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-The Project Gutenberg EBook of Reime und Bilder, by Carl Spitzweg
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-
-
-Title: Reime und Bilder
-
-Author: Carl Spitzweg
-
-Editor: Hermann Uhde-Bernays
-
-Illustrator: Emil Preetorius
-
-Release Date: October 8, 2016 [EBook #53232]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK REIME UND BILDER ***
-
-
-
-
-Produced by The Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
-
-
-
-
-
-
-
-
-
- Anmerkungen zur Transkription
-
-
- Das Original ist in Fraktur gesetzt.
-
- Im Original in Antiqua gesetzter Text ist ~so ausgezeichnet~.
-
- Im Original gesperrter Text ist +so markiert+.
-
- Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sich am Ende des
- Buches.
-
-[Illustration]
-
-
-
-
- Spitzweg
-
- Reime und Bilder
-
- Mit 24 Bildern
-
- [Illustration]
-
- Delphin-Verlag München
-
-
-
-
- Einbandzeichnung von Emil Preetorius
-
-
-
-
-Carl Spitzweg
-
-
-Mit dem Aufruf des Namens »Carl Spitzweg« tritt die menschlich
-empfindsamste, künstlerisch bedeutendste Erscheinung aus der nicht
-allzu großen Schar deutscher Maler vor uns, die als Nachzügler der
-mondumglänzten Romantiker schon den schlichten Vortrab des Realismus
-gebildet haben. Erst in einer Entfernung von den Zeiten vor der
-Einigung Deutschlands, die abschließende Übersicht gestattete, ist
-es möglich geworden, den Wert dieser besonders in Süddeutschland für
-die Entwicklung einer immer freieren und lebendigeren künstlerischen
-Darstellung wichtigen Genossen gebührend einzuschätzen und das
-Verdienst der einzelnen zu sondern. Mit überraschender Deutlichkeit
-heben sich aus diesem Kreise die Persönlichkeit und das Werk Carl
-Spitzwegs heraus, die Natürlichkeit, die Anmut, und die malerische
-Kraft des bescheidenen Meisters verleihen den Absichten seiner
-Kunst erst jetzt die gebührende allgemeine Anerkennung. Wohl ist
-Spitzweg Münchner, und zwar ein typischer Vertreter der Münchener
-Kunst im 19. Jahrhundert, aber seine Schöpfungen, völlig frei von
-lokalen Anspielungen und Traditionen, haben als die ansprechendsten
-Erinnerungen der Biedermaierzeit in ganz Deutschland Freunde gefunden.
-
-Ein Menschenalter ist vergangen, seitdem Carl Spitzweg zu Grabe
-getragen wurde. Das Geheimnis seiner Kunst schied mit ihm, der keine
-Schüler und Nachfolger besaß. Aus dem Werk Carl Spitzwegs tritt uns
-schon aus diesem Grunde die Ursprünglichkeit einer ungewöhnlich hohen
-künstlerischen Begabung anregend und überzeugend vor Augen, und der
-Humor seiner Schilderung, den wir an den zahllosen Zeugnissen seiner
-künstlerischen Laune verfolgen, wie sie uns in seinen Bildern und
-Zeichnungen erhalten sind, überträgt sich ganz von selbst auf den
-Beschauer. So ergibt sich der Wunsch nach einem kurzen Bericht über
-das Leben dieses freundlichen Junggesellen, der uns immer wie ein
-gütiger Onkel erscheint, dessen Launen und Grillen wir uns gerne
-anschmiegen, weil seine Geschichten uns unbezwinglich festhalten, als
-eine unmittelbare Folgerung der verschiedenartigen Eindrücke, die wir
-von Spitzwegs Kunst empfangen.
-
-Spitzweg ist einer der wenigen hervorragenden Münchner Künstler, die
-schon von Geburt Münchner waren. Sein Vater ist ein wohlhabender und
-angesehener Bürger gewesen, auch politisch trat er hervor, und im
-Landtage hat er das Denkmal des Königs Max Joseph vor dem Hoftheater
-angeregt. Von der Kunst wollte er sonst freilich nicht viel wissen.
-Er war bestrebt, den Sohn, folgsam wie dieser war, zu einem guten
-und bürgerlich angesehenen Berufe zu erziehen. Man schickte ihn in
-die Lateinschule, und dann vertauschte er den Cicero mit dem Mörser
-des Apothekers. Die Hofapotheke hat die Ehre, »Subjekt« und Provisor
-Spitzweg zum behäbigen Apotheker ausgebildet zu haben. Wir können uns
-den kurzsichtigen Meister gut vorstellen, wie er mit Fläschlein und
-Pillenschachtel hantierte, und ein kleiner Rest seines ursprünglichen
-Berufes steckt deutlich erkennbar in der Bedachtsamkeit und
-Genauigkeit des Künstlers, der an den »nachdrücklichen« Apotheker in
-Goethes Hermann und Dorothea gemahnt. Als Spitzweg die Rothenburger
-Marienapotheke malte mit dem ängstlich wartenden Mütterlein und dem
-wichtigtuerischen Provisor, der im Stoßen innehält, um der sittsam
-vorbeispazierenden Jungfer Nachbarin feurige Blicke nachzusenden --
-da wird er sicher vergnüglich an die eigene Lehrzeit zurückgedacht
-haben, in der er übrigens eine reichlich zugemessene Urlaubszeit
-klug nutzte, um nach Tirol und Italien hineinzusehen. Da starb der
-Vater. Fast dreißigjährig, grüßte Carl Spitzweg die Freiheit. Über den
-neuen Beruf besserte sich die Meinung bei den Münchenern. Die Gunst
-König Ludwig I. leuchtete den Künstlern, und so fühlte sich auch der
-Bürger der Stadt bemüßigt, um nicht nach obenhin Ärgernis zu geben,
-eine freundlichere Miene zu ziehen. Aus dem absprechenden »Malervolk«
-wurde Wohlgeboren der Herr Kunstmaler. Spitzweg konnte als
-Erbe eines stattlichen Vermögens die Nachteile des Künstlerberufes
-vermeiden, aber die Akademie besuchen wollte er dennoch nicht.
-Seit Jahren hatte er Büchelchen mit Skizzen gesammelt, den eigenen
-Augen folgend, festgehalten, was seine Laune anregte, zahnwehkranke
-Dienstboten und ausgediente, brummige Feldzugssoldaten draußen in
-Bruck, den verulkten Flurhüter im englischen Garten und die preziösen
-alten Jungfern auf der Promenade, übergewissenhafte Briefträger und
-grillenhafte Stadtoriginale -- ein Material stand ihm zur Verfügung,
-wie es zu gleicher Zeit der norddeutsche Autodidakt Menzel nicht
-fleißiger zusammengebracht hat. Zu den Figuren fand sich alsbald die
-Bühne, auf der sie stimmungs- und beifallssicher wandelten. Spitzweg
-zog aus mit Schleich, dem prächtigen Landschafter, um die Sonne im
-Dachauer Moor scheiden zu sehen, er wanderte ins Isartal zu Füßen
-unserer Voralpen, an manchem unersteiglichen Felsblock, den allein
-der romantische Efeu zu erklettern vermag, sah er hinauf, und dann
-versuchte er heimlich die Waldnymphe im grünen Bergsee zu belauschen.
-Er stieg empor zu der Sennerin auf der Alm, lagerte im hellen Grün und
-blinzelte erwartungsvoll die Windungen des Pfades hinab, ob nicht am
-Gatterl drunten sich etwas ereignen werde, ob nicht der Forstler oder
-der Bader daherkäme, und sein Herz frohlockte, als er einmal gar den
-juhschreienden heimkehrenden »Leiber« anrücken sah. War's noch zu kalt,
-um bergwärts sich zu rüsten, bummelte er gemächlich in den engen Gassen
-der Münchener Altstadt, und als es ihn antrieb, die Höfe und Tore, die
-seltsamen Giebel und die blumenumstellten Erker der alten Reichsstädte
-kennen zu lernen, fuhr er auf der Thurn und Taxisschen Post weit
-über Land und zeichnete in Nördlingen und Dinkelsbühl, vor allem in
-der Stadt, deren dichterisch-verklärtes Märchendasein seine Muse so
-verwandtschaftlich nahe ansprach, in Rothenburg ob der Tauber.
-
-Dieser kecke Wandersinn des Malers stellt ihn in Beziehung zu einer
-ganzen Gruppe Münchner Künstler, neben denen er sich ganz selbständig
-hält. Während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildete das
-künstlerische Leben Münchens zwei scharfe Gegensätze. Es schritt
-teils einher auf dem hohen Kothurn akademisch-selbstgefälliger
-klassizistischer Tradition, teils war es ein romantisches Nachzüglertum
-voller Humor und Laune, eine lustige Schar, die mit offenen Augen durch
-die Gassen und über die Landstraßen lief, dort Cornelius, Kaulbach,
-Heß, hier die Kaiser und Morgenstern, die Bürkel und Schleich, im
-Fähnlein dieser Aufrechten der stattlichste Bannerträger, Carl
-Spitzweg. Was ihn über die Genossen erhebt, ist die nach Stoff, Gehalt
-und malerischer Technik frei und frisch sich aussprechende Eigenart
-seiner Kunst. Denn er wertete in seiner Phantasie, deren Lebendigkeit
-ihm die merkwürdigsten Kunststücke gelingen ließ, wie etwa die wegen
-ihrer Naturwahrheit angestaunten Bilder aus dem Orient, die er nach
-der eifrigen Durchnahme eines gewichtigen ethnographischen Werkes über
-Ägypten schuf, frei im Kopf Geschautes und Gelesenes um und kopierte
-gleichsam nach einem Bilde, das er schon fertig in sich trug. Das
-Anekdotenhafte des Genre, die köstliche Pointe kam dann erst in zweiter
-Linie und fiel weg, wenn sie sich hätte erzwingen lassen müssen und
-nicht ganz von selber gab. Das malerisch Natürliche der Ausführung
-ist vielleicht das Anziehendste der Spitzwegschen Kunst. Für die
-Harmonie der Farben, für die kleinste Nuance wie für den absichtlichen
-Kontrast mit der gleichen sensitiven Feinheit des Empfindens begabt,
-entzückt und erstaunt sie durch die Einfachheit des Eindrucks, die rein
-äußerlich durch das kleine Format der Bilder verstärkt wird.
