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+*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40231 ***
+
+FRANCIS JAMMES
+
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+DIE GEBETE DER DEMUT
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+ÜBERTRAGEN
+VON
+ERNST STADLER
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+1913
+KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
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+Dies Buch wurde
+gedruckt im August 1913 als neunter
+Band der Bücherei »Der jüngste Tag« bei
+Poeschel & Trepte in Leipzig
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+AUTORISIERTE ÜBERTRAGUNG
+COPYRIGHT BY KURT WOLFF VERLAG, LEIPZIG 1913
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+GEBET ZUM GESTÄNDNIS DER UNWISSENHEIT
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+ Hernieder, steige hernieder in die Einfalt, die Gott will!
+ Ich habe den Wespen zugesehen, die im Sand ihr Nest gebaut.
+ Tu so wie sie, gebrechlich krankes Herz: sei still,
+ Schaffe dein Tagwerk, das Gott deinen Händen anvertraut.
+ Ich war voll Hoffart, die mein Leben falsch gemacht.
+ Anders als alle andern meinte ich zu sein:
+ Jetzt weiß ich, o mein Gott, daß nie ich anderes vollbracht
+ Als jene Worte niederschreiben, die die Menschen sich erfanden,
+ Seitdem zuerst im Paradies Adam und Eva aufgestanden
+ Unter den Früchten, die im Lichte unermeßlich blühten.
+ Und anders bin ich nicht als wie der ärmste Stein.
+ Sieh hin, das Gras steht ruhig, und der Apfelbaum senkt schwer
+ Bebürdet sich zur Erde, zitternd und in liebendem Verlangen --
+ O nimm von meiner Seele, da so vieles Leiden über mich ergangen,
+ Die falsche Schöpferhoffart, die noch immer in ihr liegt.
+ Nichts weiß ich ja. Nichts bin ich. Und nichts will ich mehr
+ Als bloß zuweilen sehen, wie ein Nest im Wind sich wiegt
+ Auf einer rötlichen Pappel oder einen Bettler über helle Straßen hinken,
+ Mühselig, an den Füßen Risse, die im Staube blutig blinken.
+ Mein Gott, nimm von mir diese Hoffart, die mein Leben giftig macht.
+ Gib, daß ich jenen Widdern ähnlich sei auf ihrer Weide,
+ Die immer gleich, aus Herbstes Schwermut, demutsvoll gebückt,
+ Zur Frühlingsfeier wandeln, die mit Grün den Anger schmückt,
+ Gib, daß im Schreiben meine Hoffart sich bescheide:
+ Daß endlich, endlich ich bekenne, daß mein Herz den Widerhall
+ Nur tönt der ganzen Welt, und daß mein sanfter Vater mir
+ Geduldig nur die Kinderregeln beigebracht.
+ Der Ruhm ist eitel, Herr, und Geist und Schaffen leerer Schall --
+ Du einzig hast sie ganz und gibst sie an die Menschen fort,
+ Die aber schwatzen immer bloß dasselbe Wort
+ Gleich einem Bienenschwarme, der durch sommerdunkle Zweige zieht.
+ Gib, daß, wenn heute früh ich mich vom Pult erhebe,
+ Ich jenen gleiche, die an diesem schönen Sonntag zu dir gehn
+ Und in der armen weißen Kirche, vor dich hingekniet,
+ Demütig lauter ihre Einfalt und Unwissenheit gestehn.
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+GEBET, MIT DEN ESELN INS HIMMELREICH EINZUGEHN
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+ Wenn einst zu dir, mein Gott, der Ruf zu gehn mich heißt,
+ Dann gib, daß feiertäglich rings das Land im Sommerstaube gleißt.
+ Ich will nur so, wie ich getan hinieden,
+ Einen Weg mir wählen und für mich in Frieden
+ Ins Himmelreich hinwandeln, wo am hellen Tag die Sterne stehn.
+ Ich greife meinen Stock und auf der großen Straße will ich fürbaß gehn
+ Und zu den Eseln, meinen Freunden, sprech ich dies:
+ »Hier, das ist Francis Jammes: der geht ins Paradies,
+ Ins Land des lieben Gottes, wo es keine Hölle gibt,
+ Kommt mit mir, sanfte Freunde, die ihr so die Himmelsbläue liebt,
+ Arme geliebte Tiere, die mit einem kurzen Schlagen
+ Des Ohrs die Fliegen und die Prügel und die Bienen von sich jagen.«
+
+ Dann will inmitten dieser Tiere ich mich vor dir zeigen,
+ Die ich so liebe, weil den Kopf so sänftiglich sie neigen
+ Und ihre kleinen Füße aneinanderstemmen, wenn sie stille stehn,
+ Recht voller Sanftmut, daß es rührend ist, sie anzusehn.
+ So tret ich vor dich hin in dieser tausend Ohren Zug,
+ Gefolgt von solchen, denen einst der Korb um ihre Lenden schlug,
+ Und denen, die im Joch der Gauklerkarren gingen,
+ Und vor geputzten Wagen, die voll Flittergold und Federn hingen,
+ Und solchen, über deren Leib verbeulte Kannen schwankten,
+ Und trächtigen Eselinnen schwer wie Schläuche, die zerbrochnen Schrittes wankten,
+ Und denen, über deren Bein man kleine Hosen streift,
+ Die Fliegen abzuwehren, deren Schwarm vom Blute trunken sie umschweift
+ Und ihrem Leib die blauen, sickernd offnen Male läßt --
+
+ Laß mich, mein Gott, mit diesen Eseln zu dir schreiten,
+ Gib, daß einträchtiglich die Engel uns geleiten
+ Zu den umbuschten Bächen, wo im Winde zitternd Kirschen hangen,
+ So glatt und hell wie Haut auf jungen Mädchenwangen,
+ Und gib, daß ich in jenem Seelenreiche,
+ Zu deinen Wassern hingebeugt, den Eseln gleiche,
+ Die alle sanfte, arme Demut ihres Gangs auf Erden
+ Im lautern Quell der ewigen Liebe spiegeln werden.
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+GEBET, UM GOTT EINFÄLTIGE WORTE ANZUBIETEN
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+ Gleich jenem Bilderschnitzer, den ich heute Morgen sah, besorgt und still
+ Im klaren Lichte sich auf seine Arbeit bücken,
+ Heilige schnitzend für die Kanzel seines Dorfes: also will
+ In meine Seele ich die frommen Bilder drücken.
+ Er rief zu seiner armen Schnitzbank mich heran,
+ Sein hölzern Werk zu sehn, und lange stand ich so davor
+ Und sah den Löwenkopf zu Füßen von Sankt Markus und den Aar
+ Zu Füßen von Johannes und Sankt Lukas in den Händen
+ Ein offnes Buch, darin die heiligen Regeln ständen.
+ Des Bildners Linke hatte übern Meißel sich gestreckt,
+ Die Rechte, aufgehoben, hielt noch zaudernd einen Hammer ausgestreckt.
+ Draußen auf Schieferdächern tanzte Mittagsluft in blauen Lichtern,
+ Von welkenden Basilien stieg ein frommer Weihrauchduft empor
+ Zu all den plumpen Heiligen mit den eckigen Gesichtern.
+
+ Mein Gott, so schöne heilige Arbeit haben meine Hände nicht bestellt.
+ Du wolltest nicht, o Gott, daß ich zu dieser Welt
+ In armer Stube käme, nah dem Fenster, wo zur Nacht
+ Die Kerze tanzend vor den grünen Scheiben wacht.
+ Und wo vom frühen Morgen an die hellen Hobel gehn.
+ Mein Gott, wie gerne hätt' ich meine Heiligenbilder dir gebracht.
+ Und all die zarten Kinder, die am Heimweg von der Schule sie gesehn,
+ Ständen vor meinen weisen Königen entzückt,
+ Die Gold und Weihrauch spendeten und Elfenbein.
+ Und neben den drei Königen aus Morgenland
+ Schnitt ich ins Holz so wie aus Weihrauch eine Wolke ein,
+ Und hätte rings mein Bild mit Lilienkelchen ausgeschmückt,
+ Demütig schön wie Trinkgefäße, die ich in der Armen Stuben fand.
+
+ Mein Gott, da immer noch mein Herz sich quält und fragt,
+ Ob es in rechter Demut sich dir nahe,
+ Nimm diese schlicht einfältigen Worte von mir an
+ Statt eines Kanzelstuhls, darin die reine Magd
+ Von früh bis spät Fürsprach mir hätt' getan.
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+GEBET, DASS EIN KIND NICHT STERBE
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+ Mein Gott, erhalte seinen Eltern dieses zarte Kind,
+ Wie du wohl auch ein Kraut erhältst im bösen Wind.
+ Was macht es dir denn aus -- da doch die Mutter weint und fleht --,
+ Wenn es sogleich noch nicht zu dir hinübergeht
+ Als wie nach einem Spruch, der nicht zu ändern war?
+ Schenkst du ihm jetzt das Leben, wird es nächstes Jahr
+ Dir Rosen streun am sonnigen Fronleichnamstag!
+ Doch bist du ja allgütig. Und du bist es nicht,
+ Der Todesbläue ausgießt auf ein rosiges Gesicht,
+ Es wäre denn, du wolltest Heimatlosen eine Wohnstatt geben,
+ Wo bei den Müttern immerfort die Söhne leben.
+ Doch warum hier? Ach, da die Stunde schlägt,
+ Gedenke, Herr, vor diesem Kind, das sich zum Sterben legt,
+ Daß um die Mutter immer dir zu weilen ward gegeben.
+
+
+
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+MEIN NIEDRER FREUND . . .
+
+
+ Mein niedrer Freund, mein treuer Hund, nun littest du den Tod,
+ Vor dem du oft so wie vor einer bösen Wespe dich versteckt,
+ Die dich bis untern Tisch, wo du dich bargst, bedroht.
+ Dein Kopf, in dieser kurzen Trauerstunde, hat sich zu mir aufgereckt.
+
+ Alltäglicher Gefährte, Wesen benedeiter Art,
+ Du, den der Hunger stillt, sobald dein Herr ihn teilt,
+ Der mit Tobias und mit Raphael hinausgeeilt,
+ Da sie zusammen sich aufmachten auf die Pilgerfahrt.
+
+ Getreuer Knecht: du sollst mir hohes Beispiel sein.
+ Du, der an mir so wie an seinem Gott ein Heiliger hing.
+ All deine dunkle Klugheit, die wir nie begriffen, ging
+ Lebendig nun in einen fröhlich unschuldsvollen Himmel ein.
+
+ Soll mir dereinst, mein Gott, die Gnade werden,
+ Dich anzuschaun von Angesicht zu Angesicht am jüngsten Tag,
+ Gib, daß ein armer Hund ins Angesicht dem schauen mag,
+ Der immer schon sein Gott ihm war auf Erden.
+
+
+
+
+AMSTERDAM
+
+
+ Die Häuser, spitzgegiebelt, scheinen sich zu neigen,
+ Als wollten sie fallen. Masten vieler Schiffe, die dem Grau des Himmels sich vermischen,
+ Lehnen vornüber wie Gestrüpp von dürren Zweigen
+ Inmitten von grünem Laub, von Rot und rostigem Braun,
+ Von Kohlen, Widderfellen und gesalznen Fischen.
+
+ Robinson Crusoe hat einst durch Amsterdam den Weg genommen
+ (So glaub ich wenigstens), da er von seiner grünen
+ Schattigen Insel, wo die frischen Kokosnüsse blühten, heimgekommen.
+ Wie schlug das Herz ihm, da er plötzlich vor sich nah
+ Die mächtigen Türen mit den schweren Bronzeklöppeln sah! . . .
+
+ Schaute er voll Neugier in die Halbgeschosse, wo in Reihen
+ Die Schreiber sitzen, in ihr Rechnungsbuch versenkt?
+ Kam ihn die Sehnsucht an, zu weinen, da er an den Papageien
+ Dachte, den er so liebte, und den schweren Sonnenschirm,
+ Der auf der traurigen und gnadenreichen Insel oft ihm Schutz geschenkt?
+
+ Ach, deine Wege, Herr, so rief er aus, sind wunderbar!
+ Da all die Kisten mit den Tulpenmustern auf den Gassen
+ Sich vor ihm stauten. Doch sein Herz vom Glück der Wiederkehr beschwert,
+ Dachte der Ziege, die im Weinberg seiner Insel er allein zurückgelassen,
+ Und die vielleicht nun schon gestorben war.
+
+ Dies alles fiel mir ein vor den ungeheuren Frachten im Hafen,
+ Und ich sah im Geist die alten Juden, die an schwere Eisenwagen
+ Mit knochigen Fingern rühren, über denen grüne Ringe glänzen.
+ O sieh! Amsterdam will unter weißen Wimpern von Schnee entschlafen
+ In den Geruch von Nebel und von bitterer Kohle eingeschlagen.
+
+ Die gewölbten weißen Buden, wo zur Nacht die Lampe glimmt,
+ Und aus denen man den Ruf und das Pfeifen der schweren Frauen vernimmt,
+ Hingen gestern im Abend wie Früchte, wie große Kürbisschalen.
+ Man sah Plakate blau und rot und grün im Licht aufstrahlen.
+ Von gezuckertem Bier ein scharf prickelnder Duft
+ Lag mir auf der Zunge und war mir ins Gesicht gestiegen.
+
+ Und in den Judenvierteln, die rings voller Abfälle liegen,
+ Stand der Geruch von kalten rohen Fischen.
+ Auf dem klitschigen Pflaster lagen Orangenschalen umhergezerrt.
+
+ Ein aufgedunsener Kopf hielt weite Augen aufgesperrt.
+ Ein Arm, der Reden hielt, schwang Zwiebeln in der Luft.
+
+ Rebekka, du verkauftest an den schmalen Tischen
+ Schwitzendes Zuckerzeug, armselig hergerichtet . . .
+
+ Der Himmel strömte wie ein unsichtbares Meer
+ Wolken von Wellen in die starrenden Kanäle.
+ Stille lag auf der Handelsstadt und stieg, ein unsichtbarer Rauch,
+ Feierlich von den starken hohen Dächern her
+ Und Indien trat beim Anblick dieser Häuserreihn vor meine Seele.
+
+ Oh, und ich träumte, daß ich so ein Handelsherr einst war,
+ Von denen, die aus Amsterdam in jenen Tagen
+ Gen China segelten und vor ihrem Gehn
+ Die Hut des Hauses einem treuen Diener aufgetragen.
+ Ganz so wie Robinson hätt ich vor dem Notar
+ Die Vollmachtschrift umständlich mit der Unterschrift versehn.
+
+ Meine strenge Rechtlichkeit hätt' meinen Reichtum aufgebaut.
+ Mein Handel hätte geblüht so wie im Mondenschein
+ Ein Lichtstrahl, der am Schnabel meines runden Schiffes säße.
+ Die großen Herren von Bombay gingen bei mir aus und ein
+ Und hätten mit heißem Blick auf mein kräftig schönes Weib geschaut.
+
+ Ein Mohr mit goldnen Ringen, vom Mogul entsandt,
+ Käme zu handeln, lächelnd unter seinem Sonnenschirm!
+ Bei seinen wilden Geschichten hätte meiner schlanken Ältesten Herz gebebt,
+ Und zum Abschied hätte er ihr ein Gewand
+ Geschenkt, rubinenfarben, von Sklavenhänden gewebt.
+
+ Die Bilder meiner Lieben hätt' ich dann nachher
+ Bei einem armen geschickten Maler bestellt:
+ Mein Weib, mit hellen rosigen Wangen, schön und schwer,
+ Die Söhne, deren starke Jugend alle Welt
+ Entzückte und der Töchter Anmut, mannigfalt und rein.
+
+ Und also wär' ich heute, statt ich selbst zu sein,
+ Ein andrer und auf meinen Reisen im Vorübergehn
+ Hätt ich mir wohl das altehrwürdige Haus besehn,
+ Und meine Seele hätte träumend gebebt
+ Vor den schlichten Worten: Hier hat Francis Jammes gelebt.
+
+
+
+
+ICH WAR IN HAMBURG
+
+
+ »Ich war vier Monde in Hamburg, dann im Haag.
+ Ich nahm das Schiff nach London. Es lag
+ Am 10. Jänner 1705 im Hafen. In zehen Jahren
+ Und neun Monaten war ich nicht daheim. Zu einer größern Reise auszufahren,
+ Rüst ich mich nun . . mit meinen zweiundsiebenzig Jahren,
+ Nach einem Leben reich gesegnet mit Abenteuern und Gefahren.
+ Ich ward genug umhergeschüttelt und verschlagen,
+ Zu lernen, wie süß es ist, sein Leben in der Stille auszutragen.«
+
+ So steht's geschrieben auf dem letzten Blatt
+ Von Robinson Crusoes Geschichte. Ein Duft wie von Muskatsträuchern hat
+ Von seinem wunderbar geblümten Rock sich losgemacht.
+ Das ferne Gewitter, das wie eine alte Schiffskanone kracht,
+ Läßt Albions Veste erzittern. Und auf dem Bild, darauf mein Auge blickt,
+ Sieht man den alten Seehelden, wie er über der Bibel sinnt und Dankgebete zum Himmel schickt.
+ Mitten auf dem Tische das Fernrohr steht,
+ Mit dem er einst die Spur der nackten Füße erspäht
+ An die Wand gelehnt friedlich beieinander weilen
+ Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell und der Bogen mit den Pfeilen
+ Und die Axt zum Entern und das Seemannsschwert.
+ Hier das Medaillon von Freitag. Und nahe dabei,
+ Gegen die Karte der verlassenen Insel gekehrt,
+ Ein Strohkäfig mit einem sehr grünen Papagei.
+ Wie du, Robinson, hab ich Sturm und Gewitter ertragen,
+ Sah, wie du, über meinem Kopf das Meer zum Himmel aufschlagen
+ In bleigrauen Wellenbergen. So wühlte
+ Der Orkan meiner Liebe, der das Deck überspülte,
+ Und warf mich auf die Knie und höhnte. Crusoe, Crusoe, das Meer
+ Und die Liebe sind Geschwister von altersher
+ Und beide glühen aus dörrenden Sonnen Brand
+ Auf unser Herz und höhlen es aus gleich einer Muschel am Strand.
+ Und die Taue knirschen und singen wie die Fraun,
+ Und in unserm Blut ist diese schwarze See, die schwillt
+ Und uns mit dem bittern Rauschen ihrer Wasser füllt.
+
+ Alter englischer Freund! Du warst der klügere, traun!
+ Von uns beiden. Denn wo auch dein Fahrzeug Schiffbruch litt,
+ Immer hattest du sauber geschnürt dein Bündel mit:
+ In Juan Fernandez und am Cap
+ Der guten Hoffnung. Klug und sorglich. O, ich hab'
+ Sie lieb, diese nüchterne und praktische Poesie,
+ Und ich liebe, Crusoe, deine Witwe, die,
+ Während du in der Ferne weiltest, dein Hab und Gut verwahrt.
+
+ Nun darfst du, da sie all die Jahre für dich gespart,
+ Friedlich die Tage, die dir noch bleiben,
+ In dem lieben grauen Hause wohnen, das meine Verse zu Anfang beschreiben.
+ Nichts hast du auf deiner Insel vergessen, alles ist wie immer zur Stell':
+ Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell.
+ Was ich heimgebracht habe? -- so wirst du fragen, --
+ Von der wüsten Insel, von der mich das Schicksal zurückgetragen?
