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| author | Roger Frank <rfrank@pglaf.org> | 2025-10-15 02:48:26 -0700 |
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You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Viribus unitis + Wie könnte die europäische Cultur nach Bosnien verpflanzt werden? + +Author: Josef Neupauer + +Release Date: September 4, 2009 [EBook #29905] + +Language: German + +Character set encoding: UTF-8 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VIRIBUS UNITIS *** + + + + +Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger + + + + + + [ Anmerkungen zur Transkription: + + Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; + lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Eine Liste + der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende des Textes. + ] + + + + + VIRIBUS UNITIS. + + + Wie könnte + die + EUROPÄISCHE CULTUR + nach + Bosnien verpflanzt werden? + + + Von + Dr. Josef Neupauer. + + + WIEN, 1884. + Im Selbstverlage des Verfassers. + + + Buchdruckerei von Heinrich Feitzinger & Co., Teschen. + + + + +I. + +Behufs Civilisirung und wirthschaftlicher Hebung des Occupationsgebietes +auf der Balkanhalbinsel wird folgender Vorschlag gemacht. + + +Es wird eine Actiengesellschaft mit einem Actiencapitale von 30 +Millionen Gulden unter der Firma »Zadruga« mit dem Sitze in Wien +gebildet; die Actien lauten auf den Betrag von 200 fl. und auf den +Inhaber. Es werden zunächst 40% des Actiencapitals eingezahlt und die +weiteren 60% nach Massgabe des Bedürfnisses eingefordert. Nach voller +Einzahlung des Actiencapitals können mit Genehmigung der Regierung +Prioritäten bis zum Maximalbetrage von 60 Millionen ausgegeben werden. + +Das Verwaltungsgebiet der occupirten Länder garantirt die Rückzahlung +des Actiencapitals sammt 5% Interessen innerhalb 50 Jahren. + +Der »Zadruga« wird das Recht eingeräumt, auf dem Occupationsgebiete ein +im voraus festgesetztes, zusammenhängendes Terrain bis zur +Maximalausdehnung von 250 Quadrat-Meilen dergestalt successive, +nöthigenfalls durch Expropriation zu acquiriren, dass nicht nur aller +Grund und Boden, sammt Häusern, Bergwerken und Industrie-Etablissements, +sondern auch alle Communicationen, Strassen, Wasserwege etc., etwa mit +Ausnahme der bereits bestehenden Eisenbahnen, in deren Privateigenthum +übergehen. Von diesem Rechte macht die »Zadruga« zunächst nur einen +begrenzten Gebrauch und erweitert die Erwerbungen durch freien Handkauf +und nöthigenfalls Expropriation nach Massgabe der materiellen, +moralischen und civilisatorischen Erfolge, welche sie erzielt. + +Die Regierung hält auf dem Gebiete der »Zadruga« mit Ausnahme einer +Anzahl von Regierungscommissären weder Verwaltungs- noch Justiz- noch +Finanz-Beamte, befreit das ganze Gebiet von jeder Art von Steuern und +sonstigen Auflagen und bezieht dafür aus den Ueberschüssen der +Verwaltung einen Pauschalbetrag, welcher mit 10 fl. pr. Kopf der +jeweilig am 31. December des Vorjahres im Gesellschaftsgebiete +conscribirt gewesenen Bevölkerung berechnet wird, welcher Pauschalbetrag +aber von 5 zu 5 Jahren um je einen Gulden pr. Kopf steigt, somit im +letzten Decennium der Concessionsdauer 19 fl. pr. Kopf erreicht. + +Auch fällt dem Staate, beziehungsweise dem Lande, nach Amortisation des +Gesellschaftscapitals sammt Zinsen oder gegen Rückzahlung des noch +aushaftenden Actiencapitals sammt Zinsen das ganze immobile und mobile, +im occupirten Terrain investirte Vermögen der Gesellschaft zu. + +Macht die Regierung von der Einlösung vor Ablauf von 20 Jahren Gebrauch, +so ist das Capital mit sechs ein halb Perzent zu refundiren. + +Erfolgt die Einlösung später, so hat die Regierung zwar nicht für mehr +als 5% Zinsen aufzukommen; die mit ihrer Genehmigung vertheilten höheren +Dividenden werden aber nicht zurückerstattet. Die Regierung bestimmt den +Zeitpunkt, von welchem ab die Actien durch Verlosung eingezogen werden, +und den Verlosungsplan, sowie die bei der Verlosung zu beobachtenden +Formalitäten. + +Von dem Ueberschusse der Verwaltung, nämlich der Gesammtjahresproduction +abzüglich der Verwaltungskosten und des Steuerpauschales dürfen +keinesfalls mehr als sechs Perzent des Stammcapitals und die laufende +Amortisationsquote herausgezogen werden. + +Die sonstigen Ueberschüsse müssen unbedingt, auf Verlangen der Regierung +aber auch der Mehrgewinn von 1 Perzent zur Ausdehnung des Unternehmens, +zur Hebung der materiellen Lage und der intellectuellen und moralischen +Qualität der Bewohner, zur Vermehrung des Viehstandes, Hebung der +Landwirthschaft, Aufschliessung der Bergschätze und Begründung jener +Industrieen, welche die Deckung des heimischen Bedarfes und die +exportfähige Verarbeitung der Landesproducte ermöglichen, verwendet +werden. + +Innerhalb der ersten zwei Jahre wird gestattet, die fünfperzentige +Verzinsung des Actiencapitals dem Capitale zu entnehmen, da diese beiden +Jahre zur Vorbereitung des Unternehmens erforderlich sind. + +Die Vertragsabschlüsse der »Zadruga,« sowie der Betriebsplan der +Unternehmung, die Ernennung der Oberbeamten, die Aufstellung der +Jahresbilanz und die Gewinnvertheilung bedürfen der Genehmigung der +österreichischen Regierung und ist hier, sowie überall in dieser Schrift +unter der österreichischen Regierung die gemeinsame Regierung und ihr +Verwaltungsapparat verstanden. + +Auch die Belastung des gesellschaftlichen Gebietes und die sonstige +Contrahirung von Schulden bedarf der Regierungsbewilligung. + +Die eigentliche Betriebsleitung ist nach Bosnien zu verlegen. + +Bezüglich der Aufrechthaltung der Ordnung und Ruhe, bezüglich der +Volksschule und der Volkserziehung, der sanitären Einrichtungen, dann +bezüglich der Communicationen, Schutzbauten gegen Elementarschäden und +der rationellen Einrichtung der Wald- und Feldcultur werden die +weitestgehenden Anforderungen an die Gesellschaft gestellt und hat sie +alle Anordnungen der Regierung, soweit sie durch die verfügbaren Mittel +erfüllbar sind, bei Verlust der Concession und eines entsprechenden +Theiles des Actiencapitales zu vollziehen. Auch wird sich die Regierung +unter gewissen Voraussetzungen die Sequestration des gesellschaftlichen +Vermögens vorbehalten. + +Zur Sicherstellung der Erfüllung der von der Gesellschaft der Regierung +gegenüber übernommenen Verbindlichkeiten steht es der Letzteren frei, +das Pfandrecht bis zur Höhe eines Betrages von zehn Millionen Gulden auf +dem beweglichen und unbeweglichen Besitze der Gesellschaft in der den +Landesgesetzen entsprechenden Form zu erwirken. + +Die Beziehungen der Gesellschaft zur Bevölkerung werden im administrativen +Wege geregelt und entschieden, ebenso die familienrechtlichen Beziehungen +der Einwohner untereinander und Verbrechen und Vergehen, welche nicht +der disciplinaren Ahndung durch die Gesellschaftsorgane nach Analogie +der Uebertretungen von Unmündigen und der Ordnungswidrigkeiten von +Dienstleuten überlassen bleiben, werden von den Gerichten der +angrenzenden Gebiete abgeurtheilt, auch die Strafen dort abgebüsst und +vollzogen. + +Einer besonderen Vereinbarung mit der »Zadruga« bleibt die Feststellung +der Bedingungen vorbehalten, unter welchen sie sich innerhalb gewisser +Grenzen verpflichtet, Findlinge, Waisen und erwerbsunfähige Bewohner des +österreichisch-ungarischen Gebietes gegen mässiges Entgeld in Erziehung +und beziehungsweise Verpflegung zu übernehmen, sowie auch +besserungsfähige, besonders jugendliche Verbrecher aus diesen Ländern +aufzunehmen, für welche der Strafvollzug während der Dauer ihres +Aufenthaltes im Gebiete der »Zadruga« und unter der Voraussetzung eines +tadellosen Verhaltens aufgeschoben bleibt und welchen nach Ablauf einer +gewissen Zeit die Strafe ex lege erlassen ist. + +Von jenen Spirituosen, welche bei der Erzeugung einer indirecten Abgabe +unterworfen sind, hat die »Zadruga« weder bei der Erzeugung noch beim +Consum auf ihrem Territorium eine Abgabe zu entrichten. Selbe ist nur +von dem aus ihrem Gebiete ausgeführten Producte zu erheben. Dagegen +werden ihr die indirecten Abgaben und die Finanzzölle von den zum Consum +auf ihr Gebiet eingeführten Artikeln vergütet. + +Bei der genauen Buchung der Production und Consumtion auf dem +Gesellschaftsgebiete wäre die Controlle eine vollkommen ausreichende. + +Für die Beförderung von Personen und Frachten auf den Communicationen +des gesellschaftlichen Gebietes im Durchzugsverkehr hat die Gesellschaft +zu sorgen und sind ihre Gebührentarife an die Genehmigung der Regierung +gebunden. + +Die Verträge mit fremden Ansiedlern müssen der österreichischen +Regierung zur Genehmigung vorgelegt werden und wird deren Erfüllung +seitens der Gesellschaft von der Regierung im administrativen Wege +erzwungen. + +Die Gesellschaft hat auch für jene Anordnungen, welche die +Arbeitsleistung der Bewohner, die Art ihrer Erzwingung und die +Aufrechthaltung der Disciplin betreffen, die Genehmigung der +österreichischen Regierung einzuhohlen. + +Entehrende und grausame Strafen sind ganz und gar ausgeschlossen und +haben sich die Strafen auf Entziehung von Tabak und geistigen Getränken, +Versetzung in eine geringere Classe von Arbeitern, zwangsweise +Versetzung an einen anderen Aufenthaltsort oder zu schwereren und +unbeliebteren Arbeiten, Vorenthaltung der Heiratsbewilligung auf eine +Reihe von Jahren, bei besoldeten Arbeitern ausserdem auf Confiscation +eines Theiles des gutgeschriebenen Lohnes, endlich Ausweisung aus dem +Gebiete der »Zadruga« zu beschränken. + +Mit Rücksicht auf die privatrechtliche Natur des Besitzes der +Gesellschaft kann Niemand ein unbedingtes Recht des Aufenthaltes +erwerben, ausgenommen durch Leistung der gesetzlich geregelten Arbeit +durch die ganze Dauer der Arbeitsfähigkeit. + +Confiscation des gutgebuchten Lohnes und strafweise Ausweisung setzt im +Falle des Einspruches des Betreffenden die Bestätigung der +österreichischen Verwaltungsorgane voraus. + +Die Entlohnung der Arbeit erfolgt in der Regel durch Naturalleistungen, +welche aber nicht nur die materielle Versorgung, sondern