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+The Project Gutenberg EBook of Martin Behaim aus Nürnberg by Alexander
+Ziegler
+
+
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no
+restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under
+the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or
+online at http://www.gutenberg.org/license
+
+
+
+Title: Martin Behaim aus Nürnberg
+
+Author: Alexander Ziegler
+
+Release Date: February 18, 2010 [Ebook #31321]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF‐8
+
+
+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK MARTIN BEHAIM AUS NÜRNBERG***
+
+
+
+
+
+ *Martin Behaim*
+
+ aus Nürnberg.
+
+ *Der geistige Entdecker Amerika’s.*
+
+
+
+ Von
+
+ *Alexander Ziegler.*
+
+
+*Dresden,*
+_Druck von G. Heinrich._
+*1859.*
+
+
+
+
+
+ Dem
+
+ Germanischen Museum
+
+ in Nürnberg
+
+
+
+
+
+ ehrfurchtsvoll gewidmet
+
+
+
+ von dem
+
+
+
+ Verfasser.
+
+Ruhla, den 20. Juli 1859.
+
+
+
+
+
+
+Martin Behaim wurde in Nürnberg um 1459 geboren. Derselbe stammte aus dem
+altadeligen Geschlechte der Herren _Behaim von Schwarzbach_, die in
+_Böhmen_, in dem Kreise Pilsen, an einem Wasser, die Schwarze genannt, –
+daher der Name Schwarzbach, – wohnten. Im neunten Jahrhundert wandten sie
+sich um der Religion willen aus Böhmen nach Nürnberg, daher der Zuname
+Behaim, Böheim, öfter auch _Bohemus_ und _Martinus de Boemia_. Martin
+Behaim lernte anfänglich die Kaufmannschaft und trieb daneben unter der
+Leitung des berühmten Johann Regiomontanus (Müller aus Königsberg in
+Franken), der sich in den Jahren 1471 bis 1475 in Nürnberg aufgehalten und
+dort die Verfertigung mathematischer Instrumente auf eine hohe Stufe
+erhoben hatte, mathematische und in der Folge auch nautische
+Wissenschaften. Hierauf machte Behaim in Handelsgeschäften große Reisen
+nach Venedig, wo schon um die Mitte des vierzehnten Jahrhunderts seine
+Vorfahren Albrecht und Fritz Behaim lebhaft am Spezereihandel betheiligt
+waren, den sie hauptsächlich aus Böhmen verführten. Ebenso kam er auch
+nach Mecheln und Antwerpen in den Niederlanden, von wo er im Jahre 1479
+oder 1480 nach Lissabon und mit dem Strome niederländischer Auswanderer
+nach den Azoren gerathen ist. Behaim trat unter König Johann II. in
+portugiesische Dienste, machte mehre _Entdeckungsreisen_ zwischen den
+Wendekreisen, entdeckte mit Diego Cano die Küsten von Congo (1484, 1485
+und 1486) und gründete Niederlassungen auf den, wenn nicht schon früher,
+im Mittelalter von den Arabern und Normannen besuchten und in der Mitte
+des vierzehnten Jahrhunderts von den Italienern aufgefundenen, im Jahre
+1432 bis 1449 von den Portugiesen entdeckten Azoren. Hier heirathete er
+(1486) Johanna, die Tochter des erblichen Statthalters oder Lehnträgers
+Ritter Jobst Hurter von Moerkirchen auf den Inseln Fayal und Pico und hat
+aus der erstgenannten Insel mehre Jahre zugebracht, um die Ansiedelung auf
+derselben zu befördern. Im Jahre 1491 reiste Behaim nach seiner Vaterstadt
+Nürnberg, verfertigte daselbst seine berühmte Weltkugel und kehrte im
+Jahre 1493 nach Portugal und Fayal zurück. Später machte er, wie er in
+einem Briefe aus Brabant vom 11. März 1494 an seinen Vetter, den Senator
+Michael Behaim in Nürnberg, berichtet, in vertrautem Auftrage des Königs
+Johann II. noch einige Reisen, auf welchen er ein Mal das Unglück hatte
+von den Engländern und ein ander Mal von den Seeräubern gefangen zu
+werden. Auch besuchte er noch ein Mal sein geliebtes Fayal und starb im
+Jahre 1506 in Lissabon mit Hinterlassung eines im Jahre 1489 geborenen
+Sohnes. Wenn nun auch der Nürnberger Patricier seit seiner Fahrt mit Diego
+Cano selbst nichts über sich und den Schauplatz der Entdeckungen berichtet
+und die wichtigen Jahre von 1493 resp. 1494 bis zu seinem Tode in
+Dunkelheit bleiben, so ist doch aus mancherlei glaubwürdigen und
+verbürgten Nachrichten und Thatsachen auf eine Theilnahme Behaim’s an den
+Entdeckungsreisen jener Periode zu schließen. Wir werden im Folgenden auf
+diese Thatsachen näher eingehen, vorher jedoch eine historiographische
+Ehrenrettung des in neuerer Zeit wiederum mehrfach an seinem Ruhme
+angegriffenen großen Kosmographen Martin Behaim im Lessing’schen Sinne zu
+geben versuchen.
+
+Ebenso weit entfernt davon, die großen Verdienste des Columbus schmälern,
+als davon, die Verdienste unseres _deutschen_ Landsmannes Behaim,
+Zeitgenossen von Columbus, dessen Ruhm zu schmälern er nimmer beabsichtigt
+hat, überschätzen zu wollen, können wir doch auch weder unserer
+Ueberzeugung, noch unserem Patriotismus so große Selbstverleugnung
+auferlegen, uns der Meinung Derjenigen unterzuordnen, welche Behaim als
+einen mittelmäßigen Kosmographen und ungeübten Astronomen darzustellen und
+so die Grundbedingungen seines Rufes und Ruhmes, wenn auch nicht zu
+zerstören, doch zu erschüttern, sich die wenig dankenswerthe Mühe gegeben
+haben. Diese Versuche gründen sich vorzüglich auf dessen berühmte
+Weltkugel, welche die geographischen Ansichten des fünfzehnten
+Jahrhunderts nach Ptolomäus, Marco Polo und Mandeville veranschaulicht und
+auf die Aussagen eines Geschichtsschreibers der Azoren aus dem
+siebenzehnten Jahrhundert, Namens Cordeyro. In Bezug auf erstere sagt man,
+und wohl auch nicht ganz mit Unrecht, daß Behaim bei seinen Breitenangaben
+um 12 bis 15° irrte, die Fehler seiner Breitenbestimmungen bei der
+Prinzessin-Insel begönnen und sich zuletzt auf mehr als 16° steigerten,
+daß sein Island auch fälschlich innerhalb des arktischen Kreises sich nach
+dem hohen Norden erstrecke und was dergleichen Behauptungen mehr sind. In
+Bezug auf Cordeyro, den einzigen Schriftsteller, welcher Nachrichten über
+Behaims letzte Schicksale enthalte, führt man an: daß dieser einige von
+dessen unerquicklichen astrologischen Prophezeiungen mittheile(1) und
+aussage, daß Behaim auf den Azoren den unheimlichen Ruf eines Meisters der
+astrologischen Trugkünste hinterlassen habe. Mag dem sein, wie ihm wolle,
+alle diese und andere Angaben können den Ruf Behaims als Kosmograph nicht
+verringern; denn sie beweisen nur, daß der Standpunkt der damaligen
+geographischen Wissenschaften im _Allgemeinen_ ein ungenügender gewesen
+ist. Es genüge hier, nur darauf hinzuweisen, daß viele der alten berühmten
+Weltkarten jener Zeit, z. B. die Karte der Militärbibliothek zu Weimar aus
+dem Jahre 1424, die von Andreas Bianco 1436, des Genuesen Beclario oder
+Bedrazio aus dem Jahre 1436, die Hafenkarten der beiden Benincasa 1463 bis
+1473, des Bartholomäus, Bruder des Entdeckers von Amerika, aus dem Jahre
+1488, des Juan de la Cosa, Reisegefährten von Columbus, des Ruysch in der
+römischen Ausgabe des Ptolomäus vom Jahre 1508, des Purdy u. s. w., nicht
+nur viele Irrthümer und falsche Breitenangaben, sondern öfters, z. B. die
+Karten des in der St. Marcusbibliothek aufbewahrten Atlas des Andreas
+Bianco u. s. w., gar keine Gradeintheilung haben. Man beeilte sich damals
+im Allgemeinen, auf den Karten alles Dasjenige zu verzeichnen, was man
+über den Fortschritt der neuesten Entdeckungen, gleichviel ob wahr oder
+unwahr, zu erfahren vermochte und so kam es, daß trotz der Ergebnisse
+neuer Forschungen und trotz aller Erfahrungen und Kenntnisse unserer Tage
+falsche Hypothesen und Resultate, z. B. auf der Karte Amerika’s von Ruysch
+und auf der sonst schätzenswerten Welttafel von Purdy, u. s. w. angegeben
+wurden. Wenn auch hier und da die Fehlergrenzen der spanischen und
+portugiesischen Piloten der damaligen Zeit bei Breitenangaben selten einen
+Breitengrad überschritten, so bestätigt wiederum das, was in dem Patent
+über die Unwissenheit der Piloten gesagt wird (_Navarr. tom. III. pag.
