diff options
| -rw-r--r-- | 40231-0.txt | 748 | ||||
| -rw-r--r-- | 40231-8.txt | 1138 | ||||
| -rw-r--r-- | 40231-8.zip | bin | 21297 -> 0 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 40231-h.zip | bin | 50370 -> 0 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 40231-h/40231-h.htm | 990 |
5 files changed, 1037 insertions, 1839 deletions
diff --git a/40231-0.txt b/40231-0.txt new file mode 100644 index 0000000..a3f3ece --- /dev/null +++ b/40231-0.txt @@ -0,0 +1,748 @@ +*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40231 *** + +FRANCIS JAMMES + + +DIE GEBETE DER DEMUT + + +ÜBERTRAGEN +VON +ERNST STADLER + + +1913 +KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG + + +Dies Buch wurde +gedruckt im August 1913 als neunter +Band der Bücherei »Der jüngste Tag« bei +Poeschel & Trepte in Leipzig + + +AUTORISIERTE ÜBERTRAGUNG +COPYRIGHT BY KURT WOLFF VERLAG, LEIPZIG 1913 + + + + + + +GEBET ZUM GESTÄNDNIS DER UNWISSENHEIT + + + Hernieder, steige hernieder in die Einfalt, die Gott will! + Ich habe den Wespen zugesehen, die im Sand ihr Nest gebaut. + Tu so wie sie, gebrechlich krankes Herz: sei still, + Schaffe dein Tagwerk, das Gott deinen Händen anvertraut. + Ich war voll Hoffart, die mein Leben falsch gemacht. + Anders als alle andern meinte ich zu sein: + Jetzt weiß ich, o mein Gott, daß nie ich anderes vollbracht + Als jene Worte niederschreiben, die die Menschen sich erfanden, + Seitdem zuerst im Paradies Adam und Eva aufgestanden + Unter den Früchten, die im Lichte unermeßlich blühten. + Und anders bin ich nicht als wie der ärmste Stein. + Sieh hin, das Gras steht ruhig, und der Apfelbaum senkt schwer + Bebürdet sich zur Erde, zitternd und in liebendem Verlangen -- + O nimm von meiner Seele, da so vieles Leiden über mich ergangen, + Die falsche Schöpferhoffart, die noch immer in ihr liegt. + Nichts weiß ich ja. Nichts bin ich. Und nichts will ich mehr + Als bloß zuweilen sehen, wie ein Nest im Wind sich wiegt + Auf einer rötlichen Pappel oder einen Bettler über helle Straßen hinken, + Mühselig, an den Füßen Risse, die im Staube blutig blinken. + Mein Gott, nimm von mir diese Hoffart, die mein Leben giftig macht. + Gib, daß ich jenen Widdern ähnlich sei auf ihrer Weide, + Die immer gleich, aus Herbstes Schwermut, demutsvoll gebückt, + Zur Frühlingsfeier wandeln, die mit Grün den Anger schmückt, + Gib, daß im Schreiben meine Hoffart sich bescheide: + Daß endlich, endlich ich bekenne, daß mein Herz den Widerhall + Nur tönt der ganzen Welt, und daß mein sanfter Vater mir + Geduldig nur die Kinderregeln beigebracht. + Der Ruhm ist eitel, Herr, und Geist und Schaffen leerer Schall -- + Du einzig hast sie ganz und gibst sie an die Menschen fort, + Die aber schwatzen immer bloß dasselbe Wort + Gleich einem Bienenschwarme, der durch sommerdunkle Zweige zieht. + Gib, daß, wenn heute früh ich mich vom Pult erhebe, + Ich jenen gleiche, die an diesem schönen Sonntag zu dir gehn + Und in der armen weißen Kirche, vor dich hingekniet, + Demütig lauter ihre Einfalt und Unwissenheit gestehn. + + + + +GEBET, MIT DEN ESELN INS HIMMELREICH EINZUGEHN + + + Wenn einst zu dir, mein Gott, der Ruf zu gehn mich heißt, + Dann gib, daß feiertäglich rings das Land im Sommerstaube gleißt. + Ich will nur so, wie ich getan hinieden, + Einen Weg mir wählen und für mich in Frieden + Ins Himmelreich hinwandeln, wo am hellen Tag die Sterne stehn. + Ich greife meinen Stock und auf der großen Straße will ich fürbaß gehn + Und zu den Eseln, meinen Freunden, sprech ich dies: + »Hier, das ist Francis Jammes: der geht ins Paradies, + Ins Land des lieben Gottes, wo es keine Hölle gibt, + Kommt mit mir, sanfte Freunde, die ihr so die Himmelsbläue liebt, + Arme geliebte Tiere, die mit einem kurzen Schlagen + Des Ohrs die Fliegen und die Prügel und die Bienen von sich jagen.« + + Dann will inmitten dieser Tiere ich mich vor dir zeigen, + Die ich so liebe, weil den Kopf so sänftiglich sie neigen + Und ihre kleinen Füße aneinanderstemmen, wenn sie stille stehn, + Recht voller Sanftmut, daß es rührend ist, sie anzusehn. + So tret ich vor dich hin in dieser tausend Ohren Zug, + Gefolgt von solchen, denen einst der Korb um ihre Lenden schlug, + Und denen, die im Joch der Gauklerkarren gingen, + Und vor geputzten Wagen, die voll Flittergold und Federn hingen, + Und solchen, über deren Leib verbeulte Kannen schwankten, + Und trächtigen Eselinnen schwer wie Schläuche, die zerbrochnen Schrittes wankten, + Und denen, über deren Bein man kleine Hosen streift, + Die Fliegen abzuwehren, deren Schwarm vom Blute trunken sie umschweift + Und ihrem Leib die blauen, sickernd offnen Male läßt -- + + Laß mich, mein Gott, mit diesen Eseln zu dir schreiten, + Gib, daß einträchtiglich die Engel uns geleiten + Zu den umbuschten Bächen, wo im Winde zitternd Kirschen hangen, + So glatt und hell wie Haut auf jungen Mädchenwangen, + Und gib, daß ich in jenem Seelenreiche, + Zu deinen Wassern hingebeugt, den Eseln gleiche, + Die alle sanfte, arme Demut ihres Gangs auf Erden + Im lautern Quell der ewigen Liebe spiegeln werden. + + + + +GEBET, UM GOTT EINFÄLTIGE WORTE ANZUBIETEN + + + Gleich jenem Bilderschnitzer, den ich heute Morgen sah, besorgt und still + Im klaren Lichte sich auf seine Arbeit bücken, + Heilige schnitzend für die Kanzel seines Dorfes: also will + In meine Seele ich die frommen Bilder drücken. + Er rief zu seiner armen Schnitzbank mich heran, + Sein hölzern Werk zu sehn, und lange stand ich so davor + Und sah den Löwenkopf zu Füßen von Sankt Markus und den Aar + Zu Füßen von Johannes und Sankt Lukas in den Händen + Ein offnes Buch, darin die heiligen Regeln ständen. + Des Bildners Linke hatte übern Meißel sich gestreckt, + Die Rechte, aufgehoben, hielt noch zaudernd einen Hammer ausgestreckt. + Draußen auf Schieferdächern tanzte Mittagsluft in blauen Lichtern, + Von welkenden Basilien stieg ein frommer Weihrauchduft empor + Zu all den plumpen Heiligen mit den eckigen Gesichtern. + + Mein Gott, so schöne heilige Arbeit haben meine Hände nicht bestellt. + Du wolltest nicht, o Gott, daß ich zu dieser Welt + In armer Stube käme, nah dem Fenster, wo zur Nacht + Die Kerze tanzend vor den grünen Scheiben wacht. + Und wo vom frühen Morgen an die hellen Hobel gehn. + Mein Gott, wie gerne hätt' ich meine Heiligenbilder dir gebracht. + Und all die zarten Kinder, die am Heimweg von der Schule sie gesehn, + Ständen vor meinen weisen Königen entzückt, + Die Gold und Weihrauch spendeten und Elfenbein. + Und neben den drei Königen aus Morgenland + Schnitt ich ins Holz so wie aus Weihrauch eine Wolke ein, + Und hätte rings mein Bild mit Lilienkelchen ausgeschmückt, + Demütig schön wie Trinkgefäße, die ich in der Armen Stuben fand. + + Mein Gott, da immer noch mein Herz sich quält und fragt, + Ob es in rechter Demut sich dir nahe, + Nimm diese schlicht einfältigen Worte von mir an + Statt eines Kanzelstuhls, darin die reine Magd + Von früh bis spät Fürsprach mir hätt' getan. + + + + +GEBET, DASS EIN KIND NICHT STERBE + + + Mein Gott, erhalte seinen Eltern dieses zarte Kind, + Wie du wohl auch ein Kraut erhältst im bösen Wind. + Was macht es dir denn aus -- da doch die Mutter weint und fleht --, + Wenn es sogleich noch nicht zu dir hinübergeht + Als wie nach einem Spruch, der nicht zu ändern war? + Schenkst du ihm jetzt das Leben, wird es nächstes Jahr + Dir Rosen streun am sonnigen Fronleichnamstag! + Doch bist du ja allgütig. Und du bist es nicht, + Der Todesbläue ausgießt auf ein rosiges Gesicht, + Es wäre denn, du wolltest Heimatlosen eine Wohnstatt geben, + Wo bei den Müttern immerfort die Söhne leben. + Doch warum hier? Ach, da die Stunde schlägt, + Gedenke, Herr, vor diesem Kind, das sich zum Sterben legt, + Daß um die Mutter immer dir zu weilen ward gegeben. + + + + +MEIN NIEDRER FREUND . . . + + + Mein niedrer Freund, mein treuer Hund, nun littest du den Tod, + Vor dem du oft so wie vor einer bösen Wespe dich versteckt, + Die dich bis untern Tisch, wo du dich bargst, bedroht. + Dein Kopf, in dieser kurzen Trauerstunde, hat sich zu mir aufgereckt. + + Alltäglicher Gefährte, Wesen benedeiter Art, + Du, den der Hunger stillt, sobald dein Herr ihn teilt, + Der mit Tobias und mit Raphael hinausgeeilt, + Da sie zusammen sich aufmachten auf die Pilgerfahrt. + + Getreuer Knecht: du sollst mir hohes Beispiel sein. + Du, der an mir so wie an seinem Gott ein Heiliger hing. + All deine dunkle Klugheit, die wir nie begriffen, ging + Lebendig nun in einen fröhlich unschuldsvollen Himmel ein. + + Soll mir dereinst, mein Gott, die Gnade werden, + Dich anzuschaun von Angesicht zu Angesicht am jüngsten Tag, + Gib, daß ein armer Hund ins Angesicht dem schauen mag, + Der immer schon sein Gott ihm war auf Erden. + + + + +AMSTERDAM + + + Die Häuser, spitzgegiebelt, scheinen sich zu neigen, + Als wollten sie fallen. Masten vieler Schiffe, die dem Grau des Himmels sich vermischen, + Lehnen vornüber wie Gestrüpp von dürren Zweigen + Inmitten von grünem Laub, von Rot und rostigem Braun, + Von Kohlen, Widderfellen und gesalznen Fischen. + + Robinson Crusoe hat einst durch Amsterdam den Weg genommen + (So glaub ich wenigstens), da er von seiner grünen + Schattigen Insel, wo die frischen Kokosnüsse blühten, heimgekommen. + Wie schlug das Herz ihm, da er plötzlich vor sich nah + Die mächtigen Türen mit den schweren Bronzeklöppeln sah! . . . + + Schaute er voll Neugier in die Halbgeschosse, wo in Reihen + Die Schreiber sitzen, in ihr Rechnungsbuch versenkt? + Kam ihn die Sehnsucht an, zu weinen, da er an den Papageien + Dachte, den er so liebte, und den schweren Sonnenschirm, + Der auf der traurigen und gnadenreichen Insel oft ihm Schutz geschenkt? + + Ach, deine Wege, Herr, so rief er aus, sind wunderbar! + Da all die Kisten mit den Tulpenmustern auf den Gassen + Sich vor ihm stauten. Doch sein Herz vom Glück der Wiederkehr beschwert, + Dachte der Ziege, die im Weinberg seiner Insel er allein zurückgelassen, + Und die vielleicht nun schon gestorben war. + + Dies alles fiel mir ein vor den ungeheuren Frachten im Hafen, + Und ich sah im Geist die alten Juden, die an schwere Eisenwagen + Mit knochigen Fingern rühren, über denen grüne Ringe glänzen. + O sieh! Amsterdam will unter weißen Wimpern von Schnee entschlafen + In den Geruch von Nebel und von bitterer Kohle eingeschlagen. + + Die gewölbten weißen Buden, wo zur Nacht die Lampe glimmt, + Und aus denen man den Ruf und das Pfeifen der schweren Frauen vernimmt, + Hingen gestern im Abend wie Früchte, wie große Kürbisschalen. + Man sah Plakate blau und rot und grün im Licht aufstrahlen. + Von gezuckertem Bier ein scharf prickelnder Duft + Lag mir auf der Zunge und war mir ins Gesicht gestiegen. + + Und in den Judenvierteln, die rings voller Abfälle liegen, + Stand der Geruch von kalten rohen Fischen. + Auf dem klitschigen Pflaster lagen Orangenschalen umhergezerrt. + + Ein aufgedunsener Kopf hielt weite Augen aufgesperrt. + Ein Arm, der Reden hielt, schwang Zwiebeln in der Luft. + + Rebekka, du verkauftest an den schmalen Tischen + Schwitzendes Zuckerzeug, armselig hergerichtet . . . + + Der Himmel strömte wie ein unsichtbares Meer + Wolken von Wellen in die starrenden Kanäle. + Stille lag auf der Handelsstadt und stieg, ein unsichtbarer Rauch, + Feierlich von den starken hohen Dächern her + Und Indien trat beim Anblick dieser Häuserreihn vor meine Seele. + + Oh, und ich träumte, daß ich so ein Handelsherr einst war, + Von denen, die aus Amsterdam in jenen Tagen + Gen China segelten und vor ihrem Gehn + Die Hut des Hauses einem treuen Diener aufgetragen. + Ganz so wie Robinson hätt ich vor dem Notar + Die Vollmachtschrift umständlich mit der Unterschrift versehn. + + Meine strenge Rechtlichkeit hätt' meinen Reichtum aufgebaut. + Mein Handel hätte geblüht so wie im Mondenschein + Ein Lichtstrahl, der am Schnabel meines runden Schiffes säße. + Die großen Herren von Bombay gingen bei mir aus und ein + Und hätten mit heißem Blick auf mein kräftig schönes Weib geschaut. + + Ein Mohr mit goldnen Ringen, vom Mogul entsandt, + Käme zu handeln, lächelnd unter seinem Sonnenschirm! + Bei seinen wilden Geschichten hätte meiner schlanken Ältesten Herz gebebt, + Und zum Abschied hätte er ihr ein Gewand + Geschenkt, rubinenfarben, von Sklavenhänden gewebt. + + Die Bilder meiner Lieben hätt' ich dann nachher + Bei einem armen geschickten Maler bestellt: + Mein Weib, mit hellen rosigen Wangen, schön und schwer, + Die Söhne, deren starke Jugend alle Welt + Entzückte und der Töchter Anmut, mannigfalt und rein. + + Und also wär' ich heute, statt ich selbst zu sein, + Ein andrer und auf meinen Reisen im Vorübergehn + Hätt ich mir wohl das altehrwürdige Haus besehn, + Und meine Seele hätte träumend gebebt + Vor den schlichten Worten: Hier hat Francis Jammes gelebt. + + + + +ICH WAR IN HAMBURG + + + »Ich war vier Monde in Hamburg, dann im Haag. + Ich nahm das Schiff nach London. Es lag + Am 10. Jänner 1705 im Hafen. In zehen Jahren + Und neun Monaten war ich nicht daheim. Zu einer größern Reise auszufahren, + Rüst ich mich nun . . mit meinen zweiundsiebenzig Jahren, + Nach einem Leben reich gesegnet mit Abenteuern und Gefahren. + Ich ward genug umhergeschüttelt und verschlagen, + Zu lernen, wie süß es ist, sein Leben in der Stille auszutragen.« + + So steht's geschrieben auf dem letzten Blatt + Von Robinson Crusoes Geschichte. Ein Duft wie von Muskatsträuchern hat + Von seinem wunderbar geblümten Rock sich losgemacht. + Das ferne Gewitter, das wie eine alte Schiffskanone kracht, + Läßt Albions Veste erzittern. Und auf dem Bild, darauf mein Auge blickt, + Sieht man den alten Seehelden, wie er über der Bibel sinnt und Dankgebete zum Himmel schickt. + Mitten auf dem Tische das Fernrohr steht, + Mit dem er einst die Spur der nackten Füße erspäht + An die Wand gelehnt friedlich beieinander weilen + Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell und der Bogen mit den Pfeilen + Und die Axt zum Entern und das Seemannsschwert. + Hier das Medaillon von Freitag. Und nahe dabei, + Gegen die Karte der verlassenen Insel gekehrt, + Ein Strohkäfig mit einem sehr grünen Papagei. + Wie du, Robinson, hab ich Sturm und Gewitter ertragen, + Sah, wie du, über meinem Kopf das Meer zum Himmel aufschlagen + In bleigrauen Wellenbergen. So wühlte + Der Orkan meiner Liebe, der das Deck überspülte, + Und warf mich auf die Knie und höhnte. Crusoe, Crusoe, das Meer + Und die Liebe sind Geschwister von altersher + Und beide glühen aus dörrenden Sonnen Brand + Auf unser Herz und höhlen es aus gleich einer Muschel am Strand. + Und die Taue knirschen und singen wie die Fraun, + Und in unserm Blut ist diese schwarze See, die schwillt + Und uns mit dem bittern Rauschen ihrer Wasser füllt. + + Alter englischer Freund! Du warst der klügere, traun! + Von uns beiden. Denn wo auch dein Fahrzeug Schiffbruch litt, + Immer hattest du sauber geschnürt dein Bündel mit: + In Juan Fernandez und am Cap + Der guten Hoffnung. Klug und sorglich. O, ich hab' + Sie lieb, diese nüchterne und praktische Poesie, + Und ich liebe, Crusoe, deine Witwe, die, + Während du in der Ferne weiltest, dein Hab und Gut verwahrt. + + Nun darfst du, da sie all die Jahre für dich gespart, + Friedlich die Tage, die dir noch bleiben, + In dem lieben grauen Hause wohnen, das meine Verse zu Anfang beschreiben. + Nichts hast du auf deiner Insel vergessen, alles ist wie immer zur Stell': + Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell. + Was ich heimgebracht habe? -- so wirst du fragen, -- + Von der wüsten Insel, von der mich das Schicksal zurückgetragen? + Nichts, keine Ankerboje, keinen Käfig für die Hühner, nicht ein einzig kleines Ding. + Still! Laß dir erzählen, wie es geschah, daß mich die Brandung fing. + + Es war im sanften April, wo der Frühling wie ein Meer + Sich den Vögeln auftut, verwegnen Ceylonschwimmern, + Die nach Perlen tauchen, die aus weißblauen Luftabgründen schimmern: + Rotkehlchen, Amseln, Lerchen und Nachtigallen -- + Man hörte, von den Gärten der kleinen Häuser her, + Wie das Herz des Flieders aufbrach über den roten Pfirsichkorallen. + + Oh, ich habe nicht an jene andern Korallen gedacht, + Die einst die goldne Perusa und ihren Stolz zu Falle gebracht. + + Die Liebe und der Himmel und die Erde lagen, so schien es, im Traum beisammen. + Selig wie eine Nacht der Nächte sank die Nacht. + Aber bald begann das Duften der Obstblüte brünstiger aufzuflammen. + Da hab ich, Robinson, alle Gefahren vergessen + Des vergangenen Lebens und habe vermessen + Und unbedacht des Spruchs der Alten, die in ihren Rahmen träumen, + Nur begierig, ein neues Geschwader in den Wellen aufschäumen + Zu sehen, den Kompaß meines liebetollen Herzens hinausgedreht + Nach einer Insel, die schwer und ernst wie der Tag in den Wassern steht. + + Die Insel war verzaubert und war nichts als ein Weib. + + Die Stimme ihrer Vögel machte mich ihr zu eigen. + Andere haben mich betört mit Feuer und Vulkan. + Oh, ich liebte, Crusoe, die Berge, die von Yucatan + Unterm Meer fortlaufen, bis sie in den Antillen wieder zum Licht aufsteigen. + Mein Geschlecht hat unter jenen Mädchen gelebt, die mit ihren Händen + Die Flammen im Busen bedecken und lange Abschiedsküsse senden. + Aber hier hat mich nicht das Feuer, hier hat mich der Schnee versehrt, + Oh, ein Schnee, den kein hungriger Blitz jemals verzehrt, + Schnee, dessen klare Augen die unbewegte Macht + Des Feuers spiegeln, das ein Hirt im Winter mitten zwischen dem Eis entfacht. + O Crusoe, dies ist die Insel der wildesten Schrecken, + Denn mit ihrer Kälte weiß sie die Flammen in deinem Busen zu wecken. + + Wie es geschah, daß ich dennoch heil die Flucht genommen? + O Freund, Virgil allein verstünde hier zu entkommen. + Denn der ganze große Ozean hält nicht so fest + Wie die eine sanfte Welle, die mich umschlang und nicht von sich läßt. + Jetzt denk ich wie du, mein Crusoe, + Daß es gut ist, in seinem Zimmer zu träumen! + Mein Kaffeekessel summt mir wie ein englischer Roman im Ohr. + Ich habe Liebesbriefe, die singen mir ihre Sehnsucht vor -- + So hat dir, Crusoe, der große Ozean gesungen, + In dessen Reich deine herrliche Seele gedrungen. + Werd ich eines Tages wieder hinausziehn? Wer will es sagen? + Und dennoch sehn ich mich so, noch einmal die Arme zu schlagen + Um jene weiße Boje Weib und auf erregten Meeren + Inmitten hoher Wellen lachend wiederzukehren. + Alle Vögel dieses Märzmondes laden mich zur Liebe ein. + Heut' Morgen, beim Erwachen, da sie die neuen Weisen probten, drang ihre Stimme zu mir herein. + Ein Sperling sprach mir lange zu. Was soll ich tun? + O kleine Vögel ihr, Rotkehlchen meiner Seele, euerm Sang + Kann ich nicht folgen . . . oder, ach! mir ist zu folgen bang. + Die Sträucher sind zu grün. Ich würde eure Lust beengen . . . + Erst müssen Schatten sich über die Wälder hängen. + + + + +DIE KIRCHE, MIT BLÄTTERN GESCHMÜCKT + + + Der Dichter ist in seiner Seele Wald allein. + Sein Herz ist matt vom langen Weg und schwer von Harme. + Er wartet, ach vergebens! unter der Lianen Spiegelschein + Und blauen Balsamblumen auf den guten Samariter, der sich sein erbarme. + + Er fleht zu Gott. Der schweigt. Da hält sein Jammer sich nicht mehr. + Schmerz lastet auf ihm wie Gewitterschlag so schwer. + »Gib Antwort, Herr, was hat dein Wille über mich erkannt? + Aus deiner Freude selbst bin ich verbannt. + Wie ausgedörrt leb' ich in meinem großen Leid. + O kehre wieder! Gib mir doch die Munterkeit + Des Vogels, der sich singend dort im Herzen dieses Sandbeerbaumes regt -- + Was will dein Zürnen mir, daß es mich so in Stücke schlägt?