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authorRoger Frank <rfrank@pglaf.org>2025-10-14 19:56:31 -0700
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+Project Gutenberg's Der Schleier der Pierrette, by Arthur Schnitzler
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Der Schleier der Pierrette
+ Pantomime in drei Bildern
+
+Author: Arthur Schnitzler
+
+Release Date: March 31, 2010 [EBook #31842]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SCHLEIER DER PIERRETTE ***
+
+
+
+
+Produced by Thorsten Kontowski and the Online Distributed
+Proofreading Team at https://www.pgdp.net (This file made
+from scans of public domain material at Austrian Literature
+Online.)
+
+
+
+
+
+Den Bühnen gegenüber als Manuskript gedruckt. Das Textbuch darf nur dann
+zu Bühnenzwecken benützt werden, wenn vorher das Bühnenaufführungsrecht
+durch unsere Vertreter Felix =Bloch= Erben (Adolf =Sliwinski= und
+Ernst =Bloch=), =Berlin= NW., Luisenstraße 21, für Österreich-Ungarn
+Dr. O. F. =Eirich=, =Wien=, II., Praterstraße 38, rechtmäßig erworben
+wurde.
+
+ =Arthur Schnitzler.= =Ernst von Dohnányi.=
+
+
+
+
+ DER SCHLEIER DER
+ PIERRETTE.
+
+ PANTOMIME IN DREI BILDERN
+
+ VON
+
+ ARTHUR SCHNITZLER.
+
+ MUSIK VON
+
+ ERNST VON DOHNÁNYI.
+
+
+Alle Rechte, insbesonders Aufführungs-, Nachdrucks- und Übersetzungsrecht
+ vorbehalten.
+
+ Déposé à Paris. Déposé à Paris.
+
+ Eigentum des Verlegers für alle Länder.
+
+ LUDWIG DOBLINGER
+ (Bernhard Herzmansky)
+
+ WIEN LEIPZIG PARIS
+ I., Dorotheergasse 10. Täubchenweg 21. Max Eschig
+ IX., 13 Rue Laffitte.
+
+Eigentum für Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland: *Carl Gehrmans
+Musikförlag*, Stockholm.
+
+Copyright 1910 by *Ludwig Doblinger* (Bernhard Herzmansky), *Leipzig*.
+
+All performing rights strictly reserved.
+
+
+
+
+*Personen.*
+
+
+ Pierrot.
+ Pierrette.
+ Pierrettens Vater.
+ Pierrettens Mutter.
+ Arlechino, Pierrettens Bräutigam.
+ Fred } Pierrots
+ Florestan } Freunde.
+ Annette.
+ Alumette.
+ Gigolo, ein junger Herr.
+ Ein dicker Klavierspieler.
+ Ein zweiter Klavierspieler.
+ Ein Geigenspieler.
+ Ein Klarinettist.
+ Diener des Pierrot.
+ Alte Herren, alte Damen } als
+ Junge Herren, junge Damen } Hochzeitsgäste.
+
+Ort und Zeit der Handlung: das Wien vom Beginn des vorigen Jahrhunderts.
+
+Erstes Bild: Zimmer des Pierrot.
+
+Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern.
+
+Drittes Bild: Zimmer des Pierrot.
+
+Rechts und links vom Zuschauer.
+
+
+
+
+*I. Bild.*
+
+
+Das Zimmer Pierrots. Bescheiden eingerichtet. Schreibtisch ungefähr Mitte,
+mehr rechts. Davor Lehnsessel. Hinten rechts Divan. Weiter vorn an der
+Wand ein Spinett mit Leuchtern. Noch weiter vorn eine Etagère, darüber
+Bilder. Auf der Etagère Bücher. Ganz vorn rechts die Eingangstür. Vorne
+links ein Wandspiegel, darunter eine Kommode, darauf zwei Leuchter und
+eine kleine, leere Blumenvase. Links hinten ein Schrank. Vorne Tischchen,
+Divan mit Lehne und zwei Sessel. Vorne mehr rechts das Bild Pierrettens
+auf einer Staffelei.
+
+Im Hintergrund erkerartiger Ausbau mit großem Fenster. Ausblick auf die
+Basteien und auf die Türme der Stadt. Nahe der Türe Kleiderhaken mit
+Mantel und Hut Pierrots. Abenddämmerung.
+
+
+=Erste Szene.=
+
+=Pierrot= (Kostüm: ein Gemisch des traditionellen Pierrot- und des
+Altwiener Kostüms) sitzt vor dem Schreibtisch, den Kopf in beide Hände
+gestützt. Steht auf und geht im Zimmer auf und ab. Bleibt vor der
+Staffelei stehen. Fleht das Bild Pierrettens an, droht dem Bilde, entfernt
+sich grollend, kehrt zurück, sinkt vor dem Bilde nieder und schluchzt.
+Steht auf, geht zum Schreibtische, öffnet eine Lade, entnimmt ihr
+vertrocknete Blumen, Briefe, Bänder, streut alles auf die Tischplatte,
+wühlt in den Andenken.
+
+Geht zum Fenster, öffnet es, bleibt eine Weile dort stehen. Sinkt auf den
+Divan rechts vom Fenster und bleibt der Länge nach ausgestreckt liegen.
+
+
+=Zweite Szene.=
+
+Es ist beinahe ganz dunkel geworden. Die Tür rechts öffnet sich, vom
+Vorzimmer fällt ein ziemlich breiter Lichtschein über den Fußboden hin.
+
+=Der Diener= erscheint an der Tür. Durch eine Handbewegung lädt er die
+Freunde und Freundinnen Pierrots ein einzutreten.
+
+=Fred, Florestan, Annette und Alumette= treten ein.
+
+Hinter ihnen ein kleiner, dicker Klavierspieler.
+
+=Fred, Florestan= fragen den Diener, wo sein Herr sei.
+
+=Annette, Alumette=, sehen sich neugierig im Zimmer um.
+
+=Der Diener= weist auf den Stuhl vor dem Schreibtische.
+
+ Hier ist mein Herr gesessen.[A]
+
+ [Fußnote A: Auch was im Text dialogartig gebracht ist, wird
+ selbstverständlich nur pantomimisch ausgedrückt.]
+
+=Fred, Florestan.=
+
+ Du siehst ja, daß er nicht da ist. Bring doch ein Licht.
+
+=Der Diener= holt einen Leuchter mit angezündeter Kerze aus dem Vorzimmer,
+geht zum Schreibtische hin.
+
+=Fred, Florestan= folgen ihm.
+
+=Alumette= löscht die Kerze aus.
+
+=Florestan= verweist es ihr.
+
+=Diener= zündet wieder an.
+
+=Diener= vor dem Schreibtische.
+
+ Hier ist er doch gesessen.
+
+=Alle fünf=, der Diener mit dem Leuchter voraus, machen einen Rundgang
+durch das Zimmer, kommen zuletzt zum Divan, auf dem sie Pierrot entdecken.
+
+=Fred.=
+
+ Ich will ihn rütteln.
+
+=Florestan= hält ihn zurück, zum Diener.
+
+ Was ist denn mit deinem Herrn geschehen?
+
+=Diener= zuckt die Achseln.
+
+=Fred= kommt auf einen Gedanken, macht Florestan auf die Staffelei mit
+Pierrettens Bild aufmerksam.
+
+=Florestan= versteht.
+
+=Annette, Alumette= stehen vor dem Divan und sind von Pierrot entzückt.
+
+=Fred, Florestan= haben ein zweites Licht angezündet und stehen vor dem
+Bild Pierrettens.
+
+=Alumette zu Annette.=
+
+ Ich werde Pierrot aufwecken.
+
+Sie will ihn an den Haaren zupfen.
+
+=Annette= hält sie zurück.
+
+=Alumette= beugt sich nieder und will Pierrot küssen.
+
+=Annette= hält sie zurück.
+
+=Fred, Florestan= treten von dem Bilde fort zu den zwei Mädchen.
+
+=Fred= gibt dem dicken Klavierspieler ein Zeichen, er möge sich hinsetzen
+und spielen.
+
+=Der dicke Klavierspieler= ist bisher an der Tür gestanden, lächelnd und
+zerstreut.
+
+=Pierrot= liegt noch immer bewegungslos.
+
+=Fred, Florestan= schicken den Diener hinaus.
+
+=Diener= ab.
+
+
+=Dritte Szene.=
+
+=Der dicke Klavierspieler= hat sich an das Spinett gesetzt und beginnt
+einen Walzer zu spielen.
+
+=Florestan, Alumette und Fred, Annette= tanzen miteinander.
+
+=Pierrot= wacht auf. Sieht um sich. Versteht nicht, was vorgegangen ist,
+reibt sich die Augen. Springt auf, geht nach vorne.
+
+=Die beiden Paare= lassen sich nicht im Tanzen stören.
+
+=Florestan und Alumette= sinken endlich auf den kleinen Divan links am
+Tischchen.
+
+=Fred und Annette= bleiben neben dem Spinett stehen.
+
+=Pierrot= ist an den Schreibtisch gelehnt.
+
+=Fred, Florestan, Annette, Alumette= sehen ihn an und lachen. Gehen auf
+ihn zu, als Paare, verbeugen sich.
+
+=Fred, Florestan= stellen ihre Damen vor.
+
+=Annette, Alumette= knixen zierlich.
+
+=Pierrot= verbeugt sich tief.
+
+=Fred.=
+
+ Wir haben dich ja in einem netten Zustand gefunden. Was ist denn mit dir
+ geschehen?
+
+=Pierrot.=
+
+ Fragt mich nicht.
+
+=Florestan= herzlich.
+
+ Sag uns doch, was es gibt, vielleicht können wir dir helfen.
+
+=Pierrot.=
+
+ Laßt nur, mir ist nicht zu helfen.
+
+=Fred.=
+
+ Ich kann mir ja denken, es handelt sich um Pierrette.
+
+=Pierrot.=
+
+ Laßt mich doch.
+
+=Annette, Alumette= eilen zu dem Bild hin, als wollten sie es von der
+Staffelei entfernen.
+
+=Pierrot= ihnen nach, auf sie zu, beschützt das Bild. Steht mit
+ausgebreiteten Armen davor.
+
+=Fred.=
+
+ Er ist närrisch. Mit ihm ist nichts anzufangen.
+
+=Florestan= ergreift Pierrots Hände, entfernt ihn langsam von dem Bilde,
+geleitet ihn dem Schreibtisch zu.
+
+=Fred.=
+
+ Schlag dir die Sache aus dem Kopf, Pierrot, es ist nicht der Mühe wert,
+ sich um Pierrette zu kümmern. Komm mit uns.
+
+=Florestan.=
+
+ Ja, komm mit uns.
+
+=Annette, Alumette= drängen sich an Pierrot.
+
+ Komm mit uns.
+
+=Pierrot=, mit einer Gebärde des Widerwillens, befreit sich von den
+andern. Setzt sich in den Stuhl am Schreibtisch.
+
+=Fred, Florestan= reden ihm weiter zu.
+
+ Komm mit uns. Wir wollen uns unterhalten. Der Abend ist schön. Wir
+ wollen ins Freie. Wollen trinken, tanzen, küssen.
+
+=Pierrot= bleibt sitzen und schüttelt den Kopf.
+
+=Fred, Florestan= werden dringender.
+
+=Annette, Alumette= gesellen sich bittend und schmeichelnd hinzu.
+
+=Fred, Florestan, Annette, Alumette= schließen einen Reigen um Pierrot,
+umtanzen ihn.
+
+=Der dicke Klavierspieler= begleitet auf dem Spinett.
+
+=Pierrot= erhebt sich. Ärgerlich:
+
+ Laßt mich in Ruhe. Ich ertrag es nicht länger. Ich kann das Spiel nicht
+ hören. Geht.
+
+Eilt zum Spinett, schlägt es heftig zu. Geht nach rückwärts zum Fenster
+hin.
+
+=Der dicke Klavierspieler= ist zusammengefahren.
+
+=Fred, Annette, Florestan, Alumette= sehen einander an, fragend,
+bedenklich, ärgerlich.
+
+=Florestan.=
+
+ Lassen wir ihn.
+
+=Fred.=
+
+ Hol ihn der Teufel.
+
+=Annette, Alumette.=
+
+ Wie schade.
+
+=Pierrot.=
+
+Steht mit gekreuzten Armen am Fenster.
+
+=Die beiden Paare= verbeugen sich ironisch vor ihm und verlassen tanzend
+das Zimmer.
+
+=Der dicke Klavierspieler= folgt ihnen.
+
+
+=Vierte Szene.=
+
+=Pierrot= am Fenster, blickt teilnahmslos hinaus.
+
+=Diener= tritt ein.
+
+=Pierrot= bemerkt ihn nicht gleich.
+
+=Diener= tritt näher.
+
+=Pierrot=, ihm ein paar Schritte entgegen.
+
+ Was willst du?
+
+=Diener.=
+
+ Gnädiger Herr, ich möchte um Ausgang bitten.
+
+=Pierrot.=
+
+ Warum?
+
+=Diener.=
+
+ Ich bin verliebt und sehne mich danach mit meiner Angebeteten beisammen
+ zu sein.
+
+=Pierrot= wendet sich widerwillig ab.
+
+=Diener= bleibt stehen und wartet vergeblich auf Antwort.
+
+Nähert sich abermals bittend dem Pierrot.
+
+=Pierrot= wendet sich wieder zu ihm.
+
+ Geh wohin du willst.
+
+=Diener= bedankt sich mit Emphase.
+
+=Pierrot= ungeduldig.
+
+ Geh nur, geh nur endlich.
+
+
+=Fünfte Szene.=
+
+=Pierrot= allein. Zum Schreibtisch. Wirft die Blumen und Briefe zu Boden.
+
+Geht auf und ab. Nimmt Mantel und Hut vom Haken.
+
+ Ich will fort, wohin immer. Ins Freie, in die Einsamkeit – –
+ vielleicht in den Tod.
+
+Zum Fenster. Sieht hinab. Plötzlich wird er aufmerksam. Beugt sich weit
+über die Brüstung. Fährt zurück.
+
+ Ist es möglich? Nein, ich träume.
+
+Beugt sich wieder hinaus und verfolgt offenbar eine Gestalt, die sich
+unter seinem Fenster an der Mauer des Hauses hinbewegt. Er beugt sich noch
+weiter hinaus. Die Gestalt scheint ins Haustor getreten zu sein und ist
+seinen Blicken entschwunden.
+
+Er tritt vom Fenster zurück in die Mitte des Zimmers in zweifelndem
+Erstaunen. Er horcht. Kein Zweifel mehr, Schritte auf der Treppe. Er
+stürzt ins Vorzimmer und verschwindet.
+
+
+=Sechste Szene.=
+
+=Pierrot= noch im Mantel, doch ohne Hut, kommt mit Pierrette, die er an
+beiden Händen gefaßt hält, ins Zimmer, höchstes Erstaunen in den Zügen.
+
+=Pierrette= (Altwiener Brautkleid mit Nuancen des Pierrettekostüms.
+Myrtenkranz. Schleier um Haupt und Schultern), steht wie gelähmt da,
+betrachtet Pierrot mit einem selig verstörten Blick.
+
+=Pierrot.=
+
+ Träum ich, wach ich? Bist du's? Bin ich's? Wie ist es denn nur möglich,
+ daß du da bist?
+
+=Pierrette= bewegt leise den Kopf.
+
+ Laß mich nur zur Besinnung kommen. Ja, ich bin hier. Bei dir.
+
+Sie beginnt zu schwanken.
+
+=Pierrot= hält sie in den Armen aufrecht, geleitet sie zu einem Sessel
+hin, links vorne neben dem Tischchen.
+
+=Pierrette= sinkt in den Sessel.
+
+=Pierrot= sinkt vor Pierrette in die Knie, bedeckt ihre Hände mit Küssen.
+
+ Nun ist alles wieder gut, da ich dich nur habe. Aber erkläre mir doch
+ endlich ...
+
+=Pierrette= sieht ihn mit stummen Augen an.
+
+=Pierrot= erhebt sich, schleudert den Mantel weg.
+
+ So rede. Ich beschwöre dich. Woher kommst du? Ich verstehe ja nichts von
+ allem.
+
+=Pierrette= schweigt. Sieht angstvoll zum Fenster, als hätte sie ein
+Geräusch gehört.
+
+=Pierrot= beruhigt sie, eilt zum Fenster, blickt hinab, schließt es.
+
+Eilt zur Türe, blickt ins Vorzimmer, schließt ab. Eilt wieder zu Pierrette
+zurück.
+
+=Pierrette= hat sich erhoben und breitet Pierrot die Arme entgegen.
+
+=Pierrot= weicht vor ihr zurück, weist auf ihren Myrtenkranz, auf ihren
+Schleier.
+
+ Erkläre mir. Sprich endlich.
+
+=Pierrette= öffnet ihre Arme.
+
+ Komm.
+
+Der Schleier gleitet ihr von den Schultern herab und bleibt vorne liegen.
+
+=Pierrot.=
+
+ Nein, mir graut. Woher kommst du?
+
+=Pierrette.=
+
+ Was kümmert dich das jetzt? Ich bin ja bei dir.
+
+=Pierrot= weist durch das Fenster hinaus.
+
+ Aber was ist indessen mit dir geschehen da draußen in der Welt?
+
+=Pierrette.=
+
+ Frage nicht. Das ist vorbei, ich bin jetzt bei dir und bleibe bei dir.
+
+Sie zieht aus ihrem Gürtel eine kleine Silberphiole.
+
+ Sieh was ich mitgebracht habe.
+
+=Pierrot.=
+
+ Was ist das?
+
+=Pierrette.=
+
+ Das ist Gift. Wir wollen miteinander sterben.
+
+=Pierrot= nimmt ihr die Phiole aus der Hand.
+
+ Wie, das sollen wir trinken?
+
+=Pierrette.=
+
+ Ja.
+
+=Pierrot.=
+
+ Warum sollen wir sterben? Komm, laß uns lieber fliehen.
+
+=Pierrette= schüttelt den Kopf.
+
+=Pierrot= führt sie zum Fenster hin.
+
+ Sieh doch, wie schön die Welt ist. All dies ist unser. Komm, laß uns
+ fliehen.
+
+=Pierrette.=
+
+ Fliehen? Nein! Wohin? Was sollen wir tun? Wir haben kein Geld. Es geht
+ nicht anders, wir müssen sterben.
+
+=Pierrot= schüttelt den Kopf.
+
+=Pierrette.=
+
+ Wenn du nicht willst, so laß ich dich hier und werde wieder fortgehen.
+ Leb wohl.
+
+Sie wendet sich zu gehen.
+
+=Pierrot.=
+
+ Bleib, bleib.
+
+=Pierrette.=
+
+ Wozu?
+
+=Pierrot.=
+
+ Es sei ... Wir werden dieses Gift trinken und werden zusammen sterben.
+
+Er umfaßt sie und geht mit ihr zum Divan links.
+
+=Pierrot und Pierrette= lassen sich nieder.
+
+=Pierrot= umarmt Pierrette heiß.
+
+=Pierrot= erhebt sich plötzlich.
+
+=Pierrette= bleibt sitzen und sieht Pierrot mit großen Augen an.
+
+=Pierrot= geht zum Schranke links hinten, öffnet ihn, nimmt zwei Flaschen
+Wein und einige Gläser heraus.
+
+Bringt alles nach vorne und stellt es auf den Tisch.
+
+=Pierrette= steht gleichfalls auf, geht zum Schranke, nimmt Backwerk,
+Früchte, Tischtuch, Teller, Eßzeug heraus. Sie deckt rasch den Tisch.
+
+=Pierrot= hilft ihr.
+
+=Beide= bewegen sich mit forcierter Lustigkeit.
+
+=Pierrette= nimmt Blumen aus ihrem Gürtel, eilt zur Kommode, steckt die
+Blumen in die kleine Vase und bringt die Vase mit den Blumen auf den
+Tisch.
+
+=Pierrot und Pierrette= hüpfen Arm in Arm durch das Zimmer, beleuchten es
+festlich. Zünden die Kerzen auf dem Schreibtische, auf der Kommode, auf
+dem Spinett an.
+
+=Pierrot= reicht Pierrette mit scherzhafter Würde den Arm und geleitet sie
+zur Tafel.
+
+=Beide= nehmen auf dem Divan Platz, trinken und essen.
+
+=Pierrot= rückt näher an Pierrette heran.
+
+=Pierrette= schmiegt sich an Pierrot.
+
+Lang dauernde Umarmung.
