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authorRoger Frank <rfrank@pglaf.org>2025-10-14 19:54:42 -0700
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+The Project Gutenberg EBook of Vampyrismus, by Gerard van Swieten
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Vampyrismus
+
+Author: Gerard van Swieten
+
+Release Date: January 7, 2010 [EBook #30886]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VAMPYRISMUS ***
+
+
+
+
+Produced by Michael Roe, Jana Srna and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
+book was produced from scanned images of public domain
+material from the Google Print project.)
+
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+
+ [ Anmerkungen zur Transkription:
+
+ Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen;
+ lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Eine Liste
+ der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende des Textes.
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+ Das Inhaltsverzeichnis wurde vom Ende des Textes an den Anfang
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+ ]
+
+
+
+
+ Vampyrismus
+
+ von
+
+ Herrn Baron Gerhard van-Swieten
+
+ verfasset,
+
+ aus dem Französischen ins Deutsche
+
+ übersetzet,
+
+ und als ein Anhang =der Abhandlung des Daseyns
+ der Gespenster= beigerücket.
+
+ Augsburg, 1768.
+
+
+
+
+Abtheilung des ganzen Werkchens.
+
+Vampyrismus.
+
+
+I. §.
+
+Vom Vampyrismus überhaupt.
+
+II. §.
+
+Ob die Körper der Vampyren faulen?
+
+III. §.
+
+Ob die Vampyren die Lebendigen durch Erscheinungen &c. beunruhigen?
+
+
+
+
+Vorrede.
+
+
+Die vorhergehende Schrift, =Abhandlung des Daseyns der Gespenster=,
+welche mir von meinem gelehrten Freunde zum Drucke zu befördern ist
+geschickt worden; ist mit größter Deutlichkeit, mit bester Ordnung,
+mit gründlicher Gelehrtheit abgefasset. Diese wenigen Bogen einer so
+nutzbaren Abhandlung bringen dem Verfasser mehr Ehre, und dem Vaterlande
+mehr Vortheil, als wenn er ganze schweißtreibende Folianten von
+scholastischen, thomistischen, scotistischen, mollinistischen, und was
+weis ich, von was noch für istischen Materien zusammen geschrieben
+hätte. Der Verfasser dieses Werkchens hat der gelehrten Welt schon
+mehrere dergleichen Abhandlungen nützlicher Materien gelieferet, und
+stehet wirklich schon von zweyen Jahren her mit einem andern sehr
+gelehrten Werke zum Drucke fertig, welches ich zum Theil eingesehen,
+gelesen, bewunderet habe. Aber seine kümmerliche Umstände gestatten es
+ihm nicht, damit ins Tageslicht zu tretten. Nur schade, daß, ungeacht
+unser Baiern nicht gar viel gelehrte Patrioten aufweisen kann, man
+einen so herrlichen Kopf in musenfeindlichen Gegenden im verborgenen
+schmachten läßt, an statt ihn mit Sorgfalt zu suchen. Sein geringes
+Vermögen, und als ein Landeskind gebohren zu seyn, sind vieleicht die
+ächten Ursachen, welche ihn, wenn er auch bekannt seyn würde, wo nicht
+der Verachtung, doch einer kalten Gleichgültigkeit bloß stellen würden.
+Zum wenigsten hat der ehrliche Mann nicht Schulde daran, wenn er mit all
+seiner Fähigkeit dem Staate nichts nützet, und vor andern nicht gesucht
+wird.
+
+ Ipse licet venias Musis comitatus Homere,
+ Si nihil attuleris, ibis, Homere, foras.
+
+Nur Fürsten, Königen, sagt Corneille in seinen Horatziern, nur den
+Großen dieser Erde, nur erhabenen Geistern kömmt es zu, das wahre Lob
+um das Vaterland bestverdienten Männer der ewigen Unwissenheit zu
+entreissen; diesen fehlt es niemal an Mitteln, die Tugend auch in ihren
+kleinsten Handlungen groß zu machen.
+
+ C'est aux Rois, c'est aux Grands, c'est aux Esprits bien faits,
+ A voir la vertû pleine, en ses moindres effets.
+ C'est d'eux seuls qu'on reçoit la veritable gloire;
+ Eux seuls des vrays heros assûrent la memoire.
+
+Nachdem also dieser gelehrte Mann =von dem Daseyn der Gespenster= so
+gründlich gehandelt, so nehme ich Anlaß, einige =Anmerkungen über die
+vorgegebene Zauberey der Abgestorbenen= unter dem Titel =Vampyrismus=
+anzuhangen, weil diese der ersten Materie ganz ähnlich ist.
+
+Diese =Anmerkungen über die vorgegebene Zauberey der Abgestorbenen=,
+lateinisch _Magia Posthuma_, wurde im Jahre 1755. im Märzmonat
+in französischer Sprache von einem der berühmtesten Männer, die Europa
+aufzeigen kann, nämlich von Herrn Baron Gerhard van-Swieten, ersten
+Leibarzten Ihrer kaiserl. Majestäten, und damaligen Hofbibliothecarius,
+den seine immer anwachsende Verdienste indessen zu größern Titel,
+Ansehen und Ruhm erhoben haben; zu Wienn verfasset, und gedrucket.[a]
+Sie ist bald hernach im Hornung 1756. von einer gleichfalls gründlichen
+Feder ins Deutsche versetzet worden.
+
+ [a] Im Jahre 1755. den 30. Jenner lief in Wienn mit Erstaunung des
+ Volkes die Nachricht ein von einem neuen und seltsamen Proceß, welchen
+ man in einem Dorf von Mähren an jener Gegend, wo es mit Ungarn und
+ Schlesien gränzet, wieder die Abgestorbenen vorgenommen hat; und die
+ Vollziehung des richtlichen Ausspruches wider dieselben wurde von
+ einigen je weniger erleuchteten, desto mehr gefährlichen Geistlichen
+ gut geheissen. Da nun diese Zeitung Ihrer kaiserl. königl.
+ apostolischen Majestät, der vorsichtigsten Monarchinn, zu Ohren kam,
+ wurde ihr mildes Gemüth dadurch so sehr bewegt, daß sie den Herrn
+ Wabst, hernach ersten Leibarzten der kaiserl. königl. Armeen, und den
+ Herrn Gaffer alsdenn Professorn der Anatomie, zween erfahrneste
+ Naturkündiger, ohne Verweilen dahin abgeschickt hat, um den Verlauf,
+ und die Umstände der Begebenheit einzuholen. Nach öfterem genauen
+ Versuchen, nach reifem Unterricht und scharfen Examen haben diese
+ zween vorhergedachte Männer durch ihre Gelehrtheit endlich eingesehen,
+ daß der ganze Lärm von nichts andern herkömme, als von einer eitlen
+ Furcht, von einer aberglaubischen Leichtglaubigkeit, von einer dunkeln
+ und bewegten Phantasey, Einfalt und Unwissenheit bei jenem Volke. Man
+ hat hierauf die Beweise der zween vorsichtigen Naturlehrer eingesehen;
+ man hat den lächerlichen aber doch barbarischen Proceß wider die
+ armen Abgestorbenen durchsucht. Und Herr Baron van-Swieten, einer der
+ gelehrtesten Männer von Wienn, der durch andere seinige weiseste Werke
+ schon so berühmt ist, daß seine Verdienste alles Lob übersteigen
+ würden, hat Ihrer kaiserl. königl. Majestät über dieses Geschäfte
+ sein Gutachten abgegeben durch gegenwärtige =Anmerkungen=, welche er
+ französisch abgefasset hat, die wir aber in deutscher Sprache hier
+ liefern unter dem Titel =Vampyrismus=. Das erlauchte und gerechte
+ Gemüth der glorwürdigen Monarchinn, die in allen Fällen zum Guten
+ ihrer Unterthanen wachet, zeigte über das unbehutsame Verfahren in
+ dieser Proceßsache die höchste Ungnade. Gleichwie man, um dergleichen
+ veraltete Aberglauben auszurotten, Gewalt und behände Entschlüssung
+ brauchen muß; also gaben Höchstdieselbe plötzlich den ernsthaften
+ Befehl, man solle die schärfesten Rescripten durch alle kaiserl.
+ königl. Erbländer, an alle Magistraten, Policeyverwalter, an alle
+ Regierungen abgehen lassen, kraft welchen dergleichen Aberglauben
+ nicht nur allein verhindert, gestraft, sondern gänzlich aufgehoben
+ seyn sollten. Und wenn sich ein Zufall ereignet, dessen natürliche
+ Ursache man noch nicht genugsam erkennet; sollte sich beileibe keiner
+ mehr erkühnen, sich in diese Händel zu mischen, ohne zuvor Ihrer
+ Majestät davon Nachricht zu ertheilen. Höchstdieselbe werden alsdenn
+ mit jenen Mitteln vorzubeugen wissen, die man in dergleichen Umständen
+ für anständig, nützlich und billig erachten wird.
+
+Ich unterlasse hier diesem schönen, und höchst nutzbaren Werke das
+billige Lob zu sprechen, welches ihm kein unpartheyischer Leser wird
+versagen können. Denn des Verfassers Ruhm (den die forschende dankbare
+Nachwelt mit Ehrfurcht seiner Asche in die ewige Jahre hinein zollen
+wird) ist ohnehin schon so groß, daß ihm durch meine geringschätzige
+Lobsprüche wohl nicht vieles zuwachsen wurde. Des gelehrten Uebersetzers
+Namen aber verschweige ich gar, weil es mir aus unbekannten Ursachen
+nicht erlaubt ist, ihn zu nennen. Er ist durch ein großes Werk, mit
+welchem er viele nützliche Erkenntnissen und Wissenschaften aus dem
+Alterthum der Vergessenheit entrissen hat, den Gelehrten genug bekannt
+geworden, und wird es bis zur Unsterblichkeit werden, durch ein noch
+größeres Werk, zu dem alle Liebhaber der feinen Musen mit Eifer schon
+wirklich pränumeriren.
+
+Im nämlichen Jahre 1756. im Octobermonat wurde dieses Werk aus der
+französischen auch in die italienische Sprache übersetzet, vom
+Uebersetzer mit gelehrten Anmerkungen bereichet, und zu Rovereid
+gedrucket. Diese Uebersetzung führet den Titel: _Considerazione
+intorno alla pretesa +Magia Postuma+ presentata al supremo Direttorio
+di Vienna dal Signor Barone Gerardo Van-Swieten Archiatro delle Cesaree
+Maestà, e Prefetto della loro Bibliotheca. Dal Francese nell'Italiano
+recata con annotazioni del traduttore. Roveredo ai 26. Ottobre 1756._
+
+Die wälschen Anmerkungen werde ich ins Deutsche übersetzen. Das deutsche
+Werkchen selbst aber werde ich getreulich so liefern, wie es aus der
+Feder des gelehrten Uebersetzers geflossen ist. Daß ich den Titel:
+=Anmerkungen über die vorgegebene Zauberey der Abgestorbenen=, welchen
+sowohl die französische als italienische Schrift führet, nicht
+beibehalten habe, ist darum geschehen, weil ich eben auch in diesem
+Stücke dem deutschen Uebersetzer folgen wollte, der seiner Arbeit den
+Namen =Vampyrismus= schöpfte.
+
+Der Aberglauben vom Vampyrismus wird lateinisch _+Magia Posthuma+_, oder
+Zauberey der Abgestorbenen, genennet. Die =Vampyren= aber sind verstorbene
+Menschen, welche zuweilen später, zuweilen eher aus dem Grabe aufstehen,
+den Menschen erscheinen, das Blut aussaugen, an die Hausthüren ungestümm
+anklopfen, Getöse im Hause erwecken, und öfters gar den Tod verursachen
+sollen. Wessentwegen dann auch sehr viele kaiserl. königl. scharfe
+Befehle in alle Erbländer ausgeschicket worden, diesem Abentheuer des
+Aberglauben Schranken zu setzen, dergleichen nur unter Barbaren,
+Ignoranten, oder Boshaften zu finden sind. In allen christcatholischen
+andern Ländern ist diese schädliche Meinung unbekannt. Nur in Ungarn,
+Mähren, Pohlen und Schlesien findet sie ihre Anhänger. Der Anfang
+dieses Uebels mag seinen Grund wohl ohne Zweifel in der schismatischen
+griechischen Einfalt haben, welche glaubt, daß der Teufel an statt der
+Seele den Körper des Menschen besitzen könne.
+
+ Außer dieser kurzen Erinnerung weis ich meinem Leser
+ nichts mehr zu sagen, als daß ich mich seiner
+ Gewogenheit und Freundschaft ergebenst
+ empfehle.
+
+
+
+
+1. §.
+
+Vom Vampyrismus überhaupt.
+
+
+Wann die Menschen außerordentliche Wirkungen wahr genommen, derer
+Ursache sie nicht erkenneten, so leiteten sie dieselben von einer
+höheren Macht her, als diejenige ist, welche die Menschen besitzen. Die
+Geschichte zeiget uns in allen Jahrhunderten deutliche Spuren davon.
+
+Nun ist es gewiß, und durch die heilige Schrift bestättiget, daß GOtt
+mit seiner Allmacht entweder unmittelbar durch seinen Willen, oder durch
+die heiligen Engel, Propheten, Apostel und andere Heiligen, die
+erstaunlichsten Werke hervorgebracht habe.
+
+Die Kirchengeschichte kann dessen auch die Unglaubigsten überführen, daß
+diese Wunderwerke in den ersten Zeiten des Christenthums zu unzähligen
+malen geschehen sind. Gelehrte und redliche Protestanten sogar haben es
+nicht läugnen können, daß der heilige Indianerapostel durch offenbare
+Wunderwerke seine Mißion erwiesen habe. Es ist auch gewiß, daß der böse
+Geist durch Zulassung GOttes Werke gethan, welche natürliche Ursachen
+gänzlich übersteigen. Was sich mit unserem Heilande zugetragen hat, als
+er in der Wüste in Versuchung geführt worden, ist allein genug, es zu
+erweisen. Kein Christ kann es läugnen, daß es Menschen gegeben habe,
+welche vom bösen Geiste besessen waren; mithin der böse Geist über die
+menschlichen Leiber eine Macht habe.
+
+Eben also ist es auch wahr, daß der Teufel durch Getümmel, durch
+abscheuliche Verblendungen &c. die Menschen in Furcht gebracht habe.
+Selbst die Protestanten bekennen es, daß die Heyden, welche in Indien
+die Götzen anbethen, alle die Bosheiten ihres verfluchten Meisters
+erfahren, dem sie dienen; sobald sie aber durch das Heil. Sacrament der
+Taufe von der Leibeigenschaft des Teufels los, und Mitglieder der Kirche
+werden, alle diese teuflischen Verblendungen ein Ende nehmen, welches
+zur Bekehrung sehr vieler Heyden Anlaß gegeben hat.
+
+Daher ist hier die Frage nicht: ob dergleichen außerordentliche
+Wirkungen möglich sind? sondern die ganze Schwierigkeit beruhet darauf,
+zu erweisen, daß ein gewißer Zufall wirklich geschehen; und, wenn er
+geschehen, auch zu erweisen, daß es ein solcher Zufall sey, welcher die
+Kräften der natürlichen Ursachen übersteige.
+
+Seitdem die Wissenschaften und Künsten in Aufnahm gekommen sind, hat
+man auch die natürlichsten Ursachen derjenigen Wirkungen, welche die
+Unwissenden in Erstaunen gesetzt hatten, auf das deutlichste entdecket.
+Zum Beispiele dessen dienen die Finsternissen, welche vormals ganze
+Völker, denen dieselbe als Wunderwerke vorkamen, in die entsetzlichste
+Furcht, in Angst und Schrecken gestürzet hatten. Die Verbesserung
+der Sternwissenschaft aber hat all diese Furcht vertrieben. Dieses
+Schauspiel, welches vormals so erschrecklich geschienen, verursachet uns
+keine Furcht mehr. Wir bewundern ganz ruhig die Allmacht des Schöpfers,
+welcher diese großen Körper, in einem so unendlich weiten Raume, mit
+solcher Richtigkeit, durch so viele Jahrhunderte herumwälzet, daß sogar
+der schwache Menschenwitz es zuwege gebracht hat, derselben Wiederkunft
+auch auf zukünftige Jahrhunderten bis auf eine gewiße und gesetzte Zeit
+ausrechnen zu können.
+
+Das Schüßpulver, die electrischen Wirkungen, die Verblendungen durch
+Spiegel und andere optische Kunststücke sind von solcher Beschaffenheit,
+daß man einen jeden Menschen, dem sie unbekannt sind, in die größte
+Verwunderung setzen kann. Es haben sich auch viele Betrüger derselben
+bedienet, das leichtglaubige Publicum damit zu überführen, daß sie die
+größten Zauberer wären.[b]
+
+ [b] Verschiedene Zufälle und Arten dergleichen Betrüger liest man im
+ unvergleichlichen Tractat des weltberühmten Hermanns Boerhaave unter
+ dem Titel: _Elementa chemiæ._ 1. B. 2. Th. Venedig 1737.
+
+Es ist auch richtig und gewiß, daß je mehr die Künsten und Wissenschaften
+aufnehmen, destomehr die Wunderwerke sich vermindern. Die Zauberey der
+Abgestorbenen (_Magia posthuma_) von welcher hier die Frage ist, dienet
+zu einem neuen Beweise.[c] Denn alle diese Begebenheiten befinden sich
+nur in Gegenden, in welchen die Unwissenheit noch immer herrschet. Es
+ist auch wahrscheinlich, daß die schismatischen Griechen die Haupturheber
+derselben sind.[d]
+
+ [c] Der gelehrte P. Augustin Calmet, in seiner =Historie der Vampyren=,
+ welche den zweyten Theil seines Buches =von den Erscheinungen der
+ Geister= ausmacht, und im Jahre 1751. zu Augsburg in deutscher Sprache
+ ans Licht getretten ist, bekräftiget, daß es beinahe 60. Jahre sind,
+ daß sich der Ruf von den Vampyren in Ungarn, Pohlen, Schlesien und
+ Mähren auszubreiten angefangen hat. Calmet schrieb sein Buch von
+ Gespenstern und Vampyren im Jahre 1745. und in Wahrheit in der Zeitung
+ Mercurius genannt in dem 1693. und 1694. Jahrslaufe liest man
+ dergleichen Geschichten von etlichen Vampyren in Pohlen, und besonders
+ in Pohlnischreusen.
+
+ [d] Was man in Griechenland, und im Archipelagus von den =Brucolachen=
+ erzählet, ist das nemliche, was man anderswo von den Vampyren vorgiebt.
+ Der Abt Langlet sagt in der Vorrede seiner historisch-dogmatischen
+ Abhandlung von =den Erscheinungen=: Vampyr, Brucolach, oder Timpanit
+ sind lauter gleichdeutige Worte. Im zweyten Bande dieses Buchs S. 173.
+ liest man das Wort Brucolach kömmt von dem neuen griechischen Worte
+ βοουρχος, welches Koth heisset, und von einem andern λααχος, welches
+ eine Grube oder Cloack anzeiget; denn man beobachtet gemeiniglich, daß
+ die Gruften, wo man dergleichen Körper beisetzet, voll Koth sind.
+
+Tournefort ein gelehrter und erleuchter Leibarzt, zugleich aber der
+geschickteste Botanicus oder Kräuterverständige seines Jahrhunderts, da
+er von Ludwig dem Vierzehenten, Könige in Frankreich, in Asien geschickt
+worden, hauptsächlich in Griechenland diejenige Kräuter zu suchen,
+welche die Alten meistentheils sehr unrichtig beschrieben hatten, war
+selbst gegenwärtig, und sah denjenigen Körper sehr nahe, den man einer
+Zauberey nach dem Tode (_Magiæ posthumæ_) angeklagt hatte. Er sah
+auch alle Mittel, die man angewendet zu verhindern, damit der Teufel
+dieses Körpers sich nicht mehr bedienen könnte, die Lebendigen in Angst
+und Schrecken zu setzen.[e] Die Umstände dieses Zufalls befinden sich in
+dem Buche, welches den Titel führet: _Voyage au Levant par Mr.
+Tournefort_. Und weil es nach Art und Weise der Briefen geschrieben ist,
+so steht gemeldte Geschichte im 3ten Briefe.
+
+ [e] Dieses trug sich den ersten Jenner 1701. in der Insul Micon zu.
+ Der Abt Calmet erzählet diese Geschichte in seinen oben angeführten
+ Buche 32. Cap. auf die nemliche weise, wie wir sie von Tournefort
+ empfangen haben.
+
+Diese Begebenheit kann zu erkennen geben, was man von derjenigen halten
+soll, welche sich in Ungarn in den Dorfschaften der Haydonen jenseits
+der Theisse gegen Siebenbürgen im Jahre 1732. zugetragen hat.[f] Die
+Zauberey der Abgestorbenen (_Magia posthuma_) gieng damals in jenen
+Gegenden im Schwange. Man nannte die Todten, welche so boshaft waren,
+_Vampyri_, und glaubte, sie saugen sowohl uns Menschen als dem Viehe das
+Blut.[g] Und wenn ein Mensch von dem Fleische eines solchen Viehes etwas
+genossen hätte, er der Ordnung nach selbst auch zum Vampyre würde; und
+auf was immer eine Art er zum Vampyren werde, als nemlich ein Leidender
+(_passivus_) im Leben, so müßte er nach dem Tode ein thätiger (_activus_)
+seyn; ausgenommen, er hätte vorher von der Erde des Grabes eines Vampyres
+gegessen, und sich mit desselben Blute gerieben.
+
+ [f] Mehrere dergleichen Geschichten findet man aufgezeichnet in einem
+ holländischen Kritiker, der uns unter dem französischen Namen _Le
+ Glaneur_ im Jahre 1732. ist bekannt worden. Noch andere liest man in
+ den sogenannten =jüdischen Sendschreiben= 1738, und in des Abten
+ Calmet angezeigten =Buche= _Cap._ 8.
