diff options
| author | nfenwick <nfenwick@pglaf.org> | 2025-02-07 01:26:19 -0800 |
|---|---|---|
| committer | nfenwick <nfenwick@pglaf.org> | 2025-02-07 01:26:19 -0800 |
| commit | ff64a07e903270bf040bb1c0b416480df0f75a06 (patch) | |
| tree | 9ffad2e6d2a8ca5c789281668c2b3aa076162655 | |
| parent | a0f5c3ef2da7b492ce6b0afc48fa532071eeb7c9 (diff) | |
| -rw-r--r-- | .gitattributes | 4 | ||||
| -rw-r--r-- | LICENSE.txt | 11 | ||||
| -rw-r--r-- | README.md | 2 | ||||
| -rw-r--r-- | old/54586-8.txt | 1828 | ||||
| -rw-r--r-- | old/54586-8.zip | bin | 38685 -> 0 bytes | |||
| -rw-r--r-- | old/54586-h.zip | bin | 94657 -> 0 bytes | |||
| -rw-r--r-- | old/54586-h/54586-h.htm | 2944 | ||||
| -rw-r--r-- | old/54586-h/images/cover-page.jpg | bin | 53544 -> 0 bytes |
8 files changed, 17 insertions, 4772 deletions
diff --git a/.gitattributes b/.gitattributes new file mode 100644 index 0000000..d7b82bc --- /dev/null +++ b/.gitattributes @@ -0,0 +1,4 @@ +*.txt text eol=lf +*.htm text eol=lf +*.html text eol=lf +*.md text eol=lf diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt new file mode 100644 index 0000000..6312041 --- /dev/null +++ b/LICENSE.txt @@ -0,0 +1,11 @@ +This eBook, including all associated images, markup, improvements, +metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be +in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES. + +Procedures for determining public domain status are described in +the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org. + +No investigation has been made concerning possible copyrights in +jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize +this eBook outside of the United States should confirm copyright +status under the laws that apply to them. diff --git a/README.md b/README.md new file mode 100644 index 0000000..775e5d2 --- /dev/null +++ b/README.md @@ -0,0 +1,2 @@ +Project Gutenberg (https://www.gutenberg.org) public repository for +eBook #54586 (https://www.gutenberg.org/ebooks/54586) diff --git a/old/54586-8.txt b/old/54586-8.txt deleted file mode 100644 index 6185f89..0000000 --- a/old/54586-8.txt +++ /dev/null @@ -1,1828 +0,0 @@ -The Project Gutenberg EBook of Die Ostereyer, by Christoph von Schmid - -This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most -other parts of the world at no cost and with almost no restrictions -whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of -the Project Gutenberg License included with this eBook or online at -www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Die Ostereyer - Eine Erzählung zum Ostergeschenke für Kinder - -Author: Christoph von Schmid - -Release Date: April 21, 2017 [EBook #54586] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE OSTEREYER *** - - - - -Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This book was -produced from scanned images of public domain material -from the Google Books project. - - - - - - - - - - Die - Ostereyer. - - - Eine Erzählung - zum - Ostergeschenke - für - Kinder. - - Von - dem Verfasser der Genovefa. - - - Leitmeritz. 1818. - bey Carl Wilhelm Medau. - - - - - Vorerinnerung an die Kinder. - - -Die folgende kleine Erzählung ward schon einmal vielen Kindern, die -längst zuvor über den hohen Sinn und die schöne Bedeutung des heiligen -Osterfestes unterrichtet worden, zu einer lehrreichen und angenehmen -Unterhaltung vorgelesen, und nicht nur die Kinder, sondern auch mehrere -Erwachsene hörten sie mit Freuden an. - -Weil ich nun dachte, daß diese Erzählung auch euch, meine lieben Kinder --- ja wohl auch euren größern Geschwistern und selbst euren Aeltern -- -Vergnügen machen dürfte, so ward sie als ein kleines Ostergeschenk für -euch gedruckt. - -Die Erzählung handelt, wie es der Titel sagt, freylich nur von einer -Kleinigkeit -- den Ostereyern; indeß werdet ihr gewiß gerne lesen, wie -auch die kleinste Gabe Gottes -- ein Ey! -- ein großes Wunder der -Allmacht und Weisheit Gottes und eine mannigfaltige Wohlthat für die -Menschen sey, ja wie Gott sich oft einer geringen Sache bediene, seine -heilige Vorschrift und liebreiche Vatersorgfalt an den Menschen zu -verherrlichen. - -Diese und andere gute Lehren sind in diesem Büchlein die Hauptsache; das -übrige soll blos dazu dienen, euch eine unschuldige Freude zu machen -- -wie etwa eure Mutter euch auf das Osterfest ein Ey schenkt, das nicht -nur durchaus voll kräftiger Nahrung ist, sondern auch durch ein -gefälliges Aeußeres und eine freundliche Farbe das Auge vergnügt. - - Der Verfasser. - - - - - Erstes Kapitel. - - »O weh, da giebts noch nicht einmal Hühner!« - - -Es lebten einmal vor vielen hundert Jahren, in einem kleinen Thale tief -im Gebirge, einige arme Kohlenbrenner. Das enge Thal war rings von Wald -und Felsen eingeschlossen. Die Hütten der armen Leute lagen im Thale -umher zerstreut. Einige Kirsch- und Pflaumenbäume bey jeder Hütte, etwas -Ackerland mit Sommergetreide, Flachs und Hanf, eine Kuh und einige -Ziegen waren all ihr Reichthum. Indeß erwarben sie noch einiges mit -Kohlenbrennen für die Einschmelze im Gebirge. So wenig aber die Leute -hatten, so waren sie dennoch ein sehr glückliches Völklein; denn sie -wünschten sich nicht mehr. Sie waren bey ihrer harten Lebensart, bey -steter Arbeit und strenger Mässigkeit vollkommen gesund und man sah in -diesen armen Hütten -- was man in Pallästen vergebens suchen würde -- -alte Männer, die über hundert Jahre zählten. - -Eines Tages, da schon der Haber anfing zu bleichen und es in dem Gebirge -sehr heiß war, kam ein Köhlermädchen, das die Ziegen hütete, fast außer -Athem nach Hause gesprungen, und brachte den Aeltern die Nachricht, es -seyen fremde Leute in dem Thale angekommen von gar wundersamer Tracht -und seltsamer Redensart -- eine vornehme Frau, und zwey Kinder, und ein -sehr alter Mann, der, ob er gleich sehr prächtige Kleider anhabe, doch -nur ihr Diener scheine. »Ach, sagte das Mädchen, die guten Leute sind -hungrig und durstig, und sehr müde. Ich traf sie, als ich eine verlorne -Ziege suchte, ganz abgemattet im Gebirge an, und zeigte ihnen den Weg in -unser Thal. Wir wollen ihnen doch etwas zu essen und zu trinken hinaus -tragen -- und sehen, ob wir sie die Nacht bey uns und den Nachbarn nicht -unterbringen können.« Die Aeltern nahmen sogleich Haberbrot, Milch und -Ziegenkäse und gingen hin. - -Die Fremden hatten sich indeß in den Schatten einer buschigen Felsenwand -gelagert, wo es sehr kühl war. Die Frau saß auf einem bemoosten -Felsenstücke, und hatte ihr Angesicht mit einem weißen Schleyer von -feinem Flor bedeckt. Eines der Kinder, ein zartes, wunderschönes -Fräulein, saß ihr auf dem Schooße. Der alte Diener, ein ehrwürdiger -Greis, war damit beschäftigt, das schwer beladene Maulthier abzupacken, -das sie bey sich hatten. Das andere Kind, ein muntrer, schöner Knabe, -hielt dem Thiere einige Disteln hin, an denen es begierig fraß. - -Der Kohlenbrenner und sein Weib näherten sich der fremden Frau mit -Ehrerbietung. Denn an ihrer edlen Gestalt, ihrem Anstande und ihrem -langen, weißen Gewande merkte man sogleich, daß sie von hohem Stande -seyn müsse. »Sieh nur, sagte die Kohlenbrennerinn leise zu ihrem Manne, -den zierlich ausgezackten, stehenden Halskragen, die feinen Spitzen, aus -denen die zarten Hände nur zur Hälfte hervorblicken, und -- der tausig! --- sogar die Schuhe sind so weiß, wie Kirschenblüthe, und mit silbernen -Blümchen geziert!« Der Mann tadelte aber sein Weib und sagte zu ihr: -»Dir steckt doch nichts im Kopfe, als die Eitelkeit! Den höhern Ständen -geziemt eine vornehmere Kleidung. Indeß macht das Kleid den Menschen um -nichts besser, und mit den zierlichen Schuhen hat die gute Frau wohl -schon manchen harten Tritt thun und manche rauhe Wege gehen müssen.« - -Der Köhler und die Köhlerinn bothen der fremden Frau jetzt Milch, Brot -und Käse an. Die Frau schlug den Schleyer zurück und beyde wunderten -sich über die Schönheit und die edle, sanfte Gesichtsbildung der Frau. -Sie dankte freundlich, und ließ sogleich das Kind auf dem Schooße aus -der irdenen Schale voll Milch trinken -- und die hellen Thränen drangen -ihr aus den Augen, und benetzten die blühenden Wangen, als das Kleine -die Schale mit beyden Händchen festhielt und begierig trank. Auch der -liebliche Knabe kam herbey und trank auch. Darauf theilte sie von dem -Brote aus -- und dann trank sie erst selbst, und aß von dem Brote. Der -fremde Mann aber ließ sich besonders den Käs' sehr gut schmecken. -Während sie aßen, kamen aus allen Hütten groß und klein herbey, standen -im Kreise umher, und betrachteten neugierig und wundernd die -neuangekommenen Fremden. - -Nachdem der alte Mann satt war, bat er flehentlich, die Leute möchten -der Frau doch in irgend einer Hütte auf einige Zeit ein kleines Stübchen -einräumen; sie werde ihnen nicht zur Last fallen, sondern alles -reichlich bezahlen. »Ach ja,« sagte die Frau mit sanfter, lieblicher -Stimme, »erbarmt euch einer unglücklichen Mutter und ihrer zwey Kleinen, -die durch ein schreckliches Schicksal aus ihrer Heimath vertrieben -wurden.« Die Männer traten sogleich zusammen, und hielten Rath, wie das -zu machen sey. - -Oben im Thale brach hoch aus röthlichen Marmorfelsen ein Bächlein -hervor, stürzte sich, schäumend und weiß wie Milch, von Felsen zu -Felsen, und trieb eine Mühle, die gleichsam nur so an den Felsen dort -hing. Auf der andern Seite des Bächleins hatte der Müller noch ein -anderes nettes Häuschen erbaut. Freylich war es, wie alle übrigen Häuser -im Thale, nur ganz von Holz; aber gar freundlich anzusehen, von -Kirschbäumen lieblich beschattet, und von einem kleinen Gärtchen -umgeben. Dieses Häuschen bot der Müller der fremden Frau zur Wohnung an. - -»Mein neues Hüttchen da droben,« sagte er, indem er mit der Hand hinauf -zeigte, »räume ich euch, wie es dasteht, herzlich gerne ein. Es ist -spanneu, und noch kein Mensch hat darin gewohnt. Ich baute es -eigentlich, um einmal dahin zu ziehen, wenn ich die Mühle meinem Sohne -übergeben werde. Wie doch der liebe Gott -- Ihm sey Dank! -- so -wunderbar für euch sorgt! Erst gestern bin ich damit vollends fertig -geworden, und heute könnet ihr nun schon einziehen. Es ist recht so, als -wenn ich es gerade nur für euch gebaut hätte. Es wird euch gewiß -gefallen!« - -Die gute Frau war über dieses freundliche Anerbiethen hocherfreut. -Nachdem sie etwas ausgeruht hatte, ging sie sogleich hinauf. Sie trug -das kleine Fräulein auf dem Arme, und der alte Mann führte den Knaben an -der Hand. Der Müller aber besorgte das Maulthier. Die Frau fand das -Häuschen, zur großen Freude des Müllers, ganz unvergleichlich. Mit einem -Tische, einigen Stühlen, und Bettstätten war es schon versehen. Schöne -Teppiche und prächtige Decken zur Nachtruhe hatte die Frau auf dem -Maulthiere mitgebracht. Sie übernachtete daher sogleich da -- und dankte -Gott mit ihren beiden Kleinen vor dem Schlafengehen noch herzlich, daß -er ihr nach langem Herumirren einen so angemessenen Zufluchtsort habe -finden lassen. »Wer hätte es geglaubt, sagte sie, daß ich, in Pallästen -erwachsen, mich noch glücklich schätzen würde, in eine solche Hütte -aufgenommen zu werden. Wie nöthig hat auch der Höhere, gegen den -Niedrigsten gut und gefällig zu seyn! Könnte er auch so hart seyn, es -nicht aus Menschenfreundlichkeit zu thun, so sollte ihn doch die -Klugheit dazu bewegen. Denn kein Mensch weiß, was ihm bevorsteht.« - -Den andern Morgen kam die Frau in aller Frühe mit ihren Kleinen aus der -niedern Wohnung hervor, sich ein wenig in der Gegend umzusehen. Denn am -Tage zuvor waren sie dazu allzumüde. Mit Entzücken betrachtete sie die -schöne Aussicht ins Thal. Die Hütten der Köhler lagen tief unten im -grünen Thale wie hingesäet, nur immer zwey oder drey beisammen. Das -Mühlbächlein schlängelte sich hell wie Silber mitten durchhin. Die -bunten Felsen voll grüner Gesträuche, an denen die Ziegen nagten, hätte -man, so wie sie jetzt von der Morgensonne beleuchtet waren, nicht -schöner mahlen können. - -Der alte Müller kam, sobald er die Frau mit ihren Kindern erblickte, -sogleich aus der Mühle heraus, und über den schmalen Steg, der über das -Bächlein führte, herüber. »Aber nicht wahr, rief er, ein schöneres -Plätzchen als dieses, giebt es doch im ganzen Thale nicht! Hier scheint -die Morgensonne immer am ersten hin. Wenn die Hütten unten, wie eben -jetzt, noch im schwarzen Schatten liegen, so ist da droben schon alles -von der Sonne wie vergoldet. Ja oft, wenn in dem tiefen, feuchten Thal -kaum die Kamine der Hütten aus dem grauen Nebel hervorragen, hat man -hier den klaren blauen Himmel.« - -Den Kindern der Frau gefiel aber das Mühlrad, das sich beständig so -geschäftig umdrehte, am besten. Den Knaben ergötzte besonders das -Klappern der Mühle, und das Rauschen des Wassers, das wie siedende Milch -zu kochen schien. Das Mädchen hingegen hatte ihre vorzügliche Freude an -den funkelnden Edelsteinen von allen Farben, die, wie sie sagte, im -Sonnenglanze von dem immer tröpfelnden Rade fielen. - -Die Frau brachte den Tag zu, sich einzurichten, so gut es in diesem -armen Thale seyn konnte. Die Leute wetteiferten, sie mit Lebensmitteln, -mit Brennholz, irdenem Küchengeschirre, und andern Kleinigkeiten zu -versehen. Das Mädchen, das ihr zuerst den Weg in das Thal gezeigt hatte -und Martha hieß, kam zu ihr in den Dienst. - -»Vor allem brauche ich Eyer!« sagte die Frau, als sie sich zum Kochen -anschickte. »Sieh doch, daß du mir für Bezahlung einige auftreibest.« -»Eyer?« fragte Martha ganz verwundert. »Je wozu denn?« »Närrisches -Mädchen,« sagte die Frau, »wozu? -- zum Kochen. Gehe nur, und mache, daß -du bald wieder kommest.« »Zum Kochen?« sagte das Mädchen; »aber die -Vögelein haben ja nun keine Eylein mehr, und dann wäre es doch auch -Schade. Vier Personen hätten ja wohl einige hundert Eylein von Finken -oder Hänflingen nöthig, sich satt zu essen.« »Was plauderst du da,« -sagte die Frau; »wer redet denn von den Eyerchen der Vögelein. Ich meyne -Hühnereyer.« Das Mädchen schüttelte den Kopf und sagte: »Was das für -Vögel sind, weiß ich gar nicht. In meinem Leben habe ich noch keine -gesehen.« »O weh, sagte die Frau, so giebts bey euch noch nicht einmal -Hühner!« - -Denn da die Hühner erst aus dem Morgenlande zu uns gebracht wurden, so -war damals in manchen Gegenden ein Huhn wirklich etwas so seltenes, als -jetzt ein Pfau. Die Frau wußte sich, da hier auch nichts von -Fleischspeisen zu haben war, in ihrer kleinen Küche fast nicht zu -helfen. »Ich hätte nie daran gedacht,« sprach sie, »was es um ein Ey für -eine Wohlthat Gottes ist, bis jetzt, da ich keines haben kann. So gings -mir aber auf meiner Wanderung schon mit hundert Dingen. Mangel und Noth -haben doch auch ihr Gutes, indem sie uns auf manche Gabe Gottes, die wir -bisher nicht achteten, aufmerksam machen, und uns Dankbarkeit lehren.« - -Die gute Frau mußte sehr kümmerlich leben. Die Leute trugen ihr indeß -fleißig zu, was sie nur immer glaubten, daß ihr angenehm seyn könnte. -Wenn der Müller eine schöne Forelle oder ein Köhler ein Paar -Krametsvögel fing, so brachten sie ihr dieselben sogleich. Die größten -Dienste that ihr aber der alte Diener, der mit ihr gekommen war. Sie -hatte noch einige goldene Kleinodien und kostbare Edelsteine. Von diesem -gab sie ihm von Zeit zu Zeit, und er verreiste damit, und blieb oft -mehrere Wochen aus. So oft er zurück kam, brachte er immer allerley mit, -das er für die kleine Haushaltung eingekauft hatte. Die Leute bemerkten -indeß, daß die Frau nach seiner Zurückkunft oft sehr traurig war, und -rothgeweinte Augen hatte. Sie wären gar gerne dahinter gekommen, wer sie -denn eigentlich sey, und woher sie komme. Allein sie selbst zu fragen, -hatten sie den Muth nicht. Der alte Mann aber sagte ihnen, wenn sie ihn -fragten, so seltsame Namen, daß sie dieselben kaum nachsprechen konnten, -und sie in einer Viertelstunde schon wieder vergessen hatten, bis sie -endlich merkten, daß der muntere Greis sie nur zum Besten habe. Da -machten sie sich an die Kleinen. »Sag' uns doch, sagten sie zum Knaben, -wie heißt denn deine Mutter eigentlich? Wir wollen es nicht weiter -sagen. Sag es uns nur ins Ohr.« Da sagte ihnen denn das Kind sehr -geheimnisvoll, aber auch sehr offenherzig und zutraulich: »Sie heißt -eigentlich Mamma.« Aehnliche Antworten gab auch das Mädchen. Die Leute -mußten es also der Zeit überlassen, dieses Geheimniß zu enthüllen. - - - - - Zweytes Kapitel. - - »Gottlob, nun sind doch einmal die Hühner da!« - - -Einmal kam der alte Diener, der Kuno hieß, wieder von einer Reise heim, -und trug einen Hühnerstall auf dem Rücken. In dem waren ein Hahn und -einige Hennen. Als die Kinder im Thale den alten Mann kommen sahen, -liefen sie alle zusammen; denn er brachte ihnen immer etwas mit -- -weißes Brot, getrocknete Pflaumen, ein Pfeifchen, ein Glöcklein für ihre -Ziegen oder sonst eine Kleinigkeit. - -Dießmal waren die Kinder sehr neugierig, was denn in dem vergitterten -Kästchen sey, das fast ganz mit Tuch bedeckt war, so daß man nicht recht -hinein sehen konnte. Sie begleiteten ihn bis vor die Thüre der Frau, die -mit ihren zwey Kleinen sogleich freudig herauskam und ihn grüßte. -»Gottlob, rief das kleine Fräulein und klatschte in die Hände, nun sind -doch einmal die Hühner da!« - -Der Mann stellte den Kasten nieder, öffnete das Thürchen, und da kam -denn zuerst ein prächtiger Hahn heraus. Die Kinder erstaunten. »Was für -ein sonderbarer Vogel das ist! riefen sie; denn wie man ihn heiße, -wußten sie noch nicht. In unserm Leben haben wir noch keinen so schönen -Vogel gesehen! Was er für eine schöne Krone auf dem Kopfe hat, noch -schöner roth, als Kornblumen; und wie wunderschön bräunlich und gelblich -seine Federn schimmern, noch schöner als reifes Getreide in der -Abendsonne; und wie wunderlich er den Schweif trägt, fast wie eine -Sichel gekrümmt!« Auch die Hennen gefielen ihnen sehr wohl. Es waren ein -Paar Schwarze mit hochrothem Kamme, ein Paar Weiße mit Schöpfen, und ein -Paar Röthlichbraune ohne Schweif. Die Frau streute den Hühnern einige -Hände voll Haberkörner hin. Die Hühner pickten sie geschäftig hinweg, -und die Kinder standen und knieten im Kreise umher, und sahen mit -vergnügten Gesichtern zu. - -Als der Haber aufgefressen war, da schwang mit einem Male der Hahn die -Flügel und krähte -- und alle Kinder lachten laut zusammen, so freuten -sie sich darüber. Und im Heimwege schrien die Knaben alle: »Kikeriki« -und die Mädchen machten es ihnen wohl auch nach, aber doch nicht gar so -laut. Als die Kinder heimkamen, erzählten sie von den Wundervögeln, die -viel größer seyen, als die Ringeltauben, ja wohl größer, als die Raben, -und wie sie so schöne Farben hätten, noch viel schöner als alle Vögel im -Walde. »Und, sagte die kleine Marie, Marthas Schwesterlein, wie sie so -ein rothes Käpplein auf dem Kopfe tragen, wie es bisher noch bey keinen -Vögeln des Waldes gebräuchlich gewesen.« Auch die Aeltern wurden -neugierig und kamen, die fremden Vögel zu sehen, und waren nicht weniger -darüber verwundert. - -Nach einiger Zeit ließ sich eine der Hennen zum Brüten an. Martha mußte -die Henne täglich füttern. Die Frau zeigte einmal den Kindern aus dem -Thale das Nest, und die Kinder wunderten sich alle laut über die Menge -von Eyern. »Funfzehn Eyer!« riefen sie; »die Holztauben legen nur zwey, -andere Vögelein nur fünf Eyer. O wie wird die Henne so viele Junge -auffüttern!« - -Da die Jungen anfingen auszukriechen, wollte die Frau den Kindern eine -Freude machen, und ließ sie rufen. Es kamen aber, da es eben Feyertag -war, auch viele große Leute mit. Sie zeigte ihnen ein aufgepicktes Ey. O -wie freuten sich die Kinder, als das junge Hühnlein so geschäftig -pickte, herauszukommen. Die Frau half ihm vollends heraus. Nun war die -Verwunderung noch größer, daß das kleine Vögelein schon über und über so -schöne gelbe Flaumfederlein habe, so munter aus den schwarzen Aeuglein -blicke, und sogleich davon laufen könne, da doch andere junge Vögelein -nackt, blind und ganz hülflos zur Welt kämen. »Das ist doch etwas -unerhörtes,« sagten die Kinder, »solche Vögel giebt es in der ganzen -Welt nicht mehr.« - -Als die schöne, glänzend schwarze Glucke mit dem purpurrothen Kamme, in -Mitte ihrer fünfzehn gelbhaarigen Jungen, das erste Mal auf den grünen -Rasen herausschritt, da war die Freude der Kinder und Aeltern gar über -alle Weise. »Schöneres kann man doch nichts sehen!« sagte ein Köhler. -»Und horcht nur,« sprach die Köhlerinn, »wie die Alte den Jungen lockt, -und wie die kleinen Dingerchen den Ruf verstehen, und sogleich folgen. -Es wäre zu wünschen, daß ihr Kinder auch immer so auf den Ruf ginget.« - -Ein Knabe wollte ein junges Hühnlein fangen, um es näher zu betrachten. -Das kleine Dingelchen schrie aber kläglich, und auf das Geschrey schoß -die Alte plötzlich und mit weitgeöffneten Flügeln herbey, und flog dem -Knaben, der heftig erschrack und jammernd um Hülfe schrie, auf den Kopf. -Sie hätte ihm wohl die Augen ausgekratzt, wenn er das Junge nicht -augenblicklich wieder hätte laufen lassen. Der Vater schmähte den -Knaben, und die Mutter sagte: »Wie das treue Thier sich seiner Jungen so -eifrig annimmt! Menschen könnten sogar von ihm lernen.« - -Wenn die Henne nun einen guten Bissen fand, so erhob sie sogleich ein -Geschrey, und die Jungen eilten alle zusammen. Die Alte zerhackte ihn -erst mit ihrem Schnabel und legte ihnen gleichsam vor. Jedermann -wunderte sich, daß so junge Thierchen, die kaum über einen Tag alt -wären, nicht nur sogleich laufen, sondern auch schon fressen könnten. - -Da jetzt die Sonne sich etwas unter die Wolken verbarg -- so sammelten -sich alle Jungen unter die Alte, und versteckten sich da, um sich zu -wärmen. »Das ist noch das allerschönste,« sagten die Leute. »Es ist gar -so artig und munter, wie hie und da ein Köpfchen unter den Flügeln der -Henne hervorsieht, oder sich ein Junges hervorwagt, und sogleich wieder -an einer andern Stelle unter sie hineinkriecht.« - -Der Müller, der in seiner weißbestäubten Kleidung in Mitte der schwarzen -Köhler sich gar sonderbar ausnahm, aber auch an Einsicht sich eben so -vor ihnen auszeichnete, sprach: »Was das doch ein Wunderding mit diesen -fremden Vögeln ist! Wir erblicken zwar Gott überall in der Natur; aber -wenn wir etwas ungewöhnliches sehen, fällt uns seine Allmacht, Weisheit -und Güte doch noch mehr in die Augen. Bedenkt nur, wie gut es ist, daß -diese kleinen Vögelein sogleich laufen und fressen können; wenn die Alte -so vielen Jungen das Futter im Schnabel zutragen müßte, wie eine -Schwalbe, da würde sie nicht fertig! Wie gut ists, daß es schon die -Natur der Jungen so ist, der Alten nachzulaufen und ihrer Stimme zu -folgen. Liefen sie, weil sie doch auf der Stelle laufen können, sogleich -auseinander; die Alte könnte sie nicht mehr zusammen bringen, und die -Jungen gingen verloren. Besonders wundert mich aber, wo die Henne den -Muth hernimmt, ihre Jungen so tapfer zu vertheidigen! Habe ich mich doch -oft schon über die Hühner geärgert, und sie dumme Thiere gescholten, -weil sie allemal, so oft ich an ihnen vorbey ging, vor Furcht scheu -auseinander flogen, obwohl sie längst merken konnten, daß ich ihnen -nichts zu leid thue. Und nun ist die Natur des Thieres ganz verändert, -und sie setzt sich gegen einen Mann zur Wehre. Oft hat es mich ergötzt, -wie die Hennen um einen Bissen zanken, oder wie diejenige, die ein -größeres Bröcklein fand, so neidig ist, und sogleich davon läuft, und -wie die andern ihr nachlaufen, und es ihr nehmen wollen. Jetzt aber hat -sie ihre Gefrässigkeit ganz abgelegt, und ruft den Jungen selbst und -rührt nichts an, bis alle satt sind. Ich glaube das gute Thier stürbe -lieber selbst Hungers, als daß sie eines ihrer Jungen verhungern ließe. -Diese zärtliche Sorgfalt, mit der die Henne ihre zarten Jungen -umherführt, Futter für sie aufsucht, sie ernährt, sie beschützt, sie -unter ihren Flügeln wärmt -- hat Gott dem Thiere eingepflanzt. So -zärtlich ist Gott für diese jungen Hühnlein besorgt! Und wie sollten nun -wir verzagen? Sollte Er nicht noch mehr für uns besorgt seyn? Freylich -sorgt Er noch mehr für uns. Darum nur guten Muth, lieben Leute! Gott -macht alles wohl. Er sorgt für alle seine Geschöpfe -- am meisten aber -für den Menschen, der in seinen Augen mehr ist, als alle Hühner und alle -andern Vögel in der ganzen Welt.« - - - - - Drittes Kapitel. - - »Jetzt giebt es Eyer im Ueberfluß.« - - -Weil die guten Leute im Thale gegen die fremde Frau immer gar so -gefällig gewesen, so war sie schon lange darauf bedacht, ihnen auch -wieder eine Freude zu machen, und ihre ärmliche Haushaltung zu -erleichtern. Die gute Frau hatte daher Eyer und Hühner sehr geschont, -und da sie nun einen schönen Vorrath von Eyern und auch mehrere Hühner -beysammen hatte, schickte sie Martha ins Thal, alle Hausmütter auf den -morgigen Tag, der ein Sonntag war, einzuladen. Sie kamen mit Freuden, -und in ihrem schönsten Aufputze. In dem kleinen Gärtchen hatte der alte -Diener einen ländlichen Tisch mit einigen Bänken bereitet. Hier mußten -sie Platz nehmen. - -Martha brachte hierauf einen großen Korb voll Eyer. Die waren alle so -reinlich, daß man kein Flecklein daran sah, und weiß wie Schnee. Die -Kohlenbrennerinnen erstaunten und wunderten sich nicht wenig über die -Menge von Eyern. »Gottlob! sagte die Frau, jetzt giebt es Eyer im -Ueberfluß, und es ist allerdings ein schöner Anblick, so viele reinliche -Eyer beysammen zu sehen. Nun will ich euch aber auch zeigen, wie man sie -in der Haushaltung nützen kann.