French Blue~, ~Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Brown Pink~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Purple Madder~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Purple Madder~ und ~Burnt Sienna~.
-
-
-~k.~ Schattentöne.
-
- ~Raw Umber~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Bistre.~
-
- ~Light Red~, ~Lamp Black~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Indian Red~ und ~Blue Black~.
-
- ~+Sepia+~, ~+Cobalt+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~Indigo~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Indigo~ und ~Brown Madder~.
-
- ~+Purple Madder+~ und ~+Lamp Black+~.
-
- ~+Purple Madder+~ und ~+French Blue+~.
-
- ~Purple Madder~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Purple Madder~, ~Indigo~ und ~Raw Sienna~.
-
- ~+Vermilion+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+Blue Black+~ für rostiges
- Eisenwerk.
-
- ~French Blue~ und wenig ~Burnt Sienna~ für Glas.
-
-
-2. Technik.
-
-Alle Gebäude beanspruchen sorgfältige Zeichnung und richtige
-Perspective, welch letztere, der vielen Verkürzungen wegen,
-unentbehrlich ist. Sonst hat die Darstellung keine erheblichen
-Schwierigkeiten, da die Materialien, aus welchen die Gebäude errichtet
-sind, sich nur durch Farbe und Textur unterscheiden. Auf Folgendes will
-ich indessen ganz besonders aufmerksam machen:
-
-Das Nässen des Papieres bedarf wohl keiner Erinnerung. Dächer lege
-man nicht mit zu dünnem Tone an, sondern suche vielmehr gleich die
-richtige Farbe zu treffen, welche, wenn nöthig, nach dem Trocknen
-durch Lasuren in beliebiger Weise verändert werden kann. Die auf
-den Dächern vorkommenden Lichter spare man möglichst aus, aber mit
-ganz entschiedener Pinselführung -- ja nicht mittelst ängstlichem
-Hinundherpinseln --; sie geben durch den Contrast der Farbe Glanz. Die
-Schatten der Dächer arbeitet man, wo es thunlich erscheint, zugleich
-mit ein, und zwar in der Weise, daß man, wo die Farbe geändert werden
-soll, nicht etwa den Pinsel auswascht, sondern die Spitze desselben
-in einen entsprechenden Farbenton bringt. Für ein Ziegeldach von
-sehr mannichfaltigen Tönen z. B. setze man ~Yellow Ochre~, ~Brown
-Pink~, ~Chrimson Lake~, ~Light Red~, ~Indigo~ und ~Vermilion~ auf
-die Palette und beginne dann mit gut gefülltem Pinsel und kräftiger
-Farbe von etwa ~Brown Pink~ und ~Chrimson Lake~, welchem man nach
-wenigen Strichen etwas ~Indigo~ zusetzt und gleich darauf in ~Yellow
-Ochre~ und ~Light Red~ etc. etc. übergeht, bis das Dach ganz mit Farbe
-bedeckt ist. Einzelne sehr leuchtende Ziegel übergeht man dann mit
-~Vermilion~. Das Detail der Linien zwischen den Ziegeln gibt man mit
-entschiedener Pinselführung mit dicker Farbe und bringt nur die Spitze
-auf das Papier, denn von der Entschiedenheit dieser Linien hängt die
-Wirkung ab. Die ganz tiefen dunklen Löcher, welche sich hier und da
-zwischen einzelnen beschädigten Ziegeln bemerkbar machen, gibt man
-mit dicker Farbe und warmem Tone von ~French Blue~, ~Chrimson Lake~
-und ~Brown Pink~ und hält die Ränder etwas hart. Aufheben des Pinsels
-nach jeder Berührung des Papiers ist wesentlich. Lichter, welche noch
-wünschenswerth sein sollten, radirt man mit scharfem Messer. Dieses
-wie anderes feinere Detail erfordert bei der Ausführung Ueberlegung
-und Geschick, obgleich manche es für genial halten, auf’s Gerathewohl
-mit dem Pinsel herumzufahren und die Wirkung dem Zufall zu überlassen.
-Ich kann dies jedoch in keiner Weise empfehlen, sondern rathe zu
-sorgfältiger und überlegter Behandlung derartiger Dinge, andernfalls
-kann es dann wohl vorkommen, daß man statt bestimmter Linien etc. nur
-wirre Farbenflecke erblickt, welche über ihre Bedeutung gänzlich im
-Unklaren lassen. Auf die Farbe als solche kommt es hierbei weniger
-an, als auf das was sie ausdrücken soll, und wo sie mit dieser
-Erwägung eingesetzt ist, da tritt alles wie im Relief heraus, da die
-Mittel alsdann in der Treue der Darstellung vollständig aufgehen. Man
-hüte sich jedoch bei Wiedergabe des Details dasselbe zu auffallend
-darzustellen oder zu sehr in’s Einzelne zu gehen, da dies die Breite
-in hohem Grade beeinträchtigen würde. Schieferdächer behandelt man
-ganz auf dieselbe Art, etwa mit ~Brown Pink~, ~French Blue~ und
-~Chrimson Lake~, ändert auch bei jedem Eintauchen des Pinsels etwas
-in den Verhältnissen der Combination, je nachdem die Töne wärmer
-oder kälter werden, was bei Dächern aller Art sehr zu beachten ist.
-Das Markiren der einzelnen Schiefer geschieht ebenfalls mit dicker
-Farbe und spitzem Pinsel, etwa mit ~Brown Pink~, ~Vandyke Brown~ und
-~French Blue~. Auf Schieferdächern kann man häufig eine gute Wirkung
-erzielen, wenn man mit dem Radirmesser in leichten Strichen darüber
-weg zieht, wodurch das Glitzern der Lichter sehr naturwahr erreicht
-werden kann. In solcher Weise sind auch die Strohdächer zu behandeln.
-Für frischerers Stroh nimmt man etwa ~Yellow Ochre~, ~Chrimson Lake~
-und ~Indigo~. Das Detail, welches die einzelnen Lagen des Materiales
-einigermaßen zur Anschauung bringen soll und von verschiedener Tiefe
-des Tons sein muß, gibt man wie vorher mit spitzem Pinsel und dicker
-Farbe, da dünne Farbe zu scharfe Ränder geben würde. Wo, wie es häufig
-vorkommt, am First eines Daches jeder einzelne Ziegel gleichsam von
-weißem Mörtel umrahmt ist, spart man letzteren aus und behandelt dann
-jeden Ziegel für sich.
-
-Mauern mit Bewurf haben vielerlei Töne, deren jeder für sich behandelt
-werden kann, wobei aber Vorsicht nöthig ist, um nicht in’s Fleckige zu
-fallen. Einzelne entblößte Steine sind möglichst getreu wiederzugeben,
-wie auch die Theilungslinien zwischen Steinen in Mauern und Wänden
-sorgfältig zu behandeln sind. Bei Beendigung heller Mauern ist allen
-hellen Tönen, wie ~Yellow Ochre~, ~Cobalt~, ~Rose Madder~ etc. etc.
-etwas ~Chinese White~ beizumischen, indem hierdurch das Feste und
-Massige der Steine sehr gut zum Ausdruck gebracht wird, was außerdem
-nicht leicht der Fall sein würde. Bei vorsichtiger Ausführung ist die
-Wirkung eine sehr naturwahre; bei unvorsichtiger dagegen erscheint
-das Bild kreidig und wirkt auf den Beschauer im höchsten Grade
-beleidigend. Dunkele Stellen halte man nicht zu auffallend. Der Bewurf
-vieler mittelalterlicher Gebäude, besonders der Mauern von Thoren,
-Thürmen, Burgen etc. etc. hat einen sehr warmen gelbbraunen Ton,
-welcher ebenfalls vielfach in kälteren und wärmeren Tönen spielt.
-Bauten dieser Art legt man wie oben, unter steter Berücksichtigung
-der vielfachen Abweichungen in der Farbe, gleich in möglichst dem
-natürlichen ähnlichen Tone, etwa mit ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und
-~Burnt Sienna~ an, behandelt aber das befeuchtete Papier nicht mit
-Löschpapier, sondern wartet, bis die Nässe fast ganz verdampft ist, bei
-welcher Behandlung die Töne wunderbar schön in einander gehen. Ferner
-empfiehlt es sich, bei derartigen Bauten die Ränder der Töne etwas
-entschieden, nicht in geraden Linien laufend, sondern mehr zackig und
-eingerissen zu halten und dabei an allen Kanten und Vorsprüngen Lichter
-stehen zu lassen, wodurch der Eindruck soliden Mauerwerks verstärkt
-wird. Die Schatten und besonders tieftönigen Partien werden später
-mit ziemlich dicker Farbe kühn, aber mit Ueberlegung, eingesetzt. Ist
-der gelbbraune Ton nicht ganz erreicht, so helfen Lasuren von ~Yellow
-Ochre~ und ~Brown Pink~. Wo Lichter verloren worden sind, hilft man mit
-dem Radirmesser nach. Die Steine an Mauern etc. sind im Allgemeinen zu
-individualisiren. In Fällen jedoch, wo sehr viele Steine zu markiren
-wären, ist dies nicht möglich und würde solche Behandlung auch nicht
-günstig wirken, weßhalb alsdann nur die in die Augen fallenderen
-beachtet werden, während die übrigen generalisirt werden.
-
-Adern und Sprünge im Holzwerk gibt man mit spitzem, aufrecht zu
-haltendem Pinsel in feinen Linien und Curven an, hier und da mit
-ziemlich trockener Farbe. Wo dasselbe alt und rauh zu geben ist,
-schleppt man ~Brown Pink~ recht dick und halb trocken leicht darüber
-hin. Leichtes Darüberfahren mit dem Radirmesser erhöht den Effekt.
-Alte grünliche Bretterwände behandelt man nach Fertigstellung in Grau
-mit Lasuren von ~Gamboge~ und ~Oxyde of Chromium~, oder mit letzterem
-allein. Nägel im Holzwerk gebe man exact mit dicker Mischung von ~Brown
-Pink~, ~Cobalt~ und ~Lake~.
-
-Dunkle Innenräume -- Interieurs -- sind, besonders da wo sie nicht
-auf einzelne kleinere Stellen beschränkt sind, möglichst frühzeitig,
-d. h. vor der Behandlung der Außenseiten einzusetzen, um alsdann die
-für die letzteren nöthige Stärke der Töne bemessen zu können. Versäumt
-man dies und gibt die Interieurs zuletzt, so wird man finden, daß
-die Außenflächen, trotz vielleicht vieler auf dieselben verwendeter
-Mühe, viel zu blaß und schwach gerathen sind und wesentlich dunkler
-oder farbiger gehalten werden müssen. Ich rathe daher, bei Gebäuden
-jederzeit die dunkeln Interieurs +vor+ dem Colorit der Außenflächen in
-Angriff zu nehmen.
-
-Noch ein sehr wichtiger Punkt bleibt zu berühren. Bei Anlage der
-Schatten, welche +durchsichtig+ zu halten sind, ist nämlich der
-+Winkel+ derselben, beziehungsweise die Richtung, aus welcher die
-Sonnenstrahlen kommen, sehr genau zu beachten und dient der erste
-eingesetzte Schatten als Norm für alle späteren, da bei Bauwerken nicht
-ganz einfacher Art nicht gleich alle Schatten auf einmal eingesetzt
-werden können. Dabei halte man die Ränder der Schatten etwas rauh oder
-zackig und vermeide dieselben als absolut gerade Linien darzustellen,
-was höchst unerfreulich wirkt.
-
-
-~H.~ Staffage. (Thiere etc.)
-
-
-1. Colorit.
-
-
-~a.~ Helle Farbentöne für Kühe, Pferde, Hunde etc. etc.
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Light Red~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Vermilion~.
-
- ~Light Red.~
-
- ~Burnt Sienna.~
-
- ~Yellow Ochre.~ }
- ~Roman Ochre.~ } für Schaafe.
- ~Roman Ochre~ und ~Vandyke Brown~. }
- ~Raw Umber.~ }
-
-
-~b.~ Rothbraune Töne.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Gamboge~.
-
- ~Light Red~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Brown Madder.~
-
- ~Brown Madder~ und ~Sepia~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Chrimson Lake~.
-
-
-~c.~ Dunkelbraune Töne.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Vandyke Brown~.
-
- ~Sepia~ und ~Chrimson Lake~.
-
-
-~d.~ Schwarze und sehr dunkle Töne.
-
- ~Lamp Black~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Lamp Black~ und ~Light Red~.
-
- ~Lamp Black~, ~Lake~ und ~Light Red~.
-
- ~Indigo~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~French Blue~, ~Sepia~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Brown Madder~, ~Indigo~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Brown Madder~.
-
-
-Schattenfarben.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Payne’s Grey~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Vandyke Brown~.
-
-
-Töne für Figuren.
-
-
-Fleischtöne.
-
- ~Pink Madder.~
-
- ~Raw Sienna~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Light Red.~
-
- ~Vermilion~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Orange Vermilion~ und ~Chinese White~.
-
-
-Schatten.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Cobalt~.
-
- ~Light Red~ und ~Cobalt~.
-
- ~Indian Red~ und ~Cobalt~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Brown Madder~, dunkle Drucker.
-
-
-Haare.
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Light Red~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Sepia.~
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Sepia~.
-
- ~Vandyke Brown~ für Schatten.
-
- ~Sepia~, ~Lake~ und ~Indigo~ für Schatten.
-
-
-2. Technik.
-
-Kleine Figuren, ganz besonders aber Vieh, vermögen oft eine an sich
-vielleicht wenig ansprechende landschaftliche Darstellung sehr
-anziehend zu machen, vorausgesetzt, daß sie der Stimmung des Bildes
-angemessen sind und andrerseits mit Geschmack angebracht werden. In
-sehr romantischen Darstellungen, wie wilden Gebirgslandschaften und
-in Stimmungsbildern läßt man übrigens Staffage am besten ganz weg,
-außer allenfalls in Form eines zur Darstellung passenden Vogels oder
-sonstigen Thieres. In Studien nach der Natur sind Figuren ebenfalls
-nicht am Platze, da sie hier die Aufmerksamkeit des Beschauers von
-der Hauptsache ablenken. Unentbehrlich werden lebende Wesen aber
-in Darstellungen ländlicher Situationen. Viehgruppen aller Art,
-heimkehrende Arbeiter, Schäfer mit Hunden, Fuhrwerke etc. etc. sind
-alle geeignet, hier treffliche Verwendung zu finden; sie müssen stets
-aber so angebracht sein, daß die Darstellung in der That durch sie
-wesentlich gehoben erscheint. Mit der Staffage lebender Wesen werden
-übrigens noch andere Zwecke verfolgt, als der, Leben in die Darstellung
-zu bringen. Da alle Farben in der Natur mehr oder weniger gebrochene
-Töne zeigen, so ist das Anbringen von etwas brillanter absoluter
-Farbe in einer Landschaft nicht selten von hohem Werth, da hierdurch
-große Kraft erreicht wird, und die gewünschte Farbe läßt sich dann
-leicht an der Kleidung eines in die Darstellung passenden menschlichen
-Wesens oder auch eines Thieres anbringen. Daß auch auf diese Weise ein
-gewisser Ton durch Anbringung einer Kontrastfarbe sehr gehoben werden
-kann, dürfte der Leser wohl schon selbst erkannt haben. Eine weitere
-Anwendung einer Figur ist diejenige zur Vermittelung des Maaßstabes,
-um den Beschauer in den Stand zu setzen, sich über die wirklichen
-Größenverhältnisse, besonders diejenigen größerer Objecte, ein
-richtiges Urtheil bilden zu können. Diese Art der Verwendung erfordert
-jedoch, daß man die Figur so anbringt, daß die Absicht möglichst
-verborgen bleibt. Endlich kann man sich auch der Anbringung von
-Figuren bedienen, um eine weniger schöne oder leere Stelle des Bildes
-zu verdecken, was sehr zu empfehlen ist. Im Allgemeinen rathe ich aber
-dem Landschafter, mit Staffage sehr sparsam umzugehen, wenn nicht
-damit zu geizen, da ich häufig auf Ausstellungen Landschaftsbilder zu
-sehen Gelegenheit hatte, welche durch Staffage mit Menschenfiguren
-mehr verloren als gewonnen hatten, was zum großen Theile die an deren
-Toilette prangenden, schreienden Farben verschuldeten. Wo und wie nun
-menschliche Figuren vortheilhaft anzubringen sind, muß lediglich der
-Einsicht und dem Geschmack des Darstellers überlassen bleiben. Diese
-Einsicht und diesen Geschmack zu bilden gibt es ein sehr gutes Mittel,
-nämlich das aufmerksame Studium der Werke alter sowohl wie neuerer
-Künstler. Der Lernende suche sich hierbei darüber Rechenschaft zu
-geben, warum diese Figuren gerade so und nicht anders gruppirt sind,
-warum jene Figur an jenem Platze angebracht ist, wie das Bild ohne
-Figuren wirken würde und dergleichen mehr. Die Figuren müssen aber
-stets mit kraftvoller Farbe eingesetzt werden, damit sie zur Geltung
-kommen. Was das Zeichnen betrifft, so hüte man sich vor falschen
-Verhältnissen, besonders in den Gliedmaßen. Auf Spaziergängen skizzire
-man gelegentlich die Arbeiter in Wald und Feld in den verschiedensten
-Stellungen und Beschäftigungen, die Viehheerden, Fuhrwerke etc.
-etc. Man erhält so manche gut zu verwendende Skizze. Wo die Figuren
-ausgespart werden können, spare man aus; im gegentheiligen Falle
-zeichnet man solche nach Beendigung des Bildes mit dickem ~Chinese
-White~, welches nach dem Trocknen vorsichtig das entsprechende Colorit
-erhält. Da dieses Weiß stark deckt, so kann man es auch unter die Töne
-mischen und ohne weiße Unterlage die Figuren einsetzen, was jedoch in
-den meisten Fällen weniger zu empfehlen sein wird.
-
-Zum Schlusse noch einige Worte über Vieh, welches so häufig in
-äußerst gefälliger Weise Verwendung finden kann, und nicht selten
-dem Bilde vorzugsweise die Wirkung sichert, da Gruppen desselben oft
-den Hauptreiz ländlicher Darstellungen bilden. Sehr willkommen ist
-dem Landschafter namentlich Rindvieh, sowohl in Bezug auf Form wie
-auf Farbe, weßhalb es in Gemälden, wo es gut angebracht werden kann,
-selten vermißt wird. Da es zwischen beiden Enden der Farbenskala alle
-Uebergänge durch Gelb, Roth und Braun aufweist, bietet es günstige
-Gelegenheit sowohl zur Anwendung leuchtender Farben, wie auch zur
-Erreichung von Kontrasten. Auch Pferde leisten gute Dienste und ein
-Schimmel kann z. B. sehr vortheilhaft als Hauptlicht eines Bildes
-Verwendung finden. In zweiter Linie kommen dann Schafe und Hunde,
-welche weniger durch Farbe, als durch Formen zu wirken geeignet sind.
-Schwarze Farben hüte man sich zu kalt zu geben.
-
-
-
-
-III. Die technische Behandlung durchgeführter Bilder.
-
-
-In den vorstehenden Angaben über Colorit und Technik habe ich nur
-einzelne Theile größerer Darstellungen behandelt. Es erübrigt daher
-noch dem Lernenden bekannt zu geben, wie bei der Ausführung eines
-vollständig durchgeführten Bildes zu verfahren ist. Der Gang der
-Arbeit ist hierbei wesentlich derselbe. Nachdem die Zeichnung
-leicht, aber bestimmt entworfen ist, wird nach Anlage des Untertons
-zunächst die Luft in Angriff genommen und möglichst vollendet. Mit dem
-Luftton übergeht man auch die Ferne, ebenso das Wasser. Während die
-verschiedenen Farbenlagen der Lüfte in Behandlung sind, gebe man die
-Lichttöne in Terrain, Gebäuden etc.
-
-Ist die Luft beendet, so stelle man die Ferne fertig. Von dieser geht
-man in den Mittelgrund über, während dessen Behandlung, welche indessen
-nicht selten mit der des Vordergrundes zusammenfällt, die Schatten
-des letzteren angelegt werden. Ist dies geschehen, so wird man in der
-Regel das Blau des Himmels oder die Schatten der Wolken etwas zu blaß
-finden, was dann noch ausgeglichen wird. Besteht die Ferne aus grünen
-Tönen oder hat man als Mittel- oder Vordergrund Wald, dessen Bäume
-sich vor der Luft abheben, so ist die Luft absolut fertig zu stellen,
-ehe man das Grün einsetzt, da alsdann breitere Farbenlagen nicht mehr
-anzubringen sind. Nunmehr beginnt man mit dem feineren Ausarbeiten.
