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--- /dev/null
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@@ -0,0 +1,678 @@
+*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40165 ***
+
+FRANZ WERFEL
+
+
+
+
+DIE VERSUCHUNG
+
+
+EIN GESPRÄCH DES DICHTERS
+MIT DEM
+ERZENGEL UND LUZIFER
+
+*
+
+
+
+KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
+
+
+BÜCHEREI »DER JÜNGSTE TAG« · BAND 1
+GEDRUCKT BEI POESCHEL & TREPTE · LEIPZIG
+
+
+DEM ANDENKEN
+GUISEPPE VERDIS
+
+*
+
+
+
+
+
+
+Wüste
+
+Der Dichter:
+
+Sie haben vor den Pyramiden Aida aufgeführt. Ich jauchzte, als ich die
+superbe Auffahrt vor den berühmten Jahrtausenden sah.
+
+Und diese Beleuchtungen, diese Fanfaren, diese Musik, die all die
+liebgewonnenen Theaterschicksale in luxuriös unsterbliche Melodien setzt.
+Ich war diesen Nachmittag so glücklich. Nichts als ein Kultus, ein ewiger
+Kniefall für dich, Miß Olivia. Warum hast du mir das getan? Wo ich doch
+jenes glückliche Lachen hatte, das in mir Tribünen und Automobile,
+Fellachen und Ladies, Sphynxe und Statistenbäuche, Kamele und Wiener
+Kaffees tanzen ließ.
+
+Warum mußtest du sagen, daß ich jenem braunen, o-beinigen Baritonisten
+ähnlich sehe! Weißt du denn nicht, wie eitel ich bin? Mußt du mich täglich
+zerschmettern? Das erstemal, als wir uns in Luzern auf der Reunion im Hotel
+National sahen und ich dich bebend, wie kein Kaiser vor einem
+Staatsstreich, zum Twostep aufforderte . . . schweige, Mensch! Unsäglicher
+Schlemihl. Alles um dich siegt.
+
+Nur du bist dumpf und zitterst vor jedem bißchen Leben, das du großartig
+das äußere nennst, und das dich, wenn du sicher bist, so seltsam
+gleichgültig läßt. Jeder Kellner unterjocht dich, jede Dirne blamiert dich.
+
+Apropos, peinige nur dein Herz. In einem Münchener Weinlokal, hat nicht ein
+Herr aus Magdeburg, ein Statistiker des jährlichen Niederschlages, ein
+Wetterprophet, ein Kerl wie Weißbier, die süße Erika, die du wie ein
+Legendenwesen behandeltest, von deiner Seite gerissen?
+
+Womit? Gott, ich muß zu meiner Schande gestehen, ich war die bessere
+Wurzen. --Womit? Mit welchem Heroentum? Er bestellte bei der Musik das Lied
+»Zeppelin kommt nach Berlin«, schlug mit den Fäusten den Takt, sprühte
+hinter seinem Zwicker, war eine durchwärmte, anschmelzende Büste von
+Vertraulichkeit und lustigem Wohlwollen . . . und hin war alles.
+
+Das ist das Gesicht der Sieger!
+
+Und du, Miß Olivia. Wie nenn' ich dich?
+
+Du Element, du Abend, du leiblos Üppige, du Regen im Saal!
+
+Ich, ich sollte eifersüchtig sein!
+
+Haha, hätt' ich doch wenigstens die menschliche Kraft dazu.
+
+Aber im Grunde verehre ich die anderen.
+
+Das sind große Herren, in sich, voll Ruhe, Gemessenheit und Mittelpunkt.
+Sie haben das Leben wie sie's wollen. Heute und morgen ist ihnen ein Ziel.
+Was daneben geht ein Malheur. Und du, Miß Olivia, was bist du ihnen? Etwas,
+was man erreichen und besitzen kann.
+
+Begreift dich denn einer?
+
+»Gemach,« falle ich mir selbst ins Wort, »willst du denn etwas anderes als
+erreicht und besessen werden? Du rechnest nur zu gut. Alles, was du tust,
+ist Rechnung.« Und ich fühle in diesem Moment wieder bis ins Mark, wie ich
+Narr des Zufalls dir fremd und widerlich sein muß.
+
+Und doch, nur ich empfinde dich, nur ich empfinde deine Seele, nur ich
+deine metaphysische Erscheinung zur Welt.
+
+Warum, wenn du die Hotel-Hall betrittst und in die Hände klatschend
+ausrufst »Kinder, das war schön, den ganzen Vormittag sind wir im Segelboot
+gesessen und haben uns treiben lassen«, warum werde ich dann so müde und
+traurig?