« - -In einer Ecke des Baumgärtchens, unten an einem Felsen, war Feuer -aufgemacht. Eine große Pfanne voll Wasser hing über dem Feuer. Die Frau -schlug zuerst ein Ey auf, um zu zeigen, wie es innen aussehe, bevor es -in das heiße Wasser komme. Alle betrachteten mit Aufmerksamkeit die -schöne kristallhelle Feuchtigkeit, in der gleich einer gelben Kugel der -Dotter schwamm. Nun wurden so viele Eyer, als es Gäste waren, weich -gesotten. Auf dem Tische war Salz und weißes länglich geschnittenes Brot -in Bereitschaft. Die Frau lehrte sie die Eyer öffnen, und nun wunderten -sich alle, wie das durchsichtige des Eys so schön weiß wie Milch aussah, -und eben so, wie das Gelbe, fester geworden. Alle lobten, indem sie nach -Anweisung der Frau die Eyer mit dem Brote austunkten, die treffliche -Speise. »Da hat man,« sagten sie, »Geschirr und Speise sogleich -beysammen. Und wie schön und reinlich, wie lieblich weiß und gelb alles -aussieht! Wie schnell, ohne Kunst, ohne allen Aufwand ein Ey gekocht -ist. Auch für Kranke könnte man nicht leicht eine wohlfeilere und -nahrhaftere Speise finden.« - -Die Frau schlug hierauf Eyer in heißes Schmalz. Dieses war für die -Köhlerinnen wieder eine neue Erscheinung. »Wie das Gelbe so schön vom -Weißen umgeben ist,« sagten sie, »wie bey den großen weiß- und gelben -Wiesenblumen, die man Ochsenaugen nennt.« Die Eyer wurden nach und nach -auf grünen Spinat gelegt, der in einer großen flachen Schüssel bereit -stand -- und auch diese Speise wurde von allen gelobt. So machte die -Frau noch andere Eyerspeisen, und unterrichtete die Köhlerinnen, wie die -Eyer nicht nur an und für sich eine gesunde Speise seyen, sondern mit -noch größerm Vortheil zur bessern Bereitung anderer Speisen benützt -werden können. - -Zuletzt wurde schöner grüner Ackersalat aufgetragen. Kuno brachte einen -Teller voll Eyer, die schon früher hart gesotten wurden, damit sie indeß -wieder kalt würden. Der fröhliche Alte ließ aus Scherz die Eyer fallen, -daß sie auf dem steinigen Boden herumrollten. Die Köhlerinnen am Tische -erschracken, daß sie laut aufschrien. Sie meynten, die Eyer würden -ausfließen. Aber wie wunderten sie sich alle, als die Frau die Schalen -rein ablöste, und jedes Ey so durchaus hart erschien, daß es sich -schneiden ließ. Die Sache schien ihnen ein Wunder. Indeß sagte ihnen die -Frau, wie man die Eyer hart siede und legte die zierlich geschnittenen -Eyer auf den Salat, und auch diese Speise schmeckte den Gästen sehr gut. - -Nachdem die Mahlzeit geendet war, vertheilte die Frau einige Hähne und -mehrere Hennen unter die Hausmütter. Sie sagte ihnen, daß eine Henne des -Jahres hundert, bis hundert fünfzig Eyer lege -- worüber alle -erstaunten. »Ueber hundert Eyer!« riefen sie. »Welch ein Vortheil in der -Haushaltung!« Die guten Hausmütter brachten mit den Hühnern eine große -Freude ins Thal. In allen Hütten war Jubel. Alle Leute im Thale segneten -die Frau, und dankten Gott für so schöne wohlthätige Geschenke. - -Die Hühner waren lange Zeit das tägliche Gespräch. Immer bemerkten die -Leute noch etwas neues daran, das sonderbar und zugleich nützlich war. -Die Eigenschaft, daß der Hahn morgens krähe, war den Hausvätern -besonders lieb. »Er verkündet so,« sagten sie, »den nahen Tag und -fordert die Menschen auf, an ihr Tagwerk zu gehen. Es ist ein ganz neues -Leben im Thal, wenn am Morgen die Hähne so zusammen krähen, und man geht -ordentlich munterer an die Arbeit!« »Freylich wohl!« sagte der Müller. -»Wenn der Hahn aber gegen Mitternacht das erste Mal kräht, so ruft er -den lustigen Gesellschaften mit lauter Stimme zu, jetzt sey es die -höchste Zeit, sich zur Ruhe zu begeben.« - -Den Hausmüttern gefiel es noch besonders, daß die Henne es gatzend -ankündete, wenn sie ein Ey gelegt hatte. Allemal war Freude im Hause, -wenn sie sich hören ließ. »So weiß man es doch gleich,« sagten sie, »und -kann das nützliche Geschenk sogleich in Empfang nehmen.« - -Hausväter und Hausmütter sagten oft unter einander: »Diese Vögel sind -wahrhaftig von Gott recht eigentlich zu Hausthieren geschaffen. Sie -halten sich so treulich an das Haus, entfernen sich nie weit davon, -kommen, sobald man ihnen lockt, sogleich alle zurück, ja, sie gehen am -Abende von selbst heim, und warten an Hausthür oder Fenster, bis man sie -hereinlasse. Nicht nur bringen sie in der Haushaltung einen großen -Nutzen; ihr Unterhalt kostet auch sehr wenig. Sie nehmen mit Kleye, mit -dem Abfalle vom Gemüse, und mit andern schlechten Dingen vorlieb, die -man im Hause sonst nicht weiter nützen könnte. Ja sie gehen vom Morgen -bis Abend außer dem Hause überall umher und scharren und suchen ihr -Futter selbst auf. Viele tausend Körnlein, die besonders zur Erntezeit -und bey dem Dreschen verloren gingen, kommen so noch den Menschen zu -gut. Die Hennen lesen sie fleißig auf und geben uns Eyer dafür. Die -ärmste Wittwe, die sonst kein Hausthier halten konnte, vermag doch noch -eine Henne, und das tägliche Ey ist ein tägliches Almosen für sie.« - -Auch die zwey Kinder der Frau sahen nun ein, woran sie im Ueberflusse -nie gedacht hatten, was die Eyer für gütige Geschenke Gottes seyen. O -wie froh waren sie, als sie hie und da morgens ein Ey in Milch essen -konnten! Wie gut fanden sie nun manche Speise, die ihnen vorhin nicht -recht genießbar schien, weil das Ey daran fehlte. Wie sehr dankten sie -Gott dafür! - - - - - Viertes Kapitel. - - Das Fest der bemahlten Eyer, ein Kinderfest. - - -Indeß gingen Sommer und Herbst vorüber, und der Winter kam. Er war, -zumal in dieser rauhen Gegend, sehr hart. Die kleinen Hütten im Thale -lagen Monate lang, wie im Schnee vergraben. Nur die rauchenden Kamine -und etwas von den Dächern schauten noch aus der weißen Hülle hervor. Von -dem Hohlwege zwischen den Felsen herauf sah man gar nichts mehr. Die -Mühle stand still, und die Wasserfälle hingen starr und geräuschlos an -den Felsen da. Man konnte nur wenig zusammen kommen. Desto größer war -die Freude, als der Schnee schmolz, und es wieder Frühling ward. - -Die Kinder aus dem Thale kamen sogleich wieder herauf, und brachten den -beyden fremden Kindern, Edmund und Blanda, die ersten blauen Veilchen -und gelben Schlüsselblümchen, die sie im Thale finden konnten. Ja sie -flochten ihnen, sobald es mehrere dieser holden Frühlingsblümchen gab, -die schönsten blauen und gelben Kränze. »Ich muß,« sagte die edle Frau, -»den guten Kindern doch auch eine Freude machen. Ich will ihnen auf den -kommenden Ostertag ein kleines ländliches Kinderfest geben. Denn es ist -gar schön, daß man solche Tage den Kindern, so gut man nur immer kann, -zu Freudentagen mache. Aber was soll ich ihnen geben? Auf Weihnachten -konnte ich sie mit Aepfeln und Nüssen beschenken, die ich für sie hatte -bringen lassen. Allein zu dieser Zeit hat man nichts im Hause, als etwa -ein Ey. Noch bringt die Natur nichts hervor, das zu genießen wäre. Alle -Bäume und Sträuche stehen ohne Früchte und Beeren. Eyer sind die ersten -Geschenke der wieder auflebenden Natur.« - -»Aber,« sagte Martha, »wenn die Eyer nur nicht so ganz ohne alle Farben -wären! Weiß ist wohl auch schön. Allein die allerley Farben der Früchte -und Beeren, zumal die schönen rothen Wangen der Aepfelein, sind doch -noch schöner.« - -»Du bringst mich da auf einen Einfall,« sagte die gute Frau, »der nicht -gar übel seyn mag. Ich will die Eyer hart sieden, und sie, was sich -während des Siedens leicht thun läßt, zugleich färben. Die mancherley -Farben machen den Kindern gewiß große Freude.« - -Die verständige Mutter kannte verschiedene Wurzeln und Moose, die man -zum Schönfärben brauchen kann. Sie färbte nun die Eyer auf verschiedene -Art. Einige wurden schön himmelblau, andere gelb wie Zitronen, andere so -schön roth wie das Innere der Rosen. Einige hatte sie mit zarten grünen -Blättchen eingebunden, die sich dann auf den Eyern abbildeten, und ihnen -ein unvergleichlich schönes buntes Aussehen gaben. Auf einige setzte sie -auch einen kleinen Reim. - -»Die bemahlten Eyer,« sagte der Müller, als er sie erblickte, »sind -gerade recht für das Fest, wo die Natur ihr weißes Kleid ablegt, und -sich mit allerley Farben schmückt. Die gute Mutter macht es gerade wie -der liebe Gott, der uns nicht nur schmackhafte Früchte giebt, sondern -sie auch noch für das Auge schön und freundlich macht. Wie er die -Kirsche roth, die Pflaume blau, die Birne gelb färbt, so macht sie es -mit den Eyern.« - -Der Ostertag war diesesmal ein überaus schöner Frühlingstag -- ein -wahrer Auferstehungstag der Natur. Die Sonne schien so schön und warm, -der Himmel war so rein und blau, daß es eine Lust war, und alles neues -Leben fühlte. Die Wiesen im Thale waren bereits schön grün und hie und -da schon bunt von Blumen. - -Schon lange vor Anbruch der Morgenröthe hatten die Frau und der alte -Kuno sich auf den Weg zur Kirche gemacht, die über zwey Stunden weit -entfernt jenseits mehrerer Berge lag. Die Väter und Mütter aus dem -Thale, und die größern Kinder, die so weit gehen konnten, zogen auch mit -dahin. Gegen Mittag kam die Frau mit Hülfe des Maulthieres, das Kuno -führte, wieder zurück; die übrigen Leute aber kamen mit ihren Kindern -erst lange nach Mittag, oder gar erst gegen Abend nach Hause. - -Sobald die Frau angelangt war, eilten jene Kinder, die man daheim -gelassen hatte, und die mit Edmund und Blanda ungefähr von einerley -Alter -- und schon lange eingeladen waren, voll Freude herauf. - -Die Frau führte sie in das Gärtchen, das Kuno im vorigen Jahre sehr -verschönert hatte. Nahe an der Felsenwand, auf einem zierlich mit Kiese -beschütteten Grunde, war ein länglicht runder Tisch. Der war jetzt mit -einem farbigen Teppiche belegt. Rasensitze von jungem, frischen Grün -umgaben ihn. Die Kinder setzten sich rings um den Tisch, und mitten -unter ihnen Edmund und Blanda. Alle sahen freundlich und fröhlich aus -den Augen und waren voll Erwartung der Dinge, die da kommen würden. Es -war wirklich ein ungemein lieblicher Anblick, den schönen Kreis von -gelb- und braunlockichten Köpfchen und alle blühenden Gesichtchen zu -sehen. »So schön ist kein Blumenkranz,« sagte die Frau bey sich selbst, -»und wäre er auch aus den schönsten Rosen und Lilien gewunden.« - -Nun erzählte ihnen die Frau zuerst sehr schön und deutlich, warum der -heilige Ostertag ein so großes Freudenfest sey -- und dann wurde eine -große irdene Schüssel voll heißer Milch aufgetragen, darein Eyer -geschlagen waren. Jedes Kind hatte ein neues irdenes Schüsselchen vor -sich stehen. Jedes bekam nun seinen Theil und ließ sichs trefflich -schmecken. Hierauf führte die Frau die Kinder durch eine Seitenthür des -Gärtchens in das kleine Tannenwäldchen, das an den Garten stieß. -Zwischen den jungen Tännchen waren hie und da schöne grüne Rasenplätze. -Da sagte die Frau den Kindern, jedes solle aus Moos, mit dem die Felsen -und Bäume umher reichlich bewachsen waren, ein kleines Nestchen machen. -Sie gehorchten mit Freuden. Denjenigen Kindern, die nicht zurecht kommen -konnten, mußten die geschicktern helfen. Jedes mußte sich sein Nestchen -recht wohl merken. - -Nun kehrten die Kinder wieder in den Garten zurück. Aber sieh -- da -erblickten sie auf dem Tische einen großen Kuchen von Eyerbrot, der wie -ein großer gewundner Kranz gestaltet war. Jedes bekam nun ein großes -Stück Kuchen. Indeß nun die Kinder aßen, schlich Martha mit einem großen -Korbe voll gefärbter Eyer heimlich in das Wäldchen, und vertheilte die -Eyer in die Nestchen, und die blauen, rothen, gelben oder bunten Eyer -nahmen sich in den zierlichen Nestchen von zartem, grünlichem Moose -ungemein schön aus. - -Nachdem die Kinder genug gegessen hatten, sagte die Frau: »Nun kommt, -jetzt wollen wir nach den Nestchen sehen.« In jedem Nestchen lagen fünf -gleichfarbige Eyer, und auf Einem derselben stand ein Reim. Was da die -Kinder für ein Freudengeschrey erhoben! Die Freude und der Jubel ging -über alle Beschreibung. -- »Rothe Eyer! Rothe Eyer!« rief das eine, »in -meinem Nestchen sind lauter rothe Eyer.« »Und in dem meinigen blaue,« -rief ein anderes, »o alle so schön blau, wie jetzt der Himmel.« »Die -meinigen sind gelb,« schrie ein drittes, »noch viel schöner gelb, als -die Schlüsselblümchen, oder der hellgelbe Schmetterling, der dort -fliegt.« »Die meinigen, rief das vierte, haben gar alle Farben!« »O das -müssen wunderschöne Hühner seyn,« rief ein kleiner Knabe, »weil sie so -schöne Eyer legen. Die möchte ich einmal sehen.« - -»Ey,« sagte Martha's Schwesterchen, das Kleinste aus allen Kindern, »die -Hühner legen freylich keine so schöne Eyer. Ich glaube gar, das Häschen -hat sie gelegt, das aus dem Wachholderbusche heraussprang und davon -lief, als ich dort das Nestchen bauen wollte.« Und alle Kinder lachten -zusammen, und sagten im Scherze, der Haase lege die bunten Eyer. Ein -Scherz, der sich in manchen Gegenden bis auf unsere Zeiten erhalten hat. - -»O mit wie wenigem,« sagte die Frau, »kann man den Menschen eine große -Freude machen! Wer sollte nicht gerne geben; indem ja geben seliger ist, -als empfangen! -- Wer doch noch ein Kind seyn könnte! Eine solche Freude -empfinden unter den Erwachsenen nur diejenigen, die ihr Herz rein und -schuldlos bewahrten. Nur die leben noch in dem Paradiese der Kindheit -- -diesem Gottesreiche schuldloser Freude.« - -Nun machte die Frau den Kindern wieder eine andere Unterhaltung. Manches -Kind, das nur blaue Eyer bekam, hätte gerne auch ein rothes oder gelbes -gehabt. Denen, mit den rothen, gelben oder bunten Eyern ging es eben so. -Die Frau sagte daher den Kindern, sie sollen mit einander tauschen. Nur -das Ey mit dem Sprüchlein durfte nicht vertauscht werden. Das war jetzt -eine neue Freude, da jedes Kind auf diese Art Eyer von allen Farben -erhielt. »Seht,« sagte die Frau, »so muß man einander aushelfen. Wie es -mit den Eyern hier ist, so ist es mit tausend andern Dingen. Gott -theilte seine Gaben so aus, daß die Menschen einander davon wechselweise -mittheilen können, und so einander Freude machen und einander lieber -gewinnen sollen. Möchte doch jeder Tausch oder Kauf, wie euer kleiner -Eyerhandel beschaffen seyn, daß immer beyde Theile gewinnen, und keiner -verliere.« - -Der kleine Edmund las seinen Reim. Ein Köhlerknabe war darüber voll -Erstaunen. Denn damals gab es noch wenige Schulen, und mancher -Erwachsene wußte kaum, daß es um das Lesen und Schreiben etwas Schönes -und Nützliches sey. Der Köhlerknabe wollte nun sogleich wissen, was denn -da auf _seinem_ Ey geschrieben stehe. »O ein unvergleichlich schönes -Sprüchlein!« sagte die Frau. »Höre einmal! _Für Speis und Trank -- dem -Geber dank!_« Sie fragte die Kinder, ob sie dieses immer gethan hätten? -Jetzt fiel es ihnen erst ein, Gott für die fröhliche Mahlzeit und die -schönen Eyer zu danken, was sie denn nach Anleitung der Frau auch -sogleich von Herzen thaten. - -Nun wollte aber jedes Kind wissen, was auf seinem Ey stehe. Alle -drängten sich um die Frau. Alle die kleinen Händchen, und in jedem der -Händchen ein Ey, waren gegen sie ausgestreckt. Alle riefen wie mit einem -Munde: »Was steht auf meinem? Was auf meinem? Wie heißt meines? O meines -zuerst lesen!« - -Die Frau mußte Friede machen, und die Kinder in einen Kreis stellen. -Jetzt las sie in der Reihe herum ein Sprüchlein nach dem andern. Jedes -Kind war voll Begierde zu wissen, wie sein Reimlein heiße. Alle horchten -auf die Frau, und wandten kein Auge von ihr, wenn sie wieder ein -Sprüchlein las. - -Die Reimlein bestanden nur immer aus einigen Wörtchen. Alle zusammen, -sowohl auf den Eyern, die sie jetzt, als auf jenen, die sie nachher noch -austheilte, waren ungefähr folgende: - - 1. Nur Eins ist noth, - Kind, liebe Gott! - - 2. Gott sieht dich, Kind, - Drum scheu die Sünd. - - 3. Für Speis und Trank - Dem Geber dank'. - - 4. Ein dankbar Herz - Flammt himmelwärts. - - 5. Vertrau' auf Gott, - Er hilft in Noth. - - 6. Höchst elend ist, - Wer Gott vergißt. - - 7. Wer Jesum ehrt, - Thut, was Er lehrt. - - 8. Gebet und Fleiß - Macht gut und weis'. - - 9. Fromm, gut und rein, - Drey Edelstein. - - 10. Ein gutes Kind - Gehorcht geschwind. - - 11. Beym Eigensinn - Ist kein Gewinn. - - 12. Ein reines Herz - Erspart viel Schmerz. - - 13. Kind, wirst du roth, - So warnt dich Gott. - - 14. Wie Rosen blüht - Ein rein Gemüth. - - 15. Bescheidenheit - Das schönste Kleid. - - 16. Wer Lügen spricht, - Dem glaubt man nicht. - - 17. Die Heucheley - Ein faules Ey. - - 18. Verdientes Brot, - Macht Wangen roth. - - 19. Unmäßig seyn - Bringt Schmach und Pein. - - 20. Geiz macht ein Herz - Zu Stein und Erz. - - 21. Ein frommer Mann, - Hilft wo er kann. - - 22. Zorn, Haß und Neid - Bringt dir nur Leid. - - 23. Still, sanft und mild, - Ein goldner Schild. - - 24. Geduld im Leiden - Bringt Himmelsfreuden. - - 25. Gutseyn, nicht Gold, - Macht lieb und hold. - - 26. Ein gut Gewissen, - Ein sanftes Kissen. - - 27. Wer Gutes thut, - Hat frohen Muth. - - 28. Zur Ewigkeit - Sey stets bereit. - - 29. Weltlust vergeht, - Tugend besteht. - - 30. Den Frommen lohnen - Dort ew'ge Kronen. - -Jedes Kind gab sich alle Mühe, sein Reimlein zu merken, und wiederholte -es in der Stille immer bey sich selbst, um es nicht zu vergessen. - -Die Frau fragte nun in der Reihe herum, ob jedes sein Sprüchlein noch -wisse. Hie und da mußte sie ein wenig nachhelfen. Aber bald wußte jedes -Kind das seine schön und deutlich zu sagen. Ja viele merkten auch die -Reimlein der übrigen. Nach und nach wußte fast jedes Kind alle Reime -auswendig. Wenn man nur das erste Wort nannte, so wußten sie fast -allemal das Sprüchlein bis ans Ende zu sagen. Und wenn man die erste -Hälfte sagte, so wußten sie die zweyte ganz sicher. So viel auf einmal, -und so leicht, unter Lust und Lachen, hatten die Kinder noch nie -gelernt. - -Die Väter und Mütter und die andern Kinder, die indes nach Hause -gekommen waren, und den lauten Jubel, der in das Thal hinabscholl, -vernahmen, eilten herauf, zu sehen und zu hören, was es denn gebe, und -waren ganz erstaunt. »So viel,« sagten sie, »lernen ja die Kinder zu -Hause kaum in einem halben Jahre auswendig, als hier in einer halben -Stunde. Es bleibt doch wahr, Lust und Lieb zu einem Ding, macht alle Müh -und Arbeit gering.« »Aber den Kindern Lust zu machen, sagte der Müller, -das ist das Kunststückchen. Da steckts! -- Das heißt einmal viel -gelernt. Das ist ja eine ganze Sittenlehre für Kinder im Kleinen. Wie -die Frau doch mit Kindern umzugehen weiß!« - -Die Frau beschenkte nun auch die übrigen Kinder mit bunten Eyern und mit -Kuchen, und sagte noch zu allen: »Die gefärbten Eyer mögt ihr zu Hause -essen; und die mit dem Sprüchlein, müßt ihr zum Andenken aufbewahren.« -»Die essen wir freylich nicht!« sagten die Kinder. »Die heben wir auf. -Das Sprüchlein ist ja mehr werth, als das Ey.« »Das ist's wahrhaftig,« -sagte die Frau, »wenn ihr das befolgt, was es euch lehrt.« - -Sie ermahnte die Aeltern nun, die Kinder bey guter Gelegenheit an die -Sprüchlein zu erinnern. Die Aeltern thatens. Wenn ein Kind nicht -sogleich auf das Wort folgen wollte, erhob der Vater den Finger und -sagte: »_Ein gutes Kind_ --« und das Kind sprach: »_gehorcht -geschwind!_« und gehorchte dann auch geschwind. Wenn ein Kind Miene -machte, zu lügen, sprach die Mutter: »_Wer Lügen spricht_ --« »_dem -glaubt man nicht!_« fuhr das Kind fort, erröthete und schämte sich zu -lügen. Und so machten die Aeltern es auch mit den übrigen Reimen. - -Die Kinder sagten noch gar oft, in ihrem Leben hätten sie keinen so -vergnügten Tag gehabt. »Nun,« sagte die Frau allemal, »so thut nur -fleißig, wie es in den Sprüchlein heißt, und dann gebe ich euch alle -Jahre ein solches Eyerfest. Wer aber böse ist und nicht folgt, darf -nicht dazu kommen. Denn es soll nur ein Fest für gute Kinder seyn.« O, -wie da die Kinder im Thale so gut und so folgsam wurden! - - - - - Fünftes Kapitel. - - Ein Paar Eyer -- mehr werth, als wenn sie von Gold wären. - - -Unter den Zuschauern, die dem kleinen Kinderfeste beywohnten, hatte die -Frau einen fremden Jüngling bemerkt, der in dem Kreise fröhlicher -Menschen ganz traurig dastand. Der Jüngling mogte etwa im sechzehnten -Jahre seyn. Er war nur sehr ärmlich gekleidet, allein von einem sehr -edlen Aussehen und von einer blühenden, unverdorbenen Gesichtsfarbe; -seine schönen gelben Haare hingen bis auf die Schultern herab, und in -der Hand hatte er einen langen Wanderstab. - -Nachdem sich die meisten Zuschauer zerstreut hatten, fragte ihn die Frau -voll Mitleids, warum er denn so traurig sey. »Ach, sprach der Jüngling, -und die hellen Thränen standen ihm in den Augen, mein Vater, der ein -Steinhauer war, ist erst vor drey Wochen gestorben. Meiner Mutter geht -es nun mit meinen zwey kleinen Geschwistern, einem Knaben und einem -Mädchen, sehr hart. Mich will der Bruder meiner Mutter annehmen, und -mich das Handwerk des Vaters, das er auch treibt, lehren, damit ich die -Mutter erhalten und mich in der Welt fortbringen könne. Zu diesem reise -ich jetzt. Ich komme schon zwanzig Stunden weit her und habe fast noch -so weit zu gehen. Denn der Vetter wohnt weit hin in einer andern Gegend -des Gebirges.« - -Die Frau wurde, besonders da ihr eignes Schicksal dem Schicksale der -armen Wittwe des Steinhauers in etwas ähnlich war, sehr gerührt. Sie gab -ihm Milch mit Eyern und Eyerkuchen zu essen, und schenkte ihm einiges, -seine Mutter damit zu unterstützen. Edmund und Blanda hatten auch großes -Mitleiden mit ihm. »Da,« sagte Blanda, »bring dieses rothe Ey deinem -kleinen Schwesterchen und grüße sie mir recht freundlich.« »Und,« sagte -Edmund, »dieses blaue Ey bringe deinem Brüderchen zum Gruße, und sag -ihm, er soll uns einmal heimsuchen! Wir wollen ihm dann auch Milchsuppe -und Eyerkuchen auftischen.« Die Mutter lächelte, holte noch ein -bemahltes Ey, und sagte: »Dieses Ey da gieb deiner Mutter. Das -Sprüchlein darauf ist der beste Trost, den ich ihr geben kann: _Vertrau -auf Gott, -- Er hilft in Noth!_ und so wird ihr das Ey kein unangenehmes -Geschenk seyn; ja wenn sie das Sprüchlein befolgt, so ist es das beste -Geschenk von der Welt, das man ihr nur immer machen könnte.« - -Der Jüngling dankte herzlich. Der Müller behielt ihn über Nacht, und am -andern Morgen, da die Spitzen der Felsen, die das Thal einschlossen, -sich errötheten, setzte er seinen Stab weiter, nachdem der Müller ihm -noch zuvor Haberbrot und Ziegenkäse in seinen Queersack gesteckt hatte. - -Fridolin, denn so hieß der Jüngling, wanderte durch das Gebirge, über -hohe Felsen und durch tiefe Thäler, rüstig fort. Am Abende des dritten -Tages war er nur noch ein Paar Stunden von der Wohnung des Vetters -entfernt. Aber sieh da -- als er so auf schmalem Wege, längs einer -himmelhohen Felsenwand hinkletterte, und in die tiefe schauerliche Kluft -zwischen den buschigen Felsen mit Grausen hinabschaute, erblickte er auf -einmal ein aufgezäumtes und gesatteltes Pferd; die Decke war schön -purpurroth und der Zügel schien lauter Gold. Das Pferd aber schaute zu -ihm herauf und wieherte, als freute es sich, einen Menschen zu sehen, -und als wollte es ihn mit lautem Jubel willkommen heißen. - -»Alle Welt,« sagte der Jüngling, »wie kommt das edle Thier in diese -tiefe Schlucht hinab. Allem nach gehört es einem Ritter zu. Wenn dem -Herrn, dem es angehört, nur kein Unglück begegnet ist. Ein gesatteltes -Pferd ohne Reiter an einem solchen Orte ist immer ein Anblick, über den -man erschrickt. Mir wird ganz bange; ich muß doch einmal nachsehen.« Er -versuchte lange vergebens hinab zu klettern, wiewohl er im Bergsteigen -sehr geübt war. Endlich fand er einen engen Steig zwischen den Felsen, -den ein wildes Bergwasser ausgehöhlt hatte, der aber jetzt trocken lag, -und kam glücklich hinunter. Da sah er einen Mann von edlem Aussehen und -in ritterlicher Kleidung unter einem überhangenden Felsen liegen. Sein -glänzender Helm mit dem prangenden Federbusche lag neben ihm, und der -Spieß steckte darneben. Der Mann aber sah sehr blaß aus, und der -Jüngling wußte nicht, ob er nur schlafe oder gar todt sey. Mitleidig -ging er zu ihm hin, faßte ihn freundlich bey der Hand und sagte: »Fehlt -euch etwas lieber Herr?« - -Der Mann schlug die Augen auf, blickte den Jüngling starr an, seufzte, -und versuchte zu reden. Aber er konnte kein Wort hervorbringen. Da -deutete er mit der Hand auf den Mund, und dann auf den Helm, der neben -ihm lag. Fridolin verstand, daß er trinken wolle, nahm den Helm, und -ging, Wasser zu holen. Ein paar graue Weidenbäume tief in einem Winkel -der Schlucht verriethen ihm, daß Wasser in der Nähe seyn müsse. Er ging -hin, fand feuchten Grund, wand sich eine Strecke zwischen Felsen und -Gesträuchen hinauf, und sieh -- da rann ein kleines Quellchen, hell wie -Kristall, aus einem moosigen Felsen hervor. Fridolin füllte den Helm, -und eilte dem Durstenden zu. Er trank öfter und in langen Zügen. Nach -und nach kam ihm die Sprache wieder. - -»Gott sey Dank!« war sein erstes Wort. »Und auch dir sey Dank, -freundlicher Jüngling,« fuhr er mit heißerer Stimme fort, indem er den -Kopf auf die Hand stützte. »Dich hat mir Gott zugesendet, damit ich -nicht verschmachte. -- Aber, wie mich jetzt hungert! Hast du nicht einen -Bissen Brot bei dir?« - -»O du mein Gott,« rief Fridolin, »wenn ich es nur früher gewußt hätte. -Haberbrot und Ziegenkäse, die ich da im Queersacke trug, sind rein -aufgezehrt. Doch halt, halt! rief er jetzt freudig aus, da habe ich ja -noch die Eyer. Die sind eine gesunde, nahrhafte Speise.« Er setzte sich -zu dem Manne auf den reichlich mit Moos bewachsenen Boden, langte die -gefärbten Eyer hervor, machte sogleich eines von der Schale los, schnitt -es mit seinem Taschenmesser, gleich Aepfelschnitzchen, in länglichte -Stücklein, und gab ein Stückchen nach dem andern dem Manne. Der Mann aß -begierig, trank dann wieder dazwischen, und aß dann wieder. - -Fridolin wollte das dritte Ey auch aufklopfen. Aber der Mann sagte: »Laß -es gut seyn. Zuviel auf einmal essen, besonders nachdem man lange -gehungert, ist nicht gut. Ich habe für jetzt genug. So gut hat es mir in -meinem Leben noch nicht geschmeckt. Es war ein Königsmahl.« »Ich fühle -mich, Gott sey Dank, schon kräftiger, fuhr er fort und setzte sich -vollends auf. O wenn du nicht gekommen wärest, so wäre ich diese Nacht -sicher verschmachtet.