+299_), vollständig Vespucci’s Klagen über den Mangel nautischer Kenntnisse
+bei den damaligen Seefahrern (_Bandini p. 105_). Die von dem
+portugiesischen Schriftsteller Cordeyro in seiner _Historia insulana_ über
+den Nürnberger Seefahrer gemachten Mittheilungen sind mit Vorsicht
+aufzunehmen, erstlich weil Cordeyro, wie alle Portugiesen seiner Zeit,
+neidisch auf den Ruhm des Fremden war und zweitens, weil er auch sonst
+keine besondere Urtheilsschärfe und Genauigkeit in seinen Ausdrücken an
+den Tag legt, wie dies aus einer Vergleichung mit den Privatdokumenten der
+Familie Behaim, von denen er freilich nicht die geringste Kenntniß hatte,
+hervorgeht. So behauptet er unter Anderem in seiner _Hist. ins. pag. 465_,
+daß Martin Behaim _zwei_ Söhne gehabt, von denen der älteste Martin
+geheißen und noch jung gestorben sei; ferner, daß die Portugiesen unter
+Joa Vaz Cortereal schon 1464 einen Theil von Nord-Amerika, die später
+sogenannte _Terra de Bacalhao_ entdeckt hätten, und beruft sich unter
+Hinweisung auf _Gaspar Fructuosa_ auf eine königl. Schenkungsurkunde _d.
+d. Evora_ 2. April 1464, in der aber keine Silbe davon steht, daß Vaz das
+Bacalhaoland besucht oder überhaupt etwas entdeckt habe. Der zweimalige
+längere Aufenthalt des Behaim auf den Azoren (von 1486 bis 1490 und 1494
+bis 1506) liefert aber gerade einen wichtigen Grund gegen die angebliche
+Entdeckung eines Landes der Baccallaos (Neufundland); denn Behaim, der,
+als langjähriger Bewohner der Azoren, doch Kenntniß von diesem Westlande
+hätte haben müssen, kennt diese Entdeckung nicht und hat sie auch nicht
+auf seiner im Jahre 1492 angefertigten Weltkugel angegeben. Kunstmann(2)
+hat auch in der neuesten Zeit schlagend nachgewiesen, daß die von Cordeyro
+erwähnte Entdeckung von Nord-Amerika weder in der angeführten
+Schenkungsurkunde von _Evora_ noch in _Fructuosa_, aus dem doch Cordeyro
+geschöpft haben will, erwähnt werde. Historisch erwiesen ist nur, daß
+Gaspar Cortereal, der Sohn jenes Jao Vaz, im Jahre 1500 in Grönland und
+1501 in Neufundland gewesen. Aus all dem Gesagten geht zur Genüge hervor,
+daß die gegen Martin Behaim angebrachten Verdächtigungen ohne allen Grund
+sind. Konnte es doch sogar einem Columbus geschehen, daß er die
+geographische Breite der von ihm im Jahre 1477 besuchten Insel Irland
+falsch bestimmte, indem er sagt, daß deren südlichste Gegend unter dem
+dreiundsiebzigsten Breitengrade (statt 63°) liege.
+
+Martin Behaim, Schüler des Regiomontanus(3) und portugiesischer Kosmograph
+hat für einen der gelehrtesten Mathematiker und Astronomen seines
+Jahrhunderts gegolten. Durch die Anfertigung seines Globus – wohl eines
+der ersten und ältesten, welche überhaupt existiren, den von Bartolomé
+Colon 1488 vollendeten mit eingerechnet – hat er ein Meisterstück seiner
+Zeit geliefert und dadurch auf Globus- und Kompasverfertiger einen
+anregenden Einfluß geübt, was daraus zu entnehmen ist, daß diese in
+Nürnberg so zahlreich waren, daß sie seit 1510 zu einer besonderen Zunft
+zusammentraten.
+
+Der König Johann II., für den er mehre Landkarten zeichnete, beehrte ihn
+fortdauernd mit seinem besondern Vertrauen. Von seiner neunzehn Monate
+dauernden afrikanischen Reise nach Lissabon zurückgekehrt, wurde Behaim i.
+J. 1485 zur Belohnung seiner Verdienste zu Albassauas (Alcobaca?) in der
+St. Salvadors-Kirche vom König öffentlich zum Ritter des Christusordens
+geschlagen, wobei ihm der Herzog Emanuel, nachheriger Thronfolger, den
+rechten Sporn, der König selbst den Degen umschnallte. Auch wurde er
+gemeinschaftlich mit den beiden Aerzten des Königs Johann II., _maestre
+Rodrigo_ und _maestre Josef Judio_, zum Mitglied einer _Junta de
+Mathematicos_ gemacht, welche beauftragt war, eine Methode anzugeben, nach
+der Sonnenhöhe zu schiffen(4), mithin an der Construction eines für den
+Gebrauch der Schifffahrt bestimmten _Astrolabiums_ arbeitete. Als Beweis
+eines ganz besondern Vertrauens, das Behaim beim König genoß, müssen hier
+ferner die Worte angeführt werden, deren sich der König in einem
+Handschreiben bediente: „_Quia perspecta nobis jam diu integritas tua nos
+inducit ad credendum, quod ubi tu es, est persona nostra_“ u. s. f. (weil
+wir schon lange Deine Ehrenhaftigkeit erkannt haben, so fühlen wir uns zu
+glauben veranlaßt, daß wo Du bist, auch unsere Person ist.) Auch Kaiser
+Maximilian sagt von seinen Reisen, die sich auf 2300 Meilen nur zur See
+erstrecken: _Martino Bohemo nemo unus imperii civium magis unquam
+peregrinator fuit, magisque remotas adivit orbis regiones_. Zu den
+Hauptverdiensten Behaims gehört – abgesehen von seiner vermutheten
+Theilnahme an den amerikanischen Entdeckungsreisen, auf die wir sogleich
+zu sprechen kommen –, daß er an der glücklichen Erfindung, das Astrolabium
+bei der Schifffahrt zu _gebrauchen_, wesentlichen Antheil hatte. Auch darf
+man nicht vergessen, wie von Humboldt in seinen kritischen Untersuchungen
+_I., pag. 31_, bemerkt, daß Behaim, Columbus, Vespucci, Gama und Magellan
+Zeitgenossen von Regiomontanus, Paolo Toscanelli, Roderigo Faleiro und
+anderen berühmten Astronomen waren, welche ihre tieferen Einsichten den
+Schifffahrern und Geographen ihrer Zeit mittheilten.
+
+Die neueren Untersuchungen haben unwidersprechlich gelehrt, _daß_ der weit
+im westlichen Ocean lebende berühmte Kosmograph _Martin Behaim aus
+Nürnberg jedenfalls Columbus in seinem Plan, nach Westen zu segeln,
+bestärkt und wesentlich zur Ausführung __des Planes von Columbus
+beigetragen hat, somit für die Entdeckung Amerika’s von besonderem Nutzen
+gewesen ist._ Die Gründe für diese Behauptungen stützen sich – abgesehen
+von naheliegenden Vermuthungen – auf _vier Thatsachen_: I. auf die
+Aussagen der spanischen und portugiesischen Schriftsteller; II. auf das
+Buch der Chroniken von Hartmann Schedel in Nürnberg, das erst lateinisch,
+dann 1493 in deutscher Uebersetzung erschien; III. auf den i. J. 1492 von
+Martin Behaim angefertigten Globus, der sich noch gegenwärtig im
+Behaim’schen Hause am Aegidienplatze in Nürnberg befindet, und IV. auf die
+Behauptung des Ritters Pigafetta aus Vicenza, nach dem Magellan oder
+Magalhães eine Karte des Ritters Martin Behaim gesehen, auf welcher eine
+Meerenge nach der freien Südsee angegeben gewesen sei.
+
+In Bezug auf Nr. I. ist zu bemerken, daß der spanische Schriftsteller
+_Antonio de Herrera_ in seinen Decaden(5), deren Autorität so wenig in
+Zweifel gezogen werden darf, als die Handschrift des Pigafetta, sagt:
+Columbus sei in den Gründen, die ihn bestimmten, den Seeweg nach Ostindien
+gegen Westen aufzusuchen, durch seinen _Freund_, den Portugiesen _Martin
+de Bohemia_ (natürlich Niemand anders als Martin Behaim, dessen Familie,
+wie oben bemerkt, aus Böhmen stammt) auf der Insel Fayal, einen _großen_
+Kosmographen, bestärkt worden. („_Y esta opionione le confirmo Martino de
+Bohemia, Portugues, su amigo, natural de la Isla de Fayal, gran
+cosmografo._“) Diese Nachricht, jedenfalls die wichtigste und
+bestimmteste, die schon allein hinreichte, nicht nur Behaims nützlichen
+Einfluß auf die Ausführung des Planes von Columbus zu beweisen, sondern
+auch die innige Verbindung mit Letzterem, sowie seinen Ruf als eines
+großen Kosmographen zu bestätigen, wird mehr oder minder noch durch eine
+zweite Stelle des genannten Schriftstellers bestärkt, die aus dem
+italienischen Tagebuche des Pigafetta entlehnt, auch den Ausdruck:
+„_Martino de Boemia, uomo eccellentissimo_,“ jedoch ohne den Zusatz:
+geboren auf Fayal, enthält. Auch der spanische Schriftsteller _Garcilasso
+de la Vega_ schreibt, daß ein berühmter Geograph Martin Behenira
+vornehmlich dem Colon Nachricht gegeben. Die vielbesprochene und im
+Interesse Behaims so oft angezogene Stelle im Werke des Riccioli(6) (geb.
