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diff --git a/30886-0.txt b/30886-0.txt new file mode 100644 index 0000000..b07852a --- /dev/null +++ b/30886-0.txt @@ -0,0 +1,1279 @@ +The Project Gutenberg EBook of Vampyrismus, by Gerard van Swieten + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Vampyrismus + +Author: Gerard van Swieten + +Release Date: January 7, 2010 [EBook #30886] + +Language: German + +Character set encoding: UTF-8 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VAMPYRISMUS *** + + + + +Produced by Michael Roe, Jana Srna and the Online +Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This +book was produced from scanned images of public domain +material from the Google Print project.) + + + + + + + [ Anmerkungen zur Transkription: + + Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; + lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Eine Liste + der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende des Textes. + + Das Inhaltsverzeichnis wurde vom Ende des Textes an den Anfang + verschoben. + + Im Original fett gedruckter Text wurde mit = markiert. + Im Original in Antiqua gedruckter Text wurde mit _ markiert. + Im Original kursiv gedruckter Text wurde mit + markiert. + ] + + + + + Vampyrismus + + von + + Herrn Baron Gerhard van-Swieten + + verfasset, + + aus dem Französischen ins Deutsche + + übersetzet, + + und als ein Anhang =der Abhandlung des Daseyns + der Gespenster= beigerücket. + + Augsburg, 1768. + + + + +Abtheilung des ganzen Werkchens. + +Vampyrismus. + + +I. §. + +Vom Vampyrismus überhaupt. + +II. §. + +Ob die Körper der Vampyren faulen? + +III. §. + +Ob die Vampyren die Lebendigen durch Erscheinungen &c. beunruhigen? + + + + +Vorrede. + + +Die vorhergehende Schrift, =Abhandlung des Daseyns der Gespenster=, +welche mir von meinem gelehrten Freunde zum Drucke zu befördern ist +geschickt worden; ist mit größter Deutlichkeit, mit bester Ordnung, +mit gründlicher Gelehrtheit abgefasset. Diese wenigen Bogen einer so +nutzbaren Abhandlung bringen dem Verfasser mehr Ehre, und dem Vaterlande +mehr Vortheil, als wenn er ganze schweißtreibende Folianten von +scholastischen, thomistischen, scotistischen, mollinistischen, und was +weis ich, von was noch für istischen Materien zusammen geschrieben +hätte. Der Verfasser dieses Werkchens hat der gelehrten Welt schon +mehrere dergleichen Abhandlungen nützlicher Materien gelieferet, und +stehet wirklich schon von zweyen Jahren her mit einem andern sehr +gelehrten Werke zum Drucke fertig, welches ich zum Theil eingesehen, +gelesen, bewunderet habe. Aber seine kümmerliche Umstände gestatten es +ihm nicht, damit ins Tageslicht zu tretten. Nur schade, daß, ungeacht +unser Baiern nicht gar viel gelehrte Patrioten aufweisen kann, man +einen so herrlichen Kopf in musenfeindlichen Gegenden im verborgenen +schmachten läßt, an statt ihn mit Sorgfalt zu suchen. Sein geringes +Vermögen, und als ein Landeskind gebohren zu seyn, sind vieleicht die +ächten Ursachen, welche ihn, wenn er auch bekannt seyn würde, wo nicht +der Verachtung, doch einer kalten Gleichgültigkeit bloß stellen würden. +Zum wenigsten hat der ehrliche Mann nicht Schulde daran, wenn er mit all +seiner Fähigkeit dem Staate nichts nützet, und vor andern nicht gesucht +wird. + + Ipse licet venias Musis comitatus Homere, + Si nihil attuleris, ibis, Homere, foras. + +Nur Fürsten, Königen, sagt Corneille in seinen Horatziern, nur den +Großen dieser Erde, nur erhabenen Geistern kömmt es zu, das wahre Lob +um das Vaterland bestverdienten Männer der ewigen Unwissenheit zu +entreissen; diesen fehlt es niemal an Mitteln, die Tugend auch in ihren +kleinsten Handlungen groß zu machen. + + C'est aux Rois, c'est aux Grands, c'est aux Esprits bien faits, + A voir la vertû pleine, en ses moindres effets. + C'est d'eux seuls qu'on reçoit la veritable gloire; + Eux seuls des vrays heros assûrent la memoire. + +Nachdem also dieser gelehrte Mann =von dem Daseyn der Gespenster= so +gründlich gehandelt, so nehme ich Anlaß, einige =Anmerkungen über die +vorgegebene Zauberey der Abgestorbenen= unter dem Titel =Vampyrismus= +anzuhangen, weil diese der ersten Materie ganz ähnlich ist. + +Diese =Anmerkungen über die vorgegebene Zauberey der Abgestorbenen=, +lateinisch _Magia Posthuma_, wurde im Jahre 1755. im Märzmonat +in französischer Sprache von einem der berühmtesten Männer, die Europa +aufzeigen kann, nämlich von Herrn Baron Gerhard van-Swieten, ersten +Leibarzten Ihrer kaiserl. Majestäten, und damaligen Hofbibliothecarius, +den seine immer anwachsende Verdienste indessen zu größern Titel, +Ansehen und Ruhm erhoben haben; zu Wienn verfasset, und gedrucket.[a] +Sie ist bald hernach im Hornung 1756. von einer gleichfalls gründlichen +Feder ins Deutsche versetzet worden. + + [a] Im Jahre 1755. den 30. Jenner lief in Wienn mit Erstaunung des + Volkes die Nachricht ein von einem neuen und seltsamen Proceß, welchen + man in einem Dorf von Mähren an jener Gegend, wo es mit Ungarn und + Schlesien gränzet, wieder die Abgestorbenen vorgenommen hat; und die + Vollziehung des richtlichen Ausspruches wider dieselben wurde von + einigen je weniger erleuchteten, desto mehr gefährlichen Geistlichen + gut geheissen. Da nun diese Zeitung Ihrer kaiserl. königl. + apostolischen Majestät, der vorsichtigsten Monarchinn, zu Ohren kam, + wurde ihr mildes Gemüth dadurch so sehr bewegt, daß sie den Herrn + Wabst, hernach ersten Leibarzten der kaiserl. königl. Armeen, und den + Herrn Gaffer alsdenn Professorn der Anatomie, zween erfahrneste + Naturkündiger, ohne Verweilen dahin abgeschickt hat, um den Verlauf, + und die Umstände der Begebenheit einzuholen. Nach öfterem genauen + Versuchen, nach reifem Unterricht und scharfen Examen haben diese + zween vorhergedachte Männer durch ihre Gelehrtheit endlich eingesehen, + daß der ganze Lärm von nichts andern herkömme, als von einer eitlen + Furcht, von einer aberglaubischen Leichtglaubigkeit, von einer dunkeln + und bewegten Phantasey, Einfalt und Unwissenheit bei jenem Volke. Man + hat hierauf die Beweise der zween vorsichtigen Naturlehrer eingesehen; + man hat den lächerlichen aber doch barbarischen