-In der Ferne ist vielleicht hier und da etwas besser zu modelliren,
-worauf der Mittelgrund vollendet und hierauf der Vordergrund in letzte
-Behandlung kommt. Schließlich übergeht man nochmals das Ganze, um etwa
-noch fehlende Lichter anzubringen, überflüssige zu beseitigen, zu
-dunkle Stellen zu mildern, sowie überhaupt alles Störende zu entfernen.
-+Wesentlich+ ist, daß man während einer größeren Arbeit +öfter
-aufstehe+, um das Ganze von einem anderen Standpunkte aus mit einem
-Blicke zu überschauen. Mängel in Schatten und Licht machen sich dann
-leicht kenntlich.
-
-Dieses ist der Gang der Arbeit +im Allgemeinen+. Rücksichten auf
-die technische Behandlung werden je nach dem Motiv zu mancherlei
-Abweichungen veranlassen; wo solche aber nicht vorliegen, dürfte der
-angegebene Weg, selbstverständlich unter steter Berücksichtigung der
-in den einzelnen Darstellungen der Technik gegebenen Vorschriften, der
-empfehlenswertheste sein. Für weiteres hierher Gehörige, besonders in
-Bezug auf +Haltung+, +Kontrast+ und +Farbenwechsel+, was in dem Rahmen
-der Darstellung bisher nicht passend angebracht werden konnte, verweise
-ich auf das folgende Kapitel.
-
-
-
-
-IV. Studien nach der Natur.
-
- ~La vue de la beauté ne produit jamais des transports pour ceux qui
- ne la connaissent pas; elle ne parle qu’aux initiés.~
-
- ~Couture.~
-
-
-Wer nach Bewältigung der bedeutenderen technischen Schwierigkeiten
-hinaus in’s Freie geht, um nach der Natur zu malen, versäume vor
-allen Dingen nicht, sich vorher wenigstens mit den Grundzügen der
-Linear-Perspektive bekannt zu machen. Wenn dieselbe auch für rein
-landschaftliche Vorwürfe kaum in Betracht kommt, so kommen doch in
-malerischen, landschaftlichen Motiven sehr häufig Architekturstücke,
-wie nicht minder Motive, und häufig sehr reizvolle vor, wo die
-Architektur Haupt-, die Landschaft Nebensache ist und welche, wenn
-ohne besondere Rücksicht auf Perspektive gezeichnet, den Beschauer,
-besonders aber den Kenner, in nicht geringem Grade beleidigen, und die
-Arbeit überhaupt werthlos machen würden. Obgleich bei sehr genauer
-Beachtung der Winkel und Linien an einfacheren architektonischen
-Motiven die Perspektive immerhin gewahrt erscheinen wird, so kommen
-hierbei doch auch andere wesentliche Dinge in Betracht, welche der
-Zeichner kennen muß, und ist somit die Aneignung der leitenden
-Gesichtspunkte der Perspektive nicht zu umgehen. Für den gewöhnlichen
-Bedarf genügt schon, wenn der Anfänger das, was er in dem „Illustrirten
-Zeichenbuch“ (Leipzig, Spamer) über diese Wissenschaft findet,
-beherzigt und sich zu eigen macht, ganz vollständig. Ein neueres sehr
-zu empfehlendes und umfassenderes Werk ist: +Hetsch+: Anleitung zum
-Studium der Perspektive. Wer aber noch weiter in dieses interessante
-Studium einzudringen für wünschenswerth erachten sollte, der wird
-in +Schreiber+: „Lehrbuch der Perspektive“, einem der anschaulichst
-geschriebenen Werke über diesen Gegenstand, alle nur irgend
-erforderliche Belehrung finden und in Folge der letzteren Vieles anders
-und richtig beurtheilen. Indessen verzweifle der Lernende nicht, wenn
-ihm einmal ein Kenner -- es gibt deren, die dies als Specialität
-treiben -- mit hochwichtiger Miene und etwas spitzem Tone eine kleine
-Versündigung gegen die Perspektive nachweist, umsoweniger als auch
-in Bildern von Malern von Profession solche kleine Schnitzer hin und
-wieder vorkommen, und auf den meisten Ausstellungen sich zahlreiche
-Vergehen gegen Perspective auffinden lassen, was aber deßwegen doch
-nicht als Entschuldigung gelten kann. Er suche daher dergleichen in
-Zukunft zu vermeiden, was durch Aufmerksamkeit und Studium nicht so
-schwierig ist. Was die sonstige Ausrüstung zum Studienmalen betrifft,
-so bedarf man, außer einem, diesem Zwecke entsprechenden, Farbenkasten
-nebst Zubehör, ein Wassergefäß, einen Feldstuhl, deren man jetzt sehr
-praktische hat, welche zusammengelegt als Spazierstock dienen, eine
-Mappe in Groß Quart Format aus starkem Pappdeckel deren innere Seite
-zugleich zur Anheftung des Papieres dient, Heftnägel, etwas Löschpapier
-und Aquarellpapier von +verschiedenem+ Format. Ich sage ausdrücklich
-von verschiedenem Format, weil Skizzen auf einem und demselben Format
-in größerer Zahl unsäglich langweilig anmuthen, wie gut sie auch sonst
-ausgeführt sein mögen und Abwechselung im Format auch aus äußeren
-Gründen vortheilhaft erscheint. Wesentlich ist ferner, das Format
-nicht zu klein zu halten, da eine freie Pinselführung bei beengtem
-Raume absolut unmöglich ist. Man theile den Bogen wenigstens in vier,
-höchstens aber in acht Theile. Größeres Format als ersteres ist aus
-verschiedenen Gründen nicht zu empfehlen. Man hat auch sogenannte
-Blockbücher, welche aber vor der Mappe keine nennenswerthen Vorzüge
-haben, dagegen an das Format binden.
-
-Zunächst wird nun der Anfänger nicht selten darüber mit sich uneinig
-sein, was er von den ihm an beliebigem Punkte vielleicht zahlreich
-zu Gebote stehenden Motiven als Gegenstand seiner Studie wählen
-soll, sowie auch die weitere Frage sich aufwerfen wird, wie viel
-von der gewählten Gegend etc. etc. zu Papier gebracht werden soll.
-Hier kann ich nur rathen: Vorerst nicht zu viel oder zu vielerlei
-und nicht allzuviel Farbe, aber nicht zu kleines Format. Wenn
-dieser Rath nun auch für den Anfang vollständig ausreicht, so wird
-in der Folge doch das Bedürfniß einer etwas bestimmteren Angabe
-hinsichtlich der einer Studie zuzumessenden Ausdehnung sich fühlbar
-machen, obgleich derjenige, welcher Geschmack besitzt oder schon
-viele bildliche Darstellungen mit Verständniß betrachtet hat, über
-das Maaß des Aufzunehmenden kaum in Verlegenheit gerathen möchte. Es
-existiren hierüber ganz spezielle Vorschriften mit genauer Angabe der
-Winkel. Es dürfte aber im Allgemeinen festzuhalten sein, immer nur
-so viel von dem Motiv innerhalb des Rahmens des Bildes zu bringen,
-als man ohne den Kopf drehen zu müssen, bequem übersehen kann, was
-als äußerste Grenze den sechsten Theil des Kreises beträgt. Weiter
-ausgedehnte Darstellungen gestalten sich zu Panoramen oder auch zu
-Zerrbildern. Nach Charles Blanc (~Grammaire des arts du dessin~) lehrt
-die Erfahrung, daß jeder Gegenstand nur dann am besten mit einem
-Blick übersehen werden kann, wenn der Abstand des Beschauers etwa das
-dreifache Maaß der größten Ausdehnung des betreffenden Objekts beträgt.
-Angenommen also, ein Fenster sei einen Meter breit, so würde im Zimmer
-bei drei Meter Abstand, die Aussicht aus diesem Fenster am besten
-mit einem Blick zu übersehen sein. Der Maler wird innerhalb dieses
-Gesichtskreises ein seinem Zwecke entsprechendes Rechteck wählen.
-Während dem Portraitmaler das aufrechtstehende Format besser zusagt,
-wird der Landschafter meist das breite Format wählen, ohne ersteres
-auszuschließen, was sogar bei architektonischen Motiven häufigere
-Verwendung findet. Das Format muss überhaupt der Darstellung angepaßt
-sein und ist besonders darauf zu sehen, daß die Hauptgruppe nicht zu
-nahe an den Rand tritt. Im Allgemeinen ist aber festzuhalten, daß die
-Längenausdehnung die Breite nicht um das Doppelte überschreiten darf.
-Eine andere Vorschrift über die äußerste Grenze der Ausdehnung der
-Zeichnung ist folgende. Vom Standpunkte aus, von welchem man die Studie
-aufnehmen will, gehe man nach einem der Mitte des Bildes entsprechenden
-Punkte, welcher den unteren Rand des Bildes gerade noch berühren soll.
-Angenommen nun, dies seien zehn Schritte, so geht man diesem letzteren
-Punkt fünf Schritte nach rechts, bezeichnet die Stelle, etwa mit einem
-eingesteckten Stock etc. etc. und verfährt in derselben Weise nach der
-linken Seite hin. Begibt man sich nunmehr auf den gewählten Standpunkt
-zurück, so kann von demselben aus alles, was von der Gegend zwischen
-die beiden bezeichneten Stellen fällt, gezeichnet werden; in der Regel
-wird man sich indessen an kleinere Dimensionen halten. Die Entfernung
-von dem zu zeichnenden Objekt soll immer etwas größer sein, als die
-größte Ausdehnung desselben. Weit ausladende Dinge, wie Bäume u. dgl.
-beanspruchen noch größere Entfernung um in richtigen Verhältnissen
-gesehen zu werden. Zu nahe an das Auge herantretende Dinge wirken
-unangenehm und auf ein fein gebildetes Auge sogar beleidigend. Zur
-Beurtheilung dessen, was im Bilde schön ist, möchte ich dem Lernenden
-die Anschaffung eines schwarzen Spiegels und zwar eines viereckigen
--- +nicht+ runden -- empfehlen. Man bekommt dieselben in den größeren
-Städten bei den Optikern, gewöhnlich in Etui und in Größen, welche
-sich ohne Unbequemlichkeit in der Tasche unterbringen lassen. Diese
-Spiegel verkleinern und kann man jedes beliebige Theil der Gegend
-darin gleichsam als Miniaturbild im Rahmen betrachten und derjenige,
-dessen Auge im sofortigen Erkennen der Schönheit landwirthschaftlicher
-Motive noch weniger geübt ist, wird durch den schwarzen Spiegel manches
-des Malens werth finden, was sich außerdem seiner Beachtung gänzlich
-entzogen hätte. Als theilweiser und billiger Ersatz dieser Spiegel
-können auch aus Pappendeckel ausgeschnittene Rähmchen dienen; die
-schwarzen Spiegel haben aber den weiteren, für Anfänger in Betracht
-kommenden Vortheil, daß sie das Detail weniger scharf hervortreten
-lassen, als es ein gutes Auge erblickt und andrerseits die Farben etwas
-abtönen. Durch diese Verminderung der Helligkeit werden bei nicht zu
-schwacher Beleuchtung zugleich die Contrastfarben lebhafter sichtbar
-und hierdurch sehr brauchbare Fingerzeige für die anzuwendenden Töne
-gewonnen. Die Schwarzspiegel besitzen indessen die unter Umständen
-störende Eigenthümlichkeit, daß sie bei bestimmter Stellung das
-polarisirte Licht nicht reflektiren, wodurch das Bild unwahr wird, und
-beispielsweise kann hierdurch bedingt ein dem Auge duftig erscheinender
-Theil der Landschaft unter gewissen Umständen sich weniger duftig, wenn
-nicht absolut klar abspiegeln, was bei dem Gebrauche dieser Spiegel
-zu beobachten ist. Um diese störenden Polarisationserscheinungen
-auszuschließen, räth W. v. Bezold in seiner Farbenlehre zur Anwendung
-eines anderen Hilfsmittels. Dies besteht darin, daß man ganz feine
-kreisrunde Oeffnungen in einem dunklen Schirm dicht vor das Auge hält
-und so den einfallenden Lichtbüschel verkleinert. Um diese Wirkung
-beliebig verstärken und abschwächen zu können, bringt man in eine
-kleine Scheibe eine Anzahl solcher Oeffnungen von verschiedenem
-Durchmesser an. Diese kleine Scheibe ist vor einer anderen Scheibe
-in der Weise drehbar, daß bald die eine bald die andere der kleinen
-Oeffnungen vor das ebenfalls durchbohrte Centrum der letzteren gebracht
-werden kann. Ein kurzes, innen geschwärztes Rohr dient dazu das
-seitliche Licht abzuhalten. Betrachtet man mit diesem dem Ocular eines
-Microscops ähnlichen Instrument eine Landschaft, so kann man durch
-Drehung der kleinen Scheibe leicht jene Oeffnung ausfindig machen,
-durch welche die Gegend die günstigste Farbenwirkung zeigt.
-
-Da bei landschaftlichen Darstellungen die Höhe des Horizonts,
-beziehungsweise der Horizontallinie von großer Wichtigkeit ist und
-bestimmten Gesetzen unterliegt, so will ich zur oberflächlichen
-Orientirung des Anfängers anführen, daß dessen Höhe von der Art
-des Terrains, wie nicht minder von dem Standpunkte des Zeichners
-abhängig ist. Ist die Gegend mehr oder weniger eben und nimmt auch der
-Zeichner keinen wesentlich höheren Standpunkt ein, so kann die Linie
-des Horizonts etwa das untere Fünftel bis zu höchstens einem Viertel
-der für das Bild bestimmten Fläche einschließen. Ist das Terrain
-aber wellenförmig oder zeichnet man von den unteren Fenstern eines
-Hauses, von einem Wagen oder ähnlichen mäßig erhöhten Punkte aus, so
-kann der Horizont das untere Drittel einschließen. Ist endlich die
-Gegend gebirgig und etwa ein See vorhanden, oder ist der Standpunkt
-ein hoch gelegener, in welchem Falle darauf zu achten ist, daß nicht
-Theile der Ferne von nahe gelegenen Gegenständen verdeckt werden,
-so kann die Horizontallinie bis in die Hälfte des Bildes steigen. Es
-ist alsdann aber wünschenswerth, diese Grenze nicht, oder wenigstens
-nicht wesentlich zu übersteigen, da in solchem Falle eine Ansicht
-aus der Vogelperspektive entstehen würde. Hat man die Höhe der
-Horizontallinie durch eine zarte Linie angedeutet, so beginne man mit
-dem Zeichnen vom Mittelpunkt am Horizont aus und von da nach links und
-rechts. Vielleicht erscheint eine noch etwas eingehendere Darstellung
-wünschenswerth.
-
-Das Studium des Horizonts bietet im Allgemeinen bei anscheinend
-größter Einfachheit dennoch mancherlei Schwieriges, was durch
-gewissenhaftes Zeichnen nach der Natur am besten überwunden werden
-kann. Die Bestimmung des Horizonts auf dem anzufertigenden Bilde
-ist die erste Aufgabe des Zeichners. Das Hinaufrücken des Horizonts
-macht das Bild lebendiger und unruhiger, das Senken desselben macht
-ruhiger, manchmal aber auch monoton. Der Horizont wird mittelst einer
-durch die Bildfläche gezogenen, wagerechten Linie bestimmt. In der
-Landschaft unterliegt seine Anordnung in der Regel keiner besonderen
-Schwierigkeit. In den meisten Fällen befindet er sich zwischen dem
-ersten und zweiten Viertel der Bildhöhe, doch haben einige bedeutende
-niederländische Landschafter, bei Seeufern und Wasserflächen, denselben
-auf ein Fünftel der Bildhöhe herabgedrückt. Bei reizloser Ferne, aber
-schönem Vordergrund ist dies allerdings sehr wünschenswerth, aber eine
-derartige Auffassung erfordert sorgfältigstes Detail im Vordergrund
-und brillante Technik. Das bewegte Meer erfordert etwas höheren
-Horizont, etwa drei Zehntel der Bildhöhe (auch ein wenig höher). --
-Von diesem Punkte aber bis zur Bildhälfte erfordert jede Bestimmung der
-Horizont-Linie reifliche Erwägung. Ist der Horizont von zwei Zehntel
-mit einer Parterreaussicht zu vergleichen, so kann drei Zehntel die
-Aussicht aus dem ersten und vier Zehntel die aus dem zweiten Stocke
-eines Hauses repräsentiren und kann demgemäß das Bild durch die Wahl
-je nach Umständen sehr gewinnen oder sehr verlieren. Die Mehrzahl der
-Niederländer (Rubens) bewegen sich übrigens zwischen drei und vier
-Zehntel der Bildhöhe, während Italiener und Franzosen, so Carracci,
-Poussin, Claude Lorrain, G. Dughet und andere durchschnittlich sich
-ein wenig höher hielten, bis etwa gut vier Zehntel. Ein das Bild
-halbirender Horizont würde in der Ebene oder für das Seeufer höchst
-ungünstig wirken, gestattet aber Anwendung im Hochgebirge, überhaupt
-da, wo die Gegenstände über das beschauende Auge hinaufreichen.
-
-Nur wenige Maler sind über diese Linie hinausgegangen und zwar
-Saftleven welcher in seinen aus bedeutenden Höhen aufgenommenen
-Rheingegenden den Horizont bis in das sechste Zehntel der Bildhöhe
-hinaufgerückt hat, und Salvator Rosa, welcher in seinen wild grotesken
-Landschaften sogar das siebente Zehntel erreicht hat. Ueber diesen
-Punkt scheint bis jetzt kein Meister der Landschaft gelangt zu sein,
-doch ist derselbe in neuerer Zeit für Schluchten, Wasserfälle und
-etwas abenteuerliche Formen hier und da wieder aufgenommen worden,
-während jedoch im Allgemeinen die Landschafter der Jetztzeit ziemlich
-übereinstimmend den Horizont nach der Weise der Niederländer legen.
-
-Ganz anders verhält es sich im Stillleben. Hier kommt es darauf an,
-die dargestellten Gegenstände mehr unter die Augen zu bringen und wird
-deßhalb der Horizont bei derartigen Darstellungen seit Rubens in das
-+obere+ Viertel der Bildhöhe gelegt.
-
-Im Portrait, Genre und Historienbild gestaltet sich die Bestimmung des
-Horizonts schwieriger, weßhalb auch die Auffassung hier selbst unter
-bedeutenden Künstlern eine mehr oder weniger verschiedene ist. Was
-das Portrait, und speziell das Brustbild betrifft, so haben Rafael
-und nach ihm Holbein, Van Dyck und andere deutsche Maler den Horizont
-in die +Schulterhöhe+ gelegt, während die Venetianer durchweg den
-Augenpunkt tiefer, nämlich etwas unter die Brusthöhe gelegt haben, was
-ihren Portraits eine sehr energische Wirkung verleiht. Im Kniestück
-dagegen wird von den Heroen der Malerei, den Venetianern, welche diese
-Form hauptsächlich pflegten, wie von Rubens, Rembrandt und Velasquez
-ziemlich übereinstimmend der Horizont in die Höhe des Ellenbogens
-gelegt.