+1598 zu Ferrara, gestorben 1671) heißt wörtlich: „_Christophorus Columbus
+..... sive suopte ingenio ut erat vir Astronomiae Cosmographiae et
+Physicas, gnarus .. sive indicio habito a Martino Bohema .... aut, ut
+Hispani dictitant, ab Alphonso Sanchez de Helua nauclero ... cogitasset de
+navigatione in Indiam __occidentalem_“ (Ch. Columbus hätte entweder aus
+eigener Einsicht als ein in der Sternkunde, Erdbeschreibung und Naturlehre
+erfahrener Mann oder zufolge der von Martin Behaim, oder nach der Spanier
+Vorgeben von einem Schiffer Namens Alfonso Sanchez erhaltenen Anzeige –
+Angabe – auf die Schifffahrt nach Westindien gedacht (gesonnen, sie für
+möglich gehalten). Diese Stelle, wie Wagenseil, Löher u. s. w. übersetzen
+zu wollen: „Columbus hätte niemals seine Reise nach Amerika unternommen,
+wenn Behaim ihm nicht den Weg gezeigt hätte“, ist jedenfalls, wie schon
+Tozen gezeigt, nicht statthaft, weil Riccioli selbst in Zweifel und
+Ungewißheit ist, was das _sive-sive-aut_ besagt und weil „_indicio_“ nur
+mit „Wink“, „Fingerzeig“ oder mit „Andeutung“ „Anzeichen“ übersetzt werden
+kann. Diese Andeutungen, Anzeichen, können z. B. an den Azoren
+angeschwemmte Hölzer, Leichname u. s. w. gewesen sein, die auf ein
+westwärts gelegenes unbekanntes Land hindeuteten. Daß der Name Martin
+Behaims, wie von Murr behauptet, bei keinem einzigen portugiesischen
+Schriftsteller, außer im _Manoel Tellez de Sylva_ in _De Rebus gestis
+Joannis II._ vorkomme, dürfte dahin zu berichtigen sein, daß, wie schon
+erwähnt, Cordeyro und auch Jose Bernardo Gama von ihm spricht. „Die
+portugiesischen Schriftsteller“, sagt Franz Löher in seiner vortrefflichen
+Geschichte der Deutschen in Amerika (Cincinnati und Leipzig 1847) erklären
+auf das bestimmteste, daß Columbus erst, nachdem Behaim schon dagewesen,
+und auf dessen Angaben hin Amerika aufgesucht habe. So sagt Gama:(7)
+„Martin Behaim sah Pernambuco und entdeckte Brasilien früher als Columbus
+und Vespuzzi.“ Die spanischen Schriftsteller(8) aber enthalten nirgends
+eine Stelle, welche diese Angaben ausdrücklich widerlegte; im Gegentheil
+bestätigen sie ohne Vorbehalt, daß sowohl Columbus als Magellan Freunde
+von Behaim gewesen, von demselben Karten und Nachrichten über das
+westliche Indien erhalten, und auf Grund derselben ihre Reisen dorthin
+unternommen hätten. Auch französische Gelehrte(9) haben nicht gezögert,
+Behaim als den Mann anzuerkennen, der den Weg nach Amerika bereitete und
+zuerst befuhr. „In der That, seine Größe würde auch dann emporragen in der
+Geschichte, wenn seine Augen auch niemals an Brasiliens Küste
+umhergeschweift hätten; er wäre dennoch der geistige Entdecker des neuen
+Welttheils gewesen.“ Auch die portugiesischen Schriftsteller, Pater
+Cordeyro(10), gestützt auf das Manuscript des Doktor Gaspar Fructuosa(11),
+Mendo Trigozo (1812) und Garcao-Stockler (1819) u. s. w. geben
+ausführliche Nachrichten von Behaim und lassen seinen Verdiensten
+Gerechtigkeit wiederfahren. In Betreff der Deutschen, welche Behaims
+Verdienste beleuchteten, schrieb Stüven in Frankfurt 1714 eine Abhandlung
+über den ersten Entdecker der Welt(12) und Otto in New-York richtete an
+Franklin eine Denkschrift (abgedruckt in den _Transactions of the American
+philosophical Society 1786 II. Nr. 35_) zum Erweise, daß Behaim der rechte
+Mann sei. Diese Behauptung des Deutsch-Amerikaners, daß Behaim Amerika
+entdeckt habe, suchte der Spanier Cladera(13) zu widerlegen. Auch
+Wagenseil(14) und Postel(15), Pigafetta, Jansen, Doppelmayr(16),
+Wurzelbaum(17), Lochner(18), Wülfer(19), Cellarius(20), Omeis(21), haben
+Martin Behaim die Entdeckung der neuen Welt zugeschrieben, und die Herren
+Chr. Gottl. Schwarz(22), Mörl(23), Bielefeld(24), Fürer(25), Will, Peter
+van der Aa(26) u. A. sagen in der Hauptsache Nichts Anderes. Die
+Amerikaner Robertson(27), Washington Irving(28) u. A. wollen dies freilich
+nicht anerkennen, ebenso als sie früher die (jetzt festgestellten)
+Entdeckungen der isländischen Nordmänner hartnäckig bestritten, und in
+Deutschland selbst sind bei Manchen z. B. Gebauer(29), Tozen(30), von
+Murr(31), Baur(32) u. A. die Zweifel noch nicht beseitigt. Wenn wir hier
+noch die Werke von Humboldt(33), Franz Löher(34), Ghillany(35), Oscar
+Peschel(36) und Fr. Kunstmann(37) anführen, so glauben wir, wenn auch
+nicht erschöpfend, doch ziemlich vollständig auf die Behaim-Literatur
+hingewiesen zu haben, und wollen nur noch bemerken, daß in dem Werke von
+Ghillany – das neueste bedeutendste Werk über Behaim – in sehr lichtvoller
+Weise dargethan wird, daß Behaim wesentlich zur Ausführung des Planes von
+Columbus beigetragen habe.
+
+
+
+Wir kommen jetzt II. auf das Buch der Chroniken von Hartmann Schedel in
+Nürnberg, das erst lateinisch, dann 1493 in deutscher Uebersetzung
+erschien, somit die nächste Jahreszahl nach der Entdeckung Amerikas durch
+Columbus trägt.
+
+Es heißt hier, daß König Johann II. von Portugal im Jahre 1483 _Jacob de
+Cano_, einen Portugiesen, und Martin Behaim, einen Deutschen aus Nürnberg,
+mit etlichen Galeeren gegen Aethiopien ausgeschickt hätte; daß sie in dem
+südlichen Meere nicht weit von der Küste geschiffet, und nachdem sie über
+die Linie gegangen, in die _andere Welt gekommen wären, wo ihr Schatten,
+wenn sie gegen Morgen gestanden, mittagwärts und zur Rechten gefallen
+sei_; daß sie solchergestalt eine _neue und bisher unbekannte Welt_,
+welche in vielen Jahren von keinem als den Genuesen, wiewohl vergeblich,
+gesucht worden, entdeckt und daß sie endlich nach einer 26monatlichen
+Schifffahrt zurückgekommen und zum Wahrzeichen Pfeffer und Paradieskörner
+mitgebracht hätten.
+
+Wiewohl in dieser Stelle thatsächlich von _einer anderen neuen Welt_ die
+Rede ist und man auch auf Grund dieser Urkunde versucht hat, dem Martin
+Behaim die Ehre der Entdeckung von Amerika (Brasilien) zuzuschreiben,
+indem man angenommen hat, daß Behaim, wie später Cabral, durch die von
+Congo nach Westen führenden Strömungen nach Brasilien gelangt sei, und daß
+der Verfasser jener Stelle in der Nürnberger Chronik, wenn er schon von
+Columbus etwas gewußt, sicher dessen Namen genannt haben würde, um den
+Ruhm Behaim’s gegen ihn herauszustellen, so scheint mir doch diese Urkunde
+aus folgenden Gründen von keinem sonderlichen Gewicht zu sein. Die
+angeführte Stelle ist nämlich dieselbe, welche in des _Aeneas Sylvius_
+Buch _de Europae sub Frederico III. Imperatore statu_ aus diesem Chronikon
+eingerückt ist. Dieser _Aeneas Sylvius_, nachheriger Pabst Pius II. (gest.
+1464), ist übrigens derselbe, der sich in seiner Weltbeschreibung
+(_Cosmographia_) auf _Nicolo Conti_ beruft, dessen 25jährige Reisen (1424
+bis 1449) in Indien bei _Poggio_ (Paris 1723) erwähnt werden. Aber, auch
+abgesehen davon, so will der Verfasser offenbar nur andeuten, daß diese
+Seefahrer, nachdem sie über die Mittellinie gesegelt, auf die südliche
+Halbkugel der Erde gekommen wären; die Angabe, daß nach Passirung der
+Linie der Schatten, wenn man gegen Morgen stehe, mittagwärts und zur
+Rechten falle, wird wohl jeder richtig finden, der über die Linie
+hinausgekommen ist. Im Uebrigen ersehen wir aus diesem Buch der Chroniken,
+in das Behaim das Capitel _Portugalia_ bei seiner in Nürnberg als
+Kosmograph gefeierten Anwesenheit vielleicht selbst eingetragen hat, daß
+er als Befehlshaber eines Fahrzeuges jene Entdeckungsreise mitgemacht
+habe, wenn er auch dieß selbst auf seiner Weltkugel niemals behauptet. Die
+betreffende Stelle heißt: „daß König Johann etlich galeren hinter die
+seulen Herkuls geschickt und denselben Schiffen zween patron gesetzt,
+nehmlich _Jacobum Canum_ einen _Portugalier_ und _Martin beheym_ einen
+_teutschen von nürnberg_.“ Es ließe sich vielleicht nun aus dieser Stelle
+der Schluß ziehen, daß Behaim, da er _Entdeckungsreisen_ nach Afrika und
+zwar als Befehlshaber gemacht, wahrscheinlich auch später mehren
+Entdeckungsreisen nach Westen beigewohnt hat.
+
+
+
+Was III. den von Martin Behaim im Jahre 1492 zu Nürnberg angefertigten und
+daselbst noch aufbewahrten Globus betrifft, so haben manche Schriftsteller
+behaupten wollen, daß auf demselben bereits die Menge der westlichen
+Inseln und die östlichen Küsten von Süd-Amerika (die Flachlande von
+Brasilien, die Prajas von Pernambuco) erschienen, wohin Behaim viele Jahre
+früher, ehe Columbus sich zur Reise anschickte, von den Azoren aus
+gekommen sein soll. Man glaubte hieraus schließen zu können, daß Martin
+Behaim den Archipel der Azoren oder Antillen entdeckt, dem Columbus nicht
+allein den Weg nach dem östlichen Asien, sondern selbst das Vorhandensein
+eines neuen Festlandes enthüllt und auf diesen Globus die Meerenge
+verzeichnet habe, welcher Magellan seinen Namen gegeben und die man mit
+größerem Rechte _Fretum Bohemicum_ nennen zu können glaubte.