+ Nichts, keine Ankerboje, keinen Käfig für die Hühner, nicht ein einzig kleines Ding.
+ Still! Laß dir erzählen, wie es geschah, daß mich die Brandung fing.
+
+ Es war im sanften April, wo der Frühling wie ein Meer
+ Sich den Vögeln auftut, verwegnen Ceylonschwimmern,
+ Die nach Perlen tauchen, die aus weißblauen Luftabgründen schimmern:
+ Rotkehlchen, Amseln, Lerchen und Nachtigallen --
+ Man hörte, von den Gärten der kleinen Häuser her,
+ Wie das Herz des Flieders aufbrach über den roten Pfirsichkorallen.
+
+ Oh, ich habe nicht an jene andern Korallen gedacht,
+ Die einst die goldne Perusa und ihren Stolz zu Falle gebracht.
+
+ Die Liebe und der Himmel und die Erde lagen, so schien es, im Traum beisammen.
+ Selig wie eine Nacht der Nächte sank die Nacht.
+ Aber bald begann das Duften der Obstblüte brünstiger aufzuflammen.
+ Da hab ich, Robinson, alle Gefahren vergessen
+ Des vergangenen Lebens und habe vermessen
+ Und unbedacht des Spruchs der Alten, die in ihren Rahmen träumen,
+ Nur begierig, ein neues Geschwader in den Wellen aufschäumen
+ Zu sehen, den Kompaß meines liebetollen Herzens hinausgedreht
+ Nach einer Insel, die schwer und ernst wie der Tag in den Wassern steht.
+
+ Die Insel war verzaubert und war nichts als ein Weib.
+
+ Die Stimme ihrer Vögel machte mich ihr zu eigen.
+ Andere haben mich betört mit Feuer und Vulkan.
+ Oh, ich liebte, Crusoe, die Berge, die von Yucatan
+ Unterm Meer fortlaufen, bis sie in den Antillen wieder zum Licht aufsteigen.
+ Mein Geschlecht hat unter jenen Mädchen gelebt, die mit ihren Händen
+ Die Flammen im Busen bedecken und lange Abschiedsküsse senden.
+ Aber hier hat mich nicht das Feuer, hier hat mich der Schnee versehrt,
+ Oh, ein Schnee, den kein hungriger Blitz jemals verzehrt,
+ Schnee, dessen klare Augen die unbewegte Macht
+ Des Feuers spiegeln, das ein Hirt im Winter mitten zwischen dem Eis entfacht.
+ O Crusoe, dies ist die Insel der wildesten Schrecken,
+ Denn mit ihrer Kälte weiß sie die Flammen in deinem Busen zu wecken.
+
+ Wie es geschah, daß ich dennoch heil die Flucht genommen?
+ O Freund, Virgil allein verstünde hier zu entkommen.
+ Denn der ganze große Ozean hält nicht so fest
+ Wie die eine sanfte Welle, die mich umschlang und nicht von sich läßt.
+ Jetzt denk ich wie du, mein Crusoe,
+ Daß es gut ist, in seinem Zimmer zu träumen!
+ Mein Kaffeekessel summt mir wie ein englischer Roman im Ohr.
+ Ich habe Liebesbriefe, die singen mir ihre Sehnsucht vor --
+ So hat dir, Crusoe, der große Ozean gesungen,
+ In dessen Reich deine herrliche Seele gedrungen.
+ Werd ich eines Tages wieder hinausziehn? Wer will es sagen?
+ Und dennoch sehn ich mich so, noch einmal die Arme zu schlagen
+ Um jene weiße Boje Weib und auf erregten Meeren
+ Inmitten hoher Wellen lachend wiederzukehren.
+ Alle Vögel dieses Märzmondes laden mich zur Liebe ein.
+ Heut' Morgen, beim Erwachen, da sie die neuen Weisen probten, drang ihre Stimme zu mir herein.
+ Ein Sperling sprach mir lange zu. Was soll ich tun?
+ O kleine Vögel ihr, Rotkehlchen meiner Seele, euerm Sang
+ Kann ich nicht folgen . . . oder, ach! mir ist zu folgen bang.
+ Die Sträucher sind zu grün. Ich würde eure Lust beengen . . .
+ Erst müssen Schatten sich über die Wälder hängen.
+
+
+
+
+DIE KIRCHE, MIT BLÄTTERN GESCHMÜCKT
+
+
+ Der Dichter ist in seiner Seele Wald allein.
+ Sein Herz ist matt vom langen Weg und schwer von Harme.
+ Er wartet, ach vergebens! unter der Lianen Spiegelschein
+ Und blauen Balsamblumen auf den guten Samariter, der sich sein erbarme.
+
+ Er fleht zu Gott. Der schweigt. Da hält sein Jammer sich nicht mehr.
+ Schmerz lastet auf ihm wie Gewitterschlag so schwer.
+ »Gib Antwort, Herr, was hat dein Wille über mich erkannt?
+ Aus deiner Freude selbst bin ich verbannt.
+ Wie ausgedörrt leb' ich in meinem großen Leid.
+ O kehre wieder! Gib mir doch die Munterkeit
+ Des Vogels, der sich singend dort im Herzen dieses Sandbeerbaumes regt --
+ Was will dein Zürnen mir, daß es mich so in Stücke schlägt?«
+
+ »Ich pflüge deine Seele. Sei geduldig, Kind!
+ Du leidest, weil mein Herz mit dir gerecht zu sein mich heißt.
+ Laß mich in deiner Seele wohnen, immer . . . dann noch, wenn der Wind
+ Die letzten Rosen von den Sträuchern reißt.
+ Geh nicht von mir. O sieh, ich brauche dich und deine Qual.
+ O mein geliebter Sohn. Ich brauch' die Tränen die in deinen Augen stehn.
+ Ich brauche einen Vogel, mir zu singen überm Kreuzespfahl.
+ Rotkehlchen meiner Seele, willst du von mir gehn?«
+
+ »Mein Gott, auf deiner Stirne, die den Kranz von Dornen trägt,
+ Will ich dir singen durch dein langes Todesgraun.
+ Doch wenn die Schreckenskrone dann in Blüten schlägt,
+ Verstatte du, mein Gott, dem Vogel, dort sein Nest zu baun.«
+
+
+
+
+DIE TAUBE . . .
+
+
+ Die Taube, die den Zweig des Ölbaums hält,
+ Das ist die Jungfrau, die den Frieden bringt der Welt.
+ Das Osterlamm, das man zur Schwelle trägt,
+ Wird einst zum Lamme, das ans Kreuz man schlägt.
+ Nur Stück um Stück wird das Geheimnis offenbar.
+ Der brennende Busch ertönte, ehe Pfingsten war.
+ Vor Noahs Arche schwamm die Kirche auf der Wasserflut,
+ Und Noah schwamm darauf, eh Moses drüber hat geruht;
+ Moses war überm Wasser, ehedenn Sankt Peter war:
+ Von Stund zu Stunde reiner macht das Licht sich offenbar.
+
+
+
+
+
+
+DER JÜNGSTE TAG
+
+NEUE DICHTUNGEN
+
+Der Jüngste Tag stellt eine Sammlung von kleineren Werken jüngerer Dichter
+dar, die als charakteristisch für unsere Zeit und als zukunftweisend zu
+gelten haben.
+
+Im Jüngsten Tag erscheinen eine Anzahl Erstlingswerke, aber auch neue
+Dichtungen anerkannter Autoren sollen veröffentlicht werden. Die Dichtungen
+des »Jüngsten Tages« sind gleich weit entfernt von lebensfremder
+Literatenliteratur wie von populärem Kitsch. Aus diesen Werken soll das
+Lebens- und Weltgefühl unserer Zeit strömen, ihre Entzückungen, Schmerzen,
+Begeisterungen, Reizsamkeit und Kraft. Menschliche Gefühle werden in
+knapper Form ausgedrückt und sollen menschliche Gefühle erwecken.
+
+Da das charakteristischste und konzentriertste dichterische Ausdrucksmittel
+unserer Zeit sich in der Lyrik darstellt, so wird der Jüngste Tag
+vorwiegend lyrische Werke veröffentlichen, aber auch programmatische und
+bedeutsame kleine Prosaschriften sollen geboten werden. Nicht nur auf
+deutsche Dichter soll sich der Jüngste Tag beschränken, sondern auch
+ausländische Dichtungen sollen zeigen, dass es gewisse Elemente gibt, die
+der Dichtung aller Länder in unserer Zeit (wie in der bildenden Kunst)
+gemeinsam sind.
+
+Der Jüngste Tag wird, getreu dem Spiegel seines Wortes, versuchen, alles
+notwendige zu sammeln, das ihm aus der Stärke des Zeitlichen heraus, ewiges
+Dasein verspricht. Dies Unternehmen soll nicht mehr an der Gebundenheit von
+Zeitschriften leiden. So soll der Jüngste Tag mehr als ein Buch sein und
+weniger als eine Bücherei.
+
+Jeder Beitrag erscheint einzeln als gesondertes Heft zum Preise von 80
+Pfennig geheftet, M 1.50 gebunden.
+
+Der Jüngste Tag wird auch im Abonnement geliefert und zwar als Serien von
+je 6 Heften. Der Abonnements-Preis beträgt M 4.20 für die broschierte, M
+7.80 für die gebundene Ausgabe. Jede bessere Buchhandlung nimmt Abonnements
+entgegen. Für diejenigen, die die Hefte lieber in einem gebundenen Bande
+vereinen wollen, wird eine Einbanddecke zum Preise von M 1.50 für jede
+Serie geliefert.
+
+KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
+
+_Im Sommer 1913 erschienen:_
+
+FRANZ WERFEL: Die Versuchung · Ein Gespräch
+
+WALTER HASENCLEVER: Das unendliche Gespräch · Eine nächtliche Szene
+
+FRANZ KAFKA: Der Heizer · Eine Erzählung
+
+FERDINAND HARDEKOPF: Der Abend · Ein Dialog
+
+EMMY HENNINGS: Die letzte Freude · Gedichte
+
+CARL EHRENSTEIN: Klagen eines Knaben · Skizzen
+
+_Im Herbst 1913 folgten:_
+
+GEORG TRAKL: Gedichte (Doppelheft)
+
+FRANCIS JAMMES: Die Gebete der Demut · Gedichte
+
+MAURICE BARRÈS: Der Mord an der Jungfrau
+
+BERTHOLD VIERTEL: Die Spur · Gedichte
+
+OTTOKAR BREZINA: Hymnen
+
+_Eine Bestellkarte liegt bei!_
+
+KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
+
+_Pressestimmen über die sechs ersten Hefte des »JÜNGSTEN TAGES«_
+
+_Professor Witkowski:_ »Ein neues verheißungsvolles Unternehmen. Der
+Gesamteindruck ist der einer kultivierten, nach starkem Leben verlangenden
+Dichterjugend.«
+
+_Zeitschrift für Bücherfreunde:_ ». . . am höchsten steht das Gespräch »Die
+Versuchung« von Franz Werfel. Der Dichter zwischen Satan und Erzengel, ein
+nach außen gestelltes Innenbild der kämpfenden Wonnen, der Versuchungen und
+der seligen Erkenntnisse des Dichters von heute. Das ist wirklich >Jüngster
+Tag< . . .«
+
+_Die neue Rundschau:_ »Die Unmittelbarkeit, mit der Kafka statt der
+Realität die ihm eigentümliche Formsprache setzt, macht ihn der
+expressionistischen Richtung heutiger Malerei verwandt. Als er seine neue
+Novelle »Der Heizer« schrieb, die in Amerika spielt, wollte er nichts von
+Amerika hören, obwohl er nie dort gewesen ist. Er schrieb das Amerika
+seines Kopfes, in dem die Freiheitsstatue keine Fackel, sondern ein Schwert
+trägt, weil dies besser in den Satz paßt. -- Ich glaube, Walser hätte es
+ebenso gemacht.«
+
+_Berliner Börsen-Courier:_ ». . . So schafft der Dichter Carl Ehrenstein
+eine beziehungsreiche, an Klängen schon entzündete Kunst der bis zum
+Paradoxen verwickelten Urschmerzen. Seine Klagen werden hingesprochen wie
+Träume (immer denkt und glaubt man daran) zu erzählen sind. Und am Ende
+dieser wirklichen Gedichte in Prosa ist einem, als habe man eine weite
+Reise gemacht. Wir lieben dieses Buch . . . Es gibt Klänge, die das Herz
+zittern machen.«
+
+_Königsberger Hartungsche Zeitung:_ »Emmy Hennings schafft unmittelbar aus
+ihren seelischen Evolutionen heraus und das gibt ihren Versen jene
+faszinierende Unmittelbarkeit, der sich keiner entziehen kann. Ihr Vortrag
+ist still und ohne Prätention. Aber im Innern dieser leicht hingesagten
+Strophen fühlt man das Leben pulsen.«
+
+KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
+
+ARKADIA
+
+EIN JAHRBUCH FÜR DICHTKUNST
+
+HERAUSGEGEBEN VON MAX BROD
+
+BUCHAUSSTATTUNG VON E. R. WEISS
+
+Geheftet M 4.50 · Gebunden M 6.--
+
+INHALT:
+
+DRAMATISCHES: _Robert Walser_, Tobold / _Franz Werfel_, Das Opfer / _Franz
+Blei_, Der Mäcen. EPISCHES: _Franz Kafka_, Das Urteil / _Otto Stoessl_, Aus
+der Villa Obweger / _Moritz Heimann_, Ein Begräbnis im November / _Max
+Mell_, Jugendgeschichte Zeno Balderonis von Jeruditz / _Oskar Baum_, Der
+Antrag / _Willy Speier_, Christus in den Weizenfeldern / _Martin Beradt_,
+Der Neurastheniker / _Max Brod_, Notwehr / _Alfred Wolfenstein_, Dika /
+_Hans Janowitz_, Ein Ausbruch / _Hans Janowitz_, Szene der Erfüllung /
+_Kurt Tucholsky_, Kindertheater / _Heinrich Eduard Jacob_, Fremder Schläfer
+im Kupee / _Robert Walser_, Zwei Aufsätze: Rinaldini -- Lenau. LYRISCHES:
+_Franz Blei_, Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / _Robert Walser_,
+Handharfe am Tage / _Max Brod_, Vier Gedichte / _Heinrich Lautensack_,
+Beichte / _Otto Pick_, Gedichte / Franz Janowitz, Gedichte.
+
+KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
+
+GEORG HEYM
+
+_DER EWIGE TAG_
+
+Zweite Auflage
+
+Geheftet M 3.-- · Halbpergamentband M 4.--
+
+_Herbert Eulenberg in der B. Z. am Mittag:_ Es ist der bedeutendste unter
+den wenigen von unsern jungen Lyrikern, die überhaupt heute in Frage
+kommen. -- Er hat die empfindlichsten Nerven und Sinne, die ein Dichter
+haben muß.
+
+_Frankfurter Zeitung:_ Welch ein Anschauen, welche Leidenschaft bildlicher
+Gestaltung! Ewige Helligkeit, unbarmherziges Licht breitet er über jede
+Erscheinung der Wirklichkeit u. der Träume, über Leben u. Sterben,
+Schrecken und Beruhigung. Georg Heym war ein Dichter. Es gibt in der
+deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte.
+
+_UMBRA VITAE_
+
+_GEDICHTE AUS DEM NACHLASS_
+
+Zweite Auflage
+
+Geheftet M 3.-- · Halbpergamentband M 4.--
+
+_Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung:_ Bei all dem ganz Besonderen,
+dem schier Unerhörten, das er in den feinsten Gefühl- und
+Vorstellungsnüancen ausdrücken will, zeigt der rasch Gereifte eine
+ungewöhnliche Beherrschtheit der Ausdrucksmittel. Wir haben viel in Georg
+Heym, dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit.
+
+_DER DIEB_
+
+_EIN NOVELLENBUCH_
+
+Geheftet M 3.-- · Gebunden M 4.--
+
+_Leipziger Tageblatt:_ . . . Novellen, in denen auf engstem Raume alle Qual
+der Menschheit von der kindlichen Verzweiflung erster Enttäuschung bis zu
+Hunger, Entartung, Wahnsinn, Krankheit und Tod mit einer unheimlichen
+Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt
+erscheint.
+
+KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
+
+FRANZ WERFEL · WIR SIND
+
+_NEUE GEDICHTE_
+
+In vorzüglicher Ausstattung. Druck der Offizin W. Drugulin
+
+Geheftet M 3.-- · Gebunden M 4.50
+
+Vorzugsausgabe 15 numerierte, vom Autor signierte Exemplare auf schwerem
+Japanbütten in Ganzlederbd. M 35.--
+
+_Frankfurter Zeitung:_ . . . ein ganz großer Dichter, mit allem Ernste sei
+das gesagt.
+
+_Neue Rundschau:_ . . . Whitmans kosmische Liebe und Goethes unersättliche
+Lust zu fühlen hat sich Werfel durch das Recht der Wiedergeburt zu eigen
+gemacht.
+
+ELSE LASKER-SCHÜLER
+
+_GESICHTE. Essays u. and. Geschichten_
+
+Geheftet M 4.-- · Gebunden M 5.--
+
+INHALT:
+
+Sterndeuterei / Handschrift / Johann Hansen und Ingeborg Coldstrup /
+Künstler / In der Morgenfrühe / Elberfeld im dreihundertjährigen
+Jubiläumsschmuck / Arme Kinder reicher Leute / Am Kurfürstendamm / Die
+beiden weißen Bänke vom Kurfürstendamm / Die Odenwaldschule /
+Lasker-Schüler kontra B. und Genossen / Coranna / Die schwere Stunde /
+Peter Hille / Karl Kraus / Loos / Oskar Kokoschka / Peter Baum / Franz
+Werfel / S. Lublinski / Paul Leppin / Richard Dehmel / Max Brod / Alfred
+Kerr / Bei Guy de Maupassant / Albert Heine / Karl Vogt / Paul Lindau / Bei
+Julius Lieban / Friedrich von Schennis / Tilla Durieux / Paul Zech / Rudolf
+Blümner / William Wauer / Wauer-Walden via München und so weiter / Emmy
+Destinn / Franziska Schultz / Kete Parsenow / Ruth / Unser Café / Marie
+Böhm / Der Alpenkönig und der Menschenfeind / Egon Adler / Ein Amen / Wenn
+mein Herz gesund wär -- / Der Eisenbahnräuber / Im neopathetischen Kabarett
+/ Kabarett Nachtlicht, Wien / Apollotheater / Tigerin, Affe und Kuckuck /
+Im Zirkus / Zirkuspferde / Zirkus Busch.
+
+KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
+
+MAX DAUTHENDEY
+
+_RELIQUIEN_
+
+Gedichte -- Buchausstattung von E. R. WEISS
+
+Geheftet M 2.50 · Dritte Auflage · Gebunden M 4.--
+
+_Das Literarische Echo:_ Die »Reliquien« beweisen die ganze starke,
+eigenartige Begabung des Dichters, seine sinnliche, farbige Sprache, seine
+schöpferische Kraft. Reif und schön glänzt es, inbrünstige Liebeslieder und
+Gedichte von jenen unheimlichen, mystischen Stimmungen, die Rilke mit
+soviel prunkender Spielerei zu erzwingen sucht, die Dauthendey aber in
+großer, fast starrer Einfachheit zeichnet. Sein Hauptthema bleibt immer die
+Liebe und die Freude an der Schönheit der Welt; die Lebenslust ist die
+typische Eigenart seiner Schöpfungen.
