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-Project Gutenberg's Handbuch der Aquarellmalerei, by Friedrich Jaennicke
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-
-Title: Handbuch der Aquarellmalerei
- Nach dem heutigen Standpunkte und mit vorzüglicher Anwendung
- auf Landschaft und Architektur nebst einem Anhange über
- Holzmalerei
-
-Author: Friedrich Jaennicke
-
-Release Date: May 22, 2017 [EBook #54759]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER AQUARELLMALEREI ***
-
-
-
-
-Produced by the Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net (This file was produced from images
-generously made available by The Internet Archive)
-
-
-
-
-
-
- ####################################################################
-
- Anmerkungen zur Transkription
-
- Der vorliegende Text wurde anhand der 1877 erschienenen
- Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben.
- Zeichensetzung und offensichtliche typographische Fehler wurden
- stillschweigend korrigiert. Unterschiedliche Schreibweisen (z.B.
- ‚Perspektive‘/‚Perspective‘) wurden nicht vereinheitlicht. Einige
- englischsprachige Bezeichnungen, insbesondere die der Malfarben,
- sind im Buch inkonsistent wiedergeben, bzw. ganz oder teilweise
- eingedeutscht. Diese Schreibweisen wurden in der vorliegenden
- Version nicht geändert.
-
- Die Buchversion wurde in Frakturschrift gedruckt. Wie in dieser
- Schriftart meist üblich, wurde der Ausdruck ‚&c.‘ mit dem
- tironischen Und-Zeichen wiedergegeben. In der elektronischen
- Fassung wurde dieser dagegen als ‚etc.‘ ausgedrückt. Die von
- der Normalschrift abweichenden Schriftschnitte wurden in der
- vorliegenden Fassung mit den folgenden Symbolen gekennzeichnet:
-
- fett : =Gleichheitszeichen=
- gesperrt: +Pluszeichen+
- Antiqua: ~Tilden~
-
- Kapitälchen werden in GROSSBUCHSTABEN dargestellt.
-
- ####################################################################
-
-
-
-
- Handbuch
- der
- Aquarellmalerei.
-
- Nach dem heutigen Standpunkte
- und in vorzüglicher Anwendung auf
- Landschaft und Architektur
-
- Nebst einem Anhange über
- Holzmalerei.
-
- Von
- Friedrich Jaennicke.
-
- ~Omnis ars naturae imitatio est.~
- ~Senec. Ep.~ 64, 3.
-
- Zweite verbesserte und vermehrte Auflage.
-
- Stuttgart. Verlag von Paul Neff. 1877.
-
-
-
-
- Druck von +Emil Müller+ in Stuttgart.
-
-
-
-
-Vorrede zur ersten Auflage.
-
-
-Hiermit übergebe ich den Freunden der Aquarellmalerei ein auf dem
-Wege langjähriger Praxis dieses Zweiges der Kunst entstandenes Lehr-
-und Hilfsbuch. Es verdankt sein Entstehen erst vereinzelten, später
-ausgiebigeren Notizen, welche ich zu meiner eigenen Belehrung sammelte
-und in neuester Zeit zu einem vollständigen und zusammenhängenden
-Ganzen ausarbeitete. Hierbei hatte ich vorzugsweise die zahlreichen,
-mitunter sehr begabten Dilettanten im Auge, welche den Verkehr mit
-Künstlern oder einen zur Seite stehenden tüchtigen Lehrer -- Vortheile,
-welche sich nur in größeren Städten, und dann in der Regel nur wenigen
-Interessenten zu bieten pflegen -- entbehren müssen, aber weiter
-streben, ohne freilich in den meisten Fällen je über die mehr oder
-weniger conventionellen Töne der Farbendrücke hinauszukommen.
-
-Ich selbst bin lange im Finsteren umhergeirrt. Meine ersten Versuche
-habe ich nach Meichelt: „Schule der Aquarellmalerei“, später nach
-Steinhart und ähnlichen Publikationen gemacht. Daß ich beiden
-spärlichen, ganz ungenügenden, dabei noch meist veralteten oder
-irreführenden technischen Angaben dieser Werke, anderer gänzlich
-unbrauchbarer nicht zu gedenken (z. B. „Die Kunst Maler zu werden von
-Rafael Sanzio.“ ~Sic!~), und den noch ungenügenderen, der Natur
-möglichst wenig entsprechenden Farbendrücken der genannten Werke,
-höchst zweifelhaften Nutzen aus diesen Studien geerntet habe, wird
-jedem Kenner einleuchten. Späterer häufiger Verkehr mit Künstlern,
-welche mir mit Rath und That zur Seite standen -- hier sei besonders
-P. Burnitz in Frankfurt in dankbarer Erinnerung genannt --, reger
-Besuch der Gallerien in Frankfurt und Darmstadt, nebenbei Studien
-nach englischen, in diesem Fach höchststehenden Werken wie Penley,
-Delamotte, Barnard etc. etc. sowie fleißiges Malen nach der Natur haben
-mich nach und nach, wenn auch nicht zum Künstler ~par excellence~,
-so doch zum mehr wie oberflächlichen Kenner herangebildet. Auf dem
-langen Wege zu besseren Leistungen habe ich hinlänglich Gelegenheit
-gehabt, alle die Anstände würdigen zu lernen, welche sich dem mit der
-Technik sowohl, wie mit der Farbe kämpfenden strebsamen Dilettanten
-entgegen stellen. Eingehende Beachtung derselben neben gründlicher
-Beobachtung der großen Lehrmeisterin Natur hat mit den Grund zu den
-nachfolgenden Anweisungen gelegt, in welchen Technik und Farbe nach
-bestem Wissen gründliche Erörterung gefunden haben und umsomehr, als
-gerade über diese Gegenstände wenig oder nichts in der deutschen
-Literatur vorhanden ist und ohne sehr genaue Kenntniß der zu Gebot
-stehenden Farben weder Fertigkeit in der Technik noch bestimmte
-Wirkung im Colorit erlangt werden können. Aus diesem Grunde habe ich
-jede einzelne in der Landschaftsmalerei Anwendung findende Farbe nach
-ihrer eigenartigen Natur behandelt. Ich habe angegeben, wo, wie und
-in welchen Combinationen sie am erfolgreichsten zu verwenden ist;
-habe aber umgekehrt auch diejenigen Eigenschaften berührt, welche sie
-nicht besitzt, sowie diejenigen Fälle betont, wo von ihrer Anwendung
-unerfreuliche oder wohl gar schädliche Wirkungen zu erwarten sind.
-Besondere Aufmerksamkeit habe ich auch auf die zahlreichen, für gewisse
-Töne, Stimmungen und Effekte nothwendigen Farbenmischungen gerichtet,
-welche von dem Nichteingeweihten, wenn überhaupt, nur sehr schwer und
-dann gewöhnlich nur höchst unvollkommen zu erreichen sind. Der in
-dieser Beziehung nach Hilfe Suchende dürfte kaum einmal vergeblich das
-Buch zu Rathe ziehen.
-
-Ueber das Zeichnen bin ich weggegangen, da ich voraussetzen muß, daß
-die nöthige Fertigkeit bereits erlangt ist und weil, wo in einigen
-Punkten, wie etwa in Perspektive, Schattenlehre etc. etc. weiteres
-Studium erwünscht oder angezeigt wäre, dem Interessenten zahlreiche
-treffliche Lehrmittel zu Gebote stehen.
-
-Was speziell die Technik des Aquarells betrifft, so basiren meine
-deßfallsigen Angaben auf der heute in England und Belgien herrschenden
-Malweise, welche das Aquarell auf seine jetzige in manchen Punkten mit
-der Oelmalerei rivalisirende Höhe gebracht hat. Denselben Standpunkt
-nimmt das von Professor M. Schmidt in Berlin herausgegebene Werkchen:
-„Bemerkungen über die Technik des Aquarells in ihrer Anwendung auf
-Landschaftsmalerei“ ein. Es ist dies die einzige bessere deutsche
-Publikation dieser Art, welche jedoch für den auf sich selbst
-angewiesenen Freund des Aquarells nicht eingehend genug behandelt ist
-und mehr zu einer allgemeineren Kenntniß der Technik und leitenden
-Gesichtspunkte, nicht aber der Farbe führt.
-
-Dilettanten verkennen nicht selten die Ziele der Kunst. In dem Kapitel
-über das Malen nach der Natur habe ich deßwegen in dieser Beziehung
-ausführlichere Erörterungen eingestreut und deßfallsige bessere
-Erkenntniß anzubahnen versucht. Allen Anfängern möchte ich jedoch
-dringend empfehlen, sofort nach Bewältigung der größten technischen
-Schwierigkeiten vom Copiren von Vorlagen und Farbendrücken gänzlich
-abzustehen, indem die meist conventionellen, nicht selten sehr
-naturwidrigen, unwahren oder gequälten Farbentöne dieser Krücken in
-der Regel wenig geeignet sind, einen zuverlässigen Führer im Colorit
-abzugeben. Hat der Anfänger einige Sicherheit in Technik und Farbe
-erlangt, so gehe er hinaus in die Natur und beginne mit kleineren
-Gegenständen wie Motiven von alten Gebäuden, Bäumen verschiedener
-Art etc. etc. Für den Winter oder bei ungünstiger Witterung wähle
-man Interieurs, Stillleben, wozu sich besonders Gefäße, Curiositäten
-etc. trefflich eignen, Aussichten aus dem Fenster etc. etc. Besonders
-empfehle ich Studien desselben Gegenstandes bei verschiedener
-Beleuchtung. -- Aus diesen Studien, wie aus solchen von Luft, Wolken,
-Ferne, Gebirgen, Vordergründen etc. etc. wird er mehr Nutzen erndten,
-als aus jahrelangem Copiren zweifelhafter Farbendrücke. Durch erste
-mißlungene Versuche lasse sich aber Niemand abschrecken, denn Geduld
-und Ausdauer führen bei nur einigermaßen günstiger Befähigung sicher
-zum Ziele. In Technik und Colorit schon vorgeschritteneren Dilettanten
-möchte ich jedoch, behufs des Erlangens einer „breiten“ Behandlung,
-dringend das Copiren einiger Farbendrücke nach Hildebrandt: „Reise um
-die Erde“ anempfehlen.
-
-Da dem Ornament in unserer Zeit Seitens der Freunde der Kunst immer
-mehr das Interesse zugewendet wird, welches es mit Recht beanspruchen
-darf und dieses Interesse in der heute von Dilettanten und ganz
-besonders auch von Dilettantinnen vielfach gepflegten Holzmalerei
-eine sehr lohnende praktische Verwerthung gefunden hat, habe ich, dem
-Wunsche des geschätzten Herrn Verlegers sowohl, wie eigener Neigung
-folgend, in einem Anhange die Grundzüge dieser ornamentalen Malerei
-dargelegt und sollte es mich freuen, wenn ich derselben hierdurch neue
-Freunde erwerben würde.
-
-+Mainz+ im Mai 1875.
-
- =F. Jännicke=
-
-
-
-
-Vorwort zur zweiten Auflage.
-
-
-Daß meine Arbeit so rasch eine zweite Auflage erheischt, zeigt,
-daß dieselbe Vielen erwünscht gewesen ist, was ich übrigens auch
-aus zahlreichen, mir bald nach dem Erscheinen der ersten Auflage
-zugekommenen Zuschriften und Anfragen, Einsendungen von Studien,
-darunter nicht wenige von Architekten, wahrzunehmen die erfreuliche
-Gelegenheit hatte. In der vorliegenden neuen Auflage habe ich,
-theilweise durch entsprechende Anfragen aufmerksam gemacht, an
-nicht wenigen Stellen, aber vorzugsweise in den +Studien nach der
-Natur+, sodann im Gebiete der Theorie, besonders jener der Farbe,
-die verbessernde Hand angelegt, während der die Holzmalerei behandelnde
-Anhang fast gänzlich umgearbeitet und wie die Interessenten erkennen
-werden, gleichfalls sehr zu seinem Vortheil verändert worden ist.
-Mancherlei über diesen Zweig häuslicher Kunst an mich gelangte Anfragen
-veranlaßten mich, mich mehr damit zu beschäftigen, als ohnedem der
-Fall gewesen sein würde und so machte ich inzwischen manche weiteren
-Erfahrungen, welche ich den Interessenten nicht vorenthalten möchte.
-
-Möge sich mein Buch in dieser vielseitig verbesserten, dem
-künstlerischen Gesichtspunkte mehr Rechnung tragenden Gestalt zu den
-alten recht zahlreiche neue Freunde erwerben und sich mehr und mehr des
-Beifalls der Studirenden erfreuen.
-
-+Mainz+, April 1877.
-
- =Der Verfasser.=
-
-
-
-
-Benutzte Werke.
-
-
- ~Penley: English School of painting in Water-Colour.~
-
- ~Delamotte: Art of Sketching from Nature.~
-
- ~Barnard: Landscape Painting in Water-Colour.~
-
- ~Hatton: Hints for Sketching in Water-Colour.~
-
- ~Rowbotham: Landscape Painting in Water-Colour.~
-
- +Penley: A System of Water-Colour-Painting.+
-
- +Carmichael: Marine Painting in Water-Colours.+
-
- Schmidt: Bemerkungen über die Technik der Aquarellmalerei in ihrer
- Anwendung auf die Landschaftsmalerei.
-
- +Couture: Entretiens d’atelier.+
-
- Bezold v. W.: Farbenlehre im Hinblick auf Kunst und Gewerbe.
-
- Brücke: Physiologie der Farben für die Zwecke des Kunstgewerbs.
-
- Grüber: Elemente der Kunstthätigkeit.
-
-
-
-
-Inhaltsverzeichniß.
-
-
- Seite
-
- Vorrede III
-
- Benutzte Werke X
-
- Einleitung 1
-
- 1. Ueber die Aquarellmalerei im Allgemeinen 1
-
- 2. Ueber Manier 5
-
- 3. Ueber Zeichnung und Farbe 6
-
-
- Theoretischer Theil.
-
- I. +Die Geräthschaften+ 10
-
- 1. Aquarellpapier 11
-
- 2. Pinsel 14
-
- 3. Farben 17
-
- Charakteristik der einzelnen Farben 19
-
- Weiß 20
-
- ~Permanent Chinese White~ 21
-
- ~Jaune brillant~ 23
-
- Gelb 23
-
- ~Yellow Ochre~ 24
-
- ~Roman Ochre~ 25
-
- Goldocker, ~Ochre de Rue~ 26
-
- ~Gamboge~ 26
-
- ~Indian Yellow~ 27
-
- ~Cadmium~ 29
-
- ~Naples Yellow~ 30
-
- ~Raw Sienna~ 32
-
- ~Lemon Yellow~ 33
-
- ~Aureolin~ 34
-
- Italienische Erde. -- ~Mars Yellow.~ -- ~Gallstone.~ --
- ~Italian Pink.~ -- ~Yellow Lake.~ -- Japan. Gelb. --
- ~Chrome.~ -- ~Stil de grain jaune~ 35
-
- +Orange+ 35
-
- ~Penley’s Neutral Orange~ 36
-
- ~Burnt Sienna~ 37
-
- ~Mars-Orange~ 38
-
- ~Brown Ochre~ 39
-
- ~Orange-Vermilion~ 39
-
- ~Burnt Roman Ochre.~ -- Gebr. Ital. Erde. -- ~Laque Robert
- Nr. 7~ 39
-
- +Roth+ 40
-
- ~Light Red~ 40
-
- ~Venetian Red~, ~Red Ochre~. Neapelroth 41
-
- ~Vermilion~ 42
-
- ~Rose Madder~ 42
-
- ~Chrimson Lake~ 43
-
- ~Indian Red~ 44
-
- Persisch Roth. -- Marsroth. -- ~Caput mortuum~ 44
-
- ~Brown Madder~ 44
-
- Brauner Krapp. -- ~Madder Braun~ 45
-
- ~Purple Madder~ 45
-
- ~Carmine.~ -- ~Purple Lake.~ -- ~Pure Scarlet.~ -- ~Scarlet
- Lake.~ -- ~Indian Purple.~ -- Rothbrauner Krapp. -- ~Rubens
- Madder.~ -- ~Pink Madder.~ -- Dunkler Krapp, ~Madder-Carmine.~
- -- Braunrother Krapp. -- ~Van Dyk~ Roth. -- Pompejanisches
- Roth, ~Burnt Carmine.~ -- ~Red Lead.~ -- ~Jaune Capucin~ 46-47
-
- +Blau+ 47
-
- ~Ultramarine~ 48
-
- ~Ultramarin-Ash~ 49
-
- ~French Blue~ 49
-
- ~Cobalt~ 50
-
- ~New Blue.~ -- ~Paris Blue.~ -- Blau Oxyd. -- Grünblau Oxyd.
- -- ~Coelinblau~ 51
-
- ~Indigo~ 51
-
- ~Prussian Blue~ 52
-
- ~Intense Blue~ 53
-
- ~Antwerp Blue.~ -- Mineral-Blau. -- ~Smalt~ 53
-
- +Grün+ 53
-
- ~Green Oxyde of Chromium~ 54
-
- ~Emerald Green~ 55
-
- ~Cendre verte.~ -- ~Vert émeraude~ 56
-
- ~Brown Pink~ 57
-
- ~Olive Green~ 57
-
- ~Viridian~, ~Terra verte~. -- Grüner Zinnober. -- Cobaltgrün,
- Chromgrün, Permanentgrün, Parisergrün, Malachitgrün 57-58
-
- +Violett+ 58
-
- +Braun+ 59
-
- ~Raw Umber~ 60
-
- ~Burnt Umber~ 60
-
- ~Vandyke Brown~ 61
-
- ~Bistre~ 61
-
- ~Sepia.~ -- ~Warm Sepia.~ -- ~Roman Sepia~ 62
-
- Brauner Krapp. -- Brauner Lack. -- Florentiner Braun. --
- Römisch Braun. -- Asphalt. -- Marsbraun. -- Casseler Erde.
- -- Cölnische Erde. -- Gebrannte grüne Erde 63
-
- +Schwarz+ 63
-
- ~Lamp Black~ 64
-
- ~Blue Black~ 65
-
- ~Neutral Tint~ 65
-
- ~Payne’s Grey~ 65
-
- Beinschwarz, Rebenschwarz, Kernschwarz, Elfenbeinschwarz,
- ~Black Lead~ 66
-
- Arabischer Gummi, Traganth, Reiswasser, Ochsengalle, Firniß 66-67
-
- 4. Der Farbenkasten 68
-
- II. +Farbentheorie+ 72
-
-
-
-
-Praktischer Theil.
-
-
- I. Bemerkungen über Licht und verschiedene Manipulationen 88
-
- 1. Licht 88
-
- 2. Aufspannen 89
-
- 3. Behandlung der Lichter 89
-
- 4. Unfälle beim Malen 94
-
- 5. Pinselführung 96
-
- 6. Umrißzeichnung und erster Ton 98
-
- 7. Farbenmischung 101
-
- 8. Lasuren 103
-
- II. Colorit 104
-
- A. Luft und Wolken 105
-
- 1. Colorit 105
-
- 2. Technik 111
-
- B. Die Ferne, Gebirg 136
-
- 1. Colorit 136
-
- 2. Technik 141
-
- C. Die Vegetation in Mittel- und Vordergrund[A] 148
-
- 1. Colorit 148
-
- 2. Technik 156
-
- D. Wasser nebst Staffage 177
-
- 1. Colorit 177
-
- 2. Technik 183
-
- E. Wege und Ufer 190
-
- 1. Colorit 190
-
- 2. Technik 192
-
- F. Felsen 193
-
- 1. Colorit 193
-
- 2. Technik 195
-
- G. Gebäude und deren Theile 197
-
- 1. Colorit 197
-
- 2. Technik 201
-
- H. Staffage (Thiere und Menschen) 207
-
- 1. Colorit 207
-
- 2. Technik 209
-
- III. +Die technische Behandlung+ durchgeführter Bilder 212
-
- IV. +Studien nach der Natur+ mit Einschluß der nothwendigen
- Erörterungen über Perspektive, +Horizont+, richtiges Sehen,
- +Contrastwirkung+, +Modellirung+ und alle für +künstlerische+
- Darstellung und Auffassung in Betracht kommenden
- Gesichtspunkte 214
-
-
-Nachtrag.
-
- Die Holzmalerei 246
-
- 1. Allgemeines 246
-
- 2. Material und Hülfsmittel 247
-
- 3. Plan und Anlage 257
-
- 4. Colorit 269
-
- 5. Politur 278
-
-
-
-
-Einleitung.
-
-
-1. Ueber die Aquarellmalerei im Allgemeinen.
-
-In den letzten Decennien ist kein Zweig der bildenden Kunst in so
-ausgiebiger Weise gefördert worden, wie die Aquarellmalerei. Die
-neueste Ausbildung derselben ist vorwiegend den Künstlern Englands,
-in zweiter Linie denen Belgiens und Frankreichs zu verdanken, wobei
-zu bemerken ist, daß das Aquarell seit langer Zeit schon in England
-sich besonderer Pflege erfreut und es dort zum guten Ton gehört,
-in diesem Kunstzweige einige Kenntniß, beziehungsweise Fertigkeit,
-sich anzueignen. Erheblichen Antheil an dieser Förderung beansprucht
-indessen die dortige Produktion werthvoller neuer, und was besonders
-zu betonen ist, sehr +haltbarer+ Farben, wie nicht minder die
-stets fortgeschrittene Herstellung der sonstigen Materialien, wie
-vorzugsweise die des Papiers.
-
-Die Bilder, welche noch vor nicht sehr langer Zeit in Deutschland
-Aquarelle genannt wurden, hatten wenig Anspruch darauf, als Malereien
-im eigentlichen Sinne des Wortes zu gelten. In den meisten Fällen waren
-es in den Schatten getuschte oder mit Neutraltinte behandelte, mit
-leichten Farbentönen angelegte Zeichnungen. Die Zeichnung war Haupt-,
-die Farbenwirkung Nebensache, und selbst wo kräftigere Farbenwirkung
-angestrebt wurde, scheiterte das Bild an den Veränderungen, welche die
-früheren, theilweise wenig haltbaren Farbenstoffe, die meist Anwendung
-fanden, oft schon nach sehr kurzer Zeit erlitten. Daher das heutige
-matte, verfärbte Aussehen dieser Classe von Gemälden.
-
-Ganz verschieden verhalten sich die heutigen englischen,
-beziehungsweise nach englischer Art gemalten Aquarelle, Gemälde,
-welche lediglich durch die +Farbe+ wirken und in Bezug auf glanzvolle
-Darstellung der Luft und Tiefe der Farben nicht selten den Oelmalereien
-ebenbürtig zur Seite stehen, dabei in der Farbe +dauerhaft+ sind.
-
-Die Technik des Aquarells ist in hohem Grade für die Darstellung der
-verschiedensten Stimmungen der Atmosphäre nach Wetter, Beleuchtung,
-Tages- oder Jahreszeit geeignet und kann nach dieser Seite hin sich
-ohne Ueberhebung mit der Oelmalerei messen, indem die sanftesten
-Stimmungen wie die großartigsten und drohendsten Effekte in Licht und
-Luft wirkungsvoll zum Ausdruck gebracht werden können.
-
-In großem Maaße hierdurch bedingt ist die Aquarellmalerei daher ganz
-vorzüglich für die Darstellung der Landschaft und Architektur geeignet.
-In zweiter Linie leistet sie auch im Genre und Stillleben Erfreuliches
-und in bescheideneren Dimensionen läßt sie sich auch auf das Portrait
-anwenden. Sehr empfehlenswerth ist sie schließlich für Thier- und
-Blumenstücke.
-
-Die Vortheile, welche die Aquarellmalerei vor anderen Malweisen voraus
-hat, sind folgende:
-
-1. Das Aquarell verändert seine Farbe nicht, vorausgesetzt, daß es nach
-neueren Prinzipien und mit den in diesem Buche besprochenen Farben
-gemalt worden ist.
-
-2. Luft- und Lichteffekte lassen sich weit naturwahrer darstellen wie
-in der Oelmalerei, indem das gekörnte Papier durch die transparenten
-Farbentöne durchshimmert, wodurch man eher +in+ die Luft oder Ferne,
-als +auf+ dieselbe zu blicken vermeint. In diesem Punkte hat das
-Aquarell sogar einen bestimmten Vorzug, indem bei dem Oelbilde die
-hellsten Lichter in Luft und Ferne stets impastirt, d. h. mit dicker,
-undurchsichtiger Farbe aufgetragen sind. Wo im Aquarell Luft und Ferne
-nicht getreu der Natur wiederspiegeln, da liegt die Schuld durchaus
-nicht an unzulänglichen Mitteln der Darstellung, sondern vielmehr an
-der Ungeschicklichkeit des Darstellers.
-
-3. Die Schnelligkeit der Arbeit, da man nur kurze Pausen zu machen
-nöthig hat, indem das nasse Papier in den Fällen, wo man nicht weiter
-arbeiten kann, sehr rasch trocknet.
-
-4. Unterbrechungen der Arbeit können mit unerheblichen Ausnahmen
-jederzeit eintreten.
-
-5. Mit dem Aquarellpinsel läßt sich weit leichter und sicherer
-zeichnen, als es die Oelfarbe ermöglicht.
-
-6. Das Malen nach der Natur ist bei der leichten Tragbarkeit der
-Materialien ungemein erleichtert.
-
-7. Zu warme Farbentöne können durch Lasuren sehr leicht herabgestimmt
-und zu kalte erhöht werden.
-
-Den aufgezählten Vortheilen stehen jedoch einige manchmal
-recht fühlbare Nachtheile entgegen, welche sich indessen durch
-Geschicklichkeit und namentlich durch reifliche Ueberlegung vor Beginn
-der Arbeit überwinden lassen.
-
-In erster Linie ist hier die schwierige Behandlung einer an Farben und
-Wolkenbildungen reichen Atmosphäre zu nennen. Große Veränderungen, wie
-in der Oelmalerei, lassen sich hier nicht leicht vornehmen und öftere
-Waschungen mit dem Schwamm zerstören die körnige Textur des Papiers
-und geben demselben ein wolliges, die Wirkung der Luft im höchsten
-Grade beeinträchtigendes Ansehen. Es ist deßhalb gerathen, bei Lüften
-dieser Art vorher reiflich den Gang der Arbeit zu überlegen. Ist die
-Darstellung der Luft geglückt, dann ist sehr Viel gewonnen.
-
-In zweiter Linie steht die Aquarellmalerei in der Behandlung des
-Vordergrundes entschieden gegen die Oelmalerei zurück. Sie kann hier
-weder die Kraft und Tiefe der letzteren, noch deren hier leicht
-darstellbares Detail erreichen. Aus diesem Grunde wird die +getreue+
-Wiedergabe der Gegenstände im Vordergrund, besonders der Bäume, des
-Pflanzen- und Graswuchses im Aquarell auch nur selten angestrebt.
-Indessen aber gibt es dennoch Künstler, z. B. Birket Foster u.
-A., welche ungeachtet der äußerst mühseligen und zeitraubenden
-Arbeit in genauer Darstellung der Einzelnheiten des Vordergrundes
-ganz Erstaunliches geleistet haben. Ob dies jedoch wünschens- oder
-nachahmungswerth sei, möge dahin gestellt bleiben und da die wenigsten
-Dilettanten Künstler sind, so möchte ich rathen, es hier bei einer
-allgemeineren Darstellung und breiteren Behandlung bewenden zu lassen,
-welche in Charakter und Ausdruck immerhin sehr hoch stehen kann.
-
-
-2. Ueber Manier.
-
-Manier im Sinn von Malweise ist abhängig von unserer Auffassung der
-Natur, dem Eindruck, welchen sie auf uns macht, sowie von der Art und
-Weise, wie wir die uns zu Gebote stehenden Mittel der Darstellung
-anwenden. Sie beruht somit einerseits auf Auffassung, andererseits
-auf Ausführung. Letztere ist indessen lediglich der Ausdruck der
-ersteren; allein hiervon abgesehen hat jeder Künstler gewisse theils
-technische, theils coloristische Eigenthümlichkeiten, durch welche er
-in seinen verschiedenen Bildern oft leicht zu erkennen ist, und diese
-Unterschiede in Art und Weise der Darstellung sind es, welche ich hier
-Manier nenne.
-
-So ausgezeichnet und wirksam nun auch diese oder jene Manier irgend
-eines Künstlers sein mag, so möchte ich doch alle Dilettanten warnen,
-irgend welche ihnen besonders zusagende Manier eines ihnen imponirenden
-Künstlers, welchen sie vielleicht gerade copiren, nachzuahmen, oder
-etwa sich solche ganz anzueignen zu suchen, was bei Dilettanten leider
-sehr gebräuchlich ist. Der Lernende lasse sich nicht darin gefallen,
-für einen guten Copisten zu gelten, indem dieser Titel gerade kein
-sehr beneidenswerther ist. Jeder denke für sich selbst und bringe die
-Natur zum Ausdruck, wie er solche sieht oder auffaßt; dann wird sich
-die +eigene+ Manier eines Jeden heraus bilden. Alles Frische und
-Ursprüngliche besitzt einen eigenthümlichen Reiz, dessen Werth in
-Nachahmung verloren geht. Möge daher Jeder nach Bildung seiner eigenen
-Manier trachten, aber immerhin so bescheiden, daß die Natur stets die
-Oberhand behält, denn Bilder, in welchen die Natur von der Manier
-beherrscht wird, haben nur Anspruch auf künstlerische Sonderbarkeiten,
-wie hoch sie immerhin in verschiedenen Beziehungen stehen mögen.
-
-
-3. Ueber Zeichnung und Farbe.
-
-Obschon sich wohl Niemand an ein Gemälde wagen dürfte, ohne bereits
-hinreichende Uebung und Fertigkeit im Zeichnen zu besitzen, so muß ich
-hier dennoch ausdrücklich darauf aufmerksam machen, daß ohne correcte
-Zeichnung kein gutes Bild zu Stande zu bringen ist, wie groß auch die
-Mühe sei, welche man darauf verwende, indem ein Mangel in der Zeichnung
-durch Nichts ersetzt werden kann. Mag das Colorit noch so energisch,
-noch so zart oder harmonisch, mag es noch so stark in Contrasten
-sein und die so dargestellten Gegenstände sind unansehnlich oder gar
-mißgestaltet in Form und Zeichnung, so ist alle coloristische Schönheit
-so gut wie werthlos. Es ist der Wahrheit angethane Gewalt. Correcte
-Umrisse sind somit bei Anlage eines Gemäldes von höchster Wichtigkeit.
-Man eile daher nie mit der Zeichnung und vernachlässige sie aus
-Begierde an die Farbe zukommen, vielleicht mit dem Gedanken, es werde
-sich beim Malen schon „machen“, vor welch großem Fehler Dilettanten
-nicht genug zu warnen sind. Es „macht“ sich in der Regel nicht, und
-was in der Zeichnung unrichtig oder verfehlt ist, läßt sich, wenn der
-Maler nicht bereits sehr nahe dem Künstler steht, auch durch die Farbe
-großentheils nicht mehr berichtigen.
-
-Farbe ist ein viel umfassendes Wort und bezieht sich in der Malerei
-auf jeden vorkommenden Ton, gehöre er nun den primären, sekundären
-oder tertiären Farben an. Primäre Farben, also reines Roth, Gelb oder
-Blau nehmen meist nur sehr kleine Theile eines Gegenstandes oder
-selbst eines ganzen Bildes ein, denn jede Farbe bleibt nur so lange
-in primitivem Zustand, als sie nicht von grellem Licht, von Schatten
-oder von Reflexen alterirt wird. Jeder beleuchtete Körper wirft einen
-Theil der empfangenen Lichtstrahlen zurück und bringt hierdurch
-einen weiteren, jedoch wesentlich abgeschwächten Beleuchtungseffekt
-hervor, welcher +Reflex+ genannt wird. Je heller und je glatter nun
-ein Körper ist, desto besser wirft er das Licht zurück. Ist er aber
-absolut glatt und dabei glänzend, so wird das Licht mit solcher
-Stärke zurückgeworfen, daß der Reflex fast die Wirkung des Lichtes
-selbst erreicht und so das +farblose+ Glanzlicht entsteht. Diesen
-Reflexwirkungen ausgesetzt verändert jede Farbe sofort mehr oder
-weniger ihren Ton, wie folgender Versuch deutlicher zur Anschauung
-bringt. Legt man z. B. ein rothseidenes Taschentuch auf einen von
-der Sonne beschienenen Stuhl, so werden sich sofort sehr auffallende
-Veränderungen in der Farbe zeigen. Es bleibt zwar roth, allein die
-bedeutende Lichtwirkung und der Einfluß einer Menge zufälliger Reflexe
-werden eine erstaunliche Anzahl verschiedener Töne hervorbringen.
-Reichen Stoff in dieser Beziehung bietet die Beobachtung einer
-Bergkette oder ferner Waldungen bei wechselnder Beleuchtung und es
-ist dem Lernenden zu empfehlen, sich mit dem Charakter derartiger
-verschiedener Stimmungen vertraut zu machen.
-
-Die Farbe ist somit von äußeren Umständen abhängig. Wie verschieden
-ist die Farbe des Waldes je nach dem Wetter oder der Jahres- oder
-Tageszeit. Wie unähnlich in der Farbe sind der frische Haustein und
-der verwitterte Fels aus demselben Gestein; das neue Ziegeldach und
-das alte bemooste, in grauen, grünen, braunen und tief braunrothen
-Tönen prangende. Wir sehen daraus, daß jede Farbe sich mit der Zeit
-verändert, und da somit Charakter und Stimmung in hohem Grade von der
-Farbe abhängig sind, so ist es von wesentlichem Belang, daß das Auge
-sich durch vielseitige Beobachtung in der Natur an den Farbencontrasten
-und ihrer Schönheit und Harmonie belehre und bilde, denn um ein guter
-Colorist zu werden, ist es Bedingniß, daß man die wechselseitigen
-Verhältnisse der Farben, ihre Combinationen und Harmonien, sowie ihre
-gegenseitige Opposition und Vernichtung genau kenne. In dem Abschnitt
-über die Farbenmischung werde ich eingehender auf diese wichtigen
-Verhältnisse zurückzukommen Gelegenheit haben.
-
-Diejenigen Leser, welche sich in Betreff des Zeichnens eingehend zu
-orientiren wünschen, verweise ich auf: ~Charles Blanc: Grammaire des
-arts du dessin~, ein sehr zu empfehlendes Werk. Recht schätzbare Winke
-gibt auch das flüchtig geschriebene Werkchen: ~Millet: L’art du croquis
-pittoresque.~
-
-Daß die Auffassung in nicht geringem Grade von der geistigen Befähigung
-und dem Bildungsgrade des Beschauers wie andrerseits von der Stimmung
-desselben abhängig ist, möge noch beiläufig hier Erwähnung finden.
-
-Oefters an mich gelangte Anfragen nach Vorlagen veranlassen mich hier
-ein weiteres Verzeichniß solcher anzufügen, welche in England mehr oder
-weniger gangbar, mir aber nicht näher bekannt sind und durch Schönfeld
-& Co. in Düsseldorf oder C. F. Prestel in Frankfurt bezogen werden
-können:
-
- ~Barnard: Elementary Studies of Trees.~ 9 Nummern zu ℳ. 2.
-
- „ ~Theory and Practice of Landscape Painting
- in Water Colours~ ℳ. 22.
-
- „ ~Drawing from Nature~ ℳ. 26.
-
- ~Child: English Landscape scenery.~ 6 Nummern zu ℳ. 1.
-
- „ ~Sketches From Nature.~ 9 Nummern zu ℳ. 1.
-
- ~De Haas: Marine Drawing Book.~ 6 Nummern zu ℳ. 2.
-
- ~Dibdin: A Guide to Water Colour Painting.~ 4 Hefte
- zu ℳ. 6.
-
- ~Harley: Studies in Water Colour.~ ℳ. 22.
-
- ~Mc. Kewan: Lessons on Trees for Water Colour.~ 6 Hefte
- zu ℳ. 3.
-
- ~Leitch: Lessons on Water Colour.~ 6 Nummern zu ℳ. 3.
-
-
-
-
-Theoretischer Theil.
-
-
-I. Die Geräthschaften.
-
-Zum Aquarelliren bedarf man folgender Geräthschaften:
-
-1. +Aquarellpapier+. 2. +Pinsel+. 3. +Farben+. 4. Eine nicht zu kleine
-viereckige oder ovale +Steingut-Palette+ -- die viereckigen größeren
-sind am meisten zu empfehlen -- und verschiedene größere +Näpfchen+ zum
-Präpariren der flüssigen Töne. 5. Ein weiches +Schwämmchen+. 6. Ein
-Stück weiches +Waschleder+. 7. Weißes +Löschpapier+. 8. Ein +Reißbrett+
-und 9. Ein +Radirmesser+.
-
-Von diesen Dingen erfordern die drei ersterwähnten eine etwas nähere
-Betrachtung, da es unmöglich ist, mit ungeeignetem Material gute
-Resultate zu erzielen und gewisse Wirkungen nur mittelst gewisser
-Hilfsmittel darzustellen sind, welche sich für andere Zwecke wieder
-durchaus nicht eignen. So z. B. erfordert der Auftrag dünnflüssiger
-Töne andere Pinsel wie das Schleppen von dicker, fast trockener Farbe
-oder das Aufsetzen von Weiß. Es ist daher von äußerster Wichtigkeit,
-das Material zu kennen, um für bestimmte Gesichtspunkte die richtige
-Wahl zu treffen. Mangel an Kenntniß oder Unsicherheit in dieser
-Beziehung liefern unbefriedigende Arbeiten, während freie, kraft- und
-glanzvolle Darstellung mit durch genaue Kenntniß der Mittel bedingt
-sind.
-
-
-1. Aquarellpapier.
-
-Die besten Papiere sind die aus der Fabrik von Balston & Co. und zwar
-diejenigen mit dem Wasserzeichen Whatmann, welche früher in Deutschland
-mit diesem Zeichen nachgeahmt und als englisches Fabrikat verkauft
-wurden. In Bezug auf Qualität sind die so bezeichneten Papiere indessen
-sehr verschieden.
-
-Die Güte des Papieres ist im Allgemeinen von seiner Schwere,
-beziehungsweise von seiner Dicke abhängig; wichtiger für seine
-Beurtheilung ist jedoch seine Textur oder das Korn seiner Oberfläche.
-Je nach der Größe und Schwere der Bogen führen die Aquarellpapiere
-verschiedene Namen, wie aus der Preisliste von Schönfeld & Co.
-in Düsseldorf zu ersehen ist. Es sind dies von den schwächsten
-Sorten beginnend ~Medium~, ~Royal~, ~Superroyal~, ~Imperial~,
-~Double-Elephant~ und ~Antiquarian~, zwischen welchen meist noch
-extradicke Zwischensorten eingeschaltet sind. Jede dieser Sorten ist
-in drei verschiedenen Texturen zu haben: glatt, halbrauh und ganzrauh
-(Torchon), wobei zu bemerken ist, daß, je schwerer das Papier, desto
-rauher die Textur ist. Die glatten Sorten empfehle ich nicht. Man
-wendet sie auch nur selten zu Gemälden an, da sie nicht die glanzvolle
-Darstellung ermöglichen, welche aus der Anwendung rauheren Papiers
-resultirt und etwas flache Bilder liefern. Sehr zu empfehlen ist
-indessen das glatte Papier für kleinere, miniaturartige Darstellungen
-mit vielem Detail, wozu sich das rauhe nicht eignet. Für gewöhnliche
-Zwecke sollte die Oberfläche nicht zu rauh sein, jedoch hinreichende
-Textur besitzen, da das Korn sehr wesentlich den Reiz der Luft im
-Aquarell bedingt. Ich rathe daher dem Anfänger mit Royal zu beginnen,
-halbrauh und Torchon, später zu Imperial überzugehen und nach einiger
-Zeit das Papier zu benutzen, welches ihm am angenehmsten und für seine
-Zwecke dienlichsten erscheint. Die starken, ganzrauhen Papiere sind nur
-Geübteren zu empfehlen, da die Bewältigung des starken Kornes bereits
-eine große Geschicklichkeit in der Technik voraussetzt, indem das Malen
-darauf mit besonderen, in der groben Textur begründeten Hindernissen
-verknüpft ist. Starkes rauhes Papier, Double Elephant oder Antiquarian
-ist erwünscht für größere Werke mit farben- und wolkenreicher Luft,
-welche vieles Waschen und gelegentliche Anwendung des Schwammes
-erfordert. Immerhin sei man aber in Bezug auf die Textur vorsichtig
-und beachte, daß zu grobes Korn bei ungeschickter Behandlung leicht
-rohe Effekte liefert und Details auf demselben häufig nicht mit der
-gewünschten Klarheit und Schärfe gegeben werden können. Rauhes Papier
-ist übrigens vortrefflich für flüchtige Skizzen geeignet, da die durch
-das bloße Korn hervorgebrachten glänzenden Lichter und Schatten die
-Wirkung in besonders angenehmer Weise unterstützen und nicht selten
-zufällige Formen liefern, welche mit Geschmack und Geschick sehr
-erfolgreich zu verwerthen sind. Im Allgemeinen halte ich übrigens
-Imperial sowohl für kecke Skizzen wie für durchgearbeitete Bilder
-gleich geeignet und hinreichend, da es Luft und Ferne sehr wirksam
-wiederzugeben gestattet.
-
-Das grober gekörnte Papier verlangt eine kräftigere Behandlung,
-begünstigt aber in hohem Grade die breite Malweise, da es geleckte,
-kleinlich genaue Ausführung nicht zuläßt. Aus diesem Grunde wird es
-daher auch von Allen gemieden, welche die Kunst lediglich in einer
-gewissen +materiell+ technischen Vollendung zu erkennen vermeinen,
-während der wahre Kunstkenner vor einem naturwahren, flott gemalten
-Originalwerke gerade in den verschiedenen Rauhheiten und technischen
-Zufälligkeiten den Stempel der Kunst erblickt. Der glatte Malgrund ist
-denn auch mit sehr seltenen Ausnahmen von den besten Meistern aller
-Schulen gemieden worden.
-
-Harding ist ein recht gutes Papier, etwas weicher als Whatmann, scheint
-mir aber die Waschungen mit dem Schwamm nicht so gut zu ertragen,
-obwohl es fraglich ist, ob ich das +englische+ Fabrikat, welches sehr
-gerühmt wird, erhalten habe. Das Creswick-Papier, welches ebenfalls mit
-dem Wasserzeichen Whatmann versehen von Balston & Co. geliefert wird,
-ist gelblich im Ton, stark gekörnt und fast noch besser als Whatmann.
-Es ist zum Theil Nachahmung, als solche, -- ~Imitation Creswick~ --
-vom ächten kaum zu unterscheiden. Als Curiosum sei hier auch erwähnt,
-daß Winsor und Newton in London vor mehreren Jahren ein Aquarellpapier
-unter dem Namen Griffin Antiquarian in den Handel gebracht haben,
-welches von den englischen Malern sehr gerühmt wird, allein der Preis
-desselben, ℳ. 7. 20. per Bogen schließt seine allgemeinere Anwendung
-zur Zeit noch aus.
-
-Vor der Anwendung anderer, nicht speziell für das Aquarell bestimmter
-Papiere muß ich warnen. Zu stark geleimtes Papier läßt die Farbe nicht
-gut fließen und breite Farbenanlagen lassen sich auf solchem nicht mit
-der nothwendigen Leichtigkeit herstellen, während zu wenig geleimtes
-Papier die Farbe begierig einsaugt und nach dem Trocknen der Farbe ein
-mattes, todtes Ansehen verleiht. Das Aquarelliren ist an sich schon
-schwierig genug, weßhalb man durch Anwendung unpassender Materialien
-nicht die Schwierigkeiten noch vermehren sollte.
-
-Schließlich sei noch bemerkt, daß das Aquarellpapier mit dem Alter
-besser wird und die Farbe leichter annimmt.
-
-Als zuverlässige Bezugsquelle für die oben angeführten verschiedenen
-Papiere, wie für englisches Material überhaupt, kann ich F. Schönfeld
-und Comp. in Düsseldorf, sowie F. A. C. Prestel in Frankfurt a/M.
-empfehlen.
-
-
-2. Pinsel.
-
-Die besten Pinsel sind die englischen ~Sable brushes~. Sie sind
-fest, sehr elastisch und behalten, selbst wenn vollständig gefüllt,
-ihre feine Spitze. Da sie jedoch sehr theuer sind und die ihnen
-nachgemachten zehnmal billigeren französischen und deutschen Pinsel
-ganz dieselben Dienste leisten, so rathe ich zu letzteren, sowie zu den
-elastischen Marderpinseln.
-
-Die Pinsel wurden früher allgemein in Federkiele gefaßt, weßhalb in
-England noch die verschiedenen Nummern nach den dazu verwendeten
-Federkielen genannt werden und zwar die stärksten „~Eagle~“, hierauf
-„~Swan~“ in fünf Größen, -- ~Extra large~, ~large~, ~middle~, ~small~
-und ~Extra small~, -- dann „~Goose~“, „~Duck~“ und die kleinsten
-„~Crow~“. Ein englischer „~Eagle~“ Zobelpinsel kostet beispielsweise
-bei Winsor & Newton ℳ. 21. 60.
-
-Angenehmer und haltbarer sind die neueren, nach Art der Oelpinsel, in
-Blech gefaßten Pinsel mit langen Stielen, welche in denselben Größen
-geliefert werden. Man hat solche auch flach gebunden, in welcher Form
-sie für Laub, Gras und wo es auf entschieden scharfe oder eckige
-Pinselführung ankommt, sehr zu empfehlen sind. Als billige Bezugsquelle
-kann ich Schönfeld & Co. in Düsseldorf empfehlen.
-
-Außerdem bedarf man zur ersten Befeuchtung des Papiers sowie zur
-Anlage umfangreicherer Lüfte einen +großen+, +weichen+, etwa 20 bis 25
-Millimeter +breiten+, +flachen+ in Blech gefaßten Pinsel (~Sky-brush~).
-Die besten sind die aus Eichhörnchen-Haaren, welche unter dem Namen
-„~camel-hair~“ gehen. Ihrer Weichheit wegen bedient man sich derselben
-bei allen Waschungen mit reinem Wasser, da kleinere Pinsel hierzu nicht
-ausreichen, sowie zum Uebergehen zu starker Töne.
-
-Als größere Verwaschpinsel sind in den letzten Jahren die doppelten
-in Blech gefaßten Pinsel allenthalben beliebt geworden, da man hier 2
-Pinsel verschiedener Nummern an einem Stiele hat, was auch für sonstige
-Zwecke Annehmlichkeit bieten kann. Zweckmäßige Combinationen bieten die
-Nummern 8/6, 14/10, 16/12.
-
-Die flachen, in der Oelmalerei dienenden Dachspinsel, lassen sich
-ebenfalls in gewissen Fällen vortheilhaft verwenden, besonders wo dicke
-Farbe von kräftigem, tiefem Ton aufgesetzt werden soll, da letztere
-sich mit den gewöhnlichen, weicheren Pinseln nicht so effektvoll
-auftragen läßt.
-
-Von flachen wie runden Pinseln, deren Nummern von 1 bis 12 gehen
-(Abbildungen in Schönfeld’s Katalog), schaffe man sich die Nummern
-1 bis 7, von den runden auch noch mehrere stärkere an. Spezielle
-Vorschriften betreffs Anwendung der einzelnen Nummern lassen sich
-selbstverständlich nicht geben, doch werden folgende Angaben für die
-Praxis genügen. Im Allgemeinen stehe die Größe des Pinsels stets
-im Verhältniß der mit Farbe zu bedeckenden Fläche, damit weder
-augenblicklicher Ueberschuß oder andererseits Mangel an Farbe dem
-Auftragen Eintrag thue. Große Flächen erfordern daher große, kleinere
-Flächen kleinere Pinsel; doch gewöhne man sich nicht an zu kleine, da
-solche der anzustrebenden breiten Behandlung schaden und zu Tüftelei
-verleiten. Für Schatten nehme man, sofern nicht größere Schattenpartien
-zu behandeln sind, den Pinsel nicht zu stark, da dann der Ton leicht
-zu voll gegeben oder der Rand des Schattens überschritten wird. Für
-Bäume in Bildern mittlerer Größe eignen sich die flachen Pinsel 3 bis
-5 und für architektonisches Detail, Umrißlinien, wie überhaupt zum
-Zeichnen, Markiren und für die letzten Drucker die kleineren Nummern.
-Chinesisches Weiß trage man mit der Spitze der kleinsten Pinsel auf.
-
-Das Arbeiten mit den flachen Pinseln erfordert Uebung und eine
-eigenthümliche Pinselführung, mehr mit der Seite und in Absätzen, d.
-h. indem man nach jeder Berührung des Papiers den Pinsel wieder vom
-Papiere wegnimmt.
-
-
-3. Farben.
-
-Die englischen Aquarellfarben sind, besonders in Rücksicht auf
-Feinheit, allen anderen Fabrikaten in +Tafelform+ vorzuziehen und
-sofern die höheren Preise derselben keine Rücksicht verlangen, würde
-ich rathen, nur englische Farben zu verwenden. Vorzugsweise gangbar,
-wenigstens in Deutschland, sind die Farben von +Winsor & Newton+ und
-von R. und A. +Ackermann+ 191 Regent-Street in London, jedoch liefern
-auch die folgenden Londoner Firmen -- ~+Newman+~, ~24 Soho Square~
--- ~+Rowney & Co.+~, ~52 Rathbone Place~ -- ~+Robertson+~, ~99 Long
-Acre~, sowie ~+Reeves & Sons+~, ~Cheapside~ -- sehr empfehlenswerthe
-Fabrikate. Farben anderer englischen Fabriken rathe ich zu meiden.
-Ich muß indessen hier bemerken, daß in Deutschland auch viele Farben
-mit dem Stempel +Ackermann+ in London nachgemacht worden sind, welche
-aber bei ihrer schlechten Qualität kaum zu täuschen vermögen. Wer
-auf billigeres Material zu sehen Ursache hat, dem rathe ich zu den
-französischen Farben von ~Chenal~, welche ebenfalls zu empfehlen sind.
-Von erheblich geringerer Qualität sind die Farben mit dem Stempel
-„~+Lambertie+~“ oder „~+Paillard+~“.
-
-Wer nicht auf die Tafelform sieht, dem rathe ich, sich der feuchten
-deutschen Farben von F. +Schönfeld+ & Co. in Düsseldorf zu bedienen,
-welche bei verhältnißmäßig außerordentlich billigem Preise den
-englischen kaum nachstehen und in den letzten Jahren erheblich feiner
-als früher hergestellt worden sind.
-
-Was die Form anlangt, in welcher die Aquarellfarben im Handel
-vorkommen, so sind zu den altbekannten Täfelchen in den letzten
-Jahrzehnten noch zwei andere Formen gekommen, die sogenannten feuchten
-Farben -- ~moist colours~ -- und zwar ~a~, in länglichen viereckigen
-Porzellannäpfchen, -- ~pans~ -- oder ~b~, nach Art der Oelfarben in
-dickflüssigem Zustand in zusammendrückbaren Zinnkapseln -- ~tubes~. --
-
-Im Allgemeinen erfreuen sich Farben in der älteren Tafelform noch immer
-der Gunst der Künstler sowohl wie der Dilettanten, weil sich solche
-sehr rein erhalten lassen, während die Anwendung der feuchten Farben
-in Näpfchen, wenn man solche rein erhalten will, etwas umständlich
-ist. Zum Malen nach der Natur sind letztere indessen allen anderen
-entschieden vorzuziehen, da es hierbei in den meisten Fällen auf
-etwas mehr oder weniger reine Farbe weniger ankommt, weil man ferner
-mit Reiben keine Zeit verliert und diese Farben in für diesen Zweck
-besonders eingerichteten Blechkästchen erhält, deren doppelter
-Deckel auf einer Seite als Palette dient, während die andere drei
-Abtheilungen für flüssigere Töne enthält. -- Zu Farben in „~tubes~“,
-welche sonst die angenehmsten sind, rathe ich jedoch nur solchen
-Personen, welche +beständig+ oder nur mit geringer Unterbrechung malen,
-da sie mit der Zeit doch trocknen und man alsdann genöthigt ist, die
-Kapseln aufzuschneiden, die Farben in Näpfchen zu leeren und, um eine
-glatte Oberfläche zu erhalten, mit Wasser wieder aufzuweichen. Um
-das abermalige Eintrocknen solcher wieder aufgeweichter Farben zu
-verhüten, empfiehlt es sich, ein Paar Tropfen Glycerin zuzusetzen. Nur
-einige Farben, welche man in der Regel nur in tiefen Tönen anwendet,
-wie ~Brown Madder~, ~Brown Pink~ und ~Vandyke Brown~, oder ~Rose
-Madder~, welche letztere sich schwer anreibt, möchte ich rathen,
-in dieser Form zu erwerben, sowie endlich noch ~Permanent Chinese
-White~, und zwar dieses +nur+ in besagter Form. Mit Ausnahme der eben
-angeführten Farben, welche in Zinnkapseln anzuschaffen wären, rathe ich
-daher für das Malen im Zimmer nur Farben in Tafelform zu verwenden.
-Dieselben sind in zwei Größen, in ganzen und halben Täfelchen zu haben,
-deren letztere auch im Preise nur die Hälfte kosten.
-
-
-Charakteristik der einzelnen Farben.
-
-Die Kataloge der Farbenfabrikanten enthalten eine große Anzahl theils
-ganz entbehrlicher, theils für unseren speziellen Zweck mehr oder
-weniger unnöthiger Präparate, welche zum Theil lediglich durch Mischung
-oder auch durch geringfügige Nüancirung längst bekannter gewonnen
-worden sind. Indessen kommen nicht selten Fälle vor, wo es sehr
-angenehm ist, eine bestimmte Farbennüance in größerer Menge, also als
-fertige Farbe zu besitzen, besonders im Genre und Stillleben, überhaupt
-da, wo es sich um glanzvolle Darstellung handelt, da zu vieles Mischen
-den Glanz der Farbe beeinträchtigt und daher Combinationen von
-mehr als drei Farben nur in einzelnen Fällen statthaft erscheinen,
-beziehungsweise zu vermeiden sind. Die nachstehend ausgeführten Farben
-sind solche, welche in Landschaft-, Marine- und Architekturmalerei
-vorzugsweise Anwendung finden und ist keine hierher gehörige
-ausgelassen worden. Wie sehr auch manche derselben anderen ähnlich
-sehen, so sind solche dennoch in mancher Beziehung sehr verschieden,
-besonders in Bezug auf Transparenz, Ton, Art des Auftrags und
-Haltbarkeit. Zur Annehmlichkeit der Interessenten habe ich jeder
-Farbe die Preise von ~Winsor & Newton~ (~W. & N.~), welche auch für
-~Ackermann~ gelten und ~Schönfeld & Co.~ (~S. & C.~) beigesetzt.
-Erstere beziehen sich auf ganze Täfelchen, ganze Näpfchen (~Pans~) und
-Tuben --, halbe Täfelchen und Näpfchen kosten die Hälfte --; letztere
-(~S. & C.~) auf Tuben und ganze Näpfchen; halbe Näpfchen kosten hier
-etwa zwei Drittel des Preises.
-
-Um der möglichsten Vollständigkeit zu genügen, habe ich indessen auch
-die für unsere Zwecke entbehrlichen Farben überall, wo es passend
-schien, nach Namen und Farbennüancen eingereiht, da sich unter solchen
-immerhin einzelne finden, welche für gewisse Zwecke hier und da
-wünschenswerth erscheinen können.
-
-Alle Farben kommen zwischen den zwei Endpunkten Licht und Finsterniß --
-Weiß und Schwarz zur Erscheinung.
-
-
-Weiß.
-
-+Allgemeines.+ Weiß ist Licht, Abwesenheit jeder Farbe und steht
-blassem Gelb am nächsten. Der schwächste Farbenauftrag wird durch Weiß
-nicht verändert, weßhalb es als Malgrund von hohem Werth ist. Während
-alle anderen Farben durch die Ferne bald neutrale Töne annehmen, bleibt
-Weiß am längsten unverändert. Es tritt daher vor, d. h. es bringt die
-betreffenden Gegenstände dem Auge näher. In Combination mit Gelb hat es
-dieselbe Eigenschaft, nicht aber in derjenigen mit Roth. Mit Blau und
-Schwarz tritt es zurück und gibt jenen Farben Lufttöne. Sehr werthvoll
-unter Umständen ist seine Anwendung im Vordergrund, da es durch seinen
-Gegenwerth alle anderen Farben hebt. Absolutes Weiß kommt indessen
-in Gemälden selten und dann nur mit letzterer Absicht vor, indem
-reichlichere Anwendung einen matten Gesammtton und kreidiges Ansehen
-zur Folge hat. Grelle Lichter sind überhaupt stets wenig umfangreich
-und finden sich nur an vorstehenden Kanten und Ecken, ebenso wie ganz
-tiefe, dunkle Stellen immer nur klein sind. Neben einander gesetzt
-werden sie zu den stärksten Contrasten und verleihen bei sinnreicher
-Anwendung bedeutende Kraft. Die Anwendung dieser Farbe verlangt daher
-Ueberlegung.
-
-
-~Permanent Chinese White.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Von den verschiedenen Arten Weiß ist dieses aus schwefelsaurem
-Baryt bestehende das einzige, welches im Aquarell Anwendung findet
-und verdient, da die übrigen aus Bleipräparaten bestehenden weißen
-Farben im Aquarell bald durch den in der Atmosphäre enthaltenen
-Schwefelwasserstoff getrübt und später schwarz werden, weil sie nicht,
-wie auf den Oelgemälden durch den Firniß von der Luft abgeschlossen
-sind.
-
-Das chinesische Weiß ist dauerhaft, besitzt Körper, läßt sich angenehm
-verarbeiten und mischt sich leicht mit den anderen Farben. Um eine
-vollkommene Wirkung zu erzielen, erfordert seine Anwendung aber
-Geschick und Ueberlegung. Man merke, daß, wo man es immer verwenden
-mag, der Beschauer nur den +Effekt+ sehen darf, nicht aber, daß dieser
-Effekt durch +Chinesisches Weiß+ hervorgebracht worden ist.
-
-Ich bemerke noch, daß es mir wohl bekannt ist, daß viele Künstler den
-Gebrauch desselben, als dem Aquarell nicht entsprechend, verwerfen;
-allein dieselben würden nach öfterer Besichtigung guter englischer
-Aquarelle anderer Ansicht werden.
-
-Mit besonderem Erfolge benutzt man es in folgenden Fällen:
-
-1. Luft, Wolken und Ferne werden durch Zusatz von sehr wenig Weiß zu
-der betreffenden Mischung, wenigstens in den letzten Aufträgen, im
-Luftton sehr verstärkt.
-
-2. In allen Fällen, wo durch häufiges Waschen oder Ueberarbeiten
-unreine, gequälte Farbentöne entstanden sind, gibt ein wenig Weiß, zu
-dem gewünschten Ton gemischt und über die betreffende Stelle gelegt,
-die Farbe in einer Frische wieder, welche alle Erwartung übertrifft.
-
-3. Wo man im Vordergrund helle Gegenstände, wie Mauern etc. zu malen
-hat, mischt man zu den grauen, röthlichen oder gelblichen Tönen ein
-wenig Weiß, welches letzteren Körper gibt. Der dadurch erzielte Effekt
-ist ein sehr naturwahrer, während ohne Weiß behandelt die betreffenden
-Gegenstände nicht selten sehr matt und flach aussehen. -- Auch wo
-zwischen Steinen der weiße Mörtel sichtbar ist, bringt Weiß mit spitzem
-Pinsel dick und mit kecken Strichen eingesetzt oft günstigere Wirkung
-hervor, als ausgesparte, ausgewischte oder radirte Lichter. Doch hüte
-man sich vor +übermäßiger+ Anwendung.
-
-4. Kleinere Steine von heller Farbe auf Rasen etc. spare man nicht aus,
-sondern setze sie nach Beendigung des Untergrundes mit Weiß zu dem
-betreffenden Ton gemischt auf.
-
-5. Kleinere Figuren, Vieh etc., deren Aussparen der einheitlichen
-Behandlung des Grundes Eintrag thun würde, setzt man bei Beendigung der
-Arbeit mit Weiß dick auf und colorirt nach dessen gänzlichem Trocknen
-vorsichtig mit den nöthigen Tönen, ohne jedoch zu viel zu wischen.
-
-Für diejenigen Fälle, wo Weiß ohne Zusatz aufgesetzt wird, ist es
-räthlich, der Farbe, wie sie aus der Zinnkapsel gedrückt wird, eine
-unbedeutende Kleinigkeit Wasser zuzusetzen und sie damit auf der
-Palette zu verreiben, da die Farbe ohne diesen Zusatz meist etwas zu
-zähe ist. Ist die Farbe aber ganz frisch, so bedarf es dieses Zusatzes
-in der Regel nicht. Die Praxis wird bald auf die richtige Consistenz
-leiten.
-
- * * * * *
-
-Anstatt des ~Permanent Chinese White~ läßt sich in Fällen wo absolutes
-Weiß nicht erforderlich ist, auch das stark deckende, blaßgelbe ~Jaune
-brillant~, mit gleicher Wirkung verwenden. Es ist dies eine aus
-Neapelgelb, Weiß und Schwefelkalium bereitete Mischfarbe, von welcher
-man mehrere Nüancen hat, welche für helle, sehr leuchtende Stellen hier
-und da Verwendung finden können.
-
-
-Gelb.
-
-+Allgemeines.+ Gelb ist mit Weiß am nächsten verwandt und bildet in
-blassen Tönen den Uebergang von Licht in Farbe. Es tritt vor und wird
-von der Ferne ebenfalls wenig alterirt. Gelb ist eine warme Farbe und
-wo ein Gemälde warme Töne verlangt, bildet es in Verbindung mit rothen
-Tönen ein Hauptmittel zur Darstellung derselben. Es contrastirt mit
-Violett, findet in den meisten gemischten Tönen Anwendung, und ist sehr
-empfindlich gegen Blau, von dessen geringster Menge es sofort verändert
-wird.
-
-
-~Yellow Ochre.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Gelber Ocker ist permanent, von großer Brauchbarkeit und
-+unentbehrlich+. Er macht sich vorzugsweise in Ferne und Mittelgrund
-nützlich, theils weil sein Gelb ein gebrochenes ist, theils weil er
-schwach deckt. In schwachen Tönen ist er von großer Schönheit und
-bringt das herrschende Licht in das Bild, da er in Mischung mit ~Rose
-Madder~, ~Brown Madder~, ~Light Red~, ~Indian Red~ und ~Vermilion~
-jeden nur wünschenswerthen warmen Ton für die Lichter von Luft, Wasser,
-Wolken, Bergen, Gebäuden, Felsen, Steinen, Bäumen etc. hervorbringt.
-Ein sehr schönes, luftiges Grau entsteht bei Zusatz, von ein wenig
-~Yellow Ochre~ zu der Mischung von ~Cobalt~ mit ~Rose Madder~. Mit
-~Cobalt~ oder ~French Blue~ gemischt liefert er eine Reihe sehr
-weicher brauchbarer Töne für das Grün der Ferne, welchen man, um sie
-etwas zu brechen, ein wenig ~Rose Madder~ oder ~Light Red~ zusetzen
-kann. Je nach dem Ueberschuß des Blau oder Gelb lassen sich eine
-Unzahl von Tönen darstellen. Der eigenthümliche Charakter des gelben
-Ocker als halbe Deckfarbe, sowie sein in jedem Grade von Consistenz
-lichter Ton ermöglichen das Grün aus der Mischung mit ~Cobalt~, nach
-Art der Oeltechnik, ganz entschieden und kräftig aufzutragen, was
-immer wünschenswerth ist, wenn die Formen so verschwommen sind, wie es
-in der Ferne meistens der Fall ist. Den zur Herstellung des Grün im
-Vordergrunde dienenden Farben zugesetzt, verleiht ~Yellow Ochre~ bei
-der Untermalung Kraft und Körper. Für Gras etc. ist er ebenfalls gut
-zu verwenden und zwar liefert er in Mischung mit ~Gamboge~ und wenig
-~Cobalt~ oder ~French Blue~ sehr brauchbare Töne für sonniges Grün.
-So sehr er aber für die Mischung des Grüns der Ferne paßt, so ist er
-doch für das Grün des Vordergrundes +allein+, d. h. ohne Zusatz eines
-anderen Gelb +nicht+ zu verwenden; da ihm hierzu die nöthige Frische,
-Leichtigkeit und Durchsichtigkeit fehlt; dessenungeachtet ist er als
-Hülfsfarbe für erste Anlage des grünen Vordergrundes, z. B. ~Yellow
-Ochre~ mit ~Gamboge~, sehr werthvoll. Mit wenig ~Indigo~ gemischt
-und mit wenig Wasser behandelt, liefert er ein für Weidenbäume sehr
-passendes Grün, welches auch im Vordergrund angewendet werden kann. Für
-sich allein wie in Mischung mit ~Vermilion~, ~Light Red~ und ~Burnt
-Sienna~ liefert ~Yellow Ochre~ schließlich sehr geeignete Töne für
-Vieh, Schiffe, Segel etc.
-
-
-~Roman Ochre.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Der römische Ocker ist ein tiefes, stark gebrochenes Gelb und etwas
-dunkler als der gelbe Ocker. Er dient hauptsächlich für farbiges
-Segelwerk, Architektur, sowie für sanfte, tiefe grüne Töne des
-Mittelgrundes. Mit Schwarz liefert er viele sehr brauchbare Töne für
-Mauern und Felsen, welche durch Zusatz von ~Rose Madder~ noch mehr
-nüancirt werden können. Im Ganzen ist er entbehrlich.
-
-Aehnlich in der Farbe verhalten sich die übrigen Ockerarten, so
-Goldocker und ~Ochre de Rue~, letzterer weniger transparent und brauner
-im Ton als ~Yellow Ochre~.
-
-
-~Gamboge.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Es ist zu empfehlen, diese Farbe +roh+ in einer Droguenhandlung zu
-kaufen. Man nehme nur Prima Qualität, welche in dicken, walzenförmigen
-Stücken von rothgelber Farbe und krustenartiger Außenseite im Handel
-vorkommt.
-
-~Gamboge~ (Gummigutt) ist ein reines und besonders in seinen
-Mitteltönen sehr brillantes und transparentes Gelb welches häufigste
-Anwendung in den Mischungen der grünen Töne findet, außerdem aber auch
-für helle Töne in Abendlüften geeignet ist. Für kalte Lichter der
-Vegetation im Allgemeinen erhält man sehr reine Töne durch Zusatz von
-~Emerald Green~, welcher Ton auch zum Herabstimmen von gebrochenem
-Grün sehr dienlich ist. In hohem Grade geeignet für sonniges Grün
-des Vordergrundes, namentlich für Grasflächen, ist die Mischung von
-~Gamboge~ mit etwas ~Green Oxyde of Chromium~ (Chromoxyd), ein sehr
-naturwahrer, brillanter Ton, welchem sich die Mischungen mit ~Cobalt~
-und ~French Blue~ anreihen. Selbstverständlich ist, daß in diesen
-Mischungen ~Gamboge~ stets mehr oder weniger stark vorherrschen muß.
-Mit ~Indigo~ gemischt sinkt es im Ton und geht durch Zusatz von
-Schwarz in Olivengrün über. Auch in Mischung mit ~Neutral Tint~ liefert
-es ein sehr brauchbares, ruhiges Grün für Vorder- und Mittelgrund. Sehr
-beliebt seit Jahren schon ist die Mischung für Grün aus ~Gamboge~,
-~Burnt Sienna~ und ~Indigo~ oder ~French Blue~, da dieselbe eine lange
-Reihe brauchbarer Töne für Frühlings-, Sommer- und Herbstlaub liefert,
-je nachdem man von jeder der drei Farben mehr oder weniger nimmt. Bei
-soliderem Farbenauftrag läßt diese Mischung jedoch insofern im Stich,
-als in tiefen Tönen, wo schon die beiden letzteren Farben sehr dunkel
-sind, ~Gamboge~ als Harzfarbe Schwärze erzeugt. Wo daher Tiefe des Tons
-von +grünem+ Charakter erforderlich ist, ist ~Gamboge~ zu vermeiden
-und durch ~Indian Yellow~ zu ersetzen. Als Lasurfarbe wird ~Gamboge~
-von keiner anderen Farbe in Transparenz erreicht, wobei sein Ton durch
-Zusatz von etwas Roth, wie ~Light Red~, ~Rose Madder~, ~Burnt Sienna~
-sehr erwärmt werden kann.
-
-
-~Indian Yellow.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 54 ₰. S. & C. 75 ₰.~
-
-Das indische Gelb wird aus Kameelurin bereitet und ist eine sehr
-dauerhafte, schöne, kraftvolle Farbe von tiefem Ton, weßhalb es auch
-für Draperien und Figuren sehr geschätzt ist. In sehr dünnen, zarten
-Tönen findet es Verwendung bei Sonnenauf- und Untergang; dagegen paßt
-es, seiner intensiven Farbe wegen, nicht in Mischungen von Grau für
-Schatten und Wolken. Sehr dienlich ist es für Lichter mit goldenem
-Schimmer, nach Umständen mit ~Rose Madder~ erwärmt, sowie auch zu
-Lasuren. Besonders prachtvoll macht sich die Lasur über gelben Ocker,
-welch letzterer überhaupt durch ~Indian Yellow~ in der Farbe sehr
-bedeutend erhöht werden kann. Zusatz von ~Yellow Ochre~, ~Raw Umber~,
-~Burnt Sienna~, ~Burnt Umber~, ~Vandyke Brown~ oder ~Brown Madder~
-stimmt, je nach dem gewünschten Ton, den Glanz der Farbe herab. ~Indian
-Yellow~ in Mischung mit ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~ (~Indigo~)
-oder mit ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~ liefert die verschiedensten
-Töne für das Grün der Bäume und haben diese Mischungen den Vortheil,
-daß sie, wie schon bei ~Yellow Ochre~ erwähnt, wie in der Oelmalerei
-mit sehr wenig Wasser aufgetragen werden können, welche Behandlung sich
-sehr empfiehlt. Die gebrochenen Ausladungen der Bäume, das Zufällige
-der Silhouetten, läßt sich so mit großer Eleganz wiedergeben, ebenso
-Stämme, Aeste und Zweige, und ist diese Mischung sowohl für Effekte von
-großer Tiefe und Kraft, wie von besonderer Feinheit gleich anwendbar.
-Die Anwendung des ~Indigo~ erfordert jedoch Vorsicht, da ein Uebermaß
-desselben Schwärze verursacht. Nimmt man hierauf Rücksicht, so kann
-naß in naß, Farbe auf Farbe gesetzt, die größte Verschiedenheit in Ton
-und Kraft erreicht werden, ohne daß man in Schwärze verfällt. Wo dies
-geschehen ist, bietet ~Indian Yellow~ wieder das Gegenmittel, indem
-man es in mehr oder weniger kräftigem Ton über die betreffende Stelle
-legt, was überhaupt für zu dunkel gerathene Bäume gilt. Wünscht man in
-solchen Fällen jedoch wieder einen entschieden grünen oder helleren
-Grund herzustellen, so wende man ~Indian Yellow~ mit Chromoxyd
-gemischt an. Letztere Combination läßt sich auch mit großer Wirkung in
-tiefen Schattenmassen des Laubes verwenden, da beide Farben, besonders
-letztere, bis zu einem gewissen Grade decken, und bietet solche ein
-sehr erfrischendes ruhiges Grün für Rasenflächen. Mit ~Burnt Umber~
-oder ~Brown Madder~ gemischt liefert ~Indian Yellow~ sehr warme und
-tiefe Töne für Drucker, welche durch Zusatz von etwas ~French Blue~ im
-Tone herabgestimmt werden können. Diese Töne eignen sich vorzugsweise
-für tiefe Schatten unter Moos, Steinen und unter dunklen erdigen
-Ufern, Abhängen und Terrain-Einschnitten. Man vermeide zu viel Blau
-zuzusetzen, da der Ton hiedurch zu kalt würde und alle tiefen Schatten
-in +warmem+ Ton gehalten werden müssen.
-
-
-~Cadmium.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 9 ₰. S. & C. 75 ₰.~
-
-Hiervon hat man in neuester Zeit mehrere Nüancen in den Handel
-gebracht: ~pale~ (blaß), ~deep~ (dunkel) und ~orange~, deren erstere
-und letztere hier nicht in Betracht kommen. Wo kein Beiwort steht,
-ist stets die dunklere Sorte, von ähnlicher Farbe wie ~Indian
-Yellow~ gemeint. Sie ist die intensivste und leuchtendste der gelben
-Farben, ist dauerhaft und mischt sich gut mit anderen Farben.
-Ihre charakteristische Eigenschaft, das gelbe Licht, sowie ihr
-leichter Auftrag machen sie für Morgen- und Abendhimmel beliebt;
-jedoch lasse man sich durch ihren fesselnden Glanz nicht verführen,
-zu verschwenderisch damit umzugehen. Sehr am Platze ist sie als
-Begleiterin einer blutrothen Sonne; dabei habe man indessen immer
-im Auge, daß solch ungebrochene Farbe stets nur sehr kleine Theile
-des Himmels einnimmt und die hellsten Lichter ebenfalls nur kleine
-Dimensionen haben. Sehr werthvoll ist ~Cadmium~ für Draperien. Mit Roth
-gemischt liefert es jeden Ton von Orange und mit den verschiedenen
-Blau sehr schöne grüne Töne, von welchen besonders die Mischung mit
-~French Blue~ sehr natürliche Töne für Seewasser liefert. Für das Grün
-der Vegetation ist ~Cadmium~ indessen, seiner Schwere wegen, wenig
-geeignet, da man für diesen Zweck so viele zweckmäßigere Farben zu
-Gebote hat, doch findet es in der Herbstlandschaft für +gelbes+ Laub
-zuweilen recht geeignete Verwendung. In Mischung mit ~Yellow Ochre~
-kann es für die beleuchtete Seite ferner Gebirge benutzt werden und ein
-+sehr kleiner+ Zusatz zu ~Chinese White~ für glänzende Lichter macht
-sehr gute Wirkung und verhindert das kreidige Aussehen.
-
-
-~Naples Yellow.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Neapelgelb, antimonsaures Bleioxyd, dessen hellere Sorte ich empfehle,
-ist eine sehr empfindliche, größte Reinlichkeit erfordernde Farbe.
-Es ist zwar Deckfarbe, allein für gewisse Effekte durch keine andere
-Combination zu ersetzen. Man nehme jedoch immer nicht mehr, als gerade
-nöthig ist, um den gewünschten Ton herzustellen, da ein Ueberschuß
-eine gewisse mehlige, pulverige Wirkung zur Folge hat. Mit ~Rose
-Madder~ gemischt erhält man sehr schöne, zarte Töne für Ferne und zum
-Uebergehen der helleren Theile eines Abendhimmels, wo die Wirkung oft
-eine außerordentlich schöne ist. Mit ~Cobalt~ erhält man ein nebliges
-Grün, sehr geeignet für ferne Bäume, welche den Himmel zum Hintergrund
-haben, welches Grün durch Zusatz von etwas ~Rose Madder~ noch zarter
-wirkt. Wunderbar schön, zart und weich sind die grauen Töne, welche
-man aus ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und etwas Neapelgelb darstellt -- wohl
-das schönste Silbergrau, welches die Palette bietet. Es gibt kein
-wirksameres Mittel, um eine schwüle, dämpfige Atmosphäre oder schwache
-ziehende Nebel, wie sie in Waldungen häufig vorkommen, darzustellen.
-Man wende indessen die Töne mit ~Naples Yellow~ nicht zur Untermalung,
-sondern immer nur bei Beendigung der betreffenden Stellen an.
-~Naples Yellow~ und ~Cobalt~ in dicker Mischung und ziemlich trocken
-angewendet gibt sehr gute Effekte, wenn man sie mit der Seite eines
-flachen Pinsels über die Abtheilungslinien und Schatten auf fernen
-Gebirgen schleppt. Dieses Schleppen fast trockener Farbe erfordert
-viel Uebung; ist aber die Schwierigkeit überwunden, so ist die Wirkung
-eine höchst erfreuliche. Sehr schön wirkt auch ~Naples Yellow~, wenn
-man es der Mischung für Bäume aus ~Indian Yellow~, ~Burnt Sienna~
-und ~French Blue~ in geringer Menge zusetzt, welche Combination dann
-für dicke, dämpfige Atmosphäre sehr brauchbar ist. Auch zu frisches
-und transparentes Grün kann man mit Neapelgelb leicht herabstimmen.
-In einer Hinsicht ist der Werth dieser Farbe ein sehr bestimmter und
-zwar ertheilt sie als Deckfarbe denselben Charakter allen Farben, mit
-welchen sie gemischt wird, was unter Umständen hohen Werth hat. Im
-Stillleben sind die Nüancen des Neapelgelb bei der Darstellung gelber
-Metalle sehr dienlich und ähnlich läßt sich auch das bereits erwähnte
-~Jaune Brillant~ anwenden.
-
-
-~Raw Sienna.~
-
-~S. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Ein schönes, warmes, gebrochenes permanentes Gelb, welches, wenn
-nicht mit +viel+ Wasser angerieben, etwas gelatinös, daher im Auftrag
-weniger angenehm ist und in consistenteren Tönen stark nachdunkelt.
-Die grünen sonnigen Töne, welche es mit Blau liefert, sind alle gut
-und für gewisse Stimmungen, auch für Ferne, sehr brauchbar. Mit
-~Cobalt~ oder ~French Blue~ gemischt lassen sich sehr natürliche
-Farben für Seewasser gewinnen, welche durch Zusatz, von etwas ~Brown
-Madder~ noch sanfter werden. Für die Behandlung von Flüssen und
-Bächen ist es sehr werthvoll, sowohl allein als mit anderen Farben,
-je nach dem Tone des Wassers. Mit ~Brown Madder~ gemischt erhält
-man prachtvolle tiefe, dunklem Bier ähnliche, transparente Töne,
-mit ~Vandyke Brown~ transparente grünbraune, während mit Zusatz von
-~French Blue~ oder ~Indigo~ für die dunklen Töne der Vegetation unter
-Wasser sehr geeignete Farben herzustellen sind. Für das Markiren der
-Steine im Flußbett sind die warmen gelatinösen Töne von ~Raw Sienna~,
-~Vandyke Brown~ und ~Chrimson Lake~ sehr zu empfehlen, da solche bei
-Durchsichtigkeit große Tiefe und Kraft besitzen. Als Lasurfarbe ist
-~Raw Sienna~ sehr dienlich zur Erhöhung der Töne der Vegetation des
-Mittelgrundes.
-
-Für Carnation ist ~Raw Sienna~ unentbehrlich, besonders in Mischung
-mit ~Rose Madder~, welche sehr feine Töne für Gesicht und das Fleisch
-überhaupt liefert. Durch Zusatz von sehr wenig ~Cobalt~ oder ~French
-Blue~ können diese Töne herabgestimmt werden. Dagegen liefert die
-Mischung: ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Raw Sienna~ eine Reihe schwacher
-perlgrauer und grünlicher Töne, welche nur bei der schönsten Hautfarbe
-vorkommen. Für sich allein dient es in ausgezeichneter Weise für die
-Reflexe, wie z. B. unter dem Kinn etc.
-
-
-~Lemon Yellow.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 6 ₰. S. & C. 35 ₰.~ (Gelber Ultramarin.)
-
-Zitrongelb, eine bei Schönfeld gelber Ultramarin genannte, aus
-chromsaurem Baryt bestehende Farbe bietet ein sehr blasses, dauerhaftes
-aber etwas deckendes Gelb, welches trotz seines blassen Tones dennoch
-von überraschender Kraft ist. Seine Anwendung verlangt daher Vorsicht,
-da bei Nichtbeachtung sein durchdringender Ton sich in höchst
-unerfreulicher Weise bemerkbar macht. Wo sanfter Sonnenschein das
-Gebirg oder ferne Wälder beleuchtet wirkt es sehr gut. Für +erste+
-Anlage, ausgenommen für die hellsten Lichter des Laubes, paßt es
-jedoch nicht, und benutze man statt dessen ~Yellow Ochre~ und seine
-Combinationen zur Anlage für helle oder grüne sonnige Töne der Ferne.
-Mit ~Emerald Green~ erhält man sehr reine, helle, glanzvolle Töne für
-gelegentliche Lasuren von Grasflächen oder für die hellsten Lichter auf
-Gras, Draperien etc. Mit ~Cobalt~ liefert es eine treffliche Lasurfarbe
-für ferne Wiesen. Obgleich seine Anwendung eine beschränkte ist, so ist
-dieselbe doch in vielen Fällen von großer Wirkung.
-
-
-~Aureolin.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 9 ₰. S. & C. ℳ. 1. --~
-
-Ein neueres, sehr reines, glanzvolles, transparentes, selbst in den
-lichtesten Tönen noch permanentes Gelb, welches in der Farbe dem
-Gelb des Sonnenspectrums am nächsten steht. Es scheint mir eine
-combinirte Farbe zu sein, da sein Geruch an Gummigut erinnert und wäre
-in diesem Fall sein Preis als ein höchst exorbitanter zu bezeichnen.
-Unentbehrlich ist es gerade nicht, allein ich mache doch darauf
-aufmerksam, daß +alle+ Töne, in deren Mischung es enthalten ist, sich
-durch +ungemeine Frische+, +Glanz+ und +Reinheit+ auszeichnen. Das Grau
-aus ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Aureolin~ ist äußerst zart und für
-transparente, weiche Lufttöne sehr geeignet, und wo für das Grün der
-Vegetation des Vorder- und Mittelgrundes größere Frische verlangt wird,
-wirken die betreffenden Mischungen mit ~Aureolin~ unvergleichlich.
-Für das tiefe Grün der Ferne ist es dagegen seiner Leuchtkraft wegen
-weniger angenehm; doch liefert die Combination von ~Cobalt~, ~Aureolin~
-und ~Sepia~ oder ~Rose Madder~ sehr angenehme zarte Töne für ferne
-Bäume in schwachem Licht oder bei dämpfiger Atmosphäre. Als Farbe für
-Draperien ist es unersetzlich. Besonders werthvoll und nützlich ist es
-in Mischung mit ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~ oder ~French Blue~ -- mit
-~Indigo~ -- mit ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~ oder ~French Blue~ -- mit
-~Oxyde of Chromium~ -- mit ~Burnt Umber~ -- mit ~Sepia~ -- mit ~Emerald
-Green~ -- mit ~Brown Madder~ -- mit ~Sepia~ und ~Cobalt~ -- mit ~Rose
-Madder~ und ~Cobalt~ -- mit ~Light Red~ und ~Cobalt~ oder ~Indigo~ --
-und mit ~Rose Madder~.
-
-Das von Schönfeld & Comp. neuerdings hergestellte ~Aureolin~ wich
-seither im Ton ganz entschieden von dem englischen ab. Während
-letzteres sich im Ton stark dem Gummigutt nähert, übertrifft ersteres
-an Intensität der Farbe noch das Indischgelb und nähert sich dem
-~Cadmium Orange~; es wird jedoch künftig dem englischen entsprechend
-bereitet werden.
-
- * * * * *
-
-Die übrigen in Katalogen und im Handel vorkommenden gelben Farben
-sind für unsere Zwecke entbehrlich und zum Theil höchst undauerhaft.
-Unter die ersteren gehört beispielsweise +Italienische Erde+, ~+Mars
-Yellow+~, ein schöner warmer nach Orange neigender, glanzvoller
-permanenter Ocker, -- unter die letzteren: ~+Gallstone+~, prachtvolle,
-tiefe Farbe -- ~+Italian Pink+~ -- ~+Yellow Lake+~ -- Schönfeld’s
-+Japanisches Gelb+ -- sowie die verschiedenen Nüancen von +Chromgelb+
-und ~Stil de grain jaune~.
-
-
-~Orange.~
-
-+Allgemeines.+ Orange ist eine sekundäre Farbe und bildet den Uebergang
-von Gelb zu Roth, aus welchen beiden Farben sie zusammengesetzt ist. Je
-nachdem die eine oder andere derselben in der Combination vorherrscht,
-läßt sich eine lange Reihe von Uebergangstönen bilden. Ihr Charakter
-ist Wärme, welche mit Zunahme des Roth selbstverständlich gesteigert
-wird. Da Blau an der Zusammensetzung von Orange keinen Antheil hat,
-so ist es dessen Complementärfarbe und wirkt daher zerstörend auf
-dieselbe, was bei Anlage von Abendhimmeln zu beherzigen ist.
-
-
-~Penley’s Neutral Orange.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 54 ₰.~
-
-Diese leuchtende Farbe ist aus ~Yellow Ochre~, ~Cadmium~ und ~Brown
-Madder~ zusammengesetzt und dient namentlich dazu, die Zeichnung vor
-dem Beginn der eigentlichen Anlage mit einem schwachen Orange-Tone
-zu übergehen, was, besonders in sonnigen Landschaften, gleich einen
-warmen, angenehmeren Grundton gibt als das weiße Papier. Der neutrale
-Charakter derselben dient zugleich, das spätere Blau der Luft etwas
-zu brechen, während die Farbe doch etwas durchschimmert und dem Bilde
-einen guten Lichtton verleiht. Man hüte sich, den Ton zu kräftig
-zu geben, in welchem Falle man nach dem Trocknen wieder mit Wasser
-abwaschen müßte, um das später aufzutragende Blau nicht zu zerstören.
-Wo übrigens der Himmel sehr rein ist und die Wolken absolut weiß
-erscheinen, läßt man diesen ersten Ton besser weg. Je nach der Abnahme
-des Lichtes mag indessen dieser Ton etwas verstärkt werden, wodurch
-die später aufzutragenden Töne mehr gebrochen werden. Auch für die
-erste Anlage entfernter Gebirge ist es brauchbar und liefert mit ~Rose
-Madder~ eine angenehme Reihe warmer, sonniger Töne. Mit ~Cobalt~
-gemischt erhält man einen sehr brauchbaren, grünlichgrauen Ton für
-Schatten des Gebirgs und fernen Laubwerks. Mit ~Cobalt~ gebrochen
-liefert ~Neutral Orange~ auch sehr brauchbare Töne für Wege, welche
-alle Schattirungen zwischen Orange und Grau umfassen. Diese Farbe ist
-jedoch insofern entbehrlich, als man ihren Ton recht gut durch Mischung
-von ~Yellow Ochre~ mit etwas ~Brown Madder~ herzustellen vermag.
-
-
-~Burnt Sienna.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Die gebrannte Sienna ist eine unentbehrliche, dauerhafte Farbe von
-großer Transparenz und Tiefe, welche allen Mischungen für das Grün
-und Braun der Vegetation eine natürliche, angenehme Wärme verleiht.
-Für Luft und Ferne ist sie dagegen nicht zu verwenden, indem ihr die
-der Atmosphäre eigenthümlichen Töne abgehen. In Mischung mit ~French
-Blue~ erhält man zahlreiche kalte und warme graue Töne für dunkle
-Interieurs und Hintergründe mit Figuren; sie besitzen sowohl Zartheit
-wie Tiefe. Dunkle Räume und Ecken, Thorwege und dergleichen übergeht
-man mit +transparenten+ Tönen dieser Combination und erhält man durch
-häufiges Wiederholen dieser Procedur einen sehr tiefen, aber doch
-transparenten Schatten. Mit Schwarz erhält man sehr schöne braune und
-mit ~Payne’s Grey~ eben solche für Schiffe und Boote sehr geeignete
-Töne. Für Architekturmalerei ist ~Burnt Sienna~ sehr werthvoll, denn
-in Combination mit ~Rose Madder~ und ~Cobalt~, oder mit ~Cobalt~ und
-~Chrimson Lake~, oder mit ~French Blue~ und ~Rose Madder~, oder mit
-~Indigo~ und ~Chrimson Lake~ erhält man endlose Verschiedenheiten von
-an Gebäuden, aber auch an Wegen und Ufern vorkommenden Tönen. Für
-alle Markirungen und Drucker von tiefem und sehr warmem Tone findet
-~Burnt Sienna~ in Mischung mit ~Chrimson Lake~ und ~French Blue~
-oder ~Indigo~, dick aufgesetzt, erfolgreiche Anwendung. Bei dieser
-Gelegenheit mögen einige Worte über tiefe Stellen und Drucker eingefügt
-werden. +Kein+ Strich oder Punkt, er möge noch so dunkel und tief in
-der Farbe sein, darf sich dem Beschauer eines Bildes als +schwarzer+
-Fleck bemerklich machen. In der Natur kommt derartiges nicht vor,
-sondern nur Schattenwirkungen, welche dem Auge überhaupt keine Farbe
-zeigen. Alle sehr dunkeln Stellen müssen daher +warm+ im Tone gehalten
-werden, andernfalls sie an Transparenz verlieren und dem ganzen Bilde
-eine unangenehm wirkende Kälte geben. -- Für die Mischungen von Grün
-ist ~Burnt Sienna~ durch keine andere Farbe zu ersetzen, einerseits
-ihrer Transparenz, andererseits ihres kraftvollen Tones wie ihrer
-angenehmen Verarbeitung wegen. +Besonders+ werthvoll für Laubwerk aller
-Art ist sie in Combination mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~ und
-~Blau~ (~Indigo~, ~French Blue~ oder ~Cobalt~); ebenso in Mischung mit
-~Gamboge~ oder mit ~Indigo~. Zusatz von ~Sepia~ zu diesem Grün liefert
-feine olivenfarbige neutrale Töne.
-
-
-~Mars-Orange.~
-
-~W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. & C. 45 ₰.~
-
-Eine sehr schöne, permanente, transparente und tieftönige Farbe, welche
-ungeachtet vieler vortrefflicher Eigenschaften wenig verbreitet ist.
-Sie bietet glanzvolle Töne für Abendhimmel und +beleuchtete+ Berge,
-Felsen und Wege. Für Grün ist sie nicht brauchbar. Im Ton weicht sie
-von der vorigen Farbe ziemlich ab und schließt sich entschiedener an
-Roth an.
-
-
-~Brown Ochre.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Ein permanentes, braunröthliches Gelb, welches besonders allein, oder
-in Mischung mit ~Brown Madder~, für sandigen Vordergrund zu empfehlen
-ist und mit ~Indian Yellow~ einen tiefen, glanzvollen Ton von großer
-Kraft für +Herbstlaub+ liefert. Sonst ist sie entbehrlich.
-
-
-~Orange-Vermilion.~
-
-~W. & N. 2 ℳ. 5 ₰.~
-
-Der Orange-Zinnober ist eine permanente und unter Umständen sehr
-nützliche, dabei aber entbehrliche Farbe. Er findet hauptsächlich
-Anwendung für Draperien und Fleischtöne; für letztere besonders in
-der Staffage in Mischung mit ~Chinese White~, welche ausgezeichnete
-Töne für Gesichter, Hände und Füße liefert. Da beide Farben decken, so
-läßt sich mit ihnen eine reine und brillante Fleischfarbe auf jeden
-beliebigen farbigen, beziehungsweise fertigen Grund bringen.
-
- * * * * *
-
-Von den übrigen entbehrlichen Orange-Farben will ich nur erwähnen,
-daß ~Burnt Roman Ochre~ der ~Burnt Sienna~ in Ton und Tiefe zwar sehr
-ähnlich ist, letztere Farbe aber nicht zu ersetzen vermag, da ihm
-die nöthige Transparenz abgeht. Mehr in’s Rothbraune nach ~Brown
-Madder~ zu fallen +Gebrannte Italienische Erde+ und ~Laque Robert~ Nr.
-7 (Schönfeld), ein Krapppräparat, welches im Ton an Mischungen von
-~Chrimson Lake~ mit ~Brown Pink~ erinnert.
-
-
-Roth.
-
-+Allgemeines.+ Roth tritt stark vor. Gelb hebt feinen warmen Ton; mit
-Blau sinkt er ins Kalte. Als energische Farbe ist Roth jedoch weder
-durch Gelb noch durch Blau sofort zu verändern und bleibt gegen diese
-Farben lang in entschiedenem Uebergewicht. Durch Zusatz von wenig Blau
-geht Roth in das sogenannte +Carmoisin+ über, eine, hohe Pracht mit
-großer Tiefe vereinigende Farbe. Mit weiterem Zusatz, von Blau werden
-die Töne unruhiger und fallen dann in Violett. In sekundären Farben ist
-Roth bei der Zusammensetzung von Orange und Violett betheiligt, fehlt
-aber in Grün, dessen Complementärfarbe es ist. Die bedeutende Wirkung
-von Roth in einer Wald- oder Wiesenlandschaft ist durch keine andere zu
-ersetzen, aber man lasse sich nicht hierdurch veranlassen, in solchen
-Motiven zu verschwenderisch damit umzugehen, da deßfallsiger Mißbrauch
-die Lufttöne vernichtet.
-
-
-~Light Red.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Diese Farbe wird aus dem feinsten hellen Ocker gebrannt und ist
-weniger ein absolutes Roth, als vielmehr ein sehr tiefes, gebrochenes
-Orange. Für Gebäude, Draperien und Vieh ist sie für sich allein oft
-mit Vortheil zu verwenden, während sie in Mischung mit ~Cobalt~
-oder ~French Blue~ sehr schöne, luftige Töne liefert, welche sich
-für zarte, nebelige, dämpfige Effekte, sowie für Schönwetter-Wolken
-eignen. Durch Zusatz von etwas ~Rose Madder~ zu diesem Grau fällt es
-mehr ins Purpurne und eignet sich mehr für Ferne und Wolken überhaupt.
-Mit ~Indigo~ erhält das Grau einen grünlichen Ton (Lasuren von ~Light
-Red~ über Blau geben ebenfalls einen warmen grünlichen Ton) und mit
-mehr ~Indigo~ erhält man eine für getreue Darstellung von Regenwolken
-sehr brauchbare Farbe. Die verschiedenen Combinationen mit letzterem
-sind übrigens sämmtlich als Schattentöne für Gebäude, Steine, Wege
-und dergleichen sehr zu empfehlen. Auch für das Grün in Ferne und
-Mittelgrund läßt sich ~Light Red~ gut verwenden, in Mischung mit ~Blue
-Black~ und ~Brown Pink~ auch für Vordergrund und die Combination ~Light
-Red~, ~Indigo~ und ~Gamboge~ liefert ein sehr brauchbares graues
-Grün für Darstellung von Kiefern, welches, je nach der größeren oder
-geringeren Menge der letzteren Farbe, im Tone gehoben oder gemildert
-werden kann. In der Carnation findet ~Light Red~ zur Darstellung der
-Fleischtöne und Schatten ebenfalls erfolgreiche Anwendung. Dünne
-Lasuren von ~Light Red~ über Wolken und deren Lichter wirken oft sehr
-zart und fein.
-
-Anstatt ~Light Red~ können auch die im Tone sehr ähnlichen Farben
-~Venetian Red~ und ~Red Ochre~ in derselben Weise benutzt werden.
-Ich gebe jedoch ~Light Red~ den Vorzug, da sein Ton etwas mehr in’s
-Gelbliche neigt. Aehnlich aber etwas stumpfer in der Farbe ist das
-für Carnation brauchbare +Neapelroth+, welchem sich das in’s Braune
-neigende Braunroth anschließt. Letztere sind ebenfalls Eisenoxydfarben.
-
-
-~Vermilion.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Zinnober ist das intensivste Roth und dient vorzugsweise für Draperien,
-ist aber zu allen rothen Gegenständen, namentlich Ziegeln, Backsteinen,
-Schiffstheilen etc. sehr brauchbar. Rein wird es selten benutzt. Von
-vielen englischen Malern wird es mit sehr schöner Wirkung in Mischung
-mit ~Indian Yellow~, ~Rose Madder~ etc. für glänzende Abendhimmel,
-und in Mischung mit Blau für Ferne und Wolken aller Art verwendet,
-von welch letzterem besonders die Mischung mit ~Cobalt~ sehr schöne
-graue Töne liefert. Als Deckfarbe fordert jedoch seine Verwendung in
-Mischungen für Lüfte bedeutende Geschicklichkeit, weßhalb ich solche
-nur geübteren Dilettanten, diesen aber mit vollster Ueberzeugung von
-seiner Brauchbarkeit in dieser Beziehung empfehlen kann. Schließlich
-liefert ~Vermilion~ in Combination mit ~Blue Black~ und ~Burnt Sienna~
-äußerst naturwahre Töne für rostiges Eisenwerk jeden Grades.
-
-
-~Rose Madder.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 8 ₰. S. & C. 75 ₰.~
-
-Der Rosa Krapp ist eine sehr werthvolle und unentbehrliche rosenrothe
-Farbe, welche früher durch ~Chrimson Lake~ und ähnliche flüchtige
-Cochenillfarben ersetzt wurde. Was daher früher mit letzteren Farben,
-besonders in helleren Tönen, gemalt wurde, hatte keinen Bestand; daher
-die vielen verblichenen Aquarelle aus früheren Zeiten. Die Anwendung
-von ~Rose Madder~ eingehend zu erörtern ist eine überflüssige Aufgabe,
-da diese Farbe fast überall Anwendung findet, besonders aber in den
-zarten Tönen der Luft, des Wassers und der Schatten, wo sie gewöhnlich
-in Mischungen mit ~Cobalt~ oder mit ~Cobalt~ und ~Yellow Ochre~ benutzt
-wird, und zwar nur in +zarten+ Tönen. Für tiefe und kraftvolle Töne ist
-~Rose Madder~ nicht geeignet und muß in solchen durch ~Chrimson Lake~
-oder ~Brown Madder~ ersetzt werden. Für Lasuren über Grün gilt das bei
-~Brown Madder~ Erwähnte.
-
-
-~Chrimson Lake.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 54 ₰. S. & C. 45 ₰.~
-
-~Chrimson Lake~ ist zwar keine dauerhafte, aber wo starke, +tiefe+
-Töne erforderlich sind, dennoch sehr brauchbare Farbe, und umsomehr
-in Combinationen mit anderen Farben von Tiefe des Tons zu empfehlen,
-als sie in diesem Fall in Bezug auf Haltbarkeit wenig gefährdet ist.
-In zarten Tönen dagegen ist sie gänzlich zu meiden, da solche schon
-nach kurzer Zeit erblassen. Ihr eigentliches Feld sind die dunkelsten
-Stellen und die warmen, tiefen Drucker in Architektur, Felsen,
-Baumstämmen etc. Ueberall überhaupt, wo +starke+, tiefe und warme
-Farbe verlangt wird, findet sie ausgezeichnete Verwendung. Besonders
-häufig benutzt man sie in dicker Mischung mit ~Brown Pink~ und ~French
-Blue~ für diese Zwecke; und mit ~Burnt Sienna~ mit oder ohne Zusatz
-von ~French Blue~, erhält man eine sehr kräftige, heiße Farbe für
-Rindvieh, Pferde etc., wie auch für Draperien.
-
-
-~Indian Red.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Dieses etwas deckende, tiefe, gebrochene Roth, welches angeblich in
-Bengalen aus sehr reinem, natürlichem Eisenoxyd bereitet wird, ist eine
-sehr starke Farbe und dient in Combination mit ~Indigo~ oder ~Cobalt~
-namentlich für dunkle, neutrale Schatten, +fernes Gebirg+, +schwere
-Regen-+ und +Gewitterwolken+, sowie für die +tieftönigen+ Wolken bei
-+Sonnenuntergängen+, bei welch letzteren sie überdies weitere Anwendung
-findet. Für die genannten Zwecke ist sie sehr werthvoll; für andere
-dagegen kann sie durch ~Brown Madder~ ersetzt werden.
-
-In Ton und Schwere stehen dem ~Indian Red~ nahe das ~Persian Red~,
-sowie das aus geglühtem Eisenvitriol erhaltene ~+Mars Red+~. Ersteres
-fällt mehr in’s Braune, letzteres mehr in’s Rothe. Noch mehr nach Braun
-und nebenbei noch nach Violett neigt ~Caput mortuum~, welches aus den
-Rückständen bei Fabrikation der Nordhäuser Schwefelsäure gewonnen wird.
-
-
-~Brown Madder.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 45 ₰. S. & C. 75 ₰.~
-
-~Brown Madder~ ist ein permanentes Krapp-Präparat von sehr tiefer und
-dunkler, ins Braune fallender Farbe, welches besonders in gesättigten,
-tiefen Tönen des Vordergrundes und in allen dunklen Stellen äußerst
-brauchbar ist. Mit ~Cobalt~ oder ~French Blue~ gemischt erhält man sehr
-zarte Töne für Wolken, Ferne und Schatten von etwas tieferem Charakter
-als diejenigen, welche mit ~Rose Madder~ erhalten werden. Sehr schöne
-Schattentöne für Gebäude, Boote, Felsen, Steine etc. erhält man aus
-der Mischung mit ~Raw Umber~ und ~Cobalt~, welche, bedingt durch
-luftigen Ton, schon bei Vielen zur Lieblingsmischung geworden ist.
-Dünne Lasuren von ~Brown Madder~ über Grün geben letzterem nicht selten
-einen sehr +feinen+ Ton, was bei der schwierigen Wiedergabe +feiner+
-grüner Töne sehr werthvoll ist. Schönfeld’s Brauner Krapp ist im Tone
-nicht identisch mit dem englischen ~Brown Madder~, sondern gehört zu
-den braunen Farben, während letzterem seither Schönfeld’s Madder-Braun
-entsprach, welcher Unterschied jetzt wegfällt, da diese Firma den
-braunen Krapp als entbehrliches Präparat fallen läßt.
-
-
-~Purple Madder.~
-
-~W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. & C. 1 ℳ.~
-
-Der Purpur Krapp ist permanent, von feinem, tiefem Ton und gebrochener,
-schon etwas in’s Blaue fallender Farbe. In leichten wie tiefen Tönen
-ist er gleich nützlich, obgleich nicht gerade unentbehrlich. Für
-röthlichgraue Schatten in Architekturen paßt er in Combination mit
-Blau oder Schwarz und Gelb, welche Combinationen auch sehr natürliche
-Töne für alte, verwitterte Strohdächer liefern. Als sehr schöne
-Schattenfarbe kann ich namentlich ~Indigo~, ~Purple Madder~ und ~Raw
-Sienna~ in Mischung empfehlen und als schöne tiefe und durchsichtige
-Combination für Interieurs und dunkle Ecken etc.: ~Purple Madder~,
-~Burnt Sienna~ und ~Brown Pink~. Für Lasuren über Grün gilt das bei
-~Brown Madder~ gesagte.
-
- * * * * *
-
-In den Farbenkatalogen kommen noch eine große Anzahl entbehrlicher
-rother, theils guter, haltbarer -- wie verschiedene weitere Krapp- und
-Zinnober-Präparate -- theils aber auch sehr flüchtiger Farben vor.
-Zu warnen ist namentlich vor einigen zu letzterer Klasse gehörenden,
-wie: ~Carmine~, ~Purple Lake~, ~Pure Scarlet~, ~Scarlet Lake~, ~Indian
-Purple~, von welchen jedoch letztere Farbe in +tieferen+ Tönen wie
-~Chrimson Lake~ verwendet werden.
-
-Was die übrigen Krappfarben betrifft, so kommen solche zwar für die
-Landschaft nicht in Betracht, sie können aber zum Theil für besondere
-Effekte in Staffage, in Stillleben, besonders für Draperien, wo
-ein recht tiefes Roth erwünscht ist, Anwendung finden, da sie mit
-großer Tiefe hohe Pracht vereinigen. Hierher gehören in erster Linie
-Schönfeld’s +Rothbrauner+ Krapp (75 ₰.) von sehr tiefer, leuchtender,
-zwischen ~Brown Madder~ und gebranntem Karmin stehender Farbe; sodann
-der noch leuchtendere, etwas hellere und ein wenig röthere ~+Rubens
-Madder+~ (~W. & N. ℳ. 1.45. S. & C. ℳ. 0.75.~)
-
-Eine Farbe von äußerst feinem Ton ist der ganz hell rosenrothe
-~+Pink Madder+~ von gleichem Preise, welcher auch für zarte, frische
-Fleischtöne paßt. Weniger tief im Ton als die beiden erstgenannten
-sind Schönfeld’s +Dunkler Krapp+, welcher sich dem ~Chrimson Lake~
-nähert, sowie der zwischen letzterem und dem gebrannten Karmin stehende
-+Krappkarmin+, ~+Madder Carmine+~, während Schönfeld’s +Braunrother
-Krapp+ sich im Tone auffallend den Eisenfarben (~Light Red~ etc.)
-nähert, deren ~Van Dyk Red~ -- dunkler, geglühter Eisenvitriol --
-dagegen sich wieder entschieden dem rothbraunen Krapp nähert, jedoch
-etwas brauneren Ton und stumpfere Farbe zeigt. Aehnlich in der Farbe
-verhält sich das etwas röthere, aber +nicht haltbare Pompejanischroth+
-Schönfeld’s.
-
-An die Eingangs genannten tieftönigen Krappfarben reiht sich noch
-~Burnt Carmine~, gebrannter Carmin (~W. & N. ℳ. 3. 10. -- S. & C. ℳ.
-1. --~), eine glühende Farbe von großer Tiefe für Draperien und dunkle
-Drucker und hier wenig gefährdet, sobald noch eine dauerhafte Farbe in
-die Mischung tritt.
-
-Hier lassen sich auch am Besten einige Farben von ungewöhnlichem, ins
-Gelbe fallendem, feinem Tone einreihen, welche auch als Orange gelten
-könnten und an Figürlichem gelegentliche Verwendung finden dürften. Es
-sind ~Red Lead~, Mennig, und ~Jaune Capucin~ (~S. & C. 75 ₰.~), erstere
-etwas gelber, letztere etwas mehr ins Rothe fallend, sehr transparent,
-aber nicht ganz dauerhaft.
-
-
-Blau.
-
-+Allgemeines.+ Blau ist ruhig, kalt und lichtschwach. Es tritt zurück,
-stimmt alle warmen Töne herab und ist an der Bildung aller gebrochenen
-Farben und kalten Töne betheiligt. Es ist dem Auge angenehm und gibt
-der Landschaft im Allgemeinen eine poetische Stimmung, doch bemerke
-man, daß kräftiges Blau bei häufigerem Vorkommen sehr störend auf die
-Landschaft einwirkt. Wo immer zarte, ruhige Töne anzugeben sind, kommt
-Blau in Anwendung und ebenso verdanken dunkle, düstere Töne ihren
-Eindruck feiner Gegenwart. Durch Contrast macht Blau alles übrige
-heiter. Mit Gelb, von welchem es sofort verändert wird, bildet es Grün,
-mit wenig Roth Purpur. An der Bildung von Orange nimmt es nicht Theil,
-daher dies seine Complementärfarbe ist. Nebeneinander gesetzt bringen
-beide eine ziemlich starke Wirkung hervor.
-
-In Folge seiner Lichtschwäche ist Blau die Farbe der Ferne, auf welcher
-Modellirung und Luftperspektive vorzugsweise beruhen.
-
-
-~Ultramarine.~
-
-~W. & N. 21 ℳ. 77 ₰.~ Vierteltafeln ~5 ℳ. 61 ₰.~
-
-~NB.~ Es ist hier das ächte, aus Lasurstein bereitete gemeint. Das
-in den französischen Farben vorkommende und von Schönfeld fabricirte
-„~Ultramarin~“ gehört unter die folgende Farbe, da dies künstliche,
-nach der chemischen Analyse des ächten Ultramarin verfertigte Fabrikate
-sind.
-
-In Reinheit der Farbe und Transparenz wird das ächte Ultramarin,
-welches selbstverständlich dauerhaft ist, von keiner anderen Farbe
-erreicht, allein ungeachtet dieser Vorzüge stehen zwei sehr gewichtige
-Eigenschaften seiner allgemeineren Anwendung entgegen. Die erste ist
-der Preis, die zweite seine schwierige Behandlung, da es große Neigung
-zu einem feinkörnigen Niederschlage zeigt, von welcher selbst die
-feinste Zubereitung es nicht gänzlich zu befreien vermag, und seine
-Anwendung aus diesem Grunde große Vorsicht und Gewandtheit verlangt.
-Ein dünner Auftrag über ~Cobalt~ gibt der Luft eine beträchtliche Tiefe
-und der Ferne überhaupt einen leuchtenden Charakter. In Werken von
-hoher Vollendung und wo in Draperien große Pracht erfordert wird, ist
-seine Anwendung zu empfehlen; für weniger wichtige Fälle aber ersetze
-man es durch ~French Blue~.
-
-Die bei der Bereitung des Ultramarin bleibenden Rückstände liefern
-eine sehr schöne blaugraue Farbe von feinem, wärmerem Ton, und, je
-nach dem Grade der Auslaugung, verschiedener Schattirung, welche
-als „~Ultramarin-Ash~“ --~ W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. & C. 3 ℳ.~ -- im
-Handel vorkommt. Sie ist bei Luft und Ferne in gewissen Fällen recht
-erwünscht, im Ganzen aber entbehrlich.
-
-
-~French Blue.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 8 ₰. S. & C. 75 ₰.~ (~Ultramarin.~)
-
-Diese schöne, unentbehrliche, kräftige, permanente, im Ton dem ächten
-Ultramarin sehr ähnliche Farbe, welche nach der Analyse des letzteren
-bereitet ist, ist sehr angenehm im Arbeiten und da sie weit tiefer
-im Ton ist als ~Cobalt~, so kommt sie in Anwendung, wo dieser nicht
-ausreicht, sowohl in Luft und Ferne, als im Vordergrunde, besonders bei
-Bäumen und Architekturen, sowie in Draperien. Sie liefert sehr zartes,
-wie sehr starkes Grau, und da sie Körper und große Durchsichtigkeit
-besitzt, so eignet sich ihr Grau in besonderer Weise für Felsen und
-Steine. Für Bäume und die Vegetation des Vorder- und Mittelgrundes ist
-sie dem Indigo insofern vorzuziehen, als sie in tieferen gesättigten
-Tönen immer noch ihre leuchtende Kraft bewahrt, während Indigo in
-solchen sehr leicht zu Schwärze neigt.
-
-
-~Cobalt.~
-
-~W. & N.~ 2 ℳ. 5 ₰. ~S. & C.~ 75 ₰.
-
-Ein sehr schönes, permanentes, zartes und reines Blau, dessen leichter,
-angenehmer Auftrag es, abgesehen von seinen ausgezeichneten Tönen,
-dem Maler unentbehrlich macht. Bei ~Rose Madder~ habe ich bemerkt,
-es sei überflüssig in eine detaillirte Aufzählung seiner Anwendung
-einzugehen. Dasselbe gilt auch von ~Cobalt~. ~Cobalt~ ist für jeden Ton
-brauchbar, welcher Blau enthält, ausgenommen jedoch, wo ein dunkeles
-Blau oder große Tiefe und Kraft verlangt wird, in welchem Falle ~French
-Blue~ eintreten muß. In Luft, Ferne, Wasser, Vegetation (besonders der
-Ferne), Architektur, Gestein und Boden findet ~Cobalt~ allein oder in
-Combination Anwendung. Für das Grün der Ferne ist zu empfehlen ~Cobalt~
-in Mischung mit ~Yellow Ochre~ mit wenig Wasser und möglichst trockenem
-Pinsel aufzutragen. Mit Zusatz, von etwas ~Chinese White~, in derselben
-Weise aufgetragen, eignet sich vorerwähnte Mischung auch zur Wiedergabe
-der Configurationen entfernter Gebirge, wobei die Anwendung des
-Pinsels +von der Seite+ eine sehr entsprechende Wirkung hervorbringt.
-Unbestimmte Formen werden sehr vortheilhaft in dieser Weise gegeben
-und einige kleine Stellen der Ferne in reinem Blau erhöhen dann das
-allgemeine Grau. Mit ~Rose Madder~ gibt ~Cobalt~ sehr schöne perlgraue
-Töne und mit ~Light Red~ sehr brauchbare Schatten für Wolken etc.
-Dieselben Töne sind als Lasuren sehr geeignet, allenthalben zu warme
-Töne herabzustimmen. Wo ~Cobalt~ zu blau und kalt wirkt, wird sein Ton
-durch dünne Lasuren von ~Light Red~ etc., ~Burnt Sienna~ oder ~Terra
-Verte~ erwärmt.
-
- * * * * *
-
-Wohl in Farbe, aber nicht in Haltbarkeit stehen ~+New Blue+~ und
-+Pariser Blau+ dem ~Cobalt~ sehr nahe. Haltbare Farben dagegen sind
-drei neuere dem ~Cobalt~ verwandte Farben, +Blau Oxyd+, ~+Coelin Blau+~
-(~Bleu céleste~) und +Grünblau Oxyd+. Erstere und letztere -- im
-Wesentlichen Chrom-Cobaltoxyde -- gehören zu den theuren Farben (~S.
-& C.~ ℳ. 1. 50). +Blau Oxyd+ ist etwas tiefer im Ton als ~Cobalt~,
-hat aber einen Stich ins Grünliche, welches bei dem dessenungeachtet
-in Lüften verwendbaren ~+Coelin Blau+~ noch etwas ausgesprochener
-auftritt. Grünblau Oxyd fällt dem Namen entsprechend in die Combination
-von ~French Blue~ und ~Emerald Green~, kann aber in Landschaft und
-Marine für Wasser und gewisse Stimmungen, nebenbei auch in Stillleben
-Anwendung finden.
-
-
-~Indigo.~
-
-~W. & N.~ 1 ℳ. 2 ₰. ~S. & C.~ 35 ₰.
-
-Ein dunkles, ruhiges, permanentes Blau, welches ebenfalls sehr häufige
-Anwendung findet, in helleren Tönen sehr weich und ruhig ist, in
-tiefen aber zu großer Dunkelheit und Schwärze neigt. Indigo färbt
-sehr stark und ist daher in gemischten Tönen mit Vorsicht zuzusetzen.
-Für Zwielicht und tieftönige Wolken ist er vorzugsweise geeignet,
-besonders in Mischung mit ~Indian Red~. Mit allen gelben Farben
-gemischt (~Gamboge~, ~Raw Sienna~, ~Yellow Ochre~, ~Indian Yellow~
-und ~Aureolin~) liefert er klare, grüne Töne für Vorder-, Mittel- und
-Hintergrund Die Combination mit ~Burnt Sienna~ und ~Gamboge~ ist für
-Laubwerk seit Jahren beliebt, allein ohne Zusatz von ~French Blue~ oder
-von ~Cobalt~ ist sie etwas roh in der Farbe. Mit ~Brown Madder~ liefert
-~Indigo~ eine gute Schattenfarbe für Architektur und Gegenstände des
-Vordergrundes im Allgemeinen.
-
-
-~Prussian Blue.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Das preußische Blau ist eine tieftönige, glanzvolle, etwas ins
-Grünliche fallende, aber leider +äußerst vergängliche+ Farbe, welche
-bei früherer Anwendung alle Farben, mit welchen sie gemischt war, nach
-und nach gründlich zerstörte. Mit +Vorsicht+ und in +sehr geringer
-Menge+ läßt sie sich jedoch manchmal mit Vortheil in tiefen, dunkeln
-Tönen als Zusatzfarbe benutzen, um solche etwas lebhafter zu machen.
-Auch den Farben für Seewasser in geringer Menge zugesetzt, ertheilt sie
-diesem ein ungemein durchsichtiges flüssiges Aussehen. Wo man diese
-Farbe daher anwendet, darf dies nur als Hülfsmittel in vorstehendem
-Sinne und mit großer Vorsicht geschehen. Hierbei muß ich noch bemerken,
-daß das +englische+ Präparat, welches angeblich haltbarer als das
-deutsche sein soll, von sehr stumpfem Ton ist und in diesem Falle
-deutsche und französische Farben vorzuziehen sind.
-
-
-~Intense Blue.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 3 ₰.~
-
-Ein permanentes, tiefes, aber entbehrliches Blau, ein Indigopräparat,
-welches nicht selten in englischen Farbenkasten statt des Indigo
-vorkommt, was aber bei seiner lebhaften, allenfalls für Draperien sehr
-empfehlenswerthen Farbe wenig geeignet erscheinen dürfte.
-
- * * * * *
-
-Was die übrigen blauen Farben betrifft, so bemerke ich, daß von den
-billigeren ~Antwerp Blue~, Mineral-Blau und andere dem ~Prussian
-Blue~ in Farbe und Haltbarkeit äußerst nahe kommen, von den theuren
-aber ~Smalt~ (~W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. etc. 3 ℳ.~) ein prachtvolles
-Blau von stark ins Violette neigendem Ton repräsentirt, welches für
-Gewänder empfohlen zu werden verdiente, aber in der Behandlung sehr
-schwierig ist, da es, wie das ächte Ultramarin, eine Neigung hat,
-etwas griesartig zu werden. Sein Ton ist übrigens recht gut durch eine
-Mischung aus ~French Blue~, ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ zu ersetzen.
-
-
-Grün.
-
-+Allgemeines.+ Grün ist eine aus Gelb und Blau gebildete sekundäre
-Farbe, welche mit Roth kontrastirt, dem Auge sehr angenehm ist und
-einen ungemeinen Reichthum der verschiedensten Töne bietet. Grün ist
-zwar weithin sichtbar, besonders helles, reines Grün, allein schon in
-geringer Ferne neigt das Grün nach Braun, wie überhaupt die meisten
-der in der Natur vorkommenden grünen Töne der warmen Seite angehören
-und die im üppigen Frühlingskleid prangenden Fluren in gebrochener
-Farbe erscheinen, sobald man sie mit grüngefärbter Seide vergleicht. Je
-nachdem es mit Roth gebrochen wird, wird sein Ton wärmer oder kälter.
-Die Darstellung der verschiedenen Töne für die Vegetation ist für den
-Anfänger vielfach äußerst schwierig, und Feinheit der Farbe kann nur
-durch lange Uebung neben eingehenden Studien in der Natur erreicht
-werden. Ohne Roth wirkt Grün selten befriedigend. Auf der Seite nach
-Gelb hin wirkt es leicht beleidigend; weniger verstimmt es auf der
-entgegengesetzten Seite als Blaugrün. Die fertigen, d. h. käuflichen
-grünen Farben sind für die Vegetation nicht brauchbar und alles Grün
-muß der Maler durch Mischung bereiten. Es gibt jedoch einige grüne
-Farben, deren Ton durch Mischung nicht oder nicht leicht zu erreichen
-ist, und welche geeigneten Orts, wenn auch mit anderen gemischt und
-gebrochen, Anwendung finden. Hierher gehören die folgenden:
-
-
-~Green Oxyde of Chromium.~
-
-~W. & N. 3 ℳ. 8 ₰. S. & C. 75 ₰.~
-
-Das grüne Chromoxyd ist ein permanentes, deckendes, mattes, aber helles
-Grün von großer Kraft und Wirkungsfähigkeit. Diese unter Umständen sehr
-werthvolle Farbe ist in Deutschland noch sehr wenig bekannt, verdient
-aber ausgebreitetere Anwendung. Besonders werthvoll ist sie in kalten
-Schatten und speciell in großen Massen grünen Laubes von kaltem Ton.
-Als Deckfarbe ist Chromoxyd zur ersten Anlage nicht dienlich, und seine
-eigentliche Wirkungssphäre ist da, wo anderen Farben der verlangte Ton
-gegeben werden soll, oder wo Grün durch öfteres Uebermalen schwärzlich
-geworden ist. In Verbindung mit ~Indian Yellow~ wird in solchen Fällen
-wieder ein frischer grüner Ton hergestellt. Seine Anwendung erfordert
-jedoch Vorsicht, um nicht Farbe ohne Glanz und den Eindruck eines
-grünen Anstrichs hervorzubringen, was übrigens von der Behandlung jeder
-starken Farbe gilt. Man lasse sich daher durch seinen bestechenden
-Ton nicht täuschen und bedenke, daß seine Anwendung nicht allein mit
-Schönheit, sondern auch mit großer Gefahr verknüpft ist. In Combination
-mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~ erhält man sehr natürliche, sonnige
-Töne für Wiesen, Gras und sehr hell beleuchtete Bäume und in Mischung
-mit ~French Blue~ und ~Brown Pink~ eine sehr brauchbare Farbe für das
-Grün von Kiefernwaldungen. Lasuren von Chromoxyd über Blau geben diesem
-einen schönen, grünlichen Ton.
-
-
-~Emerald Green.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 75 ₰.~ Smaragdgrün, ~Vert Paul Véronèse.~
-
-Smaragdgrün ist ein lebhaftes, bläuliches, sehr glanzvolles, helles
-Grün, welches sofort die Augen auf sich zieht. Wo es angewendet wird,
-stimmt es durch die Stärke des Contrastes sofort alles übrige Grün im
-Ton bedeutend herab, wodurch es oft sehr werthvoll wird. Ungemischt
-wird es gewöhnlich in Draperien, Staffage, an Booten, Flaggen etc. mit
-großem Effekt angebracht; doch sei man damit, seiner großen Brillianz
-wegen, sehr sparsam. Mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~ erwärmt, oder
-mit ~Cobalt~ vertieft, oder auch mit ~Lemon Yellow~ gemischt wird
-es mit Vortheil verwendet, um in sonnigen Partien kleine Stellen
-brillanter zu machen. Es kann als permanent betrachtet werden.
-
-~NB.~ Wer französische Farben anwendet, dem rathe ich die „~+Cendre
-verte+~“ statt des französischen „~+Vert émeraude+~“ zu nehmen, da
-letzteres im Tone vom englischen sehr abweicht und mit dem englischen
-„~+Viridian+~“ identisch ist.
-
-
-~Brown Pink.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~ (~Stil de Grain brun.~)
-
-Ein warmes, gebrochenes, bräunliches, in’s Citrongelbe neigendes
-Grün, welches hauptsächlich in den verschiedenen Combinationen für
-das Grün des Vordergrundes Verwendung findet, wozu seine Transparenz
-und sein voller, frischer, leuchtender Ton es sehr geeignet machen.
-Mit ~Burnt Sienna~ liefert es kräftige, warme Töne für Herbstlaub
-und mit ~Brown Madder~ oder ~Chrimson Lake~ eine tiefe, heiße Farbe
-für sehr dunkle Drucker. Wie aus den später folgenden Farbentabellen
-für Grün hervorgeht, ist sein Gebrauch ein sehr ausgedehnter. In
-lichten Tönen sei man jedoch vorsichtig mit seiner Anwendung, da seine
-Haltbarkeit etwas zweifelhaft ist. Da es jedoch in den meisten Fällen
-nur bei tiefen, dunklen Tönen Anwendung findet, so ist hier von einer
-Veränderung nichts zu fürchten und kann man es in solchen getrost
-verwenden. Mit ~Indigo~ und ~Burnt Sienna~ oder ~Gamboge~ gemischt,
-erhält man ein sehr brauchbares warmes Grün.
-
-Schönfelds ~Stil de grain brun~ entsprach seither in der Farbe dem
-englischen ~Brown Pink~ sehr wenig und war viel zu braun, wird aber
-jetzt in gleichem Tone hergestellt werden.
-
-
-~Olive-Green.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Olivengrün ist eine Mischfarbe aus Schwarz und Indisch-Gelb, daher
-nicht gerade unentbehrlich. Es ist ein schönes, tiefes Olivengrün,
-welches mit Indigo hier und da Verwendung findet.
-
- * * * * *
-
-Was die sonstigen sehr zahlreichen grünen Farben betrifft, so sind
-für unsere Zwecke die meisten absolut unbrauchbar. Allenfalls ließe
-sich noch „~Terra Verte~“, Grüne Erde (~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C.
-34 ₰.~) empfehlen, ein im Wesentlichen aus kieselsaurem Eisenoxydul
-bestehendes gelbliches Grün von schwachem Ton, welches aber als Lasur
-einen eigenthümlichen und kräftigen Ton hervorbringt und für die Ferne
-oder mit rothen Farben gebrochen auch im Vorder- und Mittelgrund zu
-verwenden ist, aber etwas nachdunkelt. Zu Lasuren in der Landschaft wie
-für Draperie eignet sich ferner noch „~Viridian~“, ein kupferhaltiges,
-vielleicht mit dunklem Permanentgrün identisches, tiefes, bläuliches,
-dauerhaftes Grün von sehr feinem Ton (~W. G: N. 3 ℳ. 8 ₰.~). --
-~Hooker’s Green~ ist wie viele andere sehr undauerhaft. Dagegen
-stehen die aus Preußisch Blau und Chromgelb bereiteten verschiedenen
-Nüancen von „+Grünem Zinnober+“ sonderbarer Weise ziemlich gut, sind
-aber für uns entbehrlich. Die aus Zinkoxyd und Kobaltoxyd bereiteten
-dunkles +Cobaltgrün+ und +Chromgrün+ sind beide tiefe, haltbare Farben
-von eigenthümlichem Tone, welche in Draperien, Stillleben und in
-Ornamentmalerei hier und da passend verwendet werden können. Das helle
-+Cobaltgrün+ gehört wie auch die dunklen Nüancen des aus borsaurem
-Kupfer- und Chromoxyd bereiteten +Permanentgrün+ hinsichtlich des Tones
-in die Mischungen von ~Emerald-Green~ mit ~Cobalt~: +Pariser Grün+
-ist ein grelles Papageigrün aus der Combination ~Lemon Yellow~ mit
-~Emerald-Green~, während Malachitgrün aus ~Cobalt~ und ~Gamboge~ zu
-mischen ist. Alle diese grünen Farben sind für unsere Zwecke absolut
-entbehrlich. Schließlich ist noch vor Anwendung des früher sehr
-beliebten, transparenten, lebhaften, aber undauerhaften ~Sap Green~,
-Saftgrün zu warnen.
-
-
-Violett.
-
-+Allgemeines.+ Obgleich es keinen natürlichen, violetten Farbstoff
-gibt, so ist Violett als sekundäre Farbe doch von Wichtigkeit. Es
-besteht aus Blau und Roth, und da Gelb keinen Bestandtheil bildet, so
-ist dies seine Complementärfarbe. In der Landschaft sind die violetten
-Töne mit ihrer reichen Skala vom kältesten Grau bis zum wärmsten
-Purpur sehr schön. Sie bilden gewöhnlich die Ferne und nehmen an Luft
-und Atmosphäre hervorragenden Antheil. Im Morgen- und Abendhimmel
-wirken sie sehr gut, zuweilen sogar großartig, indem sie mit den
-Orange-Tönen sehr gut harmoniren, mit dem metallischen Glanze des
-blassen Gelb contrastiren und auf diese Weise Harmonie und Contrast
-vereinigen. Aus dem Himmel zieht Violett sich über die Ferne, mit der
-Entfernung aus dem Einfluß der Sonnenstrahlen an Stärke zunehmend. Mit
-Orange gemischt wird es zu Rothbraun und mit Grün zu Olivengrün.
-
-Die fertigen violetten Farben sind sämmtlich entbehrlich und zu meiden.
-
-
-Braun.
-
-+Allgemeines.+ Braun gehört mit seinen ruhigen, meist warmen, nicht
-selten tiefen und glühenden Tönen mehr unmittelbar in den Bereich
-der Lokalfarben, da in seiner Composition Blau nicht hinreichend
-vertreten ist, um es für Luft oder Ferne brauchbar zu machen. Im
-Vordergrund dagegen ist seine Anwendung eine sehr ausgiebige und je
-nachdem es in’s Rothe, Gelbe oder Schwarze fällt, wirkt es harmonisch
-oder contrastirend. Der Boden ist, im Allgemeinen wenigstens, mehr
-oder weniger von brauner Farbe verschiedener Tiefe, und Gebäude, wie
-zahlreiche andere Gegenstände des Vordergrundes, nehmen mehr oder
-weniger braune Töne an. Obgleich aber im Vordergrunde Lokalfarbe,
-dürfen braune Töne dennoch nicht vorherrschen, indem sie alsdann die
-Atmosphäre vollständig vernichten. Als Combination der drei primitiven
-Farben ist Braun eine tertiäre Farbe. Alle braunen Farben sind haltbar.
-
-
-~Raw Umber.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Rohe Umbra ist das hellste Braun. Es neigt in’s Citrongelbe, ist von
-großer Dauerhaftigkeit, deckt aber etwas. Mit ~Cobalt~ liefert es ein
-grauliches Grün, welches durch Zusatz von Gelb hellere und reinere Töne
-für die Vegetation liefert, oder aber durch ~Rose Madder~ zu einem noch
-ruhigeren Grau gestimmt werden kann. Allein eignet es sich vorzüglich
-zur Untermalung der beleuchteten Seiten des Gebirges, wie es sich
-auch als Naturfarbe sehr brauchbar für Wege, Ufer, Felsen und Gebäude
-erweist. Mit ~Indigo~ und ~Gamboge~ erhält man sehr ruhige, grüne Töne
-für Mittel- und Vordergrund. Mit ~Brown Madder~ und ~Cobalt~ endlich
-liefert es viele schöne, warme und kalte graue Töne, welche sich für
-fast alle Arten von Schatten eignen.
-
-
-~Burnt Umber.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Gebrannte Umbra ist von tiefem, kräftigem Tone und mit Ausnahme
-der Untermalung der Ferne in ähnlicher Weise verwendbar wie ~Raw
-Umber~. Mit ~Indian Yellow~ gemischt erhält man einen reichen Ton für
-Herbstlaub und mit ~Chrimson Lake~ oder ~Brown Madder~ eine intensive
-Schattenfarbe. Mit ~Gamboge~ und ~French Blue~ liefert ~Burnt Umber~
-ein düsteres, dunkles Grün für dunkle Bäume und mit ~French Blue~ und
-~Rose Madder~ zahlreiche, sehr empfehlenswerthe, naturwahre Töne für
-Mauern, Felsen und Architektur. Diese Farbe verarbeitet sich sehr
-angenehm, sieht aber in großer Tiefe etwas trübe aus.
-
-
-~Vandyke Brown.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Diese unentbehrliche, sehr dauerhafte, markige, tiefe und fast
-transparente Farbe ist sehr brauchbar für Vegetation von kälterem Ton,
-wo sie mit ~Gamboge~ oder ~Brown Pink~ gemischt, viele wünschenswerthe,
-warme und lichte Töne liefert. Wo dunkele, düstere Töne für Bäume
-etc. verlangt werden, gibt es keine natürlicheren Farben als die
-verschiedenen Mischungen von ~Brown Pink~, ~Vandyke Brown~ und ~French
-Blue~ oder ~Indigo~. Mit ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ gemischt erhält
-man sehr werthvolle, für Architektur und Vordergrund passende graue
-Töne, ebenso mit ~French Blue~ oder ~Indigo~. Allein wird ~Vandyke
-Brown~ häufig für letzte Drucker verwendet, wo es sehr wirksam ist;
-jedoch thut man wohl, je nach dem röthlicheren oder grünlichen Ton
-etwas ~Chrimson Lake~ oder ~Brown Pink~ zuzusetzen. In Combination mit
-~Indigo~ liefert es klare, neutrale, grüne Töne für Mittelgrund.
-
-
-~Bistre.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Bister ist ein etwas schweres, tiefes, gelbliches Braun, aus Mangan
-bestehend, welches früher zur Ausarbeitung der Zeichnungen in Bezug auf
-Schattenwirkung diente, woraus die kolorirten Zeichnungen entstanden
-sind. Es ist weniger zu empfehlen als ~Vandyke Brown~ oder die
-Umbrafarben und findet daher in der Landschaft wenig Anwendung mehr,
-obwohl es für Architektur manche brauchbare Töne liefert.
-
-
-~Sepia.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-~Sepia~ ist ein dunkles, stark an’s Schwärzliche streifendes Braun,
-welches in früherer Zeit, da es sehr gut zu verwaschen ist, in
-ähnlicher Weise wie Bister verwendet wurde. (Sepia-Zeichnungen und
-Gemälde.) Seine heutige Anwendung ist eine ziemlich beschränkte, jedoch
-liefert diese Farbe in Combination mit ~Cobalt~ und ~Rose Madder~
-sehr zarte graue Töne und mit ~Indigo~ und ~Chrimson Lake~ bildet
-sie die unter dem Namen ~Payne’s Grey~ im Handel vorkommende Farbe.
-Eine Reihe gebrochener, sehr beliebter, warmer, grüner Töne erhält
-man aus der Mischung mit ~Gamboge~ und aus der mit ~Indigo~ ein sehr
-kaltes, dunkeles Grün. Der Ton von Sepia wird indessen durch Zusatz von
-etwas ~Brown Madder~ sehr gehoben. Für dunkle Stellen und Drucker ist
-Sepia nicht zu verwenden, da sie in tieferen Tönen zu Schwärze neigt.
-Manche Künstler verwenden sie noch zur Anlage der ersten Schatten, was
-ebenfalls nicht zu rathen ist, da hierdurch die Wirkung und Transparenz
-der Lasurfarben in hohem Grade beeinträchtigt, wenn nicht ganz
-vernichtet wird. Als Lasur über Grün stimmt sie letzteres herab.
-
-Im Handel kommen noch vor: ~Warm Sepia~ und ~Roman Sepia~; ersterer
-ist Roth, letzterer Gelb zugesetzt. Es gibt noch eine größere
-Anzahl theilweise sehr tieftöniger, leuchtender Farben, welche aber,
-wenigstens für unsere Zwecke, meist überflüssig sind, dagegen in der
-Holzmalerei passende Verwendung finden können. Hierher gehören unter
-anderen: Schönfeld’s +Brauner Krapp+, im Tone der Combination von
-~Brown Pink~ mit ~Purple Madder~, welcher dem gebrannten ~Umbra~ nahe
-steht, aber leuchtender ist, sodann der nicht sehr haltbare, noch
-leuchtendere „+Braune Lack+“. Den tieferen Krappfarben nähert sich das
-aus cyansaurem Kupferoxyd bereitete, sehr schöne +Florentiner Braun+
-Schönfeld’s, dessen Ton mittelst Sepia aus ~Chrimson Lake~ gemischt
-werden kann, sowie das diesem ähnliche +Römisch-Braun+. Ein anderes
-noch tieferes, aber sehr nachdunkelndes Braun ist der zu Lasuren sehr
-geeignete +Asphalt+. Weniger tief und etwas röthlicher ist +Marsbraun+.
-Dem ~Vandyke Brown~ nahe, ohne jedoch dessen Tiefe zu erreichen, stehen
-+Casseler Erde+ und +Cölnische Erde+, während +gebrannte grüne Erde+
-den Uebergang von Braun zur Gruppe des gelben Ockers bildet.
-
-
-Schwarz.
-
-+Allgemeines.+ Schwarz ist Abwesenheit alles Lichtes und wird, die
-Abwesenheit von Reflexen vorausgesetzt, durch Beleuchtung mehr oder
-weniger zu neutralem Grau. Alle anderen Farben werden durch Zusatz, von
-Schwarz im Tone herabgestimmt. Positives Schwarz kommt indessen nur
-äußerst selten vor, wird aber in Gemälden vermittelst Staffagen von
-Figuren oder Vieh etc. nicht selten mit großer Wirkung angewendet. Ein
-im Ton dunkles Gemälde wird hierdurch in auffallender Weise erhellt
-und die Atmosphäre im Ton beträchtlich erhöht. Um Kraft und Tiefe zu
-konzentriren, setzt man oft reines Weiß unmittelbar neben Schwarz.
-
-
-~Lamp Black.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Das Lampenschwarz ist etwas deckend und als Lasur sehr brauchbar, um
-brillante Farben herabzustimmen. Es gilt dies namentlich von Grün,
-welches durch keine andere Lasur so wirksam herabgestimmt wird. Als
-Lasur über Gelb ist es jedoch zu vermeiden, während Lasuren über Blau
-einen schiefergrauen Ton hervorbringen. In Mischung mit ~French Blue~
-erhält man sehr natürliche Töne für dunkle Regen- und Gewitterwolken,
-welche durch Zusatz von ~Light Red~ noch drohendere Effekte ergeben.
-Sehr empfehlenswerthe, transparente, weiche graue Töne für Wolken
-liefert die Combination mit ~Rose Madder~ und ~French Blue~. Mit
-~Indian Yellow~ liefert es eine dem ~Olive Green~ sehr ähnliche Farbe.
-Mit ~Brown~ oder ~Rose Madder~ erhält man gebrochene, sehr brauchbare,
-violette Töne und mit ~Light Red~ ist es für das Colorit dunkler Kühe
-sehr nützlich, wobei man gelegentlich mit Vortheil etwas ~Chrimson
-Lake~ zusetzen kann. Manche englische Maler setzen jeder Farbe, wo
-solche nicht ganz rein erfordert wird, etwas Schwarz zu, was ich jedoch
-nicht zur Nachahmung empfehlen möchte.
-
-
-~Blue Black.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Blauschwarz ist eine ins Blaue neigende schwarze Farbe, von schwächerem
-Körper und transparenter als die vorhergehende, weßhalb sie in manchen
-Beziehungen, besonders in gemischten Tönen, manchmal erwünschter ist
-und von den Engländern vorgezogen wird. Sie verarbeitet sich sehr
-angenehm und findet gleiche Anwendung.
-
-
-~Neutral Tint.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Neutraltinte ist eine zusammengesetzte Schattenfarbe von neutralem Ton,
-welche noch häufig gebraucht wird, aber nicht unentbehrlich ist. Ein
-sehr brauchbares, mildes Grün für Mittel- und Vordergrund erhält man
-aus der Mischung mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~.
-
-
-~Payne’s Grey.~
-
-~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
-
-Diese aus ~Sepia~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~ zusammengesetzte Farbe
-ist von etwas blauerem, kälterem Tone als die vorige. Sie gibt einen
-klaren, violetten Schatten, weßhalb sie von manchen Künstlern zur
-Anlage der ersten Schatten verwendet wird. In dieser Beziehung ist sie
-besonders in Thierstücken von größeren Dimensionen zu empfehlen, da
-sie einen guten Unterton abgibt. Für dunkle oder schwarze Gegenstände
-wie Boote, Schiffe etc. ist sie sehr brauchbar, besonders mit Zusatz
-von ~Burnt Sienna~, wodurch eine Reihe sehr brauchbarer, brauner bis
-grauer Töne entsteht, welche mit ~Chrimson Lake~ oder ~Brown Madder~
-in röthliche Töne übergeführt werden können. Mit ~Gamboge~ liefert sie
-ein zartes, ruhiges Grün. Im Allgemeinen rathe ich jedoch für Grün
-vorzugsweise diejenigen Mischungen im Auge zu behalten, welche ohne
-Beihülfe zusammengesetzter Farben herzustellen sind.
-
- * * * * *
-
-Alle übrigen schwarzen Farben, so das intensive, transparente,
-bräunliche Elfenbeinschwarz, das an seinem warmen röthlichen Ton
-kenntliche, schöne Beinschwarz, das nach Violett neigende Kernschwarz
-sowie das bläuliche Rebenschwarz sind in den meisten Fällen
-entbehrlich. ~Black Lead~, Graphit, hat als Farbe denselben Glanz wie
-das Mineral und kann für manche Effekte in Staffage und für Eisenwerk
-Anwendung finden.
-
-Die chinesische Tusche findet heute keine Anwendung mehr in der
-Landschaft, wo ihre Zeit längst glücklich vorüber ist.
-
- * * * * *
-
-Es ist hier vielleicht der geeignete Ort, um einige Worte über mehrere
-entbehrliche weitere Hülfsmittel einzuschalten, deren Anwendung ich
-+nicht+ empfehle. Es sind folgende schleimige Lösungen:
-
-~+Gummi arabicum.+~ Dieses wird zuweilen benutzt, um die Brillianz
-einiger Figuren oder Stücke Vieh zu erhöhen, oder aber hauptsächlich,
-um sehr tiefe Stellen im Vordergrunde, in welchen die einzelnen Farben
-stumpf geworden sind und sich nicht mehr unterscheiden lassen, größere
-Stärke und Transparenz zu verleihen. Ich möchte jedoch entschieden
-hiervon abrathen, wenn nicht ein besonderer Umstand dringend dazu
-veranlassen sollte, da Aquarelle +nur+ durch die Farbe wirken sollen.
-M. Schmidt empfiehlt, da Gummi oft als glänzender Fleck wirkt, in
-obigem Falle +sehr wenig+ Leinöl mit dem Finger sanft über die
-betreffende Stelle zu reiben. Ich habe nie Gelegenheit gehabt dieses
-Mittel zu prüfen, führe es aber der Vollständigkeit wegen an.
-
-+Traganthschleim+ ist unter dem Namen „~Water Colour Megilp~“ im Handel
-und ist ein, wenigstens in England, ziemlich gebräuchliches Präparat,
-welches zu der Farbe gemischt wird, um solche nach Art der Oeltechnik
-behandeln zu können. Besonders häufig werden Bäume auf diese Weise
-behandelt und sollen bei vorsichtiger Arbeit alsdann sehr gut und
-transparent wirken. Ich selbst habe auch von diesem Mittel nie Gebrauch
-gemacht, da ich in solchen Fällen vorziehe, die Farbe mit ganz wenig
-Wasser anzureiben und mit ziemlich trockenem Pinsel aufzutragen, wobei
-ich dieselbe Wirkung erreiche.
-
-Zu gleichem Zwecke sind +Reiswasser+ und +Ochsengalle+ empfohlen.