« + + »Ich pflüge deine Seele. Sei geduldig, Kind! + Du leidest, weil mein Herz mit dir gerecht zu sein mich heißt. + Laß mich in deiner Seele wohnen, immer . . . dann noch, wenn der Wind + Die letzten Rosen von den Sträuchern reißt. + Geh nicht von mir. O sieh, ich brauche dich und deine Qual. + O mein geliebter Sohn. Ich brauch' die Tränen die in deinen Augen stehn. + Ich brauche einen Vogel, mir zu singen überm Kreuzespfahl. + Rotkehlchen meiner Seele, willst du von mir gehn?« + + »Mein Gott, auf deiner Stirne, die den Kranz von Dornen trägt, + Will ich dir singen durch dein langes Todesgraun. + Doch wenn die Schreckenskrone dann in Blüten schlägt, + Verstatte du, mein Gott, dem Vogel, dort sein Nest zu baun.« + + + + +DIE TAUBE . . . + + + Die Taube, die den Zweig des Ölbaums hält, + Das ist die Jungfrau, die den Frieden bringt der Welt. + Das Osterlamm, das man zur Schwelle trägt, + Wird einst zum Lamme, das ans Kreuz man schlägt. + Nur Stück um Stück wird das Geheimnis offenbar. + Der brennende Busch ertönte, ehe Pfingsten war. + Vor Noahs Arche schwamm die Kirche auf der Wasserflut, + Und Noah schwamm darauf, eh Moses drüber hat geruht; + Moses war überm Wasser, ehedenn Sankt Peter war: + Von Stund zu Stunde reiner macht das Licht sich offenbar. + + + + + + +DER JÜNGSTE TAG + +NEUE DICHTUNGEN + +Der Jüngste Tag stellt eine Sammlung von kleineren Werken jüngerer Dichter +dar, die als charakteristisch für unsere Zeit und als zukunftweisend zu +gelten haben. + +Im Jüngsten Tag erscheinen eine Anzahl Erstlingswerke, aber auch neue +Dichtungen anerkannter Autoren sollen veröffentlicht werden. Die Dichtungen +des »Jüngsten Tages« sind gleich weit entfernt von lebensfremder +Literatenliteratur wie von populärem Kitsch. Aus diesen Werken soll das +Lebens- und Weltgefühl unserer Zeit strömen, ihre Entzückungen, Schmerzen, +Begeisterungen, Reizsamkeit und Kraft. Menschliche Gefühle werden in +knapper Form ausgedrückt und sollen menschliche Gefühle erwecken. + +Da das charakteristischste und konzentriertste dichterische Ausdrucksmittel +unserer Zeit sich in der Lyrik darstellt, so wird der Jüngste Tag +vorwiegend lyrische Werke veröffentlichen, aber auch programmatische und +bedeutsame kleine Prosaschriften sollen geboten werden. Nicht nur auf +deutsche Dichter soll sich der Jüngste Tag beschränken, sondern auch +ausländische Dichtungen sollen zeigen, dass es gewisse Elemente gibt, die +der Dichtung aller Länder in unserer Zeit (wie in der bildenden Kunst) +gemeinsam sind. + +Der Jüngste Tag wird, getreu dem Spiegel seines Wortes, versuchen, alles +notwendige zu sammeln, das ihm aus der Stärke des Zeitlichen heraus, ewiges +Dasein verspricht. Dies Unternehmen soll nicht mehr an der Gebundenheit von +Zeitschriften leiden. So soll der Jüngste Tag mehr als ein Buch sein und +weniger als eine Bücherei. + +Jeder Beitrag erscheint einzeln als gesondertes Heft zum Preise von 80 +Pfennig geheftet, M 1.50 gebunden. + +Der Jüngste Tag wird auch im Abonnement geliefert und zwar als Serien von +je 6 Heften. Der Abonnements-Preis beträgt M 4.20 für die broschierte, M +7.80 für die gebundene Ausgabe. Jede bessere Buchhandlung nimmt Abonnements +entgegen. Für diejenigen, die die Hefte lieber in einem gebundenen Bande +vereinen wollen, wird eine Einbanddecke zum Preise von M 1.50 für jede +Serie geliefert. + +KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG + +_Im Sommer 1913 erschienen:_ + +FRANZ WERFEL: Die Versuchung · Ein Gespräch + +WALTER HASENCLEVER: Das unendliche Gespräch · Eine nächtliche Szene + +FRANZ KAFKA: Der Heizer · Eine Erzählung + +FERDINAND HARDEKOPF: Der Abend · Ein Dialog + +EMMY HENNINGS: Die letzte Freude · Gedichte + +CARL EHRENSTEIN: Klagen eines Knaben · Skizzen + +_Im Herbst 1913 folgten:_ + +GEORG TRAKL: Gedichte (Doppelheft) + +FRANCIS JAMMES: Die Gebete der Demut · Gedichte + +MAURICE BARRÈS: Der Mord an der Jungfrau + +BERTHOLD VIERTEL: Die Spur · Gedichte + +OTTOKAR BREZINA: Hymnen + +_Eine Bestellkarte liegt bei!_ + +KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG + +_Pressestimmen über die sechs ersten Hefte des »JÜNGSTEN TAGES«_ + +_Professor Witkowski:_ »Ein neues verheißungsvolles Unternehmen. Der +Gesamteindruck ist der einer kultivierten, nach starkem Leben verlangenden +Dichterjugend.« + +_Zeitschrift für Bücherfreunde:_ ». . . am höchsten steht das Gespräch »Die +Versuchung« von Franz Werfel. Der Dichter zwischen Satan und Erzengel, ein +nach außen gestelltes Innenbild der kämpfenden Wonnen, der Versuchungen und +der seligen Erkenntnisse des Dichters von heute. Das ist wirklich >Jüngster +Tag< . . .« + +_Die neue Rundschau:_ »Die Unmittelbarkeit, mit der Kafka statt der +Realität die ihm eigentümliche Formsprache setzt, macht ihn der +expressionistischen Richtung heutiger Malerei verwandt. Als er seine neue +Novelle »Der Heizer« schrieb, die in Amerika spielt, wollte er nichts von +Amerika hören, obwohl er nie dort gewesen ist. Er schrieb das Amerika +seines Kopfes, in dem die Freiheitsstatue keine Fackel, sondern ein Schwert +trägt, weil dies besser in den Satz paßt. -- Ich glaube, Walser hätte es +ebenso gemacht.« + +_Berliner Börsen-Courier:_ ». . . So schafft der Dichter Carl Ehrenstein +eine beziehungsreiche, an Klängen schon entzündete Kunst der bis zum +Paradoxen verwickelten Urschmerzen. Seine Klagen werden hingesprochen wie +Träume (immer denkt und glaubt man daran) zu erzählen sind. Und am Ende +dieser wirklichen Gedichte in Prosa ist einem, als habe man eine weite +Reise gemacht. Wir lieben dieses Buch . . . Es gibt Klänge, die das Herz +zittern machen.« + +_Königsberger Hartungsche Zeitung:_ »Emmy Hennings schafft unmittelbar aus +ihren seelischen Evolutionen heraus und das gibt ihren Versen jene +faszinierende Unmittelbarkeit, der sich keiner entziehen kann. Ihr Vortrag +ist still und ohne Prätention. Aber im Innern dieser leicht hingesagten +Strophen fühlt man das Leben pulsen.« + +KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG + +ARKADIA + +EIN JAHRBUCH FÜR DICHTKUNST + +HERAUSGEGEBEN VON MAX BROD + +BUCHAUSSTATTUNG VON E. R. WEISS + +Geheftet M 4.50 · Gebunden M 6.-- + +INHALT: + +DRAMATISCHES: _Robert Walser_, Tobold / _Franz Werfel_, Das Opfer / _Franz +Blei_, Der Mäcen. EPISCHES: _Franz Kafka_, Das Urteil / _Otto Stoessl_, Aus +der Villa Obweger / _Moritz Heimann_, Ein Begräbnis im November / _Max +Mell_, Jugendgeschichte Zeno Balderonis von Jeruditz / _Oskar Baum_, Der +Antrag / _Willy Speier_, Christus in den Weizenfeldern / _Martin Beradt_, +Der Neurastheniker / _Max Brod_, Notwehr / _Alfred Wolfenstein_, Dika / +_Hans Janowitz_, Ein Ausbruch / _Hans Janowitz_, Szene der Erfüllung / +_Kurt Tucholsky_, Kindertheater / _Heinrich Eduard Jacob_, Fremder Schläfer +im Kupee / _Robert Walser_, Zwei Aufsätze: Rinaldini -- Lenau. LYRISCHES: +_Franz Blei_, Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / _Robert Walser_, +Handharfe am Tage / _Max Brod_, Vier Gedichte / _Heinrich Lautensack_, +Beichte / _Otto Pick_, Gedichte / Franz Janowitz, Gedichte. + +KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG + +GEORG HEYM + +_DER EWIGE TAG_ + +Zweite Auflage + +Geheftet M 3.-- · Halbpergamentband M 4.-- + +_Herbert Eulenberg in der B. Z. am Mittag:_ Es ist der bedeutendste unter +den wenigen von unsern jungen Lyrikern, die überhaupt heute in Frage +kommen. -- Er hat die empfindlichsten Nerven und Sinne, die ein Dichter +haben muß. + +_Frankfurter Zeitung:_ Welch ein Anschauen, welche Leidenschaft bildlicher +Gestaltung! Ewige Helligkeit, unbarmherziges Licht breitet er über jede +Erscheinung der Wirklichkeit u. der Träume, über Leben u. Sterben, +Schrecken und Beruhigung. Georg Heym war ein Dichter. Es gibt in der +deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte. + +_UMBRA VITAE_ + +_GEDICHTE AUS DEM NACHLASS_ + +Zweite Auflage + +Geheftet M 3.-- · Halbpergamentband M 4.-- + +_Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung:_ Bei all dem ganz Besonderen, +dem schier Unerhörten, das er in den feinsten Gefühl- und +Vorstellungsnüancen ausdrücken will, zeigt der rasch Gereifte eine +ungewöhnliche Beherrschtheit der Ausdrucksmittel. Wir haben viel in Georg +Heym, dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit. + +_DER DIEB_ + +_EIN NOVELLENBUCH_ + +Geheftet M 3.-- · Gebunden M 4.-- + +_Leipziger Tageblatt:_ . . . Novellen, in denen auf engstem Raume alle Qual +der Menschheit von der kindlichen Verzweiflung erster Enttäuschung bis zu +Hunger, Entartung, Wahnsinn, Krankheit und Tod mit einer unheimlichen +Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt +erscheint. + +KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG + +FRANZ WERFEL · WIR SIND + +_NEUE GEDICHTE_ + +In vorzüglicher Ausstattung. Druck der Offizin W. Drugulin + +Geheftet M 3.-- · Gebunden M 4.50 + +Vorzugsausgabe 15 numerierte, vom Autor signierte Exemplare auf schwerem +Japanbütten in Ganzlederbd. M 35.-- + +_Frankfurter Zeitung:_ . . . ein ganz großer Dichter, mit allem Ernste sei +das gesagt. + +_Neue Rundschau:_ . . . Whitmans kosmische Liebe und Goethes unersättliche +Lust zu fühlen hat sich Werfel durch das Recht der Wiedergeburt zu eigen +gemacht. + +ELSE LASKER-SCHÜLER + +_GESICHTE. Essays u. and. Geschichten_ + +Geheftet M 4.-- · Gebunden M 5.-- + +INHALT: + +Sterndeuterei / Handschrift / Johann Hansen und Ingeborg Coldstrup / +Künstler / In der Morgenfrühe / Elberfeld im dreihundertjährigen +Jubiläumsschmuck / Arme Kinder reicher Leute / Am Kurfürstendamm / Die +beiden weißen Bänke vom Kurfürstendamm / Die Odenwaldschule / +Lasker-Schüler kontra B. und Genossen / Coranna / Die schwere Stunde / +Peter Hille / Karl Kraus / Loos / Oskar Kokoschka / Peter Baum / Franz +Werfel / S. Lublinski / Paul Leppin / Richard Dehmel / Max Brod / Alfred +Kerr / Bei Guy de Maupassant / Albert Heine / Karl Vogt / Paul Lindau / Bei +Julius Lieban / Friedrich von Schennis / Tilla Durieux / Paul Zech / Rudolf +Blümner / William Wauer / Wauer-Walden via München und so weiter / Emmy +Destinn / Franziska Schultz / Kete Parsenow / Ruth / Unser Café / Marie +Böhm / Der Alpenkönig und der Menschenfeind / Egon Adler / Ein Amen / Wenn +mein Herz gesund wär -- / Der Eisenbahnräuber / Im neopathetischen Kabarett +/ Kabarett Nachtlicht, Wien / Apollotheater / Tigerin, Affe und Kuckuck / +Im Zirkus / Zirkuspferde / Zirkus Busch. + +KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG + +MAX DAUTHENDEY + +_RELIQUIEN_ + +Gedichte -- Buchausstattung von E. R. WEISS + +Geheftet M 2.50 · Dritte Auflage · Gebunden M 4.-- + +_Das Literarische Echo:_ Die »Reliquien« beweisen die ganze starke, +eigenartige Begabung des Dichters, seine sinnliche, farbige Sprache, seine +schöpferische Kraft. Reif und schön glänzt es, inbrünstige Liebeslieder und +Gedichte von jenen unheimlichen, mystischen Stimmungen, die Rilke mit +soviel prunkender Spielerei zu erzwingen sucht, die Dauthendey aber in +großer, fast starrer Einfachheit zeichnet. Sein Hauptthema bleibt immer die +Liebe und die Freude an der Schönheit der Welt; die Lebenslust ist die +typische Eigenart seiner Schöpfungen. + +_SINGSANGBUCH_ + +_LIEBESLIEDER_ + +Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe / Zweite Auflage Einbandzeichnung von +E. R. WEISS + +Geheftet M 2.-- · Gebunden M 3.50 + +_Berliner Tageblatt:_ Hier könnte ich wirklich jedes Gedicht herausgreifen, +um die Fülle eines schaffens-, liebes- und lebensfrohen Gemüts, einer +unermüdlichen, unerschöpflichen Phantasie anzudeuten. + +_Ernst Lissauer:_ Da glänzt eine Heiterkeit, die an die lichte +Liebenswürdigkeit fränkischer Landschaften mahnt, Weinduft ist darin. + +_DIE AMMENBALLADE_ + +Acht Liebesabenteuer gedichtet von acht Ammen + +_NEUN PARISER MORITATEN_ + +Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe + +Geheftet M 2.-- · Zweite Auflage · Gebunden M 3.50 + +_Das Literarische Echo:_ Vorzügliche Karikaturen, grellbunte Spiegelbilder +des Lebens auf einem ernsten dunklen Hintergrund. + +KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG + + + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes + +*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40231 *** diff --git a/40231-8.txt b/40231-8.txt deleted file mode 100644 index 607c057..0000000 --- a/40231-8.txt +++ /dev/null @@ -1,1138 +0,0 @@ -The Project Gutenberg EBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes - -This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with -almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or -re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included -with this eBook or online at www.gutenberg.org/license - - -Title: Die Gebete der Demut - -Author: Francis Jammes - -Translator: Ernst Stadler - -Release Date: July 14, 2012 [EBook #40231] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GEBETE DER DEMUT *** - - - - -Produced by Jens Sadowski - - - - - - - - -FRANCIS JAMMES - - -DIE GEBETE DER DEMUT - - -ÜBERTRAGEN -VON -ERNST STADLER - - -1913 -KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG - - -Dies Buch wurde -gedruckt im August 1913 als neunter -Band der Bücherei »Der jüngste Tag« bei -Poeschel & Trepte in Leipzig - - -AUTORISIERTE ÜBERTRAGUNG -COPYRIGHT BY KURT WOLFF VERLAG, LEIPZIG 1913 - - - - - - -GEBET ZUM GESTÄNDNIS DER UNWISSENHEIT - - - Hernieder, steige hernieder in die Einfalt, die Gott will! - Ich habe den Wespen zugesehen, die im Sand ihr Nest gebaut. - Tu so wie sie, gebrechlich krankes Herz: sei still, - Schaffe dein Tagwerk, das Gott deinen Händen anvertraut. - Ich war voll Hoffart, die mein Leben falsch gemacht. - Anders als alle andern meinte ich zu sein: - Jetzt weiß ich, o mein Gott, daß nie ich anderes vollbracht - Als jene Worte niederschreiben, die die Menschen sich erfanden, - Seitdem zuerst im Paradies Adam und Eva aufgestanden - Unter den Früchten, die im Lichte unermeßlich blühten. - Und anders bin ich nicht als wie der ärmste Stein. - Sieh hin, das Gras steht ruhig, und der Apfelbaum senkt schwer - Bebürdet sich zur Erde, zitternd und in liebendem Verlangen -- - O nimm von meiner Seele, da so vieles Leiden über mich ergangen, - Die falsche Schöpferhoffart, die noch immer in ihr liegt. - Nichts weiß ich ja. Nichts bin ich. Und nichts will ich mehr - Als bloß zuweilen sehen, wie ein Nest im Wind sich wiegt - Auf einer rötlichen Pappel oder einen Bettler über helle Straßen hinken, - Mühselig, an den Füßen Risse, die im Staube blutig blinken. - Mein Gott, nimm von mir diese Hoffart, die mein Leben giftig macht. - Gib, daß ich jenen Widdern ähnlich sei auf ihrer Weide, - Die immer gleich, aus Herbstes Schwermut, demutsvoll gebückt, - Zur Frühlingsfeier wandeln, die mit Grün den Anger schmückt, - Gib, daß im Schreiben meine Hoffart sich bescheide: - Daß endlich, endlich ich bekenne, daß mein Herz den Widerhall - Nur tönt der ganzen Welt, und daß mein sanfter Vater mir - Geduldig nur die Kinderregeln beigebracht. - Der Ruhm ist eitel, Herr, und Geist und Schaffen leerer Schall -- - Du einzig hast sie ganz und gibst sie an die Menschen fort, - Die aber schwatzen immer bloß dasselbe Wort - Gleich einem Bienenschwarme, der durch sommerdunkle Zweige zieht. - Gib, daß, wenn heute früh ich mich vom Pult erhebe, - Ich jenen gleiche, die an diesem schönen Sonntag zu dir gehn - Und in der armen weißen Kirche, vor dich hingekniet, - Demütig lauter ihre Einfalt und Unwissenheit gestehn. - - - - -GEBET, MIT DEN ESELN INS HIMMELREICH EINZUGEHN - - - Wenn einst zu dir, mein Gott, der Ruf zu gehn mich heißt, - Dann gib, daß feiertäglich rings das Land im Sommerstaube gleißt. - Ich will nur so, wie ich getan hinieden, - Einen Weg mir wählen und für mich in Frieden - Ins Himmelreich hinwandeln, wo am hellen Tag die Sterne stehn. - Ich greife meinen Stock und auf der großen Straße will ich fürbaß gehn - Und zu den Eseln, meinen Freunden, sprech ich dies: - »Hier, das ist Francis Jammes: der geht ins Paradies, - Ins Land des lieben Gottes, wo es keine Hölle gibt, - Kommt mit mir, sanfte Freunde, die ihr so die Himmelsbläue liebt, - Arme geliebte Tiere, die mit einem kurzen Schlagen - Des Ohrs die Fliegen und die Prügel und die Bienen von sich jagen.« - - Dann will inmitten dieser Tiere ich mich vor dir zeigen, - Die ich so liebe, weil den Kopf so sänftiglich sie neigen - Und ihre kleinen Füße aneinanderstemmen, wenn sie stille stehn, - Recht voller Sanftmut, daß es rührend ist, sie anzusehn. - So tret ich vor dich hin in dieser tausend Ohren Zug, - Gefolgt von solchen, denen einst der Korb um ihre Lenden schlug, - Und denen, die im Joch der Gauklerkarren gingen, - Und vor geputzten Wagen, die voll Flittergold und Federn hingen, - Und solchen, über deren Leib verbeulte Kannen schwankten, - Und trächtigen Eselinnen schwer wie Schläuche, die zerbrochnen Schrittes wankten, - Und denen, über deren Bein man kleine Hosen streift, - Die Fliegen abzuwehren, deren Schwarm vom Blute trunken sie umschweift - Und ihrem Leib die blauen, sickernd offnen Male läßt -- - - Laß mich, mein Gott, mit diesen Eseln zu dir schreiten, - Gib, daß einträchtiglich die Engel uns geleiten - Zu den umbuschten Bächen, wo im Winde zitternd Kirschen hangen, - So glatt und hell wie Haut auf jungen Mädchenwangen, - Und gib, daß ich in jenem Seelenreiche, - Zu deinen Wassern hingebeugt, den Eseln gleiche, - Die alle sanfte, arme Demut ihres Gangs auf Erden - Im lautern Quell der ewigen Liebe spiegeln werden. - - - - -GEBET, UM GOTT EINFÄLTIGE WORTE ANZUBIETEN - - - Gleich jenem Bilderschnitzer, den ich heute Morgen sah, besorgt und still - Im klaren Lichte sich auf seine Arbeit bücken, - Heilige schnitzend für die Kanzel seines Dorfes: also will - In meine Seele ich die frommen Bilder drücken. - Er rief zu seiner armen Schnitzbank mich heran, - Sein hölzern Werk zu sehn, und lange stand ich so davor - Und sah den Löwenkopf zu Füßen von Sankt Markus und den Aar - Zu Füßen von Johannes und Sankt Lukas in den Händen - Ein offnes Buch, darin die heiligen Regeln ständen. - Des Bildners Linke hatte übern Meißel sich gestreckt, - Die Rechte, aufgehoben, hielt noch zaudernd einen Hammer ausgestreckt. - Draußen auf Schieferdächern tanzte Mittagsluft in blauen Lichtern, - Von welkenden Basilien stieg ein frommer Weihrauchduft empor - Zu all den plumpen Heiligen mit den eckigen Gesichtern. - - Mein Gott, so schöne heilige Arbeit haben meine Hände nicht bestellt. - Du wolltest nicht, o Gott, daß ich zu dieser Welt - In armer Stube käme, nah dem Fenster, wo zur Nacht - Die Kerze tanzend vor den grünen Scheiben wacht. - Und wo vom frühen Morgen an die hellen Hobel gehn. - Mein Gott, wie gerne hätt' ich meine Heiligenbilder dir gebracht. - Und all die zarten Kinder, die am Heimweg von der Schule sie gesehn, - Ständen vor meinen weisen Königen entzückt, - Die Gold und Weihrauch spendeten und Elfenbein. - Und neben den drei Königen aus Morgenland - Schnitt ich ins Holz so wie aus Weihrauch eine Wolke ein, - Und hätte rings mein Bild mit Lilienkelchen ausgeschmückt, - Demütig schön wie Trinkgefäße, die ich in der Armen Stuben fand. - - Mein Gott, da immer noch mein Herz sich quält und fragt, - Ob es in rechter Demut sich dir nahe, - Nimm diese schlicht einfältigen Worte von mir an - Statt eines Kanzelstuhls, darin die reine Magd - Von früh bis spät Fürsprach mir hätt' getan. - - - - -GEBET, DASS EIN KIND NICHT STERBE - - - Mein Gott, erhalte seinen Eltern dieses zarte Kind, - Wie du wohl auch ein Kraut erhältst im bösen Wind. - Was macht es dir denn aus -- da doch die Mutter weint und fleht --, - Wenn es sogleich noch nicht zu dir hinübergeht - Als wie nach einem Spruch, der nicht zu ändern war? - Schenkst du ihm jetzt das Leben, wird