+
+_SINGSANGBUCH_
+
+_LIEBESLIEDER_
+
+Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe / Zweite Auflage Einbandzeichnung von
+E. R. WEISS
+
+Geheftet M 2.-- · Gebunden M 3.50
+
+_Berliner Tageblatt:_ Hier könnte ich wirklich jedes Gedicht herausgreifen,
+um die Fülle eines schaffens-, liebes- und lebensfrohen Gemüts, einer
+unermüdlichen, unerschöpflichen Phantasie anzudeuten.
+
+_Ernst Lissauer:_ Da glänzt eine Heiterkeit, die an die lichte
+Liebenswürdigkeit fränkischer Landschaften mahnt, Weinduft ist darin.
+
+_DIE AMMENBALLADE_
+
+Acht Liebesabenteuer gedichtet von acht Ammen
+
+_NEUN PARISER MORITATEN_
+
+Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe
+
+Geheftet M 2.-- · Zweite Auflage · Gebunden M 3.50
+
+_Das Literarische Echo:_ Vorzügliche Karikaturen, grellbunte Spiegelbilder
+des Lebens auf einem ernsten dunklen Hintergrund.
+
+KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
+
+
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes
+
+*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40231 ***
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-The Project Gutenberg EBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-
-Title: Die Gebete der Demut
-
-Author: Francis Jammes
-
-Translator: Ernst Stadler
-
-Release Date: July 14, 2012 [EBook #40231]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GEBETE DER DEMUT ***
-
-
-
-
-Produced by Jens Sadowski
-
-
-
-
-
-
-
-
-FRANCIS JAMMES
-
-
-DIE GEBETE DER DEMUT
-
-
-ÜBERTRAGEN
-VON
-ERNST STADLER
-
-
-1913
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-
-Dies Buch wurde
-gedruckt im August 1913 als neunter
-Band der Bücherei »Der jüngste Tag« bei
-Poeschel & Trepte in Leipzig
-
-
-AUTORISIERTE ÜBERTRAGUNG
-COPYRIGHT BY KURT WOLFF VERLAG, LEIPZIG 1913
-
-
-
-
-
-
-GEBET ZUM GESTÄNDNIS DER UNWISSENHEIT
-
-
- Hernieder, steige hernieder in die Einfalt, die Gott will!
- Ich habe den Wespen zugesehen, die im Sand ihr Nest gebaut.
- Tu so wie sie, gebrechlich krankes Herz: sei still,
- Schaffe dein Tagwerk, das Gott deinen Händen anvertraut.
- Ich war voll Hoffart, die mein Leben falsch gemacht.
- Anders als alle andern meinte ich zu sein:
- Jetzt weiß ich, o mein Gott, daß nie ich anderes vollbracht
- Als jene Worte niederschreiben, die die Menschen sich erfanden,
- Seitdem zuerst im Paradies Adam und Eva aufgestanden
- Unter den Früchten, die im Lichte unermeßlich blühten.
- Und anders bin ich nicht als wie der ärmste Stein.
- Sieh hin, das Gras steht ruhig, und der Apfelbaum senkt schwer
- Bebürdet sich zur Erde, zitternd und in liebendem Verlangen --
- O nimm von meiner Seele, da so vieles Leiden über mich ergangen,
- Die falsche Schöpferhoffart, die noch immer in ihr liegt.
- Nichts weiß ich ja. Nichts bin ich. Und nichts will ich mehr
- Als bloß zuweilen sehen, wie ein Nest im Wind sich wiegt
- Auf einer rötlichen Pappel oder einen Bettler über helle Straßen hinken,
- Mühselig, an den Füßen Risse, die im Staube blutig blinken.
- Mein Gott, nimm von mir diese Hoffart, die mein Leben giftig macht.
- Gib, daß ich jenen Widdern ähnlich sei auf ihrer Weide,
- Die immer gleich, aus Herbstes Schwermut, demutsvoll gebückt,
- Zur Frühlingsfeier wandeln, die mit Grün den Anger schmückt,
- Gib, daß im Schreiben meine Hoffart sich bescheide:
- Daß endlich, endlich ich bekenne, daß mein Herz den Widerhall
- Nur tönt der ganzen Welt, und daß mein sanfter Vater mir
- Geduldig nur die Kinderregeln beigebracht.
- Der Ruhm ist eitel, Herr, und Geist und Schaffen leerer Schall --
- Du einzig hast sie ganz und gibst sie an die Menschen fort,
- Die aber schwatzen immer bloß dasselbe Wort
- Gleich einem Bienenschwarme, der durch sommerdunkle Zweige zieht.
- Gib, daß, wenn heute früh ich mich vom Pult erhebe,
- Ich jenen gleiche, die an diesem schönen Sonntag zu dir gehn
- Und in der armen weißen Kirche, vor dich hingekniet,
- Demütig lauter ihre Einfalt und Unwissenheit gestehn.
-
-
-
-
-GEBET, MIT DEN ESELN INS HIMMELREICH EINZUGEHN
-
-
- Wenn einst zu dir, mein Gott, der Ruf zu gehn mich heißt,
- Dann gib, daß feiertäglich rings das Land im Sommerstaube gleißt.
- Ich will nur so, wie ich getan hinieden,
- Einen Weg mir wählen und für mich in Frieden
- Ins Himmelreich hinwandeln, wo am hellen Tag die Sterne stehn.
- Ich greife meinen Stock und auf der großen Straße will ich fürbaß gehn
- Und zu den Eseln, meinen Freunden, sprech ich dies:
- »Hier, das ist Francis Jammes: der geht ins Paradies,
- Ins Land des lieben Gottes, wo es keine Hölle gibt,
- Kommt mit mir, sanfte Freunde, die ihr so die Himmelsbläue liebt,
- Arme geliebte Tiere, die mit einem kurzen Schlagen
- Des Ohrs die Fliegen und die Prügel und die Bienen von sich jagen.«
-
- Dann will inmitten dieser Tiere ich mich vor dir zeigen,
- Die ich so liebe, weil den Kopf so sänftiglich sie neigen
- Und ihre kleinen Füße aneinanderstemmen, wenn sie stille stehn,
- Recht voller Sanftmut, daß es rührend ist, sie anzusehn.
- So tret ich vor dich hin in dieser tausend Ohren Zug,
- Gefolgt von solchen, denen einst der Korb um ihre Lenden schlug,
- Und denen, die im Joch der Gauklerkarren gingen,
- Und vor geputzten Wagen, die voll Flittergold und Federn hingen,
- Und solchen, über deren Leib verbeulte Kannen schwankten,
- Und trächtigen Eselinnen schwer wie Schläuche, die zerbrochnen Schrittes wankten,
- Und denen, über deren Bein man kleine Hosen streift,
- Die Fliegen abzuwehren, deren Schwarm vom Blute trunken sie umschweift
- Und ihrem Leib die blauen, sickernd offnen Male läßt --
-
- Laß mich, mein Gott, mit diesen Eseln zu dir schreiten,
- Gib, daß einträchtiglich die Engel uns geleiten
- Zu den umbuschten Bächen, wo im Winde zitternd Kirschen hangen,
- So glatt und hell wie Haut auf jungen Mädchenwangen,
- Und gib, daß ich in jenem Seelenreiche,
- Zu deinen Wassern hingebeugt, den Eseln gleiche,
- Die alle sanfte, arme Demut ihres Gangs auf Erden
- Im lautern Quell der ewigen Liebe spiegeln werden.
-
-
-
-
-GEBET, UM GOTT EINFÄLTIGE WORTE ANZUBIETEN
-
-
- Gleich jenem Bilderschnitzer, den ich heute Morgen sah, besorgt und still
- Im klaren Lichte sich auf seine Arbeit bücken,
- Heilige schnitzend für die Kanzel seines Dorfes: also will
- In meine Seele ich die frommen Bilder drücken.
- Er rief zu seiner armen Schnitzbank mich heran,
- Sein hölzern Werk zu sehn, und lange stand ich so davor
- Und sah den Löwenkopf zu Füßen von Sankt Markus und den Aar
- Zu Füßen von Johannes und Sankt Lukas in den Händen
- Ein offnes Buch, darin die heiligen Regeln ständen.
- Des Bildners Linke hatte übern Meißel sich gestreckt,
- Die Rechte, aufgehoben, hielt noch zaudernd einen Hammer ausgestreckt.
- Draußen auf Schieferdächern tanzte Mittagsluft in blauen Lichtern,
- Von welkenden Basilien stieg ein frommer Weihrauchduft empor
- Zu all den plumpen Heiligen mit den eckigen Gesichtern.
-
- Mein Gott, so schöne heilige Arbeit haben meine Hände nicht bestellt.
- Du wolltest nicht, o Gott, daß ich zu dieser Welt
- In armer Stube käme, nah dem Fenster, wo zur Nacht
- Die Kerze tanzend vor den grünen Scheiben wacht.
- Und wo vom frühen Morgen an die hellen Hobel gehn.
- Mein Gott, wie gerne hätt' ich meine Heiligenbilder dir gebracht.
- Und all die zarten Kinder, die am Heimweg von der Schule sie gesehn,
- Ständen vor meinen weisen Königen entzückt,
- Die Gold und Weihrauch spendeten und Elfenbein.
- Und neben den drei Königen aus Morgenland
- Schnitt ich ins Holz so wie aus Weihrauch eine Wolke ein,
- Und hätte rings mein Bild mit Lilienkelchen ausgeschmückt,
- Demütig schön wie Trinkgefäße, die ich in der Armen Stuben fand.
-
- Mein Gott, da immer noch mein Herz sich quält und fragt,
- Ob es in rechter Demut sich dir nahe,
- Nimm diese schlicht einfältigen Worte von mir an
- Statt eines Kanzelstuhls, darin die reine Magd
- Von früh bis spät Fürsprach mir hätt' getan.
-
-
-
-
-GEBET, DASS EIN KIND NICHT STERBE
-
-
- Mein Gott, erhalte seinen Eltern dieses zarte Kind,
- Wie du wohl auch ein Kraut erhältst im bösen Wind.
- Was macht es dir denn aus -- da doch die Mutter weint und fleht --,
- Wenn es sogleich noch nicht zu dir hinübergeht
- Als wie nach einem Spruch, der nicht zu ändern war?
- Schenkst du ihm jetzt das Leben, wird es nächstes Jahr
- Dir Rosen streun am sonnigen Fronleichnamstag!
- Doch bist du ja allgütig. Und du bist es nicht,
- Der Todesbläue ausgießt auf ein rosiges Gesicht,
- Es wäre denn, du wolltest Heimatlosen eine Wohnstatt geben,
- Wo bei den Müttern immerfort die Söhne leben.
- Doch warum hier? Ach, da die Stunde schlägt,
- Gedenke, Herr, vor diesem Kind, das sich zum Sterben legt,
- Daß um die Mutter immer dir zu weilen ward gegeben.
-
-
-
-
-MEIN NIEDRER FREUND . . .
-
-
- Mein niedrer Freund, mein treuer Hund, nun littest du den Tod,
- Vor dem du oft so wie vor einer bösen Wespe dich versteckt,
- Die dich bis untern Tisch, wo du dich bargst, bedroht.
- Dein Kopf, in dieser kurzen Trauerstunde, hat sich zu mir aufgereckt.
-
- Alltäglicher Gefährte, Wesen benedeiter Art,
- Du, den der Hunger stillt, sobald dein Herr ihn teilt,
- Der mit Tobias und mit Raphael hinausgeeilt,
- Da sie zusammen sich aufmachten auf die Pilgerfahrt.
-
- Getreuer Knecht: du sollst mir hohes Beispiel sein.
- Du, der an mir so wie an seinem Gott ein Heiliger hing.
- All deine dunkle Klugheit, die wir nie begriffen, ging
- Lebendig nun in einen fröhlich unschuldsvollen Himmel ein.
-
- Soll mir dereinst, mein Gott, die Gnade werden,
- Dich anzuschaun von Angesicht zu Angesicht am jüngsten Tag,
- Gib, daß ein armer Hund ins Angesicht dem schauen mag,
- Der immer schon sein Gott ihm war auf Erden.
-
-
-
-
-AMSTERDAM
-
-
- Die Häuser, spitzgegiebelt, scheinen sich zu neigen,
- Als wollten sie fallen. Masten vieler Schiffe, die dem Grau des Himmels sich vermischen,
- Lehnen vornüber wie Gestrüpp von dürren Zweigen
- Inmitten von grünem Laub, von Rot und rostigem Braun,
- Von Kohlen, Widderfellen und gesalznen Fischen.
-
- Robinson Crusoe hat einst durch Amsterdam den Weg genommen
- (So glaub ich wenigstens), da er von seiner grünen
- Schattigen Insel, wo die frischen Kokosnüsse blühten, heimgekommen.
- Wie schlug das Herz ihm, da er plötzlich vor sich nah
- Die mächtigen Türen mit den schweren Bronzeklöppeln sah! . . .
-
- Schaute er voll Neugier in die Halbgeschosse, wo in Reihen
- Die Schreiber sitzen, in ihr Rechnungsbuch versenkt?
- Kam ihn die Sehnsucht an, zu weinen, da er an den Papageien
- Dachte, den er so liebte, und den schweren Sonnenschirm,
- Der auf der traurigen und gnadenreichen Insel oft ihm Schutz geschenkt?
-
- Ach, deine Wege, Herr, so rief er aus, sind wunderbar!
- Da all die Kisten mit den Tulpenmustern auf den Gassen
- Sich vor ihm stauten. Doch sein Herz vom Glück der Wiederkehr beschwert,
- Dachte der Ziege, die im Weinberg seiner Insel er allein zurückgelassen,
- Und die vielleicht nun schon gestorben war.
-
- Dies alles fiel mir ein vor den ungeheuren Frachten im Hafen,
- Und ich sah im Geist die alten Juden, die an schwere Eisenwagen
- Mit knochigen Fingern rühren, über denen grüne Ringe glänzen.
- O sieh! Amsterdam will unter weißen Wimpern von Schnee entschlafen
- In den Geruch von Nebel und von bitterer Kohle eingeschlagen.
-
- Die gewölbten weißen Buden, wo zur Nacht die Lampe glimmt,
- Und aus denen man den Ruf und das Pfeifen der schweren Frauen vernimmt,
- Hingen gestern im Abend wie Früchte, wie große Kürbisschalen.
- Man sah Plakate blau und rot und grün im Licht aufstrahlen.
- Von gezuckertem Bier ein scharf prickelnder Duft
- Lag mir auf der Zunge und war mir ins Gesicht gestiegen.
-
- Und in den Judenvierteln, die rings voller Abfälle liegen,
- Stand der Geruch von kalten rohen Fischen.
- Auf dem klitschigen Pflaster lagen Orangenschalen umhergezerrt.
-
- Ein aufgedunsener Kopf hielt weite Augen aufgesperrt.
- Ein Arm, der Reden hielt, schwang Zwiebeln in der Luft.
-
- Rebekka, du verkauftest an den schmalen Tischen
- Schwitzendes Zuckerzeug, armselig hergerichtet . . .
-
- Der Himmel strömte wie ein unsichtbares Meer
- Wolken von Wellen in die starrenden Kanäle.
- Stille lag auf der Handelsstadt und stieg, ein unsichtbarer Rauch,
- Feierlich von den starken hohen Dächern her
- Und Indien trat beim Anblick dieser Häuserreihn vor meine Seele.
-
- Oh, und ich träumte, daß ich so ein Handelsherr einst war,
- Von denen, die aus Amsterdam in jenen Tagen
- Gen China segelten und vor ihrem Gehn
- Die Hut des Hauses einem treuen Diener aufgetragen.
- Ganz so wie Robinson hätt ich vor dem Notar
- Die Vollmachtschrift umständlich mit der Unterschrift versehn.
-
- Meine strenge Rechtlichkeit hätt' meinen Reichtum aufgebaut.
- Mein Handel hätte geblüht so wie im Mondenschein
- Ein Lichtstrahl, der am Schnabel meines runden Schiffes säße.
- Die großen Herren von Bombay gingen bei mir aus und ein
- Und hätten mit heißem Blick auf mein kräftig schönes Weib geschaut.
-
- Ein Mohr mit goldnen Ringen, vom Mogul entsandt,
- Käme zu handeln, lächelnd unter seinem Sonnenschirm!
- Bei seinen wilden Geschichten hätte meiner schlanken Ältesten Herz gebebt,
- Und zum Abschied hätte er ihr ein Gewand
- Geschenkt, rubinenfarben, von Sklavenhänden gewebt.
-
- Die Bilder meiner Lieben hätt' ich dann nachher
- Bei einem armen geschickten Maler bestellt:
- Mein Weib, mit hellen rosigen Wangen, schön und schwer,
- Die Söhne, deren starke Jugend alle Welt
- Entzückte und der Töchter Anmut, mannigfalt und rein.
-
- Und also wär' ich heute, statt ich selbst zu sein,
- Ein andrer und auf meinen Reisen im Vorübergehn
- Hätt ich mir wohl das altehrwürdige Haus besehn,
- Und meine Seele hätte träumend gebebt
- Vor den schlichten Worten: Hier hat Francis Jammes gelebt.
-
-
-
-
-ICH WAR IN HAMBURG
-
-
- »Ich war vier Monde in Hamburg, dann im Haag.
- Ich nahm das Schiff nach London. Es lag
- Am 10. Jänner 1705 im Hafen. In zehen Jahren
- Und neun Monaten war ich nicht daheim. Zu einer größern Reise auszufahren,
- Rüst ich mich nun . . mit meinen zweiundsiebenzig Jahren,
- Nach einem Leben reich gesegnet mit Abenteuern und Gefahren.
- Ich ward genug umhergeschüttelt und verschlagen,
- Zu lernen, wie süß es ist, sein Leben in der Stille auszutragen.«
-
- So steht's geschrieben auf dem letzten Blatt
- Von Robinson Crusoes Geschichte. Ein Duft wie von Muskatsträuchern hat
- Von seinem wunderbar geblümten Rock sich losgemacht.
- Das ferne Gewitter, das wie eine alte Schiffskanone kracht,
- Läßt Albions Veste erzittern. Und auf dem Bild, darauf mein Auge blickt,
- Sieht man den alten Seehelden, wie er über der Bibel sinnt und Dankgebete zum Himmel schickt.
- Mitten auf dem Tische das Fernrohr steht,
- Mit dem er einst die Spur der nackten Füße erspäht
- An die Wand gelehnt friedlich beieinander weilen
- Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell und der Bogen mit den Pfeilen
- Und die Axt zum Entern und das Seemannsschwert.
- Hier das Medaillon von Freitag. Und nahe dabei,
- Gegen die Karte der verlassenen Insel gekehrt,
- Ein Strohkäfig mit einem sehr grünen Papagei.
- Wie du, Robinson, hab ich Sturm und Gewitter ertragen,
- Sah, wie du, über meinem Kopf das Meer zum Himmel aufschlagen
- In bleigrauen Wellenbergen. So wühlte
- Der Orkan meiner Liebe, der das Deck überspülte,
- Und warf mich auf die Knie und höhnte. Crusoe, Crusoe, das Meer
- Und die Liebe sind Geschwister von altersher
- Und beide glühen aus dörrenden Sonnen Brand
- Auf unser Herz und höhlen es aus gleich einer Muschel am Strand.
- Und die Taue knirschen und singen wie die Fraun,
- Und in unserm Blut ist diese schwarze See, die schwillt
- Und uns mit dem bittern Rauschen ihrer Wasser füllt.