+
+=Pierrot= erhebt sich plötzlich.
+
+ Es ist Zeit –
+
+=Pierrette= schaudert zusammen.
+
+=Pierrot= nimmt die Phiole und gießt in jedes von den beiden noch halb
+gefüllten Weingläsern die Hälfte.
+
+Er erhebt das Glas, fordert Pierrette auf anzustoßen.
+
+=Pierrot und Pierrette= stoßen miteinander an.
+
+=Pierrette= setzt das Glas nieder.
+
+=Pierrot= ebenso.
+
+=Pierrette= geht langsam nach rückwärts.
+
+=Pierrot= folgt ihr.
+
+In der Nähe des Fensters umschlingen beide einander noch einmal.
+
+=Beide= umschlungen, langsam zurück zum Tischchen.
+
+=Pierrot.=
+
+ Bist du bereit?
+
+=Pierrette.=
+
+ Ja.
+
+=Pierrot= nimmt das Glas.
+
+=Pierrette= zögert.
+
+=Pierrot= lächelt verächtlich.
+
+ Du hast ja doch nicht den Mut. Siehst du, ich dacht es.
+
+=Pierrette.=
+
+ O Pierrot, glaub das nicht. Ich habe Mut. Nur einen Kuß noch, dann bin
+ ich bereit.
+
+=Beide= umarmen einander glühend.
+
+=Beide= setzen die Gläser an die Lippen und sehen einander lang in die
+Augen.
+
+=Beide= neigen den Kopf nach rückwärts.
+
+=Pierrot= trinkt das Glas auf einen Zug aus.
+
+=Pierrette= hat keinen Tropfen über die Lippen gebracht.
+
+=Pierrot= sieht es, taumelt entsetzt zurück.
+
+=Pierrette= hat das Glas ein wenig von den Lippen entfernt, führt es
+wieder an den Mund.
+
+=Pierrot= schlägt ihr das Glas verächtlich aus der Hand. Sinkt der Länge
+nach nieder hinter der Staffelei (so, daß er für einen etwa Eintretenden
+vorerst unsichtbar wäre).
+
+=Pierrette= steht wie starr da.
+
+Dann wirft sie sich vor Pierrot nieder, faßt ihn an, rüttelt ihn, küßt
+ihn. Alles vergeblich. Sie nimmt das Glas vom Boden wieder auf, weist es
+Pierrot.
+
+ Sieh nur her, ich will's ja tun.
+
+Sie führt das Glas an die Lippen, merkt, daß es leer und zersplittert
+ist.
+
+Sie steht auf, läuft im Zimmer hin und her, greift sich ratlos an den
+Kopf, fühlt den Myrtenkranz, zuckt zusammen.
+
+Plötzlich glaubt sie ein Geräusch zu hören, eilt zum Fenster, kauert auf
+den Divan nieder.
+
+Sie geht wieder nach vorn, zu Pierrot; schaut angstvoll auf ihn nieder.
+
+ Du lebst, nicht wahr du lebst? So antworte doch, Pierrot!
+
+Sie beugt sich tiefer und immer tiefer zu ihm nieder, betrachtet ihn mit
+wachsendem Schauder, bis sie endlich begreift, daß er tot ist. Von
+Entsetzen gepackt, rennt sie zur Türe, reißt sie auf, stürzt davon.
+
+=Vorhang.=
+
+Die Musik leitet ohne Pause über zum zweiten Bild.
+
+
+
+
+*II. Bild.*
+
+
+Ein Festsaal. Im Hintergrund eine weite Flucht von Zimmern, die von vorn
+gesehen leicht ansteigt. Festliche Beleuchtung. Buffet links hinten, im
+vorderen Saal. Rechts Klavier und Pulte. Gewundene Stiegen laufen rechts
+und links zwischen dem ersten und zweiten Saal nach oben.
+
+
+=Erste Szene.=
+
+=Hochzeitsgesellschaft.=
+
+=Eine Anzahl von Paaren= tanzt Walzer.
+
+=Ältere Damen und Herren= sitzen an den Seitenwänden.
+
+=Zwei Diener= hinter dem Buffet damit beschäftigt, Gästen Wein
+einzuschenken und Backwerk vorzuteilen.
+
+=Klavierspieler, Violinspieler und Klarinettist= besorgen die Tanzmusik.
+
+=Pierrettens Vater und Pierrettens Mutter= (kleine behagliche Leute)
+stehen am Buffet und bekomplimentieren die Gäste.
+
+=Arlechino= (der Bräutigam Pierrettens, groß, hager, nicht mehr jung,
+Altwiener Kostüm, vollkommen schwarz, große weiße Blume im Knopfloch.)
+düster und erregt, steht mit verschränkten Armen rechts vorne und schaut
+dem Tanze zu.
+
+Der Walzer endet.
+
+=Die Paare= promenieren.
+
+=Vater und Mutter= treten in die Mitte des Saales.
+
+=Junge Herren= sprechen mit der Mutter.
+
+=Junge Damen= mit dem Vater.
+
+=Gigolo= der Tanzarrangeur, sehr jung, mit übertriebener Eleganz
+gekleidet, eilt geschäftig im Saale hin und her, bald beim Buffet, bald
+bei den Musikern, bald bei einzelnen Tänzerinnen und Tänzern.
+
+=Einige Paare= zum Buffet.
+
+=Der Vater=, gut aufgelegt, geleitet zwei junge Damen zum Buffet.
+
+=Zwei junge Mädchen= treten zu Arlechino und sprechen lächelnd mit ihm.
+
+=Arlechinos= Antlitz bleibt düster.
+
+=Einige Gäste= stoßen mit Vater und Mutter an.
+
+=Der Vater= kommt auf Arlechino zu, mit zwei gefüllten Gläsern, reicht ihm
+das eine.
+
+=Der Vater= stößt mit Arlechino an, umarmt ihn dann.
+
+=Die Umstehenden= spenden Beifall (nicht Händeklatschen).
+
+=Gigolo= schlägt in die Hände, animiert die Herren, ihre Damen zu
+engagieren, geschäftig im Saale hin und her.
+
+=Die Paare= stellen sich zu einer Quadrille bereit.
+
+=Gigolo= zu Arlechino.
+
+ Sie müssen auch mittanzen, Herr Arlechino, engagieren Sie doch Ihre
+ Braut.
+
+=Arlechino= nickt ernst, sieht sich im Saale um.
+
+Die Quadrille beginnt.
+
+=Gigolo= sieht, daß Arlechino noch allein ist, gebietet der Musik Einhalt.
+
+=Arlechino= zu Gigolo.
+
+ Sie sehen ja, Fräulein Pierrette ist noch nicht da. Jedenfalls verweilt
+ sie auf ihrem Zimmer oben. Lassen Sie die Quadrille nur weiter gehen.
+
+=Gigolo.=
+
+ Keineswegs, das geht nicht.
+
+Er eilt zur Mutter.
+
+ Herr Arlechino ist ohne Dame, Fräulein Pierrette ist nicht da.
+
+=Mutter= erstaunt, sieht sich im Saal um.
+
+ Pierrette ist nicht da? Ach ja, ich weiß schon, sie ist auf ihrem
+ Zimmer, kleidet sich an, macht sich für die Reise bereit.
+
+=Vater= ist herzugetreten.
+
+ So geh doch hinauf und hole sie.
+
+=Mutter= rasch ab, rechts.
+
+=Gigolo= gibt den Musikern ein Zeichen.
+
+=Die Musiker= intonieren ein Menuett.
+
+Die zur Quadrille gestellten Paare tanzen das Menuett.
+
+=Arlechino= geht indeß rückwärts in der Flucht der Säle bis weit nach
+hinten, auf und ab.
+
+=Die Mutter= kommt zurück, rasch zum Vater. Zieht ihn nach vorne.
+
+ Pierrette ist nicht oben.
+
+=Vater.=
+
+ Du bist verrückt.
+
+=Mutter.=
+
+ Ich versichere dich, sie ist nicht oben.
+
+=Vater.=
+
+ Wie ist denn das möglich?
+
+=Arlechino= steht plötzlich bei den beiden.
+
+ Wo ist Pierrette?
+
+=Mutter= verlegen.
+
+ Sie wird gleich kommen.
+
+=Arlechino= dringender.
+
+ Wo ist Pierrette?
+
+=Mutter= verwirrt.
+
+ Ich weiß es nicht.
+
+=Arlechino= faßt die Mutter am Arm.
+
+=Der Vater= will ihm das verwehren.
+
+=Arlechino= stampft auf den Boden.
+
+ Wo ist Pierrette?
+
+=Die Paare= haben bemerkt, daß etwas vorgeht.
+
+=Die Tanzmusik= hört auf zu spielen.
+
+=Ein Paar= neben der Gruppe Arlechino, Vater, Mutter, merkt worum es sich
+handelt, teilt es dem nächsten Paare mit.
+
+=Ein Paar= teilt es dem andern mit.
+
+Die Aufregung ist groß, alle gruppieren sich um Arlechino, Vater und
+Mutter, die jetzt in der Mitte des Saales stehen.
+
+=Arlechino= droht.
+
+ Ich werde fürchterliche Rache nehmen. Ich werde das Haus anzünden. Ich
+ werde alle umbringen.
+
+=Gigolo= tritt hinzu.
+
+ Gewiß ist das Haus noch nicht ordentlich durchsucht.
+
+Zu den Mädchen.
+
+ Suchen Sie doch alle, suchen Sie doch überall.
+
+=Die jungen Mädchen= entfernen sich nach den verschiedenen Seiten, einige
+über die Stiegen, laufen hin und her.
+
+=Die jungen Herren= stehen in Gruppen beisammen.
+
+=Arlechino= vorn, geht mit großen Schritten auf und ab.
+
+=Vater und Mutter=, rechts, ziemlich hinten, machen einander Vorwürfe.
+
+=Die jungen Mädchen= kommen nach und nach zurück.
+
+ Wir haben Pierrette nicht gefunden.
+
+=Arlechino= wird rasend vor Wut. Zum Buffet, zerschlägt einige Gläser und
+Flaschen. Vollführt drohende Gebärden gegen Vater und Mutter. Geht zum
+Klavier, zertrümmert die Tasten, reißt den Musikern Violine und
+Klarinette aus der Hand, zerschmettert sie und wirft sie zu Boden. Dann
+eilt er durch die Zimmerflucht nach hinten.
+
+
+=Zweite Szene.=
+
+Wie Arlechino ganz rückwärts ist, tritt ihm Pierrette entgegen.
+
+=Arlechino= faßt Pierrette bei der Hand, zieht sie nach vorne und bleibt
+in der Mitte stehen.
+
+=Die andern= erstaunen.
+
+=Einige= suchen näher zu treten.
+
+=Arlechino= weist sie fort.
+
+=Vater und Mutter= suchen näher zu treten.
+
+=Arlechino= weist sie fort.
+
+=Arlechino und Pierrette= mitten im Saal.
+
+=Die andern= in gemessener Entfernung.
+
+=Arlechino= zu Pierrette.
+
+ Wo bist du gewesen?
+
+=Pierrette.=
+
+ In meinem Zimmer oben.
+
+=Arlechino.=
+
+ Das ist nicht wahr.
+
+=Pierrette.=
+
+ Ich bin spazieren gegangen, draußen im Garten.
+
+=Arlechino.=
+
+ Du bist gesucht worden, du warst nicht im Hause und nicht im Garten.
+
+=Pierrette.=
+
+ Ich kann nichts andres antworten. Komm, ich will tanzen.
+
+=Arlechino.=
+
+ Nein, zuerst mußt du mir antworten.
+
+=Pierrette.=
+
+ Ich will tanzen.
+
+=Arlechino.=
+
+ Zuerst antworte!
+
+=Vater, Mutter, Gigolo, junge Mädchen=, treten näher, versuchen Arlechino
+zu begütigen.
+
+=Arlechino= hört nicht auf sie.
+
+=Gigolo= gibt den Musikern ein Zeichen.
+
+=Die Musiker= verweisen verzweifelt auf ihre ruinierten Instrumente.
+
+=Gigolo.=
+
+ Das macht nichts, spielt nur, es wird schon gehen.
+
+=Die Musiker= beginnen zu spielen. Schnellpolka.
+
+Die Instrumente klingen schauerlich.
+
+=Gigolo= tritt in die Mitte des Saales.
+
+ Tanzen, tanzen.
+
+=Pierrette= auf Arlechino zu, mit verzweifelt bacchantischer Geste.
+Schmiegt sich näher an ihn heran.
+
+=Arlechino= betrachtet sie lang, umfaßt sie, tanzt mit ihr.
+
+Alles scheint wieder geordnet.
+
+Plötzlich sieht man von hinten, nur für Pierrette sichtbar, sehr langsam
+den toten Pierrot kommen.
+
+=Pierrette= hält im Tanzen inne, weist entsetzt auf den näher schreitenden
+Pierrot.
+
+=Die andern= wissen nicht, was Pierrette ist.
+
+=Pierrot= schreitet mitten durch den Saal, bleibt vor Pierrette stehen
+und zerfließt in nichts.
+
+=Pierrette= weist die Erscheinung als Traumbild von sich, erholt sich.
+
+=Die andern= beginnen wieder zu tanzen.
+
+=Pierrette= geht mit Arlechino zum Buffet. Verlangt vom Diener etwas zu
+trinken.
+
+Plötzlich steht statt des Dieners der tote Pierrot hinter dem Buffet.
+Schenkt der Pierrette ein Glas Wein ein.
+
+=Pierrette= taumelt zurück, rast wie eine Verfolgte zum Klavier hin.
+
+=Arlechino= ihr nach.
+
+Der tote Pierrot verschwindet.
+
+=Arlechino.=
+
+ Was hast du? Was ist dir?
+
+=Pierrette.=
+
+ Nichts, nichts. Es geht schon wieder vorüber.
+
+Sie schauert und will sich verhüllen.
+
+=Arlechino= plötzlich merkend.
+
+ Elende ...
+
+=Die Tanzmusik= hört auf.
+
+=Arlechino.=
+
+ Wo ist dein Schleier Pierrette?
+
+=Pierrette= greift sich an Haupt und Schultern.
+
+=Arlechino.=
+
+ Wo ist dein Schleier?
+
+=Pierrette.=
+
+ Ich weiß nicht.
+
+=Arlechino.=
+
+ Während du fort warst, ist dir dieser Schleier verloren gegangen. Wo ist
+ der Schleier? Wo warst du?
+
+=Pierrette.=
+
+ Laß mich doch.
+
+=Arlechino.=
+
+ Du mußt dir deinen Schleier zurückholen.
+
+=Pierrette.=
+
+ Ich weiß nicht wo er ist.
+
+In diesem Augenblick erscheint der tote Pierrot mit dem Schleier in der
+Hand im Hintergrunde und kommt nur wenig nach vorn. Bleibt am Ende des
+Saales stehen.
+
+=Pierrette= eilt dem toten Pierrot entgegen.
+
+=Arlechino= ihr nach, faßt sie bei der Hand.
+
+=Der tote Pierrot= mit dem Schleier entfernt sich wieder.
+
+=Pierrette= sucht den Schleier zu erhaschen.
+
+=Arlechino= hält sie ununterbrochen bei der Hand.
+
+=Pierrot= mit dem Schleier entschwindet.
+
+=Pierrette= dem Scheinbilde nach.
+
+=Arlechino= immer mit ihr.
+
+=Einige junge Herren= wollen nach.
+
+=Arlechino= wendet sich um und verbietet, daß man ihnen folge.
+
+=Vorhang.=
+
+Die Musik leitet ohne Pause über zum dritten Bild.
+
+
+
+
+*III. Bild.*
+
+
+=Dekoration des ersten.=
+
+
+=Erste Szene.=
+
+=Pierrot= liegt tot hingestreckt auf dem Boden, hinter der Staffelei.
+
+Der Schleier liegt in der Mitte des dunkeln Zimmers, weiß schimmernd da.
+Die Kerzen größtenteils herabgebrannt, einige ganz erloschen.
+
+Die Szene bleibt einige Augenblicke vollkommen leer.
+
+Die Türe öffnet sich.
+
+=Arlechino und Pierrette= treten ein.
+
+=Arlechino= hält Pierrette bei der Hand.
+
+=Pierrette= eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, hält ihn hoch.
+
+ Da ist er. Nun laß uns gehen.
+
+=Arlechino.=
+
+ Nein. Wo bin ich hier?
+
+Er geht im Zimmer hin und her.
+
+Bald steht er vor der Leiche Pierrots, fährt zurück, hält aber Pierrot
+nicht für tot, sondern für betrunken. Wendet sich zu Pierrette.
+
+ Also das war es? Mit diesem Menschen warst du zusammen?
+
+Er gewahrt die Reste des Mahls.
+
+ Hier habt Ihr miteinander getafelt und getrunken. Hier hat er dich in
+ den Armen gehalten. Wartet nur.
+
+Wieder zu Pierrot hin.
+
+=Pierrette= auf ihn zu, will ihn zurückhalten.
+
+=Arlechino= schleudert sie von sich.
+
+=Pierrette= schleicht sich zum Fenster.
+
+=Arlechino= kniet vor Pierrot nieder.
+
+ Du Schurke, du Hund. Wer bist du denn? Antworte! Antworte! Steh auf!
+
+Er faßt Pierrot bei den Schultern und schüttelt ihn.
+
+=Der tote Pierrot= fällt schwer auf den Boden hin.
+
+=Arlechino= fährt entsetzt zurück.
+
+Er geht zu Pierrette, die regungslos am Fenster steht.
+
+ Hast du's gewußt?
+
+=Pierrette.=
+
+ Ja.
+
+=Arlechino= geht überlegend auf und ab. Kehrt wieder zu Pierrette zurück,
+sieht sie lange an.
+
+ Was soll ich mit dir tun?
+
+Kommt auf einen Einfall, lacht höhnisch auf. Tritt wieder zu dem toten
+Pierrot hin, will ihn emporheben.
+
+=Pierrette= eilt entsetzt nach vorne.
+
+=Arlechino= weist sie von sich, ergreift den Leichnam des Pierrot, trägt
+ihn zu dem Divan, lehnt ihn dort in die vordere Ecke.
+
+=Pierrette= ist entsetzt bis ans Ende des Zimmers geschlichen und schaut
+dem Beginnen des Arlechino zu.
+
+=Arlechino= setzt sich auf den Tisch dem Pierrot gegenüber. Schenkt in
+zwei Gläser ein, erhebt das eine, trinkt dem Pierrot zu. Dann winkt er
+Pierrette mit einem teuflischen Lächeln herbei.
+
+=Pierrette= bleibt regungslos stehen.
+
+=Arlechino= erhebt sich, winkt Pierrette gebieterisch.
+
+=Pierrette= kommt langsam.
+
+=Arlechino= geht ihr entgegen, reicht ihr in der Mitte des Zimmers den
+Arm, geleitet sie zu einem Sessel neben dem Tische, gibt ihr eins der
+gefüllten Gläser in die Hand, stößt mit ihr an.
+
+=Pierrette= kann nicht trinken.
+
+=Arlechino.=
+
+ So trink doch.
+
+=Pierrette= trinkt.
+
+=Arlechino= setzt sich neben Pierrette, drängt sich näher an sie, umfaßt
+sie, sucht sie an sich zu ziehen.
+
+=Pierrette= schaudert zusammen.
+
+=Arlechino= wird zärtlicher.
+
+=Pierrette= springt auf, ihr Sessel fällt um, sie flüchtet nach rückwärts
+in die Fensterecke.
+
+=Arlechino= ihr nach, spielt den Verliebten.
+
+ Ich bete dich an, meine Teure.
+
+Kniet nieder, versucht sie an sich und mit sich zu ziehen.
+
+=Pierrette= entflieht, bis sie links hinter den toten Pierrot zu stehen
+kommt.
+
+=Arlechino= hat sich erhoben, geht auf Pierrot zu, verbeugt sich vor ihm,
+dann verbeugt er sich vor Pierrette.
+
+ Du bist ja in guter Gesellschaft.
+
+Dann geht er zur Tür.
+
+=Pierrette= folgt seinen Bewegungen mit wachsendem Entsetzen.
+
+=Arlechino= wendet sich in der Türe nochmals um und verbeugt sich
+höhnisch.
+
+=Pierrette= stürzt ihm nach, wirft sich vor ihm auf die Knie.
+
+=Arlechino= schüttelt sie von sich ab, geht und versperrt die Türe hinter
+sich.