Proceß wider die + armen Abgestorbenen durchsucht. Und Herr Baron van-Swieten, einer der + gelehrtesten Männer von Wienn, der durch andere seinige weiseste Werke + schon so berühmt ist, daß seine Verdienste alles Lob übersteigen + würden, hat Ihrer kaiserl. königl. Majestät über dieses Geschäfte + sein Gutachten abgegeben durch gegenwärtige =Anmerkungen=, welche er + französisch abgefasset hat, die wir aber in deutscher Sprache hier + liefern unter dem Titel =Vampyrismus=. Das erlauchte und gerechte + Gemüth der glorwürdigen Monarchinn, die in allen Fällen zum Guten + ihrer Unterthanen wachet, zeigte über das unbehutsame Verfahren in + dieser Proceßsache die höchste Ungnade. Gleichwie man, um dergleichen + veraltete Aberglauben auszurotten, Gewalt und behände Entschlüssung + brauchen muß; also gaben Höchstdieselbe plötzlich den ernsthaften + Befehl, man solle die schärfesten Rescripten durch alle kaiserl. + königl. Erbländer, an alle Magistraten, Policeyverwalter, an alle + Regierungen abgehen lassen, kraft welchen dergleichen Aberglauben + nicht nur allein verhindert, gestraft, sondern gänzlich aufgehoben + seyn sollten. Und wenn sich ein Zufall ereignet, dessen natürliche + Ursache man noch nicht genugsam erkennet; sollte sich beileibe keiner + mehr erkühnen, sich in diese Händel zu mischen, ohne zuvor Ihrer + Majestät davon Nachricht zu ertheilen. Höchstdieselbe werden alsdenn + mit jenen Mitteln vorzubeugen wissen, die man in dergleichen Umständen + für anständig, nützlich und billig erachten wird. + +Ich unterlasse hier diesem schönen, und höchst nutzbaren Werke das +billige Lob zu sprechen, welches ihm kein unpartheyischer Leser wird +versagen können. Denn des Verfassers Ruhm (den die forschende dankbare +Nachwelt mit Ehrfurcht seiner Asche in die ewige Jahre hinein zollen +wird) ist ohnehin schon so groß, daß ihm durch meine geringschätzige +Lobsprüche wohl nicht vieles zuwachsen wurde. Des gelehrten Uebersetzers +Namen aber verschweige ich gar, weil es mir aus unbekannten Ursachen +nicht erlaubt ist, ihn zu nennen. Er ist durch ein großes Werk, mit +welchem er viele nützliche Erkenntnissen und Wissenschaften aus dem +Alterthum der Vergessenheit entrissen hat, den Gelehrten genug bekannt +geworden, und wird es bis zur Unsterblichkeit werden, durch ein noch +größeres Werk, zu dem alle Liebhaber der feinen Musen mit Eifer schon +wirklich pränumeriren. + +Im nämlichen Jahre 1756. im Octobermonat wurde dieses Werk aus der +französischen auch in die italienische Sprache übersetzet, vom +Uebersetzer mit gelehrten Anmerkungen bereichet, und zu Rovereid +gedrucket. Diese Uebersetzung führet den Titel: _Considerazione +intorno alla pretesa +Magia Postuma+ presentata al supremo Direttorio +di Vienna dal Signor Barone Gerardo Van-Swieten Archiatro delle Cesaree +Maestà, e Prefetto della loro Bibliotheca. Dal Francese nell'Italiano +recata con annotazioni del traduttore. Roveredo ai 26. Ottobre 1756._ + +Die wälschen Anmerkungen werde ich ins Deutsche übersetzen. Das deutsche +Werkchen selbst aber werde ich getreulich so liefern, wie es aus der +Feder des gelehrten Uebersetzers geflossen ist. Daß ich den Titel: +=Anmerkungen über die vorgegebene Zauberey der Abgestorbenen=, welchen +sowohl die französische als italienische Schrift führet, nicht +beibehalten habe, ist darum geschehen, weil ich eben auch in diesem +Stücke dem deutschen Uebersetzer folgen wollte, der seiner Arbeit den +Namen =Vampyrismus= schöpfte. + +Der Aberglauben vom Vampyrismus wird lateinisch _+Magia Posthuma+_, oder +Zauberey der Abgestorbenen, genennet. Die =Vampyren= aber sind verstorbene +Menschen, welche zuweilen später, zuweilen eher aus dem Grabe aufstehen, +den Menschen erscheinen, das Blut aussaugen, an die Hausthüren ungestümm +anklopfen, Getöse im Hause erwecken, und öfters gar den Tod verursachen +sollen. Wessentwegen dann auch sehr viele kaiserl. königl. scharfe +Befehle in alle Erbländer ausgeschicket worden, diesem Abentheuer des +Aberglauben Schranken zu setzen, dergleichen nur unter Barbaren, +Ignoranten, oder Boshaften zu finden sind. In allen christcatholischen +andern Ländern ist diese schädliche Meinung unbekannt. Nur in Ungarn, +Mähren, Pohlen und Schlesien findet sie ihre Anhänger. Der Anfang +dieses Uebels mag seinen Grund wohl ohne Zweifel in der schismatischen +griechischen Einfalt haben, welche glaubt, daß der Teufel an statt der +Seele den Körper des Menschen besitzen könne. + + Außer dieser kurzen Erinnerung weis ich meinem Leser + nichts mehr zu sagen, als daß ich mich seiner + Gewogenheit und Freundschaft ergebenst + empfehle. + + + + +1. §. + +Vom Vampyrismus überhaupt. + + +Wann die Menschen außerordentliche Wirkungen wahr genommen, derer +Ursache sie nicht erkenneten, so leiteten sie dieselben von einer +höheren Macht her, als diejenige ist, welche die Menschen besitzen. Die +Geschichte zeiget uns in allen Jahrhunderten deutliche Spuren davon. + +Nun ist es gewiß, und durch die heilige Schrift bestättiget, daß GOtt +mit seiner Allmacht entweder unmittelbar durch seinen Willen, oder durch +die heiligen Engel, Propheten, Apostel und andere Heiligen, die +erstaunlichsten Werke hervorgebracht habe. + +Die Kirchengeschichte kann dessen auch die Unglaubigsten überführen, daß +diese Wunderwerke in den ersten Zeiten des Christenthums zu unzähligen +malen geschehen sind. Gelehrte und redliche Protestanten sogar haben es +nicht läugnen können, daß der heilige Indianerapostel durch offenbare +Wunderwerke seine Mißion erwiesen habe. Es ist auch gewiß, daß der böse +Geist durch Zulassung GOttes Werke gethan, welche natürliche Ursachen +gänzlich übersteigen. Was sich mit unserem Heilande zugetragen hat, als +er in der Wüste in Versuchung geführt worden, ist allein genug, es zu +erweisen. Kein Christ kann es läugnen, daß es Menschen gegeben habe, +welche vom bösen Geiste besessen waren; mithin der böse Geist über die +menschlichen Leiber eine Macht habe. + +Eben also ist es auch wahr, daß der Teufel durch Getümmel, durch +abscheuliche Verblendungen &c. die Menschen in Furcht gebracht habe. +Selbst die Protestanten bekennen es, daß die Heyden, welche in Indien +die Götzen