-
- Alter englischer Freund! Du warst der klügere, traun!
- Von uns beiden. Denn wo auch dein Fahrzeug Schiffbruch litt,
- Immer hattest du sauber geschnürt dein Bündel mit:
- In Juan Fernandez und am Cap
- Der guten Hoffnung. Klug und sorglich. O, ich hab'
- Sie lieb, diese nüchterne und praktische Poesie,
- Und ich liebe, Crusoe, deine Witwe, die,
- Während du in der Ferne weiltest, dein Hab und Gut verwahrt.
-
- Nun darfst du, da sie all die Jahre für dich gespart,
- Friedlich die Tage, die dir noch bleiben,
- In dem lieben grauen Hause wohnen, das meine Verse zu Anfang beschreiben.
- Nichts hast du auf deiner Insel vergessen, alles ist wie immer zur Stell':
- Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell.
- Was ich heimgebracht habe? -- so wirst du fragen, --
- Von der wüsten Insel, von der mich das Schicksal zurückgetragen?
- Nichts, keine Ankerboje, keinen Käfig für die Hühner, nicht ein einzig kleines Ding.
- Still! Laß dir erzählen, wie es geschah, daß mich die Brandung fing.
-
- Es war im sanften April, wo der Frühling wie ein Meer
- Sich den Vögeln auftut, verwegnen Ceylonschwimmern,
- Die nach Perlen tauchen, die aus weißblauen Luftabgründen schimmern:
- Rotkehlchen, Amseln, Lerchen und Nachtigallen --
- Man hörte, von den Gärten der kleinen Häuser her,
- Wie das Herz des Flieders aufbrach über den roten Pfirsichkorallen.
-
- Oh, ich habe nicht an jene andern Korallen gedacht,
- Die einst die goldne Perusa und ihren Stolz zu Falle gebracht.
-
- Die Liebe und der Himmel und die Erde lagen, so schien es, im Traum beisammen.
- Selig wie eine Nacht der Nächte sank die Nacht.
- Aber bald begann das Duften der Obstblüte brünstiger aufzuflammen.
- Da hab ich, Robinson, alle Gefahren vergessen
- Des vergangenen Lebens und habe vermessen
- Und unbedacht des Spruchs der Alten, die in ihren Rahmen träumen,
- Nur begierig, ein neues Geschwader in den Wellen aufschäumen
- Zu sehen, den Kompaß meines liebetollen Herzens hinausgedreht
- Nach einer Insel, die schwer und ernst wie der Tag in den Wassern steht.
-
- Die Insel war verzaubert und war nichts als ein Weib.
-
- Die Stimme ihrer Vögel machte mich ihr zu eigen.
- Andere haben mich betört mit Feuer und Vulkan.
- Oh, ich liebte, Crusoe, die Berge, die von Yucatan
- Unterm Meer fortlaufen, bis sie in den Antillen wieder zum Licht aufsteigen.
- Mein Geschlecht hat unter jenen Mädchen gelebt, die mit ihren Händen
- Die Flammen im Busen bedecken und lange Abschiedsküsse senden.
- Aber hier hat mich nicht das Feuer, hier hat mich der Schnee versehrt,
- Oh, ein Schnee, den kein hungriger Blitz jemals verzehrt,
- Schnee, dessen klare Augen die unbewegte Macht
- Des Feuers spiegeln, das ein Hirt im Winter mitten zwischen dem Eis entfacht.
- O Crusoe, dies ist die Insel der wildesten Schrecken,
- Denn mit ihrer Kälte weiß sie die Flammen in deinem Busen zu wecken.
-
- Wie es geschah, daß ich dennoch heil die Flucht genommen?
- O Freund, Virgil allein verstünde hier zu entkommen.
- Denn der ganze große Ozean hält nicht so fest
- Wie die eine sanfte Welle, die mich umschlang und nicht von sich läßt.
- Jetzt denk ich wie du, mein Crusoe,
- Daß es gut ist, in seinem Zimmer zu träumen!
- Mein Kaffeekessel summt mir wie ein englischer Roman im Ohr.
- Ich habe Liebesbriefe, die singen mir ihre Sehnsucht vor --
- So hat dir, Crusoe, der große Ozean gesungen,
- In dessen Reich deine herrliche Seele gedrungen.
- Werd ich eines Tages wieder hinausziehn? Wer will es sagen?
- Und dennoch sehn ich mich so, noch einmal die Arme zu schlagen
- Um jene weiße Boje Weib und auf erregten Meeren
- Inmitten hoher Wellen lachend wiederzukehren.
- Alle Vögel dieses Märzmondes laden mich zur Liebe ein.
- Heut' Morgen, beim Erwachen, da sie die neuen Weisen probten, drang ihre Stimme zu mir herein.
- Ein Sperling sprach mir lange zu. Was soll ich tun?
- O kleine Vögel ihr, Rotkehlchen meiner Seele, euerm Sang
- Kann ich nicht folgen . . . oder, ach! mir ist zu folgen bang.
- Die Sträucher sind zu grün. Ich würde eure Lust beengen . . .
- Erst müssen Schatten sich über die Wälder hängen.
-
-
-
-
-DIE KIRCHE, MIT BLÄTTERN GESCHMÜCKT
-
-
- Der Dichter ist in seiner Seele Wald allein.
- Sein Herz ist matt vom langen Weg und schwer von Harme.
- Er wartet, ach vergebens! unter der Lianen Spiegelschein
- Und blauen Balsamblumen auf den guten Samariter, der sich sein erbarme.
-
- Er fleht zu Gott. Der schweigt. Da hält sein Jammer sich nicht mehr.
- Schmerz lastet auf ihm wie Gewitterschlag so schwer.
- »Gib Antwort, Herr, was hat dein Wille über mich erkannt?
- Aus deiner Freude selbst bin ich verbannt.
- Wie ausgedörrt leb' ich in meinem großen Leid.
- O kehre wieder! Gib mir doch die Munterkeit
- Des Vogels, der sich singend dort im Herzen dieses Sandbeerbaumes regt --
- Was will dein Zürnen mir, daß es mich so in Stücke schlägt?«
-
- »Ich pflüge deine Seele. Sei geduldig, Kind!
- Du leidest, weil mein Herz mit dir gerecht zu sein mich heißt.
- Laß mich in deiner Seele wohnen, immer . . . dann noch, wenn der Wind
- Die letzten Rosen von den Sträuchern reißt.
- Geh nicht von mir. O sieh, ich brauche dich und deine Qual.
- O mein geliebter Sohn. Ich brauch' die Tränen die in deinen Augen stehn.
- Ich brauche einen Vogel, mir zu singen überm Kreuzespfahl.
- Rotkehlchen meiner Seele, willst du von mir gehn?«
-
- »Mein Gott, auf deiner Stirne, die den Kranz von Dornen trägt,
- Will ich dir singen durch dein langes Todesgraun.
- Doch wenn die Schreckenskrone dann in Blüten schlägt,
- Verstatte du, mein Gott, dem Vogel, dort sein Nest zu baun.«
-
-
-
-
-DIE TAUBE . . .
-
-
- Die Taube, die den Zweig des Ölbaums hält,
- Das ist die Jungfrau, die den Frieden bringt der Welt.
- Das Osterlamm, das man zur Schwelle trägt,
- Wird einst zum Lamme, das ans Kreuz man schlägt.
- Nur Stück um Stück wird das Geheimnis offenbar.
- Der brennende Busch ertönte, ehe Pfingsten war.
- Vor Noahs Arche schwamm die Kirche auf der Wasserflut,
- Und Noah schwamm darauf, eh Moses drüber hat geruht;
- Moses war überm Wasser, ehedenn Sankt Peter war:
- Von Stund zu Stunde reiner macht das Licht sich offenbar.
-
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-DER JÜNGSTE TAG
-
-NEUE DICHTUNGEN
-
-Der Jüngste Tag stellt eine Sammlung von kleineren Werken jüngerer Dichter
-dar, die als charakteristisch für unsere Zeit und als zukunftweisend zu
-gelten haben.
-
-Im Jüngsten Tag erscheinen eine Anzahl Erstlingswerke, aber auch neue
-Dichtungen anerkannter Autoren sollen veröffentlicht werden. Die Dichtungen
-des »Jüngsten Tages« sind gleich weit entfernt von lebensfremder
-Literatenliteratur wie von populärem Kitsch. Aus diesen Werken soll das
-Lebens- und Weltgefühl unserer Zeit strömen, ihre Entzückungen, Schmerzen,
-Begeisterungen, Reizsamkeit und Kraft. Menschliche Gefühle werden in
-knapper Form ausgedrückt und sollen menschliche Gefühle erwecken.
-
-Da das charakteristischste und konzentriertste dichterische Ausdrucksmittel
-unserer Zeit sich in der Lyrik darstellt, so wird der Jüngste Tag
-vorwiegend lyrische Werke veröffentlichen, aber auch programmatische und
-bedeutsame kleine Prosaschriften sollen geboten werden. Nicht nur auf
-deutsche Dichter soll sich der Jüngste Tag beschränken, sondern auch
-ausländische Dichtungen sollen zeigen, dass es gewisse Elemente gibt, die
-der Dichtung aller Länder in unserer Zeit (wie in der bildenden Kunst)
-gemeinsam sind.
-
-Der Jüngste Tag wird, getreu dem Spiegel seines Wortes, versuchen, alles
-notwendige zu sammeln, das ihm aus der Stärke des Zeitlichen heraus, ewiges
-Dasein verspricht. Dies Unternehmen soll nicht mehr an der Gebundenheit von
-Zeitschriften leiden. So soll der Jüngste Tag mehr als ein Buch sein und
-weniger als eine Bücherei.
-
-Jeder Beitrag erscheint einzeln als gesondertes Heft zum Preise von 80
-Pfennig geheftet, M 1.50 gebunden.
-
-Der Jüngste Tag wird auch im Abonnement geliefert und zwar als Serien von
-je 6 Heften. Der Abonnements-Preis beträgt M 4.20 für die broschierte, M
-7.80 für die gebundene Ausgabe. Jede bessere Buchhandlung nimmt Abonnements
-entgegen. Für diejenigen, die die Hefte lieber in einem gebundenen Bande
-vereinen wollen, wird eine Einbanddecke zum Preise von M 1.50 für jede
-Serie geliefert.
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-_Im Sommer 1913 erschienen:_
-
-FRANZ WERFEL: Die Versuchung · Ein Gespräch
-
-WALTER HASENCLEVER: Das unendliche Gespräch · Eine nächtliche Szene
-
-FRANZ KAFKA: Der Heizer · Eine Erzählung
-
-FERDINAND HARDEKOPF: Der Abend · Ein Dialog
-
-EMMY HENNINGS: Die letzte Freude · Gedichte
-
-CARL EHRENSTEIN: Klagen eines Knaben · Skizzen
-
-_Im Herbst 1913 folgten:_
-
-GEORG TRAKL: Gedichte (Doppelheft)
-
-FRANCIS JAMMES: Die Gebete der Demut · Gedichte
-
-MAURICE BARRÈS: Der Mord an der Jungfrau
-
-BERTHOLD VIERTEL: Die Spur · Gedichte
-
-OTTOKAR BREZINA: Hymnen
-
-_Eine Bestellkarte liegt bei!_
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-_Pressestimmen über die sechs ersten Hefte des »JÜNGSTEN TAGES«_
-
-_Professor Witkowski:_ »Ein neues verheißungsvolles Unternehmen. Der
-Gesamteindruck ist der einer kultivierten, nach starkem Leben verlangenden
-Dichterjugend.«
-
-_Zeitschrift für Bücherfreunde:_ ». . . am höchsten steht das Gespräch »Die
-Versuchung« von Franz Werfel. Der Dichter zwischen Satan und Erzengel, ein
-nach außen gestelltes Innenbild der kämpfenden Wonnen, der Versuchungen und
-der seligen Erkenntnisse des Dichters von heute. Das ist wirklich >Jüngster
-Tag< . . .«
-
-_Die neue Rundschau:_ »Die Unmittelbarkeit, mit der Kafka statt der
-Realität die ihm eigentümliche Formsprache setzt, macht ihn der
-expressionistischen Richtung heutiger Malerei verwandt. Als er seine neue
-Novelle »Der Heizer« schrieb, die in Amerika spielt, wollte er nichts von
-Amerika hören, obwohl er nie dort gewesen ist. Er schrieb das Amerika
-seines Kopfes, in dem die Freiheitsstatue keine Fackel, sondern ein Schwert
-trägt, weil dies besser in den Satz paßt. -- Ich glaube, Walser hätte es
-ebenso gemacht.«
-
-_Berliner Börsen-Courier:_ ». . . So schafft der Dichter Carl Ehrenstein
-eine beziehungsreiche, an Klängen schon entzündete Kunst der bis zum
-Paradoxen verwickelten Urschmerzen. Seine Klagen werden hingesprochen wie
-Träume (immer denkt und glaubt man daran) zu erzählen sind. Und am Ende
-dieser wirklichen Gedichte in Prosa ist einem, als habe man eine weite
-Reise gemacht. Wir lieben dieses Buch . . . Es gibt Klänge, die das Herz
-zittern machen.«
-
-_Königsberger Hartungsche Zeitung:_ »Emmy Hennings schafft unmittelbar aus
-ihren seelischen Evolutionen heraus und das gibt ihren Versen jene
-faszinierende Unmittelbarkeit, der sich keiner entziehen kann. Ihr Vortrag
-ist still und ohne Prätention. Aber im Innern dieser leicht hingesagten
-Strophen fühlt man das Leben pulsen.«
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-ARKADIA
-
-EIN JAHRBUCH FÜR DICHTKUNST
-
-HERAUSGEGEBEN VON MAX BROD
-
-BUCHAUSSTATTUNG VON E. R. WEISS
-
-Geheftet M 4.50 · Gebunden M 6.--
-
-INHALT:
-
-DRAMATISCHES: _Robert Walser_, Tobold / _Franz Werfel_, Das Opfer / _Franz
-Blei_, Der Mäcen. EPISCHES: _Franz Kafka_, Das Urteil / _Otto Stoessl_, Aus
-der Villa Obweger / _Moritz Heimann_, Ein Begräbnis im November / _Max
-Mell_, Jugendgeschichte Zeno Balderonis von Jeruditz / _Oskar Baum_, Der
-Antrag / _Willy Speier_, Christus in den Weizenfeldern / _Martin Beradt_,
-Der Neurastheniker / _Max Brod_, Notwehr / _Alfred Wolfenstein_, Dika /
-_Hans Janowitz_, Ein Ausbruch / _Hans Janowitz_, Szene der Erfüllung /
-_Kurt Tucholsky_, Kindertheater / _Heinrich Eduard Jacob_, Fremder Schläfer
-im Kupee / _Robert Walser_, Zwei Aufsätze: Rinaldini -- Lenau. LYRISCHES:
-_Franz Blei_, Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / _Robert Walser_,
-Handharfe am Tage / _Max Brod_, Vier Gedichte / _Heinrich Lautensack_,
-Beichte / _Otto Pick_, Gedichte / Franz Janowitz, Gedichte.
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-GEORG HEYM
-
-_DER EWIGE TAG_
-
-Zweite Auflage
-
-Geheftet M 3.-- · Halbpergamentband M 4.--
-
-_Herbert Eulenberg in der B. Z. am Mittag:_ Es ist der bedeutendste unter
-den wenigen von unsern jungen Lyrikern, die überhaupt heute in Frage
-kommen. -- Er hat die empfindlichsten Nerven und Sinne, die ein Dichter
-haben muß.
-
-_Frankfurter Zeitung:_ Welch ein Anschauen, welche Leidenschaft bildlicher
-Gestaltung! Ewige Helligkeit, unbarmherziges Licht breitet er über jede
-Erscheinung der Wirklichkeit u. der Träume, über Leben u. Sterben,
-Schrecken und Beruhigung. Georg Heym war ein Dichter. Es gibt in der
-deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte.
-
-_UMBRA VITAE_
-
-_GEDICHTE AUS DEM NACHLASS_
-
-Zweite Auflage
-
-Geheftet M 3.-- · Halbpergamentband M 4.--
-
-_Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung:_ Bei all dem ganz Besonderen,
-dem schier Unerhörten, das er in den feinsten Gefühl- und
-Vorstellungsnüancen ausdrücken will, zeigt der rasch Gereifte eine
-ungewöhnliche Beherrschtheit der Ausdrucksmittel. Wir haben viel in Georg
-Heym, dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit.
-
-_DER DIEB_
-
-_EIN NOVELLENBUCH_
-
-Geheftet M 3.-- · Gebunden M 4.--
-
-_Leipziger Tageblatt:_ . . . Novellen, in denen auf engstem Raume alle Qual
-der Menschheit von der kindlichen Verzweiflung erster Enttäuschung bis zu
-Hunger, Entartung, Wahnsinn, Krankheit und Tod mit einer unheimlichen
-Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt
-erscheint.
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-FRANZ WERFEL · WIR SIND
-
-_NEUE GEDICHTE_
-
-In vorzüglicher Ausstattung. Druck der Offizin W. Drugulin
-
-Geheftet M 3.-- · Gebunden M 4.50
-
-Vorzugsausgabe 15 numerierte, vom Autor signierte Exemplare auf schwerem
-Japanbütten in Ganzlederbd. M 35.--
-
-_Frankfurter Zeitung:_ . . . ein ganz großer Dichter, mit allem Ernste sei
-das gesagt.
-
-_Neue Rundschau:_ . . . Whitmans kosmische Liebe und Goethes unersättliche
-Lust zu fühlen hat sich Werfel durch das Recht der Wiedergeburt zu eigen
-gemacht.
-
-ELSE LASKER-SCHÜLER
-
-_GESICHTE. Essays u. and. Geschichten_
-
-Geheftet M 4.-- · Gebunden M 5.--
-
-INHALT:
-
-Sterndeuterei / Handschrift / Johann Hansen und Ingeborg Coldstrup /
-Künstler / In der Morgenfrühe / Elberfeld im dreihundertjährigen
-Jubiläumsschmuck / Arme Kinder reicher Leute / Am Kurfürstendamm / Die
-beiden weißen Bänke vom Kurfürstendamm / Die Odenwaldschule /
-Lasker-Schüler kontra B. und Genossen / Coranna / Die schwere Stunde /
-Peter Hille / Karl Kraus / Loos / Oskar Kokoschka / Peter Baum / Franz
-Werfel / S. Lublinski / Paul Leppin / Richard Dehmel / Max Brod / Alfred
-Kerr / Bei Guy de Maupassant / Albert Heine / Karl Vogt / Paul Lindau / Bei
-Julius Lieban / Friedrich von Schennis / Tilla Durieux / Paul Zech / Rudolf
-Blümner / William Wauer / Wauer-Walden via München und so weiter / Emmy
-Destinn / Franziska Schultz / Kete Parsenow / Ruth / Unser Café / Marie
-Böhm / Der Alpenkönig und der Menschenfeind / Egon Adler / Ein Amen / Wenn
-mein Herz gesund wär -- / Der Eisenbahnräuber / Im neopathetischen Kabarett
-/ Kabarett Nachtlicht, Wien / Apollotheater / Tigerin, Affe und Kuckuck /
-Im Zirkus / Zirkuspferde / Zirkus Busch.