+
+
+=Zweite Szene.=
+
+=Pierrette= poltert an die Tür. Eilt zum Fenster, reißt es auf. Sieht
+Arlechino fortgehen, ruft ihn zurück. Er entschwindet ihren Blicken.
+Wieder zur Tür, rüttelt, reißt, vergeblich. Rennt im Zimmer umher, sucht
+nach irgend einem Ausgang. Findet keinen. Endlich bleibt sie wieder
+gegenüber dem toten Pierrot stehen. Sieht ihn lange an, läuft davon. Kommt
+wieder zurück. Nickt ihm zu. Gerät von neuem in Angst, schleicht längs der
+Wände im ganzen Zimmer hin und her. Ihre Bewegungen verändern sich ins
+Tanzartige. In ihren Augen spricht sich der beginnende Wahnsinn aus.
+Wieder ist sie hinter Pierrot, schleicht sich langsam hinter dem Divan zu
+ihm hervor. Sie ist in einer halb knienden Stellung vor ihm und blickt ihm
+ins Gesicht. Verbeugt sich vor ihm. Beginnt zu tanzen. Zuerst vor ihm,
+dann in immer weiterem Bogen, endlich im ganzen Zimmer herum. Sie hält
+inne, um dann mit erneuerter Kraft wieder weiter zu tanzen.
+
+Poltern an der Türe.
+
+=Pierrette= ist beinahe atemlos, ihre Kräfte beginnen zu schwinden, ihre
+Augen glänzen trübe, sie ist dem Verlöschen nahe.
+
+Neues, verstärktes Poltern.
+
+=Pierrette= sinkt zu Boden, tot. Zu Füßen des toten Pierrot.
+
+Die Türe wird erbrochen.
+
+
+=Dritte Szene.=
+
+=Fred, Florestan, Annette, Alumette= treten ein.
+
+Der Morgen ist herangedämmert. Beginnender Sonnenaufgang.
+
+=Fred und Florestan= wenden sich lachend zu den Mädchen. Beide Paare
+tänzeln Arm in Arm bis ganz nahe zu Pierrot und Pierrette hin, fassen was
+geschehen ist und weichen entsetzt zurück.
+
+=Vorhang.=
+
+=Ende.=
+
+
+
+
+[Anmerkungen zur Transkription:
+
+ Gesperrt gesetzter Text wurde mit =gesperrter Text=, fett gesetzter Text
+ mit *fetter Text* ausgezeichnet.
+
+ Dieses elektronische Buch basiert auf gescannten Bilddateien, die
+ freundlicherweise von Austrian Literature Online
+ (http://www.literature.at) zur Verfügung gestellt wurden.
+
+ Gegenüber der gedruckten Version wurden folgende Satzfehler korrigiert:
+
+ original: Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern
+ etext: Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern.
+
+ original: wird selbst verständlich nur pantomimisch ausgedrückt
+ etext: wird selbstverständlich nur pantomimisch ausgedrückt
+
+ original: =Florestan, Alumette= und =Fred, Annette=
+ etext: =Florestan, Alumette und Fred, Annette=
+
+ original: =Florestan= und =Alumette=
+ etext: =Florestan und Alumette=
+
+ original: =Fred= und =Annette=
+ etext: =Fred und Annette=
+
+ original: Geh wohin du willst
+ etext: Geh wohin du willst.
+
+ original: Pierrettekostums
+ etext: Pierrettekostüms
+
+ original: Sie beginnt zu schwanken. (Kein neuer Absatz)
+ etext: Sie beginnt zu schwanken. (Absatz vor dem Text eingefügt)
+
+ original: reicht ihm das eine
+ etext: reicht ihm das eine.
+
+ original: gibt den Musikern ein Zeichen,
+ etext: gibt den Musikern ein Zeichen.
+
+ original: =Arlechino= ... Zuerst antworte!
+ etext: =Arlechino.= ... Zuerst antworte!
+
+ original: mit verzweifelt bachantischer Geste
+ etext: mit verzweifelt bacchantischer Geste
+
+ original: Während du fort warst, ist dir dieser Schliere
+ etext: Während du fort warst, ist dir dieser Schleier
+
+ original: eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab hält ihn hoch
+ etext: eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, hält ihn hoch
+
+ original: verändern sich ins tanzartige.
+ etext: verändern sich ins Tanzartige.]
+
+
+[Transcriber's Note:
+
+ Spaced-out text has been replaced by =spaced-out text=, bold text by
+ *bold text*.
+
+ This ebook is based on scanned images which have been generously made
+ available by Austrian Literature Online (http://www.literature.at).
+
+ The following corrections were applied to the original text:
+
+ original: Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern
+ etext: Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern.
+
+ original: wird selbst verständlich nur pantomimisch ausgedrückt
+ etext: wird selbstverständlich nur pantomimisch ausgedrückt
+
+ original: =Florestan, Alumette= und =Fred, Annette=
+ etext: =Florestan, Alumette und Fred, Annette=
+
+ original: =Florestan= und =Alumette=
+ etext: =Florestan und Alumette=
+
+ original: =Fred= und =Annette=
+ etext: =Fred und Annette=
+
+ original: Geh wohin du willst
+ etext: Geh wohin du willst.
+
+ original: Pierrettekostums
+ etext: Pierrettekostüms
+
+ original: Sie beginnt zu schwanken. (no new paragraph)
+ etext: Sie beginnt zu schwanken. (new paragraph added before)
+
+ original: reicht ihm das eine
+ etext: reicht ihm das eine.
+
+ original: gibt den Musikern ein Zeichen,
+ etext: gibt den Musikern ein Zeichen.
+
+ original: =Arlechino= ... Zuerst antworte!
+ etext: =Arlechino.= ... Zuerst antworte!
+
+ original: mit verzweifelt bachantischer Geste
+ etext: mit verzweifelt bacchantischer Geste
+
+ original: Während du fort warst, ist dir dieser Schliere
+ etext: Während du fort warst, ist dir dieser Schleier
+
+ original: eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab hält ihn hoch
+ etext: eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, hält ihn hoch
+
+ original: verändern sich ins tanzartige.
+ etext: verändern sich ins Tanzartige.]
+
+
+
+
+
+
+End of Project Gutenberg's Der Schleier der Pierrette, by Arthur Schnitzler
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SCHLEIER DER PIERRETTE ***
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+Produced by Thorsten Kontowski and the Online Distributed
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+agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
+even without complying with the full terms of this agreement. See
+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
+individual work is in the public domain in the United States and you are
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+are removed. Of course, we hope that you will support the Project
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+1.E.9.
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+License terms from this work, or any files containing a part of this
+work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
+
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+1.F.
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@@ -0,0 +1,1765 @@
+Project Gutenberg's Der Schleier der Pierrette, by Arthur Schnitzler
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Der Schleier der Pierrette
+ Pantomime in drei Bildern
+
+Author: Arthur Schnitzler
+
+Release Date: March 31, 2010 [EBook #31842]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SCHLEIER DER PIERRETTE ***
+
+
+
+
+Produced by Thorsten Kontowski and the Online Distributed
+Proofreading Team at https://www.pgdp.net (This file made
+from scans of public domain material at Austrian Literature
+Online.)
+
+
+
+
+
+Den Bhnen gegenber als Manuskript gedruckt. Das Textbuch darf nur dann
+zu Bhnenzwecken bentzt werden, wenn vorher das Bhnenauffhrungsrecht
+durch unsere Vertreter Felix =Bloch= Erben (Adolf =Sliwinski= und
+Ernst =Bloch=), =Berlin=NW., Luisenstrae21, fr sterreich-Ungarn
+Dr.O.F.=Eirich=, =Wien=, II.,Praterstrae38, rechtmig erworben
+wurde.
+
+ =Arthur Schnitzler.= =Ernst von Dohnnyi.=
+
+
+
+
+ DER SCHLEIER DER
+ PIERRETTE.
+
+ PANTOMIME IN DREI BILDERN
+
+ VON
+
+ ARTHUR SCHNITZLER.
+
+ MUSIK VON
+
+ ERNST VON DOHNNYI.
+
+
+Alle Rechte, insbesonders Auffhrungs-, Nachdrucks- und bersetzungsrecht
+ vorbehalten.
+
+ Dpos Paris. Dpos Paris.
+
+ Eigentum des Verlegers fr alle Lnder.
+
+ LUDWIG DOBLINGER
+ (Bernhard Herzmansky)
+
+ WIEN LEIPZIG PARIS
+ I.,Dorotheergasse10. Tubchenweg21. Max Eschig
+ IX.,13RueLaffitte.
+
+Eigentum fr Schweden, Norwegen, Dnemark und Finnland: *Carl Gehrmans
+Musikfrlag*, Stockholm.
+
+Copyright 1910 by *Ludwig Doblinger* (Bernhard Herzmansky), *Leipzig*.
+
+All performing rights strictly reserved.
+
+
+
+
+*Personen.*
+
+
+ Pierrot.
+ Pierrette.
+ Pierrettens Vater.
+ Pierrettens Mutter.
+ Arlechino, Pierrettens Brutigam.
+ Fred } Pierrots
+ Florestan } Freunde.
+ Annette.
+ Alumette.
+ Gigolo, ein junger Herr.
+ Ein dicker Klavierspieler.
+ Ein zweiter Klavierspieler.
+ Ein Geigenspieler.
+ Ein Klarinettist.
+ Diener des Pierrot.
+ Alte Herren, alte Damen } als
+ Junge Herren, junge Damen } Hochzeitsgste.
+
+Ort und Zeit der Handlung: das Wien vom Beginn des vorigen Jahrhunderts.
+
+Erstes Bild: Zimmer des Pierrot.
+
+Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern.
+
+Drittes Bild: Zimmer des Pierrot.
+
+Rechts und links vom Zuschauer.
+
+
+
+
+*I. Bild.*
+
+
+Das Zimmer Pierrots. Bescheiden eingerichtet. Schreibtisch ungefhr Mitte,
+mehr rechts. Davor Lehnsessel. Hinten rechts Divan. Weiter vorn an der
+Wand ein Spinett mit Leuchtern. Noch weiter vorn eine Etagre, darber
+Bilder. Auf der Etagre Bcher. Ganz vorn rechts die Eingangstr. Vorne
+links ein Wandspiegel, darunter eine Kommode, darauf zwei Leuchter und
+eine kleine, leere Blumenvase. Links hinten ein Schrank. Vorne Tischchen,
+Divan mit Lehne und zwei Sessel. Vorne mehr rechts das Bild Pierrettens
+auf einer Staffelei.
+
+Im Hintergrund erkerartiger Ausbau mit groem Fenster. Ausblick auf die
+Basteien und auf die Trme der Stadt. Nahe der Tre Kleiderhaken mit
+Mantel und Hut Pierrots. Abenddmmerung.
+
+
+=Erste Szene.=
+
+=Pierrot= (Kostm: ein Gemisch des traditionellen Pierrot- und des
+Altwiener Kostms) sitzt vor dem Schreibtisch, den Kopf in beide Hnde
+gesttzt. Steht auf und geht im Zimmer auf und ab. Bleibt vor der
+Staffelei stehen. Fleht das Bild Pierrettens an, droht dem Bilde, entfernt
+sich grollend, kehrt zurck, sinkt vor dem Bilde nieder und schluchzt.
+Steht auf, geht zum Schreibtische, ffnet eine Lade, entnimmt ihr
+vertrocknete Blumen, Briefe, Bnder, streut alles auf die Tischplatte,
+whlt in den Andenken.
+
+Geht zum Fenster, ffnet es, bleibt eine Weile dort stehen. Sinkt auf den
+Divan rechts vom Fenster und bleibt der Lnge nach ausgestreckt liegen.
+
+
+=Zweite Szene.=
+
+Es ist beinahe ganz dunkel geworden. Die Tr rechts ffnet sich, vom
+Vorzimmer fllt ein ziemlich breiter Lichtschein ber den Fuboden hin.
+
+=Der Diener= erscheint an der Tr. Durch eine Handbewegung ldt er die
+Freunde und Freundinnen Pierrots ein einzutreten.
+
+=Fred, Florestan, Annette und Alumette= treten ein.
+
+Hinter ihnen ein kleiner, dicker Klavierspieler.
+
+=Fred, Florestan= fragen den Diener, wo sein Herr sei.
+
+=Annette, Alumette=, sehen sich neugierig im Zimmer um.
+
+=Der Diener= weist auf den Stuhl vor dem Schreibtische.
+
+ Hier ist mein Herr gesessen.[A]
+
+ [Funote A: Auch was im Text dialogartig gebracht ist, wird
+ selbstverstndlich nur pantomimisch ausgedrckt.]
+
+=Fred, Florestan.=
+
+ Du siehst ja, da er nicht da ist. Bring doch ein Licht.
+
+=Der Diener= holt einen Leuchter mit angezndeter Kerze aus dem Vorzimmer,
+geht zum Schreibtische hin.
+
+=Fred, Florestan= folgen ihm.
+
+=Alumette= lscht die Kerze aus.
+
+=Florestan= verweist es ihr.
+
+=Diener= zndet wieder an.
+
+=Diener= vor dem Schreibtische.
+
+ Hier ist er doch gesessen.
+
+=Alle fnf=, der Diener mit dem Leuchter voraus, machen einen Rundgang
+durch das Zimmer, kommen zuletzt zum Divan, auf dem sie Pierrot entdecken.
+
+=Fred.=
+
+ Ich will ihn rtteln.
+
+=Florestan= hlt ihn zurck, zum Diener.
+
+ Was ist denn mit deinem Herrn geschehen?
+
+=Diener= zuckt die Achseln.
+
+=Fred= kommt auf einen Gedanken, macht Florestan auf die Staffelei mit
+Pierrettens Bild aufmerksam.
+
+=Florestan= versteht.
+
+=Annette, Alumette= stehen vor dem Divan und sind von Pierrot entzckt.
+
+=Fred, Florestan= haben ein zweites Licht angezndet und stehen vor dem
+Bild Pierrettens.
+
+=Alumette zu Annette.=
+
+ Ich werde Pierrot aufwecken.
+
+Sie will ihn an den Haaren zupfen.
+
+=Annette= hlt sie zurck.
+
+=Alumette= beugt sich nieder und will Pierrot kssen.
+
+=Annette= hlt sie zurck.
+
+=Fred, Florestan= treten von dem Bilde fort zu den zwei Mdchen.
+
+=Fred= gibt dem dicken Klavierspieler ein Zeichen, er mge sich hinsetzen
+und spielen.
+
+=Der dicke Klavierspieler= ist bisher an der Tr gestanden, lchelnd und
+zerstreut.
+
+=Pierrot= liegt noch immer bewegungslos.
+
+=Fred, Florestan= schicken den Diener hinaus.
+
+=Diener= ab.
+
+
+=Dritte Szene.=
+
+=Der dicke Klavierspieler= hat sich an das Spinett gesetzt und beginnt
+einen Walzer zu spielen.
+
+=Florestan, Alumette und Fred, Annette= tanzen miteinander.
+
+=Pierrot= wacht auf. Sieht um sich. Versteht nicht, was vorgegangen ist,
+reibt sich die Augen. Springt auf, geht nach vorne.
+
+=Die beiden Paare= lassen sich nicht im Tanzen stren.
+
+=Florestan und Alumette= sinken endlich auf den kleinen Divan links am
+Tischchen.
+
+=Fred und Annette= bleiben neben dem Spinett stehen.
+
+=Pierrot= ist an den Schreibtisch gelehnt.
+
+=Fred, Florestan, Annette, Alumette= sehen ihn an und lachen. Gehen auf
+ihn zu, als Paare, verbeugen sich.
+
+=Fred, Florestan= stellen ihre Damen vor.
+
+=Annette, Alumette= knixen zierlich.
+
+=Pierrot= verbeugt sich tief.
+
+=Fred.=
+
+ Wir haben dich ja in einem netten Zustand gefunden. Was ist denn mit dir
+ geschehen?
+
+=Pierrot.=
+
+ Fragt mich nicht.
+
+=Florestan= herzlich.
+
+ Sag uns doch, was es gibt, vielleicht knnen wir dir helfen.
+
+=Pierrot.=
+
+ Lat nur, mir ist nicht zu helfen.
+
+=Fred.=
+
+ Ich kann mir ja denken, es handelt sich um Pierrette.
+
+=Pierrot.=
+
+ Lat mich doch.
+
+=Annette, Alumette= eilen zu dem Bild hin, als wollten sie es von der
+Staffelei entfernen.
+
+=Pierrot= ihnen nach, auf sie zu, beschtzt das Bild. Steht mit
+ausgebreiteten Armen davor.
+
+=Fred.=
+
+ Er ist nrrisch. Mit ihm ist nichts anzufangen.
+
+=Florestan= ergreift Pierrots Hnde, entfernt ihn langsam von dem Bilde,
+geleitet ihn dem Schreibtisch zu.
+
+=Fred.=
+
+ Schlag dir die Sache aus dem Kopf, Pierrot, es ist nicht der Mhe wert,
+ sich um Pierrette zu kmmern. Komm mit uns.
+
+=Florestan.=
+
+ Ja, komm mit uns.
+
+=Annette, Alumette= drngen sich an Pierrot.
+
+ Komm mit uns.
+
+=Pierrot=, mit einer Gebrde des Widerwillens, befreit sich von den
+andern. Setzt sich in den Stuhl am Schreibtisch.
+
+=Fred, Florestan= reden ihm weiter zu.
+
+ Komm mit uns. Wir wollen uns unterhalten. Der Abend ist schn. Wir
+ wollen ins Freie. Wollen trinken, tanzen, kssen.
+
+=Pierrot= bleibt sitzen und schttelt den Kopf.
+
+=Fred, Florestan= werden dringender.
+
+=Annette, Alumette= gesellen sich bittend und schmeichelnd hinzu.
+
+=Fred, Florestan, Annette, Alumette= schlieen einen Reigen um Pierrot,
+umtanzen ihn.
+
+=Der dicke Klavierspieler= begleitet auf dem Spinett.
+
+=Pierrot= erhebt sich. rgerlich:
+
+ Lat mich in Ruhe. Ich ertrag es nicht lnger. Ich kann das Spiel nicht
+ hren. Geht.
+
+Eilt zum Spinett, schlgt es heftig zu. Geht nach rckwrts zum Fenster
+hin.
+
+=Der dicke Klavierspieler= ist zusammengefahren.
+
+=Fred, Annette, Florestan, Alumette= sehen einander an, fragend,
+bedenklich, rgerlich.
+
+=Florestan.=
+
+ Lassen wir ihn.
+
+=Fred.=
+
+ Hol ihn der Teufel.
+
+=Annette, Alumette.=
+
+ Wie schade.
+
+=Pierrot.=
+
+Steht mit gekreuzten Armen am Fenster.
+
+=Die beiden Paare= verbeugen sich ironisch vor ihm und verlassen tanzend
+das Zimmer.
+
+=Der dicke Klavierspieler= folgt ihnen.
+
+
+=Vierte Szene.=
+
+=Pierrot= am Fenster, blickt teilnahmslos hinaus.
+
+=Diener= tritt ein.
+
+=Pierrot= bemerkt ihn nicht gleich.
+
+=Diener= tritt nher.
+
+=Pierrot=, ihm ein paar Schritte entgegen.
+
+ Was willst du?
+
+=Diener.=
+
+ Gndiger Herr, ich mchte um Ausgang bitten.
+
+=Pierrot.=
+
+ Warum?
+
+=Diener.=
+
+ Ich bin verliebt und sehne mich danach mit meiner Angebeteten beisammen
+ zu sein.
+
+=Pierrot= wendet sich widerwillig ab.
+
+=Diener= bleibt stehen und wartet vergeblich auf Antwort.
+
+Nhert sich abermals bittend dem Pierrot.
+
+=Pierrot= wendet sich wieder zu ihm.
+
+ Geh wohin du willst.
+
+=Diener= bedankt sich mit Emphase.
+
+=Pierrot= ungeduldig.
+
+ Geh nur, geh nur endlich.
+
+
+=Fnfte Szene.=
+
+=Pierrot= allein. Zum Schreibtisch. Wirft die Blumen und Briefe zu Boden.
+
+Geht auf und ab. Nimmt Mantel und Hut vom Haken.
+
+ Ich will fort, wohin immer. Ins Freie, in die Einsamkeit -- --
+ vielleicht in den Tod.
+
+Zum Fenster. Sieht hinab. Pltzlich wird er aufmerksam. Beugt sich weit
+ber die Brstung. Fhrt zurck.
+
+ Ist es mglich? Nein, ich trume.
