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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - - - -Title: Die Sebalduskirche in Nürnberg - -Author: Wilhelm Friedrich Hoffmann - -Release Date: October 3, 2015 [EBook #50120] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE SEBALDUSKIRCHE IN NÜRNBERG *** - - - - -Produced by Karl Eichwalder, Jens Nordmann and the Online -Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - - - - - - - - -[Illustration: TAFEL I. Ansicht des Ostchores.] - - - - - DIE SEBALDUSKIRCHE IN NÜRNBERG - - IHRE BAUGESCHICHTE UND - IHRE KUNSTDENKMALE - - VON - - FRIEDRICH WILHELM HOFFMANN - - ÜBERARBEITET UND ERGÄNZT VON - - TH. HAMPE, E. MUMMENHOFF, JOS. SCHMITZ - - MIT 15 TAFELN, ZUM TEIL NACH DEN UNTER PROFESSOR - DR. v. HAUBERRISSER GEFERTIGTEN PLANZEICHNUNGEN - UND 144 ABBILDUNGEN IM TEXT - - MIT UNTERSTÜTZUNG HERAUSGEGEBEN - DER VOM VEREIN FÜR - STADTGEMEINDE GESCHICHTE DER - NÜRNBERG STADT NÜRNBERG - - WIEN - VERLAG VON GERLACH & WIEDLING - 1912 - - DRUCK VON FRIEDRICH JASPER IN WIEN. - - - - - Vorwort. - - -Im Frühjahr 1897 faßte der Ausschuß des Vereines für Geschichte der -Stadt Nürnberg auf Anregung seines Vorstandes den wichtigen Beschluß, -aus Anlaß des herannahenden Abschlusses des großen Unternehmens der -Wiederinstandsetzung der St. Sebaldkirche in Nürnberg eine umfassende, -reich illustrierte Geschichte dieses herrlichen Bauwerkes gleichsam -zum Abschluß des Restaurationswerkes herauszugeben. Es sollte den -Mitgliedern des Vereines und allen Freunden Nürnberger Kunst und -Geschichte in Wort und Bild die Entstehung und Entwicklung des -ehrwürdigen Gotteshauses mit seinen zahllosen Kunstschätzen eingehend -geschildert und ein zuverlässiger Bericht über seine Wiedererneuerung -durch die lebende Generation gegeben werden, so wie zehn Jahre vorher -der Verein aus Anlaß des teilweisen Umbaues und der Erweiterung des -Nürnberger Rathauses durch den unvergeßlichen August v. Essenwein und -seinen getreuen Mitarbeiter, den städtischen Architekten und jetzigen -Baurat Heinrich Wallraff, eine reich illustrierte, vom Stadtarchivar -Ernst Mummenhoff verfaßte Geschichte des wichtigsten Profanbauwerkes der -Stadt, des Rathauses, mit finanzieller Unterstützung der städtischen -Kollegien herausgegeben hatte. Gleichwie diese schöne Publikation dem -Verein allenthalben Ehre und Anerkennung eingetragen hatte, hoffte -der Ausschuß sich ein Verdienst zu erwerben, wenn er auch das große -Unternehmen der Restauration der St. Sebaldkirche nicht unbeachtet -vorübergehen lassen, sondern nach besten Kräften zum Ruhme der um -sie am meisten verdienten Männer, des vortrefflichen Kirchenrates -Friedrich Michahelles und der Restauratoren Prof. Georg v. Hauberrisser -und Professor Joseph Schmitz, beitragen würde. In der Tat fand auch -dieser Gedanke überall Anklang. Aber niemand ahnte damals, welchen -Schwierigkeiten seine Durchführung begegnen und wie viel Zeit vergehen -würde, bis diese Geschichte der St. Sebaldkirche das Licht der Welt -erblicken würde. - -Wohl wissend, daß seine eigenen Kräfte zur Durchführung eines so großen -Unternehmens nicht ausreichen würden, bemühte sich der Verein vor allem, -sich auch in diesem Falle des Einverständnisses und der materiellen -Unterstützung der städtischen Kollegien zu versichern. Bereitwillig -und in dankenswerter Liberalität wurde der Bitte des Vereines von -seiten der städtischen Kollegien entsprochen. Im Oktober 1897 wurde -dem Vorstand die erfreuliche Mitteilung, daß die städtischen Kollegien -beschlossen hätten, dem Verein zur Herausgabe eines illustrierten -Prachtwerks über die St. Sebaldkirche für jedes der Jahre 1898, 1899 und -1900 einen Zuschuß von 1500 Mark aus der Stadtkasse unter bestimmten -Voraussetzungen zu bewilligen. - -Eine zur Bearbeitung des Textes geeignete wissenschaftliche Kraft wurde -in der Person eines jüngeren Kunsthistorikers gewonnen, der, frei über -seine Zeit verfügend, seine ganze Kraft der Aufgabe widmen konnte, des -Dr. Friedrich Hoffmann in München. Nach dem mit ihm abgeschlossenen -Vertrage sollte das Werk nach drei Jahren im Manuskript druckfertig -vorliegen. - -Allein durch eine ganze Reihe widriger, hier nicht näher zu erörternder -Umstände wurde die programmäßige Fertigstellung des Werkes um Jahre -verzögert. Besonders hinderlich stand der Förderung der Arbeit -entgegen, daß Dr. =Hoffmann= nicht, wie man doch hätte erwarten müssen, -seinen Wohnsitz in Nürnberg nahm, wo er in beständiger Fühlung mit -dem Bauwerke selbst und dem bauleitendem Architekten sowie unter der -Aufsicht der niedergesetzten Kommission viel eher seine Aufgabe hätte -bewältigen können, sondern in München blieb. Ein weiteres Haupthindernis -eines rüstigen Fortschreitens der Arbeit war die Annahme einer -Assistentenstelle am bayrischen Nationalmuseum durch Dr. =Hoffmann= im -Jahre 1898, infolgedessen er nur einen verhältnismäßig geringen Teil -seiner Zeit und Kraft auf die übernommene umfassende Aufgabe verwenden -konnte. - -Da die Fortführung der Arbeit nach und nach immer mehr ins Stocken -geriet und schließlich sogar das Erscheinen des Werkes in Frage gestellt -wurde, sah sich der Vereinsausschuß gezwungen, von dem ihm vertraglich -eingeräumten Rechte, die Vollendung des Werkes selbst in die Hand -zu nehmen, Gebrauch zu machen, und übertrug im September 1909 die -Durchführung der erforderlichen Abänderungs- und Ergänzungsarbeiten -einer aus den Herren Direktor Dr. =Hampe=, Archivrat Dr. =Mummenhoff= -und Professor =Schmitz= bestehenden Subkommission, die schon seither -die Arbeit vom kunsthistorischen, historischen und architektonischen -Standpunkte aus einer eingehenden und sorgfältigen Prüfung unterzogen -hatte. - -Das Werk wurde jetzt nochmals durchgeprüft, und es war dann keine -geringe Arbeit und Mühe, welche die Abänderung des Textes, die -Ausmerzung der Irrtümer und Mängel, die teilweise völlige Umgestaltung -ganzer Partien und die mannigfachen Ergänzungen, zumal des Inventars, -welch letztere schwierige und zeitraubende Arbeit die Herren Direktor -=Hampe= und Professor =Schmitz= ausschließlich auf sich nahmen, endlich -die gänzliche Umarbeitung des Urkunden- und Regestenteiles erforderten. -Gern wären die Überarbeiter in den Änderungen und Ergänzungen noch -weiter gegangen, aber sie hielten sich dazu nur im äußersten Notfall -für berechtigt und wollten noch tiefere Eingriffe in die Arbeit des -eigentlichen Verfassers vermeiden. Vor allem auch mußten sie auf die -Beibringung weiteren Quellenmateriales verzichten, und so wird sich -denn in Zukunft noch so manches zur Geschichte der Sebalduskirche -beischaffen lassen, das der Verfasser nicht gebracht hat. Aber alles zu -geben, was oft in ganz versteckten Quellen ruht, ist wohl ein Ding der -Unmöglichkeit, zumal bei einem Werke, das auf Jahrhunderte zurückgeht. - -Trotz so vieler Hindernisse, die sich dem Werke in den Weg stellten, -und trotz aller Widrigkeiten, die oft alle Hoffnung auf das endliche -Zustandekommen schwinden ließen, liegt es nun doch, wenn auch erst nach -jahrelanger Verzögerung, in einer Gestalt vor, die hohen Anforderungen -genügen dürfte. Auch hier darf man wohl sagen, wenn man das Werk und -seine schöne, ja glänzende Ausstattung durch die bewährte Firma Gerlach -& Wiedling ins Auge faßt: Ende gut, alles gut! - -Freuen wir uns deshalb, daß es dem opferwilligen Zusammenwirken einer -Reihe von berufenen Kräften endlich gelungen ist, ein der herrlichen -St. Sebaldkirche würdiges Buch zustande zu bringen. - -In Dankbarkeit sei zunächst der städtischen Kollegien gedacht, die -durch Gewährung einer bedeutenden finanziellen Unterstützung erst -das Zustandekommen des Werkes ermöglichten. Besonderer Dank gebührt -ferner dem ersten Direktor am Germanischen Museum, Herrn Dr. v. -=Bezold=, der als Vertreter der Kommission zunächst dem Bearbeiter -als sachverständiger Berater beigegeben war, in welcher Funktion er -dann durch den damaligen Konservator am Germanischen Museum und -nunmehrigen Direktor des Bayrischen Nationalmuseums in München, -Herrn Dr. =Stegmann=, in dankenswerter Weise abgelöst wurde, ferner -den Verwaltungen der Archive, Bibliotheken und Anstalten, welche -bereitwilligst dem Bearbeiter die einschlägigen Materialien zur -Verfügung stellten, und nicht minder der Verwaltung des vereinigten -protestantischen Kirchenvermögens wie dem kgl. Pfarramt St. Sebald, -welche vielen und oft einschneidenden Wünschen des Vereines, wie z. B. -der Bitte um Gestattung von Nachgrabungen in der Kirche, unbedenklich -Rechnung trugen und so das Unternehmen ganz wesentlich förderten, -endlich all den Gönnern, die durch ihre freiwilligen Beiträge die Kosten -der Aufgrabungen deckten. Prof. Dr. Georg Ritter v. =Hauberrisser= in -München hat sich das besondere Verdienst erworben, daß er die während -der Restaurierung gefertigten Pläne und Werkzeichnungen zur Verfügung -stellte, um ihre Vervielfältigung für das Buch zu ermöglichen. Prof. -Jos. =Schmitz= hat dem Werke in allen Stadien seines Entstehens sein -tatkräftiges Interesse zugewandt, die so wichtigen Ausgrabungen -geleitet, den Bearbeiter vielfach beraten und auf die Auswahl und -Vervielfältigungsart der Illustrationen Einfluß geübt. - -Dem Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg ist es endlich auch -gelungen, in der Firma =Gerlach & Wiedling=, Buch-, Kunst- und -Musikalienverlag in Wien, Verleger zu finden, die bereit waren, dem -Druck und der künstlerischen Ausstattung des Werkes diejenige Sorgfalt -angedeihen zu lassen, die ihren längst anerkannten Ruf begründet hat. - -Noch eines Mannes müssen wir in Wehmut gedenken, der viele Jahre -hindurch dem Werke seine Kraft und Fürsorge widmete und dessen -unermüdlicher Beharrlichkeit und nie nachlassender Geduld es gelang, -dasselbe, wenn es ins Stocken geraten, wieder flott zu machen, und -der, als gar sein Erscheinen in Frage gestellt war, als ein bewährter -Steuermann doch alles wieder zum Besten lenkte, des langjährigen ersten -Vorstandes des Vereines Dr. Georg Freiherrn v. =Kreß=. Leider sehen -seine Augen das vollendete Werk nicht mehr, um dessen Zustandekommen er -sich so große Verdienste erworben hat. Wir aber müssen es immer wieder -rückhaltslos anerkennen, daß er, hier wie sonst, um alles und jedes -besorgt und bemüht, seine ganze Kraft einsetzte, um dem Vereine zu -dienen und das gesteckte Ziel zu erreichen. - -So möge denn das Buch hinausgehen und nicht nur den Ruhm der -kunstsinnigen Vorfahren verkünden, die einst die Vaterstadt mit dem -herrlichen Bauwerk der St. Sebaldkirche schmückten, sondern auch den des -lebenden Geschlechtes, das den Mut besaß, rechtzeitig seinem Verfall -Einhalt zu tun und den Nachkommen den Besitz der hohen ethischen, -kulturellen und künstlerischen Werte, die das ehrwürdige Baudenkmal -darstellt und umschließt, auf Jahrhunderte hinaus zu sichern. - - =Nürnberg=, im Januar 1912. - $Dr. Ernst Mummenhoff$, - 1. Vorsitzender. - - - - - Inhaltsverzeichnis. - - - Seite - Einleitung 11 - - I. Der romanische Bau, etwa 1225-1273 13 - - II. Die gotische Bauperiode 39 - 1. Die Erweiterung der Seitenschiffe und die Umbauten am - Querschiff und Westchor. 1309-1361 39 - 2. Der Ostchor. 1361-1379 48 - 3. Der Umbau der Türme. 1345, 1481-1484, 1489, 1490 67 - - III. Die Restaurierungen der Kirche 75 - 1. Die Restaurierungen der Kirche bis zur Neuzeit 75 - 2. Das Restaurierungswerk der Neuzeit. 1888-1906 79 - 3. Bericht der Bauleitung über die Wiederherstellung des - Äußern. 1888-1904 85 - 4. Bericht der Bauleitung über die Instandsetzung des - Innern. 1903-1906 104 - 5. Nachtrag vom 15. Januar 1912 127 - - IV. Das Inventar der Kirche 129 - 1. Altäre und Kanzel 129 - 2. Die Plastik 138 - A. Die Plastik am Außenbau 140 - B. Die Plastik im Innern 153 - 3. Die Gemälde 168 - 4. Die Glasgemälde 177 - 5. Gedenktafeln, Totenschilder, Stuhlwerk, Orgeln und Glocken 187 - 6. Altargeräte, Wandteppiche, Paramente 196 - 7. Sammlung alter Skulpturen- und Baureste. -- Büchersammlung 206 - - Urkundliche Beilagen 213 - - Anmerkungen 226 - - Chronologische Übersicht 234 - - Verzeichnis der Abbildungen 243 - - Verzeichnis der Personen, Orte und wichtigsten Sachen 246 - - - - - Einleitung. - - -An Stelle der jetzigen Pfarrkirche St. Sebald in Nürnberg stand -ursprünglich eine Kapelle, dem hl. Petrus geweiht. Ein urkundlicher -Beleg kann hierfür nicht beigebracht werden, allein die älteren -Chroniken berichten hiervon in übereinstimmender Weise und andererseits -spricht für die Wahrheit jener Behauptung der Umstand, daß der Bau -von St. Sebald erst dem 13. Jahrhundert seine Entstehung verdankt, -während Nürnberg schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts den Rang einer -Stadt besaß, und daß man in der späteren Pfarrkirche zur Aufnahme von -Reliquien des hl. Petrus und zum Zweck seiner besonderen Verehrung durch -Anlage eines eigenen Westchors einen entsprechenden Raum schuf. Denn so -jung auch Nürnberg im Verhältnis zu anderen hervorragenden deutschen -Städten des Mittelalters war, in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts -war es schon ein ansehnlicher Ort; hatte doch der fränkische Kaiser -Heinrich III. (1039-1056)[1] -- wenn auch nur vorübergehend -- den Markt -von Fürth dorthin verlegt und er sowie sein Nachfolger Nürnberg mehrmals -zum Aufenthalt erwählt. Selbstverständlich besaß die Gemeinde in jener -Zeit zur Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse ein Gotteshaus. -Dieses Gotteshaus war aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine Kapelle; -von einem größeren Kirchenbau würden in Gestalt von Mauerresten oder -handschriftlichen Nachrichten noch Zeugen zu finden sein. Aber auch -nicht zu klein wird man sich jene Kapelle vorstellen dürfen. Trotz der -raschen Entwicklung Nürnbergs und der starken Zunahme seiner Bevölkerung -im Laufe des 12. Jahrhunderts hatte die Kapelle genügt. Obschon nun die -hohe Verehrung des hl. Sebald in Nürnberg uns bereits für den Beginn der -siebziger Jahre des 11. Jahrhunderts bezeugt ist, verstrich doch noch -über ein Jahrhundert, bis man zur Erbauung eines ihm besonders geweihten -Gotteshauses schritt. Die alte Kapelle blieb dem hl. Petrus zubenannt. - -Von dem Aussehen der Kapelle ist nichts bekannt. Auch nichts von -der Zeit ihrer Gründung. Auffällig will aber der Name des Heiligen -erscheinen, dem sie geweiht war; er kann vielleicht über die Zeit der -Erbauung Aufschluß geben. Wie eben erwähnt, fanden Reliquien des -hl. Petrus auch in der Sebalduskirche eine Unterkunftstätte, der -Westchor wurde hierzu ausersehen, und, wie im I. Kapitel dargelegt -wird, steht die doppelchörige Anlage von St. Sebald im engsten -Zusammenhang mit dem Bau des Bamberger Domes. Auch in Bamberg ist der -Westchor dem hl. Petrus geweiht, während der eigentliche Schutzpatron, -dem der Ostchor eingeräumt ist, nicht Petrus, sondern Georg heißt. -Dasselbe gilt beinahe von allen Kirchenbauten in Bayern und Schwaben, -welche, um das Jahr 1000 gegründet, mit dem Dom von Bamberg in naher -Verwandtschaft stehen: den Ausgangspunkt bildet Augsburg, es folgen -St. Emmeram und Obermünster in Regensburg, von wo aus durch Vermittlung -des Kaisers Heinrich II., des ehemaligen Herzogs von Bayern, Bamberg -beeinflußt worden ist. Die basilikale Anlage, bei welcher der -Schwerpunkt nach Westen verlegt ist, wird direkt auf die Petersbasilika -in Rom zurückgeführt. Nur scheint diese Epoche der Baukunst, zu deren -wichtigen Vertretern auch Mainz (978-1009) und Worms (996-1016) -zählen, mehr den Charakter einer Mode zu tragen als den einer für die -Folgezeit wichtigen Entwicklungsstufe. Der Bau von Westchören oder -gar westlichen Querhäusern wurde bald wieder aufgegeben und damit kam -auch sonderbarerweise die Verehrung des Schutzpatrons von Rom wieder -in Wegfall. Denselben noch nicht genügend bekannten Gründen, welchen -jene befremdliche Abart von der Tradition des Bauwesens ihre Entstehung -verdankt, wird man auch die Gründung der Kapelle St. Peter zuschreiben -dürfen. Hier muß noch darauf hingewiesen werden, daß die Mutterkirche -dieser Kapelle und der späteren Sebalduskirche, die Pfarrkirche zu -Poppenreuth, ebenfalls dem hl. Petrus geweiht ist. - -Der Platz, auf dem die Peterskapelle stand, wird sich ungefähr mit dem -des Westchors der jetzigen Sebalduskirche gedeckt haben. Die Stelle -bedeutete nach ihrer früheren Beschaffenheit, wie sich jetzt unschwer -erkennen läßt, gegenüber dem östlich, südlich und westlich angrenzenden -Gelände eine Erhebung, welche nach Osten nur wenig, nach Süden und -Westen steiler abfiel. Nach Norden hatte die Erhebung Anschluß an den -mit der Burg bekrönten Kegel, sie bildete gleichsam den südlichen in -das sandige und sumpfige Nordufer der Pegnitz vorgeschobenen Ausläufer -des Burgberges. An dem gegen den Fluß sich neigenden Südabhang der Burg -siedelte sich nach und nach die Stadt an, vermied jedoch den weichen -Boden der Pegnitzufer; die Kapelle St. Peter war somit eine Zeit lang -der das Südende der Ansiedlung bezeichnende Punkt und lag ungefähr in -der Mitte dieser Grenze an dem Knotenpunkte der alten Handelsstraßen. - -[Illustration: TAFEL II. Grundrisse und Details des romanischen Baues.] - - - - - I. - - Der romanische Bau, etwa 1225-1273. - - -Am 1. Oktober des Jahres 1256 erteilte Bischof Heinrich von Bamberg -einen Ablaß allen jenen Christgläubigen, welche die Pfarrkirche St. -Sebald zu Nürnberg am Tag ihrer Einweihung und an den Tagen ihrer -Patrone St. Peter und Paul und St. Sebald besuchen und Almosen spenden -würden. - -Dies ist im wesentlichen der Inhalt der für die ältere Baugeschichte von -St. Sebald wichtigsten Urkunde.[I] - - [I] Siehe Beilage 2. - -Aus dem Text des in lateinischer Sprache abgefaßten Ablaßbriefes ist -auf den ersten Blick nicht ersichtlich, was der Ausdruck »Tag der -Einweihung«: _dies dedicationis_ bedeuten soll. Handelt es sich hier um -die Einweihungsfeier selbst oder um die Wiederkehr des Einweihungstages? -In letzterem Falle würde die Einweihung der Kirche schon =vor= dem 1. -Oktober 1256 -- sei es nun unmittelbar oder ein oder mehrere Jahre -vorher -- stattgefunden haben und die Kirche als eine zu jenem Zeitpunkt -vollendete oder wenigstens in einem ihrer Hauptteile vollendete zu -betrachten sein. In ersterem Falle wäre die Einweihung der Kirche -erst =nach= dem 1. Oktober 1256, und zwar bald nach diesem Termin -anzusetzen.[2] - -Der Inhalt unserer Urkunde ist in einfacher, schlichter Form -vorgetragen. Der Bischof von Bamberg entbietet zunächst allen -Christgläubigen, welche von dieser Ablaßeröffnung Kenntnis erhalten, -seinen Gruß, spricht dann von dem Wert werktätiger Liebe und kündigt -allen denen, welche die Kirche St. Sebald an den eingangs erwähnten drei -Tagen besuchen und Almosen spenden, einen Nachlaß ihrer Sündenstrafen -an. Der Inhalt ist überaus kurz und bündig. Es fehlt jegliche -Zutat, welche als charakteristisches Kennzeichen dieser Urkunde zum -Unterschiede von anderen, gewöhnlichen Ablaßurkunden gedeutet werden -könnte. Demnach scheint es keine Urkunde zu sein, die aus Anlaß der -feierlichen Einweihung der Kirche ausgefertigt wurde, ja es darf -als ziemlich sicher gelten, daß mit dem _dies dedicationis_ der -alljährlich wiederkehrende Kirchweihtag gemeint ist. Denn es müßte doch -andernfalls vom Bau oder dessen Vollendung die Rede sein, oder es wären -Feierlichkeiten erwähnt, die gelegentlich der Einweihung abgehalten -werden, oder es wären die geistlichen Würdenträger aufgezählt, welche -der Feier beiwohnen. Kein Wort verlautet von alledem. Oder man müßte -doch erwarten, daß der Tag der Einweihung besonders hervorgehoben wird; -im Gegenteil, abgesehen davon, daß er überhaupt nur allein genannt sein -sollte, wird er aufgeführt im Verein mit zwei anderen Tagen, und es wird -ihm gewissermaßen die gleiche Bedeutung wie diesen zuerkannt. - -Außerdem spricht für eine gewöhnliche Ablaßurkunde noch der Umstand, -daß mit den beiden Tagen St. Peter und Paul und St. Sebald nicht nur -die ersten auf das Datum der Urkunde folgenden Heiligentage gemeint -sein können, sondern auch die des übernächsten Jahres und der folgenden -Jahre mitinbegriffen sein müssen. Denn ein bestimmtes Jahr ist nicht -bezeichnet. Und dann wäre es doch sehr auffällig, daß man, falls es -sich in der Urkunde um die Feier der Einweihung handeln sollte, gerade -jene beiden Tage, so enge sie auch mit der Kirchengeschichte von -St. Sebald verknüpft sind, gewählt hätte, obwohl zwischen ihnen und dem -Datum der Urkunde ein Zeitraum von mindestens drei Vierteljahren (vom -1. Oktober bis 29. Juni, beziehungsweise 19. August) liegt. Und was für -jene beiden Tage gilt, muß auch für den _dies dedicationis_ in Anspruch -genommen werden: derselbe ist hier soviel wie »der stets wiederkehrende -Kirchweihtag«. - -Für die Baugeschichte von St. Sebald ergibt sich somit aus den -bisherigen Erörterungen: Als der Bischof von Bamberg am 1. Oktober 1256 -jenen Ablaß für die Kirche St. Sebald ankündigte, war die Kirche bereits -eingeweiht und dem Gottesdienst übergeben. - -Das gewonnene Ergebnis muß nun aber nicht unbedingt so gedeutet werden, -als wäre der ältere Bau in allen seinen Teilen vollendet gewesen; es ist -sehr wohl möglich, daß der Bau damals nur in einem seiner Hauptteile -fertig war, in welchem vorerst provisorisch bis zur Vollendung des -ganzen Bauwerkes Gottesdienst abgehalten wurde. Bekanntlich zog sich -im Mittelalter die Vollendung von Kirchenbauten oft sehr lange hin, -die größeren Bauten nahmen stets Jahrzehnte in Anspruch, mußten, wenn -die Mittel ausgingen, längere Unterbrechungen erleiden, und so kam es -häufig, daß man, um dem religiösen Bedürfnis der Gemeinde zu genügen, -den zuerst in Angriff genommenen und am weitesten gediehenen Bauteil -- -in der Regel war es der Ostchor -- für sich einweihte und Gottesdienst -darin abhielt. St. Sebald war im Jahre 1256 offenbar in dem gleichen -oder wenigstens in einem ähnlichen Zustande.[II] - - [II] Dr. Hoffmann ist zwar der Ansicht, daß die Nennung der =beiden= - Patrone der Kirche in der Urkunde vom 1. Oktober 1256 die - Fertigstellung der =beiden= ihnen geweihten =Chöre=, also auch - des Westchores, bereits voraussetze, somit der Tenor der Urkunde - gegen die oben geltend gemachte Auffassung spreche. Die mit - der Überarbeitung des Manuskriptes betraute Kommission konnte - sich indessen dieser Ansicht um so weniger anschließen, als - der Ablaßbrief vom 17. August 1274 deutlich von einer am 9. - September 1273 stattgehabten Einweihung von Chor und Altar der - Sebalduskirche berichtet. Dieses Datum (1273) mit baulichen - Veränderungen anderer Art, die eine neue Weihe notwendig gemacht - hätten, in Zusammenhang zu bringen, wie es Dr. Hoffmann wollte, - schien der Kommission nicht angängig. Die das Innere der Kirche - wenig berührenden baulichen Veränderungen, die Dr. Hoffmann - im Auge hatte, nämlich der Ausbruch größerer Fenster und eine - mutmaßliche Veränderung der Dachform beim Westchor, boten zu - einer Neueinweihung sicherlich keine Veranlassung. - -An Stelle der Kirche St. Sebald stand zuvor eine Kapelle, welche ebenso -wie ihre Mutterkirche, die Pfarrkirche in dem nordwestlich von Nürnberg -gelegenen, eine Stunde entfernten Poppenreuth, dem hl. Petrus geweiht -war.[3] Vom hl. Petrus wurden in jener Kapelle zweifellos Reliquien -aufbewahrt und verehrt. Mit der Zeit fand in Nürnberg auch der -hl. Sebald Verehrung, ja er machte bald dem hl. Petrus im Kult -bedeutende Konkurrenz. Auch von ihm besaß man Reliquien. Bei dem -stattlichen Neubau nun, welcher an die Stelle des bescheidenen -Kirchleins treten sollte, mußten beide Heilige die entsprechende -Berücksichtigung finden, und so entschloß man sich, für die neue Kirche -die doppelchörige Anlage zu wählen, um den Ostchor dem hl. Sebald, den -Westchor den Heiligen Petrus und Paulus weihen zu können. - -Wenn nun, wie anzunehmen ist, jene alte Peterskapelle sich an der Stelle -des heutigen Westchores erhob und schwerlich abgebrochen wurde, bevor -durch Erbauung und Einweihung des Hauptteiles der neuen Kirche Ersatz -für die alte Kultstätte geschaffen war, so wird es verständlich, daß -mit dem Baue des Westchores kaum vor dem Jahre 1256 begonnen worden -sein kann. Über die Zeit seiner Vollendung unterrichtet uns ein uns -erhaltener Ablaßbrief vom 17. August 1274, in dem Bischof Berthold von -Bamberg allen jenen Gläubigen Ablaß gewährt, die sich am Kirchweihtage -jenes Jahres der Pfarrkirche des hl. Sebald zu Nürnberg, deren Chor und -Altar er am 9. September 1273 geweiht habe, christlich vorbereitet nahen -und daselbst ihre Almosen spenden würden.[III] Von dem gleichen Tage -ist auch ein Ablaßbrief Bischof Bertholds für die Maria Magdalenakirche -des Klaraklosters zu Nürnberg datiert, die nach dieser Urkunde einen -Tag nach der Konsekration des Westchores der Sebalduskirche, nämlich -am 10. September 1273 eingeweiht worden war. Die uns heute noch -erhaltenen romanischen Teile dieser späterhin vielfach umgebauten -Klarakirche zeigen mit den Architekturformen der Sebalduskirche so nahe -Verwandtschaft, daß auf die Tätigkeit der gleichen Werkleute bei beiden -Bauten mit voller Sicherheit geschlossen werden darf. - - [III] Siehe Beilage 4. - -In der nördlichen Hälfte des von Mauern umgrenzten Gebietes der Stadt -Nürnberg, nahezu in der Mitte zwischen Burg und Pegnitz, erhebt sich -der vornehme Bau der Pfarrkirche von St. Sebald. Mit dem mächtigen -Ostchor und den überschlanken spitzen Türmen beherrscht er einen großen -Teil der Stadt, ja er ist eines jener Bauwerke, welche dem Stadtbild -sein charakteristisches Gepräge verleihen. Denn so reich auch Nürnberg -ist an hochragenden Kirchen, Türmen und steilen Giebeln, die Burg, St. -Sebald und St. Lorenz sind diejenigen Bauwerke, welche auch auf weite -Entfernung hin die dominierende Rolle spielen und besonders nach Osten -oder Westen der alten Reichsstadt eine geradezu prächtige Silhouette -verleihen. - -Der Bau von St. Sebald ist ein Werk des Mittelalters, und zwar ein -Werk mehrerer Jahrhunderte. Die oberen Teile der Türme sind Zeugen der -spätesten Gotik, die Seitenschiffe und vor allen Dingen der stattliche -Ostchor -- abgesehen von den Mauern des westlichen Joches -- entstammen -dem 14. Jahrhundert und die übrigen Teile des Baues, insbesondere das -Mittelschiff, die unteren Turmgeschosse und der Westchor, sind Werke des -13. Jahrhunderts. Die dem 13. Jahrhundert angehörenden Bauteile sind als -die Überreste einer ehemals einheitlichen Kirche anzusehen (Taf. II und -III). - -Wir beschränken uns im folgenden auf diese älteren Bauteile und -versuchen eine vollständige Rekonstruktion der früheren Kirche.[4] - -Der Westchor ist intakt geblieben bis auf die drei mittleren -spitzbogigen Fenster der polygonen Apsis, welche in späterer Zeit -ausgebrochen wurden an Stelle von rundbogigen Fenstern mit ebensolchen -Oberfenstern, wie sie sich noch neben den Türmen in der Nord- und -Südwand der Apsis unverändert erhalten haben. - -Das Dach des Westchores wurde später erhöht, und zwar zu gleicher Zeit, -als auch das Dach und damit der Giebel des Mittelschiffes erhöht wurde. -Unter dem Dach des Westchores kann man sowohl den Ansatz des früheren -Westchordaches als auch das Dachgesims des Mittelschiffwestgiebels und -den darunter hinlaufenden Rundbogenfries erkennen. - -Von den Türmen gehören die vier unteren Stockwerke zum alten Bau. Das -nächstfolgende Stockwerk enthält beim nördlichen Turm zwar auch älteres -Mauerwerk und Teile eines Rundbogenfrieses, wurde jedoch vielleicht -schon im 14., wahrscheinlich aber erst zu Ende des 15. Jahrhunderts mit -teilweiser Verwendung des bisherigen Mauerwerkes und des Frieses erhöht. -Es ist anzunehmen, daß das fünfte Stockwerk des nördlichen Turmes etwa -die Höhe des nächst unteren Stockwerkes gehabt hat und zugleich das -letzte Stockwerk war. Aus vierseitigen Helmen von mittlerer Höhe werden -die Turmdächer bestanden haben. - -Das Mittelschiff ist, abgesehen von der schon erwähnten Abänderung des -Daches und der Giebel, völlig unverändert geblieben. - -Die jetzigen Seitenschiffe stammen, wie bereits hervorgehoben, aus dem -14. Jahrhundert. Ausdehnung und Gestalt der älteren Seitenschiffe lassen -sich ziemlich genau bestimmen. - -An der östlichen Mauer des nördlichen wie des südlichen Turmes sind -Spuren eines früheren Dachgesimses wahrzunehmen, welches in der Höhe der -Fensterbänke des Mittelschiffes beginnt und bedeutend steiler verläuft -als das jetzige Dach. Die gleichen Spuren finden sich auch am anderen -Ende der Seitenschiffe, nämlich an der Westwand des jetzigen Ostchores -oder ehemaligen Querschiffes vor. Nur sind weder hier noch dort die -unteren Enden der Gesimse sichtbar, da sie durch das Gewölbmauerwerk -der später erhöhten und erweiterten Seitenschiffe verdeckt werden. -Dagegen ist das Kaffgesims an den beiden westlichen Strebepfeilern des -Querhauses noch erhalten. - -Den notwendigen Aufschluß über die Breite der alten Seitenschiffe bieten -erst im Innern der Kirche die die Turmhallen von den Seitenschiffen -trennenden Scheidbögen und noch zuverlässiger die über den Scheidbögen -sichtbaren Ansätze des alten Seitenschiffgewölbes. Demnach hatten die -Seitenschiffe nahezu die Breite der Türme und das Verhältnis der lichten -Weite der Seitenschiffe zu der des Mittelschiffes war 4 : 7. - -Über den Seitenschiffen waren zur Mittelschiffshochwand je zwei -Strebebögen gespannt, wie die Spuren zwischen den drei mittleren -Fenstern des Mittelschiffes auf jeder Seite heute noch beweisen. Beim -Umbau der Seitenschiffe wurden die Strebebögen entfernt. - -Die Wände des westlichen Joches des jetzigen Ostchores mit den Diensten -und zum großen Teil den Strebepfeilern sind Bestandteile eines -ehemaligen Querschiffes. Dasselbe war aus drei gewölbten Quadraten, -jedes in Mittelschiffbreite, zusammengesetzt. Die Höhe des Querschiffes -entsprach der des Mittelschiffes. Die mittleren Dienste und Streben an -den Giebelwänden des Querschiffes finden darin ihre Erklärung, daß von -den vierteiligen Gewölben die seitlichen oder äußeren Gewölbviertel -in den Kreuzarmen in zwei Achtelfelder geteilt waren. In den beiden -nördlichen Jochen des Querschiffes befanden sich kreisförmige Fenster, -von deren Umrahmung heute noch im Innern der Kirche mehrere Werkstücke -sichtbar sind. - -Im übrigen ergibt der Bau über die Gestalt der alten Ostpartie keine -Anhaltspunkte. Hier konnte nur durch Nachgrabungen Aufschluß erlangt -werden. - -Auf Anregung von verschiedenen Seiten und mit Genehmigung der Verwaltung -des vereinigten protestantischen Kirchenvermögens unterzog sich der -Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg dieser anerkennenswerten -Aufgabe, indem er im November 1899 auf eigene Kosten die erforderlichen -Nachgrabungen unter der Leitung von Prof. Schmitz vornehmen ließ. Im -dritten mittleren Joch des jetzigen Ostchores, von Westen gerechnet, und -zugleich im zweiten südlichen Joch desselben wurde mit der Wegnahme der -Bodenplatten und dem Ausheben des Grundes begonnen. Man stieß gleich in -den ersten Tagen hier wie dort auf das Mauerwerk des alten Ostchores -und führte nun die Nachgrabungen einseitig, nämlich auf der in Angriff -genommenen Südhälfte des Chores, durch, mit Recht eine symmetrische -Anlage des alten Ostchores voraussetzend. Im Verlauf von 14 Tagen waren -die Nachgrabungen beendet (Abb. 1). - -[Illustration: Abb. 1. Modell (von oben gesehen) der ausgegrabenen -Ostchorkrypta.] - -[Illustration: Abb. 2. Innenansicht gegen Osten.] - -Nach dem Ergebnis derselben hat sich an das Vierungsquadrat des -alten Querschiffes, welchem ungefähr das erste mittlere Joch des -jetzigen Ostchores entspricht, östlich ein ebenso großes Chorquadrat -und an dieses eine halbrunde Apsis in der Breite des Chorquadrates -angeschlossen; und unmittelbar an die beiden Querarme kleinere, -ebenfalls halbrunde Seitenapsiden. Der Chor, und zwar nicht nur Apsis -und Chorquadrat, sondern auch die Vierung, ist um mindestens zehn Stufen -über das Niveau der Kirche erhöht gewesen, und unter ihm hat sich eine -zweischiffige, in drei Konchen endigende Krypta hingezogen. Das Gewölbe -der Krypta, acht vierteilige Kreuzrippengewölbe, wurde in der Mitte von -vier freistehenden Säulen und einer Wandsäule und an den Seitenwänden -von zehn Diensten oder Wandsäulen getragen; das Gewölbe im Chorabschluß -der Krypta bestand aus drei radial gestellten Kappen. Zugänglich war die -Krypta durch zwei aus den Kreuzarmen und durch zwei aus dem Mittelschiff -herabführenden Treppen von je acht Stufen. Auf den Chor werden -wahrscheinlich zwei Zugänge von den Kreuzarmen neben den Kryptatreppen -geführt haben; ein Zugang auf den Chor vom Mittelschiff aus hat nicht -bestanden, da zwischen den beiden Mittelschiffstreppen, welche in die -Krypta führten, ein Altar stand, über welchem sich an der Chorbrüstung -die Kanzel befand. Nach den Querhausarmen zu wird der Chor durch eine -Brüstung abgeschlossen gewesen sein. - -Der in allgemeinen Umrissen soeben rekonstruierte ältere Bau von -St. Sebald war eine doppelchörige, kreuzförmige Pfeilerbasilika. Das -Langhaus bestand aus drei Schiffen, welche durch je fünf Scheidbögen -voneinander getrennt waren. - -Das Querschiff lag im Osten des Baues. Dieses, ein daran anschließendes -Chorquadrat und drei vermutlich halbrunde Chornischen bildeten die -Ostpartie. - -Der Westchor schließt polygon ab und zwar mit fünf Seiten des Achteckes, -das in diesem Falle jedoch nicht regulär gebildet ist. Ein Rechteck -verbindet Westapsis mit Mittelschiff. Dieses Rechteck ist von einem -Turmpaar flankiert. - -Jeder der beiden Chöre ist, beziehungsweise war mit einer Krypta -versehen. Während die des Westchores nur Apsis und das vorliegende -Rechteck umfaßt, erstreckte sich die östliche über Apsis, Chorquadrat -und Vierung. Da jede der beiden Krypten eine Erhöhung des über -ihr liegenden Bodens bedingte, so war hiermit zugleich auch die -Ausdehnung der Chöre festgelegt; und war schon durch die Anlage des -Querschiffes im Osten dem Ostchor eine bevorzugte Stellung gegenüber -dem Westchor eingeräumt, so wurde derselben durch die Ungleichheit der -Bodenausdehnung der Chöre noch mehr Nachdruck verliehen. Andererseits -ergab sich für den Ostchor durch die Krypta notwendigerweise eine -Spaltung. Denn dadurch, daß auch der Boden des Vierungsquadrates erhöht -und mit zum Chor einbezogen wurde, nahm man ihn aus dem Querschiff -heraus und löste so die beiden Kreuzarme voneinander los. Dieselben -waren also nicht mehr vom Mittelschiff aus, sondern eigentlich nur von -den Seitenschiffen aus zugänglich und erhielten mit ihren Apsiden als -Nebenchöre sowohl eine in sich abgeschlossene selbständige als auch dem -Hauptchor gegenüber untergeordnete Stellung. Hatten so die Seitenschiffe -an Bedeutung nichts eingebüßt, so gilt dies um so mehr für das -Mittelschiff. Denn abgesehen davon, daß das an und für sich schon kurz -geratene Langhaus durch das Vorhandensein eines Westchores im Innern -an Ausdehnung verloren hat, wird die Bedeutung des Mittelschiffes noch -mehr dadurch beeinträchtigt, daß es zum Verzicht auf das Vierungsquadrat -gezwungen wurde, worauf es doch -- und dies liegt im Wesen der -kreuzförmigen Basilika begründet -- denselben Anspruch hätte wie das -Querschiff. - -=Das Gewölbe.= Der ganze Bau war eingewölbt. Die noch vorhandenen -Gewölbe bestehen durchgehends aus Bruchsteinen in starker Mörtelbettung, -wobei häufig ein leichter Tuffstein der fränkischen Schweiz zur -Verwendung gekommen ist. - -Die bei der Wölbung angewandte Gattung ist die des Kreuzgewölbes mit -profilierten Rippen. - -In den Seitenschiffen erhob sich die Wölbung über nahezu quadratischen -Grundrissen. Im Mittelschiff dagegen, das bei größerer Breite -ebensoviele Joche zählt wie die Seitenschiffe, haben die einzelnen -Gewölbefelder rechteckige Form. Es ist also nicht das sogenannte -gebundene, bei romanischen Bauten übliche System, bei welchem je zwei -Seitenschiffjoche einem Mittelschiffjoch entsprechen, zur Anwendung -gelangt, sondern das bei gotischen Bauten angewandte einfache System mit -durchlaufenden Jochen. - -Gurte und Rippen sind spitzbogig, erstere wenig gestelzt. Die Gewölbe -haben leichte Busung mit fast horizontaler Scheitellinie. - -Während die Gewölbe des Mittelschiffes selbst vierteilig sind, was auch -bei den Turmhallen und den Seitenschiffen der Fall ist oder doch war, so -zeigen die anderen, sowohl die noch vorhandenen wie zum Teil die noch -rekonstruierbaren Gewölbe eine hiervon verschiedene Form. - -Das Gewölbe des Westchorrechteckes ist sechsteilig. - -Das Gewölbe der polygonen Westapsis selbst hat fünf, d. h. ebensoviele -Kappen, wie der Chor Seiten hat, und noch einen Zwickel am Gurtbogen, so -daß der Schlußstein den Gurtbogen nicht berührt. - -Das Gewölbe über den beiden Querschiffarmen war eine Mischung von vier- -und sechsteiligem Gewölbe. Denn die noch vorhandenen seitlichen Mauern -weisen in der Mitte außen einen Strebepfeiler und entsprechend an der -Innenseite einen Dienst auf, was darauf schließen läßt, daß die beiden -seitlichen Gewölbeviertel nochmals geteilt waren, und zwar, wie die -Spuren an der Innenwand erkennen lassen, in zwei Kappen mit niedrigeren -Schildbögen und infolgedessen mit steileren Scheiteln wie die übrigen -ungeteilten Viertel der Kreuzarmgewölbe. - -Ob das Ostchorquadrat vierteilig oder sechsteilig eingewölbt war, läßt -sich nicht mehr entscheiden, da die Nachgrabung Anhaltspunkte nicht -gab und auch nicht geben konnte. Selbst wenn bei den Nachgrabungen die -unteren Mauerteile des Chorquadrates ohne Pilastervorlagen und Dienste -aufgefunden worden wären, wäre ein sechsteiliges Gewölbe noch nicht -ausgeschlossen. Denn es hätten sehr wohl, wie es an den erhaltenen -Bauteilen häufig der Fall ist, die für die mittleren Querrippen -bestimmten Dienste nicht ganz herabgeführt sein, sondern in halber Höhe -auf Konsolen ruhen können. - -Die drei östlichen Apsiden hatten wahrscheinlich Halbkuppeln. - -=System des Aufbaues und Hochwandgliederung.= Der ganze Bau ist ein -Werksteinbau, jedoch mit der Einschränkung, daß die Mauer stets aus zwei -Werksteinwänden besteht, deren Zwischenraum mit Bruchsteinmauerwerk -ausgefüllt ist: die gewöhnliche Bauart des Mittelalters. - -[Illustration: TAFEL III. Ansicht und Schnitte des romanischen Baues.] - -Die Gewölbgurte werden von Halbpfeilern mit vorgelagerten -Dreiviertelsäulen oder Diensten getragen (Abb. 2). An die Halbpfeiler -schließen sich auch seitlich Halbsäulen an, welche zur Aufnahme der -Diagonalrippen bestimmt sind. Am Querschiff werden die Gewölbträger -außen durch Strebepfeiler unterstützt. Dagegen fehlen die Strebepfeiler -am Westchor, während wiederum an den Türmen Streben angebracht sind. -Am Mittelschiff scheint durch je zwei Strebebögen Ersatz für die -Strebepfeiler geschaffen worden zu sein, um dem etwaigen Schub des -hohen Gewölbes nach außen Widerstand zu leisten. Ist hierbei nicht -zu verkennen, daß der Baumeister von St. Sebald den Anlauf zu einer -den wirkenden Kräften entsprechenden organischen Gliederung des -Baues genommen hat, so muß andererseits auf die Inkonsequenz bei der -Durchführung der gewollten Gliederung hingewiesen werden und zwar in -Anbetracht der Stärke der Mittelschiffsjochmauern. Dieselben sollten -eigentlich nur als Füllmauerwerk funktionieren, weshalb Mauern von -bedeutend geringerer Stärke den gleichen Zweck erfüllt hätten. Nur bei -den Bogenfeldern des Lichtgadens ist ein Versuch zur Entlastung des -Mauerwerkes gemacht worden, indem dasselbe im Innern zurücktritt und die -Schildbögen auf kleinen, an die Halbpfeiler angelehnten Säulchen ruhen. - -[Illustration: Abb. 3. Innenansicht gegen den Westchor.] - -[Illustration: Abb. 4. Triforien im Mittelschiff.] - -Was die Gliederung der Mittelschiffhochwand betrifft (Abb. 3), so -ist durch die Einführung des schmalen durchlaufenden Joches jeder -Pfeiler Hauptpfeiler geworden und so eine enge Aneinanderreihung der -Gewölbstützen ermöglicht. Die auf diese Weise schlank gewordenen -Proportionen des Längsschnittes korrespondieren mit der starken -Höhenentwicklung des Querschnittes. Einen wohltuenden Gegensatz zur -starken vertikalen Gliederung bildet die dreigeschossige Anlage des -Aufrisses. Die Arkaden werden durch Einsprünge abgestuft; die so -entstandenen rechtwinkeligen Vorlagen ruhen auf Halbsäulen, welche -aber ihrerseits von Konsolen getragen werden, so daß den Pfeilern die -quadrate Grundrißform bleibt. Die Mauerfläche zwischen den Arkaden und -dem Lichtgaden ist belebt durch ein über die Bögen hinlaufendes Gesims -und darüber durch eine Galerie, welche nach Art des französischen -Triforiums aus der Mauerdicke ausgespart ist (Abb. 4). Die Bogenfelder -des Lichtgadens sind, wie vorhin erwähnt, gegliedert und mit -Rundbogenfenstern durchbrochen, so daß sich das Streben geltend macht, -den an und für sich schweren, kräftigen Bau nach oben zu leichter -erscheinen zu lassen. - -Ebenso wie die Fenster der Mittelschiffhochwand und die älteren Fenster -des Westchores -- zweifellos waren sämtliche Fenster rundbogig -- sind -auch die beiden einzigen erhaltenen Portale, die jetzigen Portale der -Turmhallen, rundbogig, während Gewölbe und Arkaden spitzbogig gestaltet -sind, was ein charakteristisches Merkmal für die Bauzeit der Kirche -bildet. - -Die Wände des westlichen Vorchores sind belebt durch je einen -zweiteiligen loggienartigen Durchbruch nach den Turmhallen. Beide -Doppelfenster wurden gelegentlich der letzten Restaurierung wieder -bloßgelegt. An der nördlichen Wand hat sich durch Untersuchungen -herausgestellt, daß das ehemalige Doppelfenster in späterer Zeit -gründlich verändert wurde. Die Fenster hatten den Zweck, vom Westchor -aus die Turmhallen zu erhellen. - -Der fünfteilige Westchor erhält sein Licht durch ebensoviele Fenster -mit Oberfenstern. Die Wände unterhalb der größeren Fenster sind mit -Kleeblattblendarkaden gegliedert. - -[Illustration: Abb. 5. Partie aus dem Engelschor.] - -Über dem Westchor befindet sich ein Obergeschoß, Engelschor genannt -(Abb. 5). Denn die Wölbung des eigentlichen Chores erreicht nicht die -Höhe des Mittelschiffes und der ausgesparte Raum mit dem gleichen -Grundriß wie der untere dem hl. Petrus geweihte Chor ist auch analog -diesem eingewölbt. Der Engelschor erhält sein Licht durch drei Fenster -von gleicher Größe und Gestalt wie die oberen Fenster des Peterschores -und durch zwei Rundfenster. Er hat die Bedeutung einer Empore. Die -Sockelwände sind gleichfalls mit Kleeblattblendbögen gegliedert. Im -übrigen ist Architektur und Dekoration reicher wie die des unteren -Chores. Die Ausführung macht einen unfertigen Eindruck. Eine Brüstung -mit halbrundem Erker in der Mitte schließt die Empore gegen das Schiff -ab. - -Von den Wänden der Querschiffarme sind die westlichen Mauern über den -Seitenschiffen von je zwei rundbogigen Fenstern durchbrochen. - -Über die Gliederung der Wände des Ostchores würden sich nur Vermutungen -aufstellen lassen. - -=Der Außenbau.= War es bei der bisherigen Beschreibung des Baues -notwendig, stets die rekonstruierten Bauteile in Berücksichtigung zu -ziehen, so gilt dies in nicht geringerem Grade von der Beschreibung des -Außenbaues, insbesondere in bezug auf die Gesamtwirkung desselben. - -Die Behandlung der Außenseite des Baues ist im allgemeinen sehr -einfach. Der Bogenfries ist fast der einzige Schmuck.[5] Er läuft am -Mittelschiff unter dem Dach hin, an den Türmen ziert er die einzelnen -Stockwerkgesimse und außerdem hat ihn noch der Westchor aufzuweisen. -Wahrscheinlich wird er auch Querschiff, Seitenschiffe und die Ostpartie -geschmückt haben. An den Türmen tritt anstatt des einfachen ein mit -Laubwerk reich ornamentierter Bogenfries auf. Die Wände sind glatt -behandelt bis auf eine schlichte Gliederung der polygonen Westchorapsis -durch Dienste an den Eckkanten, welche oben in Kapitäle endigen und -anfangs wohl fünf Giebel mit runden, viereckig geblendeten Fenstern, -wie sie noch die äußeren Seiten aufweisen, getragen haben dürften. -Möglicherweise waren Ostchor und Seitenschiffe mit Lisenen belebt. Man -scheint eben bei der dekorativen Gliederung mehr Nachdruck auf den -Innenbau gelegt zu haben. - -Die Haupteingänge befanden sich, wie mit ziemlicher Gewißheit -angenommen werden darf, an den beiden Seitenschiffen, wohl zwischen -den Strebebögen. Diese Portale wurden beim Umbau der Seitenschiffe an -die Türme transferiert. Ob die Turmhallen von Anfang an mit Eingängen -versehen waren, kann nicht zuverlässig behauptet werden.[6] Kleinere -Portale führten vermutlich an Stelle des späteren Brautportales und des -Dreikönigsportales in das Querhaus. - -Bei der Baumasse, als Ganzes betrachtet, lag der Schwerpunkt auf der -Ostpartie. Gleichwohl ist eine starke Hervorhebung der Westpartie mit -dem Turmpaar (Abb. 6) nicht zu leugnen, wenn auch auf eine Fassade im -richtigen Sinne des Wortes wegen des Chores verzichtet werden mußte. -Andererseits darf nicht vergessen werden, daß der Gedanke, die Ostpartie -mehr zu betonen, fast auf den Grundplan beschränkt geblieben ist, da am -Ostchor wahrscheinlich weder Türme noch Kuppel vorhanden waren, so daß -im Hochbau die vertikale Entfaltung eigentlich nur in der Westpartie zum -präzisen Ausdruck kommt. - -Kurz geraten in der Anlage ist das Langhaus mit seinen nur fünf schmalen -Jochen. Ost- und Westpartie sind einander dadurch ziemlich nahe gerückt, -eine enge Gruppierung der Baumassen war die Folge. So bescheiden die -Außenarchitektur im einzelnen auch ist, im ganzen muß die geschlossene -Komposition eine malerische Wirkung geübt haben. - -=Einzelglieder und Dekoration.= Das reiche Formenspiel des Innenbaues -bietet eine malerische Verteilung und Abwechslung von Licht und -Schatten. In der Verwendung von Säulen und Säulchen, Halbsäulen, -Bögen und Blendbögen ist nicht gespart; dabei gibt sich das Bestreben -kund, die struktiven Glieder den dekorativen zu substituieren. Von -statuarischer Plastik der romanischen Kirche haben sich keine Reste -erhalten. Die Bogenfelder der nicht mehr existierenden oder der später -umgebauten, beziehungsweise versetzten Portale hatten vielleicht -Reliefplastik aufzuweisen. Die Dekoration war nur in beschränktem Maße -polychrom, wie die Feststellungen bei der letzten Restaurierung bewiesen -haben. Möglicherweise war der Ostchor mit größeren Wandmalereien -ausgestattet. Im Langhaus genossen in der Hauptsache die Schlußsteine -und einige Kapitäle die Vorteile des Farbenkleides. Anspruch auf -romanischen Ursprung können aber nur die im Westchor vorgefundenen -Farbenreste erheben, wonach eine Anzahl von Halbsäulenvorlagen oder -Diensten an ihren Schäften nach rheinischer Art im Schieferton, die -Rippen und Gurte mit weißem und grauem Steinmuster und die Gewölbekappen -mit kleinem Steinfugenschnitt bemalt waren. Auch einzelne Gesimse -zeigten eine dunkelgraue Färbung. Glasmalerei ist wahrscheinlich auch -vertreten gewesen. - -Der =Pfeiler= (Abb. 7) funktioniert im Innern der Kirche als -freistehende Stütze der Hochwand und steht mit dieser in naher -struktiver wie formaler Beziehung. Er ist quadratisch im Grundriß -und hat im Seitenschiff eine Pfeilervorlage, an jeder Seite eine -Halbsäulenvorlage. Die Ecken sind mit Rundstäben versehen. Der Sockel -fehlt. Im Mittelschiff ruhen die Halbsäulenvorlagen auf Konsolen oder -setzen auch trichterförmig am Pfeiler an. Durch die Halbsäulenvorlagen -an den Schiffsseiten ist eine enge organische Verbindung zwischen -Pfeiler und Gewölbeträger hergestellt. Das Gesims wird an den vier -Seiten ringsum geführt, sogar um die Vorlagen, dort die Deckplatten der -Halbsäulenkapitäle bildend. - -[Illustration: Abb. 6. Westansicht vor der Restaurierung.] - -Die =Säule= ist meist als Halbsäule mit dem Pfeiler oder der -Pfeilervorlage verbunden und trägt als solche Gurte und Rippen. Sie -stützt auch leichtere Lasten, und hier mehr in dekorativer als in -konstruktiver Verbindung, so an den Kleeblattblendbögen, an den -Schildbögen, an den Arkadenvorlagen. Freistehend findet sie sich nur -in der Triforien- oder Zwerggalerie und im Engelschor vor. Als reines -Zierglied steht sie an den Wandungen der Westportale. Die Behandlung -des Schaftes ist glatt, die Form zylindrisch, ohne Schwellung und ohne -Verjüngung, an der Triforiengalerie auch achteckig. Im Westchor, wo die -Säule, als Dreiviertelsäule an die Wand angelehnt, die Gewölberippen -trägt, ist ihr Schaft mit einem scharf profilierten Ring in der -Mitte umgürtet. Ebenso an den beiden noch vorhandenen westlichen -Vierungspfeilern. - -Die =Kapitäle= (Abb. 8, 9, 10, 11, 12) gruppieren sich in -Knospenkapitäle und solche mit Blattornament, beziehungsweise in Kelch- -und Würfelkapitäle. Der Kern des Knospenkapitäls ist die Kelchform, die -Behandlung des Reliefs zum großen Teil eine mehr zeichnende, abgesehen -natürlich von den Knospen, welche zuweilen über den Rand der Deckplatte -vortreten. Bei den Blattornamentkapitälen geht die Kelchform in die des -Würfels über infolge plastischer Behandlung der Blätter; dabei zeigt -sich eine Vorliebe für das bandförmige Blattornament, indem Stengel -und Ranken wie gestickte Bänder gearbeitet, die Blätter gleichsam mit -Schnüren von Perlen oder Edelsteinen besetzt sind. Eine freiere zum Teil -phantastische Behandlung weisen nur die Kapitäle in der Triforiengalerie -auf, wo auch die Würfelform mehr Anwendung gefunden hat. Häufig -vertreten hier Fratzen die Stelle von Kapitälen. - -Die =Basen=, von der bei romanischen Bauten üblichen attischen Art, -sind nicht mehr starr und hoch, sondern biegsam und zeigen bereits die -flache, gedrückte Gestalt, welche dem Druck elastisch nachgegeben hat -und mit dem unteren Wulst über den Rand des Sockels hinausgedrängt -worden ist. Manche Basen weisen Eckknollen auf. - -Unter den =Konsolen= (Abb. 13, 14) sind die am häufigsten vorkommenden -die Hornkonsolen, in welche die für die Diagonalrippen bestimmten -seitlichen Halbsäulenvorlagen oder Dienste unmittelbar über dem Gesims -der Arkadenpfeiler endigen. Sie sind meist glatt behandelt, die Spitze -nach außen gebogen. Einige tragen auch schlichtes Blattornament. Die -Gurtdienste im Mittelschiff werden zuweilen von hockenden bärtigen -Gestalten gestützt. Die übrigen Konsolen haben einfache Form, in einen -schaftartigen Rundbogenfries gehüllt. - -Von den =Türen= kommen nur die jetzigen beiden West- oder Turmportale -(Abb. 15, 16, 17, 18) in Betracht. Dieselben treten mit ihrem -verschrägten Gewände und ihrem bogenförmigen Abschluß als Umrahmung -vor die Fläche der Turmmauer vor. Gewände und Bogenleibung sind durch -drei rechtwinkelige Einsprünge aufgelöst. In den Winkeln stehen zu -beiden Seiten je drei Säulen, welche mehrfach profilierte Bögen tragen. -Plastischer Schmuck ist nur an den Kapitälen vorhanden, und zwar sind -dieselben an der einen Seite als Knospenkapitäle, auf der anderen -Seite als Blattornamentkapitäle unterschieden. Die Bogenfelder ruhen -auf Pfeilern auf, welche aber mit den flankierenden Säulen nur das -bekrönende Gesims gemein haben. Durch die beiden Turmportale hat die -Westseite nachträglich die Bedeutung einer Fassade gewonnnen. - -=Bisheriges Ergebnis.= Die im Vorausgehenden gegebene Beschreibung -des Baues führt zu dem Ergebnis, daß die ältere Kirche St. Sebald im -großen und ganzen ein der romanischen Stilart angehöriger Bau ist. Es -haben allerdings die drei gotischen Grundelemente: der Spitzbogen, der -Strebebogen und das einfache System bereits Eingang gefunden. Allein -diese Anleihen haben nicht den Organismus des Gliederbaues völlig -durchdrungen, sie sind nicht durchweg zu konstruktiver Notwendigkeit -geworden. Hat man doch beim späteren Umbau der Seitenschiffe den -Überfluß der Strebebögen erkannt und ihre Beseitigung herbeigeführt. -Auch der Eindruck des Innern, wo erst das einfache System dem Beschauer -sichtbar wird, ist trotz der reichen Hochwandgliederung und trotz der -starken Höhenentwicklung nicht der eines gotischen Baues. Der Bau ist in -seinem innersten Kern romanisch. Den romanischen Charakter bestätigen -auch die Ornamente. - -=Stilkritik.= Die erste Periode der Nürnberger Bau- und Kunstgeschichte -fällt in das 12. Jahrhundert. Die ehemalige Schottenkirche St. Egidien -mit der Euchariuskapelle und die Doppelkapelle auf der Burg sind ihre -Repräsentanten. Die Egidienkirche brannte 1696 ab. Nur Abbildungen -aus der Zeit vor und unmittelbar nach der Brandkatastrophe haben uns -ein Bild der romanischen, in gotischer Zeit mehrfach umgebauten und -erweiterten Klosterkirche überliefert, allein sie genügen nicht, -um genau Konstruktion oder gar Ornamentik erkennen zu lassen. -Wir wissen nur, daß die Kirche eine dreischiffige Basilika mit -östlichem Querschiff, westlichen Türmen und Vorhalle war; vielleicht -eine Säulenbasilika, in welcher die Seitenschiffe gewölbt, das -Mittelschiff dagegen flach gedeckt war. Mit ziemlicher Sicherheit -aber wird man annehmen können, daß die Kirche des um 1140 von Kaiser -Konrad III. gestifteten und mit Regensburger, teilweise auch mit -Würzburger Schottenmönchen besetzten Klosters auch in der Bauweise -als Schottenkirche gekennzeichnet und mit St. Jakob in Regensburg eng -verwandt war. Deutlich ist der Einfluß der Schotten an der Doppelkapelle -auf der Burg, der Margareten- und Kaiserkapelle (etwa 1170 bis etwa -1180). Weniger in der Gewölbekonstruktion, als besonders durch Gestalt -und Ornamentik der Kapitäle und durch die Anlage des Oratoriums mit -den kurzen, gedrungenen Säulen wird man sofort an die Regensburger -Schottenkirche erinnert. Dagegen deutet die gegen Ende des 12. -Jahrhunderts erbaute Euchariuskapelle mit ihren Rippengewölben und den -hohen, reich profilierten Sockeln, Basen und Kämpfern auf Bamberg. - -[Illustration: Abb. 7. Ansicht vom südlichen Seitenschiff gegen Norden.] - -Von wie hoher Bedeutung auch für die Kunstgeschichte Nürnbergs in der -zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Beziehungen zu Regensburg -gewesen sind, eine =Nürnberger Bauschule= scheint sich aus jener nicht -allzu umfangreichen, im wesentlichen auf die beiden ersterwähnten -Kirchen beschränkten Bautätigkeit nicht entwickelt zu haben. Es ist -anzunehmen, daß die Bauleute für die Doppelkapelle auf der Burg und für -die Egidienkirche von auswärts, das heißt von Regensburg, gekommen waren -und nach Vollendung der Bauten wieder weitergezogen sind, also weder aus -der Bevölkerung Nürnbergs hervorgegangen sind, noch sich in Nürnberg -dauernd angesiedelt haben. - -[Illustration: Abb. 8. Kapitäl der Dienste im Mittelschiff.] - -Mit der Wende zum 13. Jahrhundert war auf einige Jahrzehnte eine -Stockung im Bauleben Nürnbergs eingetreten, bis sich mit der -Niederlassung der Bettelorden, vor allem aber mit dem Bau von St. -Sebald eine um so regere Tätigkeit entfaltete. So kam es, daß sich an -die von den Schotten angewendete Bauweise keine Tradition knüpfte und -man die technischen Vorteile und die dekorative Eigenart, welche jene -mitgebracht, völlig vergaß. Und als das Bedürfnis nach einem größeren -Gotteshaus wach wurde, war in Nürnberg ein gänzlicher Mangel an -geschulten Baumeistern wie Steinmetzen, welche einen umfassenden Auftrag -hätten übernehmen und durchführen können. Dazu handelte es sich jetzt -nicht mehr um eine Kirche für einen geschlossenen Orden, sondern um die -Kirche für eine Pfarrgemeinde. Stand bereits die zum Egidienkloster -gehörige Euchariuskapelle unter dem Einfluß des Bamberger Domes, so war -es ganz natürlich, daß die unterbrochenen Beziehungen zu dem erst 1237 -vollendeten Dom wieder aufgenommen wurden, um so mehr als Bamberg die -Diözesanhauptstadt von Nürnberg war. - -=St. Sebald und der Dom zu Bamberg.= Bei der Gründung der Diözese -Bamberg durch Kaiser Heinrich II. im Jahre 1007 wurde der neue Sprengel -gegen den von Eichstätt mit dem Laufe der Pegnitz abgegrenzt. Was also -vom jetzigen Stadtgebiet Nürnbergs nördlich dieses Flusses lag, gehörte -zu Bamberg, was dagegen auf der anderen Seite lag, zählte vorerst zu -Eichstätt. Dieses Verhältnis scheint jedoch nicht lange bestanden zu -haben, denn schon 1162 wird die Kapelle zum Heiligen Grab, an deren -Stelle sich jetzt die Pfarrkirche St. Lorenz erhebt, als zu Fürth -eingepfarrt erwähnt, und Fürth gehörte damals zur Diözese Bamberg. Im -13. Jahrhundert kommt also für Nürnberg als Diözesanhauptstadt nur -Bamberg in Betracht. - -Im ersten Drittel dieses Jahrhunderts entwickelte sich in Bamberg im -Anschluß an den Dombau ein reges Kunstleben. Der unter Kaiser Heinrich -II. erbaute, 1081 abgebrannte, unter Bischof Otto dem Heiligen wieder -aufgebaute und 1185 abermals durch eine Feuersbrunst zerstörte Dom -wurde gleich nach dem Brande von neuem aufgebaut. Begonnen wurde mit -der Ostpartie. Nach Vollendung derselben vor 1202 trat eine kurze -Unterbrechung ein. Man ging nun energisch an die Vollendung des ganzen -Baues. Auf die provisorische Einweihung von 1232 folgte am 6. Mai -1237 die letzte und endgültige.[7] Es ist ganz natürlich, daß bei dem -Bau eines Gotteshauses von den Dimensionen des Bamberger Domes, der -noch dazu in verhältnismäßig kurzer Zeit zur Ausführung gelangte und -infolgedessen eine zahlreich besetzte Bauhütte erforderte, sich eine -eigene Bauschule heranbildete, die im Bedarfsfalle imstande war, auch -nach auswärts Parliere und Steinmetzen abzugeben. Was liegt da näher, -als daß die Nürnberger Pfarrgemeinde, als man nach einem monumentalen, -nur mit dem Aufgebot gediegener und geschulter Kräfte zu erbauenden -Gotteshaus verlangte, zur Dombauschule der Diözesanhauptstadt in engste -Beziehungen trat. - -[Illustration: Abb. 9. Romanisches Kapitäl mit Blatt- und Bandornament.] - -[Illustration: Abb. 10. Romanisches Kapitäl mit Blatt- und Bandornament.] - -[Illustration: Abb. 11. Gotisches Kapitäl im Seitenschiff.] - -Wir fassen zunächst die beiden Grundrisse, beziehungsweise -Plandispositionen ins Auge. - -Beim Bamberger Dom ist die Plandisposition des alten Heinrichsbaues -- -doppelchörige Basilika mit westlichem Querschiff -- beibehalten worden. -Es kann daher weder in der doppelchörigen Anlage, noch im westlichen -Querschiff eine auf Rechnung des Neubaues kommende Besonderheit -erblickt werden, es ist vielmehr auf andere ähnliche Beispiele, nämlich -einerseits auf die Dome von Mainz (erster Bau 978-1009) und Worms -(996-1016), andererseits auf die schwäbisch-bayerischen Bauten, so auf -den Dom von Augsburg (994 bis 1006), auf Obermünster (1010 und 1020) -und St. Emmeram in Regensburg (1002 und 1020), unter deren Einfluß der -Heinrichsbau des Bamberger Domes zweifelsohne stand, zu verweisen.[8] -Das Schwergewicht bei der Anlage einer Kirche nach Westen zu verlegen, -wurde, wenn nicht ähnliche zwingende Gründe vorhanden waren, von jener -Zeit ab vermieden. Um so auffälliger muß es erscheinen, daß bei dem Bau -einer Kirche wie St. Sebald, der von Grund aus einen Neubau bildet, zwar -nicht das Hauptgewicht auf den Westchor verlegt, aber doch demselben -eine dem Ostchor beinahe gleichkommende Bedeutung zuteil wird, ja daß -überhaupt ein Westchor noch Anklang findet. Denn spätere doppelchörige -Anlagen sind nicht bekannt. - -[Illustration: Abb. 12. Romanisches Kapitäl mit Knollenornament.] - -Wie schon erwähnt, stand zuvor an Stelle der Kirche St. Sebald eine -Kapelle. Dieselbe war von Anfang an dem hl. Petrus geweiht und bewahrte -Reliquien von ihm. Im letzten Viertel des 11. Jahrhunderts fand -allmählich auch der hl. Sebald Verehrung, er wurde bald zum Stadtpatron -erhoben, ohne daß auf die Verehrung des hl. Petrus verzichtet worden -wäre. Auch vom hl. Sebald waren Reliquien vorhanden. Es mußte daher, -als man eine Gemeindekirche größerer Ausdehnung als Ersatz für die -kleine Kapelle erbauen wollte, gleich von vornherein auf beide Heilige -Rücksicht genommen werden. So blieb nichts anderes übrig, als den -Grundriß einer doppelchörigen Kirche zu wählen, und hierzu bot der -Bamberger Dom das geeignetste Vorbild. Man begnügte sich aber nicht mit -der bloßen Kopie, sondern ging in einer Hinsicht sehr selbstständig vor. -Beim Bamberger Dom liegt, weil die Plandisposition des Heinrichsbaues -beibehalten wurde, das Querhaus im Westen. Vom 11. Jahrhundert an jedoch -wurden überall nicht nur doppelchörige Anlagen soviel wie möglich -vermieden, sondern auch die Kirchen regelmäßig nach Osten angelegt. -Infolgedessen ist der Grundriß von St. Sebald gegenüber dem Bamberger -Grundriß in der Himmelsrichtung gerade umgekehrt. Und da im Laufe des -12. Jahrhunderts der hl. Sebald Stadtpatron geworden war, nach welchem -auch die Kirche benannt werden sollte, so wurde seiner Verehrung der -größere Ostchor eingeräumt, während dem hl. Petrus der kleinere Westchor -zufiel.[9] - -[Illustration: Abb. 13. Romanische Hornkonsole.] - -[Illustration: Abb. 14. Romanische Konsole.] - -Eine weitere Selbständigkeit liegt in dem Mangel eines zweiten -Turmpaares am Querschiffe von St. Sebald, welches dafür zwei Apsiden als -Nebenchöre hat. - -Dagegen spricht wieder deutlich für die enge Verwandtschaft, daß bei den -östlichen Apsiden der Kirche St. Sebald genau wie bei der Ostapsis des -Bamberger Domes die halbrunde Form gewählt, während hier wie dort der -Westchor polygon abgeschlossen wurde. - -Abgesehen von dieser Ähnlichkeit im Grundriß haben die beiden Westchöre -auch fast den gleichen Aufbau, wenn wir die durch den Unterschied der -Größenverhältnisse gegebenen Abweichungen außer acht lassen. Außen: -Mangel an Strebepfeilern, Abtrennung eines oberen Stockwerkes mit -Oberfenstern durch ein kräftiges Gesims, an den Ecken Dienste, welche -nicht bis zum Dachgesims reichen; ein Unterschied besteht in den hier -runden, dort spitzbogigen Fenstern und darin, daß bei St. Sebald auch -das untere Stockwerk Oberfenster hat. Innen: sechsteilige Gewölbe in den -Rechtecken, Dienste mit Schaftringen und Kleeblattblendarkaden an den -Wänden der Apsis. - -Sowohl hier wie dort ist die Außenwand des Mittelschiffes so schlicht -wie möglich behandelt. Wandgliederung fehlt. Die Anzahl der Fenster -stimmt überein, es trifft auf jedes Joch ein Fenster. Die Fenster -sind bei beiden Bauten rundbogig, mit glatten Wandungen, und sitzen -unmittelbar auf dem Ansatz der Seitenschiffdächer auf. Ein ebenfalls -übereinstimmender Rundbogenfries, welcher sich unter dem Dachgesims -hinzieht, bildet den einzigen Schmuck der Hochwand. - -Ferner ist im Außenbau der Ansatz der Chornische, beziehungsweise -des Chordaches an den Mittelschiffgiebel der gleiche (bei St. Sebald -im Westen, beim Dom zu Bamberg im Osten), und ebenfalls belebt der -eben erwähnte Rundbogenfries die Giebellinie. Übrigens hat aller -Wahrscheinlichkeit nach beim Bamberger wie beim Nürnberger Westchor der -Abschluß in einem Kranz von Giebeln mit Giebeldächern bestanden, wie die -Endigungen der Eckdienste beweisen; zum mindesten war eine derartige -Bekrönung bei beiden Apsiden geplant wie an rheinischen Bauten des -Übergangsstiles. - -Sonst fällt von den Übereinstimmungen am Außenbau noch der an den beiden -Westapsiden unter dem das untere vom oberen Stockwerk trennenden Gesims -sich hinziehende Rundbogenfries auf, der auch auf die flankierenden -Türme übergreift und dessen Bogenansätze von blattwerkgeschmückten -Konsolen getragen werden. - -In allen übrigen Punkten kommt beim Außenbau der Unterschied zwischen -der reich ausgestatteten Bischofskirche und der einfachen, schlichten -Pfarrkirche zum Ausdruck. - -Bezüglich der Einzelglieder und der Dekoration im Innern der beiden -Kirchen kann nur eine teilweise Übereinstimmung festgestellt werden: -die Kleeblattblendarkaden im Westchor (bei Bamberg auch an den -Westchorschranken)[10] in der Anlage sowohl wie in der Detailbildung, -Abschluß der Dienste in halber Höhe durch stützende Konsolen, auch -Hornkonsolen (bei Bamberg nur im Westchor, bei St. Sebald durchgehends) -und Abrundung der Scheidbögenkanten in Wulste. - -Zum Schlusse sei noch betont, daß sämtliche Steinmetzzeichen von St. -Sebald sich unter den zahlreichen Zeichen des Bamberger Domes vorfinden. - -Durch diese Nebeneinanderstellung wird die von der Kunstgeschichte -ausgesprochene Vermutung, daß die Kirche St. Sebald in ihrer ersten, -durch spätere An- und Umbauten noch nicht erweiterten Gestalt durch den -Bamberger Dom wesentlich beeinflußt ist, vollauf bestätigt. Es gilt dies -in erster Linie von der Plandisposition, in zweiter Linie vom Außenbau. -Was vom Dom zu Bamberg aus dessen erster Bauperiode vor und kurz nach -1200 auf die Kirche St. Sebald übertragen wurde, ist die doppelchörige -Anlage und die Idee, die Chorapsis mit zwei Türmen zu flankieren. Beides -wurde in selbständiger und eigenartiger Weise vom Baumeister von St. -Sebald verwertet. Alle übrigen Übereinstimmungen der beiden Bauten gehen -auf die zweite Bauperiode des Bamberger Domes zurück, welche die Zeit -vom Ende des zweiten Jahrzehnts bis 1237 umfaßt. Und da die Nürnberger -Steinmetzzeichen nur am westlichen, der zweiten Bauperiode angehörenden -Teil des Bamberger Domes vorkommen, so steht fest, daß die zweite -Bamberger Bauperiode und die erste Hälfte der Nürnberger Bauzeit durch -keinen größeren Zeitraum getrennt sein können. - -Es erübrigt nun beide Bauwerke auf ihre =Verschiedenheiten und -Abweichungen= zu untersuchen. - -Technik und Konstruktion der Gewölbe ist bei beiden Kirchen so ziemlich -die gleiche: Bruchsteingewölbe in reicher Mörtelbettung, spitzbogige -Kreuzrippengewölbe mit schwacher Busung und nahezu horizontalem -Scheitel. Allein die angewandten Systeme sind grundverschieden: beim Dom -zu Bamberg das gebundene, bei St. Sebald das einfache System. - -Ferner ist bei St. Sebald an einigen Stellen der Versuch gemacht worden, -durch Stützwerk eine Verringerung der Mauerstärke herbeizuführen und -so den Gliederbau mehr zu betonen: an den Türmen und am Querschiff -durch Strebepfeiler, am Mittelschiff sogar durch Strebebögen. Am Dom zu -Bamberg fehlt -- abgesehen von den beiden Stützpfeilern an den Osttürmen -aus dem Jahre 1274 -- jede Strebe; es entspricht fast durchwegs die -Mauerstärke der Stärke der alten Grundmauer, so daß Strebepfeiler oder -Strebebögen auch überflüssig waren. - -Was die Maßverhältnisse und die Raumwirkung anlangt, so macht -sich am Bamberger Dom im Querschnitt ein Streben nach imposanter -Breitenentwicklung geltend. Die Höhe des Mittelschiffes verhält sich -zu dessen lichter Weite wie 2 : 1. Anders bei St. Sebald. Hier ist -bei einem Verhältnis von 3 : 1 eine ganz bedeutende Höhenentwicklung -festzustellen.[11] - -Im engsten Zusammenhang mit den Unterschieden im Querschnitt stehen -die in der Hochwandgliederung. Der breiten Anlage im Querschnitt beim -Dom zu Bamberg entspricht im Mittelschiff die breite Wandfläche eines -Joches, welche sich über zwei Arkadenbögen erhebt und um so breiter -erscheint, weil sie vom Gesims bis zum Fenster völlig leer geblieben, -d. h. weil jede Gliederung streng vermieden ist. Bei St. Sebald -entspricht der Höhenentwicklung des Mittelschiffes die schmale Bildung -einer Jochwand, die schon dadurch schlank erscheint, daß sie sich bei -enger Aneinanderreihung der Stützen nur über =einer= Arkade erhebt und -außerdem durch Belebung mit einer Triforiengalerie und Gliederung des -Lichtgadens kurzweiliger wirkt. - -Der Gesamteindruck des Außenbaues ist beim Bamberger Dom bedingt -- -und zwar für den in spätromanischer Zeit errichteten Hochbau nicht in -der günstigsten Weise -- durch die vom alten Heinrichsbau beibehaltene -Anlage. Der ganze Bau ist langgestreckt und so scheinen gegenüber der -leeren Mittelschiffhochwand die mehr oder minder reich behandelte Ost- -und Westpartie in einem losen Zusammenhang zu stehen. Grundverschieden -hiervon ist der Gesamteindruck des Außenbaues von St. Sebald, oder -besser gesagt, wird er gewesen sein. Starke Anklänge an Bamberg hat -eigentlich nur die Westpartie. Das Gesamtbild jedoch bietet eine ganz -andere Massenwirkung und Silhouette. Vor allen Dingen fehlt ein zweites -Turmpaar. Die Ostpartie mit den drei Apsiden ist Bamberg gegenüber ein -neues, jedenfalls selbständiges Motiv. Und dann, dies dürfte wohl der -Hauptunterschied sein, stellt St. Sebald von den Fundamenten an einen -einheitlichen Bau dar, der auch nach außen hin die charakteristischen -Merkmale des spätromanischen oder Übergangsstiles zur Schau trägt: -die Entfernung vom östlichen Querschiff zu den Westtürmen ist im -Verhältnis zu Bamberg eine überaus kurze, was bei der gleichen Anzahl -von Mittelschiffjochen in der Verschiedenheit der Systeme liegt, die -Baumassen sind demnach eng zusammengruppiert, und diese Wirkung wird -noch verstärkt durch Strebepfeiler und Strebebögen. - -Ein nicht gerade wesentlicher Unterschied ist an den Westchören zwischen -den spitzbogigen Bamberger und rundbogigen Nürnberger Fenstern zu -verzeichnen. - -Diese mannigfachen, teilweise schwerwiegenden Unterschiede der beiden -Kirchen lehren, daß St. Sebald in vielen Punkten noch auf andere Bauten -zurückgehen muß. Die kunstgeschichtliche Bedeutung des Bamberger -Domes liegt vor allen Dingen in der eigenartigen Verschmelzung -fremder Einflüsse, die nicht nur verschiedenen lokalen, sondern auch -verschiedenen zeitlichen Ursprunges sind. Fällt die Anlage unter -den Einfluß Regensburgs im Anfang des 11. Jahrhunderts, so zählt -anderseits der Hochbau zu den bedeutendsten Schöpfungen des deutschen -Übergangsstiles, wobei der Außenbau des Ostchores vom Ende des 12. -Jahrhunderts stark an die Ostpartie des Mainzer Domes und an andere -rheinische Bauten erinnert; und während einzelne Bauglieder des -Westchores aus dem zweiten und dritten Zehnt des folgenden Jahrhunderts -der Ebracher Schule angehören, weisen die Einwölbung des Westchores und -der Ausbau der Westtürme aus den dreißiger Jahren desselben Jahrhunderts -auf Nordfrankreich, speziell auf Laon. Es ist ganz klar, daß von einem -derartigen Bauwerk mit so vielen stilistischen Verschiedenheiten nur -verhältnismäßig wenige Einzelheiten auf den Bau von St. Sebald übergehen -konnten: ein Teil der Plandisposition, die Anlage des Westchores und -Teile am Außenbau. Und dann war eben bei St. Sebald die Einführung -zeitgemäßer Neuerungen möglich, weil nicht, wie beim Bamberger Dom, -alte Grund- und Hochmauern einen Zwang auf die Gestaltung des neuen -Hochbaues ausübten. Da nun bis zum damaligen Zeitpunkt eine Bauschule -in Nürnberg nicht bestanden hat, so müssen jenen Neuerungen, welche -St. Sebald gegenüber Bamberg aufzuweisen hat, andere verwandtschaftliche -Beziehungen zugrunde liegen. - -=St. Sebald und die Klosterkirche zu Ebrach.= Die Entwicklung der -Baukunst in der romanischen Epoche wurde vorzugsweise in den großen -Städten gefördert, welche Bischofssitze waren. Man braucht da nur an -die Städte Mainz, Speyer oder Köln zu erinnern und man kennt sofort die -Bedeutung ihrer romanischen Bauwerke und den Einfluß derselben auf die -ganze Entwicklung. - -Daneben machte sich aber eine Bewegung geltend, deren Einfluß nicht -geringer als jener geschätzt werden darf. Es ist die Bewegung, welche -durch die Bauschulen des Benediktiner- und des Zisterzienser-Ordens -hervorgerufen wurde.[12] Ja, der Einfluß derselben ist in gewisser -Hinsicht von weit höherer Bedeutung für die Kunstgeschichte als der der -Dombauschulen; denn dieser war selten über ein eng begrenztes Gebiet, -meist nicht über die Grenzen der Diözese hinausgegangen, der Einfluß -jener Ordensbauschulen war aber nie lokal beschränkt, er erstreckte sich -weithin nach allen Richtungen in die verschiedensten Länder, er darf -mitunter geradezu als international betrachtet werden. Und waren es dort -die Kirchen und Dome, welche von ihrer Zentral- oder Metropolitankirche -Neuerungen empfingen und mit größerer oder geringerer Modulation in -sich aufnahmen, so waren es hier die Kirchen des Landes, gewöhnlich die -Klosterkirchen, denen -- natürlich ebenfalls in lokaler Anpassung -- das -charakteristische Gepräge der entsprechenden Ordensbauschule aufgedrückt -wurde. - -Im 11. Jahrhundert hatte unter den Ordensbauschulen der -Benediktinerorden die der Kluniazenser die Oberhand, im 12. Jahrhundert -wurden dieselben von den Hirsauern abgelöst, und im letzten Drittel des -12. und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte der Orden der -Zisterzienser, neben dem sich auch die Prämonstratenser geltend machten, -die weiteste Verbreitung. - -Zwischen Würzburg und Bamberg, näher bei letzterer Stadt, liegt -mitten in den stattlichen Nadel- und Laubwaldungen des Steigerwaldes -im Quellgebiet der mittleren Ebrach das nach diesem Bache benannte -Zisterzienserkloster. Es liegt -- was die Zisterzienser bei neuen -Klostergründungen stets im Auge behielten -- in sich abgeschlossen, -abseits von allen Verkehrswegen, gleichweit vom Main, von der Rednitz -und von der Heerstraße Nürnberg-Würzburg entfernt. - -Das Kloster wurde im Jahre 1126 gegründet.[13] Der Besitz hatte bald -bedeutenden Umfang gewonnen teils durch Schenkungen, teils durch Ankauf -von Gütern, teils durch den Fleiß der Mönche in der Kultivierung der -umliegenden Waldungen. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts mußte bereits -der Frage einer Erweiterung der Ökonomiegebäude wie der Kirche näher -getreten werden. Was die Kirche anlangt, so entschloß man sich zu -einem vollständigen Neubau, und zwar zu einem Bau von beträchtlichen -Dimensionen, der an und für sich schon einen Rückschluß auf die damalige -zahlreiche Besetzung und den Reichtum des Klosters zuläßt. - -Bald nach 1200 wurde der Bau begonnen, eine dreischiffige -Pfeilerbasilika mit dem nach Schema Cisteaux II gebildeten Chorabschluß, -nämlich einer einfachen geradlinigen Kapellenreihe an der Ostseite -des Querschiffes und einer doppelten um den ebenfalls geradlinig -abschließenden Chor. Die Wölbung besteht aus Kreuzrippengewölben in dem -System des durchlaufenden Joches. Im 18. Jahrhundert wurde das Innere -der Kirche im Stile der Zeit derartig umgestaltet, daß die romanischen -Details nicht mehr zu erkennen, ja größtenteils überhaupt nicht mehr -sichtbar sind. Doch steht fest, daß eine Triforiengalerie nicht -vorhanden war. Die Hauptbauperiode fällt in das erste Drittel des 13. -Jahrhunderts; die Vollendungsarbeiten zogen sich in die Länge, erst 1285 -fand die Einweihung der Kirche statt. - -Dagegen hat sich eine an die Nordseite des Querschiffes der Kirche -angebaute Kapelle, die Michelskapelle, bis auf den heutigen Tag -unverändert erhalten. Sie wurde ebenfalls zu Beginn des 13. Jahrhunderts -in Angriff genommen, 1207 schon fand die Einweihung der Kapelle und -dreier Altäre statt. Dieser Epoche gehört der größere Teil der Kapelle -an, nämlich der mit sieben Stufen über das Niveau der übrigen Kapelle -erhöhte Chor einschließlich Querschiff mit vier Wölbungsquadraten und -das anstoßende Quadrat der unteren Kapelle. Die beiden westlichen -Rechtecke mit den sechsteiligen Gewölben wurden erst im folgenden -Jahrzehnt angefügt. Hier in dieser Kapelle haben Architekturglieder und -Ornamente die reichste Verwendung gefunden, hier finden sich wieder -Kleeblattblendbögen und Hornkonsolen, welche in der allgemeinen Form -sowohl wie in der Detailbearbeitung stark an den Dom zu Bamberg und an -St. Sebald in Nürnberg erinnern. Und wenn wir uns vergegenwärtigen, wie -damals die Zisterzienser mit ihren Mönchen und Laienbrüdern sich häufig -auch an anderen Kirchenbauten, welche im Auftrage von Pfarrgemeinden -oder weltlichen Geistlichen errichtet wurden, rege beteiligten, so liegt -die Vermutung sehr nahe, daß zwischen dem Bau der Klosterkirche in -Ebrach und den zeitlich mit ihm übereinstimmenden Bauten in Bamberg und -Nürnberg enge Beziehungen bestanden haben. - -Die Vermutung wird in erster Linie durch den Umstand bestätigt, daß -sämtliche Steinmetzzeichen am alten Bau von St. Sebald nicht nur am Dom -zu Bamberg, sondern auch mit noch etlichen Zeichen dieses Baues wieder -an der Klosterkirche in Ebrach angetroffen werden. Es steht somit fest, -daß eine Anzahl ein und derselben Steinmetzen an allen drei Kirchen -tätig waren. War diese wandernde Kolonie an dem einen Bau fertig, so zog -sie zum anderen Bau, um dort ihre Tätigkeit von neuem aufzunehmen. - -Der Anzahl der Zeichen nach zu schließen waren von den Steinmetzen, -die am Bau der Klosterkirche Ebrach arbeiteten, mehr am Dom zu Bamberg -tätig als an der Kirche St. Sebald. Trotzdem war den Ebrachern an der -Nürnberger Pfarrkirche ein größeres Arbeitsfeld eingeräumt als dort. -Was am Bamberger Dom direkt auf Ebracher Einfluß zurückgeht, ist der -Westchor bis zum Dachgesims, beziehungsweise bis zu den Gewölbeanfängen -im Innern und das Nordportal des Querhauses mit den Kleeblattblendbögen; -ferner die Schranken des Westchores.[14] Der Dom war eben in seinen -Hauptteilen: Ostchor mit Türmen, Langhaus und Querschiff, bereits -vollendet oder wenigstens der Vollendung nahe, als man in Ebrach die -Neubauten aufzuführen begann. Beim Weiterbau am Bamberger Dom mußte die -einmal gegebene Disposition beibehalten werden, und so hatten sich die -Ebracher den Anordnungen der Dombauleitung unterzuordnen. Anders bei -St. Sebald. Hier konnte sich die Tätigkeit der Ebracher viel -einflußreicher gestalten, weil man überhaupt erst zu bauen anfing, -als die Ebracher kamen. Hier konnten also die von den Ebrachern in -ihr Bauprogramm aufgenommenen Neuerungen volle Verwertung finden. -Und so finden sich bei St. Sebald nicht nur dekorative Glieder, wie -kleeblattförmige Blendnischen oder Hornkonsolen vor, welche auf eine -nahe Verwandtschaft mit Ebrach hinweisen, sondern auch Konstruktion -und System, d. h. fast alles, worin St. Sebald mit Bamberg nicht -übereinstimmt, bilden ein Produkt der engen Beziehungen. - -Wir sehen nämlich in Ebrach, und zwar zunächst in der Klosterkirche -selbst, vor allem das einfache System mit durchlaufendem Joch wieder, -die rechteckigen Gewölbefelder im Mittelschiff und infolgedessen im -Längsschnitt der Mittelschiffjoche eine bedeutende Höhenentwicklung -(Bamberg 2 : 1, Ebrach 3 : 1); ferner eine im Gegensatz zu Bamberg große -Entfernung der Gewölbkämpferlinie von den Arkadenbögen, Vorlagen in -den Arkadenbögen, von Säulen getragen, nicht vollständige Herabführung -der Mittelschiffdienste im Gegensatz zu den Seitenschiffdiensten und -schließlich am Außenbau Strebepfeiler. Ebenfalls ist der Rundbogen in -den Fenstern, der Spitzbogen in den Arkaden und im Gewölbe vertreten. -In der Michelskapelle und zwar in deren jüngerem Teil kehren das -sechsteilige Gewölbe, Verringerung der Mauerstärke des Lichtgadens und -Aufsitzen des Schildbogens auf kleinen Säulen, außerdem nahverwandte -Formen an den Halbsäulenkonsolen und an den Kapitälen wieder. - -[Illustration: Abb. 15. Portal am südlichen Turm.] - -Die soeben festgestellten Übereinstimmungen zwischen St. Sebald und -der Ebracher Klosterkirche sind architektonische Elemente, welche dem -Bamberger Dombau völlig fern liegen, und zum weitaus größten Teil -konstruktiver Natur, in der Hauptsache: das Strebesystem und das System -des einfachen Joches. Wir fragen uns nun: wie kamen bei Ebrach zu Anfang -des 13. Jahrhunderts diese wesentlichen Elemente gotischen Stiles in die -spätromanische Baukunst Ostfrankens? - -Bekanntlich war Frankreich das Kulturland des Mittelalters. Am meisten -hatte Deutschland im 13. Jahrhundert den Einfluß Frankreichs im gesamten -Bereich der Kultur zu verspüren und nicht zum mindesten in der Baukunst. -Mit dem 13. Jahrhundert hatte die Gotik in ihrem Geburtslande Frankreich -den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht, und von dieser Zeit an datiert -ihre Einführung nach Deutschland, und zwar in der zweiten Hälfte des 13. -Jahrhunderts die Einführung der entwickelten Gotik, in der ersten Hälfte -die Einführung einzelner Elemente dieses Stiles. Und die Einführung -einzelner gotischer Elemente wurde von dem weit verbreiteten Orden der -Zisterzienser besorgt. - -Gewiß fand in Ebrach auch nach Vollendung des 1126 gegründeten Klosters -die Baukunst durch die Mönche und Laienbrüder weiterhin Pflege. -Erweiterungen der Klosteranlage, welche durch den rasch anwachsenden -Reichtum bedingt wurden, und Aufträge in der Umgegend werden genügend -Arbeit zugeführt haben. Als jedoch das Kloster zu Beginn des 13. -Jahrhunderts beschloß, einen bedeutenden Neubau dem Zeitcharakter -entsprechend aufzuführen, da reichten die vorhandenen bau- und -kunstverständigen Mitglieder des Ordens nicht aus, man bedurfte eines -bedeutenden Zuwachses neuer Kräfte, insbesondere eines entsprechend -geschulten Bauleiters. Es blieb daher nichts anderes übrig, als sich an -das Mutterkloster zu wenden und sich von dort eine Anzahl von Konversen -samt Baumeister, Parlieren und Steinmetzen kommen zu lassen. Nur auf -diese Weise erklärt sich das plötzliche Auftauchen französischer -Bauweise in Ostfranken, zumal in Ebrach. - -Zu Beginn des 13. Jahrhunderts waren für die Zisterzienser nicht mehr -die fünf burgundischen Hauptkirchen die allein ausschlaggebenden Bauten. -Dieselben waren im wesentlichen nunmehr Vorbilder in der Anlage. In -allen übrigen Punkten kam jetzt die burgundische Schule überhaupt, -also nicht nur die der Zisterzienser speziell, als Ausgangspunkt für -neuere Bestrebungen in Betracht, und hier nahmen den ersten Platz die -beiden im östlichen oder Niederburgund gelegenen Bauten, die gegen 1200 -vollendete Kathedrale von Langres und die um 1220 erbaute mächtige -Vorhalle von Cluny ein. Von da aus scheinen die beiden Hauptelemente -der französischen Frühgotik, das einfache Wölbungssystem und die -Verstrebung, bis nach Ostfranken und nach Nürnberg vorgedrungen zu sein. -Auffällig ist nur, daß die dort einen Hauptteil der Hochwandgliederung -bildende Triforiengalerie und der Strebebogen in Ebrach keinen Eingang -fanden, um so mehr, als die Zisterzienser doch stets ein lebhaftes -Streben nach Zweckmäßigkeit im Konstruktiven bekundeten. Nach dieser -Richtung also kann Ebrach für St. Sebald nur eine vermittelnde Rolle -gespielt haben und nicht selbst Vorbild gewesen sein. - -[Illustration: Abb. 16.] - -[Illustration: Abb. 17.] - -[Illustration: Abb. 18. Romanisches Portal am südlichen Turme.] - -Jedoch ist ein anderer Weg der Einführung nicht ausgeschlossen. Die -Einwölbung des Bamberger Westchores ist ein Werk französischer Frühgotik -aus den dreißiger Jahren des 13. Jahrhunderts und hat mit Ebracher -Baukunst, als deren Werk oben der übrige Teil des Westchores bezeichnet -wurde, nicht das geringste gemein. Im Gegenteil weisen verschiedene -Spuren darauf hin, daß die Einwölbung von dem nämlichen Meister geleitet -wurde, nach dessen Plänen auch die Westtürme ihre charakteristische -Gestalt erhielten. Die beiden Westtürme wurden nach dem Muster der Türme -der Kathedrale von Laon gebaut, und diese, das letzte bedeutendste -Bauwerk der nordfranzösischen Frühgotik, dessen Vollendung in die -Zeit vor 1226 fällt, scheint denselben Anteil an St. Sebald wie die -Kathedrale von Langres und die Vorhalle von Cluny zu haben. Ein -bestimmtes Ergebnis dürfte natürlich erst durch eine eingehende, die -erwähnten Punkte besonders berücksichtigende örtliche Untersuchung jener -Bauten zu erzielen sein. Vorerst jedoch hat die Vermutung viel für sich, -es gingen die nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Bamberg -und Laon zuletzt auch auf eine Vermittlung von Ebrach zurück und liege -so für die Einführung französisch-frühgotischer Elemente in St. Sebald -eine durch Ebrach bewirkte Verschmelzung von Einflüssen der beiden -angrenzenden Gegenden Burgund und Champagne zugrunde. -- - -Bamberg und Ebrach teilen sich in ihre Ansprüche auf die Gestaltung der -Kirche St. Sebald. Konstruktion und System fallen Ebrach, Plananlage -und Außenbau Bamberg, Ornamentik und Dekoration beiden zu. Man sollte -glauben, daß die Wage sich dorthin, von wo Konstruktion und System -entlehnt wurden, neigen müsse. Keineswegs. Der Baumeister von St. -Sebald hat nie vergessen, daß er eine Pfarrkirche und nicht eine -Klosterkirche zu bauen hatte. Das Programm der Zisterzienser lautete -auf Verzicht von Krypten, St. Sebald birgt deren zwei, und eine reiche -Verwendung plastisch-dekorativer Details wird noch durch die ebenfalls -von den Zisterziensern verschmähte Polychromie besonders hervorgehoben. -Durch die Kreuzung zweier so grundverschiedener Einflüsse wie die -von Bamberg und Ebrach zählt St. Sebald nicht zu den gewöhnlichen -Durchschnittsbauten des deutschen Übergangsstiles, sondern nimmt eine -besondere Stellung ein. Freilich mußte darunter der einheitliche -Charakter des Baues leiden. Einheitlich ist das Innere, einheitlich -scheint auch der Außenbau, wenn wir von den Strebebögen absehen, gewesen -zu sein; aber nach Ansicht des Außenbaues vermutet man beim Eintritt -in das Innere nie und nimmer französische Frühgotik. Außenbau und -Innenbau decken sich nicht. Und eben weil der Baumeister eine organische -Verschmelzung beider nicht oder vielmehr noch nicht erreicht hat, muß -der Bau den spätromanischen Bauten und darf nicht den frühgotischen -Bauten eingereiht werden. Es hat sich in Deutschland nirgends aus der -Vereinigung des spätromanischen Stiles mit französischen frühgotischen -Elementen eine eigene Gotik herausgebildet. Die Gotik mußte als fertiges -Ganzes von Frankreich herüber gebracht werden; erst dann konnte man in -Deutschland gotisch bauen. - -[Illustration: TAFEL IV. Das Brauttor.] - - - - - II. - - Die gotische Bauperiode. - - 1. Die Erweiterung der Seitenschiffe und die Umbauten am Querschiff - und Westchor. 1309-1361. - - -Am 14. Februar des Jahres 1309 erschien Friedrich Holzschuher, -Gotteshauspfleger von St. Sebald, vor dem Schultheißen Siegfried von -Kammerstein und den Schöffen der Stadt, um im Auftrage des Rats den -Verkauf eines zum Kirchenvermögen der Sebaldkirche gehörigen Hauses -»vor der badstuben bi dem fleischpenken« an Herdegen Holzschuher und -dessen Erben verbriefen zu lassen. In der vom Gericht ausgefertigten -Kaufsurkunde ist der Zweck der Veräußerung jenes Hauses bei den -Fleischbänken ausdrücklich angegeben: »sw[.a] daz wer durch des -neuen poues wegen an sante Sebol[t]s kirchen, daz man den dest baz -m[.o]cht volbringen an den apseiten«.[IV] - - [IV] Siehe Beilage 18. - -In der Literatur ist gewöhnlich als Grund für diese Bauveränderung der -schlechte Zustand der Seitenschiffe bezeichnet, ja es wird sogar eine -gefahrdrohende Baufälligkeit als unmittelbarer Anlaß vermutet.[15] -Es ist nicht ersichtlich, wie vom ganzen romanischen Bau gerade die -Seitenschiffe hätten schadhaft werden sollen, während alles übrige -völlig intakt geblieben wäre. - -Noch immer war damals die Sebaldkirche wie zur Zeit ihrer Gründung -die einzige Pfarrkirche von Nürnberg. Denn soweit auch der für den -südlichen Sprengel der Stadt bestimmte, im letzten Drittel des 13. -Jahrhunderts begonnene Bau von St. Lorenz gediehen sein mochte, er -scheint zu Beginn des 14. Jahrhunderts noch nicht dem Gottesdienst -übergeben worden zu sein. Zudem hatte sich Nürnberg im 13. Jahrhundert -gewaltig entwickelt. Schon vor Mitte desselben wurde mit der zweiten -Ummauerung begonnen, welche nicht nur das bisherige befestigte Gebiet -zwischen Burg und Pegnitz westlich und östlich vergrößerte, sondern -auch einen beträchtlichen südlich der Pegnitz gelegenen Teil mit in -das Stadtbild hereinnahm. Die Mauerzüge sind heute noch deutlich zu -erkennen, der Weiße Turm und der Laufer Schlagturm sind Überreste dieser -Befestigung.[16] Der Rückschluß auf den Zuwachs der Bevölkerung und -Pfarrgemeinde läßt die Notwendigkeit einer Erweiterung der Pfarrkirche -deutlich erkennen. - -Der Wortlaut der Urkunde steht dieser Annahme nicht entgegen. Denn von -dem Zweck des Umbaues ist gar nicht die Rede. Es heißt schlechthin: -wegen des neuen Baues bei St. Sebald ist der Hausverkauf notwendig -geworden. Die Vermutung liegt nahe, daß der Bau, als der Verkauf jenes -Anwesens durchgeführt wurde, schon seit einiger Zeit im Gange war -und daß die nun gewonnenen Geldmittel zu einer reicheren Ausstattung -des Baues verwendet werden sollten: daß man ihn desto besser möchte -vollbringen. - -=Anlage.= Die um 1309 durchgeführte Erweiterung der Seitenschiffe (Abb. -19) besteht vor allem darin, daß die Mauer derselben bis auf die Breite -des Querschiffes hinausgeschoben worden ist. Der Raumgewinn ist ein ganz -bedeutender, denn die Bodenfläche der jetzigen Seitenschiffe beträgt -fast das Doppelte der alten. In vertikaler Richtung hat man ebenfalls an -Raum gewonnen, denn durch die größere Breite ist naturgemäß ein höheres -Gewölbe bedingt worden.