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-MAX DAUTHENDEY
-
-_RELIQUIEN_
-
-Gedichte -- Buchausstattung von E. R. WEISS
-
-Geheftet M 2.50 · Dritte Auflage · Gebunden M 4.--
-
-_Das Literarische Echo:_ Die »Reliquien« beweisen die ganze starke,
-eigenartige Begabung des Dichters, seine sinnliche, farbige Sprache, seine
-schöpferische Kraft. Reif und schön glänzt es, inbrünstige Liebeslieder und
-Gedichte von jenen unheimlichen, mystischen Stimmungen, die Rilke mit
-soviel prunkender Spielerei zu erzwingen sucht, die Dauthendey aber in
-großer, fast starrer Einfachheit zeichnet. Sein Hauptthema bleibt immer die
-Liebe und die Freude an der Schönheit der Welt; die Lebenslust ist die
-typische Eigenart seiner Schöpfungen.
-
-_SINGSANGBUCH_
-
-_LIEBESLIEDER_
-
-Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe / Zweite Auflage Einbandzeichnung von
-E. R. WEISS
-
-Geheftet M 2.-- · Gebunden M 3.50
-
-_Berliner Tageblatt:_ Hier könnte ich wirklich jedes Gedicht herausgreifen,
-um die Fülle eines schaffens-, liebes- und lebensfrohen Gemüts, einer
-unermüdlichen, unerschöpflichen Phantasie anzudeuten.
-
-_Ernst Lissauer:_ Da glänzt eine Heiterkeit, die an die lichte
-Liebenswürdigkeit fränkischer Landschaften mahnt, Weinduft ist darin.
-
-_DIE AMMENBALLADE_
-
-Acht Liebesabenteuer gedichtet von acht Ammen
-
-_NEUN PARISER MORITATEN_
-
-Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe
-
-Geheftet M 2.-- · Zweite Auflage · Gebunden M 3.50
-
-_Das Literarische Echo:_ Vorzügliche Karikaturen, grellbunte Spiegelbilder
-des Lebens auf einem ernsten dunklen Hintergrund.
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-
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-
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-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GEBETE DER DEMUT ***
-
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-redistribution.
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-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
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-and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
-works. See paragraph 1.E below.
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-or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
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-809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
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@@ -2,7 +2,7 @@
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<title>The Project Gutenberg eBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes</title>
<!-- TITLE="Die Gebete der Demut" -->
<!-- AUTHOR="Francis Jammes" -->
@@ -109,42 +109,7 @@ hr.hr10 { margin-left:45%; width:10%; }
</head>
<body>
-
-
-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-
-Title: Die Gebete der Demut
-
-Author: Francis Jammes
-
-Translator: Ernst Stadler
-
-Release Date: July 14, 2012 [EBook #40231]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GEBETE DER DEMUT ***
-
-
-
-
-Produced by Jens Sadowski
-
-
-
-
-
-</pre>
+<div>*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40231 ***</div>
<div class="centerpic">
<img src="images/cover.jpg" alt="" />
@@ -153,7 +118,7 @@ Produced by Jens Sadowski
<h1 style="line-height:1em; font-weight:normal; margin-bottom:5em; page-break-before:always;">
<span style="font-size:0.7em; letter-spacing:0.1em;">FRANCIS JAMMES</span><br />
<span style="font-size:0.9em;">DIE GEBETE DER DEMUT</span><br />
-<span style="font-size:0.5em;">ÜBERTRAGEN<br />VON</span><br />
+<span style="font-size:0.5em;">ÜBERTRAGEN<br />VON</span><br />
<span style="font-size:0.7em; letter-spacing:0.2em;">ERNST STADLER</span>
</h1>
@@ -166,59 +131,59 @@ KURT WOLFF VERLAG &bull; LEIPZIG<br />
<p class="center" style="page-break-before:always; font-size:0.8em; margin-top:5em; margin-bottom:5em;">
Dies Buch wurde<br />
gedruckt im August 1913 als neunter<br />
-Band der Bücherei &bdquo;Der jüngste Tag&ldquo; bei<br />
+Band der Bücherei &bdquo;Der jüngste Tag&ldquo; bei<br />
Poeschel &amp; Trepte in Leipzig
</p>
<p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:5em;">
-AUTORISIERTE ÜBERTRAGUNG<br />
+AUTORISIERTE ÜBERTRAGUNG<br />
COPYRIGHT BY KURT WOLFF VERLAG, LEIPZIG 1913
</p>
<h2 class="chapter" id="ch-1">
<a id="page-5" class="pagenum" title="5"></a>
-GEBET ZUM GESTÄNDNIS DER UNWISSENHEIT</h2>
+GEBET ZUM GESTÄNDNIS DER UNWISSENHEIT</h2>
<div class="poem">
<p class="line">Hernieder, steige hernieder in die Einfalt, die Gott will!</p>
<p class="line">Ich habe den Wespen zugesehen, die im Sand ihr Nest gebaut.</p>
<p class="line">Tu so wie sie, gebrechlich krankes Herz: sei still,</p>
-<p class="line">Schaffe dein Tagwerk, das Gott deinen Händen anvertraut.</p>
+<p class="line">Schaffe dein Tagwerk, das Gott deinen Händen anvertraut.</p>
<p class="line">Ich war voll Hoffart, die mein Leben falsch gemacht.</p>
<p class="line">Anders als alle andern meinte ich zu sein:</p>
-<p class="line">Jetzt weiß ich, o mein Gott, daß nie ich anderes vollbracht</p>
+<p class="line">Jetzt weiß ich, o mein Gott, daß nie ich anderes vollbracht</p>
<p class="line">Als jene Worte niederschreiben, die die Menschen sich erfanden,</p>
<p class="line">Seitdem zuerst im Paradies Adam und Eva aufgestanden</p>
-<p class="line">Unter den Früchten, die im Lichte unermeßlich blühten.</p>
-<p class="line">Und anders bin ich nicht als wie der ärmste Stein.</p>
+<p class="line">Unter den Früchten, die im Lichte unermeßlich blühten.</p>
+<p class="line">Und anders bin ich nicht als wie der ärmste Stein.</p>
<p class="line">Sieh hin, das Gras steht ruhig, und der Apfelbaum senkt schwer</p>
-<p class="line">Bebürdet sich zur Erde, zitternd und in liebendem Verlangen &mdash;</p>
-<p class="line">O nimm von meiner Seele, da so vieles Leiden über mich ergangen,</p>
-<p class="line">Die falsche Schöpferhoffart, die noch immer in ihr liegt.</p>
-<p class="line">Nichts weiß ich ja. Nichts bin ich. Und nichts will ich mehr</p>
-<p class="line">Als bloß zuweilen sehen, wie ein Nest im Wind sich wiegt
+<p class="line">Bebürdet sich zur Erde, zitternd und in liebendem Verlangen &mdash;</p>
+<p class="line">O nimm von meiner Seele, da so vieles Leiden über mich ergangen,</p>
+<p class="line">Die falsche Schöpferhoffart, die noch immer in ihr liegt.</p>
+<p class="line">Nichts weiß ich ja. Nichts bin ich. Und nichts will ich mehr</p>
+<p class="line">Als bloß zuweilen sehen, wie ein Nest im Wind sich wiegt
</p>
<p class="line">
<a id="page-6" class="pagenum" title="6"></a>
-Auf einer rötlichen Pappel oder einen Bettler über helle Straßen hinken,</p>
-<p class="line">Mühselig, an den Füßen Risse, die im Staube blutig blinken.</p>
+Auf einer rötlichen Pappel oder einen Bettler über helle Straßen hinken,</p>
+<p class="line">Mühselig, an den Füßen Risse, die im Staube blutig blinken.</p>
<p class="line">Mein Gott, nimm von mir diese Hoffart, die mein Leben giftig macht.</p>
-<p class="line">Gib, daß ich jenen Widdern ähnlich sei auf ihrer Weide,</p>
-<p class="line">Die immer gleich, aus Herbstes Schwermut, demutsvoll gebückt,</p>
-<p class="line">Zur Frühlingsfeier wandeln, die mit Grün den Anger schmückt,</p>
-<p class="line">Gib, daß im Schreiben meine Hoffart sich bescheide:</p>
-<p class="line">Daß endlich, endlich ich bekenne, daß mein Herz den Widerhall</p>
-<p class="line">Nur tönt der ganzen Welt, und daß mein sanfter Vater mir</p>
+<p class="line">Gib, daß ich jenen Widdern ähnlich sei auf ihrer Weide,</p>
+<p class="line">Die immer gleich, aus Herbstes Schwermut, demutsvoll gebückt,</p>
+<p class="line">Zur Frühlingsfeier wandeln, die mit Grün den Anger schmückt,</p>
+<p class="line">Gib, daß im Schreiben meine Hoffart sich bescheide:</p>
+<p class="line">Daß endlich, endlich ich bekenne, daß mein Herz den Widerhall</p>
+<p class="line">Nur tönt der ganzen Welt, und daß mein sanfter Vater mir</p>
<p class="line">Geduldig nur die Kinderregeln beigebracht.</p>
<p class="line">Der Ruhm ist eitel, Herr, und Geist und Schaffen leerer Schall &mdash;</p>
<p class="line">Du einzig hast sie ganz und gibst sie an die Menschen fort,</p>
-<p class="line">Die aber schwatzen immer bloß dasselbe Wort</p>
+<p class="line">Die aber schwatzen immer bloß dasselbe Wort</p>
<p class="line">Gleich einem Bienenschwarme, der durch sommerdunkle Zweige zieht.</p>
-<p class="line">Gib, daß, wenn heute früh ich mich vom Pult erhebe,</p>
-<p class="line">Ich jenen gleiche, die an diesem schönen Sonntag zu dir gehn</p>
-<p class="line">Und in der armen weißen Kirche, vor dich hingekniet,</p>
-<p class="line">Demütig lauter ihre Einfalt und Unwissenheit gestehn.
+<p class="line">Gib, daß, wenn heute früh ich mich vom Pult erhebe,</p>
+<p class="line">Ich jenen gleiche, die an diesem schönen Sonntag zu dir gehn</p>
+<p class="line">Und in der armen weißen Kirche, vor dich hingekniet,</p>
+<p class="line">Demütig lauter ihre Einfalt und Unwissenheit gestehn.
</p>
</div>
@@ -227,25 +192,25 @@ Auf einer rötlichen Pappel oder einen Bettler über helle Straßen hinken,</p>
GEBET, MIT DEN ESELN INS HIMMELREICH EINZUGEHN</h2>
<div class="poem">
-<p class="line">Wenn einst zu dir, mein Gott, der Ruf zu gehn mich heißt,</p>
-<p class="line">Dann gib, daß feiertäglich rings das Land im Sommerstaube gleißt.</p>
+<p class="line">Wenn einst zu dir, mein Gott, der Ruf zu gehn mich heißt,</p>
+<p class="line">Dann gib, daß feiertäglich rings das Land im Sommerstaube gleißt.</p>
<p class="line">Ich will nur so, wie ich getan hinieden,</p>
-<p class="line">Einen Weg mir wählen und für mich in Frieden</p>
+<p class="line">Einen Weg mir wählen und für mich in Frieden</p>
<p class="line">Ins Himmelreich hinwandeln, wo am hellen Tag die Sterne stehn.</p>
-<p class="line">Ich greife meinen Stock und auf der großen Straße will ich fürbaß gehn</p>
+<p class="line">Ich greife meinen Stock und auf der großen Straße will ich fürbaß gehn</p>
<p class="line">Und zu den Eseln, meinen Freunden, sprech ich dies:</p>
<p class="line">&bdquo;Hier, das ist Francis Jammes: der geht ins Paradies,</p>
-<p class="line">Ins Land des lieben Gottes, wo es keine Hölle gibt,</p>
-<p class="line">Kommt mit mir, sanfte Freunde, die ihr so die Himmelsbläue liebt,</p>
+<p class="line">Ins Land des lieben Gottes, wo es keine Hölle gibt,</p>
+<p class="line">Kommt mit mir, sanfte Freunde, die ihr so die Himmelsbläue liebt,</p>
<p class="line">Arme geliebte Tiere, die mit einem kurzen Schlagen</p>
-<p class="line">Des Ohrs die Fliegen und die Prügel und die Bienen von sich jagen.&ldquo;</p>
+<p class="line">Des Ohrs die Fliegen und die Prügel und die Bienen von sich jagen.&ldquo;</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Dann will inmitten dieser Tiere ich mich vor dir zeigen,</p>
-<p class="line">Die ich so liebe, weil den Kopf so sänftiglich sie neigen</p>
-<p class="line">Und ihre kleinen Füße aneinanderstemmen, wenn sie stille stehn,</p>
-<p class="line">Recht voller Sanftmut, daß es rührend ist, sie anzusehn.</p>
+<p class="line">Die ich so liebe, weil den Kopf so sänftiglich sie neigen</p>
+<p class="line">Und ihre kleinen Füße aneinanderstemmen, wenn sie stille stehn,</p>
+<p class="line">Recht voller Sanftmut, daß es rührend ist, sie anzusehn.</p>
<p class="line">So tret ich vor dich hin in dieser tausend Ohren Zug,</p>
<p class="line">Gefolgt von solchen, denen einst der Korb um ihre Lenden schlug,</p>
<p class="line">Und denen, die im Joch der Gauklerkarren gingen,
@@ -253,19 +218,19 @@ GEBET, MIT DEN ESELN INS HIMMELREICH EINZUGEHN</h2>
<p class="line">
<a id="page-8" class="pagenum" title="8"></a>
Und vor geputzten Wagen, die voll Flittergold und Federn hingen,</p>
-<p class="line">Und solchen, über deren Leib verbeulte Kannen schwankten,</p>
-<p class="line">Und trächtigen Eselinnen schwer wie Schläuche, die zerbrochnen Schrittes wankten,</p>
-<p class="line">Und denen, über deren Bein man kleine Hosen streift,</p>
+<p class="line">Und solchen, über deren Leib verbeulte Kannen schwankten,</p>
+<p class="line">Und trächtigen Eselinnen schwer wie Schläuche, die zerbrochnen Schrittes wankten,</p>
+<p class="line">Und denen, über deren Bein man kleine Hosen streift,</p>
<p class="line">Die Fliegen abzuwehren, deren Schwarm vom Blute trunken sie umschweift</p>
-<p class="line">Und ihrem Leib die blauen, sickernd offnen Male läßt &mdash;</p>
+<p class="line">Und ihrem Leib die blauen, sickernd offnen Male läßt &mdash;</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Laß mich, mein Gott, mit diesen Eseln zu dir schreiten,</p>
-<p class="line">Gib, daß einträchtiglich die Engel uns geleiten</p>
-<p class="line">Zu den umbuschten Bächen, wo im Winde zitternd Kirschen hangen,</p>
-<p class="line">So glatt und hell wie Haut auf jungen Mädchenwangen,</p>
-<p class="line">Und gib, daß ich in jenem Seelenreiche,</p>
+<p class="line">Laß mich, mein Gott, mit diesen Eseln zu dir schreiten,</p>
+<p class="line">Gib, daß einträchtiglich die Engel uns geleiten</p>
+<p class="line">Zu den umbuschten Bächen, wo im Winde zitternd Kirschen hangen,</p>
+<p class="line">So glatt und hell wie Haut auf jungen Mädchenwangen,</p>
+<p class="line">Und gib, daß ich in jenem Seelenreiche,</p>
<p class="line">Zu deinen Wassern hingebeugt, den Eseln gleiche,</p>
<p class="line">Die alle sanfte, arme Demut ihres Gangs auf Erden</p>
<p class="line">Im lautern Quell der ewigen Liebe spiegeln werden.
@@ -274,50 +239,50 @@ Und vor geputzten Wagen, die voll Flittergold und Federn hingen,</p>
<h2 class="chapter" id="ch-3">
<a id="page-9" class="pagenum" title="9"></a>
-GEBET, UM GOTT EINFÄLTIGE WORTE ANZUBIETEN</h2>
+GEBET, UM GOTT EINFÄLTIGE WORTE ANZUBIETEN</h2>
<div class="poem">
<p class="line">Gleich jenem Bilderschnitzer, den ich heute Morgen sah, besorgt und still</p>
-<p class="line">Im klaren Lichte sich auf seine Arbeit bücken,</p>
-<p class="line">Heilige schnitzend für die Kanzel seines Dorfes: also will</p>
-<p class="line">In meine Seele ich die frommen Bilder drücken.</p>
+<p class="line">Im klaren Lichte sich auf seine Arbeit bücken,</p>
+<p class="line">Heilige schnitzend für die Kanzel seines Dorfes: also will</p>
+<p class="line">In meine Seele ich die frommen Bilder drücken.</p>
<p class="line">Er rief zu seiner armen Schnitzbank mich heran,</p>
-<p class="line">Sein hölzern Werk zu sehn, und lange stand ich so davor</p>
-<p class="line">Und sah den Löwenkopf zu Füßen von Sankt Markus und den Aar</p>
-<p class="line">Zu Füßen von Johannes und Sankt Lukas in den Händen</p>
-<p class="line">Ein offnes Buch, darin die heiligen Regeln ständen.</p>
-<p class="line">Des Bildners Linke hatte übern Meißel sich gestreckt,</p>
+<p class="line">Sein hölzern Werk zu sehn, und lange stand ich so davor</p>
+<p class="line">Und sah den Löwenkopf zu Füßen von Sankt Markus und den Aar</p>
+<p class="line">Zu Füßen von Johannes und Sankt Lukas in den Händen</p>
+<p class="line">Ein offnes Buch, darin die heiligen Regeln ständen.</p>
+<p class="line">Des Bildners Linke hatte übern Meißel sich gestreckt,</p>
<p class="line">Die Rechte, aufgehoben, hielt noch zaudernd einen Hammer ausgestreckt.</p>
-<p class="line">Draußen auf Schieferdächern tanzte Mittagsluft in blauen Lichtern,</p>
+<p class="line">Draußen auf Schieferdächern tanzte Mittagsluft in blauen Lichtern,</p>
<p class="line">Von welkenden Basilien stieg ein frommer Weihrauchduft empor</p>
<p class="line">Zu all den plumpen Heiligen mit den eckigen Gesichtern.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Mein Gott, so schöne heilige Arbeit haben meine Hände nicht bestellt.</p>
-<p class="line">Du wolltest nicht, o Gott, daß ich zu dieser Welt</p>
-<p class="line">In armer Stube käme, nah dem Fenster, wo zur Nacht</p>
-<p class="line">Die Kerze tanzend vor den grünen Scheiben wacht.
+<p class="line">Mein Gott, so schöne heilige Arbeit haben meine Hände nicht bestellt.</p>
+<p class="line">Du wolltest nicht, o Gott, daß ich zu dieser Welt</p>
+<p class="line">In armer Stube käme, nah dem Fenster, wo zur Nacht</p>
+<p class="line">Die Kerze tanzend vor den grünen Scheiben wacht.