anbethen, alle die Bosheiten ihres verfluchten Meisters +erfahren, dem sie dienen; sobald sie aber durch das Heil. Sacrament der +Taufe von der Leibeigenschaft des Teufels los, und Mitglieder der Kirche +werden, alle diese teuflischen Verblendungen ein Ende nehmen, welches +zur Bekehrung sehr vieler Heyden Anlaß gegeben hat. + +Daher ist hier die Frage nicht: ob dergleichen außerordentliche +Wirkungen möglich sind? sondern die ganze Schwierigkeit beruhet darauf, +zu erweisen, daß ein gewißer Zufall wirklich geschehen; und, wenn er +geschehen, auch zu erweisen, daß es ein solcher Zufall sey, welcher die +Kräften der natürlichen Ursachen übersteige. + +Seitdem die Wissenschaften und Künsten in Aufnahm gekommen sind, hat +man auch die natürlichsten Ursachen derjenigen Wirkungen, welche die +Unwissenden in Erstaunen gesetzt hatten, auf das deutlichste entdecket. +Zum Beispiele dessen dienen die Finsternissen, welche vormals ganze +Völker, denen dieselbe als Wunderwerke vorkamen, in die entsetzlichste +Furcht, in Angst und Schrecken gestürzet hatten. Die Verbesserung +der Sternwissenschaft aber hat all diese Furcht vertrieben. Dieses +Schauspiel, welches vormals so erschrecklich geschienen, verursachet uns +keine Furcht mehr. Wir bewundern ganz ruhig die Allmacht des Schöpfers, +welcher diese großen Körper, in einem so unendlich weiten Raume, mit +solcher Richtigkeit, durch so viele Jahrhunderte herumwälzet, daß sogar +der schwache Menschenwitz es zuwege gebracht hat, derselben Wiederkunft +auch auf zukünftige Jahrhunderten bis auf eine gewiße und gesetzte Zeit +ausrechnen zu können. + +Das Schüßpulver, die electrischen Wirkungen, die Verblendungen durch +Spiegel und andere optische Kunststücke sind von solcher Beschaffenheit, +daß man einen jeden Menschen, dem sie unbekannt sind, in die größte +Verwunderung setzen kann. Es haben sich auch viele Betrüger derselben +bedienet, das leichtglaubige Publicum damit zu überführen, daß sie die +größten Zauberer wären.[b] + + [b] Verschiedene Zufälle und Arten dergleichen Betrüger liest man im + unvergleichlichen Tractat des weltberühmten Hermanns Boerhaave unter + dem Titel: _Elementa chemiæ._ 1. B. 2. Th. Venedig 1737. + +Es ist auch richtig und gewiß, daß je mehr die Künsten und Wissenschaften +aufnehmen, destomehr die Wunderwerke sich vermindern. Die Zauberey der +Abgestorbenen (_Magia posthuma_) von welcher hier die Frage ist, dienet +zu einem neuen Beweise.[c] Denn alle diese Begebenheiten befinden sich +nur in Gegenden, in welchen die Unwissenheit noch immer herrschet. Es +ist auch wahrscheinlich, daß die schismatischen Griechen die Haupturheber +derselben sind.[d] + + [c] Der gelehrte P. Augustin Calmet, in seiner =Historie der Vampyren=, + welche den zweyten Theil seines Buches =von den Erscheinungen der + Geister= ausmacht, und im Jahre 1751. zu Augsburg in deutscher Sprache + ans Licht getretten ist, bekräftiget, daß es beinahe 60. Jahre sind, + daß sich der Ruf von den Vampyren in Ungarn, Pohlen, Schlesien und + Mähren auszubreiten angefangen hat. Calmet schrieb sein Buch von + Gespenstern und Vampyren im Jahre 1745. und in Wahrheit in der Zeitung + Mercurius genannt in dem 1693. und 1694. Jahrslaufe liest man + dergleichen Geschichten von etlichen Vampyren in Pohlen, und besonders + in Pohlnischreusen. + + [d] Was man in Griechenland, und im Archipelagus von den =Brucolachen= + erzählet, ist das nemliche, was man anderswo von den Vampyren vorgiebt. + Der Abt Langlet sagt in der Vorrede seiner historisch-dogmatischen + Abhandlung von =den Erscheinungen=: Vampyr, Brucolach, oder Timpanit + sind lauter gleichdeutige Worte. Im zweyten Bande dieses Buchs S. 173. + liest man das Wort Brucolach kömmt von dem neuen griechischen Worte + βοουρχος, welches Koth heisset, und von einem andern λααχος, welches + eine Grube oder Cloack anzeiget; denn man beobachtet gemeiniglich, daß + die Gruften, wo man dergleichen Körper beisetzet, voll Koth sind. + +Tournefort ein gelehrter und erleuchter Leibarzt, zugleich aber der +geschickteste Botanicus oder Kräuterverständige seines Jahrhunderts, da +er von Ludwig dem Vierzehenten, Könige in Frankreich, in Asien geschickt +worden, hauptsächlich in Griechenland diejenige Kräuter zu suchen, +welche die Alten meistentheils sehr unrichtig beschrieben hatten, war +selbst gegenwärtig, und sah denjenigen Körper sehr nahe, den man einer +Zauberey nach dem Tode (_Magiæ posthumæ_) angeklagt hatte. Er sah +auch alle Mittel, die man angewendet zu verhindern, damit der Teufel +dieses Körpers sich nicht mehr bedienen könnte, die Lebendigen in Angst +und Schrecken zu setzen.[e] Die Umstände dieses Zufalls befinden sich in +dem Buche, welches den Titel führet: _Voyage au Levant par Mr. +Tournefort_. Und weil es nach Art und Weise der Briefen geschrieben ist, +so steht gemeldte Geschichte im 3ten Briefe. + + [e] Dieses trug sich den ersten Jenner 1701. in der Insul Micon zu. + Der Abt Calmet erzählet diese Geschichte in seinen oben angeführten + Buche 32. Cap. auf die nemliche weise, wie wir sie von Tournefort + empfangen haben. + +Diese Begebenheit kann zu erkennen geben, was man von derjenigen halten +soll, welche sich in Ungarn in den Dorfschaften der Haydonen jenseits +der Theisse gegen Siebenbürgen im Jahre 1732. zugetragen hat.[f] Die +Zauberey der Abgestorbenen (_Magia posthuma_) gieng damals in jenen +Gegenden im Schwange. Man nannte die Todten, welche so boshaft waren, +_Vampyri_, und glaubte, sie saugen sowohl uns Menschen als dem Viehe das +Blut.[g] Und wenn ein Mensch von dem Fleische eines solchen Viehes etwas +genossen hätte, er der Ordnung nach selbst auch zum Vampyre würde; und +auf was immer eine Art er zum Vampyren werde, als nemlich ein Leidender +(_passivus_) im Leben, so müßte er nach dem Tode ein thätiger (_activus_) +seyn; ausgenommen, er hätte vorher von der Erde des Grabes eines Vampyres +gegessen, und sich mit desselben Blute gerieben. + + [f] Mehrere dergleichen Geschichten findet man aufgezeichnet in einem + holländischen Kritiker, der uns unter dem französischen Namen _Le + Glaneur_ im Jahre 1732. ist bekannt worden. Noch andere liest man in + den sogenannten =jüdischen Sendschreiben= 1738, und in des Abten + Calmet angezeigten =Buche= _Cap._ 8. + + [g] =Vampyr=, oder auch Upyr ist ein schlavonisches Wort, und heißt + ein =Blutsauger=. + +Allein es ist mir diese Begebenheit nur überhaupt bekannt, und ich +vermeine, daß die mündliche Abhandlung (_processus verbalis_) über +ihren Hergang im Anfange des 1732. Jahrs gehöriger Orten eingereicht +worden.