« - -»Aber,« sagte Fridolin, indem er den hellen Panzer und die Kleidung von -prächtigen Farben näher betrachtete, »wie kommt ihr, edler Ritter, mit -eurem Pferde denn in diese schauerliche Schlucht herab?« - -»Ich bin nur ein Edelknecht,« sagte der Mann, »und reise schon mehrere -Wochen in Angelegenheit meines Herrn weit umher. Da hab ich mich in -diesem waldigen Gebirge verirrt. Die Nacht überfiel mich. Auf einmal -stürzte ich in der Finsterniß, samt meinem Pferde, den steilen Abhang -dort herunter in diese Tiefe. Dem Pferde, das gut auf den Beinen ist, -geschah nichts. Aber ich habe mich da an dem Fuße beschädigt, daß ich -nicht mehr gehen, und mich nicht einmal mehr auf das Pferd schwingen -kann. Indeß ists ein Wunder, daß Mann und Roß nicht sogleich zu Grund -gingen. Ich kann Gott nicht genug danken! Ich verband mir die Wunde; -aber das Wundfieber setzte mir hart zu. Ich hatte mich schon darein -ergeben, zwischen diesen Felsen Hungers zu sterben. Da erschienst du -mir, guter Jüngling -- wie ein Engel des Himmels. Sag doch an, wie -kommst du hieher in diese menschenleere, einsame Wüste?« - -Fridolin erzählte, und der Mann hörte aufmerksam zu, und that dazwischen -allerley Fragen. »Wunderlich,« sagte er, indem er auf die Eyerschaalen -zeigte, die auf dem Moose umherlagen, »daß sie so schön roth und blau -sind. Ich habe noch nie solche Eyer gesehen. Wie, laß mich das Ey, das -noch ganz ist und das du wieder in den Queersack stecktest, doch einmal -näher betrachten!« - -Fridolin gabs ihm, und erzählte, wie er dazu gekommen. Der Mann -betrachtete das Ey sehr aufmerksam, und die Thränen drangen ihm in die -Augen. »Mein Gott,« sagte er, »was da auf dem Ey steht, ist wohl recht -wahr: _Vertrau auf Gott, -- Er hilft in Noth._ Das habe ich jetzt -erfahren. Mit heißer Inbrunst flehte ich in diesem Abgrunde zu Gott um -Hülfe, und Er hat mein Flehen erhört. Seine Güte sey dafür dankbar -gepriesen. Gesegnet seyen die guten Kinder, die dir das Paar Eyer -schenkten. O sie dachten wohl nicht, daß sie damit einem fremden Manne -das Leben retten würden. Gesegnet sey die gute Frau, die auf dieses Ey -hier den tröstlichen Reim schrieb.« - -»Du,« fuhr er fort, »gib das Ey mir. Ich will es aufheben, damit ich den -schönen Spruch, der sich an mir so schön bewährte, immer vor Augen haben -kann. Ja, meine Kinder und Kindeskinder sollen noch im Vertrauen auf -Gott gestärkt werden, so oft sie das Ey erblicken und den Spruch lesen. -Vielleicht erzählen nach hundert Jahren meine Urenkel noch davon, wie -wunderbar Gott ihren Urgroßvater durch ein Paar Eyer vom Hungertode -gerettet habe. -- Ich will dir für die Eyer etwas anders geben.« Er zog -seinen Geldbeutel heraus, und gab ihm für jedes Ey, das er gegessen, -hatte, ein Goldstück -- für das mit dem schönen Reim aber zwey. Fridolin -wollte ihm das Ey zwar nicht lassen. Der Mann aber bat so lange, bis er -es ihm gab. - -»Doch sieh,« sagte der Mann jetzt, indem er an der Felsenwand hinauf -blickte, »es will Abend werden, und die Felsen und Gesträuche da oben -schimmern in der Abendsonne schon wie rothes Gold. Versuch es doch -einmal, mir auf das Pferd zu helfen. Der Weg, auf dem du herabkamst in -diese fürchterliche Schlucht, wo die Sonne nie hinscheinet, läßt mich -doch einen Ausgang hoffen.« - -Fridolin half ihm auf das Pferd, und führte es am Zügel. Sie kamen durch -den Hohlweg mit vieler Mühe, aber dennoch glücklich hinauf. O wie sich -da der Mann freute, als er die Sonne wieder erblickte, und Wald und -Gebirg umher, von ihren glühendrothen Strahlen herrlich beleuchtet. - -»Zu meinem Vetter,« sagte Fridolin, »kommen wir jetzt wohl noch. Ich -gehe einen starken Schritt und euer Pferd bleibt gewiß nicht zurück. Der -Vetter wird euch mit Freuden aufnehmen. Er ist ein braver Mann. Ihr -findet nicht nur eine gute Nachtherberge, sondern sicher auch, bis ihr -wieder hergestellt seyd, eine liebreiche Pflege.« - -Mit anbrechender Nacht kamen sie vor der Hütte des ehrlichen Steinhauers -an. Er nahm den Edelknecht mit Freuden auf, und klopfte seinem jungen -Vetter Fridolin auf die Schulter, daß er so brav und gut gehandelt habe. --- Fridolin trug seine Bedenklichkeit vor, daß er nicht Wort halten und -seiner Mutter und seinen Geschwistern die gefärbten Eyer nicht senden -könne. »Ach was, Eyer,« sagte Fridolins Vetter, »ich weiß zwar nicht, -was du alles von rothen und blauen und bunten Eyern daher schwatzest, -oder was diese Eyer vor andern Vogeleyern, deren viele gewiß noch weit -schöner und zarter bemahlt sind, besonders haben sollen; aber wären sie -auch pures Gold, so wären sie dennoch wohl fort -- da nur der brave Mann -hier nicht hungers sterben durfte, und du einmal ein braver Kerl wirst. -Du hast gehandelt, wie der wohlthätige Samariter -- und ich will nun den -Wirth machen. Aber bezahlen darfst du mir nichts, setzte er noch -lächelnd hinzu. Hörst du?« - -Der Edelknecht zeigte das Ey mit dem Spruche. »Es ist wunderschön,« -sagte der Vetter zu Fridolin. »Indeß laß ihm's nur; das Gold da wird -deiner Mutter lieber seyn. Komm, ich will es dir auswechseln!« Der -Jüngling erstaunte über die Menge Münze, die er dafür bekam; denn er -hatte das Gold nicht gekannt. »Sieh,« sagte der Vetter, »auch an deiner -Mutter wird der Spruch wahr: _Gott hilft in Noth!_ Der Spruch ist mehr -werth, als all das Gold. Es ist indeß gut, daß man den Spruch auch ohne -das Ey merken kann. Vergiß ihn daher dein Lebenlang nicht.« - -Der Edelknecht blieb so lange, bis er ganz gesund war, und beschenkte, -ehe er aufsaß, noch alle im Hause reichlich. - - - - - Sechstes Kapitel. - - Ein Ey, das wirklich in Gold und Perlen gefaßt wird. - - -Den Frühling und Sommer über fiel in dem Thale nichts besonders vor. Die -Kohlenbrenner bauten ihr kleines Feld und gingen fleißig in den Wald, -Kohlen zu brennen; ihre Weiber besorgten die Haushaltung und zogen viele -Hühner; und die Kinder fragten sehr oft, ob es wohl nicht bald wieder -Ostern sey. Die edle Frau aber war jetzt manchmal sehr traurig. Ihr -alter, treuer Diener, der sie hieher begleitet hatte, und anfangs von -Zeit zu Zeit bald größere, bald kleinere Reisen machte, und ihre -Geschäfte besorgte, konnte das Thal schon lange nicht mehr verlassen. -Denn er fing an zu kränkeln. Ja, als es Herbst ward und die Gesträuche -an den Felsen umher bereits bunte Blätter hatten, konnte er kaum mehr -vor die Thüre, um sich, was er sonst so gerne that, ein wenig zu sonnen. -Die Frau vergoß aus Mitleid mit dem guten, alten Manne, und aus -Besorgniß, ihre letzte Stütze zu verlieren, manche stille Thräne. Auch -das fiel ihr sehr schwer, daß sie nun durch ihn von ihrem Vaterlande -keine Nachricht mehr erhalten konnte, und in diesem abgelegenen Thale -von der ganzen übrigen Welt wie abgeschieden war. - -Um diese Zeit setzte aber noch ein anders Ereigniß die gute Frau in -nicht geringe Aengste und Schrecken. Die Kohlenbrenner kamen eines -Morgens aus dem Walde heim, und erzählten, als sie die vergangene Nacht -wohlgemuth bey ihren brennenden Kohlhaufen gesessen wären, da seyen auf -einmal vier fremde Männer zu ihnen gekommen, die eiserne Kappen auf dem -Kopfe und eiserne Wammse angehabt, und große Schwerter an der Seite und -lange Spieße in der Hand geführt hätten. Sie hätten sich Dienstleute des -Grafen von Schroffeneck genannt, der mit vielen Reisigen in dem Gebirge -angekommen sey. Sie hätten sich auch nach allem in der Gegend wohl -erkundigt. Der Müller eilte mit dieser Neuigkeit sogleich zu der Frau, -die eben an dem Bette des kranken Kuno saß. Sie wurde, als der Müller -den Namen Schroffeneck nannte, todtenbleich, und rief: »O Gott, der ist -mein schrecklichster Feind! Ich glaube nicht anders, als er stellt mir -nach dem Leben. Die Kohlenbrenner werden den fremden Männern meinen -Aufenthalt doch ja nicht entdeckt haben!« Der Müller versicherte, so -viel er wisse, sey von ihr gar nicht die Rede gewesen. Die Männer hätten -sich an dem Feuer nur gewärmt und seyen gegen Tag wieder weiter -gegangen. Daß sie aber noch in dem Gebirge umherstreifen, sey dennoch -gewiß. - -»Lieber Oswald!« sagte die Frau zum Müller, »Ich habe, seit ihr mich in -euer Haus aufnahmet, euch immer als einen gottesfürchtigen, -rechtschaffenen, redlichen Mann kennen gelernt. Euch will ich daher -meine ganze Geschichte anvertrauen, und auch die große Angst entdecken, -die jetzt mein Herz erfüllt; denn auf euern guten Rath und auf euern -treuen Beystand mache ich sichere Rechnung.« - -»Ich bin Rosalinde, eine Tochter des Herzoges von Burgund. Zwey -angesehene Grafen warben um meine Hand -- Hanno von Schroffeneck und -Arno von Lindenburg. Hanno war der reichste und mächtigste Herr weit -umher, und hatte viele Schlösser und Kriegsleute; allein er war nicht -gut und edel. Arno war wohl der tapferste und edelste Ritter im Lande; -allein im Vergleich mit Hanno arm; denn er hatte von seinem edlen, -uneigennützigen Vater nur ein einziges alterndes Schloß geerbt, und war -auch gar nicht darauf bedacht, durch Gewalt mehrere an sich zu reißen. -Ihm gab ich, mit Gutheißen meines Vaters, meine Hand, und brachte ihm -eine schöne Strecke Landes mit mehreren festen Schlössern zum -Brautschatze. Wir lebten so vergnügt, wie im Himmel.« - -»Hanno von Schroffeneck faßte aber einen grimmigen Haß gegen mich und -meinen Gemahl, und wurde uns todtfeind. Indeß verbarg er seinen Groll, -und ließ ihn nicht in öffentliche Feindseligkeiten ausbrechen. Nun mußte -mein Gemahl mit dem Kaiser in den Krieg gegen die wilden heidnischen -Völker ziehen. Hanno hätte den Zug auch mitmachen sollen. Allein unter -allerley Vorwänden wußte er seine Rüstungen zu verzögern, blieb zurück, -und versprach blos, dem Heere sobald möglich zu folgen. Während nun mein -Gemahl mit seinen Leuten an den fernen Grenzen für sein Vaterland -kämpfte, und alle genug zu thun hatten, den übermächtigen Feind -abzuhalten, brach der treulose Hanno in unser Land ein -- und niemand -war, der sich ihm widersetzen konnte. Er verwüstete alles weit umher, -und erstürmte ein festes Schloß nach dem andern. Mir blieb nichts übrig, -als mit meinen zwey lieben Kindern heimlich zu entfliehen. Mein guter -alter Kuno war mein einziger Schutzengel auf dieser gefährlichen Flucht, -auf der ich keinen Augenblick vor Hanno's Nachstellungen sicher war. Er -führte mich in dieses Gebirg, wo ich in diesem vor aller Welt -verborgenen Thale einen so ruhigen Aufenthalt fand.« - -»Hier wollte ich nun weilen, bis mein Gemahl aus dem Kriege zurück -kommen, und unsre Habe dem unrechtmäßigen Besitzer wieder entreißen -würde. Von Zeit zu Zeit zog Kuno aus dem Gebirge in die bewohntere Welt, -Kunde von dem Kriege einzuholen. Allein immer kehrte er mit traurigen -Nachrichten zurück. Immer noch waltete der böse Hanno in unserm Lande, -immer noch dauerte der Krieg an den Grenzen mit abwechselndem Glücke -fort. Nun aber ist schon bald ein Jahr, daß mein guter Kuno krank ist, -und seit der Zeit weiß ich nichts mehr von meinem theuren Vaterlande, -und von meinem lieben Gemahl. Ach, vielleicht fiel er schon lange unter -dem Schwerte der Feinde! Vielleicht kam Hanno, der mir mit seinen Leuten -so nahe ist, meinem geheimen Aufenthalte auf die Spur -- und was wird -dann aus mir werden? Der Tod wäre noch das Beste, was mir begegnen -könnte! --« - -»O redet doch mit den Köhlern, lieber Oswald, daß sie mich doch nicht -verrathen!« »Was verrathen!« sagte der Müller. »Ich stehe euch gut für -alle; jeder gäbe sein Leben für mich. Ehe der von Schroffeneck euch -etwas zu leid thun sollte, müßte er es mit uns allen aufnehmen. Seyd -daher außer Sorgen, edle Frau!« Eben so sprachen die Kohlenbrenner, als -ihnen der Müller die Sache vortrug. »Er soll nur kommen,« sagten sie, -»dem wollen wir mit unsern Schürhacken den Weg weisen.« - -Die gute Frau brachte indeß ihr Leben unter beständigen Sorgen und -Aengsten zu. Sie getraute sich kaum mehr aus der Hütte, und ließ auch -keines ihrer Kinder vor die Thüre. Ihr Leben war sehr betrübt und -kummervoll. Da es aber in dem Gebirge wieder ruhig wurde, und man von -den geharnischten Männern nichts mehr sah und hörte, wagte sie es -einmal, einen kleinen Spaziergang zu machen. Es war nach langem Regen -gar ein schöner, lieblicher Tag spät im Herbste. Einige hundert Schritte -von ihrer Hütte war eine Art ländlicher Kapelle. Sie war nur aus rohen -Tannenstämmen erbaut, und an der Vorderseite ganz offen. In der Kapelle -sah man die Flucht nach Aegypten, ein sehr liebliches Gemählde, das Kuno -einmal von einer seiner Wanderungen mitgebracht hatte, die gute Frau -über ihre eigene Flucht zu trösten. Hinter der Kapelle erhob sich eine -hohe Felsenwand, und vor der Kapelle standen einige schöne Tannen, und -beschatteten den Eingang derselben. Das Plätzchen hatte noch etwas -Stilles und Trauliches, daß man mit Wehmuth und Freude hier verweilte. -Ein angenehmer Weg über grünen Rasen, zwischen mahlerischen Felsen und -Gesträuchen führte dahin. Dies war ihr liebster Spaziergang. Sie ging -- -nicht ganz ohne Bangigkeit -- auch dieses Mal dahin. Sie kniete mit -ihren Kindern einige Zeit auf dem Betstuhle am Eingange der Kapelle. Die -Aehnlichkeit ihres Schicksals mit dem der göttlichen Mutter, die auch -mit ihrem Kinde in ein fremdes Land flüchten mußte, rührte sie, und -manche Zähre floß von ihren Wangen. Sie betete eine Zeit, und setzte -sich dann auf die Bank. Ihre Kinder pflückten indeß an den Felsen umher -Brombeeren, freuten sich, daß jede Beere gleichsam ein kleines, -glänzendschwarzes Träubchen bilde, und entfernten sich nach und nach -ziemlich weit. - -Als nun die Frau so einsam da saß -- sieh, da kam ein Pilgersmann -zwischen den Felsen hervor und näherte sich der Kapelle. Er hatte nach -Art der Pilger ein langes, schwarzes Gewand an und einen kurzen Mantel -darüber. Sein Hut war mit schönfarbigen Meermuscheln geziert, und in der -Hand führte er einen langen, weißen Stab. Er war, wie es schien, schon -sehr alt, aber doch ein stattlicher, sehr wohlaussehender Mann. Seine -langen Haare, die auf beiden Seiten der Scheitel schlicht herab hingen, -und sein langer Bart waren weiß wie Schleeblüthe, aber seine Wangen noch -röther, als die schönsten Rosen. Die Frau erschrack, als sie den fremden -Mann sah. Er grüßte sie ehrerbietig und fing ein Gespräch mit ihr an. -Sie aber war in ihren Reden sehr vorsichtig und zurückhaltend. Sie -blickte ihn nur sehr schüchtern an, als wollte sie ihn erst ausforschen, -ob sie ihm -- als einem ganz Fremden -- wohl auch trauen dürfe. - -»Edle Frau,« sagte endlich der Pilger, »habt keine Furcht vor mir. Ihr -seyd mir nicht so fremd, als ihr denket. Ihr seyd Rosalinde von Burgund. -Ich weiß auch gar wohl, was für ein hartes Schicksal euch zwang, -zwischen diesen rauhen Felsen eine Zufluchtsstätte zu suchen. Auch euer -Gemahl, von dem ihr nun schon drei Jahre getrennt seyd, ist mir recht -wohl bekannt. Seit ihr hier in dieser abgelegenen Gegend wohnet, hat -sich in der Welt vieles geändert. Wenn euch je noch daran liegt, von dem -guten Arno von Lindenburg zu hören, und das Andenken an ihn in eurem -Herzen noch nicht erloschen ist, so kann ich euch die fröhlichsten -Nachrichten von ihm mittheilen. Es ist Friede! Mit Siegeskränzen -geschmückt kehrte das christliche Heer zurück. Euer Gemahl hat seine -geraubten Festen wieder erobert. Der Bösewicht Hanno rettete sich mit -genauer Noth in dieses Gebirg, und auch aus diesem hat er sich schon -weiter flüchten müssen. Der innigste Wunsch eures Gemahls ist nun, euch, -seine geliebte Gemahlinn, wieder aufzufinden.« - -»O Gott!« rief jetzt die Frau, »welch eine Freudenbothschaft! O wie dank -ich Dir, lieber Gott!« Sie sank auf die Knie, und reichliche Thränen -flossen über ihre Wangen. »Ja,« sprach sie, »Du, guter Gott, hast meine -heißen Thränen gesehen, meine stillen Seufzer vernommen, mein -unaufhörliches Flehen erhört! -- O Arno, Arno, daß mir doch bald der -selige Augenblick würde, dich wieder zu sehen, und dir deine Kinder, die -bey deiner Abreise noch ganz unmündig waren, vorzuführen, damit du nun -aus ihrem Munde das erste Mal den holden Vaternamen vernehmest!« - -»Ja wohl zweifeln, du frommer Mann,« sagte sie zum Pilger, »ob ich -meines Gemahls noch gedenke -- ob nicht sein Andenken in meinem Herzen -erloschen? -- O meine Kinder,« rief sie jetzt ihren zwey Kleinen zu, die -schüchtern in einiger Entfernung standen, und den fremden Mann neugierig -betrachteten -- »o kommt hieher!« Beyde Kinder kamen eilig. - -»Du, Edmund,« sprach sie jetzt zum Knaben, indem sie das Kind küßte und -ermunterte, nicht scheu, sondern hübsch dreist zu seyn, »sage dem Manne -hier das kleine Gebet, das wir alle Morgen für den Vater beten.« Der -Kleine faltete, als ob es allzeit so seyn müßte, auch wenn man es nur -auswendig hersagte, andächtig die Hände, und sprach mit sichtbarer -Rührung, die Augen zum Himmel gerichtet, laut und mit Ausdruck: »Lieber -Vater im Himmel! Sieh auf uns zwey arme Waislein herab! Unser Vater ist -im Kriege. O laß ihn nicht umkommen! O wir wollen auch recht fromm und -gut seyn, damit der liebe Vater Freude habe, wenn er uns einmal -wiedersieht! Ach ja, erfülle unsre Bitte!« - -»Und du, Blanda,« sagte sie zum gelblockigten Mädchen mit den -Rosenwangen, »sag, wie beten wir Abends für den Vater, ehe wir uns -schlafen legen?« Das Kind faltete eben so wie der Knabe die kleinen -Händchen, schlug die blauen Augen zum Himmel auf, und betete schüchtern -mit sanfter, leiser Stimme: »Lieber Vater im Himmel! Ehe wir zur Ruhe -gehen, flehen wir noch zu Dir für unsern Vater auf Erde. Laß ihn sanft -ruhen und dein Engel beschütze ihn vor feindlichem Ueberfall. Schenke -auch der lieben Mutter sanften Schlaf, damit sie ihres tiefen Kummers -ein wenig vergesse. Oder wenn Du ihr auch den süßen Schlaf entziehen -willst -- so laß ihn auf die Augenlieder des Vaters sanft herabsinken. O -möchte dieser Abend der letzte unsrer traurigen Trennung seyn -- möchte -bald der frohe Morgen jenes Tages anbrechen, an dem wir ihn -wiedersehen!« - -»Amen, Amen!« sagte die Mutter, indem sie die Hände faltete, und weinend -zum Himmel aufblickte. -- -- - -Jetzt fing der Pilger mit einem Male an laut zu weinen. In einem -Augenblicke hatte er die Verkleidung -- Haare und Bart, Pilgermantel und -Pilgerrock hinweg geworfen -- und stand nun in prächtiger, ritterlicher -Tracht, in Gold und Purpur, in jugendlicher Schönheit, voll Kraft und -Leben da, und breitete seine Arme weit gegen Frau und Kinder aus, und -rief mit lauter, tiefgerührter Stimme: »O Rosalinde, meine Gemahlinn -- -o Edmund und Blanda, meine liebsten Kinder!« - -Die Frau war vom plötzlichen Freudenschrecken ganz betäubt. Die Kinder, -die bey dem lauten Weinen des Pilgers eben zu ihrer Mutter aufgeblickt -hatten, als wollten sie um Hülfe für den Mann flehen, schauten, als sie -jetzt ihren Namen hörten, um -- und erschracken über das Wunder, das sie -zu sehen glaubten; denn sie meinten, da die Mutter ihnen öfters aus der -Legende erzählt hatte, nicht anders, als der Greis habe sich mit einem -Male in einen schönen Jüngling des Himmels -- in einen Engel verwandelt; -so schön kam ihnen ihr Vater vor. Denn wirklich war er auch der schönste -Mann unter dem ganzen christlichen Heere. O wie entzückt waren sie, als -die Mutter ihnen nun sagte, der schöne Herr sey ihr lieber Vater, von -dem sie ihnen so oft erzählt habe. Vater und Mutter und Kinder fühlten -sich so glücklich, als wären sie schon im Himmel, und ein Paar Stunden -verschwanden ihnen wie ein Paar Augenblicke. - -Rosalinde hatte aus den Reden ihres Gemahls vernommen, daß er unter -starker Bedeckung spornstreichs hieher geritten sey, um sie hier -abzuholen; daß er aber wegen der steilen, gefährlichen Felsenwege sein -Gefolge von Reitern zurückgelassen habe, und in Pilgertracht, deren sich -die Vornehmen damals oft bedienten, wenn sie unbekannt reisen wollten, -zu Fuße vorausgeeilt sey, schneller bey ihr zu seyn, sich unter dieser -fremden Gestalt von ihrem Wohlbefinden und von dem Wohlverhalten seiner -Kinder zu überzeugen, und sie auf seinen Empfang vorzubereiten. -Rosalinde fragte, wie es gekommen sey, daß er ihren Aufenthalt so sicher -erfahren habe. - -»O Rosalinde,« sagte er, »unser Wiedersehen ist die Frucht deiner -Wohlthätigkeit gegen die armen Leute, besonders gegen die Kinder in -diesem Thale. Darum hat Gott deinen Kindern den Vater wieder geschenkt. -Ohne diese deine wohlthätigen Gesinnungen hätten wir uns nicht so bald, -ach vielleicht gar nicht mehr gesehen! Denn überall warest du von unsren -Feinden umgeben, und leicht hättest du in ihre Hände fallen können. Erst -nachdem ich mit meinen Leuten im Gebirge angekommen war, entfloh Hanno -mit den Seinigen über alle Berge. Sieh da,« sprach er, und zeigte ihr -das gefärbte Ey mit dem Spruche: _Vertrau auf Gott, Er hilft in Noth!_ -»Dieses Ey ward in der Hand Gottes das Mittel, uns wieder zu vereinigen. -Ich hatte lange Zeit her Leute ohne Zahl ausgesendet, dich zu suchen -- -aber immer vergebens. Da kam einmal Eckbert, einer meiner Edelknechte, -den ich schon für verloren hielt, weil er mir gar lange ausblieb, von -einem Ritte zurück. Er war in einen Abgrund gestürzt, und wäre da bald -verhungert. Ein fremder Jüngling rettete ihn mit einem Paar Eyer vom -Hungertode, und ließ ihm noch obendrein dieses Ey mit dem schönen -Spruche zum Andenken an seine Rettung. Eckbert zeigte mir das Ey. Aber, -lieber Himmel, wie erstaunte ich! Auf den ersten Blick erkannte ich -deine Hand. Augenblicklich saßen wir auf, und ritten dem großen -Marmorbruche zu, in dem der gute Jüngling arbeitete. Dieser zeigte mir -den Weg hieher. Hättest du den schönen freundlichen Gedanken nicht -gehabt, den Kindern mit den bunten Eyern ein Fest zu machen; hättest du -bey den leiblichen Wohlthaten nicht auf den Geist so schön Bedacht -genommen, und die schönen Denkreime nicht auf die Eyer geschrieben, -wäret ihr alle -- du mein lieber kleiner Edmund da, und du meine kleine -holde Blanda hier, gegen einen fremden Jüngling nicht so wohlthätig -gewesen: o so wäre uns der heutige Freudentag nicht geworden. Auf jeder -milden Gabe -- sie sey auch noch so klein -- ruht doch immer der Segen -des Höchsten, wenn sie aus reinem Herzen und ohne Hoffnung einer -Vergeltung gegeben wird. Sie ist ein Samenkorn, das reichliche Früchte -trägt. Unter Gottes Leitung bringt sie uns oft auf Erden schon großes -Heil. Merkt euch das euer Leben lang, ihr lieben Kinder! Gebt den Armen -gerne, sucht andern einen frohen Tag zu machen, gleicht eurer Mutter! -Helft andern aus der Noth, und euch wird auch geholfen werden! Erbarmet -euch, und ihr werdet auch Erbarmen finden. Freudig werdet ihr dann auf -Gott vertrauen können, und die felsenfeste Wahrheit auf der -zerbrechlichen Eyerschale da, die heute so schön in Erfüllung ging, wird -auch fernerhin an euch herrlich in Erfüllung gehen. Er wird euch nie -ohne Hülfe lassen. -- Dieß seht ihr aus dieser Geschichte. In Gold und -Perlen werde ich deßhalb dieses Ey fassen, und zum steten Andenken in -unsrer Burgkapelle am Altare aufhängen.« - -Indeß war es Abend geworden, und schon glänzte hie und da ein Sternlein -am klaren Himmel. Graf Arno ging mit seiner Gemahlinn am Arme ihrer -ländlichen Wohnung zu, und die zwey Kleinen gingen voraus. Hier -erwartete sie neue Freude. Der Edelknecht und Fridolin, sein Erretter, -waren hier und hatten sich indeß mit Kuno unterhalten, den die Ankunft -seines geliebten Herrn schon fast gesund gemacht hatte. Der gute -Jüngling Fridolin, dem die Gräfin die Eyer geschenkt hatte, kam zuerst -herbey, und grüßte sie und die Kinder als alte Bekannte auf das -freundlichste und freudigste. Dann trat Eckbert, der Edelknecht, den die -Eyer vom Hungertode gerettet hatten, ehrerbietig herbey und sagte: »Laßt -mich, theure Gräfin, die wohlthätige Hand küssen, die mir unter Gottes -Leitung das Leben rettete.« Den braven Kuno umarmte der Graf als seinen -treusten Diener, und auch dem wackern Müller, der festlich geputzt in -seinem hellblauen Sonntagsrocke dastand, schüttelte er mit dankbarer -Rührung treuherzig die Hand. Sie speisten den Abend alle zusammen und -waren von Herzen fröhlich und vergnügt. - -Am andern Morgen aber war großer Jubel im ganzen Thale. Die Nachricht, -der Gemahl der guten Frau, ein vornehmer -- vornehmer Herr, sey -angekommen, setzte alles in Bewegung. Groß und Klein kam herauf, ihn zu -sehen, und die kleine Hütte ward ganz von Leuten umringt. Der Graf trat -mit seiner Gemahlinn und seinen Kindern heraus und grüßte die Leute auf -das liebreichste, und dankte ihnen für alles Gute, das sie seiner -Gemahlinn und seinen Kindern erwiesen hätten. »O nicht wir sind ihre -Wohlthäter,« sagten die Leute mit Thränen in den Augen, »sie ist unsre -größte Wohlthäterinn!« Der Graf unterhielt sich lange mit den guten -Leuten, und sprach mit einem jeden aus ihnen, und alle waren über seine -Freundlichkeit entzückt. Indeß hatte das Gefolg des Grafen, mit Hülfe -einiger Kohlenbrenner einen Weg in das Thal gefunden. Unter dem Klange -der Trompeten kamen mehrere Ritter, und eine Menge Knappen zu Pferd und -zu Fuß zwischen zwey waldigen Bergen hervor, zogen in das Thal herein, -und ihre Helme und Spieße leuchteten im Glanze der Sonne wie Blitze. -Alle begrüßten ihre wiedergefundene Gebietherinn mit hoher Freude -- und -ihr Freudenruf hallte rings von den Felsen zurück. - -Graf Arno blieb noch ein Paar Tage hier; am Abende, bevor er mit seiner -Gemahlinn und seinen Kindern, mit Kuno und dem übrigen Gefolge abreiste, -gab er noch allen Bewohnern des Thales eine große Mahlzeit. Der Müller -und die Köhler saßen zwischen Rittern und Knappen, und die Tafel sah -sehr bunt aus. Am Ende der Mahlzeit beschenkte der Graf seine ländlichen -Gäste, vorzüglich den Müller, noch sehr reichlich. Martha blieb in den -Diensten der Gräfinn. Für die Mutter und Geschwister des guten Jünglings -Fridolin sorgte er noch ganz besonders. Zu den Kindern der Köhler aber -sagte er: »Für euch, ihr lieben Kleinen, will ich zum Andenken an den -Aufenthalt meiner Gemahlinn unter so guten Leuten eine kleine Stiftung -machen. Jedes Jahr sollen auf Ostern allen Kindern Eyer von allen Farben -ausgetheilt werden.