auch die +Erhaltung der Familie, die Befriedigung der geistigen und moralischen +Bedürfnisse und die Altersversorgung in sich begreifen. + +Insoferne durch Vertrag auch ein Lohn in Geld bedungen ist, wird +derselbe gutgeschrieben und kann dessen Auszahlung in Baarem nur unter +der Voraussetzung gefordert werden, dass der Betreffende das Gebiet +sammt seinen nicht mehr erwerbsfähigen Familiengliedern verlässt und auf +Altersversorgung verzichtet. + +Nimmt der Berechtigte aber die Altersversorgung für sich und jene +Verwandten in Anspruch, für die er selbst zu sorgen hat, so muss er sich +über eine Entschädigung, die aus seinem Guthaben zu leisten ist, mit der +Gesellschaft verständigen, der es übrigens frei steht, ein solches +Uebereinkommen abzulehnen und nach vorhergegangener Kündigung das +Arbeitsverhältniss zu lösen, in welchem Falle die Auszahlung des +Guthabens unter obiger Bedingung zu erfolgen hat. + + + + +II. + + +Es frägt sich nun, ob sich die Concessionirung einer solchen +Gesellschaft mit den oben geschilderten Rechten vom rechtlichen, +socialen, politischen und finanziellen Standpunkte rechtfertiget und wie +das Capital beschafft werden kann. + +Vom gesetzlichen Standpunkte ist die Concessionirung sicherlich +statthaft, da die Expropriation in allen modernen Gesetzgebungen +gestattet ist, wo das öffentliche Interesse in Frage kommt. + +Das öffentliche Interesse ist aber offenbar und handgreiflich vorhanden, +wenn durch obige Einrichtungen das Wohl von Hunderttausenden von +Menschen, die materielle und geistige Cultur und die Wohlfahrt im Lande +gehoben werden kann, wenn sie ein Mittel ist, die masslose Ausbeutung +der Arbeit durch das Capital, die moralische und physische Verderbniss +der Bewohner des von der Expropriation getroffenen Gebietes +hintanzuhalten und andere Theile des Landes von gefährlichen Elementen +zu reinigen. + +Die Expropriation ist insbesondere durch folgende Betrachtung +gerechtfertiget. + +Das Land braucht vor Allem ein Netz von guten Communicationen. + +Diese und die Production stehen aber im innigsten Zusammenhange. Wo die +Production zurückbleibt, braucht man keine Communicationen, +beziehungsweise sind die Mittel dazu nicht aufzubringen. + +Wo aber Communicationen fehlen, kann die Production sich nicht heben. +Würde die Regierung die Communicationen in systematischer Weise auf +Kosten des Landes bauen, so würde Grund und Boden enorm im Werthe +steigen und der Reichthum und die Macht der wenigen Grundbesitzer +ausserordentlich erhöht werden, was vom politischen ebenso, wie vom +socialen Standpunkte verkehrt wäre. Baut man aber nur einige +Militärstrassen, so fehlt es denselben an Zufahrtsstrassen und sie haben +einen geringen wirthschaftlichen Werth. Daher nun sehen wir, dass in +Nordamerika die Landspeculation und die Schienenwege in Verbindung +gebracht sind, wodurch es möglich wird, die Eisenbahnen durch unbewohnte +Wildnisse zu führen und findet die Eisenbahngesellschaft dabei ihre +Rechnung im Verkaufe der früher vom Staate billig erworbenen Ländereien. + +Die Losung ist daher, zuerst Communicationen, dann Urbarmachung der +Ländereien und Erhöhung ihrer Cultur. Aber wo es in der Cultur +zurückgebliebene eingeborene Einwohner gibt, muss man noch weiter gehen +und die Ländereien nicht verkaufen, sondern durch eine längere Periode +selbst bewirthschaften. + +Vom socialen Standpunkte ist die befürwortete Massregel gewiss +gerechtfertigt. + +Es ist Bosnien noch ein von der Cultur nicht belecktes Land und wenn man +daran geht, es der Cultur entgegenzuführen, ist es gewiss erwünscht, von +Haus aus im administrativen Wege vorzusorgen, dass jene Auswüchse +verhindert werden, die mit unseren wirthschaftlichen Einrichtungen im +Allgemeinen verbunden sind und gegen welche, wenn sie einmal einreissen, +kaum mehr Abhilfe gefunden werden kann. + +Diese Länder stehen am Anfange einer wirthschaftlichen Entwicklung, +deren Ende erfahrungsgemäss krasser Luxus und Ausschweifung neben +grenzenlosem Elende ist und würde man es der Regierung gewiss Dank +wissen, wenn sie dem Capital zu diesem Lande den Weg nur unter der +Bedingung eröffnet, dass es dasselbe mit mässigem Gewinn befruchtet und +den Nutzen mit dem Arbeiter redlich theilt. Dass auf diese Weise nicht +nur das Land, sondern auch das Volk rasch der Cultur gewonnen wird, ist +nicht zu bezweifeln. + +Die Socialwissenschaft verspricht Ausserordentliches von der +Organisation der Arbeit und wenn auch der Erfolg im Voraus nicht +ermessen werden kann, so ist doch wahrscheinlich, dass die Gesellschaft +jedem Bewohner bei mässiger Arbeit eine gesunde und reinliche Wohnung, +reichliche Kleidung, endlich eine reichliche und vortrefflich bereitete +Nahrung in öffentlichen Speisehäusern wird bieten können, dass an die +Stelle elenden Brantweines gutes Bier und Wein treten wird, dass die +Arbeiter guten Tabak rauchen, dass alle Arbeiten durch Maschinenbetrieb +erleichtert werden. + +Die Einwohner werden sich dann erst als Menschen fühlen können. + +Die freie Zeit soll dem Arbeiter zur Erholung und geistigen Anregung +dienen; man wird Spiele und Belustigungen, Schaustellungen aller Art +einführen, die der Auffassung des Volkes entsprechen und Jedermann +unentgeldlich offen stehen, man wird womöglich die traditionelle +Volkspoesie entwickeln, den Gesang und den nationalen Tanz und +dergleichen fördern und Allem schrittweise ein civilisirteres Gepräge zu +geben trachten; man wird in Ermangelung anderer Zerstreuungen des Abends +vom Priester, Arzt oder Lehrer Vorträge halten lassen, die anregen und +belehren, zugleich aber erziehlich einwirken und das Volk daran erinnern +sollen, wie seine Zustände sich verändert haben und um wie viel +glücklicher unter der väterlichen Fürsorge des Kaisers sie sich +gestalten als in anderen, viel reicheren Ländern und wird es bald +möglich sein, den Eindruck solcher Belehrungen durch kleine +theatralische Productionen zu verstärken. + +Diese Vorschläge mögen befremdend erscheinen, wenn wir aber an das panem +et circenses der Römer, die Aufgabe der Aedilen und Anderes denken, was +auch in alten Zeiten die Staatsklugheit ersonnen hat, so wird man +finden, dass in den angedeuteten Richtungen nichts so unbedeutend ist, +dass man es geringachten könnte. Man wird aber auch finden, dass man +heute zu Tage, bei dem enorm gesteigerten Ertrag der Arbeit und der +vorgeschlagenen Einschränkung des Capitalgewinnes ganz Ausserordentliches +wird bieten können. + +Dagegen tauscht man ein: Ablieferung der Waffen, Conscription der +Bevölkerung, Beaufsichtigung jedes Einzelnen, Unausführbarkeit der +Revolte und des bewaffneten Widerstandes, unausgesetzte Bearbeitung des +Volkes zu Gunsten der kaiserlichen Regierung, der für Alles das +Verdienst vindicirt wird. + +Es ist nicht zu bezweifeln, dass die Zivilisirung des Volkes in Bosnien +auf diese Weise leicht und rasch ausführbar erscheint, sonst aber +schwerlich erreicht wird. Es ist dabei in Betracht zu ziehen, dass der +Slave mehr als eine andere Nation zur Vergesellschaftung neigt und den +Individualismus zu opfern bereit wäre. Es ist das vorgeschlagene System, +besonders, da das Gesellschaftseigenthum schliesslich dem Staate, also +dem Lande anheim fällt, eine Art von Ausdehnung des Systemes der +Zadruga, wovon die Firma der Gesellschaft entlehnt ist. + +Die Zadruga zeigt in ihrer Verfassung schon eine Fortentwicklung über +den Begriff der Familie in germanischen und romanischen Ländern hinaus, +da sie eine Vereinigung mehrerer verheirateter Familienglieder unter +einem gemeinsamen, oft gewählten Oberhaupte darstellt, welche gemeinsamen +Haushalt, meist mit Ueberlassung der Hauswirthschaft an die nach +gewisser Reihenfolge sich ablösenden Frauen, führt. Freilich bleibt da +noch Antheil des Einzelnen am Stammvermögen und Erbrecht aufrechterhalten. +Es liegt der Einrichtung aber ein wesentlich wirthschaftlicher Gedanke +zu Grunde und ist die Aufnahme Fremder in die Hauscommunion statthaft. +Wo das System der Zadruga in Bosnien und der Herzegowina verbreitet ist, +müsste man von jeder Expropriation auf lange hinaus absehen und die +Aufmerksamkeit darauf richten, den freien Beitritt zu erlangen, was +Anlass zur Begründung einer Art von Patriciat geben würde, welches auch +durch Einkauf und Verleihung erworben werden könnte und gewisse +Vorrechte in sich schliessen würde. + +Es würden nämlich ohne Zweifel jüngere Glieder der Familien, vom Neuen +angelockt, im gesellschaftlichen Gebiete vorübergehend Dienste nehmen +und in die Hauscommunion zurückgekehrt, für den Anschluss Propaganda +machen. Die Expropriation würde sich daher auf den Grossgrundbesitz der +Mahomedaner beschränken und auf politisch sehr gefährliche Elemente, +welche keinen Anhang im Lande haben. Die Ausdehnung des +gesellschaftlichen Territoriums würde mit der Zeit auch durch das System +der Confiscation gefördert werden können, welches besonders bei Aufstand +oder staatsgefährlichen Umtrieben andere, grausame und doch unwirksame, +Strafen zu ersetzen hätte. + +Der Beitritt von Hauscommunionen würde mittelst Verträgen erfolgen, +welche nur allgemein geltende grundsätzliche Bestimmungen enthielten, +deren Natur erst festgestellt werden könnte, nachdem genügende +Erfahrungen gemacht worden. + +Politisch ist die vorgeschlagene Massregel für den Fernerblickenden +gewiss von unleugbarem Nutzen. Es ist nicht nur auf keine Weise der +Regierungszweck, nämlich die Förderung des Volkswohles, besser und +schneller zu erreichen, sondern im Falle des Gelingens des Unternehmens +hätte Oesterreich die mit der Uebernahme des europäischen Mandats +verbundene Aufgabe in ehrenvoller Weise gelöst und seinen Beruf +documentirt, auf der Balkanhalbinsel weitere Erwerbungen zu machen. + +Ja, nachdem höchst wahrscheinlich die rasche Ausdehnung der +gesellschaftlichen Besitzungen durch Freihandankauf eine natürliche +Folge des wirthschaftlichen Uebergewichtes sein wird, welches die +Gesellschaft bald erlangen muss, braucht man nur darauf zu dringen, dass +die Gesellschaft als Industrie- und