es nächstes Jahr - Dir Rosen streun am sonnigen Fronleichnamstag! - Doch bist du ja allgütig. Und du bist es nicht, - Der Todesbläue ausgießt auf ein rosiges Gesicht, - Es wäre denn, du wolltest Heimatlosen eine Wohnstatt geben, - Wo bei den Müttern immerfort die Söhne leben. - Doch warum hier? Ach, da die Stunde schlägt, - Gedenke, Herr, vor diesem Kind, das sich zum Sterben legt, - Daß um die Mutter immer dir zu weilen ward gegeben. - - - - -MEIN NIEDRER FREUND . . . - - - Mein niedrer Freund, mein treuer Hund, nun littest du den Tod, - Vor dem du oft so wie vor einer bösen Wespe dich versteckt, - Die dich bis untern Tisch, wo du dich bargst, bedroht. - Dein Kopf, in dieser kurzen Trauerstunde, hat sich zu mir aufgereckt. - - Alltäglicher Gefährte, Wesen benedeiter Art, - Du, den der Hunger stillt, sobald dein Herr ihn teilt, - Der mit Tobias und mit Raphael hinausgeeilt, - Da sie zusammen sich aufmachten auf die Pilgerfahrt. - - Getreuer Knecht: du sollst mir hohes Beispiel sein. - Du, der an mir so wie an seinem Gott ein Heiliger hing. - All deine dunkle Klugheit, die wir nie begriffen, ging - Lebendig nun in einen fröhlich unschuldsvollen Himmel ein. - - Soll mir dereinst, mein Gott, die Gnade werden, - Dich anzuschaun von Angesicht zu Angesicht am jüngsten Tag, - Gib, daß ein armer Hund ins Angesicht dem schauen mag, - Der immer schon sein Gott ihm war auf Erden. - - - - -AMSTERDAM - - - Die Häuser, spitzgegiebelt, scheinen sich zu neigen, - Als wollten sie fallen. Masten vieler Schiffe, die dem Grau des Himmels sich vermischen, - Lehnen vornüber wie Gestrüpp von dürren Zweigen - Inmitten von grünem Laub, von Rot und rostigem Braun, - Von Kohlen, Widderfellen und gesalznen Fischen. - - Robinson Crusoe hat einst durch Amsterdam den Weg genommen - (So glaub ich wenigstens), da er von seiner grünen - Schattigen Insel, wo die frischen Kokosnüsse blühten, heimgekommen. - Wie schlug das Herz ihm, da er plötzlich vor sich nah - Die mächtigen Türen mit den schweren Bronzeklöppeln sah! . . . - - Schaute er voll Neugier in die Halbgeschosse, wo in Reihen - Die Schreiber sitzen, in ihr Rechnungsbuch versenkt? - Kam ihn die Sehnsucht an, zu weinen, da er an den Papageien - Dachte, den er so liebte, und den schweren Sonnenschirm, - Der auf der traurigen und gnadenreichen Insel oft ihm Schutz geschenkt? - - Ach, deine Wege, Herr, so rief er aus, sind wunderbar! - Da all die Kisten mit den Tulpenmustern auf den Gassen - Sich vor ihm stauten. Doch sein Herz vom Glück der Wiederkehr beschwert, - Dachte der Ziege, die im Weinberg seiner Insel er allein zurückgelassen, - Und die vielleicht nun schon gestorben war. - - Dies alles fiel mir ein vor den ungeheuren Frachten im Hafen, - Und ich sah im Geist die alten Juden, die an schwere Eisenwagen - Mit knochigen Fingern rühren, über denen grüne Ringe glänzen. - O sieh! Amsterdam will unter weißen Wimpern von Schnee entschlafen - In den Geruch von Nebel und von bitterer Kohle eingeschlagen. - - Die gewölbten weißen Buden, wo zur Nacht die Lampe glimmt, - Und aus denen man den Ruf und das Pfeifen der schweren Frauen vernimmt, - Hingen gestern im Abend wie Früchte, wie große Kürbisschalen. - Man sah Plakate blau und rot und grün im Licht aufstrahlen. - Von gezuckertem Bier ein scharf prickelnder Duft - Lag mir auf der Zunge und war mir ins Gesicht gestiegen. - - Und in den Judenvierteln, die rings voller Abfälle liegen, - Stand der Geruch von kalten rohen Fischen. - Auf dem klitschigen Pflaster lagen Orangenschalen umhergezerrt. - - Ein aufgedunsener Kopf hielt weite Augen aufgesperrt. - Ein Arm, der Reden hielt, schwang Zwiebeln in der Luft. - - Rebekka, du verkauftest an den schmalen Tischen - Schwitzendes Zuckerzeug, armselig hergerichtet . . . - - Der Himmel strömte wie ein unsichtbares Meer - Wolken von Wellen in die starrenden Kanäle. - Stille lag auf der Handelsstadt und stieg, ein unsichtbarer Rauch, - Feierlich von den starken hohen Dächern her - Und Indien trat beim Anblick dieser Häuserreihn vor meine Seele. - - Oh, und ich träumte, daß ich so ein Handelsherr einst war, - Von denen, die aus Amsterdam in jenen Tagen - Gen China segelten und vor ihrem Gehn - Die Hut des Hauses einem treuen Diener aufgetragen. - Ganz so wie Robinson hätt ich vor dem Notar - Die Vollmachtschrift umständlich mit der Unterschrift versehn. - - Meine strenge Rechtlichkeit hätt' meinen Reichtum aufgebaut. - Mein Handel hätte geblüht so wie im Mondenschein - Ein Lichtstrahl, der am Schnabel meines runden Schiffes säße. - Die großen Herren von Bombay gingen bei mir aus und ein - Und hätten mit heißem Blick auf mein kräftig schönes Weib geschaut. - - Ein Mohr mit goldnen Ringen, vom Mogul entsandt, - Käme zu handeln, lächelnd unter seinem Sonnenschirm! - Bei seinen wilden Geschichten hätte meiner schlanken Ältesten Herz gebebt, - Und zum Abschied hätte er ihr ein Gewand - Geschenkt, rubinenfarben, von Sklavenhänden gewebt. - - Die Bilder meiner Lieben hätt' ich dann nachher - Bei einem armen geschickten Maler bestellt: - Mein Weib, mit hellen rosigen Wangen, schön und schwer, - Die Söhne, deren starke Jugend alle Welt - Entzückte und der Töchter Anmut, mannigfalt und rein. - - Und also wär' ich heute, statt ich selbst zu sein, - Ein andrer und auf meinen Reisen im Vorübergehn - Hätt ich mir wohl das altehrwürdige Haus besehn, - Und meine Seele hätte träumend gebebt - Vor den schlichten Worten: Hier hat Francis Jammes gelebt. - - - - -ICH WAR IN HAMBURG - - - »Ich war vier Monde in Hamburg, dann im Haag. - Ich nahm das Schiff nach London. Es lag - Am 10. Jänner 1705 im Hafen. In zehen Jahren - Und neun Monaten war ich nicht daheim. Zu einer größern Reise auszufahren, - Rüst ich mich nun . . mit meinen zweiundsiebenzig Jahren, - Nach einem Leben reich gesegnet mit Abenteuern und Gefahren. - Ich ward genug umhergeschüttelt und verschlagen, - Zu lernen, wie süß es ist, sein Leben in der Stille auszutragen.« - - So steht's geschrieben auf dem letzten Blatt - Von Robinson Crusoes Geschichte. Ein Duft wie von Muskatsträuchern hat - Von seinem wunderbar geblümten Rock sich losgemacht. - Das ferne Gewitter, das wie eine alte Schiffskanone kracht, - Läßt Albions Veste erzittern. Und auf dem Bild, darauf mein Auge blickt, - Sieht man den alten Seehelden, wie er über der Bibel sinnt und Dankgebete zum Himmel schickt. - Mitten auf dem Tische das Fernrohr steht, - Mit dem er einst die Spur der nackten Füße erspäht - An die Wand gelehnt friedlich beieinander weilen - Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell und der Bogen mit den Pfeilen - Und die Axt zum Entern und das Seemannsschwert. - Hier das Medaillon von Freitag. Und nahe dabei, - Gegen die Karte der verlassenen Insel gekehrt, - Ein Strohkäfig mit einem sehr grünen Papagei. - Wie du, Robinson, hab ich Sturm und Gewitter ertragen, - Sah, wie du, über meinem Kopf das Meer zum Himmel aufschlagen - In bleigrauen Wellenbergen. So wühlte - Der Orkan meiner Liebe, der das Deck überspülte, - Und warf mich auf die Knie und höhnte. Crusoe, Crusoe, das Meer - Und die Liebe sind Geschwister von altersher - Und beide glühen aus dörrenden Sonnen Brand - Auf unser Herz und höhlen es aus gleich einer Muschel am Strand. - Und die Taue knirschen und singen wie die Fraun, - Und in unserm Blut ist diese schwarze See, die schwillt - Und uns mit dem bittern Rauschen ihrer Wasser füllt. - - Alter englischer Freund! Du warst der klügere, traun! - Von uns beiden. Denn wo auch dein Fahrzeug Schiffbruch litt, - Immer hattest du sauber geschnürt dein Bündel mit: - In Juan Fernandez und am Cap - Der guten Hoffnung. Klug und sorglich. O, ich hab' - Sie lieb, diese nüchterne und praktische Poesie, - Und ich liebe, Crusoe, deine Witwe, die, - Während du in der Ferne weiltest, dein Hab und Gut verwahrt. - - Nun darfst du, da sie all die Jahre für dich gespart, - Friedlich die Tage, die dir noch bleiben, - In dem lieben grauen Hause wohnen, das meine Verse zu Anfang beschreiben. - Nichts hast du auf deiner Insel vergessen, alles ist wie immer zur Stell': - Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell. - Was ich heimgebracht habe? -- so wirst du fragen, -- - Von der wüsten Insel, von der mich das Schicksal zurückgetragen? - Nichts, keine Ankerboje, keinen Käfig für die Hühner, nicht ein einzig kleines Ding. - Still! Laß dir erzählen, wie es geschah, daß mich die Brandung fing. - - Es war im sanften April, wo der Frühling wie ein Meer - Sich den Vögeln auftut, verwegnen Ceylonschwimmern, - Die nach Perlen tauchen, die aus weißblauen Luftabgründen schimmern: - Rotkehlchen, Amseln, Lerchen und Nachtigallen -- - Man hörte, von den Gärten der kleinen Häuser her, - Wie das Herz des Flieders aufbrach über den roten Pfirsichkorallen. - - Oh, ich habe nicht an jene andern Korallen gedacht, - Die einst die goldne Perusa und ihren Stolz zu Falle gebracht. - - Die Liebe und der Himmel und die Erde lagen, so schien es, im Traum beisammen. - Selig wie eine Nacht der Nächte sank die Nacht. - Aber bald begann das Duften der Obstblüte brünstiger aufzuflammen. - Da hab ich, Robinson, alle Gefahren vergessen - Des vergangenen Lebens und habe vermessen - Und unbedacht des Spruchs der Alten, die in ihren Rahmen träumen, - Nur begierig, ein neues Geschwader in den Wellen aufschäumen - Zu sehen, den Kompaß meines liebetollen Herzens hinausgedreht - Nach einer Insel, die schwer und ernst wie der Tag in den Wassern steht. - - Die Insel war verzaubert und war nichts als ein Weib. - - Die Stimme ihrer Vögel machte mich ihr zu eigen. - Andere haben mich betört mit Feuer und Vulkan. - Oh, ich liebte, Crusoe, die Berge, die von Yucatan - Unterm Meer fortlaufen, bis sie in den Antillen wieder zum Licht aufsteigen. - Mein Geschlecht hat unter jenen Mädchen gelebt, die mit ihren Händen - Die Flammen im Busen bedecken und lange Abschiedsküsse senden. - Aber hier hat mich nicht das Feuer, hier hat mich der Schnee versehrt, - Oh, ein Schnee, den kein hungriger Blitz jemals verzehrt, - Schnee, dessen klare Augen die unbewegte Macht - Des Feuers spiegeln, das ein Hirt im Winter mitten zwischen dem Eis entfacht. - O Crusoe, dies ist die Insel der wildesten Schrecken, - Denn mit ihrer Kälte weiß sie die Flammen in deinem Busen zu wecken. - - Wie es geschah, daß ich dennoch heil die Flucht genommen? - O Freund, Virgil allein verstünde hier zu entkommen. - Denn der ganze große Ozean hält nicht so fest - Wie die eine sanfte Welle, die mich umschlang und nicht von sich läßt. - Jetzt denk ich wie du, mein Crusoe, - Daß es gut ist, in seinem Zimmer zu träumen! - Mein Kaffeekessel summt mir wie ein englischer Roman im Ohr. - Ich habe Liebesbriefe, die singen mir ihre Sehnsucht vor -- - So hat dir, Crusoe, der große Ozean gesungen, - In dessen Reich deine herrliche Seele gedrungen. - Werd ich eines Tages wieder hinausziehn? Wer will es sagen? - Und dennoch sehn ich mich so, noch einmal die Arme zu schlagen - Um jene weiße Boje Weib und auf erregten Meeren - Inmitten hoher Wellen lachend wiederzukehren. - Alle Vögel dieses Märzmondes laden mich zur Liebe ein. - Heut' Morgen, beim Erwachen, da sie die neuen Weisen probten, drang ihre Stimme zu mir herein. - Ein Sperling sprach mir lange zu. Was soll ich tun? - O kleine Vögel ihr, Rotkehlchen meiner Seele, euerm Sang - Kann ich nicht folgen . . . oder, ach! mir ist zu folgen bang. - Die Sträucher sind zu grün. Ich würde eure Lust beengen . . . - Erst müssen Schatten sich über die Wälder hängen. - - - - -DIE KIRCHE, MIT BLÄTTERN GESCHMÜCKT - - - Der Dichter ist in seiner Seele Wald allein. - Sein Herz ist matt vom langen Weg und schwer von Harme. - Er wartet, ach vergebens! unter der Lianen Spiegelschein - Und blauen Balsamblumen auf den guten Samariter, der sich sein erbarme. - - Er fleht zu Gott. Der schweigt. Da hält sein Jammer sich nicht mehr. - Schmerz lastet auf ihm wie Gewitterschlag so schwer. - »Gib Antwort, Herr, was hat dein Wille über mich erkannt? - Aus deiner Freude selbst bin ich verbannt. - Wie ausgedörrt leb' ich in meinem großen Leid. - O kehre wieder! Gib mir doch die Munterkeit - Des Vogels, der sich singend dort im Herzen dieses Sandbeerbaumes regt -- - Was will dein Zürnen mir, daß es mich so in Stücke schlägt?« - - »Ich pflüge deine Seele. Sei geduldig, Kind! - Du leidest, weil mein Herz mit dir gerecht zu sein mich heißt. - Laß mich in deiner Seele wohnen, immer . . . dann noch, wenn der Wind - Die letzten Rosen von den Sträuchern reißt. - Geh nicht von mir. O sieh, ich brauche dich und deine Qual. - O mein geliebter Sohn. Ich brauch' die Tränen die in deinen Augen stehn. - Ich brauche einen Vogel, mir zu singen überm Kreuzespfahl. - Rotkehlchen meiner Seele, willst du von mir gehn?« - - »Mein Gott, auf deiner Stirne, die den Kranz von Dornen trägt, - Will ich dir singen durch dein langes Todesgraun. - Doch wenn die Schreckenskrone dann in Blüten schlägt, - Verstatte du, mein Gott, dem Vogel, dort sein Nest zu baun.« - - - - -DIE TAUBE . . . - - - Die Taube, die den Zweig des Ölbaums hält, - Das ist die Jungfrau, die den Frieden bringt der Welt. - Das Osterlamm, das man zur Schwelle trägt, - Wird einst zum Lamme, das ans Kreuz man schlägt. - Nur Stück um Stück wird das Geheimnis offenbar. - Der brennende Busch ertönte, ehe Pfingsten war. - Vor Noahs Arche schwamm die Kirche auf der Wasserflut, - Und Noah schwamm darauf, eh Moses drüber hat geruht; - Moses war überm Wasser, ehedenn Sankt Peter war: - Von Stund zu Stunde reiner macht das Licht sich offenbar. - - - - - - -DER JÜNGSTE TAG - -NEUE DICHTUNGEN - -Der Jüngste Tag stellt eine Sammlung von kleineren Werken jüngerer Dichter -dar, die als charakteristisch für unsere Zeit und als zukunftweisend zu -gelten haben. - -Im Jüngsten Tag erscheinen eine Anzahl Erstlingswerke, aber auch neue -Dichtungen anerkannter Autoren sollen veröffentlicht werden. Die Dichtungen -des »Jüngsten Tages« sind gleich weit entfernt von lebensfremder -Literatenliteratur wie von populärem Kitsch. Aus diesen Werken soll das -Lebens- und Weltgefühl unserer Zeit strömen, ihre Entzückungen, Schmerzen, -Begeisterungen, Reizsamkeit und Kraft. Menschliche Gefühle werden in -knapper Form ausgedrückt und sollen menschliche Gefühle erwecken. - -Da das charakteristischste und konzentriertste dichterische Ausdrucksmittel -unserer Zeit sich in der Lyrik darstellt, so wird der Jüngste Tag -vorwiegend lyrische Werke veröffentlichen, aber auch programmatische und -bedeutsame kleine Prosaschriften sollen geboten werden. Nicht nur auf -deutsche Dichter soll sich der Jüngste Tag beschränken, sondern auch -ausländische Dichtungen sollen zeigen, dass es gewisse Elemente gibt, die -der Dichtung aller Länder in unserer Zeit (wie in der bildenden Kunst) -gemeinsam sind. - -Der Jüngste Tag wird, getreu dem Spiegel seines Wortes, versuchen, alles -notwendige zu sammeln, das ihm aus der Stärke des Zeitlichen heraus, ewiges -Dasein verspricht. Dies Unternehmen soll nicht mehr an der Gebundenheit von -Zeitschriften leiden. So soll der Jüngste Tag mehr als ein Buch sein und -weniger als eine Bücherei. - -Jeder Beitrag erscheint einzeln als gesondertes Heft zum Preise von 80 -Pfennig geheftet, M 1.50 gebunden. - -Der Jüngste Tag wird auch im Abonnement geliefert und zwar als Serien von -je 6 Heften. Der Abonnements-Preis beträgt M 4.20 für die broschierte, M -7.80 für die gebundene Ausgabe. Jede bessere Buchhandlung nimmt Abonnements -entgegen. Für diejenigen, die die Hefte lieber in einem gebundenen Bande -vereinen wollen, wird eine Einbanddecke zum Preise von M 1.50 für jede -Serie geliefert. - -KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG - -_Im Sommer 1913 erschienen:_ - -FRANZ WERFEL: Die Versuchung · Ein Gespräch - -WALTER HASENCLEVER: Das unendliche Gespräch · Eine nächtliche Szene - -FRANZ KAFKA: Der Heizer · Eine Erzählung - -FERDINAND HARDEKOPF: Der Abend · Ein Dialog - -EMMY HENNINGS: Die letzte Freude · Gedichte - -CARL EHRENSTEIN: Klagen eines Knaben · Skizzen - -_Im Herbst 1913 folgten:_ - -GEORG TRAKL: Gedichte (Doppelheft) - -FRANCIS JAMMES: Die Gebete der Demut · Gedichte - -MAURICE BARRÈS: Der Mord an der Jungfrau - -BERTHOLD VIERTEL: Die Spur · Gedichte - -OTTOKAR BREZINA: Hymnen - -_Eine Bestellkarte liegt bei!_ - -KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG - -_Pressestimmen über die sechs ersten Hefte des »JÜNGSTEN TAGES«_ - -_Professor Witkowski:_ »Ein neues verheißungsvolles Unternehmen. Der -Gesamteindruck ist der einer kultivierten, nach starkem Leben verlangenden -Dichterjugend.« - -_Zeitschrift für Bücherfreunde:_ ». . . am höchsten steht das Gespräch »Die -Versuchung« von Franz Werfel. Der Dichter zwischen Satan und Erzengel, ein -nach außen gestelltes Innenbild der kämpfenden Wonnen, der Versuchungen und -der seligen Erkenntnisse des Dichters von heute. Das ist wirklich >Jüngster -Tag< . . .« - -_Die neue Rundschau:_ »Die Unmittelbarkeit, mit der Kafka statt der -Realität die ihm eigentümliche Formsprache setzt, macht ihn der -expressionistischen Richtung heutiger Malerei verwandt. Als er seine neue -Novelle »Der Heizer« schrieb, die in Amerika spielt, wollte er nichts von -Amerika hören, obwohl er nie dort gewesen ist. Er schrieb das Amerika -seines Kopfes, in dem die Freiheitsstatue keine Fackel, sondern ein Schwert -trägt, weil dies besser in den Satz paßt. -- Ich glaube, Walser hätte es -ebenso gemacht.« - -_Berliner Börsen-Courier:_ ». . . So schafft der Dichter Carl Ehrenstein -eine beziehungsreiche, an Klängen schon entzündete Kunst der bis zum -Paradoxen verwickelten Urschmerzen. Seine Klagen werden hingesprochen wie -Träume (immer denkt und glaubt man daran) zu erzählen sind. Und am Ende -dieser wirklichen Gedichte in Prosa ist einem, als habe man eine weite -Reise gemacht. Wir lieben dieses Buch . . . Es gibt Klänge, die das Herz -zittern machen.« - -_Königsberger Hartungsche Zeitung:_ »Emmy Hennings schafft unmittelbar aus -ihren seelischen Evolutionen heraus und das gibt ihren Versen jene -faszinierende Unmittelbarkeit, der sich keiner entziehen kann. Ihr Vortrag -ist still und ohne Prätention. Aber im Innern dieser leicht hingesagten -Strophen fühlt man das Leben pulsen.« - -KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG - -ARKADIA - -EIN JAHRBUCH FÜR DICHTKUNST - -HERAUSGEGEBEN VON MAX BROD - -BUCHAUSSTATTUNG VON E. R. WEISS - -Geheftet M 4.50 · Gebunden M 6.-- - -INHALT: - -DRAMATISCHES: _Robert Walser_, Tobold / _Franz Werfel_, Das Opfer / _Franz -Blei_, Der Mäcen. EPISCHES: _Franz Kafka_, Das Urteil / _Otto Stoessl_, Aus -der Villa Obweger / _Moritz Heimann_, Ein Begräbnis im November / _Max -Mell_, Jugendgeschichte Zeno Balderonis von Jeruditz / _Oskar Baum_, Der -Antrag / _Willy Speier_, Christus in den Weizenfeldern / _Martin Beradt_, -Der Neurastheniker / _Max Brod_, Notwehr / _Alfred Wolfenstein_, Dika / -_Hans Janowitz_, Ein Ausbruch / _Hans Janowitz_, Szene der Erfüllung / -_Kurt Tucholsky_, Kindertheater / _Heinrich Eduard Jacob_, Fremder Schläfer -im Kupee / _Robert Walser_, Zwei Aufsätze: Rinaldini -- Lenau. LYRISCHES: -_Franz Blei_, Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / _Robert Walser_, -Handharfe am Tage / _Max Brod_, Vier Gedichte / _Heinrich Lautensack_, -Beichte / _Otto Pick_, Gedichte / Franz Janowitz, Gedichte. - -KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG - -GEORG HEYM - -_DER EWIGE TAG_ - -Zweite Auflage - -Geheftet M 3.-- · Halbpergamentband M 4.