+
+Warum muß ich an einen ganz bestimmten schwindsüchtigen, todbleichen Lehrer
+aus dem Erzgebirge denken, wie er aus seinem engbrüstigen Häuschen tritt
+und aus dem dünnen Vorbeet einen Salatkopf zieht? Warum habe ich diese
+Vision vom Aztekenkönig Montezuma? Wie dieser in überirdischer
+Märtyrerheiterkeit, goldgepanzert und konradinblond auf der Freitreppe
+seines brennenden Palastes steht? Sehe ich dich in Balltoilette, warum habe
+ich das rasche überwältigende Gefühl von Hochtouren, Durst, Ahnung von
+Quellensturz und jauchzende Glieder?
+
+Gott, Gott, bin ich das Medium, das dich ahnungslos in dir Beruhende mit
+der Welt verbindet, bin ich jener leitende bewußte Stoff zwischen dir und
+der Unendlichkeit?
+
+Das ist es ja. _Die Andern sind Menschen!_
+
+Schon was sie wollen, gehört ihnen. Sie bemessen ja einander nach Willen
+und Erfolg.
+
+Meine Sehnsucht ist Flucht, mein Streben ein Wegstreben.
+
+O ich Midas. Was ich berühre, wird unnahbar, fern und heilig und läßt mich
+allein.
+
+Und warum mir gerade dies fürchterliche Geschenk der Poesie? Es leben noch
+durchdringendere unwiderrufliche Geister, es leben schwellendere,
+wirksamere, umfassendere Herzen.
+
+Warum mir ein Schicksal, das ich nicht zu ertragen vermag?
+
+Ich kann diesen irdischen Vergnügen, an denen ich täglich strande, nicht
+entsagen.
+
+Ich brauche diese Atmosphäre von Welt, die mich ewig beschämt. Ich brauche
+die Rennplätze, die Strandkasinos, diesen kosmopolitischen Jargon, den ich
+durchschaue. Ich brauche diese glänzenden Terrassen, auf denen ich mich
+minderwertig erzeige.
+
+Warum, warum dieser Dämon, der mich immer zur Demütigung treibt?
+
+O du verhaßtes, geliebtes Menschentum.
+
+Du angebetet, wohlerwogenes Handeln aus Gründen, du bespien ersehntes
+Beschränktsein!
+
+Satan:
+
+Was jammerst du? Ich will dir helfen.
+
+Der Dichter:
+
+O Satan!
+
+So krümme ich mich zu deinen Füßen.
+
+Zermalmter, von den Dingen verzehrter, hochmütiger von den Stunden
+behandelt ist auf dieser ganzen Welt kein Wesen, als ich. Ich wanke erhaben
+zwischen den konstanten Naturen. Jeder Gegenstand ruft mir zu: »Schau mal
+an, wie fest ich bin. Versuch's doch, mach mir's nach. Ich pfeife auf den
+Auf- und Abschwung deiner Seele. Damit kommt man nicht weit. Und das Leben
+ist doch plausibel, und manches wäre zu erringen. Was mein Teil ist, wird
+mein sein. Hörst du? Ich fühle mich wohl in mir; dann streck ich bloß die
+Hand aus und was ich will, habe ich. Aber eins, Väterchen, ist nötig.
+Festigkeit, ein Charakter!«
+
+So flüstert's um mich.
+
+Und erst die Verzweiflung in mir.
+
+Schwächling, nicht fähig ein Schicksal zu ertragen. Du Unsittlicher! Du
+erkennst das Gute, dich empört die Niedrigkeit, manchmal schwillt es in dir
+empor, die verfaulte Welt niederzurennen und in deinem Innern Ordnung und
+Gesetz zu schaffen, vermagst du nicht. Satan, Satan, was soll mir die
+Kraft, im Banalen das Ewige zu sehen, was soll mir die Wonne, Entzücken in
+der Vernichtung zu fühlen?
+
+Ich habe niemals ein festes Ja gesagt! Ich war niemals Mensch!
+
+Mein Wunsch macht mich lächerlich, Satan, gib mir einen Charakter!
+
+Satan:
+
+Sieh' hin, was ich dir geben will, Sterblicher.
+
+Der Dichter:
+
+Was ich erblicke, sind die Reiche dieser Welt.
+
+Satan:
+
+Und mehr als die Reiche dieser Welt sollen dein sein.
+
+Ich will dir unschätzbare Eigenschaften verleihen. Ich will dir die
+Eigenschaft verleihen, daß niemals dein Frackhemd ermatte, daß niemals die
+klare Eleganz deines Smokings sich trübe. Begreife wohl, das sind
+Eigenschaften, die ich nicht etwa nur zu deinem Äußeren füge, nein, in dein
+Gemüt senke ich geheime geschlossene Kräfte. Um deinen Mund lebe ein
+Lächeln, das dich fürchterlich macht. Quintessenz der Diplomatie spiegle
+der Glanz deiner gestrafften Stirnhaut. Eine Kälte sei dein, die Menschen
+zum Spielzeug macht. Die Stunde sei deine Sklavin. Spürst du schon deine
+unabwendbaren Schritte in den Spielsälen? Spürst du schon den Rausch
+finanziell wahnsinniger Machinationen? Ahnst du deine neue Welt? In den
+Hallen des Verwaltungsrats, im Direktionszimmer enormer
+Opernunternehmungen?