[17] Eine besondere Schwierigkeit hat sich dem -Neubau nicht in den Weg gestellt. Zu erwägen war nur, was mit den beiden -Paaren von Strebebögen, welche die mittlere Gewölbepartie des Langhauses -stützten, anzufangen sei. Man hatte bei der kräftigen Konstruktion des -romanischen Mauerwerkes wahrscheinlich bald die Entbehrlichkeit dieser -Bögen erkannt und sie ohne jeglichen Ersatz beseitigt. Bedenken machte -ferner die Lösung der Dachfrage. Die Erhöhung des Gewölbes brachte -auch eine Erhöhung des Daches mit sich, wollte man für den Dachstuhl -die für den Wasserablauf günstige und zur damaligen Zeit beliebte -steile Form wählen. Allein man fürchtete eine Einbuße an Licht, weil -die Fenster der Hochwand in ihrem unteren Drittel hätten zugedeckt -werden müssen, und entschied sich beim nördlichen Seitenschiff für -Kapellen- oder Giebeldächer, von welchen jedes einem Gewölbe entsprach. -Um eine Benützung der romanischen Triforien während des Gottesdienstes -auch weiterhin zu ermöglichen, wurden Treppenläufe innerhalb der -Gewölbetrichter angelegt. Der First der Kapellendächer lief wagerecht, -berührte also die Hochwandfenster nur an ihrer Sohle, und zwischen den -Dächern lagen schräg nach außen dreieckförmige Dachzwickel, deren Rinnen -neben den neuen Strebepfeilern in Wasserspeier endeten. Beim südlichen -Seitenschiff sind die Kapellendächer nicht nachzuweisen. Hier scheint -ein Pultdach, welches in die Mittelschiffenster einschnitt, vorhanden -gewesen zu sein. - -=Gewölbe.= Das vierteilige Kreuzgewölbe ist auch bei dem Neubau -beibehalten worden, ebenso die Höhe der äußeren Kämpferlinie. Es ist ein -Rippengewölbe ohne Stelzung und mit wagerechtem Scheitel. Die Stärke -der Gurte unterscheidet sich nicht von der Stärke der Rippen; selbst -in der Profilierung ist nur ein kleiner Unterschied bemerkbar: während -dort auf Sockel und Hohlkehle eine ebenfalls gekehlte Rippe aufgesetzt -ist, folgt hier ein herzförmiger Stab. Die Schlußsteine zeigen überaus -reichen und anziehenden, teils figuralen, teils ornamentalen plastischen -Schmuck. Die Wandpfeiler sind rund, gleichsam als Halbsäulen gedacht. -Die Kapitäle gliedern sich in zwei Hälften: die untere hat zwei Kränze -übereinander, die obere zwischen zwei polygonen Plinten einen Laubkranz. - -=Fassade.= Durch die zur Stütze der Gewölbe erforderlichen Strebepfeiler -ist die Fassade der Seitenschiffe von selbst gegliedert. Vier Jochwände -sind mit Fenstern durchbrochen, eine, und zwar beiderseits die zweite -von den Türmen an gerechnet, enthält ein Portal, dessen Körper vor die -Mauerflucht bis auf die Tiefe der Strebepfeiler heraustritt. Über dem -Portalkörper ist in der Mauer ein kleineres Fenster. Ein belebendes -Moment bilden beim nördlichen Seitenschiff die Wimperge über den -Fenstern und die den horizontalen Mauerabschluß bekrönende Galerie, so -daß mit den Fialen der Streben ein abwechslungsreiches Bild entsteht. -Im übrigen hat die Mauer der Fassade die an gotischen Bauten übliche -Gliederung. - -=Strebepfeiler.= Der zweifach abgestufte Mauersockel setzt sich auch -um die Strebepfeiler fort. Ebenso das Kaffgesims. In halber Höhe -beginnt die bis zum Schluß sich steigernde architektonische Belebung, -welche zunächst darin besteht, daß sich an den drei Seiten ebensoviele -Giebelgesimse mit Krabben und Kreuzblumen anlehnen. Über denselben ein -Zinnenkranz. Der obere Teil endigt mit je einem mit Kreuzblumen und -Krabben geschmückten Giebel, darunter zweiteiliges Blendmaßwerk. Den -Abschluß bildet eine krabbengezierte Pyramide mit Kreuzblume. - -[Illustration: Abb. 19. Querschnitt durch das Mittelschiff und die -Seitenschiffe.] - -Bei den Strebepfeilern, welche die Portale flankieren, treten die oberen -Teile zurück. Der dadurch ausgesparte Raum an der Vorderseite ist zur -Aufnahme von Statuen bestimmt, wie die Baldachine andeuten. Es soll -damit wahrscheinlich eine einheitliche Komposition dieser Wand als -Portalwand betont sein. - -=Fenster.= Die Breite der Fenster ist ungleich. Das Fenster in der -letzten an das Querhaus anstoßenden Jochwand mußte mit Rücksicht auf den -in das neue Mauerwerk mit hereingenommenen romanischen Strebepfeiler -schmäler ausfallen als die übrigen. Hingegen wurde das Fenster in -der an die Türme anstoßenden Jochwand mit Absicht breiter gestaltet, -nämlich um mehr Licht in dem dunkeln Winkel bei den Türmen zu -gewinnen. Daß dieses Fenster erst später seine jetzige Breite erhalten -hätte, ist bei der genauen Übereinstimmung der Profilierung seiner -Leibung nicht möglich. Überall ist die Leibung durch zwei Hohlkehlen -gegliedert, welche durch einen im Profil birnförmigen Stab geschieden -sind, während die äußere Kante ein Rundstab begleitet. Auch die -Maßverhältnisse stimmen überein. Während die beiden östlichen Fenster -Drei- und Vierteilung mit je drei Gruppierungen aufweisen, sind jedoch -die Maßwerke der westlichen Fenster mehrfach gruppiert bei teilweiser -Verwendung von halbrunden Bögen anstatt der Spitzbögen (Abb. 21 und a, -b, c). - -=Ornamente.= Beim nördlichen Seitenschiff ist die Galerie des Daches -eine Neuschöpfung der letzten Restaurierung, zu der nur spärliche -Anhaltspunkte vorhanden waren. Im Gegensatze hierzu bedurfte die Galerie -des Portales nur einer Ergänzung; sie ist durch fünf freistehende und -zwei Wandpfosten geteilt, welche schlichtes Maßwerk einschließen. Beim -südlichen Seitenschiff fehlen sowohl die Wimperge über den Fenstern wie -die abschließende Galerie. - -=Portale.= Die beiden Portale sind bis auf die Galerie, welche am Portal -des südlichen Seitenschiffes (Abb. 20) fehlt, vollständig gleich in -der Anlage. Das Gewände ist in je vier Abstufungen aufgelöst, deren -Kanten durch Stäbe gegliedert sind und in deren Ecken ebensoviele -Säulen stehen. Die Säulen bestehen aus je vier Einzelsäulen, sind also -gleichsam Säulenbündel. Dieselbe Gliederung setzt sich in Basis und -Kapitäl fort. Die Basen ruhen auf Würfelsockeln und diese ihrerseits auf -einem glatten Postament. Die trichterförmig sich erweiternden Kapitäle -haben bald figürlichen, bald ornamentalen Schmuck; ihre Platten sind -durch eine Hohlkehle gegliedert und bilden das Hauptgesims. Der Bogen -hat eine dem Gewände entsprechende Gliederung. - -=Mauerwerk.= Das Mauerwerk der Fassademauer besteht aus Werksteinen, das -der Gewölbe aus Bruchsteinen in Mörtelbettung. - -Der eben in seinen Einzelheiten beschriebene Bau der Seitenschiffe von -St. Sebald gehört nach der stilistischen Seite noch in die Periode der -Hochgotik. Er weist in der ganzen Anlage, in der Verteilung der Massen, -in den Proportionen, in der Art der Ausschmückung, in der Ornamentik -selbst alle Vorzüge derselben auf. - -Der Meister, dessen Persönlichkeit festzustellen uns bis jetzt nicht -gelungen ist, stammte zweifellos aus einer der ersten damaligen -Schulen, und zwar aus einer Schule, in welcher die Gotik nicht mehr als -französische Anleihe, sondern bereits als deutsches Eigentum behandelt -wurde. - -Vielleicht kann ein in den ersten noch romanischen Strebepfeiler -der ehemaligen nördlichen Querschiffwand nachträglich eingesetztes -männliches Bildnis als Porträt dieses Meisters angesprochen werden. - -[Illustration: TAFEL V. Grundriß der Sebalduskirche.] - -=Stilkritische Würdigung.= Die bau- und kunstgeschichtlichen Beziehungen -der Seitenschiffe zur allgemeinen Entwicklung nachzuweisen, ist nicht -leicht. Daß bei den günstigen Maßverhältnissen, bei dem Reichtum des -Aufbaues und bei der künstlerischen Ausführung der belebenden Ornamente -ein Zusammenhang mit einer einflußreichen Bauschule Deutschlands -bestanden hat, versteht sich ja von selbst. Allein die vermittelnden -Bindeglieder fehlen, welche an den Ausgangspunkt führen. Zweifellos -würden die Bauten der vier Bettelorden, die sich seit den zwanziger -Jahren des 13. Jahrhunderts in Nürnberg ansiedelten, imstande sein, -Aufschluß zu geben -- wenn sie noch beständen. Erhalten ist nur die -Barfüßerkirche, aber durch den Umbau im 17. Jahrhundert so verändert, -daß ihr ursprüngliches Aussehen vollständig verschwunden ist. Auch -mit den auf uns gekommenen Abbildungen der Bettelordenkirchen, meist -Stichen des 17. und 18. Jahrhunderts, ist nichts anzufangen, sie sind -in der Darstellungsweise zu sehr von dem Stilcharakter ihrer Zeit -beeinflußt, als daß sie für eine kunstgeschichtliche Untersuchung in -dieser Hinsicht in Frage kommen könnten. Freilich hatten die Kirchen -der Bettelorden der Ordensregel entsprechend nirgends eine reichere -Ausführung aufzuweisen, sodaß sie für eine direkte Beeinflussung -stattlicher Pfarrkirchen überhaupt nicht von Belang sind. Nur indirekt -können sie durch Grundrißanlage und Konstruktion des Aufbaues -Fingerzeige bei Vergleichung bedeutender Bauten geben, was aber in dem -vorliegenden Falle aus dem angeführten Grunde nicht mehr möglich ist. - -[Illustration: Abb. 20. Portal am südlichen Seitenschiff.] - -Eine weitere Vermittlerrolle ist der Schwesterkirche St. Lorenz -zugefallen, deren Erbauung in den siebziger Jahren des 13. -Jahrhunderts begonnen hat. Auch sie hat wie St. Sebald später mehrere -durchgreifende Veränderungen erfahren: 1403 eine Erweiterung der -Seitenschiffe, 1439-1477 den Bau des neuen Chores. Mit der Erweiterung -der Seitenschiffe im Jahre 1403 fielen die alten Mauern und die neuen -wurden in die Flucht der Querschiffmauern hinausgerückt. Was vom -Mauerkörper der alten Seitenschiffe noch besteht, zeigt indessen eine -so nahe Verwandtschaft mit den Seitenschiffen von St. Sebald, daß der -Gedanke, es sei der gleiche Meister an beiden Bauten tätig gewesen, sich -unwillkürlich aufdrängt. War es doch wohl auch das Nächstliegende, zu -den baulichen Veränderungen, die St. Sebald in dieser Epoche erfuhr, -Werkleute der eben im Bau begriffenen neuen Pfarrkirche heranzuziehen. -Der alte Bau von St. Lorenz seinerseits deutet in stilistischer -Hinsicht auf die Schule von Freiburg. Die Bauzeit deckt sich ungefähr -mit der des Langhauses vom Freiburger Münster und dehnt sich noch über -dieselbe aus. Vor allem erinnert der ganze innere Aufbau an Freiburg, -nur mit dem Unterschiede, daß die bei beiden bereits vorhandenen -Reduktionserscheinungen an der Kirche St. Lorenz noch um einen Grad -stärker eingegriffen haben: die Hochwand ist durch den Mangel des die -vorausgegangene Epoche auszeichnenden Triforiums wieder eine wirkliche -Mauer geworden, die Fensteröffnungen sind verringert. Die Säulenbündeln -ähnlichen Pfeiler sind nahe verwandt. An den Kapitälen fehlt bei St. -Lorenz fast durchgehends schon das Laubwerk. Die Raumwirkung ist hier -günstig, während bei Freiburg die Rücksichtnahme auf ältere Bauteile -die Raumverhältnisse wesentlich beeinträchtigt hat. In der Anlage -der Fassade geht St. Lorenz auf das Straßburger Münster zurück, wie -überhaupt bei den Wechselbeziehungen zwischen Freiburg und Straßburg die -Einflüsse einer dieser Schulen stets mit denen der anderen gemischt sind. - -Obwohl die Erweiterung der Seitenschiffe bei St. Sebald erst im -Beginn des 14. Jahrhunderts in Angriff genommen wurde, sind hier die -Reduktionserscheinungen relativ gering. So nehmen die Fenster die -ganze Wandfläche ein, der ornamentale Schmuck ist noch reich. Dieser, -die Pfeilerbildung, insbesondere die für Figuren bestimmten Nischen -und Baldachine an den Pfeilern gemahnen an Freiburg. Dagegen wird die -Frage der Herkunft der Fensterwimperge mit Freiburg nicht gelöst. Die -Schönheit, welche in der fortlaufenden Abwechslung der bekrönenden -Strebepfeilerfialen, Wimperge und Galerien liegt, hatte man im 13. -Jahrhundert zu würdigen gewußt. Von Frankreich ausgehend, verbreitete -sich dieses Motiv rasch über Deutschland. Alle bedeutenderen Bauten -sind damit geziert. Zu den Reduktionserscheinungen im 14. Jahrhundert -zählt auch der Verzicht auf die Wimperge, nur die Galerien wurden neben -den Fialen beibehalten. Es ist anzunehmen, daß, wie bei St. Lorenz die -ganze Anlage auf Freiburg und nur die Fassade auf Straßburg zurückgeht, -so bei St. Sebald die Wimperge ebenfalls mittelbar oder unmittelbar -eine Entlehnung vom Straßburger Münster bedeuten, wo sich dieselben -nicht nur über Portalen und einzelnen Fenstern der Fassade, sondern -im Verein mit Fialen und Galerien an den Seitenschiffen finden. Die -Wölbung hinwiederum ist der im Freiburger Münster eng verwandt, hier -wie dort Gewölbe mit wagerechtem Scheitel, während bei den Gewölben des -Straßburger Münsters Busung und konkave Scheitellinien anzutreffen sind. - -[Illustration: Abb. 21 a-d. Fenster-Maßwerke der Seitenschiffe.] - -[Illustration: Abb. 22 und 22a. Brauttor.] - -Der romanische Bau von St. Sebald war, so viele gotische Elemente -er auch in sich aufgenommen hatte, in seinem Kern nur wenig berührt -worden. Mit dem Umbau der Seitenschiffe dagegen hatte die Gotik in -ihrer reifsten Form Ausdruck erhalten. Der gewaltige Umschwung, der -sich während der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in der deutschen -Baukunst vollzogen hatte, ist aus diesem Gegensatz deutlich zu erkennen: -Anfangs- und Endstadium stehen nebeneinander. Dort der Ausgang einer -Epoche mit deutlichen Anzeichen des neuen Stiles, hier bereits ein -fertiges Produkt desselben; die Zwischenstufen fehlen. Allein so sehr -beim romanischen Bau die importierten Elemente auf den Schauplatz -hinweisen, auf welchem der gotische Stil zur Entwicklung gebracht worden -ist, von französischer Gotik ist bei den Seitenschiffen nichts mehr zu -finden. Hier gehört die Epoche der Rezeption der französischen Gotik auf -deutschem Boden schon zur Vergangenheit, hier hat die Gotik deutsches -Bürgerrecht erworben. Die Seitenschiffe stehen aber auch schon hart an -der Grenze, jenseits welcher man zu reduzieren begonnen hat. Sie sind -eine Schöpfung der Hochgotik mit allen Vorzügen derselben. Sie sind das -Beste, was die gotische Baukunst in Nürnberg geschaffen hat. - -=Die Fensterausbrüche im Querschiff und Westchor.= Die der Kirche durch -die breiten neuen Fenster der Seitenschiffe zugeführte Lichtmenge war -bedeutend und mußte den Wunsch erwecken, auch an anderen Wänden der -Kirche die romanischen Fenster durch Ausbrüche zu verbreitern, um -so mehr, als in bezug auf größere Lichtfülle die in der Vollendung -begriffene St. Lorenzkirche zur Nacheiferung aufforderte. So sehen -wir denn weiterhin an Stelle der romanischen Kreisfenster in den -Querschiffwänden breite vierteilige Maßwerkfenster entstehen, von denen -die Kämpferkapitäle jetzt noch vorhanden sind und zeigen, daß beim -späteren Ostchorbau nur eine Verlängerung der schon vorhandenen Fenster -stattgefunden hat. - -Aus dem gleichen Bedürfnisse erwuchs schließlich auch die Umwandlung der -romanischen Fenster in den drei mittleren Feldern des Westchores, die -bis dahin, wie die noch vorhandenen seitlichen Fenster ausweisen, aus je -zwei Öffnungen bestanden, in zweiteilige gotische Maßwerkfenster. Über -die genauere zeitliche Reihenfolge dieser Fensterausbrüche läßt sich -völlig Sicheres nicht feststellen. - -Auf diese Weise hatte also der romanische Bau eine ganz veränderte -Beleuchtung, nämlich die heute noch vorhandene, erhalten. Die -ursprünglich gedämpfte und feierliche Lichtwirkung, die in den Schiffen -und Chören der romanischen Kirche geherrscht hat, können wir uns nur -mehr in der Vorstellung vergegenwärtigen. - -Einen eigentümlichen Reiz muß in dieser Zwischenperiode die ganze -Erscheinung der Kirche, namentlich das romanische Querschiff mit seinen -gotischen Maßwerkfenstern, geboten haben. - -=Die neuen Portale am Querschiff.= Im Zusammenhang mit diesen baulichen -Veränderungen ist hier schließlich noch die Anlage zweier neuer Portale -an den ersten Querschiffjochen zu erwähnen, die offenbar bereits dieser -Bauperiode der Kirche angehört: das =Brautportal= (Taf. IV und Abb. 22 -und 22a) im östlichen Joch des nördlichen Querschiffarmes zwischen -den romanischen Strebepfeilern, zeigt ein reich profiliertes Gewände, -innerhalb dessen die Statuen der klugen und törichten Jungfrauen auf -Konsolen unter Baldachinen aufgestellt sind. Nach oben schließt das -Portal mit einem Spitzbogen und darüber horizontal in rechtwinkeliger -Form ab. In der Spitze des Bogens ist das Brustbild des segnenden -Heilands, zu beiden Seiten sind die Statuen Adam und Eva angebracht. Das -jetzt leere Tympanonfeld kann ehemals eine Skulptur, vielleicht aber -auch nur ein Maßwerk enthalten haben. - -Eine wirkungsvolle Zutat, die aber einen Teil der früheren Anlage -verdeckt, erhielt das Portal ein paar Dezennien später durch den Vorbau -eines reich ausgebildeten durchbrochenen Maßwerkes, neben dem zwei -Statuen -- rechts der hl. Sebald und links Maria mit dem Christuskinde --- auf Konsolen und unter Baldachinen ihren Platz fanden. - -Am südlichen Querschiffarme, ebenfalls zwischen den romanischen -Strebepfeilern des westlichen Joches, wurde das =Dreikönigsportal= -angelegt. In einfacherer Weise als beim Brauttor zeigt das Portal ein -reich profiliertes Gewände und als Abschluß einen Spitzbogen, in dessen -Tympanonfeld heute eine nach dem Innern der Kirche hin gerichtete -Holzskulptur (Epitaphium der sel. Ebnerin) angebracht ist. Nach außen -wurde zwischen den Strebepfeilern durch den Einbau eines Gewölbes mit -profilierten Rippen eine Vorhalle geschaffen, an deren Wänden in Nischen -auf vier Konsolen Maria mit dem Christuskinde und je einer der drei -Weisen mit ihren Geschenken als Rundfiguren angebracht sind. - - - 2. Der Ostchor. 1361-1379. - -Der im Jahre 1309 begonnene Umbau der Seitenschiffe konnte, wenn auch -die Kirche ungefähr 100 qm an Flächenraum gewann, nicht als eigentlicher -Erweiterungsbau gelten. Es waren eben nur die Seitenschiffe, welche bei -dem Besuch der Kirche während des Hauptgottesdienstes wenig in Frage -kommen, erweitert worden, Mittelschiff und Chor waren geblieben, wie sie -in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts angelegt waren. - -Auf die Dauer genügte demnach die Kirche St. Sebald ihrer immer mehr -anwachsenden Gemeinde nicht. Wir wissen ja, daß die Stadtgrenze in der -zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit jenem Mauerzug bestimmt wurde, -welcher im heutigen Stadtbild am Weißen Turm und dem Laufer Schlagturm -noch deutlich zu erkennen ist, und daß noch vor der Mitte des folgenden -Jahrhunderts diese Grenze auf den jetzigen Stadtgraben hinaus verlegt -wurde, was doch in Anbetracht der kurzen Zeit zweifellos auf eine rasche -Bevölkerungszunahme der Stadt und insbesondere der Pfarrei St. Sebald -schließen läßt.[18][19] - -Angesichts dieses starken Bevölkerungszuwachses konnte auch die in den -Jahren 1355-1361 auf dem Markt erbaute Kapelle zu Unserer Lieben Frau -keine Entlastung für die Kirche St. Sebald bedeuten. - -Mitbestimmend für die notwendige Erweiterung der Kirche St. Sebald war -wesentlich folgender Punkt. - -Mit der Zunahme der Bevölkerung war auch Nürnbergs politische und -kulturelle Bedeutung gestiegen. - -[Illustration: TAFEL VI. Längenschnitt der Sebalduskirche.] - -Die außerordentlich günstige zentrale Lage des Ortes, seine Stellung -als bevorzugte Reichsstadt, in der sich die deutschen Könige und -Kaiser oft und lange aufhielten und die sie durch bedeutende Handels- -und sonstige Privilegien auf alle Weise förderten, die große Gunst -und Liebe, die besonders die beiden Kaiser Ludwig der Bayer und Karl -IV. der Stadt angedeihen ließen, dann aber, und das war nicht weniger -wichtig, die unerschöpfliche Arbeitskraft und Arbeitslust seiner -Bevölkerung sowie die Intelligenz und der Unternehmungsgeist seiner -Geschlechter und der übrigen bedeutenden Kaufmannschaft, hatte das -Wachstum und die Blüte Nürnbergs so mächtig gefördert, daß es bereits -um die Mitte des 14. Jahrhunderts in sonst kaum beobachteter rascher -Entwicklung sich eine weltgeschichtliche Bedeutung errungen hatte. Es -ist richtig, die Entwicklung Nürnbergs auf allen Gebieten, dem des -Handels und der Gewerbe, der Kunst und der Wissenschaft, tritt zu keiner -Zeit so deutlich und herrlich in die Erscheinung wie gegen Ende des -15. und im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts, wo eine auserlesene -Schar hervorragender, ja einziger Kräfte auf dem Gebiete des Gewerbes, -insbesondere des Kunstgewerbes in Nürnberg wirkten und, man möchte -sagen, die Fürsten im Reiche der Kunst und des Kunsthandwerkes dieser -einzigen Stadt ihren Glanz durch Jahrhunderte verliehen. Aber einen -ersten bedeutenden Höhepunkt erreichte das Kunstleben der Stadt, -entsprechend der bedeutenden Entwicklung, die das Gemeinwesen sowohl als -auch die handelspolitische Bedeutung der Stadt genommen hatte, schon -in der glanzvollen Epoche der gotischen Kirchenbauten. Da kann es denn -nicht wundernehmen, daß man, als das Bedürfnis einer Erweiterung der -Hauptpfarrkirche immer dringender hervortrat, an Stelle des Ostchors, -für dessen Stilcharakter man kein Verständnis mehr hatte, und der auch -den gesteigerten Ansprüchen viel zu bescheiden, ja armselig erscheinen -mochte, einen stattlichen, dem modernen Geschmack angepaßten Neubau -erstehen ließ. - -Ende der fünfziger Jahre wurde bereits für den Neubau zu sammeln -begonnen, wie zwei Ablaßurkunden vom 23. Februar und 21. September -des Jahres 1358 beweisen.[20] 1360 wurde ein am Friedhof von St. -Sebald gelegenes und dem Egidienkloster gehöriges Haus gegen ein -zum Kirchenvermögen von St. Sebald gehöriges Anwesen umgetauscht, -was wohl nur daraus verständlich wird, daß jenes Haus hart an der -Friedhofmauer, in nächster Nähe des alten Ostchores lag und behufs -Niederlegen von der Kirchenverwaltung von St. Sebald erworben werden -mußte.[21] Im Sommer 1361 nahm man den Neubau in Angriff.[22] Daß -Geld stets vonnöten war, besagt unter anderem der 1362 zur Förderung -des Neubaues erteilte Ablaß.[23] Im Frühjahr 1364 war der Bau bereits -weit vorgeschritten; der Pfarrer Albrecht Krauter, der sich um den -Neubau seiner Kirche sehr verdient gemacht hat, stellte der Stadt einen -Revers über die Nichterweiterung des Friedhofes aus, obwohl das Areal -desselben durch den Neubau an Flächenraum erheblich eingebüßt hatte.[24] -Eine Unterbrechung des Gottesdienstes scheint während des Baues nicht -stattgefunden zu haben. So wurden bis zum Jahre 1365 Pfründen gestiftet -und bestätigt, darunter 1364 eine Pfründe für den in der südlichen -Seitenapsis stehenden St. Stephansaltar.[25] Vom Oktober 1365[26] bis -zum Juli 1370[27] allerdings schweigen die urkundlichen Nachrichten, und -erst in den folgenden Jahren hören wir wieder von Stiftungen für Altäre -und zwar in erster Linie für Altäre, die ihren Standort im neuen Ostchor -erhielten. Schon 1370 scheint der Neubau den Anschluß an die alte Kirche -erreicht zu haben und auch eingewölbt gewesen zu sein, so daß die bisher -in den drei Ostapsiden des romanischen Chores befindlichen Altäre nun -neue Aufstellung finden konnten.[28] In der Zwischenzeit von 1365-1370 -wurde der Hauptgottesdienst wahrscheinlich im Mittelschiff oder im -Westchor abgehalten. - -Von besonderem Interesse erscheinen zwei Urkunden, vom 3. Juli 1370 und -vom 10. Juli 1379[29], nach deren Inhalt die Ostkrypta nicht, wie man -annehmen könnte, beim Neubau eingefüllt worden wäre, sondern einstweilen -noch fortbestanden hätte. Beide Schriftstücke, von welchen das erste -die Bestätigung der Stiftung einer Pfründe für den Marienaltar enthält, -das andere von einem Ablaß des Kardinals Pileus für den gleichen Altar -handelt, bezeichnen ausdrücklich den Standort dieses Altares als in der -Krypta befindlich. Diese Bezeichnung des Standortes muß indessen sehr -auffällig erscheinen und ist nur schwer zu erklären, da ein Fortbestehen -der Ostkrypta nach Vollendung des Neubaues technisch unmöglich war. - -War schon im Jahre 1370 der Bau im Innern soweit vorgeschritten, daß der -Gottesdienst in demselben aufgenommen werden konnte, so ging auch das -Äußere rasch seiner Vollendung entgegen. Wie aus zwei im Stadtarchiv -Nürnberg aufbewahrten Urkunden vom 15. Oktober und 20. Dezember des -Jahres 1372[30] ersichtlich ist, war nämlich um diese Zeit der Außenbau -vollendet und aller Wahrscheinlichkeit nach auch das Gerüst beseitigt, -denn es wurden den ehemaligen Pächtern der Brotbänke am alten Ostchor -nun neue Brotbänke an den Pfeilern des neuen Chores überlassen. Was den -endgültigen Abschluß des ganzen Unternehmens noch hinausschob, wird wohl -der Umstand gewesen sein, daß entweder verschiedene auf die Ausstattung -und Einrichtung der Kirche abzielende Aufträge noch nicht erfüllt waren -oder daß es nach dieser Richtung überhaupt an Auftraggebern und Stiftern -eine Zeitlang gefehlt hat. Noch am 5. Juni 1379 erteilte der Kardinal -Pileus einen Ablaß, weil die vorhandenen Mittel zur Vollendung der -Kirche nicht ausreichten.[31] Am Sonntag nach Bartholomäus des Jahres -1379 endlich fand die feierliche Einweihung des neuen Ostchores statt, -welcher im ganzen 24000 Goldgulden kostete.[32] - -So war in verhältnismäßig kurzer Zeit -- besonders wenn wir die Jahre -1361-1372 ins Auge fassen -- ein mächtiges und herrliches Bauwerk -geschaffen worden. Es läßt diese Tatsache wohl einen Rückschluß zu auf -den Eifer, mit dem das Unternehmen begonnen und durchgeführt worden war, -aber auch auf die Wohlhabenheit der Bürger, welche das Unternehmen nie -hatte ins Stocken geraten lassen, was im Mittelalter, wo fast niemals -ein größeres Bauwerk nach dem ursprünglichen Plane in wenigen Jahren zur -Vollendung gelangte, zu den Seltenheiten gehörte. - - * * * * * - -=Baubeschreibung.= Der Ostchor von St. Sebald ist ein dreischiffiger -Hallenbau mit Chorumgang. Unregelmäßigkeiten und Verschiebungen in -der Grundrißbildung (Taf. V), wovon eingehend bei dem Abschnitt über -Stilkritik die Rede sein wird, hatten zur Folge, daß die Anlage mit -drei ungefähr gleich breiten Schiffen, wie sie im westlichen Joch, wo -der Chor an das Langhaus anstößt, gegeben war, nicht genau durchgeführt -werden konnte. Gleichwohl ist die quadratische Form der Gewölbefelder im -allgemeinen beibehalten worden, so daß fast immer die Breite der Schiffe -so ziemlich der Größe der Pfeilerabstände entspricht. - -Der Abschluß des Binnenchores wird von drei Seiten des Achteckes -gebildet. Im Chorumgang, dessen Außenwand aus sieben Seiten des -Sechzehneckes besteht[33], wechseln vier dreieckige Felder mit drei -rechteckigen Feldern ab. Das Gewölbe wird von zehn freistehenden -Pfeilern getragen, dem Schub des Gewölbes nach außen begegnet die Wand -mit 18 Strebepfeilern, an der Westwand entsprechen den Innenpfeilern -zwei romanische Vierungspfeiler und an den Außenecken stehen zwei kleine -Strebepfeiler. - -Das verwendete Baumaterial ist rötlichgrauer Sandstein von ziemlich -weicher Beschaffenheit aus den westlichen Ausläufern des Jura, für -Steinmetz- und Bildhauerarbeiten vorzüglich geeignet, jedoch von -geringer Widerstandskraft gegen die Unbilden der Witterung. - -Für die Anlage des neuen Ostchores war die Breite des romanischen -Querhauses maßgebend, von welchem verschiedene Teile mit in den Neubau -aufgenommen wurden. Die Westwand und die beiden Seitenwände wurden -mit ihren Pfeilern, Strebepfeilern und Diensten beibehalten. Dagegen -wurden die östlichen romanischen Vierungspfeiler durch neue freistehende -Pfeiler und die entsprechenden Strebepfeiler mit ihren Diensten -ebenfalls durch neue ersetzt. - -Zu den Anbauten und Nebenbauten gehören zwei Sakristeien: die größere -an der Nordwand zwischen dem dritten und vierten Strebepfeiler, -ein zweistöckiger Bau in rechteckiger Grundrißform, das untere -Geschoß mit zweiteiligem Gewölbe, und die kleinere gegenüber an der -Südwand, ebensolang, aber nur halb so breit wie die andere Sakristei -und nur eingeschossig. Die südliche Sakristei war ursprünglich die -Pankratiuskapelle. An die beiden Sakristeien schließt sich westlich -je eine Kapelle an, zwischen zwei Pfeilern durch Einziehung derselben -eingebaut; die nördliche derselben, von der Nürnberger Patrizierfamilie -der Pfinzing gestiftet, wurde später durch Umbau in eine Empore -verwandelt und führt jetzt den Namen Magistratschor, die südliche ist -die Pömerkapelle. - -[Illustration: Abb. 23. Ostchor. Innenansicht.] - -Zwischen den beiden ersten Strebepfeilern an der Nordwand wie an der -Südwand, also hart neben den beiden eben erwähnten Kapellen, führen -die zwei schon früher vorhandenen Portale in den Chor, nördlich das -Brautportal oder die »Ehtür« und südlich das Dreikönigsportal. Die -östlich der südlichen Sakristei befindliche kleine Türe, die sogenannte -Schautüre, bestand damals noch nicht.[34] Die einzelnen Wandabteilungen -werden von schlanken, gleich langen Fenstern durchbrochen; nur die -Fenster in einigen westlichen Traveen, insbesondere das über der -nördlichen Sakristei, haben eine Kürzung erfahren müssen. - -=Querschnitt und Aufriß= (Taf. VI). Das Prinzip der Hallenkirche -erfordert, wenn es rein zum Ausdruck kommen soll, bei den drei -parallelen Schiffen nicht nur gleiche Spannweite, sondern auch gleiche -Höhe. Letzterem Erfordernis ist am Ostchor von St. Sebald durchweg -Rechnung getragen, und es konnte dies, eben weil die Schiffe so ziemlich -gleiche Spannung haben, leicht geschehen; es war demnach weder eine -schlanke, noch eine gedrückte Bildung der Wölbungslinien notwendig, und -so mußten auch die Kämpfer, beziehungsweise Gewölbeanfänger gleiche -Höhe erhalten. Ungleichheiten entstanden nur im östlichen Teile des -Chores, wo zwar die Breiten der Wandabteilungen mit den Pfeilerabständen -ungefähr übereinstimmen, aber beide nicht mit der Spannweite des -Umganges. Gleiche Scheitelhöhe einerseits und gleiche Kämpferhöhe -andererseits ist jedoch auch hier beibehalten worden, weshalb die -Wölbungslinien das einemal eine gedrücktere, das anderemal eine spitzere -Form annehmen. Eine kleine Unregelmäßigkeit hat sich ferner noch beim -Ansatz des Gewölbes an die stehengebliebenen Wände, Pfeiler und Dienste -des romanischen Querhauses ergeben. Es wurden nämlich die westlichen -Vierungspfeiler mit ihren Diensten sowie die übrigen Dienste vollständig -in den Neubau aufgenommen, also einschließlich der Kapitäle, nur an -den beiden Pfeilern wurden die vorkragenden Gesimse weggeschlagen, was -aber konstruktiv ohne Belang ist. Erst von den romanischen Kapitälen an -beginnen die gotischen Gurt-, Rippen- und Schildbögen, oder richtiger -gesagt: =schon= von den romanischen Kapitälen an; denn da das neue -Gewölbe -- nicht nur die Scheitel, sondern auch die Gewölbeanfänger -- -etwa 1·50 m höher liegt als das alte, so mußten die neuen Gewölbteile -über den romanischen Stützen um diese Entfernung gestelzt werden. Dabei -wurde für den ersten nördlichen Scheidbogen die Breite des romanischen -Vierungspfeilers beibehalten, da dessen Breite der Stärke der übrigen -Scheidbögen zufälliger Weise entsprach, die Breite des anderen Pfeilers -dagegen mußte, weil derselbe bedeutend stärker, verkleinert werden. - -Die Wahl gleicher Höhe sowohl wie gleicher Spannweite der Schiffe -brachte außerdem noch ein günstiges Verhältnis für die Stabilität -des Baues mit sich. Der Schub der mittleren Gewölbe wird auf -diese Weise naturgemäß durch die seitlichen völlig aufgehoben, -so daß die Außenmauern und ihre Strebepfeiler nur dem Schub der -Seitenschiffsgewölbe Widerstand zu leisten haben. Außenmauern und -Strebepfeiler hätten somit auf ihre geringste Stärke reduziert werden -können, ebenso die Innenpfeiler, welche ja nur unter senkrechter -Belastung stehen. Allein eine solche Reduzierung hätte für den Bestand -des Bauwerkes gefahrdrohend sein müssen. Man wollte den ganzen Chor mit -seinen drei Schiffen und seinem Umgang, wie es damals bei Hallenbauten -üblich war, unter ein einziges Dach bringen, und ein solches Dach mußte -bei den riesigen Dimensionen schon durch sein eigenes Gewicht, dann aber -vor allem durch den Winddruck, den es auszuhalten, und die Schneemasse, -die es zu tragen hatte, den Gewölbebau ganz beträchtlich belasten. Und -so unterblieb die theoretisch zulässige Reduzierung von Pfeiler- und -Wandstärke auf das Mindestmaß. - -[Illustration: Abb. 24. Innenansicht vom Ostchor gegen Nordosten.] - -Die schlanken Innenpfeiler (Abb. 23) zeigen bereits ausgesprochenen -spätgotischen Charakter: ihr Horizontalschnitt besteht aus einem -regulären Achteck mit vier angelegten kreisrunden Diensten. Der -Pfeilersockel hat die erweiterte Form des Pfeilers, mit dem Unterschied, -daß der achteckige Grundriß an den Diagonalseiten zu einem rechteckigen -ergänzt ist. Den Übergang vom Sockel zum Pfeiler stellt eine einmalige -wellenförmige Abstufung mit zwei kleinen Hohlkehlringen, bei den Ecken -eine pyramidenförmige dreiteilige Abstufung her. Kapitäle fehlen. Der -Übergang von der Stütze zur Last sollte unmittelbar sein. Doch wurde es -unterlassen, den Grundriß des Gewölbanfängers in Übereinstimmung mit dem -Pfeilergrundriß zu bringen oder umgekehrt. Denn der Pfeiler hätte, wenn -Dienst mit Rippe oder Gurt, Scheidbogen mit einem Teile des Pfeilerkerns -selbst sich hätten decken sollen, eine achteckige Grundrißform haben -müssen, indem die beiden in der Querachse liegenden Seiten mit je drei -Diensten für je einen Gurt und zwei Rippen ausgerüstet gewesen wären; -die beiden in der Längsachse liegenden Seiten würden den Scheidbögen -entsprochen haben. So aber -- bei einem achteckigen Pfeiler mit vier -Diensten an den vier Hauptseiten -- mußten die seitlich einmündenden -drei Rippen, einschließlich eines Gurtes, enger zusammengefaßt werden -und sich auf einen einzigen Dienst beschränken, während die übrigen -zwei Dienste mit den anschließenden Teilen des Pfeilers in die gänzlich -anders profilierten Scheidbögen übergehen. Aber auch die Rippenprofile -sind wesentlich verschieden von der runden Form der Dienste, so daß das -Gesamtbild des Gewölbanfängers keineswegs mit der Form des Pfeilers -übereinstimmt. Gleichwohl wird dadurch, daß sich die einzelnen Rippen -und Bögen nur allmählich im Pfeiler verlieren, im Beschauer die Meinung -erweckt, als wenn sich der Übergang vom Pfeiler zum Gewölbe in weitem, -unmerklichem Fluß vollziehen würde. - -Das in Anwendung gebrachte Gewölbesystem ist das einfache Kreuzgewölbe -über quadratischem Grundriß. Der Gewölbescheitel liegt nahezu -horizontal, auch in den beiden äußeren Gewölbevierteln der ersten -Seitenschiffsjoche, welche wegen des vorhandenen romanischen -Mitteldienstes geteilt wurden. Es steht demnach auch die Wandfläche -als solche nur unter senkrechter Belastung. Rippen, Gurte, Schildbögen -sind unter sich gleich stark und in gleicher Weise profiliert, die -Schlußsteine sind kreisrund und führen die Profilierung der Rippen fort. -Das Profil der Scheidbögen zeigt zwischen zwei tief einschneidenden -Hohlkehlen einen polygonalen Vorsprung. - -Bei der Einwölbung der rechteckigen und dreieckigen Felder des -Chorumgangs hatten sich Besonderheiten nicht ergeben. Ebensowenig -bei der Einwölbung des Binnenchorabschlusses, indem zu den drei -gleich großen Achteckseiten die beiden anstoßenden etwas größeren -Pfeilerabstände hereingenommen wurden, so daß die Lösung der -Wölbungsfrage in der einfachsten Weise geschehen konnte. - -Das Material des Kappengemäuers ist Bruchstein in Mörtelbettung. - -Dieselbe Einfachheit, mit der Grundriß und Aufriß, beziehungsweise -Querschnitt durchgebildet sind, zeigt sich auch bei der Gliederung der -Innenwand (Abb. 24). Die bereits gegebene Teilung wurde ohne eigentliche -Zutat belassen. Die senkrechte Teilung in einzelne Wandflächen -besorgen die Wandpfeiler, oder, besser gesagt, die Fortsetzungen der -Wölbungsgurte, welche aber nicht besonders auffällig aus der Wand -heraustreten, denn sie haben nicht nur die Profilierung der Rippen, -sondern auch deren Stärke behalten. Etwa 4 m über dem Boden beginnen -die Fensteröffnungen und ziehen sich hoch hinauf bis an das Gewölbe. -Diese starke Betonung des Vertikalen wird nur unterbrochen durch ein -in der Nähe und in Verbindung mit den Fensterbänken horizontal um den -Chor herumlaufendes Gesims, das jedoch an den Mauerdiensten absetzt. -Als einziger Schmuck wurden zu beiden Seiten der Fenster für noch zu -stiftende Statuen Konsolen und reich gestaltete Baldachine angebracht -(Abb. 25). - -[Illustration: Abb. 25. Baldachin im Ostchor.] - -In der Profilierung der Fensterleibungen wechseln mehrere Hohlkehlen, -Rundstäbe und Stege miteinander ab. Charakteristisch ist außer der -Betonung einer größeren Hohlkehle die Anfügung des Rundstabes, der mit -einem Doppelpolster auf einem kanellierten stabförmigen Sockel aufsitzt. - -Die Anwendung der Polychromie war nur spärlich. Trotzdem war der -Eindruck des Innenraumes auf den Beschauer ein malerischer. Die -Kirche war von Anfang an getüncht, so daß die scharfe Wirkung, welche -die nackte Steinarchitektur ausgeübt hätte, wesentlich gemildert -erschien. Ungemein wohltuend wirkten dann die einzelnen bemalten -Stellen, gleichsam Farbflecke im Gesamtbilde der Architektur. Die -Leibungen der Fenster waren mit roter Steinfarbe gestrichen, mit -einfachem Strichmuster waren die Gewölbrippen belebt, bunte Fassung -mit reichlicher Verwendung von Gold zeigten nur die Schlußsteine. Die -farbige Ausschmückung der Chorwände unterhalb der Fensterbank und auch -der Baldachine war dem Wohltätigkeitssinn der Patrizier und anderer -reicher Familien überlassen, ebenso wie die Ausfüllung der großen -Fensterflächen mit Glasmalereien. - -Der Eindruck des Innenraumes an und für sich, des Raumbildes selbst, -ist ein überaus günstiger. Schon in der Beleuchtung des Raumes liegt -eine Reihe von Vorzügen. Dadurch, daß sämtliche Schiffe gleiche Höhe -haben, verteilt sich das Licht gleichmäßig auf den ganzen Raum, es -entsteht nirgends eine finstere Ecke. Gesteigert wird diese Wirkung noch -durch den Umstand, daß fast sämtliche Fenster mit Glasmalereien bis zur -halben Höhe ausgestattet sind, beziehungsweise bei der 1379 erfolgten -Einweihung ausgestattet waren, so daß die Beleuchtung den Gewölben -zu verstärkt, nach unten gedämpft wird und daß andererseits die tief -herabgezogenen Seitenfenster weniger stören. - -Der Charakter des Hallenbaues kommt voll und ganz zum Ausdruck. Die -Verzichtleistung auf ein Querschiff und somit auf die Kreuzform -überhaupt, der in die Breite gehende Aufbau bei verhältnismäßig kurzer -Längenausdehnung des Ganzen haben zur Erreichung des Hallenprinzips den -größten Teil beigetragen. Die breite Anlage, der kühne Aufbau kommt erst -recht zur Geltung, wenn man von dem romanischen Langhaus in den neuen -Chor übertritt. Ein gewisses beengendes Gefühl, das einen in den fest -geschlossenen Schiffen -- die gotischen Seitenschiffe nicht ausgenommen --- überkommt, schwindet mit einemmal, man atmet auf und glaubt in freier -Luft zu sein. - -Welch gewaltiger Unterschied liegt da zwischen dem Bauwerk der ersten -Hälfte des 13. Jahrhunderts und dem der zweiten Hälfte des 14. -Jahrhunderts! Ruhen dort die Vorzüge in der Darstellung und in der bis -zu einem gewissen Grade konsequenten Durchführung des =Organischen=, -so breitet hier die =Raumkunst= ihre gesamten Vorteile in mächtiger -Entfaltung aus. So verhältnismäßig kurz der dazwischenliegende -Zeitraum auch ist, aus dem älteren Bau kann der Neubau nicht erklärt -werden; man glaubt vor einem Rätsel zu stehen. Denn der im Anfange -des 14. Jahrhunderts erfolgte Umbau der Seitenschiffe des romanischen -Langhauses gibt, obwohl er mit ein Glied in der Entwicklungskette -bildet, keinen Aufschluß und kann auch keinen geben, da das basilikale -System beibehalten worden ist und daher die Seitenschiffe wegen ihrer -untergeordneten Bedeutung nicht in Frage kommen können. - -Das Innere des Ostchores zeichnet sich aber auch noch durch besondere -Vornehmheit in der Gesamtwirkung aus, ganz im Gegensatz zu der -Nüchternheit der spätgotischen Hallenkirchen. Es ist dies vor -allem einem überaus fein gestimmten Proportionsgefühl des Erbauers -zuzuschreiben. Zudem zeigte sich derselbe auch frei von dem Streben nach -der in der Spätzeit so beliebten Kontrastwirkung und hat kleinliche -Details streng vermieden. Bei dem Gebrauch des dekorativen Elementes hat -er sich eine weise Beschränkung auferlegt. - - * * * * * - -Die Struktur des Außenbaues (Taf. VII, VIII, IX) ist analog der -Gestaltung der Innenwand an sich wenig reich an Gliederung. Es wechseln -die schlanken Strebepfeiler mit den fast ebensolangen Fenstern ab, also -in der Hauptsache ebenfalls Betonung des Vertikalen. In Vereinigung mit -den Fensterbänken zieht sich ein kräftiges Gesims um den ganzen Chor -herum, die Streben mitinbegriffen, und als zweite Horizontallinie kann -die auf der Chormauer aufsitzende Galeriebrüstung betrachtet werden. -So einfach, ja man möchte sagen, so primitiv die Gliederung des durch -die Hallenanlage bedingten Außenbaues ist, schwerfällig kann derselbe -keineswegs genannt werden. Denn mit der Wahl von sieben Seiten des -Sechzehnecks für den Chorabschluß wurde eine enge Aneinanderreihung der -Streben erzielt, so daß die verhältnismäßig schmalen Fenster nahezu -die ganze Zwischenwand einnehmen und somit das Mauerwerk wesentlich -auf den konstruktiven Bedarf reduziert wird. Und auch Eintönigkeit und -Einförmigkeit, die eine natürliche Folge im Außenbau einer solchen -Anlage hätten sein müssen, sind durch Gliederung im einzelnen und durch -reichen Aufwand an Dekoration gänzlich vermieden worden. - -Eine Gliederung des Mauerwerks unterhalb des in Fensterhöhe sich -herumziehenden Gesimses ist unterlassen worden; nur ein schlichter -Sockel, wie am übrigen Bau wellenförmig mit der Mauer verbunden, ist zu -erwähnen. Erst von dem Hauptgesims ab beginnt die Architektur lebendig -zu werden. Die sich verjüngenden Strebepfeiler sind in drei Stockwerke -abgeteilt, wobei die markierenden feinen Gesimse auch auf die zwischen -Pfeiler und Fenster als Rest verbliebenen Wandstreifen übergreifen. -Die einzelnen Absätze nun sind mit einer Fülle von Blendwerk, jedoch -in klarer Disposition, ausgestattet. Die Blendnischen der unteren -Stockwerke enthalten zur Aufnahme von Statuen Baldachine (Abb. 27 und -a, b) und Konsolen, welch letztere, bald auf Säulen ruhend, bald nur -in die Wand eingelassen, ornamentalen und figürlichen Schmuck zeigen; -neben den Fenstern sind, entsprechend dem Pfeiler, zu demselben Zweck -Postamente, auf dem Hauptgesims stehend, und hohe, bis an das nächste -Pfeilerstockwerk hinaufragende Baldachine angebracht. Das Blendwerk des -zweiten Stockwerkes setzt sich auch auf die Wand bis an die Fenster hin -fort; dagegen fehlen hier Konsolen und Baldachine. Vorne ist dieses -Stockwerk dreieckig gestaltet, die Nischen der beiden Dreiecksseiten -enthalten wiederum kleine Postamente und Baldachine; über dem Dreieck -erhebt sich eine mit Krabben und Kreuzblume geschmückte Fiale bis über -die Hälfte des nächsten Stockwerkes, dessen Blendwerkgliederung infolge -des geringeren Umfanges wesentlich vereinfacht ist. - -[Illustration: TAFEL VII. Grundrißentwicklung der Strebepfeiler am -Ostchor.] - -[Illustration: TAFEL VIII. Ansicht eines Ostchorjoches.] - -[Illustration: TAFEL IX. Seitenansicht und Schnitt eines Strebepfeilers -am Ostchor.] - -Die Profilierung der Fensterleibungen ist ähnlich der an der Innenwand -und wird hauptsächlich durch eine größere Hohlkehle bestimmt. Das -Maßwerk der Fenster hat noch keine komplizierten Formen und erinnert -meist an die Zeit der Hochgotik. Die vier Teile, in welche die Fenster -durch einen stärkeren Mittel- und zwei schwächere Seitenpfosten geteilt -sind, schließen einzeln mit Spitzbögen ab, welche wiederum paarweise -zusammengefaßt sind, und die Füllung in diesen beiden Spitzbögen bilden -gewöhnlich Dreipässe. Nur in den Fenstern des ehemals romanischen -Querhauses, die durch Verlängerung der dort schon bestandenen gotischen -Fenster entstanden sind, ist die Bildung der Maßwerkfüllung eine -freiere, weniger zum Gesamtorganismus passende, es tritt sogar die -Fischblase auf. - -Über den Fenstern ragen Wimperge, in Kreuzblumen endigend und mit -Laubbossen auf den Kanten, empor; sie sitzen seitlich auf hohen, bis zur -Fensterbank hinabreichenden Rundstäben auf und überschneiden oben die -zinnenbekrönte, an ihrem Fuß mit Ranken und Blattwerkfries geschmückte -Galerie. Ein weiteres, die Gesamtarchitektur belebendes Moment sind die -mit Blendwerk, Krabben und Kreuzblumen ausgestatteten Fialen auf den -Strebepfeilern. - -So ist es gelungen, durch Gliederung im einzelnen wie durch reiche, -aber immer maßvolle Entfaltung ornamentalen Schmuckes den Mangel an -Gliederung des Ganzen zu ersetzen. Und außerdem ist mit dem von der -Chorgalerie, den Fensterwimpergen und Fialen gebildeten prächtigen Kranz -für den Beschauer ein gut Teil des gewaltigen Daches verdeckt. - -Die Westwand des romanischen Querhauses, welche schon wegen der -höheren Einwölbung des neuen Ostchores erhöht werden mußte, ist bis -über den First des romanischen Mittelschiffes weitergeführt, jedoch -nicht bis zum First des Chordaches, sondern, vielleicht um weniger -Widerstand gegen Wind und Wetter zu bieten, vielleicht auch nur aus -Sparsamkeitsrücksichten, abgewalmt.[35] - -Der Eindruck des Außenbaues auf den Beschauer ist ein mächtiger, um so -mehr, als man beim Anblick unwillkürlich zum Vergleich mit den älteren, -in kleineren Verhältnissen errichteten Bauteilen der Kirche gezwungen -wird. Nur liegt hier die Sache anders als beim Innenbau. Dort wird der -Hauptunterschied mehr in der Breitendimension gefunden, hier mehr in der -Höhendimension. - -Ist auch das Mauerwerk des neuen Ostchors nicht bedeutend höher als -die romanische Hochwand, so übt doch das Dach mit seiner mächtigen -Ausdehnung eine geradezu erdrückende Wirkung auf den übrigen Bau aus, -und zwar deswegen, weil die drei Schiffe mit einem einzigen Sattel -überzogen sind. Angenommen, es wäre möglich gewesen, jedem einzelnen -der Chorschiffe, wie es z. B. bei verschiedenen Bauten in Hessen öfters -der Fall ist, eine besondere Bedachung aufzusetzen, so würden diese -einzelnen Dächer ebenso wie das Mauerwerk das romanische Mittelschiff -nur wenig überragt haben. So aber ist der neue Ostchor mitbestimmend für -das Stadtbild geworden, was hundert Jahre später auch bei der Kirche St. -Lorenz der Fall war. In der Silhouette der Stadt, welche mit der Burg -und den beiden Turmpaaren von St. Sebald und St. Lorenz im wesentlichen -gegeben ist, ragen auch die beiden Chorbauten empor; von Westen gesehen, -blicken sie durch die Türme durch, von Süden gesehen gewähren sie den -Anschein, als wäre jede Verbindung zwischen ihnen und ihren Türmen -aufgehoben. - -Ein Vergleich des Neubaues mit dem alten Bau drängt sich aber noch -bezüglich der Wirkung der Architektur selbst auf. Der Unterschied -zwischen dem Ostchor und der romanischen Hochwand ist im Außenbau -noch überraschender als im Innenbau. Denn hier fehlt beim romanischen -Bau jegliche Struktur. Aus der glatten Wand mit den fünf rundbogigen -Fenstern ist ein Rückschluß auf die Art der Innenkonstruktion, -beziehungsweise der Einwölbung unmöglich. Doch tritt für den Beschauer -der romanische Teil des Baues zu sehr in den Hintergrund zurück, als daß -er unbedingt zu einem Vergleich mit dem Chor herausfordern würde. Anders -verhält es sich mit den Seitenschiffen. Im Innern werden dieselben trotz -ihrer erheblichen Breite kaum beachtet. Ihr Außenbau jedoch führt eine -beredte Sprache. Seit 1309 begonnen, zeigen sie in der Gliederung der -Architektur wie in der Dekoration den Geist der Hochgotik, voll Feinheit -und Geschmack. Und der Stilcharakter im Außenbau des Ostchores scheint -bei der über ein halbes Jahrhundert betragenden Zeitdifferenz nicht weit -verschieden zu sein: dasselbe Prinzip der Gliederung und Dekoration -hier wie dort, bestehend in Galeriebrüstung und überschneidenden -Fensterwimpergen und Pfeilerfialen. - -=Stilkritische Würdigung.= Wir fragen uns nun, welche Stelle nimmt der -Ostchor von St. Sebald in der Bau- und Kunstgeschichte seiner Zeit ein, -in welchen Beziehungen steht dieser Bau zu anderen Hallenbauten und aus -welchen Quellen hat sein Meister geschöpft? - -Die Hallenkirche nimmt in der Baugeschichte der Spätgotik einen breiten -Raum ein. Es hatte sich diese Bauart aus dem Grunde fast überall Eingang -verschafft, weil sie dem Zeitgeist am besten entsprach und weil die -in ihrem Wesen begründet liegende Einfachheit im Raum sowohl wie in -der Konstruktion und die daraus sich ergebende größere Sparsamkeit -der Bauausführung ihr den Vorzug vor dem basilikalen Bausystem gaben. -Am meisten wurde die neue Bauart in der deutschen Spätgotik in zwei -ganz verschiedenen Gegenden kultiviert: in Hessen und in Westfalen -einerseits, in Schwaben und in den bayerischen Ländern andererseits. -Dabei hatten sich bald verschiedene Typen gebildet oder es wurden -frühere Typen wieder aufgegriffen und so entstanden Hallenkirchen -mit glattem Schluß der Schiffe, solche mit polygon geschlossenem, -vorgeschobenem Chor und solche mit Chorumgang. Der letztere Typus hatte -sich vornehmlich im nordöstlichen Schwaben, in Bayern und Österreich -eingebürgert, und so scheint auch unser Ostchor von St. Sebald mit in -die Gruppe zu gehören. - -Der erste Bau dieser langen Reihe von unter sich mehr oder weniger -verwandten Hallenkirchen war die Heiligkreuzkirche zu Schwäbisch-Gmünd, -erbaut von dem aus Köln gebürtigen Meister Heinrich Parler.[36] Die -Bauzeit dieser Kirche umfaßt nahezu ein Jahrhundert: in den zwanziger -Jahren des 14. Jahrhunderts wurde an Stelle einer romanischen Kirche mit -dem Bau des Langhauses begonnen, 1351 wurde der Neubau des Chores in -Angriff genommen und erst 1414 fand die Einweihung des ganzen Bauwerkes -statt. Aus den letzten Jahren dieser Bauzeit wird die Einwölbung dieses -Langhauses stammen. Das Gewölbe des Chores gehört erst dem Ausgang des -15. Jahrhunderts an. - -In der Anlage nun ist die Heiligkreuzkirche in Gmünd eine dreischiffige -Hallenkirche mit Chorumgang und Kapellenkranz. Die Seitenschiffe -sind bedeutend schmäler als das Mittelschiff, im Chor noch mehr als -im Langhaus; die Gewölbfelder im Mittelschiff sind rechteckig, die -in den Seitenschiffen haben fast quadratische Form. Der Abschluß des -Binnenchors ist aus drei Seiten gebildet, welchen im Chorumgang sieben -Seiten entsprechen, so daß in der Mittelachse ein Chorfenster liegt. -Die Strebepfeiler des Chores sind in ihrer unteren Hälfte zur Bildung -von Kapellen eingezogen, welche geradlinig geschlossen sind. Von der -ursprünglich geplanten Wölbung kann nicht viel gesagt werden, doch -soviel scheint sicher, daß die Scheitelhöhe der Gewölbe auch damals -schon in den drei Schiffen einander gleich gedacht war; daraus hätte -sich dann, ebenso wie es jetzt der Fall ist, für das Mittelschiff eine -gedrücktere, für die Seitenschiffe eine schlankere Form der Gewölbe und -eine ungleiche Verteilung der Drucklinien ergeben. Die Gewölbe ruhen auf -Säulen. - -Der Bau des Ostchors von St. Sebald, in der Bauzeit mit der Gmünder -Kirche teilweise sogar zusammenfallend, scheint unter dem Einflusse -derselben zu stehen. - -Das Prinzip der Hallenkirche ist beim Ostchor von St. Sebald viel -reiner zur Erscheinung gekommen als bei der Heiligkreuzkirche zu -Schwäbisch-Gmünd. Die langgestreckte Ausdehnung hier konnte bei St. -Sebald leicht vermieden werden, da es sich in Wirklichkeit nur um einen -Chor und nicht um eine ganze Kirche handelte, und auch das gleiche Maß -der Schiffsbreiten, wenn auch nicht bei jedem Joch genau eingehalten, -war mit dem Anschluß an die drei Quadrate des romanischen Querschiffes -gegeben. Und infolge der gleichen Höhe der drei Schiffe wird der Schub -der mittleren Gewölbe aufgehoben, die inneren Pfeiler sind nur senkrecht -belastet und den Strebepfeilern außen obliegt lediglich die Aufgabe des -Widerstandes gegen den Gewölbeschub der äußeren Schiffe. Es hat somit -eine in jeder Weise gleichmäßige Gestaltung des Baues bewirkt werden -können, und so sieht der Beschauer im Innern des Chores nach jeder -Richtung hin das gleiche System, wohl das Endziel des Hallenbaues, was -bei der Heiligkreuzkirche in Schwäbisch-Gmünd bei weitem nicht der Fall -ist. - -Nun liegt allerdings zwischen der 1326 mit dem Schiffe und 1351 mit -dem Chor begonnenen Heiligkreuzkirche zu Gmünd und dem 1361 begonnenen -Ostchor von St. Sebald der Bau der Nürnberger Liebfrauenkirche. Man -fragt sich unwillkürlich, ob nicht diese Kirche das Bindeglied zwischen -den beiden verwandten Bauten darstellte, d. h. ob denn ohne den Vorgang -der Liebfrauenkirche die Fortschritte am Bau von St. Sebald wohl denkbar -gewesen wären. - -Innerhalb der schwäbisch-bayerischen Gruppe, und nur diese kommt hier -in Betracht, ist die Liebfrauenkirche der erste Hallenbau mit gleich -weiten Jochen, in die Länge wie in die Breite gemessen: der Grundriß -besteht aus neun großen Quadraten. Abgesehen von diesem besonderen -Punkte besteht im übrigen eine engere Verwandtschaft dieser Kirche mit -der Heiligkreuzkirche in Gmünd. Es sei hier nur an die gleiche Bildung -der Gewölbestützen in Form zylindrischer Schäfte oder runder Säulen mit -Blattwerkkranz als Kapitäl und vor allem an die Gestaltung der Fassade -erinnert. Die Verschiedenheit im Verhältnis des Mittelschiffes zu den -Seitenschiffen hat aber aller Wahrscheinlichkeit nach darin ihren -Grund, daß in Schwäbisch-Gmünd zum Teil der Grundriß der abgebrochenen -romanischen Kirche, vielleicht auch deren Grundmauern mit in den Neubau -aufgenommen wurden, und daß dem Baumeister die Anlage mit schmäleren -Seitenschiffen gar nicht unwillkommen war wegen der einfachen Lösung -der Frage der Umführung derselben um den Binnenchor, während an der -Nürnberger Frauenkirche, als an einer Hallenkirche mit vorgeschobenem -Chor, ohne Schwierigkeit das Prinzip des gleichen Maßes bei Mittel- und -Seitenschiff zur Durchführung gelangen konnte. - -Und dennoch wird man zugeben müssen, daß in der Entwicklung von der -Heiligkreuzkirche in Gmünd zur Sebaldkirche in Nürnberg die Frauenkirche -ein Zwischenglied =nicht= bildet. Denn der einzige übereinstimmende -Punkt bei den zwei Nürnberger Kirchen ist eben das bei Seitenschiffen -und Mittelschiff gleiche Maßverhältnis. - -Wie oben bereits angedeutet, hängt beim Ostchor von St. Sebald die -Teilung in drei gleiche Schiffe mit dem Anschluß an das vorhandene, -in den Neubau übernommene romanische Querschiff zusammen. Von dem -romanischen Querschiff wurde beim Neubau verwertet die ganze Westwand -und die beiden Schmalwände. Auf das relativ hohe Gewölbe verzichtete -man, da das neue Gewölbe im ganzen Chor durchweg noch um 1·5 m -höher gelegt werden sollte. Dagegen ließ man die Mitteldienste an -den Seitenwänden bestehen und, um sie nicht ohne Bestimmungszweck -zu lassen, teilte man wie beim romanischen Bau die beiden äußeren -Gewölbeviertel wiederum in je zwei Achtel. - -Daß die östlichen Vierungspfeiler neuen Pfeilern weichen mußten, -erscheint selbstverständlich. Jedoch steht, wenn auch bei Errichtung -der neuen Pfeiler das Fundament der alten Pfeiler mitbenutzt wurde, die -Achse des nördlichen Pfeilers außerhalb der Achse des alten. - -Bei näherer Betrachtung des Grundrisses findet man zunächst, daß sich -der ganze Chor von Westen nach Osten fortschreitend verbreitert, sowie -ferner, daß seine Achse um einige Grade nach Norden verschoben ist. - -Was das Abbiegen der Längsachse anlangt, die man auch bei anderen -mittelalterlichen Kirchen, wenn auch nicht in so starkem Maße, -beobachten kann, so gibt es dafür verschiedene Erklärungsversuche, die -sich auf die Annahme schlechten Baugrundes oder von Mängeln in der -Visierung stützen. Einwandfrei ist jedoch diese Frage bis jetzt noch -nicht gelöst worden. - -Die andere Unregelmäßigkeit in der Anlage des neuen Chors mag vielleicht -darin ihren Grund gehabt haben, daß einer allzu großen Ungleichheit -der Gewölbefelder bei dem sich verengernden Chorumgang dadurch -vorgebeugt und zugleich für die am Hochaltar vorzunehmende Kulthandlung -Raum gewonnen wurde. Ebenso beabsichtigt erscheint die allmähliche -Verringerung der Abstände der Mittelpfeiler von Westen nach Osten, die -es bewirkt, daß sich die Zwischenräume zwischen den Abschlußpfeilern des -Binnenchors harmonisch dem Rhythmus der Pfeileranlage einpassen. - -Dabei wurden diese offenbaren Unregelmäßigkeiten vom Baumeister von -St. Sebald in so unauffälliger Weise vorgenommen, daß wir, im Innern -der Kirche stehend, von den einzelnen Verschiebungen, Verkürzungen und -sonstigen Unregelmäßigkeiten, ohne vorher darauf aufmerksam gemacht zu -sein, gar nichts wahrnehmen. - -Zeigen schon diese Maßnahmen, die sich zum Teil aus der Notwendigkeit -ergaben, eine Choranlage von fortentwickelten Raumabsichten mit der -ganz anders gearteten Raumwirkung der älteren Kirche in Einklang zu -bringen, den Baumeister von St. Sebald als überlegenen Geist, dem wir -ohne Zweifel auch einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung der -Baugedanken seiner Zeit zutrauen dürfen, so wird diese Vermutung auch -durch die Betrachtung der Durchbildung des Aufrisses bestätigt. - -Wie bereits oben erwähnt, ist es uns bei der Gmünder Kirche nicht -mehr möglich, die vom Meister Heinrich Parler ursprünglich geplante -Wölbung mit Sicherheit zu rekonstruieren; wir wissen nicht, war -ein komplizierteres oder ein einfacheres System gewählt worden. -Mit Bezug auf die, wenn auch in kleineren Verhältnissen gehaltene, -aber mit der Gmünder Kirche noch verwandte Nürnberger Frauenkirche -wäre dort im allgemeinen das vierteilige Kreuzgewölbe, für den -Abschluß des Binnenchores die Verbindung von Kreuz- und Sterngewölbe -anzunehmen. Was nun den Chorumgang anlangt, so wäre die einfachste -Lösung gewiß die: anschließend an die Seitenschiffe zunächst je ein -vierteiliges Kreuzgewölbe mit ungleichen Seiten und Diagonalen, dann -je zwei dreiteilige Gewölbe und zum Schlusse wieder ein vierteiliges -Kreuzgewölbe. Die Stützen der Gewölbe sind runde Säulenschäfte, deren -Kapitäle meist aus zwei Blattwerkkränzen mit polychromer Platte -bestehen. Also von einer organisch-konstruktiven Verbindung von Gewölbe -und Gewölbstütze keine Rede. - -Anders bei St. Sebald. Das Wölbungssystem stimmt mit dem an der Gmünder -Kirche eben rekonstruierten so ziemlich überein, bis auf den Chorumgang, -dessen Einwölbung sich hier infolge des für den Binnenchorabschluß -gewählten Achtecks natürlicher gestalten mußte: es wechseln vier -dreieckige Felder mit drei rechteckigen ab. Der Hauptunterschied liegt -jedoch darin, daß hier das Gewölbe nicht auf runden, sondern auf -polygonalen Stützen ruht, d. h. nicht auf Säulen, sondern auf Pfeilern, -und zwar haben diese Pfeiler achteckige Form mit vier vorgelegten -Diensten. Ferner ist der Ansatz des Gewölbes nicht durch ein Kapitäl -markiert, sondern Scheidbögen, Gurtbögen und Rippen wachsen gleichsam -unmittelbar aus den Diensten, zum Teil auch aus dem polygonalen Pfeiler -selbst heraus. In Anbetracht der dem Wesen des Hallenbaues zugrunde -liegenden Tendenz der Vereinfachung alles Konstruktiven bedeuten also -die Pfeiler im Chor von St. Sebald gegenüber den Säulen der Gmünder -Kirche einen Fortschritt in der Entwicklung. - -Vorbildlich für die Pfeilerbildung im Ostchor von St. Sebald mag -die Frauenkirche in Eßlingen gewesen sein. Bekanntlich besteht die -Schwäbische Schule des 14. und 15. Jahrhunderts aus zwei Gruppen, von -welchen der einen die Hallenbauten mit Chorumgang, der andern diejenigen -mit vorgeschobenem Chor und einem in der Mitte der Fassade stehenden -Turm angehören. Die erstere Gruppe wird vor allem vertreten durch die -Heiligkreuzkirche in Schwäbisch-Gmünd, die letztere wird repräsentiert -durch Bauten wie die Frauenkirche in Eßlingen und das Ulmer Münster. -Wohl war die Gmünder Kirche zugleich auch der Ausgangspunkt für die -große zumeist auf bayerischem Boden befindliche Gruppe von Hallenbauten, -wie den Kirchen St. Georg in Nördlingen und Dinkelsbühl, St. Lorenz -in Nürnberg, St. Martin in Landshut, der Frauenkirche in München. -Allein bei den engen baugeschichtlichen Beziehungen zwischen den beiden -Schwäbischen Schulen ist es ja ganz natürlich, daß auch Elemente der -zweiten Schule bei Bauten der bayerischen Gruppe Eingang gefunden haben. -So ist z. B. die Fassade der Nürnberger Frauenkirche nicht nur, wie -bereits oben erwähnt, von der Gmünder Kirche, sondern in viel höherem -Grade von der Frauenkirche in Eßlingen beeinflußt. - -Was nun die vorbildliche Bedeutung der letztgenannten Kirche für den -Ostchor von St. Sebald in Bezug auf die Pfeilerbildung anlangt, so -sei zunächst darauf hingewiesen, daß zwischen der Gmünder Kirche und -der Eßlinger Frauenkirche trotz Verschiedenheit in der Anlage eine -nahe Verwandtschaft besteht. In die Augen springend ist dieselbe -- -abgesehen von der erwähnten Fassadenbildung -- ja nicht. Allein eine -Reihe von gleichen Steinmetzzeichen an beiden Bauten geben einen -unwiderleglichen Beweis hiefür, was man bei der geringen geographischen -Entfernung der beiden Orte und bei dem Umstand, daß das Langhaus der -Gmünder Kirche zum Teil ebenso wie der östliche Teil der Eßlinger -Frauenkirche dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts angehören[37], -ganz selbstverständlich findet. Die Eßlinger Kirche hat wie der Ostchor -von St. Sebald polygone Pfeiler mit vorgelegten Diensten, welche, ohne -von Kapitälen unterbrochen zu werden, unmittelbar in Gurte und Rippen -übergehen, um vierteilige Gewölbe zu tragen. Also auch hier war der -Baumeister bestrebt, gegenüber dem bisher Üblichen eine wesentliche -Vereinfachung eintreten zu lassen. Nur hat, möchten wir hinzufügen, der -Eßlinger Meister eine schönere und auch konstruktiv richtigere Lösung -in der Pfeilerbildung gefunden, während der Baumeister des Ostchores -von St. Sebald, ohne besondere Rücksicht auf das Gewölbesystem, mehr -auf eine gleichmäßige Gestaltung des Grundrisses gesehen hat. Denn dort -gruppieren sich auf den beiden Schiffsseiten eines Pfeilers je drei -Dienste, von welchen sich jeder einzelne als Rippe, beziehungsweise -Gurt fortsetzt und die Arkadenbögen setzen am Pfeilerkern selbst -an, hier dagegen wachsen die Arkadenbögen aus Diensten heraus und -den drei Rippen (zwei Diagonalrippen und eine Gurtrippe) an einer -Schiffsseite steht nur ein einziger Dienst zur Verfügung. Durch den -Ansatz mehrerer mit Hohlkehlen profilierter Rippen an einem Dienst sind -aber ganz neue Bildungen entstanden, wie sie häufig erst an späteren -Bauten, wir erinnern nur an die St. Georgskirche in Dinkelsbühl, -wiederkehren, allerdings dort infolge der im 15. Jahrhundert üblichen -reichen Sterngewölbe in komplizierterer Form. Allein trotz dieser -Unterschiede der Pfeiler im Ostchor von St. Sebald von den Pfeilern -der Eßlinger Frauenkirche erscheint doch die Annahme gerechtfertigt, -daß der Baumeister von St. Sebald die ganze Idee, polygone Pfeiler mit -vorgelegten Diensten zu schaffen und dieselben ohne Kapitäl gleich -direkt ins Gewölbe überzuführen, der Eßlinger Frauenkirche entnommen hat. - -Noch in einem anderen Punkte des Aufrisses verrät der Ostchor von -St. Sebald gegenüber der Heiligkreuzkirche in Gmünd einen hohen Grad -von Selbständigkeit; es betrifft dies in der Hauptsache auch mit die -Gestaltung des Außenbaues. - -Während an der Gmünder Kirche die Wände des Schiffes lange, bis hinauf -an die Wölbung reichende Fenster aufweisen, sind die Chorwände in zwei -Stockwerke geteilt. Es sind dort nämlich die Strebepfeiler in ihrer -unteren Hälfte eingezogen, oder besser gesagt, die Chorwand ist in ihrer -unteren Hälfte hinausgeschoben, so daß sich um den Chorumgang eine Reihe -von Kapellen gruppiert. Beim Ostchor von St. Sebald dagegen hat man auf -den Kapellenkranz verzichtet und wie beim Langhaus der Gmünder Kirche --- auch hierin kann die Frauenkirche in Eßlingen anregend mitgewirkt -haben -- hohe, die ganze Länge der einzelnen Wandabteilungen einnehmende -Fenster gewählt. Dies hat zur Folge, daß hier die Beleuchtung des ganzen -Chors viel stärker wird als im Chor der Gmünder Kirche und andererseits, -daß dort die Chorwand eine reichere Gliederung erhält. Der Baumeister -von St. Sebald hat nun unter gleichzeitiger Erhöhung des gewonnenen -Vorteils den entstandenen Nachteil dadurch gemindert, daß er die Breite -der Fenster fast bis an die Strebepfeiler hin ausdehnte und so die -Mauerfläche gleichsam in eine Reihe von Gewölbestützen auflöste. Und -was die Außenansicht allein anlangt, so wurde der Mangel an Gliederung -noch weiter durch eine reiche Ausstattung ersetzt. Von dem in der Höhe -der Fensterbänke sich herumziehenden Gesims an weisen die in drei -Stockwerken sich abstufenden Strebepfeiler, übergreifend auf den kleinen -Rest von Wandfläche, eine Fülle von Schmuck auf, bestehend in vielem -Blendenwerk, Konsolen, Baldachinen und Fialen. Um nun von den mächtigen, -aber monoton wirkenden Chordach soviel wie möglich zu verdecken, hat -der Meister einen bereits an der Gmünder Kirche zum Ausdruck gebrachten -Gedanken wiederholt, indem er auf die Mauer eine Galerie aufsetzte, -welche mit den die Fenster überragenden Wimpergen und den die Pfeiler -bekrönenden Fialen dem Chor ein geradezu prächtiges Aussehen verleiht. - -Also auch nach dieser Seite hat es der Baumeister von St. Sebald, -der seine Zugehörigkeit zur Schwäbischen und speziell zur Gmünder -Schule nicht verleugnen kann, aber völlig frei ist von sklavischer -Abhängigkeit, verstanden, den im Wesen der Hallenkirche begründet -liegenden Anforderungen gerecht zu werden. Er hat durch Vereinfachung -und Reduzierung aller konstruktiven Elemente, wodurch zunächst eine -willkommene Sparsamkeit in der Bauausführung erzielt wurde, eine -Vervollkommnung des Prinzips der Hallenkirche erreicht. - -=Der Baumeister.= Lebhaftes Interesse erregt nun die Frage: Wer mag -wohl der Schöpfer dieses herrlichen, kunstgeschichtlich so bedeutenden -Bauwerkes gewesen sein? Wie heißt er? - -Die Zugehörigkeit des Ostchores von St. Sebald zur Gmünder Schule wurde -im Vorhergehenden sehr wahrscheinlich gemacht. Es hatte sich gezeigt, -daß beide Bauten in den engsten verwandtschaftlichen Beziehungen -zueinander stehen, ja, daß der Hallenbau von St. Sebald ohne den Vorgang -von Schwäbisch-Gmünd vielleicht überhaupt nicht, jedenfalls nicht in -seiner jetzigen Gestalt möglich gewesen wäre. Denn der Ostchor von -St. Sebald weist eine Summe von Erscheinungen auf, welche sich nur -aus dem Bau der Heiligkreuzkirche oder durch Vermittlung desselben -aus anderen Bauten erklären lassen. Dieses Abhängigkeitsverhältnis -wird auch durch das Vorhandensein einer großen Anzahl von gleichen -Steinmetzzeichen an beiden Kirchen bestätigt, woraus mit Sicherheit -folgt, daß eine ganze Gruppe von Steinmetzen von Schwäbisch-Gmünd -nach Nürnberg gezogen ist, um hier an dem Bau von St. Sebald zu -arbeiten. Es befinden sich sogar unter den gleichen Steinmetzzeichen -häufig wiederkehrend solche, welche infolge ihrer gleichen Grundform -einen engeren Zusammenschluß ihrer Träger erkennen lassen, d. h. -welche beweisen, daß ihre Inhaber bei einem und demselben Meister -gelernt haben. Und jenes Meisterzeichen, von welchem diese Zeichen -ihre Variation entlehnt haben, hat sich anscheinend tatsächlich -vorgefunden. Bei der letzten Restaurierung wurde hinter einem Baldachine -eines Ostchorstrebepfeilers ein kleines Erzschild entdeckt, welches -ursprünglich wohl an der Galerie über dem Hauptgesimse befestigt war und -beim Abbruch derselben (1561) heruntergefallen und an diesen verborgenen -Platz gelangt ist. Das Schild (Abb. 26), welches heute im Ostchor an -der südlichen Wand angebracht ist, zeigt im Inneren einen nach unten -offenen rechten Winkel mit darin befindlichem senkrecht gestelltem Kreuz -und hat den Stilcharakter der Erbauungszeit des Chores. Dieses Zeichen -kann nach den gegebenen Umständen wohl als das Zeichen des Baumeisters -angesprochen werden. - -[Illustration: Abb. 26. Meisterzeichen (Ostchor).] - -Trotz sorgfältiger, mühsamer Untersuchung des Baues der Gmünder -Heiligkreuzkirche, soweit derselbe eben für diesen Zweck zugänglich -war, konnte das Meisterzeichen von St. Sebald dort nicht gefunden -werden. Es ist auch dieser Umstand für die weitere Beweisführung nicht -von besonderem Belang, denn einerseits steht dadurch keineswegs fest, -daß das Zeichen dort überhaupt nicht vorkommt, und andererseits ist es -doch mehr als selbstverständlich, daß an dem Bau, welcher die meisten -Anregungen für die Gestaltung des Ostchores von St. Sebald geboten -hat, ja überhaupt die unerläßliche Vorbedingung für die Existenz des -Nürnberger Hallenbaues war und an welchem die Schüler des Erbauers des -letzteren gearbeitet haben, auch der Meister selbst tätig gewesen sein -muß. - -Es liegt somit nahe, in dem Baumeister von St. Sebald einen Angehörigen -der Familie jenes Heinrich Parler, des Erbauers der Gmünder Kirche, zu -vermuten. - -Soweit wir die Familie Parler zurückverfolgen können -- die -Kunstwissenschaft hat sich seit längeren Jahren viel mit ihr -beschäftigt --, wird die erste uns bekannte Generation durch Heinrich -Parler vertreten, welcher, aus Köln gebürtig, etwa im dritten -Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts wahrscheinlich infolge einer Berufung -nach Schwäbisch-Gmünd eingewandert ist, um den Bau der dortigen -Heiligkreuzkirche zu leiten.[38] Von seinen Söhnen kommen für uns -zwei in Betracht, nämlich Peter und Heinrich. Peter Parler, 1330 -geboren[39], erhielt 1353 als junger, erst 23jähriger Mann von Kaiser -Karl IV. einen Ruf nach Prag zur Übernahme der Vollendung des seit dem -1352 erfolgten Tode des Matthias von Arras unterbrochenen Dombaues. -Peter Parler entfaltete in Prag nicht nur, sondern auch in ganz Böhmen -eine umfassende Tätigkeit, baute die Barbarakirche in Kuttenberg, die -Bartholomäuskirche in Kolin u. a. m. Von seinem Bruder Heinrich Parler -dagegen wissen wir nur aus den Wochenrechnungen des Prager Dombaues, daß -er im Jahre 1378 dort gearbeitet hat. Außerdem wird von verschiedenen -Forschern mit ihm jener Heinrich von Gmünd als identisch bezeichnet, -welcher in den Jahren 1381, 1384 und 1387 als Baumeister des Markgrafen -Jodok von Mähren in Brünn tätig war, ja sogar ein Enrico da Gamodia, vom -11. Dezember 1391 bis zum 29. Mai 1392 in Mailand am Dombau beschäftigt, -wird auf Heinrich, den Bruder des Peter Parler, bezogen. - -Wir bemühen uns vorerst nicht, die Identität des Heinrich Parler, -der 1378 in Prag gearbeitet hat, mit den anderen, Heinrich von Gmünd -genannten Personen nachzuweisen, sondern uns interessiert vielmehr -zunächst zu wissen, worin denn die Tätigkeit des jüngeren Heinrich -Parler in den Jahren vor 1378 bestanden hat. Man wird natürlich -annehmen, daß Heinrich nicht nur im Jahre 1378, sondern auch in der -Zeit vorher am Prager Dombau beschäftigt war, zu welchem Zwecke er -wahrscheinlich 1353 mit seinem Bruder oder doch bald nach der Berufung -desselben Schwäbisch-Gmünd verlassen hat. Allein warum werden in den -Prager Dombaurechnungen, welche die Jahre 1372 bis 1378 umfassen, neben -dem Meister Peter Parler alle Steinmetzen und sonstigen Handwerker, -welche am Dom gearbeitet haben, aufgeführt, nur, abgesehen vom Jahre -1378, dieser Heinrich Parler nicht? Weil er, wie wir vermuten, vor -1378 überhaupt nicht in Prag war, sondern -- in Nürnberg den Bau des -Ostchores von St. Sebald geleitet hat. - -Und in der Tat, der Zufall hat es gewollt, daß in den Verzeichnissen -Nürnberger Künstler des 14. Jahrhunderts auch der Name eines Heinrich -Parler aus Böhmen der Nachwelt überliefert ist. Im Jahre 1363 wurde -einem Heinrich Beheim Balier zu Nürnberg das Bürger- und Meisterrecht -verliehen und in den folgenden Jahren wird er noch verschiedentlich -genannt.[40] Es fragt sich nun, ob dieser Heinrich Beheim Balier -wirklich kein anderer als der vor 1378 in Prag nicht auffindbare -Heinrich Parler ist. - -Wir glauben, daß daran kaum zu zweifeln ist. Zunächst jedoch wird -man den Einwand erheben, daß beide schon deswegen nicht identisch -sein können, weil der Prager Heinrich Parler in den Dombaurechnungen -bereits am 19. September und am 3. Oktober 1378 erwähnt wird, während -die Einweihung des Ostchores von St. Sebald erst am Sonntag nach -Bartholomäi 1379 stattfand. Kann mit diesem Einwand an und für sich -gar nicht bestritten werden, daß Heinrich Parler im Jahre 1379 wieder -nach Nürnberg gezogen wäre, um an der Einweihungsfeier teilzunehmen --- wir wissen, daß im Mittelalter Baumeister sowohl wie Steinmetze -ihre Arbeitsstätten häufig wechselten --, so ist weiterhin zu betonen, -daß die Anwesenheit des Baumeisters bei der Einweihung seines Werkes -keineswegs erforderlich war. Der Ostchor von St. Sebald war als -Bauwerk, wie wir oben gesehen haben, bereits 1372 in der Hauptsache -vollendet; was die Einweihung hinausschob, war jedenfalls nur die -noch zu leistende Fertigstellung oder Stiftung von Glasmalereien, -Paramenten, Kirchengeräten usw. Der Baumeister hatte somit im Jahre -1372 oder bald nachher seinen Auftrag erledigt, er konnte jetzt andere -Arbeiten übernehmen, und zwar, wie wir vermuten, in Schwäbisch-Gmünd und -Eßlingen, kam vor oder in dem Jahre 1378 wieder nach Nürnberg und wird -dann noch in demselben Jahre wieder zu seinem Bruder nach Prag gewandert -sein, um sich dort an der Weiterführung des Dombaues zu beteiligen. - -Man könnte weiterhin auffällig finden, daß der urkundlich in den Prager -Dombaurechnungen erwähnte Heinrich Parler hier Heinrich Beheim Balier -genannt wird. Die verschiedene Form des Wortes oder Namens Parler darf -indessen keinen Anstoß erregen, denn es ist zur Genüge bekannt, daß -im 14. Jahrhundert die Schreibweise der Familiennamen noch keineswegs -fixiert, sondern ganz bedeutenden Schwankungen unterworfen war, so -daß der Name Parler ebensogut durch Parlier, Parlierer, Palier, -Balier ersetzt werden konnte. Aber auffällig erscheint der Zusatz -Beheim. Beheim heißt nichts anderes als Böhmen und bezeichnet, als -Beiname eines Personennamens gebraucht, die Herkunft der betreffenden -Person. Unser Heinrich Balier wird demnach ausdrücklich als aus Böhmen -kommend aufgeführt. Doch werden diese lokalen Beinamen nicht immer -angewendet, in vielen Fällen nur zur Unterscheidung von anderen Personen -gleichen Namens oder zur besonderen Hervorhebung. Es kann also, da zur -Führung eines solchen Beinamens für den Träger von vornherein keine -Verpflichtung bestand, dieselbe Person anderwärts ohne solche lokale -Bezeichnung begegnen, und es dürfte somit mehr als wahrscheinlich sein, -daß Heinrich Beheim Balier in Nürnberg so bezeichnet wurde, weil er zu -der Zeit, als ihm der Bau des neuen Ostchores von St. Sebald übertragen -wurde, aus Böhmen kam.[41] Heinrich Parler scheint nach der Mitte der -fünfziger Jahre nach Prag gezogen zu sein, um bei seinem Bruder, Peter -Parler, am Dombau und anderen Bauten Böhmens mitzuwirken. Und von -Böhmen aus wird man ihn, vielleicht durch Vermittlung Kaiser Karls IV., -unter dessen Protektion ja die Nürnberger Frauenkirche in den Jahren -1355-1361 erbaut wurde, nach Nürnberg berufen haben. Als Heinrich Parler -in den siebziger Jahren wieder nach Böhmen und Prag zurückkehrte, war -die Führung des Beinamens Beheim, welche in Nürnberg gerechtfertigt -schien, gegenstandslos geworden, und so erscheint der Bruder des Prager -Dombaumeisters in den dortigen Wochenrechnungen nur mehr als Henricus -Parlerius. - -Die Identität zwischen dem Nürnberger Heinrich Beheim Balier und dem -Prager Heinrich Parler scheint keinem Zweifel mehr zu unterliegen, der -Erbauer des Ostchores von St. Sebald ist somit ein Bruder des berühmten -Prager Dombaumeisters Peter Parler und ein Sohn des Meisters der -Heiligkreuzkirche in Gmünd, Heinrich Parler. - -Wohl aber möchten wir Bedenken tragen, jenen Meister Heinrich von Gmünd, -welcher in den Jahren 1381, 1384 und 1387 urkundlich als Baumeister des -Markgrafen Jodok von Mähren in Brünn erwähnt wird, mit unserem Heinrich -Parler zu identifizieren. Ein Beweis für stilistische Übereinstimmung -der Werke der beiden Meister ist in der Kunstwissenschaft nicht erbracht -worden. Aber abgesehen hiervon, schon die Verschiedenheit der beiden -Namen läßt uns auf Verschiedenheit der Personen schließen; niemals -findet sich bei Heinrich Parler der Zusatz »von Gmünd« und niemals -bei Heinrich von Gmünd der Name Parler. Der Zusatz »von Gmünd« wäre -ja an und für sich erklärlich, ja wir würden diese Bezeichnung, wenn -sie dem Namen Heinrich Parler in den Dombaurechnungen beigegeben wäre, -verständlich finden. Auffällig ist aber, daß die Bezeichnung »von -Gemünd«, während sie hier gänzlich fehlt, erst mit dem Jahre 1384 -urkundlich auftritt. Kann somit also die Identität =dieser= beiden -jüngeren Gmünder Meister Heinrich nicht als wahrscheinlich angesehen -werden, so könnte man, zum Teil im Gegensatz zu den Vermutungen der -mit dieser Frage beschäftigten Kunsthistoriker, wohl geneigt sein, -anzunehmen, daß die beiden Heinrich von Gmünd, die zu wiederholten Malen -und an verschiedenen Stellen erwähnt werden, ein und dieselbe Person -bedeuten: der 1381, 1384 und 1387 als Heinrich von Gemunde oder Henricus -de Gemunden lapicida in Brünn aufgeführte Meister wird der nämliche sein -wie der von 1391-1392 ein halbes Jahr lang in Mailand am Dombau tätige -Heinrichus da Gamundia oder Enrico da Gamondia. - -Andererseits aber hat die Annahme viel für sich, daß unser Heinrich -Parler, der Erbauer des Ostchores von St. Sebald, auch der Schöpfer -des Schönen Brunnens in Nürnberg gewesen sei, dessen Erbauung man wohl -entgegen der neuerdings von Albert Gümbel aufgestellten Vermutung, -wonach sie bereits in die sechziger Jahre des 14. Jahrhunderts fallen -würde, wieder in die Zeit von 1385 bis 1395 wird setzen müssen. - -Die nahe stilistische Verwandtschaft dieses Bauwerks mit dem Ostchore -von St. Sebald, die auch trotz des späteren Formcharakters -- es liegen -ungefähr zwei Jahrzehnte zwischen den beiden Bauten -- anerkannt werden -muß, spricht deutlich genug dafür. - -Mit einem Meister Heinrich dem Parlier, dessen Tätigkeit in Nürnberg wir -von 1397 bis zu seinem 1430 erfolgten Tode verfolgen können, ist der -Baumeister des Ostchores von St. Sebald und, wie wir annehmen wollen, -Erbauer des Schönen Brunnens nach den Forschungen Gümbels indessen nicht -zu identifizieren. Unser Meister Heinrich war zwar in den achtziger und -neunziger Jahren noch mannigfach für den Rat tätig, starb aber bereits -zu Anfang des 15. Jahrhunderts. Sein und seiner Familie Jahrtag wurde -im Barfüßerkloster zu Nürnberg am 23. Juni begangen, wie ein Eintrag im -Totenkalender des genannten Klosters bezeugt: F. 9 Calend. (Julii) Obiit -Heinricus Barlierer Lapicida et Kunigundis Uxor et Anna filia, quorum -m(emoria) h(abeatur).[42] - -Wir haben noch ein Wort über das Meisterzeichen unseres Heinrich Parler -hinzuzufügen. Bekanntlich hat das Zeichen seines Bruders, des Prager -Dombaumeisters, an dessen Porträtbüste im Triforium des Prager Domes die -Gestalt eines gebrochenen Balkens oder eines Doppelwinkelhakens, also -eine vom Nürnberger Meisterzeichen grundverschiedene Form. War es nun -damals zulässig, daß zwei so nah verwandte Steinmetzmeister besondere, -in gar keiner Beziehung zueinander stehende Zeichen führen konnten? -Gewiß. Denn in der Form eines Steinmetzzeichens kommt nur das Verhältnis -des Schülers zum Lehrer, aber nicht das Verhältnis von Verwandten zum -Ausdruck. Hatte ein Steinmetz ausgelernt, so erhielt er von seinem -Meister das Zeichen, das er dann unverändert beibehielt, ob er nun bei -seinem ersten Meister blieb oder bei anderen Stellung fand oder selbst -Meister wurde. Wir schließen daraus, daß die beiden Brüder Parler bei -ganz verschiedenen Meistern ihre Lehrzeit absolvierten. Wer von den -beiden bei seinem Vater auslernte oder ob überhaupt einer von beiden -seinen Vater zum Lehrmeister hatte, läßt sich nicht mit Bestimmtheit -nachweisen, da das Meisterzeichen des Vaters nicht bekannt ist. Hat -einer von den beiden Brüdern in Gmünd ausgelernt, so scheint es eher -Peter Parler gewesen zu sein. Denn nicht nur die Heiligkreuzkirche in -Gmünd deutet in vielen Punkten auf den Kölner Dom, sondern auch in den -Bauten des Peter Parler, im Prager Dom sowohl wie in den Kirchen von -Kolin und Kuttenberg, spricht sich Kölner und speziell französische -Bauweise aus. Im Ostchor von St. Sebald verrät sich jedoch mehr eine -Verwandtschaft mit der Schwäbischen Schule im allgemeinen, insbesondere -über Gmünd hinaus auch mit Eßlingen. Ja, die feinen Verzweigungen ließen -sich noch weiter verfolgen, sie scheinen über Reutlingen hin nach -Freiburg zu führen, von wo aus eine Reihe von Anregungen schon früher, -nämlich bei Anlaß des Erweiterungsbaues der Seitenschiffe von St. Sebald -und vor allem beim Bau der um die Wende des 13. Jahrhunderts begonnenen -basilikalen Lorenzkirche, über deren Meister wir bisher gar nichts -wissen, bezogen wurden. - - - 3. Der Umbau der Türme. 1345, 1481-1484, 1489, 1490. - -Bereits zum Jahre 1345 berichten uns die Chroniken von baulichen -Veränderungen, die damals an beiden Türmen (Abb. 28) vorgenommen worden -seien. »Item anno domini 1300 und 45 jar«, so berichtet ein Chronist, -»da pauet man den oberen [d. h. nördlichen] turen zu sant Sebolt, da kam -zu dem dach 100 und 4 zentner und 79 lb zins und 37 zentner pleis«[43] -und ferner heißt es: »Auch ist damals der ander turn gegen der Pegnitz -[also der südliche Turm] verändert und dem andern gleich gemacht und zu -dessen bedachung kommen 104 centner zinn und 87 centner blei«.[44] - -[Illustration: Abb. 27 und 27a und b. Baldachin am Ostchor.] - -Aus diesen chronikalischen Nachrichten geht zweifelsohne hervor, daß -1345 mindestens eine neue Eindeckung der Turmdächer stattgefunden -hat. Ob und inwieweit aber die oberen Stockwerke eine Abänderung oder -Erhöhung schon 1345 erfuhren, ist mit Sicherheit aus diesen Notizen -nicht zu entnehmen, und auch der Baubefund gibt dafür keinerlei -Anhaltspunkte. Wohl wissen wir vom südlichen Turm, daß darin eine -Wächterstube eingerichtet war[45], und ebenso vom nördlichen, daß in -ihm von alters her die Glocken hingen, denn noch ist deutlich durch -den Steinschnitt des Quaderbaues eine ehemals vorhandene breite Öffnung -nachzuweisen, die nur, mit zwei freistehenden Säulen, eine dreiteilige -Arkatur gebildet haben kann. Und irgendwelche weitergehende Schlüsse -läßt auch die offenbar ungenaue Ausdrucksweise der Quellen -- man kann -doch nicht eigentlich von dem »Bau« des oberen Turmes sprechen, wenn -ein solcher fünf Stockwerke hoch bereits bestand -- nicht zu. Auch aus -der Erwähnung nur eines Turmes in urkundlichen Nachrichten vor 1345[46] -möchten wir nicht ohne weiteres folgern, daß einer der beiden Türme den -andern das Stadtbild wesentlich mitbestimmend überragt habe, wenn man -auch die Möglichkeit umfangreicherer Umbauten im Jahre 1345, wie gesagt, -bestehen lassen muß. Die größere Wahrscheinlichkeit spricht auch hier -meist für ungenaue Ausdrucksweise. - -Von dem Abschluß und der Bedachung der Türme der romanischen Kirche bis -zum Jahre 1345 wissen wir demnach so gut wie nichts. Dagegen besitzen -wir über das Aussehen der Helme, die eben im Jahre 1345 aufgesetzt -worden waren, wenigstens ein leidlich zuverlässiges, allerdings nicht -ganz zu deutendes Zeugnis in der Mitteilung des Nürnberger Patriziers -Lazarus Holzschuher aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, in welcher -er die alten Turmdächer der Sebalduskirche, wie sie noch vor 30 -Jahren bestanden hätten, mit Zinn weiß gedeckt sein läßt und sie -ihrer Form nach mit »Pfifferlingen« vergleicht.[47] Wahrscheinlich -wollte Holzschuher mit letzterer Bezeichnung nur sagen, daß die alten -Turmhauben pilzförmig gewesen seien. An die eigentliche botanische -Bedeutung des Pfifferlings als des Eierschwammes (cantharellus cibarius) -wird er dabei schwerlich gedacht haben. - -Daß nun aber diese möglicherweise schon etwas erhöhten Türme durch die -gewaltige Masse des hohen Ostchores, seitdem dieser 1379 vollendet -worden war, in ihrer bisher das ganze Kirchengebäude beherrschenden -Erscheinung stark beeinträchtigt wurden, ist wohl ohne weiteres klar. -Das Mißverhältnis mußte um so mehr in die Augen fallen, als die -Schwesterkirche von St. Lorenz mit ihren bereits in der ersten Hälfte -des 14. Jahrhunderts vollendeten, in der Anlage nahe verwandten, 80 m -hohen Türmen unwillkürlich zum Vergleich herausforderte.[V] - - [V] Dr. Hoffmann glaubte aus dem Wortlaute der Quellen und dem Befunde - am Mauerwerk der Türme den Umfang der an den Türmen im Jahre - 1345 vorgenommenen Bauarbeiten genauer bestimmen zu können und - insbesondere schon für jene Zeit eine erstmalige Erhöhung des - nördlichen Turmes um zwei Stockwerke annehmen zu müssen. Die - Überarbeiter seines Manuskriptes vermochten den zur Stütze dieser - Ansicht beigebrachten Gründen eine genügende Beweiskraft nicht - zuzuerkennen. - -Allein bis zum Jahre 1481 hören wir hinsichtlich der Türme von St. -Sebald lediglich zum Jahre 1361 von einer Neudeckung mit Zinn[48] und -von Ausbesserungen an der Bedachung, die 1447 nötig wurden.[49] - -An eine weitere Erhöhung der Türme wagte man sich erst im letzten -Drittel des 15. Jahrhunderts. - -Wir geben im nachstehenden zunächst die ausführlichen und gut in die -Geschichte des Turmbaues einführenden Nachrichten Baaders (Beiträge 1, -S. 54 ff.) im Wortlaute wieder: - -»Diese (Türme) waren ursprünglich ziemlich nieder, der Rat beschloß -daher im Jahre 1481 die Erhöhung und den Umbau derselben. Die beiden -Kirchenmeister Hans Haller und sein Nachfolger Sebald Schreier, -unter welchem dieser Bau zu Ende geführt wurde, hatten die nächste -Veranlassung dazu gegeben. Weil es aber an Mitteln fehlte, entlehnten -sie für die Kirche mit Bewilligung des Rates 11,853 Pfund 4 Schilling -und 4 Haller aus der Losungsstube (Finanzkammer); die übrigen Kosten -sollten durch milde Beiträge gedeckt werden, die in der Tat auch -reichlich flossen und von allen Ständen in Geld, Geschmeide, Gewand und -unter gar verschiedenen Formen geleistet wurden. - -»Nachdem die Stadtwerkmeister und andere Bauverständige die Türme -besichtigt, ihr Gutachten abgegeben und für ihre Mühe Wein, Käse und -Brod erhalten hatten, begann man sogleich mit dem Abbrechen des gegen -die Stadtwage zu gelegenen Turmes [des südlichen Turmes], dessen Stumpf -einstweilen mit Schindeln gedeckt wurde.[50] Hierauf schrieb man dem -Meister Heinrich Kugler, dem Steinmetzen von Nördlingen, daß er kommen -solle, um mit ihm wegen Führung des Baues zu unterhandeln. Am 2. -Dezember 1481 versammelten sich im Hause des Kirchenmeisters Hans Haller -die Herren Ruprecht Haller, Pfleger der Kirche, Niklas Groß der ältere, -Hans Tucher der ältere und Hans Volckamer, der Stadtbaumeister. Auch -Meister Heinrich war erschienen; man kam mit ihm überein, daß er den Bau -führe, wie ihm von den Herren fürgegeben werde, und daß er mit dem Lohne -sich begnüge, den sie ihm zuerkennen werden. Der Kontrakt wurde an -demselben Tage noch abgeschlossen und dem Meister Heinrich 4 fl. Leikauf -gegeben, wovon er die Hälfte seinem Weibe geben soll. - -[Illustration: Abb. 28. Westansicht.] - -»Die Herstellung der nötigen Gerüste und alles Zimmer- und Dachwerkes -wurde dem Meister Eucharius, dem Stadtzimmermann, übertragen, der zu -diesem Zwecke vom Rat eigens beurlaubt wurde. Im Januar 1482 schickte -man ihn nach Ulm, um den Zug zu besichtigen und kennen zu lernen, den -man am Bau Unser Lieben Frauenkirche dortselbst in Anwendung brachte. -Den Meister Hanns Pinz, Zimmermann zu Ulm, der wahrscheinlich der -Erfinder des Zuges war, nahm Meister Eucharius mit sich nach Nürnberg, -um auch hier den Zug zu dem Bau der Türme anzugeben und einzurichten. -Während der nächsten Jahre herrschte bei diesem Zuge lebhafte Tätigkeit; -dirigiert wurde er von mehreren Zimmergesellen. - -»=Turm der Stadtwage gegenüber.= Am 11. März 1482 fing Meister Heinrich -Kugler mit dem Zuhauen und Herrichten der Steine an.[51] Er beschäftigte -20 Steinmetzgesellen und darüber, deren jeder einen Taglohn von -18-20 [Pfennig] und am Ende der Woche ein Badegeld erhielt.