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-The Project Gutenberg EBook of Der Mord an der Jungfrau, by Maurice Barrès
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org
-
-
-Title: Der Mord an der Jungfrau
-
-Author: Maurice Barrès
-
-Translator: Heinrich Lautensack
-
-Release Date: July 22, 2012 [EBook #40294]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER MORD AN DER JUNGFRAU ***
-
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-
-Produced by Jens Sadowski
-
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-
-MAURICE BARRÈS
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-
-DER MORD AN DER
-JUNGFRAU
-
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-1913
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
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-
-Dies Buch wurde
-gedruckt im August 1913 als zehnter
-Band der Bücherei »Der jüngste Tag« bei
-Poeschel & Trepte in Leipzig
-
-Berechtigte Übersetzung von H. Lautensack
-COPYRIGHT BY KURT WOLFF VERLAG, LEIPZIG 1913
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-
-»Immerzu traurig, Amaryllis! sollten dich die jungen Herrn im Stich
-gelassen haben, deine Blüten welk, deine Wohlgerüche ausgehaucht sein? Ließ
-Atys, das göttliche Kind, von dir mit seinen eitlen Liebkosungen?
-Amaryllis, wünsch dir was, einen Gott oder ein Kleinod, wünsch dir alles,
-außer Liebe, die kann ich hinfort nicht mehr; -- obendrein, was vermöchte
-nicht ein Lächeln von einer, die Aphrodite zärtlich liebt?«
-
-So sprach Lucius gelinde mit Amaryllis, der sehr jungen Kurtisane mit den
-Goldaugen und dem goldenen Haar; und ihr Barkschiff gleitet dazu auf dem
-blauen Kanal hin, und die Seerosen rauschen.
-
-Von den schlafenden Bäumen wacht unbewegt das Spiegelbild auf der
-Oberfläche des tiefen Wassers. Das Ufer wartet prunkend auf mit seinen
-wollüstigen Landhäusern, seinen Pomeranzenhainen und seiner großen Stille.
-Zwischen dem grünen Gezweig leuchtet zuweilen der gelb gewordene Marmor
-einer Gottfigur auf, und das unveränderliche Verhalten dieser manchen
-Götter scheint wie eine Geringschätzung der veränderlichen, schillernden
-Reden der leichtblütigen Orientalin und ihres skeptischen Freunds. Weit,
-weit und in der Wärme blaßrosenfarben verfließend ist es nur die Linie der
-Berge, der Hort der Einsiedlerischen und der wilden Tiere, die ein wenig
-diesen Himmelstraum verstört. Und nun ist man schon dem Gestade sehr nah,
-an dem die Stadt wollüstig hingelagert ist, von den Lippen der Wellen und
-der Winde geschmeichelt, die Stadt, die die Arme über das Meer ausstreckt
-und das ganze All herbeizurufen scheint, herbei ans Duft ausströmende und
-fieberhaft durchwühlte Bett, der Agonie einer Welt zu Hilfe und zu der
-Geburt neuer Jahrhunderte.
-
-Mit einer müden, überdrüßigen Grazie ruht sich Amaryllis auf weißen
-Seidenpolstern aus. Der schwere Mantel aus Blattsilber -- als ob er
-verwundend eindränge auf den nachgebenden Mädchenleib. Die runden
-blaugeäderten Arme liegen wie eine Krone um das Gesicht der Jungfrau, das
-die Jünglinge auspeitscht. Und so geht das leise Lied ihrer Stimme:
-
-»Lach immer, Lucius, lach zu. Wenn ein Sterblicher meine Langeweile
-zerstreuen kann, bist du's, von dem ich's hoffe. Du hast geliebt, Lucius,
-man erzählt, daß du geweint hast vor Betten, die dich verschmähten oder die
-zu kalt waren. Heut, überdrüssig, lachst du über die Frau. Begreif' doch,
-daß mich dies ewige Geseufze der Männer zur Verzweiflung bringt. Ich bin
-jung und schön und langweile mich, ja, Lucius. Die Zärtlichkeiten dieses
-Atys, die Mysterien der Isis und wie groß Serapis sei, befriedigen meine
-Sehnsüchte nicht; was will mir Aphrodite? Ich bin es, die die Liebe erregt;
-ich weiß um ihre Leiden, und daß sie einen tot machen, denn Liebesgirren
-wird zur Gewohnheit. Ich bin eine Syrierin, die Tochter einer
-Freigelassenen, die eine Seherin war; du bist ein Römer, fast ein Hellene,
-du weißt dich lustig zu machen, Lucius, aber trösten wär ein Süßeres,
-Köstlicheres.«
-
-Der Römer lehnte an einem Schaft des purpurnen und schwarzen Baldachins und
-spielte mit den Goldquasten seiner gelbseidenen Tunika. Die Eleganz seiner
-Bewegungen erzählte, daß er ein Lebemann war, gewöhnt, es zu sein, und
-müde, es zu sein. Er meidet gern die ernsten Worte, die bald geschmacklos
-klingen.
-
-»Du, Amaryllis. Laß mich, bitte, ein wenig erstaunt sein, daß so ein
-kleines Herz soviel leiden mag, und was sich hinter so einer schmalen Stirn
-Merkwürdiges aufhält. Du hast junge reiche Liebhaber, hast Philosophen, ja,
-hast sogar Affen, die dich allzusamm' aufheitern können. Und da sehnst du
-Götter herbei und Dinge, die nicht einmal Namen haben!«
-
-Die bläuliche Seide ihres Obergewandes ließ den jungen Weibleib, in Brokat
-starrend, durchscheinen. Die schlanken Finger spielten mit der gelblichen
-Kristallkapsel, darin ihre Mutter dereinst Beschwörungsgebete verschloß.