« »Und ich,« sprach die gute Gräfinn, »will diesen -Gebrauch in unsrer ganzen Grafschaft einführen, und dort zum Andenken -meiner Befreyung alle Jahre auf Ostern gefärbte Eyer unter die Kinder -austheilen lassen.« Dieß geschah auch. Die Eyer nannte man Ostereyer, -und die schöne Sitte verbreitete sich nach und nach durch das ganze -Land. - -Die Leute an andern Orten, die den Gebrauch nachmachten, sagten: »Die -Erlösung der guten Gräfinn aus ihrem Felsenthale und jenes Edelknechtes -aus dem Abgrunde vom nahen Tode, geht uns zwar nicht so nahe an, ihr -Andenken jährlich zu feiern. Die bunten Eyer sollen daher unsre Kinder -an eine größere, herrlichere Erlösung erinnern, die uns _sehr nahe_ -angeht -- an unsre Erlösung von Sünde, Elend und Tod, durch Denjenigen, -der vom Tode auferstand. Das Osterfest ist das rechte Erlösungsfest -- -und die Freude, die wir da den Kindern machen, ist ganz dem Sinne des -Erlösers gemäß. Die Liebe, die gerne groß und klein erfreut, ist ja die -Summe seiner heiligen Religion, und das schönste Kennzeichen seiner -wahren Verehrer. Ja, die Sitte, den Kindern Eyer zu schenken, kann auch -den Aeltern und allen Menschen eine schöne Erinnerung an die Vaterliebe -Gottes gegen uns Menschen, gleichsam ein Pfand der wohlwollenden -Gesinnungen seines treuen Vaterherzens seyn. Denn der Mund der Wahrheit -hat es ja selbst gesagt: Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohne, -der ihn um ein Ey bittet, einen Skorpion geben könnte? Wenn nun ihr -euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wie viel mehr wird euer Vater im -Himmel denen, die Ihn darum bitten -- (die beste aller Gaben) den guten -Geist geben?« - - - - -Anmerkungen zur Transkription - - -Die Schreibweise der Buchvorlage wurde weitgehend beibehalten. -Offensichtliche Fehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt -(vorher/nachher): - - [S. 5]: - ... armen Kohlenbrenner. Das enge Thal war ... - ... arme Kohlenbrenner. Das enge Thal war ... - - [S. 16]: - ... wunderlich er den Schweif trägt, fast wie ein ... - ... wunderlich er den Schweif trägt, fast wie eine ... - - [S. 20]: - ... merken konnten, das ich ihnen nichts zu leid ... - ... merken konnten, daß ich ihnen nichts zu leid ... - - [S. 24]: - ... aufgetragen. Kuno brachte ein Teller voll ... - ... aufgetragen. Kuno brachte einen Teller voll ... - - [S. 29]: - ... abbildeten, und ihnen ein unvergleichlich schönen ... - ... abbildeten, und ihnen ein unvergleichlich schönes ... - - [S. 29]: - ... schöner Frühlingtag -- ein wahrer Auferstehungstag ... - ... schöner Frühlingstag -- ein wahrer Auferstehungstag ... - - [S. 50]: - ... Ereigniß die gute Frau in nicht geringe Aengsten ... - ... Ereigniß die gute Frau in nicht geringe Aengste ... - - [S. 54]: - ... wagte er es einmal, einen kleinen Spaziergang ... - ... wagte sie es einmal, einen kleinen Spaziergang ... - - [S. 56]: - ... ob sie ihm -- als einen ganz Fremden -- ... - ... ob sie ihm -- als einem ganz Fremden -- ... - - [S. 60]: - ... über das Wunder, daß sie zu sehen glaubten; ... - ... über das Wunder, das sie zu sehen glaubten; ... - - [S. 64]: - ... dankte ihnen für alles Gute, daß sie seiner ... - ... dankte ihnen für alles Gute, das sie seiner ... - - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Die Ostereyer, by Christoph von Schmid - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE OSTEREYER *** - -***** This file should be named 54586-8.txt or 54586-8.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/4/5/8/54586/ - -Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This book was -produced from scanned images of public domain material -from the Google Books project. - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part -of this license, apply to copying and distributing Project -Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm -concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark, -and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive -specific permission. If you do not charge anything for copies of this -eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook -for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports, -performances and research. They may be modified and printed and given -away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks -not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the -trademark license, especially commercial redistribution. - -START: FULL LICENSE - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg-tm License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license. - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project -Gutenberg-tm electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all -the terms of this agreement, you must cease using and return or -destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your -possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a -Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound -by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the -person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph -1.E.8. - -1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be -used on or associated in any way with an electronic work by people who -agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few -things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works -even without complying with the full terms of this agreement. See -paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project -Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this -agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm -electronic works. See paragraph 1.E below. - -1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the -Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection -of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual -works in the collection are in the public domain in the United -States. If an individual work is unprotected by copyright law in the -United States and you are located in the United States, we do not -claim a right to prevent you from copying, distributing, performing, -displaying or creating derivative works based on the work as long as -all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope -that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting -free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm -works in compliance with the terms of this agreement for keeping the -Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily -comply with the terms of this agreement by keeping this work in the -same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when -you share it without charge with others. - -1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern -what you can do with this work. Copyright laws in most countries are -in a constant state of change. If you are outside the United States, -check the laws of your country in addition to the terms of this -agreement before downloading, copying, displaying, performing, -distributing or creating derivative works based on this work or any -other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no -representations concerning the copyright status of any work in any -country outside the United States. - -1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg: - -1.E.1. The following sentence, with active links to, or other -immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear -prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work -on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the -phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, -performed, viewed, copied or distributed: - - This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and - most other parts of the world at no cost and with almost no - restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it - under the terms of the Project Gutenberg License included with this - eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the - United States, you'll have to check the laws of the country where you - are located before using this ebook. - -1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is -derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not -contain a notice indicating that it is posted with permission of the -copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in -the United States without paying any fees or charges. If you are -redistributing or providing access to a work with the phrase "Project -Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply -either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or -obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm -trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9. - -1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted -with the permission of the copyright holder, your use and distribution -must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any -additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms -will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works -posted with the permission of the copyright holder found at the -beginning of this work. - -1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm -License terms from this work, or any files containing a part of this -work or any other work associated with Project Gutenberg-tm. - -1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this -electronic work, or any part of this electronic work, without -prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with -active links or immediate access to the full terms of the Project -Gutenberg-tm License. - -1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, -compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including -any word processing or hypertext form. However, if you provide access -to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format -other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official -version posted on the official Project Gutenberg-tm web site -(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense -to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means -of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain -Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the -full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1. - -1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, -performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works -unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. - -1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing -access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works -provided that - -* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from - the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method - you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed - to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has - agreed to donate royalties under this paragraph to the Project - Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid - within 60 days following each date on which you prepare (or are - legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty - payments should be clearly marked as such and sent to the Project - Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in - Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg - Literary Archive Foundation." - -* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies - you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he - does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm - License. You must require such a user to return or destroy all - copies of the works possessed in a physical medium and discontinue - all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm - works. - -* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of - any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the - electronic work is discovered and reported to you within 90 days of - receipt of the work. - -* You comply with all other terms of this agreement for free - distribution of Project Gutenberg-tm works. - -1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project -Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than -are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing -from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The -Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm -trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below. - -1.F. - -1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable -effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread -works not protected by U.S. copyright law in creating the Project -Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm -electronic works, and the medium on which they may be stored, may -contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate -or corrupt data, transcription errors, a copyright or other -intellectual property infringement, a defective or damaged disk or -other medium, a computer virus, or computer codes that damage or -cannot be read by your equipment. - -1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right -of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project -Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project -Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all -liability to you for damages, costs and expenses, including legal -fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT -LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE -PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE -TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE -LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR -INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH -DAMAGE. - -1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a -defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can -receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a -written explanation to the person you received the work from. If you -received the work on a physical medium, you must return the medium -with your written explanation. The person or entity that provided you -with the defective work may elect to provide a replacement copy in -lieu of a refund. If you received the work electronically, the person -or entity providing it to you may choose to give you a second -opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If -the second copy is also defective, you may demand a refund in writing -without further opportunities to fix the problem. - -1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth -in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO -OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT -LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE. - -1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied -warranties or the exclusion or limitation of certain types of -damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement -violates the law of the state applicable to this agreement, the -agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or -limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or -unenforceability of any provision of this agreement shall not void the -remaining provisions. - -1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the -trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone -providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in -accordance with this agreement, and any volunteers associated with the -production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm -electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, -including legal fees, that arise directly or indirectly from any of -the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this -or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or -additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any -Defect you cause. - -Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm - -Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of -computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It -exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations -from people in all walks of life. - -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's -goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg-tm and future -generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see -Sections 3 and 4 and the Foundation information page at -www.gutenberg.org - - - -Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation - -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by -U.S. federal laws and your state's laws. - -The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the -mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its -volunteers and employees are scattered throughout numerous -locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt -Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to -date contact information can be found at the Foundation's web site and -official page at www.gutenberg.org/contact - -For additional contact information: - - Dr. Gregory B. Newby - Chief Executive and Director - gbnewby@pglaf.org - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. We do not solicit donations in locations -where we have not received written confirmation of compliance. To SEND -DONATIONS or determine the status of compliance for any particular -state visit www.gutenberg.org/donate - -While we cannot and do not solicit contributions from states where we -have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition -against accepting unsolicited donations from donors in such states who -approach us with offers to donate. - -International donations are gratefully accepted, but we cannot make -any statements concerning tax treatment of donations received from -outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. - -Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation -methods and addresses. Donations are accepted in a number of other -ways including checks, online payments and credit card donations. To -donate, please visit: www.gutenberg.org/donate - -Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works. - -Professor Michael S. Hart was the originator of the Project -Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be -freely shared with anyone. For forty years, he produced and -distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of -volunteer support. - -Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed -editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in -the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not -necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper -edition. - -Most people start at our Web site which has the main PG search -facility: www.gutenberg.org - -This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. - diff --git a/old/54586-8.zip b/old/54586-8.zip Binary files differdeleted file mode 100644 index 90dc353..0000000 --- a/old/54586-8.zip +++ /dev/null diff --git a/old/54586-h.zip b/old/54586-h.zip Binary files differdeleted file mode 100644 index d79bf83..0000000 --- a/old/54586-h.zip +++ /dev/null diff --git a/old/54586-h/54586-h.htm b/old/54586-h/54586-h.htm deleted file mode 100644 index a136b08..0000000 --- a/old/54586-h/54586-h.htm +++ /dev/null @@ -1,2944 +0,0 @@ -<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN" -"http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd"> -<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" lang="de" xml:lang="de"> -<head> -<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=iso-8859-1" /> -<title>The Project Gutenberg eBook of Die Ostereyer, by Christoph von Schmid</title> - <link rel="coverpage" href="images/cover-page.jpg" /> - <!-- TITLE="Ostereyer" --> - <!-- AUTHOR="Christoph von Schmid" --> - <!-- LANGUAGE="de" --> - <!-- PUBLISHER="Carl Wilhelm Medau, Leitmeritz" --> - <!-- DATE="1818" --> - <!-- COVER="images/cover-page.jpg" --> - -<style type='text/css'> - -body { margin-left:15%; margin-right:15%; } - -div.frontmatter { page-break-before:always; } -h1.title { text-indent:0; text-align:center; margin-bottom:1em; letter-spacing:0.2em; } -.title .line1 { font-size:0.5em; } -.subt { text-indent:0; text-align:center; letter-spacing:0.2em; font-size:0.8em; - line-height:1.5em; margin-bottom:1em; } -.subt .line3 { font-size:1.25em; } -.subt .line5 { font-size:1.25em; } -.aut { text-indent:0; text-align:center; margin-bottom:4em; } -.aut .line1 { font-size:0.8em; } -.pub { text-indent:0; text-align:center; letter-spacing:0.2em; } - -h2 { text-indent:0; text-align:center; page-break-before:always; - margin-top:3em; margin-bottom:1em; } -h2.chapter { font-size:1em; font-weight:normal; } -h2.chapter .firstline { font-size:1.5em; font-weight:bold; } - -p { margin:0; text-align:justify; text-indent:1em; } -p.noindent { text-indent:0; } -p.first { text-indent:0; } -span.firstchar { font-size:2em; } -p.sign { margin-bottom:1em; text-indent:0; text-align:right; margin-right:1em; } - -/* "emphasis"--used for spaced out text */ -em { letter-spacing:.1em; margin-right:-0.1em; font-style:normal; } - -.underline { text-decoration: underline; } -.hidden { display:none; } - -/* poetry */ -div.poem-container { text-align:center; } -div.npoem { margin-top:1em; margin-bottom:1em; display:inline-block; } -div.numbered { margin:0; page-break-inside:avoid; font-size:0.8em; } -div.numbered .number, div.numbered .stanza { display:table-cell; } -div.numbered .number { text-indent:0; text-align:right; width:2.5em; } -div.numbered .stanza { padding-left:0.5em; margin:0; } -div.numbered .stanza .verse { text-align:left; text-indent:-3em; margin-left:3em; } - -a:link { text-decoration: none; color: rgb(10%,30%,60%); } -a:visited { text-decoration: none; color: rgb(10%,30%,60%); } -a:hover { text-decoration: underline; } -a:active { text-decoration: underline; } - -/* Transcriber's note */ -.trnote { font-size:0.8em; line-height:1.2em; background-color: #ccc; - color: #000; border: black 1px dotted; margin: 2em; padding: 1em; - page-break-before:always; margin-top:3em; } -.trnote p { text-indent:0; margin-bottom:1em; } -.trnote ul { margin-left: 0; padding-left: 0; } -.trnote li { text-align: left; margin-bottom: 0.5em; margin-left: 1em; } -.trnote ul li { list-style-type: square; } - -/* page numbers */ -a[title].pagenum { position: absolute; right: 1%; } -a[title].pagenum:after { content: attr(title); color: gray; background-color: inherit; - letter-spacing: 0; text-indent: 0; text-align: right; font-style: normal; - font-variant: normal; font-weight: normal; font-size: x-small; - border: 1px solid silver; padding: 1px 4px 1px 4px; - display: inline; } - -@media handheld { - body { margin-left:0; margin-right:0; } - em { letter-spacing:0; margin-right:0; font-style:italic; } - div.npoem { display:block; margin-left:3em; } - a.pagenum { display:none; } - a.pagenum:after { display:none; } -} - -</style> -</head> - -<body> - - -<pre> - -The Project Gutenberg EBook of Die Ostereyer, by Christoph von Schmid - -This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most -other parts of the world at no cost and with almost no restrictions -whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of -the Project Gutenberg License included with this eBook or online at -www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Die Ostereyer - Eine Erzählung zum Ostergeschenke für Kinder - -Author: Christoph von Schmid - -Release Date: April 21, 2017 [EBook #54586] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE OSTEREYER *** - - - - -Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This book was -produced from scanned images of public domain material -from the Google Books project. - - - - - - -</pre> - - -<div class="frontmatter"> -<h1 class="title"> -<span class="line1">Die</span><br /> -<span class="line2">Ostereyer.</span> -</h1> - -<p class="subt"> -<span class="line1">Eine Erzählung</span><br /> -<span class="line2">zum</span><br /> -<span class="line3">Ostergeschenke</span><br /> -<span class="line4">für</span><br /> -<span class="line5">Kinder.</span> -</p> - -<p class="aut"> -<span class="line1">Von</span><br /> -<span class="line2">dem Verfasser der Genovefa.</span> -</p> - -<p class="pub"> -Leitmeritz. 1818.<br /> -bey Carl Wilhelm Medau. -</p> - -</div> - -<h2 class="intro" id="chapter-0-1"> -<a id="page-III" class="pagenum" title="III"></a> -Vorerinnerung -an -die Kinder. -</h2> - -<p class="first"> -<span class="firstchar">D</span><span class="postfirstchar">ie</span> folgende kleine Erzählung ward schon -einmal vielen Kindern, die längst zuvor über -den hohen Sinn und die schöne Bedeutung des -heiligen Osterfestes unterrichtet worden, zu -einer lehrreichen und angenehmen Unterhaltung -vorgelesen, und nicht nur die Kinder, sondern -auch mehrere Erwachsene hörten sie mit -Freuden an. -</p> - -<p> -Weil ich nun dachte, daß diese Erzählung -auch euch, meine lieben Kinder — ja wohl -auch euren größern Geschwistern und selbst -euren Aeltern — Vergnügen machen dürfte, -so ward sie als ein kleines Ostergeschenk für -euch gedruckt. -</p> - -<p> -<a id="page-IV" class="pagenum" title="IV"></a> -Die Erzählung handelt, wie es der Titel -sagt, freylich nur von einer Kleinigkeit — -den Ostereyern; indeß werdet ihr gewiß gerne -lesen, wie auch die kleinste Gabe Gottes — -ein Ey! — ein großes Wunder der Allmacht -und Weisheit Gottes und eine mannigfaltige -Wohlthat für die Menschen sey, ja wie Gott -sich oft einer geringen Sache bediene, seine -heilige Vorschrift und liebreiche Vatersorgfalt -an den Menschen zu verherrlichen. -</p> - -<p> -Diese und andere gute Lehren sind in diesem -Büchlein die Hauptsache; das übrige soll -blos dazu dienen, euch eine unschuldige Freude -zu machen — wie etwa eure Mutter euch auf -das Osterfest ein Ey schenkt, das nicht nur -durchaus voll kräftiger Nahrung ist, sondern -auch durch ein gefälliges Aeußeres und eine -freundliche Farbe das Auge vergnügt. -</p> - -<p class="sign"> -Der Verfasser. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-2"> -<a id="page-5" class="pagenum" title="5"></a> -<span class="firstline">Erstes Kapitel.</span><br /> -„O weh, da giebts noch nicht einmal -Hühner!“ -</h2> - -<p class="first"> -<span class="firstchar">E</span><span class="postfirstchar">s</span> lebten einmal vor vielen hundert Jahren, -in einem kleinen Thale tief im Gebirge, einige -<a id="corr-0"></a>arme Kohlenbrenner. Das enge Thal war -rings von Wald und Felsen eingeschlossen. Die -Hütten der armen Leute lagen im Thale umher -zerstreut. Einige Kirsch- und Pflaumenbäume -bey jeder Hütte, etwas Ackerland mit -Sommergetreide, Flachs und Hanf, eine Kuh -und einige Ziegen waren all ihr Reichthum. -Indeß erwarben sie noch einiges mit Kohlenbrennen -für die Einschmelze im Gebirge. So -wenig aber die Leute hatten, so waren sie -dennoch ein sehr glückliches Völklein; denn sie -wünschten sich nicht mehr. Sie waren bey -ihrer harten Lebensart, bey steter Arbeit und -strenger Mässigkeit vollkommen gesund und man -sah in diesen armen Hütten — was man in -Pallästen vergebens suchen würde — alte -Männer, die über hundert Jahre zählten. -</p> - -<p> -<a id="page-6" class="pagenum" title="6"></a> -Eines Tages, da schon der Haber anfing -zu bleichen und es in dem Gebirge sehr heiß -war, kam ein Köhlermädchen, das die Ziegen -hütete, fast außer Athem nach Hause gesprungen, -und brachte den Aeltern die Nachricht, -es seyen fremde Leute in dem Thale angekommen -von gar wundersamer Tracht und seltsamer -Redensart — eine vornehme Frau, und -zwey Kinder, und ein sehr alter Mann, der, -ob er gleich sehr prächtige Kleider anhabe, -doch nur ihr Diener scheine. „Ach, sagte -das Mädchen, die guten Leute sind hungrig -und durstig, und sehr müde. Ich traf sie, -als ich eine verlorne Ziege suchte, ganz abgemattet -im Gebirge an, und zeigte ihnen den -Weg in unser Thal. Wir wollen ihnen doch -etwas zu essen und zu trinken hinaus tragen — -und sehen, ob wir sie die Nacht bey uns und -den Nachbarn nicht unterbringen können.“ Die -Aeltern nahmen sogleich Haberbrot, Milch -und Ziegenkäse und gingen hin. -</p> - -<p> -Die Fremden hatten sich indeß in den Schatten -einer buschigen Felsenwand gelagert, wo -es sehr kühl war. Die Frau saß auf einem -bemoosten Felsenstücke, und hatte ihr Angesicht -mit einem weißen Schleyer von feinem -Flor bedeckt. Eines der Kinder, ein zartes, -wunderschönes Fräulein, saß ihr auf dem -Schooße. Der alte Diener, ein ehrwürdiger -<a id="page-7" class="pagenum" title="7"></a> -Greis, war damit beschäftigt, das schwer beladene -Maulthier abzupacken, das sie bey sich -hatten. Das andere Kind, ein muntrer, -schöner Knabe, hielt dem Thiere einige Disteln -hin, an denen es begierig fraß. -</p> - -<p> -Der Kohlenbrenner und sein Weib näherten -sich der fremden Frau mit Ehrerbietung. -Denn an ihrer edlen Gestalt, ihrem Anstande -und ihrem langen, weißen Gewande merkte -man sogleich, daß sie von hohem Stande seyn -müsse. „Sieh nur, sagte die Kohlenbrennerinn -leise zu ihrem Manne, den zierlich ausgezackten, -stehenden Halskragen, die feinen -Spitzen, aus denen die zarten Hände nur zur -Hälfte hervorblicken, und — der tausig! — -sogar die Schuhe sind so weiß, wie Kirschenblüthe, -und mit silbernen Blümchen geziert!“ -Der Mann tadelte aber sein Weib und sagte -zu ihr: „Dir steckt doch nichts im Kopfe, als -die Eitelkeit! Den höhern Ständen geziemt -eine vornehmere Kleidung. Indeß macht das -Kleid den Menschen um nichts besser, und -mit den zierlichen Schuhen hat die gute Frau -wohl schon manchen harten Tritt thun und -manche rauhe Wege gehen müssen.“ -</p> - -<p> -Der Köhler und die Köhlerinn bothen der -fremden Frau jetzt Milch, Brot und Käse an. -Die Frau schlug den Schleyer zurück und -beyde wunderten sich über die Schönheit und -<a id="page-8" class="pagenum" title="8"></a> -die edle, sanfte Gesichtsbildung der Frau. Sie -dankte freundlich, und ließ sogleich das Kind -auf dem Schooße aus der irdenen Schale voll -Milch trinken — und die hellen Thränen drangen -ihr aus den Augen, und benetzten die blühenden -Wangen, als das Kleine die Schale -mit beyden Händchen festhielt und begierig -trank. Auch der liebliche Knabe kam herbey -und trank auch. Darauf theilte sie von dem -Brote aus — und dann trank sie erst selbst, -und aß von dem Brote. Der fremde Mann -aber ließ sich besonders den Käs’ sehr gut -schmecken. Während sie aßen, kamen aus -allen Hütten groß und klein herbey, standen -im Kreise umher, und betrachteten neugierig -und wundernd die neuangekommenen Fremden. -</p> - -<p> -Nachdem der alte Mann satt war, bat er -flehentlich, die Leute möchten der Frau doch -in irgend einer Hütte auf einige Zeit ein kleines -Stübchen einräumen; sie werde ihnen nicht -zur Last fallen, sondern alles reichlich bezahlen. -„Ach ja,“ sagte die Frau mit sanfter, lieblicher -Stimme, „erbarmt euch einer unglücklichen -Mutter und ihrer zwey Kleinen, die durch ein -schreckliches Schicksal aus ihrer Heimath vertrieben -wurden.“ Die Männer traten sogleich zusammen, -und hielten Rath, wie das zu machen sey. -</p> - -<p> -Oben im Thale brach hoch aus röthlichen -Marmorfelsen ein Bächlein hervor, stürzte -<a id="page-9" class="pagenum" title="9"></a> -sich, schäumend und weiß wie Milch, von -Felsen zu Felsen, und trieb eine Mühle, die -gleichsam nur so an den Felsen dort hing. Auf -der andern Seite des Bächleins hatte der Müller -noch ein anderes nettes Häuschen erbaut. -Freylich war es, wie alle übrigen Häuser im -Thale, nur ganz von Holz; aber gar freundlich -anzusehen, von Kirschbäumen lieblich beschattet, -und von einem kleinen Gärtchen umgeben. -Dieses Häuschen bot der Müller der -fremden Frau zur Wohnung an. -</p> - -<p> -„Mein neues Hüttchen da droben,“ sagte -er, indem er mit der Hand hinauf zeigte, -„räume ich euch, wie es dasteht, herzlich gerne -ein. Es ist spanneu, und noch kein Mensch -hat darin gewohnt. Ich baute es eigentlich, -um einmal dahin zu ziehen, wenn ich die Mühle -meinem Sohne übergeben werde. Wie doch -der liebe Gott — Ihm sey Dank! — so -wunderbar für euch sorgt! Erst gestern bin -ich damit vollends fertig geworden, und heute -könnet ihr nun schon einziehen. Es ist recht -so, als wenn ich es gerade nur für euch gebaut -hätte. Es wird euch gewiß gefallen!“ -</p> - -<p> -Die gute Frau war über dieses freundliche -Anerbiethen hocherfreut. Nachdem sie etwas -ausgeruht hatte, ging sie sogleich hinauf. -Sie trug das kleine Fräulein auf dem Arme, -und der alte Mann führte den Knaben an der -<a id="page-10" class="pagenum" title="10"></a> -Hand. Der Müller aber besorgte das Maulthier. -Die Frau fand das Häuschen, zur -großen Freude des Müllers, ganz unvergleichlich. -Mit einem Tische, einigen Stühlen, -und Bettstätten war es schon versehen. Schöne -Teppiche und prächtige Decken zur Nachtruhe -hatte die Frau auf dem Maulthiere mitgebracht. -Sie übernachtete daher sogleich da — und -dankte Gott mit ihren beiden Kleinen vor dem -Schlafengehen noch herzlich, daß er ihr nach -langem Herumirren einen so angemessenen Zufluchtsort -habe finden lassen. „Wer hätte es -geglaubt, sagte sie, daß ich, in Pallästen -erwachsen, mich noch glücklich schätzen würde, -in eine solche Hütte aufgenommen zu werden. -Wie nöthig hat auch der Höhere, gegen den -Niedrigsten gut und gefällig zu seyn! Könnte -er auch so hart seyn, es nicht aus Menschenfreundlichkeit -zu thun, so sollte ihn doch die -Klugheit dazu bewegen. Denn kein Mensch -weiß, was ihm bevorsteht.“ -</p> - -<p> -Den andern Morgen kam die Frau in aller -Frühe mit ihren Kleinen aus der niedern Wohnung -hervor, sich ein wenig in der Gegend -umzusehen. Denn am Tage zuvor waren sie -dazu allzumüde. Mit Entzücken betrachtete -sie die schöne Aussicht ins Thal. Die Hütten -der Köhler lagen tief unten im grünen Thale -wie hingesäet, nur immer zwey oder drey beisammen. -<a id="page-11" class="pagenum" title="11"></a> -Das Mühlbächlein schlängelte sich -hell wie Silber mitten durchhin. Die bunten -Felsen voll grüner Gesträuche, an denen die -Ziegen nagten, hätte man, so wie sie jetzt -von der Morgensonne beleuchtet waren, nicht -schöner mahlen können. -</p> - -<p> -Der alte Müller kam, sobald er die Frau -mit ihren Kindern erblickte, sogleich aus der -Mühle heraus, und über den schmalen Steg, -der über das Bächlein führte, herüber. „Aber -nicht wahr, rief er, ein schöneres Plätzchen -als dieses, giebt es doch im ganzen Thale -nicht! Hier scheint die Morgensonne immer -am ersten hin. Wenn die Hütten unten, wie -eben jetzt, noch im schwarzen Schatten liegen, -so ist da droben schon alles von der Sonne wie -vergoldet. Ja oft, wenn in dem tiefen, feuchten -Thal kaum die Kamine der Hütten aus -dem grauen Nebel hervorragen, hat man hier -den klaren blauen Himmel.“ -</p> - -<p> -Den Kindern der Frau gefiel aber das -Mühlrad, das sich beständig so geschäftig -umdrehte, am besten. Den Knaben ergötzte -besonders das Klappern der Mühle, und das -Rauschen des Wassers, das wie siedende Milch -zu kochen schien. Das Mädchen hingegen hatte -ihre vorzügliche Freude an den funkelnden -Edelsteinen von allen Farben, die, wie sie -<a id="page-12" class="pagenum" title="12"></a> -sagte, im Sonnenglanze von dem immer -tröpfelnden Rade fielen. -</p> - -<p> -Die Frau brachte den Tag zu, sich einzurichten, -so gut es in diesem armen Thale seyn -konnte. Die Leute wetteiferten, sie mit Lebensmitteln, -mit Brennholz, irdenem Küchengeschirre, -und andern Kleinigkeiten zu versehen. -Das Mädchen, das ihr zuerst den Weg in das -Thal gezeigt hatte und Martha hieß, kam zu -ihr in den Dienst. -</p> - -<p> -„Vor allem brauche ich Eyer!“ sagte die -Frau, als sie sich zum Kochen anschickte. „Sieh -doch, daß du mir für Bezahlung einige auftreibest.“ -„Eyer?“ fragte Martha ganz verwundert. -„Je wozu denn?“ „Närrisches -Mädchen,“ sagte die Frau, „wozu? — zum -Kochen. Gehe nur, und mache, daß du bald -wieder kommest.“ „Zum Kochen?“ sagte das -Mädchen; „aber die Vögelein haben ja nun -keine Eylein mehr, und dann wäre es doch -auch Schade. Vier Personen hätten ja wohl -einige hundert Eylein von Finken oder Hänflingen -nöthig, sich satt zu essen.“ „Was -plauderst du da,“ sagte die Frau; „wer -redet denn von den Eyerchen der Vögelein. -Ich meyne Hühnereyer.“ Das Mädchen -schüttelte den Kopf und sagte: „Was das für -Vögel sind, weiß ich gar nicht. In meinem -Leben habe ich noch keine gesehen.“ „O weh, -<a id="page-13" class="pagenum" title="13"></a> -sagte die Frau, so giebts bey euch noch nicht -einmal Hühner!“ -</p> - -<p> -Denn da die Hühner erst aus dem Morgenlande -zu uns gebracht wurden, so war damals -in manchen Gegenden ein Huhn wirklich etwas -so seltenes, als jetzt ein Pfau. Die Frau -wußte sich, da hier auch nichts von Fleischspeisen -zu haben war, in ihrer kleinen Küche -fast nicht zu helfen. „Ich hätte nie daran -gedacht,“ sprach sie, „was es um ein Ey für -eine Wohlthat Gottes ist, bis jetzt, da ich -keines haben kann. So gings mir aber auf -meiner Wanderung schon mit hundert Dingen. -Mangel und Noth haben doch auch ihr Gutes, -indem sie uns auf manche Gabe Gottes, die -wir bisher nicht achteten, aufmerksam machen, -und uns Dankbarkeit lehren.“ -</p> - -<p> -Die gute Frau mußte sehr kümmerlich -leben. Die Leute trugen ihr indeß fleißig zu, -was sie nur immer glaubten, daß ihr angenehm -seyn könnte. Wenn der Müller eine -schöne Forelle oder ein Köhler ein Paar Krametsvögel -fing, so brachten sie ihr dieselben -sogleich. Die größten Dienste that ihr aber -der alte Diener, der mit ihr gekommen war. -Sie hatte noch einige goldene Kleinodien und -kostbare Edelsteine. Von diesem gab sie ihm -von Zeit zu Zeit, und er verreiste damit, -und blieb oft mehrere Wochen aus. So oft -<a id="page-14" class="pagenum" title="14"></a> -er zurück kam, brachte er immer allerley mit, -das er für die kleine Haushaltung eingekauft -hatte. Die Leute bemerkten indeß, daß die -Frau nach seiner Zurückkunft oft sehr traurig -war, und rothgeweinte Augen hatte. Sie -wären gar gerne dahinter gekommen, wer sie -denn eigentlich sey, und woher sie komme. -Allein sie selbst zu fragen, hatten sie den Muth -nicht. Der alte Mann aber sagte ihnen, wenn -sie ihn fragten, so seltsame Namen, daß sie -dieselben kaum nachsprechen konnten, und sie -in einer Viertelstunde schon wieder vergessen -hatten, bis sie endlich merkten, daß der muntere -Greis sie nur zum Besten habe. Da -machten sie sich an die Kleinen. „Sag’ uns -doch, sagten sie zum Knaben, wie heißt denn -deine Mutter eigentlich? Wir wollen es nicht -weiter sagen. Sag es uns nur ins Ohr.“ -Da sagte ihnen denn das Kind sehr geheimnisvoll, -aber auch sehr offenherzig und zutraulich: -„Sie heißt eigentlich Mamma.“ Aehnliche -Antworten gab auch das Mädchen. Die Leute -mußten es also der Zeit überlassen, dieses -Geheimniß zu enthüllen. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-3"> -<a id="page-15" class="pagenum" title="15"></a> -<span class="firstline">Zweytes Kapitel.</span><br /> -„Gottlob, nun sind doch einmal -die Hühner da!“ -</h2> - -<p class="first"> -<span class="firstchar">E</span><span class="postfirstchar">inmal</span> kam der alte Diener, der Kuno -hieß, wieder von einer Reise heim, und trug -einen Hühnerstall auf dem Rücken. In dem -waren ein Hahn und einige Hennen. Als die -Kinder im Thale den alten Mann kommen -sahen, liefen sie alle zusammen; denn er brachte -ihnen immer etwas mit — weißes Brot, -getrocknete Pflaumen, ein Pfeifchen, ein Glöcklein -für ihre Ziegen oder sonst eine Kleinigkeit. -</p> - -<p> -Dießmal waren die Kinder sehr neugierig, -was denn in dem vergitterten Kästchen sey, -das fast ganz mit Tuch bedeckt war, so daß -man nicht recht hinein sehen konnte. Sie begleiteten -ihn bis vor die Thüre der Frau, die -mit ihren zwey Kleinen sogleich freudig herauskam -und ihn grüßte. „Gottlob, rief das kleine -Fräulein und klatschte in die Hände, nun sind -doch einmal die Hühner da!“ -</p> - -<p> -Der Mann stellte den Kasten nieder, öffnete -das Thürchen, und da kam denn zuerst -ein prächtiger Hahn heraus. Die Kinder erstaunten. -„Was für ein sonderbarer Vogel -das ist! riefen sie; denn wie man ihn heiße, -wußten sie noch nicht. In unserm Leben -<a id="page-16" class="pagenum" title="16"></a> -haben wir noch keinen so schönen Vogel -gesehen! Was er für eine schöne Krone auf -dem Kopfe hat, noch schöner roth, als Kornblumen; -und wie wunderschön bräunlich und -gelblich seine Federn schimmern, noch schöner -als reifes Getreide in der Abendsonne; und wie -wunderlich er den Schweif trägt, fast wie <a id="corr-3"></a>eine -Sichel gekrümmt!“ Auch die Hennen gefielen -ihnen sehr wohl. Es waren ein Paar -Schwarze mit hochrothem Kamme, ein Paar -Weiße mit Schöpfen, und ein Paar Röthlichbraune -ohne Schweif. Die Frau streute den -Hühnern einige Hände voll Haberkörner hin. -Die Hühner pickten sie geschäftig hinweg, und -die Kinder standen und knieten im Kreise umher, -und sahen mit vergnügten Gesichtern zu. -</p> - -<p> -Als der Haber aufgefressen war, da schwang -mit einem Male der Hahn die Flügel und -krähte — und alle Kinder lachten laut zusammen, -so freuten sie sich darüber. Und im -Heimwege schrien die Knaben alle: „Kikeriki“ -und die Mädchen machten es ihnen wohl auch -nach, aber doch nicht gar so laut. Als die -Kinder heimkamen, erzählten sie von den Wundervögeln, -die viel größer seyen, als die Ringeltauben, -ja wohl größer, als die Raben, -und wie sie so schöne Farben hätten, noch viel -schöner als alle Vögel im Walde. „Und, -sagte die kleine Marie, Marthas Schwesterlein, -<a id="page-17" class="pagenum" title="17"></a> -wie sie so ein rothes Käpplein auf dem Kopfe -tragen, wie es bisher noch bey keinen Vögeln -des Waldes gebräuchlich gewesen.“ Auch die -Aeltern wurden neugierig und kamen, die fremden -Vögel zu sehen, und waren nicht weniger -darüber verwundert. -</p> - -<p> -Nach einiger Zeit ließ sich eine der Hennen -zum Brüten an. Martha mußte die -Henne täglich füttern. Die Frau zeigte einmal -den Kindern aus dem Thale das Nest, -und die Kinder wunderten sich alle laut über -die Menge von Eyern. „Funfzehn Eyer!“ -riefen sie; „die Holztauben legen nur zwey, -andere Vögelein nur fünf Eyer. O wie wird -die Henne so viele Junge auffüttern!“ -</p> - -<p> -Da die Jungen anfingen auszukriechen, -wollte die Frau den Kindern eine Freude machen, -und ließ sie rufen. Es kamen aber, da -es eben Feyertag war, auch viele große Leute -mit. Sie zeigte ihnen ein aufgepicktes Ey. O -wie freuten sich die Kinder, als das junge -Hühnlein so geschäftig pickte, herauszukommen. -Die Frau half ihm vollends heraus. Nun -war die Verwunderung noch größer, daß das -kleine Vögelein schon über und über so schöne -gelbe Flaumfederlein habe, so munter aus den -schwarzen Aeuglein blicke, und sogleich davon -laufen könne, da doch andere junge Vögelein -nackt, blind und ganz hülflos zur Welt kämen. -<a id="page-18" class="pagenum" title="18"></a> -„Das ist doch etwas unerhörtes,“ sagten die -Kinder, „solche Vögel giebt es in der ganzen -Welt nicht mehr.“ -</p> - -<p> -Als die schöne, glänzend schwarze Glucke -mit dem purpurrothen Kamme, in Mitte ihrer -fünfzehn gelbhaarigen Jungen, das erste Mal -auf den grünen Rasen herausschritt, da -war die Freude der Kinder und Aeltern gar -über alle Weise. „Schöneres kann man doch -nichts sehen!“ sagte ein Köhler. „Und horcht -nur,“ sprach die Köhlerinn, „wie die Alte den -Jungen lockt, und wie die kleinen Dingerchen -den Ruf verstehen, und sogleich folgen. Es -wäre zu wünschen, daß ihr Kinder auch immer -so auf den Ruf ginget.“ -</p> - -<p> -Ein Knabe wollte ein junges Hühnlein -fangen, um es näher zu betrachten. Das -kleine Dingelchen schrie aber kläglich, und auf -das Geschrey schoß die Alte plötzlich und mit -weitgeöffneten Flügeln herbey, und flog dem -Knaben, der heftig erschrack und jammernd um -Hülfe schrie, auf den Kopf. Sie hätte ihm -wohl die Augen ausgekratzt, wenn er das -Junge nicht augenblicklich wieder hätte laufen -lassen. Der Vater schmähte den Knaben, und -die Mutter sagte: „Wie das treue Thier sich -seiner Jungen so eifrig annimmt! Menschen -könnten sogar von ihm lernen.“ -</p> - -<p> -<a id="page-19" class="pagenum" title="19"></a> -Wenn die Henne nun einen guten Bissen -fand, so erhob sie sogleich ein Geschrey, und -die Jungen eilten alle zusammen. Die Alte -zerhackte ihn erst mit ihrem Schnabel und legte -ihnen gleichsam vor. Jedermann wunderte sich, -daß so junge Thierchen, die kaum über einen -Tag alt wären, nicht nur sogleich laufen, sondern -auch schon fressen könnten. -</p> - -<p> -Da jetzt die Sonne sich etwas unter die -Wolken verbarg — so sammelten sich alle Jungen -unter die Alte, und versteckten sich da, um -sich zu wärmen. „Das ist noch das allerschönste,“ -sagten die Leute. „Es ist gar so artig -und munter, wie hie und da ein Köpfchen -unter den Flügeln der Henne hervorsieht, oder -sich ein Junges hervorwagt, und sogleich wieder -an einer andern Stelle unter sie hineinkriecht.“ -</p> - -<p> -Der Müller, der in seiner weißbestäubten -Kleidung in Mitte der schwarzen Köhler sich -gar sonderbar ausnahm, aber auch an Einsicht -sich eben so vor ihnen auszeichnete, sprach: -„Was das doch ein Wunderding mit diesen -fremden Vögeln ist! Wir erblicken zwar Gott -überall in der Natur; aber wenn wir etwas -ungewöhnliches sehen, fällt uns seine Allmacht, -Weisheit und Güte doch noch mehr in die -Augen. Bedenkt nur, wie gut es ist, daß -diese kleinen Vögelein sogleich laufen und -<a id="page-20" class="pagenum" title="20"></a> -fressen können; wenn die Alte so vielen Jungen -das Futter im Schnabel zutragen müßte, -wie eine Schwalbe, da würde sie nicht fertig! -Wie gut ists, daß es schon die Natur der -Jungen so ist, der Alten nachzulaufen und -ihrer Stimme zu folgen. Liefen sie, weil sie -doch auf der Stelle laufen können, sogleich -auseinander; die Alte könnte sie nicht mehr -zusammen bringen, und die Jungen gingen -verloren. Besonders wundert mich aber, wo -die Henne den Muth hernimmt, ihre Jungen -so tapfer zu vertheidigen! Habe ich mich doch -oft schon über die Hühner geärgert, und sie -dumme Thiere gescholten, weil sie allemal, -so oft ich an ihnen vorbey ging, vor Furcht -scheu auseinander flogen, obwohl sie längst -merken konnten, <a id="corr-4"></a>daß ich ihnen nichts zu leid -thue. Und nun ist die Natur des Thieres -ganz verändert, und sie setzt sich gegen -einen Mann zur Wehre. Oft hat es mich -ergötzt, wie die Hennen um einen Bissen zanken, -oder wie diejenige, die ein größeres -Bröcklein fand, so neidig ist, und sogleich davon -läuft, und wie die andern ihr nachlaufen, -und es ihr nehmen wollen. Jetzt aber hat -sie ihre Gefrässigkeit ganz abgelegt, und ruft -den Jungen selbst und rührt nichts an, bis -alle satt sind. Ich glaube das gute Thier -stürbe lieber selbst Hungers, als daß sie eines -<a id="page-21" class="pagenum" title="21"></a> -ihrer Jungen verhungern ließe. Diese zärtliche -Sorgfalt, mit der die Henne ihre zarten -Jungen umherführt, Futter für sie aufsucht, -sie ernährt, sie beschützt, sie unter ihren Flügeln -wärmt — hat Gott dem Thiere eingepflanzt. -So zärtlich ist Gott für diese jungen Hühnlein -besorgt! Und wie sollten nun wir verzagen? -Sollte Er nicht noch mehr für uns besorgt -seyn? Freylich sorgt Er noch mehr für uns. -Darum nur guten Muth, lieben Leute! Gott -macht alles wohl. Er sorgt für alle seine -Geschöpfe — am meisten aber für den Menschen, -der in seinen Augen mehr ist, als alle -Hühner und alle andern Vögel in der ganzen -Welt.“ -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-4"> -<span class="firstline">Drittes Kapitel.</span><br /> -„Jetzt giebt es Eyer im Ueberfluß.“ -</h2> - -<p class="first"> -<span class="firstchar">W</span><span class="postfirstchar">eil</span> die guten Leute im Thale gegen die -fremde Frau immer gar so gefällig gewesen, -so war sie schon lange darauf bedacht, ihnen -auch wieder eine Freude zu machen, und ihre -ärmliche Haushaltung zu erleichtern. Die -gute Frau hatte daher Eyer und Hühner -sehr geschont, und da sie nun einen schönen -Vorrath von Eyern und auch mehrere Hühner -<a id="page-22" class="pagenum" title="22"></a> -beysammen hatte, schickte sie Martha ins Thal, -alle Hausmütter auf den morgigen Tag, der -ein Sonntag war, einzuladen. Sie kamen -mit Freuden, und in ihrem schönsten Aufputze. -In dem kleinen Gärtchen hatte der alte Diener -einen ländlichen Tisch mit einigen Bänken -bereitet. Hier mußten sie Platz nehmen. -</p> - -<p> -Martha brachte hierauf einen großen Korb -voll Eyer. Die waren alle so reinlich, daß -man kein Flecklein daran sah, und weiß wie -Schnee. Die Kohlenbrennerinnen erstaunten -und wunderten sich nicht wenig über die Menge -von Eyern. „Gottlob! sagte die Frau, jetzt -giebt es Eyer im Ueberfluß, und es ist allerdings -ein schöner Anblick, so viele reinliche -Eyer beysammen zu sehen. Nun will ich euch -aber auch zeigen, wie man sie in der Haushaltung -nützen kann.“ -</p> - -<p> -In einer Ecke des Baumgärtchens, unten -an einem Felsen, war Feuer aufgemacht. -Eine große Pfanne voll Wasser hing über dem -Feuer. Die Frau schlug zuerst ein Ey auf, -um zu zeigen, wie es innen aussehe, bevor -es in das heiße Wasser komme. Alle betrachteten -mit Aufmerksamkeit die schöne kristallhelle -Feuchtigkeit, in der gleich einer gelben Kugel -der Dotter schwamm. Nun wurden so viele -Eyer, als es Gäste waren, weich gesotten. -Auf dem Tische war Salz und weißes länglich -<a id="page-23" class="pagenum" title="23"></a> -geschnittenes Brot in Bereitschaft. Die Frau -lehrte sie die Eyer öffnen, und nun wunderten -sich alle, wie das durchsichtige des Eys so -schön weiß wie Milch aussah, und eben so, -wie das Gelbe, fester geworden. Alle lobten, -indem sie nach Anweisung der Frau die Eyer -mit dem Brote austunkten, die treffliche Speise. -„Da hat man,“ sagten sie, „Geschirr und -Speise sogleich beysammen. Und wie schön -und reinlich, wie lieblich weiß und gelb alles -aussieht! Wie schnell, ohne Kunst, ohne -allen Aufwand ein Ey gekocht ist. Auch für -Kranke könnte man nicht leicht eine wohlfeilere -und nahrhaftere Speise finden.“ -</p> - -<p> -Die Frau schlug hierauf Eyer in heißes -Schmalz. Dieses war für die Köhlerinnen -wieder eine neue Erscheinung. „Wie das Gelbe -so schön vom Weißen umgeben ist,“ sagten sie, -„wie bey den großen weiß- und gelben Wiesenblumen, -die man Ochsenaugen nennt.“ Die -Eyer wurden nach und nach auf grünen Spinat -gelegt, der in einer großen flachen Schüssel -bereit stand — und auch diese Speise wurde -von allen gelobt. So machte die Frau noch -andere Eyerspeisen, und unterrichtete die Köhlerinnen, -wie die Eyer nicht nur an und für -sich eine gesunde Speise seyen, sondern mit -noch größerm Vortheil zur bessern Bereitung -anderer Speisen benützt werden können. -</p> - -<p> -<a id="page-24" class="pagenum" title="24"></a> -Zuletzt wurde schöner grüner Ackersalat -aufgetragen. Kuno brachte <a id="corr-5"></a>einen Teller voll -Eyer, die schon früher hart gesotten wurden, -damit sie indeß wieder kalt würden. Der fröhliche -Alte ließ aus Scherz die Eyer fallen, -daß sie auf dem steinigen Boden herumrollten. -Die Köhlerinnen am Tische erschracken, daß -sie laut aufschrien. Sie meynten, die Eyer -würden ausfließen. Aber wie wunderten sie sich -alle, als die Frau die Schalen rein ablöste, -und jedes Ey so durchaus hart erschien, daß -es sich schneiden ließ. Die Sache schien ihnen -ein Wunder. Indeß sagte ihnen die Frau, wie -man die Eyer hart siede und legte die zierlich -geschnittenen Eyer auf den Salat, und auch -diese Speise schmeckte den Gästen sehr gut. -</p> - -<p> -Nachdem die Mahlzeit geendet war, vertheilte -die Frau einige Hähne und mehrere -Hennen unter die Hausmütter. Sie sagte -ihnen, daß eine Henne des Jahres hundert, -bis hundert fünfzig Eyer lege — worüber -alle erstaunten. „Ueber hundert Eyer!