[52] Die -Lehrgesellen erhielten des Tages nur 18 [Pfennig]. Der Wochenlohn des -Meisters Heinrich betrug 5 Pfund alt. Am Freitag nach Kiliani (12. Juli) -fing man an zu mauern; an diesem Tage wurden die ersten zwei Steine -auf den Turm gelegt. Die große Anzahl der Arbeiter und der rege Eifer, -der bei dem ganzen Baue herrschte, machten es möglich, daß man schon -am 23. Oktober 1482 den letzten Stein legen konnte und Ende dieses -Monates das Steinwerk des Turmes in der Hauptsache vollendet war. Der -Steinmetzgeselle Hans von Langheim zeichnete sich bei dieser Arbeit -besonders aus; dafür erhielt er aber auch ein besonderes Trinkgeld. - -»Während die Steinmetzen an dem Steinwerk des Turmes arbeiteten, -beschäftigte sich Meister Eucharius mit seinen Zimmerleuten an der -Herstellung des Zimmerwerkes und Daches. Am 26. Mai 1483 stellten -sie die ersten Sparren zu der Dachung und Spitze des Turmes auf. Die -Sparren waren 70 Stadtschuh hoch; die Höhe der Stange oder des Spießes -oberhalb der Sparren betrug 20 Stadtschuhe; von dem Ende der Sparren -bis an den Knopf waren 9 Stadtschuhe und 6 Zoll und von dem Knopf bis -an die Fahne 5 Stadtschuhe und 4-1/2 Zoll. Die Zimmergesellen erhielten -20-24 [Pfennig] Taglohn und, wenn sie recht gefährliche Arbeit in der -Höhe verrichteten, noch 4 [Pfennig] Zulage. Am 10. Juni 1483 wurde dem -Turm der Knopf aufgesetzt. Dieser war 2 Stadtschuh und 2-1/2 Zoll hoch -und 8 Stadtschuh und 8 Zoll weit. Verfertigt wurde er durch Niklas -Gnotzhamer und vergoldet durch den Goldschmied Erhard Hupfauf, der 80 -Dukaten oder (3 Dukaten zu 4 Goldgulden gerechnet) 106 fl. 5 Pfund und -18 [Pfennig] neu oder 896 Pfund alt dazu verwendete. Ich vermute aber, -diese Summe sei für die Vergoldung beider Turmknöpfe und nicht bloß des -einen verwendet worden. Am 7. Juli wurde die Fahne aufgesteckt; sie war -von Kupferblech, 2 Stadtschuh und 11 Zoll hoch und 3 Stadtschuh und 11 -Zoll breit und wog mit dem Eisenwerk 39 Pfund. Gemalt hatte sie der -Meister Ulrich Pildschnitzer, Maler; für das Malen derselben und für -das Anstreichen des Eisenwerkes und der Fenster bei der Schlagglocke -erhielt er 40 Pfund Pfennig alt. Dann ging es an die Herstellung der -Türmerstube, und da kamen die Kleibergesellen, die den Boden, den -kupfernen Ofen und die Fenster mit Lehm verkleibten und verstrichen, -und die Tünchergesellen, die da tünchten und Estrich schlugen; deren -jeder erhielt 24 [Pfennig] Taglohn und am Ende der Woche ein Badgeld. -Die Türmerstube erhielt 8 neue Rahmen. Das Paar kostete 1 Pfund 15 -[Pfennig]. In den Rahmen waren 433 neue und 70 alte Fensterscheiben; -hierfür erhielt der Glaser 28 Pfund alt. Der Turm war sohin fertig bis -auf das Decken. - -»=Der Turm St. Moritzen-Kapellen gegenüber= (=nördlicher Turm=). Nachdem -der der Stadtwage gegenüber gelegene Kirchturm im Steinwerk fertig -war, kamen am 10. November 1482 Sebald Schreier, Kirchenmeister, -Niklas Groß, Hans Tucher und Hans Volckamer in Ruprecht Hallers, des -Kirchenpflegers, Haus abermals zusammen, um mit Meister Heinrich Kugler -auch wegen Erbauung des anderen Turmes Moritzen-Kapellen gegenüber zu -unterhandeln. Die Bedingungen waren dieselben wie beim ersten Turm; -sie wurden von Meister Heinrich auch ebenso angenommen. Bei dieser -Gelegenheit wurde auch eine Irrung zwischen Meister Heinrich und seinem -Parlierer Ulrich Speidel beigelegt und ausgesprochen, daß Meister -Heinrich Gewalt haben solle, die Steinmetzgesellen aufzunehmen und zu -entlassen, und auch sogar dem Parlierer selbst den Abschied zu geben, -letzteres jedoch nur mit Wissen eines Rates. Der Parlierer erhielt den -Taglohn eines Gesellen, aber alle Quatember noch eine Liebung von 16 -Pfund alt. Speidel erkrankte übrigens am Montag nach St. Margareta; am -Pfintztag (Donnerstag) danach war er schon eine Leiche. Er starb an der -Pest, die damals regierte. An seiner Stelle nahm Meister Heinrich den -Hans Karter als Parlierer auf. - -»Am 7. April 1483 wurde mit dem Abbrechen des Turmes begonnen; neun -Wochen später, am 16. Juni, konnte man schon den ersten Stein auf das -alte Gemäuer setzen. Nach drei Monaten, am 24. September, war das -Mauerwerk hergestellt. Mit dem Aufstellen des unterdessen hergerichteten -Zimmerwerks begann man am 3. November 1483. Am 5. Dezember wurde sodann -der Knopf und danach auch die Fahne aufgesteckt. Die Stiegen, Portale, -Geländer und Gänge an beiden Türmen wurden während der nächsten drei -Jahre gemacht. - -»=Das Decken beider Türme.= Um sie dauerhaft und gut decken zu lassen, -ließ man den Meister Stephan Kaschendorfer von Dresden kommen, damit -er dem Meister Christoph Lilgenweiß Unterricht im Decken erteile. -Nachdem dies geschehen und Meister Stephan für seine Mühe reichlich -belohnt worden, übertrug man am 27. April 1483 das Decken des Turmes der -Wage gegenüber dem Meister Christoph Lilgenweiß, der mit dem nötigen -Zinn, womit die Türme gedeckt wurden, und mit allem Zeug von dem -Kirchenmeister versehen wurde und für das Gießen eines jeden Zentners -Zinn 1 fl. erhielt. Als der Turm im Laufe des Jahres 1483 vollständig -gedeckt war, wurde ihm am 4. März 1484 auch das Decken des mittlerweile -fertig gewordenen Turmes St. Moritzen-Kapellen gegenüber übertragen. -Vor Ablauf des Jahres war auch dieser gedeckt. Man verwendete entweder -Eberstorfer, Löwensteiner oder Seifenzinn; von den beiden ersteren -kostete der Zentner 8 fl., von letzterem 10 fl. Auch englisches Zinn -wurde verwendet. Aber die Arbeit war schlecht geraten und der Guß der -Zinntafeln und Tonnen ungleich; sie zersprangen allenthalben und ließen -den Regen eindringen. Man schrieb die Schuld teils dem Meister Stephan -Kaschendorfer, der über das Gießen und Decken nicht gehörig Aufschluß -gegeben, insbesondere aber dem Meister Christoph Lilgenweiß zu, der -mit Unfleiß, Verwahrlosung und Untreue umgegangen, indem er Zinn beim -Decken abgetragen und entwendet und dieses Material mit Blei vermischt -und geringert und so den Eid verletzt habe, den er bei der Übernahme -der Arbeit geschworen. Der Wert des Zinnes, das er bei dem ersten Turm -abhändig gemacht, betrug 142 fl., bei dem zweiten über 278 fl. Er wurde -deshalb im Jahre 1485 ins Lochgefängnis gelegt und mit ernstlicher Frag -(Tortur) angegriffen. Er bekannte aber nur 56 fl. Als Fürbitten von -Bamberg und anderen Orten bei dem Rat für ihn einkamen und sein Vater, -der Lilgenweiß von Bamberg, und seine Hausfrau Anna die Zahlung obiger -56 fl. verbürgten, ließ man ihn los, weil man damals noch keine Kenntnis -hatte von dem großen Schaden, den er der Kirche zugefügt und der erst -später sichtbar wurde. Als er aber vernahm, daß die Türme wieder ab- -und von neuem gedeckt werden sollen, ergriff er die Flucht, weil er die -Entdeckung seiner großen Untreue befürchtete. - -»Am 15. Juli 1489 wurde beschlossen, die Türme durch Meister Ulrich -Hübner, Büchsenmeister von Bamberg, neu decken zu lassen. Zuerst deckte -er den Turm der Wage gegenüber. Das nötige Zinn und was er sonst nötig -hatte, das Werkzeug ausgenommen, erhielt er von dem Kirchenmeister -Sebald Schreier, der ihn für das Gießen eines jeden Zentners und für -das Decken 2 Pfund neuer Haller bezahlte. Die Kosten für das Decken -dieses Turmes betrugen 1406 Pfund und 4 Schilling Haller neuer Währung -oder (den Gulden zu 2 Pfund 1 Schilling 8 Haller neu oder 8 Pfund 10 -[Pfennig] alt gerechnet) 674 fl. rhein., 19 Schilling 6 Haller in Gold. -An Zinn und Blei wurden 4907 Pfund verwendet. - -»Da die Arbeit des Meisters Ulrich befriedigte, übertrug man ihm im -Jahre 1490 auch das Decken des anderen Turmes, bei welchem sich die -Kosten nur auf 310 Pfund 18 Schilling 8 h. oder 149 fl. 5 Schilling in -Gold beliefen.« - -Soweit Baaders Nachrichten, welche aus den Baurechnungen gezogen sind. -Demnach war der 1481 oder richtiger im Frühjahr 1482 begonnene Neubau -einschließlich Bedachung -- abgesehen von der Neudeckung 1489 und 1490 --- im Herbst 1484 vollendet. Kleinere Arbeiten, wie Einrichtung der -Holztreppen, Fertigstellung der Türen, Geländer und Gänge an beiden -Türmen, nahmen noch die Jahre bis 1486, nach anderen bis 1485 in -Anspruch.[53] 1496 sollen die »beiden zierlich durchbrochenen Gänge, -welche man aber 1577 wieder neu bauen mußte, gemacht« worden sein[54], -wofür ein urkundlicher Beleg jedoch nicht bekannt ist. Möglich, daß -durch den 1494 erfolgten Aufzug der Viertelstundenglocke die Galerie -beschädigt oder, um den Aufzug zu bewerkstelligen, absichtlich teilweise -beseitigt wurde, was 1496 eine umfassende Reparatur erfordert hätte.[55] -Jedenfalls hätte es sich dann nur um den südlichen Turm, in dessen -oberem Helmdurchbruch die Glocke aufgehängt wurde, handeln können. - -Die Erhöhung der Türme bezog sich hauptsächlich auf den Aufbau neuer -Glockenstuben mit weiten Schallfenstern, die ohne Verjüngung beiderseits -auf die unteren Stockwerke aufgesetzt wurden. Die an jeder Seite der -Türme angebrachten doppelten Schallfenster werden je durch ein weites -und hohes Blendfenster mit drei senkrechten Stäben zusammengefaßt. Die -Spitzbögen der eigentlichen Schallfenster füllt einfaches Maßwerk, -Leibungen und Stäbe der Blende sind in schlichter Weise profiliert. Die -Wände sind vollständig glatt behandelt, es fehlen also auch die Lisenen, -welche am nördlichen Turm bis an das Gesims des sechsten Stockwerkes -hinaufreichen. Unter dem oberen Abschluß dieses Stockwerkes zieht -sich, ohne Abwechslung der Motive, ein Bogenfries hin, dessen Spitzen -Knospenornamente zieren. - -Darüber erhebt sich, durch eine aus zwei Hohlkehlen bestehende -Profilierung wenig über die Mauerflucht hervorragend, eine Kranzgalerie -(Abb. 29), in Herzblattmuster durchbrochen gearbeitet. Das siebente, -ebenfalls quadratische aber engere Stockwerk über der Plattform, ist -wiederum glatt behandelt und hat jeweils in der Westseite eine Türe, -durch welche man auf den schmalen Gang gelangt, und außerdem auf jeder -Seite zwei kleine viereckige Fenster. Der obere Teil dieses siebenten -Stockwerkes wurde im südlichen Turm als Wächterwohnung eingerichtet. Ein -Fries, ähnlich dem des sechsten Stockwerkes, schließt das Mauerwerk ab. -Die schlanken Turmhelme setzen viereckig an und gehen durch Teilung der -Kanten und Brechung derselben in ein gleichmäßiges Achteck über; der -südliche Helm ist zweimal durchbrochen, zur Aufnahme der Stundenglocke -unten und der Viertelstundenglocke oben. Knopf und Fahne bekrönen das -Ganze. - -Einen Anspruch auf künstlerische Bedeutung können die Türme auch in -ihren neuen Bauteilen nicht erheben. Gerade in den beiden Türmen mit -ihrer einfachen, schlichten Behandlung kommt eben eigentlich so recht -die Einfachheit und zugleich auch Nüchternheit der Nürnberger Gegend zum -Ausdruck. Hier unterscheidet sich die Kirche St. Sebald nur wenig von -den Bauten der Nachbarorte, denn weder das nördliche Bayern, noch das -angrenzende östliche Franken hat Kirchtürme aufzuweisen, welche sich -besonderer Schönheit erfreuen. Am nächsten verwandt mit den Türmen von -St. Sebald ist der Turm der Stadtpfarrkirche in Schwabach. - -[Illustration: Abb. 29. Oberer Teil des nördlichen Turms.] - -Der Baumeister der neuen Turmteile war Heinrich Kugler von Nördlingen. -Dort hatte er 1480 das Amt eines Kirchenbaumeisters bei St. Georg -übernommen und in der Zeit bis 1494, wo er wegen Krankheit seine Stelle -niederlegen mußte, in der Hauptsache den oberen Teil des mächtigen -Turmes und die Pfeiler im Chore gebaut; die kriegerischen Verwicklungen -der Reichsstadt mit Herzog Georg von Niederbayern-Landshut und -insbesondere die Beurlaubung nach Nürnberg zum Ausbau der Türme von -St. Sebald[56] hinderten ihn, am Bau von St. Georg in dieser Zeit mehr -auszuführen. Übrigens käme für einen kunstkritischen Vergleich doch -eigentlich nur der obere Teil des Nördlinger Turmes in Betracht; allein -aus dem kleinen von Kugler ausgeführten Stück, dem achteckigen Teil über -der zweiten Galerie, lassen sich keine Schlüsse auf die Türme von St. -Sebald ziehen, um so weniger, als Kugler dort genau wie bei St. Sebald -durch die Höhe der vorhandenen Türme für den Weiterbau bereits gebunden -war und außerdem die im Gutachten des früheren Baumeisters Ensinger -gegebenen Direktiven einzuhalten hatte.[57] - -Endlich ist für den Bau der Türme noch ein Aufriß in sauberer -Federzeichnung von Interesse, der sich im Archiv der Oberen Pfarrkirche -zu Ingolstadt befindet. Er stellt im Maßstab 1 : 20 den oberen Teil -eines Turmes dar, der im wesentlichen mit den Glockenstuben von St. -Sebald übereinstimmt und mit Wahrscheinlichkeit als ein Werkriß -des Meisters Heinrich Kugler betrachtet werden darf. Die großen -Schallfenster mit ihrer Verblendung stimmen fast genau mit den -ausgeführten Fenstern überein, nur die Strebepfeiler an den Ecken sind -weiter geführt und endigen etwa in der Mitte des sechsten Stockwerks mit -Fialen und Kreuzblumen. Das siebente Stockwerk jedoch ist vollständig -anders geplant. Nur wenig schmäler als das sechste steht es mit diesem -durch ein kräftig profiliertes Gesims in Verbindung und hat erst zu -oberst eine Kranzgalerie, so daß der Turmhelm ohne jede Vermittlung -auf der Plattform aufsitzt, aber ebenfalls einen schmalen Gang -freilassend. Das durchbrochene Motiv der Galerie sowie der Bogenfries -unterhalb derselben, ferner Form, Größe und Anordnung der Fenster der -Türmerwohnung sind die gleichen wie am ausgeführten Bau. Wie dieser -Aufriß in das Archiv der Oberen Pfarrkirche (oder Frauenkirche) zu -Ingolstadt gelangt ist, muß vorerst noch unaufgeklärt bleiben. Da er -sich zwischen den Bauplänen des Ulrich Heydenreich, Baumeisters zu Unser -Schönen Lieben Frauen in Ingolstadt, erhalten hat, kann man vermuten, -daß Heydenreich, als er gegen Ende des Jahrhunderts die schwäbischen -Städte besuchte und ihre Kirchen und insbesondere Türme aufnahm, jenen -Riß von seinem Kollegen Heinrich Kugler geschenkt bekommen und mit nach -Ingolstadt gebracht habe. - -Uns aber kann ein Vergleich des Aufrisses mit dem vollendeten Bauwerk -lehren, welche Umänderungen die ursprünglichen Bauabsichten noch während -der Ausführung erfahren haben, ein Einblick in die Tätigkeit des -Architekten, wie er uns, soweit es sich um die Zeiten des Mittelalters -handelt, nur selten möglich ist. - -[Illustration: TAFEL X. Innenansicht vom Ostchor gegen das nördliche -Seitenschiff.] - - - - - III. - - Die Restaurierungen der Kirche. - - 1. Die Restaurierungen der Kirche bis zur Neuzeit. - - -Bei einem so umfangreichen Bauwerke wie die Kirche St. Sebald wurden -natürlich im Laufe der Zeit eine Reihe von größeren und kleineren -Reparaturen, namentlich am Außenbau, erforderlich. Verschiedene -Veränderungen sind auch ein Produkt der veränderten Bedürfnisse oder des -veränderten Zeitgeschmackes. - -Die erste beglaubigte Restaurierung im Innern wurde 1493 vorgenommen: -»do wart die kirchen zu sant Sebolt geweist und verneut inwendig und -wurd fertig auf sant Seboltz tag«.[58] - -Nach der Stärke und Beschaffenheit der Tünche zu schließen, welche -die Wände bis zur letzten Restaurierung überzog, wurde die Ausweißung -öfter wiederholt, möglicherweise auch gelegentlich der Ende der -fünfziger und Anfang der sechziger Jahre des 17. Jahrhunderts betätigten -Barockausstattung. - -»Im Jahre 1515 erlaubte der Rat dem Michel Beheim, der Cramer Kapellen -in St. Sebalds Kirchen am Gewölb und an den Fenstern und Altartafeln -restaurieren zu lassen. Doch durfte er sein Wappen nirgends anbringen -und mußte er die alten Wappen stehen lassen.«[59] Gemeint ist -wahrscheinlich die Pömerkapelle zwischen der südlichen Sakristei und der -Dreikönigstüre. - -1657 und in den folgenden Jahren wurde das Innere der Kirche von dem -Tünchermeister Jakob Fuchs nach dem Muster des Bamberger Domes -- -Tüncher und Steinmetzen erhielten für die Reise dorthin zusammen 6 -fl. -- renoviert, und zwar einschließlich der »damaligen Porkirchen« -(wahrscheinlich der Engelschor) und der beiden Sakristeien. Akkordiert -war die Summe von 900 fl. Über die Art und Weise der Renovierung, -soweit sie die Architektur betrifft, erhalten wir keinen Aufschluß, -auch führt ein Vergleich mit dem Bamberger Dom zu keinem Ergebnis, da -das Innere desselben unter König Ludwig I. von allen späteren Zutaten -»gereinigt« wurde. Nur folgende Angaben aus der erhaltenen Rechnung -sind von Interesse: im Jahre 1657 u. ff. wurde außerdem noch renoviert -(von verschiedenen Meistern) innen in der Kirche ... unter der Kanzel -gepflastert (fl. 1·40), Fledermäuse über dem Gewölbe weggeschafft, -Gemälde »oben an dem Gewölb des Chors« (6 fl.) etc.[60] Aus dem -letzteren Posten geht hervor, daß die Gewölbe des Ostchores, denn nur -dieser kann gemeint sein, mit Malereien wahrscheinlich aus der Zeit der -Erbauung ausgestattet waren. Die letzte Restaurierung hat denn auch eine -reiche Polychromie der Schlußsteine und eine Bemalung der anstoßenden -Rippen aufgedeckt. - -Eine besonders umfangreiche Erneuerung erfuhr 1657 die Innenausstattung -der Kirche (Abb. 30). Sie bezog sich vor allem auf die Neuherstellung -von Altären und der Kanzel sowie der beiden Orgelemporen im Querschiff. -Außerdem wurden damals im Mittelschiff in der Höhe der Triforien und im -nördlichen Seitenschiff hölzerne Emporen angebracht. Auf Einzelheiten -dieser Erneuerung wird bei der Behandlung des Inventars zurückzukommen -sein. - -Soweit die Nachrichten über die Restaurierungen im Innern. - -Bei einigen von den zahlreichen Veränderungen am Außenbau wurde -durch die letzte Restaurierung der ursprüngliche Zustand, so gut es -eben möglich war, wieder hergestellt. So mußten in erster Linie die -beiden Dachwerkanbauten auf den Seitenschiffen an der Westwand des -Ostchores weichen, in welchen die Blasbälge für die beiden 1443 und -1447 errichteten Orgeln auf den Ostchoremporen untergebracht waren. Zur -Zierde des Ganzen hatten diese Anbauten nicht gereicht. - -Die älteste Gestalt der gotischen Seitenschiffdächer war die, daß an -ein ziemlich flaches, bis an den unteren Rand der Hochschiffsfenster -heranreichendes Pultdach von den Wimpergen der Seitenschiffe aus -Giebeldächer anstießen. In späterer Zeit waren die Giebeldächer mitsamt -den Wimpergspitzen und der Galerie beseitigt und das Pultdach steiler -gelegt worden, so daß die reiche Dachbildung, die im Verhältnis zu der -mannigfaltigen Gliederung der Wände der Seitenschiffe stand, verloren -ging und die unteren Partien der Hochschiffsfenster zugemauert werden -mußten, was für den Innenraum des Langhauses einen beträchtlichen -Entgang an Licht bedeutete. Dieser Übelstand wurde durch die letzte -Restaurierung infolge Tiefer- oder Flacherlegung des Pultdaches und -Herausnahme der Fenstereinmauerungen behoben. Die Wimpergspitzen und die -Galerie wurden erneuert, Giebel- oder Kapellendächer gelangten jedoch -nicht zur Wiederherstellung. - -Nach der Vollendung des Ostchores zählte die Kirche sechs Eingänge: -die zwei romanischen Turmportale, im Westen, je zwei an der Nord- und -an der Südseite, die Anschreibtüre und die Ehtüre, diesen entsprechend -die Schultüre und die Dreikönigstüre. Im Jahre 1480 wurde, aus welchem -Bedürfnis ist nicht bekannt, in der Südwand des Ostchores gegenüber -der Schau unter dem Behaimschen Fenster eine niedrige Türe mit flachem -Bogen und ohne Profilierung des Rahmens, nur mit Abschrägung der -Kanten, ausgebrochen. Drei Stufen führen zu derselben hinauf. Wegen des -gegenüberliegenden öffentlichen Gebäudes wurde sie Schautüre genannt.[61] - -Am 20. November 1490 kam in früher Morgenstunde in der Wächterstube -des südlichen Turmes Feuer aus. Einen größeren Umfang scheint dasselbe -nicht angenommen zu haben, denn bauliche Veränderungen, die auf einen -Brandschaden zurückzuführen wären, sind am Turm nicht wahrzunehmen. Es -wird also nur ein Zimmerbrand gewesen sein.[62] - -Wie bereits hinlänglich bekannt, mußte die Galerie des Ostchores 1561 -wegen Baufälligkeit abgenommen werden. Am 27. Mai nahmen im Auftrag des -Rates der städtische Baumeister Joachim Tetzel und vier Handwerksmeister -eine eingehende Besichtigung des Umganges vor und erstatteten hierüber -in einem ausführlichen Gutachten Bericht (vgl. Beilage 36). Danach sei -die ganze Galerie durch die Einwirkung des Regen- und Schneewassers -gleichsam zerfressen, insbesondere das die Galerie tragende Gesims, -so daß einzelne Stücke, vor allem die ebenfalls stark beschädigten -Wasserspeier, herabzufallen drohten. Eine Ausbesserung, von der man -sich aber nicht viel versprechen könne, würde auf etwa 5000 fl. zu -stehen kommen. Man halte die Abtragung der Galerie, die Deckung des -Umganges mit Dachziegeln und die Anbringung kupferner Dachrinnen für -die geeignetsten Maßnahmen. Dem Antrag entsprechend wurde beschlossen -und gehandelt. Und so verschwanden nach nicht ganz 200jährigem Bestehen -die Galerie, die Wimperge der Fenster, soweit sie den Dachrand -überragten, die Fialen der Strebepfeiler und die vielen Wasserspeier, -welche zusammen eine prächtige Bekrönung des Chores gebildet hatten, -hinter der bei größeren Festlichkeiten, vornehmlich bei Einzügen von -Fürsten, die Stadtpfeifer und -trompeter gar feierlich herabbliesen. -Daß es sich damals nur um die Galerie des Ostchores und nicht auch um -die der Seitenschiffe handelte, ist aus einer Angabe des vorerwähnten -gutachtlichen Berichtes zu schließen, wonach die Länge der Galerie 333 -Stadtschuh, also genau dem Umfang des Ostchores entsprechend, abgesehen -von der Westwand desselben, betragen hat.[63] - -[Illustration: Abb. 30. Inneres der Sebalduskirche. Ausschnitt aus dem -Kupferstiche von J. A. Graff. 1694.] - -In den Jahren 1571 bis 1647 wurden eine Anzahl Reparaturen am südlichen, -dem sogenannten Schlagturm vorgenommen. 1571 fand eine Besichtigung der -Kranzgalerie, die infolge Baufälligkeit das Schicksal der Ostchorgalerie -teilen sollte, statt. Einige Jahre darauf, vielleicht 1577, wurde auf -ein ausführliches fachmännisches Gutachten hin, welches zugleich ein -kurzes Projekt der Restaurierung enthielt und dem ein Plan der Galerie -beigegeben war, dieselbe erneuert, und zwar genau im ursprünglichen -Stilcharakter. Die beabsichtigte Aufsetzung von Kugeln auf den Ecken -des Geländers scheint unterblieben zu sein. Die übrigen Renovierungen -beziehen sich meist auf das ruinös gewordene Zinndach. 1591 wurde der -schlechte Zustand desselben zum ersten Mal festgestellt. 1609, 1613 und -1616 folgten weitere Besichtigungen und Ausbesserungen. Schließlich, -1647, blieb nichts anderes übrig, als eine Neubedachung vorzunehmen, -und da man mit dem Zinn so schlechte Erfahrungen gemacht hatte, wurde -Kupfer gewählt. Seitdem besteht an dem Turmpaar von St. Sebald ein für -das ganze Stadtbild charakteristisch gewordener Farbenkontrast, der -nördliche glatte Turmhelm zeigt sich in dem matten Grau des Zinnes, der -südliche durchbrochene in der grün schimmernden Patina des oxydierten -Kupfers.[64] - -Samstag den 3. August 1754 schlug ein »Donnerwetter« in die Kirche -St. Sebald, und zwar ein »Feuer-« und ein »Wasserstrahl«. Der erstere -fuhr durch das Dach des Langhauses »gegen den Milchmarkt über« auf das -darunter befindliche Dach »auf den Boden, wo man in die kleine Orgel -gehet«, und zündete einen Querbalken an. Der Brand wurde sofort bemerkt -und gelöscht. Der »Wasserstrahl« ging durch das Langhaus bei den Türmen, -eine »ziembliche« Anzahl Ziegel erschlagend, auf das Dach direkt über -der Löffelholzkapelle, wo die Türmer Holz und Späne liegen hatten, -und wo er mehrere Dachsparren völlig zerschmetterte. Die entstandenen -Dachöffnungen wurden aus eigener Initiative des Almosenamtes noch am -selbigen Abend mit Ziegeln zugedeckt. Die erforderlichen Ausbesserungen -waren für den Bau selbst nicht von Belang.[65] - -Wie beim südlichen Turm so mußte man auch beim nördlichen Turm die -schädlichen Folgen einer schlechten Zinnbedachung erfahren. Hier -bedurfte aber nicht allein die Bedachung, sondern der ganze Dachstuhl -des spitzigen Helmes einer Erneuerung. Für die neue Bedachung wurde -nicht wie 1647 beim anderen Turm Kupfer, sondern wieder Zinn in starker -Vermischung mit Blei gewählt. Die Restaurierung nahm die Jahre 1768 und -1769 in Anspruch und erforderte einen Kostenaufwand von über 5500 fl. -Die Einzelheiten sind aus der Beilage 38 ersichtlich. - -1805 wurde die Fahnenstange auf dem südlichen Turm wiederholt -ausgebessert. Die zur Vornahme der geringfügigen Ausbesserung notwendige -Rüstung des Helmes kostete 361 fl. 20 kr.[66] - -Die 1647 in Kupfer ausgeführte Neubedachung des südlichen Turmes -wurde 1807 an mehreren Stellen ausgebessert, wobei die abgenommenen -schadhaften Kupferplatten für Reparatur eines Braukessels im -Weizenbierbrauhaus Verwendung fanden.[67] - -Aus dem Vorausgehenden ist ersichtlich, daß wesentliche Veränderungen am -Bau von St. Sebald, wie ihn das Mittelalter der späteren oder neueren -Zeit überliefert hat, nicht vorgenommen wurden, obwohl sich schon -früh genug die Wahl weichen Steinmaterials für ornamentale Teile oder -architektonische Zierglieder gerächt hatte. Es darf dieser Umstand -vielleicht als ein Glück bezeichnet werden. Denn spätere Umbauten im -Renaissance-, Barock- oder Rokokostil, wie sie sich so häufig in den -katholisch gebliebenen Gegenden vorfinden, würden, selbst wenn sie zu -den hervorragendsten Leistungen zu zählen wären, nur den Bau seiner -ursprünglichen künstlerischen Feinheiten und einer Reihe kostbarer -historischer Erinnerungen beraubt haben; das mittelalterliche Leben, -das noch aus allen Ecken und Winkeln der Kirche atmet und ein mächtiger -Zeuge der früheren politischen Höhe Nürnbergs ist, wäre zerstört. Der -Gegenwart war es vorbehalten, das schadhaft gewordene Bauwerk durch eine -gründliche Restaurierung in seinem alten Glanze wiederherzustellen. - -Wir lassen nun eine Würdigung der 1906 beendeten Restaurierung folgen -nebst den ausführlichen Berichten der Bauleitung. - - - 2. Das Restaurierungswerk der Neuzeit. 1888-1906. - -Die im vorausgehenden Kapitel behandelten, in der Zeit vom 16. -bis zum beginnenden 19. Jahrhundert an der Kirche vorgenommenen -Ausbesserungen, amtlich »Reparaturen« genannt, waren in der Regel -untergeordnete Instandsetzungsarbeiten an schadhaften Stellen des Baues. -Die Architektur als solche blieb unangetastet, wenn sie auch noch so -restaurierungsbedürftig erschien. - -So ist die Kirche St. Sebald, zwei kleine Anbauten an der Giebelseite -des Ostchores und die Steilerlegung der Seitenschiffdächer ausgenommen, -in ihrer äußeren Erscheinung in der Gestalt der Spätzeit des 15. -Jahrhunderts fast unverändert auf uns gekommen. Dagegen war der -Erhaltungszustand des Baues der denkbar schlechteste. Bei dem weichen -Steinmaterial, das man für das ganze Mauerwerk und auch für die -feinen Zierglieder der Hoch- und Spätgotik verwendet hatte, konnte -die Zeit bald und ausgiebig mit ihrer Zerstörungsarbeit beginnen, so -daß die Kirche zuletzt, verwildert und verstümmelt, den Anblick einer -Ruine gewährte (Abb. 31). Dazu kam, daß die an dem ursprünglichen -romanischen Baukörper nach und nach vorgenommenen Umbauten jedesmal -einen empfindlichen Eingriff in den konstruktiven Organismus bedeuteten, -der Verschiebungen und Schwächungen der einzelnen Mauerteile zur Folge -haben mußte. Der Zustand des Verfalls war allmählich in ein bedenkliches -Stadium getreten. Eine durchgreifende Wiederherstellung war nicht länger -aufzuschieben. - -Die Verwaltung des vereinigten protestantischen Kirchenvermögens, -die Eigentümerin des Bauwerkes, erkannte diese Notwendigkeit und -ging energisch zu Werke. Eine Menge langwieriger Vorarbeiten war zu -erledigen, so daß von dem ersten Entschluß bis zur Inangriffnahme -der Wiederherstellung eine geraume Zeit verstrich. Man war auf -das bereitwillige Entgegenkommen und die emsige Mitarbeit der -verschiedensten Faktoren angewiesen. Denn weder der Umfang und die -Zeitdauer der Restaurierung, noch die Höhe der entstehenden Kosten -konnten trotz Untersuchungen, Gutachten und Voranschlägen genau bestimmt -werden. Insofern aber sah die Kirchenverwaltung dem Zustandekommen des -Unternehmens mit Zuversicht entgegen, als sie wußte, daß hinter ihr ein -auf die Erhaltung seiner historischen Kunstschätze bedachtes Bürgertum -stand, welches dem Aufruf zur Instandsetzung des bedeutenden Baudenkmals -und der dort aufgespeicherten Schätze opferwillig Folge leistete. - -[Illustration: Abb. 31. Ostchorpartie vor der Restaurierung.] - -Ein eigens für die Restaurierung der Kirche gegründeter Verein machte -sich ausschließlich die Beschaffung der erforderlichen Geldmittel -zur Aufgabe. Von allen Seiten flossen Zuschüsse herbei, wenn auch in -Anbetracht der enormen Ausgaben, welche das Unternehmen verursachte, -zuweilen etwas langsam und in geringen Beträgen. Private Kreise, die -Stadtbehörde, Fürstlichkeiten, voran der Deutsche Kaiser und Bayerns -Regent, und insbesondere die alteingesessenen Patriziergeschlechter der -ehemaligen Reichsstadt hielten mit Unterstützungen nicht zurück. - -Das Unternehmen der Restaurierung war vom Schicksal begünstigt. -Schon der Umstand war von unschätzbarem Vorteil, daß man sich an die -Wiederherstellung nicht früher gewagt hat, als es in der Tat geschehen -ist, obwohl der Zustand des Baues von jeher Anlaß genug gewesen wäre. -Ein Menschenalter vorher beispielsweise hätte bei den maßgebenden -Faktoren und ebenso in Künstlerkreisen nicht das gleiche Verständnis für -=alle= Stilperioden des Baues und noch weniger für =alle= Gegenstände -der Inneneinrichtung bestanden. Es wären zweifellos viele Inventarstücke -der Renaissance, des Barock und Rokoko dem damals noch vielfach -angewendeten Purifikationssystem zum Opfer gefallen. - -Ein überaus glücklicher Griff wurde in der Wahl der Bauleitung getan. -Die Kirchenverwaltung bestellte als Oberleiter den Professor =Georg -von Hauberrisser= in München, der wiederum seinen Schüler Professor -=Joseph Schmitz= mit der örtlichen Leitung betraute. Beide sind Gotiker -von anerkanntem Ruf. Während der Restaurierung des Außenbaues behielt -Hauberrisser die Oberleitung bei, die Restaurierung des Innern und -des Inventars leitete Schmitz allein. Die beiden Meister huldigten -dem Grundsatz der gleichen Existenzberechtigung sämtlicher Teile des -Baues wie des Inventars, gleichviel ob künstlerische oder historische -Interessen in Frage ständen, und dem anderen Grundsatz: besser zu wenig -als zu viel restaurieren. Mit liebevoller Pietät und peinlicher Sorgfalt -wurden alle Einzelheiten behandelt, und waren Ergänzungen von größerer -Ausdehnung vorzunehmen, so boten die künstlerischen Qualitäten der -Leiter Garantie für zutreffende Form. - -Ein allgemein bindendes Programm oder bestimmte, für jeden speziellen -Fall gültige Satzungen wurden nicht aufgestellt. Die Restaurierung -erfolgte in einzelnen Abschnitten und wanderte von Bauteil zu -Bauteil (Abb. 32). Während der Vollendung eines Abschnittes wurde -die Arbeit für den nächstfolgenden vorbereitet. Setzte die folgende -Wiederherstellungsarbeit eine andere Art der Behandlung voraus, so -wurden von der Bauleitung die geeigneten Maßnahmen beraten, die -beschlossenen Absichten dem Bauausschuß der Kirchenverwaltung vorgelegt -und nach den entworfenen Plänen die Ausführung in Angriff genommen. - -Mit der Außenrestaurierung des Ostchores wurde der Anfang gemacht; es -folgten die Nordseite, der Westchor und das südliche Seitenschiff. -Die Türme bildeten den Schluß. Um während der Innenrestaurierung den -Gottesdienst nicht auf längere Zeit unterbrechen zu müssen, teilte -man die Kirche in zwei Hälften, welche nacheinander in Arbeit gegeben -wurden. Zugleich mit der Innenrestaurierung des Baues wurde auch die -Renovierung der Inventargegenstände betätigt. - -Die äußerliche Schadhaftigkeit der spätromanischen Bauteile war bei -dem Mangel feiner dekorativer Glieder am Außenbau naturgemäß geringer -als die Schadhaftigkeit der gotischen Teile. Der Verwitterung am -meisten ausgesetzt waren hier hauptsächlich die Bogenfriese und -ornamentierten Kapitäle, welche durch getreue Kopien ersetzt wurden. -An den ausgedehnten gotischen Partien fehlten nicht nur Krabben und -Kreuzblumen, sondern auch Wimpergspitzen, Maßwerke, ja ganze Galerien -waren dem Zerstörungswerk zum Opfer gefallen. Spärlich, doch ausreichend -waren die aufgefundenen Überreste zur Ermöglichung zuverlässiger -Rekonstruktion und Ergänzung. Von besonderem Interesse sind in dieser -Beziehung die innerhalb der Mauerkrone des Ostchores aufgefundenen -Reste der früheren Galerie. Die Restaurierung des Baues wurde daher -durchgehends im Stilcharakter der einzelnen Bauteile durchgeführt. -Die wiederholte Aufnahme des alten Baustiles und die Außerachtlassung -neuzeitlicher Ausdrucksformen war ohne weiteres gerechtfertigt. - -Auf leergebliebenen Konsolen des Ostchors und nördlichen Seitenschiffes -fanden zahlreiche vom Bildhauer Georg Leistner in Nürnberg gearbeitete -Statuen von Aposteln, Propheten und Kirchenvätern, dazu auch Luthers -und Melanchthons Aufstellung. Sie erfüllen wesentlich einen dekorativen -Zweck und fügen sich in ihrer gotischen Formengebung im allgemeinen gut -der reichen architektonischen Umgebung ein. - -Hauptarbeiten am Außenbau waren: Auswechslung der schadhaften Steine, -Ergänzung, beziehungsweise Rekonstruktion der ruinösen oder abgefallenen -Galerien, Pfeilerendigungen und sonstigen Zierglieder, Kopierung -der verwitterten Bildwerke, Neubedachung der beiden Turmhelme und -Flacherlegung der Seitenschiffdächer. Über diese Punkte, wie über -alle Einzelheiten bei der Außen- und Innenrestaurierung, gibt der -nachfolgende ausführliche Bericht der Bauleitung genauen Aufschluß.[68] -Bezüglich der letzterwähnten Arbeit am Außenbau ist hinzuzufügen, daß -von den verschiedenen Gestaltungen, welche den Seitenschiffdächern -im Laufe der Jahrhunderte gegeben worden sind und deren jede für uns -historische Berechtigung hatte: Kapellendach, flaches Pultdach, steiles -Pultdach -- das flache Pultdach als diejenige Form gewählt wurde, welche -sich praktisch als die vorteilhafteste erwies. - -Das Steinmaterial des alten Baues besteht beim romanischen Teil aus -grauem, bei den gotischen Bauteilen aus rötlichem Sandstein der -Nürnberger Umgebung von ziemlich grobem Korn. Die Beständigkeit -dieses Materials insbesondere bei Verwendung für dekorative Glieder -und figürliche Darstellungen ist eine sehr geringe, dazu kommen die -schädlichen Einwirkungen des Rußes der modernen Fabrikstadt, die den -Fortschritt der Verwitterung bei einem schon angegriffenen Stein -außerordentlich beschleunigen. - -Um derartigen Übelständen für die Zukunft vorzubeugen, wurde bei -allen Ergänzungen und Kopien außer verschiedenen oberfränkischen -Hartsandsteinen meistens der sehr harte wetterbeständige und -quarzitreiche Stein aus den Wendelsteiner Brüchen bei Nürnberg verwendet. - -[Illustration: Abb. 32. Westansicht, mit den Gerüstbauten.] - -An der Außenarchitektur hatten die späteren Jahrhunderte keine -wesentlichen Neuerungen hinzugefügt. Anders verhielt es sich bei der -Innenarchitektur. Fast jede Epoche hatte ihre Spuren hinterlassen, -bestehend in einer oder mehrmaligen Übertünchung der Gewölbe und Wände. -Es war sofort klar, daß der künstlerische Wert dieser Ausweißungen nicht -auf der gleichen Stufe mit der vornehmen Wirkung des ursprünglichen -Zustandes stehen konnte. Untersuchungen und Proben bestätigten diese -Anschauung. Hiemit war die Grundlage für die Innenrestaurierung gegeben: -auch im Innern war dem Bauwerk sein ehemaliges, dann durch unverständige -Behandlung beeinträchtigtes Aussehen wiederzugeben. Nur wurde der Zweck -durch gerade entgegengesetzte Maßnahmen erreicht: dort hieß es aufbauen, -hier abnehmen. - -Nach Entfernung des weißen Kleides der dicken Tünchkruste kamen eine, -wenn auch nicht reiche, so doch überaus geschickt verteilte Polychromie -sowohl beim romanischen Bau wie beim Ostchor und mehrere wertvolle -Wandmalereien des 14. und 15. Jahrhunderts zum Vorschein. Im Westchor -wurden zwei romanische Doppelfenster, welche einst die Turmhallen vom -Chor aus beleuchteten, freigelegt. Zu den erfreulichen Entdeckungen -kam aber zum Schluß eine höchst unangenehme Überraschung, welche die -Innenrestaurierung sehr in die Länge zog. Gelegentlich der Beseitigung -der Farbschichten an den beiden dem Ostchor zunächst stehenden Pfeilern -des Langhauses, welche zu den ehemaligen Vierungspfeilern zählten, mußte -die schlechte Beschaffenheit dieser Hauptstützen und somit ihre geringe -Haltbarkeit festgestellt werden. Bei der außerordentlichen Belastung -dieser konstruktiven Glieder war ihre Auswechslung unter Anwendung -äußerster Vorsicht mit den größten Schwierigkeiten verbunden. Als nicht -minder bedeutend ergaben sich die konstruktiven Arbeiten, welche an der -unteren Ostwand des nördlichen Turmes, in dessen Mauern ursprünglich -Treppenläufe angebracht waren, erforderlich wurden. - -Mit der Aufdeckung der alten Polychromie und der Wandmalereien allein -war die Aufgabe der Innenrestaurierung noch nicht gelöst. Es handelte -sich um einen seinem Zweck nicht entfremdeten Bau, um eine noch als -Gotteshaus dienende Kirche, und daraus ergab sich, daß das Innere, d. h. -die bloßgelegten Malereien, Fenster usw. nicht nur durch Konservierung -in einen haltbaren, sondern auch in einen das Auge der Kirchenbesucher -nicht verletzenden Zustand versetzt werde. - -Die erforderlichen Instandsetzungen wurden jedoch mit der äußersten -Zurückhaltung und der größten Vorsicht vorgenommen. Bei alten -Inventarstücken wurde unterschieden, ob es sich um Ersatz abgebrochener -kleiner Details oder um Hinzufügung von selbständigen Teilen, z. B. von -Türflügeln u. dgl. handelte. Im ersteren Falle wurde von Ergänzungen oft -ganz abgesehen. Waren die Defekte gar zu störend und war die Ergänzung -nach Vorbildern im Charakter des Originales einwandfrei herzustellen, so -wurde sie dementsprechend vorgenommen. Bei selbständigen neuen Teilen -aber, wie z. B. Türflügeln an Wandnischen oder vor Gemälden, Stuhlwerk, -Anlage eines Wandbrunnens, Vertäfelungen der Sakristei, wurden primitive -Formen ohne Zugehörigkeit zu einem besonderen Stile angewendet, die sich -in die Umgebung ohne Mißklang einfügten, indem sie sich dem wertvollen -historischen Bestande bescheiden unterordneten. - -Die Erhaltung des gegenwärtigen Gesamtbestandes galt als Grundprinzip. -Nicht das Verhältnis eines Gegenstandes in seinem Stilcharakter zur -Wirkung der nächsten architektonischen Umgebung, auch nicht der Umstand, -ob der Gegenstand heute noch den ihm zukommenden Zweck erfüllt, war für -seine Erhaltung maßgebend, sondern einzig und allein die Tatsache seines -Vorhandenseins. Bei den scheinbar unbedeutenden Gegenständen fiel das -kirchen- und lokalgeschichtliche Interesse ins Gewicht. Eine besondere -Beachtung wurde auch dem Standort der Gegenstände zugewendet. Gerade bei -denjenigen Inventarstücken, welche ihrem ursprünglichen Zweck entfremdet -sind, ist die Beibehaltung des alten Standortes von großer Wichtigkeit. -Die historische Beziehung zur Kirche, welche meist nur aus dem Standorte -zu erkennen ist, erhebt den Gegenstand über die Bedeutung eines bloßen -Museumsobjektes. - -Hervorzuheben ist, daß die Restaurierung der Statuen durch Abnahme -der starken Tünchkruste mit dem Gewinn bunter Fassung und feiner -Modellierung belohnt wurde, und daß bei vielen Werken Feststellungen -bezüglich der Enstehungszeit und Autorschaft gemacht werden konnten. -Die Ergänzungen der Bildhauerarbeiten, die Wiederherstellung der -Faßmalereien und die Renovierung der Wand- und Tafelgemälde wurden -vorgebildeten Kräften anvertraut. Nur zwei Gruppen von Inventarstücken -mußten aus finanziellen Gründen vorerst zurückgestellt werden, die -Wandteppiche und die Glasgemälde. - -Den Bestand des Inventars hatte Heideloff wesentlich geschmälert. -Die Mittelschiffemporen, die Kanzel und der Hauptaltar, aus der -Barockzeit stammend, mußten seinen auf Stilreinheit gerichteten -Wiederherstellungsabsichten weichen. Kanzel und Altar wurden durch -Neuschöpfungen im Stile der Spätgotik ersetzt. Mit der Entfernung des -neuen Altars erklärte sich der Bauauschuß einverstanden; man begnügte -sich damit, anstatt des Altaraufsatzes einen der wertvollen Gobelins -hinter der Mensa anzubringen und darüber die Kreuzigungsgruppe von -Veit Stoß aufzustellen. Die reich geschnitzte Kanzel wurde belassen. -Das Fehlen der langen Mittelschiffemporen wird man nicht zu beklagen -brauchen. Denn nach Kupferstichen zu schließen, hatten sie keine -künstlerischen Vorzüge aufzuweisen und standen der von ihnen verdeckten -kunstgeschichtlich interessanten Triforiengalerie jedenfalls bedeutend -nach. - -Das Restaurierungswerk im ganzen betrachtet muß eine hervorragende, -in Anbetracht der Qualität eine vorbildliche Tat genannt werden. Mit -weiser, freiwillig auferlegter Zurückhaltung, dem vornehmsten Gebot -der Denkmalpflege, hat die Bauleitung bei Lösung der gestellten -Aufgaben verfahren. Die hier in der Praxis verwirklichten Anschauungen -wird selbst der eifrigste Gegner, wenn er im konkreten Fall -Restaurierungsbedürftigkeit und vollendete Ausführung gegenüberstellt, -als richtig anerkennen müssen. - -Die Anhänger der absoluten Stilreinheit sind zwar bis auf einige -Unheilbare, die erfreulicherweise auf die heutige Entwicklung der -Restaurierungsmethode ohne Einfluß sind, ausgestorben. Aber schon -machen sich ernsthafte Bestrebungen geltend, welche unter Hinweis auf -das Verhalten früherer Jahrhunderte gegenüber restaurierungsbedürftigen -Denkmälern einer Ergänzung im Stilcharakter der Gegenwart auch -bei der Außenarchitektur unter allen Umständen das Wort reden. Es -erscheint unverständlich, wie hier das Vorgehen früherer Epochen -als mustergültiges Beispiel empfohlen werden kann. So sehr auch den -Alten gedankt werden muß, daß sie bei dem geringen Verständnis für -vorausgegangene Stilperioden keine Lust verspürten, gegebenen Falls in -der ihnen fremd gewordenen Formensprache Ergänzungen vorzunehmen -- -solche Fälle finden sich zwar auch in der Kunstgeschichte, jedoch nur -vereinzelt --, so wenig wird begriffen, warum nun mit einem Male all die -vielen Erfahrungen und gründlichen Kenntnisse, die man sich im Laufe des -vorigen Jahrhunderts auf dem weiten Gebiete des Restaurierungswesens -durch gründliches Studium der eigenartigen mittelalterlichen -Konstruktionsmethoden besonders in der Steinmetztechnik verschafft -hat, beiseite zu legen sind. Man sollte sich vielmehr darüber freuen, -daß solche Erfolge erzielt wurden, und durch Gründung von Schulen für -Fortpflanzung, Vermehrung und weitere Verbreitung der erworbenen -Fähigkeiten Sorge tragen. Angenommen, unsere Zeit wäre in der zweifellos -glücklichen Lage, über eigene Ausdrucksformen in der Kunst zu verfügen, -welche auf gleicher Höhe mit den historisch gewordenen früheren -Stilarten stünden: was wäre mit der Anwendung dieses Stiles z. B. bei -der Restaurierung des Ostchores erreicht worden? Es hätte zunächst -auf die mancherlei aufgefundenen Überreste, welche eine Restauration -der alten Mauerkrone leicht ermöglichten, verzichtet und, um den -ästhetisch unbedingt notwendigen Abschluß herzustellen, eine Bekrönung -oder ein Dachgesims geschaffen werden müssen, welche keineswegs in den -günstigen organischen Zusammenhang mit der Architektur des vorhandenen -Mauerwerkes zu bringen gewesen wäre wie die rekonstruierte Galerie. -Anders freilich würde die Sache liegen, wenn es sich um die Neuschöpfung -eines selbständigen Bauteiles, etwa einer Sakristei, oder um Anschaffung -eines neuen Inventarstückes, eines Altares, gehandelt hätte. Hier müßte -individuelle künstlerische Eigenart zum Ausdruck kommen.[69] - -Man vergißt anscheinend auch, daß das Vorgehen früherer Zeiten bei -reparaturbedürftigen Denkmälern große Nachteile hatte. Wurden Bauten -in jeweils modernem Stil ergänzt oder umgebaut, dann ließ man nicht -immer die gebührende Rücksicht walten und entfernte oft mehr, als der -Billigkeit entsprach. Defekte Statuen vollends, auch solche in gutem -Zustande, wurden dem Zeitgeschmack gemäß abgeändert, meist verstümmelt -oder, wenn sie nicht mehr gefallen wollten, vernichtet, defekte Gemälde -wanderten im günstigsten Fall auf den Speicher, gewöhnlich wurden sie -verschleudert oder übermalt, so daß sie in dem einen wie in dem anderen -Fall unrettbar verloren waren. Gewiß keine empfehlenswerten Maßnahmen! - -Die Bedeutung als nachahmenswerte Leistung gebührt dem nunmehr fertigen -Werke der Wiederherstellung der Sebalduskirche auch deswegen, weil -sich die Restaurierung nicht nur auf den Bau und die wenigen vom -protestantischen Kultus benötigten Inventargegenstände, sondern auf die -gesamte ungemein reichhaltige Ausstattung erstreckt hat. Wohl selten -wird Gelegenheit geboten, einen Bau von der Stellung der Sebalduskirche -und zugleich eine solche Fülle von Meisterwerken nach pietätvollen -Prinzipien unter berufener Leitung zu restaurieren und unter so -günstigen Umständen die Arbeit zu vollenden. Ein ganz besonderes -Verdienst gebührt hiebei dem kunstsinnigen Pfarrer von St. Sebald, -Kirchenrat Friedrich Michahelles, der die Vollendung des Werkes nicht -mehr erleben sollte. Einen wesentlichen Beitrag zu dem Werke lieferte im -übrigen die Unterstützung des Nürnberger Patriziats. Ist es ihm schon -zu danken, daß in den späteren Jahrhunderten, als der stets wechselnde -Zeitgeschmack, namentlich in den Gegenden des Protestantismus, zu -ungunsten der Kunsterzeugnisse des Mittelalters sich äußerte, in -Nürnberg soviel wie möglich von den Werken der Väter gerettet wurde, -so war es diesmal ebenfalls Lokalpatriotismus im besten Sinne des -Wortes, welcher es, ohne große Opfer zu scheuen, zustande brachte, -die prächtigen Familienstiftungen in ihrer Gesamtheit in altem Glanze -erstehen zu lassen. - -Zur Erhaltung der ruinösen Originale, Statuen, Reliefs und der kleineren -Bauglieder, welche durch Kopien ersetzt werden mußten, wurde von der -Bauleitung ein kleines Museum gegründet, welches in der Westkrypta als -Lapidarium und im oberen Stockwerke der großen Sakristei Unterkunft -gefunden hat. Ein anderer Teil der Statuen ist in der Kirche selbst -untergebracht. Im oberen Stockwerke der Sakristei wurden als weitere -Sammlungsgegenstände Modelle, zeichnerische und photographische -Aufnahmen der Kirche in ihrem vorgefundenen Zustand beigefügt. Das -angehäufte und systematisch geordnete Anschauungsmaterial gestattet -einen vortrefflichen Einblick in die Tätigkeit der Bauleitung und -die von ihr angewendeten Grundsätze und Methoden.[70] Über dieses -kleine Museum der Denkmalsplage, wie man es nennen könnte, wird etwas -ausführlicher noch weiter unten zu handeln sein. - -Wir lassen nunmehr die Berichte der Bauleitung über die -Wiederherstellungsarbeiten in ihrem Wortlaute folgen. - - - 3. Bericht der Bauleitung über die Wiederherstellung des Äußeren. - 1888-1904. - -=1888-1889.= Die seit dem Jahre 1882 im Gange befindlichen umfangreichen -Vorarbeiten zur Wiederherstellung der Sebalduskirche waren im Jahre 1888 -so weit gediehen, daß die Verwaltung des Vereinigten protestantischen -Kirchenvermögens die Inangriffnahme des Werkes beschließen konnte. - -Professor =von Hauberisser= in München sandte daher im Juli dieses -Jahres den Unterzeichneten nach Nürnberg, um die Leitung der baulichen -Arbeiten an Ort und Stelle zu übernehmen. Professor von Hauberisser -selbst traf alle künstlerischen und technischen Dispositionen während -periodischer Besuche in Nürnberg. - -Die Kirchenverwaltung wählte aus ihrer Mitte einen =Ausschuß=, der über -alle vorzunehmenden Bauarbeiten beraten und Beschluß fassen sollte. -Es gehörten ihm unter dem Vorsitze des ersten Pfarrers von St. Sebald -Friedr. =Michahelles= folgende Herren an: Fabrikbesitzer von Forster, -Baumeister Goll, Justizrat Hilpert, Schlossermeister Leibold, Ingenieur -Rupprecht und Magistratsrat Tauber. - -Für die große, auf lange Jahre hinaus projektierte Unternehmung -erwies sich die Errichtung einer =Bauhütte= als erforderlich, die als -zweistöckiges Fachwerkgebäude neben dem südlichen Turm errichtet wurde -und die Zeichenzimmer enthielt, während ein östlicher Flügelbau die -Steinmetzwerkstätte und Schmiede aufnahm. - -Ursprünglich hatte die Absicht bestanden, mit der Wiederherstellung -eines Strebepfeilers am Ostchor zu beginnen. Allein die fortschreitende -Verwitterung der Pfeilerendigungen dort und die Rücksicht auf eine -größere Einheitlichkeit des Betriebes empfahlen, als ersten Bauabschnitt -die Wiederherstellung der =Chorgalerie= und ihrer Pfeilerspitzen in -Arbeit zu nehmen. - -Es wurde daher zunächst in der Höhe des Hauptgesimses an den vier -ersten Jochen bei der Brauttüre ein Gerüst und auf der Nordseite der -Sakristei ein gezimmerter Treppenturm aufgestellt. Aus verschiedenen -alten Nachrichten war bekannt, daß die Galerie im Jahre 1561 wegen -Baufälligkeit abgebrochen worden war; an ihrer Stelle hatte man damals -ein schweres steinernes Karniesgesims aufgesetzt und mittelst einer -Aufschiftung das Dach darüber gezogen. - -Nun wurde diese Aufschiftung und das Gesims entfernt und letzteres -zur Anlage einer Umfassungsmauer um die Bauhütte benutzt. Beim -Aufbrechen der frei liegenden Mauerkrone fanden sich erfreulicherweise -am 7. November kleine =Reste der ursprünglichen Galerie=, aus deren -Zusammenstellung sowohl die frühere Form der Maßwerkfüllungen wie des -mit Zinnen besetzten Abdeckungsgesimses erkennbar waren (Abb. 33 und -139). In der Hoffnung auf weitere Funde wurde jetzt das bisher nur -bei vier Jochen angebrachte Gerüst um den ganzen Chor geführt, und es -konnten in der Tat auch die verschiedenen Formen, welche im Maßwerk bei -den einzelnen Jochen abwechselten, genau festgestellt werden. - -Nach Beendigung der nötigen Aufnahmen und Vermessungen sowie der -Herstellung der Werkzeichnungen für die neuen Bauteile wurde mit der -Steinmetzarbeit begonnen, die für den Umfang der Galerie der Firma -Göschel & Alt, von welcher Joh. Göschel durch seine Arbeiten an der -Frauenkirche und dem Germanischen Nationalmuseum schon viele Erfahrungen -gesammelt hatte, in Akkord gegeben wurde. Es zeigte sich aber, daß für -solche Arbeiten der Regiebetrieb unter Verrechnung der Selbstkosten -seitens des ausführenden Meisters und mit prozentualem Zuschlage einer -Meistergebühr geeigneter ist; daher wurde in der Folge die Akkordarbeit -wieder aufgegeben. Die Werkhütte, die Gerüste und die hauptsächlichsten -Arbeitsgeräte waren ohnehin von der Kirchenverwaltung gestellt worden. -Auch die =Werksteine= wurden von der Bauleitung direkt bezogen. Da der -Stein aus der näheren Umgebung wegen seiner geringen Wetterbeständigkeit -und der Schwierigkeit, guten Kernfelsen zu erhalten, nicht in Frage -kommen konnte, wurde auf Grund einer von Professor Hauberrisser -und einigen Sachverständigen der Kirchenverwaltung ausgeführten -Inspektionsreise ein gelblicher Sandstein von Bayreuth (Buntsandstein -der Triasperiode) und ein rötlicher aus der Kulmbacher Gegend verwendet. - -[Illustration: Abb. 33. Die aufgefundenen Reste der ehemaligen Galerie -am Ostchor.] - -Hauptgewicht wurde darauf gelegt, daß der Stein rauhes Korn habe, damit -er in der zu erwartenden Patina sich den alten Steinen einfüge und nicht -wie dies z. B. beim Mainsandstein (siehe Frauenkirche) der Fall ist, -durch Beibehaltung seiner Naturfarbe einen zu großen Gegensatz zu seiner -Umgebung bilde. - -Für die der Verwitterung sehr ausgesetzten Werkstücke, z. B. die -Maßwerke der Galerie, fand der harte und wetterbeständige =Quarzit= aus -Wendelstein Verwendung. - -Mit der Herstellung der Modelle zu den ornamentalen Skulpturen, die in -einer der Bauhütte angefügten Modellkammer zur Ausführung kamen, wurde -der Bildhauer und Lehrer an der Kunstgewerbeschule G. Leistner betraut. - -Die Untersuchung der oberen Chormauer führte auch zu einer unliebsamen -Entdeckung. - -Aus den Balken, welche, auf der Mauerkrone aufliegend, den Dachstuhl -tragen, waren zu irgend einer Zeit in der Mitte größere Stücke -herausgeschnitten worden, so daß der gewaltige Dachstuhl durch den -radialen Schub die Mauern hinausgedrückt hatte. Schon zeigten sich bei -den Gewölben klaffende Risse. Es war daher notwendig, die Balken wieder -zu ergänzen und mit ihnen bei jedem Joch eiserne Verschlauderungen in -Verbindung zu bringen. - -Auch den großen Westgiebel entlang wurden die auf beiden Seiten -ausgewichenen Strebepfeiler durch eine starke Verschlauderung wieder -verbunden. - -In der Werkhütte nahmen die Steinmetzarbeiten Winter und Sommer über -einen guten Fortgang, so daß am 14. Oktober 1889 der =erste Stein= zur -Galerie bei der Ecke über dem Brauttor versetzt werden konnte. Die -übrigen Versetzarbeiten wurden bis zum Ende des Jahres fortgesetzt. - -=1890.= Die Versetzarbeiten an der =Chorgalerie= wurden durch die -Witterungsverhältnisse so begünstigt, daß selbst den Winter hindurch -keine Unterbrechung stattfand. - -Im Februar konnten schon an den ersten Jochen die neuhergestellten -Arbeiten von den Gerüsten befreit werden. Der fahrbare Aufzugskran wurde -jeweilig zu den neuen Arbeitstellen weiter geschoben. - -Die Rinnenanlage hinter der Galerie war in solidester Weise unter -Verwendung von starkem Kupfer herzustellen und wurde zum Schutze -mit Holzrosten belegt. Auch die Wasserspeier erhielten eine -Kupferausfütterung. - -Entsprechend den äußeren Arbeiten mußte auch der Betrieb in der Hütte -gefördert werden. Dazu erwies sich eine Erweiterung der Bauhütte als -erforderlich, die als ein seitlicher Anbau an der Ostseite der Bauhütte -zur Ausführung kam, so daß etwa 46 Steinmetzen untergebracht werden -konnten. - -Da unter den bezogenen Werksteinen viele vorhandener Stiche und gröberer -Toneinsprengungen wegen ausgeschossen werden mußten, wurden verschiedene -Versuche mit neuen Bezugsquellen aus der Gegend von Aschaffenburg und -von Lahr in Baden, und zwar mit wechselndem Erfolg gemacht. Am besten -bewährte sich immer der Wendelsteiner Quarzit, dessen Bearbeitung jedoch -wegen seiner Härte große Kosten verursachte. - -Im Juni war die Chorgalerie schon zur Hälfte fertiggestellt. -Professor Hauberrisser war wiederholt zur Besprechung aller baulichen -Dispositionen anwesend; auch fanden zu gleichem Zwecke verschiedene -Sitzungen des Bauausschusses statt. Im November besichtigte -Kultusminister von Müller die Bauarbeiten. Am 4. Dezember konnte in -feierlicher Weise die Aufsetzung des letzten Steines der Galerie beim -westlichen Pfeiler an der Südseite stattfinden. Stadtpfarrer Lotholz -legte als Vorstand der Kirchenverwaltung bei dieser Gelegenheit -eine Urkunde über dem nunmehr vollendeten ersten Bauabschnitt der -Wiederherstellung in den Schlußstein ein. - -Die Bauleitung, welche mit ihren zeichnerischen und -Projektierungsarbeiten naturgemäß den Ausführungsarbeiten stets voraus -sein mußte, hatte unterdessen die Aufnahmen der Strebepfeiler am Ostchor -hergestellt und für diese Abwechslungsarbeiten die erforderlichen -Vorarbeiten eingeleitet. - -Zimmermeister Steger, der die Gerüstarbeiten bisher ausgeführt hatte, -war in diesem Jahre gestorben. An seiner Stelle wurde Zimmermeister F. -Birkmann mit den weiteren Zimmerarbeiten beauftragt. - -=1891.= Bezüglich der Wiederherstellung der =Strebepfeiler am Ostchor= -war ursprünglich geplant, nur einzelne schadhafte Stellen durch -Einsetzen von mehr oder weniger großen »Vierungen« auszubessern. Es -stellte sich jedoch bei näherer Untersuchung eine so starke Verwitterung -aller Profilierungen und Skulpturen heraus, daß bei jedem Pfeiler -ungefähr fünfzig Werkstücke ganz neu ersetzt werden mußten (Abb. 34), -wobei jedesmal 2-1/2-3 m hohe Teile des Pfeilers bis in die eigentliche -Umfassungsmauer hinein auszubrechen waren. - -[Illustration: Abb. 34. Ostchorpartie nach der Restaurierung.] - -Da hierdurch der Strebepfeiler, der die Gewölbe stützen sollte, jeden -Halt verloren haben würde, so war die Anbringung einer eisernen -Stützkonstruktion erforderlich, zu welcher Direktor Rieppel einen -Entwurf herstellte. Derselbe gedachte zuerst mit einer 10 m hohen -eisernen Stütze vom Straßenniveau aus den oberen Pfeiler abzufangen, -hielt aber dann den Gedanken Professor Hauberrissers fest, den oberen -Pfeiler auf den unteren mittels einer Eisenkonstruktion abzustützen, -welche jedesmal nur die Höhe des erforderlichen Ausbruches hatte. - -Die Hütte hatte schon im Anfang des Jahres mit der Bearbeitung der -Werkstücke zu den Pfeilern, und zwar zunächst der großen Kreuzblumen und -Riesen begonnen. - -Im Oktober waren alle Vorbereitungen so weit gediehen, daß auf der -Nordseite die Abstützung zum ersten Male aufgestellt werden und die -Auswechslung vor sich gehen konnte. Im Inneren sollte ein Zeiger, der -sich mittels Hebelübersetzung einer Millimeterteilung entlang bewegte, -jede kleinste Veränderung des Mauerwerkes anzeigen. - -Mit Steinmetzmeister Göschel war schon im Jahre 1890 ein Vertrag über -die Wiederherstellung eines Pfeilers abgeschlossen, welcher im April auf -vier weitere und im Oktober auf sämtliche Pfeiler ausgedehnt wurde. - -Die vielen Abweichungen in den architektonischen Formen sowohl wie -in den Maßverhältnissen der Strebepfeiler wurden bei der Erneuerung -sorfältig festgehalten, wobei auf charakteristische Wiedergabe der -Profilierungen wie der Ornamentation großer Wert gelegt wurde. - -Professor Hauberrisser lud den Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg -im April zu einer Besichtigung der Arbeiten in der Bauhütte ein, und im -August stattete die in Nürnberg tagende Hauptversammlung der deutschen -Architekten der Sebalduskirche einen Besuch ab. - -[Illustration: Abb. 35. Neuer Verkündigungsengel am Ostchor.] - -=1892.= Die Wiederherstellungsarbeiten an den =Ostchorpfeilern= wurden -in diesem Jahre in der Weise fortgeführt, daß zu gleicher Zeit an den -Pfeilern selbst die fertigen Werkstücke unter jedesmaliger Verwendung -der Stützkonstruktion versetzt und in der Hütte für die weiteren Pfeiler -die neuen Werksteine bearbeitet wurden. - -Daneben wurden auch die vielen außerordentlich reich durchgebildeten -=Baldachine=, von welchen jeder Pfeiler sieben Stück aufweist, und die -nachträglich leicht versetzt werden konnten, in Arbeit genommen. Als -Steinmaterial kam hiezu der in Obernkirchen bei Bückeburg gebrochene -harte und wetterbeständige, dabei ziemlich feinkörnige Sandstein zur -Verwendung. - -An =Statuen= fanden sich unter den Baldachinen im ganzen nur vier vor. -Nämlich auf der Vorderseite zwei Propheten, die stark verwittert waren -und nach erfolgter Ergänzung kopiert wurden, sowie im Osten =Maria= -und =Sebaldus= an einem Joche, welches ursprünglich durch eine vor dem -Fenster angebrachte plastische Darstellung ausgezeichnet gewesen zu -sein scheint. Diese beiden Statuen, welche in Anbetracht ihres guten -Erhaltungszustandes unverändert blieben, zeigen =farbigen Hintergrund= -mit aufgemalten Engelfiguren. Für die unter den übrigen Baldachinen -fehlenden Statuen fertigte Stadtpfarrer Michahelles ein Verzeichnis an, -nach welchem in der unteren Reihe die Hauptpersonen des Alten und in der -oberen Reihe die des Neuen Testamentes zur Darstellung kommen sollten. -Als im November der Kultusminister die Kirche wieder besuchte, waren -auf der Nordseite die Auswechslungsarbeiten an sechs Pfeilern bereits -vorgenommen, jedoch fehlten noch die neuen Baldachine, die sehr viele -Arbeit erforderten. - -Da eine Reihe von Familien und Privatpersonen die Stiftung je eines -Pfeilers übernahm, so wurde an jedem Pfeiler eine diesbezügliche -Inschrift oder ein Wappen angebracht, während die wertvollsten =alten -Steinreste= in der Westkrypta zu einem =Lapidarium= vereinigt wurden -(Abb. 139). - -Beim Abbruch eines der großen Baldachine auf der Nordostseite fand sich -eingeklemmt in der zwischen Baldachin und Wand befindlichen Spalte ein -kleines Erzgußwappen mit Steinmetzzeichen (Abb. 26). Allem Anscheine -nach ist das Wappen durch Zufall in diese Vertiefung hineingefallen, -nachdem es zuvor an der 1561 abgebrochenen Galerie befestigt war. Bei -dem dargestellten Steinmetzzeichen kann es sich nur um den =Meister des -Ostchores= handeln. - -=1893.= Auch das Jahr 1893 wurde durch die umfangreichen Arbeiten an -den Ostchorstrebepfeilern ausgefüllt, ohne daß sie ganz beendigt werden -konnten. Doch ging alles in bester Weise ohne Störung und Unfall von -statten. - -Zu den =Statuen= an den Pfeilern fertigte, nachdem Stadtpfarrer -Michahelles sein Verzeichnis auf eine Anregung des Vereins für -Geschichte der Stadt Nürnberg einer Änderung unterzogen hatte, Bildhauer -Leistner die Modelle. Die Ausführung geschah in der Hütte in Kelheimer -und Offenstettener Kalkstein (Abb. 35). - -[Illustration: Abb. 36 Konsole mit Ritter an einem nördlichen Pfeiler -des Ostchors.] - -[Illustration: Abb. 37. Konsole mit Ritterfräulein an einem nördlichen -Pfeiler des Ostchors.] - -Am Ende des Jahres waren bis auf die aus dem nördlichen Sakristeidach -herausragenden Pfeiler die Hauptauswechslungsarbeiten an den -Ostchorstrebepfeilern fertiggestellt. Nur fehlten noch die meisten -Baldachine. - -Die Bauleitung hatte sich unterdessen schon seit einiger Zeit mit -den Aufnahmen und Plänen für die Wiederherstellung des =nördlichen -Seitenschiffes= beschäftigt (Abb. 38, 39). Die Untersuchungen ergaben -über die frühere Gestalt interessante Aufschlüsse.[17] Das Seitenschiff -war nämlich ursprünglich mit einer durchbrochenen =Galerie= bekrönt und -mit =Kapellendächern= versehen, d. h. hinter den die einzelnen Joche -abschließenden Giebeln waren Satteldächer angebracht, die an ein das -ganze Seitenschiff überdeckendes Pultdach anstießen. Es wurden sowohl -die Form dieser Dächer wie auch ihre eigenartigen =Entwässerungsanlagen= -nach Entfernung der Backsteinmauerungen aufgefunden. Leider waren diese -Abwässerungen, besonders dem Schnee gegenüber, nicht praktisch. Die -Dächer wurden nach den vorhandenen Spuren bald, wahrscheinlich im 16. -Jahrhundert, abgetragen, und an ihre Stelle trat ein einziges großes -=Pultdach=, das jedoch die Fenster des Mittelschiffes zu drei Vierteln -verdeckte und den inneren Raum stark verdunkelte. - -Zu jener Zeit werden wohl auch die Galerie- und Giebelspitzen -ähnlich wie beim Ostchor wegen der auf das mangelhafte Material -zurückzuführenden Baufälligkeit abgetragen worden sein. - -Über die Form der Galerie gaben nur mehr Kalkspuren an der östlichen -und westlichen Abbruchstelle Auskunft. Aber ein Hauptgesimsstück, -das den Anstoß an das Wimperggesims zeigte, war neben dem Brauttor -glücklicherweise erhalten geblieben und bildete für die Neuherstellung -wertvolle Anhaltspunkte. - -Unterhalb des abgetragenen Daches fanden sich auch bei den beiden -mittleren Mittelschiffpfeilern die Ansätze von ehemaligen romanischen -Strebebögen, die vom Seitenschiff aus das Mittelschiff stützten. - -Außerdem beschäftigte die Bauleitung die Anfertigung der Pläne für die -Wiederherstellung des großen =Giebels= und der =Galerie= am Ostchor. - -In einer im Dezember stattgehabten Sitzung des Bauausschusses legte -Professor Hauberrisser die Vorschläge für Wiederherstellung der Galerie -des nördlichen Seitenschiffes und Flachlegung des Daches sowie für die -Arbeiten am Westgiebel vor. Eine im März stattgehabte Untersuchung der -=Türme= hatte auch die Baufälligkeit der dortigen Galerie und große -andere Schäden des Mauerwerks wie der Dachstühle dargetan. - -=1894.= Während des Winters 1893 auf 1894 und selbst das ganze Frühjahr -hindurch bis in den Sommer hinein war die Hütte mit der Herstellung -der vielen reichen =Baldachine= und =Konsolen= (Abb. 27, 36, 37) am -Ostchor beschäftigt. Sobald die sieben Baldachine je eines Pfeilers -fertiggestellt und versetzt waren, konnten die Gerüste entfernt werden, -und so fiel von Norden nach Süden nach und nach die Hülle von Gerüsten, -die den Ostchor vier Jahre hindurch verdeckt hatte. Ende Juli wurden -die Baldachine und Figuren am letzten Strebepfeiler bei der Schautüre -versetzt. Auch wurden die Abfallrohre bei jedem Pfeiler in Kupfer neu -hergestellt. - -In den Monaten April und Mai wurden die zwei aus der nördlichen -Sakristei herausragenden Strebepfeiler ausgewechselt. Hierbei wurden -auch die Giebelabdeckungen erneuert und das Dach, welches die Mauern -bisher überdeckt hatte, tiefer gelegt, so daß die an den alten -Abdeckungen schon vorhandenen inneren Gesimsprofile nun sichtbar sind. -Auch die Rinne und das Abfallrohr wurden in Kupfer neu hergestellt. - -[Illustration: Abb. 38. Nördliches Seitenschiff vor der Restaurierung.] - -Die weitere Arbeit der Hütte bestand zunächst in der teilweisen -Neuherstellung und Ausbesserung der Wandflächen unterhalb des -Kaffgesimses bis zum Sockel des Ostchores, die durch die früher -eingebauten Kramläden erheblich gelitten hatten. - -Hiermit fanden die Arbeiten am Ostchor, da die Restaurierung der -=Portale= auf späterhin verschoben wurde, ihren vorläufigen Abschluß, -und die Hütte begann mit der Anfertigung der Werkstücke für die -Wiederherstellung des =Westgiebels=, und zwar zunächst des nördlichen -Teiles desselben. - -Diese Arbeit füllte den Sommer und Herbst aus; es gelang, die -Neuherstellung der =Galerie= (an Stelle der früher vorhandenen -Ziegelbedachung) sowie des =Eingangstürmchens= und die übrigen -Ausbesserungen dortselbst bis auf das Verfugen noch vor Winter zu Ende -zu führen. - -Nunmehr nahm die Hütte die Werkstücke für die Galerie sowie die Giebel -und Pfeilerendigungen des nördlichen Seitenschiffes in Arbeit als -Aufgabe für den Winter 1894/95. - -[Illustration: Abb. 39. Nordansicht.] - -Der =Fachwerkaufbau= für den Sängerchor am nördlichen Seitenschiff war -anfangs des Jahres abgebrochen worden. - -Die Bauleitung war während des ganzen Jahres mit den Vorbereitungen für -die vorbeschriebenen Arbeiten der Hütte beschäftigt. - -Außerdem wurden, nachdem im August am =nördlichen Turm= in der Höhe -der Glockenstube feste Gerüste aufgeschlagen waren, die nun zugänglich -gewordenen Teile des Turmes, deren große Schadhaftigkeit früher schon -festgestellt worden war, vermessen und zeichnerisch dargestellt. - -Mit Steinmetzmeister Göschel war ein neuer Vertrag für die weiteren -Wiederherstellungsarbeiten im März abgeschlossen worden. Das -Steinmaterial wurde seit dem Frühjahr ausschließlich aus den Brüchen von -Wendelstein bezogen. - -Im August beschloß der Bauausschuß, sowohl die Lattung wie die -Ziegeldeckung des großen =Ostchordaches= auszubessern und eine Anzahl -neuer Dachfenster anzubringen. Im Innern des Dachbodens wurden auf -allen Balkenlagen bequeme Laufgänge hergerichtet und der Boden selbst -oberhalb der Gewölbe mit einer neuen Bretterung versehen. Die beiden -=Dachendigungen= waren bei dieser Gelegenheit genau nach den vorhandenen -Resten zum Teil erneuert worden. - -Am =Schreyerschen Grabmale= (Abb. 69) wurden im Herbst zwei neue -Baldachine an Stelle der alten verwitterten eingesetzt; auch die -Holzdecke dieses Vorbaues und das Kupferdach wurden neu hergestellt. -Im April nahm der Kultusminister von den Arbeiten Einsicht. Um -einen Überblick über die Art der Wiederherstellung in späterer -Zeit zu ermöglichen, richtete die Bauleitung im Laufe des Jahres -in dem unbenutzten Raume oberhalb der nördlichen Sakristei (der -alten Schatzkammer) eine =Sammlung von Modellen, Zeichnungen und -Photographien= ein, welche eine Ergänzung der bereits im Lapidarium -bestehenden Sammlung bildet. - -=1895.= Nachdem die Hütte im Winter 1894/1895 einen großen Teil der -für den Ausbau des =nördlichen Seitenschiffes= nötigen Werkstücke -hergestellt hatte, konnte im Frühjahr mit dem Versetzen, und zwar bei -der =Galerie= zunächst dem Brauttor, begonnen werden (Abb. 39). - -Von Joch zu Joch wurden Galerie und Pfeiler neu aufgestellt und jedesmal -dahinter der neue Dachstuhl aufgerichtet. Bei dem letzteren war eine -etwas umständliche Konstruktion erforderlich, weil trotz des nunmehr -viel niedrigeren Daches unterhalb desselben der =Durchgang= vom Turm zur -Sängerbühne erhalten werden mußte. - -Mit dem =Niedrigerlegen= des Daches wurden endlich die romanischen -=Fenster= des Mittelschiffes wieder frei, wodurch das letztere volles -Licht erhielt und die schöne romanische Architektur im Innern zur -Geltung gelangte. - -Ein kleiner Aufenthalt ergab sich im Juli bei der Anschreibtür, weil -die dort erforderliche besonders eingreifende Abbrucharbeit der beiden -Portalpfeiler große Vorsicht bezüglich des Gewölbeschubes erheischte. Es -wurde aller Gefahr durch eine vom Straßenboden aus aufgestellte eiserne -Stützkonstruktion vorgebeugt. - -Über die ehemalige Form der Galerie dieses Portales hatten -glücklicherweise ein erhaltenes Gesimsstück und der Maßwerkanschluß -Aufklärung gegeben. - -Bis zum Eintritt des Winters wurden von den fünf Jochen vier -fertiggestellt. Zugleich mit den Arbeiten an der Galerie waren auch -die =Maßwerke der Fenster= (Abb. 21) einer gründlichen Ausbesserung zu -unterziehen. Die Gerüste konnten nun bis zur halben Fensterhöhe fallen. - -Der Deckung des Daches wurde besondere Sorgfalt zugewendet. Die so -charakteristische =Ziegeldeckung= sollte beibehalten werden, aber bei -der flachen Neigung erwies sich noch ein besonderer Schutz gegen -eindringendes Wasser notwendig. Daher wurde das Dach zuerst mit -verbleitem Eisenblech und hierauf erst mit Ziegeln gedeckt. Die Rinne -wurde ähnlich wie am Ostchor gestaltet und aus Kupfer hergestellt. - -Die Anfertigung der am nördlichen Seitenschiff zu erneuernden =Statuen=, -welche nach den alten verwitterten und ergänzten Vorbildern genau -kopiert wurden, übertrug der Bauausschuß zum Teil dem Bildhauer -Leistner, zum Teil dem Steinmetzmeister Göschel. Der Kultusminister -besuchte die Kirche im Januar. - -Am 18. Mai erhielt sie den Besuch des Prinzen Ludwig von Bayern und am -30. Juli der beiden ältesten Söhne des Deutschen Kaisers. - -Unterdessen hatte sich die Bauleitung mit den Plänen befaßt, welche -zur Umgestaltung, beziehungsweise zum Aufbau des =Treppentürmchens= -am nördlichen Turm erforderlich waren. Daneben wurde die =südliche -Sakristei= in ihrem äußeren Mauerwerk restauriert, der Kamin derselben -verändert und das Dach niedriger gelegt. - -In den Bauausschußsitzungen war wiederholt die Frage der Beheizung der -Kirche, zunächst allerdings ohne Ergebnis, besprochen worden. - -Als die Versetzarbeiten des Frostes wegen eingestellt werden mußten, -war die Hütte in die Winterarbeit -- Wiederherstellung des letzten -Joches des nördlichen Seitenschiffes, der Wimpergkränze, der beiden -Pfeiler dortselbst und der Baldachine und Konsolen des Seitenschiffes --- eingetreten. Auch für den nördlichen Turm wurden schon eine Anzahl -Steine bearbeitet. Für das nächste Jahr wurden außer der Beendigung des -nördlichen Seitenschiffes die Arbeiten am =nördlichen Turm= (Abb. 28) -und am =südlichen Westgiebel= in Aussicht genommen. - -=1896.= Da in diesem Jahre in Nürnberg die zweite bayerische -=Landesausstellung= stattfand, wurden die Arbeiten am westlichen Joch -sowie die Auswechslung von zwei Mittelteilen der Strebepfeiler zwischen -Brauttor und Anschreibtür und schließlich die Wiederherstellung der -Galerie über der letzteren so beschleunigt, daß beim Besuche des -Prinzregenten =Luitpold= am 13. Mai das nördliche Seitenschiff bis -auf den Magistratschor und das Treppentürmchen am nördlichen Turm von -Gerüsten ganz befreit war. - -Nun wurde zunächst das Treppentürmchen ausgebessert und um ein -Stockwerk erhöht zur Ermöglichung eines Austrittes in die Dachrinne -des Seitenschiffes. An Stelle der alten Backsteinpyramide trat ein -steinerner Dachhelm mit Kreuzblume (Abb. 39). - -Zugleich wurde im nördlichen Turm der Zugang zum Seitenschiff durch -Anlage neuer Treppen und Fußböden verbessert und der Gang zur -Sängerbühne durch eine Rabitzwand gegen den Dachraum abgeschlossen. Die -Triforien erhielten neue Zugangstreppen. - -Unterdessen hatte sich herausgestellt, da die Gerüste am Treppentürmchen -eine genaue Untersuchung ermöglicht hatten, daß der =Turm= zu beiden -Seiten seiner nordwestlichen Strebepfeiler 4-6 m lange und bis zu 5 cm -breite =Risse= aufwies. Hier befanden sich zwei vermauerte, mit -Rundbögen überdeckte ehemalige =Öffnungen=, welche in nordwestlicher -Richtung einen Schub ausübten. Die den letzteren verursachende Belastung -mag vergrößert worden sein durch die Erhöhung des Turmes in der -gotischen Zeit, durch Glockengeläute und Winddruck. Obschon die offenbar -schon alten Risse keine augenblickliche Gefahr mit sich brachten, war -dringend nötig, weiteren Bewegungen Einhalt zu tun. - -Es wurde daher eine doppelte =eiserne Verschlauderung= hergestellt, die -das ausgewichene Turmeck umfaßte und im Innern die östliche und südliche -Turmwand als Rückhalt benutzte. - -Unterdessen war der sehr ruinöse =Magistratschor= (Abb. 40, 41) bis auf -den Grund abgetragen worden und wurde ganz neu wieder hergestellt mit -neuen Fenstermaßwerken -- die alten fehlten vollständig -- und einer -nach gegebenen Anhaltspunkten erneuerten =Galerie=. - -Das Dach hinter der letzteren wurde mit Kupfer gedeckt. - -Die Hauptarbeit der Hütte für den Herbst und Winter bildeten die Friese, -Gesimse und Maßwerke der =nördlichen Turmgalerie= (Abb. 29). - -Diese Werkstücke waren meist sehr umfangreich, so daß die durch die -Kündigung des Lagerplatzes an der Moritzkapelle hervorgerufene Beengung -des Werkplatzes sehr unangenehm empfunden wurde. - -Die =Gerüste= des Turmes waren wiederholt geprüft und zu größerer -Sicherheit möglichst bequem eingerichtet, auch mit Sprachrohr und -elektrischer Glocke versehen worden. - -Gegen Ende November wurde mit der Abnahme der alten Galeriemaßwerke -begonnen. Diese sowie die Reste des Magistratschores wurden der Stadt -überlassen und fanden an der Stadtmauer beim Walchtor Aufstellung. Die -meisten =Statuen= am nördlichen Seitenschiff und Brauttor sowie die -überlebensgroße =Thomaschristusstatue= an der nördlichen Sakristei -waren im Laufe des Jahres erneuert worden. Die Anbringung neuer Statuen -=Luthers= und =Melanchthons= an der Anschreibtüre wurde beschlossen, -ihre Herstellung jedoch auf das nächste Jahr verschoben. Auch sollten -die =Epitaphien= und sonstigen =Reliefs= an der Kirchenwand teils -ausgebessert, teils erneuert werden. Beim Eintritt des Winters waren die -Hütte mit Herstellung der noch fehlenden Werkstücke für die Turmgalerie -und die Modelleure mit Ergänzung der Reliefs beschäftigt. - -Durch eine neue Kanalisation der Abfallrohre zum Hauptkanal auf der -Nordseite wurde eine Verbesserung des Wasserablaufes hergestellt. - -=1897.= Im Frühjahr konnte mit dem Versetzen an der nördlichen -Turmgalerie begonnen werden. Ein Hindernis erwuchs durch eine vorhandene -starke Verschlauderung der alten Gesimsstücke, welche während der -Bauarbeiten in Funktion erhalten werden mußte, anderseits aber die -Auswechselungsarbeiten sehr erschwerte. Es gelang durch eine besondere -Art des Zusammengreifens der neuen Werkstücke die Schwierigkeit zu -überwinden. - -Ende Mai konnte schon mit Herstellung der breiten Kupferrinne begonnen -werden. Dann wurden die durchbrochenen Brüstungen versetzt und die -oberen Blattkonsolen der Bogenfriese teilweise erneuert. Im Juli begann -die Abrüstung. - -Zugleich mit dem Abrüsten fand eine umfangreiche Auswechselung von -Werkstücken auf den vier Seiten des Turmes von der Galerie abwärts -statt, so daß abgesehen vom Dachhelm der Turm Ende November frei von -Gerüsten war. Die Restauration des Portals wurde, wie die der Portale -überhaupt, auf später verschoben. - -Die Bauhütte hatte schon seit dem Frühjahr Werkstücke zum Ausbau der -Südseite des =Querschiffsgiebels= in Arbeit genommen. - -Es handelte sich hier um Neuherstellung der Giebelabdeckung, eines -Fensters, der Maßwerkgalerie und der Endigung des romanischen -Strebepfeilers. Im Juli konnte mit dem Versetzen begonnen werden; im -November war der ganze südliche Westgiebel wieder abgerüstet. - -Zur Instandsetzung des mit Zinn gedeckten =Dachhelmes des nördlichen -Turmes= wurde bereits im Sommer ein leichtes Gerüst gebaut, da ohne -Gerüst über den Umfang der Ausbesserung kein Urteil gewonnen werden -konnte. Der Zustand erwies sich als so mangelhaft, daß der Bauausschuß -beschloß, die Deckung ganz zu erneuern. Zugleich sprach er sich aus -historischen Gründen für Beibehaltung von =Zinn= als Deckungsmaterial -aus. Dieser Beschluß wurde jedoch nochmals schwankend, als sich -herausstellte, daß eine große Anzahl von Löchern im Zinn auf eine -eigentümliche Art von Korrosion zurückzuführen war, die nach Ansicht -von Sachverständigen durch den Einfluß großer Kälte entsteht und sich -wie eine Infektion auf andere Zinnteile überträgt. - -Die Entscheidung der Materialfrage wurde daher bis zum nächsten -Frühjahre verschoben. - -Im Oktober wurden die =Glocken= im nördlichen Turme, deren Geläute -während der dortigen Bauarbeiten unterblieb, untersucht und ebenso wie -die Glockenstühle ausgebessert. - -Um beim Gerüstabbruch am nördlichen Turm das Holzwerk zur -Wiederverwendung am südlichen Turm leicht transportieren zu können und -für den Arbeitsbetrieb eine bequemere Verbindung zu erhalten, wurden im -Sommer beide Türme durch eine hölzerne Brücke verbunden. - -Über die Anlage einer Heizung der Kirche wurde im Bauausschuß im Laufe -des Jahres wiederholt, jedoch ohne Erfolg beraten. Eine weitere Frage -bildete die Restaurierung der wertvollen =Glasmalereien=. Vorderhand -waren jedoch keine Mittel da, um dieser Aufgabe näher zu treten. -Unterdessen hatte die Bauleitung alle Vorarbeiten gefertigt, damit -die Hütte während des Winters die Werkstücke zur Restaurierung des -=südlichen Seitenschiffes= herstellen konnte. - -Am südlichen Turm und am Löffelholzchor wurden Gerüste aufgeschlagen -(Abb. 32). - -=1898.= Bei den Wiederherstellungsarbeiten am südlichen Seitenschiff -handelte es sich zunächst um die Tieferlegung des Daches und die -Instandsetzung der halbvermauerten Mittelschiffenster, ferner um die -Neuherstellung der nur als Reste vorhandenen Strebepfeilerendungen, -um Ersatz des unförmlichen den Blasbalg der Orgel enthaltenden -Fachwerkaufbaues durch einen kleinen steinernen Aufbau sowie um einen -neuen Steinhelm auf dem Treppentürmchen am Südturm, schließlich um -Restaurierung der Fenstermaßwerke und des Portales. - -Der größte Teil dieser Arbeiten konnte im Laufe des Jahres vollendet -werden. Im Frühjahre wurden die Mittelschiffenster ausgebrochen, im Juli -mit dem Aufschlagen des neuen Dachstuhles beim Orgelaufbau begonnen. - -Eine Verzögerung trat jedoch ein, als sich herausstellte, daß in -früherer Zeit der Querschiffgiebel der Orgel wegen durch Ausbrüche so -geschwächt worden war, daß mehrere handbreite Risse entstanden waren. -Auch war der Steinverband in bedrohlicher Weise gelockert. - -Die dem Absturz nahen Werksteine wurden durch eine Zementbacksteinwand -unterfangen und der ganze Giebel durch zwei miteinander verbundene -horizontale Schlaudern, die vom Mittelschiff bis zur Außenwand -reichten, zusammengehalten. Im August wurde der Blasbalg in dem -neuerrichteten Dachaufbau wieder hergestellt. Auch das Versetzen der -neuen Pfeilerendigungen, Fialen und Riesen war vor Eintritt des Winters -beendet. - -In einer Ecke des Südturmes innerhalb des Mauerwerkes fand sich eine -mit Schutt angefüllte =Treppe=, die vom Turm in die Gewölbezwickel des -Mittelschiffes führte. - -Zur Neuherstellung der =Dachdeckung= am =nördlichen Turm= hatte der -Bauausschuß sich unterdessen für die Verwendung von reinem Zinn -ausgesprochen. Bei der im Mai begonnenen Abdeckung des alten Zinns -zeigte sich, daß mehrere Hölzer des Dachstuhles angefault waren und -ausgewechselt werden mußten. - -Im Juni konnte die neue Holzverschalung aufgebracht werden. Die -Neudeckung des Helmes, welche Flaschnermeister =Orelli= ausführte, war -bis zum Herbst vollendet. - -Auch die Wetterfahne hat derselbe nach dem Muster der alten, die -verrostet war, neu hergestellt. - -[Illustration: Abb. 40. Pfinzingkapelle vor der Restaurierung.] - -[Illustration: Abb. 41. Pfinzingkapelle nach der Restaurierung.] - -Das alte Zinn wurde um den Preis von 3700 Mk. verkauft. - -Die =nördliche Sakristei= bot, feucht, halbfinster und vielfach -vergittert, einen sehr unangenehmen Aufenthalt. Es wurden daher im März -und April die Fenster verbreitert, die Gitter teilweise entfernt und der -Fußboden ausgehoben und betoniert. - -Die Modellkammer war mit der Herstellung von ornamentalen Modellen auch -in diesem Jahre beschäftigt. Daneben wurden in derselben die Statuen der -Jungfrauen vom Brauttor, welche sich bei dieser Gelegenheit als ehemals -=polychromiert= erwiesen, instand gesetzt und eine derselben an Stelle -eines vorhandenen alten Gipsabgusses neu gefertigt. - -Dem Bildhauer Leistner wurden die Statuen =Luthers= und =Melanchthons=, -welche das Portal am nördlichen Seitenschiff zieren sollten, in Auftrag -gegeben. - -Die Rüstung des Südturmes wurde bis zur Galerie beendet, so daß die -Bauleitung noch vor Jahresschluß mit den Aufnahmen dortselbst beginnen -konnte. - -Schließlich sei noch erwähnt, daß innerhalb des Nordturmes größtenteils -neue hölzerne Treppenläufe und unterhalb der Glocken eine Holzabdachung -hergestellt wurde. Im südlichen Seitenschiff erhielten die Triforien -ähnlich wie auf der Nordseite Verbindungstreppen zum Dachraum. - -Beim Eintritt des Winters war die Werkhütte, deren Bestand infolge der -mangelnden Mittel verringert worden war, mit den Werksteinen für den -Helm des südlichen =Treppenturmes= beschäftigt. - -=1899.= Die vorhandene kleine Anzahl von Steinmetzen fertigte den -Winter über neben den für das =südliche Seitenschiff= noch fehlenden -Werkstücken die Werksteine zur Restaurierung des =Brauttores= (Taf. IV). - -[Illustration: Abb. 42. Erneuerte Madonnenstatue am Brautportal.] - -Bei letzterem handelte es sich nicht nur um Auswechselung der -beiderseitigen Postamentprofilierungen unter den Jungfrauenstatuen, -sondern auch um Neuherstellung fast aller Baldachine. Auch das -durchbrochene zierliche Maßwerk mußte in seinem Hauptteile erneuert -werden. - -Die Statuen =Maria= (Abb. 42) und =Sebaldus= waren schon früher in -Kalkstein erneuert worden und standen zum Versetzen bereit. - -Bei der in Verbindung mit der Restaurierung stattfindenden Reinigung -stellte sich heraus, daß der größte Teil des Portales ursprünglich -=polychromiert= war. - -Außer an den Jungfrauenstatuen sind die Spuren hauptsächlich an der -Christusfigur und an den Wappen noch sichtbar. - -Das steinerne Dach wurde mit Kupferplatten überdeckt, und Ende Juli -wurde nach Entfernung der Gerüste das restaurierte Portal dem Verkehr -wieder übergeben. - -Die noch ausstehenden Auswechselungsarbeiten am =südlichen -Seitenschiff=, an den Mittelteilen der Pfeiler, den Fensterbögen und den -Fenstermaßwerken sowie dem Portale nahmen die Arbeit einiger Steinmetzen -bis in den Herbst in Anspruch. - -Bei der Reinigung des südlichen Seitenschiffportales fand sich auch hier -eine gut erkennbare, ehemals gewiß glänzende =Polychromie= vor. Selbst -die Säulen waren mit einem bewegten Linienornament geschmückt. - -Das Portal erhielt ein neues Kupferdach. Auch die kupfernen Dachrinnen -und der Kehlanschluß am Südturme wurden vervollständigt, so daß im -Herbst das südliche Seitenschiff bis auf die Erneuerung des westlichen -modernen Fenstermaßwerkes und der Kaff- und Sockelgesimse fertiggestellt -war. - -Im März konnten schon nach den bis dahin fertiggestellten Zeichnungen -die Steine für die =Galerie des Südturmes= bestellt werden; allein die -Lieferung aus den in einen neuen Besitz übergegangenen Wendelsteiner -Brüchen ging nur sehr langsam von statten. Die Zahl der Steinmetzen war -im Juli auf 25 Mann erhöht worden. Ihre Arbeit bildeten die 78 großen -Werkstücke der 3 Gesimsschichten an der südlichen Turmgalerie, die bis -zum Ende des Jahres nahezu vollendet wurden. - -Im Juli wurde das im Nordturm unterhalb der Glocken hergestellte -Holzdach mit Zinn verkleidet. Auf Veranlassung und mit den Mitteln -des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg wurde im November durch -die Bauhütte im Ostchor eine =Nachgrabung= nach den =Fundamenten= der -östlichen Hälfte der alten romanischen Kirchenanlage vorgenommen. - -Vor der Türe der südlichen Sakristei gezogene Gräben legten bald die -Grundmauer der südlichen =Querschiffapsis= bloß. Bei der Aufgrabung -zwischen Sebaldusgrab und Hochaltar fanden sich Grundmauern der -=Hauptapsis=, welche die Reste einer Mensa enthielt und den -kleeblattförmigen Abschluß einer zweischiffigen =Krypta= bildete. - -Um bei der durch Zeit und Mittel beschränkten Aufgrabung ein möglichst -vollkommenes Ergebnis zu erzielen, wurden die Gräben auf die Südseite -beschränkt, hier aber um so gründlicher hergestellt. Auf diese Weise -konnte die ganze Längsmauer der sich bis zu den Vierungspfeilern -hinziehenden Krypta aufgedeckt werden, wobei auch die aus den Schiffen -hinabführenden =Treppen= sichtbar wurden. Von den Ergebnissen dieser -Aufdeckungen wurden durch die Bauleitung Vermessungen, =Aufzeichnungen= -und ein plastisches Modell hergestellt, welch letzteres in der -Modellsammlung der Kirche seinen Platz fand (Taf. II u. III, Abb. 1). - -Die aufgedeckten Mauerteile waren vor dem Zuschütten auf Einladung des -Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg von einer großen Zahl von -Sachverständigen und Interessenten besichtigt worden. - -Gegen Ende des Jahres begann die Hütte mit der Herstellung der -durchbrochenen Brüstungsstücke der Galerie für den =Südturm=. - -=1900.= Im Frühjahr 1900 konnte mit dem Versetzen der Gesimsstücke und -der Galerie am südlichen Turm begonnen werden. Die Arbeit ließ sich -nur auswechslungsweise vornehmen, wobei die in der Mauer liegenden -vier Schlaudern, die übrigens unter sich nicht verbunden waren, eine -Erschwerung bildeten. Am Turmaufbau oberhalb der Galerie mußten auf -allen vier Seiten eine große Anzahl von Werkstücken, Bogenfriese, -Gesimsstücke, Fenstergewände und auch glatte Quadern wegen der -vorhandenen großen Verwitterung erneuert werden. - -Beim kupfernen =Dachhelm=, dessen Blechtafeln von sehr ungleicher Stärke -waren, fand sich der Verband gelockert, das Blech durchlöchert und sehr -beschädigt vor, so daß eine gründliche Reparatur unter Verwendung einer -größeren Anzahl neuer Platten erforderlich wurde; auch der Blitzableiter -und die Wetterfahne kamen zur Ausbesserung. - -Am =südlichen Seitenschiff= wurde in das westliche große Fenster ein -neues Maßwerk eingesetzt. Das alte war erst in der Mitte des 19. -Jahrhunderts in Verbindung mit dem Abbruch der damals im Innern der -Kirche befindlichen =Mesnerwohnung= zur Ausführung gelangt, aber in den -unverstandenen Formen der damaligen Zeit. Außerdem wurden in der zweiten -Jahreshälfte nach den unterdessen ausgearbeiteten Plänen die für die -Erneuerung des =Dreikönigschores= erforderlichen Werkstücke in Arbeit -genommen und im Laufe des Jahres zum größten Teil fertig gestellt. - -Die Instandsetzung des Kaffgesimses und der Sockelpartien am südlichen -Seitenschiff mußte jedoch, weil diese Wände mit Schuppen, Werksteinen -und Gerüsthölzern verstellt waren, auf spätere Zeit verschoben werden. - -Nachforschungen nach einem ehemaligen inneren =Eingang= zur -=Westchorkrypta= hatten keinen Erfolg. - -=1901.