+
+Bei näherer Betrachtung der höchst merkwürdigen Erdkugel findet sich von
+diesen geographischen Angaben keine Spur auf derselben, womit jedoch nicht
+gesagt sein soll, daß eine _kühne_ Phantasie, abgesehen von der deutlich
+verzeichneten _Insula Antilia_, durch die Lage der über dem _circulus
+aequinoctialis_ (Aequator) angegebenen Insel Brandan, der im Norden des
+_tropicus cancri_ verzeichneten Insel (_Cathay, __oceanus oriental.
+indic._), so wie der südlicher gelegenen Insel Cipango, nicht im Stande
+wäre, an die West-Indischen Inseln oder an Süd-Amerika zu denken – wenn
+man sich dieselben theils noch als Inseln, theils als mit Ost-Indien
+zusammenhängend denkt. Nach dem geographischen System jenes Zeitalters,
+welches in Bezug auf das östliche Asien nebst den angrenzenden Theilen des
+Oceans fast einzig und allein auf die Erzählungen des Marco Polo, Balducci
+Pegoletti und Nicolas de Conti begründet war, glaubte man, daß unzählige
+Inseln, reich an Spezereien und Gold, in dem Meer von Cin, d. h. in den
+Gewässern von Japan, China und dem großen Archipelagus Ostindiens belegen
+seien. Die Weltkarte des Martin Behaim zeigt nun von 45° nördl. bis 40°
+südl. Br. eine Kette von Inseln, die den Enden Asiens gegenüber liegen und
+ist mehrfach, wie wir früher bemerkt, abgebildet, unter Anderem auch im
+Jahre 1847 von dieser Erdkugel des Behaim ein Facsimile für die Pariser
+Akademie angefertigt worden.
+
+Auf dem von Martin Behaim angefertigten Globus findet sich mitten im Ocean
+zwischen Europa und Asien eine _insula Antilia_, genannt _Septem ritade
+(citade)_, verzeichnet. Sie liegt westlich der Canaros, fern von den
+Azoren in 24° Br., also fast unter dem Wendekreise des Krebses. Ueber die
+„Länge“ zu sprechen ist überflüssig, da diese von den verwirrten Begriffen
+abhängig ist, die man sich von der Entfernung zwischen Ouinsai und Cipango
+und den Küsten von Portugal bildet, man kann sich aber des Gedankens
+unwillkürlich nicht erwehren, daß diese „phantastische Wanderinsel“ so
+ziemlich fast unter denselben Breitengraden wie die später als Antillen
+bezeichneten Inselgruppen gelegen ist, und zwar um so mehr, als auf der
+Karte von _Juan de la Cosa_ aus dem Jahre 1500 die zu dieser Gruppe
+gehörigen Inseln Cuba, Espagnola auch noch nördlich des Wendekreises des
+Krebses liegen, auch Vespucci in seiner zweiten Reisebeschreibung
+(_Bandini pag. 44_.) Haiti _(Hispaniola) Isola d’Antiglia_ nennt und, wie
+uns _Bartholomäus de las Casas_ lehrt, vorzugsweise die Portugiesen den
+Namen Antillen auf _Hispaniola_ anwendeten. Diese von Behaim verzeichnete
+Insel findet sich auch auf früheren Karten des vierzehnten Jahrhunderts,
+wenn auch nicht in dieser Lage, angegeben. Die älteste Angabe der Insel
+Antillia scheint nach von Humboldt’s kritischen Untersuchungen die im
+venetianischen Atlas des _Andrea Bianco_ (1436) zu sein, wo sie sich auf
+der fünften Karte des in der St. Markusbibliothek aufbewahrten Werkes
+findet. Wenn man, da die Karte keine Gradeintheilung hat, als Maßstab die
+Entfernung des Cap Vincent vom Cap Finisterre (5° 51’) annimmt, so findet
+man als Abstand der Küsten von Portugal bis zum Mittelpunkt der azorischen
+Insel des Bianco 153 Seemeilen (statt 247), dagegen als Abstand der Azoren
+von der Antillia 87 Seemeilen. Diese letztere Insel läge mithin 240
+Seemeilen westlich von den Küsten von Portugal, d. h. unter 27° 55’ w. L.
+von Paris (in dem Meridian der Insel San Miguel der Azoren) und zwischen
+33° 20’ und 38° 30’ Br. Auch die auf der Militärbibliothek in Weimar
+aufbewahrte Seekarte aus dem Jahre 1425 (1424?), einige Jahre älter als
+die Karte des Bianco und offenbar italienischen Ursprungs, ist wegen des
+Namens Antillia bemerkenswerth. Sie stellt aber nur den nördlichen Theil
+der Insel Antillia, dagegen das ganze Rechteck der Satanshand dar. Der
+Abstand der Küste von Portugal vom Mittelpunkt der Gruppe der Azoren
+beträgt 110 Seemeilen, während die Karte vom Jahre 1436, wie oben bemerkt,
+deren 153 gibt. Auf der zu Parma sich befindenden Welttafel von Beclario
+oder Bedrazio, einem Genuesen aus dem Jahre 1436, erblickt man auch die
+rechtwinkeligen Inseln Antillia und Sarastagio (Hand des Satans). Die
+Hafenkarten des Gracioso Benincasa von Ancona und seines Sohnes Andrea
+(1463 bis 1473) wurden auch häufig wegen des Namens der Insel Antillia
+angeführt, der sich auf ihnen finden soll; aber es scheint, daß man eine
+weit jüngere von Blaze Vouloudet im Jahre 1586 angefertigte Karte, auf der
+man westlich von Irland ein Land Scorafixa oder _Scoeafixa_ (Bacallaos?)
+erblickt, für eine Arbeit des Andrea Benincasa gehalten hat.
+
+Auf den Karten des _Juan de la Cosa_ und _Ribero_ findet sich keine Spur
+von dem Namen der Antillen, auch auf der zu Parma aufbewahrten Weltkarte
+des Picigano (1367) kommt die Bezeichnung Antillia nicht, wohl aber, wie
+auf Behaim’s Globus, die _Insula de Brazie (Brazir, Brazil)_ vor. Die
+Insel des heiligen Brandan, die Behaim’s Globus ebenfalls angibt, nennt
+Andrea Bianco so wenig wie die Glückseligen Inseln. Auch ist
+bemerkenswerth, daß weder Columbus, noch Gomara, Oviedo oder Acosta, noch
+die Karten von Amerika und die Welttafeln, welche seit dem Jahre 1508 den
+Ausgaben des Ptolamais beigefügt werden, des Namens Antillia gedenken. Die
+erste Spur dieses Gebrauches des Namens findet von Humboldt in den
+_Oceanis_ des _Peter Martyr d’Anghiera_ (_Dec. lib. I. pag. II._ beendigt
+im Novbr. 1493). Hier findet man die geographische Benennung der Antillen
+in der Mehrzahl. Aber noch mehr; das einzige Mal, wo man in den Briefen
+des _Amerigo Vespucci (c. 1500)_ den Namen Columbus findet, steht er in
+Verbindung mit dem Namen Antillia, obgleich Columbus nie die Gesammtmasse
+der von ihm entdeckten _Inseln von Inseln_ unter eine gemeinschaftliche
+Benennung zusammenstellt. Uebrigens ist es mit dem Namen der
+Antilleninseln gegangen wie mit dem von Amerika. Der erstere wurde im Jahr
+1493 von Anghiera vorgeschlagen, der letztere von Ylacomylus, und bei
+beiden war mehr als ein Jahrhundert erforderlich, ehe der Gebrauch
+allgemein verbreitet war.
+
+Martin Behaim schreibt bei der Insel Antillia Folgendes: „Als man zählt
+nach Christi Geburt 734 Jahre, als ganz Hispania von den Heiden aus Afrika
+genommen war(38), da wurde bewohnt die oben beschriebene _insula Antilia_,
+genannt _Septem ritade_, von einem Erzbischof von _Porto Portigal_ mit
+sechs anderen Bischöfen, die zu Schiffe von Hispania dahin geflohen kamen
+mit ihrem Vieh, Hab’ und Gut. _Anno_ 1414 ist ein Schiff aus Hispania
+ungefähr am nächsten dabei gewesen.“ Diese Angabe der Insel Antillia ist
+ein Beweis, daß allerdings Martin Behaim, wenn er auch nicht selbst auf
+dieser Insel gewesen, doch Nachrichten, Kenntnisse, Anzeichen (_indicia_)
+von einem im Westen liegenden Lande gehabt haben muß. Diese können ihm
+durch Schiffer (und die Angabe unter 1414 weist darauf hin), durch
+Schiffbrüchige oder durch an die Ufer der Azoren angeschwemmte Gegenstände
+geworden sein, z. B. durch Fichtenstämme an den Küsten von Graciosa und
+Fayal, durch Leichname unbekannter Menschenracen an der Insel Flores,
+durch Stücke künstlich aber ohne eiserne Werkzeuge geschnitzten Holzes an
+der Insel Porto Santo und selbst durch Canots, die mit Häuten bedeckt und
+mit Menschen von einem gänzlich unbekannten Stamm besetzt gewesen, von
+welchen Gegenständen auch die Zeitgenossen des Columbus (s. _Vida del
+Almirante__, cap. 8 pag. 6_) mit der kleinlichsten Genauigkeit reden und
+die auch von Columbus als Zeichen von Land im Westen betrachtet wurden.