Handelsgesellschaft in der Türkei +und den anderen Balkanstaaten zum Geschäftsbetriebe, selbstverständlich +ohne irgend welche Privilegien, zugelassen wird, um indirect auch auf +solche Gebiete die Hand zu legen, die der österreichischen Verwaltung +noch nicht unterstehen. + +Es ist die grosse civilisatorische Aufgabe ins Auge zu fassen, welche +die Geschichte Oesterreich gestellt zu haben scheint. + +Wie einerseits der Stern Oesterreichs kurze Zeit zu erbleichen schien +und in den letzten Jahren doch auf's Neue zu Tage tritt, welch' wichtige +Stelle Oesterreich im europäischen Staatencomplexe einnimmt, haben +andererseits nur kurze Zeit Ideen und volkswirthschaftliche Theorien +regiert, mit welchen sich Oesterreich nur schwer abfinden konnte. Es +sind das der wirthschaftliche und politische Liberalismus und das +Nationalitäten-Princip. Diese Principien haben in überraschend kurzer +Zeit abgewirthschaftet und der Staatskunst stehen Aufgaben bevor, in +welchen gerade nur Oesterreich eine leitende Rolle zu übernehmen berufen +ist. Der Freihandel hat Bankerott gemacht, der Industrialismus droht +England zu ruiniren und man kommt allgemach zur Erkenntniss, dass die +Nationalökonomie viel mehr auf Grund und Boden einerseits und auf +tüchtiges Menschenmaterial andererseits, als auf Freihandel und +übertriebenen Industrialismus zu fundiren ist. + +Dadurch gelangen Agrarstaaten zu höherer Bedeutung. Die Industrie als +Mittel, die Nachbarvölker auszubeuten, kann als allgemeiner +wirthschaftlicher Factor offenbar nicht gedacht werden, denn wo Alles +ausbeutet, kann doch nur eine Paralisirung der Bestrebungen Aller sich +ergeben. + +Aus diesem Grunde lässt sich England nicht copiren und von der +schrankenlosen industriellen Production kein Heil erwarten. + +Dagegen ist die staatlich geschützte und organisirte Industrie, welche +sich nicht die Aufgabe stellt, Reichthümer aus den Nachbarstaaten zu +ziehen, sondern dem Volke durch eigene Arbeit die Bedingungen höherer +materieller und geistiger Wohlfahrt zu schaffen und nur das zu +exportiren, was zum Austausch für nothwendige Güter erforderlich ist, +die im Inlande nicht oder nicht mit Vortheil beschafft werden können, +allerdings ein wirthschaftlich wichtiger Factor; diese Industrie ist +aber bei gehörigem Schutze immer und überall binnen Kurzem zu schaffen, +wo jungfräulicher Boden und gesunde Bewohner, von einer starken aber +wohlwollenden Regierung geleitet, vorhanden sind. + +Ebenso haben aber die constitutionellen Einrichtungen und der politische +Liberalismus Bankerott gemacht. Man ist zur Ueberzeugung gekommen, dass +die Parlamente nur dem Parteikampfe und den Sonderinteressen gewisser +Classen dienen, dass sie niemals den Charakter einer eigentlichen +Volksvertretung haben und dass die constitutionellen Regierungen alle +Hände voll zu thun haben, um das Volk und das Staatsinteresse gegen die +Vertretungskörper in Schutz zu nehmen. Die weitaussehenden Pläne der +Politik, welcher doch Alles unterzuordnen ist, gestatten ihrer Natur +nach ohnehin keine Verhandlung mit den Parlamenten. Es ist also das +parlamentarische Regime nichts als ein Hemmschuh für alles Heilsame und +eine Gefahr für die wahren Staatsinteressen. + +Das Nationalitätenprincip ist ebensowenig mit dem österreichischen +Staatsinteresse verträglich, wie der Industrialismus und das +constitutionelle Princip und auch der Nationalitätenschwindel hat sich +schon ausgelebt, da die Arbeiterverbindungen, welche als politische +Factoren aufzutreten beginnen, sich international constituiren und da +andererseits die staatenbildende Kraft des Nationalitätenprincips +erschöpft, die geschichtliche und culturelle Aufgabe dieses Princips +gelöst ist und grössere staatliche Veränderungen unter dem Drucke dieses +treibenden Elementes nicht mehr zu erwarten sind. Da ist es nun klar, +dass Oesterreich bestimmt ist, eine führende Rolle in der politischen +und wirthschaftlichen Entwicklung Europas zu nehmen. + +Es steht an der Grenze der europäischen Cultur, an der Grenze der +constitutionellen Staaten, es lehnt sich an Gebiete, welche einer +einseitigen industriellen Entwicklung noch nicht verfallen sind, welche +für Cultur empfänglich und an verfassungsmässige Zustände noch nicht +gewöhnt sind, es ist Oesterreich berufen, den Nationalitätenhader ad +absurdum zu führen und demnach auch mehr als ein anderer civilisirter +Staat in Europa berufen, sich über seine eigenen Grenzen auszudehnen +(was aus nationalen Antrieben hervorgegangene Staaten nur im +beschränkten Masse vermögen, daher ihnen welthistorische Missionen +verschlossen sind), und das an Schätzen reiche, den nordamerikanischen +Territorien verwandte Gebiet nicht nur der europäischen Türkei, sondern +aller Staaten der Balkanhalbinsel in seinen Machtbereich zu ziehen. Nur +Oesterreich kann die Staatsform für ein Gebiet finden, welches von +nationaler Einheit absehen, auf welchem daher die directe Fürsorge des +Monarchen für das Wohl des gemeinen Mannes allem Geschrei nach einer +Repräsentativ-Verfassung ein Ende machen muss. + +In fernerer Zukunft, und wenn sich das Land vom auswärtigen Capitale +unabhängig gemacht hat, wird es wohl Zeit sein, dem Volke auch eine +Verfassung zu geben, welche aber bei der Vereinfachung aller +Verhältnisse und der Gleichheit aller Bewohner ein eigenartiges, von der +Interessenvertretung grundverschiedenes Gepräge haben müsste. + +Der oben erwähnte Beitritt zahlreicher Hauscommunionen würde dahin +führen, dass sich eine Art von Selbstverwaltung und gewisse politische +Rechte herausbilden würden. Das Volk würde wohl begreifen, dass die +Befugnisse des Starĵesina der Gesellschaft dauernd übertragen werden +müssten, weil ihr mobiles Vermögen und die ihr zur Verfügung stehenden +intellectuellen Kräfte einen Erfolg ermöglichen, den eine kleine +Hauscommunion nie erzielen kann. Dadurch würde nun aber auch das +Familienerbvermögen entfallen und die beitretende Familie würde sich nun +als Ersatz dafür das Bürgerrecht bedingen, welches der Familie dieselbe +Sicherheit und höheren Genuss böte, als das dafür hingegebene Vermögen. +Das Bürgerrecht, dessen man nur durch Verbrechen verlustig gehen könnte, +würde das Heimatsrecht und die damit verbundene Versorgung der Kranken +und Arbeitsunfähigen, ferners das Recht in sich schliessen, Wohnsitz und +Beruf nicht ohne freie Wahl zu ändern, an der Controlle Theil zu nehmen +und für den Fall der Herausbildung verfassungsmässiger Zustände bei den +Volksabstimmungen das Stimmrecht auszuüben. Fremde Ansiedler würden von +diesem Zeitpunkte ab nur mit Zustimmung der Bürger vorübergehende +Aufnahme oder Aufnahme als Bürger erlangen können und zwar gegen +Einkauf, für dem Volke geleistete Dienste oder nach einem vieljährigen +Aufenthalte als Arbeiter im Lande bei tadelloser Aufführung. + +Im Falle der Einführung einer Verfassung -- jedenfalls erst nach +Abfertigung der Gesellschaft -- wäre der bis dahin zur Entwicklung +gelangte administrativ-wirthschaftliche Zustand als der gesetzliche zu +erklären, der ohne Beistimmung des Kaisers und Volkes nicht verändert +werden kann. Es wäre directe Volksabstimmung und Discussion der +Landesangelegenheiten in einem allgemein verbreiteten Regierungsblatte +in's Auge zu fassen. + +Die Länder des Balkans galten für nichts, so lange man den Werth von +Grund und Boden verkannte und alles auf Handelsbeziehungen und +Industrieen gab, welche nur langsam und ohne directen staatlichen +Einfluss in's Leben gerufen werden können. + +Amerika zeigt uns, was selbst nicht organisirte Thatkraft leisten kann, +wenn die jung aufstrebende Industrie staatlich geschützt ist. + +Für eine solche Politik würde das Gebiet der »Zadruga« als +Versuchsstation dienen, dort würde sich unter der Firma einer anonymen +Gesellschaft erproben lassen, was durch staatlich organisirte Production +erreichbar ist und bringt man es dahin, dass der Strom europäischer +Auswanderer nicht nach Amerika, sondern unter das Banner Oesterreichs +flüchtet, dann kann dieses ohne Besorgniss an der Seite Deutschlands +eine active Rolle übernehmen, die es bisher immer von der Hand gewiesen +hat. + +Die Gesellschaft böte der Regierung den Vortheil, dass etwaige +Missgriffe ihr Ansehen nicht beeinträchtigen und dass die Schuld des +allfälligen Misslingens, vor der Welt auf die Gesellschaft fiele. Man +könnte daher auch leichter wieder den betretenen Weg verlassen, wenn er +sich als unvortheilhaft erwiese und das gesellschaftliche Eigenthum +veräussern oder verpachten oder nach der gewöhnlichen Art mit +Lohnarbeitern bewirthschaften. + +Wenn nun aber fernere politische Ziele auf eine Massregel von scheinbar +geringerer Bedeutung hinweisen, so ist doch andererseits dafür zu +sorgen, dass näher liegende Interessen nicht gefährdet werden und da +eine Expropriation in etwas grösserer Ausdehnung Anstoss bei der +Bevölkerung erregen könnte, müssten wohl sorgfältige Erhebungen voraus +gehen. Es wäre daher nicht nur die künftige Organisation des zu +expropriirenden Territoriums zunächst nur nothdürftig zu enthüllen, +sondern auch zu versuchen, ob nicht ein Gebiet in genügender Ausdehnung +im Wege der Verhandlung allenfalls gegen Actien zu erwerben wäre. Der +Widerstand Einzelner ist nicht mehr zu fürchten, sobald Erfolge erzielt +sind und der massgebende Theil des Volkes, nämlich der numerisch und +physisch stärkere, Vertrauen in die Absichten und die Kraft der +Regierung gewonnen hat und die angrenzenden Grundeigenthümer zur +Erkenntniss kommen, dass sie wegen Mangels an Communicationen und +Capital, höherer Ansprüche der Arbeiter und Unvermögenheit, die +Organisation der »Zadruga« nachzuahmen, nicht concurriren können. + +Die Beschaffung eines grösseren, durchaus arrondirten, Gebietes ist aber +zur Garantirung des Erfolges unbedingt nothwendig. + +Der Widerstand der Bevölkerung wird übrigens nicht sehr in's Gewicht +fallen. Wenn der Verfasser recht berichtet ist, würde die Gesellschaft +zunächst auf die Besitzungen mahomedanischer Begs zu reflectiren haben, +die über beträchtlichen