= Die nächste Aufgabe des Jahres bestand in der Weiterführung der -Arbeiten am =südlichen Turm=. - -Es stellten sich -- wie so oft -- die Schäden an den Fenstern der -Glockenstube als viel schlimmer heraus, als bisher angenommen war. Die -freistehenden =Mittelpfeiler der Fensteröffnungen= zeigten sich auf -der Nord- und Westseite vollständig zerrissen, so daß ein Herausnehmen -derselben und ein Ersatz durch neue Pfeiler unabweislich war. Die -Wegnahme einer solchen Stütze in einer Höhe von 40 m über der Erde und -bei den in einem vielhundertjährigen Mauerwerk nicht mit absoluter -Sicherheit festzustellenden Druck- und Schubverhältnissen erforderte -natürlich große Vorsicht. - -Nach eingehenden Beratungen auch im Bauausschuß wurde beschlossen, -vor der Herausnahme der Pfeiler die Fensteröffnungen provisorisch zu -vermauern. - -Mit Hilfe dieses zwar nicht billigen, jedoch in Hinsicht auf den -Zweck verhältnismäßig einfachen und dabei sicheren Mittels ging die -=Auswechslung= ohne Störung vonstatten, so daß Mitte Juli der letzte -Stein der provisorischen Ausmauerung wieder entfernt werden konnte. Das -nordöstliche =Turmeck=, welches in der Kämpferhöhe des Mittelschiffes -durch die schon früher aufgefundene Treppe in seinem Querschnitt -bedenklich reduziert war, hatte vor diesen Arbeiten an der Glockenstube -durch Ausmauerung die nötige Verstärkung erfahren. - -Danach handelte es sich um die Wiederherstellung des oberen Teiles der -beiden =Strebepfeiler= auf der Südseite des Turmes. - -Bei dem westlichen dieser Pfeiler befand sich unter einem tief in die -Mauer einbindenden und den oberen Teil des Pfeilers tragenden Baldachine -ein überlebensgroßer =Kruzifixus=, der ebenso wie die Skulpturen an den -Wimpergen der Pfeiler fast bis zur Unkenntlichkeit verwittert war. Der -Kruzifixus wurde daher schon Anfang März heruntergenommen und in der -Hütte erneuert. - -Da der Baldachinstein aber unmöglich ohne Gefahr für den oberen Pfeiler -in seiner ganzen Größe herausgebrochen werden konnte, so mußte er -in einzelnen Stücken zum Teil in schwalbenschwanzförmigem Verbande -ausgewechselt werden. - -Auch der östliche Pfeiler erwies sich als so schlecht, daß er auf eine -Höhe von 11 m vollständig abzubrechen und zu erneuern war, was besondere -Rücksicht auf guten Verband mit dem Turmmauerwerk erforderte. - -Im Oktober waren diese Arbeiten am Turme beendet, so daß die Gerüste, -die auf mehreren durch die Fenster der Glockenstube laufenden Balken -aufruhten, entfernt werden konnten. - -Jetzt wurde auch das bisher eingestellte Geläute wieder in Tätigkeit -gesetzt und die feststehende Feuerglocke, die als solche nicht mehr -benutzt wurde, wieder läutbar gemacht. - -Unterhalb der Glocken war ebenso wie auf dem Nordturm ein mit Zinn -gedecktes Schutzdach zur Wasserabführung anzubringen. - -Die hölzernen Treppenaufgänge im Innern des Turmes wurden verbessert. - -Daneben hatte die Hütte anfangs Juni mit den Versetzarbeiten an dem -ganz zu erneuernden =Dreikönigschore= begonnen. Er wurde mit einem -neuen Kupferdach versehen und konnte nach Aufstellung der gleichfalls -erneuerten =Statuen= im August abgerüstet und dem Gebrauch wieder -übergeben werden. - -Auch wurde den Sommer über das große Mittelschiffdach nach -vorhergegangener Erneuerung der Lattung unter Ersatz vieler verwitterter -Dachziegel umgedeckt. - -Hieran schloß sich die Umdeckung des Daches auf dem Löffelholzchor, -wobei durch eine Umänderung des Dachstuhles zwischen den beiden Türmen -die dortigen Dachanschnitte verbessert wurden. Bei dieser Gelegenheit -fand sich innerhalb des Dachraumes der Giebel zwischen Chor und -Mittelschiff mit einem Bogenfries geschmückt vor, so daß anzunehmen -ist, daß das Chordach früher unterhalb des Giebels anschloß. Rinne, -Abfallrohre und Blitzableiter wurden auf diesen Dächern in Kupfer wieder -erneuert. - -Im Mittelschiff wurde auch der Dachstuhl selbst ausgebessert, der Schutt -aus dem Gewölbezwickeln entfernt und der Boden gebrettert. - -Eine im April angestellte Untersuchung des =Löffelholzchores= hatte -ergeben, daß im Innern einzelne Steinstücke herunterzufallen drohten, -so daß eine Absperrung für nötig gehalten wurde. Als im November mit -unterdessen aufgestellten Gerüsten genauer untersucht werden konnte, -ergab sich als Ursache eine Anzahl von Bewegungen, die in den fünf -Seiten des Chorabschlusses stattgefunden hatten. Nach Wegnahme des auf -den Gewölben lastenden Schuttes ließen sich vom Hauptgesims bis zum -Erdboden laufende Risse verfolgen, deren Breite bis zu 10 cm betrug. - -Eine alte hölzerne Verschlauderung fand sich denn auch auf dem -Engelschor, hatte sich aber als ganz unzureichend erwiesen. - -Daher beschloß der Bauausschuß, im Innern eine neue radiale und im -Äußern zwei Ringschlaudern von Eisen anzubringen, jedoch so, daß -dieselben äußerlich nicht sichtbar sein sollten. - -Im übrigen waren für die Instandsetzung des Löffelholzchores bereits -eine Anzahl von Werkstücken fertiggestellt. Die Versetzarbeiten sollten -aber erst im nächsten Jahre beginnen. - -Von den an der Kirche befindlichen Grabdenkmälern wurden im laufenden -Jahre mehrere erneuert. - -Dem Stadtmagistrat wurden eine Anzahl interessanter Steinstücke vom -Dreikönigschor und der südlichen Turmgalerie zur Aufstellung an der -Stadtmauer überlassen. - -=1902.= Das neue Jahr wurde in der Hauptsache durch die -Wiederherstellung des =Löffelholzchores= in Anspruch genommen. - -Im Innern wurden die Risse gereinigt und ausgemauert sowie eine große -Zahl zersprengter Werkstücke erneuert. Im Frühjahr konnten die Gerüste -wieder entfernt werden, doch blieb die Instandsetzung der unteren -Wandflächen, an denen des Gestühles wegen viele Gesimse abgeschlagen -waren, ebenso wie die des =Engelchores= der späteren Innenrestauration -vorbehalten. - -Auch im =Äußern= begannen im Frühjahr die Versetzarbeiten. Trotzdem -viele Werkstücke schon im Winter fertiggestellt waren, konnte die -benötigte Anzahl nicht mehr in diesem Jahre bearbeitet werden. - -Während der Versetzarbeiten fand auch die Verlegung der Schlaudern -statt. Zunächst wurden die beiden Ringschlaudern oberhalb und unterhalb -der Engelschorfenster, welche aus einzelnen mit Bolzen verbundenen -Eisengliedern bestanden, in die Mauer eingelegt und mit Steinplatten -verkleidet. Auf der Nord- wie auf der Südseite fanden die Schlaudern -ihren Halt in den starken Turmmauern. - -Danach wurde die Radialschlauder in der Fußbodenhöhe des Engelschores -verlegt. Diese, welche aus einzelnen Gabelschlaudern bestand, die -die Ecken des Chores faßten und sich in der Mitte vereinigten, fand -ebenfalls ihren Halt in den Turmmauern. - -Die äußere Wiederherstellung des Westchores nahm dann ihren Fortgang -und war bis zum Ende des Jahres bis zur Höhe des ehernen Kruzifixus -fortgeschritten. - -Am südlichen Seitenschiff waren noch die Arbeiten vom Kaffgesims ab -zu vollenden. Die Schuppen und Gerüste, welche dies bisher verhindert -hatten, wurden im Juni abgebrochen, so daß auch diese Arbeiten und -daneben die Herstellung neuer kupferner Abfallrohre und einer neuen -Kanalisation zu Ende geführt werden konnten. - -In Verbindung damit wurde auch der untere Teil der =Südseite des -südlichen Turmes= in Stand gesetzt. Doch zeigten sich hier wieder -bedenkliche Risse, welche die Anbringung einer größeren (übrigens zum -Teil im Äußeren sichtbaren) Schlauder erforderlich machten; größte -Vorsicht war bei den Auswechslungsarbeiten geboten. Diese Arbeit währte -bis in den Dezember hinein. - -Das Relief »Mariä Verkündigung«, bisher am Nordturme, wurde an die -nördliche Sakristei versetzt. - -Da nun bald mit der Wiederherstellung des =Innern der Sebalduskirche= -begonnen werden sollte, nahm Professor =von Hauberrisser= mit Rücksicht -auf die hierbei erforderliche ununterbrochene Anwesenheit des leitenden -Architekten Veranlassung, der Kirchenverwaltung vorzuschlagen, den mit -ihm bestehenden Vertrag zu lösen und denselben vom 1. Januar 1903 ab -für alle weiteren Arbeiten mit dem Unterzeichneten abzuschließen, was -geschah. - -=1903.= In diesem Jahre fand zunächst die Beendigung der -Auswechslungsarbeiten am unteren Teile des =Westchores= statt, die von -der Höhe des Kaffgesimses an bisher noch zurückgeblieben waren. - -Der bestehende =Eingang= in die =Krypta=, dessen reich profilierte -Umrahmung aus dem 19. Jahrhundert stammte, wurde durch Wegmeißeln der -stillosen Profile vereinfacht. Das Gleiche geschah mit der Türe, die -reiche pseudoromanische Bänder aus dünnem Blech zeigte. - -Am südlichen sowohl wie am nördlichen Turm harrten noch die =romanischen -Portale= der Restaurierung (Abb. 15, 16, 17, 18). Bei beiden Portalen, -die ohne organische Verbindung mit dem eigentlichen Baukörper der -Kirche sind, waren die Bogensteine nicht eigentlich verwittert, aber -an den Kanten bei den Stoßfugen stark verletzt, die Kapitäle teils -schlecht erneuert, teils fast ganz unkenntlich geworden und auch die -Säulenschäfte in schlechtem Zustand. - -Wegen der unterdessen bei der Innenrestaurierung aufgedeckten Schäden am -nördlichen Turm mußte jedoch die Restaurierung des dortigen Portales, -damit der Turm nicht gleichzeitig an mehreren Stellen durch Ausbrüche -geschwächt würde, vorläufig zurückgestellt werden. - -Im April wurde mit den Versetzarbeiten am =südlichen Portal= begonnen. -Im November war dasselbe erst vollendet. - -Die Hütte war hauptsächlich mit der Innenrestaurierung beschäftigt, -daher waren für die äußeren Arbeiten weniger Steinmetzen tätig als -bisher. - -=1904.= Die Aufgabe, welche für das letzte Baujahr der äußeren -Wiederherstellung noch verblieb, bestand in der Restaurierung des -=nördlichen Turmportals= und des unteren rings um die Kirche laufenden -Sockels, der viele Schäden zeigte und in früheren Jahren wohl oft, aber -niemals gründlich ausgebessert worden war. - -Die Restaurierung am nördlichen Turmportale wurde im März begonnen -und fand in der gleichen Weise wie am Südturm statt. Sie war im Juni -vollendet. - -Dann begannen die Ausbesserungen des Sockels, der besonders am Ostchor -eine große Anzahl neuer Quadern und sorgfältiges Ausstopfen der vielen -ohne Mörtel vorgefundenen Lagerfugen erforderte. - -Mit dem Ende des Jahres war auch diese Arbeit beendet und die -=Restaurierung= konnte als abgeschlossen gelten. Die Hütte wurde nunmehr -im ganzen Umfange für die Zwecke der Innenrestaurierung verwendet. - -Daher mußte auch die Regulierung der Umgebung der Kirche auf der West- -und Südseite, die besonders einer Verbesserung bedürfte, vorläufig -zurückbleiben. - -Die =Bausammlung= der Kirche, zu welcher der Anfang schon im Jahre 1889 -durch Aufbewahrung der aufgefundenen Reste der Ostchorgalerie gemacht -worden war, hat im Laufe der Jahre einen ziemlichen Umfang angenommen; -sie enthält nicht nur von fast allen Teilen der Außenfassaden in -einzelnen Stücken die hauptsächlichsten Originalreste, welche für die -Wiederherstellung maßgebend gewesen sind, sondern auch eine große Anzahl -von Modellen und mancherlei Fundstücke. - -Die =Hauptpläne= der Restaurierung überwies Professor von Hauberrisser -dem =städtischen Archiv=. Die große Zahl der gefertigten =Detail- -und Werkpläne= sind jedoch gleichfalls der =Sammlung= einverleibt. -Diese selbst ist an zwei getrennten Orten untergebracht: zum Teil in -der Westchorkrypta (Abb. 139), zum anderen Teil im Obergeschoß der -nördlichen Sakristei. - -Von den Mitgliedern des =Bauauschusses= war im Laufe der Jahre -Magistratsrat Tauber gestorben und Fabrikbesitzer von Forster und -Ingenieur Rupprecht wegen Wohnungswechsels ausgetreten. Die Lücken -wurden ergänzt durch Kommerzienrat Liebel, an dessen Stelle später -Magistratsrat Häberlein trat, ferner durch Großhändler und kgl. -Handelsrichter Heerdegen und Fabrikbesitzer Thäter. - -In der Vorstandschaft der =Kirchenverwaltung= war Stadtpfarrer und Dekan -=Heller= durch Stadtpfarrer =Lotholz= abgelöst worden. Seit dessen -Erkrankung führt Stadtpfarrer =Schiller= den Vorsitz. - -Stadtpfarrer Lotholz ist unterdessen gestorben, Kirchenrat Heller -[[gestorben] 1907] steht heute der Restaurierung der Schwesterkirche St. -Lorenz vor. - -Für die Beschaffung der =Mittel=, welche abgesehen von drei Lotterien -aus den namhaften Unterstützungen seitens deutscher Fürsten, dann der -Stadt und vieler kunstsinniger Familien und anderer Personen flossen, -war der =Verein für die Restaurierung der Sebalduskirche= tätig, in -dessen Vorstandschaft Justizrat Freiherr von Kreß, Justizrat Vollhardt -und Kommerzienrat Schwanhäußer die Verwaltung führten unter dem Vorsitze -des Kirchenrates =Michahelles=, =des eifrigsten Freundes und Förderers -des ganzen Wiederherstellungswerkes=. - - =Nürnberg=, den 31. Dezember 1904. Prof. J. =Schmitz=, Architekt. - - - 4. Bericht der Bauleitung über die Instandsetzung des Innern. - 1903-1906. - -Bei einem Besuche der Sebalduskirche wird sogleich die -Verschiedenartigkeit der baulichen Anlage ins Auge fallen. Denn die -noch bestehenden Teile der engen =romanischen Basilika= bilden einen -großen Gegensatz zum weiten =gotischen Hallenchor=: es mangelt daher die -Einheitlichkeit der Raumwirkung. Auch in der formalen Detailausbildung -kommt jede der beiden Hauptbauperioden charakteristisch zur Erscheinung, -doch verleiht dies der Kirche neben dem kunstgeschichtlichen Interesse -einen außerordentlichen malerischen Reiz. Erhöht wurde dieser noch -durch die Fülle von wertvollen Kunstwerken, mit denen die folgenden -Jahrhunderte die Kirche schmückten. - -Schon die =Gotik= hat ein Dekorationsmotiv ihrer Art in den romanischen -Bau hineingetragen, indem sie, abgesehen von anderem statuarischem -Schmuck, an den Pfeilern des Mittelschiffes unter Baldachinen zwölf -Apostelstatuen anbrachte. Daneben wurde, wie sich im Laufe der -Restauration erwiesen hat, in jener Zeit fast die ganze Kirche an -Wänden und Gewölben mit einer einheitlichen Polychromie versehen, die -an verschiedenen Stellen durch figürliche Darstellungen eine Steigerung -erfuhr. - -Das =15. und 16. Jahrhundert= haben sodann eine Reihe weiterer -Schmuckstücke an kostbaren Bildwerken, Epitaphien und -Einrichtungsgegenständen hinzugefügt, welche der Verehrung des -Kirchenpatrons, den gottesdienstlichen Zwecken und dem Gedächtnisse der -Patrizierfamilien, die hier ihre Grabstätten besaßen, ihre Entstehung -verdanken. - -[Illustration: TAFEL XI. Romanisches Dienstkapitäl des Mittelschiffes -mit später angesetztem gotischem Baldachin. - -Gewölbeschlußstein im Ostchor.] - -In der =Barockzeit= ging freilich von der mittelalterlichen Erscheinung -vieles -- unter anderm durch Übertünchung die farbige Wirkung des -Innern -- verloren. Auch die hauptsächlichsten Mobiliarstücke -wurden entfernt. Es entstand ein anderes Bild durch die Errichtung -eines neuen mächtigen Hauptaltares, neuer Seitenaltäre, einer neuen -Kanzel und hölzerner Emporen, welch letztere, zum Teil an den Wänden -des Mittelschiffes angebracht und von den Triforien aus zugänglich, das -Mittelschiff noch mehr einengten und verfinsterten. - -[Illustration: TAFEL XII. Statue des Apostels Johannes im Mittelschiff.] - -Engelsstatue von der Volckamerschen Verkündigung mit Baldachin und -Konsole.] - -C. =Heideloff=, einem Hauptvertreter mittelalterlicher Romantik in der -Architektur des 19. =Jahrhunderts=, blieb es vorbehalten, die Kirche -von barocken Zutaten zu purifizieren, den Hauptaltar und einen Teil -der Emporen zu entfernen und an Stelle des ersteren ein Werk eigener -Erfindung aufzustellen. Bei der Orgel und beim Stuhlwerk schienen -ihm Änderungen unerläßlich. Auch sonst wurde den noch vorhandenen -nachmittelalterlichen Kunstwerken in dieser Zeit eine besondere -Wertschätzung nicht zuteil. Die neugotische Kanzel entstand an Stelle -der barocken als ein gemeinsames Werk von Heideloff und A. Kreling. - -Nunmehr sollte im Anschlusse an die 1888-1902 stattgehabte =Restauration -des Äußeren=, die bereits durch Freilegung der Mittelschiffenster -der Kirche eine größere Lichtzufuhr gebracht hatte, auch eine -=Instandsetzung des Innern= der Sebalduskirche erfolgen. Mit der Leitung -derselben betraute die Verwaltung des Vereinigten Protestantischen -Kirchenvermögens auf Empfehlung Prof. von Hauberrissers den -Unterzeichneten und schloß einen diesbezüglichen Vertrag am 12. Dezember -1902 mit ihm. - -Niemand war darüber im Zweifel, daß es sich um eine umfangreiche und -mehrjährige Arbeit handle, denn der Zustand der Kirche war ein sehr -bedauernswerter. Die in den letzten Jahrhunderten ganz vernachlässigten -Altäre, Statuen und sonstigen wertvollen Bildwerke waren zum guten -Teil zerbrochen und ihres Schmuckes beraubt. Die Vergoldungen und die -farbigen Gewänder der Statuen fanden sich dick mit weißer Ölfarbe -überstrichen. Wertvolle Holzornamente sowie zierliche Eisenteile -des 15. Jahrhunderts lagen mit Unrat vermengt in offenen Schränken -und Kästen; dazwischen Stoffteile von alten gewebten und gestickten -Paramenten. Schon vor einigen Jahren hatte Kirchenrat Michahelles, -dem die Abstellung solcher Mängel sehr am Herzen lag, durch Prof. von -Hauberrisser einen 4 m breiten neuen Schrank herstellen lassen und in -diesem die vorhandenen kostbaren =Gobelins=, nachdem ein Verzeichnis -derselben angefertigt worden war, unter sicheren Verschluß gebracht. Zur -gleichen Zeit gelang es dem Unterzeichneten noch eben, aus einem zur -Abfuhr bestimmten Schutthaufen ein steinernes =Relief=, die Auferweckung -des Lazarus, dem Anschein nach von Veit Stoß, zu retten. - -Die Wände der ganzen Kirche zeigten eine gleichmäßige Tünchung in zwei -Tönen: gelblich und violett. Die Hunderte von =Totenschildern=, welche -die Kirche ehemals schmückten, waren bei einer beim Übergang Nürnbergs -an Bayern stattgehabten »Säuberung« hinausgeschafft und zum Teil den -betreffenden Familien zurückgegeben worden. Daß unter der geschmacklosen -=Tünchung= mittelalterliche Malereien verborgen seien, die der -Auferstehung harrten, mußte jedem mit der mittelalterlichen Kunst -Vertrauten zweifellos scheinen. - -So wurde denn am 1. Januar 1903 mit den Arbeiten begonnen und zunächst, -um während der Restaurierung den Gottesdienst möglichst wenig zu -beeinträchtigen, die basilikale westliche Kirchenhälfte vom Ostchor, -in welchem der Gottesdienst stattfinden sollte, durch eine Holzwand -getrennt. Durch das Baugeschäft von G. Goll & Söhne erfolgte sodann die -Einrüstung der Kirche, und zwar des Mittelschiffes und der Seitenschiffe -des Löffelholzchores und der Turmhallen vom Boden bis zum Gewölbe. Von -den =Gemälden= wurden die nachfolgenden zur kgl. Gemäldegalerie nach -Augsburg gesendet, um dort von Konservator A. =Mayer= teils gereinigt -und aufgefrischt, teils restauriert zu werden: Die Flügeltafeln des -=Löffelholzaltares= (des Schreines und der Predella) (Abb. 43), die -drei =Tafelbilder= im Löffelholzchor, die Tafel =Mariä Krönung=, -der =Hallersche Altar=, die =Geburt Christi= (von 1478) und die -=Auferweckung des Lazarus= von Ruprecht oberhalb der Nordtüre. Die -übrigen kleineren Bildwerke und Skulpturen wurden in die Arbeitsräume -der Bauhütte gebracht, während die größeren an Ort und Stelle vorläufig -durch Einpackungen vor dem zu erwartenden Baustaub zu schützen waren. - -Nunmehr wurde vorsichtig mit dem Abschaben und Abklopfen der Tünche -begonnen. Schon bald zeigten sich an den Gewölben, und zwar an den -Rippen und Schlußsteinen, Spuren von =Polychromie=, und es dauerte nicht -lange, bis das System der ehemaligen Bemalung des Kircheninnern klar -gestellt werden konnte. Zwei verschiedene Arten der letzteren waren zu -unterscheiden. Eine einfache Quaderbemalung in zwei Tönen (grau und -rot) im Löffelholzchore, dessen Gewölbefelder außerdem einen gemalten -Steinverband aufweisen, sowie die vorgefundene schwärzliche Tönung -einzelner Gesimse und besonders der Säulenschäfte -- ein Anklang an die -Verwendung von Schiefer bei den rheinischen Bauten -- dürfte als noch -zur romanischen Bauperiode gehörig anzusprechen sein. Andererseits muß -die in schwarz, rot, gelb und blau hergestellte Bemalung der Rippen im -Mittel- und Seitenschiff (Taf. IX) und die Polychromie der Statuen und -ihre teppichartigen Hintergründe (Taf. XII) dem 14. und 15. Jahrhundert -zugewiesen werden. Für die vorgefundene Bemalung erscheint der Umstand -bemerkenswert, daß ein einheitliches starres System nicht aufdringlich -zutage tritt; vielmehr bietet eine je nach Gelegenheit und Veranlassung -stattgehabte farbige Ausschmückung einzelner Teile der Kirche ein -ungemein abwechslungsreiches und malerisches Bild. - -Erhöht wurde dieser Reiz durch die =figürlichen Wandmalereien=, welche -an verschiedenen Stellen aufgedeckt wurden. Von diesen sei zunächst eine -Figur des =Christophorus= erwähnt, welche in Riesengröße fast die ganze -Wandfläche des südlichen Turmes innerhalb des dortigen Seitenschiffes -bedeckt. Oberhalb derselben zeigen sich =Reste= einer noch früher -vorhanden gewesenen und gut erkennbaren Christophorusdarstellung, -vermischt mit Fragmenten eines ebenfalls an der gleichen Stelle -bestandenen =Veronikatuches= mit dem Christuskopf, welches von Engeln -gehalten wird. An einem südlichen Pfeiler des Mittelschiffes fand sich -ein Gemälde, den =Tod Mariä= darstellend, das ehemals die Rückwand -eines Altares dortselbst gebildet haben dürfte. Darüber Reste von -kleineren Gemälden. An einem anderen Pfeiler beim Dreikönigsportal wurde -ein weiteres Gemälde, die sogenannte =Gregoriusmesse=, aufgedeckt. -An den Brüstungen der Empore im nördlichen Seitenschiff konnten nach -Entfernung einer braunen Farbschicht hübsch gemalte Maßwerke und reiche -=Wappen= der Patrizierfamilien, welche dort heute noch ihren Sitz haben, -bloßgelegt werden. - -Mußte auf der einen Seite als Vandalismus empfunden werden, wie -frühere Zeiten einer so kunst- und geschmackvollen Bemalung gegenüber -durch rücksichtslose Übertünchungen verfahren waren, so erforderte -andererseits die Stellung, welche dem nunmehrigen Befunde gegenüber -einzunehmen war, Überlegung und Vorsicht. - -Das farbenfreudige Mittelalter hat diese Bemalungen offenbar in -frischer lebhafter Wirkung hergestellt und an dieser keinen Anstoß -genommen, während unser heutiges Farbenempfinden dem gegenüber ein -ganz verändertes ist. Gerade die zarte Wirkung, welche die durch -Tünchung und Wiederaufschabung in ihrer Kraft gedämpften Bemalungen -aufwiesen, bot einen außerordentlichen Reiz, und die Gesamtwirkung war -trotz der verschiedenen Zeiten, aus denen diese stammten, von durchaus -harmonischer Einheitlichkeit. Der Respekt vor der Kunst der Alten -machte außerdem größte =Zurückhaltung= bezüglich etwaiger Erneuerungen -und gleichmäßige Fürsorge für alle alten Funde -- ob sie nun aus dem -Mittelalter oder der Rokokozeit stammten -- zur Pflicht. Unter diesen -Umständen trachtete der Unterzeichnete darnach, die Malereien in ihren -vorhandenen Resten und Spuren auf das gewissenhafteste festzustellen und -die Restaurierung in der alten Technik lediglich auf die Ergänzung der -fehlenden, mit Sicherheit zu bestimmenden Teile zu =beschränken=, wobei -auf die Erhaltung der beschriebenen allgemeinen malerischen Stimmung -sorgfältig Rücksicht genommen werden sollte. - -[Illustration: Abb. 43. Löffelholzaltar.] - -Zur Ausführung solcher eigenartiger Arbeiten waren geeignete Kräfte in -Nürnberg nicht vorhanden. Es wurde daher der als trefflicher Meister -in seinem Fach bekannte Vergolder und Faßmaler =Franz Ruedorfer=, -beziehungsweise die Firma Barth & Cie. in München, welcher er angehört, -mit diesen Arbeiten betraut. Ruedorfer, der wiederholt selbst anwesend -war, sandte eine Anzahl Gehilfen, die seine Schule genossen hatten und -die sich, teils in Bemalung, teils in Modellieren, Formen und Gießen -geschickt, im Laufe der ganzen Restaurierung als willige Hülfskräfte -erwiesen. - -Die Abschabung der Tünche und die an einzelnen Stellen erforderliche -Wegnahme des Verputzes hatte aber außer der Feststellung der alten -Bemalung leider eine im höchsten Grade bedauerliche Entdeckung zur -Folge. Es zeigten sich nämlich bauliche, den Kern des Mauerwerkes -betreffende =Schäden=, welche von niemand bei der Inangriffnahme -der Restaurierung erwartet worden waren. Zunächst war dies beim -=nördlichen Turm= der Fall. Da, wo an der Ostseite des Turmes die später -hinausgerückte Außenwand des nördlichen Seitenschiffes früher angebaut -war, trat das innere Brockenmauerwerk ohne schützende Quaderverblendung -zutage. Die romanischen Mauern bestehen an St. Sebald durchweg aus -einer beiderseitigen Quaderverblendung; deren innerer Zwischenraum mit -zum Teil sehr mangelhaftem Brockenmauerwerk ausgefüllt ist. Es zeigte -sich ferner in dieser Ostmauer des Turmes oberhalb des Spitzbogens -der vermauerte Zugang zu einem =Treppenhause=, welches sich in seiner -ungefähren Lage aus dem Vorhandensein eines kleinen Fensters und -eigenartiger vermauerter Öffnungen im linken Gaden des Turmes annähernd -bestimmen ließ. Da dieses Treppenhaus innerhalb der Mauer lag, so war -diese infolge des mangelnden Verbandes selbst bei einer nachträglichen -Ausmauerung geschwächt und hatte der Belastung nicht standhalten können. -Daher waren zahlreiche bis zu 12 cm breit klaffende Risse entstanden. -Schleuniges Eingreifen tat not, war aber um so schwieriger, als vorerst -keine sichere Kenntnis darüber bestand, ob das Treppenhaus ausgemauert -oder noch hohl war. Einbrüche vorzunehmen, um hierüber Auskunft zu -erhalten, erschien wegen der damit verbundenen Gefahr unmöglich. So -konnte nur mit vorsichtigen Bohrungen und mit in diese eingeführter -künstlicher Beleuchtung des 1·50 m starken =Mauerinnern= festgestellt -werden, daß der Treppenraum mit schlechtem Brockenmauerwerk teils -ausgemauert, teils nur zugeschüttet worden war. Bei den vorhandenen -außerordentlich großen Belastungen ein wenig tröstliches Ergebnis. - -Der Arbeitsplan wurde nun, wie folgt, entworfen. Zunächst war der -Spitzbogen zwischen Turm und Seitenschiff mit starken Rundholzstämmen -auszubolzen und darüber eine eiserne Verschlauderung anzubringen, sodann -wurde in die nur mangelhaft zusammenhängende Turmmauer eine Öffnung von -der Größe weniger Backsteine eingebrochen und mit harten Backsteinen in -Zementmörtel wieder vermauert. Durch Wiederholung dieser Arbeit gelang -es, einen horizontalen, etwa 50 cm hohen Streifen von Backsteinmauerwerk -einzubringen, der innerhalb der Mauer etwa wie ein eingesetzter fester -Balken wirken mußte. Solche Streifen wurden in Abständen von 50 cm -sechs untereinander eingebracht, und sodann die noch bestehenden -Zwischenteile durch Quadermauerwerk -- natürlich kam jedesmal nur -ein Quader zur Vermauerung -- ausgewechselt. Hernach gelang es durch -vorsichtige Einbrüche in das Treppenhaus selbst auch hier den größten -Teil des schlechten Mauerwerkes nach und nach durch gutes tragfähiges -Zementmauerwerk zu ersetzen. - -Auch in der südlichen Wand des nördlichen Turmes zeigten sich in -der Höhe des Engelchores verschiedene =Treppenläufe= innerhalb der -Mauer, welche nicht vermauert, sondern vollständig hohl waren. Daneben -fanden sich andere, vielleicht zur Aufnahme von Holzbalken bestimmte -verborgene =Höhlungen=, welche den Querschnitt der Mauern verringerten. -Es erwies sich somit, daß die romanischen Türme viele Treppenaufgänge -innerhalb der Mauer besaßen, und daß man beim Aufbau des 75 m hohen -nördlichen Turmes in der gotischen Zeit auf die durch die Hohlräume -geschwächten Mauern unbedenklich weiter gebaut hatte. Den infolgedessen -aufgetretenen Verschiebungen des Mauerwerkes war zum Teil schon bei der -Außenrestaurierung durch starke Verschlauderungen entgegengearbeitet -worden, ohne daß damals jedoch die Ursache schon in ihrem ganzen Umfang -bekannt gewesen wäre. - -Beim =südlichen Turm= haben die angestellten Untersuchungen eine beim -gotischen Aufbau vorgenommene Verbesserung des romanischen Unterbaues -ergeben. - -So bedauerlich es nun im archäologischen Interesse auch war, so mußte -doch der bestehenden Schäden wegen eine Einmauerung von Pfeilern -und teilweise eine ganze Ausmauerung bei den hohlen Treppenräumen -ausgeführt werden. Übrigens hat in jedem Falle eine genaue geometrische -und, wo dies möglich war, auch photographische Aufnahme des Befundes -stattgefunden. - -Als noch ernster erwies sich die Lage bei den beiden =romanischen -Vierungspfeilern=, auf denen die Hauptlasten der Kirchenmauern ruhen. -Während der Abnahme des Verputzes schon fiel ein auf der Westseite des -=nördlichen Pfeilers= angebrachter, aber von der Mauer abgerissener -und nur noch lose anhaftender steinerner Baldachin herab. Es ist als -ein Glück zu betrachten, daß er nicht während des Gottesdienstes auf -die Kirchenbesucher herabgestürzt war. Dieser Pfeiler war im übrigen -auf allen vier Seiten durch und durch zerrissen. Da im Innern nur -schlechtes Brockenmauerwerk zu erwarten war und die großen Mauerlasten -(etwa 620.000 kg) lediglich auf den zerborstenen Außenquadern ruhten, -so mußte schleunige Abhilfe getroffen werden, wenn man nicht mit einer -Katastrophe rechnen wollte, denn der Zusammenbruch des Pfeilers mußte -den Einsturz der nördlichen Hälfte der ganzen Mauerwand und des Giebels -zwischen Ostchor und Basilika sowie der anstoßenden Gewölbe zur Folge -haben. - -Die Ursachen, aus denen ein so bedrohlicher Zustand erwachsen war, sind -verschiedener Art. Zunächst ist zu bedenken, daß die Vierungspfeiler -ursprüglich Tragpfeiler einer romanischen Gewölbeanlage waren, die beim -Umbau der Kirche in der gotischen Zeit zum Teil abgebrochen wurde, so -daß sich in der Beanspruchung der Pfeiler eine Verschiebung ergeben -mußte. Damals sind vielleicht schon die ersten Deformationen entstanden. - -Der Anbau des Ostchores und des großen Westgiebels desselben brachte -sodann den Pfeilern neue Belastungen, während andererseits durch die -Verbreiterung des Seitenschiffbogens und in der Barockzeit durch -Einbrüche für Balken, Emporen und Stuhlwerk der Querschnitt der Pfeiler -an verschiedenen Stellen weit über das zulässige Maß geschwächt und -der Verband aufgehoben wurde. Ist aber einmal der Zusammenhang eines -Mauerkörpers gelockert, so wird jede weitere Schädigung von um so -schlimmeren Folgen sein. Man kann daher nur staunen über die sorglose -Art, in der besonders die letzten Jahrhunderte das Bauwerk, welches -schon durch die mittelalterlichen Umbauten die Einheitlichkeit der -Konstruktion eingebüßt hatte, vernachlässigt haben. - -Der =südliche Pfeiler= erwies sich dem äußeren Anschein nach als in -besserer Verfassung, doch ließen bereits vorhandene Backsteinmauerungen -und Verschlauderungen nichts Gutes vermuten. Immerhin war am meisten -der nördliche Pfeiler gefährdet; auch die Behörden forderten aus -Sicherheitsgründen eine Erneuerung des Pfeilers. - -So hatten sich neben den künstlerischen Aufgaben noch Arbeiten ergeben, -die in konstruktiver und technischer Beziehung große Anforderungen -stellten und zudem außerordentliche Geldmittel erheischten. Als ein -schätzbarer Berater der Bauleitung erwies sich bei diesen Arbeiten -der Ingenieur =Otto Weber=, welcher bei der Lösung der mannigfaltigen -technischen Fragen großen Anteil hatte. Aber auch Steinmetzmeister -=Johann Göschel=, stets gewissenhaft und unermüdlich, hat sich den ihm -gestellten Aufgaben auf das beste gewidmet. - -Wie sollte der nördliche Pfeiler ausgewechselt werden? Von den wenigen -Beispielen einer solchen =Auswechslung= in der neueren Geschichte der -Technik schien die Auswechslung im Bremer Dom von Interesse. Allein -eine Abstützung aller in Betracht kommenden Gewölbe- und Mauerlasten, -wie sie dort stattgefunden hatte, war hier sowohl wegen der großen Höhe -und Unsicherheit eines Holzgerüstes als auch wegen der Feuersgefahr und -Kosten nicht zu empfehlen, denn die profilierten Bögen boten für die -Abstützungen nur mangelhafte Angriffsflächen und bei einem Holzgerüst -waren Setzungen nicht zu vermeiden. Wurden die Lasten aber etwa durch -Eisenstützen wirklich abgefangen, so ergaben sich für die Fundierung der -letzteren in dem von romanischen Grundmauern durchzogenen, aufgefüllten -Chorboden neue Schwierigkeiten. Aus den Beratungen erwuchs schließlich -der Plan, den ganzen geborstenen Pfeiler mit einer =Armierung= aus -eisernen Trägern ringförmig zu umgeben (Abb. 44 und 45) und innerhalb -dieser Ringe unter Beobachtung der größten Vorsicht einen Quaderstein -nach dem anderen auszuwechseln; dabei sollte auch in den Mauerkern -möglichst tief eingedrungen und dieser durch Ausmauern und Einspritzen -von Zementmörtel verbessert werden. - -Der =Bauausschuß=, der von allen Vorgängen unterrichtet war, beschloß, -die Sicherung des Pfeilers durch die beabsichtigte Armierung sofort -vornehmen zu lassen, die Erneuerung selbst aber erst in Verbindung mit -der Restaurierung des Ostchores zu bewirken. - -Die baulichen Arbeiten in der Westhälfte der Kirche waren damit noch -nicht erschöpft. Die =Triforien= (Abb. 4) des Mittelschiffes zeigten -sich ursprünglich konstruktiv korrekt zwischen den Tragpfeilern der -Joche angelegt. Sie schwächten zwar die Schildmauern, jedoch an einer -Stelle, wo dies ohne Nachteil geschehen konnte. Die eigentlichen -Tragpfeiler waren massiv und wurden zum Teil durch äußere Strebebögen -gestützt. Bei der im Anfang des 14. Jahrhunderts stattgehabten -Erweiterung der Seitenschiffe wurden die Strebebögen aber abgebrochen, -und als durch die Erhöhung der Gewölbe die Triforien vom Dachboden aus -nicht mehr zugänglich waren, wurden die Tragpfeiler durchlöchert, um -eine Verbindung der einzelnen Triforien untereinander sowohl wie mit den -Gewölbetrichtern zu schaffen. Denn letztere ermöglichten durch hölzerne -Treppen wieder einen schmalen Zugang zu dem höher gelegten Dachboden. -Infolge dieser Durchbrüche war aber die Sicherheit der Konstruktion -des Mittelschiffes wesentlich beeinträchtigt. Noch schlimmer wurde die -Sachlage, als in der Barockzeit hölzerne =Emporen=, deren Balken große -Löcher im Mauerwerk erforderten, aus den Triforien herausgebaut und aus -den letzteren selbst zur Erzielung eines bequemen Zuganges viele Säulen -und Bögen entfernt wurden. Bei dem im 19. Jahrhundert erfolgten Abbruch -dieser Emporen hatte zwar ein Wiedereinsetzen dieser Säulen, aber ohne -jedes Verständnis für die bestehenden Schäden in der sorglosesten -Weise stattgefunden, so daß diese »Restaurierung« nichts als eine -oberflächliche Kaschierung war. - -[Illustration: Abb. 44. Modell eines zum Teil armierten Vitrumspfeilers.] - -Hier mußte überall in gewissenhafter und gründlicher Art Abhilfe -geschaffen werden. Da außerdem an verschiedenen anderen Stellen der -Kirche, z. B. an der zu einem Schrank mit Fächern aus steinernen Platten -umgewandelten Arkade zwischen Löffelholzchor und nördlichem Turm, -Veränderungen und Ergänzungen am Mauerkörper stattzufinden hatten, so -kann nicht Wunder nehmen, daß über 2000 Werksteine aus Wendelsteiner -Quarzit im Laufe des Jahres eingewechselt oder neu eingesetzt werden -mußten. - -An den reizvollen romanischen =Skulpturen=, Konsolen, Kapitälen und -sonstigem Laubwerk wurden die vielfach fehlenden Teile durch freie -Anmodellierung in Masse mit Hilfe von Dübeln wieder neu hergestellt. - -Eine Anzahl von rechteckigen Vertiefungen an den Pfeilern des nördlichen -Seitenschiffes, welche ehemals wohl =Bronzetafeln= enthielten und auf -das Vorhandensein von Gräbern dortselbst schließen lassen, wurden in dem -aufgedeckten Zustande belassen. Auch die Reste eines im Löffelholzchor -aufgefundenen romanischen =Steinfußbodens= wurden zu beiden Seiten des -Altares dortselbst wieder verwendet. - -Die bis jetzt beschriebenen Arbeiten füllten fast das ganze Jahre 1903 -aus; Mitte Oktober waren die Hauptgerüste gefallen und auch der in -seiner Architektur so reich und reizvoll ausgestattete =Engelschor=, -dessen Gewölbekappen wegen der Jahrhunderte lang stattgehabten -Durchfeuchtung größtenteils erneuert werden mußten, fertiggestellt. -Bis auf den tödlichen Sturz eines Tünchergesellen war alles glücklich -vonstatten gegangen. Nun konnten die Gerüste immer weiter entfernt und -mit den Arbeiten an den =Holzgalerien=, =Altären= und =Votivbildern= -begonnen werden. Hier sind besonders zu nennen die steinerne -=Kreuztragung= von Adam Kraft (Abb. 87) sowie die prächtigen Stammtafeln -der Patriziergeschlechter =Löffelholz=, =Ebner= (Abb. 113) und =Pömer=. -An diesen Kunstwerken fanden Ergänzungen vieler abgeschlagener Teile, -Abschaben der weißen Übermalung und die Wiederherstellung der Vergoldung -und Polychromie unter möglichster Schonung des alten Bestandes statt. - -[Illustration: Abb. 45. Armierter Vitrumspfeiler während der -Restaurierung.] - -Den Hauptteil der figürlichen Plastik in der Westhälfte der Kirche -bilden die an den Mittelschiffpfeilern angebrachten elf =Apostelstatuen= -(Abb. 77 bis 81), welche im ganzen gut erhalten waren. Die Attribute, -die bei einigen fehlten, waren leicht festzustellen und wurden erneuert. -Im Mittelschiff fanden sich ferner auf der Südseite die Statue =Johannes -des Täufers= und auf der Nordseite ein =Thomaschristus=, beide gut -erhalten, im nördlichen Seitenschiff zunächst das Kaiserpaar =Heinrich -und Kunigunde= (Abb. 82 und 83); der Kaiserfigur war das Szepter neu -beizugeben. Ohne Ergänzung konnten sodann die vortreffliche Statue -=Bischof Erhards= (Abb. 84) sowie ein =Thomaschristus= bleiben. Im -südlichen Seitenschiff waren eine =Katharina=, eine =Helena= (Abb. 85) -und eine =Antoniusstatue= vorhanden, bei denen teils Ergänzungen, teils -Erneuerungen der Attribute erforderlich wurden. Für eine =Marienstatue= -mit dem Christuskind, die sich in der südlichen Turmhalle zur Seite -gestellt vorfand, konnte am ersten südwestlichen Mittelschiffpfeiler -der alte Standplatz festgestellt werden. Sie wurde an demselben wieder -aufgestellt und erhielt ein neues Szepter, das Kind einen neuen Arm. Ein -kleiner =Thomaschristus= mit dem Ebnerwappen, der unter der Fülle von -Statuen an diesem Pfeiler erdrückt erschien, wurde in den Löffelholzchor -versetzt. Die =ursprüngliche Polychromie= ließ sich bei allen Statuen -leicht ermitteln und wurde sorgältig wiederhergestellt. In vielen -Fällen, besonders auch bei den teppichartigen, farbigen Hintergründen -konnte sich diese Arbeit auf eine Restaurierung der im ganzen noch gut -erhaltenen Bemalung beschränken. - -Auf diese Weise erhielt die bisher weiß getünchte Kirche an Pfeilern -und Wänden einen reichen farbigen Schmuck, zu dem der lichte, etwas -ungleichmäßige Mauerton einen glücklichen Hintergrund bildete. - -Noch fehlten jedoch den Pfeilern die ehemals dort angebrachten -zahlreichen und prächtigen =Totenschilde= der Patrizier, welche in -den alten Kupferstichen gewissenhaft dargestellt sind. Kirchenrat -Michahelles richtete eine Anfrage und Bitte an die in Frage -kommenden Familien um Wiederherausgabe dieser Schilde. Der Erfolg -war hocherfreulich. Von der =von Löffelholz=schen Familie wurden 21 -Schilde (Abb. 115) überlassen, von den Familien =von Haller= 12 (Abb. -117 und 118), =von Kreß= 7 (Abb. 116), =von Ebner= 4 (Abb. 119) und -=von Harsdorf= 11 Schilde. Die Wiederherstellungsarbeiten wurden in der -Bauhütte ausgeführt und die Schilde in der Kirche an Pfeilern und Wänden -in Gruppierungen, wie sie möglichst dem früheren Bestande entsprachen, -aufgehängt. - -Die Wandmalereien: =Christophorus= (Abb. 46), =Tod Mariä= und -=Gregoriusmesse=, welche aufgedeckt worden waren, wurden durch -Kunstmaler Pfleiderer unter Mithilfe des Konservators Professor -Haggenmiller restauriert und die beiden letzteren mit hölzernen -Schutztürchen versehen. In der südlichen Turmhalle fand ein neues -brunnenartiges Becken mit Wasserleitung seinen Platz. - -Der Fußboden aus Wendelsteiner Quarzitplatten war fast ganz zu erneuern; -und auch die =Glasmalereien= erforderten zwar nicht wesentliche -Restaurationen, jedoch kleinere Ausbesserungen und neue Bleifassungen. -In den Fenstern des Löffelholzchores gelangten sechs neue =Bildtafeln=, -von Zettler in München nach Professor Wanderers Entwurf gefertigt, zur -Aufstellung. Daneben wurden teils alte, teils neue Wappen angebracht. -Stifter dieser Fenster sind die Familien von Löffelholz, von Haller, von -Kreß, von Scheurl und von Tucher. - -Störend wirkten bis jetzt die =Kirchenbänke=, deren Seitenteile mit -pseudogotischen Verzierungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts -versehen waren. Die heutige Denkmalpflege verlangt da, wo nicht etwa an -einem alten Objekt kleine Teile zu ergänzen, sondern wo neue Objekte -zu schafren sind, =neuzeitliche= Formen. Eine gefährliche Aufgabe -in einer so ehrwürdigen Umgebung. Dem Unterzeichneten schien es am -zweckmäßigsten, in solchen Fällen möglichst =indifferente, einfache -Formen= anzuwenden, welche gegenüber den vorhandenen Kunstwerken in den -Hintergrund treten sollten. In dieser Art war schon die Gestaltung des -Wasserbeckens im südlichen Turm und der Holzläden vor der Gregoriusmesse -erfolgt; sie sollte auch für die späteren Arbeiten im Ostchor -(Sakristeivertäfelung und verschiedene Eisenbeschläge) beibehalten -werden. Daher entstanden nun auch an den Bänken neue Seitenteile mit -einem einfachen, schlichten Schneckenabschluß. Andererseits fand -da, wo vorhandene alte Teile dazu Veranlassung gaben, z. B. bei den -mannigfachen eisernen Schranktüren, die Ergänzung im alten Stil und -Charakter statt. Das geschilderte Prinzip wurde nach besten Kräften -durchgeführt; wo eine kleine Abweichung stattfand und eine Neuschöpfung -den Archäologen zu einem Irrtum verleiten könnte, wurde die Jahreszahl -beigefügt. - -Ende März konnten die von Konservator Mayer geschickt restaurierten -Gemälde wieder zur Aufstellung gelangen. Bei den =Predellabildern= -des Löffelholzaltares hatte sich unter einer wertlosen Übermalung die -mittelalterliche Darstellung der alten Stifter gefunden. Auch bei den -anderen Bildern war hie und da eine unverständige spätere Übermalung -entfernt worden. Namentlich die alte Vergoldung kam unter einer -überdeckenden stumpfen Farbschicht, z. B. bei den Hintergründen des -Halleraltares, und zwar meist gut erhalten, wieder zum Vorschein. - -Die alte barocke =Orgel= auf dem Engelchor erhielt ein neues Orgelwerk, -das eine Erweiterung des Gehäuses nach den beiden Seiten zur Folge hatte -und von Orgelbaumeister Strebel gebaut wurde. - -Alle Kunstschreinerarbeiten und die hiebei erforderlichen Schnitzereien -wurden in den Werkstätten der Bauhütte gefertigt. Schließlich ist zu -erwähnen, daß im ersten westlichen Joche des nördlichen Seitenschiffes -eine Reihe von steinernen =Originalstatuen= vom Äußeren der Kirche, -welche im Laufe der Jahre erneuert worden waren, zur Aufstellung -gelangten. - -So konnte Ostern 1904 die Restaurierung der =Westhälfte= von St. Sebald -nach 15monatlicher Bauzeit beendet werden; und nachdem der Bauausschuß -die dargelegten Grundzüge für die Wiederherstellung des =Ostchores= -genehmigt hatte, wurde sogleich mit den Arbeiten in diesem begonnen. - - * * * * * - -[Illustration: Abb. 46. Der heil. Christophorus. Wandgemälde im -südlichen Seitenschiff.] - -Zunächst waren auch hier die beweglichen Kunstgegenstände in der -Bauhütte, wo sie restauriert werden sollten, in sichere Verwahrung -zu bringen. Sodann wurden die Bildtafeln: =Maria mit Heiligen= von -Hans von Kulmbach 1513 (Taf. XV), =Ecce homo= aus dem Tucheraltar -von Merian 1659, die =Kreuztragung= von 1485, die =Auferstehung= aus -dem Muffelaltar, das =Paradies= von Kreuzfelder 1603, die Flügel des -=Petrusaltares= mit zwölf Bildern und schließlich die Flügel des -=Annaaltärchens= in die königl. Gemäldegalerie nach Augsburg zur -Restaurierung durch Konservator Mayer gesendet. Zu gleichem Zwecke wurde -eine kleinere Anzahl von Tafelbildern an Kunstmaler Bär übergeben. Dann -war der ganze Ostchor im Innern einzurüsten, um alle Wände, Pfeiler und -Gewölbe zu gleicher Zeit in Angriff nehmen zu können; hernach begann das -Abschaben der Tünche. - -Das Ergebnis war im allgemeinen das gleiche wie in der Westhälfte. Es -trat ein gelblicher Grundton der Wände zutage. Die Gewölbekappen, mit -schwarzen Strichen versehen, waren etwas heller. An den =Schlußsteinen= -fand sich die von der Westhälfte her bekannte Polychromie der übrigens -außerordentlich reizvollen Skulpturen und eine ornamentale Bemalung -der =Rippen= in der Nähe des Gewölbeschlusses. Ferner eine rötliche -Tönung der Fensterleibungen. Außerdem waren aber =einzelne Partien= der -plastischen Wanddekoration, z. B. Statuen mit zugehörigen Baldachinen -und Rückwandflächen (Abb. 47), farbig behandelt, je nachdem wohl von -den Patrizierfamilien, welche in den entsprechenden Jochen ihre Gräber -und Totentafeln besaßen, eine Stiftung dazu stattgefunden hatte. Daher -erwiesen sich einzelne Baldachine =reich polychromiert= und vergoldet, -während ihre Nachbarn den =schlichten Steinton= zeigten. - -An =Wandmalereien= wurde zunächst eine an die Restaurierung von 1657 -erinnernde =Tafel= über dem Kaiserchörlein und ein =Veronikatuch= -dortselbst aufgedeckt, bei welch letzterem die ursprünglich wohl -vorhandenen Engel in die Apostel Petrus und Paulus umgewandelt waren, -ferner figürliche =Fragmente= an der nördlichen und südlichen Sakristei, -im Dreikönigschor und hinter dem Muffelaltar sowie Teppichmuster beim -Tucheraltar und dem südwestlichen Chorpfeiler. Die Restaurierung all -dieser Bildreste beschränkte sich auf das Notwendigste. Es wurde der -archäologische Bestand möglichst erhalten und über ein vorsichtiges -Austupfen der weißen Flecke innerhalb der farbigen Flächen nicht -hinausgegangen. Die Fragmente behielten ihren Charakter als solche bei. - -Weitere größere =Wandmalereien= zeigten sich bei den Tucherschen -Chorstühlen. Über dem ersten westlichen Stuhl kam nach Wegnahme des -Kulmbachschen Bildes eine =Kreuzschleppung= von 1473 (Gedächtnis -der Frau Barbara Steinlinger) zutage, von welcher, so schlecht sie -auch erhalten war, ein größerer Teil, eine isometrische Darstellung -der Stadt Jerusalem, von der Wand auf Leinwand abgezogen werden -konnte. Merkwürdigerweise fand sich darunter eine =zweite= frühere -=Kreuzschleppung=, ebenfalls ein Steinlingersches Gedächtnis, allerdings -in noch schlechterem Zustande vor; es gelang jedoch auch hier einige -Teile, hauptsächlich Köpfe, abzuziehen und so zu erhalten. - -Als in besserem Zustande erwiesen sich die Wandbilder beim Tucheraltar, -nämlich eine =Pilgerstätte= und mehrere =Heiligenfiguren=. Den -interessantesten Fund bildeten aber die in der Farbe auffallend gut -erhaltenen =Malereien aus der Apostelgeschichte= (Abb. 106), welche -hinter dem Petrusaltar zum Vorschein kamen. Da dieser Altar mit seiner -alten Mensa nicht versetzt werden konnte, so mußten auch hier die -Bilder von der Wand abgezogen werden. Sie wurden auf eine Mörtelschicht -gebracht und hinter dem Muffelaltar aufgestellt. Das gleiche geschah -mit dem erwähnten in Öl gemalten Pilgerbild. Die Restaurierung fast -aller Wandmalereien führte Kunstmaler Pfleiderer aus. Die Abendmahl- und -Ölbergdarstellung hinter dem Tucheraltar, ein Ölgemälde aus dem Jahre -1423 wurde unter Preisgabe einer schlechten Übermalung vom Jahre 1627 -durch Konservator =Mayer= restauriert. - -Neben so erfreulichen Funden förderte das Abschaben der Tünche aber -auch wieder manche =bauliche Schäden= zutage. Namentlich im romanischen -Mauerwerk, sowohl beim Brauttor wie beim Dreikönigschor, fanden sich -größere =Hohlräume=, die die Tragfähigkeit der Mauer schwächten und -geschlossen werden mußten. Offene Lagerfugen waren an vielen Stellen -zu verdichten. Immerhin waren im Ostchor lange nicht so eingreifende -Schäden vorhanden wie in der Westhälfte, aus welcher eine Hauptaufgabe, -die Erneuerung der jetzt zur Ostchorrestaurierung zugezogenen -=Vierungspfeiler=, noch zu lösen war. Eine Untersuchung der Fundamente -dieser Pfeiler sowie des Baugrundes führte nicht zu Bedenken. Die -Bodenuntersuchung ergab mittelgroben trockenen Sand am Dreikönigsportal -auf 9 m Tiefe, zwischen den Vierungspfeilern auf 4 m und am südlichen -Turm auf 5·7 m, so daß sich für die nach der Tradition stattgehabte -Fundierung des letzteren auf Pfählen keine Bestätigung ergeben hatte. -Es konnte somit die Auswechselung am =nördlichen Pfeiler= nach dem -früher beschriebenen Plane innerhalb der Eisenarmierung beginnen, -nachdem vorher die benachbarten Böden abgebolzt und die auf denselben -lastenden durch Balkenlöcher, große Risse und offene Fugen geschwächten -Mauern instand gesetzt worden waren. Bei den Auswechselungen war größte -Vorsicht erforderlich. Durch Hebelübertragung vergrößernde Zeigertafeln -sollten jede Bewegung anzeigen. Auf Steinmaterial und Mörtelmischung -wurde alle Sorgfalt verwendet und von den notwendigen neuen etwa 300 -Quadern, die der Mörtelerhärtung wegen in möglichst großen Abständen -eingesetzt wurden, kam täglich nur ein Stück zur Auswechselung. Trotzdem -trat eines Tages eine Bewegung in der Mittelschiffmauer ein, welche -durch weitere Abbolzungen und Ausmauerungen zur Ruhe gebracht wurde. Der -Zustand des =Pfeilerkernes=, welcher jetzt vollständig erkannt werden -konnte, erwies sich noch schlechter als man vermutet hatte, sodaß keine -der angewendeten Vorsichtsmaßregeln hätte entbehrt werden können. Im -Juli 1905 waren die Arbeiten am nördlichen Pfeiler beendet.[VI] - - [VI] Unterdessen ist über diese baulichen Arbeiten in der »Zeitschrift - für Bauwesen« 1908, S. 529 ff. eine mit ausführlichen Zeichnungen - versehene Abhandlung des Architekten Professor =Otto Schulz= - erschienen. - -Nach den gewonnenen Erfahrungen und dem Ergebnis der unterdessen -stattgehabten weiteren Untersuchungen am =südlichen Vierungspfeiler= -ließ sich die vollständige Erneuerung auch dieses Pfeilers, der bereits -im Sommer armiert worden war, nicht umgehen. Es wurde daher ungesäumt -nach der Abnahme der Kanzel und der Herstellung der nötigen Abbolzungen -mit der Auswechselung begonnen, deren Fertigstellung erst im Juni 1906 -zu erwarten war. Zugleich fand eine Instandsetzung der ganz zerrissenen -und durch mehrfache Erweiterungen der Orgel in ihrer Stärke verringerten -Westwand statt, welche schon vor einigen Jahren mehrfach verschlaudert -worden war. - -Von archäologischem Interesse ist es, daß die beschriebenen baulichen -Ausbesserungen nebenbei zur Entdeckung der Reste von romanischen -=Rundfenstern= im nördlichen Querschiff und von vielen romanischen -=Profil=- und =Zahnschnittsteinen= führten, welch letztere beim -gotischen Umbau in der Giebelwand, auch an einer Stelle in einem -freistehenden Pfeiler, verwendet worden waren. Soweit es möglich war, -wurden solche Steine nicht mehr verputzt, sondern sichtbar belassen. -Unterhalb des Pfinzingchörleins fand sich eine Begräbnisstätte. - -Neben diesen eigentlichen Bauarbeiten, deren Tempo aus -Sicherheitsgründen bei den Vierungspfeilern nicht beschleunigt -werden konnte und die infolgedessen zwei Jahre beanspruchten, -nahmen die übrigen Instandsetzungsarbeiten an den dekorativen und -Mobiliargegenständen einen ungestörten Fortgang. - -Viele Arbeit verursachten die rings an den Chorwänden angebrachten -steinernen =Baldachine= und =Konsolen=, deren zierliche Einzelheiten -vielfach zertrümmert waren (Abb. 47). Es fehlten größtenteils die -Riesenspitzen, viele Ornamente und die Strebepfeiler. Die zu den -Baldachinen gehörenden Postamente zeigten an den Ecken genau so, -wie dies bei den Postamenten der zweiten Figurenreihe der äußeren -Strebepfeiler der Fall ist, Säulenbasen. Da die Baldachinenden nun -unterhalb eine glatte Fläche ohne abschließendes Glied (Rosette oder -Profil) hatten, so lag bei oberflächlicher Betrachtung der Gedanke -nahe, daß ursprünglich freistehende Säulenschäfte Basis und Baldachin -verbanden, wie dies besonders in der französischen Gotik vorkommt. -Diese auch von Kunsthistorikern ausgesprochene Annahme erwies sich -jedoch als irrig. Denn abgesehen davon, daß in vielen Fällen schmale, -oft dreieckige oder viereckige Postamente zu breiten, vieleckigen -Baldachinen gehören, trifft da, wo Baldachin und Postament in der -Grundform übereinzustimmen scheint, die vom Baldachin aus gefällte -Senkrechte fast nie auf die Basis. Daß die Basen gewissermaßen als -Rückbleibsel des hier vermuteten Entwicklungsganges anzusehen sind, war -nicht zweifelhaft. Schlechte Ergänzungen in Holz aus der Barockzeit -wurden bei der Restaurierung der Baldachine beseitigt, jedoch in der -Sammlung aufbewahrt. - -Sodann kam die Restaurierung der großen Anzahl von =Statuen= aus -Holz, Stein und Ton an die Reihe, welche an den Pfeilern und Wänden -des Ostchores angebracht sind. Die =Kreuzigungsgruppe von Veit Stoß= -(Abb. 55, 56, 57), die den bisherigen Heideloffschen Hauptaltar -schmückte, wurde, da dieser nicht mehr aufgestellt werden sollte, -allein oberhalb des Altares angebracht. Bei ihrer Restaurierung kam -unter der Heideloffschen Bronzierung und einer dicken Farbkruste die -alte Polychromie, zum Teil sogar noch sehr gut erhalten, zum Vorschein. -Sehr erfreulich war es auch, als innerhalb des Christuskörpers eine -Papierurkunde gefunden wurde, durch welche die Autorschaft des Veit -Stoß bei dem 1526 geschaffenen Kunstwerke bestätigt wird. Diese Urkunde -befindet sich nach stattgehabter photographischer Aufnahme auch heute -noch an ihrer alten Stelle. - -[Illustration: Abb. 47. Statue des Apostels Paulus mit Baldachin und -Konsole im Ostchor.] - -Die übrigen =Statuen= im Ostchore sind teilweise von den -Patrizierfamilien an ihren Platz gestiftet und stehen zu den Stiftern -als Patrone in näherer Beziehung; zum anderen Teil sind sie aber ganz -zufällig an ihren Standort gelangt und waren ursprünglich an anderer -Stelle, ja in anderen Kirchen angebracht. Daß man dabei mit den -manchmal vorzüglichen Kunstwerken nicht glimpflich umgegangen ist, -zeigte der ruinöse Zustand der meisten Statuen, denen Hände, Arme und -Füße sowie die beigegebenen Attribute oft abgeschlagen, auch hie und -da willkürlich abgeändert waren. Wenn man, wie es in einer Rechnung -des 17. Jahrhunderts heißt, bei der stattfindenden Restauration dem -Hafner Auftrag erteilte, »die Götzen mit neuen leimenen (aus gebranntem -Ton) Händen zu versehen«, so konnte dies den Wert der Kunstwerke nicht -erhöhen; es waren oft rohe Naturabgüsse, welche weder in der Größe, noch -in der Bewegung zu dem geschändeten Kunstwerk paßten. - -Bei der gegenwärtigen Restaurierung wurde der Grundsatz befolgt, da, -wo nach Abnahme späterer Zutaten bei einer wertvollen Figur, über -deren dargestellte Person kein Zweifel bestand, eine künstlerische -Ergänzung einwandfrei erschien, den ästhetischen Genuß durch die -letztere wieder zu ermöglichen. Bei minderwertigen Statuen oder da, wo -durch eine Änderung archäologische Zweifel hätten hervorgerufen werden -können, wurde davon abgesehen. An allen Statuen kamen die ursprüngliche -Polychromie, dazu die Damastmuster der Gewänder zum Vorschein und -fanden sorgfältige Restaurierung, wobei allerdings auch spätere farbige -Übermalungen, welche zum Teil mit alten Nachrichten belegt waren, -beachtet wurden. - -Am ersten freistehenden Pfeiler gegen Norden befindet sich eine -außerordentlich schöne =Madonnenstatue=, aus Birnbaumholz geschnitten -(Abb. 97), innerhalb eines Gehäuses, dessen steinerne Konsole und -Baldachin noch vorhanden sind, während die =1519= von Hans von Kulmbach -gemalten Flügel fehlen. Ihre Entdeckung scheint in den Nummern 254 und -255 (Joseph und Zacharias) der alten Pinakothek in München gelungen zu -sein. Die Madonna, unter deren Füßen zwei kleine Engel eine Mondsichel -halten, während zwei andere ihr eine Krone aufs Haupt setzen, trägt auf -beiden Händen das Jesuskind. Diese Statue, welche selbst die späteren -Zeiten von der Übertünchung ausschlossen, zeigte noch die ursprüngliche -Polychromie; die Ergänzung konnte sich auf einen fehlenden Fuß des -Christuskindes beschränken. - -Als gröber in der Ausführung erweist sich die am gegenüberstehenden -rechten Pfeiler befindliche allerdings frühere steinerne =Madonna=, -deren hölzernes Christuskind nachträglich, und zwar viel später, -aufgesetzt worden ist. Der bekrönende Baldachin, unten von Stein, im -oberen Aufsatz von Holz, zeigt sehr zierliche Ornamentformen. - -Der Befund und die Restaurierung der übrigen Statuen an der Innenseite -der Ostchorwand unter den wiederhergestellten Baldachinen soll -nachstehend, an der Nordseite bei der großen Sakristei beginnend, -beschrieben werden. - -Unter dem ersten Baldachine findet sich eine Statue aus Stein, offenbar -der Apostel =Jakobus= der Ältere mit der Pilgertasche. Schon auf einer -Zeichnung des 18. Jahrhunderts ist jedoch auf seiner linken Hand ein -nachträglich aufgesetztes Kirchenmodell zu sehen. Vielleicht wollte man -einen Sebaldus daraus machen. Die heutige Restaurierung beschränkte sich -auf die Ergänzung des Pilgerstabes. - -Die hölzerne Statue des =Salvator= mit bewegtem Faltenwurf und -ausdrucksvollem Gesichte erforderte ebenfalls, abgesehen von einer -sorgfältigen Reinigung und Auffrischung der Polychromie, nur geringe -Restaurierung. Die Statue wurde 1657 nach den Tucherschen Rechnungen mit -einem steinernen Jakobus aus dem »Werkhaus in der Carthausen« nach St. -Sebald geschafft. Der in Kupfer getriebene Heiligenschein stammt aus -jener Zeit. - -Ähnlich im Charakter, aber noch viel ausdrucksvoller und gewaltiger auch -in dem lebhaft flatternden Faltenwurf, ist die ebenfalls hölzerne Statue -des =Andreas= von =Veit Stoß= (Abb. 89). Ihre Detailbehandlung erwies -sich nach der Abnahme der Tünche sowohl in den realistisch behandelten -faltenreichen Fleischteilen des Greises wie bei den Haaren als so fein, -daß von jeder Übermalung abgesehen und nur eine zarte Lasierung, wie sie -auch ursprünglich vorhanden gewesen zu sein schien, angewendet wurde, -welche der Statue im allgemeinen den Holzcharakter wahrte. Einige Teile -der Füße und Hände waren zu erneuern. - -Die nunmehr folgende =Johannisstatue= (Abb. 90) ist von gebranntem Ton -und aus mehreren Stücken mit horizontalen Fugen zusammengesetzt. Sie -stellt den Apostel mit dem Giftkelch in der linken Hand dar, während -die Rechte eine segnende Stellung einnimmt. Beide Hände sowie Teile -der Gewandung waren zu erneuern, wobei vorhandene Reste und eine alte -Aufzeichnung über die ehemalige Stellung Aufschlüsse geben konnten. - -Gegenüber steht die derb ausgefallene steinerne Statue =Johannes des -Täufers=. Sie war in mehrere Teile zerbrochen, welche sich jedoch, ohne -daß bedeutende Ergänzungen nötig waren, wieder zusammensetzen ließen. -Diese beiden Johannes zu beiden Seiten des Tucherfensters scheinen den -ersten plastischen Schmuck der Tucherschen Begräbnisstätte gebildet -zu haben, welchem sich dann 1657 die vorbeschriebenen drei Statuen -anschlossen. - -Die folgende steinerne kleinere =Apostelstatue=, welche in Größe -und Charakter zu den Aposteln im Mittelschiff paßt, hatte nur eine -linke Hand, die ein Buch trägt. In der rechten Hand trug sie im 17. -Jahrhundert ein mächtiges hölzernes Kreuz, doch war diese willkürliche -Zutat nicht mehr vorhanden. Die Hand wurde ergänzt, ohne daß etwa durch -Zugabe eines Attributs eine bestimmte Person gekennzeichnet worden wäre. -Vermutlich ist die schöne Figur eine Petrusstatue. - -Die hinter dem Tucherschen Altar befindliche dritte =Johannesstatue= -(der Apostel) ist von Holz und ohne Zusammenhang mit ihrer Umgebung. Sie -läßt sich auf den ersten Blick als zu einer Kreuzigungsgruppe gehörig -erkennen. Beide Hände fehlten und waren zu erneuern. - -Die nächsten beiden Statuen bilden eine Gruppe: =Verkündigung=. Am -Sockel des Engels befindet sich das Starksche, an dem der knienden Maria -das Imhoffsche Wappen. Die Ausbesserung der Polychromie hat sich nur auf -Kleinigkeiten beschränkt, so daß z. B. die Bemalung der Gesichter als -durchaus ursprünglich anzusehen ist. Das Zepter des Engels ist erneuert. - -Die beiden kleinen Statuen oberhalb des Sakramentshäuschens sind von -Stein. Die rechts befindliche stand bis jetzt in einer Nische in der -Ecke hinter dem Muffelaltar, während beim Sakramentshäuschen sich die -nicht besonders schöne Tonfigur befand, welche jetzt an der Wand vor dem -Muffelaltar aufgestellt ist. Der Grund für die vorgenommene Umstellung -liegt in der schon bei oberflächlicher Betrachtung erkennbaren -Übereinstimmung der beiden offenbar ein Ehepaar darstellenden Statuen. -Bei der weiblichen Statue waren die Hände verletzt, bei der männlichen -waren die Unterarme vom Hafner ergänzt. Beide machten einen jämmerlichen -Eindruck. Auf ihren Häuptern fanden sich die Spuren ehemals vorhandener -Kronen. Beide Figuren waren an ihrem unteren Ende in Stuck um 25 cm -verlängert. Beim Abnehmen der Stuckmasse traten die alten steinernen -Füße zutage. Die Frage nach den dargestellten Persönlichkeiten schien -sich unter Beachtung aller Umstände (Vorhandensein ähnlicher Statuen -in St. Sebald und St. Lorenz) mit =Heinrich und Kunigunde= beantworten -zu lassen. Daher hat sich der Unterzeichnete bei der Instandsetzung -für eine Ergänzung in diesem Sinne entschlossen. Während die Kaiserin -in die rechte Hand das Zepter erhielt, wurde dem Kaiser das Modell des -Bamberger Doms gegeben (Abb. 48, 49). - -[Illustration: Abb. 48. Statue des Kaisers Heinrich vor der -Restaurierung.] - -[Illustration: Abb. 49. Statue des Kaisers Heinrich nach der -Restaurierung.] - -Das nächste Joch in der Mittelachse der Kirche weist die steinernen -Statuen des =Petrus= und =Paulus= auf, welche geringe Ergänzungen an -den Attributen erforderten. Unterhalb des Paulus ist das Wappen der -Nürnberger Familie Usmer angebracht. - -Daneben stehen zwei große hölzerne Statuen, ein =Thomaschristus= und -eine klagende =Maria= (Abb. 91, 92). Unterhalb des ersteren fand sich -auf der Konsole unter dem Verputz das Zeichen des =Veit Stoß=; auf der -Konsole der Maria die Jahreszahl 1495. Die Statuen bilden offenbar mit -den darunter befindlichen Vesperbildern von Veit Stoß (Abb. 95) eine -gemeinsame Gruppe. Beim Thomaschristus fehlte die linke Hand und die -Hälfte eines Fußes, auch bei der Maria waren Ergänzungen erforderlich. -Beide übertüncht vorgefundenen Statuen haben ihren Holzcharakter wieder -erhalten. Bemerkenswert erscheint, daß bei der Maria der über den -linken Arm hängende Gewandzipfel nachträglich angesetzt ist. Nimmt man -denselben weg, so weist die Komposition des Faltenwurfs an dieser Stelle -eine große Leere auf. - -Die nun folgenden kleinen Statuen sind ebenfalls von Holz, stammen aber -sowohl wegen ihrer Größe als wegen ihrer flachen Ausdehnung aus einem -der vielen ehemaligen Altäre der Kirche. Sie stellen einen =Papst= -und einen =Bischof= dar; eine genaue Feststellung konnte mangels -weiterer Attribute nicht erfolgen. Erneuerungen bei den Händen und an -den Gewändern waren erforderlich; auch die Pontifikatstäbe wurden neu -beigegeben. - -Die folgende Statue hinter dem Muffelaltar zeigt ebenfalls einen nicht -näher feststellbaren =Bischof= und ist von Stein. Sie befand sich bis -jetzt rechts vom Hallerschen Fenster, und an ihrer Stelle war, wie -oben erwähnt, der sogenannte Kaiser Heinrich aufgestellt. Auch bei -der nächsten =Statue aus Ton= (bis jetzt am Sakramentshäuschen an -Stelle Kaiser Heinrichs) läßt sich die dargestellte Persönlichkeit -nicht feststellen. In Haltung und Ausführung macht die Figur keinen -glücklichen Eindruck, jedoch dürfte dies hauptsächlich auf die in -früherer Zeit ergänzten »leimenen« Hände zurückzuführen sein, von deren -Entfernung abgesehen wurde. - -Um so interessanter sind die beiden folgenden, wohl auf einen und -denselben Meister zurückzuführenden Statuen =Erasmus= (Abb. 93) und -=Sebaldus=. Der erstere ein Bischof, trägt in der rechten Hand einen -Haspel, das Werkzeug seines Martyriums, und in der linken ein Buch. -Sebaldus, als Pilger dargestellt, trägt ein eigentümliches Kirchenmodell -mit einem Dachreiter. Nachträglich und unorganisch war demselben -ein Turm beigefügt, der bei der Restaurierung weggelassen wurde. Der -abgeschlagene Pilgerstock wurde ergänzt. Erwähnenswert scheint, daß das -Wappen unter dem Erasmus, ursprünglich Haller-Tetzel, durch Übermalung -und Aufsetzen eines Lämmchens zu einem Schürstab-Großischen Wappen -umgeändert ist. - -Die nächsten Statuen von Stein, =Maria= (Abb. 94) und =Elisabeth=, -bilden wieder eine Gruppe: die Behaimsche =Heimsuchung=. Bei der -Elisabeth waren beide Hände zu erneuern, im übrigen waren nur einige -Ergänzungen an den Gewändern und bei der Maria Ergänzungen an den Händen -herzustellen. - -Hieran schließt sich die Volckamersche =Verkündigung=, zwei große -Statuen von Stein; der Engel, der die fehlenden Hände erhielt, von -denen die linke Hand das Zepter trägt, und Maria, bei welcher ebenfalls -einige, jedoch geringe Ergänzungen vorgenommen werden mußten. - -Ferner befinden sich unterhalb des Gesimses noch zwei kleinere Statuen -von Stein: ein Behaimscher =Thomaschristus= und eine =Matrone=, -letztere mit dem Volckamerschen Wappen. Neben derselben konnten betende -Stifterporträts aufgedeckt werden. - -Auch die steinernen =Vesperbilder= von =Veit Stoß= (Abb. 95) machten -eine Reihe von Ausbesserungen bei verstümmelten Händen, Gewandteilen -und Schwertern erforderlich. Bei der =Sebaldusstatue= (Abb. 86) am -nördlichen Vierungspfeiler konnte sich die Restaurierung auf eine -Ergänzung des Pilgerstabes beschränken. - -Im übrigen ist noch zu erwähnen ein hölzerner kleiner =Thomaschristus=, -der seinen Platz, weil er sich an keiner anderen Stelle geeigneter -anbringen ließ, von jeher auf dem Petrusaltar gefunden hat. Bei dieser -Figur, ebenso wie bei der schönen =Erzstatue Marias= von =Stephan Godl= -(Abb. 98), beschränkte sich die Restauration auf eine Reinigung. - -Das =Sakramentshäuschen=, eine Stiftung von Muffel und Groland (Abb. -50), ist in seiner architektonischen Gliederung außerordentlich -zierlich und reich ausgestattet. Leider waren viele Skulpturteile -verloren gegangen oder zertrümmert und daher mannigfache Ergänzungen -erforderlich. Die vollständige Polychromie fand sich nach Entfernung -eines Ölfarbanstriches vor und wurde aufgefrischt. In der Nische, welche -mit dem Standort des Thomaschristus korrespondiert, fehlt die wohl eine -klagende Maria darstellende Statue. - -Beim Schrein des =Petrusaltares= (Abb. 53, 54) waren sowohl die -Skulpturen innerhalb des Schreines und die Predella wie auch die nach -Augsburg zur Restauration gesendeten zwölf schönen Flügelbilder mit -brauner Ölfarbe gleichmäßig überstrichen. Beim Abnehmen der letzteren -kam an den Skulpturen die Polychromie in guter Erhaltung zum Vorschein, -so daß z. B. das Glanzgold nur ganz weniger Ausbesserungen bedurfte. Die -Mitra, die von zwei Engeln getragen wurde, fehlt. Leider fanden sich -auch die sicherlich mit wertvollen Malereien geschmückten Predellatüren -nicht mehr vor. - -Im Herbst 1905 wurde auch die =nördliche Sakristei= instand -gesetzt. Unter der Tünche zeigte sich bald die alte Polychromie, -welche aufgefrischt wurde. Leider hat die Sakristei, die mit ihrem -durch eine durchbrochene Treppe zugänglichen Obergeschoß und dem -=Kaiserchörlein= eine eigenartige reizvolle Bauanlage bildet, früher -viele störende Umänderungen erfahren. Die Öffnungen der Treppenwand -waren wegen baulicher Mängel vermauert und hätten ohne anderweitige -Stützkonstruktionen nicht geöffnet werden können. Eine Tür führt -jetzt von der Straße in den ehemals abgeschlossenen intimen Raum. Die -=Piscina=, früher von der Sakristei und vom Chor aus benutzbar, ist mit -ihrem Abzugsgraben noch vorhanden, dient aber jetzt, zum Teil vermauert, -als Nische für einen Gasofen. Die alte ehemalige Ofennische wurde an der -Ostwand entdeckt und als Bücherschrank verwendet. - -[Illustration: Abb. 50. Sakramentshäuschen im Ostchor.] - -An Stelle der kleinen alten Fenster fanden sich auf der Nordseite große -Fenster vor; eine weitere in die östliche =Altarnische= gebrochene -Fensteröffnung nimmt jener alle Stimmung. Andererseits aber hatte die -Sakristei zu diesen Änderungen durch ihre Feuchtigkeit und dumpfe Luft -Veranlassung gegeben. Rekonstruktionen waren also nicht veranlaßt und -die neueren Arbeiten beschränkten sich daher, abgesehen von einigen -nötigen Auswechslungen am Mauerwerk und dem Verdichten vieler offener -Lagerfugen, auf die Herstellung einer Vertäfelung und eine Verbesserung -der Ofenanlage. - -Im Chor fanden sich die =Stühle= Hans Tuchers, Sebald Schreyers und -mehrere andere alte Stühle, welche noch in der Mitte des vorigen -Jahrhunderts vorhanden waren, leider nicht mehr vor. Die alten -=Handwerkerstühle= (Abb. 125) erfuhren ebenso wie die =Tucherschen -Renaissancestühle= eine gründliche Reparatur, wobei die an den letzteren -angebrachten zwei kleinen Schnitzereien, =St. Sebald= vom ehemaligen -Schreyer-Stuhl (Abbildung auf dem Titelblatt) und ein =Wappen= vom -Grundherrnstuhl, abgenommen und neben den Hauptaltar versetzt wurden. -Heideloffsche Seitenwangen an verschiedenen alten Stühlen wurden -entfernt und durch einfache, möglichst indifferente Formen ersetzt. - -Besonders schwierig gestalteten sich die Arbeiten an den =gotischen -Chorstühlen= (Abb. 121, 122, 123), die sehr reich geschnitzt waren und -jetzt noch Reste von außerordentlich wertvoller figürlicher Plastik -aufweisen. Kein Mobiliargegenstand hatte sich aber, von einzelnen -Statuen abgesehen, in einem so zertrümmerten, zusammengeflickten -und wieder vernachlässigten Zustand gefunden wie diese Stühle. -Zunächst mußten die Originalteile festgestellt werden, dann wurde -eine Instandsetzung vorgenommen, bei der die fehlenden Teile in ihren -Hauptformen in Eichenholz ergänzt, aber nicht im Detail ausgeschnitzt -wurden. Es sollte sich die Restaurierung innerhalb des wiedergewonnenen, -würdigen allgemeinen Eindruckes vom alten Original absondern, so daß -besonders bei den Figuren keinerlei Vermischung mit neueren Zutaten -auftrat. - -Das =Sebaldusgrab= wurde, abgesehen von einigen kleinen Ausbesserungen -(Ergänzung von fehlenden silbernen Rosetten), einer sorgfältigen -Reinigung unterzogen. - -Die beiden barocken =Seitenaltäre= wurden gründlich instandgesetzt und -ausgebessert, wobei auch die Malereien auf der Rückseite wieder zur -Geltung kamen. War doch sogar das Lorbeerlaub aus Zinn an den Säulen des -Tucheraltares (Abb. 51) in früheren Zeiten in Verlust geraten. - -Die in der Augsburger Galerie stattgehabte Restaurierung der wertvollen -=Tafelbilder=, welche im Mai 1906 wieder an ihrem alten Platze -aufgestellt werden konnten, war vom schönsten Erfolge begleitet. Außer -einer sachverständigen Reinigung hat durch die berufene Hand des -Konservators =Mayer= eine Abnahme vieler störender Übermalungen zum -Teil in ziemlichem Umfange stattgefunden, so daß die ursprüngliche -Farbenwirkung in überraschender Weise wieder zur Geltung gelangt ist -(Taf. XV). - -Eine der hauptsächlichsten Arbeiten im Ostchor wurde zu Anfang des -Jahres 1906 begonnen: der Umbau der =Hauptorgel=. - -Die bisherige Hauptorgel von St. Sebald (Abb. 126) ist eine der ältesten -und wohl auch interessantesten Bayerns. Sie wurde im Jahre 1444 von -Heinrich Traxdorf erbaut und war im Ostchor über dem Trennungsbogen -gegen das südliche Seitenschiff angebracht. Sie bestand außer aus einem -Podium, welches auf einem hölzernen vorgekragten Gewölbe ruhte und in -der Mitte einen kleinen Pfeifenprospekt (sogenanntes Positiv) trug, aus -dem eigentlichen Orgelwerk, das fast die ganze Giebelwand bedeckte und -von einem zierlichen Gehäuse umschlossen war. Der Blasebalgraum befindet -sich hinter der Giebelmauer. Die Verbindung zwischen diesem Raume und -dem Orgelpodium bildet eine schmale Tür in der Giebelwand. Vermutlich -hatte die alte Orgel schon bemalte Flügel, die zum Schutze der Pfeifen -dienten und geöffnet werden konnten. Die =Konsole=, welche die mittlere -Endigung des Holzgewölbes unterhalb der Orgel bildet, hat die Form einer -Teufelsfratze mit beweglichem Kiefer, der während des Orgelspieles -in Bewegung gesetzt werden konnte. Die beiden seitlichen Konsolen -zeigen ein dänisches und ein französisches =Wappen=, die wiederholt -in Verbindung mit dem Kirchenpatron in St. Sebald angewendet worden -sind. Rings um das Orgelpodium fanden sich zwischen den herabhängenden -Maßwerken reizvolle in Holz geschnitzte =Figuren=, darunter zwei Herolde -mit den beiden Nürnberger Wappen. Die übrigen stellen Ritter, Frauen -und Bauern dar und sind zum Teil sehr humorvoll gehalten. Die ganze -Orgel ist aus Eichenholz hergestellt. Zu beiden Seiten waren auf der -Wand teppichartig großzügige =Ornamente= in grünem Ton aufgemalt und -innerhalb derselben =musizierende Engel= dargestellt. - -Im Laufe der Jahrhunderte hat die Orgel freilich mannigfache -Veränderungen erfahren und zwar in den Jahren 1572, 1658, 1691 und -1827. Im Jahre 1658 erhielt sie neue Malereien von Daniel Preißler -auf den wohl schon vorhandenen Flügeln, und zwar eine Reihe Porträts -der Pfarrer und Kirchenpfleger, aber auch von Stadtmusikern und ihren -Dirigenten. Die gesteigerten musikalischen Ansprüche hatten wiederholt -Verbesserungen und Erweiterungen des Orgelwerkes zur Folge, so daß -allmählich auch das Gehäuse eingreifenden Veränderungen unterworfen -worden war, wodurch die ursprüngliche Form desselben sehr beeinträchtigt -wurde. Unter Heideloff wurde das Podium nach vorn sowohl wie nach -beiden Seiten bedeutend erweitert, um für einen größeren Sängerchor -Platz zu gewinnen. Die schönen Wandmalereien waren übertüncht und durch -Balkenwerk verbaut worden. - -[Illustration: Abb. 51. Partie aus dem Ostchor mit Tucheraltar, -Sakramentshäuschen und Petrusaltar.] - -Beim Abbruch der Orgel ergab sich glücklicherweise aus der genauen -Aufnahme und dem Vergleich der einzelnen Teile die Möglichkeit, das -=ursprüngliche Orgelgehäuse= von 1444 mit völliger Sicherheit wieder -herzustellen. Daß aber das vielfach ausgebesserte Orgelwerk den -heutigen Ansprüchen nicht mehr genügte, erscheint begreiflich. Die -Kirchenverwaltung entschied sich daher für Beschaffung eines neuen -Orgelwerkes und billigte auf Grund eines Gutachtens von Hauptprediger -Dr. Geyer den Vorschlag des Unterzeichneten, das alte Gehäuse, von -allen späteren Zutaten befreit, zu verwenden und in Verbindung mit -den Wandmalereien wieder vollständig instandzusetzen. Die Aufgabe, -26 neue Register in dem engen Raum unterzubringen, war nicht leicht, -und ein Hinausschieben des ganzen Gehäuses um 15 cm zur Erlangung -einer größeren Tiefe konnte nicht umgangen werden. Das Orgelwerk -selbst wurde durch Orgelbaumeister =Strebel= gebaut, während sämtliche -Instandsetzungsarbeiten des Gehäuses und das neue Positiv mit den -seitlichen Brüstungen in der Werkstätte der Bauhütte hergestellt wurden. - -Auch die =Wandmalereien= zu beiden Seiten der Orgel, die in -überraschender Weise zum Vorschein gekommen waren, erfuhren wieder eine -Erneuerung. - -Bei den Veränderungen, sowohl bei den Statuen wie an Reliefs und -sonstigen Skulpturen, welche notwendigerweise vorgenommen werden -mußten, hat in den meisten Fällen vorher eine photographische Aufnahme -stattgefunden, so daß jederzeit Rechenschaft über den früheren Zustand -gegeben werden kann. Die abgenommenen Ergänzungen selbst finden sich -in der =Bausammlung= der Kirche aufbewahrt, die auch die gefertigten -Hilfsmodelle und Pläne enthält. =Sepulkren= fanden sich in den Mensen -der Altäre an verschiedenen Stellen, jedoch in bereits eröffnetem -Zustande; zunächst im Hauptaltar mit einer Konsekrationsurkunde -von 1379, ferner in der Mensa des Halleraltares und der südlichen -Sakristei. Hier waren die Urkunden nur mehr als Reste vorhanden. Noch -schlechter war der Zustand eines Holzkästchens mit vermoderter Einlage -im Petrusaltar; im Tucheraltar fanden sich nur geringe Fragmente. Nach -Feststellung der Urkunden und photographischer Aufnahme der Funde ließ -das Pfarramt die letzteren wieder in ihre Höhlungen einschließen. - -Bis zum Juli 1905 war die gefährliche Auswechslung auch des =südlichen -Vierungspfeilers= glücklich beendet, und es konnte nach Entfernung der -Zwischenwände die ganze Kirche dem Gottesdienste wieder übergeben werden. - -Bei den mannigfaltigen und auf verschiedenen Gebieten gelegenen -Aufgaben, welche die 3-1/2jährige Wiederherstellung mit sich brachte, -konnte sich der Unterzeichnete der Unterstützung der schon genannten -tüchtigen Mitarbeiter wie auch anderer Fachleute erfreuen. - -Das Verhältnis der Bauleitung zur protestantischen =Kirchenverwaltung=, -unter der Vorstandschaft von Stadtpfarrer J. =Schiller=, als der -Bauherrin, und zum Bauausschuß, als deren Vertretung, war ein durchaus -glückliches. - -Der =Bauausschuß=, welcher in vielfachen Sitzungen die Berichte und -Vorschläge des Bauleiters entgegennahm, hatte leider mitten in der -Arbeit am 2. Juni 1905 seinen Vorsitzenden, den Hauptförderer der -Wiederherstellung, Kirchenrat F. =Michahelles=, 1. Pfarrer an -St. Sebald, verloren. Um ihn, den allverehrten und liebenswürdigen -Mann, dem die Durchführung des großen Werkes sowohl durch die -unermüdliche Beschaffung der Geldmittel wie durch die sachkundige, -geschickte Leitung =in erster Reihe= zu danken ist, zu ehren, wurde -im südlichen Seitenschiff seine wohlgetroffene Marmorbüste von F. -Zadow (eine Stiftung von Justizrat Hilpert) aufgestellt. Mitglieder -des Bauausschusses waren die Herren Baumeister und Privatier G. Goll, -Magistratsrat H. Häberlein, Großhändler A. Heerdegen, Justizrat D. -Hilpert, Kunstschlosser und Privatier A. Leibold und Fabriksbesitzer J. -Thäter. Nach einer kurzen Verwesung des Vorsitzes durch Pfarrer Wunderer -hatte die Leitung des Bauausschusses Stadtpfarrer Dr. Hagen, 1. Pfarrer -an St. Sebald, übernommen und die Arbeiten nach Kräften gefördert und zu -Ende geführt. - -[Illustration: Abb. 52. Ostchor. Ansicht gegen Westen.] - -Bei der Beschaffung der Geldmittel stand dem Kirchenrat Michahelles der -=Verein für die Restaurierung der Sebalduskirche= zur Seite, in dessen -Ausschuß als stellvertretender Vorsitzender Justizrat C. Freiherr von -Kreß, als Schriftführer Justizrat O. Vollhardt und als Schatzmeister -Kommerzienrat C. Schwanhäußer tätig waren. - -Die =Mittel= (Taf. XIII) flossen fast vollständig aus freiwilligen -Beiträgen, bei welchen die Patrizierfamilien an erster Stelle standen. -Auch die Kirchenverwaltung unterstützte die Wiederherstellung, -teils durch größere Beiträge, die sie zur Abstellung der Bauschäden -genehmigte, teils zu Zeiten, in denen ein niedriger Kassenstand -vorhanden war, durch Vorschüsse. - -Allerdings sind die bei der Inangriffnahme der Restaurierung gestellten -Aufgaben an St. Sebald noch nicht alle gelöst. Die kostbaren =Gobelins= -(Abb. 132 bis 136) befinden sich auch heute noch in einem traurigen -Zustande. Wohl hat die Restaurierung eines kleinen Stückes gewissermaßen -als Probestück durch Frau Irmisch in München stattgefunden und -berechtigt zu der Annahme, daß auch die weiteren Ausbesserungen nicht -wie bisher nur in Paris oder Italien, sondern in Deutschland gemacht -werden können. Allein für diese künstlerische und kostspielige Arbeit -fehlen vollständig die Mittel. Man mußte sich bei der gegenwärtigen -Restaurierung darauf beschränken, die zerrissenen und zerschnittenen -Stücke notdürftig wieder zu verbinden und mit Borten und Futterstoff neu -zu versehen. - -Das gleiche gilt bezüglich der wertvollen und prächtigen =Glasmalereien= -im Ostchor (Abb. 107 bis 109), bei denen an vielen Stellen sich von -außen durch die Einwirkungen der Atmosphäre eine dicke undurchsichtige -Kruste gebildet hat, während die Schwarzlotaufmalung im Innern sich so -abgelöst hat, daß sie sich mit dem Finger, wie der Kreidestrich auf -einer Schiefertafel, wegwischen läßt. Baldige Hilfe tut not, wenn diese -unschätzbaren Kunstwerke nicht zugrunde gehen sollen. Andererseits -muß mit größter Vorsicht dabei zu Werke gegangen werden. Vielleicht -verspricht ein neues Verfahren, welches die Hofglasmalerei Zettler -in München gerade mit Rücksicht auf die Glasmalereien von St. Sebald -erprobt hat und das in einer durchsichtigen leichten Überglasung der -einzelnen Glasstücke besteht, zur Konservierung der Malereien gute -Dienste zu leisten. - -Die Frage einer Beleuchtung und Beheizung der Kirche ist wiederholt -beraten, jedoch noch keiner Entscheidung entgegengeführt worden. - - =Nürnberg=, den 15. Juli 1906. Prof. J. =Schmitz=, Architekt. - - - 5. Nachtrag vom 15. Januar 1912. - -Jedes Gebäude, auch wenn es noch so solid konstruiert ist, verlangt eine -=Instandhaltung= zur Abwehr der regelmäßigen Schäden, die durch Wind -und Wetter sowie durch andere äußere und innere Einflüsse hervorgerufen -werden. Je zierlicher die Formen und je eleganter die Konstruktionen -sind, desto größer ist auch die Gefahr einer Beeinträchtigung. Dazu -kommt die bedauerliche Tatsache, daß infolge der heute den zahlreichen -Kaminen entströmenden schwefeligen Gase besonders die Sandsteine in oft -erschreckender Weise angegriffen werden und verwittern, wovon man sich -in Nürnberg allenthalben überzeugen kann. - -Die Verwaltung des Vereinigten protestantischen Kirchenvermögens -hat sich denn auch der Einsicht nicht verschlossen, daß auch zur -Instandhaltung der Sebalduskirche mit einem regelmäßigen Baubetrag -gerechnet werden muß, und bringt mit demselben eine Reihe von kleineren -Reparaturen zur Ausführung. Auf diese Weise wird es hoffentlich -gelingen, nach und nach auch verschiedene Epitaphien am Äußeren der -Kirche, an denen Arbeiten bislang noch nicht vordringlich schienen, -die aber allmählich doch zugrunde gehen werden, vor Verfall zu retten. -Unterdessen ist ein langgehegter Wunsch der Gemeinde in Erfüllung -gegangen: die Kirche hat eine =Heizung= erhalten. Diese, die erste -elektrische Kirchenheizung in Deutschland, hat in weiten Kreisen großes -Interesse hervorgerufen (Zentralblatt der Bauverwaltung, Berlin, -1912, S. 58 f.). Aus Rücksicht auf die zahlreichen Kunstschätze der -Kirche, bei denen eine Schädigung durch periodische Erwärmung des -ganzen Luftraumes befürchtet wurde, entschloß man sich zu einer -Fußschemelheizung, die allgemeine Befriedigung gefunden hat. Als ganz -besonders erfreulich muß dabei hervorgehoben werden, daß die Erscheinung -des Kircheninnern, abgesehen von einigen kleinen nicht störenden -Holzkästchen, nicht die geringste Änderung oder Beeinträchtigung erfuhr. -Sind die Betriebskosten auch vorläufig noch etwas hoch, so besteht doch -die Hoffnung, daß mit einer Verbilligung der elektrischen Kraft in -absehbarer Zeit gerechnet werden kann. - -[Illustration: TAFEL XIII. Baukosten der Wiederherstellung der -Sebalduskirche. 1885-1906. - -Zusammenstellung der einzelnen Arbeiten. - -Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben. - -Zusammengestellt bis zum Jahre 1905 von Kirchenrat Michahelles.] - -Schwieriger scheint die Frage der =Beleuchtung= der Kirche sich lösen zu -lassen und zwar besonders deshalb, weil die Beschaffung entsprechender, -würdiger Beleuchtungskörper große Mittel erfordert. Auch die -Instandsetzung der kostbaren Glasmalereien ist bis zum Erscheinen dieses -Buches aus dem gleichen Grunde zurückgestellt geblieben. - -[Illustration: TAFEL XIV. Sebaldusgrab von Peter Vischer.] - - - - - IV. - - Das Inventar der Kirche. - - 1. Altäre und Kanzel. - - -Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände der Kirche St. Sebald sind so -zahlreich, daß man ihr die nun bald 400 Jahre währende Zugehörigkeit -zum Protestantismus kaum anmerkt. Wesentlich dem konservativen Sinn -der Nürnberger Patrizierfamilien ist es zu danken, daß die Kirche noch -heute eine stattliche Reihe ansehnlicher Werke birgt. Selbstverständlich -gab es auch Zeiten, wo das Interesse an der Vergangenheit und ihren -Zeugen erlahmte und manches kostbare Stück verloren ging. Die -Kirchenreformation im 16. Jahrhundert hatte die Beseitigung einer großen -Anzahl von Altären verlangt und die nach der Mitte des 17. Jahrhunderts -durchgeführte Neuausstattung im Barockstil kostete ebenfalls mehreren -historisch und vielleicht auch künstlerisch bedeutenden Gegenständen die -Existenz. - -Die Veränderung des Inventars wird jeweils bei den einzelnen Gruppen -geschildert. - - * * * * * - -Die Kirche hatte vor der Reformation =13 Altäre=. Eine Reihe von -geeigneten Plätzen für Altäre war durch die Anlage des Baues gegeben. 3 -Ostchornischen, 1 Westchor, 2 Krypten nahmen schon im romanischen Bau 6 -Altäre auf, ferner der Platz vor dem Ostchor einen, dann noch einen die -Ostkrypta, zusammmen acht. Dazu kamen im Laufe des 14. Jahrhunderts noch -4 Altäre an den Pfeilern des Schiffes und 1 Altar, welcher den Hochaltar -des Westchores verdrängte. - -Die Altäre am Ende des 15. Jahrhunderts waren: - -=Sebaldsaltar.= Er war der Hochaltar und befand sich im Ostchor des -romanischen Baues, von 1372 an im neuen Ostchor an Stelle des jetzigen -Hauptaltares. 1379 erneuert und geweiht. Die hierüber ausgestellte -Urkunde wurde bei der letzten Wiederherstellung im Sepulkrum der Mensa -aufgefunden und nebst den gleichfalls vorgefundenen Reliquien wieder -in den Altar eingeschlossen.[VII] Die wohl erhaltene Urkunde hat unter -Auflösung der Abkürzungen folgenden Wortlaut (vgl. Abb. 144 auf S. 212): - - Anno domini millesimo trecentesimo septuagesimo nono dedicatum - est hoc altare in honore sancti Sewaldi, Fabiani et Sebastiani et - quatuor doctorum et sancti Eloy et sancti Seuerij per venerabilem - dominum dominum Lampertum episcopum Bambergensem, qui reliquias - dictorum sanctorum in dicto altari reclusit indictione secunda - quinto kalen. septembris eiusdem anni, in quorum testimonium - sigillum dicti domini praesentibus est appensum. - - [VII] Ebenso wurden im Petrusaltar und im Sakristeialtar nicht mehr mit - Sicherheit zu entziffernde Urkunden samt Reliquien vorgefunden - und mit diesen wieder in die betreffenden Altäre eingeschlossen. - -Schopperpfründe, gestiftet am 5. Mai 1337 von Albert Schopper, 1360 neu -dotiert durch Friedrich Schopper. - -Vorchtelpfründe, gestiftet 1371 von Heinrich Vorchtel, 1425 neu dotiert. - -1613 wurde der Altar vom Maler Leonhard Prechtel restauriert. Aus den -Schriftstücken hierüber (im Stadtarchiv Nürnberg) geht hervor, daß der -Altar ein Flügelaltar war, und daß sich auf den Flügeln Malereien auf -Goldgrund befanden. Auf die Predella, die ganz zu erneuern war, malte -Prechtel zwei »Historien«. Siehe den Hauptaltar, S. 134. - -[Illustration: Abb. 53. Petrusaltar (geöffnet).] - -=Nikolausaltar.= Er stand in der nördlichen Apsis des romanischen -Ostchores, dann im neuen Ostchor im nördlichen Umgang als linker -Seitenaltar. An seiner Stelle erhebt sich jetzt der 1659 im Barockstil -errichtete Nikolaus- oder Tucheraltar (siehe S. 134). - -Kandelgießerpfründe, 1406 von Hartmann Kandelgießer gestiftet. - -=Stephansaltar.= Er stand in der südlichen Seitenapsis des romanischen -Ostchores. Seit 1372 im südlichen Umgang des neuen Ostchores. An seiner -Stelle erhebt sich jetzt der 1663 errichtete Altar (siehe S. 135). -1255 eingeweiht. Ablässe 1448, 1452, 1460, 1479, 1481 und 1487. Drei -Pfründen, die des Heinrich von Tuttenstetten, Pfarrer 1300-1307, welche -1364 bestätigt wurde, die des Paul Muffel, deren Stiftungsjahr unbekannt -ist, und die Pfründe des Ambrosius Stromer von 1509. - -[Illustration: Abb. 54. Petrusaltar (geschlossen).] - -Der Altar hatte ein auf Holz gemaltes Bild, welches Nikolaus Muffel -zwischen 1436 und 1439 für 200 fl. angeschafft hatte. Er kam, als 1663 -der Barockaltar errichtet wurde, in die Lorenzkirche. - -=Petersaltar.= Ein Petersaltar stand schon in der alten Peterskapelle. -Wahrscheinlich wurde dieser in die romanische Kirche, und zwar in den -Westchor transferiert. 1274 wurde er durch einen neuen Altar ersetzt. - -1303 Ablaß, 1475 Ablaßbestätigung. 1372 wanderte der Altar in den neuen -Ostchor hinter den Hochaltar, an dieselbe Stelle, an welcher jetzt -der Ende des 15. Jahrhunderts errichtete Altar steht. Über diesen -siehe S. 135. 1378 wird jedoch der Westchor noch Peterschor (neben -Katharinenchor) genannt. - -1340 stiftet Otto Kramer von Koburg eine Pfründe, dieselbe wird 1360 -bestätigt; 1356 stiftet Adelheid Löhneisen eine Pfründe, 1372 Berthold -Pfinzing. Das Jahr der Stiftung der Movendelpfründe der Dorothea Däschin -ist nicht bekannt. - -=Katharinenaltar.= Er stand anfangs in der Westkrypta, von der Mitte des -14. Jahrhunderts an schon im Westchor zusammen mit dem Petersaltar. - -Ablaßbestätigung 1298. Ablässe 1341, 1342. Pfründen: Schatzpfründe, -gestiftet von Konrad Schatz, bestätigt 1360; Kandelgießerpfründe, -gestiftet 1386. Siehe den Löffelholzaltar. - -=Johannisaltar.= Dem hl. Johannes dem Evangelisten geweiht. Er stand im -Mittelschiff zwischen den zum Chor führenden Stufen (_sub pulpito_ oder -_quae [ara] in medio ecclesiae sancti Sebaldi locata est_). - -Ablaß: 1289. Pfründen: Pömerpfründe, gestiftet 1348 von Heinrich Pömer, -und die Fleischmannpfründe, gestiftet von Albert Fleischmann, Pfarrer -von 1397 bis 1444. - -Der Johannisaltar scheint 1542 mit den beiden Frauenaltären und dem -Zwölfbotenaltar beseitigt worden zu sein. - -=Zwölfbotenaltar.= Den zwölf Aposteln geweiht. Er stand an einem -Schiffspfeiler. - -Ablässe 1352 und 1370. Meintaler-Pfründe, 1352 von Konrad Meintaler -gestiftet, 1359 von der Witwe des Stifters neu dotiert. - -Er stand zu Beginn des 16. Jahrhunderts an einem der beiden ersten -Ostchorpfeiler und hatte 1542 dasselbe Schicksal wie die beiden -Frauenaltäre. - -=Erhardaltar.= Er stand im Schiff in der nördlichen Pfeilerreihe. Es ist -der jetzige Halleraltar, der zwar noch in der nördlichen Pfeilerreihe -steht, aber nicht mehr am alten Pfeiler, wo bis heute eine Erhardstatue -verblieben ist (vgl. S. 154). Noch im 17. Jahrhundert stand der -Erhardaltar um einen Pfeiler weiter östlich als jetzt. 1336 gestiftet -(siehe Urkunde S. 235). - -Ablaß: 1360. Pfründen: Nützelpfründe, Stiftungsjahr unbekannt; -Hallerpfründe, 1358 von Ulrich Haller gestiftet; Dietleinpfründe, 1363 -von Hans Dietlein gestiftet. Siehe den Halleraltar, S. 138. - -=Kunigundenaltar.= Den Heiligen Heinrich, Kunigunde und Otto geweiht. Er -stand an einem der Schiffspfeiler. - -Dietlerpfründe, 1347 gestiftet von der Hensel Dietler; Tesauruspfründe, -1354 oder vor 1354 gestiftet von Konrad Tesaurus [Schatz]; -Hallerpfründe, vor 1383 gestiftet von Ulrich Haller, und die -Nützelpfründe, 1389 gestiftet von Elisabeth Haller. - -=Bartholomäusaltar.