“ riefen -sie. „Welch ein Vortheil in der Haushaltung!“ -Die guten Hausmütter brachten mit den Hühnern -eine große Freude ins Thal. In allen -Hütten war Jubel. Alle Leute im Thale -segneten die Frau, und dankten Gott für so -schöne wohlthätige Geschenke. -</p> - -<p> -<a id="page-25" class="pagenum" title="25"></a> -Die Hühner waren lange Zeit das tägliche -Gespräch. Immer bemerkten die Leute -noch etwas neues daran, das sonderbar und -zugleich nützlich war. Die Eigenschaft, daß -der Hahn morgens krähe, war den Hausvätern -besonders lieb. „Er verkündet so,“ -sagten sie, „den nahen Tag und fordert die -Menschen auf, an ihr Tagwerk zu gehen. -Es ist ein ganz neues Leben im Thal, wenn -am Morgen die Hähne so zusammen krähen, -und man geht ordentlich munterer an die -Arbeit!“ „Freylich wohl!“ sagte der Müller. -„Wenn der Hahn aber gegen Mitternacht das -erste Mal kräht, so ruft er den lustigen Gesellschaften -mit lauter Stimme zu, jetzt sey -es die höchste Zeit, sich zur Ruhe zu begeben.“ -</p> - -<p> -Den Hausmüttern gefiel es noch besonders, -daß die Henne es gatzend ankündete, -wenn sie ein Ey gelegt hatte. Allemal war -Freude im Hause, wenn sie sich hören ließ. -„So weiß man es doch gleich,“ sagten sie, -„und kann das nützliche Geschenk sogleich in -Empfang nehmen.“ -</p> - -<p> -Hausväter und Hausmütter sagten oft -unter einander: „Diese Vögel sind wahrhaftig -von Gott recht eigentlich zu Hausthieren geschaffen. -Sie halten sich so treulich an das -Haus, entfernen sich nie weit davon, kommen, -sobald man ihnen lockt, sogleich alle zurück, -<a id="page-26" class="pagenum" title="26"></a> -ja, sie gehen am Abende von selbst heim, -und warten an Hausthür oder Fenster, bis -man sie hereinlasse. Nicht nur bringen sie in -der Haushaltung einen großen Nutzen; ihr -Unterhalt kostet auch sehr wenig. Sie nehmen -mit Kleye, mit dem Abfalle vom Gemüse, -und mit andern schlechten Dingen vorlieb, die -man im Hause sonst nicht weiter nützen -könnte. Ja sie gehen vom Morgen bis Abend -außer dem Hause überall umher und scharren -und suchen ihr Futter selbst auf. Viele tausend -Körnlein, die besonders zur Erntezeit -und bey dem Dreschen verloren gingen, kommen -so noch den Menschen zu gut. Die Hennen -lesen sie fleißig auf und geben uns Eyer -dafür. Die ärmste Wittwe, die sonst kein -Hausthier halten konnte, vermag doch noch -eine Henne, und das tägliche Ey ist ein tägliches -Almosen für sie.“ -</p> - -<p> -Auch die zwey Kinder der Frau sahen -nun ein, woran sie im Ueberflusse nie gedacht -hatten, was die Eyer für gütige Geschenke -Gottes seyen. O wie froh waren sie, als sie -hie und da morgens ein Ey in Milch essen -konnten! Wie gut fanden sie nun manche -Speise, die ihnen vorhin nicht recht genießbar -schien, weil das Ey daran fehlte. Wie -sehr dankten sie Gott dafür! -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-5"> -<a id="page-27" class="pagenum" title="27"></a> -<span class="firstline">Viertes Kapitel.</span><br /> -Das Fest der bemahlten Eyer, ein -Kinderfest. -</h2> - -<p class="first"> -<span class="firstchar">I</span><span class="postfirstchar">ndeß</span> gingen Sommer und Herbst vorüber, -und der Winter kam. Er war, zumal -in dieser rauhen Gegend, sehr hart. Die -kleinen Hütten im Thale lagen Monate lang, -wie im Schnee vergraben. Nur die rauchenden -Kamine und etwas von den Dächern -schauten noch aus der weißen Hülle hervor. -Von dem Hohlwege zwischen den Felsen herauf -sah man gar nichts mehr. Die Mühle -stand still, und die Wasserfälle hingen starr -und geräuschlos an den Felsen da. Man konnte -nur wenig zusammen kommen. Desto größer -war die Freude, als der Schnee schmolz, -und es wieder Frühling ward. -</p> - -<p> -Die Kinder aus dem Thale kamen sogleich -wieder herauf, und brachten den beyden -fremden Kindern, Edmund und Blanda, die -ersten blauen Veilchen und gelben Schlüsselblümchen, -die sie im Thale finden konnten. -Ja sie flochten ihnen, sobald es mehrere dieser -holden Frühlingsblümchen gab, die schönsten -blauen und gelben Kränze. „Ich muß,“ -sagte die edle Frau, „den guten Kindern doch -<a id="page-28" class="pagenum" title="28"></a> -auch eine Freude machen. Ich will ihnen auf -den kommenden Ostertag ein kleines ländliches -Kinderfest geben. Denn es ist gar schön, daß -man solche Tage den Kindern, so gut man -nur immer kann, zu Freudentagen mache. -Aber was soll ich ihnen geben? Auf Weihnachten -konnte ich sie mit Aepfeln und Nüssen -beschenken, die ich für sie hatte bringen lassen. -Allein zu dieser Zeit hat man nichts im -Hause, als etwa ein Ey. Noch bringt die -Natur nichts hervor, das zu genießen wäre. -Alle Bäume und Sträuche stehen ohne Früchte -und Beeren. Eyer sind die ersten Geschenke -der wieder auflebenden Natur.“ -</p> - -<p> -„Aber,“ sagte Martha, „wenn die Eyer -nur nicht so ganz ohne alle Farben wären! -Weiß ist wohl auch schön. Allein die allerley -Farben der Früchte und Beeren, zumal die -schönen rothen Wangen der Aepfelein, sind -doch noch schöner.“ -</p> - -<p> -„Du bringst mich da auf einen Einfall,“ -sagte die gute Frau, „der nicht gar übel seyn -mag. Ich will die Eyer hart sieden, und sie, -was sich während des Siedens leicht thun läßt, -zugleich färben. Die mancherley Farben machen -den Kindern gewiß große Freude.“ -</p> - -<p> -Die verständige Mutter kannte verschiedene -Wurzeln und Moose, die man zum Schönfärben -brauchen kann. Sie färbte nun die -<a id="page-29" class="pagenum" title="29"></a> -Eyer auf verschiedene Art. Einige wurden -schön himmelblau, andere gelb wie Zitronen, -andere so schön roth wie das Innere der Rosen. -Einige hatte sie mit zarten grünen Blättchen -eingebunden, die sich dann auf den Eyern -abbildeten, und ihnen ein unvergleichlich <a id="corr-6"></a>schönes -buntes Aussehen gaben. Auf einige setzte -sie auch einen kleinen Reim. -</p> - -<p> -„Die bemahlten Eyer,“ sagte der Müller, -als er sie erblickte, „sind gerade recht für das -Fest, wo die Natur ihr weißes Kleid ablegt, -und sich mit allerley Farben schmückt. Die -gute Mutter macht es gerade wie der liebe -Gott, der uns nicht nur schmackhafte Früchte -giebt, sondern sie auch noch für das Auge -schön und freundlich macht. Wie er die Kirsche -roth, die Pflaume blau, die Birne gelb färbt, -so macht sie es mit den Eyern.“ -</p> - -<p> -Der Ostertag war diesesmal ein überaus -schöner <a id="corr-7"></a>Frühlingstag — ein wahrer Auferstehungstag -der Natur. Die Sonne schien so -schön und warm, der Himmel war so rein -und blau, daß es eine Lust war, und alles -neues Leben fühlte. Die Wiesen im Thale -waren bereits schön grün und hie und da schon -bunt von Blumen. -</p> - -<p> -Schon lange vor Anbruch der Morgenröthe -hatten die Frau und der alte Kuno sich -auf den Weg zur Kirche gemacht, die über -<a id="page-30" class="pagenum" title="30"></a> -zwey Stunden weit entfernt jenseits mehrerer -Berge lag. Die Väter und Mütter aus dem -Thale, und die größern Kinder, die so weit -gehen konnten, zogen auch mit dahin. Gegen -Mittag kam die Frau mit Hülfe des Maulthieres, -das Kuno führte, wieder zurück; -die übrigen Leute aber kamen mit ihren Kindern -erst lange nach Mittag, oder gar erst -gegen Abend nach Hause. -</p> - -<p> -Sobald die Frau angelangt war, eilten -jene Kinder, die man daheim gelassen hatte, -und die mit Edmund und Blanda ungefähr -von einerley Alter — und schon lange eingeladen -waren, voll Freude herauf. -</p> - -<p> -Die Frau führte sie in das Gärtchen, -das Kuno im vorigen Jahre sehr verschönert -hatte. Nahe an der Felsenwand, auf einem -zierlich mit Kiese beschütteten Grunde, war -ein länglicht runder Tisch. Der war jetzt mit -einem farbigen Teppiche belegt. Rasensitze -von jungem, frischen Grün umgaben ihn. -Die Kinder setzten sich rings um den Tisch, -und mitten unter ihnen Edmund und Blanda. -Alle sahen freundlich und fröhlich aus den -Augen und waren voll Erwartung der Dinge, -die da kommen würden. Es war wirklich ein -ungemein lieblicher Anblick, den schönen Kreis -von gelb- und braunlockichten Köpfchen und -alle blühenden Gesichtchen zu sehen. „So schön -<a id="page-31" class="pagenum" title="31"></a> -ist kein Blumenkranz,“ sagte die Frau bey -sich selbst, „und wäre er auch aus den -schönsten Rosen und Lilien gewunden.“ -</p> - -<p> -Nun erzählte ihnen die Frau zuerst sehr -schön und deutlich, warum der heilige Ostertag -ein so großes Freudenfest sey — und dann -wurde eine große irdene Schüssel voll heißer -Milch aufgetragen, darein Eyer geschlagen -waren. Jedes Kind hatte ein neues irdenes -Schüsselchen vor sich stehen. Jedes bekam -nun seinen Theil und ließ sichs trefflich schmecken. -Hierauf führte die Frau die Kinder -durch eine Seitenthür des Gärtchens in das -kleine Tannenwäldchen, das an den Garten -stieß. Zwischen den jungen Tännchen waren -hie und da schöne grüne Rasenplätze. Da -sagte die Frau den Kindern, jedes solle aus -Moos, mit dem die Felsen und Bäume umher -reichlich bewachsen waren, ein kleines Nestchen -machen. Sie gehorchten mit Freuden. -Denjenigen Kindern, die nicht zurecht kommen -konnten, mußten die geschicktern helfen. Jedes -mußte sich sein Nestchen recht wohl merken. -</p> - -<p> -Nun kehrten die Kinder wieder in den Garten -zurück. Aber sieh — da erblickten sie auf -dem Tische einen großen Kuchen von Eyerbrot, -der wie ein großer gewundner Kranz gestaltet -war. Jedes bekam nun ein großes Stück -Kuchen. Indeß nun die Kinder aßen, schlich -<a id="page-32" class="pagenum" title="32"></a> -Martha mit einem großen Korbe voll gefärbter -Eyer heimlich in das Wäldchen, und vertheilte -die Eyer in die Nestchen, und die -blauen, rothen, gelben oder bunten Eyer nahmen -sich in den zierlichen Nestchen von zartem, -grünlichem Moose ungemein schön aus. -</p> - -<p> -Nachdem die Kinder genug gegessen hatten, -sagte die Frau: „Nun kommt, jetzt wollen -wir nach den Nestchen sehen.“ In jedem Nestchen -lagen fünf gleichfarbige Eyer, und auf -Einem derselben stand ein Reim. Was da -die Kinder für ein Freudengeschrey erhoben! -Die Freude und der Jubel ging über alle Beschreibung. -— „Rothe Eyer! Rothe Eyer!“ -rief das eine, „in meinem Nestchen sind lauter -rothe Eyer.“ „Und in dem meinigen blaue,“ -rief ein anderes, „o alle so schön blau, wie -jetzt der Himmel.“ „Die meinigen sind gelb,“ -schrie ein drittes, „noch viel schöner gelb, als -die Schlüsselblümchen, oder der hellgelbe -Schmetterling, der dort fliegt.“ „Die meinigen, -rief das vierte, haben gar alle Farben!“ -„O das müssen wunderschöne Hühner seyn,“ -rief ein kleiner Knabe, „weil sie so schöne Eyer -legen. Die möchte ich einmal sehen.“ -</p> - -<p> -„Ey,“ sagte Martha’s Schwesterchen, das -Kleinste aus allen Kindern, „die Hühner legen -freylich keine so schöne Eyer. Ich glaube gar, -das Häschen hat sie gelegt, das aus dem -<a id="page-33" class="pagenum" title="33"></a> -Wachholderbusche heraussprang und davon lief, -als ich dort das Nestchen bauen wollte.“ Und -alle Kinder lachten zusammen, und sagten -im Scherze, der Haase lege die bunten Eyer. -Ein Scherz, der sich in manchen Gegenden -bis auf unsere Zeiten erhalten hat. -</p> - -<p> -„O mit wie wenigem,“ sagte die -Frau, „kann man den Menschen eine große -Freude machen! Wer sollte nicht gerne geben; -indem ja geben seliger ist, als empfangen! — -Wer doch noch ein Kind seyn könnte! Eine -solche Freude empfinden unter den Erwachsenen -nur diejenigen, die ihr Herz rein und -schuldlos bewahrten. Nur die leben noch in -dem Paradiese der Kindheit — diesem Gottesreiche -schuldloser Freude.“ -</p> - -<p> -Nun machte die Frau den Kindern wieder -eine andere Unterhaltung. Manches Kind, das -nur blaue Eyer bekam, hätte gerne auch ein -rothes oder gelbes gehabt. Denen, mit den -rothen, gelben oder bunten Eyern ging es eben -so. Die Frau sagte daher den Kindern, sie -sollen mit einander tauschen. Nur das Ey mit -dem Sprüchlein durfte nicht vertauscht werden. -Das war jetzt eine neue Freude, da jedes Kind -auf diese Art Eyer von allen Farben erhielt. -„Seht,“ sagte die Frau, „so muß man einander -aushelfen. Wie es mit den Eyern hier -ist, so ist es mit tausend andern Dingen. -<a id="page-34" class="pagenum" title="34"></a> -Gott theilte seine Gaben so aus, daß die -Menschen einander davon wechselweise mittheilen -können, und so einander Freude machen -und einander lieber gewinnen sollen. Möchte -doch jeder Tausch oder Kauf, wie euer kleiner -Eyerhandel beschaffen seyn, daß immer beyde -Theile gewinnen, und keiner verliere.“ -</p> - -<p> -Der kleine Edmund las seinen Reim. Ein -Köhlerknabe war darüber voll Erstaunen. -Denn damals gab es noch wenige Schulen, -und mancher Erwachsene wußte kaum, daß es -um das Lesen und Schreiben etwas Schönes -und Nützliches sey. Der Köhlerknabe wollte -nun sogleich wissen, was denn da auf <em>seinem</em> -Ey geschrieben stehe. „O ein unvergleichlich -schönes Sprüchlein!“ sagte die Frau. „Höre -einmal! <em>Für Speis und Trank — -dem Geber dank!</em>“ Sie fragte die Kinder, -ob sie dieses immer gethan hätten? Jetzt -fiel es ihnen erst ein, Gott für die fröhliche -Mahlzeit und die schönen Eyer zu danken, was -sie denn nach Anleitung der Frau auch sogleich -von Herzen thaten. -</p> - -<p> -Nun wollte aber jedes Kind wissen, was -auf seinem Ey stehe. Alle drängten sich um -die Frau. Alle die kleinen Händchen, und in -jedem der Händchen ein Ey, waren gegen sie -ausgestreckt. Alle riefen wie mit einem Munde: -<a id="page-35" class="pagenum" title="35"></a> -„Was steht auf meinem? Was auf meinem? -Wie heißt meines? O meines zuerst lesen!“ -</p> - -<p> -Die Frau mußte Friede machen, und die -Kinder in einen Kreis stellen. Jetzt las sie in -der Reihe herum ein Sprüchlein nach dem andern. -Jedes Kind war voll Begierde zu wissen, -wie sein Reimlein heiße. Alle horchten -auf die Frau, und wandten kein Auge von ihr, -wenn sie wieder ein Sprüchlein las. -</p> - -<p> -Die Reimlein bestanden nur immer aus einigen -Wörtchen. Alle zusammen, sowohl auf den -Eyern, die sie jetzt, als auf jenen, die sie nachher -noch austheilte, waren ungefähr folgende: -</p> - -<div class="poem-container"> - <div class="npoem"> - <div class="numbered"> - <p class="number">1.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nur Eins ist noth,</p> - <p class="verse">Kind, liebe Gott!</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">2.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Gott sieht dich, Kind,</p> - <p class="verse">Drum scheu die Sünd.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">3.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Für Speis und Trank</p> - <p class="verse">Dem Geber dank’.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">4.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Ein dankbar Herz</p> - <p class="verse">Flammt himmelwärts.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">5.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Vertrau’ auf Gott,</p> - <p class="verse">Er hilft in Noth.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">6.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Höchst elend ist,</p> - <p class="verse">Wer Gott vergißt.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">7.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wer Jesum ehrt,</p> - <p class="verse">Thut, was Er lehrt.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">8.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Gebet und Fleiß</p> - <p class="verse">Macht gut und weis’.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">9.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Fromm, gut und rein,</p> - <p class="verse">Drey Edelstein.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">10.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Ein gutes Kind</p> - <p class="verse">Gehorcht geschwind.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number"><a id="page-36" class="pagenum" title="36"></a>11.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Beym Eigensinn</p> - <p class="verse">Ist kein Gewinn.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">12.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Ein reines Herz</p> - <p class="verse">Erspart viel Schmerz.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">13.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Kind, wirst du roth,</p> - <p class="verse">So warnt dich Gott.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">14.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wie Rosen blüht</p> - <p class="verse">Ein rein Gemüth.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">15.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Bescheidenheit</p> - <p class="verse">Das schönste Kleid.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">16.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wer Lügen spricht,</p> - <p class="verse">Dem glaubt man nicht.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">17.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Die Heucheley</p> - <p class="verse">Ein faules Ey.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">18.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Verdientes Brot,</p> - <p class="verse">Macht Wangen roth.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">19.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Unmäßig seyn</p> - <p class="verse">Bringt Schmach und Pein.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">20.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Geiz macht ein Herz</p> - <p class="verse">Zu Stein und Erz.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">21.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Ein frommer Mann,</p> - <p class="verse">Hilft wo er kann.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">22.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Zorn, Haß und Neid</p> - <p class="verse">Bringt dir nur Leid.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">23.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Still, sanft und mild,</p> - <p class="verse">Ein goldner Schild.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">24.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Geduld im Leiden</p> - <p class="verse">Bringt Himmelsfreuden.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">25.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Gutseyn, nicht Gold,</p> - <p class="verse">Macht lieb und hold.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">26.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Ein gut Gewissen,</p> - <p class="verse">Ein sanftes Kissen.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">27.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wer Gutes thut,</p> - <p class="verse">Hat frohen Muth.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">28.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Zur Ewigkeit</p> - <p class="verse">Sey stets bereit.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">29.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Weltlust vergeht,</p> - <p class="verse">Tugend besteht.</p> - </div> - </div> - <div class="numbered"> - <p class="number">30.</p> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Den Frommen lohnen</p> - <p class="verse">Dort ew’ge Kronen.</p> - </div> - </div> - </div> -</div> -<p class="noindent"> -<a id="page-37" class="pagenum" title="37"></a> -Jedes Kind gab sich alle Mühe, sein -Reimlein zu merken, und wiederholte es in -der Stille immer bey sich selbst, um es nicht -zu vergessen. -</p> -<p> -Die Frau fragte nun in der Reihe herum, -ob jedes sein Sprüchlein noch wisse. Hie -und da mußte sie ein wenig nachhelfen. -Aber bald wußte jedes Kind das seine schön -und deutlich zu sagen. Ja viele merkten auch -die Reimlein der übrigen. Nach und nach -wußte fast jedes Kind alle Reime auswendig. -Wenn man nur das erste Wort nannte, so -wußten sie fast allemal das Sprüchlein bis ans -Ende zu sagen. Und wenn man die erste -Hälfte sagte, so wußten sie die zweyte ganz -sicher. So viel auf einmal, und so leicht, -unter Lust und Lachen, hatten die Kinder noch -nie gelernt. -</p> -<p> -Die Väter und Mütter und die andern -Kinder, die indes nach Hause gekommen waren, -und den lauten Jubel, der in das Thal -hinabscholl, vernahmen, eilten herauf, zu sehen -und zu hören, was es denn gebe, und waren -ganz erstaunt. „So viel,“ sagten sie, „lernen -ja die Kinder zu Hause kaum in einem halben -Jahre auswendig, als hier in einer halben -Stunde. Es bleibt doch wahr, Lust und Lieb -zu einem Ding, macht alle Müh und Arbeit -gering.“ „Aber den Kindern Lust zu machen, -<a id="page-38" class="pagenum" title="38"></a> -sagte der Müller, das ist das Kunststückchen. -Da steckts! — Das heißt einmal viel gelernt. -Das ist ja eine ganze Sittenlehre für Kinder -im Kleinen. Wie die Frau doch mit Kindern -umzugehen weiß!“ -</p> -<p> -Die Frau beschenkte nun auch die übrigen -Kinder mit bunten Eyern und mit Kuchen, -und sagte noch zu allen: „Die gefärbten Eyer -mögt ihr zu Hause essen; und die mit dem -Sprüchlein, müßt ihr zum Andenken aufbewahren.“ -„Die essen wir freylich nicht!“ -sagten die Kinder. „Die heben wir auf. -Das Sprüchlein ist ja mehr werth, als das -Ey.“ „Das ist’s wahrhaftig,“ sagte die Frau, -„wenn ihr das befolgt, was es euch lehrt.“ -</p> -<p> -Sie ermahnte die Aeltern nun, die Kinder -bey guter Gelegenheit an die Sprüchlein zu -erinnern. Die Aeltern thatens. Wenn ein -Kind nicht sogleich auf das Wort folgen wollte, -erhob der Vater den Finger und sagte: „<em>Ein -gutes Kind</em> —“ und das Kind sprach: -„<em>gehorcht geschwind!</em>“ und gehorchte -dann auch geschwind. Wenn ein Kind Miene -machte, zu lügen, sprach die Mutter: „<em>Wer -Lügen spricht</em> —“ „<em>dem glaubt -man nicht!</em>“ fuhr das Kind fort, erröthete -und schämte sich zu lügen. Und so machten -die Aeltern es auch mit den übrigen Reimen. -</p> -<p> -<a id="page-39" class="pagenum" title="39"></a> -Die Kinder sagten noch gar oft, in ihrem -Leben hätten sie keinen so vergnügten Tag gehabt. -„Nun,“ sagte die Frau allemal, „so -thut nur fleißig, wie es in den Sprüchlein -heißt, und dann gebe ich euch alle Jahre ein -solches Eyerfest. Wer aber böse ist und nicht -folgt, darf nicht dazu kommen. Denn es soll -nur ein Fest für gute Kinder seyn.“ O, wie -da die Kinder im Thale so gut und so folgsam -wurden! -</p> -<h2 class="chapter" id="chapter-0-6"> -<span class="firstline">Fünftes Kapitel.</span><br /> -Ein Paar Eyer — mehr werth, als -wenn sie von Gold wären. -</h2> -<p class="first"> -<span class="firstchar">U</span><span class="postfirstchar">nter</span> den Zuschauern, die dem kleinen -Kinderfeste beywohnten, hatte die Frau einen -fremden Jüngling bemerkt, der in dem Kreise -fröhlicher Menschen ganz traurig dastand. Der -Jüngling mogte etwa im sechzehnten Jahre -seyn. Er war nur sehr ärmlich gekleidet, -allein von einem sehr edlen Aussehen und von -einer blühenden, unverdorbenen Gesichtsfarbe; -seine schönen gelben Haare hingen bis auf die -Schultern herab, und in der Hand hatte er einen -langen Wanderstab. -</p> -<p> -Nachdem sich die meisten Zuschauer zerstreut -hatten, fragte ihn die Frau voll Mitleids, -<a id="page-40" class="pagenum" title="40"></a> -warum er denn so traurig sey. „Ach, -sprach der Jüngling, und die hellen Thränen -standen ihm in den Augen, mein Vater, der -ein Steinhauer war, ist erst vor drey Wochen -gestorben. Meiner Mutter geht es nun mit -meinen zwey kleinen Geschwistern, einem Knaben -und einem Mädchen, sehr hart. Mich -will der Bruder meiner Mutter annehmen, -und mich das Handwerk des Vaters, das er -auch treibt, lehren, damit ich die Mutter erhalten -und mich in der Welt fortbringen könne. -Zu diesem reise ich jetzt. Ich komme schon -zwanzig Stunden weit her und habe fast noch -so weit zu gehen. Denn der Vetter wohnt -weit hin in einer andern Gegend des Gebirges.“ -</p> -<p> -Die Frau wurde, besonders da ihr eignes -Schicksal dem Schicksale der armen Wittwe -des Steinhauers in etwas ähnlich war, sehr -gerührt. Sie gab ihm Milch mit Eyern -und Eyerkuchen zu essen, und schenkte ihm einiges, -seine Mutter damit zu unterstützen. -Edmund und Blanda hatten auch großes Mitleiden -mit ihm. „Da,“ sagte Blanda, -„bring dieses rothe Ey deinem kleinen Schwesterchen -und grüße sie mir recht freundlich.“ -„Und,“ sagte Edmund, „dieses blaue Ey bringe -deinem Brüderchen zum Gruße, und sag ihm, -er soll uns einmal heimsuchen! Wir wollen -ihm dann auch Milchsuppe und Eyerkuchen -<a id="page-41" class="pagenum" title="41"></a> -auftischen.“ Die Mutter lächelte, holte noch -ein bemahltes Ey, und sagte: „Dieses Ey -da gieb deiner Mutter. Das Sprüchlein darauf -ist der beste Trost, den ich ihr geben kann: -<em>Vertrau auf Gott, — Er hilft in -Noth!</em> und so wird ihr das Ey kein unangenehmes -Geschenk seyn; ja wenn sie das -Sprüchlein befolgt, so ist es das beste Geschenk -von der Welt, das man ihr nur immer -machen könnte.“ -</p> -<p> -Der Jüngling dankte herzlich. Der Müller -behielt ihn über Nacht, und am andern -Morgen, da die Spitzen der Felsen, die das -Thal einschlossen, sich errötheten, setzte er -seinen Stab weiter, nachdem der Müller ihm -noch zuvor Haberbrot und Ziegenkäse in seinen -Queersack gesteckt hatte. -</p> -<p> -Fridolin, denn so hieß der Jüngling, wanderte -durch das Gebirge, über hohe Felsen -und durch tiefe Thäler, rüstig fort. Am -Abende des dritten Tages war er nur noch -ein Paar Stunden von der Wohnung des -Vetters entfernt. Aber sieh da — als er so -auf schmalem Wege, längs einer himmelhohen -Felsenwand hinkletterte, und in die tiefe schauerliche -Kluft zwischen den buschigen Felsen mit -Grausen hinabschaute, erblickte er auf einmal -ein aufgezäumtes und gesatteltes Pferd; die -Decke war schön purpurroth und der Zügel -<a id="page-42" class="pagenum" title="42"></a> -schien lauter Gold. Das Pferd aber schaute -zu ihm herauf und wieherte, als freute es sich, -einen Menschen zu sehen, und als wollte es -ihn mit lautem Jubel willkommen heißen. -</p> -<p> -„Alle Welt,“ sagte der Jüngling, „wie -kommt das edle Thier in diese tiefe Schlucht -hinab. Allem nach gehört es einem Ritter -zu. Wenn dem Herrn, dem es angehört, nur -kein Unglück begegnet ist. Ein gesatteltes -Pferd ohne Reiter an einem solchen Orte ist -immer ein Anblick, über den man erschrickt. -Mir wird ganz bange; ich muß doch einmal -nachsehen.