-Letztere ist gleichfalls käuflich zu haben und empfiehlt sich beiläufig
-erwähnt, bei der Malerei auf Holz, da, in geringen Quantitäten unter
-die Farben gemischt, letztere vom Holze besser angenommen werden.
-
-Ueber den ebenfalls käuflich zu habenden +Aquarellfirniß+ fehlt mir
-jede Erfahrung, da mir noch nie ein gefirnißtes Aquarell zu Gesicht
-gekommen ist, ich erwähne jedoch, daß die Engländer seine Anwendung
-verwerfen, was mir sehr einleuchtend erscheint.
-
-
-4. Der Farbenkasten.
-
-Selbstverständlich hat der Anfänger nicht nöthig alle hier aufgeführten
-Farben anzuschaffen, indem sogar anzurathen ist, sich wenigstens für
-die erste Zeit auf die Anwendung der wichtigeren zu beschränken. Bei
-ausgedehnteren Arbeiten und zur Erreichung gewisser Effekte wird aber
-bald sich manche seltener gebrauchte Farbe wünschenswerth machen, zumal
-auch hierbei Manches von individueller Liebhaberei abhängt. Ich mache
-hier auch nochmals darauf aufmerksam, daß sich Mischfarben, was Glanz
-der Farbe, sowie Frische und Energie des Tones betrifft, den fertigen
-Farben, d. h. chemischen Produkten gegenüber meist im Nachtheil
-befinden, weßhalb bei ornamentalen Malereien und Stillleben, wo es in
-den meisten Fällen auf glanzvolle Darstellung ankommt, der Farbenkasten
-mit zahlreicheren Farbennüancen versehen sein muß. Außerdem lernt man
-bei weiteren Fortschritten immer mehr die Feinheit der Töne, selbst
-einander sehr naheliegender Farben, nach ihren Eigenthümlichkeiten
-empfinden, die besondere Art derselben spezieller würdigen und in
-gegebenen Fällen wird nicht selten eine sonst vielleicht recht
-entbehrliche Farbe, gerade ihres eigenartigen Tons wegen, der Stimmung
-sich vorzugsweise anschließen.
-
-Was nun den Farbenkasten betrifft, so möchte ich denjenigen, welche
-viel zu malen beabsichtigen, und die Ausgabe nicht zu scheuen in der
-Lage sind, anrathen, sich deren zwei, einen in Täfelchen zum Malen im
-Zimmer und einen in ganzen und halben Näpfchen zum Malen im Freien
-anzuschaffen. Wer nur einen anzuschaffen Lust hat, dem rathe ich unter
-der Voraussetzung, daß er viel nach der Natur zu malen beabsichtigt,
-einen Farbenkasten letzterer Art zu beschaffen und zwar wähle er sich
-einen der eigens hierzu construirten Blechkästen für +ganze+ Näpfchen
-(da in den Raum für ein ganzes auch zwei halbe einrangirt werden
-können), welche von sechs bis zu dreißig Farben durch alle geraden
-Zahlen zu haben sind. Für das Malen im Zimmer würde ich die Anschaffung
-eines geräumigen Blechkastens, nach Art der Oelfarbenkasten empfehlen,
-dessen unterer Raum Palette und Porzellanschälchen, und dessen Einsatz
-verschiedene Fächer für die Farben, eine Längsabtheilung für Pinsel
-etc. und einige weitere Abtheilungen für sonstige Utensilien wie Gummi,
-Schwämmchen, Kohle etc. enthalten könnte. Das Löschpapier kann dann
-obenauf liegen und man hat alles beisammen, während in den für das
-Malen im Freien vorzugsweise bestimmten kleinen Kästen kaum genügender
-Raum für einige Pinsel ist. Man schaffe sich also zunächst die +leeren+
-Farbenkasten an und wähle dann seine Farben selbst aus, da in den
-käuflichen, gefüllten Farbenkasten manche unentbehrliche Farbe fehlt
-und umgekehrt manche nicht taugliche vertreten ist. Welche Farben man
-nun wähle, hängt einestheils vom wirklichen Bedürfniß, andererseits
-von individuellen Ansichten ab. Ich gebe daher nunmehr eine Aufzählung
-derjenigen Farben, welche für +alle+ Zwecke der Landschaftsmalerei
-genügen, wobei diejenigen Farben, welche dem Anfänger unbedingt mehr
-oder weniger nothwendig d. h. unentbehrlich sind, mit gesperrter
-Schrift gedruckt sind. Die mit 1 bezeichneten würden in ganzen Stücken
-(oder Näpfchen), die mit 2 in halben, die mit ~T~ in „~tubes~“ und
-~Gamboge~ im Naturzustand anzuschaffen sein.
-
- ~+Gamboge+~
- ~+Indien Yellow 1+~
- ~+Yellow Ochre 1+~
- ~+Naples Yellow 2+~
- ~Raw Sienna 2~
- ~+Chrimson Lake 1+~
- ~+Light Red 1+~
- ~+Rose Madder T+~
- ~+Brown Madder T+~
- ~Purple Madder 2~
- ~+Indian Red 2+~
- ~Vermilion 2~
- ~+Cobalt 1+~
- ~+French Blue 1+~
- ~+Indigo 1+~
- ~Prussian Blue 2~
- ~+Brown Pink T+~
- ~Emerald Green 1~
- ~Oxyde of Chromium 2~
- ~Neutral Orange 2~
- ~+Mars Orange 2+~
- ~+Burnt Sienna 1+~
- ~Sepia 2~
- ~+Vandyke Brown T+~
- ~Burnt Umber 2~
- ~Raw Umber 2~
- ~Lemon Yellow 2~
- ~Aureolin 2~
- ~Cadmium 2~
- ~+Lamp Black 2+~
- ~+Blue Black 1+~
- ~+Payne’s Grey 2+~
- ~Neutral Tint 2~
- ~+Chinese White T+~
- ~Bistre 2~
- ~Olive Green 2~.
-
-Um noch einen weiteren Anhaltspunkt zu bieten, will ich nachstehend
-den Gehalt der 20 Fächer eines für das Malen im Freien eingerichteten
-Blechkastens angeben, mit welchem ich noch nie in Verlegenheit gerathen
-bin. Wo eine Nummer zwei Farben enthält, sind in der betreffenden
-Abtheilung zwei +halbe+ Näpfchen enthalten: 1) ~Cobalt~, 2) ~French
-Blue~, 3) ~Indigo~, 4) ~Payne’s Grey~ -- ~Neutral Tint~, 5) ~Lamp
-Black~ -- ~Blue Black~, 6) ~Chrimson Lake~, 7) ~Brown Madder~, 8)
-~Rose Madder~, 9) ~Indian Red~ -- ~Vermilion~, 10) ~Light Red~, 11)
-~Gamboge~, 12) ~Indian Yellow~, 13) ~Yellow Ochre~, 14) ~Raw Sienna~
--- ~Raw Umber~, 15) ~Naples Yellow~ -- ~Chinese White~, 16) ~Burnt
-Sienna~, 17) ~Vandyke Brown~, 18) ~Sepia~ -- ~Burnt Umber~, 19)
-~Brown Pink~, 20) ~Oxyde of Chromium~ -- ~Emerald Green~. Zu diesem
-Kasten schafft man sich noch das Wassergefäß an, welches in einem
-köcherartigen Behälter steckt, dessen beide Theile an den geöffneten
-Kasten gehängt und dann mit Wasser gefüllt werden.
-
-Eine auf langjährige Erfahrung basirte, vorzugsweise für Personen,
-welche viel und dabei oft im Freien malen, geeignete und zugleich
-möglichste Vollständigkeit anstrebende Zusammensetzung ist folgende,
-welche ich kürzlich den Herren ~Dr.~ F. Schönfeld & Co. angegeben habe.
-
- I. in Tuben: 1) ~Chrimson Lake~, 2) ~Brown Madder~, 3) ~Rose
- Madder~, 4) ~Indian Yellow~, 5) ~Gamboge~, 6) ~Yellow Ochre~, 7)
- ~Burnt Sienna~, 8) ~Vandyke Brown~, 9) ~Brown Pink~, 10) ~French
- Blue~, 11) ~Cobalt~, 12) ~Chinese White~.
-
- II. in ganzen Näpfchen: 1) ~Indigo~, 2) ~Light Red~.
-
- III. in halben Näpfchen: 1) ~Neutral Tint~, 2) ~Payne’s Grey~, 3)
- ~Lamp Black~, 4) ~Blue Black~, 5) ~Indian Red~, 6) ~Vermilion~,
- 7) ~Raw Sienna~, 8) ~Raw Umber~, 9) ~Naples Yellow~, 10) ~Lemon
- Yellow~, 11) ~Sepia~, 12) ~Burnt Umber~, 13) ~Oxyde of Chromium~,
- 14) ~Emerald Green~, 15) ~Purple Madder~, 16) ~Prussian Blue~, 17)
- ~Mars Orange~, 18) ~Aureolin~, 19) ~Grünblau Oxyd~, 20) ~Red Lead~.
-
-Diese Zusammenstellung, welcher Kenner Beifall zollen werden, wenn auch
-der eine diese, der andere jene Farbe als überflüssig oder fehlend
-bezeichnen dürfte, läßt sich selbstverständlich auch auf Farben in
-Tafelform etc. anwenden und je nach besonderen Bedürfnissen ergänzen.
-Dieselbe enthält aber alles was man selbst bei ausgedehnterer Praxis
-wünschenswerth finden wird.
-
-Schließlich möchte ich ganz besonders das +Reinhalten+ der Farben und
-Pinsel, wie der Palette empfehlen, obgleich die Meinung, eine recht
-schmierige Palette und gründliche Unordnung in den Utensilien begründe
-ein gewisses künstlerisches oder geniales Ansehen, ziemlich verbreitet
-ist. +Reine+ Waschungen von Tönen lassen sich überhaupt nur mit frisch
-aufgeriebenen Farben herstellen, nicht aber mit alten, bereits mehrfach
-naß gewesenen Resten, welche sich bei Zusatz von Wasser in der Regel
-zersetzen. Es fällt mir hierbei ein, daß Künstler auf Anfragen nach
-einem gewissen Farbenton eines Bildes nicht selten mit der Angabe
-antworten, daß sie das Bild mit dem „Schmutz“ oder den Resten auf der
-Palette gemalt hätten. Beruhen derartige Angaben auf Wahrheit, so sind
-eben gerade die für die betreffende Stimmung passenden Farben auf der
-Palette gewesen; allein mit beliebigen Farbenresten kann man deßwegen
-noch kein Bild von bestimmtem Colorit zu Wege bringen, wenigstens in
-weitaus den meisten Fällen nicht.
-
-
-
-
-II. Die Farbentheorie.
-
-
-Einen ersten Einblick in die Zusammensetzung der Farben möge folgende
-kurze Skizze bieten: Man unterscheidet dreierlei Farben, +primäre+,
-+sekundäre+ und +tertiäre+. Die drei +primären+ Farben sind +Gelb+,
-+Roth+ und +Blau+. Sie repräsentiren natürliche, klare und prismatische
-Farben und können nicht durch Combination dargestellt werden.
-
-Die drei +sekundären+ Farben sind ebenfalls klare prismatische, aber
-aus der Mischung von zwei primären entstanden.
-
- Gelb } Gelb } Roth }
- } +Orange+. } +Grün+. } +Violett+.
- Roth } Blau } Blau }
-
- Contraste: Blau Roth Gelb.
-
-Die +tertiären+ Farben sind gebrochene, d. h. mehr oder weniger
-unreine, trübe, nicht prismatische, entweder aus drei primären, oder
-aus zwei sekundären hergestellte Farben.
-
- Orange } Orange } Grün }
- } +Olive+. } +Rothbraun+. } +Grau+.
- Grün } Violett } Violett }
-
- Contraste: Violett Grün Orange.
-
-Die tertiären Farben nun, welche durch Abänderung der
-Mischungsverhältnisse auf das vielfältigste nüancirt werden können,
-sind es, mit welchen wir in der Landschaft fast ausschließlich zu
-arbeiten haben, da jede Abweichung von der prismatischen Farbe einen
-tertiären Ton liefert. Die verschiedenen Nüancen von Grau, Braun,
-gebrochenem Grün, gebrochenem Roth etc. gehören alle hierher, da sie
-sämmtlich aus Roth, Gelb und Blau entstanden sind.
-
-Bei Mischung der gebrochenen tertiären Farben ist zu bemerken, daß
-wenn die dritte Farbe in zu großer Menge zugesetzt wird, leicht
-Schmutzfarben entstehen.
-
-Dunkle gebrochene Farben werden in zahllosen Tönen unter dem
-Collectivnamen „+Braun+“ zusammengefaßt. Es finden sich hierunter
-sehr ausgeprägte charakteristische Tonreihen, für deren genauere
-Bezeichnung die Sprache keinen Namen hat, welche aber nach der
-vorherrschenden Grundfarbe, als Gelb-, Roth-, Grau-, Schwarz-, Grün-
-etc. +Braun+ benannt werden. Da nun Gelb und Roth in Braun stets gegen
-Blau vorherrschen, so kann man +Braun+ im Allgemeinen auch als Mischung
-von +Orange+ mit wenig +Blau+ ansehen.
-
-Unter +warmen+ Farben versteht man diejenigen, in welchen Roth und
-Gelb vorherrschen, doch bedingt Gelb +allein+ den Charakter der Wärme
-häufig nicht, wie z. B. Gelbgrün (Gelb und wenig Blau) kein warmes
-Grün genannt werden kann, welches erst durch weitere Beimischung von
-etwas Roth entsteht. -- Je mehr dagegen Blau in der Farbe vorherrscht,
-desto mehr tritt der Charakter der Kälte vor. In gleicher Weise wirkt
-Weiß und neutrales Grau. Folgende Eigenthümlichkeit der warmen Farben
-verdient besondere Beachtung.
-
-Bei wachsender Helle wird die Lichtstärke warmer Farben in
-erheblicherem Grade wachsen wie die der kalten. Bei höchstem Licht,
-wie z. B. in voller Sonne, verlieren jedoch die Farben dermaßen an
-Sättigung, daß sie weißlich erscheinen, ohne indessen den Charakter
-von Wärme oder Kälte hierbei zu verlieren. Bei abnehmender Lichtstärke
-tritt dagegen das umgekehrte Verhältniß ein, indem bei den warmen
-Farben der Verlust an Licht rascher zunimmt als bei den kalten, so
-daß bei fortgesetztem Sinken der Heiligkeit Roth auf einem gewissen
-Punkt dem kälteren Violett gleich und von da an dunkler erscheint als
-letzteres.
-
-Die oben zur ersten Orientirung vorgetragenen Sätze der Theorie der
-Farbe stehen zwar mit neueren Ansichten der exacten Wissenschaft
-theilweise im Widerspruch, allein diese auf älteren Ansichten
-beruhende Darlegung (Field, Göthe etc.) ist bei ihrer Einfachheit
-immerhin für die Praxis sehr wichtig, so daß sie, ähnlich wie in der
-Botanik das System Linné’s, trotz ihrer Mängel stets beibehalten werden
-wird.
-
-In den letzten Decennien ist vieles über die Theorie der Farbe
-veröffentlicht worden und lasse ich eine kurze Darstellung des
-Wissenswerthesten aus diesem Gebiete folgen. Die wissenschaftlichen
-Erörterungen über Farbentheorie haben eigentlich für den Maler von Fach
-nur sehr geringen Werth, indem derselbe seine Bestimmung arg verfehlt
-hätte, wenn er genöthigt wäre, sich die deßfallsigen Kenntnisse erst
-aus Büchern anzueignen, denn wem der Farbensinn nicht angeboren ist,
-der wird auch durch Studium wenig zu dessen Ausbildung beitragen.
-Dabei kommt auch weiter in Betracht, daß der Landschafter, besonders
-der Architekturmaler, an das natürliche Colorit der Gegenstände mehr
-oder weniger gebunden ist, und hätte es aus diesem Grunde auch bei
-obiger flüchtiger Orientirung sein Bewenden haben können. Da ich
-aber nicht für Maler, sondern für Dilettanten schreibe, welchen es
-erwünscht sein dürfte, zu einem bewußten Urtheil über farbige Werke
-überhaupt gelangen zu können, so habe ich geglaubt, eine knappe
-Darstellung dieses Gegenstandes hier anreihen zu sollen. Wer sich über
-diese noch nicht abgeschlossenen Arbeiten eingehender zu unterrichten
-wünscht, wird in den Eingangs aufgeführten einschlagenden Werken
-reiches Material finden. Es bleibt nur zu bedauern, daß die Ansichten
-der Schriftsteller, welche Aesthetik und Theorie der Farbe behandelt
-haben, hinsichtlich des Werthes der Farbenzusammenstellungen sehr von
-einander abweichen, was zum Theil durch den hierbei stark mitwirkenden
-persönlichen Geschmack bedingt ist, so daß Leistungen, welche von dem
-einen als außerordentlich gepriesen wurden, von anderen als Hohn auf
-den guten Geschmack bezeichnet worden sind. Der Anfänger mag indessen
-hieraus ersehen, daß innerhalb aller Regeln dem künstlerischen Schaffen
-immer noch ein weiter Spielraum bleibt und daß selbst allgemein gültige
-Grundsätze zuweilen ignorirt werden können, was indessen nur vom Genie
-gelegentlich geschehen mag und hier in keiner Weise befürwortet werden
-soll.
-
-Zur übersichtlichen Orientirung über die Farbe dient der Farbenkreis,
-deren einfachster von Göthe dargestellt worden ist. Er wird dargestellt
-durch eine mittelst dreier Durchmesser in sechs gleiche Sektoren
-getheilte Kreisfläche, auf welcher die primären und sekundären Farben
-so aufgetragen sind, daß die Sektoren 1, 3 und 5 mit Gelb, Roth und
-Blau, die Sektoren 2, 4 und 6 mit Orange, Violett und Grün bezeichnet
-sind.
-
-Im zwölftheiligen, von Brücke gegebenen Farbenkreise sind folgende
-sechs Farbenpaare als complementäre verzeichnet:
-
- 1 Gelb Blau
- 2 Orange Grünblau
- 3 Roth Blaugrün
- 4 Carmoisin Spangrün
- 5 Purpur Grasgrün
- 6 Violett Grüngelb.
-
-Einen noch ausführlicheren vierundzwanzigtheiligen Farbenkreis hat
-Adams in seinem unter viel sonderbarer Schwärmerei doch auch manches
-Gute und Lesenswerthe enthaltenden Buche: Die Farbenharmonie in ihrer
-Anwendung auf die Damentoilette, gegeben.
-
- Roth ~P.~ Gelb Blau
- Rothorangeroth 3 Gelbgrüngelb Blauviolettblau
- Rothorange 2 Gelbgrün Blauviolett
- Orangerothorange 3 Grüngelbgrün Violettblauviolett
- Orange 1 Grün Violett
- Orangegelborange 3 Grünblaugrün Violettrothviolett
- Gelborange 2 Blaugrün Rothviolett
- Gelborangegelb 3 Blaugrünblau Rothviolettroth.
-
-Eine Linie im Farbenkreise von Grün nach Roth gezogen, trennt die
-warmen Töne von den kalten. Der wärmste Ton Gelborange steht auf der
-Seite der warmen Farben in der Mitte zwischen Roth und Grün, der
-kälteste Blauviolett auf der entgegengesetzten.
-
- Die auf der mit 1 bezeichneten Linie stehenden Töne sind
- Sekundärfarben erster Ordnung, d. h. Mischfarben von 2 Primären zu
- gleichen Theilen.
-
- Die mit 2 bezeichneten sind Sekundärfarben zweiter Ordnung, d.
- h. Mischfarben aus einer Primär- und einer Sekundärfarbe erster
- Ordnung, oder aus zwei Theilen der einen und einem Theile der
- andern Primärfarbe.
-
- Die Sekundärfarben dritter Ordnung (3) sind Mischfarben aus einer
- Primär- oder Sekundärfarbe erster Ordnung, mit einer Sekundärfarbe
- zweiter Ordnung.
-
-Im ersten Fall besteht die Mischung aus drei Theilen der einen und
-einem Theil der andern, -- im zweiten Fall aus drei Theilen der einen
-und zwei Theilen der andern Primärfarbe.
-
- So besteht z. B. Gelborangegelb aus Gelb 3 und Roth 1
- Gelborange „ 2 „ „ „
- Orangegelborange „ 3 „ „ 2
- Orange „ 1 „ „ 1
- Orangerothorange „ 2 „ „ 3
- Rothorange „ 1 „ „ 2
- Rothorangeroth „ 1 „ „ 3
-
-Diese Farbenkreise mit räumlich gleichgroßen Feldern, deren von
-verschiedenen Autoren noch sehr verschiedenartige, mit 36, 48 und mehr
-Sektoren, mit entsprechenden abweichenden Nomenklaturen aufgestellt
-worden sind, werden als +physikalische+ bezeichnet. Diesen gegenüber
-stehen die +physiologischen+, auf welche die neuere Wissenschaft
-größeren Werth legt. Sie zeigen von ersteren abweichende Verhältnisse,
-deren eingehende Erörterung außerhalb des Rahmens dieses Buches liegt.
-
-Die auf diese Farbenkreise sich stützenden Theorien finden nun
-vorzugsweise ihre Nutzanwendung in größeren chromatischen Compositionen
-besonders im polychromen Ornament, nicht weniger aber auch im
-Historienbild wie bei der figürlichen Darstellung überhaupt, sowie
-im Stillleben. In Landschaft und Architektur tritt sie, von Staffage
-abgesehen, sehr zurück, allein Kenntniß der einschlagenden Verhältnisse
-läßt oft erfreulich wirkende Modifikationen der gegebenen Töne zu.
-
-Im Allgemeinen bemerke man, daß jede Farbe durch ihre
-Complementärfarbe, ihren Contrast, gehoben wird, sowie daß
-Zusammenstellungen von im Farbenkreise einander zunächst gelegenen
-Farben unerfreulich wirken und zwar aus dem Grund, weil das Auge in
-jeder von zwei benachbarten Farben die Complementärfarbe der andern
-hervorzurufen bestrebt ist. So sieht Roth neben Orange scheinbar blauer
-aus, neben Rothorange aber nicht allein blauer, sondern auch trüber;
-Orange neben Gelb röther und trüber etc.
-
-Derartige Verbindungen von Farben werden erst gut, wenn zwischen
-beiden Farben im zwölftheiligen Farbenkreise wenigstens drei Töne
-liegen. +Ganz unbedeutende+ Aenderungen der Farbe liefern dagegen
-+sehr brauchbare+ Töne, wie wir gerade in Landschaft und Architektur
-zu beobachten beständig in der Lage sind und wird auch bei dekorativen
-Malereien so gerne von nahe gelegenen Tönen ausgiebiger Gebrauch
-gemacht. Die Töne sind aber hier nicht als verschiedene Farben, sondern
-als kleine Nüancen derselben Farbe zu betrachten. Man sehe aber bei
-Anwendung so kleiner Farbenintervalle darauf, daß der +wärmere+ Ton
-auch der +hellere+ sei.
-
-In chromatischen Compositionen werden die Hauptfarben in der Regel zu
-zweien als Paare oder zu dreien verbunden, wobei noch Schwarz, Weiß und
-Grau und selbst lebhaftere Töne, aber in geringer räumlicher Ausdehnung
-und ohne mit den Hauptfarben in schädliche Berührung zu kommen, benutzt
-werden können. Jede Hauptfarbe kann außerdem in mehreren helleren und
-dunkleren Tönen auftreten, sowie um ein kleines Intervall abweichen.
-Was die Zusammenstellung der Farben nach Paaren betrifft, so kräftigen
-die Ergänzungsfarben sich zwar gegenseitig, aber ein allgemein gültiges
-Gesetz läßt sich nicht aufstellen, da deßfallsige Regeln nicht für alle
-Farbenpaare gelten. -- So z. B. bildet Roth als +Karmin+ oder +Krapp+
-seine besten Combinationen mit Blau und Grün. Erstere ist allgemein
-als gut anerkannt, letztere nicht. Die Wirkung bessert sich, wenn man
-beide Farben in einer gewissen Tiefe hält, oder aber, bei lichteren
-Tönen, Roth und Grün theilweise oder ganz durch Weiß trennt. -- Roth
-und Gelb ist weniger zu empfehlen, außer mit Weiß, desto mehr Roth mit
-Goldgelb, wobei auch Schwarz gut wirkt. Mit Letzterem allein wirkt Roth
-ernst, je nach der Nüance aber prächtig.
-
-Zinnober bildet seine besten Verbindungen mit Blau. Mit Grün wirkt
-seine Verbindung noch greller wie die von Grün mit Krapproth; auch mit
-Gold wirkt er nicht so gut wie Krapp und mit Schwarz ist die Wirkung
-etwas gewaltsam, und vorsichtig zu verwenden, unter Umständen aber
-imposant.
-
-In folgenden Zeilen gebe ich nunmehr eine Uebersicht über die Wirkungen
-spezieller Farbencombinationen, wie solche in größeren Compositionen
-zum Ausdruck kommen.
-
-+Mennig+ wirkt gut mit hellerem Blau, schreiend mit Blaugrün, sehr
-angenehm aber mit hellem Gelbgrün. Mit Gelb wirkt es nicht gerade
-schlecht und mit Orange läßt es sich zu einem kleinen Intervall
-verbinden. Zwischen großen und kleinen Intervallen besteht also hier
-keine eigentlich schlechte Combination. Mennig wirkt schließlich
-vortheilhaft mit neutralem Grau.
-
-+Orange+ wirkt +hell+, prachtvoll mit Ultramarin. Nimmt man es aber
-dunkel, also braun, so geht der vorherige prächtige, glanzvolle
-Eindruck total verloren und es resultirt eine wirklich traurige
-Combination, welche auch von älteren und neueren Malern mehrfach für
-entsprechende Stimmungen gewählt worden ist. Mit Grün wirken seine
-dunklen Töne (also Braun) ebenfalls gut. Orange kann auch mit Violett
-verbunden werden, besonders wenn noch Grün, oder grünliches Gelb
-hinzutritt. Schlechter ist die Verbindung mit Purpur und Carmoisin,
-doch wird es auch hier in Anwendung gebracht, besonders als kleines
-Intervall zu Gelb, welches mit Purpur eine brillante Verbindung liefert.
-
-Goldgelb wirkt leidlich mit Cobalt, am besten mit Ultramarin, mit
-welchem es eine der brillantesten Combinationen bildet. Prächtig wirkt
-es auch mit Violett und Purpur, weniger mit Carmoisin und Krapproth.
-
-Metallisches Gold, welches im Aquarell selbstverständlich wegfällt,
-paßt zu allen gesättigten Farben; besonders wirksam sind die
-Verbindungen mit Ultramarin, tiefem Roth -- dann mit Dunkelgrün und
-Hellblau.
-
-Canariengelb paßt am Besten zu Violett, besonders zu dessen dunklen
-Schattirungen, sodann zu Purpur und Carmoisin, deren Verbindungen mit
-Goldgelb jedoch besser sind, was in noch höherem Grade von Blau gilt.
-Abscheulich sind die Combinationen mit Blaugrün.
-
-Gelbgrün wirkt am besten mit Violett, nächst diesem mit Purpur und
-Carmoisin, besonders unter Einführung von Weiß. -- Die Combinationen
-mit Krapp und Zinnober sind hart aber kräftig. Mit Mennig wirkt es noch
-ziemlich, nicht gut aber mit Blau.
-
-+Grasgrün+ bildet mit Violett und Purpur-Violett gute Verbindungen,
-welche allein, oder mit Weiß, mit und ohne Schwarz angewendet werden
-können. Verbindungen mit tiefem Roth sind gut, was auch Gegentheiliges
-über solche vorgebracht worden ist, mißlich aber solche mit Blau, welch
-letzteres dann vorherrschen muß.
-
-+Spangrün+ ist schwer zu behandeln. Es liefert mit Violett, Purpur,
-Roth und Orange wirksame, aber meist etwas schreiende, mit Gelb und
-Blau aber schlechte Combinationen, weßhalb es mit Weiß zu trennen ist;
-durch gleichzeitige Anwendung von Gold wird sein schreiender Ton sehr
-gemildert.
-
-+Meergrün+ wirkt gut mit Mennig und Zinnober, wenn es gegen diese
-in der räumlichen Ausdehnung stark überwiegt, da die Wirkung sonst
-zu grell ist. Ungewöhnliches Feuer zeigen feine Verzierungen in
-letzteren Tönen auf meergrünem Grunde. Auch die Verbindungen mit
-Violett, Purpur und Carmoisin sind nicht schlecht und vielfach von
-den Italienern, besonders von P. Veronese angewendet worden; als bloß
-binäre Verbindungen sind dieselben aber nicht brauchbar, ebensowenig
-wie solche mit Blau oder Gelb.
-
-Ueber Blau, Violett, Purpur und Carmoisin bleibt nichts zu sagen übrig,
-da solche bereits in den abgehandelten Farben Erwähnung gefunden haben.
-
-Im Ganzen wirken Zusammenstellungen von zwei Farben weniger
-befriedigend als solche mit dreien.
-
-Bei Zusammenstellung von drei Farben wählt man aus dem zwölftheiligen
-Farbenkreise immer je den 1., 5. und 9. Ton (im vierundzwanzigtheiligen
-den 1., 9. und 17.). Es kann somit auf jede beliebige Farbe des
-Farbenkreises eine Triade construirt werden, die häufigste Anwendung
-finden aber folgende Zusammenstellungen:
-
-Die wirksamste derselben bilden Roth, Blau und Gelb (oder Gold),
-besonders als Gold, Ultramarin und Zinnober. Wird hier jedoch ersteres
-durch Gelb ersetzt, so muß man statt des letzteren ein tieferes Roth
-oder zwei verschiedene Töne wählen. Nicht minder wirksam ist die von P.
-Veronese mit Vorliebe angewendete Triade: Purpur, Hellblau und Gelb.
-Bei Anwendung von Gold sind die Töne tiefer zu nehmen. Auch Silbergrau
-macht sich hierbei oft günstig. Karmin, Gelbgrün und Ultramarin war
-ebenfalls bei den Italienern der guten Zeit beliebt.
-
-Tiefes Roth (=Carmoisin) gibt mit Grün und Gold eine untadelhafte
-Combination. Gelb anstatt Gold wirkt hier etwas beleidigend, aber gut
-bei Lampenlicht.
-
-Auch Orange, Grün (Spangrün) und Purpurviolett ist sehr brauchbar
-(mittelalterliche textile Arbeiten) und zu jeder dieser
-Zusammenstellungen können Schwarz, Weiß, Gold und Silber hinzutreten.
-
-Bei Zusammenstellungen von vier Farben wählt man am Besten zwei gute,
-im Farbenkreise ziemlich dicht bei einander stehende Paare, z. B.
-Purpur mit Grün oder Zinnober mit Blau und sucht die schädlichen
-Contraste, durch trennende Contouren oder sonstige geschickte Anordnung
-aufzuheben. Doppelpaare anderer Art erhält man, wenn man zu zwei Farben
-eine dritte, Gold oder Silber, Schwarz oder Weiß, so hinzutreten läßt,
-daß sie im Totaleindruck mit denselben Mischfarben erzeugt, was in
-maurischen Ornamenten häufig vorkommt.
-
-Im vierundzwanzigtheiligen Farbenkreise haben die Viertöne (1, 7,
-13, 19) ein etwas verwickeltes Verhältniß, indem zwei Töne keine
-Consonanzen mehr bilden und weniger befriedigend als Triaden wirken.
-Angenehmer, wenn auch etwas unruhig, wirken hier die Sechstöne (1, 5,
-9, 13, 17, 21).
-
-Im 24theiligen Farbenkreise lassen sich überhaupt auf ganz willkürliche
-Art harmonische Combinationen bilden, wenn man +solche+ Farben wählt,
-die nach Addition ihrer Mischungsverhältnisse die drei Primärfarben +zu
-gleichen Theilen+ enthalten. Zu zwei ganz beliebig gewählten findet man
-durch Rechnung dann leicht die dritte.
-
-Verwickelte Verhältnisse sind übrigens möglichst zu meiden, obgleich
-sich solche stets auf die obenerwähnten einfachen zurückführen lassen.
-
-Was die Verbindungen mit +Weiß+, +Schwarz+ und +Grau+ betrifft, so
-liefern +helle+ Farben, wie Hellblau, Rosa, tiefes Gelb, Hellgrün,
-Orange und Gold mit +Weiß+ die günstigste Wirkung. Neben dunkeln Farben
-wirkt Weiß ungünstig, schreiend aber neben Roth. Mannigfaltiger sind
-die Combinationen mit +Schwarz+, in welchen die eben angegebenen hellen
-Töne noch wirksam zu verwenden, besser aber durch +warme+ Farbentöne
-zu ersetzen sind. Gelb erfordert neben Schwarz, um nicht zu verlieren,
-die Anwesenheit einer leuchtenden Farbe. Verbindungen von Schwarz mit
-dunklem Grün, Blau und Violett sind gänzlich zu meiden, da Schwarz hier
-gern die betreffende Complementärfarbe annimmt, was höchst störend
-wirkt. Sehr wirksam erscheint Schwarz als zwei helle Farben trennend.
-
-Günstig und bei geschmackvoller Verwendung oft reizend wirken
-Farbenverbindungen mit neutralem +Grau+ mittlerer Helle, welches hellen
-Tönen gegenüber dunkel und umgekehrt erscheint. Gleich gut eignet es
-sich zur Trennung oder Verbindung heller Töne und glanzvolle Wirkung
-ergibt die Verbindung mit Mennig, Orange und Scharlachroth. Seine
-Anwendung erfordert aber insoferne Vorsicht, als es auf +farbigem
-Grund+ leicht in der Complementärfarbe desselben erscheint und z. B.
-auf Carminroth intensiv grün wirkt.
-
-Von den Paaren der Complementärfarben sind am meisten Ultramarin mit
-Gelb und Cyanblau mit Orange im Gebrauch, besonders in Glasfenstern und
-Seidenstoffen, nächstdem Violett und Gelb, in welchen Fällen letzteres
-zwar ohne Nachtheil nach Roth hin, sehr selten aber nach der grünen
-Seite hin, ohne eine unerfreuliche Wirkung zu äußern überschritten
-werden kann, welche Thatsache noch einer genügenden Erklärung harrt.
-
-Am Wenigsten im praktischen Gebrauch, wenigstens ohne Zusatz
-anderer Farben sind die blaugrünen und grünen Töne mit ihren
-Complementärfarben, weil hier das Schreiende am störendsten
-hervortritt, was entweder durch den Gebrauch blasser Töne vermieden
-wird, oder aber dadurch, daß man einen der Töne viel dunkler hält.
-
-Was nun die schlechten Combinationen betrifft, so sind solche in
-der Regel entweder zu grell und hart, oder eine Farbe schädigt die
-andere. Ersterer Fall kommt auffallender Weise nicht selten bei
-Complementärfarben vor, z. B. bei Spangrün und Carmoisin etc.
-
-Es üben übrigens auch manche Farben eine grelle Wirkung nebeneinander
-gebracht aus, ohne daß solche gerade Complementärfarben wären. So
-machen sich Zinnober und lichtes Chromgelb neben einander greller,
-als das dem ersteren complementäre Blaugrün oder das dem letzteren
-complementäre Blau. Wo Gelb neben Roth tritt, empfiehlt es sich daher
-ersteres hell, nicht intensiv zu halten.
-
-Eine Combination ist in zweiter Linie mangelhaft, sobald in ihr zu
-viele von den verschiedenen Farben fehlen, welche zusammen Weiß bilden.
-Man könnte hieraus schließen, daß die Combination desto schlechter
-sei, je näher sich zwei Farben im Farbenkreise stehen, allein diese
-Folgerung läßt im Stich, da Combinationen von gleichem Abstand im
-Kreise sich ganz verschieden verhalten. Thatsache scheint aber, daß
-der Mangel da am stärksten auftritt, wo Roth nicht vertreten ist,
-wie wir z. B. bei Ultramarin und Grün den Mangel stärker empfinden
-als bei deren Complementärfarben Blaugrün und Gelb. Mangelhafte
-Combinationen können nun zwar durch eine auf mechanische Weise leicht
-zu ermittelnde Farbe ergänzt oder vervollständigt werden, allein die
-durch Rechnung gefundene Farbe ist gerade nicht immer die passendste
-und es ist daher weniger Werth darauf zu legen, daß die Verbindung
-genau vervollständigt werde, als daß vielmehr die gesuchte Farbe sich
-mit einer der ursprünglichen zu einem guten Intervall verbinde. Soll z.
-B. die Combination von Ultramarin mit Grün verbessert werden, so können
-dazu alle zwischen Goldgelb (durch Roth) und Purpurviolett liegenden
-Töne genommen werden; die Vervollständigung kann auch durch zwei Farben
-bewirkt werden, so daß die neuen mit den ursprünglichen mehr oder
-weniger vollständige Verbindungen bilden.
-
-Die schädlichen Contraste kommen nur bei den mangelhafteren
-Verbindungen vor, so bei Mennig und Carmoisin, Blau und Violett etc.,
-indem hier, wie bereits oben erwähnt, stets durch die eine Farbe ein
-die andere schädigender Contrast hervorgerufen wird. Man kann der
-geschädigten Farbe aber dadurch aufhelfen, daß man die Farbe, durch
-welche sie beeinträchtigt wird, verdunkelt, oder im Raume beschränkt
-oder aber dadurch, daß man sie mit einer günstigeren Farbe in Berührung
-bringt.
-
-Die Farben besitzen noch die Eigenschaft sich gegenseitig zu verdrängen
-und sogar aufzureiben, was sich zunächst in der quantitativen Wirkung
-zeigt, wo die größere Masse die kleinere herabdrückt oder umwandelt.
-Liegen mehrere ungleich große Partien ähnlicher Töne unmittelbar neben
-einander, so scheinen die kleineren Flächen sich im Ton den größeren
-zu nähern, so daß der Unterschied in der Farbe häufig nur schwer
-sichtbar bleibt. Trennt man aber die Töne mittelst schmaler hellerer
-oder dunklerer weißer oder schwarzer Streifen etc., so erhält jeder Ton
-sofort seine ursprüngliche Stärke wieder.
-
-
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-Praktischer Theil.
-
-
-
-
-I. Bemerkungen über Licht und verschiedene Manipulationen.
-
-1. Licht.
-
-
-Beim Malen ist ein gleichmäßiges und +von Reflexen freies Licht+
-wünschenswerth. Ein Zimmer mit nach Norden gerichteten Fenstern dürfte
-sich am meisten empfehlen, weil ein solches, bei uns wenigstens, das
-gleichmäßigste Licht hat. Steht aber ein derartiges Zimmer nicht zu
-Gebot, so vermeide man unter allen Umständen, unter Einwirkung direkter
-Sonnenstrahlen zu arbeiten, da unter dem Einfluß derselben das Auge
-irre geführt wird und dann in der Regel die Schatten viel zu tief und
-zu stark eingesetzt werden. Ein unter solchen Umständen zu Stande
-gekommenes Gemälde macht in normaler, gemäßigter Beleuchtung in der
-Regel einen ungemein rohen und grellen Effekt. Wenn irgend thunlich,
-sehe man darauf, daß das Licht von der linken Seite kommt.
-
-
-2. Aufspannen.
-
-Man spanne stets das Papier auf ein Reißbrett auf und zwar so, daß die
-+obere+ Seite des Papieres die Malfläche bildet. Da in dieser Beziehung
-häufig Fehler begangen werden und die untere Seite in der Regel defekte
-Stellen hat, welche erst während des Malens und dann mitunter in sehr
-störender Weise zu Tage treten, so bemerke ich, daß die obere Seite
-diejenige ist, auf welcher, gegen das Licht gehalten, der Name des
-Fabrikanten oder das Wasserzeichen in der richtigen, d. h. zum Lesen
-tauglichen Stellung erscheint. Man biegt alsdann die Ränder nach oben
-etwa einen Centimeter breit um, näßt die untere Seite mittelst eines
-Schwammes tüchtig durch, bringt es dann in die gehörige Lage, bepinselt
-den umgebogenen Rand mit einer gesättigten Lösung von arabischem Gummi
-und drückt dann solchen an das Brett an, worauf man es zum Trocknen
-an einen nicht direkter Ofenhitze ausgesetzten Ort stellt. Nach dem
-Trocknen wird das Papier um so glatter aufliegen, je mehr es durchnäßt
-gewesen ist; jedoch hüte man sich, die Oberfläche, bevor das Papier
-durchaus trocken ist, sei es nun mit einem Tuch, einem Schwamm, oder
-gar mit Gummi, zu reiben oder darauf zeichnen.
-
-
-3. Behandlung der Lichter.
-
-Lichter und hellere Gegenstände sind, wo es thunlich ist, am
-besten auszusparen. Da dies jedoch nicht immer ohne Schädigung der
-einheitlichen Behandlung des Colorits der Umgebung geschehen kann, so
-müssen die Lichter in vielen Fällen ganz unbeachtet bleiben, übermalt
-und später erst, gegen Beendigung der Arbeit hin, hergestellt werden.
-Die nachträgliche Herstellung von Lichtern läßt sich auf dreierlei
-Weise erreichen und zwar: 1) durch +Ausradiren+, 2) durch +Auswaschen+
-mit Wasser und 3) durch +Aufsetzen+ mittelst des Chinesischen Weiß.
-
-1. Der Gebrauch des Radirmessers, welches scharf sein muß, empfiehlt
-sich besonders da, wo viele kleinere und glanzvolle Lichter verlangt
-werden, wie z. B. auf Baumstämmen mit rauher Rinde, beim Schaume von
-Wasserfällen oder dem Spritzen von Wellen, bei Vögeln vor dunkeln
-Wolken, für Grashalme etc. Muß die radirte Stelle, was in der Regel der
-Fall ist, nachträglich noch mit einem leichten Ton übergangen werden,
-so reibe man zuvor mit +reinem+ Gummi -- nicht mit Radirgummi leicht
-darüber weg, glätte alsdann mit dem Elfenbeinstiele des Messers oder
-mit einem Falzbein, worauf das Papier die Farbe so gut annimmt, als sei
-die Fläche nicht verletzt worden.
-
-2. Eine andere in vielen Fällen noch empfehlenswerthere Manier
-besteht darin, daß man die Stelle oder den Strich, welchen man von
-der Farbe befreien will, mit reinem Wasser und nicht zu gefülltem
-Pinsel übergeht (Stellen, welche ihre Farbe behalten sollen, dürfen
-nicht berührt werden), ein wenig wartet, bis die Feuchtigkeit beinahe
-aufgetrocknet ist und dann mit weichem Waschleder, oder Gummi, oder mit
-fest um den Zeigefinger gewickeltem, zartem Löschpapier scharf darüber
-wischt. Diese Prozedur erfordert indessen einige Uebung und man thut
-wohl, sich erst an irgend welchen Farbenklecksen die erforderliche
-Geschicklichkeit anzueignen. Helle, kleinere Gegenstände der Ferne,
-Lichter auf Wasserflächen sowie Grashalme etc. im Vordergrunde lassen
-sich sehr täuschend auf diese Weise wiedergeben.
-
-3. Eine dritte Manier besteht im entsprechenden Auftrage von
-Chinesischem Weiß, welches mit einem spitzen Pinsel in ziemlicher
-Consistenz und mit entschiedenem Strich aufgetragen werden muß.
-Dieses Verfahren ist besonders da zu empfehlen, wo auf dunklerem
-Grunde +farbige+ Gegenstände aufgemalt werden sollen. Angenommen,
-im Vordergrund sei ein Flußufer mit üppiger Vegetation und gelben,
-sich von dem dunklerem Grunde abhebenden Irisblumen darzustellen, so
-würde das Aussparen der Irisblüthen einerseits sehr zeitraubend sein,
-andererseits aber der breiten Behandlung der grünen Blätterbüsche
-entschieden Eintrag thun. In solchem Falle würde man daher besser diese
-Blüthen erst bei Beendigung des Bildes mit Weiß aufsetzen und dieselben
-nach dem Trocknen mit ~Indian Yellow~ oder ~Cadmium~ koloriren, womit
-eine naturgetreue Wiedergabe erzielt würde. Nicht zu empfehlen wäre
-aber, wenn man Gelb und Weiß zusammen mischen und die Blüthen in
-+einem+ Auftrag geben wollte, was eine weit weniger glanzvolle Wirkung
-zur Folge haben würde. Dasselbe Verfahren empfiehlt sich auch, wo nach
-Vollendung eines Bildes einige kleine Figürchen als Staffage aufgesetzt
-werden sollen, deren Aussparen ebenfalls in den meisten Fällen sehr
-hinderlich sein würde. Hier wird die ganze Figur mit ~Chinese White~
-dick aufgesetzt und nach dem Trocknen wie jede andere weiße Fläche
-gemalt, mit dem Unterschiede jedoch, daß hier eine entschiedene
-Pinselführung nothwendig ist, damit nicht durch zu vieles Stricheln und
-Uebergehen der weiße Grund ausgearbeitet werde, was dann nichts weniger
-als erfreulich wirken würde.
-
-Welche von diesen drei Verfahrungsweisen man in einem gegebenen Falle
-anwende, hängt einerseits von der Natur des Gegenstandes, andererseits
-aber auch von dem Geschmack und der Geschicklichkeit des Darstellers
-ab. Es ist jedoch stets im Auge zu behalten, daß man Lichter und
-hellere Stellen größerer Dimensionen besser ausspart, wo nicht
-erhebliche Hindernisse im Wege stehen. Würde z. B. das Gemälde einen
-dunkelgrünlichen See darstellen und im Vordergrunde befänden sich in
-Abständen einige hohe Bäume, deren Stämme vertikale, helle Streifen
-über den See bildeten, so würde das Aussparen dieser Stämme die
-nothwendige, gleichmäßige Behandlung der Wasserfläche fast unmöglich
-machen. Man würde daher die Stämme unbeachtet lassen, solche mit allen
-Wassertönen übergehen und erst nach Fertigstellung der Wasserfläche
-dieselben nach dem unter 2) angegebenen Verfahren herauswischen, dann
-mit den nothwendigen Tönen übermalen und fertig modelliren. Dasselbe
-Verfahren wendet man auch an, wo es gilt, zu dunkel aufgetragene Töne
-aufzuhellen, wobei man in der Regel nur nöthig hat, die betreffende
-Stelle mehrmals mit reinem Wasser zu übergehen und solches dann
-mit Löschpapier aufzutrocknen, worauf der Ton nach dem Trocknen
-heller geworden sein wird. Sollte dies jedoch nicht genügt haben, so
-wiederhole man diese Procedur und reibe nach dem Auftrocknen mit
-Löschpapier die Stelle sanft mit etwas Brodkrume, doch nicht von zu
-frischem Brod.
-
-Im +Allgemeinen+ dürfte das Verfahren des Auswaschens noch am meisten
-zu empfehlen sein und zwar vorzüglich aus dem Grunde, weil an Lichtern,
-welche durch das Radirmesser oder mit Weiß hergestellt worden sind,
-häufig nicht mehr viel zu ändern ist, ohne daß unerwünschte Wirkungen
-hervorgerufen werden. Immerhin sei der Lernende nicht ängstlich, da man
-Aengstlichkeit dem Bilde sofort ansieht und ein keckes Licht, selbst
-wenn es nicht ganz korrekt ausgefallen sein sollte, immer noch besser
-aussieht, als ein ganz korrektes, welches die Aengstlichkeit, unter
-welcher es zu Stande gekommen ist, zur Schau trägt. Weiter ist noch
-zu beherzigen, daß man, welches Verfahren man auch anwende, nie mit
-dem Einsetzen von Lichtern beginne, bevor das Papier absolut trocken
-geworden ist, indem das Bild andernfalls erheblich beschädigt würde.
-
-Viele Lichteffekte, und nicht selten gerade die wirkungsvollsten, sind
-indessen ganz zufällige Resultate, denn sehr häufig laufen die nassen
-Töne in ganz unerwarteter Weise in einander und liefern Effekte, welche
-vielleicht die beste Absicht des Malers nicht wohl in der erhaltenen
-Weise erreicht hätte. Es kommt dies besonders häufig beim Malen nach
-der Natur vor und zwar in Folge der Schnelligkeit, mit welcher man zu
-arbeiten alsdann in der Regel gezwungen ist. Aus solchen Zufälligkeiten
-Vortheil zu ziehen erfordert aber schon einen gewissen Grad von
-Geschicklichkeit und Uebung wie nicht minder Geschmack und etwas
-Phantasie.
-
-Lichtstrahlen, wie sie nicht selten aus Oeffnungen zwischen Wolken
-dem Auge erscheinen, lassen sich sehr vortheilhaft auf folgende Weise
-darstellen. Man nimmt ein Stück starkes Papier mit gerade geschnittenem
-Rand und legt es in der Richtung, welche die darzustellenden Strahlen
-verfolgen, auf den Himmel. Hierauf übergeht man den Theil der Luft
-längs des Papierstreifens mit einem breiten, flachen Pinsel und
-reinem Wasser oder auch mit einem zarten Schwämmchen und trocknet mit
-Löschpapier auf, was den gewünschten Effekt sehr naturgetreu wiedergibt.
-
-
-4. Unfälle beim Malen.
-
-Es kann vorkommen, daß man aus Unvorsichtigkeit einen mit Farbe
-gefüllten Pinsel, oder ein Stück Farbe auf einen Theil des Bildes
-fallen läßt, wo die betreffende Farbe durchaus schädlich wirken
-würde. In solchem Falle nehme man +sofort+ die Farbe mit nassem
-Schwämmchen und ohne viel zu wischen auf, da, wenn dieselbe Zeit
-gehabt hat in das Papier einzudringen, das Entfernen derselben eine
-sehr zeitraubende, mühsame Arbeit ist, welche unter Umständen ganz
-vergeblich sein kann.
-
-Tintenflecke und Tusche sind sehr schwierig zu entfernen. Man läßt
-solche am besten trocknen, radirt sie dann weg und tüpfelt die Stelle
-mit spitzem Pinsel und dem geeigneten Ton vorsichtig aus.
-
-Ist ein bedeutenderer und nicht mehr gut zu bewältigender Unfall
-vorgekommen, so fängt man von Neuem an. Sollte er jedoch im
-Vordergrunde eines umfangreicheren, zum großen Theile fertigen Bildes
-sein, an welches man viel Mühe und Fleiß verwendet hat, so läßt
-sich hier und da der Himmel und die Ferne, nach Umständen auch der
-Mittelgrund noch retten. Je nach der Art des Vordergrundes schneidet
-man alsdann die verschiedenen Gegenstände desselben vorsichtig heraus,
-bis das Bild getrennt ist. (Bei Seestücken etc. schneidet man am
-besten die Horizontlinie durch.) Man wendet hierauf das Papier um
-und schabt mit scharfem Messer die Schnittgrenze möglichst dünn.
-Alsdann spannt man einen neuen Bogen auf, bestreicht solchen bis zu
-den Grenzen des aufzuheftenden Blattes mit Gummi, befeuchtet die
-Rückseite des aufzuklebenden Theiles mehrmals mit dem Schwamm, trocknet
-mit Löschpapier ab und bringt das zu rettende Theil dann auf den
-aufgespannten Bogen. Wird dies sorgfältig ausgeführt, so ist diese
-Reparatur schwer zu sehen und malt man alsdann einen neuen Vordergrund.
-Wo sich erforderliche Aenderungen in kleinerem Maßstabe ausführen
-lassen, bedient man sich am zweckmäßigsten eines um den Zeigefinger
-gewickelten Stückes nassen Waschleders, welche Methode bei kleineren
-Flächen dem Abwaschen mittelst des Schwammes entschieden vorzuziehen
-ist. Der Effekt von Sand auf Wegen und an Ufern läßt sich auf dieselbe
-Weise auf körnigem Papier sehr täuschend nachahmen, indem man so die
-Farbe von den Erhöhungen des Papieres sanft abwischt.
-
-Wo hingegen große Flächen, wie z. B. in der Luft, geändert werden
-sollen, da ist der Schwamm am Platze, welchen man mit reinem Wasser
-füllt, die betreffende Fläche damit geradezu abwascht und dann ruhig
-trocknen läßt.
-
-Ist ein Gegenstand durch häufiges Uebermalen trüb und schmutzig im Ton
-geworden, so überdeckt man denselben, sofern er nicht allzu groß ist,
-mit ~Chinese White~ und malt, sobald dieser Auftrag getrocknet ist, die
-geeigneten Töne darüber, was alsdann so frisch wirkt, als habe man auf
-das weiße Papier gemalt. Bei größeren Gegenständen jedoch empfiehlt
-sich dieses Verfahren nicht und trage man in solchen Fällen den
-entsprechenden Ton mit ~Chinese White~ +gemischt+ auf, was ebenfalls
-frisch wirkt.
-
-
-5. Pinselführung.
-
-Die Art und Weise, wie man den Pinsel zu handhaben versteht, ist von
-großer Wichtigkeit, da von einer sicheren, leichten Pinselführung,
-besonders bei Behandlung des Details, häufig zum großen Theil die
-Wirkung eines Gemäldes abhängig ist. Im Allgemeinen lege man die Hand
-leicht auf, ohne jedoch die freie Bewegung des Handgelenkes und der
-den Pinsel führenden Finger zu beeinträchtigen. Die ersten Töne lege
-man stets kühn und mit einem Strich dem Umrisse entlang an, nicht mit
-ängstlichem Vor- und Rückwärtsschleppen des Pinsels. Es muß auch schon
-hier auf die Wichtigkeit der korrekten Zeichnung hingewiesen werden,
-indem Mangel an Bestimmtheit in der Anlage der Töne in den meisten
-Fällen aus der mangelhaften Zeichnung der Umrisse resultirt. Zu einer
-wirksamen Pinselführung, besonders bei Behandlung größerer Laubmassen,
-sowie in der Bedeckung größerer Flächen mit gleichmäßigem Ton, was in
-nicht ganz geringen Dimensionen bei erster Anlage häufig nothwendig
-ist, gehört ein gewisses Maß von Schnelligkeit und Gewandtheit, und
-diese zu erlangen erfordert Uebung. Der Anfänger beherzige jedoch, daß
-diese mechanischen Schwierigkeiten bei Aufmerksamkeit und Fleiß sehr
-schnell zu überwinden sind. Bei erster Anlage von Tönen sehe man auch
-besonders darauf, eine genügende Portion Farbe angerieben zu haben,
-damit dieselbe nicht schon während der Arbeit aufgebraucht wird, man
-den Pinsel stets füllen kann und die Farbe leicht fließt, denn hierauf
-beruht die Reinheit der Töne. Man vermeide jedoch andrerseits den
-Pinsel mit Farbe zu überfüllen, damit nicht Flecken entstehen. Farbe,
-welche nicht flüssig ist, dringt nicht in das Papier ein, indessen
-verwässere man nicht zu sehr, sondern verdünne nur so weit, als es
-die nothwendige Stärke des Tones erfordert, wobei man beachte, daß
-die Farben im Trocknen stets +heller+ werden. Bei Behandlung von
-Detail ziehe man den gefüllten Pinsel vor der Anwendung etwas seitwärts
-über ein zu diesem Zwecke bereit zu haltendes Papier, damit man eine
-gute Spitze erhält.
-
-Wichtig ist ferner noch, daß man den Pinsel stets in der Richtung
-der Formen führe, also daß man z. B. eine aus horizontalen Brettern
-bestehende Wand nicht etwa mit senkrechten Pinselstrichen anlege.
-
-Der Anfänger mag vielleicht von seinen ersten Farbenaufträgen wenig
-befriedigt sein, denn gleichmäßiger Auftrag und Ton, sowie geschicktes
-Einhalten der Linien erfordern Uebung. Wiederholte Versuche werden
-jedoch erkennen lassen, daß die Technik bei einigem Fleiße weniger
-schwierig ist, als sie Manchem anfangs erscheinen mag.
-
-Man werfe übrigens nie eine Skizze oder ein Bild weg, wie wenig
-befriedigend die Arbeit auch zur Zeit erscheinen möge, indem manches
-gar nicht so schlechte Werk auf diese Weise in momentaner übler Laune
-vernichtet wird, was sehr häufig in der Zeit der ersten Studien nach
-der Natur vorkommt. Ich habe dies vielfach an mir selbst erfahren und
-Skizzen, von welchen ich anfangs sehr wenig erbaut zu sein Ursache zu
-haben glaubte, wurden von Künstlern nicht selten als gelungen erachtet.
-Ist man einer Arbeit überdrüssig, indem man solche für mißrathen hält,
-so lege man sie auf längere Zeit aus den Augen. Betrachtet man sie
-dann später einmal wieder, so sieht man sie in den meisten Fällen mit
-anderen Augen an und findet nicht selten manches Schöne darin, was
-veranlaßt, daran weiter zu arbeiten und dieselbe einem erwünschten
-Ende zuzuführen. An Studien nach der Natur lasse man sich jedoch nicht
-beikommen, etwa zu Hause angekommen, noch etwas +verbessern+ zu
-wollen.
-
-
-6. Umrißzeichnung und erster Ton.
-
-Nachdem das Papier aufgespannt worden, was ich beim Malen im Zimmer
-unbedingt empfehle, und nachdem es absolut trocken geworden ist,
-gilt es, das Darzustellende zu zeichnen. Die Zeichnung, welche sich
-lediglich auf Umrisse ohne Schatten beschränkt, ist hierbei von solcher
-Wichtigkeit, daß ich mich etwas umständlicher darüber zu verbreiten
-für nothwendig erachte, umsomehr, als Manche oberflächlich darüber
-hinwegeilen, in der Meinung, unter dem Malen würde sich alles finden
-und manches Undeutliche oder Unrichtige ließe sich noch verbessern,
-was aber in vielen Fällen zu Enttäuschungen führt. Eine korrekte
-Zeichnung dagegen erspart vieles Unangenehme und läßt eine weit
-sicherere Pinselführung zu, wodurch die Töne hell und klar bleiben.
-Die Umrißlinien zeichne man leicht, aber doch immer so sorgfältig,
-daß unbestimmte, vage Deutungen vermieden werden, sofern solche der
-Gegenstand an und für sich nicht schon mit sich bringt. Wolken zeichne
-man als sehr veränderliche Gegenstände nur äußerst leicht oder noch
-besser gar nicht, sondern gebe sie erst mit dem Pinsel. Die Ferne,
-Gebirg etc. ist ebenfalls nur leicht und zart zu geben, aber doch
-korrekt und mit nicht zu geraden Strichen. Ferne Gegenstände zeichne
-man stets nur in der allgemeinen Form, ohne Detail, wie z. B. bei
-Gebirg die Silhouette genügt. Beim Zeichnen von Bäumen hat man sich
-ebenfalls +bestimmter+ Umrißlinien zu enthalten und letztere sehr
-flüchtig zu geben, da die Ausladungen, wie überhaupt die äußeren Formen
-der Laubtheile eine eigenthümliche, durchaus freie, ungezwungene
-Pinselführung erfordern, welche sich, ohne das Gemälde zu schädigen,
-nicht an eine streng vorgeschriebene Linie binden läßt. Stämme und
-Aeste, soweit solche sichtbar, wie Gegenstände des Vordergrundes
-erfordern schon größere Berücksichtigung des Details. Besonders große
-Aufmerksamkeit bedingen aber architektonische Entwürfe, namentlich die
-Fenster, Thüren, Schornsteine, Giebel, sowie etwaige ornamentale Theile.
-
-Stets vermeide man jedoch die Bleistiftstriche zu stark zu markiren;
-auch reibe man nicht allzuviel mit Gummi, da ein zu starker Gebrauch
-des letzteren die Textur des Papieres angreift.
-
-Nachdem eine korrekte Zeichnung hergestellt ist, bereitet man in einem
-nicht zu flachen Porzellannäpfchen einen flüssigen blassen Ton von
-~Yellow Ochre~, welchem man etwas ~Brown Madder~ zusetzt. Von diesem
-Ton, welcher eine schwache Orangefarbe besitzen muß, bereite man eine
-hinreichende Quantität, nehme dann einen breiten, flachen Pinsel
-und übergehe das ganze Bild mit diesem Ton. Das Brett bringe man in
-geneigte Lage, damit die Farbe nach unten zu fließen geneigt ist, halte
-den Pinsel stets gefüllt und führe solchen in leichten Strichen über
-die Fläche.
-
-Das Bild erhält diesen Unterton aus dem Grunde, weil das weiße
-Papier in den hellsten Lichtern, besonders in denen der Luft, etwas
-roh wirkt. Es bleibt aber zu beachten, daß obiger Ton nur für helle
-Tagesbeleuchtung und sonnige Effekte geeignet ist, während bei
-Abendbildern oder düsteren Stimmungen ~Brown Madder~ vorherrschen
-muß. Statt der angegebenen Mischung lassen sich auch ebensogut ~Mars~
-und ~Neutral Orange~ verwenden, welchem letzteren man für düstere
-Stimmung etwas ~Brown Madder~ zusetzt. Nachdem dieser Ton vollständig
-aufgetrocknet ist, ja nicht früher, übergeht man das Bild sanft mit
-flachem Pinsel und reinem Wasser, wodurch alle nicht in das Papier
-gedrungene Farbe entfernt wird. Man sehe darauf, daß dieser erste
-Ton sich vom weißen Papier nur schwach abhebe, außer bei Darstellung
-intensiv gefärbter Abendhimmel, wo er um mehrere Grade farbiger sein
-darf, da ein zu starker Orangeton bei normaler Beleuchtung das Blau der
-Luft vollständig zerstören würde. Häufigere Praxis wird indessen, wie
-überall so auch hier, der beste Lehrmeister sein.
-
-+Anmerkung.+ Beim Malen nach der Natur verliere man keine Zeit mit
-Untermalen, wo es nicht gerade wünschenswerth oder unbedingt nöthig
-erscheint, wie z. B. bei Abendhimmeln.
-
-
-7. Farbenmischung.
-
-„Es fällt mir so schwer die richtigen Farbentöne durch das Mischen
-heraus zu bekommen“ ist eine Klage, welche man von Anfängern im Malen
-häufig zu hören Gelegenheit hat und mir selbst ist sie nicht erspart
-worden. Da die Natur so unendliche Verschiedenheit in den Farbentönen
-bietet und jeder dieser Töne mehr oder weniger von den zu unserer
-Disposition stehenden Farben abweicht, -- oder mit anderen Worten,
-da fast alles, was wir in der Natur sehen, gebrochene Töne zeigt, so
-ist die Klage in Bezug auf ihr Entstehen eine sehr verständliche.
-Wer sich +gründliche+ Kenntniß der Farbenmischung verschaffen will,
-dem rathe ich folgenden Weg. Er ist etwas umständlich, aber er führt
-sicher zum Ziele. Man lege ein aus gut geleimtem Papier bestehendes
-Heft an und liniire solches in Quadraten von etwa 1 Centimeter. In
-dieses Heft trage man alle in den Kapiteln über das Colorit angegebenen
-Farbenmischungen in etwa nachstehender Weise ein:
-
-1. ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ □ □ □
-
-Das erste Quadrat kolorire man mit einem Ton, worin die erste Farbe,
-also ~Cobalt~, vorherrscht, in dem zweiten halte man die Quantität
-beider Farben gleich und im dritten sei die letztere Farbe im
-Ueberschuß und so fort. Dasselbe gilt auch von den Mischungen aus drei
-Farben, z. B. ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Yellow Ochre~. Hier sei im
-ersten Quadrate ebenfalls die erste Farbe im Ueberschuß, im zweiten die
-Quantität aller gleich und im dritten die letztere Farbe vorherrschend.
-Zur genauen Kenntniß der mit Mischung von +drei+ Farben zu erhaltenden
-Töne und zu einem +vollständigen+ und +klaren+ Einblick in die Natur
-der Mischungsverhältnisse gelangt der Anfänger jedoch besser auf
-folgendem Wege: Er fülle zehn Quadrate mit einer Mischung von drei
-Farben (1. 2. 3.) in folgenden Verhältnissen aus:
-
- 1. Quadrat die 3 Farben in gleichem Verhältniß,
- 2. „ 1 im Ueberschuß, 2 und 3 gleich unter sich,
- 3. „ 2 „ „ 1 „ 3 „ „ „
- 4. „ 3 „ „ 1 „ 2 „ „ „
- 5. „ 1 „ „ 2 weniger, 3 noch weniger
- 6. „ 1 „ „ 3 „ 2 „ „
- 7. „ 2 „ „ 1 „ 3 „ „
- 8. „ 2 „ „ 3 „ 1 „ „
- 9. „ 3 „ „ 1 „ 2 „ „
- 10. „ 3 „ „ 2 „ 1 „ „
-
-Dabei ist zu beobachten, daß man die einzutragenden Töne nicht
-allzusehr verwässere; dieselben müssen zwar durchsichtig, aber immer
-noch ziemlich kräftig in der Farbe sein. Diese Arbeiten sind zwar
-etwas mühsam und ziemlich zeitraubend, aber für genaue Kenntniß der
-Mittel müssen solche als äußerst instruktiv bezeichnet werden und sind
-dieselben umsomehr zu empfehlen, als Gewöhnung an wenige konventionelle
-Töne für gewisse Zwecke, wie man es selbst in besseren Bildern leider
-noch immer findet, der künstlerischen Darstellung wenig angemessen ist.
-
-
-8. Lasuren.
-
-Unter Lasiren versteht man das rasche Uebergehen eines eigentlich
-bereits fertigen größeren oder kleineren Theiles eines Bildes oder
-eines einzelnen Gegenstandes, um die Farbe desselben entweder zu
-erhöhen, in der Wirkung herabzustimmen, oder um dieselbe überhaupt im
-Ton zu verändern. Zu diesem Zwecke bedient man sich einer +ziemlich
-flüssigen+ transparenten Farbe, welche in raschem Auftrag über die
-betreffende Stelle gelegt werden muß, damit die früheren Töne nicht
-gestört werden. Der Pinsel darf hiebei aber nicht mit Farbe überladen
-sein. Die Wirkung, welche durch diese Lasuren erreicht wird, ist in den
-meisten Fällen eine wesentlich andere, als diejenige, welche durch das
-Mischen der betreffenden Farben erreicht werden würde. So liefert z. B.
-I~ndian Red~ mit ~Rose Madder~ gemischt einen wesentlich anderen Ton
-als wenn ein Auftrag ersterer Farbe später mit letzterer lasirt wird.
-
-Zu Lasuren eignen sich vorzugsweise die +leichten durchsichtigen+
-Farben, wie Gummigutt, Indischgelb, ~Light Red~, die Krappfarben etc.,
-doch können selbst schwere Farben und Deckfarben, wie Chromoxyd,
-~Lemon Yellow~, ~Indian Red~, ~Cadmium~ bei genügender Verdünnung und
-gewandter Behandlung zu Lasuren verwendet werden. Häufige Anwendung
-findet die Mischung von ~Gamboge~ mit ~Rose Madder~, welche allen Tönen
-als Lasur einen +leuchtenden+ Charakter ertheilt.
-
-
-
-
-II. Das Colorit.
-
-
-In den nachfolgenden Kapiteln werde ich zu Anfang eines jeden eine
-Tabelle der für den betreffenden Gegenstand dienlichen Farben und
-Mischungen geben. Der Kenner wird keinen brauchbaren Ton vermissen,
-eher vielleicht zu große Ausführlichkeit finden. Ich bin aber
-absichtlich in Betreff der Angabe der Mischungen so ausführlich wie
-möglich gewesen, um dem strebsamen Dilettanten nichts vorzuenthalten.
-Wenn auch die Wenigsten alle von mir angegebenen Töne durcharbeiten
-werden, vielmehr der Eine sich mehr diese, der Andere sich mehr jene
-Reihe von Tönen in der Praxis aneignen wird, so kam es mir doch
-hauptsächlich darauf an, zu zeigen, +unter welchen Umständen+ und +in
-welchen Combinationen jede Farbe der Verwendung fähig ist+. Nur mit
-+vollständiger+ Kenntniß und Beherrschung des zu Gebote stehenden
-Materials ist es möglich, ein guter Colorist zu werden und bei Angabe
-nur der hauptsächlichsten Farbentöne wäre ich Gefahr gelaufen, den
-Weg zu dem verwerflichen +conventionellen+ Colorit zu bahnen, welches
-leider, besonders bei Dilettanten, noch allzuhäufig angetroffen wird.
-Nach Angabe der zu verwendenden Farbencombinationen werde ich dann in
-Fällen, wo es nothwendig erscheint, ganz besonders bei der Luft, das
-praktische Verfahren so eingehend, als es das geschriebene Wort zuläßt,
-erläutern, muß aber darauf aufmerksam machen, daß ich mit Angabe der
-Farben bei diesen technischen Anweisungen über Behandlung von Luft und
-Wolken keine +Normal-Rezepte+ zu geben beabsichtige, welche in +allen+
-Fällen anzuwenden seien, vielmehr wollte ich mit diesen Darstellungen
-nur irgend welche Mittel zum Zwecke und ihre Anwendung ausführlicher
-erörtern.
-
-Beim Mischen combinirter Töne mache man es zur Regel, mit der
-vorherrschenden Farbe zu beginnen und in geringer Menge die
-übrigen nach und nach, bis zur Erreichung des beabsichtigten Tones
-beizumischen. Die vorzugsweise brauchbaren Töne sind =fett= gedruckt.
-
-
-A. Luft und Wolken.
-
-1. Colorit.
-
-Für Tageshimmel.
-
- ~=Cobalt=~ allein oder mit ~=Rose Madder=~ -- mit ~+Light Red+~, --
- mit ~+Indian Red+~, -- mit wenig ~+Purple Madder+~, -- mit wenig
- ~+Indigo+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- Statt des ~+Cobalt+~ kann auch bei +sehr+ klarer Luft ~+French
- Blue+~ genommen werden, doch wird ~+Cobalt+~ in den meisten Fällen
- besser entsprechen. ~+French Blue+~ paßt +im Allgemeinen+ mehr für
- südliche Himmel.
-
- ~+Ultramarin Ash.+~
-
-Obigen Tönen sehr wenig ~Permanent Chinese White~ zugesetzt gibt mehr
-Tiefe.
-
-+Sehr+ zarte luftige Töne liefern:
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Naples Yellow+~, eine besonders
- für neblige Effekte und schwüle Atmosphäre unersetzliche
- Combination.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Aureolin+~.
-
-In der +Dämmerung+ kommen für die +oberen+ Theile der Luft in Betracht:
-
- ~+Cobalt+~ mit ~+Indigo+~.
-
- ~+Indigo+~ mit ~+Rose Madder+~ -- mit ~+Purple Madder+~ -- oder mit
- ~+Indian Red+~.
-
- ~+Indigo+~, ~+Cobalt+~ und wenig ~+Purple Madder+~ oder ~+Indian
- Red+~.
-
-Für +mondhelle Nächte+ passen:
-
- ~+Indigo+~, +Schwarz+ und ~+French Blue+~ oder ~+Vandyke Brown+~.
-
- ~+Indigo+~ mit ~+French Blue+~ lasirt.
-
-Für die +Wolken+ in Mondscheinlandschaften eignen sich vorzugsweise:
-~+Lamp Black+~ mit ~+French Blue+~, dann ~+Sepia+~, ~+Brown Madder+~
-und ~+Indigo+~. Der Mond selbst ist in blassem ~+Gamboge+~, und, wenn
-nahe dem Horizont, im unteren Theile in ~+Light Red+~ zu halten.
-
-Für einfarbige, +graue+ Lüfte eignen sich außer den weiter unten für
-Wolken angegebenen Tönen besonders:
-
- ~+Cobalt+~ (oder ~Indigo~) mit ~+Sepia+~ und ~+Brown Madder+~.
-
-(Für Wolken in solcher Luft: ~+Sepia+~, ~+Brown Madder+~ und ~+Indigo+~
--- etwas schattirt mit ~+Brown Madder+~ und ~+Cobalt+~.)
-
-Für +Sonnenaufgang+ wie +Sonnenuntergang+ kommen in den verschiedenen
-Theilen der Luft in Anwendung:
-
- ~+Cobalt+~ mit ~+Indigo+~ -- mit ~+Rose Madder+~ -- mit ~+Purple
- Madder+~ -- mit ~+Vermilion+~ und ~+Yellow Ochre+~.
-
- ~+Yellow Ochre+~ allein oder mit ~+Light Red+~ -- mit ~+Indian
- Red+~ -- mit ~+Rose Madder+~ -- oder mit wenig ~+Indian Yellow+~.
-
- ~+Cadmium+~ mit ~+Indian Red+~ oder mit ~+Rose Madder+~.
-
- ~+Indian Yellow+~ allein oder mit ~+Yellow Ochre+~, -- ~+Roman
- Ochre+~, -- ~+Rose Madder+~, -- ~+Raw Umber+~, -- ~+Burnt Sienna+~,
- -- ~+Burnt Umber+~, -- ~+Vandyke Brown+~, -- oder ~+Brown Madder+~.
-
- ~+Gamboge+~ allein oder mit ~+Yellow Ochre+~, -- ~+Rose Madder+~ --
- oder mit ~+Burnt Sienna+~.
-
- ~+Rose Madder+~ allein oder mit ~+Indian Red+~ -- oder mit ~+Purple
- Madder+~.
-
- ~+Naples Yellow+~ mit ~+Rose Madder+~.
-
- ~+Purple Madder.+~
-
- ~+Mars Orange.+~
-
-
-+Töne für Wolken.+
-
-Allgemeine Töne bei schönem Wetter.
-
- ~=Cobalt=~, ~=Rose Madder=~ und ~=Yellow Ochre=~. Herrliche,
- silbergraue Töne. Je nach den Mischungsverhältnissen 1. 3. 2. --
- 2. 3. 1. -- 2. 1. 3. -- 3. 2. 1. liefern diese drei Farben die
- verschiedensten brauchbaren Nüancen.
-
- ~=Cobalt=~ mit ~=Light Red=~ (auch 2. 1. -- oder ~+French Blue+~
- statt ~Cobalt~) zarte, luftig wirkende Töne.
-
- ~=Cobalt=~ und ~=Rose Madder=~ oder ~=Brown Madder=~ (auch für
- Schatten.)
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Vermilion+~.
-
- ~+Lamp Black+~, ~+Light Red+~ und ~+Cobalt+~.
-
- ~+French Blue+~, ~+Lake+~ und ~+Burnt Sienna+~ (auch 2. 3. 1. -- 1.
- 3. 2. -- 3. 1. 2.) weniger zu empfehlen.
-
- ~+Brown Madder+~, ~+Yellow Ochre+~ und ~+Cobalt+~ für Mitteltöne.
-
- ~+Light Red+~, ~+Cobalt+~ und ~+Brown Madder+~, auch für Schatten.
-
-
-+Töne für Wolken, deren Ton in’s Purpurne fällt.+
-
- ~=Light Red=~, ~=Rose Madder=~ und ~=Cobalt=~ liefert einen
- unermeßlichen Reichthum von Tönen.
-
- ~+Indian Red+~ und ~+Cobalt+~.
-
- ~+Brown Madder+~ und ~+Cobalt+~.
-
- ~Purple Madder~, ~Yellow Ochre~ und ~Cobalt~.
-
- ~Lamp Black~ mit ~Rose Madder~ oder mit ~Brown Madder~.
-
-Für Töne von beträchtlicher Kraft ist ~+French Blue+~ anstatt
-des ~Cobalt~ zu verwenden, wenigstens stets in den letzten
-Aufträgen.
-
-
- +Töne für Regenwolken, wie überhaupt für dunkeltönige Wolken, auch
- für Wolken in der Dämmerung und außer dem Bereich der Sonne.+ --
- Siehe auch unter den Tönen für Gewitterwolken.
-
- ~=Indigo=~ mit ~=Light Red=~ oder ~=Indian Red=~. Sehr nützliche
- Combinationen.
-
- ~Indigo~ mit ~Brown Madder~ -- oder mit ~Lake~ und ~Sepia~.
-
- ~Indigo~, ~Indian Red~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Indigo~, ~Indian Red~ und ~Rose Madder~.
-
-
-+Töne für Wolken von kaltem Grau.+
-
- ~Cobalt~ (oder ~French Blue~) und Schwarz.
-
- ~=French Blue=~, ~=Lamp Black=~ und ~=Rose Madder=~. Zart.
-
- ~French Blue~, ~Blue, Black~ und ~Light Red~.
-
- ~French Blue~, ~Sepia~ und wenig ~Purple Madder~.
-
- ~Ultramarin Ash~ und ~Lamp Black~. Sehr zart.
-
-
-+Töne für Gewitterwolken und stürmische Luft.+
-
- ~=French Blue=~ und ~=Lamp Black=~.
-
- ~=French Blue=~, ~=Lamp Black=~ und ~=Light Red=~, noch drohender.
-
- Schwarz und ~Light Red~, sehr trüber, schmutziger Ton; auch für
- dunkle Stellen der Wolken passend.
-
- ~=Indigo=~ mit ~=Indian Red=~ oder ~Brown Madder~.
-
- ~Indigo~ mit ~Blue Black~ für schwere Güsse herabschüttende Wolken.
-
- ~Indigo~ mit ~Indian Red~ und ~Yellow Ochre~ -- mit ~Lamp Black~
- und ~Lake~ -- mit ~Burnt Sienna~ und ~Lake~.
-
-+Töne für Gewölk des Abend- und Morgenhimmels.+
-
-
-~a.~ Für goldglänzende Wolken.
-
- ~Cadmium~.
-
- ~Indian Yellow~ allein oder mit ~Rose Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~ allein oder mit ~Rose Madder~ -- oder mit ~Cadmium~.
-
- ~Gamboge~ allein oder mit ~Yellow Ochre~.
-
-
-~b.~ Für orangetönige Wolken.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Indian Red~.
-
- ~Cadmium~ mit ~Indian Red~ oder mit ~Rose Madder~.
-
- ~Indian Yellow~ mit ~Rose Madder~ oder ~Light Red~.
-
- ~Mars Orange.~
-
- ~Gamboge~ mit ~Burnt Sienna~ oder mit ~Rose Madder~, letztere
- Combination zu Lasuren.
-
-
-~c.~ Wolken in Scharlachtönen.
-
-Hier kommen die oben aufgeführten Combinationen in Betracht, jedoch
-mit dem Unterschiede, daß +Roth+ vorherrschen muß, dann Lasuren von
-~Gamboge~ mit ~Rose Madder~.
-
-
-~d.~ Wolken in Carmoisintönen.
-
- ~Indian Red~ lasirt mit ~Rose Madder~.
-
- ~Light Red~ und ~Rose Madder~. Glühender Ton.
-
- ~Rose Madder~ mit wenig ~Purple Madder~ oder ~Lake~ verstärkt.
-
- ~Rose Madder~ mit ~Vermilion~.
-
-~e.~ Purpurfarbige Wolken.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Indian Red~ und ~Cobalt~.
-
- ~Indian Red~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Purple Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Purple Madder~, ~Cobalt~, ~Indian Red~ und ~Lake~.
-
-Für tiefe Töne nehme man statt ~Cobalt~ ~+French Blue+~.
-
-
-~f.~ Schieferfarbiges Gewölk.
-
- ~Indigo~, ~Cobalt~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Cobalt~, ~Sepia~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Lamp Black~, ~Indigo~ und ~Indian Red~.
-
- ~Lamp Black~, ~Purple Madder~ und ~Cobalt~.
-
-
-~g.~ Wolken von kalten, neutralen, grünlichen Tönen.
-
- (Bei größter Entfernung von der Sonne.)
-
- ~Cobalt~ mit ~Burnt Umber~ oder mit ~Vandyke Brown~.
-
- ~Indigo~, ~Cobalt~, ~Yellow Ochre~ und ~Rose Madder~.
-
- * * * * *
-
-Der Lernende mache sich nach und nach mit sämmtlichen oben aufgeführten
-Combinationen praktisch bekannt, damit er gegebenen Falles nicht erst
-lange zu suchen braucht oder gar den gewünschten Ton nicht darzustellen
-vermag.
-
-
-2. Technik der Anlage der Lüfte.
-
-Die feine, naturwahre Darstellung der Luft in ihren verschiedenen
-Stimmungen -- besonders wenn sie an Farbentönen, Dunstschichten und
-Wolken reich ist -- oder sobald sie, wie bei Darstellungen von
-Seestücken, Wiesengründen oder flachen Gegenden, den größten Theil
-des Bildes einnimmt -- gehört zu den größten Schwierigkeiten der
-Aquarelltechnik, bildet aber zugleich einen ihrer hervorragendsten
-Reize. Wo dagegen die Luft nur einen kleinen Theil des Bildes einnimmt,
-ist sie von geringerer Wirkung und in den meisten Fällen auch von sehr
-leichter, mindestens einfacher Behandlung. Hauptsache ist Zartheit und
-Weichheit der Töne. -- Man darf nicht die +Farbe+, sondern nur die
-+Wirkung+, die +Luft+ sehen. Der Anfänger präge sich vorerst folgende
-allgemeine Bemerkungen ein:
-
-1) Die Wolken zeichne man, sobald solche nicht allzu zahl- und
-formenreich sind, in der Regel +nicht+, da es bei solchen, in steter
-Veränderung begriffenen Dingen wie Wolken, auf +ganz absolute+
-Wiedergabe der Formen in allen Einzelheiten nicht ankommt. Ist man
-jedoch genöthigt zu zeichnen, so skizzire man nur ganz flüchtig, nur
-ganz im Allgemeinen und +sehr leicht+, damit die Bleistiftstriche nicht
-später durch die Farbe sich in unangenehmer Weise dem Auge bemerkbar
-machen. Bleistifte mittlerer Härte sind am geeignetsten.
-
-2) Die nöthigen Farbentöne bereite man, sobald man im Zimmer arbeitet,
-in Porzellannäpfchen in +flüssigem+ Zustande und in ausreichender
-Quantität, damit während der Anlage keine Unterbrechung eintritt,
-was unbedingt zu vermeiden ist. Man beginne stets mit sehr hellen
-Tönen -- ohne jedoch allzuviel zu wässern, da die Farben stets
-+heller+ auftrocknen -- und verstärke solche nach und nach, welche
-Behandlungsweise den Lufttönen ungemein zu Statten kommt.
-
-3) Dasselbe Resultat läßt sich indessen auch erreichen, wenn man die
-ersten Farbenlagen etwas dunkler als nöthig hält, nach dem Trocknen
-mit breitem Pinsel die Luft mit reinem Wasser übergeht und dann die
-dunkleren Töne mit einem ganz weichen Schwämmchen vorsichtig wischt,
-wodurch die Töne erheblich gemildert werden. Ist nach dieser Operation
-das Bild wieder getrocknet, so werden nicht selten manche Stellen zu
-matt geworden sein, was durch Uebergehen mit leichten entsprechenden
-Tönen ausgeglichen wird. Die Wirkung wird dann ebenfalls eine zarte und
-luftige sein, jedoch ist dem Anfänger unbedingt das unter 2) angegebene
-Verfahren anzurathen.
-
-4) Jeder aufgetragene Ton muß +vollständig+ getrocknet sein, bevor ein
-anderer Ton darüber gelegt werden darf. Unaufmerksamkeit in dieser
-Beziehung oder Mißachtung dieser Regel kann zum gänzlichen Verderben
-eines vielleicht schon weit vorgeschrittenen Bildes führen.
-
-5) Zur Erreichung des zarten +Luft+tons auf Luft- und Wasserflächen
-ist es nothwendig, daß nach +jeder+ Farbenlage die Luft mit dem
-breiten Pinsel zart mit reinem Wasser übergangen wird, wodurch etwaige
-überschüssige Farbe und allenfallsige Härte weggenommen werden. Die
-übermäßige Feuchtigkeit wird sodann mittelst gelinden Aufdrückens
-einiger Lagen reinen Löschpapieres aufgesogen. Dieses Uebergehen mit
-Wasser muß übrigens auch bei ersten Anlagen +vor+ Auftrag einer Farbe
-angewendet werden, da sich anderfalls an den Grenzen der Farbentöne
-harte Ränder bilden.
-
-6) Mit den Tönen für die Luft übergehe man stets auch Ferne und
-Mittelgrund des Bildes, und sobald Wasser vorkommt, auch dieses. Daß
-letzteres in Betreff der Waschungen ebenso wie die Luft behandelt wird,
-wurde bereits angedeutet.
-
-7) Man bringe bei Anlage der Luft etc. das Brett in geneigte Lage, und
-beginne mit dem Auftrag der Töne +Oben+ und in +horizontalen+ Strichen.
-Der Pinsel muß stets von entsprechender Größe und +gefüllt+ sein. Das
-richtige Maß ergibt sich nach den ersten Versuchen von selbst. Ist der
-erste Ton, etwa einer blauen Luft, nach dem Trocknen zu schwach in der
-Farbe, so übergeht man solchen mit einem zweiten schwachen Ton. Die
-Zahl der einzeln aufzutragenden Töne richtet sich überhaupt einerseits
-nach der Mannigfaltigkeit der Farbentöne, andererseits nach dem Grade
-der Vollendung, welchen man dem Bilde zu geben beabsichtigt. Einfache
-Vorwürfe erfordern häufig nur einen einzigen Auftrag; complizirte
-dagegen in der Regel eine große Zahl.
-
-8) Man beginne nie mit dem Detail des Vorder- oder Mittelgrundes, bevor
-die Luft vollendet ist, da es, besonders in den zahlreichen Fällen,
-wo der Mittelgrund grüne oder grünliche Töne zeigt, nach Anlage der
-grünen Töne nicht mehr räthlich ist, dieselben zu stören. +Kleinere+
-Verstärkungen der Wolkenschatten oder des Blau können indessen später
-immer noch ohne Nachtheil ausgeführt werden, was sogar in den meisten
-Fällen bei Fertigstellung des Bildes noch nothwendig erscheint, während
-umfangreichere Aenderungen in der Luft in späteren Stadien der Arbeit
-nur in sehr seltenen Fällen ausführbar sind.
-
-9) Die Wolken erfordern eine sehr aufmerksame, etwas abweichende
-Behandlung. Vor allen Dingen gilt es hier nicht formlos zu werden und
-bloße Flächen darzustellen, da Wolken eine, wenn auch feine, doch sehr
-bestimmte Modellirung erfordern. Die erste Anlage der Wolken sei eine
-breite, jeder folgende Auftrag aber beschränke sich auf kleineren
-Umfang. Auch enthalte der Pinsel nur wenig Farbe, damit keine Pfützen
-entstehen. Man bediene sich bei Modellirung der Wolken, d. h. bei dem
-Eingehen auf die Formen, nur der +Spitze des Pinsels+ und zwar in
-+Strichen von der Seite+, womit eine sehr erfreuliche Wirkung erzielt
-wird. Man erhält auf diese Weise schwache, aber immerhin bestimmte,
-um nicht zu sagen scharfe Striche mit vielen Lichtern dazwischen,
-welche die Wirkungen von +Wind+ veranschaulichen, wie sich überhaupt
-mit dieser Pinselführung alle eckigen Formen nach einiger Uebung sehr
-leicht wiedergeben lassen. Flach gehalten und von der Seite über die
-Fläche geschleppt oder absatzweise gezogen -- nur darf der Pinsel nicht
-mit Farbe überladen sein -- lassen sich besonders zerrissene Wölkchen
-mit großer Wahrheit darstellen und können solche auf keine andere Weise
-gleich wirkungsvoll erreicht werden.
-
-10) Nachträglich erforderliche kleinere Lichter in Wolken werden am
-besten so dargestellt, daß man die Form derselben genau mit Wasser
-übergeht, dasselbe mit Löschpapier auftrocknet und die noch feuchte
-Stelle vorsichtig mit Gummi oder mit Brodkrumen reibt; mit ersterem,
-wo es sich um glanzvolle, -- mit letzteren, wo es sich um schwächere
-Lichter handelt. Nach Bedürfniß werden die erhaltenen lichten Stellen
-sodann mit einem geeigneten schwachen Tone lasirt. Leichte, helle
-Wölkchen können ebenfalls auf diese Weise dargestellt werden und
-mit Brod behandelt lassen sich auch größere oder kleinere zu dunkel
-gerathene Stellen leicht aufhellen. Scharfe Lichter wie auch schwächere
-lassen sich auch mit einem scharfen Radirmesser geben, jedoch erfordert
-dessen Anwendung Geschick und Vorsicht, damit man statt der Lichter
-keine Kratzer liefere. Auch hier wie überall in der Malerei darf man
-nur die +Wirkung+ -- das +Licht+ -- unmittelbar sehen, +nicht+ aber
-darf das +Mittel+, wodurch es hervorgebracht worden ist, sich dem
-Beschauer sofort in aufdringlicher Weise zu erkennen geben.
-
-11) Man arbeite in den Wolken stets nur mit schwachen, flüssigen Tönen
-und beobachte bei jedem Auftrag die Formen, da nur so die nothwendige
-Reinheit und Klarheit im Luftton zu erreichen sind. Sind die Wolken am
-oberen Rande sehr hell, so beginnt man mit reinem Wasser, welchem man
-nach und nach Farbe zusetzt.
-
-12) Bei Gemälden von größerer Vollendung läßt sich eine sehr gute,
-luftige Wirkung erzielen, wenn man nach Vollendung der Luft solche mit
-den Fingerspitzen mit etwas käuflich zu erhaltendem „+alcoholisirten
-Bimssteinpulver+“ sanft überreibt.
-
-13) Der Anfänger merke ferner, daß bei klarem Himmel um Mittag die Luft
-vorherrschend blau ist, daß je weiter gegen Abend oder früher gegen
-Morgen, desto mehr rothe oder gelbe Töne auftreten, sowie, daß die
-über uns stehenden Wolken warme Schattentöne und kalte Lichter zeigen,
-welches Verhältniß nach dem Horizonte hin langsam in das Gegentheil
-übergeht, indem hier die Schatten kalte und die Lichter warme Töne
-besitzen.
-
-14) Man halte stets Löschpapier zum Abstreichen der überschüssigen
-Farbe im Pinsel zur Hand.
-
- * * * * *
-
-Da die vorstehend gegebenen praktischen Fingerzeige dem ersten
-Anfänger nicht nach allen Seiten hin genügen, so gebe ich nunmehr in
-Folgendem die specielle +technische+ Behandlung gewisser Vorwürfe,
-um den Lernenden, soweit es durch genaue Beschreibung überhaupt zu
-ermöglichen ist, soviel als thunlich auf die richtige Technik zu
-leiten und ihn mit den Mitteln der Darstellung der verschiedensten
-Stimmungen der Luft vertrauter zu machen. Ich setze dabei voraus, daß
-er Stimmungen, wie die angedeuteten, welche sämmtlich zu den häufig
-wiederkehrenden gehören, entweder nach der Natur oder nach ähnlichen
-farbigen Vorlagen zu copiren sucht. Lüfte ohne Wolken lassen sich
-jedoch auch ohne weiteres Vorbild nach meinen Angaben herstellen. Nach
-Bewältigung der Technik aber male der Lernende fleißig Luftstimmungen
-der verschiedensten Art nach der Natur.
-
-Bei Darstellung von Wolkenbildungen beobachte man im Allgemeinen
-Folgendes, indem Verstöße in dieser Beziehung sehr beleidigend wirken.
-Die über dem Horizont zunächst lagernden Wolken bilden stets wagrechte
-Streifen. Erheben sie sich bis zu einem Winkel von 10°, so erscheinen
-die obern Ränder sanft geschwungen, und buchten sich solche bis zu 20
-bis 25° Höhe mehr und mehr aus, während der untere Rand noch immer mehr
-oder weniger horizontal bleibt. Dem Winkel von 45° sich nähernd wird
-die Gliederung, an welcher jetzt, wenn auch in geringerem Grade, die
-Unterseiten Theil nehmen, immer reicher und belebter.
-
-Bei noch höher stehendem Gewölk endlich gehen die gerundeten Formen
-mehr und mehr ins Eckige und Zerrissene über.
-
-
-I.
-
-+Heitere, blaue Luft ohne Gewölk.+
-
-Farbe: ~+Cobalt.+~
-
-Die Behandlung einer solchen Luft ist die leichteste. Man merke, daß
-das Blau im Zenith am stärksten ist und gegen den Horizont hin allmälig
-an Intensität abnimmt.
-
-Man bereite einen hellen Ton von ~Cobalt~ und übergehe damit, oben
-anfangend, gleichmäßig von links nach rechts in horizontalen Strichen
-das Papier. Sobald dieser Auftrag ganz trocken ist, -- ja nicht früher
--- drehe man das Brett um, beginne am Horizont mit reinem Wasser
-und setze bei jeder horizontalen Pinsellage vom blauen Tone zu, in
-welchen man, am Zenith angelangt, ganz übergegangen sein muß. Ist
-dieser zweite Auftrag trocken, so wiederhole man solchen, setze aber
-ganz wenig ~Chinese White~ zu, welches dem Ton größere Zartheit und
-Tiefe verleiht. -- Sollte der erste oder zweite Ton ungleichmäßig
-aufgetragen sein, so übergehe man das Ganze mit breitem, flachem Pinsel
-und reinem Wasser; reicht diese Procedur nicht aus, so wende man ein
-zartes, nasses Schwämmchen von links nach rechts an und sehe darauf,
-daß man keine Linien wische, sondern durch ganz sanftes Wischen einen
-gleichmäßigen Ton erhalte.
-
-
-II.
-
-+Dieselbe Luft, aber in etwas farbigerer Stimmung.+
-
-Farben: ~+Cobalt+~ -- ~+Yellow Ochre+~ -- ~+Rose Madder+~ -- ~+Light
-Red+~ und ~+Rose Madder+~.
-
-Man bereite einen hellen Ton von ~Cobalt~, beginne damit am Zenith
-anfangend und setze bei jeder Pinsellage etwas Wasser zu, so daß der
-blaue Ton am Horizont nur ganz matt erscheint. (Man kann auch die Luft
-in I. auf letztere Weise darstellen.) Sobald dieser Auftrag trocken
-ist, bereitet man einen sehr hellen, und in einem zweiten Näpfchen
-einen etwas stärkeren Ton von ~Yellow Ochre~, beginnt dann oben mit
-einer Lage reinen Wassers, setzt den hellen Ton ein und mischt mit
-jeder Pinsellage etwas vom dunkleren Ton zu bis zum Horizont. Sobald
-dieser zweite Auftrag ganz trocken ist, dreht man das Brett um und
-beginnt am Horizont mit einem hellen Ton von ~Light Red~ mit ~Rose
-Madder~, welchen man nach der Mitte der Luft zart verlaufen läßt.
-Schließlich beginnt man am Zenith mit einem ganz leichten Ton von ~Rose
-Madder~, welchen man durch beständigen Zusatz von Wasser nach unten
-ebenfalls zart verlaufen läßt. Waschungen mit Wasser vor jedem neuen
-Auftrag sind hier, wie überhaupt in sämmtlichen Beispielen über die
-Behandlung der Luft als selbstverständlich vorausgesetzt.
-
-
-III.
-
-+Heller Himmel mit etwas dunkleren, strichweise über einander
-gelagerten Wolkenschichten von gleichem Ton.+
-
-Dieser Effekt ist in vier Aufträgen einer und derselben Mischung:
-~+Cobalt+~ und ~+Rose Madder+~ zu erreichen.
-
-Man bereite einen hellen Ton von ~Cobalt~ mit ~Rose Madder~, trage
-ihn über die ganze Luft und lasse ihn nach unten zart verlaufen, so
-daß das untere Viertel der Luft kaum farbig erscheint. Sobald dieser
-Auftrag getrocknet, legt man mit demselben Ton die Wolken an, wobei
-man den Pinsel mit +wenig Farbe+ gefüllt, +von der Seite+ führt und
-sehe man darauf, daß der untere mehr oder weniger horizontale Rand
-der Wolkenlagen nicht mit Farbe überladen werde. Ist dieser Auftrag
-trocken, so verstärke man die centralen und unteren Theile dieser
-Wolken mit obigem Ton und zwar in schiefen Strichen zwischen welchen
-stets der Pinsel vom Papier wegzunehmen ist. Ist dieser Auftrag
-getrocknet, so hilft man den Wolken in den dunkelsten Stellen noch
-etwas nach. -- In den untersten Theil der Luft sind ebenfalls einige
-schwache Wölkchen mit Vortheil anzubringen.
-
-
-IV.
-
-+Gießende Regenwolke vor hellem Gewölk mit hier und da durchscheinendem
-Blau.+
-
-Wolke: ~+Indigo+~ mit ~+Blue Black+~. Himmel: ~+French Blue+~.
-
-Man befeuchte das Papier ziemlich stark, trockne aber nicht mit
-Löschpapier auf, sondern lege die Regenwolke, +ehe die Nässe ganz
-verschwunden ist+, mit obiger Mischung in nahezu vertikalen Strichen
-an, da durch den nassen Zustand des Papieres die Ränder der Wolke einen
-ungemein weichen, wässerigen Ton annehmen. Sollte sie indessen nach
-unten nicht ganz in die nöthige Form fallen, so helfe man, so lange
-das Papier noch naß ist, mit einem trockenen Pinsel nach unten nach.
-Zu gleicher Zeit setzt man in das Helle für das Blau einige kurze,
-horizontale Striche mit ~French Blue~ ein und übergeht eine der hellen
-Wolken mit ganz hellem Blau, in welches man, so lange es noch naß ist,
-einen tieferen Drucker derselben Farbe gibt, womit ebenfalls eine
-sehr wässerige Wirkung erzielt wird. Die übrigen hellen Lichter lasse
-man unberührt. Ist alles ganz trocken, so übergeht man die Regenwolke
-abermals in vertikaler Richtung mit der vorigen Mischung, aber mit mehr
-Rücksicht auf die +Form+ in Bezug auf das Strömen nach unten, wobei man
-mit einem Pinsel ohne Farbe nachhilft. Man verstärkt dann hier und da
-das Blau etwas und nachdem dieser Auftrag trocken geworden, verstärke
-man noch die dunkelsten Stellen der Wolken.
-
-
-V.
-
-+Blauer Himmel, zur Linken eine Wolke mit weißem Rand und wärmeren
-Schattentönen, nach der Mitte hin, welche mit zunehmender Tiefe kälter
-werden.+
-
-Luft: ~+Cobalt.+~ -- Wolke: ~+Cobalt+~ mit ~+Light Red+~.
-
-Nachdem das Papier selbstverständlich genäßt und hierauf mit
-Löschpapier behandelt worden ist, übergeht man das Blau mit nicht
-zu vollem Pinsel mit ~Cobalt~. Man gebe mit der +Seite+ des Pinsels
-und der +Seite der Spitze+ desselben die Grenze der Wolke +scharf+
-und +entschieden+, da die Brillianz und der Charakter des Lichts
-hiervon abhängig ist. Deßhalb halte man in solchen Fällen sich nicht
-zu ängstlich an die genaue Form der Wolke, sondern lasse dem Pinsel
-einen gewissen Grad von Freiheit, da es besser ist, eine nicht absolut
-genaue Form der Wolke zu geben, als Kraft und Schärfe zu opfern.
-Bei Darstellung von einzelnem Gewölk bei heiterer Luft beachte man
-überhaupt als allgemeine Regel niemals die Ränder der Wolken zu
-verwaschen, wenigstens nicht an den oberen Grenzen, da der zarte
-Effekt immerhin eine gewisse Entschiedenheit zeigen muß. Man hüte sich
-jedoch, nicht zu wenig Farbe im Pinsel zu führen. Das richtige Maß wird
-sich nach einigen Versuchen von selbst ergeben. -- Ist dieser Auftrag
-trocken, so übergehe man mit Wasser etc. und setze dann in der Nähe der
-oberen Ränder der Wolke, welche mehr oder weniger breit bleiben können,
-einen hellen Ton von ~Light Red~ mit etwas ~Cobalt~ ein, welchem man,
-nach den inneren Partien und den tiefsten Schatten hin, immer mehr
-~Cobalt~ zusetzt. Nach dem Trocknen verstärkt man die Schatten mit
-~Cobalt~ und ~Light Red~ und die tiefsten Stellen mit ~Cobalt~ allein.
-
-+Anmerkung.+ Bei heiterem Himmel mit vielen kleinen, weißen Wölkchen,
-was bei windigem Wetter nicht selten beobachtet wird, gebe man das
-Blau zwischen den Wölkchen mit nicht zu vollem Pinsel, mehr druckweise
-und mit Strichen von der Seite abwechselnd, was sehr natürlich wirkt.
-Bei derartigem Gewölk vermeide man ganz besonders gerundete Formen.
-Gewölk dieser Art zeigt häufig nach der Mitte hin einen kalten grauen
-Ton, welcher mit ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Yellow Ochre~ sehr
-getreu wiedergegeben wird. Die Herstellung des entsprechenden grauen
-Tones erfordert indessen einige Uebung, da er bei nicht richtigem
-Mischungsverhältniß in’s Röthliche oder Grünliche fällt. Der Anfänger
-nehme ~Cobalt~, setze ein wenig ~Rose Madder~ zu, bis der Ton in’s
-Violette neigt und mische jetzt wenig ~Yellow Ochre~ zu, wodurch ein
-feines Silbergrau entsteht. Feinheit in diesem Ton kann nur durch
-Aufmerksamkeit und ein geübtes Auge hervorgebracht werden.
-
-
-VI.
-
-+Dunkle, rasch ziehende Gewitterwolke nach unten in röthlichen Tönen
-und mit einzelnen vom Winde getriebenen, abgerissenen Fetzen auf
-hellerem Grunde+, (etwa wie unter IV.)
-
-Wolken: ~Indigo~ und ~Indian Red~. Luft: ~Cobalt~.
-
-Man befeuchte das Papier und ehe die Nässe verdampft ist, übergehe man
-dasselbe, mit Ausnahme der hellen Lichter, mit einem Ton von ~Indigo~
-und ~Indian Red~ und setze zu gleicher Zeit in die helleren Stellen
-der Luft für das durchscheinende Blau etwas ~Cobalt~ ein. Nachdem dies
-getrocknet, übergeht man die Wolke abermals mit obigem Ton, setzt aber
-nach dem unteren Rande hin mehr ~Indian Red~ zu, so daß man fast ganz
-in Letzteres übergeht. Man hüte sich indessen vor einem Uebermaß, denn
-~Indian Red~ ist eine +starke+ Farbe. Beim dritten Auftrag verstärkt
-man den Ton der Wolke nochmals und zwar mit schiefen Strichen von Unten
-links nach Oben rechts, um die Windrichtung zu erhalten. Den unteren
-Rand halte man recht zerrissen, wozu eine rasche Hand und ein nicht zu
-voller Pinsel erforderlich ist. Alle runden Formen sind zu meiden, da
-durch solche der Eindruck des Windes verloren ginge. Hierauf setzt man
-obiger Mischung etwas ~Cobalt~ zu und setzt damit einige Schatten in
-das hellere Gewölk ein. Haben sich durch Anwendung zu flüssiger Töne
-oder eines zu vollen Pinsels harte Linien gebildet, so kann man solche
-durch Waschungen mit Wasser wieder entfernen, wodurch zugleich alle
-etwaigen sonstigen Härten vermieden werden.
-
-Darstellungen dieser Art sind nicht leicht und erfordern öftere Uebung,
-um erfreuliche Wirkungen zu liefern.
-
- * * * * *
-
-Ich gehe nunmehr zu Lüften mit beträchtlicherer Farbenstimmung über.
-Die natürliche Wiedergabe solcher, besonders der Sonnenuntergänge,
-ist ziemlich schwierig und erfordert schon bedeutendes Geschick und
-Studium. Der große Reiz einer farbenreichen Luft liegt zum größten
-Theile in der Durchsichtigkeit der Töne, weßhalb zwischen den einzelnen
-Farbenlagen Waschungen mit reinem Wasser unerläßlich sind. Bei Gemälden
-dieser Art, welche größere Vollendung beanspruchen sollen, empfiehlt
-es sich weiter, kein Löschpapier in Anwendung zu bringen, sondern
-den zum weiteren Auftrag wünschenswerthen Zustand des Papieres ruhig
-abzuwarten, da die zarten Töne Gefahr laufen, durch das Löschpapier,
-zum Theil wenigstens, wieder weggenommen zu werden.
-
-
-VII.
-
-+Klare Abendluft vor Sonnenuntergang.+
-
-Farben: ~Yellow Ochre~ und ~Rose Madder~ -- ~Brown Madder~ -- ~Yellow
-Ochre~ -- ~Yellow Ochre~ und ~Light Red~ -- ~Cobalt~ -- ~Rose Madder~
--- ~Rose Madder~ und ~Chinese White~.
-
-Man übergeht das ganze Papier mit einem hellen Ton von ~Yellow Ochre~
-und ein wenig ~Rose Madder~. Dann dreht man um und beginnt am Horizont
-mit einem leichten Ton von ~Brown Madder~, treibt denselben bis zu
-einem Drittel in den Mittelgrund und läßt ihn daselbst zart verlaufen.
--- Hierauf präparirt man einen Ton von ~Yellow Ochre~ und einen von
-~Yellow Ochre~ und ~Light Red~, beginnt oben mit Wasser, setzt im
-Mittelgrund den ersteren Ton ein, mischt dann vom zweiten Tone zu und
-geht nach unten ganz in denselben über. -- Dann legt man ~Cobalt~ über
-den oberen Theil der Luft, läßt ihn nach dem Mittelgrund zart verlaufen
-und steigert ihn nach oben mit ~Rose Madder~. Dem unteren Theile gibt
-man durch eine Lage ~Rose Madder~ mit ~Chinese White~ mehr Tiefe und
-Duft. Wirken die verschiedenen Farben nicht ausreichend, so wiederhole
-man sie in helleren Mischungen. Je näher die Sonne am Sinken, desto
-intensivere Farbe muß der Horizont zeigen, während das Blau oben in
-Perlgrau übergeht. Der Mittelgrund muß dann fast aus reinem Gelb
-bestehen und bildet den glanzvollsten Theil. Einiges leichtes Gewölk
-auf demselben läßt sich nach Beendigung leicht mit ~Light Red~ und
-~Rose Madder~ oder ~Light Red~ und ~Yellow Ochre~ -- schattirt mit
-~Cobalt~ und ~Light Red~ geben.
-
-
-VIII.
-
-+Nebelige Abendluft nach Westen mit der Sonne in der Mitte.+
-
-Farben: ~Indian Yellow~ -- ~Indian Yellow~ und ~Yellow Ochre~ -- ~Red
-Lead~ und ~Rose Madder~ -- ~Brown Madder~ -- ~Cobalt~ -- ~Cobalt~,
-wenig ~Rose Madder~ und ~Chinese White~.
-
-Man beginnt oben mit einem sehr hellen Ton von ~Indian Yellow~
-und geht nach unten in einen Ton von ~Indian Yellow~ und ~Yellow
-Ochre~ über. Sodann zieht man mit Wasser einen pinseldicken Strich
-concentrisch um den Bleistiftstrich der Sonne und legt einen sehr
-hellen Ton von ~Red Lead~ und ~Rose Madder~ von oben über das Papier,
-so daß er die Sonne bis auf einen schmalen Gürtel Gelb, in welchen
-er zart verlaufen muß, rund einschließt und treibt ihn sodann über
-das ganze Papier. Sodann legt man, vom Horizont aus beginnend, einen
-Ton von ~Brown Madder~ bis in die Gegend der Sonne, wo man ihn zart
-verlaufen läßt. Hierauf tönt man beide obere Ecken mit einem sehr
-hellen Ton von ~Cobalt~ ab, nähert sich mit demselben kreisförmig
-der Sonne in verschwimmender Weise und läßt ihn links und rechts da
-verschwinden, wo der Ton von ~Brown Madder~ endet, so daß zwischen
-beiden ein schmaler Raum in mattem Gelb übrig bleibt. Um nun dem
-unteren Theil der Luft die dieser Stimmung eigene Undurchsichtigkeit
-zu geben, präparirt man ~Cobalt~ mit wenig ~Rose Madder~ und etwas
-~Chinese White~, setzt diesen Ton am Horizont ein und läßt ihn nach
-oben zu verschwinden. -- Hierauf entfernt man den Bleistiftstrich der
-Sonne mit Gummi und reibt mit Radirgummi oder mit Bimssteinpulver das
-Gelb der ersten Lage aus der Sonne selbst so hinweg, daß die Mitte
-derselben ganz weiß wird, der Lichtschimmer aber in den Nebenton
-hineinstrahlt, was mit einem scharfen, runden Radirmesser leicht zu
-bewerkstelligen ist. Leises Uebergehen der nächsten Umgebung der Sonne
-mit Bimssteinpulver steigert die Zartheit der Wirkung.
-
-
-IX.
-
-+Einfacher Abendhimmel.+
-
-Farben: ~Rose Madder~ und ~Indian Yellow~ -- ~Cobalt~ -- ~Light Red~
-und ~Yellow Ochre~.
-
-Man bereite einen Ton von ~Rose Madder~ und einen hellen Ton von
-~Indian Yellow~, beginne am Zenith mit ersterem und setze vom ersten
-Viertel von Oben an mit jeder Pinsellage von letzterem Ton zu bis zum
-Horizont, so daß ein Uebergang aus Blaßrosa in Orange erreicht wird.
-Nach dem Trocknen dreht man das Brett um und setzt an der Stelle, wo im
-ersten Auftrag ~Indian Yellow~ zugesetzt wurde, einen Ton von ~Cobalt~
-ein, welchen man nach dem Zenith zu verstärkt. Für den dritten Auftrag
-bereitet man einen hellen Ton von ~Light Red~ und einen von ~Yellow
-Ochre~, beginnt oben mit ersterem und setzt mit jeder Pinsellage bis
-zum Horizont hinab von letzterem zu.
-
-
-X.
-
-+Nebliger Morgeneffekt.+ (Sonne über dem Horizont.)
-
-Farben: ~Indian Yellow~ und ~Gamboge~ -- ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und
-wenig ~Chinese White~ -- ~Light Red~.
-
-Man bereitet einen Ton von ~Indian Yellow~ und wenig ~Gamboge~ und
-einen zweiten helleren mit weniger ~Indian Yellow~. Mit letzterem Tone
-übergeht man die ganze Luft. Nach dem Trocknen setzt man am Horizont
-abermals den hellen Ton ein, setzt aber mit jeder Pinsellage bis zum
-Zenith von dem kräftigeren Tone zu. Man bestimme nunmehr die Stelle
-der Sonne (welche der Mitte oder den Seiten nicht zu nahe gerückt
-werden darf), zieht unter dieselbe mit Wasser eine Linie und führt
-den oben angegebenen bläulichen Ton bis zum Horizont, worauf über den
-oberen Theil der Luft ein heller Ton von ~Light Red~ gelegt wird.
-Wünscht man dem oberen Theil ebenfalls einen in’s Graue fallenden Ton
-zu geben, so kann man auch den blauen Ton benutzen.
-
-Ist dieses vollendet, so nimmt man ein scharfes Radirmesser und führt
-es leicht über die, die Sonne umgebende Stelle, womit eine sehr
-natürliche Wirkung erzielt wird. Die Sonne selbst wird vollständig
-ausradirt und weiß gelassen. Mit dem Messer können auch einige auf-
-oder abwärtsgehende Strahlen gegeben werden, doch ist hierbei große
-Vorsicht und Geschicklichkeit nothwendig.
-
-
-XI.
-
-+Sonnenuntergang.+
-
-Farben: ~Yellow Ochre~ und ~Brown Madder~ -- ~Indian Yellow~ (oder
-~Cadmium~) -- ~Brown Madder~ -- ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ -- ~Yellow
-Ochre~ -- ~Yellow Ochre~ und ~Indian Red~ -- ~Rose Madder~ und
-~Cadmium~ -- ~Purple Madder~.
-
-Für Darstellung eines klaren Sonnenunterganges empfiehlt es sich,
-das Papier zuerst mit einem hellen Tone von ~Neutral Orange~ -- oder
-in Ermangelung dessen -- mit einem Ton von ~Yellow Ochre~ und ~Brown
-Madder~ zu übergehen. Nach dem Trocknen kann dieser Auftrag wiederholt
-werden, wobei man im oberen Theil der Luft ~Yellow Ochre~, vielleicht
-durch ein wenig ~Cadmium~ verstärkt, etwas vorherrschen läßt, nach
-unten aber mehr und mehr ~Brown Madder~ zusetzt. Nach dem Trocknen und
-erfolgtem Waschen mit Wasser -- das Auftrocknen mit Löschpapier nicht
-zu vergessen -- führt man einen Ton von ~Cobalt~ mit ein wenig ~Rose
-Madder~ über den oberen Theil der Luft und läßt ihn nach unten zart
-verlaufen. Sodann präparirt man einen Ton von ~Yellow Ochre~ und einen
-von ~Yellow Ochre~ mit ~Indian Red~, beginnt oben mit einer Lage reinen
-Wassers, setzt nach und nach den ersteren Ton zu und geht sodann in
-den zweiten über, welcher bis zum Horizont aufgetragen wird. Sollte
-indessen der erstere Ton nicht klar genug ausfallen, so kann etwas
-~Cadmium~ zugesetzt werden, während der geröthete Theil der Luft durch
-eine dünne Lage ~Rose Madder~ verstärkt werden kann. Auch ~Rose Madder~
-mit etwas ~Cadmium~ ist hier als sehr naturwahrer und transparenter Ton
-unbedingt zu empfehlen und dem ~Light Red~ entschieden vorzuziehen.
-Verlangt das Roth noch größere Tiefe, so ist dieselbe am besten
-mittelst ~Purple Madder~ zu erreichen. In Stimmungen dieser Art
-kommen häufig über dem Horizont lange, schmale Wolkenzüge von tiefer
-Purpurfarbe vor, welcher Effekt mit einer Mischung von ~Cobalt~ oder
-~French Blue~, mit ~Purple Madder~ oder mit etwas ~Indian Red~ in
-bewunderungswürdiger Weise wiedergegeben werden kann.
-
-
-XII.
-
-+Sonnenuntergang mit reicher Bewölkung.+
-
-Der Effekt sei etwa folgender: Das obere Drittel der Luft und ein
-kleiner Theil des zweiten Drittel blau mit vielen kleinen gelblichen
-und röthlichen Wölkchen. Der übrige Theil des zweiten Drittel gelb mit
-einigen gestreckten, in der Mitte gehäuften purpurröthlichen Wölkchen.
-Im unteren Drittel tieftönige, nach Oben in Rothgelb, nach Unten in
-Purpur übergehende Wolkenmassen.
-
-Farben: ~Cobalt~ -- ~Yellow Ochre~ und ~Rose Madder~ -- ~Yellow Ochre~
-und ~Indian Red~. -- Die dunkeln Wolken: ~Yellow Ochre~, ~Indian Red~
-und ~Cobalt~.
-
-Das Papier wird wie gewöhnlich genäßt und aufgetrocknet. Man legt dann
-~Cobalt~ über den oberen Theil der Luft, wobei die kleinen Wölkchen
-scharf ausgespart werden und endigt, wo das Gelb des Mittelgrundes
-beginnt, mit gerader Linie. Ist dieser Auftrag trocken, so beginne
-man rechts oben in der Ecke mit einem hellen Ton von ~Rose Madder~,
-welchem man mehr und mehr ~Yellow Ochre~ beimischt und Alles, auch die
-kleinen Wölkchen, mit diesen Tönen übermalt, mische aber, sobald man
-das untere Drittel erreicht, ~Indian Red~ zu. Ist dies trocken, so
-beginnt man am oberen Theil der unteren Wolkenschichten mit ~Yellow
-Ochre~, ~Indian Red~ und wenig ~Cobalt~, nimmt nach beiden Seiten hin
-mehr von beiden letzteren Farben und gegen den Horizont hin noch mehr
-~Cobalt~. Nach dem Trocknen wasche man vorsichtig ab und verstärke
-die oberen Wölkchen mit ~Rose Madder~ oder ~Yellow Ochre~, je nach
-Färbung, gehe aber nicht bis zum Rande derselben, sondern lasse
-Zwischenräume, was transparent und leuchtend wirkt. Auch die Töne
-der dunkeln Wolken am Horizont sind jetzt mit kühner, aber exacter
-Pinselführung zu verstärken, wobei nach jedem Strich der Pinsel vom
-Papier zu entfernen ist. Nach unten muß ~Cobalt~ zu-, ~Yellow Ochre~
-dagegen abnehmen und Lasuren von ~Yellow Ochre~ mit ~Indian Red~ werden
-an geeigneten Stellen anzubringen sein. Die Wölkchen im gelben Theil
-des Himmels setzt man mit ~Rose Madder~ und etwas ~Cobalt~ ein. Sollte
-der Ton von ~Cobalt~ noch etwas zu verstärken sein, so kann man dieser
-Farbe ganz wenig ~Chinese White~ zusetzen, halte aber genau die Kanten
-der Wölkchen ein. Sollte es hier und da den Tönen an Wärme fehlen,
-so läßt sich mit leichten Lasuren von ~Rose Madder~ für rosiges, von
-~Yellow Ochre~ für gelbes, und von ~Yellow Ochre~ mit ~Indian Yellow~
-für goldenes Licht nachhelfen. +Reinheit der Töne+, +Lichtglanz+ und
-zarte Stimmung sind die Schwierigkeiten, welche in solchen Lüften zu
-bewältigen sind.
-
-
-XIII.
-
-+Anderer Sonnenuntergang in sehr reicher Färbung.+
-
-Motiv: Die oberen zwei Drittel der Luft mit langgestreckten,
-horizontalen, tiefpurpurnen Wolkenzügen, Lage über Lage durchsetzt;
-zwischen den unteren glänzend gelbe Lichter. Das untere Drittel gelb in
-Orange übergehend mit wenigen Wölkchen und einigen mattblauen Streifen.
-
-Farben: ~Cobalt~ -- ~Indigo~ und ~Indian Red~ -- ~Yellow Ochre~ --
-~Yellow Ochre~ und ~Rose Madder~ -- ~Yellow Ochre~ und ~Gamboge~ --
-~Indigo~, ~Indian Red~ und ~Rose Madder~ -- ~Cobalt~ und ~Rose Madder~.
-
-Vorausgesetzt, daß das Papier den früher erwähnten ersten Ton erhalten
-hat und nunmehr zur Aufnahme weiterer Farbe bereit ist, setzt man die
-blauen Streifen im unteren Theile der Luft mit entschiedenen Umrissen
-ein. Sodann legt man die oberen Wolkenschichten mit ~Indigo~ und
-~Indian Red~ an, wobei an den oberen Rändern Blau, an den unteren
-aber Roth vorherrschen muß. Im unteren Drittel beginnt man gegen die
-Mitte hin mit Wasser und setzt dann bis zum Horizont von dem rötheren
-Ton zu. -- Ist alles trocken, so beginnt man am Zenith mit Wasser und
-setzt nach einiger Zeit einen etwas kräftigen Ton von ~Yellow Ochre~
-ein, welchen man bis zum Horizont führt und gegen diesen hin etwas
-~Rose Madder~ zusetzt. -- Hierauf werden die Farben der oberen Wolken
-mit ~Indigo~ und ~Indian Red~ verstärkt. -- Im unteren Drittel beginnt
-man dann abermals oben mit Wasser, ohne jedoch die purpurnen Wolken zu
-berühren, setzt dann ~Yellow Ochre~ ein und verstärkt ihn nach unten
-mit etwas ~Rose Madder~. -- Ist dies trocken, so wäscht man die ganze
-Oberfläche mit reinem Wasser, trocknet aber nicht ab. Ist die Nässe
-verschwunden, die Oberfläche aber noch feucht, so legt man den dunklen,
-warmen Purpurton über die oberen Wolken mit ~Indigo~, ~Indian Red~ und
-~Rose Madder~, wobei die Farbe nach unten an Tiefe zunehmen muß, aber
-nicht bis zum Rande der Wolken geführt werden darf. Diese Manipulation
-ist zwei bis dreimal zu wiederholen, jeder folgende Auftrag aber an
-Umfang zu verringern, um Abstufung der Töne zu erreichen und für die
-beiden letzten Male ist anstatt des ~Indigo Cobalt~ zu nehmen. Hierauf
-trägt man im untern Theil den warmen Ton mit ~Yellow Ochre~ und ~Rose
-Madder~ auf, welchem man, gegen den Horizont hin, etwas ~Indian Red~
-zusetzt und muß dieses ebenfalls mehrmals wiederholt werden, wobei man
-jedesmal etwas tiefer beginnt. -- Ist dieses beendet, so setzt man
-die kleinen, fliegenden Wölkchen im unteren Theil mit ~Rose Madder~
-und ~Cobalt~ ein, sowie die Schichte ~Cobalt~, welche, um unbestimmt
-und zart zu verlaufen, oben und unten einen Streifen mit wenig Wasser
-erhalten muß. In die hellen Stellen zwischen den oberen Wolken bringt
-man ~Rose Madder~ mit ~Gamboge~ und auf die hellsten Lichter ~Yellow
-Ochre~ mit ~Gamboge~. Die Ausführung muß eine leichte, transparente
-sein, weßhalb man nicht zu viel Farbe in den Pinsel nehme, die Töne
-stets sehr dünn anwende und die Tiefe des Tons durch +öftere+ Aufträge
-zu erreichen suche, wodurch alle Schwere verbannt bleibt. Mit nur
-wenigen Aufträgen ist in derartigen Stimmungen nichts zu erreichen als
-Schwere und Dunkel.
-
- * * * * *
-
-Nach Rowbotham empfiehlt sich für Darstellung eines glühenden
-Sonnenunterganges +mit+ Sonne folgende Behandlung: Die Sonne
-lege man mit recht dickem ~Chinese White~ an, welches man, wenn
-trocken, je nach der nothwendigen Farbe, entweder mit ~Cadmium~
-oder mit ~Indian Yellow~ und ~Vermilion~ lasirt, -- oder aber man
-radire die Sonnenscheibe aus, glätte das Papier gut und colorire
-dann mit vorstehenden Tönen. Am Horizont lagern häufig kalttönige
-Wolkenstreifen, welche nicht selten quer vor der Sonnenscheibe liegen
-und letztere halbiren. Sie lassen sich am besten mit ~Cobalt~,
-~Rose Madder~ und ein wenig ~Chinese White~ geben; man sei indessen
-vorsichtig, damit nicht durch Zusatz von etwas zu viel von letzterem
-diese Wolken ein kreidiges Ansehen erhalten.
-
-Die oben angeführten Beispiele sind so verschieden im Charakter, daß
-sie wenigstens zu mehr als allgemeiner oder einseitiger Kenntniß der
-Behandlung der Lüfte den Grund zu legen geeignet sind. Es sind Motive,
-welche in der Natur sowohl, wie in Gemälden, häufig wiederkehren und
-dem Lernenden den Einblick in das Entstehen der ausgeführtesten und
-vollendetsten Werke vermitteln. ~Cadmium~ ist nur in einem Falle
-angewendet worden. Wo aber ein sehr glänzender Effekt wiedergegeben
-werden soll, wird seine Anwendung stets eine erfolgreiche sein.
-
-An dieser Stelle muß noch betont werden, daß der Luftton stets über
-die ganze Ferne bis in den Mittelgrund und bei Vorhandensein von
-Wasser, Teichen, Flüssen etc. im Vordergrunde, auch über diesen zu
-legen ist. Größere helle Lichter spart man aus. Schließlich will ich
-auch bemerken, daß bei Gemälden von größeren Dimensionen, oder bei
-solchen, welche zu größerer Vollendung bestimmt sind, das auch in
-den angeführten Beispielen mehrmals eingehaltene Verfahren, wonach
-bei Anlage der ersten Töne das genäßte Papier nicht mit Löschpapier
-abgetrocknet wird, sondern die Anlage der ersten Farbentöne noch in
-ziemlich nassem Zustande erfolgt, mit Vortheil angewendet wird, da
-hierdurch ein hoher Grad von Weichheit erzielt wird und die einzelnen
-Töne sehr schön in einander laufen. Legt man eine größere Luftfläche
-in dieser Weise an, so nimmt man keine weitere Rücksicht auf die
-Formen der Farbentöne, als etwa in Bezug auf Lage und setzt alle Töne
-ohne Unterbrechung neben oder in einander. Ist die Fläche trocken,
-so zeigt die Luft eine Anzahl formlos in einander verlaufender
-Farbentöne, worauf abgewaschen, die überschüssige Nässe nunmehr aber
-aufgetrocknet wird. Der zweite Auftrag wird dann in der gewöhnlichen
-Weise behandelt und wird dabei selbstverständlich näher auf die Formen
-der Wolkenbildungen etc. eingegangen.
-
-
-~=B.=~ =Die Ferne.= -- Gebirg.
-
-
-=1. Colorit.=
-
-
-~a.~ +Töne für größte Ferne.+
-
- ~Cobalt~ allein, oder lasirt mit ~+Light Red+~ -- ~+Indian Red+~
- -- ~Burnt Sienna~ -- ~Vermilion~ -- ~+Rose Madder+~ oder ~+Brown
- Madder+~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Yellow Ochre+~ in den
- verschiedensten Nüancen (auch 1. 3. 2. -- 2. 3. 1. -- 2. 1. 3. --
- 3. 2. 1.)
-
- ~+Cobalt+~, ~+Naples Yellow+~ und ~+Rose Madder+~ wie voriger Ton,
- besonders aber 2. 3. und wenig 1. für +neblige+ Stimmungen und
- dämpfige Schwüle unersetzlich, darf aber immer erst bei Beendigung
- der Ferne aufgetragen werden, wobei man gewöhnlich oben mit Wasser
- anfängt und etwa, von der Mitte der Luft an mehr und mehr von
- diesem Ton zuzusetzen beginnt.
-
- ~Cobalt~, ~Indigo~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Cobalt~, ~Indigo~ und ~Brown Madder~.
-
- ~French Blue~ und ~Lamp Black~, milder Ton.
-
- ~French Blue~, ~Rose Madder~ mit wenig ~Yellow Ochre~.
-
- ~Indigo~ und ~Lamp Black~ in Seestücken für ferne Klippen etc.
-
- ~+Indian Red+~ und ~+Indigo+~, tiefer, dunkler Ton.
-
- ~Ultramarin Ash.~
-
- ~Payne’s Grey.~
-
-
-~b.~ Töne für Ferne bei heller Beleuchtung.
-
- ~+Light Red+~ -- ~+Rose Madder+~ -- ~+Raw Umber+~ -- ~Raw Sienna~.
-
- ~+Vermilion+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~+Neutral Orange+~ und ~+Rose Madder+~ oder ~Brown Madder~.
-
- ~Cadmium~ allein oder mit ~Yellow Ochre~.
-
- ~+Lemon Yellow+~, (+nicht+ als erster Ton oder zur Untermalung.)
-
- ~Naples Yellow~ allein oder mit ~Rose Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~ allein oder mit ~+Rose Madder+~, ~Indian Red~ oder
- ~Light Red~.
-
-Für die +Schattentöne+ empfehlen sich:
-
- ~Cobalt~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Yellow Ochre~ oder ~Raw Umber~.
-
- ~Cobalt~ und ~Indian Red~.
-
- ~Cobalt~, ~Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-
-
-~c.~ Töne für Ferne mittleren Grades
-
-(weniger weit als unter ~a.~)
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Brown Madder+~, sehr nützlicher Ton.
-
- ~Cobalt~, ~Indigo~ und ~Brown Madder~ oder ~Rose Madder~.
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Light Red+~ (auch ~French Blue~ anstatt ~Cobalt~),
- sehr schön für duftige Effekte.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Light Red+~ und ~+Rose Madder+~ liefert eine Unzahl
- brauchbarer Töne.
-
- ~Cobalt~, ~Sepia~ und ~Brown Madder~, sehr nützlich.
-
- ~Indigo~ und ~Purple Madder~, sehr zarter, schöner Purpurton.
-
- ~Cobalt~ und ~Purple Madder~, heller.
-
- ~Indigo~ mit ~Vermilion~ oder ~Rose Madder~.
-
- ~Indigo~, ~Yellow Ochre~ und ~Rose Madder~.
-
- ~French Blue~, ~Lamp Black~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Naples Yellow~ allein oder mit ~Cobalt~, dick aufgesetzt, aber mit
- +sicherer+ Hand, liefert scharfe Lichter auf fernes Gebirg.
-
- ~Cobalt~, ~Yellow Ochre~ und ~Chinese White~ eignet sich für die
- Darstellung der Verzweigungen in den Gebirgsmassen; auch ~Cobalt~
- allein, ebenfalls dick, mit wenig Wasser aufgetragen, paßt für
- manche Fälle.
-
-Zusatz von etwas ~French Blue~ gibt den Tönen größere Tiefe.
-
-
-~d.~ Töne für +fernes+ Grün.
-
- ~Roman Ochre~ und Blau, (~Cobalt~, ~French Blue~ oder ~Indigo~),
- tiefe, sanfte Töne. Zur Beurtheilung der Wirkungsweise der aus
- den verschiedenen blauen Farben resultirenden grünen Töne, habe
- man stets im Auge, daß ~+Cobalt+~ +zarte+ Töne +ohne große Tiefe+
- liefert, ~+French Blue+~ dagegen +tiefe+, +dunklere+ Töne und
- ~+Indigo+~ +sehr dunkle+, leicht zu Schwärze neigende, weßhalb
- man sich vor einem Uebermaß desselben zu hüten hat. Der Lernende
- versäume nicht, sich mit den zahlreichen Nüancen des Grün möglichst
- vertraut zu machen.
-
- ~Roman Ochre~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Roman Ochre~, ~Indigo~, ~Rose Madder~ und etwas ~Cobalt~.
-
- ~+Yellow Ochre+~ und +Blau+ (auch 2. 1.) +sehr brauchbare+ Töne
- besonders mit ~French Blue~, in +dicker+ Mischung d. h. mit wenig
- Wasser angerieben, aufzutragen.
-
- ~+Yellow Ochre+~, ~+Cobalt+~ und wenig ~+Rose Madder+~, dick.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Cobalt~ und ~Indigo~, tiefer im Ton.
-
- ~+Yellow Ochre+~, ~+Cobalt+~ mit ~+Light Red+~ -- oder ~Rose
- Madder~ -- oder ~+Brown Pink+~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Indigo~, etwas ~Cobalt~ und ~Indian Red~.
-
- ~Gamboge~, ~Yellow Ochre~ und Blau.
-
- ~+Gamboge+~, ~+Brown Madder+~, ~+Indigo+~ und ~+Cobalt+~.
-
- ~+Raw Sienna+~, +Blau+ und ~+Rose Madder+~, schöne, graugrüne
- Töne, besonders auch 2. 1. 3., mit Indigo aber weniger zu empfehlen.
-
- ~+Raw Umber+~ und +Blau+, besonders ~Cobalt~, desgleichen.
-
- ~+Raw Umber+~, ~+Indigo+~ und ~+Gamboge+~, ruhiges Grün.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Chinese White+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Brown Pink+~,
- sehr brauchbares Graugrün von duftiger, nebelhafter Wirkung.
-
- ~Naples Yellow~ und ~Cobalt~ (auch 2. 1.)
-
- ~Brown Pink~ und ~French Blue~.
-
- ~Olive Green~ mit wenig ~Indigo~.
-
- ~+Naples Yellow+~, ~+Cobalt+~ und ~+Rose Madder+~, besonders
- brauchbar für einzelne Bäume in Silhouette vor Luft oder Gebirg.
-
- ~Naples Yellow~ und ~Rose Madder~ mit wenig ~Cobalt~.
-
- ~Lemon Yellow~ und ~Cobalt~, schöner Ton für ferne Wiesen und
- Felder.
-
- ~Cobalt~, ~Gamboge~ und ~Light Red~.
-
- ~Cobalt~, ~Yellow Ochre~, ~Chrimson Lake~ und ~Gamboge~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Brown Pink+~.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~ oder ~Neutral Orange~ liefert gute
- Schattentöne.
-
- * * * * *
-
-In vielen Fällen ist es geeignet, obenverzeichneten Mischungen etwas
-~Naples Yellow~ (sofern solches nicht bereits in denselben enthalten
-ist) zuzusetzen und zwar vorzugsweise für neblige Effekte oder dicke,
-dämpfige Atmosphäre, endlich auch da, wo Anwendung einer +deckenden+
-Farbe erwünscht ist, wie auf dunkelem Hintergrund, wo es wegen
-verschiedenartigen Gründen nicht rathsam gewesen die helleren, etwas
-vorliegenden Gegenstände auszusparen.
-
-
-~e.~ +Lasurfarben+ für obige Töne.
-
- ~Brown Pink.~
-
- ~Terra Verte~, reicher, kräftiger Ton.
-
- ~Viridian.~
-
- ~Lemon Yellow.~
-
- ~Indian Yellow~, auch mit ~Brown~ oder ~Purple Madder~.
-
- ~Gamboge~, allein oder mit ~Brown~ oder ~Rose Madder~, oder mit
- ~Vandyke Brown~.
-
- ~Burnt Sienna.~
-
- ~Raw Sienna.~
-
- ~Mars Orange~, sehr durchsichtig.
-
- ~Yellow Ochre~ allein oder mit ~Light Red~ oder ~Rose Madder~.
-
-Diese Lasuren, welche für Vegetation überhaupt Anwendung finden,
-kommen für Ferne nur da in Betracht, wo ein Ton nicht ganz nach
-Wunsch ausgefallen ist und etwas verändert werden soll, sei es
-durch lebhaftere oder gedämpftere Färbung, wie auch für Lichter und
-Halblichter.
-
-
-=2. Technik.=
-
-Die Ferne (häufig auch der Mittelgrund) steht, in Hinsicht der Farbe
-wie der technischen Behandlung, der Luft sehr nahe. Beleuchtung,
-Tages- und Jahreszeit wie nicht minder Wind und Wetter üben sehr
-bedeutenden Einfluß auf ihren Charakter; doch hat die Ferne in der
-Regel einen kühlen, bläulichgrauen Luftton, auf dessen Wiedergabe man
-stets bedacht sein muß, da dieser Ton, sobald er durch unzweckmäßige
-Farbenaufträge vernichtet worden, meist nur sehr schwer wieder im
-nöthigen Duft herzustellen ist. Wo überhaupt ein Bild im Luftton nicht
-befriedigt, trägt meistens der Mangel jener in’s Blaue fallenden grauen
-Töne hauptsächlich die Schuld. In den meisten Fällen besteht die Ferne
-aus Gebirg und Wald und bildet, was Tiefe der Farbe anbelangt, einen
-bedeutenden Contrast zu dem Himmel, von welchem sie sich bei hellem
-Wetter dunkel +abhebt+, was der Anfänger stets beachte. Die Technik
-ist, wie bereits erwähnt, dieselbe wie bei der Behandlung der Luft,
-weßhalb man bei erster Anlage mit den Lufttönen in der Regel auch die
-Ferne und alle +dunkleren+ Gegenstände in Mittel- und Vordergrund
-(hellere nicht) übermalt. Hierdurch wird einerseits die spätere Arbeit
-wesentlich erleichtert, andererseits aber auch das Glänzende und Rohe
-der hellen Töne gebrochen und in das Ganze ein Luftton gebracht. Der
-nothwendigen Weichheit der Töne der Ferne wegen, müssen sich daher
-auch die Waschungen zwischen den einzelnen Aufträgen über die Ferne
-erstrecken, mit Ausnahme der Fälle, wo letztere in der Farbe grün ist,
-da grüne Töne meistens gegen Waschungen empfindlich sind und daher
-erst +nach+ gänzlicher Vollendung der Luft und des blauen Theiles der
-Ferne aufzutragen sind. Ueberhaupt gehe man stets erst nach Vollendung
-der Luft an die Verstärkung der Aufträge der Ferne. Die Schatten der
-Ferne müssen sehr luftig sein; da sie jedoch ziemlich kalt sind, so
-empfiehlt es sich, zur Erreichung dieses Zweckes den Schattentönen
-(~Cobalt~ mit ~Rose Madder~, ~Light Red~, ~Indian Red~ etc.) etwas
-~Chinese White~ zuzusetzen. Im Allgemeinen genügt ~Cobalt~ für die
-Ferne nicht, sondern muß mit ~Indigo~ oder ~French Blue~ verstärkt
-werden, wobei wieder zu erinnern ist, mit ~Indigo~, der Schwärze
-wegen, in tiefen Tönen vorsichtig umzugehen. Auch wird der Lernende
-hier nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß Transparenz, welche den
-Zauber der Ferne bedingt, nur durch öftere Aufträge dünner Farbentöne
-+sicher+ zu erreichen ist. Bei diesen wiederholten Aufträgen ist
-es, wie auch bei gewissen Theilen der Luft, unbedingt nothwendig,
-+genau+ die Silhouette des früheren Auftrages einzuhalten, sofern,
-selbstverständlich nicht zugleich eine Modellirung, z. B. eines
-näher gelegenen Gebirgsabschnittes, gegeben wird, und ist dieses
-genaue Einhalten der Grenze früherer Aufträge eine goldene Regel beim
-Aquarelliren.
-
-Die Behandlung des Mittelgrundes, in welchen die Ferne nicht selten
-allmälig übergeht, ist im Wesentlichen dieselbe, doch ist es sehr
-vortheilhaft, die Farbe hier etwas consistenter aufzutragen. Für solche
-Behandlung eignen sich jedoch nur ganz bestimmte Farben, wie ~Cobalt~,
-~Rose Madder~, ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Naples Yellow~, und
-zwar deßwegen, weil sie alle, selbst in großer Intensität, +hell+ und
-somit auch für die Ferne vorzugsweise nützlich sind. Diese Farben haben
-die weitere schätzbare Eigenschaft, daß, wenn sie zusammen in dickerer
-Mischung angewendet werden, man, während sie noch naß sind, in sie
-hinein malen kann, ohne die Töne zu stören, wodurch man befähigt ist,
-wie beim Malen in Oel, Detail und Schatten vor dem Trocknen fertig
-zu arbeiten. Auch im Mittelgrunde kann den Schatten, um solche wegen
-der Mitteltöne nicht zu schwer zu bekommen, etwas ~Chinese White~
-zugemischt werden. Schmidt hat für die Ferne ~Indian Red~ als Ersatz
-für ~Rose Madder~ empfohlen und auf mehrfache Versuche hin kann ich
-dies nur bekräftigen.
-
-Die Ferne, wie bei Behandlung der Luft angeführt, in stärkeren Tönen
-anzulegen, um solche alsdann mittelst Wasser und Schwamm wieder bis
-zum gewünschten Grade aufzuhellen, möchte ich nicht empfehlen, da
-dieses Verfahren nicht immer die für die Ferne meist nothwendige
-Durchsichtigkeit und Leichtigkeit wahrt.
-
-Kleinere Gegenstände, welche aus dem Vordergrund in die Ferne
-hineinragen, oder solche, welche der Ferne selbst angehören und sich
-besonders bemerkbar machen, beachtet man in den früheren Stadien der
-Arbeit nicht, sondern, sofern sich dieselben hell abheben, nimmt
-man sie mit Wasser und Waschleder oder einem seidenen Tuche bei
-Fertigstellung des Bildes heraus und colorirt sie dann entsprechend,
--- oder aber setzt man ~Chinese White~ ziemlich trocken und dick
-in entsprechender Form auf und colorirt nach dem Trocknen. Dunkle
-Gegenstände werden dann einfach mit entsprechenden Tönen eingesetzt.
-Sollte der Gegenstand aber der Art sein, daß er ohne besondere
-Schwierigkeit ausgespart werden könnte, was indessen meist nicht
-thunlich ist und der gleichmäßigen Anlage der Töne des Hintergrundes
-leicht Eintrag thut, so spare man aus, was noch mit am natürlichsten
-wirkt. Kleinere Lichter auf Gebirg, Felsen, Bäumen und der Vegetation
-im Allgemeinen, werden, ihrer Form entsprechend, mit spitzem Pinsel
-exact mit wenig Wasser gezeichnet und nach früher dargelegtem Verfahren
-herausgenommen. Genügt ein Versuch nicht, dann wiederholt man das
-Aufsetzen von Wasser, wendet dann Löschpapier an und reibt die Stelle
-mit Brod, welches jedoch nicht zu frisch sein darf. Letzteres Verfahren
-ist sehr sicher und nimmt die Farbe ohne Nachtheil für das Papier
-weg, welch letzteres sofort jeden beliebigen Ton annimmt. Dieses
-Herausnehmen der Lichter macht einen erstaunlich +frischen+ Effekt,
-welcher nicht leicht in anderer Weise erreicht wird, und dieser
-Fähigkeit, Farbe ganz oder theilweise entfernen zu können, verdankt
-die Aquarellmalerei manche ihrer Schönheiten und Eigenthümlichkeiten.
-Sehr +vorsichtig+ sei man aber in der Wiedergabe weißer Lichter durch
-~Chinese White~. Welche der obigen Verfahrungsweisen man anwende, hängt
-übrigens theils vom Bilde selbst, theils aber auch vom Geschmacke, wie
-von der Geschicklichkeit des Darstellenden ab.