= Den Heiligen Bartholomäus und Pankratius geweiht. -Er stand an einem der Schiffspfeiler. - -Ablässe 1460, 1476 und 1477. Pfinzingpfründe, 1435 von Berthold Pfinzing -gestiftet. - -=Marien- und Dreikönigsaltar=, gewöhnlich =Frauenaltar= genannt. »Ad -honorem beatae Mariae virginis et trium regum«. In der romanischen und -gotischen Zeit in der Krypta, d. h. in der Ostkrypta, und zwar in der -mittleren Apsis. In der späteren gotischen Zeit ist stets von zwei -Frauenaltären die Rede. - -Ablässe 1283, 1284, 1289, 1341 (Wandelkerzen), 1370 und 1379. Vier -Pfründen: Bretheimpfründe, gestiftet von Konrad Bretheim 1358, bestätigt -1359; die Teufelpfründe, gestiftet von Konrad Teufel 1359, bestätigt -1370, neu dotiert von Hans Teufel 1440; die Movendelpfründe des Paul -Volckamer, deren Stiftungsjahr unbekannt ist, und Kolerpfründe, -gestiftet von Elisabeth Koler 1402. - -Die beiden Frauenaltäre standen zu Beginn des 16. Jahrhunderts an den -beiden ersten Säulen des Ostchores, an denen heute noch Marienstatuen -angebracht sind. Sie wurden mit dem gegenüberstehenden Zwölfbotenaltar -und dem dazwischen befindlichen Altar, wahrscheinlich dem Johannesaltar, -auf Beschluß des Rates 1542 beseitigt, weil die Kirchenbesucher den -Geistlichen auf der Kanzel nicht sehen konnten. - -=Jakobsaltar.= Den Heiligen Jakobus, Jodokus, Martinus und Christophorus -geweiht. In der Ostkrypta, dem Frauenaltar gegenüber. - -1343 gestiftet von Jakob Kramer. Ablässe 1353, 1355 und 1365. -Kramerpfründe, 1381 von Bernhard Kramer gestiftet. - -[Illustration: Abb. 55. Abb. 56. Abb. 57. Kreuzigungsgruppe von -Veit Stoß. Über dem Hauptaltar im Ostchor.] - -=Allerseelen-Altar.= In der Westkrypta. Ablaßbrief vom 3. Mai 1360, in -dem die Krypta als »ergastulum« (also etwa: Verließ, unterirdischer -Raum) bezeichnet wird. Vgl. Beilage 28. - -Im Liber privilegiorum A des Fürstbischofs Lambrecht von Bamberg -(Kreisarchiv Bamberg) findet sich die Abschrift einer Urkunde, nach -welcher 1401 am 23. Mai eine Pfründe auf dem =Georgsaltar= in der Kirche -des hl. Theobald in Nürnberg gestiftet worden ist. Jedenfalls ist -Theobald verschrieben für Sebald, allein ein Georgsaltar in der Kirche -Sankt Sebald ist sonst nirgends belegt. - -Die =jetzigen Altäre= der Kirche sind: - -Der =Hauptaltar=. Im Ostchor. - -An seiner Stelle stand der zur Barockaustattung der Kirche gehörige, -1663 von Georg Wirsching, Schreiner von Neumarkt i. O., errichtete -Hauptaltar als Nachfolger des gotischen, 1379 dem hl. Sebald geweihten -Hochaltares (Abb. 30). Der Barockaltar war 1660 für 1000 fl. in Arbeit -gegeben worden. Nach der Aufstellung wurden 200 fl. nachbezahlt. - -An die Stelle dieses Altars trat 1823 ein nach Zeichnungen Karl -Alexander Heideloffs in neugotischem Stil von dem Schreiner Heil und -dem Bildhauer Rotermundt ausgeführter Altarbau, an dem die schon -am Barockaltar angebrachte Gruppe, Christus am Kreuz mit Maria und -Johannes (Abb. 55, 56, 57), lebensgroße, in Holz geschnitzte und -farbig gefaßte Figuren des Veit Stoß und seiner Schule, wieder zur -Verwendung kam. Der Altar ist abgebildet im Sammler für Kunst und -Altertum in Nürnberg, 1. Heft (1824), Tafel zu S. 51. Bei der letzten -Wiederherstellung wurde dieser Heideloffsche Altar entfernt und zwischen -den mittleren Schiffpfeilern auf einem Tragbalken die Kreuzigungsgruppe -wieder angebracht. Bei dieser Gelegenheit wurde die Gruppe von dem ihr -anhaftenden dicken Ölfarbenüberzug befreit, die ansehnlichen Reste alter -Polychromierung ergänzt und im Innern des Christuskörpers folgende, nur -noch zum Teil leserliche, aber die Autorschaft des Veit Stoß bezeugende -Urkunde gefunden: - - Ihs Maria - Adi 27 Julii 1520 jar - ist diser got auff gericht - durch Nicklos Wickel zw - Nurnberg mit hilff Aug[ustin] - -- -- -- -- -- und ist gemacht - von Veit Stoss zw Nurnberg - kostet -- -- -- -- --. - -Die von Stoß herrührende Hauptfigur der Gruppe vom Jahre 1520 soll sich -ursprünglich auf einem zwischen zwei Pfeilern eingespannten Bogen über -dem Sebaldusgrabe befunden haben. Die Provenienz der Seitenfiguren ist -unbekannt. Heideloff ließ durch Bronzierung die alte Fassung der Figuren -zudecken. - -Nach M. M. Mayer, Die Kirche des hl. Sebaldus (Nürnberg 1831), S. 34, -bot der Kurfürst von Mainz 1652 durch den Bildhauer Georg Schweigger -dem Rate von Nürnberg 1000 Dukaten für die Gruppe. Vgl. über dieselbe -ferner: Denkmalpflege. 1904, S. 96 und 131. - -Die Mensa des Altars ist noch die ursprüngliche mittelalterliche und -enthält die S. 129 (vgl. Abb. 144) erwähnte Urkunde samt den darin -aufgezählten Reliquien. - -Der =Tucher=sche oder =Nikolausaltar= (Abb. 51). Im Ostchor, und zwar im -nördlichen Umgang an Stelle des als linker Seitenaltar verwendeten alten -Nikolausaltars (siehe S. 130). 1659 von der Familie Tucher gestiftet. - -Der Aufbau besteht aus Rückwand mit Gemälde, zwei flankierenden -Säulen und einem von denselben getragenen Giebel. Architektur wie -Bildhauerarbeit, von welch letzterer hauptsächlich der Christusknabe -auf dem Giebel Erwähnung verdient, stammen von Georg Schweigger. Der -Altar gehörte zur ehemaligen Barockausstattung der Kirche. Altarblatt -mit einem =Ecce homo=, Ölgemälde auf Leinwand von Matthäus Merian dem -Jüngeren. Unter dem Bilde die Inschrift: Er ist umb unser Sünde willen -zerschlagen Esa. 53. Oben das Wappen der Tucher. - -[Illustration: Abb. 58. Geburt Christi. Von einem der Flügel des -Löffelholzaltars.] - -[Illustration: Abb. 59. Legende des heil. Georg. Von einem der Flügel -des Löffelholzaltars.] - -Der =Muffel=sche oder =Stephansaltar=. Im Ostchor, und zwar im südlichen -Umgang an Stelle des als rechter Seitenaltar verwendeten alten -Stephansaltares (siehe S. 131). 1663 von der Familie Muffel gestiftet, -nachdem sein Vorgänger in die Lorenzkirche transferiert worden. - -Gegenstück zu dem Tucherschen Altar und mit diesem der hauptsächlichste -Überrest der Barockausstattung der Kirche. Altarblatt mit der -Auferstehung Christi, Ölgemälde auf Leinwand von Johann Franziskus -Ermel. Unter dem Bild die Inschrift: Er ist umb unser Gerechtigkeit -willen wieder auferweckt. Rom. 4. Oben das Wappen der Muffel. - -Der =Petrusaltar=. Im Ostchor an der Wand hinter dem Hauptaltar. -Flügelaltar aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts (Abb. 53, 54). - -Im Schrein fünf Holzfiguren, nämlich die lebensgroße Gestalt des -thronenden Petrus, zu beiden Seiten zwei Engel und über seinem Haupte -zwei schwebende Engel, welche wahrscheinlich die Tiara trugen. Farbig -gefaßt. Ein durchbrochenes reiches Stabwerk als Baldachin schließt den -Schrein oben ab. An dem feststehenden und an dem beweglichen Flügelpaar -zusammen in Tempera zwölf Szenen aus dem Leben des hl. Petrus, Gemälde -aus der Schule des Wolgemut. - -Die Türen der Predella, ursprünglich wohl mit Gemälden geschmückt, -fehlen und sind durch einfache Brettertüren ersetzt. Schon 1572 fand -eine Restaurierung des Altares statt. In seinem jetzigen Zustande geht -er auf die Restaurierung durch Konservator Andreas Mayer in Augsburg -zurück. - -[Illustration: Abb. 60. Halleraltar (geschlossen).] - -Ein Gemälde auf Holz mit den Donatoren, dabei die Wappen der Topler, -Haller u. a., früher an der Vorderseite der Mensa, ist jetzt an der Wand -des nördlichen Seitenschiffes neben dem Turm angebracht. Eine an der -rechten Seite der steinernen Mensa mit Eisen beschlagene alte Holztüre -und der Raum, zu dem sie führt, läßt auf eine frühere Aufbewahrung von -größeren Reliquien, eines Heiligenschreines oder dergleichen schließen. - -Ein =Wandgemälde mit Darstellungen aus der Apostelgeschichte=, um 1400 -(Abb. 106), fand sich bei der letzten Wiederherstellung der Kirche -hinter dem Petrusaltar und ließ sich an eine Wand des südlichen -Chorumganges übertragen. Vergleiche über das Bild Gebhardt, Die Anfänge -der Tafelmalerei in Nürnberg, S. 14 und 20. - -Der =Katharinen=- oder =Löffelholzaltar= (Abb. 43, 58, 59). Im Westchor. -Schrein und Predella um 1453, das übrige des Aufbaues im Empirestil vom -Ende des 18. Jahrhunderts. - -[Illustration: Abb. 61. Halleraltar (geöffnet).] - -Im Schrein zwei in Holz geschnitzte und farbig gefaßte Figurengruppen, -links wird die hl. Katharina gerädert, rechts wird sie enthauptet. Auf -den beiden beweglichen Flügeln vier Gemälde auf Goldgrund, weitere -Darstellungen aus dem Leben der hl. Katharina, innen links die -Disputation mit den Philosophen, rechts die Verbrennung derselben, -außen links die heiligen drei Könige, rechts der hl. Georg. Die -Predellanische, ursprünglich mit Holzskulpturen belebt, ist jetzt leer. -Auf den Türen der Predella innen, ebenfalls auf Goldgrund gemalt, -sechs Halbfiguren, links die Heiligen Heinrich, Kunigunde und Otto, -rechts Christus mit Johannes und Thomas, außen die Familienglieder des -Stifters und zwar links die männlichen mit den Wappen der Löffelholz, -Löffelholz-Dietner und Löffelholz-Stromer-Sachs, rechts die der -weiblichen mit den Wappen der Löffelholz-Züngel, Löffelholz-Kreß und -Löffelholz-Stromer. - -Unten an der Predella die Inschrift: »Anno domini m cccc liii an s. -Thomas tag de Aqiin verschied frav Kunigund Wilhelm Loffelholtzin, der -got gnadt.« In dem Innenraum der Mensa fanden sich einige Knochenreste, -eine Gewandspange (?) und kleine ornamentale Bauteile, jetzt im -Lapidarium der Kirche. Am Empireaufsatz das Löffelholzsche Wappen. - -Bezüglich der Gemälde siehe Thode, Die Malerschule von Nürnberg, -S. 118 ff. Gebhardt, S. 145 ff. - -Der =Halleraltar= (Abb. 60, 61). Im Schiff am zweiten Pfeiler der -nördlichen Arkadenreihe. Es ist der in den Urkunden des Mittelalters -genannte Erhardaltar und stand noch im ersten Drittel des 19. -Jahrhunderts am dritten Pfeiler derselben Reihe (siehe S. 132). -Flügelaltar von etwa 1440-1450. Mittelbild und Innenseiten des -beweglichen Flügelpaares: auf gemustertem Goldgrund Christus am Kreuz -mit Maria und Johannes, links die hl. Barbara, rechts die hl. Katharina. -Der holzgeschnitzte ornamentale obere Abschluß stammt aus der Zeit der -letzten Wiederherstellung. - -Auf den Außenseiten des beweglichen Flügelpaares Christus am Ölberg mit -den schlafenden Jüngern, unten die Stifter mit den Wappen der Haller -und Valzner und den Wappen der Haller, Koler und Seckendorf. Auf den -feststehenden Flügeln zwei heilige Bischöfe, bezeichnet als Erhard -(links) und Gori (rechts), vielleicht jedoch Erasmus und Blasius. Vgl. -Thode, Die Malerschule von Nürnberg, Frankfurt 1891; Gebhardt, a. a. O., -S. 90 ff., hält den Meister des Halleraltars für einen Vorläufer des -Meisters des Tucherschen Altars in der Frauenkirche. - -Auf dem Altar die minderwertigen holzgeschnitzten Statuetten einer -Verkündigung, 1470-1480. - -Am zweiten südlichen Chorpfeiler noch ein kleiner =Altarschrein= mit -holzgeschnitzter Gruppe der heiligen Sippe. Außen die Verkündigung. Auf -den Innenseiten der Flügel zur Darstellung des Mittelschreines gehörige -Sippenbilder. Der Altar wurde bei der letzten Instandsetzung der Kirche -durch Konservator Andreas Mayer in Augsburg wiederhergestellt. - -In den beiden Sakristeien sind noch die mittealterlichen =Mensen= -vorhanden. - - * * * * * - -Die =Kanzel= am südlichen Eckpfeiler von Ostchor und Mittelschiff. 1859 -nach Krelings Entwurf von Bildhauer Lorenz Rotermundt im gotischen Stil -ausgeführt. Reiche Schnitzereien an Stiege, Korpus und Baldachin. Braun -gebeizt, mit reicher Vergoldung der Ornamente. Auf dem Schalldeckel -hohe, bis an das Gewölbe reichende Pyramide; an den fünf Seiten des im -Grundriß achtseitigen Kanzelmantels die Brustbilder Christi und von vier -Aposteln. - -In einer Urkunde vom Jahre 1293 wird ein pulpitum erwähnt, das zwischen -den westlichen Vierungspfeilern in der Längsachse seinen Platz hatte -und sich somit auf dem durch die Ostkrypta bedingten, bis an das -Mittelschiff reichenden Hochchor befand. Vor ihm war der Johannesaltar -angebracht. - -Von der gotischen Kanzel ist nichts bekannt. - -1659 wurde im Zusammenhang mit der Barockausstattung der Kirche eine -neue Kanzel errichtet, welche der Leipziger Bürger Benedikt Winkler -stiftete und der Schreiner Leonhard Ackermann und der Bildhauer -Georg Schweigger ausführten. Von dieser Kanzel hat sich nur die -Figur eines auferstandenen Christus erhalten, die ehemals über dem -Treppenaufgang angebracht war, auf dem Boden der Nürnberger Königlichen -Kunstgewerbeschule wieder aufgefunden wurde und jetzt in einer Nische -des Löffelholzchors aufgestellt ist. - - - 2. Plastik. - -=Einleitung.= Der in den vierziger Jahren des 13. Jahrhunderts -vollendete spätromanische Bau der Kirche ist auffälligerweise, abgesehen -von der ornamentalen Behandlung der Kapitäle und einiger Konsolen, ohne -plastischen Schmuck geblieben. Statuen und Reliefs werden nicht nur -aus der Zeit der Erbauung, sondern auch aus der nachfolgenden Zeit bis -zum beginnenden 14. Jahrhundert überall vermißt. Nirgends eine Spur -ehemaliger Befestigung figürlicher Darstellungen und nicht ein einziger -Fund, welcher vom alten Bau herzurühren scheint. Die zum Zweck der -Feststellung des ersten Grundrisses 1899 vorgenommenen Ausgrabungen -waren nach dieser Hinsicht erfolglos. Eine zuverlässige Erklärung des -sonderbaren Umstandes ist nicht möglich. - -Erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts, im engen Anschluß an die -Erweiterungsbauten der beiden Seitenschiffe von St. Sebald, entfaltete -sich in Nürnberg eine Bildhauerschule und zwar gleich mit emsiger -Tätigkeit, denn eine Menge von Aufträgen wurden ihr zuteil. Zunächst -waren die beiden Seitenschiffportale mit Bogenfeldern und das südliche -mit den Statuen Katharina und Petrus auszustatten, ferner einige Statuen -an den Strebepfeilern des nördlichen Seitenschiffes, die Figuren der -Jungfrauen an der Brauttüre und schließlich im Innern die Statuen -der zwölf Apostel, des Kaisers Heinrich und der Kaiserin Kunigunde -und einige andere Figuren anzubringen. Gewiß ein weites Arbeitsfeld, -welches der Schule Gelegenheit bot, ihr ganzes Können zu zeigen. Die -wirtschaftlichen Verhältnisse der Stadt hatten sich ebenso wie die -politischen sehr zu ihrem Vorteil geändert, und so hielten es die -Patriziergeschlechter der Pfarrgemeinde für eine Ehrenpflicht, zur -reichen Ausstattung der Kirche ausgiebige Beiträge zu leisten. - -Was die Qualität der Werke anlangt, so geht die größere Anzahl über die -Mittelmäßigkeit hinaus. Eine Arbeit, die Statue der hl. Katharina (Abb. -137, 138), ist zum Teil von hervorragender Schönheit. Überhaupt ist ein -Streben nach Formenschönheit charakteristisch für die Gestaltung fast -sämtlicher Bildwerke. Gesichtszüge, Haarlocken, Haltung, Draperie, alles -will gefällig erscheinen. Mit jener hl. Katharina zeigt insbesondere -ein Kopf am nördlichen Querschiff, möglicherweise das Bildnis des -Meisters, sowie das Wappen mit dem sogenannten Jungfrauenadler am -gegenüberliegenden Bestelmeyerschen Hause nahe Verwandtschaft. Die -Arbeiten gehören stilistisch noch in die Epoche der Hochgotik und zeigen -ebenso wie der Neubau der Seitenschiffe verwandtschaftliche Beziehungen -zur Freiburger Schule. - -Die Lebensfähigkeit der ersten Nürnberger Bildhauerschule währte etwa -ein Menschenalter. Vom Ende der dreißiger Jahre an ging die Führung in -der Plastik von St. Sebald auf die andere Pfarrkirche St. Lorenz über, -es folgten die Frauenkirche und der Schöne Brunnen. An plastischen -Arbeiten aus dieser Zeit hat die Kirche St. Sebald nur zwei, die Statuen -der Heiligen Helena und Antonius im südlichen Seitenschiff, aufzuweisen, -welche mit den Figuren an der Vorhalle der Frauenkirche nahe verwandt -erscheinen. - -Mit dem Neubau des Ostchores regte sich in der Plastik von -St. Sebald wieder neues Leben. Nur war der Umfang der Aufträge diesmal -verhältnismäßig gering. Es scheint, daß die unmittelbar vorausgegangenen -Bauten und insbesondere der Ostchorbau selbst an den Opfersinn der -Bürgerschaft zu hohe Anforderungen gestellt hatten. Und dann machte -ein anderes früher in Nürnberg nicht gekanntes Kunstgebiet, das der -Glasmalerei, welches zur Ausstattung der hohen Chorfenster Anlaß gab, -der Plastik bedeutende Konkurrenz. - -So kam es, daß von den zahlreichen zur Aufstellung von überlebensgroßen -Statuen geschaffenen Stellen an der Innenseite der Ostchorwand mit ihren -originellen Konsolen und Baldachinen nur zwei mit Statuen, den Aposteln -Petrus und Paulus, besetzt wurden, den einzigen bedeutenderen Vertretern -der figürlichen Plastik dieser Schule. Dagegen fand jetzt das Relief -mehr Ausbreitung dadurch, daß außen an jedem Ostchorstrebepfeiler Tafeln -mit Passionsdarstellungen angebracht werden sollten. Die neue Schule -hat die ihr gestellten Aufgaben mit großem Geschick gelöst. Sie hat es -verstanden, einer derb-kräftigen Art in der Charakteristik der einzelnen -Gestalten beredten Ausdruck zu verleihen und die Begebenheiten -durch klare Disposition anschaulich zu erzählen, und steht damit in -innerster Beziehung zur Nürnberger Bildhauerschule um die Wende des -15. Jahrhunderts, die sich ebenfalls hauptsächlich auf dem Gebiete der -Reliefkunst betätigt hat und diesen beiden Vorzügen mit ihren Weltruf -verdankt. - -Zur Schule der Skulpturen am Ostchor zählt auch das überaus eigenartige -Gehäuse des Wandtabernakels im Innern. - -Polychrom sind fast alle Schöpfungen der ersten Schule: bei den -Statuen im Innern auch Konsolen und Baldachine, selbst der Hintergrund -ist zuweilen farbig behandelt; die Bogenfelder außen an den -Seitenschiffportalen zeigen Spuren von Farbe und Gold. Bunt behandelt -ist bei den Werken der zweiten Schule nur das Sakramentshäuschen. - -Die Bildhauerschulen von St. Sebald in der Frühzeit und aus -den siebziger Jahren des 14. Jahrhunderts repräsentieren die -Hauptentwicklungsstufen der Steinplastik Nürnbergs während des ganzen -Jahrhunderts, in dessen letzten Jahrzehnten nur noch die Tonplastik -eine besondere Blüte erlebt zu haben scheint. Von den Hervorbringungen -dieser Kunst bietet der Ostchor von St. Sebald gleichfalls einige -bemerkenswerte Proben. Es ist von Interesse zu beobachten, wie jene -hauptsächlichsten beiden Schulen, als Anfangs- und Endpunkt einer -fortlaufenden Entwicklung, sich trotz aller Ähnlichkeit diametral -entgegenstehen. Bei der ersten Schule mußten eben eine Reihe von -Anleihen bei einer anderen Schule gemacht werden, welche auf eine große -Vergangenheit zurückblicken konnte. Die Abhängigkeit der Nürnberger -Schule äußerte sich infolgedessen in der Aufnahme eines ihr fremden -Elementes, welches sich nicht einleben wollte. Bei der zweiten Schule -ist von fremdartigen Einflüssen keine Spur mehr, die charakteristischen -Eigenschaften der Nürnberger Bildhauerkunst bis Adam Kraft, vornehmlich -drastische ausdrucksvolle Darstellung, sind hier bereits in die -Erscheinung getreten. - -Als Arbeiten der Plastik des 15. Jahrhunderts hat die Kirche mehrere -gefaßte Holzfiguren aufzuweisen, welche ursprünglich die Seitenaltäre -zierten und nach Beseitigung derselben auf die immer noch leeren -Konsolen der Ostchorwand gestellt wurden, und dann eine stattliche -Anzahl von Epitaphien, welche an der Außenseite in der Nähe der -Begräbnisstätten der Stifter eingelassen wurden. Den Höhepunkt in der -Ausstattung des Baues mit Bildwerken bezeichnet das zu Ende gehende -15. und das beginnende 16. Jahrhundert, zu welcher Zeit von den ersten -Meistern der Nürnberger Plastik Werke Aufnahme fanden, die an dem Ruhm -der Kirche mindestens den gleichen Anteil haben wie der Bau selbst. - -Eine zusammenfassende Würdigung dieser Werke unterbleibt hier, da -dieselben nicht in Beziehung zur Geschichte des Baues stehen. - -Bei dem nun folgenden =Inventar der plastischen Werke=, das sich -auf eine Aufzählung und kurze Erläuterung der einzelnen Skulpturen -beschränkt, werden zunächst die Arbeiten am Äußeren der Kirche und -alsdann die im Innern derselben in fortlaufender Reihenfolge behandelt -werden. - - - A. Die Plastik am Außenbau. - -Am Mittelfenster des Westchors die überlebensgroße Erzstatue des -=Christus am Kreuz= (Abb. 62). 1625 gegossen von Johann Wurzelbauer, dem -Sohn des Meisters vom Tugendbrunnen. Ersatz für das von den Gebrüdern -Johann und Georg Starck 1482 gestiftete hölzerne Kruzifix, welches -zuerst an dem Schwibbogen zwischen Sebalder Pfarrhaus und Moritzkapelle -hing und 1543 nach Abbruch des Bogens an den Westchor von St. Sebald -verbracht wurde. Der Ersatz war wahrscheinlich infolge starker -Verwitterung dieses Kreuzes notwendig. Unten am Kreuz befindet sich eine -Messingtafel mit den Anfangsbuchstaben der Stifter: H S G S und eine -zweite Messingtafel mit der Inschrift: - - Adspicite, o homines! miseranda in imagine Christum, - Adspicite immiti trajectum pectora ferro, - Pectora foedatasque manus perfusaque tabe - Ora cruentatumque caput crinesque revulsos. - Cernite liventes atro squalore lacertos, - Cernite eheu! plenos lacrimarum fundite rivos! - - Monumentum hoc, quod prisca Starckiadum pietas dicavit per Johannem - et Georgium Starckium, fratres, renovatum est MDCXXV. - -Bezüglich der Sage von den »Herrgottschwärzern« siehe M. M. Mayer -a. a. O., S. 7. - -[Illustration: Abb. 62. Erzkruzifix am Westchor.] - -=Epitaph der Ketzel= von 1453. Steinrelief an der Nordseite des -Westchors. Oben bildliche Darstellung: Rettung der Seelen aus dem -Fegefeuer. Darunter Inschrift: »Anno domini Mccccxxxiii iar an sontag -nach Maria geburt starb der erber elter Heinrich Ketzell, dem got -genad.« Darunter das Wappen der Ketzel und die Zeichen ihrer Würde als -Ritter des Heiligen Grabes (Kreuz von vier kleinen Kreuzen umgeben), -als Ritter des »Ordens von der Lilie oder vom Blumentopf« des Ordens -der »Equitum ensiferorum Cypri« (Schwert, von einem S umschlungen) und -als Ritter der hl. Katharina auf dem Berge Sinai (das halbe Rad der hl. -Katharina). Darunter die Inschrift: »Dar nach starb sein sun Heinrich -Ketzell am montag nach der heiligen drei kunig dag M cccc liii iar, dem -got genad.« Dieser Heinrich Ketzel war der erste aus seiner Familie, der -zum Heiligen Grabe zog. - -=Epitaph der Pfinzing= von etwa 1480. Steinrelief an der Nordseite des -Westchors. Rechts das Wappen Pfinzing-Kreß, links Pfinzing-Lauffenholz, -zwischen beiden die kleinen Wappen der Pfinzing und der von Plauen. Über -den Wappen Inschrift, welche dahin noch entziffert werden kann, daß ein -Berthold Pfinzing 1357, ein anderer Berthold Pfinzing 1479, ferner ein -Otto und ein Sebald Pfinzing sowie des letzteren Frau Elisabeth, geb. -Mendel, hier begraben wurden. Stark verwittert. - -=Epitaph der Maurer= von etwa 1458. Steinrelief an der Nordseite des -Westchors. Christus am Kreuz mit Maria und Johannes nebst den Stiftern. -Darunter das Wappen der Maurer und folgende Inschrift: »Von xps gepurt -xiii^c und lviii iar an sant Ambrosius tag wart Herman Maurer vnd sein -wirtin hie pegraben, des Sebolt Grabners anher. Anno domini xiiii^c -lviii iar starb Sebolt Grabner.« Kopie. Das Original im Lapidarium -der Kirche. Vgl. Redslob in den Mitteilungen aus dem Germanischen -Nationalmuseum 1907, S. 54 (doch mit unrichtiger Jahreszahl 1448). - -Am ersten Pfeiler des nördlichen Seitenschiffes ein Steinrelief mit -=Christus am Kreuz, Maria und Johannes=. Darüber die Inschrift: »Anno M -cccclxjjj jar an sant Barbara tag verschied Burckhart Semler, dem got -genedig sey.« Mit den Wappen der Semler und Tetzel. Kopie. Original im -Lapidarium. - -An demselben Pfeiler die lebensgroße Statue der hl. =Maria= mit dem -Christuskind und die Statuette des hl. =Christophorus=, Kopien der -Neuzeit. Ebenfalls Kopien sind die drei Konsolen mit den Baldachinen -(eine Konsole war von jeher leer). 1330-1335. Originale der Figuren im -Lapidarium. - -Am nördlichen Seitenschiffe zwischen Turm und Portal das =Fuggersche -Epitaph= von 1497. Steinrelief mit dem =Schutzmantelbild Mariä=. -Unter dem Mantel Mariä die Familienglieder des Stifters. Darunter ein -kreisrundes Medaillon mit dem Wappen der Fugger und der Inschrift: »A. -D. 1497 am sontag nach Bartholomei tag starb Peter Fugger von Augsburg, -der hier begraben liegt, dem gott gnädig sey. Amen.« Siehe Edwin -Redslob, a. a. O., S. 57. - -Links davon das Hallersche Epitaph. Steinrelief mit =Christus am -Kreuz=, =Maria= und =Johannes=. Links das Wappen der Haller, rechts das -der Paumgartner. Unten knieende Familienglieder des Stifters mit den -Wappen der Haller, Paumgartner und anderer Geschlechter. Um 1420. Stark -verwittert. - -[Illustration: Abb. 63. Bogenfeld im Portal des nördlichen Seitenschiffs -mit Darstellungen aus dem Marienleben.] - -=Nordportal=, beziehungsweise nördliches Eingangsportal des nördlichen -Seitenschiffes, die sogenannte Anschreibtüre. Bogenfeld mit den -Reliefdarstellungen des =Todes=, =Leichenbegängnisses= und der =Krönung -Mariä= (Abb. 63), durch eine Querleiste getrennt: unten die beiden -erstgenannten, oben die letztgenannte Darstellung. Farbig gefaßt. Um -1310. Von derselben Werkstätte wie das Bogenfeld des Südportales. - -Von den =Kapitälen= der acht flankierenden Säulen an der Portalgewandung -sind zwei ornamental bearbeitet. An den übrigen befinden sich kleine -menschliche Gestalten, meist in kniender und betender Stellung gegen -das Bogenfeld gerichtet. Von der gleichen Hand, jedoch ohne Spuren -farbiger Behandlung. - -[Illustration: Abb. 64. Statue der Eitelkeit der Welt am nördl. -Seitenschiff. Vorderseite.] - -[Illustration: Abb. 65. Statue der Eitelkeit der Welt am nördlichen -Seitenschiff. Rückseite.] - -Die zwei Figuren der =Verkündigung= zu beiden Seiten des Portales -stammen aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Dagegen waren die -ursprünglichen Konsolen und die Baldachine, jetzt durch Kopien ersetzt, -aus der Zeit des Portales. - -Am nächsten Strebepfeiler die lebensgroße Statue eines Jünglings, -die =Eitelkeit der Welt= darstellend (Abb. 64, 65). Der Rücken ist -entblößt und von Würmern zerfressen; Kröten und Schlangen kriechen -daran. Die Figur wird von der Seite gesehen. Aus der Schule der -Seitenschiffe. Konsole und Baldachin sind Kopien. Etwa 1310-1315. Die -gleiche Vorstellung in einem Liede Walthers von der Vogelweide und dem -größeren Gedichte »Der Welt Lohn« von Konrad von Würzburg ([gestorben] -1287). Unter den Werken der Plastik ist unsere Darstellung mit denen -am Südportal des Domes zu Worms nah verwandt und auch mit denen an den -Münsterkirchen zu Freiburg i. B., Straßburg und Basel zu vergleichen. -Zeitlich stellt sie die letztentstandene dieser Figuren dar (vgl. das -Referat eines Vortrages über diesen Gegenstand von K. Schaefer im -Jahresbericht über das 19. Vereinsjahr des Vereins für Geschichte der -Stadt Nürnberg, 1896, S. 9 ff.). - -[Illustration: Abb. 66. Eine der klugen Jungfrauen am Brautportal.] - -An der Mauer oberhalb des Kaffgesimses ein kleines =Kreuzigungsrelief=: -Der Gekreuzigte mit Maria und Johannes zu seinen beiden Seiten. -Inschrift nicht mehr festzustellen. 14. Jahrhundert. Kopie. Das Original -nicht mehr vorhanden. - -Am ersten Ostchorpfeiler neben der Brauttüre ein Relief mit =Christus am -Kreuz=, =Maria= und =Johannes=. Um 1320. - -Darunter auf einer Steinleiste =drei Wappen=: zwischen zwei Wappen der -Stromer das Wappen der Haller. Kopie. - -An dem gleichen Pfeiler hoch über diesem Kreuzigungsrelief der S. 42 -erwähnte =Kopf= (Meisterkopf?). - -Die =Brauttüre= oder »Ehetür«. In den Leibungen des Portales -und unmittelbar neben demselben auf Sockeln und Konsolen die -halblebensgroßen =Figuren der fünf klugen= (links) =und der fünf -törichten Jungfrauen= (rechts) (Abb. 66) mit Spuren alter Bemalung. Die -letzte der linksstehenden Figuren stammt aus der Neuzeit. - -Die Statuen gehören der Schule des Meisters vom südlichen Portal an, -ebenso die Tierfiguren an den vier Konsolen. Es zeigt sich noch die -Feinheit und der weiche Fluß in der Gewandbehandlung, dagegen bereits -Eintönigkeit in Haltung und Köpfen. Mit Konsolen und Baldachinen aus der -Zeit des Portales, etwa 1315 bis etwa 1320. - -Derselben Zeit gehören an zu beiden Seiten des Türbogens die -halblebensgroßen Figuren des Adam und der Eva, die ersten nackten -Gestalten in der Nürnberger statuarischen Plastik, mit den Wappen -der Muffel und Vorchtel und am Scheitel des Bogens das Brustbild des -segnenden =Christus=. In den Zwickelfeldern =Prophetengestalten= in -Relief. - -Erst gegen Ende der vierziger Jahre des 14. Jahrhunderts wurde die -Brauttüre durch ein zwischen die beiden Strebepfeiler eingespanntes -=Maßwerk= zu einer Portalhalle umgestaltet. - -[Illustration: Abb. 67. Geißelung Christi. Stationsrelief am Ostchor.] - -[Illustration: Abb. 68. Kreuztragung. Stationsrelief am Ostchor.] - -Die Hauptteile desselben bilden ein Spitzbogen und ein demselben -eingefügter Halbkreisbogen, die äußeren Zwickel des Spitzbogens -sind rechteckig eingerahmt. Die leeren Flächen sind mit zierlichen, -durchbrochen gearbeiteten Ornamenten ausgefüllt und der Halbkreisbogen -unten mit einem ebenfalls zierlichen, durchbrochen gearbeiteten -Bogenfries besetzt. Das Gesims des Spitzbogens ist mit Krabben besetzt. -Weibliche Figuren tragen die Konsolen, auf welchen das Ganze zu ruhen -scheint. - -Zu beiden Seiten des Maßwerks zwei dreiviertellebensgroße Figuren, neue -Kopien von Statuen aus der Zeit um 1430: links die hl. =Maria= mit dem -Christuskind, unten das Wappen der Topler, rechts der hl. =Sebald= mit -dem Wappen der Schnöden. Die Originale befinden sich im Innern der -Kirche. - -An der Westwand der großen Sakristei die überlebensgroße Statue -eines =Christus mit den Wundmalen=. Christus hält mit der Linken die -Mantelenden und weist mit der Rechten auf die Seitenwunde. An der -Konsole halten zwei menschliche Gestalten das Wappenschild der Rieter. -Mit Konsole und Baldachin aus der Zeit um 1400. Die Figur ist eine -Kopie; das Original befindet sich in der Kirche. - -An der Nordseite der Sakristei Darstellung der =Gregoriusmesse=, -daneben ein Relief der =Verkündigung Mariä= mit dem Helmschmuck der -Muffel. Beide Reliefs, von denen das erstere heute durch eine Kopie -ersetzt ist (Original im Lapidarium), befanden sich bis zur letzten -Wiederherstellung der Kirche in der Nähe des Treppentürmchens am -nördlichen Turm. - -[Illustration: Abb. 69. Passionsszenen von Adam Kraft. Schreyersches -Begräbnis am Ostchor.] - -Links von der Brauttüre um die ganze Sakristei herum die meisten der -sogenannten =Wetzrillen=, über deren Bedeutung sich die Wissenschaft -bisher nicht klar ist. Sie finden sich auch sonst an der Kirche, -namentlich an den Portalen.[VIII] - - [VIII] Über die Wetzrillen an der Sebalduskirche vgl. Otto Schulz in - der Denkmalspflege. III (1901), S. 651. - -An den Pfeilern des Ostchores von der nördlichen bis zur südlichen -Sakristei zehn Reliefdarstellungen aus der =Passion=. Die Enstehungszeit -fällt zusammen mit der Erbauungszeit des Chores, demnach in die -Jahre 1372-1379. Die Reliefs sind -- bis auf eines -- aus gleicher -Schule, aber nicht von gleicher Hand. Rechteckiges Format und gleiche -Größe. Jedes Relief hat einen anderen Patrizier zum Stifter, wie die -beigefügten Wappen erkennen lassen. - -Die Darstellungen sind: - -1. Einzug in Jerusalem (Kopie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts). -- -Wappen der Welser. - -2. Abendmahl. Kopie. -- Wappen der Groland. - -3. Ölberg. -- Wappen der Geuder. Vom Anfang des 15. Jahrhunderts. - -4. Gefangennahme. -- Wappen der Pfinzing. - -5. Christus vor Pilatus. -- Wappen der Geuschmid. - -6. Geißelung (Abb. 67). -- Wappen der Beheim. - -7. Dornenkrönung. -- Wappen der Sachs. - -8. Kreuztragung (Abb. 68). -- Wappen der Grundherr. - -9. Christus am Kreuz. -- Wappen der Behaim. - -10. Auferstehung. -- Unbekanntes Wappen. - -Am Ostchor zwischen den beiden Pfeilern mit dem Pfinzingschen und dem -Geuschmidschen Passionsrelief das =Schreyersche Grabmal= (Abb. 69). -Steinrelief von Adam Kraft, vollendet 1492. - -Das Relief ist dem Raum zwischen den zwei Strebepfeilern angepaßt, so -daß sich das größere Mittelstück an die Wand und die beiden kleineren -Seitenflügel an die Pfeiler anlehnen. Es füllt die Mauerfläche vom -Sockel bis zum Gesims der Fensterbank und mißt in der Höhe über 2·50 -m, in der Länge beinahe 6 m. In der Mitte vor dem Relief eine eiserne, -durchbrochen gearbeitete Laterne als Ewiglichtlampe mit der Jahrzahl -1492. Eine neue kassettierte Holzdecke mit Kupferbedachung schützt das -Ganze vor den Unbilden der Witterung, ein eisernes Gitter schließt nach -außen ab. Von den Baldachinen, die zu beiden Seiten den Abschluß des -Grabmales bilden, ist derjenige rechts erneuert. Original im Lapidarium. - -[Illustration: Abb. 70. Konsole mit Mönchen an einem südlichen Pfeiler -des Ostchors.] - -Das Relief enthält vier Darstellungen aus der Passion: auf dem rechten -Flügel die Kreuztragung, auf der rechten Hälfte des Mittelteiles die -Heimkehr des Volkes vom Richtplatz, auf der linken Hälfte die Grablegung -und auf dem linken Flügel die Auferstehung. Die einzelnen Szenen -sind nicht streng und auch nicht äußerlich voneinander geschieden, -sie gehen mittels eines reichen landschaftlichen Hintergrundes -unter Anwendung der Perspektive ineinander über. Die Landschaft -steigt fast bis an den oberen Rand empor. Die Hauptfiguren sind -dreiviertellebensgroß. Im Vordergrund unten sind die Familien der -Stifter in verkleinertem Maßstab mit ihren Wappen abgebildet; die -Wappen sind links Schreyer-Kammermeister, Schreyer-Link, Schreyer, -Schreyer-Oertel, Schreyer-Landauer, Schreyer-Marstall, Eyb, Fuchs, -Schreyer und Kammermeister, rechts Landauer-Rothenhahn, Landauer, -..?.., Schlüsselfelder-Landauer, Starck-Landauer, Landauer, wiederum -Landauer und Rothenhahn. Das ganze Relief zeigt Spuren von Bemalung. - -Am 11. September 1490 schloß Adam Kraft mit dem Kirchenmeister Sebald -Schreyer und dessen Neffen Matthäus Landauer in Gegenwart zweier Zeugen -behufs Übernahme und Ausführung der Bildhauerarbeit einen detaillierten -Vertrag ab. Siehe Neudörfer, Nachrichten, herausgegeben von Lochner, -1875, S. 16 ff. und A. Gümbel im Repertorium für Kunstwissenschaft. XXV -(1902), S. 360 ff. Es wurde unter anderem die Bestimmung getroffen, daß -nur ein guter, ganzer und »unwetteressiger« Stein, bei Vach (1 Stunde -nördlich von Fürth) oder anderswo gebrochen, zur Verwendung gelangen und -daß die Kosten für die Ausführung 160 fl. nicht übersteigen solllen. Als -Zehrgeld während der Arbeit wurden 50 bis 60 fl. ausgemacht. Am 7. Mai -1492 war das Werk vollendet. - -[Illustration: Abb. 71. Darstellung des Jüngsten Gerichtes. Schedelsches -Relief über der Schautüre.] - -Das Kraftsche Relief ist von eminent malerisch-dramatischer Wirkung, -die figurenreichste und umfassendste Komposition Krafts (vgl. Lübke, -Geschichte der Plastik. 1880, II, 722). Nach Lochner hätte Kraft nach -einem Gemälde gearbeitet, möglicherweise nach einem Gemälde Wolgemuts, -des Freundes von Sebald Schreyer. Die Behauptung scheint der Wahrheit -zu entsprechen, da die Kraftschen Schöpfungen sonst nicht in solchem -Maße auf malerische Wirkung berechnet sind. Allein der Entwurf für -die Komposition selbst scheint Krafts geistiges Eigentum zu sein. In -der Ausführung ist den Schülern mitunter manches überlassen worden. -Ausführliches bei Daun, Adam Kraft und die Künstler seiner Zeit. Berlin -1897, S. 19 bis 27 und 64. - -[Illustration: Abb. 72. Grabrelief der Holzschuher am südlichen -Seitenschiff (Kopie aus der Barockzeit).] - -Schon vor 1453 hatten die miteinander verwandten und befreundeten -Familien Schreyer und Landauer ihr Begräbnis an der Stelle des -Kraftschen Denkmals. Unten über dem Grabgewölbe liegen noch zwei -Grabsteine: links der Grabstein des Hans Schreyer ([gestorben] 1437) mit -seinem und den Wappen der Eyb und Fuchs, rechts ein Grabstein mit dem -Wappen der Landauer. - -Für das von Sebald Schreyer gestiftete Ewige Licht und für das -Sakramentshäuschen wurde 1493 ein Ablaß gewährt. 1508 wurde der Ablaß -bestätigt. - -An den Strebepfeilern des Ostchores waren zwei übereinander liegende -Reihen von =Konsolen und Postamenten= zur Aufnahme zahlreicher Figuren -bestimmt, von denen jedoch nur wenige zur Ausführung gekommen sind. -Der oberen Reihe gehören zwei =Prophetenfiguren= an, die sich in sehr -vergittertem Zustande an einem Strebepfeiler der Nordseite vorfanden -und von denen die eine sich jetzt im Germanischen Museum, die andere im -Lapidarium der Kirche befindet. - -Die untere Reihe von Konsolen ist mit allerlei satirischen und anderen -Profandarstellungen, auch naturwahren Tiergestalten usw. in trefflicher -Ausführung geschmückt (Abb. 70). Ein Teil derselben ist erneuert -(Originale im Lapidarium). Dieser unteren Reihe gehört am siebenten -Pfeiler des Ostchores, d. h. an dem Pfeiler, an welchem unten das Relief -der Dornenkrönung angebracht ist, oberhalb des Kaffgesimses auf einem -Sockel die lebensgroße Statue des hl. =Sebald= an sowie am folgenden -Pfeiler die der hl. =Maria=, beide aus der gleichen Zeit wie die -Passionsdarstellungen. Die Figuren sind durch besonders reich gebildete -Baldachine hervorgehoben; ihre Hintergründe zeigen deutliche Spuren -alter Bemalung, von der sich noch Engelsgestalten erkennen lassen. -Ein Sockelstück auf dem Fenstergesims zwischen diesen beiden Figuren -läßt darauf schließen, daß sie ehemals mit einer Mittelfigur zu einer -wirkungsvollen, durch reichen Farbenschmuck ausgezeichneten Gruppe -verreinigt waren. - -Die neueste Wiederherstellung der Kirche hat die meisten der -leergebliebenen Postamente mit Propheten, Aposteln und anderen -Heiligengestalten belebt (siehe das Kapitel über die jüngste -Restauration S. 90). - -Über der Schautüre das eingerahmte Steinrelief des =Jüngsten Gerichtes= -(Abb. 71). Die Komposition zerfällt in eine obere und untere Hälfte. -Oben thront in der Mitte Christus, zu beiden Seiten sitzen in einem -Bogen auf Wolken die zwölf Apostel. Die ausgesparten Zwickel über -denselben füllen vier schwebende Engel aus, die ursprünglich mit -Posaunen ausgerüstet waren. Zu Füßen Christi knien die fürbittenden -Maria und Johannes, in die untere Hälfte der Komposition reichend. -Diese wird durch eine Inschrifttafel in eine linke und rechte Hälfte -zerlegt: hier werden die Auferstandenen von einem Engel in die -Himmelspforte, welche Petrus hütet, geleitet, dort von einem Ungeheuer -in den Höllenrachen befördert. Über der Inschrifttafel zwischen -Maria und Johannes erheben sich die Toten. Links und rechts von der -Tafel der betende Donator und das Wappen seiner Familie, nämlich -das der Schedel. Die Inschrift lautet: »Anno domini MCCCCLXXXV die -quarta mensis Decembris obiit peritissimvs artivm et medicine doctor -Hermannvs Schedel, physicvs Norinbergensis, qui cvm sva familia hic -in pace qviescit.« Die Gedenktafel ist jedenfalls eine Stiftung des -Hartmann Schedel, des berühmten Herausgebers der nach ihm benannten 1493 -erschienenen Weltchronik, zu Ehren seines Sohnes. Die Entstehung dürfte -in die nächsten Jahre nach 1485 fallen. - -Auf einem der Grabsteine befindet sich ein Steinmetzzeichen. Die -Komposition ist noch ganz mittelalterlich. Die profilierte Umrahmung ist -erneuert (vgl. Redslob a. a. O. S. 58 ff.). - -Nach M. M. Mayer, Die Kirche des hl. Sebaldus (1831), S. 15, befand -sich früher rechts von diesem Relief eine weitere =Gedenktafel der -Familie Schedel=, nämlich ein eingerahmtes Holztafelgemälde mit der -=Geburt Christi=, darüber in drei Abteilungen die Inschrift: »Hartmannus -Schedel, artium ac utriusque medicine doctor, obiit anno domini m. -d. xiiii die xxviiii mensis Nouembris. Magdalena Schedlin, filia -Antony Haller, obiit Anno domini m. d. v. die xiiii mensis Julii. Anne -Schedlin, filia Alberti Heugeli, obiit anno domini M. cccc xi mensis -Septe[mb]ris.« Das schon zu Mayers Zeit sehr verwaschene Bild war 1888 -nicht mehr vorhanden; der Rahmen befindet sich im Lapidarium. - -[Illustration: Abb. 73. Bogenfeld im Portal des südlichen -Seitenschiffes.] - -An der Kapelle neben der südlichen Sakristei =Kruzifixus zwischen Maria -und Johannes=. Rundfiguren des 14. Jahrhunderts. An der Konsole des -Johannes das Wappen der Groland, unter der Maria das Wappen der Zollner. -Kopien. Die Originale der Maria und des Johannes befinden sich in der -Kirche. - -An dem nun folgenden =Dreikönigsportal= die Rundfiguren der heiligen -drei Könige und der Maria mit dem Kinde auf Konsolen. An letzteren die -Wappen der Holzschuher, Muffel und Frey (?). Die Figuren stammen aus -der Zeit des Portales. Die Tympanonfüllung wird durch die Rückseite des -holzgeschnitzten und polychrom behandelten Ebnerschen Reliefs gebildet, -das bei der Beschreibung der Denkmäler des Innern näher behandelt wird. -Es ist nicht unwahrscheinlich, daß das Relief, um es vor den Unbilden -der Witterung zu schützen, umgekehrt worden ist, früher indessen einen -Schmuck des äußeren Portals, das in gleicher Weise polychrom behandelt -ist, bildete. - -[Illustration: Abb. 74. Grabrelief der Pömer am südlichen Treppenturme.] - -Links vom Dreikönigsportal ein =Ecce homo= mit dem Wappen der Geuschmid. - -Zu beiden Seiten des Portals zwei =Bischöfe=. Kopien. Die Originale in -der Kirche. - -Am ersten Fenster des Seitenschiffes Doppelrelief: oben =Krönung Mariä=, -unten der =ungläubige Thomas=. Das obere Relief ist alt, das untere -Kopie (Original im Lapidarium). - -An der anderen Seite des Fensters ein =Epitaph= der =Holzschuher=, -ursprünglich vielleicht aus der Zeit um 1430. Steinrelief mit dem -thronenden Gott Vater, den Gekreuzigten haltend, in der Mitte, mit den -hl. Johannes dem Täufer, Sebald und Paulus auf der linken und Petrus, -Thomas und Christophorus auf der rechten Seite; vor den Heiligen die -Stifter mit den Wappen der Holzschuher und Pömer links und den Wappen -der Holzschuher und Pfinzing rechts; auf dem steinernen Tragbalken des -Reliefs die Wappen der Holzschuher und Kreß, Holzschuher und Hummel, -Holzschuher und Groland und Holzschuher und Haller. Offenbar Kopie der -Barockzeit (Abb. 72). - -An der Wand des nächsten Joches Relief der =Auferweckung des Lazarus=, -durch zwei Säulen dreigeteilt. Nach M. M. Mayer, a. a. O., S. 17, trug -der obere, später in Verlust geratene Teil die Jahreszahl 1520 und das -Wappen der Pömer. Kopie, deren oberer Teil frei ergänzt wurde; Original -des unteren Teiles im Lapidarium (Abb. 140). Vermutlich ein Werk des -Veit Stoß. - -An der Stirnseite des nächsten Strebepfeilers ein kleines Relief: -=Christus am Ölberg=. Kopie. Über die Ölbergreliefs an St. Sebald und -die daran erkennbare Stilentwicklung handelt im Zusammenhang E. Redslob -in den Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum 1907, S. 14 ff. - -Das von M. M. Mayer S. 17 erwähnte schon damals fast ganz verwitterte -Relief mit dem hl. Sebaldus und zwei anderen Heiligen ist der Zeit zum -Opfer gefallen. - -[Illustration: Abb. 75. Grabrelief der Haller am südlichen Turm.] - -=Südportal=, beziehungsweise das südliche Eingangsportal des südlichen -Seitenschiffes: - -Bogenfeld mit der Reliefdarstellung des =Jüngsten Gerichtes= (Abb. -73). Aus der mit der Erweiterung der Seitenschiffe begründeten -Bildhauerschule. Um 1310. Der Darstellung liegt die in der gotischen -Zeit übliche Komposition zugrunde, sie unterscheidet sich jedoch von -den übrigen Darstellungen des 14. Jahrhunderts noch durch den Mangel -einer sichtlichen Hervorhebung der Horizontalteilung sowie durch das -Vorhandensein des Erzengels Michael als einer stehenden Figur. Das -Relief zeigt ebenso wie die säulenartige Profilierung der Leibungen -Reste alter Bemalung. - -Bei dem für die Komposition zur Verfügung stehenden engen Raum konnten -die sonst nirgends fehlenden =Engel mit den Leidenswerkzeugen= nicht -untergebracht werden oder wurden vergessen. Sie erhielten nachträglich -in Gestalt von Statuetten ihren Platz zu beiden Seiten in der -Bogenleibung auf dem Gesims der Kapitäle. - -Außerdem steht noch links auf demselben Gesims die Figur des =Abraham -mit den Seligen im Schoß=. Dem Bildhauer schwebte wahrscheinlich -die Komposition des Nordportales am Bamberger Dom, der sogenannten -Fürstenpforte, vor Augen. - -Seitlich des Portales die nahezu lebensgroßen Statuen der hl. -=Katharina= (Abb. 137) und des hl. =Petrus=. Beide stammen aus derselben -Schule wie die übrigen Figuren und das Relief des Portales. Die Statue -der hl. Katharina erinnert in ihrem Kostüm und mehr noch in ihrer -vornehmen Haltung und in der Behandlung der Draperie an die Statuen des -13. Jahrhunderts. Der Kopf der Statue (Abb. 138) muß ein Meisterwerk -des 14. Jahrhunderts genannt werden. Der Schöpfer dieser Leistung war -vielleicht der Begründer der ersten Bildhauerschule von St. Sebald. -Kopien. Die Originale in der Kirche. - -Konsolen und Baldachine gehören der gleichen Zeit an, die figürlichen -Darstellungen an den =Kapitälen= der Portalleibungen der gleichen Schule. - -Am Treppentürmchen des südlichen Turmes ein Hochrelief mit zwei -Darstellungen, oben: =Christus am Ölberg= (vgl. Redslob, a. a. O., S. -15 ff. und daselbst Tafel I), unten: =Christus als Schmerzensmann=, zu -beiden Seiten knien fünf Familienglieder des Stifters, unter diesen -sechs Pömersche Allianzwappen (Abb. 74). Die ganze Tafel, die Spuren -alter Polychromie zeigt und leider stark verwittert ist, ist von einem -kräftig profilierten steinernen Rahmen eingefaßt. Pömersche Stiftung vom -Jahre 1396. - -[Illustration: Abb. 76. Türklopfer vom Brauttor.] - -Darunter die Inschrift: »Heinrich Pömer der erste alhier starb an St. -Anna tag anno domini m ccc xxxj. Konrat Pömer starb an dem nehsten tag -nach Kunigundis in der fasten anno domini m ccc lxj. Friedereich Pömer -starb an der eilf tavsent meyd obent anno domini m ccc lxxvjj. Fraw -Elspet Jorg Pömerin, her Gotfrid Schoppers tochter, starb am pfinztag -nach Kungundis in der fasten anno domini m ccc lxxxxjjj.« Ferner die -Inschrift: »Steffan Pömer starb am fritag vor Martini anno domini m ccc -lxxxxv. Jorg Pemer starb am pfinstag nach obersten im ccc lxvj iar.« - -Nach Mayer, a. a. O., S. 18, sollen Tafel und Inschriften 1797 -restauriert worden sein. Die jetzigen Inschriften sind Kopien. - -Daneben eine eingerahmte Tafel mit vier Wappenpaaren übereinander. Links -vier Wappen der =Pömer=, rechts von oben nach unten die Wappen der -Rummel, Haller, Schmittmaier-Imhoff und Zollner. Um 1400. - -Unter dieser Tafel das Wappenschild der Pömer-Eisvogel. Um 1400. - -Am südlichen Turm eine Tafel mit zwei Reliefdarstellungen in einem -mit Rosetten besetzten Rahmen. Die Tafel wird von einem Zinnenkranz -bekrönt (Abb. 75). Oben: =Christus am Ölberg=, dabei die knienden -Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Fütterer und Haller. -Unten: Die =Dreifaltigkeit= mit den Heiligen Philipp und Simon, dabei -die knienden Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Fütterer, -Haller und Derrer auf der linken und den Wappen der Eglofstein und -Grundherr auf der rechten Seite. Stiftung der Fütterer, und zwar von -zwei verschiedenen Familien dieses Geschlechts. Um 1430. - -Im Bogenfeld des südlichen Turmportales das Steinrelief der -=Kreuzauffindung= und Kreuzprobe der =Kaiserin Helena=. Die Heilige -steht in der Mitte der beiden figurenreichen Szenen. Rechts wird das -gefundene Kreuz weggetragen, links wird durch das Kreuz eine totkranke -Frau geheilt. Unten knien rechts und links die Stifter mit ihren -Familien; von den Wappen derselben sind noch die der Groß und Oertel zu -erkennen. Vorzügliche Arbeit um 1510. - -Am südlichen Turm neben dem Portal die überlebensgroße Statue des -hl. =Christophorus=. Der Märtyrer, ein Riese von Gestalt, trägt -gesenkten Hauptes auf den Schultern das Christuskind, welches sich am -Kopfe des Heiligen und an dessen baumähnlichen Wanderstab festhält, -und schreitet langsam durch das Wasser. An der Konsole halten zwei -Engel das Schlüsselfeldersche Wappen; dabei die Inschrift: »Heinrich -Schlüsselfelder anno domini M CCCC Xlii.« Das Werk pflegt man -vermutungsweise dem Bildhauer Hans Decker, der 1449 in den Nürnberger -Bürgerbüchern erscheint, zuzuschreiben. Es zeigt früh entwickelten -Naturalismus. Ein mit Kupfer gedecktes Dach schützt die Statue vor den -Unbilden der Witterung. - -An der Südwestecke des südlichen Turmes in der Höhe der Glockenstube ein -ziemlich roher, etwa lebensgroßer =Kruzifixus= aus der Zeit um 1400. - -Am Löffelholzchor ein kleines =Ölbergrelief=. 14. Jahrhundert. - -Außer dieser Steinplastik wäre am Äußeren der Kirche noch einiger -bronzener =Türklopfer= Erwähnung zu tun, dreier prächtiger, den Ring -haltender Löwenköpfe des romanischen Stils an der Brauttüre (Abb. 76), -der Türe des Dreikönigsportales und der des südlichen Seitenschiffes, -eines Türklopfers der Spätrenaissance mit stilisiertem Frauenkopf an der -Tür des nördlichen Seitenschiffes. - -[Illustration: Abb. 77. Statue des Apostels Johannes im Mittelschiff.] - -[Illustration: Abb. 78. Statue des Apostels Philippus im Mittelschiff.] - -[Illustration: Abb. 79. Statue des Apostels Petrus im Mittelschiff.] - -[Illustration: Abb. 80. Statue des Apostels Simon im Mittelschiff.] - - - B. Die Plastik im Inneren. - - 1. Die Plastik der Westhälfte. - -Die =Apostelstatuen im Mittelschiff= (Abb. 77 bis 81). Dieselben -sind Ausläufer der mit dem Umbau der Seitenschiffe begründeten -Bildhauerschule und zeigen teils noch die Vorteile derselben durch -glückliche Übersetzung der charakteristischen Merkmale ins Monumentale, -teils auch schon deutlich den Verfall der Schule. Sie gehören der Zeit -von etwa 1315 bis 1335 an. Bei der gegenwärtigen Restaurierung wurden -sie sämtlich von der dicken Tünchkruste, mit der eine frühere Zeit -nicht nur die Wände der Kirche, sondern auch die Statuen überzogen -hatte, befreit. Die alte Polychromierung mit reicher Verwendung von Gold -und auch die teppichähnlichen Hintergründe kamen hierbei wieder zum -Vorschein und wurden von kundiger Hand renoviert. - -Die Konsolen, welche die Wappen der Nürnberger Familien Ebner, -Schreyer, Tucher, Kreß, Muffel, Knebel, Baumgartner, Neumarkter, -Rieter tragen, haben die Gestalt von Kapitälen teils in schlichter -Profilierung, teils mit reicher Ornamentik. Nur bei einer Konsole an der -südlichen Pfeilerreihe findet sich figürlicher Schmuck: zwei zierliche -Engelsfiguren flankieren einen mit Draperie umrahmten weiblichen Kopf. - -An einem der Pfeiler des Mittelschiffes anstatt einer Apostelfigur -die Statue =Johannes des Täufers= aus der gleichen Werkstätte wie die -Apostel. - -Ebenfalls als Ausläufer der gleichen Schule sind zu betrachten die -beiden Statuen der heilige =Kaiser Heinrich= und =Kaiserin Kunigunde= -(Abb. 82, 83) im nördlichen Seitenschiff. Um 1330; mit den Wappen der -Stromer aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das Zepter der -Kaiserfigur ist neu. - -Desgleichen gehört dieser Schule die Statue des hl. Bischofs =Erhard= an -einem Pfeiler der nördlichen Reihe an (Abb 84) (vgl. S. 132). Um 1335. - -Hierher sind auch zu zählen als letzte und weniger gute Vertreter dieser -Schule vier Statuen im Ostchor an der Nordwand desselben, nämlich ein -hl. Bischof, ein Jacobus d. Ä. (später abgeändert in Sebald) und ein -Apostel (siehe S. 157-159). - -[Illustration: Abb. 81. Statue des Apostels Bartholomäus im -Mittelschiff.] - -[Illustration: Abb. 82. Statue der hl. Kunigunde im nördlichen -Seitenschiff.] - -Nicht in die Schule der Seitenschiffportale gehört die überlebensgroße -Statue eines =Christus= mit den =Wundmalen= am ersten nördlichen -Pfeiler des Mittelschiffes. Die Behandlung des Nackten ist ziemlich -flach, die der Draperie dagegen erinnert in ihrer Vornehmheit an die -klassizistische Richtung der romanischen Epoche. Mit Konsole und -Baldachin aus der Zeit um 1335. An der Konsole das Wappenschild der -Holzschuher. - -=Christus als Schmerzensmann.= Überlebensgroße Steinfigur mit Konsole -und Baldachin. Im nördlichen Seitenschiff am ersten Pfeiler. Nachbildung -des vorigen aus der Zeit um 1380. Mit dem Wappen der Pömer. - -=Christus als Schmerzensmann.= Halblebensgroße Steinfigur, früher am -westlichen Pfeiler der südlichen Reihe, jetzt an der Nordwand des -Löffelholzchores, aus der Zeit um 1400. Ohne Sockel und Baldachin. Mit -dem Wappen der Ebner. - -Die hl. =Helena= (Abb. 85). Lebensgroße Steinfigur im südlichen -Seitenschiff am ersten Pfeiler. Mit Baldachin aus der Zeit um 1350. -Konsole mit dem Wappenschild der Ebner, welches zwei Knappen halten, aus -der Zeit um 1320. - -Ebenda =Maria mit dem Kinde=, durch Krone und Zepter als Himmelskönigin -charakterisiert. Lebensgroße Steinfigur aus dem 14. Jahrhundert. Das -Zepter ist neu. - -Daneben die ebenfalls steinerne Statue der hl. =Katharina=, in der -Gesamtkomposition der früher erwähnten ähnlich, doch roher und von -älterem Typus. 14. Jahrhundert. - -Der hl. =Antonius=. Dreiviertellebensgroße Steinfigur im südlichen -Seitenschiff am Turmpfeiler, aus der Zeit um 1350. Baldachin fehlt. -Konsole mit dem Wappenschild der Ebner, gehalten von zwei Knappen, aus -der Zeit um 1320. - -An dem letzten nördlichen Pfeiler des Mittelschiffes (zugleich -ehemaliger Vierungspfeiler) gegenüber der Kanzel die Statue des hl. -=Sebald= aus der Zeit um 1390 (Abb. 86). Sebald faßt mit der Rechten den -Pilgerstab und hält mit der Linken das Modell eines gotischen, aus zwei -Stockwerken bestehenden Chores. Stein in farbiger Fassung. Mit Konsole -und Baldachin aus Stein. Die Konsole wird von einem Engel gebildet, -welcher die auf einem Wappenschilde vereinigten, mit der Legende des -Heiligen verknüpften Wappen von Dänemark und Frankreich samt den Wappen -der Mendel, Volckamer und Haller trägt. - -[Illustration: Abb. 83. Statue des hl. Kaisers Heinrich im nördl. -Seitenschiff.] - -[Illustration: Abb. 84. Statue des hl. Erhard im Mittelschiff.] - -[Illustration: Abb. 85. Statue der hl. Helena im südlichen Seitenschiff.] - -[Illustration: Abb. 86. Statue des hl. Sebaldus im Mittelschiff.] - -[Illustration: Abb. 87. Kreuzschleppung von Adam Kraft.] - -Am zweiten südlichen Pfeiler des Mittelschiffes ein Steinrelief mit -der =Kreuztragung von Adam Kraft= (Abb. 87) aus dem Jahre 1496.[IX] -Das Relief war früher an der Stadtgrabenmauer am Steig beim Zeug- oder -Kornhaus eingemauert und wurde nach Auflassung des Grabens zu Beginn -des 19. Jahrhunderts in die Kirche St. Sebald verbracht, wo es an der -bezeichneten Stelle als Altaraufsatz dient. - - [IX] Das bei Daun, Adam Kraft und die Künstler seiner Zeit, - Berlin 1897, S. 79, erwähnte Entstehungsjahr 1506 findet sich - nirgends belegt. Nach 1500 könnte das Relief auch stilistich - gar nicht mehr entstanden sein. Es ist mit den Stationen und - namentlich, was den Hintergrund anlangt, zu nahe mit dem - Schreyerschen Grabmal verwandt, als daß es zeitlich so weit von - denselben abgerückt werden dürfte. Auch nach der kostümlichen - Seite gehört die Darstellung in die neunziger Jahre des 15. - Jahrhunderts. Es ist somit kein Grund vorhanden, an der - Richtigkeit der überlieferten Jahrzahl 1496 zu zweifeln. - -Komposition wie Ausführung erinnern stark an die Kraftschen Stationen -in der Burgschmietgasse und an das Schreyersche Grabmal am Ostchor der -Kirche. Der obere Teil des Rahmens ist ornamental behandelt. Höhe 2·30, -Breite 1·10 m. - -In der Mitte des Westchores ein eherner =Taufkessel= (Abb. 88), etwa um -1410 entstanden. Um den Hals sowohl wie um den Kessel laufen in Reliefs -Arkadenbögen, dort 12, hier 21, mit ebensovielen Figuren: Christus am -Kreuz, Maria, Johannes, Apostel, Propheten und andere Heilige. Die -übrigen Teile sind durch Ringe mehrfach profiliert und mit Weinranken -verziert. Vor dem Hals stehen auf Postamenten, welche mit dem Fuß des -Kessels organisch verbunden sind, in gleichen Zwischenräumen vier -männliche Figuren, mit ihrem Häuptern gleichsam den Kessel stützend, von -denen drei aus einer und derselben Gußform gegossen zu sein scheinen. -Der Innenraum des Halses, der an der Nordseite mit einer Tür versehen -ist, war für Heizung eingerichtet, um das für die Taufe bestimmte Wasser -an Ort und Stelle wärmen zu können. - -[Illustration: Abb. 88. Eherner Taufkessel im Löffelholzchor.] - -Der Taufkessel hatte dadurch historische Berühmtheit erlangt, daß in -ihm am 11. April 1361 der nachmalige König Wenzel getauft worden sein -und das Taufwasser besudelt haben soll. Dabei kursierte die andere -Erzählung, daß man beim Wärmen des Taufwassers im Pfarrhof bei St. -Sebald mit dem Feuer unvorsichtig umging, so daß der Pfarrhof abbrannte. -Daß der Pfarrhof 1361 abbrannte, ist urkundlich nachweisbar. Beruht -auch jene erste Anekdote auf Wahrheit, so hat es sich damals um den -jetzt nicht mehr vorhandenen =Taufstein= gehandelt, womit dann auch -übereinstimmt, daß das Wasser im Pfarrhof vorgewärmt wurde. - -Der Taufkessel verdient weniger wegen der Ausführung des einzelnen als -vielmehr wegen seiner originellen Gesamterscheinung Beachtung. Er ist -das älteste bekannte Denkmal Nürnberger Gießkunst. Sein ursprünglicher -Standort war wie der seines aus Stein gefertigten Vorgängers im Schiff -der Kirche. - -1572 wurde der Kessel gereinigt und unter den Fuß eine Steinplatte -gelegt. Der einfach profilierte Holzdeckel stammt aus der Zeit der -Spätrenaissance. - -Im östlichen Joch des südlichen Seitenschiffes in einer Nische die Büste -des Pfarrers an St. Sebald Friedrich Michahelles ([gestorben] 1903), von -Fritz Zadow in griechischem Marmor ausgeführt. - - - 2. Die Plastik im Ostchor. - -Es folgt zunächst die Beschreibung der Statuen an der Ostchorwand, und -zwar derjenigen neben den Fenstern auf den vom Chorbau herrührenden -Konsolen in fortlaufender Reihe von der Brauttüre an. - -[Illustration: Abb. 89. Der Apostel Andreas. Holzstatue von Veit Stoß.] - -Rechts über der nördlichen Sakristeitüre der Apostel =Jacobus= d. Ä. mit -Pilgerhut, Tasche und Stab, lebensgroße Steinfigur. Um 1335. Einer der -letzten Ausläufer der mit der Erweiterung der Seitenschiffe gegründeten -Schule. Die »Renovierung« der Barockzeit hat den Jacobus durch Beigabe -eines Kirchenmodells in einen hl. Sebald verwandelt. - -Links vom Mendelschen Fenster =Christus als Weltheiland=, die Weltkugel -in der Linken, mit der Rechten segnend. Lebensgroße Holzfigur in der -Art des Veit Stoß. 1657 wurde die Statue »aus dem Werkhaus in der -Karthausen« an den jetzigen Ort verbracht (Rechnungen im Freiherrlich -von Tucherschen Familienarchiv). Aus dieser Zeit stammt der in Kupfer -getriebene Heiligenschein. An der Konsole das Wappen der Tucher. - -[Illustration: Abb. 90. Statue Johannes des Evangelisten im Ostchor.] - -Rechts vom Mendelschen Fenster der hl. =Andreas= mit Kreuz und Buch -(Abb. 89). Überlebensgroße Holzfigur, ohne Zweifel von =Veit Stoß=, in -der Naturfarbe mit leichter Andeutung der Farbe von Lippen und Augen. Um -1495. An der Konsole das Wappen der Tucher. - -Links vom Tucherschen Fenster der Apostel =Johannes= (Abb. 90), den -Giftkelch in der Linken, mit der Rechten segnend. Lebensgroße Figur von -gebranntem Ton. Um 1410. Hände und ein Teil der Gewandung sind neu. An -der Konsole das Wappen der Tucher. - -Rechts vom Tucherschen Fenster der hl. =Johannes der Täufer= mit Buch -und Lamm in der Linken. Überlebensgroße Steinfigur. Um 1430. An der -Konsole das Wappen der Tucher. - -Links vom Fürerschen Fenster ein hl. =Apostel= mit einem Buch in der -Linken. Lebensgroße Steinfigur. Um 1335. Einer der letzten Ausläufer der -mit der Erweiterung der Seitenschiffe gegründeten Schule. Die rechte -Hand ist ergänzt. - -Rechts vom Fürerschen Fenster der Apostel =Johannes=. Lebensgroße -Holzfigur. Jedenfalls von einer Kreuzigungsgruppe stammend. Um 1460. - -[Illustration: Abb. 91. Thomaschristus von Veit Stoß im Ostchor.] - -[Illustration: Abb. 92. Schmerzensmutter von Veit Stoß im Ostchor.] - -Links und rechts vom Stromerschen Fenster die beiden Holzfiguren einer -=Verkündigung=, links der =Engel= und rechts =Maria=, knieend. Um 1460. -Das Zepter des Engels ist erneuert. Am linken Sockel das Wappen der -Starck, am rechten das der Imhoff. - -Zu beiden Seiten des Bambergischen Fensters die fast lebensgroßen -Steinfiguren der Heiligen =Heinrich= (Abb. 48, 49) und =Kunigunde=. -Um 1335. Wiederum letzte Ausläufer der mit der Erweiterung der -Seitenschiffe gegründeten Schule. Die beiden Statuen waren vor der -letzten Restaurierung bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Die gefundenen -Spuren berechtigten zur Ergänzung der Figuren als Diözesanheilige. Bei -Heinrich ist das Modell des Bamberger Domes, bei Kunigunde das Zepter -neu. - -Zu beiden Seiten des Maximilianfensters die überlebensgroßen -Steinfiguren der Apostel =Paulus= und =Petrus=. Um 1375, aus der -Zeit der Vollendung des Ostchorbaues die einzigen Statuen der -langen Konsolen- und Baldachinreihe. Schule des Meisters des -Sakramentshäuschens. Beide Apostel mit ihren Attributen. Gut erhalten. -An der Konsole der Paulusstatue das Wappen der Usmer. - -[Illustration: Abb. 93. Statue des hl. Erasmus im Ostchor.] - -[Illustration: Abb. 94. Statue der Maria von der Behaimschen -Heimsuchung.] - -Zu beiden Seiten des Markgrafenfensters zwei überlebensgroße Holzfiguren -von =Veit Stoß= aus dem Jahre 1495 (an den Konsolen bezeichnet und -datiert). =Christus als Schmerzensmann= und =Maria als Schmerzensmutter= -(Abb. 91, 92). Die Holzfarbe ist beibehalten. An den Plinten wurden -bei der letzten Wiederherstellung der Kirche das Zeichen des Meisters -und die Jahrzahl aufgedeckt. An der Christusstatue sind eine Hand und -ein Fuß ergänzt. An der Statue der Maria ist der über den rechten Arm -geschlagene Gewandzipfel nachträglich, vermutlich von Stoß selbst, -angefügt. Nach den Wappen an den Konsolen stellen sich beide Statuen mit -den später behandelten drei Passionsszenen darunter als eine Stiftung -der Familie Volckamer dar. - -Zu beiden Seiten des Pfinzingschen Fensters die unterlebensgroßen -Holzfiguren eines hl. =Papstes= und eines hl. =Bischofs= aus der Zeit -um 1470. Besondere Attribute fehlen. Die Statuen stammen vermutlich von -einem der früheren Altäre der Kirche. Hallersche Stiftungen. - -Links vom Hallerschen Fenster die lebensgroße Steinfigur eines -hl. =Bischofs=. Attribut zur näheren Bestimmung fehlt. Um 1335. Wiederum -einer der letzten Ausläufer der mit Erweiterung der Seitenschiffe -gegründeten Schule. Rechte Hand ergänzt. Am Sockel Wappen der Haller. - -Rechts vom Hallerschen Fenster die lebensgroße Terrakottafigur eines -=Apostels=. Attribut zur näheren Bestimmung fehlt. Um 1390. Aus der -Schule des Meisters der Tonbildwerke in der Jakobskirche. Ursprünglich -für einen anderen Ort bestimmt. Zuletzt neben dem Bamberger Fenster. -Rechter Fuß und linke Hand in der Barockzeit mangelhaft ergänzt. - -Zu beiden Seiten des Schürstabschen Fensters die überlebensgroßen -Holzfiguren des hl. =Erasmus= (Abb. 93) und des hl. =Sebald=. Um 1450. -Gegenstücke, vermutlich von dem gleichen Meister. Attribute zum Teile -ergänzt. Zu den Füßen beider je ein kleines Lamm, außerdem beim -hl. Sebaldus das Wappen der Schürstab-Groß; am Sockel der Erasmusstatue -das Wappen der Haller-Tetzel, umgeändert in ein Wappen der -Schürstab-Groß. - -Zu beiden Seiten des Behaimschen Fensters die überlebensgroßen -Steinfiguren einer =Heimsuchung=, die Heiligen =Maria= (Abb. 94) und -=Elisabeth=. Um 1420. Ergänzungen an den Händen der Maria und am Gewand -der Elisabeth; die Hände der Elisabeth sind neu. An jeder Konsole das -Wappen der Behaim. - -Zu beiden Seiten des Volckamerschen Fensters die überlebensgroßen -Statuen einer =Verkündigung=, links der =Engel=, rechts =Maria=. Wie -die beiden eben aufgeführten Statuen aus der Zeit um 1420 und aus der -gleichen Schule. Am Engel sind Hände und Zepter neu, an der Maria nur -weniges ergänzt. An jedem Sockel das Wappen der Volckamer. - -Verschiedene der erwähnten Konsolen zeigen als figürliche Darstellungen -Fratzen, groteske Tiergestalten usf., die von einem freien Spiel der -Phantasie zeugen. - -An der Wand des Bambergischen Fensters ein =Wandtabernakel= (Abb. 50) -aus der Zeit zwischen 1372 und 1379.[X] Der in die Mauer eingelassene -Schrein ist von einem in Relief dargestellten architektonischen Aufbau -umgeben, welcher sich aus Strebewerk und Baldachinen zusammensetzt und -durch eine Reihe von Figuren belebt ist. Der Aufbau ist symmetrisch, -die Figuren korrespondieren. Der Gegenstand der Darstellung ist nicht -historischer, sondern repräsentativer Natur. Unterhalb des Schreines -die Einbalsamierung der Leiche Christi durch Joseph von Arimathia im -Beisein von sechs Jüngern. Zu beiden Seiten dieser Darstellung unter -einem Strebebogen je ein kniender leuchterhaltender Engel; darüber links -der hl. Petrus, rechts der hl. Sebald; über diesen in Baldachingehäusen -sitzend zwei Propheten mit Spruchbändern; in den Zwickeln zwischen der -unteren und mittleren Etage ein Pelikan und eine Löwin mit Jungen. In -den beiden äußeren niedrigeren Bögen unter Maßwerk oben zwei betende -Stifter; über denselben, jedoch ohne organische Verbindung mit ihnen, -zwei Baldachine und von hockenden Gestalten gebildete Konsolen mit -Engeln, welche die Leidenswerkzeuge halten; unmittelbar unterhalb der -Konsolen die Wappen der Stifter, links das der Groland, rechts das der -Muffel. Oberhalb des Schreines die Dreifaltigkeit mit Maria und Johannes -dem Evangelisten; über dieser Gruppe, bereits auf der Fensterbank, -geschützt durch einen dachartigen, von einer Turmspitze gekrönten -Baldachin Christus als Weltrichter mit Maria und Johannes dem Täufer -als Fürbittern. Zu beiden Seiten dieser Komposition rechts Christus als -Schmerzensmann auf einer Konsole mit einer hockenden Prophetengestalt -und unter einem Baldachin, welcher Figur wohl links eine Maria als -Schmerzensmutter entsprach, die jedoch nicht mehr vorhanden ist. -Erhalten haben sich hier nur die ähnlich gebildete Konsole samt -Baldachin. - - [X] Rée (Nürnberg, Berühmte Kunststätten, Nr. 5, 3. Aufl., S. 43, vgl. - auch S. 61) datiert das Sakramentshäuschen annähernd richtig. - Daun, a. a. O., S. 10, setzt es an den Anfang des 15. Jahrhunderts - ohne nähere Begründung, Pückler (Die Nürnberger Bildnerkunst) gar - erst in die Zeit von 1430 bis 1442. Er erklärt diese Zeitangabe - nicht nur mit stilistischen Gründen, sondern auch damit, daß in - den beiden Stiftern Peter Groland und Jakob Muffel dargestellt - sind, welch letzterer 1442 »anscheinend schon als älterer Mann« - verschied. Pückler hält nämlich die Heiligenfigur auf der Seite - mit dem Muffelschen Wappen für Jacobus den Älteren, während - dieselbe doch als Sebald genau zu erkennen ist. Es sind eben die - beiden Hauptheiligen der Kirche Petrus und Sebald dargestellt ohne - weitere Bezugnahme auf die Vornamen der Stifter. -- Übrigens ist - der Stil der Figuren um 1440 gar nicht mehr möglich. - -[Illustration: Abb. 95. Passionsszenen von Veit Stoß im Ostchor.] - -[Illustration: Abb. 96. Ebnerrelief am Dreikönigsportal im Ostchor.] - -Das ganze Gehäuse ist farbig gefaßt. Das Eisenbeschläge der Schreintüre -ist ornamental behandelt. - -Das Ganze ist, wenn auch in der Ausführung kein hervorragendes -Kunstwerk, in der Komposition eigenartig. Es ist aus derselben -Bildhauerwerkstatt hervorgegangen, wie die Passionsdarstellungen außen -an den Ostchorpfeilern. Stiftung der Familien Groland und Muffel. - -1514 hatte sich Propst Melchior Pfinzing vergeblich bemüht, das -Sakramentshäuschen aus der Kirche zu entfernen. In dem Jahre, in welchem -ihm der Rat erlaubte, die Quermauer zwischen der Pfarrkirche und St. -Moritz abzubrechen, wollte er ein neues und größeres Sakramentshäuschen -über dem St. Nikolaus-Altar errichten und hatte schon Mittel hierfür -gesammelt. Allein Jakob Muffel, Jakob und Leonhard Groland als -Nachfolger der Stifter des bisherigen Tabernakels widersprachen mit -Erfolg und ließen das alte herrichten. - -Drei Stufen führen zu dem Wandtabernakel empor; ein fünfteiliges -schlichtes Eisengitter schließt das Ganze ab. - -Auf dem Petrusaltar steht jetzt die Holzfigur eines =Christus als -Schmerzensmann= aus dem 17. Jahrhundert. - -[Illustration: Abb. 97. Madonna in der Glorie. Statue (Birnbaumholz) im -Ostchor.] - -Hinter dem Hauptaltar an der Wand des Markgrafenfensters, die ganze -Breite derselben einnehmend, ein Steinrelief mit =drei Passionsszenen= -(Abb. 95) in ebenso vielen gleich großen Feldern von =Veit Stoß= aus dem -Jahre 1499. - -Von links nach rechts das Abendmahl, der Ölberg und die Gefangennahme. -Christus und die zwölf Jünger in der Darstellung des Abendmahls sollen -zufolge einer schlecht beglaubigten Tradition Bildnisse der Nürnberger -Ratsherren von 1499 sein. - -Auf der Säbelscheide des Türken oder Polen in der Darstellung der -Gefangennahme das Monogramm des Veit Stoß und die Jahreszahl, die in -ihrer Verschnörkelung erst 1863 von einem Maler Alexander Lesser aus -Krakau hier entdeckt wurden. Im ersten Feld ist unten links der Stifter -Paul Volckamer mit seinen beiden Söhnen und dem Familienwappen, im -dritten Felde unten rechts seine beiden Frauen und seine drei Töchter -mit den Wappen der Mendel und Haller in kleinem Maßstab angebracht. - -Das Relief ist eine der wenigen Steinarbeiten des Veit Stoß. - -Im Ostchor an der Wand zu beiden Seiten der Schautüre zwei Steinfiguren -in Dreiviertellebensgröße mit Konsole und Baldachin. Die Statue links: -=Christus als Schmerzensmann= aus der Zeit der Vollendung des Chorbaues -mit dem Wappen der Behaim, die Statue rechts, eine =weibliche Heilige= -mit Buch, aus der Zeit um 1400 mit dem Wappen der Volckamer. - -Im Bogenfeld über der Schultüre (Dreikönigsportal, vgl. oben) ein farbig -gefaßtes Holzrelief, das die von zwei Engeln gekrönte, das Christuskind -säugende =Madonna= (Abb. 96) darstellt. =Ebnersche Stiftung= vom Jahre -1429. - -Rechts das Bildnis der Nonne Christine Ebner, Äbtissin des Klosters -Engelthal, und die Inschrift: »Die selig Cristina Ebnerin wart geborn -anno domini M cc lxxvii jar vnd wart lxxix jar alt vnd starb anno domini -mccc lvi an sant Johanes tag zv weinachtn vnd lebet seliglich im orden -zv Engeltal do liegt sie begraben bitte gott für das geschlecht der -Ebner.« - -[Illustration: Abb. 98. Bronzestatuette der Maria von Stephan Godl.] - -Darunter die Bildnisse von fünf Familiengliedern der Ebner mit den -Jahrzahlen 1384 bis 1490 und die Inschrift: »Anno domini M cccc xxix -Am Erichtag nach St. Paulitag do Starb Albrecht Ebner den gott genad. -Anno domini Mcccc xxix Am Lorentzentag Starb Agnes Pömerin Sein Hausfraw -der gott genad.« Dabei die eine Renovierung des Reliefs bezeichnende -Jahreszahl 1656. - -Das Relief ist eine der besten Bildhauerarbeiten der damaligen Zeit -(vgl. über dasselbe Redslob, a. a. O., S. 57.) - -Am ersten südlichen Chorpfeiler die überlebensgroße Steinfigur einer -=Madonna= aus der Zeit um 1380; das aus Holz geschnitzte Christuskind -ist nachträglich angefügt. Mit Konsole und Baldachin. Maria ist als -Himmelskönigin mit Krone und Zepter dargestellt. Die Behandlung des -nackten Christuskindes, welches einen Granatapfel hält und die Beine -übereinander schlägt, weist auf eine etwa 100 Jahre spätere Entstehung. - -An dem ersten nördlichen Chorpfeiler die aus Birnbaumholz geschnitzte -und farbig gefaßte lebensgroße Statue einer =Madonna= mit dem -Christuskind aus der Zeit um 1410 (Abb. 97). Maria hält mit beiden Armen -das nackte Kind, das die Beine übereinander schlägt und mit einem Apfel -spielt. Zwei kleine Engel tragen die Krone und zwei Engel schweben -um die schalenförmige Mondsichel, auf welcher die Himmelskönigin -steht. Eine sternenbesäte Tafel mit großem Strahlenkranze bildet den -Hintergrund. Konsole und Baldachin, in Stein gearbeitet, schließen das -Ganze nach unten und oben ab. Die Statue zählt zu den besten Arbeiten -Nürnbergs im beginnenden 15. Jahrhundert. - -Das Bildwerk war ursprünglich als Schrein gedacht, der durch zwei Flügel -geschlossen werden konnte. Es wird vermutet, daß die in der Pinakothek -zu München befindlichen Tafelgemälde des Hans von Kulmbach mit den -Heiligen Joseph und Zacharias die abhanden gekommenen Flügel sind. - -Am dritten nördlichen Chorpfeiler die halblebensgroße Erzfigur einer -=Madonna= (Abb. 98), die als ein Werk von =Stephan Godl= erkannt -worden ist. Um 1515. An der hübschen Holzkonsole, die gleichfalls der -Frührenaissance angehört, das verschränkte Wappen der Eseler und der -Propstei von St. Sebald. - -Mitten im Ostchor das =Sebaldusgrab=[XI] (Taf. XIV; Abb. 99). Es besteht -aus zwei Hauptteilen: 1. dem zur Aufnahme der Reliquien des hl. Sebald -bestimmten Schrein vom Jahre 1397 und 2. aus dem von Peter Vischer dem -Älteren und seinen fünf Söhnen in den Jahren 1508-1519 in Erz gegossenen -Gehäuse. - - [XI] Über dasselbe vergleiche insbesondere Bergau in Dohme, Kunst und - Künstler. Bd. II, 2, Leipzig 1858; Lübke, Geschichte der - Plastik. 1880, II; Bode, Geschichte der deutschen Plastik. - 1885; Autenrieth, Das Sebaldusgrab Peter Vischers, historisch - und künstlerisch betrachtet. Ansbach 1887; Rée, Nürnberg. S. - 102 ff.; Daun, Adam Kraft und die Künstler seiner Zeit. S. 115 - ff. Zusammenstellung der Literatur über Peter Vischer und auch - über das Sebaldusgrab findet sich bei Th. Hampe, Nürnberger - Ratsverlässe. 1904, Bd. I, S. 50 ff. Ganz neuerdings erschien: - Alexander Mayer, Die Genreplastik an Peter Vischers Sebaldusgrab. - 1911. 2º. - -1. =Der Reliquienschrein vom Jahre 1397.= Die Form des Schreines -ist ähnlich der eines länglichen Hauses. Eichenholz, verkleidet mit -Silberblech, welches abwechselnd mit dem reichsstädtischen Wappen und -dem des Schultheißen von Nürnberg in Treibarbeit gemustert ist.[XII] Auf -dem First ein durchbrochen gearbeiteter ornamentaler Fries, welcher zwei -Kreuzblumen auf den Giebeln verbindet. - - [XII] P. J. Rée, a. a. O., S. 65, will das Silberblech des Sarges - erst 1506 hergestellt sein lassen, und zwar nach dem Vorbilde - des mit Silberplatten belegten Schreines des 15. Jahrhunderts, - in welchem in der Spitalkirche zum Heiligen Geist die - Reichskleinodien aufbewahrt wurden und welcher sich jetzt im - Germanischen Nationalmuseum befindet. Daran ist gar nicht zu - denken. Das Verhältnis ist umgekehrt. - -1379 wurde der Sebaldusaltar durch einen neuen ersetzt. Auch dieser -wird in der Mensa die Gebeine des Heiligen bewahrt haben. 1397 wurde -für dieselben ein eigener Schrein, eine Art Sarg, beschafft und in -der Mitte des Chores aufgestellt. Anscheinend war auch ein Sockel für -denselben vorhanden. Alle Jahre am Tage des Heiligen (19. August) wurde -der Sarg in feierlicher Prozession in der Kirche herumgetragen. »In -solcher Prozession trugen die Alten Herren des Rates St. Sebaldi Sarg -um, welcher mit Pappenrosen besteckt war, unter demselben schloff das -Volk hin und wieder, dann sie glaubten: es würde ihnen hernach weder -Kopf noch Rücken wehe tun« (Vgl. M. M. Mayer, a. a. O., S. 31). In -zwei Legaten von 1412 und 1415 hatte Klara Geuder zwei Lampen beim -Sebaldusgrab gestiftet. - -1461 wurde an dem Sarg ein Einbruch verübt. Seitdem fanden periodische -Besichtigungen der darin enthaltenen Reliquien statt. So 1463, 1482, -1503. Über die 1503 vorgenommene Besichtigung findet sich in einer -Chronik vom Ausgange des 16. Jahrhunderts (Kreisarchiv Nürnberg, Msc. -XIV-1/2, 106) folgender Bericht: »Nachdem auch in gebrauch gewest, St. -Sebalds hailthumb oder gebein bißweilen zu eröffnen und zu besichtigen, -als ist solches a^o 1503, den 22. tag julii auch geschehen; solcher -eröfnung haben beigewohnet die herren älteren des rats, der baumeister, -der probst und kirchenpfleger Sebaldi; die zween loßungschreiber -haben dabei knieen und ein jeder ein brennende wachskerzen halten -müssen; die kirchen ist unterdessen verspert gehalten und ausen mit -einer wacht beleget worden; es ist auch der kürchenmeister außer der -kirchen herumgegangen, ob sich etwan ein unruhe erregen wolt; so große -sorg hat man für St. Sebalds toden-gebain getragen, das ihnen nichts -wiederwärtiges wiederfüre, zu dem man doch damahls die zuversicht -getragen, daß er jederman helfen könnte. Im sarg sein zwo hölzerne -laden gestanden und in jeder zween bündel mit roten zendel eingewickelt -gelegen, die man heraus auf eine darzu bereitete tafel gehebt; in deren -einer sein 18 stück großer, in der andern 91 stück mittelmäsiger und -kleiner gebein, das haupt aber in einen sonderbaren silbern kästlein, -in der gestalt eines brustbilds, verspert gewest, welches man zu hohen -festtägen hat pflegen auf dem altar zu setzen, wigt an silber 35 mark, -ist gemacht worden a^o 1425. Auch ist eine ganze bildnuß St. Sebalds -vorhanden, die man an festtagen an dem sarg aufgerichtet, wigt 21-1/2 -mark. Diese besichtigung diß heiligtums ist damals nicht geschehen -gewest seit dem jahr 1482 und derowegen damals für gut angesehen und -decretirt worden, hinfüro diese besichtigung alleweg nach verfliesung -zwanzig jahren fürzunehmen, das heilthumb zu saubern und mit bisam -in neuen zendel einzuwickeln, das ist aber zeit hero gar verblieben, -dieweil mit ausgang der 20 jahr die änderung der religion eingefallen.« - -[Illustration: Abb. 99. Detail vom Sebaldusgrab.] - -Trotz aller Vorsicht wurde 1506 wieder eingebrochen und gestohlen. Der -Einbruch hatte Reparaturen zur Folge. Vermutlich auf diese Renovierung -bezieht sich die eine der beiden Inschriften, die sich auf der -westlichen Schmalseite am Sockel finden. Sie lautet: »1506 IAR IST -DISER SARCH FERNEIT VOR...« Die andere Inschrift berichtet von einer -Erneuerung im Jahre 1628: »ANNO DNI MDCXXIIX IST DIESER SARCH VERNEVRT -WORDEN.« - -2. =Das Gehäuse aus den Jahren= 1508-1519. Höhe 4·30, Länge 2·50 und -Breite 1·40 m. Es setzt sich zusammen aus dem für den Sarg bestimmten -Sockel und der Sockel und Sarg umschließenden Halle. - -Die Halle besteht aus drei nebeneinander stehenden Jochen mit -ebensovielen Kuppelgewölben auf acht freistehenden Pfeilern. Halle und -Sockel ruhen auf einer oblongen Fußplatte, welche von 16 Schnecken und -an den Ecken von 4 Delphinen getragen wird. Die Kuppelgewölbe werden -von pyramidenartigen, aus Architekturmotiven komponierten Aufsätzen -überhöht. Dem Sockel des Schreines sind zwischen den Pfeilern Kandelaber -vorgelegt, von welchen schlanke Säulchen bis zu den Scheiteln der -Gewölbebögen reichen. Das Ganze ist mit figürlichem und ornamentalem -Schmuck belebt. An den vier Ecken der Fußplatte vor den Säulen sitzen -griechische und biblische Helden: Herakles und Theseus, Nimrod und -Simson, an der Mitte jeder Seite die Kardinaltugenden Mäßigkeit, -Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit. Die vier Seiten des Sockels -lösen sich in Hallen auf, welche an den beiden Schmalseiten die -Statuetten des Meisters und die des hl. Sebald, an den beiden Langseiten -vier Reliefs mit Darstellungen aus dem Leben des Heiligen, die -wunderbare Füllung des Weinkruges, die Bestrafung eines Spötters, Sebald -an brennenden Eiszapfen sich wärmend und die Heilung eines Blinden, -enthalten. Vor den Eckpfeilern der Halle sind vier Sirenen, auf Säulchen -sitzend, als Leuchterhalter angebracht. In halber Höhe vor den acht -Pfeilern der Halle stehen ebenfalls auf vorgelegten, mit Postamenten -und Kapitälen versehenen Stäben die Statuetten der zwölf Apostel, der -Hauptfigurenschmuck des Sebaldusgrabes; an den stärkeren Eckpfeilern je -zwei, an den übrigen Pfeilern, je ein Apostel, und zwar an der Ostseite -Andreas und Petrus, an der Südseite Johannes, Jakobus der Ältere, -Philipp und Paulus, an der Westseite Judas Thaddäus und Matthias, an -der Nordseite Simon, Bartholomäus, Jakobus der Jüngere und Thomas. -Baldachine beschützen die Apostel. Die Pfeiler setzen sich über dem -Gewölbeansatz fort und tragen die kleinen Statuetten von Propheten und -Kirchenlehrern. Oben auf der mittleren Kuppel steht das Christuskind mit -der Weltkugel, eine Nachbildung des gestohlenen Vischerschen Originales -vom Ausgang des 18. Jahrhunderts. Im übrigen ist das ganze Denkmal -reich mit kleinen figürlichen und ornamentalen Reliefs, mit Putten und -allerlei Tierfiguren ausgestattet. - -Nach der stilistischen Seite ist das Sebaldusgrab eine Mischung von -Gotik und Renaissance. Gotisch ist nicht nur die Gesamtanlage, sondern -auch eine Reihe von Architekturteilen, ausgesprochene Renaissance -fast die ganze Detailbehandlung und der figürliche Schmuck. Nach -der gegenständlichen Seite zeigt sich in der Verwertung antiker -mythologischer Gestalten der Einfluß des Humanismus. - -In der künstlerischen Behandlung, besonders bei den Reliefs am -Sockel und vor allem bei den Apostelstatuen, ist der italienische, -hauptsächlich der oberitalienische Einfluß unverkennbar. Echt deutsch -ist der Phantasiereichtum. Seiner Originalität verdankt das Denkmal -seinen Weltruf. Es ist die bedeutendste Schöpfung der Renaissance auf -dem Gebiete des Erzgusses. - -Das schlichte spätgotische Gitter ist eine Arbeit des Schlossers Jorg -Hames aus der Zeit der Vollendung des Vischerschen Grabmales. - -[Illustration: Abb. 100. Gewölbeschlußstein mit der Geburt Christi. Im -nördlichen Seitenschiff.] - -[Illustration: Abb. 101. Gewölbeschlußstein mit dem hl. Sebald. In der -nördlichen Sakristei.] - -Die Idee, um den Sarg des hl. Sebald eine Halle zu errichten, hatte -bereits der Kirchenpfleger Ruprecht Haller (1474-1489). Er wandte sich -an Peter Vischer und dieser lieferte 1488 einen noch rein gotischen, -jetzt in Wien befindlichen Entwurf, welcher nur in der Gesamtanlage -mit dem später ausgeführten Werke übereinstimmt. Der Plan scheiterte, -wahrscheinlich an Geldmangel. Hallers Nachfolger Paul Volckamer -(1489-1505) und der rührige Sebald Schreyer, Kirchenmeister von -1482-1503, ließen den Plan nicht fallen. Allein erst unter Anton Tucher -und Lazarus Holzschuher im Verein mit Peter Imhoff und Sigmund Fürer -kam endlich die Idee zur Verwirklichung. Im Mai 1507 wurde der Beschluß -gefaßt, Peter Vischer ging sogleich an die Vorarbeiten. Das Messing -wurde von Hans und Andreas Rosner und Sebald Behaim bezogen. Nach -Vollendung des Fundamentes kam 1508 die östliche Hälfte der unteren -Partie, 1509 die westliche Hälfte zur Ausführung. Die entsprechenden -Inschriften lauten: »Ein anfang dvrch mich Peter Vischer 1508« und -»Gemacht von Peter Vischer 1509«. 1512 war die Halle vollendet, wie aus -einer Stelle bei Cochläus, Cosmographia des Pomponius Mela, erschienen -1512, hervorgeht, wo bereits von dem ganzen Kapellenbau die Rede ist. -Die Ausführung des figürlichen Schmuckes zog sich bis Frühjahr 1519 -hin. Allein jetzt fehlten die Geldmittel, um Peter Vischer bezahlen -zu können. In kurzer Zeit waren dieselben aufgetrieben, nachdem Anton -Tucher am 17. März einen Aufruf an die leistungsfähigen Bürger erlassen -hatte (abgedruckt bei M. M. Mayer, a. a. O., S. 31 f.). Am 19. Juli -wurde das Grabmal aufgerichtet. Die Inschrift am Rande der Fußplatte -lautet: »Petter Vischer pvrger zv Nurmberg machet das werck mit sein -sunne. vn wurd folbacht im jar 1519 vnd ist allein Got dem Allmechtigen -zu lob vnd Sanct Sebolt dem Himelfürste zv Eren mit hilff frumer leut -vn dem allmossen bezalt.« Das Grabmal hatte ein Gewicht von 157 Ztr. -29 lb. Peter Vischer erhielt als Bezahlung 3145 fl. 16 Schilling, -also für den Zentner 20 fl. Von den angesehenen Bürgerfamilien hatten -Beiträge geleistet Sebald Schreyer und Gesellschaft 117 fl. 12 Heller, -Hans Starck 100 fl., Imhoff und Gesellschaft 60 fl., Sigmund Fürer und -Gesellschaft 80 fl., Hans Tucher der Ältere für sich und seine Brüder 20 -fl. und für seine Gattin und deren Verwandtschaft 20-1/2 fl. usw. Siehe -Baader, Beiträge. 1, 53. - -Von den Söhnen Peter Vischers des Älteren war Peter der Jüngere -am meisten an der Arbeit beteiligt, der möglicherweise auch der -hauptsächlichste Vermittler des oberitalienischen Einflusses war, -während man eine Beeinflussung durch Vorbilder der römischen Renaissance -wohl auf Peters des jüngeren Bruder, Hermann Vischer, hat zurückführen -wollen. Siehe Seeger, Peter Vischer der Jüngere. Leipzig 1897, S. 73-121. - -1520 wurden an dem Sarg Reparaturen vorgenommen. 1628 fand eine -umfassende Renovierung des ganzen Grabmales statt, welche 644 fl. 19 -[Schilling] 8 Heller kostete. »1523 wurde St. Sebaldsfest das letztemal -gehalten, und hat zwar der rat wegen St. Sebaldsfest befohlen, den sarch -sambt St. Sebalds gepainen allein zum weihbrunnen aus dem chor, in der -kirchen herumb vnd wider in den chor zu tragen vnd die andern ceremonien -zur vesper mit dem herab und hinauftragen mit den stadtpfeiffern -einzustellen. 1524 hat man wohl St. Sebaldsfest in der kirche gefeiert, -aber den sarch nit mer wie zuuor vmbgetragen.« Die Einstellung der -Prozession hing jedenfalls mit der Einführung der Reformation zusammen. - -Besondere Beachtung verdienen endlich unter den Werken der Plastik -noch die =Gewölbeschlußsteine= in den Seitenschiffen und im Ostchor. -Außer einer Anzahl rein ornamental behandelter Schlußsteine finden -wir mehrere, die groteskenartig ein von stilisiertem Blattwerk -umrahmtes Menschenantlitz aufweisen; in den westlichen Jochen des -südlichen Seitenschiffes ferner eine Darstellung der Kreuzigung mit -Maria und Johannes, darüber zwei schwebende Engel und die Symbole der -vier Evangelisten, beim Engel des Matthäus auf den Stirnseiten des -Schlußsteines noch die Löwin und den Pelikan; sodann im nördlichen -Seitenschiff von Osten nach Westen einen bogenschießenden Zentaur, -eine reizvolle als Hochrelief behandelte Geburt Christi (Abb. 100) und -den Agnus Dei; im Mittelschiff des Ostchores St. Sebaldus, eine Gruppe -von vier Wappen (Nürnberger Jungfrauenadler, Reichsschultheißenwappen, -einköpfiger und doppelköpfiger schwarzer Adler) und einen bärtigen Kopf -mit Heiligenschein (Gottvater?); im Chorumgang nördlich wiederum einen -Agnus Dei, südlich eine Madonna in der Glorie und einen Christuskopf. -In der nördlichen Sakristei ist die kleine Statue des hl. Sebaldus als -Schlußstein bemerkenswert (Abb. 101). - -Die gesamte Plastik erwies sich gelegentlich der letzten Instandsetzung -der Kirche nach Entfernung mehrfach aufgetragener dicker Tünche als -polychrom behandelt. Von dieser ursprünglichen Polychromierung waren -überall noch so bedeutende Reste erhalten, daß eine Ergänzung derselben, -ein Wiederaufleben der Bildwerke in ihren alten Farben möglich wurde. -Beim Tympanonrelief des nördlichen Seitenschiffportales wurde aus -archäologischen Gründen von jeder Ergänzung der aufgedeckten alten -Polychromie abgesehen; bei einzelnen Skulpturen innerhalb der Kirche, -insbesondere der Verkündigungsgruppe an der Nordseite des Ostchores und -den plastischen Arbeiten des Petrusaltares, erforderten nur unbedeutende -Teile eine geringe Ergänzung. - - - 3. Die Gemälde. - -Die Tafelmalerei des Mittelaltares ist in der Kirche nicht durch -erstklassige Werke vertreten. Auf diesem Gebiete ist die Sebalduskirche -gegenüber ihrer Nebenbuhlerin, der Kirche St. Lorenz, zu kurz -gekommen. Was sie aufzuweisen hat, sind nur Ableger der in Nürnberg -blühenden Schulen des 15. Jahrhunderts. Um so mehr war die Kirche mit -Wandmalereien, und zwar nicht nur mit Malereien von rein dekorativem -Charakter, sondern mit einer großen Anzahl von in sich abgeschlossenen -figürlichen Darstellungen ausgestattet. Dieselben gehören ebenfalls -meist dem 15. Jahrhundert an und sind, was besonders hervorgehoben zu -werden verdient, häufig in Öl gemalt. - -[Illustration: Abb. 102. Verkündigung. Holztafelgemälde im -Löffelholzchor.] - -Die Tafelmalerei des 16. Jahrhunderts wird durch eine vorzügliche Arbeit -der Frührenaissance und die des beginnenden 17. Jahrhunderts durch eine -nicht unbedeutende Leistung repräsentiert. - -Im Westchor an der Südwand hängen drei gleichgroße Gemälde: die -=Dornenkrönung= mit den Wappen der Löffelholz und Münzmeister (um -1433), die =Geißelung= mit den Wappen der Löffelholz und Hummel (um -1435) und die =Verkündigung= (Abb. 102) mit den Wappen der Löffelholz -und Zollner (um 1448). Die Darstellungen sind auf Goldgrund gemalt. -Auf den Bildern unten die Familienglieder des oder der Stifter. Die -angeführten Datierungen beruhen auf den Forschungen Karl Gebhardts -(a. a. O. S. 86-88), der die Verkündigung dem gleichen Meister -wie das Imhoff-Volckamersche Epitaph mit der Geburt Christi (sieh -unten) zuschreibt und geneigt ist, auch die beiden anderen Stücke, -Dornenkrönung und Geißelung, diesem »Meister der Sebalder Epitaphien«, -wie er ihn nennt, zu geben. - -Am ersten nördlichen Mittelschiffpfeiler ein Holztafelgemälde mit der -=Krönung Mariä= nach dem Holzschnitte des Marienlebens Dürers von -einem seiner Nachahmer (Abb. 103). Unten am Bild die Familienglieder -des Stifters mit den Wappen der Imhoff, Tetzel, Holzschuher, Tucher, -Löffelholz und Pömer. Um 1525. Imhoffsche Stiftung. - -An der entgegengesetzten Seite desselben Pfeilers ein Holztafelgemälde -vom Jahre 1478, eine =Allegorie auf die Geburt Christi= darstellend. -In der Mitte die Anbetung des Christkindes durch Maria, in den Ecken -Moses am feurigen Busch, Aaron mit dem blühenden Stab, Gideon mit dem -Vließ und die Porta clausa des Ezechiel, ferner in den Zwischenräumen -der Pelikan, das Einhorn, der Phönix und der Löwe sowie die vier -Evangelistensymbole. Es ist eine Wiederholung der zum Andenken des -Professors Friedrich Schon ([gestorben] 1464) gestifteten Darstellung -vom Meister des Wolfgangaltares in der Lorenzkirche (Thode, S. 53; -Gebhardt, S. 80 ff.; Redslob in den: Mitteilungen aus dem Germanischen -Nationalmuseum. 