diff options
Diffstat (limited to '37070-h')
| -rw-r--r-- | 37070-h/37070-h.htm | 2008 | ||||
| -rw-r--r-- | 37070-h/images/deko.png | bin | 0 -> 6209 bytes | |||
| -rw-r--r-- | 37070-h/images/titelseite.jpg | bin | 0 -> 12567 bytes |
3 files changed, 2008 insertions, 0 deletions
diff --git a/37070-h/37070-h.htm b/37070-h/37070-h.htm new file mode 100644 index 0000000..56480e4 --- /dev/null +++ b/37070-h/37070-h.htm @@ -0,0 +1,2008 @@ +<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN" +"http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd"> +<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" lang="de" xml:lang="de"> +<head> +<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=utf-8"/> +<title>Animismus, Magie und Allmacht der Gedanken, by Sigmund Freud—A Project Gutenberg eBook</title> +<link rel="coverpage" href="images/titelseite.jpg"/> +<style type="text/css"> +<!-- +p +{ + text-align: justify; + text-indent: 1.5em; +} + +p.center, +p.drop-cap, +#tnote p, +#tnote-bottom p +{ + text-indent: 0; +} + +h1, +h2 +{ + text-align: center; + clear: both; + font-weight: normal; +} + +h1 +{ + font-size: large; + margin: 4em auto 1.5em auto; + line-height: 1.4em; +} + +h2 +{ + font-size: large; + margin: 3em auto 1em auto; +} + +a:link, +a:visited +{ + text-decoration: none; +} + +ins +{ + text-decoration: none; + border-bottom: 1px dashed #add8e6; +} + +.greek +{ + border-bottom: 1px dashed #3c0; +} + +hr.thought-break +{ + width: 6em; + height: 1px; + color: black; + background-color: black; + border: none; + margin: 2em auto; +} + +.gesperrt, +.gesperrt-part, +.gesperrt-left-part +{ + letter-spacing: 0.2em; +} + +em.gesperrt, +em.gesperrt-part, +em.gesperrt-left-part, +cite.gesperrt +{ + font-style: normal; + font-weight: normal; +} + +.gesperrt +{ + margin-right: -0.2em; +} + +.gesperrt-part +{ + margin-left: 0.2em; + margin-right: -0.2em; +} + +.center +{ + text-align: center; +} + +.figcenter +{ + text-align: center; + margin: 2em auto; +} + +p.drop-cap:first-letter +{ + float: left; + font-size: 3.5em; + margin: -0.2em 0.1em -0.1em 0; +} + +a[title].pagenum +{ + position: absolute; + right: 3%; +} + +a[title].pagenum:after +{ + content: attr(title); + border: 1px solid silver; + display: inline; + font-size: x-small; + text-align: right; + color: #808080; + background-color: inherit; + font-style: normal; + padding: 1px 4px 1px 4px; + font-variant: normal; + font-weight: normal; + text-decoration: none; + text-indent: 0; + letter-spacing: 0; +} + +#tnote, +#tnote-bottom +{ + max-width: 95%; + border: 1px dashed #808080; + background-color: #fafafa; + text-align: justify; + padding: 0 0.75em; + margin: 6em auto; +} + +ul#corrections +{ + list-style-type: none; + margin: 0; + padding: 0; +} + +ul#corrections li +{ + margin: 0.5em 0.25em; +} + +ul#corrections .correction +{ + text-decoration: underline; +} + +@page +{ + margin: 0.25em; +} + +@media screen +{ + body + { + width: 80%; + max-width: 40em; + margin: auto; + } + + p + { + margin: 0.75em auto; + } + + #tnote + { + max-width: 26em; + } + + .footnotes + { + margin: 8em auto; + border-top: 1px solid black; + border-bottom: 1px solid black; + padding: 1em 0; + } + + .page-break + { + margin-top: 8em; + } +} + +@media print, handheld +{ + p + { + margin: 0; + } + + #tnote, + #tnote-bottom + { + background-color: white; + border: none; + width: 100%; + } + + #tnote p, + #tnote-bottom p + { + margin: 0.25em 0; + } + + #tnote .screen, + .pagenum + { + display: none; + } + + ins, + .greek + { + border: none; + } + + a:link, + a:visited + { + color: black; + } + + #tnote, + #tnote-bottom, + h1, + h2, + .footnotes, + .page-break + { + page-break-before: always; + } + + #tnote-bottom + { + page-break-after: always; + } +} + +@media handheld +{ + body + { + margin: 0; + padding: 0; + width: 95%; + } + + .gesperrt, + .gesperrt-part, + .gesperrt-left-part + { + letter-spacing: 0; + margin-right: 0; + margin-left: 0; + } + + em.gesperrt, + em.gesperrt-part, + cite.gesperrt + { + font-style: italic; + } + + ul#corrections li + { + margin: 0; + } +} +--> +</style> +<!--[if lt IE 8]> +<style type="text/css"> +a[title].pagenum +{ + position: static; +} +</style> +<![endif]--> +</head> +<body> + + +<pre> + +The Project Gutenberg EBook of Animismus, Magie und Allmacht der Gedanken, by +Sigmund Freud + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Animismus, Magie und Allmacht der Gedanken + Über einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden + und der Neurotiker III + +Author: Sigmund Freud + +Release Date: August 14, 2011 [EBook #37070] + +Language: German + +Character set encoding: UTF-8 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ANIMISMUS, MAGIE UND ALLMACHT *** + + + + +Produced by Jana Srna and the Online Distributed +Proofreading Team at https://www.pgdp.net + + + + + + +</pre> + + + +<div id="tnote"> +<p class="center"><b>Anmerkungen zur Transkription:</b></p> +<p>Der Text stammt aus: <cite>Imago. Zeitschrift für Anwendung der +Psychoanalyse auf die Geisteswissenschaften II</cite> (1913). +S. 1–21.</p> +<p>Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden +übernommen; lediglich offensichtliche Druckfehler wurden +korrigiert. <span class="screen">Änderungen sind im Text +<ins title="so wie hier">so gekennzeichnet</ins>. Der +Originaltext erscheint beim Überfahren mit der Maus.</span> +Eine <a href="#tn-bottom">Liste der vorgenommenen Änderungen</a> +findet sich am Ende des Textes.</p> +</div> + +<div><a class="pagenum" name="Page_1" title="1"> </a></div> +<h1><big>Über einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker.</big><br/> +<small>Von SIGM. FREUD.</small><br/> +III.<br/> +Animismus, Magie und Allmacht der Gedanken.</h1> + +<h2>1.</h2> + +<p class="drop-cap">Es ist ein notwendiger Mangel der Arbeiten, welche Gesichtspunkte +der Psychoanalyse auf Themen der Geisteswissenschaften +anwenden wollen, daß sie dem Leser von beiden +zu wenig bieten müssen. Sie beschränken sich darum auf den +Charakter von Anregungen, sie machen dem Fachmanne Vorschläge, +die er bei seiner Arbeit in Erwägung ziehen soll. Dieser Mangel +wird sich aufs äußerste fühlbar machen in einem Aufsatz, welcher +das ungeheure Gebiet dessen, was man Animismus nennt, behandeln +will<a name="FNanchor_1" href="#Footnote_1" class="fnanchor">(1)</a>.</p> + +<p>Animismus im engeren Sinne heißt die Lehre von den Seelenvorstellungen, +im weiteren die von geistigen Wesen überhaupt. Man +unterscheidet noch Animatismus, die Lehre von der Belebtheit der +uns unbelebt erscheinenden Natur, und reiht hier den Animalismus +und Manismus an. Der Name Animismus, früher für ein bestimmtes +philosophisches System verwendet, scheint seine gegenwärtige Bedeutung +durch E. B. <span class="gesperrt">Tylor</span> erhalten zu haben<a name="FNanchor_2" href="#Footnote_2" class="fnanchor">(2)</a>.</p> + +<p>Was zur Aufstellung dieser Namen Anlaß gegeben hat, ist +die Einsicht in die höchst merkwürdige Natur- und Weltauffassung +<a class="pagenum" name="Page_2" title="2"> </a> +der uns bekannten primitiven Völker, der historischen sowohl wie +der jetzt noch lebenden. Diese bevölkern die Welt mit einer Unzahl +von geistigen Wesen, die ihnen wohlwollend oder übelgesinnt sind; +sie schreiben diesen Geistern und Dämonen die Verursachung der +Naturvorgänge zu und halten nicht nur die Tiere und Pflanzen, +sondern auch die unbelebten Dinge der Welt für durch sie belebt. +Ein drittes und vielleicht wichtigstes Stück dieser primitiven »Naturphilosophie« +erscheint uns weit weniger auffällig, weil wir selbst noch +nicht weit genug von ihm entfernt sind, während wir doch die Existenz +der Geister sehr eingeschränkt haben und die Naturvorgänge +heute durch die Annahme unpersönlicher physikalischer Kräfte erklären. +Die Primitiven glauben nämlich an eine ähnliche »Beseelung« auch +der menschlichen Einzelwesen. Die menschlichen Personen enthalten +Seelen, welche ihren Wohnsitz verlassen und in andere Menschen +einwandern können; diese Seelen sind die Träger der geistigen Tätigkeiten +und bis zu einem gewissen Grad von den »Leibern« unabhängig. +Ursprünglich wurden die Seelen als sehr ähnlich den Individuen +vorgestellt und erst im Laufe einer langen Entwicklung +haben sie die Charaktere des Materiellen bis zu einem hohen Grad +von »Vergeistigung« abgestreift<a name="FNanchor_3" href="#Footnote_3" class="fnanchor">(3)</a>.</p> + +<p>Die Mehrzahl der Autoren neigt zu der Annahme, daß diese +Seelenvorstellungen der ursprüngliche Kern des animistischen Systems +sind, daß die Geister nur selbständig gewordenen Seelen entsprechen, +und daß auch die Seelen von Tieren, Pflanzen und Dingen in Analogie +mit den Menschenseelen gebildet wurden.</p> + +<p>Wie sind die primitiven Menschen zu den eigentümlich dualistischen +Grundanschauungen gekommen, auf denen dieses animistische +System ruht? Man meint, durch die Beobachtung der Phänomene +des Schlafes (mit dem Traum) und des ihm so ähnlichen Todes, +und durch die Bemühung, sich diese jeden Einzelnen so nahe +angehenden Zustände zu erklären. Vor allem müßte das Todesproblem +der Ausgangspunkt der Theoriebildung geworden sein. Für +den Primitiven wäre die Fortdauer des Lebens – die Unsterblichkeit +– das Selbstverständliche. Die Vorstellung des Todes ist etwas +spät und nur zögernd Rezipiertes, sie ist ja auch für uns noch +inhaltsleer und unvollziehbar. Über den Anteil, den andere Beobachtungen +und Erfahrungen an der Gestaltung der animistischen Grundlehren +gehabt haben mögen, <ins title="die über">über</ins> Traumbilder, Schatten, Spiegelbilder +u. dgl., haben sehr lebhafte, zu keinem Abschluß gelangte +Diskussionen stattgefunden<a name="FNanchor_4" href="#Footnote_4" class="fnanchor">(4)</a>.</p> + +<p>Wenn der Primitive auf die sein Nachdenken anregenden +Phänomene mit der Bildung der Seelenvorstellungen reagierte und +diese dann auf die Objekte der Außenwelt übertrug, so wird sein +Verhalten dabei als durchaus natürlich und weiter nicht rätselhaft +<a class="pagenum" name="Page_3" title="3"> </a> +beurteilt. <span class="gesperrt">Wundt</span> äußert angesichts der Tatsache, daß sich die nämlichen +animistischen Vorstellungen bei den verschiedensten Völkern +und zu allen Zeiten übereinstimmend gezeigt haben, dieselben »seien +das notwendige psychologische Erzeugnis des mythenbildenden Bewußtseins +und der primitive Animismus dürfe als der geistige Ausdruck +des <em class="gesperrt">menschlichen Naturzustandes</em> gelten, insoweit dieser +überhaupt für unsere Beobachtung erreichbar ist«<a name="FNanchor_5" href="#Footnote_5" class="fnanchor">(5)</a>. Die Rechtfertigung +der Belebung des Unbelebten hat bereits <span class="gesperrt">Hume</span> in seiner »Natural +History of Religion« gegeben, indem er schrieb: »There is an universal +tendency among mankind to conceive all beings like themselves +and to transfer to every object those qualities with which they are +familiarly acquainted and of which they are intimately conscious«<a name="FNanchor_6" href="#Footnote_6" class="fnanchor">(6)</a>.</p> + +<p>Der Animismus ist ein Denksystem, er gibt nicht nur die +Erklärung eines einzelnen Phänomens, sondern gestattet es, das +Ganze der Welt als einen einzigen Zusammenhang, aus einem +Punkte, zu begreifen. Die Menschheit hat, wenn wir den Autoren +folgen wollen, drei solcher Denksysteme, drei große Weltanschauungen +im Laufe der Zeiten hervorgebracht: Die animistische (mythologische), +die religiöse und die wissenschaftliche. Unter diesen ist die erstgeschaffene, +die des Animismus, vielleicht die folgerichtigste und +erschöpfendste, eine, die das Wesen der Welt restlos erklärt. Diese +erste Weltanschauung der Menschheit ist nun eine psychologische +Theorie. Es geht über unsere Absicht hinaus zu zeigen, wie viel +von ihr noch im Leben der Gegenwart nachweisbar ist, entweder +entwertet in der Form des Aberglaubens, oder lebendig als Grundlage +unseres Sprechens, Glaubens und Philosophierens.