+Sein Sohn Fernando sagt in der That: „Die Bewohner (_moradores_) erzählten
+meinem Vater, daß während die Winde vom Westen wehten ...“ aber der
+Admiral konnte diese Nachricht in irgend einem Hafen Portugals oder
+Spaniens erhalten, da wir, wie v. Humboldt bemerkt, mit Bestimmtheit aus
+der Handschrift der _Historia de las Indias_ von _Las Casas_ wissen, daß
+Columbus in Spanien im Kloster von Rabida die Reise des Pedro Velasco aus
+Palos kennen lernte, welcher von Fayal abgereist, nach einer Schifffahrt
+gegen Westen bis zu einer Entfernung von 150 Lieues (wonach er bis
+jenseits des östlichen Punktes des großen Tangstreifens gelangt sein
+müßte) die Insel Flores entdeckte. Auch ist es bei den großen
+astronomischen Kenntnissen Behaims wahrscheinlich, daß derselbe überzeugt
+gewesen sein muß, daß westlich von den Azoren noch andere Küsten
+anzutreffen seien, denn sonst hätte er wohl nicht den König von Portugal
+veranlaßt,(39) ehe noch Columbus seine Absichten erreicht, Expeditionen
+auszuschicken, um die Antillen zu entdecken, die freilich zurückkehrten,
+ohne ihren Zweck erreicht zu haben. Und dann, sollten nicht die Westwinde
+und insbesondere der aus dem Golf von Mexiko kommende, an der Ostküste von
+Nordamerika sich hinziehende und in der Richtung nach den Azoren laufende,
+südöstliche Auslauf des _Golfstromes_ dem auf der über ein Dritttheil des
+Weges nach Amerika in den Atlantischen Ocean hineingeschobenen Insel Fayal
+lebenden großen Seefahrer und Kosmographen die Lage des westlich gelegenen
+Landes verrathen haben?
+
+So gewiß die Möglichkeit nicht gänzlich geleugnet werden kann, daß durch
+die Gewalt der Winde, die häufig mächtiger ist als die der Strömungen,
+phönizische und karthaginensische Schiffe, die für den Handel mit Zinn und
+Bernstein verwendet wurden, auf ihrem Wege durch den _Sinus Oestrymnicus_
+verschlagen und an die Küste der Azoren geworfen wurden, daß ferner die
+Araber und die Normanen die azorischen Inseln besucht haben und daß sie
+von der Küste Siciliens und Tunis punische und cyrenäische Münzen mit sich
+haben führen können – so gewiß ist auch nicht zu leugnen, daß Columbus,
+zwischen dem und Behaim höchst wahrscheinlich Beziehungen stattgefunden
+haben, obgleich sie durch nichts unmittelbar nachgewiesen werden können,
+früher einmal zu Fayal gelandet sein könne und daß Behaim, der geraume
+Zeit daselbst gelebt, alle Anzeichen und Erfahrungen von westlich
+liegenden Ländern gesammelt habe. Auch wollen wir hier die Vermuthungen
+der portugiesischen Seefahrer anführen, welche vor und nach 1484 – das
+Jahr, in welchem Colon Portugal verläßt – die Gewässer außerhalb der
+Azoren besucht hatten. Hierher gehört 1) die Reise eines gewissen Diego de
+Tiene (Teyve?) zur Aufsuchung der _Antillia_, dem als Pilot der
+obengenannte Pedro de Velasco diente, derselbe Seemann, welcher dem
+Admiral Don Colon im Kloster La Rabida bei Palos von dieser Reise
+erzählte; 2) die Reise des Ferdinand Dulmo (d’Ulmo, aus Ulm?), eines
+Capitäns der Terceira und Joh. Affonso, eines Pflanzers von Madeira, die
+eine Gesellschaft mit einem _deutschen_ Ritter gebildet hatten, um eine
+große Insel oder das Festland im atlantischen Westen zu entdecken, wobei
+man voraussetzte, daß die _Ilha da sete cidades_ (Insel der sieben Städte)
+und das Festland nicht unter 40 Tagen erreicht werden möchten. _E quanto
+ao Cavaleiro aleman_, heißt es in der Urkunde vom 24. Juli 1486 pag. 66,
+_que em companhia delles ha de hir, que elle aleman escolha dir em
+qualquer caravella que quizer_. „Der deutsche Ritter, bemerkt Peschel in
+seinem vortrefflichen Buche S. 617, ist _höchstwahrscheinlich_ Martin
+Behaim, obgleich es viele Deutsche damals in Portugal gab. Ueber die
+Erfolge dieser Reise sind wir bis jetzt nicht unterrichtet.“ 3) Die nach
+portugiesischen Quellen i. J. 1464 gemachte, aber durch nichts bewiesene,
+oben erwähnte Entdeckung eines Theiles von Nord-Amerika, die später sog.
+_Terra do Bacalhao_, durch den portugiesischen Seefahrer Joa Vaz
+Cortereal. Dazu gesellten sich noch die Vermuthungen von Land und Inseln,
+welche die Bewohner von Madeira, von den Canarien und auf den Azoren,
+jedes Jahr im fernen Westen auftauchen zu sehen glaubten, und die Aussagen
+dieser und jener Steuerleute, die versicherten, bei ihren Ueberfahrten
+nach Irland im Westen Land gesehen zu haben, welches sie für einen Theil
+der Tartarei u. s. w. ausgaben. So vorbereitet waren die Gemüther auf
+große Dinge worden und das 16. Jahrhundert hätte sicherlich auch ohne
+Colon’s Plan schon frühzeitig gefunden, da der Gedanke durchaus nicht mehr
+neu war, daß man bei der unbestrittenen Annahme der Erde als kugelförmiger
+Körper recht wohl den Ostrand Asiens durch eine atlantische Ueberfahrt
+erreichen könnte. Hiermit soll aber der Ruhm des Genuesers, dessen
+Verdienst in der _absichtsvollen_ Entdeckung neuer Seewege besteht, und
+dessen That die große Begebenheit um einen kostbaren Zeitraum
+beschleunigte, durchaus nicht herabgesetzt, zu gleicher Zeit aber auch das
+Verdienst seiner Zeitgenossen nicht unterschätzt werden, welche zur Lösung
+der Aufgabe mit beigetragen und Columbus in seinem Plan, nach Westen zu
+segeln, mit angeregt und bestärkt haben. Und wer wäre hierzu geeigneter
+gewesen, als sein Freund, der berühmte Seefahrer Martin Behaim, der auf
+der (wie schon bemerkt) über ein Dritttheil des Weges nach Amerika weit im
+Ocean liegenden Insel Fayal – dem Thule der gebildeten Welt – schon mit
+Einem Fuße in der Neuen Welt stand?
+
+Die Azoren, von den Portugiesen seit 1432–1449 nach und nach entdeckt und
+in portugiesischen Urkunden schon 1447 erwähnt, waren überdieß von
+thätigen und unternehmenden Seeleuten bewohnt, die mit Irland, Island u.
+s. w. in Verbindung standen und von denen schon im Allgemeinen erwartet
+werden konnte, daß sie befähigt und durch die natürlichen Verhältnisse
+angeregt waren, die Fahrten gegen _Westen_ fortzusetzen. Auch soll nach
+einer alten, sich immer wiederholenden Sage, die der Geschichtsschreiber
+der Azoren, Fructuosa bei Cordeyro und _Historia del Reyno de __Portugal
+por Manuel de Faria y Sousa_ umständlich erwähnt, die aber Martin Behaim,
+Barros u. s. w. nicht kannten, auf Corvo ein Steinbild (ein Mann zu Roß,
+der mit der ausgestreckten Rechten gegen Nordwesten deutete) von den
+Entdeckern gefunden worden sein, durch welches Columbus nach einer
+neidischen Ueberlieferung eine Offenbarung von der Neuen Welt empfangen
+haben soll; jedoch scheint diese angebliche Reiterstatue – wenn nicht etwa
+ein vulkanisches Vorgebirge aus Basalt, Trachyt und emphibolischem Porphyr
+in Form eines Reiters gleich des Hestmann in Finnmarken oder ein
+Warnungssignal vor oceanischen Fahrten – wie die Bildsäulen des Hercules
+einem und demselben Cyklus systematischer Träumereien auf dem Gebiete der
+Geographie anzugehören. Im Uebrigen verbürgt sich der gelehrte
+Geschichtsschreiber Damião de Goes (_Chron. do Princ. D. Joam. Lisboa__
+1790 cap. IX. p. 119._) für die Thatsache, daß einige Fragmente dieses
+Steinbildes nach Lissabon gekommen sind und setzt hinzu, daß die
+unleserlichen Buchstaben der Inschrift, von der 1529 ein Wachsabdruck
+genommen wurde, von Normannen herrühren könnten, also Runnen gewesen sein
+möchten. Auffallend bleibt es nur, daß Behaim, der, wie bemerkt, geraume
+Zeit auf den Azoren gelebt, nichts von diesem Steinbilde weiß.
+
+Endlich liegt die Vermuthung nahe, daß ein solcher Seefahrer wie Martin
+Behaim in den besten Jahren, dem aber, so wie Columbus, nicht nur die von
+den Scandinaviern gemachten Weinlandsfahrten nach Nord-Amerika, sondern
+auch die von Seneca, Plato, Aristoteles, Eratosthenes, Diodor von Sicilien
+u. s. w. gegebenen dunkeln Andeutungen über einen unbekannten, im
+atlantischen Ocean liegenden Kontinent bekannt gewesen sein müssen, nicht
+nur alle darauf bezüglichen Zeichen und Angaben eingesammelt hat, sondern
+vielleicht auch selbst, wie wir eben bei der Reise des Ferdinand Dulmo
+angedeutet, nach der von ihm in 24° Breite verlegten Insel Antillia
+gesegelt ist. Diese Annahme einer westlichen Reise des Behaim, die von den
+Azoren nach der Zwischenstation der Bermudas und Bahamas und von hier nach
+den Antillen leicht und in kurzer Zeit (Columbus segelte auf seiner
+zweiten Reise von _Cadix_ nach den Antillischen Inseln kaum _sechs_
+Wochen) auszuführen war, gewinnt dadurch an Wahrscheinlichkeit, daß Martin
+Behaim durch _Regiomontans_ verbessertes Astrolabium die Schiffer
+bekanntlich in den Stand gesetzt hat, mittelst dieses Instrumentes nach
+der Sonnenhöhe die Entfernungen zu bestimmen und sich auf offener See
+zurecht zu finden.