+
+ [g] =Vampyr=, oder auch Upyr ist ein schlavonisches Wort, und heißt
+ ein =Blutsauger=.
+
+Allein es ist mir diese Begebenheit nur überhaupt bekannt, und ich
+vermeine, daß die mündliche Abhandlung (_processus verbalis_) über
+ihren Hergang im Anfange des 1732. Jahrs gehöriger Orten eingereicht
+worden.[h]
+
+ [h] Karl der VI. Röm. Kaiser (seel. Angedenkens) übergab dieses
+ Geschäft Alexandern, Fürsten von Wirtenberg, der dortmals das
+ Königreich Servien verwaltete.
+
+Die Ceremonien, welche man dabey hat beobachten müssen, sind von
+dem _Hadvagy_ oder Amtmanne des Orts angeordnet worden, welcher in
+vampyrischen Angelegenheiten ziemlich erfahren seyn mußte. Man stossete
+dem Vampyre einen sehr spitzigen Pfahl durch die Brust, und durch den
+ganzen Körper. Hierauf wurde ihm der Kopf abgehauen. Alles wurde
+verbrannt, und die Asche in die Grube zusammen gescharret.
+
+Man kann geschwinde zu Vampyre werden. Denn der Vampyrismus steckt so
+sehr an, als die Krätzen. Man glaubt auch, daß der Körper eines Vampyrs
+in kurzer Zeit alle diejenigen Körper zu Vampyren mache, welche nach ihm
+in eben demselbigen Kirchhof begraben werden, im Fall der erste nicht
+bei Zeiten vertilget werde.
+
+Da ich aber nicht von allen Umständen Nachricht habe, so will ich mich
+nur damit begnügen, daß ich hier einige Anmerkungen über diejenige
+Begebenheiten mache, welche erst vor kurzer Zeit durch Leute untersucht
+worden, welche von keinem Vorurtheile eingenommen sind, sondern klar
+sehen, und sich nicht leicht hinter das Licht führen lassen.[i]
+
+ [i] Dieser Zufall begab sich in einem Dorfe in Mähren, wie man in der
+ ersten Note a angemerket hat. Der Abt Calmet in seinem angeführten
+ Buche 57. Capitel sagt, daß der Herr Baron von Tusseng (Tousiaint) ein
+ Lotharinger, der seinen Herrn aller Orten hin begleitet hat, vom 3.
+ Augustmonats 1746. aus Wien ihm geschrieben habe: Ihro Majestät der
+ Kaiser, Großherzog von Toscana, haben sich im Jahre 1732. verschiedene
+ gerichtliche Protocollen von Untersuchung der Vampyren in Mähren geben
+ lassen. Diese Protocollen werden in jenen Gegenden wie das Evangelium
+ angesehen, ungeacht sie keinen Schatten der Wahrheit enthalten.
+
+Es ist wahr, daß unsere Vampyren vom Jahre 1755. noch zu keine
+Blutsaugern geworden; die Vorbereitungen waren jedoch schon dazu
+vorhanden. Der Henker, ein in seinem Handwerke ohne Zweifel sehr
+wahrhafter Mann, versicherte, daß, wenn man die zum Feuer verurtheilten
+Körper in Stücke zerhieb, das Blut mit Gewalt, und häufig daraus
+hervorschöße, ob er schon hernach mit gröster Gelassenheit bekannte, daß
+dieses häufige Blut etwann einen Löffel voll ausmachen könnte. Dieses
+ziehet in der Geschichte eine ziemliche Veränderung nach sich.
+
+Die außerordentlichen Vorfallenheiten, welche man will beobachtet haben,
+können in diese zween Punkten zusammen gezogen werden. Erstlich, daß die
+Körper der Todtenzauberer oder Vampyren nicht faulen, sondern ganz, und
+beisammen bleiben. Zweytens, daß die Vampyren die Lebendigen durch
+Erscheinungen, Getümmel, und durch Druckungen beunruhigen. Uber diese
+zween Punkten werde ich so kurz, als es möglich ist einige Anmerkungen
+machen.
+
+
+
+
+2. §.
+
+Ob die Körper der Vampyren faulen?
+
+
+Ein Körper ist gemeiniglich zur Verfäulung gerichtet, durch welche alle
+Theile des Körpers, ausgenommen die Beine, fast gänzlich verschwinden,
+und nur ein wenig von einer sehr leichten Erde zurück lassen. Diese
+Fäulung aber geschieht im Grabe langsam ohne der geringsten Gewalt.
+
+Dieses wird dadurch erwiesen, daß, wenn man einen Sarg fünfzehen Jahre
+nach desselben Begräbniß eröffnet, und sich in acht nimmt, daß der Sarg
+keinen Stoß bekommt, man vermeinet, der Körper liege unverletzet darinne.
+Mann kennet die ganze Gesichtsbildung, das Leilach, und all Ubriges.
+Sobald man aber den Sarg nur ein wenig beweget, so zerfällt alles in
+Staub, und das Gebeine allein verbleibet.
+
+Dieweil die Todten mit der Zeit ihren Nachfolgern des Grabes halber
+Platz machen müssen, so hat man an vielen Orten 15. Jahre bestimmet, vor
+deren Verlauf die Todtengräber keinen Körper bewegen dörfen. Ich bin
+einigemale bei Eröffnung der Gräber gewesen, daß die Todtengräber mir
+einige Sargen ganz langsam aufgemacht. Hierdurch wurde ich überzeugt,
+daß wir nach unserem Tode den Würmen nicht zur Nahrung werden, zum
+wenigsten nicht allezeit, weil sonst die Gesichtsbildung nicht wäre
+stehen geblieben.
+
+Wenn man die Gräber ausräumt, so findet man zu Zeiten ganze Körper,
+welche nicht verfault, sondern vielmehr ausgetrocknet, von einer
+braunlichten Farbe sind, und noch sehr hartes Fleisch haben, ohne daß
+man sie jemal vorhero einbalsamiret hätte. Ein Todtengräber versicherte
+mich, daß man unter hundert Todten gemeiniglich einen findet, welcher
+nur ausgetrocknet und ohne Fäulung sey. Hieraus schlüsse ich, daß ohne
+Beihilfe einer übernatürlichen Ursache, ein Körper viele Jahre ungefault
+bleiben könne.
+
+Ich weis wohl, daß man vorgiebt, der Körper eines Vampyrs verbleibe
+nicht allein ohne Fäulung, sondern es bestehe das Fleisch auch in ihrer
+Frische, die Gliedmassen behalten ihre Bügsamkeit. Allein auch dieses
+findet man ohne Wunderwerk.
+
+Da man die Körper der zween Erzherzoginnen, welche zu Brüssel gestorben,
+nach Wien überbracht hatte; so war ich gegenwärtig, als man die Sargen
+eröffnete. Die Gesichter waren ganz und die Nasenspitze beweglich &c.
+Es ist wahr sie waren einbalsamiret; allein die aromatischen Kräuter,
+die man dazu gelegt, waren schon ohne dem geringsten Geruch. Diese
+Erhaltung muß also zuvorderst den wohlverschlossenen bleiernen Sargen
+zugeeignet werden, welche nirgends keine Luft zuliessen, und also die
+Fäulung verhinderten.
+
+Wann demnach die Sarg wohl verschlossen, die Erde von Natur fest auf
+einander ist, durch die Kälte nach der Begräbniß sich erhärtet, oder die
+Luft durch andere Mittel einzudringen verhindert wird; so erfolget
+entweders keine oder doch eine sehr langsame Fäulung.[k]
+
+ [k] Der erwehnte holländische Kritiker erzählet, daß zu Tolos in einer
+ Klosterkirche eine Begräbniß sey, in welcher man die vor zwey hundert
+ Jahre verstorbenen Körper sieht, als wenn sie lebendig wären. Sie
+ stehen da auf ihren Füssen aufrecht nach der Länge der Mauer her in
+ ihrer Ordenskleidung. Das wunderbarlichste aber ist, daß die im
+ nemlichen Orte von den unverwesenen geradehin überstehenden Todte, in
+ zwey oder drey Tagen verwesen.
+
+Der unsterbliche Muratorius, da er in der 27. Abhandlung über die
+italienischen Alterthümer, von einer Münz des Hektors Visconte redet,
+drucket sich mit diesen Worten aus: »Dieser war ein unehliches Kind von
+Vernabo; er bemächtigte sich der Herrschaft von Mayland im Jahre 1412,
+er hatte aber ein Leben von Biltzen. Als Philip Maria, Herzog von
+Mayland, in der Stadt Monza belageret wurde, bekam Hektor aus einer
+Armbrust einen heftigen Steinwurf, der ihm das Bein zerschmetterte.
+Er starb vor Krampf ganz jung. Im Jahre 1698. gienge ich nach der
+ansehnlichen Gegend von Monza, da beobachtete ich, daß dessen Leib kurz
+vorher bei Gelegenheit eines Gebäudes ausgegraben worden. Er war in
+einem schlechten hölzernen Sarge verschlossen, und noch unversehrt, das
+ist, die Hand war unverletzt, und das gebrochene Bein sah man am Fuß.
+Wenn man diesen Körper auf den andern Fuß stellete, so stund er aufrecht.
+Und doch war dieser kein Leib eines Heiligen, wohl aber eines Gottlosen.«
+
+In der Vorrede des schon angeführten Buchs des gelehrten Abten Langlet
+mit dem Titel: =Historische und dogmatische Abhandlung über besondere
+Erscheinungen, Gesichter, und Offenbarungen=, liest man: »seye mir es
+erlaubt, daß ich hier anführen eine Erfahrniß darf, die sich bei den
+PP. Kapuzinern zu Palermo in Sicilien zuträgt. Sie bestätiget, was ich
+behaupte, daß nemlich jeweniger sich Unflath in dem menschlichen Körper
+befindet, desto härter die Gährung und folglich die Fäulung ankomme.
+Einer von diesen Vättern (ohne Zweifel ein vornehmer Naturkündiger) hat
+ein Mittel erfunden, kraft welches die Fäulung der menschlichen Körper
+nach dem Tod, auf viele Jahre, und vielleicht Jahrhunderte, kann
+verhindert werden. Das Geheimniß, oder Secret, welches er dazu brauchet,
+ist eine schlechte Sache. Er setzet die entseelten Körper auf einen
+durchlöcherten Stuhl; und nachdem er die hintere Oeffnung in die Runde
+aufgeschnitten, gehet durch diese Mündung alle Feuchtigkeit, und
+Unreinlichkeit, die nach der Fäulung trachtet, von sich selbsten aus dem
+Leibe hinaus. Alsdenn machte er die Mündung zu, und richtet den Körper
+in jene Stellung, in was für einer man will, daß er bleiben soll. In
+diesem Stande erhält sich ein solcher Körper, wo nicht Jahrhundert,
+wenigstens sehr viele Jahre. Die unterirrdische Kirche dieser Vätter ist
+voll dergleichen Körper mit überall beigeschriebenen Namen, den sie in
+Leben gehabt haben. Dieses Trauergesicht, gleichwie es eine Gelegenheit
+der Demüthigung ist für die Menschlichkeit, so ist es doch auch eine
+besonders seltene Sache, und kann denjenigen wunderlich vorkommen, die
+dessen Ursache nicht erkennen.«
+
+Ich habe vor einigen Monaten eine kleine englische Abhandlung gelesen,
+welche im Jahre 1751. zu Londen gedruckt ans Licht getretten, darinne
+fand ich einen merkwürdigen, und sehr wohl erwiesenen Zufall. Im Monat
+Februarius 1750. eröfnete man in der Grafschaft Devonshire in Engelland
+die Begräbniß einer alten Familie, und zwischen vielen Gebeinen, auch
+vermoderten Sargen fand man einen noch ganzen hölzernen Sarg. Man eröfnete
+denselben aus Vorwitz, und fand einen ganzen Körper eines Menschen
+darinne, dessen fleischliche Theile noch ihre natürliche Festigkeit
+hatten, die Gliedmassen aber, als Achsel, Ellenbogen, auch alle Finger
+sehr bügsam waren. Wenn man das Gesicht drückte, so wich es dem Finger,
+und hob sich nach der Drückung wieder. Eben dieses beobachtete man am
+ganzen Leibe. Der Bart war schwarz, und bis vier Zoll lang. Der Körper
+war einbalsamirt. Denn man wurde weder eines Einschnitts noch eines
+anderen Zeichen desselben gewahr. Durch das Pfarrprotocoll wurde
+erwiesen, daß seit dem Jahre 1669. kein Mensch in diese Begräbniß
+gebracht worden. Hier haben wir also einen englischen Vampyre, welcher
+über 80. Jahre in seinem Grabe ruhig geblieben ist, und keinen Menschen
+belästiget hat.
+
+In eben dieser Abhandlung findet man noch mehr dergleichen Zufälle,
+insonderheit, wenn die Gräber sehr tief, und von trockener Erde sind.
+Demnach nimmt man gemeiniglich wahr, daß, wenn solche Körper der offenen
+Luft ausgesetzt werden, dieselben bald in eine Fäulung gerathen. Dieses
+ist genug darzuthun, daß die Fäulung nicht allzeit, und gemeiniglich nur
+langsam geschehe, absonderlich, wenn die Erde durch die Kälte wohl
+geschlossen, oder der Sarg selbst vor der Luft wohl bewahret ist.
+
+Lasset uns nun die angeführten Begebenheiten untersuchen das vampyrische
+Wesen zu behaupten.
+
+Rosina Polakin stirbt den 22. December 1754. Den 19. Jenner 1755. aber
+wird sie ausgegraben, und als eine des Verbrennen würdige Vampyrinn
+erkläret, weil sie noch nicht verfaulet gewesen. Die Anatomisten
+erhalten die Körper an öffentlicher Luft im Winter zu 6. Wochen, auch zu
+zwey Monathen ohne Fäulung. Zu dem so ist noch anzumerken, daß dieser
+Winter außerordentlich kalt gewesen. In den übrigen Körpern hatte die
+Fäulung den größten Theil schon verzehrt; es war aber genug, daß nicht
+alles verfault gewesen. Sie mußten ins Feuer. Welche Unwissenheit!
+erschreckliche Dummheit! man redet in der Schrift des Consistorii zu
+Olmütz von gewissen Zeichen, und Maalen, welche man in den Körpern der
+Vampyren soll gefunden haben. Allein sie werden nirgends beschrieben.[l]
+Zween Bader, welche niemal einen geöffneten Körper gesehen, und kein
+Wort vom Baue des menschlichen Leibes wüßten, wie sie selbsten dem
+Commissario bekannten, sind diejenigen Zeugen, auf derer Veranlassung
+das Urtheil zum verbrennen gefället wird.
+
+ [l] Johann Christoph Herenberg hat ein Buch _Philosophiæ, & christianæ
+ cogitationes de Vampyris_ im Jahre 1733, geschrieben. Der Verfasser
+ behauptet, daß die Vampyren auf keine Weise die Lebende um das Leben
+ bringen, sondern man müsse alles, was ein falscher Ruf von ihnen
+ aussprenget, einer verwirrten und starken Einbildung zuschreiben. Er
+ führet unterschiedliche Beispiele von seltenen Wirkungen an, welche
+ sich bei den Menschen durch Einbildungen zutragen können.
+
+ Auch der obenbenannte holländische Kritiker sagt: wenn ich bei mir
+ selbsten den Tod der geglaubten Marterer des Vampyrismus überlege, so
+ finde ich alle Spuren einer einbilderischen Krankheit derselbigen
+ Gegend, und erkenne ganz klar, daß die Wirkung der grossen Furcht den
+ Tod bei diesem Volke verursache. Der Verfasser bringt darüber eine
+ Geschichte bei.
+
+ Der berühmte Tartarotti, als ein verständiger Philosoph sagte in
+ seinem _Congresso notturno delle Lamie l. 2. c. 11._ »was für eine
+ Geschichte hält man für gewisser, als die Geschichte derjenigen,
+ welche glauben, daß sie nächtlicher weile von den Vampyren überfallen,
+ und also gedrucket werden, daß auch sie in kurzer Zeit sterben. Und
+ doch scheinet es in der That selbsten nichts anders zu seyn, als
+ schlechterdings ein Traum, der von Schrecken und Furcht herrühret.«
+ Von dieser Meinung war auch der gelehrte Pabst und Kirchenhaupt
+ Benedict der 14te in der 5ten Abhandlung _vol._ 3, wo er eine kurze
+ Geschichte von den ungarischen, mährischen und schlesischen Vampyren
+ verfertiget.
+
+ Der Abt Calmet im Beschlusse seines öfters erwehnten Werkes endiget
+ auch mit diesen Worten: »was man von den ungarischen, mährischen und
+ pohlnischen Vampyren erzählet, halte ich für ein glattes Blendwerk,
+ für eine Wirkung einer starken und verwirrten Phantasey, so fleißig
+ auch immer diese Erzählungen von den Richtern untersucht, und in
+ Ansehung ihrer und ihres Gutachten mögen gutgeachtet worden seyn.«
+
+ Was die pohlnischen Vampyren betrift, führt er einen Brief an vom 3.
+ Hornung 1745., den ihm der P. Slivyski Visitator der Vättern von der
+ Mißion in Pohlen geschrieben hat, welcher darinne bekennet, daß,
+ ungeacht er alle Sorge, allen Fleiß in dieser Sache angewendet, um auf
+ einen Grund und Wahrheit zu kommen; ungeacht er öfters mit denen, die
+ man als persönliche Zeugen angab, selbst geredet, und sie befraget, er
+ doch keinen einzigen gefunden habe, der sich zu sagen getrauet hätte,
+ er habe etwas von dem, was man vorgiebt, selbsten gesehen. Mithin habe
+ er erkennet, was man davon aussprenget, sey ein leeres Geschrey, eine
+ bloße Einbildung, die die Furcht in solchen einfältigen Leuten
+ verursache.
+
+Es ist wahr der Commissarius von Olmütz hat nicht jederzeit einen Bader
+zur Untersuchung dieser Sache, der genug geschickt wäre. Man brauchte
+nur zween geistliche Commissarien, welche über den Vampyrismus ganz
+rittermäßig ihren Ausspruch thaten, dann es erhellet aus den
+_Anteactis_, daß man im Jahre 1723. den Körper eines Menschen 13. Tage
+nach seinem Hinscheiden verbrennen lassen, und im Urtheile gab man
+dieses für die Ursache an, weil seine Großmutter bei der Gemeinde in
+keinem guten Ruf gewesen sey.
+
+Im Jahre 1724. verbrennte man den Körper eines Menschen 18. Tage nach
+dessen Tode, weil er mit dem Vorigen befreundet gewesen. Es war genug,
+wann man nur von der Freundschaft eines angegebenen Vampyrs gewesen, so
+hatte der Proceß bald ein Ende.
+
+Man verbrennte den Körper eines Menschen zween Tage nach seinem
+Absterben aus keiner anderen Ursache, ohne weiterer Zeugenschaft, als
+weil der Körper nach dem Tode noch wohl und gut ausgesehen, und die
+Gliedmassen noch bügsam gewesen.
+
+Aus allen dem, was oben angeführet worden, läßt sich klar abnehmen, daß
+die Erhaltung eines Körpers ohne Fäulung aus ganz natürlichen Ursachen
+geschehen könne; daß die Fäulung gemeiniglich eine lange Zeit erfordere,
+welche sich nach der vorhergehenden Krankheit, nach der Wärme oder Kälte
+der Luft, nach der Beschaffenheit der Erde, und noch vielen anderen
+zufälligen Nebensachen veränderen. Daß das Consistorium von Olmütz den
+Körpern die erforderliche Zeit der Fäulung nicht gelassen, mithin dieses
+Zeichen einer Zauberey der Todten grundfalsch sey.
+
+Aus diesem falschen Grund hat man die abgeschmacktesten Folgen gezogen.
+Denn man hat geschlossen, daß ein angegebener Vampyre seine Bosheit
+allen den Körpern einflösse, welche nach ihm in eben demselben Freudhof
+begraben würden. Denn natürlicher Weise mußten diese Körper weniger
+verfault seyn, als andere, die man vor dem Vampyre eingegraben hat.
+
+Aus diesem schönen Grund hat das Consistorium zu Olmütz den 23ten April
+1731. neun Körper verbrennen lassen, unter welchen sieben kleine
+Kinderkörper waren, weil man dafür hielt, daß sie ein Vampyre angesteckt
+hätte, welcher vor ihnen in demselbigen Freudhofe begraben worden.
+
+Den todten Körpern aber, welche vor dem Vampyre ihr Grab allda gefunden,
+wiederfuhr Gnade, doch haben die Herrn Commissarien Wabst, und Gosser
+erwiesen, daß in den unverdächtigen Körpern noch unversehrte Theile
+vorhanden gewesen, und in einem derselben auch ein wenig Blut gefunden
+worden. Sie haben auch dargethan, daß die zween Ignoranten, obbemelte
+Bader mit Lügen gehandelt.
+
+
+
+
+3. §.
+
+Ob die Vampyren die Lebendigen durch Erscheinungen &c. beunruhigen?
+
+
+Nun ist es an dem, daß auch die Erscheinungen, welche von deren zum
+Theile oder ganz unverfaulten Körpern herkommen sollen, in einige
+Betrachtung gezogen werden.
+
+Erstlich ist zu merken, daß kein Zeuge vorhanden, welcher aussage, daß
+die Todten den Lebendigen erscheinen, sondern man giebt nur vor, daß man
+eine Aengstigkeit und Beklemmung empfunden, welche zum Schlaffen
+gezwungen hat.
+
+Ich lasse erachten, ob diese gute Leute, wenn die Einbildung durch die
+täglichen Erzählungen von Geistern und anderen Blendwerken &c. einmal
+eingenommen worden in ihren Betten vor dem Einschlaffen nicht haben in
+Furcht seyn sollen?
+
+Aus der Untersuchung, welche die Commissarien angestellt haben,
+erhellet, daß sie die Aengstigkeiten nur damahl ausgestanden, wann sie
+gelegen waren, andere Zeugenschaften aber geben zu erkennen, daß sie
+sich erholt haben, wenn man sie im Bette aufsitzen lassen. Zudem so weis
+denn auch jedermann, was für abscheuliche Aengstigkeiten die Furcht
+verursachen kann.