-
-Die Behandlung des Portrait in ganzer Figur ist insoferne mißlich, als
-aus perspektivischen Rücksichten die +genaue+ Höhe der Figur nicht
-gegeben werden kann, indem bei geometrisch richtigem Auftrag sich die
-Vorsprünge der Füße und des Kinnes perspektivisch der Gesammtlänge
-zulegen, und etwas Fremdartiges, an’s Kolossale streifendes, wenn auch
-großartiges Ansehen verleihen, was die betreffenden Darstellungen
-der Venetianer bestätigen. Van Dyck umging diese Unannehmlichkeit,
-indem er die Figuren etwas verkleinerte, den Horizont etwas unter
-die Mitte des Körpers legte, und die Gestalten so darstellte, als
-stünden solche auf einem Podium, eine Auffassung, welche mehr Anhänger
-gefunden hat, als die Darstellungen der Italiener. In den statuarischen
-Gestalten Michel Angelo’s in der Sixtina, hat derselbe, wie auch in
-den übrigen Deckengemälden, einen sehr tiefen, manchmal bis an die
-Grundlinie herabgerückten Horizont gewählt. Was das Historienbild
-anlangt, so hat Rafael in seinen Fresken im Vatikan durchschnittlich
-den Horizont in vier Zehntel Höhe gelegt, was +im Allgemeinen+ als
-maßgebend gelten kann. Paul Veronese nahm auf seinen Prunkbildern
-zwei Horizonte an, einen für die Decke und einen für den Fußboden,
-welche er um ein Drittel einer Figuren-Länge auseinanderhielt, aber
-so, daß die Augenpunkte beider in +einer+ Vertikalen lagen. Durch
-+vollständige+ Ausfüllung des Mittelgrundes mit Figuren ist dieser
-Betrug sehr schwer zu sehen und kann erst durch Anlage von Linealen
-konstatirt werden. Rubens wechselt bezüglich der Lage des Horizonts
-und hat sich zwischen dem tiefsten Horizont bis zu seinem höchsten,
-welcher etwa sechs Zehntel der Bildhöhe beträgt, abwechselnd bewegt.
-Letzteren wählte er häufig bei sehr lebendigen Darstellungen. Rembrandt
-hat sich in dieser Beziehung ebenfalls an keine Regel gehalten und
-alle Lagen des Horizontes durch angewendet, während Rubens Nachfolger,
-Teniers, Ostade, Terburg, Mieris, und andere mehr den hohen Horizont
-kultivirten, und denselben häufig etwas über die Mittellinie
-hinaufrückten. Correggio endlich legte in seinen Kuppelbildern sowohl
-Horizont, wie Augenpunkt in den Scheitelpunkt des Gewölbes, die
-sogenannte Froschperspektive, bei welcher die Ansicht so erscheint,
-wie sie sich dem auf dem Rücken liegenden und in den geöffneten Himmel
-blickenden Beschauer darstellen würde, eine Auffassungsweise welche
-ungeheuren Beifall fand, aber trotz ihrer wissenschaftlichen Begründung
-dennoch vielfältig abfällig beurtheilt worden ist.
-
-Was man überhaupt zur Studie wählt, zeichne man stets von der
-charakteristischsten Seite, d. h. von einem Punkte aus, welcher
-die wesentlichsten oder malerischsten Seiten des Motivs und die
-harmonischsten Linien bietet. Der Anfänger ist sodann, besonders bei
-scharfem Auge, darauf aufmerksam zu machen, nicht zu sehr in das Detail
-einzugehen. Bei schwächerem Gesicht kommt dies weniger in Betracht. Wer
-aber sehr scharf sieht, der gewöhne sich nur soviel zu geben, als er
-ohne Anstrengung mit leichtem Blinzeln sehen kann, was nicht allein für
-die Zeichnung, sondern auch, ganz besonders in den späteren Stadien,
-für die Farbe gilt.
-
-In vielen Fällen wird der Anfänger bei seinen ersten Studien nach
-der Natur sich in Betreff seiner Leistungen recht wenig befriedigt
-fühlen, selbst wenn er schon recht lobenswerthe Copien nach Gemälden
-zu Stande gebracht und sich auch jetzt große Mühe gegeben hat. Diese
-Studien werden in der Regel eigenthümlich zahm und flau ausfallen. Es
-rührt die unerfreuliche Wirkung theilweise daher, daß der Lernende
-noch wenig an das richtige Sehen gewohnt ist, und sich vielfach von
-seiner persönlichen Kenntniß mancher Localfarben hat leiten lassen,
-theilweise daher, daß er viele Farbentöne geringerer Dimensionen, sogar
-vielleicht zahlreiche Contraste in Licht und Schatten ganz übersehen,
-oder mindestens unbeachtet gelassen hat, theilweise endlich auf der
-Unkenntniß verschiedener bei der Composition in Betracht kommender
-Dinge. Die Bilder, welche er seither kopirte, hatten diese Mängel,
-besonders die zuletzt angezogenen nicht, weil die Maler der Originale
-recht gut wußten, warum sie diese oder jene Farbe angebracht hatten,
-oder warum sie hier dunkle Massen und dort helle Lichter scheinbar
-absichtslos eingesetzt hatten.
-
-Da das Sehen theils auf sinnlichen, theils auf geistigen Thätigkeiten
-beruht, so bedarf es nicht unbedeutender Aufmerksamkeit, um diese
-verschiedenen Eindrücke zu trennen, weßhalb sich alle Anfänger in
-ihren Erstlingsstudien durch Nichtbeachtung dieser Verhältnisse
-kenntlich machen. Ganz derselben Erscheinung begegnen wir in den
-Darstellungen des Mittelalters, auf dessen Landschaften zahlreiche
-Dinge verzeichnet sind, welche von dem Standpunkt des Künstlers gar
-nicht gesehen werden konnten, von deren Dasein aber derselbe Kenntniß
-hatte. Aus der Liebhaberei solche Dinge darzustellen, entstand die
-in den Bildern jener Zeiten so häufige Vogelperspektive, sowie die
-überhöhten Berge, Burgen und Thürme etc. etc. Abgesehen von diesem
-Punkte täuscht sich der Anfänger aber auch in sehr bedenklicher Weise
-in Bezug auf den Sättigungsgrad der Farbe, weßhalb er geneigt ist, alle
-Dinge, deren Farben er kennt, ohne Rücksicht auf die Entfernung in
-deren Lokalfarbe wiederzugeben, oder in anderen Worten ohne Rücksicht
-auf die Luftperspektive, nur mit Hilfe des Gedächtnisses zu malen.
-Der Anfänger muß daher alle Erinnerungen an Lokalfarben zu meiden
-suchen und vielmehr seine Bestrebungen darauf richten, den verlangten
-Ton gleich zu sehen. Aber auch für die nächste Nähe gilt es richtig
-sehen zu lernen und nicht die Veränderungen zu ignoriren, welche die
-Lokalfarben durch Schatten, eigenthümliche Beleuchtung, Reflexlichter
-etc. etc. erlitten haben. Wie früher erwähnt, bewahrt der schwarze
-Spiegel vor Täuschungen dieser Art, allein es kommt nun noch eine
-Reihe anderer Täuschungen in Betracht, welche aus der Contrastwirkung
-resultiren. Der Maler muß sich aber mit diesen letzteren so vertraut
-machen, daß er sowohl die Einflüsse derselben in der Landschaft etc.
-sofort zu erkennen, so wie andererseits sich derselben bei der Arbeit
-behufs Erzeugung gewisser Effekte zu bedienen im Stande ist. Ein heller
-von der untergehenden Sonne beschienener Felsen wird sich dem Beschauer
-als orangefarbig mit tiefen blauen Schatten bemerkbar machen, und ohne
-Berücksichtigung der Contrastwirkung wird der Skizzirende jedenfalls
-die beleuchteten Theile zu gelb und die im Schatten liegenden zu
-blau halten, was hart und unwahr wirkt. Dies rührt daher, daß der
-Unterschied der beiden Farben durch Contrastwirkung ohnehin schon
-vergrößert ist, und werden die Farben nunmehr unter diesem Einflusse
-zu Papier gebracht, so wird der Contrast durch die bereits verstärkte
-Farbengebung abermals bedeutend vergrößert.
-
-In ersten Studien ist häufig die Ferne zu grün, zu braun oder zu
-detaillirt, während der Mittel- und Vordergrund schwach und matt
-in Farbe sind. Nehmen wir an, die Studie repräsentire eine graue
-Felsenpartie. Die Felsen sind allerdings grau, aber bei aufmerksamer
-Betrachtung zeigt die Natur nicht ein eintöniges Grau, sondern noch
-viele andere, mitunter recht warme Farbentöne, welche ganz übersehen
-worden sind. Die umgebende Vegetation ist zwar grün, aber von weit
-größerer Verschiedenheit im Ton, und auf einem Baumstamme sind die
-verschiedensten Farbentöne, so wie vielleicht die hellen Lichter
-ebenfalls übersehen. Dasselbe gilt wahrscheinlich vom Wege. Die Ferne
-ist deßhalb zu grün gerathen, weil der Anfänger mehr seiner Kenntniß
-der Farbe des Laubes als seinem Auge gefolgt sein wird etc. etc. Vor
-allen Dingen muß der Lernende sich daher daran gewöhnen, +richtig+
-zu +sehen+ und andrerseits lernen, etwas mehr die +Kunst+ zu Hülfe
-zu nehmen. Der Glanz des Lichts ist mit den uns zu Gebot stehenden
-Farben nicht zu erreichen, weßhalb wir das, was uns in dieser Richtung
-abgeht, durch künstliche Mittel und Effekte, namentlich durch kräftige
-Farbenwirkung auszugleichen suchen müssen. Wer mit diesen Mitteln
-vertraut ist, vermag dann, durch Einsetzen einiger Effekte, aus
-einer vielleicht recht faden Skizze ein des Ansehens werthes Bild zu
-schaffen. Theaterdekorationen beruhen lediglich auf derartigen Effekten
-und aufmerksame Betrachtung derselben kann dem Beschauer manchen Wink
-für seine Studien geben, da sie breit, sehr breit behandelt sind,
-Vollendung, welche hier ganz überflüssig wäre, nicht anstreben und
-bei dem großen Maßstabe den Effekt gleichsam zergliedert vorführen.
-Ein aufmerksamer Beschauer wird bald die Bedeutung der einzelnen
-Pinselstriche zu würdigen wissen und sich hierdurch vielleicht zu
-künftiger entschiedener Pinselführung veranlaßt fühlen. Außerdem kommt
-hierbei noch die Fernwirkung in Betracht, da die fehlenden Uebergänge,
-ganz ähnlich wie bei den Tapeten, durch das Auge des Beschauers ersetzt
-werden, und was in nächster Nähe vielleicht als unverständliche
-Combination von Farbenklexen erscheint, gestaltet sich beim
-Zurücktreten nicht selten zu geschmackvoller Modellirung. Ich mache bei
-dieser Gelegenheit auch ausdrücklich darauf aufmerksam, daß +äußere
-Glätte+ und +Vollendung+ ganz verschiedene Dinge sind, was nicht selten
-von Anfängern ganz anders aufgefaßt wird. Betrachten wir ein Gemälde
-von höchster Vollendung -- letzteres Wort im Sinne des gewöhnlichen
-Sprachgebrauches genommen -- durch ein Vergrößerungsglas, so haben
-wir ebenfalls nur Klexe vor Augen. Die wahre Vollendung beruht daher
-nicht auf der äußerlichen Glätte, sondern vielmehr auf gleichförmiger
-wirkungsvoller Behandlung des Ganzen. Ist diese erreicht, so kann
-ein Bild durch weiteres Künsteln und Glätten nur verlieren, eben so
-wie eine Dekoration verlieren würde, wenn man, statt die einzelnen
-Töne bestimmt und kühn zu geben, solche weicher halten wollte, was an
-ängstlich gemalten Scenerien dieser Art leicht zu sehen ist.
-
-Bei dem Malen nach der Natur verhält es sich ganz ähnlich. Eine
-kühne Hand gibt sofort die Hauptsachen, da man im Freien zu einer
-sanften Verschmelzung der Töne keine Zeit hat. Wenn aber auch selbst
-genügende Zeit zur Verfügung stünde, so würde eine feinere Ausarbeitung
-der Skizze dennoch nicht so wirkungsvoll ausfallen, als die etwas
-rohere, kühnere Behandlung. Ueberhaupt sieht man bei der Skizze von
-jener sorgfältigeren Ausführung um so mehr gänzlich ab, als der
-Zweck der Skizze lediglich der ist, für künftige Arbeiten zu Hause
-eine zuverlässige Grundlage zu besitzen. Sie verlangt daher nur die
-+frische+, +kraftvolle+ Wiedergabe der Natur.
-
-Die Farbe einer landschaftlichen Studie ist in hohem Grade, besonders
-aber in Rücksicht auf die Ferne, von dem Zustand der Atmosphäre
-abhängig. Im mittleren und nördlichen Europa ist die Luft stets mehr
-oder weniger mit Wasserdämpfen (Duft, Nebel, Wolken) geschwängert,
-welche die Ferne als mehr oder weniger dichter Schleier verhüllen,
-und den durch sie gesehenen Gegenständen ihre Farbe mittheilen.
-In Südeuropa und südlicheren Gegenden überhaupt, wo dies in weit
-geringerem Grade der Fall ist, erscheinen daher ferne Gegenstände
-fast ebenso deutlich wie ganz nahe, und der Hauptunterschied liegt
-nur in der geringeren Größe der ersteren. Die Wirkung der Luft
-im Allgemeinen läßt sich schon sehr deutlich an einem größeren
-Wiesengrunde beobachten, dessen Grün mit zunehmender Entfernung immer
-blauer im Ton wird; ebenso im Vergleich naher Bäume derselben Art mit
-ferneren, indem das Grün der letzteren stets um mehrere Grade blauer
-sein wird. Diese Wirkung der Luft hat der Anfänger ganz vorzugsweise
-zu beachten und bei Betrachtung fernerer Gegenstände rathe ich
-die Lokalfarbe derselben ganz zu vergessen, da überdies auch die
-verschiedene Beleuchtung durch die Sonne weitere Farbenunterschiede
-bedingt, welche von den Lokalfarben mehr oder minder abweichen. Die
-beständige Aufmerksamkeit auf diesen ewigen Wechsel in Sichtbarkeit
-und Farbe der Gegenstände, je nach Stand der Sonne und Dichtigkeit
-der Atmosphäre, wird dem Lernenden sehr bald ein richtiges Gefühl für
-Farbe vermitteln und ihn in den Stand setzen, sich vollkommen auf sein
-Auge verlassen zu können. Vorzugsweise empfehlenswerth für das Studium
-sind Stimmungen +großer Harmonie+ in Farben und Luft und solche, wo
-breite Massen kalter und warmer Töne, also +kräftige Contraste+, der
-Gegend größeres Interesse verleihen. Eine sonst vielleicht sehr wenig
-ansprechende landschaftliche Darstellung kann in letzterem Falle
-ungemein wirkungsvoll werden.
-
-Da es uns, wie bereits erwähnt, versagt ist, den Glanz des Lichts
-erreichen zu können, so müssen wir, um einer annähernden Darstellung
-desselben zu Hülfe zu kommen, uns künstlicher Mittel bedienen. Welcher
-Art diese Mittel sind, wird im weiteren Verlaufe dieser Darstellung
-deutlicher werden.
-
-Ist die Skizze gezeichnet, so ist über Luft sowohl als alles Andere ein
-entsprechender Ton zu legen, damit das weiße Papier, mit Ausnahme der
-hellsten Lichter in Luft und Vordergrund, möglichst rasch beseitigt
-wird, wobei man, um kühnere Wirkung zu erzielen und das Trocknen nicht
-zu erschweren, nicht zu viel Wasser anwende. Ist dies geschehen, so
-beendet man die Luft und stellt dann die verschiedenen Grade der Ferne
-fest, worauf man nach und nach in die positivere Farbe des Mittel-
-und Vordergrundes übergeht. Zunächst sind dann Halbschatten und
-Schatten einzusetzen, sowie das Detail zu markiren. Die Farbe setzt
-man kühn, nicht scheu mit dem Pinsel hin und her fahrend, und gleich
-möglichst im richtigen Ton ein, damit man nachträglich nicht zuviel zu
-verbessern braucht und halte außerdem den Pinsel stets gefüllt, damit
-die Töne klar bleiben. Ist ein Auftrag etwas zu kräftig oder zu dunkel
-ausgefallen, so lasse man sich nicht verleiten, daran herum zu bessern,
-da dies in der Regel weit mehr schadet als nützt, abgesehen davon, daß
-die Farbe immer beim Trocknen heller wird, und die scheinbare Tiefe
-außerdem durch die weiteren Töne der Umgebung, welche noch fehlen, sehr
-gemildert wird. Furchtsames Zögern in der Farbengebung ist den Skizzen
-überhaupt weit verderblicher als etwas zu kräftiges Colorit, weßhalb
-man sich vor dem Auftrag kräftiger Farbentöne nicht zu sehr scheue.
-Wirkt dennoch ein Ton zu stark, so suche man künftig allzugroße Kraft
-zu vermeiden, vermeide aber alle Versuche zu Verbesserung und beherzige
-nochmals, daß ein etwas zu roher Effekt weniger verderblich auf die
-Skizze wirkt, als flaue Färbung, und daß scheues Zögern niemals kühne
-Behandlung und entschiedene Pinselführung aufkommen läßt. Besonders
-achte man auch darauf, die Ränder der Töne nicht mehr zu übergehen, da
-sonst das Luftige Schaden nimmt, sowie darauf, daß nie ein Ton wieder
-berührt werden darf, bevor er getrocknet ist, da er sonst trüb und
-unansehnlich wirkt. Ueberhaupt halte man alle Lichttöne stets +sehr
-rein+ und +hell+. Reinheit ist später nicht leicht mehr herzustellen,
-dagegen läßt sich ein zu heller Ton dunkler stimmen, nicht aber ein
-zu dunkler heller. Dicke Farbe wende man erst bei Beendigung und nach
-Herstellung der allgemeinen Effekte an. Im Allgemeinen übereile man
-sich nicht zu sehr, sondern nehme sich Zeit. Unter zwei Stunden läßt
-sich überhaupt nichts des Ansehens werthes zu Stande bringen und hat
-man nicht so viel Zeit, so begnüge man sich mit einer Bleistiftskizze,
-suche auch auf gelegentlichen Spaziergängen packende Effekte und schöne
-Linien immer zu skizziren. Schnell vorübereilende Effekte, besonders
-in der Beleuchtung, ist man gezwungen aus dem Gedächtnisse zu malen,
-weßhalb solche sehr genau zu beobachten sind.
-
-Um solche mitunter sehr packenden Farben- und Licht-Effekte zu
-skizziren, empfiehlt es sich sehr, eine ganz flüchtige Disposition der
-Gegend nach den Hauptmassen zu skizziren und die Haupttöne in Luft,
-Ferne, Wasser etc. etc. mit Bleistift hinzuschreiben, z. B. Luft:
-~Lamp Black~, und ~Light Red~ -- ~Indigo~ und ~Indian Red~ -- Wald des
-Mittelgrundes: ~Indian Yellow~ und ~Purple Madder~ -- ~French Blue~,
-~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~ -- Wasser: ~French Blue~ und
-~Cadmium~ etc. etc. etc. Solche Notizen dienen dann, solche Effekte zu
-Hause auszuarbeiten, sie erfordern aber Kenntniß der Mischungen und
-zwar sehr genaue und empfiehlt sich, auf Spaziergängen die Töne der
-Landschaft öfter mit den obenerwähnten Farbentabellen zu vergleichen,
-wodurch man bald in den Stand gesetzt wird, selbst feine Nüancen in
-den verschiedensten Tönen sofort beurtheilen zu lernen. Hat man diese
-Fähigkeit, die Töne gleichsam geläufig zu lesen, erworben, so ist dies
-vielfach da von Vortheil, wo man keine Zeit hatte oder sonst gehindert
-war, eine nette Farbenstudie auszuführen oder zu beenden.
-
-Was den Gesammtton der Studie betrifft, so ist in der Regel der
-Vordergrund blasser zu halten, als die übrigen Theile des Bildes und
-muß derselbe mehr absolute Lichter zeigen, obgleich die Schatten tief
-und scharf sein können, wodurch dann das blasse Licht noch mehr gehoben
-und dem Bilde eine bedeutende Frische gesichert wird. Für die positiven
-Lichter des Vordergrundes verwende man, wo es irgend angeht, das weiße
-Papier, da hierdurch Glanz verliehen und Zeit gespart wird, und da die
-Lichter in Ferne und Mittelgrund farbig sind, so treten die weißen auch
-um so kühner heraus.
-
-Jedes Bild, welches glanzvoll wirken soll, muß überhaupt beide
-Endpunkte der Farbenskala, +tiefsten Schatten+ wie +höchstes Licht+
-umfassen, zwischen welchen Gegensätzen größere oder geringere Abstände
-herrschen können.