</p> + +<p>Es greift auf jene Stufenfolge der drei Weltanschauungen +zurück, wenn gesagt wird, daß der Animismus selbst noch keine +Religion ist, aber die Vorbedingungen enthält, auf denen sich später +die Religionen aufbauen. Es ist auch augenfällig, daß der Mythus +auf animistischen Voraussetzungen ruht; die Einzelheiten der Beziehung +von Mythus und Animismus erscheinen aber als in wesentlichen +Punkten ungeklärt.</p> + +<h2>2.</h2> + +<p>Unsere psychoanalytische Arbeit wird an anderer Stelle einsetzen. +– Man darf nicht annehmen, daß die Menschen sich aus +reiner spekulativer Wißbegierde zur Schöpfung ihres ersten Weltsystems +aufgeschwungen haben. Das praktische Bedürfnis, sich der +Welt zu bemächtigen, muß seinen Anteil an dieser Bemühung haben. +Wir sind darum nicht erstaunt zu erfahren, daß mit dem animistischen +System etwas anderes Hand in Hand geht, eine Anweisung, +wie man verfahren müsse, um der Menschen, Tiere und Dinge, +respektive ihrer Geister, Herr zu werden. Diese Anweisung, welche +unter dem Namen »<em class="gesperrt">Zauberei</em> und <em class="gesperrt">Magie</em>« bekannt ist, will +<a class="pagenum" name="Page_4" title="4"> </a> +S. <span class="gesperrt">Reinach</span><a name="FNanchor_7" href="#Footnote_7" class="fnanchor">(7)</a> die Strategie des Animismus heißen; ich würde es vorziehen, +sie mit <span class="gesperrt">Hubert</span> und <span class="gesperrt">Mauß</span> der Technik zu vergleichen<a name="FNanchor_8" href="#Footnote_8" class="fnanchor">(8)</a>.</p> + +<p>Kann man Zauberei und Magie begrifflich voneinander +trennen? Es ist möglich, wenn man sich mit einiger Eigenmächtigkeit +über die Schwankungen des Sprachgebrauches hinwegsetzen will. +Dann ist Zauberei im wesentlichen die Kunst, die Geister zu beeinflussen, +indem man sie behandelt wie unter gleichen Bedingungen +die Menschen, also indem man sie beschwichtigt, versöhnt, sich geneigt +macht, sie einschüchtert, ihrer Macht beraubt, sie seinem Willen +unterwirft, durch dieselben Mittel, die man für lebende Menschen +wirksam gefunden hat. Magie ist aber etwas anderes; sie sieht im +Grunde von den Geistern ab und sie bedient sich besonderer +Mittel, nicht der banalen psychologischen Methodik. Wir werden +leicht erraten, daß die Magie das ursprünglichere und bedeutsamere +Stück der animistischen Technik ist, denn unter den Mitteln, mit +denen Geister behandelt werden sollen, befinden sich auch magische<a name="FNanchor_9" href="#Footnote_9" class="fnanchor">(9)</a>, +und die Magie findet ihre Anwendung auch in Fällen, wo die Vergeistigung +der Natur, wie uns scheint, nicht durchgeführt worden ist.</p> + +<p>Die Magie muß den mannigfaltigsten Absichten dienen, die +Naturvorgänge dem Willen des Menschen unterwerfen, das Individuum +gegen Feinde und Gefahren schützen und ihm die Macht +geben, seine Feinde zu schädigen. Die Prinzipien aber, auf deren +Voraussetzung das magische Tun beruht – oder vielmehr das +Prinzip der Magie – ist so augenfällig, daß es von allen Autoren +erkannt werden mußte. Man kann es am knappsten, wenn man von +dem beigefügten Werturteil absieht, mit den Worten E. B. <span class="gesperrt">Tylors</span> +ausdrücken: »mistaking an ideal connexion for a real one«. An zwei +Gruppen von magischen Handlungen wollen wir diesen Charakter +erläutern.</p> + +<p>Eine der verbreitetsten magischen Prozeduren, um einem Feind +zu schaden, besteht darin, sich ein Ebenbild von ihm aus beliebigem +Material zu machen. Auf die Ähnlichkeit kommt es dabei wenig an. +Man kann auch irgendein Objekt zu seinem Bild »ernennen«. Was +man dann diesem Ebenbild antut, das stößt auch dem gehaßten +Urbild zu, an welcher Körperstelle man das erstere verletzt, an +derselben erkrankt das letztere. Man kann dieselbe magische Technik +anstatt in den Dienst privater Feindseligkeit auch in den der Frömmigkeit +stellen und so Göttern gegen böse Dämonen zu Hilfe kommen. +Ich zitiere nach <span class="gesperrt">Frazer</span><a name="FNanchor_10" href="#Footnote_10" class="fnanchor">(10)</a>: »Jede Nacht, wenn der Sonnengott Ra (im +alten Ägypten) zu seinem Heim im glühenden Westen herabstieg, +hatte er einen bitteren Kampf gegen eine Schar von Dämonen zu +<a class="pagenum" name="Page_5" title="5"> </a> +bestehen, die ihn unter der Führung des Erzfeindes Apepi überfielen. +Er kämpfte mit ihnen die ganze Nacht und häufig waren die +Mächte der Finsternis stark genug, noch des Tages dunkle Wolken +an den blauen Himmel zu senden, die seine Kraft schwächten und +sein Licht abhielten. Um dem Gotte beizustehen, wurde in seinem +Tempel zu Theben täglich folgende Zeremonie aufgeführt: Es wurde +aus Wachs ein Bild seines Feindes Apepi gemacht, in der Gestalt +eines scheußlichen Krokodils oder einer langgeringelten Schlange und +der Name des Dämons mit grüner Tinte darauf geschrieben. In +ein Papyrusgehäuse gehüllt, auf dem eine ähnliche Zeichnung angebracht +war, wurde dann diese Figur mit schwarzem Haar umwickelt, +vom Priester angespuckt, mit einem Steinmesser bearbeitet +und auf den Boden geworfen. Dann trat er mit seinem linken Fuß +auf sie und endlich verbrannte er sie in einem von gewissen Pflanzen +genährten Feuer. Nachdem Apepi in solcher Weise beseitigt worden +war, geschah mit allen Dämonen seines Gefolges das nämliche. +Dieser Gottesdienst, bei dem gewisse Reden hergesagt werden +mußten, wurde nicht nur morgens, mittags und abends wiederholt, +sondern auch jederzeit dazwischen, wenn ein Sturm wütete, wenn +ein heftiger Regenguß niederging oder schwarze Wolken die Sonnenscheibe +am Himmel verdeckten. Die bösen Feinde verspürten die Züchtigung, +die ihren Bildern widerfahren war, als ob sie sie selbst erlitten +hätten; sie flohen und der Sonnengott triumphierte von neuem.<a name="FNanchor_11" href="#Footnote_11" class="fnanchor">(11)</a>«</p> + +<p>Aus der unübersehbaren Fülle ähnlich begründeter magischer +Handlungen will ich nur noch zweierlei hervorheben, die bei den +primitiven Völkern jederzeit eine große Rolle gespielt haben und +zum Teil im Mythus und Kultus höherer Entwicklungsstufen erhalten +geblieben sind, nämlich die Arten des Regen- und des +Fruchtbarkeitszaubers. Man erzeugt den Regen auf magischem +Wege, indem man ihn imitiert, etwa auch noch die ihn erzeugenden +Wolken oder den Sturm nachahmt. Es sieht aus, als ob man »regnen +spielen« wollte. Die japanischen Ainos z. B. machen Regen in der +Weise, daß ein Teil von ihnen Wasser aus großen Sieben ausgießt, +während ein anderer eine große Schüssel mit Segel und Ruder ausstattet, +als ob sie ein Schiff wäre, und sie so um Dorf und Gärten +herumzieht. Die Fruchtbarkeit des Bodens sicherte man sich aber auf +magische Weise, indem man ihm das Schauspiel eines menschlichen +Geschlechtsverkehres zeigte. So pflegen – ein Beispiel anstatt unendlich +vieler – in manchen Teilen Javas zur Zeit des Herannahens +der Reisblüte Bauer und Bäuerin sich nachts auf die Felder +zu begeben, um durch das Beispiel, das sie ihm geben, den Reis +zur Fruchtbarkeit anzuregen<a name="FNanchor_12" href="#Footnote_12" class="fnanchor">(12)</a>. Dagegen fürchtete man von verpönten +<a class="pagenum" name="Page_6" title="6"> </a> +inzestuösen Geschlechtsbeziehungen, daß sie Mißwuchs und +Unfruchtbarkeit des Bodens erzeugen würden<a name="FNanchor_13" href="#Footnote_13" class="fnanchor">(13)</a>.</p> + +<p>Auch gewisse negative Vorschriften – magische Vorsichten +also – sind dieser ersten Gruppe einzureihen. Wenn ein Teil der +Bewohner eines Dayakdorfes auf Wildschweinjagd ausgezogen ist, +so dürfen die Zurückgebliebenen unterdes weder Öl noch Wasser +mit ihren Händen berühren; sonst würden die Jäger weiche Finger +bekommen und die Beute aus ihren Händen schlüpfen lassen<a name="FNanchor_14" href="#Footnote_14" class="fnanchor">(14)</a>. Oder, +wenn ein Gilyakjäger im Walde dem Wilde nachstellt, so ist es +seinen Kindern zu Hause verboten, Zeichnungen auf Holz oder im +Sand zu machen. Die Pfade im dichten Wald könnten sonst so +verschlungen werden wie die Linien der Zeichnung, so daß der Jäger +den Weg nach Hause nicht findet<a name="FNanchor_15" href="#Footnote_15" class="fnanchor">(15)</a>.</p> + +<p>Wenn in diesen letzten wie in so vielen anderen Beispielen +magischer Wirkung die Entfernung keine Rolle spielt, die Telepathie +also als selbstverständlich hingenommen wird, so wird auch uns das +Verständnis dieser Eigentümlichkeit der Magie keine Schwierigkeit +bereiten.</p> + +<p>Es unterliegt keinem Zweifel, was an all diesen Beispielen als +das Wirksame betrachtet wird. Es ist die <em class="gesperrt">Ähnlichkeit</em> zwischen +der vollzogenen Handlung und dem erwarteten Geschehen. <span class="gesperrt">Frazer</span> +nennt darum diese Art der Magie <em class="gesperrt">imitative</em> oder <em class="gesperrt">homöopathische</em>. +Wenn ich will, daß es regne, so brauche ich nur etwas +zu tun, was wie Regnen aussieht oder an Regnen erinnert. In einer +weiteren Phase der Kulturentwicklung wird man anstatt dieses magischen +Regenzaubers Bittgänge zu einem Gotteshaus veranstalten +und den dort wohnenden Heiligen um Regen anflehen. Endlich +wird man auch diese religiöse Technik aufgeben und dafür versuchen, +durch welche Einwirkungen auf die Atmosphäre Regen erzeugt +werden kann.</p> + +<p>In einer anderen Gruppe von magischen Handlungen kommt +das Prinzip der Ähnlichkeit nicht mehr in Betracht, dafür ein anderes, +welches sich aus den nachstehenden Beispielen leicht ergeben wird.</p> + +<p>Um einem Feinde zu schaden, kann man sich auch eines anderen +Verfahrens bedienen. Man bemächtigt sich seiner Haare, Nägel, +Abfallstoffe oder selbst eines Teiles seiner Kleidung und stellt mit +diesen Dingen etwas Feindseliges an. Es ist dann gerade so, als +hätte man sich der Person selbst bemächtigt, und was man den von +der Person herrührenden Dingen angetan hat, muß ihr selbst widerfahren. +Zu den wesentlichen Bestandteilen einer Persönlichkeit gehört +nach der Anschauung der Primitiven ihr Name; wenn man also den +Namen einer Person oder eines Geistes weiß, hat man eine gewisse +Macht über den Träger des Namens erworben. Daher die merkwürdigen +Vorsichten und Beschränkungen im Gebrauche der Namen, +<a class="pagenum" name="Page_7" title="7"> </a> +die in dem Aufsatz über das Tabu gestreift worden sind<a name="FNanchor_16" href="#Footnote_16" class="fnanchor">(16)</a>. Die +Ähnlichkeit wird in diesen Beispielen offenbar ersetzt durch <em class="gesperrt">Zusammengehörigkeit</em>.