“ Er versuchte lange vergebens hinab -zu klettern, wiewohl er im Bergsteigen sehr -geübt war. Endlich fand er einen engen Steig -zwischen den Felsen, den ein wildes Bergwasser -ausgehöhlt hatte, der aber jetzt trocken lag, -und kam glücklich hinunter. Da sah er einen -Mann von edlem Aussehen und in ritterlicher -Kleidung unter einem überhangenden Felsen -liegen. Sein glänzender Helm mit dem prangenden -Federbusche lag neben ihm, und der -Spieß steckte darneben. Der Mann aber sah -sehr blaß aus, und der Jüngling wußte nicht, -ob er nur schlafe oder gar todt sey. Mitleidig -ging er zu ihm hin, faßte ihn freundlich -bey der Hand und sagte: „Fehlt euch etwas -lieber Herr?“ -</p> -<p> -<a id="page-43" class="pagenum" title="43"></a> -Der Mann schlug die Augen auf, blickte -den Jüngling starr an, seufzte, und versuchte -zu reden. Aber er konnte kein Wort hervorbringen. -Da deutete er mit der Hand auf -den Mund, und dann auf den Helm, der neben -ihm lag. Fridolin verstand, daß er trinken -wolle, nahm den Helm, und ging, Wasser -zu holen. Ein paar graue Weidenbäume tief -in einem Winkel der Schlucht verriethen ihm, -daß Wasser in der Nähe seyn müsse. Er ging -hin, fand feuchten Grund, wand sich eine -Strecke zwischen Felsen und Gesträuchen hinauf, -und sieh — da rann ein kleines Quellchen, -hell wie Kristall, aus einem moosigen -Felsen hervor. Fridolin füllte den Helm, -und eilte dem Durstenden zu. Er trank öfter -und in langen Zügen. Nach und nach kam -ihm die Sprache wieder. -</p> -<p> -„Gott sey Dank!“ war sein erstes Wort. -„Und auch dir sey Dank, freundlicher Jüngling,“ -fuhr er mit heißerer Stimme fort, indem -er den Kopf auf die Hand stützte. „Dich -hat mir Gott zugesendet, damit ich nicht verschmachte. -— Aber, wie mich jetzt hungert! -Hast du nicht einen Bissen Brot bei dir?“ -</p> -<p> -„O du mein Gott,“ rief Fridolin, „wenn -ich es nur früher gewußt hätte. Haberbrot -und Ziegenkäse, die ich da im Queersacke trug, -sind rein aufgezehrt. Doch halt, halt! rief -<a id="page-44" class="pagenum" title="44"></a> -er jetzt freudig aus, da habe ich ja noch die -Eyer. Die sind eine gesunde, nahrhafte -Speise.“ Er setzte sich zu dem Manne auf -den reichlich mit Moos bewachsenen Boden, -langte die gefärbten Eyer hervor, machte sogleich -eines von der Schale los, schnitt es -mit seinem Taschenmesser, gleich Aepfelschnitzchen, -in länglichte Stücklein, und gab ein -Stückchen nach dem andern dem Manne. Der -Mann aß begierig, trank dann wieder dazwischen, -und aß dann wieder. -</p> -<p> -Fridolin wollte das dritte Ey auch aufklopfen. -Aber der Mann sagte: „Laß es -gut seyn. Zuviel auf einmal essen, besonders -nachdem man lange gehungert, ist nicht gut. -Ich habe für jetzt genug. So gut hat es -mir in meinem Leben noch nicht geschmeckt. -Es war ein Königsmahl.“ „Ich fühle mich, -Gott sey Dank, schon kräftiger, fuhr er fort -und setzte sich vollends auf. O wenn du -nicht gekommen wärest, so wäre ich diese -Nacht sicher verschmachtet.“ -</p> -<p> -„Aber,“ sagte Fridolin, indem er den -hellen Panzer und die Kleidung von prächtigen -Farben näher betrachtete, „wie kommt ihr, edler -Ritter, mit eurem Pferde denn in diese -schauerliche Schlucht herab?“ -</p> -<p> -„Ich bin nur ein Edelknecht,“ sagte der -Mann, „und reise schon mehrere Wochen in -<a id="page-45" class="pagenum" title="45"></a> -Angelegenheit meines Herrn weit umher. Da -hab ich mich in diesem waldigen Gebirge verirrt. -Die Nacht überfiel mich. Auf einmal -stürzte ich in der Finsterniß, samt meinem -Pferde, den steilen Abhang dort herunter in -diese Tiefe. Dem Pferde, das gut auf den -Beinen ist, geschah nichts. Aber ich habe -mich da an dem Fuße beschädigt, daß ich -nicht mehr gehen, und mich nicht einmal mehr -auf das Pferd schwingen kann. Indeß ists -ein Wunder, daß Mann und Roß nicht sogleich -zu Grund gingen. Ich kann Gott nicht -genug danken! Ich verband mir die Wunde; -aber das Wundfieber setzte mir hart zu. Ich -hatte mich schon darein ergeben, zwischen diesen -Felsen Hungers zu sterben. Da erschienst -du mir, guter Jüngling — wie ein Engel -des Himmels. Sag doch an, wie kommst -du hieher in diese menschenleere, einsame -Wüste?“ -</p> -<p> -Fridolin erzählte, und der Mann hörte -aufmerksam zu, und that dazwischen allerley -Fragen. „Wunderlich,“ sagte er, indem er auf -die Eyerschaalen zeigte, die auf dem Moose -umherlagen, „daß sie so schön roth und blau -sind. Ich habe noch nie solche Eyer gesehen. -Wie, laß mich das Ey, das noch ganz ist und -das du wieder in den Queersack stecktest, doch -einmal näher betrachten!“ -</p> -<p> -<a id="page-46" class="pagenum" title="46"></a> -Fridolin gabs ihm, und erzählte, wie er -dazu gekommen. Der Mann betrachtete das -Ey sehr aufmerksam, und die Thränen drangen -ihm in die Augen. „Mein Gott,“ sagte -er, „was da auf dem Ey steht, ist wohl recht -wahr: <em>Vertrau auf Gott, — Er -hilft in Noth.</em> Das habe ich jetzt erfahren. -Mit heißer Inbrunst flehte ich in -diesem Abgrunde zu Gott um Hülfe, und Er -hat mein Flehen erhört. Seine Güte sey -dafür dankbar gepriesen. Gesegnet seyen die -guten Kinder, die dir das Paar Eyer schenkten. -O sie dachten wohl nicht, daß sie damit -einem fremden Manne das Leben retten würden. -Gesegnet sey die gute Frau, die auf dieses -Ey hier den tröstlichen Reim schrieb.“ -</p> -<p> -„Du,“ fuhr er fort, „gib das Ey mir. -Ich will es aufheben, damit ich den schönen -Spruch, der sich an mir so schön bewährte, -immer vor Augen haben kann. Ja, meine -Kinder und Kindeskinder sollen noch im Vertrauen -auf Gott gestärkt werden, so oft sie -das Ey erblicken und den Spruch lesen. Vielleicht -erzählen nach hundert Jahren meine Urenkel -noch davon, wie wunderbar Gott ihren -Urgroßvater durch ein Paar Eyer vom Hungertode -gerettet habe. — Ich will dir für die -Eyer etwas anders geben.“ Er zog seinen -Geldbeutel heraus, und gab ihm für jedes -<a id="page-47" class="pagenum" title="47"></a> -Ey, das er gegessen, hatte, ein Goldstück — -für das mit dem schönen Reim aber zwey. -Fridolin wollte ihm das Ey zwar nicht lassen. -Der Mann aber bat so lange, bis er es -ihm gab. -</p> -<p> -„Doch sieh,“ sagte der Mann jetzt, indem -er an der Felsenwand hinauf blickte, „es will -Abend werden, und die Felsen und Gesträuche -da oben schimmern in der Abendsonne schon -wie rothes Gold. Versuch es doch einmal, -mir auf das Pferd zu helfen. Der Weg, -auf dem du herabkamst in diese fürchterliche -Schlucht, wo die Sonne nie hinscheinet, läßt -mich doch einen Ausgang hoffen.“ -</p> -<p> -Fridolin half ihm auf das Pferd, und -führte es am Zügel. Sie kamen durch den -Hohlweg mit vieler Mühe, aber dennoch glücklich -hinauf. O wie sich da der Mann freute, -als er die Sonne wieder erblickte, und Wald -und Gebirg umher, von ihren glühendrothen -Strahlen herrlich beleuchtet. -</p> -<p> -„Zu meinem Vetter,“ sagte Fridolin, -„kommen wir jetzt wohl noch. Ich gehe einen -starken Schritt und euer Pferd bleibt gewiß -nicht zurück. Der Vetter wird euch mit -Freuden aufnehmen. Er ist ein braver Mann. -Ihr findet nicht nur eine gute Nachtherberge, -sondern sicher auch, bis ihr wieder hergestellt -seyd, eine liebreiche Pflege.“ -</p> -<p> -<a id="page-48" class="pagenum" title="48"></a> -Mit anbrechender Nacht kamen sie vor der -Hütte des ehrlichen Steinhauers an. Er nahm -den Edelknecht mit Freuden auf, und klopfte -seinem jungen Vetter Fridolin auf die Schulter, -daß er so brav und gut gehandelt habe. — -Fridolin trug seine Bedenklichkeit vor, daß er -nicht Wort halten und seiner Mutter und seinen -Geschwistern die gefärbten Eyer nicht senden -könne. „Ach was, Eyer,“ sagte Fridolins -Vetter, „ich weiß zwar nicht, was du alles -von rothen und blauen und bunten Eyern daher -schwatzest, oder was diese Eyer vor andern -Vogeleyern, deren viele gewiß noch weit schöner -und zarter bemahlt sind, besonders haben -sollen; aber wären sie auch pures Gold, so -wären sie dennoch wohl fort — da nur der -brave Mann hier nicht hungers sterben durfte, -und du einmal ein braver Kerl wirst. Du -hast gehandelt, wie der wohlthätige Samariter -— und ich will nun den Wirth machen. -Aber bezahlen darfst du mir nichts, setzte er -noch lächelnd hinzu. Hörst du?“ -</p> -<p> -Der Edelknecht zeigte das Ey mit dem -Spruche. „Es ist wunderschön,“ sagte der -Vetter zu Fridolin. „Indeß laß ihm’s nur; -das Gold da wird deiner Mutter lieber seyn. -Komm, ich will es dir auswechseln!“ Der -Jüngling erstaunte über die Menge Münze, die -er dafür bekam; denn er hatte das Gold -<a id="page-49" class="pagenum" title="49"></a> -nicht gekannt. „Sieh,“ sagte der Vetter, -„auch an deiner Mutter wird der Spruch -wahr: <em>Gott hilft in Noth!</em> Der -Spruch ist mehr werth, als all das Gold. -Es ist indeß gut, daß man den Spruch auch -ohne das Ey merken kann. Vergiß ihn daher -dein Lebenlang nicht.“ -</p> -<p> -Der Edelknecht blieb so lange, bis er ganz -gesund war, und beschenkte, ehe er aufsaß, -noch alle im Hause reichlich. -</p> -<h2 class="chapter" id="chapter-0-7"> -<span class="firstline">Sechstes Kapitel.</span><br /> -Ein Ey, das wirklich in Gold und -Perlen gefaßt wird. -</h2> -<p class="first"> -<span class="firstchar">D</span><span class="postfirstchar">en</span> Frühling und Sommer über fiel -in dem Thale nichts besonders vor. Die Kohlenbrenner -bauten ihr kleines Feld und gingen -fleißig in den Wald, Kohlen zu brennen; ihre -Weiber besorgten die Haushaltung und zogen -viele Hühner; und die Kinder fragten sehr -oft, ob es wohl nicht bald wieder Ostern sey. -Die edle Frau aber war jetzt manchmal sehr -traurig. Ihr alter, treuer Diener, der sie -hieher begleitet hatte, und anfangs von Zeit -zu Zeit bald größere, bald kleinere Reisen -machte, und ihre Geschäfte besorgte, konnte -<a id="page-50" class="pagenum" title="50"></a> -das Thal schon lange nicht mehr verlassen. -Denn er fing an zu kränkeln. Ja, als es -Herbst ward und die Gesträuche an den Felsen -umher bereits bunte Blätter hatten, konnte er -kaum mehr vor die Thüre, um sich, was er -sonst so gerne that, ein wenig zu sonnen. Die -Frau vergoß aus Mitleid mit dem guten, alten -Manne, und aus Besorgniß, ihre letzte Stütze -zu verlieren, manche stille Thräne. Auch das -fiel ihr sehr schwer, daß sie nun durch ihn -von ihrem Vaterlande keine Nachricht mehr -erhalten konnte, und in diesem abgelegenen -Thale von der ganzen übrigen Welt wie abgeschieden -war. -</p> -<p> -Um diese Zeit setzte aber noch ein anders -Ereigniß die gute Frau in nicht geringe <a id="corr-11"></a>Aengste -und Schrecken. Die Kohlenbrenner kamen -eines Morgens aus dem Walde heim, und erzählten, -als sie die vergangene Nacht wohlgemuth -bey ihren brennenden Kohlhaufen gesessen -wären, da seyen auf einmal vier fremde -Männer zu ihnen gekommen, die eiserne Kappen -auf dem Kopfe und eiserne Wammse angehabt, -und große Schwerter an der Seite -und lange Spieße in der Hand geführt hätten. -Sie hätten sich Dienstleute des Grafen von -Schroffeneck genannt, der mit vielen Reisigen -in dem Gebirge angekommen sey. Sie hätten -sich auch nach allem in der Gegend wohl erkundigt. -<a id="page-51" class="pagenum" title="51"></a> -Der Müller eilte mit dieser Neuigkeit -sogleich zu der Frau, die eben an dem -Bette des kranken Kuno saß. Sie wurde, als -der Müller den Namen Schroffeneck nannte, -todtenbleich, und rief: „O Gott, der ist mein -schrecklichster Feind! Ich glaube nicht anders, -als er stellt mir nach dem Leben. Die Kohlenbrenner -werden den fremden Männern meinen -Aufenthalt doch ja nicht entdeckt haben!“ Der -Müller versicherte, so viel er wisse, sey von -ihr gar nicht die Rede gewesen. Die Männer -hätten sich an dem Feuer nur gewärmt und -seyen gegen Tag wieder weiter gegangen. Daß -sie aber noch in dem Gebirge umherstreifen, -sey dennoch gewiß. -</p> -<p> -„Lieber Oswald!“ sagte die Frau zum -Müller, „Ich habe, seit ihr mich in euer -Haus aufnahmet, euch immer als einen gottesfürchtigen, -rechtschaffenen, redlichen Mann -kennen gelernt. Euch will ich daher meine -ganze Geschichte anvertrauen, und auch die -große Angst entdecken, die jetzt mein Herz erfüllt; -denn auf euern guten Rath und auf -euern treuen Beystand mache ich sichere Rechnung.“ -</p> -<p> -„Ich bin Rosalinde, eine Tochter des -Herzoges von Burgund. Zwey angesehene -Grafen warben um meine Hand — Hanno von -Schroffeneck und Arno von Lindenburg. Hanno -<a id="page-52" class="pagenum" title="52"></a> -war der reichste und mächtigste Herr weit umher, -und hatte viele Schlösser und Kriegsleute; -allein er war nicht gut und edel. Arno war -wohl der tapferste und edelste Ritter im Lande; -allein im Vergleich mit Hanno arm; denn er -hatte von seinem edlen, uneigennützigen Vater -nur ein einziges alterndes Schloß geerbt, und -war auch gar nicht darauf bedacht, durch Gewalt -mehrere an sich zu reißen. Ihm gab -ich, mit Gutheißen meines Vaters, meine -Hand, und brachte ihm eine schöne Strecke -Landes mit mehreren festen Schlössern zum -Brautschatze. Wir lebten so vergnügt, wie -im Himmel.“ -</p> -<p> -„Hanno von Schroffeneck faßte aber einen -grimmigen Haß gegen mich und meinen -Gemahl, und wurde uns todtfeind. Indeß -verbarg er seinen Groll, und ließ ihn nicht -in öffentliche Feindseligkeiten ausbrechen. Nun -mußte mein Gemahl mit dem Kaiser in den -Krieg gegen die wilden heidnischen Völker ziehen. -Hanno hätte den Zug auch mitmachen -sollen. Allein unter allerley Vorwänden wußte -er seine Rüstungen zu verzögern, blieb zurück, -und versprach blos, dem Heere sobald möglich -zu folgen. Während nun mein Gemahl mit -seinen Leuten an den fernen Grenzen für sein -Vaterland kämpfte, und alle genug zu thun -hatten, den übermächtigen Feind abzuhalten, -<a id="page-53" class="pagenum" title="53"></a> -brach der treulose Hanno in unser Land ein — -und niemand war, der sich ihm widersetzen -konnte. Er verwüstete alles weit umher, -und erstürmte ein festes Schloß nach dem andern. -Mir blieb nichts übrig, als mit meinen -zwey lieben Kindern heimlich zu entfliehen. Mein -guter alter Kuno war mein einziger Schutzengel -auf dieser gefährlichen Flucht, auf der ich -keinen Augenblick vor Hanno’s Nachstellungen -sicher war. Er führte mich in dieses Gebirg, -wo ich in diesem vor aller Welt verborgenen -Thale einen so ruhigen Aufenthalt fand.“ -</p> -<p> -„Hier wollte ich nun weilen, bis mein -Gemahl aus dem Kriege zurück kommen, und -unsre Habe dem unrechtmäßigen Besitzer wieder -entreißen würde. Von Zeit zu Zeit zog -Kuno aus dem Gebirge in die bewohntere -Welt, Kunde von dem Kriege einzuholen. Allein -immer kehrte er mit traurigen Nachrichten -zurück. Immer noch waltete der böse Hanno -in unserm Lande, immer noch dauerte der Krieg -an den Grenzen mit abwechselndem Glücke -fort. Nun aber ist schon bald ein Jahr, daß -mein guter Kuno krank ist, und seit der Zeit -weiß ich nichts mehr von meinem theuren Vaterlande, -und von meinem lieben Gemahl. -Ach, vielleicht fiel er schon lange unter dem -Schwerte der Feinde! Vielleicht kam Hanno, -der mir mit seinen Leuten so nahe ist, meinem -<a id="page-54" class="pagenum" title="54"></a> -geheimen Aufenthalte auf die Spur — und -was wird dann aus mir werden? Der Tod -wäre noch das Beste, was mir begegnen -könnte! —“ -</p> -<p> -„O redet doch mit den Köhlern, lieber -Oswald, daß sie mich doch nicht verrathen!“ -„Was verrathen!“ sagte der Müller. „Ich -stehe euch gut für alle; jeder gäbe sein Leben -für mich. Ehe der von Schroffeneck euch -etwas zu leid thun sollte, müßte er es mit -uns allen aufnehmen. Seyd daher außer -Sorgen, edle Frau!“ Eben so sprachen -die Kohlenbrenner, als ihnen der Müller die -Sache vortrug. „Er soll nur kommen,“ -sagten sie, „dem wollen wir mit unsern Schürhacken -den Weg weisen.“ -</p> -<p> -Die gute Frau brachte indeß ihr Leben -unter beständigen Sorgen und Aengsten zu. -Sie getraute sich kaum mehr aus der Hütte, -und ließ auch keines ihrer Kinder vor die -Thüre. Ihr Leben war sehr betrübt und kummervoll. -Da es aber in dem Gebirge -wieder ruhig wurde, und man von den geharnischten -Männern nichts mehr sah und hörte, -wagte <a id="corr-14"></a>sie es einmal, einen kleinen Spaziergang -zu machen. Es war nach langem Regen gar -ein schöner, lieblicher Tag spät im Herbste. -Einige hundert Schritte von ihrer Hütte war -eine Art ländlicher Kapelle. Sie war nur -<a id="page-55" class="pagenum" title="55"></a> -aus rohen Tannenstämmen erbaut, und an der -Vorderseite ganz offen. In der Kapelle sah -man die Flucht nach Aegypten, ein sehr liebliches -Gemählde, das Kuno einmal von einer -seiner Wanderungen mitgebracht hatte, die -gute Frau über ihre eigene Flucht zu trösten. -Hinter der Kapelle erhob sich eine hohe Felsenwand, -und vor der Kapelle standen einige schöne -Tannen, und beschatteten den Eingang derselben. -Das Plätzchen hatte noch etwas Stilles -und Trauliches, daß man mit Wehmuth -und Freude hier verweilte. Ein angenehmer -Weg über grünen Rasen, zwischen mahlerischen -Felsen und Gesträuchen führte dahin. Dies -war ihr liebster Spaziergang. Sie ging — -nicht ganz ohne Bangigkeit — auch dieses -Mal dahin. Sie kniete mit ihren Kindern -einige Zeit auf dem Betstuhle am Eingange -der Kapelle. Die Aehnlichkeit ihres Schicksals -mit dem der göttlichen Mutter, die -auch mit ihrem Kinde in ein fremdes Land -flüchten mußte, rührte sie, und manche Zähre -floß von ihren Wangen. Sie betete eine Zeit, -und setzte sich dann auf die Bank. Ihre Kinder -pflückten indeß an den Felsen umher Brombeeren, -freuten sich, daß jede Beere gleichsam -ein kleines, glänzendschwarzes Träubchen -bilde, und entfernten sich nach und nach ziemlich -weit. -</p> -<p> -<a id="page-56" class="pagenum" title="56"></a> -Als nun die Frau so einsam da saß — -sieh, da kam ein Pilgersmann zwischen den -Felsen hervor und näherte sich der Kapelle. -Er hatte nach Art der Pilger ein langes, -schwarzes Gewand an und einen kurzen Mantel -darüber. Sein Hut war mit schönfarbigen -Meermuscheln geziert, und in der Hand -führte er einen langen, weißen Stab. Er -war, wie es schien, schon sehr alt, aber doch -ein stattlicher, sehr wohlaussehender Mann. -Seine langen Haare, die auf beiden Seiten -der Scheitel schlicht herab hingen, und sein -langer Bart waren weiß wie Schleeblüthe, -aber seine Wangen noch röther, als die schönsten -Rosen. Die Frau erschrack, als sie den -fremden Mann sah. Er grüßte sie ehrerbietig -und fing ein Gespräch mit ihr an. Sie aber -war in ihren Reden sehr vorsichtig und zurückhaltend. -Sie blickte ihn nur sehr schüchtern -an, als wollte sie ihn erst ausforschen, -ob sie ihm — als <a id="corr-15"></a>einem ganz Fremden — -wohl auch trauen dürfe. -</p> -<p> -„Edle Frau,“ sagte endlich der Pilger, -„habt keine Furcht vor mir. Ihr seyd mir -nicht so fremd, als ihr denket. Ihr seyd -Rosalinde von Burgund. Ich weiß auch gar -wohl, was für ein hartes Schicksal euch zwang, -zwischen diesen rauhen Felsen eine Zufluchtsstätte -zu suchen. Auch euer Gemahl, von -<a id="page-57" class="pagenum" title="57"></a> -dem ihr nun schon drei Jahre getrennt seyd, -ist mir recht wohl bekannt. Seit ihr hier -in dieser abgelegenen Gegend wohnet, hat sich -in der Welt vieles geändert. Wenn euch je -noch daran liegt, von dem guten Arno von -Lindenburg zu hören, und das Andenken an -ihn in eurem Herzen noch nicht erloschen ist, -so kann ich euch die fröhlichsten Nachrichten -von ihm mittheilen. Es ist Friede! Mit Siegeskränzen -geschmückt kehrte das christliche -Heer zurück. Euer Gemahl hat seine geraubten -Festen wieder erobert. Der Bösewicht -Hanno rettete sich mit genauer Noth in dieses -Gebirg, und auch aus diesem hat er sich schon -weiter flüchten müssen. Der innigste Wunsch -eures Gemahls ist nun, euch, seine geliebte -Gemahlinn, wieder aufzufinden.“ -</p> -<p> -„O Gott!“ rief jetzt die Frau, „welch -eine Freudenbothschaft! O wie dank ich Dir, -lieber Gott!“ Sie sank auf die Knie, und -reichliche Thränen flossen über ihre Wangen. -„Ja,“ sprach sie, „Du, guter Gott, hast -meine heißen Thränen gesehen, meine stillen -Seufzer vernommen, mein unaufhörliches Flehen -erhört! — O Arno, Arno, daß mir doch -bald der selige Augenblick würde, dich wieder -zu sehen, und dir deine Kinder, die bey deiner -Abreise noch ganz unmündig waren, vorzuführen, -damit du nun aus ihrem Munde das -<a id="page-58" class="pagenum" title="58"></a> -erste Mal den holden Vaternamen vernehmest!“ -</p> -<p> -„Ja wohl zweifeln, du frommer Mann,“ -sagte sie zum Pilger, „ob ich meines Gemahls -noch gedenke — ob nicht sein Andenken in meinem -Herzen erloschen? — O meine Kinder,“ -rief sie jetzt ihren zwey Kleinen zu, die schüchtern -in einiger Entfernung standen, und den -fremden Mann neugierig betrachteten — „o -kommt hieher!“ Beyde Kinder kamen eilig. -</p> -<p> -„Du, Edmund,“ sprach sie jetzt zum -Knaben, indem sie das Kind küßte und ermunterte, -nicht scheu, sondern hübsch dreist -zu seyn, „sage dem Manne hier das kleine -Gebet, das wir alle Morgen für den Vater -beten.“ Der Kleine faltete, als ob es allzeit -so seyn müßte, auch wenn man es nur auswendig -hersagte, andächtig die Hände, und -sprach mit sichtbarer Rührung, die Augen -zum Himmel gerichtet, laut und mit Ausdruck: -„Lieber Vater im Himmel! Sieh auf uns -zwey arme Waislein herab! Unser Vater ist -im Kriege. O laß ihn nicht umkommen! O -wir wollen auch recht fromm und gut seyn, -damit der liebe Vater Freude habe, wenn er -uns einmal wiedersieht! Ach ja, erfülle unsre -Bitte!“ -</p> -<p> -„Und du, Blanda,“ sagte sie zum gelblockigten -Mädchen mit den Rosenwangen, „sag, -<a id="page-59" class="pagenum" title="59"></a> -wie beten wir Abends für den Vater, ehe -wir uns schlafen legen?“ Das Kind faltete -eben so wie der Knabe die kleinen Händchen, -schlug die blauen Augen zum Himmel auf, -und betete schüchtern mit sanfter, leiser Stimme: -„Lieber Vater im Himmel! Ehe wir zur Ruhe -gehen, flehen wir noch zu Dir für unsern -Vater auf Erde. Laß ihn sanft ruhen und -dein Engel beschütze ihn vor feindlichem Ueberfall. -Schenke auch der lieben Mutter sanften -Schlaf, damit sie ihres tiefen Kummers ein -wenig vergesse. Oder wenn Du ihr auch den -süßen Schlaf entziehen willst — so laß ihn -auf die Augenlieder des Vaters sanft herabsinken. -O möchte dieser Abend der letzte -unsrer traurigen Trennung seyn — möchte -bald der frohe Morgen jenes Tages anbrechen, -an dem wir ihn wiedersehen!“ -</p> -<p> -„Amen, Amen!“ sagte die Mutter, indem -sie die Hände faltete, und weinend zum -Himmel aufblickte. — — -</p> -<p> -Jetzt fing der Pilger mit einem Male an -laut zu weinen. In einem Augenblicke hatte -er die Verkleidung — Haare und Bart, Pilgermantel -und Pilgerrock hinweg geworfen — -und stand nun in prächtiger, ritterlicher -Tracht, in Gold und Purpur, in jugendlicher -Schönheit, voll Kraft und Leben da, und -breitete seine Arme weit gegen Frau und Kinder -<a id="page-60" class="pagenum" title="60"></a> -aus, und rief mit lauter, tiefgerührter -Stimme: „O Rosalinde, meine Gemahlinn — -o Edmund und Blanda, meine liebsten Kinder!“ -</p> -<p> -Die Frau war vom plötzlichen Freudenschrecken -ganz betäubt. Die Kinder, die bey -dem lauten Weinen des Pilgers eben zu ihrer -Mutter aufgeblickt hatten, als wollten sie um -Hülfe für den Mann flehen, schauten, als sie -jetzt ihren Namen hörten, um — und erschracken -über das Wunder, <a id="corr-17"></a>das sie zu sehen glaubten; -denn sie meinten, da die Mutter ihnen öfters -aus der Legende erzählt hatte, nicht anders, -als der Greis habe sich mit einem Male -in einen schönen Jüngling des Himmels — in -einen Engel verwandelt; so schön kam ihnen -ihr Vater vor. Denn wirklich war er auch -der schönste Mann unter dem ganzen christlichen -Heere. O wie entzückt waren sie, als -die Mutter ihnen nun sagte, der schöne Herr -sey ihr lieber Vater, von dem sie ihnen so -oft erzählt habe. Vater und Mutter und -Kinder fühlten sich so glücklich, als wären sie -schon im Himmel, und ein Paar Stunden -verschwanden ihnen wie ein Paar Augenblicke. -</p> -<p> -Rosalinde hatte aus den Reden ihres Gemahls -vernommen, daß er unter starker Bedeckung -spornstreichs hieher geritten sey, um -sie hier abzuholen; daß er aber wegen der -steilen, gefährlichen Felsenwege sein Gefolge -<a id="page-61" class="pagenum" title="61"></a> -von Reitern zurückgelassen habe, und in Pilgertracht, -deren sich die Vornehmen damals -oft bedienten, wenn sie unbekannt reisen wollten, -zu Fuße vorausgeeilt sey, schneller bey -ihr zu seyn, sich unter dieser fremden Gestalt -von ihrem Wohlbefinden und von dem Wohlverhalten -seiner Kinder zu überzeugen, und sie -auf seinen Empfang vorzubereiten. Rosalinde -fragte, wie es gekommen sey, daß er ihren -Aufenthalt so sicher erfahren habe. -</p> -<p> -„O Rosalinde,“ sagte er, „unser Wiedersehen -ist die Frucht deiner Wohlthätigkeit gegen -die armen Leute, besonders gegen die Kinder in -diesem Thale. Darum hat Gott deinen Kindern -den Vater wieder geschenkt. Ohne diese deine -wohlthätigen Gesinnungen hätten wir uns nicht -so bald, ach vielleicht gar nicht mehr gesehen! -Denn überall warest du von unsren Feinden umgeben, -und leicht hättest du in ihre Hände fallen -können. Erst nachdem ich mit meinen Leuten im -Gebirge angekommen war, entfloh Hanno mit den -Seinigen über alle Berge. Sieh da,“ sprach -er, und zeigte ihr das gefärbte Ey mit dem -Spruche: <em>Vertrau auf Gott, Er -hilft in Noth!