[h] + + [h] Karl der VI. Röm. Kaiser (seel. Angedenkens) übergab dieses + Geschäft Alexandern, Fürsten von Wirtenberg, der dortmals das + Königreich Servien verwaltete. + +Die Ceremonien, welche man dabey hat beobachten müssen, sind von +dem _Hadvagy_ oder Amtmanne des Orts angeordnet worden, welcher in +vampyrischen Angelegenheiten ziemlich erfahren seyn mußte. Man stossete +dem Vampyre einen sehr spitzigen Pfahl durch die Brust, und durch den +ganzen Körper. Hierauf wurde ihm der Kopf abgehauen. Alles wurde +verbrannt, und die Asche in die Grube zusammen gescharret. + +Man kann geschwinde zu Vampyre werden. Denn der Vampyrismus steckt so +sehr an, als die Krätzen. Man glaubt auch, daß der Körper eines Vampyrs +in kurzer Zeit alle diejenigen Körper zu Vampyren mache, welche nach ihm +in eben demselbigen Kirchhof begraben werden, im Fall der erste nicht +bei Zeiten vertilget werde. + +Da ich aber nicht von allen Umständen Nachricht habe, so will ich mich +nur damit begnügen, daß ich hier einige Anmerkungen über diejenige +Begebenheiten mache, welche erst vor kurzer Zeit durch Leute untersucht +worden, welche von keinem Vorurtheile eingenommen sind, sondern klar +sehen, und sich nicht leicht hinter das Licht führen lassen.[i] + + [i] Dieser Zufall begab sich in einem Dorfe in Mähren, wie man in der + ersten Note a angemerket hat. Der Abt Calmet in seinem angeführten + Buche 57. Capitel sagt, daß der Herr Baron von Tusseng (Tousiaint) ein + Lotharinger, der seinen Herrn aller Orten hin begleitet hat, vom 3. + Augustmonats 1746. aus Wien ihm geschrieben habe: Ihro Majestät der + Kaiser, Großherzog von Toscana, haben sich im Jahre 1732. verschiedene + gerichtliche Protocollen von Untersuchung der Vampyren in Mähren geben + lassen. Diese Protocollen werden in jenen Gegenden wie das Evangelium + angesehen, ungeacht sie keinen Schatten der Wahrheit enthalten. + +Es ist wahr, daß unsere Vampyren vom Jahre 1755. noch zu keine +Blutsaugern geworden; die Vorbereitungen waren jedoch schon dazu +vorhanden. Der Henker, ein in seinem Handwerke ohne Zweifel sehr +wahrhafter Mann, versicherte, daß, wenn man die zum Feuer verurtheilten +Körper in Stücke zerhieb, das Blut mit Gewalt, und häufig daraus +hervorschöße, ob er schon hernach mit gröster Gelassenheit bekannte, daß +dieses häufige Blut etwann einen Löffel voll ausmachen könnte. Dieses +ziehet in der Geschichte eine ziemliche Veränderung nach sich. + +Die außerordentlichen Vorfallenheiten, welche man will beobachtet haben, +können in diese zween Punkten zusammen gezogen werden. Erstlich, daß die +Körper der Todtenzauberer oder Vampyren nicht faulen, sondern ganz, und +beisammen bleiben. Zweytens, daß die Vampyren die Lebendigen durch +Erscheinungen, Getümmel, und durch Druckungen beunruhigen. Uber diese +zween Punkten werde ich so kurz, als es möglich ist einige Anmerkungen +machen. + + + + +2. §. + +Ob die Körper der Vampyren faulen? + + +Ein Körper ist gemeiniglich zur Verfäulung gerichtet, durch welche alle +Theile des Körpers, ausgenommen die Beine, fast gänzlich verschwinden, +und nur ein wenig von einer sehr leichten Erde zurück lassen. Diese +Fäulung aber geschieht im Grabe langsam ohne der geringsten Gewalt. + +Dieses wird dadurch erwiesen, daß, wenn man einen Sarg fünfzehen Jahre +nach desselben Begräbniß eröffnet, und sich in acht nimmt, daß der Sarg +keinen Stoß bekommt, man vermeinet, der Körper liege unverletzet darinne. +Mann kennet die ganze Gesichtsbildung, das Leilach, und all Ubriges. +Sobald man aber den Sarg nur ein wenig beweget, so zerfällt alles in +Staub, und das Gebeine allein verbleibet. + +Dieweil die Todten mit der Zeit ihren Nachfolgern des Grabes halber +Platz machen müssen, so hat man an vielen Orten 15. Jahre bestimmet, vor +deren Verlauf die Todtengräber keinen Körper bewegen dörfen. Ich bin +einigemale bei Eröffnung der Gräber gewesen, daß die Todtengräber mir +einige Sargen ganz langsam aufgemacht. Hierdurch wurde ich überzeugt, +daß wir nach unserem Tode den Würmen nicht zur Nahrung werden, zum +wenigsten nicht allezeit, weil sonst die Gesichtsbildung nicht wäre +stehen geblieben. + +Wenn man die Gräber ausräumt, so findet man zu Zeiten ganze Körper, +welche nicht verfault, sondern vielmehr ausgetrocknet, von einer +braunlichten Farbe sind, und noch sehr hartes Fleisch haben, ohne daß +man sie jemal vorhero einbalsamiret hätte. Ein Todtengräber versicherte +mich, daß man unter hundert Todten gemeiniglich einen findet, welcher +nur ausgetrocknet und ohne Fäulung sey. Hieraus schlüsse ich, daß ohne +Beihilfe einer übernatürlichen Ursache, ein Körper viele Jahre ungefault +bleiben könne. + +Ich weis wohl, daß man vorgiebt, der Körper eines Vampyrs verbleibe +nicht allein ohne Fäulung, sondern es bestehe das Fleisch auch in ihrer +Frische, die Gliedmassen behalten ihre Bügsamkeit. Allein auch dieses +findet man ohne Wunderwerk. + +Da man die Körper der zween Erzherzoginnen, welche zu Brüssel gestorben, +nach Wien überbracht hatte; so war ich gegenwärtig, als man die Sargen +eröffnete. Die Gesichter waren ganz und die Nasenspitze beweglich &c. +Es ist wahr sie waren einbalsamiret; allein die aromatischen Kräuter, +die man dazu gelegt, waren schon ohne dem geringsten Geruch. Diese +Erhaltung muß also zuvorderst den wohlverschlossenen bleiernen Sargen +zugeeignet werden, welche nirgends keine Luft zuliessen, und also die +Fäulung verhinderten. + +Wann demnach die Sarg wohl verschlossen, die Erde von Natur fest auf +einander ist, durch die Kälte nach der Begräbniß sich erhärtet, oder die +Luft durch andere Mittel einzudringen verhindert wird; so erfolget +entweders keine oder doch eine sehr langsame Fäulung.