</p> + +<p>Der Kannibalismus der Primitiven leitet seine sublimere Motivierung +in ähnlicher Weise ab. Indem man Teile vom Leib einer +Person durch den Akt des Verzehrens in sich aufnimmt, eignet man +sich auch die Eigenschaften an, welche dieser Person angehört haben. +Daraus erfolgen dann Vorsichten und Beschränkungen der Diät unter +besonderen Umständen. Eine Frau wird in der Gravidität vermeiden, +das Fleisch gewisser Tiere zu genießen, weil deren unerwünschte +Eigenschaften, z. B. die Feigheit, so auf das von ihr genährte Kind +übergehen könnten. Es macht für die magische Wirkung keinen +Unterschied, auch wenn der Zusammenhang ein bereits aufgehobener +ist, oder wenn er überhaupt nur in einmaliger, bedeutungsvoller +Berührung bestand. So ist z. B. der Glaube an ein magisches Band, +welches das Schicksal einer Wunde mit dem der Waffe verknüpft, +durch welche sie hervorgerufen wurde, unverändert durch Jahrtausende +zu verfolgen. Wenn ein Melanesier sich des Bogens bemächtigt +hat, durch den er verwundet wurde, so wird er ihn sorgfältig +an einem kühlen Ort verwahren, um so die Entzündung der +Wunde niederzuhalten. Ist der Bogen aber im Besitz der Feinde +geblieben, so wird er gewiß in nächster Nähe eines Feuers aufgehängt +werden, damit die Wunde nur ja recht entzündet werde +und brenne. <span class="gesperrt">Plinius</span> rät in seiner Nat. Hist. XXVIII, wenn man +bereut, einen anderen verletzt zu haben, solle man auf die Hand +spucken, welche die Verletzung verschuldet hat; der Schmerz des +Verletzten werde dann sofort gelindert. <span class="gesperrt">Francis Bacon</span> erwähnt +in seiner Natural History den allgemein giltigen Glauben, daß das +Salben einer Waffe, welche eine Wunde geschlagen hat, diese Wunde +selbst heilt. Die englischen Bauern sollen noch heute nach diesem +Rezept handeln, und wenn sie sich mit einer Sichel geschnitten haben, +das Instrument von da an sorgfältig rein halten, damit die Wunde +nicht in Eiterung gerate. Im Juni des Jahres 1902, berichtet eine +lokale englische Wochenschrift, stieß sich eine Frau namens Matilda +Henry in Norwich zufällig einen eisernen Nagel in die Sohle. Ohne +die Wunde untersuchen zu lassen oder auch nur den Strumpf auszuziehen, +hieß sie ihre Tochter den Nagel gut einölen, in der Erwartung, +daß ihr dann nichts geschehen könne. Sie selbst starb +einige Tage später an Wundstarrkrampf<a name="FNanchor_17" href="#Footnote_17" class="fnanchor">(17)</a>, infolge dieser verschobenen +Antisepsis.</p> + +<p>Die Beispiele der letzteren Gruppe erläutern, was <span class="gesperrt">Frazer</span> als +<em class="gesperrt">kontagiöse</em> Magie von der <em class="gesperrt">imitativen</em> sondert. Was in ihnen +als wirksam gedacht wird, ist nicht mehr die Ähnlichkeit, sondern +der Zusammenhang im Raum, die <em class="gesperrt">Kontiguität</em>, wenigstens die +vorgestellte Kontiguität, die Erinnerung an ihr Vorhandensein. Da +<a class="pagenum" name="Page_8" title="8"> </a> +aber Ähnlichkeit und Kontiguität die beiden wesentlichen Prinzipien +der Assoziationsvorgänge sind, stellt sich als Erklärung für all die +Tollheit der magischen Vorschriften wirklich die Herrschaft der +Ideenassoziation heraus. Man sieht, wie zutreffend sich <span class="gesperrt">Tylors</span> +oben zitierte Charakteristik der Magie erweist: mistaking an ideal +connexion for a real one, oder wie es fast gleichlautend <span class="gesperrt">Frazer</span> +ausgedrückt hat: men mistook the order of their ideas for the order +of nature, and hence imagined that the control which they have, +or seem to have, over their thoughts, permitted them to exercise +a corresponding control over things.<a name="FNanchor_18" href="#Footnote_18" class="fnanchor">(18)</a></p> + +<p>Es wird dann zunächst befremdend wirken, daß diese einleuchtende +Erklärung der Magie von manchen Autoren als unbefriedigend +verworfen werden konnte<a name="FNanchor_19" href="#Footnote_19" class="fnanchor">(19)</a>. Bei näherer Überlegung muß +man aber dem Einwand Recht geben, daß die Assoziationstheorie +der Magie bloß die Wege aufklärt, welche die Magie geht, aber +nicht deren eigentliches Wesen, nämlich nicht das Mißverständnis, +welches sie psychologische Gesetze an die Stelle natürlicher setzen +heißt. Es bedarf hier offenbar eines dynamischen Moments, aber +während die Suche nach einem solchen die Kritiker der <span class="gesperrt-left-part">Frazer</span>schen +Lehre in die Irre führt, wird es leicht, eine befriedigende Aufklärung +der Magie zu geben, wenn man nur die Assoziationstheorie derselben +weiterführen und vertiefen will.</p> + +<p>Betrachten wir zunächst den einfacheren und bedeutsameren +Fall der imitativen Magie. Nach <span class="gesperrt">Frazer</span> kann diese allein geübt +werden, während die kontagiöse Magie in der Regel die imitative +voraussetzt<a name="FNanchor_20" href="#Footnote_20" class="fnanchor">(20)</a>. Die Motive, welche zur Ausübung der Magie drängen, +sind leicht zu erkennen, es sind die Wünsche des Menschen. Wir +brauchen nun bloß anzunehmen, daß der primitive Mensch ein großartiges +Zutrauen zur Macht seiner Wünsche hat. Im Grund muß +all das, was er auf magischem Wege herstellt, doch nur darum +geschehen, weil er es will. So ist anfänglich bloß sein Wunsch das +Betonte.</p> + +<p>Für das Kind, welches sich unter analogen psychischen Bedingungen +befindet, aber motorisch noch nicht leistungsfähig ist, +haben wir an anderer Stelle die Annahme vertreten, daß es seine +Wünsche zunächst wirklich halluzinatorisch befriedigt, indem es die +befriedigende Situation durch die zentrifugalen Erregungen seiner +Sinnesorgane herstellen läßt<a name="FNanchor_21" href="#Footnote_21" class="fnanchor">(21)</a>. Für den erwachsenen Primitiven ergibt +sich ein anderer Weg. An seinem Wunsch hängt ein motorischer +Impuls, der Wille, und dieser – der später im Dienst der Wunschbefriedigung +das Antlitz der Erde verändern wird – wird jetzt +<a class="pagenum" name="Page_9" title="9"> </a> +dazu verwendet, die Befriedigung darzustellen, so daß man sie +gleichsam durch motorische Halluzination erleben kann. Eine solche +<em class="gesperrt">Darstellung</em> des befriedigten Wunsches ist dem <em class="gesperrt">Spiele</em> der Kinder +völlig vergleichbar, welches bei diesen die rein sensorische Technik +der Befriedigung ablöst. Wenn Spiel und imitative Darstellung dem +Kinde und dem Primitiven genügen, so ist dies nicht ein Zeichen +von Bescheidenheit in unserem Sinne oder von Resignation infolge +Erkenntnis ihrer realen Ohnmacht, sondern die wohl verständliche +Folge der überwiegenden Wertung ihres Wunsches, des von ihm +abhängigen Willens und der von ihm eingeschlagenen Wege. Mit +der Zeit verschiebt sich der psychische Akzent von den Motiven +der magischen Handlung auf deren Mittel, auf die Handlung selbst. +Vielleicht sagen wir richtiger, an diesen Mitteln erst wird ihm die +Überschätzung seiner psychischen Akte evident. Nun hat es den +Anschein, als wäre es nichts anderes als die magische Handlung, +die kraft ihrer Ähnlichkeit mit dem Gewünschten dessen Geschehen +erzwingt. Auf der Stufe des animistischen Denkens gibt es noch +keine Gelegenheit, den wahren Sachverhalt objektiv zu erweisen, +wohl aber auf späteren, wenn alle solche Prozeduren noch gepflegt +werden, aber das psychische Phänomen des Zweifels als Ausdruck +einer Verdrängungsneigung bereits möglich ist. Dann werden die +Menschen zugeben, daß die Beschwörungen von Geistern nichts +leisten, wenn nicht der Glaube an sie dabei ist, und daß auch die +Zauberkraft des Gebets versagt, wenn keine Frömmigkeit dahinter +wirkt<a name="FNanchor_22" href="#Footnote_22" class="fnanchor">(22)</a>.</p> + +<p>Die Möglichkeit einer auf der Kontiguitätsassoziation beruhenden +kontagiösen Magie wird uns dann zeigen, daß sich die psychische +Wertschätzung vom Wunsch und vom Willen her auf alle psychischen +Akte, die dem Willen zu Gebote stehen, ausgedehnt hat. Es +besteht also jetzt eine allgemeine Überschätzung der seelischen Vorgänge, +d. h. eine Einstellung zur Welt, welche uns nach unseren +Einsichten in die Beziehung von Realität und Denken als solche +Überschätzung des letzteren erscheinen muß. Die Dinge treten gegen +deren Vorstellungen zurück; was mit den letzteren vorgenommen +wird, muß sich auch an den ersteren ereignen. Die Relationen, die +zwischen den Vorstellungen bestehen, werden auch zwischen den +Dingen vorausgesetzt. Da das Denken keine Entfernungen kennt, +das räumlich Entlegenste wie das zeitlich Verschiedenste mit Leichtigkeit +in einen Bewußtseinsakt zusammenbringt, wird auch die magische +Welt sich telepathisch über die räumliche Distanz hinaussetzen und +ehemaligen Zusammenhang wie gegenwärtigen behandeln. Das Spiegelbild +der Innenwelt muß im animistischen Zeitalter jenes andere Weltbild, +das wir zu erkennen glauben, unsichtbar machen.</p> + +<p>Heben wir übrigens hervor, daß die beiden Prinzipien der +Assoziation – Ähnlichkeit und Kontiguität – in der höheren Einheit +<a class="pagenum" name="Page_10" title="10"> </a> +der <em class="gesperrt">Berührung</em> zusammentreffen. Kontiguitätsassoziation ist +Berührung im direkten, Ähnlichkeitsassoziation solche im übertragenen +Sinne. Eine von uns noch nicht erfaßte Identität im psychischen +Vorgang wird wohl durch den Gebrauch des nämlichen Wortes für +beide Arten der Verknüpfung verbürgt. Es ist derselbe Umfang +des Begriffes Berührung, der sich bei der Analyse des Tabu herausstellte<a name="FNanchor_23" href="#Footnote_23" class="fnanchor">(23)</a>.</p> + +<p>Zusammenfassend können wir nun sagen: das Prinzip, welches +die Magie, die Technik der animistischen Denkweise regiert, ist das +der »Allmacht der Gedanken«.</p> + +<h2>3.</h2> + +<p>Die Bezeichnung »Allmacht der Gedanken« habe ich von einem +hochintelligenten, an Zwangsvorstellungen leidenden Manne angenommen, +dem es nach seiner Herstellung durch psychoanalytische +Behandlung möglich geworden ist, auch seine Tüchtigkeit und Verständigkeit +zu erweisen<a name="FNanchor_24" href="#Footnote_24" class="fnanchor">(24)</a>. Er hatte sich dieses Wort geprägt zur +Begründung aller jener sonderbaren und unheimlichen Geschehnisse, +die ihn wie andere mit seinem Leiden Behaftete zu verfolgen +schienen. Dachte er eben an eine Person, so kam sie ihm auch schon +entgegen, als ob er sie beschworen hätte; erkundigte er sich plötzlich +nach dem Befinden eines lange vermißten Bekannten, so mußte +er hören, daß dieser eben gestorben sei, so daß er glauben konnte, +er habe sich ihm telepathisch bemerkbar gemacht; stieß er gegen +einen Fremden eine nicht einmal ganz ernst gemeinte Verwünschung +aus, so durfte er erwarten, daß dieser bald darauf starb und ihn +mit der Verantwortlichkeit für sein Ableben belastete. Von den +meisten dieser Fälle konnte er mir im Laufe der Behandlung selbst +mitteilen, wie der täuschende Anschein entstanden war, und was +er selbst an Veranstaltungen hinzugetan hatte, um sich in seinen +abergläubischen Erwartungen zu bestärken<a name="FNanchor_25" href="#Footnote_25" class="fnanchor">(25)</a>. Alle Zwangskranken sind +in solcher Weise, meist gegen ihre bessere Einsicht, abergläubisch.