+
+Und über allem Sicherheit der Macht. Dein Weg geht weiter. Ein Thron ist
+nicht nur ein Wort. Dynastien sind Puppenspiel. Sei Herr der Haupt- und
+Staatsaktion! Fühlst du im Taumel jagender Überlegenheit schon bewimpelte
+Perrons und die Trommelwirbel der Ehrenkompanie?
+
+Der Dichter:
+
+Für wie unkompliziert mußt du mich halten, Satan, um mir mit Konträrem zu
+kommen. Kann meine vom Unendlichen verwöhnte Brust ausfüllen dieses
+kindische Herrsein über kindische Institutionen? Vielleicht bebt manchmal
+mein weltzerrissenes Herz nach _innerer Autokratie_. Aber deines Bürgertums
+im Verwegenen, deiner scharfen Mundwinkel, deiner Potentaten-Triumphe
+spotte ich.
+
+Satan:
+
+Überlege es wohl, ehe du diesen meinen ersten Vorschlag verwirfst. Wonach
+ihr Menschen strebt, was ist es anderes, als Leidlosigkeit? Leidloses Leben
+biete ich dir.
+
+Der Dichter:
+
+Das Leid, das Leid gerade ist es, was ich suche.
+
+Satan, Satan, ewiger Geist, blamiere dich nicht! Haben dich meine wirren
+Klagen so getäuscht, daß du mich auf diese Formel bringen willst? Deine
+Aussichten sind gut für ungeschickte Schullehrer, für giftige
+Bezirksrichter und enttäuschte Oberleutnants; nicht für mich.
+
+Satan:
+
+Eins vergißt du, ewig Ungeliebter! Von Stund an wärst du der Geliebteste
+des Erdkreises.
+
+Der Dichter:
+
+Glaubst du, lächerliches Wesen, ich gäbe einen Heller drum, wenn mich Miß
+Olivia liebte?
+
+. . . . Doch darüber erkundige dich in meinem dramatischen Gedicht »Der
+Besuch aus dem Elysium«.
+
+Und schließlich, was ist aller Besitz, alle Wollust gegen das metaphysische
+Vergnügen bei der Betrachtung der in sich wandelnden Geliebten mit
+Sonnenschirm?
+
+Satan:
+
+Du verschmähst meinen Vorschlag, weil er das Wichtigste in dir nicht
+berechnet hat. Die Poesie.
+
+Hier mein zweites Wort!
+
+Ich will dir eine berückende Biographie geben, ein Leben voll süßer
+weinender Abenteuer. Ich will in dein Schicksal wunderbar geheimnisvolle
+Wesen mischen. Schauspielerinnen. Dann sollst du schön sein und mit den
+Frauen dich selbst anbeten. Dem Schwung deiner Züge sollen sich die Abende
+und Nächte, die dir geschenkt sind, die Arme, die dich je halten und die
+Worte, die deinem Mund entsinken, anschmiegen.
+
+Dein trauriger, leidenschaftlicher Genius soll Verse haben, daß knöchrige
+Monarchen und Kindermädchen in dem erfüllten, verdunkelten Raum heulen.
+Triumphe seien dein, vor denen Könige und Tenöre erblassen. Wenn du nach
+der Apotheose deiner Premiere ins Proszenium trittst, überrasen dich
+Kavallerieattacken des Applauses aus den Hinterhälten der Galerie.
+Leitartikler lässest du antichambrieren. Doch auch die ruhigen, ernsten,
+bedeutendsten Geister sollen sich deinem Zauber beugen. Premierminister
+bestimmst du durch die Hölle eines Wortes zu paradoxen Umwälzungen, hundert
+Seiten von dir, und das Wahnsinnige wird Ereignis. Der besonnte Flug eines
+rhetorischen Vogelschwarms, und das zynische Zeitalter schlägt sich an die
+Brust und explosive Güte wird Mode. Wildes brillante Geste sei gegen dein
+Furioso ein Salonwalzer gegen eine Bach'sche Fuge, Pindars olympische
+Krönung von minder mythischer Gewalt als deine verzehnfachten Nobelpreise,
+Byron das Erdenwallen eines krämrigen Poseurs angesichts deines rührend
+erhabenen Dahinschwebens, und krachten aus Missolounghis morschen
+Balkanscharten 21 Kanonenschüsse, sollen nach deinem Tod die Flotten der
+Nationen, von Pol zu Pol, diesem Tag den Trauersalut bringen. So gebe ich
+dir den Ruhm im Leben.