[k] + + [k] Der erwehnte holländische Kritiker erzählet, daß zu Tolos in einer + Klosterkirche eine Begräbniß sey, in welcher man die vor zwey hundert + Jahre verstorbenen Körper sieht, als wenn sie lebendig wären. Sie + stehen da auf ihren Füssen aufrecht nach der Länge der Mauer her in + ihrer Ordenskleidung. Das wunderbarlichste aber ist, daß die im + nemlichen Orte von den unverwesenen geradehin überstehenden Todte, in + zwey oder drey Tagen verwesen. + +Der unsterbliche Muratorius, da er in der 27. Abhandlung über die +italienischen Alterthümer, von einer Münz des Hektors Visconte redet, +drucket sich mit diesen Worten aus: »Dieser war ein unehliches Kind von +Vernabo; er bemächtigte sich der Herrschaft von Mayland im Jahre 1412, +er hatte aber ein Leben von Biltzen. Als Philip Maria, Herzog von +Mayland, in der Stadt Monza belageret wurde, bekam Hektor aus einer +Armbrust einen heftigen Steinwurf, der ihm das Bein zerschmetterte. +Er starb vor Krampf ganz jung. Im Jahre 1698. gienge ich nach der +ansehnlichen Gegend von Monza, da beobachtete ich, daß dessen Leib kurz +vorher bei Gelegenheit eines Gebäudes ausgegraben worden. Er war in +einem schlechten hölzernen Sarge verschlossen, und noch unversehrt, das +ist, die Hand war unverletzt, und das gebrochene Bein sah man am Fuß. +Wenn man diesen Körper auf den andern Fuß stellete, so stund er aufrecht. +Und doch war dieser kein Leib eines Heiligen, wohl aber eines Gottlosen.« + +In der Vorrede des schon angeführten Buchs des gelehrten Abten Langlet +mit dem Titel: =Historische und dogmatische Abhandlung über besondere +Erscheinungen, Gesichter, und Offenbarungen=, liest man: »seye mir es +erlaubt, daß ich hier anführen eine Erfahrniß darf, die sich bei den +PP. Kapuzinern zu Palermo in Sicilien zuträgt. Sie bestätiget, was ich +behaupte, daß nemlich jeweniger sich Unflath in dem menschlichen Körper +befindet, desto härter die Gährung und folglich die Fäulung ankomme. +Einer von diesen Vättern (ohne Zweifel ein vornehmer Naturkündiger) hat +ein Mittel erfunden, kraft welches die Fäulung der menschlichen Körper +nach dem Tod, auf viele Jahre, und vielleicht Jahrhunderte, kann +verhindert werden. Das Geheimniß, oder Secret, welches er dazu brauchet, +ist eine schlechte Sache. Er setzet die entseelten Körper auf einen +durchlöcherten Stuhl; und nachdem er die hintere Oeffnung in die Runde +aufgeschnitten, gehet durch diese Mündung alle Feuchtigkeit, und +Unreinlichkeit, die nach der Fäulung trachtet, von sich selbsten aus dem +Leibe hinaus. Alsdenn machte er die Mündung zu, und richtet den Körper +in jene Stellung, in was für einer man will, daß er bleiben soll. In +diesem Stande erhält sich ein solcher Körper, wo nicht Jahrhundert, +wenigstens sehr viele Jahre. Die unterirrdische Kirche dieser Vätter ist +voll dergleichen Körper mit überall beigeschriebenen Namen, den sie in +Leben gehabt haben. Dieses Trauergesicht, gleichwie es eine Gelegenheit +der Demüthigung ist für die Menschlichkeit, so ist es doch auch eine +besonders seltene Sache, und kann denjenigen wunderlich vorkommen, die +dessen Ursache nicht erkennen.« + +Ich habe vor einigen Monaten eine kleine englische Abhandlung gelesen, +welche im Jahre 1751. zu Londen gedruckt ans Licht getretten, darinne +fand ich einen merkwürdigen, und sehr wohl erwiesenen Zufall. Im Monat +Februarius 1750. eröfnete man in der Grafschaft Devonshire in Engelland +die Begräbniß einer alten Familie, und zwischen vielen Gebeinen, auch +vermoderten Sargen fand man einen noch ganzen hölzernen Sarg. Man eröfnete +denselben aus Vorwitz, und fand einen ganzen Körper eines Menschen +darinne, dessen fleischliche Theile noch ihre natürliche Festigkeit +hatten, die Gliedmassen aber, als Achsel, Ellenbogen, auch alle Finger +sehr bügsam waren. Wenn man das Gesicht drückte, so wich es dem Finger, +und hob sich nach der Drückung wieder. Eben dieses beobachtete man am +ganzen Leibe. Der Bart war schwarz, und bis vier Zoll lang. Der Körper +war einbalsamirt. Denn man wurde weder eines Einschnitts noch eines +anderen Zeichen desselben gewahr. Durch das Pfarrprotocoll wurde +erwiesen, daß seit dem Jahre 1669. kein Mensch in diese Begräbniß +gebracht worden. Hier haben wir also einen englischen Vampyre, welcher +über 80. Jahre in seinem Grabe ruhig geblieben ist, und keinen Menschen +belästiget hat. + +In eben dieser Abhandlung findet man noch mehr dergleichen Zufälle, +insonderheit, wenn die Gräber sehr tief, und von trockener Erde sind. +Demnach nimmt man gemeiniglich wahr, daß, wenn solche Körper der offenen +Luft ausgesetzt werden, dieselben bald in eine Fäulung gerathen. Dieses +ist genug darzuthun, daß die Fäulung nicht allzeit, und gemeiniglich nur +langsam geschehe, absonderlich, wenn die Erde durch die Kälte wohl +geschlossen, oder der Sarg selbst vor der Luft wohl bewahret ist. + +Lasset uns nun die angeführten Begebenheiten untersuchen das vampyrische +Wesen zu behaupten. + +Rosina Polakin stirbt den 22. December 1754. Den 19. Jenner 1755. aber +wird sie ausgegraben, und als eine des Verbrennen würdige Vampyrinn +erkläret, weil sie noch nicht verfaulet gewesen. Die Anatomisten +erhalten die Körper an öffentlicher Luft im Winter zu 6. Wochen, auch zu +zwey Monathen ohne Fäulung. Zu dem so ist noch anzumerken, daß dieser +Winter außerordentlich kalt gewesen. In den übrigen Körpern hatte die +Fäulung den größten Theil schon verzehrt; es war aber genug, daß nicht +alles verfault gewesen. Sie mußten ins Feuer. Welche Unwissenheit! +erschreckliche Dummheit! man redet in der Schrift des Consistorii zu +Olmütz von gewissen Zeichen, und Maalen, welche man in den Körpern der +Vampyren soll gefunden haben. Allein sie werden nirgends beschrieben.