-
-Spitzweg nahm es sehr gewissenhaft bei der Arbeit. Wenn das Werk
-seiner Kritik nicht Stand hielt, wanderte es in den Ofen, und so ging
-es fort, bis endlich, oft erst nach einem Dutzend von Versuchen, die
-gerunzelte Stirn sich in zufriedenen Falten glättete. Das wichtigste
-Instrument des Ateliers war das zerstörende Federmesser. Trotzdem
-hat der Meister, dem ein unermüdlicher Fleiß bis zum letzten Stündlein
-eigen war, Hunderte von Bildern hinterlassen. Man hat sich bemüßigt
-gefühlt, mehrere Perioden in der Kunst Spitzwegs zu unterscheiden.
-Doch ist nur ein einziger wirklich wichtiger Wendepunkt deutlich
-wahrzunehmen. Dem Münchner Freundeskreise, dem Dyck und Flüggen
-Anregungen gaben, welchen Spitzwegs frühe Bilder sich nicht entziehen
-konnten, mit dem Freunde Schleich 1851 zu einer längeren Studienreise
-nach Frankreich und England entwichen, hat Spitzweg in London von den
-theoretischen Erklärungen Burnetts gelernt, in Paris Decamps und Diaz,
-vor allem Eugen Delacroix technische Ausdrucksmittel abgesehen, die
-er, heimgekehrt, maßvoll prüfte. Ähnliche Anregungen gaben ihm die
-holländischen Meister, die er in Pommersfelden und München liebevoll
-kopierte. Als glückliche Folge dieses doppelten Verkehrs zeigt sich bei
-Spitzwegs späteren Werken in der Farbe eine gesteigerte Klärung der
-hellen Töne, die seine Technik bis an die Grenze impressionistischer
-Farbenentwicklung gelangen lassen, in der Zeichnung eine sichere
-Ausnutzung architektonischer Wirkungen im Raum. Ein volles
-Menschenalter ist Spitzweg sich so treu geblieben. Während er äußerlich
-die liebenswürdigen Seiten des verbitterten Junggesellen zur Schau
-trug, blieb der Künstler auf der schaffensfreudigen Höhe stehen --
-einer Höhe, deren überragende Position er skeptisch und weltverachtend
-nicht einsehen wollte.
-
-Mit dem Namen »Spitzweg« verbindet sich nunmehr eine feste Vorstellung,
-die die Nachwelt stärker und sehnsuchtsvoller empfindet. An seinen
-Bildern allen haftet der feine Duft, den wir einstmals als Kinder
-einsogen, als Großmutter ihren Schrank öffnete, um ihr Brautkleid
-mit den guten Spitzen zu zeigen. Es ist der milde Hauch der guten
-alten, der glücklichen goldnen Zeit. Der Maler mit dem weichen
-Herzen, den die Nachbarschaft als höchsten Schiedsrichter in allen
-menschlich-häuslichen Dingen verehrte, der stille Erzähler und Dichter
-hat manchmal auch zur Feder gegriffen, um den launigen Einfällen
-des Pinsels andere Genossen zu geben, sarkastischer und tiefer
-Art. Allgemein suchte man sein Wesen, das zwischen liebenswürdiger
-Schelmerei und geistreichem Recken, holder Beschaulichkeit und
-junggesellenhaftem Gram schwankte, neben Jean Paul zu stellen. Uns
-steht Altmeister Spitzweg neben einem Anderen, Größeren, dessen
-Ruhm ebenfalls stündlich wächst, neben Gottfried Keller. In Spiegel
-dem Kätzchen ist gedruckt: »Sogleich kleidete der Herr Pineiß in
-sein abgeschabtes gelbes Sammetwämschen, das er nur bei feierlichen
-Gelegenheiten trug, setzte die bessere Pudelmütze auf und umgürtete
-sich mit seinem Degen; in die Hand nahm er einen alten grünen
-Handschuh, ein Balsamfläschchen, worin einst Balsam gewesen und das
-noch ein bischen roch, und eine papierne Nelke, worauf er vor das
-Tor ging, um zu Freien.« Kann man sich eine köstlichere Beschreibung
-Spitzwegscher Figuren denken? In diesen Worten stehen sie leibhaftig
-vor uns. Und wie wir Meister Gottfried den schlichten Eichenkranz
-geben, um ihm die Jubellast des Lorbeers zu ersparen, so wollen wir
-Carl Spitzweg feiern, den ewig jugendlichen Meister unserer deutschen
-Kunst. Wenn wir abends den Staub gewischt haben von der ältesten Lampe
-unseres Hausrates, und sie dann schwachen, wohltuenden Schein wirft
-über den eichenen Tisch, dann nehmen wir die Blätter zur Hand, auf
-denen der stimmungsvolle Apostel häuslichen Behagens, der köstliche
-Erzähler harmlos heiterer Geschichten, der gründlichste Beobachter
-der guten alten Zeit und des gemütlichen Daseins von ehemals so
-herzensinnig zu uns spricht: »Liebe das Leben mit seinen Torheiten.«
-Denn so heißen die goldenen Worte über der Türe zum Herzen der
-Spitzwegschen Kunst.
-
- Hermann Uhde-Bernays.
-
- ★ ★ ★
-
-
-
-
-Reime
-
-
-Malergespräch
-
- Ich:
-
- »O Himmel, ist die Kunst doch schwer!
- »Die Göttin spröd, die dralle!«
-
- +Schwind+:
-
- »Ja, Lieber, wenn so leicht es wär',
- »Die Luder malten +alle+!«
-
- ★
-
-
-Maler-Schnadahüpfel
-
- 1. Z'erst tuat ma's patiern,
- Drauf kimmt dö Lasur
- Und durch dös Lasiern
- Werd's grad wia d' Natur!
- ... Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!
-
- 2. Z'letzt nimmst no a Farb her,
- Die d' Aug'n recht daschreckt,
- Die streichst nocha dick hi ...
- Dös hoaßt ma 'n Effekt!
- ... Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!
-
- 3. Nur Farb drauf in Häuf'n
- Als wann g'mauert wer'n müaßt,
- Daß d' Nachwelt kann greif'n,
- Wann d' Farb eppa schiaßt!
- ... Hu-i-di-e, Hi-i-di-e!
-
- 4. A Leinwand hon i aufg'spannt
- So glatt und so fein --
- Ja, komponieren kunnt i schon, woaßt,
- Aber 's fallt ma nix ein!
- ... Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!
-
- 5. Jetz glaub i in koan Fall,
- Daß i net weit mehr fehl --
- Morg'n steht mir dö dick' Köchin
- Als Psyche Modell! ...
- ... Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!
-
- 6. Na, jetz bin i im Zweifel:
- Schaugt d' Psyche so aus?
- Z'letzt, hol mi der Teufel,
- I mach a Sennerin draus!
- ... Hu-i-di-e, Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!
-
- 7. Ja, es is ja wahr a,
- In Kritisieren, do sans fix --
- Aber selba was macha?
- Na -- macha könnas nix!
- ... Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!
-
- 8. Beim Mal'n wia beim Dicht'n
- Isch allweil oan G'schicht:
- Es soll si halt raime ...
- So is a Gedicht!
- Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!
-
- ★
-
-
-Ich als Maler
-
- Bleiben alle unser Lebtag wir Studenten:
- Ich bin Doktor -- meine Bilder Patienten!
- Daß auch viele mir schon in der Kur gestorben,
- Hat die Lust mir am Kurieren nie verdorben;
- Aber leider sehen meine Patienten
- Nicht als +Doktor+ an mich, sondern als +Studenten+.
-
- ★
-
-
-Tizians Himmelfahrt Mariens
-
- Hättst du doch, goldner Tizian,
- (Und mit dir auch noch andre)
- Gemalt nicht, wie so himmelan
- Maria leiblich wandre;
- Hättst du dies Frauenkonterfei
- So himmlisch nicht beschrieben:
- Ein Dogma wär' -- ich bleib dabei --
- Vielleicht erspart uns blieben.
-
- ★
-
-
-Sprüche
-
- Glücklich macht dich das Wissen,
- Selig aber dein Gewissen!
-
- ★
-
- Ein jeder Mensch ist Patient
- Und eigens zu behandeln,
- Doch schmecken die Rezept' am End'
- Fast all nach bittern Mandeln!
-
- ★
-
- Hast du Humor, so laß ihn auch sprudeln,
- Nie aber soll er dudeln und sudeln! --
-
- ★
-
- Und komme auch,
- Was es da sei:
- 's ist Künstlerbrauch:
- Der Kunst bleib treu!
-
- ★
-
- Dein Gedicht zum Revidieren
- Traue keinem Dichter an!
- Wie bei Malern könnt's passieren,
- Daß der Meister malt daran!
-
- ★
-
- Im Schaffen nur sind' Freud' und Glück,
- Laß keine Müh' dich reuen!
- Und was du schufst, blickst einst zurück,
- Soll andere stets erfreuen!
-
- ★
-
- Das Schönste, was der Dichter singt,
- Unmöglich ist's zu malen!
- Das Schönste, was der Maler bringt,
- Mit Worten nicht zu lallen!
-
- ★
-
- Gib allerorten
- Immer hin
- Mit +kurzen+ Worten
- +Langen+ Sinn.
-
- ★
-
-
-Rezept zu einem guten Schlafe
-
- Beschwere dein Gewissen nicht,
- So detto nicht den Magen.
- Doch was bei dir Gewissen ist,
- Mußt du dir selber sagen.
-
- ★
-
-
-~Para pacem si vis bellum!~
-
- 's ist nur umgedrehte Wortung!
- Sattle ab dein Streiterroß,
- Bring nur alles hübsch in Ordnung,
- Geht gewiß der Teufel los.
-
- ★
-
-
-An Pocci!
-
- Was hebt und engt die Menschenbrust
- Zu sagen, ist euch unbenommen!
- Doch +er+, er singt voll Herzenslust:
- »Die +Kleinen+ laßt mir kommen!«
-
- ★
-
-
-Die Ausgrabungen in Olympia
-
- Und wird die Welt auch noch so alt,
- Der Mensch, er bleibt ein Kind!
- Zerschlägt sein Spielzeug mit Gewalt,
- Wie eben Kinder sind!
-
- Wann alles erst in klein zerstückt
- Und nichts mehr zu verderben,
- So sucht er wieder -- neubeglückt --
- Und spielt dann mit den Scherben!