+
+Und nachher das höchste, was ich verleihen kann, _Unsterblichkeit_.
+
+Der Dichter:
+
+Ruhm! Ruhm! Du Vision über meiner Schulbank.
+
+Wer gibt mir den Ehrgeiz des Ungedruckten zurück? Wer den Tag, da ich dich
+ausschöpfte bis zum letzten Nachgeruch des letzten Tropfens dich einatmete,
+Ruhm!
+
+Ich sehe mich noch, wie ich Gymnasiast, zitternd von Vorahnung, meinen
+Freund zu seiner Wohnung begleitete.
+
+Zu jenem gelben, bestaubten Haus des Ledergeruchs. Ich fühle noch seine
+Bewegung, mit der er die Treppe hinaufzulaufen pflegt.
+
+Eine Schicksalserwartung im Hausflur. Und doch wollte er sich nur ein
+Taschentuch holen. Ach, da kommt er atemlos, springt drei Stufen auf einmal
+und hat in der Hand die kleine rosa Sonntagsbeilage einer Residenzzeitung.
+Und die Besinnung verbleicht, die Augen werden machtlos, das Herz verliert
+die Fassung, eine tiefe Übelkeit schraubt alle Nerven tief . . . Gott, auf
+der ersten Seite wohlgereiht, ungeträumt, unverrückbar, da, und doch vor
+Ohnmacht nicht erkannt, das kleine, steife Gedicht, das Wochen hindurch,
+dreimal während jeder Speise, auf dumpfen Schulwegen, ja bei jedem
+Stuhlgang dreimal mein Traum sich aufsagte.
+
+Den Tag eines kaum mehr Irdischen verlebte ich. Meine Schritte bekamen
+einen anderen, tieferen Klang. Ich ging ausstrahlender, furchtloser,
+unverletzter durch die Straßen und drängte mit meinem Körper, der mir antik
+gewandet vorkam, mit meinem Kopfe, den ich als etwas marmorn umlocktes
+empfand, Wind und Gespräch, Fluch und Wagengerassel zur Seite. Vor
+Warenhäusern, Wagenreihen, Kaffees blieb ich stehen und war erstaunt, als
+ich erkannte, wie tief das Ereignis meines gedruckten Werkes in die Welt
+gegriffen hatte; etwas schien an allem vorgegangen zu sein, alles schien
+auf mich zu deuten mit einem achtungsvoll schielenden »Aha«. Und dieses
+Wissen der Dinge machte mich geradezu frech. Ich sagte zu einem Polizisten
+»Sie da, wo kommt man auf den Castulusplatz« und bat einen
+Feldmarschall-Leutnant verdrießlich um Feuer.
+
+Ja, damals ward Ruhm erlebt. Von meinem Ruhm ward jedes Auge, jeder Mund
+voll. Ich schlug mit Sicherheit jede Zeitung auf, und als ich meinen Namen
+nicht fand, war das selbstverständlich, denn das gewohnte Ohr hört auch
+nicht den Ton des Meeres und der Luft, und gar das ewige Geräusch der
+Sterne, und so war auch mein großes Dasein als schon natürlich und alles
+ausfüllend übergangen worden.
+
+O, daß der irdische Genuß nur einmal genossen wird.
+
+Was ist mir jetzt mein ärmlicher Ruhm? Klatsch dreier Kaffees und
+lächerliche Politik dreizehn übelgeratener Literaten?
+
+Und was wäre ein großer Ruhm? Mehr unsachlich, weniger böswillig, doch
+einfältigerer Klatsch der befestigten Gesellschaft.
+
+Unsterblichkeit? Das Argument dagegen liegt auf der Hand.
+
+Gewiß, gewiß. Oft sehe ich mich im Traum. Wie ich jahrelang in der Nähe
+einer Frau diese floh. Sie lachte über mich weg den Diabolokreisel
+spielender Kinder an. Und da komme ich auf gezäumtem, festlichem Pferd die
+Straße herab. Und das Spalier wirft toll die Hüte in die Luft und aus
+offenen Fenstern streut man langsame Blumen um mich. Und da ist auch die
+Schöne. Ich halte mein Pferd an, und mein fast schon steinerner Mund
+spricht ein Wort, das langsam wie die Ehrenblumen rings niederfällt. Da
+schaut mir die Frau in die Augen und streichelt mein Pferd, und rasend
+jubelt, wie ich weiterreite, das Volk um uns mit Tambourins und
+Tschinellen.
+
+Aber das ist ein Traum, wie ein Bub die Geliebte aus dem brennenden Hause
+zu retten träumt.