-
-Den Mittelgrund halte man möglichst tief im Ton, da er den
-Hauptschatten repräsentirt, wie der Himmel das Hauptlicht. Die im
-Mittelgrunde vorkommenden Linien seien auch möglichst horizontal, um
-das Zurücktreten zu begünstigen. Da aber umfangreiche Schattenmassen
-Schwere verursachen, so ist es nothwendig, einige Gegenstände
-anzubringen, welche den allgemeinen Schatten des Mittelgrundes an
-Tiefe des Tons überbieten. In dem geschickten Anbringen solcher
-Gegenstände dokumentirt sich nun der Grad der Geschicklichkeit des
-Darstellenden, und ein wenig Erfahrung wird den Anfänger bald in den
-Stand setzen, zu beurtheilen, wo sich diese dunkeln Stellen befinden
-müssen. Um demselben einen wichtigen Anhaltspunkt zu geben, will ich
-übrigens hier bemerken, wo diese dunkeln Punkte vorzugsweise +nicht+
-angebracht werden dürfen, nämlich nicht im Mittelpunkt des Bildes und
-nicht gleichweit von zwei sonst hervorragenden Abtheilungen desselben
-entfernt. Die Wahl der Gegenstände, Felsen, Figuren etc. etc., in deren
-Formen man solche dunkle Punkte anbringt, muß natürlich dem Geschmacke
-des Darstellers überlassen bleiben. Hier und da kann man sich auch
-damit helfen, daß man dem Inneren eines Schattens eine bedeutende Tiefe
-ertheilt, aber die dunkle Stelle muß unter allen Umständen da sein und
-kann nicht leicht entbehrt werden.
-
-Verschiedene Lichteffekte sind häufig ganz zufällige und
-unbeabsichtigte Resultate der bei der ersten Anlage in verschiedener
-Weise in einander laufenden Töne, und je nach Form etc. solcher
-Lichter, kann man sich derselben nicht selten, besonders in der Ferne,
-in sehr günstiger Weise zur Modellirung des Terrains, Darstellung von
-Feldern etc. bedienen.
-
-Ein anderer sehr wichtiger Punkt ist das Anbringen von +Contrasten+ in
-der Farbe. Kraft der Darstellung beruht nämlich nicht ausschließlich
-auf der Anwendung starker oder lebhafter Farbentöne, sondern häufig nur
-auf geeigneten Farbencombinationen und Contrasten, wobei bemerkt werden
-möge, daß Kraft im Vordergrunde die Ferne luftiger macht. Sind z. B.
-die Lichttöne der Ferne gelb und warm, so müssen im Vordergrunde blaue
-Töne angebracht werden; sind aber die Lichter kalt, so machen rothe
-und gelbe Töne im Vordergrunde die Ferne luftig. Derartige Contraste
-sind jedoch nicht überall anzubringen, so z. B. nicht bei früher
-Morgenbeleuchtung oder nach Sonnenuntergang, da hier die Kraft mehr von
-Licht und Schatten als von der Farbe abhängig ist.
-
-Vergegenwärtigen wir uns einige Contrast-Wirkungen. Bringt man eine
-Farbe neben eine andere, so wird erstere scheinbar so verändert, als
-ob ihr etwas von der Complementärfarbe der zweiten beigemischt wäre.
-Näher stehende Töne bringen jedoch größere Aenderungen hervor als
-ferner stehende, und die +räumlich+ schwächer vertretene Farbe wird
-vorzugsweise oder ausschließlich verändert. Kältere Farben machen eine
-neben ihnen stehende Farbe wärmer, wärmere machen eine solche kälter.
-
-Wenig gesättigte, d. h. blasse, gebrochene und dunklere Farben,
-zeigen lebhaftere Contrasterscheinungen als satte Farben. Auch kleine
-Unterschiede in dem Grade der Helligkeit bringen sehr erfolgreiche
-Contrastwirkungen hervor.
-
-Die vortheilhafte Verwerthung der Contraste kommt in ganz besonderer
-Weise dem componirenden Maler zu Statten. Hier muß die ganze
-Composition in coloristischer Hinsicht mit Rücksicht auf den Contrast
-aufgebaut sein und die Farben wie auch theilweise die Formen müssen
-so gewählt werden, daß sie sich zur Erreichung der beabsichtigten
-Wirkung gegenseitig unterstützen, und beruhen Gemälde in gutem Colorit
-hauptsächlich auf einer durchdachten, mit der ganzen Composition eng
-verbundenen Zusammenstellung der Farben. Mit den einfachsten grauen
-oder bräunlichen Tönen lassen sich in solchen Zusammenstellungen nicht
-selten äußerst glänzende Wirkungen erreichen, da diese Töne gerade zu
-den auffallendsten Contrasterscheinungen Anlaß geben.
-
-Zur vortheilhaften Verwerthung der Contrastwirkungen ist es in erster
-Linie zu empfehlen, die Gegensätze von Hell und Dunkel in das richtige
-Verhältniß zu bringen, d. h. das kräftigere Licht auf kleinere Räume
-zu concentriren und dafür die Schatten über um so größere Flächen zu
-legen. Vorherrschendes Licht und sehr wenig Schatten wirkt selten
-günstig, weßwegen der Maler für seine Skizzen die Mittagsstunde meidet.
-Der ungleiche Grad der Helligkeit, also der Contrast zwischen Hell
-und Dunkel ist andererseits das wirksamste Mittel, um die einzelnen
-Theile eines Bildes von einander abzuheben. Er bildet die Grundlage der
-Modellirung, welche letztere auf dreierlei Arten erreicht wird. Diese
-drei Methoden deren man sich bedient, um einen Gegenstand im Bilde von
-seinem Grund abzuheben, sind folgende:
-
-1. Man behandelt den Gegenstand als Silhouette, d. h. man setzt ihn
-dunkel auf hellen Grund oder auch umgekehrt auf. Dieser Fall kommt sehr
-häufig besonders in Ferne und Mittelgrund der Landschaft vor.
-
-2. Man malt die hellen Partien des näheren Gegenstandes
-heller, die Schatten aber dunkler als den Grund, hält also die
-Helligkeitsunterschiede (d. h. die Unterschiede zwischen Licht und
-Schatten) größer als beim Grunde. Dieser Fall kommt in allen Bildern
-vor; der Anfänger muß sich jedoch besonders in Ferne und Mittelgrund
-hüten, die Helligkeitsunterschiede zu stark, denen des Vordergrunds
-ähnlich und dann in hohem Grade störend und beleidigend wirken, wieder
-zu geben.
-
-3. Man stellt die Lichtseiten des Gegenstandes auf dunklen, die
-Schattenseiten aber auf hellen Grund. Diese Methode ist besonders im
-Verein mit der zweiten sehr wirksam und vorzugsweise für Gegenstände
-des Vordergrundes geeignet. In den Gemälden der Niederländischen Schule
-des 17. Jahrhunderts findet man sie in ausgiebiger Weise in Anwendung
-gebracht.
-
-Die hier dargelegten Grundsätze der Modellirung waren in den ersten
-Jahrzehnten unseres Jahrhunderts fast gänzlich verloren und rührt das
-erwachte Verständniß für dieselben erst aus den späteren Dezennien.
-
-Durch die Theilung der Farben in +kalte+ und +warme+ wird ebenfalls die
-Modellirung in wirksamer Weise unterstützt. Diese Contraste von warmer
-und kalter Farbe werden nun in ähnlicher Weise verwerthet wie die von
-heller und dunkler. Dem Prinzip der Silhouette entspricht hier ein warm
-gehaltener Gegenstand auf kaltem Grund, oder umgekehrt ein kalter auf
-warmem Grund.
-
-Dem zweiten Satz folgt man, wenn man dem Grunde einen neutralen Ton
-gibt, während man den näheren Gegenstand in seinen warmen Partien
-wärmer, in seinen kalten kälter hält als den Grund.
-
-Endlich kann man auch dem dritten Satz entsprechend Objekt und Grund
-in entgegengesetzter Richtung abtönen, so daß die kältere Seite des
-Objektes sich von der wärmeren des Grundes abhebt und vice versa.
-Auch hierbei sind größere Differenzen im Ton bei näher gelegenen
-Gegenständen, wie sie einer gleichzeitigen Verwerthung des zweiten
-Prinzipes entsprechen, nicht ausgeschlossen.
-
-Uebrigens behalte man bei Anwendung der verschiedenen hier entwickelten
-Methoden immer im Auge, daß bei kleinen Unterschieden im Tone, die
-scheinbare Verschiebung in der Farbenreihe eine viel größere sein kann,
-als bei bedeutenden, und daß man in der Benützung solch kleiner Nüancen
-ein Mittel von großer Kraft besitzt.
-
-Das durch diese verschiedenen künstlichen Mittel erzielte kräftige
-malerische Relief kann durch einfache Wiedergabe der Dinge in den
-Farben in denen sie sich gerade zeigen, in den meisten Fällen nicht so
-glücklich erzielt werden, weil der Eindruck des Körperlichen in der
-Natur, nicht allein von Farbe, Licht und Schatten, sondern auch ganz
-besonders von der +gemeinschaftlichen Thätigkeit beider Augen+, wie das
-Stereoscop beweist, abhängig ist. Bei Betrachtung eines Gemäldes wirkt
-diese Thätigkeit nun gerade in entgegengesetzter Richtung, woher es
-rührt, daß Bilder plastischer erscheinen, wenn man ein Auge schließt,
-weil hierdurch dieser störende Einfluß beseitigt wird. Da nun der
-Maler nicht im Stande ist, dieser gemeinschaftlichen Thätigkeit der
-Augen gerecht zu werden, so muß er alle Momente welche zur Erzielung
-der Illusion des Körperlichen erforderlich sind, in ausgedehnterem
-Maaße anwenden. Er muß namentlich die Contrastwirkung etwas höher
-steigern, wozu besonders der schwarze Spiegel behülflich ist, welcher
-ihn befähigt, jene Helligkeit zu erzielen, bei welcher sich die
-Contrastfarben am stärksten zeigen. Bei Unzulänglichkeit der Palette
-für Helligkeitsdifferenzen, hellste Lichter und Weiß, kann er nur durch
-geschickte Benutzung der Contrastwirkungen diese Unterschiede scheinbar
-vergrößern.
-
-Man sieht daher, daß die Mittel des Malers sehr verschieden von jenen
-sind, welche der Natur zu Gebot stehen, und wird daher der Versuch
-einer +knechtischen+ Nachahmung der Natur in vielen Fällen nicht
-die gewünschte Wirkung haben. Die Aufgabe besteht daher darin, den
-+Schein+ der Wirklichkeit möglichst zu steigern, was aber nur durch
-klares Verständniß und freie Wiedergabe des Gesehenen, sowie durch
-vollständige Beherrschung der der Kunst zu Gebote stehenden Mittel
-möglich ist.
-
-Der Anfänger wird also wohl thun, seine Schatten, wenigstens
-im Allgemeinen, in einer mit der Lichtfarbe der Gegenstände
-contrastirenden Farbe zu halten, da die Schattengebung mittelst
-des tieferen Tones derselben Farbe weit weniger wirkt und er sich
-in letzterem Falle auch der aus der Anwendung contrastirender Töne
-resultirenden Vortheile begeben würde. Diese contrastirenden Töne
-sind zwar auch in der Natur, wie erwähnt, sehr häufig, allein weil
-man nur zu oft die von der Beleuchtung ganz unabhängige Lokalfarbe
-der Gegenstände im Sinne hat, werden sie übersehen. So ist z. B. um
-nochmals zu rekapituliren, ein weißes, von der untergehenden Sonne
-beleuchtetes Haus auf der Lichtseite entschieden gelb, während die
-im Schatten liegenden Theile violett erscheinen, und ein Anfänger,
-welcher diesen Contrast übersieht, gibt vielleicht die Lichtseiten
-in blasser Steinfarbe und den Schatten in dunklerem Tone derselben
-Farbe, wodurch alle Schönheit des Contrastes verloren ist. Dem Anfänger
-ist wiederholt zu empfehlen, zu Studien vorzugsweise die früheren
-Morgenstunden oder die Stunden gegen Abend zu wählen, also die Zeit,
-in welcher die Schatten länger sind, die tiefen Töne des Mittelgrundes
-sich verstärken, die Lichter des Vordergrundes glänzender auftreten
-und die Ferne am wirkungsvollsten ist, während um die Mittagszeit das
-Licht zu stark und blaß ist und die Schatten sehr kurz sind. Weiter ist
-zu bemerken, daß Lichter, außer auf Flächen, nur sehr kleine Stellen
-einnehmen und alles übrige mehr oder weniger im Schatten liegt, weßhalb
-auch die Lokalfarben vorzugsweise durch letzteren modifizirt werden.
-Ueberhaupt stimmt das Licht die Lokalfarbe +heller+, während der
-Schatten solche neutralisirt und die wahre Farbe nur da zum Vorschein
-kommt, wo das Licht in den Halbschatten tritt, was namentlich an
-farbigen Stoffen sehr in die Augen fällt. Dunkle, aber beleuchtete
-Gegenstände sind häufig heller als helle Gegenstände im Schatten, wobei
-obiges Beispiel des von der untergehenden Sonne beschienenen Hauses
-nochmals aufgeführt werden kann, dessen dunkles aber beleuchtetes
-Schieferdach jedenfalls heller sein wird, als die beschatteten Seiten
-der hellen Wände.
-
-Ich wiederhole also nochmals: +Kalte Lichter, warme Schatten+ und
-umgekehrt +warme Lichter, kalte Schatten+. Es kommt zwar sehr
-häufig vor, daß die Schatten lediglich mit tieferen Tönen derselben
-Farbe gegeben werden, was in vielen Fällen auch genügt, aber wo
-eine bestimmte Farbenwirkung erzielt werden soll, ist in der hier
-dargelegten Weise zu verfahren.
-
-Ich muß hier auch darauf aufmerksam machen, daß manche Effekte
-unangenehm und daher möglichst zu meiden sind. Hierher gehört die
-häufigere Anwendung von grünlichem Blau und grünlichem Gelb. Erstere
-Farbe wirkt nur in ganz schwachen oder in neutralisirten Tönen gut.
-Das vielfarbige, höchst mannigfaltige Grün der Vegetation, die große
-Verschiedenheit in der Farbe beleuchteter und beschatteter Baumpartien
-resultirt aus dem eigenthümlichen, von dem anderer Körper sehr
-abweichenden, optischen Verhalten des Chlorophylls oder Blattgrün und
-sei in Bezug auf dasselbe hier nur bemerkt, daß es nicht allein gelbes,
-grünes und blaugrünes, sondern auch rothes Licht zurückwirft. Bei
-tiefem Stand der Sonne enthält nun das direkt auffallende Sonnenlicht
-vorzugsweise Roth, Orange und Gelb, welche Farben im reflektirten
-Himmelslicht, im sogenannten Luftlicht nur schwach vertreten sind. Aus
-diesen Verhältnissen entstehen jene in bewaldeten oder mit reicher
-Vegetation bedeckten Gegenden, besonders im Gebirg oft namentlich
-bei +tiefstehender Sonne+ oder +neblichem Wetter+, sehr häufig an
-Herbstmorgen zu beobachtenden, mitunter höchst unschönen harten,
-schreienden und durch Contrastwirkung noch verschärften Farben- und
-Lichteffekte, vor deren Wiedergabe gewarnt werden muß, besonders
-wenn, wie dieß in solchen Fällen häufig vorkommt, die citron- und
-canariengelben oder die blaugrünen Töne stark vorherrschen. Ueberhaupt
-ist mit Grün, selbst in der Landschaft sehr sorgfältig und selbst
-sparsam umzugehen, denn obgleich der größte Reiz der Landschaft nicht
-selten in dem üppigsten Grün besteht, so zeigt doch die Erfahrung, daß
-vorstehende Warnung nicht ungerechtfertigt ist, indem grüne Bilder
-nicht so angenehm wirken, wie nahe sie auch der Natur immerhin kommen
-mögen, während Bilder von vorzugsweise gelbem, blauem, grauem, rothem
-oder braunem Ton uns mehr oder weniger anmuthen. -- Weiß und Schwarz
-heben alle sonstigen Farben und Töne durch die Stärke des Contrastes
-und sind somit in Studien sehr nützlich, als sie sofort einen starken
-Effekt hervorbringen, ohne die Beziehungen der anderen Töne in ihren
-wechselseitigen Verhältnissen zu beeinträchtigen.
-
-In gewisser Beziehung das Gegentheil von Contrast ist +Harmonie+,
-welche durch Anwendung neutralisirender Zwischentöne die Extreme
-zwischen starken Contrasten auszugleichen sucht, besonders um den Zweck
-der Anwendung der letzteren etwas zu verdecken. Sie kommt aber bei
-Studien weniger als bei ausgeführteren Gemälden in Betracht.
-
-Nicht minder wichtig als alles bisher Angeführte ist Abwechslung in
-Form sowohl wie in Farbe, selbstverständlich aber mit Maaß und Ziel und
-ohne in’s Bunte zu verfallen. Was die Formen betrifft, so empfiehlt
-es sich, solche landschaftliche Darstellungen zu wählen, welche nicht
-den Eindruck des Monotonen machen, sondern Abwechslung in Arten und
-Formen der Bäume zeigen, was in den allermeisten Gegenden nicht schwer
-fällt. Was das Colorit betrifft, so ist auch hier allerwärts für
-Mannigfaltigkeit gesorgt, ganz besonders auf dem Lande. Man suche stets
-im Vordergrund etwas anzubringen, was Anwendung verschiedenartiger
-und reicherer Farbentöne erfordert, wie einzelne Häuser und Hütten
-aller Art. Hierbei ist aber wesentlich, daß man die zu Gebote stehenden
-Farben in alle Richtungen hin benutzt und sich nicht auf wenige
-conventionelle Mischungen beschränkt. In den einzelnen Kapiteln über
-das Colorit habe ich in dieser Richtung mehrfach auf Mannigfaltigkeit
-in der Farbe hingewiesen, bemerke aber hier noch, daß zu häufige
-Wiederholung derselben Gegenstände und Farben zu vermeiden ist.
-
-Bei Anbringung von Staffage vermeide man Gesuchtes und Gekünsteltes,
-was übrigens auch für die Durchbildung landschaftlicher Motive im
-Allgemeinen gilt. Der Landschafter hüte sich jedoch in zu peinliches
-Nachahmen der Natur zu verfallen, da die sich dem Auge in der Natur
-darbietenden Bilder nicht selten einige Modifikation wünschenswerth
-erscheinen lassen. Einzelnes kann vortheilhaft weggelassen werden,
-anderes wird um eine befriedigende Wirkung zu erzielen, zugesetzt
-werden müssen. Abstoßende oder widerwärtige Farbenzusammenstellungen,
-welche häufig vorkommen, müssen beseitigt werden etc. etc.
-
-Schließlich will ich noch den guten Rath geben, eine Studie nach der
-Natur nicht etwa zu Hause noch verbessern zu wollen, da jede Studie
-eine ganz eigenthümliche +Frische+ und +Realität+ besitzt, welche durch
-einen derartigen Versuch schwer geschädigt werden würde.
-
-Es sei sodann noch bemerkt, daß besonders charakteristische Wirkungen
-in der Regel nur auf Kosten der Stimmung und der allgemeinen
-Befriedigung zu Stande kommen, weil bei Darstellung derselben nicht
-selten anerkannte Grundsätze verleugnet werden. Unter welchen Umständen
-solche aber zu wagen sind, kann nur dem Ermessen des Genies oder einem
-angebornen feinen Geschmacke anheim gestellt werden, und haben außerdem
-Versuche dieser Art sich nur sehr selten des ungetheilten Beifalls der
-Kenner und Sachverständigen zu erfreuen.
-
-
-
-
-Nachtrag.
-
-Die Holzmalerei.
-
-
-1. Allgemeines.