[l] +Zween Bader, welche niemal einen geöffneten Körper gesehen, und kein +Wort vom Baue des menschlichen Leibes wüßten, wie sie selbsten dem +Commissario bekannten, sind diejenigen Zeugen, auf derer Veranlassung +das Urtheil zum verbrennen gefället wird. + + [l] Johann Christoph Herenberg hat ein Buch _Philosophiæ, & christianæ + cogitationes de Vampyris_ im Jahre 1733, geschrieben. Der Verfasser + behauptet, daß die Vampyren auf keine Weise die Lebende um das Leben + bringen, sondern man müsse alles, was ein falscher Ruf von ihnen + aussprenget, einer verwirrten und starken Einbildung zuschreiben. Er + führet unterschiedliche Beispiele von seltenen Wirkungen an, welche + sich bei den Menschen durch Einbildungen zutragen können. + + Auch der obenbenannte holländische Kritiker sagt: wenn ich bei mir + selbsten den Tod der geglaubten Marterer des Vampyrismus überlege, so + finde ich alle Spuren einer einbilderischen Krankheit derselbigen + Gegend, und erkenne ganz klar, daß die Wirkung der grossen Furcht den + Tod bei diesem Volke verursache. Der Verfasser bringt darüber eine + Geschichte bei. + + Der berühmte Tartarotti, als ein verständiger Philosoph sagte in + seinem _Congresso notturno delle Lamie l. 2. c. 11._ »was für eine + Geschichte hält man für gewisser, als die Geschichte derjenigen, + welche glauben, daß sie nächtlicher weile von den Vampyren überfallen, + und also gedrucket werden, daß auch sie in kurzer Zeit sterben. Und + doch scheinet es in der That selbsten nichts anders zu seyn, als + schlechterdings ein Traum, der von Schrecken und Furcht herrühret.« + Von dieser Meinung war auch der gelehrte Pabst und Kirchenhaupt + Benedict der 14te in der 5ten Abhandlung _vol._ 3, wo er eine kurze + Geschichte von den ungarischen, mährischen und schlesischen Vampyren + verfertiget. + + Der Abt Calmet im Beschlusse seines öfters erwehnten Werkes endiget + auch mit diesen Worten: »was man von den ungarischen, mährischen und + pohlnischen Vampyren erzählet, halte ich für ein glattes Blendwerk, + für eine Wirkung einer starken und verwirrten Phantasey, so fleißig + auch immer diese Erzählungen von den Richtern untersucht, und in + Ansehung ihrer und ihres Gutachten mögen gutgeachtet worden seyn.« + + Was die pohlnischen Vampyren betrift, führt er einen Brief an vom 3. + Hornung 1745., den ihm der P. Slivyski Visitator der Vättern von der + Mißion in Pohlen geschrieben hat, welcher darinne bekennet, daß, + ungeacht er alle Sorge, allen Fleiß in dieser Sache angewendet, um auf + einen Grund und Wahrheit zu kommen; ungeacht er öfters mit denen, die + man als persönliche Zeugen angab, selbst geredet, und sie befraget, er + doch keinen einzigen gefunden habe, der sich zu sagen getrauet hätte, + er habe etwas von dem, was man vorgiebt, selbsten gesehen. Mithin habe + er erkennet, was man davon aussprenget, sey ein leeres Geschrey, eine + bloße Einbildung, die die Furcht in solchen einfältigen Leuten + verursache. + +Es ist wahr der Commissarius von Olmütz hat nicht jederzeit einen Bader +zur Untersuchung dieser Sache, der genug geschickt wäre. Man brauchte +nur zween geistliche Commissarien, welche über den Vampyrismus ganz +rittermäßig ihren Ausspruch thaten, dann es erhellet aus den +_Anteactis_, daß man im Jahre 1723. den Körper eines Menschen 13. Tage +nach seinem Hinscheiden verbrennen lassen, und im Urtheile gab man +dieses für die Ursache an, weil seine Großmutter bei der Gemeinde in +keinem guten Ruf gewesen sey. + +Im Jahre 1724. verbrennte man den Körper eines Menschen 18. Tage nach +dessen Tode, weil er mit dem Vorigen befreundet gewesen. Es war genug, +wann man nur von der Freundschaft eines angegebenen Vampyrs gewesen, so +hatte der Proceß bald ein Ende. + +Man verbrennte den Körper eines Menschen zween Tage nach seinem +Absterben aus keiner anderen Ursache, ohne weiterer Zeugenschaft, als +weil der Körper nach dem Tode noch wohl und gut ausgesehen, und die +Gliedmassen noch bügsam gewesen. + +Aus allen dem, was oben angeführet worden, läßt sich klar abnehmen, daß +die Erhaltung eines Körpers ohne Fäulung aus ganz natürlichen Ursachen +geschehen könne; daß die Fäulung gemeiniglich eine lange Zeit erfordere, +welche sich nach der vorhergehenden Krankheit, nach der Wärme oder Kälte +der Luft, nach der Beschaffenheit der Erde, und noch vielen anderen +zufälligen Nebensachen veränderen. Daß das Consistorium von Olmütz den +Körpern die erforderliche Zeit der Fäulung nicht gelassen, mithin dieses +Zeichen einer Zauberey der Todten grundfalsch sey. + +Aus diesem falschen Grund hat man die abgeschmacktesten Folgen gezogen. +Denn man hat geschlossen, daß ein angegebener Vampyre seine Bosheit +allen den Körpern einflösse, welche nach ihm in eben demselben Freudhof +begraben würden. Denn natürlicher Weise mußten diese Körper weniger +verfault seyn, als andere, die man vor dem Vampyre eingegraben hat. + +Aus diesem schönen Grund hat das Consistorium zu Olmütz den 23ten April +1731. neun Körper verbrennen lassen, unter welchen sieben kleine +Kinderkörper waren, weil man dafür hielt, daß sie ein Vampyre angesteckt +hätte, welcher vor ihnen in demselbigen Freudhofe begraben worden. + +Den todten Körpern aber, welche vor dem Vampyre ihr Grab allda gefunden, +wiederfuhr Gnade, doch haben die Herrn Commissarien Wabst, und Gosser +erwiesen, daß in den unverdächtigen Körpern noch unversehrte Theile +vorhanden gewesen, und in einem derselben auch ein wenig Blut gefunden +worden. Sie haben auch dargethan, daß die zween Ignoranten, obbemelte +Bader mit Lügen gehandelt. + + + + +3. §. + +Ob die Vampyren die Lebendigen durch Erscheinungen &c. beunruhigen? + + +Nun ist es an dem, daß auch die Erscheinungen, welche von deren zum +Theile oder ganz unverfaulten Körpern herkommen sollen, in einige +Betrachtung gezogen werden. + +Erstlich ist zu merken, daß kein Zeuge vorhanden, welcher aussage, daß +die Todten den Lebendigen erscheinen, sondern man giebt nur vor, daß man +eine Aengstigkeit und Beklemmung empfunden, welche zum Schlaffen +gezwungen hat. + +Ich lasse erachten, ob diese gute Leute, wenn die Einbildung durch die +täglichen Erzählungen von Geistern und anderen Blendwerken &c. einmal +eingenommen worden in ihren Betten vor dem Einschlaffen nicht haben in +Furcht seyn sollen? + +Aus der Untersuchung, welche die Commissarien angestellt haben, +erhellet, daß sie die Aengstigkeiten nur damahl ausgestanden, wann sie +gelegen waren, andere Zeugenschaften aber geben zu erkennen, daß sie +sich erholt haben, wenn man sie im Bette aufsitzen lassen. Zudem so weis +denn auch jedermann, was für abscheuliche Aengstigkeiten die Furcht +verursachen kann. + +Andere haben geglaubt, sie sehen oder hören einen Hund, ein Kalb, +ein Schwein, ein