Grundbesitz verfügen. Diese Begs dürften zum +Theil auswanderungslustig sein und jedenfalls hat man nichts von den +Christen zu besorgen, wenn man gegen die der Zahl nach geringen +türkischen Einwohner mit der Expropriation vorgeht. Auch wäre es +erwünscht, wenn die Mahomedaner sich nach und nach aus Bosnien +zurückzögen, da die Verwaltung einer christlichen Regierung sich auf die +Dauer mit dem mahomedanischen Elemente nicht verträgt. Ihr Abzug würde +die Administration vereinfachen und eine Frage lösen, welche in nicht zu +ferner Zukunft sehr unbequem werden könnte. Andererseits würde die neue +Einrichtung, welche es Jedem ermöglicht, seinen Unterhalt überall zu +finden, wo die Gesellschaft herrscht, auch eine räumliche Sonderung der +Griechen und Katholiken ermöglichen, was für die Verwaltung unläugbar +ein grosser Gewinn wäre. + +Soweit die Verhältnisse in Bosnien bekannt sind, würde eine +Administration, welche auf volkswirthschaftlichem Gebiete ihre nächsten +Erfolge anstrebt, unläugbar das Volk bald moralisch erobern. Elemente +für eine grossartige Production sind genug vorhanden. Das Land ist +von überschwenglicher Fruchtbarkeit und Mannigfaltigkeit und ebenso +vielversprechend ist die Bevölkerung, die nur zum geringeren Theile +indolent und arbeitsunlustig ist, wogegen viele Stämme an Fleiss +und selbst mannigfaltigen, für das Kunstgewerbe verwendbaren, +Geschicklichkeiten nicht leicht übertroffen werden können. Mahomedaner +und Arnauten müssen, zunächst wenigstens, zurückgedrängt, die Griechen +vom Aberglauben und Schacher abgezogen werden und bald wird das Volk +fühlen, dass es unter den neuen Verhältnissen gewissermassen nur einen +unsichtbaren Herrn über sich hat, was dem Selbstgefühle der Bewohner +nicht empfindlich ist, dass aber doch nur der Einzelne für die +Gesammtheit arbeitet und sorgt, eine den Slaven, besonders den Südslaven +congeniale Verfassung der Zustände. Wenn das Alles von selbst +herankömmt, nicht verlangt und bewilliget, sondern wie ein Segen, den +die Zeit mit sich bringt, so wird es ohne jede Unordnung und Kampf +abgehen. Der griechische Priester ist glücklicher Weise arm und daher +bestechlich. Fühlt er, dass er mit der Gesellschaft rechnen muss, bietet +sie ihm, was sie als Verwalterin der Gesammtproduction leicht thun kann, +mehr als das Volk ihm bieten könnte, so wird er predigen, was man ihm +vorschreibt. Er wird sachte den Aberglauben ausrotten helfen und den +gläubigen Sinn des Volkes der österreichischen Regierung dienstbar +machen. Hierin muss man allerdings ein wenig Geduld haben und dafür +sorgen, dass die Popen aus solchen Elementen hervorgehen, welche eine +entsprechende Erziehung in Oesterreich genossen haben. Das ist eine +blosse Geldfrage zwischen der österreichischen Regierung einerseits und +den Klöstern und Bischöfen andererseits und das Geld liefert eben die +Gesellschaft. + +An die Gebräuche und Gewohnheiten des Volkes muss man selbstverständlich +überall anknüpfen, das Bessere nicht ohne Noth aufdrängen, sondern der +natürlichen Wahl des Volkes überlassen, wo immer man auf einen +wahrscheinlichen Erfolg rechnen kann. Eine Art von Luxus, einen Wunsch +nach Verbesserung der materiellen Lebensbedingungen, soweit selbe durch +organisirte Arbeit erreichbar ist, muss man einbürgern, wo man +civilisiren will und bald wird sich zeigen, dass, was die Beamten und +Functionäre, ihre Frauen und Kinder geniessen, die Nachahmung weckt und +zeigt sich, dass die Gesellschaft vorbereitet ist, Jedem, der sich in +die Verhältnisse schickt, gleiche Vortheile zu bieten, so wird sich bald +ein Wetteifer entwickeln, der den Regierungszwecken entgegen kömmt. Es +wird sich schliesslich jede Gemeinde als eine Familie betrachten, man +wird die Bürgermeisterstellen den Aeltesten der angesehensten Familien +übertragen und dergestalt eine wirthschaftliche Verfassung auf +patriarchalischer Grundlage errichten, die als organisch aus dem Volke +hervorgegangen einen ganz volksthümlichen Charakter annimmt. Dabei +bildet der Organismus der Production, das Aufeinanderangewiesensein der +entferntesten Gemeinden durch Theilung der Arbeit und das Aufhören eines +jeden Handels eine nur durch die Gesellschaft verkörperte Vereinigung, +einen Kitt, der die Familienbeziehung schliesslich über die Grenzen der +Gemeinde hinaus erweitert und da ja doch für den Denkenden jede +politische Frage nur eine Magenfrage ist, wird bald die Politik in der +wirthschaftlichen Einrichtung gänzlich aufgehen und ein Zustand +eintreten, wo unter der Führung des Monarchen Einer für Alle und Alle +für Einen einstehen. + +Die systematische Verdrängung der Mahomedaner durch neugeschaffene +wirthschaftliche Verhältnisse ist ohne Verletzung der bestehenden +Conventionen möglich, sie ist vom humanitären Gesichtspunkt statthaft, +vom politischen vortheilhaft. + +Sollte selbst theilweise die Expropriation gegen die Mahomedaner +eintreten müssen, so würde darin doch keine Verletzung der Convention +liegen, da ja der Oesterreicher selbst in Oesterreich sich die +Expropriation gefallen lassen muss und die Expropriation nicht nur die +Türken sondern auch die Christen beträfe. Der natürliche Gang der +wirthschaftlichen Dinge würde aber bald dahin führen, dass der +verschwenderische und faule Mahomedaner, sobald er aufhört zu herrschen +und als Handelsmann überflüssig wird, verarmt und entweder auswandert, +oder sich glücklich schätzt, wenn die Gesellschaft seine Kinder zur +Erziehung übernimmt. So stürbe der Mahomedanismus aus. Da aber die neuen +Einrichtungen Jedem, der arbeitet, eine menschenwürdige Existenz +eröffnen, kann Niemand es beklagen, dass der faule, grausame und +herrschsüchtige Mahomedaner den Folgen seiner Laster erliegt und im +schlimmsten Falle der Versorgung der Gemeinde oder der Arbeit +anheimfällt. In politischer Beziehung würde dieser Erfolg der +Administration Oesterreich nur Vortheile bringen. Es lässt sich ja doch +die orientalische Frage in populärer Weise nicht anders ausdrücken als +»hinaus mit den Türken«. Nirgends wird man daraus Oesterreich einen +Vorwurf machen. + +Die englischen Staatsmänner, welche der österreichischen Orientpolitik +am Ersten Schwierigkeiten bereiten möchten, würden Beifall klatschen +müssen, da sie vor allen Anderen den Ruf verbreitet haben, dass man die +Türken aus Europa verjagen, die unterjochten Christen ihrer Herrschaft +entziehen müsse. Nur Konstantinopel wird sich dagegen auflehnen, und +einer starken, zielbewussten Politik wäre ein energischer Protest zur +gegebenen Zeit nur willkommen, da sich daran die Weiterführung unseres +Werkes anknüpfen lässt. + +Inwieferne die Expropriation und die Ertheilung einer Zinsengarantie +unter Verpfändung der Hilfsquellen des Landes ausserhalb der bisher +factisch ausgeübten Regierungsgewalt im Occupationsgebiete liegt, ist +dem Privaten nicht leicht zu beurtheilen, allein es kann wohl behauptet +werden, dass die Ausübung eines solchen, bisher nicht in Anspruch +genommenen Rechtes gerade gegenwärtig am ehesten ausführbar erscheint, +da der Einfluss Russlands momentan geschwächt ist, und ist es selbst +abgesehen von anderen Vortheilen politisch, ein solches Recht bei +gelegener Zeit auszuüben, um in den unangefochtenen Besitz neuer +Befugnisse zu gelangen. + +Nicht hoch genug anzuschlagen wäre die voraussichtlich beträchtliche +Vermehrung der Bevölkerung und die Erhaltung, vielleicht auch Erhöhung +der physischen Tüchtigkeit der eingebornen Bewohner für die Wehrkraft +Oesterreichs. Da die gesellschaftliche Erziehung, welche in Wirklichkeit +eine staatliche wäre, von den ersten Kinderjahren an in Krippen, +Kindergärten, Volks- und Gewerbeschulen bis zum Alter der Militärpflicht +auf die Jugend wirken und die militärische Ausbildung vorbereiten würde, +wäre ohne Zweifel ein grosser Gewinn für die politische Machtstellung +der Monarchie von der vorgeschlagenen Organisation zu erwarten. + +Die eigenthümliche Form der vorgeschlagenen Stellung der Regierung zur +Gesellschaft würde es ausführbar erscheinen lassen, zur gelegenen Zeit +das Actiencapital durch Umwandlung in Hypothekarschulden oder eine +bosnische Staatsschuld bedeutend zu reduciren und die verbleibenden +Actien insgeheim für die Regierung aus Fonden einzulösen, welche der +parlamentarischen Controlle entzogen sind. Es könnte dann der +österreichische Fiscus anonym unter der Firma einer Actiengesellschaft +operiren und das Unternehmen ausschliesslich im Staatsinteresse +fortführen. + +Finanziell endlich ist unter der Voraussetzung der gänzlichen +Arrondirung des gesellschaftlichen Gebietes und des Ausschlusses aller +concurrirenden wirthschaftlichen Elemente der Erfolg des Unternehmens +gesichert. Man schätzt heute das österreichische Joch Grund in Bosnien +auf 20 fl., somit eine Quadratmeile auf 200.000 fl. + +Würde die Gesellschaft zunächst 5 Quadrat-Meilen erwerben, bewohnt von +etwa 6-7000 Menschen, so würden Grund und Boden auf eine Million, der +Häuserbesitz auf höchstens drei bis vier Millionen zu stehen kommen und +ein Betrag von sieben Millionen würde reichlich genügen, um dieses +Gebiet für Landwirthschaft, Industrie und Bergbau zu investiren. + +Auf diese Art wäre die zuerst einzuzahlende 40%ge Quote des +Actiencapitales in der Höhe von 12 Millionen zu verwenden. + +Nach zwei bis drei Jahren würde das Experiment so weit erprobt und der +Credit der Gesellschaft so weit gefestiget sein, dass sie ohne Zweifel +von Jahr zu Jahr zehn bis zwanzig, auch dreissig Quadrat-Meilen ihrem +Gebiete einverleiben könnte und in längstens zwölf Jahren dürfte sich +ihr Gebiet auf zwei bis dreihundert Quadrat-Meilen und ihre Bevölkerung +mit Einrechnung der Einwanderer auf etwa eine Million belaufen. + +Sobald eine Organisation geschaffen ist, welche die rasche Assimilation +neuer Gebiete erwarten lässt, wären zunächst noch die aushaftenden 18 +Millionen auf das Actiencapital einzufordern und weiters nach Bedarf +Prioritäten auszugeben. Da mit dem Fortschreiten der Civilisation und +der Industrie im Lande die eigenen Arbeitskräfte nach und