-Nichts war hörbar als das Wasser unter der Barke; und von Zeit zu Zeit
-schoß ein Fisch auf, daß sein Leib ein silberner Blitz war. Aber das
-zermarterte Herz des Kindes war traurig.
-
-»In welches Theater, zu welcher Wundertäterin oder in was für einen Tempel
-geht unsere Amaryllis heute? Ich möchte sie doch gerne führen, wohin sie es
-treibt, ehe ich selber ins Serapeum gehe.«
-
-»Du bist von der Athene eingeladen?« fragte die Junge und erhob sich, und
-ihre Stimme klang aufgeweckter. »Athene! Sie weiß die Dinge, so sagt man,
-und die Götter beschützen sie. Einmal, mitten unter Blumen und jungen
-verliebten Leuten war ich, da hab' ich sie gesehen, auf einem Turme vom
-Serapeum, sie war verzückt und ganz in Weiß. Meine Freunde jauchzten ihr
-zu, aber ich war gar nicht eifersüchtig, weil sie doch eine keusche
-Gottheit ist. Und dann kamen von jenen Menschen dazu, die ein Kreuz anbeten
-und alle Gewißheit besitzen, und pfiffen sie aus. Über ihr erblaßte der
-Mond, hoch über aller Roheit. Aber jene andern wurden in Licht von der
-aufgehenden Sonne getaucht, wie in Blut, in Siegerblut, und ich muß denken,
-das sei eine Vorbedeutung. Sag, wie macht die sich denn die Seelen
-dienstbar? Ist sie schöner als ich, sag'? Vielleicht könnte sie mich
-heilen.«
-
-»Immerfort träumst du doch, Amaryllis. Deine Träume verderben dir die
-Freude am Leben. Lächle lieber, du meine liebe Lydierin, und zu deinem
-Munde werden die einen kommen und an deinem Kuß zerbrechen, die andern
-kommen und ihre letzten Täuschungen loswerden. Raub' du die Stunde aus, die
-gegenwärtig ist, leb' an den Liebesbränden der Jüngsten und an den
-Freundschaftsfeuern derer, die wollustmüde geworden sind -- und laß die
-Jungfrau vom Serapeum sich von Vergangenem nähren!«
-
-Und er beugte sich und hielt die Hand der Amaryllis in seinen Händen. Aber
-Amaryllis fing an zu weinen:
-
-»Bei unseren Lüsten, die dir noch gegenwärtig sind, bei deiner Liebe, die
-du zu meinen kleinen Grübchen empfandest, bei dem Haß, mit dem du die
-Christen hassest, die mich nicht mögen, bei meinem Weinen, das mich wieder
-häßlich machen wird, Lucius -- Lucius, bring mich zu der Athene!«
-
-Der junge Mann hielt sie mit seinen Armen auf und kniete vor ihr:
-
-»Du bist dazu ausersehen,« sagte er, »daß du einen gesunden und schönen
-Leib trägst. Wer möchte den öffnen und die Gedanken in ihn einlassen, die
-doch alles entstellen!«
-
-Indes, da sie nicht aufhörte zu jammern, und der froheste Tag durch Tränen
-einer Frau zu einem betrüblichen werden mag:
-
-»Nun, gut, Amaryllis. Lächle und gib mir die Hand, daß wir zur Athene gehen
-und daß ich dich weise, wie eine junge Schülerin.«
-
-Da hob das Kind den Kopf auf. Es erstrahlte das feine Gesicht, und ganz
-schnell richteten die Hände im Haar. Die Ruderstangen hielten an, und die
-Barke stieß leicht ans Ufer, wo eine Menge Volks promenierte.
-
-»Ins Serapeum!« sagte sie groß.
-
-In einer Sänfte und im Schatten der Säulengänge kamen sie langsam vorwärts,
-unter den Parfüms all der möglichen Stämme dieses durch allerlei seltsamste
-Prostitutionen des Weibes und junger Männer gesteigerten Orients. An einer
-Straßenecke, plötzlich, stürzte ihnen dann ein Pöbel mit Heulen entgegen,
-lauter wilde Gestalten und von etwas sehr begeistert. Christen warens, die
-so daherstürzten und die Juden erschlagen wollten. Die Kurtisane erzittert;
-duckt ihr feines Gesicht an die Draperien; und unter dem rieselnden
-Goldhaar will es ein wenig lächeln und sucht die Augen des Lucius. Da
-schrie einer aus der Flut, die sich daherwälzte, einer, der alles mit
-seinem Wuchs überragte und der sie alle aufreizte, schrie:
-
-»Das Weib der Gastmähler wird mit Weinen in den Tempel laufen! Der Gott ist
-gekommen, mit seinem Kuß von den Küssen des Menschen zu erlösen!«
-
-Und dann verschwand das alles, ein paar gekrümmte Straßen hin, Metzeleien
-entgegen.
-
-Mit der dreifachen Krone seiner zerfallenden Galerien und den hundert
-halbversunkenen Stufen seiner Treppe unterwarf sich das Serapeum
-sichtbarlich all den Glanz, all die Unzucht und all die Schwärmerei der
-Stadt. Auf seinen Mauern, die aus den Fugen gleiten wollten, nisteten wilde
-Kapernsträuche und blühten. Aber es war -- wie das Grab Hellas. Angefüllt
-mit den Bildern alten Ruhms und mit einer Bibliothek von mehr als
-siebenmalhunderttausend Bänden. Diese kostbaren Reliquien dankten ihr Leben
-dem frommen Eifer einer erhabenen Jungfrau, jener Athene . . . . gleich wie
-unser Heut-Empfinden, das sich verfolgt sieht, zum elfenbeinernen Turm
-flüchtet . . . .