+
+Ruhm, Unsterblichkeit. Nein, nein, nein! Ich halte mir die Ohren zu, Satan.
+
+Satan, Satan, bist du ein Quacksalber? Hast du in deinem Feuersack nur
+Medizinflaschen? Um mich zu vergessen oder zu erweitern, gab Gott uns
+Haschisch und Opium.
+
+Satan, Satan, bist du ein Theaterfriseur? Hast du in deinem Feuersack
+Perücken und Schminkstifte? Willst du meinem Inwendigen und Äußeren eine
+schneidig geringschätzige Treumannmaske anmalen und mit ein paar höllischen
+Kohlenstrichen ein brutal fernes Lächeln mir um die Lippen ziehen, oder mit
+fachmännischem Zu- und Wegspringen mir einen melancholisch hinreißenden
+Lockenkopf von säkularer Gültigkeit anordnen?
+
+Ich will, ich will keine Metamorphose.
+
+Ich will _meine_ Wahrheit kennen. Mein _innerlichstes_ Licht oben haben.
+
+Wenn ich um einen Charakter flehte, so meinte ich nichts als die Kraft,
+durch den Urwald des Selbst durchzukönnen nach einer erkannten, mit den
+Schlüssen des Zuendedenkens und den Blitzen des
+Nach-allen-Seiten-hin-Fühlens übereinstimmenden Richtung.
+
+Satan:
+
+Es ehrt dich, Mensch, daß du es verschmähst, von mir ein neues Leben
+anzunehmen! Es hätten sich Naturen, die du für stärker hältst, durch weit
+geringeren Bauernsang erwischen lassen.
+
+Wisse es, so oft du auch dumpf, weinerlich und unfähig zu leben bist, deine
+Seele, Mensch, deine Seele ist stark. Sie sollen nur höhnen, Ästhet! Dich
+hat der Teufel, verwirrt Ehrlicher, durch kein Raffinement gefangen.
+
+Erkenne nun, was ich für die besten Temperamente bewahre, und wähle!
+
+Kein neues Leben gebe ich dir. Aber ein neues Schicksal. Und zwar, mein
+Unersättlicher, das schmerzlichste aller Schicksale und das triumphalste:
+Den Kampf!
+
+Der Dichter:
+
+Kampf! Verzeih' Satan, wenn ich skeptisch werde, an mir skeptisch werde. Es
+ist etwas Unpolemisches in mir. Etwas, was einem irdischen Übel ein
+ironisch transzendentales Gewicht entgegenhält. Einen vielleicht billigen
+Trost in der ewigen Ordnung.
+
+Satan:
+
+Ich habe dein Herz beim Lesen mancher Notiz aus dem Gerichtssaal belauscht.
+Du unterschätzest deine Vehemenz. Bisher warst du wohl allzu gesättigt. Das
+irdische Übel erschien dir in derselben Distanz wie die ewige Ordnung. Aber
+ich will dir das irdische Übel naherücken, ich will's um dich gruppieren.
+
+Du sollst das Leben nicht mehr aushalten, wird mein Geschenk sein. Du wirst
+verwandt werden meinem Geschlecht. Dein Schmerz wird ein Luzifer-Schmerz
+sein. Schweig'. Du wirst dich nicht umbringen. Du bist ein Dichter. Du
+wirst brausen.
+
+Nicht mehr werde ich, wenn ich vielleicht als Hauswirtin dir früh den
+Kaffee bringe, dich bei jenen uns bekannten Monologen ertappen.
+
+»So, da stehe ich nun auf und bin voll von einem Vers, den auszudrücken ich
+zwei Tage brauchen werde. Warum kommt dies Erschrecken über mich und diese
+verächtliche Frage, wozu dies alles? Soll dies schön Fühlen und schön Reden
+wirklich der Ersatz sein für all die Erbärmlichkeit? Warum bin ich gerade
+dazu verdammt, mein Leben an eine Lüge hinzuwerfen, die nur dadurch in mir
+gehalten werden kann, daß sie die anderen, das Publikum, scheinbar aufrecht
+erhalten. Wenn dieser Abgeordnete gestern nicht zitiert hätte »Es soll der
+Dichter mit dem Fürsten gehn« (wie ist im Herzen des Abgeordneten dieses
+Wort leer), so hätte ich gestern vielleicht nicht so tief an Wert und
+Wichtigkeit der Poesie geglaubt!
+
+Wie gemein bin ich doch im Grunde. Ich freue mich ja zuschauend über das
+Gute und Böse, das mir passiert, um nachher nur darüber innerlich
+herzufallen. Plausibel wäre vielleicht einzig noch »Selbstmord durch
+Kunst«. Sich aufgeben, aber gestalten. Oder -- oder. Ein Wirkender zu sein.