nach sicher +ausreichen dürften, die Neuinvestirungen, zum grösseren Theile +wenigstens, zu bestreiten, wird das Gesammtcapital von 90 Millionen an +Actien und Prioritäten wahrscheinlich genügen, um den ganzen Plan +durchzuführen. + +Uebrigens wird auch mit geringerem Capitale eine rasche Erweiterung des +gesellschaftlichen Unternehmens möglich sein. Wo immer Gemeindeeigenthum, +Staatseigenthum oder Religionsfondsgüter sich befinden, wird es sofort +thunlich sein, diese Territorien auf Grund von Pachtverträgen auf 50 +Jahre in den gesellschaftlichen Betrieb einzubeziehen. Die Investirungen +auf den Staatsgütern schaffen gar keine Complicationen, weil das +Gesellschaftsvermögen ohnehin dem Staate zufällt und die Investirungen +auf Gemeinde- und Religionsfondsgütern würden entweder auf den Rückfall +nach 50 Jahren berechnet werden, oder Rechtsfragen schaffen, welche der +Staat nach Ablauf der Pachtdauer nach Belieben ausnützen oder zu Gunsten +der Fonde lösen könnte. + +Auch ausserdem würde sich der gesellschaftliche Besitz rasch vermehren, +ohne dass es nöthig wäre, im ausgedehnten Massstabe zur Expropriation zu +greifen oder grössere Geldmittel zur Erwerbung von Grund und Boden +aufzuwenden. Es wurde schon oben die Wahrscheinlichkeit des Beitrittes +der Hauscommunionen und die Modalitäten dargestellt, wie selber erfolgen +könnte. Man glaubt, dass auch die Priester für diesen Beitritt agitiren +würden und Personen, die die Verhältnisse in Serbien kennen, glauben, +dass sich für das Project unter der serbischen Bevölkerung leicht +Propaganda machen liesse. Dasselbe gilt auch für Bulgarien und wäre es +umso sicherer in Bosnien von Erfolg. Es liesse sich übrigens auch für +die Aufnahme von Hauscommunionen in Serbien und Bulgarien eine Form +finden, wenn auch dort die vermögensrechtlichen Beziehungen zur +Gesellschaft nicht zugleich die politische Administration in sich +schliessen könnten. Der gesellschaftliche Beamte könnte der Regierung +gegenüber immerhin die Stellung des Starĵesina einnehmen. + +Ausländische Arbeiter geringerer Qualität würde man ohne baaren Lohn auf +Kündigung in den Dienst der Gesellschaft aufnehmen und Werkführer oder +Vorarbeiter, Aerzte, Lehrer, fachmännisch gebildete Beamte würden Lohn +oder Gehalt beziehen, der ausser der Naturalverpflegung gewährt und von +Jahr zu Jahr steigen würde, um die Erhaltung der tüchtigen Elemente zu +sichern. + +Von dem Zeitpunkte ab, wo der gesellschaftliche Besitz eine Ausdehnung +von etwa 250 Quadrat-Meilen erreicht hat, soll die Concessionsdauer von +50 Jahren berechnet werden, insofern sich mit der Zeit nicht die +Erspriesslichkeit einer Erweiterung der Concession ergäbe. + +Nehmen wir an, dass 12 Millionen zur Erwerbung und Investirung von fünf +Quadrat-Meilen mit einer Bevölkerung von 7000 Menschen genügen, so +müsste zur Erzielung von sechs Perzent und der laufenden +Amortisationsquote ein Reingewinn von circa 750.000 fl. erreicht werden, +was bei einem Arbeiterstande von etwa 5000 Menschen, einem fruchtbaren +Boden und der so vortheilhaften Organisation der Arbeit und Verwaltung, +gewiss leicht zu erreichen ist. Das umsomehr, nachdem mindestens sieben +Millionen ausser dem erworbenen Immobilarbesitz investirt werden und +deren Verzinsung nicht aus der Arbeits- sondern aus der Capitalsrente +resultirt. + +Wie schon erwähnt, würde man in den beiden ersten Jahren auf einen +pecuniären Ertrag gar nicht rechnen und die Zinsen dem Capitale +entnehmen, was im Handelsgesetze begründet und nichts weniger als +schwindelhaft ist. Es wären das Organisationskosten, die vernünftig +angewendet wären, da es vor Allem gilt, unter den Bewohnern für das +gewiss gesunde und wohlthätige Unternehmen Propaganda zu machen. + +Würde aber die Frage aufgeworfen, wie für später Zinsen und Amortisation +aufgebracht werden sollen, so ist Folgendes zu bemerken. Auf dem Gebiete +der »Zadruga« ist durch die Production vor Allem für den Bedarf der +eigenen Leute reichlich zu sorgen, wobei eben jede Concurrenz +ausgeschlossen ist. Zunächst dann ist daran zu denken, den Markt in +Bosnien und den angrenzenden Gebieten zu erobern, was industriell und +mercantil gleich geringe Schwierigkeiten bietet. Denn da diese Gebiete +bisher ihren Bedarf meist durch Hausindustrie deckten, wird die schon +besser geschulte Industrie der »Zadruga« bald für diesen Markt das +Bessere erzeugen. Mercantil ist aber die Gesellschaft durch die Lage +ihres Gebietes und die darauf berechneten, neu angelegten +Communicationen dabei dem Auslande voraus. + +Im Auslande und besonders in den österreichischen Provinzen würde +die Gesellschaft bald an Holzproducten, vielleicht auch Glas, Obst, +Gartenfrüchten, Schlachtvieh, Leder, erheblichen Absatz finden. Man darf +auch gar nicht daran verzagen, an eine Luxusindustrie zu denken. +Bedeutende Geldeinnahmen und die beste Verwerthung der gesellschaftlichen +Erzeugnisse wären vom reisenden Publicum zu erwarten, welches das Land, +in welchem persönliche Sicherheit herrscht und Communicationen aller +Art hergestellt sind, massenhaft besuchen würde. Die Naturschönheiten +ebenso, wie ethnographische, archäologische, geologische und +volkswirthschaftliche Studien würden viele Tausende dahin führen und +wäre für sie das Gebiet der Gesellschaft ein grosses Hôtel mit allen +erdenklichen Bequemlichkeiten. Das System der Pensionen würde erweitert +und dem Reisenden gegen eine Zahlung per Tag in verschiedenen Kategorien +eine alle Reisebedürfnisse umfassende Versorgung geboten. Für ein +Geringes würde da der Tourist überall gewöhnliche Unterkunft und +Verköstigung, für grössere Zahlung der Reiche glänzenden Haushalt, +Begleiter, Dolmetsch und Fuhrwerk oder Tragthiere ohne kleinliche +Einzelberechnung finden. In den gesellschaftlichen Bazars würde man sich +mit Mancherlei versorgen und die Gesellschaft, bei welcher der Reisende +seine Baarschaft deponirt, würde sich am Ende der Reise mit ihm +verrechnen. Diess veranschaulicht die Alles umfassenden Vortheile der +einheitlich organisirten Volkswirthschaft für Production sowohl als +Consumtion, da sie für die Wirthschaft ist, was der Saldosaal für den +Geldverkehr. + +Allein abgesehen von den zu erzielenden jährlichen Arbeitsüberschüssen ist +ja die collossale Erhöhung des Werthes von Grund und Boden in 50 Jahren in +Betracht zu ziehen und kann auf Abschlag dieser Erhöhung des Bodenwerthes +und aller in den ersten Jahren erfolgten Immobiliarinvestirungen der +Jahresgewinn bilancirt und darüber statutengemäss verfügt werden. Auf +Grund dieser Erhöhung des Bodenwerthes, der seinerzeit dem Staate +zufällt, kann derselbe ohne Zweifel mit ruhigem Gewissen Zinsen und +Capital garantiren. + +Kann nun die Bevölkerung zur Arbeit herangezogen werden und wird der +Productionswerth der Arbeit durch Maschinen erhöht, so wird das +finanzielle Resultat immer glänzend sein, wenn es sich auch nicht in +baarem Gelde ausdrückt. + +Wo fleissige Hände, unterstützt von mobilem Capitale, einen fruchtbaren +Boden bebauen, entstehen Reichthümer jeder Art und der Werth des +Immobiliarbesitzes, den die Gesellschaft erwirbt, muss sich, abgesehen +von den sonstigen Gütern, die sich im Laufe der Jahre anhäufen und zum +gesellschaftlichen Vermögen gehören, um das Zehnfache erhöhen. Obwohl +der gesellschaftliche Besitz gewissermassen dem Verkehr entzogen wird, +kann doch die Erhöhung der jährlichen Production und die Vermehrung der +Bevölkerung, worüber die gesellschaftlichen Bücher ein zuverlässiges +statistisches Material liefern, als eine Grundlage für die Schätzung +dieser Werthserhöhung dienen. + +Dass aber die Bevölkerung unter den geschilderten Verhältnissen zur +Arbeit herangebildet wird, ist keinem Zweifel unterworfen. Es ist +längst constatirt, dass der gemeine Mann für die Wohlthaten menschlicher +Behandlung und wohlwollender Förderung seiner Interessen empfänglich ist +und schon Owen hat die Erfahrung gemacht, dass humane und milde +Behandlung des Arbeiters und Fürsorge für sein Wohl den Arbeitsgeber +bereichern. Es ist dabei in Rechnung zu ziehen, dass Ordnung und +Regelmässigkeit allen Unternehmungen, insbesondere aber den +wirthschaftlichen Unternehmungen im höchsten Grade förderlich ist. + +Und nicht leicht kann irgendwo die Ordnung, Regelmässigkeit und +Stetigkeit eines Betriebes so gesichert erscheinen, als auf einem +grossen geschlossenen Gebiete, wo es nur einen Hausherrn gibt, der +zugleich Arbeitsgeber, Familienvater und Obrigkeit ist, wenn übrigens +die Regierung diese alle Beziehungen umfassende Gewalt in Schranken +hält. + +Dass die Gesellschaft nur Mandatar der Regierung ist, ist zwar evident, +allein es genügt doch die vorgeschlagene Form, um Bedenken zu +beseitigen, die sonst beim heutigen Stande der politischen Verhältnisse +auftauchen könnten und sind die garantirten Bahnen ein Präcedens, das +einerseits zur Rechtfertigung dient, andererseits andeutet, welchen +Verlauf die vorgeschlagene Einrichtung in Beziehung auf die Stärkung der +Regierungsgewalt nehmen wird. + +Bedenkt man die wirthschaftlich glänzenden Erfolge der Jesuitenrepublik +in Paraguay, der Gründung am Salzsee und der Herrenhutergemeinde, so +kann ein wirthschaftliches Bedenken keinesfalls aufkommen. + +Es ist nicht zu zweifeln, dass sich in Bosnien eine ganz respectable +Industrie entwickeln würde, wenn man sich darum bemühen wollte, die +bestehenden Hausindustrieen auf einen höheren Stand der Ausbildung zu +bringen und ihnen einen Markt zu eröffnen, abgesehen davon, dass es +nichts Vernünftigeres geben könnte, als die arme Bevölkerung des +Riesengebirges mit ihrer Spitzenindustrie in ein Land zu versetzen, wo +Milch und Honig fliesst und der Zwischenhandel sich ersparen liesse. + +Es möchte Befremden erregen, dass ein über die abendländischen +Culturzustände weit hinausreichender Grad wirthschaftlichen und +culturellen Fortschrittes für ein Land begehrt wird, das heute noch in +Barbarei versunken liegt. Allein es ist das vollkommen erklärlich. Die +Residenz eines neu entstandenen Staates wird an Zweckmässigkeit und +Schönheit