-
- ★
-
-
-Jetztzeit!
-
- Billig ist die Klassizität, auch jetzt noch so ziemlich in Ehren,
- Unseren Firnis und Glanz kannten die Alten noch nicht!
-
- ⚫
-
- Übrigens wunderbar bleibt, wie doch die Maler, die alten,
- +Ohne+ die Photographie brachten es wirklich so weit.
-
- ☀
-
- Der Architekt baut's Haus!
- Die +drinnen+ schmücken's aus!
-
- ★
-
-
-Des Genügsamen Trost
-
- Behalt' die Perlen und dein Gold,
- Behalt' die Diamanten! --
- Was tut's, wenn auch Fortuna schmollt
- Durch ganze Folianten!
-
- Es bleibt zuletzt doch etwas noch,
- Was muß das Herz erheben
- Weit über jedes Unbill hoch, --
- Und schöner macht das Leben!!
-
- Ach, wenn ich es nicht sagte dir,
- Du würdest's nie erraten!
- Freund, morgen gibt es Märzenbier
- Und Heringe gebraten!
-
- ★
-
-
-Der Weisheitszahn!
-
- Wart allweil auf den Weisheitszahn,
- Die andern fallen aus --
- I denk, i zieh mein Pelzrock an
- Und geh schön stat nach Haus!
-
- Was hilft denn a dös Warten jetzt
- Dös Herstehn da im Schnee;
- Da könnt i mi verkält'n z'letzt,
- Dös g'scheitest ist -- i geh!
-
- Zur Einsicht bin i endli g'langt,
- +Den+ krieg i nimmer -- i --!
- Allweil hat mir vor Weisheit bangt:
- An +Zahn+ hat's g'habt auf mi!
-
- ★
-
-
-Der Karmelitergeist
-
-(~Spiritus melissae compositus cecc. Pharmacop.~)
-
- Eingeführt im deutschen Land
- Habt geistreich ihr das Liter;
- Nicht aber Gnade vor euch fand
- +Ein+ Geist ... der +Karmeliter+!
- Grad +sie+, die lang Zeit lobesam
- Den edlen Geist uns setzten an
- Für so Gebrest, das jedermann
- Im Deutschen Reich befallen kann ...
- +Die+ müssen fort! ... 's ist bitter!
-
- ★
-
-
-Die Orden
-
- Wenn einer einen Orden kriegt,
- Bei uns ist's so der Brauch,
- Sagt jeder grad zu ihm ins G'sicht:
- »Verdient hätt' ich ihn auch!«
- Wahrhaft erfreulich ist dies schon,
- Es gibt ein treues Bild!
- +Wie+ hoch muß stehen die Nation,
- Wo +jeder+ sich so fühlt!!
-
- ★
-
-
-Berg und Tal
-
- Erst auf den höchsten Zinnen
- Die mühsam du erklommst,
- Wird's hell in deinen Sinnen,
- Dem Himmel näher kommst!
-
- Willst du ein Weilchen selig sein,
- Dann leg' dich auf den Bauch
- Dort in die nächste Wiese 'nein
- Inmitt der Blumen Hauch!
-
- So bist der Gottheit näher,
- Das Herz, es schlägt dir froh:
- Nur meide nahe Späher,
- Die finden so was roh!
-
- ★
-
-
-I möcht a Klausner wer'n ...
-
- Oft is mir kommen so in Sinn:
- I möcht a Klausner wer'n!
- Adje, du schöne Welt, fahr hin,
- Will nix mehr von dir hör'n!
-
- Wenn aber i dem Maderl so,
- So +recht+ in d' Aug'n guck,
- Da bin i weg -- i woaß net wo --
- Dös bringt mi wieda z'ruck!
-
- I bleib a +do+, 's is alles recht!
- I mag ka Klausner wer'n!
- Mei Klausen do is a net schlecht ...
- Grad nüber tuat's loschern!
-
- Da schau i halt den ganzen Tag
- So in ihr Zimmerl nein --
- A oanzig Wörtl! wenn's mi mag:
- Z' Micheli ziag i ein!
-
- ★
-
-
-Mein Stübchen!
-
- Nicht kleinste Freude noch auf Erden
- Ist mir mein Stübchen spät bei Nacht;
- Des Tages Mühsal und Beschwerden
- Bei Lesen mich vergessen macht!
-
- »Wohl besser in geselligen Kreisen
- »Froh auszutauschen, was erhebt;
- »Du wähnst wohl gar dich einen Weisen
- »Der selber schon genug gelebt.
-
- »Wer doch bei solch Schartekenhocken
- »Einseitig, tot nicht werden müßt'?!
- »Kann dich kein Freundeszirkel locken,
- »Wo ein lebendig »Du« dich grüßt?«
-
- Verzeih, wenn ich so minder Nutzen,
- Belehrung minder finden kann! --
- Und wenn dort andere lernen sich »duzen«,
- Red' ich mich auch mit »Sie« nicht an!
-
- ★
-
-
-Lebensregel!
-
- Wenn dir's vergönnt je, dann richt' es so ein,
- Daß dir ein Spaziergang das Leben soll sein!
- Stets schaue und sammle, knapp nippe vom Wein,
- Mach' unterwegs auch Bekanntschaften fein,
- Des Abends kehr' selig bei dir wieder ein
- Und schlaf in den Himmel, den offnen, hinein!
-
- ★
-
-
-Lebens-Alpenfahrt!
-
- Stets wandeln wir dem Abgrund dicht,
- Wo Tief und Dunkel schrecken,
- Aus dem ein Tod und letzt Gericht
- Die Drachenhälse recken!
-
- Wir wandeln, ahnen nicht Gefahr,
- So sorglos hin wie Kinder ...
- Da strauchelst du und gleitest gar
- Und gleitest ab geschwinder!
-
- »Jetzt gilt's! Ist keine Latsche da,
- An der du dich kannst halten?
- Umfassen nicht, dem Sturze nah,
- Dich rettende Gestalten? ...
-
- +Humor+, so heißt die Latsche schlicht
- Gleich Göttern hochgeboren --
- Erhaschst du sie im Gleiten nicht,
- Dann, Freund, bist du verloren!
-
- ★
-
- Ich mußte gleichwohl sinnen,
- Wenn nichts ich auch ersann;
- Hab' lange so gesonnen,
- Merk' nun, daß ich nichts kann,
- Und komm' am Lebensende
- Als +Lehrling+ wieder an!
-
- ★
-
- Hin eilen die Sterne weit
- In endlosem Schwung!
- Schon morgen um die +Zeit+
- Bist nimmer so jung!
- Umarme hinieden
- Die Gegenwart froh:
- Was +heut+ dir beschieden,
- Nicht +morgen+ ist's so!
-
- ★
-
- Gedanken, weisheitsvoll,
- Wenn ich sie jemals hab':
- Sie brachen immer mir
- Beim Bleistiftspitzen ab!
-
- ☀
-
- Mit Schmerzen durftst du auf die Welt;
- Du weißt nichts mehr davon --
- Mit Schmerzen mußt du aus der Welt:
- Du merkst es leider schon!
-
- ⚫
-
- Schenkt dir ein höheres Alter Gott,
- Dann bitt' aus tiefster Brust,
- Daß manches noch erleben +darfst+,
- Doch nicht zu viel erleben +mußt+!
-
- ★
-
- Du wappnest dich mit Panzerketten,
- Mit Schild und Haube fest aus Stahl:
- Der Todespfeil, nichts kann dich retten,
- Durchdringt die Fugen überall!
-
- Und du erliegst! -- Sei, Freund, doch weise,
- Schnell zieh den schweren Panzer aus,
- Der dich beschwert nur auf der Reise,
- Hemdärmlig wage keck den Strauß!
-
- Ein Held, er beut die Brust dem Schusse,
- Der mitten zielt ins Herz hinein,
- Und lächelnd wie zum Abschiedsgruße
- Geht er in seinen Himmel ein!
-
- ★
-
-
-Epilog
-
- Oft denke ich an den Tod, den herben,
- Und wie am End' ich's ausmach'?!
- Ganz sanft im Schlafe möcht' ich sterben --
- Und tot sein, wenn ich aufwach'!
-
- ★
-
-[Illustration: Abb. 1
-
-Clara Lechner]
-
-[Illustration: Abb. 2
-
-Der Bibliothekar]
-
-[Illustration: Abb. 3
-
-Wo brennt's?]
-
-[Illustration: Abb. 4
-
-Der Wachposten]
-
-[Illustration: Abb. 5
-
-Keine Rosen ohne Dornen]
-
-[Illustration: Abb. 6
-
-Der Witwer]
-
-[Illustration: Abb. 7
-
-Der Sterndeuter]
-
-[Illustration: Abb. 8
-
-Der Porträtmaler]
-
-[Illustration: Abb. 9
-
-Heimkehrender Mönch]
-
-[Illustration: Abb. 10
-
-Der Maler]
-
-[Illustration: Abb. 11
-
-Heimkehr]
-
-[Illustration: Abb. 12
-
-Der Bärenführer]
-
-[Illustration: Abb. 13
-
-Die Scharwache]
-
-[Illustration: Abb. 14
-
-Der Kaktusfreund]
-
-[Illustration: Abb. 15
-
-Ständchen]
-
-[Illustration: Abb. 16
-
-Das Gespenst]
-
-[Illustration: Abb. 17
-
-Wäscherinnen am Brunnen]
-
-[Illustration: Abb. 18
-
-Die Geierjagd]
-
-[Illustration: Abb. 19
-
-Der Bettelmusikant]
-
-[Illustration: Abb. 20
-
-Drachensteigen]
-
-[Illustration: Abb. 21
-
-Der Storch]
-
-[Illustration: Abb. 22
-
-»Liebe macht blind«]
-
-[Illustration: Abb. 23
-
-Schauspielergesellschaft]
-
-[Illustration: Abb. 24
-
-Der Nachtwächter]
-
-
-
-
-Im gleichen Verlag ist erschienen
-
-
-Spitzweg
-
-Der Altmeister Münchener Kunst
-
-von Professor Hermann Uhde-Bernays
-
-Billige Ausgabe mit 155 Bildern
-
-Ein stattlicher Quartband von 168 Seiten
-
- In biegsamem Pappband M. 4.--
- In hübschem Geschenkband M. 5.50
-
-Der stattliche Band in Quartformat enthält nicht weniger als
-120 meist ganzseitige Abbildungen nach Gemälden des Meisters in
-vorzüglicher Reproduktionstechnik, -- weil zum Teil jetzt erst
-gefunden oder entdeckt, -- die selbst in der großen Ausgabe noch nicht
-veröffentlicht sind; ferner eine farbige Tafel und etwa 35 Zeichnungen
-und Witz-Illustrationen, die Spitzweg für die »Fliegenden Blätter«
-seinerzeit gezeichnet hat.