</p> + +<p>Der Fortbestand der Allmacht der Gedanken tritt uns bei +der Zwangsneurose am deutlichsten entgegen, die Ergebnisse dieser +primitiven Denkweise sind hier dem Bewußtsein am nächsten. Wir +müssen uns aber davor hüten, darin einen auszeichnenden Charakter +dieser Neurose zu erblicken, denn die analytische Untersuchung deckt +das nämliche bei den anderen Neurosen auf. Bei ihnen allen ist nicht +die Realität des Erlebens, sondern die des Denkens für die Symptombildung +maßgebend. Die Neurotiker leben in einer besonderen Welt, +in welcher, wie ich es an anderer Stelle ausgedrückt habe, nur die +<a class="pagenum" name="Page_11" title="11"> </a> +»neurotische Währung« gilt, d. h. nur das intensiv Gedachte, mit +Affekt Vorgestellte ist bei ihnen wirksam, dessen Übereinstimmung +mit der äußeren Realität aber nebensächlich. Der Hysteriker wiederholt +in seinen Anfällen und fixiert durch seine Symptome Erlebnisse, +die sich nur in seiner Phantasie so zugetragen haben, allerdings in +letzter Auflösung auf wirkliche Ereignisse zurückgehen oder aus +solchen aufgebaut worden sind. Das Schuldbewußtsein der Neurotiker +würde man ebenso schlecht verstehen, wenn man es als unberechtigt +abweisen, wie wenn man es auf reale Missetaten zurückführen +wollte. Ein Zwangsneurotiker kann von einem Schuldbewußtsein +gedrückt sein, das einem Massenmörder wohl anstünde; er wird +sich dabei gegen seine Mitmenschen als der rücksichtsvollste und skrupulöseste +Genosse benehmen und seit seiner Kindheit so benommen +haben. Doch ist sein Schuldgefühl begründet; es fußt auf den intensiven +und häufigen Todeswünschen, die sich in ihm unbewußt gegen +seine Mitmenschen regen. Es ist begründet, insoferne unbewußte +Gedanken und nicht absichtliche Taten in Betracht kommen. So +erweist sich die Allmacht der Gedanken, die Überschätzung der +seelischen Vorgänge gegen die Realität, als unbeschränkt wirksam +im Affektleben des Neurotikers und in allen von diesem ausgehenden +Folgen. Unterzieht man ihn aber der psychoanalytischen Behandlung, +welche das bei ihm Unbewußte bewußt macht, so wird er nicht +glauben können, daß Gedanken frei sind, und wird sich jedesmal +fürchten, böse Wünsche zu äußern, als ob sie infolge dieser Äußerung +in Erfüllung gehen müßten. Durch dieses Verhalten wie durch +seinen im Leben betätigten Aberglauben zeigt er uns aber, wie nahe +er dem Wilden steht, der durch seine bloßen Gedanken die Außenwelt +zu verändern meint.</p> + +<p>Die primären Zwangshandlungen dieser Neurotiker sind +eigentlich durchaus magischer Natur. Sie sind, wenn nicht Zauber, +so doch Gegenzauber, zur Abwehr der Unheilserwartungen bestimmt, +mit denen die Neurose zu beginnen pflegt. So oft ich das Geheimnis +zu durchdringen vermochte, zeigte es sich, daß diese Unheilserwartung +den Tod zum Inhalt hatte. Das Todesproblem steht nach +<span class="gesperrt">Schopenhauer</span> am Eingang jeder Philosophie; wir haben gehört, +daß auch die Bildung der Seelenvorstellungen und des Dämonenglaubens, +die den Animismus kennzeichnen, auf den Eindruck zurückgeführt +wird, den der Tod auf den Menschen macht. Ob diese ersten +Zwangs- oder Schutzhandlungen dem Prinzip der Ähnlichkeit, +respektive des Kontrastes folgen, ist schwer zu beurteilen, denn sie +werden unter den Bedingungen der Neurose gewöhnlich durch die +Verschiebung auf irgendein Kleinstes, eine an sich höchst geringfügige +Aktion entstellt<a name="FNanchor_26" href="#Footnote_26" class="fnanchor">(26)</a>. Auch die Schutzformeln der Zwangsneurose +finden ihr Gegenstück in den Zauberformeln der Magie. Die Entwicklungsgeschichte +der Zwangshandlungen kann man aber beschreiben, +<a class="pagenum" name="Page_12" title="12"> </a> +indem man hervorhebt, wie sie, vom Sexuellen möglichst weit entfernt, +als Zauber gegen böse Wünsche beginnen, um als Ersatz +für verbotenes sexuelles Tun, das sie möglichst getreu nachahmen, +zu enden.</p> + +<hr class="thought-break"/> + +<p>Wenn wir die vorhin erwähnte Entwicklungsgeschichte der +menschlichen Weltanschauungen annehmen, in welcher die <em class="gesperrt">animistische</em> +Phase von der <em class="gesperrt">religiösen</em>, diese von der <em class="gesperrt">wissenschaftlichen</em> +abgelöst wird, wird es uns nicht schwer, die Schicksale +der »Allmacht der Gedanken« durch diese Phasen zu verfolgen. +Im animistischen Stadium schreibt der Mensch sich selbst die Allmacht +zu; im religiösen hat er sie den Göttern abgetreten, aber +nicht ernstlich auf sie verzichtet, denn er behält sich vor, die Götter +durch mannigfache Beeinflussungen nach seinen Wünschen zu lenken. +In der wissenschaftlichen Weltanschauung ist kein Raum mehr für +die Allmacht des Menschen, er hat sich zu seiner Kleinheit bekannt +und sich resigniert dem Tode wie allen anderen Naturnotwendigkeiten +unterworfen. Aber in dem Vertrauen auf die Macht des +Menschengeistes, welcher mit den Gesetzen der Wirklichkeit rechnet, +lebt ein Stück des primitiven Allmachtglaubens weiter.</p> + +<hr class="thought-break"/> + +<p>Bei der Rückverfolgung der Entwicklung libidinöser Strebungen +im Einzelmenschen, von ihrer Gestaltung in der Reife bis zu den +ersten Anfängen der Kindheit, hat sich zunächst eine wichtige +Unterscheidung ergeben, die in den »Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie +1905« niedergelegt ist. Die Äußerungen der sexuellen Triebe +sind von Anfang an zu erkennen, aber sie richten sich zuerst noch +auf kein äußeres Objekt. Die einzelnen Triebkomponenten der +Sexualität arbeiten jede für sich auf Lustgewinn und finden ihre +Befriedigung am eigenen Körper. Dies Stadium heißt das des +<em class="gesperrt">Autoerotismus</em>, es wird von dem der <em class="gesperrt">Objektwahl</em> abgelöst.</p> + +<p>Es hat sich bei weiterem Studium als zweckmäßig, ja als +unabweisbar gezeigt, zwischen diese beiden Stadien ein drittes einzuschieben, +oder, wenn man so will, das erste Stadium des Autoerotismus +in zwei zu zerlegen. In diesem Zwischenstadium, dessen +Bedeutsamkeit sich der Forschung immer mehr aufdrängt, haben die +vorher vereinzelten Sexualtriebe sich bereits zu einer Einheit zusammengesetzt +und auch ein Objekt gefunden; dies Objekt ist aber kein +äußeres, dem Individuum fremdes, sondern es ist das eigene, um +diese Zeit konstituierte Ich. Mit Rücksicht auf später zu beobachtende +pathologische Fixierungen dieses Zustandes heißen wir +das neue Stadium das des <em class="gesperrt">Narzißmus</em>. Die Person verhält sich +so, als wäre sie in sich selbst verliebt, die Ichtriebe und die libidinösen +Wünsche sind für unsere Analyse noch nicht voneinander zu +sondern.</p> + +<p>Wenngleich uns eine genügend scharfe Charakteristik dieses +narzißtischen Stadiums, in welchem die bisher dissoziierten Sexualtriebe +<a class="pagenum" name="Page_13" title="13"> </a> +zu einer Einheit zusammentreten und das Ich als Objekt +besetzen, noch nicht möglich ist, so ahnen wir doch bereits, daß die +narzißtische Organisation nie mehr völlig aufgegeben wird. Der +Mensch bleibt in gewissem Maße narzißtisch, auch nachdem er +äußere Objekte für seine Libido gefunden hat; die Objektbesetzungen, +die er vornimmt, sind gleichsam Emanationen der beim Ich verbleibenden +Libido und können wieder in dieselbe zurückgezogen +werden. Die psychologisch so merkwürdigen Zustände von Verliebtheit, +die Normalvorbilder der Psychosen, entsprechen dem höchsten +Stande dieser Emanationen im Vergleich zum Niveau der Ichliebe.</p> + +<p>Es liegt nun nahe, die von uns aufgefundene Hochschätzung +der psychischen Aktionen – die wir von unserem Standpunkt aus +eine Überschätzung heißen – bei den Primitiven und Neurotikern +in Beziehung zum Narzißmus zu bringen und sie als wesentliches +Teilstück desselben aufzufassen. Wir würden sagen, das Denken ist +bei den Primitiven noch in hohem Maße sexualisiert, daher rührt +der Glaube an die Allmacht der Gedanken, die unerschütterliche +Zuversicht auf die Möglichkeit der Weltbeherrschung und die Unzugänglichkeit +gegen die leicht zu machenden Erfahrungen, welche den +Menschen über seine wirkliche Stellung in der Welt belehren könnten. +Bei den Neurotikern ist einerseits ein beträchtliches Stück dieser +primitiven Einstellung konstitutionell verblieben, anderseits wird +durch die bei ihnen eingetretene Sexualverdrängung eine neuerliche +Sexualisierung der Denkvorgänge herbeigeführt. Die psychischen +Folgen müssen in beiden Fällen dieselben sein, bei ursprünglicher, +wie bei regressiv erzielter libidinöser Überbesetzung des Denkens: +intellektueller Narzißmus, Allmacht der Gedanken<a name="FNanchor_27" href="#Footnote_27" class="fnanchor">(27)</a>.</p> + +<p>Wenn wir im Nachweis der Allmacht der Gedanken bei den +Primitiven ein Zeugnis für deren Narzißmus erblicken dürfen, so +können wir den Versuch wagen, die Entwicklungsstufen der menschlichen +Weltanschauung mit den Stadien der libidinösen Entwicklung +des Einzelnen in Vergleich zu ziehen. Es entspricht dann zeitlich +wie inhaltlich die animistische Phase dem Narzißmus, die religiöse +Phase jener Stufe der Objektfindung, welche durch die Bindung an +die Eltern charakterisiert ist, und die wissenschaftliche Phase hat ihr +volles Gegenstück in jenem Reifezustand des Individuums, welcher +auf das Lustprinzip verzichtet hat und unter Anpassung an die +Realität sein Objekt in der Außenwelt sucht<a name="FNanchor_28" href="#Footnote_28" class="fnanchor">(28)</a>.</p> + +<p>Nur auf einem Gebiete ist auch in unserer Kultur die »Allmacht +der Gedanken« erhalten geblieben, auf dem der Kunst. In +<a class="pagenum" name="Page_14" title="14"> </a> +der Kunst allein kommt es noch vor, daß ein von Wünschen verzehrter +Mensch etwas der Befriedigung ähnliches macht, und daß +dieses Spielen – dank der künstlerischen Illusion – Affektwirkungen +hervorruft, als wäre es etwas Reales. Mit Recht spricht man vom +Zauber der Kunst und vergleicht den Künstler mit einem Zauberer. +Aber dieser Vergleich ist vielleicht bedeutsamer, als er zu sein beansprucht. +Die Kunst, die gewiß nicht als l'art pour l'art begonnen +hat, stand ursprünglich im Dienste von Tendenzen, die heute zum +großen Teile erloschen sind. Unter diesen lassen sich mancherlei +magische Absichten vermuten<a name="FNanchor_29" href="#Footnote_29" class="fnanchor">(29)</a>.</p> + +<h2>4.</h2> + +<p>Die erste Weltauffassung, welche den Menschen gelang, die +des Animismus, war also eine psychologische. Sie bedurfte noch +keiner Wissenschaft zu ihrer Begründung, denn Wissenschaft setzt +erst ein, wenn man eingesehen hat, daß man die Welt nicht kennt +und darum nach Wegen suchen muß, um sie kennen zu lernen. +Der Animismus war aber dem primitiven Menschen natürlich und +selbstgewiß; er wußte, wie die Dinge der Welt sind, nämlich so wie +der Mensch sich selbst verspürte. Wir sind also vorbereitet darauf, +zu finden, daß der primitive Mensch Strukturverhältnisse seiner +eigenen Psyche in die Außenwelt verlegte<a name="FNanchor_30" href="#Footnote_30" class="fnanchor">(30)</a>, und dürfen anderseits +den Versuch machen, was der Animismus von der Natur der Dinge +lehrt, in die menschliche Seele zurückzuversetzen.</p> + +<p>Die Technik des Animismus, die Magie, zeigt uns am deutlichsten +und unvermengtesten die Absicht, den realen Dingen die +Gesetze des Seelenlebens aufzuzwingen, wobei Geister noch keine +Rolle spielen müssen, während auch Geister zu Objekten magischer +Behandlung genommen werden können. Die Voraussetzungen der +Magie sind also ursprünglicher und älter als die Geisterlehre, die +den Kern des Animismus bildet. Unsere psychoanalytische Betrachtung +trifft hier mit einer Lehre von R. R. <span class="gesperrt">Marett</span> zusammen, +welche ein <em class="gesperrt">präanimistisches</em> Stadium dem Animismus vorhergehen +läßt, dessen Charakter am besten durch den Namen <em class="gesperrt">Animatismus</em> +(Lehre von der allgemeinen Belebtheit) angedeutet wird. +<a class="pagenum" name="Page_15" title="15"> </a> +Es ist wenig mehr aus der Erfahrung über den Präanimismus zu +sagen, da man noch kein Volk angetroffen hat, welches der Geistervorstellungen +entbehrte<a name="FNanchor_31" href="#Footnote_31" class="fnanchor">(31)</a>.</p> + +<p>Während die Magie noch alle Allmacht den Gedanken vorbehält, +hat der Animismus einen Teil dieser Allmacht den Geistern +abgetreten und damit den Weg zur Bildung einer Religion eingeschlagen. +Was soll nun den Primitiven zu dieser ersten Verzichtleistung +bewogen haben? Kaum die Einsicht in die Unrichtigkeit +seiner Voraussetzungen, denn er behält ja die magische Technik bei.