-
-Die oben für das Colorit angegebenen Töne sind sämmtlich sehr schön und
-entsprechen allen Anforderungen, welche an den Lernenden herantreten
-können. Ich will aber noch ganz besonders darauf aufmerksam machen,
-daß jede Mischung in den Verhältnissen ihrer Bestandtheile stets
-etwas wechseln muß, damit nicht eine monotone, unangenehme Färbung
-erzielt werde, welche in der Ferne nur sehr selten, im Mittelgrunde
-aber niemals vorkommen dürfte. Bei Behandlung der Vegetation in Ferne
-und Mittelgrund arbeite man mit der Seite des Pinsels, besonders wenn
-man mit dicker Farbe operirt. Die Farbe läßt sich dann in breiten,
-flachen Tönen auftragen und bietet eine günstige Fläche für die
-weitere Vollendung. Man setzt stets zuerst den allgemeinen Ton, dann
-die Schatten ein und geht dann zu etwaigem Detail über, vermeide aber
-zu dunkle Drucker oder sonst auffallende Punkte, Striche oder Flecke,
-welche besondere Aufmerksamkeit erregen und in den Leistungen von
-Anfängern häufig angetroffen werden.
-
-Ferne und Mittelgrund der Gemälde sind so wichtig und meist so
-schön, daß dem Lernenden sorgfältige Studien nach der Natur, vom
-Einfachsten bis zum Erhabenen, nicht genug zu empfehlen sind. Die
-+richtige+ Darstellung ist häufig sehr schwierig, da die Formen in
-der Regel so unbestimmt dem Auge sich darstellen, daß man wieder
-und wieder sehen muß, um zum richtigen Verständniß zu gelangen. So
-unbestimmt aber immerhin etwas wiederzugeben sein möge, so trachte der
-Darstellende dennoch stets es so zu geben, daß der Beschauer, bei aller
-Unbestimmtheit, über die wirkliche Bedeutung des Gegenstandes nicht in
-Zweifel bleibe, was indessen bei der bloßen Skizze weniger in Betracht
-kommt.
-
-Da die Ferne häufig aus Gebirg besteht, so will ich hier noch etwas
-einschalten, was von manchem Lernenden dankend anerkannt werden dürfte.
-Alle Bergformen besitzen sowohl eine ihnen speziell eigenthümliche
-Gestalt, wie eine gewisse Großartigkeit, welche beide Momente in dem
-Abbild nicht selten beträchtlich Schaden nehmen. Es resultirt dies
-lediglich aus den in der Zeichnung in der Regel zu flüchtig und
-allgemein angedeuteten Formen, namentlich den +gerade+ fortlaufenden
-Umrißlinien, welche in der Natur nur selten vorkommen. Man meide daher
-diese gerade fortlaufenden Linien und halte solche etwas unregelmäßig,
-copire getreu die auffallenderen Unterbrechungen und Absätze, besonders
-die +Winkel+ der größeren Abweichungen, da der wahrheitsgetreue
-Eindruck lediglich durch Aufmerksamkeit auf diese Unregelmäßigkeiten im
-Detail der Umrißlinien bedingt wird.
-
-Zum Untermalen von Gebirgsketten eignet sich in vorzüglicher Weise der
-Neutralorangeton von ~Yellow Ochre~ mit ~Brown Madder~ in den Licht-,
-und ~Brown Madder~ mit ~Yellow Ochre~ in den Schatten-Partien, da
-die späteren blauen Töne auf diesem Unterton sehr gut wirken. Sehr
-naturwahr läßt sich die verschiedene Beleuchtung ferner Gebirgsketten
-wiedergeben, wenn man die verschiedenen Töne, etwa ~Cobalt~, ~Indigo~
-und ~Rose Madder~ -- dann ~Rose Madder~ und ~Cobalt~ -- dann ~Rose
-Madder~ und ~Yellow Ochre~ -- dann ~Yellow Ochre~ allein etc., naß
-in einander laufen läßt; überhaupt versäume man nicht, bewaldete
-Bergketten oder Höhenzüge bei der verschiedensten Beleuchtung, Tages-
-und Jahreszeit zu studiren, da solches von immensem Nutzen ist.
-
-=~C.~ Die Vegetation.=
-
-
-=1. Colorit.=
-
-
-~a.~ Grün für Laubwerk des Mittelgrundes.[B]
-
- ~+Brown Pink+~ und ~+Indigo+~ oder ~French Blue~.
-
- ~Indigo~ und ~Sepia~, sehr kalter, dunkler Ton.
-
- ~Neutral Orange~ und ~Cobalt~.
-
- ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Gamboge~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Naples Yellow+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Yellow
- Ochre+~, duftig.
-
- ~+Aureolin+~, ~+Sepia+~ und ~+Cobalt+~, duftig.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~, klarer, neutraler Ton.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Sepia~, ~Indigo~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Sepia~, ~Indigo~ und ~Raw Sienna~.
-
- ~Raw Umber~ und ~Indigo~.
-
- ~Olive Green~ und ~Indigo~.
-
- ~Olive Green~, ~Indigo~ und ~Sepia~ (auch mit Zusatz von ~Vandyke
- Brown~.)
-
- ~Brown Pink~, ~Indigo~ und ~Sepia~ (auch mit Zusatz von ~Vandyke
- Brown~.)
-
- ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Yellow Ochre~. }
- ~Brown Pink~, ~Cobalt~ und ~Chrimson Lake~ als }
- Schattenton. }
-
- ~+Cobalt+~, ~+Brown Pink+~ und ~+Rose Madder+~. }
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und wenig~ +Brown }
- Pink+~, als Schattenton. }
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Cobalt~. }
- ~Yellow Ochre~, ~Brown Pink~, ~Cobalt~ und etwas ~Rose }
- Madder~ als Schattenton. }
- ~Rose Madder~ und ~French Blue~, für tiefste Schatten. }
-
- ~Sepia~ und ~Cobalt~, Rasenflächen.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~, Rasenflächen.
-
-Für Bäume des Mittelgrundes in voller Beleuchtung eignen sich:
-
- ~+Gamboge+~ und ~+Neutral Tint+~.
-
- ~Gamboge~, ~French Blue~ und ~Raw Umber~ oder ~Burnt Umber~.
-
- ~Gamboge~, ~Cobalt~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Gamboge~, ~French Blue~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Oxyde of Chromium~, ~Brown Pink~ und ~Gamboge~.
-
- ~+Aureolin+~, ~+Sepia+~ und ~+Cobalt+~.
-
- ~Aureolin~ und ~Indigo~.
-
- ~+Indian Yellow+~, ~+Vandyke Brown+~ und ~+French Blue+~.
-
- ~+Indian Yellow+~, ~+Sepia+~, ~+Cobalt+~ und ~+Indigo+~.
-
-
-~b.~ Grün für Laubwerk des Vordergrundes.
-
-~NB.~ +Für Bäume des Vordergrundes ist ~Cobalt~ weniger geeignet als
-~French Blue~ oder ~Indigo~.+
-
- ~+Gamboge+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~+Gamboge+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+French Blue+~, klarer im Ton.
-
- ~+Indian Yellow+~, ~+Burnt Sienna+~ und +Blau+, für Laub im
- Allgemeinen zu empfehlen.
-
- ~+Indian Yellow+~, ~+Vandyke Brown+~ und +Blau+.
-
- +Die vorstehend namhaft gemachten Combinationen liefern fast jede
- erdenkliche Nüance von Grün für vorliegenden Zweck.+
-
- ~+Gamboge+~, ~+French Blue+~ und ~+Burnt }
- Umber+~, }
- ~Brown Pink~, ~French Blue~ und ~Burnt } düstere Töne.
- Sienna~, }
- ~+Brown Pink+~, ~+Vandyke Brown+~ und }
- +Blau+. }
-
- ~Burnt Sienna~, ~Indigo~ und ~Yellow Ochre~ oder ~Raw Sienna~.
-
- ~French Blue~, ~Burnt Umber~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Indigo~, ~Light Red~ und ~Yellow Ochre~ (auch 1. 3. 2.) für
- Nadelholz, Kiefern etc.
-
- ~Brown Pink~, ~French Blue~ und ~Blue Black~, dick, für Nadelholz.
-
- ~Oxyde of Chromium~, ~Indigo~ und wenig }
- ~Gamboge~. }
- ~Gamboge~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~ } für Nadelholz.
- als Schattenton. }
- ~Brown Pink~, ~Oxyde of Chromium~ und }
- ~Blue Black~, tiefste Schatten. }
-
- ~Yellow Ochre~ und ~French Blue~.
-
- ~+Yellow Ochre+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~French Blue~ und ~Indigo~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Neutral Tint~ oder ~Payne’s Grey~.
-
- ~Gamboge~ und ~Neutral Tint~ oder ~Payne’s Grey~.
-
- ~+Gamboge+~, ~+Yellow Ochre+~ und ~+Indigo+~, warmer Ton.
-
- ~+Gamboge+~ und ~+Sepia+~, warmer Ton.
-
- ~+Gamboge+~ und ~+French Blue+~.
-
- ~Gamboge~, ~Brown Madder~ und ~Indigo~ oder ~Cobalt~.
-
- ~Gamboge~, ~Burnt Sienna~, ~Brown Pink~ und ~French Blue~.
-
- ~Gamboge~, ~Burnt Umber~, ~Brown Pink~ und ~French Blue~.
-
- ~Gamboge~, ~Brown Pink~ und ~Vandyke Brown~ oder ~Burnt Sienna~.
-
- ~Gamboge~, ~Brown Pink~ und ~French Blue~.
-
- ~+Lamp Black+~ und ~+Indian Yellow+~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~French Blue~.
-
- ~Indian Yellow~, ~Sepia~, ~Cobalt~ und ~Indigo~.
-
- ~+Indigo+~ und ~+Burnt Sienna+~.
-
- ~Cadmium~ und ~French Blue~.
-
- ~Olive Green~ und ~Indigo~.
-
- ~Olive Green~ und ~Burnt Sienna~ oder ~Indian Yellow~.
-
- ~+Brown Pink+~, ~+Indigo+~ und ~+Burnt Sienna+~.
-
- ~+French Blue+~, wenig ~+Oxyde of Chromium+~ und ~+Brown Pink+~.
-
- ~Prussian Blue~ und ~Bistre~.
-
- ~Prussian Blue~, ~Bistre~ und ~Ind. Yellow~ oder ~Gamboge~.
-
- ~Emerald Green~ und ~French Blue~ (auch 2. 1.)
-
- ~Oxyde of Chromium~ und ~French Blue~ (auch 2. 1.)
-
- ~+Oxyde of Chromium+~ und ~Indian Yellow~ oder ~+Brown Pink+~
- liefern glanzvolle Töne für breite massige Laubpartien von etwas
- kaltem Grün.
-
- ~+Aureolin+~, ~+Vandyke Brown+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~Aureolin~ und ~Oxyde of Chromium~.
-
- ~Aureolin~ und ~Emerald Green~.
-
- ~Aureolin~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
-Allen unter ~a~, ~b~ und ~c~ ausgeführten Tönen kann man für neblige
-Stimmung etwas ~Naples Yellow~ zusetzen; auch wo deckende Farbe
-erwünscht ist.
-
-
-~c.~ Töne für Gras, Rasen etc. etc.
-
-~Yellow Ochre~ und ~Gamboge~ eignet sich sehr zur Untermalung größerer
-Rasen- und Wiesenpartien.
-
- ~+Yellow Ochre+~, ~+Gamboge+~ und wenig ~+French Blue+~, ~+Indigo+~
- oder ~+Cobalt+~, sonniger Ton.
-
- ~+Brown Pink+~ und ~+Gamboge+~, auch mit ~French Blue~.
-
- ~+Brown Pink+~, ~+Indigo+~ und ~+Vandyke Brown+~, kalter Ton.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Indigo~.
-
- ~+Indian Yellow+~ } und ~+Oxyde of Chromium+~, frisches
- ~+Aureolin+~ } sonniges Grün für Wiesen etc. etc. auch
- ~+Gamboge+~ } für Moose.
-
- ~Gamboge~ und ~Emerald Green~ (auch 2. 1.) für Moos.
-
- ~+Gamboge+~ und ~+Indigo+~ oder ~+Cobalt+~.
-
- ~+Gamboge+~ und ~+Burnt Sienna+~.
-
- ~Gamboge~, ~Indigo~ und ~Vandyke Brown~, kaltes Grün.
-
- ~Gamboge~, ~Brown Pink~, ~French Blue~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Gamboge~, ~Cobalt~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Gamboge~, ~Burnt Sienna~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Raw Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~+Raw Sienna+~ und Blau.
-
- ~+Oxyde of Chromium+~ und ~+French Blue+~, kalter Ton, auch für
- Laubwerk.
-
- ~Oxyde of Chromium~, ~French Blue~, und wenig ~Brown Pink~, tiefer.
-
- ~Oxyde of Chromium~ und ~Emerald Green~, frisches, sonniges Grün.
-
- ~+Lemon Yellow+~ und ~+Emerald Green+~ zum Coloriren einzelner
- heller Grashalme.
-
- ~Lemon Yellow~ und ~Viridian~. Reiches helles Grün.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Brown Pink~. }
- ~Yellow Ochre~, ~Brown Pink~ und ~Indigo~, als zweiter Ton. }
- ~Yellow Ochre~, ~Brown Pink~, ~Indigo~ und ~Burnt Sienna~ }
- als dritter Ton. }
-
- ~Naples Yellow~ für scharfe Markirung, Halme etc. etc.
-
- ~Brown Pink~, +dick+, für Zeichnung, Detail.
-
-
-~d.~ Töne für +Herbstlaub+, dürre Blätter etc. etc.
-
- ~Brown Pink~.
-
- ~+Brown Pink+~ mit ~+Burnt Sienna+~, viele Abstufungen -- oder mit
- ~Vandyke Brown~ -- oder mit ~+Gamboge+~.
-
- ~Aureolin~ mit ~Burnt Sienna~ -- oder mit ~Burnt Umber~ -- oder mit
- ~Sepia~.
-
- ~Aureolin~ und ~Rose~ oder ~Brown Madder~, oder ~Vandyke Brown~.
-
- ~Aureolin~, ~Light Red~ und ~Cobalt~ oder ~French Blue~.
-
- ~Indian Yellow~.
-
- ~Indian Yellow~ mit ~Rose~, ~Brown~ oder ~Purple Madder~.
-
- ~+Indian Yellow+~ mit ~+Burnt Umber+~ (auch 2. 1.), reicher Ton.
-
- ~Mars Orange~.
-
- ~Brown Ochre~.
-
- ~Brown Ochre~ mit ~Brown Madder~.
-
- ~+Brown Ochre+~ mit ~+Indian Yellow+~, reicher Ton.
-
- ~+Raw Sienna+~.
-
- ~+Raw Sienna+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~Gamboge~.
-
- ~Gamboge~ mit ~Brown~ oder mit ~Rose Madder~.
-
- ~Gamboge~ mit ~Vandyke Brown~ -- mit ~Brown Pink~ -- oder ~Burnt
- Sienna~.
-
- ~Roman Ochre~ allein oder mit ~Brown Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~ allein und mit ~Gamboge~.
-
- ~Burnt Sienna~ allein und mit ~Rose Madder~.
-
- ~Brown Pink~, dick, für tiefe Drucker.
-
- ~Brown Pink~ und ~Chrimson Lake~ oder ~Burnt Carmine~, tiefe,
- feurige Farbe für dunkle Drucker.
-
- * * * * *
-
- Jedes Grün wird wesentlich im Ton verfeinert durch eine Lasur mit
- ~Brown Madder~; etwas herabgestimmt durch eine solche mit ~Sepia~
- und in wirksamerer Weise durch eine Lasur von ~Lamp Black~.
-
- Auch das Anbringen von ~Emerald Green~ im Bilde stimmt alles übrige
- Grün energisch herab.
-
-
-~e.~ Töne für Stämme und Aeste.
-
- ~Indian Yellow~, ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~.
-
- ~+Indian Yellow+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+Indigo+~, für von
- Laubmassen beschattete Aeste zu empfehlen.
-
- ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Neutral Tint~ oder ~Payne’s Grey~, auch mit Zusatz von ~Light Red~.
-
- ~Vandyke Brown.~
-
- ~Brown Madder~ allein oder mit ~Indigo~ -- ~French Blue~ oder
- ~Sepia~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~.
-
- ~Lamp Black~ und ~Rose Madder~.
-
- ~French Blue~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Indigo~, ~Lake~ und wenig ~Yellow Ochre~.
-
- ~Sepia~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Sepia~ und ~Cobalt~.
-
- ~Neutral Orange~, auch mit ~Yellow Ochre~.
-
- ~Olive Green~, ~Indigo~, und ~Sepia~ oder ~Vandyke Brown~.
-
- ~Brown Pink~, ~Indigo~, und ~Vandyke Brown~ oder ~Sepia~.
-
- ~Light Red.~ }
- ~Light Red~ u. ~Rose Madder~. }
- ~Light Red~, ~Chrimson Lake~ } }
- und ~Indigo~. } }
- ~Brown Pink~, ~French Blue~ } } für Kiefern.
- und ~Chrimson Lake~. } Schattentöne }
- ~Brown Pink~, ~French Blue~ } }
- und ~Blue Black~. } }
- ~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~, ~Lake~ und }
- ~French Blue~ für tiefste Töne. }
-
- ~Cobalt~ u. ~Vandyke Brown~ für blattloses Astwerk (im Winter).
-
- ~Cobalt~ und ~Oxyde of Chromium~. }
- ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~. } grünliche Töne.
- ~Oxyde of Chromium~, ~Brown Pink~ }
- und ~Blue Black~. }
-
- ~Vermilion~, ~Yellow Ochre~ und wenig }
- ~Chinese White~. } Orange Töne.
- ~Burnt Sienna~ und wenig ~Chinese White~. }
-
- ~Rose Madder~ und ~Vermilion~.
-
- ~Cobalt~, ~Lake~ und ~Burnt Sienna~. } Abtheilung der Rinde.
- ~Brown Pink~, ~Rose Madder~ u. ~Cobalt~. }
-
-
-2. Technik.
-
-Die Behandlung der Vegetation, besonders der Bäume bildet den
-schwierigsten Theil der Aquarellmalerei. Achtsamkeit auf nachstehende
-Ausführungen wird indessen einen großen Theil dieser Schwierigkeit
-verhältnißmäßig leicht überwinden helfen.
-
-Bei Darstellung von Bäumen handelt es sich in erster Linie um den
-Totaleindruck; d. h. die Natur des Baumes muß sofort zu erkennen sein.
-Um jeden Baum treffend zu charakterisiren, beobachte man sehr genau
-folgende Punkte:
-
- 1. Die +äußere+ Form.
-
- 2. +Formen+ und Stellung der +Aeste+ und +Zweige+ und die +Winkel+
- der Abzweigung.
-
- 3. Den Charakter des Stammes und die +Stelle der Verzweigung+ (ob
- hoch oder nieder).
-
- 4. +Charakter+ und +Farbe+ der Rinde, ob zart oder rauh, in
- horizontaler oder verticaler Lage abschälend, ob grau, braun,
- röthlich etc. etc.
-
-Das Skizziren eines Baumes besteht nun weder in ängstlicher Wiedergabe
-der Blätter, noch des sonstigen Details, und würde ein derartiger
-Versuch sich überhaupt als unausführbar erweisen. Es kommt vielmehr
-lediglich auf Wiedergabe des +Totaleindrucks+ an. Eine große
-Schwierigkeit liegt nun in der Darstellung der Idee des +Vielen+,
-während wir nur die Masse geben. Feste, sichere Pinselführung, scharfe
-Umrisse und was besonders betont werden muß -- +Wahrheit+ in +Licht+
-und +Schatten+ gehören zu den unabweisbaren Erfordernissen. Kraft der
-Farbe und der Contraste ist ebenfalls unerläßlich und hüte man sich,
-namentlich bei größeren Laubmassen, in zu gleichmäßige und dann nicht
-selten unerfreulich wirkende Färbung zu verfallen. Von Darstellung
-der Blattformen ist selbst bei Bäumen des nächsten Vordergrundes
-entschieden abzurathen und empfehle ich auch hier die breitere
-Behandlung.
-
-Das technische Verfahren ist ein sehr verschiedenes und es dürfte
-kaum übertrieben sein, wenn ich sage, daß fast jeder Maler die Bäume
-in anderer Weise behandelt. Während manche naß in naß arbeiten, malen
-andere mit fast trockner Farbe und fächerartig auseinander gespreiztem
-Pinsel.
-
-Ich werde nunmehr die verschiedenen Darstellungsweisen näher erörtern.
-Alle haben ihre Berechtigung und Manchem wird diese, Manchem jene
-besser zusagen, wie nicht minder, je nach Art und Stimmung des Bildes,
-häufig eine oder die andere Weise vorzugsweise angezeigt ist. Eine für
-alle Fälle geltende Regel für die Darstellung so sehr im Charakter
-verschiedener Gegenstände, wie Bäume, aufzustellen, würde nicht wohl
-möglich sein.
-
-Was die oben aufgeführten Farbentöne betrifft, unter welchen kein
-in der Natur vorkommendes Colorit fehlen dürfte, so sind +alle+ vom
-Lernenden zu prüfen (natürlich nur nach und nach), damit er die Farbe
-beherrsche und im gegebenen Falle nicht ganz unpassend wähle. +Vorerst+
-halte man sich an die gesperrt gedruckten Töne. Vieles Arbeiten nach
-der Natur ist hier dringend geboten, um +Feinheit in der Farbe+ zu
-erringen und ein guter Colorist zu werden. Auch im Winter kann der
-Lernende, welcher die Anfangsgründe überwunden hat, sich durch Copiren
-guter Oelstudien, in Technik sowohl wie in Farbe, sehr vervollkommnen.
-Von den Mißerfolgen der ersten Versuche lasse sich Niemand abschrecken;
-denn einigermaßen +befriedigende+ Leistungen erfordern schon längere
-Uebung und Gewandtheit. Vor Allem hüte man sich zu +grün+ zu malen,
-in welchen Fehler Anfänger zu verfallen sehr geneigt sind, sondern
-beachte, daß unter gewöhnlichen Verhältnissen, und von Nadelholz
-abgesehen, im Grün das +Gelb+ in der Regel vorherrscht und daß
-andererseits fast alles Grün in der Farbe +gebrochen+ ist, also Zusatz
-von Braun oder Roth bedarf. Die Bleistiftzeichnung skizzire +leicht+
-die äußere Form, die Hauptabtheilungen des Laubwerkes, sowie Stämme und
-Aeste. Vor Anlage der ersten Töne wasche man, wie früher bei Anlage der
-Luft, ab, beginne aber nie mit der Anlage grüner Töne, bevor nicht die
-Luft in allen Theilen vollendet ist.
-
-
-I.
-
-Bäume in breiter Behandlung male man wie folgt:
-
-Man lege die Localfarbe an und zwar ziemlich flüssig, übergehe damit
-den ganzen Baum, sehe aber darauf, daß die zahlreichen Lichter zwischen
-dem Laub, besonders in den äußeren Partien, möglichst ausgespart
-bleiben. Man halte solche etwas größer, da sie sich später sehr leicht
-verkleinern lassen, was mit hellen Tönen bewirkt sehr natürlich wirkt.
-Ist dieser Auftrag trocken, so gibt man die Schatten mit einem weniger
-flüssigen, entsprechenden Ton derselben Farben, welcher ebenfalls über
-alle dunkleren Stellen gleichmäßig weggeführt wird und setzt dann mit
-einem tieferen Ton und dickerer Farbe die dunkelsten Stellen ein. Ist
-dies geschehen, so verbessert man, wo es nöthig erscheint, die äußere
-Form durch etwas mehr Ausladung, hebt Lichter heraus, wo solche fehlen
-oder verkleinert die zu groß gerathenen, worauf man das Astwerk etc. in
-Behandlung nimmt. Kleine Aeste, welche sich +hell+ abheben, übergeht
-man bei Anlage des Laubes und hebt sie später heraus.
-
-Der Pinsel sei ein +flacher+, immer wohl gefüllt, ohne mit Farbe
-überladen zu sein. Die äußere Form gibt man am besten scharf und
-entschieden mit der Seite der Spitze desselben, besonders bei dünnem
-Laub und ungewissen oder bewegten Formen, vermeide aber Farbenflecke.
-Vor Anlage der Schatten kann man abwaschen, was jedoch in vielen Fällen
-nicht nothwendig ist. Bei flüssiger Farbe hat man den Vortheil, daß die
-Farbe nicht zu schnell trocknet und man sich an einer vielleicht etwas
-schwierigeren Stelle nicht zu übereilen braucht, aus Furcht, daß die
-Farbe an der Stelle wo man weiter zu malen hat, unterdessen auftrockne.
-
-
-II.
-
-Eine ähnliche aber weniger breite Behandlung ist folgende:
-
-Man führt den Localton wie im vorigen Beispiel durch und gibt dann
-Stämmen und Astwerk etwa einen graubraunen Ton. Hierauf setzt man die
-in der Regel wärmeren, transparenten Mitteltöne ein, mit welchen man
-alle Schatten bedeckt und verstärkt Stämme und Aeste mit tieferen
-Tönen, worauf man mit einem neutralen Ton (~Indigo~ und ~Indian Red~,
-~Cobalt~ und ~Light Red~, ~French Blue~ und ~Brown Madder~) die
-Schatten einsetzt. Die kälteren Reflexlichter auf der Schattenseite
-werden sodann herausgenommen und mit einem feinen bläulich-grauen
-Ton übergangen und schließlich durch Herausnahme oder Verkleinern
-von Lichtern, Zusatz oder Wegnahme von Ausladungen die verfeinernde
-Hand angelegt. Wo Lichter herausgenommen werden, müssen solche dann
-selbstverständlich mit dem Luftton übergangen werden.
-
-
-III.
-
-Für entschieden dunkle Bäume und Sträucher des Vordergrundes empfiehlt
-Professor M. Schmidt folgende Behandlung, welche sich für möglichst
-rasche Wiedergabe des Charakters und Ausdrucks eignet. Man zeichnet die
-Umrisse ziemlich bestimmt, setzt +zuerst+ mit einem neutralen Ton die
-tiefsten +Schatten+ ein, übergeht dann das Ganze mit dem Localton und
-setzt dann die Mitteltöne ein, worauf die Verfeinerung in obiger Weise
-stattfindet.
-
-
-IV.
-
-Eine vierte Art, welche hauptsächlich für Mittelgrund und Ferne
-passende Verwendung findet, ist folgende:
-
-Man hält außer der Localfarbe einen Schattenton (~Cobalt~ und ~Light
-Red~, etc.) bereit, beginnt oben mit dem Lichtton und setzt an den
-entsprechenden Stellen mit einem zweiten Pinsel gleich den Schattenton,
-mit der Lichtfarbe weich verlaufend, ein und so fort bis der ganze
-Baum bedeckt ist. Durch das weiche Zusammenlaufen der Töne bilden
-sich oft zufällige Effecte, welche bei geschickter, beziehungsweise
-geschmackvoller Benutzung dem Bilde sehr zu Statten kommen. Hierauf
-werden Stämme und Astwerk in Behandlung genommen, wobei der Anfänger
-noch darauf aufmerksam zu machen ist, daß man letzteres in der Regel
-nur in den +Schattenstellen+ bemerkt. Ist der Auftrag trocken, so
-mischt man die beiden Töne Grün und Grau zusammen und setzt damit die
-tiefen Schatten zwischen den Laubmassen ein, worauf man zur Beendigung
-das Grün hier und da verstärkt oder auch nach Umständen dämpft.
-
-
-V.
-
-Schließlich will ich eine besonders in England sehr gebräuchliche
-Malweise mittheilen, welche ich selbst häufig anwende und sehr
-empfehlen kann. Sie besteht in der Anwendung +dicker+ und ziemlich
-trockener Farbe, welche mit flachem Pinsel aufgetragen wird. Ich
-kann diese Art der Behandlung um so mehr empfehlen, als sie mit
-verhältnißmäßiger Schnelligkeit eine große +Kraft+ der Töne vereinigt
-und dabei gestattet, jeden einzelnen Theil +vor dem Trocknen+ bis
-ins Detail zu beenden. Auf diese Art behandelte Bäume, besonders
-baumreiche Landschaften sehen Oelgemälden sehr ähnlich. Lichter können
-schließlich, wenn nöthig, noch herausgenommen und einzelne Partien
-durch Lasuren im Tone erhöht, oder gedämpft werden. Mit einigen
-Druckern in den tiefsten Stellen und hier und da einer Verbesserung,
-auch in der äußeren Form, ist ein so behandelter Baum fertig. Auch
-+Nadelholz+ läßt sich mit dieser Behandlung, welche hier besonders der
-Silhouette sehr zu Statten kommt, +äußerst+ naturwahr darstellen.
-
-Der Lernende übe sämmtliche Darstellungsweisen und wähle dann, was
-ihm am besten zusagt oder für den beabsichtigten Zweck am passendsten
-erscheint. Ich selbst male meine Bäume, von dem Zeitpunkt erlangter
-besserer Technik an, fast nur nach V., je nach dem Vorwurf indessen
-auch nach I. und II., allein dem Anfänger ist erstere Methode nicht zu
-empfehlen.
-
-Wiederholt will ich indessen hier darauf aufmerksam machen, daß
-~Indigo~, den Tönen in zu großer Menge zugesetzt, Schwärze erzeugt und
-daß man sich in den dunkeln Partien des Laubes vor Schwärze und +Kälte+
-sehr zu hüten hat. Sind aber dennoch solche Stellen zu dunkel oder
-gar schwärzlich geworden, so läßt sich das Uebel durch vorsichtiges
-Uebergehen der betreffenden Stellen mit einem +kräftigen+ Ton von
-~Indian Yellow~ oder von ~Indian Yellow~ mit ~Oxyde of Chromium~
-schnell heben. Nach dem Trocknen kann dann der erhaltene Ton durch
-passende Lasuren in gewünschter Weise verändert werden.
-
-Was +Stämme+ und +Aeste+ betrifft, so ist auf deren naturgemäße
-Zeichnung die größte Aufmerksamkeit zu verwenden, da sonst nicht
-allein diese selbst Noth leiden, sondern die ganze Arbeit verunstaltet
-wird. Besonders vermeide man die unnatürlichen, absolut geraden
-Linien und sehe da, wo Stämme oder Aeste nach längerem Verschwinden
-sich wieder zeigen, auf entsprechende Verjüngung. Sie müssen stets so
-gezeichnet sein, daß sie geeignet sind, eine genaue Vorstellung der
-Verästelung vom Fuße bis in die Spitze zu geben. Die Schatten sind
-erst breit anzulegen und ist dann später das Detail zu geben. Dabei
-vergegenwärtige sich der Lernende stets, daß je weiter ein Gegenstand
-zurücktritt, desto mehr das Detail verschwindet und die Localfarbe
-neutralere Töne annimmt. Helle Stämme im Mittelgrund spart man, sobald
-dies der Arbeit Eintrag thun würde, nicht aus, sondern nimmt sie
-später heraus; ebenso wenn Stämme im Vordergrunde eine hinter ihnen
-liegende größere Wasserfläche durchschneiden, da ein Aussparen die
-einheitliche Behandlung der letzteren in hohem Grade beeinträchtigen
-würde. Dunkele Stämme kleiner Dimension und von zweifelhaftem Charakter
-im Mittelgrunde lassen sich gewöhnlich mit den dunkelsten Tönen der
-Laubpartien in consistenterer Mischung geben. Stämme des Vordergrundes
-dagegen verlangen Individualisirung, weßwegen fleißiges Studium der
-Stämme der Waldbäume und sonst häufiger vorkommender Bäume, wie Weiden,
-Pappeln etc. etc. nach der Natur dringend anzurathen ist und zwar aus
-nächster Nähe, wie auf weitere Distanz. Die Birkenstämme betreffend
-bemerke ich noch, daß man solche am zweckmäßigsten mit dickem ~Chinese
-White~ anlegt und das tiefgefärbte Detail mit ~French Blue~, ~Chrimson
-Lake~ und ~Burnt Sienna~ einsetzt.
-
-Da in den meisten Fällen Grün im +Vordergrund+ eine mehr oder weniger
-große Rolle spielt, wenigstens in landschaftlichen Darstellungen, so
-ergreife ich hier die Gelegenheit, auf den Vordergrund etwas näher
-einzugehen. Alles überhaupt Darstellbare kann mit wenigen Ausnahmen
-Gegenstand des Vordergrundes sein, weßhalb sorgfältige Studien auch in
-dieser Beziehung nothwendig sind. Dabei ist jedoch eine allzugenaue
-und peinliche Nachahmung des Darzustellenden zu vermeiden, da hierdurch
-die Breite starke Einbuße erleiden würde und man sich auch andererseits
-sehr leicht an eine „+kleinliche+“ Manier zu gewöhnen Gefahr läuft,
-weshalb man am besten auf breite Charakterisirung ausgeht. Der große
-Reiz eines Vordergrundes liegt in feiner glanzvoller Farbe ohne
-rohe Effekte, in Kraft ohne heftige Contraste, in einer schönen
-Linienführung und in vollkommenem Anschluß an die anderen Theile des
-Bildes.
-
-Wiesen und Grasflächen in Mittel- und Vordergrund dürfen nicht mit
-dicker Farbe behandelt, sondern müssen naß angelegt werden, zu welcher
-Untermalung sich in vielen Fällen ~Gamboge~ mit ~Yellow Ochre~
-eignet. Durch spätere Lasuren gibt man dann die geeigneten Töne in
-kühnen Strichen und Lagen und mit nicht zu nasser Farbe. Indessen
-empfiehlt es sich auch, die verschiedenen Farbentöne gleich Anfangs
-naß ineinander zu malen. Zunächst betrachte man die Erhöhungen und
-Senkungen des Terrains durch Eintragen der betreffenden Schatten, wobei
-große Genauigkeit empfohlen werden muß. Sodann gibt man einzelnen
-Stellen etwas mehr Detail, doch immer möglichst breit und lose, bis
-in die nächste Nähe zum Erkennen der einzelnen Halme etc., deren
-Darstellung ganz im Vordergrund oder an sonst passenden Stellen von
-großer Wirksamkeit sein kann, wie z. B. am Ufer, vor Wasser etc.
-etc. Größere Pflanzen lassen sich hier ebenfalls häufig mit Erfolg
-verwenden. Auch durch Herausnehmen und entsprechende Lasuren lassen
-sich einzelne Gräser etc. sehr getreu und präcise wiedergeben. Man
-arbeite im Vordergrunde öfter mit der Seite des Pinsels, oder auch
-mit flachem, etwas gespaltenem Pinsel und ziemlich trockener Farbe, so
-daß mehrere Striche auf einmal gemacht werden können. Zufälligkeiten
-in Form und Farbe lassen sich auch hier mit Geschick und Geschmack
-verwerthen. Ueberhaupt ist der Vordergrund der Theil des Bildes, wo
-man sich, nach Bewältigung der Technik, nicht selten dem Gefühl und
-der Phantasie in Betreff der Gestaltung charakteristischer Formen
-mit Erfolg hingeben kann. Hierbei ist jedoch darauf zu sehen, daß
-man den Gegenständen die richtige perspektivische Größe gibt, da
-Zuwiderhandlungen sehr schlimm wirken. Figuren und Staffage aller Art
-kann man noch in letzter Stunde anbringen, wenn es wünschenswerth ist,
-was in Stimmungsbildern indessen gewöhnlich +nicht+ der Fall ist.
-Man zeichnet alsdann die Umrisse des betreffenden Gegenstandes mit
-dickem ~Chinese White~, füllt sie aus und colorirt nach dem Trocknen
-vorsichtig. Vieh etc. von kleineren Dimensionen -- größeres spart man
-besser aus -- läßt sich auf diese Weise erfolgreich wiedergeben. Sehr
-tiefe und dunkle Stellen des Vordergrundes erscheinen häufig nach
-dem Trocknen der Farbe, besonders wenn man die Tiefe anstatt durch
-viele und schwächere Aufträge, nur durch wenige mit concentrirterer
-Farbe hergestellt hat, in sehr stumpfem Ton, oder aber zeigen solche
-Stellen, wo sie Farbenunterschiede zeigen sollten, statt deren
-ebenfalls stumpfes einfarbiges Colorit. Um die Farbe in solchen Fällen
-zu erhöhen oder heraustreten zu lassen, hat man vorsichtiges Lasiren
-solcher Stellen mit einer Lösung von arabischem Gummi empfohlen,
-welchem Mittel ich jedoch nicht das Wort reden kann. Es bringt zwar
-Glanz hervor und der beabsichtigte Zweck wird ebenfalls erreicht, aber
-die Gummi-Lasur bildet zugleich einen glänzenden Fleck, welcher der
-harmonischen Wirkung des Bildes erheblichen Eintrag thut. Professor
-Schmidt empfiehlt für solche Fälle, den Finger mit sehr wenig Leinöl zu
-befeuchten und solches sanft über die tiefste Stelle und deren nächste
-Umgebung zu reiben, was mir geeigneter scheinen will. Ich habe noch
-keine Gelegenheit gefunden, das Mittel anzuwenden, da ich vorziehe,
-tiefe Stellen durch häufiges, mehr lasurartiges Uebergehen zu vertiefen
-zu suchen, bei welcher Prozedur das beregte stumpfe Auftrocknen
-nicht so leicht vorkommt. Im Allgemeinen zwar bietet der Vordergrund
-Gelegenheit, die stärksten Drucker anzubringen, allein ich muß den
-Lernenden doch darauf aufmerksam machen, daß im Ganzen genommen, die
-Töne des +Mittelgrundes+ die größte Tiefe zeigen. Tiefe dunkle Stellen
-halte man stets +warm+ im Ton, mische also nicht zu viel Blau hinein,
-indem kalte dunkle Stellen höchst unerfreulich wirken und ein sonst
-vielleicht gutes Bild schwer schädigen. Für Weiteres über Vordergrund
-verweise ich noch auf die Kapitel über Wasser, Wege, Felsen etc. etc.
-
-Ich werde nunmehr an einigen Beispielen die Technik zu erläutern
-suchen, wiederhole aber zuvor nochmals, daß häufiges Malen nach
-der Natur und zwar in den verschiedenen Jahreszeiten, Studien der
-verschiedenen Bäume bei verschiedener Beleuchtung, besonders auch der
-Stämme, mit aufmerksamer Behandlung der Aststellung, an welcher der
-Kenner schon von fern den Baum erkennt, sowie möglichst ausgeführte
-Studien von Vordergründen, behufs Erlangung einer brillanten Technik
-und Emancipation von conventioneller Behandlung dringend nothwendig
-sind. Ich betone nochmals die Beachtung der +äußeren Form+ der Bäume,
-welche mit zu den wesentlichsten Bedingungen gehört, da wir bei
-Beschauung der Natur von der äußeren Form in erster Linie berührt
-werden. Wer das Ziel während einiger Zeit mit Ausdauer verfolgt, wird
-die Schwierigkeiten rascher überwinden, als es zuerst möglich schien.
-
-
-I.
-
-Einfache Belaubung eines beliebigen kleinen Baumes in warmem Ton.
-
-Farben: ~Gamboge~, ~Yellow Ochre~, ~Indigo~.
-
-(Zeichnung nach der Natur oder nach einer Vorlage.)
-
-~Yellow Ochre~ wird hier angewendet, um etwas Körper zu geben, und
-damit die Farbe dicker aufgetragen werden kann, während andererseits
-hierdurch der in dieser einfachen Mischung etwas rohe Ton des ~Gamboge~
-gemildert wird. Anstatt nun die drei Farben zusammen zu mischen, reibe
-der Lernende jede für sich auf der Palette mit nicht zu viel Wasser an
-und mische während der Arbeit je nach Bedürfniß, damit die Farbe nicht
-eintönig wird und das Laub in einem Auftrag beendet wird. Man mischt
-nun die beiden Gelb, setzt dann ein wenig Blau zu und beginnt oben mit
-gelblich-grünem Ton und ziemlich gefülltem Pinsel. Die Pinselführung
-muß eine tupfende, beinahe stoßweise sein, wobei nach jeder Berührung
-des Papieres der Pinsel wieder weggenommen wird. Geschieht dies nicht,
-dann ist es sehr schwer, den Baum charaktervoll und mit den hellen
-Lichtern zwischen dem Laub wiederzugeben. Nach einigen Tupfen -- die
-Engländer nennen diese Manier „~touching~“ -- ändert man die Farbe
-etwas im Ton, besonders auch in den Schatten, und so fort bis zu Ende.
-Große Sorgfalt verwende man auf das Leichte der äußeren Form, gebe auch
-lieber einige Lichter mehr als einige zu wenig. Es ist dies wesentlich,
-da das Laub keine compacte Masse, sondern die Anhäufung vieler
-einzelner Theile ist. Die Darstellung muß daher diese Vielheit betonen.
-
-
-II.
-
-Alte Eiche mit Stamm in kälterem, tieferem Tone.
-
-Farben: Laub: ~Brown Pink~, ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~. Stamm:
-~Brown Madder~ und ~French Blue~. -- Tiefste Drucker auf dem Stamm:
-~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~French Blue~ --
-Boden: ~Brown Madder~, ~Light Red~ und ~French Blue~. Gras: ~Gamboge~,
-~Yellow Ochre~ und ~Brown Pink~. -- Drucker im Vordergrund: ~Brown
-Pink~.
-
-Die Luft als beendet vorausgesetzt.
-
-Man arrangirt die Farben für das Laub auf der Palette und nachdem das
-Papier befeuchtet und mit Löschpapier abgetrocknet ist, übergeht man
-das ganze Laubwerk mit dem entsprechenden Tone, welcher wie im vorigen
-Beispiel leicht in der Combination geändert wird, aber ohne weiter
-Rücksicht auf die Schatten zu nehmen. Die Lichter nicht zu vergessen!
-Hierauf legt man den Stamm, Boden und das Gras mit obigen Farben
-an. Ist dieser Auftrag trocken, so gibt man die Schatten des Laubes
-mit denselben Farben wie vorher, nur in dunkeler Mischung. Hierbei
-ist nun ganz besonders zu beachten, daß diese Schatten eine ganz
-eigenthümliche, gerundete Form zeigen, welche man nicht steif, sondern
-leicht wiedergeben muß. (Jeder Baum hat seine ihm eigenthümlichen, aus
-der Ast- und Blattstellung etc. resultirenden Schattenformen im Laub.)
-Man folge hierbei, wie überhaupt bei Laubwerk, stets der Richtung
-der Aeste. Hierauf bringe man etwas von der Baumfarbe an den unteren
-Rand des Grases und setze die dunklen Schatten auf dem Stamme ein,
-sowie die Halblichter des Grases mit denselben Farben wie vorher, nur
-dunkler. Ist Alles trocken, so bringt man mit denselben Farben die
-verschiedenen kleineren, tiefen Drucker auf das Laub. Viele derselben
-sind wahrscheinlich nicht viel größer als Punkte oder kurze Linien,
-und man achte daher sehr darauf, solche nicht zu dunkel zu geben oder
-dem Baum ein fleckiges Ansehen zu verleihen. Man sei daher nicht zu
-freigebig und gebe deren nur so viele als hinreichen, um den Charakter
-und die Abstufung der Töne zu wahren. Hierauf setzt man mit der Spitze
-des Pinsels und mit entschiedenen Strichen die dunkeln Drucker auf den
-Stamm, wobei man sich so getreu wie möglich nach dem Vorbild richtet.
-Mit der Baumfarbe zeichnet man alsdann noch einige Halme etc. in das
-Gras, bringt mit dunkler, etwas trockener Farbe einige Striche, etwa
-wie Furchen, auf den Boden und setzt schließlich mit ~Brown Pink~ hier
-und da recht dicke Drucker ein.
-
-Die Wiederholung der Baumfarbe auf dem Gras hat einen besonderen Zweck,
-nämlich den, den Baum nicht zu isoliren. Solche, wenn auch nur ganz
-lose, Wiederholungen von Tönen in einem anderen Theile eines Bildes
-sind sehr zu empfehlen, da sie Einheit bedingen; man wende sie jedoch
-immer nur, wie hier, etwas versteckt an.
-
-Darstellungen dieser Art bieten sich in der Natur allenthalben.
-
-
-III.
-
-Motiv aus einer Gebirgslandschaft: Im Mittelgrund eine grasige Höhe,
-mit kahlen Felsblöcken; oben niedriger, tieftöniger Baumwuchs.
-
-Farben: Felsen: ~Light Red~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~. Grüner Ton:
-~Yellow Ochre~ und ~Indigo~ -- ~Brown Pink~ und ~Cobalt~. -- Baumwuchs:
-~Brown Pink~, ~Indigo~ und ~Burnt Sienna~.
-
-Man mischt einen entsprechenden Ton von ~Yellow Ochre~ und ~Indigo~,
-setzt solchen an der Kuppe der Höhe ein und ändert ihn hier und da
-leicht ab. Der Pinsel kann ziemlich voll sein, da es in diesem Falle
-gut wirkt, wenn die Ränder an den Felsen etwas scharf absetzen. Ist
-dieser Auftrag trocken, so übergeht man mit demselben Ton, welchem man,
-um ihn transparenter zu machen, etwas ~Brown Pink~ zusetzen kann, die
-beschatteten Theile der Höhe. Dies muß geschickt ausgeführt werden,
-d. h. mit sicherer Hand, um den Unterton nicht zu stören, weßhalb
-man, so lange die Stellen noch naß sind, nicht nochmals darüber malen
-darf, da sonst die nothwendige Klarheit des Tons Noth leiden würde.
-Je mehr man sich mit diesem Ton dem Vordergrund nähert, desto weniger
-~Yellow Ochre~ nimmt man und setzt dagegen mehr ~Brown Pink~ zu. Ist
-dies trocken, so gibt man mit einer dicken, gallertartigen Mischung von
-~Brown Pink~ und ~Indigo~, in tupfweiser Manier die Bäume, wobei man
-bei deren Silhouette zugleich eine halbkreisartige Bewegung macht und
-jedesmal den Pinsel vom Papier entfernt. Die kahlen Felsen werden jetzt
-mit obigen Farben in wechselndem Verhältnisse angelegt, wobei ~Light
-Red~ in den warmen Tönen vorherrschen muß, während für den Schatten
-~Cobalt~ im Ueberschuß sein kann. Die Schatten der Felsen werden mit
-denselben Farben gegeben. Hierauf setzt man die Drucker an den Grenzen
-des Grases an den Felsen mit dicker Farbe, aus ~Yellow Ochre~ und
-~Indigo~, ein. Man nimmt nur wenig Farbe, um sie kräftiger einsetzen
-zu können und schleppt ein wenig über die freien Grasflächen. ~Brown
-Pink~ und ~Cobalt~ dient für einige Büsche im Gras. Es erübrigt noch,
-den Bäumen die dunkelsten Schatten mit ~Brown Pink~, ~Indigo~ und ein
-wenig ~Burnt Sienna~ zu geben, was mit entschiedener Pinselführung
-zu bewerkstelligen ist und kann zum Schlusse hier und da noch etwas
-ziemlich trockene Farbe von ~Brown Pink~ und ~Gamboge~ über einzelne
-Graspartien geschleppt werden, aber nicht im Uebermaß, was sehr störend
-wirken würde.
-
-Aus diesen wenigen Beispielen möge der Lernende entnehmen, daß recht
-wirksame Motive mit verhältnißmäßig wenigen Mitteln skizzirt werden
-können. Diese Beispiele könnten in’s Unendliche vermehrt werden, ohne
-deßhalb erschöpfend zu sein, weßhalb ich, da der Lernende über die zur
-Anwendung kommenden Töne sehr vollständig ausgerüstet ist, abbreche,
-umsomehr als es an Motiven nirgends fehlt. Doch will ich nachstehend
-noch ein Beispiel geben, wie die Studie eines Baumstammes in nächster
-Nähe auszuführen ist, oder vielmehr ausgeführt werden kann.
-
-+Motiv+: Waldrand, im Vordergrund Rasen mit bemoosten Steinblöcken und
-einer alten Eiche, deren Stamm dem Beschauer sehr nahe gerückt ist, so
-daß von den Aesten nichts zu sehen ist, etwas weiter zurück eine alte
-verkrüppelte Eiche ohne Laub. Mittelgrund: Junger Wald in frischem Grün.
-
-Einfache Motive wie dieses können dennoch so dargestellt werden, daß
-ihnen Schönheit und Interesse nicht abgesprochen werden kann, ohne daß
-deßhalb der Beschauer Anbeter der „~paysage intime~“ zu sein braucht.
-Um dies aber bei einem so anspruchslosen Motiv erreichen zu können,
-bedarf es einiger Anstrengung, wie nicht minder genauer Kenntniß der
-Natur. Gute Zeichnung, schöne Linienführung, naturwahres Colorit
-und Breite in Licht und Schatten sind wesentliche Bedingnisse, um
-solche Motive interessant zu machen. Bei der Zeichnung sind außer den
-Umrissen, auch die verschiedenen Details der Rinde, sowie die Knorren
-und Hohlräume etc. etc. genau zu beachten.
-
-Farben: Luft: ~Cobalt~ und ~Rose Madder~. Zwischenräume der Rinde
-und erste Schatten: ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-Rinde: 1. Ton: ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~; 2. Ton: ~Brown
-Pink~, ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~; Orangetöne: ~Vermilion~,
-~Yellow Ochre~ und ~Chinese White~; Scharlachtöne: ~Rose Madder~
-und ~Vermilion~; Grüne Töne: ~Brown Pink~, ~Gamboge~ und ~Oxyde of
-Chromium~. Reines Grün: ~Emerald Green~ und ~Gamboge~; Purpurtöne:
-~Cobalt~ und ~Rose Madder~; Reflexe in den Schatten: ~Chrimson Lake~
-und ~Neutral Orange~, -- ~Neutral Orange~ und ~Yellow Ochre~; Laubwerk:
-~Gamboge~, ~Brown Pink~ und wenig ~Burnt Sienna~; Felsblöcke: ~Cobalt~,
-~Rose Madder~ und ~Blue Black~; Tiefe rothe Drucker im Vordergrund:
-~Rose Madder~ und ~Burnt Sienna~.
-
-Vorausgesetzt die Luft sei beendet und trocken, wird das Papier
-befeuchtet und abgetrocknet. Man mischt nun einen mattpurpurnen Ton
-von ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Sienna~ und übergeht hiermit
-die Bleistiftstriche, welche auf dem vorderen Baum die Theilungen der
-Rinde andeuten, aber etwas dick. Man halte den Pinsel gut gefüllt und
-arbeite mit der Spitze desselben und mit festen, sicheren Strichen.
-Ist dies trocken, so übergehe man jedes +einzelne+ Rindenstück mit
-obigem ersten Ton, lasse aber der vielen glänzenden Lichter wegen,
-überall einen schmalen weißen Rand und führe stets den Pinsel in der
-+Richtung der Form+. Mit demselben Ton, und Zusatz, von etwas ~Cobalt~
-und ~Rose Madder~, übergeht man den hinteren, abgestorbenen Stamm.
-Hierauf legt man über die Schatten des ersten Stammes einen breiten
-Schattenton von ~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~Cobalt~, ohne
-Rücksicht auf die Reflexe und verstärkt dann die Rindenfarbe mit
-dem ersten Ton, aber ohne die Lichter zu berühren und mit ziemlich
-gelatinöser oder fast trockener Farbe. Für einige graue Stellen mische
-man ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ zu. Nunmehr verstärke man die Theilungen
-der Rinde mit derselben Farbe wie vorher, aber ziemlich dick und
-dunkel. Für die knorrigen Stellen und die Hohlräume unter der Rinde
-benutzt man dieselbe Farbe, aber mit ~Burnt Sienna~ im Ueberschuß.
-Man halte den Pinsel vertikal und markire kühn und entschieden. Die
-Schatten am Felsblock und in den Vertiefungen des Bodens, sowie die
-des verkrüppelten Baumes, welche recht kräftig sind, gebe man mit
-demselben Ton. Die dunkel bemoosten Stellen des letzteren gebe man
-mit ~Brown Pink~, ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~, ebenso dessen
-Aeste; die heller bemoosten Theile mit ~Emerald Green~ und ~Gamboge~,
-wobei man allenthalben einige kleine Lichter läßt, auch hier und da
-etwas ~Oxyde of Chromium~ zusetzt. Die Moose am vorderen Stamm gibt
-man mit derselben Farbe, aber dicker und dunkler und die gelberen Töne
-mit ~Gamboge~, ~Brown Pink~ und wenig ~Burnt Sienna~. Den Felsblock
-colorire man leicht und hell mit der oben angegebenen Combination. Man
-setzt nunmehr die wärmeren Orange- und Scharlachtöne ein, und zwar rein
-und auf die hellen Lichter, lasse aber immer noch einige derselben
-unberührt.
-
-Mit der für das Laubwerk angegebenen Farbe übergeht man nunmehr
-den Wald und zwar in etwas kräftigem Ton. Während dieser trocknet,
-verstärkt man die Moose an dem Felsblock mit ~Gamboge~, ~Emerald
-Green~ und ~Oxyde of Chromium~ und zwar durch Tupfen und gibt die
-rothen Stellen im Vordergrund mit ~Rose Madder~ und etwas ~Burnt
-Sienna~. Die Buchenstämme des Waldes gibt man mit ~Brown Pink~, ~Oxyde
-of Chromium~ und ~Blue Black~. Hier und da verbessert man mit dem
-~Oxyde of Chromium~ das Grün des Laubes und mit Zusatz von ~Brown Pink~
-gibt man das Unterholz. Nunmehr gebe man in den Schatten des Stammes
-einige Reflexe mit dicker Mischung von ~Neutral Orange~ und ~Yellow
-Ochre~; nimmt der Schattenton diese Farbe nicht an, so befeuchte man
-die betreffende Stelle etwas und reibe leicht mit einem seidenen Tuch,
-worauf man den Ton aufträgt. Mit derselben Farbe übergeht man noch hier
-und da eine Stelle, um die kalten Töne zu mindern. Man vertieft nun
-die verschiedenen Theile der Rinde mit ~Brown Pink~, ~Rose Madder~ und
-etwas ~Cobalt~ und zwar mehrmals, läßt aber immer dazwischen trocknen.
-Durch dieses Häufen von Farbe auf Farbe erlangt man große Kraft und
-Transparenz. Mit etwas ~Cobalt~ und ~Oxyde of Chromium~ übergeht man
-die blaugrünen Töne der Rinde, doch wende man diesen Ton nicht zu oft
-an, da er schwer macht; auch die wärmeren Töne verbessert man, und
-wendet gelegentlich auch ~Rose Madder~ unvermischt an. Man übergeht
-dann nochmals den hinteren Baum mit ~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~ und
-etwas ~French Blue~, verbessert dessen Rinde mit spitzem Pinsel und
-einzelnen Strichen. Ueberflüssige Lichter fülle man aus und legt
-nochmals überall verbessernde Hand an. Die Moose tüpfle man aus mit
-~Oxyde of Chromium~, und dazwischen mit ~Gamboge~ und ~Emerald Green~;
-die tiefen Stellen mit ~Brown Pink~. Zum Schlusse nimmt man einen
-kleinen, flachen Pinsel und übergeht die zahlreichen Lichter an den
-Kanten der Rinde mit scharfen, kurzen Strichen mit dickem ~Chinese
-White~, doch nicht zu freigebig, um fleckiges Aussehen zu vermeiden.
-Diese Beschreibung ist vielleicht etwas zu ausführlich gewesen. Es galt
-mir aber zu zeigen, in welcher Weise ein ausgeführteres Werk behandelt
-werden muß, um strengen Anforderungen zu genügen.
-
-
-~D.~ +Wasser+ nebst Staffage.
-
-1. Colorit.
-
-~a.~ Töne für stehendes Wasser (in der Regel vom Wetter abhängig.)
-
- ~Cobalt.~ ~Rose Madder~ und ~Yellow Ochre~, bei hellem Wetter.
-
- ~Cobalt~ und ~Indian Red~, weniger hell.
-
- ~Cobalt~, ~Indigo~ und ~Brown Madder~. }
- ~Cobalt~, ~Brown Madder~ und wenig ~Sepia~. } trüber
- ~Cobalt~, ~Yellow Ochre~ und wenig ~Brown Madder~. }
-
- ~Indigo~ und ~Brown Madder~, oder ~Light Red~, sehr trübe.
-
-
-~b.~ Töne für +Flüsse und Bäche+.
-
-1. Für gelbes oder orangefarbiges Wasser.
-
- ~Raw Sienna.~
-
- ~Raw Sienna~ und ~Vandyke Brown~ oder ~Brown Madder~.
-
-
-2. Für grünes Wasser.
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Gamboge+~.
-
- Grünblau ~Oxyd~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Indigo~.
-
- ~Roman Ochre~ und ~Indigo~.
-
- ~Indian Yellow~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
- ~Indian Yellow~, ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~.
-
- ~+Brown Pink+~, ~+Indigo+~ und wenig ~+Vandyke Brown+~.
-
-
-3. Für graues, schwach farbiges Wasser.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Cobalt~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Brown Madder+~ und ~+Raw Sienna+~.
-
- ~Cobalt~, ~Purple Madder~ und ~Gamboge~.
-
- ~Indigo~, ~Brown Madder~ und ~Indian Yellow~.
-
-
-4. Für sehr dunkles Wasser.
-
- ~+Brown Madder+~ und ~+Vandyke Brown+~.
-
- ~Vandyke Brown~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Indian Yellow~, ~+Sepia+~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~French Blue~. }
- ~Sepia~, ~Lamp Black~ und ~Brown Madder~. } für Vegetation
- ~+Indian Yellow+~, ~+Burnt Sienna+~ und } +unter+ Wasser.
- ~Indigo~, (dick, vereint mit Weichheit große }
- Kraft). }
-
-
-Für Zwischenräume und dunkle Markirungen der Steine im Bette der Bäche
-etc. eignen sich:
-
- ~Raw Sienna~, ~Rose Madder~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~Raw Sienna~, ~Vandyke Brown~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Brown Madder~ und ~Indigo~.
-
- ~Brown Madder~ und ~French Blue~, kräftige Farbe.
-
- ~Sepia~ und ~Brown Madder~, sehr reicher Ton.
-
- ~Vandyke Brown~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Payne’s Grey~ } und ~Burnt Sienna~,
- ~Neutral Tint~ } sehr nützliche Töne.
- ~French Blue~ }
-
- ~Indigo~ und ~Brown Pink~.
-
- Bei diesen Tönen ist darauf aufmerksam zu machen, daß eine zu große
- Quantität Blau in dunklen Mischungen Schwärze erzeugt, weßhalb
- es nicht in zu großer Menge zugesetzt werden darf. Im tiefsten
- Schatten muß die Farbe stets +warm+ und +durchsichtig+ sein. Eine
- Lasur von ~Gamboge~ und ~Chrimson Lake~ ist hier oft dienlich
- dieselbe zu verstärken.
-
-
-~c.~ Töne für Seewasser.
-
-
-1. Für Grau und erste Anlage.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~ oder ~Indian Red~.
-
- ~Cobalt~, ~Purple Madder~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~French Blue~ und ~Lamp Black~.
-
- ~French Blue~ und ~Brown Madder~.
-
- ~French Blue~, ~Indigo~ und wenig ~Rose Madder~.
-
-
-2. Localtöne bei stürmischem Wetter.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Sepia~.
-
- ~Raw Umber~ und ~Indigo~ oder ~Cobalt~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~ oder ~Cobalt~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Raw Sienna~.
-
- ~Cobalt~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
-
-3. Meergrün, mehr oder weniger rein.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Cobalt~ und wenig ~Rose Madder~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~+Cadmium+~ und ~+French Blue+~, sehr schön.
-
- ~+Raw Sienna+~ und ~+Cobalt+~, oder ~+French Blue+~, oder ~Indigo~.
- (Im Vordergrunde kann diesen Mischungen etwas ~Vandyke Brown~ oder
- ~Brown Pink~ zugesetzt werden.)
-
- ~+Raw Sienna+~, ~+Prussian Blue+~ und wenig ~+Bistre+~.
-
- ~+Bistre+~, ~+Prussian Blue+~ und ~+Gamboge+~, schön.
-
- ~Gamboge~ und ~Cobalt~.
-
- ~Gamboge~ und ~Sepia~.
-
- ~Cobalt~, ~Yellow Ochre~ und wenig ~Chrimson Lake~.
-
- ~Roman Ochre~ und ~Indigo~.
-
- ~Light Red~ und ~Prussian Blue~.
-
- Grünblau ~Oxyd~.
-
- ~Emerald Green~ als +leichte+ Lasur zum Erhöhen einzelner sehr
- lebhaft gefärbter Theile.
-
- ~Viridian~.
-
- ~Cobalt~ und ~Yellow Ochre~. }
- ~Cobalt~ und ~Emerald Green~ 2. Ton. } brillanter Ton für
- ~Cobalt~ und ~Gamboge~ in mehreren sehr } Landseen.
- leichten Lasuren. }
-
- ~Raw Sienna~. }
- ~Raw Sienna~ und ~Vandyke Brown~. } für Lichter.
- ~Raw Sienna~ und ~Rose Madder~. }
- ~Yellow Ochre~. }
-
-
-~d.~ Töne für Schiffe, Segel etc. etc.
-
-
-1. für braune oder schwarze Schiffe.
-
-(für sehr ferne Schiffe wird ~Cobalt~ zugesetzt).
-
- ~Lamp Black~.
-
- ~Lamp Black~ und ~Chrimson Lake~ oder ~Light Red~.
-
- ~Lamp Black~, ~Brown Madder~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~French Blue~, ~Sepia~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~French Blue~, ~Brown Madder~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Indigo~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Indigo~, ~Rose Madder~ und ~Burnt Sienna~ für Boote.
-
- ~Payne’s Grey~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Light Red~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~+Payne’s Grey+~ und ~+Burnt Sienna+~ liefert zahlreiche braune
- Töne, welche durch Zusatz von ~Chrimson Lake~ in röthere Tinten
- übergeführt werden können.
-
- ~Neutral Tint~, wie ~Payne’s Grey~ zu verwenden.
-
- ~Sepia~, ~Lamp Black~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Sepia~, ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~+Burnt Sienna+~, ~+Lamp Black+~ und ~+Brown Madder+~, sehr
- nützlicher Ton für Schiffe, Boote und alte Pfosten.
-
- ~Vermilion~, ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~, ebenso.
-
-
-2. für röthliche Boote etc.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Payne’s Grey~ oder } mit ~Rose~ oder ~Brown Madder~ oder
- ~Neutral Tint~. } ~Chrimson Lake~.
-
- ~+Vermilion+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+Blue Black+~ für rostiges
- Eisenwerk.
-
- ~Brown Madder~ und ~Lamp Black~, desgleichen.
-
- ~Black Lead~ für blankes Eisen.
-
- * * * * *
-
-
-3. Für helle Segel.
-
- ~Roman Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre~ mit ~Payne’s Grey~ oder ~Neutral Tint~.
-
- ~Yellow Ochre~ mit ~Raw Umber~ oder ~Light Red~.
-
- ~Yellow Ochre~ mit ~Vermilion~ oder ~Burnt Sienna~.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~.
-
-
-Für rothe Segel.
-
- ~Roman Ochre~ und ~Rose~ oder ~Brown Madder~.
-
- ~Light Red~ und ~Brown~ oder ~Purple Madder~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Vermilion~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Indian Red~.
-
-
-Für Körbe etc. etc.
-
- ~Raw Sienna.~
-
- ~Raw Sienna~ mit ~Brown Madder~ oder ~Vandyke Brown~.
-
- ~Raw Umber.~
-
- ~Indian Yellow~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
-
-Sehr tiefe, kraftvolle Töne für Drucker etc. etc.
-
- ~Sepia~ und ~Brown Madder~ oder ~Chrimson Lake~.
-
- ~Brown Madder~, oder ~Purple Madder~.
-
- ~Vandyke Brown~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Brown Pink~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Burnt Carmine~, kräftigster Ton für sehr bedeutende Tiefe.
-
-
-2. Technik.
-
-Die Schönheit einer Landschaft wird durch Wasser, welcher Art es auch
-immer sein möge, in äußerst wirksamer Weise gehoben, und besonders ist
-+stilles+ Wasser, welches ich zunächst bespreche, geeignet, breite
-Wirkung zu sichern, indem es die Farben der Luft wie der nächsten
-Umgebung wiederholt. Technisch wird Wasser in derselben Weise behandelt
-wie die Luft, daher auch bei Anlage der letzteren mit in Angriff
-genommen, sobald seine Dimensionen keine allzu geringen sind. Man
-nimmt indessen die Töne in der Regel etwas schwächer, wie für die
-Luft, besonders auch bei Abendbeleuchtungen. Die Anlage ist stets eine
-breite. Spiegelbilder werden zugleich mit den betreffenden Gegenständen
-und mit denselben, aber um einen geringen Grad schwächeren Tönen
-gegeben.
-
-Man versäume nie das Papier vorher zu nässen, damit alles zart in
-einander geht und führe den Pinsel bei Spiegelbildern stets in
-vertikaler Richtung. Die meist zahlreichen kleineren, horizontalen
-Lichter bleiben unbeachtet, indem sie am besten nach Beendigung des
-Wassers herausgewischt werden. Umfangreichere Lichtlinien dagegen, oder
-sonstige breite Lichtmassen, spart man am besten aus.
-
-Soweit nur die Spiegelung in Betracht kommt, ist die Darstellung von
-Wasser eine sehr leichte, allein es kommt in der Hauptsache darauf an,
-die +Oberfläche+ als solche zum Ausdruck zu bringen, was ungeachtet der
-geringfügigen zu diesem Zwecke erforderlichen Mittel nicht so leicht
-ist. Die Vergegenwärtigung der Oberfläche ist nämlich im Wesentlichen
-von getreuer Darstellung verschiedener sehr kleiner und an sich
-unbedeutender Lichter abhängig, welche durch geringe Bewegungen auf
-oder unter der Oberfläche, durch schwimmende Thiere aller Art, wie
-Insekten, Frösche, Fische etc. etc. hervorgerufen werden. Zu Zeiten
-fehlen indessen auch diese und die Ruhe ist dann eine so absolute,
-daß man lediglich auf Spiegelbilder angewiesen ist. In solchen Fällen
-ist das Anbringen eines Bootes von großem Nutzen, und ist das Wasser
-seicht, so hilft uns durchwatendes Vieh, mit welchem zugleich kräftige
-Farben in das Bild kommen, wie auch Wasservögel sehr geeignet sind, die
-Ruhe der Fläche zu unterbrechen.
-
-Was die Farbe des Wassers betrifft, so unterliegt die Beurtheilung
-derselben vielfach Irrungen, ganz besonders unter dem Einfluß von
-Halbschatten und Wasser, welches man für farblos zu halten geneigt
-ist, erscheint nicht selten, sobald ein hellerer Gegenstand, etwa das
-Segel eines Bootes, mit ihm in Berührung kommt, in einem recht tiefen
-Ton. Es bedarf also nur eines entschiedenen Lichtes, um diesen Contrast
-hervorzurufen.
-
-Reines Wasser ist indessen in der Regel von blauer Farbe, wie das der
-Alpenseen. Enthält es mehr oder weniger organische Stoffe, so neigt es
-in’s Grüne und geht bei zunehmender Sättigung mit organischer Materie
--- Sumpfwasser -- ins Braune über.
-
-Aus Obigem resultirt, daß wir bezüglich der Töne für stehendes Wasser
-lediglich auf jene für Luft und Wolken angewiesen sind, weßhalb sie
-genau zu beobachten und höchstens etwas gemilderter oder grauer im Ton
-zu halten sind. Im Allgemeinen und sobald keine Spiegelung stattfindet,
-wird man auch die oben angegebenen sehr transparenten Töne von Nutzen
-finden. In Betreff der Zeichnung will ich noch darauf aufmerksam
-machen, daß, in Fällen, wo gegen den Horizont geneigte Gegenstände, wie
-z. B. schiefstehende Bäume sich abspiegeln, man darauf zu achten hat,
-daß das Spiegelbild die richtige perspektivische Richtung erhalte und
-ein z. B. gerade gegen uns über befindlicher derartiger Baum sich nicht
-etwa in gerader Richtung spiegle, da für die Spiegelung die Gesetze der
-Perspektive in Anwendung kommen.
-
-Die Spiegelung des Wassers ist in hohem Grade von der Polarisation
-des Lichts abhängig. Spiegelt sich der klare Himmel auf einer ruhigen
-Wasserfläche, so wird, je nach der wechselseitigen Stellung von Sonne,
-Wasser und Beschauer, das Licht des Himmels entweder vollständig --
-oder nur theilweise -- oder fast gar nicht reflektirt werden, in
-welch letzterem Falle alsdann die dem Wasser +eigenthümliche+ Farbe
-zur Geltung kommt, was an jeder durch starken Wind bewegten kleineren
-Wasserfläche, wie kleinen Flüssen und Bächen, beobachtet werden kann.
-
-Daher rührt es auch, daß an Tagen, an welchen der Himmel ganz blasse,
-duftige Töne zeigt, eine Wasserfläche dennoch tief blau oder blaugrün
-erscheinen kann, was am auffallendsten zur Erscheinung kommt, wenn die
-Sonne seitlich vom Beschauer steht. Steht diese aber vor oder hinter
-ihm, so behält das Spiegelbild des Himmels seine natürliche Farbe und
-die Fläche wird dann nie sehr tiefe Töne zeigen.
-
- * * * * *
-
-Ganz anders, namentlich in Bezug auf Farbe, verhält es sich mit
-fließendem Wasser. Flüsse und Bäche bieten in der ihnen eigenthümlichen
-Färbung eine erstaunliche Mannigfaltigkeit. Sodann zeigt das Bett der
-Bäche sehr verschiedene Zustände, von compaktem Felsengestein bis zu
-losen Kieseln und Sand, und wo letzterer dicht von Wasserpflanzen
-bedeckt ist, bemerkt man besondere Tiefe des Tons. Veränderungen in der
-Strömung, Hindernisse, Stauungen, kleine Fälle mit zahlreichen Lichtern
-und Reflexen bieten willkommene malerische Motive.
-
-Die Technik bleibt dieselbe. Nach den ersten breiten, dünnen Anlagen
-setzt man die Steine oder den Grund des Bettes mit ziemlich starker
-Farbe ein. Für Steine empfiehlt es sich, mit den oben ausgeführten
-Tönen, und zwar in +dicker+ Mischung, nur die Schattentöne zwischen
-den einzelnen Steinen zu geben, worauf, sobald Alles trocken ist,
-mit Wasser leicht abgewaschen wird, um die scharfen Conturen zu
-beseitigen. Ist die überschüssige Nässe mit Löschpapier aufgetrocknet,
-dann übergeht man das Wasser nunmehr mit der passenden Lokalfarbe,
-was, sobald der Ton tief ist, zwei bis dreimal wiederholt werden
-muß, da Tiefe des Tones und Transparenz lediglich auf diese Weise zu
-erreichen ist. Kleine Lichter übergeht man, um der Einheit der Töne
-keinen Eintrag zu thun und nimmt sie später mit einem seidenen Tuch
-heraus, wobei, was sehr wesentlich, die +Form+ der Lichter genau zu
-beachten ist. Behufs Darstellung horizontaler Linien ist auch die
-vorsichtige Anwendung des Radirmessers nicht selten von Vortheil, aber
-ganz besonders eignet sich dasselbe zur Herstellung des +Schaumes+
-auf Wellen und Wasserfällen etc. etc., welcher damit sehr leicht und
-naturwahr wiedergegeben wird. Bei Wellen beachte man immer genau deren
-Formen, sowie die Schattentöne und den Halbschatten unter dem Kamme.
-
- * * * * *
-
-Die Seestücke oder Marinen bilden eine eigene Klasse von Gemälden
-von theilweise hohem Reiz. Sie sind vorzugsweise Stimmungsbilder und
-lediglich von getreuer Wiedergabe von Luft und Meer abhängig, weßhalb
-sich der Seemaler in noch höherem Grade als der Landschafter mit
-Darstellung der verschiedensten Zustände der Luft vertraut zu machen
-hat. Auch das Meer erfordert ein eingehendes Studium. Ein Moment von
-großer Bedeutung ist die Form der Wellen, welche nahezu an jeder Küste
-eine andere ist und beruhen diese Unterschiede vorzugsweise auf lokalen
-Umständen, besonders auf der Configuration des Bodens. Die Wellen
-der offenen See zeigen diese vielgestaltigen Formen nicht, sie sind
-natürliche Wellen weil ungebrochen, und leichter nachzuzeichnen. Stößt
-aber bewegtes Wasser, wie z. B. an felsigen Küsten, auf Hindernisse,
-so erheben sich die Wellen weit höher als auf offener See und die
-verschiedenen Formen gestalten sich noch mannigfaltiger.
-
-Die Zeichnung der Wellen muß eine correkte sein. Lichter, Schatten
-und Reflexe müssen genau beobachtet und verstanden werden. Dabei ist
-es nicht leicht, den Wellen den Charakter der Bewegung zu geben, denn
-hiezu bedarf es des Verständnisses ihrer gegenseitigen Einwirkungen
-sowohl, wie des der Wirkung des Windes. So zeigt ein Theil einer Welle
-die Farbe der Luft, ein anderer die Lokalfarbe des Wassers, während
-ein dritter durch den Reflex einer anderen Welle im Ton sehr bedeutend
-verstärkt ist, was vorzüglich bei kurzen hohlen Wellen vorkommt.
-
-Das Seewasser wird, was Technik anbelangt, wie die Luft behandelt.
-Nach mehreren, recht +flüssig+ und grau zu haltenden Untermalungen,
-welche nach der Küste hin in reinere Farbe übergehen und den nöthigen
-Waschungen mit Wasser dazwischen, trägt man in gleicher Weise die
-Lokalfarbe auf, halte aber die einzelnen Aufträge so dünn und
-flüssig wie möglich und hüte sich zu grün zu malen. Die Ferne ist
-selbstverständlich mehr im Luftton zu halten und erfordert daher mehr
-~Cobalt~. Mit dem Aussparen von Lichtern halte man sich nicht auf;
-diese werden nach Beendigung herausgewischt. Die Mitte des Bildes oder,
-besser gesagt, die Stelle, wo der Augenpunkt sich befindet, hat das
-meiste Licht, welches sich bis an den unteren Rand hinzieht, während
-nach beiden Seiten hin der Ton tiefer wird. Die Lichtseiten der Wellen
-in der Mitte des Bildes zeigen die Farbe des Himmels, aber auch die
-dunkelsten Schatten derselben müssen im Tone immer noch leuchtend und
-flüssig sein, was besonders durch ~Raw Sienna~, aber auch durch gelbe
-Töne überhaupt zu erlangen ist. Man sieht nicht selten, daß das Wasser
-zu undurchsichtig und schwer gehalten ist, so daß es fast den Eindruck
-von Festem macht, in welchem Falle dann der Maler, um die Transparenz
-zu versinnbildlichen, einen sich spiegelnden schwimmenden Körper
-anbringt, z. B. eine Boje etc., und ich habe mehrfach diese List selbst
-von bedeutenden Künstlern in Anwendung bringen gesehen. Sehr schlau
-mag das wohl sein, aber als Prinzip ist es ein höchst verwerfliches,
-da Jeder, der die See kennt, recht gut weiß, daß +bewegtes+ Seewasser
-nur höchst unbedeutend oder gar nicht spiegelt. Der Schaum ist, wie
-bereits erwähnt, sehr täuschend mit dem Radirmesser wiederzugeben.
-Für spritzenden Schaum eignet sich jedoch ~Chinese White~, recht kühn
-aufgetragen, besser.
-
-Was die Staffage betrifft, welche in Marinen nur sehr selten, und sei
-sie auch nur durch ein fernes Segel vertreten, vermißt wird, so stehen
-in erster Linie eine große Zahl von Schiffen verschiedenster Art zu
-Gebote. Ihre Verwendung erfordert indessen einige nähere Kenntniß ihrer
-Größenverhältnisse, ihres Baues, sowie ganz besonders des Takel- und
-Segelwerks, wie nicht minder der der jeweiligen Stärke und Richtung des
-Windes entsprechenden Verwendung desselben. Diesen Faktoren muß daher
-gebührende Rechnung getragen werden. Bei geschmackvoller Anordnung
-sind Schiffe, schon ihrer pyramidalen Form wegen, bedeutender Wirkung
-fähig, welche durch Gestalt und Farbe der verschiedenen Segel noch
-mehr erhöht wird. Auch an der Küste läßt sich nicht selten Staffage
-mit Vortheil anbringen. Höchst malerisch machen sich hier besonders
-alte Fischerboote mit herabhängendem oder umherliegendem Segelwerk,
-von Mast zu Mast gespannten Netzen, in Unordnung aufgehäuften Körben
-etc. etc. während sich die Trachten der Fischer als nicht weniger
-brauchbar erweisen. Man hüte sich aber bei der Staffage zu viel in das
-Detail zu gehen, um nicht die Breite und die ganze Wirkung des Bildes
-zu beeinträchtigen. Bevor man sich jedoch an Seestücke mit Staffage
-von Schiffen wagt, dürfte es gerathen sein, sich zuvor einige Kenntniß
-der Linien-Perspektive zu erwerben, indem die bei der Darstellung von
-Schiffen sehr häufigen Verkürzungen und die große Mannigfaltigkeit von
-Winkeln solche voraussetzen.
-
-
-E. Wege und Ufer.
-
-1. Colorit.
-
- ~+Neutral Orange+~ und ~+Cobalt+~, sehr verschiedene Töne.
-
- ~Raw Umber.~ -- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Burnt Sienna.~
-
- ~+Brown Ochre+~ für sandiges Terrain.
-
- ~+Vandyke Brown+~, ~+Cobalt+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Light Red~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Payne’s Grey~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Indian Red~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Burnt Sienna~ und ~Cobalt~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Gamboge~ und ~Raw Sienna~.
-
- ~Cobalt~, ~Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Light Red~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Brown Ochre~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Brown Madder~, ~Light Red~ und ~French Blue~.
-
- ~Rose Madder~, ~Indigo~ und ~Burnt Umber~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Vermilion~.
-
- ~Raw Umber~ und ~Vermilion~.
-
-Zu Schattentönen eignen sich vorzugsweise:
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Yellow Ochre+~.
-
- +Blau+, ~+Rose Madder+~ und ~+Burnt Sienna+~ liefert endlose
- Verschiedenheit brauchbarer Töne.
-
- ~Lamp Black~ und ~Light Red~ oder ~Rose Madder~.
-
- ~+Indigo+~ und ~+Light Red+~ oder ~+Indian Red+~.
-
- ~Payne’s Grey~ oder ~Neutral Tint~.
-
- ~+Burnt Sienna+~ und ~+Lamp Black+~.
-
- ~French Blue~ und ~Brown Madder~.
-
- ~French Blue~, ~Burnt Sienna~ und ~Lake~.
-
- ~Sepia~ allein oder mit ~Brown Madder~.
-
- ~Vandyke Brown~ allein oder mit ~Purple Madder~.
-
- ~Purple Madder.~
-
- ~Raw Umber~ und ~Vermilion~.
-
- * * * * *
-
- ~Brown Pink~ für tiefe Drucker.
-
- ~Brown Pink~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~, tiefe Drucker.
-
- ~Vandyke Brown~ in fast trockener Farbe über Wege etc. geschleppt
- macht den Boden rauh.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Burnt Umber~ oder ~Brown Madder~ für Moos und
- tiefe Töne unter Ufer etc.
-
-
-2. Technik.
-
-Die ersten Farbenaufträge seien breit, die folgenden je nach Bedürfniß
-weniger, aber mit bestimmten, hier und da etwas accentuirten Umrissen,
-da zu beachten ist, daß hier jede Abweichung von der geraden Linie
-irgend eine besondere Form hat, welche nicht willkürlich behandelt
-werden darf. Wo viele verschiedene Töne vertreten sind, sehe man
-darauf, daß solche bei den ersten Waschungen zart in einander laufen.
-Waschungen mit reinem Wasser dürfen hier auch nicht fehlen, besonders
-bei Anlage der Schatten. Die einzelnen Steine und Erdmassen sind etwas
-selbständiger zu behandeln, da sie in der Farbe mehr oder weniger vom
-Boden abweichen und insoferne auch zur Wiederholung anderer Töne sich
-eignen. Obgleich aber jeder Stein Licht, Halbschatten, Schatten, Farbe
-und Reflex besitzt, so muß dennoch Einheit im Ganzen gewahrt bleiben
-und kein Stein darf aus dem Bilde herausfallen oder sich dem Beschauer
-in besonderer Weise aufdrängen.
-
-Die malerischsten Wege sind die unebenen, verwahrlosten, von tiefen
-Furchen etc. durchzogenen und mit Steinen besäeten. Wege dieser
-Art erfordern der vielen Lichter und Schatten wegen eine besonders
-aufmerksame Behandlung. Die Lichter werden mittelst eines Tuches oder
-des Waschleders herausgewischt. Zufälligkeiten, welche hierbei zu Tage
-kommen, lassen oft geschickte Verwerthung zu. Tiefe Furchen werden,
-um sie tief erscheinen zu lassen, wiederholt mit warmen Farbentönen
-übergangen, nicht mit einem einzigen sehr dunkeln Ton. Ist Alles
-beendet, so empfiehlt es sich, einen Pinsel mit ziemlich trockener
-Farbe über Weg, Ufer oder größere Steinmassen zu schleppen, wozu sich
-~Vandyke Brown~ vorzugsweise eignet. Haben Steine oder sonstige Stellen
-eine etwas unreine Farbe erhalten, so mischt man zum entsprechenden
-Farbenton etwas ~Chinese White~ und übermalt hiermit die betreffenden
-Stellen. Auf gleiche Weise kann man auch kleine Steine in beendete
-Rasenflächen bringen. Nach dem Trocknen gibt man dann die Schatten etc.
-
-
-~F.~ +Felsen.+
-
-
-1. Colorit.
-
-
-~a.~ Töne für graue Gesteine.
-
-(Dieselben können auch sonst als Schattentöne Anwendung finden.)
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Burnt Umber+~.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Brown Madder+~ und ~+Raw Umber+~.
-
- ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Blue Black+~.
-
- ~Indigo.~
-
- ~Indigo~ und ~Light Red~.
-
- ~Indigo~ und ~Burnt Umber~.
-
- ~Indigo~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Indigo~ und ~Indian Red~.
-
- ~Indigo~, ~Rose Madder~ und ~Roman Ochre~.
-
- ~Indigo~, ~Burnt Sienna~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~French Blue~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Sepia~, ~Lamp Black~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Sepia~, ~Indigo~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Sepia~, ~Cobalt~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Payne’s Grey~, ~Burnt Sienna~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Payne’s Grey~, ~Sepia~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Lamp Black~, ~Cobalt~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Lamp Black~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Lamp Black~ und ~Emerald Green~.
-
- ~Blue Black~ und ~Light Red~ oder ~Chrimson Lake~.
-
- ~Raw Umber~ und ~French Blue~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~.
-
- ~Burnt Umber~, ~Cobalt~ und ~Rose Madder~.
-
- ~+Vandyke Brown+~, +Blau+ und ~+Rose Madder+~.
-
-
-~b.~ Kalte und warme Lokalfarben.
-
- ~Raw Sienna~, ~Vandyke Brown~ und ~Cobalt~.
-
- ~Raw Sienna~, ~Brown Madder~ und ~Indigo~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Light Red~.
-
- ~+Roman Ochre+~ und ~+Lamp Black+~.
-
- ~Roman Ochre~, ~Lamp Black~ und ~Lake~.
-
- ~Roman Ochre~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Light Red.~
-
- ~Light Red~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Burnt Sienna.~
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Payne’s Grey~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~Cobalt~ oder ~French Blue~.
-
- ~Indian Yellow~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
- ~Brown Madder.~
-
- ~Brown Madder~ und ~Sepia~.
-
- ~Brown Madder~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
- ~Raw Umber.~
-
- ~Brown Ochre.~
-
- ~Bistre~ und ~Prussian Blue~.
-
-
- ~c.~ Moose.
-
- ~Sepia~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Brown Pink~, ~Lake~ und ~French Blue~.
-
- ~Chrimson Lake~, ~Indigo~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~Olive Green~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Burnt Umber~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Oxyde of Chromium~.
-
- ~Gamboge~ und ~Emerald Green~.
-
-
-2. Technik.
-
-Felsen gehören, obgleich meist grau, zu den farbenreichsten
-Gegenständen und werden vortheilhaft angewendet, um einer Gegend den
-Ausdruck von Wildheit und Einsamkeit zu verleihen. Von Vegetation
-umgeben und umrankt bieten sie häufig sehr wünschenswerthe Contraste.
-Die Umrisse der Felsen sind stets etwas zackig und zerklüftet zu
-halten. Da die Färbung in der Regel eine sehr wechselnde ist, so läßt
-man die Farben am besten naß in einanderlaufen. Dabei spült man jedoch
-den Pinsel nicht bei jeder Abänderung der Farbe aus, sondern man bringt
-blos die Spitze desselben in andere Farbe. Dieses Verfahren ist sehr zu
-empfehlen, auch bei sonstigen Objekten mit vielem Wechsel der Farbe, da
-die Wirkung eine sehr ausgezeichnete und naturwahre ist. Die dunkeln
-Töne der Steine gibt man am besten mit dicker warmer Farbe, ausgenommen
-jedoch die dunkeln Höhlungen, welche wie die tiefen, transparenten
-Stellen behandelt werden müssen. In Betreff der breiten Farbenaufträge
-bemerke ich noch, daß solche, soweit dieselben an den Rändern mit zur
-Modellirung beitragen, dem Charakter des Gesteins entsprechend etwas
-zackig zu halten sind. Lasuren der Lokalfarbe über das Grau machen
-sich häufig sehr vortheilhaft, indem sie die Verschiedenheit der Töne
-vermehren und dabei über das solide Gestein eine gewisse Transparenz
-verbreiten. Nimmt die Vegetation keine größere Fläche in Anspruch, so
-übergeht man sie in den ersten Anlagen mit den Tönen des Gesteins.
-Ueber größere Gesteinsmassen im Vordergrund schleppt man bei Beendigung
-des Bildes dicke Farbe, hält dabei den Pinsel von der Seite und berührt
-das Papier nur leicht, so daß die Farbe nur an den oberen Theilen
-desselben haftet. Rauheit der Flächen läßt sich in keiner anderen Weise
-so natürlich wiedergeben. Im Allgemeinen empfiehlt es sich den Tönen
-für Felsen und Steine etwas ~Chinese White~ beizumischen, wodurch die
-Farben mehr Körper erhalten, was bei so soliden Massen nur erwünscht
-ist.
-
-
-~G.~ Gebäude und deren Theile.
-
-
-1. Colorit.
-
-
-~a.~ Töne für Mauerwerk, Wände, Steine etc.
-
- ~Roman Ochre.~
-
- ~Roman Ochre~ und ~Lamp Black~ oder ~Rose Madder~.
-
- ~Roman Ochre~, ~Lamp Black~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Blue Black~.
-
- ~+Yellow Ochre+~ und ~+Vandyke Brown+~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Sepia~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Blue Black~.
-
- ~+Yellow Ochre+~, ~+Sepia+~ und ~+Payne’s Grey+~, sehr schöner Ton.
-
- ~+Yellow Ochre+~, ~+Burnt Umber+~, ~+Chrimson Lake+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Cobalt~.
-
- ~Indigo~ und ~Sepia~.
-
- ~Blue Black.~
-
- ~Rose Madder~ und ~Blue Black~.
-
- ~Raw Umber.~
-
- ~Raw Umber~ und ~French Blue~.
-
- ~+Burnt Sienna+~ und ~+Lamp Black+~.
-
- ~+Burnt Umber+~, sehr brauchbar.
-
- ~+Burnt Umber+~, ~+French Blue+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~+Indigo+~ und ~+Burnt Umber+~.
-
- ~Blue Black~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Umber~, tiefe Töne.
-
-
-~b.~ Rothe Sandsteine in Sonnenbeleuchtung.
-
- ~Light Red.~
-
- ~Light Red~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Rose Madder~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~+Rose Madder+~ und ~+Naples Yellow+~.
-
- ~+Rose Madder+~ und ~+Light Red+~.
-
- ~Indian Red~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Sepia~, ~Lamp Black~ und ~Rose Madder~. } alte Sandsteine.
- ~Indian Red~ und ~Neutral Tint~. }
-
-
-~c.~ Ziegel im Licht.
-
- ~Burnt Sienna~ -- ~Light Red~ -- ~Brown Madder~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Indian Red~ oder ~Vermilion~.
-
- ~Vermilion~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Vermilion~ und ~French Blue~.
-
-
-~d.~ Ziegel im Schatten.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Brown~ oder ~Purple Madder~.
-
- ~Light Red~ und ~Payne’s Grey~.
-
- ~Purple Madder.~
-
- ~Lamp Black.~
-
- ~Vandyke Brown~, ~Purple Madder~ und Blau.
-
- ~Roman Ochre~, ~Indian Red~ und ~French Blue~.
-
- ~Brown Pink~, ~Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Brown Pink~, ~Yellow Ochre~, ~Light Red~ und ~Indigo~.
-
- ~+Burnt Sienna+~, } ~+Rose Madder+~ und +Blau+, unendlich
- ~+Vandyke Brown+~ } verschiedene Töne.
-
-
-~e.~ Holzwerk.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Lamp Black~ oder ~Blue Black~.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~.
-
- ~Indigo~ und ~Light Red~.
-
- ~Lamp Black.~
-
- ~Lamp Black~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Blue Black~ und ~Cobalt~.
-
- ~Sepia~ -- ~Vandyke Brown~.
-
- ~Raw Umber~ -- ~Burnt Umber~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Yellow Ochre~. } anstatt ~Payne’s Grey~
- ~Payne’s Grey~ und ~Burnt Sienna~. } auch ~Neutral Tint~.
- ~Payne’s Grey~ und ~Light Red~. }
-
- ~Vermilion~, ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Brown Madder~ und ~Sepia~.
-
- ~Brown Madder~ und ~French Blue~.
-
- ~Brown Madder~, ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~.
-
- ~Brown Pink~, ~French Blue~ und ~Burnt Sienna~, Drucker.
-
-
-~f.~ Schiefer.
-
- ~Payne’s Grey~ -- ~Lamp Black.~
-
- ~Lamp Black~ und Blau.
-
- ~Lamp Black~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Cobalt~ und ~Sepia~.
-
- ~Blue Black~, ~Cobalt Rose~ und ~Madder~.
-
- ~Sepia~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Indigo~ und ~Light Red~ oder ~Indian Red~.
-
-
- ~Indigo~, ~Lamp Black~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~French Blue~ und ~Blue Black~.
-
- ~French Blue~ und ~Brown Madder~ oder ~Purple Madder~.
-
- ~French Blue~, ~Chrimson Lake~ und ~Brown Pink~.
-
-
-~g.~ Strohdächer.
-
- ~Burnt Umber~, ~Lake~ und ~Indigo~, alt.
-
- ~Yellow Ochre~, ~Burnt Umber~ und ~Indigo~.
-
- ~Brown Madder~ -- ~Purple Madder~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Vandyke Brown~ -- ~Sepia~.
-
- ~Sepia~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Brown Madder~ und Blau.
-
- ~Indigo~, ~Chrimson Lake~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Brown Pink.~ } Moosdächer.
- ~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~. }
-
- ~Brown Pink~, ~Lake~ und ~French Blue~. } für Linien und
- ~Brown Pink~ und ~Burnt Umber~. } derartiges
- ~Brown Pink~ allein. } Detail.
-
-
-~h.~ Beworfene Wände.
-
- ~Raw Umber. ~ }
- ~Vandyke Brown.~ } mit oder ohne Blau.
- ~Burnt Umber.~ }
- ~Sepia~ und ~Yellow Ochre~. }
-
-
-~i.~ Dunkle Interieurs.
-
- ~French Blue~, ~Lake~ und ~Brown Pink~.
-
- ~French Blue~, ~Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Brown Pink~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Purple Madder~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Purple Madder~ und ~Burnt Sienna~.
-
-
-~k.~ Schattentöne.
-
- ~Raw Umber~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Bistre.~
-
- ~Light Red~, ~Lamp Black~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Indian Red~ und ~Blue Black~.
-
- ~+Sepia+~, ~+Cobalt+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~Indigo~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Indigo~ und ~Brown Madder~.
-
- ~+Purple Madder+~ und ~+Lamp Black+~.
-
- ~+Purple Madder+~ und ~+French Blue+~.
-
- ~Purple Madder~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Purple Madder~, ~Indigo~ und ~Raw Sienna~.
-
- ~+Vermilion+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+Blue Black+~ für rostiges
- Eisenwerk.
-
- ~French Blue~ und wenig ~Burnt Sienna~ für Glas.
-
-
-2. Technik.
-
-Alle Gebäude beanspruchen sorgfältige Zeichnung und richtige
-Perspective, welch letztere, der vielen Verkürzungen wegen,
-unentbehrlich ist. Sonst hat die Darstellung keine erheblichen
-Schwierigkeiten, da die Materialien, aus welchen die Gebäude errichtet
-sind, sich nur durch Farbe und Textur unterscheiden. Auf Folgendes will
-ich indessen ganz besonders aufmerksam machen:
-
-Das Nässen des Papieres bedarf wohl keiner Erinnerung. Dächer lege
-man nicht mit zu dünnem Tone an, sondern suche vielmehr gleich die
-richtige Farbe zu treffen, welche, wenn nöthig, nach dem Trocknen
-durch Lasuren in beliebiger Weise verändert werden kann. Die auf
-den Dächern vorkommenden Lichter spare man möglichst aus, aber mit
-ganz entschiedener Pinselführung -- ja nicht mittelst ängstlichem
-Hinundherpinseln --; sie geben durch den Contrast der Farbe Glanz. Die
-Schatten der Dächer arbeitet man, wo es thunlich erscheint, zugleich
-mit ein, und zwar in der Weise, daß man, wo die Farbe geändert werden
-soll, nicht etwa den Pinsel auswascht, sondern die Spitze desselben
-in einen entsprechenden Farbenton bringt. Für ein Ziegeldach von
-sehr mannichfaltigen Tönen z. B. setze man ~Yellow Ochre~, ~Brown
-Pink~, ~Chrimson Lake~, ~Light Red~, ~Indigo~ und ~Vermilion~ auf
-die Palette und beginne dann mit gut gefülltem Pinsel und kräftiger
-Farbe von etwa ~Brown Pink~ und ~Chrimson Lake~, welchem man nach
-wenigen Strichen etwas ~Indigo~ zusetzt und gleich darauf in ~Yellow
-Ochre~ und ~Light Red~ etc. etc. übergeht, bis das Dach ganz mit Farbe
-bedeckt ist. Einzelne sehr leuchtende Ziegel übergeht man dann mit
-~Vermilion~. Das Detail der Linien zwischen den Ziegeln gibt man mit
-entschiedener Pinselführung mit dicker Farbe und bringt nur die Spitze
-auf das Papier, denn von der Entschiedenheit dieser Linien hängt die
-Wirkung ab. Die ganz tiefen dunklen Löcher, welche sich hier und da
-zwischen einzelnen beschädigten Ziegeln bemerkbar machen, gibt man
-mit dicker Farbe und warmem Tone von ~French Blue~, ~Chrimson Lake~
-und ~Brown Pink~ und hält die Ränder etwas hart. Aufheben des Pinsels
-nach jeder Berührung des Papiers ist wesentlich. Lichter, welche noch
-wünschenswerth sein sollten, radirt man mit scharfem Messer. Dieses
-wie anderes feinere Detail erfordert bei der Ausführung Ueberlegung
-und Geschick, obgleich manche es für genial halten, auf’s Gerathewohl
-mit dem Pinsel herumzufahren und die Wirkung dem Zufall zu überlassen.
-Ich kann dies jedoch in keiner Weise empfehlen, sondern rathe zu
-sorgfältiger und überlegter Behandlung derartiger Dinge, andernfalls
-kann es dann wohl vorkommen, daß man statt bestimmter Linien etc. nur
-wirre Farbenflecke erblickt, welche über ihre Bedeutung gänzlich im
-Unklaren lassen. Auf die Farbe als solche kommt es hierbei weniger
-an, als auf das was sie ausdrücken soll, und wo sie mit dieser
-Erwägung eingesetzt ist, da tritt alles wie im Relief heraus, da die
-Mittel alsdann in der Treue der Darstellung vollständig aufgehen. Man
-hüte sich jedoch bei Wiedergabe des Details dasselbe zu auffallend
-darzustellen oder zu sehr in’s Einzelne zu gehen, da dies die Breite
-in hohem Grade beeinträchtigen würde. Schieferdächer behandelt man
-ganz auf dieselbe Art, etwa mit ~Brown Pink~, ~French Blue~ und
-~Chrimson Lake~, ändert auch bei jedem Eintauchen des Pinsels etwas
-in den Verhältnissen der Combination, je nachdem die Töne wärmer
-oder kälter werden, was bei Dächern aller Art sehr zu beachten ist.
-Das Markiren der einzelnen Schiefer geschieht ebenfalls mit dicker
-Farbe und spitzem Pinsel, etwa mit ~Brown Pink~, ~Vandyke Brown~ und
-~French Blue~. Auf Schieferdächern kann man häufig eine gute Wirkung
-erzielen, wenn man mit dem Radirmesser in leichten Strichen darüber
-weg zieht, wodurch das Glitzern der Lichter sehr naturwahr erreicht
-werden kann. In solcher Weise sind auch die Strohdächer zu behandeln.
-Für frischerers Stroh nimmt man etwa ~Yellow Ochre~, ~Chrimson Lake~
-und ~Indigo~. Das Detail, welches die einzelnen Lagen des Materiales
-einigermaßen zur Anschauung bringen soll und von verschiedener Tiefe
-des Tons sein muß, gibt man wie vorher mit spitzem Pinsel und dicker
-Farbe, da dünne Farbe zu scharfe Ränder geben würde. Wo, wie es häufig
-vorkommt, am First eines Daches jeder einzelne Ziegel gleichsam von
-weißem Mörtel umrahmt ist, spart man letzteren aus und behandelt dann
-jeden Ziegel für sich.
-
-Mauern mit Bewurf haben vielerlei Töne, deren jeder für sich behandelt
-werden kann, wobei aber Vorsicht nöthig ist, um nicht in’s Fleckige zu
-fallen. Einzelne entblößte Steine sind möglichst getreu wiederzugeben,
-wie auch die Theilungslinien zwischen Steinen in Mauern und Wänden
-sorgfältig zu behandeln sind. Bei Beendigung heller Mauern ist allen
-hellen Tönen, wie ~Yellow Ochre~, ~Cobalt~, ~Rose Madder~ etc. etc.
-etwas ~Chinese White~ beizumischen, indem hierdurch das Feste und
-Massige der Steine sehr gut zum Ausdruck gebracht wird, was außerdem
-nicht leicht der Fall sein würde. Bei vorsichtiger Ausführung ist die
-Wirkung eine sehr naturwahre; bei unvorsichtiger dagegen erscheint
-das Bild kreidig und wirkt auf den Beschauer im höchsten Grade
-beleidigend. Dunkele Stellen halte man nicht zu auffallend. Der Bewurf
-vieler mittelalterlicher Gebäude, besonders der Mauern von Thoren,
-Thürmen, Burgen etc. etc. hat einen sehr warmen gelbbraunen Ton,
-welcher ebenfalls vielfach in kälteren und wärmeren Tönen spielt.
-Bauten dieser Art legt man wie oben, unter steter Berücksichtigung
-der vielfachen Abweichungen in der Farbe, gleich in möglichst dem
-natürlichen ähnlichen Tone, etwa mit ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und
-~Burnt Sienna~ an, behandelt aber das befeuchtete Papier nicht mit
-Löschpapier, sondern wartet, bis die Nässe fast ganz verdampft ist, bei
-welcher Behandlung die Töne wunderbar schön in einander gehen. Ferner
-empfiehlt es sich, bei derartigen Bauten die Ränder der Töne etwas
-entschieden, nicht in geraden Linien laufend, sondern mehr zackig und
-eingerissen zu halten und dabei an allen Kanten und Vorsprüngen Lichter
-stehen zu lassen, wodurch der Eindruck soliden Mauerwerks verstärkt
-wird. Die Schatten und besonders tieftönigen Partien werden später
-mit ziemlich dicker Farbe kühn, aber mit Ueberlegung, eingesetzt. Ist
-der gelbbraune Ton nicht ganz erreicht, so helfen Lasuren von ~Yellow
-Ochre~ und ~Brown Pink~. Wo Lichter verloren worden sind, hilft man mit
-dem Radirmesser nach. Die Steine an Mauern etc. sind im Allgemeinen zu
-individualisiren. In Fällen jedoch, wo sehr viele Steine zu markiren
-wären, ist dies nicht möglich und würde solche Behandlung auch nicht
-günstig wirken, weßhalb alsdann nur die in die Augen fallenderen
-beachtet werden, während die übrigen generalisirt werden.
-
-Adern und Sprünge im Holzwerk gibt man mit spitzem, aufrecht zu
-haltendem Pinsel in feinen Linien und Curven an, hier und da mit
-ziemlich trockener Farbe. Wo dasselbe alt und rauh zu geben ist,
-schleppt man ~Brown Pink~ recht dick und halb trocken leicht darüber
-hin. Leichtes Darüberfahren mit dem Radirmesser erhöht den Effekt.
-Alte grünliche Bretterwände behandelt man nach Fertigstellung in Grau
-mit Lasuren von ~Gamboge~ und ~Oxyde of Chromium~, oder mit letzterem
-allein. Nägel im Holzwerk gebe man exact mit dicker Mischung von ~Brown
-Pink~, ~Cobalt~ und ~Lake~.
-
-Dunkle Innenräume -- Interieurs -- sind, besonders da wo sie nicht
-auf einzelne kleinere Stellen beschränkt sind, möglichst frühzeitig,
-d. h. vor der Behandlung der Außenseiten einzusetzen, um alsdann die
-für die letzteren nöthige Stärke der Töne bemessen zu können. Versäumt
-man dies und gibt die Interieurs zuletzt, so wird man finden, daß
-die Außenflächen, trotz vielleicht vieler auf dieselben verwendeter
-Mühe, viel zu blaß und schwach gerathen sind und wesentlich dunkler
-oder farbiger gehalten werden müssen. Ich rathe daher, bei Gebäuden
-jederzeit die dunkeln Interieurs +vor+ dem Colorit der Außenflächen in
-Angriff zu nehmen.
-
-Noch ein sehr wichtiger Punkt bleibt zu berühren. Bei Anlage der
-Schatten, welche +durchsichtig+ zu halten sind, ist nämlich der
-+Winkel+ derselben, beziehungsweise die Richtung, aus welcher die
-Sonnenstrahlen kommen, sehr genau zu beachten und dient der erste
-eingesetzte Schatten als Norm für alle späteren, da bei Bauwerken nicht
-ganz einfacher Art nicht gleich alle Schatten auf einmal eingesetzt
-werden können. Dabei halte man die Ränder der Schatten etwas rauh oder
-zackig und vermeide dieselben als absolut gerade Linien darzustellen,
-was höchst unerfreulich wirkt.
-
-
-~H.~ Staffage. (Thiere etc.)
-
-
-1. Colorit.
-
-
-~a.~ Helle Farbentöne für Kühe, Pferde, Hunde etc. etc.
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Light Red~.
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Vermilion~.
-
- ~Light Red.~
-
- ~Burnt Sienna.~
-
- ~Yellow Ochre.~ }
- ~Roman Ochre.~ } für Schaafe.
- ~Roman Ochre~ und ~Vandyke Brown~. }
- ~Raw Umber.~ }
-
-
-~b.~ Rothbraune Töne.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Gamboge~.
-
- ~Light Red~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Brown Madder~.
-
- ~Brown Madder.~
-
- ~Brown Madder~ und ~Sepia~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Purple Madder~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Chrimson Lake~.
-
-
-~c.~ Dunkelbraune Töne.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Lamp Black~.
-
- ~Burnt Sienna~, ~Lake~ und ~Indigo~.
-
- ~Vandyke Brown~.
-
- ~Sepia~ und ~Chrimson Lake~.
-
-
-~d.~ Schwarze und sehr dunkle Töne.
-
- ~Lamp Black~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Lamp Black~ und ~Light Red~.
-
- ~Lamp Black~, ~Lake~ und ~Light Red~.
-
- ~Indigo~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~French Blue~, ~Sepia~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Brown Madder~, ~Indigo~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Sienna~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Brown Madder~.
-
-
-Schattenfarben.
-
- ~Cobalt~ und ~Light Red~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Payne’s Grey~.
-
- ~Payne’s Grey~ und ~Vandyke Brown~.
-
-
-Töne für Figuren.
-
-
-Fleischtöne.
-
- ~Pink Madder.~
-
- ~Raw Sienna~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Light Red.~
-
- ~Vermilion~ und ~Rose Madder~.
-
- ~Orange Vermilion~ und ~Chinese White~.
-
-
-Schatten.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Cobalt~.
-
- ~Light Red~ und ~Cobalt~.
-
- ~Indian Red~ und ~Cobalt~.
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Chrimson Lake~.
-
- ~Brown Madder~, dunkle Drucker.
-
-
-Haare.
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Light Red~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Sepia.~
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Sepia~.
-
- ~Vandyke Brown~ für Schatten.
-
- ~Sepia~, ~Lake~ und ~Indigo~ für Schatten.
-
-
-2. Technik.
-
-Kleine Figuren, ganz besonders aber Vieh, vermögen oft eine an sich
-vielleicht wenig ansprechende landschaftliche Darstellung sehr
-anziehend zu machen, vorausgesetzt, daß sie der Stimmung des Bildes
-angemessen sind und andrerseits mit Geschmack angebracht werden. In
-sehr romantischen Darstellungen, wie wilden Gebirgslandschaften und
-in Stimmungsbildern läßt man übrigens Staffage am besten ganz weg,
-außer allenfalls in Form eines zur Darstellung passenden Vogels oder
-sonstigen Thieres. In Studien nach der Natur sind Figuren ebenfalls
-nicht am Platze, da sie hier die Aufmerksamkeit des Beschauers von
-der Hauptsache ablenken. Unentbehrlich werden lebende Wesen aber
-in Darstellungen ländlicher Situationen. Viehgruppen aller Art,
-heimkehrende Arbeiter, Schäfer mit Hunden, Fuhrwerke etc. etc. sind
-alle geeignet, hier treffliche Verwendung zu finden; sie müssen stets
-aber so angebracht sein, daß die Darstellung in der That durch sie
-wesentlich gehoben erscheint. Mit der Staffage lebender Wesen werden
-übrigens noch andere Zwecke verfolgt, als der, Leben in die Darstellung
-zu bringen. Da alle Farben in der Natur mehr oder weniger gebrochene
-Töne zeigen, so ist das Anbringen von etwas brillanter absoluter
-Farbe in einer Landschaft nicht selten von hohem Werth, da hierdurch
-große Kraft erreicht wird, und die gewünschte Farbe läßt sich dann
-leicht an der Kleidung eines in die Darstellung passenden menschlichen
-Wesens oder auch eines Thieres anbringen. Daß auch auf diese Weise ein
-gewisser Ton durch Anbringung einer Kontrastfarbe sehr gehoben werden
-kann, dürfte der Leser wohl schon selbst erkannt haben. Eine weitere
-Anwendung einer Figur ist diejenige zur Vermittelung des Maaßstabes,
-um den Beschauer in den Stand zu setzen, sich über die wirklichen
-Größenverhältnisse, besonders diejenigen größerer Objecte, ein
-richtiges Urtheil bilden zu können. Diese Art der Verwendung erfordert
-jedoch, daß man die Figur so anbringt, daß die Absicht möglichst
-verborgen bleibt. Endlich kann man sich auch der Anbringung von
-Figuren bedienen, um eine weniger schöne oder leere Stelle des Bildes
-zu verdecken, was sehr zu empfehlen ist. Im Allgemeinen rathe ich aber
-dem Landschafter, mit Staffage sehr sparsam umzugehen, wenn nicht
-damit zu geizen, da ich häufig auf Ausstellungen Landschaftsbilder zu
-sehen Gelegenheit hatte, welche durch Staffage mit Menschenfiguren
-mehr verloren als gewonnen hatten, was zum großen Theile die an deren
-Toilette prangenden, schreienden Farben verschuldeten. Wo und wie nun
-menschliche Figuren vortheilhaft anzubringen sind, muß lediglich der
-Einsicht und dem Geschmack des Darstellers überlassen bleiben. Diese
-Einsicht und diesen Geschmack zu bilden gibt es ein sehr gutes Mittel,
-nämlich das aufmerksame Studium der Werke alter sowohl wie neuerer
-Künstler. Der Lernende suche sich hierbei darüber Rechenschaft zu
-geben, warum diese Figuren gerade so und nicht anders gruppirt sind,
-warum jene Figur an jenem Platze angebracht ist, wie das Bild ohne
-Figuren wirken würde und dergleichen mehr. Die Figuren müssen aber
-stets mit kraftvoller Farbe eingesetzt werden, damit sie zur Geltung
-kommen. Was das Zeichnen betrifft, so hüte man sich vor falschen
-Verhältnissen, besonders in den Gliedmaßen. Auf Spaziergängen skizzire
-man gelegentlich die Arbeiter in Wald und Feld in den verschiedensten
-Stellungen und Beschäftigungen, die Viehheerden, Fuhrwerke etc.
-etc. Man erhält so manche gut zu verwendende Skizze. Wo die Figuren
-ausgespart werden können, spare man aus; im gegentheiligen Falle
-zeichnet man solche nach Beendigung des Bildes mit dickem ~Chinese
-White~, welches nach dem Trocknen vorsichtig das entsprechende Colorit
-erhält. Da dieses Weiß stark deckt, so kann man es auch unter die Töne
-mischen und ohne weiße Unterlage die Figuren einsetzen, was jedoch in
-den meisten Fällen weniger zu empfehlen sein wird.
-
-Zum Schlusse noch einige Worte über Vieh, welches so häufig in
-äußerst gefälliger Weise Verwendung finden kann, und nicht selten
-dem Bilde vorzugsweise die Wirkung sichert, da Gruppen desselben oft
-den Hauptreiz ländlicher Darstellungen bilden. Sehr willkommen ist
-dem Landschafter namentlich Rindvieh, sowohl in Bezug auf Form wie
-auf Farbe, weßhalb es in Gemälden, wo es gut angebracht werden kann,
-selten vermißt wird. Da es zwischen beiden Enden der Farbenskala alle
-Uebergänge durch Gelb, Roth und Braun aufweist, bietet es günstige
-Gelegenheit sowohl zur Anwendung leuchtender Farben, wie auch zur
-Erreichung von Kontrasten. Auch Pferde leisten gute Dienste und ein
-Schimmel kann z. B. sehr vortheilhaft als Hauptlicht eines Bildes
-Verwendung finden. In zweiter Linie kommen dann Schafe und Hunde,
-welche weniger durch Farbe, als durch Formen zu wirken geeignet sind.
-Schwarze Farben hüte man sich zu kalt zu geben.
-
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-
-III. Die technische Behandlung durchgeführter Bilder.
-
-
-In den vorstehenden Angaben über Colorit und Technik habe ich nur
-einzelne Theile größerer Darstellungen behandelt. Es erübrigt daher
-noch dem Lernenden bekannt zu geben, wie bei der Ausführung eines
-vollständig durchgeführten Bildes zu verfahren ist. Der Gang der
-Arbeit ist hierbei wesentlich derselbe. Nachdem die Zeichnung
-leicht, aber bestimmt entworfen ist, wird nach Anlage des Untertons
-zunächst die Luft in Angriff genommen und möglichst vollendet. Mit dem
-Luftton übergeht man auch die Ferne, ebenso das Wasser. Während die
-verschiedenen Farbenlagen der Lüfte in Behandlung sind, gebe man die
-Lichttöne in Terrain, Gebäuden etc.
-
-Ist die Luft beendet, so stelle man die Ferne fertig. Von dieser geht
-man in den Mittelgrund über, während dessen Behandlung, welche indessen
-nicht selten mit der des Vordergrundes zusammenfällt, die Schatten
-des letzteren angelegt werden. Ist dies geschehen, so wird man in der
-Regel das Blau des Himmels oder die Schatten der Wolken etwas zu blaß
-finden, was dann noch ausgeglichen wird. Besteht die Ferne aus grünen
-Tönen oder hat man als Mittel- oder Vordergrund Wald, dessen Bäume
-sich vor der Luft abheben, so ist die Luft absolut fertig zu stellen,
-ehe man das Grün einsetzt, da alsdann breitere Farbenlagen nicht mehr
-anzubringen sind. Nunmehr beginnt man mit dem feineren Ausarbeiten.
-In der Ferne ist vielleicht hier und da etwas besser zu modelliren,
-worauf der Mittelgrund vollendet und hierauf der Vordergrund in letzte
-Behandlung kommt. Schließlich übergeht man nochmals das Ganze, um etwa
-noch fehlende Lichter anzubringen, überflüssige zu beseitigen, zu
-dunkle Stellen zu mildern, sowie überhaupt alles Störende zu entfernen.
-+Wesentlich+ ist, daß man während einer größeren Arbeit +öfter
-aufstehe+, um das Ganze von einem anderen Standpunkte aus mit einem
-Blicke zu überschauen. Mängel in Schatten und Licht machen sich dann
-leicht kenntlich.
-
-Dieses ist der Gang der Arbeit +im Allgemeinen+. Rücksichten auf
-die technische Behandlung werden je nach dem Motiv zu mancherlei
-Abweichungen veranlassen; wo solche aber nicht vorliegen, dürfte der
-angegebene Weg, selbstverständlich unter steter Berücksichtigung der
-in den einzelnen Darstellungen der Technik gegebenen Vorschriften, der
-empfehlenswertheste sein. Für weiteres hierher Gehörige, besonders in
-Bezug auf +Haltung+, +Kontrast+ und +Farbenwechsel+, was in dem Rahmen
-der Darstellung bisher nicht passend angebracht werden konnte, verweise
-ich auf das folgende Kapitel.
-
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-IV. Studien nach der Natur.
-
- ~La vue de la beauté ne produit jamais des transports pour ceux qui
- ne la connaissent pas; elle ne parle qu’aux initiés.~
-
- ~Couture.~
-
-
-Wer nach Bewältigung der bedeutenderen technischen Schwierigkeiten
-hinaus in’s Freie geht, um nach der Natur zu malen, versäume vor
-allen Dingen nicht, sich vorher wenigstens mit den Grundzügen der
-Linear-Perspektive bekannt zu machen. Wenn dieselbe auch für rein
-landschaftliche Vorwürfe kaum in Betracht kommt, so kommen doch in
-malerischen, landschaftlichen Motiven sehr häufig Architekturstücke,
-wie nicht minder Motive, und häufig sehr reizvolle vor, wo die
-Architektur Haupt-, die Landschaft Nebensache ist und welche, wenn
-ohne besondere Rücksicht auf Perspektive gezeichnet, den Beschauer,
-besonders aber den Kenner, in nicht geringem Grade beleidigen, und die
-Arbeit überhaupt werthlos machen würden. Obgleich bei sehr genauer
-Beachtung der Winkel und Linien an einfacheren architektonischen
-Motiven die Perspektive immerhin gewahrt erscheinen wird, so kommen
-hierbei doch auch andere wesentliche Dinge in Betracht, welche der
-Zeichner kennen muß, und ist somit die Aneignung der leitenden
-Gesichtspunkte der Perspektive nicht zu umgehen. Für den gewöhnlichen
-Bedarf genügt schon, wenn der Anfänger das, was er in dem „Illustrirten
-Zeichenbuch“ (Leipzig, Spamer) über diese Wissenschaft findet,
-beherzigt und sich zu eigen macht, ganz vollständig. Ein neueres sehr
-zu empfehlendes und umfassenderes Werk ist: +Hetsch+: Anleitung zum
-Studium der Perspektive. Wer aber noch weiter in dieses interessante
-Studium einzudringen für wünschenswerth erachten sollte, der wird
-in +Schreiber+: „Lehrbuch der Perspektive“, einem der anschaulichst
-geschriebenen Werke über diesen Gegenstand, alle nur irgend
-erforderliche Belehrung finden und in Folge der letzteren Vieles anders
-und richtig beurtheilen. Indessen verzweifle der Lernende nicht, wenn
-ihm einmal ein Kenner -- es gibt deren, die dies als Specialität
-treiben -- mit hochwichtiger Miene und etwas spitzem Tone eine kleine
-Versündigung gegen die Perspektive nachweist, umsoweniger als auch
-in Bildern von Malern von Profession solche kleine Schnitzer hin und
-wieder vorkommen, und auf den meisten Ausstellungen sich zahlreiche
-Vergehen gegen Perspective auffinden lassen, was aber deßwegen doch
-nicht als Entschuldigung gelten kann. Er suche daher dergleichen in
-Zukunft zu vermeiden, was durch Aufmerksamkeit und Studium nicht so
-schwierig ist. Was die sonstige Ausrüstung zum Studienmalen betrifft,
-so bedarf man, außer einem, diesem Zwecke entsprechenden, Farbenkasten
-nebst Zubehör, ein Wassergefäß, einen Feldstuhl, deren man jetzt sehr
-praktische hat, welche zusammengelegt als Spazierstock dienen, eine
-Mappe in Groß Quart Format aus starkem Pappdeckel deren innere Seite
-zugleich zur Anheftung des Papieres dient, Heftnägel, etwas Löschpapier
-und Aquarellpapier von +verschiedenem+ Format. Ich sage ausdrücklich
-von verschiedenem Format, weil Skizzen auf einem und demselben Format
-in größerer Zahl unsäglich langweilig anmuthen, wie gut sie auch sonst
-ausgeführt sein mögen und Abwechselung im Format auch aus äußeren
-Gründen vortheilhaft erscheint. Wesentlich ist ferner, das Format
-nicht zu klein zu halten, da eine freie Pinselführung bei beengtem
-Raume absolut unmöglich ist. Man theile den Bogen wenigstens in vier,
-höchstens aber in acht Theile. Größeres Format als ersteres ist aus
-verschiedenen Gründen nicht zu empfehlen. Man hat auch sogenannte
-Blockbücher, welche aber vor der Mappe keine nennenswerthen Vorzüge
-haben, dagegen an das Format binden.
-
-Zunächst wird nun der Anfänger nicht selten darüber mit sich uneinig
-sein, was er von den ihm an beliebigem Punkte vielleicht zahlreich
-zu Gebote stehenden Motiven als Gegenstand seiner Studie wählen
-soll, sowie auch die weitere Frage sich aufwerfen wird, wie viel
-von der gewählten Gegend etc. etc. zu Papier gebracht werden soll.
-Hier kann ich nur rathen: Vorerst nicht zu viel oder zu vielerlei
-und nicht allzuviel Farbe, aber nicht zu kleines Format. Wenn
-dieser Rath nun auch für den Anfang vollständig ausreicht, so wird
-in der Folge doch das Bedürfniß einer etwas bestimmteren Angabe
-hinsichtlich der einer Studie zuzumessenden Ausdehnung sich fühlbar
-machen, obgleich derjenige, welcher Geschmack besitzt oder schon
-viele bildliche Darstellungen mit Verständniß betrachtet hat, über
-das Maaß des Aufzunehmenden kaum in Verlegenheit gerathen möchte. Es
-existiren hierüber ganz spezielle Vorschriften mit genauer Angabe der
-Winkel. Es dürfte aber im Allgemeinen festzuhalten sein, immer nur
-so viel von dem Motiv innerhalb des Rahmens des Bildes zu bringen,
-als man ohne den Kopf drehen zu müssen, bequem übersehen kann, was
-als äußerste Grenze den sechsten Theil des Kreises beträgt. Weiter
-ausgedehnte Darstellungen gestalten sich zu Panoramen oder auch zu
-Zerrbildern. Nach Charles Blanc (~Grammaire des arts du dessin~) lehrt
-die Erfahrung, daß jeder Gegenstand nur dann am besten mit einem
-Blick übersehen werden kann, wenn der Abstand des Beschauers etwa das
-dreifache Maaß der größten Ausdehnung des betreffenden Objekts beträgt.
-Angenommen also, ein Fenster sei einen Meter breit, so würde im Zimmer
-bei drei Meter Abstand, die Aussicht aus diesem Fenster am besten
-mit einem Blick zu übersehen sein. Der Maler wird innerhalb dieses
-Gesichtskreises ein seinem Zwecke entsprechendes Rechteck wählen.
-Während dem Portraitmaler das aufrechtstehende Format besser zusagt,
-wird der Landschafter meist das breite Format wählen, ohne ersteres
-auszuschließen, was sogar bei architektonischen Motiven häufigere
-Verwendung findet. Das Format muss überhaupt der Darstellung angepaßt
-sein und ist besonders darauf zu sehen, daß die Hauptgruppe nicht zu
-nahe an den Rand tritt. Im Allgemeinen ist aber festzuhalten, daß die
-Längenausdehnung die Breite nicht um das Doppelte überschreiten darf.
-Eine andere Vorschrift über die äußerste Grenze der Ausdehnung der
-Zeichnung ist folgende. Vom Standpunkte aus, von welchem man die Studie
-aufnehmen will, gehe man nach einem der Mitte des Bildes entsprechenden
-Punkte, welcher den unteren Rand des Bildes gerade noch berühren soll.
-Angenommen nun, dies seien zehn Schritte, so geht man diesem letzteren
-Punkt fünf Schritte nach rechts, bezeichnet die Stelle, etwa mit einem
-eingesteckten Stock etc. etc. und verfährt in derselben Weise nach der
-linken Seite hin. Begibt man sich nunmehr auf den gewählten Standpunkt
-zurück, so kann von demselben aus alles, was von der Gegend zwischen
-die beiden bezeichneten Stellen fällt, gezeichnet werden; in der Regel
-wird man sich indessen an kleinere Dimensionen halten. Die Entfernung
-von dem zu zeichnenden Objekt soll immer etwas größer sein, als die
-größte Ausdehnung desselben. Weit ausladende Dinge, wie Bäume u. dgl.
-beanspruchen noch größere Entfernung um in richtigen Verhältnissen
-gesehen zu werden. Zu nahe an das Auge herantretende Dinge wirken
-unangenehm und auf ein fein gebildetes Auge sogar beleidigend. Zur
-Beurtheilung dessen, was im Bilde schön ist, möchte ich dem Lernenden
-die Anschaffung eines schwarzen Spiegels und zwar eines viereckigen
--- +nicht+ runden -- empfehlen. Man bekommt dieselben in den größeren
-Städten bei den Optikern, gewöhnlich in Etui und in Größen, welche
-sich ohne Unbequemlichkeit in der Tasche unterbringen lassen. Diese
-Spiegel verkleinern und kann man jedes beliebige Theil der Gegend
-darin gleichsam als Miniaturbild im Rahmen betrachten und derjenige,
-dessen Auge im sofortigen Erkennen der Schönheit landwirthschaftlicher
-Motive noch weniger geübt ist, wird durch den schwarzen Spiegel manches
-des Malens werth finden, was sich außerdem seiner Beachtung gänzlich
-entzogen hätte. Als theilweiser und billiger Ersatz dieser Spiegel
-können auch aus Pappendeckel ausgeschnittene Rähmchen dienen; die
-schwarzen Spiegel haben aber den weiteren, für Anfänger in Betracht
-kommenden Vortheil, daß sie das Detail weniger scharf hervortreten
-lassen, als es ein gutes Auge erblickt und andrerseits die Farben etwas
-abtönen. Durch diese Verminderung der Helligkeit werden bei nicht zu
-schwacher Beleuchtung zugleich die Contrastfarben lebhafter sichtbar
-und hierdurch sehr brauchbare Fingerzeige für die anzuwendenden Töne
-gewonnen. Die Schwarzspiegel besitzen indessen die unter Umständen
-störende Eigenthümlichkeit, daß sie bei bestimmter Stellung das
-polarisirte Licht nicht reflektiren, wodurch das Bild unwahr wird, und
-beispielsweise kann hierdurch bedingt ein dem Auge duftig erscheinender
-Theil der Landschaft unter gewissen Umständen sich weniger duftig, wenn
-nicht absolut klar abspiegeln, was bei dem Gebrauche dieser Spiegel
-zu beobachten ist. Um diese störenden Polarisationserscheinungen
-auszuschließen, räth W. v. Bezold in seiner Farbenlehre zur Anwendung
-eines anderen Hilfsmittels. Dies besteht darin, daß man ganz feine
-kreisrunde Oeffnungen in einem dunklen Schirm dicht vor das Auge hält
-und so den einfallenden Lichtbüschel verkleinert. Um diese Wirkung
-beliebig verstärken und abschwächen zu können, bringt man in eine
-kleine Scheibe eine Anzahl solcher Oeffnungen von verschiedenem
-Durchmesser an. Diese kleine Scheibe ist vor einer anderen Scheibe
-in der Weise drehbar, daß bald die eine bald die andere der kleinen
-Oeffnungen vor das ebenfalls durchbohrte Centrum der letzteren gebracht
-werden kann. Ein kurzes, innen geschwärztes Rohr dient dazu das
-seitliche Licht abzuhalten. Betrachtet man mit diesem dem Ocular eines
-Microscops ähnlichen Instrument eine Landschaft, so kann man durch
-Drehung der kleinen Scheibe leicht jene Oeffnung ausfindig machen,
-durch welche die Gegend die günstigste Farbenwirkung zeigt.
-
-Da bei landschaftlichen Darstellungen die Höhe des Horizonts,
-beziehungsweise der Horizontallinie von großer Wichtigkeit ist und
-bestimmten Gesetzen unterliegt, so will ich zur oberflächlichen
-Orientirung des Anfängers anführen, daß dessen Höhe von der Art
-des Terrains, wie nicht minder von dem Standpunkte des Zeichners
-abhängig ist. Ist die Gegend mehr oder weniger eben und nimmt auch der
-Zeichner keinen wesentlich höheren Standpunkt ein, so kann die Linie
-des Horizonts etwa das untere Fünftel bis zu höchstens einem Viertel
-der für das Bild bestimmten Fläche einschließen. Ist das Terrain
-aber wellenförmig oder zeichnet man von den unteren Fenstern eines
-Hauses, von einem Wagen oder ähnlichen mäßig erhöhten Punkte aus, so
-kann der Horizont das untere Drittel einschließen. Ist endlich die
-Gegend gebirgig und etwa ein See vorhanden, oder ist der Standpunkt
-ein hoch gelegener, in welchem Falle darauf zu achten ist, daß nicht
-Theile der Ferne von nahe gelegenen Gegenständen verdeckt werden,
-so kann die Horizontallinie bis in die Hälfte des Bildes steigen. Es
-ist alsdann aber wünschenswerth, diese Grenze nicht, oder wenigstens
-nicht wesentlich zu übersteigen, da in solchem Falle eine Ansicht
-aus der Vogelperspektive entstehen würde. Hat man die Höhe der
-Horizontallinie durch eine zarte Linie angedeutet, so beginne man mit
-dem Zeichnen vom Mittelpunkt am Horizont aus und von da nach links und
-rechts. Vielleicht erscheint eine noch etwas eingehendere Darstellung
-wünschenswerth.
-
-Das Studium des Horizonts bietet im Allgemeinen bei anscheinend
-größter Einfachheit dennoch mancherlei Schwieriges, was durch
-gewissenhaftes Zeichnen nach der Natur am besten überwunden werden
-kann. Die Bestimmung des Horizonts auf dem anzufertigenden Bilde
-ist die erste Aufgabe des Zeichners. Das Hinaufrücken des Horizonts
-macht das Bild lebendiger und unruhiger, das Senken desselben macht
-ruhiger, manchmal aber auch monoton. Der Horizont wird mittelst einer
-durch die Bildfläche gezogenen, wagerechten Linie bestimmt. In der
-Landschaft unterliegt seine Anordnung in der Regel keiner besonderen
-Schwierigkeit. In den meisten Fällen befindet er sich zwischen dem
-ersten und zweiten Viertel der Bildhöhe, doch haben einige bedeutende
-niederländische Landschafter, bei Seeufern und Wasserflächen, denselben
-auf ein Fünftel der Bildhöhe herabgedrückt. Bei reizloser Ferne, aber
-schönem Vordergrund ist dies allerdings sehr wünschenswerth, aber eine
-derartige Auffassung erfordert sorgfältigstes Detail im Vordergrund
-und brillante Technik. Das bewegte Meer erfordert etwas höheren
-Horizont, etwa drei Zehntel der Bildhöhe (auch ein wenig höher). --
-Von diesem Punkte aber bis zur Bildhälfte erfordert jede Bestimmung der
-Horizont-Linie reifliche Erwägung. Ist der Horizont von zwei Zehntel
-mit einer Parterreaussicht zu vergleichen, so kann drei Zehntel die
-Aussicht aus dem ersten und vier Zehntel die aus dem zweiten Stocke
-eines Hauses repräsentiren und kann demgemäß das Bild durch die Wahl
-je nach Umständen sehr gewinnen oder sehr verlieren. Die Mehrzahl der
-Niederländer (Rubens) bewegen sich übrigens zwischen drei und vier
-Zehntel der Bildhöhe, während Italiener und Franzosen, so Carracci,
-Poussin, Claude Lorrain, G. Dughet und andere durchschnittlich sich
-ein wenig höher hielten, bis etwa gut vier Zehntel. Ein das Bild
-halbirender Horizont würde in der Ebene oder für das Seeufer höchst
-ungünstig wirken, gestattet aber Anwendung im Hochgebirge, überhaupt
-da, wo die Gegenstände über das beschauende Auge hinaufreichen.
-
-Nur wenige Maler sind über diese Linie hinausgegangen und zwar
-Saftleven welcher in seinen aus bedeutenden Höhen aufgenommenen
-Rheingegenden den Horizont bis in das sechste Zehntel der Bildhöhe
-hinaufgerückt hat, und Salvator Rosa, welcher in seinen wild grotesken
-Landschaften sogar das siebente Zehntel erreicht hat. Ueber diesen
-Punkt scheint bis jetzt kein Meister der Landschaft gelangt zu sein,
-doch ist derselbe in neuerer Zeit für Schluchten, Wasserfälle und
-etwas abenteuerliche Formen hier und da wieder aufgenommen worden,
-während jedoch im Allgemeinen die Landschafter der Jetztzeit ziemlich
-übereinstimmend den Horizont nach der Weise der Niederländer legen.
-
-Ganz anders verhält es sich im Stillleben. Hier kommt es darauf an,
-die dargestellten Gegenstände mehr unter die Augen zu bringen und wird
-deßhalb der Horizont bei derartigen Darstellungen seit Rubens in das
-+obere+ Viertel der Bildhöhe gelegt.
-
-Im Portrait, Genre und Historienbild gestaltet sich die Bestimmung des
-Horizonts schwieriger, weßhalb auch die Auffassung hier selbst unter
-bedeutenden Künstlern eine mehr oder weniger verschiedene ist. Was
-das Portrait, und speziell das Brustbild betrifft, so haben Rafael
-und nach ihm Holbein, Van Dyck und andere deutsche Maler den Horizont
-in die +Schulterhöhe+ gelegt, während die Venetianer durchweg den
-Augenpunkt tiefer, nämlich etwas unter die Brusthöhe gelegt haben, was
-ihren Portraits eine sehr energische Wirkung verleiht. Im Kniestück
-dagegen wird von den Heroen der Malerei, den Venetianern, welche diese
-Form hauptsächlich pflegten, wie von Rubens, Rembrandt und Velasquez
-ziemlich übereinstimmend der Horizont in die Höhe des Ellenbogens
-gelegt.
-
-Die Behandlung des Portrait in ganzer Figur ist insoferne mißlich, als
-aus perspektivischen Rücksichten die +genaue+ Höhe der Figur nicht
-gegeben werden kann, indem bei geometrisch richtigem Auftrag sich die
-Vorsprünge der Füße und des Kinnes perspektivisch der Gesammtlänge
-zulegen, und etwas Fremdartiges, an’s Kolossale streifendes, wenn auch
-großartiges Ansehen verleihen, was die betreffenden Darstellungen
-der Venetianer bestätigen. Van Dyck umging diese Unannehmlichkeit,
-indem er die Figuren etwas verkleinerte, den Horizont etwas unter
-die Mitte des Körpers legte, und die Gestalten so darstellte, als
-stünden solche auf einem Podium, eine Auffassung, welche mehr Anhänger
-gefunden hat, als die Darstellungen der Italiener. In den statuarischen
-Gestalten Michel Angelo’s in der Sixtina, hat derselbe, wie auch in
-den übrigen Deckengemälden, einen sehr tiefen, manchmal bis an die
-Grundlinie herabgerückten Horizont gewählt. Was das Historienbild
-anlangt, so hat Rafael in seinen Fresken im Vatikan durchschnittlich
-den Horizont in vier Zehntel Höhe gelegt, was +im Allgemeinen+ als
-maßgebend gelten kann. Paul Veronese nahm auf seinen Prunkbildern
-zwei Horizonte an, einen für die Decke und einen für den Fußboden,
-welche er um ein Drittel einer Figuren-Länge auseinanderhielt, aber
-so, daß die Augenpunkte beider in +einer+ Vertikalen lagen. Durch
-+vollständige+ Ausfüllung des Mittelgrundes mit Figuren ist dieser
-Betrug sehr schwer zu sehen und kann erst durch Anlage von Linealen
-konstatirt werden. Rubens wechselt bezüglich der Lage des Horizonts
-und hat sich zwischen dem tiefsten Horizont bis zu seinem höchsten,
-welcher etwa sechs Zehntel der Bildhöhe beträgt, abwechselnd bewegt.
-Letzteren wählte er häufig bei sehr lebendigen Darstellungen. Rembrandt
-hat sich in dieser Beziehung ebenfalls an keine Regel gehalten und
-alle Lagen des Horizontes durch angewendet, während Rubens Nachfolger,
-Teniers, Ostade, Terburg, Mieris, und andere mehr den hohen Horizont
-kultivirten, und denselben häufig etwas über die Mittellinie
-hinaufrückten. Correggio endlich legte in seinen Kuppelbildern sowohl
-Horizont, wie Augenpunkt in den Scheitelpunkt des Gewölbes, die
-sogenannte Froschperspektive, bei welcher die Ansicht so erscheint,
-wie sie sich dem auf dem Rücken liegenden und in den geöffneten Himmel
-blickenden Beschauer darstellen würde, eine Auffassungsweise welche
-ungeheuren Beifall fand, aber trotz ihrer wissenschaftlichen Begründung
-dennoch vielfältig abfällig beurtheilt worden ist.
-
-Was man überhaupt zur Studie wählt, zeichne man stets von der
-charakteristischsten Seite, d. h. von einem Punkte aus, welcher
-die wesentlichsten oder malerischsten Seiten des Motivs und die
-harmonischsten Linien bietet. Der Anfänger ist sodann, besonders bei
-scharfem Auge, darauf aufmerksam zu machen, nicht zu sehr in das Detail
-einzugehen. Bei schwächerem Gesicht kommt dies weniger in Betracht. Wer
-aber sehr scharf sieht, der gewöhne sich nur soviel zu geben, als er
-ohne Anstrengung mit leichtem Blinzeln sehen kann, was nicht allein für
-die Zeichnung, sondern auch, ganz besonders in den späteren Stadien,
-für die Farbe gilt.
-
-In vielen Fällen wird der Anfänger bei seinen ersten Studien nach
-der Natur sich in Betreff seiner Leistungen recht wenig befriedigt
-fühlen, selbst wenn er schon recht lobenswerthe Copien nach Gemälden
-zu Stande gebracht und sich auch jetzt große Mühe gegeben hat. Diese
-Studien werden in der Regel eigenthümlich zahm und flau ausfallen. Es
-rührt die unerfreuliche Wirkung theilweise daher, daß der Lernende
-noch wenig an das richtige Sehen gewohnt ist, und sich vielfach von
-seiner persönlichen Kenntniß mancher Localfarben hat leiten lassen,
-theilweise daher, daß er viele Farbentöne geringerer Dimensionen, sogar
-vielleicht zahlreiche Contraste in Licht und Schatten ganz übersehen,
-oder mindestens unbeachtet gelassen hat, theilweise endlich auf der
-Unkenntniß verschiedener bei der Composition in Betracht kommender
-Dinge. Die Bilder, welche er seither kopirte, hatten diese Mängel,
-besonders die zuletzt angezogenen nicht, weil die Maler der Originale
-recht gut wußten, warum sie diese oder jene Farbe angebracht hatten,
-oder warum sie hier dunkle Massen und dort helle Lichter scheinbar
-absichtslos eingesetzt hatten.
-
-Da das Sehen theils auf sinnlichen, theils auf geistigen Thätigkeiten
-beruht, so bedarf es nicht unbedeutender Aufmerksamkeit, um diese
-verschiedenen Eindrücke zu trennen, weßhalb sich alle Anfänger in
-ihren Erstlingsstudien durch Nichtbeachtung dieser Verhältnisse
-kenntlich machen. Ganz derselben Erscheinung begegnen wir in den
-Darstellungen des Mittelalters, auf dessen Landschaften zahlreiche
-Dinge verzeichnet sind, welche von dem Standpunkt des Künstlers gar
-nicht gesehen werden konnten, von deren Dasein aber derselbe Kenntniß
-hatte. Aus der Liebhaberei solche Dinge darzustellen, entstand die
-in den Bildern jener Zeiten so häufige Vogelperspektive, sowie die
-überhöhten Berge, Burgen und Thürme etc. etc. Abgesehen von diesem
-Punkte täuscht sich der Anfänger aber auch in sehr bedenklicher Weise
-in Bezug auf den Sättigungsgrad der Farbe, weßhalb er geneigt ist, alle
-Dinge, deren Farben er kennt, ohne Rücksicht auf die Entfernung in
-deren Lokalfarbe wiederzugeben, oder in anderen Worten ohne Rücksicht
-auf die Luftperspektive, nur mit Hilfe des Gedächtnisses zu malen.
-Der Anfänger muß daher alle Erinnerungen an Lokalfarben zu meiden
-suchen und vielmehr seine Bestrebungen darauf richten, den verlangten
-Ton gleich zu sehen. Aber auch für die nächste Nähe gilt es richtig
-sehen zu lernen und nicht die Veränderungen zu ignoriren, welche die
-Lokalfarben durch Schatten, eigenthümliche Beleuchtung, Reflexlichter
-etc. etc. erlitten haben. Wie früher erwähnt, bewahrt der schwarze
-Spiegel vor Täuschungen dieser Art, allein es kommt nun noch eine
-Reihe anderer Täuschungen in Betracht, welche aus der Contrastwirkung
-resultiren. Der Maler muß sich aber mit diesen letzteren so vertraut
-machen, daß er sowohl die Einflüsse derselben in der Landschaft etc.
-sofort zu erkennen, so wie andererseits sich derselben bei der Arbeit
-behufs Erzeugung gewisser Effekte zu bedienen im Stande ist. Ein heller
-von der untergehenden Sonne beschienener Felsen wird sich dem Beschauer
-als orangefarbig mit tiefen blauen Schatten bemerkbar machen, und ohne
-Berücksichtigung der Contrastwirkung wird der Skizzirende jedenfalls
-die beleuchteten Theile zu gelb und die im Schatten liegenden zu
-blau halten, was hart und unwahr wirkt. Dies rührt daher, daß der
-Unterschied der beiden Farben durch Contrastwirkung ohnehin schon
-vergrößert ist, und werden die Farben nunmehr unter diesem Einflusse
-zu Papier gebracht, so wird der Contrast durch die bereits verstärkte
-Farbengebung abermals bedeutend vergrößert.
-
-In ersten Studien ist häufig die Ferne zu grün, zu braun oder zu
-detaillirt, während der Mittel- und Vordergrund schwach und matt
-in Farbe sind. Nehmen wir an, die Studie repräsentire eine graue
-Felsenpartie. Die Felsen sind allerdings grau, aber bei aufmerksamer
-Betrachtung zeigt die Natur nicht ein eintöniges Grau, sondern noch
-viele andere, mitunter recht warme Farbentöne, welche ganz übersehen
-worden sind. Die umgebende Vegetation ist zwar grün, aber von weit
-größerer Verschiedenheit im Ton, und auf einem Baumstamme sind die
-verschiedensten Farbentöne, so wie vielleicht die hellen Lichter
-ebenfalls übersehen. Dasselbe gilt wahrscheinlich vom Wege. Die Ferne
-ist deßhalb zu grün gerathen, weil der Anfänger mehr seiner Kenntniß
-der Farbe des Laubes als seinem Auge gefolgt sein wird etc. etc. Vor
-allen Dingen muß der Lernende sich daher daran gewöhnen, +richtig+
-zu +sehen+ und andrerseits lernen, etwas mehr die +Kunst+ zu Hülfe
-zu nehmen. Der Glanz des Lichts ist mit den uns zu Gebot stehenden
-Farben nicht zu erreichen, weßhalb wir das, was uns in dieser Richtung
-abgeht, durch künstliche Mittel und Effekte, namentlich durch kräftige
-Farbenwirkung auszugleichen suchen müssen. Wer mit diesen Mitteln
-vertraut ist, vermag dann, durch Einsetzen einiger Effekte, aus
-einer vielleicht recht faden Skizze ein des Ansehens werthes Bild zu
-schaffen. Theaterdekorationen beruhen lediglich auf derartigen Effekten
-und aufmerksame Betrachtung derselben kann dem Beschauer manchen Wink
-für seine Studien geben, da sie breit, sehr breit behandelt sind,
-Vollendung, welche hier ganz überflüssig wäre, nicht anstreben und
-bei dem großen Maßstabe den Effekt gleichsam zergliedert vorführen.