der Anlage leicht den Herrschersitz eines uralten Staates +überflügeln. Man hat eben Raum, und braucht keinen Schutt wegzuräumen, +um Platz für Neubauten zu gewinnen. Wenn zur Zeit der Nürnbergereier +die Remontoiruhr erfunden worden wäre, hätte kein Besitzer eines +Nürnbergereis daran gedacht, seine Uhr in eine Remontoiruhr umzuwandeln, +dafür aber auch Niemand, der eine neue Uhr brauchte, nach dem veralteten +Ei gegriffen. Man wird aber sagen, ein Volk sei kein Industrieerzeugniss, +es wachse, wie ein Naturproduct. Wozu dann Bosnien occupiren, wenn +ein Eingriff in sein natürliches Wachsthum nicht möglich ist? Dieser +Eingriff ist möglich und jedes Gesetz, jede Verwaltungsmassregel hat den +Zweck, auf die Entwicklung des Volkes entscheidenden Einfluss zu üben. +Dieser Einfluss ist aber ein vielfach mächtigerer, seit die Volksschule +zu grosser Entwicklung gelangt ist und wenn der Staat seine Befugnisse +erweitert und auch in der Volkswirthschaft nicht nur leitend, sondern +verwaltend eingreift. Bald wird man einsehen, dass der Staat den Beruf +hat, seine Sphäre immer weiter auszudehnen und dass er insbesondere den +Beruf hat, Unternehmer zu sein. + +Es ist für die Entwicklung des Menschengeschlechtes höchst +wünschenswerth, dass ein Unternehmen der hier geschilderten Art unter +staatlicher Aegide versucht werde und wird sich bald zeigen, dass der +Staat berufen ist, die Erziehung und die Volkswirthschaft nicht blos zu +fördern, sondern ihnen durch directe Einflussnahme die Wege zu weisen. + +Es hat der Staat nicht nur daran ein Interesse, dass die Kinder acht +Jahre in die Schule gehen, sondern auch, wie sie in der Wiege und den +ersten Jahren ihrer Entwicklung behandelt und gepflegt werden. Da schon +werden die Keime einer verfehlten physischen, geistigen und moralischen +Entwicklung gelegt und die Priester würden sich nie mit der blossen +Schulaufsicht begnügen, sie wissen, dass ihre Lehren in den Jahren der +frühesten Kindheit eingeprägt werden müssen, wenn sie Wurzel fassen +sollen. Ein gleiches Interesse hat der Staat und haben sich die Eltern +einmal daran gewöhnt, ihre Kinder während der etwa 10-stündigen +Arbeitszeit auch schon in der frühesten Jugend der öffentlichen Pflege +und Erziehung zu überlassen, zeigt es sich, wie viel Arbeit in der +Familie dadurch frei wird (Siehe Paris) und dass darin auch Oekonomie +liegt, so wird die Bevölkerung die Vortheile der staatlichen Erziehung +bald begreifen. + +Die Stellung der Regierung zur Leitung der gesellschaftlichen +Einrichtungen wird ihr die Herzen der Bevölkerung gewinnen. + +Die Regierung wird den Arbeiter auf administrativem Wege ganz anders +schützen können, als durch civilgerichtliche Judicatur und die allzusehr +herabgesetzte politische Administration wird wieder zu Ehren kommen. + +Es wird das viel zur Richtigstellung gewisser Doctrinen beitragen, wenn +neben den modernen Staaten sich ein Gebiet ohne Richter und Anwälte, +ohne Finanzbeamte und Kaufleute, ohne Banken und Geld und ohne Deputirte +aufrichtet und wenn die constitutionelle Regierung zu Hause mit der +Autorität auftreten kann, die ihre Erfolge im absolut regierten Gebiete +rechtfertigen. Man wird finden, dass der Rechtsstaat kein Gerichtsstaat +sein muss, ja dass die unveräusserlichen Rechte der Menschen nur im +administrativen Wege ausgiebig geschützt werden können. + +Die Aufbringung des Capitals mit Ausschluss aller Börsenmanöver wird +möglich sein, wenn man das Unternehmen als ein patriotisches lancirt und +wenn der Monarch Denjenigen sein Wohlgefallen bezeigt, die sich an dem +Unternehmen betheiligen. Ordenslustige und adelssüchtige Personen, +grosse Banken, reiche Financiers, hohe Aristokraten und Prälaten werden +sich dann bereit finden lassen, die Actien zu zeichnen. + +Auch ist anzunehmen, dass mancher Grundbesitzer in Bosnien seinen Besitz +gegen Actien verkauft. + +Sind aber die 30 Millionen auf diese Art nicht zu beschaffen, so müsste +man um des grossen Zweckes willen sich zu einem Zugeständnisse an die +Finanzwelt entschliessen und Actien im Betrage von 100 fl. +concessioniren. + +Es wäre solchergestalt dem Socialismus Alles entlehnt, was den +Staatsinteressen förderlich ist, ohne dass die Dinge auf den Kopf +gestellt und erworbene Rechte gefährdet würden. Es hätten die Anhänger +beider Richtungen, der reformatorischen und der capitalistischen, ihr +räumlich getrenntes Gebiet und der Abfluss der unbeschäftigten Arbeiter +nach einem neuen Asyle würde einerseits dem Elende auch bei uns steuern, +andererseits der gefährlichen socialistischen Agitation die Spitze +abbrechen und ihr die Streitkräfte entziehen. + + + + + [ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt, wobei + jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die geänderte Zeile + steht. + + der disciplinaren Ahndung durch die Gesellschaftsorgane noch Analogie + der disciplinaren Ahndung durch die Gesellschaftsorgane nach Analogie + + eines Theiles des gutgeschriebenen Lohnes endlich Ausweisung aus dem + eines Theiles des gutgeschriebenen Lohnes, endlich Ausweisung aus dem + + Wo aber Communicationen fehlen, kann die Production sich nicht heben + Wo aber Communicationen fehlen, kann die Production sich nicht heben. + + einem gemeinsamen, oft gewählten Oberhaupte darstellt. welche gemeinsamen + einem gemeinsamen, oft gewählten Oberhaupte darstellt, welche gemeinsamen + + die im Inlande nicht oder nicht mit Vorteil beschafft werden können, + die im Inlande nicht oder nicht mit Vortheil beschafft werden können, + + Sicherheit und höheren Genuss böte, als das dafür hingegebene Vermögen + Sicherheit und höheren Genuss böte, als das dafür hingegebene Vermögen. + + Aufname oder Aufname als Bürger erlangen können und zwar gegen + Aufnahme oder Aufnahme als Bürger erlangen können und zwar gegen + + allfälligen Misslingens, vor der Welt auf die Gesellschaft fiele. Mann + allfälligen Misslingens, vor der Welt auf die Gesellschaft fiele. Man + + Admistration, welche auf volkswirthschaftlichem Gebiete ihre nächsten + Administration, welche auf volkswirthschaftlichem Gebiete ihre nächsten + + und dem Reisenden gegen eine Zahlung per Tag in verschiedenen Kathegorien + und dem Reisenden gegen eine Zahlung per Tag in verschiedenen Kategorien + + hat, seine Sfäre immer weiter auszudehnen und dass er insbesondere den + hat, seine Sphäre immer weiter auszudehnen und dass er insbesondere den + + einmal daran gewöhnt ihre Kinder während der etwa 10-stündigen + einmal daran gewöhnt, ihre Kinder während der etwa 10-stündigen + + ] + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Viribus unitis, by Josef Neupauer + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VIRIBUS UNITIS *** + +***** This file should be named 29905-0.txt or 29905-0.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + http://www.gutenberg.org/2/9/9/0/29905/ + +Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. 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It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at http://www.pglaf.org. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at +http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. 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Thus, we do not necessarily +keep eBooks in compliance with any particular paper edition. + + +Most people start at our Web site which has the main PG search facility: + + http://www.gutenberg.org + +This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, +including how to make donations to the Project Gutenberg Literary +Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to +subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. diff --git a/29905-0.zip b/29905-0.zip Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..cb24746 --- /dev/null +++ b/29905-0.zip diff --git a/29905-8.txt b/29905-8.txt new file mode 100644 index 0000000..3f0abbf --- /dev/null +++ b/29905-8.txt @@ -0,0 +1,1400 @@ +The Project Gutenberg EBook of Viribus unitis, by Josef Neupauer + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Viribus unitis + Wie könnte die europäische Cultur nach Bosnien verpflanzt werden? + +Author: Josef Neupauer + +Release Date: September 4, 2009 [EBook #29905] + +Language: German + +Character set encoding: ISO-8859-1 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VIRIBUS UNITIS *** + + + + +Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger + + + + + + [ Anmerkungen zur Transkription: + + Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; + lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Eine Liste + der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende des Textes. + ] + + + + + VIRIBUS UNITIS. + + + Wie könnte + die + EUROPÄISCHE CULTUR + nach + Bosnien verpflanzt werden? + + + Von + Dr. Josef Neupauer. + + + WIEN, 1884. + Im Selbstverlage des Verfassers. + + + Buchdruckerei von Heinrich Feitzinger & Co., Teschen. + + + + +I. + +Behufs Civilisirung und wirthschaftlicher Hebung des Occupationsgebietes +auf der Balkanhalbinsel wird folgender Vorschlag gemacht. + + +Es wird eine Actiengesellschaft mit einem Actiencapitale von 30 +Millionen Gulden unter der Firma »Zadruga« mit dem Sitze in Wien +gebildet; die Actien lauten auf den Betrag von 200 fl. und auf den +Inhaber. Es werden zunächst 40% des Actiencapitals eingezahlt und die +weiteren 60% nach Massgabe des Bedürfnisses eingefordert. Nach voller +Einzahlung des Actiencapitals können mit Genehmigung der Regierung +Prioritäten bis zum Maximalbetrage von 60 Millionen ausgegeben werden. + +Das Verwaltungsgebiet der occupirten Länder garantirt die Rückzahlung +des Actiencapitals sammt 5% Interessen innerhalb 50 Jahren. + +Der »Zadruga« wird das Recht eingeräumt, auf dem Occupationsgebiete ein +im voraus festgesetztes, zusammenhängendes Terrain bis zur +Maximalausdehnung von 250 Quadrat-Meilen dergestalt successive, +nöthigenfalls durch Expropriation zu acquiriren, dass nicht nur aller +Grund und Boden, sammt Häusern, Bergwerken und Industrie-Etablissements, +sondern auch alle Communicationen, Strassen, Wasserwege