+
+Beugt sich wieder hinaus und verfolgt offenbar eine Gestalt, die sich
+unter seinem Fenster an der Mauer des Hauses hinbewegt. Er beugt sich noch
+weiter hinaus. Die Gestalt scheint ins Haustor getreten zu sein und ist
+seinen Blicken entschwunden.
+
+Er tritt vom Fenster zurck in die Mitte des Zimmers in zweifelndem
+Erstaunen. Er horcht. Kein Zweifel mehr, Schritte auf der Treppe. Er
+strzt ins Vorzimmer und verschwindet.
+
+
+=Sechste Szene.=
+
+=Pierrot= noch im Mantel, doch ohne Hut, kommt mit Pierrette, die er an
+beiden Hnden gefat hlt, ins Zimmer, hchstes Erstaunen in den Zgen.
+
+=Pierrette= (Altwiener Brautkleid mit Nuancen des Pierrettekostms.
+Myrtenkranz. Schleier um Haupt und Schultern), steht wie gelhmt da,
+betrachtet Pierrot mit einem selig verstrten Blick.
+
+=Pierrot.=
+
+ Trum ich, wach ich? Bist du's? Bin ich's? Wie ist es denn nur mglich,
+ da du da bist?
+
+=Pierrette= bewegt leise den Kopf.
+
+ La mich nur zur Besinnung kommen. Ja, ich bin hier. Bei dir.
+
+Sie beginnt zu schwanken.
+
+=Pierrot= hlt sie in den Armen aufrecht, geleitet sie zu einem Sessel
+hin, links vorne neben dem Tischchen.
+
+=Pierrette= sinkt in den Sessel.
+
+=Pierrot= sinkt vor Pierrette in die Knie, bedeckt ihre Hnde mit Kssen.
+
+ Nun ist alles wieder gut, da ich dich nur habe. Aber erklre mir doch
+ endlich...
+
+=Pierrette= sieht ihn mit stummen Augen an.
+
+=Pierrot= erhebt sich, schleudert den Mantel weg.
+
+ So rede. Ich beschwre dich. Woher kommst du? Ich verstehe ja nichts von
+ allem.
+
+=Pierrette= schweigt. Sieht angstvoll zum Fenster, als htte sie ein
+Gerusch gehrt.
+
+=Pierrot= beruhigt sie, eilt zum Fenster, blickt hinab, schliet es.
+
+Eilt zur Tre, blickt ins Vorzimmer, schliet ab. Eilt wieder zu Pierrette
+zurck.
+
+=Pierrette= hat sich erhoben und breitet Pierrot die Arme entgegen.
+
+=Pierrot= weicht vor ihr zurck, weist auf ihren Myrtenkranz, auf ihren
+Schleier.
+
+ Erklre mir. Sprich endlich.
+
+=Pierrette= ffnet ihre Arme.
+
+ Komm.
+
+Der Schleier gleitet ihr von den Schultern herab und bleibt vorne liegen.
+
+=Pierrot.=
+
+ Nein, mir graut. Woher kommst du?
+
+=Pierrette.=
+
+ Was kmmert dich das jetzt? Ich bin ja bei dir.
+
+=Pierrot= weist durch das Fenster hinaus.
+
+ Aber was ist indessen mit dir geschehen da drauen in der Welt?
+
+=Pierrette.=
+
+ Frage nicht. Das ist vorbei, ich bin jetzt bei dir und bleibe bei dir.
+
+Sie zieht aus ihrem Grtel eine kleine Silberphiole.
+
+ Sieh was ich mitgebracht habe.
+
+=Pierrot.=
+
+ Was ist das?
+
+=Pierrette.=
+
+ Das ist Gift. Wir wollen miteinander sterben.
+
+=Pierrot= nimmt ihr die Phiole aus der Hand.
+
+ Wie, das sollen wir trinken?
+
+=Pierrette.=
+
+ Ja.
+
+=Pierrot.=
+
+ Warum sollen wir sterben? Komm, la uns lieber fliehen.
+
+=Pierrette= schttelt den Kopf.
+
+=Pierrot= fhrt sie zum Fenster hin.
+
+ Sieh doch, wie schn die Welt ist. All dies ist unser. Komm, la uns
+ fliehen.
+
+=Pierrette.=
+
+ Fliehen? Nein! Wohin? Was sollen wir tun? Wir haben kein Geld. Es geht
+ nicht anders, wir mssen sterben.
+
+=Pierrot= schttelt den Kopf.
+
+=Pierrette.=
+
+ Wenn du nicht willst, so la ich dich hier und werde wieder fortgehen.
+ Leb wohl.
+
+Sie wendet sich zu gehen.
+
+=Pierrot.=
+
+ Bleib, bleib.
+
+=Pierrette.=
+
+ Wozu?
+
+=Pierrot.=
+
+ Es sei... Wir werden dieses Gift trinken und werden zusammen sterben.
+
+Er umfat sie und geht mit ihr zum Divan links.
+
+=Pierrot und Pierrette= lassen sich nieder.
+
+=Pierrot= umarmt Pierrette hei.
+
+=Pierrot= erhebt sich pltzlich.
+
+=Pierrette= bleibt sitzen und sieht Pierrot mit groen Augen an.
+
+=Pierrot= geht zum Schranke links hinten, ffnet ihn, nimmt zwei Flaschen
+Wein und einige Glser heraus.
+
+Bringt alles nach vorne und stellt es auf den Tisch.
+
+=Pierrette= steht gleichfalls auf, geht zum Schranke, nimmt Backwerk,
+Frchte, Tischtuch, Teller, Ezeug heraus. Sie deckt rasch den Tisch.
+
+=Pierrot= hilft ihr.
+
+=Beide= bewegen sich mit forcierter Lustigkeit.
+
+=Pierrette= nimmt Blumen aus ihrem Grtel, eilt zur Kommode, steckt die
+Blumen in die kleine Vase und bringt die Vase mit den Blumen auf den
+Tisch.
+
+=Pierrot und Pierrette= hpfen Arm in Arm durch das Zimmer, beleuchten es
+festlich. Znden die Kerzen auf dem Schreibtische, auf der Kommode, auf
+dem Spinett an.
+
+=Pierrot= reicht Pierrette mit scherzhafter Wrde den Arm und geleitet sie
+zur Tafel.
+
+=Beide= nehmen auf dem Divan Platz, trinken und essen.
+
+=Pierrot= rckt nher an Pierrette heran.
+
+=Pierrette= schmiegt sich an Pierrot.
+
+Lang dauernde Umarmung.
+
+=Pierrot= erhebt sich pltzlich.
+
+ Es ist Zeit --
+
+=Pierrette= schaudert zusammen.
+
+=Pierrot= nimmt die Phiole und giet in jedes von den beiden noch halb
+gefllten Weinglsern die Hlfte.
+
+Er erhebt das Glas, fordert Pierrette auf anzustoen.
+
+=Pierrot und Pierrette= stoen miteinander an.
+
+=Pierrette= setzt das Glas nieder.
+
+=Pierrot= ebenso.
+
+=Pierrette= geht langsam nach rckwrts.
+
+=Pierrot= folgt ihr.
+
+In der Nhe des Fensters umschlingen beide einander noch einmal.
+
+=Beide= umschlungen, langsam zurck zum Tischchen.
+
+=Pierrot.=
+
+ Bist du bereit?
+
+=Pierrette.=
+
+ Ja.
+
+=Pierrot= nimmt das Glas.
+
+=Pierrette= zgert.
+
+=Pierrot= lchelt verchtlich.
+
+ Du hast ja doch nicht den Mut. Siehst du, ich dacht es.
+
+=Pierrette.=
+
+ O Pierrot, glaub das nicht. Ich habe Mut. Nur einen Ku noch, dann bin
+ ich bereit.
+
+=Beide= umarmen einander glhend.
+
+=Beide= setzen die Glser an die Lippen und sehen einander lang in die
+Augen.
+
+=Beide= neigen den Kopf nach rckwrts.
+
+=Pierrot= trinkt das Glas auf einen Zug aus.
+
+=Pierrette= hat keinen Tropfen ber die Lippen gebracht.
+
+=Pierrot= sieht es, taumelt entsetzt zurck.
+
+=Pierrette= hat das Glas ein wenig von den Lippen entfernt, fhrt es
+wieder an den Mund.
+
+=Pierrot= schlgt ihr das Glas verchtlich aus der Hand. Sinkt der Lnge
+nach nieder hinter der Staffelei (so, da er fr einen etwa Eintretenden
+vorerst unsichtbar wre).
+
+=Pierrette= steht wie starr da.
+
+Dann wirft sie sich vor Pierrot nieder, fat ihn an, rttelt ihn, kt
+ihn. Alles vergeblich. Sie nimmt das Glas vom Boden wieder auf, weist es
+Pierrot.
+
+ Sieh nur her, ich will's ja tun.
+
+Sie fhrt das Glas an die Lippen, merkt, da es leer und zersplittert
+ist.
+
+Sie steht auf, luft im Zimmer hin und her, greift sich ratlos an den
+Kopf, fhlt den Myrtenkranz, zuckt zusammen.
+
+Pltzlich glaubt sie ein Gerusch zu hren, eilt zum Fenster, kauert auf
+den Divan nieder.
+
+Sie geht wieder nach vorn, zu Pierrot; schaut angstvoll auf ihn nieder.
+
+ Du lebst, nicht wahr du lebst? So antworte doch, Pierrot!
+
+Sie beugt sich tiefer und immer tiefer zu ihm nieder, betrachtet ihn mit
+wachsendem Schauder, bis sie endlich begreift, da er tot ist. Von
+Entsetzen gepackt, rennt sie zur Tre, reit sie auf, strzt davon.
+
+=Vorhang.=
+
+Die Musik leitet ohne Pause ber zum zweiten Bild.
+
+
+
+
+*II. Bild.*
+
+
+Ein Festsaal. Im Hintergrund eine weite Flucht von Zimmern, die von vorn
+gesehen leicht ansteigt. Festliche Beleuchtung. Buffet links hinten, im
+vorderen Saal. Rechts Klavier und Pulte. Gewundene Stiegen laufen rechts
+und links zwischen dem ersten und zweiten Saal nach oben.
+
+
+=Erste Szene.=
+
+=Hochzeitsgesellschaft.=
+
+=Eine Anzahl von Paaren= tanzt Walzer.
+
+=ltere Damen und Herren= sitzen an den Seitenwnden.
+
+=Zwei Diener= hinter dem Buffet damit beschftigt, Gsten Wein
+einzuschenken und Backwerk vorzuteilen.
+
+=Klavierspieler, Violinspieler und Klarinettist= besorgen die Tanzmusik.
+
+=Pierrettens Vater und Pierrettens Mutter= (kleine behagliche Leute)
+stehen am Buffet und bekomplimentieren die Gste.
+
+=Arlechino= (der Brutigam Pierrettens, gro, hager, nicht mehr jung,
+Altwiener Kostm, vollkommen schwarz, groe weie Blume im Knopfloch.)
+dster und erregt, steht mit verschrnkten Armen rechts vorne und schaut
+dem Tanze zu.
+
+Der Walzer endet.
+
+=Die Paare= promenieren.
+
+=Vater und Mutter= treten in die Mitte des Saales.
+
+=Junge Herren= sprechen mit der Mutter.
+
+=Junge Damen= mit dem Vater.
+
+=Gigolo= der Tanzarrangeur, sehr jung, mit bertriebener Eleganz
+gekleidet, eilt geschftig im Saale hin und her, bald beim Buffet, bald
+bei den Musikern, bald bei einzelnen Tnzerinnen und Tnzern.
+
+=Einige Paare= zum Buffet.
+
+=Der Vater=, gut aufgelegt, geleitet zwei junge Damen zum Buffet.
+
+=Zwei junge Mdchen= treten zu Arlechino und sprechen lchelnd mit ihm.
+
+=Arlechinos= Antlitz bleibt dster.
+
+=Einige Gste= stoen mit Vater und Mutter an.
+
+=Der Vater= kommt auf Arlechino zu, mit zwei gefllten Glsern, reicht ihm
+das eine.
+
+=Der Vater= stt mit Arlechino an, umarmt ihn dann.
+
+=Die Umstehenden= spenden Beifall (nicht Hndeklatschen).
+
+=Gigolo= schlgt in die Hnde, animiert die Herren, ihre Damen zu
+engagieren, geschftig im Saale hin und her.
+
+=Die Paare= stellen sich zu einer Quadrille bereit.
+
+=Gigolo= zu Arlechino.
+
+ Sie mssen auch mittanzen, Herr Arlechino, engagieren Sie doch Ihre
+ Braut.
+
+=Arlechino= nickt ernst, sieht sich im Saale um.
+
+Die Quadrille beginnt.
+
+=Gigolo= sieht, da Arlechino noch allein ist, gebietet der Musik Einhalt.
+
+=Arlechino= zu Gigolo.
+
+ Sie sehen ja, Frulein Pierrette ist noch nicht da. Jedenfalls verweilt
+ sie auf ihrem Zimmer oben. Lassen Sie die Quadrille nur weiter gehen.
+
+=Gigolo.=
+
+ Keineswegs, das geht nicht.
+
+Er eilt zur Mutter.
+
+ Herr Arlechino ist ohne Dame, Frulein Pierrette ist nicht da.
+
+=Mutter= erstaunt, sieht sich im Saal um.
+
+ Pierrette ist nicht da? Ach ja, ich wei schon, sie ist auf ihrem
+ Zimmer, kleidet sich an, macht sich fr die Reise bereit.
+
+=Vater= ist herzugetreten.
+
+ So geh doch hinauf und hole sie.
+
+=Mutter= rasch ab, rechts.
+
+=Gigolo= gibt den Musikern ein Zeichen.
+
+=Die Musiker= intonieren ein Menuett.
+
+Die zur Quadrille gestellten Paare tanzen das Menuett.
+
+=Arlechino= geht inde rckwrts in der Flucht der Sle bis weit nach
+hinten, auf und ab.
+
+=Die Mutter= kommt zurck, rasch zum Vater. Zieht ihn nach vorne.
+
+ Pierrette ist nicht oben.
+
+=Vater.=
+
+ Du bist verrckt.
+
+=Mutter.=
+
+ Ich versichere dich, sie ist nicht oben.
+
+=Vater.=
+
+ Wie ist denn das mglich?
+
+=Arlechino= steht pltzlich bei den beiden.
+
+ Wo ist Pierrette?
+
+=Mutter= verlegen.
+
+ Sie wird gleich kommen.
+
+=Arlechino= dringender.
+
+ Wo ist Pierrette?
+
+=Mutter= verwirrt.
+
+ Ich wei es nicht.
+
+=Arlechino= fat die Mutter am Arm.
+
+=Der Vater= will ihm das verwehren.
+
+=Arlechino= stampft auf den Boden.
+
+ Wo ist Pierrette?
+
+=Die Paare= haben bemerkt, da etwas vorgeht.
+
+=Die Tanzmusik= hrt auf zu spielen.
+
+=Ein Paar= neben der Gruppe Arlechino, Vater, Mutter, merkt worum es sich
+handelt, teilt es dem nchsten Paare mit.
+
+=Ein Paar= teilt es dem andern mit.
+
+Die Aufregung ist gro, alle gruppieren sich um Arlechino, Vater und
+Mutter, die jetzt in der Mitte des Saales stehen.
+
+=Arlechino= droht.
+
+ Ich werde frchterliche Rache nehmen. Ich werde das Haus anznden. Ich
+ werde alle umbringen.
+
+=Gigolo= tritt hinzu.
+
+ Gewi ist das Haus noch nicht ordentlich durchsucht.
+
+Zu den Mdchen.
+
+ Suchen Sie doch alle, suchen Sie doch berall.
+
+=Die jungen Mdchen= entfernen sich nach den verschiedenen Seiten, einige
+ber die Stiegen, laufen hin und her.
+
+=Die jungen Herren= stehen in Gruppen beisammen.
+
+=Arlechino= vorn, geht mit groen Schritten auf und ab.
+
+=Vater und Mutter=, rechts, ziemlich hinten, machen einander Vorwrfe.
+
+=Die jungen Mdchen= kommen nach und nach zurck.
+
+ Wir haben Pierrette nicht gefunden.
+
+=Arlechino= wird rasend vor Wut. Zum Buffet, zerschlgt einige Glser und
+Flaschen. Vollfhrt drohende Gebrden gegen Vater und Mutter. Geht zum
+Klavier, zertrmmert die Tasten, reit den Musikern Violine und
+Klarinette aus der Hand, zerschmettert sie und wirft sie zu Boden. Dann
+eilt er durch die Zimmerflucht nach hinten.
+
+
+=Zweite Szene.=
+
+Wie Arlechino ganz rckwrts ist, tritt ihm Pierrette entgegen.
+
+=Arlechino= fat Pierrette bei der Hand, zieht sie nach vorne und bleibt
+in der Mitte stehen.
+
+=Die andern= erstaunen.
+
+=Einige= suchen nher zu treten.
+
+=Arlechino= weist sie fort.
+
+=Vater und Mutter= suchen nher zu treten.
+
+=Arlechino= weist sie fort.
+
+=Arlechino und Pierrette= mitten im Saal.
+
+=Die andern= in gemessener Entfernung.
+
+=Arlechino= zu Pierrette.
+
+ Wo bist du gewesen?
+
+=Pierrette.=
+
+ In meinem Zimmer oben.
+
+=Arlechino.=
+
+ Das ist nicht wahr.
+
+=Pierrette.=
+
+ Ich bin spazieren gegangen, drauen im Garten.
+
+=Arlechino.=
+
+ Du bist gesucht worden, du warst nicht im Hause und nicht im Garten.
+
+=Pierrette.=
+
+ Ich kann nichts andres antworten. Komm, ich will tanzen.
+
+=Arlechino.=
+
+ Nein, zuerst mut du mir antworten.
+
+=Pierrette.=
+
+ Ich will tanzen.
+
+=Arlechino.=
+
+ Zuerst antworte!
+
+=Vater, Mutter, Gigolo, junge Mdchen=, treten nher, versuchen Arlechino
+zu begtigen.
+
+=Arlechino= hrt nicht auf sie.
+
+=Gigolo= gibt den Musikern ein Zeichen.
+
+=Die Musiker= verweisen verzweifelt auf ihre ruinierten Instrumente.
+
+=Gigolo.=
+
+ Das macht nichts, spielt nur, es wird schon gehen.
+
+=Die Musiker= beginnen zu spielen. Schnellpolka.
+
+Die Instrumente klingen schauerlich.
+
+=Gigolo= tritt in die Mitte des Saales.
+
+ Tanzen, tanzen.
+
+=Pierrette= auf Arlechino zu, mit verzweifelt bacchantischer Geste.
+Schmiegt sich nher an ihn heran.
+
+=Arlechino= betrachtet sie lang, umfat sie, tanzt mit ihr.
+
+Alles scheint wieder geordnet.
+
+Pltzlich sieht man von hinten, nur fr Pierrette sichtbar, sehr langsam
+den toten Pierrot kommen.
+
+=Pierrette= hlt im Tanzen inne, weist entsetzt auf den nher schreitenden
+Pierrot.
+
+=Die andern= wissen nicht, was Pierrette ist.
+
+=Pierrot= schreitet mitten durch den Saal, bleibt vor Pierrette stehen
+und zerfliet in nichts.
+
+=Pierrette= weist die Erscheinung als Traumbild von sich, erholt sich.
+
+=Die andern= beginnen wieder zu tanzen.
+
+=Pierrette= geht mit Arlechino zum Buffet. Verlangt vom Diener etwas zu
+trinken.
+
+Pltzlich steht statt des Dieners der tote Pierrot hinter dem Buffet.
+Schenkt der Pierrette ein Glas Wein ein.
+
+=Pierrette= taumelt zurck, rast wie eine Verfolgte zum Klavier hin.
+
+=Arlechino= ihr nach.
+
+Der tote Pierrot verschwindet.
+
+=Arlechino.=
+
+ Was hast du? Was ist dir?
+
+=Pierrette.=
+
+ Nichts, nichts. Es geht schon wieder vorber.
+
+Sie schauert und will sich verhllen.
+
+=Arlechino= pltzlich merkend.
+
+ Elende...
+
+=Die Tanzmusik= hrt auf.
+
+=Arlechino.=
+
+ Wo ist dein Schleier Pierrette?
+
+=Pierrette= greift sich an Haupt und Schultern.
+
+=Arlechino.=
+
+ Wo ist dein Schleier?
+
+=Pierrette.=
+
+ Ich wei nicht.