-
-In neuerer Zeit ist, hauptsächlich veranlaßt durch Zahn’s Musterbuch
-für häusliche Kunstarbeiten (Leipzig bei Georg Wigand), eine decorative
-Malerei auf helles Holz mittelst Aquarellfarben in Aufnahme gekommen,
-welche zwar mit der Aquarellmalerei, wie ich solche dargelegt, nur
-in sehr lockerem Zusammenhange steht, indessen aber ermöglicht,
-mit verhältnißmäßig geringer technischer Fertigkeit -- soweit
-wenigstens die Malerei in Betracht kommt -- auch in künstlerischer
-Hinsicht befriedigende und dabei nicht selten äußerst prachtvolle und
-imponirende Arbeiten zu liefern, da in den weitaus meisten Fällen hier
-weniger +gemalt+ als vielmehr +colorirt+ wird. Die Malerei auf Holz
-gehört der decorativen Kunst an, deren Ziele von jenen der eigentlichen
-Malerei sehr verschieden sind, indem letztere die Bildfläche des
-Flächencharakters zu entkleiden sucht, während erstere die Fläche
-vorzugsweise zur Geltung zu bringen bestrebt ist und selbst den
-+Schein+ des Plastischen meidet. Malereien dieser Art repräsentiren
-in der Regel Nachahmungen von Intarsien, Arbeiten in eingelegtem
-Holz, welchen sie nach der Fertigstellung durch das Poliren mehr
-oder weniger täuschend ähnlich sehen und bei exacter Zeichnung und
-geschmackvoller Wahl der Farben Anspruch auf gewissen künstlerischen
-Werth haben, dabei als sehr nachahmungswerthe Werke häuslicher Kunst
-bezeichnet werden dürfen. Ich habe diese Malerei umsomehr hier
-anhangsweise berühren wollen, als sie von Dilettanten, welche für das
-Schaffen selbstständiger Kunstwerke nicht die genügende Befähigung
-besitzen, besonders aber auch von jungen Damen, welchen ich sie für
-ihre Mußestunden auch ganz vorzugsweise empfehlen möchte, nebenbei,
-gelegentlich passender Anlässe zur Selbstverfertigung von Geschenken
-oder auch behufs Ausschmückung der eigenen Wohnräume, betrieben wird.
-Ich habe in letzterer Zeit mehrfach Gelegenheit gehabt, größere Partien
-solcher Arbeiten nach dem Poliren durchzumustern und hat die Quantität
-dieser Leistungen meine Erwartung sehr übertroffen. Leider muß ich
-aber zufügen, daß abgesehen von einzelnen Prachtstücken, worunter
-Originalentwürfe, das meiste +unter+ und zum Theil +sehr weit+ unter
-dem Niveau der Mittelmäßigkeit stand, und sichtlich ohne genügende
-Sachkenntniß ausgeführt worden war. Ich dachte dabei lebhaft an Zahn,
-welcher sich in der Vorrede zu seinem dritten Heft gegen den Verdacht
-der Begünstigung verschiedener ihm zu Gesicht gekommener „+Holzfrevel+“
-nachdrücklichst verwahrt.
-
-
-2. Material und Hilfsmittel.
-
-Was in erster Linie die Gegenstände betrifft, welche sich vorzugsweise
-für diese Malerei eignen, so sind es im Allgemeinen ganz besonders
-solche, welche +Flächen+ bieten, und, abgesehen von allerlei
-Kleinigkeiten, namentlich Kasten und Kästchen aller Arten für
-Handschuhe, Cigarren, Thee, Zucker, Spielmarken, Schmuck etc. etc.,
-dann Deckel zu Visitenkartentäschchen, Notiz-, Stamm-, Poesie-,
-Zeichnen- etc. etc. Bücher, zu Schreib-, Brief-, Zeitungs- etc. Mappen,
-Albums, etc. etc., Lampenteller, in höheren Graden Tischplatten,
-(besonders kleine runde Tischchen für feine Zimmer und Salons),
-Füllungen in Schlüsselschränkchen, Arbeitstischchen u. a. m., und wer
-über genügende Geduld und Zeit verfügt, kann schließlich die Täfelung
-eines ganzen Zimmers in Angriff nehmen, oder sich einen eingelegten
-Renaissanceschrank malen. Alle genannten Gegenstände sind fertig zu
-haben, oder können, wie besonders größere Platten zu Mappen, Büchern
-etc., von jedem geschickten Tischler schnell angefertigt werden, was
-sich namentlich dann empfiehlt, wenn man eine Zeichnung in gegebener
-Größe zu übertragen wünscht. Was das Holz betrifft, so wird hierzu
-meist Ahornholz und Tannenholz verwendet, in neuerer Zeit trifft man
-jedoch auch häufig Linden-, Erlen- und anderes helles Holz. Sehr
-geeignet ist auch Kastanien- und helles Birnbaumholz. Zu Gegenständen
-von grau gebeiztem Holz, welche man häufig sieht, rathe ich jedoch
-nicht, da man dann der hellen Töne entbehrt und sich so eines wichtigen
-Hilfsmittels zu contrastirenden Tönen begibt. Ich habe auch nur
-selten schön wirkende Arbeiten auf solch grauem Holze gesehen, auf
-welchem, nachträglich zu erwähnen, auch die Bleistiftstriche nur sehr
-schwer, oder gar nicht zu sehen sind. Auch hüte man sich vor stark
-gekrümmten Flächen, auf welche schwierig zu zeichnen ist. Da nun diese
-verschiedenen Holzmaterialien nur in großen Städten zu haben sind, so
-will ich Interessenten darauf aufmerksam machen, daß sie derartige
-Sachen auch direkt aus einer der zahlreichen Fabriken, welche die
-Anfertigung derselben als Specialität cultiviren, beziehen können, z.
-B. von G. Weber & Co. in Eßlingen a. N. (Württemberg), welche Firma auf
-Verlangen ihre sehr reichhaltige mit den Maaßen versehene Preisliste
-gerne mittheilt. Schöne Arbeiten habe ich auch vom Hoftischler
-Scheidemantel in Weimar gesehen. Interessenten, welche vorzugsweise
-viel auf Platten malen, kann ich noch einen andern guten Rath geben,
-wie sie sich solche Platten viel billiger beschaffen können, sofern an
-ihrem +Wohnorte+ keine Fournirhandlung besteht. Dieselben mögen sich
-an Mey & Widmayer in München wenden, welche Holzplatten verschiedener
-Größe in reiner, schöner Qualität und fein bearbeitet, zu folgenden
-Preisen per 10 □ Decim. (etwas mehr wie 1 □′) liefern:
-
-1. Dicke 2-3½ Millm. ~a.~ Ahorn, Birnbaum, Grau, Weißbuchen M. 0,60. --
-~b.~ Linden, Kastanien, Lärchen 0,50. -- ~c.~ Erlen, Fichten 0,35. --
-2. Dicke 4-5 Millm. ~a.~ 0,90 ~b.~ 0,60 ~c.~ 0,60.
-
-Aus größeren Platten dieser Art kann man sich dann je nach Bedarf
-kleinere heraussägen und solche zu Buchdeckeln etc. von einem Schreiner
-mit einer Hohlkehle versehen und herrichten, resp. glatt hobeln und mit
-Schachtelhalm schleifen und abreiben lassen. Da nun gewöhnliches d. h.
-nicht präparirtes Holz die Farbe fließen lassen würde, so müssen alle
-Gegenständen, welche bemalt werden sollen, vorher präparirt werden,
-d. h. die Poren und Capillargefäße, welche die Farbe aufsaugen, müssen
-verstopft werden, wozu sich Klebstoffe vorzugsweise eignen. Als sehr
-probat kann ich empfehlen die Gegenstände gelind zu erwärmen, und
-solche dann mit einem wollenen Lappen und +wenigen+ Tropfen nicht zu
-kalter +weißer+ Politur einige Male rasch zu überreiben. Die weiße
-Politur besteht aus einer Lösung von 1 Gewichtstheil weißem Schellack,
-in 4 Gewichtstheilen starkem Weingeist und kann für vorliegenden Zweck
-noch etwas mit der Hälfte Weingeist verdünnt werden. Auch Gummiwasser
-d. h. eine schwache Lösung von ~gummi arabicum~, oder auch eine
-schwache Gelatinelösung thun dieselben Dienste und werden mit wollenen
-Lappen auf die etwas erwärmte Platte tüchtig eingerieben. Die käuflich
-erhaltenen Objecte sind +angeblich+ schon präparirt, aber schlimme
-Erfahrungen in dieser Beziehung veranlassen mich, alles derartige
-+schon+ Präparirte nochmals zu übergehen, um mich vor unreinlich
-aussehenden Arbeiten sicher zu stellen. Sodann rathe ich nur solche
-Sachen in Arbeit zu nehmen, welche eine absolute Fläche bilden, also
-ganz glatt sind, da wellige Oberflächen viel Mühe und Aergerniß beim
-Poliren bereiten. Hat man einen Gegenstand acquirirt, welcher nicht
-tadellos eben und glatt ist, so lasse man ihn ehe man daran zu arbeiten
-beginnt, nochmals vom Schreiner abziehen. Gerundete Gegenstände taugen
-nichts zu Arbeiten dieser Art, ebensowenig wie gekehlte.
-
-Was die Utensilien betrifft, so sehe man auf untadelhaften Zustand
-derselben, da die exacte Herstellung von Holzmalereien, wenn anders
-die Wirkung eine imponirende sein soll, Bedingniß ist. Unumgänglich
-nothwendig sind mehrere Lineale, darunter ein recht kleines, eine
-Reißschiene, ein Winkel, ein größerer Meßzirkel, sowie ein kleiner
-mit einzusetzender +Stahlspitze+, Blei- und Reißfeder, eine Reißfeder
-und für manche Arbeiten, wo, wie bei Mäandern, viele parallele Linien
-in sehr geringen Abständen zu ziehen sind, ein flaches Maaßlineal
-mit Millimetertheilung auf der einen und wo möglich einem andern
-Maaßsystem auf der andern Seite. -- Zirkel ohne Stahlspitze vermeide
-man thunlichst, da deren dreikantige Spitzen sich tief in das weiche
-Holz bohren und unschöne Löcher verursachen.
-
-Zum Ziehen großer Kreise, wie auf Tischplatten, bedient man sich zur
-Verlängerung des Zirkels eines Streifens aus Pappdeckel oder dickem
-Carton, welchen man mit einer Nadel im Mittelpunkt so befestigt, daß er
-sich nicht zu schwer um dieselbe drehen läßt und mißt dann genau die
-Stellen ab, an welchen man bei bestimmter Oeffnung des Zirkels solchen
-mit der Spitze einzusetzen hat.
-
-Was die anzuwendenden Farben betrifft, so kann zwar der Farbenkasten,
-wie ich ihn früher für das Aquarell empfohlen habe, auch hier Anwendung
-finden, allein es macht sich wünschenswerth, noch einige weitere Farben
-zuzufügen, welche zwar auch durch Mischung erhalten werden können,
-aber da die Farben gewöhnlich -- wenigstens bei größeren Arbeiten --
-in größerer Menge erfordert werden, so sind solche in fertigen Farben
-vorzuziehen.
-
-Für alle Stoffe welche mit Farben geschmückt werden sollen, finden
-sich gewisse Farben, welche sich, abgesehen von den Zwecken, für
-das betreffende +Material+ vorzugsweise eignen und so stehen uns für
-Holzmalerei vorzugsweise die zahlreichen und besonders die +ruhigeren+
-Nüancen von Gelb, Orange, Roth, Braun, Grau, bis zum tiefen, ernst
-wirkenden Schwarz, mit andern Worten jene Farbengruppen zu Gebot,
-welche mehr oder weniger nach Roth neigen können und auch in den
-Reihen der natürlichen Holzarten vorkommen. Die der Gegenseite
-angehörenden Töne, Grün, Blau, grelles Roth liegen dieser Verwendung
-viel ferner, obgleich sie nicht ausgeschlossen sind und an Figürlichem,
-Naturalistischem und z. B. in Wappen oft pompöse Wirkung zu entfalten
-im Stande sind. Im Allgemeinen verlangen solche jedoch vorsichtige und
-sparsame Verwendung -- mehr als Aufputz -- da sie sonst sehr leicht den
-Totaleindruck einer Arbeit in hohem Grade beeinträchtigen können.
-
-Arbeiten, welche den Eindruck von Pracht machen sollen, müssen hier mit
-leuchtenden, hellen mit tieftönigen Farben wechselnden Tönen gemalt
-werden und muß außerdem stets tiefstes Schwarz zur Geltung kommen.
-Man verwendet hierzu von der billigsten Tusche, welche man in kleine
-Stücke zerstößt und in einem Fläschchen mit ganz wenig Wasser zu einem
-dickflüssigen Brei auflöst. Selbst diese dickflüssige Lösung deckt aber
-gewöhnlich nicht mit einem Auftrag und muß derselbe wiederholt werden.
-
-Für einen Normalfarbenkasten für Holzmalerei dürfte sich etwa folgende
-Zusammensetzung empfehlen und zwar dürften Farben in Tuben zu wählen
-sein, da solche gewöhnlich in größeren Quantitäten angerieben zur Hand
-sein müssen.
-
- ~French Blue.~
-
- ~Cobalt.~
-
- ~Payne’s Grey.~
-
- ~Neutral Tint.~
-
- ~Madder Brown.~
-
- ~Pink Madder.~
-
- Dunkler Krapp.
-
- Marsroth.
-
- Rothbrauner Krapp.
-
- ~Light Red. ~
-
- ~Indian Red.~
-
- ~Van Dyk Roth.~
-
- ~Indian Yellow.~
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Cadmium Orange.~
-
- Goldocker.
-
- ~Mars Yellow.~
-
- ~Raw Sienna.~
-
- Florentiner Braun.
-
- ~Laque Robert Nr. 7.~
-
- Marsbraun.
-
- ~Asphalt.~
-
- ~Van Dyk Brown.~
-
- ~Raw Umber.~
-
- ~Burnt Sienna.~
-
- ~Burnt Umber.~
-
- ~Emerald Green.~
-
- ~Olive Green.~
-
- ~Brown Pink.~
-
- Lampenschwarz.
-
- ~Chinese White.~
-
- Goldbronze 1.
-
- „ 2.
-
- Silberbronze.
-
-Außerdem würde ich auch noch zu Nußbeize und Ebenholzbeize rathen,
-mit welch ersterer, je nach dem Grade der Verdünnung mit Wasser,
-sich zahlreiche Abänderungen von schönen braunen Tönen herstellen
-lassen und die letztere ein tiefes Schwarz gibt. Beide sind in den
-Materialhandlungen zu äußerst billigen Preisen zu beschaffen.
-
-Außerdem sind noch beizufügen Muschelgold in 3 Nüancen und Silber,
-Tusche für die Contouren, statt welcher man auch unter Umständen
-~Indelible Brown Ink~, eine unauslöschliche braune, jedoch leider etwas
-allzudünne flüssige Tinte, verwenden kann. Sehr angenehm verarbeitet
-sich die jetzt von Schönfeld & Co. bereiteten Gold- und Silberbronze
-in Tuben. Nr. 1 ist rothes, Nr. 2 gelbes Gold. Gold und Silber finden
-häufige Anwendung in Wappen, dann für Schriften und Monogramme, Linien,
-kleine Ornamente und Detail, wie Köpfe von Schrauben. Man nehme immer
-beste Qualität und trage es nicht zu sparsam auf. Es empfiehlt sich
-auch die betreffenden Stellen zu untermalen und zwar bei Gold mit
-~Indian Yellow~, bei Silber mit ~Chinese White~. Man kann auch, was
-sich besonders für große Flächen empfiehlt statt des Muschelmetalls
-trockene Gold- und Silberbronze auftragen, zu welchem Zwecke man bei
-der wie vorher auszuführenden Untermalung etwas wenig Zuckerlösung
-zusetzt, so daß die Farbe nach dem Trocknen glänzend wird, ohne aber zu
-kleben. Das Bronzepulver wird alsdann mit einem Baumwollbäuschchen auf
-die vorher angehauchte Stelle aufgetragen und der überflüssige Staub
-mit einer Federfahne abgekehrt. Wählt man diese Art der Vergoldung, so
-dürfen jedoch keine „~Moist Colours~“ in Tuben oder Näpfchen angewendet
-werden, indem diese mit Glycerin versetzt sind und die Bronze auch
-hier und da annehmen. Auch beim Fixiren muß diese Art Vergoldung sehr
-vorsichtig behandelt werden. Weiß als Farbe wird bei Holzmalerei sehr
-selten in Anwendung kommen, außer da, wo man eingelegte Elfenbeinlinien
-imitiren will, in welchem Falle ein klein wenig ~Indian Yellow~ oder
-~Raw Sienna~ zuzusetzen ist, um das Kreidige zu heben.
-
-Schließlich ist noch der literarischen Hilfsmittel zu erwähnen, d. h.
-der Sammlungen von Mustern und Motiven, welche sich für Holzmalerei
-vorzugsweise eignen, und welche in der letzten Zeit immermehr zunehmen.
-Die am meisten Empfehlung verdienenden Publikationen dieser Art sind
-folgende:
-
-1. +Benz+: Das geradlinige Ornament, welches sich für Anfänger
-empfiehlt, da es nur Motive bietet, welche in Netze gezeichnet werden
-können.
-
-2. +Dieffenbach+: Geometrische Ornamentik. Enthält eine reichhaltige
-Auswahl von Netzornamenten, sowie mittelst des Zirkels herzustellender
-Verzierungen, darunter sehr viel Geschmackvolles und ist dabei
-verhältnißmäßig sehr billig.
-
-3. +Zahn+: Musterbuch für häusliche Kunstarbeiten. Heft 1, 2 und 3.
-Für Geübtere. Bemerkenswerth für geschmack- und stilvolle Muster,
-sowie schöne Gliederung der Flächen; enthält aber wenig für kleinere
-Gegenstände passende Muster, so daß das nachstehende Werk eine
-willkommene Ergänzung hierzu bildet.
-
-4. +Schreiber+: Die Flachmalerei. Empfehlenswerthe, geschmackvolle
-Auswahl kleinerer Muster der verschiedensten Stile in farbiger
-Ausführung, welche sich sowohl für Anfänger wie für Geübtere eignen.
-
-5. +Fink+: Geometrische Construktion der Flachmalerei. Für Holzmalerei
-wenig geeignet, aber wegen des construktiven Werthes anzuführen.
-
-6. +Zschimmer+: Vorlagen für Holzmalerei. 6 Hefte. Eigenartige, zum
-Theil geniale, Compositionen für Geübte. Wegen des stark angewendeten
-Goldes und so mancher für Holz wenig passender Farbentöne, (Smaragdgrün
-u. a. m.) müßten meist andere Farben gewählt werden. Durch unnöthige
-reiche Ausführung zu theuer.
-
-7. +Schrödter+, Malvina: Holzmosaik. Geschmackvolle meist romanische
-und maurische Ornamente für Geübtere. In Bezug auf Farben siehe Nr. 6.
-
-8. ~+Racinet+~: Das polychrome Ornament. Reiche geschmackvolle Auswahl
-von Ornamenten aller Stile. Für Geübtere.
-
-9. ~+Owen Jones+~: Grammatik des Ornaments. Ebenfalls sehr reiche
-Sammlung, aber mit vorzugsweiser Betonung der orientalischen Kunst. Wie
-vorhergehende Nummer in Farben den Holzintarsien anzupassen.
-
-10. ~L’Art pour tous.~ Verständnißvoll illustrirte französische
-Zeitschrift für Kunstgewerbe. Reich an brauchbaren Details und Motiven
-aller Art, ohne als Musterbuch im Sinne der übrigen hier aufgezählten
-Werke dienen zu können. Bis jetzt 26 Jahrgänge ~à~ 25 Francs.
-
-11. +Teyrich+: Die Intarsien der italienischen Renaissance. Prachtvolle
-große Vorlagen für +Getäfelornamente+.
-
-12. +Gruner+: ~Lo scaffale di Luini.~ Desgleichen.
-
-13. +Hildebrand+: Heraldisches Musterbuch. Wegen stilvoller Behandlung
-der Wappen hier anzuführen.
-
-14. +Müller+: Sammlung von +Monogrammen+. Elegante Monogramme in den
-verschiedensten Schriften.
-
-Als Zugabe zum Studium des constructiven Elements ist noch +Schreiber+:
-das geometrische Zeichnen anzuführen.
-
-Für den nicht ganz unerfahrenen Zeichner dürften Nr. 3 und 4 zunächst
-zu empfehlen sein, später je nach der individuellen Geschmacksrichtung
-8, 9 und 11.
-
-
-3. Plan und Anlage der Zeichnung.