-Ein aufmerksamer Beschauer wird bald die Bedeutung der einzelnen
-Pinselstriche zu würdigen wissen und sich hierdurch vielleicht zu
-künftiger entschiedener Pinselführung veranlaßt fühlen. Außerdem kommt
-hierbei noch die Fernwirkung in Betracht, da die fehlenden Uebergänge,
-ganz ähnlich wie bei den Tapeten, durch das Auge des Beschauers ersetzt
-werden, und was in nächster Nähe vielleicht als unverständliche
-Combination von Farbenklexen erscheint, gestaltet sich beim
-Zurücktreten nicht selten zu geschmackvoller Modellirung. Ich mache bei
-dieser Gelegenheit auch ausdrücklich darauf aufmerksam, daß +äußere
-Glätte+ und +Vollendung+ ganz verschiedene Dinge sind, was nicht selten
-von Anfängern ganz anders aufgefaßt wird. Betrachten wir ein Gemälde
-von höchster Vollendung -- letzteres Wort im Sinne des gewöhnlichen
-Sprachgebrauches genommen -- durch ein Vergrößerungsglas, so haben
-wir ebenfalls nur Klexe vor Augen. Die wahre Vollendung beruht daher
-nicht auf der äußerlichen Glätte, sondern vielmehr auf gleichförmiger
-wirkungsvoller Behandlung des Ganzen. Ist diese erreicht, so kann
-ein Bild durch weiteres Künsteln und Glätten nur verlieren, eben so
-wie eine Dekoration verlieren würde, wenn man, statt die einzelnen
-Töne bestimmt und kühn zu geben, solche weicher halten wollte, was an
-ängstlich gemalten Scenerien dieser Art leicht zu sehen ist.
-
-Bei dem Malen nach der Natur verhält es sich ganz ähnlich. Eine
-kühne Hand gibt sofort die Hauptsachen, da man im Freien zu einer
-sanften Verschmelzung der Töne keine Zeit hat. Wenn aber auch selbst
-genügende Zeit zur Verfügung stünde, so würde eine feinere Ausarbeitung
-der Skizze dennoch nicht so wirkungsvoll ausfallen, als die etwas
-rohere, kühnere Behandlung. Ueberhaupt sieht man bei der Skizze von
-jener sorgfältigeren Ausführung um so mehr gänzlich ab, als der
-Zweck der Skizze lediglich der ist, für künftige Arbeiten zu Hause
-eine zuverlässige Grundlage zu besitzen. Sie verlangt daher nur die
-+frische+, +kraftvolle+ Wiedergabe der Natur.
-
-Die Farbe einer landschaftlichen Studie ist in hohem Grade, besonders
-aber in Rücksicht auf die Ferne, von dem Zustand der Atmosphäre
-abhängig. Im mittleren und nördlichen Europa ist die Luft stets mehr
-oder weniger mit Wasserdämpfen (Duft, Nebel, Wolken) geschwängert,
-welche die Ferne als mehr oder weniger dichter Schleier verhüllen,
-und den durch sie gesehenen Gegenständen ihre Farbe mittheilen.
-In Südeuropa und südlicheren Gegenden überhaupt, wo dies in weit
-geringerem Grade der Fall ist, erscheinen daher ferne Gegenstände
-fast ebenso deutlich wie ganz nahe, und der Hauptunterschied liegt
-nur in der geringeren Größe der ersteren. Die Wirkung der Luft
-im Allgemeinen läßt sich schon sehr deutlich an einem größeren
-Wiesengrunde beobachten, dessen Grün mit zunehmender Entfernung immer
-blauer im Ton wird; ebenso im Vergleich naher Bäume derselben Art mit
-ferneren, indem das Grün der letzteren stets um mehrere Grade blauer
-sein wird. Diese Wirkung der Luft hat der Anfänger ganz vorzugsweise
-zu beachten und bei Betrachtung fernerer Gegenstände rathe ich
-die Lokalfarbe derselben ganz zu vergessen, da überdies auch die
-verschiedene Beleuchtung durch die Sonne weitere Farbenunterschiede
-bedingt, welche von den Lokalfarben mehr oder minder abweichen. Die
-beständige Aufmerksamkeit auf diesen ewigen Wechsel in Sichtbarkeit
-und Farbe der Gegenstände, je nach Stand der Sonne und Dichtigkeit
-der Atmosphäre, wird dem Lernenden sehr bald ein richtiges Gefühl für
-Farbe vermitteln und ihn in den Stand setzen, sich vollkommen auf sein
-Auge verlassen zu können. Vorzugsweise empfehlenswerth für das Studium
-sind Stimmungen +großer Harmonie+ in Farben und Luft und solche, wo
-breite Massen kalter und warmer Töne, also +kräftige Contraste+, der
-Gegend größeres Interesse verleihen. Eine sonst vielleicht sehr wenig
-ansprechende landschaftliche Darstellung kann in letzterem Falle
-ungemein wirkungsvoll werden.
-
-Da es uns, wie bereits erwähnt, versagt ist, den Glanz des Lichts
-erreichen zu können, so müssen wir, um einer annähernden Darstellung
-desselben zu Hülfe zu kommen, uns künstlicher Mittel bedienen. Welcher
-Art diese Mittel sind, wird im weiteren Verlaufe dieser Darstellung
-deutlicher werden.
-
-Ist die Skizze gezeichnet, so ist über Luft sowohl als alles Andere ein
-entsprechender Ton zu legen, damit das weiße Papier, mit Ausnahme der
-hellsten Lichter in Luft und Vordergrund, möglichst rasch beseitigt
-wird, wobei man, um kühnere Wirkung zu erzielen und das Trocknen nicht
-zu erschweren, nicht zu viel Wasser anwende. Ist dies geschehen, so
-beendet man die Luft und stellt dann die verschiedenen Grade der Ferne
-fest, worauf man nach und nach in die positivere Farbe des Mittel-
-und Vordergrundes übergeht. Zunächst sind dann Halbschatten und
-Schatten einzusetzen, sowie das Detail zu markiren. Die Farbe setzt
-man kühn, nicht scheu mit dem Pinsel hin und her fahrend, und gleich
-möglichst im richtigen Ton ein, damit man nachträglich nicht zuviel zu
-verbessern braucht und halte außerdem den Pinsel stets gefüllt, damit
-die Töne klar bleiben. Ist ein Auftrag etwas zu kräftig oder zu dunkel
-ausgefallen, so lasse man sich nicht verleiten, daran herum zu bessern,
-da dies in der Regel weit mehr schadet als nützt, abgesehen davon, daß
-die Farbe immer beim Trocknen heller wird, und die scheinbare Tiefe
-außerdem durch die weiteren Töne der Umgebung, welche noch fehlen, sehr
-gemildert wird. Furchtsames Zögern in der Farbengebung ist den Skizzen
-überhaupt weit verderblicher als etwas zu kräftiges Colorit, weßhalb
-man sich vor dem Auftrag kräftiger Farbentöne nicht zu sehr scheue.
-Wirkt dennoch ein Ton zu stark, so suche man künftig allzugroße Kraft
-zu vermeiden, vermeide aber alle Versuche zu Verbesserung und beherzige
-nochmals, daß ein etwas zu roher Effekt weniger verderblich auf die
-Skizze wirkt, als flaue Färbung, und daß scheues Zögern niemals kühne
-Behandlung und entschiedene Pinselführung aufkommen läßt. Besonders
-achte man auch darauf, die Ränder der Töne nicht mehr zu übergehen, da
-sonst das Luftige Schaden nimmt, sowie darauf, daß nie ein Ton wieder
-berührt werden darf, bevor er getrocknet ist, da er sonst trüb und
-unansehnlich wirkt. Ueberhaupt halte man alle Lichttöne stets +sehr
-rein+ und +hell+. Reinheit ist später nicht leicht mehr herzustellen,
-dagegen läßt sich ein zu heller Ton dunkler stimmen, nicht aber ein
-zu dunkler heller. Dicke Farbe wende man erst bei Beendigung und nach
-Herstellung der allgemeinen Effekte an. Im Allgemeinen übereile man
-sich nicht zu sehr, sondern nehme sich Zeit. Unter zwei Stunden läßt
-sich überhaupt nichts des Ansehens werthes zu Stande bringen und hat
-man nicht so viel Zeit, so begnüge man sich mit einer Bleistiftskizze,
-suche auch auf gelegentlichen Spaziergängen packende Effekte und schöne
-Linien immer zu skizziren. Schnell vorübereilende Effekte, besonders
-in der Beleuchtung, ist man gezwungen aus dem Gedächtnisse zu malen,
-weßhalb solche sehr genau zu beobachten sind.
-
-Um solche mitunter sehr packenden Farben- und Licht-Effekte zu
-skizziren, empfiehlt es sich sehr, eine ganz flüchtige Disposition der
-Gegend nach den Hauptmassen zu skizziren und die Haupttöne in Luft,
-Ferne, Wasser etc. etc. mit Bleistift hinzuschreiben, z. B. Luft:
-~Lamp Black~, und ~Light Red~ -- ~Indigo~ und ~Indian Red~ -- Wald des
-Mittelgrundes: ~Indian Yellow~ und ~Purple Madder~ -- ~French Blue~,
-~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~ -- Wasser: ~French Blue~ und
-~Cadmium~ etc. etc. etc. Solche Notizen dienen dann, solche Effekte zu
-Hause auszuarbeiten, sie erfordern aber Kenntniß der Mischungen und
-zwar sehr genaue und empfiehlt sich, auf Spaziergängen die Töne der
-Landschaft öfter mit den obenerwähnten Farbentabellen zu vergleichen,
-wodurch man bald in den Stand gesetzt wird, selbst feine Nüancen in
-den verschiedensten Tönen sofort beurtheilen zu lernen. Hat man diese
-Fähigkeit, die Töne gleichsam geläufig zu lesen, erworben, so ist dies
-vielfach da von Vortheil, wo man keine Zeit hatte oder sonst gehindert
-war, eine nette Farbenstudie auszuführen oder zu beenden.
-
-Was den Gesammtton der Studie betrifft, so ist in der Regel der
-Vordergrund blasser zu halten, als die übrigen Theile des Bildes und
-muß derselbe mehr absolute Lichter zeigen, obgleich die Schatten tief
-und scharf sein können, wodurch dann das blasse Licht noch mehr gehoben
-und dem Bilde eine bedeutende Frische gesichert wird. Für die positiven
-Lichter des Vordergrundes verwende man, wo es irgend angeht, das weiße
-Papier, da hierdurch Glanz verliehen und Zeit gespart wird, und da die
-Lichter in Ferne und Mittelgrund farbig sind, so treten die weißen auch
-um so kühner heraus.
-
-Jedes Bild, welches glanzvoll wirken soll, muß überhaupt beide
-Endpunkte der Farbenskala, +tiefsten Schatten+ wie +höchstes Licht+
-umfassen, zwischen welchen Gegensätzen größere oder geringere Abstände
-herrschen können.
-
-Den Mittelgrund halte man möglichst tief im Ton, da er den
-Hauptschatten repräsentirt, wie der Himmel das Hauptlicht. Die im
-Mittelgrunde vorkommenden Linien seien auch möglichst horizontal, um
-das Zurücktreten zu begünstigen. Da aber umfangreiche Schattenmassen
-Schwere verursachen, so ist es nothwendig, einige Gegenstände
-anzubringen, welche den allgemeinen Schatten des Mittelgrundes an
-Tiefe des Tons überbieten. In dem geschickten Anbringen solcher
-Gegenstände dokumentirt sich nun der Grad der Geschicklichkeit des
-Darstellenden, und ein wenig Erfahrung wird den Anfänger bald in den
-Stand setzen, zu beurtheilen, wo sich diese dunkeln Stellen befinden
-müssen. Um demselben einen wichtigen Anhaltspunkt zu geben, will ich
-übrigens hier bemerken, wo diese dunkeln Punkte vorzugsweise +nicht+
-angebracht werden dürfen, nämlich nicht im Mittelpunkt des Bildes und
-nicht gleichweit von zwei sonst hervorragenden Abtheilungen desselben
-entfernt. Die Wahl der Gegenstände, Felsen, Figuren etc. etc., in deren
-Formen man solche dunkle Punkte anbringt, muß natürlich dem Geschmacke
-des Darstellers überlassen bleiben. Hier und da kann man sich auch
-damit helfen, daß man dem Inneren eines Schattens eine bedeutende Tiefe
-ertheilt, aber die dunkle Stelle muß unter allen Umständen da sein und
-kann nicht leicht entbehrt werden.
-
-Verschiedene Lichteffekte sind häufig ganz zufällige und
-unbeabsichtigte Resultate der bei der ersten Anlage in verschiedener
-Weise in einander laufenden Töne, und je nach Form etc. solcher
-Lichter, kann man sich derselben nicht selten, besonders in der Ferne,
-in sehr günstiger Weise zur Modellirung des Terrains, Darstellung von
-Feldern etc. bedienen.
-
-Ein anderer sehr wichtiger Punkt ist das Anbringen von +Contrasten+ in
-der Farbe. Kraft der Darstellung beruht nämlich nicht ausschließlich
-auf der Anwendung starker oder lebhafter Farbentöne, sondern häufig nur
-auf geeigneten Farbencombinationen und Contrasten, wobei bemerkt werden
-möge, daß Kraft im Vordergrunde die Ferne luftiger macht. Sind z. B.
-die Lichttöne der Ferne gelb und warm, so müssen im Vordergrunde blaue
-Töne angebracht werden; sind aber die Lichter kalt, so machen rothe
-und gelbe Töne im Vordergrunde die Ferne luftig. Derartige Contraste
-sind jedoch nicht überall anzubringen, so z. B. nicht bei früher
-Morgenbeleuchtung oder nach Sonnenuntergang, da hier die Kraft mehr von
-Licht und Schatten als von der Farbe abhängig ist.
-
-Vergegenwärtigen wir uns einige Contrast-Wirkungen. Bringt man eine
-Farbe neben eine andere, so wird erstere scheinbar so verändert, als
-ob ihr etwas von der Complementärfarbe der zweiten beigemischt wäre.
-Näher stehende Töne bringen jedoch größere Aenderungen hervor als
-ferner stehende, und die +räumlich+ schwächer vertretene Farbe wird
-vorzugsweise oder ausschließlich verändert. Kältere Farben machen eine
-neben ihnen stehende Farbe wärmer, wärmere machen eine solche kälter.
-
-Wenig gesättigte, d. h. blasse, gebrochene und dunklere Farben,
-zeigen lebhaftere Contrasterscheinungen als satte Farben. Auch kleine
-Unterschiede in dem Grade der Helligkeit bringen sehr erfolgreiche
-Contrastwirkungen hervor.
-
-Die vortheilhafte Verwerthung der Contraste kommt in ganz besonderer
-Weise dem componirenden Maler zu Statten. Hier muß die ganze
-Composition in coloristischer Hinsicht mit Rücksicht auf den Contrast
-aufgebaut sein und die Farben wie auch theilweise die Formen müssen
-so gewählt werden, daß sie sich zur Erreichung der beabsichtigten
-Wirkung gegenseitig unterstützen, und beruhen Gemälde in gutem Colorit
-hauptsächlich auf einer durchdachten, mit der ganzen Composition eng
-verbundenen Zusammenstellung der Farben. Mit den einfachsten grauen
-oder bräunlichen Tönen lassen sich in solchen Zusammenstellungen nicht
-selten äußerst glänzende Wirkungen erreichen, da diese Töne gerade zu
-den auffallendsten Contrasterscheinungen Anlaß geben.
-
-Zur vortheilhaften Verwerthung der Contrastwirkungen ist es in erster
-Linie zu empfehlen, die Gegensätze von Hell und Dunkel in das richtige
-Verhältniß zu bringen, d. h. das kräftigere Licht auf kleinere Räume
-zu concentriren und dafür die Schatten über um so größere Flächen zu
-legen. Vorherrschendes Licht und sehr wenig Schatten wirkt selten
-günstig, weßwegen der Maler für seine Skizzen die Mittagsstunde meidet.
-Der ungleiche Grad der Helligkeit, also der Contrast zwischen Hell
-und Dunkel ist andererseits das wirksamste Mittel, um die einzelnen
-Theile eines Bildes von einander abzuheben. Er bildet die Grundlage der
-Modellirung, welche letztere auf dreierlei Arten erreicht wird. Diese
-drei Methoden deren man sich bedient, um einen Gegenstand im Bilde von
-seinem Grund abzuheben, sind folgende:
-
-1. Man behandelt den Gegenstand als Silhouette, d. h. man setzt ihn
-dunkel auf hellen Grund oder auch umgekehrt auf. Dieser Fall kommt sehr
-häufig besonders in Ferne und Mittelgrund der Landschaft vor.
-
-2. Man malt die hellen Partien des näheren Gegenstandes
-heller, die Schatten aber dunkler als den Grund, hält also die
-Helligkeitsunterschiede (d. h. die Unterschiede zwischen Licht und
-Schatten) größer als beim Grunde. Dieser Fall kommt in allen Bildern
-vor; der Anfänger muß sich jedoch besonders in Ferne und Mittelgrund
-hüten, die Helligkeitsunterschiede zu stark, denen des Vordergrunds
-ähnlich und dann in hohem Grade störend und beleidigend wirken, wieder
-zu geben.
-
-3. Man stellt die Lichtseiten des Gegenstandes auf dunklen, die
-Schattenseiten aber auf hellen Grund. Diese Methode ist besonders im
-Verein mit der zweiten sehr wirksam und vorzugsweise für Gegenstände
-des Vordergrundes geeignet. In den Gemälden der Niederländischen Schule
-des 17. Jahrhunderts findet man sie in ausgiebiger Weise in Anwendung
-gebracht.
-
-Die hier dargelegten Grundsätze der Modellirung waren in den ersten
-Jahrzehnten unseres Jahrhunderts fast gänzlich verloren und rührt das
-erwachte Verständniß für dieselben erst aus den späteren Dezennien.
-
-Durch die Theilung der Farben in +kalte+ und +warme+ wird ebenfalls die
-Modellirung in wirksamer Weise unterstützt. Diese Contraste von warmer
-und kalter Farbe werden nun in ähnlicher Weise verwerthet wie die von
-heller und dunkler. Dem Prinzip der Silhouette entspricht hier ein warm
-gehaltener Gegenstand auf kaltem Grund, oder umgekehrt ein kalter auf
-warmem Grund.
-
-Dem zweiten Satz folgt man, wenn man dem Grunde einen neutralen Ton
-gibt, während man den näheren Gegenstand in seinen warmen Partien
-wärmer, in seinen kalten kälter hält als den Grund.
-
-Endlich kann man auch dem dritten Satz entsprechend Objekt und Grund
-in entgegengesetzter Richtung abtönen, so daß die kältere Seite des
-Objektes sich von der wärmeren des Grundes abhebt und vice versa.
-Auch hierbei sind größere Differenzen im Ton bei näher gelegenen
-Gegenständen, wie sie einer gleichzeitigen Verwerthung des zweiten
-Prinzipes entsprechen, nicht ausgeschlossen.
-
-Uebrigens behalte man bei Anwendung der verschiedenen hier entwickelten
-Methoden immer im Auge, daß bei kleinen Unterschieden im Tone, die
-scheinbare Verschiebung in der Farbenreihe eine viel größere sein kann,
-als bei bedeutenden, und daß man in der Benützung solch kleiner Nüancen
-ein Mittel von großer Kraft besitzt.
-
-Das durch diese verschiedenen künstlichen Mittel erzielte kräftige
-malerische Relief kann durch einfache Wiedergabe der Dinge in den
-Farben in denen sie sich gerade zeigen, in den meisten Fällen nicht so
-glücklich erzielt werden, weil der Eindruck des Körperlichen in der
-Natur, nicht allein von Farbe, Licht und Schatten, sondern auch ganz
-besonders von der +gemeinschaftlichen Thätigkeit beider Augen+, wie das
-Stereoscop beweist, abhängig ist. Bei Betrachtung eines Gemäldes wirkt
-diese Thätigkeit nun gerade in entgegengesetzter Richtung, woher es
-rührt, daß Bilder plastischer erscheinen, wenn man ein Auge schließt,
-weil hierdurch dieser störende Einfluß beseitigt wird. Da nun der
-Maler nicht im Stande ist, dieser gemeinschaftlichen Thätigkeit der
-Augen gerecht zu werden, so muß er alle Momente welche zur Erzielung
-der Illusion des Körperlichen erforderlich sind, in ausgedehnterem
-Maaße anwenden. Er muß namentlich die Contrastwirkung etwas höher
-steigern, wozu besonders der schwarze Spiegel behülflich ist, welcher
-ihn befähigt, jene Helligkeit zu erzielen, bei welcher sich die
-Contrastfarben am stärksten zeigen. Bei Unzulänglichkeit der Palette
-für Helligkeitsdifferenzen, hellste Lichter und Weiß, kann er nur durch
-geschickte Benutzung der Contrastwirkungen diese Unterschiede scheinbar
-vergrößern.
-
-Man sieht daher, daß die Mittel des Malers sehr verschieden von jenen
-sind, welche der Natur zu Gebot stehen, und wird daher der Versuch
-einer +knechtischen+ Nachahmung der Natur in vielen Fällen nicht
-die gewünschte Wirkung haben. Die Aufgabe besteht daher darin, den
-+Schein+ der Wirklichkeit möglichst zu steigern, was aber nur durch
-klares Verständniß und freie Wiedergabe des Gesehenen, sowie durch
-vollständige Beherrschung der der Kunst zu Gebote stehenden Mittel
-möglich ist.
-
-Der Anfänger wird also wohl thun, seine Schatten, wenigstens
-im Allgemeinen, in einer mit der Lichtfarbe der Gegenstände
-contrastirenden Farbe zu halten, da die Schattengebung mittelst
-des tieferen Tones derselben Farbe weit weniger wirkt und er sich
-in letzterem Falle auch der aus der Anwendung contrastirender Töne
-resultirenden Vortheile begeben würde. Diese contrastirenden Töne
-sind zwar auch in der Natur, wie erwähnt, sehr häufig, allein weil
-man nur zu oft die von der Beleuchtung ganz unabhängige Lokalfarbe
-der Gegenstände im Sinne hat, werden sie übersehen. So ist z. B. um
-nochmals zu rekapituliren, ein weißes, von der untergehenden Sonne
-beleuchtetes Haus auf der Lichtseite entschieden gelb, während die
-im Schatten liegenden Theile violett erscheinen, und ein Anfänger,
-welcher diesen Contrast übersieht, gibt vielleicht die Lichtseiten
-in blasser Steinfarbe und den Schatten in dunklerem Tone derselben
-Farbe, wodurch alle Schönheit des Contrastes verloren ist. Dem Anfänger
-ist wiederholt zu empfehlen, zu Studien vorzugsweise die früheren
-Morgenstunden oder die Stunden gegen Abend zu wählen, also die Zeit,
-in welcher die Schatten länger sind, die tiefen Töne des Mittelgrundes
-sich verstärken, die Lichter des Vordergrundes glänzender auftreten
-und die Ferne am wirkungsvollsten ist, während um die Mittagszeit das
-Licht zu stark und blaß ist und die Schatten sehr kurz sind. Weiter ist
-zu bemerken, daß Lichter, außer auf Flächen, nur sehr kleine Stellen
-einnehmen und alles übrige mehr oder weniger im Schatten liegt, weßhalb
-auch die Lokalfarben vorzugsweise durch letzteren modifizirt werden.
-Ueberhaupt stimmt das Licht die Lokalfarbe +heller+, während der
-Schatten solche neutralisirt und die wahre Farbe nur da zum Vorschein
-kommt, wo das Licht in den Halbschatten tritt, was namentlich an
-farbigen Stoffen sehr in die Augen fällt. Dunkle, aber beleuchtete
-Gegenstände sind häufig heller als helle Gegenstände im Schatten, wobei
-obiges Beispiel des von der untergehenden Sonne beschienenen Hauses
-nochmals aufgeführt werden kann, dessen dunkles aber beleuchtetes
-Schieferdach jedenfalls heller sein wird, als die beschatteten Seiten
-der hellen Wände.
-
-Ich wiederhole also nochmals: +Kalte Lichter, warme Schatten+ und
-umgekehrt +warme Lichter, kalte Schatten+. Es kommt zwar sehr
-häufig vor, daß die Schatten lediglich mit tieferen Tönen derselben
-Farbe gegeben werden, was in vielen Fällen auch genügt, aber wo
-eine bestimmte Farbenwirkung erzielt werden soll, ist in der hier
-dargelegten Weise zu verfahren.
-
-Ich muß hier auch darauf aufmerksam machen, daß manche Effekte
-unangenehm und daher möglichst zu meiden sind. Hierher gehört die
-häufigere Anwendung von grünlichem Blau und grünlichem Gelb. Erstere
-Farbe wirkt nur in ganz schwachen oder in neutralisirten Tönen gut.
-Das vielfarbige, höchst mannigfaltige Grün der Vegetation, die große
-Verschiedenheit in der Farbe beleuchteter und beschatteter Baumpartien
-resultirt aus dem eigenthümlichen, von dem anderer Körper sehr
-abweichenden, optischen Verhalten des Chlorophylls oder Blattgrün und
-sei in Bezug auf dasselbe hier nur bemerkt, daß es nicht allein gelbes,
-grünes und blaugrünes, sondern auch rothes Licht zurückwirft. Bei
-tiefem Stand der Sonne enthält nun das direkt auffallende Sonnenlicht
-vorzugsweise Roth, Orange und Gelb, welche Farben im reflektirten
-Himmelslicht, im sogenannten Luftlicht nur schwach vertreten sind. Aus
-diesen Verhältnissen entstehen jene in bewaldeten oder mit reicher
-Vegetation bedeckten Gegenden, besonders im Gebirg oft namentlich
-bei +tiefstehender Sonne+ oder +neblichem Wetter+, sehr häufig an
-Herbstmorgen zu beobachtenden, mitunter höchst unschönen harten,
-schreienden und durch Contrastwirkung noch verschärften Farben- und
-Lichteffekte, vor deren Wiedergabe gewarnt werden muß, besonders
-wenn, wie dieß in solchen Fällen häufig vorkommt, die citron- und
-canariengelben oder die blaugrünen Töne stark vorherrschen. Ueberhaupt
-ist mit Grün, selbst in der Landschaft sehr sorgfältig und selbst
-sparsam umzugehen, denn obgleich der größte Reiz der Landschaft nicht
-selten in dem üppigsten Grün besteht, so zeigt doch die Erfahrung, daß
-vorstehende Warnung nicht ungerechtfertigt ist, indem grüne Bilder
-nicht so angenehm wirken, wie nahe sie auch der Natur immerhin kommen
-mögen, während Bilder von vorzugsweise gelbem, blauem, grauem, rothem
-oder braunem Ton uns mehr oder weniger anmuthen. -- Weiß und Schwarz
-heben alle sonstigen Farben und Töne durch die Stärke des Contrastes
-und sind somit in Studien sehr nützlich, als sie sofort einen starken
-Effekt hervorbringen, ohne die Beziehungen der anderen Töne in ihren
-wechselseitigen Verhältnissen zu beeinträchtigen.
-
-In gewisser Beziehung das Gegentheil von Contrast ist +Harmonie+,
-welche durch Anwendung neutralisirender Zwischentöne die Extreme
-zwischen starken Contrasten auszugleichen sucht, besonders um den Zweck
-der Anwendung der letzteren etwas zu verdecken. Sie kommt aber bei
-Studien weniger als bei ausgeführteren Gemälden in Betracht.
-
-Nicht minder wichtig als alles bisher Angeführte ist Abwechslung in
-Form sowohl wie in Farbe, selbstverständlich aber mit Maaß und Ziel und
-ohne in’s Bunte zu verfallen. Was die Formen betrifft, so empfiehlt
-es sich, solche landschaftliche Darstellungen zu wählen, welche nicht
-den Eindruck des Monotonen machen, sondern Abwechslung in Arten und
-Formen der Bäume zeigen, was in den allermeisten Gegenden nicht schwer
-fällt. Was das Colorit betrifft, so ist auch hier allerwärts für
-Mannigfaltigkeit gesorgt, ganz besonders auf dem Lande. Man suche stets
-im Vordergrund etwas anzubringen, was Anwendung verschiedenartiger
-und reicherer Farbentöne erfordert, wie einzelne Häuser und Hütten
-aller Art. Hierbei ist aber wesentlich, daß man die zu Gebote stehenden
-Farben in alle Richtungen hin benutzt und sich nicht auf wenige
-conventionelle Mischungen beschränkt. In den einzelnen Kapiteln über
-das Colorit habe ich in dieser Richtung mehrfach auf Mannigfaltigkeit
-in der Farbe hingewiesen, bemerke aber hier noch, daß zu häufige
-Wiederholung derselben Gegenstände und Farben zu vermeiden ist.
-
-Bei Anbringung von Staffage vermeide man Gesuchtes und Gekünsteltes,
-was übrigens auch für die Durchbildung landschaftlicher Motive im
-Allgemeinen gilt. Der Landschafter hüte sich jedoch in zu peinliches
-Nachahmen der Natur zu verfallen, da die sich dem Auge in der Natur
-darbietenden Bilder nicht selten einige Modifikation wünschenswerth
-erscheinen lassen. Einzelnes kann vortheilhaft weggelassen werden,
-anderes wird um eine befriedigende Wirkung zu erzielen, zugesetzt
-werden müssen. Abstoßende oder widerwärtige Farbenzusammenstellungen,
-welche häufig vorkommen, müssen beseitigt werden etc. etc.
-
-Schließlich will ich noch den guten Rath geben, eine Studie nach der
-Natur nicht etwa zu Hause noch verbessern zu wollen, da jede Studie
-eine ganz eigenthümliche +Frische+ und +Realität+ besitzt, welche durch
-einen derartigen Versuch schwer geschädigt werden würde.
-
-Es sei sodann noch bemerkt, daß besonders charakteristische Wirkungen
-in der Regel nur auf Kosten der Stimmung und der allgemeinen
-Befriedigung zu Stande kommen, weil bei Darstellung derselben nicht
-selten anerkannte Grundsätze verleugnet werden. Unter welchen Umständen
-solche aber zu wagen sind, kann nur dem Ermessen des Genies oder einem
-angebornen feinen Geschmacke anheim gestellt werden, und haben außerdem
-Versuche dieser Art sich nur sehr selten des ungetheilten Beifalls der
-Kenner und Sachverständigen zu erfreuen.
-
-
-
-
-Nachtrag.
-
-Die Holzmalerei.
-
-
-1. Allgemeines.
-
-In neuerer Zeit ist, hauptsächlich veranlaßt durch Zahn’s Musterbuch
-für häusliche Kunstarbeiten (Leipzig bei Georg Wigand), eine decorative
-Malerei auf helles Holz mittelst Aquarellfarben in Aufnahme gekommen,
-welche zwar mit der Aquarellmalerei, wie ich solche dargelegt, nur
-in sehr lockerem Zusammenhange steht, indessen aber ermöglicht,
-mit verhältnißmäßig geringer technischer Fertigkeit -- soweit
-wenigstens die Malerei in Betracht kommt -- auch in künstlerischer
-Hinsicht befriedigende und dabei nicht selten äußerst prachtvolle und
-imponirende Arbeiten zu liefern, da in den weitaus meisten Fällen hier
-weniger +gemalt+ als vielmehr +colorirt+ wird. Die Malerei auf Holz
-gehört der decorativen Kunst an, deren Ziele von jenen der eigentlichen
-Malerei sehr verschieden sind, indem letztere die Bildfläche des
-Flächencharakters zu entkleiden sucht, während erstere die Fläche
-vorzugsweise zur Geltung zu bringen bestrebt ist und selbst den
-+Schein+ des Plastischen meidet. Malereien dieser Art repräsentiren
-in der Regel Nachahmungen von Intarsien, Arbeiten in eingelegtem
-Holz, welchen sie nach der Fertigstellung durch das Poliren mehr
-oder weniger täuschend ähnlich sehen und bei exacter Zeichnung und
-geschmackvoller Wahl der Farben Anspruch auf gewissen künstlerischen
-Werth haben, dabei als sehr nachahmungswerthe Werke häuslicher Kunst
-bezeichnet werden dürfen. Ich habe diese Malerei umsomehr hier
-anhangsweise berühren wollen, als sie von Dilettanten, welche für das
-Schaffen selbstständiger Kunstwerke nicht die genügende Befähigung
-besitzen, besonders aber auch von jungen Damen, welchen ich sie für
-ihre Mußestunden auch ganz vorzugsweise empfehlen möchte, nebenbei,
-gelegentlich passender Anlässe zur Selbstverfertigung von Geschenken
-oder auch behufs Ausschmückung der eigenen Wohnräume, betrieben wird.
-Ich habe in letzterer Zeit mehrfach Gelegenheit gehabt, größere Partien
-solcher Arbeiten nach dem Poliren durchzumustern und hat die Quantität
-dieser Leistungen meine Erwartung sehr übertroffen. Leider muß ich
-aber zufügen, daß abgesehen von einzelnen Prachtstücken, worunter
-Originalentwürfe, das meiste +unter+ und zum Theil +sehr weit+ unter
-dem Niveau der Mittelmäßigkeit stand, und sichtlich ohne genügende
-Sachkenntniß ausgeführt worden war. Ich dachte dabei lebhaft an Zahn,
-welcher sich in der Vorrede zu seinem dritten Heft gegen den Verdacht
-der Begünstigung verschiedener ihm zu Gesicht gekommener „+Holzfrevel+“
-nachdrücklichst verwahrt.
-
-
-2. Material und Hilfsmittel.
-
-Was in erster Linie die Gegenstände betrifft, welche sich vorzugsweise
-für diese Malerei eignen, so sind es im Allgemeinen ganz besonders
-solche, welche +Flächen+ bieten, und, abgesehen von allerlei
-Kleinigkeiten, namentlich Kasten und Kästchen aller Arten für
-Handschuhe, Cigarren, Thee, Zucker, Spielmarken, Schmuck etc. etc.,
-dann Deckel zu Visitenkartentäschchen, Notiz-, Stamm-, Poesie-,
-Zeichnen- etc. etc. Bücher, zu Schreib-, Brief-, Zeitungs- etc. Mappen,
-Albums, etc. etc., Lampenteller, in höheren Graden Tischplatten,
-(besonders kleine runde Tischchen für feine Zimmer und Salons),
-Füllungen in Schlüsselschränkchen, Arbeitstischchen u. a. m., und wer
-über genügende Geduld und Zeit verfügt, kann schließlich die Täfelung
-eines ganzen Zimmers in Angriff nehmen, oder sich einen eingelegten
-Renaissanceschrank malen. Alle genannten Gegenstände sind fertig zu
-haben, oder können, wie besonders größere Platten zu Mappen, Büchern
-etc., von jedem geschickten Tischler schnell angefertigt werden, was
-sich namentlich dann empfiehlt, wenn man eine Zeichnung in gegebener
-Größe zu übertragen wünscht. Was das Holz betrifft, so wird hierzu
-meist Ahornholz und Tannenholz verwendet, in neuerer Zeit trifft man
-jedoch auch häufig Linden-, Erlen- und anderes helles Holz. Sehr
-geeignet ist auch Kastanien- und helles Birnbaumholz. Zu Gegenständen
-von grau gebeiztem Holz, welche man häufig sieht, rathe ich jedoch
-nicht, da man dann der hellen Töne entbehrt und sich so eines wichtigen
-Hilfsmittels zu contrastirenden Tönen begibt. Ich habe auch nur
-selten schön wirkende Arbeiten auf solch grauem Holze gesehen, auf
-welchem, nachträglich zu erwähnen, auch die Bleistiftstriche nur sehr
-schwer, oder gar nicht zu sehen sind. Auch hüte man sich vor stark
-gekrümmten Flächen, auf welche schwierig zu zeichnen ist. Da nun diese
-verschiedenen Holzmaterialien nur in großen Städten zu haben sind, so
-will ich Interessenten darauf aufmerksam machen, daß sie derartige
-Sachen auch direkt aus einer der zahlreichen Fabriken, welche die
-Anfertigung derselben als Specialität cultiviren, beziehen können, z.
-B. von G. Weber & Co. in Eßlingen a. N. (Württemberg), welche Firma auf
-Verlangen ihre sehr reichhaltige mit den Maaßen versehene Preisliste
-gerne mittheilt. Schöne Arbeiten habe ich auch vom Hoftischler
-Scheidemantel in Weimar gesehen. Interessenten, welche vorzugsweise
-viel auf Platten malen, kann ich noch einen andern guten Rath geben,
-wie sie sich solche Platten viel billiger beschaffen können, sofern an
-ihrem +Wohnorte+ keine Fournirhandlung besteht. Dieselben mögen sich
-an Mey & Widmayer in München wenden, welche Holzplatten verschiedener
-Größe in reiner, schöner Qualität und fein bearbeitet, zu folgenden
-Preisen per 10 □ Decim. (etwas mehr wie 1 □′) liefern:
-
-1. Dicke 2-3½ Millm. ~a.~ Ahorn, Birnbaum, Grau, Weißbuchen M. 0,60. --
-~b.~ Linden, Kastanien, Lärchen 0,50. -- ~c.~ Erlen, Fichten 0,35. --
-2. Dicke 4-5 Millm. ~a.~ 0,90 ~b.~ 0,60 ~c.~ 0,60.
-
-Aus größeren Platten dieser Art kann man sich dann je nach Bedarf
-kleinere heraussägen und solche zu Buchdeckeln etc. von einem Schreiner
-mit einer Hohlkehle versehen und herrichten, resp. glatt hobeln und mit
-Schachtelhalm schleifen und abreiben lassen. Da nun gewöhnliches d. h.
-nicht präparirtes Holz die Farbe fließen lassen würde, so müssen alle
-Gegenständen, welche bemalt werden sollen, vorher präparirt werden,
-d. h. die Poren und Capillargefäße, welche die Farbe aufsaugen, müssen
-verstopft werden, wozu sich Klebstoffe vorzugsweise eignen. Als sehr
-probat kann ich empfehlen die Gegenstände gelind zu erwärmen, und
-solche dann mit einem wollenen Lappen und +wenigen+ Tropfen nicht zu
-kalter +weißer+ Politur einige Male rasch zu überreiben. Die weiße
-Politur besteht aus einer Lösung von 1 Gewichtstheil weißem Schellack,
-in 4 Gewichtstheilen starkem Weingeist und kann für vorliegenden Zweck
-noch etwas mit der Hälfte Weingeist verdünnt werden. Auch Gummiwasser
-d. h. eine schwache Lösung von ~gummi arabicum~, oder auch eine
-schwache Gelatinelösung thun dieselben Dienste und werden mit wollenen
-Lappen auf die etwas erwärmte Platte tüchtig eingerieben. Die käuflich
-erhaltenen Objecte sind +angeblich+ schon präparirt, aber schlimme
-Erfahrungen in dieser Beziehung veranlassen mich, alles derartige
-+schon+ Präparirte nochmals zu übergehen, um mich vor unreinlich
-aussehenden Arbeiten sicher zu stellen. Sodann rathe ich nur solche
-Sachen in Arbeit zu nehmen, welche eine absolute Fläche bilden, also
-ganz glatt sind, da wellige Oberflächen viel Mühe und Aergerniß beim
-Poliren bereiten. Hat man einen Gegenstand acquirirt, welcher nicht
-tadellos eben und glatt ist, so lasse man ihn ehe man daran zu arbeiten
-beginnt, nochmals vom Schreiner abziehen. Gerundete Gegenstände taugen
-nichts zu Arbeiten dieser Art, ebensowenig wie gekehlte.
-
-Was die Utensilien betrifft, so sehe man auf untadelhaften Zustand
-derselben, da die exacte Herstellung von Holzmalereien, wenn anders
-die Wirkung eine imponirende sein soll, Bedingniß ist. Unumgänglich
-nothwendig sind mehrere Lineale, darunter ein recht kleines, eine
-Reißschiene, ein Winkel, ein größerer Meßzirkel, sowie ein kleiner
-mit einzusetzender +Stahlspitze+, Blei- und Reißfeder, eine Reißfeder
-und für manche Arbeiten, wo, wie bei Mäandern, viele parallele Linien
-in sehr geringen Abständen zu ziehen sind, ein flaches Maaßlineal
-mit Millimetertheilung auf der einen und wo möglich einem andern
-Maaßsystem auf der andern Seite. -- Zirkel ohne Stahlspitze vermeide
-man thunlichst, da deren dreikantige Spitzen sich tief in das weiche
-Holz bohren und unschöne Löcher verursachen.
-
-Zum Ziehen großer Kreise, wie auf Tischplatten, bedient man sich zur
-Verlängerung des Zirkels eines Streifens aus Pappdeckel oder dickem
-Carton, welchen man mit einer Nadel im Mittelpunkt so befestigt, daß er
-sich nicht zu schwer um dieselbe drehen läßt und mißt dann genau die
-Stellen ab, an welchen man bei bestimmter Oeffnung des Zirkels solchen
-mit der Spitze einzusetzen hat.
-
-Was die anzuwendenden Farben betrifft, so kann zwar der Farbenkasten,
-wie ich ihn früher für das Aquarell empfohlen habe, auch hier Anwendung
-finden, allein es macht sich wünschenswerth, noch einige weitere Farben
-zuzufügen, welche zwar auch durch Mischung erhalten werden können,
-aber da die Farben gewöhnlich -- wenigstens bei größeren Arbeiten --
-in größerer Menge erfordert werden, so sind solche in fertigen Farben
-vorzuziehen.
-
-Für alle Stoffe welche mit Farben geschmückt werden sollen, finden
-sich gewisse Farben, welche sich, abgesehen von den Zwecken, für
-das betreffende +Material+ vorzugsweise eignen und so stehen uns für
-Holzmalerei vorzugsweise die zahlreichen und besonders die +ruhigeren+
-Nüancen von Gelb, Orange, Roth, Braun, Grau, bis zum tiefen, ernst
-wirkenden Schwarz, mit andern Worten jene Farbengruppen zu Gebot,
-welche mehr oder weniger nach Roth neigen können und auch in den
-Reihen der natürlichen Holzarten vorkommen. Die der Gegenseite
-angehörenden Töne, Grün, Blau, grelles Roth liegen dieser Verwendung
-viel ferner, obgleich sie nicht ausgeschlossen sind und an Figürlichem,
-Naturalistischem und z. B. in Wappen oft pompöse Wirkung zu entfalten
-im Stande sind. Im Allgemeinen verlangen solche jedoch vorsichtige und
-sparsame Verwendung -- mehr als Aufputz -- da sie sonst sehr leicht den
-Totaleindruck einer Arbeit in hohem Grade beeinträchtigen können.
-
-Arbeiten, welche den Eindruck von Pracht machen sollen, müssen hier mit
-leuchtenden, hellen mit tieftönigen Farben wechselnden Tönen gemalt
-werden und muß außerdem stets tiefstes Schwarz zur Geltung kommen.
-Man verwendet hierzu von der billigsten Tusche, welche man in kleine
-Stücke zerstößt und in einem Fläschchen mit ganz wenig Wasser zu einem
-dickflüssigen Brei auflöst. Selbst diese dickflüssige Lösung deckt aber
-gewöhnlich nicht mit einem Auftrag und muß derselbe wiederholt werden.
-
-Für einen Normalfarbenkasten für Holzmalerei dürfte sich etwa folgende
-Zusammensetzung empfehlen und zwar dürften Farben in Tuben zu wählen
-sein, da solche gewöhnlich in größeren Quantitäten angerieben zur Hand
-sein müssen.
-
- ~French Blue.~
-
- ~Cobalt.~
-
- ~Payne’s Grey.~
-
- ~Neutral Tint.~
-
- ~Madder Brown.~
-
- ~Pink Madder.~
-
- Dunkler Krapp.
-
- Marsroth.
-
- Rothbrauner Krapp.
-
- ~Light Red. ~
-
- ~Indian Red.~
-
- ~Van Dyk Roth.~
-
- ~Indian Yellow.~
-
- ~Yellow Ochre.~
-
- ~Cadmium Orange.~
-
- Goldocker.
-
- ~Mars Yellow.~
-
- ~Raw Sienna.~
-
- Florentiner Braun.
-
- ~Laque Robert Nr. 7.~
-
- Marsbraun.
-
- ~Asphalt.~
-
- ~Van Dyk Brown.~
-
- ~Raw Umber.~
-
- ~Burnt Sienna.~
-
- ~Burnt Umber.~
-
- ~Emerald Green.~
-
- ~Olive Green.~
-
- ~Brown Pink.~
-
- Lampenschwarz.
-
- ~Chinese White.~
-
- Goldbronze 1.
-
- „ 2.
-
- Silberbronze.
-
-Außerdem würde ich auch noch zu Nußbeize und Ebenholzbeize rathen,
-mit welch ersterer, je nach dem Grade der Verdünnung mit Wasser,
-sich zahlreiche Abänderungen von schönen braunen Tönen herstellen
-lassen und die letztere ein tiefes Schwarz gibt. Beide sind in den
-Materialhandlungen zu äußerst billigen Preisen zu beschaffen.
-
-Außerdem sind noch beizufügen Muschelgold in 3 Nüancen und Silber,
-Tusche für die Contouren, statt welcher man auch unter Umständen
-~Indelible Brown Ink~, eine unauslöschliche braune, jedoch leider etwas
-allzudünne flüssige Tinte, verwenden kann. Sehr angenehm verarbeitet
-sich die jetzt von Schönfeld & Co. bereiteten Gold- und Silberbronze
-in Tuben. Nr. 1 ist rothes, Nr. 2 gelbes Gold. Gold und Silber finden
-häufige Anwendung in Wappen, dann für Schriften und Monogramme, Linien,
-kleine Ornamente und Detail, wie Köpfe von Schrauben. Man nehme immer
-beste Qualität und trage es nicht zu sparsam auf. Es empfiehlt sich
-auch die betreffenden Stellen zu untermalen und zwar bei Gold mit
-~Indian Yellow~, bei Silber mit ~Chinese White~. Man kann auch, was
-sich besonders für große Flächen empfiehlt statt des Muschelmetalls
-trockene Gold- und Silberbronze auftragen, zu welchem Zwecke man bei
-der wie vorher auszuführenden Untermalung etwas wenig Zuckerlösung
-zusetzt, so daß die Farbe nach dem Trocknen glänzend wird, ohne aber zu
-kleben. Das Bronzepulver wird alsdann mit einem Baumwollbäuschchen auf
-die vorher angehauchte Stelle aufgetragen und der überflüssige Staub
-mit einer Federfahne abgekehrt. Wählt man diese Art der Vergoldung, so
-dürfen jedoch keine „~Moist Colours~“ in Tuben oder Näpfchen angewendet
-werden, indem diese mit Glycerin versetzt sind und die Bronze auch
-hier und da annehmen. Auch beim Fixiren muß diese Art Vergoldung sehr
-vorsichtig behandelt werden. Weiß als Farbe wird bei Holzmalerei sehr
-selten in Anwendung kommen, außer da, wo man eingelegte Elfenbeinlinien
-imitiren will, in welchem Falle ein klein wenig ~Indian Yellow~ oder
-~Raw Sienna~ zuzusetzen ist, um das Kreidige zu heben.
-
-Schließlich ist noch der literarischen Hilfsmittel zu erwähnen, d. h.
-der Sammlungen von Mustern und Motiven, welche sich für Holzmalerei
-vorzugsweise eignen, und welche in der letzten Zeit immermehr zunehmen.
-Die am meisten Empfehlung verdienenden Publikationen dieser Art sind
-folgende:
-
-1. +Benz+: Das geradlinige Ornament, welches sich für Anfänger
-empfiehlt, da es nur Motive bietet, welche in Netze gezeichnet werden
-können.
-
-2. +Dieffenbach+: Geometrische Ornamentik. Enthält eine reichhaltige
-Auswahl von Netzornamenten, sowie mittelst des Zirkels herzustellender
-Verzierungen, darunter sehr viel Geschmackvolles und ist dabei
-verhältnißmäßig sehr billig.
-
-3. +Zahn+: Musterbuch für häusliche Kunstarbeiten. Heft 1, 2 und 3.
-Für Geübtere. Bemerkenswerth für geschmack- und stilvolle Muster,
-sowie schöne Gliederung der Flächen; enthält aber wenig für kleinere
-Gegenstände passende Muster, so daß das nachstehende Werk eine
-willkommene Ergänzung hierzu bildet.
-
-4. +Schreiber+: Die Flachmalerei. Empfehlenswerthe, geschmackvolle
-Auswahl kleinerer Muster der verschiedensten Stile in farbiger
-Ausführung, welche sich sowohl für Anfänger wie für Geübtere eignen.
-
-5. +Fink+: Geometrische Construktion der Flachmalerei. Für Holzmalerei
-wenig geeignet, aber wegen des construktiven Werthes anzuführen.
-
-6. +Zschimmer+: Vorlagen für Holzmalerei. 6 Hefte. Eigenartige, zum
-Theil geniale, Compositionen für Geübte. Wegen des stark angewendeten
-Goldes und so mancher für Holz wenig passender Farbentöne, (Smaragdgrün
-u. a. m.) müßten meist andere Farben gewählt werden. Durch unnöthige
-reiche Ausführung zu theuer.
-
-7. +Schrödter+, Malvina: Holzmosaik. Geschmackvolle meist romanische
-und maurische Ornamente für Geübtere. In Bezug auf Farben siehe Nr. 6.
-
-8. ~+Racinet+~: Das polychrome Ornament. Reiche geschmackvolle Auswahl
-von Ornamenten aller Stile. Für Geübtere.
-
-9. ~+Owen Jones+~: Grammatik des Ornaments. Ebenfalls sehr reiche
-Sammlung, aber mit vorzugsweiser Betonung der orientalischen Kunst. Wie
-vorhergehende Nummer in Farben den Holzintarsien anzupassen.
-
-10. ~L’Art pour tous.~ Verständnißvoll illustrirte französische
-Zeitschrift für Kunstgewerbe. Reich an brauchbaren Details und Motiven
-aller Art, ohne als Musterbuch im Sinne der übrigen hier aufgezählten
-Werke dienen zu können. Bis jetzt 26 Jahrgänge ~à~ 25 Francs.
-
-11. +Teyrich+: Die Intarsien der italienischen Renaissance. Prachtvolle
-große Vorlagen für +Getäfelornamente+.
-
-12. +Gruner+: ~Lo scaffale di Luini.~ Desgleichen.
-
-13. +Hildebrand+: Heraldisches Musterbuch. Wegen stilvoller Behandlung
-der Wappen hier anzuführen.
-
-14. +Müller+: Sammlung von +Monogrammen+. Elegante Monogramme in den
-verschiedensten Schriften.
-
-Als Zugabe zum Studium des constructiven Elements ist noch +Schreiber+:
-das geometrische Zeichnen anzuführen.
-
-Für den nicht ganz unerfahrenen Zeichner dürften Nr. 3 und 4 zunächst
-zu empfehlen sein, später je nach der individuellen Geschmacksrichtung
-8, 9 und 11.
-
-
-3. Plan und Anlage der Zeichnung.
-
-Da es bei der eigenthümlichen Textur des Holzes wünschenswerth
-erscheint, gleich möglichst correct zu zeichnen, indem öfteres
-Verbessern und Wischen der Reinheit später anzuwendender +heller+
-Farbentöne leicht Eintrag thut, oder da, wo die Naturfarbe des Holzes
-beibehalten werden soll, ebenfalls besser vermieden wird, so überlege
-man, ehe man mit Uebertragung der Zeichnung beginnt, erst reiflich
-den ganzen Plan, überzeuge sich auch, ob die Kanten der Holzplatten
-rechtwinklig sind, da wo dies, wie es nicht selten vorkommt, nicht
-der Fall ist, bei dem Messen das Mißverhältniß auf die bestmöglichste
-Weise, gewöhnlich bei den äußersten Einfassungslinien, ausgeglichen
-werden muß. Von besonderer Wichtigkeit ist da, wo es sich, wie bei
-Mappen, Albumdecken etc., um größere Dimensionen handelt, die Beachtung
-der Größenverhältnisse. Ist man an die Größe der Holzfläche nicht
-gebunden, so thut man am besten, wenn man sich zu einer für den
-Gegenstand passenden, bereits vorliegenden, ornamentalen Darstellung
-entschließt und nach deren Größenverhältnissen die benöthigten Platten
-anfertigen läßt. Im gegentheiligen Falle aber und wenn man keine für
-die genaue Größe absolut passende Zeichnung zur Verwendung hat, ist
-man genöthigt, auf einem Blatt Papier, welches genau von der Größe
-der Holzplatte ist, eine Skizze zu entwerfen, um darnach arbeiten zu
-können. Wünscht man in solchem Falle Motive zu verwenden, welche in der
-Zeichnung vorliegen, aber nicht die nöthige Größe besitzen, so kann
-man sich in den meisten Fällen damit helfen, daß man die betreffende
-Fläche, z. B. wenn es sich um die Umrahmung handelt, durch besondere
-Eckverzierungen oder sonstige symmetrische Motive verkleinert, in
-welchen Fällen das obenerwähnte flache Maaßlineal gute Dienste leisten
-kann. Bei symmetrischen Motiven ist es selbstverständlich genügend, nur
-so viel zu zeichnen als man braucht, was häufig sich auf ein Viertel
-beschränken wird.
-
-Wer kein sehr geübter Zeichner ist, dem rathe ich für die ersten
-derartigen Arbeiten vorzugsweise lineare Ornamente zu benützen, oder
-überhaupt solche, welche sich lediglich mittelst Lineal, Reißfeder und
-Zirkel herstellen lassen. Es ist dies keine so arge Beschränkung, als
-es auf den ersten Blick erscheinen mag, indem sich durch geschmackvolle
-Anordnung einiger wenigen linearen Motive und unter etwaiger Beihülfe
-einiger Ueberschneidungen schon recht wirksame Muster bilden lassen
-und sich außerdem für viele kleinere Gegenstände überhaupt +nur+
-derartige Motive eignen, welche dann bei entsprechender Farbengebung
-eingelegte Arbeiten täuschend nachahmen. Die geschmackvolle Wahl
-der Farben kommt hierbei nicht weniger in Betracht und mit wenigen
-contrastirenden Tönen, die Holzfarbe inbegriffen, welche sich jedoch
-nur in schmalen Linien etc. oder vielmehr nicht in größerer räumlicher
-Ausbreitung zeigen darf, erreicht man in der Regel größere Wirkung
-als mit Ueberladung. Motive dieser Art finden sich in allen genannten
-Musterbüchern, und können solche mit Geschick und Geschmack leicht
-vielfältig variirt werden so in ~Racinet~, Taf. 1. 5. 10. 29. 36. 37.
-45. 46 etc. und ~Owen Jones~, Taf. 7 bis 11, 13. 15. 25. 35. 39. 43.
-45. 59. 64, 65, wobei wie bereits bemerkt, die Töne mehr den Holzfarben
-anzupassen sind.
-
-Abgesehen von den anzuwendenden Motiven ist bei Anlage derartiger
-Arbeiten besonderes Augenmerk auf die Gliederung der Fläche und die
-geschmackvolle Ausfüllung des Raumes zu richten. Im Allgemeinen
-dürfte es sich empfehlen, eine rahmenartige mehr oder weniger reich
-gegliederte Einfassung anzubringen, welche einen größeren Raum
-umschließt, der in seiner Mitte ein Wappen, eine Cartouche, ein
-Monogramm etc. etc., oder kleinere figürliche symbolische Darstellungen
-enthält. Der Grund dieses inneren Raumes wirkt nicht selten als
-tiefschwarze Fläche äußerst günstig. Anderweitige Theilungen der
-Fläche, Zwei-, Drei-, Vier-Theilung etc. etc. sind selbstverständlich
-nicht ausgeschlossen. Geschmackvolle Muster derartiger Gliederungen
-findet man in Zahn’s Musterbuch.
-
-Außer diesen kleineren figürlichen Darstellungen, wie symbolische
-Zeichen aller Art, Wappen, Monogramme etc. etc. etc., welche
-Beziehungen auf Empfänger oder Geber vermitteln, lassen sich
-auch kleine Photographien von antiken Büsten und Statuen (z. B.
-in Medaillons), welche man +unaufgezogen+ bestellt, sorgfältig
-ausschneidet und mit weißem Leim auf die betreffende, noch rohe Stelle
-klebt, vortheilhaft anbringen. Auf schwarzem Grunde nehmen sich solche
-ganz besonders gut aus.
-
-Für geübte Zeichner läßt sich selbstverständlich keine Grenze ziehen
-und werden solche deßwegen die linearen Ornamente doch nicht
-verschmähen, wenn sie vielleicht auch häufiger die reichen Renaissance-
-und andere vielgestaltige Ornamente, wie sie obengenannte Werke
-bieten, benutzen werden. Da nun Ornamente, welche sich in derselben
-Größe verwenden lassen, einfach durchgepaust werden, so könnte es
-wohl einem wenig geübten Zeichner beikommen, auch einmal eine reiche
-Renaissance- oder eine maurische Decoration auf Holz zu übertragen,
-allein ich bemerke, daß hier der besondere Umstand zu berücksichtigen
-ist, daß das Holz nicht selten -- aus welchem Grunde weiß ich nicht
--- die Pause überhaupt +ungern+ und stellenweise sogar nur sehr
-schwer und höchst undeutlich und lückenhaft annimmt, so daß mitunter
-nur die Hauptanhaltspunkte haften und man dann gezwungen ist, fast
-ohne Pause zu zeichnen, wenigstens stellenweise. Nun erfordern aber
-alle ornamentalen Malereien eine äußerst sorgfältige Zeichnung und
-schwierige Motive in mangelhafter Zeichnung würden unter dem Pinsel
-jedenfalls nicht eben schöner werden, und die vielleicht sehr mühevolle
-Arbeit würde schließlich eine unansehnliche und vollständig werthlose
-sein. Der Anfänger wird übrigens schon nach seinen ersten Arbeiten den
-hohen Werth selbst ganz einfacher Motive vollständig erkennen.
-
-Zum Pausen bedient man sich am besten des pulverisirten Graphits, mit
-welchem man das Pauspapier auf der untern Seite bestreicht. Bei großen
-Motiven, welche auf schwarzen oder sehr dunklen Grund kommen, kann man
-sich auch des Blaupapiers bedienen.
-
-Welche Decorationsmotive man nun auch verwende, so ist
-selbstverständlich darauf zu halten, daß man nicht Ornamente
-verschiedener Stile zusammenbringe. Besonders sei man bei Anbringung
-von Wappen in dieser Beziehung vorsichtig (auch bei Zahlen und
-Monogrammen), da es sich äußerst ungünstig macht, wenn man, wie es
-leider nicht selten vorkommt, Wappen im Stile des zwölften Jahrhunderts
-in Renaissance-Decorationen oder umgekehrt Wappen im Barockstil in
-Gesellschaft gothischer Ornamente gewahr wird. Was speziell noch die
-Renaissance-Decoration betrifft, so empfiehlt es sich bei Einfassungen
-in diesem Stile für jede der vier Seiten ein anderes Motiv zu wählen,
-so wie überhaupt nie dasselbe Motiv mehrfach bei einer Arbeit zu
-verwenden, da steter Wechsel des Ornaments für diesen heiteren Stil
-charakteristisch ist.
-
-Was die oben erwähnte Verwendung von Photographien betrifft, so
-eignen sich hiezu besonders antike Büsten und Statuen, auch kleine
-Landschaften, welche Erinnerungen an einen Aufenthalt oder eine
-Reise vermitteln sollen und zwar im Visitenkartenformat und machen
-solche, wenn wie oben behandelt, einen reizenden Effekt. Bei der
-Anlage des schwarzen Grundes ist aber besonders darauf zu achten,
-daß man das Schwarz bis dicht an die Grenze des Papieres, -- aber
-ja nichts darüber hinaus -- bringt, da Lücken wie Flecken an diesen
-Stellen höchst unerfreulich wirken. Um die Anwendung von Photographien
-für diesen Zweck, über welche mir noch nichts Gedrucktes vor die
-Augen gekommen ist, zu illustriren, will ich bemerken, daß ich vor
-einiger Zeit eine Zeitungsmappe, welche ich für einen Arzt malte,
-in folgender Weise ausführte. Nach einigen die ganze Holzplatte
-umfassenden linearen schmalen, aber in Breite etwas wechselnden
-Einfassungen von abwechselnd hellgelben und tiefschwarzen Tönen
-wurde die Platte durch zwei Mäanderrahmen in Naturfarbe des Holzes
-mit tiefrothbrauner Farbe in zwei Theile gespalten. Der innere
-naturfarbige Grund jeder Seite enthielt ein Oval in pompejanischem
-Roth mit schmalen naturfarbigen Rändern, deren eines auf schwarzem
-Grunde die Statue des Aesculap, das andere die der Hygea umschloß.
-In den Ecken des naturfarbigen Mittelgrundes waren bräunlichgelbe
-Palmetten, mit tieferen Tönen schattirt, angebracht und außerdem links
-und rechts ein kleines Medaillon eingesetzt, welches auf schwarzem
-Grunde einen bräunlichen, von bläulicher Schlange umwundenen Stab
-zeigte. Das Motiv hatte ich dem Revers einer alten griechischen Münze
-entnommen. Im Mittelpunkt der Platte waren die Mäander durch eine rothe
-rautenförmige Umrahmung unterbrochen, innerhalb welcher auf schwarzem
-Grund eine ebenfalls dem Revers einer griechischen Münze entnommenes
-Motiv, eine antike Vase in rothgelber Farbe zwischen zwei windenden
-blaugrauen Schlangen, Verwendung gefunden hatte. -- Antike Münzen
-liefern sehr brauchbare figürliche Motive. Derselbe Gegenstand in
-ähnlicher Behandlung, aber für einen Offizier bestimmt, könnte statt
-der Statuen der Heilgötter die Büsten des Ajax und der Pallas zeigen
-und statt der auf die ärztliche Kunst Bezug habenden Attribute, würde
-man antike Waffenstücke, Eule und Scorpion als Beiwerk anzubringen
-haben. Die Farbenwirkung war in obiger Arbeit beiläufig bemerkt, eine
-sehr gelungene. Dabei brauche ich wohl nicht zu bemerken, daß für
-Fälle, wo ein colorirtes Vorbild nicht vorliegt, man sich vorher eine
-Farbenskizze macht, was namentlich bei reicheren Motiven und größeren
-Arbeiten unerläßlich ist.
-
-Indessen sei man vorsichtig mit Photographien, und verwende sie nur
-hier und da einmal, da ihre Anwendung doch eigentlich hier nicht ganz
-gerechtfertigt ist.
-
-Ist man nun über Wahl der Ornamente und Gliederung mit sich einig,
-so beginnt man die gefertigte Skizze oder Vorlage auf die Holzplatte
-zu übertragen. Kommen nur lineare Ornamente ohne Verschlingung zur
-Verwendung, so zeichnet man besser nichts durch, sondern man arbeitet
-aus freier Hand, mißt Alles +genau+ ab, bedient sich bei allen geraden
-Linien des Lineals und bei allen Kreislinien oder Theilen derselben
-des Zirkels, so daß die Grundlagen der Arbeit sicher stehen. In vielen
-Fällen ist es sehr wichtig, genau die Mitte der Tafel oder von Theilen
-derselben festzustellen, was am einfachsten durch Ziehen zweier
-Diagonalen geschieht. Alle Linien gebe man bestimmt, achte aber darauf,
-weder ein zu hartes, kratzendes, noch ein zu weiches, schmierendes
-Bleistift zu benutzen. Leichter, aber sicherer Auftrag mit Stiften
-mittlerer Härtegrade ist am dienlichsten, besonders wenn man nicht viel
-zu wischen braucht. Reiche geschwungene Gliederungen und Ornamente,
-welche nicht mit Lineal und Zirkel behandelt werden können, zeichnet
-man natürlich mittelst Pauspapier durch.
-
-Mit der sorgfältigen Fertigstellung des Ornamentalen in Bleistift auf
-dem Holze ist der erste Theil der Arbeit und in vielen Fällen der
-weitaus schwierigste beendet, indem das Colorit, abgesehen von sehr
-complicirten Motiven eigentlich mehr eine angenehme Unterhaltung als
-eine Arbeit zu nennen ist. Bevor man jedoch zum Colorit übergeht,
-ist alles Gezeichnete mit Contouren zu versehen, eine sehr wichtige
-Prozedur.
-
-Wie in der ornamentalen Malerei überhaupt durch die Trennung der Farben
-mittelst Schwarz, Gold etc. eine weit bessere Wirkung erzielt wird,
-als wenn sich die Farben berühren, so werden in der Holzmalerei die
-Contouren zur unerläßlichen Erforderniß, selbst bei den schmalsten
-Einfassungen, da sie es sind, welche vorzugsweise den Charakter der
-eingelegten Arbeit bedingen, welcher hier in den meisten Fällen
-angestrebt wird. Es empfiehlt sich dieselben stets schwarz zu halten
-und empfehle ich zu deren Herstellung chinesische Tusche zu verwenden,
-weil dieselbe bei späterem Uebergehen mit hellfarbigen Tönen weniger
-schmutzt als andere schwarze Farben.
-
-Die Anwendung von Contouren rechtfertigt sich aber auch aus anderen
-Gründen. Die unmittelbare Berührung zweier Farben mittlerer Helligkeit
-macht sich im Allgemeinen nicht sehr günstig. Sind beide wenig
-verschieden, so heben sie sich nur sehr wenig von einander ab; besteht
-aber ein größerer Unterschied, so erzeugen sie, aus einiger Entfernung
-gesehen, auf ihrer Grenze eine störend und schwächend einwirkende
-Mischfarbe. -- Sollen die Contouren auch auf größere Entfernung gesehen
-werden, was manchmal in der Absicht liegen kann, so müssen solche in
-entsprechender Stärke ausgeführt werden. Solche starke Contouren
-erlauben auch Farben neben einander anzubringen, deren unmittelbare
-Berührung Anlaß zu Bedenken geben würde, indem sie in solchen Fällen
-den Grenzcontrast aufheben und dessen etwaige Nachtheile beseitigen.
-Sehr schätzbar wirken in der Holzmalerei die Contouren ferner an
-+Figürlichem aller Art+, wo sie +nie+ wegzulassen sind, indem sie
-hier das subjektive Element heben und die dargestellten Gegenstände
-entnaturalisiren.
-
-Um den Leser zu einer bewußten Beurtheilung dekorativer Ornamentmotive
-überhaupt zu leiten, glaube ich das Wesen der Contouren, welches sich
-theilweise auf schon früher Besprochenes stützt, etwas eingehender
-erörtern zu sollen.
-
-Als Umrahmungen verschiedenfarbiger Flächen bilden die Contouren
-ein wesentliches Moment in der decorativen Malerei, da sie hier als
-selbstständiges Element auftreten, obwohl sie ursprünglich wohl nur
-technischen Rücksichten entsprungen sind. Sie zeigten sehr bald so
-mannigfache Vortheile, daß man sie auch nach dem Hinfälligwerden
-vorerwähnter Rücksichten beizubehalten für gut fand.
-
-In erster Linie haben die Contouren stets den Zweck das Flächenornament
-schärfer vom Grunde abzuheben, besonders wenn das farbige Ornament auf
-neutralem oder in der Farbe ähnlichem Grunde steht. Sie trennen hier
-die einzelnen Flächen sehr scharf und verhindern das Entstehen der
-Mischfarben an den Berührungsstellen. Man wählt für dieselben in diesem
-Falle entweder eine hellere Farbe als die helle oder eine dunklere als
-die dunkle Farbe.
-
-Besonders erwünscht sind Contouren da, wo +feine+ Ornamente in dunkler
-Farbe auf hellem Grunde stehen, weil abgesehen vom Entstehen von
-Trugbildern und dem Verschwinden der Ränder die schmalen Theile weniger
-dünn oder gar aufgelöst erscheinen.
-
-Sind Grund oder Ornamente farbig, so können die Contouren, so lange
-ihnen keine andere als die oben erwähnte Aufgabe zufällt, in einer
-Schattirung einer der beiden Farben gehalten werden, oder auch in Weiß
-oder Schwarz als den Endpunkten der Nüancen.
-
-Sind aber Grund oder Ornamente schwarz, oder stehen die Ornamente
-hell auf sehr dunklem Grund, in welchem Falle letzterer jedoch nicht
-allzugeringe Dimensionen zeigen darf, so können die Contouren (wenn
-auch nicht bei Holzmalerei) wegbleiben, wie es in den Wandmalereien von
-Pompeji der Fall ist.
-
-Wesentlich nothwendig sind Contouren da, wo zwei gesättigte Farben
-von verschiedenem Ton sich berühren, z. B. zwischen Roth und Blau, da
-hier abgesehen von den Grenzcontrasten, die Grenzlinien verwaschen
-erscheinen würden. In diesen Farben gehaltene Ornamente machen ohne
-Contouren einen unruhigen Eindruck, welcher durch eingesetzte dunkle
-Ränder sofort verschwindet. Hierbei tritt stets die Erscheinung auf,
-daß dunkle Contouren die +dunkle+ Farbe +dunkler+, helle aber die
-hellere Farbe heller machen, so daß sie hier die Unterschiede der
-Farben entschieden vergrößern. Diese Wirkung läßt sich sowohl durch
-entsprechendes Colorit ausgleichen, oder aber auch dadurch vermeiden,
-daß man die Contouren mehrfach umrändert und wählt man hierzu am
-besten Gold oder Silber mit Schwarz oder Weiß.
-
-Eine derartige Behandlung des Ornaments versteht sich vorzugsweise
-auf die ältere, geometrisch angelegte Ornamentik, während seit der
-Renaissance die geometrischen Muster mit satten Farben und leuchtenden
-Contouren durch Laubgewinde mit Blumen und Früchten, Rankenwerk, Vasen,
-Masken, phantastische Thiere untermischt mit Kindergestalten, Büsten,
-mythologischen Wesen etc. etc. ersetzt worden sind, deren Farbengebung
-sich mehr an die heutige Malerei anschließt.
-
-Im Allgemeinen ist in der dekorativen Kunst bezüglich der Contouren
-festzuhalten, daß Ornamente auf Goldgrund oder goldene Ornamente auf
-farbigem Grund +schwarze+ Contouren beanspruchen, daß dunkle Ornamente
-auf hellem Grunde ebenfalls von schwarzen oder wenigstens dunkeln
-Contouren umgeben sein müssen, daß endlich farbige Ornamente oft
-vortheilhaft mittelst weißer, schwarzer oder goldner Umränderungen
-vom Grunde abgehoben werden. Weiße, hellfarbige und goldene Contouren
-beabsichtigen indessen nicht selten als selbstständige Elemente
-aufzutreten, was bei schwarzen nur äußerst selten vorkommen dürfte.
-
-Man präparirt also einen ziemlich dickflüssigen +tiefschwarzen+ Ton
-aus Tusche und zieht mit einer guten, nicht zu scharfen, mit dieser
-Farbe gefüllten Ziehfeder erst alle geraden Linien sehr sorgfältig und
-mit nicht zu schweren Strichen gleichmäßig nach, worauf die Kreise
-oder deren Theile etc. etc. folgen. Hierbei ist jedoch insofern große
-Vorsicht nöthig, als besonders auf größeren Platten die Textur des
-Holzes in Bezug auf die Härte an manchen Stellen starkem Wechsel
-unterworfen ist und man von einer harten Fläche plötzlich auf eine
-verhältnißmäßig weiche geräth, weßhalb die Ziehfeder immer nur
-leicht zu führen ist, besonders auch auf dem weicheren Lindenholz.
-Stellenweise kommt es auch vor, besonders bei schlecht präparirtem
-Holze, daß das Holz die Farbe ungern annimmt, und um diesen Mißstand
-zu beseitigen, empfiehlt es sich, allen aufzutragenden Farbentönen
-ein wenig Ochsengalle, welche im Handel in kleinen Fläschchen zu ℳ.
-1. vorkommt, beizumischen, worauf das Holz in der Regel angenehm zu
-bearbeiten ist. Bei größeren Quantitäten von Farbe sind wenige Tropfen
-genügend. Bei dieser Arbeit vermeide man Flecken und Spritzer. Erstere
-kann man, wo es thunlich ist, sofort mittelst Schwamm und reinem
-Wasser wegwischen, während man letztere besser trocken werden läßt
-und dann ausradirt, was auch für etwaige zu lang gerathene Linien
-gilt. Wo überhaupt etwas Farbe wegzunehmen ist, wendet man am besten
-das Radirmesser an und zwar am zweckmäßigsten in der +Längsrichtung+
-der Holzfasern, da das Radiren in der Richtung der Quere sich weniger
-gut und sauber ausführen läßt. Besser ist es aber, sich überhaupt
-nicht hierauf zu verlassen, sondern reinlich zu arbeiten. Die
-Längslinien etc. etc. werden aber auch an schwarzen oder sonstigen sehr
-tieffarbigen Einfassungen und zwar deßhalb mit Schwarz ausgezogen,
-weil das Coloriren der von ihnen umschlossenen Räume weit leichter
-und sicherer von Statten geht, die Kanten viel schärfer absetzen
-und weil hierdurch der Charakter eingelegter Arbeit ganz wesentlich
-bedingt wird. Ganz abgesehen von letzterem Umstand wird man einen
-nach diesem Verfahren behandelten Mäanderfries, von einem, wenn auch
-auf das sorgfältigste, aber aus freier Hand behandelten dennoch sofort
-und zwar weitaus zum Vortheil des ersteren unterscheiden können. Ist
-alles was mittelst der Ziehfeder zu contouriren war, gearbeitet, so
-folgt dieselbe Behandlung des Figürlichen, der Arabesken etc. etc.,
-wozu man sich einer Zeichenfeder von Stahl bedient, deren man jetzt
-die verschiedensten Sorten, weiche und harte besitzt, und deren man
-sich einige von verschiedenen Härtegraden vorräthig hält. Man arbeite
-vorsichtig, mit nicht zu viel und nicht zu wenig Tusche.
-
-
-4. Colorit.
-
-Bei der ornamentalen Malerei kommen ganz vorzugsweise Lokalfarben in
-Anwendung und zwar sucht man eine glänzende Wirkung entweder durch die
-Farbe an sich oder durch Contraste zu erstreben, weßhalb in dieser
-Beziehung hier alles maßgebend ist, was ich früher bei Erörterung der
-Farben angeführt habe. Im Allgemeinen wird man daher am besten thun,
-kalte Töne neben feurige und helle neben dunkle zu bringen; man hüte
-sich aber bei eigenen Compositionen in zu vielerlei Töne zu gerathen
-oder in das Bunte zu verfallen, da die Anwendung größerer Reihen
-verschiedener Töne schon einen sehr ausgebildeten Farbensinn erfordert.
-Ich betone hier nochmals die hohe Schönheit des tiefen Schwarz.
-Gelbe, rothe, braune und graue Töne wird man ebenfalls in ihren
-verschiedensten Uebergängen häufig mit Vortheil anwenden, deßgleichen
-auch, aber sparsamer die Naturfarbe des Holzes, während Blau oder Grün
-Vorsicht erheischen. Doch macht sich ~French Blue~ mit Gold sparsam
-angebracht, zuweilen sehr gut und erinnert an ~Lapis Lazuli~. Man setze
-helle Töne von gleicher Farbentiefe nicht neben einander, sondern
-trenne sie durch breitere oder schmälere Streifen von Schwarz; ebenso
-sind dunkle gleich tiefe Töne durch helle oder auch das unbemalte Holz
-zu trennen, indem andernfalls erstere sehr flaue, letztere aber eine
-unruhige Wirkung äußern.
-
-Was die figürlichen Darstellungen anlangt, welche indessen in der Regel
-nur in kleinen Dimensionen und in der Farbe wenig ausgiebigen Partieen
-angebracht werden können, so halte man dieselben stets in Contrast mit
-der Grundfarbe und führe solche, wo es passend erscheint, fein und
-miniaturartig aus.
-
-Ich nehme hier Veranlassung auf die Behandlung von Blumen und Blättern,
-welche in Form von Kränzen oder Bouquets als Füllstücke auf schwarzem
-Grund häufige Verwendung finden und verdienen, etwas näher einzugehen
-und namentlich vor einer zu naturalistischen Behandlung zu warnen.
-Besonders stehe man von dem Schattiren derselben ab, sondern behandle
-dieselben ebenfalls streng als eingelegte Arbeit und umreiße alles,
-einschließlich der Staubfäden und einzelnen Schattenstellen mit
-schwarzen Contouren. Dieser Behandlung entsprechend müssen alle Farben
-in durchsichtigen, feinen Tönen gehalten werden, ohne daß besondere
-Aehnlichkeit mit der natürlichen Farbe anzustreben ist. So z. B. gebe
-man blaue Blumen durch ~Payne’s Grey~, rothe durch Krappnüancen,
-~Light Red~ etc. anstatt mit ~Cobalt~ oder Zinnober, wodurch eine
-dieser Technik weit angemessenere Wirkung erzielt wird. Dagegen sehe
-man bei Bouquets etc. etc. auf Mannigfaltigkeit des Grün, wenn auch die
-Unterschiede nicht zu auffallend zu halten sind. Besonders gut wirken
-Blätter von ~Olive Green~, welches durch Zusatz von ~Indian Yellow~,
-Krapp etc. etc. angenehm nüancirt werden kann. Doch ist auch helles,
-sonniges Grün aller Art, zwischen welchem einzelne mit ~Burnt Sienna~
-colorirte Blätter nicht fehlen dürfen, zu verwenden. Einzelne Blätter
-gelber Blumen nüancire man mit ~Orange Cadmium~ und sehe besonders bei
-größeren vielblättrigen Blumen auf Abwechslung im Ton, so z. B. daß die
-Blumenblätter einer Rose mannigfaltige, darunter dunklere, wenn auch
-nicht allzu schroff von einander geschiedene Töne zeigen. In größeren
-Bouquets etc. wirkt solcher Wechsel ungemein reich, doch hüte sich der
-Anfänger in’s Buntscheckige zu gerathen. Als Prachtstücke dieser Art
-lassen sich ein Kranz in Zahn’s Heft ~II.~ und ein Bouquet in Heft
-~III.~ behandeln. Weiße Blumen wie Dorn, Maiblumen läßt man in der
-Holzfarbe und colorirt bei ersteren nur die Staubgefäße mit dunklem
-oder rothbraunem Krapp. Sonst können Blumen und Früchte vortheilhaft in
-etwas kräftigerer Farbe gehalten werden.
-
-Zarte, durchsichtige Töne trage man stets sehr dünnflüssig, aber
-wiederholt auf, bis der Ton die gewünschte Tiefe hat, während
-tieftönige Farben etwas kräftiger, Schwarz aber immer absolut schwarz,
-wie Ebenholz zu geben ist, und immer möglichst +dickflüssig+ und
-+gelatinös+ aufgetragen werden muß. Dessenungeachtet genügt ein
-einziger Auftrag in der Regel nicht und muß derselbe +mindestens+
-einmal wiederholt werden, wenn man nicht Gefahr laufen will, nach
-dem Poliren das Holz durchleuchten zu sehen. Auch dunkelbraune
-und dunkelrothbraune Töne machen sich in kräftigem Auftrage nicht
-selten sehr schön, wirken aber auch in dünnflüssigen Tönen oft recht
-erfreulich und den verschiedensten feinen Holzarten entsprechend, was
-hier und da durch eine der Maserung entsprechende Pinselführung noch
-mehr ausgeprägt zu werden vermag.
-
-Diejenigen Leser, welche bereits mit der Aquarellmalerei vertraut sind,
-werden über die anzuwendenden Farben und Mischungen keiner weiteren
-Anweisung bedürfen. Da indessen dieser Nachtrag nicht so sehr selten
-von Lesern oder Leserinnen benutzt werden möchte, welchen das Mischen
-der Farben noch Schwierigkeiten macht, so gebe ich hier ein Verzeichniß
-aller derjenigen Farben und Combinationen, welche für diese Malerei
-vorzugsweise geeignet erscheinen. Die in mehrfacher Hinsicht, sei es
-durch zarten oder leuchtenden oder sehr reinen oder sehr tiefen Ton
-sich auszeichnenden Farben und Combinationen sind gesperrt gedruckt und
-die sehr tieftönigen mit! versehen.
-
-Körnchen in der Farbe vermeide man, da sich solche beim Poliren erhöhen.
-
-
-Gelb.
-
- ~Cadmium.~
-
- ~+Indian Yellow.+~
-
- ~Raw Sienna.~
-
-
- ~+Yellow Ochre.+~
-
- ~+Aureolin.+~
-
- ~Mars Yellow.~
-
- Italienische Erde.
-
- ~Gamboge.~
-
- ~+Lemon Yellow.+~
-
- ~Raw Umber.~
-
- ~Indian Yellow~ und ~Yellow Ochre~.
-
- ~Gamboge~ und ~Brown Pink~.
-
- ~+Indian Yellow+~ und ~+Purple Madder+~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Sepia~.
-
-
-Orange.
-
- ~Cadmium Orange.~
-
- ~+Burnt Sienna.+~
-
- ~+Mars Orange.+~
-
- ~Neutral Orange.~
-
- ~Laque Robert 7.~
-
- Gebrannte italienische Erde.
-
- ~Brown Ochre.~
-
- ~Yellow Ochre~ und ~Light Red~.
-
- ~Cadmium~ und ~Rose Madder~ oder ~Indian Red~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Indian Yellow~ oder ~Aureolin~ oder ~Gamboge~.
-
- ~+Rose Madder+~ und ~+Gamboge+~.
-
- ~+Indian Yellow+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~Indian Yellow~ und ~Light Red~ oder ~Vermilion~.
-
-
-Braun.
-
- ~Asphalt.~
-
- ~Vandyke Brown.~
-
- ~Sepia.~
-
- Brauner Lack.
-
- ~+Burnt Umber.+~
-
- ~+Vandyke Brown+~ und ~+Gamboge+~.
-
- ~+Vandyke Brown+~ und ~+Chrimson Lake+~!
-
- ~Raw Sienna~ oder ~Yellow Ochre~.
-
- ~Raw Sienna~, ~Yellow Ochre~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~Burnt Umber~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Burnt Umber~ und ~Brown Madder~.
-
- ~+Burnt Sienna+~ und ~+Payne’s Grey+~.
-
- ~Burnt Sienna~ und ~Lamp Black~.
-
- ~+Light Red+~ und ~+Lamp Black+~.
-
- ~Indian Yellow~, ~Sepia~ und ~Lake~.
-
-
-Rothbraun.
-
- Florent. Braun!
-
- ~+Burnt Sienna+~, ~+Chrimson Lake+~ und ~+French Blue+~!
-
- ~+Brown Madder+~ und ~+Raw Sienna+~.
-
- ~Raw Sienna~, ~Rose Madder~ und ~Vandyke Brown~.
-
- ~+Sepia+~ und ~+Brown Madder+~!
-
- ~+Purple Madder+~ und ~+Indian Yellow+~!
-
- ~+Brown Pink+~ und ~+Purple Madder+~!
-
- ~+Purple Madder+~ und ~+Sepia+~!
-
- ~+Brown Pink+~, ~+French Blue+~ und ~+Lake+~!
-
- ~Vandyke Brown~ und ~Brown Madder~.
-
-
-Roth.
-
- ~Purple Madder.~
-
- ~+Burnt Carmine+~!
-
- ~Rubens Madder~!
-
- ~+Brown Madder+~!
-
- ~Rose Madder.~
-
- ~Pink Madder.~
-
- ~Indian Red.~
-
- ~Light Red.~
-
- ~Red Lead.~
-
- ~Rose Madder~, ~Yellow Ochre~ und ~Cobalt~.
-
- Rothbrauner Krapp!
-
- Marsroth.
-
- Von Dyk Roth.
-
- ~+Yellow Ochre+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~+Light Red+~ und ~+Rose Madder+~.
-
- ~Brown Madder~ und ~Light Red~.
-
- ~Rose Madder~ und ~Aureolin~.
-
- ~Rose Madder~ und ~Vermilion~.
-
- ~Rose Madder~ und ~Brown Ochre~.
-
- ~Raw Sienna~ und ~Brown Madder~.
-
-
-+Purpur+ (Violett).
-
- ~+Cobalt+~ und ~+Rose Madder+~ oder ~+Brown Madder+~.
-
- ~Purple Madder~ und ~Cobalt~.
-
- ~Indigo~ und ~Rose Madder~.
-
- ~+Brown Madder+~ und ~+Payne’s Grey+~!
-
- ~Brown Madder~ und ~Lamp Black~.
-
- ~French Blue~, ~Cobalt~ und ~Rose Madder~.
-
-
-Grau.
-
- ~Neutral Tint.~
-
- ~Payne’s Grey.~
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Yellow Ochre+~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Naples Yellow+~.
-
- ~+Indigo+~ und ~+Indian Red+~.
-
- ~Cobalt~ und ~Lamp Black~.
-
- ~+Cobalt+~, ~+Rose Madder+~ und ~+Burnt Sienna+~.
-
- ~Lamp Black~, ~Light Red~ und ~Cobalt~.
-
- ~Indigo~ und ~Blue Black~.
-
-
-Blau.
-
-(Nur sparsam zu verwenden und in den meisten Fällen durch Grau zu
-ersetzen.)
-
- ~+Intense Blue+~!
-
- ~+Cobalt.+~
-
- ~French Blue.~
-
-
-Grün.
-
- ~+Olive Green.+~
-
- ~Terre Verte.~
-
- ~Indigo~ und ~Indian Yellow~.
-
- ~Indigo~ und ~Brown Pink~.
-
- ~Gamboge~ und ~Cobalt~.
-
- ~+Gamboge+~ und ~+Emerald Green+~.
-
- ~Gamboge~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
-
- ~+Olive Green+~ und ~+Indigo+~!
-
- ~+Aureolin+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~+Aureolin+~, ~+Vandyke Brown+~ und ~+Indigo+~.
-
- ~+Brown Pink+~, ~+Oxyde of Chromium+~ und ~+French Blue+~!
-
- ~Indian Yellow~ und ~Oxyde of Chromium~.
-
- ~Sepia~ und ~Indigo~. } Bronzetöne.
-
- ~Lamp Black~ und ~Emerald Green~. }
-
-Außer ~+Olive Green+~ ist Grün ebenfalls, außer bei Bouquets etc.
-sparsam und vorsichtig zu verwenden, ersteres aber in jeder Beziehung
-zu empfehlen.
-
-Als Beispiele wie Intarsien in zwei Farben stilvoll behandelt
-werden können, gebe ich hier einige solcher Zusammenstellungen nach
-italienischen Intarsien der Renaissance, welche als mustergiltig zu
-betrachten sind.
-
-1. Intarsien der Chorstühle der ~+Certosa+~ bei Pavia:
-
- +Grund+: +Ornament+:
- dunkle Farbe. helle Farbe.
-
- 1. Schwarz. ~Yellow Ochre~ und ~Indian Red~.
- 2. „ ~Indian Yellow~ und ~Brown Madder~.
- 3. „ ~Light Red~ und ~Indian Yellow~.
- 4. „ ~Brown Madder~ und ~Gamboge~.
-
-2. Intarsien der Chorstühle in ~S. Maria. Novella~ in Florenz:
-
- 1. Florentiner Braun. ~Indian Yellow~ und ~Brown Madder~.
- 2. ~Purple Madder~ und
- ~Van Dyke Brown~. ~Roman Ochre~.
- 3. Marsbraun. ~Yellow Ochre.~
- 4. ~Caput Mortuum.~ ~Raw Sienna~ und ~Vermilion~.
- 5. ~Burnt Umber~ und ~Raw Sienna~ und ~Brown
- ~Aureolin~. Madder~.
- 6. ~Burnt Umber.~ ~Light Red~ und ~Neutral Tint~.
-
-
-5. Politur.
-
-Nachdem die Malerei tadellos beendet ist, übergibt man die Arbeit
-einem Möbelschreiner zum Poliren. Da aber diese Leute die Gegenstände
-in der Regel Monate lang behalten, unter dem Vorwande, solche müßten
-so und so lange stehen und wer weiß was für heikle Prozeduren
-durchmachen, wobei man nicht selten die Objekte nur ganz oberflächlich
-polirt, mit deutlicher Auszeichnung der Stellen wo radirt worden
-(einem untrüglichen Zeichen +sehr+ nachlässiger Arbeit Seitens des
-„Ebéniste“) zurück erhält und dabei mitunter sündhaft zahlen muß, so
-rathe ich jedem Interessenten, das Poliren zu erlernen, was bei einiger
-Aufmerksamkeit und gutem Willen in wenigen Stunden zu erlernen ist und
-wobei man, wenn man viel auf Holz malt, sehr viel Geld sparen kann.
-Ich selbst habe diese Arbeit in etwa sechs Stunden bei einem Schreiner
-gründlich erlernt, und polire ich seit jener Zeit alles selbst, dabei
-weit sorgfältiger als es mir früher geliefert worden ist. Abgesehen von
-der benöthigten Zeit kostet diese Arbeit fast nichts als etwas Mühe und
-Geduld, wenn alles nicht sofort nach Wunsch gelingt.
-
-Das Poliren läßt sich zwar, wenn überhaupt, nur schwer auf die bloße
-Beschreibung hin erlernen; dessenungeachtet will ich aber versuchen,
-das Verfahren so anschaulich wie möglich darzulegen, um selbst
-denjenigen, welche nicht gerade auf die Erlernung reflektiren, doch
-eine genauere Beurtheilung dieser Arbeit zu ermöglichen.
-
-Zum Poliren bedarf man folgender Hilfsmittel:
-
-1. +Dunkle Politur+, d. h. eine Lösung von 50 Grammen gewöhnlichem
-Schellack in 200 Grammen starkem Weingeist (also 1: 4). Diese Lösung,
-welche indessen auch käuflich zu haben ist, wird +nicht+ filtrirt, aber
-beim Gebrauche immer tüchtig umgeschüttelt. Sie eignet sich indessen
-nur zum Poliren sehr dunkler Gegenstände, da sie helle Farben bräunt,
-was bei vorzugsweise viele helle Farben zeigenden Gegenständen nicht
-günstig wirkt. Es polirt sich aber mit dieser dunklen Politur leichter
-als mit der demnächst zu erwähnenden weißen, weßhalb es gerathen
-erscheint, die ersten Versuche (an irgendwelchen Gegenständen, an
-welchen nicht viel gelegen) mit dieser dunklen zu beginnen.
-
-2. +Weiße Politur+, d. h. eine Lösung von 50 Grammen +weißem+ Schellack
-in obiger Menge Weingeist. Noch besser aber nehme man die käufliche
-+weiße Copal-Politur+, welche noch haltbarer ist. Die weiße Politur
-muß zu allen Arbeiten verwendet werden, auf welchen das natürliche
-Holz oder helle Farbentöne größere Flächen einnehmen, kann aber auch
-zu dunklen Arbeiten verwendet werden, welche durch dieselbe ein
-weit feineres Aussehen erhalten. Sie ist etwas schwieriger in der
-Behandlung, weil sie leichter klebt und langsamer trocknet. Der weiße
-Schellack löst sich schwieriger und muß öfter umgeschüttelt werden.
-Die Lösung wird ebenfalls +nicht+ filtrirt.
-
-3. +Weißer Spirituslack+, ein Firniß welcher in Materialhandlungen in
-kleinen Fläschchen käuflich zu erhalten ist. Die Selbstbereitung ist
-eine zu complizirte und mühsame um zu rentiren.
-
-4. Ein Fläschchen +Leinöl+, welches aber, besonders bei Anwendung
-weißer Politur besser durch +Schweinsschmalz+ ersetzt wird.
-
-5. Zwei Stücke +Bimsstein+ mittlerer Größe, welche man auf einem Steine
-so anreibt, daß jeder eine ebene Fläche erhält.
-
-6. Ein kleines Fläschchen +alkoholisirtes Bimssteinpulver+.
-
-7. Einige Stücke alter +Leinwand+ und eines +Wollenstoffes+.
-
-8. Einige +Korke+, am Besten von Champagnerflaschen.
-
-Ehe man nun zum eigentlichen Poliren schreitet, welches an einem
-+staubfreien+ und warmen Orte (im Winter nicht in einem kalten Zimmer)
-vorgenommen werden muß, ist die Malerei erst zu fixiren, was sehr
-leicht und schnell bewerkstelligt wird, indem man mit einem nicht zu
-kleinen Pinsel, gefüllt mit weißem Lack, alle bemalten Flächen des
-Gegenstandes +vorsichtig+ und nach einer Richtung hin, ohne hin und
-her zu fahren, übergeht. In Ermanglung des weißen Lackes kann man sich
-auch der weißen Politur bedienen, was aber nicht zu empfehlen ist,
-da solche zu dünn ist und zu viele Aufträge nothwendig machen würde.
-Dieser Lacküberzug trocknet ziemlich rasch und bildet nun einen dünnen
-die Farbe schützenden Ueberzug. Nach 5 bis 10 Minuten ist derselbe
-gewöhnlich trocken und wiederholt man alsdann das Experiment, welches
-nun etwas kühner vorgenommen werden kann und nach abermaligem guten
-Trocknen nochmals wiederholt wird, worauf der Gegenstand polirt werden
-kann.
-
-Da nun ein zu polirender Gegenstand fest stehen muß, und während der
-Arbeit festeres Angreifen nicht erträgt, so muß derselbe befestigt
-werden. Tischchen machen eine Ausnahme, indem man solche mit der
-linken Hand am Fuß fassen kann. Man thut am besten, wenn man sich
-ein Brett in Form eines Reißbrettes hierzu hält, auf welches die
-zu polirenden Gegenstände auf folgende Weise befestigt werden. Hat
-man z. B. ein Kästchen zu poliren, so leimt man auf das Brett ein
-glattes Klötzchen von 5 bis 10 Ctm. im Quadrat, auf dieses Klötzchen
-leimt man ein Stück Papier und auf letzteres die Mitte des Bodens des
-Kästchens. Das Papier muß deßwegen dazwischen geleimt werden, weil das
-Kästchen dann leicht und glatt wieder abgebrochen werden kann, was
-ohne diese Vorsicht +nicht+ möglich sein würde. Größere Holzplatten
-befestigt man in gleicher Weise, aber mit 2 in der Nähe der Seiten
-anzubringenden Längsleisten, ohne jedoch das Papier zu vergessen.
-Man legt das so zugerichtete Brett beim Poliren auf einen Tisch und
-stützt sich mit der linken Hand auf dasselbe. Ehe man zu poliren
-beginnt, kann man mit einem wollenen, mit Politur befeuchteten Lappen
-den Gegenstand überall erst tüchtig einreiben, was aber rasch und
-+ohne mit dem Reiben einzuhalten+ geschehen muß. Nunmehr kann mit
-dem eigentlichen Poliren vorgegangen werden. Hierzu bedarf man eines
-aus einer wollenen polsterähnlichen Einlage und einer Hülle aus alter
-grober Leinwand bestehenden Bäuschchens in der Form eines Schnullers,
-welches einige Mal dicker sein muß. Die Einlage kann aus einem mehrmals
-zusammengelegten Streifen zarten Wollenstoffes oder auch aus einem
-leicht aufgewickelten Knaul von Strickwolle bestehen. Diese wollene
-Einlage wird nunmehr hinreichend mit Politur befeuchtet, so daß diese
-auch die äußere Leinenhülle nicht zu schwer zu durchdringen im Stande
-ist, und in letztere eingeschlagen und der Tampon fest zwischen die
-Spitzen der fünf Finger gefaßt und nun in kleinen Kreisen über die
-vorher hier und da ein wenig mit Oel oder Schmalz betupfte Fläche
-geführt, worauf sich bald sogenannte Wolken auf der Fläche zeigen.
-Sobald diese nachlassen oder sobald man bemerkt, daß der Tampon
-trocken wird oder klebt, muß der innere Wollbausch wieder mit Politur
-befeuchtet werden, und kann bei jeder neuen Füllung ein Tropfen Leinöl
-oder etwas Schmalz mit der Spitze des Zeigefingers der linken Hand
-in einigen Tupfen auf das Holz getragen werden. Man polire immer in
-kleinen Kreisen besonders längs des Randes und übergehe dann einmal
-die Mitte, und lasse die Gedanken bei der Sache, da in demselben
-Augenblicke in welchem man mit der kreisförmigen Bewegung aufhört,
-+rasch+ der Tampon von der Fläche +entfernt+ werden muß, andernfalls
-derselbe sofort anklebt und bei dem Abreißen eine schadhafte Stelle
-hinterläßt, welche, wenn solche nur geringfügig ist, sich im Laufe
-der Arbeit wieder glatt polirt, oder aber eine stark rissige und
-wie beschmutzt aussehende größere Stelle hinterläßt, welche nach dem
-Trocknen mit Bimsstein abgeschliffen werden muß, auf welche Arbeit
-ich später zurückkomme. Ist der zu polirende Gegenstand mehrseitig,
-so polirt man immer alle Seiten und Flächen rund herum durch, denn es
-muß alles zu gleicher Zeit fertig werden, und darf nicht etwa eine
-Seite nach der andern vorgenommen und fertig gestellt werden. In der
-angegebenen Weise kann man den Gegenstand längere Zeit bearbeiten, je
-nach der Größe ¼-½ 1-2 Stunden lang. Nach Verlauf dieser Zeit wird
-Politur in genügender Menge aufgetragen sein, und stellt man den
-Gegenstand auf einen Tag zurück. --
-
-Bevor man denselben wieder vornimmt, sehe man ob die etwa radirten
-Stellen sich noch auszeichnen, d. h. ob solche tiefer liegen als die
-Fläche, in welchem Falle alle vertieften Stellen, rühren sie nun vom
-Radiren oder von Zirkelstichen etc. her, mittelst des Pinsels mit
-+weißem Lack+ ausgefüllt werden, worauf man trocknen läßt. Genügt
-einmaliges Ausfüllen nicht, so muß man diese Prozedur wiederholen, bis
-die vertieften Stellen geebnet sind. Ist dies der Fall, dann wird der
-Gegenstand „abgeschliffen“, wodurch derselbe einestheils bei späterem
-Poliren einen höheren Grad von Glanz annimmt, anderntheils aber alle
-die Fläche beeinträchtigenden kleinen Erhabenheiten, wie Unreinigkeiten
-im Auftragen der Farbe, welche sich nunmehr als erhöhte Körnchen
-bemerkbar machen etc. schwach wellige Stellen im Holze geglättet
-werden.
-
-Hierbei verfährt man folgendermaßen: Sind keine besonderen Unebenheiten
-oder schadhafte Stellen vorhanden, so genügt ein Abschleifen mittelst
-des Bimssteinpulvers, mit welchem der zuvor ganz leicht mit Oel oder
-Schmalz eingeriebene Gegenstand leicht bestreut wird, worauf man mit
-einem unten glatten Kork oder Stöpsel die bestreuten Flächen leicht
-reibt, so daß solche ganz matt werden, worauf man allen Schmutz
-mit einem Tuche abwischt. Sind aber solcher Unebenheiten etc. mehr
-vorhanden, was bei größeren Arbeiten in der Regel der Fall sein wird,
-so genügt das Pulver nicht, sondern es wird hier der Bimsstein in
-Substanz erfordert. Man reibt wie oben bemerkt erst die Flächen leicht
-mit wenig Oel ein, nimmt das eine Stück Bimsstein mit der glatten
-Fläche nach Oben in die linke Hand und das zweite mit der glatten
-Fläche nach Unten in die rechte Hand und reibt nun mit letzterem
-vorzüglich über die schadhaften oder nicht ebenen Stellen. „Zieht“ der
-Stein nicht, d. h. haftet er nicht und geht leicht, so reibe man ihn
-mehrmals auf der Fläche des in der linken Hand befindlichen ab, worauf
-er „ziehen“ wird. Hierauf ist zu achten, denn zieht er nicht, so greift
-er nicht die Politur an. Spürt man aber etwas wie ein Sandkorn unter
-dem Steine, so streiche man ihn ebenfalls an dem in der linken Hand
-ab, da andernfalls leicht tiefe Kratzer entstehen. Man nehme sich aber
-bei diesem Abschleifen in Acht, daß man nicht +zu tief+ schleife und
-schließlich Farbe wegschleife, in welchem Falle die laidirten Stellen
-nochmals übermalt und fixirt werden müssen und das Ganze nochmals
-etwas stärker polirt werden muß. Auch wo die Arbeiten mit Gold und
-Silber behandelt sind, ist insoferne beim Abschleifen große Vorsicht
-angezeigt, als Gold und Silber stark auftragen und die betreffenden
-Flächen auch nach dem ersten Poliren immer stark erhöht erscheinen und
-das Metall Gefahr läuft +gründlich+ abgeschliffen zu werden, weßhalb
-es räthlich, auf derartige Arbeiten beim ersten Poliren mehr Politur
-zu bringen, d. h. solche länger zu poliren als solche, an welchen
-kein Gold und Silber vorkommt. Wenn auch abgeschliffene Farbe wieder
-ausgebessert werden kann, so hat solche Restauration doch eine sehr
-unangenehme Eigenschaft, indem die auf diese Weise nachgebesserten
-Stellen viel tiefere glanzvollere Farbe haben, was unter Umständen sehr
-störend wirken kann, wie z. B. in einem schwarzen Grunde, wo dann eine
-derartige Ausbesserung nach Beendigung wie ein +schwarzer+ =Fleck=
-+von größter Tiefe+ auf einer dann mehr +graulich+ wirkenden Fläche
-erscheint. Daher Vorsicht.
-
-Ist das Abschleifen vollendet, so wischt man den Gegenstand mit einem
-weichen Tuche ab und geht dann an die Beendigung der Arbeit, zu welcher
-in der Regel kein Oel mehr genommen und etwas mit Weingeist verdünnte
-Politur angewendet wird. Ferner nimmt man hiezu ein ganz frisches
-Tampon, nimmt nur bei erster Befeuchtung noch starke Politur, und
-polirt jetzt immer bis das Tampon +ganz trocken+ ist, was man an dem
-zunehmenden Glanz der Fläche bemerkt. Hierauf polirt man mit +ganz
-wenig+ der verdünnten Politur, welcher man immer noch etwas Weingeist
-zusetzen kann und geht beim Abpoliren mit abermals frischem Tampon
-ganz in reinen Weingeist über, von welchem 1-2 Tropfen genügen und
-polirt bis der Tampon absolut trocken ist. Klebt der Tampon etwas, so
-helfe man mit einer Kleinigkeit Oel nach.
-
-So etwa ist der Gang der Prozedur bei reinlichen, nicht oder wenig
-beschädigten Arbeiten und gut präparirten, d. h. recht glatt
-geschliffenen Flächen, weßhalb es auch gerathen ist, alle käuflichen
-Objekte in Bezug auf ihre Glätte vor Beginn der Arbeit genau zu
-untersuchen und solche falls sie wellig sind, vorher nochmals von
-einem Schreiner abschleifen zu lassen, was eine Kleinigkeit ist,
-andernfalls man beim Poliren viel Mühe hat, indem sehr wellige Flächen
-wenn solche spiegelglatt sein sollen, dann nicht selten 5-6 Mal wieder
-abgeschliffen werden müssen. So lange ein nochmaliges Abschleifen
-erforderlich scheint, wird selbstverständlich beim Poliren so
-verfahren, wie beim ersten Male, d. h. mit stärkerer Politur polirt.
-
-Aus dieser Darstellung geht hervor, daß reinliches Arbeiten auf
-gut präparirtes d. h. glatt geschliffenes Material das Poliren
-+sehr wesentlich+ vereinfacht und zu einer leicht und schnell zu
-bewältigenden Manipulation macht.
-
-Reiben sich während des Polirens Unreinigkeiten, besonders Fasern von
-Wolle etc. mit in die Fläche, so stehe man von weiterem Poliren ab,
-lasse trocknen und schleife die Fasern mit Bimsstein ab.
-
-Bei Arbeiten wie etwa Schrankthüren, wo vertiefte Flächen vorkommen,
-ist das Poliren der Ecken in solchen tieferen Flächen sehr mißlich und
-müssen solche in der Regel vor dem Abpoliren mit weißem Lack sehr
-vorsichtig ausgepinselt werden, was überhaupt für alle Theile gilt, zu
-welchen mit dem Tampon nicht gut zu gelangen ist.
-
-Sodann ist noch zu bemerken, daß man allen Kanten der Flächen öfter mit
-dem Tampon entlang oder hin und her wischt, da bei der kreisförmigen
-Bewegung die Kanten weniger gleichmäßig berührt werden. Schließlich
-will ich noch der Ausbesserung kleiner Schäden im Holze gedenken,
-welche an großen Gegenständen z. B. Tischen, während des Transportes
-verursacht, nicht selten vorkommen und sich meist am Rande oder
-anderwärts durch mehr oder weniger tiefe Eindrücke und Höhlungen
-bemerklich machen. Diese Schäden werden mit an einem Licht heiß und
-knetbar gemachten Stück Schellack ausgefüllt oder „ausgebrannt“, wie
-der ~terminus technicus~ lautet, dann mittelst einer zarten Feile mit
-der Umgebung ausgeglichen, (selbstverständlich müssen solche Stellen
-in einen +dunkel+ gefärbten Rand kommen) und mit der betreffenden
-Farbe übergangen, worauf nach dem Poliren nichts mehr von der früheren
-Verletzung sichtbar bleibt. Hat man mit zu viel Fett polirt und wird
-der abpolirte Gegenstand nach wenigen Tagen ölig und krustig, so
-übergeht man denselben mit einem +reinen+ Kork und polirt nochmals mit
-ganz wenigen Tropfen Weingeist ab.
-
-
-
-
-~Dr.~ Fr. Schoenfeld & Co.
-
-in Düsseldorf.
-
- Fabrik feinst präparirter Oel-, Aquarell- und Gouache-Farben in
- Zinntuben, Porzellannäpfchen und Glasfläschchen, Handlung in besten
- deutschen und englischen Aquarellpapieren, sowie in allen zur Oel-
- und Aquarellmalerei nöthigen Materialien.
-
-
-Der Preis der vorstehend empfohlenen gewöhnlichen Aquarellfarben in
-Zinntuben und Näpfchen ist, soweit solche nicht nachstehend namentlich
-aufgeführt sind,
-
- per Tube oder Näpfchen Rm. 0.35.
- „ Fläschchen Gouachefarbe „ 0.60.
-
-Chrimsonlack, Marsgelb, Marsorange, Graphit, Scharlach-Zinnober
-
- per Tube oder Näpfchen Rm. 0.45.
- „ Fläschchen Gouachefarbe „ 0.75.
-
-Krapplack (~Rose Madder~ -- ~Brown Madder~) Indischgelb, Kobaltblau,
-Ultramarin (~French Blue~), ~Cadmium~, (hell und dunkel) Grünes
-Chromoxyd, ~Vert émeraude~
-
- per Tube oder Näpfchen Rm. 0.75.
- „ Fläschchen Gouachefarbe „ 1.20.
-
-Gebrannter Carmin, Purpur Krapplack, ~Aureolin~
-
- per Tube oder Näpfchen Rm. 1.--.
- „ Fläschchen Gouachefarbe „ 1.60.
-
-Smalte, Ultramarinasche
-
- per Tube oder Näpfchen Rm. 3.--.
-
-Blechkasten gefüllt nach Angabe des Verfassers dieses Werkes mit
-folgenden 12 Farben in Tuben: ~Chrimsonlack~, ~Brown Madder~, ~Rose
-Madder~, Indischgelb, Heller Ocker, Chinesisch Weiß, ~Gebr. Sienna~,
-~Vandykbraun~, ~Brown Pink~, ~French Blue~, Kobaltblau, ~Gummi
-Guttae~ sowie folgenden 22 Farben in Näpfchen, resp. halben Näpfchen:
-~Indigo~, ~Neutral Tinte~, ~Payne’s Gray~, Lampenschwarz, Blauschwarz,
-Indischroth, Zinnober, ~Light Red~, ~Terra Sienna~, ~Umbra~,
-Neapelgelb, ~Lemon Yellow~, ~Sepia~, ~Gebr. Umbra~, Grünes Chromoxyd,
-Smaragdgrün, Purpur Krapp, Preußisch Blau, ~Marsorange~, ~Cadmium~,
-Grün-Blau Oxyd und ~Mennige~
-
- Rm. 24.--.
-
-Die Gouachefarben in Fläschchen werden auch in eleganten Holzkasten
-mit Schloß zu 12, 18 und 24 Farben, die Aquarellfarben in Tuben in
-feinst lackirten Blechkasten, enthaltend: 12, 15, 16, 20, 24 und 30
-Tuben im Preise von Rm. 11.--. bis Rm. 33.--., die Aquarellfarben in
-ganzen und halben Näpfchen, ebenfalls in feinst lackirten Blechkasten,
-enthaltend: 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 24 und 30 ganze oder halbe
-Näpfchen im Preise von Rm. 4.60. bis Rm. 24.60. Die Aquarellfarben
-werden außerdem in kleinen handlichen, feinst lackirten Blechkästchen
-(sogenannte Westentaschen-Etuis), in welche die Farben hineingedrückt
-sind, geliefert, und zwar mit: 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 21, 24 und 30
-Farben im Preise von Rm. 3.75. bis Rm. 11.--.
-
-=Vollständige Preiscourante stehen jederzeit zur Verfügung.=
-
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-Verlag von +Paul Neff+ in Stuttgart.
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- Antike und orientalische Kunst, Mittelalter,
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- Deutsche Ausgabe von =R. Reinhardt=,
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- Architekt und Professor am Königl. Polytechnikum in Stuttgart.
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- Unter Mitwirkung von A. MECKLENBURG, Architekt.
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- DIE KLASSIKER DER MALEREI.
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- mit erläuterndem Text =für Künstler, Freunde der Kunst
- und Lehrer der Kunst-Geschichte=
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- Herausgegeben von Dr. =P. F. Krell=,
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- Professor der Kunstgeschichte in München.
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- Unter Mitwirkung von Dr. O. Eisenmann.
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- Unveränderlicher Photographiedruck von Martin Rommel.
-
- =I. Serie:= Italienische Renaissance. =II. Serie:= Niederländer und
- Spanier.
-
- Jede Serie erscheint in etwa 33 Lieferungen à 2 Tafeln gr. Folio.
- -- Preis der Lieferung Mark 2.50.
-
-
-Zu beziehen durch alle Buch- und Kunsthandlungen.
-
-
-
-
-Fußnoten:
-
-[A] Moose unter ~F.~ Felsen.
-
-[B] Eine genaue Scheidung der Töne für Mittelgrund etc. ist nicht wohl
-thunlich und diese Theilung insofern unpassend, als bei der Wahl der
-Farben vor allen Dingen +Beleuchtung+ und +Witterung+ in Betracht kommt
-und je nach diesen Factoren der Mittelgrund sowohl Töne der Ferne als
-auch des Vordergrundes zeigen kann. Um Mißverständnisse zu vermeiden,
-bemerke ich daher, daß ich diese Rubriken lediglich in der Absicht
-gegeben habe, den Lernenden auf diejenigen Töne zu leiten, welche für
-die betreffende Rubrik +vorzugsweise+ unter normalen Witterungs- und
-Beleuchtungsverhältnissen Anwendung finden können.
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Handbuch der Aquarellmalerei, by
-Friedrich Jaennicke
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER AQUARELLMALEREI ***
-
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-research. They may be modified and printed and given away--you may do
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-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
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-works. See paragraph 1.E below.
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-or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
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-through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
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-is also defective, you may demand a refund in writing without further
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-WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
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-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
-If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
-law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
-interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
-the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
-provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
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-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
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-promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
-harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
-that arise directly or indirectly from any of the following which you do
-or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
-work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
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-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
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-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of computers
-including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
-because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
-people in all walks of life.
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-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
-and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
-http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
-permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
-Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
-throughout numerous locations. Its business office is located at
-809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
-business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
-information can be found at the Foundation's web site and official
-page at http://pglaf.org
-
-For additional contact information:
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
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-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
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-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
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-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
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-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To
-SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
-particular state visit http://pglaf.org
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-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
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-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
-works.
-
-Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
-concept of a library of electronic works that could be freely shared
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-Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
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-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
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- The Project Gutenberg eBook of Handbuch Der Aquarellmalerei, by Friedrich Jaennicke.
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-}
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- </style>
- </head>
-<body>
-
-
-<pre>
-
-Project Gutenberg's Handbuch der Aquarellmalerei, by Friedrich Jaennicke
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-
-Title: Handbuch der Aquarellmalerei
- Nach dem heutigen Standpunkte und mit vorzüglicher Anwendung
- auf Landschaft und Architektur nebst einem Anhange über
- Holzmalerei
-
-Author: Friedrich Jaennicke
-
-Release Date: May 22, 2017 [EBook #54759]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER AQUARELLMALEREI ***
-
-
-
-
-Produced by the Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net (This file was produced from images
-generously made available by The Internet Archive)
-
-
-
-
-
-
-</pre>
-
-
-<div class="transnote">
-
-<p class="s3 center"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p>
-
-<p class="p0">Der vorliegende Text wurde anhand der 1877 erschienenen
-Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben.
-Zeichensetzung und offensichtliche typographische Fehler wurden
-stillschweigend korrigiert. Unterschiedliche Schreibweisen (z.B.
-‚Perspektive‘/‚Perspective‘) wurden nicht vereinheitlicht. Einige
-englischsprachige Bezeichnungen, insbesondere die der Malfarben,
-sind im Buch inkonsistent wiedergeben, bzw. ganz oder teilweise
-eingedeutscht. Diese Schreibweisen wurden in der vorliegenden Version
-nicht geändert.</p>
-
-<p class="p0">Die Buchversion wurde in Frakturschrift gedruckt. Wie
-in dieser Schriftart meist üblich, wurde der Ausdruck ‚&amp;c.‘ mit dem
-tironischen Und-Zeichen wiedergegeben. In der elektronischen Fassung
-wurde dieser dagegen als ‚etc.‘ ausgedrückt. Passagen in Antiquaschrift
-im Original werden hier <span class="antiqua">kursiv</span> dargestellt.</p>
-
-<p class="p0 htmlnoshow">Abhängig von der im jeweiligen Lesegerät
-installierten Schriftart können die im Original <em class="gesperrt">gesperrt</em>
-gedruckten Passagen gesperrt, in serifenloser Schrift, oder aber sowohl
-serifenlos als auch gesperrt erscheinen.</p>
-
-</div>
-
-<div class="titel">
-
-<h1><span class="s6">Handbuch<br />
-<span class="s6">der</span></span><br />
-<span class="mleft0_3">A</span><span class="mleft0_3">q</span><span class="mleft0_3">u</span><span class="mleft0_3">a</span><span class="mleft0_3">r</span><span class="mleft0_3">e</span><span class="mleft0_3">l</span><span class="mleft0_3">l</span><span class="mleft0_3">m</span><span class="mleft0_3">a</span><span class="mleft0_3">l</span><span class="mleft0_3">e</span><span class="mleft0_3">r</span><span class="mleft0_3">e</span><span class="mleft0_3">i</span>.</h1>
-
-<p class="s3 center mtop2 lh1_5">Nach dem heutigen Standpunkte<br />
-<span class="s6">und in vorzüglicher Anwendung auf</span><br />
-<span class="s4"><b><span class="mleft0_3">L</span><span class="mleft0_3">a</span><span class="mleft0_3">n</span><span class="mleft0_3">d</span><span class="mleft0_3">s</span><span class="mleft0_3">c</span><span class="mleft0_3">h</span><span class="mleft0_3">a</span><span class="mleft0_3">f</span><span class="mleft0_3">t</span>
-<span class="mleft0_3">u</span><span class="mleft0_3">n</span><span class="mleft0_3">d</span>
-<span class="mleft0_3">A</span><span class="mleft0_3">r</span><span class="mleft0_3">c</span><span class="mleft0_3">h</span><span class="mleft0_3">i</span><span class="mleft0_3">t</span><span class="mleft0_3">e</span><span class="mleft0_3">k</span><span class="mleft0_3">t</span><span class="mleft0_3">u</span><span class="mleft0_3">r</span></b></span></p>
-
-<p class="s3 center lh1_5"><span class="s6">Nebst einem Anhange über</span><br />
-<span class="s4"><b><span class="mleft0_3">H</span><span class="mleft0_3">o</span><span class="mleft0_3">l</span><span class="mleft0_3">z</span><span class="mleft0_3">m</span><span class="mleft0_3">a</span><span class="mleft0_3">l</span><span class="mleft0_3">e</span><span class="mleft0_3">r</span><span class="mleft0_3">e</span><span class="mleft0_3">i</span>.</b></span></p>
-
-<p class="s3 center lh1_5"><span class="s6">Von</span><br />
-<b>Friedrich Jaennicke.</b></p>
-
-<p class="s6 right mright3"><span class="antiqua">Omnis ars naturae imitatio est.</span><br />
-<span class="mright2"><span class="antiqua">Senec. Ep.</span> 64, 3.</span></p>
-
-<p class="s4 center mtop2">Zweite verbesserte und vermehrte Auflage.</p>
-
-<p class="s4 center mtop4"><b><span class="mleft0_3">S</span><span class="mleft0_3">t</span><span class="mleft0_3">u</span><span class="mleft0_3">t</span><span class="mleft0_3">t</span><span class="mleft0_3">g</span><span class="mleft0_3">a</span><span class="mleft0_3">r</span><span class="mleft0_3">t</span>.</b><br />
-Verlag von Paul Neff.<br />
-<b>1877.</b></p>
-
-</div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<p class="center padtop4">Druck von
-<span class="mleft0_3">E</span><span class="mleft0_3">m</span><span class="mleft0_3">i</span><span class="mleft0_3">l</span>
-<span class="mleft0_3">M</span><span class="mleft0_3">ü</span><span class="mleft0_3">l</span><span class="mleft0_3">l</span><span class="mleft0_3">e</span><span class="mleft0_3">r</span>
-in Stuttgart.</p>
-
-<hr class="full" />
-
-<div class="chapter">
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_iii" id="Seite_iii">[S. III]</a></span></p>
-
-<h2 class="nobreak" id="Vorrede_zur_ersten_Auflage">Vorrede zur ersten
-Auflage.</h2>
-
-</div>
-
-<p>Hiermit übergebe ich den Freunden der Aquarellmalerei ein auf dem
-Wege langjähriger Praxis dieses Zweiges der Kunst entstandenes Lehr-
-und Hilfsbuch. Es verdankt sein Entstehen erst vereinzelten, später
-ausgiebigeren Notizen, welche ich zu meiner eigenen Belehrung sammelte
-und in neuester Zeit zu einem vollständigen und zusammenhängenden
-Ganzen ausarbeitete. Hierbei hatte ich vorzugsweise die zahlreichen,
-mitunter sehr begabten Dilettanten im Auge, welche den Verkehr mit
-Künstlern oder einen zur Seite stehenden tüchtigen Lehrer &mdash; Vortheile,
-welche sich nur in größeren Städten, und dann in der Regel nur wenigen
-Interessenten zu bieten pflegen &mdash; entbehren müssen, aber weiter
-streben, ohne freilich in den meisten Fällen je über die mehr oder
-weniger conventionellen Töne der Farbendrücke hinauszukommen.</p>
-
-<p>Ich selbst bin lange im Finsteren umhergeirrt. Meine ersten Versuche
-habe ich nach Meichelt: „Schule der Aquarellmalerei“, später nach
-Steinhart und ähnlichen Publikationen gemacht. Daß ich beiden
-spärlichen, ganz ungenügenden, dabei noch meist veralteten oder
-irreführenden technischen Angaben dieser Werke, anderer gänzlich
-unbrauchbarer nicht zu<span class="pagenum"><a name="Seite_iv" id="Seite_iv">[S. IV]</a></span> gedenken (z. B. „Die Kunst Maler zu werden von
-Rafael Sanzio.“ <span class="antiqua">Sic!</span>), und den noch ungenügenderen, der Natur
-möglichst wenig entsprechenden Farbendrücken der genannten Werke,
-höchst zweifelhaften Nutzen aus diesen Studien geerntet habe, wird
-jedem Kenner einleuchten. Späterer häufiger Verkehr mit Künstlern,
-welche mir mit Rath und That zur Seite standen &mdash; hier sei besonders
-P. Burnitz in Frankfurt in dankbarer Erinnerung genannt &mdash;, reger
-Besuch der Gallerien in Frankfurt und Darmstadt, nebenbei Studien
-nach englischen, in diesem Fach höchststehenden Werken wie Penley,
-Delamotte, Barnard etc. etc. sowie fleißiges Malen nach der Natur haben
-mich nach und nach, wenn auch nicht zum Künstler <span class="antiqua">par excellence</span>,
-so doch zum mehr wie oberflächlichen Kenner herangebildet. Auf dem
-langen Wege zu besseren Leistungen habe ich hinlänglich Gelegenheit
-gehabt, alle die Anstände würdigen zu lernen, welche sich dem mit der
-Technik sowohl, wie mit der Farbe kämpfenden strebsamen Dilettanten
-entgegen stellen. Eingehende Beachtung derselben neben gründlicher
-Beobachtung der großen Lehrmeisterin Natur hat mit den Grund zu den
-nachfolgenden Anweisungen gelegt, in welchen Technik und Farbe nach
-bestem Wissen gründliche Erörterung gefunden haben und umsomehr, als
-gerade über diese Gegenstände wenig oder nichts in der deutschen
-Literatur vorhanden ist und ohne sehr genaue Kenntniß der zu Gebot
-stehenden Farben weder Fertigkeit in der Technik noch bestimmte
-Wirkung im Colorit erlangt werden können. Aus diesem Grunde habe ich
-jede einzelne in der Landschaftsmalerei Anwendung findende Farbe nach
-ihrer eigenartigen Natur<span class="pagenum"><a name="Seite_v" id="Seite_v">[S. V]</a></span> behandelt. Ich habe angegeben, wo, wie und
-in welchen Combinationen sie am erfolgreichsten zu verwenden ist;
-habe aber umgekehrt auch diejenigen Eigenschaften berührt, welche sie
-nicht besitzt, sowie diejenigen Fälle betont, wo von ihrer Anwendung
-unerfreuliche oder wohl gar schädliche Wirkungen zu erwarten sind.
-Besondere Aufmerksamkeit habe ich auch auf die zahlreichen, für gewisse
-Töne, Stimmungen und Effekte nothwendigen Farbenmischungen gerichtet,
-welche von dem Nichteingeweihten, wenn überhaupt, nur sehr schwer und
-dann gewöhnlich nur höchst unvollkommen zu erreichen sind. Der in
-dieser Beziehung nach Hilfe Suchende dürfte kaum einmal vergeblich das
-Buch zu Rathe ziehen.</p>
-
-<p>Ueber das Zeichnen bin ich weggegangen, da ich voraussetzen muß, daß
-die nöthige Fertigkeit bereits erlangt ist und weil, wo in einigen
-Punkten, wie etwa in Perspektive, Schattenlehre etc. etc. weiteres
-Studium erwünscht oder angezeigt wäre, dem Interessenten zahlreiche
-treffliche Lehrmittel zu Gebote stehen.</p>
-
-<p>Was speziell die Technik des Aquarells betrifft, so basiren meine
-deßfallsigen Angaben auf der heute in England und Belgien herrschenden
-Malweise, welche das Aquarell auf seine jetzige in manchen Punkten mit
-der Oelmalerei rivalisirende Höhe gebracht hat. Denselben Standpunkt
-nimmt das von Professor M. Schmidt in Berlin herausgegebene Werkchen:
-„Bemerkungen über die Technik des Aquarells in ihrer Anwendung auf
-Landschaftsmalerei“ ein. Es ist dies die einzige bessere deutsche
-Publikation dieser Art, welche jedoch für den auf sich selbst
-angewiesenen Freund des Aquarells<span class="pagenum"><a name="Seite_vi" id="Seite_vi">[S. VI]</a></span> nicht eingehend genug behandelt ist
-und mehr zu einer allgemeineren Kenntniß der Technik und leitenden
-Gesichtspunkte, nicht aber der Farbe führt.</p>
-
-<p>Dilettanten verkennen nicht selten die Ziele der Kunst. In dem Kapitel
-über das Malen nach der Natur habe ich deßwegen in dieser Beziehung
-ausführlichere Erörterungen eingestreut und deßfallsige bessere
-Erkenntniß anzubahnen versucht. Allen Anfängern möchte ich jedoch
-dringend empfehlen, sofort nach Bewältigung der größten technischen
-Schwierigkeiten vom Copiren von Vorlagen und Farbendrücken gänzlich
-abzustehen, indem die meist conventionellen, nicht selten sehr
-naturwidrigen, unwahren oder gequälten Farbentöne dieser Krücken in
-der Regel wenig geeignet sind, einen zuverlässigen Führer im Colorit
-abzugeben. Hat der Anfänger einige Sicherheit in Technik und Farbe
-erlangt, so gehe er hinaus in die Natur und beginne mit kleineren
-Gegenständen wie Motiven von alten Gebäuden, Bäumen verschiedener
-Art etc. etc. Für den Winter oder bei ungünstiger Witterung wähle man
-Interieurs, Stillleben, wozu sich besonders Gefäße, Curiositäten etc.
-trefflich eignen, Aussichten aus dem Fenster etc. etc. Besonders empfehle
-ich Studien desselben Gegenstandes bei verschiedener Beleuchtung. &mdash;
-Aus diesen Studien, wie aus solchen von Luft, Wolken, Ferne, Gebirgen,
-Vordergründen etc. etc. wird er mehr Nutzen erndten, als aus jahrelangem
-Copiren zweifelhafter Farbendrücke. Durch erste mißlungene Versuche
-lasse sich aber Niemand abschrecken, denn Geduld und Ausdauer führen
-bei nur einigermaßen günstiger Befähigung sicher zum Ziele. In Technik
-und Colorit schon vorgeschritteneren Dilet<span class="pagenum"><a name="Seite_vii" id="Seite_vii">[S. VII]</a></span>tanten möchte ich jedoch,
-behufs des Erlangens einer „breiten“ Behandlung, dringend das Copiren
-einiger Farbendrücke nach Hildebrandt: „Reise um die Erde“ anempfehlen.</p>
-
-<p>Da dem Ornament in unserer Zeit Seitens der Freunde der Kunst immer
-mehr das Interesse zugewendet wird, welches es mit Recht beanspruchen
-darf und dieses Interesse in der heute von Dilettanten und ganz
-besonders auch von Dilettantinnen vielfach gepflegten Holzmalerei
-eine sehr lohnende praktische Verwerthung gefunden hat, habe ich, dem
-Wunsche des geschätzten Herrn Verlegers sowohl, wie eigener Neigung
-folgend, in einem Anhange die Grundzüge dieser ornamentalen Malerei
-dargelegt und sollte es mich freuen, wenn ich derselben hierdurch neue
-Freunde erwerben würde.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Mainz</em> im Mai 1875.</p>
-
-<p class="s4 right mright2 mtop1"><b>F. Jännicke</b></p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_viii" id="Seite_viii">[S. VIII]</a></span></p>
-
-<h2 class="nobreak" id="Vorwort_zur_zweiten_Auflage">Vorwort zur zweiten
-Auflage.</h2>
-
-</div>
-
-<p>Daß meine Arbeit so rasch eine zweite Auflage erheischt, zeigt,
-daß dieselbe Vielen erwünscht gewesen ist, was ich übrigens auch
-aus zahlreichen, mir bald nach dem Erscheinen der ersten Auflage
-zugekommenen Zuschriften und Anfragen, Einsendungen von Studien,
-darunter nicht wenige von Architekten, wahrzunehmen die erfreuliche
-Gelegenheit hatte. In der vorliegenden neuen Auflage habe ich,
-theilweise durch entsprechende Anfragen aufmerksam gemacht, an
-nicht wenigen Stellen, aber vorzugsweise in den <em class="gesperrt">Studien nach der
-Natur</em>, sodann im Gebiete der Theorie, besonders jener der Farbe,
-die verbessernde Hand angelegt, während der die Holzmalerei behandelnde
-Anhang fast gänzlich umgearbeitet und wie die Interessenten erkennen
-werden, gleichfalls sehr zu seinem Vortheil verändert worden ist.
-Mancherlei über diesen Zweig häuslicher Kunst an mich gelangte Anfragen
-veranlaßten mich, mich mehr damit zu beschäftigen, als ohnedem der
-Fall gewesen sein würde und so machte ich inzwischen manche weiteren
-Erfahrungen, welche ich den Interessenten nicht vorenthalten möchte.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_ix" id="Seite_ix">[S. IX]</a></span></p>
-
-<p>Möge sich mein Buch in dieser vielseitig verbesserten, dem
-künstlerischen Gesichtspunkte mehr Rechnung tragenden Gestalt zu den
-alten recht zahlreiche neue Freunde erwerben und sich mehr und mehr des
-Beifalls der Studirenden erfreuen.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Mainz</em>, April 1877.</p>
-
-<p class="s4 right mright2 mtop1"><b>Der Verfasser.</b></p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_x" id="Seite_x">[S. X]</a></span></p>
-
-<h2 class="nobreak" id="Benutzte_Werke">Benutzte Werke.</h2>
-
-</div>
-
-<ul class="notype">
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><span class="s4">Penley:</span> English School of painting in Water-Colour.</span></li>
-
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><span class="s4">Delamotte:</span> Art of Sketching from Nature.</span></li>
-
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><span class="s4">Barnard:</span> Landscape Painting in Water-Colour.</span></li>
-
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><span class="s4">Hatton:</span> Hints for Sketching in Water-Colour.</span></li>
-
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><span class="s4">Rowbotham:</span> Landscape Painting in Water-Colour.</span></li>
-
- <li class="hang1_5"><em class="gesperrt"><span class="s4">Penley:</span> A System of Water-Colour-Painting.</em></li>
-
- <li class="hang1_5"><em class="gesperrt"><span class="s4">Carmichael:</span> Marine Painting in Water-Colours.</em></li>
-
- <li class="hang1_5"><span class="s4">Schmidt:</span> Bemerkungen über die Technik der Aquarellmalerei in
-ihrer Anwendung auf die Landschaftsmalerei.</li>
-
- <li class="hang1_5"><em class="gesperrt"><span class="s4">Couture:</span> Entretiens d’atelier.</em></li>
-
- <li class="hang1_5"><span class="s4">Bezold v. W.:</span> Farbenlehre im Hinblick auf Kunst und Gewerbe.</li>
-
- <li class="hang1_5"><span class="s4">Brücke:</span> Physiologie der Farben für die Zwecke des Kunstgewerbs.</li>
-
- <li class="hang1_5"><span class="s4">Grüber:</span> Elemente der Kunstthätigkeit.</li>
-</ul>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_xi" id="Seite_xi">[S. XI]</a></span></p>
-
-<h2 class="nobreak" id="Inhaltsverzeichniss">Inhaltsverzeichniß.</h2>
-
-</div>
-
-<table class="toc" summary="Inhaltsverzeichnis">
- <tr>
- <td class="tdl">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdr padleft1">
- Seite
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- Vorrede
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Vorrede_zur_ersten_Auflage">III</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- Benutzte Werke
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Benutzte_Werke">X</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- Einleitung
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Einleitung">1</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 1. Ueber die Aquarellmalerei im Allgemeinen
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Ueber_die_Aquarellmalerei">1</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 2. Ueber Manier
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Ueber_Manier">5</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 3. Ueber Zeichnung und Farbe
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Ueber_Zeichnung_und_Farbe">6</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="s3 tdc padtop1" colspan="2">
- <a href="#Theoretischer_Theil"><em class="gesperrt">Theoretischer Theil</em>.</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padtop1 vat">
- I. <em class="gesperrt">Die Geräthschaften</em>
- </td>
- <td class="tdr padtop1 padleft1 vab">
- <a href="#I_Die_Geraethschaften">10</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 1. Aquarellpapier
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Aquarellpapier_1">11</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 2. Pinsel
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Pinsel_2">14</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 3. Farben
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Farben_3">17</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- Charakteristik der einzelnen Farben
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Charakteristik_der_einzelnen_Farben">19</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- <em class="gesperrt">Weiß</em>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Weiss">20</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Permanent Chinese White</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Permanent_Chinese_White">21</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Jaune brillant</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Jaune_Brillant">23</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- <em class="gesperrt">Gelb</em>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Gelb">23</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Yellow_Ochre">24</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Roman Ochre</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Roman_Ochre">25</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- Goldocker, <span class="antiqua">Ochre de Rue</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Goldocker">26</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Gamboge</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Gamboge">26</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
-<span class="pagenum"><a name="Seite_xii" id="Seite_xii"><span class="s4">[S. XII]</span></a></span>
- <span class="antiqua">Indian Yellow</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Indian_Yellow">27</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Cadmium</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Cadmium">29</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Naples Yellow</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Naples_Yellow">30</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Raw Sienna</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Raw_Sienna">32</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Lemon Yellow</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Lemon_Yellow">33</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Aureolin</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Aureolin">34</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl hang1_5 vat">
- Italienische Erde. &mdash; <span class="antiqua">Mars Yellow.</span>
- &mdash; <span class="antiqua">Gallstone.</span> &mdash;
- <span class="antiqua">Italian Pink.</span> &mdash;
- <span class="antiqua">Yellow Lake.</span> &mdash; Japan. Gelb.
- &mdash; <span class="antiqua">Chrome.</span> &mdash;
- <span class="antiqua">Stil de grain jaune</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Italienische_Erde">35</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- <em class="gesperrt">Orange</em>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Orange">35</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Penley’s Neutral Orange</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Penleys_Neutral_Orange">36</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Burnt_Sienna">37</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Mars-Orange</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Mars_Orange">38</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Brown Ochre</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Brown_Ochre">39</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Orange-Vermilion</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Orange_Vermilion">39</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Burnt Roman Ochre.</span> &mdash; Gebr. Ital.
- Erde. &mdash; <span class="antiqua">Laque Robert Nr. 7</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Burnt_Roman_Ochre">39</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- <em class="gesperrt">Roth</em>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Roth">40</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Light Red</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Light_Red">40</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Venetian Red</span>, <span class="antiqua">Red
- Ochre</span>. Neapelroth
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Venetian_Red">41</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Vermilion</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Vermilion">42</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Rose Madder</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Rose_Madder">42</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Chrimson_Lake">43</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Indian Red</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Indian_Red">44</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- Persisch Roth. &mdash; Marsroth. &mdash; <span class="antiqua">Caput
- mortuum</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Persisch_Roth">44</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Brown Madder</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Brown_Madder">44</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- Brauner Krapp. &mdash; <span class="antiqua">Madder Braun</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Brauner_Krapp">45</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Purple Madder</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Purple_Madder">45</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat hang1_5">
- <span class="antiqua">Carmine.</span> &mdash; <span class="antiqua">Purple
- Lake.</span> &mdash; <span class="antiqua">Pure Scarlet.</span> &mdash;
- <span class="antiqua">Scarlet Lake.</span> &mdash;
- <span class="antiqua">Indian Purple.</span> &mdash; Rothbrauner Krapp. &mdash;
- <span class="antiqua">Rubens Madder.</span> &mdash;
- <span class="antiqua">Pink Madder.</span> &mdash; Dunkler Krapp,
- <span class="antiqua">Madder-Carmine.</span> &mdash; Braunrother Krapp.
- &mdash; <span class="antiqua">Van Dyk</span> Roth. &mdash;
- Pompejanisches Roth, <span class="antiqua">Burnt Carmine.</span> &mdash;
- <span class="antiqua">Red Lead.</span> &mdash;
- <span class="antiqua">Jaune Capucin</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Carmine">46&ndash;47</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- <em class="gesperrt">Blau</em>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Blau">47</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Ultramarine</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Ultramarine">48</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Ultramarin-Ash</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Ultramarin_Ash">49</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
-<span class="pagenum"><a name="Seite_xiii" id="Seite_xiii"><span class="s4">[S. XIII]</span></a></span>
- <span class="antiqua">French Blue</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#French_Blue">49</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Cobalt</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Cobalt">50</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl hang1_5 vat">
- <span class="antiqua">New Blue.</span> &mdash; <span class="antiqua">Paris
- Blue.</span> &mdash; Blau Oxyd. &mdash; Grünblau Oxyd. &mdash;
- <span class="antiqua">Coelinblau</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#New_Blue">51</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Indigo</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Indigo">51</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Prussian Blue</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Prussian_Blue">52</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Intense Blue</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Intense_Blue">53</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl hang1_5 vat">
- <span class="antiqua">Antwerp Blue.</span> &mdash; Mineral-Blau.