+
+=Arlechino.=
+
+ Whrend du fort warst, ist dir dieser Schleier verloren gegangen. Wo ist
+ der Schleier? Wo warst du?
+
+=Pierrette.=
+
+ La mich doch.
+
+=Arlechino.=
+
+ Du mut dir deinen Schleier zurckholen.
+
+=Pierrette.=
+
+ Ich wei nicht wo er ist.
+
+In diesem Augenblick erscheint der tote Pierrot mit dem Schleier in der
+Hand im Hintergrunde und kommt nur wenig nach vorn. Bleibt am Ende des
+Saales stehen.
+
+=Pierrette= eilt dem toten Pierrot entgegen.
+
+=Arlechino= ihr nach, fat sie bei der Hand.
+
+=Der tote Pierrot= mit dem Schleier entfernt sich wieder.
+
+=Pierrette= sucht den Schleier zu erhaschen.
+
+=Arlechino= hlt sie ununterbrochen bei der Hand.
+
+=Pierrot= mit dem Schleier entschwindet.
+
+=Pierrette= dem Scheinbilde nach.
+
+=Arlechino= immer mit ihr.
+
+=Einige junge Herren= wollen nach.
+
+=Arlechino= wendet sich um und verbietet, da man ihnen folge.
+
+=Vorhang.=
+
+Die Musik leitet ohne Pause ber zum dritten Bild.
+
+
+
+
+*III. Bild.*
+
+
+=Dekoration des ersten.=
+
+
+=Erste Szene.=
+
+=Pierrot= liegt tot hingestreckt auf dem Boden, hinter der Staffelei.
+
+Der Schleier liegt in der Mitte des dunkeln Zimmers, wei schimmernd da.
+Die Kerzen grtenteils herabgebrannt, einige ganz erloschen.
+
+Die Szene bleibt einige Augenblicke vollkommen leer.
+
+Die Tre ffnet sich.
+
+=Arlechino und Pierrette= treten ein.
+
+=Arlechino= hlt Pierrette bei der Hand.
+
+=Pierrette= eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, hlt ihn hoch.
+
+ Da ist er. Nun la uns gehen.
+
+=Arlechino.=
+
+ Nein. Wo bin ich hier?
+
+Er geht im Zimmer hin und her.
+
+Bald steht er vor der Leiche Pierrots, fhrt zurck, hlt aber Pierrot
+nicht fr tot, sondern fr betrunken. Wendet sich zu Pierrette.
+
+ Also das war es? Mit diesem Menschen warst du zusammen?
+
+Er gewahrt die Reste des Mahls.
+
+ Hier habt Ihr miteinander getafelt und getrunken. Hier hat er dich in
+ den Armen gehalten. Wartet nur.
+
+Wieder zu Pierrot hin.
+
+=Pierrette= auf ihn zu, will ihn zurckhalten.
+
+=Arlechino= schleudert sie von sich.
+
+=Pierrette= schleicht sich zum Fenster.
+
+=Arlechino= kniet vor Pierrot nieder.
+
+ Du Schurke, du Hund. Wer bist du denn? Antworte! Antworte! Steh auf!
+
+Er fat Pierrot bei den Schultern und schttelt ihn.
+
+=Der tote Pierrot= fllt schwer auf den Boden hin.
+
+=Arlechino= fhrt entsetzt zurck.
+
+Er geht zu Pierrette, die regungslos am Fenster steht.
+
+ Hast du's gewut?
+
+=Pierrette.=
+
+ Ja.
+
+=Arlechino= geht berlegend auf und ab. Kehrt wieder zu Pierrette zurck,
+sieht sie lange an.
+
+ Was soll ich mit dir tun?
+
+Kommt auf einen Einfall, lacht hhnisch auf. Tritt wieder zu dem toten
+Pierrot hin, will ihn emporheben.
+
+=Pierrette= eilt entsetzt nach vorne.
+
+=Arlechino= weist sie von sich, ergreift den Leichnam des Pierrot, trgt
+ihn zu dem Divan, lehnt ihn dort in die vordere Ecke.
+
+=Pierrette= ist entsetzt bis ans Ende des Zimmers geschlichen und schaut
+dem Beginnen des Arlechino zu.
+
+=Arlechino= setzt sich auf den Tisch dem Pierrot gegenber. Schenkt in
+zwei Glser ein, erhebt das eine, trinkt dem Pierrot zu. Dann winkt er
+Pierrette mit einem teuflischen Lcheln herbei.
+
+=Pierrette= bleibt regungslos stehen.
+
+=Arlechino= erhebt sich, winkt Pierrette gebieterisch.
+
+=Pierrette= kommt langsam.
+
+=Arlechino= geht ihr entgegen, reicht ihr in der Mitte des Zimmers den
+Arm, geleitet sie zu einem Sessel neben dem Tische, gibt ihr eins der
+gefllten Glser in die Hand, stt mit ihr an.
+
+=Pierrette= kann nicht trinken.
+
+=Arlechino.=
+
+ So trink doch.
+
+=Pierrette= trinkt.
+
+=Arlechino= setzt sich neben Pierrette, drngt sich nher an sie, umfat
+sie, sucht sie an sich zu ziehen.
+
+=Pierrette= schaudert zusammen.
+
+=Arlechino= wird zrtlicher.
+
+=Pierrette= springt auf, ihr Sessel fllt um, sie flchtet nach rckwrts
+in die Fensterecke.
+
+=Arlechino= ihr nach, spielt den Verliebten.
+
+ Ich bete dich an, meine Teure.
+
+Kniet nieder, versucht sie an sich und mit sich zu ziehen.
+
+=Pierrette= entflieht, bis sie links hinter den toten Pierrot zu stehen
+kommt.
+
+=Arlechino= hat sich erhoben, geht auf Pierrot zu, verbeugt sich vor ihm,
+dann verbeugt er sich vor Pierrette.
+
+ Du bist ja in guter Gesellschaft.
+
+Dann geht er zur Tr.
+
+=Pierrette= folgt seinen Bewegungen mit wachsendem Entsetzen.
+
+=Arlechino= wendet sich in der Tre nochmals um und verbeugt sich
+hhnisch.
+
+=Pierrette= strzt ihm nach, wirft sich vor ihm auf die Knie.
+
+=Arlechino= schttelt sie von sich ab, geht und versperrt die Tre hinter
+sich.
+
+
+=Zweite Szene.=
+
+=Pierrette= poltert an die Tr. Eilt zum Fenster, reit es auf. Sieht
+Arlechino fortgehen, ruft ihn zurck. Er entschwindet ihren Blicken.
+Wieder zur Tr, rttelt, reit, vergeblich. Rennt im Zimmer umher, sucht
+nach irgend einem Ausgang. Findet keinen. Endlich bleibt sie wieder
+gegenber dem toten Pierrot stehen. Sieht ihn lange an, luft davon. Kommt
+wieder zurck. Nickt ihm zu. Gert von neuem in Angst, schleicht lngs der
+Wnde im ganzen Zimmer hin und her. Ihre Bewegungen verndern sich ins
+Tanzartige. In ihren Augen spricht sich der beginnende Wahnsinn aus.
+Wieder ist sie hinter Pierrot, schleicht sich langsam hinter dem Divan zu
+ihm hervor. Sie ist in einer halb knienden Stellung vor ihm und blickt ihm
+ins Gesicht. Verbeugt sich vor ihm. Beginnt zu tanzen. Zuerst vor ihm,
+dann in immer weiterem Bogen, endlich im ganzen Zimmer herum. Sie hlt
+inne, um dann mit erneuerter Kraft wieder weiter zu tanzen.
+
+Poltern an der Tre.
+
+=Pierrette= ist beinahe atemlos, ihre Krfte beginnen zu schwinden, ihre
+Augen glnzen trbe, sie ist dem Verlschen nahe.
+
+Neues, verstrktes Poltern.
+
+=Pierrette= sinkt zu Boden, tot. Zu Fen des toten Pierrot.
+
+Die Tre wird erbrochen.
+
+
+=Dritte Szene.=
+
+=Fred, Florestan, Annette, Alumette= treten ein.
+
+Der Morgen ist herangedmmert. Beginnender Sonnenaufgang.
+
+=Fred und Florestan= wenden sich lachend zu den Mdchen. Beide Paare
+tnzeln Arm in Arm bis ganz nahe zu Pierrot und Pierrette hin, fassen was
+geschehen ist und weichen entsetzt zurck.
+
+=Vorhang.=
+
+=Ende.=
+
+
+
+
+[Anmerkungen zur Transkription:
+
+ Gesperrt gesetzter Text wurde mit =gesperrter Text=, fett gesetzter Text
+ mit *fetter Text* ausgezeichnet.
+
+ Dieses elektronische Buch basiert auf gescannten Bilddateien, die
+ freundlicherweise von Austrian Literature Online
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+
+ Gegenber der gedruckten Version wurden folgende Satzfehler korrigiert:
+
+ original: Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern
+ etext: Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern.
+
+ original: wird selbst verstndlich nur pantomimisch ausgedrckt
+ etext: wird selbstverstndlich nur pantomimisch ausgedrckt
+
+ original: =Florestan, Alumette= und =Fred, Annette=
+ etext: =Florestan, Alumette und Fred, Annette=
+
+ original: =Florestan= und =Alumette=
+ etext: =Florestan und Alumette=
+
+ original: =Fred= und =Annette=
+ etext: =Fred und Annette=
+
+ original: Geh wohin du willst
+ etext: Geh wohin du willst.
+
+ original: Pierrettekostums
+ etext: Pierrettekostms
+
+ original: Sie beginnt zu schwanken. (Kein neuer Absatz)
+ etext: Sie beginnt zu schwanken. (Absatz vor dem Text eingefgt)
+
+ original: reicht ihm das eine
+ etext: reicht ihm das eine.
+
+ original: gibt den Musikern ein Zeichen,
+ etext: gibt den Musikern ein Zeichen.
+
+ original: =Arlechino= ... Zuerst antworte!
+ etext: =Arlechino.= ... Zuerst antworte!
+
+ original: mit verzweifelt bachantischer Geste
+ etext: mit verzweifelt bacchantischer Geste
+
+ original: Whrend du fort warst, ist dir dieser Schliere
+ etext: Whrend du fort warst, ist dir dieser Schleier
+
+ original: eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab hlt ihn hoch
+ etext: eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, hlt ihn hoch
+
+ original: verndern sich ins tanzartige.
+ etext: verndern sich ins Tanzartige.]
+
+
+[Transcriber's Note:
+
+ Spaced-out text has been replaced by =spaced-out text=, bold text by
+ *bold text*.
+
+ This ebook is based on scanned images which have been generously made
+ available by Austrian Literature Online (http://www.literature.at).
+
+ The following corrections were applied to the original text:
+
+ original: Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern
+ etext: Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern.
+
+ original: wird selbst verstndlich nur pantomimisch ausgedrckt
+ etext: wird selbstverstndlich nur pantomimisch ausgedrckt
+
+ original: =Florestan, Alumette= und =Fred, Annette=
+ etext: =Florestan, Alumette und Fred, Annette=
+
+ original: =Florestan= und =Alumette=
+ etext: =Florestan und Alumette=
+
+ original: =Fred= und =Annette=
+ etext: =Fred und Annette=
+
+ original: Geh wohin du willst
+ etext: Geh wohin du willst.
+
+ original: Pierrettekostums
+ etext: Pierrettekostms
+
+ original: Sie beginnt zu schwanken. (no new paragraph)
+ etext: Sie beginnt zu schwanken. (new paragraph added before)
+
+ original: reicht ihm das eine
+ etext: reicht ihm das eine.
+
+ original: gibt den Musikern ein Zeichen,
+ etext: gibt den Musikern ein Zeichen.
+
+ original: =Arlechino= ... Zuerst antworte!
+ etext: =Arlechino.= ... Zuerst antworte!
+
+ original: mit verzweifelt bachantischer Geste
+ etext: mit verzweifelt bacchantischer Geste
+
+ original: Whrend du fort warst, ist dir dieser Schliere
+ etext: Whrend du fort warst, ist dir dieser Schleier
+
+ original: eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab hlt ihn hoch
+ etext: eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, hlt ihn hoch
+
+ original: verndern sich ins tanzartige.
+ etext: verndern sich ins Tanzartige.]
+
+
+
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+
+End of Project Gutenberg's Der Schleier der Pierrette, by Arthur Schnitzler
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+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
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+Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
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+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
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+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+https://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
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+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
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+throughout numerous locations. Its business office is located at
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+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at https://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
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+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
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+particular state visit https://pglaf.org
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+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
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+any statements concerning tax treatment of donations received from
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+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
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+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
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+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
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+
+
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Binary files differ
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@@ -0,0 +1,2349 @@
+<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
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+ The Project Gutenberg eBook of Der Schleier der Pierrette, by Arthur Schnitzler
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+
+<pre>
+
+Project Gutenberg's Der Schleier der Pierrette, by Arthur Schnitzler
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Der Schleier der Pierrette
+ Pantomime in drei Bildern
+
+Author: Arthur Schnitzler
+
+Release Date: March 31, 2010 [EBook #31842]
+
+Language: German
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+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SCHLEIER DER PIERRETTE ***
+
+
+
+
+Produced by Thorsten Kontowski and the Online Distributed
+Proofreading Team at https://www.pgdp.net (This file made
+from scans of public domain material at Austrian Literature
+Online.)
+
+
+
+
+
+
+</pre>
+
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_1" id="Page_1">[S.&nbsp;1]</a></span>Den B&uuml;hnen gegen&uuml;ber als Manuskript gedruckt. Das Textbuch darf nur dann
+zu B&uuml;hnenzwecken ben&uuml;tzt werden, wenn vorher das B&uuml;hnenauff&uuml;hrungsrecht
+durch unsere Vertreter Felix <em class="gesperrt">Bloch</em> Erben (Adolf <em class="gesperrt">Sliwinski</em> und
+Ernst <em class="gesperrt">Bloch</em>), <em class="gesperrt">Berlin</em>&nbsp;NW., Luisenstra&szlig;e&nbsp;21, f&uuml;r &Ouml;sterreich-Ungarn
+Dr.&nbsp;O.&nbsp;F.&nbsp;<em class="gesperrt">Eirich</em>, <em class="gesperrt">Wien</em>, II.,&nbsp;Praterstra&szlig;e&nbsp;38, rechtm&auml;&szlig;ig erworben wurde.</p>
+
+<div class="blockleft">
+<div class="colleft">
+<p class="centered"><em class="gesperrt">Arthur Schnitzler.</em></p>
+</div>
+</div>
+<div class="blockright">
+<p class="centered"><em class="gesperrt">Ernst von Dohn&aacute;nyi.</em></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<h1>DER SCHLEIER DER<br />
+PIERRETTE.</h1>
+
+<p class="title2 gesperrt">PANTOMIME IN DREI BILDERN</p>
+
+<p class="title3">VON</p>
+
+<p class="title1">ARTHUR SCHNITZLER.</p>
+
+<p class="title2">MUSIK VON</p>
+
+<p class="title1">ERNST VON DOHN&Aacute;NYI.</p>
+
+<div class="figcenter">
+<img src="images/illu1.gif" alt="Ornament" title="" />
+</div>
+
+<p class="centered">Alle Rechte, insbesonders Auff&uuml;hrungs-, Nachdrucks- und &Uuml;bersetzungsrecht
+vorbehalten.</p>
+
+<div class="blockleft">
+<div class="colleft">
+<p class="centered">D&eacute;pos&eacute; &agrave; Paris.</p>
+</div>
+</div>
+<div class="blockright">
+<p class="centered">D&eacute;pos&eacute; &agrave; Paris.</p>
+</div>
+
+<p class="centered clearcols"><b>Eigentum des Verlegers f&uuml;r alle L&auml;nder.</b></p>
+
+<p class="title1 gesperrt">LUDWIG DOBLINGER</p>
+<p class="centered"><b>(Bernhard Herzmansky)</b></p>
+
+<div class="blockleft">
+<div class="colleft">
+<p class="centered"><b>WIEN</b><br />
+I.,&nbsp;Dorotheergasse&nbsp;10.</p>
+</div>
+<p class="centered"><b>LEIPZIG</b><br />
+T&auml;ubchenweg&nbsp;21.</p>
+</div>
+<div class="blockright">
+<p class="centered"><b>PARIS</b><br />
+Max Eschig<br />
+IX.,&nbsp;13&nbsp;Rue&nbsp;Laffitte.</p>
+</div>
+
+<p class="centered clearcols">Eigentum f&uuml;r Schweden, Norwegen, D&auml;nemark und Finnland: <b>Carl Gehrmans
+Musikf&ouml;rlag</b>, Stockholm.</p>
+
+<p class="centered">Copyright 1910 by <b>Ludwig Doblinger</b> (Bernhard Herzmansky), <b>Leipzig</b>.</p>
+
+<p class="centered">All performing rights strictly reserved.</p>
+
+<hr />
+
+<h2>Inhalt.</h2>
+
+<table class="toc" summary="Inhaltsverzeichnis">
+<tr class="toclvl1">
+ <td><a href="#Personen">Personen.</a></td>
+ <td class="tocpagenum"><a href="#Page_2">2</a></td>
+</tr>
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+</tr>
+<tr class="toclvl2">
+ <td><a href="#Szene_I_1">Erste Szene.</a></td>
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+</tr>
+<tr class="toclvl2">
+ <td><a href="#Szene_I_2">Zweite Szene.</a></td>
+ <td class="tocpagenum"><a href="#Page_4">4</a></td>
+</tr>
+<tr class="toclvl2">
+ <td><a href="#Szene_I_3">Dritte Szene.</a></td>
+ <td class="tocpagenum"><a href="#Page_6">6</a></td>
+</tr>
+<tr class="toclvl2">
+ <td><a href="#Szene_I_4">Vierte Szene.</a></td>
+ <td class="tocpagenum"><a href="#Page_9">9</a></td>
+</tr>
+<tr class="toclvl2">
+ <td><a href="#Szene_I_5">F&uuml;nfte Szene.</a></td>
+ <td class="tocpagenum"><a href="#Page_10">10</a></td>
+</tr>
+<tr class="toclvl2">
+ <td><a href="#Szene_I_6">Sechste Szene.</a></td>
+ <td class="tocpagenum"><a href="#Page_10">10</a></td>
+</tr>
+<tr class="toclvl1">
+ <td><a href="#Bild_II">II. Bild.</a></td>
+ <td class="tocpagenum"><a href="#Page_17">17</a></td>
+</tr>
+<tr class="toclvl2">
+ <td><a href="#Szene_II_1">Erste Szene.</a></td>
+ <td class="tocpagenum"><a href="#Page_17">17</a></td>
+</tr>
+<tr class="toclvl2">
+ <td><a href="#Szene_II_2">Zweite Szene.</a></td>
+ <td class="tocpagenum"><a href="#Page_22">22</a></td>
+</tr>
+<tr class="toclvl1">
+ <td><a href="#Bild_III">III. Bild.</a></td>
+ <td class="tocpagenum"><a href="#Page_26">26</a></td>
+</tr>
+<tr class="toclvl2">
+ <td><a href="#Szene_III_1">Erste Szene.</a></td>
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+</tr>
+<tr class="toclvl2">
+ <td><a href="#Szene_III_2">Zweite Szene.</a></td>
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+</tr>
+<tr class="toclvl2">
+ <td><a href="#Szene_III_3">Dritte Szene.</a></td>
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+</tr>
+</table>
+
+<hr />
+
+<h2><span class="pagenum"><a name="Page_2" id="Page_2">[S.&nbsp;2]</a></span><a name="Personen" id="Personen"></a>Personen.</h2>
+
+<table class="cast" summary="Personen">
+<tr>
+ <td colspan="3">Pierrot.</td>
+</tr>
+<tr>
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+</tr>
+<tr>
+ <td colspan="3">Pierrettens Vater.</td>
+</tr>
+<tr>
+ <td colspan="3">Pierrettens Mutter.</td>
+</tr>
+<tr>
+ <td colspan="3">Arlechino, Pierrettens Br&auml;utigam.</td>
+</tr>
+<tr>
+ <td>Fred</td>
+ <td rowspan="2" class="moustache">}</td>
+ <td rowspan="2">Pierrots Freunde.</td>
+</tr>
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+</tr>
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+</tr>
+<tr>
+ <td colspan="3">Alumette.</td>
+</tr>
+<tr>
+ <td colspan="3">Gigolo, ein junger Herr.</td>
+</tr>
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+ <td colspan="3">Ein dicker Klavierspieler.</td>
+</tr>
+<tr>
+ <td colspan="3">Ein zweiter Klavierspieler.</td>
+</tr>
+<tr>
+ <td colspan="3">Ein Geigenspieler.</td>
+</tr>
+<tr>
+ <td colspan="3">Ein Klarinettist.</td>
+</tr>
+<tr>
+ <td colspan="3">Diener des Pierrot.</td>
+</tr>
+<tr>
+ <td>Alte Herren, alte Damen</td>
+ <td rowspan="2" class="moustache">}</td>
+ <td rowspan="2">als Hochzeitsg&auml;ste.</td>
+</tr>
+<tr>
+ <td>Junge Herren, junge Damen</td>
+</tr>
+</table>
+