-
-Da es bei der eigenthümlichen Textur des Holzes wünschenswerth
-erscheint, gleich möglichst correct zu zeichnen, indem öfteres
-Verbessern und Wischen der Reinheit später anzuwendender +heller+
-Farbentöne leicht Eintrag thut, oder da, wo die Naturfarbe des Holzes
-beibehalten werden soll, ebenfalls besser vermieden wird, so überlege
-man, ehe man mit Uebertragung der Zeichnung beginnt, erst reiflich
-den ganzen Plan, überzeuge sich auch, ob die Kanten der Holzplatten
-rechtwinklig sind, da wo dies, wie es nicht selten vorkommt, nicht
-der Fall ist, bei dem Messen das Mißverhältniß auf die bestmöglichste
-Weise, gewöhnlich bei den äußersten Einfassungslinien, ausgeglichen
-werden muß. Von besonderer Wichtigkeit ist da, wo es sich, wie bei
-Mappen, Albumdecken etc., um größere Dimensionen handelt, die Beachtung
-der Größenverhältnisse. Ist man an die Größe der Holzfläche nicht
-gebunden, so thut man am besten, wenn man sich zu einer für den
-Gegenstand passenden, bereits vorliegenden, ornamentalen Darstellung
-entschließt und nach deren Größenverhältnissen die benöthigten Platten
-anfertigen läßt. Im gegentheiligen Falle aber und wenn man keine für
-die genaue Größe absolut passende Zeichnung zur Verwendung hat, ist
-man genöthigt, auf einem Blatt Papier, welches genau von der Größe
-der Holzplatte ist, eine Skizze zu entwerfen, um darnach arbeiten zu
-können. Wünscht man in solchem Falle Motive zu verwenden, welche in der
-Zeichnung vorliegen, aber nicht die nöthige Größe besitzen, so kann
-man sich in den meisten Fällen damit helfen, daß man die betreffende
-Fläche, z. B. wenn es sich um die Umrahmung handelt, durch besondere
-Eckverzierungen oder sonstige symmetrische Motive verkleinert, in
-welchen Fällen das obenerwähnte flache Maaßlineal gute Dienste leisten
-kann. Bei symmetrischen Motiven ist es selbstverständlich genügend, nur
-so viel zu zeichnen als man braucht, was häufig sich auf ein Viertel
-beschränken wird.
-
-Wer kein sehr geübter Zeichner ist, dem rathe ich für die ersten
-derartigen Arbeiten vorzugsweise lineare Ornamente zu benützen, oder
-überhaupt solche, welche sich lediglich mittelst Lineal, Reißfeder und
-Zirkel herstellen lassen. Es ist dies keine so arge Beschränkung, als
-es auf den ersten Blick erscheinen mag, indem sich durch geschmackvolle
-Anordnung einiger wenigen linearen Motive und unter etwaiger Beihülfe
-einiger Ueberschneidungen schon recht wirksame Muster bilden lassen
-und sich außerdem für viele kleinere Gegenstände überhaupt +nur+
-derartige Motive eignen, welche dann bei entsprechender Farbengebung
-eingelegte Arbeiten täuschend nachahmen. Die geschmackvolle Wahl
-der Farben kommt hierbei nicht weniger in Betracht und mit wenigen
-contrastirenden Tönen, die Holzfarbe inbegriffen, welche sich jedoch
-nur in schmalen Linien etc. oder vielmehr nicht in größerer räumlicher
-Ausbreitung zeigen darf, erreicht man in der Regel größere Wirkung
-als mit Ueberladung. Motive dieser Art finden sich in allen genannten
-Musterbüchern, und können solche mit Geschick und Geschmack leicht
-vielfältig variirt werden so in ~Racinet~, Taf. 1. 5. 10. 29. 36. 37.
-45. 46 etc. und ~Owen Jones~, Taf. 7 bis 11, 13. 15. 25. 35. 39. 43.
-45. 59. 64, 65, wobei wie bereits bemerkt, die Töne mehr den Holzfarben
-anzupassen sind.
-
-Abgesehen von den anzuwendenden Motiven ist bei Anlage derartiger
-Arbeiten besonderes Augenmerk auf die Gliederung der Fläche und die
-geschmackvolle Ausfüllung des Raumes zu richten. Im Allgemeinen
-dürfte es sich empfehlen, eine rahmenartige mehr oder weniger reich
-gegliederte Einfassung anzubringen, welche einen größeren Raum
-umschließt, der in seiner Mitte ein Wappen, eine Cartouche, ein
-Monogramm etc. etc., oder kleinere figürliche symbolische Darstellungen
-enthält. Der Grund dieses inneren Raumes wirkt nicht selten als
-tiefschwarze Fläche äußerst günstig. Anderweitige Theilungen der
-Fläche, Zwei-, Drei-, Vier-Theilung etc. etc. sind selbstverständlich
-nicht ausgeschlossen. Geschmackvolle Muster derartiger Gliederungen
-findet man in Zahn’s Musterbuch.
-
-Außer diesen kleineren figürlichen Darstellungen, wie symbolische
-Zeichen aller Art, Wappen, Monogramme etc. etc. etc., welche
-Beziehungen auf Empfänger oder Geber vermitteln, lassen sich
-auch kleine Photographien von antiken Büsten und Statuen (z. B.
-in Medaillons), welche man +unaufgezogen+ bestellt, sorgfältig
-ausschneidet und mit weißem Leim auf die betreffende, noch rohe Stelle
-klebt, vortheilhaft anbringen. Auf schwarzem Grunde nehmen sich solche
-ganz besonders gut aus.
-
-Für geübte Zeichner läßt sich selbstverständlich keine Grenze ziehen
-und werden solche deßwegen die linearen Ornamente doch nicht
-verschmähen, wenn sie vielleicht auch häufiger die reichen Renaissance-
-und andere vielgestaltige Ornamente, wie sie obengenannte Werke
-bieten, benutzen werden. Da nun Ornamente, welche sich in derselben
-Größe verwenden lassen, einfach durchgepaust werden, so könnte es
-wohl einem wenig geübten Zeichner beikommen, auch einmal eine reiche
-Renaissance- oder eine maurische Decoration auf Holz zu übertragen,
-allein ich bemerke, daß hier der besondere Umstand zu berücksichtigen
-ist, daß das Holz nicht selten -- aus welchem Grunde weiß ich nicht
--- die Pause überhaupt +ungern+ und stellenweise sogar nur sehr
-schwer und höchst undeutlich und lückenhaft annimmt, so daß mitunter
-nur die Hauptanhaltspunkte haften und man dann gezwungen ist, fast
-ohne Pause zu zeichnen, wenigstens stellenweise. Nun erfordern aber
-alle ornamentalen Malereien eine äußerst sorgfältige Zeichnung und
-schwierige Motive in mangelhafter Zeichnung würden unter dem Pinsel
-jedenfalls nicht eben schöner werden, und die vielleicht sehr mühevolle
-Arbeit würde schließlich eine unansehnliche und vollständig werthlose
-sein. Der Anfänger wird übrigens schon nach seinen ersten Arbeiten den
-hohen Werth selbst ganz einfacher Motive vollständig erkennen.
-
-Zum Pausen bedient man sich am besten des pulverisirten Graphits, mit
-welchem man das Pauspapier auf der untern Seite bestreicht. Bei großen
-Motiven, welche auf schwarzen oder sehr dunklen Grund kommen, kann man
-sich auch des Blaupapiers bedienen.
-
-Welche Decorationsmotive man nun auch verwende, so ist
-selbstverständlich darauf zu halten, daß man nicht Ornamente
-verschiedener Stile zusammenbringe. Besonders sei man bei Anbringung
-von Wappen in dieser Beziehung vorsichtig (auch bei Zahlen und
-Monogrammen), da es sich äußerst ungünstig macht, wenn man, wie es
-leider nicht selten vorkommt, Wappen im Stile des zwölften Jahrhunderts
-in Renaissance-Decorationen oder umgekehrt Wappen im Barockstil in
-Gesellschaft gothischer Ornamente gewahr wird. Was speziell noch die
-Renaissance-Decoration betrifft, so empfiehlt es sich bei Einfassungen
-in diesem Stile für jede der vier Seiten ein anderes Motiv zu wählen,
-so wie überhaupt nie dasselbe Motiv mehrfach bei einer Arbeit zu
-verwenden, da steter Wechsel des Ornaments für diesen heiteren Stil
-charakteristisch ist.
-
-Was die oben erwähnte Verwendung von Photographien betrifft, so
-eignen sich hiezu besonders antike Büsten und Statuen, auch kleine
-Landschaften, welche Erinnerungen an einen Aufenthalt oder eine
-Reise vermitteln sollen und zwar im Visitenkartenformat und machen
-solche, wenn wie oben behandelt, einen reizenden Effekt. Bei der
-Anlage des schwarzen Grundes ist aber besonders darauf zu achten,
-daß man das Schwarz bis dicht an die Grenze des Papieres, -- aber
-ja nichts darüber hinaus -- bringt, da Lücken wie Flecken an diesen
-Stellen höchst unerfreulich wirken. Um die Anwendung von Photographien
-für diesen Zweck, über welche mir noch nichts Gedrucktes vor die
-Augen gekommen ist, zu illustriren, will ich bemerken, daß ich vor
-einiger Zeit eine Zeitungsmappe, welche ich für einen Arzt malte,
-in folgender Weise ausführte. Nach einigen die ganze Holzplatte
-umfassenden linearen schmalen, aber in Breite etwas wechselnden
-Einfassungen von abwechselnd hellgelben und tiefschwarzen Tönen
-wurde die Platte durch zwei Mäanderrahmen in Naturfarbe des Holzes
-mit tiefrothbrauner Farbe in zwei Theile gespalten. Der innere
-naturfarbige Grund jeder Seite enthielt ein Oval in pompejanischem
-Roth mit schmalen naturfarbigen Rändern, deren eines auf schwarzem
-Grunde die Statue des Aesculap, das andere die der Hygea umschloß.
-In den Ecken des naturfarbigen Mittelgrundes waren bräunlichgelbe
-Palmetten, mit tieferen Tönen schattirt, angebracht und außerdem links
-und rechts ein kleines Medaillon eingesetzt, welches auf schwarzem
-Grunde einen bräunlichen, von bläulicher Schlange umwundenen Stab
-zeigte. Das Motiv hatte ich dem Revers einer alten griechischen Münze
-entnommen. Im Mittelpunkt der Platte waren die Mäander durch eine rothe
-rautenförmige Umrahmung unterbrochen, innerhalb welcher auf schwarzem
-Grund eine ebenfalls dem Revers einer griechischen Münze entnommenes
-Motiv, eine antike Vase in rothgelber Farbe zwischen zwei windenden
-blaugrauen Schlangen, Verwendung gefunden hatte. -- Antike Münzen
-liefern sehr brauchbare figürliche Motive. Derselbe Gegenstand in
-ähnlicher Behandlung, aber für einen Offizier bestimmt, könnte statt
-der Statuen der Heilgötter die Büsten des Ajax und der Pallas zeigen
-und statt der auf die ärztliche Kunst Bezug habenden Attribute, würde
-man antike Waffenstücke, Eule und Scorpion als Beiwerk anzubringen
-haben. Die Farbenwirkung war in obiger Arbeit beiläufig bemerkt, eine
-sehr gelungene. Dabei brauche ich wohl nicht zu bemerken, daß für
-Fälle, wo ein colorirtes Vorbild nicht vorliegt, man sich vorher eine
-Farbenskizze macht, was namentlich bei reicheren Motiven und größeren
-Arbeiten unerläßlich ist.
-
-Indessen sei man vorsichtig mit Photographien, und verwende sie nur
-hier und da einmal, da ihre Anwendung doch eigentlich hier nicht ganz
-gerechtfertigt ist.
-
-Ist man nun über Wahl der Ornamente und Gliederung mit sich einig,
-so beginnt man die gefertigte Skizze oder Vorlage auf die Holzplatte
-zu übertragen. Kommen nur lineare Ornamente ohne Verschlingung zur
-Verwendung, so zeichnet man besser nichts durch, sondern man arbeitet
-aus freier Hand, mißt Alles +genau+ ab, bedient sich bei allen geraden
-Linien des Lineals und bei allen Kreislinien oder Theilen derselben
-des Zirkels, so daß die Grundlagen der Arbeit sicher stehen. In vielen
-Fällen ist es sehr wichtig, genau die Mitte der Tafel oder von Theilen
-derselben festzustellen, was am einfachsten durch Ziehen zweier
-Diagonalen geschieht. Alle Linien gebe man bestimmt, achte aber darauf,
-weder ein zu hartes, kratzendes, noch ein zu weiches, schmierendes
-Bleistift zu benutzen. Leichter, aber sicherer Auftrag mit Stiften
-mittlerer Härtegrade ist am dienlichsten, besonders wenn man nicht viel
-zu wischen braucht. Reiche geschwungene Gliederungen und Ornamente,
-welche nicht mit Lineal und Zirkel behandelt werden können, zeichnet
-man natürlich mittelst Pauspapier durch.
-
-Mit der sorgfältigen Fertigstellung des Ornamentalen in Bleistift auf
-dem Holze ist der erste Theil der Arbeit und in vielen Fällen der
-weitaus schwierigste beendet, indem das Colorit, abgesehen von sehr
-complicirten Motiven eigentlich mehr eine angenehme Unterhaltung als
-eine Arbeit zu nennen ist. Bevor man jedoch zum Colorit übergeht,
-ist alles Gezeichnete mit Contouren zu versehen, eine sehr wichtige
-Prozedur.
-
-Wie in der ornamentalen Malerei überhaupt durch die Trennung der Farben
-mittelst Schwarz, Gold etc. eine weit bessere Wirkung erzielt wird,
-als wenn sich die Farben berühren, so werden in der Holzmalerei die
-Contouren zur unerläßlichen Erforderniß, selbst bei den schmalsten
-Einfassungen, da sie es sind, welche vorzugsweise den Charakter der
-eingelegten Arbeit bedingen, welcher hier in den meisten Fällen
-angestrebt wird. Es empfiehlt sich dieselben stets schwarz zu halten
-und empfehle ich zu deren Herstellung chinesische Tusche zu verwenden,
-weil dieselbe bei späterem Uebergehen mit hellfarbigen Tönen weniger
-schmutzt als andere schwarze Farben.
-
-Die Anwendung von Contouren rechtfertigt sich aber auch aus anderen
-Gründen. Die unmittelbare Berührung zweier Farben mittlerer Helligkeit
-macht sich im Allgemeinen nicht sehr günstig. Sind beide wenig
-verschieden, so heben sie sich nur sehr wenig von einander ab; besteht
-aber ein größerer Unterschied, so erzeugen sie, aus einiger Entfernung
-gesehen, auf ihrer Grenze eine störend und schwächend einwirkende
-Mischfarbe. -- Sollen die Contouren auch auf größere Entfernung gesehen
-werden, was manchmal in der Absicht liegen kann, so müssen solche in
-entsprechender Stärke ausgeführt werden. Solche starke Contouren
-erlauben auch Farben neben einander anzubringen, deren unmittelbare
-Berührung Anlaß zu Bedenken geben würde, indem sie in solchen Fällen
-den Grenzcontrast aufheben und dessen etwaige Nachtheile beseitigen.
-Sehr schätzbar wirken in der Holzmalerei die Contouren ferner an
-+Figürlichem aller Art+, wo sie +nie+ wegzulassen sind, indem sie
-hier das subjektive Element heben und die dargestellten Gegenstände
-entnaturalisiren.
-
-Um den Leser zu einer bewußten Beurtheilung dekorativer Ornamentmotive
-überhaupt zu leiten, glaube ich das Wesen der Contouren, welches sich
-theilweise auf schon früher Besprochenes stützt, etwas eingehender
-erörtern zu sollen.
-
-Als Umrahmungen verschiedenfarbiger Flächen bilden die Contouren
-ein wesentliches Moment in der decorativen Malerei, da sie hier als
-selbstständiges Element auftreten, obwohl sie ursprünglich wohl nur
-technischen Rücksichten entsprungen sind. Sie zeigten sehr bald so
-mannigfache Vortheile, daß man sie auch nach dem Hinfälligwerden
-vorerwähnter Rücksichten beizubehalten für gut fand.
-
-In erster Linie haben die Contouren stets den Zweck das Flächenornament
-schärfer vom Grunde abzuheben, besonders wenn das farbige Ornament auf
-neutralem oder in der Farbe ähnlichem Grunde steht. Sie trennen hier
-die einzelnen Flächen sehr scharf und verhindern das Entstehen der
-Mischfarben an den Berührungsstellen. Man wählt für dieselben in diesem
-Falle entweder eine hellere Farbe als die helle oder eine dunklere als
-die dunkle Farbe.
-
-Besonders erwünscht sind Contouren da, wo +feine+ Ornamente in dunkler
-Farbe auf hellem Grunde stehen, weil abgesehen vom Entstehen von
-Trugbildern und dem Verschwinden der Ränder die schmalen Theile weniger
-dünn oder gar aufgelöst erscheinen.
-
-Sind Grund oder Ornamente farbig, so können die Contouren, so lange
-ihnen keine andere als die oben erwähnte Aufgabe zufällt, in einer
-Schattirung einer der beiden Farben gehalten werden, oder auch in Weiß
-oder Schwarz als den Endpunkten der Nüancen.
-
-Sind aber Grund oder Ornamente schwarz, oder stehen die Ornamente
-hell auf sehr dunklem Grund, in welchem Falle letzterer jedoch nicht
-allzugeringe Dimensionen zeigen darf, so können die Contouren (wenn
-auch nicht bei Holzmalerei) wegbleiben, wie es in den Wandmalereien von
-Pompeji der Fall ist.
-
-Wesentlich nothwendig sind Contouren da, wo zwei gesättigte Farben
-von verschiedenem Ton sich berühren, z. B. zwischen Roth und Blau, da
-hier abgesehen von den Grenzcontrasten, die Grenzlinien verwaschen
-erscheinen würden. In diesen Farben gehaltene Ornamente machen ohne
-Contouren einen unruhigen Eindruck, welcher durch eingesetzte dunkle
-Ränder sofort verschwindet. Hierbei tritt stets die Erscheinung auf,
-daß dunkle Contouren die +dunkle+ Farbe +dunkler+, helle aber die
-hellere Farbe heller machen, so daß sie hier die Unterschiede der
-Farben entschieden vergrößern. Diese Wirkung läßt sich sowohl durch
-entsprechendes Colorit ausgleichen, oder aber auch dadurch vermeiden,
-daß man die Contouren mehrfach umrändert und wählt man hierzu am
-besten Gold oder Silber mit Schwarz oder Weiß.
-
-Eine derartige Behandlung des Ornaments versteht sich vorzugsweise
-auf die ältere, geometrisch angelegte Ornamentik, während seit der
-Renaissance die geometrischen Muster mit satten Farben und leuchtenden
-Contouren durch Laubgewinde mit Blumen und Früchten, Rankenwerk, Vasen,
-Masken, phantastische Thiere untermischt mit Kindergestalten, Büsten,
-mythologischen Wesen etc. etc. ersetzt worden sind, deren Farbengebung
-sich mehr an die heutige Malerei anschließt.
-
-Im Allgemeinen ist in der dekorativen Kunst bezüglich der Contouren
-festzuhalten, daß Ornamente auf Goldgrund oder goldene Ornamente auf
-farbigem Grund +schwarze+ Contouren beanspruchen, daß dunkle Ornamente
-auf hellem Grunde ebenfalls von schwarzen oder wenigstens dunkeln
-Contouren umgeben sein müssen, daß endlich farbige Ornamente oft
-vortheilhaft mittelst weißer, schwarzer oder goldner Umränderungen
-vom Grunde abgehoben werden. Weiße, hellfarbige und goldene Contouren
-beabsichtigen indessen nicht selten als selbstständige Elemente
-aufzutreten, was bei schwarzen nur äußerst selten vorkommen dürfte.
-
-Man präparirt also einen ziemlich dickflüssigen +tiefschwarzen+ Ton
-aus Tusche und zieht mit einer guten, nicht zu scharfen, mit dieser
-Farbe gefüllten Ziehfeder erst alle geraden Linien sehr sorgfältig und
-mit nicht zu schweren Strichen gleichmäßig nach, worauf die Kreise
-oder deren Theile etc. etc. folgen. Hierbei ist jedoch insofern große
-Vorsicht nöthig, als besonders auf größeren Platten die Textur des
-Holzes in Bezug auf die Härte an manchen Stellen starkem Wechsel
-unterworfen ist und man von einer harten Fläche plötzlich auf eine
-verhältnißmäßig weiche geräth, weßhalb die Ziehfeder immer nur
-leicht zu führen ist, besonders auch auf dem weicheren Lindenholz.