</p> + +<p>Die Geister und Dämonen sind, wie an anderer Stelle angedeutet +wurde<a name="FNanchor_32" href="#Footnote_32" class="fnanchor">(32)</a>, nichts als die Projektionen seiner Gefühlsregungen<a name="FNanchor_33" href="#Footnote_33" class="fnanchor">(33)</a>; +er macht seine Affektbesetzungen zu Personen, bevölkert mit ihnen +die Welt, und findet nun seine inneren seelischen Vorgänge außer +seiner wieder, ganz ähnlich wie der geistreiche Paranoiker <span class="gesperrt">Schreber</span>, +der die Bindungen und Lösungen seiner Libido in den Schicksalen +der von ihm kombinierten »Gottesstrahlen« gespiegelt fand<a name="FNanchor_34" href="#Footnote_34" class="fnanchor">(34)</a>.</p> + +<p>Wir wollen hier wie bei einem früheren Anlasse<a name="FNanchor_35" href="#Footnote_35" class="fnanchor">(35)</a> dem Problem +ausweichen, woher die Neigung überhaupt rührt, seelische +Vorgänge nach außen zu projizieren. Der einen Annahme dürfen +wir uns aber getrauen, daß diese Neigung dort eine Verstärkung +erfährt, wo die Projektion den Vorteil einer psychischen Erleichterung +mit sich bringt. Ein solcher Vorteil ist mit Bestimmtheit zu erwarten, +wenn die nach Allmacht strebenden Regungen in Konflikt miteinander +geraten sind, dann können sie offenbar nicht alle allmächtig +werden. Der Krankheitsprozeß der Paranoia bedient sich tatsächlich +des Mechanismus der Projektion, um solche im Seelenleben entstandene +Konflikte zu erledigen. Nun ist der vorbildliche Fall eines +solchen Konfliktes der zwischen den beiden Gliedern eines Gegensatzpaares, +der Fall der ambivalenten Einstellung, den wir in der +Situation des Trauernden beim Tode eines teuern Angehörigen +eingehend zergliedert haben<a name="FNanchor_36" href="#Footnote_36" class="fnanchor">(36)</a>. Ein solcher Fall wird uns besonders +geeignet scheinen, die Schöpfung von Projektionsgebilden zu motivieren. +Wir treffen hier wiederum mit Meinungen der Autoren +zusammen, welche die bösen Geister für die erstgeborenen unter +den Geistern erklären und die Entstehung der Seelenvorstellungen +aus dem Eindruck des Todes auf die Überlebenden ableiten. Wir +machen nur den einen Unterschied, daß wir nicht das intellektuelle +<a class="pagenum" name="Page_16" title="16"> </a> +Problem voranstellen, welches der Tod dem Lebenden aufgibt, sondern +die zur Erforschung treibende Kraft in den Gefühlskonflikt +verlegen, in welchen diese Situation den Überlebenden stürzt.</p> + +<p>Die erste theoretische Leistung des Menschen – die Schöpfung +der Geister – würde also aus derselben Quelle entspringen wie die +ersten sittlichen Beschränkungen, denen er sich unterwirft, die Tabuvorschriften. +Doch soll die Gleichheit des Ursprungs nichts für die +Gleichzeitigkeit der Entstehung präjudizieren. Wenn es wirklich die +Situation des Überlebenden gegen den Toten war, die den primitiven +Menschen zuerst nachdenklich machte, ihn nötigte, einen Teil +seiner Allmacht an die Geister abzugeben und ein Stück der freien +Willkür seines Handelns zu opfern, so wären diese Kulturschöpfungen +eine erste Anerkennung der <span class="greek" lang="grc" xml:lang="grc" title="Anankê (im Original Ἀναγκη)">Ἀνάγκη</span>, die sich dem +menschlichen Narzißmus widersetzt. Der Primitive würde sich vor +der Übermacht des Todes beugen mit derselben Geste, durch die +er diesen zu verleugnen scheint.</p> + +<p>Wenn wir den Mut zur weiteren Ausbeutung unserer Voraussetzungen +haben, können wir fragen, welches wesentliche Stück +unserer psychologischen Struktur in der Projektionsschöpfung der +Seelen und Geister seine Spiegelung und Wiederkehr findet. Es ist +dann schwer zu bestreiten, daß die primitive Seelenvorstellung, soweit +sie auch noch von der späteren völlig immateriellen Seele absteht, +doch das Wesen derselben teilt, also Person oder Ding als eine +Zweiheit auffaßt, auf deren beide Bestandteile die bekannten Eigenschaften +und Veränderungen des Ganzen verteilt sind. Diese ursprüngliche +Dualität – nach einem Ausdruck von H. <span class="gesperrt">Spencer</span><a name="FNanchor_37" href="#Footnote_37" class="fnanchor">(37)</a> – ist +bereits identisch mit jenem Dualismus, der sich in der uns geläufigen +Trennung von Geist und Körper kundgibt, und dessen unzerstörbare +sprachliche Äußerungen wir z. B. in der Beschreibung des +Ohnmächtigen oder Rasenden: <em class="gesperrt">er sei nicht bei sich</em>, erkennen<a name="FNanchor_38" href="#Footnote_38" class="fnanchor">(38)</a>.</p> + +<p>Was wir so, ganz ähnlich wie der Primitive, in die äußere Realität +projizieren, kann kaum etwas anderes sein als die Erkenntnis eines +Zustandes, in dem ein Ding den Sinnen und dem Bewußtsein +gegeben, <em class="gesperrt">präsent</em> ist, neben welchem ein anderer besteht, in dem +dasselbe <em class="gesperrt">latent</em> ist, aber wiedererscheinen kann, also die Koëxistenz +von Wahrnehmen und Erinnern, oder, ins Allgemeine ausgedehnt, +die Existenz <em class="gesperrt">unbewußter</em> Seelenvorgänge neben den <em class="gesperrt">bewußten</em><a name="FNanchor_39" href="#Footnote_39" class="fnanchor">(39)</a>. +Man könnte sagen, der »Geist« einer Person oder eines Dinges reduziere +sich in letzter Analyse auf deren Fähigkeit erinnert und vorgestellt +zu werden, wenn sie der Wahrnehmung entzogen sind.</p> + +<p>Man wird nun freilich weder von der primitiven, noch von +der heutigen Vorstellung der »Seele« erwarten dürfen, daß ihre +<a class="pagenum" name="Page_17" title="17"> </a> +Abgrenzung vom anderen Teile die Linien einhalte, welche unsere +heutige Wissenschaft zwischen der bewußten und der unbewußten +Seelentätigkeit zieht. Die animistische Seele vereinigt vielmehr Bestimmungen +von beiden Seiten in sich. Ihre Flüchtigkeit und Beweglichkeit, +ihre Fähigkeit, den Körper zu verlassen, dauernd oder +vorübergehend von einem anderen Leib Besitz zu nehmen, dies +sind Charaktere, die unverkennbar an das Wesen des Bewußtseins +erinnern. Aber die Art, wie sie sich hinter der persönlichen Erscheinung +verborgen hält, mahnt an das Unbewußte; die Unveränderlichkeit +und Unzerstörbarkeit schreiben wir heute nicht mehr den +bewußten, sondern den unbewußten Vorgängen zu, und diese +betrachten wir auch als die eigentlichen Träger der seelischen Tätigkeit.</p> + +<hr class="thought-break"/> + +<p>Wir sagten vorhin, der Animismus sei ein Denksystem, die +erste vollständige Theorie der Welt, und wollen nun aus der +psychoanalytischen Auffassung eines solchen Systems gewisse Folgerungen +ableiten. Die Erfahrung jedes unserer Tage kann uns die +Haupteigenschaften des »Systems« immer von neuem vorführen. +Wir träumen in der Nacht und haben es erlernt, am Tage den +Traum zu deuten. Der Traum kann, ohne seine Natur zu verleugnen, +wirr und zusammenhangslos erscheinen, er kann aber auch +im Gegenteil die Ordnung der Eindrücke eines Erlebnisses nachahmen, +eine Begebenheit aus der anderen ableiten und ein Stück +seines Inhaltes auf ein anderes beziehen. Dies scheint ihm besser +oder schlechter gelungen zu sein, fast niemals gelingt es so vollkommen, +daß nicht irgendwo eine Absurdität, ein Riß im Gefüge +zum Vorschein käme. Wenn wir den Traum der Deutung unterziehen, +erfahren wir, daß diese inkonstante und ungleichmäßige Anordnung +der Traumbestandteile auch etwas für das Verständnis des +Traumes recht Unwichtiges ist. Das Wesentliche am Traum sind +die Traumgedanken, die allerdings sinnreich, zusammenhängend und +geordnet sind. Aber deren Ordnung ist eine ganz andere als die +von uns am manifesten Trauminhalt erinnerte. Der Zusammenhang +der Traumgedanken ist aufgegeben worden und kann dann entweder +überhaupt verloren bleiben oder durch den neuen Zusammenhang +des Trauminhalts ersetzt werden. Fast regelmäßig hat, außer der +Verdichtung der Traumelemente, eine Umordnung derselben stattgefunden, +die von der früheren Anordnung mehr oder weniger unabhängig +ist. Wir sagen abschließend, das, was durch die Traumarbeit +aus dem Material der Traumgedanken geworden ist, hat eine neue +Beeinflussung erfahren, die sogenannte »<em class="gesperrt">sekundäre Bearbeitung</em>«, +deren Absicht offenbar dahingeht, die aus der Traumarbeit resultierende +Zusammenhangslosigkeit und Unverständlichkeit zugunsten +eines neuen »Sinnes« zu beseitigen. Dieser neue, durch die sekundäre +Bearbeitung erzielte Sinn ist nicht mehr der Sinn der Traumgedanken.</p> + +<p>Die sekundäre Bearbeitung des Produktes der Traumarbeit ist +<a class="pagenum" name="Page_18" title="18"> </a> +ein vortreffliches Beispiel für das Wesen und die Ansprüche eines +Systems. Eine intellektuelle Funktion in uns fordert Vereinheitlichung, +Zusammenhang und Verständlichkeit von jedem Material +der Wahrnehmung oder des Denkens, dessen sie sich bemächtigt, +und scheut sich nicht einen unrichtigen Zusammenhang herzustellen, +wenn sie infolge besonderer Umstände den richtigen nicht erfassen +kann. Wir kennen solche Systembildungen nicht nur vom Traume, +sondern auch von den Phobien, dem Zwangsdenken und den Formen +des Wahnes. Bei den Wahnerkrankungen (der Paranoia) ist die +Systembildung das Sinnfälligste, sie beherrscht das Krankheitsbild, +sie darf aber auch bei den anderen Formen von Neuropsychosen +nicht übersehen werden. In allen Fällen können wir dann nachweisen, +daß eine <em class="gesperrt">Umordnung</em> des psychischen Materials zu einem neuen +Ziel stattgefunden hat, oft eine im Grunde recht gewaltsame, wenn +sie nur unter dem Gesichtspunkt des Systems begreiflich erscheint. +Es wird dann zum besten Kennzeichen der Systembildung, daß +jedes der Ergebnisse desselben mindestens zwei Motivierungen aufdecken +läßt, eine Motivierung aus den Voraussetzungen des Systems +– also eventuell eine wahnhafte – und eine versteckte, die wir aber +als die eigentlich wirksame, reale, anerkennen müssen.</p> + +<p>Zur Erläuterung ein Beispiel aus der Neurose: In der Abhandlung +über das Tabu erwähnte ich eine Kranke, deren Zwangsverbote +die schönsten Übereinstimmungen mit dem Tabu der Maori +zeigen<a name="FNanchor_40" href="#Footnote_40" class="fnanchor">(40)</a>. Die Neurose dieser Frau ist auf ihren Mann gerichtet; +sie gipfelt in der Abwehr des unbewußten Wunsches nach seinem +Tod. Ihre manifeste, systematische Phobie gilt aber der Erwähnung +des Todes überhaupt, wobei ihr Mann völlig ausgeschaltet ist und +niemals Gegenstand bewußter Sorge wird. Eines Tages hört sie den +Mann den Auftrag erteilen, seine stumpf gewordenen Rasiermesser +sollen in einen bestimmten Laden zum Schleifen gebracht werden. +Von einer eigentümlichen Unruhe getrieben, macht sie sich selbst +auf den Weg nach diesem Laden und fordert nach ihrer Rückkehr +von dieser Rekognoszierung von ihrem Manne, er müsse diese Messer +für alle Zeiten aus dem Wege räumen, denn sie habe entdeckt, +daß neben dem von ihm genannten Laden sich eine Niederlage von +Särgen, Trauerwaren u. dgl. befindet. Die Messer seien durch seine +Absicht in eine unlösbare Verbindung mit dem Gedanken an den +Tod geraten. Dies ist nun die systematische Motivierung des Verbots. +Wir dürfen sicher sein, daß die Kranke auch ohne die Entdeckung +jener Nachbarschaft das Verbot der Rasiermesser nach +Hause gebracht hätte. Denn es hätte dazu hingereicht, daß sie auf +dem Wege nach dem Laden einem Leichenwagen, einer Person in +Trauerkleidung oder einer Trägerin eines Leichenkranzes begegnete. +Das Netz der Bedingungen war weit genug ausgespannt, um die +Beute in jedem Falle zu fangen; es lag dann an ihr, ob sie es +<a class="pagenum" name="Page_19" title="19"> </a> +zuziehen wollte oder nicht. Man konnte mit Sicherheit feststellen, +daß sie für andere Fälle die Bedingungen des Verbots nicht aktivierte. +Dann hieß es eben, es sei ein »besserer Tag« gewesen. Die wirkliche +Ursache des Verbots der Rasiermesser war natürlich, wie wir mit +Leichtigkeit erraten, ihr Sträuben gegen eine Lustbetonung der Vorstellung, +der Mann könne sich mit dem geschärften Rasiermesser +den Hals abschneiden.