-- - -_Herbert Eulenberg in der B. Z. am Mittag:_ Es ist der bedeutendste unter -den wenigen von unsern jungen Lyrikern, die überhaupt heute in Frage -kommen. -- Er hat die empfindlichsten Nerven und Sinne, die ein Dichter -haben muß. - -_Frankfurter Zeitung:_ Welch ein Anschauen, welche Leidenschaft bildlicher -Gestaltung! Ewige Helligkeit, unbarmherziges Licht breitet er über jede -Erscheinung der Wirklichkeit u. der Träume, über Leben u. Sterben, -Schrecken und Beruhigung. Georg Heym war ein Dichter. Es gibt in der -deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte. - -_UMBRA VITAE_ - -_GEDICHTE AUS DEM NACHLASS_ - -Zweite Auflage - -Geheftet M 3.-- · Halbpergamentband M 4.-- - -_Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung:_ Bei all dem ganz Besonderen, -dem schier Unerhörten, das er in den feinsten Gefühl- und -Vorstellungsnüancen ausdrücken will, zeigt der rasch Gereifte eine -ungewöhnliche Beherrschtheit der Ausdrucksmittel. Wir haben viel in Georg -Heym, dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit. - -_DER DIEB_ - -_EIN NOVELLENBUCH_ - -Geheftet M 3.-- · Gebunden M 4.-- - -_Leipziger Tageblatt:_ . . . Novellen, in denen auf engstem Raume alle Qual -der Menschheit von der kindlichen Verzweiflung erster Enttäuschung bis zu -Hunger, Entartung, Wahnsinn, Krankheit und Tod mit einer unheimlichen -Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt -erscheint. - -KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG - -FRANZ WERFEL · WIR SIND - -_NEUE GEDICHTE_ - -In vorzüglicher Ausstattung. Druck der Offizin W. Drugulin - -Geheftet M 3.-- · Gebunden M 4.50 - -Vorzugsausgabe 15 numerierte, vom Autor signierte Exemplare auf schwerem -Japanbütten in Ganzlederbd. M 35.-- - -_Frankfurter Zeitung:_ . . . ein ganz großer Dichter, mit allem Ernste sei -das gesagt. - -_Neue Rundschau:_ . . . Whitmans kosmische Liebe und Goethes unersättliche -Lust zu fühlen hat sich Werfel durch das Recht der Wiedergeburt zu eigen -gemacht. - -ELSE LASKER-SCHÜLER - -_GESICHTE. Essays u. and. Geschichten_ - -Geheftet M 4.-- · Gebunden M 5.-- - -INHALT: - -Sterndeuterei / Handschrift / Johann Hansen und Ingeborg Coldstrup / -Künstler / In der Morgenfrühe / Elberfeld im dreihundertjährigen -Jubiläumsschmuck / Arme Kinder reicher Leute / Am Kurfürstendamm / Die -beiden weißen Bänke vom Kurfürstendamm / Die Odenwaldschule / -Lasker-Schüler kontra B. und Genossen / Coranna / Die schwere Stunde / -Peter Hille / Karl Kraus / Loos / Oskar Kokoschka / Peter Baum / Franz -Werfel / S. Lublinski / Paul Leppin / Richard Dehmel / Max Brod / Alfred -Kerr / Bei Guy de Maupassant / Albert Heine / Karl Vogt / Paul Lindau / Bei -Julius Lieban / Friedrich von Schennis / Tilla Durieux / Paul Zech / Rudolf -Blümner / William Wauer / Wauer-Walden via München und so weiter / Emmy -Destinn / Franziska Schultz / Kete Parsenow / Ruth / Unser Café / Marie -Böhm / Der Alpenkönig und der Menschenfeind / Egon Adler / Ein Amen / Wenn -mein Herz gesund wär -- / Der Eisenbahnräuber / Im neopathetischen Kabarett -/ Kabarett Nachtlicht, Wien / Apollotheater / Tigerin, Affe und Kuckuck / -Im Zirkus / Zirkuspferde / Zirkus Busch. - -KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG - -MAX DAUTHENDEY - -_RELIQUIEN_ - -Gedichte -- Buchausstattung von E. R. WEISS - -Geheftet M 2.50 · Dritte Auflage · Gebunden M 4.-- - -_Das Literarische Echo:_ Die »Reliquien« beweisen die ganze starke, -eigenartige Begabung des Dichters, seine sinnliche, farbige Sprache, seine -schöpferische Kraft. Reif und schön glänzt es, inbrünstige Liebeslieder und -Gedichte von jenen unheimlichen, mystischen Stimmungen, die Rilke mit -soviel prunkender Spielerei zu erzwingen sucht, die Dauthendey aber in -großer, fast starrer Einfachheit zeichnet. Sein Hauptthema bleibt immer die -Liebe und die Freude an der Schönheit der Welt; die Lebenslust ist die -typische Eigenart seiner Schöpfungen. - -_SINGSANGBUCH_ - -_LIEBESLIEDER_ - -Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe / Zweite Auflage Einbandzeichnung von -E. R. WEISS - -Geheftet M 2.-- · Gebunden M 3.50 - -_Berliner Tageblatt:_ Hier könnte ich wirklich jedes Gedicht herausgreifen, -um die Fülle eines schaffens-, liebes- und lebensfrohen Gemüts, einer -unermüdlichen, unerschöpflichen Phantasie anzudeuten. - -_Ernst Lissauer:_ Da glänzt eine Heiterkeit, die an die lichte -Liebenswürdigkeit fränkischer Landschaften mahnt, Weinduft ist darin. - -_DIE AMMENBALLADE_ - -Acht Liebesabenteuer gedichtet von acht Ammen - -_NEUN PARISER MORITATEN_ - -Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe - -Geheftet M 2.-- · Zweite Auflage · Gebunden M 3.50 - -_Das Literarische Echo:_ Vorzügliche Karikaturen, grellbunte Spiegelbilder -des Lebens auf einem ernsten dunklen Hintergrund. - -KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG - - - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GEBETE DER DEMUT *** - -***** This file should be named 40231-8.txt or 40231-8.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/4/0/2/3/40231/ - -Produced by Jens Sadowski - -Updated editions will replace the previous one--the old editions -will be renamed. - -Creating the works from public domain print editions means that no -one owns a United States copyright in these works, so the Foundation -(and you!) can copy and distribute it in the United States without -permission and without paying copyright royalties. Special rules, -set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to -copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to -protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project -Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you -charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you -do not charge anything for copies of this eBook, complying with the -rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose -such as creation of derivative works, reports, performances and -research. They may be modified and printed and given away--you may do -practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is -subject to the trademark license, especially commercial -redistribution. - - - -*** START: FULL LICENSE *** - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project -Gutenberg-tm License (available with this file or online at -http://gutenberg.org/license). - - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm -electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all -the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy -all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. -If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project -Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the -terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or -entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8. - -1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be -used on or associated in any way with an electronic work by people who -agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few -things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works -even without complying with the full terms of this agreement. See -paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project -Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement -and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic -works. See paragraph 1.E below. - -1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" -or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project -Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the -collection are in the public domain in the United States. If an -individual work is in the public domain in the United States and you are -located in the United States, we do not claim a right to prevent you from -copying, distributing, performing, displaying or creating derivative -works based on the work as long as all references to Project Gutenberg -are removed. Of course, we hope that you will support the Project -Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by -freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of -this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with -the work. You can easily comply with the terms of this agreement by -keeping this work in the same format with its attached full Project -Gutenberg-tm License when you share it without charge with others. - -1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern -what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in -a constant state of change. If you are outside the United States, check -the laws of your country in addition to the terms of this agreement -before downloading, copying, displaying, performing, distributing or -creating derivative works based on this work or any other Project -Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning -the copyright status of any work in any country outside the United -States. - -1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg: - -1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate -access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently -whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the -phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project -Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, -copied or distributed: - -This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with -almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or -re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included -with this eBook or online at www.gutenberg.org/license - -1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived -from the public domain (does not contain a notice indicating that it is -posted with permission of the copyright holder), the work can be copied -and distributed to anyone in the United States without paying any fees -or charges. If you are redistributing or providing access to a work -with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the -work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 -through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the -Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or -1.E.9. - -1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted -with the permission of the copyright holder, your use and distribution -must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional -terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked -to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the -permission of the copyright holder found at the beginning of this work. - -1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm -License terms from this work, or any files containing a part of this -work or any other work associated with Project Gutenberg-tm. - -1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this -electronic work, or any part of this electronic work, without -prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with -active links or immediate access to the full terms of the Project -Gutenberg-tm License. - -1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, -compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any -word processing or hypertext form. However, if you provide access to or -distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than -"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version -posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), -you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a -copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon -request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other -form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm -License as specified in paragraph 1.E.1. - -1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, -performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works -unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. - -1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing -access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided -that - -- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from - the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method - you already use to calculate your applicable taxes. The fee is - owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he - has agreed to donate royalties under this paragraph to the - Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments - must be paid within 60 days following each date on which you - prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax - returns. Royalty payments should be clearly marked as such and - sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the - address specified in Section 4, "Information about donations to - the Project Gutenberg Literary Archive Foundation." - -- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies - you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he - does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm - License. You must require such a user to return or - destroy all copies of the works possessed in a physical medium - and discontinue all use of and all access to other copies of - Project Gutenberg-tm works. - -- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any - money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the - electronic work is discovered and reported to you within 90 days - of receipt of the work. - -- You comply with all other terms of this agreement for free - distribution of Project Gutenberg-tm works. - -1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm -electronic work or group of works on different terms than are set -forth in this agreement, you must obtain permission in writing from -both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael -Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the -Foundation as set forth in Section 3 below. - -1.F. - -1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable -effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread -public domain works in creating the Project Gutenberg-tm -collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic -works, and the medium on which they may be stored, may contain -"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or -corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual -property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a -computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by -your equipment. - -1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right -of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project -Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project -Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all -liability to you for damages, costs and expenses, including legal -fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT -LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE -PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE -TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE -LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR -INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH -DAMAGE. - -1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a -defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can -receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a -written explanation to the person you received the work from. If you -received the work on a physical medium, you must return the medium with -your written explanation. The person or entity that provided you with -the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a -refund. If you received the work electronically, the person or entity -providing it to you may choose to give you a second opportunity to -receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy -is also defective, you may demand a refund in writing without further -opportunities to fix the problem. - -1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth -in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER -WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO -WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE. - -1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied -warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. -If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the -law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be -interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by -the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any -provision of this agreement shall not void the remaining provisions. - -1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the -trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone -providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance -with this agreement, and any volunteers associated with the production, -promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, -harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, -that arise directly or indirectly from any of the following which you do -or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm -work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any -Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause. - - -Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm - -Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of computers -including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists -because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from -people in all walks of life. - -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's -goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. -To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation -and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 -and the Foundation web page at http://www.pglaf.org. - - -Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive -Foundation - -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at -http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent -permitted by U.S. federal laws and your state's laws. - -The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. -Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered -throughout numerous locations. Its business office is located at -809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email -business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact -information can be found at the Foundation's web site and official -page at http://pglaf.org - -For additional contact information: - Dr. Gregory B. Newby - Chief Executive and Director - gbnewby@pglaf.org - - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. We do not solicit donations in locations -where we have not received written confirmation of compliance. To -SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any -particular state visit http://pglaf.org - -While we cannot and do not solicit contributions from states where we -have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition -against accepting unsolicited donations from donors in such states who -approach us with offers to donate. - -International donations are gratefully accepted, but we cannot make -any statements concerning tax treatment of donations received from -outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. - -Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation -methods and addresses. Donations are accepted in a number of other -ways including checks, online payments and credit card donations. -To donate, please visit: http://pglaf.org/donate - - -Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic -works. - -Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm -concept of a library of electronic works that could be freely shared -with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project -Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support. - - -Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed -editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. -unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily -keep eBooks in compliance with any particular paper edition. - - -Most people start at our Web site which has the main PG search facility: - - http://www.gutenberg.org - -This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. diff --git a/40231-8.zip b/40231-8.zip Binary files differdeleted file mode 100644 index 75922ea..0000000 --- a/40231-8.zip +++ /dev/null diff --git a/40231-h.zip b/40231-h.zip Binary files differdeleted file mode 100644 index c504d5b..0000000 --- a/40231-h.zip +++ /dev/null diff --git a/40231-h/40231-h.htm b/40231-h/40231-h.htm index fb2c070..ec78955 100644 --- a/40231-h/40231-h.htm +++ b/40231-h/40231-h.htm @@ -2,7 +2,7 @@ "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd"> <html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head> -<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=iso-8859-1" /> +<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=UTF-8" /> <title>The Project Gutenberg eBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes</title> <!