+<p class="centered"><br /><br />Ort und Zeit der Handlung: das Wien vom Beginn des vorigen Jahrhunderts.</p>
+
+<p class="centered"><br />Erstes Bild: Zimmer des Pierrot.</p>
+<p class="centered"><a name="Korr_S2-1" id="Korr_S2-1"></a>Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern.</p>
+<p class="centered">Drittes Bild: Zimmer des Pierrot.</p>
+
+<p class="centered"><br />Rechts und links vom Zuschauer.</p>
+
+<hr />
+
+<h2><span class="pagenum"><a name="Page_3" id="Page_3">[S.&nbsp;3]</a></span><a name="Bild_I" id="Bild_I"></a>I. Bild.</h2>
+
+<p><small>Das Zimmer Pierrots. Bescheiden eingerichtet. Schreibtisch ungef&auml;hr
+Mitte, mehr rechts. Davor Lehnsessel. Hinten rechts Divan. Weiter vorn
+an der Wand ein Spinett mit Leuchtern. Noch weiter vorn eine Etag&egrave;re,
+dar&uuml;ber Bilder. Auf der Etag&egrave;re B&uuml;cher. Ganz vorn rechts die
+Eingangst&uuml;r. Vorne links ein Wandspiegel, darunter eine Kommode, darauf
+zwei Leuchter und eine kleine, leere Blumenvase. Links hinten ein
+Schrank. Vorne Tischchen, Divan mit Lehne und zwei Sessel. Vorne mehr
+rechts das Bild Pierrettens auf einer Staffelei.</small></p>
+
+<p><small>Im Hintergrund erkerartiger Ausbau mit gro&szlig;em Fenster. Ausblick auf die
+Basteien und auf die T&uuml;rme der Stadt. Nahe der T&uuml;re Kleiderhaken mit
+Mantel und Hut Pierrots. Abendd&auml;mmerung.</small></p>
+
+
+<h3><a name="Szene_I_1" id="Szene_I_1"></a><em class="gesperrt">Erste Szene.</em></h3>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>(Kost&uuml;m: ein Gemisch des traditionellen Pierrot- und des
+Altwiener Kost&uuml;ms) sitzt vor dem Schreibtisch, den Kopf in beide H&auml;nde
+gest&uuml;tzt. Steht auf und geht im Zimmer auf und ab. Bleibt vor der
+Staffelei stehen. Fleht das Bild Pierrettens an, droht dem Bilde,
+entfernt sich grollend, kehrt zur&uuml;ck, sinkt vor dem Bilde nieder und
+schluchzt. Steht auf, geht zum Schreib<span class="pagenum"><a name="Page_4" id="Page_4">[S.&nbsp;4]</a></span>tische, &ouml;ffnet eine Lade,
+entnimmt ihr vertrocknete Blumen, Briefe, B&auml;nder, streut alles auf die
+Tischplatte, w&uuml;hlt in den Andenken.</small></p>
+
+<p><small>Geht zum Fenster, &ouml;ffnet es, bleibt eine Weile dort stehen. Sinkt auf
+den Divan rechts vom Fenster und bleibt der L&auml;nge nach ausgestreckt
+liegen.</small></p>
+
+
+<h3><a name="Szene_I_2" id="Szene_I_2"></a><em class="gesperrt">Zweite Szene.</em></h3>
+
+<p><small>Es ist beinahe ganz dunkel geworden. Die T&uuml;r rechts &ouml;ffnet sich, vom
+Vorzimmer f&auml;llt ein ziemlich breiter Lichtschein &uuml;ber den Fu&szlig;boden hin.</small></p>
+
+<p><b>Der Diener</b> <small>erscheint an der T&uuml;r. Durch eine Handbewegung l&auml;dt er die
+Freunde und Freundinnen Pierrots ein einzutreten.</small></p>
+
+<p><b>Fred, Florestan, Annette und Alumette</b> <small>treten ein.</small></p>
+
+<p><small>Hinter ihnen ein kleiner, dicker Klavierspieler.</small></p>
+
+<p><b>Fred, Florestan</b> <small>fragen den Diener, wo sein Herr sei.</small></p>
+
+<p><b>Annette, Alumette</b>, <small>sehen sich neugierig im Zimmer um.</small></p>
+
+<p><b>Der Diener</b> <small>weist auf den Stuhl vor dem Schreibtische.</small></p>
+
+<p class="speech">Hier ist mein Herr gesessen.<a id="noteref_1" name="noteref_1" href="#note_1" class="fnanchor">1</a></p>
+
+<p><b>Fred, Florestan.</b></p>
+
+<p class="speech">Du siehst ja, da&szlig; er nicht da ist. Bring doch ein Licht.</p>
+
+<p><b>Der Diener</b> <small>holt einen Leuchter mit angez&uuml;ndeter Kerze aus dem
+Vorzimmer, geht zum Schreibtische hin.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_5" id="Page_5">[S.&nbsp;5]</a></span></p>
+<p><b>Fred, Florestan</b> <small>folgen ihm.</small></p>
+
+<p><b>Alumette</b> <small>l&ouml;scht die Kerze aus.</small></p>
+
+<p><b>Florestan</b> <small>verweist es ihr.</small></p>
+
+<p><b>Diener</b> <small>z&uuml;ndet wieder an.</small></p>
+
+<p><b>Diener</b> <small>vor dem Schreibtische.</small></p>
+
+<p class="speech">Hier ist er doch gesessen.</p>
+
+<p><b>Alle f&uuml;nf</b>, <small>der Diener mit dem Leuchter voraus, machen einen Rundgang
+durch das Zimmer, kommen zuletzt zum Divan, auf dem sie Pierrot
+entdecken.</small></p>
+
+<p><b>Fred.</b></p>
+
+<p class="speech">Ich will ihn r&uuml;tteln.</p>
+
+<p><b>Florestan</b> <small>h&auml;lt ihn zur&uuml;ck, zum Diener.</small></p>
+
+<p class="speech">Was ist denn mit deinem Herrn geschehen?</p>
+
+<p><b>Diener</b> <small>zuckt die Achseln.</small></p>
+
+<p><b>Fred</b> <small>kommt auf einen Gedanken, macht Florestan auf die Staffelei mit
+Pierrettens Bild aufmerksam.</small></p>
+
+<p><b>Florestan</b> <small>versteht.</small></p>
+
+<p><b>Annette, Alumette</b> <small>stehen vor dem Divan und sind von Pierrot entz&uuml;ckt.</small></p>
+
+<p><b>Fred, Florestan</b> <small>haben ein zweites Licht angez&uuml;ndet und stehen vor dem
+Bild Pierrettens.</small></p>
+
+<p><b>Alumette zu Annette.</b></p>
+
+<p class="speech">Ich werde Pierrot aufwecken.</p>
+
+<p><small>Sie will ihn an den Haaren zupfen.</small></p>
+
+<p><b>Annette</b> <small>h&auml;lt sie zur&uuml;ck.</small></p>
+
+<p><b>Alumette</b> <small>beugt sich nieder und will Pierrot k&uuml;ssen.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_6" id="Page_6">[S.&nbsp;6]</a></span><b>Annette</b> <small>h&auml;lt sie zur&uuml;ck.</small></p>
+
+<p><b>Fred, Florestan</b> <small>treten von dem Bilde fort zu den zwei M&auml;dchen.</small></p>
+
+<p><b>Fred</b> <small>gibt dem dicken Klavierspieler ein Zeichen, er m&ouml;ge sich hinsetzen
+und spielen.</small></p>
+
+<p><b>Der dicke Klavierspieler</b> <small>ist bisher an der T&uuml;r gestanden, l&auml;chelnd und
+zerstreut.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>liegt noch immer bewegungslos.</small></p>
+
+<p><b>Fred, Florestan</b> <small>schicken den Diener hinaus.</small></p>
+
+<p><b>Diener</b> <small>ab.</small></p>
+
+<hr class="fnsep"/>
+
+<p class="footnote"><a id="note_1" name="note_1" href="#noteref_1">1.</a> Auch was im Text dialogartig gebracht ist, <a name="Korr_S4-1" id="Korr_S4-1"></a>wird
+selbstverst&auml;ndlich nur pantomimisch ausgedr&uuml;ckt.</p>
+
+
+<h3><a name="Szene_I_3" id="Szene_I_3"></a><em class="gesperrt">Dritte Szene.</em></h3>
+
+<p><b>Der dicke Klavierspieler</b> <small>hat sich an das Spinett gesetzt und beginnt
+einen Walzer zu spielen.</small></p>
+
+<p><a name="Korr_S6-1" id="Korr_S6-1"></a><b>Florestan, Alumette und Fred, Annette</b> <small>tanzen miteinander.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>wacht auf. Sieht um sich. Versteht nicht, was vorgegangen ist,
+reibt sich die Augen. Springt auf, geht nach vorne.</small></p>
+
+<p><b>Die beiden Paare</b> <small>lassen sich nicht im Tanzen st&ouml;ren.</small></p>
+
+<p><a name="Korr_S6-2" id="Korr_S6-2"></a><b>Florestan und Alumette</b> <small>sinken endlich auf den kleinen Divan links am
+Tischchen.</small></p>
+
+<p><b><a name="Korr_S6-3" id="Korr_S6-3"></a>Fred und Annette</b> <small>bleiben neben dem Spinett stehen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>ist an den Schreibtisch gelehnt.</small></p>
+
+<p><b>Fred, Florestan, Annette, Alumette</b> <small>sehen ihn an und lachen. Gehen auf
+ihn zu, als Paare, verbeugen sich.</small></p>
+
+<p><b>Fred, Florestan</b> <small>stellen ihre Damen vor.</small></p>
+
+<p><b>Annette, Alumette</b> <small>knixen zierlich.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_7" id="Page_7">[S.&nbsp;7]</a></span><b>Pierrot</b> <small>verbeugt sich tief.</small></p>
+
+<p><b>Fred.</b></p>
+
+<p class="speech">Wir haben dich ja in einem netten Zustand gefunden. Was ist denn mit dir
+geschehen?</p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p class="speech">Fragt mich nicht.</p>
+
+<p><b>Florestan</b> <small>herzlich.</small></p>
+
+<p class="speech">Sag uns doch, was es gibt, vielleicht k&ouml;nnen wir dir helfen.</p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p class="speech">La&szlig;t nur, mir ist nicht zu helfen.</p>
+
+<p><b>Fred.</b></p>
+
+<p class="speech">Ich kann mir ja denken, es handelt sich um Pierrette.</p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p class="speech">La&szlig;t mich doch.</p>
+
+<p><b>Annette, Alumette</b> <small>eilen zu dem Bild hin, als wollten sie es von der
+Staffelei entfernen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>ihnen nach, auf sie zu, besch&uuml;tzt das Bild. Steht mit
+ausgebreiteten Armen davor.</small></p>
+
+<p><b>Fred.</b></p>
+
+<p class="speech">Er ist n&auml;rrisch. Mit ihm ist nichts anzufangen.</p>
+
+<p><b>Florestan</b> <small>ergreift Pierrots H&auml;nde, entfernt ihn langsam von dem Bilde,
+geleitet ihn dem Schreibtisch zu.</small></p>
+
+<p><b>Fred.</b></p>
+
+<p class="speech">Schlag dir die Sache aus dem Kopf, Pierrot, es ist nicht der M&uuml;he wert,
+sich um Pierrette zu k&uuml;mmern. Komm mit uns.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_8" id="Page_8">[S.&nbsp;8]</a></span><b>Florestan.</b></p>
+
+<p class="speech">Ja, komm mit uns.</p>
+
+<p><b>Annette, Alumette</b> <small>dr&auml;ngen sich an Pierrot.</small></p>
+
+<p class="speech">Komm mit uns.</p>
+
+<p><b>Pierrot</b>, <small>mit einer Geb&auml;rde des Widerwillens, befreit sich von den
+andern. Setzt sich in den Stuhl am Schreibtisch.</small></p>
+
+<p><b>Fred, Florestan</b> <small>reden ihm weiter zu.</small></p>
+
+<p class="speech">Komm mit uns. Wir wollen uns unterhalten. Der Abend ist sch&ouml;n. Wir
+wollen ins Freie. Wollen trinken, tanzen, k&uuml;ssen.</p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>bleibt sitzen und sch&uuml;ttelt den Kopf.</small></p>
+
+<p><b>Fred, Florestan</b> <small>werden dringender.</small></p>
+
+<p><b>Annette, Alumette</b> <small>gesellen sich bittend und schmeichelnd hinzu.</small></p>
+
+<p><b>Fred, Florestan, Annette, Alumette</b> <small>schlie&szlig;en einen Reigen um Pierrot,
+umtanzen ihn.</small></p>
+
+<p><b>Der dicke Klavierspieler</b> <small>begleitet auf dem Spinett.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>erhebt sich. &Auml;rgerlich:</small></p>
+
+<p class="speech">La&szlig;t mich in Ruhe. Ich ertrag es nicht l&auml;nger. Ich kann das Spiel nicht
+h&ouml;ren. Geht.</p>
+
+<p><small>Eilt zum Spinett, schl&auml;gt es heftig zu. Geht nach r&uuml;ckw&auml;rts zum Fenster
+hin.</small></p>
+
+<p><b>Der dicke Klavierspieler</b> <small>ist zusammengefahren.</small></p>
+
+<p><b>Fred, Annette, Florestan, Alumette</b> <small>sehen einander an, fragend,
+bedenklich, &auml;rgerlich.</small></p>
+
+<p><b>Florestan.</b></p>
+
+<p class="speech">Lassen wir ihn.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_9" id="Page_9">[S.&nbsp;9]</a></span><b>Fred.</b></p>
+
+<p class="speech">Hol ihn der Teufel.</p>
+
+<p><b>Annette, Alumette.</b></p>
+
+<p class="speech">Wie schade.</p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p><small>Steht mit gekreuzten Armen am Fenster.</small></p>
+
+<p><b>Die beiden Paare</b> <small>verbeugen sich ironisch vor ihm und verlassen tanzend
+das Zimmer.</small></p>
+
+<p><b>Der dicke Klavierspieler</b> <small>folgt ihnen.</small></p>
+
+
+<h3><a name="Szene_I_4" id="Szene_I_4"></a><em class="gesperrt">Vierte Szene.</em></h3>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>am Fenster, blickt teilnahmslos hinaus.</small></p>
+
+<p><b>Diener</b> <small>tritt ein.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>bemerkt ihn nicht gleich.</small></p>
+
+<p><b>Diener</b> <small>tritt n&auml;her.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b>, <small>ihm ein paar Schritte entgegen.</small></p>
+
+<p class="speech">Was willst du?</p>
+
+<p><b>Diener.</b></p>
+
+<p class="speech">Gn&auml;diger Herr, ich m&ouml;chte um Ausgang bitten.</p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p class="speech">Warum?</p>
+
+<p><b>Diener.</b></p>
+
+<p class="speech">Ich bin verliebt und sehne mich danach mit meiner Angebeteten beisammen
+zu sein.</p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>wendet sich widerwillig ab.</small></p>
+
+<p><b>Diener</b> <small>bleibt stehen und wartet vergeblich auf Antwort.</small></p>
+
+<p><small>N&auml;hert sich abermals bittend dem Pierrot.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>wendet sich wieder zu ihm.</small></p>
+
+<p class="speech"><a name="Korr_S9-1" id="Korr_S9-1"></a>Geh wohin du willst.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_10" id="Page_10">[S.&nbsp;10]</a></span><b>Diener</b> <small>bedankt sich mit Emphase.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>ungeduldig.</small></p>
+
+<p class="speech">Geh nur, geh nur endlich.</p>
+
+
+<h3><a name="Szene_I_5" id="Szene_I_5"></a><em class="gesperrt">F&uuml;nfte Szene.</em></h3>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>allein. Zum Schreibtisch. Wirft die Blumen und Briefe zu
+Boden.</small></p>
+
+<p><small>Geht auf und ab. Nimmt Mantel und Hut vom Haken.</small></p>
+
+<p class="speech">Ich will fort, wohin immer. Ins Freie, in die Einsamkeit &ndash; &ndash; vielleicht
+in den Tod.</p>
+
+<p><small>Zum Fenster. Sieht hinab. Pl&ouml;tzlich wird er aufmerksam. Beugt sich weit
+&uuml;ber die Br&uuml;stung. F&auml;hrt zur&uuml;ck.</small></p>
+
+<p class="speech">Ist es m&ouml;glich? Nein, ich tr&auml;ume.</p>
+
+<p><small>Beugt sich wieder hinaus und verfolgt offenbar eine Gestalt, die sich
+unter seinem Fenster an der Mauer des Hauses hinbewegt. Er beugt sich
+noch weiter hinaus. Die Gestalt scheint ins Haustor getreten zu sein und
+ist seinen Blicken entschwunden.</small></p>
+
+<p><small>Er tritt vom Fenster zur&uuml;ck in die Mitte des Zimmers in zweifelndem
+Erstaunen. Er horcht. Kein Zweifel mehr, Schritte auf der Treppe. Er
+st&uuml;rzt ins Vorzimmer und verschwindet.</small></p>
+
+
+<h3><a name="Szene_I_6" id="Szene_I_6"></a><em class="gesperrt">Sechste Szene.</em></h3>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>noch im Mantel, doch ohne Hut, kommt mit Pierrette, die er an
+beiden H&auml;nden gefa&szlig;t h&auml;lt, ins Zimmer, h&ouml;chstes Erstaunen in den Z&uuml;gen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>(Altwiener Brautkleid mit Nuancen des <a name="Korr_S10-1" id="Korr_S10-1"></a>Pierrettekost&uuml;ms.
+Myrtenkranz. Schleier um Haupt und Schultern), steht wie gel&auml;hmt da,
+betrachtet Pierrot mit einem selig verst&ouml;rten Blick.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p class="speech">Tr&auml;um ich, wach ich? Bist du's? Bin ich's? Wie ist es denn nur m&ouml;glich,
+da&szlig; du da bist?</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_11" id="Page_11">[S.&nbsp;11]</a></span><b>Pierrette</b> <small>bewegt leise den Kopf.</small></p>
+
+<p class="speech">La&szlig; mich nur zur Besinnung kommen. Ja, ich bin hier. Bei dir.</p>
+
+<p><small><a name="Korr_S11-1" id="Korr_S11-1"></a>Sie beginnt zu schwanken.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>h&auml;lt sie in den Armen aufrecht, geleitet sie zu einem Sessel
+hin, links vorne neben dem Tischchen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>sinkt in den Sessel.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>sinkt vor Pierrette in die Knie, bedeckt ihre H&auml;nde mit
+K&uuml;ssen.</small></p>
+
+<p class="speech">Nun ist alles wieder gut, da ich dich nur habe. Aber erkl&auml;re mir doch
+endlich&nbsp;...</p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>sieht ihn mit stummen Augen an.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>erhebt sich, schleudert den Mantel weg.</small></p>
+
+<p class="speech">So rede. Ich beschw&ouml;re dich. Woher kommst du? Ich verstehe ja nichts von
+allem.</p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>schweigt. Sieht angstvoll zum Fenster, als h&auml;tte sie ein
+Ger&auml;usch geh&ouml;rt.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>beruhigt sie, eilt zum Fenster, blickt hinab, schlie&szlig;t es.</small></p>
+
+<p><small>Eilt zur T&uuml;re, blickt ins Vorzimmer, schlie&szlig;t ab. Eilt wieder zu
+Pierrette zur&uuml;ck.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>hat sich erhoben und breitet Pierrot die Arme entgegen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>weicht vor ihr zur&uuml;ck, weist auf ihren Myrtenkranz, auf ihren
+Schleier.</small></p>
+
+<p class="speech">Erkl&auml;re mir. Sprich endlich.</p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>&ouml;ffnet ihre Arme.</small></p>
+
+<p class="speech">Komm.</p>
+
+<p><small>Der Schleier gleitet ihr von den Schultern herab und bleibt vorne
+liegen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p class="speech">Nein, mir graut. Woher kommst du?</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_12" id="Page_12">[S.&nbsp;12]</a></span><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Was k&uuml;mmert dich das jetzt? Ich bin ja bei dir.</p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>weist durch das Fenster hinaus.</small></p>
+
+<p class="speech">Aber was ist indessen mit dir geschehen da drau&szlig;en in der Welt?</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Frage nicht. Das ist vorbei, ich bin jetzt bei dir und bleibe bei dir.</p>
+
+<p><small>Sie zieht aus ihrem G&uuml;rtel eine kleine Silberphiole.</small></p>
+
+<p class="speech">Sieh was ich mitgebracht habe.</p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p class="speech">Was ist das?</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Das ist Gift. Wir wollen miteinander sterben.</p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>nimmt ihr die Phiole aus der Hand.</small></p>
+
+<p class="speech">Wie, das sollen wir trinken?</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Ja.</p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p class="speech">Warum sollen wir sterben? Komm, la&szlig; uns lieber fliehen.</p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>sch&uuml;ttelt den Kopf.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>f&uuml;hrt sie zum Fenster hin.</small></p>
+
+<p class="speech">Sieh doch, wie sch&ouml;n die Welt ist. All dies ist unser. Komm, la&szlig; uns
+fliehen.</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Fliehen? Nein! Wohin? Was sollen wir tun? Wir haben kein Geld. Es geht
+nicht anders, wir m&uuml;ssen sterben.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_13" id="Page_13">[S.&nbsp;13]</a></span><b>Pierrot</b> <small>sch&uuml;ttelt den Kopf.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Wenn du nicht willst, so la&szlig; ich dich hier und werde wieder fortgehen.