+
+Zum Schluß unserer Abhandlung kommen wir endlich IV. auf den Einfluß,
+welchen Martin Behaim auf die Entdeckung der Patagonischen Meerenge
+ausgeübt hat. Zwei Werke, deren Autorität, wie bemerkt, nicht in Zweifel
+gezogen werden darf, die Dekaden des Herrera und die in der
+Ambrosianischen Bibliothek zu Mailand aufbewahrte und im Jahre 1800 von
+Amoretti bekannt gemachte Handschrift des Pigafetta lassen auf gleiche
+Weise diesen Einfluß erkennen. Nach Herrera (_Dec. II, lib. II, cap._ 20
+und 21; _lib. IV., cap. 10, Tom. I, pag. 193, 195, 338_) zeigte Magellan
+am spanischen Hofe zu Valladolid dem Bischof von Burgos eine gemalte
+Erdkugel (_globo bien pintado_), auf welcher er den Weg verzeichnet hatte,
+den er zu nehmen gedachte, indem er die Meerenge absichtlich weiß ließ,
+damit man ihm sein Geheimniß nicht entwenden konnte. ... Er fügte hinzu,
+daß er um so gewisser wäre, eine Meerenge anzutreffen, als er sie gesehen
+hätte (ohne Angabe des Ortes) auf einer von Martin de Bohemia, einem von
+der Insel Fayal gebürtigen Portugiesen (?) und Kosmographen von großem
+Rufe angefertigten Seekarte, und daß diese Karte ihm viel Licht (_mucha
+luz_) über jene Meerenge verschafft habe. Pigafetta, einer der achtzehn
+Reisegefährten des Magellan, welche das Glück hatten, am 6. September 1522
+Europa wiederzusehen, sagt: „Am 21. Octbr. 1520 fanden wir eine Meerenge
+.... aber unser Anführer hatte Kunde (Magellan war nämlich die Küste
+jenseits des Vorgebirges St. Maria zur Mündung des Rio de Solis d. h. Rio
+de la Plata gefahren), daß er durch eine sonderbar verborgene Meerenge
+hindurchsteuern müsse, welche er aus einer in den Archiven (_tesoreria_)
+des Königs von Portugal (im Schatz des Königs Emanuel im Kloster von
+Alcobaca?) aufbewahrten und von einem ausgezeichneten Kosmographen Martino
+de Boemia angefertigten Seekarte gesehen habe.“
+
+So lautet Herrera’s und Pigafetta’s Bericht über den Einfluß Behaim’s auf
+die Entdeckung der Patagonischen Meerenge, der nicht abgestritten werden
+kann. Mag man sagen, daß Magellan fälschlich dem berühmten Nürnberger
+Kosmographen die besagte Karte zugeschrieben, daß öffentliche Urkunden, in
+welchen nur die auf Kosten der spanischen Regierung unternommenen
+Seefahrten verzeichnet sind, uns keine absolute Gewißheit geben, daß zu
+einer gewissen Epoche die Entdeckungen nur bis zu dieser oder jener Grenze
+und nicht weiter ausgedehnt worden seien, mag man ferner sagen, daß wahre
+oder falsche Nachrichten durch Beimengung von Muthmaßungen und
+Combinationen entstellt, daß die ungenauen Kenntnisse von der Gestaltung
+des Neuen Kontinents nach seiner Südspitze hin sich vor 1517 auf den alten
+Seekarten abgespiegelt haben werden, daß Magellan eine dieser Karten in
+den Archiven des Königs von Portugal gesehen habe, daß Magellan, wie das
+Tagebuch des Pigafetta andeutet, von dem Dasein einer Durchfahrt jenseit
+des Rio de la Plata überzeugt war, daß aber die in den Archiven gesehene
+Karte des Behaim mit einer australischen Meerenge, die Lage dieser
+Durchfahrt keineswegs angebe und jedenfalls (?) dem Trugbilde der
+Schoner’schen Erdkugel, auf welcher das angegebene Süd-Amerika oder
+Brasilien nur eine höchst fehlerhafte Copie einer alten Weltkarte des
+Ruysch zum Ptolemäus sei, gleiche, daß Magellan bereits mitten in der nach
+ihm benannten Straße liegend, noch bezweifelt, ob es eine Meerenge oder
+ein trügerischer Golf sei, mag man dies Alles und noch viel mehr sagen, so
+können doch die oben angeführten, von gleichzeitigen Schriftstellern
+entlehnten thatsächlichen Zeugnisse nicht bezweifelt werden, welche klar
+und deutlich beweisen, _erstlich_, daß Magellan auf einer Karte in
+Portugal die besagte Meerenge verzeichnet gesehen hatte, welche er im
+Süden der Mündung des Rio de la Plata suchte, und _zweitens_, daß er diese
+Karte dem zehn Jahre vorher verstorbenen Behaim zuschreibt. Aus dem i. J.
+1492 verfertigten Globus Behaim’s findet sich allerdings keine Spur einer
+Küste Brasiliens und ebensowenig eine Meerenge. – Wenn man nun auch
+vielleicht sagen könnte, daß Behaim auf seinen, an der südafrikanischen
+Küste gemachten Reisen, auf welchen er selbst bis zum 22° südl. Br. den
+Weg um Afrika angebahnt und den er auch auf seinem Globus vollständig
+angezeigt, obgleich ihn erst 1498 Vasco de Gama völlig zurückgelegt hat,
+wie früher die kompaßlosen Scandinavier von Island nach Grönland und
+Vinland, oder wie Cabral 1500 nach Brasilien getrieben worden sei, so ist
+doch mit Gewißheit anzunehmen, daß Martin Behaim vor dem Jahre 1494 nicht
+nach Brasilien und also auch nicht an die Magellanstraße gekommen ist.
+Daraus aber den Schluß ziehen zu wollen, daß Behaim die Anregung zur
+Entdeckung der Magellanstraße nicht hätte geben können, ist falsch, weil
+Behaim einerseits bei seinem langjährigen Aufenthalt auf Fayal (bis 1506)
+überhaupt viele wahre oder muthmaßliche Angaben über die Gestaltung der
+Ostküste von Süd-Amerika dort einzusammeln im Stande gewesen ist und
+andererseits auch erst _nach_ dem Jahre 1492, wo er seinen Globus
+verfertigte, wenn er auch nicht selbst an den Entdeckungsreisen jener
+Periode theilgenommen, doch sehr wohl Kenntniß von dieser Meerenge
+erhalten hat, um auch eine Karte darüber anfertigen zu können, die
+Magellan gesehen.
+
+Die von uns näher beleuchteten Aussagen der spanischen und portugiesischen
+Schriftsteller, das Buch der Chroniken von Hartmann Schedel, der von
+Behaim im Jahre 1492 zu Nürnberg verfertigte Globus und die gewichtigen
+Zeugnisse Herrera’s und Pigafetta’s beweisen unwidersprechlich, daß Martin
+Behaim aus Nürnberg ein berühmter außerordentlicher Mann gewesen ist, _der
+jedenfalls Columbus in seinem Plan, nach Westen zu segeln, bestärkt und
+wesentlich zur Ausführung des Planes von Columbus beigetragen hat_. Somit
+ist Behaim für die Entdeckung Amerika’s von wesentlichem Nutzen und
+Einfluß gewesen und der deutschen Wissenschaft kommt die Ehre zu, jenen
+berühmten Seefahrern: Columbus, Vespucci, Vasco de Gama, Magellan u. s. w.
+die Möglichkeit an die Hand gegeben zu haben, sich weiter in den Ocean
+hinaus zu wagen. In dieser Beziehung haben, wie ich schon früher
+bemerkt(40), neben den Italienern, Spaniern, Portugiesen, Engländern und
+Franzosen auch die Deutschen infolge der natürlichen hohen Begabung des
+germanischen Geistes Theil an der Ehre, auf die Entdeckung und
+Entwickelung Amerika’s eben so bedeutend als wohlthätig eingewirkt zu
+haben.
+
+
+
+
+
+
+FUSSNOTEN
+
+
+_ 1 Cordeyro Histor. Insulana__ lib. IX. cap. 8 fol. 494_. Man findet
+ in dieser Stelle und in F. Gaspar Fructuosa allerdings Nachrichten
+ über die geographischen und astronomischen Kenntnisse Behaims, die
+ aber so groß gewesen sein sollen, daß seine Freunde und im
+ Allgemeinen alle Einwohner ihn mit einer abergläubischen Ehrfurcht
+ betrachteten; so gewiß waren seine Bestimmungen und seine
+ Vorhersagungen.
+
+ 2 Die Entdeckung Amerika’s mit einem Atlas bisher ungedruckter Karten.
+ München 1859.
+
+ 3 Auch _Barros_, _Maris Dialogos_, der Verfasser der _Historia
+ insulana_ und Andere sagen ausdrücklich, daß Behaim sich rühmte, in
+ Regiomontans Schule gelernt zu haben.
+
+_ 4 Barros. Asia__, Dec. 1–4, cap. 2._
+
+_ 5 Herrera__, dec. I, lib. I, cap. 2_ und _dec. II, lib. 2, cap. 19_.
+
+_ 6 Riccioli, Geographia rectific.__ lib. III, cap. 22, pag. 93._
+
+_ 7 Jose Bernardo F. Gama. Memorias historias de Provincia de
+ Pernambuco I, 19._
+
+_ 8 Gomara, Histor. general. de las Indias, cap. 19 in Barcia Histor.