-- TITLE="Die Gebete der Demut" --> <!-- AUTHOR="Francis Jammes" --> @@ -109,42 +109,7 @@ hr.hr10 { margin-left:45%; width:10%; } </head> <body> - - -<pre> - -The Project Gutenberg EBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes - -This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with -almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or -re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included -with this eBook or online at www.gutenberg.org/license - - -Title: Die Gebete der Demut - -Author: Francis Jammes - -Translator: Ernst Stadler - -Release Date: July 14, 2012 [EBook #40231] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GEBETE DER DEMUT *** - - - - -Produced by Jens Sadowski - - - - - -</pre> +<div>*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40231 ***</div> <div class="centerpic"> <img src="images/cover.jpg" alt="" /> @@ -153,7 +118,7 @@ Produced by Jens Sadowski <h1 style="line-height:1em; font-weight:normal; margin-bottom:5em; page-break-before:always;"> <span style="font-size:0.7em; letter-spacing:0.1em;">FRANCIS JAMMES</span><br /> <span style="font-size:0.9em;">DIE GEBETE DER DEMUT</span><br /> -<span style="font-size:0.5em;">ÜBERTRAGEN<br />VON</span><br /> +<span style="font-size:0.5em;">ÜBERTRAGEN<br />VON</span><br /> <span style="font-size:0.7em; letter-spacing:0.2em;">ERNST STADLER</span> </h1> @@ -166,59 +131,59 @@ KURT WOLFF VERLAG • LEIPZIG<br /> <p class="center" style="page-break-before:always; font-size:0.8em; margin-top:5em; margin-bottom:5em;"> Dies Buch wurde<br /> gedruckt im August 1913 als neunter<br /> -Band der Bücherei „Der jüngste Tag“ bei<br /> +Band der Bücherei „Der jüngste Tag“ bei<br /> Poeschel & Trepte in Leipzig </p> <p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:5em;"> -AUTORISIERTE ÜBERTRAGUNG<br /> +AUTORISIERTE ÜBERTRAGUNG<br /> COPYRIGHT BY KURT WOLFF VERLAG, LEIPZIG 1913 </p> <h2 class="chapter" id="ch-1"> <a id="page-5" class="pagenum" title="5"></a> -GEBET ZUM GESTÄNDNIS DER UNWISSENHEIT</h2> +GEBET ZUM GESTÄNDNIS DER UNWISSENHEIT</h2> <div class="poem"> <p class="line">Hernieder, steige hernieder in die Einfalt, die Gott will!</p> <p class="line">Ich habe den Wespen zugesehen, die im Sand ihr Nest gebaut.</p> <p class="line">Tu so wie sie, gebrechlich krankes Herz: sei still,</p> -<p class="line">Schaffe dein Tagwerk, das Gott deinen Händen anvertraut.</p> +<p class="line">Schaffe dein Tagwerk, das Gott deinen Händen anvertraut.</p> <p class="line">Ich war voll Hoffart, die mein Leben falsch gemacht.</p> <p class="line">Anders als alle andern meinte ich zu sein:</p> -<p class="line">Jetzt weiß ich, o mein Gott, daß nie ich anderes vollbracht</p> +<p class="line">Jetzt weiß ich, o mein Gott, daß nie ich anderes vollbracht</p> <p class="line">Als jene Worte niederschreiben, die die Menschen sich erfanden,</p> <p class="line">Seitdem zuerst im Paradies Adam und Eva aufgestanden</p> -<p class="line">Unter den Früchten, die im Lichte unermeßlich blühten.</p> -<p class="line">Und anders bin ich nicht als wie der ärmste Stein.</p> +<p class="line">Unter den Früchten, die im Lichte unermeßlich blühten.</p> +<p class="line">Und anders bin ich nicht als wie der ärmste Stein.</p> <p class="line">Sieh hin, das Gras steht ruhig, und der Apfelbaum senkt schwer</p> -<p class="line">Bebürdet sich zur Erde, zitternd und in liebendem Verlangen —</p> -<p class="line">O nimm von meiner Seele, da so vieles Leiden über mich ergangen,</p> -<p class="line">Die falsche Schöpferhoffart, die noch immer in ihr liegt.</p> -<p class="line">Nichts weiß ich ja. Nichts bin ich. Und nichts will ich mehr</p> -<p class="line">Als bloß zuweilen sehen, wie ein Nest im Wind sich wiegt +<p class="line">Bebürdet sich zur Erde, zitternd und in liebendem Verlangen —</p> +<p class="line">O nimm von meiner Seele, da so vieles Leiden über mich ergangen,</p> +<p class="line">Die falsche Schöpferhoffart, die noch immer in ihr liegt.</p> +<p class="line">Nichts weiß ich ja. Nichts bin ich. Und nichts will ich mehr</p> +<p class="line">Als bloß zuweilen sehen, wie ein Nest im Wind sich wiegt </p> <p class="line"> <a id="page-6" class="pagenum" title="6"></a> -Auf einer rötlichen Pappel oder einen Bettler über helle Straßen hinken,</p> -<p class="line">Mühselig, an den Füßen Risse, die im Staube blutig blinken.</p> +Auf einer rötlichen Pappel oder einen Bettler über helle Straßen hinken,</p> +<p class="line">Mühselig, an den Füßen Risse, die im Staube blutig blinken.</p> <p class="line">Mein Gott, nimm von mir diese Hoffart, die mein Leben giftig macht.</p> -<p class="line">Gib, daß ich jenen Widdern ähnlich sei auf ihrer Weide,</p> -<p class="line">Die immer gleich, aus Herbstes Schwermut, demutsvoll gebückt,</p> -<p class="line">Zur Frühlingsfeier wandeln, die mit Grün den Anger schmückt,</p> -<p class="line">Gib, daß im Schreiben meine Hoffart sich bescheide:</p> -<p class="line">Daß endlich, endlich ich bekenne, daß mein Herz den Widerhall</p> -<p class="line">Nur tönt der ganzen Welt, und daß mein sanfter Vater mir</p> +<p class="line">Gib, daß ich jenen Widdern ähnlich sei auf ihrer Weide,</p> +<p class="line">Die immer gleich, aus Herbstes Schwermut, demutsvoll gebückt,</p> +<p class="line">Zur Frühlingsfeier wandeln, die mit Grün den Anger schmückt,</p> +<p class="line">Gib, daß im Schreiben meine Hoffart sich bescheide:</p> +<p class="line">Daß endlich, endlich ich bekenne, daß mein Herz den Widerhall</p> +<p class="line">Nur tönt der ganzen Welt, und daß mein sanfter Vater mir</p> <p class="line">Geduldig nur die Kinderregeln beigebracht.</p> <p class="line">Der Ruhm ist eitel, Herr, und Geist und Schaffen leerer Schall —</p> <p class="line">Du einzig hast sie ganz und gibst sie an die Menschen fort,</p> -<p class="line">Die aber schwatzen immer bloß dasselbe Wort</p> +<p class="line">Die aber schwatzen immer bloß dasselbe Wort</p> <p class="line">Gleich einem Bienenschwarme, der durch sommerdunkle Zweige zieht.</p> -<p class="line">Gib, daß, wenn heute früh ich mich vom Pult erhebe,</p> -<p class="line">Ich jenen gleiche, die an diesem schönen Sonntag zu dir gehn</p> -<p class="line">Und in der armen weißen Kirche, vor dich hingekniet,</p> -<p class="line">Demütig lauter ihre Einfalt und Unwissenheit gestehn. +<p class="line">Gib, daß, wenn heute früh ich mich vom Pult erhebe,</p> +<p class="line">Ich jenen gleiche, die an diesem schönen Sonntag zu dir gehn</p> +<p class="line">Und in der armen weißen Kirche, vor dich hingekniet,</p> +<p class="line">Demütig lauter ihre Einfalt und Unwissenheit gestehn. </p> </div> @@ -227,25 +192,25 @@ Auf einer rötlichen Pappel oder einen Bettler über helle Straßen hinken,</p> GEBET, MIT DEN ESELN INS HIMMELREICH EINZUGEHN</h2> <div class="poem"> -<p class="line">Wenn einst zu dir, mein Gott, der Ruf zu gehn mich heißt,</p> -<p class="line">Dann gib, daß feiertäglich rings das Land im Sommerstaube gleißt.</p> +<p class="line">Wenn einst zu dir, mein Gott, der Ruf zu gehn mich heißt,</p> +<p class="line">Dann gib, daß feiertäglich rings das Land im Sommerstaube gleißt.</p> <p class="line">Ich will nur so, wie ich getan hinieden,</p> -<p class="line">Einen Weg mir wählen und für mich in Frieden</p> +<p class="line">Einen Weg mir wählen und für mich in Frieden</p> <p class="line">Ins Himmelreich hinwandeln, wo am hellen Tag die Sterne stehn.</p> -<p class="line">Ich greife meinen Stock und auf der großen Straße will ich fürbaß gehn</p> +<p class="line">Ich greife meinen Stock und auf der großen Straße will ich fürbaß gehn</p> <p class="line">Und zu den Eseln, meinen Freunden, sprech ich dies:</p> <p class="line">„Hier, das ist Francis Jammes: der geht ins Paradies,</p> -<p class="line">Ins Land des lieben Gottes, wo es keine Hölle gibt,</p> -<p class="line">Kommt mit mir, sanfte Freunde, die ihr so die Himmelsbläue liebt,</p> +<p class="line">Ins Land des lieben Gottes, wo es keine Hölle gibt,</p> +<p class="line">Kommt mit mir, sanfte Freunde, die ihr so die Himmelsbläue liebt,</p> <p class="line">Arme geliebte Tiere, die mit einem kurzen Schlagen</p> -<p class="line">Des Ohrs die Fliegen und die Prügel und die Bienen von sich jagen.“</p> +<p class="line">Des Ohrs die Fliegen und die Prügel und die Bienen von sich jagen.“</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Dann will inmitten dieser Tiere ich mich vor dir zeigen,</p> -<p class="line">Die ich so liebe, weil den Kopf so sänftiglich sie neigen</p> -<p class="line">Und ihre kleinen Füße aneinanderstemmen, wenn sie stille stehn,</p> -<p class="line">Recht voller Sanftmut, daß es rührend ist, sie anzusehn.</p> +<p class="line">Die ich so liebe, weil den Kopf so sänftiglich sie neigen</p> +<p class="line">Und ihre kleinen Füße aneinanderstemmen, wenn sie stille stehn,</p> +<p class="line">Recht voller Sanftmut, daß es rührend ist, sie anzusehn.</p> <p class="line">So tret ich vor dich hin in dieser tausend Ohren Zug,</p> <p class="line">Gefolgt von solchen, denen einst der Korb um ihre Lenden schlug,</p> <p class="line">Und denen, die im Joch der Gauklerkarren gingen, @@ -253,19 +218,19 @@ GEBET, MIT DEN ESELN INS HIMMELREICH EINZUGEHN</h2> <p class="line"> <a id="page-8" class="pagenum" title="8"></a> Und vor geputzten Wagen, die voll Flittergold und Federn hingen,</p> -<p class="line">Und solchen, über deren Leib verbeulte Kannen schwankten,</p> -<p class="line">Und trächtigen Eselinnen schwer wie Schläuche, die zerbrochnen Schrittes wankten,</p> -<p class="line">Und denen, über deren Bein man kleine Hosen streift,</p> +<p class="line">Und solchen, über deren Leib verbeulte Kannen schwankten,</p> +<p class="line">Und trächtigen Eselinnen schwer wie Schläuche, die zerbrochnen Schrittes wankten,</p> +<p class="line">Und denen, über deren Bein man kleine Hosen streift,</p> <p class="line">Die Fliegen abzuwehren, deren Schwarm vom Blute trunken sie umschweift</p> -<p class="line">Und ihrem Leib die blauen, sickernd offnen Male läßt —</p> +<p class="line">Und ihrem Leib die blauen, sickernd offnen Male läßt —</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Laß mich, mein Gott, mit diesen Eseln zu dir schreiten,</p> -<p class="line">Gib, daß einträchtiglich die Engel uns geleiten</p> -<p class="line">Zu den umbuschten Bächen, wo im Winde zitternd Kirschen hangen,</p> -<p class="line">So glatt und hell wie Haut auf jungen Mädchenwangen,</p> -<p class="line">Und gib, daß ich in jenem Seelenreiche,</p> +<p class="line">Laß mich, mein Gott, mit diesen Eseln zu dir schreiten,</p> +<p class="line">Gib, daß einträchtiglich die Engel uns geleiten</p> +<p class="line">Zu den umbuschten Bächen, wo im Winde zitternd Kirschen hangen,</p> +<p class="line">So glatt und hell wie Haut auf jungen Mädchenwangen,</p> +<p class="line">Und gib, daß ich in jenem Seelenreiche,</p> <p class="line">Zu deinen Wassern hingebeugt, den Eseln gleiche,</p> <p class="line">Die alle sanfte, arme Demut ihres Gangs auf Erden</p> <p class="line">Im lautern Quell der ewigen Liebe spiegeln werden. @@ -274,50 +239,50 @@ Und vor geputzten Wagen, die voll Flittergold und Federn hingen,</p> <h2 class="chapter" id="ch-3"> <a id="page-9" class="pagenum" title="9"></a> -GEBET, UM GOTT EINFÄLTIGE WORTE ANZUBIETEN</h2> +GEBET, UM GOTT EINFÄLTIGE WORTE ANZUBIETEN</h2> <div class="poem"> <p class="line">Gleich jenem Bilderschnitzer, den ich heute Morgen sah, besorgt und still</p> -<p class="line">Im klaren Lichte sich auf seine Arbeit bücken,</p> -<p class="line">Heilige schnitzend für die Kanzel seines Dorfes: also will</p> -<p class="line">In meine Seele ich die frommen Bilder drücken.</p> +<p class="line">Im klaren Lichte sich auf seine Arbeit bücken,</p> +<p class="line">Heilige schnitzend für die Kanzel seines Dorfes: also will</p> +<p class="line">In meine Seele ich die frommen Bilder drücken.</p> <p class="line">Er rief zu seiner armen Schnitzbank mich heran,</p> -<p class="line">Sein hölzern Werk zu sehn, und lange stand ich so davor</p> -<p class="line">Und sah den Löwenkopf zu Füßen von Sankt Markus und den Aar</p> -<p class="line">Zu Füßen von Johannes und Sankt Lukas in den Händen</p> -<p class="line">Ein offnes Buch, darin die heiligen Regeln ständen.</p> -<p class="line">Des Bildners Linke hatte übern Meißel sich gestreckt,</p> +<p class="line">Sein hölzern Werk zu sehn, und lange stand ich so davor</p> +<p class="line">Und sah den Löwenkopf zu Füßen von Sankt Markus und den Aar</p> +<p class="line">Zu Füßen von Johannes und Sankt Lukas in den Händen</p> +<p class="line">Ein offnes Buch, darin die heiligen Regeln ständen.</p> +<p class="line">Des Bildners Linke hatte übern Meißel sich gestreckt,</p> <p class="line">Die Rechte, aufgehoben, hielt noch zaudernd einen Hammer ausgestreckt.</p> -<p class="line">Draußen auf Schieferdächern tanzte Mittagsluft in blauen Lichtern,</p> +<p class="line">Draußen auf Schieferdächern tanzte Mittagsluft in blauen Lichtern,</p> <p class="line">Von welkenden Basilien stieg ein frommer Weihrauchduft empor</p> <p class="line">Zu all den plumpen Heiligen mit den eckigen Gesichtern.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Mein Gott, so schöne heilige Arbeit haben meine Hände nicht bestellt.</p> -<p class="line">Du wolltest nicht, o Gott, daß ich zu dieser Welt</p> -<p class="line">In armer Stube käme, nah dem Fenster, wo zur Nacht</p> -<p class="line">Die Kerze tanzend vor den grünen Scheiben wacht. +<p class="line">Mein Gott, so schöne heilige Arbeit haben meine Hände nicht bestellt.</p> +<p class="line">Du wolltest nicht, o Gott, daß ich zu dieser Welt</p> +<p class="line">In armer Stube käme, nah dem Fenster, wo zur Nacht</p> +<p class="line">Die Kerze tanzend vor den grünen Scheiben wacht. </p> <p class="line"> <a id="page-10" class="pagenum" title="10"></a> -Und wo vom frühen Morgen an die hellen Hobel gehn.</p> -<p class="line">Mein Gott, wie gerne hätt’ ich meine Heiligenbilder dir gebracht.</p> +Und wo vom frühen Morgen an die hellen Hobel gehn.</p> +<p class="line">Mein Gott, wie gerne hätt’ ich meine Heiligenbilder dir gebracht.</p> <p class="line">Und all die zarten Kinder, die am Heimweg von der Schule sie gesehn,</p> -<p class="line">Ständen vor meinen weisen Königen entzückt,</p> +<p class="line">Ständen vor meinen weisen Königen entzückt,</p> <p class="line">Die Gold und Weihrauch spendeten und Elfenbein.</p> -<p class="line">Und neben den drei Königen aus Morgenland</p> +<p class="line">Und neben den drei Königen aus Morgenland</p> <p class="line">Schnitt ich ins Holz so wie aus Weihrauch eine Wolke ein,</p> -<p class="line">Und hätte rings mein Bild mit Lilienkelchen ausgeschmückt,</p> -<p class="line">Demütig schön wie Trinkgefäße, die ich in der Armen Stuben fand.</p> +<p class="line">Und hätte rings mein Bild mit Lilienkelchen ausgeschmückt,</p> +<p class="line">Demütig schön wie Trinkgefäße, die ich in der Armen Stuben fand.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Mein Gott, da immer noch mein Herz sich quält und fragt,</p> +<p class="line">Mein Gott, da immer noch mein Herz sich quält und fragt,</p> <p class="line">Ob es in rechter Demut sich dir nahe,</p> -<p class="line">Nimm diese schlicht einfältigen Worte von mir an</p> +<p class="line">Nimm diese schlicht einfältigen Worte von mir an</p> <p class="line">Statt eines Kanzelstuhls, darin die reine Magd</p> -<p class="line">Von früh bis spät Fürsprach mir hätt’ getan. +<p class="line">Von früh bis spät Fürsprach mir hätt’ getan. </p> </div> @@ -327,19 +292,19 @@ GEBET, DASS EIN KIND NICHT STERBE</h2> <div class="poem"> <p class="line">Mein Gott, erhalte seinen Eltern dieses zarte Kind,</p> -<p class="line">Wie du wohl auch ein Kraut erhältst im bösen Wind.</p> +<p class="line">Wie du wohl auch ein Kraut erhältst im bösen Wind.</p> <p class="line">Was macht es dir denn aus — da doch die Mutter weint und fleht —,</p> -<p class="line">Wenn es sogleich noch nicht zu dir hinübergeht</p> -<p class="line">Als wie nach einem Spruch, der nicht zu ändern war?</p> -<p class="line">Schenkst du ihm jetzt das Leben, wird es nächstes Jahr</p> +<p class="line">Wenn es sogleich noch nicht zu dir hinübergeht</p> +<p class="line">Als wie nach einem Spruch, der nicht zu ändern war?</p> +<p class="line">Schenkst du ihm jetzt das Leben, wird es nächstes Jahr</p> <p class="line">Dir Rosen streun am sonnigen Fronleichnamstag!</p> -<p class="line">Doch bist du ja allgütig. Und du bist es nicht,</p> -<p class="line">Der Todesbläue ausgießt auf ein rosiges Gesicht,</p> -<p class="line">Es wäre denn, du wolltest Heimatlosen eine Wohnstatt geben,</p> -<p class="line">Wo bei den Müttern immerfort die Söhne leben.</p> -<p class="line">Doch warum hier? Ach, da die Stunde schlägt,</p> +<p class="line">Doch bist du ja allgütig. Und du bist es nicht,</p> +<p class="line">Der Todesbläue ausgießt auf ein rosiges Gesicht,</p> +<p class="line">Es wäre denn, du wolltest Heimatlosen eine Wohnstatt geben,</p> +<p class="line">Wo bei den Müttern immerfort die Söhne leben.</p> +<p class="line">Doch warum hier? Ach, da die Stunde schlägt,</p> <p class="line">Gedenke, Herr, vor diesem Kind, das sich zum Sterben legt,</p> -<p class="line">Daß um die Mutter immer dir zu weilen ward gegeben. +<p class="line">Daß um die Mutter immer dir zu weilen ward gegeben. </p> </div> @@ -349,13 +314,13 @@ MEIN NIEDRER FREUND . . .</h2> <div class="poem"> <p class="line">Mein niedrer Freund, mein treuer Hund, nun littest du den Tod,</p> -<p class="line">Vor dem du oft so wie vor einer bösen Wespe dich versteckt,</p> +<p class="line">Vor dem du oft so wie vor einer bösen Wespe dich versteckt,</p> <p class="line">Die dich bis untern Tisch, wo du dich bargst, bedroht.</p> <p class="line">Dein Kopf, in dieser kurzen Trauerstunde, hat sich zu mir aufgereckt.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Alltäglicher Gefährte, Wesen benedeiter Art,</p> +<p class="line">Alltäglicher Gefährte, Wesen benedeiter Art,</p> <p class="line">Du, den der Hunger stillt, sobald dein Herr ihn teilt,</p> <p class="line">Der mit Tobias und mit Raphael hinausgeeilt,</p> <p class="line">Da sie zusammen sich aufmachten auf die Pilgerfahrt.</p> @@ -365,13 +330,13 @@ MEIN NIEDRER FREUND . . .</h2> <p class="line">Getreuer Knecht: du sollst mir hohes Beispiel sein.</p> <p class="line">Du, der an mir so wie an seinem Gott ein Heiliger hing.</p> <p class="line">All deine dunkle Klugheit, die wir nie begriffen, ging</p> -<p class="line">Lebendig nun in einen fröhlich unschuldsvollen Himmel ein.