+Ein unerforschlicher Gigant der eigenen Idee. In dem Scheiterhaufen der
+Sätze verbrennen die schnöden Gesinnungen, die gleichgültigen Taten,
+Systeme und Menschen, Kunst als Revolution. In Tyrannos!«
+
+Siehst du, Dichter, ich will dir ein Schicksal geben, daß du dieser
+herjagende Erfüller sein wirst. Ich will dich mit Ekel und Mitleid bis oben
+anfüllen, daß du über Parlamenten, Kongressen und Weltversammlungen wie ein
+Samum dahinfährst. Ich will dich durch Wahnsinn des dir Begegnenden
+aufreißen zu unerhörtem Mut, zu unerhörten Taten. Du sollst die Wonne
+fühlen! Einer gegen Millionen. Und den Tod aller Tode sollst du sterben. Im
+Triumph, im Sieg, während eines Bombenattentats oder durch die Kugel eines
+ohnmächtigen Feindes nach dem Erdbeben einer deiner Reden.
+
+Der Dichter:
+
+Halt ein, halt ein! Alles, was du versprichst, ist Rausch. Alles ist
+Rausch! Auch deinen Kampf will ich nicht. Ich will mich nicht vergessen.
+Haschisch und Opium nannte ich schon. Ich gebe nicht meine Zweifel der
+Geschäftigkeit hin. Nicht ein Aufwachen, wo man noch Verse des Traumes im
+Ohr hat, gegen ein intrigantes Pathos. Wer sich der Richtigkeit
+entgegenwirft, wird selbst nichtig. Wer in der kleinen Misere Leid der
+Ewigkeit spürt, singt, aber kämpft nicht. Nein, nein, dein Kampf gegen
+Dynastien, Parlamente, Dummheit, Verbrechen, ist nicht mein Kampf. Häufe
+Hunger und Unglück auf mich, du täuschest dich, wenn du meinst, ich würde
+zum rhetorischen Parteigänger, zum dialektischen Anarchisten.
+
+_Dies Herz weiß zuviel, es hat zu sehr die Trostlosigkeit, die Einsamkeit,
+die Einsamkeit jedes Grashalms und jedes Lämpchens erfahren, hat zu heiß
+über verlassene Bänke bei Sonnenuntergang im Park geweint, als daß es den
+Unsinn der Wehrmacht und der Gesetzgebung überschätzen würde._
+
+Satan, Satan, du bist mir nicht gewachsen. Ahnst nicht die Zartheit, die
+Demut in mir. Ich brauche nicht den Rausch des Außerordentlichen. Mich
+berauschen ja all die lieben Wiesen, die Bienen, und ein gütiger Weltblick
+einer zahnlos ordinären Hexe zum Kruzifix oder zu den Wolken versöhnt mich
+mit der entsetzlichsten Verleumdung aus ihrem Munde.
+
+Ha, ich fühle, wie in mir all die Qualen so klein und niedrig werden, wenn
+das Leben, das Leben wieder unendlich an meine Brust greift.
+
+Satan:
+
+Ehe du mich verstößt, ehe ich entfliehe, vernimm noch. Schlag nicht aus die
+Hand Luzifers, des zur Erde Gefallenen, dem Gott das nahm, was jetzt aus
+deinen Augen bricht.
+
+Die Menschen, höre, sind dein Untergang. Du sprichst nicht ihre Sprache,
+sie werden dich wegwerfen. Dein sei die Einsamkeit! Trage deine Liebe in
+die Wildnis! Ich will die Welt um dich bezaubern. Die Flüsse, die Lerchen,
+Vulkane und Bestien seien Träger deiner Stimme, Behälter deines Schmerzes.
+Die sieben Farben sollen beglückt um dich tanzen. Dein Leid harmonisiert
+sich. Du kraftvoller Widerstrahl Gottes, Orpheus, süßes, seliges Abbild,
+Erinnerung meiner selbst, ehe ich schuldig worden.
+
+Ich wollte dich vernichten, als ich dich dreimal unter die Menschen
+verwies. Meine Erinnerung vernichten. Jetzt aber beugt mich Sehnsucht,
+Sehnsucht nach der alten Reinheit. Bleibe, o Klang des Kosmos, bleibe mir.
+
+Der Dichter:
+
+Satan, Satan, du auch mein Bruder.
+
+Jetzt weiß ich, daß ich unter die Menschen muß. Alle meine Zweifel, meine
+Anklagen gegen mich, schrumpfen nun ein, wo urplötzlich eine ungeheure
+Sonne aufging, und ich sehe, daß all das, was ich für Mangel hielt,
+Schicksal ist, mein einziges Schicksal, das keinem, keinem Wesen
+angeglichen werden kann. Ich werde nicht mehr zetern über chaotisches
+Gemüt, Unstandhaftigkeit, Unsittlichkeit. Die Gesetze des Menschen, auch
+seine Moralgesetze, sind nicht die meinigen, weil ich in Beziehung zu ganz
+anderen, höheren Gewalten stehe.