1907, S. 24 ff., mit Abb.), nur mit deutschen statt mit -lateinischen Inschriften. Oben am Bild folgende Schrift: »Anno domini -milesimo CCCC vnd in dem lxxviij jare am freitag nach sant Valentins -tag verschied der erbar mann Vlrich Starck der elter dem got gnedig -vnd barmhertzig sei Amen. Vorneurt 1591. 1658.« Starcksche Stiftung -vom Jahre 1478. Infolge der inschriftlich beglaubigten Restaurierungen -schlecht erhalten. Unten auf dem Bild die Familienglieder des Stifters -mit den Wappen der Starck-Pirckheimer und Starck-Neudung. - -Am zweiten nördlichen Mittelschiffpfeiler ein Holztafelgemälde mit -der =Verkündigung=. Von einem Meister des Überganges, Anfang des 16. -Jahrhunderts. Unten auf dem Bild der Stifter mit seinen Familiengliedern -und die Wappen der Ölhafen und Pfinzing. Stiftung der Ölhafen. - -Am zweiten südlichen Mittelschiffpfeiler Holztafelgemälde mit der -=Taufe Christi= und anderen Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers. -Unten kniende Angehörige der Örtelschen Familie, dazu rechts das Wappen -der Groß, links das der Örtel, in der Mitte die Inschrift: »Anno 1525 -den 21. Julii Starb der Erbar Sigmund Orttell. Verneut An. 74.« Murr -wollte eben dieses Gemälde dem nach dem Zeugnis Neudörfers von Dürer -mit Anerkennung genannten Maler Sebald Baumhauer, der in seinem Alter -Kirchner an St. Sebald war, zuschreiben, doch, wie es scheint, ohne -triftigen Grund. - -An der Ostseite des südlichen Vierungspfeilers ein Holztafelgemälde -mit der =Beweinung Christi=. Genaue Kopie nach dem Dürerschen Original -in der Alten Pinakothek zu München, vielleicht von Georg Gärtner -dem Jüngeren ([gestorben] 1654). Wie das Original =Holzschuhersche -Stiftung=. - -In den unteren Ecken des Bildes ist der Stifter mit seiner Familie -abgebildet: links das Wappen der Holzschuher-Groland-Müntzer-Gruber(?), -rechts das Wappen der Gruber. Siehe Thausing, Dürer. II. Aufl., I. Bd., -S. 180 ff. - -An der Ostseite des nördlichen Vierungspfeilers gegenüber der Kanzel -ein Ölgemälde auf Holz, das =Jüngste Gericht=, freie Kopie nach dem -sogenannten Kleinen Jüngsten Gericht von Rubens vom Jahre 1628. Mit -Rahmen und einem Aufsatz. =Imhoffsche Stiftung.= - -Auf dem Rahmensockel sind auf Holz gemalt die Bildnisse des Stifters, -seiner Ahnherren väterlicherseits mit den Jahrzahlen 1580 und 1628, -Willibald Pirckheimers und seiner Gemahlin und Albrecht Dürers mit der -Inschrift: »Effigies Alberti Düreri A^o 1509«; der Stifter hält eine -Tafel mit einem Spruch über die Vergänglichkeit des Lebens. Diesen -gegenüber Kreszentia, die Gattin Willibald Pirckheimers, kniend, hinter -ihr ihr Gemahl und Albrecht Dürer stehend, letzterer mit einer Tafel, -worauf die Inschrift, der zufolge die Gedenktafel Herrn Willibald Imhoff -dem Älteren und dessen in Gott ruhenden lieben Voreltern von seinem -Sohne Hans Imhoff zu Ehren aufgerichtet worden ist »anno salutis 1. -Januarii 1628«. -- Auf dem Rahmen über dem Gemälde des Jüngsten Gerichts -die Inschrift: »Das Gedechtnuß des Gerechten bleibt im Segen«, auf dem -Rahmen unten zwischen diesem Gemälde und der Votivtafel: »Hans Imhoff -Fundator«. - -Der ebenfalls eingerahmte Aufsatz enthält ein Gemälde auf Leinwand: -=Allegorie auf die Vergänglichkeit= (Tod und zwei kräftige Knaben in der -Art des Rubens). Auf dem Rahmen oben: »Memento mori«, unten MDCXXVIII. - -Zur Seite des Aufsatzes zwei Pyramiden in Holz geschnitzt, oben das -Wappen der Imhoff. - -Die Gemälde sind wahrscheinlich Arbeiten des =Jörg Gärtner des Älteren= -([gestorben] 1640). Über das Verhältnis dieser Stiftungstafel zu der in -der Rochuskapelle von 1624 Ausführliches bei Stegmann, Rochuskapelle. -1885, S. 43 ff. - -Im Bogenfelde des nördlichen Seitenschiffportales eine =Auferweckung des -Lazarus=, Holztafelgemälde von =Christian Ruprecht= aus der Mitte des -17. Jahrhunderts. Unten rechts das Wappen der von Wimpfen. Stifter des -Bildes war Johann Friedrich von Wimpfen (hingerichtet zu Nürnberg am 29. -August 1668). - -[Illustration: Abb. 103. Krönung der Maria. Holztafelgemälde im -Mittelschiff.] - -Am dritten nördlichen Chorpfeiler ein Holztafelgemälde mit der hl. =Anna -selbdritt= zwischen den Heiligen Nikolaus und Katharina vom Meister -des Imhoffschen Altares in der Lorenzkirche. Unten auf dem Bild die -Stifterfiguren mit den Wappen der Imhoff und Rothflasch. Von Christian -Baer restauriert. Stiftung Konrad Imhoffs aus dem 2. oder dem Beginn -des 3. Jahrzehnts des 15. Jahrhunderts. Vgl. Gebhardt, Die Anfänge der -Tafelmalerei in Nürnberg, S. 40 ff., wo wesentlich aus diesem Gemälde -die Beeinflussung des Meisters des Imhoffschen Altares durch die Kunst -des Gentile da Fabriano nachzuweisen versucht wird (vgl. über das Bild -auch Redslob, a. a. O. S. 28). - -Am zweiten nördlichen Chorpfeiler ein Holztafelgemälde mit der -=Kreuztragung= in der Art des Wolgemut. Figurenreiche Darstellung mit -dem an die Altenburg bei Bamberg erinnernden Kalvarienberg nach dem -Stiche der Kreuztragung von Martin Schongauer (Thode, a. a. O. S. 193). -Unten auf dem Bild die Familienglieder des Stifters mit den Wappen der -Ebner, Tucher-Harsdörffer und Tucher-Rieter auf der linken und dem -Wappen der Tucher nebst den Insignien des hl. Grabes auf der rechten -Seite. Stiftung des Hans Tucher ([gestorben] 1491) vom Jahre 1485. - -Am dritten südlichen Chorpfeiler ein Holztafelgemälde mit der =Geburt -Christi=. Maria betet vor dem Christuskinde, über welches sich ein Engel -beugt; links kniet Joseph, und von rechts kommen zwei Hirten herbei. -Stark übermalt. Auf der Predella der Stifter mit seinen Familiengliedern -(Frau, vier Söhnen und fünf Töchtern) und die Wappen der Imhoff und -Volckamer. Stiftung Konrad Imhoffs wohl aus dem Jahre 1438, dem -Todesjahre seiner Frau Klara, einer geborenen Volckamer (vgl. Gebhardt, -a. a. O. S. 84 ff.). - -An der Wand unterhalb des Mendelfensters, die ganze Breite zwischen den -beiden Pfeilern einnehmend, ein Gemälde auf Holz von Hans Sueß, genannt -=Hans von Kulmbach=, die =Madonna mit Heiligen=. Zum Andenken an Lorenz -Tucher, Propst von St. Lorenz, gestiftet von dessen Stiefbruder Martin -im Jahre 1513 (Tafel XV). - -Das Gemälde ist dreiteilig nach Art der gotischen Flügelaltäre, jedoch -als Votivgemälde gestiftet. Im Mittelbild thronend die Madonna mit -dem Christuskind, zwei über ihrem Haupte schwebende Engel halten die -Krone, zu ihren Füßen fünf musizierende Engel, seitlich des Thrones -links die hl. Katharina und rechts die hl. Barbara, hinter derselben -ein Schriftband mit dem Monogramm des Meisters und der Jahrzahl 1513. -Auf dem rechten Feld die Heiligen Johannes der Täufer und Hieronymus, -auf dem linken Feld die Heiligen Petrus und Lorenz, vor letzterem das -Bildnis Lorenz Tuchers, dabei das Wappen der Tucher und eine Tafel mit -folgender Inschrift: - - D · O · M · ET · SS · V · M · - Lavrencivs Tuchervs, ivr · doc · d · lav - ren · prepo · ratisp · cano · cvstos et vicem - tenens · vir bonvs ervditvs integer · - anima deo reddita · ossa in sepvl - chro gentilicio sita · - bene valeas et vigila viator qvisqvis - es : bulla es · - vixit virtvose ann · LV · mens · VII · di · XV · - mori · ann · M · D · III · octavo · calend · april - sola salvs servire deo : svnt - cetera fravdes · - -Die Komposition stammt von einem jetzt in Berlin befindlichen -Entwurfe Dürers vom Jahre 1511; der Entwurf ist ziemlich genau, -wahrscheinlich auf Wunsch des Bestellers, eingehalten, nur statt des -einen musizierenden Engels wurden fünf angebracht. Die venezianische -Renaissancestimmung jedoch, die sich hauptsächlich im Kolorit -ausspricht, ist auf Kulmbachs Lehrer Jacopo de Barbari zurückzuführen. -Das Gemälde gilt in der Kunstgeschichte als eines der besten des -Kulmbach. (Siehe Janitschek, Geschichte der deutschen Malerei. 1890, S. -375; Koelitz, Hans Sueß von Kulmbach und seine Werke. 1891, S. 54.). - -1572 wurde das Bild von Nikolaus Juvenel restauriert, neuerdings -im Auftrage der Freiherrlich von Tucherschen Familie trefflich -wiederhergestellt durch den Konservator Andreas Mayer in Augsburg. - -Über der Schautüre ein Holztafelgemälde des =Johann Kreuzfelder=, eines -Schülers des Nikolaus Juvenel, vom Jahre 1603 mit Szenen aus dem =Leben -der ersten Menschen= (Abb. 104). Das Gemälde nimmt die ganze Breite -der Wand mit dem Behaimschen Fenster und den Behaimschen Statuen der -Heimsuchung ein. Die eigentliche Bildfläche ist seitlich abgerundet, die -seitlichen Raumflächen enthalten, ebenfalls in Tafelmalerei, Stammbäume -der Familie Behaim mit Wappen derselben. Am oberen Teil des Rahmens drei -runde Medaillons mit Bildnissen dreier männlicher Mitglieder der Familie -Behaim. Das Bild selbst zeigt in reicher von allerlei Tieren belebter -Landschaft ohne äußerliche Abgrenzung die Erschaffung der Eva, Adam und -Eva im Paradies und die Vertreibung aus demselben. Der niederländische -durch Juvenel vermittelte Einfluß ist unverkennbar; vorzüglich sind die -Akte. Behaimsche Stiftung. - -Auf dem unteren Teil des Rahmens: »Gleichwie vor disem Thürlein klein / -Das Endt der Welt in Stain gar fein / Ist abgebild als ist nit geringer -/ Der Welt Anfang durch Malers Finger / Hie fürgestelt das du Mensch -dein Leben / Von Anfang mogst betrachten eben / Wie das du nur seist -Staub und Erden / Zu der du auch mußt wider werden / Drum leb, auch -stirb hie seliglich / So bleibst bei Gott dort ewiglich. Renov. Anno -1774.« Mit dem »Endt der Welt in Stain gar fein« vor der Schautüre ist -das Relief mit dem Jüngsten Gericht gemeint (siehe S. 148). Die 1774 -vorgenommene Renovierung war nicht umfassender Natur. Auf den anderen -Teilen des Rahmens: »Paulus, Christophorus, et Fridericus cognomine -Behaim, Fratres, Pauli Fridericique filii et nepotes, ob praeclaram in -successiuo et duodeno ordine maiorum suorum memoriam, picturam hanc -fieri et ceteris familiae suae monumentis affigi curarunt anno reparatae -per Christum salutis humanae M. D. C. III. Patriam beat prudentia.« -Auf dem Rahmen in Holz geschnitzt ein Totenkopf mit einem Schriftband: -»Talis terrenae vitae solet exitus esse.« - -[Illustration: Abb. 104. Darstellung des Paradieses. Holztaf.-Gem. von -J. Kreuzfelder.] - -[Illustration: Abb. 105. Abendmahl und Ölberg. Wandgemälde im Ostchor.] - -Die ganze Gedenktafel wurde 1904 durch Andreas Mayer restauriert. - -Rechts vom Eingang zur südlichen Sakristei ein Holztafelgemälde mit -der =Himmelfahrt Mariä= von einem mittelmäßigen Maler der Dürerschen -Gefolgschaft. Im Vordergrunde ein geistlicher Donator mit dem Wappen der -Ölhafen. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts. - -An der Westwand der kleinen Kapelle neben dem Dreikönigsportal ein -Holztafelgemälde mit figurenreicher =Kreuzigung=. Erste Hälfte des 16. -Jahrhunderts. - -Gegenüber am Chorpfeiler ein kleines ehemals zu einem Almosenstock -gehöriges Ölgemälde auf Holz, eine =Brotausteilung= unter Krüppel -und Arme darstellend. Die Unterschrift lautet: »Lege[t] ewer heillig -almüssen jn dissen stock zu enthaltung der armen leydt so burger jn -disser stat werd vnd gostenhof (d. h. in dieser Stadt, Wöhrd und -Gostenhof) sind durch gots willen.« 16. Jahrhundert. - -Auch an alten =Wandmalereien= besitzt die Kirche noch eine ansehnliche -Zahl. Die meisten derselben wurden erst bei der letzten großen -Wiederherstellung unter der Tünche aufgefunden und freigelegt. Einige -von ihnen mögen wohl während des 14. und beginnenden 15. Jahrhunderts in -Verbindung mit Mensen Altäre gebildet haben. - -Im südlichen Seitenschiff an der Westwand neben dem Bogen zur Turmhalle -die Riesengestalt des hl. =Christophorus=, dazu Angehörige und Wappen -der Familie Ebner-Vetter(?). Die Füße des Heiligen sowie die Baumwurzel -wurden bei der letzten Restaurierung durch Professor Haggenmiller -ergänzt. Dieser Christophorus des 15. Jahrhunderts verdeckt zum größten -Teil die noch gewaltigere Darstellung desselben Heiligen aus dem 14. -Jahrhundert, die ohne Zweifel künstlerisch weit bedeutender war, wie die -oberhalb des späteren Bildes erhaltenen beiden Köpfe noch gut erkennen -lassen. Darüber Spuren einer späteren Darstellung des Veronikatuches. - -Beim Dreikönigsportal die =Gregoriusmesse= mit Maria und Johannes dem -Evangelisten. 15. Jahrhundert. - -Am dritten südlichen Mittelschiffpfeiler der =Tod Mariä=, frühes 15. -Jahrhundert, dazu Reste dreier älterer Darstellungen aus der Passions- -oder Heiligengeschichte, von denen nur der obere Teil einer =Kreuzigung= -genauer zu erkennen ist. - -Im nördlichen Seitenschiffe an der aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts -stammenden hölzernen Empore im Steinton gehaltene =Maßwerkmalereien=, -zwischen denen sich die =Wappen= der Haller, Holzschuher und Stromer -einfügen. - -An Wandmalereien sind im Ostchor noch vorhanden: - -Über dem Pfinzingchörlein zwei =Prophetengestalten= mit Spruchbändern, -aus dem ausgehenden 14. Jahrhundert. Die =Deckenmalereien= im -=Pfinzingchörlein=, Darstellungen des Weltheilands und der vier -Evangelistensymbole, gehören wohl erst dem Ende des 16. Jahrhunderts an. - -Am Kaiserchörlein oben eine =Inschrifttafel= mit der auf die -Barockausstattung der Kirche bezüglichen Jahreszahl 1657 und ein -=Veronikatuch=, gehalten von den Aposteln Petrus und Paulus, unter denen -sich die ursprünglichen Engel befinden, aus dem 15. Jahrhundert. - -Als die Kulmbachsche Tafel zum Zweck ihrer Wiederherstellung von der -Wand entfernt wurde, fand sich an dieser, die ganze Länge einnehmend, -ein Ölgemälde, die =Kreuztragung Christi= mit der Figur des Herrn in -der Mitte und einem figurenreichen Zuge von Gewappneten und Volk sowie -den klagenden Frauen, der sich aus einem Tore der links beinahe aus der -Vogelschau dargestellten türmereichen Stadt Jerusalem herausbewegt. -Daneben war ganz links die Inschrift zu lesen: - -»Anno dni M.CCCC.lxxiij [1473] An vnser lieben frawen abent würtzweyh -verschid frawe barbara karl steilngers [Steinlingers] haußfrawe der got -gnedig.... - -Darnach Anno dni... an sant valenti... [versch]id karl steinlinger -dem... nad.« - -[Illustration: Abb. 106. Darstellungen aus der Apostellegende. -Wandgemälde im Ostchor.] - -Die Versuche, die stark abgeblätterte und nur noch lose anhaftende -Ölmalerei von der Wand abzuziehen, mißlangen leider bei den Resten der -eigentlichen Darstellung der Kreuzschleppung ganz. Dagegen konnte die -=Darstellung der Stadt Jerusalem= leidlich gut und vollständig erhalten -werden. Vorsichtig auf Leinwand übertragen hat sie jetzt ihren Platz in -der nördlichen Turmhalle gefunden. - -Unter den abgenommenen Resten dieses ganzen Ölgemäldes wurden endlich -noch die zum Teil wohlerhaltenen Reste eines künstlerisch bedeutsamen -Freskogemäldes entdeckt, das gleichfalls die =Kreuztragung= zum -Gegenstande hatte und von dem die besterhaltenen Teile abgezogen und auf -eine Mörteltafel gebracht werden konnten. Völlig unrestauriert sind sie -auf dieser in der Bausammlung der Sebalduskirche, wo auch Photographien -der beiden Kreuzschleppungen aufbewahrt werden, noch zu sehen. Die -Wappen Steinlinger-Muffel, die sich darunter befinden, lassen erkennen, -daß auch diese ältere Kreuztragung (1. Hälfte des 15. Jahrhunderts) eine -Steinlingersche Stiftung war. Unter den übrigen Wappen läßt sich noch -ein Großisches und eine weiteres Steinlingersches erkennen. - -An der Wand vor dem Tucheraltar wurde die landschaftliche Darstellung -eines =Wallfahrtsortes= mit reicher Staffage an Pilgern und Kranken -aufgefunden, die in der Mitte einen unbemalten Raum als Hintergrund für -eine Heiligenstatue aufweist. Dieses dem 15. Jahrhundert entstammende -Wandgemälde wurde von der Wand abgezogen und auf eine Mörtelplatte -gebracht. Es befindet sich jetzt im Chorumgang an der rechten Seite des -Petrusaltars. - -An der Wand bei dem Tucheraltar, zum Teil von diesem verdeckt, die -wirkungsvollen Gestalten der hl. =Elisabeth= und des hl. =Martin=, 15. -Jahrhundert. - -Hinter dem Tucheraltar unter dem Stromerfenster ein Wandgemälde in -Öltechnik mit zwei Kompositionen (Abb. 105). Links =Abendmahl= und -=Fußwaschung=; auf diesem Bilde links der kniende Stifter mit seinem -Familienwappen, darüber die Inschrift: »Anno dm Mcccclxxlll Jar starb -hanß starck vlrich starcken pruder am Donrstag vor dem heilighen Kristag -dem got gnedig sei. amen. Anno 1627 durch Hanß Starken wieder verneurt -worden, seines Aldters 79 Jahr.«[XIII] Rechts Christus am =Ölberg=; -unten auf dem Gemälde in der Mitte die Wappen der Starck und Voit. -Starcksche Stiftung von 1423. - - [XIII] Hans Starck, der 1627 dieses Gemälde restaurieren ließ, ist - derselbe, der 1625 das hölzerne Kruzifix am Westchor durch einen - Bronzeguß ersetzte. - -Seit 1627 bis zur Unkenntlichkeit übermalt, wurden die Bilder bei der -letzten Wiederherstellung der Kirche durch Konservator A. Mayer wieder -instandgesetzt. - -An der Wand hinter dem Petrusaltar aufgefunden gut erhaltene, -künstlerisch wie kunsthistorisch gleich wertvolle Freskodarstellungen -aus der =Apostellegende= (Abb. 106), die dem Anfange des 15. -Jahrhunderts angehören (siehe oben). - -Das Gemälde wurde von der Wand abgezogen, auf eine Mörtelplatte -übertragen und im Chorumgang an der Wand rechts vom Petrusaltar -angebracht. Die Restaurierung des Bildes besorgte Kunstmaler Pfleiderer -in München. Eine Photographie von dem Zustande vor der Restaurierung -befindet sich in der Bausammlung. - -Rechts von diesem Bilde die Reste eines Wandgemäldes mit der -=Kreuzschleppung=. Links vom Eingang zur südlichen Sakristei und -vermutlich mit Bezug auf die Volckamersche Matronenstatue zwei -=Stifterfiguren= mit den Wappen der Behaim und Ortlieb auf gemustertem -Hintergrunde, in Ölmalerei ausgeführt. - -In der Kapelle neben dem Dreikönigsportal zeigt die Ostwand rechts -einen =Johannes Evangelista= unter Architektur, links eine =weibliche -Heilige=, von der jedoch nur noch der Oberkörper erhalten ist. - -An der Hochwand über dem Trennungsbogen zum südlichen Seitenschiff zu -beiden Seiten der Orgel reiches grünes =Rankenornament, dazwischen -musizierende Engel=, aus der Zeit der Erbauung des alten Orgelgehäuses. - -An verschiedenen Wänden und Pfeilern, zum Teil hinter Statuen, zum Teil -hinter den Standorten ehemals vorhandener Statuen, =gemalte Wandbehänge= -mit Granatapfel- und anderen Musterungen. - -In der farbigen Behandlung der Wände und Gewölbe lassen sich drei -verschiedene Arten feststellen. Eine noch romanische Polychromie zeigt -der Löffelholzchor. Die Wände haben Steinton, die Gurten und Rippen -sind in Quader geteilt, hauptsächlich in roter und grauer Farbe. -Die Kappenflächen sind durch schwarze Linien so geteilt, daß ein -Mauerwerk aus Steinen in Ziegelgröße vorgetäuscht wird. Die Schäfte -der Zwergsäulchen sind schwarz getönt. Diese letztere Tönung ist auch -im Mittelschiff noch sichtbar. Im übrigen haben aber hier und in dem -Seitenschiffe wohl in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die -Gurten und Rippen hauptsächlich in der Nähe der Schlußsteine farbige -Linienornamente in abwechselnder Form und manchmal flammender Bewegung -erhalten. Die Schlußsteine selbst sind polychrom und zum Teil vergoldet. - -Diese Art der farbigen Behandlung scheint nach Fertigstellung des -Ostchores auch für den letzteren vorbildlich gewesen zu sein. -Schlußsteine und Rippen sind -- es handelt sich hier um die dritte Art -der Bemalung -- ähnlich behandelt. Bei den Fenstern ist jedoch eine -gemalte rote Steinumrahmung dazu getreten und auf den Kappen ist an -den Rippen und Gurten eine schwarze Begleitlinie gezogen; auch die -Kappenscheitel sind durch eine solche Linie betont. - - - 4. Die Glasgemälde. - -Ähnlich dem Entwicklungsgang der Plastik scheint auch auf dem -Gebiete der Glasmalerei anfangs nichts oder wenigstens nicht viel -geleistet worden zu sein. Kein einziges Stück Glasgemälde aus der -Zeit des romanischen Baues ist erhalten. Erst seit dem Anfang des -14. Jahrhunderts, als die gotischen Seitenschiffe gebaut und im -romanischen Querhaus die schmalen Fenster in breitere Maßwerkfenster -umgewandelt wurden, läßt sich eine Glasmalerschule in noch erhaltenen -Denkmälern nachweisen. Diese breitete sich weiter aus, als mit dem -Neubau des Ostchores (1361-1379) wiederum Gelegenheit zur Anbringung -von Glasgemälden gegeben wurde. Eine Reihe von Patrizierfamilien hatte -die Schmückung der einzelnen Wandabteilungen übernommen, besonders -diejenigen Familien, die ihre Grabgrüfte am Chor, sei es innerhalb, sei -es außerhalb desselben, hatten. Über die Hälfte der Ostchorfenster sind -Erzeugnisse dieser um 1380 tätigen Schule. - -Von 1380 an trat eine Pause von über 100 Jahren ein. Die späteren -Glasgemälde sind vereinzelte Stiftungen und hängen nicht mit einer -baulichen Veränderung zusammen. In die Erzeugnisse dieser neuen von -1490 bis 1520 währenden Blütezeit teilen sich jetzt mehrere Kirchen; -insbesondere St. Lorenz mit seinem eben vollendeten Chor hat die -Hauptleistungen der ersten Zeit an sich genommen. Das Bambergische und -das Volckamersche Fenster (datiert 1488) in St. Sebald repräsentieren -die erste noch den spätgotischen Stilcharakter tragende Epoche des -Aufschwungs. Wolfgang Katzheimer ist der Meister. Eine weitere -Entwicklungsphase in der Geschichte der Glasmalerei Nürnbergs bezeichnen -die drei Fenster des berühmten Veit Hirschvogel: das Maximilians-, -Markgrafen- und Pfinzingsche Fenster mit ihren prächtigen Gestalten der -Frührenaissance und mit ihrer den Dürerschen und Kulmbachschen Werken -nahe verwandten Formensprache. Sie zählen unstreitig zu den kostbarsten -Kunstwerken, die die Kirche birgt. - -Einen Beleg für die Existenz und künstlerische Bedeutung der Nürnberger -Glasmalerschule noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts bildet das in seiner -Architekturzeichnung an die Spätrenaissanceformen des Pellerhauses -erinnernde Imhoffsche Fenster. - -Die übrigen Fenster der Kirche sind meist nur mit Wappenschilden von -Geschlechtern zum Andenken an verstorbene Angehörige geschmückt. Der -Zweck der Stiftung deckte sich ungefähr mit dem bei den Totentafeln von -Holz. - -_Westchor._ Im =ersten Fenster= links =Christus am Kreuz= mit Maria und -Johannes. Darunter die Schrift: »Für uns Er trug vnser Krankheit vnd -lude auf sich unsere schmertzen. Esaiae am LIII Cap.« Ferner Rundscheibe -mit dem Allianzwappen der Stockamer und Groland. - -Im =zweiten Fenster= im Maßwerk Wappen der Ayrer, unten zwei -Allianzwappen der Stockamer und Dietherr. -- Die Glasgemälde mit den -Heiligen =Jakobus= und =Bartholomäus= und die beiden Rundscheiben mit -Evangelistensymbolen wurden 1903 nach Entwürfen von Friedrich Wanderer -von Zettler in München ausgeführt. - -Im =dritten Fenster St. Lorenz und St. Sebald= sowie drei -Löffelholzische Wappen, alles von Wanderer-Zettler, 1903. - -Im =vierten Fenster= Wappen der Unterholzer(?) sowie zwei Allianzwappen -der Dietherr. Dazu =St. Johannes Ev. und St. Egidius= sowie die -Rundscheiben mit Evangelistensymbolen von Wanderer-Zettler, 1903. - -Die Heiligen in dem 2., 3. und 4. Fenster stellen die Patrone der -Nürnberger Kirchen dar und wurden von den freiherrlichen Familien der -Kreß und Tucher (2. Fenster), Löffelholz (3. Fenster), Haller und -Scheurl (4. Fenster) gestiftet. - -Im =fünften Fenster= Wappen der Löffelholz und zwei Gammersfeldersche -Allianzwappen. - -Im =Fenster der südlichen Turmhalle= Wappen der Paumgärtner-Haller. - -_Nördliches Seitenchor._ Im =ersten Fenster= oben sechs Allianzwappen -der Nützel. - -Im =zweiten Fenster=, dem kleinen Fenster über der Anschreibtüre, die -Wappenschilde der Schlüsselfelder und Allianzwappen der Held. - -Im =dritten Fenster= ein hl. =Bischof= und =St. Blasius= mit Konrad und -Wolf Haller von Hallerstein als Donatoren und zwei zugehörigen sowie -zwei weiteren Wappenschilden der Haller. - -Im =vierten Fenster= die Heiligen =Sebald und Petrus=, dazwischen zwei -Wappenschilde der Holzschuher. Im Maßwerk eine =Verkündigung Mariä= -und darüber ein Engel mit dem Holzschuherschen Wappen. Alle diese -Glasgemälde wohl aus der gleichen Zeit, eines derselben von 1503 datiert. - -Im =fünften Fenster= unten die hl. =Barbara=, darüber das Wappenschild -der Nützel mit der Inschrift: »H. Carl Nützel Ritter Rö. Kay. May. Rath -Starb den 18. Novem 1614.« Oben vier Ölhafensche Allianzwappen. - -In dem =Treppenfenster= neben der Querschiff- bzw. Ostchormauer drei -kleine Wappen der Nützel. - -Es folgt die Beschreibung der Fenster im Ostchor in fortlaufender Reihe -vom ersten Fenster der Nordwand neben der alten Querschiffmauer an: - -_Ostchor._ 1. Das =erste Fenster im Ostchor=. Um 1360. Zweifellos noch -vor Beginn des Ostchorumbaues vollendet. Die Gemälde umfassen die fünf -unteren Reihen. Die Gliederung der architektonischen Umrahmung, noch -mehr der Zusammenhang der einzelnen Darstellungen sind unklar. Von den -letzteren sind nur drei der Sockelreihe ihrem Inhalte nach zu erkennen, -nämlich Christus in der Vorhölle, Grablegung und die Ausgießung des -heiligen Geistes. - -[Illustration: Abb. 107. Detail vom Bamberger Fenster.] - -Die obere Reihe zeigt unter Baldachinarchitektur links einen -Verkündigungsengel, im zweiten Felde dem Engel zugewendet einen bärtigen -Mann (Verkündigung Johannis?), im dritten Felde einen hackenden Mann, -im vierten eine spinnende Frau, vor ihr eine Wiege mit Kind (Adam und -Eva nach dem Sündenfall?). In der mittleren Reihe links eine gekrönte -Heilige und zwei andere nicht genauer zu deutende Figuren; im zweiten -Feld zwei weibliche Heilige mit dicken Büchern in den Händen; im dritten -und vierten Felde vornehme Gesellschaft im Zeitkostüm, von fraglicher -Bedeutung. Am ganzen Gemälde ist im Laufe der Zeit viel verändert worden. - -Im oberen freien Teil des Fensters zwei runde Medaillons mit Wappen der -Geuder. - -2. Das =Grundherrsche Fenster=. 1372-1379. Das Gemälde umfaßt die -sechs unteren Reihen. Durch Versetzung mehrerer Felder in der -Gesamtkomposition entstellt. Das Fenster muß sich ursprünglich an -anderer Stelle befunden haben und wurde hierher versetzt, als man -das Imhoffsche Fenster, dessen Maßwerkmalereien an ihrer alten -Stelle verblieben, von hier auf die gegenüberliegende südliche Seite -des Ostchors überführte. Die Stifterfiguren der äußeren Felder der -unteren Reihe gehören der spätmittelalterlichen Zeit an. Im übrigen -enthalten die zwei mittleren Felderreihen in achtpaßförmigen Kartuschen -Darstellungen aus der Marienlegende, unten, jetzt in der zweiten Reihe, -die Donatoren, in den äußeren Bahnen Heilige mit Attributen oder -Schriftbändern. - -In den freien Teilen des Fensters acht runde Medaillons mit drei -Grundherrschen Wappen und den Wappen der Kreß, Ebner und? (Baumstamm mit -roten Lindenblättern auf silbernem Grunde). - -Im Maßwerk, eigentlich zu dem Imhoffschen Fenster gehörend, zwei Engel -mit Blasinstrumenten in Wolken, darüber das Imhoffsche Wappen. -17. Jahrhundert. - -In den beiden =Fenstern der Pfinzingempore= 2 größere und 30 kleinere -Rundscheiben mit Pfinzingwappen. - -Im Maßwerk des Fensters über der großen Sakristei zwei große -Schreyersche Allianzwappen. - -3. Das =Mendelsche Fenster=. 1372-1379. - -Das Glasgemälde umfaßt die unteren sechs Reihen und enthält neun -=Darstellungen aus dem Marienleben=. Die dritte und sechste Reihe und -die mittleren Felder der fünften Reihe sind mit Architektur ausgefüllt, -die Sockelfelder weisen viermal das Wappen der Mendel auf. - -Im oberen freien Teil des Fensters zwei runde bekränzte Wappen der -Tucher aus dem 16. Jahrhundert. - -4. Das =Tuchersche Fenster=. 1372-1379. - -Es umfaßt sieben Querreihen mit Darstellungen aus der Passion: - - 1. Reihe (von unten): Tuchersches Wappen von etwa 1550, der Stifter, - dessen Frau, dann ein Pfinzingsches Wappen von etwa 1550. - - 2. Reihe: =Christus vor Pilatus= (4. Feld), =Dornenkrönung= (1., 2. - und 3. Feld). - - 3. Reihe: =Kreuztragung= (4 Felder). - - 4. Reihe: =Christus wird ans Kreuz genagelt= (4 Felder, die, offenbar - bei einer späteren Reparatur, unrichtig angeordnet wurden). - - 5. und 6. Reihe: =Kreuzigung= (8 Felder). - - 7. Reihe: =Architekturaufsatz=. - -5. Das =Fürersche Fenster=. 1372-1379. - -Ursprünglich das Fenster der Geuschmid. Die beiden Fürerschen -Allianzwappen in den mittleren Feldern der zweiten Reihe stammen erst -aus dem 16. Jahrhundert. Sie tragen die Unterschriften »Sigmund [Füerer -der] Ellter...« und »Christann Füerer Anno dm 1325«. - -[Illustration: Abb. 108. Detail vom Maximiliansfenster.] - -Das Glasgemälde umfaßt sechs Reihen und greift mit der Bekrönung in die -siebente Reihe über. Die Sockelreihe enthält die Wappen der Eysvogel, -Geuschmid, Gruber und Ebner, die übrigen Reihen, abgesehen von den zwei -erwähnten Feldern, 14 =Heilige= und =legendarische Darstellungen=. - -Darüber, innerhalb der Butzenverglasung, ein Scheurl-Tuchersches -Allianzwappen mit der Jahreszahl 1480. - -6. Das =Stromersche Fenster=. 1372-1379, mit späteren Zutaten aus -verschiedenen Zeiten. - -Das alte Glasgemälde umfaßt die Reihen 4 bis 9 und enthält in der -untersten Reihe in den beiden mittleren Feldern zwei Stromersche -Allianzwappen, dazu links ein Pfinzingsches, rechts ein Kolersches -Wappen; in den nächsten vier Reihen 16 Figuren, nämlich zehn =Apostel= -und sechs =Propheten=, alle mit Schriftbändern in den Händen, in der -obersten Reihe einen schlichten architektonischen Abschluß, innerhalb -desselben zwei kleine Engelsfiguren. - -Die Reihe 3 wurde um 1500 mit 2 Pfinzingschen Wappen sowie 4 -Stromerschen und 2 Kolerschen Allianzwappen in reicher spätgotischer -Ornamentik ausgestattet. In der 2. Reihe außer 3 kleinen Pfinzingschen -Allianzwappenscheiben eine große rechteckige Scheibe mit Kolerschen -Allianzwappen von 1568, von denen die größten von einer um die Mitte -des 19. Jahrhunderts schlecht erneuerten Engelsfigur gehalten werden. -Innerhalb des Rahmens einer Schrifttafel finden sich an Stelle derselben -zwei kleine, feine, offenbar profane Kabinettmalereien roh eingesetzt: -=Begegnung zweier Männer= und eine =allegorische Frauenfigur= (die -Hoffart?). - -In der untersten Reihe wiederum 3 kleine Pfinzingsche Allianzwappen (6 -Rundscheibchen), ein Wappen des Baumeisters Wolf Jakob Stromer von 1589 -und ein Wappen seiner Frau Sabina W. J. Stromerin (einer geb. Scheurl) -von 1582 sowie ein Kolersches Allianzwappen mit der Unterschrift: -»Hieronimus Koler anno 1592«. - -7. Das =Bambergische Fenster=. 1501 gemalt von Wolf Katzheimer (Abb. 107). - - Die Glasmalerei bedeckt vier Querreihen: - - 1. Reihe (von oben): Vier Bekrönungen nach Art der ornamentalen - Schnitzereien bei Altaraufsätzen. - - 2. Reihe: =Bischof Lambert von Bamberg= 1374, hl. =Kaiser Heinrich=, - hl. =Kunigunde= und =Bischof Philipp von Bamberg= 1475. - - 3. Reihe: Hl. =Bischof= (?), hl. =Petrus=, hl. =Paulus= und - hl. =Georg=. - - 4. Reihe: =Bischof Heinrich von Bamberg= 1487, zwei Wappen von - Bamberg und =Bischof Veit von Bamberg= 1501. - - Im linken Feld der Sockelreihe: Albrecht Dürer in ganzer Figur von - C. A. Heideloff. - -8. Das =Maximiliansfenster= (Abb. 108). 1514 von Veit Hirschvogel -gemalt. Von Heideloff restauriert. Es befindet sich in der Mitte des -Ostchores, d. h. an der vornehmsten Stelle desselben, sichtbar durch das -Mittelschiff bis zum Westchor. - -Das Glasgemälde nimmt, vom Fenstersockel an gerechnet, zehn Reihen ein -und reicht mit dem halbkreisförmigen Aufbau, nach welchem das Ganze -scheinbar als Nische gedacht ist, noch in die elfte Reihe hinüber. In -den beiden unteren Reihen Butzenverglasung zwischen drei Säulen, in -der dritten Reihe eine Rolle mit Inschrift. Die Reihen 4 bis 9 zeigen -abwechselnd zwölf Wappen der Länder des Hauses Habsburg in Deutschland -und Spanien, zwei =fürstliche Ehepaare= und =vier Heilige=, und zwar: - - 9. Reihe: Wappen des Königreichs Kroatien, des Erzherzogtums - Österreich, des Herzogtums Steier und des Herzogtums Brabant. - - 8. Reihe: Die Heiligen Jakobus d. Ä., Andreas, Kaiser Heinrich und - Georg. - - 7. Reihe: Wappen des Königreichs Ungarn[XIV], Dalmatiens, Tirols und - des Herzogtums Kärnten. - - 6. Reihe: Wappen des Hauses Habsburg, Kaiser Maximilians I., dessen - Gemahlin Maria von Burgund[XV] und das Wappen von Burgund. - - 5. Reihe: Das vereinigte Wappen von Kastilien, Österreich, Leon, - Bourbon, Granada und Burgund mit Grafenkrone[XVI], Philipp I. der - Schöne, König von Spanien, dessen Gemahlin Johanna die - Wahnsinnige[XVII] und das vereinigte Wappen von Kastilien, Leon, - Neapel, Sizilien und Granada mit der Königskrone. - - 4. Reihe: Wappen des Königreichs Leon, der Grafschaft Granada[XVIII], - des Königreichs Neapel und des Königreichs Sizilien. - - 3. Reihe mit der Inschrifttafel: »Maximilianvs cristianorvm imperator - ac septem regnorvm rex heresque archidvx avstriae plvrivm evropae - provinciarvm princeps potentissimvs. f. f.« Darüber die Jahrzahl - MCCCCCXIIII. - - [XIV] Ungarn war 1514 noch nicht im Besitze des Hauses Habsburg, erst - seit 1526. - - [XV] Maria von Burgund war bereits 1482 gestorben. Allein die - spätgotische Tracht (die Kopfbedeckung der Maria ist der Hennin) - und das daneben befindliche Wappen von Burgund-Österreich lassen - es als ausgeschlossen erscheinen, daß mit der Dargestellten die - zweite Gemahlin Maximilians, Bianca Maria Sforza von Mailand, - gemeint ist. Die Darstellung der ersten Gemahlin, der Mutter des - in der nächsten Reihe dargestellten Königs Philipp, geschah - jedenfalls auf besonderen Wunsch des Kaisers. - - [XVI] Die Grafenkrone ist nicht verständlich. Kastilien war damals - schon lange Königreich. Übrigens trägt das andere vereinigte - Wappen derselben Reihe, bei welchem Kastilien mit Leon die - bevorzugte Stelle im linken oberen Feld einnimmt, die - Königskrone. - - [XVII] Es kann nur der Sohn Maximilians, wenn auch schon seit 1506 - verstorben, und seine Gattin in Frage kommen. Hierfür sprechen - in erster Linie die beigefügten Wappen, in zweiter Linie der - Umstand, daß Maximilians Enkel, Philipps Sohn, der nachmalige - Kaiser Karl V., damals erst 14 Jahre alt und natürlich auch - nicht verheiratet war. In der Literatur werden die beiden - fürstlichen Personen gewöhnlich als Karl V. und Isabella - von Portugal bezeichnet, bei M. M. Mayer sogar als Kaiser - Maximilian und Gemahlin, während das darüber stehende Paar - Karl V. und Gemahlin genannt wird. - - [XVIII] Granada war damals Königreich. - -Stilistisch interessant durch den Wechsel von Spätgotik und -Frührenaissance: Renaissancekostüm fast bei allen Figuren, gotisches -Kostüm bei der Maria von Burgund, ausgesprochene Renaissance in der -Architektur und in der Majuskelinschrift, dagegen noch vollständig -gotisch der gemusterte Hintergrund bei Wappen und Figuren. - -Das Glasgemälde wurde hergestellt im Auftrage des Kaisers Maximilian I. -für den Preis von 200 fl. - -[Illustration: Abb. 109. Detail vom Markgrafenfenster.] - -9. Das =Markgrafenfenster=[XIX] (Abb. 109). 1515 von Veit Hirschvogel d. -Ä. wahrscheinlich nach einem Entwurf des Hans von Kulmbach gemalt. - - [XIX] Vgl. über das Fenster namentlich Friedrich H. Hofmann, Das - Markgrafenfenster in St. Sebald zu Nürnberg. Im - Hohenzollern-Jahrbuch. 1905, S. 67 ff. - -Das Gemälde nimmt vom Sockel an neun Fensterreihen ein. Das Ganze ist -als ein architektonischer Aufbau gedacht. Der Sockel in den beiden -untersten Reihen ist durch Fenster und Nische belebt und zeigt eine -Inschrifttafel. Darüber erheben sich sechs Etagen mit durchlaufenden -Wandpfeilern in den äußeren Bahnen; in der obersten Etage ist den -Wandpfeilern je eine Säule vorgelagert, welche zugleich als Stütze für -den reich ornamentierten bekrönenden Giebel und dessen seitliche, Engel -tragende Aufsätze in der letzten Reihe dient. Die mittleren Bahnen der -Reihen 3 bis 8 enthalten 12 figürliche Darstellungen, in den äußeren -Bahnen der Reihen 3 bis 7 sind 10 Wappen angebracht. Figuren und Wappen -sind: - - 8. Reihe: Die =Heiligen Maria und Johannes der Täufer=, die - Schutzpatrone des Hauses Hohenzollern. - - 7. Reihe: Wappen von Brandenburg, =Friedrich der Ältere, Markgraf von - Brandenburg-Ansbach und -Kulmbach, dessen Gemahlin Sophie von - Polen=, Wappen von Polen. - - 6. Reihe: Wappen des Landes der Kassuben und Wenden, =Markgraf - Kasimir=, =Markgraf Johann=, nachmals Vizekönig von Valencia, - Wappen des Landes der Kassuben und Wenden. - - 5. Reihe: Wappen von Pommern, =Markgraf Albrecht=, Hochmeister des - Deutschen Ordens, nachmals Herzog in Preußen, =Markgraf Georg der - Fromme=, Wappen von Pommern. - - 4. Reihe: Wappen des Burggrafen von Nürnberg, =Markgraf Friedrich=, - Domprobst zu Würzburg, =Markgraf Wilhelm=, nachmals Erzbischof - von Riga, Wappen von Rügen. - - 3. Reihe: Wappen von Hohenzollern, =Markgraf Johann Albrecht=, - nachmals Erzbischof zu Magdeburg und Bischof von Halberstadt, - =Markgraf Gumbert=, unkenntliches Wappen. - - 2. Reihe mit der Inschrifttafel: »Friderich von gottes gnaden - marggraff zu Brandenburg zu Stetin Pomern der Cassuben vnd Wenden - herczog burggraff zu Nürnberg und fürst zu Rügen 1. 5. 15.« - -Die acht Markgrafen in den Reihen 6 bis 3 sind die acht Söhne Friedrichs -und seiner Gemahlin Sophie in der Reihenfolge ihres Alters. - -In den äußeren Feldern der Sockelreihe befanden sich ursprünglich -zwei Engel, ähnlich den oberen Engeln auf der Bekrönung. 1817 mußten -dieselben zwei schlechten Medaillons mit den Bildnissen Melanchthons und -Luthers weichen. - -10. Das =Pfinzingsche Fenster=. 1515 gemalt von Veit Hirschvogel d. Ä. - -Es umfaßt acht Querreihen: Architektur mit zwei Stockwerken. Im oberen -Stockwerk =die Heiligen Christoph, Sebald, Maria mit dem Christuskind -und Anna selbdritt=. Im unteren Stockwerk der =Stifter und seine -Gemahlin= mit den Wappen der Pfinzing und Grundherr, darunter knieend -acht Familienangehörige beiderlei Geschlechts mit ebensovielen -Pfinzingschen Wappen. In der untersten Reihe Inschrifttafel: »Siegfridus -Pfinzing sibi suisque MDXV.« Darunter zwei Wappen (Pfinzing-Harsdorf). -Einzelne Stellen, hier und da sogar mit Schriftscheiben, ziemlich -barbarisch geflickt. - -11. Das =Hallersche Fenster=. 1372-1379. - -Es umfaßt 6 Querreihen: - - 1. Reihe (von unten): 4 Hallersche Wappen. - - 2. Reihe: =Legende des hl. Georg=. - - 3. Reihe: Ein =heiliger Mönch= mit Buch und zangenartigem Gerät, - =St. Leonhard=, =St. Sebastian= und ein =heiliger Fürst= - (Hermelinüberwurf) mit Palmwedel und Reichsapfel. - - 4. Reihe: Die =Heiligen Katharina=, =Anna selbdritt=, =Ursula= und - =Elisabeth=. - - 5. =Herodes und der betlehemitische Kindermord.= - - 6. Reihe: schlichter Architekturaufsatz. - -In der 7. Reihe zwei Hallersche Wappen (im 1. und 4. Feld) vom Jahre -1494. - -[Illustration: Abb. 110. Fenster über dem südlichen Seitenschiffportal.] - -12. Das =Schürstabsche Fenster=. 1372-1379. - -Es umfaßt 7 Querreihen: - - 1. Reihe (von unten): Lamm Gottes, zum Schürstabschen Wappen gehörig, - und drei Schürstabsche Allianzwappen. - - 2. Reihe: Hl. =Sebald=, ein kniender, den Heiligen verehrender - =Ritter= mit dem Schürstabwappen und zwei kniende =Frauen= mit - Stromerschen Wappen und Wappen der Graser (?). - - 3. Reihe: =Christus in der Vorhölle= (2 Felder), =der Auferstandene - erscheint den heiligen Frauen= (2 Felder). - - 4. Reihe: Kreuzabnahme oder richtiger =Pietà=; =Grablegung= - (je 2 Felder). - - 5. Reihe: =Himmelfahrt=, =Tod Mariä= (je 2 Felder). - - 6. und 7. Reihe: Architektur. - -In der 8. Reihe (1. und 4. Feld) zwei Schürstabsche Wappen von 1493, -über jedem das Lamm Gottes. - -13. Das =Behaimsche Fenster=. 1372-1379. - -Das Glasgemälde umfaßt die sechs unteren Reihen und greift mit der -Bekrönung in die siebente Reihe über. Die mittleren Felder der -Sockelreihe enthalten zwei Behaimsche Allianzwappen, in den Feldern -daneben kniende Familienangehörige mit Behaimschen Allianzwappen. Die -mittleren Bahnen sind kompositionell zusammengefaßt, und zwar sind die -Reihen 2 bis 7 in drei Etagen gegliedert, welche von unten nach oben die -=Verkündigung= (eine starke gelbe Röhre vermittelt den hl. Geist, eine -Taube, vom Munde Gott Vaters dem Ohr der Maria), =Geburt Christi= und -die =Krönung Mariä= zeigen. In den übrigen seitlichen Feldern, abgesehen -von den erwähnten Wappenfeldern, neben der Verkündigung zwei weitere -Anbetende, eine männliche und eine weibliche Figur mit Allianzwappen, zu -den beiden Seiten der Geburt und Krönung vier musizierende Engel. - -Im Maßwerk Medaillons mit dem zwei Behaimsche Allianzwappen, je von -einem Engel gehalten, aus dem 16. Jahrhundert. - -14. Das =Volckamersche Fenster=. Etwa 1490-1500. - -Es umfaßt 6 Querreihen: - - 1. Reihe (von oben): Reiche gotische Baldachinarchitektur als - Bekrönung. - - 2. Reihe: Von den Darstellungen, die diese Reihe enthielt, der - =Verkündigung= und =Geburt=, ist nur mehr je eine Hälfte - vorhanden, nämlich die Maria von der Verkündigung und der hl. - Joseph von der Geburt. Sie nehmen die beiden mittleren Felder - ein. An die Stelle der abhanden gekommenen anderen Hälften wurden - ein Volckamersches und ein Gärtner-Schürstabsches Wappen in die - Butzenverglasung der beiden seitlichen Felder eingefügt. - - 3. Reihe: =Anbetung der heiligen drei Könige=. - - 4. Reihe: =Beschneidung= und =Darstellung im Tempel=. - - 5. Reihe: Kniende männliche und weibliche Familienangehörige mit - Volckamerschen Allianzwappen. - - 6. Reihe: In den mittleren Feldern zwei Wappen der Volckamer mit der - Inschrift: »Anno domini 1488«, zu den Seiten männliche und - weibliche Anbeterfiguren mit Spruchbändern und den Wappen der - Stromer, Volckamer (2), Ebner und Schürstab. - -15. Das =Imhoffsche Fenster=. Vom Jahre 1601 (links unten in der zweiten -Reihe datiert), die beiden untersten Wappenpaare vom Jahre 1641. Von -Jakob Sprüngli oder Christoph Maurer (1558-1614), ebenfalls einem -geborenen Schweizer. - -Das Glasgemälde umfaßt das ganze Fenster. Wirkungsvoller -architektonischer Aufbau in kräftigen Renaissanceformen mit reichen -Zutaten von Puttenfiguren, Festons usw. in den beiden äußeren Bahnen, -oben die allegorischen Figuren Glaube und Liebe; in den beiden mittleren -Bahnen 20 Einzelwappen und Allianzwappen der Imhoff, teils mit -Wappenzier, teils von Kränzen umrahmt. Die zu diesem Fenster gehörigen -Glasmalereien des Maßwerks sind bei der Versetzung des Fensters an -dessen ursprünglichem Ort, nämlich in dem an der Nordseite des Ostchores -gerade gegenüberliegenden Fenster zurückgeblieben (siehe oben). - -16. Das =letzte Fenster im Ostchor=. Um 1360. Das Glasgemälde war wie -das im gegenüberstehenden Fenster befindliche wahrscheinlich schon vor -Beginn des Ostchorneubaues vorhanden. - -Das Fenster ist entweder eine Paumgärtnersche Stiftung oder eine -Stiftung der Familien Pirckheimer, Paumgärtner und Grabner, deren -Wappen die Sockelreihe aufweist. Was die Komposition anlangt, so sind -die beiden mittleren Bahnen zusammengefaßt und in drei Etagen mit je -drei Feldern abgeteilt, wobei in den jeweiligen Bekrönungen zwei Giebel -mit einem Rundbogen abwechseln; unten die =Anbetung der heiligen drei -Könige=, in der Mitte die =Darbringung im Tempel=, zu beiden Seiten -weibliche Figuren mit Tauben, darüber Propheten, oben der zwölfjährige -=Jesus bei den Schriftgelehrten=, zu beiden Seiten Engel. - -_Südliches Seitenschiff._ Im =ersten Fenster= von der alten -Querhausmauer an ein größeres Welsersches Wappen und vier kleinere runde -Welsersche Allianzwappen, bei deren einem das heraldisch rechte Wappen -durch buntes Glas ersetzt ist. - -Im =zweiten Fenster= ein größeres Behaimsches, drei kleinere runde -Welsersche und ein ebensolches Ölhafensches Allianzwappen. - -Im =dritten Fenster Christus am Kreuz mit Maria und Johannes=, darüber -prächtig stilisiert Helm, Helmdecke und Zimier zu einem jetzt fehlenden -Ölhafenschen Wappen, außerdem vier kleine Rundscheiben mit dem Wappen -der Gutschneider, Koler-Kreß, Ölhafen-Volckamer und Welser-Nützel. - -Im =vierten Fenster=, dem kleinen Fenster über dem Südportal, das -Wappenschild der Pömer und ein Spruchband, auf dem M. M. Mayer noch -die jetzt fast verschwundene Inschrift las: »Heinrich Pömer Starb Anno -1331«, darunter zwei Donatoren (bezeichnet als Friedrich und Konrad -Pömer) mit zwei Pömerschen Allianzwappen (Abb. 110). - -Im =fünften Fenster= befinden sich jetzt sechs kleine Rundscheiben -mit Allianzwappen der Familien Dietherr, Kreß, Harsdorf, Ölhafen und -Rohleder sowie einem Pömerschen Wappen. - - - 5. Gedenktafeln, Totenschilder, Stuhlwerk, Orgeln und Glocken. - -=Gedenktafeln.= Diejenigen Geschlechter, deren Begräbnisstätten in -der Kirche lagen oder welche sich durch hervorragende Stiftungen -ausgezeichnet hatten, besaßen das Recht, große Tafeln mit Verzeichnissen -der Vorfahren zum Andenken an dieselben in der Nähe der gestifteten -Gegenstände aufzuhängen. Die Sitte kam zwar schon zur Zeit der -Spätgotik auf, allein erst mit der um die Mitte des 17. Jahrhunderts -durchgeführten Barockausstattung wurde vielfach Gebrauch davon gemacht. -Die uns erhaltenen Gedenktafeln gehören den Patrizierfamilien Ebner, -Fürer, Holzschuher, Kreß, Löffelholz, Pfinzing, Pömer, Scheurl, Tucher -und Volckamer an. - -Der Inhalt der Tafeln hat lediglich familiengeschichtliches Interesse. -Von künstlerischem Wert sind nur einige Tafeln durch reichere Gestaltung -der holzgeschnitzten Rahmen, insbesondere der die Tafeln bekrönenden -Aufsätze und Wappenschilder. Von den der Mitte des 17. Jahrhunderts -angehörigen Gedenktafeln verdienen hervorgehoben zu werden die der -=Löffelholz= im Westchor, die der =Kreß= mit dem Holztafelgemälde des -segnenden Weltheilandes und dem Wappenschilde aus der Rokokozeit (Abb. -111) und die der =Volckamer= im Ostchor vor dem Muffelschen Altar -(Abb. 112); von den ein Jahrhundert jüngeren Tafeln im ausgesprochenen -Rokokostil die der =Ebner= beim nördlichen Turm (Abb. 113), die der -=Holzschuher= im südlichen Seitenschiff und die der =Fürer= im Ostchor -beim Muffelschen Altar. In die Renaissancezeit fällt eine der vielen -=Tucherschen Tafeln=, welche im Ostchor an der Wand des Tucherfensters -hängt (Abb. 114). Sie zeichnet sich dadurch aus, daß in ihrer Mitte -ein aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts stammendes Ölgemälde aus Holz -eingelassen ist, darstellend den Tod vor offenem Grabe mit Schriftband: -»Was ir seit, das was ich, vnd was ich bin, das wert ir.« - -Auf einer anderen Tucherschen Gedächtnistafel im nördlichen Chorumgang -hinter dem Hochaltar =Christus als Weltenrichter=, auf dem Regenbogen -thronend. 17. Jahrhundert. - -=Totenschilder.= Zum Inventar der Kirche zählen nunmehr auch eine große -Anzahl von alten Totenschildern verschiedener Patrizierfamilien. Die -früher in der Kirche aufgehängten Schilder wurden zu Beginn des 19. -Jahrhunderts bis auf das unten erwähnte Stromersche, das auf seinem -alten Platz oberhalb der Stromerschen Empore im nördlichen Seitenschiff -verblieb, den Stiftern zurückgegeben. Wie weit die jetzigen Schilder mit -den früheren identisch sind, dürfte sich schwerlich feststellen lassen. -Von den Totenschildern, von denen manche, insbesondere ein Hallersches, -sowohl nach der künstlerischen wie nach der technischen Seite von -Interesse sind und bei deren Herstellung teilweise mit den einfachsten -Mitteln (Roßhaare, vergoldete Hanfstricke usw.) gearbeitet worden ist, -gehören 21 der =Löffelholz=schen (Abb. 115), 7 der =Kressi=schen (Abb. -116), 12 der =Haller=schen (Abb. 117, 118), 11 der =Harsdörfer=schen, -4 der =Ebner=schen (Abb. 119) (hievon 2 neu) und 1 (siehe oben) der -=Stromer=schen Familie (Abb. 120) an. Sie stammen aus der Zeit vom 14. -bis zum 18. Jahrhundert und hängen im Westchor, im Mittelschiff und im -nördlichen Seitenschiff in der Nähe der Grabstätten der Stifterfamilien. - -=Kirchenstühle und anderes Mobiliar.= Das in Eichenholz ziemlich derb -geschnitzte =Chorgestühl= im Mittelschiff des Ostchores zwischen den -Pfeilern stammt aus der Zeit der Vollendung des Chorneubaues zwischen -den Jahren 1372 und 1379 (Abb. 121, 122 und 123). Die Seitenteile -der Stühle sind mit ornamentalen, durchbrochen gearbeiteten und mit -figürlichen Schnitzereien, Propheten, Apostel sowie andere Heilige -und phantastische Tiergestalten darstellend, ausgestattet. An den -Rückwänden der Chorstühle zu beiden Seiten des Altares sind jetzt -zwei runde holzgeschnitzte Medaillons angebracht: links der heilige -Sebald in einem Renaissanceraum, zu seinen beiden Seiten die Wappen -von Dänemark und Frankreich, zu seinen Füßen das Schreyersche Wappen -(vgl. Titelvignette), auf der anderen (rechten) Seite in Hochoval das -Grundherrsche Wappen. Beide Medaillons rühren vermutlich von früheren -Kirchenstühlen (einem Schreyerschen und einem Grundherrschen?) her. - -Im südlichen Seitenschiff an der Westwand neben der Turmhalle ein -zweisitziger =Kirchenstuhl= ohne besondere Dekoration, ebenfalls aus -Eichenholz mit zwei eingeschnittenen Wappen der =Haller= (Abb. 124). - -Im Löffelholz- oder Westchor ein im frühen Barockstil reichgeschnitzter -=Stuhl= vom Jahre 1627 (Abb. 125). - -Ihm gegenüber einfach geschnitzter =Stuhl des Handwerks der Holz- und -Beindrechsler= mit deren Wappen auf vergoldetem Kupfer von 1738. - -Im nördlichen Seitenschiff an der Turmwand hübsch ornamentierter =Stuhl= -aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. - -Neben dem Eingange des nördlichen Seitenschiffes einfach geschnitzter -=Stuhl des Handwerks der Bäcker=. 17. Jahrhundert. - -Außerdem noch zwei ganz einfache =Kirchenstühle= in der nördlichen -Turmhalle und beim Eingange des südlichen Seitenschiffes; letzterer mit -reicherem barockem Aufsatz mit den Emblemen des =Schuhmacherhandwerks=. -Ferner mancherlei kräftig geschnitztes Stuhlwerk an den Wänden der -Kirche aus verschiedenen Epochen: an der Südwand des Ostchors einfaches -=gotisches Chorgestühl=, gegenüber an der Nordwand die =Tucherschen -Chorstühle= unter den Gedenktafeln des Tucherschen Geschlechts aus -der Zeit der Spätrenaissance. Der gleichen Zeit gehören auch die -beiden =Tucherschen Paramentenschränke= an, die sich jetzt hinter dem -Altare befinden. Weitere =Chor- und Handwerkerstühle= mit einfach -ausgeschnittenen Stuhlwangen in verschiedenen Teilen der Kirche. - -Hinter dem Hochaltar zwei mit Schnitzerei verzierte =Sängerpulte= aus -dem 17. Jahrhundert mit drehbaren Aufsätzen. - -Die einfachen =Chorschranken= rühren vermutlich von der Restaurierung um -die Mitte des 17. Jahrhunderts her. - -Neben dem Eingange zur südlichen Sakristei und in der Pömerkapelle =je -ein gotisches Wandschränkchen= mit hübscher holzgeschnitzter Tür und den -alten Eisenbeschlägen. - -Die =Laienstühle= der Kirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden -bei der letzten Restaurierung derart umgeändert, daß die in plumpen -pseudogotischen Formen gehaltenen Wangen durch einfach ausgeschnittene -Bretter ersetzt und so dem vorhandenen alten Gestühl angepaßt wurden. - -[Illustration: Abb. 111. Detail vom Rahmen der Kressischen Totentafel im -Ostchor.] - -[Illustration: Abb. 112. Detail vom Rahmen der Volckamerschen Totentafel -im Ostchor.] - -[Illustration: Abb. 113. Rahmen der Ebnerschen Totentafel im nördlichen -Seitenschiff.] - -Schließlich sei noch ein =neuer Paramentenschrank= in einfachen -gotischen Formen erwähnt, der von Hauberrisser entworfen wurde und neben -der südlichen Turmwand seinen Platz gefunden hat. - -Beim Muffelaltar ist in die Wand eine =Steinplatte= eingelassen, in der -oben in einer kleinen Nische das Erzschildchen eingemauert ist, das -1882 hinter einem Baldachin des Ostchors gefunden wurde. Wie die 1906 -angebrachte Inschrifttafel besagt, handelt es sich bei dem Zeichen auf -diesem alten Schildchen offenbar um das Meisterzeichen des bisher noch -unbekannten Erbauers des Ostchors. Vgl. Abb. 26. - -Die =eisernen Türen= neben dieser Steinplatte, die als Verschluß von -Wandschränken dienen, sind alt (15. Jahrhundert) und zeichnen sich -durch schön ornamentierte Schloßschilde und geschmackvoll geformte -Griffe aus. Die Wandschränke beim Petrus- und Tucheraltar wurden nach -diesem Muster mit neuen eisernen Türen versehen. Ebenfalls eine Arbeit -der Neuzeit ist der eiserne =Opferstock= im Mittelschiff vor dem -Löffelholz-Chor. - -[Illustration: Abb. 114. Details vom Rahmen der Tucherschen Totentafeln.] - -[Illustration: Abb. 115. Löffelholzische Totenschilder.] - -[Illustration: Abb. 116. Kressisches Totenschild (des Stifters der -Kirche in Kraftshof).] - -=Orgeln.= Die =große Orgel= im Ostchor (Abb. 126) wurde 1444 von -Heinrich Traxdorf für 1150 fl. erbaut. Von dem Pfeifenwerke dieser -gotischen Orgel sowie von den im Laufe der Jahrhunderte hinzugekommenen -Registern hat sich nichts erhalten. Bei der letzten Restaurierung (1905) -wurde ein der modernen Orgeltechnik entsprechendes Werk aufgestellt und -zum Teil dem alten Gehäuse eingefügt. Aber auch mit diesem waren im -Laufe der Zeiten bereits verschiedene Veränderungen vorgenommen worden. -Während eine Anzahl urkundlich bezeugter Verbesserungen (1480/81, um -1520, 1572 usw.) sich wesentlich auf das Werk bezogen zu haben scheinen, -das 1691 von Georg Siegmund Leyser, Orgelbauer in Rothenburg o. T., -erneuert wurde, hatten die Umbauten und Reparaturen von 1658 und 1827 -auch bedeutende Umformungen des Gehäuses zur Folge. 1658 wurde die -Orgel der barocken Kirchenausstattung angepaßt, wobei Daniel Preißler -die Flügel mit den Bildnissen der Scholarchen und Geistlichen an der -Kirche und der damaligen Stadtmusiker schmückte. Diese Flügel haben -sich indessen nicht erhalten. Bei der Ausbesserung des Werkes durch den -Orgelbauer Augustin Ferdinand Bittner im Jahre 1827 wurden jene barocken -Teile durch gotisch stilisierte, nach Plänen Heideloffs ausgeführte -Teile ersetzt. Hiebei wurde nicht nur ein neues Positiv angebracht, -sondern auch die Galerie für den Sängerchor nach beiden Seiten hin -erweitert und mit einer hölzernen, mit gotischen Maßwerken versehenen -Brüstung abgeschlossen. - -[Illustration: Abb. 117. Hallersche Totenschilder.] - -[Illustration: Abb. 118. Hallersches Totenschild.] - -Bei der letzten Wiederherstellung der Kirche ließ sich das ursprüngliche -Gehäuse der Orgel noch zum größten Teil aus den späteren Zutaten wieder -herausschälen und bietet sich jetzt wesentlich in seiner alten Gestalt -dem Auge dar. Das in Eichenholz kräftig und wirkungsvoll geschnitzte -alte Gehäuse zeichnet sich durch reichen ornamentalen und figürlichen -Schmuck aus. Es sei dabei einerseits auf die reizvolle und eigenartige -Bildung der Wimperge mit ihren trefflich geschnitzten Krabben und -Kreuzblumen, andererseits auf die figuralen Darstellungen, die sich -in das abschließende Maßwerk der vorkragenden Sängerbühne einfügen, -besonders hingewiesen: nicht nur Adam und Eva, sondern auch Wappenhalter -mit den Nürnberger Wappen und allerlei Gestalten aus dem Volke, Ritter, -Knechte, Bauern usw., finden sich hier in bunter Reihe angebracht. Die -beiden unteren Konsolen tragen wiederum die beiden in Verbindung mit -dem heiligen Sebaldus so oft wiederkehrenden Wappen; am Scheitel des -Gewölbes, gewissermaßen als Schlußstein eine Teufelsfratze mit einer -Zunge aus Leder, einem Bart aus Roßhaaren und einem Unterkiefer, der -heute noch, wie ehedem, durch das Orgelwerk in Bewegung gesetzt wird. - -Die Ergänzungen, die bei der letzten Restaurierung nötig wurden, -beschränken sich in der Hauptsache auf die Bretterbrüstung zu beiden -Seiten des gleichfalls neuen Positivs, bei dem indessen einzelne -alte Teile zur Verwendung kommen konnten, und auf die schmalen -Maßwerkfüllungen unterhalb der großen seitlichen Register. - -Über die Wandmalerei zu beiden Seiten der Orgel, die mit dieser -inhaltlich in Beziehung steht, ist oben bereits gehandelt worden. - -Die =kleine Orgel= im Westchor ist 1732 am 13. Oktober gestiftet von -Konrad Nikolaus Overdik und dessen Gattin Ursula, geb. Ebermayr, »als -Haus Orgel zu Unterhaltung der Andacht bey der heil. Comunion in dem -Chor nach St. Sebald«. Die Geschichte der Orgel ist übrigens bisher -nicht völlig klargestellt. Heute wird sie von einem Muffelschen Wappen -bekrönt, zu dessen beiden Seiten man die Jahreszahl 1776 liest. Auch die -beiden vergoldeten Monogramme auf der Rückseite der Orgel scheinen auf -die Patrizierfamilie Muffel hinzudeuten. - -[Illustration: Abb. 119. Ebnersches Totenschild.] - -[Illustration: Abb. 120. Stromersches Totenschild.] - -[Illustration: Abb. 121. Details von den Chorstühlen im Ostchor.] - -[Illustration: Abb. 122. Details von den Chorstühlen im Ostchor.] - -Sonst ist von Orgeln nur bekannt, daß 1447 eine kleinere Orgel -gestiftet, 1570 aber wieder entfernt wurde. Auch zum Jahre 1517 wird von -der Stiftung einer kleineren Orgel durch Hans Stauber berichtet.[XX] Von -den Silberdrahtziehern soll 1657 eine kleine Orgel gestiftet worden sein. - - [XX] Vgl. Hampe, Nürnberger Ratsverlässe. Bd. 1. Nr. 1101. 1108, 1109. - -=Glocken. Im nördlichen Turm:= - -1. =Die Betglocke.= Von Johann Weißenburger in Nürnberg 1391 gegossen. - -Halsinschrift: - - O REX GLORIE VENI CVM PACE LVCAS MARCVS MATHEVS JOHANNES AVE MARIA - GRACIA PLENA DOMINVS TECVM BENEDICTA TV IN MVLIERIBVS ET BENEDICTVS - FRVCTVS VENTRIS TVI AMEN VITA + INTER NATOS MVLIERVM NON SVRREXIT - MAIOR IOHANNE BAPTISTA QVI VIAM DOMINO PREPARAVIT IN HEREMO FVIT - HOMO MISSVS A DEO CVI NOMEN IOHANNES ERAT ORA [P=] NOBIS BTE AG. - -Fußinschrift: - - ANNO DOMINI MCCCLXXXXI HEC CAMPANA EST CXXXXVIII CENTENARIIS - ACTA PER IOHANNEM WYSSENBVRGER IN N[.V]RBERG IN VIGILIA S[=T]I - LAVRENCII M[=R]IS A DOMINO HEINRICO PREPOSITO DE VESTENBERG GENITO - CONPARATA REX KASPAR REX BALTHEZAR REX MELCHIOR DEVS [PPI=]CIVS ESTO - [P=]INTCESSIONEM B[=T]I AVGVSTI +. - -[Illustration: Abb. 123. Details von den Chorstühlen im Ostchor.] - -[Illustration: Abb. 124. Hallerscher Kirchenstuhl.] - -[Illustration: Abb. 125. Kirchenstuhl im Löffelholzchor.] - -Höhe (ohne Krone) 1·30 m. - -Die Betglocke heißt in den Chroniken wie ihre Vorgängerin auch -»Benedicta«. Im Jahre 1600 sollte die jetzige Betglocke durch eine neue -ersetzt werden. Eine Ausbesserung war jedoch noch möglich. Im Laufe des -18. Jahrhunderts fanden mehrere Reparaturen statt. - -Nach Städtechroniken I, 357 wäre die alte Glocke erst 1392 »an unsers -herrn leichnames abent« [12. Juni] geweiht worden. - -2. Eine =Glocke= aus dem zweiten Drittel des 14. Jahrhunderts. - -Halsinschrift: - - AVE MARIA GRACIA PLENA DOMINVS TECVM BENEDI. +. - -Höhe (ohne Krone): 0·88 m. - -3. Eine =Glocke= vom Jahre 1418. - -Halsinschrift: - - Anno domini mccccxviii anno gloria patri et filio et spiritvi sancto - et Mariae +. - -Höhe (ohne Krone) 0·65 m. - -4. Eine =Glocke= aus dem ersten Drittel des 14. Jahrhunderts. - -Halsinschrift: - - MATHEVS MARCVS LVCAS IOHANNES MARIA +. - -Höhe (ohne Krone): 0·56 m. - -Die an zweiter Stelle angeführte Glocke des nördlichen Turmes, deren -Inschrift den Englischen Gruß enthält, dürfte identisch sein mit der -in den Chroniken genannten »Garausglocke«, eine von den beiden kleinen -Glocken desselben Turmes mit dem »Vesperlein«. - -[Illustration: Abb. 126. Orgel im Ostchor.] - -Im =südlichen Turm=: 1. Die =Chorglocke=. 1324 gegossen. - -Halsinschrift: - - ANNO DNI MCCCXXIIII VOX EGO SVM VITE VOCO VOS ORARE VENITE XPO - REGNAT +. - -Höhe (ohne Krone): etwa 1·20 m. - -2. Die =Sturmglocke=. Aus dem 14. Jahrhundert. - -Halsinschrift: - - TITVLVS TRIVMPHALIS NRI SALVATORIS IHC NAZARENVS REX JVDEORVM +. - -Höhe (ohne Krone): etwa 1·20 m. - -3. Die =Stundenglocke=, auch =Schlag- oder Uhrglocke= genannt. Im -unteren Durchbruch des Helms. 1482 von Konrad Glockengießer gegossen. - - Halsinschrift: »sant sebolcz schlach glock pin ich hern ruprecht - haller hern niclas grosen vnd hern gabriel nvczel den obersten - haubtlevten gebart ich maister cvnrat glockengisser gos mich anno - domini 1482 +«. - -Höhe (ohne Krone): 1·60 m. - -Gotteshauspfleger Ruprecht Haller der Ältere, Hans Tucher der Ältere -und Kirchenmeister Sebald Schreyer hatten mit Meister Konrad dem -Glockengießer vereinbart, daß er für den Zentner der Glocke 10-1/2 fl. -rhein. erhalten und den Zentner der alten gesprungenen Uhrglocke für 8 -fl. nehmen solle. Er erhielt 1055 fl. rhein., nach Baader, Beiträge, -I, 61 im ganzen 1380 Pfund 5 Schilling 8 Haller. Die Glocke wurde am -20. Juni 1483 gewogen und hatte ein Gewicht von 100 Zentnern 56 lb. -Näheres bei Baader, ferner in den Städtechroniken, V, 480 ff. und in dem -Manuskript XL, 3 im Stadtarchiv Nürnberg. - -[Illustration: Abb. 127. Eisenbeschlag vom Brauttor.] - -[Illustration: Abb. 128. Eisenbeschlag vom Brauttor.] - -Die Uhrglocke hatte zwei Vorgängerinnen. Die ältere wurde 1383, als der -Turm oberhalb der Sturmglocke einer Ausbesserung bedurfte, ausgebessert -und ist 1396 gesprungen. Die jüngere wurde von Meister Heinrich -Grünwalt noch in dem gleichen Jahre gegossen und hatte ein Gewicht von -64 Zentner 66 lb; sie zersprang am 4. Mai 1482 ebenfalls. Ihre Inschrift -lautete: »Ich Orglogck pin · des · Rats · zu · Nürmberg · eigen · hat -· mich · erzeugt · als man · zalt · nach · Christj · geburt · M^{o}CCC^o -· vnd · in dem · lxxxxvj Jar · in dem · Mayen · hat mich · begabt · -Heinrich · grünwalt · herr · got · hilff · mir · zu · Dir · +«. - -4. Die =Viertelstundenglocke=. Im oberen Durchbruch des Helmes. Laut -Inschrift, welche nur bruchstückweise entziffert werden konnte, 1494 in -Landshut gegossen.[XXI] - - [XXI] Über die Einführung des Viertelstundenschlagwerkes durch Ulrich - Grundherr vgl. Vereinsmitteilungen. VII, S. 224. -- Zu dem - Schießen des Jahres 1493 in Landshut, so erfahren wir daselbst - aus Kunz Has' Gedicht, hatte der Rat Herzog Georg zu Ehren - die freiwilligen Nürnberger Schützen mit einem roten Kleid - bedacht. Sie zogen aus unter der Führung des Schützenhauptmanns - Ulrich Grundherr, eines der sieben Älteren Herren, der das - Schlagwerk, wahrscheinlich als Preis, mit heimbrachte. Wie aus - einem Ratsverlaß vom 8. Oktober 1493 hervorgeht, beschloß der - Rat »ein neues slahglöcklein, das zu einer jeden stund viermaln - slahe«, gießen und bei St. Sebald aufrichten zu lassen, dann - beschloß er am 19. Oktober, »ein zimeln [kleine Glocke] 5 oder - 6 zentnern swer... machen ze lassen und oben in sant Sebolts - turn uber die slagglocken ze henken und zu dem slahen der - vierteil einer hore zu gebrauchen«... und endlich am 29. Januar - 1494 »ein gut hell slahglocklein von gutem zeug zu bestellen - und in den turn zu s. Sebald zu henken«. Es wurde demnach 1494 - das neue Viertelschlagwerk, wohl nach Muster des in Landshut - erschossenen, errichtet. - -Höhe (ohne Krone) etwa 0·50 m. Unter dem »Zeigerlein« der Chroniken wird -diese kleine Uhrglocke zu verstehen sein. - -Hier mögen schließlich die schönen Kunstschmiedearbeiten an den barocken -Holzportalen Erwähnung finden (Abb. 127 und 128). - - - 6. Altargeräte, Wandteppiche, Paramente. - -Die mit Einführung der Reformation veränderten liturgischen -Verhältnisse ließen einen großen Teil des alten Kirchenschatzes -überflüssig erscheinen. Bei dieser Gelegenheit verschwanden wohl eine -Reihe von kostbaren Paramenten und Altargeräten. Denn daß solche -in Menge vorhanden waren, wird man bei dem auf allen Gebieten der -Kunst und des Kunstgewerbes betätigten Stiftersinn der Nürnberger -Geschlechter ohne weiteres annehmen dürfen. Indessen blieb der gesamte -Kirchenornat, d. h. die Meßgewänder -- also das Überflüssigste bei -Ausübung der neugestalteten Gottesdienste -- ungeteilt erhalten. -Erst 1810 hat in Nürnberg die protestantische Geistlichkeit den -aus der vorreformatorischen Zeit herübergenommenen Kirchenornat -mit dem schwarzen Talare vertauscht. Eine weitere Reduzierung des -Kirchenschatzes wurde schon 1552 vorgenommen; es bezeugt dies ein im -Kreisarchiv Nürnberg aufbewahrter »Bericht wegen derer silberner vnd -guldener clainodien, so in S. Sebalts, Laurenzen vnd vnser frauen -kirchen gewesen a^o 1552 verschmelczt vnd dann das gold vnd silber -verkauft worden.« Auch diesmal blieb der Ornat noch verschont. Dagegen -wurde zu Ende des 18. Jahrhunderts, sei es aus Mangel an Interesse, sei -es aus Geldverlegenheit, gründlich mit dem Kirchenschatz aufgeräumt und -nur das Allernotwendigste behalten. Selbst der vorgesetzten Behörde ging -dieses Vorgehen zu weit. Das Ende langwieriger, fast fünfmonatlicher -Verhandlungen vom 12. Oktober 1797 bis zum 3. Februar 1798, welche die -Aufsichtsbehörde mit den für die Veräußerungen verantwortlichen Stellen -führte, war eine Rüge, die sich Losungsamt und Rat gefallen lassen -mußten. Damals waren auch die Meßgewänder abhanden gekommen.[XXII] - -[Illustration: Abb. 129. Silbervergoldeter gotischer Kelch mit -durchbrochenen Ornamenten.] - - [XXII] In den Akten über diese Verhandlungen ist ein interessantes - Schriftstück enthalten, eine »Copia Commissions-Decrets an das - Löbl. Losungsamt d. d. 12. Dez. 1797«. Das Dekret lautet: - - Commissioni subdelegatae ist zu wissen erforderlich, welche - Objecta seit dem unterm 10^ten Decbr. 1790 ergangenen höchst - erforderlichen Reichshofraths-Concluso veräußert, welcher modus - bei der Veräußerung beobachtet, ob der Erlöß noch vorhanden - oder wozu derselbe verwendet worden, auch ob -- und welche - annoch weiteres zu veräußern räthlich und thunlich sein mögte? - - Worüber ein löbl. Losung-Amt den ungesäumten Bericht zu - erstatten, auch, wie sich nunmehr von selbst verstehet, ohne - Anfrage bei der Kaiserl. Commission und deren ausdrückliche - Erlaubnis eine weitere Veräußerung nicht vorzunehmen hat! - - =Nürnberg=, den 12. Dezbr. 1797. - Von Kaiserl. Subdelegations-Commissions wegen. - =Schrodt= - Kaiserl. Subdel. Kommiss. Secretair. - -Von den auf uns gelangten =Altargeräten= sind hervorzuheben: - -=Meßkelch= mit =Patene= (Abb. 129). Kelchhöhe = 22 cm, -Patenendurchmesser = 16·5 cm. Silber, vergoldet. Um 1500. Fuß -sechspaßförmig mit abgestuftem Rand. Bis herauf zur Mitte der Cuppa mit -durchbrochen gearbeiteten gegossenen Blattwerkornamenten überzogen und -mit Steinen besetzt. An den schmalen freigebliebenen Teilen des Halses -oberhalb und unterhalb des Nodus gravierte Ornamente. Kostbare Arbeit. - -=Meßkelch= mit =Patene=. Kelchhöhe = 19·5 cm, Patenendurchmesser = -15·5 cm. Silber, vergoldet. Tuchersche Stiftung vom Jahre 1522. Nodus -mit getriebenen und eingravierten Ornamenten. Fuß sechsblattförmig mit -Horizontalprofilierung. Am Hals oberhalb und unterhalb des Nodus die -Inschriften graviert: JHESUS und MARIA. An der Innenseite des Fußes das -Wappen der Tucher mit der Jahrzahl 1522 graviert. Mit dem Beschauzeichen -Nürnberg, ohne Marke. Siehe Marc Rosenberg, Der Goldschmiede -Merkzeichen, 2. Aufl. 1911. Nr. 3059 o. - -=Zwei Kannen.= Höhe je 16 cm. Silber, vergoldet. 1643. Datierung an den -kleinen Wappen am Ende des Griffes. Auf dem Deckel das Nürnberger und -Grundherrsche Wappen. Beschauzeichen Nürnberg und Marke. Siehe Rosenberg -a. a. O. Nr. 3226 a und b. - -=Zwei Kannen.= Höhe je 33 cm. Silber, vergoldet. Laut Inschrift 1658 -zum Abendmahlsgebrauch gestiftet von Wolfgang Endter dem älteren. Die -betreffende Inschrift hat folgenden Wortlaut: - -»Wolfgang Endter der Elter, Buchhändler alhier übergiebt diese Zwo -kannen sampt einem Kelch Paten, und oblaten schächtelein Zum Gebrauch -des Heiligen Abendmahls, der jüngst verneüerten Kirchen zu S. Sebald mit -Herzlichem wunsch das Gott die reine seligmachende Religion bei uns, bis -an der welt ende unverfälscht erhalten wolle. - - Gott! Deine Gnad hat mir beschert - Was ist zu Danckbarkeit verehrt. - Am Palmsonntag im Jahr Christi 1658.« - -Beschauzeichen Nürnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. 3226 e -und f. - -=Abendmahlskelch= mit =Patene=. Kelchhöhe 25·5 cm, Patenendurchmesser -17·5 cm. Silber, vergoldet. Gestiftet von Wolfgang Endter dem Älteren -1658 (siehe oben). Fuß sechsblattförmig mit Horizontalprofilierungen. -Am Nodus und am Fuß Gravierungen: am Nodus Blumenornamente, am Fuß -Engelsköpfe, außerdem Blattfriese und Fruchtkränze. Auf dem Boden des -Kelches eingraviert die Wappen des Stifters und seiner Ehegattin, -gehalten von einem Engel, darüber die Jahrzahl 1658. - -Mit dem Beschauzeichen Nürnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. -3226 g. - -Auf der Rückseite der Patene ist, von einem Kranz umrahmt, das Wappen -des Stifters graviert, auf dem Rande ein Kreuz. - -[Illustration: Abb. 130. Sanduhr (ehemals an der Kanzel).] - -=Krankenkelch= mit =Patene=. Kelchhöhe 17 cm, Patenendurchmesser 10 cm. -Silber vergoldet. Gestiftet von Joachim Kern und dessen Ehefrau 1675. -Fuß sechsblattförmig. An der Rückseite des Fußrandes die eingravierte -Inschrift: »Joachim Kern und dessen Ehewürthin Catharina 1675.« - -Beschauzeichen Augsburg und Marke JV (oder M?). - -=Etui= mit =Löffel=. Etuilänge 17 cm, Breite 4·5 cm. Beides Silber, -teilweise vergoldet. Um 1700. An der Seite und am Deckel des Etuis -gepunzte Darstellungen der Leidenswerkzeuge, ferner auf dem Deckel -getriebenes Kruzifix, wovon der rechte Arm fehlt. Darüber in Gravierug -der Hahn. - -Beschauzeichen Nürnberg und eine Meistermarke, die sich aus einem I, V -und N zusammenzusetzen scheint. - -=Klingelbeutel.= An der Vorderseite die Gruppe Christus am Kreuz -mit Maria Magdalena aus gegossenem und ziseliertem Silber. An der -Rückseite rundes Schild von Silberblech, darauf das Monogramm AMM -(ineinandergestellt) und die Jahrzahl 1723 graviert. Durchmesser des -Schildes 6 cm. Beutel von neuem rotem Samt. - -=Hostienbüchse=, rund. Durchmesser 13·5 cm, Höhe 9·5 cm. Silber, -vergoldet. Auf dem Deckel eingraviert das Bild des hl. Sebald und: 'M. -M. W. 1744.' - -Beschauzeichen Nürnberg und undeutliche Marke. - -=Zwei Abendmahlskelche= mit =Patenen=. Kelchhöhe 28 cm, -Patenendurchmesser 18 cm. Silber, vergoldet. Rokoko. Getriebene -wellenförmige Ornamente an Cuppa, Nodus und Fuß. Fußrand mit -Horizontalprofilierungen. Um 1755. - -Beschauzeichen Nürnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. 3275 b -und c. - -[Illustration: Abb. 131. Leuchterengel (Hauptaltar).] - -=Taufbecken= mit =Kanne=. Taufbecken oval 46·5 × 34·5 cm, Kannenhöhe -21 cm. Silber. Um 1755. Mit getriebenem Wellenornament. - -Beschauzeichen Nürnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. 3204. - -=Sanduhr.= (Abb. 130.) Viereckiger Behälter mit vier Uhren: 1/4, 2/4, -3/4 und 4/4. Gehäuse 32 × 26 cm. Silber. Mit zwei Holzschuherschen -Wappen. Oben und unten: - - »17 Fr. M. M. M. H. v. H. 81« - und »17 Fr R. H. H. v. H. 81«. - -Die Ornamente gegossen und ziseliert, das übrige getrieben. 1906 auf der -Historischen Ausstellung der Stadt Nürnberg, vgl. Katalog Nr. 166. - -=Kanne=, den beiden 1658 von W. Endter gestifteten Kannen nachgebildet. -H. 34 cm. Silber, vergoldet. Laut Inschrift 1838 gestiftet von Therese -Rohrmann, Witwe des Kaufmanns und Marktadjunkten Georg Peter Rohrmann. -Vorne Spruch Joh. XV, 5. - -Beschauzeichen Nürnberg und Marke G (?). - -Ferner befinden sich in der südlichen Sakristei noch zwei kleine alte -=Messingleuchter= ohne künstlerische Bedeutung. - -=In der nördlichen Sakristei=: - -=Zwei Altarleuchter.= H. 76·5 cm. Silber. Modern gotisch um 1830. Basis -sechseckig, auf sechs Drachen ruhend. Schutzteller mit Zinnen, von -Krabben getragen. - -=Auf dem Hauptaltar=: - -=Altarkruzifix.= H. 1·28 m. Der Kruzifixus aus Silber gegossen und -ziseliert, Kreuz und Sockel Holz. Um 1700. Vorzügliche Arbeit. - -=Zwei Altarleuchter in Gestalt von Kerzen haltenden Engeln= (Abb. 131). -Höhe der Figuren ohne Leuchter und Flügel 39·0 und 39·5 cm. Gegossen, -massives Silber, vergoldet. Auf jedem das Volckamersche Wappen. Kostbare -Arbeiten aus der Zeit um 1490. - -Zwei Paare gedrechselter und ein Paar zum Teil gedrechselter, zum Teil -gegossener =Messingleuchter=; das letztere Paar aus der Barockzeit. - -=Auf den Rückwänden zu den Seiten des Hauptaltares= zwei holzgeschnitzte -und bemalte, insbesondere reich vergoldete knieende =leuchtertragende -Engel= auf Postamenten, der eine eine vortreffliche Arbeit aus der Zeit -um 1500, der andere (rechts vom Hochaltar) eine moderne Kopie von jenem -im Gegensinne. - -=Auf dem Löffelholzaltar=: - -=Altarkruzifix.= H. 1·31 m. Der Kruzifixus aus gegossenem und -ziseliertem Silber, Kreuz und Sockel Holz mit reichem Silberbeschlag, an -der Vorderseite ein sich aus M und W zusammensetzendes Monogramm. Gute -Arbeit aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. - -=Vier messinggedrehte Leuchter=, darunter zwei gleiche mit -Löffelholzischen Allianzwappen und der Jahreszahl 1696 (auf einem -querovalen Schildchen am Fuße). - -=Auf dem Muffelaltar= ein Paar kräftige gedrehte =Messingleuchter=, je -mit dem Muffelschen Wappen am Fuße. - -=Auf dem Petrusaltar= ein Paar einfache gedrechselte =Messingleuchter=. - -=Auf dem Tucheraltar= ein Paar gedrungene messinggedrechselte =Leuchter= -mit dem Wappen der Schnecken (2 gekreuzte Lanzenspitzen) je an ihrem -Fuße. - -=Auf dem Halleraltar= und gegenüber vor der Adam Kraftschen -Kreuzschleppung vier gleiche einfach gedrechselte =Messingleuchter=. - -Besonders hervorzuheben ist hier sodann noch die über der Tucherschen -Begräbnisstätte, vor den Gedenktafeln dieses Geschlechtes aufgehängte -=Ewiglichtlampe= aus Messing, deren Körper durchbrochen gearbeitet und -mit schön stilisiertem Blattwerk und drei Tucherschen Wappen reich -graviert ist. Drei groteskenartige weibliche Halbfiguren, ebenfalls aus -Messing gegossen, stellen die Verbindung zwischen dem Körper der Lampe -und dem Gehänge her. 16. Jahrhundert. - -Einige hölzerne =Barockkruzifixe und sonstige Altargeräte= sind von -keiner künstlerischen Bedeutung. - -=Im Germanischen Nationalmuseum= endlich wird heute aufbewahrt: - -Der »=Dilherrsche=« =Pokal=. Vom Jahre 1635 (?). Silber, vergoldet. -H. mit Deckel 47·5 cm. Am Fuß, an der Cuppa und am Deckel getriebene -Blumen- und Rankenornamente, an der Cuppa außerdem noch Engelsköpfe und -in Medaillons drei figürliche Darstellungen des Sündenfalles. Den Hals -bildet die gegossene und ziselierte Figur eines Engels, welcher einen -Totenkopf hält. Auf dem Deckel die Erdkugel mit Schlange, darauf der -auferstandene Christus. Inschriften sind über den ganzen Pokal verteilt. -Der Pokal soll ein Geschenk des Rates der Stadt Nürnberg an den Pfarrer -J. M. Dilherr von St. Sebald sein. - -Ausführliche Beschreibung bei Essenwein, Einige Gold- und Silbergefäße -aus dem Schatze im Germanischen Museum. In den »Mitteilungen aus dem -Germanischen Nationalmuseum«. II, 1887, S. 45. Vgl. auch Rosenberg, a. -a. O. Nr. 3188 d. - - - Wandteppiche. - -Ein weitaus besseres Schicksal als die Paramente erfuhren die -Wandteppiche, mit denen die Kirche reich ausgestattet war. Außer den -vorhandenen zehn Gobelins existiert noch einer vom Jahre 1477 aus dem -ehemaligen Kirchenbesitz, der auf Umwegen wieder in die Hände der -Stifterfamilien gelangt ist[XXIII]; und noch zwei weitere Stücke dürften -sich im 15. Jahrhundert den übrigen angereiht haben: eine Fortsetzung -der Katharinenlegende und ein Gegenstück zum Sebaldusgobelin. - - [XXIII] Von einem der Teppiche, welche zur Schmückung der Gräber - vorhanden waren, erzählt Baron Christoph v. Tucher a. a. O. S. - 55: »Die Grabteppiche anlangend findet sich im Salbuch Hans - VI. Tuchers de A^o 1477, welches in seinem vierten Teil sich - ebenfalls über die von dem ältesten Tucher auszurichtenden - Stiftungen verbreitet, am Schluß eine eigenhändige Notiz des - Besitzers von folgendem Wortlaut: - - »Anno MCCCCLXXVII ad XXVI matzo so haben wir Pertold und Hans - Tucher senior geprüder und Anthony und Langhans Tucher von - unser geselschaft gekauft ein grabtebich mit dem englischen - grus, der kost hott 14 guld. rh. und für das Tucher wappen - darauf und zu füttern kost 2 gulden. Den thebich soll fürpaß - albeg der eltist Tucher, der die jartag ausricht, pei seinen - handen gehalden zu denselben jahrtagen.« - - »Dieser Teppich kam im Jahre 1884 in den Besitz der - Antiquitätenhändler Rösch und Zimmermann dahier, wo ich - ihn sah und für meinen Bruder Heinrich [Heinrich Freiherr - v. Tucher Exzellenz, jetzt K. Bayer. Gesandter in Wien] um - 4000 M kaufte. Dieser ließ ihn in den Werkstätten (fabbrica - degli arrazzi) des Vatikans unter Cavaliere Centili für 1250 - Lire renovieren und hat mit dem ehrwürdigen Familienmonument - von wunderbarer Schönheit eine Wand seines Arbeitszimmers - verkleidet. Heute ist der Teppich unter Kennern gewiß 20.000 - M. wert.« - -[Illustration: Abb. 132. Gobelin mit Darstellungen aus der Legende des -hl. Sebald.] - -[Illustration: Abb. 133. Gobelin mit Darstellungen aus der Legende des -hl. Sebald.] - -Die Darstellungen sind meist dem Marienleben und den Legenden der -beliebtesten Heiligen der Kirchengemeinde Sebald, Katharina und Helena, -entnommen; ein Wandteppich erzählt vom »Verlorenen Sohn«, einer vom -alten Testament. - -Der Entstehungszeit nach zerfallen die Teppiche bis auf einen 1497 -gestifteten Gobelin in zwei Hauptgruppen. Zur ersten Gruppe aus dem -Beginne des 15. Jahrhunderts, für welche außer der charakteristischen -Formensprache in der Regel eine stärkere Belebung des Hintergrundes -mit Architektur und Landschaft bezeichnend ist, zählt auch als später -Ausläufer der um 1450 entstandene Mariengobelin. Der zweiten Gruppe nach -der Mitte des 15. Jahrhunderts ist bei klarer Disposition der Figuren -dunkelfarbiger Hintergrund mit ornamental stilisierten Blumen und -Pflanzen eigen. - -Über den Entstehungsort ist nichts Bestimmtes bekannt. Er ist jedenfalls -in Nürnberg zu suchen, vermutlich in einem der beiden Frauenklöster St. -Klara und St. Katharina. Auffällig ist, daß nachweisbar drei Teppiche -der zweiten Gruppe allein von den Tuchern gestiftet worden sind. - -=Wandteppich mit sieben Darstellungen aus der Legende des hl. Sebald= -(Abb. 132, 133). Um 1410. Mit Inschrift über den Darstellungen: der -Leichnam des hl. Sebald schlägt einem Mönch, der ihn verhöhnt, ein -Auge aus: »hi... ein münch sant sebolt tod leichna slug [=i] [=e] aug -aus«[XXIV]; einer Frau, welche eine abgebrochene Kerze an der Bahre des -hl. Sebald wieder aufrichtet, springt der zur Buße um den Arm getragene -Ring: »hie pring [=e] fraw sant sebolt kertz[=e] die eise... fiell[=e] -ir ab«; die Leiche des hl. Sebald wird von Ochsen gefahren: »hi zich[=e] -ochs[=e] S sebolt leichn[=a] von popp[=e]reut g[=e] nurberg«; der -vertauschte Käse, welchen eine Frau am Grabe des hl. Sebald opfert, -wird in einen Stein verwandelt: »hie verwexelt fraw [=e] kes der wardt -zu [=e] stain«; Pilger nehmen die sie überfallenden Räuber gefangen mit -nach Rom: »hie fieng[=e] pilger[=e] die rauber und prochtens mit in gen -rom«; die Räuber überfallen die Pilger wiederholt, aber St. Sebald lähmt -sie: »hie wollen sie die pilger beraubt haben do erkrumpt sie«; St. -Sebald erscheint Schiffbrüchigen: »hie wollten leut ertrincken do kam -in S sebolt zu hilf«. Die Reihe der Darstellungen hat sich ursprünglich -noch fortgesetzt. L. 7·28 m, H. 1·01 m. Als Hintergrund Architektur -und Landschaft. Die Darstellungen sind äußerlich nicht getrennt. Mäßig -gut erhalten, doch, insbesondere die braunen Fäden, durch Insekten zum -Teil herausgefressen. Zu diesem Gobelin hat wahrscheinlich einer mit -Darstellungen der Wunder des hl. Sebald vor seinem Tode als Gegenstück -existiert. - - [XXIV] Siehe Cod. lat. 901, f. 118-135 und Cod. lat. 23.877, f. 182 ff. - der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek in München. - -=Wandteppich mit sechs Darstellungen aus dem Alten Testament.= Um 1410. -Darstellungen: Adam und Eva im Paradies, Vertreibung aus dem Paradies, -Samson bezwingt den Löwen, Samson wird von Delila überlistet, Bathseba -und David, David und Michal(?). Ohne äußerliche Trennung. L. 4·30 m, H. -0·63 m. Hintergrund blau mit Architektur und Landschaft. - -=Zwei Wandteppiche mit Darstellungen aus der Legende der hl. Katharina.= -Um 1420. Die Schrift über den Darstellungen teilweise erhalten. 1. -=Acht Darstellungen=: Wunderbare Erscheinung des Kreuzes: »hi sahen -die heinischen (!) meister ein czeichen am himel«; Opferung von -Weihgeschenken: »dez heiligen creuz daz erten si mit güter«; Geburt der -Katharina: »hi wart sancta katterina geporn«; religiöse Erziehung: »hi -bart si gelert daz si dem kreuczigten got solt din«; Unterricht durch -den Einsiedler: »hie lert si der einsidel daz si xpm...«; Maria mit dem -Jesuskind (Fragment); Taufe der Katharina; mystische Verlobung mit dem -Jesuskind. Die erste Darstellung ist möglicherweise nicht der Anfang des -Ganzen, denn vor der Schrift jener Darstellung finden sich die Worte: -»[St. Cath]erina leb[=e]«. L. 7·43 m, H. (mit Schrift) 0·92 m. 2. =Vier -Darstellungen=: Katharina vor dem Kaiser Maxentius, Disputation mit den -Philosophen, Katharina tröstet die wegen ihrer Bekehrung zum Feuertode -verurteilten Weisen, Katharina wird gegeißelt. Fragment. Schrift fehlt. -L. 4·95 m, H. 0·82 m. Hintergrund blau mit Architektur und Blumen. Die -Darstellungen sind äußerlich getrennt. Gut erhalten, doch das Braun -wiederum zum Teil herausgefressen. - -[Illustration: Abb. 134. Gobelin mit Darstellungen aus dem Marienleben.] - -=Wandteppich mit zwei Darstellungen der Kreuzauffindung durch die hl. -Helena.= Rummelsche Stiftung. Um 1420. Darstellungen: Die hl. Helena in -Gegenwart des Kaisers Konstantin und des Gefolges bezeichnet den Platz, -wo gegraben werden soll; von den drei gehobenen Kreuzen wird das Kreuz -Christi an der Wunderwirkung der Auferstehung eines Toten erkannt. Unten -links das Wappen der Rummel, rechts das Wappen der Haller. L. 1·80 m, H. -0·85 m. Hintergrund dunkelblau, mit ornamentierten Zweigen belebt; im -Vordergrund Blumen. Die beiden Szenen sind äußerlich nicht getrennt. - -=Wandteppich mit drei Darstellungen aus dem Marienleben= (Abb. 134). Um -1450. Hallersche Stiftung. Links Verkündigung, in der Mitte Heimsuchung, -rechts Geburt Christi. Äußerlich abgeteilt. L. 1·81 m, H. 0·88 m. -Architektur und Landschaft als Hintergrund. Das Allianzwappen der Haller -mit dem der Pfinzing und Schürstab in der mittleren Darstellung. Weniger -gute Arbeit. - -=Zwei Wandteppiche mit Darstellungen aus der Parabel des Verlorenen -Sohnes.= Tuchersche Stiftung. Um 1460. 1. =Fünf Darstellungen=: -Der Jüngling auf schlechtem Lebenswandel (?), er wird von Weibern -fortgejagt, weibliche allegorische Figur mit den Wappen der Tucher und -Stromer, der Jüngling hütet Schweine, er kehrt zurück. L. 3·85 m, H. -0·63 m. 2. =Vier Darstellungen=: Zu Ehren des Wiedergefundenen wird ein -Kalb geschlachtet und ein Festmahl gehalten, der vom Feld heimkehrende -ältere Bruder erkundigt sich bei Zimmerleuten nach dem Vorfall und -weigert sich, an dem Festmahl teilzunehmen. Auf der letzten Darstellung -rechts oben das Tuchersche und unten das Stromersche Wappen. L. 3·14 m, -H. 0·63 m. Hintergrund dunkelblau mit Bäumen und anderen stilisierten -Pflanzen, im Vordergrunde Blumen. Die Darstellungen sind durch Säulen -getrennt. Vorzügliche Arbeit. - -[Illustration: Abb. 135. Gobelin mit Darstellung der Geburt Christi, -1495.] - -[Illustration: Abb. 136. Mittelstück des Gobelins von 1495.] - -=Wandteppich mit zwei Darstellungen der Grablegung einer Heiligen= -(Katharina?). Um 1460. Tuchersche Stiftung. Links: der Leichnam wird -von schwebenden Engeln gebracht; rechts: der Leichnam wird von den -Engeln ins Grab gesenkt. Ohne äußerliche Trennung. L. 1·72 m, H. 0·78 m. -Hintergrund blau mit Blumen und Bäumen. Unten in der Mitte die Wappen -der Tucher und Stromer. - -=Wandteppich mit der Darstellung der Geburt Christi und vier Heiligen= -(Abb. 135, 136) über dem Hauptaltar. Laut Inschrift vom Jahre 1497. Die -Darstellung der Geburt Christi mit Anbetung der Hirten und Engel in der -Mitte, seitlich abgeschlossen durch je eine Säule, links die Heiligen -Barbara und Johannes der Täufer, rechts ein heiliger Mönch mit Stock und -Buch und die hl. Katharina. L. 3·04 m, H. 0·85. Als Hintergrund reiche -Landschaft. Starke Verwendung von Gold. Oben rechts die Buchstaben D. S. -Vorzügliche Arbeit. Der Gobelin soll ursprünglich beim Muffelschen Altar -an der Wand gehangen haben. - -[Illustration: Abb. 137. Katharinenstatue. Vom Portal des südlichen -Seitenschiffes.] - -=Kanzelbekleidung=: L. 3·47 m, H. 1·13 m. Seide. Karmoisin, klein -gemustert. Unten Ornamentstreifen (H. 17 cm) und in der Mitte -Wappenschild (H. 48·5 cm, Br. 45·5 cm) mit Auferstehung Christi. -Applikationsstickerei. Vom Jahre 1643. Auf der Rückseite Pergament -aufgenäht: »Achatius Hilling von Elnbogn Burger vnd Handelsmann in -Nürnberg vnd Sabina deßen Ehew: eine geborne Waldmannin, verehrten auß -Gottseel: Eifer in die Pfarrkirch S: Sebaldi dieße Cantzeldeck, d. -21. Dec: Ao. 1643«. Mit zugehörigem Überhangstreifen aus dem gleichen -Seidenstoff. 3·50 m lang, 0·30 m hoch. - -=Kanzelbekleidung=: L. 3·40 m, H. 1 m. Grüner, klein gemusterter -Seidendamast mit grünen Seidenfransen. In der Mitte ein Kruzifixus -in reicher farbiger, zum Teil in Gold gehaltener, sehr erhabener -Applikationsstickerei. 17. Jahrhundert. Hierzu ein Überhangstreifen aus -dem gleichen Seidenstoff, ebenfalls mit Fransen. 3·75 m lang, 0·30 m -hoch. - -=Antependium= zum Tucheraltar: L. 2 m, H. 0·80 m. Großes rotes -Rankenornament auf orangefarbenem, klein gemustertem Seidenstoff. 18. -Jahrhundert; wohl italienische Arbeit. Unten rechts ist ein kleines, -altes gesticktes Tucherwappen aufgenäht. Stiftung des Freiherrn Heinrich -von Tucher. - -=Antependium= zum Hauptaltar: L. 4·30 m, H. 0·95 m. Roter Seidendamast -mit großem Granatapfelmuster und rotem Fransenbesatz. Italienisch, 19. -Jahrhundert. Links unten das Tuchersche Wappen zwischen den Buchstaben -C und T und die Jahreszahl 1897 in Stickerei. Stiftung des Freiherrn -Christoph von Tucher. - -=Antependium= vom Muffelaltar: L. 2·40 m, H. 0·75 m. Schwerer -roter Seidendamast mit Blumenmuster und rotseidenem Fransenbesatz. -Italienisch, 17.-18. Jahrhundert. In der Mitte unten ist ein auf -Pergament gemaltes Muffelsches Allianzwappen mit der Jahreszahl 1704 -aufgeklebt. - -=Zwei Stücke eines Altarbehanges=: Je 2·50 m lang und 0·80 m hoch. -Buntfarbige Seidenstickerei mit in Wellenlinien angeordneter Musterung -und breiter Borte, die durch stilisiertes Blumen- und Rankenwerk -gemustert ist. Bunte Seidenfransen. 18. Jahrhundert. Hierzu noch ein -Stück der gleichen Borte. 