- &mdash; <span class="antiqua">Smalt</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Antwerp_Blue">53</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- <em class="gesperrt">Grün</em>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Gruen">53</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Green Oxyde of Chromium</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Green_Oxyde_of_Chromium">54</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Emerald Green</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Emerald_Green">55</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl hang1_5 vat">
- <span class="antiqua">Cendre verte.</span> &mdash;
- <span class="antiqua">Vert émeraude</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Cendre_Verte">56</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Brown_Pink">57</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Olive Green</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Olive_Green">57</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl hang1_5 vat">
- <span class="antiqua">Viridian</span>, <span class="antiqua">Terra
- verte</span>. &mdash; Grüner Zinnober. &mdash; Cobaltgrün, Chromgrün,
- Permanentgrün, Parisergrün, Malachitgrün
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Viridian">57&ndash;58</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- <em class="gesperrt">Violett</em>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Violett">58</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- <em class="gesperrt">Braun</em>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Braun">59</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Raw Umber</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Raw_Umber">60</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Burnt Umber</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Burnt_Umber">60</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Vandyke_Brown">61</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Bistre</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Bistre">61</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl hang1_5 vat">
- <span class="antiqua">Sepia.</span> &mdash; <span class="antiqua">Warm
- Sepia.</span> &mdash; <span class="antiqua">Roman Sepia</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Sepia">62</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl hang1_5 vat">
- Brauner Krapp. &mdash; Brauner Lack. &mdash; Florentiner Braun. &mdash;
- Römisch Braun. &mdash; Asphalt. &mdash; Marsbraun. &mdash; Casseler
- Erde. &mdash; Cölnische Erde. &mdash; Gebrannte grüne Erde
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Brauner_Lack">63</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- <em class="gesperrt">Schwarz</em>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Schwarz">63</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Lamp Black</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Lamp_Black">64</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Blue Black</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Blue_Black">65</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Neutral Tint</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Neutral_Tint">65</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- <span class="antiqua">Payne’s Grey</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Paynes_Grey">65</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl hang1_5 vat">
- Beinschwarz, Rebenschwarz, Kernschwarz, Elfenbeinschwarz,
- <span class="antiqua">Black Lead</span>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Beinschwarz">66</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl hang1_5 vat">
- Arabischer Gummi, Traganth, Reiswasser, Ochsengalle, Firniß
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Arabischer_Gummi">66&ndash;67</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 4. Der Farbenkasten
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Der_Farbenkasten">68</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- II. <em class="gesperrt">Farbentheorie</em>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_Die_Farbentheorie">72</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="s3 tdc padtop1" colspan="2">
-<span class="pagenum"><a name="Seite_xiv" id="Seite_xiv"><span class="s6"><span class="s4">[S. XIV]</span></span></a></span>
- <a href="#Praktischer_Theil"><em class="gesperrt">Praktischer
- Theil</em>.</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- I. Bemerkungen über Licht und verschiedene Manipulationen
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#I_Bemerkungen_ueber_Licht_und_verschiedene_Manipulationen">88</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 1. Licht
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Licht_1">88</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 2. Aufspannen
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Aufspannen_2">89</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 3. Behandlung der Lichter
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Behandlung_der_Lichter_3">89</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 4. Unfälle beim Malen
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Unfaelle_beim_Malen_4">94</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 5. Pinselführung
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Pinselfuehrung_5">96</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 6. Umrißzeichnung und erster Ton
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Umrisszeichnung_und_erster_Ton_6">98</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 7. Farbenmischung
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Farbenmischung_7">101</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 8. Lasuren
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Lasuren_8">103</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- II. Colorit
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_Das_Colorit">104</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- A. Luft und Wolken
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_A_Luft_und_Wolken">105</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 1. Colorit
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_A_1_Colorit">105</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 2. Technik
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_A_2_Technik_der_Anlage_der_Luefte">111</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- B. Die Ferne, Gebirg
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_B_Die_Ferne">136</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 1. Colorit
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_B_1_Colorit">136</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 2. Technik
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_B_2_Technik">141</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- C. Die Vegetation in Mittel- und Vordergrund<a name="FNAnker_A_1" id="FNAnker_A_1"></a><a href="#Fussnote_A_1" class="fnanchor">[A]</a>
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_C_Die_Vegetation">148</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 1. Colorit
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_C_1_Colorit">148</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 2. Technik
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_C_2_Technik">156</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- D. Wasser nebst Staffage
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_D_Wasser_nebst_Staffage">177</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 1. Colorit
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_D_1_Colorit">177</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 2. Technik
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_D_2_Technik">183</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- E. Wege und Ufer
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_E_Wege_und_Ufer">190</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 1. Colorit
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_E_1_Colorit">190</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 2. Technik
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_E_2_Technik">192</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- F. Felsen
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_F_Felsen">193</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 1. Colorit
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_F_1_Colorit">193</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 2. Technik
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_F_2_Technik">195</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- G. Gebäude und deren Theile
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_G_Gebaeude_und_deren_Theile">197</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 1. Colorit
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_G_1_Colorit">197</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 2. Technik
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_G_2_Technik">201</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
-<span class="pagenum"><a name="Seite_xv" id="Seite_xv"><span class="s4">[S. XV]</span></a></span>
- H. Staffage (Thiere und Menschen)
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_H_Staffage_Thiere_etc">207</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 1. Colorit
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_H_1_Colorit">207</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft2 vat">
- 2. Technik
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#II_H_2_Technik">209</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl hang1_5 vat">
- III. <em class="gesperrt">Die technische Behandlung</em> durchgeführter
- Bilder
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#III_Die_technische_Behandlung_durchgefuehrter_Bilder">212</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl hang1_5 vat">
- IV. <em class="gesperrt">Studien nach der Natur</em> mit Einschluß der
- nothwendigen Erörterungen über Perspektive, <em class="gesperrt">Horizont</em>,
- richtiges Sehen, <em class="gesperrt">Contrastwirkung</em>,
- <em class="gesperrt">Modellirung</em> und alle für <em class="gesperrt">künstlerische</em>
- Darstellung und Auffassung in Betracht kommenden Gesichtspunkte
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#IV_Studien_nach_der_Natur">214</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="s3 tdc padtop1" colspan="2">
- <a href="#Nachtrag"><em class="gesperrt">Nachtrag</em>.</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl vat">
- Die Holzmalerei
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Nachtrag">246</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- 1. Allgemeines
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Nachtrag_1_Allgemeines">246</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- 2. Material und Hülfsmittel
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Nachtrag_2_Material_und_Hilfsmittel">247</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- 3. Plan und Anlage
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Nachtrag_3_Plan_und_Anlage_der_Zeichnung">257</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- 4. Colorit
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Nachtrag_4_Colorit">269</a>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl padleft1 vat">
- 5. Politur
- </td>
- <td class="tdr padleft1 vab">
- <a href="#Nachtrag_5_Politur">278</a>
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_1" id="Seite_1">[S. 1]</a></span></p>
-
-<h2 class="nobreak" id="Einleitung">Einleitung.</h2>
-
-</div>
-
-<h3 id="Ueber_die_Aquarellmalerei">1. Ueber die Aquarellmalerei im
-Allgemeinen.</h3>
-
-<p>In den letzten Decennien ist kein Zweig der bildenden Kunst in so
-ausgiebiger Weise gefördert worden, wie die Aquarellmalerei. Die
-neueste Ausbildung derselben ist vorwiegend den Künstlern Englands,
-in zweiter Linie denen Belgiens und Frankreichs zu verdanken, wobei
-zu bemerken ist, daß das Aquarell seit langer Zeit schon in England
-sich besonderer Pflege erfreut und es dort zum guten Ton gehört,
-in diesem Kunstzweige einige Kenntniß, beziehungsweise Fertigkeit,
-sich anzueignen. Erheblichen Antheil an dieser Förderung beansprucht
-indessen die dortige Produktion werthvoller neuer, und was besonders
-zu betonen ist, sehr <em class="gesperrt">haltbarer</em> Farben, wie nicht minder die
-stets fortgeschrittene Herstellung der sonstigen Materialien, wie
-vorzugsweise die des Papiers.</p>
-
-<p>Die Bilder, welche noch vor nicht sehr langer Zeit in Deutschland
-Aquarelle genannt wurden, hatten wenig Anspruch darauf, als Malereien
-im eigentlichen Sinne des Wortes zu gelten. In den meisten Fällen
-waren es in den Schatten<span class="pagenum"><a name="Seite_2" id="Seite_2">[S. 2]</a></span>
-getuschte oder mit Neutraltinte behandelte, mit
-leichten Farbentönen angelegte Zeichnungen. Die Zeichnung war Haupt-,
-die Farbenwirkung Nebensache, und selbst wo kräftigere Farbenwirkung
-angestrebt wurde, scheiterte das Bild an den Veränderungen, welche die
-früheren, theilweise wenig haltbaren Farbenstoffe, die meist Anwendung
-fanden, oft schon nach sehr kurzer Zeit erlitten. Daher das heutige
-matte, verfärbte Aussehen dieser Classe von Gemälden.</p>
-
-<p>Ganz verschieden verhalten sich die heutigen englischen,
-beziehungsweise nach englischer Art gemalten Aquarelle, Gemälde, welche
-lediglich durch die <em class="gesperrt">Farbe</em> wirken und in Bezug auf glanzvolle
-Darstellung der Luft und Tiefe der Farben nicht selten den Oelmalereien
-ebenbürtig zur Seite stehen, dabei in der Farbe <em class="gesperrt">dauerhaft</em> sind.</p>
-
-<p>Die Technik des Aquarells ist in hohem Grade für die Darstellung der
-verschiedensten Stimmungen der Atmosphäre nach Wetter, Beleuchtung,
-Tages- oder Jahreszeit geeignet und kann nach dieser Seite hin sich
-ohne Ueberhebung mit der Oelmalerei messen, indem die sanftesten
-Stimmungen wie die großartigsten und drohendsten Effekte in Licht und
-Luft wirkungsvoll zum Ausdruck gebracht werden können.</p>
-
-<p>In großem Maaße hierdurch bedingt ist die Aquarellmalerei daher ganz
-vorzüglich für die Darstellung der Landschaft und Architektur geeignet.
-In zweiter Linie leistet sie auch im Genre und Stillleben Erfreuliches
-und in bescheideneren Dimensionen läßt sie sich auch auf das Portrait
-anwenden. Sehr empfehlenswerth ist sie schließlich für Thier- und
-Blumenstücke.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_3" id="Seite_3">[S. 3]</a></span></p>
-
-<p>Die Vortheile, welche die Aquarellmalerei vor anderen Malweisen voraus
-hat, sind folgende:</p>
-
-<p>1. Das Aquarell verändert seine Farbe nicht, vorausgesetzt, daß es nach
-neueren Prinzipien und mit den in diesem Buche besprochenen Farben
-gemalt worden ist.</p>
-
-<p>2. Luft- und Lichteffekte lassen sich weit naturwahrer darstellen wie
-in der Oelmalerei, indem das gekörnte Papier durch die transparenten
-Farbentöne durchshimmert, wodurch man eher <em class="gesperrt">in</em> die Luft oder
-Ferne, als <em class="gesperrt">auf</em> dieselbe zu blicken vermeint. In diesem Punkte
-hat das Aquarell sogar einen bestimmten Vorzug, indem bei dem Oelbilde
-die hellsten Lichter in Luft und Ferne stets impastirt, d. h. mit
-dicker, undurchsichtiger Farbe aufgetragen sind. Wo im Aquarell Luft
-und Ferne nicht getreu der Natur wiederspiegeln, da liegt die Schuld
-durchaus nicht an unzulänglichen Mitteln der Darstellung, sondern
-vielmehr an der Ungeschicklichkeit des Darstellers.</p>
-
-<p>3. Die Schnelligkeit der Arbeit, da man nur kurze Pausen zu machen nöthig
-hat, indem das nasse Papier in den Fällen, wo man nicht weiter arbeiten
-kann, sehr rasch trocknet.</p>
-
-<p>4. Unterbrechungen der Arbeit können mit unerheblichen Ausnahmen
-jederzeit eintreten.</p>
-
-<p>5. Mit dem Aquarellpinsel läßt sich weit leichter und sicherer zeichnen,
-als es die Oelfarbe ermöglicht.</p>
-
-<p>6. Das Malen nach der Natur ist bei der leichten Tragbarkeit der
-Materialien ungemein erleichtert.</p>
-
-<p>7. Zu warme Farbentöne können durch Lasuren sehr leicht herabgestimmt
-und zu kalte erhöht werden.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_4" id="Seite_4">[S. 4]</a></span></p>
-
-<p>Den aufgezählten Vortheilen stehen jedoch einige manchmal
-recht fühlbare Nachtheile entgegen, welche sich indessen durch
-Geschicklichkeit und namentlich durch reifliche Ueberlegung vor Beginn
-der Arbeit überwinden lassen.</p>
-
-<p>In erster Linie ist hier die schwierige Behandlung einer an Farben und
-Wolkenbildungen reichen Atmosphäre zu nennen. Große Veränderungen, wie
-in der Oelmalerei, lassen sich hier nicht leicht vornehmen und öftere
-Waschungen mit dem Schwamm zerstören die körnige Textur des Papiers
-und geben demselben ein wolliges, die Wirkung der Luft im höchsten
-Grade beeinträchtigendes Ansehen. Es ist deßhalb gerathen, bei Lüften
-dieser Art vorher reiflich den Gang der Arbeit zu überlegen. Ist die
-Darstellung der Luft geglückt, dann ist sehr Viel gewonnen.</p>
-
-<p>In zweiter Linie steht die Aquarellmalerei in der Behandlung des
-Vordergrundes entschieden gegen die Oelmalerei zurück. Sie kann
-hier weder die Kraft und Tiefe der letzteren, noch deren hier
-leicht darstellbares Detail erreichen. Aus diesem Grunde wird die
-<em class="gesperrt">getreue</em> Wiedergabe der Gegenstände im Vordergrund, besonders
-der Bäume, des Pflanzen- und Graswuchses im Aquarell auch nur selten
-angestrebt. Indessen aber gibt es dennoch Künstler, z. B. Birket Foster
-u. A., welche ungeachtet der äußerst mühseligen und zeitraubenden
-Arbeit in genauer Darstellung der Einzelnheiten des Vordergrundes
-ganz Erstaunliches geleistet haben. Ob dies jedoch wünschens- oder
-nachahmungswerth sei, möge dahin gestellt bleiben und da die wenigsten
-Dilettanten Künstler sind, so möchte ich rathen, es hier bei einer
-allgemeineren<span class="pagenum"><a name="Seite_5" id="Seite_5">[S. 5]</a></span> Darstellung und breiteren Behandlung bewenden zu lassen,
-welche in Charakter und Ausdruck immerhin sehr hoch stehen kann.</p>
-
-<div class="section">
-
-<h3 id="Ueber_Manier">2. Ueber Manier.</h3>
-
-</div>
-
-<p>Manier im Sinn von Malweise ist abhängig von unserer Auffassung der
-Natur, dem Eindruck, welchen sie auf uns macht, sowie von der Art und
-Weise, wie wir die uns zu Gebote stehenden Mittel der Darstellung
-anwenden. Sie beruht somit einerseits auf Auffassung, andererseits
-auf Ausführung. Letztere ist indessen lediglich der Ausdruck der
-ersteren; allein hiervon abgesehen hat jeder Künstler gewisse theils
-technische, theils coloristische Eigenthümlichkeiten, durch welche er
-in seinen verschiedenen Bildern oft leicht zu erkennen ist, und diese
-Unterschiede in Art und Weise der Darstellung sind es, welche ich hier
-Manier nenne.</p>
-
-<p>So ausgezeichnet und wirksam nun auch diese oder jene Manier irgend
-eines Künstlers sein mag, so möchte ich doch alle Dilettanten warnen,
-irgend welche ihnen besonders zusagende Manier eines ihnen imponirenden
-Künstlers, welchen sie vielleicht gerade copiren, nachzuahmen, oder
-etwa sich solche ganz anzueignen zu suchen, was bei Dilettanten leider
-sehr gebräuchlich ist. Der Lernende lasse sich nicht darin gefallen,
-für einen guten Copisten zu gelten, indem dieser Titel gerade kein
-sehr beneidenswerther ist. Jeder denke für sich selbst und bringe die
-Natur zum Ausdruck, wie er solche sieht oder auffaßt; dann wird sich
-die <em class="gesperrt">eigene</em> Manier eines Jeden heraus bilden. Alles Frische und
-Ursprüngliche besitzt einen eigenthümlichen Reiz, dessen Werth in
-Nachahmung verloren geht.<span class="pagenum"><a name="Seite_6" id="Seite_6">[S. 6]</a></span> Möge daher Jeder nach Bildung seiner eigenen
-Manier trachten, aber immerhin so bescheiden, daß die Natur stets die
-Oberhand behält, denn Bilder, in welchen die Natur von der Manier
-beherrscht wird, haben nur Anspruch auf künstlerische Sonderbarkeiten,
-wie hoch sie immerhin in verschiedenen Beziehungen stehen mögen.</p>
-
-<div class="section">
-
-<h3 id="Ueber_Zeichnung_und_Farbe">3. Ueber Zeichnung und Farbe.</h3>
-
-</div>
-
-<p>Obschon sich wohl Niemand an ein Gemälde wagen dürfte, ohne bereits
-hinreichende Uebung und Fertigkeit im Zeichnen zu besitzen, so muß ich
-hier dennoch ausdrücklich darauf aufmerksam machen, daß ohne correcte
-Zeichnung kein gutes Bild zu Stande zu bringen ist, wie groß auch die
-Mühe sei, welche man darauf verwende, indem ein Mangel in der Zeichnung
-durch Nichts ersetzt werden kann. Mag das Colorit noch so energisch,
-noch so zart oder harmonisch, mag es noch so stark in Contrasten
-sein und die so dargestellten Gegenstände sind unansehnlich oder gar
-mißgestaltet in Form und Zeichnung, so ist alle coloristische Schönheit
-so gut wie werthlos. Es ist der Wahrheit angethane Gewalt. Correcte
-Umrisse sind somit bei Anlage eines Gemäldes von höchster Wichtigkeit.
-Man eile daher nie mit der Zeichnung und vernachlässige sie aus
-Begierde an die Farbe zukommen, vielleicht mit dem Gedanken, es werde
-sich beim Malen schon „machen“, vor welch großem Fehler Dilettanten
-nicht genug zu warnen sind. Es „macht“ sich in der Regel nicht, und
-was in der Zeichnung unrichtig oder verfehlt ist, läßt sich, wenn der
-Maler<span class="pagenum"><a name="Seite_7" id="Seite_7">[S. 7]</a></span> nicht bereits sehr nahe dem Künstler steht, auch durch die Farbe
-großentheils nicht mehr berichtigen.</p>
-
-<p>Farbe ist ein viel umfassendes Wort und bezieht sich in der Malerei
-auf jeden vorkommenden Ton, gehöre er nun den primären, sekundären
-oder tertiären Farben an. Primäre Farben, also reines Roth, Gelb oder
-Blau nehmen meist nur sehr kleine Theile eines Gegenstandes oder
-selbst eines ganzen Bildes ein, denn jede Farbe bleibt nur so lange
-in primitivem Zustand, als sie nicht von grellem Licht, von Schatten
-oder von Reflexen alterirt wird. Jeder beleuchtete Körper wirft einen
-Theil der empfangenen Lichtstrahlen zurück und bringt hierdurch
-einen weiteren, jedoch wesentlich abgeschwächten Beleuchtungseffekt
-hervor, welcher <em class="gesperrt">Reflex</em> genannt wird. Je heller und je glatter
-nun ein Körper ist, desto besser wirft er das Licht zurück. Ist er
-aber absolut glatt und dabei glänzend, so wird das Licht mit solcher
-Stärke zurückgeworfen, daß der Reflex fast die Wirkung des Lichtes
-selbst erreicht und so das <em class="gesperrt">farblose</em> Glanzlicht entsteht. Diesen
-Reflexwirkungen ausgesetzt verändert jede Farbe sofort mehr oder
-weniger ihren Ton, wie folgender Versuch deutlicher zur Anschauung
-bringt. Legt man z. B. ein rothseidenes Taschentuch auf einen von
-der Sonne beschienenen Stuhl, so werden sich sofort sehr auffallende
-Veränderungen in der Farbe zeigen. Es bleibt zwar roth, allein die
-bedeutende Lichtwirkung und der Einfluß einer Menge zufälliger Reflexe
-werden eine erstaunliche Anzahl verschiedener Töne hervorbringen.
-Reichen Stoff in dieser Beziehung bietet die Beobachtung einer
-Bergkette oder ferner Waldungen bei wechselnder Beleuchtung und es
-ist dem Lernen<span class="pagenum"><a name="Seite_8" id="Seite_8">[S. 8]</a></span>den zu empfehlen, sich mit dem Charakter derartiger
-verschiedener Stimmungen vertraut zu machen.</p>
-
-<p>Die Farbe ist somit von äußeren Umständen abhängig. Wie verschieden
-ist die Farbe des Waldes je nach dem Wetter oder der Jahres- oder
-Tageszeit. Wie unähnlich in der Farbe sind der frische Haustein und
-der verwitterte Fels aus demselben Gestein; das neue Ziegeldach und
-das alte bemooste, in grauen, grünen, braunen und tief braunrothen
-Tönen prangende. Wir sehen daraus, daß jede Farbe sich mit der Zeit
-verändert, und da somit Charakter und Stimmung in hohem Grade von der
-Farbe abhängig sind, so ist es von wesentlichem Belang, daß das Auge
-sich durch vielseitige Beobachtung in der Natur an den Farbencontrasten
-und ihrer Schönheit und Harmonie belehre und bilde, denn um ein guter
-Colorist zu werden, ist es Bedingniß, daß man die wechselseitigen
-Verhältnisse der Farben, ihre Combinationen und Harmonien, sowie ihre
-gegenseitige Opposition und Vernichtung genau kenne. In dem Abschnitt
-über die Farbenmischung werde ich eingehender auf diese wichtigen
-Verhältnisse zurückzukommen Gelegenheit haben.</p>
-
-<p>Diejenigen Leser, welche sich in Betreff des Zeichnens eingehend zu
-orientiren wünschen, verweise ich auf: <span class="antiqua">Charles Blanc: Grammaire des
-arts du dessin</span>, ein sehr zu empfehlendes Werk. Recht schätzbare
-Winke gibt auch das flüchtig geschriebene Werkchen: <span class="antiqua">Millet: L’art du
-croquis pittoresque.</span></p>
-
-<p>Daß die Auffassung in nicht geringem Grade von der geistigen Befähigung
-und dem Bildungsgrade des Beschauers<span class="pagenum"><a name="Seite_9" id="Seite_9">[S. 9]</a></span> wie andrerseits von der Stimmung
-desselben abhängig ist, möge noch beiläufig hier Erwähnung finden.</p>
-
-<p>Oefters an mich gelangte Anfragen nach Vorlagen veranlassen mich hier
-ein weiteres Verzeichniß solcher anzufügen, welche in England mehr oder
-weniger gangbar, mir aber nicht näher bekannt sind und durch Schönfeld
-&amp; Co. in Düsseldorf oder C. F. Prestel in Frankfurt bezogen werden
-können:</p>
-
-<table summary="Literaturangaben S. 9">
- <tr>
- <td class="tdl" colspan="2">
- <span class="antiqua">Barnard:</span>
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua"> Elementary Studies of Trees.</span> 9 Nummern
- zu <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl" colspan="2">
- &emsp;&ensp;„
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Theory and Practice of Landscape Painting
- in Water Colours</span> <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 22.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl" colspan="2">
- &emsp;&ensp;„
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Drawing from Nature</span> <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 26.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- Child:
- </td>
- <td class="tdl" colspan="2">
- <span class="antiqua">English Landscape scenery.</span> 6 Nummern zu
- <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 1.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- &emsp;„
- </td>
- <td class="tdl" colspan="2">
- <span class="antiqua">Sketches From Nature.</span> 9 Nummern zu <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 1.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl" colspan="3">
- <span class="antiqua">De Haas: Marine Drawing Book.</span> 6 Nummern
- zu <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl" colspan="3">
- <span class="antiqua">Dibdin: A Guide to Water Colour Painting.</span>
- 4 Hefte zu <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 6.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl" colspan="3">
- <span class="antiqua">Harley: Studies in Water Colour.</span> <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 22.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl" colspan="3">
- <span class="antiqua">Mc. Kewan: Lessons on Trees for Water
- Colour.</span> 6 Hefte zu <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 3.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl" colspan="3">
- <span class="antiqua">Leitch: Lessons on Water Colour.</span> 6
- Nummern zu <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 3.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_10" id="Seite_10">[S. 10]</a></span></p>
-
-<h2 class="nobreak" id="Theoretischer_Theil">Theoretischer Theil.</h2>
-
-</div>
-
-<h3 id="I_Die_Geraethschaften">I. Die Geräthschaften.</h3>
-
-<p>Zum Aquarelliren bedarf man folgender Geräthschaften:</p>
-
-<p>1. <em class="gesperrt">Aquarellpapier</em>. 2. <em class="gesperrt">Pinsel</em>. 3. <em class="gesperrt">Farben</em>. 4. Eine
-nicht zu kleine viereckige oder ovale <em class="gesperrt">Steingut-Palette</em> &mdash; die
-viereckigen größeren sind am meisten zu empfehlen &mdash; und verschiedene
-größere <em class="gesperrt">Näpfchen</em> zum Präpariren der flüssigen Töne. 5. Ein
-weiches <em class="gesperrt">Schwämmchen</em>. 6. Ein Stück weiches <em class="gesperrt">Waschleder</em>.
-7. Weißes <em class="gesperrt">Löschpapier</em>. 8. Ein <em class="gesperrt">Reißbrett</em> und 9. Ein
-<em class="gesperrt">Radirmesser</em>.</p>
-
-<p>Von diesen Dingen erfordern die drei ersterwähnten eine etwas nähere
-Betrachtung, da es unmöglich ist, mit ungeeignetem Material gute
-Resultate zu erzielen und gewisse Wirkungen nur mittelst gewisser
-Hilfsmittel darzustellen sind, welche sich für andere Zwecke wieder
-durchaus nicht eignen. So z. B. erfordert der Auftrag dünnflüssiger
-Töne andere Pinsel wie das Schleppen von dicker, fast trockener Farbe
-oder das Aufsetzen von Weiß. Es ist daher von äußerster Wichtigkeit,
-das Material zu kennen, um für bestimmte Gesichtspunkte die richtige
-Wahl zu treffen. Mangel an Kenntniß oder Unsicher<span class="pagenum"><a name="Seite_11" id="Seite_11">[S. 11]</a></span>heit in dieser
-Beziehung liefern unbefriedigende Arbeiten, während freie, kraft- und
-glanzvolle Darstellung mit durch genaue Kenntniß der Mittel bedingt
-sind.</p>
-
-<h4 id="Aquarellpapier_1">1. Aquarellpapier.</h4>
-
-<p>Die besten Papiere sind die aus der Fabrik von Balston &amp; Co. und zwar
-diejenigen mit dem Wasserzeichen Whatmann, welche früher in Deutschland
-mit diesem Zeichen nachgeahmt und als englisches Fabrikat verkauft
-wurden. In Bezug auf Qualität sind die so bezeichneten Papiere indessen
-sehr verschieden.</p>
-
-<p>Die Güte des Papieres ist im Allgemeinen von seiner Schwere,
-beziehungsweise von seiner Dicke abhängig; wichtiger für seine
-Beurtheilung ist jedoch seine Textur oder das Korn seiner Oberfläche.
-Je nach der Größe und Schwere der Bogen führen die Aquarellpapiere
-verschiedene Namen, wie aus der Preisliste von Schönfeld &amp; Co.
-in Düsseldorf zu ersehen ist. Es sind dies von den schwächsten
-Sorten beginnend <span class="antiqua">Medium</span>, <span class="antiqua">Royal</span>, <span class="antiqua">Superroyal</span>,
-<span class="antiqua">Imperial</span>, <span class="antiqua">Double-Elephant</span> und <span class="antiqua">Antiquarian</span>,
-zwischen welchen meist noch extradicke Zwischensorten eingeschaltet
-sind. Jede dieser Sorten ist in drei verschiedenen Texturen zu haben:
-glatt, halbrauh und ganzrauh (Torchon), wobei zu bemerken ist, daß, je
-schwerer das Papier, desto rauher die Textur ist. Die glatten Sorten
-empfehle ich nicht. Man wendet sie auch nur selten zu Gemälden an,
-da sie nicht die glanzvolle Darstellung ermöglichen, welche aus der
-Anwendung rauheren Papiers resultirt und etwas flache Bilder liefern.
-Sehr zu empfehlen ist indessen das<span class="pagenum"><a name="Seite_12" id="Seite_12">[S. 12]</a></span> glatte Papier für kleinere,
-miniaturartige Darstellungen mit vielem Detail, wozu sich das rauhe
-nicht eignet. Für gewöhnliche Zwecke sollte die Oberfläche nicht zu
-rauh sein, jedoch hinreichende Textur besitzen, da das Korn sehr
-wesentlich den Reiz der Luft im Aquarell bedingt. Ich rathe daher
-dem Anfänger mit Royal zu beginnen, halbrauh und Torchon, später zu
-Imperial überzugehen und nach einiger Zeit das Papier zu benutzen,
-welches ihm am angenehmsten und für seine Zwecke dienlichsten
-erscheint. Die starken, ganzrauhen Papiere sind nur Geübteren zu
-empfehlen, da die Bewältigung des starken Kornes bereits eine große
-Geschicklichkeit in der Technik voraussetzt, indem das Malen darauf mit
-besonderen, in der groben Textur begründeten Hindernissen verknüpft
-ist. Starkes rauhes Papier, Double Elephant oder Antiquarian ist
-erwünscht für größere Werke mit farben- und wolkenreicher Luft, welche
-vieles Waschen und gelegentliche Anwendung des Schwammes erfordert.
-Immerhin sei man aber in Bezug auf die Textur vorsichtig und beachte,
-daß zu grobes Korn bei ungeschickter Behandlung leicht rohe Effekte
-liefert und Details auf demselben häufig nicht mit der gewünschten
-Klarheit und Schärfe gegeben werden können. Rauhes Papier ist übrigens
-vortrefflich für flüchtige Skizzen geeignet, da die durch das bloße
-Korn hervorgebrachten glänzenden Lichter und Schatten die Wirkung in
-besonders angenehmer Weise unterstützen und nicht selten zufällige
-Formen liefern, welche mit Geschmack und Geschick sehr erfolgreich zu
-verwerthen sind. Im Allgemeinen halte ich übrigens Imperial sowohl für
-kecke Skizzen wie für durchgearbeitete Bilder gleich<span class="pagenum"><a name="Seite_13" id="Seite_13">[S. 13]</a></span> geeignet und
-hinreichend, da es Luft und Ferne sehr wirksam wiederzugeben gestattet.</p>
-
-<p>Das grober gekörnte Papier verlangt eine kräftigere Behandlung,
-begünstigt aber in hohem Grade die breite Malweise, da es geleckte,
-kleinlich genaue Ausführung nicht zuläßt. Aus diesem Grunde wird es
-daher auch von Allen gemieden, welche die Kunst lediglich in einer
-gewissen <em class="gesperrt">materiell</em> technischen Vollendung zu erkennen vermeinen,
-während der wahre Kunstkenner vor einem naturwahren, flott gemalten
-Originalwerke gerade in den verschiedenen Rauhheiten und technischen
-Zufälligkeiten den Stempel der Kunst erblickt. Der glatte Malgrund ist
-denn auch mit sehr seltenen Ausnahmen von den besten Meistern aller
-Schulen gemieden worden.</p>
-
-<p>Harding ist ein recht gutes Papier, etwas weicher als Whatmann, scheint
-mir aber die Waschungen mit dem Schwamm nicht so gut zu ertragen,
-obwohl es fraglich ist, ob ich das <em class="gesperrt">englische</em> Fabrikat, welches
-sehr gerühmt wird, erhalten habe. Das Creswick-Papier, welches
-ebenfalls mit dem Wasserzeichen Whatmann versehen von Balston &amp; Co.
-geliefert wird, ist gelblich im Ton, stark gekörnt und fast noch besser
-als Whatmann. Es ist zum Theil Nachahmung, als solche, &mdash; <span class="antiqua">Imitation
-Creswick</span> &mdash; vom ächten kaum zu unterscheiden. Als Curiosum sei
-hier auch erwähnt, daß Winsor und Newton in London vor mehreren Jahren
-ein Aquarellpapier unter dem Namen Griffin Antiquarian in den Handel
-gebracht haben, welches von den englischen Malern sehr gerühmt wird,
-allein der Preis desselben, <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 7. 20. per Bogen schließt seine
-allgemeinere Anwendung zur Zeit noch aus.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_14" id="Seite_14">[S. 14]</a></span></p>
-
-<p>Vor der Anwendung anderer, nicht speziell für das Aquarell bestimmter
-Papiere muß ich warnen. Zu stark geleimtes Papier läßt die Farbe nicht
-gut fließen und breite Farbenanlagen lassen sich auf solchem nicht mit
-der nothwendigen Leichtigkeit herstellen, während zu wenig geleimtes
-Papier die Farbe begierig einsaugt und nach dem Trocknen der Farbe ein
-mattes, todtes Ansehen verleiht. Das Aquarelliren ist an sich schon
-schwierig genug, weßhalb man durch Anwendung unpassender Materialien
-nicht die Schwierigkeiten noch vermehren sollte.</p>
-
-<p>Schließlich sei noch bemerkt, daß das Aquarellpapier mit dem Alter
-besser wird und die Farbe leichter annimmt.</p>
-
-<p>Als zuverlässige Bezugsquelle für die oben angeführten verschiedenen
-Papiere, wie für englisches Material überhaupt, kann ich F. Schönfeld
-und Comp. in Düsseldorf, sowie F. A. C. Prestel in Frankfurt a/M.
-empfehlen.</p>
-
-<h4 id="Pinsel_2">2. Pinsel.</h4>
-
-<p>Die besten Pinsel sind die englischen <span class="antiqua">Sable brushes</span>. Sie sind
-fest, sehr elastisch und behalten, selbst wenn vollständig gefüllt,
-ihre feine Spitze. Da sie jedoch sehr theuer sind und die ihnen
-nachgemachten zehnmal billigeren französischen und deutschen Pinsel
-ganz dieselben Dienste leisten, so rathe ich zu letzteren, sowie zu den
-elastischen Marderpinseln.</p>
-
-<p>Die Pinsel wurden früher allgemein in Federkiele gefaßt, weßhalb in
-England noch die verschiedenen Nummern nach den dazu verwendeten
-Federkielen genannt werden und<span class="pagenum"><a name="Seite_15" id="Seite_15">[S. 15]</a></span> zwar die stärksten „<span class="antiqua">Eagle</span>“,
-hierauf „<span class="antiqua">Swan</span>“ in fünf Größen, &mdash; <span class="antiqua">Extra large</span>,
-<span class="antiqua">large</span>, <span class="antiqua">middle</span>, <span class="antiqua">small</span> und <span class="antiqua">Extra small</span>, &mdash;
-dann „<span class="antiqua">Goose</span>“, „<span class="antiqua">Duck</span>“ und die kleinsten „<span class="antiqua">Crow</span>“. Ein
-englischer „<span class="antiqua">Eagle</span>“ Zobelpinsel kostet beispielsweise bei Winsor
-&amp; Newton <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 21. 60.</p>
-
-<p>Angenehmer und haltbarer sind die neueren, nach Art der Oelpinsel, in
-Blech gefaßten Pinsel mit langen Stielen, welche in denselben Größen
-geliefert werden. Man hat solche auch flach gebunden, in welcher Form
-sie für Laub, Gras und wo es auf entschieden scharfe oder eckige
-Pinselführung ankommt, sehr zu empfehlen sind. Als billige Bezugsquelle
-kann ich Schönfeld &amp; Co. in Düsseldorf empfehlen.</p>
-
-<p>Außerdem bedarf man zur ersten Befeuchtung des Papiers sowie zur Anlage
-umfangreicherer Lüfte einen <em class="gesperrt">großen</em>, <em class="gesperrt">weichen</em>, etwa 20
-bis 25 Millimeter <em class="gesperrt">breiten</em>, <em class="gesperrt">flachen</em> in Blech gefaßten
-Pinsel (<span class="antiqua">Sky-brush</span>). Die besten sind die aus Eichhörnchen-Haaren,
-welche unter dem Namen „<span class="antiqua">camel-hair</span>“ gehen. Ihrer Weichheit wegen
-bedient man sich derselben bei allen Waschungen mit reinem Wasser,
-da kleinere Pinsel hierzu nicht ausreichen, sowie zum Uebergehen zu
-starker Töne.</p>
-
-<p>Als größere Verwaschpinsel sind in den letzten Jahren die doppelten
-in Blech gefaßten Pinsel allenthalben beliebt geworden, da man hier 2
-Pinsel verschiedener Nummern an einem Stiele hat, was auch für sonstige
-Zwecke Annehmlichkeit bieten kann. Zweckmäßige Combinationen bieten die
-Nummern 8/6, 14/10, 16/12.</p>
-
-<p>Die flachen, in der Oelmalerei dienenden Dachspinsel,<span class="pagenum"><a name="Seite_16" id="Seite_16">[S. 16]</a></span> lassen sich
-ebenfalls in gewissen Fällen vortheilhaft verwenden, besonders wo dicke
-Farbe von kräftigem, tiefem Ton aufgesetzt werden soll, da letztere
-sich mit den gewöhnlichen, weicheren Pinseln nicht so effektvoll
-auftragen läßt.</p>
-
-<p>Von flachen wie runden Pinseln, deren Nummern von 1 bis 12 gehen
-(Abbildungen in Schönfeld’s Katalog), schaffe man sich die Nummern
-1 bis 7, von den runden auch noch mehrere stärkere an. Spezielle
-Vorschriften betreffs Anwendung der einzelnen Nummern lassen sich
-selbstverständlich nicht geben, doch werden folgende Angaben für die
-Praxis genügen. Im Allgemeinen stehe die Größe des Pinsels stets
-im Verhältniß der mit Farbe zu bedeckenden Fläche, damit weder
-augenblicklicher Ueberschuß oder andererseits Mangel an Farbe dem
-Auftragen Eintrag thue. Große Flächen erfordern daher große, kleinere
-Flächen kleinere Pinsel; doch gewöhne man sich nicht an zu kleine, da
-solche der anzustrebenden breiten Behandlung schaden und zu Tüftelei
-verleiten. Für Schatten nehme man, sofern nicht größere Schattenpartien
-zu behandeln sind, den Pinsel nicht zu stark, da dann der Ton leicht
-zu voll gegeben oder der Rand des Schattens überschritten wird. Für
-Bäume in Bildern mittlerer Größe eignen sich die flachen Pinsel 3 bis
-5 und für architektonisches Detail, Umrißlinien, wie überhaupt zum
-Zeichnen, Markiren und für die letzten Drucker die kleineren Nummern.
-Chinesisches Weiß trage man mit der Spitze der kleinsten Pinsel auf.</p>
-
-<p>Das Arbeiten mit den flachen Pinseln erfordert Uebung und eine
-eigenthümliche Pinselführung, mehr mit der Seite<span class="pagenum"><a name="Seite_17" id="Seite_17">[S. 17]</a></span> und in Absätzen, d.
-h. indem man nach jeder Berührung des Papiers den Pinsel wieder vom
-Papiere wegnimmt.</p>
-
-<h4 id="Farben_3">3. Farben.</h4>
-
-<p>Die englischen Aquarellfarben sind, besonders in Rücksicht auf
-Feinheit, allen anderen Fabrikaten in <em class="gesperrt">Tafelform</em> vorzuziehen und
-sofern die höheren Preise derselben keine Rücksicht verlangen, würde
-ich rathen, nur englische Farben zu verwenden. Vorzugsweise gangbar,
-wenigstens in Deutschland, sind die Farben von <em class="gesperrt">Winsor &amp; Newton</em>
-und von R. und A. <em class="gesperrt">Ackermann</em> 191 Regent-Street in London, jedoch
-liefern auch die folgenden Londoner Firmen &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Newman</em></span>,
-<span class="antiqua">24 Soho Square</span> &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rowney &amp; Co.</em></span>, <span class="antiqua">52 Rathbone
-Place</span> &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Robertson</em></span>, <span class="antiqua">99 Long Acre</span>, sowie
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Reeves &amp; Sons</em></span>, <span class="antiqua">Cheapside</span> &mdash; sehr empfehlenswerthe
-Fabrikate. Farben anderer englischen Fabriken rathe ich zu meiden.
-Ich muß indessen hier bemerken, daß in Deutschland auch viele Farben
-mit dem Stempel <em class="gesperrt">Ackermann</em> in London nachgemacht worden sind,
-welche aber bei ihrer schlechten Qualität kaum zu täuschen vermögen.
-Wer auf billigeres Material zu sehen Ursache hat, dem rathe ich zu den
-französischen Farben von <span class="antiqua">Chenal</span>, welche ebenfalls zu empfehlen
-sind. Von erheblich geringerer Qualität sind die Farben mit dem Stempel
-„<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lambertie</em></span>“ oder „<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Paillard</em></span>“.</p>
-
-<p>Wer nicht auf die Tafelform sieht, dem rathe ich, sich der feuchten
-deutschen Farben von F. <em class="gesperrt">Schönfeld</em> &amp; Co. in Düsseldorf zu
-bedienen, welche bei verhältnißmäßig außerordentlich billigem Preise
-den englischen kaum nachstehen und<span class="pagenum"><a name="Seite_18" id="Seite_18">[S. 18]</a></span> in den letzten Jahren erheblich
-feiner als früher hergestellt worden sind.</p>
-
-<p>Was die Form anlangt, in welcher die Aquarellfarben im Handel
-vorkommen, so sind zu den altbekannten Täfelchen in den letzten
-Jahrzehnten noch zwei andere Formen gekommen, die sogenannten feuchten
-Farben &mdash; <span class="antiqua">moist colours</span> &mdash; und zwar <span class="antiqua">a</span>, in länglichen
-viereckigen Porzellannäpfchen, &mdash; <span class="antiqua">pans</span> &mdash; oder <span class="antiqua">b</span>, nach
-Art der Oelfarben in dickflüssigem Zustand in zusammendrückbaren
-Zinnkapseln &mdash; <span class="antiqua">tubes</span>. &mdash;</p>
-
-<p>Im Allgemeinen erfreuen sich Farben in der älteren Tafelform noch immer
-der Gunst der Künstler sowohl wie der Dilettanten, weil sich solche
-sehr rein erhalten lassen, während die Anwendung der feuchten Farben
-in Näpfchen, wenn man solche rein erhalten will, etwas umständlich
-ist. Zum Malen nach der Natur sind letztere indessen allen anderen
-entschieden vorzuziehen, da es hierbei in den meisten Fällen auf
-etwas mehr oder weniger reine Farbe weniger ankommt, weil man ferner
-mit Reiben keine Zeit verliert und diese Farben in für diesen Zweck
-besonders eingerichteten Blechkästchen erhält, deren doppelter Deckel
-auf einer Seite als Palette dient, während die andere drei Abtheilungen
-für flüssigere Töne enthält. &mdash; Zu Farben in „<span class="antiqua">tubes</span>“, welche
-sonst die angenehmsten sind, rathe ich jedoch nur solchen Personen,
-welche <em class="gesperrt">beständig</em> oder nur mit geringer Unterbrechung malen,
-da sie mit der Zeit doch trocknen und man alsdann genöthigt ist, die
-Kapseln aufzuschneiden, die Farben in Näpfchen zu leeren und, um eine
-glatte Oberfläche zu erhalten, mit Wasser wieder aufzuweichen. Um
-das abermalige Eintrocknen solcher<span class="pagenum"><a name="Seite_19" id="Seite_19">[S. 19]</a></span> wieder aufgeweichter Farben zu
-verhüten, empfiehlt es sich, ein Paar Tropfen Glycerin zuzusetzen. Nur
-einige Farben, welche man in der Regel nur in tiefen Tönen anwendet,
-wie <span class="antiqua">Brown Madder</span>, <span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>,
-oder <span class="antiqua">Rose Madder</span>, welche letztere sich schwer anreibt, möchte
-ich rathen, in dieser Form zu erwerben, sowie endlich noch <span class="antiqua">Permanent
-Chinese White</span>, und zwar dieses <em class="gesperrt">nur</em> in besagter Form.
-Mit Ausnahme der eben angeführten Farben, welche in Zinnkapseln
-anzuschaffen wären, rathe ich daher für das Malen im Zimmer nur Farben
-in Tafelform zu verwenden. Dieselben sind in zwei Größen, in ganzen und
-halben Täfelchen zu haben, deren letztere auch im Preise nur die Hälfte
-kosten.</p>
-
-<h4 id="Charakteristik_der_einzelnen_Farben">Charakteristik der einzelnen
-Farben.</h4>
-
-<p>Die Kataloge der Farbenfabrikanten enthalten eine große Anzahl theils
-ganz entbehrlicher, theils für unseren speziellen Zweck mehr oder
-weniger unnöthiger Präparate, welche zum Theil lediglich durch Mischung
-oder auch durch geringfügige Nüancirung längst bekannter gewonnen
-worden sind. Indessen kommen nicht selten Fälle vor, wo es sehr
-angenehm ist, eine bestimmte Farbennüance in größerer Menge, also als
-fertige Farbe zu besitzen, besonders im Genre und Stillleben, überhaupt
-da, wo es sich um glanzvolle Darstellung handelt, da zu vieles Mischen
-den Glanz der Farbe beeinträchtigt und daher Combinationen von
-mehr als drei Farben nur in einzelnen Fällen statthaft erscheinen,
-beziehungsweise zu vermeiden sind. Die nachstehend ausgeführten Farben
-sind solche, welche in<span class="pagenum"><a name="Seite_20" id="Seite_20">[S. 20]</a></span> Landschaft-, Marine- und Architekturmalerei
-vorzugsweise Anwendung finden und ist keine hierher gehörige
-ausgelassen worden. Wie sehr auch manche derselben anderen ähnlich
-sehen, so sind solche dennoch in mancher Beziehung sehr verschieden,
-besonders in Bezug auf Transparenz, Ton, Art des Auftrags und
-Haltbarkeit. Zur Annehmlichkeit der Interessenten habe ich jeder Farbe
-die Preise von <span class="antiqua">Winsor &amp; Newton</span> (<span class="antiqua">W. &amp; N.</span>), welche auch für
-<span class="antiqua">Ackermann</span> gelten und <span class="antiqua">Schönfeld &amp; Co.</span> (<span class="antiqua">S. &amp; C.</span>)
-beigesetzt. Erstere beziehen sich auf ganze Täfelchen, ganze Näpfchen
-(<span class="antiqua">Pans</span>) und Tuben &mdash;, halbe Täfelchen und Näpfchen kosten die
-Hälfte &mdash;; letztere (<span class="antiqua">S. &amp; C.</span>) auf Tuben und ganze Näpfchen;
-halbe Näpfchen kosten hier etwa zwei Drittel des Preises.</p>
-
-<p>Um der möglichsten Vollständigkeit zu genügen, habe ich indessen auch
-die für unsere Zwecke entbehrlichen Farben überall, wo es passend
-schien, nach Namen und Farbennüancen eingereiht, da sich unter solchen
-immerhin einzelne finden, welche für gewisse Zwecke hier und da
-wünschenswerth erscheinen können.</p>
-
-<p>Alle Farben kommen zwischen den zwei Endpunkten Licht und Finsterniß &mdash;
-Weiß und Schwarz zur Erscheinung.</p>
-
-<h4 id="Weiss"><em class="gesperrt">Weiß.</em></h4>
-
-<p><em class="gesperrt">Allgemeines.</em> Weiß ist Licht, Abwesenheit jeder Farbe und steht
-blassem Gelb am nächsten. Der schwächste Farbenauftrag wird durch Weiß
-nicht verändert, weßhalb es als Malgrund von hohem Werth ist. Während
-alle anderen Farben durch die Ferne bald neutrale Töne annehmen, bleibt
-Weiß<span class="pagenum"><a name="Seite_21" id="Seite_21">[S. 21]</a></span> am längsten unverändert. Es tritt daher vor, d. h. es bringt die
-betreffenden Gegenstände dem Auge näher. In Combination mit Gelb hat es
-dieselbe Eigenschaft, nicht aber in derjenigen mit Roth. Mit Blau und
-Schwarz tritt es zurück und gibt jenen Farben Lufttöne. Sehr werthvoll
-unter Umständen ist seine Anwendung im Vordergrund, da es durch seinen
-Gegenwerth alle anderen Farben hebt. Absolutes Weiß kommt indessen
-in Gemälden selten und dann nur mit letzterer Absicht vor, indem
-reichlichere Anwendung einen matten Gesammtton und kreidiges Ansehen
-zur Folge hat. Grelle Lichter sind überhaupt stets wenig umfangreich
-und finden sich nur an vorstehenden Kanten und Ecken, ebenso wie ganz
-tiefe, dunkle Stellen immer nur klein sind. Neben einander gesetzt
-werden sie zu den stärksten Contrasten und verleihen bei sinnreicher
-Anwendung bedeutende Kraft. Die Anwendung dieser Farbe verlangt daher
-Ueberlegung.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Permanent_Chinese_White">Permanent Chinese
-White.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 3 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Von den verschiedenen Arten Weiß ist dieses aus schwefelsaurem
-Baryt bestehende das einzige, welches im Aquarell Anwendung findet
-und verdient, da die übrigen aus Bleipräparaten bestehenden weißen
-Farben im Aquarell bald durch den in der Atmosphäre enthaltenen
-Schwefelwasserstoff getrübt und später schwarz werden, weil sie nicht,
-wie auf den Oelgemälden durch den Firniß von der Luft abgeschlossen
-sind.</p>
-
-<p>Das chinesische Weiß ist dauerhaft, besitzt Körper, läßt sich angenehm
-verarbeiten und mischt sich leicht mit den anderen Farben. Um eine
-vollkommene Wirkung zu erzielen, erfordert<span class="pagenum"><a name="Seite_22" id="Seite_22">[S. 22]</a></span> seine Anwendung aber
-Geschick und Ueberlegung. Man merke, daß, wo man es immer verwenden
-mag, der Beschauer nur den <em class="gesperrt">Effekt</em> sehen darf, nicht aber, daß
-dieser Effekt durch <em class="gesperrt">Chinesisches Weiß</em> hervorgebracht worden ist.</p>
-
-<p>Ich bemerke noch, daß es mir wohl bekannt ist, daß viele Künstler den
-Gebrauch desselben, als dem Aquarell nicht entsprechend, verwerfen;
-allein dieselben würden nach öfterer Besichtigung guter englischer
-Aquarelle anderer Ansicht werden.</p>
-
-<p>Mit besonderem Erfolge benutzt man es in folgenden Fällen:</p>
-
-<p>1. Luft, Wolken und Ferne werden durch Zusatz von sehr wenig Weiß zu
-der betreffenden Mischung, wenigstens in den letzten Aufträgen, im
-Luftton sehr verstärkt.</p>
-
-<p>2. In allen Fällen, wo durch häufiges Waschen oder Ueberarbeiten
-unreine, gequälte Farbentöne entstanden sind, gibt ein wenig Weiß, zu
-dem gewünschten Ton gemischt und über die betreffende Stelle gelegt,
-die Farbe in einer Frische wieder, welche alle Erwartung übertrifft.</p>
-
-<p>3. Wo man im Vordergrund helle Gegenstände, wie Mauern etc. zu malen
-hat, mischt man zu den grauen, röthlichen oder gelblichen Tönen ein
-wenig Weiß, welches letzteren Körper gibt. Der dadurch erzielte Effekt
-ist ein sehr naturwahrer, während ohne Weiß behandelt die betreffenden
-Gegenstände nicht selten sehr matt und flach aussehen. &mdash; Auch wo
-zwischen Steinen der weiße Mörtel sichtbar ist, bringt Weiß mit spitzem
-Pinsel dick und mit kecken Strichen eingesetzt oft günstigere Wirkung
-hervor, als ausgesparte, ausgewischte oder radirte Lichter. Doch hüte
-man sich vor <em class="gesperrt">übermäßiger</em> Anwendung.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_23" id="Seite_23">[S. 23]</a></span></p>
-
-<p>4. Kleinere Steine von heller Farbe auf Rasen etc. spare man nicht aus,
-sondern setze sie nach Beendigung des Untergrundes mit Weiß zu dem
-betreffenden Ton gemischt auf.</p>
-
-<p>5. Kleinere Figuren, Vieh etc., deren Aussparen der einheitlichen
-Behandlung des Grundes Eintrag thun würde, setzt man bei Beendigung der
-Arbeit mit Weiß dick auf und colorirt nach dessen gänzlichem Trocknen
-vorsichtig mit den nöthigen Tönen, ohne jedoch zu viel zu wischen.</p>
-
-<p>Für diejenigen Fälle, wo Weiß ohne Zusatz aufgesetzt wird, ist es
-räthlich, der Farbe, wie sie aus der Zinnkapsel gedrückt wird, eine
-unbedeutende Kleinigkeit Wasser zuzusetzen und sie damit auf der
-Palette zu verreiben, da die Farbe ohne diesen Zusatz meist etwas zu
-zähe ist. Ist die Farbe aber ganz frisch, so bedarf es dieses Zusatzes
-in der Regel nicht. Die Praxis wird bald auf die richtige Consistenz
-leiten.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p id="Jaune_Brillant">Anstatt des <span class="antiqua">Permanent Chinese White</span> läßt sich in Fällen wo
-absolutes Weiß nicht erforderlich ist, auch das stark deckende,
-blaßgelbe <span class="antiqua">Jaune brillant</span>, mit gleicher Wirkung verwenden. Es ist
-dies eine aus Neapelgelb, Weiß und Schwefelkalium bereitete Mischfarbe,
-von welcher man mehrere Nüancen hat, welche für helle, sehr leuchtende
-Stellen hier und da Verwendung finden können.</p>
-
-<h4 id="Gelb"><em class="gesperrt">Gelb.</em></h4>
-
-<p><em class="gesperrt">Allgemeines.</em> Gelb ist mit Weiß am nächsten verwandt und bildet
-in blassen Tönen den Uebergang von Licht in Farbe. Es tritt vor und
-wird von der Ferne ebenfalls<span class="pagenum"><a name="Seite_24" id="Seite_24">[S. 24]</a></span> wenig alterirt. Gelb ist eine warme Farbe
-und wo ein Gemälde warme Töne verlangt, bildet es in Verbindung mit
-rothen Tönen ein Hauptmittel zur Darstellung derselben. Es contrastirt
-mit Violett, findet in den meisten gemischten Tönen Anwendung, und ist
-sehr empfindlich gegen Blau, von dessen geringster Menge es sofort
-verändert wird.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Yellow_Ochre">Yellow Ochre.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 3 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Gelber Ocker ist permanent, von großer Brauchbarkeit und
-<em class="gesperrt">unentbehrlich</em>. Er macht sich vorzugsweise in Ferne und
-Mittelgrund nützlich, theils weil sein Gelb ein gebrochenes ist,
-theils weil er schwach deckt. In schwachen Tönen ist er von großer
-Schönheit und bringt das herrschende Licht in das Bild, da er in
-Mischung mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>, <span class="antiqua">Brown Madder</span>, <span class="antiqua">Light Red</span>,
-<span class="antiqua">Indian Red</span> und <span class="antiqua">Vermilion</span> jeden nur wünschenswerthen
-warmen Ton für die Lichter von Luft, Wasser, Wolken, Bergen, Gebäuden,
-Felsen, Steinen, Bäumen etc. hervorbringt. Ein sehr schönes, luftiges
-Grau entsteht bei Zusatz, von ein wenig <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> zu der
-Mischung von <span class="antiqua">Cobalt</span> mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>. Mit <span class="antiqua">Cobalt</span>
-oder <span class="antiqua">French Blue</span> gemischt liefert er eine Reihe sehr weicher
-brauchbarer Töne für das Grün der Ferne, welchen man, um sie etwas zu
-brechen, ein wenig <span class="antiqua">Rose Madder</span> oder <span class="antiqua">Light Red</span> zusetzen
-kann. Je nach dem Ueberschuß des Blau oder Gelb lassen sich eine Unzahl
-von Tönen darstellen. Der eigenthümliche Charakter des gelben Ocker
-als halbe Deckfarbe, sowie sein in jedem Grade von Consistenz lichter
-Ton ermöglichen das Grün aus der Mischung mit <span class="antiqua">Cobalt</span>, nach Art
-der<span class="pagenum"><a name="Seite_25" id="Seite_25">[S. 25]</a></span> Oeltechnik, ganz entschieden und kräftig aufzutragen, was immer
-wünschenswerth ist, wenn die Formen so verschwommen sind, wie es in
-der Ferne meistens der Fall ist. Den zur Herstellung des Grün im
-Vordergrunde dienenden Farben zugesetzt, verleiht <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>
-bei der Untermalung Kraft und Körper. Für Gras etc. ist er ebenfalls gut
-zu verwenden und zwar liefert er in Mischung mit <span class="antiqua">Gamboge</span> und
-wenig <span class="antiqua">Cobalt</span> oder <span class="antiqua">French Blue</span> sehr brauchbare Töne für
-sonniges Grün. So sehr er aber für die Mischung des Grüns der Ferne
-paßt, so ist er doch für das Grün des Vordergrundes <em class="gesperrt">allein</em>,
-d. h. ohne Zusatz eines anderen Gelb <em class="gesperrt">nicht</em> zu verwenden; da
-ihm hierzu die nöthige Frische, Leichtigkeit und Durchsichtigkeit
-fehlt; dessenungeachtet ist er als Hülfsfarbe für erste Anlage des
-grünen Vordergrundes, z. B. <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> mit <span class="antiqua">Gamboge</span>,
-sehr werthvoll. Mit wenig <span class="antiqua">Indigo</span> gemischt und mit wenig Wasser
-behandelt, liefert er ein für Weidenbäume sehr passendes Grün, welches
-auch im Vordergrund angewendet werden kann. Für sich allein wie in
-Mischung mit <span class="antiqua">Vermilion</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>
-liefert <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> schließlich sehr geeignete Töne für Vieh,
-Schiffe, Segel etc.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Roman_Ochre">Roman Ochre.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 3 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Der römische Ocker ist ein tiefes, stark gebrochenes Gelb und etwas
-dunkler als der gelbe Ocker. Er dient hauptsächlich für farbiges
-Segelwerk, Architektur, sowie für sanfte, tiefe grüne Töne des
-Mittelgrundes. Mit Schwarz liefert er<span class="pagenum"><a name="Seite_26" id="Seite_26">[S. 26]</a></span> viele sehr brauchbare Töne für
-Mauern und Felsen, welche durch Zusatz von <span class="antiqua">Rose Madder</span> noch mehr
-nüancirt werden können. Im Ganzen ist er entbehrlich.</p>
-
-<p id="Goldocker">Aehnlich in der Farbe verhalten sich die übrigen Ockerarten, so
-Goldocker und <span class="antiqua">Ochre de Rue</span>, letzterer weniger transparent und
-brauner im Ton als <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Gamboge">Gamboge.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 3 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Es ist zu empfehlen, diese Farbe <em class="gesperrt">roh</em> in einer Droguenhandlung zu
-kaufen. Man nehme nur Prima Qualität, welche in dicken, walzenförmigen
-Stücken von rothgelber Farbe und krustenartiger Außenseite im Handel
-vorkommt.</p>
-
-<p><span class="antiqua">Gamboge</span> (Gummigutt) ist ein reines und besonders in seinen
-Mitteltönen sehr brillantes und transparentes Gelb welches häufigste
-Anwendung in den Mischungen der grünen Töne findet, außerdem aber auch
-für helle Töne in Abendlüften geeignet ist. Für kalte Lichter der
-Vegetation im Allgemeinen erhält man sehr reine Töne durch Zusatz von
-<span class="antiqua">Emerald Green</span>, welcher Ton auch zum Herabstimmen von gebrochenem
-Grün sehr dienlich ist. In hohem Grade geeignet für sonniges Grün
-des Vordergrundes, namentlich für Grasflächen, ist die Mischung von
-<span class="antiqua">Gamboge</span> mit etwas <span class="antiqua">Green Oxyde of Chromium</span> (Chromoxyd),
-ein sehr naturwahrer, brillanter Ton, welchem sich die Mischungen mit
-<span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">French Blue</span> anreihen. Selbstverständlich ist,
-daß in diesen Mischungen <span class="antiqua">Gamboge</span> stets mehr oder weniger stark
-vorherrschen muß. Mit <span class="antiqua">Indigo</span> gemischt sinkt es im Ton und<span class="pagenum"><a name="Seite_27" id="Seite_27">[S. 27]</a></span>
-geht durch Zusatz von Schwarz in Olivengrün über. Auch in Mischung
-mit <span class="antiqua">Neutral Tint</span> liefert es ein sehr brauchbares, ruhiges
-Grün für Vorder- und Mittelgrund. Sehr beliebt seit Jahren schon ist
-die Mischung für Grün aus <span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und
-<span class="antiqua">Indigo</span> oder <span class="antiqua">French Blue</span>, da dieselbe eine lange Reihe
-brauchbarer Töne für Frühlings-, Sommer- und Herbstlaub liefert, je
-nachdem man von jeder der drei Farben mehr oder weniger nimmt. Bei
-soliderem Farbenauftrag läßt diese Mischung jedoch insofern im Stich,
-als in tiefen Tönen, wo schon die beiden letzteren Farben sehr dunkel
-sind, <span class="antiqua">Gamboge</span> als Harzfarbe Schwärze erzeugt. Wo daher Tiefe des
-Tons von <em class="gesperrt">grünem</em> Charakter erforderlich ist, ist <span class="antiqua">Gamboge</span>
-zu vermeiden und durch <span class="antiqua">Indian Yellow</span> zu ersetzen. Als Lasurfarbe
-wird <span class="antiqua">Gamboge</span> von keiner anderen Farbe in Transparenz erreicht,
-wobei sein Ton durch Zusatz von etwas Roth, wie <span class="antiqua">Light Red</span>,
-<span class="antiqua">Rose Madder</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> sehr erwärmt werden kann.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Indian_Yellow">Indian Yellow.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 54 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 75 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Das indische Gelb wird aus Kameelurin bereitet und ist eine sehr
-dauerhafte, schöne, kraftvolle Farbe von tiefem Ton, weßhalb es auch
-für Draperien und Figuren sehr geschätzt ist. In sehr dünnen, zarten
-Tönen findet es Verwendung bei Sonnenauf- und Untergang; dagegen
-paßt es, seiner intensiven Farbe wegen, nicht in Mischungen von
-Grau für Schatten und Wolken. Sehr dienlich ist es für Lichter mit
-goldenem Schimmer, nach Umständen mit <span class="antiqua">Rose Madder</span><span class="pagenum"><a name="Seite_28" id="Seite_28">[S. 28]</a></span> erwärmt,
-sowie auch zu Lasuren. Besonders prachtvoll macht sich die Lasur über
-gelben Ocker, welch letzterer überhaupt durch <span class="antiqua">Indian Yellow</span>
-in der Farbe sehr bedeutend erhöht werden kann. Zusatz von <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span>, <span class="antiqua">Raw Umber</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, <span class="antiqua">Burnt Umber</span>,
-<span class="antiqua">Vandyke Brown</span> oder <span class="antiqua">Brown Madder</span> stimmt, je nach dem
-gewünschten Ton, den Glanz der Farbe herab. <span class="antiqua">Indian Yellow</span> in
-Mischung mit <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">French Blue</span> (<span class="antiqua">Indigo</span>)
-oder mit <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">French Blue</span> liefert die
-verschiedensten Töne für das Grün der Bäume und haben diese Mischungen
-den Vortheil, daß sie, wie schon bei <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> erwähnt, wie
-in der Oelmalerei mit sehr wenig Wasser aufgetragen werden können,
-welche Behandlung sich sehr empfiehlt. Die gebrochenen Ausladungen der
-Bäume, das Zufällige der Silhouetten, läßt sich so mit großer Eleganz
-wiedergeben, ebenso Stämme, Aeste und Zweige, und ist diese Mischung
-sowohl für Effekte von großer Tiefe und Kraft, wie von besonderer
-Feinheit gleich anwendbar. Die Anwendung des <span class="antiqua">Indigo</span> erfordert
-jedoch Vorsicht, da ein Uebermaß desselben Schwärze verursacht. Nimmt
-man hierauf Rücksicht, so kann naß in naß, Farbe auf Farbe gesetzt,
-die größte Verschiedenheit in Ton und Kraft erreicht werden, ohne daß
-man in Schwärze verfällt. Wo dies geschehen ist, bietet <span class="antiqua">Indian
-Yellow</span> wieder das Gegenmittel, indem man es in mehr oder weniger
-kräftigem Ton über die betreffende Stelle legt, was überhaupt für zu
-dunkel gerathene Bäume gilt. Wünscht man in solchen Fällen jedoch
-wieder einen entschieden grünen oder helleren Grund herzustellen, so
-wende man <span class="antiqua">Indian Yellow</span> mit<span class="pagenum"><a name="Seite_29" id="Seite_29">[S. 29]</a></span> Chromoxyd gemischt an. Letztere
-Combination läßt sich auch mit großer Wirkung in tiefen Schattenmassen
-des Laubes verwenden, da beide Farben, besonders letztere, bis zu
-einem gewissen Grade decken, und bietet solche ein sehr erfrischendes
-ruhiges Grün für Rasenflächen. Mit <span class="antiqua">Burnt Umber</span> oder <span class="antiqua">Brown
-Madder</span> gemischt liefert <span class="antiqua">Indian Yellow</span> sehr warme und tiefe
-Töne für Drucker, welche durch Zusatz von etwas <span class="antiqua">French Blue</span> im
-Tone herabgestimmt werden können. Diese Töne eignen sich vorzugsweise
-für tiefe Schatten unter Moos, Steinen und unter dunklen erdigen
-Ufern, Abhängen und Terrain-Einschnitten. Man vermeide zu viel Blau
-zuzusetzen, da der Ton hiedurch zu kalt würde und alle tiefen Schatten
-in <em class="gesperrt">warmem</em> Ton gehalten werden müssen.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Cadmium">Cadmium.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 3 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 9 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 75 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Hiervon hat man in neuester Zeit mehrere Nüancen in den Handel
-gebracht: <span class="antiqua">pale</span> (blaß), <span class="antiqua">deep</span> (dunkel) und <span class="antiqua">orange</span>,
-deren erstere und letztere hier nicht in Betracht kommen. Wo kein
-Beiwort steht, ist stets die dunklere Sorte, von ähnlicher Farbe wie
-<span class="antiqua">Indian Yellow</span> gemeint. Sie ist die intensivste und leuchtendste
-der gelben Farben, ist dauerhaft und mischt sich gut mit anderen
-Farben. Ihre charakteristische Eigenschaft, das gelbe Licht, sowie
-ihr leichter Auftrag machen sie für Morgen- und Abendhimmel beliebt;
-jedoch lasse man sich durch ihren fesselnden Glanz nicht verführen,
-zu verschwenderisch damit umzugehen. Sehr am Platze ist sie als
-Begleiterin einer blutrothen Sonne; dabei habe man indessen immer
-im<span class="pagenum"><a name="Seite_30" id="Seite_30">[S. 30]</a></span> Auge, daß solch ungebrochene Farbe stets nur sehr kleine Theile
-des Himmels einnimmt und die hellsten Lichter ebenfalls nur kleine
-Dimensionen haben. Sehr werthvoll ist <span class="antiqua">Cadmium</span> für Draperien. Mit
-Roth gemischt liefert es jeden Ton von Orange und mit den verschiedenen
-Blau sehr schöne grüne Töne, von welchen besonders die Mischung mit
-<span class="antiqua">French Blue</span> sehr natürliche Töne für Seewasser liefert. Für das
-Grün der Vegetation ist <span class="antiqua">Cadmium</span> indessen, seiner Schwere wegen,
-wenig geeignet, da man für diesen Zweck so viele zweckmäßigere Farben
-zu Gebote hat, doch findet es in der Herbstlandschaft für <em class="gesperrt">gelbes</em>
-Laub zuweilen recht geeignete Verwendung. In Mischung mit <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span> kann es für die beleuchtete Seite ferner Gebirge benutzt
-werden und ein <em class="gesperrt">sehr kleiner</em> Zusatz zu <span class="antiqua">Chinese White</span> für
-glänzende Lichter macht sehr gute Wirkung und verhindert das kreidige
-Aussehen.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Naples_Yellow">Naples Yellow.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 3 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Neapelgelb, antimonsaures Bleioxyd, dessen hellere Sorte ich empfehle,
-ist eine sehr empfindliche, größte Reinlichkeit erfordernde Farbe.
-Es ist zwar Deckfarbe, allein für gewisse Effekte durch keine andere
-Combination zu ersetzen. Man nehme jedoch immer nicht mehr, als gerade
-nöthig ist, um den gewünschten Ton herzustellen, da ein Ueberschuß
-eine gewisse mehlige, pulverige Wirkung zur Folge hat. Mit <span class="antiqua">Rose
-Madder</span> gemischt erhält man sehr schöne, zarte Töne für Ferne und
-zum Uebergehen der helleren Theile eines Abendhimmels, wo die Wirkung
-oft eine außerordentlich schöne<span class="pagenum"><a name="Seite_31" id="Seite_31">[S. 31]</a></span> ist. Mit <span class="antiqua">Cobalt</span> erhält man
-ein nebliges Grün, sehr geeignet für ferne Bäume, welche den Himmel
-zum Hintergrund haben, welches Grün durch Zusatz von etwas <span class="antiqua">Rose
-Madder</span> noch zarter wirkt. Wunderbar schön, zart und weich sind
-die grauen Töne, welche man aus <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span>
-und etwas Neapelgelb darstellt &mdash; wohl das schönste Silbergrau,
-welches die Palette bietet. Es gibt kein wirksameres Mittel, um eine
-schwüle, dämpfige Atmosphäre oder schwache ziehende Nebel, wie sie
-in Waldungen häufig vorkommen, darzustellen. Man wende indessen die
-Töne mit <span class="antiqua">Naples Yellow</span> nicht zur Untermalung, sondern immer
-nur bei Beendigung der betreffenden Stellen an. <span class="antiqua">Naples Yellow</span>
-und <span class="antiqua">Cobalt</span> in dicker Mischung und ziemlich trocken angewendet
-gibt sehr gute Effekte, wenn man sie mit der Seite eines flachen
-Pinsels über die Abtheilungslinien und Schatten auf fernen Gebirgen
-schleppt. Dieses Schleppen fast trockener Farbe erfordert viel
-Uebung; ist aber die Schwierigkeit überwunden, so ist die Wirkung
-eine höchst erfreuliche. Sehr schön wirkt auch <span class="antiqua">Naples Yellow</span>,
-wenn man es der Mischung für Bäume aus <span class="antiqua">Indian Yellow</span>, <span class="antiqua">Burnt
-Sienna</span> und <span class="antiqua">French Blue</span> in geringer Menge zusetzt, welche
-Combination dann für dicke, dämpfige Atmosphäre sehr brauchbar ist.
-Auch zu frisches und transparentes Grün kann man mit Neapelgelb leicht
-herabstimmen. In einer Hinsicht ist der Werth dieser Farbe ein sehr
-bestimmter und zwar ertheilt sie als Deckfarbe denselben Charakter
-allen Farben, mit welchen sie gemischt wird, was unter Umständen hohen
-Werth hat. Im Stillleben sind die Nüancen des Neapelgelb bei der
-Darstellung gelber Me<span class="pagenum"><a name="Seite_32" id="Seite_32">[S. 32]</a></span>talle sehr dienlich und ähnlich läßt sich auch
-das bereits erwähnte <span class="antiqua">Jaune Brillant</span> anwenden.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Raw_Sienna">Raw Sienna.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">S. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 3 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Ein schönes, warmes, gebrochenes permanentes Gelb, welches, wenn nicht
-mit <em class="gesperrt">viel</em> Wasser angerieben, etwas gelatinös, daher im Auftrag
-weniger angenehm ist und in consistenteren Tönen stark nachdunkelt. Die
-grünen sonnigen Töne, welche es mit Blau liefert, sind alle gut und für
-gewisse Stimmungen, auch für Ferne, sehr brauchbar. Mit <span class="antiqua">Cobalt</span>
-oder <span class="antiqua">French Blue</span> gemischt lassen sich sehr natürliche Farben
-für Seewasser gewinnen, welche durch Zusatz, von etwas <span class="antiqua">Brown
-Madder</span> noch sanfter werden. Für die Behandlung von Flüssen und
-Bächen ist es sehr werthvoll, sowohl allein als mit anderen Farben,
-je nach dem Tone des Wassers. Mit <span class="antiqua">Brown Madder</span> gemischt erhält
-man prachtvolle tiefe, dunklem Bier ähnliche, transparente Töne, mit
-<span class="antiqua">Vandyke Brown</span> transparente grünbraune, während mit Zusatz
-von <span class="antiqua">French Blue</span> oder <span class="antiqua">Indigo</span> für die dunklen Töne der
-Vegetation unter Wasser sehr geeignete Farben herzustellen sind. Für
-das Markiren der Steine im Flußbett sind die warmen gelatinösen Töne
-von <span class="antiqua">Raw Sienna</span>, <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>
-sehr zu empfehlen, da solche bei Durchsichtigkeit große Tiefe und
-Kraft besitzen. Als Lasurfarbe ist <span class="antiqua">Raw Sienna</span> sehr dienlich zur
-Erhöhung der Töne der Vegetation des Mittelgrundes.</p>
-
-<p>Für Carnation ist <span class="antiqua">Raw Sienna</span> unentbehrlich, besonders in
-Mischung mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>, welche sehr feine Töne für<span class="pagenum"><a name="Seite_33" id="Seite_33">[S. 33]</a></span> Gesicht
-und das Fleisch überhaupt liefert. Durch Zusatz von sehr wenig
-<span class="antiqua">Cobalt</span> oder <span class="antiqua">French Blue</span> können diese Töne herabgestimmt
-werden. Dagegen liefert die Mischung: <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span>
-und <span class="antiqua">Raw Sienna</span> eine Reihe schwacher perlgrauer und grünlicher
-Töne, welche nur bei der schönsten Hautfarbe vorkommen. Für sich allein
-dient es in ausgezeichneter Weise für die Reflexe, wie z. B. unter dem
-Kinn etc.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Lemon_Yellow">Lemon Yellow.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 3 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 6 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span> (Gelber Ultramarin.)</p>
-
-<p>Zitrongelb, eine bei Schönfeld gelber Ultramarin genannte, aus
-chromsaurem Baryt bestehende Farbe bietet ein sehr blasses, dauerhaftes
-aber etwas deckendes Gelb, welches trotz seines blassen Tones dennoch
-von überraschender Kraft ist. Seine Anwendung verlangt daher Vorsicht,
-da bei Nichtbeachtung sein durchdringender Ton sich in höchst
-unerfreulicher Weise bemerkbar macht. Wo sanfter Sonnenschein das
-Gebirg oder ferne Wälder beleuchtet wirkt es sehr gut. Für <em class="gesperrt">erste</em>
-Anlage, ausgenommen für die hellsten Lichter des Laubes, paßt es jedoch
-nicht, und benutze man statt dessen <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und seine
-Combinationen zur Anlage für helle oder grüne sonnige Töne der Ferne.
-Mit <span class="antiqua">Emerald Green</span> erhält man sehr reine, helle, glanzvolle Töne
-für gelegentliche Lasuren von Grasflächen oder für die hellsten Lichter
-auf Gras, Draperien etc. Mit <span class="antiqua">Cobalt</span> liefert es eine treffliche
-Lasurfarbe für ferne Wiesen. Obgleich seine Anwendung eine beschränkte
-ist, so ist dieselbe doch in vielen Fällen von großer Wirkung.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_34" id="Seite_34">[S. 34]</a></span></p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Aureolin">Aureolin.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 3 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 9 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 1.&mdash;</span></p>
-
-<p>Ein neueres, sehr reines, glanzvolles, transparentes, selbst in den
-lichtesten Tönen noch permanentes Gelb, welches in der Farbe dem
-Gelb des Sonnenspectrums am nächsten steht. Es scheint mir eine
-combinirte Farbe zu sein, da sein Geruch an Gummigut erinnert und wäre
-in diesem Fall sein Preis als ein höchst exorbitanter zu bezeichnen.
-Unentbehrlich ist es gerade nicht, allein ich mache doch darauf
-aufmerksam, daß <em class="gesperrt">alle</em> Töne, in deren Mischung es enthalten ist,
-sich durch <em class="gesperrt">ungemeine Frische</em>, <em class="gesperrt">Glanz</em> und <em class="gesperrt">Reinheit</em>
-auszeichnen. Das Grau aus <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und
-<span class="antiqua">Aureolin</span> ist äußerst zart und für transparente, weiche Lufttöne
-sehr geeignet, und wo für das Grün der Vegetation des Vorder- und
-Mittelgrundes größere Frische verlangt wird, wirken die betreffenden
-Mischungen mit <span class="antiqua">Aureolin</span> unvergleichlich. Für das tiefe Grün
-der Ferne ist es dagegen seiner Leuchtkraft wegen weniger angenehm;
-doch liefert die Combination von <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Aureolin</span> und
-<span class="antiqua">Sepia</span> oder <span class="antiqua">Rose Madder</span> sehr angenehme zarte Töne für
-ferne Bäume in schwachem Licht oder bei dämpfiger Atmosphäre. Als
-Farbe für Draperien ist es unersetzlich. Besonders werthvoll und
-nützlich ist es in Mischung mit <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>
-oder <span class="antiqua">French Blue</span> &mdash; mit <span class="antiqua">Indigo</span> &mdash; mit <span class="antiqua">Vandyke
-Brown</span> und <span class="antiqua">Indigo</span> oder <span class="antiqua">French Blue</span> &mdash; mit <span class="antiqua">Oxyde
-of Chromium</span> &mdash; mit <span class="antiqua">Burnt Umber</span> &mdash; mit <span class="antiqua">Sepia</span> &mdash; mit
-<span class="antiqua">Emerald Green</span> &mdash; mit <span class="antiqua">Brown Madder</span> &mdash; mit <span class="antiqua">Sepia</span>
-und <span class="antiqua">Cobalt</span> &mdash; mit <span class="antiqua">Rose<span class="pagenum"><a name="Seite_35" id="Seite_35">[S. 35]</a></span> Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span> &mdash;
-mit <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span> oder <span class="antiqua">Indigo</span> &mdash; und mit
-<span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p>Das von Schönfeld &amp; Comp. neuerdings hergestellte <span class="antiqua">Aureolin</span>
-wich seither im Ton ganz entschieden von dem englischen ab. Während
-letzteres sich im Ton stark dem Gummigutt nähert, übertrifft ersteres
-an Intensität der Farbe noch das Indischgelb und nähert sich dem
-<span class="antiqua">Cadmium Orange</span>; es wird jedoch künftig dem englischen
-entsprechend bereitet werden.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p id="Italienische_Erde">Die übrigen in Katalogen und im Handel vorkommenden gelben Farben sind
-für unsere Zwecke entbehrlich und zum Theil höchst undauerhaft. Unter
-die ersteren gehört beispielsweise <em class="gesperrt">Italienische Erde</em>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Mars
-Yellow</em></span>, ein schöner warmer nach Orange neigender, glanzvoller
-permanenter Ocker, &mdash; unter die letzteren: <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gallstone</em></span>,
-prachtvolle, tiefe Farbe &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Italian Pink</em></span> &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow
-Lake</em></span> &mdash; Schönfeld’s <em class="gesperrt">Japanisches Gelb</em> &mdash; sowie die
-verschiedenen Nüancen von <em class="gesperrt">Chromgelb</em> und <span class="antiqua">Stil de grain
-jaune</span>.</p>
-
-<h4 id="Orange"><em class="gesperrt">Orange.</em></h4>
-
-<p><em class="gesperrt">Allgemeines.</em> Orange ist eine sekundäre Farbe und bildet
-den Uebergang von Gelb zu Roth, aus welchen beiden Farben sie
-zusammengesetzt ist. Je nachdem die eine oder andere derselben in der
-Combination vorherrscht, läßt sich eine lange Reihe von Uebergangstönen
-bilden. Ihr Charakter ist Wärme, welche mit Zunahme des Roth
-selbstverständlich gesteigert wird. Da Blau an der Zusammensetzung von
-Orange<span class="pagenum"><a name="Seite_36" id="Seite_36">[S. 36]</a></span> keinen Antheil hat, so ist es dessen Complementärfarbe und
-wirkt daher zerstörend auf dieselbe, was bei Anlage von Abendhimmeln zu
-beherzigen ist.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Penleys_Neutral_Orange">Penley’s Neutral Orange.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 54 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Diese leuchtende Farbe ist aus <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Cadmium</span> und
-<span class="antiqua">Brown Madder</span> zusammengesetzt und dient namentlich dazu, die
-Zeichnung vor dem Beginn der eigentlichen Anlage mit einem schwachen
-Orange-Tone zu übergehen, was, besonders in sonnigen Landschaften,
-gleich einen warmen, angenehmeren Grundton gibt als das weiße Papier.
-Der neutrale Charakter derselben dient zugleich, das spätere Blau der
-Luft etwas zu brechen, während die Farbe doch etwas durchschimmert
-und dem Bilde einen guten Lichtton verleiht. Man hüte sich, den Ton
-zu kräftig zu geben, in welchem Falle man nach dem Trocknen wieder
-mit Wasser abwaschen müßte, um das später aufzutragende Blau nicht
-zu zerstören. Wo übrigens der Himmel sehr rein ist und die Wolken
-absolut weiß erscheinen, läßt man diesen ersten Ton besser weg. Je
-nach der Abnahme des Lichtes mag indessen dieser Ton etwas verstärkt
-werden, wodurch die später aufzutragenden Töne mehr gebrochen werden.
-Auch für die erste Anlage entfernter Gebirge ist es brauchbar und
-liefert mit <span class="antiqua">Rose Madder</span> eine angenehme Reihe warmer, sonniger
-Töne. Mit <span class="antiqua">Cobalt</span> gemischt erhält man einen sehr brauchbaren,
-grünlichgrauen Ton für Schatten des Gebirgs und fernen Laubwerks.
-Mit <span class="antiqua">Cobalt</span> gebrochen liefert <span class="antiqua">Neutral Orange</span> auch sehr<span class="pagenum"><a name="Seite_37" id="Seite_37">[S. 37]</a></span>
-brauchbare Töne für Wege, welche alle Schattirungen zwischen Orange und
-Grau umfassen. Diese Farbe ist jedoch insofern entbehrlich, als man
-ihren Ton recht gut durch Mischung von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> mit etwas
-<span class="antiqua">Brown Madder</span> herzustellen vermag.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Burnt_Sienna">Burnt Sienna.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 3 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Die gebrannte Sienna ist eine unentbehrliche, dauerhafte Farbe von
-großer Transparenz und Tiefe, welche allen Mischungen für das Grün und
-Braun der Vegetation eine natürliche, angenehme Wärme verleiht. Für
-Luft und Ferne ist sie dagegen nicht zu verwenden, indem ihr die der
-Atmosphäre eigenthümlichen Töne abgehen. In Mischung mit <span class="antiqua">French
-Blue</span> erhält man zahlreiche kalte und warme graue Töne für dunkle
-Interieurs und Hintergründe mit Figuren; sie besitzen sowohl Zartheit
-wie Tiefe. Dunkle Räume und Ecken, Thorwege und dergleichen übergeht
-man mit <em class="gesperrt">transparenten</em> Tönen dieser Combination und erhält
-man durch häufiges Wiederholen dieser Procedur einen sehr tiefen,
-aber doch transparenten Schatten. Mit Schwarz erhält man sehr schöne
-braune und mit <span class="antiqua">Payne’s Grey</span> eben solche für Schiffe und Boote
-sehr geeignete Töne. Für Architekturmalerei ist <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>
-sehr werthvoll, denn in Combination mit <span class="antiqua">Rose Madder</span> und
-<span class="antiqua">Cobalt</span>, oder mit <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>, oder
-mit <span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>, oder mit <span class="antiqua">Indigo</span>
-und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> erhält man endlose Verschiedenheiten von
-an Gebäuden, aber auch an Wegen und Ufern vorkommenden Tönen. Für
-alle Markirungen und Drucker von<span class="pagenum"><a name="Seite_38" id="Seite_38">[S. 38]</a></span> tiefem und sehr warmem Tone findet
-<span class="antiqua">Burnt Sienna</span> in Mischung mit <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">French
-Blue</span> oder <span class="antiqua">Indigo</span>, dick aufgesetzt, erfolgreiche Anwendung.
-Bei dieser Gelegenheit mögen einige Worte über tiefe Stellen und
-Drucker eingefügt werden. <em class="gesperrt">Kein</em> Strich oder Punkt, er möge noch
-so dunkel und tief in der Farbe sein, darf sich dem Beschauer eines
-Bildes als <em class="gesperrt">schwarzer</em> Fleck bemerklich machen. In der Natur
-kommt derartiges nicht vor, sondern nur Schattenwirkungen, welche
-dem Auge überhaupt keine Farbe zeigen. Alle sehr dunkeln Stellen
-müssen daher <em class="gesperrt">warm</em> im Tone gehalten werden, andernfalls sie an
-Transparenz verlieren und dem ganzen Bilde eine unangenehm wirkende
-Kälte geben. &mdash; Für die Mischungen von Grün ist <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>
-durch keine andere Farbe zu ersetzen, einerseits ihrer Transparenz,
-andererseits ihres kraftvollen Tones wie ihrer angenehmen Verarbeitung
-wegen. <em class="gesperrt">Besonders</em> werthvoll für Laubwerk aller Art ist sie
-in Combination mit <span class="antiqua">Gamboge</span> oder <span class="antiqua">Indian Yellow</span> und
-<span class="antiqua">Blau</span> (<span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">French Blue</span> oder <span class="antiqua">Cobalt</span>);
-ebenso in Mischung mit <span class="antiqua">Gamboge</span> oder mit <span class="antiqua">Indigo</span>. Zusatz
-von <span class="antiqua">Sepia</span> zu diesem Grün liefert feine olivenfarbige neutrale
-Töne.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Mars_Orange">Mars-Orange.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 5 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 14 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 45 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Eine sehr schöne, permanente, transparente und tieftönige Farbe, welche
-ungeachtet vieler vortrefflicher Eigenschaften wenig verbreitet ist.
-Sie bietet glanzvolle Töne für Abendhimmel und <em class="gesperrt">beleuchtete</em>
-Berge, Felsen und Wege. Für Grün ist<span class="pagenum"><a name="Seite_39" id="Seite_39">[S. 39]</a></span> sie nicht brauchbar. Im Ton
-weicht sie von der vorigen Farbe ziemlich ab und schließt sich
-entschiedener an Roth an.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Brown_Ochre">Brown Ochre.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Ein permanentes, braunröthliches Gelb, welches besonders allein, oder
-in Mischung mit <span class="antiqua">Brown Madder</span>, für sandigen Vordergrund zu
-empfehlen ist und mit <span class="antiqua">Indian Yellow</span> einen tiefen, glanzvollen
-Ton von großer Kraft für <em class="gesperrt">Herbstlaub</em> liefert. Sonst ist sie
-entbehrlich.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Orange_Vermilion">Orange-Vermilion.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 2 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 5 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Der Orange-Zinnober ist eine permanente und unter Umständen sehr
-nützliche, dabei aber entbehrliche Farbe. Er findet hauptsächlich
-Anwendung für Draperien und Fleischtöne; für letztere besonders in der
-Staffage in Mischung mit <span class="antiqua">Chinese White</span>, welche ausgezeichnete
-Töne für Gesichter, Hände und Füße liefert. Da beide Farben decken, so
-läßt sich mit ihnen eine reine und brillante Fleischfarbe auf jeden
-beliebigen farbigen, beziehungsweise fertigen Grund bringen.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p id="Burnt_Roman_Ochre">Von den übrigen entbehrlichen Orange-Farben will ich nur erwähnen, daß
-<span class="antiqua">Burnt Roman Ochre</span> der <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> in Ton und Tiefe zwar
-sehr ähnlich ist, letztere Farbe aber nicht zu ersetzen vermag, da ihm
-die nöthige Transparenz<span class="pagenum"><a name="Seite_40" id="Seite_40">[S. 40]</a></span> abgeht. Mehr in’s Rothbraune nach <span class="antiqua">Brown
-Madder</span> zu fallen <em class="gesperrt">Gebrannte Italienische Erde</em> und <span class="antiqua">Laque
-Robert</span> Nr. 7 (Schönfeld), ein Krapppräparat, welches im Ton an
-Mischungen von <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> mit <span class="antiqua">Brown Pink</span> erinnert.</p>
-
-<h4 id="Roth"><em class="gesperrt">Roth.</em></h4>
-
-<p><em class="gesperrt">Allgemeines.</em> Roth tritt stark vor. Gelb hebt feinen warmen Ton;
-mit Blau sinkt er ins Kalte. Als energische Farbe ist Roth jedoch weder
-durch Gelb noch durch Blau sofort zu verändern und bleibt gegen diese
-Farben lang in entschiedenem Uebergewicht. Durch Zusatz von wenig Blau
-geht Roth in das sogenannte <em class="gesperrt">Carmoisin</em> über, eine, hohe Pracht
-mit großer Tiefe vereinigende Farbe. Mit weiterem Zusatz, von Blau
-werden die Töne unruhiger und fallen dann in Violett. In sekundären
-Farben ist Roth bei der Zusammensetzung von Orange und Violett
-betheiligt, fehlt aber in Grün, dessen Complementärfarbe es ist. Die
-bedeutende Wirkung von Roth in einer Wald- oder Wiesenlandschaft ist
-durch keine andere zu ersetzen, aber man lasse sich nicht hierdurch
-veranlassen, in solchen Motiven zu verschwenderisch damit umzugehen, da
-deßfallsiger Mißbrauch die Lufttöne vernichtet.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Light_Red">Light Red.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Diese Farbe wird aus dem feinsten hellen Ocker gebrannt und ist weniger
-ein absolutes Roth, als vielmehr ein sehr tiefes, gebrochenes Orange.
-Für Gebäude, Draperien und Vieh ist sie für sich allein oft mit
-Vortheil zu verwenden,<span class="pagenum"><a name="Seite_41" id="Seite_41">[S. 41]</a></span> während sie in Mischung mit <span class="antiqua">Cobalt</span> oder
-<span class="antiqua">French Blue</span> sehr schöne, luftige Töne liefert, welche sich für
-zarte, nebelige, dämpfige Effekte, sowie für Schönwetter-Wolken eignen.
-Durch Zusatz von etwas <span class="antiqua">Rose Madder</span> zu diesem Grau fällt es mehr
-ins Purpurne und eignet sich mehr für Ferne und Wolken überhaupt.
-Mit <span class="antiqua">Indigo</span> erhält das Grau einen grünlichen Ton (Lasuren von
-<span class="antiqua">Light Red</span> über Blau geben ebenfalls einen warmen grünlichen Ton)
-und mit mehr <span class="antiqua">Indigo</span> erhält man eine für getreue Darstellung von
-Regenwolken sehr brauchbare Farbe. Die verschiedenen Combinationen mit
-letzterem sind übrigens sämmtlich als Schattentöne für Gebäude, Steine,
-Wege und dergleichen sehr zu empfehlen. Auch für das Grün in Ferne und
-Mittelgrund läßt sich <span class="antiqua">Light Red</span> gut verwenden, in Mischung mit
-<span class="antiqua">Blue Black</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span> auch für Vordergrund und die
-Combination <span class="antiqua">Light Red</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span> liefert
-ein sehr brauchbares graues Grün für Darstellung von Kiefern, welches,
-je nach der größeren oder geringeren Menge der letzteren Farbe, im
-Tone gehoben oder gemildert werden kann. In der Carnation findet
-<span class="antiqua">Light Red</span> zur Darstellung der Fleischtöne und Schatten ebenfalls
-erfolgreiche Anwendung. Dünne Lasuren von <span class="antiqua">Light Red</span> über Wolken
-und deren Lichter wirken oft sehr zart und fein.</p>
-
-<p id="Venetian_Red">Anstatt <span class="antiqua">Light Red</span> können auch die im Tone sehr ähnlichen Farben
-<span class="antiqua">Venetian Red</span> und <span class="antiqua">Red Ochre</span> in derselben Weise benutzt
-werden. Ich gebe jedoch <span class="antiqua">Light Red</span> den Vorzug, da sein Ton etwas
-mehr in’s Gelbliche neigt. Aehnlich aber etwas stumpfer in der Farbe
-ist das für Carnation brauchbare <em class="gesperrt">Neapelroth</em>, welchem sich das
-in’s<span class="pagenum"><a name="Seite_42" id="Seite_42">[S. 42]</a></span> Braune neigende Braunroth anschließt. Letztere sind ebenfalls
-Eisenoxydfarben.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Vermilion">Vermilion.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Zinnober ist das intensivste Roth und dient vorzugsweise für Draperien,
-ist aber zu allen rothen Gegenständen, namentlich Ziegeln, Backsteinen,
-Schiffstheilen etc. sehr brauchbar. Rein wird es selten benutzt. Von
-vielen englischen Malern wird es mit sehr schöner Wirkung in Mischung
-mit <span class="antiqua">Indian Yellow</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> etc. für glänzende
-Abendhimmel, und in Mischung mit Blau für Ferne und Wolken aller Art
-verwendet, von welch letzterem besonders die Mischung mit <span class="antiqua">Cobalt</span>
-sehr schöne graue Töne liefert. Als Deckfarbe fordert jedoch seine
-Verwendung in Mischungen für Lüfte bedeutende Geschicklichkeit,
-weßhalb ich solche nur geübteren Dilettanten, diesen aber mit vollster
-Ueberzeugung von seiner Brauchbarkeit in dieser Beziehung empfehlen
-kann. Schließlich liefert <span class="antiqua">Vermilion</span> in Combination mit <span class="antiqua">Blue
-Black</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> äußerst naturwahre Töne für rostiges
-Eisenwerk jeden Grades.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Rose_Madder">Rose Madder.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 3 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 8 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 75 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Der Rosa Krapp ist eine sehr werthvolle und unentbehrliche rosenrothe
-Farbe, welche früher durch <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und ähnliche flüchtige
-Cochenillfarben ersetzt wurde. Was daher früher mit letzteren Farben,
-besonders in helleren<span class="pagenum"><a name="Seite_43" id="Seite_43">[S. 43]</a></span> Tönen, gemalt wurde, hatte keinen Bestand; daher
-die vielen verblichenen Aquarelle aus früheren Zeiten. Die Anwendung
-von <span class="antiqua">Rose Madder</span> eingehend zu erörtern ist eine überflüssige
-Aufgabe, da diese Farbe fast überall Anwendung findet, besonders aber
-in den zarten Tönen der Luft, des Wassers und der Schatten, wo sie
-gewöhnlich in Mischungen mit <span class="antiqua">Cobalt</span> oder mit <span class="antiqua">Cobalt</span> und
-<span class="antiqua">Yellow Ochre</span> benutzt wird, und zwar nur in <em class="gesperrt">zarten</em> Tönen.
-Für tiefe und kraftvolle Töne ist <span class="antiqua">Rose Madder</span> nicht geeignet
-und muß in solchen durch <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> oder <span class="antiqua">Brown Madder</span>
-ersetzt werden. Für Lasuren über Grün gilt das bei <span class="antiqua">Brown Madder</span>
-Erwähnte.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Chrimson_Lake">Chrimson Lake.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 54 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 45 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p><span class="antiqua">Chrimson Lake</span> ist zwar keine dauerhafte, aber wo starke,
-<em class="gesperrt">tiefe</em> Töne erforderlich sind, dennoch sehr brauchbare Farbe,
-und umsomehr in Combinationen mit anderen Farben von Tiefe des Tons
-zu empfehlen, als sie in diesem Fall in Bezug auf Haltbarkeit wenig
-gefährdet ist. In zarten Tönen dagegen ist sie gänzlich zu meiden, da
-solche schon nach kurzer Zeit erblassen. Ihr eigentliches Feld sind
-die dunkelsten Stellen und die warmen, tiefen Drucker in Architektur,
-Felsen, Baumstämmen etc. Ueberall überhaupt, wo <em class="gesperrt">starke</em>, tiefe
-und warme Farbe verlangt wird, findet sie ausgezeichnete Verwendung.
-Besonders häufig benutzt man sie in dicker Mischung mit <span class="antiqua">Brown
-Pink</span> und <span class="antiqua">French Blue</span> für diese Zwecke; und mit <span class="antiqua">Burnt
-Sienna</span> mit oder ohne Zusatz von <span class="antiqua">French Blue</span>,<span class="pagenum"><a name="Seite_44" id="Seite_44">[S. 44]</a></span> erhält man
-eine sehr kräftige, heiße Farbe für Rindvieh, Pferde etc., wie auch für
-Draperien.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Indian_Red">Indian Red.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Dieses etwas deckende, tiefe, gebrochene Roth, welches angeblich in
-Bengalen aus sehr reinem, natürlichem Eisenoxyd bereitet wird, ist
-eine sehr starke Farbe und dient in Combination mit <span class="antiqua">Indigo</span> oder
-<span class="antiqua">Cobalt</span> namentlich für dunkle, neutrale Schatten, <em class="gesperrt">fernes
-Gebirg</em>, <em class="gesperrt">schwere Regen-</em> und <em class="gesperrt">Gewitterwolken</em>, sowie für
-die <em class="gesperrt">tieftönigen</em> Wolken bei <em class="gesperrt">Sonnenuntergängen</em>, bei welch
-letzteren sie überdies weitere Anwendung findet. Für die genannten
-Zwecke ist sie sehr werthvoll; für andere dagegen kann sie durch
-<span class="antiqua">Brown Madder</span> ersetzt werden.</p>
-
-<p id="Persisch_Roth">In Ton und Schwere stehen dem <span class="antiqua">Indian Red</span> nahe das <span class="antiqua">Persian
-Red</span>, sowie das aus geglühtem Eisenvitriol erhaltene <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Mars
-Red</em></span>. Ersteres fällt mehr in’s Braune, letzteres mehr in’s
-Rothe. Noch mehr nach Braun und nebenbei noch nach Violett neigt
-<span class="antiqua">Caput mortuum</span>, welches aus den Rückständen bei Fabrikation der
-Nordhäuser Schwefelsäure gewonnen wird.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Brown_Madder">Brown Madder.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 45 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 75 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p><span class="antiqua">Brown Madder</span> ist ein permanentes Krapp-Präparat von sehr
-tiefer und dunkler, ins Braune fallender Farbe, welches besonders in
-gesättigten, tiefen Tönen des Vorder<span class="pagenum"><a name="Seite_45" id="Seite_45">[S. 45]</a></span>grundes und in allen dunklen
-Stellen äußerst brauchbar ist. Mit <span class="antiqua">Cobalt</span> oder <span class="antiqua">French
-Blue</span> gemischt erhält man sehr zarte Töne für Wolken, Ferne und
-Schatten von etwas tieferem Charakter als diejenigen, welche mit
-<span class="antiqua">Rose Madder</span> erhalten werden. Sehr schöne Schattentöne für
-Gebäude, Boote, Felsen, Steine etc. erhält man aus der Mischung mit
-<span class="antiqua">Raw Umber</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>, welche, bedingt durch luftigen Ton,
-schon bei Vielen zur Lieblingsmischung geworden ist. Dünne Lasuren von
-<span class="antiqua">Brown Madder</span> über Grün geben letzterem nicht selten einen sehr
-<em class="gesperrt">feinen</em> Ton, was bei der schwierigen Wiedergabe <em class="gesperrt">feiner</em>
-grüner Töne sehr werthvoll ist. <a name="Brauner_Krapp" id="Brauner_Krapp"></a>Schönfeld’s Brauner Krapp ist im
-Tone nicht identisch mit dem englischen <span class="antiqua">Brown Madder</span>, sondern
-gehört zu den braunen Farben, während letzterem seither Schönfeld’s
-Madder-Braun entsprach, welcher Unterschied jetzt wegfällt, da diese
-Firma den braunen Krapp als entbehrliches Präparat fallen läßt.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Purple_Madder">Purple Madder.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 5 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 14 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /></span></p>
-
-<p>Der Purpur Krapp ist permanent, von feinem, tiefem Ton und gebrochener,
-schon etwas in’s Blaue fallender Farbe. In leichten wie tiefen Tönen
-ist er gleich nützlich, obgleich nicht gerade unentbehrlich. Für
-röthlichgraue Schatten in Architekturen paßt er in Combination mit
-Blau oder Schwarz und Gelb, welche Combinationen auch sehr natürliche
-Töne für alte, verwitterte Strohdächer liefern. Als sehr schöne
-Schattenfarbe kann ich namentlich <span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Purple Madder</span>
-und <span class="antiqua">Raw Sienna</span> in Mischung empfehlen und als schöne<span class="pagenum"><a name="Seite_46" id="Seite_46">[S. 46]</a></span> tiefe
-und durchsichtige Combination für Interieurs und dunkle Ecken etc.:
-<span class="antiqua">Purple Madder</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>. Für
-Lasuren über Grün gilt das bei <span class="antiqua">Brown Madder</span> gesagte.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p id="Carmine">In den Farbenkatalogen kommen noch eine große Anzahl entbehrlicher
-rother, theils guter, haltbarer &mdash; wie verschiedene weitere Krapp- und
-Zinnober-Präparate &mdash; theils aber auch sehr flüchtiger Farben vor. Zu
-warnen ist namentlich vor einigen zu letzterer Klasse gehörenden, wie:
-<span class="antiqua">Carmine</span>, <span class="antiqua">Purple Lake</span>, <span class="antiqua">Pure Scarlet</span>, <span class="antiqua">Scarlet
-Lake</span>, <span class="antiqua">Indian Purple</span>, von welchen jedoch letztere Farbe in
-<em class="gesperrt">tieferen</em> Tönen wie <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> verwendet werden.</p>
-
-<p>Was die übrigen Krappfarben betrifft, so kommen solche zwar für die
-Landschaft nicht in Betracht, sie können aber zum Theil für besondere
-Effekte in Staffage, in Stillleben, besonders für Draperien, wo
-ein recht tiefes Roth erwünscht ist, Anwendung finden, da sie mit
-großer Tiefe hohe Pracht vereinigen. Hierher gehören in erster Linie
-Schönfeld’s <em class="gesperrt">Rothbrauner</em> Krapp (75 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" />) von sehr tiefer,
-leuchtender, zwischen <span class="antiqua">Brown Madder</span> und gebranntem Karmin
-stehender Farbe; sodann der noch leuchtendere, etwas hellere und ein
-wenig röthere <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rubens Madder</em></span> (<span class="antiqua">W. &amp; N. <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 1.45. S. &amp;
-C. <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 0.75.</span>)</p>
-
-<p>Eine Farbe von äußerst feinem Ton ist der ganz hell rosenrothe
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Pink Madder</em></span> von gleichem Preise, welcher auch für
-zarte, frische Fleischtöne paßt. Weniger tief im Ton als die beiden
-erstgenannten sind Schönfeld’s <em class="gesperrt">Dunkler<span class="pagenum"><a name="Seite_47" id="Seite_47">[S. 47]</a></span> Krapp</em>, welcher sich
-dem <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> nähert, sowie der zwischen letzterem und
-dem gebrannten Karmin stehende <em class="gesperrt">Krappkarmin</em>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Madder
-Carmine</em></span>, während Schönfeld’s <em class="gesperrt">Braunrother Krapp</em> sich im
-Tone auffallend den Eisenfarben (<span class="antiqua">Light Red</span> etc.) nähert, deren
-<span class="antiqua">Van Dyk Red</span> &mdash; dunkler, geglühter Eisenvitriol &mdash; dagegen sich
-wieder entschieden dem rothbraunen Krapp nähert, jedoch etwas brauneren
-Ton und stumpfere Farbe zeigt. Aehnlich in der Farbe verhält sich das
-etwas röthere, aber <em class="gesperrt">nicht haltbare Pompejanischroth</em> Schönfeld’s.</p>
-
-<p>An die Eingangs genannten tieftönigen Krappfarben reiht sich noch
-<span class="antiqua">Burnt Carmine</span>, gebrannter Carmin (<span class="antiqua">W. &amp; N. <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 3. 10. &mdash;
-S. &amp; C. <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 1. &mdash;</span>), eine glühende Farbe von großer Tiefe für
-Draperien und dunkle Drucker und hier wenig gefährdet, sobald noch eine
-dauerhafte Farbe in die Mischung tritt.</p>
-
-<p>Hier lassen sich auch am Besten einige Farben von ungewöhnlichem, ins
-Gelbe fallendem, feinem Tone einreihen, welche auch als Orange gelten
-könnten und an Figürlichem gelegentliche Verwendung finden dürften. Es
-sind <span class="antiqua">Red Lead</span>, Mennig, und <span class="antiqua">Jaune Capucin</span> (<span class="antiqua">S. &amp; C. 75
-<img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span>), erstere etwas gelber, letztere etwas mehr ins Rothe fallend,
-sehr transparent, aber nicht ganz dauerhaft.</p>
-
-<h4 id="Blau"><em class="gesperrt">Blau.</em></h4>
-
-<p><em class="gesperrt">Allgemeines.</em> Blau ist ruhig, kalt und lichtschwach. Es tritt
-zurück, stimmt alle warmen Töne herab und ist an der Bildung aller
-gebrochenen Farben und kalten Töne<span class="pagenum"><a name="Seite_48" id="Seite_48">[S. 48]</a></span> betheiligt. Es ist dem Auge
-angenehm und gibt der Landschaft im Allgemeinen eine poetische
-Stimmung, doch bemerke man, daß kräftiges Blau bei häufigerem Vorkommen
-sehr störend auf die Landschaft einwirkt. Wo immer zarte, ruhige Töne
-anzugeben sind, kommt Blau in Anwendung und ebenso verdanken dunkle,
-düstere Töne ihren Eindruck feiner Gegenwart. Durch Contrast macht Blau
-alles übrige heiter. Mit Gelb, von welchem es sofort verändert wird,
-bildet es Grün, mit wenig Roth Purpur. An der Bildung von Orange nimmt
-es nicht Theil, daher dies seine Complementärfarbe ist. Nebeneinander
-gesetzt bringen beide eine ziemlich starke Wirkung hervor.</p>
-
-<p>In Folge seiner Lichtschwäche ist Blau die Farbe der Ferne, auf welcher
-Modellirung und Luftperspektive vorzugsweise beruhen.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Ultramarine">Ultramarine.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 21 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 77 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" />
-Vierteltafeln 5 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 61 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p><span class="antiqua">NB.</span> Es ist hier das ächte, aus Lasurstein bereitete gemeint.
-Das in den französischen Farben vorkommende und von Schönfeld
-fabricirte „<span class="antiqua">Ultramarin</span>“ gehört unter die folgende Farbe, da
-dies künstliche, nach der chemischen Analyse des ächten Ultramarin
-verfertigte Fabrikate sind.</p>
-
-<p>In Reinheit der Farbe und Transparenz wird das ächte Ultramarin,
-welches selbstverständlich dauerhaft ist, von keiner anderen Farbe
-erreicht, allein ungeachtet dieser Vorzüge stehen zwei sehr gewichtige
-Eigenschaften seiner allgemeineren Anwendung entgegen. Die erste ist
-der Preis, die<span class="pagenum"><a name="Seite_49" id="Seite_49">[S. 49]</a></span> zweite seine schwierige Behandlung, da es große Neigung
-zu einem feinkörnigen Niederschlage zeigt, von welcher selbst die
-feinste Zubereitung es nicht gänzlich zu befreien vermag, und seine
-Anwendung aus diesem Grunde große Vorsicht und Gewandtheit verlangt.
-Ein dünner Auftrag über <span class="antiqua">Cobalt</span> gibt der Luft eine beträchtliche
-Tiefe und der Ferne überhaupt einen leuchtenden Charakter. In Werken
-von hoher Vollendung und wo in Draperien große Pracht erfordert wird,
-ist seine Anwendung zu empfehlen; für weniger wichtige Fälle aber
-ersetze man es durch <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p id="Ultramarin_Ash">Die bei der Bereitung des Ultramarin bleibenden Rückstände liefern
-eine sehr schöne blaugraue Farbe von feinem, wärmerem Ton, und, je
-nach dem Grade der Auslaugung, verschiedener Schattirung, welche als
-„<span class="antiqua">Ultramarin-Ash</span>“ &mdash;<span class="antiqua"> W. &amp; N. 5 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 14 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S. &amp; C. 3 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /></span>
-&mdash; im Handel vorkommt. Sie ist bei Luft und Ferne in gewissen Fällen
-recht erwünscht, im Ganzen aber entbehrlich.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="French_Blue">French Blue.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 3 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 8 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 75 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> (Ultramarin.)</span></p>
-
-<p>Diese schöne, unentbehrliche, kräftige, permanente, im Ton dem ächten
-Ultramarin sehr ähnliche Farbe, welche nach der Analyse des letzteren
-bereitet ist, ist sehr angenehm im Arbeiten und da sie weit tiefer im
-Ton ist als <span class="antiqua">Cobalt</span>, so kommt sie in Anwendung, wo dieser nicht
-ausreicht, sowohl in Luft und Ferne, als im Vordergrunde, besonders bei
-Bäumen und Architekturen, sowie in Draperien. Sie liefert sehr zartes,
-wie sehr starkes Grau, und da sie Körper und<span class="pagenum"><a name="Seite_50" id="Seite_50">[S. 50]</a></span> große Durchsichtigkeit
-besitzt, so eignet sich ihr Grau in besonderer Weise für Felsen und
-Steine. Für Bäume und die Vegetation des Vorder- und Mittelgrundes ist
-sie dem Indigo insofern vorzuziehen, als sie in tieferen gesättigten
-Tönen immer noch ihre leuchtende Kraft bewahrt, während Indigo in
-solchen sehr leicht zu Schwärze neigt.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Cobalt">Cobalt.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 2 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 5 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 75 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Ein sehr schönes, permanentes, zartes und reines Blau, dessen leichter,
-angenehmer Auftrag es, abgesehen von seinen ausgezeichneten Tönen, dem
-Maler unentbehrlich macht. Bei <span class="antiqua">Rose Madder</span> habe ich bemerkt,
-es sei überflüssig in eine detaillirte Aufzählung seiner Anwendung
-einzugehen. Dasselbe gilt auch von <span class="antiqua">Cobalt</span>. <span class="antiqua">Cobalt</span> ist
-für jeden Ton brauchbar, welcher Blau enthält, ausgenommen jedoch,
-wo ein dunkeles Blau oder große Tiefe und Kraft verlangt wird, in
-welchem Falle <span class="antiqua">French Blue</span> eintreten muß. In Luft, Ferne,
-Wasser, Vegetation (besonders der Ferne), Architektur, Gestein und
-Boden findet <span class="antiqua">Cobalt</span> allein oder in Combination Anwendung. Für
-das Grün der Ferne ist zu empfehlen <span class="antiqua">Cobalt</span> in Mischung mit
-<span class="antiqua">Yellow Ochre</span> mit wenig Wasser und möglichst trockenem Pinsel
-aufzutragen. Mit Zusatz, von etwas <span class="antiqua">Chinese White</span>, in derselben
-Weise aufgetragen, eignet sich vorerwähnte Mischung auch zur Wiedergabe
-der Configurationen entfernter Gebirge, wobei die Anwendung des Pinsels
-<em class="gesperrt">von der Seite</em> eine sehr entsprechende Wirkung hervorbringt.
-Unbestimmte Formen werden sehr vortheilhaft in dieser Weise<span class="pagenum"><a name="Seite_51" id="Seite_51">[S. 51]</a></span> gegeben
-und einige kleine Stellen der Ferne in reinem Blau erhöhen dann das
-allgemeine Grau. Mit <span class="antiqua">Rose Madder</span> gibt <span class="antiqua">Cobalt</span> sehr schöne
-perlgraue Töne und mit <span class="antiqua">Light Red</span> sehr brauchbare Schatten für
-Wolken etc. Dieselben Töne sind als Lasuren sehr geeignet, allenthalben
-zu warme Töne herabzustimmen. Wo <span class="antiqua">Cobalt</span> zu blau und kalt wirkt,
-wird sein Ton durch dünne Lasuren von <span class="antiqua">Light Red</span> etc., <span class="antiqua">Burnt
-Sienna</span> oder <span class="antiqua">Terra Verte</span> erwärmt.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p id="New_Blue">Wohl in Farbe, aber nicht in Haltbarkeit stehen <span class="antiqua"><em class="gesperrt">New Blue</em></span>
-und <em class="gesperrt">Pariser Blau</em> dem <span class="antiqua">Cobalt</span> sehr nahe. Haltbare
-Farben dagegen sind drei neuere dem <span class="antiqua">Cobalt</span> verwandte Farben,
-<em class="gesperrt">Blau Oxyd</em>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Coelin Blau</em></span> (<span class="antiqua">Bleu céleste</span>)
-und <em class="gesperrt">Grünblau Oxyd</em>. Erstere und letztere &mdash; im Wesentlichen
-Chrom-Cobaltoxyde &mdash; gehören zu den theuren Farben (<span class="antiqua">S. &amp; C.</span> <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" />
-1. 50). <em class="gesperrt">Blau Oxyd</em> ist etwas tiefer im Ton als <span class="antiqua">Cobalt</span>,
-hat aber einen Stich ins Grünliche, welches bei dem dessenungeachtet
-in Lüften verwendbaren <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Coelin Blau</em></span> noch etwas
-ausgesprochener auftritt. Grünblau Oxyd fällt dem Namen entsprechend
-in die Combination von <span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Emerald Green</span>,
-kann aber in Landschaft und Marine für Wasser und gewisse Stimmungen,
-nebenbei auch in Stillleben Anwendung finden.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Indigo">Indigo.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Ein dunkles, ruhiges, permanentes Blau, welches ebenfalls sehr häufige
-Anwendung findet, in helleren Tönen sehr<span class="pagenum"><a name="Seite_52" id="Seite_52">[S. 52]</a></span> weich und ruhig ist, in
-tiefen aber zu großer Dunkelheit und Schwärze neigt. Indigo färbt
-sehr stark und ist daher in gemischten Tönen mit Vorsicht zuzusetzen.
-Für Zwielicht und tieftönige Wolken ist er vorzugsweise geeignet,
-besonders in Mischung mit <span class="antiqua">Indian Red</span>. Mit allen gelben Farben
-gemischt (<span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Raw Sienna</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>,
-<span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Aureolin</span>) liefert er klare, grüne Töne
-für Vorder-, Mittel- und Hintergrund Die Combination mit <span class="antiqua">Burnt
-Sienna</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span> ist für Laubwerk seit Jahren beliebt,
-allein ohne Zusatz von <span class="antiqua">French Blue</span> oder von <span class="antiqua">Cobalt</span>
-ist sie etwas roh in der Farbe. Mit <span class="antiqua">Brown Madder</span> liefert
-<span class="antiqua">Indigo</span> eine gute Schattenfarbe für Architektur und Gegenstände
-des Vordergrundes im Allgemeinen.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Prussian_Blue">Prussian Blue.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Das preußische Blau ist eine tieftönige, glanzvolle, etwas ins
-Grünliche fallende, aber leider <em class="gesperrt">äußerst vergängliche</em> Farbe,
-welche bei früherer Anwendung alle Farben, mit welchen sie gemischt
-war, nach und nach gründlich zerstörte. Mit <em class="gesperrt">Vorsicht</em> und in
-<em class="gesperrt">sehr geringer Menge</em> läßt sie sich jedoch manchmal mit Vortheil
-in tiefen, dunkeln Tönen als Zusatzfarbe benutzen, um solche etwas
-lebhafter zu machen. Auch den Farben für Seewasser in geringer Menge
-zugesetzt, ertheilt sie diesem ein ungemein durchsichtiges flüssiges
-Aussehen. Wo man diese Farbe daher anwendet, darf dies nur als
-Hülfsmittel in vorstehendem Sinne und mit großer Vorsicht geschehen.
-Hierbei muß ich noch bemerken, daß das<span class="pagenum"><a name="Seite_53" id="Seite_53">[S. 53]</a></span> <em class="gesperrt">englische</em> Präparat,
-welches angeblich haltbarer als das deutsche sein soll, von sehr
-stumpfem Ton ist und in diesem Falle deutsche und französische Farben
-vorzuziehen sind.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Intense_Blue">Intense Blue.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 3 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 3 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Ein permanentes, tiefes, aber entbehrliches Blau, ein Indigopräparat,
-welches nicht selten in englischen Farbenkasten statt des Indigo
-vorkommt, was aber bei seiner lebhaften, allenfalls für Draperien sehr
-empfehlenswerthen Farbe wenig geeignet erscheinen dürfte.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p id="Antwerp_Blue">Was die übrigen blauen Farben betrifft, so bemerke ich, daß von den
-billigeren <span class="antiqua">Antwerp Blue</span>, Mineral-Blau und andere dem <span class="antiqua">Prussian
-Blue</span> in Farbe und Haltbarkeit äußerst nahe kommen, von den theuren
-aber <span class="antiqua">Smalt</span> (<span class="antiqua">W. &amp; N. 5 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 14 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S. etc. 3 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /></span>) ein
-prachtvolles Blau von stark ins Violette neigendem Ton repräsentirt,
-welches für Gewänder empfohlen zu werden verdiente, aber in der
-Behandlung sehr schwierig ist, da es, wie das ächte Ultramarin, eine
-Neigung hat, etwas griesartig zu werden. Sein Ton ist übrigens recht
-gut durch eine Mischung aus <span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und
-<span class="antiqua">Rose Madder</span> zu ersetzen.</p>
-
-<h4 id="Gruen"><em class="gesperrt">Grün.</em></h4>
-
-<p><em class="gesperrt">Allgemeines.</em> Grün ist eine aus Gelb und Blau gebildete sekundäre
-Farbe, welche mit Roth kontrastirt, dem<span class="pagenum"><a name="Seite_54" id="Seite_54">[S. 54]</a></span> Auge sehr angenehm ist und
-einen ungemeinen Reichthum der verschiedensten Töne bietet. Grün ist
-zwar weithin sichtbar, besonders helles, reines Grün, allein schon in
-geringer Ferne neigt das Grün nach Braun, wie überhaupt die meisten
-der in der Natur vorkommenden grünen Töne der warmen Seite angehören
-und die im üppigen Frühlingskleid prangenden Fluren in gebrochener
-Farbe erscheinen, sobald man sie mit grüngefärbter Seide vergleicht. Je
-nachdem es mit Roth gebrochen wird, wird sein Ton wärmer oder kälter.
-Die Darstellung der verschiedenen Töne für die Vegetation ist für den
-Anfänger vielfach äußerst schwierig, und Feinheit der Farbe kann nur
-durch lange Uebung neben eingehenden Studien in der Natur erreicht
-werden. Ohne Roth wirkt Grün selten befriedigend. Auf der Seite nach
-Gelb hin wirkt es leicht beleidigend; weniger verstimmt es auf der
-entgegengesetzten Seite als Blaugrün. Die fertigen, d. h. käuflichen
-grünen Farben sind für die Vegetation nicht brauchbar und alles Grün
-muß der Maler durch Mischung bereiten. Es gibt jedoch einige grüne
-Farben, deren Ton durch Mischung nicht oder nicht leicht zu erreichen
-ist, und welche geeigneten Orts, wenn auch mit anderen gemischt und
-gebrochen, Anwendung finden. Hierher gehören die folgenden:</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Green_Oxyde_of_Chromium">Green Oxyde of Chromium.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 3 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 8 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 75 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Das grüne Chromoxyd ist ein permanentes, deckendes, mattes, aber helles
-Grün von großer Kraft und Wirkungsfähigkeit. Diese unter Umständen sehr
-werthvolle Farbe ist<span class="pagenum"><a name="Seite_55" id="Seite_55">[S. 55]</a></span> in Deutschland noch sehr wenig bekannt, verdient
-aber ausgebreitetere Anwendung. Besonders werthvoll ist sie in kalten
-Schatten und speciell in großen Massen grünen Laubes von kaltem Ton.
-Als Deckfarbe ist Chromoxyd zur ersten Anlage nicht dienlich, und seine
-eigentliche Wirkungssphäre ist da, wo anderen Farben der verlangte
-Ton gegeben werden soll, oder wo Grün durch öfteres Uebermalen
-schwärzlich geworden ist. In Verbindung mit <span class="antiqua">Indian Yellow</span> wird
-in solchen Fällen wieder ein frischer grüner Ton hergestellt. Seine
-Anwendung erfordert jedoch Vorsicht, um nicht Farbe ohne Glanz und den
-Eindruck eines grünen Anstrichs hervorzubringen, was übrigens von der
-Behandlung jeder starken Farbe gilt. Man lasse sich daher durch seinen
-bestechenden Ton nicht täuschen und bedenke, daß seine Anwendung nicht
-allein mit Schönheit, sondern auch mit großer Gefahr verknüpft ist.
-In Combination mit <span class="antiqua">Gamboge</span> oder <span class="antiqua">Indian Yellow</span> erhält
-man sehr natürliche, sonnige Töne für Wiesen, Gras und sehr hell
-beleuchtete Bäume und in Mischung mit <span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Brown
-Pink</span> eine sehr brauchbare Farbe für das Grün von Kiefernwaldungen.
-Lasuren von Chromoxyd über Blau geben diesem einen schönen, grünlichen
-Ton.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Emerald_Green">Emerald Green.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 75 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span> Smaragdgrün, <span class="antiqua">Vert Paul Véronèse.</span></p>
-
-<p>Smaragdgrün ist ein lebhaftes, bläuliches, sehr glanzvolles, helles
-Grün, welches sofort die Augen auf sich zieht. Wo es angewendet wird,
-stimmt es durch die Stärke des Contrastes sofort alles übrige Grün im
-Ton bedeutend herab,<span class="pagenum"><a name="Seite_56" id="Seite_56">[S. 56]</a></span> wodurch es oft sehr werthvoll wird. Ungemischt
-wird es gewöhnlich in Draperien, Staffage, an Booten, Flaggen etc. mit
-großem Effekt angebracht; doch sei man damit, seiner großen Brillianz
-wegen, sehr sparsam. Mit <span class="antiqua">Gamboge</span> oder <span class="antiqua">Indian Yellow</span>
-erwärmt, oder mit <span class="antiqua">Cobalt</span> vertieft, oder auch mit <span class="antiqua">Lemon
-Yellow</span> gemischt wird es mit Vortheil verwendet, um in sonnigen
-Partien kleine Stellen brillanter zu machen. Es kann als permanent
-betrachtet werden.</p>
-
-<p id="Cendre_Verte"><span class="antiqua">NB.</span> Wer französische Farben anwendet, dem rathe ich die
-„<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cendre verte</em></span>“ statt des französischen „<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vert
-émeraude</em></span>“ zu nehmen, da letzteres im Tone vom englischen sehr
-abweicht und mit dem englischen „<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Viridian</em></span>“ identisch ist.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Brown_Pink">Brown Pink.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> (Stil de Grain brun.</span>)</p>
-
-<p>Ein warmes, gebrochenes, bräunliches, in’s Citrongelbe neigendes Grün,
-welches hauptsächlich in den verschiedenen Combinationen für das Grün
-des Vordergrundes Verwendung findet, wozu seine Transparenz und sein
-voller, frischer, leuchtender Ton es sehr geeignet machen. Mit <span class="antiqua">Burnt
-Sienna</span> liefert es kräftige, warme Töne für Herbstlaub und mit
-<span class="antiqua">Brown Madder</span> oder <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> eine tiefe, heiße Farbe
-für sehr dunkle Drucker. Wie aus den später folgenden Farbentabellen
-für Grün hervorgeht, ist sein Gebrauch ein sehr ausgedehnter. In
-lichten Tönen sei man jedoch vorsichtig mit seiner Anwendung, da
-seine Haltbarkeit etwas zweifelhaft ist. Da es jedoch in den meisten
-Fällen nur bei<span class="pagenum"><a name="Seite_57" id="Seite_57">[S. 57]</a></span> tiefen, dunklen Tönen Anwendung findet, so ist hier
-von einer Veränderung nichts zu fürchten und kann man es in solchen
-getrost verwenden. Mit <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> oder
-<span class="antiqua">Gamboge</span> gemischt, erhält man ein sehr brauchbares warmes Grün.</p>
-
-<p>Schönfelds <span class="antiqua">Stil de grain brun</span> entsprach seither in der Farbe dem
-englischen <span class="antiqua">Brown Pink</span> sehr wenig und war viel zu braun, wird
-aber jetzt in gleichem Tone hergestellt werden.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Olive_Green">Olive-Green.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Olivengrün ist eine Mischfarbe aus Schwarz und Indisch-Gelb, daher
-nicht gerade unentbehrlich. Es ist ein schönes, tiefes Olivengrün,
-welches mit Indigo hier und da Verwendung findet.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p id="Viridian">Was die sonstigen sehr zahlreichen grünen Farben betrifft, so sind
-für unsere Zwecke die meisten absolut unbrauchbar. Allenfalls ließe
-sich noch „<span class="antiqua">Terra Verte</span>“, Grüne Erde (<span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" />
-S. &amp; C. 34 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span>) empfehlen, ein im Wesentlichen aus kieselsaurem
-Eisenoxydul bestehendes gelbliches Grün von schwachem Ton, welches
-aber als Lasur einen eigenthümlichen und kräftigen Ton hervorbringt
-und für die Ferne oder mit rothen Farben gebrochen auch im Vorder- und
-Mittelgrund zu verwenden ist, aber etwas nachdunkelt. Zu Lasuren in der
-Landschaft wie für Draperie eignet sich ferner noch „<span class="antiqua">Viridian</span>“,
-ein kupferhaltiges, vielleicht mit<span class="pagenum"><a name="Seite_58" id="Seite_58">[S. 58]</a></span> dunklem Permanentgrün identisches,
-tiefes, bläuliches, dauerhaftes Grün von sehr feinem Ton (<span class="antiqua">W. G:
-N. 3 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 8 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span>). &mdash; <span class="antiqua">Hooker’s Green</span> ist wie viele andere
-sehr undauerhaft. Dagegen stehen die aus Preußisch Blau und Chromgelb
-bereiteten verschiedenen Nüancen von „<em class="gesperrt">Grünem Zinnober</em>“
-sonderbarer Weise ziemlich gut, sind aber für uns entbehrlich. Die
-aus Zinkoxyd und Kobaltoxyd bereiteten dunkles <em class="gesperrt">Cobaltgrün</em> und
-<em class="gesperrt">Chromgrün</em> sind beide tiefe, haltbare Farben von eigenthümlichem
-Tone, welche in Draperien, Stillleben und in Ornamentmalerei hier
-und da passend verwendet werden können. Das helle <em class="gesperrt">Cobaltgrün</em>
-gehört wie auch die dunklen Nüancen des aus borsaurem Kupfer- und
-Chromoxyd bereiteten <em class="gesperrt">Permanentgrün</em> hinsichtlich des Tones in
-die Mischungen von <span class="antiqua">Emerald-Green</span> mit <span class="antiqua">Cobalt</span>: <em class="gesperrt">Pariser
-Grün</em> ist ein grelles Papageigrün aus der Combination <span class="antiqua">Lemon
-Yellow</span> mit <span class="antiqua">Emerald-Green</span>, während Malachitgrün aus
-<span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span> zu mischen ist. Alle diese grünen
-Farben sind für unsere Zwecke absolut entbehrlich. Schließlich ist noch
-vor Anwendung des früher sehr beliebten, transparenten, lebhaften, aber
-undauerhaften <span class="antiqua">Sap Green</span>, Saftgrün zu warnen.</p>
-
-<h4 id="Violett"><em class="gesperrt">Violett.</em></h4>
-
-<p><em class="gesperrt">Allgemeines.</em> Obgleich es keinen natürlichen, violetten Farbstoff
-gibt, so ist Violett als sekundäre Farbe doch von Wichtigkeit. Es
-besteht aus Blau und Roth, und da Gelb keinen Bestandtheil bildet, so
-ist dies seine Complementärfarbe. In der Landschaft sind die violetten
-Töne mit ihrer reichen Skala vom kältesten Grau bis zum wärmsten
-Purpur<span class="pagenum"><a name="Seite_59" id="Seite_59">[S. 59]</a></span> sehr schön. Sie bilden gewöhnlich die Ferne und nehmen an Luft
-und Atmosphäre hervorragenden Antheil. Im Morgen- und Abendhimmel
-wirken sie sehr gut, zuweilen sogar großartig, indem sie mit den
-Orange-Tönen sehr gut harmoniren, mit dem metallischen Glanze des
-blassen Gelb contrastiren und auf diese Weise Harmonie und Contrast
-vereinigen. Aus dem Himmel zieht Violett sich über die Ferne, mit der
-Entfernung aus dem Einfluß der Sonnenstrahlen an Stärke zunehmend. Mit
-Orange gemischt wird es zu Rothbraun und mit Grün zu Olivengrün.</p>
-
-<p>Die fertigen violetten Farben sind sämmtlich entbehrlich und zu meiden.</p>
-
-<h4 id="Braun"><em class="gesperrt">Braun.</em></h4>
-
-<p><em class="gesperrt">Allgemeines.</em> Braun gehört mit seinen ruhigen, meist warmen,
-nicht selten tiefen und glühenden Tönen mehr unmittelbar in den Bereich
-der Lokalfarben, da in seiner Composition Blau nicht hinreichend
-vertreten ist, um es für Luft oder Ferne brauchbar zu machen. Im
-Vordergrund dagegen ist seine Anwendung eine sehr ausgiebige und je
-nachdem es in’s Rothe, Gelbe oder Schwarze fällt, wirkt es harmonisch
-oder contrastirend. Der Boden ist, im Allgemeinen wenigstens, mehr
-oder weniger von brauner Farbe verschiedener Tiefe, und Gebäude, wie
-zahlreiche andere Gegenstände des Vordergrundes, nehmen mehr oder
-weniger braune Töne an. Obgleich aber im Vordergrunde Lokalfarbe,
-dürfen braune Töne dennoch nicht vorherrschen, indem sie alsdann die
-Atmosphäre vollständig vernichten. Als Combination der drei primitiven
-Farben ist Braun eine tertiäre Farbe. Alle braunen Farben sind haltbar.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_60" id="Seite_60">[S. 60]</a></span></p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Raw_Umber">Raw Umber.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Rohe Umbra ist das hellste Braun. Es neigt in’s Citrongelbe, ist von
-großer Dauerhaftigkeit, deckt aber etwas. Mit <span class="antiqua">Cobalt</span> liefert es
-ein grauliches Grün, welches durch Zusatz von Gelb hellere und reinere
-Töne für die Vegetation liefert, oder aber durch <span class="antiqua">Rose Madder</span> zu
-einem noch ruhigeren Grau gestimmt werden kann. Allein eignet es sich
-vorzüglich zur Untermalung der beleuchteten Seiten des Gebirges, wie
-es sich auch als Naturfarbe sehr brauchbar für Wege, Ufer, Felsen und
-Gebäude erweist. Mit <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span> erhält man sehr
-ruhige, grüne Töne für Mittel- und Vordergrund. Mit <span class="antiqua">Brown Madder</span>
-und <span class="antiqua">Cobalt</span> endlich liefert es viele schöne, warme und kalte
-graue Töne, welche sich für fast alle Arten von Schatten eignen.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Burnt_Umber">Burnt Umber.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Gebrannte Umbra ist von tiefem, kräftigem Tone und mit Ausnahme
-der Untermalung der Ferne in ähnlicher Weise verwendbar wie <span class="antiqua">Raw
-Umber</span>. Mit <span class="antiqua">Indian Yellow</span> gemischt erhält man einen reichen
-Ton für Herbstlaub und mit <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> oder <span class="antiqua">Brown
-Madder</span> eine intensive Schattenfarbe. Mit <span class="antiqua">Gamboge</span> und
-<span class="antiqua">French Blue</span> liefert <span class="antiqua">Burnt Umber</span> ein düsteres, dunkles
-Grün für dunkle Bäume und mit <span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>
-zahlreiche, sehr empfehlenswerthe, naturwahre Töne für Mauern, Felsen
-und Architektur. Diese<span class="pagenum"><a name="Seite_61" id="Seite_61">[S. 61]</a></span> Farbe verarbeitet sich sehr angenehm, sieht
-aber in großer Tiefe etwas trübe aus.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Vandyke_Brown">Vandyke Brown.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Diese unentbehrliche, sehr dauerhafte, markige, tiefe und fast
-transparente Farbe ist sehr brauchbar für Vegetation von kälterem
-Ton, wo sie mit <span class="antiqua">Gamboge</span> oder <span class="antiqua">Brown Pink</span> gemischt, viele
-wünschenswerthe, warme und lichte Töne liefert. Wo dunkele, düstere
-Töne für Bäume etc. verlangt werden, gibt es keine natürlicheren Farben
-als die verschiedenen Mischungen von <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Vandyke
-Brown</span> und <span class="antiqua">French Blue</span> oder <span class="antiqua">Indigo</span>. Mit <span class="antiqua">Cobalt</span>
-und <span class="antiqua">Rose Madder</span> gemischt erhält man sehr werthvolle, für
-Architektur und Vordergrund passende graue Töne, ebenso mit <span class="antiqua">French
-Blue</span> oder <span class="antiqua">Indigo</span>. Allein wird <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> häufig
-für letzte Drucker verwendet, wo es sehr wirksam ist; jedoch thut man
-wohl, je nach dem röthlicheren oder grünlichen Ton etwas <span class="antiqua">Chrimson
-Lake</span> oder <span class="antiqua">Brown Pink</span> zuzusetzen. In Combination mit
-<span class="antiqua">Indigo</span> liefert es klare, neutrale, grüne Töne für Mittelgrund.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Bistre">Bistre.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Bister ist ein etwas schweres, tiefes, gelbliches Braun, aus Mangan
-bestehend, welches früher zur Ausarbeitung der Zeichnungen in Bezug auf
-Schattenwirkung diente, woraus die kolorirten Zeichnungen entstanden
-sind. Es ist weniger<span class="pagenum"><a name="Seite_62" id="Seite_62">[S. 62]</a></span> zu empfehlen als <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> oder die
-Umbrafarben und findet daher in der Landschaft wenig Anwendung mehr,
-obwohl es für Architektur manche brauchbare Töne liefert.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Sepia">Sepia.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p><span class="antiqua">Sepia</span> ist ein dunkles, stark an’s Schwärzliche streifendes
-Braun, welches in früherer Zeit, da es sehr gut zu verwaschen ist,
-in ähnlicher Weise wie Bister verwendet wurde. (Sepia-Zeichnungen
-und Gemälde.) Seine heutige Anwendung ist eine ziemlich beschränkte,
-jedoch liefert diese Farbe in Combination mit <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Rose
-Madder</span> sehr zarte graue Töne und mit <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Chrimson
-Lake</span> bildet sie die unter dem Namen <span class="antiqua">Payne’s Grey</span> im Handel
-vorkommende Farbe. Eine Reihe gebrochener, sehr beliebter, warmer,
-grüner Töne erhält man aus der Mischung mit <span class="antiqua">Gamboge</span> und aus der
-mit <span class="antiqua">Indigo</span> ein sehr kaltes, dunkeles Grün. Der Ton von Sepia
-wird indessen durch Zusatz von etwas <span class="antiqua">Brown Madder</span> sehr gehoben.
-Für dunkle Stellen und Drucker ist Sepia nicht zu verwenden, da sie in
-tieferen Tönen zu Schwärze neigt. Manche Künstler verwenden sie noch
-zur Anlage der ersten Schatten, was ebenfalls nicht zu rathen ist, da
-hierdurch die Wirkung und Transparenz der Lasurfarben in hohem Grade
-beeinträchtigt, wenn nicht ganz vernichtet wird. Als Lasur über Grün
-stimmt sie letzteres herab.</p>
-
-<p id="Brauner_Lack">Im Handel kommen noch vor: <span class="antiqua">Warm Sepia</span> und <span class="antiqua">Roman Sepia</span>;
-ersterer ist Roth, letzterer Gelb zugesetzt.<span class="pagenum"><a name="Seite_63" id="Seite_63">[S. 63]</a></span> Es gibt noch eine größere
-Anzahl theilweise sehr tieftöniger, leuchtender Farben, welche aber,
-wenigstens für unsere Zwecke, meist überflüssig sind, dagegen in der
-Holzmalerei passende Verwendung finden können. Hierher gehören unter
-anderen: Schönfeld’s <em class="gesperrt">Brauner Krapp</em>, im Tone der Combination von
-<span class="antiqua">Brown Pink</span> mit <span class="antiqua">Purple Madder</span>, welcher dem gebrannten
-<span class="antiqua">Umbra</span> nahe steht, aber leuchtender ist, sodann der nicht
-sehr haltbare, noch leuchtendere „<em class="gesperrt">Braune Lack</em>“. Den tieferen
-Krappfarben nähert sich das aus cyansaurem Kupferoxyd bereitete, sehr
-schöne <em class="gesperrt">Florentiner Braun</em> Schönfeld’s, dessen Ton mittelst
-Sepia aus <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> gemischt werden kann, sowie das diesem
-ähnliche <em class="gesperrt">Römisch-Braun</em>. Ein anderes noch tieferes, aber sehr
-nachdunkelndes Braun ist der zu Lasuren sehr geeignete <em class="gesperrt">Asphalt</em>.
-Weniger tief und etwas röthlicher ist <em class="gesperrt">Marsbraun</em>. Dem <span class="antiqua">Vandyke
-Brown</span> nahe, ohne jedoch dessen Tiefe zu erreichen, stehen
-<em class="gesperrt">Casseler Erde</em> und <em class="gesperrt">Cölnische Erde</em>, während <em class="gesperrt">gebrannte
-grüne Erde</em> den Uebergang von Braun zur Gruppe des gelben Ockers
-bildet.</p>
-
-<h4 id="Schwarz"><em class="gesperrt">Schwarz.</em></h4>
-
-<p><em class="gesperrt">Allgemeines.</em> Schwarz ist Abwesenheit alles Lichtes und wird, die
-Abwesenheit von Reflexen vorausgesetzt, durch Beleuchtung mehr oder
-weniger zu neutralem Grau. Alle anderen Farben werden durch Zusatz, von
-Schwarz im Tone herabgestimmt. Positives Schwarz kommt indessen nur
-äußerst selten vor, wird aber in Gemälden vermittelst Staffagen von
-Figuren oder Vieh etc. nicht selten mit großer Wirkung ange<span class="pagenum"><a name="Seite_64" id="Seite_64">[S. 64]</a></span>wendet. Ein
-im Ton dunkles Gemälde wird hierdurch in auffallender Weise erhellt
-und die Atmosphäre im Ton beträchtlich erhöht. Um Kraft und Tiefe zu
-konzentriren, setzt man oft reines Weiß unmittelbar neben Schwarz.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Lamp_Black">Lamp Black.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Das Lampenschwarz ist etwas deckend und als Lasur sehr brauchbar, um
-brillante Farben herabzustimmen. Es gilt dies namentlich von Grün,
-welches durch keine andere Lasur so wirksam herabgestimmt wird.
-Als Lasur über Gelb ist es jedoch zu vermeiden, während Lasuren
-über Blau einen schiefergrauen Ton hervorbringen. In Mischung mit
-<span class="antiqua">French Blue</span> erhält man sehr natürliche Töne für dunkle Regen-
-und Gewitterwolken, welche durch Zusatz von <span class="antiqua">Light Red</span> noch
-drohendere Effekte ergeben. Sehr empfehlenswerthe, transparente, weiche
-graue Töne für Wolken liefert die Combination mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>
-und <span class="antiqua">French Blue</span>. Mit <span class="antiqua">Indian Yellow</span> liefert es eine dem
-<span class="antiqua">Olive Green</span> sehr ähnliche Farbe. Mit <span class="antiqua">Brown</span> oder <span class="antiqua">Rose
-Madder</span> erhält man gebrochene, sehr brauchbare, violette Töne und
-mit <span class="antiqua">Light Red</span> ist es für das Colorit dunkler Kühe sehr nützlich,
-wobei man gelegentlich mit Vortheil etwas <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> zusetzen
-kann. Manche englische Maler setzen jeder Farbe, wo solche nicht
-ganz rein erfordert wird, etwas Schwarz zu, was ich jedoch nicht zur
-Nachahmung empfehlen möchte.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_65" id="Seite_65">[S. 65]</a></span></p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Blue_Black">Blue Black.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Blauschwarz ist eine ins Blaue neigende schwarze Farbe, von schwächerem
-Körper und transparenter als die vorhergehende, weßhalb sie in manchen
-Beziehungen, besonders in gemischten Tönen, manchmal erwünschter ist
-und von den Engländern vorgezogen wird. Sie verarbeitet sich sehr
-angenehm und findet gleiche Anwendung.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Neutral_Tint">Neutral Tint.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Neutraltinte ist eine zusammengesetzte Schattenfarbe von neutralem Ton,
-welche noch häufig gebraucht wird, aber nicht unentbehrlich ist. Ein
-sehr brauchbares, mildes Grün für Mittel- und Vordergrund erhält man
-aus der Mischung mit <span class="antiqua">Gamboge</span> oder <span class="antiqua">Indian Yellow</span>.</p>
-
-<h4 class="normalweight" id="Paynes_Grey">Payne’s Grey.</h4>
-
-<p class="s5 center mbot1"><span class="antiqua">W. &amp; N. 1 <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 2 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /> S.
-&amp; C. 35 <img class="pfennig" src="images/pfennig.jpg" alt="Pfennig" /></span></p>
-
-<p>Diese aus <span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>
-zusammengesetzte Farbe ist von etwas blauerem, kälterem Tone als die
-vorige. Sie gibt einen klaren, violetten Schatten, weßhalb sie von
-manchen Künstlern zur Anlage der ersten Schatten verwendet wird.