-Stellenweise kommt es auch vor, besonders bei schlecht präparirtem
-Holze, daß das Holz die Farbe ungern annimmt, und um diesen Mißstand
-zu beseitigen, empfiehlt es sich, allen aufzutragenden Farbentönen
-ein wenig Ochsengalle, welche im Handel in kleinen Fläschchen zu ℳ.
-1. vorkommt, beizumischen, worauf das Holz in der Regel angenehm zu
-bearbeiten ist. Bei größeren Quantitäten von Farbe sind wenige Tropfen
-genügend. Bei dieser Arbeit vermeide man Flecken und Spritzer. Erstere
-kann man, wo es thunlich ist, sofort mittelst Schwamm und reinem
-Wasser wegwischen, während man letztere besser trocken werden läßt
-und dann ausradirt, was auch für etwaige zu lang gerathene Linien
-gilt. Wo überhaupt etwas Farbe wegzunehmen ist, wendet man am besten
-das Radirmesser an und zwar am zweckmäßigsten in der +Längsrichtung+
-der Holzfasern, da das Radiren in der Richtung der Quere sich weniger
-gut und sauber ausführen läßt. Besser ist es aber, sich überhaupt
-nicht hierauf zu verlassen, sondern reinlich zu arbeiten. Die
-Längslinien etc. etc. werden aber auch an schwarzen oder sonstigen sehr
-tieffarbigen Einfassungen und zwar deßhalb mit Schwarz ausgezogen,
-weil das Coloriren der von ihnen umschlossenen Räume weit leichter
-und sicherer von Statten geht, die Kanten viel schärfer absetzen
-und weil hierdurch der Charakter eingelegter Arbeit ganz wesentlich
-bedingt wird. Ganz abgesehen von letzterem Umstand wird man einen
-nach diesem Verfahren behandelten Mäanderfries, von einem, wenn auch
-auf das sorgfältigste, aber aus freier Hand behandelten dennoch sofort
-und zwar weitaus zum Vortheil des ersteren unterscheiden können. Ist
-alles was mittelst der Ziehfeder zu contouriren war, gearbeitet, so
-folgt dieselbe Behandlung des Figürlichen, der Arabesken etc. etc.,
-wozu man sich einer Zeichenfeder von Stahl bedient, deren man jetzt
-die verschiedensten Sorten, weiche und harte besitzt, und deren man
-sich einige von verschiedenen Härtegraden vorräthig hält. Man arbeite
-vorsichtig, mit nicht zu viel und nicht zu wenig Tusche.
-
-
-4. Colorit.
-
-Bei der ornamentalen Malerei kommen ganz vorzugsweise Lokalfarben in
-Anwendung und zwar sucht man eine glänzende Wirkung entweder durch die
-Farbe an sich oder durch Contraste zu erstreben, weßhalb in dieser
-Beziehung hier alles maßgebend ist, was ich früher bei Erörterung der
-Farben angeführt habe. Im Allgemeinen wird man daher am besten thun,
-kalte Töne neben feurige und helle neben dunkle zu bringen; man hüte
-sich aber bei eigenen Compositionen in zu vielerlei Töne zu gerathen
-oder in das Bunte zu verfallen, da die Anwendung größerer Reihen
-verschiedener Töne schon einen sehr ausgebildeten Farbensinn erfordert.
-Ich betone hier nochmals die hohe Schönheit des tiefen Schwarz.
-Gelbe, rothe, braune und graue Töne wird man ebenfalls in ihren
-verschiedensten Uebergängen häufig mit Vortheil anwenden, deßgleichen
-auch, aber sparsamer die Naturfarbe des Holzes, während Blau oder Grün
-Vorsicht erheischen. Doch macht sich ~French Blue~ mit Gold sparsam
-angebracht, zuweilen sehr gut und erinnert an ~Lapis Lazuli~. Man setze
-helle Töne von gleicher Farbentiefe nicht neben einander, sondern
-trenne sie durch breitere oder schmälere Streifen von Schwarz; ebenso
-sind dunkle gleich tiefe Töne durch helle oder auch das unbemalte Holz
-zu trennen, indem andernfalls erstere sehr flaue, letztere aber eine
-unruhige Wirkung äußern.
-
-Was die figürlichen Darstellungen anlangt, welche indessen in der Regel
-nur in kleinen Dimensionen und in der Farbe wenig ausgiebigen Partieen
-angebracht werden können, so halte man dieselben stets in Contrast mit
-der Grundfarbe und führe solche, wo es passend erscheint, fein und
-miniaturartig aus.
-
-Ich nehme hier Veranlassung auf die Behandlung von Blumen und Blättern,
-welche in Form von Kränzen oder Bouquets als Füllstücke auf schwarzem
-Grund häufige Verwendung finden und verdienen, etwas näher einzugehen
-und namentlich vor einer zu naturalistischen Behandlung zu warnen.
-Besonders stehe man von dem Schattiren derselben ab, sondern behandle
-dieselben ebenfalls streng als eingelegte Arbeit und umreiße alles,
-einschließlich der Staubfäden und einzelnen Schattenstellen mit
-schwarzen Contouren. Dieser Behandlung entsprechend müssen alle Farben
-in durchsichtigen, feinen Tönen gehalten werden, ohne daß besondere
-Aehnlichkeit mit der natürlichen Farbe anzustreben ist. So z. B. gebe
-man blaue Blumen durch ~Payne’s Grey~, rothe durch Krappnüancen,
-~Light Red~ etc. anstatt mit ~Cobalt~ oder Zinnober, wodurch eine
-dieser Technik weit angemessenere Wirkung erzielt wird. Dagegen sehe
-man bei Bouquets etc. etc. auf Mannigfaltigkeit des Grün, wenn auch die
-Unterschiede nicht zu auffallend zu halten sind. Besonders gut wirken
-Blätter von ~Olive Green~, welches durch Zusatz von ~Indian Yellow~,
-Krapp etc. etc. angenehm nüancirt werden kann. Doch ist auch helles,
-sonniges Grün aller Art, zwischen welchem einzelne mit ~Burnt Sienna~
-colorirte Blätter nicht fehlen dürfen, zu verwenden. Einzelne Blätter
-gelber Blumen nüancire man mit ~Orange Cadmium~ und sehe besonders bei
-größeren vielblättrigen Blumen auf Abwechslung im Ton, so z. B. daß die
-Blumenblätter einer Rose mannigfaltige, darunter dunklere, wenn auch
-nicht allzu schroff von einander geschiedene Töne zeigen. In größeren
-Bouquets etc. wirkt solcher Wechsel ungemein reich, doch hüte sich der
-Anfänger in’s Buntscheckige zu gerathen. Als Prachtstücke dieser Art
-lassen sich ein Kranz in Zahn’s Heft ~II.~ und ein Bouquet in Heft
-~III.~ behandeln. Weiße Blumen wie Dorn, Maiblumen läßt man in der
-Holzfarbe und colorirt bei ersteren nur die Staubgefäße mit dunklem
-oder rothbraunem Krapp. Sonst können Blumen und Früchte vortheilhaft in
-etwas kräftigerer Farbe gehalten werden.
-
-Zarte, durchsichtige Töne trage man stets sehr dünnflüssig, aber
-wiederholt auf, bis der Ton die gewünschte Tiefe hat, während
-tieftönige Farben etwas kräftiger, Schwarz aber immer absolut schwarz,
-wie Ebenholz zu geben ist, und immer möglichst +dickflüssig+ und
-+gelatinös+ aufgetragen werden muß. Dessenungeachtet genügt ein
-einziger Auftrag in der Regel nicht und muß derselbe +mindestens+
-einmal wiederholt werden, wenn man nicht Gefahr laufen will, nach
-dem Poliren das Holz durchleuchten zu sehen. Auch dunkelbraune
-und dunkelrothbraune Töne machen sich in kräftigem Auftrage nicht
-selten sehr schön, wirken aber auch in dünnflüssigen Tönen oft recht
-erfreulich und den verschiedensten feinen Holzarten entsprechend, was
-hier und da durch eine der Maserung entsprechende Pinselführung noch
-mehr ausgeprägt zu werden vermag.
-
-Diejenigen Leser, welche bereits mit der Aquarellmalerei vertraut sind,
-werden über die anzuwendenden Farben und Mischungen keiner weiteren
-Anweisung bedürfen. Da indessen dieser Nachtrag nicht so sehr selten
-von Lesern oder Leserinnen benutzt werden möchte, welchen das Mischen
-der Farben noch Schwierigkeiten macht, so gebe ich hier ein Verzeichniß
-aller derjenigen Farben und Combinationen, welche für diese Malerei
-vorzugsweise geeignet erscheinen. Die in mehrfacher Hinsicht, sei es
-durch zarten oder leuchtenden oder sehr reinen oder sehr tiefen Ton
-sich auszeichnenden Farben und Combinationen sind gesperrt gedruckt und
-die sehr tieftönigen mit! versehen.
-
-Körnchen in der Farbe vermeide man, da sich solche beim Poliren erhöhen.
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-Gelb.
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- ~Cadmium.~
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- ~+Indian Yellow.+~
-
- ~Raw Sienna.~
-
-
- ~+Yellow Ochre.+~
-
- ~+Aureolin.+~
-
- ~Mars Yellow.~
-
- Italienische Erde.
-
- ~Gamboge.~
-
- ~+Lemon Yellow.+~
-
- ~Raw Umber.~
-
- ~Indian Yellow~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Gamboge~ und ~Brown Pink~.
-
- ~+Indian Yellow+~ und ~+Purple Madder+~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Sepia~.
-
-
-Orange.
-
- ~Cadmium Orange.~
-
- ~+Burnt Sienna.+~
-
- ~+Mars Orange.+~
-
- ~Neutral Orange.~
-
- ~Laque Robert 7.~
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- Gebrannte italienische Erde.
-
- ~Brown Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Light Red~.
-
- ~Cadmium~ und ~Rose Madder~ oder ~Indian Red~.
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- ~Burnt Sienna~ und ~Indian Yellow~ oder ~Aureolin~ oder ~Gamboge~.
-
- ~+Rose Madder+~ und ~+Gamboge+~.
-
- ~+Indian Yellow+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Light Red~ oder ~Vermilion~.
-
-
-Braun.
-
- ~Asphalt.~
-
- ~Vandyke Brown.~
-
- ~Sepia.~
-
- Brauner Lack.
-
- ~+Burnt Umber.+~
-
- ~+Vandyke Brown+~ und ~+Gamboge+~.
-
- ~+Vandyke Brown+~ und ~+Chrimson Lake+~!
-
- ~Raw Sienna~ oder ~Yellow Ochre~.
-
- ~Raw Sienna~, ~Yellow Ochre~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~Burnt Umber~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Burnt Umber~ und ~Brown Madder~.
-
- ~+Burnt Sienna+~ und ~+Payne’s Grey+~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Lamp Black~.
-
- ~+Light Red+~ und ~+Lamp Black+~.
-
- ~Indian Yellow~, ~Sepia~ und ~Lake~.
-
-
-Rothbraun.
-
- Florent. Braun!
-
- ~+Burnt Sienna+~, ~+Chrimson Lake+~ und ~+French Blue+~!
-
- ~+Brown Madder+~ und ~+Raw Sienna+~.
-
- ~Raw Sienna~, ~Rose Madder~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~+Sepia+~ und ~+Brown Madder+~!
-
- ~+Purple Madder+~ und ~+Indian Yellow+~!
-
- ~+Brown Pink+~ und ~+Purple Madder+~!
-
- ~+Purple Madder+~ und ~+Sepia+~!
-
- ~+Brown Pink+~, ~+French Blue+~ und ~+Lake+~!
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Brown Madder~.
-
-
-Roth.
-
- ~Purple Madder.~
-
- ~+Burnt Carmine+~!
-
- ~Rubens Madder~!
-
- ~+Brown Madder+~!
-
- ~Rose Madder.~
-
- ~Pink Madder.~
-
- ~Indian Red.~
-
- ~Light Red.~
-
- ~Red Lead.~
-
- ~Rose Madder~, ~Yellow Ochre~ und ~Cobalt~.
-
- Rothbrauner Krapp!
-
- Marsroth.
-
- Von Dyk Roth.
-
- ~+Yellow Ochre+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~+Light Red+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~Brown Madder~ und ~Light Red~.
-
- ~Rose Madder~ und ~Aureolin~.
-
- ~Rose Madder~ und ~Vermilion~.
-
- ~Rose Madder~ und ~Brown Ochre~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
-
-+Purpur+ (Violett).
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Rose Madder+~ oder ~+Brown Madder+~.
-
- ~Purple Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Indigo~ und ~Rose Madder~.
-
- ~+Brown Madder+~ und ~+Payne’s Grey+~!
-
- ~Brown Madder~ und ~Lamp Black~.
-
- ~French Blue~, ~Cobalt~ und ~Rose Madder~.
-
-
-Grau.
-
- ~Neutral Tint.~
-
- ~Payne’s Grey.~
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Yellow Ochre+~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Naples Yellow+~.
-
- ~+Indigo+~ und ~+Indian Red+~.
-
- ~Cobalt~ und ~Lamp Black~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Burnt Sienna+~.
-
- ~Lamp Black~, ~Light Red~ und ~Cobalt~.
-
- ~Indigo~ und ~Blue Black~.
-
-
-Blau.
-
-(Nur sparsam zu verwenden und in den meisten Fällen durch Grau zu
-ersetzen.)
-
- ~+Intense Blue+~!
-
- ~+Cobalt.+~
-
- ~French Blue.~
-
-
-Grün.
-
- ~+Olive Green.+~
-
- ~Terre Verte.~
-
- ~Indigo~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Indigo~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Gamboge~ und ~Cobalt~.
-
- ~+Gamboge+~ und ~+Emerald Green+~.
-
- ~Gamboge~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
- ~+Olive Green+~ und ~+Indigo+~!
-
- ~+Aureolin+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~+Aureolin+~, ~+Vandyke Brown+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~+Brown Pink+~, ~+Oxyde of Chromium+~ und ~+French Blue+~!
-
- ~Indian Yellow~ und ~Oxyde of Chromium~.
-
- ~Sepia~ und ~Indigo~. } Bronzetöne.
-
- ~Lamp Black~ und ~Emerald Green~. }
-
-Außer ~+Olive Green+~ ist Grün ebenfalls, außer bei Bouquets etc.
-sparsam und vorsichtig zu verwenden, ersteres aber in jeder Beziehung
-zu empfehlen.
-
-Als Beispiele wie Intarsien in zwei Farben stilvoll behandelt
-werden können, gebe ich hier einige solcher Zusammenstellungen nach
-italienischen Intarsien der Renaissance, welche als mustergiltig zu
-betrachten sind.
-
-1. Intarsien der Chorstühle der ~+Certosa+~ bei Pavia:
-
- +Grund+: +Ornament+:
- dunkle Farbe. helle Farbe.
-
- 1. Schwarz. ~Yellow Ochre~ und ~Indian Red~.
- 2. „ ~Indian Yellow~ und ~Brown Madder~.
- 3. „ ~Light Red~ und ~Indian Yellow~.
- 4. „ ~Brown Madder~ und ~Gamboge~.
-
-2. Intarsien der Chorstühle in ~S. Maria. Novella~ in Florenz:
-
- 1. Florentiner Braun. ~Indian Yellow~ und ~Brown Madder~.
- 2. ~Purple Madder~ und
- ~Van Dyke Brown~. ~Roman Ochre~.
- 3. Marsbraun. ~Yellow Ochre.~
- 4. ~Caput Mortuum.~ ~Raw Sienna~ und ~Vermilion~.
- 5. ~Burnt Umber~ und ~Raw Sienna~ und ~Brown
- ~Aureolin~. Madder~.
- 6. ~Burnt Umber.~ ~Light Red~ und ~Neutral Tint~.
-
-
-5. Politur.
-
-Nachdem die Malerei tadellos beendet ist, übergibt man die Arbeit
-einem Möbelschreiner zum Poliren. Da aber diese Leute die Gegenstände
-in der Regel Monate lang behalten, unter dem Vorwande, solche müßten
-so und so lange stehen und wer weiß was für heikle Prozeduren
-durchmachen, wobei man nicht selten die Objekte nur ganz oberflächlich
-polirt, mit deutlicher Auszeichnung der Stellen wo radirt worden
-(einem untrüglichen Zeichen +sehr+ nachlässiger Arbeit Seitens des
-„Ebéniste“) zurück erhält und dabei mitunter sündhaft zahlen muß, so
-rathe ich jedem Interessenten, das Poliren zu erlernen, was bei einiger
-Aufmerksamkeit und gutem Willen in wenigen Stunden zu erlernen ist und
-wobei man, wenn man viel auf Holz malt, sehr viel Geld sparen kann.
-Ich selbst habe diese Arbeit in etwa sechs Stunden bei einem Schreiner
-gründlich erlernt, und polire ich seit jener Zeit alles selbst, dabei
-weit sorgfältiger als es mir früher geliefert worden ist. Abgesehen von
-der benöthigten Zeit kostet diese Arbeit fast nichts als etwas Mühe und
-Geduld, wenn alles nicht sofort nach Wunsch gelingt.
-
-Das Poliren läßt sich zwar, wenn überhaupt, nur schwer auf die bloße
-Beschreibung hin erlernen; dessenungeachtet will ich aber versuchen,
-das Verfahren so anschaulich wie möglich darzulegen, um selbst
-denjenigen, welche nicht gerade auf die Erlernung reflektiren, doch
-eine genauere Beurtheilung dieser Arbeit zu ermöglichen.
-
-Zum Poliren bedarf man folgender Hilfsmittel:
-
-1. +Dunkle Politur+, d. h. eine Lösung von 50 Grammen gewöhnlichem
-Schellack in 200 Grammen starkem Weingeist (also 1: 4). Diese Lösung,
-welche indessen auch käuflich zu haben ist, wird +nicht+ filtrirt, aber
-beim Gebrauche immer tüchtig umgeschüttelt. Sie eignet sich indessen
-nur zum Poliren sehr dunkler Gegenstände, da sie helle Farben bräunt,
-was bei vorzugsweise viele helle Farben zeigenden Gegenständen nicht
-günstig wirkt. Es polirt sich aber mit dieser dunklen Politur leichter
-als mit der demnächst zu erwähnenden weißen, weßhalb es gerathen
-erscheint, die ersten Versuche (an irgendwelchen Gegenständen, an
-welchen nicht viel gelegen) mit dieser dunklen zu beginnen.
-
-2. +Weiße Politur+, d. h. eine Lösung von 50 Grammen +weißem+ Schellack
-in obiger Menge Weingeist. Noch besser aber nehme man die käufliche
-+weiße Copal-Politur+, welche noch haltbarer ist. Die weiße Politur
-muß zu allen Arbeiten verwendet werden, auf welchen das natürliche
-Holz oder helle Farbentöne größere Flächen einnehmen, kann aber auch
-zu dunklen Arbeiten verwendet werden, welche durch dieselbe ein
-weit feineres Aussehen erhalten. Sie ist etwas schwieriger in der
-Behandlung, weil sie leichter klebt und langsamer trocknet. Der weiße
-Schellack löst sich schwieriger und muß öfter umgeschüttelt werden.
-Die Lösung wird ebenfalls +nicht+ filtrirt.
-
-3. +Weißer Spirituslack+, ein Firniß welcher in Materialhandlungen in
-kleinen Fläschchen käuflich zu erhalten ist. Die Selbstbereitung ist
-eine zu complizirte und mühsame um zu rentiren.
-
-4. Ein Fläschchen +Leinöl+, welches aber, besonders bei Anwendung
-weißer Politur besser durch +Schweinsschmalz+ ersetzt wird.
-
-5. Zwei Stücke +Bimsstein+ mittlerer Größe, welche man auf einem Steine
-so anreibt, daß jeder eine ebene Fläche erhält.
-
-6. Ein kleines Fläschchen +alkoholisirtes Bimssteinpulver+.
-
-7. Einige Stücke alter +Leinwand+ und eines +Wollenstoffes+.
-
-8. Einige +Korke+, am Besten von Champagnerflaschen.