+Leb wohl.</p>
+
+<p><small>Sie wendet sich zu gehen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p class="speech">Bleib, bleib.</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Wozu?</p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p class="speech">Es sei&nbsp;... Wir werden dieses Gift trinken und werden zusammen sterben.</p>
+
+<p><small>Er umfa&szlig;t sie und geht mit ihr zum Divan links.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot und Pierrette</b> <small>lassen sich nieder.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>umarmt Pierrette hei&szlig;.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>erhebt sich pl&ouml;tzlich.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>bleibt sitzen und sieht Pierrot mit gro&szlig;en Augen an.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>geht zum Schranke links hinten, &ouml;ffnet ihn, nimmt zwei Flaschen
+Wein und einige Gl&auml;ser heraus.</small></p>
+
+<p><small>Bringt alles nach vorne und stellt es auf den Tisch.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>steht gleichfalls auf, geht zum Schranke, nimmt Backwerk,
+Fr&uuml;chte, Tischtuch, Teller, E&szlig;zeug heraus. Sie deckt rasch den Tisch.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>hilft ihr.</small></p>
+
+<p><b>Beide</b> <small>bewegen sich mit forcierter Lustigkeit.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>nimmt Blumen aus ihrem G&uuml;rtel, eilt zur Kommode, steckt die
+Blumen in die kleine Vase und bringt die Vase mit den Blumen auf den
+Tisch.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_14" id="Page_14">[S.&nbsp;14]</a></span><b>Pierrot und Pierrette</b> <small>h&uuml;pfen Arm in Arm durch das Zimmer, beleuchten es
+festlich. Z&uuml;nden die Kerzen auf dem Schreibtische, auf der Kommode, auf
+dem Spinett an.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>reicht Pierrette mit scherzhafter W&uuml;rde den Arm und geleitet
+sie zur Tafel.</small></p>
+
+<p><b>Beide</b> <small>nehmen auf dem Divan Platz, trinken und essen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>r&uuml;ckt n&auml;her an Pierrette heran.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>schmiegt sich an Pierrot.</small></p>
+
+<p><small>Lang dauernde Umarmung.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>erhebt sich pl&ouml;tzlich.</small></p>
+
+<p class="speech">Es ist Zeit &ndash;</p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>schaudert zusammen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>nimmt die Phiole und gie&szlig;t in jedes von den beiden noch halb
+gef&uuml;llten Weingl&auml;sern die H&auml;lfte.</small></p>
+
+<p><small>Er erhebt das Glas, fordert Pierrette auf anzusto&szlig;en.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot und Pierrette</b> <small>sto&szlig;en miteinander an.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>setzt das Glas nieder.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>ebenso.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>geht langsam nach r&uuml;ckw&auml;rts.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>folgt ihr.</small></p>
+
+<p><small>In der N&auml;he des Fensters umschlingen beide einander noch einmal.</small></p>
+
+<p><b>Beide</b> <small>umschlungen, langsam zur&uuml;ck zum Tischchen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot.</b></p>
+
+<p class="speech">Bist du bereit?</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_15" id="Page_15">[S.&nbsp;15]</a></span><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Ja.</p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>nimmt das Glas.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>z&ouml;gert.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>l&auml;chelt ver&auml;chtlich.</small></p>
+
+<p class="speech">Du hast ja doch nicht den Mut. Siehst du, ich dacht es.</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">O Pierrot, glaub das nicht. Ich habe Mut. Nur einen Ku&szlig; noch, dann bin
+ich bereit.</p>
+
+<p><b>Beide</b> <small>umarmen einander gl&uuml;hend.</small></p>
+
+<p><b>Beide</b> <small>setzen die Gl&auml;ser an die Lippen und sehen einander lang in die
+Augen.</small></p>
+
+<p><b>Beide</b> <small>neigen den Kopf nach r&uuml;ckw&auml;rts.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>trinkt das Glas auf einen Zug aus.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>hat keinen Tropfen &uuml;ber die Lippen gebracht.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>sieht es, taumelt entsetzt zur&uuml;ck.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>hat das Glas ein wenig von den Lippen entfernt, f&uuml;hrt es
+wieder an den Mund.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>schl&auml;gt ihr das Glas ver&auml;chtlich aus der Hand. Sinkt der L&auml;nge
+nach nieder hinter der Staffelei (so, da&szlig; er f&uuml;r einen etwa Eintretenden
+vorerst unsichtbar w&auml;re).</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>steht wie starr da.</small></p>
+
+<p><small>Dann wirft sie sich vor Pierrot nieder, fa&szlig;t ihn an, r&uuml;ttelt ihn, k&uuml;&szlig;t
+ihn. Alles vergeblich. Sie nimmt das Glas vom Boden wieder auf, weist es
+Pierrot.</small></p>
+
+<p class="speech">Sieh nur her, ich will's ja tun.</p>
+
+<p><small>Sie f&uuml;hrt das Glas an die Lippen, merkt, da&szlig; es leer und zersplittert
+ist.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_16" id="Page_16">[S.&nbsp;16]</a></span><small>Sie steht auf, l&auml;uft im Zimmer hin und her, greift sich ratlos an den
+Kopf, f&uuml;hlt den Myrtenkranz, zuckt zusammen.</small></p>
+
+<p><small>Pl&ouml;tzlich glaubt sie ein Ger&auml;usch zu h&ouml;ren, eilt zum Fenster, kauert
+auf den Divan nieder.</small></p>
+
+<p><small>Sie geht wieder nach vorn, zu Pierrot; schaut angstvoll auf ihn
+nieder.</small></p>
+
+<p class="speech">Du lebst, nicht wahr du lebst? So antworte doch, Pierrot!</p>
+
+<p><small>Sie beugt sich tiefer und immer tiefer zu ihm nieder, betrachtet ihn
+mit wachsendem Schauder, bis sie endlich begreift, da&szlig; er tot ist. Von
+Entsetzen gepackt, rennt sie zur T&uuml;re, rei&szlig;t sie auf, st&uuml;rzt davon.</small></p>
+
+<p class="centered"><br /><br /><em class="gesperrt">Vorhang.</em></p>
+
+<p class="centered"><small>Die Musik leitet ohne Pause &uuml;ber zum zweiten Bild.</small></p>
+
+<div class="figcenter">
+<img src="images/illu1.gif" alt="Ornament" title="" />
+</div>
+
+
+
+<hr />
+<h2><span class="pagenum"><a name="Page_17" id="Page_17">[S.&nbsp;17]</a></span><a name="Bild_II" id="Bild_II"></a>II. Bild.</h2>
+
+
+<p><small>Ein Festsaal. Im Hintergrund eine weite Flucht von Zimmern, die von
+vorn gesehen leicht ansteigt. Festliche Beleuchtung. Buffet links
+hinten, im vorderen Saal. Rechts Klavier und Pulte. Gewundene Stiegen
+laufen rechts und links zwischen dem ersten und zweiten Saal nach oben.</small></p>
+
+
+<h3><a name="Szene_II_1" id="Szene_II_1"></a><em class="gesperrt">Erste Szene.</em></h3>
+
+<p class="centered"><em class="gesperrt">Hochzeitsgesellschaft.</em></p>
+
+<p><b>Eine Anzahl von Paaren</b> <small>tanzt Walzer.</small></p>
+
+<p><b>&Auml;ltere Damen und Herren</b> <small>sitzen an den Seitenw&auml;nden.</small></p>
+
+<p><b>Zwei Diener</b> <small>hinter dem Buffet damit besch&auml;ftigt, G&auml;sten Wein
+einzuschenken und Backwerk vorzuteilen.</small></p>
+
+<p><b>Klavierspieler, Violinspieler und Klarinettist</b> <small>besorgen die Tanzmusik.</small></p>
+
+<p><b>Pierrettens Vater und Pierrettens Mutter</b> <small>(kleine behagliche Leute)
+stehen am Buffet und bekomplimentieren die G&auml;ste.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_18" id="Page_18">[S.&nbsp;18]</a></span><b>Arlechino</b> <small>(der Br&auml;utigam Pierrettens, gro&szlig;, hager, nicht mehr jung,
+Altwiener Kost&uuml;m, vollkommen schwarz, gro&szlig;e wei&szlig;e Blume im Knopfloch.)
+d&uuml;ster und erregt, steht mit verschr&auml;nkten Armen rechts vorne und schaut
+dem Tanze zu.</small></p>
+
+<p><small>Der Walzer endet.</small></p>
+
+<p><b>Die Paare</b> <small>promenieren.</small></p>
+
+<p><b>Vater und Mutter</b> <small>treten in die Mitte des Saales.</small></p>
+
+<p><b>Junge Herren</b> <small>sprechen mit der Mutter.</small></p>
+
+<p><b>Junge Damen</b> <small>mit dem Vater.</small></p>
+
+<p><b>Gigolo</b> <small>der Tanzarrangeur, sehr jung, mit &uuml;bertriebener Eleganz
+gekleidet, eilt gesch&auml;ftig im Saale hin und her, bald beim Buffet, bald
+bei den Musikern, bald bei einzelnen T&auml;nzerinnen und T&auml;nzern.</small></p>
+
+<p><b>Einige Paare</b> <small>zum Buffet.</small></p>
+
+<p><b>Der Vater</b>, <small>gut aufgelegt, geleitet zwei junge Damen zum Buffet.</small></p>
+
+<p><b>Zwei junge M&auml;dchen</b> <small>treten zu Arlechino und sprechen l&auml;chelnd mit ihm.</small></p>
+
+<p><b>Arlechinos</b> <small>Antlitz bleibt d&uuml;ster.</small></p>
+
+<p><b>Einige G&auml;ste</b> <small>sto&szlig;en mit Vater und Mutter an.</small></p>
+
+<p><b>Der Vater</b> <small>kommt auf Arlechino zu, mit zwei gef&uuml;llten Gl&auml;sern, <a name="Korr_S18-1" id="Korr_S18-1"></a>reicht
+ihm das eine.</small></p>
+
+<p><b>Der Vater</b> <small>st&ouml;&szlig;t mit Arlechino an, umarmt ihn dann.</small></p>
+
+<p><b>Die Umstehenden</b> <small>spenden Beifall (nicht H&auml;ndeklatschen).</small></p>
+
+<p><b>Gigolo</b> <small>schl&auml;gt in die H&auml;nde, animiert die Herren, ihre Damen zu
+engagieren, gesch&auml;ftig im Saale hin und her.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_19" id="Page_19">[S.&nbsp;19]</a></span><b>Die Paare</b> <small>stellen sich zu einer Quadrille bereit.</small></p>
+
+<p><b>Gigolo</b> <small>zu Arlechino.</small></p>
+
+<p class="speech">Sie m&uuml;ssen auch mittanzen, Herr Arlechino, engagieren Sie doch Ihre
+Braut.</p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>nickt ernst, sieht sich im Saale um.</small></p>
+
+<p><small>Die Quadrille beginnt.</small></p>
+
+<p><b>Gigolo</b> <small>sieht, da&szlig; Arlechino noch allein ist, gebietet der Musik
+Einhalt.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>zu Gigolo.</small></p>
+
+<p class="speech">Sie sehen ja, Fr&auml;ulein Pierrette ist noch nicht da. Jedenfalls verweilt
+sie auf ihrem Zimmer oben. Lassen Sie die Quadrille nur weiter gehen.</p>
+
+<p><b>Gigolo.</b></p>
+
+<p class="speech">Keineswegs, das geht nicht.</p>
+
+<p><small>Er eilt zur Mutter.</small></p>
+
+<p class="speech">Herr Arlechino ist ohne Dame, Fr&auml;ulein Pierrette ist nicht da.</p>
+
+<p><b>Mutter</b> <small>erstaunt, sieht sich im Saal um.</small></p>
+
+<p class="speech">Pierrette ist nicht da? Ach ja, ich wei&szlig; schon, sie ist auf ihrem
+Zimmer, kleidet sich an, macht sich f&uuml;r die Reise bereit.</p>
+
+<p><b>Vater</b> <small>ist herzugetreten.</small></p>
+
+<p class="speech">So geh doch hinauf und hole sie.</p>
+
+<p><b>Mutter</b> <small>rasch ab, rechts.</small></p>
+
+<p><b>Gigolo</b> <small><a name="Korr_S19-1" id="Korr_S19-1"></a>gibt den Musikern ein Zeichen.</small></p>
+
+<p><b>Die Musiker</b> <small>intonieren ein Menuett.</small></p>
+
+<p><small>Die zur Quadrille gestellten Paare tanzen das Menuett.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_20" id="Page_20">[S.&nbsp;20]</a></span><b>Arlechino</b> <small>geht inde&szlig; r&uuml;ckw&auml;rts in der Flucht der S&auml;le bis weit nach
+hinten, auf und ab.</small></p>
+
+<p><b>Die Mutter</b> <small>kommt zur&uuml;ck, rasch zum Vater. Zieht ihn nach vorne.</small></p>
+
+<p class="speech">Pierrette ist nicht oben.</p>
+
+<p><b>Vater.</b></p>
+
+<p class="speech">Du bist verr&uuml;ckt.</p>
+
+<p><b>Mutter.</b></p>
+
+<p class="speech">Ich versichere dich, sie ist nicht oben.</p>
+
+<p><b>Vater.</b></p>
+
+<p class="speech">Wie ist denn das m&ouml;glich?</p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>steht pl&ouml;tzlich bei den beiden.</small></p>
+
+<p class="speech">Wo ist Pierrette?</p>
+
+<p><b>Mutter</b> <small>verlegen.</small></p>
+
+<p class="speech">Sie wird gleich kommen.</p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>dringender.</small></p>
+
+<p class="speech">Wo ist Pierrette?</p>
+
+<p><b>Mutter</b> <small>verwirrt.</small></p>
+
+<p class="speech">Ich wei&szlig; es nicht.</p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>fa&szlig;t die Mutter am Arm.</small></p>
+
+<p><b>Der Vater</b> <small>will ihm das verwehren.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>stampft auf den Boden.</small></p>
+
+<p class="speech">Wo ist Pierrette?</p>
+
+<p><b>Die Paare</b> <small>haben bemerkt, da&szlig; etwas vorgeht.</small></p>
+
+<p><b>Die Tanzmusik</b> <small>h&ouml;rt auf zu spielen.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_21" id="Page_21">[S.&nbsp;21]</a></span><b>Ein Paar</b> <small>neben der Gruppe Arlechino, Vater, Mutter, merkt worum es sich
+handelt, teilt es dem n&auml;chsten Paare mit.</small></p>
+
+<p><b>Ein Paar</b> <small>teilt es dem andern mit.</small></p>
+
+<p><small>Die Aufregung ist gro&szlig;, alle gruppieren sich um Arlechino, Vater und
+Mutter, die jetzt in der Mitte des Saales stehen.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>droht.</small></p>
+
+<p class="speech">Ich werde f&uuml;rchterliche Rache nehmen. Ich werde das Haus anz&uuml;nden. Ich
+werde alle umbringen.</p>
+
+<p><b>Gigolo</b> <small>tritt hinzu.</small></p>
+
+<p class="speech">Gewi&szlig; ist das Haus noch nicht ordentlich durchsucht.</p>
+
+<p><small>Zu den M&auml;dchen.</small></p>
+
+<p class="speech">Suchen Sie doch alle, suchen Sie doch &uuml;berall.</p>
+
+<p><b>Die jungen M&auml;dchen</b> <small>entfernen sich nach den verschiedenen Seiten, einige
+&uuml;ber die Stiegen, laufen hin und her.</small></p>
+
+<p><b>Die jungen Herren</b> <small>stehen in Gruppen beisammen.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>vorn, geht mit gro&szlig;en Schritten auf und ab.</small></p>
+
+<p><b>Vater und Mutter</b>, <small>rechts, ziemlich hinten, machen einander Vorw&uuml;rfe.</small></p>
+
+<p><b>Die jungen M&auml;dchen</b> <small>kommen nach und nach zur&uuml;ck.</small></p>
+
+<p class="speech">Wir haben Pierrette nicht gefunden.</p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>wird rasend vor Wut. Zum Buffet, zerschl&auml;gt einige Gl&auml;ser und
+Flaschen. Vollf&uuml;hrt drohende Geb&auml;rden gegen Vater und Mutter. Geht zum
+Klavier, zertr&uuml;mmert die Tasten, rei&szlig;t den Musikern Violine und
+<span class="pagenum"><a name="Page_22" id="Page_22">[S.&nbsp;22]</a></span>Klarinette aus der Hand, zerschmettert sie und wirft sie zu Boden. Dann
+eilt er durch die Zimmerflucht nach hinten.</small></p>
+
+
+<h3><a name="Szene_II_2" id="Szene_II_2"></a><em class="gesperrt">Zweite Szene.</em></h3>
+
+<p><small>Wie Arlechino ganz r&uuml;ckw&auml;rts ist, tritt ihm Pierrette entgegen.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>fa&szlig;t Pierrette bei der Hand, zieht sie nach vorne und bleibt
+in der Mitte stehen.</small></p>
+
+<p><b>Die andern</b> <small>erstaunen.</small></p>
+
+<p><b>Einige</b> <small>suchen n&auml;her zu treten.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>weist sie fort.</small></p>
+
+<p><b>Vater und Mutter</b> <small>suchen n&auml;her zu treten.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>weist sie fort.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino und Pierrette</b> <small>mitten im Saal.</small></p>
+
+<p><b>Die andern</b> <small>in gemessener Entfernung.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>zu Pierrette.</small></p>
+
+<p class="speech">Wo bist du gewesen?</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">In meinem Zimmer oben.</p>
+
+<p><b>Arlechino.</b></p>
+
+<p class="speech">Das ist nicht wahr.</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Ich bin spazieren gegangen, drau&szlig;en im Garten.</p>
+
+<p><b>Arlechino.</b></p>
+
+<p class="speech">Du bist gesucht worden, du warst nicht im Hause und nicht im Garten.</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Ich kann nichts andres antworten. Komm, ich will tanzen.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_23" id="Page_23">[S.&nbsp;23]</a></span><b>Arlechino.</b></p>
+
+<p class="speech">Nein, zuerst mu&szlig;t du mir antworten.</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Ich will tanzen.</p>
+
+<p><a name="Korr_S23-1" id="Korr_S23-1"></a><b>Arlechino.</b></p>
+
+<p class="speech">Zuerst antworte!</p>
+
+<p><b>Vater, Mutter, Gigolo, junge M&auml;dchen</b>, <small>treten n&auml;her, versuchen Arlechino
+zu beg&uuml;tigen.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>h&ouml;rt nicht auf sie.</small></p>
+
+<p><b>Gigolo</b> <small>gibt den Musikern ein Zeichen.</small></p>
+
+<p><b>Die Musiker</b> <small>verweisen verzweifelt auf ihre ruinierten Instrumente.</small></p>
+
+<p><b>Gigolo.</b></p>
+
+<p class="speech">Das macht nichts, spielt nur, es wird schon gehen.</p>
+
+<p><b>Die Musiker</b> <small>beginnen zu spielen. Schnellpolka.</small></p>
+
+<p><small>Die Instrumente klingen schauerlich.</small></p>
+
+<p><b>Gigolo</b> <small>tritt in die Mitte des Saales.</small></p>
+
+<p class="speech">Tanzen, tanzen.</p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>auf Arlechino zu, <a name="Korr_S23-2" id="Korr_S23-2"></a>mit verzweifelt bacchantischer Geste.