-In dieser Beziehung ist sie besonders in Thierstücken von größeren
-Dimensionen zu empfehlen, da sie einen guten Unterton abgibt. Für
-dunkle oder schwarze Gegenstände wie Boote, Schiffe etc. ist sie sehr
-brauchbar, besonders mit Zusatz von <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, wodurch eine
-Reihe<span class="pagenum"><a name="Seite_66" id="Seite_66">[S. 66]</a></span> sehr brauchbarer, brauner bis grauer Töne entsteht, welche
-mit <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> oder <span class="antiqua">Brown Madder</span> in röthliche Töne
-übergeführt werden können. Mit <span class="antiqua">Gamboge</span> liefert sie ein zartes,
-ruhiges Grün. Im Allgemeinen rathe ich jedoch für Grün vorzugsweise
-diejenigen Mischungen im Auge zu behalten, welche ohne Beihülfe
-zusammengesetzter Farben herzustellen sind.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p id="Beinschwarz">Alle übrigen schwarzen Farben, so das intensive, transparente,
-bräunliche Elfenbeinschwarz, das an seinem warmen röthlichen Ton
-kenntliche, schöne Beinschwarz, das nach Violett neigende Kernschwarz
-sowie das bläuliche Rebenschwarz sind in den meisten Fällen
-entbehrlich. <span class="antiqua">Black Lead</span>, Graphit, hat als Farbe denselben
-Glanz wie das Mineral und kann für manche Effekte in Staffage und für
-Eisenwerk Anwendung finden.</p>
-
-<p>Die chinesische Tusche findet heute keine Anwendung mehr in der
-Landschaft, wo ihre Zeit längst glücklich vorüber ist.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p id="Arabischer_Gummi">Es ist hier vielleicht der geeignete Ort, um einige Worte über mehrere
-entbehrliche weitere Hülfsmittel einzuschalten, deren Anwendung ich
-<em class="gesperrt">nicht</em> empfehle. Es sind folgende schleimige Lösungen:</p>
-
-<p><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gummi arabicum.</em></span> Dieses wird zuweilen benutzt, um die
-Brillianz einiger Figuren oder Stücke Vieh zu erhöhen, oder aber
-hauptsächlich, um sehr tiefe Stellen im<span class="pagenum"><a name="Seite_67" id="Seite_67">[S. 67]</a></span> Vordergrunde, in welchen die
-einzelnen Farben stumpf geworden sind und sich nicht mehr unterscheiden
-lassen, größere Stärke und Transparenz zu verleihen. Ich möchte jedoch
-entschieden hiervon abrathen, wenn nicht ein besonderer Umstand
-dringend dazu veranlassen sollte, da Aquarelle <em class="gesperrt">nur</em> durch die
-Farbe wirken sollen. M. Schmidt empfiehlt, da Gummi oft als glänzender
-Fleck wirkt, in obigem Falle <em class="gesperrt">sehr wenig</em> Leinöl mit dem Finger
-sanft über die betreffende Stelle zu reiben. Ich habe nie Gelegenheit
-gehabt dieses Mittel zu prüfen, führe es aber der Vollständigkeit wegen
-an.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Traganthschleim</em> ist unter dem Namen „<span class="antiqua">Water Colour Megilp</span>“
-im Handel und ist ein, wenigstens in England, ziemlich gebräuchliches
-Präparat, welches zu der Farbe gemischt wird, um solche nach Art der
-Oeltechnik behandeln zu können. Besonders häufig werden Bäume auf diese
-Weise behandelt und sollen bei vorsichtiger Arbeit alsdann sehr gut und
-transparent wirken. Ich selbst habe auch von diesem Mittel nie Gebrauch
-gemacht, da ich in solchen Fällen vorziehe, die Farbe mit ganz wenig
-Wasser anzureiben und mit ziemlich trockenem Pinsel aufzutragen, wobei
-ich dieselbe Wirkung erreiche.</p>
-
-<p>Zu gleichem Zwecke sind <em class="gesperrt">Reiswasser</em> und <em class="gesperrt">Ochsengalle</em>
-empfohlen. Letztere ist gleichfalls käuflich zu haben und empfiehlt
-sich beiläufig erwähnt, bei der Malerei auf Holz, da, in geringen
-Quantitäten unter die Farben gemischt, letztere vom Holze besser
-angenommen werden.</p>
-
-<p>Ueber den ebenfalls käuflich zu habenden <em class="gesperrt">Aquarellfirniß</em> fehlt
-mir jede Erfahrung, da mir noch nie ein ge<span class="pagenum"><a name="Seite_68" id="Seite_68">[S. 68]</a></span>firnißtes Aquarell zu
-Gesicht gekommen ist, ich erwähne jedoch, daß die Engländer seine
-Anwendung verwerfen, was mir sehr einleuchtend erscheint.</p>
-
-<div class="section">
-
-<h4 id="Der_Farbenkasten">4. Der Farbenkasten.</h4>
-
-</div>
-
-<p>Selbstverständlich hat der Anfänger nicht nöthig alle hier aufgeführten
-Farben anzuschaffen, indem sogar anzurathen ist, sich wenigstens für
-die erste Zeit auf die Anwendung der wichtigeren zu beschränken. Bei
-ausgedehnteren Arbeiten und zur Erreichung gewisser Effekte wird aber
-bald sich manche seltener gebrauchte Farbe wünschenswerth machen, zumal
-auch hierbei Manches von individueller Liebhaberei abhängt. Ich mache
-hier auch nochmals darauf aufmerksam, daß sich Mischfarben, was Glanz
-der Farbe, sowie Frische und Energie des Tones betrifft, den fertigen
-Farben, d. h. chemischen Produkten gegenüber meist im Nachtheil
-befinden, weßhalb bei ornamentalen Malereien und Stillleben, wo es in
-den meisten Fällen auf glanzvolle Darstellung ankommt, der Farbenkasten
-mit zahlreicheren Farbennüancen versehen sein muß. Außerdem lernt man
-bei weiteren Fortschritten immer mehr die Feinheit der Töne, selbst
-einander sehr naheliegender Farben, nach ihren Eigenthümlichkeiten
-empfinden, die besondere Art derselben spezieller würdigen und in
-gegebenen Fällen wird nicht selten eine sonst vielleicht recht
-entbehrliche Farbe, gerade ihres eigenartigen Tons wegen, der Stimmung
-sich vorzugsweise anschließen.</p>
-
-<p>Was nun den Farbenkasten betrifft, so möchte ich denjenigen, welche
-viel zu malen beabsichtigen, und die Ausgabe<span class="pagenum"><a name="Seite_69" id="Seite_69">[S. 69]</a></span> nicht zu scheuen in der
-Lage sind, anrathen, sich deren zwei, einen in Täfelchen zum Malen im
-Zimmer und einen in ganzen und halben Näpfchen zum Malen im Freien
-anzuschaffen. Wer nur einen anzuschaffen Lust hat, dem rathe ich unter
-der Voraussetzung, daß er viel nach der Natur zu malen beabsichtigt,
-einen Farbenkasten letzterer Art zu beschaffen und zwar wähle er sich
-einen der eigens hierzu construirten Blechkästen für <em class="gesperrt">ganze</em>
-Näpfchen (da in den Raum für ein ganzes auch zwei halbe einrangirt
-werden können), welche von sechs bis zu dreißig Farben durch alle
-geraden Zahlen zu haben sind. Für das Malen im Zimmer würde ich die
-Anschaffung eines geräumigen Blechkastens, nach Art der Oelfarbenkasten
-empfehlen, dessen unterer Raum Palette und Porzellanschälchen, und
-dessen Einsatz verschiedene Fächer für die Farben, eine Längsabtheilung
-für Pinsel etc. und einige weitere Abtheilungen für sonstige Utensilien
-wie Gummi, Schwämmchen, Kohle etc. enthalten könnte. Das Löschpapier
-kann dann obenauf liegen und man hat alles beisammen, während in den
-für das Malen im Freien vorzugsweise bestimmten kleinen Kästen kaum
-genügender Raum für einige Pinsel ist. Man schaffe sich also zunächst
-die <em class="gesperrt">leeren</em> Farbenkasten an und wähle dann seine Farben selbst
-aus, da in den käuflichen, gefüllten Farbenkasten manche unentbehrliche
-Farbe fehlt und umgekehrt manche nicht taugliche vertreten ist. Welche
-Farben man nun wähle, hängt einestheils vom wirklichen Bedürfniß,
-andererseits von individuellen Ansichten ab. Ich gebe daher nunmehr
-eine Aufzählung derjenigen Farben, welche für <em class="gesperrt">alle</em> Zwecke der
-Landschaftsmalerei genügen,<span class="pagenum"><a name="Seite_70" id="Seite_70">[S. 70]</a></span> wobei diejenigen Farben, welche dem
-Anfänger unbedingt mehr oder weniger nothwendig d. h. unentbehrlich
-sind, mit gesperrter Schrift gedruckt sind. Die mit 1 bezeichneten
-würden in ganzen Stücken (oder Näpfchen), die mit 2 in halben, die
-mit <span class="antiqua">T</span> in „<span class="antiqua">tubes</span>“ und <span class="antiqua">Gamboge</span> im Naturzustand
-anzuschaffen sein.</p>
-
-<ul class="notype s5">
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indien Yellow 1</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre 1</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Naples Yellow 2</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Raw Sienna 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Chrimson Lake 1</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red 1</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder T</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder T</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Purple Madder 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red 2</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Vermilion 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt 1</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue 1</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo 1</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Prussian Blue 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink T</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Emerald Green 1</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Oxyde of Chromium 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Neutral Orange 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Mars Orange 2</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna 1</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Sepia 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown T</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Burnt Umber 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Raw Umber 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Lemon Yellow 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Aureolin 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Cadmium 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lamp Black 2</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Blue Black 1</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Payne’s Grey 2</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Neutral Tint 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Chinese White T</em></span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Bistre 2</span></li>
- <li class="hang1_5"><span class="antiqua">Olive Green 2</span>.</li>
-</ul>
-
-<p>Um noch einen weiteren Anhaltspunkt zu bieten, will ich nachstehend
-den Gehalt der 20 Fächer eines für das Malen im Freien eingerichteten
-Blechkastens angeben, mit welchem ich noch nie in Verlegenheit gerathen
-bin. Wo eine Nummer zwei Farben enthält, sind in der betreffenden
-Abtheilung zwei <em class="gesperrt">halbe</em> Näpfchen enthalten: 1) <span class="antiqua">Cobalt</span>,
-2) <span class="antiqua">French Blue</span>, 3) <span class="antiqua">Indigo</span>, 4) <span class="antiqua">Payne’s Grey</span> &mdash;
-<span class="antiqua">Neutral Tint</span>, 5) <span class="antiqua">Lamp Black</span> &mdash; <span class="antiqua">Blue Black</span>, 6)
-<span class="antiqua">Chrimson Lake</span>, 7) <span class="antiqua">Brown Madder</span>, 8) <span class="antiqua">Rose Madder</span>,
-9) <span class="antiqua">Indian Red</span> &mdash; <span class="antiqua">Vermilion</span>, 10) <span class="antiqua">Light Red</span>, 11)
-<span class="antiqua">Gamboge</span>, 12) <span class="antiqua">Indian Yellow</span>, 13) <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>,
-14) <span class="antiqua">Raw Sienna</span> &mdash; <span class="antiqua">Raw Umber</span>, 15) <span class="antiqua">Naples Yellow</span>
-&mdash; <span class="antiqua">Chinese White</span>, 16) <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, 17) <span class="antiqua">Vandyke
-Brown</span>, 18) <span class="antiqua">Sepia</span> &mdash; <span class="antiqua">Burnt Umber</span>, 19) <span class="antiqua">Brown
-Pink</span>, 20) <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span> &mdash;<span class="pagenum"><a name="Seite_71" id="Seite_71">[S. 71]</a></span> <span class="antiqua">Emerald Green</span>.
-Zu diesem Kasten schafft man sich noch das Wassergefäß an, welches
-in einem köcherartigen Behälter steckt, dessen beide Theile an den
-geöffneten Kasten gehängt und dann mit Wasser gefüllt werden.</p>
-
-<p>Eine auf langjährige Erfahrung basirte, vorzugsweise für Personen,
-welche viel und dabei oft im Freien malen, geeignete und zugleich
-möglichste Vollständigkeit anstrebende Zusammensetzung ist folgende,
-welche ich kürzlich den Herren <span class="antiqua">Dr.</span> F. Schönfeld &amp; Co. angegeben
-habe.</p>
-
-<ol class="roman_upper">
- <li>in Tuben: 1) <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>, 2) <span class="antiqua">Brown Madder</span>, 3)
-<span class="antiqua">Rose Madder</span>, 4) <span class="antiqua">Indian Yellow</span>, 5) <span class="antiqua">Gamboge</span>,
-6) <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, 7) <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, 8) <span class="antiqua">Vandyke
-Brown</span>, 9) <span class="antiqua">Brown Pink</span>, 10) <span class="antiqua">French Blue</span>, 11)
-<span class="antiqua">Cobalt</span>, 12) <span class="antiqua">Chinese White</span>.</li>
- <li>in ganzen Näpfchen: 1) <span class="antiqua">Indigo</span>, 2) <span class="antiqua">Light Red</span>.</li>
- <li>in halben Näpfchen: 1) <span class="antiqua">Neutral Tint</span>, 2) <span class="antiqua">Payne’s
-Grey</span>, 3) <span class="antiqua">Lamp Black</span>, 4) <span class="antiqua">Blue Black</span>, 5) <span class="antiqua">Indian
-Red</span>, 6) <span class="antiqua">Vermilion</span>, 7) <span class="antiqua">Raw Sienna</span>, 8) <span class="antiqua">Raw
-Umber</span>, 9) <span class="antiqua">Naples Yellow</span>, 10) <span class="antiqua">Lemon Yellow</span>, 11)
-<span class="antiqua">Sepia</span>, 12) <span class="antiqua">Burnt Umber</span>, 13) <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span>,
-14) <span class="antiqua">Emerald Green</span>, 15) <span class="antiqua">Purple Madder</span>, 16) <span class="antiqua">Prussian
-Blue</span>, 17) <span class="antiqua">Mars Orange</span>, 18) <span class="antiqua">Aureolin</span>, 19)
-<span class="antiqua">Grünblau Oxyd</span>, 20) <span class="antiqua">Red Lead</span>.</li>
-</ol>
-
-<p>Diese Zusammenstellung, welcher Kenner Beifall zollen werden, wenn auch
-der eine diese, der andere jene Farbe als überflüssig oder fehlend
-bezeichnen dürfte, läßt sich selbstverständlich auch auf Farben in
-Tafelform etc. anwenden und je nach besonderen Bedürfnissen ergänzen.
-Dieselbe enthält<span class="pagenum"><a name="Seite_72" id="Seite_72">[S. 72]</a></span> aber alles was man selbst bei ausgedehnterer Praxis
-wünschenswerth finden wird.</p>
-
-<p>Schließlich möchte ich ganz besonders das <em class="gesperrt">Reinhalten</em> der Farben
-und Pinsel, wie der Palette empfehlen, obgleich die Meinung, eine recht
-schmierige Palette und gründliche Unordnung in den Utensilien begründe
-ein gewisses künstlerisches oder geniales Ansehen, ziemlich verbreitet
-ist. <em class="gesperrt">Reine</em> Waschungen von Tönen lassen sich überhaupt nur mit
-frisch aufgeriebenen Farben herstellen, nicht aber mit alten, bereits
-mehrfach naß gewesenen Resten, welche sich bei Zusatz von Wasser in der
-Regel zersetzen. Es fällt mir hierbei ein, daß Künstler auf Anfragen
-nach einem gewissen Farbenton eines Bildes nicht selten mit der Angabe
-antworten, daß sie das Bild mit dem „Schmutz“ oder den Resten auf der
-Palette gemalt hätten. Beruhen derartige Angaben auf Wahrheit, so sind
-eben gerade die für die betreffende Stimmung passenden Farben auf der
-Palette gewesen; allein mit beliebigen Farbenresten kann man deßwegen
-noch kein Bild von bestimmtem Colorit zu Wege bringen, wenigstens in
-weitaus den meisten Fällen nicht.</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="section">
-
-<h3 id="II_Die_Farbentheorie">II. Die Farbentheorie.</h3>
-
-</div>
-
-<p>Einen ersten Einblick in die Zusammensetzung der Farben möge
-folgende kurze Skizze bieten: Man unterscheidet dreierlei Farben,
-<em class="gesperrt">primäre</em>, <em class="gesperrt">sekundäre</em> und <em class="gesperrt">tertiäre</em>. Die drei
-<em class="gesperrt">primären</em> Farben sind <em class="gesperrt">Gelb</em>, <em class="gesperrt">Roth</em> und <em class="gesperrt">Blau</em>.
-Sie repräsentiren natürliche, klare und prismatische Farben und können
-nicht durch Combination dargestellt werden.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_73" id="Seite_73">[S. 73]</a></span></p>
-
-<p>Die drei <em class="gesperrt">sekundären</em> Farben sind ebenfalls klare prismatische,
-aber aus der Mischung von zwei primären entstanden.</p>
-
-<table class="farben" summary="Farbenkombinationen; sekundäre Farben">
- <tr>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdl">
- Gelb
- </td>
- <td class="tdc vam" rowspan="2">
- <img class="h3em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- <td class="tdc vam padright1" rowspan="2">
- <em class="gesperrt">Orange</em>.
- </td>
- <td class="tdl">
- Gelb
- </td>
- <td class="tdc vam" rowspan="2">
- <img class="h3em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- <td class="tdc vam padright1" rowspan="2">
- <em class="gesperrt">Grün</em>.
- </td>
- <td class="tdl">
- Roth
- </td>
- <td class="tdc vam" rowspan="2">
- <img class="h3em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- <td class="tdc vam padright1" rowspan="2">
- <em class="gesperrt">Violett</em>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdl">
- Roth
- </td>
- <td class="tdl">
- Blau
- </td>
- <td class="tdl">
- Blau
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl" colspan="3">
- Contraste:
- </td>
- <td class="tdc padright1">
- Blau
- </td>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdc padright1">
- Roth
- </td>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdc padright1">
- Gelb.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p>Die <em class="gesperrt">tertiären</em> Farben sind gebrochene, d. h. mehr oder weniger
-unreine, trübe, nicht prismatische, entweder aus drei primären, oder
-aus zwei sekundären hergestellte Farben.</p>
-
-<table class="farben" summary="Farbenkombinationen; tertiäre Farben">
- <tr>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdl">
- Orange
- </td>
- <td class="tdc vam" rowspan="2">
- <img class="h3em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- <td class="tdc vam padright1" rowspan="2">
- <em class="gesperrt">Olive</em>.
- </td>
- <td class="tdl">
- Orange
- </td>
- <td class="tdc vam" rowspan="2">
- <img class="h3em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- <td class="tdc vam padright1" rowspan="2">
- <em class="gesperrt">Rothbraun</em>.
- </td>
- <td class="tdl">
- Grün
- </td>
- <td class="tdc vam" rowspan="2">
- <img class="h3em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- <td class="tdc vam padright1" rowspan="2">
- <em class="gesperrt">Grau</em>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdl">
- Grün
- </td>
- <td class="tdl">
- Violett
- </td>
- <td class="tdl">
- Violett
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl" colspan="3">
- Contraste:
- </td>
- <td class="tdc padright1">
- Violett
- </td>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdc padright1">
- Grün
- </td>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdc">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdc padright1">
- Orange.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p>Die tertiären Farben nun, welche durch Abänderung der
-Mischungsverhältnisse auf das vielfältigste nüancirt werden können,
-sind es, mit welchen wir in der Landschaft fast ausschließlich zu
-arbeiten haben, da jede Abweichung von der prismatischen Farbe einen
-tertiären Ton liefert. Die verschiedenen Nüancen von Grau, Braun,
-gebrochenem Grün, gebrochenem Roth etc. gehören alle hierher, da sie
-sämmtlich aus Roth, Gelb und Blau entstanden sind.</p>
-
-<p>Bei Mischung der gebrochenen tertiären Farben ist zu bemerken, daß
-wenn die dritte Farbe in zu großer Menge zugesetzt wird, leicht
-Schmutzfarben entstehen.</p>
-
-<p>Dunkle gebrochene Farben werden in zahllosen Tönen unter dem
-Collectivnamen „<em class="gesperrt">Braun</em>“ zusammengefaßt. Es finden sich hierunter
-sehr ausgeprägte charakteristische Ton<span class="pagenum"><a name="Seite_74" id="Seite_74">[S. 74]</a></span>reihen, für deren genauere
-Bezeichnung die Sprache keinen Namen hat, welche aber nach der
-vorherrschenden Grundfarbe, als Gelb-, Roth-, Grau-, Schwarz-, Grün-
-etc. <em class="gesperrt">Braun</em> benannt werden. Da nun Gelb und Roth in Braun stets
-gegen Blau vorherrschen, so kann man <em class="gesperrt">Braun</em> im Allgemeinen auch
-als Mischung von <em class="gesperrt">Orange</em> mit wenig <em class="gesperrt">Blau</em> ansehen.</p>
-
-<p>Unter <em class="gesperrt">warmen</em> Farben versteht man diejenigen, in welchen Roth
-und Gelb vorherrschen, doch bedingt Gelb <em class="gesperrt">allein</em> den Charakter
-der Wärme häufig nicht, wie z. B. Gelbgrün (Gelb und wenig Blau) kein
-warmes Grün genannt werden kann, welches erst durch weitere Beimischung
-von etwas Roth entsteht. &mdash; Je mehr dagegen Blau in der Farbe
-vorherrscht, desto mehr tritt der Charakter der Kälte vor. In gleicher
-Weise wirkt Weiß und neutrales Grau. Folgende Eigenthümlichkeit der
-warmen Farben verdient besondere Beachtung.</p>
-
-<p>Bei wachsender Helle wird die Lichtstärke warmer Farben in
-erheblicherem Grade wachsen wie die der kalten. Bei höchstem Licht,
-wie z. B. in voller Sonne, verlieren jedoch die Farben dermaßen an
-Sättigung, daß sie weißlich erscheinen, ohne indessen den Charakter
-von Wärme oder Kälte hierbei zu verlieren. Bei abnehmender Lichtstärke
-tritt dagegen das umgekehrte Verhältniß ein, indem bei den warmen
-Farben der Verlust an Licht rascher zunimmt als bei den kalten, so
-daß bei fortgesetztem Sinken der Heiligkeit Roth auf einem gewissen
-Punkt dem kälteren Violett gleich und von da an dunkler erscheint als
-letzteres.</p>
-
-<p>Die oben zur ersten Orientirung vorgetragenen Sätze der Theorie der
-Farbe stehen zwar mit neueren Ansichten der exacten Wissenschaft
-theilweise im Widerspruch, allein<span class="pagenum"><a name="Seite_75" id="Seite_75">[S. 75]</a></span> diese auf älteren Ansichten
-beruhende Darlegung (Field, Göthe etc.) ist bei ihrer Einfachheit
-immerhin für die Praxis sehr wichtig, so daß sie, ähnlich wie in der
-Botanik das System Linné’s, trotz ihrer Mängel stets beibehalten werden
-wird.</p>
-
-<p>In den letzten Decennien ist vieles über die Theorie der Farbe
-veröffentlicht worden und lasse ich eine kurze Darstellung des
-Wissenswerthesten aus diesem Gebiete folgen. Die wissenschaftlichen
-Erörterungen über Farbentheorie haben eigentlich für den Maler von Fach
-nur sehr geringen Werth, indem derselbe seine Bestimmung arg verfehlt
-hätte, wenn er genöthigt wäre, sich die deßfallsigen Kenntnisse erst
-aus Büchern anzueignen, denn wem der Farbensinn nicht angeboren ist,
-der wird auch durch Studium wenig zu dessen Ausbildung beitragen.
-Dabei kommt auch weiter in Betracht, daß der Landschafter, besonders
-der Architekturmaler, an das natürliche Colorit der Gegenstände mehr
-oder weniger gebunden ist, und hätte es aus diesem Grunde auch bei
-obiger flüchtiger Orientirung sein Bewenden haben können. Da ich
-aber nicht für Maler, sondern für Dilettanten schreibe, welchen es
-erwünscht sein dürfte, zu einem bewußten Urtheil über farbige Werke
-überhaupt gelangen zu können, so habe ich geglaubt, eine knappe
-Darstellung dieses Gegenstandes hier anreihen zu sollen. Wer sich über
-diese noch nicht abgeschlossenen Arbeiten eingehender zu unterrichten
-wünscht, wird in den Eingangs aufgeführten einschlagenden Werken
-reiches Material finden. Es bleibt nur zu bedauern, daß die Ansichten
-der Schriftsteller, welche Aesthetik und Theorie der Farbe behandelt
-haben, hinsichtlich des Werthes der Farbenzusammenstellungen<span class="pagenum"><a name="Seite_76" id="Seite_76">[S. 76]</a></span> sehr von
-einander abweichen, was zum Theil durch den hierbei stark mitwirkenden
-persönlichen Geschmack bedingt ist, so daß Leistungen, welche von dem
-einen als außerordentlich gepriesen wurden, von anderen als Hohn auf
-den guten Geschmack bezeichnet worden sind. Der Anfänger mag indessen
-hieraus ersehen, daß innerhalb aller Regeln dem künstlerischen Schaffen
-immer noch ein weiter Spielraum bleibt und daß selbst allgemein gültige
-Grundsätze zuweilen ignorirt werden können, was indessen nur vom Genie
-gelegentlich geschehen mag und hier in keiner Weise befürwortet werden
-soll.</p>
-
-<p>Zur übersichtlichen Orientirung über die Farbe dient der Farbenkreis,
-deren einfachster von Göthe dargestellt worden ist. Er wird dargestellt
-durch eine mittelst dreier Durchmesser in sechs gleiche Sektoren
-getheilte Kreisfläche, auf welcher die primären und sekundären Farben
-so aufgetragen sind, daß die Sektoren 1, 3 und 5 mit Gelb, Roth und
-Blau, die Sektoren 2, 4 und 6 mit Orange, Violett und Grün bezeichnet
-sind.</p>
-
-<p>Im zwölftheiligen, von Brücke gegebenen Farbenkreise sind folgende
-sechs Farbenpaare als complementäre verzeichnet:</p>
-
-<table summary="Farbenpaare, nach Brücke">
- <tr>
- <td class="tdl">
- 1
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Gelb
- </td>
- <td class="tdl">
- Blau
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- 2
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Orange
- </td>
- <td class="tdl">
- Grünblau
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- 3
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Roth
- </td>
- <td class="tdl">
- Blaugrün
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- 4
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Carmoisin
- </td>
- <td class="tdl">
- Spangrün
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- 5
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Purpur
- </td>
- <td class="tdl">
- Grasgrün
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- 6
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Violett
- </td>
- <td class="tdl">
- Grüngelb.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p>Einen noch ausführlicheren vierundzwanzigtheiligen Farbenkreis hat
-Adams in seinem unter viel sonderbarer Schwär<span class="pagenum"><a name="Seite_77" id="Seite_77">[S. 77]</a></span>merei doch auch manches
-Gute und Lesenswerthe enthaltenden Buche: Die Farbenharmonie in ihrer
-Anwendung auf die Damentoilette, gegeben.</p>
-
-<div class="blockquot">
-
-<div class="poetry-container">
- <div class="poetry">
-<div class="csstab">
- <div class="cssrow">
- <div class="csscell">Roth <span class="antiqua">P.</span></div>
- <div class="csscell">Gelb</div>
- <div class="csscell">Blau</div>
- </div>
- <div class="cssrow">
- <div class="csscell">Rothorangeroth 3</div>
- <div class="csscell">Gelbgrüngelb</div>
- <div class="csscell">Blauviolettblau</div>
- </div>
- <div class="cssrow">
- <div class="csscell">Rothorange 2</div>
- <div class="csscell">Gelbgrün</div>
- <div class="csscell">Blauviolett</div>
- </div>
- <div class="cssrow">
- <div class="csscell">Orangerothorange 3</div>
- <div class="csscell">Grüngelbgrün</div>
- <div class="csscell">Violettblauviolett</div>
- </div>
- <div class="cssrow">
- <div class="csscell">Orange 1</div>
- <div class="csscell">Grün</div>
- <div class="csscell">Violett</div>
- </div>
- <div class="cssrow">
- <div class="csscell">Orangegelborange 3</div>
- <div class="csscell">Grünblaugrün</div>
- <div class="csscell">Violettrothviolett</div>
- </div>
- <div class="cssrow">
- <div class="csscell">Gelborange 2</div>
- <div class="csscell">Blaugrün</div>
- <div class="csscell">Rothviolett</div>
- </div>
- <div class="cssrow">
- <div class="csscell">Gelborangegelb 3</div>
- <div class="csscell">Blaugrünblau</div>
- <div class="csscell">Rothviolettroth</div>
- </div>
-</div>
- </div>
-</div>
-
-<p>Eine Linie im Farbenkreise von Grün nach Roth gezogen, trennt die
-warmen Töne von den kalten. Der wärmste Ton Gelborange steht auf der
-Seite der warmen Farben in der Mitte zwischen Roth und Grün, der
-kälteste Blauviolett auf der entgegengesetzten.</p>
-
-<p class="hang2_5">Die auf der mit 1 bezeichneten Linie stehenden Töne sind
-Sekundärfarben erster Ordnung, d. h. Mischfarben von 2 Primären zu
-gleichen Theilen.</p>
-
-<p class="hang2_5">Die mit 2 bezeichneten sind Sekundärfarben zweiter Ordnung, d.
-h. Mischfarben aus einer Primär- und einer Sekundärfarbe erster
-Ordnung, oder aus zwei Theilen der einen und einem Theile der
-andern Primärfarbe.</p>
-
-<p class="hang2_5">Die Sekundärfarben dritter Ordnung (3) sind Mischfarben aus einer
-Primär- oder Sekundärfarbe erster Ordnung, mit einer Sekundärfarbe
-zweiter Ordnung.</p>
-
-<div class="padleft2_5">
-
-<p>Im ersten Fall besteht die Mischung aus drei Theilen der einen und
-einem Theil der andern, &mdash; im zweiten Fall aus drei Theilen der einen
-und zwei Theilen der andern Primärfarbe.</p>
-
-<table summary="Farbanteile">
- <tr>
- <td class="tdl">
- So besteht z.B.
- </td>
- <td class="tdl">
- Gelborangegelb aus
- </td>
- <td class="tdc">
- Gelb
- </td>
- <td class="tdc">
- 3
- </td>
- <td class="tdc">
- und
- </td>
- <td class="tdc">
- Roth
- </td>
- <td class="tdc">
- 1
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdl">
- Gelborange
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td class="tdc">
- 2
- </td>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td>
- „
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdl">
- Orangegelborange
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td class="tdc">
- 3
- </td>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td class="tdc">
- 2
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdl">
- Orange
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td class="tdc">
- 1
- </td>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td class="tdc">
- 1
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdl">
- Orangerothorange
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td class="tdc">
- 2
- </td>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td class="tdc">
- 3
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdl">
- Rothorange
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td class="tdc">
- 1
- </td>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td class="tdc">
- 2
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdl">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdl">
- Rothorangeroth
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td class="tdc">
- 1
- </td>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td>
- &ensp; „
- </td>
- <td class="tdc">
- 3
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-</div>
-
-</div>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_78" id="Seite_78">[S. 78]</a></span></p>
-
-<p>Diese Farbenkreise mit räumlich gleichgroßen Feldern, deren von
-verschiedenen Autoren noch sehr verschiedenartige, mit 36, 48 und mehr
-Sektoren, mit entsprechenden abweichenden Nomenklaturen aufgestellt
-worden sind, werden als <em class="gesperrt">physikalische</em> bezeichnet. Diesen
-gegenüber stehen die <em class="gesperrt">physiologischen</em>, auf welche die neuere
-Wissenschaft größeren Werth legt. Sie zeigen von ersteren abweichende
-Verhältnisse, deren eingehende Erörterung außerhalb des Rahmens dieses
-Buches liegt.</p>
-
-<p>Die auf diese Farbenkreise sich stützenden Theorien finden nun
-vorzugsweise ihre Nutzanwendung in größeren chromatischen Compositionen
-besonders im polychromen Ornament, nicht weniger aber auch im
-Historienbild wie bei der figürlichen Darstellung überhaupt, sowie
-im Stillleben. In Landschaft und Architektur tritt sie, von Staffage
-abgesehen, sehr zurück, allein Kenntniß der einschlagenden Verhältnisse
-läßt oft erfreulich wirkende Modifikationen der gegebenen Töne zu.</p>
-
-<p>Im Allgemeinen bemerke man, daß jede Farbe durch ihre
-Complementärfarbe, ihren Contrast, gehoben wird, sowie daß
-Zusammenstellungen von im Farbenkreise einander zunächst gelegenen
-Farben unerfreulich wirken und zwar aus dem Grund, weil das Auge in
-jeder von zwei benachbarten Farben die Complementärfarbe der andern
-hervorzurufen bestrebt ist. So sieht Roth neben Orange scheinbar blauer
-aus, neben Rothorange aber nicht allein blauer, sondern auch trüber;
-Orange neben Gelb röther und trüber etc.</p>
-
-<p>Derartige Verbindungen von Farben werden erst gut, wenn zwischen beiden
-Farben im zwölftheiligen Farbenkreise<span class="pagenum"><a name="Seite_79" id="Seite_79">[S. 79]</a></span> wenigstens drei Töne liegen.
-<em class="gesperrt">Ganz unbedeutende</em> Aenderungen der Farbe liefern dagegen <em class="gesperrt">sehr
-brauchbare</em> Töne, wie wir gerade in Landschaft und Architektur zu
-beobachten beständig in der Lage sind und wird auch bei dekorativen
-Malereien so gerne von nahe gelegenen Tönen ausgiebiger Gebrauch
-gemacht. Die Töne sind aber hier nicht als verschiedene Farben, sondern
-als kleine Nüancen derselben Farbe zu betrachten. Man sehe aber bei
-Anwendung so kleiner Farbenintervalle darauf, daß der <em class="gesperrt">wärmere</em>
-Ton auch der <em class="gesperrt">hellere</em> sei.</p>
-
-<p>In chromatischen Compositionen werden die Hauptfarben in der Regel zu
-zweien als Paare oder zu dreien verbunden, wobei noch Schwarz, Weiß und
-Grau und selbst lebhaftere Töne, aber in geringer räumlicher Ausdehnung
-und ohne mit den Hauptfarben in schädliche Berührung zu kommen, benutzt
-werden können. Jede Hauptfarbe kann außerdem in mehreren helleren und
-dunkleren Tönen auftreten, sowie um ein kleines Intervall abweichen.
-Was die Zusammenstellung der Farben nach Paaren betrifft, so kräftigen
-die Ergänzungsfarben sich zwar gegenseitig, aber ein allgemein gültiges
-Gesetz läßt sich nicht aufstellen, da deßfallsige Regeln nicht für alle
-Farbenpaare gelten. &mdash; So z. B. bildet Roth als <em class="gesperrt">Karmin</em> oder
-<em class="gesperrt">Krapp</em> seine besten Combinationen mit Blau und Grün. Erstere ist
-allgemein als gut anerkannt, letztere nicht. Die Wirkung bessert sich,
-wenn man beide Farben in einer gewissen Tiefe hält, oder aber, bei
-lichteren Tönen, Roth und Grün theilweise oder ganz durch Weiß trennt.
-&mdash; Roth und Gelb ist weniger zu empfehlen, außer mit Weiß, desto mehr
-Roth<span class="pagenum"><a name="Seite_80" id="Seite_80">[S. 80]</a></span> mit Goldgelb, wobei auch Schwarz gut wirkt. Mit Letzterem allein
-wirkt Roth ernst, je nach der Nüance aber prächtig.</p>
-
-<p>Zinnober bildet seine besten Verbindungen mit Blau. Mit Grün wirkt
-seine Verbindung noch greller wie die von Grün mit Krapproth; auch mit
-Gold wirkt er nicht so gut wie Krapp und mit Schwarz ist die Wirkung
-etwas gewaltsam, und vorsichtig zu verwenden, unter Umständen aber
-imposant.</p>
-
-<p>In folgenden Zeilen gebe ich nunmehr eine Uebersicht über die Wirkungen
-spezieller Farbencombinationen, wie solche in größeren Compositionen
-zum Ausdruck kommen.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Mennig</em> wirkt gut mit hellerem Blau, schreiend mit Blaugrün,
-sehr angenehm aber mit hellem Gelbgrün. Mit Gelb wirkt es nicht gerade
-schlecht und mit Orange läßt es sich zu einem kleinen Intervall
-verbinden. Zwischen großen und kleinen Intervallen besteht also hier
-keine eigentlich schlechte Combination. Mennig wirkt schließlich
-vortheilhaft mit neutralem Grau.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Orange</em> wirkt <em class="gesperrt">hell</em>, prachtvoll mit Ultramarin. Nimmt man
-es aber dunkel, also braun, so geht der vorherige prächtige, glanzvolle
-Eindruck total verloren und es resultirt eine wirklich traurige
-Combination, welche auch von älteren und neueren Malern mehrfach für
-entsprechende Stimmungen gewählt worden ist. Mit Grün wirken seine
-dunklen Töne (also Braun) ebenfalls gut. Orange kann auch mit Violett
-verbunden werden, besonders wenn noch Grün, oder grünliches Gelb
-hinzutritt. Schlechter ist die Verbindung mit Purpur und Carmoisin,
-doch wird es auch hier in An<span class="pagenum"><a name="Seite_81" id="Seite_81">[S. 81]</a></span>wendung gebracht, besonders als kleines
-Intervall zu Gelb, welches mit Purpur eine brillante Verbindung liefert.</p>
-
-<p>Goldgelb wirkt leidlich mit Cobalt, am besten mit Ultramarin, mit
-welchem es eine der brillantesten Combinationen bildet. Prächtig wirkt
-es auch mit Violett und Purpur, weniger mit Carmoisin und Krapproth.</p>
-
-<p>Metallisches Gold, welches im Aquarell selbstverständlich wegfällt,
-paßt zu allen gesättigten Farben; besonders wirksam sind die
-Verbindungen mit Ultramarin, tiefem Roth &mdash; dann mit Dunkelgrün und
-Hellblau.</p>
-
-<p>Canariengelb paßt am Besten zu Violett, besonders zu dessen dunklen
-Schattirungen, sodann zu Purpur und Carmoisin, deren Verbindungen mit
-Goldgelb jedoch besser sind, was in noch höherem Grade von Blau gilt.
-Abscheulich sind die Combinationen mit Blaugrün.</p>
-
-<p>Gelbgrün wirkt am besten mit Violett, nächst diesem mit Purpur und
-Carmoisin, besonders unter Einführung von Weiß. &mdash; Die Combinationen
-mit Krapp und Zinnober sind hart aber kräftig. Mit Mennig wirkt es noch
-ziemlich, nicht gut aber mit Blau.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Grasgrün</em> bildet mit Violett und Purpur-Violett gute
-Verbindungen, welche allein, oder mit Weiß, mit und ohne Schwarz
-angewendet werden können. Verbindungen mit tiefem Roth sind gut, was
-auch Gegentheiliges über solche vorgebracht worden ist, mißlich aber
-solche mit Blau, welch letzteres dann vorherrschen muß.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Spangrün</em> ist schwer zu behandeln. Es liefert mit Violett,
-Purpur, Roth und Orange wirksame, aber meist etwas<span class="pagenum"><a name="Seite_82" id="Seite_82">[S. 82]</a></span> schreiende, mit
-Gelb und Blau aber schlechte Combinationen, weßhalb es mit Weiß
-zu trennen ist; durch gleichzeitige Anwendung von Gold wird sein
-schreiender Ton sehr gemildert.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Meergrün</em> wirkt gut mit Mennig und Zinnober, wenn es gegen
-diese in der räumlichen Ausdehnung stark überwiegt, da die Wirkung
-sonst zu grell ist. Ungewöhnliches Feuer zeigen feine Verzierungen
-in letzteren Tönen auf meergrünem Grunde. Auch die Verbindungen mit
-Violett, Purpur und Carmoisin sind nicht schlecht und vielfach von
-den Italienern, besonders von P. Veronese angewendet worden; als bloß
-binäre Verbindungen sind dieselben aber nicht brauchbar, ebensowenig
-wie solche mit Blau oder Gelb.</p>
-
-<p>Ueber Blau, Violett, Purpur und Carmoisin bleibt nichts zu sagen übrig,
-da solche bereits in den abgehandelten Farben Erwähnung gefunden haben.</p>
-
-<p>Im Ganzen wirken Zusammenstellungen von zwei Farben weniger
-befriedigend als solche mit dreien.</p>
-
-<p>Bei Zusammenstellung von drei Farben wählt man aus dem zwölftheiligen
-Farbenkreise immer je den 1., 5. und 9. Ton (im vierundzwanzigtheiligen
-den 1., 9. und 17.). Es kann somit auf jede beliebige Farbe des
-Farbenkreises eine Triade construirt werden, die häufigste Anwendung
-finden aber folgende Zusammenstellungen:</p>
-
-<p>Die wirksamste derselben bilden Roth, Blau und Gelb (oder Gold),
-besonders als Gold, Ultramarin und Zinnober. Wird hier jedoch ersteres
-durch Gelb ersetzt, so muß man statt des letzteren ein tieferes Roth
-oder zwei verschiedene Töne wählen. Nicht minder wirksam ist die von P.
-Veronese<span class="pagenum"><a name="Seite_83" id="Seite_83">[S. 83]</a></span> mit Vorliebe angewendete Triade: Purpur, Hellblau und Gelb.
-Bei Anwendung von Gold sind die Töne tiefer zu nehmen. Auch Silbergrau
-macht sich hierbei oft günstig. Karmin, Gelbgrün und Ultramarin war
-ebenfalls bei den Italienern der guten Zeit beliebt.</p>
-
-<p>Tiefes Roth (=Carmoisin) gibt mit Grün und Gold eine untadelhafte
-Combination. Gelb anstatt Gold wirkt hier etwas beleidigend, aber gut
-bei Lampenlicht.</p>
-
-<p>Auch Orange, Grün (Spangrün) und Purpurviolett ist sehr brauchbar
-(mittelalterliche textile Arbeiten) und zu jeder dieser
-Zusammenstellungen können Schwarz, Weiß, Gold und Silber hinzutreten.</p>
-
-<p>Bei Zusammenstellungen von vier Farben wählt man am Besten zwei gute,
-im Farbenkreise ziemlich dicht bei einander stehende Paare, z. B.
-Purpur mit Grün oder Zinnober mit Blau und sucht die schädlichen
-Contraste, durch trennende Contouren oder sonstige geschickte Anordnung
-aufzuheben. Doppelpaare anderer Art erhält man, wenn man zu zwei Farben
-eine dritte, Gold oder Silber, Schwarz oder Weiß, so hinzutreten läßt,
-daß sie im Totaleindruck mit denselben Mischfarben erzeugt, was in
-maurischen Ornamenten häufig vorkommt.</p>
-
-<p>Im vierundzwanzigtheiligen Farbenkreise haben die Viertöne (1, 7,
-13, 19) ein etwas verwickeltes Verhältniß, indem zwei Töne keine
-Consonanzen mehr bilden und weniger befriedigend als Triaden wirken.
-Angenehmer, wenn auch etwas unruhig, wirken hier die Sechstöne (1, 5,
-9, 13, 17, 21).</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_84" id="Seite_84">[S. 84]</a></span></p>
-
-<p>Im 24theiligen Farbenkreise lassen sich überhaupt auf ganz willkürliche
-Art harmonische Combinationen bilden, wenn man <em class="gesperrt">solche</em> Farben
-wählt, die nach Addition ihrer Mischungsverhältnisse die drei
-Primärfarben <em class="gesperrt">zu gleichen Theilen</em> enthalten. Zu zwei ganz
-beliebig gewählten findet man durch Rechnung dann leicht die dritte.</p>
-
-<p>Verwickelte Verhältnisse sind übrigens möglichst zu meiden, obgleich
-sich solche stets auf die obenerwähnten einfachen zurückführen lassen.</p>
-
-<p>Was die Verbindungen mit <em class="gesperrt">Weiß</em>, <em class="gesperrt">Schwarz</em> und <em class="gesperrt">Grau</em>
-betrifft, so liefern <em class="gesperrt">helle</em> Farben, wie Hellblau, Rosa, tiefes
-Gelb, Hellgrün, Orange und Gold mit <em class="gesperrt">Weiß</em> die günstigste Wirkung.
-Neben dunkeln Farben wirkt Weiß ungünstig, schreiend aber neben
-Roth. Mannigfaltiger sind die Combinationen mit <em class="gesperrt">Schwarz</em>, in
-welchen die eben angegebenen hellen Töne noch wirksam zu verwenden,
-besser aber durch <em class="gesperrt">warme</em> Farbentöne zu ersetzen sind. Gelb
-erfordert neben Schwarz, um nicht zu verlieren, die Anwesenheit einer
-leuchtenden Farbe. Verbindungen von Schwarz mit dunklem Grün, Blau und
-Violett sind gänzlich zu meiden, da Schwarz hier gern die betreffende
-Complementärfarbe annimmt, was höchst störend wirkt. Sehr wirksam
-erscheint Schwarz als zwei helle Farben trennend.</p>
-
-<p>Günstig und bei geschmackvoller Verwendung oft reizend wirken
-Farbenverbindungen mit neutralem <em class="gesperrt">Grau</em> mittlerer Helle, welches
-hellen Tönen gegenüber dunkel und umgekehrt erscheint. Gleich gut
-eignet es sich zur Trennung oder Verbindung heller Töne und glanzvolle
-Wirkung ergibt die Ver<span class="pagenum"><a name="Seite_85" id="Seite_85">[S. 85]</a></span>bindung mit Mennig, Orange und Scharlachroth.
-Seine Anwendung erfordert aber insoferne Vorsicht, als es auf
-<em class="gesperrt">farbigem Grund</em> leicht in der Complementärfarbe desselben
-erscheint und z. B. auf Carminroth intensiv grün wirkt.</p>
-
-<p>Von den Paaren der Complementärfarben sind am meisten Ultramarin mit
-Gelb und Cyanblau mit Orange im Gebrauch, besonders in Glasfenstern und
-Seidenstoffen, nächstdem Violett und Gelb, in welchen Fällen letzteres
-zwar ohne Nachtheil nach Roth hin, sehr selten aber nach der grünen
-Seite hin, ohne eine unerfreuliche Wirkung zu äußern überschritten
-werden kann, welche Thatsache noch einer genügenden Erklärung harrt.</p>
-
-<p>Am Wenigsten im praktischen Gebrauch, wenigstens ohne Zusatz
-anderer Farben sind die blaugrünen und grünen Töne mit ihren
-Complementärfarben, weil hier das Schreiende am störendsten
-hervortritt, was entweder durch den Gebrauch blasser Töne vermieden
-wird, oder aber dadurch, daß man einen der Töne viel dunkler hält.</p>
-
-<p>Was nun die schlechten Combinationen betrifft, so sind solche in
-der Regel entweder zu grell und hart, oder eine Farbe schädigt die
-andere. Ersterer Fall kommt auffallender Weise nicht selten bei
-Complementärfarben vor, z. B. bei Spangrün und Carmoisin etc.</p>
-
-<p>Es üben übrigens auch manche Farben eine grelle Wirkung nebeneinander
-gebracht aus, ohne daß solche gerade Complementärfarben wären. So
-machen sich Zinnober und lichtes Chromgelb neben einander greller,
-als das dem ersteren complementäre Blaugrün oder das dem letzteren
-comple<span class="pagenum"><a name="Seite_86" id="Seite_86">[S. 86]</a></span>mentäre Blau. Wo Gelb neben Roth tritt, empfiehlt es sich daher
-ersteres hell, nicht intensiv zu halten.</p>
-
-<p>Eine Combination ist in zweiter Linie mangelhaft, sobald in ihr zu
-viele von den verschiedenen Farben fehlen, welche zusammen Weiß bilden.
-Man könnte hieraus schließen, daß die Combination desto schlechter
-sei, je näher sich zwei Farben im Farbenkreise stehen, allein diese
-Folgerung läßt im Stich, da Combinationen von gleichem Abstand im
-Kreise sich ganz verschieden verhalten. Thatsache scheint aber, daß
-der Mangel da am stärksten auftritt, wo Roth nicht vertreten ist,
-wie wir z. B. bei Ultramarin und Grün den Mangel stärker empfinden
-als bei deren Complementärfarben Blaugrün und Gelb. Mangelhafte
-Combinationen können nun zwar durch eine auf mechanische Weise leicht
-zu ermittelnde Farbe ergänzt oder vervollständigt werden, allein die
-durch Rechnung gefundene Farbe ist gerade nicht immer die passendste
-und es ist daher weniger Werth darauf zu legen, daß die Verbindung
-genau vervollständigt werde, als daß vielmehr die gesuchte Farbe sich
-mit einer der ursprünglichen zu einem guten Intervall verbinde. Soll z.
-B. die Combination von Ultramarin mit Grün verbessert werden, so können
-dazu alle zwischen Goldgelb (durch Roth) und Purpurviolett liegenden
-Töne genommen werden; die Vervollständigung kann auch durch zwei Farben
-bewirkt werden, so daß die neuen mit den ursprünglichen mehr oder
-weniger vollständige Verbindungen bilden.</p>
-
-<p>Die schädlichen Contraste kommen nur bei den mangelhafteren
-Verbindungen vor, so bei Mennig und Carmoisin, Blau und Violett etc.,
-indem hier, wie bereits oben erwähnt,<span class="pagenum"><a name="Seite_87" id="Seite_87">[S. 87]</a></span> stets durch die eine Farbe ein
-die andere schädigender Contrast hervorgerufen wird. Man kann der
-geschädigten Farbe aber dadurch aufhelfen, daß man die Farbe, durch
-welche sie beeinträchtigt wird, verdunkelt, oder im Raume beschränkt
-oder aber dadurch, daß man sie mit einer günstigeren Farbe in Berührung
-bringt.</p>
-
-<p>Die Farben besitzen noch die Eigenschaft sich gegenseitig zu verdrängen
-und sogar aufzureiben, was sich zunächst in der quantitativen Wirkung
-zeigt, wo die größere Masse die kleinere herabdrückt oder umwandelt.
-Liegen mehrere ungleich große Partien ähnlicher Töne unmittelbar neben
-einander, so scheinen die kleineren Flächen sich im Ton den größeren
-zu nähern, so daß der Unterschied in der Farbe häufig nur schwer
-sichtbar bleibt. Trennt man aber die Töne mittelst schmaler hellerer
-oder dunklerer weißer oder schwarzer Streifen etc., so erhält jeder Ton
-sofort seine ursprüngliche Stärke wieder.</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_88" id="Seite_88">[S. 88]</a></span></p>
-
-<h2 class="nobreak" id="Praktischer_Theil">Praktischer Theil.</h2>
-
-</div>
-
-<h3 id="I_Bemerkungen_ueber_Licht_und_verschiedene_Manipulationen">I. Bemerkungen
-über Licht und verschiedene Manipulationen.</h3>
-
-<h4 id="Licht_1">1. Licht.</h4>
-
-<p>Beim Malen ist ein gleichmäßiges und <em class="gesperrt">von Reflexen freies Licht</em>
-wünschenswerth. Ein Zimmer mit nach Norden gerichteten Fenstern dürfte
-sich am meisten empfehlen, weil ein solches, bei uns wenigstens, das
-gleichmäßigste Licht hat. Steht aber ein derartiges Zimmer nicht zu
-Gebot, so vermeide man unter allen Umständen, unter Einwirkung direkter
-Sonnenstrahlen zu arbeiten, da unter dem Einfluß derselben das Auge
-irre geführt wird und dann in der Regel die Schatten viel zu tief und
-zu stark eingesetzt werden. Ein unter solchen Umständen zu Stande
-gekommenes Gemälde macht in normaler, gemäßigter Beleuchtung in der
-Regel einen ungemein rohen und grellen Effekt. Wenn irgend thunlich,
-sehe man darauf, daß das Licht von der linken Seite kommt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_89" id="Seite_89">[S. 89]</a></span></p>
-
-<h4 id="Aufspannen_2">2. Aufspannen.</h4>
-
-<p>Man spanne stets das Papier auf ein Reißbrett auf und zwar so, daß die
-<em class="gesperrt">obere</em> Seite des Papieres die Malfläche bildet. Da in dieser
-Beziehung häufig Fehler begangen werden und die untere Seite in der
-Regel defekte Stellen hat, welche erst während des Malens und dann
-mitunter in sehr störender Weise zu Tage treten, so bemerke ich, daß
-die obere Seite diejenige ist, auf welcher, gegen das Licht gehalten,
-der Name des Fabrikanten oder das Wasserzeichen in der richtigen, d.
-h. zum Lesen tauglichen Stellung erscheint. Man biegt alsdann die
-Ränder nach oben etwa einen Centimeter breit um, näßt die untere Seite
-mittelst eines Schwammes tüchtig durch, bringt es dann in die gehörige
-Lage, bepinselt den umgebogenen Rand mit einer gesättigten Lösung von
-arabischem Gummi und drückt dann solchen an das Brett an, worauf man es
-zum Trocknen an einen nicht direkter Ofenhitze ausgesetzten Ort stellt.
-Nach dem Trocknen wird das Papier um so glatter aufliegen, je mehr es
-durchnäßt gewesen ist; jedoch hüte man sich, die Oberfläche, bevor das
-Papier durchaus trocken ist, sei es nun mit einem Tuch, einem Schwamm,
-oder gar mit Gummi, zu reiben oder darauf zeichnen.</p>
-
-<h4 id="Behandlung_der_Lichter_3">3. Behandlung der Lichter.</h4>
-
-<p>Lichter und hellere Gegenstände sind, wo es thunlich ist, am
-besten auszusparen. Da dies jedoch nicht immer ohne Schädigung der
-einheitlichen Behandlung des Colorits der<span class="pagenum"><a name="Seite_90" id="Seite_90">[S. 90]</a></span> Umgebung geschehen kann, so
-müssen die Lichter in vielen Fällen ganz unbeachtet bleiben, übermalt
-und später erst, gegen Beendigung der Arbeit hin, hergestellt werden.
-Die nachträgliche Herstellung von Lichtern läßt sich auf dreierlei
-Weise erreichen und zwar: 1) durch <em class="gesperrt">Ausradiren</em>, 2) durch
-<em class="gesperrt">Auswaschen</em> mit Wasser und 3) durch <em class="gesperrt">Aufsetzen</em> mittelst des
-Chinesischen Weiß.</p>
-
-<p>1. Der Gebrauch des Radirmessers, welches scharf sein muß, empfiehlt
-sich besonders da, wo viele kleinere und glanzvolle Lichter verlangt
-werden, wie z. B. auf Baumstämmen mit rauher Rinde, beim Schaume von
-Wasserfällen oder dem Spritzen von Wellen, bei Vögeln vor dunkeln
-Wolken, für Grashalme etc. Muß die radirte Stelle, was in der Regel der
-Fall ist, nachträglich noch mit einem leichten Ton übergangen werden,
-so reibe man zuvor mit <em class="gesperrt">reinem</em> Gummi &mdash; nicht mit Radirgummi
-leicht darüber weg, glätte alsdann mit dem Elfenbeinstiele des Messers
-oder mit einem Falzbein, worauf das Papier die Farbe so gut annimmt,
-als sei die Fläche nicht verletzt worden.</p>
-
-<p>2. Eine andere in vielen Fällen noch empfehlenswerthere Manier
-besteht darin, daß man die Stelle oder den Strich, welchen man von
-der Farbe befreien will, mit reinem Wasser und nicht zu gefülltem
-Pinsel übergeht (Stellen, welche ihre Farbe behalten sollen, dürfen
-nicht berührt werden), ein wenig wartet, bis die Feuchtigkeit beinahe
-aufgetrocknet ist und dann mit weichem Waschleder, oder Gummi, oder mit
-fest um den Zeigefinger gewickeltem, zartem Löschpapier scharf darüber
-wischt. Diese Prozedur erfordert indessen einige Uebung und<span class="pagenum"><a name="Seite_91" id="Seite_91">[S. 91]</a></span> man thut
-wohl, sich erst an irgend welchen Farbenklecksen die erforderliche
-Geschicklichkeit anzueignen. Helle, kleinere Gegenstände der Ferne,
-Lichter auf Wasserflächen sowie Grashalme etc. im Vordergrunde lassen
-sich sehr täuschend auf diese Weise wiedergeben.</p>
-
-<p>3. Eine dritte Manier besteht im entsprechenden Auftrage von
-Chinesischem Weiß, welches mit einem spitzen Pinsel in ziemlicher
-Consistenz und mit entschiedenem Strich aufgetragen werden muß. Dieses
-Verfahren ist besonders da zu empfehlen, wo auf dunklerem Grunde
-<em class="gesperrt">farbige</em> Gegenstände aufgemalt werden sollen. Angenommen, im
-Vordergrund sei ein Flußufer mit üppiger Vegetation und gelben, sich
-von dem dunklerem Grunde abhebenden Irisblumen darzustellen, so würde
-das Aussparen der Irisblüthen einerseits sehr zeitraubend sein,
-andererseits aber der breiten Behandlung der grünen Blätterbüsche
-entschieden Eintrag thun. In solchem Falle würde man daher besser diese
-Blüthen erst bei Beendigung des Bildes mit Weiß aufsetzen und dieselben
-nach dem Trocknen mit <span class="antiqua">Indian Yellow</span> oder <span class="antiqua">Cadmium</span>
-koloriren, womit eine naturgetreue Wiedergabe erzielt würde. Nicht zu
-empfehlen wäre aber, wenn man Gelb und Weiß zusammen mischen und die
-Blüthen in <em class="gesperrt">einem</em> Auftrag geben wollte, was eine weit weniger
-glanzvolle Wirkung zur Folge haben würde. Dasselbe Verfahren empfiehlt
-sich auch, wo nach Vollendung eines Bildes einige kleine Figürchen als
-Staffage aufgesetzt werden sollen, deren Aussparen ebenfalls in den
-meisten Fällen sehr hinderlich sein würde. Hier wird die ganze Figur
-mit <span class="antiqua">Chinese White</span> dick aufgesetzt und<span class="pagenum"><a name="Seite_92" id="Seite_92">[S. 92]</a></span> nach dem Trocknen wie
-jede andere weiße Fläche gemalt, mit dem Unterschiede jedoch, daß hier
-eine entschiedene Pinselführung nothwendig ist, damit nicht durch zu
-vieles Stricheln und Uebergehen der weiße Grund ausgearbeitet werde,
-was dann nichts weniger als erfreulich wirken würde.</p>
-
-<p>Welche von diesen drei Verfahrungsweisen man in einem gegebenen Falle
-anwende, hängt einerseits von der Natur des Gegenstandes, andererseits
-aber auch von dem Geschmack und der Geschicklichkeit des Darstellers
-ab. Es ist jedoch stets im Auge zu behalten, daß man Lichter und
-hellere Stellen größerer Dimensionen besser ausspart, wo nicht
-erhebliche Hindernisse im Wege stehen. Würde z. B. das Gemälde einen
-dunkelgrünlichen See darstellen und im Vordergrunde befänden sich in
-Abständen einige hohe Bäume, deren Stämme vertikale, helle Streifen
-über den See bildeten, so würde das Aussparen dieser Stämme die
-nothwendige, gleichmäßige Behandlung der Wasserfläche fast unmöglich
-machen. Man würde daher die Stämme unbeachtet lassen, solche mit allen
-Wassertönen übergehen und erst nach Fertigstellung der Wasserfläche
-dieselben nach dem unter 2) angegebenen Verfahren herauswischen, dann
-mit den nothwendigen Tönen übermalen und fertig modelliren. Dasselbe
-Verfahren wendet man auch an, wo es gilt, zu dunkel aufgetragene Töne
-aufzuhellen, wobei man in der Regel nur nöthig hat, die betreffende
-Stelle mehrmals mit reinem Wasser zu übergehen und solches dann
-mit Löschpapier aufzutrocknen, worauf der Ton nach dem Trocknen
-heller geworden sein wird. Sollte dies jedoch nicht genügt haben, so
-wiederhole man diese Procedur und reibe nach dem<span class="pagenum"><a name="Seite_93" id="Seite_93">[S. 93]</a></span> Auftrocknen mit
-Löschpapier die Stelle sanft mit etwas Brodkrume, doch nicht von zu
-frischem Brod.</p>
-
-<p>Im <em class="gesperrt">Allgemeinen</em> dürfte das Verfahren des Auswaschens noch am
-meisten zu empfehlen sein und zwar vorzüglich aus dem Grunde, weil an
-Lichtern, welche durch das Radirmesser oder mit Weiß hergestellt worden
-sind, häufig nicht mehr viel zu ändern ist, ohne daß unerwünschte
-Wirkungen hervorgerufen werden. Immerhin sei der Lernende nicht
-ängstlich, da man Aengstlichkeit dem Bilde sofort ansieht und ein
-keckes Licht, selbst wenn es nicht ganz korrekt ausgefallen sein
-sollte, immer noch besser aussieht, als ein ganz korrektes, welches
-die Aengstlichkeit, unter welcher es zu Stande gekommen ist, zur Schau
-trägt. Weiter ist noch zu beherzigen, daß man, welches Verfahren
-man auch anwende, nie mit dem Einsetzen von Lichtern beginne, bevor
-das Papier absolut trocken geworden ist, indem das Bild andernfalls
-erheblich beschädigt würde.</p>
-
-<p>Viele Lichteffekte, und nicht selten gerade die wirkungsvollsten, sind
-indessen ganz zufällige Resultate, denn sehr häufig laufen die nassen
-Töne in ganz unerwarteter Weise in einander und liefern Effekte, welche
-vielleicht die beste Absicht des Malers nicht wohl in der erhaltenen
-Weise erreicht hätte. Es kommt dies besonders häufig beim Malen nach
-der Natur vor und zwar in Folge der Schnelligkeit, mit welcher man zu
-arbeiten alsdann in der Regel gezwungen ist. Aus solchen Zufälligkeiten
-Vortheil zu ziehen erfordert aber schon einen gewissen Grad von
-Geschicklichkeit und Uebung wie nicht minder Geschmack und etwas
-Phantasie.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_94" id="Seite_94">[S. 94]</a></span></p>
-
-<p>Lichtstrahlen, wie sie nicht selten aus Oeffnungen zwischen Wolken
-dem Auge erscheinen, lassen sich sehr vortheilhaft auf folgende Weise
-darstellen. Man nimmt ein Stück starkes Papier mit gerade geschnittenem
-Rand und legt es in der Richtung, welche die darzustellenden Strahlen
-verfolgen, auf den Himmel. Hierauf übergeht man den Theil der Luft
-längs des Papierstreifens mit einem breiten, flachen Pinsel und
-reinem Wasser oder auch mit einem zarten Schwämmchen und trocknet mit
-Löschpapier auf, was den gewünschten Effekt sehr naturgetreu wiedergibt.</p>
-
-<h4 id="Unfaelle_beim_Malen_4">4. Unfälle beim Malen.</h4>
-
-<p>Es kann vorkommen, daß man aus Unvorsichtigkeit einen mit Farbe
-gefüllten Pinsel, oder ein Stück Farbe auf einen Theil des Bildes
-fallen läßt, wo die betreffende Farbe durchaus schädlich wirken
-würde. In solchem Falle nehme man <em class="gesperrt">sofort</em> die Farbe mit nassem
-Schwämmchen und ohne viel zu wischen auf, da, wenn dieselbe Zeit
-gehabt hat in das Papier einzudringen, das Entfernen derselben eine
-sehr zeitraubende, mühsame Arbeit ist, welche unter Umständen ganz
-vergeblich sein kann.</p>
-
-<p>Tintenflecke und Tusche sind sehr schwierig zu entfernen. Man läßt
-solche am besten trocknen, radirt sie dann weg und tüpfelt die Stelle
-mit spitzem Pinsel und dem geeigneten Ton vorsichtig aus.</p>
-
-<p>Ist ein bedeutenderer und nicht mehr gut zu bewältigender Unfall
-vorgekommen, so fängt man von Neuem an. Sollte er jedoch im
-Vordergrunde eines umfangreicheren, zum großen<span class="pagenum"><a name="Seite_95" id="Seite_95">[S. 95]</a></span> Theile fertigen Bildes
-sein, an welches man viel Mühe und Fleiß verwendet hat, so läßt
-sich hier und da der Himmel und die Ferne, nach Umständen auch der
-Mittelgrund noch retten. Je nach der Art des Vordergrundes schneidet
-man alsdann die verschiedenen Gegenstände desselben vorsichtig
-heraus, bis das Bild getrennt ist. (Bei Seestücken etc. schneidet man
-am besten die Horizontlinie durch.) Man wendet hierauf das Papier
-um und schabt mit scharfem Messer die Schnittgrenze möglichst dünn.
-Alsdann spannt man einen neuen Bogen auf, bestreicht solchen bis zu
-den Grenzen des aufzuheftenden Blattes mit Gummi, befeuchtet die
-Rückseite des aufzuklebenden Theiles mehrmals mit dem Schwamm, trocknet
-mit Löschpapier ab und bringt das zu rettende Theil dann auf den
-aufgespannten Bogen. Wird dies sorgfältig ausgeführt, so ist diese
-Reparatur schwer zu sehen und malt man alsdann einen neuen Vordergrund.
-Wo sich erforderliche Aenderungen in kleinerem Maßstabe ausführen
-lassen, bedient man sich am zweckmäßigsten eines um den Zeigefinger
-gewickelten Stückes nassen Waschleders, welche Methode bei kleineren
-Flächen dem Abwaschen mittelst des Schwammes entschieden vorzuziehen
-ist. Der Effekt von Sand auf Wegen und an Ufern läßt sich auf dieselbe
-Weise auf körnigem Papier sehr täuschend nachahmen, indem man so die
-Farbe von den Erhöhungen des Papieres sanft abwischt.</p>
-
-<p>Wo hingegen große Flächen, wie z. B. in der Luft, geändert werden
-sollen, da ist der Schwamm am Platze, welchen man mit reinem Wasser
-füllt, die betreffende Fläche damit geradezu abwascht und dann ruhig
-trocknen läßt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_96" id="Seite_96">[S. 96]</a></span></p>
-
-<p>Ist ein Gegenstand durch häufiges Uebermalen trüb und schmutzig im Ton
-geworden, so überdeckt man denselben, sofern er nicht allzu groß ist,
-mit <span class="antiqua">Chinese White</span> und malt, sobald dieser Auftrag getrocknet
-ist, die geeigneten Töne darüber, was alsdann so frisch wirkt, als
-habe man auf das weiße Papier gemalt. Bei größeren Gegenständen jedoch
-empfiehlt sich dieses Verfahren nicht und trage man in solchen Fällen
-den entsprechenden Ton mit <span class="antiqua">Chinese White</span> <em class="gesperrt">gemischt</em> auf,
-was ebenfalls frisch wirkt.</p>
-
-<h4 id="Pinselfuehrung_5">5. Pinselführung.</h4>
-
-<p>Die Art und Weise, wie man den Pinsel zu handhaben versteht, ist von
-großer Wichtigkeit, da von einer sicheren, leichten Pinselführung,
-besonders bei Behandlung des Details, häufig zum großen Theil die
-Wirkung eines Gemäldes abhängig ist. Im Allgemeinen lege man die Hand
-leicht auf, ohne jedoch die freie Bewegung des Handgelenkes und der
-den Pinsel führenden Finger zu beeinträchtigen. Die ersten Töne lege
-man stets kühn und mit einem Strich dem Umrisse entlang an, nicht mit
-ängstlichem Vor- und Rückwärtsschleppen des Pinsels. Es muß auch schon
-hier auf die Wichtigkeit der korrekten Zeichnung hingewiesen werden,
-indem Mangel an Bestimmtheit in der Anlage der Töne in den meisten
-Fällen aus der mangelhaften Zeichnung der Umrisse resultirt. Zu einer
-wirksamen Pinselführung, besonders bei Behandlung größerer Laubmassen,
-sowie in der Bedeckung größerer Flächen mit gleichmäßigem Ton, was in
-nicht ganz geringen Dimensionen bei erster Anlage häufig nothwendig<span class="pagenum"><a name="Seite_97" id="Seite_97">[S. 97]</a></span>
-ist, gehört ein gewisses Maß von Schnelligkeit und Gewandtheit, und
-diese zu erlangen erfordert Uebung. Der Anfänger beherzige jedoch, daß
-diese mechanischen Schwierigkeiten bei Aufmerksamkeit und Fleiß sehr
-schnell zu überwinden sind. Bei erster Anlage von Tönen sehe man auch
-besonders darauf, eine genügende Portion Farbe angerieben zu haben,
-damit dieselbe nicht schon während der Arbeit aufgebraucht wird, man
-den Pinsel stets füllen kann und die Farbe leicht fließt, denn hierauf
-beruht die Reinheit der Töne. Man vermeide jedoch andrerseits den
-Pinsel mit Farbe zu überfüllen, damit nicht Flecken entstehen. Farbe,
-welche nicht flüssig ist, dringt nicht in das Papier ein, indessen
-verwässere man nicht zu sehr, sondern verdünne nur so weit, als es
-die nothwendige Stärke des Tones erfordert, wobei man beachte, daß
-die Farben im Trocknen stets <em class="gesperrt">heller</em> werden. Bei Behandlung von
-Detail ziehe man den gefüllten Pinsel vor der Anwendung etwas seitwärts
-über ein zu diesem Zwecke bereit zu haltendes Papier, damit man eine
-gute Spitze erhält.</p>
-
-<p>Wichtig ist ferner noch, daß man den Pinsel stets in der Richtung
-der Formen führe, also daß man z. B. eine aus horizontalen Brettern
-bestehende Wand nicht etwa mit senkrechten Pinselstrichen anlege.</p>
-
-<p>Der Anfänger mag vielleicht von seinen ersten Farbenaufträgen wenig
-befriedigt sein, denn gleichmäßiger Auftrag und Ton, sowie geschicktes
-Einhalten der Linien erfordern Uebung. Wiederholte Versuche werden
-jedoch erkennen lassen, daß die Technik bei einigem Fleiße weniger
-schwierig ist, als sie Manchem anfangs erscheinen mag.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_98" id="Seite_98">[S. 98]</a></span></p>
-
-<p>Man werfe übrigens nie eine Skizze oder ein Bild weg, wie wenig
-befriedigend die Arbeit auch zur Zeit erscheinen möge, indem manches
-gar nicht so schlechte Werk auf diese Weise in momentaner übler Laune
-vernichtet wird, was sehr häufig in der Zeit der ersten Studien nach
-der Natur vorkommt. Ich habe dies vielfach an mir selbst erfahren und
-Skizzen, von welchen ich anfangs sehr wenig erbaut zu sein Ursache zu
-haben glaubte, wurden von Künstlern nicht selten als gelungen erachtet.
-Ist man einer Arbeit überdrüssig, indem man solche für mißrathen hält,
-so lege man sie auf längere Zeit aus den Augen. Betrachtet man sie
-dann später einmal wieder, so sieht man sie in den meisten Fällen mit
-anderen Augen an und findet nicht selten manches Schöne darin, was
-veranlaßt, daran weiter zu arbeiten und dieselbe einem erwünschten
-Ende zuzuführen. An Studien nach der Natur lasse man sich jedoch nicht
-beikommen, etwa zu Hause angekommen, noch etwas <em class="gesperrt">verbessern</em> zu
-wollen.</p>
-
-<h4 id="Umrisszeichnung_und_erster_Ton_6">6. Umrißzeichnung und erster Ton.</h4>
-
-<p>Nachdem das Papier aufgespannt worden, was ich beim Malen im Zimmer
-unbedingt empfehle, und nachdem es absolut trocken geworden ist,
-gilt es, das Darzustellende zu zeichnen. Die Zeichnung, welche sich
-lediglich auf Umrisse ohne Schatten beschränkt, ist hierbei von solcher
-Wichtigkeit, daß ich mich etwas umständlicher darüber zu verbreiten
-für nothwendig erachte, umsomehr, als Manche oberflächlich darüber
-hinwegeilen, in der Meinung, unter dem Malen würde sich alles finden
-und manches Undeutliche oder Unrichtige<span class="pagenum"><a name="Seite_99" id="Seite_99">[S. 99]</a></span> ließe sich noch verbessern,
-was aber in vielen Fällen zu Enttäuschungen führt. Eine korrekte
-Zeichnung dagegen erspart vieles Unangenehme und läßt eine weit
-sicherere Pinselführung zu, wodurch die Töne hell und klar bleiben.
-Die Umrißlinien zeichne man leicht, aber doch immer so sorgfältig,
-daß unbestimmte, vage Deutungen vermieden werden, sofern solche der
-Gegenstand an und für sich nicht schon mit sich bringt. Wolken zeichne
-man als sehr veränderliche Gegenstände nur äußerst leicht oder noch
-besser gar nicht, sondern gebe sie erst mit dem Pinsel. Die Ferne,
-Gebirg etc. ist ebenfalls nur leicht und zart zu geben, aber doch
-korrekt und mit nicht zu geraden Strichen. Ferne Gegenstände zeichne
-man stets nur in der allgemeinen Form, ohne Detail, wie z. B. bei
-Gebirg die Silhouette genügt. Beim Zeichnen von Bäumen hat man sich
-ebenfalls <em class="gesperrt">bestimmter</em> Umrißlinien zu enthalten und letztere
-sehr flüchtig zu geben, da die Ausladungen, wie überhaupt die äußeren
-Formen der Laubtheile eine eigenthümliche, durchaus freie, ungezwungene
-Pinselführung erfordern, welche sich, ohne das Gemälde zu schädigen,
-nicht an eine streng vorgeschriebene Linie binden läßt. Stämme und
-Aeste, soweit solche sichtbar, wie Gegenstände des Vordergrundes
-erfordern schon größere Berücksichtigung des Details. Besonders große
-Aufmerksamkeit bedingen aber architektonische Entwürfe, namentlich die
-Fenster, Thüren, Schornsteine, Giebel, sowie etwaige ornamentale Theile.</p>
-
-<p>Stets vermeide man jedoch die Bleistiftstriche zu stark zu markiren;
-auch reibe man nicht allzuviel mit Gummi, da ein zu starker Gebrauch
-des letzteren die Textur des Papieres angreift.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_100" id="Seite_100">[S. 100]</a></span></p>
-
-<p>Nachdem eine korrekte Zeichnung hergestellt ist, bereitet man in einem
-nicht zu flachen Porzellannäpfchen einen flüssigen blassen Ton von
-<span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, welchem man etwas <span class="antiqua">Brown Madder</span> zusetzt. Von
-diesem Ton, welcher eine schwache Orangefarbe besitzen muß, bereite man
-eine hinreichende Quantität, nehme dann einen breiten, flachen Pinsel
-und übergehe das ganze Bild mit diesem Ton. Das Brett bringe man in
-geneigte Lage, damit die Farbe nach unten zu fließen geneigt ist, halte
-den Pinsel stets gefüllt und führe solchen in leichten Strichen über
-die Fläche.</p>
-
-<p>Das Bild erhält diesen Unterton aus dem Grunde, weil das weiße
-Papier in den hellsten Lichtern, besonders in denen der Luft, etwas
-roh wirkt. Es bleibt aber zu beachten, daß obiger Ton nur für helle
-Tagesbeleuchtung und sonnige Effekte geeignet ist, während bei
-Abendbildern oder düsteren Stimmungen <span class="antiqua">Brown Madder</span> vorherrschen
-muß. Statt der angegebenen Mischung lassen sich auch ebensogut
-<span class="antiqua">Mars</span> und <span class="antiqua">Neutral Orange</span> verwenden, welchem letzteren
-man für düstere Stimmung etwas <span class="antiqua">Brown Madder</span> zusetzt. Nachdem
-dieser Ton vollständig aufgetrocknet ist, ja nicht früher, übergeht
-man das Bild sanft mit flachem Pinsel und reinem Wasser, wodurch alle
-nicht in das Papier gedrungene Farbe entfernt wird. Man sehe darauf,
-daß dieser erste Ton sich vom weißen Papier nur schwach abhebe, außer
-bei Darstellung intensiv gefärbter Abendhimmel, wo er um mehrere
-Grade farbiger sein darf, da ein zu starker Orangeton bei normaler
-Beleuchtung das Blau der Luft vollständig zerstören würde. Häufigere
-Praxis wird indessen, wie überall so auch hier, der beste Lehrmeister
-sein.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_101" id="Seite_101">[S. 101]</a></span></p>
-
-<p><em class="gesperrt">Anmerkung.</em> Beim Malen nach der Natur verliere man keine Zeit mit
-Untermalen, wo es nicht gerade wünschenswerth oder unbedingt nöthig
-erscheint, wie z. B. bei Abendhimmeln.</p>
-
-<h4 id="Farbenmischung_7">7. Farbenmischung.</h4>
-
-<p>„Es fällt mir so schwer die richtigen Farbentöne durch das Mischen
-heraus zu bekommen“ ist eine Klage, welche man von Anfängern im Malen
-häufig zu hören Gelegenheit hat und mir selbst ist sie nicht erspart
-worden. Da die Natur so unendliche Verschiedenheit in den Farbentönen
-bietet und jeder dieser Töne mehr oder weniger von den zu unserer
-Disposition stehenden Farben abweicht, &mdash; oder mit anderen Worten,
-da fast alles, was wir in der Natur sehen, gebrochene Töne zeigt, so
-ist die Klage in Bezug auf ihr Entstehen eine sehr verständliche. Wer
-sich <em class="gesperrt">gründliche</em> Kenntniß der Farbenmischung verschaffen will,
-dem rathe ich folgenden Weg. Er ist etwas umständlich, aber er führt
-sicher zum Ziele. Man lege ein aus gut geleimtem Papier bestehendes
-Heft an und liniire solches in Quadraten von etwa 1 Centimeter. In
-dieses Heft trage man alle in den Kapiteln über das Colorit angegebenen
-Farbenmischungen in etwa nachstehender Weise ein:</p>
-
-<h5 class="s4 normalweight" id="Cobalt_und_Rose_Madder_1">1. <span class="antiqua">Cobalt</span> und
-<span class="antiqua">Rose Madder</span> □ □ □</h5>
-
-<p>Das erste Quadrat kolorire man mit einem Ton, worin die erste Farbe,
-also <span class="antiqua">Cobalt</span>, vorherrscht, in dem zweiten halte man die
-Quantität beider Farben gleich und im dritten sei die letztere Farbe
-im Ueberschuß und so fort. Dasselbe gilt<span class="pagenum"><a name="Seite_102" id="Seite_102">[S. 102]</a></span> auch von den Mischungen aus
-drei Farben, z. B. <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span>. Hier sei im ersten Quadrate ebenfalls die erste Farbe im
-Ueberschuß, im zweiten die Quantität aller gleich und im dritten
-die letztere Farbe vorherrschend. Zur genauen Kenntniß der mit
-Mischung von <em class="gesperrt">drei</em> Farben zu erhaltenden Töne und zu einem
-<em class="gesperrt">vollständigen</em> und <em class="gesperrt">klaren</em> Einblick in die Natur der
-Mischungsverhältnisse gelangt der Anfänger jedoch besser auf folgendem
-Wege: Er fülle zehn Quadrate mit einer Mischung von drei Farben (1. 2.
-3.) in folgenden Verhältnissen aus:</p>
-
-<table summary="Zehn Quadrate">
- <tr>
- <td class="tdr">
- 1.
- </td>
- <td class="tdc">
- Quadrat
- </td>
- <td class="tdl" colspan="9">
- die 3 Farben in gleichem Verhältniß,
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- 2.
- </td>
- <td>
- &emsp;&ensp;„
- </td>
- <td class="tdc">
- 1
- </td>
- <td class="tdc">
- im
- </td>
- <td class="tdc">
- Ueberschuß,
- </td>
- <td class="tdc">
- 2
- </td>
- <td class="tdc">
- und
- </td>
- <td class="tdc">
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- <tr>
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- <tr>
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- 9.
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- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- 10.
- </td>
- <td>
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- 3
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- 2
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- 1
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- <td>
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- </td>
- <td>
- &emsp;&nbsp; „
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p>Dabei ist zu beobachten, daß man die einzutragenden Töne nicht
-allzusehr verwässere; dieselben müssen zwar durchsichtig, aber immer
-noch ziemlich kräftig in der Farbe sein. Diese Arbeiten sind zwar
-etwas mühsam und ziemlich zeitraubend, aber für genaue Kenntniß der
-Mittel müssen solche als äußerst instruktiv bezeichnet werden und sind
-dieselben umsomehr zu empfehlen, als Gewöhnung an wenige konventionelle
-Töne für gewisse Zwecke, wie man es selbst in besseren Bildern<span class="pagenum"><a name="Seite_103" id="Seite_103">[S. 103]</a></span> leider
-noch immer findet, der künstlerischen Darstellung wenig angemessen ist.</p>
-
-<h4 id="Lasuren_8">8. Lasuren.</h4>
-
-<p>Unter Lasiren versteht man das rasche Uebergehen eines eigentlich
-bereits fertigen größeren oder kleineren Theiles eines Bildes oder
-eines einzelnen Gegenstandes, um die Farbe desselben entweder zu
-erhöhen, in der Wirkung herabzustimmen, oder um dieselbe überhaupt im
-Ton zu verändern. Zu diesem Zwecke bedient man sich einer <em class="gesperrt">ziemlich
-flüssigen</em> transparenten Farbe, welche in raschem Auftrag über die
-betreffende Stelle gelegt werden muß, damit die früheren Töne nicht
-gestört werden. Der Pinsel darf hiebei aber nicht mit Farbe überladen
-sein. Die Wirkung, welche durch diese Lasuren erreicht wird, ist in den
-meisten Fällen eine wesentlich andere, als diejenige, welche durch das
-Mischen der betreffenden Farben erreicht werden würde. So liefert z.
-B. I<span class="antiqua">ndian Red</span> mit <span class="antiqua">Rose Madder</span> gemischt einen wesentlich
-anderen Ton als wenn ein Auftrag ersterer Farbe später mit letzterer
-lasirt wird.</p>
-
-<p>Zu Lasuren eignen sich vorzugsweise die <em class="gesperrt">leichten durchsichtigen</em>
-Farben, wie Gummigutt, Indischgelb, <span class="antiqua">Light Red</span>, die Krappfarben
-etc., doch können selbst schwere Farben und Deckfarben, wie Chromoxyd,
-<span class="antiqua">Lemon Yellow</span>, <span class="antiqua">Indian Red</span>, <span class="antiqua">Cadmium</span> bei genügender
-Verdünnung und gewandter Behandlung zu Lasuren verwendet werden.
-Häufige Anwendung findet die Mischung von <span class="antiqua">Gamboge</span> mit <span class="antiqua">Rose
-Madder</span>, welche allen Tönen als Lasur einen <em class="gesperrt">leuchtenden</em>
-Charakter ertheilt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_104" id="Seite_104">[S. 104]</a></span></p>
-
-<div class="section">
-
-<h3 id="II_Das_Colorit">II. Das Colorit.</h3>
-
-</div>
-
-<p>In den nachfolgenden Kapiteln werde ich zu Anfang eines jeden eine
-Tabelle der für den betreffenden Gegenstand dienlichen Farben und
-Mischungen geben. Der Kenner wird keinen brauchbaren Ton vermissen,
-eher vielleicht zu große Ausführlichkeit finden. Ich bin aber
-absichtlich in Betreff der Angabe der Mischungen so ausführlich wie
-möglich gewesen, um dem strebsamen Dilettanten nichts vorzuenthalten.
-Wenn auch die Wenigsten alle von mir angegebenen Töne durcharbeiten
-werden, vielmehr der Eine sich mehr diese, der Andere sich mehr jene
-Reihe von Tönen in der Praxis aneignen wird, so kam es mir doch
-hauptsächlich darauf an, zu zeigen, <em class="gesperrt">unter welchen Umständen</em>
-und <em class="gesperrt">in welchen Combinationen jede Farbe der Verwendung fähig
-ist</em>. Nur mit <em class="gesperrt">vollständiger</em> Kenntniß und Beherrschung des
-zu Gebote stehenden Materials ist es möglich, ein guter Colorist zu
-werden und bei Angabe nur der hauptsächlichsten Farbentöne wäre ich
-Gefahr gelaufen, den Weg zu dem verwerflichen <em class="gesperrt">conventionellen</em>
-Colorit zu bahnen, welches leider, besonders bei Dilettanten, noch
-allzuhäufig angetroffen wird. Nach Angabe der zu verwendenden
-Farbencombinationen werde ich dann in Fällen, wo es nothwendig
-erscheint, ganz besonders bei der Luft, das praktische Verfahren so
-eingehend, als es das geschriebene Wort zuläßt, erläutern,<span class="pagenum"><a name="Seite_105" id="Seite_105">[S. 105]</a></span> muß aber
-darauf aufmerksam machen, daß ich mit Angabe der Farben bei diesen
-technischen Anweisungen über Behandlung von Luft und Wolken keine
-<em class="gesperrt">Normal-Rezepte</em> zu geben beabsichtige, welche in <em class="gesperrt">allen</em>
-Fällen anzuwenden seien, vielmehr wollte ich mit diesen Darstellungen
-nur irgend welche Mittel zum Zwecke und ihre Anwendung ausführlicher
-erörtern.</p>
-
-<p>Beim Mischen combinirter Töne mache man es zur Regel, mit der
-vorherrschenden Farbe zu beginnen und in geringer Menge die
-übrigen nach und nach, bis zur Erreichung des beabsichtigten Tones
-beizumischen. Die vorzugsweise brauchbaren Töne sind <b>fett</b>
-gedruckt.</p>
-
-<h4 id="II_A_Luft_und_Wolken">A. Luft und Wolken.</h4>
-
-<h5 id="II_A_1_Colorit">1. Colorit.</h5>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Für Tageshimmel.</em></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><b>Cobalt</b></span> allein oder mit <span class="antiqua"><b>Rose Madder</b></span> &mdash; mit
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span>, &mdash; mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red</em></span>, &mdash; mit wenig
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple Madder</em></span>, &mdash; mit wenig <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>.</p>
-
-<p>Statt des <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> kann auch bei <em class="gesperrt">sehr</em> klarer
-Luft <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span> genommen werden, doch wird
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> in den meisten Fällen besser entsprechen.
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span> paßt <em class="gesperrt">im Allgemeinen</em> mehr für südliche
-Himmel.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Ultramarin Ash.</em></span></p>
-
-<p>Obigen Tönen sehr wenig <span class="antiqua">Permanent Chinese White</span> zugesetzt gibt
-mehr Tiefe.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_106" id="Seite_106">[S. 106]</a></span></p>
-
-<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Sehr</em> zarte luftige Töne liefern:</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Naples
-Yellow</em></span>, eine besonders für neblige Effekte und schwüle
-Atmosphäre unersetzliche Combination.</p>
-
-<p class="hang1"><em class="gesperrt">Cobalt</em>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Aureolin</em></span>.</p>
-
-<p class="mtop1">In der <em class="gesperrt">Dämmerung</em> kommen für die <em class="gesperrt">oberen</em> Theile der Luft in
-Betracht:</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> &mdash; mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple
-Madder</em></span> &mdash; oder mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und wenig <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple
-Madder</em></span> oder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red</em></span>.</p>
-
-<p class="center mtop1">Für <em class="gesperrt">mondhelle Nächte</em> passen:</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>, <em class="gesperrt">Schwarz</em> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span> oder
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span> lasirt.</p>
-
-<p>Für die <em class="gesperrt">Wolken</em> in Mondscheinlandschaften eignen sich
-vorzugsweise: <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lamp Black</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French
-Blue</em></span>, dann <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span>
-und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>. Der Mond selbst ist in blassem
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>, und, wenn nahe dem Horizont, im unteren Theile
-in <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span> zu halten.</p>
-
-<p>Für einfarbige, <em class="gesperrt">graue</em> Lüfte eignen sich außer den weiter unten
-für Wolken angegebenen Tönen besonders:</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> (oder <span class="antiqua">Indigo</span>) mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_107" id="Seite_107">[S. 107]</a></span></p>
-
-<p class="p0">(Für Wolken in solcher Luft: <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown
-Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> &mdash; etwas schattirt mit
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>.)</p>
-
-<p>Für <em class="gesperrt">Sonnenaufgang</em> wie <em class="gesperrt">Sonnenuntergang</em> kommen in den
-verschiedenen Theilen der Luft in Anwendung:</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> &mdash; mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose
-Madder</em></span> &mdash; mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple Madder</em></span> &mdash; mit
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vermilion</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span> allein oder mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span>
-&mdash; mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red</em></span> &mdash; mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> &mdash;
-oder mit wenig <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cadmium</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red</em></span> oder mit
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span> allein oder mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow
-Ochre</em></span>, &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Roman Ochre</em></span>, &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose
-Madder</em></span>, &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw Umber</em></span>, &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt
-Sienna</em></span>, &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Umber</em></span>, &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke
-Brown</em></span>, &mdash; oder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span> allein oder mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span>,
-&mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> &mdash; oder mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> allein oder mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red</em></span>
-&mdash; oder mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Naples Yellow</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple Madder.</em></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Mars Orange.</em></span></p>
-
-
-<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Töne für Wolken.</em></p>
-
-<p class="center">Allgemeine Töne bei schönem Wetter.<span class="pagenum"><a name="Seite_108" id="Seite_108">[S. 108]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><b>Cobalt</b></span>, <span class="antiqua"><b>Rose Madder</b></span> und <span class="antiqua"><b>Yellow
-Ochre</b></span>. Herrliche, silbergraue Töne. Je nach den
-Mischungsverhältnissen 1. 3. 2. &mdash; 2. 3. 1. &mdash; 2. 1. 3. &mdash; 3.
-2. 1. liefern diese drei Farben die verschiedensten brauchbaren
-Nüancen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><b>Cobalt</b></span> mit <span class="antiqua"><b>Light Red</b></span> (auch 2. 1. &mdash;
-oder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span> statt <span class="antiqua">Cobalt</span>) zarte, luftig
-wirkende Töne.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><b>Cobalt</b></span> und <span class="antiqua"><b>Rose Madder</b></span> oder <span class="antiqua"><b>Brown
-Madder</b></span> (auch für Schatten.)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vermilion</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lamp Black</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lake</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt
-Sienna</em></span> (auch 2. 3. 1. &mdash; 1. 3. 2. &mdash; 3. 1. 2.) weniger zu
-empfehlen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> für Mitteltöne.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown
-Madder</em></span>, auch für Schatten.</p>
-
-<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Töne für Wolken, deren Ton in’s Purpurne fällt.</em></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><b>Light Red</b></span>, <span class="antiqua"><b>Rose Madder</b></span> und
-<span class="antiqua"><b>Cobalt</b></span> liefert einen unermeßlichen Reichthum von
-Tönen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Purple Madder</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span> mit <span class="antiqua">Rose Madder</span> oder mit <span class="antiqua">Brown
-Madder</span>.</p>
-
-<p>Für Töne von beträchtlicher Kraft ist <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span> anstatt
-des <span class="antiqua">Cobalt</span> zu verwenden, wenigstens stets in den letzten
-Aufträgen.<span class="pagenum"><a name="Seite_109" id="Seite_109">[S. 109]</a></span></p>
-
-<p class="p0 padleft2 mtop1"><em class="gesperrt">Töne für Regenwolken, wie überhaupt für dunkeltönige Wolken,
-auch für Wolken in der Dämmerung und außer dem Bereich der
-Sonne.</em> &mdash; Siehe auch unter den Tönen für Gewitterwolken.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><b>Indigo</b></span> mit <span class="antiqua"><b>Light Red</b></span> oder <span class="antiqua"><b>Indian
-Red</b></span>. Sehr nützliche Combinationen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> mit <span class="antiqua">Brown Madder</span> &mdash; oder mit <span class="antiqua">Lake</span> und
-<span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Indian Red</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Indian Red</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Töne für Wolken von kaltem Grau.</em></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> (oder <span class="antiqua">French Blue</span>) und Schwarz.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><b>French Blue</b></span>, <span class="antiqua"><b>Lamp Black</b></span> und <span class="antiqua"><b>Rose
-Madder</b></span>. Zart.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Blue, Black</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Sepia</span> und wenig <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Ultramarin Ash</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>. Sehr zart.</p>
-
-
-<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Töne für Gewitterwolken und stürmische Luft.</em></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><b>French Blue</b></span> und <span class="antiqua"><b>Lamp Black</b></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><b>French Blue</b></span>, <span class="antiqua"><b>Lamp Black</b></span> und <span class="antiqua"><b>Light
-Red</b></span>, noch drohender.</p>
-
-<p class="hang1">Schwarz und <span class="antiqua">Light Red</span>, sehr trüber, schmutziger Ton; auch
-für dunkle Stellen der Wolken passend.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><b>Indigo</b></span> mit <span class="antiqua"><b>Indian Red</b></span> oder <span class="antiqua">Brown
-Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> mit <span class="antiqua">Blue Black</span> für schwere Güsse
-herabschüttende Wolken.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> mit <span class="antiqua">Indian Red</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> &mdash; mit
-<span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Lake</span> &mdash; mit <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und
-<span class="antiqua">Lake</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_110" id="Seite_110">[S. 110]</a></span></p>
-
-<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Töne für Gewölk des Abend- und Morgenhimmels.</em></p>
-
-<p class="s5 center"><span class="antiqua">a.</span> Für goldglänzende Wolken.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cadmium</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> allein oder mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> allein oder mit <span class="antiqua">Rose Madder</span> &mdash; oder mit
-<span class="antiqua">Cadmium</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> allein oder mit <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="s5 center"><span class="antiqua">b.</span> Für orangetönige Wolken.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cadmium</span> mit <span class="antiqua">Indian Red</span> oder mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> mit <span class="antiqua">Rose Madder</span> oder <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Mars Orange.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> mit <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> oder mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>,
-letztere Combination zu Lasuren.</p>
-
-<p class="s5 center"><span class="antiqua">c.</span> Wolken in Scharlachtönen.</p>
-
-<p>Hier kommen die oben aufgeführten Combinationen in Betracht, jedoch mit
-dem Unterschiede, daß <em class="gesperrt">Roth</em> vorherrschen muß, dann Lasuren von
-<span class="antiqua">Gamboge</span> mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="s5 center"><span class="antiqua">d.</span> Wolken in Carmoisintönen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Red</span> lasirt mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>. Glühender Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rose Madder</span> mit wenig <span class="antiqua">Purple Madder</span> oder <span class="antiqua">Lake</span>
-verstärkt.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rose Madder</span> mit <span class="antiqua">Vermilion</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_111" id="Seite_111">[S. 111]</a></span></p>
-
-<p class="s5 center"><span class="antiqua">e.</span> Purpurfarbige Wolken.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Indian Red</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Red</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Purple Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Purple Madder</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Indian Red</span> und
-<span class="antiqua">Lake</span>.</p>
-
-<p>Für tiefe Töne nehme man statt <span class="antiqua">Cobalt</span> <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>.</p>
-
-<p class="s5 center"><span class="antiqua">f.</span> Schieferfarbiges Gewölk.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span>, <span class="antiqua">Purple Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="s5 center"><span class="antiqua">g.</span> Wolken von kalten, neutralen, grünlichen Tönen.</p>
-
-<p class="s5 center">(Bei größter Entfernung von der Sonne.)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> mit <span class="antiqua">Burnt Umber</span> oder mit <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Rose
-Madder</span>.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Der Lernende mache sich nach und nach mit sämmtlichen oben aufgeführten
-Combinationen praktisch bekannt, damit er gegebenen Falles nicht erst
-lange zu suchen braucht oder gar den gewünschten Ton nicht darzustellen
-vermag.</p>
-
-<h5 id="II_A_2_Technik_der_Anlage_der_Luefte">2. Technik der Anlage der Lüfte.</h5>
-
-<p>Die feine, naturwahre Darstellung der Luft in ihren verschiedenen
-Stimmungen &mdash; besonders wenn sie an Farbentönen, Dunstschichten und
-Wolken reich ist &mdash; oder sobald<span class="pagenum"><a name="Seite_112" id="Seite_112">[S. 112]</a></span> sie, wie bei Darstellungen von
-Seestücken, Wiesengründen oder flachen Gegenden, den größten Theil
-des Bildes einnimmt &mdash; gehört zu den größten Schwierigkeiten der
-Aquarelltechnik, bildet aber zugleich einen ihrer hervorragendsten
-Reize. Wo dagegen die Luft nur einen kleinen Theil des Bildes einnimmt,
-ist sie von geringerer Wirkung und in den meisten Fällen auch von sehr
-leichter, mindestens einfacher Behandlung. Hauptsache ist Zartheit und
-Weichheit der Töne. &mdash; Man darf nicht die <em class="gesperrt">Farbe</em>, sondern nur die
-<em class="gesperrt">Wirkung</em>, die <em class="gesperrt">Luft</em> sehen. Der Anfänger präge sich vorerst
-folgende allgemeine Bemerkungen ein:</p>
-
-<p>1) Die Wolken zeichne man, sobald solche nicht allzu zahl- und
-formenreich sind, in der Regel <em class="gesperrt">nicht</em>, da es bei solchen,
-in steter Veränderung begriffenen Dingen wie Wolken, auf <em class="gesperrt">ganz
-absolute</em> Wiedergabe der Formen in allen Einzelheiten nicht
-ankommt. Ist man jedoch genöthigt zu zeichnen, so skizzire man nur
-ganz flüchtig, nur ganz im Allgemeinen und <em class="gesperrt">sehr leicht</em>, damit
-die Bleistiftstriche nicht später durch die Farbe sich in unangenehmer
-Weise dem Auge bemerkbar machen. Bleistifte mittlerer Härte sind am
-geeignetsten.</p>
-
-<p>2) Die nöthigen Farbentöne bereite man, sobald man im Zimmer arbeitet,
-in Porzellannäpfchen in <em class="gesperrt">flüssigem</em> Zustande und in ausreichender
-Quantität, damit während der Anlage keine Unterbrechung eintritt,
-was unbedingt zu vermeiden ist. Man beginne stets mit sehr hellen
-Tönen &mdash; ohne jedoch allzuviel zu wässern, da die Farben stets
-<em class="gesperrt">heller</em> auftrocknen &mdash; und verstärke solche nach und nach, welche
-Behandlungsweise den Lufttönen ungemein zu Statten kommt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_113" id="Seite_113">[S. 113]</a></span></p>
-
-<p>3) Dasselbe Resultat läßt sich indessen auch erreichen, wenn man die
-ersten Farbenlagen etwas dunkler als nöthig hält, nach dem Trocknen
-mit breitem Pinsel die Luft mit reinem Wasser übergeht und dann die
-dunkleren Töne mit einem ganz weichen Schwämmchen vorsichtig wischt,
-wodurch die Töne erheblich gemildert werden. Ist nach dieser Operation
-das Bild wieder getrocknet, so werden nicht selten manche Stellen zu
-matt geworden sein, was durch Uebergehen mit leichten entsprechenden
-Tönen ausgeglichen wird. Die Wirkung wird dann ebenfalls eine zarte und
-luftige sein, jedoch ist dem Anfänger unbedingt das unter 2) angegebene
-Verfahren anzurathen.</p>
-
-<p>4) Jeder aufgetragene Ton muß <em class="gesperrt">vollständig</em> getrocknet sein, bevor
-ein anderer Ton darüber gelegt werden darf. Unaufmerksamkeit in dieser
-Beziehung oder Mißachtung dieser Regel kann zum gänzlichen Verderben
-eines vielleicht schon weit vorgeschrittenen Bildes führen.</p>
-
-<p>5) Zur Erreichung des zarten <em class="gesperrt">Luft</em>tons auf Luft- und
-Wasserflächen ist es nothwendig, daß nach <em class="gesperrt">jeder</em> Farbenlage die
-Luft mit dem breiten Pinsel zart mit reinem Wasser übergangen wird,
-wodurch etwaige überschüssige Farbe und allenfallsige Härte weggenommen
-werden. Die übermäßige Feuchtigkeit wird sodann mittelst gelinden
-Aufdrückens einiger Lagen reinen Löschpapieres aufgesogen. Dieses
-Uebergehen mit Wasser muß übrigens auch bei ersten Anlagen <em class="gesperrt">vor</em>
-Auftrag einer Farbe angewendet werden, da sich anderfalls an den
-Grenzen der Farbentöne harte Ränder bilden.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_114" id="Seite_114">[S. 114]</a></span></p>
-
-<p>6) Mit den Tönen für die Luft übergehe man stets auch Ferne und
-Mittelgrund des Bildes, und sobald Wasser vorkommt, auch dieses. Daß
-letzteres in Betreff der Waschungen ebenso wie die Luft behandelt wird,
-wurde bereits angedeutet.</p>
-
-<p>7) Man bringe bei Anlage der Luft etc. das Brett in geneigte Lage, und
-beginne mit dem Auftrag der Töne <em class="gesperrt">Oben</em> und in <em class="gesperrt">horizontalen</em>
-Strichen. Der Pinsel muß stets von entsprechender Größe und
-<em class="gesperrt">gefüllt</em> sein. Das richtige Maß ergibt sich nach den ersten
-Versuchen von selbst. Ist der erste Ton, etwa einer blauen Luft, nach
-dem Trocknen zu schwach in der Farbe, so übergeht man solchen mit einem
-zweiten schwachen Ton. Die Zahl der einzeln aufzutragenden Töne richtet
-sich überhaupt einerseits nach der Mannigfaltigkeit der Farbentöne,
-andererseits nach dem Grade der Vollendung, welchen man dem Bilde
-zu geben beabsichtigt. Einfache Vorwürfe erfordern häufig nur einen
-einzigen Auftrag; complizirte dagegen in der Regel eine große Zahl.</p>
-
-<p>8) Man beginne nie mit dem Detail des Vorder- oder Mittelgrundes, bevor
-die Luft vollendet ist, da es, besonders in den zahlreichen Fällen, wo
-der Mittelgrund grüne oder grünliche Töne zeigt, nach Anlage der grünen
-Töne nicht mehr räthlich ist, dieselben zu stören. <em class="gesperrt">Kleinere</em>
-Verstärkungen der Wolkenschatten oder des Blau können indessen später
-immer noch ohne Nachtheil ausgeführt werden, was sogar in den meisten
-Fällen bei Fertigstellung des Bildes noch nothwendig erscheint, während
-umfangreichere Aenderungen in der Luft in späteren Stadien der Arbeit
-nur in sehr seltenen Fällen ausführbar sind.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_115" id="Seite_115">[S. 115]</a></span></p>
-
-<p>9) Die Wolken erfordern eine sehr aufmerksame, etwas abweichende
-Behandlung. Vor allen Dingen gilt es hier nicht formlos zu werden und
-bloße Flächen darzustellen, da Wolken eine, wenn auch feine, doch sehr
-bestimmte Modellirung erfordern. Die erste Anlage der Wolken sei eine
-breite, jeder folgende Auftrag aber beschränke sich auf kleineren
-Umfang. Auch enthalte der Pinsel nur wenig Farbe, damit keine Pfützen
-entstehen. Man bediene sich bei Modellirung der Wolken, d. h. bei dem
-Eingehen auf die Formen, nur der <em class="gesperrt">Spitze des Pinsels</em> und zwar
-in <em class="gesperrt">Strichen von der Seite</em>, womit eine sehr erfreuliche Wirkung
-erzielt wird. Man erhält auf diese Weise schwache, aber immerhin
-bestimmte, um nicht zu sagen scharfe Striche mit vielen Lichtern
-dazwischen, welche die Wirkungen von <em class="gesperrt">Wind</em> veranschaulichen,
-wie sich überhaupt mit dieser Pinselführung alle eckigen Formen nach
-einiger Uebung sehr leicht wiedergeben lassen. Flach gehalten und von
-der Seite über die Fläche geschleppt oder absatzweise gezogen &mdash; nur
-darf der Pinsel nicht mit Farbe überladen sein &mdash; lassen sich besonders
-zerrissene Wölkchen mit großer Wahrheit darstellen und können solche
-auf keine andere Weise gleich wirkungsvoll erreicht werden.</p>
-
-<p>10) Nachträglich erforderliche kleinere Lichter in Wolken werden am
-besten so dargestellt, daß man die Form derselben genau mit Wasser
-übergeht, dasselbe mit Löschpapier auftrocknet und die noch feuchte
-Stelle vorsichtig mit Gummi oder mit Brodkrumen reibt; mit ersterem,
-wo es sich um glanzvolle, &mdash; mit letzteren, wo es sich um schwächere
-Lichter handelt. Nach Bedürfniß werden die erhaltenen lichten Stellen<span class="pagenum"><a name="Seite_116" id="Seite_116">[S. 116]</a></span>
-sodann mit einem geeigneten schwachen Tone lasirt. Leichte, helle
-Wölkchen können ebenfalls auf diese Weise dargestellt werden und
-mit Brod behandelt lassen sich auch größere oder kleinere zu dunkel
-gerathene Stellen leicht aufhellen. Scharfe Lichter wie auch schwächere
-lassen sich auch mit einem scharfen Radirmesser geben, jedoch erfordert
-dessen Anwendung Geschick und Vorsicht, damit man statt der Lichter
-keine Kratzer liefere. Auch hier wie überall in der Malerei darf man
-nur die <em class="gesperrt">Wirkung</em> &mdash; das <em class="gesperrt">Licht</em> &mdash; unmittelbar sehen,
-<em class="gesperrt">nicht</em> aber darf das <em class="gesperrt">Mittel</em>, wodurch es hervorgebracht
-worden ist, sich dem Beschauer sofort in aufdringlicher Weise zu
-erkennen geben.</p>
-
-<p>11) Man arbeite in den Wolken stets nur mit schwachen, flüssigen Tönen
-und beobachte bei jedem Auftrag die Formen, da nur so die nothwendige
-Reinheit und Klarheit im Luftton zu erreichen sind. Sind die Wolken am
-oberen Rande sehr hell, so beginnt man mit reinem Wasser, welchem man
-nach und nach Farbe zusetzt.</p>
-
-<p>12) Bei Gemälden von größerer Vollendung läßt sich eine sehr gute,
-luftige Wirkung erzielen, wenn man nach Vollendung der Luft solche mit
-den Fingerspitzen mit etwas käuflich zu erhaltendem „<em class="gesperrt">alcoholisirten
-Bimssteinpulver</em>“ sanft überreibt.</p>
-
-<p>13) Der Anfänger merke ferner, daß bei klarem Himmel um Mittag die Luft
-vorherrschend blau ist, daß je weiter gegen Abend oder früher gegen
-Morgen, desto mehr rothe oder gelbe Töne auftreten, sowie, daß die
-über uns stehenden Wolken warme Schattentöne und kalte Lichter zeigen,
-welches<span class="pagenum"><a name="Seite_117" id="Seite_117">[S. 117]</a></span> Verhältniß nach dem Horizonte hin langsam in das Gegentheil
-übergeht, indem hier die Schatten kalte und die Lichter warme Töne
-besitzen.</p>
-
-<p>14) Man halte stets Löschpapier zum Abstreichen der überschüssigen
-Farbe im Pinsel zur Hand.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Da die vorstehend gegebenen praktischen Fingerzeige dem ersten Anfänger
-nicht nach allen Seiten hin genügen, so gebe ich nunmehr in Folgendem
-die specielle <em class="gesperrt">technische</em> Behandlung gewisser Vorwürfe, um den
-Lernenden, soweit es durch genaue Beschreibung überhaupt zu ermöglichen
-ist, soviel als thunlich auf die richtige Technik zu leiten und ihn
-mit den Mitteln der Darstellung der verschiedensten Stimmungen der
-Luft vertrauter zu machen. Ich setze dabei voraus, daß er Stimmungen,
-wie die angedeuteten, welche sämmtlich zu den häufig wiederkehrenden
-gehören, entweder nach der Natur oder nach ähnlichen farbigen Vorlagen
-zu copiren sucht. Lüfte ohne Wolken lassen sich jedoch auch ohne
-weiteres Vorbild nach meinen Angaben herstellen. Nach Bewältigung
-der Technik aber male der Lernende fleißig Luftstimmungen der
-verschiedensten Art nach der Natur.</p>
-
-<p>Bei Darstellung von Wolkenbildungen beobachte man im Allgemeinen
-Folgendes, indem Verstöße in dieser Beziehung sehr beleidigend wirken.
-Die über dem Horizont zunächst lagernden Wolken bilden stets wagrechte
-Streifen. Erheben sie sich bis zu einem Winkel von 10°, so erscheinen
-die obern Ränder sanft geschwungen, und buchten sich solche bis zu 20<span class="pagenum"><a name="Seite_118" id="Seite_118">[S. 118]</a></span>
-bis 25° Höhe mehr und mehr aus, während der untere Rand noch immer mehr
-oder weniger horizontal bleibt. Dem Winkel von 45° sich nähernd wird
-die Gliederung, an welcher jetzt, wenn auch in geringerem Grade, die
-Unterseiten Theil nehmen, immer reicher und belebter.</p>
-
-<p>Bei noch höher stehendem Gewölk endlich gehen die gerundeten Formen
-mehr und mehr ins Eckige und Zerrissene über.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">I.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Heitere, blaue Luft ohne Gewölk.</em></p>
-
-<p>Farbe: <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt.</em></span></p>
-
-<p>Die Behandlung einer solchen Luft ist die leichteste. Man merke, daß
-das Blau im Zenith am stärksten ist und gegen den Horizont hin allmälig
-an Intensität abnimmt.</p>
-
-<p>Man bereite einen hellen Ton von <span class="antiqua">Cobalt</span> und übergehe damit,
-oben anfangend, gleichmäßig von links nach rechts in horizontalen
-Strichen das Papier. Sobald dieser Auftrag ganz trocken ist, &mdash; ja
-nicht früher &mdash; drehe man das Brett um, beginne am Horizont mit reinem
-Wasser und setze bei jeder horizontalen Pinsellage vom blauen Tone zu,
-in welchen man, am Zenith angelangt, ganz übergegangen sein muß. Ist
-dieser zweite Auftrag trocken, so wiederhole man solchen, setze aber
-ganz wenig <span class="antiqua">Chinese White</span> zu, welches dem Ton größere Zartheit
-und Tiefe verleiht. &mdash; Sollte der erste oder zweite Ton ungleichmäßig
-aufgetragen sein, so übergehe man das Ganze mit breitem, flachem Pinsel
-und reinem Wasser; reicht diese Procedur nicht aus, so wende man ein
-zartes, nasses Schwämmchen von links nach rechts an und sehe dar<span class="pagenum"><a name="Seite_119" id="Seite_119">[S. 119]</a></span>auf,
-daß man keine Linien wische, sondern durch ganz sanftes Wischen einen
-gleichmäßigen Ton erhalte.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">II.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Dieselbe Luft, aber in etwas
-farbigerer Stimmung.</em></p>
-
-<p>Farben: <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span> &mdash;
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose
-Madder</em></span>.</p>
-
-<p>Man bereite einen hellen Ton von <span class="antiqua">Cobalt</span>, beginne damit am Zenith
-anfangend und setze bei jeder Pinsellage etwas Wasser zu, so daß der
-blaue Ton am Horizont nur ganz matt erscheint. (Man kann auch die Luft
-in I. auf letztere Weise darstellen.) Sobald dieser Auftrag trocken
-ist, bereitet man einen sehr hellen, und in einem zweiten Näpfchen
-einen etwas stärkeren Ton von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, beginnt dann oben
-mit einer Lage reinen Wassers, setzt den hellen Ton ein und mischt
-mit jeder Pinsellage etwas vom dunkleren Ton zu bis zum Horizont.
-Sobald dieser zweite Auftrag ganz trocken ist, dreht man das Brett um
-und beginnt am Horizont mit einem hellen Ton von <span class="antiqua">Light Red</span> mit
-<span class="antiqua">Rose Madder</span>, welchen man nach der Mitte der Luft zart verlaufen
-läßt. Schließlich beginnt man am Zenith mit einem ganz leichten Ton von
-<span class="antiqua">Rose Madder</span>, welchen man durch beständigen Zusatz von Wasser
-nach unten ebenfalls zart verlaufen läßt. Waschungen mit Wasser vor
-jedem neuen Auftrag sind hier, wie überhaupt in sämmtlichen Beispielen
-über die Behandlung der Luft als selbstverständlich vorausgesetzt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_120" id="Seite_120">[S. 120]</a></span></p>
-
-<p class="s4 center mtop1">III.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Heller Himmel mit etwas dunkleren,
-strichweise über einander gelagerten Wolkenschichten von gleichem Ton.</em></p>
-
-<p>Dieser Effekt ist in vier Aufträgen einer und derselben Mischung:
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> zu erreichen.</p>
-
-<p>Man bereite einen hellen Ton von <span class="antiqua">Cobalt</span> mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>,
-trage ihn über die ganze Luft und lasse ihn nach unten zart verlaufen,
-so daß das untere Viertel der Luft kaum farbig erscheint. Sobald dieser
-Auftrag getrocknet, legt man mit demselben Ton die Wolken an, wobei
-man den Pinsel mit <em class="gesperrt">wenig Farbe</em> gefüllt, <em class="gesperrt">von der Seite</em>
-führt und sehe man darauf, daß der untere mehr oder weniger horizontale
-Rand der Wolkenlagen nicht mit Farbe überladen werde. Ist dieser
-Auftrag trocken, so verstärke man die centralen und unteren Theile
-dieser Wolken mit obigem Ton und zwar in schiefen Strichen zwischen
-welchen stets der Pinsel vom Papier wegzunehmen ist. Ist dieser Auftrag
-getrocknet, so hilft man den Wolken in den dunkelsten Stellen noch
-etwas nach. &mdash; In den untersten Theil der Luft sind ebenfalls einige
-schwache Wölkchen mit Vortheil anzubringen.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">IV.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Gießende Regenwolke vor hellem Gewölk
-mit hier und da durchscheinendem Blau.</em></p>
-
-<p>Wolke: <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Blue Black</em></span>. Himmel:
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_121" id="Seite_121">[S. 121]</a></span></p>
-
-<p>Man befeuchte das Papier ziemlich stark, trockne aber nicht mit
-Löschpapier auf, sondern lege die Regenwolke, <em class="gesperrt">ehe die Nässe ganz
-verschwunden ist</em>, mit obiger Mischung in nahezu vertikalen Strichen
-an, da durch den nassen Zustand des Papieres die Ränder der Wolke einen
-ungemein weichen, wässerigen Ton annehmen. Sollte sie indessen nach
-unten nicht ganz in die nöthige Form fallen, so helfe man, so lange
-das Papier noch naß ist, mit einem trockenen Pinsel nach unten nach.
-Zu gleicher Zeit setzt man in das Helle für das Blau einige kurze,
-horizontale Striche mit <span class="antiqua">French Blue</span> ein und übergeht eine der
-hellen Wolken mit ganz hellem Blau, in welches man, so lange es noch
-naß ist, einen tieferen Drucker derselben Farbe gibt, womit ebenfalls
-eine sehr wässerige Wirkung erzielt wird. Die übrigen hellen Lichter
-lasse man unberührt. Ist alles ganz trocken, so übergeht man die
-Regenwolke abermals in vertikaler Richtung mit der vorigen Mischung,
-aber mit mehr Rücksicht auf die <em class="gesperrt">Form</em> in Bezug auf das Strömen
-nach unten, wobei man mit einem Pinsel ohne Farbe nachhilft. Man
-verstärkt dann hier und da das Blau etwas und nachdem dieser Auftrag
-trocken geworden, verstärke man noch die dunkelsten Stellen der Wolken.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_122" id="Seite_122">[S. 122]</a></span></p>
-
-<p class="s4 center mtop1">V.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Blauer Himmel, zur Linken eine Wolke
-mit weißem Rand und wärmeren Schattentönen, nach der Mitte hin, welche mit
-zunehmender Tiefe kälter werden.</em></p>
-
-<p>Luft: <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt.</em></span> &mdash; Wolke: <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> mit
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span>.</p>
-
-<p>Nachdem das Papier selbstverständlich genäßt und hierauf mit
-Löschpapier behandelt worden ist, übergeht man das Blau mit nicht
-zu vollem Pinsel mit <span class="antiqua">Cobalt</span>. Man gebe mit der <em class="gesperrt">Seite</em>
-des Pinsels und der <em class="gesperrt">Seite der Spitze</em> desselben die Grenze der
-Wolke <em class="gesperrt">scharf</em> und <em class="gesperrt">entschieden</em>, da die Brillianz und der
-Charakter des Lichts hiervon abhängig ist. Deßhalb halte man in solchen
-Fällen sich nicht zu ängstlich an die genaue Form der Wolke, sondern
-lasse dem Pinsel einen gewissen Grad von Freiheit, da es besser ist,
-eine nicht absolut genaue Form der Wolke zu geben, als Kraft und
-Schärfe zu opfern. Bei Darstellung von einzelnem Gewölk bei heiterer
-Luft beachte man überhaupt als allgemeine Regel niemals die Ränder
-der Wolken zu verwaschen, wenigstens nicht an den oberen Grenzen, da
-der zarte Effekt immerhin eine gewisse Entschiedenheit zeigen muß.
-Man hüte sich jedoch, nicht zu wenig Farbe im Pinsel zu führen. Das
-richtige Maß wird sich nach einigen Versuchen von selbst ergeben.
-&mdash; Ist dieser Auftrag trocken, so übergehe man mit Wasser etc. und
-setze dann in der Nähe der oberen Ränder der Wolke, welche mehr oder
-weniger breit bleiben können, einen hellen Ton von <span class="antiqua">Light Red</span>
-mit etwas <span class="antiqua">Cobalt</span> ein,<span class="pagenum"><a name="Seite_123" id="Seite_123">[S. 123]</a></span> welchem man, nach den inneren Partien
-und den tiefsten Schatten hin, immer mehr <span class="antiqua">Cobalt</span> zusetzt. Nach
-dem Trocknen verstärkt man die Schatten mit <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Light
-Red</span> und die tiefsten Stellen mit <span class="antiqua">Cobalt</span> allein.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Anmerkung.</em> Bei heiterem Himmel mit vielen kleinen, weißen
-Wölkchen, was bei windigem Wetter nicht selten beobachtet wird, gebe
-man das Blau zwischen den Wölkchen mit nicht zu vollem Pinsel, mehr
-druckweise und mit Strichen von der Seite abwechselnd, was sehr
-natürlich wirkt. Bei derartigem Gewölk vermeide man ganz besonders
-gerundete Formen. Gewölk dieser Art zeigt häufig nach der Mitte hin
-einen kalten grauen Ton, welcher mit <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span>
-und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> sehr getreu wiedergegeben wird. Die Herstellung
-des entsprechenden grauen Tones erfordert indessen einige Uebung,
-da er bei nicht richtigem Mischungsverhältniß in’s Röthliche oder
-Grünliche fällt. Der Anfänger nehme <span class="antiqua">Cobalt</span>, setze ein wenig
-<span class="antiqua">Rose Madder</span> zu, bis der Ton in’s Violette neigt und mische jetzt
-wenig <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> zu, wodurch ein feines Silbergrau entsteht.
-Feinheit in diesem Ton kann nur durch Aufmerksamkeit und ein geübtes
-Auge hervorgebracht werden.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_124" id="Seite_124">[S. 124]</a></span></p>
-
-<p class="s4 center mtop1">VI.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Dunkle, rasch ziehende Gewitterwolke nach unten in röthlichen Tönen
-und mit einzelnen vom Winde getriebenen, abgerissenen Fetzen auf
-hellerem Grunde</em>, (etwa wie unter IV).</p>
-
-<p>Wolken: <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span>. Luft: <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p>Man befeuchte das Papier und ehe die Nässe verdampft ist, übergehe
-man dasselbe, mit Ausnahme der hellen Lichter, mit einem Ton von
-<span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span> und setze zu gleicher Zeit in
-die helleren Stellen der Luft für das durchscheinende Blau etwas
-<span class="antiqua">Cobalt</span> ein. Nachdem dies getrocknet, übergeht man die Wolke
-abermals mit obigem Ton, setzt aber nach dem unteren Rande hin mehr
-<span class="antiqua">Indian Red</span> zu, so daß man fast ganz in Letzteres übergeht. Man
-hüte sich indessen vor einem Uebermaß, denn <span class="antiqua">Indian Red</span> ist eine
-<em class="gesperrt">starke</em> Farbe. Beim dritten Auftrag verstärkt man den Ton der
-Wolke nochmals und zwar mit schiefen Strichen von Unten links nach
-Oben rechts, um die Windrichtung zu erhalten. Den unteren Rand halte
-man recht zerrissen, wozu eine rasche Hand und ein nicht zu voller
-Pinsel erforderlich ist. Alle runden Formen sind zu meiden, da durch
-solche der Eindruck des Windes verloren ginge. Hierauf setzt man obiger
-Mischung etwas <span class="antiqua">Cobalt</span> zu und setzt damit einige Schatten in das
-hellere Gewölk ein. Haben sich durch Anwendung zu flüssiger Töne oder
-eines zu vollen Pinsels harte Linien gebildet, so kann man solche durch
-Waschungen mit Wasser wieder entfernen, wodurch zugleich alle etwaigen
-sonstigen Härten vermieden werden.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_125" id="Seite_125">[S. 125]</a></span></p>
-
-<p>Darstellungen dieser Art sind nicht leicht und erfordern öftere Uebung,
-um erfreuliche Wirkungen zu liefern.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Ich gehe nunmehr zu Lüften mit beträchtlicherer Farbenstimmung über.
-Die natürliche Wiedergabe solcher, besonders der Sonnenuntergänge,
-ist ziemlich schwierig und erfordert schon bedeutendes Geschick und
-Studium. Der große Reiz einer farbenreichen Luft liegt zum größten
-Theile in der Durchsichtigkeit der Töne, weßhalb zwischen den einzelnen
-Farbenlagen Waschungen mit reinem Wasser unerläßlich sind. Bei Gemälden
-dieser Art, welche größere Vollendung beanspruchen sollen, empfiehlt
-es sich weiter, kein Löschpapier in Anwendung zu bringen, sondern
-den zum weiteren Auftrag wünschenswerthen Zustand des Papieres ruhig
-abzuwarten, da die zarten Töne Gefahr laufen, durch das Löschpapier,
-zum Theil wenigstens, wieder weggenommen zu werden.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">VII.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Klare Abendluft vor Sonnenuntergang.</em></p>
-
-<p>Farben: <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span> &mdash; <span class="antiqua">Brown
-Madder</span> &mdash; <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> &mdash; <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Light
-Red</span> &mdash; <span class="antiqua">Cobalt</span> &mdash; <span class="antiqua">Rose Madder</span> &mdash; <span class="antiqua">Rose Madder</span>
-und <span class="antiqua">Chinese White</span>.</p>
-
-<p>Man übergeht das ganze Papier mit einem hellen Ton von <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span> und ein wenig <span class="antiqua">Rose Madder</span>. Dann dreht man um und
-beginnt am Horizont mit einem leichten Ton von <span class="antiqua">Brown Madder</span>,
-treibt denselben bis zu einem<span class="pagenum"><a name="Seite_126" id="Seite_126">[S. 126]</a></span> Drittel in den Mittelgrund und läßt
-ihn daselbst zart verlaufen. &mdash; Hierauf präparirt man einen Ton von
-<span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und einen von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Light
-Red</span>, beginnt oben mit Wasser, setzt im Mittelgrund den ersteren
-Ton ein, mischt dann vom zweiten Tone zu und geht nach unten ganz in
-denselben über. &mdash; Dann legt man <span class="antiqua">Cobalt</span> über den oberen Theil
-der Luft, läßt ihn nach dem Mittelgrund zart verlaufen und steigert ihn
-nach oben mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>. Dem unteren Theile gibt man durch
-eine Lage <span class="antiqua">Rose Madder</span> mit <span class="antiqua">Chinese White</span> mehr Tiefe und
-Duft. Wirken die verschiedenen Farben nicht ausreichend, so wiederhole
-man sie in helleren Mischungen. Je näher die Sonne am Sinken, desto
-intensivere Farbe muß der Horizont zeigen, während das Blau oben in
-Perlgrau übergeht. Der Mittelgrund muß dann fast aus reinem Gelb
-bestehen und bildet den glanzvollsten Theil. Einiges leichtes Gewölk
-auf demselben läßt sich nach Beendigung leicht mit <span class="antiqua">Light Red</span> und
-<span class="antiqua">Rose Madder</span> oder <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> &mdash;
-schattirt mit <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Light Red</span> geben.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">VIII.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Nebelige Abendluft nach Westen mit
-der Sonne in der Mitte.</em></p>
-
-<p>Farben: <span class="antiqua">Indian Yellow</span> &mdash; <span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span> &mdash; <span class="antiqua">Red Lead</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span> &mdash; <span class="antiqua">Brown
-Madder</span> &mdash; <span class="antiqua">Cobalt</span> &mdash; <span class="antiqua">Cobalt</span>, wenig <span class="antiqua">Rose Madder</span>
-und <span class="antiqua">Chinese White</span>.</p>
-
-<p>Man beginnt oben mit einem sehr hellen Ton von<span class="pagenum"><a name="Seite_127" id="Seite_127">[S. 127]</a></span> <span class="antiqua">Indian Yellow</span>
-und geht nach unten in einen Ton von <span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span> über. Sodann zieht man mit Wasser einen pinseldicken
-Strich concentrisch um den Bleistiftstrich der Sonne und legt einen
-sehr hellen Ton von <span class="antiqua">Red Lead</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span> von oben
-über das Papier, so daß er die Sonne bis auf einen schmalen Gürtel
-Gelb, in welchen er zart verlaufen muß, rund einschließt und treibt
-ihn sodann über das ganze Papier. Sodann legt man, vom Horizont aus
-beginnend, einen Ton von <span class="antiqua">Brown Madder</span> bis in die Gegend der
-Sonne, wo man ihn zart verlaufen läßt. Hierauf tönt man beide obere
-Ecken mit einem sehr hellen Ton von <span class="antiqua">Cobalt</span> ab, nähert sich mit
-demselben kreisförmig der Sonne in verschwimmender Weise und läßt ihn
-links und rechts da verschwinden, wo der Ton von <span class="antiqua">Brown Madder</span>
-endet, so daß zwischen beiden ein schmaler Raum in mattem Gelb übrig
-bleibt. Um nun dem unteren Theil der Luft die dieser Stimmung eigene
-Undurchsichtigkeit zu geben, präparirt man <span class="antiqua">Cobalt</span> mit wenig
-<span class="antiqua">Rose Madder</span> und etwas <span class="antiqua">Chinese White</span>, setzt diesen Ton
-am Horizont ein und läßt ihn nach oben zu verschwinden. &mdash; Hierauf
-entfernt man den Bleistiftstrich der Sonne mit Gummi und reibt mit
-Radirgummi oder mit Bimssteinpulver das Gelb der ersten Lage aus
-der Sonne selbst so hinweg, daß die Mitte derselben ganz weiß wird,
-der Lichtschimmer aber in den Nebenton hineinstrahlt, was mit einem
-scharfen, runden Radirmesser leicht zu bewerkstelligen ist. Leises
-Uebergehen der nächsten Umgebung der Sonne mit Bimssteinpulver steigert
-die Zartheit der Wirkung.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_128" id="Seite_128">[S. 128]</a></span></p>
-
-<p class="s4 center mtop1">IX.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Einfacher Abendhimmel.</em></p>
-
-<p>Farben: <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Indian Yellow</span> &mdash; <span class="antiqua">Cobalt</span> &mdash;
-<span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p>Man bereite einen Ton von <span class="antiqua">Rose Madder</span> und einen hellen Ton von
-<span class="antiqua">Indian Yellow</span>, beginne am Zenith mit ersterem und setze vom
-ersten Viertel von Oben an mit jeder Pinsellage von letzterem Ton zu
-bis zum Horizont, so daß ein Uebergang aus Blaßrosa in Orange erreicht
-wird. Nach dem Trocknen dreht man das Brett um und setzt an der Stelle,
-wo im ersten Auftrag <span class="antiqua">Indian Yellow</span> zugesetzt wurde, einen Ton
-von <span class="antiqua">Cobalt</span> ein, welchen man nach dem Zenith zu verstärkt. Für
-den dritten Auftrag bereitet man einen hellen Ton von <span class="antiqua">Light Red</span>
-und einen von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, beginnt oben mit ersterem und setzt
-mit jeder Pinsellage bis zum Horizont hinab von letzterem zu.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">X.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Nebliger Morgeneffekt.</em> (Sonne
-über dem Horizont.)</p>
-
-<p>Farben: <span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span> &mdash; <span class="antiqua">Cobalt</span>,
-<span class="antiqua">Rose Madder</span> und wenig <span class="antiqua">Chinese White</span> &mdash; <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p>Man bereitet einen Ton von <span class="antiqua">Indian Yellow</span> und wenig
-<span class="antiqua">Gamboge</span> und einen zweiten helleren mit weniger <span class="antiqua">Indian
-Yellow</span>. Mit letzterem Tone übergeht man die ganze Luft. Nach dem
-Trocknen setzt man am Horizont abermals den hellen Ton ein, setzt aber
-mit jeder Pinsellage bis zum Zenith<span class="pagenum"><a name="Seite_129" id="Seite_129">[S. 129]</a></span> von dem kräftigeren Tone zu.
-Man bestimme nunmehr die Stelle der Sonne (welche der Mitte oder den
-Seiten nicht zu nahe gerückt werden darf), zieht unter dieselbe mit
-Wasser eine Linie und führt den oben angegebenen bläulichen Ton bis
-zum Horizont, worauf über den oberen Theil der Luft ein heller Ton von
-<span class="antiqua">Light Red</span> gelegt wird. Wünscht man dem oberen Theil ebenfalls
-einen in’s Graue fallenden Ton zu geben, so kann man auch den blauen
-Ton benutzen.</p>
-
-<p>Ist dieses vollendet, so nimmt man ein scharfes Radirmesser und führt
-es leicht über die, die Sonne umgebende Stelle, womit eine sehr
-natürliche Wirkung erzielt wird. Die Sonne selbst wird vollständig
-ausradirt und weiß gelassen. Mit dem Messer können auch einige auf-
-oder abwärtsgehende Strahlen gegeben werden, doch ist hierbei große
-Vorsicht und Geschicklichkeit nothwendig.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">XI.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Sonnenuntergang.</em></p>
-
-<p>Farben: <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span> &mdash; <span class="antiqua">Indian
-Yellow</span> (oder <span class="antiqua">Cadmium</span>) &mdash; <span class="antiqua">Brown Madder</span> &mdash;
-<span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span> &mdash; <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> &mdash;
-<span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span> &mdash; <span class="antiqua">Rose Madder</span> und
-<span class="antiqua">Cadmium</span> &mdash; <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p>Für Darstellung eines klaren Sonnenunterganges empfiehlt es sich, das
-Papier zuerst mit einem hellen Tone von <span class="antiqua">Neutral Orange</span> &mdash; oder
-in Ermangelung dessen &mdash; mit einem Ton von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und
-<span class="antiqua">Brown Madder</span> zu übergehen. Nach dem Trocknen kann dieser Auftrag
-wiederholt werden,<span class="pagenum"><a name="Seite_130" id="Seite_130">[S. 130]</a></span> wobei man im oberen Theil der Luft <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span>, vielleicht durch ein wenig <span class="antiqua">Cadmium</span> verstärkt, etwas
-vorherrschen läßt, nach unten aber mehr und mehr <span class="antiqua">Brown Madder</span>
-zusetzt. Nach dem Trocknen und erfolgtem Waschen mit Wasser &mdash; das
-Auftrocknen mit Löschpapier nicht zu vergessen &mdash; führt man einen Ton
-von <span class="antiqua">Cobalt</span> mit ein wenig <span class="antiqua">Rose Madder</span> über den oberen
-Theil der Luft und läßt ihn nach unten zart verlaufen. Sodann präparirt
-man einen Ton von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und einen von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>
-mit <span class="antiqua">Indian Red</span>, beginnt oben mit einer Lage reinen Wassers,
-setzt nach und nach den ersteren Ton zu und geht sodann in den zweiten
-über, welcher bis zum Horizont aufgetragen wird. Sollte indessen der
-erstere Ton nicht klar genug ausfallen, so kann etwas <span class="antiqua">Cadmium</span>
-zugesetzt werden, während der geröthete Theil der Luft durch eine
-dünne Lage <span class="antiqua">Rose Madder</span> verstärkt werden kann. Auch <span class="antiqua">Rose
-Madder</span> mit etwas <span class="antiqua">Cadmium</span> ist hier als sehr naturwahrer und
-transparenter Ton unbedingt zu empfehlen und dem <span class="antiqua">Light Red</span>
-entschieden vorzuziehen. Verlangt das Roth noch größere Tiefe, so ist
-dieselbe am besten mittelst <span class="antiqua">Purple Madder</span> zu erreichen. In
-Stimmungen dieser Art kommen häufig über dem Horizont lange, schmale
-Wolkenzüge von tiefer Purpurfarbe vor, welcher Effekt mit einer
-Mischung von <span class="antiqua">Cobalt</span> oder <span class="antiqua">French Blue</span>, mit <span class="antiqua">Purple
-Madder</span> oder mit etwas <span class="antiqua">Indian Red</span> in bewunderungswürdiger
-Weise wiedergegeben werden kann.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_131" id="Seite_131">[S. 131]</a></span></p>
-
-<p class="s4 center mtop1">XII.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Sonnenuntergang mit reicher Bewölkung.</em></p>
-
-<p>Der Effekt sei etwa folgender: Das obere Drittel der Luft und ein
-kleiner Theil des zweiten Drittel blau mit vielen kleinen gelblichen
-und röthlichen Wölkchen. Der übrige Theil des zweiten Drittel gelb mit
-einigen gestreckten, in der Mitte gehäuften purpurröthlichen Wölkchen.
-Im unteren Drittel tieftönige, nach Oben in Rothgelb, nach Unten in
-Purpur übergehende Wolkenmassen.</p>
-
-<p>Farben: <span class="antiqua">Cobalt</span> &mdash; <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>
-&mdash; <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span>. &mdash; Die dunkeln Wolken:
-<span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Indian Red</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p>Das Papier wird wie gewöhnlich genäßt und aufgetrocknet. Man legt
-dann <span class="antiqua">Cobalt</span> über den oberen Theil der Luft, wobei die kleinen
-Wölkchen scharf ausgespart werden und endigt, wo das Gelb des
-Mittelgrundes beginnt, mit gerader Linie. Ist dieser Auftrag trocken,
-so beginne man rechts oben in der Ecke mit einem hellen Ton von <span class="antiqua">Rose
-Madder</span>, welchem man mehr und mehr <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> beimischt
-und Alles, auch die kleinen Wölkchen, mit diesen Tönen übermalt,
-mische aber, sobald man das untere Drittel erreicht, <span class="antiqua">Indian Red</span>
-zu. Ist dies trocken, so beginnt man am oberen Theil der unteren
-Wolkenschichten mit <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Indian Red</span> und wenig
-<span class="antiqua">Cobalt</span>, nimmt nach beiden Seiten hin mehr von beiden letzteren
-Farben und gegen den Horizont hin noch mehr <span class="antiqua">Cobalt</span>. Nach dem
-Trocknen wasche man vorsichtig ab und verstärke die oberen Wölkchen
-mit <span class="antiqua">Rose Madder</span> oder <span class="antiqua">Yellow<span class="pagenum"><a name="Seite_132" id="Seite_132">[S. 132]</a></span> Ochre</span>, je nach Färbung,
-gehe aber nicht bis zum Rande derselben, sondern lasse Zwischenräume,
-was transparent und leuchtend wirkt. Auch die Töne der dunkeln
-Wolken am Horizont sind jetzt mit kühner, aber exacter Pinselführung
-zu verstärken, wobei nach jedem Strich der Pinsel vom Papier zu
-entfernen ist. Nach unten muß <span class="antiqua">Cobalt</span> zu-, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>
-dagegen abnehmen und Lasuren von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> mit <span class="antiqua">Indian
-Red</span> werden an geeigneten Stellen anzubringen sein. Die Wölkchen
-im gelben Theil des Himmels setzt man mit <span class="antiqua">Rose Madder</span> und
-etwas <span class="antiqua">Cobalt</span> ein. Sollte der Ton von <span class="antiqua">Cobalt</span> noch etwas
-zu verstärken sein, so kann man dieser Farbe ganz wenig <span class="antiqua">Chinese
-White</span> zusetzen, halte aber genau die Kanten der Wölkchen ein.
-Sollte es hier und da den Tönen an Wärme fehlen, so läßt sich mit
-leichten Lasuren von <span class="antiqua">Rose Madder</span> für rosiges, von <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span> für gelbes, und von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> mit <span class="antiqua">Indian
-Yellow</span> für goldenes Licht nachhelfen. <em class="gesperrt">Reinheit der Töne</em>,
-<em class="gesperrt">Lichtglanz</em> und zarte Stimmung sind die Schwierigkeiten, welche
-in solchen Lüften zu bewältigen sind.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">XIII.</p>
-
-<p class="center"><em class="gesperrt">Anderer Sonnenuntergang in sehr
-reicher Färbung.</em></p>
-
-<p>Motiv: Die oberen zwei Drittel der Luft mit langgestreckten,
-horizontalen, tiefpurpurnen Wolkenzügen, Lage über Lage durchsetzt;
-zwischen den unteren glänzend gelbe Lichter. Das untere Drittel gelb in
-Orange übergehend mit wenigen Wölkchen und einigen mattblauen Streifen.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_133" id="Seite_133">[S. 133]</a></span></p>
-
-<p>Farben: <span class="antiqua">Cobalt</span> &mdash; <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span> &mdash;
-<span class="antiqua">Yellow Ochre</span> &mdash; <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span> &mdash;
-<span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span> &mdash; <span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Indian
-Red</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span> &mdash; <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p>Vorausgesetzt, daß das Papier den früher erwähnten ersten Ton erhalten
-hat und nunmehr zur Aufnahme weiterer Farbe bereit ist, setzt man die
-blauen Streifen im unteren Theile der Luft mit entschiedenen Umrissen
-ein. Sodann legt man die oberen Wolkenschichten mit <span class="antiqua">Indigo</span> und
-<span class="antiqua">Indian Red</span> an, wobei an den oberen Rändern Blau, an den unteren
-aber Roth vorherrschen muß. Im unteren Drittel beginnt man gegen die
-Mitte hin mit Wasser und setzt dann bis zum Horizont von dem rötheren
-Ton zu. &mdash; Ist alles trocken, so beginnt man am Zenith mit Wasser
-und setzt nach einiger Zeit einen etwas kräftigen Ton von <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span> ein, welchen man bis zum Horizont führt und gegen diesen
-hin etwas <span class="antiqua">Rose Madder</span> zusetzt. &mdash; Hierauf werden die Farben
-der oberen Wolken mit <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span> verstärkt.
-&mdash; Im unteren Drittel beginnt man dann abermals oben mit Wasser, ohne
-jedoch die purpurnen Wolken zu berühren, setzt dann <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>
-ein und verstärkt ihn nach unten mit etwas <span class="antiqua">Rose Madder</span>. &mdash; Ist
-dies trocken, so wäscht man die ganze Oberfläche mit reinem Wasser,
-trocknet aber nicht ab. Ist die Nässe verschwunden, die Oberfläche aber
-noch feucht, so legt man den dunklen, warmen Purpurton über die oberen
-Wolken mit <span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Indian Red</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>,
-wobei die Farbe nach unten an Tiefe zunehmen muß, aber nicht bis zum
-Rande der Wolken geführt werden<span class="pagenum"><a name="Seite_134" id="Seite_134">[S. 134]</a></span> darf. Diese Manipulation ist zwei
-bis dreimal zu wiederholen, jeder folgende Auftrag aber an Umfang zu
-verringern, um Abstufung der Töne zu erreichen und für die beiden
-letzten Male ist anstatt des <span class="antiqua">Indigo Cobalt</span> zu nehmen. Hierauf
-trägt man im untern Theil den warmen Ton mit <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und
-<span class="antiqua">Rose Madder</span> auf, welchem man, gegen den Horizont hin, etwas
-<span class="antiqua">Indian Red</span> zusetzt und muß dieses ebenfalls mehrmals wiederholt
-werden, wobei man jedesmal etwas tiefer beginnt. &mdash; Ist dieses
-beendet, so setzt man die kleinen, fliegenden Wölkchen im unteren
-Theil mit <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span> ein, sowie die Schichte
-<span class="antiqua">Cobalt</span>, welche, um unbestimmt und zart zu verlaufen, oben und
-unten einen Streifen mit wenig Wasser erhalten muß. In die hellen
-Stellen zwischen den oberen Wolken bringt man <span class="antiqua">Rose Madder</span> mit
-<span class="antiqua">Gamboge</span> und auf die hellsten Lichter <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> mit
-<span class="antiqua">Gamboge</span>. Die Ausführung muß eine leichte, transparente sein,
-weßhalb man nicht zu viel Farbe in den Pinsel nehme, die Töne stets
-sehr dünn anwende und die Tiefe des Tons durch <em class="gesperrt">öftere</em> Aufträge
-zu erreichen suche, wodurch alle Schwere verbannt bleibt. Mit nur
-wenigen Aufträgen ist in derartigen Stimmungen nichts zu erreichen als
-Schwere und Dunkel.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Nach Rowbotham empfiehlt sich für Darstellung eines glühenden
-Sonnenunterganges <em class="gesperrt">mit</em> Sonne folgende Behandlung: Die Sonne
-lege man mit recht dickem <span class="antiqua">Chinese White</span> an, welches man, wenn
-trocken, je nach der nothwendigen Farbe,<span class="pagenum"><a name="Seite_135" id="Seite_135">[S. 135]</a></span> entweder mit <span class="antiqua">Cadmium</span>
-oder mit <span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Vermilion</span> lasirt, &mdash; oder aber
-man radire die Sonnenscheibe aus, glätte das Papier gut und colorire
-dann mit vorstehenden Tönen. Am Horizont lagern häufig kalttönige
-Wolkenstreifen, welche nicht selten quer vor der Sonnenscheibe liegen
-und letztere halbiren. Sie lassen sich am besten mit <span class="antiqua">Cobalt</span>,
-<span class="antiqua">Rose Madder</span> und ein wenig <span class="antiqua">Chinese White</span> geben; man sei
-indessen vorsichtig, damit nicht durch Zusatz von etwas zu viel von
-letzterem diese Wolken ein kreidiges Ansehen erhalten.</p>
-
-<p>Die oben angeführten Beispiele sind so verschieden im Charakter, daß
-sie wenigstens zu mehr als allgemeiner oder einseitiger Kenntniß der
-Behandlung der Lüfte den Grund zu legen geeignet sind. Es sind Motive,
-welche in der Natur sowohl, wie in Gemälden, häufig wiederkehren und
-dem Lernenden den Einblick in das Entstehen der ausgeführtesten und
-vollendetsten Werke vermitteln. <span class="antiqua">Cadmium</span> ist nur in einem Falle
-angewendet worden. Wo aber ein sehr glänzender Effekt wiedergegeben
-werden soll, wird seine Anwendung stets eine erfolgreiche sein.</p>
-
-<p>An dieser Stelle muß noch betont werden, daß der Luftton stets über
-die ganze Ferne bis in den Mittelgrund und bei Vorhandensein von
-Wasser, Teichen, Flüssen etc. im Vordergrunde, auch über diesen zu
-legen ist. Größere helle Lichter spart man aus. Schließlich will ich
-auch bemerken, daß bei Gemälden von größeren Dimensionen, oder bei
-solchen, welche zu größerer Vollendung bestimmt sind, das auch in
-den angeführten Beispielen mehrmals eingehaltene Verfahren,<span class="pagenum"><a name="Seite_136" id="Seite_136">[S. 136]</a></span> wonach
-bei Anlage der ersten Töne das genäßte Papier nicht mit Löschpapier
-abgetrocknet wird, sondern die Anlage der ersten Farbentöne noch in
-ziemlich nassem Zustande erfolgt, mit Vortheil angewendet wird, da
-hierdurch ein hoher Grad von Weichheit erzielt wird und die einzelnen
-Töne sehr schön in einander laufen. Legt man eine größere Luftfläche
-in dieser Weise an, so nimmt man keine weitere Rücksicht auf die
-Formen der Farbentöne, als etwa in Bezug auf Lage und setzt alle Töne
-ohne Unterbrechung neben oder in einander. Ist die Fläche trocken,
-so zeigt die Luft eine Anzahl formlos in einander verlaufender
-Farbentöne, worauf abgewaschen, die überschüssige Nässe nunmehr aber
-aufgetrocknet wird. Der zweite Auftrag wird dann in der gewöhnlichen
-Weise behandelt und wird dabei selbstverständlich näher auf die Formen
-der Wolkenbildungen etc. eingegangen.</p>
-
-<h4 id="II_B_Die_Ferne">B. Die Ferne. &mdash;
-<span class="normalweight">Gebirg.</span></h4>
-
-<h5 id="II_B_1_Colorit">1. Colorit.</h5>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">a.</span> <em class="gesperrt">Töne
-für größte Ferne.</em></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> allein, oder lasirt mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span> &mdash;
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red</em></span> &mdash; <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> &mdash; <span class="antiqua">Vermilion</span>
-&mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> oder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow
-Ochre</em></span> in den verschiedensten Nüancen (auch 1. 3. 2. &mdash; 2.
-3. 1. &mdash; 2. 1. 3. &mdash; 3. 2. 1.)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Naples Yellow</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose
-Madder</em></span> wie voriger Ton, besonders aber 2. 3. und wenig 1.