+
+Andere haben geglaubt, sie sehen oder hören einen Hund, ein Kalb,
+ein Schwein, ein Kalbskopf &c. Hatte denn der Teufel nöthig, einen
+menschlichen todten Körper lebendig zu machen, in einer solchen Hundes-
+oder Kalbesgestalt zu erscheinen? Es ist ja zwischen der Ursache, und
+der vorgegebenen Wirkung nicht die geringste Verbindung.
+
+Ein Hund, eine Katz, über alles, wenn sie schwarz sind, und bei Nacht
+gesehen werden, sind jederzeit der Teufel, oder ein Gespenst, welches
+auf dem Freudhofe oder sonst herumschleicht. So gar eine Sau, welche vor
+einem Hause vorbeigrunzete, wurde (wie einige Zeugenschaften es angeben)
+für einen aufgestandenen Vampyre gehalten. Ich müßte mich schämen, wenn
+ich alle die Einfälligkeiten wiederhohlen würde, welche sich in diesen
+Zeugnissen befinden.
+
+Jedoch es ist Zeit, auch von dem Ursprunge dieser Begebenheit ein Wort
+zu sagen. Eine gewiße Sallingerin, oder sonst die Wenzel Richterinn
+genannt, ist vor 18. Monathen begraben worden. Nun giebt man vor, sie
+sey ein Hexe gewesen, und alles Ubel komme von ihr her. Wo sind aber die
+Proben, daß sie eine Hexe gewesen? Dieses gute Weib theilte Arzneyen
+aus, und ihr Sohn hat ihr vorgegebene _Arcana_ entdecket. Es waren
+Krebsaugen, die sie in Wasser zerlassen, einige Kräuter und Wurzen &c.
+ohne die geringste Spur eines Aberglaubens. Einsmals aber, um ihre Kuren
+zu beschönen, und das Geheimniß noch grösser zu machen; befahl sie einem
+Kranken, er sollte vier Thaler in eines seiner Hemder einnähen, und ihr
+zuschicken, so wollte sie ihm die Arzney zukommen lassen.
+
+Nun giebt man vor, dieser Kranke sey verhexet, die Commissarien aber
+haben ihn examinirt und an ihm wahrgenommen, daß er an einer schweren,
+doch ganz natürlichen Krankheit, nämlich an der _Colica Pictonum_
+krank liege, welche den Kranken an allen Gliedern contract, und zusammen
+gezogen oder gerumfet macht. Wir sind wirklich beschäftiget im hiesigen
+Burgerspital einen solchen Kranken zu kuriren.
+
+Ein andersmal soll sie den Tag vorgesagt haben, an dem ein Kranker
+sollte gesund werden. Diese sind die Beweise, daß sie eine Hexe gewesen.
+Es hat das Ansehen, daß man bey ihrer Lebenszeit diesen Beweis nicht für
+gültig oder hinlänglich gehalten, dann sie hat die heiligen Sacramenten
+empfangen; sie ist im Schooße der Kirche gestorben. Sie ist mit
+christlichen Ceremonien ins Grab eingeweihet worden: und 18. Monate nach
+ihrem Tode, muß sie eine verbrennenswürdige Hexe seyn.
+
+Auf solchen Gründen ist die ganze Geschichte gebauet, und man hat Laster
+auf Laster gehäufet, so gar (darf ich es sagen) _Sacrilegia_
+begangen.
+
+Man hat die Frey- und Sicherheit (_Asylum_) und die Ruhestätte des
+Grabes verletzt; man hat den guten Namen der Abgestorbenen, und ihrer
+Familien geschändet, welche ein gleiches Schicksal zu gewarten hätten;
+wenn solche Misbräuche nicht abgeschaft würden. Man hat die todten
+Leiber unschuldiger Kinder, derer Seelen die ewige Glückseligkeit
+genüssen, dem Henker übergeben. Man hat die Söhne gezwungen
+(entsetzliche Sache) die Leiber ihrer Mutter dem Henker vorzuschleppen.
+So gar die Kreuze selbst (ein Zeichen, eine Erinnerung unserer Erlösung,
+die bey der Kirche so verehrungswürdig ist) die Kreuze, sage ich, sind
+nicht besser verurtheilet worden. Man hat sie schändlich und nur
+deßwegen verbrennet, weil sie auf den Gräbern dieser unglückseligen
+Schlachtopfer der Ignoranz, und des Aberglaubens gestanden sind.
+
+Welche schreyende Ungerechtigkeit in der Verurtheilung derjenigen
+Menschen, welche ein untadelhaftes Leben geführet, und nur das Unglück
+gehabt haben, daß man sie auf einem Freudhof erst eingegraben, nachdem
+schon vorher eine angegebene Hexe allda zu Grabe gebracht worden! man
+erkläret sie für Hexen und Zauberer. Man übergiebt sie dem Schinder,
+damit er ihre Leiber verbrenne. Man setzt so gar in das Urtheil, daß man
+sie weit schärfer wurde gezüchtiget haben, wenn sie noch lebendig wären.
+Man verbrenne aber ihre Leiber mit Spott und Schande, damit dieses ihren
+Mitgehilfen zum Beispiele diene.[m]
+
+ [m] Acht und zwanzig Körper waren es, die in Zeit 18. Monaten in dem
+ nemlichen Freudhofe, wo die vermeinte Hexe ist begraben worden, ihre
+ Ruhestatt hatten. Alle wurden ausgegraben. Neune davon bekamen Gnade,
+ die andere aber, nachdem sie durch ein Loch der Mauer des Freudhofes
+ hinausgeschleppet worden, wurden dem Henker übergeben. Dieser brachte
+ sie auf Schlitten in einem eine Stund vom Dorfe entlegenen Wald, wo
+ er, um sie zu verbrennen, 200. Schuh Holz verbrauchte. Die Schlitten,
+ der Werkzeug, alles, was zu dieser Verrichtung gedienet hat, mußte
+ verbrennet werden.
+
+Wo sind die Gesetze, welche einen solchen Ausspruch rechtfertigen? Man
+bekennet, es seyen keine Gesetze vorhanden, hingegen zieht man zur
+Rechtfertigung ganz kaltsinnig an: es sey also der Gebrauch.[n]
+
+ [n] Unterschiedliche wunderbarliche Geschichten von Erscheinungen und
+ Schäden, welche (wie man aussprengte) die Vampyren in Mähren sollten
+ verursachet haben, gaben dem Herrn Carl Ferdinand von Scherz Anlaß ein
+ Buch zu schreiben mit dem Titel: _Magia Posthuma_; welches der
+ Verfasser dem Fürsten Carl Bischoffen von Olmütz zugeeignet hat, und
+ im Jahre 1706. gedrucket wurde. Er erzählet darinne besondere Schäden,
+ die die Einwohner von einem gewissen Dorfe, (es scheinet, es sey das
+ nemliche, in welchem der obbesagte neue und seltsame Proceß ist
+ angestellet worden) glaubten, daß sie ihnen von einem andern Weibe,
+ welches dortmals gestorben, und eben auch mit den Heiligen Sacramenten
+ der Kirche versehen worden ist, seyen verursachet worden. Schlüßlich
+ wirft der Verfasser eine rechtliche Frage auf: gesetzt, daß diese
+ Schäden (wie man gewiß dafür hielt) von besagtem Weibe herkämen, ob es
+ erlaubt sey, es auszugraben, und andere dergleichen verdächtige Körper
+ zu verbrennen.
+
+Was für eine Menge von Unglücksfällen erfolgen darauf? Viel arme Kranke,
+und Weiber, die sich zum Gebähren schon bereit fanden, nehmen die
+Flucht, und finden ihren Tod auf der Strasse. Sie sind doch noch
+getröstet, daß sie zum wenigsten nach ihrem Tode dergleichen Schande
+nicht auszustehen hätten.
+
+Die Einwohner, von einer beständigen Furcht durchdrungen, sind bereit,
+Hauß und Hof um ein anderes Ort zu verlassen. Mit einem Wort, alles ist
+in Verwirrung.
+
+Daß das gemeine Volk, welches oft sehr wenig unterrichtet ist, in
+Ausschweifungen verfalle, das bewegt mich zum Mitleiden, und nimmt mich
+nicht wunder. Aber daß diejenigen, die man für die Meister in Israel
+hält, ein L......s C.........m dergleichen ungeheure Mißbräuche, die
+der Vernunft schnur gerade zuwider sind, billige und rechtfertige,
+das übersteiget meinen Begrif, und setzt mich in eine so starke
+Zornmüthigkeit, daß ich mich gezwungen sehe, die Feder niederzulegen,
+damit ich nicht aus den Schranken der Ehrerbietung, die ich ihrem
+Charakter zu bezeigen schuldig bin, hinausgerissen werde.[o]
+
+ ENDE.
+
+ [o] _Vid. Opera de Canonizatione Sanct. vel Dissertationes
+ Benedicti XIV. P. M. extractas ex dictis operibus. Venet. 1752.
+ Vid. Dissert. 5. §. 4. Vol. 3. ubi de Vanitate Vampyrorum. Et
+ Diss. 14. Vol. 3. de incorrupt. Cadav. Vid. etiam Calmet & Langlet
+ de apparitione spectrorum. Et Lettres Juives par M. d'Argens._
+
+
+
+
+_Errata._
+
+
+ Seite. Zeile. Steht. Lies.
+
+ Vorrede. zuletzt. Wertlein. Werkchen.
+
+
+
+
+ [ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt, wobei
+ jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die geänderte Zeile
+ steht.
+
+ Vom Vampyrismus überhaupts.
+ Vom Vampyrismus überhaupt.
+
+ C'est aux Rois, c'est aux Grands, c'est aux Esprits bien faets,
+ C'est aux Rois, c'est aux Grands, c'est aux Esprits bien faits,
+
+ A voir la vertû, en ses moindres effets.
+ A voir la vertû pleine, en ses moindres effets.
+
+ C'est d'eux seuls qu'on reçoit une veritable gloire;
+ C'est d'eux seuls qu'on reçoit la veritable gloire;
+
+ Wertlein selbst aber werde ich getreulich so liefern, wie es aus der
+ Werkchen selbst aber werde ich getreulich so liefern, wie es aus der
+
+ Blutsaugen geworden; die Vorbereitungen waren jedoch schon dazu
+ Blutsaugern geworden; die Vorbereitungen waren jedoch schon dazu
+
+ Wenn man die Gräber ausräumt, so findet man zu Zeiten ganze Köper,
+ Wenn man die Gräber ausräumt, so findet man zu Zeiten ganze Körper,
+
+ Da man die Körper der zwoen Erzherzoginnen, welche zu Brüssel gestorben,
+ Da man die Körper der zween Erzherzoginnen, welche zu Brüssel gestorben,
+
+ nach den Tod, auf viele Jahre, und vielleicht Jahrhunderte, kann
+ nach dem Tod, auf viele Jahre, und vielleicht Jahrhunderte, kann
+
+ dessen Ursache nicht erkennen.
+ dessen Ursache nicht erkennen.«
+
+ Geschichte hält man für gewisser, als die Geschicht derjenigen,
+ Geschichte hält man für gewisser, als die Geschichte derjenigen,
+
+ Ansehung ihrer und ihres Gutachten mögen gutgeachtet worden seyn.
+ Ansehung ihrer und ihres Gutachten mögen gutgeachtet worden seyn.«
+
+ rittermäßig ihren Ausspruch thaten. dann es erhellet aus den
+ rittermäßig ihren Ausspruch thaten, dann es erhellet aus den
+
+ Körpern die erforderliche Zeit der Fäuluug nicht gelassen, mithin dieses
+ Körpern die erforderliche Zeit der Fäulung nicht gelassen, mithin dieses
+
+ eingenommen worden in ihren Bettern vor dem Einschlaffen nicht haben in
+ eingenommen worden in ihren Betten vor dem Einschlaffen nicht haben in
+
+ wenn solche Misbräuche nicht abgeschaft mürden. Man hat die todten
+ wenn solche Misbräuche nicht abgeschaft würden. Man hat die todten
+
+ erkläret sie für Hexen uud Zauberer. Man übergiebt sie dem Schinder,
+ erkläret sie für Hexen und Zauberer. Man übergiebt sie dem Schinder,
+
+ der Vernuft schnur gerade zuwider sind, billige und rechtfertige,
+ der Vernunft schnur gerade zuwider sind, billige und rechtfertige,
+
+ Diss. 14. Vol. 3. de incorrupt. Cadav. Vid. etiam Calmet & Lenglet
+ Diss. 14. Vol. 3. de incorrupt. Cadav. Vid. etiam Calmet & Langlet
+ ]
+
+
+
+
+
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@@ -0,0 +1,1281 @@
+The Project Gutenberg EBook of Vampyrismus, by Gerard van Swieten
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Vampyrismus
+
+Author: Gerard van Swieten
+
+Release Date: January 7, 2010 [EBook #30886]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VAMPYRISMUS ***
+
+
+
+
+Produced by Michael Roe, Jana Srna and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
+book was produced from scanned images of public domain
+material from the Google Print project.)
+
+
+
+
+
+
+ [ Anmerkungen zur Transkription:
+
+ Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden bernommen;
+ lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Eine Liste
+ der vorgenommenen nderungen findet sich am Ende des Textes.
+
+ Das Inhaltsverzeichnis wurde vom Ende des Textes an den Anfang
+ verschoben.
+
+ Im Original fett gedruckter Text wurde mit = markiert.
+ Im Original in Antiqua gedruckter Text wurde mit _ markiert.
+ Im Original kursiv gedruckter Text wurde mit + markiert.
+ Griechischer Text wurde transliteriert und mit / markiert.
+ ]
+
+
+
+
+ Vampyrismus
+
+ von
+
+ Herrn Baron Gerhard van-Swieten
+
+ verfasset,
+
+ aus dem Franzsischen ins Deutsche
+
+ bersetzet,
+
+ und als ein Anhang =der Abhandlung des Daseyns
+ der Gespenster= beigercket.
+
+ Augsburg, 1768.
+
+
+
+
+Abtheilung des ganzen Werkchens.
+
+Vampyrismus.
+
+
+I..
+
+Vom Vampyrismus berhaupt.
+
+II..
+
+Ob die Krper der Vampyren faulen?
+
+III..
+
+Ob die Vampyren die Lebendigen durch Erscheinungen &c. beunruhigen?
+
+
+
+
+Vorrede.
+
+
+Die vorhergehende Schrift, =Abhandlung des Daseyns der Gespenster=,
+welche mir von meinem gelehrten Freunde zum Drucke zu befrdern ist
+geschickt worden; ist mit grter Deutlichkeit, mit bester Ordnung,
+mit grndlicher Gelehrtheit abgefasset. Diese wenigen Bogen einer so
+nutzbaren Abhandlung bringen dem Verfasser mehr Ehre, und dem Vaterlande
+mehr Vortheil, als wenn er ganze schweitreibende Folianten von
+scholastischen, thomistischen, scotistischen, mollinistischen, und was
+weis ich, von was noch fr istischen Materien zusammen geschrieben
+htte. Der Verfasser dieses Werkchens hat der gelehrten Welt schon
+mehrere dergleichen Abhandlungen ntzlicher Materien gelieferet, und
+stehet wirklich schon von zweyen Jahren her mit einem andern sehr
+gelehrten Werke zum Drucke fertig, welches ich zum Theil eingesehen,
+gelesen, bewunderet habe. Aber seine kmmerliche Umstnde gestatten es
+ihm nicht, damit ins Tageslicht zu tretten. Nur schade, da, ungeacht
+unser Baiern nicht gar viel gelehrte Patrioten aufweisen kann, man
+einen so herrlichen Kopf in musenfeindlichen Gegenden im verborgenen
+schmachten lt, an statt ihn mit Sorgfalt zu suchen. Sein geringes
+Vermgen, und als ein Landeskind gebohren zu seyn, sind vieleicht die
+chten Ursachen, welche ihn, wenn er auch bekannt seyn wrde, wo nicht
+der Verachtung, doch einer kalten Gleichgltigkeit blo stellen wrden.
+Zum wenigsten hat der ehrliche Mann nicht Schulde daran, wenn er mit all
+seiner Fhigkeit dem Staate nichts ntzet, und vor andern nicht gesucht
+wird.
+
+ Ipse licet venias Musis comitatus Homere,
+ Si nihil attuleris, ibis, Homere, foras.
+
+Nur Frsten, Knigen, sagt Corneille in seinen Horatziern, nur den
+Groen dieser Erde, nur erhabenen Geistern kmmt es zu, das wahre Lob
+um das Vaterland bestverdienten Mnner der ewigen Unwissenheit zu
+entreissen; diesen fehlt es niemal an Mitteln, die Tugend auch in ihren
+kleinsten Handlungen gro zu machen.
+
+ C'est aux Rois, c'est aux Grands, c'est aux Esprits bien faits,
+ A voir la vert pleine, en ses moindres effets.
+ C'est d'eux seuls qu'on reoit la veritable gloire;
+ Eux seuls des vrays heros assrent la memoire.
+
+Nachdem also dieser gelehrte Mann =von dem Daseyn der Gespenster= so
+grndlich gehandelt, so nehme ich Anla, einige =Anmerkungen ber die
+vorgegebene Zauberey der Abgestorbenen= unter dem Titel =Vampyrismus=
+anzuhangen, weil diese der ersten Materie ganz hnlich ist.
+
+Diese =Anmerkungen ber die vorgegebene Zauberey der Abgestorbenen=,
+lateinisch _Magia Posthuma_, wurde im Jahre 1755. im Mrzmonat
+in franzsischer Sprache von einem der berhmtesten Mnner, die Europa
+aufzeigen kann, nmlich von Herrn Baron Gerhard van-Swieten, ersten
+Leibarzten Ihrer kaiserl. Majestten, und damaligen Hofbibliothecarius,
+den seine immer anwachsende Verdienste indessen zu grern Titel,
+Ansehen und Ruhm erhoben haben; zu Wienn verfasset, und gedrucket.[a]
+Sie ist bald hernach im Hornung 1756. von einer gleichfalls grndlichen
+Feder ins Deutsche versetzet worden.
+
+ [a] Im Jahre 1755. den 30. Jenner lief in Wienn mit Erstaunung des
+ Volkes die Nachricht ein von einem neuen und seltsamen Proce, welchen
+ man in einem Dorf von Mhren an jener Gegend, wo es mit Ungarn und
+ Schlesien grnzet, wieder die Abgestorbenen vorgenommen hat; und die
+ Vollziehung des richtlichen Ausspruches wider dieselben wurde von
+ einigen je weniger erleuchteten, desto mehr gefhrlichen Geistlichen
+ gut geheissen. Da nun diese Zeitung Ihrer kaiserl. knigl.
+ apostolischen Majestt, der vorsichtigsten Monarchinn, zu Ohren kam,
+ wurde ihr mildes Gemth dadurch so sehr bewegt, da sie den Herrn
+ Wabst, hernach ersten Leibarzten der kaiserl. knigl. Armeen, und den
+ Herrn Gaffer alsdenn Professorn der Anatomie, zween erfahrneste
+ Naturkndiger, ohne Verweilen dahin abgeschickt hat, um den Verlauf,
+ und die Umstnde der Begebenheit einzuholen. Nach fterem genauen
+ Versuchen, nach reifem Unterricht und scharfen Examen haben diese
+ zween vorhergedachte Mnner durch ihre Gelehrtheit endlich eingesehen,
+ da der ganze Lrm von nichts andern herkmme, als von einer eitlen
+ Furcht, von einer aberglaubischen Leichtglaubigkeit, von einer dunkeln
+ und bewegten Phantasey, Einfalt und Unwissenheit bei jenem Volke. Man
+ hat hierauf die Beweise der zween vorsichtigen Naturlehrer eingesehen;
+ man hat den lcherlichen aber doch barbarischen Proce wider die
+ armen Abgestorbenen durchsucht. Und Herr Baron van-Swieten, einer der
+ gelehrtesten Mnner von Wienn, der durch andere seinige weiseste Werke
+ schon so berhmt ist, da seine Verdienste alles Lob bersteigen
+ wrden, hat Ihrer kaiserl. knigl. Majestt ber dieses Geschfte
+ sein Gutachten abgegeben durch gegenwrtige =Anmerkungen=, welche er
+ franzsisch abgefasset hat, die wir aber in deutscher Sprache hier
+ liefern unter dem Titel =Vampyrismus=. Das erlauchte und gerechte
+ Gemth der glorwrdigen Monarchinn, die in allen Fllen zum Guten
+ ihrer Unterthanen wachet, zeigte ber das unbehutsame Verfahren in
+ dieser Procesache die hchste Ungnade. Gleichwie man, um dergleichen
+ veraltete Aberglauben auszurotten, Gewalt und behnde Entschlssung
+ brauchen mu; also gaben Hchstdieselbe pltzlich den ernsthaften
+ Befehl, man solle die schrfesten Rescripten durch alle kaiserl.
+ knigl. Erblnder, an alle Magistraten, Policeyverwalter, an alle
+ Regierungen abgehen lassen, kraft welchen dergleichen Aberglauben
+ nicht nur allein verhindert, gestraft, sondern gnzlich aufgehoben
+ seyn sollten. Und wenn sich ein Zufall ereignet, dessen natrliche
+ Ursache man noch nicht genugsam erkennet; sollte sich beileibe keiner
+ mehr erkhnen, sich in diese Hndel zu mischen, ohne zuvor Ihrer
+ Majestt davon Nachricht zu ertheilen. Hchstdieselbe werden alsdenn
+ mit jenen Mitteln vorzubeugen wissen, die man in dergleichen Umstnden
+ fr anstndig, ntzlich und billig erachten wird.