+ primit. de las Indas Occidentales. Madrid 1749._
+
+_ 9 Archives literaires de l’Europe VI__, 265–375, 352–362._
+
+_ 10 Historia insulana_.
+
+_ 11 Saudades da Terra_.
+
+_ 12 Joh. Fr. Stuvens. Dissertatio de vero Novi Orbis inventore._
+
+_ 13 Investigationes historicas sobre los principales descubrimientos de
+ los Españoles en el mar Oceano del signo XV y principios del
+ __XVI.__ Madrid 1794._
+
+_ 14 Wagenseil Synops. Hist. Universal. Wagenseilii Sacra parentalia B.
+ Georgio Frid. Behaimo dicata._
+
+ 15 Schon Postel sagt in seiner im Jahre 1561 erschienenen _Cosmographia
+ pag. 22_: _Ad 54 grad_ (südl. Breite) _ubi est Martini Bohemi fretum
+ a Magaglianesis alias nuncupatum_.
+
+ 16 Histor. Nachr. von Nürnberger Mathematikern und Künstlern, Nürnberg
+ 1780, Fol., worin auch Behaims Erdkugel abgebildet und S. 27 bis 31
+ eine Beschreibung von Behaims Leben gegeben ist.
+
+_ 17 Uranies Noricae Basis astronomico geographica 1697 fol. In epistola
+ dedicatoria._
+
+_ 18 D. Mich. Friedr. Lochner. Comment. de Ananasa sive nuce pinea
+ indica etc. Norimb. 1716._
+
+_ 19 Jo. Wülfer in Disquisitione de majoribus Oceani Insulis._
+
+_ 20 Christoph Cellarius in Hist. Univers._
+
+_ 21 Magnus Daniel Omesius de claris quibusdam Norimbergensibus._
+
+_ 22 Diss. de columnis Herculis. Altdorfii 1794.__ 4. §. ult._
+ Papowitsch hat in seinen Untersuchungen vom Meere (Nürnb. 1750) S.
+ 31 auch diesen Paragraph erläutert.
+
+_ 23 Dom. Joh. Siegism. Mörlii orat. inaug. de meritis Norimbergensium
+ in Geographiam._ Sie steht im _Museo Norico__ p. 125. Altd. 1759._
+
+_ 24 De Bieléfeld Progrés des Allemands dans les Sciences etc. Chap. 3
+ des Inventions et des Decouverts des Allemands. Amsterdam 1752.__
+ 13. pag. 72–76._
+
+_ 25 Joh. Sigism. Fureri oratio de Martino Behaimo_ im _Museo Norico_ S.
+ 385–400.
+
+ 26 Im Nürnberger Gelehrten Lexikon _I. pag. 35_ und in den
+ Münzbelustigungen.
+
+_ 27 Robertson History of the Discov. and __Settlem.__ of Americ.__
+ New-York 1829._
+
+_ 28 Washington Irving Life and Voyages of Christ. Columbus.__ New-York
+ 1831, II._ Appendix 267–270.
+
+ 29 Gebauer, Portugiesische Geschichte.
+
+ 30 Der erste Entdecker der neuen Welt, Christoph Colon, gegen die
+ ungegründeten Ansprüche, welche Amerikus Vespucci und Martin Behaim
+ auf diese Ehre machen, von E. Tozen. Göttingen 1761.
+
+ 31 Diplomatische Geschichte Behaims von v. Murr. Nürnb. 1778 (aus dem
+ 6. Theil seines Journals zur Kunstgeschichte besonders abgedruckt);
+ zweite verbesserte Auflage Gotha 1801. Die erste Ausgabe ist von J.
+ Jansen in’s Französische übersetzt. Die zweite kam mit der
+ französischen Uebersetzung von _Pigafetta’s_ italienischer
+ Schifffahrtsbeschreibung _Magellans_ zu Paris 1801 ein. Die dritte
+ ist vom Verf. selbst zu Straßburg und Paris 1802 herausgegeben. Mit
+ Abbildungen der Erdkugel Behaims.
+
+ 32 Allgem. Encyclopädie der Wissenschaften und Künste von J. G. Ersch
+ und J. G. Gruber. Leipzig 1822. s. Behaim.
+
+ 33 Kritische Untersuchungen über die historische Entwickelung der
+ geographischen Kenntnisse in der neuen Welt von Alexander v.
+ Humboldt, aus dem Französischen übersetzt von Dr. J. L. Ideler.
+ Berlin 1836. 3. Bd.
+
+ 34 Geschichte und Zustände der Deutschen in Amerika von Franz Löher,
+ Cincinnati und Leipzig. 1847 S. 3–8. Nach dem Verf. sah Martin
+ Behaim Amerika auf einer seiner südwestlichen Entdeckungsreisen im
+ J. 1483, zehn Jahre früher, ehe Columbus sich zur Reise anschickte.
+
+ 35 Geschichte des Seefahrers Ritter Martin Behaim von Dr. F. W.
+ Ghillany. Eingeleitet durch eine Abhandlung über die ältesten Karten
+ des neuen Continents und den Namen von Amerika von Alexander v.
+ Humboldt. Nürnberg 1853. Mit einer genauen Abbildung des
+ Behaim’schen Globus vom Jahr 1492.
+
+ 36 Geschichte des Zeitalters der Entdeckungen von Oskar Peschel.
+ Stuttgart und Augsburg 1858, Cotta. Dieses Werk gereicht der
+ deutschen Wissenschaft zur Ehre und gehört ohne Frage zu den
+ bedeutendsten wissenschaftlichen Arbeiten unseres Jahrzehends. Die
+ Entdeckungen der Portugiesen sind meisterhaft und mit großem
+ Scharfsinn zusammengestellt; s. Behaim S. 28, 38, 76, 80, 82, 88,
+ 89, 90, 92, 101, 126, 127, 129, 131, 616–620 u. s. w.
+
+ 37 Die von der Münchner Akademie veranstaltete Ausgabe alter
+ unbekannter Karten aus der Zeit der Entdeckung besorgten Fr.
+ Kunstmann und G. M. Thomas, und der erstere hat uns einen Commentar
+ und eine vortreffliche Arbeit über die Entdeckung Amerika’s
+ geliefert. (Die Entdeckung Amerika’s in einem Atlas bisher
+ ungedruckter Karten. München 1859.)
+
+ 38 Behaim setzt die Auswanderung „des Erzbischofs von _Porto Portigal_“
+ nach der Insel _Antilia_ oder _Septen citade_, die Insel der sieben
+ Städte genannt, in das Jahr 734, während Columbus das Jahr 814 – die
+ Epoche der Schlacht angiebt, welche Musa an den Ufern des Guadalete
+ gewann.
+
+_ 39 Herrera__, cap. VII._ und _Gaspar Fructuosa_ in seiner _Historia
+ insulana_.
+
+ 40 Geograph. Mitth. von Petermann. 1858. Heft X.
+
+
+
+
+
+BEMERKUNGEN ZUR TEXTGESTALT
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+Die Fußnoten wurden an das Ende des Textes versetzt.
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+Die Originalausgabe ist in Fraktur gesetzt. In der Textfassung sind
+Passagen in Antiqua (bis auf römische Zahlen und „Dr.“ im deutschen
+Satzzusammenhang) und Sperrung durch Unterstriche markiert, Fettdruck
+durch Sternchen.
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+Folgende mutmaßliche Druckfehler wurden korrigiert:
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+ S. 13: „berühmte“ geändert in „berühmten“
+ S. 14: Anführungszeichen vor „Columbus“ entfernt
+ S. 17: Anführungszeichen hinter „Vespuzzi.“ hinzugefügt
+ S. 18: Punkt hinter „XVI“ hinzugefügt
+ S. 19: Punkt hinter „Settlem“ hinzugefügt
+ S. 19: Punkt hinter „übersetzt“ hinzugefügt
+ S. 22: Anführungszeichen hinter „hätten.“ entfernt
+ S. 24: „verzeichzeichneten“ geändert in „verzeichneten“
+ S. 36: „Merrenge“ geändert in „Meerenge“
+ S. 36: Punkt hinter „6“ hinzugefügt
+ S. 36: „gegesehen“ geändert in „gesehen“
+
+Nicht geändert wurden Schreibvarianten („Kompas“ und „Kompaß“;
+„Ptolomäus“, „Ptolemäus“ und „Ptolamais“; „jenseit“ und „jenseits“) sowie
+heute unübliche Wortformen wie „mehre“ statt „mehrere“.
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+***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK MARTIN BEHAIM AUS NÜRNBERG***
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+CREDITS
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+February 18, 2010
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+ Project Gutenberg TEI edition 1
+ Produced by Karl Eichwalder, Norbert H. Langkau, Stefan Cramme
+ and the Online Distributed Proofreading Team at
+ http://www.pgdp.net (This book was produced from scanned
+ images of public domain material from the Google Print
+ project.)
+
+
+
+A WORD FROM PROJECT GUTENBERG
+
+
+This file should be named 31321‐0.txt or 31321‐0.zip.
+
+This and all associated files of various formats will be found in:
+
+
+ http://www.gutenberg.org/dirs/3/1/3/2/31321/
+
+
+Updated editions will replace the previous one — the old editions will be
+renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no one
+owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and
+you!) can copy and distribute it in the United States without permission
+and without paying copyright royalties. Special rules, set forth in the
+General Terms of Use part of this license, apply to copying and
+distributing Project Gutenberg™ electronic works to protect the Project
+Gutenberg™ concept and trademark. Project Gutenberg is a registered
+trademark, and may not be used if you charge for the eBooks, unless you
+receive specific permission. If you do not charge anything for copies of
+this eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
+for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
+performances and research. They may be modified and printed and given away
+— you may do practically _anything_ with public domain eBooks.
+Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
+
+
+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
+
+
+_Please read this before you distribute or use this work._
+
+To protect the Project Gutenberg™ mission of promoting the free
+distribution of electronic works, by using or distributing this work (or
+any other work associated in any way with the phrase „Project Gutenberg“),
+you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg™
+License (available with this file or online at
+http://www.gutenberg.org/license).
+
+
+Section 1.
+
+
+General Terms of Use & Redistributing Project Gutenberg™ electronic works
+
+
+1.A.
+
+
+By reading or using any part of this Project Gutenberg™ electronic work,
+you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the
+terms of this license and intellectual property (trademark/copyright)
+agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this
+agreement, you must cease using and return or destroy all copies of
+Project Gutenberg™ electronic works in your possession. If you paid a fee
+for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg™ electronic work
+and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may
+obtain a refund from the person or entity to whom you paid the fee as set
+forth in paragraph 1.E.8.
+
+
+1.B.
+
+
+„Project Gutenberg“ is a registered trademark. It may only be used on or
+associated in any way with an electronic work by people who agree to be
+bound by the terms of this agreement. There are a few things that you can
+do with most Project Gutenberg™ electronic works even without complying
+with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are
+a lot of things you can do with Project Gutenberg™ electronic works if you
+follow the terms of this agreement and help preserve free future access to
+Project Gutenberg™ electronic works. See paragraph 1.E below.
+
+
+1.C.
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation („the Foundation“ or
+PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg™ electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an individual
+work is in the public domain in the United States and you are located in
+the United States, we do not claim a right to prevent you from copying,
+distributing, performing, displaying or creating derivative works based on
+the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of
+course, we hope that you will support the Project Gutenberg™ mission of
+promoting free access to electronic works by freely sharing Project
+Gutenberg™ works in compliance with the terms of this agreement for
+keeping the Project Gutenberg™ name associated with the work. You can
+easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
+same format with its attached full Project Gutenberg™ License when you
+share it without charge with others.
+
+
+1.D.
+
+
+The copyright laws of the place where you are located also govern what you
+can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant
+state of change. If you are outside the United States, check the laws of
+your country in addition to the terms of this agreement before
+downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating
+derivative works based on this work or any other Project Gutenberg™ work.
+The Foundation makes no representations concerning the copyright status of
+any work in any country outside the United States.
+
+
+1.E.
+
+
+Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
+
+
+1.E.1.
+
+
+The following sentence, with active links to, or other immediate access
+to, the full Project Gutenberg™ License must appear prominently whenever
+any copy of a Project Gutenberg™ work (any work on which the phrase
+„Project Gutenberg“ appears, or with which the phrase „Project Gutenberg“
+is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or
+distributed:
+
+
+ This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+ almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away
+ or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License
+ included with this eBook or online at http://www.gutenberg.org
+
+
+1.E.2.
+
+
+If an individual Project Gutenberg™ electronic work is derived from the
+public domain (does not contain a notice indicating that it is posted with
+permission of the copyright holder), the work can be copied and
+distributed to anyone in the United States without paying any fees or
+charges. If you are redistributing or providing access to a work with the
+phrase „Project Gutenberg“ associated with or appearing on the work, you
+must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7
+or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg™
+trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
+
+
+1.E.3.
+
+
+If an individual Project Gutenberg™ electronic work is posted with the
+permission of the copyright holder, your use and distribution must comply
+with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed
+by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project
+Gutenberg™ License for all works posted with the permission of the
+copyright holder found at the beginning of this work.
+
+
+1.E.4.
+
+
+Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg™ License
+terms from this work, or any files containing a part of this work or any
+other work associated with Project Gutenberg™.
+
+
+1.E.5.
+
+
+Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic
+work, or any part of this electronic work, without prominently displaying
+the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate
+access to the full terms of the Project Gutenberg™ License.
+
+
+1.E.6.
+
+
+You may convert to and distribute this work in any binary, compressed,
+marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word
+processing or hypertext form. However, if you provide access to or
+distribute copies of a Project Gutenberg™ work in a format other than
+„Plain Vanilla ASCII“ or other format used in the official version posted
+on the official Project Gutenberg™ web site (http://www.gutenberg.org),
+you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
+request, of the work in its original „Plain Vanilla ASCII“ or other form.
+Any alternate format must include the full Project Gutenberg™ License as
+specified in paragraph 1.E.1.
+
+
+1.E.7.
+
+
+Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing,
+copying or distributing any Project Gutenberg™ works unless you comply
+with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
+
+
+1.E.8.
+
+
+You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or
+distributing Project Gutenberg™ electronic works provided that
+
+ - You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg™ works calculated using the method you
+ already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed to
+ the owner of the Project Gutenberg™ trademark, but he has agreed to
+ donate royalties under this paragraph to the Project Gutenberg
+ Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid within 60
+ days following each date on which you prepare (or are legally
+ required to prepare) your periodic tax returns. Royalty payments
+ should be clearly marked as such and sent to the Project Gutenberg
+ Literary Archive Foundation at the address specified in Section 4,
+ „Information about donations to the Project Gutenberg Literary
+ Archive Foundation.“
+
+ - You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg™ License.
+ You must require such a user to return or destroy all copies of the
+ works possessed in a physical medium and discontinue all use of and
+ all access to other copies of Project Gutenberg™ works.
+
+ - You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
+ any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
+ receipt of the work.
+
+ - You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg™ works.
+
+
+1.E.9.
+
+
+If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg™ electronic
+work or group of works on different terms than are set forth in this
+agreement, you must obtain permission in writing from both the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael Hart, the owner of the
+Project Gutenberg™ trademark. Contact the Foundation as set forth in
+Section 3 below.
+
+
+1.F.
+
+
+1.F.1.
+
+
+Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to
+identify, do copyright research on, transcribe and proofread public domain
+works in creating the Project Gutenberg™ collection. Despite these
+efforts, Project Gutenberg™ electronic works, and the medium on which they
+may be stored, may contain „Defects,“ such as, but not limited to,
+incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright
+or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk
+or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot
+be read by your equipment.
+
+
+1.F.2.
+
+
+LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES — Except for the „Right of
+Replacement or Refund“ described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg™
+trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg™
+electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for
+damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE
+NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH
+OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE
+FOUNDATION, THE TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT
+WILL NOT BE LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL,
+PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY
+OF SUCH DAMAGE.
+
+
+1.F.3.
+
+
+LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND — If you discover a defect in this
+electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund
+of the money (if any) you paid for it by sending a written explanation to
+the person you received the work from. If you received the work on a
+physical medium, you must return the medium with your written explanation.
+The person or entity that provided you with the defective work may elect
+to provide a replacement copy in lieu of a refund. If you received the
+work electronically, the person or entity providing it to you may choose
+to give you a second opportunity to receive the work electronically in
+lieu of a refund. If the second copy is also defective, you may demand a
+refund in writing without further opportunities to fix the problem.
+
+
+1.F.4.
+
+
+Except for the limited right of replacement or refund set forth in
+paragraph 1.F.3, this work is provided to you ’AS-IS,’ WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+
+1.F.5.
+
+
+Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the
+exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or
+limitation set forth in this agreement violates the law of the state
+applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make
+the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state
+law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement
+shall not void the remaining provisions.
+
+
+1.F.6.
+
+
+INDEMNITY — You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark
+owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of
+Project Gutenberg™ electronic works in accordance with this agreement, and
+any volunteers associated with the production, promotion and distribution
+of Project Gutenberg™ electronic works, harmless from all liability, costs
+and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from
+any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of
+this or any Project Gutenberg™ work, (b) alteration, modification, or
+additions or deletions to any Project Gutenberg™ work, and (c) any Defect
+you cause.
+
+
+Section 2.
+
+
+ Information about the Mission of Project Gutenberg™
+
+
+Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of electronic
+works in formats readable by the widest variety of computers including
+obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the
+efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks
+of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance
+they need, is critical to reaching Project Gutenberg™’s goals and ensuring
+that the Project Gutenberg™ collection will remain freely available for
+generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation was created to provide a secure and permanent future for
+Project Gutenberg™ and future generations. To learn more about the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations
+can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at
+http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3.
+
+
+ Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of
+Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service.
+The Foundation’s EIN or federal tax identification number is 64-6221541.
+Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. Contributions to the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full
+extent permitted by U.S. federal laws and your state’s laws.
+
+The Foundation’s principal office is located at 4557 Melan Dr.
+S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North
+1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information
+can be found at the Foundation’s web site and official page at
+http://www.pglaf.org
+
+For additional contact information:
+
+
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4.
+
+
+ Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive
+ Foundation
+
+
+Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without wide spread
+public support and donations to carry out its mission of increasing the
+number of public domain and licensed works that can be freely distributed
+in machine readable form accessible by the widest array of equipment
+including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are
+particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United States.
+Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable
+effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these
+requirements. We do not solicit donations in locations where we have not
+received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or
+determine the status of compliance for any particular state visit
+http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we have
+not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against
+accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us
+with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make any
+statements concerning tax treatment of donations received from outside the
+United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods
+and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including
+checks, online payments and credit card donations. To donate, please
+visit: http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+
+Section 5.
+
+
+ General Information About Project Gutenberg™ electronic works.
+
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg™
+concept of a library of electronic works that could be freely shared with
+anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg™
+eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+Project Gutenberg™ eBooks are often created from several printed editions,
+all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright
+notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance
+with any particular paper edition.
+
+Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook’s eBook
+number, often in several formats including plain vanilla ASCII, compressed
+(zipped), HTML and others.
+
+Corrected _editions_ of our eBooks replace the old file and take over the
+old filename and etext number. The replaced older file is renamed.
+_Versions_ based on separate sources are treated as new eBooks receiving
+new filenames and etext numbers.
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg™, including how
+to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation,
+how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email
+newsletter to hear about new eBooks.
+
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+***FINIS***
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