-
-Ehe man nun zum eigentlichen Poliren schreitet, welches an einem
-+staubfreien+ und warmen Orte (im Winter nicht in einem kalten Zimmer)
-vorgenommen werden muß, ist die Malerei erst zu fixiren, was sehr
-leicht und schnell bewerkstelligt wird, indem man mit einem nicht zu
-kleinen Pinsel, gefüllt mit weißem Lack, alle bemalten Flächen des
-Gegenstandes +vorsichtig+ und nach einer Richtung hin, ohne hin und
-her zu fahren, übergeht. In Ermanglung des weißen Lackes kann man sich
-auch der weißen Politur bedienen, was aber nicht zu empfehlen ist,
-da solche zu dünn ist und zu viele Aufträge nothwendig machen würde.
-Dieser Lacküberzug trocknet ziemlich rasch und bildet nun einen dünnen
-die Farbe schützenden Ueberzug. Nach 5 bis 10 Minuten ist derselbe
-gewöhnlich trocken und wiederholt man alsdann das Experiment, welches
-nun etwas kühner vorgenommen werden kann und nach abermaligem guten
-Trocknen nochmals wiederholt wird, worauf der Gegenstand polirt werden
-kann.
-
-Da nun ein zu polirender Gegenstand fest stehen muß, und während der
-Arbeit festeres Angreifen nicht erträgt, so muß derselbe befestigt
-werden. Tischchen machen eine Ausnahme, indem man solche mit der
-linken Hand am Fuß fassen kann. Man thut am besten, wenn man sich
-ein Brett in Form eines Reißbrettes hierzu hält, auf welches die
-zu polirenden Gegenstände auf folgende Weise befestigt werden. Hat
-man z. B. ein Kästchen zu poliren, so leimt man auf das Brett ein
-glattes Klötzchen von 5 bis 10 Ctm. im Quadrat, auf dieses Klötzchen
-leimt man ein Stück Papier und auf letzteres die Mitte des Bodens des
-Kästchens. Das Papier muß deßwegen dazwischen geleimt werden, weil das
-Kästchen dann leicht und glatt wieder abgebrochen werden kann, was
-ohne diese Vorsicht +nicht+ möglich sein würde. Größere Holzplatten
-befestigt man in gleicher Weise, aber mit 2 in der Nähe der Seiten
-anzubringenden Längsleisten, ohne jedoch das Papier zu vergessen.
-Man legt das so zugerichtete Brett beim Poliren auf einen Tisch und
-stützt sich mit der linken Hand auf dasselbe. Ehe man zu poliren
-beginnt, kann man mit einem wollenen, mit Politur befeuchteten Lappen
-den Gegenstand überall erst tüchtig einreiben, was aber rasch und
-+ohne mit dem Reiben einzuhalten+ geschehen muß. Nunmehr kann mit
-dem eigentlichen Poliren vorgegangen werden. Hierzu bedarf man eines
-aus einer wollenen polsterähnlichen Einlage und einer Hülle aus alter
-grober Leinwand bestehenden Bäuschchens in der Form eines Schnullers,
-welches einige Mal dicker sein muß. Die Einlage kann aus einem mehrmals
-zusammengelegten Streifen zarten Wollenstoffes oder auch aus einem
-leicht aufgewickelten Knaul von Strickwolle bestehen. Diese wollene
-Einlage wird nunmehr hinreichend mit Politur befeuchtet, so daß diese
-auch die äußere Leinenhülle nicht zu schwer zu durchdringen im Stande
-ist, und in letztere eingeschlagen und der Tampon fest zwischen die
-Spitzen der fünf Finger gefaßt und nun in kleinen Kreisen über die
-vorher hier und da ein wenig mit Oel oder Schmalz betupfte Fläche
-geführt, worauf sich bald sogenannte Wolken auf der Fläche zeigen.
-Sobald diese nachlassen oder sobald man bemerkt, daß der Tampon
-trocken wird oder klebt, muß der innere Wollbausch wieder mit Politur
-befeuchtet werden, und kann bei jeder neuen Füllung ein Tropfen Leinöl
-oder etwas Schmalz mit der Spitze des Zeigefingers der linken Hand
-in einigen Tupfen auf das Holz getragen werden. Man polire immer in
-kleinen Kreisen besonders längs des Randes und übergehe dann einmal
-die Mitte, und lasse die Gedanken bei der Sache, da in demselben
-Augenblicke in welchem man mit der kreisförmigen Bewegung aufhört,
-+rasch+ der Tampon von der Fläche +entfernt+ werden muß, andernfalls
-derselbe sofort anklebt und bei dem Abreißen eine schadhafte Stelle
-hinterläßt, welche, wenn solche nur geringfügig ist, sich im Laufe
-der Arbeit wieder glatt polirt, oder aber eine stark rissige und
-wie beschmutzt aussehende größere Stelle hinterläßt, welche nach dem
-Trocknen mit Bimsstein abgeschliffen werden muß, auf welche Arbeit
-ich später zurückkomme. Ist der zu polirende Gegenstand mehrseitig,
-so polirt man immer alle Seiten und Flächen rund herum durch, denn es
-muß alles zu gleicher Zeit fertig werden, und darf nicht etwa eine
-Seite nach der andern vorgenommen und fertig gestellt werden. In der
-angegebenen Weise kann man den Gegenstand längere Zeit bearbeiten, je
-nach der Größe ¼-½ 1-2 Stunden lang. Nach Verlauf dieser Zeit wird
-Politur in genügender Menge aufgetragen sein, und stellt man den
-Gegenstand auf einen Tag zurück. --
-
-Bevor man denselben wieder vornimmt, sehe man ob die etwa radirten
-Stellen sich noch auszeichnen, d. h. ob solche tiefer liegen als die
-Fläche, in welchem Falle alle vertieften Stellen, rühren sie nun vom
-Radiren oder von Zirkelstichen etc. her, mittelst des Pinsels mit
-+weißem Lack+ ausgefüllt werden, worauf man trocknen läßt. Genügt
-einmaliges Ausfüllen nicht, so muß man diese Prozedur wiederholen, bis
-die vertieften Stellen geebnet sind. Ist dies der Fall, dann wird der
-Gegenstand „abgeschliffen“, wodurch derselbe einestheils bei späterem
-Poliren einen höheren Grad von Glanz annimmt, anderntheils aber alle
-die Fläche beeinträchtigenden kleinen Erhabenheiten, wie Unreinigkeiten
-im Auftragen der Farbe, welche sich nunmehr als erhöhte Körnchen
-bemerkbar machen etc. schwach wellige Stellen im Holze geglättet
-werden.
-
-Hierbei verfährt man folgendermaßen: Sind keine besonderen Unebenheiten
-oder schadhafte Stellen vorhanden, so genügt ein Abschleifen mittelst
-des Bimssteinpulvers, mit welchem der zuvor ganz leicht mit Oel oder
-Schmalz eingeriebene Gegenstand leicht bestreut wird, worauf man mit
-einem unten glatten Kork oder Stöpsel die bestreuten Flächen leicht
-reibt, so daß solche ganz matt werden, worauf man allen Schmutz
-mit einem Tuche abwischt. Sind aber solcher Unebenheiten etc. mehr
-vorhanden, was bei größeren Arbeiten in der Regel der Fall sein wird,
-so genügt das Pulver nicht, sondern es wird hier der Bimsstein in
-Substanz erfordert. Man reibt wie oben bemerkt erst die Flächen leicht
-mit wenig Oel ein, nimmt das eine Stück Bimsstein mit der glatten
-Fläche nach Oben in die linke Hand und das zweite mit der glatten
-Fläche nach Unten in die rechte Hand und reibt nun mit letzterem
-vorzüglich über die schadhaften oder nicht ebenen Stellen. „Zieht“ der
-Stein nicht, d. h. haftet er nicht und geht leicht, so reibe man ihn
-mehrmals auf der Fläche des in der linken Hand befindlichen ab, worauf
-er „ziehen“ wird. Hierauf ist zu achten, denn zieht er nicht, so greift
-er nicht die Politur an. Spürt man aber etwas wie ein Sandkorn unter
-dem Steine, so streiche man ihn ebenfalls an dem in der linken Hand
-ab, da andernfalls leicht tiefe Kratzer entstehen. Man nehme sich aber
-bei diesem Abschleifen in Acht, daß man nicht +zu tief+ schleife und
-schließlich Farbe wegschleife, in welchem Falle die laidirten Stellen
-nochmals übermalt und fixirt werden müssen und das Ganze nochmals
-etwas stärker polirt werden muß. Auch wo die Arbeiten mit Gold und
-Silber behandelt sind, ist insoferne beim Abschleifen große Vorsicht
-angezeigt, als Gold und Silber stark auftragen und die betreffenden
-Flächen auch nach dem ersten Poliren immer stark erhöht erscheinen und
-das Metall Gefahr läuft +gründlich+ abgeschliffen zu werden, weßhalb
-es räthlich, auf derartige Arbeiten beim ersten Poliren mehr Politur
-zu bringen, d. h. solche länger zu poliren als solche, an welchen
-kein Gold und Silber vorkommt. Wenn auch abgeschliffene Farbe wieder
-ausgebessert werden kann, so hat solche Restauration doch eine sehr
-unangenehme Eigenschaft, indem die auf diese Weise nachgebesserten
-Stellen viel tiefere glanzvollere Farbe haben, was unter Umständen sehr
-störend wirken kann, wie z. B. in einem schwarzen Grunde, wo dann eine
-derartige Ausbesserung nach Beendigung wie ein +schwarzer+ =Fleck=
-+von größter Tiefe+ auf einer dann mehr +graulich+ wirkenden Fläche
-erscheint. Daher Vorsicht.
-
-Ist das Abschleifen vollendet, so wischt man den Gegenstand mit einem
-weichen Tuche ab und geht dann an die Beendigung der Arbeit, zu welcher
-in der Regel kein Oel mehr genommen und etwas mit Weingeist verdünnte
-Politur angewendet wird. Ferner nimmt man hiezu ein ganz frisches
-Tampon, nimmt nur bei erster Befeuchtung noch starke Politur, und
-polirt jetzt immer bis das Tampon +ganz trocken+ ist, was man an dem
-zunehmenden Glanz der Fläche bemerkt. Hierauf polirt man mit +ganz
-wenig+ der verdünnten Politur, welcher man immer noch etwas Weingeist
-zusetzen kann und geht beim Abpoliren mit abermals frischem Tampon
-ganz in reinen Weingeist über, von welchem 1-2 Tropfen genügen und
-polirt bis der Tampon absolut trocken ist. Klebt der Tampon etwas, so
-helfe man mit einer Kleinigkeit Oel nach.
-
-So etwa ist der Gang der Prozedur bei reinlichen, nicht oder wenig
-beschädigten Arbeiten und gut präparirten, d. h. recht glatt
-geschliffenen Flächen, weßhalb es auch gerathen ist, alle käuflichen
-Objekte in Bezug auf ihre Glätte vor Beginn der Arbeit genau zu
-untersuchen und solche falls sie wellig sind, vorher nochmals von
-einem Schreiner abschleifen zu lassen, was eine Kleinigkeit ist,
-andernfalls man beim Poliren viel Mühe hat, indem sehr wellige Flächen
-wenn solche spiegelglatt sein sollen, dann nicht selten 5-6 Mal wieder
-abgeschliffen werden müssen. So lange ein nochmaliges Abschleifen
-erforderlich scheint, wird selbstverständlich beim Poliren so
-verfahren, wie beim ersten Male, d. h. mit stärkerer Politur polirt.
-
-Aus dieser Darstellung geht hervor, daß reinliches Arbeiten auf
-gut präparirtes d. h. glatt geschliffenes Material das Poliren
-+sehr wesentlich+ vereinfacht und zu einer leicht und schnell zu
-bewältigenden Manipulation macht.
-
-Reiben sich während des Polirens Unreinigkeiten, besonders Fasern von
-Wolle etc. mit in die Fläche, so stehe man von weiterem Poliren ab,
-lasse trocknen und schleife die Fasern mit Bimsstein ab.
-
-Bei Arbeiten wie etwa Schrankthüren, wo vertiefte Flächen vorkommen,
-ist das Poliren der Ecken in solchen tieferen Flächen sehr mißlich und
-müssen solche in der Regel vor dem Abpoliren mit weißem Lack sehr
-vorsichtig ausgepinselt werden, was überhaupt für alle Theile gilt, zu
-welchen mit dem Tampon nicht gut zu gelangen ist.
-
-Sodann ist noch zu bemerken, daß man allen Kanten der Flächen öfter mit
-dem Tampon entlang oder hin und her wischt, da bei der kreisförmigen
-Bewegung die Kanten weniger gleichmäßig berührt werden. Schließlich
-will ich noch der Ausbesserung kleiner Schäden im Holze gedenken,
-welche an großen Gegenständen z. B. Tischen, während des Transportes
-verursacht, nicht selten vorkommen und sich meist am Rande oder
-anderwärts durch mehr oder weniger tiefe Eindrücke und Höhlungen
-bemerklich machen. Diese Schäden werden mit an einem Licht heiß und
-knetbar gemachten Stück Schellack ausgefüllt oder „ausgebrannt“, wie
-der ~terminus technicus~ lautet, dann mittelst einer zarten Feile mit
-der Umgebung ausgeglichen, (selbstverständlich müssen solche Stellen
-in einen +dunkel+ gefärbten Rand kommen) und mit der betreffenden
-Farbe übergangen, worauf nach dem Poliren nichts mehr von der früheren
-Verletzung sichtbar bleibt. Hat man mit zu viel Fett polirt und wird
-der abpolirte Gegenstand nach wenigen Tagen ölig und krustig, so
-übergeht man denselben mit einem +reinen+ Kork und polirt nochmals mit
-ganz wenigen Tropfen Weingeist ab.
-
-
-
-
-~Dr.~ Fr. Schoenfeld & Co.
-
-in Düsseldorf.
-
- Fabrik feinst präparirter Oel-, Aquarell- und Gouache-Farben in
- Zinntuben, Porzellannäpfchen und Glasfläschchen, Handlung in besten
- deutschen und englischen Aquarellpapieren, sowie in allen zur Oel-
- und Aquarellmalerei nöthigen Materialien.
-
-
-Der Preis der vorstehend empfohlenen gewöhnlichen Aquarellfarben in
-Zinntuben und Näpfchen ist, soweit solche nicht nachstehend namentlich
-aufgeführt sind,
-
- per Tube oder Näpfchen Rm. 0.35.
- „ Fläschchen Gouachefarbe „ 0.60.
-
-Chrimsonlack, Marsgelb, Marsorange, Graphit, Scharlach-Zinnober
-
- per Tube oder Näpfchen Rm. 0.45.
- „ Fläschchen Gouachefarbe „ 0.75.
-
-Krapplack (~Rose Madder~ -- ~Brown Madder~) Indischgelb, Kobaltblau,
-Ultramarin (~French Blue~), ~Cadmium~, (hell und dunkel) Grünes
-Chromoxyd, ~Vert émeraude~
-
- per Tube oder Näpfchen Rm. 0.75.
- „ Fläschchen Gouachefarbe „ 1.20.
-
-Gebrannter Carmin, Purpur Krapplack, ~Aureolin~
-
- per Tube oder Näpfchen Rm. 1.--.
- „ Fläschchen Gouachefarbe „ 1.60.
-
-Smalte, Ultramarinasche
-
- per Tube oder Näpfchen Rm. 3.--.
-
-Blechkasten gefüllt nach Angabe des Verfassers dieses Werkes mit
-folgenden 12 Farben in Tuben: ~Chrimsonlack~, ~Brown Madder~, ~Rose
-Madder~, Indischgelb, Heller Ocker, Chinesisch Weiß, ~Gebr. Sienna~,
-~Vandykbraun~, ~Brown Pink~, ~French Blue~, Kobaltblau, ~Gummi
-Guttae~ sowie folgenden 22 Farben in Näpfchen, resp. halben Näpfchen:
-~Indigo~, ~Neutral Tinte~, ~Payne’s Gray~, Lampenschwarz, Blauschwarz,
-Indischroth, Zinnober, ~Light Red~, ~Terra Sienna~, ~Umbra~,
-Neapelgelb, ~Lemon Yellow~, ~Sepia~, ~Gebr. Umbra~, Grünes Chromoxyd,
-Smaragdgrün, Purpur Krapp, Preußisch Blau, ~Marsorange~, ~Cadmium~,
-Grün-Blau Oxyd und ~Mennige~
-
- Rm. 24.--.
-
-Die Gouachefarben in Fläschchen werden auch in eleganten Holzkasten
-mit Schloß zu 12, 18 und 24 Farben, die Aquarellfarben in Tuben in
-feinst lackirten Blechkasten, enthaltend: 12, 15, 16, 20, 24 und 30
-Tuben im Preise von Rm. 11.--. bis Rm. 33.--., die Aquarellfarben in
-ganzen und halben Näpfchen, ebenfalls in feinst lackirten Blechkasten,
-enthaltend: 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 24 und 30 ganze oder halbe
-Näpfchen im Preise von Rm. 4.60. bis Rm. 24.60. Die Aquarellfarben
-werden außerdem in kleinen handlichen, feinst lackirten Blechkästchen
-(sogenannte Westentaschen-Etuis), in welche die Farben hineingedrückt
-sind, geliefert, und zwar mit: 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 21, 24 und 30
-Farben im Preise von Rm. 3.75. bis Rm. 11.--.
-
-=Vollständige Preiscourante stehen jederzeit zur Verfügung.=
-
-
-
-
-Verlag von +Paul Neff+ in Stuttgart.
-
-
- Das Polychrome Ornament.
-
- HUNDERT TAFELN
-
- in
-
- Gold-, Silber- und Farben-Druck.
-
- Etwa 2000 Motive aller Stilarten enthaltend:
-
- Antike und orientalische Kunst, Mittelalter,
- Renaissance, XVII. & XVIII. Jahrhundert.
-
- Eine historisch-practische Sammlung
-
- von
-
- A. RACINET.
-
- Mit erklärenden Beschreibungen und einer allgemeinen Einleitung.
-
- Deutsche Ausgabe von =R. Reinhardt=,
-
- Architekt und Professor am Königl. Polytechnikum in Stuttgart.
-
- Unter Mitwirkung von A. MECKLENBURG, Architekt.
-
- Zweite Auflage.
-
- Preis in losen Blättern ℳ. 120.--. In Carton-Kapsel ℳ. 122.--
- In dauerhaftem eleg. Halbfranzband geb. ℳ. 130.--
-
-
- DIE KLASSIKER DER MALEREI.
-
- Eine Sammlung ihrer berühmtesten Werke
-
- mit erläuterndem Text =für Künstler, Freunde der Kunst
- und Lehrer der Kunst-Geschichte=
-
- Herausgegeben von Dr. =P. F. Krell=,
-
- Professor der Kunstgeschichte in München.
-
- Unter Mitwirkung von Dr. O. Eisenmann.
-
- Unveränderlicher Photographiedruck von Martin Rommel.
-
- =I. Serie:= Italienische Renaissance. =II. Serie:= Niederländer und
- Spanier.
-
- Jede Serie erscheint in etwa 33 Lieferungen à 2 Tafeln gr. Folio.
- -- Preis der Lieferung Mark 2.50.
-
-
-Zu beziehen durch alle Buch- und Kunsthandlungen.
-
-
-
-
-Fußnoten:
-
-[A] Moose unter ~F.~ Felsen.
-
-[B] Eine genaue Scheidung der Töne für Mittelgrund etc. ist nicht wohl
-thunlich und diese Theilung insofern unpassend, als bei der Wahl der
-Farben vor allen Dingen +Beleuchtung+ und +Witterung+ in Betracht kommt
-und je nach diesen Factoren der Mittelgrund sowohl Töne der Ferne als
-auch des Vordergrundes zeigen kann. Um Mißverständnisse zu vermeiden,
-bemerke ich daher, daß ich diese Rubriken lediglich in der Absicht
-gegeben habe, den Lernenden auf diejenigen Töne zu leiten, welche für
-die betreffende Rubrik +vorzugsweise+ unter normalen Witterungs- und
-Beleuchtungsverhältnissen Anwendung finden können.
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Handbuch der Aquarellmalerei, by
-Friedrich Jaennicke
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER AQUARELLMALEREI ***
-
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-or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
-work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
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-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of computers
-including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
-because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
-people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
-and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
-http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
-permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
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-The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
-Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
-throughout numerous locations. Its business office is located at
-809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
-business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
-information can be found at the Foundation's web site and official
-page at http://pglaf.org
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-For additional contact information:
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
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-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
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-spread public support and donations to carry out its mission of
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-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
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-works.
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-concept of a library of electronic works that could be freely shared
-with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
-Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
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-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
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