+
+Ich werde nicht mehr weinen, weil nichts Menschliches an mir ist außer
+Hunger, Durst, Schlaf und Wollust. Und doch, so ich nun mein unmenschliches
+Schicksal erkenne, treibt es mich wieder, unsäglich treibt es mich zu den
+Menschen.
+
+Satan
+
+(hebt sich dunkel auf und verschwindet).
+
+_Der Erzengel_ mit dem Flammenschwert in der Rechten steht feurig über dem
+ganzen Himmel.
+
+Der Erzengel:
+
+Nun der unselige Bruder versank, blicke in dieses Auge, Mensch.
+
+Der Dichter:
+
+Was überwältigt mich so wonnig?
+
+Es stürzen Lawinen in meiner Seele und goldene Bäche nieder. Heimat,
+Heimat! Ist auf den seligen Gefilden deines strahlenden Kleides, die
+Heimat, die so oft nach dem Schmerze wirr empfunden und beweint wurde?
+
+Ich will nicht mehr fort.
+
+Laß mich sterben. Zu dir, in dich einziehen. Bist du das, was ich Kindheit,
+Unbewußtheit nannte, bist du das, was ich Bai des Entschluchzens, Tod
+nennen will? Nicht mehr zurück, nicht mehr zurück in das Leben, wo die
+entsetzlichen Schimären, Arbeit, Ehrgeiz und Gleichgültigkeit den Jammer
+der Seele verhöhnen. Sei das Eichenbett zur Winterszeit, in dem ich mich
+klein machen will, sei das vergehende Firmament des Frühlings, unter dem
+beruhigend die tausend ersten Schwalben taumeln, sei das Antlitz der
+Geliebten, in dem ich schlafen gehe, sei die vergangene Stimme der Mutter
+bei einer Kinderausfahrt im Landauer!
+
+Der Erzengel:
+
+Du wirst nicht sterben! Dein Geburtstag ist heute, o Sohn! Was siehst du?
+
+Der Dichter:
+
+Ich bin in einer Dorfkirche.
+
+In groben Bänken grobe Gestalten mit harten, unversöhnlichen Gesichtszügen.
+Der Pfarrer liest die Messe. Eine Orgel höre ich nicht. Das Trippeln,
+Knixen und Klingeln der Ministranten ist mir ebenso widerlich, wie das
+falsche, salbungsvolle Sichumdrehen des Geistlichen und sein kastriertes
+Dominus vobiscum und saecula saeculorum.
+
+Ein hoher, hohler, öder Chor macht mich verdrießlich. Da, auf einmal bewegt
+sich ein komischer, farbiger fahnenbewehrter Zug vom Hauptportal zum Altar.
+Voran eine Musik, zehn Männer mit ungeheuren, gelb verschlungenen
+Instrumenten, dann mit kurzen Schritten Feuerwehr, nachher ein
+Veteranenverein und zuletzt weiße Firmkinder. Mädchen mit langen,
+schlenkernden Armen und kurzen Zwirnhandschuhen, an dem rührend flachen
+Busen allerhand Blumen; Buben, die halblange Hosen und ungewohnte Scheitel
+tragen, und denen von verwegenen Spielen schwere und derb zerrissene Hände
+allzu groß und unbeherrscht ruhig aus runden Ärmeln hängen. Mütter drängen
+sich, Weisungen erteilend und mit Blicken dirigierend an die Schar.
+
+Da beginnt die Musik. Hörner und Klarinetten setzen falsch nacheinander ein
+und haben Mühe, sich zu finden, während unten und oben jedes für sich und
+unbeirrt Bombardon und Flöte ihres Weges gehn.
+
+Und jetzt, jetzt ist es doch Musik. Süß, einfach wie Atem, wie Wind,
+ineinander Thema und Baß. Ist es ein Stück aus der Schöpfung Haydns, ist es
+Pergolese oder ein simpler ländlicher Choral?
+
+Das Einzige ist auf einmal da, was alle, alle Geschöpfe vereint, Musik. Das
+Unbegreiflichste und Sicherste dieser Welt. Wie auch Lärm um uns ist, der
+langsame Viervierteltakt hebt an, und jedes Gemüt hört unbewußt den Takt
+seines eigenen Wandelns und empfindet die große Brüderschaft der Wesen,
+fühlt wie sein Gang der Gang der Planeten ist, der Tanz der Sonnen und der
+kleine Lauf eines Wiesels.
+
+Die ruhige, schreitende Melodie ist da und mich erfaßt ein erhabenes
+Allerbarmen.