-
-Athene waltete über die Satzungen und über die Lehren wie über ein Erbe und
-war allwöchentlich der Mittelpunkt des Kreises der Hellenen. Und hielt in
-den Herzen, die aus der Zeit und aus der Heimat verbannt waren, wach, daß
-Denken eine Würde sei und Erinnerung eine Tat. Und sie wurde sogar geliebt
-von denen, die sie nicht begreifen konnten.
-
-In dem großen Saal, der mit Mosaik ausgelegt war und strahlte, und der mit
-soviel Menschendenken und -geist prunkte, erschien Athene wie eine
-Herrscherin, von Römern, von Griechen und von vielen schweren Greisen
-umringt, ja auch von einigen Mondänen, die Gefallen fanden bei schönen
-Diskursen und an mutigen Sprüchen. Und Athenens Augen und Athenens Gesten
-hatten Harmonie und Frieden.
-
-Lucius folgte ihr, wie Amaryllis, unruhvoll und reizvoll zugleich, eintrat.
-
-»Schön bist du, Amaryllis. Und doch steht es dir an, daß du eine von den
-Unserigen seiest. Du sollst erfahren, was Griechenland war, was seine
-Portiken unter dem blauen Himmel und was seine immergrünen Olivenhaine
-waren, daß alles Götteratem lind bewegte, Heiterkeit die Leiber und die
-gesunden Seelen badete; und dein schnelles Blut wird leicht den
-Zusammenklang von Wunsch und Sein hören lernen. Plotinus, dem die Götter
-ihr Herz eröffneten, pflegte zu sagen: Wo die Liebe ging, da stellt sich
-der Verstand ein. Amaryllis, du, die in der Kypris Wohnung hatte, nimm
-deinen Platz unter uns wie eine Schwester, die es verdient, daß wir auf sie
-hören.«
-
-»Du Athene«, sagte ein Jüngling, »du magst die Liebe willkommen heißen?«
-
-Aber sie hielts nicht der Müh' für wert, auf solch flehentlichen Vorwurf zu
-hören, und bedeutete lieber, daß sie aufgehört habe zu sprechen.
-
-Stand einer auf, ein Redner; und brachte gar betrübliche Nachricht vor, wie
-jene Christensekte mit ihrer aufdringlichen Lehre sich ausbreite, sprach
-von dem Schaden jener weichlichen Religion, und wie die ehrwürdigsten
-Traditionen dabei zu Fall kommen mußten. Und er beschwor das unheilkündende
-Bild jener Ebene herauf, darin ein Kaiser und ein Philosoph inmitten einer
-großen und bestürzten Menge den Tod erlitt. Julianus! deinen Ruhm sang er,
-du Fahler, Gemeuchelter, du Opfer der neuen Lehre! du warst aus diesem
-Alexandrien hervorgegangen und trugst das Kleid des Weisen unter dem Purpur
-des Triumphators und trugst ein letztes Lächeln, wenn alle Männer so wie
-Weiber klagten -- und was auch zu den Stufen deines Thrones flehte und
-drohte, dir waren die hohen Worte und die stolzen Gedanken eigen, die
-nimmer knien und dienen . . . .
-
-Und da schrie alles Beifall zu solcher Glorie jenes gekrönten Bruders. Und
-als der Alte, an der Größe des Gegenstandes seiner Rede wachsend, in
-altehrwürdigen und glorreichen Sätzen die grüßte, die angesichts der
-Barbaren den Tod leiden um den Frieden der Welt, und die noch Edleren, die
-für die Macht des Geistes und um die Denk- und Grabmale zu kämpfen wissen,
-da sprangen alle auf, die Frauen wie die Männer, die Jünglinge mit dem
-siedenden Blut und die mit des Alters Frieren sprangen alle auf und
-lobpriesen den Redner und den Namen Julianus, und waren ganz eines Mundes
-darin, daß jetzt der Tag der berühmten Rede des Perikles neu gekommen sei.
-
-Aber der Redner war alt und wußte sich selber keine Grenze. So entstanden
-gesonderte Unterhaltungen.
-
-»Laßt uns auf die Götter und auf die Poesie vertrauen«, sagte ein Poet.
-»Wir werden über das gemeine Volk siegen wie unsere Väter dereinst über
-alle Barbaren siegten. Ein paar ihrer Anführer zählen doch zu den
-Unserigen!«
-
-»Vergessen wir nicht,« unterbrach ihn da ein Römer und einstiger
-Befehlshaber einer Legion »daß diese Anführer nichts tun können. Wir lieben
-und verstehen zuviel Dinge, die Menge haßt uns wie sie das Serapeum haßt
-und alles das sie nicht begreift, und wenn wir uns nicht als Barbaren
-aufspielen, werden uns diese Barbaren zermalmen.«
-
-Ein Gemurmel entstand, und Frauen verhüllten ihre Gesichter. Unterdessen
-sprach Amaryllis zu den Jünglingen, sehr singend und sehr leise:
-
-»Wir sind Hellenen -- aus Stolz. Aber wohin zielt unser Herz? . . . Von
-Phrygien, von Phönizien kamen sie uns her: Adonis, den die Frauen mit
-Küssen aufwecken, Isis, die Herrscherin, und die ewig gütige Große Artemis
-von Ephesus. Und vom Orient her kommen nun die Amulette, und die Namen
-ihrer Götter, die viel älter sind, erfreuen überdem die wahre Gottheit.«
-
-Ein anderer sagte Idyllen her; und eine süße Heiterkeit badete sein
-Antlitz.