</p> + +<p>In ganz ähnlicher Weise vervollständigt und detailliert sich eine +Gehhemmung, eine Abasie oder Agoraphobie, wenn es diesem +Symptom einmal gelungen ist, sich zur Vertretung eines unbewußten +Wunsches oder der Abwehr gegen denselben aufzuschwingen. Was +sonst noch an unbewußten Phantasien und an wirksamen Reminiszenzen +in dem Kranken vorhanden ist, drängt diesem einmal eröffneten +Ausweg zum symptomatischen Ausdruck zu und bringt sich +in zweckmäßiger Neuordnung im Rahmen der Gehstörung unter. +Es wäre also ein vergebliches, eigentlich ein törichtes Beginnen, +wenn man das symptomatische Gefüge und die Einzelheiten, z. B. +einer Agoraphobie aus der Grundvoraussetzung derselben verstehen +wollte. Alle Konsequenz und Strenge des Zusammenhanges ist +doch nur scheinbar. Schärfere Beobachtung kann, wie bei der Fassadenbildung +des Traumes, die ärgsten Inkonsequenzen und Willkürlichkeiten +der Symptombildung aufdecken. Die Einzelheiten einer solchen +systematischen Phobie entnehmen ihre reale Motivierung versteckten +Determinanten, die mit der Gehhemmung nichts zu tun haben müssen, +und darum fallen auch die Gestaltungen einer solchen Phobie bei +verschiedenen Personen so mannigfaltig und so widersprechend aus.</p> + +<hr class="thought-break"/> + +<p>Suchen wir nun den Rückweg zu dem uns beschäftigenden +System des Animismus, so schließen wir aus unseren Einsichten +über andere psychologische Systeme, daß die Motivierung einer einzelnen +Sitte oder Vorschrift durch den »Aberglauben« auch bei den +Primitiven nicht die einzige und die eigentliche Motivierung zu sein +braucht und uns der Verpflichtung nicht überhebt, nach den versteckten +Motiven derselben zu suchen. Unter der Herrschaft eines +animistischen Systems ist es nicht anders möglich, als daß jede Vorschrift +und jede Tätigkeit eine systematische Begründung erhalte, +welche wir heute eine »abergläubische« heißen. »Aberglaube« ist wie +»Angst«, wie »Traum«, wie »Dämon«, eine der psychologischen +Vorläufigkeiten, die vor der psychoanalytischen Forschung zergangen +sind. Kommt man hinter diese, die Erkenntnis wie Wandschirme +abwehrenden Konstruktionen, so ahnt man, daß dem Seelenleben und +der Kulturhöhe der Wilden ein Stück verdienter Würdigung bisher +vorenthalten wurde.</p> + +<p>Betrachtet man die Triebverdrängung als ein Maß des erreichten +Kulturniveaus, so muß man zugestehen, daß auch unter dem animistischen +System Fortschritte und Entwicklungen vorgefallen sind, die +man mit Unrecht ihrer abergläubischen Motivierung wegen geringe +<a class="pagenum" name="Page_20" title="20"> </a> +schätzt. Wenn wir hören, daß Krieger eines wilden Volksstammes +sich die größte Keuschheit und Reinlichkeit auferlegen, sobald sie +sich auf den Kriegspfad begeben<a name="FNanchor_41" href="#Footnote_41" class="fnanchor">(41)</a>, so wird uns die Erklärung nahegelegt, +daß sie ihren Unrat beseitigen, damit sich der Feind dieses +Teiles ihrer Person nicht bemächtige, um ihnen auf magische Weise +zu schaden, und für ihre Enthaltsamkeit sollen wir analoge abergläubische +Motivierungen vermuten. Nichtsdestoweniger bleibt die +Tatsache des Triebverzichtes bestehen, und wir verstehen den Fall +wohl besser, wenn wir annehmen, daß der wilde Krieger sich solche +Beschränkungen zur Ausgleichung auferlegt, weil er im Begriffe +steht, sich die sonst untersagte Befriedigung grausamer und feindseliger +Regungen im vollen Ausmaße zu gestatten. Dasselbe gilt +für die zahlreichen Fälle von sexueller Beschränkung, solange man +mit schwierigen oder verantwortlichen Arbeiten beschäftigt ist<a name="FNanchor_42" href="#Footnote_42" class="fnanchor">(42)</a>. Mag +sich die Begründung dieser Verbote immerhin auf einen magischen +Zusammenhang berufen, die fundamentale Vorstellung, durch Verzicht +auf Triebbefriedigung größere Kraft zu gewinnen, bleibt doch unverkennbar, +und die hygienische Wurzel des Verbots ist neben der +magischen Rationalisierung derselben nicht zu vernachlässigen. Wenn +die Männer eines wilden Volksstammes zur Jagd, zum Fischfang, +zum Krieg, zum Einsammeln kostbarer Pflanzenstoffe ausgezogen +sind, so bleiben ihre Frauen unterdes im Hause zahlreichen +drückenden Beschränkungen unterworfen, denen von den Wilden +selbst eine in die Ferne reichende, sympathetische Wirkung auf das +Gelingen der Expedition zugeschrieben wird. Doch gehört wenig +Scharfsinn dazu, um zu erraten, daß jenes in die Ferne wirkende +Moment kein anderes als das Heimwärtsdenken, die Sehnsucht der +Abwesenden, ist, und daß hinter diesen Einkleidungen die gute +psychologische Einsicht steckt, die Männer werden ihr Bestes nur +dann tun, wenn sie über den Verbleib der unbeaufsichtigten Frauen +vollauf beruhigt sind. Andere Male wird es direkt, ohne magische +Motivierung ausgesprochen, daß die eheliche Untreue der Frau die +Bemühungen des in verantwortlicher Tätigkeit abwesenden Mannes +zum Scheitern bringt.</p> + +<p>Die unzähligen Tabuvorschriften, denen die Frauen der Wilden +während ihrer Menstruation unterliegen, werden durch die abergläubische +Scheu vor dem Blute motiviert und haben in ihr wohl +auch eine reale Begründung. Aber es wäre unrecht die Möglichkeit +zu übersehen, daß diese Blutscheu hier auch ästhetischen und hygienischen +Absichten dient, die sich in allen Fällen mit magischen +Motivierungen drapieren müßten.</p> + +<p>Wir täuschen uns wohl nicht darüber, daß wir uns durch solche +Erklärungsversuche dem Vorwurf aussetzen, daß wir den heutigen +Wilden eine Feinheit der seelischen Tätigkeiten zumuten, die weit +über die Wahrscheinlichkeit hinausgeht. Allein ich meine, es könnte +<a class="pagenum" name="Page_21" title="21"> </a> +uns mit der Psychologie dieser Völker, die auf der animistischen +Stufe stehen geblieben sind, leicht so ergehen wie mit dem Seelenleben +des Kindes, das wir Erwachsene nicht mehr verstehen, und +dessen Reichhaltigkeit und Feinfühligkeit wir darum so sehr unterschätzt +haben.</p> + +<p>Ich will noch einer Gruppe von bisher unerklärten Tabuvorschriften +gedenken, weil sie eine dem Psychoanalytiker vertraute +Aufklärung zuläßt. Bei vielen wilden Völkern ist es unter verschiedenen +Verhältnissen verboten, scharfe Waffen und schneidende +Instrumente im Hause zu halten<a name="FNanchor_43" href="#Footnote_43" class="fnanchor">(43)</a>. <span class="gesperrt">Frazer</span> zitiert einen deutschen +Aberglauben, daß man ein Messer nicht mit der Schneide nach oben +liegen lassen dürfe. Gott und die Engel könnten sich daran verletzen. +Soll man in diesem Tabu nicht die Ahnung gewisser +»Symptomhandlungen« erkennen, zu denen die scharfe Waffe durch +unbewußte böse Regungen gebraucht werden könnte?</p> + +<div class="figcenter" style="width: 120px;"> +<img src="images/deko.png" width="120" height="119" alt=""/> +</div> + + +<div class="footnotes"> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_1" href="#FNanchor_1" class="label">(1)</a> +Die geforderte Zusammendrängung des Stoffes bringt auch den Verzicht +auf eingehende Literaturnachweise mit sich. An deren Stelle stehe der Hinweis auf +die bekannten Werke von Herbert <span class="gesperrt">Spencer</span>, J. G. <span class="gesperrt">Frazer</span>, A. <span class="gesperrt">Lang</span>, E. B. <span class="gesperrt">Tylor</span> +und W. <span class="gesperrt">Wundt</span>, aus denen alle Behauptungen über Animismus und Magie entnommen +sind. Die Selbständigkeit des Verfassers kann sich nur in der von ihm +getroffenen Auswahl der Materien sowie der Meinungen kundgeben. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_2" href="#FNanchor_2" class="label">(2)</a> +E. B. <span class="gesperrt">Tylor</span>, Primitive Culture. I. Bd., p. 425, 4. Aufl., 1903. – +W. <span class="gesperrt">Wundt</span>, Mythus und Religion, II. Bd., p. 173, 1906. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_3" href="#FNanchor_3" class="label">(3)</a> +<span class="gesperrt">Wundt</span>, l. c., IV. Kapitel »Die Seelenvorstellungen«. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_4" href="#FNanchor_4" class="label">(4)</a> +Vgl. außer bei <span class="gesperrt">Wundt</span> und H. <span class="gesperrt">Spencer</span> die orientierenden Artikel der +Encyclopedia Britannica 1911 (Animism, Mythology usw.). +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_5" href="#FNanchor_5" class="label">(5)</a> +l. c., p. 154. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_6" href="#FNanchor_6" class="label">(6)</a> +Bei <span class="gesperrt">Tylor</span>, Primitive Culture, I. Bd., p. 477. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_7" href="#FNanchor_7" class="label">(7)</a> +Cultes, Mythes et Religions, T. II, Introduction, p. XV, 1909. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_8" href="#FNanchor_8" class="label">(8)</a> +Année sociologique, VII. Bd., 1904. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_9" href="#FNanchor_9" class="label">(9)</a> +Wenn man einen Geist durch Lärm und Geschrei verscheucht, so ist dies +eine rein zauberische Handlung; wenn man ihn zwingt, indem man sich seines +Namens bemächtigt, so hat man Magie gegen ihn gebraucht. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_10" href="#FNanchor_10" class="label">(10)</a> +The magic art. II, p. 67. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_11" href="#FNanchor_11" class="label">(11)</a> +Das biblische Verbot, sich ein Bild von irgend etwas Lebendem zu machen, +entstammte wohl keiner prinzipiellen Ablehnung der bildenden Kunst, sondern +sollte der von der hebräischen Religion verpönten Magie ein Werkzeug entziehen. +<span class="gesperrt">Frazer</span>, l. c., p. 87, Note. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_12" href="#FNanchor_12" class="label">(12)</a> +The magic art. II, p. 98. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_13" href="#FNanchor_13" class="label">(13)</a> +Davon ein Nachklang im König Oedipus des Sophokles. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_14" href="#FNanchor_14" class="label">(14)</a> +The magic art. I, p. 120. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_15" href="#FNanchor_15" class="label">(15)</a> +l. c., p. 122. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_16" href="#FNanchor_16" class="label">(16)</a> +Imago, I, p. 317 und ff. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_17" href="#FNanchor_17" class="label">(17)</a> +<span class="gesperrt">Frazer</span>, The magic art. I, p. 201–203. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_18" href="#FNanchor_18" class="label">(18)</a> +The magic art. I, p. 420 ff. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_19" href="#FNanchor_19" class="label">(19)</a> +Vgl. den Artikel <em class="gesperrt">Magic</em> (N. W. T.) in der 11. Auflage der Encyclopedia +Britannica. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_20" href="#FNanchor_20" class="label">(20)</a> +l. c., p. 54. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_21" href="#FNanchor_21" class="label">(21)</a> +Formulierungen über die zwei Prinzipien des psychischen Geschehens. +Jahrb. f. psychoanalyt. Forschungen, III. Bd., 1912, p. 2. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_22" href="#FNanchor_22" class="label">(22)</a> +Der König in »<cite class="gesperrt">Hamlet</cite>« (III, 4.): »My words fly up, my thoughts +remain below; Words without thoughts never to heaven go«. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_23" href="#FNanchor_23" class="label">(23)</a> +Vgl. die vorige Abhandlung dieser Reihe, Imago, I. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_24" href="#FNanchor_24" class="label">(24)</a> +Bemerkungen über einen Fall von Zwangsneurose, Jahrb. f. psychoanalyt. +u. psychopath. Forschungen, I. Bd., 1909. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_25" href="#FNanchor_25" class="label">(25)</a> +Es scheint, daß wir den Charakter des »Unheimlichen« solchen Eindrücken +verleihen, welche die Allmacht der Gedanken und die animistische Denkweise überhaupt +bestätigen wollen, während wir uns bereits im Urteil von ihr abgewendet haben. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_26" href="#FNanchor_26" class="label">(26)</a> +Ein weiteres Motiv für diese Verschiebung auf eine kleinste Aktion wird +sich aus den nachstehenden Erörterungen ergeben. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_27" href="#FNanchor_27" class="label">(27)</a> +It is almost an axiom with writers on this subject, that a sort of +Solipsism or Berkleianism (as Professor <span class="gesperrt">Sully</span> terms it as he finds it in the +Child) operates in the savage to make him refuse to recognise death as a fact. – +<span class="gesperrt">Marett</span>, Pre-animistic religion, Folklore, XI. Bd., 1900, p. 178. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_28" href="#FNanchor_28" class="label">(28)</a> +Es soll hier nur angedeutet werden, daß der ursprüngliche Narzißmus des +Kindes maßgebend für die Auffassung seiner Charakterentwicklung ist und die +Annahme eines primitiven Minderwertigkeitsgefühles bei demselben ausschließt. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_29" href="#FNanchor_29" class="label">(29)</a> +S. <span class="gesperrt">Reinach</span>, L'art et la magie in der Sammlung Cultes, Mythes et +Religions, I. Bd., p. 125 bis 136. – <span class="gesperrt">Reinach</span> meint, die primitiven Künstler, welche +uns die eingeritzten oder aufgemalten Tierbilder in den Höhlen Frankreichs hinterlassen +haben, wollten nicht »Gefallen erregen«, sondern »beschwören«. Er erklärt +es so, daß sich diese Zeichnungen an den dunkelsten und unzugänglichsten Stellen +der Höhlen befinden, und daß die Darstellungen der gefürchteten Raubtiere unter +ihnen fehlen. »Les modernes parlent souvent, par hyperbole, de la magie du +pinceau ou du ciseau d'un grand artiste et, en général, de la magie de l'art. +Entendu au sens propre, qui est celui d'une contrainte mystique exercée par la +volonté de l'homme sur d'autres volontés ou sur les choses, cette expression n'est +plus admissible; mais nous avons vu qu'elle était autrefois <ins title="rigouresement">rigoureusement</ins> vraie, +du moins dans l'opinion des artistes« (p. 136). +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_30" href="#FNanchor_30" class="label">(30)</a> +Durch sogenannte endopsychische Wahrnehmung erkannte. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_31" href="#FNanchor_31" class="label">(31)</a> +R. R. <span class="gesperrt">Marett</span>, Pre-animistic religion, Folklore, XI. Bd., Nr. 2, London +1900. – Vgl. <span class="gesperrt">Wundt</span>, Mythus und Religion, II. Bd., p. 171 und ff. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_32" href="#FNanchor_32" class="label">(32)</a> +Imago, I. Bd., Tabu, p. 324. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_33" href="#FNanchor_33" class="label">(33)</a> +Wir nehmen an, daß in diesem frühen narzißtischen Stadium Besetzungen +aus libidinöser und anderen Erregungsquellen vielleicht noch ununterscheidbar miteinander +vereinigt sind. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_34" href="#FNanchor_34" class="label">(34)</a> +<span class="gesperrt">Schreber</span>, Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken. 1903. – <span class="gesperrt">Freud</span>, +Psychoanalytische Bemerkungen über einen autobiographisch beschriebenen Fall von +Paranoia, Jahrb. f. psychoanalyt. Forsch., III. Bd., 1911. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_35" href="#FNanchor_35" class="label">(35)</a> +Vgl. die letztzitierte Abhandlung über <span class="gesperrt">Schreber</span>, p. 59. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_36" href="#FNanchor_36" class="label">(36)</a> +Abhandlung über das Tabu, Imago, I. Bd., p. 322 und ff. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_37" href="#FNanchor_37" class="label">(37)</a> +Im I. Band der »Prinzipien der Soziologie«. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_38" href="#FNanchor_38" class="label">(38)</a> +H. <span class="gesperrt">Spencer</span>, l. c., p. 179. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_39" href="#FNanchor_39" class="label">(39)</a> +Vgl. meine kleine Schrift: A note on the Unconscious in Psycho-Analysis +aus den Proceedings of the Society for Psychical Research, Part LXVI, vol. XXVI, +London 1912. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_40" href="#FNanchor_40" class="label">(40)</a> +Imago, Bd. I, p. 221. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_41" href="#FNanchor_41" class="label">(41)</a> +<span class="gesperrt">Frazer</span>, Taboo and the perils of the soul, p. 158. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_42" href="#FNanchor_42" class="label">(42)</a> +<span class="gesperrt">Frazer</span>, l. c., p. 200. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_43" href="#FNanchor_43" class="label">(43)</a> +<span class="gesperrt">Frazer</span>, l. c., p. 237. +</p> +</div> +</div> + + +<div id="tnote-bottom"> +<p class="center"><a name="tn-bottom"><b>Anmerkungen zur Transkription:</b></a></p> + +<p>Im folgenden werden alle geänderten Textstellen angeführt, +wobei jeweils zuerst die Stelle wie im Original, danach die geänderte Stelle +steht.</p> + +<ul id="corrections"> +<li><a href="#Page_2">Seite 2</a>:<br/> +gehabt haben mögen, <span class="correction">die über</span> Traumbilder, Schatten, Spiegelbilder<br/> +gehabt haben mögen, <span class="correction">über</span> Traumbilder, Schatten, Spiegelbilder +</li> +<li><a href="#Page_16">Seite 16</a>:<br/> +eine erste Anerkennung der <span class="correction">Ἀναγκη</span>, die sich dem<br/> +eine erste Anerkennung der <span class="correction">Ἀνάγκη</span>, die sich dem +</li> +<li><a href="#Footnote_29">Fußnote 29:</a><br/> +plus admissible; mais nous avons vu qu'elle était autrefois <span class="correction">rigouresement</span> vraie,<br/> +plus admissible; mais nous avons vu qu'elle était autrefois <span class="correction">rigoureusement</span> vraie, +</li> +</ul> +</div> + + + + + + + + +<pre> + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Animismus, Magie und Allmacht der +Gedanken, by Sigmund Freud + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ANIMISMUS, MAGIE UND ALLMACHT *** + +***** This file should be named 37070-h.htm or 37070-h.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + https://www.gutenberg.org/3/7/0/7/37070/ + +Produced by Jana Srna and the Online Distributed +Proofreading Team at https://www.pgdp.net + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. Special rules, +set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to +copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to +protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project +Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you +charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you +do not charge anything for copies of this eBook, complying with the +rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose +such as creation of derivative works, reports, performances and +research. They may be modified and printed and given away--you may do +practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is +subject to the trademark license, especially commercial +redistribution. + + + +*** START: FULL LICENSE *** + +THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE +PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK + +To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free +distribution of electronic works, by using or distributing this work +(or any other work associated in any way with the phrase "Project +Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project +Gutenberg-tm License (available with this file or online at +https://gutenberg.org/license). + + +Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm +electronic works + +1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm +electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to +and accept all the terms of this license and intellectual property +(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all +the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy +all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. +If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project +Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the +terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or +entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8. + +1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be +used on or associated in any way with an electronic work by people who +agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few +things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works +even without complying with the full terms of this agreement. See +paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project +Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement +and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic +works. See paragraph 1.E below. + +1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" +or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project +Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the +collection are in the public domain in the United States. If an +individual work is in the public domain in the United States and you are +located in the United States, we do not claim a right to prevent you from +copying, distributing, performing, displaying or creating derivative +works based on the work as long as all references to Project Gutenberg +are removed. Of course, we hope that you will support the Project +Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by +freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of +this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with +the work. You can easily comply with the terms of this agreement by +keeping this work in the same format with its attached full Project +Gutenberg-tm License when you share it without charge with others. + +1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern +what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in +a constant state of change. If you are outside the United States, check +the laws of your country in addition to the terms of this agreement +before downloading, copying, displaying, performing, distributing or +creating derivative works based on this work or any other Project +Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning +the copyright status of any work in any country outside the United +States. + +1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg: + +1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate +access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently +whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the +phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project +Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, +copied or distributed: + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + +1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived +from the public domain (does not contain a notice indicating that it is +posted with permission of the copyright holder), the work can be copied +and distributed to anyone in the United States without paying any fees +or charges. If you are redistributing or providing access to a work +with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the +work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 +through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the +Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or +1.E.9. + +1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted +with the permission of the copyright holder, your use and distribution +must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional +terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked +to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the +permission of the copyright holder found at the beginning of this work. + +1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm +License terms from this work, or any files containing a part of this +work or any other work associated with Project Gutenberg-tm. + +1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this +electronic work, or any part of this electronic work, without +prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with +active links or immediate access to the full terms of the Project +Gutenberg-tm License. + +1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, +compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any +word processing or hypertext form. However, if you provide access to or +distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than +"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version +posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), +you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a +copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon +request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other +form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm +License as specified in paragraph 1.E.1. + +1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, +performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works +unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. + +1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing +access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided +that + +- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from + the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method + you already use to calculate your applicable taxes. The fee is + owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he + has agreed to donate royalties under this paragraph to the + Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments + must be paid within 60 days following each date on which you + prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax + returns. Royalty payments should be clearly marked as such and + sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the + address specified in Section 4, "Information about donations to + the Project Gutenberg Literary Archive Foundation." + +- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies + you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he + does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm + License. You must require such a user to return or + destroy all copies of the works possessed in a physical medium + and discontinue all use of and all access to other copies of + Project Gutenberg-tm works. + +- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any + money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the + electronic work is discovered and reported to you within 90 days + of receipt of the work. + +- You comply with all other terms of this agreement for free + distribution of Project Gutenberg-tm works. + +1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm +electronic work or group of works on different terms than are set +forth in this agreement, you must obtain permission in writing from +both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael +Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the +Foundation as set forth in Section 3 below. + +1.F. + +1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable +effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread +public domain works in creating the Project Gutenberg-tm +collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic +works, and the medium on which they may be stored, may contain +"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or +corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual +property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a +computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by +your equipment. + +1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right +of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project +Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project +Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all +liability to you for damages, costs and expenses, including legal +fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT +LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE +PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE +TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE +LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR +INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH +DAMAGE. + +1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a +defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can +receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a +written explanation to the person you received the work from. If you +received the work on a physical medium, you must return the medium with +your written explanation. The person or entity that provided you with +the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a +refund. If you received the work electronically, the person or entity +providing it to you may choose to give you a second opportunity to +receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy +is also defective, you may demand a refund in writing without further +opportunities to fix the problem. + +1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth +in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER +WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO +WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE. + +1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied +warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. +If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the +law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be +interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by +the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any +provision of this agreement shall not void the remaining provisions. + +1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the +trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone +providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance +with this agreement, and any volunteers associated with the production, +promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, +harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, +that arise directly or indirectly from any of the following which you do +or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm +work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any +Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause. + + +Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm + +Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of +electronic works in formats readable by the widest variety of computers +including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at https://www.pglaf.org. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at +https://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact +information can be found at the Foundation's web site and official +page at https://pglaf.org + +For additional contact information: + Dr. Gregory B. Newby + Chief Executive and Director + gbnewby@pglaf.org + + +Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation + +Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide +spread public support and donations to carry out its mission of +increasing the number of public domain and licensed works that can be +freely distributed in machine readable form accessible by the widest +array of equipment including outdated equipment. Many small donations +($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt +status with the IRS. + +The Foundation is committed to complying with the laws regulating +charities and charitable donations in all 50 states of the United +States. Compliance requirements are not uniform and it takes a +considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up +with these requirements. We do not solicit donations in locations +where we have not received written confirmation of compliance. To +SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any +particular state visit https://pglaf.org + +While we cannot and do not solicit contributions from states where we +have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition +against accepting unsolicited donations from donors in such states who +approach us with offers to donate. + +International donations are gratefully accepted, but we cannot make +any statements concerning tax treatment of donations received from +outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. + +Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation +methods and addresses. Donations are accepted in a number of other +ways including including checks, online payments and credit card +donations. To donate, please visit: https://pglaf.org/donate + + +Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic +works. + +Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm +concept of a library of electronic works that could be freely shared +with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project +Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support. + + +Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed +editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. +unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily +keep eBooks in compliance with any particular paper edition. + + +Most people start at our Web site which has the main PG search facility: + + https://www.gutenberg.org + +This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, +including how to make donations to the Project Gutenberg Literary +Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to +subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. + + +</pre> + +</body> +</html> diff --git a/37070-h/images/deko.png b/37070-h/images/deko.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..a7fd868 --- /dev/null +++ b/37070-h/images/deko.png diff --git a/37070-h/images/titelseite.jpg b/37070-h/images/titelseite.jpg Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..1c0ea59 --- /dev/null +++ b/37070-h/images/titelseite.jpg |