-
-Der Text von Professor Uhde-Bernays gibt ein äußerst lebendiges Bild
-vom Menschen und Künstler Spitzweg, von seiner Laufbahn und dem reichen
-künstlerischen und bürgerlichen Leben der damaligen Zeit.
-
-Die +Vossische Zeitung+ schreibt über die Ausgabe:
-
-»Es war ein guter Einfall, das große Spitzwegwerk in einer wohlfeilen
-Ausgabe breiteren Massen zugänglich zu machen. Es gibt kein
-reizvolleres Bilderbuch für erwachsene Deutsche als diese Sammlung
-Spitzwegscher Idyllen. In über hundert Abbildungen erhält der Leser
-hier eine Vorstellung des Poeten Spitzweg, der mit Pinsel und Blei
-dichtete. Auch der Zeichner Spitzweg ist repräsentativ vertreten.
-Dies alles gibt, mit Uhde-Bernays' bescheiden zurücktretendem Text,
-das liebenswürdigste Buch dieses Jahres. Es ist ein Buch voll tiefem,
-ungestörtem Frieden -- eben deshalb ist es uns jetzt besonders wert.«
-
-+Gothaisches Tagblatt+:
-
-»Jetzt können breitere und weitere Kreise erproben, ob sie den
-alten Lustigmacher verstehen, denn der Delphin-Verlag hat den
-Zeitverhältnissen Rechnung getragen und eine billige Ausgabe
-herausgebracht, die trotzdem in Text und Bild sehr reichen Stoff
-bietet. Gerade in den jetzigen schweren Zeiten kann der urwüchsige und
-durchaus gesunde Humor Spitzwegs für viele ein Labsal werden. Hier kann
-man die lauten Aufregungen der Gegenwart für einige Zeit vergessen.«
-
-
- Delphin-Verlag München
-
-
-
-
-Im gleichen Verlag erscheint als »große« Ausgabe
-
-
-Carl Spitzweg
-
-Des Meisters Leben und Werk
-
-Seine Bedeutung in der Geschichte der Münchner Kunst von Hermann
-Uhde-Bernays
-
-Zweite vermehrte Auflage
-
-Mit 200 meist ganzseitigen Abbildungen
-
-
-In Biedermaierpappband 14 Mark, in Halblederband (nach Entwurf
-von Prof. Tiemann) 18 Mark, in biegsamem Ganzlederband 18 Mark,
-Geschenkausgabe (in echte bayerische Buntseide gebunden) 25 Mark.
-
-Die große Ausgabe des Spitzwegbuches bietet gegenüber der kleinen
-Ausgabe nicht nur eine wesentliche Erweiterung des biographischen
-Teils, sondern sie enthält außerdem die köstlichen Briefe Spitzwegs,
-die in ihrer humoristischen Diktion wie Wiederholungen seiner Gemälde
-anmuten, ferner seine Gedichte und endlich ein von Spitzweg selbst
-angefertigtes Verzeichnis seiner Werke. Statt 155, wie die kleine,
-enthält die große Ausgabe ca. 200 meist ganzseitige Abbildungen.
-Darunter 8 Gravüren, 4 farbige Tafeln und zahlreiche Zeichnungen aus
-Studienmappen und Skizzenbüchern und die besten seiner Beiträge für die
-Fliegenden Blätter. Dem Freunde und Verehrer Carl Spitzwegs sei die
-große Ausgabe warm empfohlen.
-
-»Das Buch ist in mancher, und zwar der wesentlichsten Hinsicht
-musterhaft, weil es die Proportionen, die der Biograph, zumal der
-Künstler-Biograph, gern zu vergessen pflegt, mit seltenem Takt
-innehält. Spitzweg bleibt Spitzweg, der romantische Apotheker,
-obwohl sein Malertum gezeigt wird. Er behält sein köstliches
-Kleinstädterwesen, obwohl große Dinge in seiner Kunst, eine
-hochentwickelte Farbigkeit und vieles andere, mit Sachlichkeit
-nachgewiesen werden. Diese Eigenschaft des Biographen war hier um
-so notwendiger, als Spitzwegs größte und beste Eigentümlichkeit auf
-eben dieser Sauberkeit der Verhältnisse beruht. ... Uhde-Bernays hat
-einen Schriftstil für diesen gemalten Stil erfunden. Der modernen
-Kunstschreiberei fehlt im allgemeinen nichts so sehr wie diese
-wohlgeformte Distanz zu den beschriebenen Dingen.«
-
- Jul. +Maier-Gräfe+ im »Bücherwurm«
-
-
- Delphin-Verlag München
-
-
-
-
- Weitere Anmerkungen zur Transkription
-
-
- Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die
- Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht. Die Abbildungen
- wurden an das Ende des Buches verschoben.
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Reime und Bilder, by Carl Spitzweg
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK REIME UND BILDER ***
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- The Project Gutenberg eBook of Reime und Bilder, by Spitzweg.
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-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Reime und Bilder, by Carl Spitzweg
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
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-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
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-
-
-
-Title: Reime und Bilder
-
-Author: Carl Spitzweg
-
-Editor: Hermann Uhde-Bernays
-
-Illustrator: Emil Preetorius
-
-Release Date: October 8, 2016 [EBook #53232]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK REIME UND BILDER ***
-
-
-
-
-Produced by The Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
-
-
-
-
-
-
-</pre>
-
-
-<div class="transnote">
-<p class="h2">Anmerkungen zur Transkription</p>
-
-<p>Das Original ist in Fraktur gesetzt.</p>
-
-<p>Im Original in Antiqua gesetzter Text ist <em class="antiqua">so ausgezeichnet</em>.</p>
-
-<p>Im Original gesperrter Text ist <em class="gesperrt">so markiert</em>.</p>
-
-<p>Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sich am
-<a href="#tnextra">Ende des Buches</a>.</p>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
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-</div>
-
-<div class="chapter">
-<p class="h2">Spitzweg</p>
-
-<h1>Reime und Bilder</h1>
-
-<p class="center">Mit 24 Bildern</p>
-
-<div class="figcenter">
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-</div>
-
-<p class="center">Delphin-Verlag München
-</p>
-
-<hr class="chap" />
-</div>
-
-<p class="center">Einbandzeichnung von Emil Preetorius</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<h2 id="Carl_Spitzweg">Carl Spitzweg</h2>
-</div>
-
-<p>Mit dem Aufruf des Namens »Carl Spitzweg« tritt die
-menschlich empfindsamste, künstlerisch bedeutendste Erscheinung
-aus der nicht allzu großen Schar deutscher Maler vor uns,
-die als Nachzügler der mondumglänzten Romantiker schon
-den schlichten Vortrab des Realismus gebildet haben. Erst
-in einer Entfernung von den Zeiten vor der Einigung Deutschlands,
-die abschließende Übersicht gestattete, ist es möglich geworden,
-den Wert dieser besonders in Süddeutschland für die
-Entwicklung einer immer freieren und lebendigeren künstlerischen
-Darstellung wichtigen Genossen gebührend einzuschätzen und
-das Verdienst der einzelnen zu sondern. Mit überraschender
-Deutlichkeit heben sich aus diesem Kreise die Persönlichkeit und
-das Werk Carl Spitzwegs heraus, die Natürlichkeit, die Anmut,
-und die malerische Kraft des bescheidenen Meisters verleihen
-den Absichten seiner Kunst erst jetzt die gebührende allgemeine
-Anerkennung. Wohl ist Spitzweg Münchner, und zwar ein
-typischer Vertreter der Münchener Kunst im 19. Jahrhundert,
-aber seine Schöpfungen, völlig frei von lokalen Anspielungen
-und Traditionen, haben als die ansprechendsten Erinnerungen
-der Biedermaierzeit in ganz Deutschland Freunde gefunden.</p>
-
-<p>Ein Menschenalter ist vergangen, seitdem Carl Spitzweg zu
-Grabe getragen wurde. Das Geheimnis seiner Kunst schied
-mit ihm, der keine Schüler und Nachfolger besaß. Aus dem
-Werk Carl Spitzwegs tritt uns schon aus diesem Grunde die
-Ursprünglichkeit einer ungewöhnlich hohen künstlerischen Begabung
-anregend und überzeugend vor Augen, und der Humor
-seiner Schilderung, den wir an den zahllosen Zeugnissen seiner
-künstlerischen Laune verfolgen, wie sie uns in seinen Bildern
-und Zeichnungen erhalten sind, überträgt sich ganz von selbst
-auf den Beschauer. So ergibt sich der Wunsch nach einem
-kurzen Bericht über das Leben dieses freundlichen Junggesellen,
-der uns immer wie ein gütiger Onkel erscheint, dessen
-Launen und Grillen wir uns gerne anschmiegen, weil seine
-Geschichten uns unbezwinglich festhalten, als eine unmittelbare
-Folgerung der verschiedenartigen Eindrücke, die wir von Spitzwegs
-Kunst empfangen.</p>
-
-<p>Spitzweg ist einer der wenigen hervorragenden Münchner
-Künstler, die schon von Geburt Münchner waren. Sein
-Vater ist ein wohlhabender und angesehener Bürger gewesen,
-auch politisch trat er hervor, und im Landtage hat er das Denkmal
-des Königs Max Joseph vor dem Hoftheater angeregt. Von der
-Kunst wollte er sonst freilich nicht viel wissen. Er war bestrebt,
-den Sohn, folgsam wie dieser war, zu einem guten und bürgerlich
-angesehenen Berufe zu erziehen. Man schickte ihn in die Lateinschule,
-und dann vertauschte er den Cicero mit dem Mörser des
-Apothekers. Die Hofapotheke hat die Ehre, »Subjekt« und Provisor
-Spitzweg zum behäbigen Apotheker ausgebildet zu haben.