-
-Schatten glitten jetzt in den Saal. Durch die offenen Türen zu den
-Terrassen drang ein wenig Kühlung ein. Auf dem Mosaik rückten die Jünglinge
-ihre Fußschemel aus Ebenholz näher zu den Polstern der Frauen. Die dunklen
-Linien der Truhen verschwammen mit Seide und Brokat; die Fresken löschten
-halb aus und sahen noch gläubig versunkener in diesem Helldunkel; der Saal
-schien höher und die marmornen Götter noch göttlicher.
-
-Die Jungfrau, die ragend stand, blickte auf diese kleine Welt, die einzige
-unter den gegenwärtigen, von der sie wußte und die sie begriff und in der
-sie lebte. Und wenn sie manchmal eitle Phrasen und Seichtheit aus dieser
-Umgebung zuließ oder wenn sie tief hineinsann in den Schoß des Seins,
-verriet ihre edle Erscheinung nichts von allem . . . .
-
-In diesem Augenblick quoll ein Geschrei von da unten auf und drang taumelnd
-ein in die Versammlung und fuhr über sie her, daß sie sich unruhig
-aufrichtete. Schmutziges Volk tobte am Fuße des Serapeums. Die Verwegensten
-hatten die ersten Stufen zum Tempel erstiegen. Da waren sie in widerlichen
-Lumpen, den Kopf hintübergeworfen, die Kehle und die Brust gebläht von
-Verwünschungen. Und der Name der Athene stieg hundertfach auf aus dem
-Haufen wie eine Blase aus einem giftigen Morast.
-
-Die Jungfrau mußte sich nicht halten, sie lehnte sich nur leicht gegen den
-abbröckelnden Marmor des Geländers. Und wie sie über die gleichförmige
-Ebene der Dächer hinsah, waren ihr die dunklen Einschnitte der ans Serapeum
-angrenzenden Straßen wie die Abläufe des Schmutzes der Stadt und dieses
-unsauberen Pöbels.
-
-Ein Alter nahm respektvoll die Hand des jungen Weibes und sagte:
-
-»Weder anhören noch fürchten sollst du sie.«
-
-Sie aber führte ihn sacht beiseit.
-
-Da fragte Amaryllis: »Ist es möglich, daß die Tempel derer da unten von
-Frauen voll sind? Welch unendlicher Reiz mag von dem schönen Jüngling
-ausströmen, dem sie dienen!« Und sie fühlte sich hingezogen zu jenem
-Unbekannten, und sie fühlte sich ungleich mehr Schwester zu jenen
-verwegenen und furchtbaren Männern als zu diesen stolzen Römern, diesen
-ewig Spöttischen und Überklugen.
-
-Und da hörte sie halb die ironische Rede des Lucius:
-
-»Schauen wir nicht auf sie! Sie übersehen ist noch ein Vergnügen. Aber sie
-verachten dürfen wir nicht. Verachten will rohes Angespanntsein und würde
-uns diesen unnatürlichen Fanatikern gleichmachen.«
-
-In diesem Augenblick wankte unter der Wucht der Menge eine der
-Anubis-Säulen, die den Platz schmückten, und stürzte hin -- und ein
-Triumphgeschrei flatterte hoch, höher als die Staubmassen.
-
-Athene wandte sich langsam um. Eine Hoheit ging aus von ihr, die die Wut
-eines Pöbels für nichts achtete, und sie stimmte eine heroische Hymne der
-Väter an und ihr Gesang über dem Sieggeschrei des Pöbels war wie ein
-königlicher Schwan auf bewegten Wogen.
-
-Und da sie innehielt, die Kehle gebläht, keichend fast und unter dem Kuß
-des Gestirns, das fernhin in Gold und Purpur sich neigte, sehr verwandelt,
-erbebten die Jünglinge vor Liebe zu ihrer Schönheit. Ein majestätisches
-Schweigen trat hinter ihren Worten ein. Sie stimmte die schlaffen Saiten
-der Seelen hoch. Lucius, der am irdischen Abbild irgendeines Unsterblichen
-lehnte genoß eine tiefe und köstliche Wehmut.
-
-Die Sonne sank an diesem Tag in einem großen Mal von Purpur und Blut, wie
-ein Sieger und wie ein Märtyrer. Sie war ins Meer untergetaucht das ganz
-blau herleuchtete, aber mit ihrem Widerschein setzte sie noch die Himmel in
-Brand . . . . Und Athene sah auf die Gärten, die brach lagen, und auf die
-zerstörten Laboratorien, und Bitteres und Ahnung zog in ihr Herz. Die Hand
-hob sie auf und mit einer leisen und eilen Stimme, während fern die Glocken
-von Mithra und die der Christen ihre Gläubigen zusammenriefen, die heulende
-Menge sich verlief und in der Kühle hier nur noch der Abend sang, redete
-sie also:
-
-»Ich schwöre, auf immer das schöne Wort und den hohen Gedanken zu lieben
-und lieber das Leben zu lassen als meine Freiheit.«
-
-Und ganz beruhigt und göttlich fast:
-
-»Schwört alle, ihr Brüder!«
-
-»Auf wen, Athene, willst du, daß wir schwören?«
-
-»Auf mich, denn ich bin Hellas.«
-
-Und sie alle hoben die Hände.
-
-Aber nun, da die Feier zu Ende war, beeilte ein jedes sich, die Tunika zu
-ordnen und den Mantel neu in Falten zu werfen, um zu den Gärten
-hinauszugehn.
-
-Amaryllis verhielt sich abseits und weinte. Dahin waren ihre Kräfte durch
-diesen Tag, an dem sie diese hohe Reine erlebte.