</p> +<p class="line">Lebendig nun in einen fröhlich unschuldsvollen Himmel ein.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Soll mir dereinst, mein Gott, die Gnade werden,</p> -<p class="line">Dich anzuschaun von Angesicht zu Angesicht am jüngsten Tag,</p> -<p class="line">Gib, daß ein armer Hund ins Angesicht dem schauen mag,</p> +<p class="line">Dich anzuschaun von Angesicht zu Angesicht am jüngsten Tag,</p> +<p class="line">Gib, daß ein armer Hund ins Angesicht dem schauen mag,</p> <p class="line">Der immer schon sein Gott ihm war auf Erden. </p> </div> @@ -381,19 +346,19 @@ MEIN NIEDRER FREUND . . .</h2> AMSTERDAM</h2> <div class="poem"> -<p class="line">Die Häuser, spitzgegiebelt, scheinen sich zu neigen,</p> +<p class="line">Die Häuser, spitzgegiebelt, scheinen sich zu neigen,</p> <p class="line">Als wollten sie fallen. Masten vieler Schiffe, die dem Grau des Himmels sich vermischen,</p> -<p class="line">Lehnen vornüber wie Gestrüpp von dürren Zweigen</p> -<p class="line">Inmitten von grünem Laub, von Rot und rostigem Braun,</p> +<p class="line">Lehnen vornüber wie Gestrüpp von dürren Zweigen</p> +<p class="line">Inmitten von grünem Laub, von Rot und rostigem Braun,</p> <p class="line">Von Kohlen, Widderfellen und gesalznen Fischen.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Robinson Crusoe hat einst durch Amsterdam den Weg genommen</p> -<p class="line">(So glaub ich wenigstens), da er von seiner grünen</p> -<p class="line">Schattigen Insel, wo die frischen Kokosnüsse blühten, heimgekommen.</p> -<p class="line">Wie schlug das Herz ihm, da er plötzlich vor sich nah</p> -<p class="line">Die mächtigen Türen mit den schweren Bronzeklöppeln sah! . . .</p> +<p class="line">(So glaub ich wenigstens), da er von seiner grünen</p> +<p class="line">Schattigen Insel, wo die frischen Kokosnüsse blühten, heimgekommen.</p> +<p class="line">Wie schlug das Herz ihm, da er plötzlich vor sich nah</p> +<p class="line">Die mächtigen Türen mit den schweren Bronzeklöppeln sah! . . .</p> </div> <div class="poem"> @@ -410,30 +375,30 @@ AMSTERDAM</h2> </p> <p class="line"> <a id="page-14" class="pagenum" title="14"></a> -Sich vor ihm stauten. Doch sein Herz vom Glück der Wiederkehr beschwert,</p> -<p class="line">Dachte der Ziege, die im Weinberg seiner Insel er allein zurückgelassen,</p> +Sich vor ihm stauten. Doch sein Herz vom Glück der Wiederkehr beschwert,</p> +<p class="line">Dachte der Ziege, die im Weinberg seiner Insel er allein zurückgelassen,</p> <p class="line">Und die vielleicht nun schon gestorben war.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Dies alles fiel mir ein vor den ungeheuren Frachten im Hafen,</p> <p class="line">Und ich sah im Geist die alten Juden, die an schwere Eisenwagen</p> -<p class="line">Mit knochigen Fingern rühren, über denen grüne Ringe glänzen.</p> -<p class="line">O sieh! Amsterdam will unter weißen Wimpern von Schnee entschlafen</p> +<p class="line">Mit knochigen Fingern rühren, über denen grüne Ringe glänzen.</p> +<p class="line">O sieh! Amsterdam will unter weißen Wimpern von Schnee entschlafen</p> <p class="line">In den Geruch von Nebel und von bitterer Kohle eingeschlagen.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Die gewölbten weißen Buden, wo zur Nacht die Lampe glimmt,</p> +<p class="line">Die gewölbten weißen Buden, wo zur Nacht die Lampe glimmt,</p> <p class="line">Und aus denen man den Ruf und das Pfeifen der schweren Frauen vernimmt,</p> -<p class="line">Hingen gestern im Abend wie Früchte, wie große Kürbisschalen.</p> -<p class="line">Man sah Plakate blau und rot und grün im Licht aufstrahlen.</p> +<p class="line">Hingen gestern im Abend wie Früchte, wie große Kürbisschalen.</p> +<p class="line">Man sah Plakate blau und rot und grün im Licht aufstrahlen.</p> <p class="line">Von gezuckertem Bier ein scharf prickelnder Duft</p> <p class="line">Lag mir auf der Zunge und war mir ins Gesicht gestiegen.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Und in den Judenvierteln, die rings voller Abfälle liegen,</p> +<p class="line">Und in den Judenvierteln, die rings voller Abfälle liegen,</p> <p class="line">Stand der Geruch von kalten rohen Fischen.</p> <p class="line">Auf dem klitschigen Pflaster lagen Orangenschalen umhergezerrt. </p> @@ -452,54 +417,54 @@ Ein aufgedunsener Kopf hielt weite Augen aufgesperrt.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Der Himmel strömte wie ein unsichtbares Meer</p> -<p class="line">Wolken von Wellen in die starrenden Kanäle.</p> +<p class="line">Der Himmel strömte wie ein unsichtbares Meer</p> +<p class="line">Wolken von Wellen in die starrenden Kanäle.</p> <p class="line">Stille lag auf der Handelsstadt und stieg, ein unsichtbarer Rauch,</p> -<p class="line">Feierlich von den starken hohen Dächern her</p> -<p class="line">Und Indien trat beim Anblick dieser Häuserreihn vor meine Seele.</p> +<p class="line">Feierlich von den starken hohen Dächern her</p> +<p class="line">Und Indien trat beim Anblick dieser Häuserreihn vor meine Seele.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Oh, und ich träumte, daß ich so ein Handelsherr einst war,</p> +<p class="line">Oh, und ich träumte, daß ich so ein Handelsherr einst war,</p> <p class="line">Von denen, die aus Amsterdam in jenen Tagen</p> <p class="line">Gen China segelten und vor ihrem Gehn</p> <p class="line">Die Hut des Hauses einem treuen Diener aufgetragen.</p> -<p class="line">Ganz so wie Robinson hätt ich vor dem Notar</p> -<p class="line">Die Vollmachtschrift umständlich mit der Unterschrift versehn.</p> +<p class="line">Ganz so wie Robinson hätt ich vor dem Notar</p> +<p class="line">Die Vollmachtschrift umständlich mit der Unterschrift versehn.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Meine strenge Rechtlichkeit hätt’ meinen Reichtum aufgebaut.</p> -<p class="line">Mein Handel hätte geblüht so wie im Mondenschein</p> -<p class="line">Ein Lichtstrahl, der am Schnabel meines runden Schiffes säße.</p> -<p class="line">Die großen Herren von Bombay gingen bei mir aus und ein +<p class="line">Meine strenge Rechtlichkeit hätt’ meinen Reichtum aufgebaut.</p> +<p class="line">Mein Handel hätte geblüht so wie im Mondenschein</p> +<p class="line">Ein Lichtstrahl, der am Schnabel meines runden Schiffes säße.</p> +<p class="line">Die großen Herren von Bombay gingen bei mir aus und ein </p> <p class="line"> <a id="page-16" class="pagenum" title="16"></a> -Und hätten mit heißem Blick auf mein kräftig schönes Weib geschaut.</p> +Und hätten mit heißem Blick auf mein kräftig schönes Weib geschaut.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Ein Mohr mit goldnen Ringen, vom Mogul entsandt,</p> -<p class="line">Käme zu handeln, lächelnd unter seinem Sonnenschirm!</p> -<p class="line">Bei seinen wilden Geschichten hätte meiner schlanken Ältesten Herz gebebt,</p> -<p class="line">Und zum Abschied hätte er ihr ein Gewand</p> -<p class="line">Geschenkt, rubinenfarben, von Sklavenhänden gewebt.</p> +<p class="line">Käme zu handeln, lächelnd unter seinem Sonnenschirm!</p> +<p class="line">Bei seinen wilden Geschichten hätte meiner schlanken Ältesten Herz gebebt,</p> +<p class="line">Und zum Abschied hätte er ihr ein Gewand</p> +<p class="line">Geschenkt, rubinenfarben, von Sklavenhänden gewebt.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Die Bilder meiner Lieben hätt’ ich dann nachher</p> +<p class="line">Die Bilder meiner Lieben hätt’ ich dann nachher</p> <p class="line">Bei einem armen geschickten Maler bestellt:</p> -<p class="line">Mein Weib, mit hellen rosigen Wangen, schön und schwer,</p> -<p class="line">Die Söhne, deren starke Jugend alle Welt</p> -<p class="line">Entzückte und der Töchter Anmut, mannigfalt und rein.</p> +<p class="line">Mein Weib, mit hellen rosigen Wangen, schön und schwer,</p> +<p class="line">Die Söhne, deren starke Jugend alle Welt</p> +<p class="line">Entzückte und der Töchter Anmut, mannigfalt und rein.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Und also wär’ ich heute, statt ich selbst zu sein,</p> -<p class="line">Ein andrer und auf meinen Reisen im Vorübergehn</p> -<p class="line">Hätt ich mir wohl das altehrwürdige Haus besehn,</p> -<p class="line">Und meine Seele hätte träumend gebebt</p> +<p class="line">Und also wär’ ich heute, statt ich selbst zu sein,</p> +<p class="line">Ein andrer und auf meinen Reisen im Vorübergehn</p> +<p class="line">Hätt ich mir wohl das altehrwürdige Haus besehn,</p> +<p class="line">Und meine Seele hätte träumend gebebt</p> <p class="line">Vor den schlichten Worten: Hier hat Francis Jammes gelebt. </p> </div> @@ -511,78 +476,78 @@ ICH WAR IN HAMBURG</h2> <div class="poem"> <p class="line2">„Ich war vier Monde in Hamburg, dann im Haag.</p> <p class="line2">Ich nahm das Schiff nach London. Es lag</p> -<p class="line2">Am 10. Jänner 1705 im Hafen. In zehen Jahren</p> -<p class="line2">Und neun Monaten war ich nicht daheim. Zu einer größern Reise auszufahren,</p> -<p class="line2">Rüst ich mich nun . . mit meinen zweiundsiebenzig Jahren,</p> +<p class="line2">Am 10. Jänner 1705 im Hafen. In zehen Jahren</p> +<p class="line2">Und neun Monaten war ich nicht daheim. Zu einer größern Reise auszufahren,</p> +<p class="line2">Rüst ich mich nun . . mit meinen zweiundsiebenzig Jahren,</p> <p class="line2">Nach einem Leben reich gesegnet mit Abenteuern und Gefahren.</p> -<p class="line2">Ich ward genug umhergeschüttelt und verschlagen,</p> -<p class="line2">Zu lernen, wie süß es ist, sein Leben in der Stille auszutragen.“</p> +<p class="line2">Ich ward genug umhergeschüttelt und verschlagen,</p> +<p class="line2">Zu lernen, wie süß es ist, sein Leben in der Stille auszutragen.“</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">So steht’s geschrieben auf dem letzten Blatt</p> -<p class="line">Von Robinson Crusoes Geschichte. Ein Duft wie von Muskatsträuchern hat</p> -<p class="line">Von seinem wunderbar geblümten Rock sich losgemacht.</p> +<p class="line">Von Robinson Crusoes Geschichte. Ein Duft wie von Muskatsträuchern hat</p> +<p class="line">Von seinem wunderbar geblümten Rock sich losgemacht.</p> <p class="line">Das ferne Gewitter, das wie eine alte Schiffskanone kracht,</p> -<p class="line">Läßt Albions Veste erzittern. Und auf dem Bild, darauf mein Auge blickt,</p> -<p class="line">Sieht man den alten Seehelden, wie er über der Bibel sinnt und Dankgebete zum Himmel schickt.</p> +<p class="line">Läßt Albions Veste erzittern. Und auf dem Bild, darauf mein Auge blickt,</p> +<p class="line">Sieht man den alten Seehelden, wie er über der Bibel sinnt und Dankgebete zum Himmel schickt.</p> <p class="line">Mitten auf dem Tische das Fernrohr steht,</p> -<p class="line">Mit dem er einst die Spur der nackten Füße erspäht</p> +<p class="line">Mit dem er einst die Spur der nackten Füße erspäht</p> <p class="line">An die Wand gelehnt friedlich beieinander weilen</p> -<p class="line">Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell und der Bogen mit den Pfeilen</p> +<p class="line">Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell und der Bogen mit den Pfeilen</p> <p class="line">Und die Axt zum Entern und das Seemannsschwert.</p> <p class="line">Hier das Medaillon von Freitag. Und nahe dabei,</p> <p class="line">Gegen die Karte der verlassenen Insel gekehrt,</p> -<p class="line">Ein Strohkäfig mit einem sehr grünen Papagei. +<p class="line">Ein Strohkäfig mit einem sehr grünen Papagei. </p> <p class="line"> <a id="page-18" class="pagenum" title="18"></a> Wie du, Robinson, hab ich Sturm und Gewitter ertragen,</p> -<p class="line">Sah, wie du, über meinem Kopf das Meer zum Himmel aufschlagen</p> -<p class="line">In bleigrauen Wellenbergen. So wühlte</p> -<p class="line">Der Orkan meiner Liebe, der das Deck überspülte,</p> -<p class="line">Und warf mich auf die Knie und höhnte. Crusoe, Crusoe, das Meer</p> +<p class="line">Sah, wie du, über meinem Kopf das Meer zum Himmel aufschlagen</p> +<p class="line">In bleigrauen Wellenbergen. So wühlte</p> +<p class="line">Der Orkan meiner Liebe, der das Deck überspülte,</p> +<p class="line">Und warf mich auf die Knie und höhnte. Crusoe, Crusoe, das Meer</p> <p class="line">Und die Liebe sind Geschwister von altersher</p> -<p class="line">Und beide glühen aus dörrenden Sonnen Brand</p> -<p class="line">Auf unser Herz und höhlen es aus gleich einer Muschel am Strand.</p> +<p class="line">Und beide glühen aus dörrenden Sonnen Brand</p> +<p class="line">Auf unser Herz und höhlen es aus gleich einer Muschel am Strand.</p> <p class="line">Und die Taue knirschen und singen wie die Fraun,</p> <p class="line">Und in unserm Blut ist diese schwarze See, die schwillt</p> -<p class="line">Und uns mit dem bittern Rauschen ihrer Wasser füllt.</p> +<p class="line">Und uns mit dem bittern Rauschen ihrer Wasser füllt.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Alter englischer Freund! Du warst der klügere, traun!</p> +<p class="line">Alter englischer Freund! Du warst der klügere, traun!</p> <p class="line">Von uns beiden. Denn wo auch dein Fahrzeug Schiffbruch litt,</p> -<p class="line">Immer hattest du sauber geschnürt dein Bündel mit:</p> +<p class="line">Immer hattest du sauber geschnürt dein Bündel mit:</p> <p class="line">In Juan Fernandez und am Cap</p> <p class="line">Der guten Hoffnung. Klug und sorglich. O, ich hab’</p> -<p class="line">Sie lieb, diese nüchterne und praktische Poesie,</p> +<p class="line">Sie lieb, diese nüchterne und praktische Poesie,</p> <p class="line">Und ich liebe, Crusoe, deine Witwe, die,</p> -<p class="line">Während du in der Ferne weiltest, dein Hab und Gut verwahrt.</p> +<p class="line">Während du in der Ferne weiltest, dein Hab und Gut verwahrt.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Nun darfst du, da sie all die Jahre für dich gespart,</p> +<p class="line">Nun darfst du, da sie all die Jahre für dich gespart,</p> <p class="line">Friedlich die Tage, die dir noch bleiben,</p> <p class="line">In dem lieben grauen Hause wohnen, das meine Verse zu Anfang beschreiben.</p> <p class="line">Nichts hast du auf deiner Insel vergessen, alles ist wie immer zur Stell’: </p> <p class="line"> <a id="page-19" class="pagenum" title="19"></a> -Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell.</p> +Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell.</p> <p class="line">Was ich heimgebracht habe? — so wirst du fragen, —</p> -<p class="line">Von der wüsten Insel, von der mich das Schicksal zurückgetragen?</p> -<p class="line">Nichts, keine Ankerboje, keinen Käfig für die Hühner, nicht ein einzig kleines Ding.</p> -<p class="line">Still! Laß dir erzählen, wie es geschah, daß mich die Brandung fing.</p> +<p class="line">Von der wüsten Insel, von der mich das Schicksal zurückgetragen?</p> +<p class="line">Nichts, keine Ankerboje, keinen Käfig für die Hühner, nicht ein einzig kleines Ding.</p> +<p class="line">Still! Laß dir erzählen, wie es geschah, daß mich die Brandung fing.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Es war im sanften April, wo der Frühling wie ein Meer</p> -<p class="line">Sich den Vögeln auftut, verwegnen Ceylonschwimmern,</p> -<p class="line">Die nach Perlen tauchen, die aus weißblauen Luftabgründen schimmern:</p> +<p class="line">Es war im sanften April, wo der Frühling wie ein Meer</p> +<p class="line">Sich den Vögeln auftut, verwegnen Ceylonschwimmern,</p> +<p class="line">Die nach Perlen tauchen, die aus weißblauen Luftabgründen schimmern:</p> <p class="line">Rotkehlchen, Amseln, Lerchen und Nachtigallen —</p> -<p class="line">Man hörte, von den Gärten der kleinen Häuser her,</p> -<p class="line">Wie das Herz des Flieders aufbrach über den roten Pfirsichkorallen.</p> +<p class="line">Man hörte, von den Gärten der kleinen Häuser her,</p> +<p class="line">Wie das Herz des Flieders aufbrach über den roten Pfirsichkorallen.</p> </div> <div class="poem"> @@ -592,16 +557,16 @@ Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell.</p> <div class="poem"> <p class="line">Die Liebe und der Himmel und die Erde lagen, so schien es, im Traum beisammen.</p> -<p class="line">Selig wie eine Nacht der Nächte sank die Nacht.</p> -<p class="line">Aber bald begann das Duften der Obstblüte brünstiger aufzuflammen.</p> +<p class="line">Selig wie eine Nacht der Nächte sank die Nacht.</p> +<p class="line">Aber bald begann das Duften der Obstblüte brünstiger aufzuflammen.</p> <p class="line">Da hab ich, Robinson, alle Gefahren vergessen</p> <p class="line">Des vergangenen Lebens und habe vermessen</p> -<p class="line">Und unbedacht des Spruchs der Alten, die in ihren Rahmen träumen, +<p class="line">Und unbedacht des Spruchs der Alten, die in ihren Rahmen träumen, </p> <p class="line"> <a id="page-20" class="pagenum" title="20"></a> -Nur begierig, ein neues Geschwader in den Wellen aufschäumen</p> -<p class="line">Zu sehen, den Kompaß meines liebetollen Herzens hinausgedreht</p> +Nur begierig, ein neues Geschwader in den Wellen aufschäumen</p> +<p class="line">Zu sehen, den Kompaß meines liebetollen Herzens hinausgedreht</p> <p class="line">Nach einer Insel, die schwer und ernst wie der Tag in den Wassern steht.</p> </div> @@ -610,51 +575,51 @@ Nur begierig, ein neues Geschwader in den Wellen aufschäumen</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Die Stimme ihrer Vögel machte mich ihr zu eigen.</p> -<p class="line">Andere haben mich betört mit Feuer und Vulkan.</p> +<p class="line">Die Stimme ihrer Vögel machte mich ihr zu eigen.</p> +<p class="line">Andere haben mich betört mit Feuer und Vulkan.</p> <p class="line">Oh, ich liebte, Crusoe, die Berge, die von Yucatan</p> <p class="line">Unterm Meer fortlaufen, bis sie in den Antillen wieder zum Licht aufsteigen.</p> -<p class="line">Mein Geschlecht hat unter jenen Mädchen gelebt, die mit ihren Händen</p> -<p class="line">Die Flammen im Busen bedecken und lange Abschiedsküsse senden.</p> +<p class="line">Mein Geschlecht hat unter jenen Mädchen gelebt, die mit ihren Händen</p> +<p class="line">Die Flammen im Busen bedecken und lange Abschiedsküsse senden.</p> <p class="line">Aber hier hat mich nicht das Feuer, hier hat mich der Schnee versehrt,</p> <p class="line">Oh, ein Schnee, den kein hungriger Blitz jemals verzehrt,</p> <p class="line">Schnee, dessen klare Augen die unbewegte Macht</p> <p class="line">Des Feuers spiegeln, das ein Hirt im Winter mitten zwischen dem Eis entfacht.</p> <p class="line">O Crusoe, dies ist die Insel der wildesten Schrecken,</p> -<p class="line">Denn mit ihrer Kälte weiß sie die Flammen in deinem Busen zu wecken.</p> +<p class="line">Denn mit ihrer Kälte weiß sie die Flammen in deinem Busen zu wecken.</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Wie es geschah, daß ich dennoch heil die Flucht genommen?</p> -<p class="line">O Freund, Virgil allein verstünde hier zu entkommen. +<p class="line">Wie es geschah, daß ich dennoch heil die Flucht genommen?</p> +<p class="line">O Freund, Virgil allein verstünde hier zu entkommen. </p> <p class="line"> <a id="page-21" class="pagenum" title="21"></a> -Denn der ganze große Ozean hält nicht so fest</p> -<p class="line">Wie die eine sanfte Welle, die mich umschlang und nicht von sich läßt.</p> +Denn der ganze große Ozean hält nicht so fest</p> +<p class="line">Wie die eine sanfte Welle, die mich umschlang und nicht von sich läßt.</p> <p class="line">Jetzt denk ich wie du, mein Crusoe,</p> -<p class="line">Daß es gut ist, in seinem Zimmer zu träumen!</p> +<p class="line">Daß es gut ist, in seinem Zimmer zu träumen!