+Schmiegt sich n&auml;her an ihn heran.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>betrachtet sie lang, umfa&szlig;t sie, tanzt mit ihr.</small></p>
+
+<p><small>Alles scheint wieder geordnet.</small></p>
+
+<p><small>Pl&ouml;tzlich sieht man von hinten, nur f&uuml;r Pierrette sichtbar, sehr
+langsam den toten Pierrot kommen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>h&auml;lt im Tanzen inne, weist entsetzt auf den n&auml;her
+schreitenden Pierrot.</small></p>
+
+<p><b>Die andern</b> <small>wissen nicht, was Pierrette ist.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>schreitet mitten durch den Saal, bleibt vor Pierrette stehen
+und zerflie&szlig;t in nichts.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_24" id="Page_24">[S.&nbsp;24]</a></span><b>Pierrette</b> <small>weist die Erscheinung als Traumbild von sich, erholt sich.</small></p>
+
+<p><b>Die andern</b> <small>beginnen wieder zu tanzen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>geht mit Arlechino zum Buffet. Verlangt vom Diener etwas zu
+trinken.</small></p>
+
+<p><small>Pl&ouml;tzlich steht statt des Dieners der tote Pierrot hinter dem Buffet.
+Schenkt der Pierrette ein Glas Wein ein.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>taumelt zur&uuml;ck, rast wie eine Verfolgte zum Klavier hin.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>ihr nach.</small></p>
+
+<p><small>Der tote Pierrot verschwindet.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino.</b></p>
+
+<p class="speech">Was hast du? Was ist dir?</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Nichts, nichts. Es geht schon wieder vor&uuml;ber.</p>
+
+<p><small>Sie schauert und will sich verh&uuml;llen.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>pl&ouml;tzlich merkend.</small></p>
+
+<p class="speech">Elende&nbsp;...</p>
+
+<p><b>Die Tanzmusik</b> <small>h&ouml;rt auf.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino.</b></p>
+
+<p class="speech">Wo ist dein Schleier Pierrette?</p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>greift sich an Haupt und Schultern.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino.</b></p>
+
+<p class="speech">Wo ist dein Schleier?</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Ich wei&szlig; nicht.</p>
+
+<p><b>Arlechino.</b></p>
+
+<p class="speech"><a name="Korr_S24-1" id="Korr_S24-1"></a>W&auml;hrend du fort warst, ist dir dieser Schleier verloren gegangen. Wo ist
+der Schleier? Wo warst du?</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_25" id="Page_25">[S.&nbsp;25]</a></span><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">La&szlig; mich doch.</p>
+
+<p><b>Arlechino.</b></p>
+
+<p class="speech">Du mu&szlig;t dir deinen Schleier zur&uuml;ckholen.</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Ich wei&szlig; nicht wo er ist.</p>
+
+<p><small>In diesem Augenblick erscheint der tote Pierrot mit dem Schleier in der
+Hand im Hintergrunde und kommt nur wenig nach vorn. Bleibt am Ende des
+Saales stehen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>eilt dem toten Pierrot entgegen.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>ihr nach, fa&szlig;t sie bei der Hand.</small></p>
+
+<p><b>Der tote Pierrot</b> <small>mit dem Schleier entfernt sich wieder.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>sucht den Schleier zu erhaschen.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>h&auml;lt sie ununterbrochen bei der Hand.</small></p>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>mit dem Schleier entschwindet.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>dem Scheinbilde nach.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>immer mit ihr.</small></p>
+
+<p><b>Einige junge Herren</b> <small>wollen nach.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>wendet sich um und verbietet, da&szlig; man ihnen folge.</small></p>
+
+<p class="centered"><br /><br /><em class="gesperrt">Vorhang.</em></p>
+
+<p class="centered"><small>Die Musik leitet ohne Pause &uuml;ber zum dritten Bild.</small></p>
+
+<div class="figcenter">
+<img src="images/illu2.gif" alt="Ornament" title="" />
+</div>
+
+
+
+<hr />
+<h2><span class="pagenum"><a name="Page_26" id="Page_26">[S.&nbsp;26]</a></span><a name="Bild_III" id="Bild_III"></a>III. Bild.</h2>
+
+
+<p class="centered"><em class="gesperrt">Dekoration des ersten.</em></p>
+
+
+<h3><a name="Szene_III_1" id="Szene_III_1"></a><em class="gesperrt">Erste Szene.</em></h3>
+
+<p><b>Pierrot</b> <small>liegt tot hingestreckt auf dem Boden, hinter der Staffelei.</small></p>
+
+<p><small>Der Schleier liegt in der Mitte des dunkeln Zimmers, wei&szlig; schimmernd
+da. Die Kerzen gr&ouml;&szlig;tenteils herabgebrannt, einige ganz erloschen.</small></p>
+
+<p><small>Die Szene bleibt einige Augenblicke vollkommen leer.</small></p>
+
+<p><small>Die T&uuml;re &ouml;ffnet sich.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino und Pierrette</b> <small>treten ein.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>h&auml;lt Pierrette bei der Hand.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small><a name="Korr_S26-1" id="Korr_S26-1"></a>eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, h&auml;lt ihn hoch.</small></p>
+
+<p class="speech">Da ist er. Nun la&szlig; uns gehen.</p>
+
+<p><b>Arlechino.</b></p>
+
+<p class="speech">Nein. Wo bin ich hier?</p>
+
+<p><small>Er geht im Zimmer hin und her.</small></p>
+
+<p><small>Bald steht er vor der Leiche Pierrots, f&auml;hrt zur&uuml;ck, h&auml;lt aber Pierrot
+nicht f&uuml;r tot, sondern f&uuml;r betrunken. Wendet sich zu Pierrette.</small></p>
+
+<p class="speech">Also das war es? Mit diesem Menschen warst du zusammen?</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_27" id="Page_27">[S.&nbsp;27]</a></span><small>Er gewahrt die Reste des Mahls.</small></p>
+
+<p class="speech">Hier habt Ihr miteinander getafelt und getrunken. Hier hat er dich in
+den Armen gehalten. Wartet nur.</p>
+
+<p><small>Wieder zu Pierrot hin.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>auf ihn zu, will ihn zur&uuml;ckhalten.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>schleudert sie von sich.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>schleicht sich zum Fenster.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>kniet vor Pierrot nieder.</small></p>
+
+<p class="speech">Du Schurke, du Hund. Wer bist du denn? Antworte! Antworte! Steh auf!</p>
+
+<p><small>Er fa&szlig;t Pierrot bei den Schultern und sch&uuml;ttelt ihn.</small></p>
+
+<p><b>Der tote Pierrot</b> <small>f&auml;llt schwer auf den Boden hin.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>f&auml;hrt entsetzt zur&uuml;ck.</small></p>
+
+<p><small>Er geht zu Pierrette, die regungslos am Fenster steht.</small></p>
+
+<p class="speech">Hast du's gewu&szlig;t?</p>
+
+<p><b>Pierrette.</b></p>
+
+<p class="speech">Ja.</p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>geht &uuml;berlegend auf und ab. Kehrt wieder zu Pierrette zur&uuml;ck,
+sieht sie lange an.</small></p>
+
+<p class="speech">Was soll ich mit dir tun?</p>
+
+<p><small>Kommt auf einen Einfall, lacht h&ouml;hnisch auf. Tritt wieder zu dem toten
+Pierrot hin, will ihn emporheben.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>eilt entsetzt nach vorne.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>weist sie von sich, ergreift den Leichnam des Pierrot, tr&auml;gt
+ihn zu dem Divan, lehnt ihn dort in die vordere Ecke.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_28" id="Page_28">[S.&nbsp;28]</a></span><b>Pierrette</b> <small>ist entsetzt bis ans Ende des Zimmers geschlichen und schaut
+dem Beginnen des Arlechino zu.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>setzt sich auf den Tisch dem Pierrot gegen&uuml;ber. Schenkt in
+zwei Gl&auml;ser ein, erhebt das eine, trinkt dem Pierrot zu. Dann winkt er
+Pierrette mit einem teuflischen L&auml;cheln herbei.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>bleibt regungslos stehen.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>erhebt sich, winkt Pierrette gebieterisch.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>kommt langsam.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>geht ihr entgegen, reicht ihr in der Mitte des Zimmers den
+Arm, geleitet sie zu einem Sessel neben dem Tische, gibt ihr eins der
+gef&uuml;llten Gl&auml;ser in die Hand, st&ouml;&szlig;t mit ihr an.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>kann nicht trinken.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino.</b></p>
+
+<p class="speech">So trink doch.</p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>trinkt.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>setzt sich neben Pierrette, dr&auml;ngt sich n&auml;her an sie, umfa&szlig;t
+sie, sucht sie an sich zu ziehen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>schaudert zusammen.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>wird z&auml;rtlicher.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>springt auf, ihr Sessel f&auml;llt um, sie fl&uuml;chtet nach r&uuml;ckw&auml;rts
+in die Fensterecke.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>ihr nach, spielt den Verliebten.</small></p>
+
+<p class="speech">Ich bete dich an, meine Teure.</p>
+
+<p><small>Kniet nieder, versucht sie an sich und mit sich zu ziehen.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>entflieht, bis sie links hinter den toten Pierrot zu stehen
+kommt.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>hat sich erhoben, geht auf Pierrot zu, verbeugt sich vor ihm,
+dann verbeugt er sich vor Pierrette.</small></p>
+
+<p class="speech"><span class="pagenum"><a name="Page_29" id="Page_29">[S.&nbsp;29]</a></span>Du bist ja in guter Gesellschaft.</p>
+
+<p><small>Dann geht er zur T&uuml;r.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>folgt seinen Bewegungen mit wachsendem Entsetzen.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>wendet sich in der T&uuml;re nochmals um und verbeugt sich
+h&ouml;hnisch.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>st&uuml;rzt ihm nach, wirft sich vor ihm auf die Knie.</small></p>
+
+<p><b>Arlechino</b> <small>sch&uuml;ttelt sie von sich ab, geht und versperrt die T&uuml;re hinter
+sich.</small></p>
+
+
+<h3><a name="Szene_III_2" id="Szene_III_2"></a><em class="gesperrt">Zweite Szene.</em></h3>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>poltert an die T&uuml;r. Eilt zum Fenster, rei&szlig;t es auf. Sieht
+Arlechino fortgehen, ruft ihn zur&uuml;ck. Er entschwindet ihren Blicken.
+Wieder zur T&uuml;r, r&uuml;ttelt, rei&szlig;t, vergeblich. Rennt im Zimmer umher, sucht
+nach irgend einem Ausgang. Findet keinen. Endlich bleibt sie wieder
+gegen&uuml;ber dem toten Pierrot stehen. Sieht ihn lange an, l&auml;uft davon.
+Kommt wieder zur&uuml;ck. Nickt ihm zu. Ger&auml;t von neuem in Angst, schleicht
+l&auml;ngs der W&auml;nde im ganzen Zimmer hin und her. Ihre Bewegungen <a name="Korr_S29-1" id="Korr_S29-1"></a>ver&auml;ndern
+sich ins Tanzartige. In ihren Augen spricht sich der beginnende Wahnsinn
+aus. Wieder ist sie hinter Pierrot, schleicht sich langsam hinter dem
+Divan zu ihm hervor. Sie ist in einer halb knienden Stellung vor ihm und
+blickt ihm ins Gesicht. Verbeugt sich vor ihm. Beginnt zu tanzen. Zuerst
+vor ihm, dann in immer weiterem Bogen, endlich im ganzen Zimmer herum.
+Sie h&auml;lt inne, um dann mit erneuerter Kraft wieder weiter zu tanzen.</small></p>
+
+<p><small>Poltern an der T&uuml;re.</small></p>
+
+<p><b>Pierrette</b> <small>ist beinahe atemlos, ihre Kr&auml;fte beginnen zu schwinden, ihre
+Augen gl&auml;nzen tr&uuml;be, sie ist dem Verl&ouml;schen nahe.</small></p>
+
+<p><small>Neues, verst&auml;rktes Poltern.</small></p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_30" id="Page_30">[S.&nbsp;30]</a></span><b>Pierrette</b> <small>sinkt zu Boden, tot. Zu F&uuml;&szlig;en des toten Pierrot.</small></p>
+
+<p><small>Die T&uuml;re wird erbrochen.</small></p>
+
+
+<h3><a name="Szene_III_3" id="Szene_III_3"></a><em class="gesperrt">Dritte Szene.</em></h3>
+
+<p><b>Fred, Florestan, Annette, Alumette</b> <small>treten ein.</small></p>
+
+<p><small>Der Morgen ist heranged&auml;mmert. Beginnender Sonnenaufgang.</small></p>
+
+<p><b>Fred und Florestan</b> <small>wenden sich lachend zu den M&auml;dchen. Beide Paare
+t&auml;nzeln Arm in Arm bis ganz nahe zu Pierrot und Pierrette hin, fassen
+was geschehen ist und weichen entsetzt zur&uuml;ck.</small></p>
+
+<p class="centered"><br /><br /><em class="gesperrt">Vorhang.</em></p>
+
+<p class="centered"><em class="gesperrt">Ende.</em></p>
+
+<div class="figcenter">
+<img src="images/illu3.gif" alt="Ornament" title="" />
+</div>
+
+<hr />
+
+<div class="note">
+<h2>Anmerkungen zur Transkription:</h2>
+
+<p>Dieses elektronische Buch basiert auf gescannten Bilddateien, die
+freundlicherweise von Austrian Literature Online
+(<a href="http://www.literature.at">http://www.literature.at</a>) zur Verf&uuml;gung gestellt wurden.</p>
+
+<p>Die im Original <em class="gesperrt">gesperrt</em> dargestellten Rollennamen werden in dieser HTML-Version
+<b>fett</b> wiedergegeben.</p>
+
+<p>Im Originalbuch ist kein Inhaltsverzeichnis enthalten. F&uuml;r eine bessere &Uuml;bersicht
+wurde dieses hinzugef&uuml;gt.</p>
+
+<p>Gegen&uuml;ber der gedruckten Version wurden folgende Satzfehler korrigiert:</p>
+
+<table summary="korrigierte Fehler">
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S2-1">S.&nbsp;2&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern.</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S4-1">S.&nbsp;4&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>wird selbst verst&auml;ndlich nur pantomimisch ausgedr&uuml;ckt</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">wird selbstverst&auml;ndlich nur pantomimisch ausgedr&uuml;ckt</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S6-1">S.&nbsp;6&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td><b>Florestan, Alumette</b> und <b>Fred, Annette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline"><b>Florestan, Alumette und Fred, Annette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S6-2">S.&nbsp;6&nbsp;(2)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td><b>Florestan</b> und <b>Alumette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline"><b>Florestan und Alumette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S6-3">S.&nbsp;6&nbsp;(3)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td><b>Fred</b> und <b>Annette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline"><b>Fred und Annette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S9-1">S.&nbsp;9&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>Geh wohin du willst</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">Geh wohin du willst.</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S10-1">S.&nbsp;10&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>Pierrettekostums</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">Pierrettekost&uuml;ms</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S11-1">S.&nbsp;11&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>Sie beginnt zu schwanken. (Kein neuer Absatz)</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">Sie beginnt zu schwanken. (Absatz vor dem Text eingef&uuml;gt)</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S18-1">S.&nbsp;18&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>reicht ihm das eine</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">reicht ihm das eine.</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S19-1">S.&nbsp;19&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>gibt den Musikern ein Zeichen,</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">gibt den Musikern ein Zeichen.</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S23-1">S.&nbsp;23&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td><b>Arlechino</b> ... Zuerst antworte!</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline"><b>Arlechino.</b> ... Zuerst antworte!</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S23-2">S.&nbsp;23&nbsp;(2)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>mit verzweifelt bachantischer Geste</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">mit verzweifelt bacchantischer Geste</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S24-1">S.&nbsp;24&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>W&auml;hrend du fort warst, ist dir dieser Schliere</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">W&auml;hrend du fort warst, ist dir dieser Schleier</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S26-1">S.&nbsp;26&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab h&auml;lt ihn hoch</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, h&auml;lt ihn hoch</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S29-1">S.&nbsp;29&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>ver&auml;ndern sich ins tanzartige.</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">ver&auml;ndern sich ins Tanzartige.</td>
+</tr>
+</table>
+
+</div>
+
+<div class="note">
+<h2>Transcriber's Note:</h2>
+
+<p>This ebook is based on scanned images which have been generously made
+available by Austrian Literature Online (<a href="http://www.literature.at">http://www.literature.at</a>).</p>
+
+<p>Actors' names are printed <em class="gesperrt">spaced-out</em> in the original text.
+Within this HTML version, they are reproduced in <b>bold</b>.</p>
+
+<p>The original book did not have a table of contents.
+It has been added for the reader's convenience.</p>
+
+<p>The following corrections were applied to the original text:</p>
+
+<table summary="changes applied">
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S2-1">p.&nbsp;2&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">Zweites Bild: Festsaal im Hause von Pierrettens Eltern.</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S4-1">p.&nbsp;4&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>wird selbst verst&auml;ndlich nur pantomimisch ausgedr&uuml;ckt</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">wird selbstverst&auml;ndlich nur pantomimisch ausgedr&uuml;ckt</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S6-1">p.&nbsp;6&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td><b>Florestan, Alumette</b> und <b>Fred, Annette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline"><b>Florestan, Alumette und Fred, Annette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S6-2">p.&nbsp;6&nbsp;(2)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td><b>Florestan</b> und <b>Alumette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline"><b>Florestan und Alumette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S6-3">p.&nbsp;6&nbsp;(3)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td><b>Fred</b> und <b>Annette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline"><b>Fred und Annette</b></td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S9-1">p.&nbsp;9&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>Geh wohin du willst</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">Geh wohin du willst.</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S10-1">p.&nbsp;10&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>Pierrettekostums</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">Pierrettekost&uuml;ms</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S11-1">p.&nbsp;11&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>Sie beginnt zu schwanken. (Kein neuer Absatz)</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">Sie beginnt zu schwanken. (Absatz vor dem Text eingef&uuml;gt)</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S18-1">p.&nbsp;18&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>reicht ihm das eine</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">reicht ihm das eine.</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S19-1">p.&nbsp;19&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>gibt den Musikern ein Zeichen,</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">gibt den Musikern ein Zeichen.</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S23-1">p.&nbsp;23&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td><b>Arlechino</b> ... Zuerst antworte!</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline"><b>Arlechino.</b> ... Zuerst antworte!</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S23-2">p.&nbsp;23&nbsp;(2)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>mit verzweifelt bachantischer Geste</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">mit verzweifelt bacchantischer Geste</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S24-1">p.&nbsp;24&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>W&auml;hrend du fort warst, ist dir dieser Schliere</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">W&auml;hrend du fort warst, ist dir dieser Schleier</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S26-1">p.&nbsp;26&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab h&auml;lt ihn hoch</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">eilt zu dem Schleier hin, beugt sich herab, h&auml;lt ihn hoch</td>
+</tr>
+<tr>
+<td rowspan="2" class="lastline"><a href="#Korr_S29-1">p.&nbsp;29&nbsp;(1)</a></td>
+<td>original:</td>
+<td>ver&auml;ndern sich ins tanzartige.</td>
+</tr>
+<tr>
+<td class="lastline">ebook:</td>
+<td class="lastline">ver&auml;ndern sich ins Tanzartige.</td>
+</tr>
+</table>
+
+</div>
+
+
+
+
+
+
+
+
+<pre>
+
+
+
+
+
+End of Project Gutenberg's Der Schleier der Pierrette, by Arthur Schnitzler
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER SCHLEIER DER PIERRETTE ***
+
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+1.E.9.
+
+1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
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+terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
+to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
+permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
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+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+https://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at https://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit https://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including including checks, online payments and credit card
+donations. To donate, please visit: https://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
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+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
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+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
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