</p>
<p class="line">
<a id="page-10" class="pagenum" title="10"></a>
-Und wo vom frühen Morgen an die hellen Hobel gehn.</p>
-<p class="line">Mein Gott, wie gerne hätt&rsquo; ich meine Heiligenbilder dir gebracht.</p>
+Und wo vom frühen Morgen an die hellen Hobel gehn.</p>
+<p class="line">Mein Gott, wie gerne hätt&rsquo; ich meine Heiligenbilder dir gebracht.</p>
<p class="line">Und all die zarten Kinder, die am Heimweg von der Schule sie gesehn,</p>
-<p class="line">Ständen vor meinen weisen Königen entzückt,</p>
+<p class="line">Ständen vor meinen weisen Königen entzückt,</p>
<p class="line">Die Gold und Weihrauch spendeten und Elfenbein.</p>
-<p class="line">Und neben den drei Königen aus Morgenland</p>
+<p class="line">Und neben den drei Königen aus Morgenland</p>
<p class="line">Schnitt ich ins Holz so wie aus Weihrauch eine Wolke ein,</p>
-<p class="line">Und hätte rings mein Bild mit Lilienkelchen ausgeschmückt,</p>
-<p class="line">Demütig schön wie Trinkgefäße, die ich in der Armen Stuben fand.</p>
+<p class="line">Und hätte rings mein Bild mit Lilienkelchen ausgeschmückt,</p>
+<p class="line">Demütig schön wie Trinkgefäße, die ich in der Armen Stuben fand.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Mein Gott, da immer noch mein Herz sich quält und fragt,</p>
+<p class="line">Mein Gott, da immer noch mein Herz sich quält und fragt,</p>
<p class="line">Ob es in rechter Demut sich dir nahe,</p>
-<p class="line">Nimm diese schlicht einfältigen Worte von mir an</p>
+<p class="line">Nimm diese schlicht einfältigen Worte von mir an</p>
<p class="line">Statt eines Kanzelstuhls, darin die reine Magd</p>
-<p class="line">Von früh bis spät Fürsprach mir hätt&rsquo; getan.
+<p class="line">Von früh bis spät Fürsprach mir hätt&rsquo; getan.
</p>
</div>
@@ -327,19 +292,19 @@ GEBET, DASS EIN KIND NICHT STERBE</h2>
<div class="poem">
<p class="line">Mein Gott, erhalte seinen Eltern dieses zarte Kind,</p>
-<p class="line">Wie du wohl auch ein Kraut erhältst im bösen Wind.</p>
+<p class="line">Wie du wohl auch ein Kraut erhältst im bösen Wind.</p>
<p class="line">Was macht es dir denn aus &mdash; da doch die Mutter weint und fleht &mdash;,</p>
-<p class="line">Wenn es sogleich noch nicht zu dir hinübergeht</p>
-<p class="line">Als wie nach einem Spruch, der nicht zu ändern war?</p>
-<p class="line">Schenkst du ihm jetzt das Leben, wird es nächstes Jahr</p>
+<p class="line">Wenn es sogleich noch nicht zu dir hinübergeht</p>
+<p class="line">Als wie nach einem Spruch, der nicht zu ändern war?</p>
+<p class="line">Schenkst du ihm jetzt das Leben, wird es nächstes Jahr</p>
<p class="line">Dir Rosen streun am sonnigen Fronleichnamstag!</p>
-<p class="line">Doch bist du ja allgütig. Und du bist es nicht,</p>
-<p class="line">Der Todesbläue ausgießt auf ein rosiges Gesicht,</p>
-<p class="line">Es wäre denn, du wolltest Heimatlosen eine Wohnstatt geben,</p>
-<p class="line">Wo bei den Müttern immerfort die Söhne leben.</p>
-<p class="line">Doch warum hier? Ach, da die Stunde schlägt,</p>
+<p class="line">Doch bist du ja allgütig. Und du bist es nicht,</p>
+<p class="line">Der Todesbläue ausgießt auf ein rosiges Gesicht,</p>
+<p class="line">Es wäre denn, du wolltest Heimatlosen eine Wohnstatt geben,</p>
+<p class="line">Wo bei den Müttern immerfort die Söhne leben.</p>
+<p class="line">Doch warum hier? Ach, da die Stunde schlägt,</p>
<p class="line">Gedenke, Herr, vor diesem Kind, das sich zum Sterben legt,</p>
-<p class="line">Daß um die Mutter immer dir zu weilen ward gegeben.
+<p class="line">Daß um die Mutter immer dir zu weilen ward gegeben.
</p>
</div>
@@ -349,13 +314,13 @@ MEIN NIEDRER FREUND .&nbsp;.&nbsp;.</h2>
<div class="poem">
<p class="line">Mein niedrer Freund, mein treuer Hund, nun littest du den Tod,</p>
-<p class="line">Vor dem du oft so wie vor einer bösen Wespe dich versteckt,</p>
+<p class="line">Vor dem du oft so wie vor einer bösen Wespe dich versteckt,</p>
<p class="line">Die dich bis untern Tisch, wo du dich bargst, bedroht.</p>
<p class="line">Dein Kopf, in dieser kurzen Trauerstunde, hat sich zu mir aufgereckt.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Alltäglicher Gefährte, Wesen benedeiter Art,</p>
+<p class="line">Alltäglicher Gefährte, Wesen benedeiter Art,</p>
<p class="line">Du, den der Hunger stillt, sobald dein Herr ihn teilt,</p>
<p class="line">Der mit Tobias und mit Raphael hinausgeeilt,</p>
<p class="line">Da sie zusammen sich aufmachten auf die Pilgerfahrt.</p>
@@ -365,13 +330,13 @@ MEIN NIEDRER FREUND .&nbsp;.&nbsp;.</h2>
<p class="line">Getreuer Knecht: du sollst mir hohes Beispiel sein.</p>
<p class="line">Du, der an mir so wie an seinem Gott ein Heiliger hing.</p>
<p class="line">All deine dunkle Klugheit, die wir nie begriffen, ging</p>
-<p class="line">Lebendig nun in einen fröhlich unschuldsvollen Himmel ein.</p>
+<p class="line">Lebendig nun in einen fröhlich unschuldsvollen Himmel ein.</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Soll mir dereinst, mein Gott, die Gnade werden,</p>
-<p class="line">Dich anzuschaun von Angesicht zu Angesicht am jüngsten Tag,</p>
-<p class="line">Gib, daß ein armer Hund ins Angesicht dem schauen mag,</p>
+<p class="line">Dich anzuschaun von Angesicht zu Angesicht am jüngsten Tag,</p>
+<p class="line">Gib, daß ein armer Hund ins Angesicht dem schauen mag,</p>
<p class="line">Der immer schon sein Gott ihm war auf Erden.
</p>
</div>
@@ -381,19 +346,19 @@ MEIN NIEDRER FREUND .&nbsp;.&nbsp;.</h2>
AMSTERDAM</h2>
<div class="poem">
-<p class="line">Die Häuser, spitzgegiebelt, scheinen sich zu neigen,</p>
+<p class="line">Die Häuser, spitzgegiebelt, scheinen sich zu neigen,</p>
<p class="line">Als wollten sie fallen. Masten vieler Schiffe, die dem Grau des Himmels sich vermischen,</p>
-<p class="line">Lehnen vornüber wie Gestrüpp von dürren Zweigen</p>
-<p class="line">Inmitten von grünem Laub, von Rot und rostigem Braun,</p>
+<p class="line">Lehnen vornüber wie Gestrüpp von dürren Zweigen</p>
+<p class="line">Inmitten von grünem Laub, von Rot und rostigem Braun,</p>
<p class="line">Von Kohlen, Widderfellen und gesalznen Fischen.</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Robinson Crusoe hat einst durch Amsterdam den Weg genommen</p>
-<p class="line">(So glaub ich wenigstens), da er von seiner grünen</p>
-<p class="line">Schattigen Insel, wo die frischen Kokosnüsse blühten, heimgekommen.</p>
-<p class="line">Wie schlug das Herz ihm, da er plötzlich vor sich nah</p>
-<p class="line">Die mächtigen Türen mit den schweren Bronzeklöppeln sah! .&nbsp;.&nbsp;.</p>
+<p class="line">(So glaub ich wenigstens), da er von seiner grünen</p>
+<p class="line">Schattigen Insel, wo die frischen Kokosnüsse blühten, heimgekommen.</p>
+<p class="line">Wie schlug das Herz ihm, da er plötzlich vor sich nah</p>
+<p class="line">Die mächtigen Türen mit den schweren Bronzeklöppeln sah! .&nbsp;.&nbsp;.</p>
</div>
<div class="poem">
@@ -410,30 +375,30 @@ AMSTERDAM</h2>
</p>
<p class="line">
<a id="page-14" class="pagenum" title="14"></a>
-Sich vor ihm stauten. Doch sein Herz vom Glück der Wiederkehr beschwert,</p>
-<p class="line">Dachte der Ziege, die im Weinberg seiner Insel er allein zurückgelassen,</p>
+Sich vor ihm stauten. Doch sein Herz vom Glück der Wiederkehr beschwert,</p>
+<p class="line">Dachte der Ziege, die im Weinberg seiner Insel er allein zurückgelassen,</p>
<p class="line">Und die vielleicht nun schon gestorben war.</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Dies alles fiel mir ein vor den ungeheuren Frachten im Hafen,</p>
<p class="line">Und ich sah im Geist die alten Juden, die an schwere Eisenwagen</p>
-<p class="line">Mit knochigen Fingern rühren, über denen grüne Ringe glänzen.</p>
-<p class="line">O sieh! Amsterdam will unter weißen Wimpern von Schnee entschlafen</p>
+<p class="line">Mit knochigen Fingern rühren, über denen grüne Ringe glänzen.</p>
+<p class="line">O sieh! Amsterdam will unter weißen Wimpern von Schnee entschlafen</p>
<p class="line">In den Geruch von Nebel und von bitterer Kohle eingeschlagen.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Die gewölbten weißen Buden, wo zur Nacht die Lampe glimmt,</p>
+<p class="line">Die gewölbten weißen Buden, wo zur Nacht die Lampe glimmt,</p>
<p class="line">Und aus denen man den Ruf und das Pfeifen der schweren Frauen vernimmt,</p>
-<p class="line">Hingen gestern im Abend wie Früchte, wie große Kürbisschalen.</p>
-<p class="line">Man sah Plakate blau und rot und grün im Licht aufstrahlen.</p>
+<p class="line">Hingen gestern im Abend wie Früchte, wie große Kürbisschalen.</p>
+<p class="line">Man sah Plakate blau und rot und grün im Licht aufstrahlen.</p>
<p class="line">Von gezuckertem Bier ein scharf prickelnder Duft</p>
<p class="line">Lag mir auf der Zunge und war mir ins Gesicht gestiegen.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Und in den Judenvierteln, die rings voller Abfälle liegen,</p>
+<p class="line">Und in den Judenvierteln, die rings voller Abfälle liegen,</p>
<p class="line">Stand der Geruch von kalten rohen Fischen.</p>
<p class="line">Auf dem klitschigen Pflaster lagen Orangenschalen umhergezerrt.
</p>
@@ -452,54 +417,54 @@ Ein aufgedunsener Kopf hielt weite Augen aufgesperrt.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Der Himmel strömte wie ein unsichtbares Meer</p>
-<p class="line">Wolken von Wellen in die starrenden Kanäle.</p>
+<p class="line">Der Himmel strömte wie ein unsichtbares Meer</p>
+<p class="line">Wolken von Wellen in die starrenden Kanäle.</p>
<p class="line">Stille lag auf der Handelsstadt und stieg, ein unsichtbarer Rauch,</p>
-<p class="line">Feierlich von den starken hohen Dächern her</p>
-<p class="line">Und Indien trat beim Anblick dieser Häuserreihn vor meine Seele.</p>
+<p class="line">Feierlich von den starken hohen Dächern her</p>
+<p class="line">Und Indien trat beim Anblick dieser Häuserreihn vor meine Seele.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Oh, und ich träumte, daß ich so ein Handelsherr einst war,</p>
+<p class="line">Oh, und ich träumte, daß ich so ein Handelsherr einst war,</p>
<p class="line">Von denen, die aus Amsterdam in jenen Tagen</p>
<p class="line">Gen China segelten und vor ihrem Gehn</p>
<p class="line">Die Hut des Hauses einem treuen Diener aufgetragen.</p>
-<p class="line">Ganz so wie Robinson hätt ich vor dem Notar</p>
-<p class="line">Die Vollmachtschrift umständlich mit der Unterschrift versehn.</p>
+<p class="line">Ganz so wie Robinson hätt ich vor dem Notar</p>
+<p class="line">Die Vollmachtschrift umständlich mit der Unterschrift versehn.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Meine strenge Rechtlichkeit hätt&rsquo; meinen Reichtum aufgebaut.</p>
-<p class="line">Mein Handel hätte geblüht so wie im Mondenschein</p>
-<p class="line">Ein Lichtstrahl, der am Schnabel meines runden Schiffes säße.</p>
-<p class="line">Die großen Herren von Bombay gingen bei mir aus und ein
+<p class="line">Meine strenge Rechtlichkeit hätt&rsquo; meinen Reichtum aufgebaut.</p>
+<p class="line">Mein Handel hätte geblüht so wie im Mondenschein</p>
+<p class="line">Ein Lichtstrahl, der am Schnabel meines runden Schiffes säße.</p>
+<p class="line">Die großen Herren von Bombay gingen bei mir aus und ein
</p>
<p class="line">
<a id="page-16" class="pagenum" title="16"></a>
-Und hätten mit heißem Blick auf mein kräftig schönes Weib geschaut.</p>
+Und hätten mit heißem Blick auf mein kräftig schönes Weib geschaut.</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Ein Mohr mit goldnen Ringen, vom Mogul entsandt,</p>
-<p class="line">Käme zu handeln, lächelnd unter seinem Sonnenschirm!</p>
-<p class="line">Bei seinen wilden Geschichten hätte meiner schlanken Ältesten Herz gebebt,</p>
-<p class="line">Und zum Abschied hätte er ihr ein Gewand</p>
-<p class="line">Geschenkt, rubinenfarben, von Sklavenhänden gewebt.</p>
+<p class="line">Käme zu handeln, lächelnd unter seinem Sonnenschirm!</p>
+<p class="line">Bei seinen wilden Geschichten hätte meiner schlanken Ältesten Herz gebebt,</p>
+<p class="line">Und zum Abschied hätte er ihr ein Gewand</p>
+<p class="line">Geschenkt, rubinenfarben, von Sklavenhänden gewebt.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Die Bilder meiner Lieben hätt&rsquo; ich dann nachher</p>
+<p class="line">Die Bilder meiner Lieben hätt&rsquo; ich dann nachher</p>
<p class="line">Bei einem armen geschickten Maler bestellt:</p>
-<p class="line">Mein Weib, mit hellen rosigen Wangen, schön und schwer,</p>
-<p class="line">Die Söhne, deren starke Jugend alle Welt</p>
-<p class="line">Entzückte und der Töchter Anmut, mannigfalt und rein.</p>
+<p class="line">Mein Weib, mit hellen rosigen Wangen, schön und schwer,</p>
+<p class="line">Die Söhne, deren starke Jugend alle Welt</p>
+<p class="line">Entzückte und der Töchter Anmut, mannigfalt und rein.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Und also wär&rsquo; ich heute, statt ich selbst zu sein,</p>
-<p class="line">Ein andrer und auf meinen Reisen im Vorübergehn</p>
-<p class="line">Hätt ich mir wohl das altehrwürdige Haus besehn,</p>
-<p class="line">Und meine Seele hätte träumend gebebt</p>
+<p class="line">Und also wär&rsquo; ich heute, statt ich selbst zu sein,</p>
+<p class="line">Ein andrer und auf meinen Reisen im Vorübergehn</p>
+<p class="line">Hätt ich mir wohl das altehrwürdige Haus besehn,</p>
+<p class="line">Und meine Seele hätte träumend gebebt</p>
<p class="line">Vor den schlichten Worten: Hier hat Francis Jammes gelebt.
</p>
</div>
@@ -511,78 +476,78 @@ ICH WAR IN HAMBURG</h2>
<div class="poem">
<p class="line2">&bdquo;Ich war vier Monde in Hamburg, dann im Haag.</p>
<p class="line2">Ich nahm das Schiff nach London. Es lag</p>
-<p class="line2">Am 10. Jänner 1705 im Hafen. In zehen Jahren</p>
-<p class="line2">Und neun Monaten war ich nicht daheim. Zu einer größern Reise auszufahren,</p>
-<p class="line2">Rüst ich mich nun .&nbsp;. mit meinen zweiundsiebenzig Jahren,</p>
+<p class="line2">Am 10. Jänner 1705 im Hafen. In zehen Jahren</p>
+<p class="line2">Und neun Monaten war ich nicht daheim. Zu einer größern Reise auszufahren,</p>
+<p class="line2">Rüst ich mich nun .&nbsp;. mit meinen zweiundsiebenzig Jahren,</p>
<p class="line2">Nach einem Leben reich gesegnet mit Abenteuern und Gefahren.</p>
-<p class="line2">Ich ward genug umhergeschüttelt und verschlagen,</p>
-<p class="line2">Zu lernen, wie süß es ist, sein Leben in der Stille auszutragen.&ldquo;</p>
+<p class="line2">Ich ward genug umhergeschüttelt und verschlagen,</p>
+<p class="line2">Zu lernen, wie süß es ist, sein Leben in der Stille auszutragen.&ldquo;</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">So steht&rsquo;s geschrieben auf dem letzten Blatt</p>
-<p class="line">Von Robinson Crusoes Geschichte. Ein Duft wie von Muskatsträuchern hat</p>
-<p class="line">Von seinem wunderbar geblümten Rock sich losgemacht.</p>
+<p class="line">Von Robinson Crusoes Geschichte. Ein Duft wie von Muskatsträuchern hat</p>
+<p class="line">Von seinem wunderbar geblümten Rock sich losgemacht.</p>
<p class="line">Das ferne Gewitter, das wie eine alte Schiffskanone kracht,</p>
-<p class="line">Läßt Albions Veste erzittern. Und auf dem Bild, darauf mein Auge blickt,</p>
-<p class="line">Sieht man den alten Seehelden, wie er über der Bibel sinnt und Dankgebete zum Himmel schickt.</p>
+<p class="line">Läßt Albions Veste erzittern. Und auf dem Bild, darauf mein Auge blickt,</p>
+<p class="line">Sieht man den alten Seehelden, wie er über der Bibel sinnt und Dankgebete zum Himmel schickt.</p>
<p class="line">Mitten auf dem Tische das Fernrohr steht,</p>
-<p class="line">Mit dem er einst die Spur der nackten Füße erspäht</p>
+<p class="line">Mit dem er einst die Spur der nackten Füße erspäht</p>
<p class="line">An die Wand gelehnt friedlich beieinander weilen</p>
-<p class="line">Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell und der Bogen mit den Pfeilen</p>
+<p class="line">Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell und der Bogen mit den Pfeilen</p>
<p class="line">Und die Axt zum Entern und das Seemannsschwert.</p>
<p class="line">Hier das Medaillon von Freitag. Und nahe dabei,</p>
<p class="line">Gegen die Karte der verlassenen Insel gekehrt,</p>
-<p class="line">Ein Strohkäfig mit einem sehr grünen Papagei.
+<p class="line">Ein Strohkäfig mit einem sehr grünen Papagei.