1·85 m lang; 0·30 m breit. - -=Antependium am Löffelholzaltar=: L. 2·90 m, H. 0·80 m. Roter Sammet mit -Goldborte. In der Mitte unten ein Löffelholzisches Allianzwappen und die -Jahreszahl 1772 in Stickerei. - -=Antependium am Halleraltar=: L. 2 m, H. 0·90 m. Roter verschossener -Seidendamast mit großen Blumen gemustert. In der Mitte unten ein -Allianzwappen und die Jahreszahl 1746 in Stickerei. - -=Antependium= an der Mensa unterhalb der Kraftschen Kreuztragung: L. -1·90 m, H. 0·90 m. Ähnlicher verschossener roter Seidendamast mit -Blumengirlanden als Muster. In der Mitte unten die gleichen Wappen, doch -umgestellt, und die Jahreszahl 1743 in Stickerei. - -=Antependium am Tucheraltar=: L. 2·30 m, H. 0·85 m. Roter Sammet mit -Goldborte. In der Mitte unten ein Wappen der Tucher in Stickerei. Stoff -und Borte 18. Jahrhundert. - -[Illustration: Abb. 138. Kopf der Katharinenstatue vom Portal des -südlichen Seitenschiffes.] - -[Illustration: Abb. 139. Lapidarium in der westlichen Krypta.] - -=Antependium am Petrusaltar=: L. 3·60 m, H. 1·05 m. Grüngelber, -klein gemusterter Seidendamast mit Fransenbesatz. In der Mitte unten -Endter-Allianzwappen und die Jahreszahl 1753 in Stickerei. - -=Antependium am Muffelaltar=: L. 2·30 m, H. 0·85 m. Bordeauxfarbiger, -klein gemusterter Seidendamast mit Fransenbesatz. In der Mitte unten ein -Kressisches Allianzwappen und die Jahreszahl 1753 in Stickerei. - -Außer diesen Paramenten werden in der Kirche noch einige Reste von -älteren Damaststoffen und Sammeten sowie Borten aufbewahrt. Zur -Bekleidung des Hauptaltares und der Kanzel außerhalb der Festzeiten -dienen neuere Behänge aus rotem Sammet. - - - 7. Sammlung alter Skulpturen und Baureste. -- Büchersammlung. - -Die Sebalduskirche besitzt eine =Sammlung von alten Skulpturen, -Bauresten und technischen Modellen=, die während der letzten -Wiederherstellung von Prof. Schmitz angelegt wurde und zu ihr in -Beziehung steht. Die Gegenstände sind an drei verschiedenen Orten -untergebracht. - -Zunächst beanspruchen unsere Aufmerksamkeit mehrere zum Teil -überlebensgroße Steinfiguren im nördlichen Seitenschiff neben der -Turmhalle. Es befinden sich darunter Sebaldus und Maria vom Brauttor, -Petrus und Katharina (Abb. 137, 138) vom südlichen Seitenschiffportal -sowie andere Statuen aus Stein, die teils wegen ihrer fortgeschrittenen -Verwitterung, teils, weil ihre Verwitterung in Bälde zu befürchten war, -an diesen geschützten Ort verbracht und am Gebäude selbst durch Kopien -ersetzt wurden. - -Das Lapidarium in der westlichen Krypta (Abb. 139) enthält sodann eine -große Anzahl originaler Steinreste, welche ebenfalls für die während der -Wiederherstellung erneuerten Bauteile als Vorbilder und Anhaltspunkte -dienten. Aus der romanischen Zeit finden sich Kapitäle, Bogenfriese, -Säulen und andere zum Teil reich skulptierte Werkstücke, aus der -gotischen Zeit eine Reihe von sehr wertvollen Konsolen, Kapitälen, -Baldachinen und anderen architektonischen Details. Daneben sind die -Originale verschiedener erneuerter Epitaphien (darunter die Auferweckung -des Lazarus von Veit Stoß) sowie mehrerer kleinerer Steinfiguren -aufgestellt, auch andere interessante alte Bauteile, als Dachendigungen, -Dachdeckungsmaterialien, der Rest eines romanischen Fußbodens sowie -merkwürdige Probestücke mittelalterlicher Bautechnik wie späterer -Restaurationen. - -[Illustration: Abb. 140. Auferweckung des Lazarus. Relief vom südlichen -Seitenschiff (jetzt in der Bausammlung).] - -[Illustration: Abb. 141. Übermalter Holzschnitt in einem der Exemplare -des »Liber missalis«, Bamberg 1490.] - -[Illustration: Abb. 142. Randverzierung in Miniaturmalerei in einem der -Exemplare des »Liber missalis«, Bamberg 1490.] - -Eine Fortsetzung findet diese Sammlung in den im Obergeschoß der -nördlichen Sakristei in Schränken und Vitrinen aufgestellten -Gegenständen. Hier sehen wir zunächst kleinere Fundstücke, u. a. einen -in der Türmerstube aufgefundenen Frauenschuh des 15. Jahrhunderts -(Duplikate desselben besitzen das Germanische Museum und das Bayrische -Nationalmuseum in München), altes Steinwerkzeug sowie sehr wertvolle -Reste von mittelalterlichen Freskomalereien, welche ehemals die Wand -hinter dem Marienbilde Hans von Kulmbachs oberhalb der Tucherschen -Chorstühle schmückten (s. o., S. 176). - -Handelt es sich bisher um Originalstücke, so reiht sich diesen nunmehr -im gleichen Raume neben einer Anzahl von Plänen und Photographien -eine Sammlung von künstlerischen und technischen Modellen der letzten -Wiederherstellung an. Die 1899 erfolgte Ausgrabung der Ostchorkrypta -ist in einem Modell anschaulich dargestellt. Von den ausgeführten -schwierigen konstruktiven Arbeiten dieser Zeit geben diese in kleinem -Maßstabe als Studienmodelle sehr sorgfältig gefertigten Darstellungen -ein interessantes und übersichtliches Bild. Da sie für eine Reihe von -Detailfragen der Denkmalpflege die seitens der wiederherstellenden -Architekten gewählte Methode zeigen, so bilden sie gewissermaßen ein -kleines, aber eigenartiges Denkmalpflegemuseum, in dem für andere Fälle -schätzenswerte Erfahrungen aufgehoben sind. - -Gelegentlich des Denkmalpflegetages 1905 war die Sammlung in der -Moritzkapelle, die sie ganz ausfüllte, vereinigt und erfreute sich eines -regen Interesses der sachverständigen Teilnehmer. Ein erläuterndes -Schriftchen dazu verfaßte Dr. E. Reicke, Kustos an der Stadtbibliothek -und am städtischen Archiv zu Nürnberg. Druck von J. L. Stich. - -[Illustration: Abb. 143. Miniaturmalerei in einem der Exemplare des -»Liber horarum«, Bamberg 1501.] - -Erscheint es durchaus veranlaßt, daß sowohl die alten wie die neuen -Teile der beschriebenen Sammlung in der Kirche selbst -- zu der sie in -engster Beziehung stehen -- verbleiben, so muß doch bedauert werden, daß -es an einer Pflege der Sammlung, welche vor allem katalogisiert werden -sollte, fehlt. Es ist zu fürchten, daß die in der Krypta und Sakristei -untergebrachten Gegenstände über kurz oder lang in Verlust geraten oder -verkommen. - - * * * * * - -Außerdem befindet sich im Besitz der Kirche noch eine $Büchersammlung$ -von einigen hundert Bänden, die an vier verschiedenen Orten: -im Pfarrhaus (der größte und wichtigste Teil der eigentlichen -Kirchenbücher), im Muffelschen Altar (auch im wesentlichen -Kirchenbücher, darunter auch einige Bände »Verkündigungen« und -»Kindertüchlein«-Bücher), in der nördlichen Sakristei und in einem -Schrank des kleinen Museums über dieser Sakristei (Sebald Schreyersche -Manuskripte, alte Drucke usw.) aufbewahrt werden. - -Die Ehebücher beginnen bei St. Sebald mit dem Jahre 1524, die Taufbücher -1533, die Totenbücher 1547. Die letzteren liegen etwa vom Ende des 17. -Jahrhunderts an größtenteils in zwei Niederschriften vor und ihr Inhalt -wiederholt sich außerdem noch einmal in den Totenbüchern des Königlichen -Kreisarchivs. - -Unter den übrigen Handschriften sind von erheblichem historischem -Interesse namentlich noch die Rechnungsbücher, die Sebald Schreyer als -Kirchenmeister von St. Sebald geführt hat. Zwei derselben betiteln sich: -»Einnemen S. Schreyers der zins vnd gült«; das eine reicht von 1482 bis -1491, das andere von 1491 bis 1503. Ein drittes inhaltlich besonders -interessantes Manuskript ist überschrieben: »Rechnung einnemens und -ausgebens S. Schreyers von 1482 jar untz in das 1494 jar«. Es ist ein -Folioband, während jene Schmalfoliobände sind. Alle drei Bücher sind in -Schweinsleder gebunden, mit Granatapfelmusterpressung verziert und mit -Messingecken und hübschen Messingschließen versehen. - -Ein Perpamentmanuskript, das die Legende des hl. Sebald enthält, -gepreßter Schweinslederband in 2º mit zwei Ketten, auf der ersten Seite -eine gute, doch etwas verdorbene Miniatur (St. Sebald darstellend), -Ende des 15. Jahrhunderts, sowie ein Buch mit Gebeten und Hymnen, 1534 -geschrieben, Klein-2º, sind von geringerer Bedeutung. - -Auch unter den Drucken sind die auf Sebald Schreyer zurückgehenden, -d. h. durch eine Stiftung dieses bedeutenden Kunstfreundes an die Kirche -gekommenen die wertvollsten. Es sind ausweislich der kalligraphisch -eingeschriebenen Widmungen: - -»Liber missalis«. Bamberg, Johann Sensenschmidt und Heinrich -Petzensteiner, 1490, 2º. Drei auf Pergament gedruckte und mit Initialen -(auf Goldgrund) in Handmalerei (Abb. 141, 142) auf das reichste -geschmückte vortrefflich erhaltene Exemplare. Gleichzeitige gepreßte -braune Ledereinbände mit Messingbeschlägen. - -»Liber horarum« (Pars maioris breviarii hyemalis). Bamberg, Joh. -Pfeyl, 1501, 2º. Drei ebensolche Exemplare (Pergamentdrucke) mit -reichem handgemaltem Initialenschmuck (Abb. 143), deren jedes überdies -auf dem Widmungsblatte noch eine treffliche, etwa dreiviertel der -Seite einnehmende Miniaturmalerei aufweist, zweimal Paul Volckamer -als Mitstifter und Sebald Schreyer zu den Seiten des heiligen -Sebald, im dritten Exemplar Sebald Schreyer und seine Frau im Gebet -vor einem geöffneten Flügelaltar knieend, der die Madonna zwischen -den Heiligen Rochus und Sebald einerseits, Lorenz und Sebastian -andererseits und in der Bekrönung den Evangelisten Johannes zeigt. -Gleichzeitige Pergamenteinbände mit gepreßten Mustern und ornamentierten -Messingbeschlägen. - -Von den übrigen Drucken seien noch folgende zum großen Teil mit -Holzschnitten geschmückte kurz angeführt: - -»Psalterium Romanorum« mit dem Wappen des Kardinals Albrecht von -Brandenburg in Holzschnitt von 1520. O. O., J. (1520) und Dr. -Pergamentdruck in Imperial-2º von prächtigster Erhaltung. Der Einband -von 1655 mit den drei nürnbergischen und dem Imhoffschen Wappen sowie -der Bezeichnung »Bib. Nor.« in Goldpressung und mit Messingbeschlägen. - -Die Propheten alle Deutsch. D. Mar. Luth. Wittenberg, Hans Lufft, 1532, -2º. - -Dasselbe in der Ausgabe 1536. - -Desgleichen in der Ausgabe von 1571. - -Biblia. Doct. Mart. Luth. Wittenberg, Hans Lufft, 1571, 2º. - -Psalterium Davidis. Noribergae. In officina typographica Valentini -Neuberi. 1583, Klein-8º (drei Exemplare). - -Veit Dieterich, Summaria über die ganze Bibel. Nürnberg, Paul Kauffmann, -1597, 2º. - -Biblia. Frankfurt a. M., Johann Saur, 1606, 2º. - -Biblia. Wittenberg, Zacharias Schürer, 1621, 2º. - -Biblia. Lüneburg, Johann und Heinrich Stern, 1656, 2º. - -u. s. w. - -[Illustration: Abb. 144. Konsekrationsurkunde des Hochaltares von 1379.] - -[Illustration: TAFEL XV. Thronende Maria mit Heiligen.] - - - - - Urkundliche Beilagen. - - -Die folgenden Urkunden und Urkundenauszüge sind bei der besonderen -Wichtigkeit, die sie vom Standpunkte der historischen und -kunsthistorischen Forschung für die Geschichte der St. Sebaldkirche -beanspruchen dürfen, ausgewählt worden. Je nach Bedeutung und Bedürfnis -sind die einzelnen Stücke entweder in ihrem ganzen Umfange oder im -Auszuge wiedergegeben oder ihr Inhalt nur in aller Kürze hervorgehoben -worden. Die Originale der Urkunden bis zum Jahre 1401 sind sämtlich -im Königlichen Allgemeinen Reichsarchiv zu München aufbewahrt.[XXV] -Von einer ganzen Reihe weiterer Urkunden sind kurze Regesten in der -chronologischen Übersicht (siehe S. 234) gegeben. - - [XXV] Siehe im übrigen den Schluß der Vorrede. - - 1. _Nürnberg 1255, Juli 29._ - -_Bischof H[einricus] von Samland verleiht_ ... omnibus cum debita -devotione venientibus ad dedicationem altaris sancti Stephani siti in -parrochia[XXVI] sancti Sebaldi in Nurenberc penitentibus et confessis -_40 Tage Ablaß der schweren, ein Jahr der läßlichen Sünden und eine -halbe Carina[XXVII] von der ihnen auferlegten Buße._ - -Datum Nurenberc anno domini 1255 in festo prenotato [sancte Margarete]. - -_Original-Pergament. -- Siegel abgefallen._ - - [XXVI] Statt: in parrochiali ecclesia. - - [XXVII] Carina, carena, quadragena, Buße durch 40tägiges Fasten. - - 2. _Nürnberg 1256, Oktober 1._ - -_Bischof Heinrich von Bamberg verleiht allen Christgläubigen, welche -die Pfarrkirche zu St. Sebald in Nürnberg_ in die dedicacionis -- _am -Kirchweihtage -- und an den Festtagen der Apostel Petrus und Paulus und -des hl. Sebald besuchen und ihre Almosen darreichten, einen Ablaß von 40 -Tagen und einer Carrina._ - -Datum Nurenberc 1256 in die sancti Remigii. - -_Original-Pergament. -- Siegel abgefallen._ - - 3. _Bamberg 1273, August 8._ - -_Bischof Berthold von Bamberg ermahnt alle Christgläubigen_ -- cum -igitur ecclesia sancti Sebaldi in Nurenberch in vitris et in quibusdam -allis ad suum ornamentum et decorem necessariis defectum paciatur --, -_zum Nachlaß ihrer Sünden für die Herstellung jener Bedürfnisse ihre -hilfreiche Hand darzubieten, und erläßt allen wahrhaft Reumütigen -nach abgelegter Beichte und Darreichung ihres Almosens 40 Tage Ablaß -von den schweren und ein Jahr von den läßlichen Sünden und verleiht -den Pfarrkindern, welche den Gottesdienst daselbst fleißig besuchen, -denselben Ablaß._ - -Datum apud Babenberch anno domini millesimo ducentesimo septuagesimo -tercio in die beate Afre. - -Original-Pergament mit an rotweißer Seidenschnur anhangendem kleinem -Fragment des bischöflichen Siegels. - - 4. _1274, August 17._ - -_Bischof Berthold von Bamberg verleiht, nachdem er am 10. September -1273_ -- hinc est, quod ob dilectionem et precum instanciam honorabilium -virorum Chunradi buttugelarii, Marquardi sculteti et universitatis -civium in Nurenberg in dominico die post nativitatem gloriosissime -virginis Marie consecravimus chorum et altare parrochialis ecclesie -sancti Seboldi -- _Chor und Altar der Pfarrkirche St. Sebald eingeweiht, -allen wahrhaft Reumütigen, welche gebeichtet haben und dort ihre Almosen -am Jahrtage der Einweihung des Chores und des Altares und in den -einzelnen Monaten des Jahres spenden, je 40 Tage Ablaß von den schweren -und ein Jahr von den leichten Sünden und ermahnt die Vorgenannten, von -ihren Gütern_ ad monasterium sancti Sebaldi, _wo ein solcher Ablaß in -jedem Jahre und zu den verschiedenen Zeiten gefunden werde, ihre Almosen -darzureichen._ - -Datum et actum anno domini 1274 16. kal. sept. - -_Original-Pergament mit an gelbvioletter Seidenschnur anhangendem -beschädigtem bischöflichem Siegel._ - - 5. _Nürnberg 1274, November 22._ - -_Bischof Leo von Regensburg verleiht allen Christgläubigen, welche -die Kirche St. Sebald in Nürnberg an den Festen der Reinigung, der -Verkündigung, der Himmelfahrt und der Geburt Mariens, am Feste des hl. -Sebald und am Jahrestag der Einweihung_ -- ac in anniversario ipsius -ecclesie -- _in Andacht besuchen und zur Kirchenfabrik mit zerknirschtem -Herzen und nach abgelegter Beichte Beiträge spenden, einen Ablaß von 40 -Tagen von den schweren und von 80 Tagen von den läßlichen Sünden nach -vorausgegangenem Konsens des Diözesanbischofs._ - -Datum Nu^erenberch anno 1274 10. kalend. decembr. - -_Original-Pergament mit anhangendem Fragment des bischöflichen Siegels._ - - 6. _Nürnberg 1275, Mai 24._ - -_Bischof Heinrich von Trient, kaiserlicher Protonotar, ermahnt, da die -ehrbaren Bürger und das Volk zu Nürnberg die schöne Kirche daselbst -bauen_ -- cum igitur honorabiles viri burgenses et populares opidi -Nurenbergensis ecclesiam ibidem pulchram construant, sicut fide -didicimus oculata -- _alle Christgläubigen, von ihren Gütern zu dem -genannten Werke fromme Almosen zu spenden, und verleiht allen, welche -zerknirschten Herzens und nach abgelegter Beichte zur Kirchenfabrik -Almosen geben, einen Ablaß von 40 Tagen nach Zustimmung des Diözesans._ - -Datum Nu^orenberg anno domini 1275 in crastino ascensionis domini. - -_Original-Pergament mit anhangendem bischöflichem Siegel._ - - 7. _Bamberg 1283, November 17._ - -_Bruder Inzilerius vom Orden des hl. Augustinus, Bischof zu Budua, -verleiht_ omnibus corde contritis et confessis, qui cum candelis -accensis in criptam Nurenberg ad altare beate virginis iter suum -direxerint, cum sacerdotes, clerici et scolares constituti ibidem -pernunctiant laudem siue antyphonam de canticis cantant eiusdem gloriose -virginis, _Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und einem Jahr von den -läßlichen Sünden nach erfolgter Zustimmung des Bischofs Berthold von -Bamberg._ - -Datum in Babenberg anno domini 1283 15. kal. decembr. - -_Original-Pergament mit an gelber Wollenschnur anhangendem Siegel._ - - 8. _Nürnberg 1284._ - -_Bischof Gottfried von Passau verleiht allen Christgläubigen_, -requirentibus siue visitantibus aut recipientibus qualibet noctium ad -laudem beate virginis seu mane ad missam, _wenn sie reumütig sind und -gebeichtet haben, Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und von einem -Jahr von den läßlichen Sünden, insbesondere aber denen_, qui veniunt -prenotalis temporibus in criptam gloriose virginis Marie ecclesie sancti -Seboldi Nurenbergensis. - -Datum ibidem anno domini 1284. - -_Original-Pergament. Siegel abgefallen. Nur noch die weißroten Fäden -vorhanden._ - - 9. _Heilsbronn 1284, April 26._ - -_Bischof Reinboto von Eichstätt verleiht allen wahrhaft Reumütigen, -die nach abgelegter Beichte an den Marienfesten den Marienaltar_ in -cripta monasterii sancti Sebaldi in Nu^erenberch _in Andacht besuchen, -Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und von 100 von den läßlichen -Sünden, die Zustimmung des Diözesans vorausgesetzt._ - -Datum apud Halsbrvnne anno domini 1284 6. kaln. maji. - -_Original-Pergament mit an grünweißgelber Wollenschnur anhangendem -bischöflichem Siegel._ - - 10. _Rom 1290._ - -_Die Erzbischöfe_ Bonaventura Ragusinus _[Ragusa] und_ Petrus -Arborensis [_Arborea_], _die Bischöfe_ Petronus Larinensis [_Larino_], -Guilhelmus Dignensis [_Digne_], Petrus Tirasonensis [_Tarazona_], -Jacobus Treventinus [_Trivento_], Theobaldus Canensis [_Canossa_], -Guillelmus Callensis [_Cagli_], Marcellinus Turtibulensis [_Tortiboli_], -Waldebrunus Avellonensis [_Avellino_], Egidius Urbinas [_Urbino_], -Romanus Crohensis [_Croja_], Bonus Johannes Esculanus [_Ascoli_] -_verleihen allen Christgläubigen, welche wahrhaft reumütig sind, -gebeichtet haben und an einem der vielen namentlich genannten Festtage -der Kirche St. Sebald_ causa devocionis seu peregrinacionis accesserint -aut qui ad fabricam seu reparationem, luminaria, ornamenta uel ad alia -necessaria dicte ecclesie manus porrexerint adiutrices _oder in der -letzten Not der Kirche von ihrem Vermögen etwas vermachen, Ablässe von -40 Tagen, die Zustimmung des Diözesans vorausgesetzt_. - -Datum Rome anno domini 1289[XXVIII] pontificatus domini Nicolai pape -quarti anno tertio. - -_Original-Pergament. Von den ursprünglich zwölf anhangenden Siegeln das -zweite abgefallen._ - - 11. _Rom 1290._ - -_Dieselben Erzbischöfe und Bischöfe ohne Guillelmus Callensis verleihen -allen wahrhaft Reumütigen und Beichtenden, welche den Altar der h. -Jungfrau Maria in der Krypta und den des h. Evangelisten Johannes unter -dem Lettner_ (sub pulpito) _in Andacht besuchen und die Messen an diesen -Altären hören und diese an deren Patronatsfesten in Andacht oder auf -der Wallfahrt besuchen usw_. _(wie in der vorhergehenden Urkunde) den -gleichen Ablaß._ - -Datum Rome anno domini 1289[XXVIII] pontificatus domini Nicolai pape -quarti anno tertio indictione 3^a. - -_Original-Pergament mit 13 an rotgelben Seidenschnüren anhangenden, zum -Teil nur mehr fragmentarisch erhaltenen Siegeln._ - - [XXVIII] Das dritte Regierungsjahr Papst Nikolaus' IV. reicht vom - 15. Februar 1290 bis zum 15. Februar 1291. Auf das Jahr 1290 - weist auch dasselbe Regierungsjahr Papst Nikolaus' IV. in - Verbindung mit der Rechnung nach der dritten Indiktion hin. - - 12. _Ulm 1290._ - -_Bischof Incelerius von Budua bestätigt in Vertretung des Bischofs -von Bamberg einen von sechs Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald -in Nürnberg erteilten Ablaß und gewährt weitere 40 Tage Ablaß von den -schweren und ein Jahr von den läßlichen Sünden allen Christgläubigen, -welche reumütig und nach abgelegter Beichte ihre Almosen spenden._ - -Ad ampliorem huius rei certitudinum sigillum nostrum presentibus est -appensum. - -_Datum fehlt._ - -_Original-Pergament mit abhangendem Siegel._ - - 13. _Bamberg 1291 Dezember 13._ - -_Bischof Arnold von Bamberg bestätigt sämtliche von katholischen -Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg erteilten und zu -erwartenden Ablässe._ - -Datum Babenberch anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo primo in -die beate Lucie. - -_Original-Pergament mit abhangendem Siegel._ - - 14. _Bamberg 1298, Juli 3._ - -_Bischof Leopold von Bamberg bestätigt alle von Erzbischöfen und -Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg und des Altares -der hl. Katharina in derselben erteilten Ablässe._ - -Presens scriptum super eo dedimus sigilli nostri robore conmunitum. -Actum et datum Babenberch anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo -V[.I]I quinto non. julii, pontificatus nostri anno secundo. - -_Original-Pergament mit anhangendem beschädigtem Siegel._ - - 15. _Anagni 1299, Oktober._ - -_Die Bischöfe Landulphus von Brixen, Stephanus von Oppido, Nicolaus -von Capri, Nicolaus von Turibia und Romanus von Croja verleihen allen -wahrhaft Reumütigen, welche nach abgelegter Beichte die Kirche des hl. -Sebald jährlich an namentlich genannten Festtagen in Andacht besuchen -und Almosen spenden_ uel quomodolibet de bonis ipsorum pro fabrica, -luminariis et aliis dicte ecclesie ornamentis dederint uel miserint seu -in extremis legaverint, ac omnibus, qui ter orationem dominicam siue -pater noster supra dicte ecclesie cimiterium et pro animabus mortuorum -Christi fidelium in eo sepultorum devote dixerint, _einen 40tägigen -Ablaß_. - -In cuius rei testimonium nostra sigilla duximus presentibus apponenda. -Datum Anagnie anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo nono mense -octobris, pontificatus domini Bonifacii pape octaui anno quinto. - -_Original-Pergament mit den anhangenden Siegeln der sechs Aussteller._ - - 16. _1303, Juli 25._ - -_Bischof Petrus von Basel verleiht allen wahrhaft Reumütigen, die nach -abgelegter Beichte an namentlich genannten Festtagen am St. Petersaltar -im Chor der St. Sebaldkirche das hl. Amt der Messe in Andacht hören_ -- -ad altare sancti Petri in choro ecclesie sancti Sebaldi missarum officia -deuote audierint -- _einen 40tägigen Ablaß_. - -Datum anno domini 1303 octauo kalendis augusti. - -_Original-Pergament mit an rotweißer Seidenschnur anhangendem Siegel des -Ausstellers._ - - 17. _Nürnberg 1307, November 19._ - -_Bischof Wulfing von Bamberg bestätigt sämtliche von katholischen -Vätern, Patriarchen, Erzbischöfen und Bischöfen zugunsten der Kirche St. -Sebald in Nürnberg erteilten Ablässe._ - -Datum Nu^eremberch anno domini 1307. XIII. kalen. decembr. - -_Original-Pergament mit anhangendem Siegel des Ausstellers._ - - 18. _Nürnberg 1309, Februar 14._ - -_Vor dem Schultheißen Sigfrid vom Kammerstein und den Schöffen zu -Nürnberg verkauft Friedrich Holzschuher, Gotteshauspfleger bei St. -Sebald, ein in Nürnberg bei den Fleischbänken gelegenes, der Kirche St. -Sebald gehöriges Haus an Herdegen Holzschuher._ - -Ich Sifrit vom Kammerstein, der schultheiz, vnd wir di schepphen -der stat zu Nu^eremberg veriehen vnd tun kunt offenlich an disen -briefe, daz fu^er vns chom in gericht der ersam man her Friederich -Holtschuher, des gotshovs ze sente Sebolt phleger, vnd derzevget, als -recht was, daz er geheizen wer von den purgern, von dem rate vnd von -den schepphen, daz er verkovfen scholt des selben gotshovs gut, sw[a^e] -daz wer, durch des newen powes wegen an sente Sebol[t]s kirchen, daz -man den dest baz m[o^e]cht volbringen an den apseiten. Vnd do er daz -also wol derzevget, do gie dar der selbe her Friederich Holschuher -mit gewaltiger hant, als er geheizen was, vnd gab hern Herdegen dem -Holschuher vnd sinen erben recht vnd redelich ze kovfen daz aigen, daz -des gotschovs ze sente Sebolde was, das da ligt vor der batstuben bi dem -fleischpenken an dem ecke, ze rechtem aigen ze habenne ewichlich. Vnd -des kovfes sind geladen gezevg her Levpolt Holschuher vnd her Albrecht -Ebener. Vnd di sagten auch vf ir ait fu^er vns in gericht, daz her -Friedrich Holschuher hern Herdegen dem Holschuher daz vorgenant aigen -also ze kovfen hete geben im vnd sinen erben ze rechtem aigen ze habenne -ewichlich. Vnd des ze eynem vrkunde, daz sin nicht vergezzen werde vnd -auch also furbaz stete blibe, so ist geben mit vrteil von gericht dirre -brief versigelt mit des schultheizen insigel vnd mit der stat insigel ze -Nu^eremberg, di bede dar an hangent. Des sind gezevg di ersam levte -her Otte Muffel, her Heinrich Eisfogel, her Heinrich Holschuher, her -Heinrich Wigel vnd ander genvg. Der brief ist geben, do man zalt von -gots geburt drevzehenhundert iar vnd in dem nev[n]ten iare an sente -Valentins tag. - -_Original-Pergament mit dem Schultheißensiegel und dem Nürnberger -Stadtsiegel._ - - 19. _Mainz 1310, Januar 4._ - -_Erzbischof P[etrus] von Mainz verleiht allen wahrhaft Reumütigen, -welche nach abgelegter Beichte an namentlich genannten Festtagen die -Kirche St. Sebald zu Nürnberg in Andacht besuchen und Almosen spenden, -einen 40tägigen Ablaß._ - -Datum Nurenberg anno domini MCCC decimo pridie non. januarii. - -_Original-Pergament mit anhangendem Siegel des Ausstellers._ - - 20. _Avignon 1324._ - -_Die Erzbischöfe_ Guillermus Soltaniensis [_Saltania_] _und_ Andreas -Antisbarensis [_Antivari_], _die Bischöfe_ Robertus Connerensis -[_Connor_], Guillermus Sagonensis [_Sagona_], Gregorius Feltrensis -[_Feltre_] et Bellonensis [_Belluna_], Thomas Ythmarensis [_Imeria?_], -Venutus Cathacensis [_Catanzaro_], Johannes Rosquillensis [_Roeskilde_], -Nicolaus Dirivascensis [_?_], Stephanus Lubucensis [_Lebus_], -Franciscus Cenetensis [_Ceneda_], Franciscus Ravellensis [_Ravello_], -Domnius Cathavensis [_Catharensis = Cattaro?_] _verleihen allen wahrhaft -Reumütigen, welche die Kirche St. Sebald an namentlich genannten -Festtagen besuchen oder den Leib Christi und das hl_. _Öl, wenn es -zu den Kranken getragen wird, begleiten oder bei den Exequien und -Leichenbegängnissen in der Kirche oder auf dem Kirchhofe zugegen sind -oder auf dem Sterbebette von ihrem Vermögen der Kirche etwas vermachen -oder beim Abendläuten kniefällig dreimal ein Ave Maria beten_, necnon -qui ad fabricam, luminaria, ornamenta et alia dicte ecclesie necessaria -manus porrexerint adjutrices, _für jedes Mal einen 40tägigen Ablaß_. - -In cuius rei testimonium presentes litteras sigillorum nostrorum -iussimus appensione muniri. Datum et actum Auinione anno a nativitate -domini millesimo trecentesimo vicesimo quarto indictione septima, die -[_Lücke_] mensis [_Lücke_] sanctissimi patris et domini nostri Johannis, -diuina prouidencia pape XXij. amen. - -_Original-Pergament. Von den 13 Siegeln nur noch 8 an Seidenschnüren -anhangend._ - - 21. _Rom 1333, März 26._ - -_Die Bischöfe Jacobus von Metz, Jacobus von Castro_, Benedictus sancte -Prisce _und_ Thomas Lauerienis [_Lavaur?_] _verleihen den gleichen Ablaß -unter denselben Voraussetzungen_. - -Datum Rome in palatiis nostris anno domini millesimo trecentesimo -tricesimo tertio pontificatus domini Johannis, pape 22., mensis martii -die 26., indiccione prima. - -_Original-Pergament. Von den an weißblauen oder weißbraunen -Seidenschnüren anhangenden Siegeln die beiden ersten zerbrochen, die -andern abgefallen._ - - 22a. _Rom 1336, März 21._ - -_Die Bischöfe Johannes von Anagni, Jacobus von Castro, Franciscus von -Castellana und_ Thomas Laueriensis [_Lavaur?_] _verleihen auf Bitten des -Konrad_ Cres [_Kreß_] _von Nürnberg den gleichen Ablaß_. - -Datum Rome in palaciis nostris anno domini millesimo 36, mense martii, -indictione quarta, pontificatus domini Benedicti 12. pape anno secundo, -mensis martii die 21. - -_Mit den anhangenden Siegeln der vier Bischöfe._ - - 22b. _1338, März 3._ - -_Bischof Leopold von Bamberg bestätigt unten an der Urkunde den von den -vier Bischöfen erteilten Ablaß._ - -Datum anno domini 1338, feria secunda ante Kunegundis, beate virginis, -in quadragesima. - -_Original-Pergament mit den anhangenden Siegeln des Bischofs Leopold -von Bamberg und der vier ausstellenden Bischöfe, ersteres an einem -Pergamentstreifen, die übrigen drei an blaubraunweißen Seidenlitzen. Die -drei letzteren stark beschädigt._ - - 23. _1337, Mai 26._ - -_Die Bischöfe_ Alamannus Luanensis, Petrus Calliensis [_Cagli_], -Johannes Bregerensis [_ob Bracharensis = Braga in Spanien?_], Andreas -Coronensis [_Coron_], Petrus Montismaranus [_Montemarano_], Nicholaus -Nazariensis [_Nazareth_], Vincencius Perensis [_Perri_], Raymundus -Cathaniensis [_Catania_], Sergius Pollensis [_Pola_], Jacobus de -Vallona [_Valanea_], Bernardus Ganensis [_Ganos in Thracien_] _und_ -Paulus Fulginensis [_Foligno_] _verleihen den gleichen Ablaß unter -den fast gleichen Voraussetzungen. Es heißt nach der Anführung der -zum Ablaß berechtigenden Feiertage_: causa deuocionis, oracionis aut -peregrinacionis accesserint, seu qui missis, predicacionibus, matutinis, -vesperis aut aliis quibuscumque diuinis officiis ibidem interfuerint aut -corpus Christi etc. - -Datum Avinione 26. die mensis maii anno domini 1337 et pontificatus -domini Benedicti, pape XII., anno tertio. - -_Original-Pergament mit an grünen Seidenschnüren anhangenden Siegeln, -ursprünglich 12, von denen das erste abgefallen und die übrigen mehr -oder weniger beschädigt sind. Durch Randmalereien verziert. Oben in -der Mitte Christus mit erhobenen Fingern, links davon Petrus, rechts -Paulus, weiter links der hl. Laurentius, Maria mit dem Christuskinde auf -dem Arme, neben ihr ein Betender knieend. Die drei letzten Personen in -ganzer Figur. Unter den Betenden am Rande links ein Bischof (Nikolaus?), -ebenso rechts ein Heiliger mit aufgerafftem Gewande [Johannes Baptista]. -Das Ganze in Deckfarben gemalt._ - - 24. _Rom 1343, April 9._ - -_Die Bischöfe Raymundus von Rieti, Angelus von Viterbo und Toscanella, -Jacobus von Castellacio und Jacobus von Nepi verleihen auf Bitten des -Nürnberger Bürgers Konrad Cresse den gleichen Ablaß unter den gleichen -Voraussetzungen und Bischof Leopold von Bamberg bestätigt denselben._ - -Datum Rome in palatiis nostris anno domini millesimo 343, indictione -11., mensis aprilis die 9., pontificatus domini Clementis pape VI. anno -eius primo. - -_Original-Pergament mit fünf anhangenden Siegeln. Die der ausstellenden -Bischöfe an weißbraunen blaugeränderten Seidenborten, das nachträglich -angehängte Siegel des Bischofs Leopold von Bamberg an einem -Pergamentstreifen._ - - 25a. _Rom 1350._ - -_Die Bischöfe Johannes von Bagnorea, Mannus von Amelia und Nicolaus von -Orti verleihen auf Bitten des Nürnberger Bürgers Sifrid Schürstab den -gleichen Ablaß wie in der Urkunde vom 26. März 1336._ - -Datum Rome in palatiis nostris anno domini millesimo 350, pontificatus -domini Clementis pape sexti, indictione tertia, mensis [Lücke], anno -eius octavo. - - 25b. _1353, August 24._ - -_Bischof Leopold von Bamberg bestätigt unter obiger Urkunde diesen -Ablaß._ - -Datum anno domini millesimo 353 in die sancti Bartholomei apostoli. - -_Original-Pergament mit den an weißbraunen (ursprünglich weißroten) -Seidenborten anhangenden Siegeln des Bischofs von Bamberg und der drei -italienisnen Bischöfe, von denen das zweite und vierte beschädigt sind._ - - 26. _Altenburg 1356, Juni 10._ - -_Bischof Leopold von Bamberg bestätigt alle von Erzbischöfen und -Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg und des -Katharinenaltares in derselben erteilten Ablässe._ - -Actum et datum castro nostro Altenburg anno domini millesimo -trecentesimo quinquagesimo sexto feria sexta proxima ante festum -penthecostes. - -_Original-Pergament mit dem anhangenden Siegel des Ausstellers._ - - 27. _Altenburg 1358, Februar 23._ - -_Bischof Leopold von Bamberg verleiht allen wahrhaft Reumütigen, die -nach abgelegter Beichte der Pfarrkirche St. Sebald in Nürnberg_, que -reformacione seu reedificacione indiget necnon in libris, calicibus -ceterisque ecclesiarum ornamentis defectus manifestos patitur nec ipsi -ecclesie pro restauracione predictorum sufficiunt proprie facultates, -nisi deuotorum hominum piis subsidiis adiuuetur, _ihre Almosen spenden, -Liebesgaben darreichen und ihre hilfreiche Hand bieten, 40 Tage -Ablaß der schweren und ein Jahr der läßlichen Sünden und verzeiht_ -vota fracta, si ad ea redierint, peccata oblita, si memores fuerint, -confiteantur, offensas patrum et matrum, si absque enormi fuerint -lesione, juramenta non corporaliter, sed ex animi leuitate prestita. _Er -befiehlt den Rektoren der Kirchen und Kapellen, daß sie den Boten von -St. Sebald, der in den Kirchen, Kapellen und den ihnen zustehenden Orten -Almosen heischt, treulich bei ihren Untergebenen fördern und nicht einen -Teil der Almosen von ihm erpressen._ - -Datum Altenburch anno domini millesimo trecentesimo quinquagesimo -octavo, feria sexta proxima post dominicum inuocavit. - -_Original-Pergament mit dem anhangenden Siegel des Ausstellers._ - - 28. _Avignon 1360, Mai 3._ - -_Die Bischöfe_ Raphahel Archadiensis [_Arkadi_], Francisus Lapsacensis -[_Lampsacus_], Girardus Arrigensis [_ob Ariensis, Ario?_], Albertinus -Surmanensis [_Sirmium_], Lazarus Botrociensis [_Butrinto, Vucindro_], -Johannes Veglegensis [_Veglia_], Johannes Agitonensis [_Agadonensis = -Ardferten (Kerry) in Irland_], Andreas Balazensis [_Balezo_], Petrus -Calligencis [_Cagliari_], Intardus Tartopolensis [_Tortiboli_], Avancius -Sanxensis [_?_], Johannes Tarmopolensis [_ob Termolensis, Termulanus -(Termoli)?_], Franciscus Huroensis [_?_], Johannes Curoensis [_?_], -Johannes Carminensis [_Carmium_], Bertoldus Cisopolensis [_Sizebolu_], -Augustinus Salubrensis [_Soliwri_], Philippus Lauadensis [_?_], Ricardus -Naturensis [_Athyra in Thrazien_] _verleihen allen wahrhaft Reumütigen, -die nach abgelegter Beichte an namentlich angeführten Tagen_ ergastulum -uel altare ibidem, quod est consecratum in honore omnium animarum sub -turri in ecclesia sancti Seboldi in Nurenberch _in Andacht besuchen oder -an anderen angeführten Gottesdiensten teilnehmen und besondere Gebete -und fromme Werke verrichten_, necnon, qui ad fabricam dicti ergastuli -seu altaris luminaria, libros, calices seu queuis alia ornamenta manus -porrexerint adiutrices ac qui eidem ergastulo seu altari aurum, argentum -uel aliquid suarum facultatum in suis testamentis uel extra donauerint -seu donari procurauerint et qui pro salubro statu domini episcopi -Babenbergensis et pro Seyfrido Mavrer, ciuis in Nvrenberch, impetratoris -seu prouisoris dicti ergastuli, et qui pro animabus vxoris legitime -et liberum suorum et qui pro Vlrico Weylerio presbytero uel qui missam -huius uel horas canonicas audierit, qui hanc litteram portauerit et -ordinauerit Auinione, _einen 40tägigen Ablaß von den schweren Sünden_. - -Datum Avinione anno domini millesimo trecentesimo sexagesima, tertia -die mensis maii, pontificatus domini nostri innocencii, pape sexti anno -octavo. - -_Original-Pergament mit 20 anhangenden Siegeln, sämtlich stark -beschädigt. Die Urkunde ist auf den Seiten und oben links und unten -rechts von Weinlaub mit Trauben umrahmt, eine etwas unbeholfene aber -doch charakteristische Malerei. Die erste Zeile_: Uniuersis sancte -matris ecclesie _in verlängerter Schrift, der Buchstabe N in Uniuersis -und die Anfangsbuchstaben S, M, E in roter Farbe ausgeführt, die -Initiale U aber durch eine Maria-Schutz mit den armen Seelen unter ihrem -Mantel ausgefüllt. Zwischen den Worten_ Uniuersis _und_ sancte: _der -hl. Sebald, nach_ sancte: _der hl. Petrus und nach_ matris: _der hl. -Leonhard._ - - 29. _Altenburg 1360, Mai 6._ - -_Bischof Leopold von Bamberg gestattet den Umtausch eines Hauses am -Friedhof von St. Sebald im Eigenbesitz des Egidienklosters gegen ein -Haus des Kirchenvermögens St. Sebald bei den Fleischbänken._ - -Datum Altenburch feria quarta proxima post Walpurgis anno domini -millesimo tricentesimo sexagesimo. - -_Original-Pergament mit anhangendem Siegel._ - - 30. _1360, Dezember 15._ - -_Papst Innozenz VI. verleiht zugunsten der Pfarrkirche St. Sebald_, -quam venerabilis frater noster Lupoldus, episcopus Bambergensis, et -nonnulli comites, barones et nobiles illarum parcium ac delecti filii -magistri ciuium, consules totaque communitas dicte ville ad honorem dei -et eiusdem confessoris de bonis propriis sollenniter construxisse et -competenter dotasse..... dicuntur, _einen jährlichen Ablaß von einem -Jahr und 40 Tagen an namentlich genannten Festtagen_. - -Datum Avinione XVIII. kalendas januarii, pontificatus nostri anno octauo. - -_Original-Pergament mit an gelbroten Seidenfäden anhangender päpstlicher -Bulle._ - - 31. _Altenburg 1362._ - -_Bischof Leopold von Bamberg verleiht den wahrhaft Reumütigen und -Beichtenden_, qui ad novam structuram parrochialis ecclesie sancti -Sebaldi in N[.u]renberg suas largiti fuerint elemosinas necnon eidem -caritativa subsidia et manum porrexerint adiutricem quique eciam -personaliter laboraverint in eadem, _einen Ablaß von 40 Tagen der -schweren und von einem Jahre der läßlichen Sünden_. - -Datum Altenburg anno domini 1360 secundo. - -_Original-Pergament mit anhangendem Siegel._ - - 32. _Nürnberg 1364, April 30._ - -_Revers des Pfarrers Albert Krauter, den Friedhof von St. Sebald nicht -gegen das Rathaus zu erweitern._ - -Nouerint vniuersi presencium inspectores, quod ego Albertus dictus -Kravter, plebanus ecclesie parrochialis sancti Sebaldi opidi in -Nuremberg Bambergensis dyocesis. Licet gracia dei ac erogacione -elemosine a piis fidelibus et precipue parrochianorum meorum ac -aliorum incolarum dicti opidi ecclesia mea prefata aucta sit secundum -longitudinem per edificacionem noui kori, inter quem korum et domum -olim Chunradi dicti Zenner, nunc vero Johannis Ebner, est quoddam -spacium siue planicies empta de bonis ecclesie mee predicte et eidem -debita excepto vno spacio vie publice, que ab antiquo in medio -predicte planiciei solita et debita erat esse, et in eadem planicie -cimiterium reuerendi in Christo patris ac domini mei domini... episcopi -Bambergensis ac opidanorum sepedicti opidi consensibus accedentibus -posset augeri. Tamen quod predicta planicies est satis modica, in -quantum pertinet ecclesie mee, et ex opposito est pretorium et domus -multe, in quibus continue sunt habitatores honesti et nonnunquam -principes, duces, barones et nobiles aduene, quibus horror posset -insurgere, si in sepedicta planicie eis tam vicina corpora mortuorum -sepelirentur, nomine mei ac ecclesie mee prefate annui et volui ac -presentibus ordino et volo, vt eadem planicies ad cimiterium non -conuertatur nec dedicetur, sed antiquum cimiterium, quo ad istum -respectum in suis finibus sit et maneat, donec ego vel alter meus -successor et consules opidi antedicti aliter duxerint simul ordinandum. -Volo tamen, quod sepedicta planicies via publica, que per eam transire -ad cimiterium debet, excepta, quo ad proprietatem et omnem vsum ac -comodum, si quod exinde euenire posset, pertineat, prout de iure debet, -ad ecclesiam meam supradictam. Et hec omnia per reuerendum in Christo -patrem ac dominum meum dominum Fridericum, dei gracia dignum episcopum -ecclesie Bambergensis, desidero et exopto confirmari. In quorum -testimonium presentes sigilli mei munimine consignaui. Datum Nuremberg -anno domini millesimo trecentesimo sexagesimo quarto in vigilia -apostolorum beatorum Phylippi et Jacobi. - -_Unten oberhalb des Bugs von anderer Hand, aber ziemlich gleichzeitig_: -Consimilem litteram habent ciues sub sigillis pendentibus domini -episcopi et plebani. - -_Original-Pergament mit dem anhangenden Siegel des Pfarrers Albert von -St. Sebold [Pfarrsiegel]._ - - _Stadtarchiv Nürnberg. Abgedr. Städtechroniken. I, 422 ff._ - - 33. _Bamberg 1370, Juli 3._ - -_Bischof Ludwig von Bamberg bestätigt auf Bitte des Berthold Teufel die -von dessen Vater Konrad, Bürger zu Nürnberg, gestiftete Pfründe auf dem -Marienaltar in der Krypta von St. Sebald zu Nürnberg_ -- quoddam altaris -seu prebende beneficium in altari eiusdem beatissime Marie virginis sito -in cripta parrochialis ecclesie sancti Sebaldi -- _und befreit sie von -aller Last weltlicher Gewalt_. - -Datum et actum Bamberge anno domini 1370 feria quarta post diem beatorum -Petri et Pauli apostolorum. - -_Original-Pergament. Siegel abgefallen._ - - 34. _Nürnberg 1379, Juni 5._ - -_Kardinal Pileus verleiht_ -- cum igitur dilectus in Christo magister -fabrice ecclesie sancti Sebaldi Nurembergensis Bambergensis diocesis -totaque communitas ibidem ad ipsam ecclesiam Nurembergensem specialem -gerant deuocionem et affeccionem ipsamque reparare et sustentare, -sicut accepimus, intendant, ad cuius perfeccionem eiusdem ecclesie -non suppetunt facultates sintque ad hoc Christi fidelium suffragia -necessaria et eciam oportuna -- _allen wahrhaft Reumütigen und -Beichtenden, welche die Kirde St. Sebald an besonders genannten -Festtagen besuchen und hilfreiche Hand bieten, Ablässe von einem Jahr -beziehungsweise von 100 Tagen_. - -Datum Noremberg dicte diocesis nonis junii pontificatus sanctissimi in -Christo patris et domini nostri domini Vrbani, divina providencia pape -VI., anno secundo. - -_Original-Pergament mit an verblichener (ursprünglich roter) Kordel -anhangendem Siegel._ - - 35. - -Pau der türn zu sand Sebolt de anno 1481 in annum 1490.[XXIX] - -Erhöhung beder türn Sebaldi. Kirchenmaister Sebolt Schreyer, angefangen -anno domini 1481, volbracht anno domini 1499.[XXX] - - [XXIX] Auf dem Einbanddeckel. - - [XXX] Auf dem Vorsetzblatt. - -1481. Item nach dem als man zalt von Cristi unseres lieben herren geburt -vierzehenhundert und im ainundachzigisten jar, in ainem erbern rat -verlassen ist, beide türn des gotzhauß der pfarrkirchen zu sand Sebolt -zuerhöhen vnd zuverneuen, also und daruff sind dieselben mit gepeuen -fürgenommen worden, und wie wol die vor und ee dann Sewolt Schreyer zu -kirchenmaister gesetzt ist und nemlichen bei Hansen Haller, dazumalen -kirchenmaister, zupauen angefengt sind, so ist doch solicher bau durch -und bei dem gemelten Schreyer volbracht und verrechet worden. Demnach -hat er zu jüngst den ganzen pau, als der zu ende kummen ist, zu allen -seinem einnemen und ausgeben in ain rechnung gebracht und gezogen, -alles, wie hernach begriffen ist. Und zu denselben zeiten sind oberst -hauptleut diser stat Nurmberg gewesen her Ruprecht Haller, der alt, zu -der zeit auch oberster pfleger des gemelten goczhaus, her Niclas Groß, -der alt, und her Gabriel Nüczel. - -Item demnach und erstlich ist beschriben und verrechnet das einnemen -soliches paus in mainung, so hernach volgt: - -Bl. 10': Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als davor -geschriben stat. - - Item aus der losungstuben entlehnet novilb 10.187 [Schilling] 4 hlr. -- - Item aus allerlei zeg gelöst " 1.057 " 14 " 8 - Item von geschicken und almusen " 184 " 14 " 2 - Item von der kirchen gelt dar zu - eingenommen " 774 " 12 " 1 - Summa alles einnemens " 12.204 " 4 " 11 - - Bl. 122': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor - beschriben stet. - - Item maister Ekarius, zimmerman novilb 52 [Schilling] 10 hlr. -- - Item den zimmergesellen ausgeben " 816 " 16 " -- - Item maister Hainreichen Kugler, - steinmeczen " 145 " 18 " -- - Item den parlieren hab ich ausgeben " 39 " 10 " -- - Item steinmeczengesellen " 1.584 " 10 " 2 - Item hantlangern oder taglonern " 346 " 1 " -- - Item deckern und iren gesellen " 47 " 4 " 8 - Item klaibern und iren gesellen " 11 " 4 " 10 - Item tunchern und iren gesellen " 6 " 8 " 6 - Item dem kirchner hab ich ausgeben " 34 " 10 " -- - Item schreinern " 16 " 6 " 2 - Item glasern " 7 " 9 " 2 - Item fur den ofen von kupfer " 60 " 6 " -- - Item fur den schlot von kupfer " 34 " 18 " 10 - Item fur die rinnen von kupfer " 42 " 18 " -- - Item kandelgiessern " 4 " 15 " 10 - Item rotschmiden " 17 " 16 " -- - Item trechslern " 1 " 14 " 8 - Item wagnern " 4 " 1 " -- - Item putnern " 3 " 10 " -- - Item segern " 15 " 10 " 4 - Item sailern ausgeben " 187 " 5 " 10 - Item maister Erharten, schmid " 138 " 19 " 2 - Item maister Niclasen Greiner, - schlosser " 113 " 19 " 6 - Item maister Lienharten Ochsen, - schlosser " 11 " 17 " 10 - Item maister Matenckhofer, - schlosser " 43 " 18 " -- - Item maister Peteter, statschmid " 17 " 16 " 8 - Item Hansen Pulman, hammerschmid " 69 " 6 " 8 - Item Wilbolten Plancken, eisenmann " 70 " 15 " 4 - Item Gorgen Köppel, eisenmann " 36 " 12 " -- - Item für allerlei ander eisenwerk " 30 " 1 " 8 - Item schleifern ausgeben " 2 " 3 " 2 - Item fur pretter " 134 " 14 " 2 - Item fur thillen " 9 " 12 " 4 - Item fur allerlei holzwerk " 360 " 2 " 6 - Item fur reuhelbergstein - [Reuhelberg im Lorenzerwald bei - Steinbrüchlein] " 1012 " 5 " 2 - Item fur kornpergstein - [bei Kornburg] " 14 " 14 " 8 - Item fur ziegelstein " 54 " 1 " 10 - Item fur kalk ausgeben " 57 " 8 " 8 - Item fur parstein [Gips] ausgeben " -- " 13 " 8 - Item fur harz ausgeben " -- " 8 " 10 - Item fur öl ausgeben " 6 " 7 " -- - Item fur unslit, schmer und schmir " 2 " 6 " 3 - Item kernern von kot, sand und - ziegel zu fürn " 86 " 14 " -- - Item fur allerlei uncost " 32 " 8 " 4 - Item fur voraus und trinkgelt " 17 " 11 " 10 - Item von turndeckers arbeit zuwegen - tragen und zufürn " 12 " 18 " 10 - Item des turndeckers belonung von - beiden türn " 490 " 4 " -- - Item fur plei ausgeben " 12 " 16 " 4 - Item fur zin ausgeben " 3.157 " 6 " 10 - Item fur die eisine spieß oder - spicz ausgeben " 25 " 10 " 10 - Item fur die kupferin knöpf " 55 " 12 " 8 - Item dem goldschmid die knöpf zu - vergulden " 252 " 6 " -- - Item fur die fannen " 12 " 7 " -- - Item den malern " 10 " 11 " 2 - Item fur di orglogken [Schlaguhr] " 2.221 " 7 " -- - Item von der orglogken zu fürn und - zu heben " 9 " 19 " -- - Item fur das schlahwerk ausgeben " 131 " 4 " -- - Item fur den wecker der turner - ausgeben " 5 " 17 " -- - Summa alles ausgebens " 12.204 " 4 " 11 - -S. 124: Item die vorgemelt summa ist ausgeben und verpaut worden in -sechs jaren und in jedem derselben jar ausgeben, wie hernach: - - Item im 81. jar ausgeben novilb 72 [Schilling] 15 hlr. -- - Item im 82. jar ausgeben " 2.537 " 10 " 10 - Item im 83. jar ausgeben " 5.680 " 19 " 7 - Item im 84. jar ausgeben " 3.778 " 15 " 4 - Item im 85. jar ausgeben " 98 " 17 " 6 - Item im 86. jar ist ausgeben " 35 " 6 " 8 - Summa " 12.204 " 4 " 11 - -Item zuwissen, das die obgemelt verpaut summa der 12.204 lb. novi 4 -[Schilling] 11 hlr. zu gold angeschlagen und 2 lb. novilb 2 [Schilling], -das ist 8 lb. alt 12 [Schilling] fur 1 guldin reinisch landswerung, -inmassen der guldin rinisch zu den selben zeiten golten hat, gerechet, -bringt oder tut 5811 gulden rinisch landswerung und 11 [Schilling] in -gold. - -_1489 wird der südliche Turm neu mit Zinn und Blei gedeckt._ - -Bl. 126': Losungstuben und sunst. - -Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als obgeschriben steet, -tut novilb 1406 [Schilling] 4 hlr. --. - -Bl. 135': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor -geschriben steet. - - Item zu abdecken des zins und pleis novilb 13 [Schilling] -- hlr. -- - Item gewicht und brob des - abgedeck[t]en zins " 2 " 1 " 2 - Item gewicht des abgedeck[t]en pleis " -- " 12 " 8 - Item zimergesellen zu rüsten " 28 " 1 " 4 - Item zimergesellen abzurusten " 13 " 14 " 8 - Item holzwerk zu dem gerüst " 24 " 19 " -- - Item fur mit rustholz und prettern " 1 " 3 " -- - Item allerlei uncost " 10 " 1 " 10 - Item neuerkauft zin " 963 " 6 " 4 - Item neuerkauft plei " 51 " 15 " 6 - Item maister Ulrichs arbait mit - giessen des zins " 7 " 13 " 10 - Item maister Ulrichs arbeit mit - giessen des pleis " 2 " 4 " 8 - Item belonung maister Ulrichs " 262 " 10 " -- - Item für nägel ausgeben " 25 " -- " -- - Summa alles ausgebens " 1.406 " 4 " -- - -Item zu wissen, das die obgemelt verpaut summa der 1406 lb. novi 4 hlr. -zu gold angeschlagen und 2 lb. novi 1 [Schilling] 8 hlr., das ist 8 lb. -alt 10 [Pfennig] fur 1 guldin r. landswerung, inmassen der guldin zu -denselben zeiten golten hat, gerechet, bringt und tut 674 guldin rinisch -landswerung 19 [Schilling] 6 hlr. in gold. - -_1490 Eindecken des nördlichen Turmes._ - -Bl. 136': Losungstuben und sunst: - -Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als obgeschriben stet, -tut novilb 312 [Schilling] 10 hlr. --. - -Bl. 144': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor -geschriben stet. - - Item zu abdecken des zins novilb 12 [Schilling] 10 hlr. -- - Item gewicht und brob des - abgedeckten zins " -- " 9 " 2 - Item zimmergesellen zu rüsten " 34 " 4 " 8 - Item zimmergesellen abzurusten " 13 " 2 " -- - Item holzwerk zum gerüst und andern " 3 " 5 " -- - Item fur mit rüstholz und andern " 2 " -- " -- - Item für nägel ausgeben " 18 " 7 " 6 - Item schlossern ausgeben " 3 " 12 " 2 - Item sailern und schreinern - ausgeben " 8 " 6 " 10 - Item allerlei uncost " 9 " 10 " 6 - Item maister Ulrichs arbeit mit - giessen des zins " 7 " 19 " 6 - Item maister Ulrichs arbeit mit - giessen des plei " -- " 1 " 4 - Item belonung maister Ulrichs " 197 " 10 " -- - - Summa alles ausgebens " 310 " 18 " 8 - -_umgewandelt in fl. rhein._: 149 fl. 5 [Schilling] in gold [2 lb. n. -1 [Schilling] 8 hlr (8 lb. alt 10 d) = 1 fl. rh. Landeswähr.]. - -145^b: Item so die rechnung mit dem tecken beder turn erschaut werden, -so erfindet sich, das Cristof Lilgenweis dem goczhaus am giessen des -zins und tecken der türn mit seiner untreu schaden zugefügt hat, nemlich -am ersten turn am zin bei oder ob 142 guld. rh. und am plei ob 12 fl. -r., ut fo. 128 hievor begriffen. - -Wer an dem andern turn ob 278 fl., ut fo. 138 hievor begriffen. Summa -432 fl. rh. ausserhalb des schadens, so auf die gemelten turn gangen -ist, die anderwaid zu decken. - -_Obwohl ihn der Rat im Loch gefangen setzte und mit ernstlicher Frage -angriff, benannte er doch nicht mehr als 56 fl. rh. Da man damals von -dem großen Schaden keine Kenntnis hatte, wurde er auf Fürbitte von -Bamberg und anderen Enden ausgelassen, doch sollte er solchen bekannten -Schaden an St. Sebald und 10 fl. an St. Lorenz ausrichten, wofür sein -Vater und Weib Bürge wurden, laut Gerichtsbuch Cons. D. fol. 285 (auch -an dieser Stelle eingetragen). Sabbato post Francisci anno 86._ - -Item und als aber der obgemelt Lilgenweis gehort und vermerkt hat, daß -der erst turn anderwaid zudecken maister Ulrichen Hubner von Bamberg -verlassen und im entwert worden was, hat er sich vor und ee man den -abgedeckt hat, von hinnen getan, villeicht aus ursachen, das er sich -besorgt hat, so man sein untreu dermaß und so groß erfinden wurd, er -mochte wider angenommen und nach seinem verdienen gefertigt werden. - -146^b: Suma was der ganz pau cost hat. - -_Die Seiten 146^b-149^b enthalten nur Zusammenstellungen der -vorerwähnten Einnahmen und Ausgaben._ - - _Kgl. Kreisarchiv Nürnberg._ - - 36. - -Bedenken, welcher gestalt der chor und umbgang uf sant Sebalds kirchen -möcht zu pessern sein. - -Actum den 27. maij 1561. - -_Kgl. Kreisarchiv Nürnberg. Abgedruckt in den Mitteilungen des Vereines -für Geschichte der Stadt Nürnberg, VIII, 246 ff., wo auch noch zwei -einschlägige Ratsverlässe und der kurze Bericht aus den Annalen des -Ratschreibers Johannes Müllner wiedergegeben sind._ - - 37. - -=Acta die Sebalder-Kirch-Thurn-Reparatur betr. Von a=: 1769 in 1770. - -25. März 1768: Relation über den Befund des schadhafften Thurns an der -St. Sebalds Kirch. _Besichtigung des Turmes am 23. März 1768 durch -Scholarch Paul Karl Welser mit dem Stadtalmosenamtspfleger Volckamer, -Bauinspektor Stettner und Almosenamtszimmermeister Schwammbach. Der -Dachstuhl des Helmes war, sowohl »Geschwölle« wie »Legsparren« zum -großen Teil zusammengefault._ - -_Das Waldamt Laurentii und das Sebaldi werden vom Stadtalmosenamt -ersucht um_ - - 1. _21. März 1768_ _20 Stämme [Laurentii]_ - 2. _7. April 1768_ _8 Eichen [Laurentii]_ - 3. _2. August 1768_ _3 Eichen je 24 Schuh lang [Sebaldi]_ - 4. _5. Mai 1769_ _4 fichtene Baumstämme 80 Schuh lang Gratsparren_ - _4 fichtene Baumstämme je 50 Schuh lang, 10 Zoll - im Quadrat zu Schiftsssparren [Laurentii]._ - -1769 Mai 24.: _Das Stadtalmosenamt ersucht_: - -Das löbl: Rugs Amt wird hiemit höfl. requirirt, denen Geschwornen -der Flaschnerprofession zu intimiren, daß von denen auf der -Herberg ankommenden und Arbeit suchenden Gesellen dem Flaschner -Grübel Meldung getan werde, um einen tüchtigen Pursch, der zu der -Sebalder-Kirch-Thurn-Reparatur zu gebrauchen ist, aussuchen zu können. - -_1769 Juli 19. schießt das Landalmosenamt 1000 fl. vor._ - -_1769 November 7. schießt das Landalmosenamt 1500 fl. vor._ - -_Vom Dezemzer 1769 liegt eine Liste vor, enthaltend die Berechnung der -bisherigen Kosten und ein Verzeichnis des verwendeten Baumaterials:_ - - Berechnung - -des Sebalder Kirchthurmsbaues vom 24. Octobris 1768 biß 2. Dec. 1769, -sowohl was an Taglohn und Meisterconti, als auch an Baumaterialien -ausgeleget und verbraucht worden ist. - - Denen Zimmerleuten vom 24. October bis 19. November - 1768 für Taglohn fl. 37 23 -- - Vom 3. April 1769 bis 2. Decber 1769 für Taglohn denen - Zimmerleuten, Flaschner- und Tünchersgesellen samt - Meistergebühr bezahlt " 1477 11 -- - Dem Meister Schwambach Douceur " 11 -- -- - Denen Zimmergesellen und Tünchern Trankgeld " 10 -- -- - Für 29 Fuhren à 24 kr. dem Kärner " 11 36 -- - Dem Wagner für 2 Leitern " 3 -- -- - Dem Seiler für das Seil und Stangen " 183 53 -- - Dem Nagler Ruf und Heß für Nägel " 168 39 -- - Dem Schlosser Bauer für Arbeit " 88 48 -- - Den beeden Waldämtern Laurenzii et Sebaldi für 8 Eichen - und 20 Stämm, Holzpfandung, Fuhrlohn, Anweis und - Trankgeld " 67 44 2 - Dem Waldamt Laurenzii für 8 Fiechten zu denen 4 Grad- - und 4 Schiftsparren Fuhrlon " 38 30 -- - Dem Schmid Klöpfel für Arbeit " 36 25 -- - Dem Flaschner Griebel für mößinge Haften und Blei zum - Löten " 103 47 -- - Dem Orgelmacher Küttelmann für 284 Blatten zu gießen - à 20 kr " 94 40 -- - An erkauften Zinn, nemlich 3 Centner à 50 fl., - 2-1/2 Centner à 49 und 14 Centner 47-1/2 lb. - à 48 fl.= 19 Ct. 97 lb. u. an Geld " 1167 32 2 - An erkauften Blei, nemlich 2 Centner à 13 und - 4 Centner 85 lb. à 12-1/2 = 6 Cent. 85 lb. und - an Geld " 86 37 2 - ---------------- - fl. 3586 46 2 - Auf zweimal empfangen " 2500 -- -- - ---------------- - Mehreres ausgegeben fl. 1086 46 2 - - Verzeichnus - -derjenigen Baumaterialien, welche zum Sebalder Kirchturn verbraucht -worden vom 3. April bis 9. December 1769, als - - An Eichen-Holz - -8 Fenster-Benke, 3 dreizöllige Stollen, 3 vierzöllige Stollen, 4 -Gesims-Hölzer, 176 Bretten zum zu schallen - - An weichen Holz - -16 Stämm Brettenholz, 16 Stämm Riegelholz, 3 zweizöllige Dillen, 1 -zweizöllige Dille, 9 Schu lang, 4 Gradsparrn von 69 Schu, 4 Schiftsparrn -von 50 Schuh, 226 Bretter zum Rüsten, 109 Latten zum Rüsten, 4 -vierzöllige Stollen. - - An Eisen und Nägeln - -122 Klammern von unterschiedlicher Länge, 42 Rund- und halbköpfige -Nägel, 128 Nägel zweierlei Sorten, 25 große Nägel, 20 große Nägel -anderer Gattung, 1200 Bodnägel, 500 Biennägel, 700 Rinneneisen, 6400 -Schollennägel, 3600 kleine und große Blattennägel, 30 Stück andere, 172 -Läut-Sträng, das Gerüst anzubinden. - -_In diesem Verzeichnis sind die Preise nicht eingesetzt._ - -_Die vorhandenen Mittel von 2500 fl. reichten so nicht aus. Allein das -Stadtalmosenamt hatte selbst nichts, und so wandte es sich durch das -Losungsamt an_ derer Herren Aeltern Hochwohlgebornen Herrlichkeiten -_am 27. Dezember 1769 und legte die oben stehende Liste bei_. _An -dem langsamen Gange der Arbeit sei die Witterung und die_ viele -Zeit erforderliche schwere und vierfache Zusammenfügung der Blatten -_schuld_. _Die_ gänzliche Blattenzuschlagung _müßte bis künftiges -Frühjahr hinausgeschoben werden. Bis jetzt müßten noch 1086 fl. 46 kr. -2 [Schilling] nachbezahlt werden und für die Vollendung der Arbeit -einschließlich von etwa 10 bis 11 Zentner erforderlichen Zinnes wäre -noch ein Kapital von 2000 fl. nötig. Dieser Vorschuß könnte vielleicht -dem_ Land Almosamt oder denen sämtlich geistlichen Aemtern per -repartitionem abgereichet werden. - -_Die vorgeschlagene Repartition wurde durch Ratsverlaß vom 9. Januar -1770 genehmigt._ - - Repartitio - - bezahlt den 17. Februar 1770 Löbl. Spital- und Kloster - St. Catharina fl. 1200·- - bezahlt den 24. Januar 1770 " Closter Amt St. Clara " 900·- - bezahlt den 3. Februar 1770 " Landalmoßamt " 1000·- - " Stadtalmoßamt " 400·- - den 3. Februar 1770 bezahlt " Marthaspital " 25·- - den 24. Januar 1770 bezahlt " Mendel - XII-Brüderstiftung " 400·- - bezahlt den 26. Januar " Geistl. Güter auf dem - Land " 500·- - d. 24. Jan. 1770 Jobst-Stiftung zalt - d. 25. D. 1770 St. Peter u. Paul Stift - zalt - d. 25. Jan. z. St. Leonh Vier Siechköbel und - do. St. Joh. u. Sonder Siechen-St. Sondersiechen à 30 fl. " 150·- - 1770 d. 24. Jan. zalt Heil Kreuzstiftung " 25·- - ----------------- - Summe fl. 4600·- - - Losungamt - den 18. Januar 1770 - _Städt. Archiv Nürnbeg._ - - - - - Anmerkungen. - - - [1] Urkunde Kaiser Heinrichs IV. vom 19. Juli 1062, wodurch er den - Kanonikern zu Bamberg den von seinem Vater an Nürnberg - übertragenen Markt mit dem Zoll und der Münze an Fürth - zurückgibt. Mon. Boic. XXIX, Nr. 406. - - [2] Die zuerst von Baader in seinen Beiträgen zur Kunstgeschichte - Nürnbergs, I (Nördlingen 1860), S. 49, aufgestellte, dann von - der kunsthistorischen Lokalforschung aufgenommene und von dieser - in die allgemeine Kunstgeschichte übergegangene Behauptung, die - Kirche St. Sebald sei 1256 in ihrem Hauptteile fertiggestellt - und geweiht worden, erweist sich als nicht stichhaltig, da dies - aus der Ablaßurkunde des Bischofs Heinrich von Bamberg vom 1. - Oktober 1256 nicht geschlossen werden darf. Vgl. hierüber außer - Baader insbesondere noch Sighart, Geschichte der bildenden Künste - im Königreich Bayern, München 1862, S. 235, ferner Schnaase, - Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter, Düsseldorf - 1872, Bd. III, S. 348, B. Riehl, Kunsthistorische Wanderungen - in Bayern etc., München und Leipzig 1888, S. 154 und Dehio und - Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Stuttgart 1892, - 1, S. 500. Beim Dom zu Bamberg, mit welchem St. Sebald in engem - baugeschichtlichem Zusammenhang steht, hat man in der Datierung - einen ähnlichen Fehler begangen und eine Ablaßurkunde von 1274 - dahin gedeutet, als sei zu dieser Zeit noch an der Vollendung - des Domes gearbeitet worden. Bezüglich der Einweihungsurkunde - vom 17. August 1274 siehe das folgende Kapitel sowie Beilage - 4. Den Inhalt der Urkunde vom 1. Oktober 1256 gibt Lang, Reg. - B. III, 83, kurz wieder mit: »Henrici episcopi Babenbergensis - indulgentiae pro ecclesia parochiali sancti Sebaldi in Nuremberg. - Dat. die sancti Remigii (1. Oktober)«, spricht demnach nicht von - einer Einweihung. - - [3] Über die Kapelle St. Peter wurde urkundliches Material nicht - gefunden. Nur spätere Chroniken berichten von ihr in der - bekannten sagenhaften Art und abweichend voneinander. Über die - ehemalige Existenz der Kapelle jedoch -- darin stimmen alle - Chroniken überein -- besteht kein Zweifel. Möglicherweise hat sie - an Stelle des jetzigen Peters- oder Westchores gestanden. - - [4] Vgl. Otto Schulz, Die romanischen Bauteile von St. Sebald und ihre - Instandsetzung, in der Zeitschrift für Bauwesen, Berlin 1908, S. - 529 f., sowie bezüglich der während der letzten Restaurierung - gemachten baugeschichtlichen Feststellungen: Derselbe, Die - Wiederherstellung der St. Sebaldkirche in Nürnberg 1888-1905 in - den Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg. - 1905. - - [5] Anderweitiger Schmuck war nur spärlich vertreten. Im Mauerwerk - des jetzigen Ostchors befinden sich Steine, welche vom - romanischen Bau stammen. Dieselben zeigen den Zahnschnitt. - Ein auf dem Dachboden gefundener, jetzt im Lapidarium (ehem. - Westkrypta) aufbewahrter Stein hat Flechtwerk. - - [6] Für den nachträglichen Anbau der beiden Portale an die Turmhallen - hat Prof. Schmitz nachfolgende Gründe geltend gemacht: 1. Das - Mauerwerk der Portale hat einen auffallend weiten Vorsprung vor - die Mauerflucht der Türme. 2. Der Steinverband zeigt, daß ein - organischer Zusammenhang zwischen dem Mauerwerk der Portale - und dem der Türme nicht besteht. 3. Das südliche Portal steht - nicht in der Achse des alten Seitenschiffes. 4. Die Segmentbögen - über den Türöffnungen im Innern haben dieselbe Form wie die der - Portale an den gotischen Seitenschiffen. 5. Die Steinquadern der - Dachschrägen der Portale haben sich bei der Abnahme anläßlich - der jetzigen Restaurierung als auf allen Seiten sauber behauen - erwiesen, was nur damit erklärt werden kann, daß sie von einem - anderen Bau herrühren. 6. Die Bogenquadern zeigen an den - Fugenkanten Beschädigungen, welche nicht auf Verwitterung, - sondern auf einen stattgehabten Abbruch oder Transport deuten. 7. - Die Profilierung des Dachgesimses ist gotisch. 8. Die Risse im - Mauerwerk über den Segmentbögen weisen auf ein späteres Einsetzen - der Portale hin. - - [7] Weese, Die Bamberger Domskulpturen, Straßburg i. E. 1897, - S. 3 ff., und derselbe in der geschichtlichen Einleitung zu - Aufleger, Der Dom zu Bamberg, München 1898, hat das einschlägige - Urkundenmaterial in der Hauptsache zusammengestellt. - - [8] Näheres bei B. Riehl, Kunsthistorische Wanderungen durch Bayern, - Bayerisch-Schwaben, Franken und die Pfalz, München und Leipzig - 1888, S. 50 ff., S. 65 ff. und S. 147 f., und bei Dehio und - Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Stuttgart 1892, - Bd. I, S. 176 ff. - - [9] Bei den doppelchörigen Anlagen mit westlichem Querschiff, wie sie - den vorhin erwähnten Bauten, den Domen von Mainz und Worms - einerseits, dem Augsburger Dom, St. Emmeram und Obermünster zu - Regensburg und dem Dom zu Bamberg andererseits, eigen sind, war - der Westchor fast regelmäßig dem hl. Petrus geweiht. Bezüglich - der Sage des hl. Sebald siehe die ausführliche Wiedergabe der - Legende bei Reicke, Geschichte der Reichsstadt Nürnberg, Nürnberg - 1896, S. 20 ff. - - [10] Die Kleeblattblendbögen unter den Ostchorfenstern und an den - Ostchorschranken des Bamberger Domes bleiben hier außer Betracht, - da sie einer viel früheren Zeit, nämlich dem Bau von 1186-1201, - angehören. - - [11] Die Maße sind selbstverständlich abgerundet. Genau betragen - dieselben in Metern ausgedrückt bei Bamberg 24,8 : 12,6 und bei - Nürnberg 19,75 : 7. - - [12] Dehio und Bezold, a. a. O. 1, 517 ff. - - [13] Siehe Städtechroniken: Nürnberg, Bd. I, S. 320. Verschiedene - Angaben über die Geschichte des Klosters Ebrach beruhen auf - freundlicher Mitteilung seitens des kgl. protestantischen - Pfarrers am Zuchthause Ebrach, Herrn Dr. Jäger, welcher - inzwischen seine Forschungen über das Kloster in einer - umfassenden Arbeit niedergelegt hat: Die Klosterkirche zu Ebrach. - Ein kunst- und kulturgeschichtliches Denkmal aus der Blütezeit - des Zisterzienserordens. Von Dr. Johannes Jäger. Würzburg 1903, - Stahelsche Verlagsanstalt. - - [14] Hier muß wiederholt betont werden, daß die Blendarkaden im - Bamberger Ost- oder Georgenchor nichts mit denen in Ebrach zu tun - haben, da sie einer früheren Zeit angehören. Es ist somit irrig, - wenn Weese, Bamberger Domskulpturen, S. 10, sagt, das Innere des - Georgenchores bilde mit der Michaelskapelle eine Gruppe, in der - durchgehende Züge nicht zu verkennen seien. Es soll damit nicht - bestritten werden, daß die ersten Kleeblattblendbögen in Bamberg - von Zisterziensern vermittelt wurden, nur war eben nicht das - Ebracher Kloster der Ausgangspunkt. - - [15] So M. M. Mayer, a. a. O. S. 5. Nach ihm hätte Friedrich - Holzschuher etliche Zinse, von der Kirche an seinen Vater - Herdegen Holzschuher verkauft, um die baufällige Kirche -- die - eine (vielleicht nördliche) Seite war baufällig geworden -- mit - dem Erlös wieder herstellen zu lassen. Auch Baader, Beiträge, - I, 50, sagt, 1309 hätte eine der beiden Abseiten einzufallen - gedroht, allein ein edler Bürger, Friedrich Holzschuher, hätte - sich mehrerer Güter entäußert und mit dem gelösten Geld den - Baufall gewendet. Baader weiß also nicht einmal, daß Friedrich - Holzschuher Pfleger bei St. Sebald war und daß er ein Haus, - dessen Besitzerin die Kirche war, als Gotteshauspfleger - verkaufte. Baader und Mayer scheinen auf die gleiche Quelle, etwa - auf eine Chronik, zurückzugehen, da beide von der Baufälllgkeit - nur =eines= Seitenschiffes wissen. Rée, Nürnberg (in den - Berühmten Kunststätten, Nr. 5), 3. Aufl. 1907, S. 39 ff. gibt - bereits richtig die engen Raumverhältnisse als Grund für den - Umbau an. - - [16] Siehe Mummenhoff, Altnürnberg (Bayerische Bibliothek, Bd. 22). - Bamberg 1890. S. 71 ff. - - [17] Vgl. M. von Kramer, Die Umbauten am nördlichen Seitenschiff der - Sebalduskirche zu Nürnberg. In der Zeitschrift für Geschichte der - Architektur, III. Jahrgang (1909), S. 35 ff. - - [18] Städtechroniken, Bd. I, Einleitung; auch für das Folgende. - - [19] Mummenhoff, Altnürnberg, Bamberg 1890. - - [20] Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom 23. Februar - 1358 (nicht 16. Februar, wie in den Städtechroniken, Bd. I, Beil. - II, zitiert wird) im K. Bayer. Allgem. Reichsarchiv, St. Sebald - Nr. 79: »... (ecclesia) que reformacione seu reedificacione - indiget necnon in libris, calicibus ceterisque ecclesiarum - ornamentis defectus manifestos patitur nec ipsi ecclesie pro - restauracione predictorum sufficiunt proprie facultates...« -- - Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom 21. September - 1358 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 82: »... Cum igitur, sicut - accepimus, parrochialis ecclesia sancti Sebaldi predicta in - edificiis et aliis ornamentis ecclesiasticis defectus notabiles - patiatur nec eidem pro restauracione predictorum proprie - sufficiunt facultates ...« - - [21] Bischof Leopold von Bamberg gestattet den Umtausch. Urkunde im - Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 96 vom 6. Mai 1360. - - [22] Städtechroniken, I, 353: »Item in derselben jarzal des kunigs - gepurt (1361) in demselben sumer da ward sant Seboltz chor - angefangen« (Chronik bis 1434) und III, 155: »Auch kürzlich - darnach (nach dem Ausbau und der Bemalung des Rathauses unter - Ludwig dem Bayern) wart sant Sebolts kor angefangen und etlich - grunft [=Gruft] abgetan und geebnet, da nun alter steent« - (Meisterlin). Ferner Städtechroniken IV, 126: »In demselben jar - (1361) wart sant Seboltz kor angefangen« (Jahrbücher des 15. - Jahrhunderts). Vgl. auch Städtechroniken, IV, 61, Anm. 3. - - [23] Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom Jahre 1362 - im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 100: »... qui ad novam structuram - parochialis ecclesie sancti Sebaldi in Nurenberg suas largiti - fuerint elemosinas necnon eidem caritativa subsidia et manum - porrexerint adiutricem quique etiam personaliter laboraverint in - eadem ...« - - [24] Städtechroniken, I, Beil. II, wo die Urkunde, Reichsarchiv, - St. Sebald Nr. 107, abgedruckt ist. Siehe auch Mummenhoff, Das - Rathaus in Nürnberg, Nürnberg 1891, S. 12, wo für »im Osten des - Rathauses« »im Westen des Rathauses« zu lesen ist. - - [25] Urkunde vom 17. Dezember 1364 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 109. - - [26] Urkunde vom 23. Oktober 1365 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. - 115: Bischof Friedrich von Bamberg bestätigt den für den - Jakobsaltar präsentierten Vikar Priester Ulrich Kemnater. - - [27] Urkunde vom 3. Juli 1370 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 124, laut - welcher Bischof Ludwig von Bamberg die Stiftung einer Pfründe - »in altari eiusdem beatissime Marie virginis =sito in cripta= - parrochialis ecclesie sancti Sebaldi« bestätigt. - - [28] Siehe die Urkunden im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 125 vom 4. Juli - 1370 (Bestätigung einer Pfründe auf den Zwölfbotenaltar), Nr. 128 - vom 11. Dezember 1371 (»Consens vnd ordinacion der Vörchtelpfrund - auf Sant Sebalds altar«), Nr. 129 vom 11. Dezember 1371. - - [29] Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 152, laut welcher Kardinal - Pileus einen Ablaß für die Messe des Marienaltares erteilt. - - [30] Urkunde im Stadtarchiv Nürnberg, St. Sebald Nr. 39, 132 vom 20. - Dezember 1372: Die Witwe Margareta Has erhält für ihre - abgebrochene Brotbank eine andere an einem Pfeiler des St. - Sebaldchores unter der Bedingung, den jährlichen Zins wie zuvor - an die Deutschherren zu entrichten und für den Fall, daß die - Kirchenverwaltung von St. Sebald oder der Rat die Brotbank - erwirbt, ihre Rechte für 80 fl. abzutreten. Urkunde ebenda, Nr. - 40, 134, vom 15. Oktober 1372: Die Kirchenpfleger von St. Sebald, - Michael Grundherr und Heinrich Semler, verpflichten sich, die - Brotbänke, welche die Pächter für die abgebrochenen Bänke an den - Pfeilern des Sebalduschores erhielten, wenn notwendig, einzulösen. - - [31] Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 146: »Cum igitur - dilectus in Christo magister fabrice ecclesie sancti Sebaldi in - Nurenberg Bambergensis diocesis totaque communitas ibidem ad - ipsam ecclesiam Nurembergensem specialem gerant devocionem et - affectionem ipsamque reparare et sustentare, sicut accepimus, - intendant, ad cuius perfectionem eiusdem ecclesie non suppetunt - facultates, sintque ad hoc Christi fidelium suffragia necessaria - et etiam oportuna ...« Siehe auch Städtechroniken I, Beil. II. - Ferner Urkunde vom 18. Juni 1379 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. - 149, laut welcher Kardinal Pileus mehrere Ablässe bestätigt. - - [32] Städtechroniken, I, 354: »Item in derselben jarzal (1379) am - suntag nach Bartholomei des selben jars da weihet man sant - Seboltz chor« (Chronik bis 1434), III, 290: »darnach am suntag - noch Bartolomei (1379) ward der neu kor an sant Sebolts kirchen - zu Nuremberg geweihet« (Meisterlein). Siehe auch Städtechroniken, - I, Beil. II. Bezüglich der Baukosten: Städtechroniken, IV, 126: - »Der (sant Seboltz kor) kostet 24.000 gulden on die suppen« - (Jahrbücher des 15. Jahrhunderts). Es können natürlich nur - Goldgulden gemeint sein. - - [33] In verschiedenen Baubeschreibungen der Kirche heißt es: 7 Seiten - des Vierzehnecks. Infolge der Unregelmäßigkeiten im Chor - führt eine Nachmessung nicht zu einem bestimmten Ergebnis; - jedoch spricht die Konstruktion mehr für das Sechzehneck, und - dem regulären Achteck des Binnenchores kann auch nur dieses - entsprechen. - - [34] Die Schautüre wurde erst 1480 ausgebrochen: »Item in dem jar - (1480) da macht man die neu kirchtür zu sant Sebolt gegen dem - rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch.« Städtechron. IV, 361 - (Jahrbücher des 15. Jahrhunderts). - - [35] Hinter der Chorgalerie befand sich rings um das Dach herum ein - Gang, von dem aus die Stadtpfeifer bei festlichen Gelegenheiten - spielten: »Und unser pfeifer 3 und 1 pusauner gingen auf sant - Sebald kor und pfiffen auf 2 ort zu freuden oben umb den gank« - (1433). Städtechron. II, 24 (Endres Tucher). Ferner: »der stat - pfeuffer waren auf dem chor sant Sebolt an sant Peter und - Paulus tag« -- zur Feier des Krönung Sigmunds (in Rom) 1433, - Städtechron. IV, 19 (Tuchersches Memorialbuch 1386 bis 1454). - -- Ob sich die Chorgalerie an der Westwand fortgesetzt hat, ist - zweifelhaft. Wenigstens wurden von der alten Galerie, wenn eine - solche hier wirklich vorhanden war, Reste nicht aufgefunden. - Dagegen ist ein Mauerabsatz vorhanden. Es ist noch zu bemerken, - daß die aufgesetzte gotische Giebelwand bedeutend geringere - Stärke hat als die alte romanische Querschiffwand. - - [36] Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, II, - 333 f. Max Bach im Repertorium für Kunstwissenschaft, XXIII, S. - 377 ff. -- Bei Dehio und Bezold wird der Bau der ganzen Kirche - in die Zeit von 1351-1414 gesetzt. Die Inschrift am nördlichen - Chorportal spricht aber ausdrücklich von der im Jahre 1351 - erfolgten Inangriffnahme des Chorbaues; andererseits besteht - über die frühere Entstehungszeit des Langhauses kein Zweifel, - dessen Westportal auf Vergleiche mit Eßlingen, Reutlingen und - Freiburg hin bestimmt in die zwanziger Jahre des 14. Jahrhunderts - zu setzen ist. Die Angabe Bachs, daß in den Jahren 1326 und - 1327 Altäre in der Kirche bestanden hätten, beweist für die - Entstehungszeit des Langhauses nichts, da dieselben auch in dem - damals noch vorhandenen romanischen Chor gestanden haben können, - wie ja auch die romanischen Türme an den beiden Langseiten bis zu - dem 1497 erfolgten Einsturz beibehalten worden sind. - - [37] Das Inventarwerk des Königreichs Württemberg nimmt drei - Bauperioden an (Band Neckarkreis, S. 183 f.): 1324-1332 der Chor, - 1350-1360 die drei östlichen Schiffjoche und 1400-1420 die drei - westlichen und der Turmunterbau. - - [38] Vgl. für das Folgende: Neuwirth, Die Wochenrechnungen und der - Betrieb des Prager Dombaues in den Jahren 1372-1378, Prag 1890, - und Neuwirth, Peter Parler von Gmünd, Dombaumeister in Prag, und - seine Familie. Prag 1891. - - [39] Neuwirth gibt in seinen Wochenrechnungen (S. 401) noch das Jahr - 1333 als Geburtsjahr des Peter Parler an, entscheidet sich aber - in seiner späteren Publikation (Peter Parler und seine Familie) - für 1330. - - [40] Vgl. vor allem die ausführliche Abhandlung von Albert Gümbel, - Meister Heinrich der Parlier der Ältere und der Schöne Brunnen, - im 53. Jahresbericht des Historischen Vereins von Mittelfranken - (1906). Von besonderem Interesse sind in dieser Abhandlung auch - die Ausführungen und Nachweise über das Parlieramt, das Amt des - städtischen Parliers (»der stat parlirer«) im 14. und zu Beginn - des 15. Jahrhunderts in Nürnberg. - - [41] Es muß hier der Aufsatz von Karstanjen, Zur Verwandtschaft der - Gmünder und Prager Meister, Repertorium für Kunstwissenssenschaft - XVI, S. 344 ff., erwähnt werden. Karstanjen selbst sagt, daß - Heinrich Parler als Angehöriger der Familie Parler auf seinen - Familiennamen nicht wohl verzichten konnte, und bestreitet daher - die von Neuwirth behauptete Identität des Heinrich Parler mit - Heinrich von Gmünd, andererseits aber bezeichnet er ganz gegen - diese Auffassung einen Johannes von Gmünd und einen Michael - von Freiburg als Mitglieder der Parlerfamilie. Bezüglich des - Heinrich Parler, von dem er nicht weiß, wo sein Wirkungskreis vor - 1378 lag, kommt er zu dem Schluß, derselbe gehöre der dritten - Generation der Parlerfamilie an. - - [42] Vgl. Gümbel, a. a. O. S. 77. Thieme und Beckers Allgemeines - Künstler-Lexikon, III. - - [43] Chronik bis 1434 (1441). In den Städtechroniken, I, 349. Ferner in - der Chronik, XIV-1/2 106, Manuskripte 52 des Kreisarchives - Nürnberg: »Der andere turn an St. Sebalds kirch gegen der vesten - oder dem pfarrhof ist gebauet worden anno 1345. Ist zu desselben - bedachung gebraucht worden 104 zentner und 79 lb. zinn und 47 - centner blei«... Die beiden Angaben differieren also nur in der - Anzahl der verwendeten Zentner Blei. - - [44] Chronik, XIV-1/2, 106, Manuskripte 52 im Kreisarchiv Nürnberg. - - [45] Belege dafür, daß der südliche, also der der Stadt zu gelegene - Turm, eine Wächterstube hatte, sind u. a.: Octbr. (1377): »lt. - ded. 1/2 lb. hl. von einem stübel und einem ofen zu pessern uff - sand Seboldsturn« [= 2 Fl. 50 Kr, in G. oder 2 Fl. in S.] (Ulman - Stromer in Beilage XI B der Städtechron. I, 261). »It. ded. - (1388) dem türner uff sant Sebolts turne 2-1/2 [Schilling] hl. - von dem glokhause zu pezzern, do die orglok in hangt.« »lt. ded. - ei iterum 8-1/2 [Schilling] hl. von der orgloken zu pezzern.« - (Ebenda, I, 268/269). Vgl. auch die Urkunde vom 23. Dezember - 1474, Kreisarchiv Nürnberg, S I, L 113, N 17, in welcher der - Bischof von Bamberg Absolution für die Sebalder Kirche erteilt - wegen auf dem Turm zwischen den Wächtern verübten Totschlags. - - [46] So heißt es beispielsweise in der Ablaßurkunde vom 3. Mai 1360: - »... ad ergastulum vel ad altare ibidem, quod est consecratum in - honore omnium animarum =sub turri= in ecclesia sancti Seboldi in - Nurenberch ...« Es ist also hier, wie auch anderwärts, nur von - =einem= Turm die Rede. - - [47] »Wer sant Sebolcz zben türen gesehen hat, ee sie hoher gepaüt - sein worden, das noch nit dreisig jar lang ist, der hat wol - gesehen, das sie haüben weis gedegt waren mit zin wie ein - pfifferling, das ein gute anzeigüng gab ires großen alters« - Originalhandschrift des Lazarus Holzschuher im Besitze der - Freiherrl. von Holzschuherschen Familie, Blatt 113^b, in den - Städtechroniken, I, 349. - - [48] »In demselben jar (1361) wart sant Seboltz kor angefangen. Der - kostet 24.000 gulden on die suppen. und so ist auf dem untern - turn 100 und vier zentner zins und 69 lb. und 18 lb. bleis.« - Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, - 126/7. Nach der Chronik bis 1434 (1441) in den Städtechroniken, - I, 349 soll es der nördliche Turm gewesen sein. - - [49] »Desselben jahrs (1447) 24 september decket man sant Sebolts turn - mit zin und machet den vergulten knopf darauf.« Jahrbücher des - 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 168. - - [50] Die Angabe ist insofern unrichtig, als der südliche Turm erst im - kommenden Frühjahr abgebrochen wurde: »Item 1482 nach den - osterfeirtagen da prach man den untern turn sant Seboltz unterm - dach ab und prach 12 wochen daran ab.« Jahrbücher des 15. - Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 367. Ferner: »Item - adi 27. abrill (1482) prach man den turn gegen der wag ab, als - man die alten stain noch sieht.« Tuchersche Fortsetzung zu den - Jahrbüchern in den Städtechroniken, V, 476. - - [51] »Des jars (1482) da ward der unter turn zu sant Sebolt oben - erhöht und gemaurt umb Martini und darnach umb pfingsten unten - das alt herab gepikt in zwaien körben.« Jahrbücher des 15. - Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 368. »Item 1482 jar warn - die zwen türn zu sant Sebolt angefangen zu pauen und am 13. tag - monats marci hub man an zu fahen stain zu hauen und wart von rats - wegen darzu geben die ped herrn die losunger her Ruprecht Haller - und her Niclas Groß und Hanns Tucher der elter am Milchmarckt mit - sampt dem kirchenmaister Sebolt Schreier.« Aus der Tucherschen - Fortsetzung zu den Jahrbüchern in den Städtechroniken, V, 475. - - [52] Baader folgt, wie bereits Städtechroniken, IV, 475, Anm. 1, - ausführlich nachgewiesen, den Aufzeichnungen des Kirchenmeisters - Sebald Schreyer (Kirchenmeister seit 24. September 1482). - - [53] Nach Baader bis 1486, Tuchersche Fortsetzung und Chronik im - Nürnberger Kreisarchiv XIV-1/2 106, Manuskripte, 1485. - - [54] M. M. Mayer, Die Kirche des hl. Sebaldus, Nürnberg 1831, S. 6. - - [55] »Item 1400 und 95 jar da machet man am ersten die virtailorglock - auf sant Sebolt turn an sant Francißen obent.« Heinrich - Deichslers Chronik in den Städtechroniken, V, 584, dagegen: »Anno - 1493, hat man auf diesen (untern) thurn ein viertel-stund-glocken - gehangen,«... Chronik im Nürnberger Kreisarchiv, XIV-1/2, 106: - Manuskripte 52. Weder die eine noch die andere Jahreszahl ist - übrigens richtig, es ist vielmehr 1494 zu setzen, wie es auf - der Glocke selbst steht und durch die Ratsverlässe bestätigt - wird. Vgl. S. 174, Text und Anmerkung. -- Auch die 1577 erfolgte - Erneuerung der Gänge bezog sich nach jener Chronik im Kreisarchiv - nur auf den südlichen Turm. - - [56] S. Christian Mayer, Die Stadt Nördlingen, ihr Leben und ihre - Kunst im Lichte der Vorzeit, Nördlingen 1876 und 1877, 2, S. 132 - ff. Jedoch mit der Berufung Kuglers nach Nürnberg zum Zweck der - Vollendung des Augustinerklosters hat Mayer, wie es scheint, - unrecht. Denn Mayer berichtet ausdrücklich, daß Kugler anfangs - der achtziger Jahre nach Nürnberg ging und aus dieser Zeit ist - von einer Vollendung oder sonstigen wichtigeren Bauvornahmen am - Augustinerkloster nichts bekannt. Die Nachricht dürfte demnach - auf einem Irrtum, beziehungsweise auf einer Verwechslung beruhen. - - [57] Chr. Mayer, a. a. O. 2, S. 131 f. - - [58] Tuchersche Fortsetzung der Jahrbücher bis 1469 in den - Städtechroniken, V, 505. Die dort beigefügte Anmerkung lautet: - In den Band III, 339 ff. angeführten Schreyerschen Handschriften - der Nürnberger Stadtbibliothek Will. II, 1353, finden sich Blatt - 83-97 nach Geschlechtern geordnet verzeichnet: »Etlich gedechtnuß - und totten oder leichschilt, so im 1493. jar zu sant Sebolt, - alß man den core und kirchen hat weißen wollen, gehangen sind, - die dann Sebolt Schreyer, dazumaln kirchenmeister, hat wegen - des weißens abnemen lassen und nach dem weißen wider aufzuhohen - verordnet.« - - [59] Baader, Beiträge, 2, 27. - - [60] Einnahmen und Ausgaben bei der Renovierung der Kirche St. Sebald - in den Jahren 1657-1664. Ambergersammlung 270 im Stadtarchiv - Nürnberg. Die meisten Angaben beziehen sich auf das Inventar der - Kirche. - - [61] »Item in dem jar (1480) da macht man die neu kirchtür zu sant - Sebolt gegen dem rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch.« - Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 361. - Die Lage ist hier ungenau angegeben. Hierzu die Anmerkung 3. - Die Lage ist genauer bezeichnet im Ratsmanual (1480, März 23): - »Item ein neue tür zu prechen aus dem chor zu s. Sebolt neben - sant Pangratzen cappell unter der Beheim venster. Her Karl - Holtschuher, H. Im Hof daz bestellen zu beschehen.« Die kleine, - noch jetzt vorhandene Pforte (später Schautüre geheißen) ist - schmucklos. Unverletzt sind die prächtigen Glasmalereien der (an - den Wappen kenntlichen) Behaimschen Fenster erhalten, während die - St. Pankratiuskapelle in eine Sakristei verwandelt wurde. - - [62] »Des jars Marie opferung abent smorgens unter der laudas metten, - da pran es zu sant Sebolt hinten pei den glocken: kom aus in der - meßnerknecht stublein, im slot.« Heinrich Deichslers Chronik in - den Städtechroniken, V, 554. - - [63] Ob eine Galerie, wie sie anläßlich der gegenwärtigen Restaurierung - am Westgiebel des Ostchores angebracht wurde, ursprünglich - vorhanden war, läßt sich nicht feststellen. Das in Beilage 36 - zitierte Gutachten vom 27. Mai 1561 wurde schon mehrmals in der - Literatur und sonst veröffentlicht oder behandelt, so in den - Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Stadt Nürnberg, - 8. Heft, 1889, S. 246 ff. Mummenhoff, Die 1561 abgebrochene - Galerie an der St. Sebalduskirche, in dem von Hauberrisser und - Essenwein unterzeichneten Gutachten über den gegenwärtigen - Zustand der St. Sebalduskirche zu Nürnberg und die daraus sich - ergebenden Arbeiten, Nürnberg 1882, Bibliothek des Germanischen - Nationalmuseums in Nürnberg, G. 8001, 4º, usw. -- Bezüglich der - Stadtpfeifer siehe u. a. Städtechron., I, 449 (Chronik bis 1434): - »lt. ded. 8 lb. 8 [Schilling] hl, das der freuden tanz gekost hat - und daz man gab umb wein und den pfeifern und mesnern und den - turnern Sebaldi, als man alle glocken hie in der stat leutet und - die pfeifer und trometer auf sant Sebalds kirchen pfiffen und man - freudenfeur machet allumbundumb in der stat«... (Kaiserkrönung - Sigmunds, 29. Juni 1433) und Städtechroniken, IV, 19 (Tuchersches - Memorialbuch 1386-1454): »Item 1433 jar am pfingsttag ward kunig - Sigmund gekrönt zu kaiser zu Rom und man tanzt auf dem markt umb - das freuden feuer und der stat pfeufer warn auf dem chor sant - Sebolt an sant Peter und Paulus tag, und des andern tags tanzt - man auf dem haus« (Rathaus). - - [64] Das einschlägige Material im Stadtarchiv Nürnberg, XL, 19: - Sebalder Schlag-Thurn. Varia de variis annis, den Sebalder - Schlagthurn betr. etwa 1550-1616 und XL, 20: Sebalder Schlag - Thurn, die Reparation des Sebalder Schlagthurns A^o 1647 betr. - - Um 1560: =Den gang auf s. Sebalds turn belangend=: - - Erbar weiser und gonstiger lieber herr paumeister. So der gangk - zu s. Sewolt widerumb von stainwerk, in massen wie er itzo vor - augen (und dann der ander auch also ist) gemacht werden, so muß - man darzu haben 16 stuck von guttem stain, einß 6-1/2 statschuh - reichlich lang und 3-1/2 statschuh reichlich hoch und 14 stat zol - dieck, mer 1 st. 2-1/2 statschuh reichlich lang und in gemelter - hoch und diecke, mer 1 st. 2 statschuh lang auch in erst gemelter - hoch und diecken. Dieser letzten zweier stuck dorft man nicht - besteln, sint meines bedunken vor verhanden, und so solicher - ganng ye von stainwerk, wie obgemelt, gemacht solte werden und - mit plei außgegoßen und versetzt wurde, so achte ich gentzlich, - ime solt der schwank nichts mehr than vom leüten, wann ime ist - eben, als wann ir einen stain one plei auf ein puxen schrauft, so - pricht er oder zerspringt paldt, also do auch, wann der morther - oder zeug (wie dann geschehen) auß den fugen kumbt, so muß das - steinwerck auch prechen, wie dann solichs am andern thurn auch - schein ist. - - E. E. W. W. diener. Jorg Ungr. - - Ohne Zweifel 1561 oder kurz vorher. - - Auf vorstehendes Schriftstück beziehen sich offenbar die beiden - in dem Akt befindlichen und mit den Nummern 4 und 5 versehenen - Zeichnungen. Nr. 4: »Gang auf s. Sebald schlag turn«; etwa - 1 : 10; Zeichnung einer halben Seite des Ganges. Nr. 5: - Durchschnitt des Ganges mit Maßangabe; etwa 1 : 20; in - entsprechender Größe liegt dieser Zeichnung die eines - Geländerquadrates mit Ornament bei. Unter der großen Zeichnung: - »Item die zwo seiten des gangs auf sant Sebalts schlag durn ein - jede gegen aufgang und nidergang ist die leng 26 stadtschuh - weniger 3 zoll. Item die andern zwo seiten gegem mittag und - miternacht ist ein jede 25 stadtschuh lang weniger 3 zoll«. - - Bei beiden großen Zeichnungen ist auf jedes Eck des Geländers - eine Kugel von dem Durchmesser der Geländerstärke (= 10") - gezeichnet. - - 1571: Unvollendetes Schriftstück. Cuntz Helzner, Parlier - und Steinmetz, besichtigt am 5. Januar das »gelen[der]« des - Schlagturms. - - 1591, 4. Sept. Besichtigung des Schlagturmes. Dach über den - Schlagglocken schlecht infolge des Hereinregnens ist das Gebälk - angefault. Der Schlot ebenfalls »bußwirdig«. - - M. Mathes Herdegen schlägt das Rüsten und die Ausbesserung des - Schlotes (abgesehen vom Dach und Gebälk) auf etwa 20 fl. an. - - 1609, 13. Mai: Besichtigung des Sebalder Schlagturmes: Die - Dachbleche oberhalb der Schlagglocke waren sehr löcherich und - bußwürdig, sodaß durch den eingedrungenen Regen das Gebälk - angefault war. Auch die drei Sonnenuhren an den drei Seiten - wurden für schlecht befunden, sie waren »sehr abgewaschen und - verdunkelt, daß die zal und stunden nicht wol mehr daran zue - sehen«; es wurde vorgeschlagen, die Uhren mit Ölfarben zu - »verneuern«. - - Durch Ratsverlaß vom 18. Mai wurde die Ausbesserung des - Dachstuhles und die Verneuerung der Sonnenuhren mit Ölfarbe - befohlen. - - 1613, 8. Jan.: Ratsverlaß: »Uff das mündlich fürbringen, daß - ein nagel, damit die knopffstangen an dem einen turn gegen der - wag zue s. Sebalds kirchen angehefftet gewest, durch die große - bewegung des winds herab gefallen und zu besorgen, das vielleicht - gefahr dabei sein möchte, ist bevohlen, dieweil albereit der - augenschein eingenommen worden, solches mit geringen uncosten ins - werk zuerichten. Actum freitags den 8. januarii anno 1613. - - Herrn paumeister«. - - Außerdem steht noch am Rand, offenbar auf den Turm bezüglich: - »welchen der baumeister ampts halber zue underhalten schuldig.« - - Ferner: 1613. »Wegen des gerüsts uffm Sebalter schlagturn: - - Verzeichnus, was für personen vergangenen 11. januarii bis - uff 16 dito wegen der zweier in der helmstangen ausgefallener - keil halber uffm Sebalter schlagturn rüsten und dasselb wider - abbrechen helfen. - - M. Georg Harsch, dachdecker, hat das gerüst gemacht, - Michel Schwob } deckersgesellen, haben auswendig rüsten helfen, - Cunz Scheffer } - - Melchior Schuler } zimmergeselln, haben auch auswendig hierzu - } geholfen, - Hainrich Rödl } - - M. Wolf Seyfert, düncher, - Hannß Zehenter } dünchersgesellen, haben sampt iren maister - } inwendig hinaus zugelangt. - Georg Haidenreich } - - E. E. und H. - underteniger - David Rupprecht - anschicker«. - - Schließlich Bericht einer Besichtigung des Daches und Dachstuhles - des Schlagturmes durch den Baumeister Wolf Jakob Stromer, den - Anschicker David Rupprecht und 3 Stadtmeister vom 15. Januar. Die - »seuln« bei der Viertelglocke seien vor der Zeit »auch mit zin - und plei under einander vermengt gewesen«. In dem langen Bericht - wird hauptsächlich der schlechte Zustand der Bedachung und des - Gebälks hervorgehoben und die »elende besserung« gerügt. - - 1616, 28. Mai: Ratsverlaß: »Das abgerissene zihen [Zinn] vom - Sebalder turn widerumb bessern zu lassen. - - Hansen Hegel, Friderich Schwarzpecken und Nicodemum Kraußn, - alle drei turner auf s. Sebalds turn, soll man ungeachtet ihrer - entschuldigung ins loch gehen lassen, mit dem eltisten einen - anfang machen und nachmals auch die andern hinab schaffen und auf - das abgerissene zihn vom turn zu red halten, sonsten aber, was - schadhaft worden, fürderlich wider bessern lassen und hinfüro - monatlich eine besichtigung der türn fürnemen, damit dergleichen - schad nit mehr geschehe; weil auch die turner so gar geringe - besoldung haben, soll man bedacht sein, wie inen dieselbe zu - bessern. Actum erichtags den 28. mai a^o 1616. - - Die herren schöpffen - herrn paumeister.« - - Dazu Ratsverlaß vom 30. Mai: - - »Hansen Hegel, turner auf s Sebalds turn, auslassen, wie auf - seiner sag verzeichnet, und dieselbe dem herrn paumeister und - anschicker fürhalten, auch den augenschein einnemen und, was an - den fenstern und sonsten zu bessern ist, bessern, auch ihnen ein - sail, ihr speis und trank daran hinauf zu zihen, geben lassen. - Actum donnerstags den 30. mai anno 1616. - - Herrn { H. J. Pömer - { paumeister.« - - 1647. Ausführlicher Akt betreffs Restauration des Sebalder - Schlagturmes. Es handelt sich um Bedachung mit Kupfer, da das - Zinn 1593, 1613 und 1616 habe ausgebessert werden müssen und nun - schon wieder der Reparatur bedürfe. Die Verhandlungen beginnen - mit dem 20. Mai. Ein Überschlag über die Bedachung mit Kupfer - wurde gefertigt und alles in allem mit 914 fl. 50 kr. berechnet, - während bei Bedachung mit Zinn 60 Ztr. nötig wären, welche allein - schon eine Summe von 1380 fl. geben würden (an Kupfer seien - höchstens 20 Ztr. erforderlich). Dem Akt liegt eine Zeichnung - des Turmdaches (etwa 1 : 80) bei, auf welcher angegeben ist, wie - und mit welchem Metall die einzelnen Teile bedacht, wie hoch - dieselben sind und was nun damit zu geschehen hat. Ferner liegen - Wagzettel über verkauftes Zinn und angekauftes Kupfer bei. - - Das Jahr 1577, in welchem die Erneuerung der Kranzgalerie - vorgenommen worden sein soll, findet sich unbeglaubigt bei M. M. - Mayer, Die Kirche des heiligen Sebaldus, Nürnberg 1831, S. 6: - 1496 wurden die beiden zierlich durchbrochenen Gänge gemacht, - welche man aber 1577 wieder neu bauen mußte. -- Bezüglich des - Jahres 1591 siehe auch Stadtarchiv Nürnberg, LXXVIII, 267^b, den - Ratsverlaß vom 4. Oktober, durch welchen die Ausbesserung der - Mängel auf St. Sebalds Schlagturm anbefohlen wird. Von den darin - enthaltenen vier Anordnungen kommt hier die zweite in Betracht: - »Die fürgebrachten mengel auf s. Sebalds schlagturn, soll man - mit ehestem bessern und renofieren lassen, ehe grosserer schaden - geschicht per herr baumeister montags 4. octobris 1591.