-Wir können uns den kurzsichtigen Meister gut vorstellen, wie er
-mit Fläschlein und Pillenschachtel hantierte, und ein kleiner Rest
-seines ursprünglichen Berufes steckt deutlich erkennbar in der Bedachtsamkeit
-und Genauigkeit des Künstlers, der an den »nachdrücklichen«
-Apotheker in Goethes Hermann und Dorothea gemahnt.
-Als Spitzweg die Rothenburger Marienapotheke malte mit dem
-ängstlich wartenden Mütterlein und dem wichtigtuerischen Provisor,
-der im Stoßen innehält, um der sittsam vorbeispazierenden Jungfer
-Nachbarin feurige Blicke nachzusenden &ndash; da wird er sicher vergnüglich
-an die eigene Lehrzeit zurückgedacht haben, in der er
-übrigens eine reichlich zugemessene Urlaubszeit klug nutzte, um
-nach Tirol und Italien hineinzusehen. Da starb der Vater. Fast
-dreißigjährig, grüßte Carl Spitzweg die Freiheit. Über den neuen
-Beruf besserte sich die Meinung bei den Münchenern. Die Gunst
-König Ludwig I. leuchtete den Künstlern, und so fühlte sich auch
-der Bürger der Stadt bemüßigt, um nicht nach obenhin Ärgernis
-zu geben, eine freundlichere Miene zu ziehen. Aus dem absprechenden
-»Malervolk« wurde Wohlgeboren der Herr Kunstmaler.
-Spitzweg konnte als Erbe eines stattlichen Vermögens die
-Nachteile des Künstlerberufes vermeiden, aber die Akademie besuchen
-wollte er dennoch nicht. Seit Jahren hatte er Büchelchen mit
-Skizzen gesammelt, den eigenen Augen folgend, festgehalten, was
-seine Laune anregte, zahnwehkranke Dienstboten und ausgediente,
-brummige Feldzugssoldaten draußen in Bruck, den verulkten Flurhüter
-im englischen Garten und die preziösen alten Jungfern auf
-der Promenade, übergewissenhafte Briefträger und grillenhafte
-Stadtoriginale &ndash; ein Material stand ihm zur Verfügung,
-wie es zu gleicher Zeit der norddeutsche Autodidakt Menzel
-nicht fleißiger zusammengebracht hat. Zu den Figuren fand
-sich alsbald die Bühne, auf der sie stimmungs- und beifallssicher
-wandelten. Spitzweg zog aus mit Schleich, dem prächtigen
-Landschafter, um die Sonne im Dachauer Moor scheiden
-zu sehen, er wanderte ins Isartal zu Füßen unserer Voralpen,
-an manchem unersteiglichen Felsblock, den allein der romantische
-Efeu zu erklettern vermag, sah er hinauf, und dann
-versuchte er heimlich die Waldnymphe im grünen Bergsee zu
-belauschen. Er stieg empor zu der Sennerin auf der Alm,
-lagerte im hellen Grün und blinzelte erwartungsvoll die Windungen
-des Pfades hinab, ob nicht am Gatterl drunten sich
-etwas ereignen werde, ob nicht der Forstler oder der Bader
-daherkäme, und sein Herz frohlockte, als er einmal gar den
-juhschreienden heimkehrenden »Leiber« anrücken sah. War's
-noch zu kalt, um bergwärts sich zu rüsten, bummelte er gemächlich
-in den engen Gassen der Münchener Altstadt, und
-als es ihn antrieb, die Höfe und Tore, die seltsamen Giebel
-und die blumenumstellten Erker der alten Reichsstädte kennen
-zu lernen, fuhr er auf der Thurn und Taxisschen Post weit
-über Land und zeichnete in Nördlingen und Dinkelsbühl, vor
-allem in der Stadt, deren dichterisch-verklärtes Märchendasein
-seine Muse so verwandtschaftlich nahe ansprach, in Rothenburg
-ob der Tauber.</p>
-
-<p>Dieser kecke Wandersinn des Malers stellt ihn in Beziehung
-zu einer ganzen Gruppe Münchner Künstler, neben denen er
-sich ganz selbständig hält. Während der ersten Hälfte des
-19. Jahrhunderts bildete das künstlerische Leben Münchens
-zwei scharfe Gegensätze. Es schritt teils einher auf dem hohen
-Kothurn akademisch-selbstgefälliger klassizistischer Tradition, teils
-war es ein romantisches Nachzüglertum voller Humor und
-Laune, eine lustige Schar, die mit offenen Augen durch die
-Gassen und über die Landstraßen lief, dort Cornelius, Kaulbach,
-Heß, hier die Kaiser und Morgenstern, die Bürkel und
-Schleich, im Fähnlein dieser Aufrechten der stattlichste Bannerträger,
-Carl Spitzweg. Was ihn über die Genossen erhebt,
-ist die nach Stoff, Gehalt und malerischer Technik frei und
-frisch sich aussprechende Eigenart seiner Kunst. Denn er wertete
-in seiner Phantasie, deren Lebendigkeit ihm die merkwürdigsten
-Kunststücke gelingen ließ, wie etwa die wegen ihrer Naturwahrheit
-angestaunten Bilder aus dem Orient, die er nach der
-eifrigen Durchnahme eines gewichtigen ethnographischen Werkes
-über Ägypten schuf, frei im Kopf Geschautes und Gelesenes
-um und kopierte gleichsam nach einem Bilde, das er schon
-fertig in sich trug. Das Anekdotenhafte des Genre, die köstliche
-Pointe kam dann erst in zweiter Linie und fiel weg, wenn
-sie sich hätte erzwingen lassen müssen und nicht ganz von
-selber gab. Das malerisch Natürliche der Ausführung ist vielleicht
-das Anziehendste der Spitzwegschen Kunst. Für die
-Harmonie der Farben, für die kleinste Nuance wie für den
-absichtlichen Kontrast mit der gleichen sensitiven Feinheit des
-Empfindens begabt, entzückt und erstaunt sie durch die Einfachheit
-des Eindrucks, die rein äußerlich durch das kleine Format
-der Bilder verstärkt wird.</p>
-
-<p>Spitzweg nahm es sehr gewissenhaft bei der Arbeit. Wenn
-das Werk seiner Kritik nicht Stand hielt, wanderte es in den
-Ofen, und so ging es fort, bis endlich, oft erst nach einem
-Dutzend von Versuchen, die gerunzelte Stirn sich in zufriedenen
-Falten glättete. Das wichtigste Instrument des Ateliers war
-das zerstörende Federmesser. Trotzdem hat der Meister, dem
-ein unermüdlicher Fleiß bis zum letzten Stündlein eigen war,
-Hunderte von Bildern hinterlassen. Man hat sich bemüßigt
-gefühlt, mehrere Perioden in der Kunst Spitzwegs zu unterscheiden.
-Doch ist nur ein einziger wirklich wichtiger Wendepunkt
-deutlich wahrzunehmen. Dem Münchner Freundeskreise,
-dem Dyck und Flüggen Anregungen gaben, welchen Spitzwegs
-frühe Bilder sich nicht entziehen konnten, mit dem Freunde
-Schleich 1851 zu einer längeren Studienreise nach Frankreich
-und England entwichen, hat Spitzweg in London von den theoretischen
-Erklärungen Burnetts gelernt, in Paris Decamps und
-Diaz, vor allem Eugen Delacroix technische Ausdrucksmittel
-abgesehen, die er, heimgekehrt, maßvoll prüfte. Ähnliche Anregungen
-gaben ihm die holländischen Meister, die er in
-Pommersfelden und München liebevoll kopierte. Als glückliche
-Folge dieses doppelten Verkehrs zeigt sich bei Spitzwegs späteren
-Werken in der Farbe eine gesteigerte Klärung der hellen Töne,
-die seine Technik bis an die Grenze impressionistischer Farbenentwicklung
-gelangen lassen, in der Zeichnung eine sichere Ausnutzung
-architektonischer Wirkungen im Raum. Ein volles
-Menschenalter ist Spitzweg sich so treu geblieben. Während
-er äußerlich die liebenswürdigen Seiten des verbitterten Junggesellen
-zur Schau trug, blieb der Künstler auf der schaffensfreudigen
-Höhe stehen &ndash; einer Höhe, deren überragende Position
-er skeptisch und weltverachtend nicht einsehen wollte.</p>
-
-<p>Mit dem Namen »Spitzweg« verbindet sich nunmehr eine
-feste Vorstellung, die die Nachwelt stärker und sehnsuchtsvoller
-empfindet. An seinen Bildern allen haftet der feine Duft, den
-wir einstmals als Kinder einsogen, als Großmutter ihren Schrank
-öffnete, um ihr Brautkleid mit den guten Spitzen zu zeigen.
-Es ist der milde Hauch der guten alten, der glücklichen goldnen
-Zeit. Der Maler mit dem weichen Herzen, den die Nachbarschaft
-als höchsten Schiedsrichter in allen menschlich-häuslichen
-Dingen verehrte, der stille Erzähler und Dichter hat manchmal
-auch zur Feder gegriffen, um den launigen Einfällen des Pinsels
-andere Genossen zu geben, sarkastischer und tiefer Art.
-Allgemein suchte man sein Wesen, das zwischen liebenswürdiger
-Schelmerei und geistreichem Recken, holder Beschaulichkeit und
-junggesellenhaftem Gram schwankte, neben Jean Paul zu
-stellen. Uns steht Altmeister Spitzweg neben einem Anderen,
-Größeren, dessen Ruhm ebenfalls stündlich wächst, neben Gottfried
-Keller. In Spiegel dem Kätzchen ist gedruckt: »Sogleich
-kleidete der Herr Pineiß in sein abgeschabtes gelbes Sammetwämschen,
-das er nur bei feierlichen Gelegenheiten trug, setzte
-die bessere Pudelmütze auf und umgürtete sich mit seinem
-Degen; in die Hand nahm er einen alten grünen Handschuh,
-ein Balsamfläschchen, worin einst Balsam gewesen und das
-noch ein bischen roch, und eine papierne Nelke, worauf er vor
-das Tor ging, um zu Freien.« Kann man sich eine köstlichere
-Beschreibung Spitzwegscher Figuren denken? In diesen Worten
-stehen sie leibhaftig vor uns. Und wie wir Meister Gottfried
-den schlichten Eichenkranz geben, um ihm die Jubellast des
-Lorbeers zu ersparen, so wollen wir Carl Spitzweg feiern, den
-ewig jugendlichen Meister unserer deutschen Kunst. Wenn
-wir abends den Staub gewischt haben von der ältesten Lampe
-unseres Hausrates, und sie dann schwachen, wohltuenden Schein
-wirft über den eichenen Tisch, dann nehmen wir die Blätter
-zur Hand, auf denen der stimmungsvolle Apostel häuslichen
-Behagens, der köstliche Erzähler harmlos heiterer Geschichten,
-der gründlichste Beobachter der guten alten Zeit und des gemütlichen
-Daseins von ehemals so herzensinnig zu uns spricht:
-»Liebe das Leben mit seinen Torheiten.« Denn so heißen die
-goldenen Worte über der Türe zum Herzen der Spitzwegschen Kunst.</p>
-
-<p class="right smaller">
-Hermann Uhde-Bernays.