-
-An der Jungfrau aber verriet nichts die Sehnsucht nach Einsamkeit, die
-solch große Versammlungen bei ihr hinterließen. Sie sah lange über ihre
-Freunde hin, und als sie die Verstörtheit der lieblichen Lydierin gewahr
-ward, umarmte sie sie vor allen. Beifall rief man. Und die artistischen
-Söhne Griechenlands verglichen die göttliche Jungfrau in der Umklammerung
-der schmiegsamen Orientalin mit jenen Säulen auf Paros, um die sich die
-rauschschweren Weinranken schlingen . . . . .
-
-Und Lucius dachte bei sich: Wehe! Du hier, Athene, wolltest du uns nicht in
-die Sphäre reinsten Geistes erhöhen und uns alle die Illusionen rauben und
-verbieten, die unsere Tränen und die unsere Träume sind? Und sorgst du
-nicht, Athene, fürchtest du nicht, daß jener Einfältige uns noch viel mehr
-an sich reißt, Er, der die Werte unserer Weisen zutiefst zum Volk herabtrug
-und der, in seinem Tode wie in seinem Leben, die süßesten Qualen der
-höchsten Liebe auferstehen läßt . . . .
-
-Die Wühlereien geschahen fort und fort. Die Feinde der Athene wurden immer
-verwegener, da sie ja unbestraft blieben, und der Pöbel nahm daraus dieses
-für sich, daß er die haßte, die Tag für Tag beschimpft wurde.
-
-Den folgenden Versammlungstag brachte der Römer die Orientalin zur Jungfrau
-und spöttelte dazu:
-
-»Ich stellte sie dir als eine Dienerin des Adonis vor . . . . heute muß man
-sie eine Christin schelten.«
-
-Mit ihrer ganzen Weltfremdheit und Seelengröße antwortete Athene:
-
-»Was tut das viel, Lucius? Nicht träg seinen Lebenstag verträumen, sondern
-nach dem Unbekannten verlangen, das ist der reine schmerzhafte Adel des
-Geistes. Du bist von ihm, Amaryllis, oder können wir dir, die du von einer
-freigelassenen Orientalin geboren wardst, das Mißgeschick zum Vorwurf
-machen, daß dir die heitere und endliche Form unbekannt blieb, die unsere
-Vorfahren, die Denker von Hellas, allem Verängstenden des Lebens zu
-verleihen wußten?«
-
-Ein wenig Hochmut war in dieser Nachsicht; aber das blieb auch ihr ganzer
-Vorwurf dieser Christlichen gegenüber.
-
-Übrigens hatten sich die Freunde, die es am öffentlichsten waren,
-angesichts der ernsten Gefahr bei Athene entschuldigen lassen. Nur noch ein
-Greis traf sich heut' mit Amaryllis und Lucius bei der Jungfrau. Ein
-Dichter war's -- wie Dichter sind. Der beteuerte, das Volk, das wohl etwas
-in die Irre geführt sei, würde sich vorerst noch aller Ausschreitungen
-enthalten. So daß Lucius und Athene Amaryllis verhindern mußten, daß sie
-dem Alten die Augen öffnete.
-
-Nun hielt Athene nicht länger mehr zurück:
-
-»Ich rechnete auf euch, Freunde«, sagte sie zu den aufhorchenden dreien,
-»denn immer schien's mir, daß die Dichter und jene die der Lust fröhnen,
-die einen, weil sie über die Herzen der großen Heldinnen herrschen, die
-andern, weil ihnen die Herzen der Jünglinge und der schönen Frauen gehören,
-daß diese ihr eigenes Herz nicht an das eitle Nichtige des Tages hingeben
-und es so in schweren Stunden unversehrt in ihrer Brust anfinden. Und dann
-wissen sich die Poeten wie die Wollüstigen würdiger als alle andern im
-Anblick des Todes zu betragen: die einen, weil sie nie von ihm reden, und
-die andern, die Dichterseelen, weil sie ihn in reichen Bildern besingen,
-mit aller Gewalt der Sprache, die für die heiligen Dinge aufgespart ist.«
-
-»Der Tod ist die höchste Seligkeit. Jenes Unbekannte, das unserer
-Forschungen allein würdig ist. Das Land der Träume und der Traurigkeiten.
-Das einzige und wahrhaftige Glück. Die paar Perlen Angstschweiß und die
-wenigen Sekunden, in denen unsere Züge sich entstellen, die beiden Dinge,
-die ihm vorangehen, wollen es, daß man einen Schleier über ihn ausbreite,
-aber alsbald sind wir unverbrüchlich im Ewigen und alles Weh des Fleisches
-ist von uns abgetan; und ohne Bangen und ohne Wunsch versinken wir tief in
-Eins und alles . . . .«
-
-In Rhythmen ging ihre Rede und zu weilen schwoll sie an wie ein Lied an die
-Götter. Umbrandet vom Gebrüll des Pöbels ragte die Jungfrau, ein Ewiges,
-schön und jung, und breitete die Apotheose des Todes aus wie ein kostbares
-Leichentuch.
-
-Und da sie fand, daß der Greis mit tränennassen Augen in den leeren Saal
-sah und zu so hohen Worten die Verlassenheit und Öde nur um so bitterer
-verspürte, unterbrach sie sich:
-
-»Poet du! sieh dich vor und misch keine schlimmen Gedanken in dein Bedauern
-darüber, daß so viele abwesend sind. Es war nicht, sag' ich dir, daß es
-ihnen an Mut gefehlt hätte, als sie sich weigerten, dem Pöbel zu trotzen
-. . . .«
-
-Zu diesen Worten entstand da unten ein Getöse, wie ein Ansturm, und
-Schreckensschreie gellten: fern ballte sich eine Wolke Staubes, vom
-Heranmarsch einer Menschenherde: Die aus der Wüste nahen! . . . So war
-endlich das Wildeste an Menschen gegen eine Frau entfesselt.