Kalbskopf &c. Hatte denn der Teufel nöthig, einen +menschlichen todten Körper lebendig zu machen, in einer solchen Hundes- +oder Kalbesgestalt zu erscheinen? Es ist ja zwischen der Ursache, und +der vorgegebenen Wirkung nicht die geringste Verbindung. + +Ein Hund, eine Katz, über alles, wenn sie schwarz sind, und bei Nacht +gesehen werden, sind jederzeit der Teufel, oder ein Gespenst, welches +auf dem Freudhofe oder sonst herumschleicht. So gar eine Sau, welche vor +einem Hause vorbeigrunzete, wurde (wie einige Zeugenschaften es angeben) +für einen aufgestandenen Vampyre gehalten. Ich müßte mich schämen, wenn +ich alle die Einfälligkeiten wiederhohlen würde, welche sich in diesen +Zeugnissen befinden. + +Jedoch es ist Zeit, auch von dem Ursprunge dieser Begebenheit ein Wort +zu sagen. Eine gewiße Sallingerin, oder sonst die Wenzel Richterinn +genannt, ist vor 18. Monathen begraben worden. Nun giebt man vor, sie +sey ein Hexe gewesen, und alles Ubel komme von ihr her. Wo sind aber die +Proben, daß sie eine Hexe gewesen? Dieses gute Weib theilte Arzneyen +aus, und ihr Sohn hat ihr vorgegebene _Arcana_ entdecket. Es waren +Krebsaugen, die sie in Wasser zerlassen, einige Kräuter und Wurzen &c. +ohne die geringste Spur eines Aberglaubens. Einsmals aber, um ihre Kuren +zu beschönen, und das Geheimniß noch grösser zu machen; befahl sie einem +Kranken, er sollte vier Thaler in eines seiner Hemder einnähen, und ihr +zuschicken, so wollte sie ihm die Arzney zukommen lassen. + +Nun giebt man vor, dieser Kranke sey verhexet, die Commissarien aber +haben ihn examinirt und an ihm wahrgenommen, daß er an einer schweren, +doch ganz natürlichen Krankheit, nämlich an der _Colica Pictonum_ +krank liege, welche den Kranken an allen Gliedern contract, und zusammen +gezogen oder gerumfet macht. Wir sind wirklich beschäftiget im hiesigen +Burgerspital einen solchen Kranken zu kuriren. + +Ein andersmal soll sie den Tag vorgesagt haben, an dem ein Kranker +sollte gesund werden. Diese sind die Beweise, daß sie eine Hexe gewesen. +Es hat das Ansehen, daß man bey ihrer Lebenszeit diesen Beweis nicht für +gültig oder hinlänglich gehalten, dann sie hat die heiligen Sacramenten +empfangen; sie ist im Schooße der Kirche gestorben. Sie ist mit +christlichen Ceremonien ins Grab eingeweihet worden: und 18. Monate nach +ihrem Tode, muß sie eine verbrennenswürdige Hexe seyn. + +Auf solchen Gründen ist die ganze Geschichte gebauet, und man hat Laster +auf Laster gehäufet, so gar (darf ich es sagen) _Sacrilegia_ +begangen. + +Man hat die Frey- und Sicherheit (_Asylum_) und die Ruhestätte des +Grabes verletzt; man hat den guten Namen der Abgestorbenen, und ihrer +Familien geschändet, welche ein gleiches Schicksal zu gewarten hätten; +wenn solche Misbräuche nicht abgeschaft würden. Man hat die todten +Leiber unschuldiger Kinder, derer Seelen die ewige Glückseligkeit +genüssen, dem Henker übergeben. Man hat die Söhne gezwungen +(entsetzliche Sache) die Leiber ihrer Mutter dem Henker vorzuschleppen. +So gar die Kreuze selbst (ein Zeichen, eine Erinnerung unserer Erlösung, +die bey der Kirche so verehrungswürdig ist) die Kreuze, sage ich, sind +nicht besser verurtheilet worden. Man hat sie schändlich und nur +deßwegen verbrennet, weil sie auf den Gräbern dieser unglückseligen +Schlachtopfer der Ignoranz, und des Aberglaubens gestanden sind. + +Welche schreyende Ungerechtigkeit in der Verurtheilung derjenigen +Menschen, welche ein untadelhaftes Leben geführet, und nur das Unglück +gehabt haben, daß man sie auf einem Freudhof erst eingegraben, nachdem +schon vorher eine angegebene Hexe allda zu Grabe gebracht worden! man +erkläret sie für Hexen und Zauberer. Man übergiebt sie dem Schinder, +damit er ihre Leiber verbrenne. Man setzt so gar in das Urtheil, daß man +sie weit schärfer wurde gezüchtiget haben, wenn sie noch lebendig wären. +Man verbrenne aber ihre Leiber mit Spott und Schande, damit dieses ihren +Mitgehilfen zum Beispiele diene.[m] + + [m] Acht und zwanzig Körper waren es, die in Zeit 18. Monaten in dem + nemlichen Freudhofe, wo die vermeinte Hexe ist begraben worden, ihre + Ruhestatt hatten. Alle wurden ausgegraben. Neune davon bekamen Gnade, + die andere aber, nachdem sie durch ein Loch der Mauer des Freudhofes + hinausgeschleppet worden, wurden dem Henker übergeben. Dieser brachte + sie auf Schlitten in einem eine Stund vom Dorfe entlegenen Wald, wo + er, um sie zu verbrennen, 200. Schuh Holz verbrauchte. Die Schlitten, + der Werkzeug, alles, was zu dieser Verrichtung gedienet hat, mußte + verbrennet werden. + +Wo sind die Gesetze, welche einen solchen Ausspruch rechtfertigen? Man +bekennet, es seyen keine Gesetze vorhanden, hingegen zieht man zur +Rechtfertigung ganz kaltsinnig an: es sey also der Gebrauch.[n] + + [n] Unterschiedliche wunderbarliche Geschichten von Erscheinungen und + Schäden, welche (wie man aussprengte) die Vampyren in Mähren sollten + verursachet haben, gaben dem Herrn Carl Ferdinand von Scherz Anlaß ein + Buch zu schreiben mit dem Titel: _Magia Posthuma_; welches der + Verfasser dem Fürsten Carl Bischoffen von Olmütz zugeeignet hat, und + im Jahre 1706. gedrucket wurde. Er erzählet darinne besondere Schäden, + die die Einwohner von einem gewissen Dorfe, (es scheinet, es sey das + nemliche, in welchem der obbesagte neue und seltsame Proceß ist + angestellet worden) glaubten, daß sie ihnen von einem andern Weibe, + welches dortmals gestorben, und eben auch mit den Heiligen Sacramenten + der Kirche versehen worden ist, seyen verursachet worden. Schlüßlich + wirft der Verfasser eine rechtliche Frage auf: gesetzt, daß diese + Schäden (wie man gewiß dafür hielt) von besagtem Weibe herkämen, ob es + erlaubt sey, es auszugraben, und andere dergleichen verdächtige Körper + zu verbrennen. + +Was für eine Menge von Unglücksfällen erfolgen darauf? Viel arme Kranke, +und Weiber, die sich zum Gebähren schon bereit fanden, nehmen die +Flucht, und finden ihren Tod auf der Strasse. Sie sind doch noch +getröstet, daß sie zum wenigsten nach ihrem Tode dergleichen Schande +nicht auszustehen hätten. + +Die Einwohner, von einer beständigen Furcht durchdrungen, sind bereit, +Hauß und Hof um ein anderes Ort zu verlassen. Mit einem Wort, alles ist +in Verwirrung. + +Daß das gemeine Volk, welches oft sehr wenig unterrichtet ist, in +Ausschweifungen verfalle, das bewegt mich zum Mitleiden, und nimmt mich +nicht wunder. Aber daß diejenigen, die man für die Meister in Israel +hält, ein L......s C.........m dergleichen ungeheure Mißbräuche, die +der Vernunft schnur gerade zuwider sind, billige und rechtfertige, +das übersteiget meinen Begrif, und setzt mich in eine so starke +Zornmüthigkeit, daß ich mich gezwungen sehe, die Feder niederzulegen, +damit ich nicht aus den Schranken der Ehrerbietung, die ich ihrem +Charakter zu bezeigen schuldig bin, hinausgerissen werde.