-für<span class="pagenum"><a name="Seite_137" id="Seite_137">[S. 137]</a></span> <em class="gesperrt">neblige</em> Stimmungen und dämpfige Schwüle unersetzlich,
-darf aber immer erst bei Beendigung der Ferne aufgetragen werden,
-wobei man gewöhnlich oben mit Wasser anfängt und etwa, von der
-Mitte der Luft an mehr und mehr von diesem Ton zuzusetzen beginnt.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>, milder Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> mit wenig <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span> in Seestücken für ferne Klippen
-etc.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>, tiefer, dunkler
-Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Ultramarin Ash.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey.</span></p>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">b.</span> Töne für Ferne bei heller Beleuchtung.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span> &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> &mdash; <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw
-Umber</em></span> &mdash; <span class="antiqua">Raw Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vermilion</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Neutral Orange</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> oder
-<span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cadmium</span> allein oder mit <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lemon Yellow</em></span>, (<em class="gesperrt">nicht</em> als erster Ton oder zur
-Untermalung.)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Naples Yellow</span> allein oder mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> allein oder mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>,
-<span class="antiqua">Indian Red</span> oder <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_138" id="Seite_138">[S. 138]</a></span></p>
-
-<p class="s5 center mtop1">Für die <em class="gesperrt">Schattentöne</em> empfehlen sich:</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> oder
-<span class="antiqua">Raw Umber</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">c.</span> Töne für Ferne mittleren Grades</p>
-
-<p class="s5 center">(weniger weit als unter <span class="antiqua">a.</span>)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span>, sehr
-nützlicher Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span> oder <span class="antiqua">Rose
-Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span> (auch <span class="antiqua">French
-Blue</span> anstatt <span class="antiqua">Cobalt</span>), sehr schön für duftige Effekte.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose
-Madder</em></span> liefert eine Unzahl brauchbarer Töne.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>, sehr nützlich.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Purple Madder</span>, sehr zarter, schöner
-Purpurton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Purple Madder</span>, heller.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> mit <span class="antiqua">Vermilion</span> oder <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Naples Yellow</span> allein oder mit <span class="antiqua">Cobalt</span>, dick
-aufgesetzt, aber mit <em class="gesperrt">sicherer</em> Hand, liefert scharfe Lichter
-auf fernes Gebirg.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Chinese White</span> eignet
-sich für die Darstellung der Verzweigungen in den Gebirgsmassen;
-auch <span class="antiqua">Cobalt</span> allein, ebenfalls dick, mit wenig Wasser
-aufgetragen, paßt für manche Fälle.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_139" id="Seite_139">[S. 139]</a></span></p>
-
-<p>Zusatz von etwas <span class="antiqua">French Blue</span> gibt den Tönen größere Tiefe.</p>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">d.</span> Töne für <em class="gesperrt">fernes</em> Grün.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre</span> und Blau, (<span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">French Blue</span>
-oder <span class="antiqua">Indigo</span>), tiefe, sanfte Töne. Zur Beurtheilung der
-Wirkungsweise der aus den verschiedenen blauen Farben resultirenden
-grünen Töne, habe man stets im Auge, daß <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>
-<em class="gesperrt">zarte</em> Töne <em class="gesperrt">ohne große Tiefe</em> liefert, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French
-Blue</em></span> dagegen <em class="gesperrt">tiefe</em>, <em class="gesperrt">dunklere</em> Töne und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> <em class="gesperrt">sehr dunkle</em>, leicht zu Schwärze
-neigende, weßhalb man sich vor einem Uebermaß desselben zu hüten
-hat. Der Lernende versäume nicht, sich mit den zahlreichen Nüancen
-des Grün möglichst vertraut zu machen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p><span class="antiqua">Roman Ochre</span>, <span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und etwas
-<span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span> und <em class="gesperrt">Blau</em> (auch 2. 1.)
-<em class="gesperrt">sehr brauchbare</em> Töne besonders mit <span class="antiqua">French Blue</span>,
-in <em class="gesperrt">dicker</em> Mischung d. h. mit wenig Wasser angerieben,
-aufzutragen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und wenig
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>, dick.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>, tiefer im Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light
-Red</em></span> &mdash; oder <span class="antiqua">Rose Madder</span> &mdash; oder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown
-Pink</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Indigo</span>, etwas <span class="antiqua">Cobalt</span> und
-<span class="antiqua">Indian Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und Blau.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span>,
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw Sienna</em></span>, <em class="gesperrt">Blau</em> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose
-Madder</em></span>, schöne,<span class="pagenum"><a name="Seite_140" id="Seite_140">[S. 140]</a></span> graugrüne Töne, besonders auch 2. 1. 3.,
-mit Indigo aber weniger zu empfehlen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw Umber</em></span> und <em class="gesperrt">Blau</em>, besonders <span class="antiqua">Cobalt</span>,
-desgleichen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw Umber</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>, ruhiges Grün.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Chinese White</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose
-Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span>, sehr brauchbares
-Graugrün von duftiger, nebelhafter Wirkung.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Naples Yellow</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span> (auch 2. 1.)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Olive Green</span> mit wenig <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Naples Yellow</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose
-Madder</em></span>, besonders brauchbar für einzelne Bäume in
-Silhouette vor Luft oder Gebirg.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Naples Yellow</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span> mit wenig <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lemon Yellow</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>, schöner Ton für ferne Wiesen
-und Felder.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und
-<span class="antiqua">Gamboge</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown
-Pink</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Light Red</span> oder <span class="antiqua">Neutral Orange</span>
-liefert gute Schattentöne.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>In vielen Fällen ist es geeignet, obenverzeichneten Mischungen etwas
-<span class="antiqua">Naples Yellow</span> (sofern solches nicht bereits in denselben
-enthalten ist) zuzusetzen und zwar vorzugsweise für neblige Effekte
-oder dicke, dämpfige Atmosphäre, endlich auch da, wo Anwendung einer
-<em class="gesperrt">deckenden</em> Farbe erwünscht<span class="pagenum"><a name="Seite_141" id="Seite_141">[S. 141]</a></span> ist, wie auf dunkelem Hintergrund, wo
-es wegen verschiedenartigen Gründen nicht rathsam gewesen die helleren,
-etwas vorliegenden Gegenstände auszusparen.</p>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">e.</span> <em class="gesperrt">Lasurfarben</em> für obige Töne.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Terra Verte</span>, reicher, kräftiger Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Viridian.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lemon Yellow.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span>, auch mit <span class="antiqua">Brown</span> oder <span class="antiqua">Purple
-Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, allein oder mit <span class="antiqua">Brown</span> oder <span class="antiqua">Rose
-Madder</span>, oder mit <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Mars Orange</span>, sehr durchsichtig.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> allein oder mit <span class="antiqua">Light Red</span> oder <span class="antiqua">Rose
-Madder</span>.</p>
-
-<p>Diese Lasuren, welche für Vegetation überhaupt Anwendung finden,
-kommen für Ferne nur da in Betracht, wo ein Ton nicht ganz nach
-Wunsch ausgefallen ist und etwas verändert werden soll, sei es
-durch lebhaftere oder gedämpftere Färbung, wie auch für Lichter und
-Halblichter.</p>
-
-<h5 id="II_B_2_Technik">2. Technik.</h5>
-
-<p>Die Ferne (häufig auch der Mittelgrund) steht, in Hinsicht der Farbe
-wie der technischen Behandlung, der Luft sehr nahe. Beleuchtung,
-Tages- und Jahreszeit wie nicht minder Wind<span class="pagenum"><a name="Seite_142" id="Seite_142">[S. 142]</a></span> und Wetter üben sehr
-bedeutenden Einfluß auf ihren Charakter; doch hat die Ferne in der
-Regel einen kühlen, bläulichgrauen Luftton, auf dessen Wiedergabe man
-stets bedacht sein muß, da dieser Ton, sobald er durch unzweckmäßige
-Farbenaufträge vernichtet worden, meist nur sehr schwer wieder im
-nöthigen Duft herzustellen ist. Wo überhaupt ein Bild im Luftton nicht
-befriedigt, trägt meistens der Mangel jener in’s Blaue fallenden grauen
-Töne hauptsächlich die Schuld. In den meisten Fällen besteht die Ferne
-aus Gebirg und Wald und bildet, was Tiefe der Farbe anbelangt, einen
-bedeutenden Contrast zu dem Himmel, von welchem sie sich bei hellem
-Wetter dunkel <em class="gesperrt">abhebt</em>, was der Anfänger stets beachte. Die
-Technik ist, wie bereits erwähnt, dieselbe wie bei der Behandlung der
-Luft, weßhalb man bei erster Anlage mit den Lufttönen in der Regel
-auch die Ferne und alle <em class="gesperrt">dunkleren</em> Gegenstände in Mittel- und
-Vordergrund (hellere nicht) übermalt. Hierdurch wird einerseits die
-spätere Arbeit wesentlich erleichtert, andererseits aber auch das
-Glänzende und Rohe der hellen Töne gebrochen und in das Ganze ein
-Luftton gebracht. Der nothwendigen Weichheit der Töne der Ferne wegen,
-müssen sich daher auch die Waschungen zwischen den einzelnen Aufträgen
-über die Ferne erstrecken, mit Ausnahme der Fälle, wo letztere in der
-Farbe grün ist, da grüne Töne meistens gegen Waschungen empfindlich
-sind und daher erst <em class="gesperrt">nach</em> gänzlicher Vollendung der Luft und
-des blauen Theiles der Ferne aufzutragen sind. Ueberhaupt gehe man
-stets erst nach Vollendung der Luft an die Verstärkung der Aufträge
-der Ferne. Die Schatten der Ferne müssen sehr luftig sein;<span class="pagenum"><a name="Seite_143" id="Seite_143">[S. 143]</a></span> da sie
-jedoch ziemlich kalt sind, so empfiehlt es sich, zur Erreichung dieses
-Zweckes den Schattentönen (<span class="antiqua">Cobalt</span> mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>,
-<span class="antiqua">Light Red</span>, <span class="antiqua">Indian Red</span> etc.) etwas <span class="antiqua">Chinese White</span>
-zuzusetzen. Im Allgemeinen genügt <span class="antiqua">Cobalt</span> für die Ferne nicht,
-sondern muß mit <span class="antiqua">Indigo</span> oder <span class="antiqua">French Blue</span> verstärkt
-werden, wobei wieder zu erinnern ist, mit <span class="antiqua">Indigo</span>, der Schwärze
-wegen, in tiefen Tönen vorsichtig umzugehen. Auch wird der Lernende
-hier nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß Transparenz, welche den
-Zauber der Ferne bedingt, nur durch öftere Aufträge dünner Farbentöne
-<em class="gesperrt">sicher</em> zu erreichen ist. Bei diesen wiederholten Aufträgen ist
-es, wie auch bei gewissen Theilen der Luft, unbedingt nothwendig,
-<em class="gesperrt">genau</em> die Silhouette des früheren Auftrages einzuhalten,
-sofern, selbstverständlich nicht zugleich eine Modellirung, z. B.
-eines näher gelegenen Gebirgsabschnittes, gegeben wird, und ist dieses
-genaue Einhalten der Grenze früherer Aufträge eine goldene Regel beim
-Aquarelliren.</p>
-
-<p>Die Behandlung des Mittelgrundes, in welchen die Ferne nicht selten
-allmälig übergeht, ist im Wesentlichen dieselbe, doch ist es sehr
-vortheilhaft, die Farbe hier etwas consistenter aufzutragen. Für
-solche Behandlung eignen sich jedoch nur ganz bestimmte Farben, wie
-<span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Light
-Red</span> und <span class="antiqua">Naples Yellow</span>, und zwar deßwegen, weil sie alle,
-selbst in großer Intensität, <em class="gesperrt">hell</em> und somit auch für die Ferne
-vorzugsweise nützlich sind. Diese Farben haben die weitere schätzbare
-Eigenschaft, daß, wenn sie zusammen in dickerer Mischung angewendet
-werden, man, während sie noch naß sind, in sie hinein malen kann,
-ohne<span class="pagenum"><a name="Seite_144" id="Seite_144">[S. 144]</a></span> die Töne zu stören, wodurch man befähigt ist, wie beim Malen in
-Oel, Detail und Schatten vor dem Trocknen fertig zu arbeiten. Auch im
-Mittelgrunde kann den Schatten, um solche wegen der Mitteltöne nicht
-zu schwer zu bekommen, etwas <span class="antiqua">Chinese White</span> zugemischt werden.
-Schmidt hat für die Ferne <span class="antiqua">Indian Red</span> als Ersatz für <span class="antiqua">Rose
-Madder</span> empfohlen und auf mehrfache Versuche hin kann ich dies nur
-bekräftigen.</p>
-
-<p>Die Ferne, wie bei Behandlung der Luft angeführt, in stärkeren Tönen
-anzulegen, um solche alsdann mittelst Wasser und Schwamm wieder bis
-zum gewünschten Grade aufzuhellen, möchte ich nicht empfehlen, da
-dieses Verfahren nicht immer die für die Ferne meist nothwendige
-Durchsichtigkeit und Leichtigkeit wahrt.</p>
-
-<p>Kleinere Gegenstände, welche aus dem Vordergrund in die Ferne
-hineinragen, oder solche, welche der Ferne selbst angehören und sich
-besonders bemerkbar machen, beachtet man in den früheren Stadien der
-Arbeit nicht, sondern, sofern sich dieselben hell abheben, nimmt
-man sie mit Wasser und Waschleder oder einem seidenen Tuche bei
-Fertigstellung des Bildes heraus und colorirt sie dann entsprechend,
-&mdash; oder aber setzt man <span class="antiqua">Chinese White</span> ziemlich trocken und dick
-in entsprechender Form auf und colorirt nach dem Trocknen. Dunkle
-Gegenstände werden dann einfach mit entsprechenden Tönen eingesetzt.
-Sollte der Gegenstand aber der Art sein, daß er ohne besondere
-Schwierigkeit ausgespart werden könnte, was indessen meist nicht
-thunlich ist und der gleichmäßigen Anlage der Töne des Hintergrundes
-leicht Eintrag thut, so<span class="pagenum"><a name="Seite_145" id="Seite_145">[S. 145]</a></span> spare man aus, was noch mit am natürlichsten
-wirkt. Kleinere Lichter auf Gebirg, Felsen, Bäumen und der Vegetation
-im Allgemeinen, werden, ihrer Form entsprechend, mit spitzem Pinsel
-exact mit wenig Wasser gezeichnet und nach früher dargelegtem Verfahren
-herausgenommen. Genügt ein Versuch nicht, dann wiederholt man das
-Aufsetzen von Wasser, wendet dann Löschpapier an und reibt die Stelle
-mit Brod, welches jedoch nicht zu frisch sein darf. Letzteres Verfahren
-ist sehr sicher und nimmt die Farbe ohne Nachtheil für das Papier
-weg, welch letzteres sofort jeden beliebigen Ton annimmt. Dieses
-Herausnehmen der Lichter macht einen erstaunlich <em class="gesperrt">frischen</em>
-Effekt, welcher nicht leicht in anderer Weise erreicht wird, und dieser
-Fähigkeit, Farbe ganz oder theilweise entfernen zu können, verdankt
-die Aquarellmalerei manche ihrer Schönheiten und Eigenthümlichkeiten.
-Sehr <em class="gesperrt">vorsichtig</em> sei man aber in der Wiedergabe weißer Lichter
-durch <span class="antiqua">Chinese White</span>. Welche der obigen Verfahrungsweisen man
-anwende, hängt übrigens theils vom Bilde selbst, theils aber auch vom
-Geschmacke, wie von der Geschicklichkeit des Darstellenden ab.</p>
-
-<p>Die oben für das Colorit angegebenen Töne sind sämmtlich sehr schön und
-entsprechen allen Anforderungen, welche an den Lernenden herantreten
-können. Ich will aber noch ganz besonders darauf aufmerksam machen,
-daß jede Mischung in den Verhältnissen ihrer Bestandtheile stets
-etwas wechseln muß, damit nicht eine monotone, unangenehme Färbung
-erzielt werde, welche in der Ferne nur sehr selten, im Mittelgrunde
-aber niemals vorkommen dürfte. Bei Behand<span class="pagenum"><a name="Seite_146" id="Seite_146">[S. 146]</a></span>lung der Vegetation in Ferne
-und Mittelgrund arbeite man mit der Seite des Pinsels, besonders wenn
-man mit dicker Farbe operirt. Die Farbe läßt sich dann in breiten,
-flachen Tönen auftragen und bietet eine günstige Fläche für die
-weitere Vollendung. Man setzt stets zuerst den allgemeinen Ton, dann
-die Schatten ein und geht dann zu etwaigem Detail über, vermeide aber
-zu dunkle Drucker oder sonst auffallende Punkte, Striche oder Flecke,
-welche besondere Aufmerksamkeit erregen und in den Leistungen von
-Anfängern häufig angetroffen werden.</p>
-
-<p>Ferne und Mittelgrund der Gemälde sind so wichtig und meist so
-schön, daß dem Lernenden sorgfältige Studien nach der Natur, vom
-Einfachsten bis zum Erhabenen, nicht genug zu empfehlen sind. Die
-<em class="gesperrt">richtige</em> Darstellung ist häufig sehr schwierig, da die Formen
-in der Regel so unbestimmt dem Auge sich darstellen, daß man wieder
-und wieder sehen muß, um zum richtigen Verständniß zu gelangen. So
-unbestimmt aber immerhin etwas wiederzugeben sein möge, so trachte der
-Darstellende dennoch stets es so zu geben, daß der Beschauer, bei aller
-Unbestimmtheit, über die wirkliche Bedeutung des Gegenstandes nicht in
-Zweifel bleibe, was indessen bei der bloßen Skizze weniger in Betracht
-kommt.</p>
-
-<p>Da die Ferne häufig aus Gebirg besteht, so will ich hier noch etwas
-einschalten, was von manchem Lernenden dankend anerkannt werden dürfte.
-Alle Bergformen besitzen sowohl eine ihnen speziell eigenthümliche
-Gestalt, wie eine gewisse Großartigkeit, welche beide Momente in
-dem Abbild nicht selten beträchtlich Schaden nehmen. Es resultirt
-dies<span class="pagenum"><a name="Seite_147" id="Seite_147">[S. 147]</a></span> lediglich aus den in der Zeichnung in der Regel zu flüchtig
-und allgemein angedeuteten Formen, namentlich den <em class="gesperrt">gerade</em>
-fortlaufenden Umrißlinien, welche in der Natur nur selten vorkommen.
-Man meide daher diese gerade fortlaufenden Linien und halte solche
-etwas unregelmäßig, copire getreu die auffallenderen Unterbrechungen
-und Absätze, besonders die <em class="gesperrt">Winkel</em> der größeren Abweichungen, da
-der wahrheitsgetreue Eindruck lediglich durch Aufmerksamkeit auf diese
-Unregelmäßigkeiten im Detail der Umrißlinien bedingt wird.</p>
-
-<p>Zum Untermalen von Gebirgsketten eignet sich in vorzüglicher Weise
-der Neutralorangeton von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> mit <span class="antiqua">Brown Madder</span>
-in den Licht-, und <span class="antiqua">Brown Madder</span> mit <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> in den
-Schatten-Partien, da die späteren blauen Töne auf diesem Unterton sehr
-gut wirken. Sehr naturwahr läßt sich die verschiedene Beleuchtung
-ferner Gebirgsketten wiedergeben, wenn man die verschiedenen Töne, etwa
-<span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span> &mdash; dann <span class="antiqua">Rose
-Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span> &mdash; dann <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span> &mdash; dann <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> allein etc., naß in einander
-laufen läßt; überhaupt versäume man nicht, bewaldete Bergketten oder
-Höhenzüge bei der verschiedensten Beleuchtung, Tages- und Jahreszeit zu
-studiren, da solches von immensem Nutzen ist.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_148" id="Seite_148">[S. 148]</a></span></p>
-
-<h4 id="II_C_Die_Vegetation">C. Die Vegetation.</h4>
-
-<h5 id="II_C_1_Colorit">1. Colorit.</h5>
-
-<p class="center"><span class="antiqua">a.</span> Grün für Laubwerk des
-Mittelgrundes.<a name="FNAnker_B_2" id="FNAnker_B_2"></a><a href="#Fussnote_B_2" class="fnanchor">[B]</a></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> oder <span class="antiqua">French
-Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Sepia</span>, sehr kalter, dunkler Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Neutral Orange</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Naples Yellow</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose
-Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span>, duftig.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Aureolin</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, duftig.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>, klarer, neutraler Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, <span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, <span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Raw
-Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Olive Green</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Olive Green</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Sepia</span> (auch mit Zusatz
-von <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Sepia</span> (auch mit Zusatz
-von <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.)</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_149" id="Seite_149">[S. 149]</a></span></p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Chrimson
- Lake</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="2">
- <img class="h2_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span>
- und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> als Schattenton.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>,
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span> und
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="2">
- <img class="h2_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>,
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und
- wenig <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span>,
- als Schattenton.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Brown
- Pink</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und etwas
- <span class="antiqua">Rose Madder</span> als Schattenton.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">French
- Blue</span>, für tiefste Schatten.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>, Rasenflächen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>, Rasenflächen.</p>
-
-<p>Für Bäume des Mittelgrundes in voller Beleuchtung eignen sich:</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Neutral Tint</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Raw Umber</span> oder
-<span class="antiqua">Burnt Umber</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span>, <span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Aureolin</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Aureolin</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span>,
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>.</p>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">b.</span> Grün für Laubwerk
-des Vordergrundes.</p>
-
-<p><span class="antiqua">NB.</span> <em class="gesperrt">Für Bäume des Vordergrundes ist <span class="antiqua">Cobalt</span> weniger
-geeignet als <span class="antiqua">French Blue</span> oder <span class="antiqua">Indigo</span>.</em></p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_150" id="Seite_150">[S. 150]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French
-Blue</em></span>, klarer im Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span> und
-<em class="gesperrt">Blau</em>, für Laub im Allgemeinen zu empfehlen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span> und
-<em class="gesperrt">Blau</em>.</p>
-
-<p class="p0 padleft2"><em class="gesperrt">Die vorstehend namhaft gemachten Combinationen liefern fast jede
-erdenkliche Nüance von Grün für vorliegenden Zweck.</em></p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>,
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span> und
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Umber</em></span>,
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5 nowrap" rowspan="3">
- düstere Töne.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">French
- Blue</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>,
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span>,
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span>
- und <em class="gesperrt">Blau</em>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> oder <span class="antiqua">Raw
-Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Burnt Umber</span> und <span class="antiqua">Indian Yellow</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> (auch 1. 3. 2.)
-für Nadelholz, Kiefern etc.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>, dick, für
-Nadelholz.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span>, <span class="antiqua">Indigo</span>
- und wenig <span class="antiqua">Gamboge</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- für Nadelholz.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Chrimson
- Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span> als Schattenton.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Oxyde
- of Chromium</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>,
- tiefste Schatten.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_151" id="Seite_151">[S. 151]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Neutral Tint</span> oder <span class="antiqua">Payne’s Grey</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Neutral Tint</span> oder <span class="antiqua">Payne’s Grey</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>, warmer Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span>, warmer Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Indigo</span> oder
-<span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, <span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">French
-Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Burnt Umber</span>, <span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">French
-Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> oder
-<span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lamp Black</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span>, <span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cadmium</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Olive Green</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Olive Green</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> oder <span class="antiqua">Indian Yellow</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt
-Sienna</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>, wenig <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Oxyde of Chromium</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Prussian Blue</span> und <span class="antiqua">Bistre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Prussian Blue</span>, <span class="antiqua">Bistre</span> und <span class="antiqua">Ind. Yellow</span> oder
-<span class="antiqua">Gamboge</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Emerald Green</span> und <span class="antiqua">French Blue</span> (auch 2. 1.)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span> und <span class="antiqua">French Blue</span> (auch 2. 1.)</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_152" id="Seite_152">[S. 152]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Oxyde of Chromium</em></span> und <span class="antiqua">Indian Yellow</span> oder
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span> liefern glanzvolle Töne für breite massige
-Laubpartien von etwas kaltem Grün.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Aureolin</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Aureolin</span> und <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Aureolin</span> und <span class="antiqua">Emerald Green</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Aureolin</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="p0 padleft2">Allen unter <span class="antiqua">a</span>, <span class="antiqua">b</span> und <span class="antiqua">c</span> ausgeführten Tönen kann
-man für neblige Stimmung etwas <span class="antiqua">Naples Yellow</span> zusetzen; auch wo
-deckende Farbe erwünscht ist.</p>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">c.</span> Töne für Gras, Rasen etc. etc.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span> eignet sich sehr zur
-Untermalung größerer Rasen- und Wiesenpartien.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span> und
-wenig <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> oder
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, sonniger Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>, auch mit
-<span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke
-Brown</em></span>, kalter Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- <td class="tdc vam" rowspan="3">
- <span class="hang1"><span class="nowrap">und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Oxyde
- of Chromium</em></span>,</span> <span class="nowrap">frisches
- sonniges Grün für</span> <span class="nowrap">Wiesen etc. etc.
- auch für Moose.</span></span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Aureolin</em></span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Emerald Green</span> (auch 2. 1.) für Moos.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> oder
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>, kaltes Grün.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Burnt
-Sienna</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_153" id="Seite_153">[S. 153]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw Sienna</em></span> und Blau.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Oxyde of Chromium</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>,
-kalter Ton, auch für Laubwerk.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span>, <span class="antiqua">French Blue</span>, und wenig <span class="antiqua">Brown
-Pink</span>, tiefer.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span> und <span class="antiqua">Emerald Green</span>, frisches,
-sonniges Grün.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lemon Yellow</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Emerald Green</em></span> zum
-Coloriren einzelner heller Grashalme.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lemon Yellow</span> und <span class="antiqua">Viridian</span>. Reiches helles Grün.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Brown
- Pink</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer" />
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Brown
- Pink</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>, als zweiter Ton.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Brown
- Pink</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Burnt
- Sienna</span> als dritter Ton.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Naples Yellow</span> für scharfe Markirung, Halme etc. etc.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span>, <em class="gesperrt">dick</em>, für Zeichnung, Detail.</p>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">d.</span> Töne für
-<em class="gesperrt">Herbstlaub</em>, dürre Blätter etc. etc.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span>, viele
-Abstufungen &mdash; oder mit <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> &mdash; oder mit
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Aureolin</span> mit <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> &mdash; oder mit <span class="antiqua">Burnt
-Umber</span> &mdash; oder mit <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Aureolin</span> und <span class="antiqua">Rose</span> oder <span class="antiqua">Brown Madder</span>, oder
-<span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_154" id="Seite_154">[S. 154]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Aureolin</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span> oder <span class="antiqua">French
-Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> mit <span class="antiqua">Rose</span>, <span class="antiqua">Brown</span> oder <span class="antiqua">Purple
-Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Umber</em></span> (auch 2.
-1.), reicher Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Mars Orange</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Ochre</span> mit <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Ochre</em></span> mit <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span>, reicher
-Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw Sienna</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw Sienna</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> mit <span class="antiqua">Brown</span> oder mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> mit <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> &mdash; mit <span class="antiqua">Brown Pink</span> &mdash;
-oder <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre</span> allein oder mit <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> allein und mit <span class="antiqua">Gamboge</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> allein und mit <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span>, dick, für tiefe Drucker.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> oder <span class="antiqua">Burnt
-Carmine</span>, tiefe, feurige Farbe für dunkle Drucker.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Jedes Grün wird wesentlich im Ton verfeinert durch eine Lasur mit
-<span class="antiqua">Brown Madder</span>; etwas herabgestimmt durch eine solche mit
-<span class="antiqua">Sepia</span> und in wirksamerer Weise durch eine Lasur von <span class="antiqua">Lamp
-Black</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_155" id="Seite_155">[S. 155]</a></span></p>
-
-<p>Auch das Anbringen von <span class="antiqua">Emerald Green</span> im Bilde stimmt alles
-übrige Grün energisch herab.</p>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">e.</span> Töne für Stämme und Aeste.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span>, <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>, für von Laubmassen beschattete Aeste zu
-empfehlen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Neutral Tint</span> oder <span class="antiqua">Payne’s Grey</span>, auch mit Zusatz von
-<span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> allein oder mit <span class="antiqua">Indigo</span> &mdash; <span class="antiqua">French
-Blue</span> oder <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und wenig <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Neutral Orange</span>, auch mit <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Olive Green</span>, <span class="antiqua">Indigo</span>, und <span class="antiqua">Sepia</span> oder <span class="antiqua">Vandyke
-Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Indigo</span>, und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> oder
-<span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_156" id="Seite_156">[S. 156]</a></span></p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1" colspan="3">
- <span class="antiqua">Light Red.</span>
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="6">
- <img class="h9em" src="images/klammer_seite_156_2.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, sehr groß" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="6">
- für Kiefern.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1" colspan="3">
- <span class="antiqua">Light Red</span> u. <span class="antiqua">Rose
- Madder</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Light Red</span>, <span class="antiqua">Chrimson
- Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_156_3.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, groß" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="3">
- Schattentöne
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">French
- Blue</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">French
- Blue</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1" colspan="3">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Burnt
- Sienna</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und
- <span class="antiqua">French Blue</span> für tiefste Töne.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> u. <span class="antiqua">Vandyke
-Brown</span> für blattloses Astwerk (im Winter).</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Oxyde
- of Chromium</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_156_3.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="3">
- grünliche Töne.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span> und
- <span class="antiqua">Blue Black</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span>,
- <span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">Blue
- Black</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Vermilion</span>, <span class="antiqua">Yellow
- Ochre</span> und wenig <span class="antiqua">Chinese White</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="2">
- <img class="h2_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="2">
- Orange Töne.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und wenig
- <span class="antiqua">Chinese White</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Vermilion</span>.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Lake</span>
- und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="2">
- <img class="h2_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="2">
- Abtheilung <span class="nowrap">der Rinde.</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Rose
- Madder</span> u. <span class="antiqua">Cobalt</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<h5 id="II_C_2_Technik">2. Technik.</h5>
-
-<p>Die Behandlung der Vegetation, besonders der Bäume bildet den
-schwierigsten Theil der Aquarellmalerei. Achtsamkeit auf nachstehende
-Ausführungen wird indessen einen großen Theil dieser Schwierigkeit
-verhältnißmäßig leicht überwinden helfen.</p>
-
-<p>Bei Darstellung von Bäumen handelt es sich in erster<span class="pagenum"><a name="Seite_157" id="Seite_157">[S. 157]</a></span> Linie um den
-Totaleindruck; d. h. die Natur des Baumes muß sofort zu erkennen sein.
-Um jeden Baum treffend zu charakterisiren, beobachte man sehr genau
-folgende Punkte:</p>
-
-<ol class="arabic_list">
- <li class="hang1_5">
- Die <em class="gesperrt">äußere</em> Form.
- </li>
- <li class="hang1_5">
- <em class="gesperrt">Formen</em> und Stellung der <em class="gesperrt">Aeste</em>
- und <em class="gesperrt">Zweige</em> und die <em class="gesperrt">Winkel</em>
- der Abzweigung.
- </li>
- <li class="hang1_5">
- Den Charakter des Stammes und die <em class="gesperrt">Stelle der
- Verzweigung</em> (ob hoch oder nieder).
- </li>
- <li class="hang1_5">
- <em class="gesperrt">Charakter</em> und <em class="gesperrt">Farbe</em>
- der Rinde, ob zart oder rauh, in horizontaler oder verticaler Lage
- abschälend, ob grau, braun, röthlich etc. etc.
- </li>
-</ol>
-
-<p>Das Skizziren eines Baumes besteht nun weder in ängstlicher Wiedergabe
-der Blätter, noch des sonstigen Details, und würde ein derartiger
-Versuch sich überhaupt als unausführbar erweisen. Es kommt vielmehr
-lediglich auf Wiedergabe des <em class="gesperrt">Totaleindrucks</em> an. Eine große
-Schwierigkeit liegt nun in der Darstellung der Idee des <em class="gesperrt">Vielen</em>,
-während wir nur die Masse geben. Feste, sichere Pinselführung, scharfe
-Umrisse und was besonders betont werden muß &mdash; <em class="gesperrt">Wahrheit</em>
-in <em class="gesperrt">Licht</em> und <em class="gesperrt">Schatten</em> gehören zu den unabweisbaren
-Erfordernissen. Kraft der Farbe und der Contraste ist ebenfalls
-unerläßlich und hüte man sich, namentlich bei größeren Laubmassen, in
-zu gleichmäßige und dann nicht selten unerfreulich wirkende Färbung zu
-verfallen. Von Darstellung der Blattformen ist selbst bei Bäumen des
-nächsten Vordergrundes entschieden abzurathen und empfehle ich auch
-hier die breitere Behandlung.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_158" id="Seite_158">[S. 158]</a></span></p>
-
-<p>Das technische Verfahren ist ein sehr verschiedenes und es dürfte
-kaum übertrieben sein, wenn ich sage, daß fast jeder Maler die Bäume
-in anderer Weise behandelt. Während manche naß in naß arbeiten, malen
-andere mit fast trockner Farbe und fächerartig auseinander gespreiztem
-Pinsel.</p>
-
-<p>Ich werde nunmehr die verschiedenen Darstellungsweisen näher erörtern.
-Alle haben ihre Berechtigung und Manchem wird diese, Manchem jene
-besser zusagen, wie nicht minder, je nach Art und Stimmung des Bildes,
-häufig eine oder die andere Weise vorzugsweise angezeigt ist. Eine für
-alle Fälle geltende Regel für die Darstellung so sehr im Charakter
-verschiedener Gegenstände, wie Bäume, aufzustellen, würde nicht wohl
-möglich sein.</p>
-
-<p>Was die oben aufgeführten Farbentöne betrifft, unter welchen kein in
-der Natur vorkommendes Colorit fehlen dürfte, so sind <em class="gesperrt">alle</em>
-vom Lernenden zu prüfen (natürlich nur nach und nach), damit er die
-Farbe beherrsche und im gegebenen Falle nicht ganz unpassend wähle.
-<em class="gesperrt">Vorerst</em> halte man sich an die gesperrt gedruckten Töne. Vieles
-Arbeiten nach der Natur ist hier dringend geboten, um <em class="gesperrt">Feinheit in
-der Farbe</em> zu erringen und ein guter Colorist zu werden. Auch im
-Winter kann der Lernende, welcher die Anfangsgründe überwunden hat,
-sich durch Copiren guter Oelstudien, in Technik sowohl wie in Farbe,
-sehr vervollkommnen. Von den Mißerfolgen der ersten Versuche lasse
-sich Niemand abschrecken; denn einigermaßen <em class="gesperrt">befriedigende</em>
-Leistungen erfordern schon längere Uebung und Gewandtheit. Vor Allem
-hüte man sich zu <em class="gesperrt">grün</em> zu malen, in welchen Fehler An<span class="pagenum"><a name="Seite_159" id="Seite_159">[S. 159]</a></span>fänger zu
-verfallen sehr geneigt sind, sondern beachte, daß unter gewöhnlichen
-Verhältnissen, und von Nadelholz abgesehen, im Grün das <em class="gesperrt">Gelb</em>
-in der Regel vorherrscht und daß andererseits fast alles Grün in der
-Farbe <em class="gesperrt">gebrochen</em> ist, also Zusatz von Braun oder Roth bedarf.
-Die Bleistiftzeichnung skizzire <em class="gesperrt">leicht</em> die äußere Form, die
-Hauptabtheilungen des Laubwerkes, sowie Stämme und Aeste. Vor Anlage
-der ersten Töne wasche man, wie früher bei Anlage der Luft, ab, beginne
-aber nie mit der Anlage grüner Töne, bevor nicht die Luft in allen
-Theilen vollendet ist.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">I.</p>
-
-<p>Bäume in breiter Behandlung male man wie folgt:</p>
-
-<p>Man lege die Localfarbe an und zwar ziemlich flüssig, übergehe damit
-den ganzen Baum, sehe aber darauf, daß die zahlreichen Lichter zwischen
-dem Laub, besonders in den äußeren Partien, möglichst ausgespart
-bleiben. Man halte solche etwas größer, da sie sich später sehr leicht
-verkleinern lassen, was mit hellen Tönen bewirkt sehr natürlich wirkt.
-Ist dieser Auftrag trocken, so gibt man die Schatten mit einem weniger
-flüssigen, entsprechenden Ton derselben Farben, welcher ebenfalls über
-alle dunkleren Stellen gleichmäßig weggeführt wird und setzt dann mit
-einem tieferen Ton und dickerer Farbe die dunkelsten Stellen ein. Ist
-dies geschehen, so verbessert man, wo es nöthig erscheint, die äußere
-Form durch etwas mehr Ausladung, hebt Lichter heraus, wo solche fehlen
-oder verkleinert die zu groß gerathenen, worauf man das Astwerk etc.
-in Behandlung nimmt. Kleine Aeste, welche<span class="pagenum"><a name="Seite_160" id="Seite_160">[S. 160]</a></span> sich <em class="gesperrt">hell</em> abheben,
-übergeht man bei Anlage des Laubes und hebt sie später heraus.</p>
-
-<p>Der Pinsel sei ein <em class="gesperrt">flacher</em>, immer wohl gefüllt, ohne mit Farbe
-überladen zu sein. Die äußere Form gibt man am besten scharf und
-entschieden mit der Seite der Spitze desselben, besonders bei dünnem
-Laub und ungewissen oder bewegten Formen, vermeide aber Farbenflecke.
-Vor Anlage der Schatten kann man abwaschen, was jedoch in vielen Fällen
-nicht nothwendig ist. Bei flüssiger Farbe hat man den Vortheil, daß die
-Farbe nicht zu schnell trocknet und man sich an einer vielleicht etwas
-schwierigeren Stelle nicht zu übereilen braucht, aus Furcht, daß die
-Farbe an der Stelle wo man weiter zu malen hat, unterdessen auftrockne.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">II.</p>
-
-<p>Eine ähnliche aber weniger breite Behandlung ist folgende:</p>
-
-<p>Man führt den Localton wie im vorigen Beispiel durch und gibt dann
-Stämmen und Astwerk etwa einen graubraunen Ton. Hierauf setzt man die
-in der Regel wärmeren, transparenten Mitteltöne ein, mit welchen man
-alle Schatten bedeckt und verstärkt Stämme und Aeste mit tieferen
-Tönen, worauf man mit einem neutralen Ton (<span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Indian
-Red</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>, <span class="antiqua">French Blue</span> und
-<span class="antiqua">Brown Madder</span>) die Schatten einsetzt. Die kälteren Reflexlichter
-auf der Schattenseite werden sodann herausgenommen und mit einem feinen
-bläulich-grauen Ton übergangen und schließlich durch Herausnahme oder
-Verkleinern von Lichtern, Zusatz oder Wegnahme von Ausladungen die
-verfeinernde Hand<span class="pagenum"><a name="Seite_161" id="Seite_161">[S. 161]</a></span> angelegt. Wo Lichter herausgenommen werden, müssen
-solche dann selbstverständlich mit dem Luftton übergangen werden.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">III.</p>
-
-<p>Für entschieden dunkle Bäume und Sträucher des Vordergrundes empfiehlt
-Professor M. Schmidt folgende Behandlung, welche sich für möglichst
-rasche Wiedergabe des Charakters und Ausdrucks eignet. Man zeichnet
-die Umrisse ziemlich bestimmt, setzt <em class="gesperrt">zuerst</em> mit einem neutralen
-Ton die tiefsten <em class="gesperrt">Schatten</em> ein, übergeht dann das Ganze mit dem
-Localton und setzt dann die Mitteltöne ein, worauf die Verfeinerung in
-obiger Weise stattfindet.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">IV.</p>
-
-<p>Eine vierte Art, welche hauptsächlich für Mittelgrund und Ferne
-passende Verwendung findet, ist folgende:</p>
-
-<p>Man hält außer der Localfarbe einen Schattenton (<span class="antiqua">Cobalt</span> und
-<span class="antiqua">Light Red</span>, etc.) bereit, beginnt oben mit dem Lichtton und
-setzt an den entsprechenden Stellen mit einem zweiten Pinsel gleich
-den Schattenton, mit der Lichtfarbe weich verlaufend, ein und so
-fort bis der ganze Baum bedeckt ist. Durch das weiche Zusammenlaufen
-der Töne bilden sich oft zufällige Effecte, welche bei geschickter,
-beziehungsweise geschmackvoller Benutzung dem Bilde sehr zu Statten
-kommen. Hierauf werden Stämme und Astwerk in Behandlung genommen, wobei
-der Anfänger noch darauf aufmerksam zu machen ist, daß man letzteres in
-der Regel nur in den <em class="gesperrt">Schattenstellen</em> bemerkt. Ist der Auftrag
-trocken, so mischt<span class="pagenum"><a name="Seite_162" id="Seite_162">[S. 162]</a></span> man die beiden Töne Grün und Grau zusammen und
-setzt damit die tiefen Schatten zwischen den Laubmassen ein, worauf man
-zur Beendigung das Grün hier und da verstärkt oder auch nach Umständen
-dämpft.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">V.</p>
-
-<p>Schließlich will ich eine besonders in England sehr gebräuchliche
-Malweise mittheilen, welche ich selbst häufig anwende und sehr
-empfehlen kann. Sie besteht in der Anwendung <em class="gesperrt">dicker</em> und
-ziemlich trockener Farbe, welche mit flachem Pinsel aufgetragen
-wird. Ich kann diese Art der Behandlung um so mehr empfehlen, als
-sie mit verhältnißmäßiger Schnelligkeit eine große <em class="gesperrt">Kraft</em> der
-Töne vereinigt und dabei gestattet, jeden einzelnen Theil <em class="gesperrt">vor dem
-Trocknen</em> bis ins Detail zu beenden. Auf diese Art behandelte Bäume,
-besonders baumreiche Landschaften sehen Oelgemälden sehr ähnlich.
-Lichter können schließlich, wenn nöthig, noch herausgenommen und
-einzelne Partien durch Lasuren im Tone erhöht, oder gedämpft werden.
-Mit einigen Druckern in den tiefsten Stellen und hier und da einer
-Verbesserung, auch in der äußeren Form, ist ein so behandelter Baum
-fertig. Auch <em class="gesperrt">Nadelholz</em> läßt sich mit dieser Behandlung, welche
-hier besonders der Silhouette sehr zu Statten kommt, <em class="gesperrt">äußerst</em>
-naturwahr darstellen.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_163" id="Seite_163">[S. 163]</a></span></p>
-
-<p>Der Lernende übe sämmtliche Darstellungsweisen und wähle dann, was
-ihm am besten zusagt oder für den beabsichtigten Zweck am passendsten
-erscheint. Ich selbst male meine Bäume, von dem Zeitpunkt erlangter
-besserer Technik an, fast nur nach V., je nach dem Vorwurf
-indessen auch nach I. und II., allein dem Anfänger ist
-erstere Methode nicht zu empfehlen.</p>
-
-<p>Wiederholt will ich indessen hier darauf aufmerksam machen, daß
-<span class="antiqua">Indigo</span>, den Tönen in zu großer Menge zugesetzt, Schwärze
-erzeugt und daß man sich in den dunkeln Partien des Laubes vor
-Schwärze und <em class="gesperrt">Kälte</em> sehr zu hüten hat. Sind aber dennoch
-solche Stellen zu dunkel oder gar schwärzlich geworden, so läßt sich
-das Uebel durch vorsichtiges Uebergehen der betreffenden Stellen
-mit einem <em class="gesperrt">kräftigen</em> Ton von <span class="antiqua">Indian Yellow</span> oder von
-<span class="antiqua">Indian Yellow</span> mit <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span> schnell heben. Nach
-dem Trocknen kann dann der erhaltene Ton durch passende Lasuren in
-gewünschter Weise verändert werden.</p>
-
-<p>Was <em class="gesperrt">Stämme</em> und <em class="gesperrt">Aeste</em> betrifft, so ist auf deren
-naturgemäße Zeichnung die größte Aufmerksamkeit zu verwenden, da
-sonst nicht allein diese selbst Noth leiden, sondern die ganze Arbeit
-verunstaltet wird. Besonders vermeide man die unnatürlichen, absolut
-geraden Linien und sehe da, wo Stämme oder Aeste nach längerem
-Verschwinden sich wieder zeigen, auf entsprechende Verjüngung. Sie
-müssen stets so gezeichnet sein, daß sie geeignet sind, eine genaue
-Vorstellung der Verästelung vom Fuße bis in die Spitze zu geben. Die
-Schatten sind erst breit anzulegen und ist dann später das<span class="pagenum"><a name="Seite_164" id="Seite_164">[S. 164]</a></span> Detail zu
-geben. Dabei vergegenwärtige sich der Lernende stets, daß je weiter
-ein Gegenstand zurücktritt, desto mehr das Detail verschwindet und
-die Localfarbe neutralere Töne annimmt. Helle Stämme im Mittelgrund
-spart man, sobald dies der Arbeit Eintrag thun würde, nicht aus,
-sondern nimmt sie später heraus; ebenso wenn Stämme im Vordergrunde
-eine hinter ihnen liegende größere Wasserfläche durchschneiden, da
-ein Aussparen die einheitliche Behandlung der letzteren in hohem
-Grade beeinträchtigen würde. Dunkele Stämme kleiner Dimension und
-von zweifelhaftem Charakter im Mittelgrunde lassen sich gewöhnlich
-mit den dunkelsten Tönen der Laubpartien in consistenterer Mischung
-geben. Stämme des Vordergrundes dagegen verlangen Individualisirung,
-weßwegen fleißiges Studium der Stämme der Waldbäume und sonst häufiger
-vorkommender Bäume, wie Weiden, Pappeln etc. etc. nach der Natur
-dringend anzurathen ist und zwar aus nächster Nähe, wie auf weitere
-Distanz. Die Birkenstämme betreffend bemerke ich noch, daß man solche
-am zweckmäßigsten mit dickem <span class="antiqua">Chinese White</span> anlegt und das
-tiefgefärbte Detail mit <span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und
-<span class="antiqua">Burnt Sienna</span> einsetzt.</p>
-
-<p>Da in den meisten Fällen Grün im <em class="gesperrt">Vordergrund</em> eine mehr
-oder weniger große Rolle spielt, wenigstens in landschaftlichen
-Darstellungen, so ergreife ich hier die Gelegenheit, auf den
-Vordergrund etwas näher einzugehen. Alles überhaupt Darstellbare kann
-mit wenigen Ausnahmen Gegenstand des Vordergrundes sein, weßhalb
-sorgfältige Studien auch in dieser Beziehung nothwendig sind.
-Dabei ist<span class="pagenum"><a name="Seite_165" id="Seite_165">[S. 165]</a></span> jedoch eine allzugenaue und peinliche Nachahmung des
-Darzustellenden zu vermeiden, da hierdurch die Breite starke Einbuße
-erleiden würde und man sich auch andererseits sehr leicht an eine
-„<em class="gesperrt">kleinliche</em>“ Manier zu gewöhnen Gefahr läuft, weshalb man am
-besten auf breite Charakterisirung ausgeht. Der große Reiz eines
-Vordergrundes liegt in feiner glanzvoller Farbe ohne rohe Effekte, in
-Kraft ohne heftige Contraste, in einer schönen Linienführung und in
-vollkommenem Anschluß an die anderen Theile des Bildes.</p>
-
-<p>Wiesen und Grasflächen in Mittel- und Vordergrund dürfen nicht
-mit dicker Farbe behandelt, sondern müssen naß angelegt werden,
-zu welcher Untermalung sich in vielen Fällen <span class="antiqua">Gamboge</span> mit
-<span class="antiqua">Yellow Ochre</span> eignet. Durch spätere Lasuren gibt man dann die
-geeigneten Töne in kühnen Strichen und Lagen und mit nicht zu nasser
-Farbe. Indessen empfiehlt es sich auch, die verschiedenen Farbentöne
-gleich Anfangs naß ineinander zu malen. Zunächst betrachte man die
-Erhöhungen und Senkungen des Terrains durch Eintragen der betreffenden
-Schatten, wobei große Genauigkeit empfohlen werden muß. Sodann gibt
-man einzelnen Stellen etwas mehr Detail, doch immer möglichst breit
-und lose, bis in die nächste Nähe zum Erkennen der einzelnen Halme
-etc., deren Darstellung ganz im Vordergrund oder an sonst passenden
-Stellen von großer Wirksamkeit sein kann, wie z. B. am Ufer, vor
-Wasser etc. etc. Größere Pflanzen lassen sich hier ebenfalls häufig mit
-Erfolg verwenden. Auch durch Herausnehmen und entsprechende Lasuren
-lassen sich einzelne Gräser etc. sehr getreu und präcise wiedergeben.
-Man arbeite<span class="pagenum"><a name="Seite_166" id="Seite_166">[S. 166]</a></span> im Vordergrunde öfter mit der Seite des Pinsels, oder
-auch mit flachem, etwas gespaltenem Pinsel und ziemlich trockener
-Farbe, so daß mehrere Striche auf einmal gemacht werden können.
-Zufälligkeiten in Form und Farbe lassen sich auch hier mit Geschick
-und Geschmack verwerthen. Ueberhaupt ist der Vordergrund der Theil des
-Bildes, wo man sich, nach Bewältigung der Technik, nicht selten dem
-Gefühl und der Phantasie in Betreff der Gestaltung charakteristischer
-Formen mit Erfolg hingeben kann. Hierbei ist jedoch darauf zu sehen,
-daß man den Gegenständen die richtige perspektivische Größe gibt, da
-Zuwiderhandlungen sehr schlimm wirken. Figuren und Staffage aller Art
-kann man noch in letzter Stunde anbringen, wenn es wünschenswerth ist,
-was in Stimmungsbildern indessen gewöhnlich <em class="gesperrt">nicht</em> der Fall
-ist. Man zeichnet alsdann die Umrisse des betreffenden Gegenstandes
-mit dickem <span class="antiqua">Chinese White</span>, füllt sie aus und colorirt nach dem
-Trocknen vorsichtig. Vieh etc. von kleineren Dimensionen &mdash; größeres
-spart man besser aus &mdash; läßt sich auf diese Weise erfolgreich
-wiedergeben. Sehr tiefe und dunkle Stellen des Vordergrundes erscheinen
-häufig nach dem Trocknen der Farbe, besonders wenn man die Tiefe
-anstatt durch viele und schwächere Aufträge, nur durch wenige mit
-concentrirterer Farbe hergestellt hat, in sehr stumpfem Ton, oder
-aber zeigen solche Stellen, wo sie Farbenunterschiede zeigen sollten,
-statt deren ebenfalls stumpfes einfarbiges Colorit. Um die Farbe
-in solchen Fällen zu erhöhen oder heraustreten zu lassen, hat man
-vorsichtiges Lasiren solcher Stellen mit einer Lösung von arabischem
-Gummi empfohlen, welchem<span class="pagenum"><a name="Seite_167" id="Seite_167">[S. 167]</a></span> Mittel ich jedoch nicht das Wort reden kann.
-Es bringt zwar Glanz hervor und der beabsichtigte Zweck wird ebenfalls
-erreicht, aber die Gummi-Lasur bildet zugleich einen glänzenden Fleck,
-welcher der harmonischen Wirkung des Bildes erheblichen Eintrag thut.
-Professor Schmidt empfiehlt für solche Fälle, den Finger mit sehr
-wenig Leinöl zu befeuchten und solches sanft über die tiefste Stelle
-und deren nächste Umgebung zu reiben, was mir geeigneter scheinen
-will. Ich habe noch keine Gelegenheit gefunden, das Mittel anzuwenden,
-da ich vorziehe, tiefe Stellen durch häufiges, mehr lasurartiges
-Uebergehen zu vertiefen zu suchen, bei welcher Prozedur das beregte
-stumpfe Auftrocknen nicht so leicht vorkommt. Im Allgemeinen zwar
-bietet der Vordergrund Gelegenheit, die stärksten Drucker anzubringen,
-allein ich muß den Lernenden doch darauf aufmerksam machen, daß im
-Ganzen genommen, die Töne des <em class="gesperrt">Mittelgrundes</em> die größte Tiefe
-zeigen. Tiefe dunkle Stellen halte man stets <em class="gesperrt">warm</em> im Ton,
-mische also nicht zu viel Blau hinein, indem kalte dunkle Stellen
-höchst unerfreulich wirken und ein sonst vielleicht gutes Bild schwer
-schädigen. Für Weiteres über Vordergrund verweise ich noch auf die
-Kapitel über Wasser, Wege, Felsen etc. etc.</p>
-
-<p>Ich werde nunmehr an einigen Beispielen die Technik zu erläutern
-suchen, wiederhole aber zuvor nochmals, daß häufiges Malen nach
-der Natur und zwar in den verschiedenen Jahreszeiten, Studien der
-verschiedenen Bäume bei verschiedener Beleuchtung, besonders auch der
-Stämme, mit aufmerksamer Behandlung der Aststellung, an welcher der
-Kenner<span class="pagenum"><a name="Seite_168" id="Seite_168">[S. 168]</a></span> schon von fern den Baum erkennt, sowie möglichst ausgeführte
-Studien von Vordergründen, behufs Erlangung einer brillanten Technik
-und Emancipation von conventioneller Behandlung dringend nothwendig
-sind. Ich betone nochmals die Beachtung der <em class="gesperrt">äußeren Form</em> der
-Bäume, welche mit zu den wesentlichsten Bedingungen gehört, da wir
-bei Beschauung der Natur von der äußeren Form in erster Linie berührt
-werden. Wer das Ziel während einiger Zeit mit Ausdauer verfolgt, wird
-die Schwierigkeiten rascher überwinden, als es zuerst möglich schien.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">I.</p>
-
-<p class="center">Einfache Belaubung eines beliebigen kleinen Baumes in
-warmem Ton.</p>
-
-<p class="center">Farben: <span class="antiqua">Gamboge</span>,
-<span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="s5 center">(Zeichnung nach der Natur oder nach einer Vorlage.)</p>
-
-<p><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> wird hier angewendet, um etwas Körper zu geben, und
-damit die Farbe dicker aufgetragen werden kann, während andererseits
-hierdurch der in dieser einfachen Mischung etwas rohe Ton des
-<span class="antiqua">Gamboge</span> gemildert wird. Anstatt nun die drei Farben zusammen zu
-mischen, reibe der Lernende jede für sich auf der Palette mit nicht zu
-viel Wasser an und mische während der Arbeit je nach Bedürfniß, damit
-die Farbe nicht eintönig wird und das Laub in einem Auftrag beendet
-wird. Man mischt nun die beiden Gelb, setzt dann ein wenig Blau zu und
-beginnt oben mit gelblich-grünem Ton und ziemlich gefülltem Pinsel.
-Die Pinselführung muß eine tupfende, beinahe stoßweise sein, wobei
-nach<span class="pagenum"><a name="Seite_169" id="Seite_169">[S. 169]</a></span> jeder Berührung des Papieres der Pinsel wieder weggenommen wird.
-Geschieht dies nicht, dann ist es sehr schwer, den Baum charaktervoll
-und mit den hellen Lichtern zwischen dem Laub wiederzugeben. Nach
-einigen Tupfen &mdash; die Engländer nennen diese Manier „<span class="antiqua">touching</span>“
-&mdash; ändert man die Farbe etwas im Ton, besonders auch in den Schatten,
-und so fort bis zu Ende. Große Sorgfalt verwende man auf das Leichte
-der äußeren Form, gebe auch lieber einige Lichter mehr als einige
-zu wenig. Es ist dies wesentlich, da das Laub keine compacte Masse,
-sondern die Anhäufung vieler einzelner Theile ist. Die Darstellung muß
-daher diese Vielheit betonen.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">II.</p>
-
-<p class="center">Alte Eiche mit Stamm in kälterem, tieferem Tone.</p>
-
-<p>Farben: Laub: <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">French
-Blue</span>. Stamm: <span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.
-&mdash; Tiefste Drucker auf dem Stamm: <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Burnt
-Sienna</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">French Blue</span> &mdash; Boden:
-<span class="antiqua">Brown Madder</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>. Gras:
-<span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>. &mdash; Drucker
-im Vordergrund: <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p>Die Luft als beendet vorausgesetzt.</p>
-
-<p>Man arrangirt die Farben für das Laub auf der Palette und nachdem das
-Papier befeuchtet und mit Löschpapier abgetrocknet ist, übergeht man
-das ganze Laubwerk mit dem entsprechenden Tone, welcher wie im vorigen
-Beispiel leicht in der Combination geändert wird, aber ohne weiter
-Rücksicht auf die Schatten zu nehmen. Die Lichter nicht zu<span class="pagenum"><a name="Seite_170" id="Seite_170">[S. 170]</a></span> vergessen!
-Hierauf legt man den Stamm, Boden und das Gras mit obigen Farben
-an. Ist dieser Auftrag trocken, so gibt man die Schatten des Laubes
-mit denselben Farben wie vorher, nur in dunkeler Mischung. Hierbei
-ist nun ganz besonders zu beachten, daß diese Schatten eine ganz
-eigenthümliche, gerundete Form zeigen, welche man nicht steif, sondern
-leicht wiedergeben muß. (Jeder Baum hat seine ihm eigenthümlichen, aus
-der Ast- und Blattstellung etc. resultirenden Schattenformen im Laub.)
-Man folge hierbei, wie überhaupt bei Laubwerk, stets der Richtung
-der Aeste. Hierauf bringe man etwas von der Baumfarbe an den unteren
-Rand des Grases und setze die dunklen Schatten auf dem Stamme ein,
-sowie die Halblichter des Grases mit denselben Farben wie vorher, nur
-dunkler. Ist Alles trocken, so bringt man mit denselben Farben die
-verschiedenen kleineren, tiefen Drucker auf das Laub. Viele derselben
-sind wahrscheinlich nicht viel größer als Punkte oder kurze Linien,
-und man achte daher sehr darauf, solche nicht zu dunkel zu geben oder
-dem Baum ein fleckiges Ansehen zu verleihen. Man sei daher nicht zu
-freigebig und gebe deren nur so viele als hinreichen, um den Charakter
-und die Abstufung der Töne zu wahren. Hierauf setzt man mit der Spitze
-des Pinsels und mit entschiedenen Strichen die dunkeln Drucker auf den
-Stamm, wobei man sich so getreu wie möglich nach dem Vorbild richtet.
-Mit der Baumfarbe zeichnet man alsdann noch einige Halme etc. in das
-Gras, bringt mit dunkler, etwas trockener Farbe einige Striche, etwa
-wie Furchen, auf den Boden und setzt schließlich mit <span class="antiqua">Brown Pink</span>
-hier und da recht dicke Drucker ein.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_171" id="Seite_171">[S. 171]</a></span></p>
-
-<p>Die Wiederholung der Baumfarbe auf dem Gras hat einen besonderen Zweck,
-nämlich den, den Baum nicht zu isoliren. Solche, wenn auch nur ganz
-lose, Wiederholungen von Tönen in einem anderen Theile eines Bildes
-sind sehr zu empfehlen, da sie Einheit bedingen; man wende sie jedoch
-immer nur, wie hier, etwas versteckt an.</p>
-
-<p>Darstellungen dieser Art bieten sich in der Natur allenthalben.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1">III.</p>
-
-<p class="center">Motiv aus einer Gebirgslandschaft: Im Mittelgrund eine
-grasige Höhe, mit kahlen Felsblöcken; oben niedriger, tieftöniger Baumwuchs.</p>
-
-<p>Farben: Felsen: <span class="antiqua">Light Red</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.
-Grüner Ton: <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Indigo</span> &mdash; <span class="antiqua">Brown Pink</span>
-und <span class="antiqua">Cobalt</span>. &mdash; Baumwuchs: <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und
-<span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p>Man mischt einen entsprechenden Ton von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und
-<span class="antiqua">Indigo</span>, setzt solchen an der Kuppe der Höhe ein und ändert
-ihn hier und da leicht ab. Der Pinsel kann ziemlich voll sein, da
-es in diesem Falle gut wirkt, wenn die Ränder an den Felsen etwas
-scharf absetzen. Ist dieser Auftrag trocken, so übergeht man mit
-demselben Ton, welchem man, um ihn transparenter zu machen, etwas
-<span class="antiqua">Brown Pink</span> zusetzen kann, die beschatteten Theile der Höhe.
-Dies muß geschickt ausgeführt werden, d. h. mit sicherer Hand, um den
-Unterton nicht zu stören, weßhalb man, so lange die Stellen noch naß
-sind, nicht nochmals darüber malen darf, da sonst<span class="pagenum"><a name="Seite_172" id="Seite_172">[S. 172]</a></span> die nothwendige
-Klarheit des Tons Noth leiden würde. Je mehr man sich mit diesem Ton
-dem Vordergrund nähert, desto weniger <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> nimmt man
-und setzt dagegen mehr <span class="antiqua">Brown Pink</span> zu. Ist dies trocken, so gibt
-man mit einer dicken, gallertartigen Mischung von <span class="antiqua">Brown Pink</span>
-und <span class="antiqua">Indigo</span>, in tupfweiser Manier die Bäume, wobei man bei deren
-Silhouette zugleich eine halbkreisartige Bewegung macht und jedesmal
-den Pinsel vom Papier entfernt. Die kahlen Felsen werden jetzt mit
-obigen Farben in wechselndem Verhältnisse angelegt, wobei <span class="antiqua">Light
-Red</span> in den warmen Tönen vorherrschen muß, während für den Schatten
-<span class="antiqua">Cobalt</span> im Ueberschuß sein kann. Die Schatten der Felsen werden
-mit denselben Farben gegeben. Hierauf setzt man die Drucker an den
-Grenzen des Grases an den Felsen mit dicker Farbe, aus <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>, ein. Man nimmt nur wenig Farbe, um sie
-kräftiger einsetzen zu können und schleppt ein wenig über die freien
-Grasflächen. <span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span> dient für einige
-Büsche im Gras. Es erübrigt noch, den Bäumen die dunkelsten Schatten
-mit <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und ein wenig <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>
-zu geben, was mit entschiedener Pinselführung zu bewerkstelligen ist
-und kann zum Schlusse hier und da noch etwas ziemlich trockene Farbe
-von <span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span> über einzelne Graspartien
-geschleppt werden, aber nicht im Uebermaß, was sehr störend wirken
-würde.</p>
-
-<p>Aus diesen wenigen Beispielen möge der Lernende entnehmen, daß recht
-wirksame Motive mit verhältnißmäßig wenigen Mitteln skizzirt werden
-können. Diese Beispiele könnten<span class="pagenum"><a name="Seite_173" id="Seite_173">[S. 173]</a></span> in’s Unendliche vermehrt werden, ohne
-deßhalb erschöpfend zu sein, weßhalb ich, da der Lernende über die zur
-Anwendung kommenden Töne sehr vollständig ausgerüstet ist, abbreche,
-umsomehr als es an Motiven nirgends fehlt. Doch will ich nachstehend
-noch ein Beispiel geben, wie die Studie eines Baumstammes in nächster
-Nähe auszuführen ist, oder vielmehr ausgeführt werden kann.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Motiv</em>: Waldrand, im Vordergrund Rasen mit bemoosten Steinblöcken
-und einer alten Eiche, deren Stamm dem Beschauer sehr nahe gerückt ist,
-so daß von den Aesten nichts zu sehen ist, etwas weiter zurück eine
-alte verkrüppelte Eiche ohne Laub. Mittelgrund: Junger Wald in frischem
-Grün.</p>
-
-<p>Einfache Motive wie dieses können dennoch so dargestellt werden, daß
-ihnen Schönheit und Interesse nicht abgesprochen werden kann, ohne
-daß deßhalb der Beschauer Anbeter der „<span class="antiqua">paysage intime</span>“ zu sein
-braucht. Um dies aber bei einem so anspruchslosen Motiv erreichen
-zu können, bedarf es einiger Anstrengung, wie nicht minder genauer
-Kenntniß der Natur. Gute Zeichnung, schöne Linienführung, naturwahres
-Colorit und Breite in Licht und Schatten sind wesentliche Bedingnisse,
-um solche Motive interessant zu machen. Bei der Zeichnung sind außer
-den Umrissen, auch die verschiedenen Details der Rinde, sowie die
-Knorren und Hohlräume etc. etc. genau zu beachten.</p>
-
-<p>Farben: Luft: <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>. Zwischenräume der
-Rinde und erste Schatten: <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und
-<span class="antiqua">Burnt Sienna</span>. Rinde: 1. Ton: <span class="antiqua">Oxyde of<span class="pagenum"><a name="Seite_174" id="Seite_174">[S. 174]</a></span> Chromium</span> und
-<span class="antiqua">Blue Black</span>; 2. Ton: <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span>
-und <span class="antiqua">Blue Black</span>; Orangetöne: <span class="antiqua">Vermilion</span>, <span class="antiqua">Yellow
-Ochre</span> und <span class="antiqua">Chinese White</span>; Scharlachtöne: <span class="antiqua">Rose Madder</span>
-und <span class="antiqua">Vermilion</span>; Grüne Töne: <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Gamboge</span>
-und <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span>. Reines Grün: <span class="antiqua">Emerald Green</span> und
-<span class="antiqua">Gamboge</span>; Purpurtöne: <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>;
-Reflexe in den Schatten: <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Neutral
-Orange</span>, &mdash; <span class="antiqua">Neutral Orange</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>; Laubwerk:
-<span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Brown Pink</span> und wenig <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>;
-Felsblöcke: <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>;
-Tiefe rothe Drucker im Vordergrund: <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Burnt
-Sienna</span>.</p>
-
-<p>Vorausgesetzt die Luft sei beendet und trocken, wird das Papier
-befeuchtet und abgetrocknet. Man mischt nun einen mattpurpurnen Ton
-von <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>
-und übergeht hiermit die Bleistiftstriche, welche auf dem vorderen
-Baum die Theilungen der Rinde andeuten, aber etwas dick. Man halte
-den Pinsel gut gefüllt und arbeite mit der Spitze desselben und mit
-festen, sicheren Strichen. Ist dies trocken, so übergehe man jedes
-<em class="gesperrt">einzelne</em> Rindenstück mit obigem ersten Ton, lasse aber der
-vielen glänzenden Lichter wegen, überall einen schmalen weißen Rand und
-führe stets den Pinsel in der <em class="gesperrt">Richtung der Form</em>. Mit demselben
-Ton, und Zusatz, von etwas <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>,
-übergeht man den hinteren, abgestorbenen Stamm. Hierauf legt man über
-die Schatten des ersten Stammes einen breiten Schattenton von <span class="antiqua">Burnt
-Sienna</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>, ohne Rücksicht auf<span class="pagenum"><a name="Seite_175" id="Seite_175">[S. 175]</a></span>
-die Reflexe und verstärkt dann die Rindenfarbe mit dem ersten Ton, aber
-ohne die Lichter zu berühren und mit ziemlich gelatinöser oder fast
-trockener Farbe. Für einige graue Stellen mische man <span class="antiqua">Cobalt</span>
-und <span class="antiqua">Rose Madder</span> zu. Nunmehr verstärke man die Theilungen der
-Rinde mit derselben Farbe wie vorher, aber ziemlich dick und dunkel.
-Für die knorrigen Stellen und die Hohlräume unter der Rinde benutzt
-man dieselbe Farbe, aber mit <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> im Ueberschuß. Man
-halte den Pinsel vertikal und markire kühn und entschieden. Die
-Schatten am Felsblock und in den Vertiefungen des Bodens, sowie die des
-verkrüppelten Baumes, welche recht kräftig sind, gebe man mit demselben
-Ton. Die dunkel bemoosten Stellen des letzteren gebe man mit <span class="antiqua">Brown
-Pink</span>, <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>, ebenso
-dessen Aeste; die heller bemoosten Theile mit <span class="antiqua">Emerald Green</span> und
-<span class="antiqua">Gamboge</span>, wobei man allenthalben einige kleine Lichter läßt,
-auch hier und da etwas <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span> zusetzt. Die Moose am
-vorderen Stamm gibt man mit derselben Farbe, aber dicker und dunkler
-und die gelberen Töne mit <span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Brown Pink</span> und wenig
-<span class="antiqua">Burnt Sienna</span>. Den Felsblock colorire man leicht und hell mit der
-oben angegebenen Combination. Man setzt nunmehr die wärmeren Orange-
-und Scharlachtöne ein, und zwar rein und auf die hellen Lichter, lasse
-aber immer noch einige derselben unberührt.</p>
-
-<p>Mit der für das Laubwerk angegebenen Farbe übergeht man nunmehr
-den Wald und zwar in etwas kräftigem Ton. Während dieser trocknet,
-verstärkt man die Moose an<span class="pagenum"><a name="Seite_176" id="Seite_176">[S. 176]</a></span> dem Felsblock mit <span class="antiqua">Gamboge</span>,
-<span class="antiqua">Emerald Green</span> und <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span> und zwar durch Tupfen
-und gibt die rothen Stellen im Vordergrund mit <span class="antiqua">Rose Madder</span> und
-etwas <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>. Die Buchenstämme des Waldes gibt man mit
-<span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>. Hier
-und da verbessert man mit dem <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span> das Grün des
-Laubes und mit Zusatz von <span class="antiqua">Brown Pink</span> gibt man das Unterholz.
-Nunmehr gebe man in den Schatten des Stammes einige Reflexe mit
-dicker Mischung von <span class="antiqua">Neutral Orange</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>;
-nimmt der Schattenton diese Farbe nicht an, so befeuchte man die
-betreffende Stelle etwas und reibe leicht mit einem seidenen Tuch,
-worauf man den Ton aufträgt. Mit derselben Farbe übergeht man noch
-hier und da eine Stelle, um die kalten Töne zu mindern. Man vertieft
-nun die verschiedenen Theile der Rinde mit <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Rose
-Madder</span> und etwas <span class="antiqua">Cobalt</span> und zwar mehrmals, läßt aber immer
-dazwischen trocknen. Durch dieses Häufen von Farbe auf Farbe erlangt
-man große Kraft und Transparenz. Mit etwas <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Oxyde
-of Chromium</span> übergeht man die blaugrünen Töne der Rinde, doch
-wende man diesen Ton nicht zu oft an, da er schwer macht; auch die
-wärmeren Töne verbessert man, und wendet gelegentlich auch <span class="antiqua">Rose
-Madder</span> unvermischt an. Man übergeht dann nochmals den hinteren
-Baum mit <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und etwas <span class="antiqua">French
-Blue</span>, verbessert dessen Rinde mit spitzem Pinsel und einzelnen
-Strichen. Ueberflüssige Lichter fülle man aus und legt nochmals
-überall verbessernde Hand an. Die Moose tüpfle man<span class="pagenum"><a name="Seite_177" id="Seite_177">[S. 177]</a></span> aus mit <span class="antiqua">Oxyde
-of Chromium</span>, und dazwischen mit <span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Emerald
-Green</span>; die tiefen Stellen mit <span class="antiqua">Brown Pink</span>. Zum Schlusse
-nimmt man einen kleinen, flachen Pinsel und übergeht die zahlreichen
-Lichter an den Kanten der Rinde mit scharfen, kurzen Strichen mit
-dickem <span class="antiqua">Chinese White</span>, doch nicht zu freigebig, um fleckiges
-Aussehen zu vermeiden. Diese Beschreibung ist vielleicht etwas zu
-ausführlich gewesen. Es galt mir aber zu zeigen, in welcher Weise ein
-ausgeführteres Werk behandelt werden muß, um strengen Anforderungen zu
-genügen.</p>
-
-<h4 id="II_D_Wasser_nebst_Staffage">D. <em class="gesperrt">Wasser</em> nebst Staffage.</h4>
-
-<h5 id="II_D_1_Colorit">1. Colorit.</h5>
-
-<p class="center"><span class="antiqua">a.</span> Töne für stehendes Wasser
-(in der Regel vom Wetter abhängig.)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt.</span> <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, bei
-hellem Wetter.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span>, weniger hell.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Indigo</span>
- und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_156_3.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="3">
- trüber
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Brown
- Madder</span> und wenig <span class="antiqua">Sepia</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Yellow
- Ochre</span> und wenig <span class="antiqua">Brown Madder</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>, oder <span class="antiqua">Light Red</span>, sehr
-trübe.</p>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">b.</span> Töne für
-<em class="gesperrt">Flüsse und Bäche</em>.</p>
-
-<p class="padleft2">1. Für gelbes oder orangefarbiges Wasser.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> oder <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_178" id="Seite_178">[S. 178]</a></span></p>
-
-<p class="padleft2 mtop1">2. Für grünes Wasser.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1">Grünblau <span class="antiqua">Oxyd</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span>, <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> und wenig
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span>.</p>
-
-<p class="padleft2 mtop1">3. Für graues, schwach farbiges Wasser.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw
-Sienna</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Purple Madder</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Indian Yellow</span>.</p>
-
-<p class="padleft2 mtop1">4. Für sehr dunkles Wasser.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Raw Sienna</span> und
- <span class="antiqua">French Blue</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="2">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_156_3.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="vam" rowspan="2">
- für Vegetation <span class="nowrap"><em class="gesperrt">unter</em> Wasser.</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Lamp Black</span>
- und <span class="antiqua">Brown Madder</span>,
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span>,
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span>
- und <span class="antiqua">Indigo</span>, (dick, vereint mit Weichheit
- große Kraft).
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="padleft2">Für Zwischenräume und dunkle Markirungen der Steine im Bette der Bäche
-etc. eignen sich:</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span>, <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>, kräftige Farbe.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_179" id="Seite_179">[S. 179]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>, sehr reicher Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Payne’s Grey</span>
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_156_3.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="3">
- und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>,
- <span class="nowrap">sehr nützliche Töne.</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Neutral Tint</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">French Blue</span>
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p class="padleft2">Bei diesen Tönen ist darauf aufmerksam zu machen, daß eine zu große
-Quantität Blau in dunklen Mischungen Schwärze erzeugt, weßhalb
-es nicht in zu großer Menge zugesetzt werden darf. Im tiefsten
-Schatten muß die Farbe stets <em class="gesperrt">warm</em> und <em class="gesperrt">durchsichtig</em>
-sein. Eine Lasur von <span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> ist
-hier oft dienlich dieselbe zu verstärken.</p>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">c.</span> Töne für
-Seewasser.</p>
-
-<p class="padleft2">1. Für Grau und erste Anlage.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Light Red</span> oder <span class="antiqua">Indian Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Purple Madder</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und wenig <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="padleft2 mtop1">2. Localtöne bei stürmischem Wetter.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span> und <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber</span> und <span class="antiqua">Indigo</span> oder <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Indigo</span> oder <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Raw Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_180" id="Seite_180">[S. 180]</a></span></p>
-
-<p class="padleft2 mtop1">3. Meergrün, mehr oder weniger rein.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und wenig <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cadmium</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>, sehr schön.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw Sienna</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, oder
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>, oder <span class="antiqua">Indigo</span>. (Im Vordergrunde
-kann diesen Mischungen etwas <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> oder <span class="antiqua">Brown
-Pink</span> zugesetzt werden.)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw Sienna</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Prussian Blue</em></span> und wenig
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Bistre</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Bistre</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Prussian Blue</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>, schön.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und wenig <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Prussian Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1">Grünblau <span class="antiqua">Oxyd</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Emerald Green</span> als <em class="gesperrt">leichte</em> Lasur zum Erhöhen einzelner
-sehr lebhaft gefärbter Theile.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Viridian</span>.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Yellow
- Ochre</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_156_3.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="3">
- brillanter Ton <span class="nowrap">für Landseen.</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Emerald
- Green</span> 2. Ton.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span>
- in mehreren sehr leichten Lasuren.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Raw Sienna</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="4">
- <img class="h5em" src="images/klammer_seite_156_1.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, groß" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="4">
- für Lichter.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Raw Sienna</span> und <span class="antiqua">Vandyke
- Brown</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Raw Sienna</span> und <span class="antiqua">Rose
- Madder</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_181" id="Seite_181">[S. 181]</a></span></p>
-
-<p class="center mtop1"><span class="antiqua">d.</span> Töne für
-Schiffe, Segel etc. etc.</p>
-
-<p class="padleft2">1. für braune oder schwarze Schiffe.</p>
-
-<p class="padleft2">(für sehr ferne Schiffe wird
-<span class="antiqua">Cobalt</span> zugesetzt).</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> oder <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span>, <span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> für Boote.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Payne’s Grey</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span> liefert
-zahlreiche braune Töne, welche durch Zusatz von <span class="antiqua">Chrimson
-Lake</span> in röthere Tinten übergeführt werden können.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Neutral Tint</span>, wie <span class="antiqua">Payne’s Grey</span> zu verwenden.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lamp Black</em></span> und
-<span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span>, sehr nützlicher Ton für Schiffe, Boote
-und alte Pfosten.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vermilion</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>,
-ebenso.</p>
-
-<p class="padleft2 mtop1">2. für röthliche Boote etc.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und
-<span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Payne’s Grey</span> oder
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="2">
- <img class="h2_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="2">
- <span class="nowrap">mit <span class="antiqua">Rose</span> oder <span class="antiqua">Brown
- Madder</span></span> <span class="nowrap">oder <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Neutral Tint</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_182" id="Seite_182">[S. 182]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vermilion</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Blue
-Black</em></span> für rostiges Eisenwerk.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>, desgleichen.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Black Lead</span> für blankes Eisen.</p>
-
-<p class="padleft2 mtop1">3. Für helle Segel.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> mit <span class="antiqua">Payne’s Grey</span> oder <span class="antiqua">Neutral
-Tint</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> mit <span class="antiqua">Raw Umber</span> oder <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> mit <span class="antiqua">Vermilion</span> oder <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="padleft2 mtop1">Für rothe Segel.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre</span> und <span class="antiqua">Rose</span> oder <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Brown</span> oder <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Vermilion</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span>.</p>
-
-<p class="padleft2 mtop1">Für Körbe etc. etc.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span> mit <span class="antiqua">Brown Madder</span> oder <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="padleft2 mtop1">Sehr tiefe, kraftvolle Töne für Drucker etc. etc.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span> oder <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span>, oder <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="pagenum"><a name="Seite_183" id="Seite_183">[S. 183]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Carmine</span>, kräftigster Ton für sehr bedeutende Tiefe.</p>
-
-<h5 id="II_D_2_Technik">2. Technik.</h5>
-
-<p>Die Schönheit einer Landschaft wird durch Wasser, welcher Art es auch
-immer sein möge, in äußerst wirksamer Weise gehoben, und besonders
-ist <em class="gesperrt">stilles</em> Wasser, welches ich zunächst bespreche, geeignet,
-breite Wirkung zu sichern, indem es die Farben der Luft wie der
-nächsten Umgebung wiederholt. Technisch wird Wasser in derselben Weise
-behandelt wie die Luft, daher auch bei Anlage der letzteren mit in
-Angriff genommen, sobald seine Dimensionen keine allzu geringen sind.
-Man nimmt indessen die Töne in der Regel etwas schwächer, wie für die
-Luft, besonders auch bei Abendbeleuchtungen. Die Anlage ist stets eine
-breite. Spiegelbilder werden zugleich mit den betreffenden Gegenständen
-und mit denselben, aber um einen geringen Grad schwächeren Tönen
-gegeben.</p>
-
-<p>Man versäume nie das Papier vorher zu nässen, damit alles zart in
-einander geht und führe den Pinsel bei Spiegelbildern stets in
-vertikaler Richtung. Die meist zahlreichen kleineren, horizontalen
-Lichter bleiben unbeachtet, indem sie am besten nach Beendigung des
-Wassers herausgewischt werden. Umfangreichere Lichtlinien dagegen, oder
-sonstige breite Lichtmassen, spart man am besten aus.</p>
-
-<p>Soweit nur die Spiegelung in Betracht kommt, ist die Darstellung von
-Wasser eine sehr leichte, allein es kommt<span class="pagenum"><a name="Seite_184" id="Seite_184">[S. 184]</a></span> in der Hauptsache darauf
-an, die <em class="gesperrt">Oberfläche</em> als solche zum Ausdruck zu bringen, was
-ungeachtet der geringfügigen zu diesem Zwecke erforderlichen Mittel
-nicht so leicht ist. Die Vergegenwärtigung der Oberfläche ist nämlich
-im Wesentlichen von getreuer Darstellung verschiedener sehr kleiner und
-an sich unbedeutender Lichter abhängig, welche durch geringe Bewegungen
-auf oder unter der Oberfläche, durch schwimmende Thiere aller Art,
-wie Insekten, Frösche, Fische etc. etc. hervorgerufen werden. Zu Zeiten
-fehlen indessen auch diese und die Ruhe ist dann eine so absolute,
-daß man lediglich auf Spiegelbilder angewiesen ist. In solchen Fällen
-ist das Anbringen eines Bootes von großem Nutzen, und ist das Wasser
-seicht, so hilft uns durchwatendes Vieh, mit welchem zugleich kräftige
-Farben in das Bild kommen, wie auch Wasservögel sehr geeignet sind, die
-Ruhe der Fläche zu unterbrechen.</p>
-
-<p>Was die Farbe des Wassers betrifft, so unterliegt die Beurtheilung
-derselben vielfach Irrungen, ganz besonders unter dem Einfluß von
-Halbschatten und Wasser, welches man für farblos zu halten geneigt
-ist, erscheint nicht selten, sobald ein hellerer Gegenstand, etwa das
-Segel eines Bootes, mit ihm in Berührung kommt, in einem recht tiefen
-Ton. Es bedarf also nur eines entschiedenen Lichtes, um diesen Contrast
-hervorzurufen.</p>
-
-<p>Reines Wasser ist indessen in der Regel von blauer Farbe, wie das der
-Alpenseen. Enthält es mehr oder weniger organische Stoffe, so neigt es
-in’s Grüne und geht bei zunehmender Sättigung mit organischer Materie
-&mdash; Sumpfwasser &mdash; ins Braune über.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_185" id="Seite_185">[S. 185]</a></span></p>
-
-<p>Aus Obigem resultirt, daß wir bezüglich der Töne für stehendes Wasser
-lediglich auf jene für Luft und Wolken angewiesen sind, weßhalb sie
-genau zu beobachten und höchstens etwas gemilderter oder grauer im Ton
-zu halten sind. Im Allgemeinen und sobald keine Spiegelung stattfindet,
-wird man auch die oben angegebenen sehr transparenten Töne von Nutzen
-finden. In Betreff der Zeichnung will ich noch darauf aufmerksam
-machen, daß, in Fällen, wo gegen den Horizont geneigte Gegenstände, wie
-z. B. schiefstehende Bäume sich abspiegeln, man darauf zu achten hat,
-daß das Spiegelbild die richtige perspektivische Richtung erhalte und
-ein z. B. gerade gegen uns über befindlicher derartiger Baum sich nicht
-etwa in gerader Richtung spiegle, da für die Spiegelung die Gesetze der
-Perspektive in Anwendung kommen.</p>
-
-<p>Die Spiegelung des Wassers ist in hohem Grade von der Polarisation
-des Lichts abhängig. Spiegelt sich der klare Himmel auf einer ruhigen
-Wasserfläche, so wird, je nach der wechselseitigen Stellung von Sonne,
-Wasser und Beschauer, das Licht des Himmels entweder vollständig &mdash;
-oder nur theilweise &mdash; oder fast gar nicht reflektirt werden, in welch
-letzterem Falle alsdann die dem Wasser <em class="gesperrt">eigenthümliche</em> Farbe
-zur Geltung kommt, was an jeder durch starken Wind bewegten kleineren
-Wasserfläche, wie kleinen Flüssen und Bächen, beobachtet werden kann.</p>
-
-<p>Daher rührt es auch, daß an Tagen, an welchen der Himmel ganz blasse,
-duftige Töne zeigt, eine Wasserfläche dennoch tief blau oder blaugrün
-erscheinen kann, was am auffallendsten zur Erscheinung kommt, wenn die
-Sonne seitlich<span class="pagenum"><a name="Seite_186" id="Seite_186">[S. 186]</a></span> vom Beschauer steht. Steht diese aber vor oder hinter
-ihm, so behält das Spiegelbild des Himmels seine natürliche Farbe und
-die Fläche wird dann nie sehr tiefe Töne zeigen.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Ganz anders, namentlich in Bezug auf Farbe, verhält es sich mit
-fließendem Wasser. Flüsse und Bäche bieten in der ihnen eigenthümlichen
-Färbung eine erstaunliche Mannigfaltigkeit. Sodann zeigt das Bett der
-Bäche sehr verschiedene Zustände, von compaktem Felsengestein bis zu
-losen Kieseln und Sand, und wo letzterer dicht von Wasserpflanzen
-bedeckt ist, bemerkt man besondere Tiefe des Tons. Veränderungen in der
-Strömung, Hindernisse, Stauungen, kleine Fälle mit zahlreichen Lichtern
-und Reflexen bieten willkommene malerische Motive.</p>
-
-<p>Die Technik bleibt dieselbe. Nach den ersten breiten, dünnen Anlagen
-setzt man die Steine oder den Grund des Bettes mit ziemlich starker
-Farbe ein. Für Steine empfiehlt es sich, mit den oben ausgeführten
-Tönen, und zwar in <em class="gesperrt">dicker</em> Mischung, nur die Schattentöne
-zwischen den einzelnen Steinen zu geben, worauf, sobald Alles trocken
-ist, mit Wasser leicht abgewaschen wird, um die scharfen Conturen zu
-beseitigen. Ist die überschüssige Nässe mit Löschpapier aufgetrocknet,
-dann übergeht man das Wasser nunmehr mit der passenden Lokalfarbe,
-was, sobald der Ton tief ist, zwei bis dreimal wiederholt werden
-muß, da Tiefe des Tones und Transparenz lediglich auf diese Weise zu
-erreichen ist. Kleine Lichter übergeht man, um der Ein<span class="pagenum"><a name="Seite_187" id="Seite_187">[S. 187]</a></span>heit der Töne
-keinen Eintrag zu thun und nimmt sie später mit einem seidenen Tuch
-heraus, wobei, was sehr wesentlich, die <em class="gesperrt">Form</em> der Lichter genau
-zu beachten ist. Behufs Darstellung horizontaler Linien ist auch die
-vorsichtige Anwendung des Radirmessers nicht selten von Vortheil, aber
-ganz besonders eignet sich dasselbe zur Herstellung des <em class="gesperrt">Schaumes</em>
-auf Wellen und Wasserfällen etc. etc., welcher damit sehr leicht und
-naturwahr wiedergegeben wird. Bei Wellen beachte man immer genau deren
-Formen, sowie die Schattentöne und den Halbschatten unter dem Kamme.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p>Die Seestücke oder Marinen bilden eine eigene Klasse von Gemälden
-von theilweise hohem Reiz. Sie sind vorzugsweise Stimmungsbilder und
-lediglich von getreuer Wiedergabe von Luft und Meer abhängig, weßhalb
-sich der Seemaler in noch höherem Grade als der Landschafter mit
-Darstellung der verschiedensten Zustände der Luft vertraut zu machen
-hat. Auch das Meer erfordert ein eingehendes Studium. Ein Moment von
-großer Bedeutung ist die Form der Wellen, welche nahezu an jeder Küste
-eine andere ist und beruhen diese Unterschiede vorzugsweise auf lokalen
-Umständen, besonders auf der Configuration des Bodens. Die Wellen
-der offenen See zeigen diese vielgestaltigen Formen nicht, sie sind
-natürliche Wellen weil ungebrochen, und leichter nachzuzeichnen. Stößt
-aber bewegtes Wasser, wie z. B. an felsigen Küsten, auf Hindernisse,
-so erheben sich die Wellen weit höher als auf offener See und die
-verschiedenen Formen gestalten sich noch mannigfaltiger.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_188" id="Seite_188">[S. 188]</a></span></p>
-
-<p>Die Zeichnung der Wellen muß eine correkte sein. Lichter, Schatten
-und Reflexe müssen genau beobachtet und verstanden werden. Dabei ist
-es nicht leicht, den Wellen den Charakter der Bewegung zu geben, denn
-hiezu bedarf es des Verständnisses ihrer gegenseitigen Einwirkungen
-sowohl, wie des der Wirkung des Windes. So zeigt ein Theil einer Welle
-die Farbe der Luft, ein anderer die Lokalfarbe des Wassers, während
-ein dritter durch den Reflex einer anderen Welle im Ton sehr bedeutend
-verstärkt ist, was vorzüglich bei kurzen hohlen Wellen vorkommt.</p>
-
-<p>Das Seewasser wird, was Technik anbelangt, wie die Luft behandelt. Nach
-mehreren, recht <em class="gesperrt">flüssig</em> und grau zu haltenden Untermalungen,
-welche nach der Küste hin in reinere Farbe übergehen und den nöthigen
-Waschungen mit Wasser dazwischen, trägt man in gleicher Weise die
-Lokalfarbe auf, halte aber die einzelnen Aufträge so dünn und
-flüssig wie möglich und hüte sich zu grün zu malen. Die Ferne ist
-selbstverständlich mehr im Luftton zu halten und erfordert daher mehr
-<span class="antiqua">Cobalt</span>. Mit dem Aussparen von Lichtern halte man sich nicht
-auf; diese werden nach Beendigung herausgewischt. Die Mitte des Bildes
-oder, besser gesagt, die Stelle, wo der Augenpunkt sich befindet,
-hat das meiste Licht, welches sich bis an den unteren Rand hinzieht,
-während nach beiden Seiten hin der Ton tiefer wird. Die Lichtseiten
-der Wellen in der Mitte des Bildes zeigen die Farbe des Himmels, aber
-auch die dunkelsten Schatten derselben müssen im Tone immer noch
-leuchtend und flüssig sein, was besonders durch <span class="antiqua">Raw Sienna</span>,
-aber auch durch gelbe Töne überhaupt zu erlangen<span class="pagenum"><a name="Seite_189" id="Seite_189">[S. 189]</a></span> ist. Man sieht
-nicht selten, daß das Wasser zu undurchsichtig und schwer gehalten
-ist, so daß es fast den Eindruck von Festem macht, in welchem Falle
-dann der Maler, um die Transparenz zu versinnbildlichen, einen sich
-spiegelnden schwimmenden Körper anbringt, z. B. eine Boje etc., und ich
-habe mehrfach diese List selbst von bedeutenden Künstlern in Anwendung
-bringen gesehen. Sehr schlau mag das wohl sein, aber als Prinzip ist es
-ein höchst verwerfliches, da Jeder, der die See kennt, recht gut weiß,
-daß <em class="gesperrt">bewegtes</em> Seewasser nur höchst unbedeutend oder gar nicht
-spiegelt. Der Schaum ist, wie bereits erwähnt, sehr täuschend mit dem
-Radirmesser wiederzugeben. Für spritzenden Schaum eignet sich jedoch
-<span class="antiqua">Chinese White</span>, recht kühn aufgetragen, besser.</p>
-
-<p>Was die Staffage betrifft, welche in Marinen nur sehr selten, und sei
-sie auch nur durch ein fernes Segel vertreten, vermißt wird, so stehen
-in erster Linie eine große Zahl von Schiffen verschiedenster Art zu
-Gebote. Ihre Verwendung erfordert indessen einige nähere Kenntniß ihrer
-Größenverhältnisse, ihres Baues, sowie ganz besonders des Takel- und
-Segelwerks, wie nicht minder der der jeweiligen Stärke und Richtung des
-Windes entsprechenden Verwendung desselben. Diesen Faktoren muß daher
-gebührende Rechnung getragen werden. Bei geschmackvoller Anordnung
-sind Schiffe, schon ihrer pyramidalen Form wegen, bedeutender Wirkung
-fähig, welche durch Gestalt und Farbe der verschiedenen Segel noch mehr
-erhöht wird. Auch an der Küste läßt sich nicht selten Staffage mit
-Vortheil anbringen. Höchst malerisch machen sich hier besonders alte
-Fischerboote mit herabhängendem<span class="pagenum"><a name="Seite_190" id="Seite_190">[S. 190]</a></span> oder umherliegendem Segelwerk, von
-Mast zu Mast gespannten Netzen, in Unordnung aufgehäuften Körben etc.
-etc. während sich die Trachten der Fischer als nicht weniger brauchbar
-erweisen. Man hüte sich aber bei der Staffage zu viel in das Detail
-zu gehen, um nicht die Breite und die ganze Wirkung des Bildes zu
-beeinträchtigen. Bevor man sich jedoch an Seestücke mit Staffage von
-Schiffen wagt, dürfte es gerathen sein, sich zuvor einige Kenntniß
-der Linien-Perspektive zu erwerben, indem die bei der Darstellung von
-Schiffen sehr häufigen Verkürzungen und die große Mannigfaltigkeit von
-Winkeln solche voraussetzen.</p>
-
-<h4 id="II_E_Wege_und_Ufer">E. <em class="gesperrt"> Wege und Ufer.</em></h4>
-
-<h5 id="II_E_1_Colorit">1. Colorit.</h5>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Neutral Orange</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, sehr verschiedene Töne.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber.</span> &mdash; <span class="antiqua">Yellow Ochre.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Ochre</em></span> für sandiges Terrain.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Payne’s Grey</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Raw Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="pagenum"><a name="Seite_191" id="Seite_191">[S. 191]</a></span><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Ochre</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rose Madder</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Burnt Umber</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span> und <span class="antiqua">Vermilion</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber</span> und <span class="antiqua">Vermilion</span>.</p>
-
-<p class="mtop1 padleft2">Zu Schattentönen eignen sich vorzugsweise:</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><em class="gesperrt">Blau</em>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span> liefert endlose Verschiedenheit brauchbarer Töne.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Light Red</span> oder <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span> oder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey</span> oder <span class="antiqua">Neutral Tint</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lamp Black</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span> allein oder mit <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> allein oder mit <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Purple Madder.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber</span> und <span class="antiqua">Vermilion</span>.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span> für tiefe Drucker.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>, tiefe Drucker.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> in fast trockener Farbe über Wege etc. geschleppt macht den Boden rauh.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Burnt Umber</span> oder <span class="antiqua">Brown Madder</span> für Moos und tiefe Töne unter Ufer etc.</p>
-
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_192" id="Seite_192">[S. 192]</a></span></p>
-
-<h5 id="II_E_2_Technik">2. Technik.</h5>
-
-<p>Die ersten Farbenaufträge seien breit, die folgenden je nach Bedürfniß
-weniger, aber mit bestimmten, hier und da etwas accentuirten Umrissen,
-da zu beachten ist, daß hier jede Abweichung von der geraden Linie
-irgend eine besondere Form hat, welche nicht willkürlich behandelt
-werden darf. Wo viele verschiedene Töne vertreten sind, sehe man
-darauf, daß solche bei den ersten Waschungen zart in einander laufen.
-Waschungen mit reinem Wasser dürfen hier auch nicht fehlen, besonders
-bei Anlage der Schatten. Die einzelnen Steine und Erdmassen sind etwas
-selbständiger zu behandeln, da sie in der Farbe mehr oder weniger vom
-Boden abweichen und insoferne auch zur Wiederholung anderer Töne sich
-eignen. Obgleich aber jeder Stein Licht, Halbschatten, Schatten, Farbe
-und Reflex besitzt, so muß dennoch Einheit im Ganzen gewahrt bleiben
-und kein Stein darf aus dem Bilde herausfallen oder sich dem Beschauer
-in besonderer Weise aufdrängen.</p>
-
-<p>Die malerischsten Wege sind die unebenen, verwahrlosten, von tiefen
-Furchen etc. durchzogenen und mit Steinen besäeten. Wege dieser Art
-erfordern der vielen Lichter und Schatten wegen eine besonders
-aufmerksame Behandlung. Die Lichter werden mittelst eines Tuches
-oder des Waschleders herausgewischt. Zufälligkeiten, welche hierbei
-zu Tage kommen, lassen oft geschickte Verwerthung zu. Tiefe Furchen
-werden, um sie tief erscheinen zu lassen, wiederholt mit warmen
-Farbentönen übergangen, nicht mit einem einzigen sehr dunkeln<span class="pagenum"><a name="Seite_193" id="Seite_193">[S. 193]</a></span> Ton.
-Ist Alles beendet, so empfiehlt es sich, einen Pinsel mit ziemlich
-trockener Farbe über Weg, Ufer oder größere Steinmassen zu schleppen,
-wozu sich <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> vorzugsweise eignet. Haben Steine oder
-sonstige Stellen eine etwas unreine Farbe erhalten, so mischt man
-zum entsprechenden Farbenton etwas <span class="antiqua">Chinese White</span> und übermalt
-hiermit die betreffenden Stellen. Auf gleiche Weise kann man auch
-kleine Steine in beendete Rasenflächen bringen. Nach dem Trocknen gibt
-man dann die Schatten etc.</p>
-
-<h4 id="II_F_Felsen">F. <em class="gesperrt">Felsen.</em></h4>
-
-<h5 id="II_F_1_Colorit">1. Colorit.</h5>
-
-<p class="center"><span class="antiqua">a.</span> Töne für graue Gesteine.</p>
-
-<p class="s5 center mbot1">(Dieselben können auch sonst als Schattentöne Anwendung
-finden.)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Umber</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw Umber</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Blue Black</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Burnt Umber</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Roman Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_194" id="Seite_194">[S. 194]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey</span>, <span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Emerald Green</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Blue Black</span> und <span class="antiqua">Light Red</span> oder <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Umber</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span>, <em class="gesperrt">Blau</em> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">b.</span> Kalte und warme Lokalfarben.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span>, <span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span>, <span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Roman Ochre</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lamp Black</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre</span>, <span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna.</span></p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_195" id="Seite_195">[S. 195]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Payne’s Grey</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span> oder <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Ochre.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Bistre</span> und <span class="antiqua">Prussian Blue</span>.</p>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">c.</span> Moose.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Indian Yellow</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Chrimson Lake</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Olive Green</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Burnt Umber</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Emerald Green</span>.</p>
-
-<h5 id="II_F_2_Technik">2. Technik.</h5>
-
-<p>Felsen gehören, obgleich meist grau, zu den farbenreichsten
-Gegenständen und werden vortheilhaft angewendet, um einer Gegend den
-Ausdruck von Wildheit und Einsamkeit zu verleihen. Von Vegetation
-umgeben und umrankt bieten sie häufig sehr wünschenswerthe Contraste.
-Die Umrisse der Felsen sind stets etwas zackig und zerklüftet zu
-halten. Da<span class="pagenum"><a name="Seite_196" id="Seite_196">[S. 196]</a></span> die Färbung in der Regel eine sehr wechselnde ist, so läßt
-man die Farben am besten naß in einanderlaufen. Dabei spült man jedoch
-den Pinsel nicht bei jeder Abänderung der Farbe aus, sondern man bringt
-blos die Spitze desselben in andere Farbe. Dieses Verfahren ist sehr zu
-empfehlen, auch bei sonstigen Objekten mit vielem Wechsel der Farbe, da
-die Wirkung eine sehr ausgezeichnete und naturwahre ist. Die dunkeln
-Töne der Steine gibt man am besten mit dicker warmer Farbe, ausgenommen
-jedoch die dunkeln Höhlungen, welche wie die tiefen, transparenten
-Stellen behandelt werden müssen. In Betreff der breiten Farbenaufträge
-bemerke ich noch, daß solche, soweit dieselben an den Rändern mit zur
-Modellirung beitragen, dem Charakter des Gesteins entsprechend etwas
-zackig zu halten sind. Lasuren der Lokalfarbe über das Grau machen
-sich häufig sehr vortheilhaft, indem sie die Verschiedenheit der Töne
-vermehren und dabei über das solide Gestein eine gewisse Transparenz
-verbreiten. Nimmt die Vegetation keine größere Fläche in Anspruch, so
-übergeht man sie in den ersten Anlagen mit den Tönen des Gesteins.
-Ueber größere Gesteinsmassen im Vordergrund schleppt man bei Beendigung
-des Bildes dicke Farbe, hält dabei den Pinsel von der Seite und berührt
-das Papier nur leicht, so daß die Farbe nur an den oberen Theilen
-desselben haftet. Rauheit der Flächen läßt sich in keiner anderen
-Weise so natürlich wiedergeben. Im Allgemeinen empfiehlt es sich den
-Tönen für Felsen und Steine etwas <span class="antiqua">Chinese White</span> beizumischen,
-wodurch die Farben mehr Körper erhalten, was bei so soliden Massen nur
-erwünscht ist.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_197" id="Seite_197">[S. 197]</a></span></p>
-
-<h4 id="II_G_Gebaeude_und_deren_Theile">G. <em class="gesperrt">Gebäude und deren Theile.</em></h4>
-
-<h5 id="II_G_1_Colorit">1. Colorit.</h5>
-
-<p class="center"><span class="antiqua">a.</span> Töne für Mauerwerk, Wände,
-Steine etc.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span> oder <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre</span>, <span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Payne’s Grey</em></span>, sehr schöner Ton.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Umber</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Chrimson Lake</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Blue Black.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lamp Black</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Umber</em></span>, sehr brauchbar.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Umber</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Umber</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Blue Black</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Burnt Umber</span>, tiefe Töne.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_198" id="Seite_198">[S. 198]</a></span></p>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">b.</span> Rothe
-Sandsteine in Sonnenbeleuchtung.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Naples Yellow</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Red</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Lamp
- Black</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="2">
- <img class="h2_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="2">
- alte Sandsteine.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Indian Red</span> und
- <span class="antiqua">Neutral Tint</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">c.</span> Ziegel
-im Licht.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> &mdash; <span class="antiqua">Light Red</span> &mdash; <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Indian Red</span> oder <span class="antiqua">Vermilion</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vermilion</span> und <span class="antiqua">Indian Yellow</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, <span class="antiqua">Vermilion</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">d.</span> Ziegel
-im Schatten.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Brown</span> oder <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Payne’s Grey</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Purple Madder.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span>, <span class="antiqua">Purple Madder</span> und Blau.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Roman Ochre</span>, <span class="antiqua">Indian Red</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt&nbsp;Sienna</em></span>,
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="2">
- <img class="h2_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="2">
- <span class="nowrap"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und
- <em class="gesperrt">Blau</em>,</span>
- <span class="nowrap">unendlich verschiedene Töne.</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke&nbsp;Brown</em></span>
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_199" id="Seite_199">[S. 199]</a></span></p>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">e.</span> Holzwerk.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span> oder <span class="antiqua">Blue Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Blue Black</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span> &mdash; <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber</span> &mdash; <span class="antiqua">Burnt Umber</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Payne’s Grey</span> und
- <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_156_3.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="3">
- <span class="nowrap">anstatt <span class="antiqua">Payne’s Grey</span></span>
- <span class="nowrap">auch <span class="antiqua">Neutral Tint</span>.</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Payne’s Grey</span> und
- <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Payne’s Grey</span> und
- <span class="antiqua">Light Red</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vermilion</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, Drucker.</p>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">f.</span> Schiefer.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey</span> &mdash; <span class="antiqua">Lamp Black.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span> und Blau.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Blue Black</span>, <span class="antiqua">Cobalt Rose</span> und <span class="antiqua">Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Light Red</span> oder <span class="antiqua">Indian Red</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_200" id="Seite_200">[S. 200]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span> oder <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">g.</span> Strohdächer.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Umber</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>, alt.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Burnt Umber</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> &mdash; <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> &mdash; <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> und Blau.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Brown Pink.</span>
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="2">
- <img class="h2_5em" src="images/klammer_seite_73.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="2">
- Moosdächer.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>,
- <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und
- <span class="antiqua">French Blue</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>,
- <span class="antiqua">Lake</span> und <span class="antiqua">French
- Blue</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="3">
- <img class="h3_5em" src="images/klammer_seite_156_3.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="3">
- <span class="nowrap">für Linien und</span>
- <span class="nowrap">derartiges Detail.</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>
- und <span class="antiqua">Burnt Umber</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Brown Pink</span>
- allein.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">h.</span> Beworfene
-Wände.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Raw Umber.</span>
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="4">
- <img class="h5_5em" src="images/klammer_seite_156_1.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, groß" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="4">
- mit oder ohne Blau.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Vandyke Brown.</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Burnt Umber.</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Yellow
- Ochre</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">i.</span> Dunkle
-Interieurs.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_201" id="Seite_201">[S. 201]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">French Blue</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, <span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Purple Madder</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Purple Madder</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">k.</span> Schattentöne.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Bistre.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red</span>, <span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Red</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lamp Black</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Purple Madder</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Purple Madder</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Raw Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vermilion</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Blue Black</em></span> für rostiges Eisenwerk.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span> und wenig <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> für Glas.</p>
-
-<h5 id="II_G_2_Technik">2. Technik.</h5>
-
-<p>Alle Gebäude beanspruchen sorgfältige Zeichnung und richtige
-Perspective, welch letztere, der vielen Verkürzungen wegen,
-unentbehrlich ist. Sonst hat die Darstellung keine erheblichen
-Schwierigkeiten, da die Materialien, aus welchen<span class="pagenum"><a name="Seite_202" id="Seite_202">[S. 202]</a></span> die Gebäude errichtet
-sind, sich nur durch Farbe und Textur unterscheiden. Auf Folgendes will
-ich indessen ganz besonders aufmerksam machen:</p>
-
-<p>Das Nässen des Papieres bedarf wohl keiner Erinnerung. Dächer lege
-man nicht mit zu dünnem Tone an, sondern suche vielmehr gleich die
-richtige Farbe zu treffen, welche, wenn nöthig, nach dem Trocknen
-durch Lasuren in beliebiger Weise verändert werden kann. Die auf
-den Dächern vorkommenden Lichter spare man möglichst aus, aber mit
-ganz entschiedener Pinselführung &mdash; ja nicht mittelst ängstlichem
-Hinundherpinseln &mdash;; sie geben durch den Contrast der Farbe Glanz. Die
-Schatten der Dächer arbeitet man, wo es thunlich erscheint, zugleich
-mit ein, und zwar in der Weise, daß man, wo die Farbe geändert werden
-soll, nicht etwa den Pinsel auswascht, sondern die Spitze desselben
-in einen entsprechenden Farbenton bringt. Für ein Ziegeldach von sehr
-mannichfaltigen Tönen z. B. setze man <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Brown
-Pink</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>, <span class="antiqua">Light Red</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und
-<span class="antiqua">Vermilion</span> auf die Palette und beginne dann mit gut gefülltem
-Pinsel und kräftiger Farbe von etwa <span class="antiqua">Brown Pink</span> und <span class="antiqua">Chrimson
-Lake</span>, welchem man nach wenigen Strichen etwas <span class="antiqua">Indigo</span>
-zusetzt und gleich darauf in <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>
-etc. etc. übergeht, bis das Dach ganz mit Farbe bedeckt ist. Einzelne
-sehr leuchtende Ziegel übergeht man dann mit <span class="antiqua">Vermilion</span>. Das
-Detail der Linien zwischen den Ziegeln gibt man mit entschiedener
-Pinselführung mit dicker Farbe und bringt nur die Spitze auf das
-Papier, denn von der Entschiedenheit dieser Linien hängt die Wirkung
-ab. Die ganz tiefen dunklen Löcher,<span class="pagenum"><a name="Seite_203" id="Seite_203">[S. 203]</a></span> welche sich hier und da zwischen
-einzelnen beschädigten Ziegeln bemerkbar machen, gibt man mit dicker
-Farbe und warmem Tone von <span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und
-<span class="antiqua">Brown Pink</span> und hält die Ränder etwas hart. Aufheben des Pinsels
-nach jeder Berührung des Papiers ist wesentlich. Lichter, welche noch
-wünschenswerth sein sollten, radirt man mit scharfem Messer. Dieses
-wie anderes feinere Detail erfordert bei der Ausführung Ueberlegung
-und Geschick, obgleich manche es für genial halten, auf’s Gerathewohl
-mit dem Pinsel herumzufahren und die Wirkung dem Zufall zu überlassen.
-Ich kann dies jedoch in keiner Weise empfehlen, sondern rathe zu
-sorgfältiger und überlegter Behandlung derartiger Dinge, andernfalls
-kann es dann wohl vorkommen, daß man statt bestimmter Linien etc. nur
-wirre Farbenflecke erblickt, welche über ihre Bedeutung gänzlich im
-Unklaren lassen. Auf die Farbe als solche kommt es hierbei weniger
-an, als auf das was sie ausdrücken soll, und wo sie mit dieser
-Erwägung eingesetzt ist, da tritt alles wie im Relief heraus, da die
-Mittel alsdann in der Treue der Darstellung vollständig aufgehen. Man
-hüte sich jedoch bei Wiedergabe des Details dasselbe zu auffallend
-darzustellen oder zu sehr in’s Einzelne zu gehen, da dies die Breite
-in hohem Grade beeinträchtigen würde. Schieferdächer behandelt man
-ganz auf dieselbe Art, etwa mit <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">French Blue</span>
-und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>, ändert auch bei jedem Eintauchen des Pinsels
-etwas in den Verhältnissen der Combination, je nachdem die Töne wärmer
-oder kälter werden, was bei Dächern aller Art sehr zu beachten ist. Das
-Markiren der einzelnen Schiefer geschieht ebenfalls mit dicker<span class="pagenum"><a name="Seite_204" id="Seite_204">[S. 204]</a></span> Farbe
-und spitzem Pinsel, etwa mit <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>
-und <span class="antiqua">French Blue</span>. Auf Schieferdächern kann man häufig eine gute
-Wirkung erzielen, wenn man mit dem Radirmesser in leichten Strichen
-darüber weg zieht, wodurch das Glitzern der Lichter sehr naturwahr
-erreicht werden kann. In solcher Weise sind auch die Strohdächer zu
-behandeln. Für frischerers Stroh nimmt man etwa <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>,
-<span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>. Das Detail, welches die
-einzelnen Lagen des Materiales einigermaßen zur Anschauung bringen soll
-und von verschiedener Tiefe des Tons sein muß, gibt man wie vorher mit
-spitzem Pinsel und dicker Farbe, da dünne Farbe zu scharfe Ränder geben
-würde. Wo, wie es häufig vorkommt, am First eines Daches jeder einzelne
-Ziegel gleichsam von weißem Mörtel umrahmt ist, spart man letzteren aus
-und behandelt dann jeden Ziegel für sich.</p>
-
-<p>Mauern mit Bewurf haben vielerlei Töne, deren jeder für sich behandelt
-werden kann, wobei aber Vorsicht nöthig ist, um nicht in’s Fleckige zu
-fallen. Einzelne entblößte Steine sind möglichst getreu wiederzugeben,
-wie auch die Theilungslinien zwischen Steinen in Mauern und Wänden
-sorgfältig zu behandeln sind. Bei Beendigung heller Mauern ist
-allen hellen Tönen, wie <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Rose
-Madder</span> etc. etc. etwas <span class="antiqua">Chinese White</span> beizumischen, indem
-hierdurch das Feste und Massige der Steine sehr gut zum Ausdruck
-gebracht wird, was außerdem nicht leicht der Fall sein würde. Bei
-vorsichtiger Ausführung ist die Wirkung eine sehr naturwahre; bei
-unvorsichtiger dagegen erscheint das Bild kreidig und wirkt auf den
-Beschauer im höchsten Grade<span class="pagenum"><a name="Seite_205" id="Seite_205">[S. 205]</a></span> beleidigend. Dunkele Stellen halte man
-nicht zu auffallend. Der Bewurf vieler mittelalterlicher Gebäude,
-besonders der Mauern von Thoren, Thürmen, Burgen etc. etc. hat einen
-sehr warmen gelbbraunen Ton, welcher ebenfalls vielfach in kälteren
-und wärmeren Tönen spielt. Bauten dieser Art legt man wie oben,
-unter steter Berücksichtigung der vielfachen Abweichungen in der
-Farbe, gleich in möglichst dem natürlichen ähnlichen Tone, etwa mit
-<span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> an,
-behandelt aber das befeuchtete Papier nicht mit Löschpapier, sondern
-wartet, bis die Nässe fast ganz verdampft ist, bei welcher Behandlung
-die Töne wunderbar schön in einander gehen. Ferner empfiehlt es sich,
-bei derartigen Bauten die Ränder der Töne etwas entschieden, nicht in
-geraden Linien laufend, sondern mehr zackig und eingerissen zu halten
-und dabei an allen Kanten und Vorsprüngen Lichter stehen zu lassen,
-wodurch der Eindruck soliden Mauerwerks verstärkt wird. Die Schatten
-und besonders tieftönigen Partien werden später mit ziemlich dicker
-Farbe kühn, aber mit Ueberlegung, eingesetzt. Ist der gelbbraune Ton
-nicht ganz erreicht, so helfen Lasuren von <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und
-<span class="antiqua">Brown Pink</span>. Wo Lichter verloren worden sind, hilft man mit dem
-Radirmesser nach. Die Steine an Mauern etc. sind im Allgemeinen zu
-individualisiren. In Fällen jedoch, wo sehr viele Steine zu markiren
-wären, ist dies nicht möglich und würde solche Behandlung auch nicht
-günstig wirken, weßhalb alsdann nur die in die Augen fallenderen
-beachtet werden, während die übrigen generalisirt werden.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_206" id="Seite_206">[S. 206]</a></span></p>
-
-<p>Adern und Sprünge im Holzwerk gibt man mit spitzem, aufrecht zu
-haltendem Pinsel in feinen Linien und Curven an, hier und da mit
-ziemlich trockener Farbe. Wo dasselbe alt und rauh zu geben ist,
-schleppt man <span class="antiqua">Brown Pink</span> recht dick und halb trocken leicht
-darüber hin. Leichtes Darüberfahren mit dem Radirmesser erhöht den
-Effekt. Alte grünliche Bretterwände behandelt man nach Fertigstellung
-in Grau mit Lasuren von <span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span>,
-oder mit letzterem allein. Nägel im Holzwerk gebe man exact mit dicker
-Mischung von <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Lake</span>.</p>
-
-<p>Dunkle Innenräume &mdash; Interieurs &mdash; sind, besonders da wo sie nicht
-auf einzelne kleinere Stellen beschränkt sind, möglichst frühzeitig,
-d. h. vor der Behandlung der Außenseiten einzusetzen, um alsdann
-die für die letzteren nöthige Stärke der Töne bemessen zu können.
-Versäumt man dies und gibt die Interieurs zuletzt, so wird man
-finden, daß die Außenflächen, trotz vielleicht vieler auf dieselben
-verwendeter Mühe, viel zu blaß und schwach gerathen sind und wesentlich
-dunkler oder farbiger gehalten werden müssen. Ich rathe daher, bei
-Gebäuden jederzeit die dunkeln Interieurs <em class="gesperrt">vor</em> dem Colorit der
-Außenflächen in Angriff zu nehmen.</p>
-
-<p>Noch ein sehr wichtiger Punkt bleibt zu berühren. Bei Anlage der
-Schatten, welche <em class="gesperrt">durchsichtig</em> zu halten sind, ist nämlich der
-<em class="gesperrt">Winkel</em> derselben, beziehungsweise die Richtung, aus welcher
-die Sonnenstrahlen kommen, sehr genau zu beachten und dient der erste
-eingesetzte Schatten als Norm für alle späteren, da bei Bauwerken nicht
-ganz einfacher Art<span class="pagenum"><a name="Seite_207" id="Seite_207">[S. 207]</a></span> nicht gleich alle Schatten auf einmal eingesetzt
-werden können. Dabei halte man die Ränder der Schatten etwas rauh oder
-zackig und vermeide dieselben als absolut gerade Linien darzustellen,
-was höchst unerfreulich wirkt.</p>
-
-<h4 id="II_H_Staffage_Thiere_etc">H. <em class="gesperrt">Staffage</em>
-(Thiere etc.)</h4>
-
-<h5 id="II_H_1_Colorit">1. Colorit.</h5>
-
-<p class="center"><span class="antiqua">a.</span> Helle Farbentöne für Kühe, Pferde, Hunde etc. etc.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Vermilion</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna.</span></p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Yellow Ochre.</span>
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="4">
- <img class="h5_5em" src="images/klammer_seite_156_1.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, groß" />
- </td>
- <td class="hang1 vam" rowspan="4">
- für Schaafe.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Roman Ochre.</span>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Roman Ochre</span> und
- <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Raw Umber.</span>
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">b.</span> Rothbraune Töne.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Gamboge</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_208" id="Seite_208">[S. 208]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Purple Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">c.</span> Dunkelbraune
-Töne.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="center mtop1 mbot1"><span class="antiqua">d.</span> Schwarze und
-sehr dunkle Töne.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span>, <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span>, <span class="antiqua">Chrimson Lake</span> und <span class="antiqua">Burnt Sienna</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<hr class="tb" />
-
-<p class="center mtop1 mbot1">Schattenfarben.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Payne’s Grey</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_209" id="Seite_209">[S. 209]</a></span></p>
-
-<p class="center mtop1">Töne für Figuren.</p>
-
-<p class="padleft2 mbot1"><em class="gesperrt">Fleischtöne</em>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Pink Madder.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vermilion</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Orange Vermilion</span> und <span class="antiqua">Chinese White</span>.</p>
-
-<p class="padleft2 mtop1 mbot1"><em class="gesperrt">Schatten</em>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Red</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Chrimson Lake</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span>, dunkle Drucker.</p>
-
-<p class="padleft2 mtop1 mbot1"><em class="gesperrt">Haare</em>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Indian Yellow</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> für Schatten.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Lake</span> und <span class="antiqua">Indigo</span> für Schatten.</p>
-
-<h5 id="II_H_2_Technik">2. Technik.</h5>
-
-<p>Kleine Figuren, ganz besonders aber Vieh, vermögen oft eine an sich
-vielleicht wenig ansprechende landschaftliche Darstellung sehr
-anziehend zu machen, vorausgesetzt, daß sie der Stimmung des Bildes
-angemessen sind und andrerseits mit Geschmack angebracht werden. In
-sehr romantischen Darstellungen, wie wilden Gebirgslandschaften und
-in Stimmungs<span class="pagenum"><a name="Seite_210" id="Seite_210">[S. 210]</a></span>bildern läßt man übrigens Staffage am besten ganz weg,
-außer allenfalls in Form eines zur Darstellung passenden Vogels oder
-sonstigen Thieres. In Studien nach der Natur sind Figuren ebenfalls
-nicht am Platze, da sie hier die Aufmerksamkeit des Beschauers von
-der Hauptsache ablenken. Unentbehrlich werden lebende Wesen aber
-in Darstellungen ländlicher Situationen. Viehgruppen aller Art,
-heimkehrende Arbeiter, Schäfer mit Hunden, Fuhrwerke etc. etc. sind
-alle geeignet, hier treffliche Verwendung zu finden; sie müssen stets
-aber so angebracht sein, daß die Darstellung in der That durch sie
-wesentlich gehoben erscheint. Mit der Staffage lebender Wesen werden
-übrigens noch andere Zwecke verfolgt, als der, Leben in die Darstellung
-zu bringen. Da alle Farben in der Natur mehr oder weniger gebrochene
-Töne zeigen, so ist das Anbringen von etwas brillanter absoluter
-Farbe in einer Landschaft nicht selten von hohem Werth, da hierdurch
-große Kraft erreicht wird, und die gewünschte Farbe läßt sich dann
-leicht an der Kleidung eines in die Darstellung passenden menschlichen
-Wesens oder auch eines Thieres anbringen. Daß auch auf diese Weise ein
-gewisser Ton durch Anbringung einer Kontrastfarbe sehr gehoben werden
-kann, dürfte der Leser wohl schon selbst erkannt haben. Eine weitere
-Anwendung einer Figur ist diejenige zur Vermittelung des Maaßstabes,
-um den Beschauer in den Stand zu setzen, sich über die wirklichen
-Größenverhältnisse, besonders diejenigen größerer Objecte, ein
-richtiges Urtheil bilden zu können. Diese Art der Verwendung erfordert
-jedoch, daß man die Figur so anbringt, daß die Absicht möglichst
-verborgen bleibt. Endlich kann<span class="pagenum"><a name="Seite_211" id="Seite_211">[S. 211]</a></span> man sich auch der Anbringung von
-Figuren bedienen, um eine weniger schöne oder leere Stelle des Bildes
-zu verdecken, was sehr zu empfehlen ist. Im Allgemeinen rathe ich aber
-dem Landschafter, mit Staffage sehr sparsam umzugehen, wenn nicht
-damit zu geizen, da ich häufig auf Ausstellungen Landschaftsbilder zu
-sehen Gelegenheit hatte, welche durch Staffage mit Menschenfiguren
-mehr verloren als gewonnen hatten, was zum großen Theile die an deren
-Toilette prangenden, schreienden Farben verschuldeten. Wo und wie nun
-menschliche Figuren vortheilhaft anzubringen sind, muß lediglich der
-Einsicht und dem Geschmack des Darstellers überlassen bleiben. Diese
-Einsicht und diesen Geschmack zu bilden gibt es ein sehr gutes Mittel,
-nämlich das aufmerksame Studium der Werke alter sowohl wie neuerer
-Künstler. Der Lernende suche sich hierbei darüber Rechenschaft zu
-geben, warum diese Figuren gerade so und nicht anders gruppirt sind,
-warum jene Figur an jenem Platze angebracht ist, wie das Bild ohne
-Figuren wirken würde und dergleichen mehr. Die Figuren müssen aber
-stets mit kraftvoller Farbe eingesetzt werden, damit sie zur Geltung
-kommen. Was das Zeichnen betrifft, so hüte man sich vor falschen
-Verhältnissen, besonders in den Gliedmaßen. Auf Spaziergängen skizzire
-man gelegentlich die Arbeiter in Wald und Feld in den verschiedensten
-Stellungen und Beschäftigungen, die Viehheerden, Fuhrwerke etc. etc. Man
-erhält so manche gut zu verwendende Skizze. Wo die Figuren ausgespart
-werden können, spare man aus; im gegentheiligen Falle zeichnet man
-solche nach Beendigung des Bildes mit dickem <span class="antiqua">Chinese White</span>,
-welches nach dem Trocknen vorsichtig<span class="pagenum"><a name="Seite_212" id="Seite_212">[S. 212]</a></span> das entsprechende Colorit erhält.
-Da dieses Weiß stark deckt, so kann man es auch unter die Töne mischen
-und ohne weiße Unterlage die Figuren einsetzen, was jedoch in den
-meisten Fällen weniger zu empfehlen sein wird.</p>
-
-<p>Zum Schlusse noch einige Worte über Vieh, welches so häufig in
-äußerst gefälliger Weise Verwendung finden kann, und nicht selten
-dem Bilde vorzugsweise die Wirkung sichert, da Gruppen desselben oft
-den Hauptreiz ländlicher Darstellungen bilden. Sehr willkommen ist
-dem Landschafter namentlich Rindvieh, sowohl in Bezug auf Form wie
-auf Farbe, weßhalb es in Gemälden, wo es gut angebracht werden kann,
-selten vermißt wird. Da es zwischen beiden Enden der Farbenskala alle
-Uebergänge durch Gelb, Roth und Braun aufweist, bietet es günstige
-Gelegenheit sowohl zur Anwendung leuchtender Farben, wie auch zur
-Erreichung von Kontrasten. Auch Pferde leisten gute Dienste und ein
-Schimmel kann z. B. sehr vortheilhaft als Hauptlicht eines Bildes
-Verwendung finden. In zweiter Linie kommen dann Schafe und Hunde,
-welche weniger durch Farbe, als durch Formen zu wirken geeignet sind.
-Schwarze Farben hüte man sich zu kalt zu geben.</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h3 id="III_Die_technische_Behandlung_durchgefuehrter_Bilder">III. Die
-technische Behandlung durchgeführter Bilder.</h3>
-
-<p>In den vorstehenden Angaben über Colorit und Technik habe ich nur
-einzelne Theile größerer Darstellungen behandelt. Es erübrigt daher
-noch dem Lernenden bekannt zu geben, wie bei der Ausführung eines
-vollständig durchgeführten Bildes zu verfahren ist. Der Gang der
-Arbeit ist hierbei wesentlich<span class="pagenum"><a name="Seite_213" id="Seite_213">[S. 213]</a></span> derselbe. Nachdem die Zeichnung
-leicht, aber bestimmt entworfen ist, wird nach Anlage des Untertons
-zunächst die Luft in Angriff genommen und möglichst vollendet. Mit dem
-Luftton übergeht man auch die Ferne, ebenso das Wasser. Während die
-verschiedenen Farbenlagen der Lüfte in Behandlung sind, gebe man die
-Lichttöne in Terrain, Gebäuden etc.</p>
-
-<p>Ist die Luft beendet, so stelle man die Ferne fertig. Von dieser geht
-man in den Mittelgrund über, während dessen Behandlung, welche indessen
-nicht selten mit der des Vordergrundes zusammenfällt, die Schatten
-des letzteren angelegt werden. Ist dies geschehen, so wird man in der
-Regel das Blau des Himmels oder die Schatten der Wolken etwas zu blaß
-finden, was dann noch ausgeglichen wird. Besteht die Ferne aus grünen
-Tönen oder hat man als Mittel- oder Vordergrund Wald, dessen Bäume
-sich vor der Luft abheben, so ist die Luft absolut fertig zu stellen,
-ehe man das Grün einsetzt, da alsdann breitere Farbenlagen nicht mehr
-anzubringen sind. Nunmehr beginnt man mit dem feineren Ausarbeiten.
-In der Ferne ist vielleicht hier und da etwas besser zu modelliren,
-worauf der Mittelgrund vollendet und hierauf der Vordergrund in letzte
-Behandlung kommt. Schließlich übergeht man nochmals das Ganze, um etwa
-noch fehlende Lichter anzubringen, überflüssige zu beseitigen, zu
-dunkle Stellen zu mildern, sowie überhaupt alles Störende zu entfernen.
-<em class="gesperrt">Wesentlich</em> ist, daß man während einer größeren Arbeit <em class="gesperrt">öfter
-aufstehe</em>, um das Ganze von einem anderen Standpunkte aus mit einem
-Blicke zu überschauen. Mängel in Schatten und Licht machen sich dann
-leicht kenntlich.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_214" id="Seite_214">[S. 214]</a></span></p>
-
-<p>Dieses ist der Gang der Arbeit <em class="gesperrt">im Allgemeinen</em>. Rücksichten
-auf die technische Behandlung werden je nach dem Motiv zu mancherlei
-Abweichungen veranlassen; wo solche aber nicht vorliegen, dürfte der
-angegebene Weg, selbstverständlich unter steter Berücksichtigung der
-in den einzelnen Darstellungen der Technik gegebenen Vorschriften, der
-empfehlenswertheste sein. Für weiteres hierher Gehörige, besonders in
-Bezug auf <em class="gesperrt">Haltung</em>, <em class="gesperrt">Kontrast</em> und <em class="gesperrt">Farbenwechsel</em>, was
-in dem Rahmen der Darstellung bisher nicht passend angebracht werden
-konnte, verweise ich auf das folgende Kapitel.</p>
-
-<h3 id="IV_Studien_nach_der_Natur">IV. Studien nach der Natur.</h3>
-
-<div class="blockquot">
-
-<p class="right"><span class="antiqua">La vue de la beauté ne produit jamais des transports pour ceux
-qui ne la connaissent pas; elle ne parle qu’aux initiés.</span></p>
-
-<p class="right mright2"><span class="antiqua">Couture.</span></p>
-
-</div>
-
-<p>Wer nach Bewältigung der bedeutenderen technischen Schwierigkeiten
-hinaus in’s Freie geht, um nach der Natur zu malen, versäume vor
-allen Dingen nicht, sich vorher wenigstens mit den Grundzügen der
-Linear-Perspektive bekannt zu machen. Wenn dieselbe auch für rein
-landschaftliche Vorwürfe kaum in Betracht kommt, so kommen doch in
-malerischen, landschaftlichen Motiven sehr häufig Architekturstücke,
-wie nicht minder Motive, und häufig sehr reizvolle vor, wo die
-Architektur Haupt-, die Landschaft Nebensache ist und welche, wenn
-ohne besondere Rücksicht auf Perspektive gezeichnet, den Beschauer,
-besonders aber den Kenner, in nicht geringem Grade beleidigen, und die
-Arbeit überhaupt werthlos machen würden. Obgleich bei sehr genauer
-Beachtung der<span class="pagenum"><a name="Seite_215" id="Seite_215">[S. 215]</a></span> Winkel und Linien an einfacheren architektonischen
-Motiven die Perspektive immerhin gewahrt erscheinen wird, so kommen
-hierbei doch auch andere wesentliche Dinge in Betracht, welche der
-Zeichner kennen muß, und ist somit die Aneignung der leitenden
-Gesichtspunkte der Perspektive nicht zu umgehen. Für den gewöhnlichen
-Bedarf genügt schon, wenn der Anfänger das, was er in dem „Illustrirten
-Zeichenbuch“ (Leipzig, Spamer) über diese Wissenschaft findet,
-beherzigt und sich zu eigen macht, ganz vollständig. Ein neueres
-sehr zu empfehlendes und umfassenderes Werk ist: <em class="gesperrt">Hetsch</em>:
-Anleitung zum Studium der Perspektive. Wer aber noch weiter in dieses
-interessante Studium einzudringen für wünschenswerth erachten sollte,
-der wird in <em class="gesperrt">Schreiber</em>: „Lehrbuch der Perspektive“, einem der
-anschaulichst geschriebenen Werke über diesen Gegenstand, alle nur
-irgend erforderliche Belehrung finden und in Folge der letzteren Vieles
-anders und richtig beurtheilen. Indessen verzweifle der Lernende nicht,
-wenn ihm einmal ein Kenner &mdash; es gibt deren, die dies als Specialität
-treiben &mdash; mit hochwichtiger Miene und etwas spitzem Tone eine kleine
-Versündigung gegen die Perspektive nachweist, umsoweniger als auch
-in Bildern von Malern von Profession solche kleine Schnitzer hin und
-wieder vorkommen, und auf den meisten Ausstellungen sich zahlreiche
-Vergehen gegen Perspective auffinden lassen, was aber deßwegen doch
-nicht als Entschuldigung gelten kann. Er suche daher dergleichen in
-Zukunft zu vermeiden, was durch Aufmerksamkeit und Studium nicht so
-schwierig ist. Was die sonstige Ausrüstung zum Studienmalen betrifft,
-so bedarf man, außer einem, diesem Zwecke ent<span class="pagenum"><a name="Seite_216" id="Seite_216">[S. 216]</a></span>sprechenden, Farbenkasten
-nebst Zubehör, ein Wassergefäß, einen Feldstuhl, deren man jetzt
-sehr praktische hat, welche zusammengelegt als Spazierstock dienen,
-eine Mappe in Groß Quart Format aus starkem Pappdeckel deren innere
-Seite zugleich zur Anheftung des Papieres dient, Heftnägel, etwas
-Löschpapier und Aquarellpapier von <em class="gesperrt">verschiedenem</em> Format. Ich
-sage ausdrücklich von verschiedenem Format, weil Skizzen auf einem und
-demselben Format in größerer Zahl unsäglich langweilig anmuthen, wie
-gut sie auch sonst ausgeführt sein mögen und Abwechselung im Format
-auch aus äußeren Gründen vortheilhaft erscheint. Wesentlich ist ferner,
-das Format nicht zu klein zu halten, da eine freie Pinselführung bei
-beengtem Raume absolut unmöglich ist. Man theile den Bogen wenigstens
-in vier, höchstens aber in acht Theile. Größeres Format als ersteres
-ist aus verschiedenen Gründen nicht zu empfehlen. Man hat auch
-sogenannte Blockbücher, welche aber vor der Mappe keine nennenswerthen
-Vorzüge haben, dagegen an das Format binden.</p>
-
-<p>Zunächst wird nun der Anfänger nicht selten darüber mit sich uneinig
-sein, was er von den ihm an beliebigem Punkte vielleicht zahlreich zu
-Gebote stehenden Motiven als Gegenstand seiner Studie wählen soll,
-sowie auch die weitere Frage sich aufwerfen wird, wie viel von der
-gewählten Gegend etc. etc. zu Papier gebracht werden soll. Hier kann ich
-nur rathen: Vorerst nicht zu viel oder zu vielerlei und nicht allzuviel
-Farbe, aber nicht zu kleines Format. Wenn dieser Rath nun auch für den
-Anfang vollständig ausreicht, so wird in der Folge doch das Bedürfniß
-einer etwas be<span class="pagenum"><a name="Seite_217" id="Seite_217">[S. 217]</a></span>stimmteren Angabe hinsichtlich der einer Studie
-zuzumessenden Ausdehnung sich fühlbar machen, obgleich derjenige,
-welcher Geschmack besitzt oder schon viele bildliche Darstellungen
-mit Verständniß betrachtet hat, über das Maaß des Aufzunehmenden
-kaum in Verlegenheit gerathen möchte. Es existiren hierüber ganz
-spezielle Vorschriften mit genauer Angabe der Winkel. Es dürfte aber
-im Allgemeinen festzuhalten sein, immer nur so viel von dem Motiv
-innerhalb des Rahmens des Bildes zu bringen, als man ohne den Kopf
-drehen zu müssen, bequem übersehen kann, was als äußerste Grenze den
-sechsten Theil des Kreises beträgt. Weiter ausgedehnte Darstellungen
-gestalten sich zu Panoramen oder auch zu Zerrbildern. Nach Charles
-Blanc (<span class="antiqua">Grammaire des arts du dessin</span>) lehrt die Erfahrung, daß
-jeder Gegenstand nur dann am besten mit einem Blick übersehen werden
-kann, wenn der Abstand des Beschauers etwa das dreifache Maaß der
-größten Ausdehnung des betreffenden Objekts beträgt. Angenommen also,
-ein Fenster sei einen Meter breit, so würde im Zimmer bei drei Meter
-Abstand, die Aussicht aus diesem Fenster am besten mit einem Blick zu
-übersehen sein. Der Maler wird innerhalb dieses Gesichtskreises ein
-seinem Zwecke entsprechendes Rechteck wählen. Während dem Portraitmaler
-das aufrechtstehende Format besser zusagt, wird der Landschafter
-meist das breite Format wählen, ohne ersteres auszuschließen, was
-sogar bei architektonischen Motiven häufigere Verwendung findet. Das
-Format muss überhaupt der Darstellung angepaßt sein und ist besonders
-darauf zu sehen, daß die Hauptgruppe nicht zu nahe an den Rand tritt.
-Im Allgemeinen<span class="pagenum"><a name="Seite_218" id="Seite_218">[S. 218]</a></span> ist aber festzuhalten, daß die Längenausdehnung die
-Breite nicht um das Doppelte überschreiten darf. Eine andere Vorschrift
-über die äußerste Grenze der Ausdehnung der Zeichnung ist folgende.
-Vom Standpunkte aus, von welchem man die Studie aufnehmen will, gehe
-man nach einem der Mitte des Bildes entsprechenden Punkte, welcher
-den unteren Rand des Bildes gerade noch berühren soll. Angenommen
-nun, dies seien zehn Schritte, so geht man diesem letzteren Punkt
-fünf Schritte nach rechts, bezeichnet die Stelle, etwa mit einem
-eingesteckten Stock etc. etc. und verfährt in derselben Weise nach der
-linken Seite hin. Begibt man sich nunmehr auf den gewählten Standpunkt
-zurück, so kann von demselben aus alles, was von der Gegend zwischen
-die beiden bezeichneten Stellen fällt, gezeichnet werden; in der Regel
-wird man sich indessen an kleinere Dimensionen halten. Die Entfernung
-von dem zu zeichnenden Objekt soll immer etwas größer sein, als die
-größte Ausdehnung desselben. Weit ausladende Dinge, wie Bäume u. dgl.
-beanspruchen noch größere Entfernung um in richtigen Verhältnissen
-gesehen zu werden. Zu nahe an das Auge herantretende Dinge wirken
-unangenehm und auf ein fein gebildetes Auge sogar beleidigend. Zur
-Beurtheilung dessen, was im Bilde schön ist, möchte ich dem Lernenden
-die Anschaffung eines schwarzen Spiegels und zwar eines viereckigen &mdash;
-<em class="gesperrt">nicht</em> runden &mdash; empfehlen. Man bekommt dieselben in den größeren
-Städten bei den Optikern, gewöhnlich in Etui und in Größen, welche
-sich ohne Unbequemlichkeit in der Tasche unterbringen lassen. Diese
-Spiegel verkleinern und kann man jedes beliebige Theil der<span class="pagenum"><a name="Seite_219" id="Seite_219">[S. 219]</a></span> Gegend
-darin gleichsam als Miniaturbild im Rahmen betrachten und derjenige,
-dessen Auge im sofortigen Erkennen der Schönheit landwirthschaftlicher
-Motive noch weniger geübt ist, wird durch den schwarzen Spiegel manches
-des Malens werth finden, was sich außerdem seiner Beachtung gänzlich
-entzogen hätte. Als theilweiser und billiger Ersatz dieser Spiegel
-können auch aus Pappendeckel ausgeschnittene Rähmchen dienen; die
-schwarzen Spiegel haben aber den weiteren, für Anfänger in Betracht
-kommenden Vortheil, daß sie das Detail weniger scharf hervortreten
-lassen, als es ein gutes Auge erblickt und andrerseits die Farben etwas
-abtönen. Durch diese Verminderung der Helligkeit werden bei nicht zu
-schwacher Beleuchtung zugleich die Contrastfarben lebhafter sichtbar
-und hierdurch sehr brauchbare Fingerzeige für die anzuwendenden Töne
-gewonnen. Die Schwarzspiegel besitzen indessen die unter Umständen
-störende Eigenthümlichkeit, daß sie bei bestimmter Stellung das
-polarisirte Licht nicht reflektiren, wodurch das Bild unwahr wird, und
-beispielsweise kann hierdurch bedingt ein dem Auge duftig erscheinender
-Theil der Landschaft unter gewissen Umständen sich weniger duftig, wenn
-nicht absolut klar abspiegeln, was bei dem Gebrauche dieser Spiegel
-zu beobachten ist. Um diese störenden Polarisationserscheinungen
-auszuschließen, räth W. v. Bezold in seiner Farbenlehre zur Anwendung
-eines anderen Hilfsmittels. Dies besteht darin, daß man ganz feine
-kreisrunde Oeffnungen in einem dunklen Schirm dicht vor das Auge hält
-und so den einfallenden Lichtbüschel verkleinert. Um diese Wirkung
-beliebig verstärken und abschwächen zu<span class="pagenum"><a name="Seite_220" id="Seite_220">[S. 220]</a></span> können, bringt man in eine
-kleine Scheibe eine Anzahl solcher Oeffnungen von verschiedenem
-Durchmesser an. Diese kleine Scheibe ist vor einer anderen Scheibe
-in der Weise drehbar, daß bald die eine bald die andere der kleinen
-Oeffnungen vor das ebenfalls durchbohrte Centrum der letzteren gebracht
-werden kann. Ein kurzes, innen geschwärztes Rohr dient dazu das
-seitliche Licht abzuhalten. Betrachtet man mit diesem dem Ocular eines
-Microscops ähnlichen Instrument eine Landschaft, so kann man durch
-Drehung der kleinen Scheibe leicht jene Oeffnung ausfindig machen,
-durch welche die Gegend die günstigste Farbenwirkung zeigt.</p>
-
-<p>Da bei landschaftlichen Darstellungen die Höhe des Horizonts,
-beziehungsweise der Horizontallinie von großer Wichtigkeit ist und
-bestimmten Gesetzen unterliegt, so will ich zur oberflächlichen
-Orientirung des Anfängers anführen, daß dessen Höhe von der Art
-des Terrains, wie nicht minder von dem Standpunkte des Zeichners
-abhängig ist. Ist die Gegend mehr oder weniger eben und nimmt auch der
-Zeichner keinen wesentlich höheren Standpunkt ein, so kann die Linie
-des Horizonts etwa das untere Fünftel bis zu höchstens einem Viertel
-der für das Bild bestimmten Fläche einschließen. Ist das Terrain
-aber wellenförmig oder zeichnet man von den unteren Fenstern eines
-Hauses, von einem Wagen oder ähnlichen mäßig erhöhten Punkte aus, so
-kann der Horizont das untere Drittel einschließen. Ist endlich die
-Gegend gebirgig und etwa ein See vorhanden, oder ist der Standpunkt
-ein hoch gelegener, in welchem Falle darauf zu achten ist, daß nicht
-Theile der Ferne von nahe gelegenen Gegenständen<span class="pagenum"><a name="Seite_221" id="Seite_221">[S. 221]</a></span> verdeckt werden,
-so kann die Horizontallinie bis in die Hälfte des Bildes steigen. Es
-ist alsdann aber wünschenswerth, diese Grenze nicht, oder wenigstens
-nicht wesentlich zu übersteigen, da in solchem Falle eine Ansicht
-aus der Vogelperspektive entstehen würde. Hat man die Höhe der
-Horizontallinie durch eine zarte Linie angedeutet, so beginne man mit
-dem Zeichnen vom Mittelpunkt am Horizont aus und von da nach links und
-rechts. Vielleicht erscheint eine noch etwas eingehendere Darstellung
-wünschenswerth.</p>
-
-<p>Das Studium des Horizonts bietet im Allgemeinen bei anscheinend
-größter Einfachheit dennoch mancherlei Schwieriges, was durch
-gewissenhaftes Zeichnen nach der Natur am besten überwunden werden
-kann. Die Bestimmung des Horizonts auf dem anzufertigenden Bilde
-ist die erste Aufgabe des Zeichners. Das Hinaufrücken des Horizonts
-macht das Bild lebendiger und unruhiger, das Senken desselben macht
-ruhiger, manchmal aber auch monoton. Der Horizont wird mittelst einer
-durch die Bildfläche gezogenen, wagerechten Linie bestimmt. In der
-Landschaft unterliegt seine Anordnung in der Regel keiner besonderen
-Schwierigkeit. In den meisten Fällen befindet er sich zwischen dem
-ersten und zweiten Viertel der Bildhöhe, doch haben einige bedeutende
-niederländische Landschafter, bei Seeufern und Wasserflächen, denselben
-auf ein Fünftel der Bildhöhe herabgedrückt. Bei reizloser Ferne, aber
-schönem Vordergrund ist dies allerdings sehr wünschenswerth, aber eine
-derartige Auffassung erfordert sorgfältigstes Detail im Vordergrund
-und brillante Technik. Das bewegte Meer erfordert etwas höheren
-Horizont, etwa drei Zehntel der<span class="pagenum"><a name="Seite_222" id="Seite_222">[S. 222]</a></span> Bildhöhe (auch ein wenig höher). &mdash;
-Von diesem Punkte aber bis zur Bildhälfte erfordert jede Bestimmung der
-Horizont-Linie reifliche Erwägung. Ist der Horizont von zwei Zehntel
-mit einer Parterreaussicht zu vergleichen, so kann drei Zehntel die
-Aussicht aus dem ersten und vier Zehntel die aus dem zweiten Stocke
-eines Hauses repräsentiren und kann demgemäß das Bild durch die Wahl
-je nach Umständen sehr gewinnen oder sehr verlieren. Die Mehrzahl der
-Niederländer (Rubens) bewegen sich übrigens zwischen drei und vier
-Zehntel der Bildhöhe, während Italiener und Franzosen, so Carracci,
-Poussin, Claude Lorrain, G. Dughet und andere durchschnittlich sich
-ein wenig höher hielten, bis etwa gut vier Zehntel. Ein das Bild
-halbirender Horizont würde in der Ebene oder für das Seeufer höchst
-ungünstig wirken, gestattet aber Anwendung im Hochgebirge, überhaupt
-da, wo die Gegenstände über das beschauende Auge hinaufreichen.</p>
-
-<p>Nur wenige Maler sind über diese Linie hinausgegangen und zwar
-Saftleven welcher in seinen aus bedeutenden Höhen aufgenommenen
-Rheingegenden den Horizont bis in das sechste Zehntel der Bildhöhe
-hinaufgerückt hat, und Salvator Rosa, welcher in seinen wild grotesken
-Landschaften sogar das siebente Zehntel erreicht hat. Ueber diesen
-Punkt scheint bis jetzt kein Meister der Landschaft gelangt zu sein,
-doch ist derselbe in neuerer Zeit für Schluchten, Wasserfälle und
-etwas abenteuerliche Formen hier und da wieder aufgenommen worden,
-während jedoch im Allgemeinen die Landschafter der Jetztzeit ziemlich
-übereinstimmend den Horizont nach der Weise der Niederländer legen.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_223" id="Seite_223">[S. 223]</a></span></p>
-
-<p>Ganz anders verhält es sich im Stillleben. Hier kommt es darauf an,
-die dargestellten Gegenstände mehr unter die Augen zu bringen und wird
-deßhalb der Horizont bei derartigen Darstellungen seit Rubens in das
-<em class="gesperrt">obere</em> Viertel der Bildhöhe gelegt.</p>
-
-<p>Im Portrait, Genre und Historienbild gestaltet sich die Bestimmung des
-Horizonts schwieriger, weßhalb auch die Auffassung hier selbst unter
-bedeutenden Künstlern eine mehr oder weniger verschiedene ist. Was das
-Portrait, und speziell das Brustbild betrifft, so haben Rafael und
-nach ihm Holbein, Van Dyck und andere deutsche Maler den Horizont in
-die <em class="gesperrt">Schulterhöhe</em> gelegt, während die Venetianer durchweg den
-Augenpunkt tiefer, nämlich etwas unter die Brusthöhe gelegt haben, was
-ihren Portraits eine sehr energische Wirkung verleiht. Im Kniestück
-dagegen wird von den Heroen der Malerei, den Venetianern, welche diese
-Form hauptsächlich pflegten, wie von Rubens, Rembrandt und Velasquez
-ziemlich übereinstimmend der Horizont in die Höhe des Ellenbogens
-gelegt.</p>
-
-<p>Die Behandlung des Portrait in ganzer Figur ist insoferne mißlich, als
-aus perspektivischen Rücksichten die <em class="gesperrt">genaue</em> Höhe der Figur nicht
-gegeben werden kann, indem bei geometrisch richtigem Auftrag sich die
-Vorsprünge der Füße und des Kinnes perspektivisch der Gesammtlänge
-zulegen, und etwas Fremdartiges, an’s Kolossale streifendes, wenn auch
-großartiges Ansehen verleihen, was die betreffenden Darstellungen
-der Venetianer bestätigen. Van Dyck umging diese Unannehmlichkeit,
-indem er die Figuren etwas verkleinerte,<span class="pagenum"><a name="Seite_224" id="Seite_224">[S. 224]</a></span> den Horizont etwas unter
-die Mitte des Körpers legte, und die Gestalten so darstellte, als
-stünden solche auf einem Podium, eine Auffassung, welche mehr Anhänger
-gefunden hat, als die Darstellungen der Italiener. In den statuarischen
-Gestalten Michel Angelo’s in der Sixtina, hat derselbe, wie auch in
-den übrigen Deckengemälden, einen sehr tiefen, manchmal bis an die
-Grundlinie herabgerückten Horizont gewählt. Was das Historienbild
-anlangt, so hat Rafael in seinen Fresken im Vatikan durchschnittlich
-den Horizont in vier Zehntel Höhe gelegt, was <em class="gesperrt">im Allgemeinen</em>
-als maßgebend gelten kann. Paul Veronese nahm auf seinen Prunkbildern
-zwei Horizonte an, einen für die Decke und einen für den Fußboden,
-welche er um ein Drittel einer Figuren-Länge auseinanderhielt, aber
-so, daß die Augenpunkte beider in <em class="gesperrt">einer</em> Vertikalen lagen.