+
+Ich unterlasse hier diesem schnen, und hchst nutzbaren Werke das
+billige Lob zu sprechen, welches ihm kein unpartheyischer Leser wird
+versagen knnen. Denn des Verfassers Ruhm (den die forschende dankbare
+Nachwelt mit Ehrfurcht seiner Asche in die ewige Jahre hinein zollen
+wird) ist ohnehin schon so gro, da ihm durch meine geringschtzige
+Lobsprche wohl nicht vieles zuwachsen wurde. Des gelehrten Uebersetzers
+Namen aber verschweige ich gar, weil es mir aus unbekannten Ursachen
+nicht erlaubt ist, ihn zu nennen. Er ist durch ein groes Werk, mit
+welchem er viele ntzliche Erkenntnissen und Wissenschaften aus dem
+Alterthum der Vergessenheit entrissen hat, den Gelehrten genug bekannt
+geworden, und wird es bis zur Unsterblichkeit werden, durch ein noch
+greres Werk, zu dem alle Liebhaber der feinen Musen mit Eifer schon
+wirklich prnumeriren.
+
+Im nmlichen Jahre 1756. im Octobermonat wurde dieses Werk aus der
+franzsischen auch in die italienische Sprache bersetzet, vom
+Uebersetzer mit gelehrten Anmerkungen bereichet, und zu Rovereid
+gedrucket. Diese Uebersetzung fhret den Titel: _Considerazione
+intorno alla pretesa +Magia Postuma+ presentata al supremo Direttorio
+di Vienna dal Signor Barone Gerardo Van-Swieten Archiatro delle Cesaree
+Maest, e Prefetto della loro Bibliotheca. Dal Francese nell'Italiano
+recata con annotazioni del traduttore. Roveredo ai 26. Ottobre 1756._
+
+Die wlschen Anmerkungen werde ich ins Deutsche bersetzen. Das deutsche
+Werkchen selbst aber werde ich getreulich so liefern, wie es aus der
+Feder des gelehrten Uebersetzers geflossen ist. Da ich den Titel:
+=Anmerkungen ber die vorgegebene Zauberey der Abgestorbenen=, welchen
+sowohl die franzsische als italienische Schrift fhret, nicht
+beibehalten habe, ist darum geschehen, weil ich eben auch in diesem
+Stcke dem deutschen Uebersetzer folgen wollte, der seiner Arbeit den
+Namen =Vampyrismus= schpfte.
+
+Der Aberglauben vom Vampyrismus wird lateinisch _+Magia Posthuma+_, oder
+Zauberey der Abgestorbenen, genennet. Die =Vampyren= aber sind verstorbene
+Menschen, welche zuweilen spter, zuweilen eher aus dem Grabe aufstehen,
+den Menschen erscheinen, das Blut aussaugen, an die Hausthren ungestmm
+anklopfen, Getse im Hause erwecken, und fters gar den Tod verursachen
+sollen. Wessentwegen dann auch sehr viele kaiserl. knigl. scharfe
+Befehle in alle Erblnder ausgeschicket worden, diesem Abentheuer des
+Aberglauben Schranken zu setzen, dergleichen nur unter Barbaren,
+Ignoranten, oder Boshaften zu finden sind. In allen christcatholischen
+andern Lndern ist diese schdliche Meinung unbekannt. Nur in Ungarn,
+Mhren, Pohlen und Schlesien findet sie ihre Anhnger. Der Anfang
+dieses Uebels mag seinen Grund wohl ohne Zweifel in der schismatischen
+griechischen Einfalt haben, welche glaubt, da der Teufel an statt der
+Seele den Krper des Menschen besitzen knne.
+
+ Auer dieser kurzen Erinnerung weis ich meinem Leser
+ nichts mehr zu sagen, als da ich mich seiner
+ Gewogenheit und Freundschaft ergebenst
+ empfehle.
+
+
+
+
+1..
+
+Vom Vampyrismus berhaupt.
+
+
+Wann die Menschen auerordentliche Wirkungen wahr genommen, derer
+Ursache sie nicht erkenneten, so leiteten sie dieselben von einer
+hheren Macht her, als diejenige ist, welche die Menschen besitzen. Die
+Geschichte zeiget uns in allen Jahrhunderten deutliche Spuren davon.
+
+Nun ist es gewi, und durch die heilige Schrift bestttiget, da GOtt
+mit seiner Allmacht entweder unmittelbar durch seinen Willen, oder durch
+die heiligen Engel, Propheten, Apostel und andere Heiligen, die
+erstaunlichsten Werke hervorgebracht habe.
+
+Die Kirchengeschichte kann dessen auch die Unglaubigsten berfhren, da
+diese Wunderwerke in den ersten Zeiten des Christenthums zu unzhligen
+malen geschehen sind. Gelehrte und redliche Protestanten sogar haben es
+nicht lugnen knnen, da der heilige Indianerapostel durch offenbare
+Wunderwerke seine Miion erwiesen habe. Es ist auch gewi, da der bse
+Geist durch Zulassung GOttes Werke gethan, welche natrliche Ursachen
+gnzlich bersteigen. Was sich mit unserem Heilande zugetragen hat, als
+er in der Wste in Versuchung gefhrt worden, ist allein genug, es zu
+erweisen. Kein Christ kann es lugnen, da es Menschen gegeben habe,
+welche vom bsen Geiste besessen waren; mithin der bse Geist ber die
+menschlichen Leiber eine Macht habe.
+
+Eben also ist es auch wahr, da der Teufel durch Getmmel, durch
+abscheuliche Verblendungen &c. die Menschen in Furcht gebracht habe.
+Selbst die Protestanten bekennen es, da die Heyden, welche in Indien
+die Gtzen anbethen, alle die Bosheiten ihres verfluchten Meisters
+erfahren, dem sie dienen; sobald sie aber durch das Heil. Sacrament der
+Taufe von der Leibeigenschaft des Teufels los, und Mitglieder der Kirche
+werden, alle diese teuflischen Verblendungen ein Ende nehmen, welches
+zur Bekehrung sehr vieler Heyden Anla gegeben hat.
+
+Daher ist hier die Frage nicht: ob dergleichen auerordentliche
+Wirkungen mglich sind? sondern die ganze Schwierigkeit beruhet darauf,
+zu erweisen, da ein gewier Zufall wirklich geschehen; und, wenn er
+geschehen, auch zu erweisen, da es ein solcher Zufall sey, welcher die
+Krften der natrlichen Ursachen bersteige.
+
+Seitdem die Wissenschaften und Knsten in Aufnahm gekommen sind, hat
+man auch die natrlichsten Ursachen derjenigen Wirkungen, welche die
+Unwissenden in Erstaunen gesetzt hatten, auf das deutlichste entdecket.
+Zum Beispiele dessen dienen die Finsternissen, welche vormals ganze
+Vlker, denen dieselbe als Wunderwerke vorkamen, in die entsetzlichste
+Furcht, in Angst und Schrecken gestrzet hatten. Die Verbesserung
+der Sternwissenschaft aber hat all diese Furcht vertrieben. Dieses
+Schauspiel, welches vormals so erschrecklich geschienen, verursachet uns
+keine Furcht mehr. Wir bewundern ganz ruhig die Allmacht des Schpfers,
+welcher diese groen Krper, in einem so unendlich weiten Raume, mit
+solcher Richtigkeit, durch so viele Jahrhunderte herumwlzet, da sogar
+der schwache Menschenwitz es zuwege gebracht hat, derselben Wiederkunft
+auch auf zuknftige Jahrhunderten bis auf eine gewie und gesetzte Zeit
+ausrechnen zu knnen.
+
+Das Schpulver, die electrischen Wirkungen, die Verblendungen durch
+Spiegel und andere optische Kunststcke sind von solcher Beschaffenheit,
+da man einen jeden Menschen, dem sie unbekannt sind, in die grte
+Verwunderung setzen kann. Es haben sich auch viele Betrger derselben
+bedienet, das leichtglaubige Publicum damit zu berfhren, da sie die
+grten Zauberer wren.[b]
+
+ [b] Verschiedene Zuflle und Arten dergleichen Betrger liest man im
+ unvergleichlichen Tractat des weltberhmten Hermanns Boerhaave unter
+ dem Titel: _Elementa chemi._ 1.B. 2.Th. Venedig 1737.
+
+Es ist auch richtig und gewi, da je mehr die Knsten und Wissenschaften
+aufnehmen, destomehr die Wunderwerke sich vermindern. Die Zauberey der
+Abgestorbenen (_Magia posthuma_) von welcher hier die Frage ist, dienet
+zu einem neuen Beweise.[c] Denn alle diese Begebenheiten befinden sich
+nur in Gegenden, in welchen die Unwissenheit noch immer herrschet. Es
+ist auch wahrscheinlich, da die schismatischen Griechen die Haupturheber
+derselben sind.[d]
+
+ [c] Der gelehrte P.Augustin Calmet, in seiner =Historie der Vampyren=,
+ welche den zweyten Theil seines Buches =von den Erscheinungen der
+ Geister= ausmacht, und im Jahre 1751. zu Augsburg in deutscher Sprache
+ ans Licht getretten ist, bekrftiget, da es beinahe 60. Jahre sind,
+ da sich der Ruf von den Vampyren in Ungarn, Pohlen, Schlesien und
+ Mhren auszubreiten angefangen hat. Calmet schrieb sein Buch von
+ Gespenstern und Vampyren im Jahre 1745. und in Wahrheit in der Zeitung
+ Mercurius genannt in dem 1693. und 1694. Jahrslaufe liest man
+ dergleichen Geschichten von etlichen Vampyren in Pohlen, und besonders
+ in Pohlnischreusen.
+
+ [d] Was man in Griechenland, und im Archipelagus von den =Brucolachen=
+ erzhlet, ist das nemliche, was man anderswo von den Vampyren vorgiebt.
+ Der Abt Langlet sagt in der Vorrede seiner historisch-dogmatischen
+ Abhandlung von =den Erscheinungen=: Vampyr, Brucolach, oder Timpanit
+ sind lauter gleichdeutige Worte. Im zweyten Bande dieses Buchs S.173.
+ liest man das Wort Brucolach kmmt von dem neuen griechischen Worte
+ /boourchos/, welches Koth heisset, und von einem andern /laachos/,
+ welches eine Grube oder Cloack anzeiget; denn man beobachtet
+ gemeiniglich, da die Gruften, wo man dergleichen Krper beisetzet,
+ voll Koth sind.
+
+Tournefort ein gelehrter und erleuchter Leibarzt, zugleich aber der
+geschickteste Botanicus oder Kruterverstndige seines Jahrhunderts, da
+er von Ludwig dem Vierzehenten, Knige in Frankreich, in Asien geschickt
+worden, hauptschlich in Griechenland diejenige Kruter zu suchen,
+welche die Alten meistentheils sehr unrichtig beschrieben hatten, war
+selbst gegenwrtig, und sah denjenigen Krper sehr nahe, den man einer
+Zauberey nach dem Tode (_Magi posthum_) angeklagt hatte. Er sah
+auch alle Mittel, die man angewendet zu verhindern, damit der Teufel
+dieses Krpers sich nicht mehr bedienen knnte, die Lebendigen in Angst
+und Schrecken zu setzen.[e] Die Umstnde dieses Zufalls befinden sich in
+dem Buche, welches den Titel fhret: _Voyage au Levant par Mr.
+Tournefort_. Und weil es nach Art und Weise der Briefen geschrieben ist,
+so steht gemeldte Geschichte im 3ten Briefe.
+
+ [e] Dieses trug sich den ersten Jenner 1701. in der Insul Micon zu.
+ Der Abt Calmet erzhlet diese Geschichte in seinen oben angefhrten
+ Buche 32.Cap. auf die nemliche weise, wie wir sie von Tournefort
+ empfangen haben.
+
+Diese Begebenheit kann zu erkennen geben, was man von derjenigen halten
+soll, welche sich in Ungarn in den Dorfschaften der Haydonen jenseits
+der Theisse gegen Siebenbrgen im Jahre 1732. zugetragen hat.[f] Die
+Zauberey der Abgestorbenen (_Magia posthuma_) gieng damals in jenen
+Gegenden im Schwange. Man nannte die Todten, welche so boshaft waren,
+_Vampyri_, und glaubte, sie saugen sowohl uns Menschen als dem Viehe das
+Blut.[g] Und wenn ein Mensch von dem Fleische eines solchen Viehes etwas
+genossen htte, er der Ordnung nach selbst auch zum Vampyre wrde; und
+auf was immer eine Art er zum Vampyren werde, als nemlich ein Leidender
+(_passivus_) im Leben, so mte er nach dem Tode ein thtiger (_activus_)
+seyn; ausgenommen, er htte vorher von der Erde des Grabes eines Vampyres
+gegessen, und sich mit desselben Blute gerieben.
+
+ [f] Mehrere dergleichen Geschichten findet man aufgezeichnet in einem
+ hollndischen Kritiker, der uns unter dem franzsischen Namen _Le
+ Glaneur_ im Jahre 1732. ist bekannt worden. Noch andere liest man in
+ den sogenannten =jdischen Sendschreiben= 1738, und in des Abten
+ Calmet angezeigten =Buche= _Cap._8.
+
+ [g] =Vampyr=, oder auch Upyr ist ein schlavonisches Wort, und heit
+ ein =Blutsauger=.
+
+Allein es ist mir diese Begebenheit nur berhaupt bekannt, und ich
+vermeine, da die mndliche Abhandlung (_processus verbalis_) ber
+ihren Hergang im Anfange des 1732. Jahrs gehriger Orten eingereicht
+worden.[h]
+
+ [h] Karl der VI. Rm. Kaiser (seel. Angedenkens) bergab dieses
+ Geschft Alexandern, Frsten von Wirtenberg, der dortmals das
+ Knigreich Servien verwaltete.
+
+Die Ceremonien, welche man dabey hat beobachten mssen, sind von
+dem _Hadvagy_ oder Amtmanne des Orts angeordnet worden, welcher in
+vampyrischen Angelegenheiten ziemlich erfahren seyn mute. Man stossete
+dem Vampyre einen sehr spitzigen Pfahl durch die Brust, und durch den
+ganzen Krper. Hierauf wurde ihm der Kopf abgehauen. Alles wurde
+verbrannt, und die Asche in die Grube zusammen gescharret.
+
+Man kann geschwinde zu Vampyre werden. Denn der Vampyrismus steckt so
+sehr an, als die Krtzen. Man glaubt auch, da der Krper eines Vampyrs
+in kurzer Zeit alle diejenigen Krper zu Vampyren mache, welche nach ihm
+in eben demselbigen Kirchhof begraben werden, im Fall der erste nicht
+bei Zeiten vertilget werde.
+
+Da ich aber nicht von allen Umstnden Nachricht habe, so will ich mich
+nur damit begngen, da ich hier einige Anmerkungen ber diejenige
+Begebenheiten mache, welche erst vor kurzer Zeit durch Leute untersucht
+worden, welche von keinem Vorurtheile eingenommen sind, sondern klar
+sehen, und sich nicht leicht hinter das Licht fhren lassen.[i]
+
+ [i] Dieser Zufall begab sich in einem Dorfe in Mhren, wie man in der
+ ersten Note a angemerket hat. Der Abt Calmet in seinem angefhrten
+ Buche 57.Capitel sagt, da der Herr Baron von Tusseng (Tousiaint) ein
+ Lotharinger, der seinen Herrn aller Orten hin begleitet hat, vom 3.
+ Augustmonats 1746. aus Wien ihm geschrieben habe: Ihro Majestt der
+ Kaiser, Groherzog von Toscana, haben sich im Jahre 1732. verschiedene
+ gerichtliche Protocollen von Untersuchung der Vampyren in Mhren geben
+ lassen. Diese Protocollen werden in jenen Gegenden wie das Evangelium
+ angesehen, ungeacht sie keinen Schatten der Wahrheit enthalten.
+
+Es ist wahr, da unsere Vampyren vom Jahre 1755. noch zu keine
+Blutsaugern geworden; die Vorbereitungen waren jedoch schon dazu
+vorhanden. Der Henker, ein in seinem Handwerke ohne Zweifel sehr
+wahrhafter Mann, versicherte, da, wenn man die zum Feuer verurtheilten
+Krper in Stcke zerhieb, das Blut mit Gewalt, und hufig daraus
+hervorsche, ob er schon hernach mit grster Gelassenheit bekannte, da
+dieses hufige Blut etwann einen Lffel voll ausmachen knnte. Dieses
+ziehet in der Geschichte eine ziemliche Vernderung nach sich.
+
+Die auerordentlichen Vorfallenheiten, welche man will beobachtet haben,
+knnen in diese zween Punkten zusammen gezogen werden. Erstlich, da die
+Krper der Todtenzauberer oder Vampyren nicht faulen, sondern ganz, und
+beisammen bleiben. Zweytens, da die Vampyren die Lebendigen durch
+Erscheinungen, Getmmel, und durch Druckungen beunruhigen. Uber diese
+zween Punkten werde ich so kurz, als es mglich ist einige Anmerkungen
+machen.
+
+
+
+
+2..
+
+Ob die Krper der Vampyren faulen?
+
+
+Ein Krper ist gemeiniglich zur Verfulung gerichtet, durch welche alle
+Theile des Krpers, ausgenommen die Beine, fast gnzlich verschwinden,
+und nur ein wenig von einer sehr leichten Erde zurck lassen. Diese
+Fulung aber geschieht im Grabe langsam ohne der geringsten Gewalt.
+
+Dieses wird dadurch erwiesen, da, wenn man einen Sarg fnfzehen Jahre
+nach desselben Begrbni erffnet, und sich in acht nimmt, da der Sarg
+keinen Sto bekommt, man vermeinet, der Krper liege unverletzet darinne.
+Mann kennet die ganze Gesichtsbildung, das Leilach, und all Ubriges.
+Sobald man aber den Sarg nur ein wenig beweget, so zerfllt alles in
+Staub, und das Gebeine allein verbleibet.
+
+Dieweil die Todten mit der Zeit ihren Nachfolgern des Grabes halber
+Platz machen mssen, so hat man an vielen Orten 15. Jahre bestimmet, vor
+deren Verlauf die Todtengrber keinen Krper bewegen drfen. Ich bin
+einigemale bei Erffnung der Grber gewesen, da die Todtengrber mir
+einige Sargen ganz langsam aufgemacht. Hierdurch wurde ich berzeugt,
+da wir nach unserem Tode den Wrmen nicht zur Nahrung werden, zum
+wenigsten nicht allezeit, weil sonst die Gesichtsbildung nicht wre
+stehen geblieben.
+
+Wenn man die Grber ausrumt, so findet man zu Zeiten ganze Krper,
+welche nicht verfault, sondern vielmehr ausgetrocknet, von einer
+braunlichten Farbe sind, und noch sehr hartes Fleisch haben, ohne da
+man sie jemal vorhero einbalsamiret htte. Ein Todtengrber versicherte
+mich, da man unter hundert Todten gemeiniglich einen findet, welcher
+nur ausgetrocknet und ohne Fulung sey. Hieraus schlsse ich, da ohne
+Beihilfe einer bernatrlichen Ursache, ein Krper viele Jahre ungefault
+bleiben knne.
+
+Ich weis wohl, da man vorgiebt, der Krper eines Vampyrs verbleibe
+nicht allein ohne Fulung, sondern es bestehe das Fleisch auch in ihrer
+Frische, die Gliedmassen behalten ihre Bgsamkeit. Allein auch dieses
+findet man ohne Wunderwerk.
+
+Da man die Krper der zween Erzherzoginnen, welche zu Brssel gestorben,
+nach Wien berbracht hatte; so war ich gegenwrtig, als man die Sargen
+erffnete. Die Gesichter waren ganz und die Nasenspitze beweglich &c.
+Es ist wahr sie waren einbalsamiret; allein die aromatischen Kruter,
+die man dazu gelegt, waren schon ohne dem geringsten Geruch. Diese
+Erhaltung mu also zuvorderst den wohlverschlossenen bleiernen Sargen
+zugeeignet werden, welche nirgends keine Luft zuliessen, und also die
+Fulung verhinderten.
+
+Wann demnach die Sarg wohl verschlossen, die Erde von Natur fest auf
+einander ist, durch die Klte nach der Begrbni sich erhrtet, oder die
+Luft durch andere Mittel einzudringen verhindert wird; so erfolget
+entweders keine oder doch eine sehr langsame Fulung.[k]
+
+ [k] Der erwehnte hollndische Kritiker erzhlet, da zu Tolos in einer
+ Klosterkirche eine Begrbni sey, in welcher man die vor zwey hundert
+ Jahre verstorbenen Krper sieht, als wenn sie lebendig wren. Sie
+ stehen da auf ihren Fssen aufrecht nach der Lnge der Mauer her in
+ ihrer Ordenskleidung. Das wunderbarlichste aber ist, da die im
+ nemlichen Orte von den unverwesenen geradehin berstehenden Todte, in
+ zwey oder drey Tagen verwesen.
+
+Der unsterbliche Muratorius, da er in der 27.Abhandlung ber die
+italienischen Alterthmer, von einer Mnz des Hektors Visconte redet,
+drucket sich mit diesen Worten aus: Dieser war ein unehliches Kind von
+Vernabo; er bemchtigte sich der Herrschaft von Mayland im Jahre 1412,
+er hatte aber ein Leben von Biltzen. Als Philip Maria, Herzog von
+Mayland, in der Stadt Monza belageret wurde, bekam Hektor aus einer
+Armbrust einen heftigen Steinwurf, der ihm das Bein zerschmetterte.
+Er starb vor Krampf ganz jung. Im Jahre 1698. gienge ich nach der
+ansehnlichen Gegend von Monza, da beobachtete ich, da dessen Leib kurz
+vorher bei Gelegenheit eines Gebudes ausgegraben worden. Er war in
+einem schlechten hlzernen Sarge verschlossen, und noch unversehrt, das
+ist, die Hand war unverletzt, und das gebrochene Bein sah man am Fu.
+Wenn man diesen Krper auf den andern Fu stellete, so stund er aufrecht.
+Und doch war dieser kein Leib eines Heiligen, wohl aber eines Gottlosen.