</em> „Dieses Ey ward in -der Hand Gottes das Mittel, uns wieder zu -vereinigen. Ich hatte lange Zeit her Leute -ohne Zahl ausgesendet, dich zu suchen — aber -immer vergebens. Da kam einmal Eckbert, -<a id="page-62" class="pagenum" title="62"></a> -einer meiner Edelknechte, den ich schon für -verloren hielt, weil er mir gar lange ausblieb, -von einem Ritte zurück. Er war in einen -Abgrund gestürzt, und wäre da bald verhungert. -Ein fremder Jüngling rettete ihn mit -einem Paar Eyer vom Hungertode, und ließ -ihm noch obendrein dieses Ey mit dem schönen -Spruche zum Andenken an seine Rettung. -Eckbert zeigte mir das Ey. Aber, lieber -Himmel, wie erstaunte ich! Auf den ersten -Blick erkannte ich deine Hand. Augenblicklich -saßen wir auf, und ritten dem großen Marmorbruche -zu, in dem der gute Jüngling arbeitete. -Dieser zeigte mir den Weg hieher. -Hättest du den schönen freundlichen Gedanken -nicht gehabt, den Kindern mit den bunten -Eyern ein Fest zu machen; hättest du bey den -leiblichen Wohlthaten nicht auf den Geist so -schön Bedacht genommen, und die schönen -Denkreime nicht auf die Eyer geschrieben, wäret -ihr alle — du mein lieber kleiner Edmund -da, und du meine kleine holde Blanda hier, -gegen einen fremden Jüngling nicht so wohlthätig -gewesen: o so wäre uns der heutige -Freudentag nicht geworden. Auf jeder milden -Gabe — sie sey auch noch so klein — ruht -doch immer der Segen des Höchsten, wenn -sie aus reinem Herzen und ohne Hoffnung einer -Vergeltung gegeben wird. Sie ist ein -<a id="page-63" class="pagenum" title="63"></a> -Samenkorn, das reichliche Früchte trägt. Unter -Gottes Leitung bringt sie uns oft auf -Erden schon großes Heil. Merkt euch das euer -Leben lang, ihr lieben Kinder! Gebt den Armen -gerne, sucht andern einen frohen Tag zu -machen, gleicht eurer Mutter! Helft andern -aus der Noth, und euch wird auch geholfen -werden! Erbarmet euch, und ihr werdet auch -Erbarmen finden. Freudig werdet ihr dann -auf Gott vertrauen können, und die felsenfeste -Wahrheit auf der zerbrechlichen Eyerschale da, -die heute so schön in Erfüllung ging, wird -auch fernerhin an euch herrlich in Erfüllung -gehen. Er wird euch nie ohne Hülfe lassen. — -Dieß seht ihr aus dieser Geschichte. In Gold -und Perlen werde ich deßhalb dieses Ey fassen, -und zum steten Andenken in unsrer Burgkapelle -am Altare aufhängen.“ -</p> -<p> -Indeß war es Abend geworden, und schon -glänzte hie und da ein Sternlein am klaren -Himmel. Graf Arno ging mit seiner Gemahlinn -am Arme ihrer ländlichen Wohnung zu, -und die zwey Kleinen gingen voraus. Hier -erwartete sie neue Freude. Der Edelknecht und -Fridolin, sein Erretter, waren hier und hatten -sich indeß mit Kuno unterhalten, den die Ankunft -seines geliebten Herrn schon fast gesund -gemacht hatte. Der gute Jüngling Fridolin, -dem die Gräfin die Eyer geschenkt hatte, kam -<a id="page-64" class="pagenum" title="64"></a> -zuerst herbey, und grüßte sie und die Kinder -als alte Bekannte auf das freundlichste und -freudigste. Dann trat Eckbert, der Edelknecht, -den die Eyer vom Hungertode gerettet hatten, -ehrerbietig herbey und sagte: „Laßt mich, -theure Gräfin, die wohlthätige Hand küssen, -die mir unter Gottes Leitung das Leben rettete.“ -Den braven Kuno umarmte der Graf als seinen -treusten Diener, und auch dem wackern -Müller, der festlich geputzt in seinem hellblauen -Sonntagsrocke dastand, schüttelte er mit dankbarer -Rührung treuherzig die Hand. Sie -speisten den Abend alle zusammen und waren -von Herzen fröhlich und vergnügt. -</p> -<p> -Am andern Morgen aber war großer Jubel -im ganzen Thale. Die Nachricht, der -Gemahl der guten Frau, ein vornehmer — -vornehmer Herr, sey angekommen, setzte alles -in Bewegung. Groß und Klein kam herauf, -ihn zu sehen, und die kleine Hütte ward ganz -von Leuten umringt. Der Graf trat mit seiner -Gemahlinn und seinen Kindern heraus und -grüßte die Leute auf das liebreichste, und -dankte ihnen für alles Gute, <a id="corr-20"></a>das sie seiner -Gemahlinn und seinen Kindern erwiesen hätten. -„O nicht wir sind ihre Wohlthäter,“ sagten -die Leute mit Thränen in den Augen, „sie ist -unsre größte Wohlthäterinn!“ Der Graf unterhielt -sich lange mit den guten Leuten, und -<a id="page-65" class="pagenum" title="65"></a> -sprach mit einem jeden aus ihnen, und alle -waren über seine Freundlichkeit entzückt. Indeß -hatte das Gefolg des Grafen, mit Hülfe einiger -Kohlenbrenner einen Weg in das Thal -gefunden. Unter dem Klange der Trompeten -kamen mehrere Ritter, und eine Menge Knappen -zu Pferd und zu Fuß zwischen zwey waldigen -Bergen hervor, zogen in das Thal -herein, und ihre Helme und Spieße leuchteten -im Glanze der Sonne wie Blitze. Alle begrüßten -ihre wiedergefundene Gebietherinn mit -hoher Freude — und ihr Freudenruf hallte -rings von den Felsen zurück. -</p> -<p> -Graf Arno blieb noch ein Paar Tage -hier; am Abende, bevor er mit seiner Gemahlinn -und seinen Kindern, mit Kuno und dem -übrigen Gefolge abreiste, gab er noch allen -Bewohnern des Thales eine große Mahlzeit. -Der Müller und die Köhler saßen zwischen -Rittern und Knappen, und die Tafel sah sehr -bunt aus. Am Ende der Mahlzeit beschenkte -der Graf seine ländlichen Gäste, vorzüglich -den Müller, noch sehr reichlich. Martha blieb -in den Diensten der Gräfinn. Für die Mutter -und Geschwister des guten Jünglings Fridolin -sorgte er noch ganz besonders. Zu den Kindern -der Köhler aber sagte er: „Für euch, ihr -lieben Kleinen, will ich zum Andenken an den -Aufenthalt meiner Gemahlinn unter so guten -<a id="page-66" class="pagenum" title="66"></a> -Leuten eine kleine Stiftung machen. Jedes -Jahr sollen auf Ostern allen Kindern Eyer -von allen Farben ausgetheilt werden.“ „Und -ich,“ sprach die gute Gräfinn, „will diesen -Gebrauch in unsrer ganzen Grafschaft einführen, -und dort zum Andenken meiner Befreyung -alle Jahre auf Ostern gefärbte Eyer unter -die Kinder austheilen lassen.“ Dieß geschah -auch. Die Eyer nannte man Ostereyer, und -die schöne Sitte verbreitete sich nach und nach -durch das ganze Land. -</p> -<p> -Die Leute an andern Orten, die den Gebrauch -nachmachten, sagten: „Die Erlösung -der guten Gräfinn aus ihrem Felsenthale und -jenes Edelknechtes aus dem Abgrunde vom nahen -Tode, geht uns zwar nicht so nahe an, -ihr Andenken jährlich zu feiern. Die bunten -Eyer sollen daher unsre Kinder an eine größere, -herrlichere Erlösung erinnern, die uns <em>sehr -nahe</em> angeht — an unsre Erlösung von -Sünde, Elend und Tod, durch Denjenigen, -der vom Tode auferstand. Das Osterfest ist -das rechte Erlösungsfest — und die Freude, -die wir da den Kindern machen, ist ganz dem -Sinne des Erlösers gemäß. Die Liebe, die -gerne groß und klein erfreut, ist ja die Summe -seiner heiligen Religion, und das schönste -Kennzeichen seiner wahren Verehrer. Ja, -die Sitte, den Kindern Eyer zu schenken, kann -<a id="page-67" class="pagenum" title="67"></a> -auch den Aeltern und allen Menschen eine -schöne Erinnerung an die Vaterliebe Gottes -gegen uns Menschen, gleichsam ein Pfand der -wohlwollenden Gesinnungen seines treuen Vaterherzens -seyn. Denn der Mund der Wahrheit -hat es ja selbst gesagt: Wo ist unter -euch ein Vater, der seinem Sohne, der ihn -um ein Ey bittet, einen Skorpion geben -könnte? Wenn nun ihr euren Kindern gute -Gaben zu geben wißt, wie viel mehr wird -euer Vater im Himmel denen, die Ihn darum -bitten — (die beste aller Gaben) den guten -Geist geben?“ -</p> -<div class="trnote"> -<p id="trnote" class="transnote"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p> -<p> -Die Schreibweise der Buchvorlage wurde weitgehend beibehalten. -Offensichtliche Fehler wurden korrigiert wie hier -aufgeführt (vorher/nachher): -</p> -<ul> -<li> -... <span class="underline">armen</span> Kohlenbrenner. Das enge Thal war ...<br /> -... <a href="#corr-0"><span class="underline">arme</span></a> Kohlenbrenner. Das enge Thal war ...<br /> -</li> -<li> -... wunderlich er den Schweif trägt, fast wie <span class="underline">ein</span> ...<br /> -... wunderlich er den Schweif trägt, fast wie <a href="#corr-3"><span class="underline">eine</span></a> ...<br /> -</li> -<li> -... merken konnten, <span class="underline">das</span> ich ihnen nichts zu leid ...<br /> -... merken konnten, <a href="#corr-4"><span class="underline">daß</span></a> ich ihnen nichts zu leid ...<br /> -</li> -<li> -... aufgetragen. Kuno brachte <span class="underline">ein</span> Teller voll ...<br /> -... aufgetragen. Kuno brachte <a href="#corr-5"><span class="underline">einen</span></a> Teller voll ...<br /> -</li> -<li> -... abbildeten, und ihnen ein unvergleichlich <span class="underline">schönen</span> ...<br /> -... abbildeten, und ihnen ein unvergleichlich <a href="#corr-6"><span class="underline">schönes</span></a> ...<br /> -</li> -<li> -... schöner <span class="underline">Frühlingtag</span> — ein wahrer Auferstehungstag ...<br /> -... schöner <a href="#corr-7"><span class="underline">Frühlingstag</span></a> — ein wahrer Auferstehungstag ...<br /> -</li> -<li> -... Ereigniß die gute Frau in nicht geringe <span class="underline">Aengsten</span> ...<br /> -... Ereigniß die gute Frau in nicht geringe <a href="#corr-11"><span class="underline">Aengste</span></a> ...<br /> -</li> -<li> -... wagte <span class="underline">er</span> es einmal, einen kleinen Spaziergang ...<br /> -... wagte <a href="#corr-14"><span class="underline">sie</span></a> es einmal, einen kleinen Spaziergang ...<br /> -</li> -<li> -... ob sie ihm — als <span class="underline">einen</span> ganz Fremden — ...<br /> -... ob sie ihm — als <a href="#corr-15"><span class="underline">einem</span></a> ganz Fremden — ...<br /> -</li> -<li> -... über das Wunder, <span class="underline">daß</span> sie zu sehen glaubten; ...<br /> -... über das Wunder, <a href="#corr-17"><span class="underline">das</span></a> sie zu sehen glaubten; ...<br /> -</li> -<li> -... dankte ihnen für alles Gute, <span class="underline">daß</span> sie seiner ...<br /> -... dankte ihnen für alles Gute, <a href="#corr-20"><span class="underline">das</span></a> sie seiner ...<br /> -</li> -</ul> -</div> - - - - - - - - -<pre> - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Die Ostereyer, by Christoph von Schmid - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE OSTEREYER *** - -***** This file should be named 54586-h.htm or 54586-h.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/4/5/8/54586/ - -Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This book was -produced from scanned images of public domain material -from the Google Books project. - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part -of this license, apply to copying and distributing Project -Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm -concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark, -and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive -specific permission. If you do not charge anything for copies of this -eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook -for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports, -performances and research. They may be modified and printed and given -away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks -not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the -trademark license, especially commercial redistribution. - -START: FULL LICENSE - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg-tm License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license. - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project -Gutenberg-tm electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all -the terms of this agreement, you must cease using and return or -destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your -possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a -Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound -by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the -person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph -1.E.8. - -1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be -used on or associated in any way with an electronic work by people who -agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few -things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works -even without complying with the full terms of this agreement. See -paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project -Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this -agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm -electronic works. See paragraph 1.E below. - -1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the -Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection -of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual -works in the collection are in the public domain in the United -States. If an individual work is unprotected by copyright law in the -United States and you are located in the United States, we do not -claim a right to prevent you from copying, distributing, performing, -displaying or creating derivative works based on the work as long as -all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope -that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting -free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm -works in compliance with the terms of this agreement for keeping the -Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily -comply with the terms of this agreement by keeping this work in the -same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when -you share it without charge with others. - -1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern -what you can do with this work. Copyright laws in most countries are -in a constant state of change. If you are outside the United States, -check the laws of your country in addition to the terms of this -agreement before downloading, copying, displaying, performing, -distributing or creating derivative works based on this work or any -other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no -representations concerning the copyright status of any work in any -country outside the United States. - -1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg: - -1.E.1. The following sentence, with active links to, or other -immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear -prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work -on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the -phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, -performed, viewed, copied or distributed: - - This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and - most other parts of the world at no cost and with almost no - restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it - under the terms of the Project Gutenberg License included with this - eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the - United States, you'll have to check the laws of the country where you - are located before using this ebook. - -1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is -derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not -contain a notice indicating that it is posted with permission of the -copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in -the United States without paying any fees or charges. If you are -redistributing or providing access to a work with the phrase "Project -Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply -either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or -obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm -trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9. - -1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted -with the permission of the copyright holder, your use and distribution -must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any -additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms -will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works -posted with the permission of the copyright holder found at the -beginning of this work. - -1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm -License terms from this work, or any files containing a part of this -work or any other work associated with Project Gutenberg-tm. - -1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this -electronic work, or any part of this electronic work, without -prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with -active links or immediate access to the full terms of the Project -Gutenberg-tm License. - -1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, -compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including -any word processing or hypertext form. However, if you provide access -to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format -other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official -version posted on the official Project Gutenberg-tm web site -(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense -to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means -of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain -Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the -full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1. - -1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, -performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works -unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. - -1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing -access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works -provided that - -* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from - the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method - you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed - to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has - agreed to donate royalties under this paragraph to the Project - Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid - within 60 days following each date on which you prepare (or are - legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty - payments should be clearly marked as such and sent to the Project - Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in - Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg - Literary Archive Foundation." - -* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies - you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he - does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm - License. You must require such a user to return or destroy all - copies of the works possessed in a physical medium and discontinue - all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm - works. - -* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of - any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the - electronic work is discovered and reported to you within 90 days of - receipt of the work. - -* You comply with all other terms of this agreement for free - distribution of Project Gutenberg-tm works. - -1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project -Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than -are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing -from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The -Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm -trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below. - -1.F. - -1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable -effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread -works not protected by U.S. copyright law in creating the Project -Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm -electronic works, and the medium on which they may be stored, may -contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate -or corrupt data, transcription errors, a copyright or other -intellectual property infringement, a defective or damaged disk or -other medium, a computer virus, or computer codes that damage or -cannot be read by your equipment. - -1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right -of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project -Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project -Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all -liability to you for damages, costs and expenses, including legal -fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT -LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE -PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE -TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE -LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR -INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH -DAMAGE. - -1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a -defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can -receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a -written explanation to the person you received the work from. If you -received the work on a physical medium, you must return the medium -with your written explanation. The person or entity that provided you -with the defective work may elect to provide a replacement copy in -lieu of a refund. If you received the work electronically, the person -or entity providing it to you may choose to give you a second -opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If -the second copy is also defective, you may demand a refund in writing -without further opportunities to fix the problem. - -1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth -in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO -OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT -LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE. - -1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied -warranties or the exclusion or limitation of certain types of -damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement -violates the law of the state applicable to this agreement, the -agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or -limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or -unenforceability of any provision of this agreement shall not void the -remaining provisions. - -1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the -trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone -providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in -accordance with this agreement, and any volunteers associated with the -production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm -electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, -including legal fees, that arise directly or indirectly from any of -the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this -or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or -additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any -Defect you cause. - -Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm - -Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of -computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It -exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations -from people in all walks of life. - -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's -goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg-tm and future -generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see -Sections 3 and 4 and the Foundation information page at -www.gutenberg.org - - - -Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation - -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by -U.S. federal laws and your state's laws. - -The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the -mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its -volunteers and employees are scattered throughout numerous -locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt -Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to -date contact information can be found at the Foundation's web site and -official page at www.gutenberg.org/contact - -For additional contact information: - - Dr. Gregory B. Newby - Chief Executive and Director - gbnewby@pglaf.org - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. We do not solicit donations in locations -where we have not received written confirmation of compliance. To SEND -DONATIONS or determine the status of compliance for any particular -state visit www.gutenberg.org/donate - -While we cannot and do not solicit contributions from states where we -have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition -against accepting unsolicited donations from donors in such states who -approach us with offers to donate. - -International donations are gratefully accepted, but we cannot make -any statements concerning tax treatment of donations received from -outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. - -Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation -methods and addresses. Donations are accepted in a number of other -ways including checks, online payments and credit card donations. To -donate, please visit: www.gutenberg.org/donate - -Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works. - -Professor Michael S. Hart was the originator of the Project -Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be -freely shared with anyone. For forty years, he produced and -distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of -volunteer support. - -Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed -editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in -the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not -necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper -edition. - -Most people start at our Web site which has the main PG search -facility: www.gutenberg.org - -This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. - - - -</pre> - -</body> -</html> diff --git a/old/54586-h/images/cover-page.jpg b/old/54586-h/images/cover-page.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index a51c802..0000000 --- a/old/54586-h/images/cover-page.jpg +++ /dev/null |