-
-Lucius und die andern wollten Athene verbergen.
-
-Aber Athene sprach: »Diese da haben nur mich« und wies auf die Bibliotheken
-und die Gedenkbilder der Väter. »Und ich verlasse diese Ausgestoßenen
-nicht!« Amaryllis fiel auf die Knie und küßte der jungfräulichen Heldin die
-Hände.
-
-»Nie, nie verlasse ich sie!« wiederholte Athene.
-
-Und das Opfer machte sie groß zu dieser Stunde und umgab sie mit einer
-Schönheit, wie sie noch keines Lebenden Auge geschaut.
-
-Und sie sprach: »Verlaßt mich, Brüder. Euch ist der Ausgang zu den Gärten
-noch offen.«
-
-Und da sie erriet, daß jene sich weigern würden, willigten die Lippen, die
-jetzt der Tod versiegeln sollte, in eine Lüge:
-
-»Nur die christlichen Anführer können diese Fanatiker aufhalten. Die wissen
-uns schuldlos und gut . . . . eilt und benachrichtigt sie zuvor noch
-. . . . Wenn aber dennoch kommen sollte, was ihr kommen seht, bewahr du
-dich Lucius vor aller Bitterkeit. Bring meinen Brüdern mein letztes von
-mir; und daß sie stets der Väter eingedenk sein sollen. Und du, Amaryllis,
-die du so schön bist, tröste die Jünglinge. Wenn es sich fände, daß einer
-aus ihnen nach mir geschmachtet hätte und meine Kälte hätte ihn betrübt, so
-bitt' ich ihn, daß er mir's vergebe . . . und sag' ihm, die Liebe sei
-nichts verächtliches im Hause Jupiter, doch mir hätt' geschienen, daß es
-einer Letzten aus einem Geschlechte gut sei, Jungfrau zu bleiben und dem
-Ewigen nachzuhangen; meine Brust war nicht breit wie die Brust der
-Heldinnen, aber mein Herz zitterte für ganz Hellas . . . .«
-
-Amaryllis, die seit lange schon weinte, brach in Schluchzen aus und zerriß
-ihre Kleider und schrie. Und da fiel auch den Greis und Lucius das Weinen
-an.
-
-Athene sprach noch einmal sanft:
-
-»Ich bitt' euch, lieben Freunde.«
-
-Und Amaryllis erbebte am ganzen Leib.
-
-Dann war eine erdrückende Stille draußen. Du fühltest: eine ganze Stadt
-wartete auf etwas und ein ungeheueres Verbrechen lauerte im Hinterhalt.
-
-Und die Jungfrau sprach zum Greis, der jetzt nur noch bei ihr war:
-
-»Vater, laß mich.«
-
-Aber der schluchzte:
-
-»Ich hab, dich gekannt, als du klein warst . . . . Ich bin sehr alt, und du
-allein unter den Lebenden hast mich lieb . . . .«
-
-Plötzlich schwiegen sie.
-
-Was marschierte da unten auf, so dröhnend auf den Fließen?
-
-»Die Legionen!« rief der Alte.
-
-Eine ungeheure Freude packte die beiden und zugleich bekümmerte sie etwas
-wie der Verlust einer Märtyrerkrone . . . . Die Barbaren, die im Sold des
-Kaiserreichs, warens, die mit den ehernen Helmen, die mit den klingenden
-Schwertern bei jedem Schritt . . . . Aber wie denn! Wie stellen sie sich
-auf? Schmach! Die Stadt, nur die Stadt beschützen sie! Und Serapis, den
-opfern sie den Fanatischen, die da anstürmen, den Grausamen unter ihren
-Tierfellen und mit ihren Piken!
-
-Athene wiederholte:
-
-»Laß mich Vater! Wie soll ich Weib vor einem Manne sterben!«
-
-Der aber weinte nicht länger und rief gereckten Haupts:
-
-»Linus wurde von wütigen Hunden zerrissen, aber Orpheus sang und bezauberte
-die wilden Tiere. Den geringsten ihrer frommen Schüler verlangt nach einem
-Gleichen!« Da hielt ihn das junge Mädchen nicht mehr zurück. So sollen denn
-Verse singen vor dem Tode der Enkelin Platos und Homers!
-
-Von der Terrasse aus sah sie, wie der milde Greis dem Pöbel
-entgegenschritt. Jetzt tat der Alte den Mund auf -- und jetzt spaltete ein
-Stein die Stirn, dahinter der Genius thronte und sang. Und die Unbefleckte
-wandte den Blick ab von alldem und dem Volk, das in Tierheit watete, und
-tat die Augen hinauf zum Himmel, zu Gott Helios, der das unendliche Blau
-umschließt, darin nach dem Gang der Sternbilder die Seelen der Edelsten
-wandeln . . . .
-
-Und schwere Balken rennen gegen das würmige Holz der Türen an und Stimmen
-heulen Mord und Mord.
-
-So wie eine Priesterin feierlich-heiter an einem hohen Fest nach alten
-Riten die heiligen Vorschriften erfüllt, so wandte sich Athene gegen die
-Ferne und das heilige Land Hellas.