</p>
<p class="line">
<a id="page-18" class="pagenum" title="18"></a>
Wie du, Robinson, hab ich Sturm und Gewitter ertragen,</p>
-<p class="line">Sah, wie du, über meinem Kopf das Meer zum Himmel aufschlagen</p>
-<p class="line">In bleigrauen Wellenbergen. So wühlte</p>
-<p class="line">Der Orkan meiner Liebe, der das Deck überspülte,</p>
-<p class="line">Und warf mich auf die Knie und höhnte. Crusoe, Crusoe, das Meer</p>
+<p class="line">Sah, wie du, über meinem Kopf das Meer zum Himmel aufschlagen</p>
+<p class="line">In bleigrauen Wellenbergen. So wühlte</p>
+<p class="line">Der Orkan meiner Liebe, der das Deck überspülte,</p>
+<p class="line">Und warf mich auf die Knie und höhnte. Crusoe, Crusoe, das Meer</p>
<p class="line">Und die Liebe sind Geschwister von altersher</p>
-<p class="line">Und beide glühen aus dörrenden Sonnen Brand</p>
-<p class="line">Auf unser Herz und höhlen es aus gleich einer Muschel am Strand.</p>
+<p class="line">Und beide glühen aus dörrenden Sonnen Brand</p>
+<p class="line">Auf unser Herz und höhlen es aus gleich einer Muschel am Strand.</p>
<p class="line">Und die Taue knirschen und singen wie die Fraun,</p>
<p class="line">Und in unserm Blut ist diese schwarze See, die schwillt</p>
-<p class="line">Und uns mit dem bittern Rauschen ihrer Wasser füllt.</p>
+<p class="line">Und uns mit dem bittern Rauschen ihrer Wasser füllt.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Alter englischer Freund! Du warst der klügere, traun!</p>
+<p class="line">Alter englischer Freund! Du warst der klügere, traun!</p>
<p class="line">Von uns beiden. Denn wo auch dein Fahrzeug Schiffbruch litt,</p>
-<p class="line">Immer hattest du sauber geschnürt dein Bündel mit:</p>
+<p class="line">Immer hattest du sauber geschnürt dein Bündel mit:</p>
<p class="line">In Juan Fernandez und am Cap</p>
<p class="line">Der guten Hoffnung. Klug und sorglich. O, ich hab&rsquo;</p>
-<p class="line">Sie lieb, diese nüchterne und praktische Poesie,</p>
+<p class="line">Sie lieb, diese nüchterne und praktische Poesie,</p>
<p class="line">Und ich liebe, Crusoe, deine Witwe, die,</p>
-<p class="line">Während du in der Ferne weiltest, dein Hab und Gut verwahrt.</p>
+<p class="line">Während du in der Ferne weiltest, dein Hab und Gut verwahrt.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Nun darfst du, da sie all die Jahre für dich gespart,</p>
+<p class="line">Nun darfst du, da sie all die Jahre für dich gespart,</p>
<p class="line">Friedlich die Tage, die dir noch bleiben,</p>
<p class="line">In dem lieben grauen Hause wohnen, das meine Verse zu Anfang beschreiben.</p>
<p class="line">Nichts hast du auf deiner Insel vergessen, alles ist wie immer zur Stell&rsquo;:
</p>
<p class="line">
<a id="page-19" class="pagenum" title="19"></a>
-Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell.</p>
+Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell.</p>
<p class="line">Was ich heimgebracht habe? &mdash; so wirst du fragen, &mdash;</p>
-<p class="line">Von der wüsten Insel, von der mich das Schicksal zurückgetragen?</p>
-<p class="line">Nichts, keine Ankerboje, keinen Käfig für die Hühner, nicht ein einzig kleines Ding.</p>
-<p class="line">Still! Laß dir erzählen, wie es geschah, daß mich die Brandung fing.</p>
+<p class="line">Von der wüsten Insel, von der mich das Schicksal zurückgetragen?</p>
+<p class="line">Nichts, keine Ankerboje, keinen Käfig für die Hühner, nicht ein einzig kleines Ding.</p>
+<p class="line">Still! Laß dir erzählen, wie es geschah, daß mich die Brandung fing.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Es war im sanften April, wo der Frühling wie ein Meer</p>
-<p class="line">Sich den Vögeln auftut, verwegnen Ceylonschwimmern,</p>
-<p class="line">Die nach Perlen tauchen, die aus weißblauen Luftabgründen schimmern:</p>
+<p class="line">Es war im sanften April, wo der Frühling wie ein Meer</p>
+<p class="line">Sich den Vögeln auftut, verwegnen Ceylonschwimmern,</p>
+<p class="line">Die nach Perlen tauchen, die aus weißblauen Luftabgründen schimmern:</p>
<p class="line">Rotkehlchen, Amseln, Lerchen und Nachtigallen &mdash;</p>
-<p class="line">Man hörte, von den Gärten der kleinen Häuser her,</p>
-<p class="line">Wie das Herz des Flieders aufbrach über den roten Pfirsichkorallen.</p>
+<p class="line">Man hörte, von den Gärten der kleinen Häuser her,</p>
+<p class="line">Wie das Herz des Flieders aufbrach über den roten Pfirsichkorallen.</p>
</div>
<div class="poem">
@@ -592,16 +557,16 @@ Der Sonnenschirm und die Mütze aus Ziegenfell.</p>
<div class="poem">
<p class="line">Die Liebe und der Himmel und die Erde lagen, so schien es, im Traum beisammen.</p>
-<p class="line">Selig wie eine Nacht der Nächte sank die Nacht.</p>
-<p class="line">Aber bald begann das Duften der Obstblüte brünstiger aufzuflammen.</p>
+<p class="line">Selig wie eine Nacht der Nächte sank die Nacht.</p>
+<p class="line">Aber bald begann das Duften der Obstblüte brünstiger aufzuflammen.</p>
<p class="line">Da hab ich, Robinson, alle Gefahren vergessen</p>
<p class="line">Des vergangenen Lebens und habe vermessen</p>
-<p class="line">Und unbedacht des Spruchs der Alten, die in ihren Rahmen träumen,
+<p class="line">Und unbedacht des Spruchs der Alten, die in ihren Rahmen träumen,
</p>
<p class="line">
<a id="page-20" class="pagenum" title="20"></a>
-Nur begierig, ein neues Geschwader in den Wellen aufschäumen</p>
-<p class="line">Zu sehen, den Kompaß meines liebetollen Herzens hinausgedreht</p>
+Nur begierig, ein neues Geschwader in den Wellen aufschäumen</p>
+<p class="line">Zu sehen, den Kompaß meines liebetollen Herzens hinausgedreht</p>
<p class="line">Nach einer Insel, die schwer und ernst wie der Tag in den Wassern steht.</p>
</div>
@@ -610,51 +575,51 @@ Nur begierig, ein neues Geschwader in den Wellen aufschäumen</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Die Stimme ihrer Vögel machte mich ihr zu eigen.</p>
-<p class="line">Andere haben mich betört mit Feuer und Vulkan.</p>
+<p class="line">Die Stimme ihrer Vögel machte mich ihr zu eigen.</p>
+<p class="line">Andere haben mich betört mit Feuer und Vulkan.</p>
<p class="line">Oh, ich liebte, Crusoe, die Berge, die von Yucatan</p>
<p class="line">Unterm Meer fortlaufen, bis sie in den Antillen wieder zum Licht aufsteigen.</p>
-<p class="line">Mein Geschlecht hat unter jenen Mädchen gelebt, die mit ihren Händen</p>
-<p class="line">Die Flammen im Busen bedecken und lange Abschiedsküsse senden.</p>
+<p class="line">Mein Geschlecht hat unter jenen Mädchen gelebt, die mit ihren Händen</p>
+<p class="line">Die Flammen im Busen bedecken und lange Abschiedsküsse senden.</p>
<p class="line">Aber hier hat mich nicht das Feuer, hier hat mich der Schnee versehrt,</p>
<p class="line">Oh, ein Schnee, den kein hungriger Blitz jemals verzehrt,</p>
<p class="line">Schnee, dessen klare Augen die unbewegte Macht</p>
<p class="line">Des Feuers spiegeln, das ein Hirt im Winter mitten zwischen dem Eis entfacht.</p>
<p class="line">O Crusoe, dies ist die Insel der wildesten Schrecken,</p>
-<p class="line">Denn mit ihrer Kälte weiß sie die Flammen in deinem Busen zu wecken.</p>
+<p class="line">Denn mit ihrer Kälte weiß sie die Flammen in deinem Busen zu wecken.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Wie es geschah, daß ich dennoch heil die Flucht genommen?</p>
-<p class="line">O Freund, Virgil allein verstünde hier zu entkommen.
+<p class="line">Wie es geschah, daß ich dennoch heil die Flucht genommen?</p>
+<p class="line">O Freund, Virgil allein verstünde hier zu entkommen.
</p>
<p class="line">
<a id="page-21" class="pagenum" title="21"></a>
-Denn der ganze große Ozean hält nicht so fest</p>
-<p class="line">Wie die eine sanfte Welle, die mich umschlang und nicht von sich läßt.</p>
+Denn der ganze große Ozean hält nicht so fest</p>
+<p class="line">Wie die eine sanfte Welle, die mich umschlang und nicht von sich läßt.</p>
<p class="line">Jetzt denk ich wie du, mein Crusoe,</p>
-<p class="line">Daß es gut ist, in seinem Zimmer zu träumen!</p>
+<p class="line">Daß es gut ist, in seinem Zimmer zu träumen!</p>
<p class="line">Mein Kaffeekessel summt mir wie ein englischer Roman im Ohr.</p>
<p class="line">Ich habe Liebesbriefe, die singen mir ihre Sehnsucht vor &mdash;</p>
-<p class="line">So hat dir, Crusoe, der große Ozean gesungen,</p>
+<p class="line">So hat dir, Crusoe, der große Ozean gesungen,</p>
<p class="line">In dessen Reich deine herrliche Seele gedrungen.</p>
<p class="line">Werd ich eines Tages wieder hinausziehn? Wer will es sagen?</p>
<p class="line">Und dennoch sehn ich mich so, noch einmal die Arme zu schlagen</p>
-<p class="line">Um jene weiße Boje Weib und auf erregten Meeren</p>
+<p class="line">Um jene weiße Boje Weib und auf erregten Meeren</p>
<p class="line">Inmitten hoher Wellen lachend wiederzukehren.</p>
-<p class="line">Alle Vögel dieses Märzmondes laden mich zur Liebe ein.</p>
+<p class="line">Alle Vögel dieses Märzmondes laden mich zur Liebe ein.</p>
<p class="line">Heut&rsquo; Morgen, beim Erwachen, da sie die neuen Weisen probten, drang ihre Stimme zu mir herein.</p>
<p class="line">Ein Sperling sprach mir lange zu. Was soll ich tun?</p>
-<p class="line">O kleine Vögel ihr, Rotkehlchen meiner Seele, euerm Sang</p>
+<p class="line">O kleine Vögel ihr, Rotkehlchen meiner Seele, euerm Sang</p>
<p class="line">Kann ich nicht folgen .&nbsp;.&nbsp;. oder, ach! mir ist zu folgen bang.</p>
-<p class="line">Die Sträucher sind zu grün. Ich würde eure Lust beengen .&nbsp;.&nbsp;.</p>
-<p class="line">Erst müssen Schatten sich über die Wälder hängen.
+<p class="line">Die Sträucher sind zu grün. Ich würde eure Lust beengen .&nbsp;.&nbsp;.</p>
+<p class="line">Erst müssen Schatten sich über die Wälder hängen.
</p>
</div>
<h2 class="chapter" id="ch-8">
<a id="page-22" class="pagenum" title="22"></a>
-DIE KIRCHE, MIT BLÄTTERN GESCHMÜCKT</h2>
+DIE KIRCHE, MIT BLÄTTERN GESCHMÜCKT</h2>
<div class="poem">
<p class="line">Der Dichter ist in seiner Seele Wald allein.</p>
@@ -664,34 +629,34 @@ DIE KIRCHE, MIT BLÄTTERN GESCHMÜCKT</h2>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Er fleht zu Gott. Der schweigt. Da hält sein Jammer sich nicht mehr.</p>
+<p class="line">Er fleht zu Gott. Der schweigt. Da hält sein Jammer sich nicht mehr.</p>
<p class="line">Schmerz lastet auf ihm wie Gewitterschlag so schwer.</p>
-<p class="line">&bdquo;Gib Antwort, Herr, was hat dein Wille über mich erkannt?</p>
+<p class="line">&bdquo;Gib Antwort, Herr, was hat dein Wille über mich erkannt?</p>
<p class="line">Aus deiner Freude selbst bin ich verbannt.</p>
-<p class="line">Wie ausgedörrt leb&rsquo; ich in meinem großen Leid.</p>
+<p class="line">Wie ausgedörrt leb&rsquo; ich in meinem großen Leid.</p>
<p class="line">O kehre wieder! Gib mir doch die Munterkeit</p>
<p class="line">Des Vogels, der sich singend dort im Herzen dieses Sandbeerbaumes regt &mdash;</p>
-<p class="line">Was will dein Zürnen mir, daß es mich so in Stücke schlägt?&ldquo;</p>
+<p class="line">Was will dein Zürnen mir, daß es mich so in Stücke schlägt?&ldquo;</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">&bdquo;Ich pflüge deine Seele. Sei geduldig, Kind!</p>
-<p class="line">Du leidest, weil mein Herz mit dir gerecht zu sein mich heißt.</p>
-<p class="line">Laß mich in deiner Seele wohnen, immer .&nbsp;.&nbsp;. dann noch, wenn der Wind</p>
-<p class="line">Die letzten Rosen von den Sträuchern reißt.</p>
+<p class="line">&bdquo;Ich pflüge deine Seele. Sei geduldig, Kind!</p>
+<p class="line">Du leidest, weil mein Herz mit dir gerecht zu sein mich heißt.</p>
+<p class="line">Laß mich in deiner Seele wohnen, immer .&nbsp;.&nbsp;. dann noch, wenn der Wind</p>
+<p class="line">Die letzten Rosen von den Sträuchern reißt.</p>
<p class="line">Geh nicht von mir. O sieh, ich brauche dich und deine Qual.
</p>
<p class="line">
<a id="page-23" class="pagenum" title="23"></a>
-O mein geliebter Sohn. Ich brauch&rsquo; die Tränen die in deinen Augen stehn.</p>
-<p class="line">Ich brauche einen Vogel, mir zu singen überm Kreuzespfahl.</p>
+O mein geliebter Sohn. Ich brauch&rsquo; die Tränen die in deinen Augen stehn.</p>
+<p class="line">Ich brauche einen Vogel, mir zu singen überm Kreuzespfahl.</p>
<p class="line">Rotkehlchen meiner Seele, willst du von mir gehn?&ldquo;</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">&bdquo;Mein Gott, auf deiner Stirne, die den Kranz von Dornen trägt,</p>
+<p class="line">&bdquo;Mein Gott, auf deiner Stirne, die den Kranz von Dornen trägt,</p>
<p class="line">Will ich dir singen durch dein langes Todesgraun.</p>
-<p class="line">Doch wenn die Schreckenskrone dann in Blüten schlägt,</p>
+<p class="line">Doch wenn die Schreckenskrone dann in Blüten schlägt,</p>
<p class="line">Verstatte du, mein Gott, dem Vogel, dort sein Nest zu baun.&ldquo;
</p>
</div>
@@ -701,15 +666,15 @@ O mein geliebter Sohn. Ich brauch&rsquo; die Tränen die in deinen Augen stehn.</
DIE TAUBE .&nbsp;.&nbsp;.</h2>
<div class="poem">
-<p class="line">Die Taube, die den Zweig des Ölbaums hält,</p>
+<p class="line">Die Taube, die den Zweig des Ölbaums hält,</p>
<p class="line">Das ist die Jungfrau, die den Frieden bringt der Welt.</p>
-<p class="line">Das Osterlamm, das man zur Schwelle trägt,</p>
-<p class="line">Wird einst zum Lamme, das ans Kreuz man schlägt.</p>
-<p class="line">Nur Stück um Stück wird das Geheimnis offenbar.</p>
-<p class="line">Der brennende Busch ertönte, ehe Pfingsten war.</p>
+<p class="line">Das Osterlamm, das man zur Schwelle trägt,</p>
+<p class="line">Wird einst zum Lamme, das ans Kreuz man schlägt.</p>
+<p class="line">Nur Stück um Stück wird das Geheimnis offenbar.</p>
+<p class="line">Der brennende Busch ertönte, ehe Pfingsten war.</p>
<p class="line">Vor Noahs Arche schwamm die Kirche auf der Wasserflut,</p>
-<p class="line">Und Noah schwamm darauf, eh Moses drüber hat geruht;</p>
-<p class="line">Moses war überm Wasser, ehedenn Sankt Peter war:</p>
+<p class="line">Und Noah schwamm darauf, eh Moses drüber hat geruht;</p>
+<p class="line">Moses war überm Wasser, ehedenn Sankt Peter war:</p>
<p class="line">Von Stund zu Stunde reiner macht das Licht sich offenbar.</p>
</div>
@@ -721,7 +686,7 @@ DIE TAUBE .&nbsp;.&nbsp;.</h2>
<hr class="fat" />
<p class="center" style="font-size:1.8em; margin-bottom:0.5em; font-weight:bold;">
DER<br />
-JÜNGSTE TAG
+JÜNGSTE TAG
</p>
<p class="center" style="font-size:1.4em; margin-bottom:0.5em;">
@@ -730,55 +695,55 @@ NEUE DICHTUNGEN
<hr class="fat" />
<div style="font-size:0.9em">
-<p>Der Jüngste Tag stellt eine Sammlung von kleineren
-Werken jüngerer Dichter dar, die als charakteristisch für
+<p>Der Jüngste Tag stellt eine Sammlung von kleineren
+Werken jüngerer Dichter dar, die als charakteristisch für
unsere Zeit und als zukunftweisend zu gelten haben.
</p>
-<p>Im Jüngsten Tag erscheinen eine Anzahl Erstlingswerke,
+<p>Im Jüngsten Tag erscheinen eine Anzahl Erstlingswerke,
aber auch neue Dichtungen anerkannter Autoren
-sollen veröffentlicht werden. Die Dichtungen des &bdquo;Jüngsten
+sollen veröffentlicht werden. Die Dichtungen des &bdquo;Jüngsten
Tages&ldquo; sind gleich weit entfernt von lebensfremder Literatenliteratur
-wie von populärem Kitsch. Aus diesen
-Werken soll das Lebens- und Weltgefühl unserer Zeit
-strömen, ihre Entzückungen, Schmerzen, Begeisterungen,
-Reizsamkeit und Kraft. Menschliche Gefühle werden in
-knapper Form ausgedrückt und sollen menschliche Gefühle
+wie von populärem Kitsch. Aus diesen
+Werken soll das Lebens- und Weltgefühl unserer Zeit
+strömen, ihre Entzückungen, Schmerzen, Begeisterungen,
+Reizsamkeit und Kraft. Menschliche Gefühle werden in
+knapper Form ausgedrückt und sollen menschliche Gefühle
erwecken.
</p>
<p>Da das charakteristischste und konzentriertste dichterische
Ausdrucksmittel unserer Zeit sich in der Lyrik darstellt,
-so wird der Jüngste Tag vorwiegend lyrische
-Werke veröffentlichen, aber auch programmatische und
+so wird der Jüngste Tag vorwiegend lyrische
+Werke veröffentlichen, aber auch programmatische und
bedeutsame kleine Prosaschriften sollen geboten werden.
-Nicht nur auf deutsche Dichter soll sich der Jüngste Tag
-beschränken, sondern auch ausländische Dichtungen sollen
+Nicht nur auf deutsche Dichter soll sich der Jüngste Tag
+beschränken, sondern auch ausländische Dichtungen sollen
zeigen, dass es gewisse Elemente gibt, die der Dichtung
-aller Länder in unserer Zeit (wie in der bildenden
+aller Länder in unserer Zeit (wie in der bildenden
Kunst) gemeinsam sind.
</p>
-<p>Der Jüngste Tag wird, getreu dem Spiegel seines Wortes,
+<p>Der Jüngste Tag wird, getreu dem Spiegel seines Wortes,
versuchen, alles notwendige zu sammeln, das ihm aus der
-Stärke des Zeitlichen heraus, ewiges Dasein verspricht.