-Durch <em class="gesperrt">vollständige</em> Ausfüllung des Mittelgrundes mit Figuren
-ist dieser Betrug sehr schwer zu sehen und kann erst durch Anlage von
-Linealen konstatirt werden. Rubens wechselt bezüglich der Lage des
-Horizonts und hat sich zwischen dem tiefsten Horizont bis zu seinem
-höchsten, welcher etwa sechs Zehntel der Bildhöhe beträgt, abwechselnd
-bewegt. Letzteren wählte er häufig bei sehr lebendigen Darstellungen.
-Rembrandt hat sich in dieser Beziehung ebenfalls an keine Regel
-gehalten und alle Lagen des Horizontes durch angewendet, während Rubens
-Nachfolger, Teniers, Ostade, Terburg, Mieris, und andere mehr den hohen
-Horizont kultivirten, und denselben häufig etwas über die Mittellinie
-hinaufrückten. Correggio endlich legte in seinen Kuppelbildern sowohl
-Horizont, wie Augenpunkt in den Scheitelpunkt des Gewölbes,<span class="pagenum"><a name="Seite_225" id="Seite_225">[S. 225]</a></span> die
-sogenannte Froschperspektive, bei welcher die Ansicht so erscheint,
-wie sie sich dem auf dem Rücken liegenden und in den geöffneten Himmel
-blickenden Beschauer darstellen würde, eine Auffassungsweise welche
-ungeheuren Beifall fand, aber trotz ihrer wissenschaftlichen Begründung
-dennoch vielfältig abfällig beurtheilt worden ist.</p>
-
-<p>Was man überhaupt zur Studie wählt, zeichne man stets von der
-charakteristischsten Seite, d. h. von einem Punkte aus, welcher
-die wesentlichsten oder malerischsten Seiten des Motivs und die
-harmonischsten Linien bietet. Der Anfänger ist sodann, besonders bei
-scharfem Auge, darauf aufmerksam zu machen, nicht zu sehr in das Detail
-einzugehen. Bei schwächerem Gesicht kommt dies weniger in Betracht. Wer
-aber sehr scharf sieht, der gewöhne sich nur soviel zu geben, als er
-ohne Anstrengung mit leichtem Blinzeln sehen kann, was nicht allein für
-die Zeichnung, sondern auch, ganz besonders in den späteren Stadien,
-für die Farbe gilt.</p>
-
-<p>In vielen Fällen wird der Anfänger bei seinen ersten Studien nach
-der Natur sich in Betreff seiner Leistungen recht wenig befriedigt
-fühlen, selbst wenn er schon recht lobenswerthe Copien nach Gemälden
-zu Stande gebracht und sich auch jetzt große Mühe gegeben hat. Diese
-Studien werden in der Regel eigenthümlich zahm und flau ausfallen. Es
-rührt die unerfreuliche Wirkung theilweise daher, daß der Lernende
-noch wenig an das richtige Sehen gewohnt ist, und sich vielfach von
-seiner persönlichen Kenntniß mancher Localfarben hat leiten lassen,
-theilweise daher, daß er viele Farbentöne geringerer Dimensionen, sogar
-vielleicht zahlreiche<span class="pagenum"><a name="Seite_226" id="Seite_226">[S. 226]</a></span> Contraste in Licht und Schatten ganz übersehen,
-oder mindestens unbeachtet gelassen hat, theilweise endlich auf der
-Unkenntniß verschiedener bei der Composition in Betracht kommender
-Dinge. Die Bilder, welche er seither kopirte, hatten diese Mängel,
-besonders die zuletzt angezogenen nicht, weil die Maler der Originale
-recht gut wußten, warum sie diese oder jene Farbe angebracht hatten,
-oder warum sie hier dunkle Massen und dort helle Lichter scheinbar
-absichtslos eingesetzt hatten.</p>
-
-<p>Da das Sehen theils auf sinnlichen, theils auf geistigen Thätigkeiten
-beruht, so bedarf es nicht unbedeutender Aufmerksamkeit, um diese
-verschiedenen Eindrücke zu trennen, weßhalb sich alle Anfänger in
-ihren Erstlingsstudien durch Nichtbeachtung dieser Verhältnisse
-kenntlich machen. Ganz derselben Erscheinung begegnen wir in den
-Darstellungen des Mittelalters, auf dessen Landschaften zahlreiche
-Dinge verzeichnet sind, welche von dem Standpunkt des Künstlers gar
-nicht gesehen werden konnten, von deren Dasein aber derselbe Kenntniß
-hatte. Aus der Liebhaberei solche Dinge darzustellen, entstand die
-in den Bildern jener Zeiten so häufige Vogelperspektive, sowie die
-überhöhten Berge, Burgen und Thürme etc. etc. Abgesehen von diesem Punkte
-täuscht sich der Anfänger aber auch in sehr bedenklicher Weise in
-Bezug auf den Sättigungsgrad der Farbe, weßhalb er geneigt ist, alle
-Dinge, deren Farben er kennt, ohne Rücksicht auf die Entfernung in
-deren Lokalfarbe wiederzugeben, oder in anderen Worten ohne Rücksicht
-auf die Luftperspektive, nur mit Hilfe des Gedächtnisses zu malen.
-Der Anfänger<span class="pagenum"><a name="Seite_227" id="Seite_227">[S. 227]</a></span> muß daher alle Erinnerungen an Lokalfarben zu meiden
-suchen und vielmehr seine Bestrebungen darauf richten, den verlangten
-Ton gleich zu sehen. Aber auch für die nächste Nähe gilt es richtig
-sehen zu lernen und nicht die Veränderungen zu ignoriren, welche die
-Lokalfarben durch Schatten, eigenthümliche Beleuchtung, Reflexlichter
-etc. etc. erlitten haben. Wie früher erwähnt, bewahrt der schwarze
-Spiegel vor Täuschungen dieser Art, allein es kommt nun noch eine
-Reihe anderer Täuschungen in Betracht, welche aus der Contrastwirkung
-resultiren. Der Maler muß sich aber mit diesen letzteren so vertraut
-machen, daß er sowohl die Einflüsse derselben in der Landschaft etc.
-sofort zu erkennen, so wie andererseits sich derselben bei der Arbeit
-behufs Erzeugung gewisser Effekte zu bedienen im Stande ist. Ein heller
-von der untergehenden Sonne beschienener Felsen wird sich dem Beschauer
-als orangefarbig mit tiefen blauen Schatten bemerkbar machen, und ohne
-Berücksichtigung der Contrastwirkung wird der Skizzirende jedenfalls
-die beleuchteten Theile zu gelb und die im Schatten liegenden zu
-blau halten, was hart und unwahr wirkt. Dies rührt daher, daß der
-Unterschied der beiden Farben durch Contrastwirkung ohnehin schon
-vergrößert ist, und werden die Farben nunmehr unter diesem Einflusse
-zu Papier gebracht, so wird der Contrast durch die bereits verstärkte
-Farbengebung abermals bedeutend vergrößert.</p>
-
-<p>In ersten Studien ist häufig die Ferne zu grün, zu braun oder zu
-detaillirt, während der Mittel- und Vordergrund schwach und matt
-in Farbe sind. Nehmen wir an,<span class="pagenum"><a name="Seite_228" id="Seite_228">[S. 228]</a></span> die Studie repräsentire eine graue
-Felsenpartie. Die Felsen sind allerdings grau, aber bei aufmerksamer
-Betrachtung zeigt die Natur nicht ein eintöniges Grau, sondern noch
-viele andere, mitunter recht warme Farbentöne, welche ganz übersehen
-worden sind. Die umgebende Vegetation ist zwar grün, aber von weit
-größerer Verschiedenheit im Ton, und auf einem Baumstamme sind die
-verschiedensten Farbentöne, so wie vielleicht die hellen Lichter
-ebenfalls übersehen. Dasselbe gilt wahrscheinlich vom Wege. Die Ferne
-ist deßhalb zu grün gerathen, weil der Anfänger mehr seiner Kenntniß
-der Farbe des Laubes als seinem Auge gefolgt sein wird etc. etc. Vor
-allen Dingen muß der Lernende sich daher daran gewöhnen, <em class="gesperrt">richtig</em>
-zu <em class="gesperrt">sehen</em> und andrerseits lernen, etwas mehr die <em class="gesperrt">Kunst</em>
-zu Hülfe zu nehmen. Der Glanz des Lichts ist mit den uns zu Gebot
-stehenden Farben nicht zu erreichen, weßhalb wir das, was uns in dieser
-Richtung abgeht, durch künstliche Mittel und Effekte, namentlich durch
-kräftige Farbenwirkung auszugleichen suchen müssen. Wer mit diesen
-Mitteln vertraut ist, vermag dann, durch Einsetzen einiger Effekte, aus
-einer vielleicht recht faden Skizze ein des Ansehens werthes Bild zu
-schaffen. Theaterdekorationen beruhen lediglich auf derartigen Effekten
-und aufmerksame Betrachtung derselben kann dem Beschauer manchen Wink
-für seine Studien geben, da sie breit, sehr breit behandelt sind,
-Vollendung, welche hier ganz überflüssig wäre, nicht anstreben und
-bei dem großen Maßstabe den Effekt gleichsam zergliedert vorführen.
-Ein aufmerksamer Beschauer wird bald die Bedeutung der einzelnen
-Pinselstriche zu würdigen wissen und sich hier<span class="pagenum"><a name="Seite_229" id="Seite_229">[S. 229]</a></span>durch vielleicht zu
-künftiger entschiedener Pinselführung veranlaßt fühlen. Außerdem
-kommt hierbei noch die Fernwirkung in Betracht, da die fehlenden
-Uebergänge, ganz ähnlich wie bei den Tapeten, durch das Auge des
-Beschauers ersetzt werden, und was in nächster Nähe vielleicht als
-unverständliche Combination von Farbenklexen erscheint, gestaltet sich
-beim Zurücktreten nicht selten zu geschmackvoller Modellirung. Ich
-mache bei dieser Gelegenheit auch ausdrücklich darauf aufmerksam, daß
-<em class="gesperrt">äußere Glätte</em> und <em class="gesperrt">Vollendung</em> ganz verschiedene Dinge
-sind, was nicht selten von Anfängern ganz anders aufgefaßt wird.
-Betrachten wir ein Gemälde von höchster Vollendung &mdash; letzteres Wort
-im Sinne des gewöhnlichen Sprachgebrauches genommen &mdash; durch ein
-Vergrößerungsglas, so haben wir ebenfalls nur Klexe vor Augen. Die
-wahre Vollendung beruht daher nicht auf der äußerlichen Glätte, sondern
-vielmehr auf gleichförmiger wirkungsvoller Behandlung des Ganzen. Ist
-diese erreicht, so kann ein Bild durch weiteres Künsteln und Glätten
-nur verlieren, eben so wie eine Dekoration verlieren würde, wenn man,
-statt die einzelnen Töne bestimmt und kühn zu geben, solche weicher
-halten wollte, was an ängstlich gemalten Scenerien dieser Art leicht zu
-sehen ist.</p>
-
-<p>Bei dem Malen nach der Natur verhält es sich ganz ähnlich. Eine
-kühne Hand gibt sofort die Hauptsachen, da man im Freien zu einer
-sanften Verschmelzung der Töne keine Zeit hat. Wenn aber auch selbst
-genügende Zeit zur Verfügung stünde, so würde eine feinere Ausarbeitung
-der Skizze dennoch nicht so wirkungsvoll ausfallen, als die etwas<span class="pagenum"><a name="Seite_230" id="Seite_230">[S. 230]</a></span>
-rohere, kühnere Behandlung. Ueberhaupt sieht man bei der Skizze von
-jener sorgfältigeren Ausführung um so mehr gänzlich ab, als der
-Zweck der Skizze lediglich der ist, für künftige Arbeiten zu Hause
-eine zuverlässige Grundlage zu besitzen. Sie verlangt daher nur die
-<em class="gesperrt">frische</em>, <em class="gesperrt">kraftvolle</em> Wiedergabe der Natur.</p>
-
-<p>Die Farbe einer landschaftlichen Studie ist in hohem Grade, besonders
-aber in Rücksicht auf die Ferne, von dem Zustand der Atmosphäre
-abhängig. Im mittleren und nördlichen Europa ist die Luft stets mehr
-oder weniger mit Wasserdämpfen (Duft, Nebel, Wolken) geschwängert,
-welche die Ferne als mehr oder weniger dichter Schleier verhüllen,
-und den durch sie gesehenen Gegenständen ihre Farbe mittheilen.
-In Südeuropa und südlicheren Gegenden überhaupt, wo dies in weit
-geringerem Grade der Fall ist, erscheinen daher ferne Gegenstände fast
-ebenso deutlich wie ganz nahe, und der Hauptunterschied liegt nur in
-der geringeren Größe der ersteren. Die Wirkung der Luft im Allgemeinen
-läßt sich schon sehr deutlich an einem größeren Wiesengrunde
-beobachten, dessen Grün mit zunehmender Entfernung immer blauer im Ton
-wird; ebenso im Vergleich naher Bäume derselben Art mit ferneren, indem
-das Grün der letzteren stets um mehrere Grade blauer sein wird. Diese
-Wirkung der Luft hat der Anfänger ganz vorzugsweise zu beachten und bei
-Betrachtung fernerer Gegenstände rathe ich die Lokalfarbe derselben
-ganz zu vergessen, da überdies auch die verschiedene Beleuchtung
-durch die Sonne weitere Farbenunterschiede bedingt, welche von den
-Lokalfarben mehr oder<span class="pagenum"><a name="Seite_231" id="Seite_231">[S. 231]</a></span> minder abweichen. Die beständige Aufmerksamkeit
-auf diesen ewigen Wechsel in Sichtbarkeit und Farbe der Gegenstände,
-je nach Stand der Sonne und Dichtigkeit der Atmosphäre, wird dem
-Lernenden sehr bald ein richtiges Gefühl für Farbe vermitteln und ihn
-in den Stand setzen, sich vollkommen auf sein Auge verlassen zu können.
-Vorzugsweise empfehlenswerth für das Studium sind Stimmungen <em class="gesperrt">großer
-Harmonie</em> in Farben und Luft und solche, wo breite Massen kalter
-und warmer Töne, also <em class="gesperrt">kräftige Contraste</em>, der Gegend größeres
-Interesse verleihen. Eine sonst vielleicht sehr wenig ansprechende
-landschaftliche Darstellung kann in letzterem Falle ungemein
-wirkungsvoll werden.</p>
-
-<p>Da es uns, wie bereits erwähnt, versagt ist, den Glanz des Lichts
-erreichen zu können, so müssen wir, um einer annähernden Darstellung
-desselben zu Hülfe zu kommen, uns künstlicher Mittel bedienen. Welcher
-Art diese Mittel sind, wird im weiteren Verlaufe dieser Darstellung
-deutlicher werden.</p>
-
-<p>Ist die Skizze gezeichnet, so ist über Luft sowohl als alles Andere ein
-entsprechender Ton zu legen, damit das weiße Papier, mit Ausnahme der
-hellsten Lichter in Luft und Vordergrund, möglichst rasch beseitigt
-wird, wobei man, um kühnere Wirkung zu erzielen und das Trocknen nicht
-zu erschweren, nicht zu viel Wasser anwende. Ist dies geschehen, so
-beendet man die Luft und stellt dann die verschiedenen Grade der Ferne
-fest, worauf man nach und nach in die positivere Farbe des Mittel-
-und Vordergrundes übergeht. Zunächst sind dann Halbschatten und
-Schatten einzusetzen, sowie das Detail zu markiren. Die Farbe setzt
-man kühn,<span class="pagenum"><a name="Seite_232" id="Seite_232">[S. 232]</a></span> nicht scheu mit dem Pinsel hin und her fahrend, und gleich
-möglichst im richtigen Ton ein, damit man nachträglich nicht zuviel zu
-verbessern braucht und halte außerdem den Pinsel stets gefüllt, damit
-die Töne klar bleiben. Ist ein Auftrag etwas zu kräftig oder zu dunkel
-ausgefallen, so lasse man sich nicht verleiten, daran herum zu bessern,
-da dies in der Regel weit mehr schadet als nützt, abgesehen davon, daß
-die Farbe immer beim Trocknen heller wird, und die scheinbare Tiefe
-außerdem durch die weiteren Töne der Umgebung, welche noch fehlen,
-sehr gemildert wird. Furchtsames Zögern in der Farbengebung ist den
-Skizzen überhaupt weit verderblicher als etwas zu kräftiges Colorit,
-weßhalb man sich vor dem Auftrag kräftiger Farbentöne nicht zu sehr
-scheue. Wirkt dennoch ein Ton zu stark, so suche man künftig allzugroße
-Kraft zu vermeiden, vermeide aber alle Versuche zu Verbesserung und
-beherzige nochmals, daß ein etwas zu roher Effekt weniger verderblich
-auf die Skizze wirkt, als flaue Färbung, und daß scheues Zögern
-niemals kühne Behandlung und entschiedene Pinselführung aufkommen
-läßt. Besonders achte man auch darauf, die Ränder der Töne nicht mehr
-zu übergehen, da sonst das Luftige Schaden nimmt, sowie darauf, daß
-nie ein Ton wieder berührt werden darf, bevor er getrocknet ist, da er
-sonst trüb und unansehnlich wirkt. Ueberhaupt halte man alle Lichttöne
-stets <em class="gesperrt">sehr rein</em> und <em class="gesperrt">hell</em>. Reinheit ist später nicht
-leicht mehr herzustellen, dagegen läßt sich ein zu heller Ton dunkler
-stimmen, nicht aber ein zu dunkler heller. Dicke Farbe wende man erst
-bei Beendigung und nach Herstellung der allgemeinen<span class="pagenum"><a name="Seite_233" id="Seite_233">[S. 233]</a></span> Effekte an. Im
-Allgemeinen übereile man sich nicht zu sehr, sondern nehme sich Zeit.
-Unter zwei Stunden läßt sich überhaupt nichts des Ansehens werthes zu
-Stande bringen und hat man nicht so viel Zeit, so begnüge man sich mit
-einer Bleistiftskizze, suche auch auf gelegentlichen Spaziergängen
-packende Effekte und schöne Linien immer zu skizziren. Schnell
-vorübereilende Effekte, besonders in der Beleuchtung, ist man gezwungen
-aus dem Gedächtnisse zu malen, weßhalb solche sehr genau zu beobachten
-sind.</p>
-
-<p>Um solche mitunter sehr packenden Farben- und Licht-Effekte zu
-skizziren, empfiehlt es sich sehr, eine ganz flüchtige Disposition
-der Gegend nach den Hauptmassen zu skizziren und die Haupttöne in
-Luft, Ferne, Wasser etc. etc. mit Bleistift hinzuschreiben, z. B. Luft:
-<span class="antiqua">Lamp Black</span>, und <span class="antiqua">Light Red</span> &mdash; <span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Indian
-Red</span> &mdash; Wald des Mittelgrundes: <span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Purple
-Madder</span> &mdash; <span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span> und <span class="antiqua">Blue
-Black</span> &mdash; Wasser: <span class="antiqua">French Blue</span> und <span class="antiqua">Cadmium</span> etc. etc. etc.
-Solche Notizen dienen dann, solche Effekte zu Hause auszuarbeiten,
-sie erfordern aber Kenntniß der Mischungen und zwar sehr genaue und
-empfiehlt sich, auf Spaziergängen die Töne der Landschaft öfter mit
-den obenerwähnten Farbentabellen zu vergleichen, wodurch man bald in
-den Stand gesetzt wird, selbst feine Nüancen in den verschiedensten
-Tönen sofort beurtheilen zu lernen. Hat man diese Fähigkeit, die Töne
-gleichsam geläufig zu lesen, erworben, so ist dies vielfach da von
-Vortheil, wo man keine Zeit hatte oder sonst gehindert war, eine nette
-Farbenstudie auszuführen oder zu beenden.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_234" id="Seite_234">[S. 234]</a></span></p>
-
-<p>Was den Gesammtton der Studie betrifft, so ist in der Regel der
-Vordergrund blasser zu halten, als die übrigen Theile des Bildes und
-muß derselbe mehr absolute Lichter zeigen, obgleich die Schatten tief
-und scharf sein können, wodurch dann das blasse Licht noch mehr gehoben
-und dem Bilde eine bedeutende Frische gesichert wird. Für die positiven
-Lichter des Vordergrundes verwende man, wo es irgend angeht, das weiße
-Papier, da hierdurch Glanz verliehen und Zeit gespart wird, und da die
-Lichter in Ferne und Mittelgrund farbig sind, so treten die weißen auch
-um so kühner heraus.</p>
-
-<p>Jedes Bild, welches glanzvoll wirken soll, muß überhaupt beide
-Endpunkte der Farbenskala, <em class="gesperrt">tiefsten Schatten</em> wie <em class="gesperrt">höchstes
-Licht</em> umfassen, zwischen welchen Gegensätzen größere oder geringere
-Abstände herrschen können.</p>
-
-<p>Den Mittelgrund halte man möglichst tief im Ton, da er den
-Hauptschatten repräsentirt, wie der Himmel das Hauptlicht. Die im
-Mittelgrunde vorkommenden Linien seien auch möglichst horizontal, um
-das Zurücktreten zu begünstigen. Da aber umfangreiche Schattenmassen
-Schwere verursachen, so ist es nothwendig, einige Gegenstände
-anzubringen, welche den allgemeinen Schatten des Mittelgrundes an Tiefe
-des Tons überbieten. In dem geschickten Anbringen solcher Gegenstände
-dokumentirt sich nun der Grad der Geschicklichkeit des Darstellenden,
-und ein wenig Erfahrung wird den Anfänger bald in den Stand setzen,
-zu beurtheilen, wo sich diese dunkeln Stellen befinden müssen. Um
-demselben einen wichtigen Anhaltspunkt zu geben, will ich übrigens
-hier be<span class="pagenum"><a name="Seite_235" id="Seite_235">[S. 235]</a></span>merken, wo diese dunkeln Punkte vorzugsweise <em class="gesperrt">nicht</em>
-angebracht werden dürfen, nämlich nicht im Mittelpunkt des Bildes und
-nicht gleichweit von zwei sonst hervorragenden Abtheilungen desselben
-entfernt. Die Wahl der Gegenstände, Felsen, Figuren etc. etc., in deren
-Formen man solche dunkle Punkte anbringt, muß natürlich dem Geschmacke
-des Darstellers überlassen bleiben. Hier und da kann man sich auch
-damit helfen, daß man dem Inneren eines Schattens eine bedeutende Tiefe
-ertheilt, aber die dunkle Stelle muß unter allen Umständen da sein und
-kann nicht leicht entbehrt werden.</p>
-
-<p>Verschiedene Lichteffekte sind häufig ganz zufällige und
-unbeabsichtigte Resultate der bei der ersten Anlage in verschiedener
-Weise in einander laufenden Töne, und je nach Form etc. solcher Lichter,
-kann man sich derselben nicht selten, besonders in der Ferne, in sehr
-günstiger Weise zur Modellirung des Terrains, Darstellung von Feldern
-etc. bedienen.</p>
-
-<p>Ein anderer sehr wichtiger Punkt ist das Anbringen von
-<em class="gesperrt">Contrasten</em> in der Farbe. Kraft der Darstellung beruht nämlich
-nicht ausschließlich auf der Anwendung starker oder lebhafter
-Farbentöne, sondern häufig nur auf geeigneten Farbencombinationen und
-Contrasten, wobei bemerkt werden möge, daß Kraft im Vordergrunde die
-Ferne luftiger macht. Sind z. B. die Lichttöne der Ferne gelb und warm,
-so müssen im Vordergrunde blaue Töne angebracht werden; sind aber die
-Lichter kalt, so machen rothe und gelbe Töne im Vordergrunde die Ferne
-luftig. Derartige Contraste sind jedoch nicht überall anzubringen, so
-z. B. nicht bei früher<span class="pagenum"><a name="Seite_236" id="Seite_236">[S. 236]</a></span> Morgenbeleuchtung oder nach Sonnenuntergang, da
-hier die Kraft mehr von Licht und Schatten als von der Farbe abhängig
-ist.</p>
-
-<p>Vergegenwärtigen wir uns einige Contrast-Wirkungen. Bringt man eine
-Farbe neben eine andere, so wird erstere scheinbar so verändert, als ob
-ihr etwas von der Complementärfarbe der zweiten beigemischt wäre. Näher
-stehende Töne bringen jedoch größere Aenderungen hervor als ferner
-stehende, und die <em class="gesperrt">räumlich</em> schwächer vertretene Farbe wird
-vorzugsweise oder ausschließlich verändert. Kältere Farben machen eine
-neben ihnen stehende Farbe wärmer, wärmere machen eine solche kälter.</p>
-
-<p>Wenig gesättigte, d. h. blasse, gebrochene und dunklere Farben,
-zeigen lebhaftere Contrasterscheinungen als satte Farben. Auch kleine
-Unterschiede in dem Grade der Helligkeit bringen sehr erfolgreiche
-Contrastwirkungen hervor.</p>
-
-<p>Die vortheilhafte Verwerthung der Contraste kommt in ganz besonderer
-Weise dem componirenden Maler zu Statten. Hier muß die ganze
-Composition in coloristischer Hinsicht mit Rücksicht auf den Contrast
-aufgebaut sein und die Farben wie auch theilweise die Formen müssen
-so gewählt werden, daß sie sich zur Erreichung der beabsichtigten
-Wirkung gegenseitig unterstützen, und beruhen Gemälde in gutem Colorit
-hauptsächlich auf einer durchdachten, mit der ganzen Composition eng
-verbundenen Zusammenstellung der Farben. Mit den einfachsten grauen
-oder bräunlichen Tönen lassen sich in solchen Zusammenstellungen nicht
-selten äußerst glänzende<span class="pagenum"><a name="Seite_237" id="Seite_237">[S. 237]</a></span> Wirkungen erreichen, da diese Töne gerade zu
-den auffallendsten Contrasterscheinungen Anlaß geben.</p>
-
-<p>Zur vortheilhaften Verwerthung der Contrastwirkungen ist es in erster
-Linie zu empfehlen, die Gegensätze von Hell und Dunkel in das richtige
-Verhältniß zu bringen, d. h. das kräftigere Licht auf kleinere Räume
-zu concentriren und dafür die Schatten über um so größere Flächen zu
-legen. Vorherrschendes Licht und sehr wenig Schatten wirkt selten
-günstig, weßwegen der Maler für seine Skizzen die Mittagsstunde meidet.
-Der ungleiche Grad der Helligkeit, also der Contrast zwischen Hell
-und Dunkel ist andererseits das wirksamste Mittel, um die einzelnen
-Theile eines Bildes von einander abzuheben. Er bildet die Grundlage der
-Modellirung, welche letztere auf dreierlei Arten erreicht wird. Diese
-drei Methoden deren man sich bedient, um einen Gegenstand im Bilde von
-seinem Grund abzuheben, sind folgende:</p>
-
-<p>1. Man behandelt den Gegenstand als Silhouette, d. h. man setzt ihn
-dunkel auf hellen Grund oder auch umgekehrt auf. Dieser Fall kommt sehr
-häufig besonders in Ferne und Mittelgrund der Landschaft vor.</p>
-
-<p>2. Man malt die hellen Partien des näheren Gegenstandes
-heller, die Schatten aber dunkler als den Grund, hält also die
-Helligkeitsunterschiede (d. h. die Unterschiede zwischen Licht und
-Schatten) größer als beim Grunde. Dieser Fall kommt in allen Bildern
-vor; der Anfänger muß sich jedoch besonders in Ferne und Mittelgrund
-hüten, die Helligkeitsunterschiede zu stark, denen des Vordergrunds
-ähnlich und<span class="pagenum"><a name="Seite_238" id="Seite_238">[S. 238]</a></span> dann in hohem Grade störend und beleidigend wirken, wieder
-zu geben.</p>
-
-<p>3. Man stellt die Lichtseiten des Gegenstandes auf dunklen, die
-Schattenseiten aber auf hellen Grund. Diese Methode ist besonders im
-Verein mit der zweiten sehr wirksam und vorzugsweise für Gegenstände
-des Vordergrundes geeignet. In den Gemälden der Niederländischen Schule
-des 17. Jahrhunderts findet man sie in ausgiebiger Weise in Anwendung
-gebracht.</p>
-
-<p>Die hier dargelegten Grundsätze der Modellirung waren in den ersten
-Jahrzehnten unseres Jahrhunderts fast gänzlich verloren und rührt das
-erwachte Verständniß für dieselben erst aus den späteren Dezennien.</p>
-
-<p>Durch die Theilung der Farben in <em class="gesperrt">kalte</em> und <em class="gesperrt">warme</em> wird
-ebenfalls die Modellirung in wirksamer Weise unterstützt. Diese
-Contraste von warmer und kalter Farbe werden nun in ähnlicher Weise
-verwerthet wie die von heller und dunkler. Dem Prinzip der Silhouette
-entspricht hier ein warm gehaltener Gegenstand auf kaltem Grund, oder
-umgekehrt ein kalter auf warmem Grund.</p>
-
-<p>Dem zweiten Satz folgt man, wenn man dem Grunde einen neutralen Ton
-gibt, während man den näheren Gegenstand in seinen warmen Partien
-wärmer, in seinen kalten kälter hält als den Grund.</p>
-
-<p>Endlich kann man auch dem dritten Satz entsprechend Objekt und Grund
-in entgegengesetzter Richtung abtönen, so daß die kältere Seite des
-Objektes sich von der wärmeren des Grundes abhebt und vice versa.
-Auch hierbei sind größere<span class="pagenum"><a name="Seite_239" id="Seite_239">[S. 239]</a></span> Differenzen im Ton bei näher gelegenen
-Gegenständen, wie sie einer gleichzeitigen Verwerthung des zweiten
-Prinzipes entsprechen, nicht ausgeschlossen.</p>
-
-<p>Uebrigens behalte man bei Anwendung der verschiedenen hier entwickelten
-Methoden immer im Auge, daß bei kleinen Unterschieden im Tone, die
-scheinbare Verschiebung in der Farbenreihe eine viel größere sein kann,
-als bei bedeutenden, und daß man in der Benützung solch kleiner Nüancen
-ein Mittel von großer Kraft besitzt.</p>
-
-<p>Das durch diese verschiedenen künstlichen Mittel erzielte kräftige
-malerische Relief kann durch einfache Wiedergabe der Dinge in den
-Farben in denen sie sich gerade zeigen, in den meisten Fällen nicht
-so glücklich erzielt werden, weil der Eindruck des Körperlichen
-in der Natur, nicht allein von Farbe, Licht und Schatten, sondern
-auch ganz besonders von der <em class="gesperrt">gemeinschaftlichen Thätigkeit beider
-Augen</em>, wie das Stereoscop beweist, abhängig ist. Bei Betrachtung
-eines Gemäldes wirkt diese Thätigkeit nun gerade in entgegengesetzter
-Richtung, woher es rührt, daß Bilder plastischer erscheinen, wenn man
-ein Auge schließt, weil hierdurch dieser störende Einfluß beseitigt
-wird. Da nun der Maler nicht im Stande ist, dieser gemeinschaftlichen
-Thätigkeit der Augen gerecht zu werden, so muß er alle Momente welche
-zur Erzielung der Illusion des Körperlichen erforderlich sind, in
-ausgedehnterem Maaße anwenden. Er muß namentlich die Contrastwirkung
-etwas höher steigern, wozu besonders der schwarze Spiegel behülflich
-ist, welcher ihn befähigt, jene Helligkeit zu erzielen, bei welcher
-sich die Contrast<span class="pagenum"><a name="Seite_240" id="Seite_240">[S. 240]</a></span>farben am stärksten zeigen. Bei Unzulänglichkeit der
-Palette für Helligkeitsdifferenzen, hellste Lichter und Weiß, kann er
-nur durch geschickte Benutzung der Contrastwirkungen diese Unterschiede
-scheinbar vergrößern.</p>
-
-<p>Man sieht daher, daß die Mittel des Malers sehr verschieden von jenen
-sind, welche der Natur zu Gebot stehen, und wird daher der Versuch
-einer <em class="gesperrt">knechtischen</em> Nachahmung der Natur in vielen Fällen nicht
-die gewünschte Wirkung haben. Die Aufgabe besteht daher darin, den
-<em class="gesperrt">Schein</em> der Wirklichkeit möglichst zu steigern, was aber nur
-durch klares Verständniß und freie Wiedergabe des Gesehenen, sowie
-durch vollständige Beherrschung der der Kunst zu Gebote stehenden
-Mittel möglich ist.</p>
-
-<p>Der Anfänger wird also wohl thun, seine Schatten, wenigstens
-im Allgemeinen, in einer mit der Lichtfarbe der Gegenstände
-contrastirenden Farbe zu halten, da die Schattengebung mittelst
-des tieferen Tones derselben Farbe weit weniger wirkt und er sich
-in letzterem Falle auch der aus der Anwendung contrastirender Töne
-resultirenden Vortheile begeben würde. Diese contrastirenden Töne
-sind zwar auch in der Natur, wie erwähnt, sehr häufig, allein weil
-man nur zu oft die von der Beleuchtung ganz unabhängige Lokalfarbe
-der Gegenstände im Sinne hat, werden sie übersehen. So ist z. B. um
-nochmals zu rekapituliren, ein weißes, von der untergehenden Sonne
-beleuchtetes Haus auf der Lichtseite entschieden gelb, während die
-im Schatten liegenden Theile violett erscheinen, und ein Anfänger,
-welcher diesen Contrast übersieht, gibt vielleicht die Lichtseiten
-in blasser Steinfarbe<span class="pagenum"><a name="Seite_241" id="Seite_241">[S. 241]</a></span> und den Schatten in dunklerem Tone derselben
-Farbe, wodurch alle Schönheit des Contrastes verloren ist. Dem Anfänger
-ist wiederholt zu empfehlen, zu Studien vorzugsweise die früheren
-Morgenstunden oder die Stunden gegen Abend zu wählen, also die Zeit,
-in welcher die Schatten länger sind, die tiefen Töne des Mittelgrundes
-sich verstärken, die Lichter des Vordergrundes glänzender auftreten
-und die Ferne am wirkungsvollsten ist, während um die Mittagszeit das
-Licht zu stark und blaß ist und die Schatten sehr kurz sind. Weiter ist
-zu bemerken, daß Lichter, außer auf Flächen, nur sehr kleine Stellen
-einnehmen und alles übrige mehr oder weniger im Schatten liegt, weßhalb
-auch die Lokalfarben vorzugsweise durch letzteren modifizirt werden.
-Ueberhaupt stimmt das Licht die Lokalfarbe <em class="gesperrt">heller</em>, während der
-Schatten solche neutralisirt und die wahre Farbe nur da zum Vorschein
-kommt, wo das Licht in den Halbschatten tritt, was namentlich an
-farbigen Stoffen sehr in die Augen fällt. Dunkle, aber beleuchtete
-Gegenstände sind häufig heller als helle Gegenstände im Schatten, wobei
-obiges Beispiel des von der untergehenden Sonne beschienenen Hauses
-nochmals aufgeführt werden kann, dessen dunkles aber beleuchtetes
-Schieferdach jedenfalls heller sein wird, als die beschatteten Seiten
-der hellen Wände.</p>
-
-<p>Ich wiederhole also nochmals: <em class="gesperrt">Kalte Lichter, warme Schatten</em> und
-umgekehrt <em class="gesperrt">warme Lichter, kalte Schatten</em>. Es kommt zwar sehr
-häufig vor, daß die Schatten lediglich mit tieferen Tönen derselben
-Farbe gegeben werden, was in vielen Fällen auch genügt, aber wo
-eine bestimmte Farben<span class="pagenum"><a name="Seite_242" id="Seite_242">[S. 242]</a></span>wirkung erzielt werden soll, ist in der hier
-dargelegten Weise zu verfahren.</p>
-
-<p>Ich muß hier auch darauf aufmerksam machen, daß manche Effekte
-unangenehm und daher möglichst zu meiden sind. Hierher gehört die
-häufigere Anwendung von grünlichem Blau und grünlichem Gelb. Erstere
-Farbe wirkt nur in ganz schwachen oder in neutralisirten Tönen gut.
-Das vielfarbige, höchst mannigfaltige Grün der Vegetation, die große
-Verschiedenheit in der Farbe beleuchteter und beschatteter Baumpartien
-resultirt aus dem eigenthümlichen, von dem anderer Körper sehr
-abweichenden, optischen Verhalten des Chlorophylls oder Blattgrün und
-sei in Bezug auf dasselbe hier nur bemerkt, daß es nicht allein gelbes,
-grünes und blaugrünes, sondern auch rothes Licht zurückwirft. Bei
-tiefem Stand der Sonne enthält nun das direkt auffallende Sonnenlicht
-vorzugsweise Roth, Orange und Gelb, welche Farben im reflektirten
-Himmelslicht, im sogenannten Luftlicht nur schwach vertreten sind. Aus
-diesen Verhältnissen entstehen jene in bewaldeten oder mit reicher
-Vegetation bedeckten Gegenden, besonders im Gebirg oft namentlich bei
-<em class="gesperrt">tiefstehender Sonne</em> oder <em class="gesperrt">neblichem Wetter</em>, sehr häufig
-an Herbstmorgen zu beobachtenden, mitunter höchst unschönen harten,
-schreienden und durch Contrastwirkung noch verschärften Farben- und
-Lichteffekte, vor deren Wiedergabe gewarnt werden muß, besonders
-wenn, wie dieß in solchen Fällen häufig vorkommt, die citron- und
-canariengelben oder die blaugrünen Töne stark vorherrschen. Ueberhaupt
-ist mit Grün, selbst in der Landschaft sehr sorgfältig und selbst
-sparsam<span class="pagenum"><a name="Seite_243" id="Seite_243">[S. 243]</a></span> umzugehen, denn obgleich der größte Reiz der Landschaft nicht
-selten in dem üppigsten Grün besteht, so zeigt doch die Erfahrung, daß
-vorstehende Warnung nicht ungerechtfertigt ist, indem grüne Bilder
-nicht so angenehm wirken, wie nahe sie auch der Natur immerhin kommen
-mögen, während Bilder von vorzugsweise gelbem, blauem, grauem, rothem
-oder braunem Ton uns mehr oder weniger anmuthen. &mdash; Weiß und Schwarz
-heben alle sonstigen Farben und Töne durch die Stärke des Contrastes
-und sind somit in Studien sehr nützlich, als sie sofort einen starken
-Effekt hervorbringen, ohne die Beziehungen der anderen Töne in ihren
-wechselseitigen Verhältnissen zu beeinträchtigen.</p>
-
-<p>In gewisser Beziehung das Gegentheil von Contrast ist <em class="gesperrt">Harmonie</em>,
-welche durch Anwendung neutralisirender Zwischentöne die Extreme
-zwischen starken Contrasten auszugleichen sucht, besonders um den Zweck
-der Anwendung der letzteren etwas zu verdecken. Sie kommt aber bei
-Studien weniger als bei ausgeführteren Gemälden in Betracht.</p>
-
-<p>Nicht minder wichtig als alles bisher Angeführte ist Abwechslung in
-Form sowohl wie in Farbe, selbstverständlich aber mit Maaß und Ziel und
-ohne in’s Bunte zu verfallen. Was die Formen betrifft, so empfiehlt
-es sich, solche landschaftliche Darstellungen zu wählen, welche nicht
-den Eindruck des Monotonen machen, sondern Abwechslung in Arten und
-Formen der Bäume zeigen, was in den allermeisten Gegenden nicht schwer
-fällt. Was das Colorit betrifft, so ist auch hier allerwärts für
-Mannigfaltigkeit gesorgt, ganz besonders auf dem Lande. Man suche stets
-im Vordergrund<span class="pagenum"><a name="Seite_244" id="Seite_244">[S. 244]</a></span> etwas anzubringen, was Anwendung verschiedenartiger
-und reicherer Farbentöne erfordert, wie einzelne Häuser und Hütten
-aller Art. Hierbei ist aber wesentlich, daß man die zu Gebote stehenden
-Farben in alle Richtungen hin benutzt und sich nicht auf wenige
-conventionelle Mischungen beschränkt. In den einzelnen Kapiteln über
-das Colorit habe ich in dieser Richtung mehrfach auf Mannigfaltigkeit
-in der Farbe hingewiesen, bemerke aber hier noch, daß zu häufige
-Wiederholung derselben Gegenstände und Farben zu vermeiden ist.</p>
-
-<p>Bei Anbringung von Staffage vermeide man Gesuchtes und Gekünsteltes,
-was übrigens auch für die Durchbildung landschaftlicher Motive im
-Allgemeinen gilt. Der Landschafter hüte sich jedoch in zu peinliches
-Nachahmen der Natur zu verfallen, da die sich dem Auge in der Natur
-darbietenden Bilder nicht selten einige Modifikation wünschenswerth
-erscheinen lassen. Einzelnes kann vortheilhaft weggelassen werden,
-anderes wird um eine befriedigende Wirkung zu erzielen, zugesetzt
-werden müssen. Abstoßende oder widerwärtige Farbenzusammenstellungen,
-welche häufig vorkommen, müssen beseitigt werden etc. etc.</p>
-
-<p>Schließlich will ich noch den guten Rath geben, eine Studie nach der
-Natur nicht etwa zu Hause noch verbessern zu wollen, da jede Studie
-eine ganz eigenthümliche <em class="gesperrt">Frische</em> und <em class="gesperrt">Realität</em> besitzt,
-welche durch einen derartigen Versuch schwer geschädigt werden würde.</p>
-
-<p>Es sei sodann noch bemerkt, daß besonders charakteristische Wirkungen
-in der Regel nur auf Kosten der Stimmung und der allgemeinen
-Befriedigung zu Stande kommen, weil bei<span class="pagenum"><a name="Seite_245" id="Seite_245">[S. 245]</a></span> Darstellung derselben nicht
-selten anerkannte Grundsätze verleugnet werden. Unter welchen Umständen
-solche aber zu wagen sind, kann nur dem Ermessen des Genies oder einem
-angebornen feinen Geschmacke anheim gestellt werden, und haben außerdem
-Versuche dieser Art sich nur sehr selten des ungetheilten Beifalls der
-Kenner und Sachverständigen zu erfreuen.</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_246" id="Seite_246">[S. 246]</a></span></p>
-
-<h2 class="nobreak" id="Nachtrag">Nachtrag.<br />
-<span class="s6">Die Holzmalerei.</span></h2>
-
-</div>
-
-<h3 id="Nachtrag_1_Allgemeines">1. <em class="gesperrt">Allgemeines</em>.</h3>
-
-<p>In neuerer Zeit ist, hauptsächlich veranlaßt durch Zahn’s Musterbuch
-für häusliche Kunstarbeiten (Leipzig bei Georg Wigand), eine decorative
-Malerei auf helles Holz mittelst Aquarellfarben in Aufnahme gekommen,
-welche zwar mit der Aquarellmalerei, wie ich solche dargelegt, nur
-in sehr lockerem Zusammenhange steht, indessen aber ermöglicht,
-mit verhältnißmäßig geringer technischer Fertigkeit &mdash; soweit
-wenigstens die Malerei in Betracht kommt &mdash; auch in künstlerischer
-Hinsicht befriedigende und dabei nicht selten äußerst prachtvolle und
-imponirende Arbeiten zu liefern, da in den weitaus meisten Fällen
-hier weniger <em class="gesperrt">gemalt</em> als vielmehr <em class="gesperrt">colorirt</em> wird. Die
-Malerei auf Holz gehört der decorativen Kunst an, deren Ziele von
-jenen der eigentlichen Malerei sehr verschieden sind, indem letztere
-die Bildfläche des Flächencharakters zu entkleiden sucht, während
-erstere die Fläche vorzugsweise zur Geltung zu bringen bestrebt ist
-und selbst den <em class="gesperrt">Schein</em> des Plastischen meidet. Malereien dieser
-Art repräsentiren in der Regel Nachahmungen von Intarsien, Arbeiten
-in eingelegtem Holz, welchen sie nach der Fertig<span class="pagenum"><a name="Seite_247" id="Seite_247">[S. 247]</a></span>stellung durch das
-Poliren mehr oder weniger täuschend ähnlich sehen und bei exacter
-Zeichnung und geschmackvoller Wahl der Farben Anspruch auf gewissen
-künstlerischen Werth haben, dabei als sehr nachahmungswerthe Werke
-häuslicher Kunst bezeichnet werden dürfen. Ich habe diese Malerei
-umsomehr hier anhangsweise berühren wollen, als sie von Dilettanten,
-welche für das Schaffen selbstständiger Kunstwerke nicht die genügende
-Befähigung besitzen, besonders aber auch von jungen Damen, welchen
-ich sie für ihre Mußestunden auch ganz vorzugsweise empfehlen möchte,
-nebenbei, gelegentlich passender Anlässe zur Selbstverfertigung von
-Geschenken oder auch behufs Ausschmückung der eigenen Wohnräume,
-betrieben wird. Ich habe in letzterer Zeit mehrfach Gelegenheit gehabt,
-größere Partien solcher Arbeiten nach dem Poliren durchzumustern und
-hat die Quantität dieser Leistungen meine Erwartung sehr übertroffen.
-Leider muß ich aber zufügen, daß abgesehen von einzelnen Prachtstücken,
-worunter Originalentwürfe, das meiste <em class="gesperrt">unter</em> und zum Theil
-<em class="gesperrt">sehr weit</em> unter dem Niveau der Mittelmäßigkeit stand, und
-sichtlich ohne genügende Sachkenntniß ausgeführt worden war. Ich dachte
-dabei lebhaft an Zahn, welcher sich in der Vorrede zu seinem dritten
-Heft gegen den Verdacht der Begünstigung verschiedener ihm zu Gesicht
-gekommener „<em class="gesperrt">Holzfrevel</em>“ nachdrücklichst verwahrt.</p>
-
-<h3 id="Nachtrag_2_Material_und_Hilfsmittel">2.
-<em class="gesperrt">Material und Hilfsmittel</em>.</h3>
-
-<p>Was in erster Linie die Gegenstände betrifft, welche sich vorzugsweise
-für diese Malerei eignen, so sind es im Allge<span class="pagenum"><a name="Seite_248" id="Seite_248">[S. 248]</a></span>meinen ganz besonders
-solche, welche <em class="gesperrt">Flächen</em> bieten, und, abgesehen von allerlei
-Kleinigkeiten, namentlich Kasten und Kästchen aller Arten für
-Handschuhe, Cigarren, Thee, Zucker, Spielmarken, Schmuck etc. etc., dann
-Deckel zu Visitenkartentäschchen, Notiz-, Stamm-, Poesie-, Zeichnen-
-etc. etc. Bücher, zu Schreib-, Brief-, Zeitungs- etc. Mappen, Albums,
-etc. etc., Lampenteller, in höheren Graden Tischplatten, (besonders
-kleine runde Tischchen für feine Zimmer und Salons), Füllungen
-in Schlüsselschränkchen, Arbeitstischchen u. a. m., und wer über
-genügende Geduld und Zeit verfügt, kann schließlich die Täfelung
-eines ganzen Zimmers in Angriff nehmen, oder sich einen eingelegten
-Renaissanceschrank malen. Alle genannten Gegenstände sind fertig zu
-haben, oder können, wie besonders größere Platten zu Mappen, Büchern
-etc., von jedem geschickten Tischler schnell angefertigt werden, was
-sich namentlich dann empfiehlt, wenn man eine Zeichnung in gegebener
-Größe zu übertragen wünscht. Was das Holz betrifft, so wird hierzu
-meist Ahornholz und Tannenholz verwendet, in neuerer Zeit trifft man
-jedoch auch häufig Linden-, Erlen- und anderes helles Holz. Sehr
-geeignet ist auch Kastanien- und helles Birnbaumholz. Zu Gegenständen
-von grau gebeiztem Holz, welche man häufig sieht, rathe ich jedoch
-nicht, da man dann der hellen Töne entbehrt und sich so eines wichtigen
-Hilfsmittels zu contrastirenden Tönen begibt. Ich habe auch nur
-selten schön wirkende Arbeiten auf solch grauem Holze gesehen, auf
-welchem, nachträglich zu erwähnen, auch die Bleistiftstriche nur sehr
-schwer, oder gar nicht zu sehen sind. Auch hüte man sich vor stark
-gekrümmten Flächen,<span class="pagenum"><a name="Seite_249" id="Seite_249">[S. 249]</a></span> auf welche schwierig zu zeichnen ist. Da nun diese
-verschiedenen Holzmaterialien nur in großen Städten zu haben sind, so
-will ich Interessenten darauf aufmerksam machen, daß sie derartige
-Sachen auch direkt aus einer der zahlreichen Fabriken, welche die
-Anfertigung derselben als Specialität cultiviren, beziehen können, z.
-B. von G. Weber &amp; Co. in Eßlingen a. N. (Württemberg), welche Firma auf
-Verlangen ihre sehr reichhaltige mit den Maaßen versehene Preisliste
-gerne mittheilt. Schöne Arbeiten habe ich auch vom Hoftischler
-Scheidemantel in Weimar gesehen. Interessenten, welche vorzugsweise
-viel auf Platten malen, kann ich noch einen andern guten Rath geben,
-wie sie sich solche Platten viel billiger beschaffen können, sofern
-an ihrem <em class="gesperrt">Wohnorte</em> keine Fournirhandlung besteht. Dieselben
-mögen sich an Mey &amp; Widmayer in München wenden, welche Holzplatten
-verschiedener Größe in reiner, schöner Qualität und fein bearbeitet, zu
-folgenden Preisen per 10 □ Decim. (etwas mehr wie 1 □′)
-liefern:</p>
-
-<p>1. Dicke 2&ndash;3&frac12; Millm. <span class="antiqua">a.</span> Ahorn, Birnbaum, Grau, Weißbuchen M.
-0,60. &mdash; <span class="antiqua">b.</span> Linden, Kastanien, Lärchen 0,50. &mdash; <span class="antiqua">c.</span> Erlen,
-Fichten 0,35. &mdash; 2. Dicke 4&ndash;5 Millm. <span class="antiqua">a.</span> 0,90 <span class="antiqua">b.</span> 0,60
-<span class="antiqua">c.</span> 0,60.</p>
-
-<p>Aus größeren Platten dieser Art kann man sich dann je nach Bedarf
-kleinere heraussägen und solche zu Buchdeckeln etc. von einem
-Schreiner mit einer Hohlkehle versehen und herrichten, resp. glatt
-hobeln und mit Schachtelhalm schleifen und abreiben lassen. Da nun
-gewöhnliches d. h. nicht präparirtes Holz die Farbe fließen lassen
-würde, so müssen alle Gegenständen, welche bemalt werden sollen,<span class="pagenum"><a name="Seite_250" id="Seite_250">[S. 250]</a></span>
-vorher präparirt werden, d. h. die Poren und Capillargefäße, welche
-die Farbe aufsaugen, müssen verstopft werden, wozu sich Klebstoffe
-vorzugsweise eignen. Als sehr probat kann ich empfehlen die Gegenstände
-gelind zu erwärmen, und solche dann mit einem wollenen Lappen und
-<em class="gesperrt">wenigen</em> Tropfen nicht zu kalter <em class="gesperrt">weißer</em> Politur einige
-Male rasch zu überreiben. Die weiße Politur besteht aus einer Lösung
-von 1 Gewichtstheil weißem Schellack, in 4 Gewichtstheilen starkem
-Weingeist und kann für vorliegenden Zweck noch etwas mit der Hälfte
-Weingeist verdünnt werden. Auch Gummiwasser d. h. eine schwache Lösung
-von <span class="antiqua">gummi arabicum</span>, oder auch eine schwache Gelatinelösung thun
-dieselben Dienste und werden mit wollenen Lappen auf die etwas erwärmte
-Platte tüchtig eingerieben. Die käuflich erhaltenen Objecte sind
-<em class="gesperrt">angeblich</em> schon präparirt, aber schlimme Erfahrungen in dieser
-Beziehung veranlassen mich, alles derartige <em class="gesperrt">schon</em> Präparirte
-nochmals zu übergehen, um mich vor unreinlich aussehenden Arbeiten
-sicher zu stellen. Sodann rathe ich nur solche Sachen in Arbeit zu
-nehmen, welche eine absolute Fläche bilden, also ganz glatt sind, da
-wellige Oberflächen viel Mühe und Aergerniß beim Poliren bereiten. Hat
-man einen Gegenstand acquirirt, welcher nicht tadellos eben und glatt
-ist, so lasse man ihn ehe man daran zu arbeiten beginnt, nochmals vom
-Schreiner abziehen. Gerundete Gegenstände taugen nichts zu Arbeiten
-dieser Art, ebensowenig wie gekehlte.</p>
-
-<p>Was die Utensilien betrifft, so sehe man auf untadelhaften Zustand
-derselben, da die exacte Herstellung von Holzmalereien, wenn anders
-die Wirkung eine imponirende<span class="pagenum"><a name="Seite_251" id="Seite_251">[S. 251]</a></span> sein soll, Bedingniß ist. Unumgänglich
-nothwendig sind mehrere Lineale, darunter ein recht kleines, eine
-Reißschiene, ein Winkel, ein größerer Meßzirkel, sowie ein kleiner mit
-einzusetzender <em class="gesperrt">Stahlspitze</em>, Blei- und Reißfeder, eine Reißfeder
-und für manche Arbeiten, wo, wie bei Mäandern, viele parallele Linien
-in sehr geringen Abständen zu ziehen sind, ein flaches Maaßlineal
-mit Millimetertheilung auf der einen und wo möglich einem andern
-Maaßsystem auf der andern Seite. &mdash; Zirkel ohne Stahlspitze vermeide
-man thunlichst, da deren dreikantige Spitzen sich tief in das weiche
-Holz bohren und unschöne Löcher verursachen.</p>
-
-<p>Zum Ziehen großer Kreise, wie auf Tischplatten, bedient man sich zur
-Verlängerung des Zirkels eines Streifens aus Pappdeckel oder dickem
-Carton, welchen man mit einer Nadel im Mittelpunkt so befestigt, daß er
-sich nicht zu schwer um dieselbe drehen läßt und mißt dann genau die
-Stellen ab, an welchen man bei bestimmter Oeffnung des Zirkels solchen
-mit der Spitze einzusetzen hat.</p>
-
-<p>Was die anzuwendenden Farben betrifft, so kann zwar der Farbenkasten,
-wie ich ihn früher für das Aquarell empfohlen habe, auch hier Anwendung
-finden, allein es macht sich wünschenswerth, noch einige weitere Farben
-zuzufügen, welche zwar auch durch Mischung erhalten werden können,
-aber da die Farben gewöhnlich &mdash; wenigstens bei größeren Arbeiten &mdash;
-in größerer Menge erfordert werden, so sind solche in fertigen Farben
-vorzuziehen.</p>
-
-<p>Für alle Stoffe welche mit Farben geschmückt werden sollen, finden
-sich gewisse Farben, welche sich, abgesehen<span class="pagenum"><a name="Seite_252" id="Seite_252">[S. 252]</a></span> von den Zwecken, für
-das betreffende <em class="gesperrt">Material</em> vorzugsweise eignen und so stehen
-uns für Holzmalerei vorzugsweise die zahlreichen und besonders die
-<em class="gesperrt">ruhigeren</em> Nüancen von Gelb, Orange, Roth, Braun, Grau, bis zum
-tiefen, ernst wirkenden Schwarz, mit andern Worten jene Farbengruppen
-zu Gebot, welche mehr oder weniger nach Roth neigen können und auch
-in den Reihen der natürlichen Holzarten vorkommen. Die der Gegenseite
-angehörenden Töne, Grün, Blau, grelles Roth liegen dieser Verwendung
-viel ferner, obgleich sie nicht ausgeschlossen sind und an Figürlichem,
-Naturalistischem und z. B. in Wappen oft pompöse Wirkung zu entfalten
-im Stande sind. Im Allgemeinen verlangen solche jedoch vorsichtige und
-sparsame Verwendung &mdash; mehr als Aufputz &mdash; da sie sonst sehr leicht den
-Totaleindruck einer Arbeit in hohem Grade beeinträchtigen können.</p>
-
-<p>Arbeiten, welche den Eindruck von Pracht machen sollen, müssen hier mit
-leuchtenden, hellen mit tieftönigen Farben wechselnden Tönen gemalt
-werden und muß außerdem stets tiefstes Schwarz zur Geltung kommen.
-Man verwendet hierzu von der billigsten Tusche, welche man in kleine
-Stücke zerstößt und in einem Fläschchen mit ganz wenig Wasser zu einem
-dickflüssigen Brei auflöst. Selbst diese dickflüssige Lösung deckt aber
-gewöhnlich nicht mit einem Auftrag und muß derselbe wiederholt werden.</p>
-
-<p>Für einen Normalfarbenkasten für Holzmalerei dürfte sich etwa folgende
-Zusammensetzung empfehlen und zwar dürften Farben in Tuben zu wählen
-sein, da solche gewöhnlich in größeren Quantitäten angerieben zur Hand
-sein müssen.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_253" id="Seite_253">[S. 253]</a></span></p>
-
-<ul class="notype">
-
-<li><span class="antiqua">French Blue.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Cobalt.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Payne’s Grey.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Neutral Tint.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Madder Brown.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Pink Madder.</span></li>
-
-<li>Dunkler Krapp.</li>
-
-<li>Marsroth.</li>
-
-<li>Rothbrauner Krapp.</li>
-
-<li><span class="antiqua">Light Red. </span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Indian Red.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Van Dyk Roth.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Indian Yellow.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Yellow Ochre.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Cadmium Orange.</span></li>
-
-<li>Goldocker.</li>
-
-<li><span class="antiqua">Mars Yellow.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Raw Sienna.</span></li>
-
-<li>Florentiner Braun.</li>
-
-<li><span class="antiqua">Laque Robert Nr. 7.</span></li>
-
-<li>Marsbraun.</li>
-
-<li><span class="antiqua">Asphalt.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Van Dyk Brown.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Raw Umber.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Burnt Sienna.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Burnt Umber.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Emerald Green.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Olive Green.</span></li>
-
-<li><span class="antiqua">Brown Pink.</span></li>
-
-<li>Lampenschwarz.</li>
-
-<li><span class="antiqua">Chinese White.</span></li>
-
-<li>Goldbronze 1.</li>
-
-<li><span class="mleft2">„</span> <span class="mleft2">&nbsp;2.</span></li>
-
-<li>Silberbronze.</li>
-
-</ul>
-
-<p>Außerdem würde ich auch noch zu Nußbeize und Ebenholzbeize rathen,
-mit welch ersterer, je nach dem Grade der Verdünnung mit Wasser,
-sich zahlreiche Abänderungen von schönen braunen Tönen herstellen
-lassen und die letztere ein tiefes Schwarz gibt. Beide sind in den
-Materialhandlungen zu äußerst billigen Preisen zu beschaffen.</p>
-
-<p>Außerdem sind noch beizufügen Muschelgold in 3 Nüancen und Silber,
-Tusche für die Contouren, statt welcher man auch unter Umständen
-<span class="antiqua">Indelible Brown Ink</span>, eine unauslöschliche braune, jedoch
-leider etwas allzudünne flüssige Tinte, verwenden kann. Sehr angenehm
-verarbeitet sich die jetzt<span class="pagenum"><a name="Seite_254" id="Seite_254">[S. 254]</a></span> von Schönfeld &amp; Co. bereiteten Gold- und
-Silberbronze in Tuben. Nr. 1 ist rothes, Nr. 2 gelbes Gold. Gold
-und Silber finden häufige Anwendung in Wappen, dann für Schriften
-und Monogramme, Linien, kleine Ornamente und Detail, wie Köpfe von
-Schrauben. Man nehme immer beste Qualität und trage es nicht zu sparsam
-auf. Es empfiehlt sich auch die betreffenden Stellen zu untermalen
-und zwar bei Gold mit <span class="antiqua">Indian Yellow</span>, bei Silber mit <span class="antiqua">Chinese
-White</span>. Man kann auch, was sich besonders für große Flächen
-empfiehlt statt des Muschelmetalls trockene Gold- und Silberbronze
-auftragen, zu welchem Zwecke man bei der wie vorher auszuführenden
-Untermalung etwas wenig Zuckerlösung zusetzt, so daß die Farbe nach
-dem Trocknen glänzend wird, ohne aber zu kleben. Das Bronzepulver wird
-alsdann mit einem Baumwollbäuschchen auf die vorher angehauchte Stelle
-aufgetragen und der überflüssige Staub mit einer Federfahne abgekehrt.
-Wählt man diese Art der Vergoldung, so dürfen jedoch keine „<span class="antiqua">Moist
-Colours</span>“ in Tuben oder Näpfchen angewendet werden, indem diese mit
-Glycerin versetzt sind und die Bronze auch hier und da annehmen. Auch
-beim Fixiren muß diese Art Vergoldung sehr vorsichtig behandelt werden.
-Weiß als Farbe wird bei Holzmalerei sehr selten in Anwendung kommen,
-außer da, wo man eingelegte Elfenbeinlinien imitiren will, in welchem
-Falle ein klein wenig <span class="antiqua">Indian Yellow</span> oder <span class="antiqua">Raw Sienna</span>
-zuzusetzen ist, um das Kreidige zu heben.</p>
-
-<p>Schließlich ist noch der literarischen Hilfsmittel zu erwähnen, d. h.
-der Sammlungen von Mustern und Motiven,<span class="pagenum"><a name="Seite_255" id="Seite_255">[S. 255]</a></span> welche sich für Holzmalerei
-vorzugsweise eignen, und welche in der letzten Zeit immermehr zunehmen.
-Die am meisten Empfehlung verdienenden Publikationen dieser Art sind
-folgende:</p>
-
-<p>1. <em class="gesperrt">Benz</em>: Das geradlinige Ornament, welches sich für Anfänger
-empfiehlt, da es nur Motive bietet, welche in Netze gezeichnet werden
-können.</p>
-
-<p>2. <em class="gesperrt">Dieffenbach</em>: Geometrische Ornamentik. Enthält eine
-reichhaltige Auswahl von Netzornamenten, sowie mittelst des Zirkels
-herzustellender Verzierungen, darunter sehr viel Geschmackvolles und
-ist dabei verhältnißmäßig sehr billig.</p>
-
-<p>3. <em class="gesperrt">Zahn</em>: Musterbuch für häusliche Kunstarbeiten. Heft 1, 2
-und 3. Für Geübtere. Bemerkenswerth für geschmack- und stilvolle
-Muster, sowie schöne Gliederung der Flächen; enthält aber wenig für
-kleinere Gegenstände passende Muster, so daß das nachstehende Werk eine
-willkommene Ergänzung hierzu bildet.</p>
-
-<p>4. <em class="gesperrt">Schreiber</em>: Die Flachmalerei. Empfehlenswerthe, geschmackvolle
-Auswahl kleinerer Muster der verschiedensten Stile in farbiger
-Ausführung, welche sich sowohl für Anfänger wie für Geübtere eignen.</p>
-
-<p>5. <em class="gesperrt">Fink</em>: Geometrische Construktion der Flachmalerei. Für
-Holzmalerei wenig geeignet, aber wegen des construktiven Werthes
-anzuführen.</p>
-
-<p>6. <em class="gesperrt">Zschimmer</em>: Vorlagen für Holzmalerei. 6 Hefte. Eigenartige,
-zum Theil geniale, Compositionen für Geübte. Wegen des stark
-angewendeten Goldes und so mancher für Holz wenig passender Farbentöne,
-(Smaragdgrün u. a. m.) müßten<span class="pagenum"><a name="Seite_256" id="Seite_256">[S. 256]</a></span> meist andere Farben gewählt werden.
-Durch unnöthige reiche Ausführung zu theuer.</p>
-
-<p>7. <em class="gesperrt">Schrödter</em>, Malvina: Holzmosaik. Geschmackvolle meist
-romanische und maurische Ornamente für Geübtere. In Bezug auf Farben
-siehe Nr. 6.</p>
-
-<p>8. <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Racinet</em></span>: Das polychrome Ornament. Reiche
-geschmackvolle Auswahl von Ornamenten aller Stile. Für Geübtere.</p>
-
-<p>9. <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Owen Jones</em></span>: Grammatik des Ornaments. Ebenfalls sehr
-reiche Sammlung, aber mit vorzugsweiser Betonung der orientalischen
-Kunst. Wie vorhergehende Nummer in Farben den Holzintarsien anzupassen.</p>
-
-<p>10. <span class="antiqua">L’Art pour tous.</span> Verständnißvoll illustrirte französische
-Zeitschrift für Kunstgewerbe. Reich an brauchbaren Details und Motiven
-aller Art, ohne als Musterbuch im Sinne der übrigen hier aufgezählten
-Werke dienen zu können. Bis jetzt 26 Jahrgänge <span class="antiqua">à</span> 25 Francs.</p>
-
-<p>11. <em class="gesperrt">Teyrich</em>: Die Intarsien der italienischen Renaissance.
-Prachtvolle große Vorlagen für <em class="gesperrt">Getäfelornamente</em>.</p>
-
-<p>12. <em class="gesperrt">Gruner</em>: <span class="antiqua">Lo scaffale di Luini.</span> Desgleichen.</p>
-
-<p>13. <em class="gesperrt">Hildebrand</em>: Heraldisches Musterbuch. Wegen stilvoller
-Behandlung der Wappen hier anzuführen.</p>
-
-<p>14. <em class="gesperrt">Müller</em>: Sammlung von <em class="gesperrt">Monogrammen</em>. Elegante Monogramme
-in den verschiedensten Schriften.</p>
-
-<p>Als Zugabe zum Studium des constructiven Elements ist noch
-<em class="gesperrt">Schreiber</em>: das geometrische Zeichnen anzuführen.</p>
-
-<p>Für den nicht ganz unerfahrenen Zeichner dürften Nr. 3 und 4 zunächst
-zu empfehlen sein, später je nach der individuellen Geschmacksrichtung
-8, 9 und 11.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_257" id="Seite_257">[S. 257]</a></span></p>
-
-<h3 id="Nachtrag_3_Plan_und_Anlage_der_Zeichnung">3.
-<em class="gesperrt">Plan und Anlage der Zeichnung</em>.</h3>
-
-<p>Da es bei der eigenthümlichen Textur des Holzes wünschenswerth
-erscheint, gleich möglichst correct zu zeichnen, indem öfteres
-Verbessern und Wischen der Reinheit später anzuwendender <em class="gesperrt">heller</em>
-Farbentöne leicht Eintrag thut, oder da, wo die Naturfarbe des Holzes
-beibehalten werden soll, ebenfalls besser vermieden wird, so überlege
-man, ehe man mit Uebertragung der Zeichnung beginnt, erst reiflich
-den ganzen Plan, überzeuge sich auch, ob die Kanten der Holzplatten
-rechtwinklig sind, da wo dies, wie es nicht selten vorkommt, nicht
-der Fall ist, bei dem Messen das Mißverhältniß auf die bestmöglichste
-Weise, gewöhnlich bei den äußersten Einfassungslinien, ausgeglichen
-werden muß. Von besonderer Wichtigkeit ist da, wo es sich, wie bei
-Mappen, Albumdecken etc., um größere Dimensionen handelt, die Beachtung
-der Größenverhältnisse. Ist man an die Größe der Holzfläche nicht
-gebunden, so thut man am besten, wenn man sich zu einer für den
-Gegenstand passenden, bereits vorliegenden, ornamentalen Darstellung
-entschließt und nach deren Größenverhältnissen die benöthigten Platten
-anfertigen läßt. Im gegentheiligen Falle aber und wenn man keine für
-die genaue Größe absolut passende Zeichnung zur Verwendung hat, ist
-man genöthigt, auf einem Blatt Papier, welches genau von der Größe
-der Holzplatte ist, eine Skizze zu entwerfen, um darnach arbeiten zu
-können. Wünscht man in solchem Falle Motive zu verwenden, welche in der
-Zeichnung vorliegen, aber nicht die nöthige Größe besitzen, so kann
-man<span class="pagenum"><a name="Seite_258" id="Seite_258">[S. 258]</a></span> sich in den meisten Fällen damit helfen, daß man die betreffende
-Fläche, z. B. wenn es sich um die Umrahmung handelt, durch besondere
-Eckverzierungen oder sonstige symmetrische Motive verkleinert, in
-welchen Fällen das obenerwähnte flache Maaßlineal gute Dienste leisten
-kann. Bei symmetrischen Motiven ist es selbstverständlich genügend, nur
-so viel zu zeichnen als man braucht, was häufig sich auf ein Viertel
-beschränken wird.</p>
-
-<p>Wer kein sehr geübter Zeichner ist, dem rathe ich für die ersten
-derartigen Arbeiten vorzugsweise lineare Ornamente zu benützen, oder
-überhaupt solche, welche sich lediglich mittelst Lineal, Reißfeder und
-Zirkel herstellen lassen. Es ist dies keine so arge Beschränkung, als
-es auf den ersten Blick erscheinen mag, indem sich durch geschmackvolle
-Anordnung einiger wenigen linearen Motive und unter etwaiger Beihülfe
-einiger Ueberschneidungen schon recht wirksame Muster bilden lassen
-und sich außerdem für viele kleinere Gegenstände überhaupt <em class="gesperrt">nur</em>
-derartige Motive eignen, welche dann bei entsprechender Farbengebung
-eingelegte Arbeiten täuschend nachahmen. Die geschmackvolle Wahl
-der Farben kommt hierbei nicht weniger in Betracht und mit wenigen
-contrastirenden Tönen, die Holzfarbe inbegriffen, welche sich jedoch
-nur in schmalen Linien etc. oder vielmehr nicht in größerer räumlicher
-Ausbreitung zeigen darf, erreicht man in der Regel größere Wirkung
-als mit Ueberladung. Motive dieser Art finden sich in allen genannten
-Musterbüchern, und können solche mit Geschick und Geschmack leicht
-vielfältig variirt werden so in <span class="antiqua">Racinet</span>, Taf. 1. 5. 10. 29. 36.
-37. 45. 46 etc. und <span class="antiqua">Owen Jones</span>,<span class="pagenum"><a name="Seite_259" id="Seite_259">[S. 259]</a></span> Taf. 7 bis 11, 13. 15. 25. 35.
-39. 43. 45. 59. 64, 65, wobei wie bereits bemerkt, die Töne mehr den
-Holzfarben anzupassen sind.</p>
-
-<p>Abgesehen von den anzuwendenden Motiven ist bei Anlage derartiger
-Arbeiten besonderes Augenmerk auf die Gliederung der Fläche und die
-geschmackvolle Ausfüllung des Raumes zu richten. Im Allgemeinen
-dürfte es sich empfehlen, eine rahmenartige mehr oder weniger reich
-gegliederte Einfassung anzubringen, welche einen größeren Raum
-umschließt, der in seiner Mitte ein Wappen, eine Cartouche, ein
-Monogramm etc. etc., oder kleinere figürliche symbolische Darstellungen
-enthält. Der Grund dieses inneren Raumes wirkt nicht selten als
-tiefschwarze Fläche äußerst günstig. Anderweitige Theilungen der
-Fläche, Zwei-, Drei-, Vier-Theilung etc. etc. sind selbstverständlich
-nicht ausgeschlossen. Geschmackvolle Muster derartiger Gliederungen
-findet man in Zahn’s Musterbuch.</p>
-
-<p>Außer diesen kleineren figürlichen Darstellungen, wie symbolische
-Zeichen aller Art, Wappen, Monogramme etc. etc. etc., welche Beziehungen
-auf Empfänger oder Geber vermitteln, lassen sich auch kleine
-Photographien von antiken Büsten und Statuen (z. B. in Medaillons),
-welche man <em class="gesperrt">unaufgezogen</em> bestellt, sorgfältig ausschneidet
-und mit weißem Leim auf die betreffende, noch rohe Stelle klebt,
-vortheilhaft anbringen. Auf schwarzem Grunde nehmen sich solche ganz
-besonders gut aus.</p>
-
-<p>Für geübte Zeichner läßt sich selbstverständlich keine Grenze ziehen
-und werden solche deßwegen die linearen Ornamente<span class="pagenum"><a name="Seite_260" id="Seite_260">[S. 260]</a></span> doch nicht
-verschmähen, wenn sie vielleicht auch häufiger die reichen Renaissance-
-und andere vielgestaltige Ornamente, wie sie obengenannte Werke
-bieten, benutzen werden. Da nun Ornamente, welche sich in derselben
-Größe verwenden lassen, einfach durchgepaust werden, so könnte es
-wohl einem wenig geübten Zeichner beikommen, auch einmal eine reiche
-Renaissance- oder eine maurische Decoration auf Holz zu übertragen,
-allein ich bemerke, daß hier der besondere Umstand zu berücksichtigen
-ist, daß das Holz nicht selten &mdash; aus welchem Grunde weiß ich nicht
-&mdash; die Pause überhaupt <em class="gesperrt">ungern</em> und stellenweise sogar nur sehr
-schwer und höchst undeutlich und lückenhaft annimmt, so daß mitunter
-nur die Hauptanhaltspunkte haften und man dann gezwungen ist, fast
-ohne Pause zu zeichnen, wenigstens stellenweise. Nun erfordern aber
-alle ornamentalen Malereien eine äußerst sorgfältige Zeichnung und
-schwierige Motive in mangelhafter Zeichnung würden unter dem Pinsel
-jedenfalls nicht eben schöner werden, und die vielleicht sehr mühevolle
-Arbeit würde schließlich eine unansehnliche und vollständig werthlose
-sein. Der Anfänger wird übrigens schon nach seinen ersten Arbeiten den
-hohen Werth selbst ganz einfacher Motive vollständig erkennen.</p>
-
-<p>Zum Pausen bedient man sich am besten des pulverisirten Graphits, mit
-welchem man das Pauspapier auf der untern Seite bestreicht. Bei großen
-Motiven, welche auf schwarzen oder sehr dunklen Grund kommen, kann man
-sich auch des Blaupapiers bedienen.</p>
-
-<p>Welche Decorationsmotive man nun auch verwende, so ist
-selbstverständlich darauf zu halten, daß man nicht Orna<span class="pagenum"><a name="Seite_261" id="Seite_261">[S. 261]</a></span>mente
-verschiedener Stile zusammenbringe. Besonders sei man bei Anbringung
-von Wappen in dieser Beziehung vorsichtig (auch bei Zahlen und
-Monogrammen), da es sich äußerst ungünstig macht, wenn man, wie es
-leider nicht selten vorkommt, Wappen im Stile des zwölften Jahrhunderts
-in Renaissance-Decorationen oder umgekehrt Wappen im Barockstil in
-Gesellschaft gothischer Ornamente gewahr wird. Was speziell noch die
-Renaissance-Decoration betrifft, so empfiehlt es sich bei Einfassungen
-in diesem Stile für jede der vier Seiten ein anderes Motiv zu wählen,
-so wie überhaupt nie dasselbe Motiv mehrfach bei einer Arbeit zu
-verwenden, da steter Wechsel des Ornaments für diesen heiteren Stil
-charakteristisch ist.</p>
-
-<p>Was die oben erwähnte Verwendung von Photographien betrifft, so
-eignen sich hiezu besonders antike Büsten und Statuen, auch kleine
-Landschaften, welche Erinnerungen an einen Aufenthalt oder eine
-Reise vermitteln sollen und zwar im Visitenkartenformat und machen
-solche, wenn wie oben behandelt, einen reizenden Effekt. Bei der
-Anlage des schwarzen Grundes ist aber besonders darauf zu achten,
-daß man das Schwarz bis dicht an die Grenze des Papieres, &mdash; aber
-ja nichts darüber hinaus &mdash; bringt, da Lücken wie Flecken an diesen
-Stellen höchst unerfreulich wirken. Um die Anwendung von Photographien
-für diesen Zweck, über welche mir noch nichts Gedrucktes vor die
-Augen gekommen ist, zu illustriren, will ich bemerken, daß ich vor
-einiger Zeit eine Zeitungsmappe, welche ich für einen Arzt malte,
-in folgender Weise ausführte. Nach einigen die ganze Holzplatte
-um<span class="pagenum"><a name="Seite_262" id="Seite_262">[S. 262]</a></span>fassenden linearen schmalen, aber in Breite etwas wechselnden
-Einfassungen von abwechselnd hellgelben und tiefschwarzen Tönen
-wurde die Platte durch zwei Mäanderrahmen in Naturfarbe des Holzes
-mit tiefrothbrauner Farbe in zwei Theile gespalten. Der innere
-naturfarbige Grund jeder Seite enthielt ein Oval in pompejanischem
-Roth mit schmalen naturfarbigen Rändern, deren eines auf schwarzem
-Grunde die Statue des Aesculap, das andere die der Hygea umschloß.
-In den Ecken des naturfarbigen Mittelgrundes waren bräunlichgelbe
-Palmetten, mit tieferen Tönen schattirt, angebracht und außerdem links
-und rechts ein kleines Medaillon eingesetzt, welches auf schwarzem
-Grunde einen bräunlichen, von bläulicher Schlange umwundenen Stab
-zeigte. Das Motiv hatte ich dem Revers einer alten griechischen Münze
-entnommen. Im Mittelpunkt der Platte waren die Mäander durch eine rothe
-rautenförmige Umrahmung unterbrochen, innerhalb welcher auf schwarzem
-Grund eine ebenfalls dem Revers einer griechischen Münze entnommenes
-Motiv, eine antike Vase in rothgelber Farbe zwischen zwei windenden
-blaugrauen Schlangen, Verwendung gefunden hatte. &mdash; Antike Münzen
-liefern sehr brauchbare figürliche Motive. Derselbe Gegenstand in
-ähnlicher Behandlung, aber für einen Offizier bestimmt, könnte statt
-der Statuen der Heilgötter die Büsten des Ajax und der Pallas zeigen
-und statt der auf die ärztliche Kunst Bezug habenden Attribute, würde
-man antike Waffenstücke, Eule und Scorpion als Beiwerk anzubringen
-haben. Die Farbenwirkung war in obiger Arbeit beiläufig bemerkt, eine
-sehr gelungene. Dabei brauche ich<span class="pagenum"><a name="Seite_263" id="Seite_263">[S. 263]</a></span> wohl nicht zu bemerken, daß für
-Fälle, wo ein colorirtes Vorbild nicht vorliegt, man sich vorher eine
-Farbenskizze macht, was namentlich bei reicheren Motiven und größeren
-Arbeiten unerläßlich ist.</p>
-
-<p>Indessen sei man vorsichtig mit Photographien, und verwende sie nur
-hier und da einmal, da ihre Anwendung doch eigentlich hier nicht ganz
-gerechtfertigt ist.</p>
-
-<p>Ist man nun über Wahl der Ornamente und Gliederung mit sich einig,
-so beginnt man die gefertigte Skizze oder Vorlage auf die Holzplatte
-zu übertragen. Kommen nur lineare Ornamente ohne Verschlingung zur
-Verwendung, so zeichnet man besser nichts durch, sondern man arbeitet
-aus freier Hand, mißt Alles <em class="gesperrt">genau</em> ab, bedient sich bei allen
-geraden Linien des Lineals und bei allen Kreislinien oder Theilen
-derselben des Zirkels, so daß die Grundlagen der Arbeit sicher stehen.
-In vielen Fällen ist es sehr wichtig, genau die Mitte der Tafel oder
-von Theilen derselben festzustellen, was am einfachsten durch Ziehen
-zweier Diagonalen geschieht. Alle Linien gebe man bestimmt, achte
-aber darauf, weder ein zu hartes, kratzendes, noch ein zu weiches,
-schmierendes Bleistift zu benutzen. Leichter, aber sicherer Auftrag mit
-Stiften mittlerer Härtegrade ist am dienlichsten, besonders wenn man
-nicht viel zu wischen braucht. Reiche geschwungene Gliederungen und
-Ornamente, welche nicht mit Lineal und Zirkel behandelt werden können,
-zeichnet man natürlich mittelst Pauspapier durch.</p>
-
-<p>Mit der sorgfältigen Fertigstellung des Ornamentalen in Bleistift auf
-dem Holze ist der erste Theil der Arbeit<span class="pagenum"><a name="Seite_264" id="Seite_264">[S. 264]</a></span> und in vielen Fällen der
-weitaus schwierigste beendet, indem das Colorit, abgesehen von sehr
-complicirten Motiven eigentlich mehr eine angenehme Unterhaltung als
-eine Arbeit zu nennen ist. Bevor man jedoch zum Colorit übergeht,
-ist alles Gezeichnete mit Contouren zu versehen, eine sehr wichtige
-Prozedur.</p>
-
-<p>Wie in der ornamentalen Malerei überhaupt durch die Trennung der Farben
-mittelst Schwarz, Gold etc. eine weit bessere Wirkung erzielt wird,
-als wenn sich die Farben berühren, so werden in der Holzmalerei die
-Contouren zur unerläßlichen Erforderniß, selbst bei den schmalsten
-Einfassungen, da sie es sind, welche vorzugsweise den Charakter der
-eingelegten Arbeit bedingen, welcher hier in den meisten Fällen
-angestrebt wird. Es empfiehlt sich dieselben stets schwarz zu halten
-und empfehle ich zu deren Herstellung chinesische Tusche zu verwenden,
-weil dieselbe bei späterem Uebergehen mit hellfarbigen Tönen weniger
-schmutzt als andere schwarze Farben.</p>
-
-<p>Die Anwendung von Contouren rechtfertigt sich aber auch aus anderen
-Gründen. Die unmittelbare Berührung zweier Farben mittlerer Helligkeit
-macht sich im Allgemeinen nicht sehr günstig. Sind beide wenig
-verschieden, so heben sie sich nur sehr wenig von einander ab; besteht
-aber ein größerer Unterschied, so erzeugen sie, aus einiger Entfernung
-gesehen, auf ihrer Grenze eine störend und schwächend einwirkende
-Mischfarbe. &mdash; Sollen die Contouren auch auf größere Entfernung gesehen
-werden, was manchmal in der Absicht liegen kann, so müssen solche in
-entsprechender Stärke<span class="pagenum"><a name="Seite_265" id="Seite_265">[S. 265]</a></span> ausgeführt werden. Solche starke Contouren
-erlauben auch Farben neben einander anzubringen, deren unmittelbare
-Berührung Anlaß zu Bedenken geben würde, indem sie in solchen Fällen
-den Grenzcontrast aufheben und dessen etwaige Nachtheile beseitigen.
-Sehr schätzbar wirken in der Holzmalerei die Contouren ferner an
-<em class="gesperrt">Figürlichem aller Art</em>, wo sie <em class="gesperrt">nie</em> wegzulassen sind, indem
-sie hier das subjektive Element heben und die dargestellten Gegenstände
-entnaturalisiren.</p>
-
-<p>Um den Leser zu einer bewußten Beurtheilung dekorativer Ornamentmotive
-überhaupt zu leiten, glaube ich das Wesen der Contouren, welches sich
-theilweise auf schon früher Besprochenes stützt, etwas eingehender
-erörtern zu sollen.</p>
-
-<p>Als Umrahmungen verschiedenfarbiger Flächen bilden die Contouren
-ein wesentliches Moment in der decorativen Malerei, da sie hier als
-selbstständiges Element auftreten, obwohl sie ursprünglich wohl nur
-technischen Rücksichten entsprungen sind. Sie zeigten sehr bald so
-mannigfache Vortheile, daß man sie auch nach dem Hinfälligwerden
-vorerwähnter Rücksichten beizubehalten für gut fand.</p>
-
-<p>In erster Linie haben die Contouren stets den Zweck das Flächenornament
-schärfer vom Grunde abzuheben, besonders wenn das farbige Ornament auf
-neutralem oder in der Farbe ähnlichem Grunde steht. Sie trennen hier
-die einzelnen Flächen sehr scharf und verhindern das Entstehen der
-Mischfarben an den Berührungsstellen. Man wählt für dieselben in diesem
-Falle entweder eine hellere Farbe als die helle oder eine dunklere als
-die dunkle Farbe.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_266" id="Seite_266">[S. 266]</a></span></p>
-
-<p>Besonders erwünscht sind Contouren da, wo <em class="gesperrt">feine</em> Ornamente in
-dunkler Farbe auf hellem Grunde stehen, weil abgesehen vom Entstehen
-von Trugbildern und dem Verschwinden der Ränder die schmalen Theile
-weniger dünn oder gar aufgelöst erscheinen.</p>
-
-<p>Sind Grund oder Ornamente farbig, so können die Contouren, so lange
-ihnen keine andere als die oben erwähnte Aufgabe zufällt, in einer
-Schattirung einer der beiden Farben gehalten werden, oder auch in Weiß
-oder Schwarz als den Endpunkten der Nüancen.</p>
-
-<p>Sind aber Grund oder Ornamente schwarz, oder stehen die Ornamente
-hell auf sehr dunklem Grund, in welchem Falle letzterer jedoch nicht
-allzugeringe Dimensionen zeigen darf, so können die Contouren (wenn
-auch nicht bei Holzmalerei) wegbleiben, wie es in den Wandmalereien von
-Pompeji der Fall ist.</p>
-
-<p>Wesentlich nothwendig sind Contouren da, wo zwei gesättigte Farben
-von verschiedenem Ton sich berühren, z. B. zwischen Roth und Blau, da
-hier abgesehen von den Grenzcontrasten, die Grenzlinien verwaschen
-erscheinen würden. In diesen Farben gehaltene Ornamente machen ohne
-Contouren einen unruhigen Eindruck, welcher durch eingesetzte dunkle
-Ränder sofort verschwindet. Hierbei tritt stets die Erscheinung auf,
-daß dunkle Contouren die <em class="gesperrt">dunkle</em> Farbe <em class="gesperrt">dunkler</em>, helle aber
-die hellere Farbe heller machen, so daß sie hier die Unterschiede der
-Farben entschieden vergrößern. Diese Wirkung läßt sich sowohl durch
-entsprechendes Colorit ausgleichen, oder aber auch dadurch vermeiden,
-daß man die<span class="pagenum"><a name="Seite_267" id="Seite_267">[S. 267]</a></span> Contouren mehrfach umrändert und wählt man hierzu am
-besten Gold oder Silber mit Schwarz oder Weiß.</p>
-
-<p>Eine derartige Behandlung des Ornaments versteht sich vorzugsweise
-auf die ältere, geometrisch angelegte Ornamentik, während seit der
-Renaissance die geometrischen Muster mit satten Farben und leuchtenden
-Contouren durch Laubgewinde mit Blumen und Früchten, Rankenwerk, Vasen,
-Masken, phantastische Thiere untermischt mit Kindergestalten, Büsten,
-mythologischen Wesen etc. etc. ersetzt worden sind, deren Farbengebung
-sich mehr an die heutige Malerei anschließt.</p>
-
-<p>Im Allgemeinen ist in der dekorativen Kunst bezüglich der Contouren
-festzuhalten, daß Ornamente auf Goldgrund oder goldene Ornamente auf
-farbigem Grund <em class="gesperrt">schwarze</em> Contouren beanspruchen, daß dunkle
-Ornamente auf hellem Grunde ebenfalls von schwarzen oder wenigstens
-dunkeln Contouren umgeben sein müssen, daß endlich farbige Ornamente
-oft vortheilhaft mittelst weißer, schwarzer oder goldner Umränderungen
-vom Grunde abgehoben werden. Weiße, hellfarbige und goldene Contouren
-beabsichtigen indessen nicht selten als selbstständige Elemente
-aufzutreten, was bei schwarzen nur äußerst selten vorkommen dürfte.</p>
-
-<p>Man präparirt also einen ziemlich dickflüssigen <em class="gesperrt">tiefschwarzen</em>
-Ton aus Tusche und zieht mit einer guten, nicht zu scharfen, mit dieser
-Farbe gefüllten Ziehfeder erst alle geraden Linien sehr sorgfältig und
-mit nicht zu schweren Strichen gleichmäßig nach, worauf die Kreise oder
-deren Theile etc. etc. folgen. Hierbei ist jedoch insofern große Vorsicht
-nöthig, als besonders auf größeren Platten die Textur des Holzes<span class="pagenum"><a name="Seite_268" id="Seite_268">[S. 268]</a></span> in
-Bezug auf die Härte an manchen Stellen starkem Wechsel unterworfen ist
-und man von einer harten Fläche plötzlich auf eine verhältnißmäßig
-weiche geräth, weßhalb die Ziehfeder immer nur leicht zu führen ist,
-besonders auch auf dem weicheren Lindenholz. Stellenweise kommt es auch
-vor, besonders bei schlecht präparirtem Holze, daß das Holz die Farbe
-ungern annimmt, und um diesen Mißstand zu beseitigen, empfiehlt es
-sich, allen aufzutragenden Farbentönen ein wenig Ochsengalle, welche
-im Handel in kleinen Fläschchen zu <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 1. vorkommt, beizumischen,
-worauf das Holz in der Regel angenehm zu bearbeiten ist. Bei größeren
-Quantitäten von Farbe sind wenige Tropfen genügend. Bei dieser Arbeit
-vermeide man Flecken und Spritzer. Erstere kann man, wo es thunlich
-ist, sofort mittelst Schwamm und reinem Wasser wegwischen, während
-man letztere besser trocken werden läßt und dann ausradirt, was auch
-für etwaige zu lang gerathene Linien gilt. Wo überhaupt etwas Farbe
-wegzunehmen ist, wendet man am besten das Radirmesser an und zwar am
-zweckmäßigsten in der <em class="gesperrt">Längsrichtung</em> der Holzfasern, da das
-Radiren in der Richtung der Quere sich weniger gut und sauber ausführen
-läßt. Besser ist es aber, sich überhaupt nicht hierauf zu verlassen,
-sondern reinlich zu arbeiten. Die Längslinien etc. etc. werden aber
-auch an schwarzen oder sonstigen sehr tieffarbigen Einfassungen und
-zwar deßhalb mit Schwarz ausgezogen, weil das Coloriren der von ihnen
-umschlossenen Räume weit leichter und sicherer von Statten geht,
-die Kanten viel schärfer absetzen und weil hierdurch der Charakter
-eingelegter Arbeit ganz wesentlich bedingt wird. Ganz<span class="pagenum"><a name="Seite_269" id="Seite_269">[S. 269]</a></span> abgesehen von
-letzterem Umstand wird man einen nach diesem Verfahren behandelten
-Mäanderfries, von einem, wenn auch auf das sorgfältigste, aber aus
-freier Hand behandelten dennoch sofort und zwar weitaus zum Vortheil
-des ersteren unterscheiden können. Ist alles was mittelst der Ziehfeder
-zu contouriren war, gearbeitet, so folgt dieselbe Behandlung des
-Figürlichen, der Arabesken etc. etc., wozu man sich einer Zeichenfeder
-von Stahl bedient, deren man jetzt die verschiedensten Sorten, weiche
-und harte besitzt, und deren man sich einige von verschiedenen
-Härtegraden vorräthig hält. Man arbeite vorsichtig, mit nicht zu viel
-und nicht zu wenig Tusche.</p>
-
-<h3 id="Nachtrag_4_Colorit">4. <em class="gesperrt">Colorit</em>.</h3>
-
-<p>Bei der ornamentalen Malerei kommen ganz vorzugsweise Lokalfarben in
-Anwendung und zwar sucht man eine glänzende Wirkung entweder durch die
-Farbe an sich oder durch Contraste zu erstreben, weßhalb in dieser
-Beziehung hier alles maßgebend ist, was ich früher bei Erörterung
-der Farben angeführt habe. Im Allgemeinen wird man daher am besten
-thun, kalte Töne neben feurige und helle neben dunkle zu bringen;
-man hüte sich aber bei eigenen Compositionen in zu vielerlei Töne zu
-gerathen oder in das Bunte zu verfallen, da die Anwendung größerer
-Reihen verschiedener Töne schon einen sehr ausgebildeten Farbensinn
-erfordert. Ich betone hier nochmals die hohe Schönheit des tiefen
-Schwarz. Gelbe, rothe, braune und graue Töne wird man ebenfalls in
-ihren verschiedensten Uebergängen häufig mit Vortheil anwenden,
-deßgleichen auch, aber sparsamer die Naturfarbe des<span class="pagenum"><a name="Seite_270" id="Seite_270">[S. 270]</a></span> Holzes, während
-Blau oder Grün Vorsicht erheischen. Doch macht sich <span class="antiqua">French Blue</span>
-mit Gold sparsam angebracht, zuweilen sehr gut und erinnert an <span class="antiqua">Lapis
-Lazuli</span>. Man setze helle Töne von gleicher Farbentiefe nicht neben
-einander, sondern trenne sie durch breitere oder schmälere Streifen von
-Schwarz; ebenso sind dunkle gleich tiefe Töne durch helle oder auch
-das unbemalte Holz zu trennen, indem andernfalls erstere sehr flaue,
-letztere aber eine unruhige Wirkung äußern.</p>
-
-<p>Was die figürlichen Darstellungen anlangt, welche indessen in der Regel
-nur in kleinen Dimensionen und in der Farbe wenig ausgiebigen Partieen
-angebracht werden können, so halte man dieselben stets in Contrast mit
-der Grundfarbe und führe solche, wo es passend erscheint, fein und
-miniaturartig aus.</p>
-
-<p>Ich nehme hier Veranlassung auf die Behandlung von Blumen und Blättern,
-welche in Form von Kränzen oder Bouquets als Füllstücke auf schwarzem
-Grund häufige Verwendung finden und verdienen, etwas näher einzugehen
-und namentlich vor einer zu naturalistischen Behandlung zu warnen.
-Besonders stehe man von dem Schattiren derselben ab, sondern behandle
-dieselben ebenfalls streng als eingelegte Arbeit und umreiße alles,
-einschließlich der Staubfäden und einzelnen Schattenstellen mit
-schwarzen Contouren. Dieser Behandlung entsprechend müssen alle Farben
-in durchsichtigen, feinen Tönen gehalten werden, ohne daß besondere
-Aehnlichkeit mit der natürlichen Farbe anzustreben ist. So z. B. gebe
-man blaue Blumen durch <span class="antiqua">Payne’s Grey</span>, rothe durch<span class="pagenum"><a name="Seite_271" id="Seite_271">[S. 271]</a></span> Krappnüancen,
-<span class="antiqua">Light Red</span> etc. anstatt mit <span class="antiqua">Cobalt</span> oder Zinnober, wodurch
-eine dieser Technik weit angemessenere Wirkung erzielt wird. Dagegen
-sehe man bei Bouquets etc. etc. auf Mannigfaltigkeit des Grün, wenn
-auch die Unterschiede nicht zu auffallend zu halten sind. Besonders
-gut wirken Blätter von <span class="antiqua">Olive Green</span>, welches durch Zusatz von
-<span class="antiqua">Indian Yellow</span>, Krapp etc. etc. angenehm nüancirt werden kann. Doch
-ist auch helles, sonniges Grün aller Art, zwischen welchem einzelne
-mit <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> colorirte Blätter nicht fehlen dürfen, zu
-verwenden. Einzelne Blätter gelber Blumen nüancire man mit <span class="antiqua">Orange
-Cadmium</span> und sehe besonders bei größeren vielblättrigen Blumen
-auf Abwechslung im Ton, so z. B. daß die Blumenblätter einer Rose
-mannigfaltige, darunter dunklere, wenn auch nicht allzu schroff von
-einander geschiedene Töne zeigen. In größeren Bouquets etc. wirkt
-solcher Wechsel ungemein reich, doch hüte sich der Anfänger in’s
-Buntscheckige zu gerathen. Als Prachtstücke dieser Art lassen sich ein
-Kranz in Zahn’s Heft <span class="antiqua">II.</span> und ein Bouquet in Heft <span class="antiqua">III.</span>
-behandeln. Weiße Blumen wie Dorn, Maiblumen läßt man in der Holzfarbe
-und colorirt bei ersteren nur die Staubgefäße mit dunklem oder
-rothbraunem Krapp. Sonst können Blumen und Früchte vortheilhaft in
-etwas kräftigerer Farbe gehalten werden.</p>
-
-<p>Zarte, durchsichtige Töne trage man stets sehr dünnflüssig, aber
-wiederholt auf, bis der Ton die gewünschte Tiefe hat, während
-tieftönige Farben etwas kräftiger, Schwarz aber immer absolut schwarz,
-wie Ebenholz zu geben ist, und immer möglichst <em class="gesperrt">dickflüssig</em> und
-<em class="gesperrt">gelatinös</em> aufgetragen werden<span class="pagenum"><a name="Seite_272" id="Seite_272">[S. 272]</a></span> muß. Dessenungeachtet genügt ein
-einziger Auftrag in der Regel nicht und muß derselbe <em class="gesperrt">mindestens</em>
-einmal wiederholt werden, wenn man nicht Gefahr laufen will, nach
-dem Poliren das Holz durchleuchten zu sehen. Auch dunkelbraune
-und dunkelrothbraune Töne machen sich in kräftigem Auftrage nicht
-selten sehr schön, wirken aber auch in dünnflüssigen Tönen oft recht
-erfreulich und den verschiedensten feinen Holzarten entsprechend, was
-hier und da durch eine der Maserung entsprechende Pinselführung noch
-mehr ausgeprägt zu werden vermag.</p>
-
-<p>Diejenigen Leser, welche bereits mit der Aquarellmalerei vertraut sind,
-werden über die anzuwendenden Farben und Mischungen keiner weiteren
-Anweisung bedürfen. Da indessen dieser Nachtrag nicht so sehr selten
-von Lesern oder Leserinnen benutzt werden möchte, welchen das Mischen
-der Farben noch Schwierigkeiten macht, so gebe ich hier ein Verzeichniß
-aller derjenigen Farben und Combinationen, welche für diese Malerei
-vorzugsweise geeignet erscheinen. Die in mehrfacher Hinsicht, sei es
-durch zarten oder leuchtenden oder sehr reinen oder sehr tiefen Ton
-sich auszeichnenden Farben und Combinationen sind gesperrt gedruckt und
-die sehr tieftönigen mit! versehen.</p>
-
-<p>Körnchen in der Farbe vermeide man, da sich solche beim Poliren erhöhen.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1"><em class="gesperrt">Gelb</em>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cadmium.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow.</em></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna.</span></p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_273" id="Seite_273">[S. 273]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre.</em></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Aureolin.</em></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Mars Yellow.</span></p>
-
-<p class="hang1">Italienische Erde.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lemon Yellow.</em></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Umber.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Sepia</span>.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1"><em class="gesperrt">Orange</em>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cadmium Orange.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna.</em></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Mars Orange.</em></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Neutral Orange.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Laque Robert 7.</span></p>
-
-<p class="hang1">Gebrannte italienische Erde.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Ochre.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cadmium</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span> oder <span class="antiqua">Indian Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Indian Yellow</span> oder <span class="antiqua">Aureolin</span> oder <span class="antiqua">Gamboge</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Light Red</span> oder <span class="antiqua">Vermilion</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_274" id="Seite_274">[S. 274]</a></span></p>
-
-<p class="s4 center mtop1"><em class="gesperrt">Braun</em>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Asphalt.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Sepia.</span></p>
-
-<p class="hang1">Brauner Lack.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Umber.</em></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Chrimson Lake</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span> oder <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Umber</span> und <span class="antiqua">Indian Yellow</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Umber</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Payne’s Grey</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lamp Black</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span>, <span class="antiqua">Sepia</span> und <span class="antiqua">Lake</span>.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1"><em class="gesperrt">Rothbraun</em>.</p>
-
-<p class="hang1">Florent. Braun!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Chrimson Lake</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Raw Sienna</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span>, <span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Vandyke Brown</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Yellow</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple Madder</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Purple Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Sepia</em></span>!</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_275" id="Seite_275">[S. 275]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Lake</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Vandyke Brown</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1"><em class="gesperrt">Roth</em>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Purple Madder.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Carmine</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rubens Madder</span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rose Madder.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Pink Madder.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Red.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Light Red.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Red Lead.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rose Madder</span>, <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1">Rothbrauner Krapp!</p>
-
-<p class="hang1">Marsroth.</p>
-
-<p class="hang1">Von Dyk Roth.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Light Red</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Light Red</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Aureolin</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Vermilion</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Rose Madder</span> und <span class="antiqua">Brown Ochre</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Raw Sienna</span> und <span class="antiqua">Brown Madder</span>.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1"><em class="gesperrt">Purpur</em> (Violett).</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> oder <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Purple Madder</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_276" id="Seite_276">[S. 276]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Payne’s Grey</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Brown Madder</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue</span>, <span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Rose Madder</span>.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1"><em class="gesperrt">Grau</em>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Neutral Tint.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Payne’s Grey.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Yellow Ochre</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Naples Yellow</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indian Red</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Cobalt</span> und <span class="antiqua">Lamp Black</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Rose Madder</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Burnt Sienna</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Lamp Black</span>, <span class="antiqua">Light Red</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Blue Black</span>.</p>
-
-<p class="s4 center mtop1"><em class="gesperrt">Blau</em>.</p>
-
-<p class="center mbot1">(Nur sparsam zu verwenden und in den meisten Fällen durch Grau zu
-ersetzen.)</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Intense Blue</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Cobalt.</em></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">French Blue.</span></p>
-
-<p class="s4 center mtop1"><em class="gesperrt">Grün</em>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Olive Green.</em></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Terre Verte.</span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Indian Yellow</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indigo</span> und <span class="antiqua">Brown Pink</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span> und <span class="antiqua">Cobalt</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_277" id="Seite_277">[S. 277]</a></span></p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Gamboge</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Emerald Green</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Gamboge</span>, <span class="antiqua">Burnt Sienna</span> und <span class="antiqua">Indigo</span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Olive Green</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Aureolin</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Aureolin</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Vandyke Brown</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Indigo</em></span>.</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua"><em class="gesperrt">Brown Pink</em></span>, <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Oxyde of Chromium</em></span> und <span class="antiqua"><em class="gesperrt">French Blue</em></span>!</p>
-
-<p class="hang1"><span class="antiqua">Indian Yellow</span> und <span class="antiqua">Oxyde of Chromium</span>.</p>
-
-<table class="colorit" summary="Tabelle im Text">
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Sepia</span> und
- <span class="antiqua">Indigo</span>.
- </td>
- <td class="tdc vam padleft0_5" rowspan="2">
- <img class="h3em" src="images/klammer_seite_156_3.jpg"
- alt="geschweifte Klammer, mittel" />
- </td>
- <td class="vam" rowspan="2">
- Bronzetöne.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="hang1">
- <span class="antiqua">Lamp Black</span> und
- <span class="antiqua">Emerald Green</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p>Außer <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Olive Green</em></span> ist Grün ebenfalls, außer bei Bouquets
-etc. sparsam und vorsichtig zu verwenden, ersteres aber in jeder
-Beziehung zu empfehlen.</p>
-
-<p>Als Beispiele wie Intarsien in zwei Farben stilvoll behandelt
-werden können, gebe ich hier einige solcher Zusammenstellungen nach
-italienischen Intarsien der Renaissance, welche als mustergiltig zu
-betrachten sind.</p>
-
-<table summary="Chorstühle">
- <tr>
- <td class="tdc" colspan="3">
- 1. Intarsien der Chorstühle der
- <span class="antiqua"><em class="gesperrt">Certosa</em></span> bei Pavia:
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="tdc">
- <em class="gesperrt">Grund:</em>
- </td>
- <td class="tdc">
- <em class="gesperrt">Ornament:</em>
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- &nbsp;
- </td>
- <td class="s5 tdc">
- dunkle Farbe.
- </td>
- <td class="s5 tdc">
- helle Farbe.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- 1.
- </td>
- <td class="tdl">
- Schwarz.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Yellow Ochre</span> und
- <span class="antiqua">Indian Red</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- 2.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="mleft1_5">„</span>
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Indian Yellow</span> und
- <span class="antiqua">Brown Madder</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- 3.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="mleft1_5">„</span>
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Light Red</span> und
- <span class="antiqua">Indian Yellow</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- 4.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="mleft1_5">„</span>
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Brown Madder</span> und
- <span class="antiqua">Gamboge</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdc padtop1" colspan="3">
- 2. Intarsien der Chorstühle in <span class="antiqua">S. Maria
- Novella</span> in Florenz:
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- 1.
- </td>
- <td class="tdl">
- Florentiner Braun.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Indian Yellow</span> und
- <span class="antiqua">Brown Madder</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- 2.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Purple Madder</span> und
- <span class="antiqua">Van Dyke Brown</span>.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Roman Ochre</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
-<span class="pagenum"><a name="Seite_278" id="Seite_278">[S. 278]</a></span>
- 3.
- </td>
- <td class="tdl">
- Marsbraun.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Yellow Ochre</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- 4.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Caput Mortuum</span>.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Raw Sienna</span> und
- <span class="antiqua">Vermilion</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- 5.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Burnt Umber</span> und
- <span class="antiqua">Aureolin</span>.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Raw Sienna</span> und
- <span class="antiqua">Brown Madder</span>.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="tdr">
- 5.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Burnt Umber</span>.
- </td>
- <td class="tdl">
- <span class="antiqua">Light Red</span> und
- <span class="antiqua">Neutral Tint</span>.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<h3 id="Nachtrag_5_Politur">5. <em class="gesperrt">Politur</em>.</h3>
-
-<p>Nachdem die Malerei tadellos beendet ist, übergibt man die Arbeit einem
-Möbelschreiner zum Poliren. Da aber diese Leute die Gegenstände in der
-Regel Monate lang behalten, unter dem Vorwande, solche müßten so und
-so lange stehen und wer weiß was für heikle Prozeduren durchmachen,
-wobei man nicht selten die Objekte nur ganz oberflächlich polirt,
-mit deutlicher Auszeichnung der Stellen wo radirt worden (einem
-untrüglichen Zeichen <em class="gesperrt">sehr</em> nachlässiger Arbeit Seitens des
-„Ebéniste“) zurück erhält und dabei mitunter sündhaft zahlen muß, so
-rathe ich jedem Interessenten, das Poliren zu erlernen, was bei einiger
-Aufmerksamkeit und gutem Willen in wenigen Stunden zu erlernen ist und
-wobei man, wenn man viel auf Holz malt, sehr viel Geld sparen kann.
-Ich selbst habe diese Arbeit in etwa sechs Stunden bei einem Schreiner
-gründlich erlernt, und polire ich seit jener Zeit alles selbst, dabei
-weit sorgfältiger als es mir früher geliefert worden ist. Abgesehen von
-der benöthigten Zeit kostet diese Arbeit fast nichts als etwas Mühe und
-Geduld, wenn alles nicht sofort nach Wunsch gelingt.</p>
-
-<p>Das Poliren läßt sich zwar, wenn überhaupt, nur<span class="pagenum"><a name="Seite_279" id="Seite_279">[S. 279]</a></span> schwer auf die bloße
-Beschreibung hin erlernen; dessenungeachtet will ich aber versuchen,
-das Verfahren so anschaulich wie möglich darzulegen, um selbst
-denjenigen, welche nicht gerade auf die Erlernung reflektiren, doch
-eine genauere Beurtheilung dieser Arbeit zu ermöglichen.</p>
-
-<p>Zum Poliren bedarf man folgender Hilfsmittel:</p>
-
-<p>1. <em class="gesperrt">Dunkle Politur</em>, d. h. eine Lösung von 50 Grammen gewöhnlichem
-Schellack in 200 Grammen starkem Weingeist (also 1: 4). Diese Lösung,
-welche indessen auch käuflich zu haben ist, wird <em class="gesperrt">nicht</em> filtrirt,
-aber beim Gebrauche immer tüchtig umgeschüttelt. Sie eignet sich
-indessen nur zum Poliren sehr dunkler Gegenstände, da sie helle Farben
-bräunt, was bei vorzugsweise viele helle Farben zeigenden Gegenständen
-nicht günstig wirkt. Es polirt sich aber mit dieser dunklen Politur
-leichter als mit der demnächst zu erwähnenden weißen, weßhalb es
-gerathen erscheint, die ersten Versuche (an irgendwelchen Gegenständen,
-an welchen nicht viel gelegen) mit dieser dunklen zu beginnen.</p>
-
-<p>2. <em class="gesperrt">Weiße Politur</em>, d. h. eine Lösung von 50 Grammen <em class="gesperrt">weißem</em>
-Schellack in obiger Menge Weingeist. Noch besser aber nehme man die
-käufliche <em class="gesperrt">weiße Copal-Politur</em>, welche noch haltbarer ist. Die
-weiße Politur muß zu allen Arbeiten verwendet werden, auf welchen das
-natürliche Holz oder helle Farbentöne größere Flächen einnehmen, kann
-aber auch zu dunklen Arbeiten verwendet werden, welche durch dieselbe
-ein weit feineres Aussehen erhalten. Sie ist etwas schwieriger in der
-Behandlung, weil sie leichter klebt und langsamer trocknet. Der weiße
-Schellack löst sich schwieriger<span class="pagenum"><a name="Seite_280" id="Seite_280">[S. 280]</a></span> und muß öfter umgeschüttelt werden.
-Die Lösung wird ebenfalls <em class="gesperrt">nicht</em> filtrirt.</p>
-
-<p>3. <em class="gesperrt">Weißer Spirituslack</em>, ein Firniß welcher in Materialhandlungen
-in kleinen Fläschchen käuflich zu erhalten ist. Die Selbstbereitung ist
-eine zu complizirte und mühsame um zu rentiren.</p>
-
-<p>4. Ein Fläschchen <em class="gesperrt">Leinöl</em>, welches aber, besonders bei Anwendung
-weißer Politur besser durch <em class="gesperrt">Schweinsschmalz</em> ersetzt wird.</p>
-
-<p>5. Zwei Stücke <em class="gesperrt">Bimsstein</em> mittlerer Größe, welche man auf einem
-Steine so anreibt, daß jeder eine ebene Fläche erhält.</p>
-
-<p>6. Ein kleines Fläschchen <em class="gesperrt">alkoholisirtes Bimssteinpulver</em>.</p>
-
-<p>7. Einige Stücke alter <em class="gesperrt">Leinwand</em> und eines <em class="gesperrt">Wollenstoffes</em>.</p>
-
-<p>8. Einige <em class="gesperrt">Korke</em>, am Besten von Champagnerflaschen.</p>
-
-<p>Ehe man nun zum eigentlichen Poliren schreitet, welches an einem
-<em class="gesperrt">staubfreien</em> und warmen Orte (im Winter nicht in einem kalten
-Zimmer) vorgenommen werden muß, ist die Malerei erst zu fixiren, was
-sehr leicht und schnell bewerkstelligt wird, indem man mit einem nicht
-zu kleinen Pinsel, gefüllt mit weißem Lack, alle bemalten Flächen des
-Gegenstandes <em class="gesperrt">vorsichtig</em> und nach einer Richtung hin, ohne hin
-und her zu fahren, übergeht. In Ermanglung des weißen Lackes kann man
-sich auch der weißen Politur bedienen, was aber nicht zu empfehlen ist,
-da solche zu dünn ist und zu viele Aufträge nothwendig machen würde.
-Dieser<span class="pagenum"><a name="Seite_281" id="Seite_281">[S. 281]</a></span> Lacküberzug trocknet ziemlich rasch und bildet nun einen dünnen
-die Farbe schützenden Ueberzug. Nach 5 bis 10 Minuten ist derselbe
-gewöhnlich trocken und wiederholt man alsdann das Experiment, welches
-nun etwas kühner vorgenommen werden kann und nach abermaligem guten
-Trocknen nochmals wiederholt wird, worauf der Gegenstand polirt werden
-kann.</p>
-
-<p>Da nun ein zu polirender Gegenstand fest stehen muß, und während der
-Arbeit festeres Angreifen nicht erträgt, so muß derselbe befestigt
-werden. Tischchen machen eine Ausnahme, indem man solche mit der
-linken Hand am Fuß fassen kann. Man thut am besten, wenn man sich
-ein Brett in Form eines Reißbrettes hierzu hält, auf welches die
-zu polirenden Gegenstände auf folgende Weise befestigt werden. Hat
-man z. B. ein Kästchen zu poliren, so leimt man auf das Brett ein
-glattes Klötzchen von 5 bis 10 Ctm. im Quadrat, auf dieses Klötzchen
-leimt man ein Stück Papier und auf letzteres die Mitte des Bodens des
-Kästchens. Das Papier muß deßwegen dazwischen geleimt werden, weil
-das Kästchen dann leicht und glatt wieder abgebrochen werden kann,
-was ohne diese Vorsicht <em class="gesperrt">nicht</em> möglich sein würde. Größere
-Holzplatten befestigt man in gleicher Weise, aber mit 2 in der Nähe
-der Seiten anzubringenden Längsleisten, ohne jedoch das Papier zu
-vergessen. Man legt das so zugerichtete Brett beim Poliren auf einen
-Tisch und stützt sich mit der linken Hand auf dasselbe. Ehe man zu
-poliren beginnt, kann man mit einem wollenen, mit Politur befeuchteten
-Lappen den Gegenstand überall erst tüchtig einreiben, was aber rasch
-und <em class="gesperrt">ohne mit dem Reiben einzuhalten</em><span class="pagenum"><a name="Seite_282" id="Seite_282">[S. 282]</a></span> geschehen muß. Nunmehr
-kann mit dem eigentlichen Poliren vorgegangen werden. Hierzu bedarf
-man eines aus einer wollenen polsterähnlichen Einlage und einer Hülle
-aus alter grober Leinwand bestehenden Bäuschchens in der Form eines
-Schnullers, welches einige Mal dicker sein muß. Die Einlage kann aus
-einem mehrmals zusammengelegten Streifen zarten Wollenstoffes oder auch
-aus einem leicht aufgewickelten Knaul von Strickwolle bestehen. Diese
-wollene Einlage wird nunmehr hinreichend mit Politur befeuchtet, so
-daß diese auch die äußere Leinenhülle nicht zu schwer zu durchdringen
-im Stande ist, und in letztere eingeschlagen und der Tampon fest
-zwischen die Spitzen der fünf Finger gefaßt und nun in kleinen
-Kreisen über die vorher hier und da ein wenig mit Oel oder Schmalz
-betupfte Fläche geführt, worauf sich bald sogenannte Wolken auf der
-Fläche zeigen. Sobald diese nachlassen oder sobald man bemerkt, daß
-der Tampon trocken wird oder klebt, muß der innere Wollbausch wieder
-mit Politur befeuchtet werden, und kann bei jeder neuen Füllung ein
-Tropfen Leinöl oder etwas Schmalz mit der Spitze des Zeigefingers
-der linken Hand in einigen Tupfen auf das Holz getragen werden. Man
-polire immer in kleinen Kreisen besonders längs des Randes und übergehe
-dann einmal die Mitte, und lasse die Gedanken bei der Sache, da in
-demselben Augenblicke in welchem man mit der kreisförmigen Bewegung
-aufhört, <em class="gesperrt">rasch</em> der Tampon von der Fläche <em class="gesperrt">entfernt</em> werden
-muß, andernfalls derselbe sofort anklebt und bei dem Abreißen eine
-schadhafte Stelle hinterläßt, welche, wenn solche nur geringfügig
-ist, sich im Laufe der Arbeit<span class="pagenum"><a name="Seite_283" id="Seite_283">[S. 283]</a></span> wieder glatt polirt, oder aber eine
-stark rissige und wie beschmutzt aussehende größere Stelle hinterläßt,
-welche nach dem Trocknen mit Bimsstein abgeschliffen werden muß, auf
-welche Arbeit ich später zurückkomme. Ist der zu polirende Gegenstand
-mehrseitig, so polirt man immer alle Seiten und Flächen rund herum
-durch, denn es muß alles zu gleicher Zeit fertig werden, und darf
-nicht etwa eine Seite nach der andern vorgenommen und fertig gestellt
-werden. In der angegebenen Weise kann man den Gegenstand längere Zeit
-bearbeiten, je nach der Größe &frac14;&ndash;&frac12; 1&ndash;2 Stunden lang. Nach Verlauf
-dieser Zeit wird Politur in genügender Menge aufgetragen sein, und
-stellt man den Gegenstand auf einen Tag zurück. &mdash;</p>
-
-<p>Bevor man denselben wieder vornimmt, sehe man ob die etwa radirten
-Stellen sich noch auszeichnen, d. h. ob solche tiefer liegen als die
-Fläche, in welchem Falle alle vertieften Stellen, rühren sie nun vom
-Radiren oder von Zirkelstichen etc. her, mittelst des Pinsels mit
-<em class="gesperrt">weißem Lack</em> ausgefüllt werden, worauf man trocknen läßt. Genügt
-einmaliges Ausfüllen nicht, so muß man diese Prozedur wiederholen, bis
-die vertieften Stellen geebnet sind. Ist dies der Fall, dann wird der
-Gegenstand „abgeschliffen“, wodurch derselbe einestheils bei späterem
-Poliren einen höheren Grad von Glanz annimmt, anderntheils aber alle
-die Fläche beeinträchtigenden kleinen Erhabenheiten, wie Unreinigkeiten
-im Auftragen der Farbe, welche sich nunmehr als erhöhte Körnchen
-bemerkbar machen etc. schwach wellige Stellen im Holze geglättet werden.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_284" id="Seite_284">[S. 284]</a></span></p>
-
-<p>Hierbei verfährt man folgendermaßen: Sind keine besonderen Unebenheiten
-oder schadhafte Stellen vorhanden, so genügt ein Abschleifen mittelst
-des Bimssteinpulvers, mit welchem der zuvor ganz leicht mit Oel oder
-Schmalz eingeriebene Gegenstand leicht bestreut wird, worauf man mit
-einem unten glatten Kork oder Stöpsel die bestreuten Flächen leicht
-reibt, so daß solche ganz matt werden, worauf man allen Schmutz
-mit einem Tuche abwischt. Sind aber solcher Unebenheiten etc. mehr
-vorhanden, was bei größeren Arbeiten in der Regel der Fall sein wird,
-so genügt das Pulver nicht, sondern es wird hier der Bimsstein in
-Substanz erfordert. Man reibt wie oben bemerkt erst die Flächen leicht
-mit wenig Oel ein, nimmt das eine Stück Bimsstein mit der glatten
-Fläche nach Oben in die linke Hand und das zweite mit der glatten
-Fläche nach Unten in die rechte Hand und reibt nun mit letzterem
-vorzüglich über die schadhaften oder nicht ebenen Stellen. „Zieht“ der
-Stein nicht, d. h. haftet er nicht und geht leicht, so reibe man ihn
-mehrmals auf der Fläche des in der linken Hand befindlichen ab, worauf
-er „ziehen“ wird. Hierauf ist zu achten, denn zieht er nicht, so greift
-er nicht die Politur an. Spürt man aber etwas wie ein Sandkorn unter
-dem Steine, so streiche man ihn ebenfalls an dem in der linken Hand ab,
-da andernfalls leicht tiefe Kratzer entstehen. Man nehme sich aber bei
-diesem Abschleifen in Acht, daß man nicht <em class="gesperrt">zu tief</em> schleife und
-schließlich Farbe wegschleife, in welchem Falle die laidirten Stellen
-nochmals übermalt und fixirt werden müssen und das Ganze nochmals
-etwas stärker polirt werden muß. Auch<span class="pagenum"><a name="Seite_285" id="Seite_285">[S. 285]</a></span> wo die Arbeiten mit Gold und
-Silber behandelt sind, ist insoferne beim Abschleifen große Vorsicht
-angezeigt, als Gold und Silber stark auftragen und die betreffenden
-Flächen auch nach dem ersten Poliren immer stark erhöht erscheinen
-und das Metall Gefahr läuft <em class="gesperrt">gründlich</em> abgeschliffen zu werden,
-weßhalb es räthlich, auf derartige Arbeiten beim ersten Poliren
-mehr Politur zu bringen, d. h. solche länger zu poliren als solche,
-an welchen kein Gold und Silber vorkommt. Wenn auch abgeschliffene
-Farbe wieder ausgebessert werden kann, so hat solche Restauration
-doch eine sehr unangenehme Eigenschaft, indem die auf diese Weise
-nachgebesserten Stellen viel tiefere glanzvollere Farbe haben, was
-unter Umständen sehr störend wirken kann, wie z. B. in einem schwarzen
-Grunde, wo dann eine derartige Ausbesserung nach Beendigung wie ein
-<em class="gesperrt">schwarzer</em> <b>Fleck</b> <em class="gesperrt">von größter Tiefe</em> auf einer dann
-mehr <em class="gesperrt">graulich</em> wirkenden Fläche erscheint. Daher Vorsicht.</p>
-
-<p>Ist das Abschleifen vollendet, so wischt man den Gegenstand mit einem
-weichen Tuche ab und geht dann an die Beendigung der Arbeit, zu welcher
-in der Regel kein Oel mehr genommen und etwas mit Weingeist verdünnte
-Politur angewendet wird. Ferner nimmt man hiezu ein ganz frisches
-Tampon, nimmt nur bei erster Befeuchtung noch starke Politur, und
-polirt jetzt immer bis das Tampon <em class="gesperrt">ganz trocken</em> ist, was man
-an dem zunehmenden Glanz der Fläche bemerkt. Hierauf polirt man mit
-<em class="gesperrt">ganz wenig</em> der verdünnten Politur, welcher man immer noch etwas
-Weingeist zusetzen kann und geht beim Abpoliren mit aber<span class="pagenum"><a name="Seite_286" id="Seite_286">[S. 286]</a></span>mals frischem
-Tampon ganz in reinen Weingeist über, von welchem 1&ndash;2 Tropfen genügen
-und polirt bis der Tampon absolut trocken ist. Klebt der Tampon etwas,
-so helfe man mit einer Kleinigkeit Oel nach.</p>
-
-<p>So etwa ist der Gang der Prozedur bei reinlichen, nicht oder wenig
-beschädigten Arbeiten und gut präparirten, d. h. recht glatt
-geschliffenen Flächen, weßhalb es auch gerathen ist, alle käuflichen
-Objekte in Bezug auf ihre Glätte vor Beginn der Arbeit genau zu
-untersuchen und solche falls sie wellig sind, vorher nochmals von
-einem Schreiner abschleifen zu lassen, was eine Kleinigkeit ist,
-andernfalls man beim Poliren viel Mühe hat, indem sehr wellige Flächen
-wenn solche spiegelglatt sein sollen, dann nicht selten 5&ndash;6 Mal wieder
-abgeschliffen werden müssen. So lange ein nochmaliges Abschleifen
-erforderlich scheint, wird selbstverständlich beim Poliren so
-verfahren, wie beim ersten Male, d. h. mit stärkerer Politur polirt.</p>
-
-<p>Aus dieser Darstellung geht hervor, daß reinliches Arbeiten auf gut
-präparirtes d. h. glatt geschliffenes Material das Poliren <em class="gesperrt">sehr
-wesentlich</em> vereinfacht und zu einer leicht und schnell zu
-bewältigenden Manipulation macht.</p>
-
-<p>Reiben sich während des Polirens Unreinigkeiten, besonders Fasern von
-Wolle etc. mit in die Fläche, so stehe man von weiterem Poliren ab,
-lasse trocknen und schleife die Fasern mit Bimsstein ab.</p>
-
-<p>Bei Arbeiten wie etwa Schrankthüren, wo vertiefte Flächen vorkommen,
-ist das Poliren der Ecken in solchen tieferen Flächen sehr mißlich und
-müssen solche in der Regel<span class="pagenum"><a name="Seite_287" id="Seite_287">[S. 287]</a></span> vor dem Abpoliren mit weißem Lack sehr
-vorsichtig ausgepinselt werden, was überhaupt für alle Theile gilt, zu
-welchen mit dem Tampon nicht gut zu gelangen ist.</p>
-
-<p>Sodann ist noch zu bemerken, daß man allen Kanten der Flächen öfter mit
-dem Tampon entlang oder hin und her wischt, da bei der kreisförmigen
-Bewegung die Kanten weniger gleichmäßig berührt werden. Schließlich
-will ich noch der Ausbesserung kleiner Schäden im Holze gedenken,
-welche an großen Gegenständen z. B. Tischen, während des Transportes
-verursacht, nicht selten vorkommen und sich meist am Rande oder
-anderwärts durch mehr oder weniger tiefe Eindrücke und Höhlungen
-bemerklich machen. Diese Schäden werden mit an einem Licht heiß und
-knetbar gemachten Stück Schellack ausgefüllt oder „ausgebrannt“, wie
-der <span class="antiqua">terminus technicus</span> lautet, dann mittelst einer zarten Feile
-mit der Umgebung ausgeglichen, (selbstverständlich müssen solche
-Stellen in einen <em class="gesperrt">dunkel</em> gefärbten Rand kommen) und mit der
-betreffenden Farbe übergangen, worauf nach dem Poliren nichts mehr
-von der früheren Verletzung sichtbar bleibt. Hat man mit zu viel Fett
-polirt und wird der abpolirte Gegenstand nach wenigen Tagen ölig und
-krustig, so übergeht man denselben mit einem <em class="gesperrt">reinen</em> Kork und
-polirt nochmals mit ganz wenigen Tropfen Weingeist ab.</p>
-
-<hr class="full" />
-
-<div class="reklame">
-
-<p class="s2 center padtop4"><span class="antiqua">Dr.</span> <b>Fr. Schoenfeld &amp; Co.<br />
-
-<span class="s5">in Düsseldorf.</span></b></p>
-
-<p class="p0 s5 mbot2">Fabrik feinst präparirter Oel-, Aquarell- und Gouache-Farben in
-Zinntuben, Porzellannäpfchen und Glasfläschchen, Handlung in besten
-deutschen und englischen Aquarellpapieren, sowie in allen zur Oel-
-und Aquarellmalerei nöthigen Materialien.</p>
-
-
-<p>Der Preis der vorstehend empfohlenen gewöhnlichen Aquarellfarben in
-Zinntuben und Näpfchen ist, soweit solche nicht nachstehend namentlich
-aufgeführt sind,</p>
-
-<table summary="Preise Schoenfeld">
- <tr>
- <td class="tdc">
- per
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Tube oder Näpfchen
- </td>
- <td class="tdc">
- Rm.
- </td>
- <td class="tdr">
- 0.35.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Fläschchen Gouachefarbe
- </td>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td class="tdr">
- 0.60.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="p0">Chrimsonlack, Marsgelb, Marsorange, Graphit, Scharlach-Zinnober</p>
-
-<table summary="Preise Schoenfeld">
- <tr>
- <td class="tdc">
- per
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Tube oder Näpfchen
- </td>
- <td class="tdc">
- Rm.
- </td>
- <td class="tdr">
- 0.45.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Fläschchen Gouachefarbe
- </td>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td class="tdr">
- 0.75.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="p0">Krapplack (<span class="antiqua">Rose Madder</span> &mdash; <span class="antiqua">Brown Madder</span>) Indischgelb,
-Kobaltblau, Ultramarin (<span class="antiqua">French Blue</span>), <span class="antiqua">Cadmium</span>, (hell und
-dunkel) Grünes Chromoxyd, <span class="antiqua">Vert émeraude</span></p>
-
-<table summary="Preise Schoenfeld">
- <tr>
- <td class="tdc">
- per
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Tube oder Näpfchen
- </td>
- <td class="tdc">
- Rm.
- </td>
- <td class="tdr">
- 0.75.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Fläschchen Gouachefarbe
- </td>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td class="tdr">
- 1.20.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="p0">Gebrannter Carmin, Purpur Krapplack, <span class="antiqua">Aureolin</span></p>
-
-<table summary="Preise Schoenfeld">
- <tr>
- <td class="tdc">
- per
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Tube oder Näpfchen
- </td>
- <td class="tdc">
- Rm.
- </td>
- <td class="tdr">
- 1.&mdash;.
- </td>
- </tr>
- <tr>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Fläschchen Gouachefarbe
- </td>
- <td>
- &ensp;„
- </td>
- <td class="tdr">
- 1.60.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p class="p0">Smalte, Ultramarinasche</p>
-
-<table summary="Preise Schoenfeld">
- <tr>
- <td class="tdc">
- per
- </td>
- <td class="tdl padright1">
- Tube oder Näpfchen
- </td>
- <td class="tdc">
- Rm.
- </td>
- <td class="tdr">
- 3.&mdash;.
- </td>
- </tr>
-</table>
-
-<p>Blechkasten gefüllt nach Angabe des Verfassers dieses Werkes mit
-folgenden 12 Farben in Tuben: <span class="antiqua">Chrimsonlack</span>, <span class="antiqua">Brown Madder</span>,
-<span class="antiqua">Rose Madder</span>, Indischgelb, Heller Ocker, Chinesisch Weiß,
-<span class="antiqua">Gebr. Sienna</span>, <span class="antiqua">Vandykbraun</span>, <span class="antiqua">Brown Pink</span>, <span class="antiqua">French
-Blue</span>, Kobaltblau, <span class="antiqua">Gummi Guttae</span> sowie folgenden 22 Farben in
-Näpfchen, resp. halben Näpfchen: <span class="antiqua">Indigo</span>, <span class="antiqua">Neutral Tinte</span>,
-<span class="antiqua">Payne’s Gray</span>, Lampenschwarz, Blauschwarz, Indischroth,
-Zinnober, <span class="antiqua">Light Red</span>, <span class="antiqua">Terra Sienna</span>, <span class="antiqua">Umbra</span>,
-Neapelgelb, <span class="antiqua">Lemon Yellow</span>, <span class="antiqua">Sepia</span>, <span class="antiqua">Gebr. Umbra</span>,
-Grünes Chromoxyd, Smaragdgrün, Purpur Krapp, Preußisch Blau,
-<span class="antiqua">Marsorange</span>, <span class="antiqua">Cadmium</span>, Grün-Blau Oxyd und
-<span class="antiqua">Mennige</span> <span class="mleft3">Rm. 24.&mdash;.</span></p>
-
-<p>Die Gouachefarben in Fläschchen werden auch in eleganten Holzkasten
-mit Schloß zu 12, 18 und 24 Farben, die Aquarellfarben in Tuben in
-feinst lackirten Blechkasten, enthaltend: 12, 15, 16, 20, 24 und 30
-Tuben im Preise von Rm. 11.&mdash;. bis Rm. 33.&mdash;., die Aquarellfarben in
-ganzen und halben Näpfchen, ebenfalls in feinst lackirten Blechkasten,
-enthaltend: 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 24 und 30 ganze oder halbe
-Näpfchen im Preise von Rm. 4.60. bis Rm. 24.60. Die Aquarellfarben
-werden außerdem in kleinen handlichen, feinst lackirten Blechkästchen
-(sogenannte Westentaschen-Etuis), in welche die Farben hineingedrückt
-sind, geliefert, und zwar mit: 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 21, 24 und 30
-Farben im Preise von Rm. 3.75. bis Rm. 11.&mdash;.</p>
-
-<p><b>Vollständige Preiscourante stehen jederzeit zur Verfügung.</b></p>
-
-<hr class="r65" />
-
-<div class="break-before">
-
-<p class="s4 u center padtop1">Verlag von <em class="gesperrt">Paul Neff</em>
-in Stuttgart.</p>
-
-<p class="s2 center sans"><b>Das Polychrome Ornament.</b></p>
-
-<p class="s4 center">HUNDERT TAFELN</p>
-
-<p class="s6 center">in</p>
-
-<p class="center">Gold-, Silber- und Farben-Druck.</p>
-
-<p class="s5 center"><b>Etwa 2000 Motive aller Stilarten enthaltend:</b></p>
-
-<p class="s4 center">Antike und orientalische Kunst, Mittelalter,<br />
-Renaissance, XVII. &amp; XVIII. Jahrhundert.</p>
-
-<p class="s5 center"><em class="gesperrt">Eine historisch-practische Sammlung</em></p>
-
-<p class="s6 center">von</p>
-
-<p class="s3 center">A. RACINET.</p>
-
-<p class="s5 center"><b>Mit erklärenden Beschreibungen und einer allgemeinen
-Einleitung.</b></p>
-
-<p class="center">Deutsche Ausgabe von <b>R. Reinhardt</b>,</p>
-
-<p class="s6 center">Architekt und Professor am Königl. Polytechnikum in
-Stuttgart.</p>
-
-<p class="center">Unter Mitwirkung von A.
-M<span class="smaller">ECKLENBURG</span>, Architekt.</p>
-
-<p class="s5 center"><b>Zweite Auflage.</b></p>
-
-<p class="s6 center">Preis in losen Blättern <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 120.&mdash;. In Carton-Kapsel <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 122.&mdash;<br />
-In dauerhaftem eleg. Halbfranzband geb. <img class="mark" src="images/mark.jpg" alt="Mark" /> 130.&mdash;</p>
-
-<hr class="r65" />
-
-<p class="s2 center padtop1">DIE KLASSIKER DER MALEREI.</p>
-
-<p class="s4 center">Eine Sammlung ihrer berühmtesten Werke</p>
-
-<p class="center">mit erläuterndem Text <b>für Künstler, Freunde der Kunst
-und Lehrer der Kunst-Geschichte</b></p>
-
-<p class="center">Herausgegeben von Dr. <b class="s4">P. F. <em class="gesperrt">Krell</em></b>,</p>
-
-<p class="s6 center">Professor der Kunstgeschichte in München.</p>
-
-<p class="s5 center">Unter Mitwirkung von Dr. O. <em class="gesperrt">Eisenmann</em>.</p>
-
-<p class="s5 center"><b>Unveränderlicher Photographiedruck von Martin Rommel.</b></p>
-
-<p class="s5 center"><b class="sans">I. Serie:</b> Italienische Renaissance.
-<b class="sans">II. Serie:</b> Niederländer und Spanier.</p>
-
-<p class="s5 center">Jede Serie erscheint in etwa 33 Lieferungen à 2 Tafeln<br />
-gr. Folio. &mdash; Preis der Lieferung Mark 2.50.</p>
-
-<hr class="double" />
-
-<p class="center"><b>Zu beziehen durch alle Buch- und Kunsthandlungen.</b></p>
-
-</div>
-
-</div>
-
-<hr class="full" />
-
-<div class="chapter">
-
-<div class="footnotes">
-
-<p class="s2 center">Fußnoten:</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_A_1" id="Fussnote_A_1"></a><a href="#FNAnker_A_1"><span class="label">[A]</span></a> Moose unter <span class="antiqua">F.</span> Felsen.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_B_2" id="Fussnote_B_2"></a><a href="#FNAnker_B_2"><span class="label">[B]</span></a> Eine genaue Scheidung der Töne für Mittelgrund etc.
-ist nicht wohl thunlich und diese Theilung insofern unpassend, als
-bei der Wahl der Farben vor allen Dingen <em class="gesperrt">Beleuchtung</em> und
-<em class="gesperrt">Witterung</em> in Betracht kommt und je nach diesen Factoren
-der Mittelgrund sowohl Töne der Ferne als auch des Vordergrundes
-zeigen kann. Um Mißverständnisse zu vermeiden, bemerke ich daher,
-daß ich diese Rubriken lediglich in der Absicht gegeben habe, den
-Lernenden auf diejenigen Töne zu leiten, welche für die betreffende
-Rubrik <em class="gesperrt">vorzugsweise</em> unter normalen Witterungs- und
-Beleuchtungsverhältnissen Anwendung finden können.</p></div>
-
-</div>
-
-</div>
-
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Handbuch der Aquarellmalerei, by
-Friedrich Jaennicke
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER AQUARELLMALEREI ***
-
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-or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
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-harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
-that arise directly or indirectly from any of the following which you do
-or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
-work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
-Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
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-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of computers
-including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
-because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
-people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
-and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
-http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
-permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
-Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
-throughout numerous locations. Its business office is located at
-809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
-business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
-information can be found at the Foundation's web site and official
-page at http://pglaf.org
-
-For additional contact information:
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
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-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
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-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
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-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
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-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
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-where we have not received written confirmation of compliance. To
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-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
-works.
-
-Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
-concept of a library of electronic works that could be freely shared
-with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
-Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
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-editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
-unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
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-
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-
-</body>
-</html>
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