-
-»Lebwohl du meine Mutter und du meine Mutter unserer Väter! Fromme
-zerstörte Feste Athen, eh du willst, daß ich dies Leben hingebe, grüße ich
-dich mit meinem letzten Hauch!«
-
-»Du Süße meiner Jugend, du warst mir ruhmvoller Hort gegen das Gemeine, das
-Mittelmaß und alles Leid und du nur lehrtest mich die Seligkeit des
-Lächelns!«
-
-»All dein Hohes sprachst du zu mir, all deinen Frieden sangst du mir,
-. . . . und nun du willst, daß ich dies Leben ausliefere, lehr' mich,
-Mutter, das alte Geheimnis, lehr' mich den simplen Tod.«
-
-Und zu den Statuen Homers und Platos:
-
-»Einstmals, da ich bei euch geträumt, erfuhr ich in meinem Herzen dies:
-schöner als eine schöne Tat, schöner noch sei ein schöner Gedanke. Und soll
-nun dennoch sterben. Schön ist der Leib, aber es tut besser, daß er leide
-denn der Geist. Hätt' ich von euch gelassen, wie hätte das ewig meine Seele
-betrübt! Und mein Tod jetzt kann euere Heiterkeit nicht verdunkeln, denn
-nur den Vorhof eueres Tempels soll mein verschüttetes Blut färben . . . .«
-
-Und sie neigte sich nach den inneren Höfen, darin Tauben von Korn zu Korn
-sprangen; sah auf die Pflanzen, auf die Tiere und auf das Leben, das ihr
-nie etwas war, und diese letzte Sekunde schien ihr ein Köstliches.
-
-Und sie tat einen Schleier über ihr Antlitz und erschien vor den Augen des
-Volks auf der hohen Treppe.
-
-Die Menge flutete vor ihr zurück, denn ihr Schreiten war einer Göttin
-Schreiten, und keiner sah ihre Lippen von Blut leer. Und aber ihre Kräfte
-verließen sie vor ihrem Mut, und ohnmächtig stürzte sie auf die Steine.
-
-Und wie die Kinnladen eines reißenden Tiers schloß sich der Pöbel neu
-. . . . die Gliedmaßen der Jungfrau zermalmt . . . . und unter ihren Helmen
-und unter ihren Adlern grinsten die Barbaren zu dem Blutraub und Mord und
-besudelten die Majestät des Kaiserreichs und das Bahrtuch der Antike.
-
-Auf den Abend, während Alexandrien, die Verräterin der alten Jahrhunderte,
-sich in Fieberschrecken wälzte und schrie, wie mit dem Tode Ringende
-schrein oder Gebärende, lasen Amaryllis und Lucius die heiligen Gebeine der
-Jungfrau des Serapis auf.
-
-So ließ unter den Fäusten Fanatischer und angesichts der Barbaren die
-letzte der Hellenen ihr Leben für ihren Glauben; und nur eine Dirne und ein
-Wüstling waren es, die ihre letzten Minuten ehrten. . . . Doch was
-verschlägt das dir, du unvergänglich Reine! weit über jenen blinden Pöbel
-siegte und viele kommende peinliche Jahrhunderte überdauerte dein heiliges
-Sterben, und die Enkelkinder jener, die zu deinem Märtyrertum grinsten,
-knien vor dir -- schamrot über ihre Väter -- und beten zu dir um Vergebung
-. . . . und das Dunkle und Wirre, das jene von einst gegen deine Heiterkeit
-aufreizte, drängt die Edelsten von heut', zum elfenbeinernen Turm zu
-flüchten und dein Leben und deine Lehre anzuschaun.
-
-
-
-
-
-
-ARKADIA
-
-EIN JAHRBUCH FÜR DICHTKUNST
-
-HERAUSGEGEBEN VON MAX BROD
-
-BUCHAUSSTATTUNG VON E. R. WEISS
-
-Geheftet M 4.50 · Gebunden M 6.--
-
-INHALT:
-
-DRAMATISCHES: _Robert Walser_, Tobold / _Franz Werfel_, Das Opfer / _Franz
-Blei_, Der Mäcen. EPISCHES: _Franz Kafka_, Das Urteil / _Otto Stoessl_, Aus
-der Villa Obweger / _Moritz Heimann_, Ein Begräbnis im November / _Max
-Mell_, Jugendgeschichte Zeno Balderonis von Jeruditz / _Oskar Baum_, Der
-Antrag / _Willy Speier_, Christus in den Weizenfeldern / _Martin Beradt_,
-Der Neurastheniker / _Max Brod_, Notwehr / _Alfred Wolfenstein_, Dika /
-_Hans Janowitz_, Ein Ausbruch / _Hans Janowitz_, Szene der Erfüllung /
-_Kurt Tucholsky_, Kindertheater / _Heinrich Eduard Jacob_, Fremder Schläfer
-im Kupee / _Robert Walser_, Zwei Aufsätze: Rinaldini -- Lenau. LYRISCHES:
-_Franz Blei_, Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / _Robert Walser_,
-Handharfe am Tage / _Max Brod_, Vier Gedichte / _Heinrich Lautensack_,
-Beichte / _Otto Pick_, Gedichte / Franz Janowitz, Gedichte.
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-GEORG HEYM
-
-_DER EWIGE TAG_
-
-Zweite Auflage
-
-Geheftet M 3.-- · Halbpergamentband M 4.--
-
-_Herbert Eulenberg in der B. Z. am Mittag:_ Es ist der bedeutendste unter
-den wenigen von unsern jungen Lyrikern, die überhaupt heute in Frage
-kommen. -- Er hat die empfindlichsten Nerven und Sinne, die ein Dichter
-haben muß.
-
-_Frankfurter Zeitung:_ Welch ein Anschauen, welche Leidenschaft bildlicher
-Gestaltung! Ewige Helligkeit, unbarmherziges Licht breitet er über jede
-Erscheinung der Wirklichkeit u. der Träume, über Leben u. Sterben,
-Schrecken und Beruhigung. Georg Heym war ein Dichter. Es gibt in der
-deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte.