-</p>
-
-<p class="center larger">
-<sup>★</sup>&nbsp;<sub>★</sub>&nbsp;<sup>★</sup>
-</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<h2 id="Reime">Reime</h2>
-</div>
-
-<h3>Malergespräch</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Ich:<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i4">»O Himmel, ist die Kunst doch schwer!<br /></span>
-<span class="i4">»Die Göttin spröd, die dralle!«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0"><em class="gesperrt">Schwind</em>:<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i4">»Ja, Lieber, wenn so leicht es wär',<br /></span>
-<span class="i4">»Die Luder malten <em class="gesperrt">alle</em>!«<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Maler-Schnadahüpfel</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">1. Z'erst tuat ma's patiern,<br /></span>
-<span class="i0">Drauf kimmt dö Lasur<br /></span>
-<span class="i0">Und durch dös Lasiern<br /></span>
-<span class="i0">Werd's grad wia d' Natur!<br /></span>
-<span class="i20">…&nbsp;Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">2. Z'letzt nimmst no a Farb her,<br /></span>
-<span class="i0">Die d' Aug'n recht daschreckt,<br /></span>
-<span class="i0">Die streichst nocha dick hi&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Dös hoaßt ma 'n Effekt!<br /></span>
-<span class="i20">…&nbsp;Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">3. Nur Farb drauf in Häuf'n<br /></span>
-<span class="i0">Als wann g'mauert wer'n müaßt,<br /></span>
-<span class="i0">Daß d' Nachwelt kann greif'n,<br /></span>
-<span class="i0">Wann d' Farb eppa schiaßt!<br /></span>
-<span class="i20">…&nbsp;Hu-i-di-e, Hi-i-di-e!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">4. A Leinwand hon i aufg'spannt<br /></span>
-<span class="i0">So glatt und so fein&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Ja, komponieren kunnt i schon, woaßt,<br /></span>
-<span class="i0">Aber 's fallt ma nix ein!<br /></span>
-<span class="i20">…&nbsp;Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">5. Jetz glaub i in koan Fall,<br /></span>
-<span class="i0">Daß i net weit mehr fehl&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Morg'n steht mir dö dick' Köchin<br /></span>
-<span class="i0">Als Psyche Modell!&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i20">…&nbsp;Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">6. Na, jetz bin i im Zweifel:<br /></span>
-<span class="i0">Schaugt d' Psyche so aus?<br /></span>
-<span class="i0">Z'letzt, hol mi der Teufel,<br /></span>
-<span class="i0">I mach a Sennerin draus!<br /></span>
-<span class="i10">…&nbsp;Hu-i-di-e, Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">7. Ja, es is ja wahr a,<br /></span>
-<span class="i0">In Kritisieren, do sans fix&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Aber selba was macha?<br /></span>
-<span class="i0">Na &ndash; macha könnas nix!<br /></span>
-<span class="i20">…&nbsp;Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">8. Beim Mal'n wia beim Dicht'n<br /></span>
-<span class="i0">Isch allweil oan G'schicht:<br /></span>
-<span class="i0">Es soll si halt raime&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">So is a Gedicht!<br /></span>
-<span class="i24">Hu-i-di-e, Hu-i-di-e!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Ich als Maler</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Bleiben alle unser Lebtag wir Studenten:<br /></span>
-<span class="i0">Ich bin Doktor &ndash; meine Bilder Patienten!<br /></span>
-<span class="i0">Daß auch viele mir schon in der Kur gestorben,<br /></span>
-<span class="i0">Hat die Lust mir am Kurieren nie verdorben;<br /></span>
-<span class="i0">Aber leider sehen meine Patienten<br /></span>
-<span class="i0">Nicht als <em class="gesperrt">Doktor</em> an mich, sondern als <em class="gesperrt">Studenten</em>.<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Tizians Himmelfahrt Mariens</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Hättst du doch, goldner Tizian,<br /></span>
-<span class="i0">(Und mit dir auch noch andre)<br /></span>
-<span class="i0">Gemalt nicht, wie so himmelan<br /></span>
-<span class="i0">Maria leiblich wandre;<br /></span>
-<span class="i0">Hättst du dies Frauenkonterfei<br /></span>
-<span class="i0">So himmlisch nicht beschrieben:<br /></span>
-<span class="i0">Ein Dogma wär' &ndash; ich bleib dabei&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Vielleicht erspart uns blieben.<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Sprüche</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Glücklich macht dich das Wissen,<br /></span>
-<span class="i0">Selig aber dein Gewissen!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Ein jeder Mensch ist Patient<br /></span>
-<span class="i0">Und eigens zu behandeln,<br /></span>
-<span class="i0">Doch schmecken die Rezept' am End'<br /></span>
-<span class="i0">Fast all nach bittern Mandeln!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Hast du Humor, so laß ihn auch sprudeln,<br /></span>
-<span class="i0">Nie aber soll er dudeln und sudeln!&nbsp;&ndash;<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Und komme auch,<br /></span>
-<span class="i0">Was es da sei:<br /></span>
-<span class="i0">'s ist Künstlerbrauch:<br /></span>
-<span class="i0">Der Kunst bleib treu!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Dein Gedicht zum Revidieren<br /></span>
-<span class="i0">Traue keinem Dichter an!<br /></span>
-<span class="i0">Wie bei Malern könnt's passieren,<br /></span>
-<span class="i0">Daß der Meister malt daran!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Im Schaffen nur sind' Freud' und Glück,<br /></span>
-<span class="i0">Laß keine Müh' dich reuen!<br /></span>
-<span class="i0">Und was du schufst, blickst einst zurück,<br /></span>
-<span class="i0">Soll andere stets erfreuen!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Das Schönste, was der Dichter singt,<br /></span>
-<span class="i0">Unmöglich ist's zu malen!<br /></span>
-<span class="i0">Das Schönste, was der Maler bringt,<br /></span>
-<span class="i0">Mit Worten nicht zu lallen!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Gib allerorten<br /></span>
-<span class="i0">Immer hin<br /></span>
-<span class="i0">Mit <em class="gesperrt">kurzen</em> Worten<br /></span>
-<span class="i0"><em class="gesperrt">Langen</em> Sinn.<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Rezept zu einem guten Schlafe</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Beschwere dein Gewissen nicht,<br /></span>
-<span class="i0">So detto nicht den Magen.<br /></span>
-<span class="i0">Doch was bei dir Gewissen ist,<br /></span>
-<span class="i0">Mußt du dir selber sagen.<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3><em class="antiqua">Para pacem si vis bellum!</em></h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">'s ist nur umgedrehte Wortung!<br /></span>
-<span class="i0">Sattle ab dein Streiterroß,<br /></span>
-<span class="i0">Bring nur alles hübsch in Ordnung,<br /></span>
-<span class="i0">Geht gewiß der Teufel los.<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>An Pocci!</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Was hebt und engt die Menschenbrust<br /></span>
-<span class="i0">Zu sagen, ist euch unbenommen!<br /></span>
-<span class="i0">Doch <em class="gesperrt">er</em>, er singt voll Herzenslust:<br /></span>
-<span class="i0">»Die <em class="gesperrt">Kleinen</em> laßt mir kommen!«<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Die Ausgrabungen in Olympia</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Und wird die Welt auch noch so alt,<br /></span>
-<span class="i0">Der Mensch, er bleibt ein Kind!<br /></span>
-<span class="i0">Zerschlägt sein Spielzeug mit Gewalt,<br /></span>
-<span class="i0">Wie eben Kinder sind!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Wann alles erst in klein zerstückt<br /></span>
-<span class="i0">Und nichts mehr zu verderben,<br /></span>
-<span class="i0">So sucht er wieder &ndash; neubeglückt&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Und spielt dann mit den Scherben!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Jetztzeit!</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Billig ist die Klassizität, auch jetzt noch so ziemlich in Ehren,<br /></span>
-<span class="i0">Unseren Firnis und Glanz kannten die Alten noch nicht!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">⚫</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Übrigens wunderbar bleibt, wie doch die Maler, die alten,<br /></span>
-<span class="i0"><em class="gesperrt">Ohne</em> die Photographie brachten es wirklich so weit.<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">*</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Der Architekt baut's Haus!<br /></span>
-<span class="i0">Die <em class="gesperrt">drinnen</em> schmücken's aus!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Des Genügsamen Trost</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Behalt' die Perlen und dein Gold,<br /></span>
-<span class="i0">Behalt' die Diamanten!&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Was tut's, wenn auch Fortuna schmollt<br /></span>
-<span class="i0">Durch ganze Folianten!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Es bleibt zuletzt doch etwas noch,<br /></span>
-<span class="i0">Was muß das Herz erheben<br /></span>
-<span class="i0">Weit über jedes Unbill hoch,&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Und schöner macht das Leben!!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ach, wenn ich es nicht sagte dir,<br /></span>
-<span class="i0">Du würdest's nie erraten!<br /></span>
-<span class="i0">Freund, morgen gibt es Märzenbier<br /></span>
-<span class="i0">Und Heringe gebraten!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Der Weisheitszahn!</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Wart allweil auf den Weisheitszahn,<br /></span>
-<span class="i0">Die andern fallen aus&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">I denk, i zieh mein Pelzrock an<br /></span>
-<span class="i0">Und geh schön stat nach Haus!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Was hilft denn a dös Warten jetzt<br /></span>
-<span class="i0">Dös Herstehn da im Schnee;<br /></span>
-<span class="i0">Da könnt i mi verkält'n z'letzt,<br /></span>
-<span class="i0">Dös g'scheitest ist &ndash; i geh!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Zur Einsicht bin i endli g'langt,<br /></span>
-<span class="i0"><em class="gesperrt">Den</em> krieg i nimmer &ndash; i&nbsp;&ndash;!<br /></span>
-<span class="i0">Allweil hat mir vor Weisheit bangt:<br /></span>
-<span class="i0">An <em class="gesperrt">Zahn</em> hat's g'habt auf mi!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Der Karmelitergeist<br />