+
+In der Vorrede des schon angefhrten Buchs des gelehrten Abten Langlet
+mit dem Titel: =Historische und dogmatische Abhandlung ber besondere
+Erscheinungen, Gesichter, und Offenbarungen=, liest man: seye mir es
+erlaubt, da ich hier anfhren eine Erfahrni darf, die sich bei den
+PP.Kapuzinern zu Palermo in Sicilien zutrgt. Sie besttiget, was ich
+behaupte, da nemlich jeweniger sich Unflath in dem menschlichen Krper
+befindet, desto hrter die Ghrung und folglich die Fulung ankomme.
+Einer von diesen Vttern (ohne Zweifel ein vornehmer Naturkndiger) hat
+ein Mittel erfunden, kraft welches die Fulung der menschlichen Krper
+nach dem Tod, auf viele Jahre, und vielleicht Jahrhunderte, kann
+verhindert werden. Das Geheimni, oder Secret, welches er dazu brauchet,
+ist eine schlechte Sache. Er setzet die entseelten Krper auf einen
+durchlcherten Stuhl; und nachdem er die hintere Oeffnung in die Runde
+aufgeschnitten, gehet durch diese Mndung alle Feuchtigkeit, und
+Unreinlichkeit, die nach der Fulung trachtet, von sich selbsten aus dem
+Leibe hinaus. Alsdenn machte er die Mndung zu, und richtet den Krper
+in jene Stellung, in was fr einer man will, da er bleiben soll. In
+diesem Stande erhlt sich ein solcher Krper, wo nicht Jahrhundert,
+wenigstens sehr viele Jahre. Die unterirrdische Kirche dieser Vtter ist
+voll dergleichen Krper mit berall beigeschriebenen Namen, den sie in
+Leben gehabt haben. Dieses Trauergesicht, gleichwie es eine Gelegenheit
+der Demthigung ist fr die Menschlichkeit, so ist es doch auch eine
+besonders seltene Sache, und kann denjenigen wunderlich vorkommen, die
+dessen Ursache nicht erkennen.
+
+Ich habe vor einigen Monaten eine kleine englische Abhandlung gelesen,
+welche im Jahre 1751. zu Londen gedruckt ans Licht getretten, darinne
+fand ich einen merkwrdigen, und sehr wohl erwiesenen Zufall. Im Monat
+Februarius 1750. erfnete man in der Grafschaft Devonshire in Engelland
+die Begrbni einer alten Familie, und zwischen vielen Gebeinen, auch
+vermoderten Sargen fand man einen noch ganzen hlzernen Sarg. Man erfnete
+denselben aus Vorwitz, und fand einen ganzen Krper eines Menschen
+darinne, dessen fleischliche Theile noch ihre natrliche Festigkeit
+hatten, die Gliedmassen aber, als Achsel, Ellenbogen, auch alle Finger
+sehr bgsam waren. Wenn man das Gesicht drckte, so wich es dem Finger,
+und hob sich nach der Drckung wieder. Eben dieses beobachtete man am
+ganzen Leibe. Der Bart war schwarz, und bis vier Zoll lang. Der Krper
+war einbalsamirt. Denn man wurde weder eines Einschnitts noch eines
+anderen Zeichen desselben gewahr. Durch das Pfarrprotocoll wurde
+erwiesen, da seit dem Jahre 1669. kein Mensch in diese Begrbni
+gebracht worden. Hier haben wir also einen englischen Vampyre, welcher
+ber 80. Jahre in seinem Grabe ruhig geblieben ist, und keinen Menschen
+belstiget hat.
+
+In eben dieser Abhandlung findet man noch mehr dergleichen Zuflle,
+insonderheit, wenn die Grber sehr tief, und von trockener Erde sind.
+Demnach nimmt man gemeiniglich wahr, da, wenn solche Krper der offenen
+Luft ausgesetzt werden, dieselben bald in eine Fulung gerathen. Dieses
+ist genug darzuthun, da die Fulung nicht allzeit, und gemeiniglich nur
+langsam geschehe, absonderlich, wenn die Erde durch die Klte wohl
+geschlossen, oder der Sarg selbst vor der Luft wohl bewahret ist.
+
+Lasset uns nun die angefhrten Begebenheiten untersuchen das vampyrische
+Wesen zu behaupten.
+
+Rosina Polakin stirbt den 22. December 1754. Den 19. Jenner 1755. aber
+wird sie ausgegraben, und als eine des Verbrennen wrdige Vampyrinn
+erklret, weil sie noch nicht verfaulet gewesen. Die Anatomisten
+erhalten die Krper an ffentlicher Luft im Winter zu 6. Wochen, auch zu
+zwey Monathen ohne Fulung. Zu dem so ist noch anzumerken, da dieser
+Winter auerordentlich kalt gewesen. In den brigen Krpern hatte die
+Fulung den grten Theil schon verzehrt; es war aber genug, da nicht
+alles verfault gewesen. Sie muten ins Feuer. Welche Unwissenheit!
+erschreckliche Dummheit! man redet in der Schrift des Consistorii zu
+Olmtz von gewissen Zeichen, und Maalen, welche man in den Krpern der
+Vampyren soll gefunden haben. Allein sie werden nirgends beschrieben.[l]
+Zween Bader, welche niemal einen geffneten Krper gesehen, und kein
+Wort vom Baue des menschlichen Leibes wten, wie sie selbsten dem
+Commissario bekannten, sind diejenigen Zeugen, auf derer Veranlassung
+das Urtheil zum verbrennen gefllet wird.
+
+ [l] Johann Christoph Herenberg hat ein Buch _Philosophi, & christian
+ cogitationes de Vampyris_ im Jahre 1733, geschrieben. Der Verfasser
+ behauptet, da die Vampyren auf keine Weise die Lebende um das Leben
+ bringen, sondern man msse alles, was ein falscher Ruf von ihnen
+ aussprenget, einer verwirrten und starken Einbildung zuschreiben. Er
+ fhret unterschiedliche Beispiele von seltenen Wirkungen an, welche
+ sich bei den Menschen durch Einbildungen zutragen knnen.
+
+ Auch der obenbenannte hollndische Kritiker sagt: wenn ich bei mir
+ selbsten den Tod der geglaubten Marterer des Vampyrismus berlege, so
+ finde ich alle Spuren einer einbilderischen Krankheit derselbigen
+ Gegend, und erkenne ganz klar, da die Wirkung der grossen Furcht den
+ Tod bei diesem Volke verursache. Der Verfasser bringt darber eine
+ Geschichte bei.
+
+ Der berhmte Tartarotti, als ein verstndiger Philosoph sagte in
+ seinem _Congresso notturno delle Lamie l. 2. c. 11._ was fr eine
+ Geschichte hlt man fr gewisser, als die Geschichte derjenigen,
+ welche glauben, da sie nchtlicher weile von den Vampyren berfallen,
+ und also gedrucket werden, da auch sie in kurzer Zeit sterben. Und
+ doch scheinet es in der That selbsten nichts anders zu seyn, als
+ schlechterdings ein Traum, der von Schrecken und Furcht herrhret.
+ Von dieser Meinung war auch der gelehrte Pabst und Kirchenhaupt
+ Benedict der 14te in der 5ten Abhandlung _vol._ 3, wo er eine kurze
+ Geschichte von den ungarischen, mhrischen und schlesischen Vampyren
+ verfertiget.
+
+ Der Abt Calmet im Beschlusse seines fters erwehnten Werkes endiget
+ auch mit diesen Worten: was man von den ungarischen, mhrischen und
+ pohlnischen Vampyren erzhlet, halte ich fr ein glattes Blendwerk,
+ fr eine Wirkung einer starken und verwirrten Phantasey, so fleiig
+ auch immer diese Erzhlungen von den Richtern untersucht, und in
+ Ansehung ihrer und ihres Gutachten mgen gutgeachtet worden seyn.
+
+ Was die pohlnischen Vampyren betrift, fhrt er einen Brief an vom 3.
+ Hornung 1745., den ihm der P.Slivyski Visitator der Vttern von der
+ Miion in Pohlen geschrieben hat, welcher darinne bekennet, da,
+ ungeacht er alle Sorge, allen Flei in dieser Sache angewendet, um auf
+ einen Grund und Wahrheit zu kommen; ungeacht er fters mit denen, die
+ man als persnliche Zeugen angab, selbst geredet, und sie befraget, er
+ doch keinen einzigen gefunden habe, der sich zu sagen getrauet htte,
+ er habe etwas von dem, was man vorgiebt, selbsten gesehen. Mithin habe
+ er erkennet, was man davon aussprenget, sey ein leeres Geschrey, eine
+ bloe Einbildung, die die Furcht in solchen einfltigen Leuten
+ verursache.
+
+Es ist wahr der Commissarius von Olmtz hat nicht jederzeit einen Bader
+zur Untersuchung dieser Sache, der genug geschickt wre. Man brauchte
+nur zween geistliche Commissarien, welche ber den Vampyrismus ganz
+rittermig ihren Ausspruch thaten, dann es erhellet aus den
+_Anteactis_, da man im Jahre 1723. den Krper eines Menschen 13. Tage
+nach seinem Hinscheiden verbrennen lassen, und im Urtheile gab man
+dieses fr die Ursache an, weil seine Gromutter bei der Gemeinde in
+keinem guten Ruf gewesen sey.
+
+Im Jahre 1724. verbrennte man den Krper eines Menschen 18. Tage nach
+dessen Tode, weil er mit dem Vorigen befreundet gewesen. Es war genug,
+wann man nur von der Freundschaft eines angegebenen Vampyrs gewesen, so
+hatte der Proce bald ein Ende.
+
+Man verbrennte den Krper eines Menschen zween Tage nach seinem
+Absterben aus keiner anderen Ursache, ohne weiterer Zeugenschaft, als
+weil der Krper nach dem Tode noch wohl und gut ausgesehen, und die
+Gliedmassen noch bgsam gewesen.
+
+Aus allen dem, was oben angefhret worden, lt sich klar abnehmen, da
+die Erhaltung eines Krpers ohne Fulung aus ganz natrlichen Ursachen
+geschehen knne; da die Fulung gemeiniglich eine lange Zeit erfordere,
+welche sich nach der vorhergehenden Krankheit, nach der Wrme oder Klte
+der Luft, nach der Beschaffenheit der Erde, und noch vielen anderen
+zuflligen Nebensachen vernderen. Da das Consistorium von Olmtz den
+Krpern die erforderliche Zeit der Fulung nicht gelassen, mithin dieses
+Zeichen einer Zauberey der Todten grundfalsch sey.
+
+Aus diesem falschen Grund hat man die abgeschmacktesten Folgen gezogen.
+Denn man hat geschlossen, da ein angegebener Vampyre seine Bosheit
+allen den Krpern einflsse, welche nach ihm in eben demselben Freudhof
+begraben wrden. Denn natrlicher Weise muten diese Krper weniger
+verfault seyn, als andere, die man vor dem Vampyre eingegraben hat.
+
+Aus diesem schnen Grund hat das Consistorium zu Olmtz den 23ten April
+1731. neun Krper verbrennen lassen, unter welchen sieben kleine
+Kinderkrper waren, weil man dafr hielt, da sie ein Vampyre angesteckt
+htte, welcher vor ihnen in demselbigen Freudhofe begraben worden.
+
+Den todten Krpern aber, welche vor dem Vampyre ihr Grab allda gefunden,
+wiederfuhr Gnade, doch haben die Herrn Commissarien Wabst, und Gosser
+erwiesen, da in den unverdchtigen Krpern noch unversehrte Theile
+vorhanden gewesen, und in einem derselben auch ein wenig Blut gefunden
+worden. Sie haben auch dargethan, da die zween Ignoranten, obbemelte
+Bader mit Lgen gehandelt.
+
+
+
+
+3..
+
+Ob die Vampyren die Lebendigen durch Erscheinungen &c. beunruhigen?
+
+
+Nun ist es an dem, da auch die Erscheinungen, welche von deren zum
+Theile oder ganz unverfaulten Krpern herkommen sollen, in einige
+Betrachtung gezogen werden.
+
+Erstlich ist zu merken, da kein Zeuge vorhanden, welcher aussage, da
+die Todten den Lebendigen erscheinen, sondern man giebt nur vor, da man
+eine Aengstigkeit und Beklemmung empfunden, welche zum Schlaffen
+gezwungen hat.
+
+Ich lasse erachten, ob diese gute Leute, wenn die Einbildung durch die
+tglichen Erzhlungen von Geistern und anderen Blendwerken &c. einmal
+eingenommen worden in ihren Betten vor dem Einschlaffen nicht haben in
+Furcht seyn sollen?
+
+Aus der Untersuchung, welche die Commissarien angestellt haben,
+erhellet, da sie die Aengstigkeiten nur damahl ausgestanden, wann sie
+gelegen waren, andere Zeugenschaften aber geben zu erkennen, da sie
+sich erholt haben, wenn man sie im Bette aufsitzen lassen. Zudem so weis
+denn auch jedermann, was fr abscheuliche Aengstigkeiten die Furcht
+verursachen kann.
+
+Andere haben geglaubt, sie sehen oder hren einen Hund, ein Kalb,
+ein Schwein, ein Kalbskopf &c. Hatte denn der Teufel nthig, einen
+menschlichen todten Krper lebendig zu machen, in einer solchen Hundes-
+oder Kalbesgestalt zu erscheinen? Es ist ja zwischen der Ursache, und
+der vorgegebenen Wirkung nicht die geringste Verbindung.
+
+Ein Hund, eine Katz, ber alles, wenn sie schwarz sind, und bei Nacht
+gesehen werden, sind jederzeit der Teufel, oder ein Gespenst, welches
+auf dem Freudhofe oder sonst herumschleicht. So gar eine Sau, welche vor
+einem Hause vorbeigrunzete, wurde (wie einige Zeugenschaften es angeben)
+fr einen aufgestandenen Vampyre gehalten. Ich mte mich schmen, wenn
+ich alle die Einflligkeiten wiederhohlen wrde, welche sich in diesen
+Zeugnissen befinden.
+
+Jedoch es ist Zeit, auch von dem Ursprunge dieser Begebenheit ein Wort
+zu sagen. Eine gewie Sallingerin, oder sonst die Wenzel Richterinn
+genannt, ist vor 18. Monathen begraben worden. Nun giebt man vor, sie
+sey ein Hexe gewesen, und alles Ubel komme von ihr her. Wo sind aber die
+Proben, da sie eine Hexe gewesen? Dieses gute Weib theilte Arzneyen
+aus, und ihr Sohn hat ihr vorgegebene _Arcana_ entdecket. Es waren
+Krebsaugen, die sie in Wasser zerlassen, einige Kruter und Wurzen &c.
+ohne die geringste Spur eines Aberglaubens. Einsmals aber, um ihre Kuren
+zu beschnen, und das Geheimni noch grsser zu machen; befahl sie einem
+Kranken, er sollte vier Thaler in eines seiner Hemder einnhen, und ihr
+zuschicken, so wollte sie ihm die Arzney zukommen lassen.
+
+Nun giebt man vor, dieser Kranke sey verhexet, die Commissarien aber
+haben ihn examinirt und an ihm wahrgenommen, da er an einer schweren,
+doch ganz natrlichen Krankheit, nmlich an der _Colica Pictonum_
+krank liege, welche den Kranken an allen Gliedern contract, und zusammen
+gezogen oder gerumfet macht. Wir sind wirklich beschftiget im hiesigen
+Burgerspital einen solchen Kranken zu kuriren.
+
+Ein andersmal soll sie den Tag vorgesagt haben, an dem ein Kranker
+sollte gesund werden. Diese sind die Beweise, da sie eine Hexe gewesen.
+Es hat das Ansehen, da man bey ihrer Lebenszeit diesen Beweis nicht fr
+gltig oder hinlnglich gehalten, dann sie hat die heiligen Sacramenten
+empfangen; sie ist im Schooe der Kirche gestorben. Sie ist mit
+christlichen Ceremonien ins Grab eingeweihet worden: und 18. Monate nach
+ihrem Tode, mu sie eine verbrennenswrdige Hexe seyn.
+
+Auf solchen Grnden ist die ganze Geschichte gebauet, und man hat Laster
+auf Laster gehufet, so gar (darf ich es sagen) _Sacrilegia_
+begangen.
+
+Man hat die Frey- und Sicherheit (_Asylum_) und die Ruhesttte des
+Grabes verletzt; man hat den guten Namen der Abgestorbenen, und ihrer
+Familien geschndet, welche ein gleiches Schicksal zu gewarten htten;
+wenn solche Misbruche nicht abgeschaft wrden. Man hat die todten
+Leiber unschuldiger Kinder, derer Seelen die ewige Glckseligkeit
+genssen, dem Henker bergeben. Man hat die Shne gezwungen
+(entsetzliche Sache) die Leiber ihrer Mutter dem Henker vorzuschleppen.
+So gar die Kreuze selbst (ein Zeichen, eine Erinnerung unserer Erlsung,
+die bey der Kirche so verehrungswrdig ist) die Kreuze, sage ich, sind
+nicht besser verurtheilet worden. Man hat sie schndlich und nur
+dewegen verbrennet, weil sie auf den Grbern dieser unglckseligen
+Schlachtopfer der Ignoranz, und des Aberglaubens gestanden sind.
+
+Welche schreyende Ungerechtigkeit in der Verurtheilung derjenigen
+Menschen, welche ein untadelhaftes Leben gefhret, und nur das Unglck
+gehabt haben, da man sie auf einem Freudhof erst eingegraben, nachdem
+schon vorher eine angegebene Hexe allda zu Grabe gebracht worden! man
+erklret sie fr Hexen und Zauberer. Man bergiebt sie dem Schinder,
+damit er ihre Leiber verbrenne. Man setzt so gar in das Urtheil, da man
+sie weit schrfer wurde gezchtiget haben, wenn sie noch lebendig wren.
+Man verbrenne aber ihre Leiber mit Spott und Schande, damit dieses ihren
+Mitgehilfen zum Beispiele diene.[m]
+
+ [m] Acht und zwanzig Krper waren es, die in Zeit 18. Monaten in dem
+ nemlichen Freudhofe, wo die vermeinte Hexe ist begraben worden, ihre
+ Ruhestatt hatten. Alle wurden ausgegraben. Neune davon bekamen Gnade,
+ die andere aber, nachdem sie durch ein Loch der Mauer des Freudhofes
+ hinausgeschleppet worden, wurden dem Henker bergeben. Dieser brachte
+ sie auf Schlitten in einem eine Stund vom Dorfe entlegenen Wald, wo
+ er, um sie zu verbrennen, 200. Schuh Holz verbrauchte. Die Schlitten,
+ der Werkzeug, alles, was zu dieser Verrichtung gedienet hat, mute
+ verbrennet werden.
+
+Wo sind die Gesetze, welche einen solchen Ausspruch rechtfertigen? Man
+bekennet, es seyen keine Gesetze vorhanden, hingegen zieht man zur
+Rechtfertigung ganz kaltsinnig an: es sey also der Gebrauch.[n]
+
+ [n] Unterschiedliche wunderbarliche Geschichten von Erscheinungen und
+ Schden, welche (wie man aussprengte) die Vampyren in Mhren sollten
+ verursachet haben, gaben dem Herrn Carl Ferdinand von Scherz Anla ein
+ Buch zu schreiben mit dem Titel: _Magia Posthuma_; welches der
+ Verfasser dem Frsten Carl Bischoffen von Olmtz zugeeignet hat, und
+ im Jahre 1706. gedrucket wurde. Er erzhlet darinne besondere Schden,
+ die die Einwohner von einem gewissen Dorfe, (es scheinet, es sey das
+ nemliche, in welchem der obbesagte neue und seltsame Proce ist
+ angestellet worden) glaubten, da sie ihnen von einem andern Weibe,
+ welches dortmals gestorben, und eben auch mit den Heiligen Sacramenten
+ der Kirche versehen worden ist, seyen verursachet worden. Schllich
+ wirft der Verfasser eine rechtliche Frage auf: gesetzt, da diese
+ Schden (wie man gewi dafr hielt) von besagtem Weibe herkmen, ob es
+ erlaubt sey, es auszugraben, und andere dergleichen verdchtige Krper
+ zu verbrennen.
+
+Was fr eine Menge von Unglcksfllen erfolgen darauf? Viel arme Kranke,
+und Weiber, die sich zum Gebhren schon bereit fanden, nehmen die
+Flucht, und finden ihren Tod auf der Strasse. Sie sind doch noch
+getrstet, da sie zum wenigsten nach ihrem Tode dergleichen Schande
+nicht auszustehen htten.
+
+Die Einwohner, von einer bestndigen Furcht durchdrungen, sind bereit,
+Hau und Hof um ein anderes Ort zu verlassen. Mit einem Wort, alles ist
+in Verwirrung.
+
+Da das gemeine Volk, welches oft sehr wenig unterrichtet ist, in
+Ausschweifungen verfalle, das bewegt mich zum Mitleiden, und nimmt mich
+nicht wunder. Aber da diejenigen, die man fr die Meister in Israel
+hlt, ein L......s C.........m dergleichen ungeheure Mibruche, die
+der Vernunft schnur gerade zuwider sind, billige und rechtfertige,
+das bersteiget meinen Begrif, und setzt mich in eine so starke
+Zornmthigkeit, da ich mich gezwungen sehe, die Feder niederzulegen,
+damit ich nicht aus den Schranken der Ehrerbietung, die ich ihrem
+Charakter zu bezeigen schuldig bin, hinausgerissen werde.[o]
+
+ ENDE.
+
+ [o] _Vid. Opera de Canonizatione Sanct. vel Dissertationes
+ BenedictiXIV. P.M. extractas ex dictis operibus. Venet. 1752.
+ Vid. Dissert.5. .4. Vol.3. ubi de Vanitate Vampyrorum. Et
+ Diss.14. Vol.3. de incorrupt. Cadav. Vid. etiam Calmet & Langlet
+ de apparitione spectrorum. Et Lettres Juives par M. d'Argens._
+
+
+
+
+_Errata._
+
+
+ Seite. Zeile. Steht. Lies.