+
+Ihr sitzet da mit rauhen, verlorenen Gesichtern. Du dort, Wucherer, mit dem
+Glasauge, und du dort, Frau, aufgedunsen von vielen Geburten. Jener denkt
+an einen Pferdehandel, dieser an die Versicherung seines Hauses. Die
+schmächtige Frau träumt davon, daß ihr Mann Gemeinderat wird und die üppige
+von der Brutalität ihres Liebhabers.
+
+Kennt ihr euch denn, ihr Menschen?
+
+Ihr Armen, Armen, einfältig Schlauen!
+
+Und du, überlegener Herr Professor, wackerer Monist, was weißt du denn von
+dir und Welt? Armer, einfältig Schlauer!
+
+Nur ich, nur ich verstehe euch!
+
+Nur ich schöpfe von eurem Antlitz eine Grimasse ab und habe ein Stück
+flatternde Seele in der Hand. Ihr seid Handelnde, Mitwirkende dieses großen
+Balletts, -- ich bin der ferne, der schmerzliche Outsider.
+
+Der Erzengel:
+
+Nun hast du dich erkannt. _Nun weißt du ganz, daß dein Reich von dieser
+Welt nicht von dieser Welt ist. Das ist, o Dichter, dein Geburtstag._ Und
+in dieser Welt, der Gesandte, der Mittler, der Verschmähte zu sein, ist
+_dein Schicksal_. Kein Gesetz, keine Moral gilt für dich, denn du bist der
+unsrigen, der unendlichen Geister einer.
+
+Der Dichter:
+
+Welch unbekannter Stolz durchrollt mich, welch neue Stärke faltet meine
+Stirne?
+
+_Die Welt braucht mich_.
+
+Ja, ich höre eure Stimmen alle.
+
+Der blonde verprügelte Soldat ruft mich an, ein kaum getötetes Häslein, das
+fröhliche Jäger mit in die Stube brachten, wartet, daß ich fühle, wie
+anmutig mädchenhaft sein kleiner Körper erstarrt. Die große Zigarre eines
+Börseaners sieht mich seltsam an, und ich allein, ich allein empfinde für
+sie, daß sie nun bald nicht mehr sein wird, nicht einmal mehr Rauch. Eine
+kleine energische Frau sagt: »Ja, als dann mein Bruder selig starb, war ich
+ganz allein.« Und meine Seele umarmt sie und weiß alles, das Abstauben bei
+fremden Leuten am Morgen, das Mittagessen in der Küche (sehr viel Zimmet
+und Zucker), den Hausherrn in Pantoffeln, seine großen, roten, haarigen
+Hände, wie sie nach dem runden, festen Busen tasten.
+
+Auch dein Ärger spricht zu mir, heute, unvorteilhaft gekleidetes Mädchen
+auf dem Kränzchen, und deinen Mut schöpfe ich aus, Minister, wenn du ruhig
+dem Wirbel der Tintenfässer und Lineale standhältst.
+
+Bronislawa, Barmaid, du tanzest mit einem schlanken Idioten.
+
+Und ich vergehe vor Schmerz und Jubel, denn bald, bald wird dein
+wunderbarer, zarter Körper erlöst sein. Du bist nicht mehr. Mit dem Walzer
+der Damenkapelle, mit dem Weingeruch, mit der langsamen Höflichkeit der
+Kellner stürzest du ein. Dein silbriges Skelett faßt ein Sarg. Doch dein
+unsterblicher Augenaufschlag, der harte Tanzschritt deines Fußes, dein
+flatternder Alt, die Hingabe durch den Mann hindurch an dich selbst, deine
+unsinnigen Redensarten, dies alles, alles entschwebt und ist überall da,
+und ich Glücklicher finde es, wenn der Mond aufgeht und Mädchen den Eimer
+aus dem Brunnen emporkurbeln.
+
+Engel, mein Engel, jetzt fühle ich, daß ich von deinem Geschlechte bin. Ich
+bewundere mich. Ich bin groß.
+
+Der Erzengel:
+
+Wie du's erkennst, bist du es schon. Aber, mein Sohn und Bruder, sage, was
+hörst du jetzt für Stimmen?
+
+Der Dichter:
+
+Stimmen der Lästerung und des Unverstands. Ich will mich auf eine Steinbank
+setzen und himmlisch lachen. Nein, nicht mehr glaube ich von meinem
+Erdenwallen, daß es nutzlos und unfruchtbar sei.
+
+Mögen sie nur rufen und achselzucken: Schwächling, Weichtier!
+
+Ich führe und leite sie doch.
+
+Die ganze grüne Erde liegt da und schweigt.
+
+Ich werde sie ihnen schenken und sie werden reich von meiner Armut sein.
+
+Denn siehe, ich bin die Verkündigung!
+
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+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Die Versuchung, by Franz Werfel
+
+*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40165 ***