etc., etwa mit +Ausnahme der bereits bestehenden Eisenbahnen, in deren Privateigenthum +übergehen. Von diesem Rechte macht die »Zadruga« zunächst nur einen +begrenzten Gebrauch und erweitert die Erwerbungen durch freien Handkauf +und nöthigenfalls Expropriation nach Massgabe der materiellen, +moralischen und civilisatorischen Erfolge, welche sie erzielt. + +Die Regierung hält auf dem Gebiete der »Zadruga« mit Ausnahme einer +Anzahl von Regierungscommissären weder Verwaltungs- noch Justiz- noch +Finanz-Beamte, befreit das ganze Gebiet von jeder Art von Steuern und +sonstigen Auflagen und bezieht dafür aus den Ueberschüssen der +Verwaltung einen Pauschalbetrag, welcher mit 10 fl. pr. Kopf der +jeweilig am 31. December des Vorjahres im Gesellschaftsgebiete +conscribirt gewesenen Bevölkerung berechnet wird, welcher Pauschalbetrag +aber von 5 zu 5 Jahren um je einen Gulden pr. Kopf steigt, somit im +letzten Decennium der Concessionsdauer 19 fl. pr. Kopf erreicht. + +Auch fällt dem Staate, beziehungsweise dem Lande, nach Amortisation des +Gesellschaftscapitals sammt Zinsen oder gegen Rückzahlung des noch +aushaftenden Actiencapitals sammt Zinsen das ganze immobile und mobile, +im occupirten Terrain investirte Vermögen der Gesellschaft zu. + +Macht die Regierung von der Einlösung vor Ablauf von 20 Jahren Gebrauch, +so ist das Capital mit sechs ein halb Perzent zu refundiren. + +Erfolgt die Einlösung später, so hat die Regierung zwar nicht für mehr +als 5% Zinsen aufzukommen; die mit ihrer Genehmigung vertheilten höheren +Dividenden werden aber nicht zurückerstattet. Die Regierung bestimmt den +Zeitpunkt, von welchem ab die Actien durch Verlosung eingezogen werden, +und den Verlosungsplan, sowie die bei der Verlosung zu beobachtenden +Formalitäten. + +Von dem Ueberschusse der Verwaltung, nämlich der Gesammtjahresproduction +abzüglich der Verwaltungskosten und des Steuerpauschales dürfen +keinesfalls mehr als sechs Perzent des Stammcapitals und die laufende +Amortisationsquote herausgezogen werden. + +Die sonstigen Ueberschüsse müssen unbedingt, auf Verlangen der Regierung +aber auch der Mehrgewinn von 1 Perzent zur Ausdehnung des Unternehmens, +zur Hebung der materiellen Lage und der intellectuellen und moralischen +Qualität der Bewohner, zur Vermehrung des Viehstandes, Hebung der +Landwirthschaft, Aufschliessung der Bergschätze und Begründung jener +Industrieen, welche die Deckung des heimischen Bedarfes und die +exportfähige Verarbeitung der Landesproducte ermöglichen, verwendet +werden. + +Innerhalb der ersten zwei Jahre wird gestattet, die fünfperzentige +Verzinsung des Actiencapitals dem Capitale zu entnehmen, da diese beiden +Jahre zur Vorbereitung des Unternehmens erforderlich sind. + +Die Vertragsabschlüsse der »Zadruga,« sowie der Betriebsplan der +Unternehmung, die Ernennung der Oberbeamten, die Aufstellung der +Jahresbilanz und die Gewinnvertheilung bedürfen der Genehmigung der +österreichischen Regierung und ist hier, sowie überall in dieser Schrift +unter der österreichischen Regierung die gemeinsame Regierung und ihr +Verwaltungsapparat verstanden. + +Auch die Belastung des gesellschaftlichen Gebietes und die sonstige +Contrahirung von Schulden bedarf der Regierungsbewilligung. + +Die eigentliche Betriebsleitung ist nach Bosnien zu verlegen. + +Bezüglich der Aufrechthaltung der Ordnung und Ruhe, bezüglich der +Volksschule und der Volkserziehung, der sanitären Einrichtungen, dann +bezüglich der Communicationen, Schutzbauten gegen Elementarschäden und +der rationellen Einrichtung der Wald- und Feldcultur werden die +weitestgehenden Anforderungen an die Gesellschaft gestellt und hat sie +alle Anordnungen der Regierung, soweit sie durch die verfügbaren Mittel +erfüllbar sind, bei Verlust der Concession und eines entsprechenden +Theiles des Actiencapitales zu vollziehen. Auch wird sich die Regierung +unter gewissen Voraussetzungen die Sequestration des gesellschaftlichen +Vermögens vorbehalten. + +Zur Sicherstellung der Erfüllung der von der Gesellschaft der Regierung +gegenüber übernommenen Verbindlichkeiten steht es der Letzteren frei, +das Pfandrecht bis zur Höhe eines Betrages von zehn Millionen Gulden auf +dem beweglichen und unbeweglichen Besitze der Gesellschaft in der den +Landesgesetzen entsprechenden Form zu erwirken. + +Die Beziehungen der Gesellschaft zur Bevölkerung werden im administrativen +Wege geregelt und entschieden, ebenso die familienrechtlichen Beziehungen +der Einwohner untereinander und Verbrechen und Vergehen, welche nicht +der disciplinaren Ahndung durch die Gesellschaftsorgane nach Analogie +der Uebertretungen von Unmündigen und der Ordnungswidrigkeiten von +Dienstleuten überlassen bleiben, werden von den Gerichten der +angrenzenden Gebiete abgeurtheilt, auch die Strafen dort abgebüsst und +vollzogen. + +Einer besonderen Vereinbarung mit der »Zadruga« bleibt die Feststellung +der Bedingungen vorbehalten, unter welchen sie sich innerhalb gewisser +Grenzen verpflichtet, Findlinge, Waisen und erwerbsunfähige Bewohner des +österreichisch-ungarischen Gebietes gegen mässiges Entgeld in Erziehung +und beziehungsweise Verpflegung zu übernehmen, sowie auch +besserungsfähige, besonders jugendliche Verbrecher aus diesen Ländern +aufzunehmen, für welche der Strafvollzug während der Dauer ihres +Aufenthaltes im Gebiete der »Zadruga« und unter der Voraussetzung eines +tadellosen Verhaltens aufgeschoben bleibt und welchen nach Ablauf einer +gewissen Zeit die Strafe ex lege erlassen ist. + +Von jenen Spirituosen, welche bei der Erzeugung einer indirecten Abgabe +unterworfen sind, hat die »Zadruga« weder bei der Erzeugung noch beim +Consum auf ihrem Territorium eine Abgabe zu entrichten. Selbe ist nur +von dem aus ihrem Gebiete ausgeführten Producte zu erheben. Dagegen +werden ihr die indirecten Abgaben und die Finanzzölle von den zum Consum +auf ihr Gebiet eingeführten Artikeln vergütet. + +Bei der genauen Buchung der Production und Consumtion auf dem +Gesellschaftsgebiete wäre die Controlle eine vollkommen ausreichende. + +Für die Beförderung von Personen und Frachten auf den Communicationen +des gesellschaftlichen Gebietes im Durchzugsverkehr hat die Gesellschaft +zu sorgen und sind ihre Gebührentarife an die Genehmigung der Regierung +gebunden. + +Die Verträge mit fremden Ansiedlern müssen der österreichischen +Regierung zur Genehmigung vorgelegt werden und wird deren Erfüllung +seitens der Gesellschaft von der Regierung im administrativen Wege +erzwungen. + +Die Gesellschaft hat auch für jene Anordnungen, welche die +Arbeitsleistung der Bewohner, die Art ihrer Erzwingung und die +Aufrechthaltung der Disciplin betreffen, die Genehmigung der +österreichischen Regierung einzuhohlen. + +Entehrende und grausame Strafen sind ganz und gar ausgeschlossen und +haben sich die Strafen auf Entziehung von Tabak und geistigen Getränken, +Versetzung in eine geringere Classe von Arbeitern, zwangsweise +Versetzung an einen anderen Aufenthaltsort oder zu schwereren und +unbeliebteren Arbeiten, Vorenthaltung der Heiratsbewilligung auf eine +Reihe von Jahren, bei besoldeten Arbeitern ausserdem auf Confiscation +eines Theiles des gutgeschriebenen Lohnes, endlich Ausweisung aus dem +Gebiete der »Zadruga« zu beschränken. + +Mit Rücksicht auf die privatrechtliche Natur des Besitzes der +Gesellschaft kann Niemand ein unbedingtes Recht des Aufenthaltes +erwerben, ausgenommen durch Leistung der gesetzlich geregelten Arbeit +durch die ganze Dauer der Arbeitsfähigkeit. + +Confiscation des gutgebuchten Lohnes und strafweise Ausweisung setzt im +Falle des Einspruches des Betreffenden die Bestätigung der +österreichischen Verwaltungsorgane voraus. + +Die Entlohnung der Arbeit erfolgt in der Regel durch Naturalleistungen, +welche aber nicht nur die materielle Versorgung, sondern auch die +Erhaltung der Familie, die Befriedigung der geistigen und moralischen +Bedürfnisse und die Altersversorgung in sich begreifen. + +Insoferne durch Vertrag auch ein Lohn in Geld bedungen ist, wird +derselbe gutgeschrieben und kann dessen Auszahlung in Baarem nur unter +der Voraussetzung gefordert werden, dass der Betreffende das Gebiet +sammt seinen nicht mehr erwerbsfähigen Familiengliedern verlässt und auf +Altersversorgung verzichtet. + +Nimmt der Berechtigte aber die Altersversorgung für sich und jene +Verwandten in Anspruch, für die er selbst zu sorgen hat, so muss er sich +über eine Entschädigung, die aus seinem Guthaben zu leisten ist, mit der +Gesellschaft verständigen, der es übrigens frei steht, ein solches +Uebereinkommen abzulehnen und nach vorhergegangener Kündigung das +Arbeitsverhältniss zu lösen, in welchem Falle die Auszahlung des +Guthabens unter obiger Bedingung zu erfolgen hat. + + + + +II. + + +Es frägt sich nun, ob sich die Concessionirung einer solchen +Gesellschaft mit den oben geschilderten Rechten vom rechtlichen, +socialen, politischen und finanziellen Standpunkte rechtfertiget und wie +das Capital beschafft werden kann. + +Vom gesetzlichen Standpunkte ist die Concessionirung sicherlich +statthaft, da die Expropriation in allen modernen Gesetzgebungen +gestattet ist, wo das öffentliche Interesse in Frage kommt. + +Das öffentliche Interesse ist aber offenbar und handgreiflich vorhanden, +wenn durch obige Einrichtungen das Wohl von Hunderttausenden von +Menschen, die materielle und geistige Cultur und die Wohlfahrt im Lande +gehoben werden kann, wenn sie ein Mittel ist, die masslose Ausbeutung +der Arbeit durch das Capital, die moralische und physische Verderbniss +der Bewohner des von der Expropriation getroffenen Gebietes +hintanzuhalten und andere Theile des Landes von gefährlichen Elementen +zu reinigen. + +Die Expropriation ist insbesondere durch folgende Betrachtung +gerechtfertiget. + +Das Land braucht vor Allem ein Netz von guten Communicationen. + +Diese und die Production stehen aber im innigsten Zusammenhange. Wo die +Production zurückbleibt, braucht man keine Communicationen, +beziehungsweise sind die Mittel dazu nicht aufzubringen. + +Wo aber