[o] + + ENDE. + + [o] _Vid. Opera de Canonizatione Sanct. vel Dissertationes + Benedicti XIV. P. M. extractas ex dictis operibus. Venet. 1752. + Vid. Dissert. 5. §. 4. Vol. 3. ubi de Vanitate Vampyrorum. Et + Diss. 14. Vol. 3. de incorrupt. Cadav. Vid. etiam Calmet & Langlet + de apparitione spectrorum. Et Lettres Juives par M. d'Argens._ + + + + +_Errata._ + + + Seite. Zeile. Steht. Lies. + + Vorrede. zuletzt. Wertlein. Werkchen. + + + + + [ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt, wobei + jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die geänderte Zeile + steht. + + Vom Vampyrismus überhaupts. + Vom Vampyrismus überhaupt. + + C'est aux Rois, c'est aux Grands, c'est aux Esprits bien faets, + C'est aux Rois, c'est aux Grands, c'est aux Esprits bien faits, + + A voir la vertû, en ses moindres effets. + A voir la vertû pleine, en ses moindres effets. + + C'est d'eux seuls qu'on reçoit une veritable gloire; + C'est d'eux seuls qu'on reçoit la veritable gloire; + + Wertlein selbst aber werde ich getreulich so liefern, wie es aus der + Werkchen selbst aber werde ich getreulich so liefern, wie es aus der + + Blutsaugen geworden; die Vorbereitungen waren jedoch schon dazu + Blutsaugern geworden; die Vorbereitungen waren jedoch schon dazu + + Wenn man die Gräber ausräumt, so findet man zu Zeiten ganze Köper, + Wenn man die Gräber ausräumt, so findet man zu Zeiten ganze Körper, + + Da man die Körper der zwoen Erzherzoginnen, welche zu Brüssel gestorben, + Da man die Körper der zween Erzherzoginnen, welche zu Brüssel gestorben, + + nach den Tod, auf viele Jahre, und vielleicht Jahrhunderte, kann + nach dem Tod, auf viele Jahre, und vielleicht Jahrhunderte, kann + + dessen Ursache nicht erkennen. + dessen Ursache nicht erkennen.« + + Geschichte hält man für gewisser, als die Geschicht derjenigen, + Geschichte hält man für gewisser, als die Geschichte derjenigen, + + Ansehung ihrer und ihres Gutachten mögen gutgeachtet worden seyn. + Ansehung ihrer und ihres Gutachten mögen gutgeachtet worden seyn.« + + rittermäßig ihren Ausspruch thaten. dann es erhellet aus den + rittermäßig ihren Ausspruch thaten, dann es erhellet aus den + + Körpern die erforderliche Zeit der Fäuluug nicht gelassen, mithin dieses + Körpern die erforderliche Zeit der Fäulung nicht gelassen, mithin dieses + + eingenommen worden in ihren Bettern vor dem Einschlaffen nicht haben in + eingenommen worden in ihren Betten vor dem Einschlaffen nicht haben in + + wenn solche Misbräuche nicht abgeschaft mürden. Man hat die todten + wenn solche Misbräuche nicht abgeschaft würden. Man hat die todten + + erkläret sie für Hexen uud Zauberer. Man übergiebt sie dem Schinder, + erkläret sie für Hexen und Zauberer. Man übergiebt sie dem Schinder, + + der Vernuft schnur gerade zuwider sind, billige und rechtfertige, + der Vernunft schnur gerade zuwider sind, billige und rechtfertige, + + Diss. 14. Vol. 3. de incorrupt. Cadav. Vid. etiam Calmet & Lenglet + Diss. 14. Vol. 3. de incorrupt. Cadav. Vid. etiam Calmet & Langlet + ] + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Vampyrismus, by Gerard van Swieten + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VAMPYRISMUS *** + +***** This file should be named 30886-0.txt or 30886-0.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + http://www.gutenberg.org/3/0/8/8/30886/ + +Produced by Michael Roe, Jana Srna and the Online +Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This +book was produced from scanned images of public domain +material from the Google Print project.) + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. 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Email contact links and up to date contact +information can be found at the Foundation's web site and official +page at http://pglaf.org + +For additional contact information: + Dr. Gregory B. Newby + Chief Executive and Director + gbnewby@pglaf.org + + +Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation + +Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide +spread public support and donations to carry out its mission of +increasing the number of public domain and licensed works that can be +freely distributed in machine readable form accessible by the widest +array of equipment including outdated equipment. Many small donations +($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt +status with the IRS. + +The Foundation is committed to complying with the laws regulating +charities and charitable donations in all 50 states of the United +States. Compliance requirements are not uniform and it takes a +considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up +with these requirements. We do not solicit donations in locations +where we have not received written confirmation of compliance. To +SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any +particular state visit http://pglaf.org + +While we cannot and do not solicit contributions from states where we +have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition +against accepting unsolicited donations from donors in such states who +approach us with offers to donate. + +International donations are gratefully accepted, but we cannot make +any statements concerning tax treatment of donations received from +outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. + +Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation +methods and addresses. 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