-
-_UMBRA VITAE_
-
-_GEDICHTE AUS DEM NACHLASS_
-
-Zweite Auflage
-
-Geheftet M 3.-- · Halbpergamentband M 4.--
-
-_Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung:_ Bei all dem ganz Besonderen,
-dem schier Unerhörten, das er in den feinsten Gefühl- und
-Vorstellungsnüancen ausdrücken will, zeigt der rasch Gereifte eine
-ungewöhnliche Beherrschtheit der Ausdrucksmittel. Wir haben viel in Georg
-Heym, dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit.
-
-_DER DIEB_
-
-_EIN NOVELLENBUCH_
-
-Geheftet M 3.-- · Gebunden M 4.--
-
-_Leipziger Tageblatt:_ . . . Novellen, in denen auf engstem Raume alle Qual
-der Menschheit von der kindlichen Verzweiflung erster Enttäuschung bis zu
-Hunger, Entartung, Wahnsinn, Krankheit und Tod mit einer unheimlichen
-Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt
-erscheint.
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-FRANZ WERFEL · WIR SIND
-
-_NEUE GEDICHTE_
-
-In vorzüglicher Ausstattung. Druck der Offizin W. Drugulin
-
-Geheftet M 3.-- · Gebunden M 4.50
-
-Vorzugsausgabe 15 numerierte, vom Autor signierte Exemplare auf schwerem
-Japanbütten in Ganzlederbd. M 35.--
-
-_Frankfurter Zeitung:_ . . . ein ganz großer Dichter, mit allem Ernste sei
-das gesagt.
-
-_Neue Rundschau:_ . . . Whitmans kosmische Liebe und Goethes unersättliche
-Lust zu fühlen hat sich Werfel durch das Recht der Wiedergeburt zu eigen
-gemacht.
-
-ELSE LASKER-SCHÜLER
-
-_GESICHTE. Essays u. and. Geschichten_
-
-Geheftet M 4.-- · Gebunden M 5.--
-
-INHALT:
-
-Sterndeuterei / Handschrift / Johann Hansen und Ingeborg Coldstrup /
-Künstler / In der Morgenfrühe / Elberfeld im dreihundertjährigen
-Jubiläumsschmuck / Arme Kinder reicher Leute / Am Kurfürstendamm / Die
-beiden weißen Bänke vom Kurfürstendamm / Die Odenwaldschule /
-Lasker-Schüler kontra B. und Genossen / Coranna / Die schwere Stunde /
-Peter Hille / Karl Kraus / Loos / Oskar Kokoschka / Peter Baum / Franz
-Werfel / S. Lublinski / Paul Leppin / Richard Dehmel / Max Brod / Alfred
-Kerr / Bei Guy de Maupassant / Albert Heine / Karl Vogt / Paul Lindau / Bei
-Julius Lieban / Friedrich von Schennis / Tilla Durieux / Paul Zech / Rudolf
-Blümner / William Wauer / Wauer-Walden via München und so weiter / Emmy
-Destinn / Franziska Schultz / Kete Parsenow / Ruth / Unser Café / Marie
-Böhm / Der Alpenkönig und der Menschenfeind / Egon Adler / Ein Amen / Wenn
-mein Herz gesund wär -- / Der Eisenbahnräuber / Im neopathetischen Kabarett
-/ Kabarett Nachtlicht, Wien / Apollotheater / Tigerin, Affe und Kuckuck /
-Im Zirkus / Zirkuspferde / Zirkus Busch.
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-MAX DAUTHENDEY
-
-_RELIQUIEN_
-
-Gedichte -- Buchausstattung von E. R. WEISS
-
-Geheftet M 2.50 · Dritte Auflage · Gebunden M 4.--
-
-_Das Literarische Echo:_ Die »Reliquien« beweisen die ganze starke,
-eigenartige Begabung des Dichters, seine sinnliche, farbige Sprache, seine
-schöpferische Kraft. Reif und schön glänzt es, inbrünstige Liebeslieder und
-Gedichte von jenen unheimlichen, mystischen Stimmungen, die Rilke mit
-soviel prunkender Spielerei zu erzwingen sucht, die Dauthendey aber in
-großer, fast starrer Einfachheit zeichnet. Sein Hauptthema bleibt immer die
-Liebe und die Freude an der Schönheit der Welt; die Lebenslust ist die
-typische Eigenart seiner Schöpfungen.
-
-_SINGSANGBUCH_
-
-_LIEBESLIEDER_
-
-Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe / Zweite Auflage Einbandzeichnung von
-E. R. WEISS
-
-Geheftet M 2.-- · Gebunden M 3.50
-
-_Berliner Tageblatt:_ Hier könnte ich wirklich jedes Gedicht herausgreifen,
-um die Fülle eines schaffens-, liebes- und lebensfrohen Gemüts, einer
-unermüdlichen, unerschöpflichen Phantasie anzudeuten.
-
-_Ernst Lissauer:_ Da glänzt eine Heiterkeit, die an die lichte
-Liebenswürdigkeit fränkischer Landschaften mahnt, Weinduft ist darin.
-
-_DIE AMMENBALLADE_
-
-Acht Liebesabenteuer gedichtet von acht Ammen
-
-_NEUN PARISER MORITATEN_
-
-Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe
-
-Geheftet M 2.-- · Zweite Auflage · Gebunden M 3.50
-
-_Das Literarische Echo:_ Vorzügliche Karikaturen, grellbunte Spiegelbilder
-des Lebens auf einem ernsten dunklen Hintergrund.
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
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-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER MORD AN DER JUNGFRAU ***
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-To donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
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-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
-works.
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-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
-concept of a library of electronic works that could be freely shared
-with anyone. For forty years, he produced and distributed Project
-Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
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-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
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-unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
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