</p> <p class="line">Mein Kaffeekessel summt mir wie ein englischer Roman im Ohr.</p> <p class="line">Ich habe Liebesbriefe, die singen mir ihre Sehnsucht vor —</p> -<p class="line">So hat dir, Crusoe, der große Ozean gesungen,</p> +<p class="line">So hat dir, Crusoe, der große Ozean gesungen,</p> <p class="line">In dessen Reich deine herrliche Seele gedrungen.</p> <p class="line">Werd ich eines Tages wieder hinausziehn? Wer will es sagen?</p> <p class="line">Und dennoch sehn ich mich so, noch einmal die Arme zu schlagen</p> -<p class="line">Um jene weiße Boje Weib und auf erregten Meeren</p> +<p class="line">Um jene weiße Boje Weib und auf erregten Meeren</p> <p class="line">Inmitten hoher Wellen lachend wiederzukehren.</p> -<p class="line">Alle Vögel dieses Märzmondes laden mich zur Liebe ein.</p> +<p class="line">Alle Vögel dieses Märzmondes laden mich zur Liebe ein.</p> <p class="line">Heut’ Morgen, beim Erwachen, da sie die neuen Weisen probten, drang ihre Stimme zu mir herein.</p> <p class="line">Ein Sperling sprach mir lange zu. Was soll ich tun?</p> -<p class="line">O kleine Vögel ihr, Rotkehlchen meiner Seele, euerm Sang</p> +<p class="line">O kleine Vögel ihr, Rotkehlchen meiner Seele, euerm Sang</p> <p class="line">Kann ich nicht folgen . . . oder, ach! mir ist zu folgen bang.</p> -<p class="line">Die Sträucher sind zu grün. Ich würde eure Lust beengen . . .</p> -<p class="line">Erst müssen Schatten sich über die Wälder hängen. +<p class="line">Die Sträucher sind zu grün. Ich würde eure Lust beengen . . .</p> +<p class="line">Erst müssen Schatten sich über die Wälder hängen. </p> </div> <h2 class="chapter" id="ch-8"> <a id="page-22" class="pagenum" title="22"></a> -DIE KIRCHE, MIT BLÄTTERN GESCHMÜCKT</h2> +DIE KIRCHE, MIT BLÄTTERN GESCHMÜCKT</h2> <div class="poem"> <p class="line">Der Dichter ist in seiner Seele Wald allein.</p> @@ -664,34 +629,34 @@ DIE KIRCHE, MIT BLÄTTERN GESCHMÜCKT</h2> </div> <div class="poem"> -<p class="line">Er fleht zu Gott. Der schweigt. Da hält sein Jammer sich nicht mehr.</p> +<p class="line">Er fleht zu Gott. Der schweigt. Da hält sein Jammer sich nicht mehr.</p> <p class="line">Schmerz lastet auf ihm wie Gewitterschlag so schwer.</p> -<p class="line">„Gib Antwort, Herr, was hat dein Wille über mich erkannt?</p> +<p class="line">„Gib Antwort, Herr, was hat dein Wille über mich erkannt?</p> <p class="line">Aus deiner Freude selbst bin ich verbannt.</p> -<p class="line">Wie ausgedörrt leb’ ich in meinem großen Leid.</p> +<p class="line">Wie ausgedörrt leb’ ich in meinem großen Leid.</p> <p class="line">O kehre wieder! Gib mir doch die Munterkeit</p> <p class="line">Des Vogels, der sich singend dort im Herzen dieses Sandbeerbaumes regt —</p> -<p class="line">Was will dein Zürnen mir, daß es mich so in Stücke schlägt?“</p> +<p class="line">Was will dein Zürnen mir, daß es mich so in Stücke schlägt?“</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">„Ich pflüge deine Seele. Sei geduldig, Kind!</p> -<p class="line">Du leidest, weil mein Herz mit dir gerecht zu sein mich heißt.</p> -<p class="line">Laß mich in deiner Seele wohnen, immer . . . dann noch, wenn der Wind</p> -<p class="line">Die letzten Rosen von den Sträuchern reißt.</p> +<p class="line">„Ich pflüge deine Seele. Sei geduldig, Kind!</p> +<p class="line">Du leidest, weil mein Herz mit dir gerecht zu sein mich heißt.</p> +<p class="line">Laß mich in deiner Seele wohnen, immer . . . dann noch, wenn der Wind</p> +<p class="line">Die letzten Rosen von den Sträuchern reißt.</p> <p class="line">Geh nicht von mir. O sieh, ich brauche dich und deine Qual. </p> <p class="line"> <a id="page-23" class="pagenum" title="23"></a> -O mein geliebter Sohn. Ich brauch’ die Tränen die in deinen Augen stehn.</p> -<p class="line">Ich brauche einen Vogel, mir zu singen überm Kreuzespfahl.</p> +O mein geliebter Sohn. Ich brauch’ die Tränen die in deinen Augen stehn.</p> +<p class="line">Ich brauche einen Vogel, mir zu singen überm Kreuzespfahl.</p> <p class="line">Rotkehlchen meiner Seele, willst du von mir gehn?“</p> </div> <div class="poem"> -<p class="line">„Mein Gott, auf deiner Stirne, die den Kranz von Dornen trägt,</p> +<p class="line">„Mein Gott, auf deiner Stirne, die den Kranz von Dornen trägt,</p> <p class="line">Will ich dir singen durch dein langes Todesgraun.</p> -<p class="line">Doch wenn die Schreckenskrone dann in Blüten schlägt,</p> +<p class="line">Doch wenn die Schreckenskrone dann in Blüten schlägt,</p> <p class="line">Verstatte du, mein Gott, dem Vogel, dort sein Nest zu baun.“ </p> </div> @@ -701,15 +666,15 @@ O mein geliebter Sohn. Ich brauch’ die Tränen die in deinen Augen stehn.</ DIE TAUBE . . .</h2> <div class="poem"> -<p class="line">Die Taube, die den Zweig des Ölbaums hält,</p> +<p class="line">Die Taube, die den Zweig des Ölbaums hält,</p> <p class="line">Das ist die Jungfrau, die den Frieden bringt der Welt.</p> -<p class="line">Das Osterlamm, das man zur Schwelle trägt,</p> -<p class="line">Wird einst zum Lamme, das ans Kreuz man schlägt.</p> -<p class="line">Nur Stück um Stück wird das Geheimnis offenbar.</p> -<p class="line">Der brennende Busch ertönte, ehe Pfingsten war.</p> +<p class="line">Das Osterlamm, das man zur Schwelle trägt,</p> +<p class="line">Wird einst zum Lamme, das ans Kreuz man schlägt.</p> +<p class="line">Nur Stück um Stück wird das Geheimnis offenbar.</p> +<p class="line">Der brennende Busch ertönte, ehe Pfingsten war.</p> <p class="line">Vor Noahs Arche schwamm die Kirche auf der Wasserflut,</p> -<p class="line">Und Noah schwamm darauf, eh Moses drüber hat geruht;</p> -<p class="line">Moses war überm Wasser, ehedenn Sankt Peter war:</p> +<p class="line">Und Noah schwamm darauf, eh Moses drüber hat geruht;</p> +<p class="line">Moses war überm Wasser, ehedenn Sankt Peter war:</p> <p class="line">Von Stund zu Stunde reiner macht das Licht sich offenbar.</p> </div> @@ -721,7 +686,7 @@ DIE TAUBE . . .</h2> <hr class="fat" /> <p class="center" style="font-size:1.8em; margin-bottom:0.5em; font-weight:bold;"> DER<br /> -JÜNGSTE TAG +JÜNGSTE TAG </p> <p class="center" style="font-size:1.4em; margin-bottom:0.5em;"> @@ -730,55 +695,55 @@ NEUE DICHTUNGEN <hr class="fat" /> <div style="font-size:0.9em"> -<p>Der Jüngste Tag stellt eine Sammlung von kleineren -Werken jüngerer Dichter dar, die als charakteristisch für +<p>Der Jüngste Tag stellt eine Sammlung von kleineren +Werken jüngerer Dichter dar, die als charakteristisch für unsere Zeit und als zukunftweisend zu gelten haben. </p> -<p>Im Jüngsten Tag erscheinen eine Anzahl Erstlingswerke, +<p>Im Jüngsten Tag erscheinen eine Anzahl Erstlingswerke, aber auch neue Dichtungen anerkannter Autoren -sollen veröffentlicht werden. Die Dichtungen des „Jüngsten +sollen veröffentlicht werden. Die Dichtungen des „Jüngsten Tages“ sind gleich weit entfernt von lebensfremder Literatenliteratur -wie von populärem Kitsch. Aus diesen -Werken soll das Lebens- und Weltgefühl unserer Zeit -strömen, ihre Entzückungen, Schmerzen, Begeisterungen, -Reizsamkeit und Kraft. Menschliche Gefühle werden in -knapper Form ausgedrückt und sollen menschliche Gefühle +wie von populärem Kitsch. Aus diesen +Werken soll das Lebens- und Weltgefühl unserer Zeit +strömen, ihre Entzückungen, Schmerzen, Begeisterungen, +Reizsamkeit und Kraft. Menschliche Gefühle werden in +knapper Form ausgedrückt und sollen menschliche Gefühle erwecken. </p> <p>Da das charakteristischste und konzentriertste dichterische Ausdrucksmittel unserer Zeit sich in der Lyrik darstellt, -so wird der Jüngste Tag vorwiegend lyrische -Werke veröffentlichen, aber auch programmatische und +so wird der Jüngste Tag vorwiegend lyrische +Werke veröffentlichen, aber auch programmatische und bedeutsame kleine Prosaschriften sollen geboten werden. -Nicht nur auf deutsche Dichter soll sich der Jüngste Tag -beschränken, sondern auch ausländische Dichtungen sollen +Nicht nur auf deutsche Dichter soll sich der Jüngste Tag +beschränken, sondern auch ausländische Dichtungen sollen zeigen, dass es gewisse Elemente gibt, die der Dichtung -aller Länder in unserer Zeit (wie in der bildenden +aller Länder in unserer Zeit (wie in der bildenden Kunst) gemeinsam sind. </p> -<p>Der Jüngste Tag wird, getreu dem Spiegel seines Wortes, +<p>Der Jüngste Tag wird, getreu dem Spiegel seines Wortes, versuchen, alles notwendige zu sammeln, das ihm aus der -Stärke des Zeitlichen heraus, ewiges Dasein verspricht. +Stärke des Zeitlichen heraus, ewiges Dasein verspricht. Dies Unternehmen soll nicht mehr an der Gebundenheit -von Zeitschriften leiden. So soll der Jüngste Tag mehr -als ein Buch sein und weniger als eine Bücherei. +von Zeitschriften leiden. So soll der Jüngste Tag mehr +als ein Buch sein und weniger als eine Bücherei. </p> <p>Jeder Beitrag erscheint einzeln als gesondertes Heft zum Preise von 80 Pfennig geheftet, M 1.50 gebunden. </p> -<p>Der Jüngste Tag wird auch im Abonnement geliefert +<p>Der Jüngste Tag wird auch im Abonnement geliefert und zwar als Serien von je 6 Heften. Der Abonnements-Preis -beträgt M 4.20 für die broschierte, M 7.80 -für die gebundene Ausgabe. Jede bessere Buchhandlung -nimmt Abonnements entgegen. Für diejenigen, die die +beträgt M 4.20 für die broschierte, M 7.80 +für die gebundene Ausgabe. Jede bessere Buchhandlung +nimmt Abonnements entgegen. Für diejenigen, die die Hefte lieber in einem gebundenen Bande vereinen wollen, wird eine Einbanddecke zum Preise von M 1.50 -für jede Serie geliefert. +für jede Serie geliefert. </p> </div> @@ -792,16 +757,16 @@ für jede Serie geliefert. </p> <p class="noindent">FRANZ WERFEL: Die Versuchung • -Ein Gespräch +Ein Gespräch </p> <p class="noindent">WALTER HASENCLEVER: Das unendliche -Gespräch • Eine nächtliche +Gespräch • Eine nächtliche Szene </p> <p class="noindent">FRANZ KAFKA: Der Heizer • Eine -Erzählung +Erzählung </p> <p class="noindent">FERDINAND HARDEKOPF: Der @@ -826,7 +791,7 @@ Knaben • Skizzen Demut • Gedichte </p> -<p class="noindent">MAURICE BARRÈS: Der Mord an +<p class="noindent">MAURICE BARRÈS: Der Mord an der Jungfrau </p> @@ -846,50 +811,50 @@ KURT WOLFF VERLAG • LEIPZIG <p class="center" style="page-break-before:always; letter-spacing:0.2em; margin-bottom:1em;"> <span class="em">Pressestimmen<br /> -über die sechs ersten Hefte des<br /> -<span style="font-size:1.4em;">„JÜNGSTEN TAGES“</span></span> +über die sechs ersten Hefte des<br /> +<span style="font-size:1.4em;">„JÜNGSTEN TAGES“</span></span> </p> <div style="font-size:0.8em;"> -<p><span class="em">Professor Witkowski:</span> „Ein neues verheißungsvolles Unternehmen. +<p><span class="em">Professor Witkowski:</span> „Ein neues verheißungsvolles Unternehmen. Der Gesamteindruck ist der einer kultivierten, nach starkem Leben verlangenden Dichterjugend.“ </p> -<p><span class="em">Zeitschrift für Bücherfreunde:</span> „. . . am höchsten steht das Gespräch +<p><span class="em">Zeitschrift für Bücherfreunde:</span> „. . . am höchsten steht das Gespräch „Die Versuchung“ von Franz Werfel. Der Dichter zwischen -Satan und Erzengel, ein nach außen gestelltes Innenbild der -kämpfenden Wonnen, der Versuchungen und der seligen Erkenntnisse -des Dichters von heute. Das ist wirklich ‚Jüngster +Satan und Erzengel, ein nach außen gestelltes Innenbild der +kämpfenden Wonnen, der Versuchungen und der seligen Erkenntnisse +des Dichters von heute. Das ist wirklich ‚Jüngster Tag‘ . . .“ </p> <p><span class="em">Die neue Rundschau:</span> „Die Unmittelbarkeit, mit der Kafka statt -der Realität die ihm eigentümliche Formsprache setzt, macht +der Realität die ihm eigentümliche Formsprache setzt, macht ihn der expressionistischen Richtung heutiger Malerei verwandt. Als er seine neue Novelle „Der Heizer“ schrieb, die in Amerika -spielt, wollte er nichts von Amerika hören, obwohl er nie dort +spielt, wollte er nichts von Amerika hören, obwohl er nie dort gewesen ist. Er schrieb das Amerika seines Kopfes, in dem die -Freiheitsstatue keine Fackel, sondern ein Schwert trägt, weil -dies besser in den Satz paßt. — Ich glaube, Walser hätte es +Freiheitsstatue keine Fackel, sondern ein Schwert trägt, weil +dies besser in den Satz paßt. — Ich glaube, Walser hätte es ebenso gemacht.“ </p> -<p><span class="em">Berliner Börsen-Courier:</span> „. . . So schafft der Dichter Carl Ehrenstein -eine beziehungsreiche, an Klängen schon entzündete Kunst +<p><span class="em">Berliner Börsen-Courier:</span> „. . . So schafft der Dichter Carl Ehrenstein +eine beziehungsreiche, an Klängen schon entzündete Kunst der bis zum Paradoxen verwickelten Urschmerzen. Seine Klagen -werden hingesprochen wie Träume (immer denkt und glaubt -man daran) zu erzählen sind. Und am Ende dieser wirklichen +werden hingesprochen wie Träume (immer denkt und glaubt +man daran) zu erzählen sind. Und am Ende dieser wirklichen Gedichte in Prosa ist einem, als habe man eine weite Reise -gemacht. Wir lieben dieses Buch . . . Es gibt Klänge, die das +gemacht. Wir lieben dieses Buch . . . Es gibt Klänge, die das Herz zittern machen.“ </p> -<p><span class="em">Königsberger Hartungsche Zeitung:</span> „Emmy Hennings schafft unmittelbar +<p><span class="em">Königsberger Hartungsche Zeitung:</span> „Emmy Hennings schafft unmittelbar aus ihren seelischen Evolutionen heraus und das gibt ihren Versen jene faszinierende Unmittelbarkeit, der sich keiner -entziehen kann. Ihr Vortrag ist still und ohne Prätention. Aber -im Innern dieser leicht hingesagten Strophen fühlt man das +entziehen kann. Ihr Vortrag ist still und ohne Prätention. Aber +im Innern dieser leicht hingesagten Strophen fühlt man das Leben pulsen.“ </p> </div> @@ -905,7 +870,7 @@ ARKADIA <p class="center" style="font-size:1.2em; letter-spacing:0.3em;"> EIN JAHRBUCH<br /> -FÜR DICHTKUNST +FÜR DICHTKUNST </p> <p class="center" style="font-size:1em;"> @@ -921,18 +886,18 @@ BUCHAUSSTATTUNG VON E. R. WEISS <p class="noindent" style="font-size:0.8em;"> DRAMATISCHES: <span class="em">Robert Walser</span>, Tobold / <span class="em">Franz -Werfel</span>, Das Opfer / <span class="em">Franz Blei</span>, Der Mäcen. EPISCHES: +Werfel</span>, Das Opfer / <span class="em">Franz Blei</span>, Der Mäcen. EPISCHES: <span class="em">Franz Kafka</span>, Das Urteil / <span class="em">Otto Stoessl</span>, Aus der Villa Obweger -/ <span class="em">Moritz Heimann</span>, Ein Begräbnis im November / +/ <span class="em">Moritz Heimann</span>, Ein Begräbnis im November / <span class="em">Max Mell</span>, Jugendgeschichte Zeno Balderonis von Jeruditz / <span class="em">Oskar Baum</span>, Der Antrag / <span class="em">Willy Speier</span>, Christus in den Weizenfeldern / <span class="em">Martin Beradt</span>, Der Neurastheniker / <span class="em">Max Brod</span>, Notwehr / <span class="em">Alfred Wolfenstein</span>, Dika / <span class="em">Hans Janowitz</span>, -Ein Ausbruch / <span class="em">Hans Janowitz</span>, Szene der Erfüllung / +Ein Ausbruch / <span class="em">Hans Janowitz</span>, Szene der Erfüllung / <span class="em">Kurt Tucholsky</span>, Kindertheater / <span class="em">Heinrich Eduard Jacob</span>, -Fremder Schläfer im Kupee / <span class="em">Robert Walser</span>, Zwei Aufsätze: +Fremder Schläfer im Kupee / <span class="em">Robert Walser</span>, Zwei Aufsätze: Rinaldini — Lenau. LYRISCHES: <span class="em">Franz Blei</span>, -Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / <span class="em">Robert Walser</span>, +Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / <span class="em">Robert Walser</span>, Handharfe am Tage / <span class="em">Max Brod</span>, Vier Gedichte / <span class="em">Heinrich Lautensack</span>, Beichte / <span class="em">Otto Pick</span>, Gedichte / Franz Janowitz, Gedichte. @@ -961,16 +926,16 @@ GEORG HEYM <p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Herbert Eulenberg in der B. Z. am Mittag:</span> Es ist der bedeutendste unter den wenigen von unsern jungen Lyrikern, -die überhaupt heute in Frage kommen. — Er hat die empfindlichsten -Nerven und Sinne, die ein Dichter haben muß. +die überhaupt heute in Frage kommen. — Er hat die empfindlichsten +Nerven und Sinne, die ein Dichter haben muß. </p> <p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Frankfurter Zeitung:</span> Welch ein Anschauen, welche Leidenschaft bildlicher Gestaltung! Ewige Helligkeit, unbarmherziges -Licht breitet er über jede Erscheinung der Wirklichkeit -u. der Träume, über Leben u. Sterben, Schrecken +Licht breitet er über jede Erscheinung der Wirklichkeit +u. der Träume, über Leben u. Sterben, Schrecken und Beruhigung. Georg Heym war ein Dichter. Es gibt in der -deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte. +deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte. </p> </div> @@ -989,12 +954,12 @@ deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte. <p class="center" style="margin-bottom:0.5em;">Geheftet M 3.— • Halbpergamentband M 4.— </p> -<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung:</span> Bei all dem -ganz Besonderen, dem schier Unerhörten, das er in den -feinsten Gefühl- und Vorstellungsnüancen ausdrücken will, -zeigt der rasch Gereifte eine ungewöhnliche Beherrschtheit +<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung:</span> Bei all dem +ganz Besonderen, dem schier Unerhörten, das er in den +feinsten Gefühl- und Vorstellungsnüancen ausdrücken will, +zeigt der rasch Gereifte eine ungewöhnliche Beherrschtheit der Ausdrucksmittel. Wir haben viel in Georg Heym, -dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit. +dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit. </p> </div> @@ -1012,9 +977,9 @@ dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit. <p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Leipziger Tageblatt:</span> . . . Novellen, in denen auf engstem Raume alle Qual der Menschheit von der kindlichen Verzweiflung -erster Enttäuschung bis zu Hunger, Entartung, +erster Enttäuschung bis zu Hunger, Entartung, Wahnsinn, Krankheit und Tod mit einer unheimlichen -Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt +Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt erscheint. </p> </div> @@ -1034,7 +999,7 @@ FRANZ WERFEL • WIR SIND </p> <p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"> -In vorzüglicher Ausstattung. Druck der Offizin W. Drugulin +In vorzüglicher Ausstattung. Druck der Offizin W. Drugulin </p> <p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"> @@ -1042,20 +1007,20 @@ Geheftet M 3.— • Gebunden M 4.50 </p> <p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;">Vorzugsausgabe 15 numerierte, vom Autor signierte Exemplare -auf schwerem Japanbütten in Ganzlederbd. M 35.— +auf schwerem Japanbütten in Ganzlederbd. M 35.— </p> -<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Frankfurter Zeitung:</span> . . . ein ganz großer Dichter, mit +<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Frankfurter Zeitung:</span> . . . ein ganz großer Dichter, mit allem Ernste sei das gesagt. </p> <p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Neue Rundschau:</span> . . . Whitmans kosmische Liebe und -Goethes unersättliche Lust zu fühlen hat sich Werfel +Goethes unersättliche Lust zu fühlen hat sich Werfel durch das Recht der Wiedergeburt zu eigen gemacht. </p> -<p class="center" style="font-size:1.2em; margin-bottom:0.5em;">ELSE LASKER-SCHÜLER +<p class="center" style="font-size:1.2em; margin-bottom:0.5em;">ELSE LASKER-SCHÜLER </p> <p class="center" style="font-size:1em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">GESICHTE. Essays u. and. Geschichten</span> @@ -1069,22 +1034,22 @@ Geheftet M 4.