-(<em class="antiqua">Spiritus melissae compositus cecc. Pharmacop.</em>)</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Eingeführt im deutschen Land<br /></span>
-<span class="i0">Habt geistreich ihr das Liter;<br /></span>
-<span class="i0">Nicht aber Gnade vor euch fand<br /></span>
-<span class="i0"><em class="gesperrt">Ein</em> Geist … der <em class="gesperrt">Karmeliter</em>!<br /></span>
-<span class="i0">Grad <em class="gesperrt">sie</em>, die lang Zeit lobesam<br /></span>
-<span class="i0">Den edlen Geist uns setzten an<br /></span>
-<span class="i0">Für so Gebrest, das jedermann<br /></span>
-<span class="i0">Im Deutschen Reich befallen kann&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0"><em class="gesperrt">Die</em> müssen fort! … 's ist bitter!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Die Orden</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Wenn einer einen Orden kriegt,<br /></span>
-<span class="i0">Bei uns ist's so der Brauch,<br /></span>
-<span class="i0">Sagt jeder grad zu ihm ins G'sicht:<br /></span>
-<span class="i0">»Verdient hätt' ich ihn auch!«<br /></span>
-<span class="i0">Wahrhaft erfreulich ist dies schon,<br /></span>
-<span class="i0">Es gibt ein treues Bild!<br /></span>
-<span class="i0"><em class="gesperrt">Wie</em> hoch muß stehen die Nation,<br /></span>
-<span class="i0">Wo <em class="gesperrt">jeder</em> sich so fühlt!!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Berg und Tal</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Erst auf den höchsten Zinnen<br /></span>
-<span class="i0">Die mühsam du erklommst,<br /></span>
-<span class="i0">Wird's hell in deinen Sinnen,<br /></span>
-<span class="i0">Dem Himmel näher kommst!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Willst du ein Weilchen selig sein,<br /></span>
-<span class="i0">Dann leg' dich auf den Bauch<br /></span>
-<span class="i0">Dort in die nächste Wiese 'nein<br /></span>
-<span class="i0">Inmitt der Blumen Hauch!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">So bist der Gottheit näher,<br /></span>
-<span class="i0">Das Herz, es schlägt dir froh:<br /></span>
-<span class="i0">Nur meide nahe Späher,<br /></span>
-<span class="i0">Die finden so was roh!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>I möcht a Klausner wer'n&nbsp;…</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Oft is mir kommen so in Sinn:<br /></span>
-<span class="i0">I möcht a Klausner wer'n!<br /></span>
-<span class="i0">Adje, du schöne Welt, fahr hin,<br /></span>
-<span class="i0">Will nix mehr von dir hör'n!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Wenn aber i dem Maderl so,<br /></span>
-<span class="i0">So <em class="gesperrt">recht</em> in d' Aug'n guck,<br /></span>
-<span class="i0">Da bin i weg &ndash; i woaß net wo&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Dös bringt mi wieda z'ruck!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">I bleib a <em class="gesperrt">do</em>, 's is alles recht!<br /></span>
-<span class="i0">I mag ka Klausner wer'n!<br /></span>
-<span class="i0">Mei Klausen do is a net schlecht&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Grad nüber tuat's loschern!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Da schau i halt den ganzen Tag<br /></span>
-<span class="i0">So in ihr Zimmerl nein&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">A oanzig Wörtl! wenn's mi mag:<br /></span>
-<span class="i0">Z' Micheli ziag i ein!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Mein Stübchen!</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Nicht kleinste Freude noch auf Erden<br /></span>
-<span class="i0">Ist mir mein Stübchen spät bei Nacht;<br /></span>
-<span class="i0">Des Tages Mühsal und Beschwerden<br /></span>
-<span class="i0">Bei Lesen mich vergessen macht!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i6">»Wohl besser in geselligen Kreisen<br /></span>
-<span class="i6">»Froh auszutauschen, was erhebt;<br /></span>
-<span class="i6">»Du wähnst wohl gar dich einen Weisen<br /></span>
-<span class="i6">»Der selber schon genug gelebt.<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i6">»Wer doch bei solch Schartekenhocken<br /></span>
-<span class="i6">»Einseitig, tot nicht werden müßt'?!<br /></span>
-<span class="i6">»Kann dich kein Freundeszirkel locken,<br /></span>
-<span class="i6">»Wo ein lebendig »Du« dich grüßt?«<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Verzeih, wenn ich so minder Nutzen,<br /></span>
-<span class="i0">Belehrung minder finden kann!&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Und wenn dort andere lernen sich »duzen«,<br /></span>
-<span class="i0">Red' ich mich auch mit »Sie« nicht an!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Lebensregel!</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Wenn dir's vergönnt je, dann richt' es so ein,<br /></span>
-<span class="i0">Daß dir ein Spaziergang das Leben soll sein!<br /></span>
-<span class="i0">Stets schaue und sammle, knapp nippe vom Wein,<br /></span>
-<span class="i0">Mach' unterwegs auch Bekanntschaften fein,<br /></span>
-<span class="i0">Des Abends kehr' selig bei dir wieder ein<br /></span>
-<span class="i0">Und schlaf in den Himmel, den offnen, hinein!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Lebens-Alpenfahrt!</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Stets wandeln wir dem Abgrund dicht,<br /></span>
-<span class="i0">Wo Tief und Dunkel schrecken,<br /></span>
-<span class="i0">Aus dem ein Tod und letzt Gericht<br /></span>
-<span class="i0">Die Drachenhälse recken!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Wir wandeln, ahnen nicht Gefahr,<br /></span>
-<span class="i0">So sorglos hin wie Kinder&nbsp;…<br /></span>
-<span class="i0">Da strauchelst du und gleitest gar<br /></span>
-<span class="i0">Und gleitest ab geschwinder!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">»Jetzt gilt's! Ist keine Latsche da,<br /></span>
-<span class="i0">An der du dich kannst halten?<br /></span>
-<span class="i0">Umfassen nicht, dem Sturze nah,<br /></span>
-<span class="i0">Dich rettende Gestalten?&nbsp;…<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0"><em class="gesperrt">Humor</em>, so heißt die Latsche schlicht<br /></span>
-<span class="i0">Gleich Göttern hochgeboren&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Erhaschst du sie im Gleiten nicht,<br /></span>
-<span class="i0">Dann, Freund, bist du verloren!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Ich mußte gleichwohl sinnen,<br /></span>
-<span class="i0">Wenn nichts ich auch ersann;<br /></span>
-<span class="i0">Hab' lange so gesonnen,<br /></span>
-<span class="i0">Merk' nun, daß ich nichts kann,<br /></span>
-<span class="i0">Und komm' am Lebensende<br /></span>
-<span class="i0">Als <em class="gesperrt">Lehrling</em> wieder an!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Hin eilen die Sterne weit<br /></span>
-<span class="i0">In endlosem Schwung!<br /></span>
-<span class="i0">Schon morgen um die <em class="gesperrt">Zeit</em><br /></span>
-<span class="i0">Bist nimmer so jung!<br /></span>
-<span class="i0">Umarme hinieden<br /></span>
-<span class="i0">Die Gegenwart froh:<br /></span>
-<span class="i0">Was <em class="gesperrt">heut</em> dir beschieden,<br /></span>
-<span class="i0">Nicht <em class="gesperrt">morgen</em> ist's so!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Gedanken, weisheitsvoll,<br /></span>
-<span class="i0">Wenn ich sie jemals hab':<br /></span>
-<span class="i0">Sie brachen immer mir<br /></span>
-<span class="i0">Beim Bleistiftspitzen ab!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">*</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Mit Schmerzen durftst du auf die Welt;<br /></span>
-<span class="i0">Du weißt nichts mehr davon&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Mit Schmerzen mußt du aus der Welt:<br /></span>
-<span class="i0">Du merkst es leider schon!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">⚫</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Schenkt dir ein höheres Alter Gott,<br /></span>
-<span class="i0">Dann bitt' aus tiefster Brust,<br /></span>
-<span class="i0">Daß manches noch erleben <em class="gesperrt">darfst</em>,<br /></span>
-<span class="i0">Doch nicht zu viel erleben <em class="gesperrt">mußt</em>!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Du wappnest dich mit Panzerketten,<br /></span>
-<span class="i0">Mit Schild und Haube fest aus Stahl:<br /></span>
-<span class="i0">Der Todespfeil, nichts kann dich retten,<br /></span>
-<span class="i0">Durchdringt die Fugen überall!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Und du erliegst! &ndash; Sei, Freund, doch weise,<br /></span>
-<span class="i0">Schnell zieh den schweren Panzer aus,<br /></span>
-<span class="i0">Der dich beschwert nur auf der Reise,<br /></span>
-<span class="i0">Hemdärmlig wage keck den Strauß!<br /></span>
-</div><div class="stanza">
-<span class="i0">Ein Held, er beut die Brust dem Schusse,<br /></span>
-<span class="i0">Der mitten zielt ins Herz hinein,<br /></span>
-<span class="i0">Und lächelnd wie zum Abschiedsgruße<br /></span>
-<span class="i0">Geht er in seinen Himmel ein!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<h3>Epilog</h3>
-
-<div class="poem"><div class="stanza">
-<span class="i0">Oft denke ich an den Tod, den herben,<br /></span>
-<span class="i0">Und wie am End' ich's ausmach'?!<br /></span>
-<span class="i0">Ganz sanft im Schlafe möcht' ich sterben&nbsp;&ndash;<br /></span>
-<span class="i0">Und tot sein, wenn ich aufwach'!<br /></span>
-</div></div>
-