+
+ Vorrede. zuletzt. Wertlein. Werkchen.
+
+
+
+
+ [ Im folgenden werden alle genderten Textzeilen angefhrt, wobei
+ jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die genderte Zeile
+ steht.
+
+ Vom Vampyrismus berhaupts.
+ Vom Vampyrismus berhaupt.
+
+ C'est aux Rois, c'est aux Grands, c'est aux Esprits bien faets,
+ C'est aux Rois, c'est aux Grands, c'est aux Esprits bien faits,
+
+ A voir la vert, en ses moindres effets.
+ A voir la vert pleine, en ses moindres effets.
+
+ C'est d'eux seuls qu'on reoit une veritable gloire;
+ C'est d'eux seuls qu'on reoit la veritable gloire;
+
+ Wertlein selbst aber werde ich getreulich so liefern, wie es aus der
+ Werkchen selbst aber werde ich getreulich so liefern, wie es aus der
+
+ Blutsaugen geworden; die Vorbereitungen waren jedoch schon dazu
+ Blutsaugern geworden; die Vorbereitungen waren jedoch schon dazu
+
+ Wenn man die Grber ausrumt, so findet man zu Zeiten ganze Kper,
+ Wenn man die Grber ausrumt, so findet man zu Zeiten ganze Krper,
+
+ Da man die Krper der zwoen Erzherzoginnen, welche zu Brssel gestorben,
+ Da man die Krper der zween Erzherzoginnen, welche zu Brssel gestorben,
+
+ nach den Tod, auf viele Jahre, und vielleicht Jahrhunderte, kann
+ nach dem Tod, auf viele Jahre, und vielleicht Jahrhunderte, kann
+
+ dessen Ursache nicht erkennen.
+ dessen Ursache nicht erkennen.
+
+ Geschichte hlt man fr gewisser, als die Geschicht derjenigen,
+ Geschichte hlt man fr gewisser, als die Geschichte derjenigen,
+
+ Ansehung ihrer und ihres Gutachten mgen gutgeachtet worden seyn.
+ Ansehung ihrer und ihres Gutachten mgen gutgeachtet worden seyn.
+
+ rittermig ihren Ausspruch thaten. dann es erhellet aus den
+ rittermig ihren Ausspruch thaten, dann es erhellet aus den
+
+ Krpern die erforderliche Zeit der Fuluug nicht gelassen, mithin dieses
+ Krpern die erforderliche Zeit der Fulung nicht gelassen, mithin dieses
+
+ eingenommen worden in ihren Bettern vor dem Einschlaffen nicht haben in
+ eingenommen worden in ihren Betten vor dem Einschlaffen nicht haben in
+
+ wenn solche Misbruche nicht abgeschaft mrden. Man hat die todten
+ wenn solche Misbruche nicht abgeschaft wrden. Man hat die todten
+
+ erklret sie fr Hexen uud Zauberer. Man bergiebt sie dem Schinder,
+ erklret sie fr Hexen und Zauberer. Man bergiebt sie dem Schinder,
+
+ der Vernuft schnur gerade zuwider sind, billige und rechtfertige,
+ der Vernunft schnur gerade zuwider sind, billige und rechtfertige,
+
+ Diss.14. Vol.3. de incorrupt. Cadav. Vid. etiam Calmet & Lenglet
+ Diss.14. Vol.3. de incorrupt. Cadav. Vid. etiam Calmet & Langlet
+ ]
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Vampyrismus, by Gerard van Swieten
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VAMPYRISMUS ***
+
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+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
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+such as creation of derivative works, reports, performances and
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+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
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+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
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+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
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+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
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+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
+ address specified in Section 4, "Information about donations to
+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
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+Foundation as set forth in Section 3 below.
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+1.F.
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+effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
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+collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
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+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
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+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
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+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
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+ <title>The Project Gutenberg eBook of Vampyrismus, by Gerhard van-Swieten</title>
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+The Project Gutenberg EBook of Vampyrismus, by Gerard van Swieten
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+Title: Vampyrismus
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+Author: Gerard van Swieten
+
+Release Date: January 7, 2010 [EBook #30886]
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+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VAMPYRISMUS ***
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+Produced by Michael Roe, Jana Srna and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
+book was produced from scanned images of public domain
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+<p class="center"><b>Anmerkungen zur Transkription:</b></p>
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+der Originaltext erscheint beim berfahren mit der Maus.</p>
+<p>Das <a href="#inhalt">Inhaltsverzeichnis</a> wurde vom Ende des
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+</div>
+
+<h1 class="gesperrt">Vampyrismus</h1>
+
+<p class="center" style="font-size: 150%; line-height: 1.7em;"><small class="gesperrt">von</small><br/>
+<big>Herrn Baron Gerhard van-Swieten</big><br/>
+<small class="gesperrt">verfasset,</small><br/>
+aus dem Franzsischen ins Deutsche<br/>
+<small class="gesperrt">bersetzet,</small><br/>
+und als ein Anhang <b>der Abhandlung des Daseyns</b><br/>
+<small><b>der Gespenster</b> beigercket.</small></p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 320px;">
+<img src="images/f0001-image.png" width="320" height="67" alt="" title="" />
+</div>
+
+<hr style="height: 3px; color: black; background-color: black; border: none; margin: 1.5em auto; width: 480px;"/>
+
+<p class="center"><big class="gesperrt">Augsburg, 1768.</big></p>
+
+
+
+
+<div class="new-h2 break-page"><a name="inhalt">&nbsp;</a></div>
+<h2 class="gesperrt" style="line-height: 1.5em;">Abtheilung des ganzen Werkchens.<br/>
+<small>Vampyrismus.</small></h2>
+
+
+<div style="margin: auto; width: 30em;">
+<p class="center foreign">I.&nbsp;.</p>
+
+<p><a href="#par1">Vom Vampyrismus <ins title="berhaupts">berhaupt</ins>.</a></p>
+
+<p class="center foreign">II.&nbsp;.</p>
+
+<p><a href="#par2">Ob die Krper der Vampyren faulen?</a></p>
+
+<p class="center foreign">III.&nbsp;.</p>
+
+<p><a href="#par3">Ob die Vampyren die Lebendigen durch Erscheinungen &amp;c.
+beunruhigen?</a></p>
+</div>
+
+
+
+<div class="new-h2 break-page">&nbsp;</div>
+<div><span class="pagenum"><a name="Page_1">1</a></span></div>
+
+<div class="figcenter" style="width: 476px; margin-top: 0;">
+<img src="images/p0001-image.png" width="476" height="141" alt="" title="" />
+</div>
+
+<h2>Vorrede.</h2>
+
+
+<p class="drop-cap">Die vorhergehende Schrift, <b>Abhandlung des Daseyns
+der Gespenster</b>, welche mir von meinem gelehrten
+Freunde zum Drucke zu befrdern ist geschickt worden; ist
+mit grter Deutlichkeit, mit bester Ordnung, mit grndlicher
+Gelehrtheit abgefasset. Diese wenigen Bogen einer
+so nutzbaren Abhandlung bringen dem Verfasser mehr Ehre,
+und dem Vaterlande mehr Vortheil, als wenn er ganze
+schweitreibende Folianten von scholastischen, thomistischen,
+scotistischen, mollinistischen, und was weis ich, von was
+noch fr istischen Materien zusammen geschrieben htte. Der
+Verfasser dieses Werkchens hat der gelehrten Welt schon
+mehrere dergleichen Abhandlungen ntzlicher Materien gelieferet,
+und stehet wirklich schon von zweyen Jahren her mit
+einem andern sehr gelehrten Werke zum Drucke fertig, welches
+ich zum Theil eingesehen, gelesen, bewunderet habe.
+Aber seine kmmerliche Umstnde gestatten es ihm nicht, damit
+ins Tageslicht zu tretten. Nur schade, da, ungeacht
+unser Baiern nicht gar viel gelehrte Patrioten aufweisen
+<span class="pagenum"><a name="Page_2">2</a></span>kann, man einen so herrlichen Kopf in musenfeindlichen Gegenden
+im verborgenen schmachten lt, an statt ihn mit
+Sorgfalt zu suchen. Sein geringes Vermgen, und als
+ein Landeskind gebohren zu seyn, sind vieleicht die chten
+Ursachen, welche ihn, wenn er auch bekannt seyn wrde,
+wo nicht der Verachtung, doch einer kalten Gleichgltigkeit
+blo stellen wrden. Zum wenigsten hat der ehrliche Mann
+nicht Schulde daran, wenn er mit all seiner Fhigkeit dem
+Staate nichts ntzet, und vor andern nicht gesucht wird.</p>
+
+<div class="poem foreign" lang="la" xml:lang="la" style="width: 20.5em;">
+<div class="stanza">
+<span class="i0">Ipse licet venias Musis comitatus Homere,<br /></span>
+<span class="i4">Si nihil attuleris, ibis, Homere, foras.<br /></span>
+</div>
+</div>
+
+<p>Nur Frsten, Knigen, sagt Corneille in seinen Horatziern,
+nur den Groen dieser Erde, nur erhabenen Geistern
+kmmt es zu, das wahre Lob um das Vaterland bestverdienten
+Mnner der ewigen Unwissenheit zu entreissen; diesen
+fehlt es niemal an Mitteln, die Tugend auch in ihren kleinsten
+Handlungen gro zu machen.</p>
+
+<div class="poem foreign" lang="fr" xml:lang="fr" style="width: 29em;">
+<div class="stanza">
+<span class="i0">C'est aux Rois, c'est aux Grands, c'est aux Esprits bien <ins title="faets">faits</ins>,<br /></span>
+<span class="i0">A voir la vert <ins title="[fehlt im Original]">pleine</ins>, en ses moindres effets.<br /></span>
+<span class="i0">C'est d'eux seuls qu'on reoit <ins title="une">la</ins> veritable gloire;<br /></span>
+<span class="i0">Eux seuls des vrays heros assrent la memoire.<br /></span>
+</div>
+</div>
+
+<p>Nachdem also dieser gelehrte Mann <b>von dem Daseyn
+der Gespenster</b> so grndlich gehandelt, so nehme ich Anla,
+einige <b>Anmerkungen ber die vorgegebene Zauberey der
+Abgestorbenen</b> unter dem Titel <b>Vampyrismus</b> anzuhangen,
+<span class="pagenum"><a name="Page_3">3</a></span>weil diese der ersten Materie ganz hnlich ist.</p>
+
+<p>Diese <b>Anmerkungen ber die vorgegebene Zauberey
+der Abgestorbenen</b>, lateinisch <span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Magia Posthuma</span>, wurde im
+Jahre 1755. im Mrzmonat in franzsischer Sprache von
+einem der berhmtesten Mnner, die Europa aufzeigen kann,
+nmlich von Herrn Baron Gerhard van-Swieten, ersten
+Leibarzten Ihrer kaiserl. Majestten, und damaligen Hofbibliothecarius,
+den seine immer anwachsende Verdienste indessen
+zu grern Titel, Ansehen und Ruhm erhoben haben;
+zu Wienn verfasset, und gedrucket.<a name="FNanchor_A_1" href="#Footnote_A_1" class="fnanchor">a)</a> Sie ist bald hernach
+im Hornung 1756. von einer gleichfalls grndlichen Feder
+ins Deutsche versetzet worden.</p>
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_4">4</a></span></p>
+<p>Ich unterlasse hier diesem schnen, und hchst nutzbaren
+Werke das billige Lob zu sprechen, welches ihm kein unpartheyischer
+Leser wird versagen knnen. Denn des Verfassers
+Ruhm (den die forschende dankbare Nachwelt mit Ehrfurcht
+seiner Asche in die ewige Jahre hinein zollen wird) ist
+ohnehin schon so gro, da ihm durch meine geringschtzige
+Lobsprche wohl nicht vieles zuwachsen wurde. Des gelehrten
+Uebersetzers Namen aber verschweige ich gar, weil es mir
+aus unbekannten Ursachen nicht erlaubt ist, ihn zu nennen.
+Er ist durch ein groes Werk, mit welchem er viele ntzliche
+Erkenntnissen und Wissenschaften aus dem Alterthum der
+Vergessenheit entrissen hat, den Gelehrten genug bekannt geworden,
+und wird es bis zur Unsterblichkeit werden, durch
+ein noch greres Werk, zu dem alle Liebhaber der feinen
+Musen mit Eifer schon wirklich prnumeriren.<span class="pagenum"><a name="Page_5">5</a></span></p>
+
+<p>Im nmlichen Jahre 1756. im Octobermonat wurde
+dieses Werk aus der franzsischen auch in die italienische
+Sprache bersetzet, vom Uebersetzer mit gelehrten Anmerkungen
+bereichet, und zu Rovereid gedrucket. Diese Uebersetzung
+fhret den Titel: <span lang="it" xml:lang="it" class="foreign">Considerazione intorno alla pretesa
+<i>Magia Postuma</i> presentata al supremo Direttorio di Vienna dal
+Signor Barone Gerardo Van-Swieten Archiatro delle Cesaree
+Maest, e Prefetto della loro Bibliotheca. Dal Francese nell'Italiano
+recata con annotazioni del traduttore. Roveredo ai
+26. Ottobre 1756.</span></p>
+
+<p>Die wlschen Anmerkungen werde ich ins Deutsche bersetzen.
+Das deutsche <ins title="Wertlein">Werkchen</ins> selbst aber werde ich getreulich
+so liefern, wie es aus der Feder des gelehrten Uebersetzers
+geflossen ist. Da ich den Titel: <b>Anmerkungen ber
+die vorgegebene Zauberey der Abgestorbenen</b>, welchen sowohl
+die franzsische als italienische Schrift fhret, nicht
+beibehalten habe, ist darum geschehen, weil ich eben auch in
+diesem Stcke dem deutschen Uebersetzer folgen wollte, der
+seiner Arbeit den Namen <b>Vampyrismus</b> schpfte.</p>
+
+<p>Der Aberglauben vom Vampyrismus wird lateinisch
+<span lang="la" xml:lang="la" class="foreign"><i>Magia Posthuma</i></span>, oder Zauberey der Abgestorbenen, genennet.
+Die <b>Vampyren</b> aber sind verstorbene Menschen, welche<span class="pagenum"><a name="Page_6">6</a></span>
+zuweilen spter, zuweilen eher aus dem Grabe aufstehen,
+den Menschen erscheinen, das Blut aussaugen, an die Hausthren
+ungestmm anklopfen, Getse im Hause erwecken, und
+fters gar den Tod verursachen sollen. Wessentwegen dann
+auch sehr viele kaiserl. knigl. scharfe Befehle in alle Erblnder
+ausgeschicket worden, diesem Abentheuer des Aberglauben
+Schranken zu setzen, dergleichen nur unter Barbaren,
+Ignoranten, oder Boshaften zu finden sind. In allen
+christcatholischen andern Lndern ist diese schdliche Meinung
+unbekannt. Nur in Ungarn, Mhren, Pohlen und Schlesien
+findet sie ihre Anhnger. Der Anfang dieses Uebels
+mag seinen Grund wohl ohne Zweifel in der schismatischen
+griechischen Einfalt haben, welche glaubt, da der Teufel
+an statt der Seele den Krper des Menschen besitzen knne.</p>
+
+<p class="center">Auer dieser kurzen Erinnerung weis ich meinem Leser<br/>
+nichts mehr zu sagen, als da ich mich seiner<br/>
+Gewogenheit und Freundschaft ergebenst<br/>
+empfehle.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 315px;">
+<img src="images/p0006-image.png" width="315" height="59" alt="" title="" />
+</div>
+
+
+
+<div class="new-h2 break-page"><a name="par1">&nbsp;</a></div>
+<div><span class="pagenum"><a name="Page_7">7</a></span></div>
+
+<div class="figcenter" style="width: 398px; margin-top: 0;">
+<img src="images/p0007-image.png" width="398" height="65" alt="" title="" />
+</div>
+
+<h2>1.&nbsp;.<br/>
+Vom Vampyrismus berhaupt.</h2>
+
+
+<p class="drop-cap">Wann die Menschen auerordentliche Wirkungen wahr genommen,
+derer Ursache sie nicht erkenneten, so leiteten sie dieselben
+von einer hheren Macht her, als diejenige ist, welche die
+Menschen besitzen. Die Geschichte zeiget uns in allen Jahrhunderten
+deutliche Spuren davon.</p>
+
+<p>Nun ist es gewi, und durch die heilige Schrift bestttiget,
+da GOtt mit seiner Allmacht entweder unmittelbar durch seinen
+Willen, oder durch die heiligen Engel, Propheten, Apostel und
+andere Heiligen, die erstaunlichsten Werke hervorgebracht habe.</p>
+
+<p>Die Kirchengeschichte kann dessen auch die Unglaubigsten berfhren,
+da diese Wunderwerke in den ersten Zeiten des Christenthums
+zu unzhligen malen geschehen sind. Gelehrte und redliche
+Protestanten sogar haben es nicht lugnen knnen, da der heilige
+Indianerapostel durch offenbare Wunderwerke seine Miion erwiesen
+habe. Es ist auch gewi, da der bse Geist durch Zulassung
+GOttes Werke gethan, welche natrliche Ursachen gnzlich
+bersteigen. Was sich mit unserem Heilande zugetragen hat, als
+er in der Wste in Versuchung gefhrt worden, ist allein genug,
+es zu erweisen. Kein Christ kann es lugnen, da es Menschen
+gegeben habe, welche vom bsen Geiste besessen waren; mithin der
+bse Geist ber die menschlichen Leiber eine Macht habe.</p>
+
+<p>Eben also ist es auch wahr, da der Teufel durch Getmmel,
+durch abscheuliche Verblendungen &amp;c. die Menschen in Furcht gebracht<span class="pagenum"><a name="Page_8">8</a></span>
+habe. Selbst die Protestanten bekennen es, da die Heyden,
+welche in Indien die Gtzen anbethen, alle die Bosheiten ihres
+verfluchten Meisters erfahren, dem sie dienen; sobald sie aber
+durch das Heil. Sacrament der Taufe von der Leibeigenschaft des
+Teufels los, und Mitglieder der Kirche werden, alle diese teuflischen
+Verblendungen ein Ende nehmen, welches zur Bekehrung
+sehr vieler Heyden Anla gegeben hat.</p>
+
+<p>Daher ist hier die Frage nicht: ob dergleichen auerordentliche
+Wirkungen mglich sind? sondern die ganze Schwierigkeit beruhet
+darauf, zu erweisen, da ein gewier Zufall wirklich geschehen;
+und, wenn er geschehen, auch zu erweisen, da es ein solcher
+Zufall sey, welcher die Krften der natrlichen Ursachen bersteige.</p>
+
+<p>Seitdem die Wissenschaften und Knsten in Aufnahm gekommen
+sind, hat man auch die natrlichsten Ursachen derjenigen Wirkungen,
+welche die Unwissenden in Erstaunen gesetzt hatten, auf
+das deutlichste entdecket. Zum Beispiele dessen dienen die Finsternissen,
+welche vormals ganze Vlker, denen dieselbe als Wunderwerke
+vorkamen, in die entsetzlichste Furcht, in Angst und Schrecken
+gestrzet hatten. Die Verbesserung der Sternwissenschaft aber
+hat all diese Furcht vertrieben. Dieses Schauspiel, welches vormals
+so erschrecklich geschienen, verursachet uns keine Furcht mehr. Wir
+bewundern ganz ruhig die Allmacht des Schpfers, welcher diese
+groen Krper, in einem so unendlich weiten Raume, mit solcher
+Richtigkeit, durch so viele Jahrhunderte herumwlzet, da sogar
+der schwache Menschenwitz es zuwege gebracht hat, derselben Wiederkunft
+auch auf zuknftige Jahrhunderten bis auf eine gewie
+und gesetzte Zeit ausrechnen zu knnen.</p>
+
+<p>Das Schpulver, die electrischen Wirkungen, die Verblendungen
+durch Spiegel und andere optische Kunststcke sind von<span class="pagenum"><a name="Page_9">9</a></span>
+solcher Beschaffenheit, da man einen jeden Menschen, dem sie unbekannt
+sind, in die grte Verwunderung setzen kann. Es haben sich
+auch viele Betrger derselben bedienet, das leichtglaubige Publicum
+damit zu berfhren, da sie die grten Zauberer wren.<a name="FNanchor_B_2" href="#Footnote_B_2" class="fnanchor">b)</a></p>
+
+<p>Es ist auch richtig und gewi, da je mehr die Knsten und
+Wissenschaften aufnehmen, destomehr die Wunderwerke sich vermindern.
+Die Zauberey der Abgestorbenen (<span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Magia posthuma</span>)
+von welcher hier die Frage ist, dienet zu einem neuen Beweise.<a name="FNanchor_C_3" href="#Footnote_C_3" class="fnanchor">c)</a>
+Denn alle diese Begebenheiten befinden sich nur in Gegenden, in
+welchen die Unwissenheit noch immer herrschet. Es ist auch wahrscheinlich,
+da die schismatischen Griechen die Haupturheber derselben
+sind.<a name="FNanchor_D_4" href="#Footnote_D_4" class="fnanchor">d)</a></p>
+
+<p>Tournefort ein gelehrter und erleuchter Leibarzt, zugleich
+aber der geschickteste Botanicus oder Kruterverstndige seines
+Jahrhunderts, da er von Ludwig dem Vierzehenten, Knige in
+Frankreich, in Asien geschickt worden, hauptschlich in Griechenland<span class="pagenum"><a name="Page_10">10</a></span>
+diejenige Kruter zu suchen, welche die Alten meistentheils sehr
+unrichtig beschrieben hatten, war selbst gegenwrtig, und sah denjenigen
+Krper sehr nahe, den man einer Zauberey nach dem Tode
+(<span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Magi posthum</span>) angeklagt hatte. Er sah auch alle Mittel,
+die man angewendet zu verhindern, damit der Teufel dieses Krpers
+sich nicht mehr bedienen knnte, die Lebendigen in Angst und
+Schrecken zu setzen.<a name="FNanchor_E_5" href="#Footnote_E_5" class="fnanchor">e)</a> Die Umstnde dieses Zufalls befinden sich
+in dem Buche, welches den Titel fhret: <span lang="fr" xml:lang="fr" class="foreign">Voyage au Levant par
+Mr. Tournefort</span>. Und weil es nach Art und Weise der Briefen
+geschrieben ist, so steht gemeldte Geschichte im 3ten Briefe.</p>
+
+<p>Diese Begebenheit kann zu erkennen geben, was man von derjenigen
+halten soll, welche sich in Ungarn in den Dorfschaften der
+Haydonen jenseits der Theisse gegen Siebenbrgen im Jahre 1732.