— • Gebunden M 5.— </p> <p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;">Sterndeuterei / Handschrift / Johann Hansen und Ingeborg -Coldstrup / Künstler / In der Morgenfrühe / Elberfeld im -dreihundertjährigen Jubiläumsschmuck / Arme Kinder -reicher Leute / Am Kurfürstendamm / Die beiden weißen -Bänke vom Kurfürstendamm / Die Odenwaldschule / -Lasker-Schüler kontra B. und Genossen / Coranna / Die +Coldstrup / Künstler / In der Morgenfrühe / Elberfeld im +dreihundertjährigen Jubiläumsschmuck / Arme Kinder +reicher Leute / Am Kurfürstendamm / Die beiden weißen +Bänke vom Kurfürstendamm / Die Odenwaldschule / +Lasker-Schüler kontra B. und Genossen / Coranna / Die schwere Stunde / Peter Hille / Karl Kraus / Loos / Oskar Kokoschka / Peter Baum / Franz Werfel / S. Lublinski / Paul Leppin / Richard Dehmel / Max Brod / Alfred Kerr / Bei Guy de Maupassant / Albert Heine / Karl Vogt / Paul Lindau / Bei Julius Lieban / Friedrich von Schennis / Tilla -Durieux / Paul Zech / Rudolf Blümner / William Wauer / -Wauer-Walden via München und so weiter / Emmy +Durieux / Paul Zech / Rudolf Blümner / William Wauer / +Wauer-Walden via München und so weiter / Emmy Destinn / Franziska Schultz / Kete Parsenow / Ruth / -Unser Café / Marie Böhm / Der Alpenkönig und der +Unser Café / Marie Böhm / Der Alpenkönig und der Menschenfeind / Egon Adler / Ein Amen / Wenn mein -Herz gesund wär — / Der Eisenbahnräuber / Im neopathetischen +Herz gesund wär — / Der Eisenbahnräuber / Im neopathetischen Kabarett / Kabarett Nachtlicht, Wien / Apollotheater / Tigerin, Affe und Kuckuck / Im Zirkus / Zirkuspferde / Zirkus Busch. @@ -1112,14 +1077,14 @@ MAX DAUTHENDEY <p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Das Literarische Echo:</span> Die „Reliquien“ beweisen die ganze starke, eigenartige Begabung des Dichters, seine sinnliche, -farbige Sprache, seine schöpferische Kraft. Reif und schön -glänzt es, inbrünstige Liebeslieder und Gedichte von jenen +farbige Sprache, seine schöpferische Kraft. Reif und schön +glänzt es, inbrünstige Liebeslieder und Gedichte von jenen unheimlichen, mystischen Stimmungen, die Rilke mit soviel prunkender Spielerei zu erzwingen sucht, die Dauthendey -aber in großer, fast starrer Einfachheit zeichnet. +aber in großer, fast starrer Einfachheit zeichnet. Sein Hauptthema bleibt immer die Liebe und die Freude -an der Schönheit der Welt; die Lebenslust ist die typische -Eigenart seiner Schöpfungen. +an der Schönheit der Welt; die Lebenslust ist die typische +Eigenart seiner Schöpfungen. </p> <p class="center" style="font-size:1em; letter-spacing:0.2em; margin-bottom: 0.5em;"> @@ -1136,14 +1101,14 @@ Einbandzeichnung von E. R. WEISS <p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;">Geheftet M 2.— • Gebunden M 3.50 </p> -<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Berliner Tageblatt:</span> Hier könnte ich wirklich jedes Gedicht -herausgreifen, um die Fülle eines schaffens-, liebes- und -lebensfrohen Gemüts, einer unermüdlichen, unerschöpflichen +<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Berliner Tageblatt:</span> Hier könnte ich wirklich jedes Gedicht +herausgreifen, um die Fülle eines schaffens-, liebes- und +lebensfrohen Gemüts, einer unermüdlichen, unerschöpflichen Phantasie anzudeuten. </p> -<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Ernst Lissauer:</span> Da glänzt eine Heiterkeit, die an die lichte -Liebenswürdigkeit fränkischer Landschaften mahnt, Weinduft +<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Ernst Lissauer:</span> Da glänzt eine Heiterkeit, die an die lichte +Liebenswürdigkeit fränkischer Landschaften mahnt, Weinduft ist darin. </p> @@ -1162,7 +1127,7 @@ ist darin. <p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;">Geheftet M 2.— • Zweite Auflage • Gebunden M 3.50 </p> -<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Das Literarische Echo:</span> Vorzügliche Karikaturen, grellbunte +<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Das Literarische Echo:</span> Vorzügliche Karikaturen, grellbunte Spiegelbilder des Lebens auf einem ernsten dunklen Hintergrund. </p> @@ -1173,383 +1138,6 @@ Hintergrund. </div> - - - - - - - -<pre> - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GEBETE DER DEMUT *** - -***** This file should be named 40231-h.htm or 40231-h.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/4/0/2/3/40231/ - -Produced by Jens Sadowski - -Updated editions will replace the previous one--the old editions -will be renamed. - -Creating the works from public domain print editions means that no -one owns a United States copyright in these works, so the Foundation -(and you!) can copy and distribute it in the United States without -permission and without paying copyright royalties. Special rules, -set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to -copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to -protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project -Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you -charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you -do not charge anything for copies of this eBook, complying with the -rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose -such as creation of derivative works, reports, performances and -research. They may be modified and printed and given away--you may do -practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is -subject to the trademark license, especially commercial -redistribution. - - - -*** START: FULL LICENSE *** - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project -Gutenberg-tm License (available with this file or online at -http://gutenberg.org/license). - - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm -electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all -the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy -all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. -If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project -Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the -terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or -entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8. - -1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be -used on or associated in any way with an electronic work by people who -agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few -things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works -even without complying with the full terms of this agreement. See -paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project -Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement -and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic -works. See paragraph 1.E below. - -1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" -or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project -Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the -collection are in the public domain in the United States. If an -individual work is in the public domain in the United States and you are -located in the United States, we do not claim a right to prevent you from -copying, distributing, performing, displaying or creating derivative -works based on the work as long as all references to Project Gutenberg -are removed. Of course, we hope that you will support the Project -Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by -freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of -this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with -the work. You can easily comply with the terms of this agreement by -keeping this work in the same format with its attached full Project -Gutenberg-tm License when you share it without charge with others. - -1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern -what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in -a constant state of change. If you are outside the United States, check -the laws of your country in addition to the terms of this agreement -before downloading, copying, displaying, performing, distributing or -creating derivative works based on this work or any other Project -Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning -the copyright status of any work in any country outside the United -States. - -1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg: - -1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate -access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently -whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the -phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project -Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, -copied or distributed: - -This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with -almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or -re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included -with this eBook or online at www.gutenberg.org/license - -1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived -from the public domain (does not contain a notice indicating that it is -posted with permission of the copyright holder), the work can be copied -and distributed to anyone in the United States without paying any fees -or charges. If you are redistributing or providing access to a work -with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the -work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 -through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the -Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or -1.E.9. - -1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted -with the permission of the copyright holder, your use and distribution -must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional -terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked -to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the -permission of the copyright holder found at the beginning of this work. - -1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm -License terms from this work, or any files containing a part of this -work or any other work associated with Project Gutenberg-tm. - -1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this -electronic work, or any part of this electronic work, without -prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with -active links or immediate access to the full terms of the Project -Gutenberg-tm License. - -1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, -compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any -word processing or hypertext form. However, if you provide access to or -distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than -"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version -posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), -you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a -copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon -request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other -form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm -License as specified in paragraph 1.E.1. - -1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, -performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works -unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. - -1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing -access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided -that - -- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from - the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method - you already use to calculate your applicable taxes. The fee is - owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he - has agreed to donate royalties under this paragraph to the - Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments - must be paid within 60 days following each date on which you - prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax - returns. Royalty payments should be clearly marked as such and - sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the - address specified in Section 4, "Information about donations to - the Project Gutenberg Literary Archive Foundation." - -- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies - you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he - does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm - License. You must require such a user to return or - destroy all copies of the works possessed in a physical medium - and discontinue all use of and all access to other copies of - Project Gutenberg-tm works. - -- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any - money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the - electronic work is discovered and reported to you within 90 days - of receipt of the work. - -- You comply with all other terms of this agreement for free - distribution of Project Gutenberg-tm works. - -1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm -electronic work or group of works on different terms than are set -forth in this agreement, you must obtain permission in writing from -both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael -Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the -Foundation as set forth in Section 3 below. - -1.F. - -1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable -effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread -public domain works in creating the Project Gutenberg-tm -collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic -works, and the medium on which they may be stored, may contain -"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or -corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual -property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a -computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by -your equipment. - -1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right -of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project -Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project -Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all -liability to you for damages, costs and expenses, including legal -fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT -LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE -PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE -TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE -LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR -INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH -DAMAGE. - -1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a -defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can -receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a -written explanation to the person you received the work from. If you -received the work on a physical medium, you must return the medium with -your written explanation. The person or entity that provided you with -the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a -refund. If you received the work electronically, the person or entity -providing it to you may choose to give you a second opportunity to -receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy -is also defective, you may demand a refund in writing without further -opportunities to fix the problem. - -1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth -in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER -WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO -WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE. - -1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied -warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. -If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the -law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be -interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by -the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any -provision of this agreement shall not void the remaining provisions. - -1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the -trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone -providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance -with this agreement, and any volunteers associated with the production, -promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, -harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, -that arise directly or indirectly from any of the following which you do -or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm -work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any -Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause. - - -Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm - -Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of computers -including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists -because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from -people in all walks of life. - -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's -goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. -To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation -and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 -and the Foundation web page at http://www.pglaf.org. - - -Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive -Foundation - -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at -http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent -permitted by U.S. federal laws and your state's laws. - -The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. -Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered -throughout numerous locations. Its business office is located at -809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email -business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact -information can be found at the Foundation's web site and official -page at http://pglaf.org - -For additional contact information: - Dr. Gregory B. Newby - Chief Executive and Director - gbnewby@pglaf.org - - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. We do not solicit donations in locations -where we have not received written confirmation of compliance. To -SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any -particular state visit http://pglaf.org - -While we cannot and do not solicit contributions from states where we -have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition -against accepting unsolicited donations from donors in such states who -approach us with offers to donate. - -International donations are gratefully accepted, but we cannot make -any statements concerning tax treatment of donations received from -outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. - -Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation -methods and addresses. Donations are accepted in a number of other -ways including checks, online payments and credit card donations. -To donate, please visit: http://pglaf.org/donate - - -Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic -works. - -Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm -concept of a library of electronic works that could be freely shared -with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project -Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support. - - -Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed -editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. -unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily -keep eBooks in compliance with any particular paper edition. - - -Most people start at our Web site which has the main PG search facility: - - http://www.gutenberg.org - -This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. - - -</pre> - +<div>*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40231 ***</div> </body> </html> |