+Stärke des Zeitlichen heraus, ewiges Dasein verspricht.
Dies Unternehmen soll nicht mehr an der Gebundenheit
-von Zeitschriften leiden. So soll der Jüngste Tag mehr
-als ein Buch sein und weniger als eine Bücherei.
+von Zeitschriften leiden. So soll der Jüngste Tag mehr
+als ein Buch sein und weniger als eine Bücherei.
</p>
<p>Jeder Beitrag erscheint einzeln als gesondertes Heft
zum Preise von 80 Pfennig geheftet, M 1.50 gebunden.
</p>
-<p>Der Jüngste Tag wird auch im Abonnement geliefert
+<p>Der Jüngste Tag wird auch im Abonnement geliefert
und zwar als Serien von je 6 Heften. Der Abonnements-Preis
-beträgt M 4.20 für die broschierte, M 7.80
-für die gebundene Ausgabe. Jede bessere Buchhandlung
-nimmt Abonnements entgegen. Für diejenigen, die die
+beträgt M 4.20 für die broschierte, M 7.80
+für die gebundene Ausgabe. Jede bessere Buchhandlung
+nimmt Abonnements entgegen. Für diejenigen, die die
Hefte lieber in einem gebundenen Bande vereinen
wollen, wird eine Einbanddecke zum Preise von M 1.50
-für jede Serie geliefert.
+für jede Serie geliefert.
</p>
</div>
@@ -792,16 +757,16 @@ für jede Serie geliefert.
</p>
<p class="noindent">FRANZ WERFEL: Die Versuchung &bull;
-Ein Gespräch
+Ein Gespräch
</p>
<p class="noindent">WALTER HASENCLEVER: Das unendliche
-Gespräch &bull; Eine nächtliche
+Gespräch &bull; Eine nächtliche
Szene
</p>
<p class="noindent">FRANZ KAFKA: Der Heizer &bull; Eine
-Erzählung
+Erzählung
</p>
<p class="noindent">FERDINAND HARDEKOPF: Der
@@ -826,7 +791,7 @@ Knaben &bull; Skizzen
Demut &bull; Gedichte
</p>
-<p class="noindent">MAURICE BARRÈS: Der Mord an
+<p class="noindent">MAURICE BARRÈS: Der Mord an
der Jungfrau
</p>
@@ -846,50 +811,50 @@ KURT WOLFF VERLAG &bull; LEIPZIG
<p class="center" style="page-break-before:always; letter-spacing:0.2em; margin-bottom:1em;">
<span class="em">Pressestimmen<br />
-über die sechs ersten Hefte des<br />
-<span style="font-size:1.4em;">&bdquo;JÜNGSTEN TAGES&ldquo;</span></span>
+über die sechs ersten Hefte des<br />
+<span style="font-size:1.4em;">&bdquo;JÜNGSTEN TAGES&ldquo;</span></span>
</p>
<div style="font-size:0.8em;">
-<p><span class="em">Professor Witkowski:</span> &bdquo;Ein neues verheißungsvolles Unternehmen.
+<p><span class="em">Professor Witkowski:</span> &bdquo;Ein neues verheißungsvolles Unternehmen.
Der Gesamteindruck ist der einer kultivierten, nach
starkem Leben verlangenden Dichterjugend.&ldquo;
</p>
-<p><span class="em">Zeitschrift für Bücherfreunde:</span> &bdquo;.&nbsp;.&nbsp;. am höchsten steht das Gespräch
+<p><span class="em">Zeitschrift für Bücherfreunde:</span> &bdquo;.&nbsp;.&nbsp;. am höchsten steht das Gespräch
&bdquo;Die Versuchung&ldquo; von Franz Werfel. Der Dichter zwischen
-Satan und Erzengel, ein nach außen gestelltes Innenbild der
-kämpfenden Wonnen, der Versuchungen und der seligen Erkenntnisse
-des Dichters von heute. Das ist wirklich &sbquo;Jüngster
+Satan und Erzengel, ein nach außen gestelltes Innenbild der
+kämpfenden Wonnen, der Versuchungen und der seligen Erkenntnisse
+des Dichters von heute. Das ist wirklich &sbquo;Jüngster
Tag&lsquo; .&nbsp;.&nbsp;.&ldquo;
</p>
<p><span class="em">Die neue Rundschau:</span> &bdquo;Die Unmittelbarkeit, mit der Kafka statt
-der Realität die ihm eigentümliche Formsprache setzt, macht
+der Realität die ihm eigentümliche Formsprache setzt, macht
ihn der expressionistischen Richtung heutiger Malerei verwandt.
Als er seine neue Novelle &bdquo;Der Heizer&ldquo; schrieb, die in Amerika
-spielt, wollte er nichts von Amerika hören, obwohl er nie dort
+spielt, wollte er nichts von Amerika hören, obwohl er nie dort
gewesen ist. Er schrieb das Amerika seines Kopfes, in dem die
-Freiheitsstatue keine Fackel, sondern ein Schwert trägt, weil
-dies besser in den Satz paßt. &mdash; Ich glaube, Walser hätte es
+Freiheitsstatue keine Fackel, sondern ein Schwert trägt, weil
+dies besser in den Satz paßt. &mdash; Ich glaube, Walser hätte es
ebenso gemacht.&ldquo;
</p>
-<p><span class="em">Berliner Börsen-Courier:</span> &bdquo;.&nbsp;.&nbsp;. So schafft der Dichter Carl Ehrenstein
-eine beziehungsreiche, an Klängen schon entzündete Kunst
+<p><span class="em">Berliner Börsen-Courier:</span> &bdquo;.&nbsp;.&nbsp;. So schafft der Dichter Carl Ehrenstein
+eine beziehungsreiche, an Klängen schon entzündete Kunst
der bis zum Paradoxen verwickelten Urschmerzen. Seine Klagen
-werden hingesprochen wie Träume (immer denkt und glaubt
-man daran) zu erzählen sind. Und am Ende dieser wirklichen
+werden hingesprochen wie Träume (immer denkt und glaubt
+man daran) zu erzählen sind. Und am Ende dieser wirklichen
Gedichte in Prosa ist einem, als habe man eine weite Reise
-gemacht. Wir lieben dieses Buch .&nbsp;.&nbsp;. Es gibt Klänge, die das
+gemacht. Wir lieben dieses Buch .&nbsp;.&nbsp;. Es gibt Klänge, die das
Herz zittern machen.&ldquo;
</p>
-<p><span class="em">Königsberger Hartungsche Zeitung:</span> &bdquo;Emmy Hennings schafft unmittelbar
+<p><span class="em">Königsberger Hartungsche Zeitung:</span> &bdquo;Emmy Hennings schafft unmittelbar
aus ihren seelischen Evolutionen heraus und das gibt
ihren Versen jene faszinierende Unmittelbarkeit, der sich keiner
-entziehen kann. Ihr Vortrag ist still und ohne Prätention. Aber
-im Innern dieser leicht hingesagten Strophen fühlt man das
+entziehen kann. Ihr Vortrag ist still und ohne Prätention. Aber
+im Innern dieser leicht hingesagten Strophen fühlt man das
Leben pulsen.&ldquo;
</p>
</div>
@@ -905,7 +870,7 @@ ARKADIA
<p class="center" style="font-size:1.2em; letter-spacing:0.3em;">
EIN JAHRBUCH<br />
-FÜR DICHTKUNST
+FÜR DICHTKUNST
</p>
<p class="center" style="font-size:1em;">
@@ -921,18 +886,18 @@ BUCHAUSSTATTUNG VON E. R. WEISS
<p class="noindent" style="font-size:0.8em;">
DRAMATISCHES: <span class="em">Robert Walser</span>, Tobold / <span class="em">Franz
-Werfel</span>, Das Opfer / <span class="em">Franz Blei</span>, Der Mäcen. EPISCHES:
+Werfel</span>, Das Opfer / <span class="em">Franz Blei</span>, Der Mäcen. EPISCHES:
<span class="em">Franz Kafka</span>, Das Urteil / <span class="em">Otto Stoessl</span>, Aus der Villa Obweger
-/ <span class="em">Moritz Heimann</span>, Ein Begräbnis im November /
+/ <span class="em">Moritz Heimann</span>, Ein Begräbnis im November /
<span class="em">Max Mell</span>, Jugendgeschichte Zeno Balderonis von Jeruditz /
<span class="em">Oskar Baum</span>, Der Antrag / <span class="em">Willy Speier</span>, Christus in den
Weizenfeldern / <span class="em">Martin Beradt</span>, Der Neurastheniker / <span class="em">Max
Brod</span>, Notwehr / <span class="em">Alfred Wolfenstein</span>, Dika / <span class="em">Hans Janowitz</span>,
-Ein Ausbruch / <span class="em">Hans Janowitz</span>, Szene der Erfüllung /
+Ein Ausbruch / <span class="em">Hans Janowitz</span>, Szene der Erfüllung /
<span class="em">Kurt Tucholsky</span>, Kindertheater / <span class="em">Heinrich Eduard Jacob</span>,
-Fremder Schläfer im Kupee / <span class="em">Robert Walser</span>, Zwei Aufsätze:
+Fremder Schläfer im Kupee / <span class="em">Robert Walser</span>, Zwei Aufsätze:
Rinaldini &mdash; Lenau. LYRISCHES: <span class="em">Franz Blei</span>,
-Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / <span class="em">Robert Walser</span>,
+Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / <span class="em">Robert Walser</span>,
Handharfe am Tage / <span class="em">Max Brod</span>, Vier Gedichte / <span class="em">Heinrich
Lautensack</span>, Beichte / <span class="em">Otto Pick</span>, Gedichte /
Franz Janowitz, Gedichte.
@@ -961,16 +926,16 @@ GEORG HEYM
<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Herbert Eulenberg in der B. Z. am Mittag:</span> Es ist der bedeutendste
unter den wenigen von unsern jungen Lyrikern,
-die überhaupt heute in Frage kommen. &mdash; Er hat die empfindlichsten
-Nerven und Sinne, die ein Dichter haben muß.
+die überhaupt heute in Frage kommen. &mdash; Er hat die empfindlichsten
+Nerven und Sinne, die ein Dichter haben muß.
</p>
<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Frankfurter Zeitung:</span> Welch ein Anschauen, welche Leidenschaft
bildlicher Gestaltung! Ewige Helligkeit, unbarmherziges
-Licht breitet er über jede Erscheinung der Wirklichkeit
-u. der Träume, über Leben u. Sterben, Schrecken
+Licht breitet er über jede Erscheinung der Wirklichkeit
+u. der Träume, über Leben u. Sterben, Schrecken
und Beruhigung. Georg Heym war ein Dichter. Es gibt in der
-deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte.
+deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte.
</p>
</div>
@@ -989,12 +954,12 @@ deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte.
<p class="center" style="margin-bottom:0.5em;">Geheftet M 3.&mdash; &bull; Halbpergamentband M 4.&mdash;
</p>
-<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung:</span> Bei all dem
-ganz Besonderen, dem schier Unerhörten, das er in den
-feinsten Gefühl- und Vorstellungsnüancen ausdrücken will,
-zeigt der rasch Gereifte eine ungewöhnliche Beherrschtheit
+<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung:</span> Bei all dem
+ganz Besonderen, dem schier Unerhörten, das er in den
+feinsten Gefühl- und Vorstellungsnüancen ausdrücken will,
+zeigt der rasch Gereifte eine ungewöhnliche Beherrschtheit
der Ausdrucksmittel. Wir haben viel in Georg Heym,
-dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit.
+dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit.
</p>
</div>
@@ -1012,9 +977,9 @@ dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit.
<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Leipziger Tageblatt:</span> .&nbsp;.&nbsp;. Novellen, in denen auf engstem
Raume alle Qual der Menschheit von der kindlichen Verzweiflung
-erster Enttäuschung bis zu Hunger, Entartung,
+erster Enttäuschung bis zu Hunger, Entartung,
Wahnsinn, Krankheit und Tod mit einer unheimlichen
-Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt
+Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt
erscheint.
</p>
</div>
@@ -1034,7 +999,7 @@ FRANZ WERFEL &bull; WIR SIND
</p>
<p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;">
-In vorzüglicher Ausstattung. Druck der Offizin W. Drugulin
+In vorzüglicher Ausstattung. Druck der Offizin W. Drugulin
</p>
<p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;">
@@ -1042,20 +1007,20 @@ Geheftet M 3.&mdash; &bull; Gebunden M 4.50
</p>
<p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;">Vorzugsausgabe 15 numerierte, vom Autor signierte Exemplare
-auf schwerem Japanbütten in Ganzlederbd. M 35.&mdash;
+auf schwerem Japanbütten in Ganzlederbd. M 35.&mdash;
</p>
-<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Frankfurter Zeitung:</span> .&nbsp;.&nbsp;. ein ganz großer Dichter, mit
+<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Frankfurter Zeitung:</span> .&nbsp;.&nbsp;. ein ganz großer Dichter, mit
allem Ernste sei das gesagt.
</p>
<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Neue Rundschau:</span> .&nbsp;.&nbsp;. Whitmans kosmische Liebe und
-Goethes unersättliche Lust zu fühlen hat sich Werfel
+Goethes unersättliche Lust zu fühlen hat sich Werfel
durch das Recht der Wiedergeburt zu eigen gemacht.
</p>
-<p class="center" style="font-size:1.2em; margin-bottom:0.5em;">ELSE LASKER-SCHÜLER
+<p class="center" style="font-size:1.2em; margin-bottom:0.5em;">ELSE LASKER-SCHÜLER
</p>
<p class="center" style="font-size:1em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">GESICHTE. Essays u. and. Geschichten</span>
@@ -1069,22 +1034,22 @@ Geheftet M 4.&mdash; &bull; Gebunden M 5.&mdash;
</p>
<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;">Sterndeuterei / Handschrift / Johann Hansen und Ingeborg
-Coldstrup / Künstler / In der Morgenfrühe / Elberfeld im
-dreihundertjährigen Jubiläumsschmuck / Arme Kinder
-reicher Leute / Am Kurfürstendamm / Die beiden weißen
-Bänke vom Kurfürstendamm / Die Odenwaldschule /
-Lasker-Schüler kontra B. und Genossen / Coranna / Die
+Coldstrup / Künstler / In der Morgenfrühe / Elberfeld im
+dreihundertjährigen Jubiläumsschmuck / Arme Kinder
+reicher Leute / Am Kurfürstendamm / Die beiden weißen
+Bänke vom Kurfürstendamm / Die Odenwaldschule /
+Lasker-Schüler kontra B. und Genossen / Coranna / Die
schwere Stunde / Peter Hille / Karl Kraus / Loos / Oskar
Kokoschka / Peter Baum / Franz Werfel / S. Lublinski /
Paul Leppin / Richard Dehmel / Max Brod / Alfred Kerr /
Bei Guy de Maupassant / Albert Heine / Karl Vogt / Paul
Lindau / Bei Julius Lieban / Friedrich von Schennis / Tilla
-Durieux / Paul Zech / Rudolf Blümner / William Wauer /
-Wauer-Walden via München und so weiter / Emmy
+Durieux / Paul Zech / Rudolf Blümner / William Wauer /
+Wauer-Walden via München und so weiter / Emmy
Destinn / Franziska Schultz / Kete Parsenow / Ruth /
-Unser Café / Marie Böhm / Der Alpenkönig und der
+Unser Café / Marie Böhm / Der Alpenkönig und der
Menschenfeind / Egon Adler / Ein Amen / Wenn mein
-Herz gesund wär &mdash; / Der Eisenbahnräuber / Im neopathetischen
+Herz gesund wär &mdash; / Der Eisenbahnräuber / Im neopathetischen
Kabarett / Kabarett Nachtlicht, Wien / Apollotheater /
Tigerin, Affe und Kuckuck / Im Zirkus / Zirkuspferde /
Zirkus Busch.
@@ -1112,14 +1077,14 @@ MAX DAUTHENDEY
<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Das Literarische Echo:</span> Die &bdquo;Reliquien&ldquo; beweisen die ganze
starke, eigenartige Begabung des Dichters, seine sinnliche,
-farbige Sprache, seine schöpferische Kraft. Reif und schön
-glänzt es, inbrünstige Liebeslieder und Gedichte von jenen
+farbige Sprache, seine schöpferische Kraft. Reif und schön
+glänzt es, inbrünstige Liebeslieder und Gedichte von jenen
unheimlichen, mystischen Stimmungen, die Rilke mit soviel
prunkender Spielerei zu erzwingen sucht, die Dauthendey
-aber in großer, fast starrer Einfachheit zeichnet.
+aber in großer, fast starrer Einfachheit zeichnet.
Sein Hauptthema bleibt immer die Liebe und die Freude
-an der Schönheit der Welt; die Lebenslust ist die typische
-Eigenart seiner Schöpfungen.
+an der Schönheit der Welt; die Lebenslust ist die typische
+Eigenart seiner Schöpfungen.
</p>
<p class="center" style="font-size:1em; letter-spacing:0.2em; margin-bottom: 0.5em;">
@@ -1136,14 +1101,14 @@ Einbandzeichnung von E. R. WEISS
<p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;">Geheftet M 2.&mdash; &bull; Gebunden M 3.50
</p>
-<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Berliner Tageblatt:</span> Hier könnte ich wirklich jedes Gedicht
-herausgreifen, um die Fülle eines schaffens-, liebes- und
-lebensfrohen Gemüts, einer unermüdlichen, unerschöpflichen
+<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Berliner Tageblatt:</span> Hier könnte ich wirklich jedes Gedicht
+herausgreifen, um die Fülle eines schaffens-, liebes- und
+lebensfrohen Gemüts, einer unermüdlichen, unerschöpflichen
Phantasie anzudeuten.
</p>
-<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Ernst Lissauer:</span> Da glänzt eine Heiterkeit, die an die lichte
-Liebenswürdigkeit fränkischer Landschaften mahnt, Weinduft
+<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Ernst Lissauer:</span> Da glänzt eine Heiterkeit, die an die lichte
+Liebenswürdigkeit fränkischer Landschaften mahnt, Weinduft
ist darin.
</p>
@@ -1162,7 +1127,7 @@ ist darin.
<p class="center" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;">Geheftet M 2.&mdash; &bull; Zweite Auflage &bull; Gebunden M 3.50
</p>
-<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Das Literarische Echo:</span> Vorzügliche Karikaturen, grellbunte
+<p class="noindent" style="font-size:0.8em; margin-bottom:0.5em;"><span class="em">Das Literarische Echo:</span> Vorzügliche Karikaturen, grellbunte
Spiegelbilder des Lebens auf einem ernsten dunklen
Hintergrund.
</p>
@@ -1173,383 +1138,6 @@ Hintergrund.
</div>
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Die Gebete der Demut, by Francis Jammes
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE GEBETE DER DEMUT ***
-
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-and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
-works. See paragraph 1.E below.
-
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-or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
-Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
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-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
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-because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
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-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
-and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
-http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
-permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
-Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
-throughout numerous locations. Its business office is located at
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-business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
-information can be found at the Foundation's web site and official
-page at http://pglaf.org
-
-For additional contact information:
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
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-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
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-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
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-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
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-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations.
-To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
-
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
-works.
-
-Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
-concept of a library of electronic works that could be freely shared
-with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
-Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
-
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
-unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
-keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
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-Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
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-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
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+<div>*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40231 ***</div>
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