+zugetragen hat.<a name="FNanchor_F_6" href="#Footnote_F_6" class="fnanchor">f)</a> Die Zauberey der Abgestorbenen (<span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Magia
+posthuma</span>) gieng damals in jenen Gegenden im Schwange. Man
+nannte die Todten, welche so boshaft waren, <span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Vampyri</span>, und
+glaubte, sie saugen sowohl uns Menschen als dem Viehe das
+Blut.<a name="FNanchor_G_7" href="#Footnote_G_7" class="fnanchor">g)</a> Und wenn ein Mensch von dem Fleische eines solchen
+Viehes etwas genossen htte, er der Ordnung nach selbst auch<span class="pagenum"><a name="Page_11">11</a></span>
+zum Vampyre wrde; und auf was immer eine Art er zum Vampyren
+werde, als nemlich ein Leidender (<span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">passivus</span>) im Leben, so
+mte er nach dem Tode ein thtiger (<span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">activus</span>) seyn; ausgenommen,
+er htte vorher von der Erde des Grabes eines Vampyres
+gegessen, und sich mit desselben Blute gerieben.</p>
+
+<p>Allein es ist mir diese Begebenheit nur berhaupt bekannt,
+und ich vermeine, da die mndliche Abhandlung (<span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">processus verbalis</span>)
+ber ihren Hergang im Anfange des 1732. Jahrs gehriger
+Orten eingereicht worden.<a name="FNanchor_H_8" href="#Footnote_H_8" class="fnanchor">h)</a></p>
+
+<p>Die Ceremonien, welche man dabey hat beobachten mssen,
+sind von dem <span class="foreign">Hadvagy</span> oder Amtmanne des Orts angeordnet
+worden, welcher in vampyrischen Angelegenheiten ziemlich erfahren
+seyn mute. Man stossete dem Vampyre einen sehr spitzigen
+Pfahl durch die Brust, und durch den ganzen Krper. Hierauf
+wurde ihm der Kopf abgehauen. Alles wurde verbrannt, und die
+Asche in die Grube zusammen gescharret.</p>
+
+<p>Man kann geschwinde zu Vampyre werden. Denn der Vampyrismus
+steckt so sehr an, als die Krtzen. Man glaubt auch,
+da der Krper eines Vampyrs in kurzer Zeit alle diejenigen Krper
+zu Vampyren mache, welche nach ihm in eben demselbigen
+Kirchhof begraben werden, im Fall der erste nicht bei Zeiten vertilget
+werde.</p>
+
+<p>Da ich aber nicht von allen Umstnden Nachricht habe, so
+will ich mich nur damit begngen, da ich hier einige Anmerkungen
+ber diejenige Begebenheiten mache, welche erst vor kurzer Zeit
+durch Leute untersucht worden, welche von keinem Vorurtheile
+eingenommen sind, sondern klar sehen, und sich nicht leicht hinter
+das Licht fhren lassen.<a name="FNanchor_I_9" href="#Footnote_I_9" class="fnanchor">i)</a></p>
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_12">12</a></span></p>
+<p>Es ist wahr, da unsere Vampyren vom Jahre 1755. noch zu
+keine <ins title="Blutsaugen">Blutsaugern</ins> geworden; die Vorbereitungen waren jedoch
+schon dazu vorhanden. Der Henker, ein in seinem Handwerke
+ohne Zweifel sehr wahrhafter Mann, versicherte, da, wenn man
+die zum Feuer verurtheilten Krper in Stcke zerhieb, das Blut
+mit Gewalt, und hufig daraus hervorsche, ob er schon hernach
+mit grster Gelassenheit bekannte, da dieses hufige Blut
+etwann einen Lffel voll ausmachen knnte. Dieses ziehet in der
+Geschichte eine ziemliche Vernderung nach sich.</p>
+
+<p>Die auerordentlichen Vorfallenheiten, welche man will beobachtet
+haben, knnen in diese zween Punkten zusammen gezogen
+werden. Erstlich, da die Krper der Todtenzauberer oder
+Vampyren nicht faulen, sondern ganz, und beisammen bleiben.
+Zweytens, da die Vampyren die Lebendigen durch Erscheinungen,
+Getmmel, und durch Druckungen beunruhigen. Uber diese zween
+Punkten werde ich so kurz, als es mglich ist einige Anmerkungen
+machen.</p>
+
+
+
+<div class="new-h2"><a name="par2">&nbsp;</a></div>
+<h2>2.&nbsp;.<br/>
+Ob die Krper der Vampyren faulen?</h2>
+
+
+<p class="drop-cap">Ein Krper ist gemeiniglich zur Verfulung gerichtet, durch
+welche alle Theile des Krpers, ausgenommen die Beine,
+fast gnzlich verschwinden, und nur ein wenig von einer sehr leichten
+Erde zurck lassen. Diese Fulung aber geschieht im Grabe
+langsam ohne der geringsten Gewalt.<span class="pagenum"><a name="Page_13">13</a></span></p>
+
+<p>Dieses wird dadurch erwiesen, da, wenn man einen Sarg
+fnfzehen Jahre nach desselben Begrbni erffnet, und sich in
+acht nimmt, da der Sarg keinen Sto bekommt, man vermeinet,
+der Krper liege unverletzet darinne. Mann kennet die ganze
+Gesichtsbildung, das Leilach, und all Ubriges. Sobald man aber
+den Sarg nur ein wenig beweget, so zerfllt alles in Staub, und
+das Gebeine allein verbleibet.</p>
+
+<p>Dieweil die Todten mit der Zeit ihren Nachfolgern des Grabes
+halber Platz machen mssen, so hat man an vielen Orten 15.
+Jahre bestimmet, vor deren Verlauf die Todtengrber keinen
+Krper bewegen drfen. Ich bin einigemale bei Erffnung der
+Grber gewesen, da die Todtengrber mir einige Sargen ganz
+langsam aufgemacht. Hierdurch wurde ich berzeugt, da wir
+nach unserem Tode den Wrmen nicht zur Nahrung werden, zum
+wenigsten nicht allezeit, weil sonst die Gesichtsbildung nicht wre
+stehen geblieben.</p>
+
+<p>Wenn man die Grber ausrumt, so findet man zu Zeiten
+ganze <ins title="Kper">Krper</ins>, welche nicht verfault, sondern vielmehr ausgetrocknet,
+von einer braunlichten Farbe sind, und noch sehr hartes Fleisch
+haben, ohne da man sie jemal vorhero einbalsamiret htte. Ein
+Todtengrber versicherte mich, da man unter hundert Todten gemeiniglich
+einen findet, welcher nur ausgetrocknet und ohne Fulung
+sey. Hieraus schlsse ich, da ohne Beihilfe einer bernatrlichen
+Ursache, ein Krper viele Jahre ungefault bleiben knne.</p>
+
+<p>Ich weis wohl, da man vorgiebt, der Krper eines Vampyrs
+verbleibe nicht allein ohne Fulung, sondern es bestehe das
+Fleisch auch in ihrer Frische, die Gliedmassen behalten ihre Bgsamkeit.
+Allein auch dieses findet man ohne Wunderwerk.</p>
+
+<p>Da man die Krper der <ins title="zwoen">zween</ins> Erzherzoginnen, welche zu
+Brssel gestorben, nach Wien berbracht hatte; so war ich gegenwrtig,
+als man die Sargen erffnete. Die Gesichter waren<span class="pagenum"><a name="Page_14">14</a></span>
+ganz und die Nasenspitze beweglich &amp;c. Es ist wahr sie waren einbalsamiret;
+allein die aromatischen Kruter, die man dazu gelegt,
+waren schon ohne dem geringsten Geruch. Diese Erhaltung mu
+also zuvorderst den wohlverschlossenen bleiernen Sargen zugeeignet
+werden, welche nirgends keine Luft zuliessen, und also die Fulung
+verhinderten.</p>
+
+<p>Wann demnach die Sarg wohl verschlossen, die Erde von Natur
+fest auf einander ist, durch die Klte nach der Begrbni sich
+erhrtet, oder die Luft durch andere Mittel einzudringen verhindert
+wird; so erfolget entweders keine oder doch eine sehr langsame
+Fulung.<a name="FNanchor_K_10" href="#Footnote_K_10" class="fnanchor">k)</a></p>
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_15">15</a></span></p>
+<p>Ich habe vor einigen Monaten eine kleine englische Abhandlung
+gelesen, welche im Jahre 1751. zu Londen gedruckt ans Licht
+getretten, darinne fand ich einen merkwrdigen, und sehr wohl
+erwiesenen Zufall. Im Monat Februarius 1750. erfnete man
+in der Grafschaft Devonshire in Engelland die Begrbni einer
+alten Familie, und zwischen vielen Gebeinen, auch vermoderten
+Sargen fand man einen noch ganzen hlzernen Sarg.
+Man erfnete denselben aus Vorwitz, und fand einen ganzen
+Krper eines Menschen darinne, dessen fleischliche Theile
+noch ihre natrliche Festigkeit hatten, die Gliedmassen aber,
+als Achsel, Ellenbogen, auch alle Finger sehr bgsam waren.
+Wenn man das Gesicht drckte, so wich es dem Finger,
+und hob sich nach der Drckung wieder. Eben dieses beobachtete
+man am ganzen Leibe. Der Bart war schwarz, und bis vier Zoll
+lang. Der Krper war einbalsamirt. Denn man wurde weder<span class="pagenum"><a name="Page_16">16</a></span>
+eines Einschnitts noch eines anderen Zeichen desselben gewahr.
+Durch das Pfarrprotocoll wurde erwiesen, da seit dem Jahre
+1669. kein Mensch in diese Begrbni gebracht worden. Hier haben
+wir also einen englischen Vampyre, welcher ber 80. Jahre
+in seinem Grabe ruhig geblieben ist, und keinen Menschen belstiget
+hat.</p>
+
+<p>In eben dieser Abhandlung findet man noch mehr dergleichen
+Zuflle, insonderheit, wenn die Grber sehr tief, und von trockener
+Erde sind. Demnach nimmt man gemeiniglich wahr, da,
+wenn solche Krper der offenen Luft ausgesetzt werden, dieselben
+bald in eine Fulung gerathen. Dieses ist genug darzuthun, da
+die Fulung nicht allzeit, und gemeiniglich nur langsam geschehe,
+absonderlich, wenn die Erde durch die Klte wohl geschlossen, oder
+der Sarg selbst vor der Luft wohl bewahret ist.</p>
+
+<p>Lasset uns nun die angefhrten Begebenheiten untersuchen
+das vampyrische Wesen zu behaupten.</p>
+
+<p>Rosina Polakin stirbt den 22. December 1754. Den 19. Jenner
+1755. aber wird sie ausgegraben, und als eine des Verbrennen
+wrdige Vampyrinn erklret, weil sie noch nicht verfaulet gewesen.
+Die Anatomisten erhalten die Krper an ffentlicher
+Luft im Winter zu 6. Wochen, auch zu zwey Monathen
+ohne Fulung. Zu dem so ist noch anzumerken, da dieser Winter
+auerordentlich kalt gewesen. In den brigen Krpern hatte
+die Fulung den grten Theil schon verzehrt; es war aber genug,
+da nicht alles verfault gewesen. Sie muten ins Feuer. Welche
+Unwissenheit! erschreckliche Dummheit! man redet in der
+Schrift des Consistorii zu Olmtz von gewissen Zeichen, und Maalen,
+welche man in den Krpern der Vampyren soll gefunden haben.
+Allein sie werden nirgends beschrieben.<a name="FNanchor_L_11" href="#Footnote_L_11" class="fnanchor">l)</a> Zween Bader,<span class="pagenum"><a name="Page_17">17</a></span>
+welche niemal einen geffneten Krper gesehen, und kein Wort
+vom Baue des menschlichen Leibes wten, wie sie selbsten dem
+Commissario bekannten, sind diejenigen Zeugen, auf derer Veranlassung
+das Urtheil zum verbrennen gefllet wird.</p>
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_18">18</a></span></p>
+<p>Es ist wahr der Commissarius von Olmtz hat nicht jederzeit
+einen Bader zur Untersuchung dieser Sache, der genug geschickt
+wre. Man brauchte nur zween geistliche Commissarien, welche
+ber den Vampyrismus ganz rittermig ihren Ausspruch <ins title="thaten.">thaten,</ins>
+dann es erhellet aus den <span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Anteactis</span>, da man im Jahre 1723. den
+Krper eines Menschen 13. Tage nach seinem Hinscheiden verbrennen
+lassen, und im Urtheile gab man dieses fr die Ursache an,
+weil seine Gromutter bei der Gemeinde in keinem guten Ruf
+gewesen sey.</p>
+
+<p>Im Jahre 1724. verbrennte man den Krper eines Menschen
+18. Tage nach dessen Tode, weil er mit dem Vorigen befreundet
+gewesen. Es war genug, wann man nur von der Freundschaft
+eines angegebenen Vampyrs gewesen, so hatte der Proce bald
+ein Ende.</p>
+
+<p>Man verbrennte den Krper eines Menschen zween Tage nach
+seinem Absterben aus keiner anderen Ursache, ohne weiterer Zeugenschaft,
+als weil der Krper nach dem Tode noch wohl und gut
+ausgesehen, und die Gliedmassen noch bgsam gewesen.</p>
+
+<p>Aus allen dem, was oben angefhret worden, lt sich klar
+abnehmen, da die Erhaltung eines Krpers ohne Fulung aus
+ganz natrlichen Ursachen geschehen knne; da die Fulung gemeiniglich
+eine lange Zeit erfordere, welche sich nach der vorhergehenden
+Krankheit, nach der Wrme oder Klte der Luft, nach der
+Beschaffenheit der Erde, und noch vielen anderen zuflligen Nebensachen
+vernderen. Da das Consistorium von Olmtz den
+Krpern die erforderliche Zeit der <ins title="Fuluug">Fulung</ins> nicht gelassen, mithin
+dieses Zeichen einer Zauberey der Todten grundfalsch sey.</p>
+
+<p>Aus diesem falschen Grund hat man die abgeschmacktesten
+Folgen gezogen. Denn man hat geschlossen, da ein angegebener
+Vampyre seine Bosheit allen den Krpern einflsse, welche<span class="pagenum"><a name="Page_19">19</a></span>
+nach ihm in eben demselben Freudhof begraben wrden. Denn
+natrlicher Weise muten diese Krper weniger verfault seyn, als
+andere, die man vor dem Vampyre eingegraben hat.</p>
+
+<p>Aus diesem schnen Grund hat das Consistorium zu Olmtz
+den 23ten April 1731. neun Krper verbrennen lassen, unter welchen
+sieben kleine Kinderkrper waren, weil man dafr hielt, da
+sie ein Vampyre angesteckt htte, welcher vor ihnen in demselbigen
+Freudhofe begraben worden.</p>
+
+<p>Den todten Krpern aber, welche vor dem Vampyre ihr
+Grab allda gefunden, wiederfuhr Gnade, doch haben die Herrn
+Commissarien Wabst, und Gosser erwiesen, da in den unverdchtigen
+Krpern noch unversehrte Theile vorhanden gewesen,
+und in einem derselben auch ein wenig Blut gefunden worden.
+Sie haben auch dargethan, da die zween Ignoranten, obbemelte
+Bader mit Lgen gehandelt.</p>
+
+
+
+<div class="new-h2"><a name="par3">&nbsp;</a></div>
+<h2>3.&nbsp;.<br/>
+Ob die Vampyren die Lebendigen durch Erscheinungen
+&amp;c. beunruhigen?</h2>
+
+
+<p class="drop-cap">Nun ist es an dem, da auch die Erscheinungen, welche von
+deren zum Theile oder ganz unverfaulten Krpern herkommen
+sollen, in einige Betrachtung gezogen werden.</p>
+
+<p>Erstlich ist zu merken, da kein Zeuge vorhanden, welcher
+aussage, da die Todten den Lebendigen erscheinen, sondern man
+giebt nur vor, da man eine Aengstigkeit und Beklemmung empfunden,
+welche zum Schlaffen gezwungen hat.</p>
+
+<p>Ich lasse erachten, ob diese gute Leute, wenn die Einbildung
+durch die tglichen Erzhlungen von Geistern und anderen Blendwerken
+&amp;c. einmal eingenommen worden in ihren <ins title="Bettern">Betten</ins> vor dem
+Einschlaffen nicht haben in Furcht seyn sollen?<span class="pagenum"><a name="Page_20">20</a></span></p>
+
+<p>Aus der Untersuchung, welche die Commissarien angestellt
+haben, erhellet, da sie die Aengstigkeiten nur damahl ausgestanden,
+wann sie gelegen waren, andere Zeugenschaften aber geben
+zu erkennen, da sie sich erholt haben, wenn man sie im Bette
+aufsitzen lassen. Zudem so weis denn auch jedermann, was fr
+abscheuliche Aengstigkeiten die Furcht verursachen kann.</p>
+
+<p>Andere haben geglaubt, sie sehen oder hren einen Hund, ein
+Kalb, ein Schwein, ein Kalbskopf &amp;c. Hatte denn der Teufel nthig,
+einen menschlichen todten Krper lebendig zu machen, in einer
+solchen Hundes- oder Kalbesgestalt zu erscheinen? Es ist ja zwischen
+der Ursache, und der vorgegebenen Wirkung nicht die geringste
+Verbindung.</p>
+
+<p>Ein Hund, eine Katz, ber alles, wenn sie schwarz sind, und bei
+Nacht gesehen werden, sind jederzeit der Teufel, oder ein Gespenst,
+welches auf dem Freudhofe oder sonst herumschleicht. So gar eine
+Sau, welche vor einem Hause vorbeigrunzete, wurde (wie einige
+Zeugenschaften es angeben) fr einen aufgestandenen Vampyre
+gehalten. Ich mte mich schmen, wenn ich alle die Einflligkeiten
+wiederhohlen wrde, welche sich in diesen Zeugnissen befinden.</p>
+
+<p>Jedoch es ist Zeit, auch von dem Ursprunge dieser Begebenheit
+ein Wort zu sagen. Eine gewie Sallingerin, oder sonst die Wenzel
+Richterinn genannt, ist vor 18. Monathen begraben worden.
+Nun giebt man vor, sie sey ein Hexe gewesen, und alles Ubel
+komme von ihr her. Wo sind aber die Proben, da sie eine Hexe
+gewesen? Dieses gute Weib theilte Arzneyen aus, und ihr Sohn
+hat ihr vorgegebene <span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Arcana</span> entdecket. Es waren Krebsaugen,
+die sie in Wasser zerlassen, einige Kruter und Wurzen &amp;c. ohne
+die geringste Spur eines Aberglaubens. Einsmals aber, um ihre
+Kuren zu beschnen, und das Geheimni noch grsser zu machen;
+befahl sie einem Kranken, er sollte vier Thaler in eines seiner
+Hemder einnhen, und ihr zuschicken, so wollte sie ihm die Arzney
+zukommen lassen.<span class="pagenum"><a name="Page_21">21</a></span></p>
+
+<p>Nun giebt man vor, dieser Kranke sey verhexet, die Commissarien
+aber haben ihn examinirt und an ihm wahrgenommen,
+da er an einer schweren, doch ganz natrlichen Krankheit,
+nmlich an der <span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Colica Pictonum</span> krank liege, welche den Kranken
+an allen Gliedern contract, und zusammen gezogen oder gerumfet
+macht. Wir sind wirklich beschftiget im hiesigen Burgerspital
+einen solchen Kranken zu kuriren.</p>
+
+<p>Ein andersmal soll sie den Tag vorgesagt haben, an dem ein
+Kranker sollte gesund werden. Diese sind die Beweise, da sie
+eine Hexe gewesen. Es hat das Ansehen, da man bey ihrer Lebenszeit
+diesen Beweis nicht fr gltig oder hinlnglich gehalten,
+dann sie hat die heiligen Sacramenten empfangen; sie ist im
+Schooe der Kirche gestorben. Sie ist mit christlichen Ceremonien
+ins Grab eingeweihet worden: und 18. Monate nach ihrem
+Tode, mu sie eine verbrennenswrdige Hexe seyn.</p>
+
+<p>Auf solchen Grnden ist die ganze Geschichte gebauet, und
+man hat Laster auf Laster gehufet, so gar (darf ich es sagen)
+<span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Sacrilegia</span> begangen.</p>
+
+<p>Man hat die Frey- und Sicherheit (<span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Asylum</span>) und die Ruhesttte
+des Grabes verletzt; man hat den guten Namen der Abgestorbenen,
+und ihrer Familien geschndet, welche ein gleiches
+Schicksal zu gewarten htten; wenn solche Misbruche nicht abgeschaft
+<ins title="mrden">wrden</ins>. Man hat die todten Leiber unschuldiger Kinder,
+derer Seelen die ewige Glckseligkeit genssen, dem Henker bergeben.