-<p class="pcent">★</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb01.jpg" alt="Clara Lechner" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 1</p><p>Clara Lechner</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb02.jpg" alt="Der Bibliothekar" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 2</p><p>Der Bibliothekar</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb03.jpg" alt="Wo brennt's?" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 3</p><p>Wo brennt's?</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb04.jpg" alt="Der Wachposten" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 4</p><p>Der Wachposten</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb05.jpg" alt="Keine Rose ohne Dornen" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 5</p><p>Keine Rosen ohne Dornen</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb06.jpg" alt="Der Witwer" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 6</p><p>Der Witwer</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb07.jpg" alt="Der Sterndeuter" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 7</p><p>Der Sterndeuter</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb08.jpg" alt="Der Portraitmaler" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 8</p><p>Der Porträtmaler</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb09.jpg" alt="Heimkehrender Mönch" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 9</p><p>Heimkehrender Mönch</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb10.jpg" alt="Der Maler" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 10</p><p>Der Maler</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb11.jpg" alt="Heimkehr" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 11</p><p>Heimkehr</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb12.jpg" alt="Der Bärenführer" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 12</p><p>Der Bärenführer</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb13.jpg" alt="Die Scharwache" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 13</p><p>Die Scharwache</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb14.jpg" alt="Der Kaktusfreund" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 14</p><p>Der Kaktusfreund</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb15.jpg" alt="Ständchen" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 15</p><p>Ständchen</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb16.jpg" alt="Das Gespenst" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 16</p><p>Das Gespenst</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb17.jpg" alt="Wäscherinnen am Brunnen" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 17</p><p>Wäscherinnen am Brunnen</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb18.jpg" alt="Die Geierjagd" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 18</p><p>Die Geierjagd</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb19.jpg" alt="Der Bettelmusikant" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 19</p><p>Der Bettelmusikant</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb20.jpg" alt="Drachensteigen" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 20</p><p>Drachensteigen</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb21.jpg" alt="Der Storch" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 21</p><p>Der Storch</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb22.jpg" alt="Liebe macht blind" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 22</p><p>»Liebe macht blind«</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb23.jpg" alt="Schauspielergesellschaft" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 23</p><p>Schauspielergesellschaft</p></div>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
-<img src="images/abb24.jpg" alt="Der Nachtwächter" />
-<div class="caption"><p class="fright">Abb. 24</p><p>Der Nachtwächter</p></div>
-</div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p class="center">Im gleichen Verlag ist erschienen</p>
-</div>
-
-<p class="h2">Spitzweg<br />
-<span class="smaller">Der Altmeister Münchener Kunst</span></p>
-
-<p class="center">von Professor Hermann Uhde-Bernays</p>
-
-<p class="center"><span class="larger">Billige Ausgabe mit 155 Bildern</span><br />
-Ein stattlicher Quartband von 168 Seiten</p>
-
-<p class="center smaller">
-In biegsamem Pappband M. 4.&ndash;<br />
-In hübschem Geschenkband M. 5.50</p>
-
-<p>Der stattliche Band in Quartformat enthält nicht weniger als 120
-meist ganzseitige Abbildungen nach Gemälden des Meisters in vorzüglicher
-Reproduktionstechnik, &ndash; weil zum Teil jetzt erst gefunden
-oder entdeckt, &ndash; die selbst in der großen Ausgabe noch nicht veröffentlicht
-sind; ferner eine farbige Tafel und etwa 35 Zeichnungen und
-Witz-Illustrationen, die Spitzweg für die »Fliegenden Blätter« seinerzeit
-gezeichnet hat.</p>
-
-<p>Der Text von Professor Uhde-Bernays gibt ein äußerst lebendiges
-Bild vom Menschen und Künstler Spitzweg, von seiner Laufbahn und
-dem reichen künstlerischen und bürgerlichen Leben der damaligen Zeit.</p>
-
-<p class="noind">Die <em class="gesperrt ">Vossische Zeitung</em> schreibt über die Ausgabe:</p>
-
-<p>»Es war ein guter Einfall, das große Spitzwegwerk in einer wohlfeilen
-Ausgabe breiteren Massen zugänglich zu machen. Es gibt kein
-reizvolleres Bilderbuch für erwachsene Deutsche als diese Sammlung
-Spitzwegscher Idyllen. In über hundert Abbildungen erhält der Leser
-hier eine Vorstellung des Poeten Spitzweg, der mit Pinsel und Blei
-dichtete. Auch der Zeichner Spitzweg ist repräsentativ vertreten. Dies
-alles gibt, mit Uhde-Bernays' bescheiden zurücktretendem Text, das
-liebenswürdigste Buch dieses Jahres. Es ist ein Buch voll tiefem,
-ungestörtem Frieden &ndash; eben deshalb ist es uns jetzt besonders wert.«</p>
-
-<p class="noind"><em class="gesperrt">Gothaisches Tagblatt</em>:</p>
-
-<p>»Jetzt können breitere und weitere Kreise erproben, ob sie den
-alten Lustigmacher verstehen, denn der Delphin-Verlag hat den Zeitverhältnissen
-Rechnung getragen und eine billige Ausgabe herausgebracht,
-die trotzdem in Text und Bild sehr reichen Stoff bietet.
-Gerade in den jetzigen schweren Zeiten kann der urwüchsige und durchaus
-gesunde Humor Spitzwegs für viele ein Labsal werden. Hier
-kann man die lauten Aufregungen der Gegenwart für einige Zeit
-vergessen.«</p>
-
-<p class="center">Delphin-Verlag München</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="chapter">
-<p class="center">Im gleichen Verlag erscheint als »große« Ausgabe</p>
-</div>
-
-<p class="h2">Carl Spitzweg<br />
-<span class="smaller">Des Meisters Leben und Werk</span></p>
-
-<p class="center">Seine Bedeutung in der Geschichte der Münchner<br />
-Kunst von Hermann Uhde-Bernays</p>
-
-<p class="center smaller">Zweite vermehrte Auflage<br />
-Mit 200 meist ganzseitigen Abbildungen</p>
-
-<p>In Biedermaierpappband 14 Mark, in Halblederband (nach Entwurf
-von Prof. Tiemann) 18 Mark, in biegsamem Ganzlederband 18 Mark,
-Geschenkausgabe (in echte bayerische Buntseide gebunden) 25 Mark.</p>
-
-<p>Die große Ausgabe des Spitzwegbuches bietet gegenüber der kleinen
-Ausgabe nicht nur eine wesentliche Erweiterung des biographischen
-Teils, sondern sie enthält außerdem die köstlichen Briefe Spitzwegs,
-die in ihrer humoristischen Diktion wie Wiederholungen seiner Gemälde
-anmuten, ferner seine Gedichte und endlich ein von Spitzweg
-selbst angefertigtes Verzeichnis seiner Werke. Statt 155, wie die
-kleine, enthält die große Ausgabe ca. 200 meist ganzseitige Abbildungen.
-Darunter 8 Gravüren, 4 farbige Tafeln und zahlreiche
-Zeichnungen aus Studienmappen und Skizzenbüchern und die besten
-seiner Beiträge für die Fliegenden Blätter. Dem Freunde und Verehrer
-Carl Spitzwegs sei die große Ausgabe warm empfohlen.</p>
-
-<p>»Das Buch ist in mancher, und zwar der wesentlichsten Hinsicht
-musterhaft, weil es die Proportionen, die der Biograph, zumal der
-Künstler-Biograph, gern zu vergessen pflegt, mit seltenem Takt innehält.
-Spitzweg bleibt Spitzweg, der romantische Apotheker, obwohl
-sein Malertum gezeigt wird. Er behält sein köstliches Kleinstädterwesen,
-obwohl große Dinge in seiner Kunst, eine hochentwickelte
-Farbigkeit und vieles andere, mit Sachlichkeit nachgewiesen werden.
-Diese Eigenschaft des Biographen war hier um so notwendiger, als
-Spitzwegs größte und beste Eigentümlichkeit auf eben dieser Sauberkeit
-der Verhältnisse beruht. … Uhde-Bernays hat einen Schriftstil
-für diesen gemalten Stil erfunden. Der modernen Kunstschreiberei
-fehlt im allgemeinen nichts so sehr wie diese wohlgeformte Distanz
-zu den beschriebenen Dingen.«</p>
-
-<p class="right">
-Jul. <em class="gesperrt">Maier-Gräfe</em> im »Bücherwurm«
-</p>
-
-<p class="center">
-Delphin-Verlag München
-</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="transnote chapter" id="tnextra">
-
-<p class="h2">Weitere Anmerkungen zur Transkription</p>
-
-<p>Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
-Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.
-Die Abbildungen wurden an das Ende des Buches verschoben.</p></div>
-
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Reime und Bilder, by Carl Spitzweg
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK REIME UND BILDER ***
-
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-</pre>
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-</body>
-</html>
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diff --git a/old/53232-h/images/abb14.jpg b/old/53232-h/images/abb14.jpg
deleted file mode 100644
index 6036de6..0000000
--- a/old/53232-h/images/abb14.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/53232-h/images/abb15.jpg b/old/53232-h/images/abb15.jpg
deleted file mode 100644
index cdfb691..0000000
--- a/old/53232-h/images/abb15.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/53232-h/images/abb16.jpg b/old/53232-h/images/abb16.jpg
deleted file mode 100644
index 4bf65b8..0000000
--- a/old/53232-h/images/abb16.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/53232-h/images/abb17.jpg b/old/53232-h/images/abb17.jpg
deleted file mode 100644
index 30cfaed..0000000
--- a/old/53232-h/images/abb17.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
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deleted file mode 100644
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+++ /dev/null
Binary files differ
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deleted file mode 100644
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+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/53232-h/images/abb20.jpg b/old/53232-h/images/abb20.jpg
deleted file mode 100644
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+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/53232-h/images/abb21.jpg b/old/53232-h/images/abb21.jpg
deleted file mode 100644
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+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/53232-h/images/abb22.jpg b/old/53232-h/images/abb22.jpg
deleted file mode 100644
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Binary files differ
diff --git a/old/53232-h/images/abb23.jpg b/old/53232-h/images/abb23.jpg
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index 2b2d3c1..0000000
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Binary files differ
diff --git a/old/53232-h/images/abb24.jpg b/old/53232-h/images/abb24.jpg
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Binary files differ
diff --git a/old/53232-h/images/cover.jpg b/old/53232-h/images/cover.jpg
deleted file mode 100644
index bfe76af..0000000
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Binary files differ
diff --git a/old/53232-h/images/signet.png b/old/53232-h/images/signet.png
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index 3816c41..0000000
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Binary files differ