« - - [65] Aus der »Untertänigen Anzeige« des Almosenamtes an das Bauamt, - welches die Baupflicht von »solchen Gebäuden« hat und das Weitere - zu verfügen ersucht wird, vom 4. August 1754. Stadtarchiv - Nürnberg, Sebalder Kirche: Acta, die Reparatur der Beschädigung - durch Einschlagen des Blitzes 1754. Ferner Stadtarchiv Nürnberg, - XL, 18: Sebalder Kirch. Die Reparatur des durch das Wetter - Einschlagens allda verursachten Schadens 1754 betr. Außerdem - siehe ebenda den Ratsverlaß vom 5. August an das Bau- und das - Stadtalmosenamt, welche aufgefordert werden, die Reparatur sobald - wie möglich vorzunehmen, und den anderen Ratsverlaß vom 5. August - ähnlichen Inhalts an das Bauamt. - - [66] Kreisarchiv Nürnberg, IV, 12/I, 248. Rentkammer-Akten 45: Akta, - die Reparatur der Helmstange auf dem Sebalder Kirchturm betr. - 1804 und 1805, enthaltend die amtlichen Vorverhandlungen und - den auf 299 fl. 20 kr. berechneten Kostenvoranschlag des - Tünchermeisters Ott. Ferner: Acta, Reparatur des Sebalder - Kirchturms betr. 1805, mit der Rechnung Otts und XL, 35: Acta, - die Sebalds Kirche betr. 1805-1807. Im städtischen Archiv unter - Stadtalmosenamt Nr. 1972 noch ein weiterer Akt dieses Betreffs - vom Jahre 1805, worin die Rüstung des Turms auf 299 fl. 20 x. und - die Baumaterialien auf 142 fl. 40 x. veranschlagt werden. - - [67] Kreisarchiv Nürnberg, IV, 12/I, 255. Rentkammer-Akten 45, - enthaltend: Akta, die Reparatur-Kosten des - Sebaldus-Kirchen-Daches und eines Braukessels im - Waizenbierbrauhause betr. vom Jahre 1807. - - [68] Siehe auch Otto Schulz, Die Wiederherstellung der Sebalduskirche in - Nürnberg 1888-1905. Herausgegeben vom Vereine für Geschichte der - Stadt Nürnberg. Nürnberg 1905. - - [69] Siehe die Artikel im Fränkischen Kurier über die Restauration der - St. Sebalduskirche von Gustav von Bezold. 1904, Nr. 183 und 1906, - Nr. 355. - - [70] Siehe Emil Reicke, Die Sammlung technischer Modelle und Pläne zu - den Wiederherstellungsarbeiten an der Sebaldus- und Lorenzkirche - in der Moritzkapelle. Nürnberg 1905. - - - - - Chronologische Übersicht. - - - Um 1230-1273: Erbauung der doppeltürmigen Sebalduskirche. - - 1255, 12. Juli: Ablaß für den Stephansaltar. M. R. A.[XXXI] - - 1256, 1. Oktober: Ablaß für die Kirche. M. R. A. - - 1273, 7. August: Ablaß für die Ausstattung der Kirche. M. R. A. - - 1274, 17. August: Ablaß für die Ausstattung der Kirche. M. R. A. - - 1274, 9. September: Einweihung des Westchores und des Altares in - derselben zu Ehren des hl. Petrus. M. R. A. - - 1274, 22. November: Ablaß für die Ausstattung der Kirche. M. R. A. - - 1275, 24(?). März: Ablaß für die Ausstattung der Kirche. M. R. A. - - 1283, 17. November: Ablaß für den Marienaltar in der Krypta. M. R. A. - - 1284, 26 April: Ablaß für den Marienaltar in der Krypta. - - 1284 [26. April?]: Ablaß für den Marienaltar in der Krypta. M. R. A. - - 1290: Ablaß für den Marienaltar in der Krypta und für den - Johannesaltar unter der Kanzel. M. R. A. - - 1290: Ablaß für das Vermögen, die Reparaturen, den Schmuck und andere - Bedürfnisse der Kirche. M. R. A. - - Um 1290: Ablaß für die Kirche. M. R. A. - - 1291, 13. Dezember: Ablaßbestätigung für die Kirche. M. R. A. - - 1293 soll die Kirche ausgeweißt worden sein. N. K. A.[XXXII] - - 1297, 30. Mai: Die Brotbank des Hermann von Stein an der Kirche wird - dem Kloster Engelthal vermacht. N. St. A.[XXXIII] - - 1298, 3. Juli: Ablaßbestätigung für den Katharinenaltar. M. R. A. - - 1299, Oktober: Ablaß für das Vermögen und die Ausstattung der Kirche. - M. R. A. - - 1300-1307: Stiftung einer Pfründe für den Stephansaltar durch Pfarrer - Heinrich von Tuttenstetten. N. K. A. - - 1303, 25. Juli: Ablaß für den Petersaltar. M. R. A. - - 1307, 17. November: Ablaß für die Kirche. M. R. A. - - 1309, 14. Februar: Gotteshauspfleger Friedrich Holzschuher verkauft - ein der Kirche gehöriges Haus, dessen Erlös für den Neubau der - Seitenschiffe verwendet wird. M. R. A. - - Von 1309 an: Erweiterung der Seitenschiffe. - - 1310, 4. Januar: Ablaß für den Bau der Kirche. - - Etwa 1310-1315: Die Steinfigur der »Eitelkeit« am nördlichen - Seitenschiff. - - Etwa 1315-1320: Brauttüre, Gewände mit den Figuren der Jungfrauen. - - Um 1320: Steinrelief mit der Kreuzigungsgruppe neben der Brauttüre. - - Um 1320: Die Konsole mit dem Wappen der Ebner, welche die Steinfigur - des hl. Antonius trägt, im südlichen Seitenschiff. - - Um 1320: Die Konsole mit dem Wappen der Ebner, welche die Steinfigur - der hl. Helena trägt, im südlichen Seitenschiff. - - 1324: Ablaß für die Kirche. M. R. A. - - 1324 wird die Chorglocke gegossen. N. St. A. - - Etwa 1315-1335: Die Steinfigur Johannis des Täufers im Mittelschiff. - - Etwa 1315-1335: Die steinernen Apostelstatuen im Mittelschiff. - - Um 1330: Die Steinfiguren des Kaisers Heinrich und der Kaiserin - Kunigunde im nördlichen Seitenschiff (Stromersche Stiftung). - - Etwa 1330-1335: Steinfiguren der Madonna und des hl. Christophorus am - ersten Pfeiler des nördlichen Seitenschiffes. Kopien der Neuzeit. - - 1331 (?): Wappen der Pömer mit Inschrift im Fenster über dem südlichen - Portal des südlichen Seitenschiffes. - - 1332-1340 wird das Rathaus bei der Kirche erbaut. Mummenhoff, Rathaus. - - 1333, 26. März: Ablaß für die Kirche. M. R. A. - - Um 1335: Die Steinfiguren im Ostchor: Jakobus der Ältere neben der - Brauttüre, ein anderer Apostel neben dem Fürerschen Fenster, Kaiser - Heinrich und Kaiserin Kunigunde neben dem Bambergischen Fenster und - ein Bischof neben dem Hallerschen Fenster. - - Um 1335: Steinfigur des Christus mit den Wundmalen (Holzschuhersche - Stiftung) im Mittelschiff. - - Um 1335: Die Steinfigur des hl. Erhard im Mittelschiff. - - 1336: Stiftung des Erhardaltars. N. K. A. - - 1336, 21. März: Ablaß für die Kirche. M. R. A. - - 1336, 26. September: Berthold Pfinzing der Alte verleiht - Fr. Vorchheimer die Brotbank unter dem Brothaus bei der Kirche. - N. St. A. - - 1337 wird die Schule bei St. Sebald erbaut. B. N. M.[XXXIV] - - 1337, 5. Mai: Stiftung einer Pfründe für den Sebaldusaltar durch - Albrecht Schopper. M. R. A. - - 1337, 26. Mai: Ablaß für die Kirche und den Marienaltar. M. R. A. - - 1338, 4. Oktober: Ditel Hornlein verkauft an Berthold Tucher sein Erbe - an der Brotbank bei S. Sebalds Kirchhof zwischen der Deutschherren - und des Hallers Bänken. - N. St. A. - - 1339, 9. Juni: P. Pinzberger verkauft seine Bank, gelegen zwischen - seiner Mutter und der Deutschherren Bank, an Frau Gayseln. - N. St. A. - - 1340: Stiftung einer Pfründe für den Petersaltar durch Otto Kramer von - Koburg. N. K. A. - - Um 1340: Brauttüre, Maßwerkbogen. - - 1341: Ablaß für den Katharinenaltar. N. K. A. - - 1341, 11. Dezember: Stiftung, betreffend Beleuchtung des Frauenaltars - in der Gruft. M. R. A. - - 1342 werden neue Brotläden an der Kirche errichtet. N. St. A. - - 1342: Ablaß für den Katharinenaltar. M. R. A. - - 1342, 23. April: Stiftung eines Jahrtages bei den Augustinern. Wird der - Jahrtag nicht gehalten, so fällt der gestiftete Betrag der Kirche - St. Sebald für ihren Bau zu. M. R. A. - - 1342, 13. Dezember: Stiftung einer Wandelkerze für den Frauenaltar. - M. R. A. - - 1343, 9. April: Ablaß für die Kirche. M. R. A. - - 1343, 12. Juli: Jakob Kramer stiftet den Jakobsaltar in der Ecke - gegenüber dem Frauenaltar. M. R. A. - - 1344, 18. Januar: Otto von Heydeck vertauscht an den Pfleger der - S. Sebaldkirche die Kräme am Kirchhof, welche Pfinzingsches Erbe - sind, und den Gaden unter den Köchen am Kirchhof, welcher das Erbe - Ulrich Kundorfers ist, gegen vier Häuser an der Schmidgasse. - N. St. A. - - 1347, 6. Februar: Stiftung einer Pfründe für den Kunigundenaltar durch - Hensel Dietlerin. M. R. A. - - 1347, 18. Juli: Das Klarakloster vertauscht an Sankt Sebald einen Gaden - bei St. Sebalds Kirchhof gegen ein Haus in der Ledergasse. - N. St. A. - - 1348, 19. Februar: Thomas Köchel verkauft sein Erbe an einem Gaden - unter den Köchen an den Brotbänken an die Pfleger von St. Sebald. - N. St. A. - - 1348, 25. Juni: Stiftung einer Pfründe für den Johannesaltar durch - Heinrich Pömer. M. R. A. - - 1350, 24. August: Ablaß für die Kirche. M. R. A. - - Um 1350: Die Steinfigur des hl. Antonius im südlichen Seitenschiff - (Ebnersche Stiftung). - - Um 1350: Die Steinfigur der hl. Helena im südlichen Seitenschiff - (Ebnersche Stiftung). - - 1352: Ablaß für den Zwölfbotenaltar. M. R. A. - - 1352, 12. Juli: Gottfried Grafe verkauft seine am Kirchhof von St. - Sebald gelegene Brotbank, die der Quetrerin und ihrer Erben Erbe - ist, an Kunrad Pretheim. N. St. A. - - 1352, 21. Dezember: Einrichtung der von Konrad Meyrntaler für den - Zwölfbotenaltar gestifteten Pfründe. M. R. A. - - 1353: Ablaß für den Jakobsaltar. N. K. A. - - 1354, November: In einem Testament dieses Datums ist die von Konrad - Tesaurus für den Katharinenaltar gestiftete Pfründe erwähnt. - M. R. A. - - 1355, 2. Januar: Ablaß für den Jakobsaltar in der Kirche. M. R. A. - - 1355, 6. März: Merkel Rotensteiner gibt das Erbe, das seine Frau an der - Bank hat, die unter der oberen Brotlaube zunächst dem Huter liegt, - auf und verleiht dieselbe an Erhard von Heydeck. N. St. A. - - 1355, 5. Juli: Ablaß für den Jakobsaltar in der Kirche. M. R. A. - - 1355, 20. November: Heinrich Grabner stiftet ein Licht in die Kirche - »vor unsers Herrn Leichnam«. M. R. A. - - 1356, 10. Juni: Bestätigung der für die Kirche und den Katharinenaltar - von auswärtigen Bischöfen gewährten Ablässe. M. R. A. - - 1356: Stiftung einer Pfründe für den Petersaltar durch Adelhaid - Löhneisen. N. K. A. - - 1357, 2. (21?) Juni: Dietrich Pfützinger von Rothenburg und seine Frau - verkaufen an die Pfleger von St. Sebald ihre Rechte an der Kammer - beim Kirchhof von St. Sebald. M. R. A. - - 1357, 3. Juni: Kunigund, Witwe des Otto von Forchheim, stiftet ein - Ewiges Licht vor unseres Herrn Leichnam im Katharinenchor der - Kirche. M. R. A. - - 1358, 23. Februar: Ablaß für die Kirche, weil sie eines Neubaues - bedarf. M. R. A. - - 1358, 28. Mai: Konrad Kötzler begibt sich aller Ansprüche auf den Kram, - den Konrad Praun erkauft. N. St. A. - - 1358, 21. September: Ablaß für den Bau und die Zier der Kirche. - M. R. A. - - 1358: Stiftung einer Pfründe für den Marienaltar durch Konrad Bretheim - und seine Ehefrau. N. K. A. - - 1358: Stiftung einer Pfründe für den Erhardaltar durch Ulrich Haller. - N. K. A. - - 1359: Stiftung einer Pfründe für den Marienaltar durch Konrad Teufel. - N. K. A. - - 1359, 29. Juni: Bernhard von Neumarkt stiftet u. a. ein Ewiges Licht - auf das Grab seiner Ahnen vor dem Katharinenchor der Kirche. - M. R. A. - - 1359, 15. Juli: Erneute Dotation der von Konrad Mayentaler für den - Zwölfbotenaltar gestifteten Pfründe durch die Witwe des Stifters. - M. R. A. - - 1359, 23. August: Kunigunde Kudorferin und ihre Söhne verkaufen ihr - Erbe unter den Köchen, zunächst an Hermann des Grundherrn Gaden - gelegen, den Pflegern Heinrich Vörchtel und Seitz Maurer. - N. St. A. - - 1359, 22. Oktober: Bestätigung der von Konrad Bretheim und seiner - Ehefrau für den Frauenaltar gestifteten Pfründe. - M. R. A. N. K. A. - - 1359, 31. Oktober: Hermann Koburger verkauft an St. Sebald zwei - Leibgedinge, die er auf seinen und seines Sohnes Leib, an der - Brotbank auf St. Sebalds Kirchhof unter der Stiege gelegen, hatte. - N. St. A. - - 1360: Ablaß für den Allerseelenaltar in der Westkrypta. N. K. A. - - 1360 wird die für den Sebaldusaltar gestiftete Schopperpfründe durch - Friedrich Schopper neu dotiert. N. K. A. - - 1360: Bestätigung der für den Katharinenaltar durch Konrad Schatz - gestifteten Pfründe. N. K. A. - - 1360 wird St. Sebalds Pfarrhof erbaut. N. K. A. - - 1360: Ablaß für den Erhardsaltar. N. K. A. - - 1360, 12. März: Bestätigung der von dem Nürnberger Bürger Otto Kramer - von Koburg für den Petersaltar gestifteten Pfründe. M. R. A. - - 1360, 3. Mai: Ablaß für die Allerseelengruft und ihren Altar in der - Kirche. M. R. A. - - 1360, 6. Mai: Der Bischof von Bamberg gestattet den Umtausch eines - Hauses am Kirchhof von St. Sebald im Besitz des Egidienklosters - gegen ein Haus in Besitz der Sebalduskirche. M. R. A. - - 1360, 15. Dezember: Ablaß für die Kirche. M. R. A. - - Um 1360: Die Glasgemälde in den beiden ersten Fenstern des Ostchors - nächst den Seitenschiffen. - - 1360 wird der alte Chor abgebrochen. N. K. A. - - 1361, 25. Mai: Das Egidienkloster vertauscht die Eigenschaft zweier - Häuser, bei dem Rathaus gelegen, gegen ein dieser Kirche gehöriges - Haus bei den Fleischbänken. N. St. A. - - 1362: Ablaß für den Bau der Kirche. M. R. A. - - 1362, 1. Februar: Der von Jakob Haslacher besessene Kram, bei dem Kram - des Mellwers gelegen, wird dem Konrad Süzzel, dessen Frau Agnes und - ihren Erben zu Erbrecht übergeben. N. St. A. - - 1362, 24. September: Dem Hans Ebner fällt des Seitz Weigels Eigen neben - des Eisvogels Haus am Kirchhof zu St. Sebald zu. N. St. A. - - 1363: Stiftung einer Pfründe für den Erhardsaltar durch Hans Dietlein. - N. K. A. - - 1364: Bestätigung der Tuttenstetterpfründe des Stephansaltars. - N. K. A. - - 1364, 10. März: Ablaß für die Kirche. M. R. A. - - 1364, 13. Mai: Der Revers des Pfarrers Albrecht Krauter, den Friedhof - von St. Sebald nicht zu erweitern, wird durch den Bischof von - Bamberg bestätigt. N. St. A. - - 1365: Ablaß für den Jakobsaltar. N. K. A. - - 1365, 17. April: Aus einem Kaufbrief dieses Datums geht hervor, daß - der Besitzer des dem Verkaufe unterstellten Hauses und Gartens am - Sand eine Lampe im Katharinenchor der Kirche vor dem Leichnam - Christi zu beleuchten hatte. M. R. A. - - 1369, 10. Februar: Dem Prant Groß wird das Erbrecht an seiner eigenen - Brotbank, zunächst am Schurstab, übertragen, welches er an Konrad - den Wolfen und dessen Ehefrau Mechtild und deren Erben verleiht. - N. St. A. - - 1369, 29. September: Pfarrer Albrecht Krauter verzichtet auf alle - Ansprüche und Forderungen auf den Hof, die Häuser, Stadel und - Garten vor dem Neuen Tor gelegen, das alles Friedrich Derrers - Erbe ist. N. St. A. - - 1370, 5. Dezember: Die Pfleger Michel Grundherr und Heinrich Semmler - verleihen das Erbe an einem Haus und Garten an Konrad Eberspeck und - dessen Frau Gertraud, wofür diese auf St. Kathrein Chor vor unsers - Herrn Leichnam das Ewige Licht zu unterhalten haben. N. St. A. - - 1370: Bestätigung der von Konrad Teufel für den Marienaltar gestifteten - Pfründe. N. K. A. - - 1370: Ablaß für den Marienaltar. N. K. A. - - 1371, 18. Dezember: Stiftung der Heinrich Vörchtelpfründe für den - Sebaldusaltar. M. R. A. - - 1372 wird der Petersaltar vom Westchor in den Umgang des neuen - Ostchores an seine jetzige Stelle verbracht. N. K. A. - - 1372 wird der Sebaldusaltar aus dem Ostchor des romanischen Baues im - neuen Ostchor an der Stelle des jetzigen Hauptaltars errichtet. - N. K. A. - - 1372: Stiftung einer Pfründe für den Petersaltar durch Berthold - Pfinzing. N. K. A. - - 1372, 15. Oktober: Die Pfleger Grundherr und Semler erklären sich - bereit, die Brotbänke, welche den Leuten zwischen den Pfeilern - für andere abgebrochene gegeben worden waren, einzulösen, wenn es - erforderlich oder geraten sein würde. N. St. A. - - 1372, 20. Dezember: Margaret, des Eberhart Hasen sel. Witwe, erhält für - ihre abgebrochene Brotbank eine andere an einem Pfeiler des Chores. - N. St. A. - - Etwa 1372-1379: Acht Fenster mit Glasgemälden im Ostchor, und zwar die - Fenster der Grundherr, der Mendel, der Tucher, der Fürer, der - Stromer, der Haller, der Schürstab und der Behaim. - - Um 1375: Wandtabernakel im Ostchor unter dem Bambergischen Fenster, - Groland-Muffelsche Stiftung. - - Um 1375: Die Steinfiguren der Madonna und des hl. Sebald auf der - Ostseite des Ostchores. - - Um 1375: Die Steinreliefs mit Passionsdarstellungen an den - Ostchorpfeilern, gestiftet von verschiedenen Familien. - - Um 1375: Die Steinfigur des Thomas-Christus im Ostchor neben der - Schautüre, Behaimsche Stiftung. - - Um 1375: Die Steinfiguren der Apostel Petrus und Paulus im Ostchor - neben dem Maximiliansfenster. - - Um 1375: Das Chorgestühl im Ostchor zwischen den Pfeilern. - - Um 1375: Kirchenstuhl der Haller im südlichen Seitenschiff an der - Westwand. - - 1379 wird der Sebaldusaltar erneuert und geweiht. - - 1379, 5. Juni: Ablaß für die Vollendung des Baues der Kirche. M. R. A. - - 1379, 18. Juni: Bestätigung von Ablässen. M. R. A. - - 1379, 10. Juli: Ablaß für den Marienaltar. M. R. A. - - 1379 wird der Sebaldusaltar durch einen neuen Altar ersetzt. N. K. A. - - 1380, 1. Februar: Ablaß für die Kirche. M. R. A. - - Um 1380: Die Steinfigur der Madonna im Ostchor am ersten südlichen - Pfeiler. - - Um 1380: Die Steinfigur des Thomas-Christus im nördlichen Seitenschiff, - Pömersche Stiftung. - - Um 1380: Die Steinfigur des Christus mit den Wundmalen im nördlichen - Seitenschiff. Pömersche Stiftung; Nachbildung des Holzschuherschen - Christus. - - 1381: Stiftung einer Pfründe für den Jakobsaltar durch Bernhard Kramer. - N. K. A. - - 1383: Stiftung einer Pfründe für den Kunigundenaltar durch Ulrich - Haller. N. K. A. - - 1385, 29. März: Das der Pfründe des Zwölfbotenaltars gehörige Gut zu - Steinbach wird der Pfründe des Stephansaltars überwiesen. - M. R. A. - - Um 1385: Die Steinfigur eines Thomas-Christus am Wandtabernakel im - Ostchor. - - 1386: Stiftung der Kandelgießerpfründe des Katharinenaltars. N. K. A. - - 1389, 10. Dezember: Stiftung der Nützelpfründe für den Kunigundenaltar - durch Elisabeth, Witwe des Heinrich Haller, Schwester des Peter - Nützel. N. St. A. - - Um 1390: Steinfigur des hl. Sebald im Mittelschiff mit mehreren Wappen. - - Um 1390: Die Tonfigur eines Apostels im Ostchor neben dem Hallerschen - Fenster. - - 1391 wird die alte Betglocke gegossen. M. R. A. - - 1391, 11. April: Ablaß für die Kirche. N. St. A. - - 1392 wird die große Glocke Benedicta geweiht. N. K. A. - - 1396: Epitaphium der Pömer, Steinrelief am Treppentürmchen des - südlichen Turms. - - 1396 wird die alte Schlagglocke gegossen. N. K. A. - - 1397 wird der silberne Ring des hl. Sebald gefertigt. N. K. A. - - Zwischen 1397 und 1444: Stiftung einer Pfründe für den Johannisaltar - durch Pfarrer Albrecht Fleischmann. N. K. A. - - Um 1400: Wappen der Pömer, Steinreliefs am Treppentürmchen des - südlichen Turmes. - - Um 1400: Die Steinfigur einer weiblichen Heiligen im Ostchor neben der - Schautüre, Volckamersche Stiftung. - - Um 1400: Steinfigur des Christus mit den Wundmalen im nördlichen - Seitenschiff, Ebnersche Stiftung. - - Um 1400: Steinfigur des Christus mit den Wundmalen an der nördlichen - Sakristei. Kopie der Neuzeit. Rietersche Stiftung. - - 1402: Stiftung einer Pfründe für den Marienaltar durch Elisabeth Koler. - N. K. A. - - 1406: Stiftung einer Pfründe für den Nikolaus- (späteren Tucher-)Altar - durch Hartmann Kandelgießer. N. K. A. - - Um 1410: Eherner Taufkessel im Westchor. - - Um 1410: Die Holzfigur der Madonna im Ostchor am ersten nördlichen - Pfeiler. - - Um 1410: Die Tonfigur des Apostels Johannes im Ostchor neben dem - Tucherschen Fenster. Tuchersche Stiftung. - - Um 1410: Wandteppich mit Darstellungen aus dem Alten Testament. - - Um 1410: Wandteppich mit Darstellungen aus der Legende des hl. Sebald. - - 1412: Einrichtung von »heimlichen Gemachen«. N. K. A. - - 1412: Legat der Klara Geuder für die Stiftung einer Lampe am - Sebaldusgrab. N. K. A. - - 1414: Die Häuser am Weinmarkt unter dem Kirchhof dürfen nicht höher - gebaut werden. N. K. A. - - 1415: Zweites Legat der Klara Geuder für die Stiftung einer zweiten - Lampe beim Sebaldusgrab. N. K. A. - - Um 1420: Zwei Wandteppiche mit Darstellungen aus der Legende der - hl. Katharina. - - Um 1420: Wandteppich mit zwei Darstellungen der Kreuzauffindung durch - die hl. Helena, Rummelsche Stiftung. - - Um 1420: Zwei Steinfiguren einer Verkündigung im Ostchor neben dem - Volckamerschen Fenster, Volckamersche Stiftungen. - - Um 1420: Zwei Steinfiguren einer Heimsuchung im Ostchor, neben dem - Behaimschen Fenster, Behaimsche Stiftungen. - - Um 1420: Epitaph der Haller, Steinrelief am nördlichen Seitenschiff. - - 1423: Das Wandgemälde mit dem Abendmahl, der Fußwaschung und dem Ölberg - im Ostchor hinter dem Tucheraltar, Stiftung des Hans Starck. - - 1424: Stiftung für den Stephansaltar. N. K. A. - - 1425 wird die für den Sebaldusaltar gestiftete Vörchtelpfründe neu - dotiert. N. K. A. - - 1429: Holzrelief der Madonna im Ostchor über der Schultüre, Ebnersche - Stiftung. - - Um 1430: Epitaph der Fütterer, Steinrelief am südlichen Turm. - - Um 1430: Die Steinfigur des hl. Johannes des Täufers im Ostchor neben - dem Tucherschen Fenster, Tuchersche Stiftung. - - Um 1430: Die Steinfiguren der Madonna und des hl. Sebald an der - Brauttüre. Kopien der Neuzeit. - - Um 1430: Epitaph der Holzschuher, Steinrelief am südlichen - Seitenschiff. - - Um 1433: Holztafelgemälde mit der Dornenkrönung im Westchor. - Löffelholzische Stiftung. - - 1435: Stiftung einer Pfründe für den Bartholomäusaltar durch Berthold - Pfinzing. N. K. A. - - Um 1435: Das Holztafelgemälde der Anna selbdritt im Ostchor, Stiftung - der Familie Imhoff. - - Um 1435: Holztafelgemälde mit der Geißelung Christi im Westchor. - Löffelholzische Stiftung. - - Zwischen 1436 und 1439: Stiftung eines Holztafelgemäldes für den - Stephansaltar durch Nikolaus Muffel. N. K. A. - - 1440: Die von Konrad Teufel 1359 für den Marienaltar gestiftete Pfründe - wird durch Hans Teufel neu dotiert. N. K. A. - - Etwa 1440-1450: Halleraltar. - - 1442: Steinfigur des hl. Christophorus am südlichen Turm, vielleicht - von Hans Decker. - - 1444 wird die große Orgel im Ostchor von Heinrich Traxdorf gebaut und - die Wand daneben mit Malereien ausgestattet. N. K. A. - - 1444: Stiftung für den Petersaltar. N. K. A. - - 1445: Stiftung für den Zwölfbotenaltar. N. K. A. - - 1447 wird eine kleinere Orgel gebaut. 1570 wird dieselbe wieder - entfernt. N. K. A. - - 1448: Ablaß für den Stephansaltar. N. K. A. - - Um 1448: Holztafelgemälde mit der Verkündigung im Westchor. - Löffelholzische Stiftung. - - 1450: Stiftung des Ewigen Lichts über dem Volckamerschen Grab. - N. K. A. - - Um 1450: Wandteppich mit Darstellungen aus dem Marienleben, Hallersche - Stiftung. - - Um 1450: Die Holzfiguren des hl. Sebald und des hl. Erasmus im Ostchor - neben dem Schürstabschen Fenster, Hallersche und Schürstabsche - Stiftungen. - - Um 1450: Das Holztafelgemälde der Geburt Christi im Ostchor, Stiftung - der Familie Imhoff. - - 1452: Ablaß für den Stephansaltar. N. K. A. - - 1452: Stiftung für den Erhardsaltar. N. K. A. - - 1453: Epitaph der Ketzel, Steinrelief an der Nordseite des Westchors. - - 1453: Errichtung von Schrein und Predella des Katharinen- oder - Löffelholzaltars. - - Um 1455: Die Holzfigur eines leuchtertragenden Engels neben dem - Hauptaltar im Ostchor. - - 1458: Epitaph der Maurer, Steinrelief an der Nordseite des Westchors. - - 1460: Ablaß für den Stephansaltar. N. K. A. - - 1460: Ablaß für den Bartholomäusaltar. N. K. A. - - Um 1460: Wandteppich mit Darstellungen der Grablegung einer Heiligen, - Tuchersche Stiftung. - - Um 1460: Zwei Wandteppiche mit Darstellungen aus der Parabel vom - verlorenen Sohn, Tuchersche Stiftung. - - Um 1460: Zwei Holzfiguren einer »Verkündigung« im Ostchor neben dem - Stromerschen Fenster, Stiftungen der Familien Starck und Imhoff. - - Um 1460: Die Holzfigur des Apostels Johannes im Ostchor neben dem - Fürerschen Fenster. - - 1461: Diebstahl aus dem Sarg des Sebaldusgrabes. N. K. A. - - 1463: Epitaph der Semler, Steinrelief am ersten Pfeiler des nördlichen - Seitenschiffes. - - 1463: Visitation des Bestandes im Sarg des Sebaldusgrabes. N. K. A. - - 1464-1466: Mehrere Ablässe für die St. Pankratiuskapelle in der Kirche. - N. K. A. - - 1468: Errichtung von Kasten in der Kirche zur Geldsammlung gegen die - Hussiten. - - Um 1470: Die Holzfiguren eines hl. Papstes und eines hl. Bischofs im - Ostchor neben dem Pfinzingschen Fenster, Hallersche Stiftungen. - - 1473: Das Wandgemälde mit Kreuzschleppung im Ostchor unter dem Gemälde - des Hans von Kulmbach, Steinlingersche Stiftung. - - 1475: Ablaßbestätigung für den Petersaltar. N. K. A. - - 1476: Ablaß für den Bartholomäusaltar. N. K. A. - - 1477: Ablaß für den Bartholomäusaltar. N. K. A. - - 1477 kaufen Berthold, Hans, Anton und Langhans Tucher einen Grabteppich - mit der Darstellung des englischen Grußes. Tucher-Archiv. - - 1478: Das Holztafelgemälde der Allegorie auf die Geburt Christi im - nördlichen Seitenschiff; Stiftung der Familie Starck. - - 1479: Ablaß für den Stephansaltar. N. K. A. - - 1480: Ausbruch der Schautüre im Ostchor. - - Um 1480 wird die Holzfigur des Christuskindes der Madonnenstatue im - Ostchor am ersten südlichen Pfeiler angefügt. - - Um 1480: Epitaph der Pfinzing, Steinrelief an der Nordseite des - Westchors. - - 1481: Ablaß für den Stephansaltar. N. K. A. - - 1481-1490: Erhöhung der Türme. N. K. A. - - 1482: Die Brüder Johann und Georg Starck stiften ein hölzernes Kruzifix - an dem Schwibbogen zwischen dem Sebalder Pfarrhaus und der - Moritzkapelle. - - 1482: Wiederholte Visitation des Bestandes im Sarg des Sebaldusgrabes. - N. K. A. - - 1482 wird die Uhr- oder Schlagglocke gegossen. N. St. A. - - 1483 wird die Uhr- oder Schlagglocke aufgehängt. N. St. A. - - 1483: Stiftung für den Erhardsaltar. N. K. A. - - 1485: Das Holztafelgemälde der Kreuzigung im Ostchor, Stiftung des Hans - Tucher. - - Um 1485: Petersaltar im Ostchor. - - Nach 1485: Epitaph der Schedel, Steinrelief des Jüngsten Gerichts am - Ostchor über der Schautüre. - - Vor 1487 wird der Petersaltar im Ostchor auf Veranlassung des Nikolaus - Topler restauriert. - - 1487: Ablaß für den Stephansaltar. N. K. A. - - 1488: Erster Entwurf des Peter Vischer für das Sebaldusgrab. N. K. A. - - 1490, 20. November: Morgens bricht in der Wächterstube des südlichen - Turmes Feuer aus. - - Um 1490: Zwei Altarleuchter in Gestalt von kerzentragenden Engeln, - massives Silber. - - Um 1490: Die Holzfigur des Christus als Weltheilandes in der Art des - Veit Stoß im Ostchor neben dem Mendelschen Fenster, Tuchersche - Stiftung. - - 1492 vollendet Adam Kraft das Schreyersche Grabmal am Ostchor. - - 1493 werden in das Schürstabsche Fenster im Ostchor zwei Wappen der - Schürstab eingesetzt. - - 1493 wird die Viertelstundenglocke aufgehängt. N. K. A. - - 1493: Ablaß betreffend das von Sebald Schreyel gestiftete Ewige Licht - und Sakramentshäuslein. N. K. A. - - 1493, 19. August wird die erste beglaubigte Restaurierung der Kirche - (»geweist und verneut inwendig«) vollendet. - - 1495: Die Holzfiguren des Thomas-Christus und der Maria als - Schmerzensmutter von Veit Stoß im Ostchor neben dem - Markgrafenfenster Volckamersche Stiftungen. - - Um 1495: Die Holzfigur des Apostels Andreas, wohl von Veit Stoß, am - Ostchor neben dem Mendelschen Fenster, Tuchersche Stiftung. - - 1496: Steinrelief der Kreuztragung von Adam Kraft im Mittelschiff. - - 1497: Epitaph des Peter Fugger von Augsburg, Steinrelief am nördlichen - Seitenschiff. - - 1497: Wandteppich mit der Darstellung der Geburt Christi mit vier - Heiligen. - - 1499: Steinrelief mit drei Passionsszenen von Veit Stoß im Ostchor - unter dem Markgrafenfenster. - - Um 1500: spätgotischer Prachtkelch mit Patene von vergoldetem Silber. - - 1501: Das Bambergische Fenster im Ostchor, gemalt von Wolf Katzheimer. - - 1501: Erste Renovierung des von der Familie Starck 1578 gestifteten - Holztafelgemäldes, Allegorie auf die Geburt Christi, im nördlichen - Seitenschiff. - - 1502: Titelblätter, gemalt zu den von Paul Volckamer und Sebald - Schreyer 1501 gestifteten Exemplaren des Liber horarum (Bamberg, - Joh. Pfeyl, 1501). - - 1503: Wiederholte Visitation des Bestandes im Sarg des Sebaldusgrabes. - N. K. A. - - Um 1505: Das Holztafelgemälde der Verkündigung im südlichen - Seitenschiff, Stiftung der Familie Oelhafen. - - 1506: Zweiter Einbruch in den Schrein des Sebaldusgrabes. N. K. A. - - 1508: Bestätigung des 1493 für das Schreyersche Ewige Licht und - Sakramentshäuschen gewährten Ablasses. N. K. A. - - 1508-1519: Herstellung des Sebaldusgrabes durch Peter Vischer und seine - Söhne. - - 1509: Stiftung einer Pfründe für den Stephansaltar durch Ambrosius - Stromer. N. K. A. - - Um 1510: Steinrelief der Kreuzauffindung und Kreuzprobe der Kaiserin - Helena im südlichen Turmportal. - - 1512: Vollendung des Sebaldusgrabes ohne den figürlichen Schmuck durch - Peter Vischer. - - 1513: Das Holztafelgemälde der Madonna mit Heiligen von Hans von - Kulmbach im Ostchor, Stiftung des Martin Tucher. - - Um 1513: Stiftung der Tucherschen Familientafel mit dem Bild des Todes - im Ostchor. - - 1514: Das Maximiliansfenster im Ostchor, gemalt von Veit Hirschvogel. - N. K. A. - - 1514 will Probst Melchior Pfinzing das Wandtabernakel im Ostchor durch - ein größeres Sakramentshäuschen über dem Nikolausaltar ersetzen. - - Um 1515: Die Erzfigur der Madonna von Stephan Godl im Ostchor am - dritten nördlichen Pfeiler. - - 1515 erlaubt der Rat dem Michael Behaim, die Kramerkapelle in der - Kirche am Gewölbe und an den Fenstern und Altartafeln restaurieren - zu lassen. - - 1515: Das Markgrafenfenster im Ostchor, nach einem Entwurf des Hans von - Kulmbach gemalt von Veit Hirschvogel. - - 1515: Das Pfinzingsche Fenster im Ostchor, gemalt von Veit Hirschvogel. - - 1520: Reparaturen am Sarg des Sebaldusgrabes. N. K. A. - - 1522: Meßkelch mit Patene von vergoldetem Silber, Tuchersche Stiftung. - - 1523: Letzte Prozession am Sebaldusfest. N. K. A. - - Um 1525: Das Holztafelgemälde der »Krönung Mariä« im Mittelschiff, - Stiftung der Familie Imhoff. - - 1526: Die Kreuzigungsgruppe aus Holz von Veit Stoß im Ostchor. - - 1542 werden auf Beschluß des Rates die beiden Frauenaltäre, der - gegenüberstehende Zwölfbotenaltar und der dazwischen befindliche - Altar, wahrscheinlich der Johannisaltar, beseitigt, weil die - Kirchenbesucher den Geistlichen auf der Kanzel nicht sehen konnten. - N. K. A. - - 1543: Das von den Gebrüdern Starck an dem Schwibbogen beim Sebalder - Pfarrhaus 1482 gestiftete hölzerne Kruzifix wird nach Abbruch des - Bogens an den Westchor der Kirche verbracht. - - Um 1550: Erneuerung des untersten Teiles des Tucherschen Fensters im - Ostchor. - - 1552 werden Gold- und Silbergeräte des Kirchenschatzes eingeschmolzen. - N. K. A. - - 1561: Ausbesserung des Ostchores und Abnahme seiner schadhaften - Galerie. N. K. A. - - 1570 wird die 1447 gestiftete kleine Orgel entfernt. N. K. A. - - 1571 wird die Beseitigung der baufälligen Kranzgalerie des südlichen - Turmes geplant. N. St. A. - - 1571: Reparaturen an den Türmen. N. St. A. - - 1572 wird die große, 1444 von Heinrich Traxdorf erbaute Orgel - renoviert. N. K. A. - - 1572: Renovierung des von Martin Tucher 1513 gestifteten Hans von - Kulmbachschen Holztafelgemäldes der Madonna mit Heiligen im - Ostchor durch Nikolaus Juvenel. - - 1572 wird der Petersaltar im Ostchor renoviert. N. K. A. - - 1574 werden acht verschiedene Wappen in das Grundherrsche Fenster im - Ostchor eingesetzt. - - 1591: Reparaturen an den Türmen. N. K. A. - - 1591 wird zum ersten Mal der schlechte Zustand des Zinndaches am - südlichen Turm festgestellt. N. St. A. - - 1591: 4. Oktober. Durch Ratsverlaß wird die Ausbesserung auf - St. Sebalds Schlagturm befohlen. N. St. A. - - 1593: Ausbesserung des Zinnes am Schlagturm. N. St. A. - - 1600 wird die neue Betglocke gegossen. N. St. A. - - 1601: Das Imhoffsche Fenster im Ostchor, gemalt von Jakob Sprüngli oder - Christoph Maurer. - - 1603: Das Holztafelgemälde mit Szenen aus dem Leben der ersten Menschen - von Johann Kreuzfelder im Ostchor, Stiftung der Familie Behaim. - - 1609: Zweite Besichtigung und Ausbesserung des schadhaften Zinndaches - am südlichen Turm. N. St. A. - - 1613: Ausbesserung des Zinns am Schlagturm. N. St. A. - - 1613: Erneute Besichtigung und Ausbesserung des schadhaften Zinndaches - am südlichen Turm. N. St. A. - - 1613 wird der Sebaldusaltar durch Maler Leonhard Prechtel restauriert. - N. K. A. - - 1614: Wappen der Nützel mit Inschrift, im fünften Fenster des - nördlichen Seitenschiffes eingesetzt. - - 1614: Reparaturen am Sebaldusaltar durch Maler Leonhard Prechtel. - N. St. A. - - 1616: Erneute Besichtigung und Ausbesserung des schadhaften Zinndaches - am südlichen Turm. N. St. A. - - 1616: Ausbesserung des Zinns am Schlagturm. N. St. A. - - 1625 wird auf Veranlassung des Hans Starck das eherne Kruzifix - am Westchor von Johann Wurzelbauer, dem Sohne des Meisters vom - Tugendbrunnen, gegossen als Ersatz für das Starcksche hölzerne - Kruzifix vom Jahre 1482, welches 1543 an die jetzige Stelle - transferiert worden war. - - 1627: Renovierung der drei von Hans Starck 1423 gestifteten Wandgemälde - des Abendmahles, der Fußwaschung und des Ölberges im Ostchor auf - Veranlassung des jüngeren Hans Starck. - - 1628: Umfassende Renovierung des ganzen Sebaldusgrabes. N. K. A. - - 1628: Das Holztafelgemälde des Jüngsten Gerichtes im Ostchor, freie - Kopie nach Rubens, wahrscheinlich von Jörg Gärtner dem Älteren - ([gestorben] 1648), Stiftung der Familie Imhoff. - - 1629: Kirchenstuhl mit reichen Schnitzereien im Westchor. - - 1641 werden in das Imhoffsche Fenster im Ostchor zwei Wappenpaare - eingesetzt. - - 1643: Zwei Abendmahlskannen von vergoldetem Silber, Grundherrsche - Stiftung. - - 1643: Seidene Kanzelbekleidung mit Applikationsstickerei, gestiftet von - Achaz Hilling von Elnbogen und seiner Ehefrau. - - 1647: Neubedachung des mit Zinn gedeckten südlichen Turmes mit - Kupferplatten. N. St. A. - - 1647: Restaurierung des Schlagturmes. N. St. A. - - 1652 läßt der Kurfürst von Mainz durch Bildhauer Georg Schweigger dem - Rat von Nürnberg 1000 Dukaten für die Kreuzigungsgruppe von Veit - Stoß im Ostchor bieten. - - Vor 1654: Das Holztafelgemälde mit der Beweinung Christi im Ostchor, - Kopie nach Dürer, wahrscheinlich von Georg Gärtner dem Jüngeren - ([gestorben] 1654), Stiftung der Familie Holzschuher. - - 1656 wird das von der Familie Ebner 1429 gestiftete Madonnenrelief im - Ostchore über der Schultüre renoviert. - - 1656 und 1657: Unbedeutende Renovierung des Inneren der Kirche und - Abänderung der Emporkirche (Engelschor). N. St. A. - - 1657 wird von den Silberdrahtziehern eine kleine Orgel im Ostchor - gestiftet. - - 1657 und folgende Jahre wird die Kirche nach dem Muster des Bamberger - Domes von Tünchermeister Jakob Fuchs renoviert. N. St. A. - - 1657: Das Wandgemälde einer Inschrifttafel im Ostchor über dem - Kaiserchörlein. - - 1657: Eröffnung der »Geheimen Versperr«. N. K. A. - - 1657-1664: Renovierung und Barockausstattung der Kirche. N. St. A. - - 1658 wird die große, 1444 von Heinrich Traxdorf erbaute, 1572 - renovierte Orgel im Barockstil umgebaut. N. K. A. - - 1658: Zweite Renovierung des von der Familie Starck 1478 gestifteten - Holztafelgemäldes einer Allegorie auf die Geburt Christi im - nördlichen Seitenschiff. - - 1658: Abendmahlskelch mit Patene und zwei Abendmahlskannen von - vergoldetem Silber, gestiftet von Buchhändler Wolfgang Endter dem - Älteren. - - 1659: Errichtung des neuen Nikolaus- oder Tucheraltars mit dem - Ecce-Homo-Bild von Merian. N. K. A. - - 1659 wird im Zusammenhang mit der Barockausstattung der Kirche die neue - Kanzel errichtet. N. K. A. - - Um 1660: Die Geschlechtertafeln der Löffelholz im Westchor, der Kreß - und der Volckamer im Ostchor beim Muffelschen Altar. - - Um 1660: Altarkruzifix von massivem Silber mit dem Monogramm M. W. - - 1660-1663 erbaut Georg Wirsching den Hauptaltar an Stelle des gotischen - Hochaltars. N. K. A. - - 1663: Errichtung des neuen Stephans- oder Muffelschen Altares. Das Bild - des alten Altares wird in die Lorenzkirche verbracht. N. St. A. - - 1675: Abendmahlskelch mit Patene von vergoldetem Silber, gestiftet von - Joachim Kern und dessen Ehefrau. - - 1691 wird das Werk der großen Orgel vom Jahre 1444 im Ostchor von Georg - Sigmund Leyser, Orgelbauer in Rothenburg a. T., erneuert. - N. K. A. - - 1700-1759. Unbedeutende Reparaturen an der Betglocke, dem Vesperlein, - dem Zeigerlein und der Garausglocke. N. St. A. - - Um 1700: Etui mit Löffel von vergoldetem Silber, Altargerät. - - Um 1700: Altarkruzifix von massivem Silber. - - 1712: Aus Anlaß der Anwesenheit Karls VI. in Nürnberg wird die - kaiserliche Küche vor der Kirche aufgeschlagen. N. St. A. - - 1723: Klingelbeutel mit der Gruppe Christus am Kreuz und Maria von - massivem Silber und mit dem Monogramm M. M. - - 1732, 13. Oktober wird die Overdiksche Orgel im Ostchor gestiftet. Sie - wird später auf den sogenannten Engelschor verbracht. N. K. A. - - 1744: Hostienbüchse von vergoldetem Silber, gestiftet von M. M. W. - - 1754, 3. August entsteht durch Blitzschlag auf dem Dachboden über dem - Westchor Brand. N. St. A. - - 1754, 16. September: Ratsverlaß, die der Reparatur bedürftigen - Bäckerläden bei St. Sebald betreffend. N. St. A. - - Um 1755: Taufbecken mit Kanne von Silber. - - Um 1755: Zwei Abendmahlskelche mit Patenen von vergoldetem Silber. - - Um 1755: Die Geschlechtertafeln der Ebner im nördlichen, der - Holzschuher im südlichen Seitenschiff und der Fürer im Ostchor - beim Muffelschen Altar. - - 1768-1769: Ausbesserung des Dachstuhles des nördlichen Turmes und - Neubedachung mit Zinnplatten. N. St. A. - - 1769-1770: Reparaturen an den Türmen. N. St. A. - - 1774: Renovierung des von der Familie Behaim 1603 gestifteten - Kreuzfelderschen Holztafelgemäldes mit Szenen aus dem Leben der - ersten Menschen im Ostchor. - - 1781: Sanduhr mit Gehäuse von Silber, Holzschuhersche Stiftung. - - 1784-1785: Verhandlungen über Aufführung eines neuen Stockwerks im - Sebalder Pfarrhof. N. St. A. - - 1790: Ausbesserung eines Fensterpfeilers in der Kirche. N. K. A. - - Um 1790: Umbau des Katharinen- oder Löffelholzaltares. - - 1797, 12. Oktober bis 1798, 3. Februar: Verhandlungen, die - unberechtigte Veräußerung von Kirchengeräten und Meßgewändern - betreffend. N. K. A. - - 1797 soll das 1396 gestiftete Pömersche Epitaph am südlichen - Treppenturm restauriert worden sein. - - 1798: Reparatur der Bet- und Chorglocke. N. St. A. - - 1798: Reparatur in der Senioratswohnung. N. St. A. - - 1798: Ofenreparatur in der großen Sakristei. N. St. A. - - 1800: Reparaturen an den Wappenschilden der Kirche. N. St. A. - - 1800-1806 wird der Musikchor aus der Frauenkirche in die Sebalduskirche - transferiert. N. K. A. - - 1802: Reparatur in der Diakonatswohnung. N. K. A. - - 1804 und 1805: Reparatur der Helmstangen auf den Kirchtürmen. - N. K. A. - - 1805: Wiederholte Reparatur an der Fahnenstange auf dem südlichen Turm. - N. St. A. - - 1807: Ausbesserung des 1647 gedeckten Kupferdaches am südlichen Turm. - N. St. A. - - 1807: Reparatur des Kirchendaches. N. K. A. - - 1817 werden in das Markgrafenfenster im Ostchor zwei Medaillons mit den - Bildnissen Luthers und Melanchthons eingesetzt. - - 1823 wird nach den Plänen K. A. Heideloffs ein neuer Hauptaltar an - Stelle des Barockaltares vom Jahre 1663 errichtet. - - 1827 wird das Werk der großen Orgel vom Jahre 1444 im Ostchor wiederum - repariert durch den Orgelbauer Augustin Ferdinand Bittner und das - Gehäuse nach den Plänen Heideloffs umgebaut. - - Um 1830: Zwei große Altarleuchter von Silber. - - 1838: Abendmahlskanne von vergoldetem Silber, gestiftet von der - Kaufmannswitwe Therese Rohrmann. - - 1859 baut Bildhauer Lorenz Rotermundt nach Krelings Entwurf die Kanzel. - - 1888-1906: Umfassende Restaurierung der Kirche und ihres Inventars - unter Leitung der Architekten G. v. Hauberrisser und J. Schmitz. - - [XXXI] M. R. A. = Münchener Reichsarchiv. - - [XXXII] N. K. A. = Nürnberger Kreisarchiv. - - [XXXIII] N. St. A. = Nürnberger Stadtarchiv. - - [XXXIV] B. N. M. = Bayrisches Nationalmuseum. - - - - - Verzeichnis der Abbildungen. - - - Tafeln. - - I. Ansicht des Ostchors gegenüber dem Titelblatt - - II. Grundrisse und Details des romanischen Baues nach S. 12 - - III. Ansicht und Schnitt des romanischen Baues " " 20 - - IV. Das Brauttor " " 38 - - V. Grundriß der Sebalduskirche " " 42 - - VI. Längenschnitt der Sebalduskirche " " 48 - - VII. Grundrißentwicklung der Strebepfeiler am Ostchor " " 56 - - VIII. Ansicht eines Ostchorjoches " " 56 - - IX. Seitenansicht und Schnitt eines Strebepfeilers am - Ostchor " " 56 - - X. Innenansicht vom Ostchor gegen das nördliche - Seitenschiff " " 74 - - XI. (Farbige Tafel). Romanisches Dienstkapitäl des - Mittelschiffes mit später angesetztem gotischem - Baldachin. -- Gewölbeschlußstein im Ostchor " " 104 - - XII. (Farbige Tafel). Statue des Apostels Johannes im - Mittelschiff. -- Engelsstatue von der Volckamerschen - Verkündigung mit Baldachin und Konsole " " 104 - - XIII. Baukosten der Wiederherstellung der Sebalduskirche - 1885-1906 " " 128 - - XIV. Sebaldusgrab von Peter Vischer " " 128 - - XV. Thronende Maria mit Heiligentafelgemälde von Hans - von Kulmbach (Tuchersche Stiftung) " " 212 - - - Textabbildungen. - - Seite - - 1. Modell (von oben gesehen) der ausgegrabenen Ostchorkrypta 17 - - 2. Innenansicht gegen Osten 18 - - 3. Innenansicht gegen den Westchor 21 - - 4. Triforien im Mittelschiff 22 - - 5. Partie aus dem Engelschor 23 - - 6. Westansicht vor der Restaurierung 25 - - 7. Ansicht vom südlichen Seitenschiff gegen Norden 27 - - 8. Kapitäl der Dienste im Mittelschiff 28 - - 9. Romanisches Kapitäl mit Blatt- und Bandornament 29 - - 10. Desgleichen 29 - - 11. Gotisches Kapitäl im Seitenschiff 29 - - 12. Romanisches Kapitäl mit Knollenornament 29 - - 13. Romanische Hornkonsole 30 - - 14. Romanische Konsole 30 - - 15. Portal am südlichen Turm 35 - - 16., 17., 18. Romanisches Portal am südlichen Turm 37 - - 19. Querschnitt durch das Mittelschiff und die Seitenschiffe 41 - - 20. Portal am südlichen Seitenschiff 43 - - 21 _a-d_. Fenstermaßwerke der Seitenschiffe 45 - - 22., 22 _a_. Brauttor 46 - - 23. Ostchor. Innenansicht 51 - - 24. Innenansicht vom Ostchor gegen Nordosten 53 - - 25. Baldachin im Ostchor 55 - - 26. Meisterzeichen im Ostchor 63 - - 27., 27 _a_, 27 _b_. Baldachin am Ostchor 67 - - 28. Westansicht 69 - - 29. Oberer Teil des nördlichen Turms 73 - - 30. Inneres der Sebalduskirche. Ausschnitt aus dem Kupferstiche - von J. A. Graff 1694 77 - - 31. Ostchorpartie vor der Restaurierung 80 - - 32. Westansicht mit den Gerüstbauten 82 - - 33. Die aufgefundenen Reste der ehemaligen Galerie am Ostchor 87 - - 34. Ostchorpartie nach der Restaurierung 89 - - 35. Neuer Verkündungsengel am Ostchor 90 - - 36. Konsole mit Ritter an einem nördlichen Pfeiler des Ostchors 91 - - 37. Konsole mit Ritterfräulein an einem nördlichen Pfeiler des - Ostchors 91 - - 38. Nördliches Seitenschiff vor der Restaurierung 92 - - 39. Nordansicht 93 - - 40. Pfinzingkapelle vor der Restaurierung 98 - - 41. Pfinzingkapelle nach der Restaurierung 98 - - 42. Erneuerte Madonnenstatue am Brautportal 99 - - 43. Löffelholzaltar 107 - - 44. Modell eines zum Teil armierten Vitrumspfeilers 111 - - 45. Armierter Vitrumspfeiler während der Restaurierung 112 - - 46. Der heil. Christophorus. Wandgemälde im südlichen - Seitenschiff 114 - - 47. Statue des Apostels Paulus mit Baldachin und Konsole im - Ostchor 117 - - 48. Statue des Kaisers Heinrich vor der Restaurierung 119 - - 49. Statue des Kaisers Heinrich nach der Restaurierung 119 - - 50. Sakramentshäuschen im Ostchor 121 - - 51. Partie aus dem Ostchor mit Tucheraltar, Sakramentshäuschen - und Petrusaltar 123 - - 52. Ostchor. Ansicht gegen Westen 125 - - 53. Petrusaltar (geöffnet) 130 - - 54. Petrusaltar (geschlossen) 131 - - 55., 56., 57. Kreuzigungsgruppe von Veit Stoß. Über dem - Hauptaltar im Ostchor 133 - - 58. Geburt Christi. Von einem der Flügel des Löffelholzaltars 135 - - 59. Legende des heil. Georg. Von einem der Flügel des - Löffelholzaltars 135 - - 60. Halleraltar (geschlossen) 136 - - 61. Halleraltar (geöffnet) 137 - - 62. Erzkruzifix am Westchor 141 - - 63. Bogenfeld im Portal des nördlichen Seitenschiffs mit - Darstellungen aus dem Marienleben 142 - - 64. Statue der Eitelkeit der Welt am nördlichen Seitenschiff. - Vorderseite 143 - - 65. Desgleichen. Rückseite 143 - - 66. Eine der klugen Jungfrauen am Brautportal 143 - - 67. Geißelung Christi. Stationsrelief am Ostchor 144 - - 68. Kreuztragung, Stationsrelief am Ostchor 144 - - 69. Passionsszenen von Adam Kraft. Schreyersches Begräbnis am - Ostchor 145 - - 70. Konsole mit Mönchen an einem südlichen Pfeiler des Ostchors 147 - - 71. Darstellung des Jüngsten Gerichts. Schedelsches Relief über - der Schautüre 147 - - 72. Grabrelief der Holzschuher am südlichen Seitenschiff (Kopie - aus der Barockzeit) 148 - - 73. Bogenfeld im Portal des südlichen Seitenschiffes 149 - - 74. Grabrelief der Pömer am südlichen Treppenturm 150 - - 75. Grabrelief der Haller am südlichen Turm 151 - - 76. Türklopfer vom Brauttor 152 - - 77. Statue des Apostels Johannes im Mittelschiff 153 - - 78. Statue des Apostels Philippus im Mittelschiff 153 - - 79. Statue des Apostels Petrus im Mittelschiff 153 - - 80. Statue des Apostels Simon im Mittelschiff 153 - - 81. Statue des Apostels Bartholomäus im Mittelschiff 154 - - 82. Statue der hl. Kunigunde im nördlichen Seitenschiff 154 - - 83. Statue des hl. Kaisers Heinrich im nördlichen Seitenschiff 155 - - 84. Statue des hl. Erhard im Mittelschiff 155 - - 85. Statue der hl. Helena im südlichen Seitenschiff 155 - - 86. Statue des hl. Sebaldus im Mittelschiff 155 - - 87. Kreuzschleppung von Adam Kraft 156 - - 88. Eherner Taufkessel im Löffelholzchor 157 - - 89. Der Apostel Andreas. Holzstatue von Veit Stoß 157 - - 90. Statue Johannes des Evangelisten im Ostchor 158 - - 91. Thomaschristus von Veit Stoß im Ostchor 158 - - 92. Schmerzensmutter von Veit Stoß im Ostchor 158 - - 93. Statue des hl. Erasmus im Ostchor 159 - - 94. Statue der Maria von der Behaimschen Heimsuchung 159 - - 95. Passionsszenen von Veit Stoß im Ostchor 161 - - 96. Ebnerrelief am Dreikönigsportal im Ostchor 161 - - 97. Madonna in der Glorie. Statue (Birnbaumholz) im Ostchor 162 - - 98. Bronzestatuette der Maria von Stephan Godl 163 - - 99. Detail vom Sebaldusgrab 165 - - 100. Gewölbeschlußstein mit der Geburt Christi. Im nördlichen - Seitenschiff 167 - - 101. Gewölbeschlußstein mit dem hl. Sebald. In der nördlichen - Sakristei 167 - - 102. Verkündigung. Holztafelgemälde im Löffelholzchor 169 - - 103. Krönung der Maria. Holztafelgemälde im Mittelschiff 171 - - 104. Darstellung des Paradieses. Holztafelgemälde von Johann - Kreuzfelder 1603 173 - - 105. Abendmahl und Ölberg. Wandgemälde im Ostchor 173 - - 106. Darstellungen aus der Apostellegende. Wandgemälde im Ostchor 175 - - 107. Detail vom Bamberger Fenster 179 - - 108. Detail vom Maximiliansfenster 181 - - 109. Detail vom Markgrafenfenster 183 - - 110. Fenster über dem südlichen Seitenschiffportal 186 - - 111. Detail vom Rahmen der Kressischen Totentafel im Ostchor 189 - - 112. Detail vom Rahmen der Volckamerschen Totentafel im Ostchor 190 - - 113. Rahmen der Ebnerschen Totentafel im nördlichen Seitenschiff 190 - - 114. Details vom Rahmen der Tucherschen Totentafeln 191 - - 115. Löffelholzische Totenschilder 191 - - 116. Kressisches Totenschild (des Stifters der Kirche in - Kraftshof) 191 - - 117. Hallersche Totenschilder 192 - - 118. Hallersches Totenschild 192 - - 119. Ebnersches Totenschild 193 - - 120. Stromersches Totenschild 193 - - 121., 122. Details von den Chorstühlen im Ostchor 193 - - 123. Desgleichen 194 - - 124. Hallerscher Kirchenstuhl 194 - - 125. Kirchenstuhl im Löffelholzchor 194 - - 126. Orgel im Ostchor 195 - - 127., 128. Eisenbeschlag vom Brauttor 196 - - 129. Silbervergoldeter gotischer Kelch mit durchbrochenen - Ornamenten 197 - - 130. Sanduhr (ehemals an der Kanzel) 198 - - 131. Leuchterengel (Hauptaltar) 199 - - 132., 133. Gobelin mit Darstellungen aus der Legende des - hl. Sebald 201 - - 134. Gobelin mit Darstellungen aus dem Marienleben 203 - - 135. Gobelin mit Darstellung der Geburt Christi, 1495 204 - - 136. Mittelstück des Gobelins von 1495 204 - - 137. Katharinenstatue vom Portal des südlichen Seitenschiffs 205 - - 138. Kopf der Katharinenstatue vom Portal des südlichen - Seitenschiffs 207 - - 139. Lapidarium in der westlichen Krypta 208 - - 140. Auferweckung des Lazarus. Relief vom südlichen Seitenschiff - (jetzt in der Bausammlung) 209 - - 141. Übermalter Holzschnitt in einem der Exemplare des »Liber - missalis«, Bamberg 1490 209 - - 142. Randverzierung in Miniaturmalerei in einem der Exemplare des - »Liber missalis«, Bamberg 1490 210 - - 143. Miniaturmalerei in einem der Exemplare des »Liber horarum«, - Bamberg 1501 211 - - 144. Konsekrationsurkunde des Hochaltars von 1379 212 - - - - - Verzeichnis der Personen, Orte und wichtigsten Sachen. - - Verfaßt von $Dr. Alfred Graf$. - - - A. - - Abendmahl (Darstellung) 115, 146, 162, 176, 238, 241. - Abendmahlskelche 198, 241. - Abraham (Darstellung) 151. - Ackermann, Leonhard 138. - Adam und Eva (Darstellung) 48, 144, 172, 179, 192. - Alamannus Luanensis, Bischof 217. - Albertus, Bischof von Sirmium 218. - Albrecht, Markgraf von Brandenburg 185, 212. - Allerseelenaltar 134, 236. - Almosenamt, siehe Landalmosenamt. - Altarbehänge 206. - Altargeräte 196 ff., 241. - Altarleuchter 199, 239, 242. - Altenburg 171, 218, 219. - Amelia 218. - Anagni (Bischof Johannes) 217. - Andreas, hl. 118, 158, 166, 184, 239. - -- Bischof von Balezo 218. - -- -- -- Coron 217. - -- Erzbischof von Antivari 216. - Angelus, Bischof von Viterbo und Toscanella 217. - Anlage, siehe Plandispositionen und Grundrisse. - Anna, hl. 171, 185, 238. - Annaaltar 114. - Anschreibtüre 76, 94, 95, 142, 143. - Antependien 206, 208. - Antivari (Bischof Andreas) 216. - Antonius, hl. 112, 139, 154, 234, 235. - Apostel (siehe auch ihre einzelnen Namen sowie Apostelgeschichte) 81, - 104, 111, 114, 117, 118, 132, 138, 139, 148, 153, 158, 159, 166, 182, - 188, 234, 235, 237. - Apostelgeschichte (Darstellung aus der) 115, 136, 137, 176. - Apsiden 19, 20, 23, 30, 31, 32, 49, 99, 130, 131, 132. - Arbeitslöhne (siehe auch Baukosten) 70, 71, 72, 75. - Arborea (Erzbischof Petrus) 215. - Ardferten in Irland (Bischof Johannes) 218. - Avignon 219. - Avio (Bischof Girardus) 218. - Arkadi (Bischof Raphael) 218. - Arnold, Bischof von Bamberg 215. - Aschaffenburg 88. - Ascoli (Bischof Bonus Johannes) 215. - Athyra in Thrazien (Bischof Ricardus) 218. - Auferstehung (Darstellung) 114, 135, 146, 206. - Auferweckung des Lazarus (Darstellung) 105, 106, 150, 170, 210. - Augsburg, 11, 29, 105, 114, 120, 122, 136, 138, 142, 172, 198, 227, - 239. - Augustinerkloster 230. - Augustinus, Bischof von Soliwri 218. - Ausgießung des hl. Geistes (Darstellung) 179. - Avancius Sannensis, Bischof 218. - Avellino (Bischof Waldebrunus) 215. - Ayrer (Familie) 178. - - - B. - - Baden 88. - Bagnorea (Bischof Johannes) 218. - Balezo (Bischof Andreas) 218. - Balier, siehe Behaim, Balier. - Bamberg 11, 13, 14, 15, 28 ff., 33, 34, 36, 37, 38, 71, 72, 75, 129, - 134, 151, 159, 160, 177, 182, 212 ff., 223, 226, 227, 228, 236, 239, - 241. - Bambergisches Fenster 182, 239. - Bär, Christian 114, 171. - Barbara, hl. 138, 171, 178, 206. - Barfüßerkloster 42, 66. - Barth & Cie. 108. - Bartholomäus, hl. 132, 166, 178. - Bartholomäusaltar 132, 238, 239. - Basel 143, 216. - Bathseba und David (Darstellung) 202. - Bauamt 233. - Bauausschuß 86, 88, 94 ff., 100, 102, 104, 110, 113, 124, 126. - Bauer, Schlosser 224. - Bauhütte 86, 88. - Baukosten (siehe auch Arbeiterlöhne) 120 ff., 228, 230, 233. - Baumaterial, 50, 54, 71, 72, 78, 79, 81, 83, 87, 88, 90, 94, 95, 96, - 97, 98, 108, 111, 113, 122, 147, 222, 224, 230, 233. - Baumeister (siehe auch Parler) 42, 44, 62, 64, 90. - Baumgartner, siehe Paumgartner. - Baumhauer, Sebald 170. - Bausammlung 85, 90, 94, 100, 103, 104, 116, 124, 137, 141, 142, 144, - 146, 148, 149, 150, 176, 208 ff., 226. - Bauschulen 28, 32, 33, 36, 42, 61. - Bayern 11, 58, 61, 74, 105, 122. - Bayreuth 87. - Begegnung zweier Männer (Darstellung) 182. - Behaim, Heinrich, Balier 64, 65. - -- Familie 120, 146, 160, 162, 172, 177, 186, 187, 234, 242. - -- Christoph 172. - -- Friedrich 172. - -- Michael 75, 240. - -- Paulus 172. - -- Sebald 167. - Behaimsches Fenster 186, 231, 237. - Beheizung 95, 97, 121, 126, 242. - Beleuchtung 126. - Belluna (Bischof Gregorius) 210. - Benedicta, siehe Betglocke. - Benedictus, Bischof 217. - Benediktinerorden 33. - Bernardus, Bischof von Ganus 217. - Bernhard von Neumarkt 236. - Berthold, Bischof von Bamberg 15, 213, 214. - Bertoldus, Bischof von Sizebolu 218. - Beschneidung (Darstellung) 186. - Betglocke (siehe auch Chorglocke) 193, 194, 237, 240, 241, 242. - Beweinung Christi (Darstellung) 170, 241. - Bezold, Dr. von 5. - Bibeldrucke 212. - Birkmann, F., Zimmermeister 88. - Bischöfe (Darstellungen von unbekannten) 119, 150, 154, 159, 178, - 182, 235, 239. - Bittner, Augustin Ferdinand 191, 242. - Blasbälge 76, 97, 122. - Blasius, hl. 138, 178. - Böhmen 63, 64, 65. - Bonaventura, Erzbischof von Ragusa 215. - Bonus Johannes, Bischof von Ascoli 215. - Bourbon 184. - Brabant 184. - Braga (Bischof Johannes) 217. - Brandenburg 185. - Brautportal (Ehetür) 24, 47, 48, 52, 76, 86, 88, 91, 94, 95, 96, 98, - 99, 115, 139, 143, 144, 146, 153, 157, 208, 234, 235, 238. - Bremen 110. - Bretheim, Konrad 132, 236. - Brixen (Bischof Landulphus) 215. - Brotausteilung (Darstellung) 174. - Brotbänke 228, 234 ff. - Brothaus 235. - Brotläden 235. - Brünn 63, 65. - Büchersammlung 208, 211 ff. - Bückeburg 90. - Budua 214, 215. - Burg 12, 15, 39, 57. - Burggrafen von Nürnberg 185. - Burgkapelle 26, 28. - Burgschmietgasse 156. - Burgund 36, 38, 184. - Butrinto (Bischof Lazarus) 218. - - - C. - - Cagli (Bischof Guillelmus) 215. - -- (Bischof Petrus) 217. - Cagliari (Bischof Petrus) 218. - Canosa (Bischof Theobaldus) 215. - Capri (Bischof Nikolaus) 215. - Carmium (Bischof Johannes) 218. - Castellana (Bischof Franciscus) 217. - Castro (Bischof Jacobus) 217. - Catania (Bischof Raymundus) 217. - Catanzaro (Bischof Venutus) 216. - Cattaro (Bischof Domnius) 217. - Ceneda (Bischof Franciscus) 216, 217. - Champagne 38. - Chor, siehe Ost- und Westchor. - Chorgalerie 86, 88, 228, 229. - Chorglocke (siehe auch Betglocke) 195, 234. - Chorschranken 189. - Christophorus hl., 106, 112, 132, 142, 152, 174, 185, 234, 238. - Christus, siehe Heiland. - -- erscheint den Frauen (Darstellung) 186. - -- in der Vorhölle (Darstellung) 179, 186. - -- vor Pilatus (Darstellung), 146 180. - Chunradus, buttugelarius 213. - Cluny 36, 38. - Connor (Bischof Robertus) 216. - Coron (Bischof Andreas) 217. - Cramerkapelle 75. - Croja (Bischof Romanus) 215. - Crucifixus, 101, 102, 134, 138, 140, 141, 142, 143, 146, 149, 152, 168, - 178, 187, 190, 198, 200, 206, 239, 240, 241. - - - D. - - Dalmatien 184. - Dänemark 156, 188. - Darbringung im Tempel (Darstellung) 186, 187. - Däschin, Dorothea 131. - David und Bathseba (Darstellung) 202. - -- Michal (Darstellung) 202. - Decker, Hans 152, 238. - Deichsler, Heinrich 230, 231. - Derrer, Familie 152, 236. - Deutschherren 228. - Deutschland 36, 38, 42, 44, 47, 126, 182. - Dieterich, Veit 212. - Dietherr, Familie 178, 187. - Dietlein, Hans 132, 236. - Dietler, Hensel 132, 235. - Dietner, Familie 137. - Digne (Bischof Guilhelmus) 215. - Dilherr, J. U. 200. - Dilherrscher Pokal 200. - Dinkelsbühl 61, 62. - Domnius Cathavensis, Bischof 217. - Dornenkrönung (Darstellung) 146, 148, 169, 180, 238. - Dreifaltigkeit (Darstellung) 152, 160. - Drei Könige, hl. 40, 137, 149, 186, 187, 194. - Dreikönigsaltar 132. - Dreikönigschor 100, 101, 102, 114, 115. - Dreikönigsportal 24, 48, 52, 76, 115, 149, 150, 153, 162, 174, 177. - Dresden 71. - Dürer, Albrecht 169, 170, 172, 174, 178, 182, 241. - - - E. - - Ebermayr, Ursula 192. - Eberspeck, Familie 236. - Ebner, Familie 48, 111, 112, 149, 153, 154, 162, 163, 171, 174, 180, - 182, 187, 188, 216, 234, 235, 237, 241. - -- Albrecht 163, 216. - -- Christine 162. - -- Johannes (Hans) 219, 236. - Ebrach 32, 33, 34, 36, 37, 38, 227. - Ecce homo (Darstellung) 113, 135, 150, 241. - Egidienkirche 26, 28. - Egidienkloster 28, 49, 219, 236. - Egidius, St. 178. - -- Bischof von Urbino 215. - Eglofstein, Familie 152. - Ehebücher 211. - Ehetür, siehe Brautportal. - Eichstätt 28, 214. - Einbalsamierung (Darstellung) 160. - Einweihung 13, 226. - Einzug in Jerusalem (Darstellung) 146. - Eisvogel, Familie 152, 182, 216, 236. - Eitel Fritz, Prinz von Preußen 95. - Eitelkeit der Welt (Darstellung) 143, 234. - Ekarius 221. - Elisabeth, hl. 120, 160, 176, 185. - Endler, Familie 197, 198, 208, 241. - Engel (Darstellungen) 151, 153, 160, 174, 177, 179, 180, 182, 185, - 186, 238, 239. - Engelschor 23, 25, 75, 102, 109, 111, 113, 241. - Engelthal 162, 163, 234. - Englischer Gruß (Darstellung) 239. - Enrico da Gamodia 63, 65. - Ensinger, Baumeister 74. - Erasmus 119, 120, 138, 160, 238. - Erhard Bischof 111, 138, 235. - Erhardaltar, siehe Hallerscher Altar. - Erhardstatue 132, 154. - Erhard, Schmiedemeister 221. - Ermel, Joh. Franciscus 135. - Eseler, Familie 163. - Essenwein, 200 231. - Eßlingen 61, 62, 64, 66, 229. - Etui mit Löffel 198. - Eucharius, Stadtzimmermann 70. - Euchariuskapelle 26, 28. - Ewiglichtlampe 146, 148. - Eyb, Familie 146, 148. - - - F. - - Fabianus 129. - Feltre (Bischof Gregorius) 216. - Fenstergitter 98. - Feuersbrünste 76, 78, 231, 239. - Fleischbänke 219. - Fleischmann, Familie 132, 237. - Foligno (Bischof Paulus) 217. - v. Forster, Fabriksbesitzer 86, 104. - Franciscus, Bischof von Castellana 217. - -- -- -- Ceneda 216. - -- -- -- Ravello 219. - -- -- -- Lampsacus 218. - -- Hurvensis, Bischof 218. - Franken 74. - Frankfurt a. M. 212. - Fränkischer Kurier 233. - Frankreich 32, 36, 38, 44, 156, 188. - Frauenaltar 132, 235, 236, 240. - Frauenschuh aus dem 15. Jahrhundert 210. - Freiburg i. B. 44, 66, 139, 143, 229. - Frey, Familie 149. - Friedhof von St. Sebald 49, 219, 235, 236. - Friedrich, Bischof von Bamberg 220, 228. - -- d. Ä., Markgraf von Brandenburg 185. - -- Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches 207. - Fuchs, Familie 75, 146, 148, 241. - Fugger, Familie 142, 234. - Fürer, Familie 158, 188, 237, 241. - -- Christian 180. - Fürer, Sigmund, 167 168, 180. - Fürersches Fenster 180, 237. - Fürth 11, 28, 226. - Fußböden 95, 98, 111, 113, 210. - Fußwaschung (Darstellung) 176, 238, 241. - Fütterer, Familie 152, 238. - - - G. - - Gammersfelder, Familie 178. - Ganos in Thracien (Bischof Bernardus) 217. - Garausglocke 195, 241. - Gärtner, Familie 186. - -- Georg d. J. 170. - -- Georg d. Ä. 170, 241. - Gayselin 235. - Geburt Christi (Darstellung) 106, 149, 168, 169, 171, 186, 203, 204, - 238, 239, 241. - Gefangennahme Christi (Darstellung) 146, 162. - Geißelung Christi (Darstellung) 146, 169, 238. - Gentili, Cavaliere 200. - Georg, hl. 11, 137, 182, 185. - -- Herzog van Niederbayern-Landshut 74, 196. - -- der Fromme, Markgraf 185. - Georgsaltar 134. - Germanisches Nationalmuseum 86, 148, 150, 164, 200, 210, 231. - Geuder, Familie 146, 180. - -- Klara 164, 238. - Geuschmid, Familie 146, 150, 180, 182. - Geyer, Dr., Hauptprediger 124. - Girardus Arrigensis, Bischof 218. - Glasmalereien 24, 55, 64, 84, 97, 113, 126, 139, 177 ff., 231, 236, - 237. - Glasmalerschule 177, 178. - Glocke, elektrische 96. - Glocken und Glockenstube 66, 70, 72, 94, 97, 100, 101, 193 ff., 237, - 240, 241, 242. - Glockengießer, Konrad 195. - Gnotzhamer, Niklas 70. - Gobelins 84, 105, 126, 200, 202, 203 ff. - Godl, Stephan 120, 163, 240. - Goll, Baumeister (G. Goll und Söhne) 86, 105, 126. - Gori, Bischof 138. - Göschel, Johann 86, 89, 94, 95, 110. - Göschel & Alt 86. - Gostenhof 174. - Gottesdienst 49, 50, 81, 105, 124. - Gottfried, Bischof von Passau 214. - Guilhelmus, Bischof von Digne 215. - -- -- -- Cagli 215. - Guillermus, Bischof von Sagono 216. - -- Erzbischof von Saltania 216. - Grablegung (Darstellung) 179, 186, 204. - Grabner, Familie 187. - -- Heinrich 235. - -- Sebolt 141. - Grafe, Gottfried 235. - Granada 184. - Graser, Familie, 186. - Gregorius, Bischof von Feltre und Belluno 216. - Gregoriusmesse (Darstellung) 106, 112, 113, 144, 174. - Greiner, Niclas 221. - Griebel (Grübel), Flaschner 224. - Groland, Familie 120, 146, 149, 150, 161, 170, 178, 237. - -- Jakob 162. - -- Leonhard 162. - -- Peter 160. - Groß, Familie 120, 152, 160, 170, 176. - -- Niclas 68, 71, 195, 220, 230. - -- Franz 236. - Gruber, Familie 170, 182. - Grübel (Griebel), Flaschner 224. - Grundherr, Familie 121, 146, 152, 180, 185, 188, 197, 237, 240, 241. - -- Michael 228, 236. - Grundherrsches Fenster 180, 237, 240. - Grundrisse 29, 30, 50, 54, 60, 61. - Grünwalt, Heinrich 196. - Gumbert, Markgraf 185. - Gutschneider, Familie 187. - - - H. - - Häberlein, Hans, Magistratsrat 104, 126. - Habsburg, Haus 182, 184. - Hagen, Dr., Stadtpfarrer 126. - Haggenmiller, Professor 112, 174. - Haidenreich, Georg 232. - Halberstadt 185. - Haller, Familie 106, 112, 113, 119, 120, 124, 132, 136, 138, 142, 143, - 150, 152, 156, 159, 160, 162, 174, 178, 185, 188, 189, 200, 203, 206, - 235, 236, 237, 238, 239. - -- Anton 149. - -- Elisabeth 132. - -- Hans 68, 220. - -- Rupprecht 68, 71, 167, 220, 230. - -- Ulrich 132, 236. - Halleraltar (Erhardaltar) 106, 113, 124, 132, 138, 200, 206, 235, 236, - 238, 239. - Hallersches Fenster 113, 185, 237. - Handschriften 211. - Hans von Kulmbach (Hans Sueß) 113, 114, 117, 163, 171, 172, 174, 178, - 184, 210, 239 240. - Harsch, Georg 232. - Harsdörffer (Harsdorf) Familie, 112, 171, 185, 187, 188. - Has, Kunz 196. - -- Margareta 228, 237. - Haslacher, Jakob 236. - Hauberrisser, Georg von, Professor 7, 80, 86, 87, 88, 89, 91, 103, - 104, 105, 190, 231, 242. - Hauptaltar 134, 162, 199, 206, 208, 237, 241, 242. - Hauptversammlung der deutschen Architekten 90. - Heerdegen, R., Handelsrichter 104, 126. - Hegel, Hans 232. - Heideloff, Karl Alexander 84, 105, 116, 121, 124, 134, 182, 191, 242. - Heil, Schreiner 134. - Heiland (Darstellung) 48, 99, 137, 138, 144, 148, 151, 154, 157, 159, - 160, 162, 174, 188, 217, 237, 239. - Heilige (Darstellung) 177, 180, 237. - Heiliggeistkirche 164. - Heiliggrabkapelle 28. - Heilsbronn 214. - Heimsuchung (Darstellung) 120, 160, 203, 238. - Heinrich, Bischof von Bamberg 13, 14, 182, 213, 226. - -- Trient 214. - Heinrich II., Kaiser 11, 28, 111, 119, 132, 137, 139, 154, 159, 182, - 184, 234, 235. - Heinrich III., Kaiser 11. - Heinrich IV., Kaiser 226. - Heinrich von Gmünd 63, 65, 229. - Held, Familie 178. - Helena, hl. 112, 139, 152, 202, 203, 234, 235, 238, 240. - Heller, Karl, Kirchenrat 104. - Helzner, Cuntz 231. - Herakles (Darstellung) 166. - Herdegen, Mathes 231. - Herodes 185. - Hess, Nagler 224. - Hessen 58. - Heugel, Albert 149. - Heydeck, Erhard von 235. - -- Otto von 235. - Heydenreich, Ulrich 74. - Hieronymnus, hl. 171. - Hilling von Elnbogen, Achatius 206, 241. - Himmelfahrt Christi (Darstellung) 186. - Himmelfahrt Mariae (Darstellung) 174. - Hilpert, Justizrat 86, 126. - Hirsauer Bauschule 33. - Hirschvogel, Veit 178, 182, 184, 185, 240. - Hoffart (Darstellung) 182. - Hoffmann, Dr. 6, 14, 68. - Hohenzollern, Haus 185. - Holzschuher, Familie 149, 150, 154, 169, 170, 174, 178, 188, 199, 235, - 237, 238, 241, 242. - -- Friedrich 39, 216, 227, 234. - -- Herdegen 39, 216, 227. - -- Karl 231. - -- Lazarus, 68 167, 230. - -- Leopold 216. - Hornlein, Ditel 235. - Hostienbüchse, 198 241. - Hubner (Hübner), Ulrich 72, 223. - Hupfauf, Erhard 70. - Hussiten 239. - - - I (J). - - Jacobus, Bischof von Castelazio 217. - -- -- -- Castro 217. - -- -- -- Metz 217. - -- -- -- Nepi 217. - -- -- -- Trivento 215. - -- -- -- Valanea 217. - Jacopo de Barbari 172. - Jakobsaltar 132, 228, 235, 236, 237. - Jakobskirche, 160. - Jakobus d. Ä. 117, 118, 132, 157, 160, 166, 178, 184, 235. - Jakobus d. J. 166, 178. - Jerusalem 115, 176. - Jesus, siehe Heiland. - Jesus im Tempel 187. - Imeria (Erzbischof Thomas) 216. - Imhoff, Familie 118, 152, 159, 168, 169, 170, 171, 180, 187, 212, 231, - 238, 240, 241. - -- Hans 170. - -- Klara 171. - -- Konrad 171. - -- Peter,167. - -- Wilibalt 170. - Imhoffsches Fenster 180, 187, 240, 241. - Ingolstadt 74. - Initialen 212. - Innozenz VI., Papst 219. - Intardus, Bischof von Tortiboli 218. - Inzilerius, Bischof von Budua 214, 215. - Jodok von Mähren, Markgraf 63, 65. - Jodokus, hl. 132. - Johann, Markgraf 185. - Johann Albrecht, Markgraf 185. - Johanna die Wahnsinnige 184. - Johannes, Evangelist 118, 132, 134, 137, 138, 141, 142, 143, 148, 149, - 158, 166, 168, 174, 177, 178, 179, 187, 212, 215, 237, 238. - -- Agitonensis, Bischof 218. - -- Bischof von Anagni 217. - -- -- -- Bagnorea 218. - -- -- -- Carmium 218. - -- -- -- Roeskilde 216. - -- -- -- Veglia 218. - -- Carvensis, Bischof 218. - -- Bregivensis, Bischof 217. - -- Tarmopolensis, Bischof 218. - Johannes d. Täufer 111, 118, 153, 158, 164, 170, 171, 185, 206, 217, - 234, 238. - Johannesaltar 132, 138, 234, 235, 237, 240. - Johannes von Gmünd 229. - Joseph, hl. 117, 163, 186. - Irland 218. - Irmisch 126. - Isabella von Portugal 184. - Italien 126. - Judas Thaddäus 166. - Jungfrauen, die klugen und törichten (Darstellung) 47, 98, 99, 139, - 143, 234. - Jungfrauenadler 139. - Jüngstes Gericht (Darstellung) 148, 149, 151, 170, 172, 239. - Juvenel, Nikolaus 172, 240. - - - K. - - Kaiserchor 114, 120, 174, 241. - Kaiserkapelle 26. - Kamin 95. - Kammermeister, Familie 146. - Kammerstein, Siegfried von 39, 216. - Kandelgießer, Hartmann 130, 237. - Kannen 197, 198, 199, 241, 242. - Kanzel 19, 75, 84, 105, 116, 129, 132, 138, 206, 208, 241, 242. - Kanzelbekleidung 206, 208, 241. - Karl IV., Kaiser 48, 63, 65. - Karl V., Kaiser 184. - Karl VI., Kaiser 241. - Kärnten 184. - Karter, Hans 71. - Kaschendorfer Stephan, 71. - Kasimir, Markgraf 185. - Kassuben 185. - Kastilien 184. - Katharina, hl. 112, 137, 138, 139, 141, 151, 154, 171, 185, 202, 203, - 204, 206, 208, 215, 238. - Katharinenaltar (Löffelholzaltar) 105, 113, 131, 137, 199, 206, 215, - 218, 234, 235, 236, 237, 238, 242. - Katharinenchor 131, 236. - Katharinenkloster 202, 225. - Katzheimer, Wolfgang 178, 182, 239. - Kauffmann, Familie 212. - Kauper, Magistratsrat 86. - Kelheim 90. - Kemnater, Ulrich 228. - Kern, Joachim 198, 241. - -- Katharina 198, 241. - Kerny in Irland (Bischof Johannes) 218. - Ketzel, Familie 238. - -- Heinrich 141. - Kindermord, Bethlehemitischer (Darstellung) 185. - Kindertüchleinbücher 211. - Kirchenbücher 211. - Kirchengeräte 64, 242. - Kirchenväter 81. - Kirchweih, siehe Einweihung. - Klarakloster 15, 202, 235. - Klingelbeutel 198, 241. - Klöpfel, Schmied 224. - Kluniazenser 33. - Knebel, Familie 153. - Koburg 131, 235. - Koburger, Hermann 236. - Köchel, Thomas 235. - Koler, Familie 138, 182, 187. - -- Elisabeth 132, 237. - Kolin 63, 66. - Köln 33, 58, 66. - Konrad von Würzburg 143. - Konstantin, Kaiser 203. - Köppel, Georg 221. - Kornhaus 156. - Kötzler, Konrad 236. - Kraft, Adam 111, 140, 146, 147, 148, 156, 164, 206, 239. - Krakau 162. - Kramer Bernhard, 132, 237. - -- Jakob 132, 235. - -- Otto 131, 235, 236. - Kramerkapelle 240. - Krankenkelch 198. - Krauß, Nikodemus 232. - Krauter, Albert (Albrecht) 49, 219, 220, 236. - Kreisarchiv Nürnberg 164, 196, 211, 223, 229, 230, 233, 234 ff. - Kreling, A. 105, 138, 242. - Kreß, Familie 112, 113, 137, 141, 150, 153, 178, 180, 187, 188, 208, - 241. - -- Konrad 217. - -- Georg von, Dr., Justizrat 7, 104, 126. - Kreuzabnahme (Darstellung) 186. - Kreuzauffindung (Darstellung) 152, 203, 238, 240. - Kreuzfelder, Johann 114, 172, 240, 242. - Kreuzigung (Darstellung, siehe auch Crucifixus) 84, 116, 134, 174, - 180, 234, 239, 240, 241. - Kreuztragung (Darstellung) 111, 114, 115, 146, 156, 171, 174, 176, - 180, 206, 239. - Kroatien 184. - Krönung Mariä (Darstellung) 106, 150, 169, 186, 240. - Kugler, Heinrich 68, 70, 71, 74, 221, 230. - Kulmbach 87. - Kundorfer, Ulrich 235. - Ku(n?)dorferin, Kunigunda 236. - Kunigunda, hl. 111, 119, 132, 137, 139, 154, 159, 182, 234, 235. - Kunigundenaltar 132, 235, 237. - Kunstgewerbeschule 138. - Küttelmann, Orgelmacher 224. - Kuttenberg 63, 66. - - - L. - - Lahr i. B. 88. - Lamprecht, Fürstbischof von Bamberg 134. - Lampsacus (Bischof Franciscus) 218. - Landalmosenamt 78, 225. - Landauer, Familie 146, 147, 148. - -- Matthäus 147. - Landesausstellung, Zweite bayrische 95. - Landshut 61, 196. - Landulphus, Bischof von Brixen 215. - Langheim, Hans von 70. - Langres 36, 38. - Laon 32, 38. - Lapidarium, siehe Bausammlung. - Larino (Bischof Petronus) 215. - Laufer Schlagturm 39, 48. - Lauffenholz, Familie 141. - Lavaur (Bischof Thomas) 217. - Lazarus, Bischof von Butrinto (Vucindro) 218. - Lebus (Bischof Stephanus) 216. - Ledergasse 235. - Leibold, A. 86, 126. - Leipzig 138. - Leistner, Georg 81, 87, 90, 95, 98. - Leo, Bischof von Regensburg 214. - Leon 184. - Leonhard, hl. 185, 219. - Leonhard, St. (Siechkobel) 225. - Leopold, Bischof von Bamberg 215, 217, 218, 219, 227, 228. - Lesser, Alexander 162. - Leuchterengel 199. - Leyser, Georg Sigmund 191, 241. - Liber horarum 212, 239. - -- missalis 212. - Liebel, Kommerzienrat 104. - Liebfrauenkirche 48, 59, 60, 61, 65, 86, 87, 138, 139, 196, 242. - Lilgenweiß, Anna 71. - -- Christoph 71, 223. - Link, Familie 146. - Lisenen 24, 72. - Lochner 147. - Löffelholz, Familie 105, 111, 112, 113, 131, 137, 169, 178, 188, 199, - 206, 238, 241, 242. - Löffelholzaltar, siehe Katharinenaltar. - Löffelholzchor, siehe Westchor. - Löffelholzkapelle 78. - Löhneisen, Adelheid 131, 235. - Lorenz, hl. 172, 212, 217. - Lorenzkirche, St. 15, 28, 39, 44, 47, 57, 61, 66, 68, 104, 119, 131, - 135, 139, 168, 169, 171, 177, 178, 196, 223, 241. - Losungsstube 222, 224, 225. - Lotholz, Stadtpfarrer 88, 104. - Ludwig, Bischof von Bamberg 220, 228. - Ludwig der Bayer, Kaiser 48, 228. - Ludwig I., König von Bayern 75. - Ludwig, Prinz von Bayern 95. - Luitpold, Prinzregent von Bayern 80, 95. - Luther, Martin 81, 96, 98, 185, 212, 242. - - - M. - - Magdeburg 185. - Magistratschor 52, 95, 96. - Mailand 63, 65, 184. - Main 33. - Mainz 12, 29, 32, 33, 134, 216, 227, 241. - Malschule 168. - Mannus, Bischof von Amelia 218. - Manuskripte, siehe Handschriften. - Marcellinus, Bischof von Tortiboli 215. - Margaretenkapelle 26. - Maria, hl. 48, 90, 99, 112, 113, 117, 119, 120, 132, 134, 138, 141, - 142, 143, 144, 148, 149, 154, 159, 160, 161, 162, 163, 168, 171, 174, - 178, 180, 185, 187, 202, 208, 210, 212, 215, 217, 234, 237, 238, 239, - 240, 241. - Marienaltar 49, 132, 220, 228, 234, 235, 236, 237. - Marienleben (Darstellungen) 142, 180, 202, 203, 238. - Maria Magdalena 198. - -- Magdalenenkirche 15. - -- von Burgund 184. - Markgrafenfenster 159, 162, 178, 184, 240, 242. - Markt 48. - Marquardus, scultetus 214. - Marstall, Familie 146. - Marthaspital 225. - Martinus, hl. 132, 176. - Matenckhofer, Schlossermeister 221. - Matrone (Statue) 120, 177. - Matthias von Arras 63. - Mauern (Mauerwerk) 20, 22, 31, 36, 42, 56, 57, 79, 89, 95, 108, 109, - 177, 226. - Maurer, Familie 141, 238. - -- Christoph, 187 240. - -- Seyfried (Seitz) 218, 236. - Mayentaler (Meyrntaler), Konrad 235, 236. - Maxentius, Kaiser 203. - Maximilian I., Kaiser 182, 184. - Maximilianfenster 178, 182, 184, 240. - Mayer, A., Konservator 105, 113, 114, 115, 122, 136, 138, 172, 174, - 176. - Meintaler, Konrad 132. - Meisterlin 228. - Mela, Pomponius 167. - Melanchthon 81 96, 98, 185. - Mendel, Familie 156 162, 180, 237. - -- Elisabeth 141. - Mendelsches Fenster 180 237. - Mendelsche Zwölfbrüderstiftung 225. - Merian 114, 135, 241. - Mesnerwohnung 100. - Meßgewänder 242. - Messingleuchter 199, 200. - Meßkelche 197, 240. - Metz (Bischof Jacobus) 217. - Meyrntaler, siehe Mayentaler. - Michael, Erzengel (Darstellung) 151. - Michael von Freiburg 229. - Michahelles, Friedrich, Kirchenrat 85, 86, 90, 104, 105, 112, 124, 126, - 157. - Milchmarkt 230. - Miniaturmalerei 211, 212. - Modellsammlung, siehe Bausammlung. - Montemarano (Bischof Petrus) 217. - Moritzkapelle 140, 162, 210, 233. - Muffel, Familie 120, 135, 144, 153, 160, 161, 176, 188, 192, 193, 200, - 206, 237. - -- Jakob 160, 162. - -- Nikolaus 131, 238. - -- Otte 216. - -- Paul 131. - Muffelaltar (Stephansaltar) 49, 114, 115, 118, 119, 131, 135, 189, 190, - 200, 206, 208, 211, 213, 234, 236, 237, 238, 239, 240, 241. - Müller, v., Kultusminister 88, 90, 94, 95. - Müllner, Johannes, Ratschreiber 223. - München 61, 80, 86, 108, 113, 117, 126, 163, 170, 176, 178, 210. - Müntzer, Familie 170. - Münzmeister, Familie 169. - - - N. - - Nachgrabungen 16, 17, 20, 99, 100, 139. - Nazareth (Bischof Nikolaus) 217. - Neapel 184. - Nepi (Bischof Jacobus) 217. - Neudörfer 147, 170. - Neudung, Familie 170. - Neumarkt i. O. 134. - Neumarkter, Familie 153. - Nikolaus, Bischof von Capri 215. - -- -- -- Orti 218. - -- -- -- Turibia 215. - -- Zivivascensis, Bischof 216. - -- Bischof von Nazareth 217. - Nikolaus, hl. 171, 217. - Nikolaus IV., Papst 215. - Nikolausaltar, siehe Tucheraltar. - Nimrod (Darstellung) 166. - Nördlingen 61, 68, 74, 230. - Nürnberg, Architektonisches Gesamtbild 15, 57. - -- Bauschule 28, 32, 63, 64, 74. - -- Bildhauerschule 139, 140. - -- Entwicklung 11, 39, 48, 49, 105. - -- Ratsherren 162. - -- Teppichindustrie 202. - -- Wappen 122, 168, 192, 212. - -- Urkunden 13, 213 ff. - -- Zoll und Münze 226. - Nützel, Familie 132, 178, 179, 187, 240. - -- Gabriel 195, 220. - -- Peter 237. - - - O. - - Oberfranken 81. - Oberkirchen bei Bückeburg 90. - Ochs, Lienhart 221. - Oertel, Familie 146, 152, 170. - Offenstetten 90. - Ölberg (Darstellung) 115, 138, 146, 150, 151, 152, 162, 176, 238, 247. - Ölhafen, Familie 170, 174, 178, 187, 239. - Opferstock 191. - Oppido (Bischof Stephanus) 215. - Orelli 97. - Orgeln 76, 97, 105, 113, 116, 122, 124, 177, 191, 192, 193, 238, 240, - 241, 242. - Orti (Bischof Nikolaus) 228. - Ortlieb, Familie 177. - Österreich 184. - Ostfranken 36. - Ott, Tünchermeister 233. - Otto, hl. 132, 137. - Otto von Forchheim 236. - Overdik, Konrad Nikolaus 192, 241. - - - P. - - Pankratius, hl. 132. - Pankratiuskapelle 52, 231, 239. - Papststatue 119, 159, 239. - Paradies (Darstellung) 114. - Paramente 64, 196, 200, 206 ff. - Paramentenschrank 190. - Paris 126. - Parler (siehe auch Balier), Heinrich d. Ä. 58, 60, 63, 65, 66, 229. - -- Heinrich d. J. 63, 64, 65, 66, 68, 70, 71, 90. - -- Peter 63, 64, 65, 66, 229. - Passau 214. - Pässe 57. - Passionsdarstellungen 139, 146, 162, 174, 180, 237, 239. - Patina 87. - Paulus (Apostel) 13, 114, 119, 139, 159, 166, 174, 182, 217, 237. - Paulus, Bischof von Foligno 217. - Paumgartner (Baumgartner), Familie 142, 153, 178, 187. - Pegnitz (Fluß) 12, 15, 28, 39. - Pellerhaus 178. - Perri (Bischof Vincencius) 217. - Peter, Schmiedemeister 221. - Peterschor, siehe Westchor. - Peterskapelle 12, 14, 29, 131, 226. - Petronus, Bischof von Larino 215. - Petrus (Apostel) 11, 12, 13, 14, 23, 29, 30, 114, 118, 119, 135, 139, - 151, 159, 160, 166, 172, 174, 178, 182, 208, 217, 219, 227, 237. - Petrusaltar 114, 115, 120, 124, 129, 131, 135, 136, 162, 168, 176, - 190, 200, 208, 216, 234, 235-240. - Petrus, Bischof von Cagli 217. - -- -- -- Cagliari 217. - -- -- -- Basel 216. - -- -- -- Montemarano 217. - -- -- -- Tarazona 215. - -- Erzbischof von Arborea 215. - -- -- -- Mainz 216. - Petzensteiner, Heinrich 212. - Pfeil, Johann 212. - Pfinzing, Familie 132, 141, 146, 150, 170, 180, 182, 185, 188, 203, - 239. - -- Berthold 131, 141, 235, 237, 238. - -- Elisabeth 141. - -- Melchior 161, 240. - -- Otto 141. - -- Sebald 141. - -- Siegfried 185. - Pfinzingchor 116, 174. - Pfinzingempore 180. - Pfingzingsche Fenster 178, 185, 240. - Pfleiderer 112, 115, 176. - Pfründen 130, 131, 132, 134. - Pfützinger, Dietrich 235. - Philipp, hl. 152, 166. - Philipp, Bischof von Bamberg 182. - Philipp der Schöne 184. - Philippus Lavadensis, Bischof 218. - Pildschnitzer, Ulrich 70. - Pileus, Kardinal 49, 50, 220, 228. - Pilgerstätte (Darstellung) 115. - Pinakothek in München 117, 163, 170. - Pinz, Hans 70. - Pinzberger, P. 235. - Pirkheimer, Familie 170, 187. - Plandispositionen 29, 30, 31, 32, 38, 104. - Planck, Wilbolt 221. - Plauen, v., Familie 141. - Pola (Bischof Sergius) 217. - Polen 185. - Pömer, Familie 111, 132, 150, 152, 154, 169, 188, 232, 234, 237, 242. - -- Agnes 163. - -- Elspet 152. - -- Friedrich 152, 187. - -- Heinrich 132, 151, 187, 235. - -- Jorg 152. - -- Konrad 187. - -- Steffan 152. - Pömerkapelle 52, 75. - Pommern 185. - Poppenreuth 12, 14. - Porkirche 75. - Prag 63, 64, 65, 66, 229. - Prämonstratenser 33. - Praun, Konrad 236. - Prechtel, Leonhard 130, 240. - Preißler, Daniel 122, 191. - Pretheim, Konrad 235, 236. - Propheten 81, 90, 144, 148, 166, 182, 188. - Psalterium Davidis 212. - -- Romanorum 212. - Pulman, Hans 221. - - - Q. - - Quetrerin 235. - - - R. - - Ragusa (Erzbischof Bonaventura) 215. - Raphael, Bischof von Arkadi 218. - Rathaus 219, 228, 231, 235. - Ravello (Bischof Franciscus) 217. - Raymundus, Bischof von Catania 217. - -- Bischof von Rieti 217. - Rednitz 33. - Regensburg 11, 26, 28, 29, 32, 214, 227. - Reichsarchiv München 213, 227, 228, 234. - Reichskleinodien 164. - Reinbotus, Bischof von Eichstätt 214. - Reliquien 14, 29, 30, 129, 134, 136, 163, 164. - Reliquienschrein (Sebaldusgrab) 164, 166. - Rettung aus dem Fegefeuer (Darstellung) 141. - Reutlingen 66, 229. - Ricardus, Bischof von Asthyra 218. - Rieppel, Direktor 89. - Rieter, Familie 153, 171, 237. - Rieti (Bischof von Raymundus) 217. - Riga 185. - Robertus, Bischof von Connor 216. - Rochus, hl. 212. - Rochuskapelle 170. - Rödl, Heinrich 232. - Roeskilde (Bischof Johannes) 216. - Rohleder, Familie 187. - Rohrmann, Therese und Georg Peter 199, 242. - Rom 12, 215, 217, 218, 229, 231. - Romanus, Bischof von Croja 215. - Rösch, Antiquitätenhändler 200. - Rosner, Andreas und Hans 167. - Rotensteiner, Merkel 235. - Rotermundt, Lorenz 134, 138, 242. - Rothenburg o. T. 191, 241. - Rothenhahn, Familie 146, 147. - Rothflasch, Familie 171. - Rubens 170, 241. - Ruedorfer, Franz 108. - Ruf, Nagler 224. - Rügen 185. - Rummel, Familie 150, 152, 169, 203, 238. - Rupprecht, David 232. - -- Ingenieur 86, 104. - Ruprecht 106. - - - S. - - Sachs, Familie 137, 146. - Sagona (Bischof Guillermus) 216. - Sakramentshäuschen 118, 119, 120, 140, 148, 159, 160, 162, 239, 240. - Saltania (Erzbischof Guillermus) 216. - Salvator (Darstellung) 118. - Samson (Darstellung) 166. - -- bezwingt den Löwen (Darstellung) 202. - -- wird von Delila überlistet (Darstellung) 202. - Sanduhr 199, 242. - Sängerbühne 94, 95, 124, 192. - Sängerpulte 189. - Saur, Johann 212. - Schatz, Konrad 131, 132, 236. - Schautüre 52, 76, 92, 162, 172, 228, 231, 239. - Schedel, Familie 149, 239. - -- Anne, Hermann, Hartmann und Magdalena 149. - Scheffer, Cunz 231. - Scheurl, Familie 113, 178, 182, 188. - Schiller, Julius, Stadtpfarrer 104, 124. - Schlagglocke, siehe Stundenglocke. - Schlagturm 78. - Schlüsselfelder, Familie 147, 152, 178. - Schmidgasse 235. - Schmittmaier 152. - Schmitz, Joseph, Professor 80, 104, 105, 124, 126, 208, 226, 242. - Schnöd, Familie 144. - Schon, Friedrich, Professor 169. - Schöner Brunnen 65, 139, 229. - Schongauer, Martin 171. - Schopper, Albrecht 130, 235. - -- Friedrich 236. - -- Gotfried 152. - Schränke 210. - Schreier, Familie 146, 147, 148, 153, 156, 180, 188, 230, 239. - -- Sebald 68, 71, 72, 121, 147, 148, 167, 195, 211, 220. - Schreiersches Grabmal 94, 146, 156, 239. - Schrodt 197. - Schwabach 74. - Schwaben 11, 58, 61, 66, 74. - Schwäbisch-Gmünd 58, 66. - Schwammbach, Almosenamtszimmermeister 223, 224. - Schwanhäuser, Kommerzienrat 104, 126. - Schwarzpeckh, Friedrich 232. - Schweigger, Georg 134, 135, 138, 241. - Schwab, Michel 232. - Schule bei St. Sebald 235. - Schuler, Melchior 232. - Schultüre 76, 162, 241. - Schürer, Zacharias 212. - Schürstab, Familie 120, 160, 186, 187, 203, 236, 237, 238, 239. - -- Sifrid 218. - Schürstabfenster 186, 237, 239. - Sebald, hl. 11, 13, 14, 29, 30, 48, 90, 99, 119, 120, 121, 122, 129, - 134, 144, 148, 154, 156, 157, 160, 163, 164, 166, 167, 178, 185, - 188, 192, 198, 202, 208, 212, 219, 237, 238. - Sebald, St., Pfarrei, Kirchenverwaltung 39, 48, 49, 80, 81, 85, 86, - 87, 88, 103, 104, 124, 126, 140, 156, 163, 186, 211, 219, 220, 228, - 236, 242. - Sebaldsfriedhof, St., siehe Friedhof von St. Sebald. - Sebaldusaltar 129, 130, 164, 228, 235, 236, 237, 238, 240. - Sebaldusgrab 99, 122, 134, 163 ff., 238, 239, 240, 241. - Sebastian, hl. 129, 185, 212. - Seckendorf, Familie 138. - Semler, Familie 142, 237, 238. - -- Burckhart 142. - -- Heinrich 228, 236. - Sepulkren 124, 129. - Sergius, Bischof von Pola 217. - Seyfart, Wolf 232. - Siechköbel 225. - Sigmund 229, 231. - Simon, hl. 152, 166. - Simson, siehe Samson. - Sippe, hl. 138. - Sirmium (Bischof Albertinus) 218. - Sizebolu (Bischof Bertoldus) 218. - Sizilien 184. - Soliwri (Bischof Augustinus) 218. - Sonnenuhren 232. - Sophie von Polen 185. - Spanien 182, 217. - Speidel, Ulrich 71. - Speyer 33. - Sprachrohr 96. - Sprüngli, Jakob 187, 240. - Stadtalmosenamt 223, 224, 225, 232. - Stadtarchiv 50, 104, 130, 195, 211, 220, 225, 228, 230, 231, 233, 234. - Stadtgraben 39, 48, 96, 102, 156. - Starckius, Johannes und Georgius 141. - Stark, Familie 118, 147, 159. - -- Hans 168, 170, 176, 238, 239, 240, 241. - -- Ulrich 169, 170, 176. - Stauber, Hans 193. - Steger, Zimmermeister 88. - Stegmann 7. - Steier 184. - Steigerwald 33. - Stein, Hermann von 234. - Steinbach 237. - Steinlinger, Familie 239. - -- Barbara 115, 176. - -- Karl 176. - Steinmetzzeichen 31, 34, 63, 66, 90, 149, 190. - Stephansaltar, siehe Muffelaltar. - Stephanus, Bischof von Lebus 216. - -- -- -- Oppido 215. - Stern, Heinrich und Johann 212. - Stettin 185. - Stettner, Bauinspektor 223. - Stich 211. - Stockamer, Familie 178. - Stoß, Veit 84, 105, 116, 118, 119, 120, 134, 150, 157, 158, 159, 162, - 210, 239, 240, 241. - Straßburg 44, 47, 143. - Strebel 113, 124. - Stromer, Familie 137, 143, 154, 174, 182, 186, 187, 188, 203, 204, - 234, 237. - -- Ambrosius 131, 240. - -- Jakob 232. - -- Ulmann 229. - -- Wolf 232. - Stromersches Fenster 182, 237. - Stundenglocke (Schlag- oder Uhrglocke) 195, 229, 237, 239. - Sturmglocke 195. - Sueß, Hans, siehe Hans von Kulmbach. - Sündenfall (Darstellung) 200. - Süzzel, Konrad 236. - - - T. - - Tarazona (Bischof Petrus) 215. - Tauber, Magistratsrat 104. - Taufbecken 199, 241. - Taufbücher 211. - Taufe Christi (Darstellung) 170. - Taufkessel 156, 157, 237. - Taufstein, 156, 157. - Termoli (Bischof Johannes) 218. - Tesaurus (Schatz), Konrad 132, 235. - Teufel, Berthold 220. - -- Hans 132, 236, 238. - -- Konrad 220. - Tetzel, Familie 120, 142, 160, 169. - -- Joachim 76. - Thäter, Fabrikbesitzer 104, 126. - Theobald, hl. 134. - Theobaldus, Bischof von Canosa 215. - Theseus 166. - Thomas (Apostel) 137, 150, 166. - -- Bischof von Imeria 216. - Thomas-Christusstatue 96, 111, 112, 119, 120, 237, 239. - Thomas Laueriensis, Bischof 217. - Thracien 217, 218. - Tirol 184. - Tod Mariä (Darstellung) 106, 112, 174, 186. - Topler, Familie 136, 144. - -- Nikolaus 239. - Tortiboli (Bischof Marcellinus) 215. - -- (Bischof Intardus) 218. - Toscanella (Bischof Angelus) 217. - Totenbücher 211. - Totenschilder 105, 112, 114, 188. - Traxdorf, Heinrich 122, 191, 238, 240, 241. - Trient 214. - Trivento (Bischof Jacobus) 215. - Tucher, Familie 113, 118, 134, 135, 153, 157, 158, 169, 171, 172, 178, - 180, 182, 188, 189, 197, 202, 203, 204, 206, 210, 229, 230, 231, 237, - 238, 239, 240. - -- Anton 167, 239. - -- Berthold 235, 239. - -- Christoph, Freiherr v. 200. - -- Endres 228. - -- Hans 68, 71, 121, 168, 195, 230, 239. - -- Heinrich, Freiherr v. 206. - -- Langhans 239. - -- Lorenz 171, 172. - -- Martin 171, 240. - Tucheraltar (Nikolausaltar) 113, 114, 115, 122, 124, 130, 134, 135, - 162, 176, 191, 200, 206, 237, 241. - Tucherfenster 118, 180, 237, 240. - Tuchersches Familienfenster 157, 158. - Tugendbrunnen 240. - Turibia (Bischof Nicolaus) 215. - Türklopfer 152, 153. - Türmerstube siehe Wächterstube. - Tuttenstetten, Heinrich v. 131, 234, 236. - - - U. - - Uhrglocke, siehe Stundenglocke. - Ulrich, Flaschnermeister 222, 223. - Ulm 61, 70. - Unger, Jorg 231. - Unterholzer, Familie 178. - Urban VI., Papst 220. - Urbino (Bischof Egidius) 215. - Urkunden 213 ff. - Ursula, hl. 185. - Usmer 119, 159. - - - V. - - Vach 147. - Valanea (Bischof Jacobus) 217. - Valencia 185. - Valzner, Familie 138. - Veglia (Bischof Johannes) 218. - Veit, Bischof von Bamberg 182. - Venutus, Bischof von Catanzaro 216. - Verein für die Restaurierung der Sebalduskirche 104, 126. - -- für Geschichte der Stadt Nürnberg 5, 7, 16, 89, 90, 99, 100, 143, - 196, 223, 226, 231, 233. - Vergänglichkeit (Darstellung) 170. - Verkündigung (Darstellung) 102, 118, 120, 138, 143, 144, 158, 160, - 168, 169, 170, 186, 203, 211, 238, 239. - Verlorene Sohn (Darstellung) 202, 203, 204, 238. - Veronikatuch (Darstellung) 106, 114, 174. - Vertreibung aus dem Paradies (Darstellung) 202. - Vesperbilder 120. - Vesperlein 241. - Vestenberg, Heinrich von 194. - Vetter, Familie 174. - Viertelstundenglocke 196, 230, 232, 239. - Vincencius, Bischof von Perri 217. - Vischer, Hermann 168. - -- Peter d. Ä. 163, 164, 166, 167, 168, 239, 240. - -- Peter d. J. 168. - Viterbo (Bischof Angelus) 217. - Volckamer, Familie 120, 156, 159, 160, 162, 169, 171, 177, 178, 186, - 187, 188, 199, 223, 238, 241. - -- Hans 68, 71. - -- Klara 171. - -- Paul 132, 162, 167, 212, 241. - Volckamersches Fenster 177, 178, 186, 187. - Vollhardt, Justizrat 104, 126. - Vorchheimer, Fr. 235. - Vorchtel, Familie 144, 228, 238. - -- Heinrich 130, 236. - Vucindro (Bischuf Lazarus) 218. - - - W. - - Wächterstube (Türmerstube) 66, 70, 72, 74, 76, 210, 229. - Walchtor 96. - Waldämter 223, 224. - Waldebrunus, Bischof von Avellino 215. - Waldmannin, Sabina 206. - Wallfahrtsort (Darstellung) 176. - Walther von der Vogelweide 143. - Wandbrunnen 83. - Wanderer, Friedrich, Professor 113, 178. - Wandmalereien 24, 83, 84, 105, 106, 108, 112, 114, 115, 124, 168, 169, - 174 ff., 192, 210, 238, 239, 241. - Wandschränkchen 189, 190, 191. - Wandtabernakel 140, 160, 162, 237, 240. - Wandteppiche 84, 196, 200 ff., 202, 203 ff., 238, 239. - Weber, Otto 110. - Weigel, Seitz 236. - Weinmarkt 238. - Weißenburger, Johann 193. - Weiße Turm 39, 48. - Weizenbierbrauhaus 78, 233. - Welser, Familie 187. - -- Paul Karl 223. - Wendelstein 83, 87, 88, 94, 99, 111, 113. - Wenden 185. - Wenzel, König 156. - Westfalen 57. - Wetzrillen 146. - Weylerius, Ulricus 219. - Wickel, Nikolaus 134. - Wien 167. - Wigel, Heinrich 216. - Wilhelm II., Deutscher Kaiser 80. - Wilhelm, Markgraf 185. - Wimpfen, Joh. Friedr. v. 171. - Winkler, Benedikt 138. - Wirsching, Georg 134, 241. - Wittenberg 212. - Wöhrd 174. - Wolf, Konrad und Mechtild 236. - Wolgemut (Michel) 135, 147, 171. - Worms 12, 29, 143, 227. - Wulfing, Bischof von Bamberg 216. - Wunderer, Pfarrer 126. - Württemberg 229. - Würzburg 26, 33, 185. - Wuzelbauer, Johann 240. - Wyssen, Johannes 194. - - - Z. - - Zacharias, hl. 117, 163. - Zadow, F. 126, 157. - Zehenter, Hans 232. - Zeigerlein 241. - Zenner, Chunradus 219. - Zettler, Hofglasmaler 113, 126, 178. - Zeughaus 156. - Zimmermann 200. - Zisterzienserorden 33, 34, 36, 38, 227. - Zollner, Familie 149, 152, 169. - Züngel, Familie 137. - Zwölfbotenaltar 132, 228, 235, 236, 238, 240. - - * * * * * - - - - - Anmerkungen zur Transkription - -Der Schmutztitel wurde entfernt. - -Rechtschreibung und Zeichensetzung des Originaltextes wurden übernommen -und offensichtliche Druckfehler korrigiert. - -Gesperrter Text wurde mit Gleichheitszeichen (=Text=), kursiver Text -mit Unterstrich (_text_) und fett gedruckter Text mit Dollarzeichen -($text$) markiert. - -Punkte über Buchstaben wurden dargestellt als [.Buchstabe] und Striche -über und unterhalb von Buchstaben als [=Buchstabe] und [Buchstabe=]. - -Das Pfennigzeichen wurde als [Pfennig], das Schillingzeichen als -[Schilling] und das Zeichen gestorben als [gestorben] dargestellt. - -Kleinbuchstaben über Buchstaben wurden als Buchstabe^Buchstabe -dargestellt. - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Die Sebalduskirche in Nürnberg, by -Wilhelm Friedrich Hoffmann - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE SEBALDUSKIRCHE IN NÜRNBERG *** - -***** This file should be named 50120-8.txt or 50120-8.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/0/1/2/50120/ - -Produced by Karl Eichwalder, Jens Nordmann and the Online -Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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