+Man hat die Shne gezwungen (entsetzliche Sache) die
+Leiber ihrer Mutter dem Henker vorzuschleppen. So gar die Kreuze
+selbst (ein Zeichen, eine Erinnerung unserer Erlsung, die bey
+der Kirche so verehrungswrdig ist) die Kreuze, sage ich, sind nicht
+besser verurtheilet worden. Man hat sie schndlich und nur dewegen
+verbrennet, weil sie auf den Grbern dieser unglckseligen
+Schlachtopfer der Ignoranz, und des Aberglaubens gestanden
+sind.<span class="pagenum"><a name="Page_22">22</a></span></p>
+
+<p>Welche schreyende Ungerechtigkeit in der Verurtheilung derjenigen
+Menschen, welche ein untadelhaftes Leben gefhret, und
+nur das Unglck gehabt haben, da man sie auf einem Freudhof
+erst eingegraben, nachdem schon vorher eine angegebene Hexe allda
+zu Grabe gebracht worden! man erklret sie fr Hexen <ins title="uud">und</ins>
+Zauberer. Man bergiebt sie dem Schinder, damit er ihre Leiber
+verbrenne. Man setzt so gar in das Urtheil, da man sie
+weit schrfer wurde gezchtiget haben, wenn sie noch lebendig wren.
+Man verbrenne aber ihre Leiber mit Spott und Schande,
+damit dieses ihren Mitgehilfen zum Beispiele diene.<a name="FNanchor_M_12" href="#Footnote_M_12" class="fnanchor">m)</a></p>
+
+<p>Wo sind die Gesetze, welche einen solchen Ausspruch rechtfertigen?
+Man bekennet, es seyen keine Gesetze vorhanden, hingegen
+zieht man zur Rechtfertigung ganz kaltsinnig an: es sey also der
+Gebrauch.<a name="FNanchor_N_13" href="#Footnote_N_13" class="fnanchor">n)</a></p>
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_23">23</a></span></p>
+<p>Was fr eine Menge von Unglcksfllen erfolgen darauf?
+Viel arme Kranke, und Weiber, die sich zum Gebhren schon bereit
+fanden, nehmen die Flucht, und finden ihren Tod auf der
+Strasse. Sie sind doch noch getrstet, da sie zum wenigsten
+nach ihrem Tode dergleichen Schande nicht auszustehen htten.</p>
+
+<p>Die Einwohner, von einer bestndigen Furcht durchdrungen,
+sind bereit, Hau und Hof um ein anderes Ort zu verlassen. Mit
+einem Wort, alles ist in Verwirrung.</p>
+
+<div class="blockquot"><p>Da das gemeine Volk, welches oft sehr wenig unterrichtet
+ist, in Ausschweifungen verfalle, das bewegt mich zum Mitleiden,
+und nimmt mich nicht wunder. Aber da diejenigen, die man
+fr die Meister in Israel hlt, ein L......s C.........m
+dergleichen ungeheure Mibruche, die der <ins title="Vernuft">Vernunft</ins> schnur gerade
+zuwider sind, billige und rechtfertige, das bersteiget meinen
+Begrif, und setzt mich in eine so starke Zornmthigkeit, da ich
+mich gezwungen sehe, die Feder niederzulegen, damit ich nicht aus
+den Schranken der Ehrerbietung, die ich ihrem Charakter zu
+bezeigen schuldig bin, hinausgerissen werde.<a name="FNanchor_O_14" href="#Footnote_O_14" class="fnanchor">o)</a></p></div>
+
+<p class="center"><big><span class="gesperrt">ENDE</span>.</big></p>
+
+
+
+<div class="new-h2 break-page">&nbsp;</div>
+<h2 lang="la" xml:lang="la" class="foreign"><span class="gesperrt">Errata</span>.</h2>
+
+
+<table id="errata" summary="Errata">
+<tr>
+ <th>Seite.</th>
+ <th>Zeile.</th>
+ <th>Steht.</th>
+ <th>Lies.</th>
+</tr>
+<tr>
+ <td>Vorrede.</td>
+ <td>zuletzt.</td>
+ <td>Wertlein.</td>
+ <td>Werkchen.</td>
+</tr>
+</table>
+
+<div class="footnotes">
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_A_1" href="#FNanchor_A_1" class="label">a)</a> Im Jahre 1755. den 30. Jenner lief in Wienn mit Erstaunung des Volkes die
+Nachricht ein von einem neuen und seltsamen Proce, welchen man in einem Dorf
+von Mhren an jener Gegend, wo es mit Ungarn und Schlesien grnzet, wieder die
+Abgestorbenen vorgenommen hat; und die Vollziehung des richtlichen Ausspruches
+wider dieselben wurde von einigen je weniger erleuchteten, desto mehr gefhrlichen
+Geistlichen gut geheissen. Da nun diese Zeitung Ihrer kaiserl. knigl. apostolischen
+Majestt, der vorsichtigsten Monarchinn, zu Ohren kam, wurde ihr mildes Gemth
+dadurch so sehr bewegt, da sie den Herrn Wabst, hernach ersten Leibarzten
+der kaiserl. knigl. Armeen, und den Herrn Gaffer alsdenn Professorn der Anatomie,
+zween erfahrneste Naturkndiger, ohne Verweilen dahin abgeschickt hat, um
+den Verlauf, und die Umstnde der Begebenheit einzuholen. Nach fterem genauen
+Versuchen, nach reifem Unterricht und scharfen Examen haben diese zween
+vorhergedachte Mnner durch ihre Gelehrtheit endlich eingesehen, da der ganze
+Lrm von nichts andern herkmme, als von einer eitlen Furcht, von einer aberglaubischen
+Leichtglaubigkeit, von einer dunkeln und bewegten Phantasey, Einfalt
+und Unwissenheit bei jenem Volke. Man hat hierauf die Beweise der zween vorsichtigen
+Naturlehrer eingesehen; man hat den lcherlichen aber doch barbarischen
+Proce wider die armen Abgestorbenen durchsucht. Und Herr Baron van-Swieten,
+einer der gelehrtesten Mnner von Wienn, der durch andere seinige weiseste
+Werke schon so berhmt ist, da seine Verdienste alles Lob bersteigen wrden, hat
+Ihrer kaiserl. knigl. Majestt ber dieses Geschfte sein Gutachten abgegeben durch
+gegenwrtige <b>Anmerkungen</b>, welche er franzsisch abgefasset hat, die wir aber
+in deutscher Sprache hier liefern unter dem Titel <b>Vampyrismus</b>. Das erlauchte
+und gerechte Gemth der glorwrdigen Monarchinn, die in allen Fllen zum
+Guten ihrer Unterthanen wachet, zeigte ber das unbehutsame Verfahren in dieser
+Procesache die hchste Ungnade. Gleichwie man, um dergleichen veraltete Aberglauben
+auszurotten, Gewalt und behnde Entschlssung brauchen mu; also gaben
+Hchstdieselbe pltzlich den ernsthaften Befehl, man solle die schrfesten Rescripten
+durch alle kaiserl. knigl. Erblnder, an alle Magistraten, Policeyverwalter, an alle
+Regierungen abgehen lassen, kraft welchen dergleichen Aberglauben nicht nur allein
+verhindert, gestraft, sondern gnzlich aufgehoben seyn sollten. Und wenn sich
+ein Zufall ereignet, dessen natrliche Ursache man noch nicht genugsam erkennet;
+sollte sich beileibe keiner mehr erkhnen, sich in diese Hndel zu mischen, ohne zuvor
+Ihrer Majestt davon Nachricht zu ertheilen. Hchstdieselbe werden alsdenn
+mit jenen Mitteln vorzubeugen wissen, die man in dergleichen Umstnden
+fr anstndig, ntzlich und billig erachten wird.</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_B_2" href="#FNanchor_B_2" class="label">b)</a> Verschiedene Zuflle und Arten dergleichen Betrger liest man im unvergleichlichen
+Tractat des weltberhmten Hermanns Boerhaave unter dem Titel: <span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Elementa
+chemi.</span> 1.&nbsp;B. 2.&nbsp;Th. Venedig 1737.</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_C_3" href="#FNanchor_C_3" class="label">c)</a> Der gelehrte P.&nbsp;Augustin Calmet, in seiner <b>Historie der Vampyren</b>,
+welche den zweyten Theil seines Buches <b>von den Erscheinungen der
+Geister</b> ausmacht, und im Jahre 1751. zu Augsburg in deutscher Sprache
+ans Licht getretten ist, bekrftiget, da es beinahe 60. Jahre sind, da sich der Ruf
+von den Vampyren in Ungarn, Pohlen, Schlesien und Mhren auszubreiten angefangen
+hat. Calmet schrieb sein Buch von Gespenstern und Vampyren im Jahre
+1745. und in Wahrheit in der Zeitung Mercurius genannt in dem 1693. und
+1694. Jahrslaufe liest man dergleichen Geschichten von etlichen Vampyren in
+Pohlen, und besonders in Pohlnischreusen.</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_D_4" href="#FNanchor_D_4" class="label">d)</a> Was man in Griechenland, und im Archipelagus von den <b>Brucolachen</b>
+erzhlet, ist das nemliche, was man anderswo von den Vampyren vorgiebt. Der
+Abt Langlet sagt in der Vorrede seiner historisch-dogmatischen Abhandlung von
+<b>den Erscheinungen</b>: Vampyr, Brucolach, oder Timpanit sind lauter
+gleichdeutige Worte. Im zweyten Bande dieses Buchs S.&nbsp;173. liest man das
+Wort Brucolach kmmt von dem neuen griechischen Worte <span lang="grc" xml:lang="grc" class="greek" title="boourchos">&beta;&omicron;&omicron;&upsilon;&rho;&chi;&omicron;&sigmaf;</span>, welches
+Koth heisset, und von einem andern <span lang="grc" xml:lang="grc" class="greek" title="laachos">&lambda;&alpha;&alpha;&chi;&omicron;&sigmaf;</span>, welches eine Grube oder Cloack
+anzeiget; denn man beobachtet gemeiniglich, da die Gruften, wo man dergleichen
+Krper beisetzet, voll Koth sind.</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_E_5" href="#FNanchor_E_5" class="label">e)</a> Dieses trug sich den ersten Jenner 1701. in der Insul Micon zu. Der Abt Calmet
+erzhlet diese Geschichte in seinen oben angefhrten Buche 32.&nbsp;Cap. auf die
+nemliche weise, wie wir sie von Tournefort empfangen haben.</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_F_6" href="#FNanchor_F_6" class="label">f)</a> Mehrere dergleichen Geschichten findet man aufgezeichnet in einem hollndischen
+Kritiker, der uns unter dem franzsischen Namen <span lang="fr" xml:lang="fr" class="foreign">Le Glaneur</span> im Jahre 1732. ist
+bekannt worden. Noch andere liest man in den sogenannten <b>jdischen Sendschreiben</b>
+1738, und in des Abten Calmet angezeigten <b>Buche</b> <span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Cap.</span>&nbsp;8.</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_G_7" href="#FNanchor_G_7" class="label"><ins title="(g">g)</ins></a> <b>Vampyr</b>, oder auch Upyr ist ein schlavonisches Wort, und heit ein <b>Blutsauger</b>.</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_H_8" href="#FNanchor_H_8" class="label">h)</a> Karl der <span class="foreign">VI.</span> Rm. Kaiser (seel. Angedenkens) bergab dieses Geschft Alexandern,
+Frsten von Wirtenberg, der dortmals das Knigreich Servien verwaltete.</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_I_9" href="#FNanchor_I_9" class="label">i)</a> Dieser Zufall begab sich in einem Dorfe in Mhren, wie man in der ersten Note
+<span class="foreign">a</span> angemerket hat. Der Abt Calmet in seinem angefhrten Buche 57.&nbsp;Capitel
+sagt, da der Herr Baron von Tusseng (Tousiaint) ein Lotharinger, der seinen
+Herrn aller Orten hin begleitet hat, vom 3. Augustmonats 1746. aus Wien ihm
+geschrieben habe: Ihro Majestt der Kaiser, Groherzog von Toscana, haben
+sich im Jahre 1732. verschiedene gerichtliche Protocollen von Untersuchung der
+Vampyren in Mhren geben lassen. Diese Protocollen werden in jenen Gegenden
+wie das Evangelium angesehen, ungeacht sie keinen Schatten der Wahrheit
+enthalten.</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_K_10" href="#FNanchor_K_10" class="label">k)</a> Der erwehnte hollndische Kritiker erzhlet, da zu Tolos in einer Klosterkirche
+eine Begrbni sey, in welcher man die vor zwey hundert Jahre verstorbenen Krper
+sieht, als wenn sie lebendig wren. Sie stehen da auf ihren Fssen aufrecht
+nach der Lnge der Mauer her in ihrer Ordenskleidung. Das wunderbarlichste
+aber ist, da die im nemlichen Orte von den unverwesenen geradehin berstehenden
+Todte, in zwey oder drey Tagen verwesen.</p>
+
+<p>Der unsterbliche Muratorius, da er in der 27.&nbsp;Abhandlung ber die italienischen
+Alterthmer, von einer Mnz des Hektors Visconte redet, drucket sich mit diesen
+Worten aus: Dieser war ein unehliches Kind von Vernabo; er bemchtigte
+sich der Herrschaft von Mayland im Jahre 1412, er hatte aber ein Leben
+von Biltzen. Als Philip Maria, Herzog von Mayland, in der Stadt Monza
+belageret wurde, bekam Hektor aus einer Armbrust einen heftigen Steinwurf,
+der ihm das Bein zerschmetterte. Er starb vor Krampf ganz jung. Im
+Jahre 1698. gienge ich nach der ansehnlichen Gegend von Monza, da beobachtete
+ich, da dessen Leib kurz vorher bei Gelegenheit eines Gebudes ausgegraben
+worden. Er war in einem schlechten hlzernen Sarge verschlossen,
+und noch unversehrt, das ist, die Hand war unverletzt, und das gebrochene
+Bein sah man am Fu. Wenn man diesen Krper auf den andern Fu stellete,
+so stund er aufrecht. Und doch war dieser kein Leib eines Heiligen, wohl
+aber eines Gottlosen.</p>
+
+<p>In der Vorrede des schon angefhrten Buchs des gelehrten Abten Langlet mit dem
+Titel: <b>Historische und dogmatische Abhandlung ber besondere
+Erscheinungen, Gesichter, und Offenbarungen</b>, liest man:
+seye mir es erlaubt, da ich hier anfhren eine Erfahrni darf, die sich bei
+den PP.&nbsp;Kapuzinern zu Palermo in Sicilien zutrgt. Sie besttiget, was
+ich behaupte, da nemlich jeweniger sich Unflath in dem menschlichen Krper
+befindet, desto hrter die Ghrung und folglich die Fulung ankomme. Einer
+von diesen Vttern (ohne Zweifel ein vornehmer Naturkndiger) hat ein
+Mittel erfunden, kraft welches die Fulung der menschlichen Krper nach <ins title="den">dem</ins>
+Tod, auf viele Jahre, und vielleicht Jahrhunderte, kann verhindert werden.
+Das Geheimni, oder Secret, welches er dazu brauchet, ist eine schlechte
+Sache. Er setzet die entseelten Krper auf einen durchlcherten Stuhl; und
+nachdem er die hintere Oeffnung in die Runde aufgeschnitten, gehet durch
+diese Mndung alle Feuchtigkeit, und Unreinlichkeit, die nach der Fulung
+trachtet, von sich selbsten aus dem Leibe hinaus. Alsdenn machte er die Mndung
+zu, und richtet den Krper in jene Stellung, in was fr einer man will,
+da er bleiben soll. In diesem Stande erhlt sich ein solcher Krper, wo
+nicht Jahrhundert, wenigstens sehr viele Jahre. Die unterirrdische Kirche
+dieser Vtter ist voll dergleichen Krper mit berall beigeschriebenen Namen, den
+sie in Leben gehabt haben. Dieses Trauergesicht, gleichwie es eine Gelegenheit
+der Demthigung ist fr die Menschlichkeit, so ist es doch auch eine besonders
+seltene Sache, und kann denjenigen wunderlich vorkommen, die dessen
+Ursache nicht <ins title="erkennen.">erkennen.</ins></p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_L_11" href="#FNanchor_L_11" class="label">l)</a> Johann Christoph Herenberg hat ein Buch <span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Philosophi, &amp; christian cogitationes
+de Vampyris</span> im Jahre 1733, geschrieben. Der Verfasser behauptet,
+da die Vampyren auf keine Weise die Lebende um das Leben bringen, sondern
+man msse alles, was ein falscher Ruf von ihnen aussprenget, einer verwirrten
+und starken Einbildung zuschreiben. Er fhret unterschiedliche Beispiele von seltenen
+Wirkungen an, welche sich bei den Menschen durch Einbildungen zutragen knnen.</p>
+
+<p>Auch der obenbenannte hollndische Kritiker sagt: wenn ich bei mir selbsten den
+Tod der geglaubten Marterer des Vampyrismus berlege, so finde ich alle Spuren
+einer einbilderischen Krankheit derselbigen Gegend, und erkenne ganz klar,
+da die Wirkung der grossen Furcht den Tod bei diesem Volke verursache. Der
+Verfasser bringt darber eine Geschichte bei.</p>
+
+<p>Der berhmte Tartarotti, als ein verstndiger Philosoph sagte in seinem <span lang="it" xml:lang="it" class="foreign">Congresso
+notturno delle Lamie l.&nbsp;2. c.&nbsp;11.</span> was fr eine Geschichte hlt man fr gewisser,
+als die <ins title="Geschicht">Geschichte</ins> derjenigen, welche glauben, da sie nchtlicher weile
+von den Vampyren berfallen, und also gedrucket werden, da auch sie in
+kurzer Zeit sterben. Und doch scheinet es in der That selbsten nichts anders
+zu seyn, als schlechterdings ein Traum, der von Schrecken und Furcht herrhret.
+Von dieser Meinung war auch der gelehrte Pabst und Kirchenhaupt
+Benedict der 14te in der 5ten Abhandlung <span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">vol.</span>&nbsp;3, wo er eine kurze Geschichte
+von den ungarischen, mhrischen und schlesischen Vampyren verfertiget.</p>
+
+<p>Der Abt Calmet im Beschlusse seines fters erwehnten Werkes endiget auch
+mit diesen Worten: was man von den ungarischen, mhrischen und pohlnischen
+Vampyren erzhlet, halte ich fr ein glattes Blendwerk, fr eine Wirkung
+einer starken und verwirrten Phantasey, so fleiig auch immer diese Erzhlungen
+von den Richtern untersucht, und in Ansehung ihrer und ihres Gutachten
+mgen gutgeachtet worden <ins title="seyn.">seyn.</ins></p>
+
+<p>Was die pohlnischen Vampyren betrift, fhrt er einen Brief an vom 3. Hornung
+1745., den ihm der P.&nbsp;Slivyski Visitator der Vttern von der Miion in Pohlen
+geschrieben hat, welcher darinne bekennet, da, ungeacht er alle Sorge, allen
+Flei in dieser Sache angewendet, um auf einen Grund und Wahrheit zu kommen;
+ungeacht er fters mit denen, die man als persnliche Zeugen angab, selbst
+geredet, und sie befraget, er doch keinen einzigen gefunden habe, der sich zu sagen
+getrauet htte, er habe etwas von dem, was man vorgiebt, selbsten gesehen.
+Mithin habe er erkennet, was man davon aussprenget, sey ein leeres Geschrey,
+eine bloe Einbildung, die die Furcht in solchen einfltigen Leuten verursache.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_M_12" href="#FNanchor_M_12" class="label">m)</a> Acht und zwanzig Krper waren es, die in Zeit 18. Monaten in dem nemlichen
+Freudhofe, wo die vermeinte Hexe ist begraben worden, ihre Ruhestatt hatten. Alle
+wurden ausgegraben. Neune davon bekamen Gnade, die andere aber, nachdem
+sie durch ein Loch der Mauer des Freudhofes hinausgeschleppet worden, wurden
+dem Henker bergeben. Dieser brachte sie auf Schlitten in einem eine Stund
+vom Dorfe entlegenen Wald, wo er, um sie zu verbrennen, 200. Schuh Holz
+verbrauchte. Die Schlitten, der Werkzeug, alles, was zu dieser Verrichtung gedienet
+hat, mute verbrennet werden.</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_N_13" href="#FNanchor_N_13" class="label">n)</a> Unterschiedliche wunderbarliche Geschichten von Erscheinungen und Schden,
+welche (wie man aussprengte) die Vampyren in Mhren sollten verursachet haben,
+gaben dem Herrn Carl Ferdinand von Scherz Anla ein Buch zu schreiben
+mit dem Titel: <span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Magia Posthuma</span>; welches der Verfasser dem Frsten Carl Bischoffen
+von Olmtz zugeeignet hat, und im Jahre 1706. gedrucket wurde. Er
+erzhlet darinne besondere Schden, die die Einwohner von einem gewissen Dorfe,
+(es scheinet, es sey das nemliche, in welchem der obbesagte neue und seltsame
+Proce ist angestellet worden) glaubten, da sie ihnen von einem andern
+Weibe, welches dortmals gestorben, und eben auch mit den Heiligen Sacramenten
+der Kirche versehen worden ist, seyen verursachet worden. Schllich
+wirft der Verfasser eine rechtliche Frage auf: gesetzt, da diese Schden (wie
+man gewi dafr hielt) von besagtem Weibe herkmen, ob es erlaubt sey, es
+auszugraben, und andere dergleichen verdchtige Krper zu verbrennen.</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_O_14" href="#FNanchor_O_14" class="label">o)</a> <span lang="la" xml:lang="la" class="foreign">Vid. Opera de Canonizatione Sanct. vel Dissertationes Benedicti&nbsp;XIV.
+P.&nbsp;M. extractas ex dictis operibus. Venet. 1752. Vid. Dissert.&nbsp;5. .&nbsp;4.
+Vol.&nbsp;3. ubi de Vanitate Vampyrorum. Et Diss.&nbsp;14. Vol.&nbsp;3. de incorrupt.
+Cadav. Vid. etiam Calmet &amp; <ins title="Lenglet">Langlet</ins> de apparitione spectrorum. Et Lettres
+Juives par M. d'Argens.</span></p>
+</div>
+</div>
+
+
+
+
+
+
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+
+<pre>
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Vampyrismus, by Gerard van Swieten
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VAMPYRISMUS ***
+
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+Produced by Michael Roe, Jana Srna and the Online
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+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
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+1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
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+law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
+
+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
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+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
+
+
+</pre>
+
+</body>
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