Communicationen fehlen, kann die Production sich nicht heben. +Würde die Regierung die Communicationen in systematischer Weise auf +Kosten des Landes bauen, so würde Grund und Boden enorm im Werthe +steigen und der Reichthum und die Macht der wenigen Grundbesitzer +ausserordentlich erhöht werden, was vom politischen ebenso, wie vom +socialen Standpunkte verkehrt wäre. Baut man aber nur einige +Militärstrassen, so fehlt es denselben an Zufahrtsstrassen und sie haben +einen geringen wirthschaftlichen Werth. Daher nun sehen wir, dass in +Nordamerika die Landspeculation und die Schienenwege in Verbindung +gebracht sind, wodurch es möglich wird, die Eisenbahnen durch unbewohnte +Wildnisse zu führen und findet die Eisenbahngesellschaft dabei ihre +Rechnung im Verkaufe der früher vom Staate billig erworbenen Ländereien. + +Die Losung ist daher, zuerst Communicationen, dann Urbarmachung der +Ländereien und Erhöhung ihrer Cultur. Aber wo es in der Cultur +zurückgebliebene eingeborene Einwohner gibt, muss man noch weiter gehen +und die Ländereien nicht verkaufen, sondern durch eine längere Periode +selbst bewirthschaften. + +Vom socialen Standpunkte ist die befürwortete Massregel gewiss +gerechtfertigt. + +Es ist Bosnien noch ein von der Cultur nicht belecktes Land und wenn man +daran geht, es der Cultur entgegenzuführen, ist es gewiss erwünscht, von +Haus aus im administrativen Wege vorzusorgen, dass jene Auswüchse +verhindert werden, die mit unseren wirthschaftlichen Einrichtungen im +Allgemeinen verbunden sind und gegen welche, wenn sie einmal einreissen, +kaum mehr Abhilfe gefunden werden kann. + +Diese Länder stehen am Anfange einer wirthschaftlichen Entwicklung, +deren Ende erfahrungsgemäss krasser Luxus und Ausschweifung neben +grenzenlosem Elende ist und würde man es der Regierung gewiss Dank +wissen, wenn sie dem Capital zu diesem Lande den Weg nur unter der +Bedingung eröffnet, dass es dasselbe mit mässigem Gewinn befruchtet und +den Nutzen mit dem Arbeiter redlich theilt. Dass auf diese Weise nicht +nur das Land, sondern auch das Volk rasch der Cultur gewonnen wird, ist +nicht zu bezweifeln. + +Die Socialwissenschaft verspricht Ausserordentliches von der +Organisation der Arbeit und wenn auch der Erfolg im Voraus nicht +ermessen werden kann, so ist doch wahrscheinlich, dass die Gesellschaft +jedem Bewohner bei mässiger Arbeit eine gesunde und reinliche Wohnung, +reichliche Kleidung, endlich eine reichliche und vortrefflich bereitete +Nahrung in öffentlichen Speisehäusern wird bieten können, dass an die +Stelle elenden Brantweines gutes Bier und Wein treten wird, dass die +Arbeiter guten Tabak rauchen, dass alle Arbeiten durch Maschinenbetrieb +erleichtert werden. + +Die Einwohner werden sich dann erst als Menschen fühlen können. + +Die freie Zeit soll dem Arbeiter zur Erholung und geistigen Anregung +dienen; man wird Spiele und Belustigungen, Schaustellungen aller Art +einführen, die der Auffassung des Volkes entsprechen und Jedermann +unentgeldlich offen stehen, man wird womöglich die traditionelle +Volkspoesie entwickeln, den Gesang und den nationalen Tanz und +dergleichen fördern und Allem schrittweise ein civilisirteres Gepräge zu +geben trachten; man wird in Ermangelung anderer Zerstreuungen des Abends +vom Priester, Arzt oder Lehrer Vorträge halten lassen, die anregen und +belehren, zugleich aber erziehlich einwirken und das Volk daran erinnern +sollen, wie seine Zustände sich verändert haben und um wie viel +glücklicher unter der väterlichen Fürsorge des Kaisers sie sich +gestalten als in anderen, viel reicheren Ländern und wird es bald +möglich sein, den Eindruck solcher Belehrungen durch kleine +theatralische Productionen zu verstärken. + +Diese Vorschläge mögen befremdend erscheinen, wenn wir aber an das panem +et circenses der Römer, die Aufgabe der Aedilen und Anderes denken, was +auch in alten Zeiten die Staatsklugheit ersonnen hat, so wird man +finden, dass in den angedeuteten Richtungen nichts so unbedeutend ist, +dass man es geringachten könnte. Man wird aber auch finden, dass man +heute zu Tage, bei dem enorm gesteigerten Ertrag der Arbeit und der +vorgeschlagenen Einschränkung des Capitalgewinnes ganz Ausserordentliches +wird bieten können. + +Dagegen tauscht man ein: Ablieferung der Waffen, Conscription der +Bevölkerung, Beaufsichtigung jedes Einzelnen, Unausführbarkeit der +Revolte und des bewaffneten Widerstandes, unausgesetzte Bearbeitung des +Volkes zu Gunsten der kaiserlichen Regierung, der für Alles das +Verdienst vindicirt wird. + +Es ist nicht zu bezweifeln, dass die Zivilisirung des Volkes in Bosnien +auf diese Weise leicht und rasch ausführbar erscheint, sonst aber +schwerlich erreicht wird. Es ist dabei in Betracht zu ziehen, dass der +Slave mehr als eine andere Nation zur Vergesellschaftung neigt und den +Individualismus zu opfern bereit wäre. Es ist das vorgeschlagene System, +besonders, da das Gesellschaftseigenthum schliesslich dem Staate, also +dem Lande anheim fällt, eine Art von Ausdehnung des Systemes der +Zadruga, wovon die Firma der Gesellschaft entlehnt ist. + +Die Zadruga zeigt in ihrer Verfassung schon eine Fortentwicklung über +den Begriff der Familie in germanischen und romanischen Ländern hinaus, +da sie eine Vereinigung mehrerer verheirateter Familienglieder unter +einem gemeinsamen, oft gewählten Oberhaupte darstellt, welche gemeinsamen +Haushalt, meist mit Ueberlassung der Hauswirthschaft an die nach +gewisser Reihenfolge sich ablösenden Frauen, führt. Freilich bleibt da +noch Antheil des Einzelnen am Stammvermögen und Erbrecht aufrechterhalten. +Es liegt der Einrichtung aber ein wesentlich wirthschaftlicher Gedanke +zu Grunde und ist die Aufnahme Fremder in die Hauscommunion statthaft. +Wo das System der Zadruga in Bosnien und der Herzegowina verbreitet ist, +müsste man von jeder Expropriation auf lange hinaus absehen und die +Aufmerksamkeit darauf richten, den freien Beitritt zu erlangen, was +Anlass zur Begründung einer Art von Patriciat geben würde, welches auch +durch Einkauf und Verleihung erworben werden könnte und gewisse +Vorrechte in sich schliessen würde. + +Es würden nämlich ohne Zweifel jüngere Glieder der Familien, vom Neuen +angelockt, im gesellschaftlichen Gebiete vorübergehend Dienste nehmen +und in die Hauscommunion zurückgekehrt, für den Anschluss Propaganda +machen. Die Expropriation würde sich daher auf den Grossgrundbesitz der +Mahomedaner beschränken und auf politisch sehr gefährliche Elemente, +welche keinen Anhang im Lande haben. Die Ausdehnung des +gesellschaftlichen Territoriums würde mit der Zeit auch durch das System +der Confiscation gefördert werden können, welches besonders bei Aufstand +oder staatsgefährlichen Umtrieben andere, grausame und doch unwirksame, +Strafen zu ersetzen hätte. + +Der Beitritt von Hauscommunionen würde mittelst Verträgen erfolgen, +welche nur allgemein geltende grundsätzliche Bestimmungen enthielten, +deren Natur erst festgestellt werden könnte, nachdem genügende +Erfahrungen gemacht worden. + +Politisch ist die vorgeschlagene Massregel für den Fernerblickenden +gewiss von unleugbarem Nutzen. Es ist nicht nur auf keine Weise der +Regierungszweck, nämlich die Förderung des Volkswohles, besser und +schneller zu erreichen, sondern im Falle des Gelingens des Unternehmens +hätte Oesterreich die mit der Uebernahme des europäischen Mandats +verbundene Aufgabe in ehrenvoller Weise gelöst und seinen Beruf +documentirt, auf der Balkanhalbinsel weitere Erwerbungen zu machen. + +Ja, nachdem höchst wahrscheinlich die rasche Ausdehnung der +gesellschaftlichen Besitzungen durch Freihandankauf eine natürliche +Folge des wirthschaftlichen Uebergewichtes sein wird, welches die +Gesellschaft bald erlangen muss, braucht man nur darauf zu dringen, dass +die Gesellschaft als Industrie- und Handelsgesellschaft in der Türkei +und den anderen Balkanstaaten zum Geschäftsbetriebe, selbstverständlich +ohne irgend welche Privilegien, zugelassen wird, um indirect auch auf +solche Gebiete die Hand zu legen, die der österreichischen Verwaltung +noch nicht unterstehen. + +Es ist die grosse civilisatorische Aufgabe ins Auge zu fassen, welche +die Geschichte Oesterreich gestellt zu haben scheint. + +Wie einerseits der Stern Oesterreichs kurze Zeit zu erbleichen schien +und in den letzten Jahren doch auf's Neue zu Tage tritt, welch' wichtige +Stelle Oesterreich im europäischen Staatencomplexe einnimmt, haben +andererseits nur kurze Zeit Ideen und volkswirthschaftliche Theorien +regiert, mit welchen sich Oesterreich nur schwer abfinden konnte. Es +sind das der wirthschaftliche und politische Liberalismus und das +Nationalitäten-Princip. Diese Principien haben in überraschend kurzer +Zeit abgewirthschaftet und der Staatskunst stehen Aufgaben bevor, in +welchen gerade nur Oesterreich eine leitende Rolle zu übernehmen berufen +ist. Der Freihandel hat Bankerott gemacht, der Industrialismus droht +England zu ruiniren und man kommt allgemach zur Erkenntniss, dass die +Nationalökonomie viel mehr auf Grund und Boden einerseits und auf +tüchtiges Menschenmaterial andererseits, als auf Freihandel und +übertriebenen Industrialismus zu fundiren ist. + +Dadurch gelangen Agrarstaaten zu höherer Bedeutung. Die Industrie als +Mittel, die Nachbarvölker auszubeuten, kann als allgemeiner +wirthschaftlicher Factor offenbar nicht gedacht werden, denn wo Alles +ausbeutet, kann doch nur eine Paralisirung der Bestrebungen Aller sich +ergeben. + +Aus diesem Grunde lässt sich England nicht copiren und von der +schrankenlosen industriellen Production kein Heil erwarten. + +Dagegen ist die staatlich geschützte und organisirte Industrie, welche +sich nicht die Aufgabe stellt, Reichthümer aus den Nachbarstaaten zu +ziehen, sondern dem Volke durch eigene Arbeit die Bedingungen höherer +materieller und geistiger Wohlfahrt zu schaffen und nur das zu +exportiren, was zum Austausch für nothwendige Güter erforderlich ist, +die im Inlande nicht oder nicht mit Vortheil beschafft werden können, +allerdings ein wirthschaftlich wichtiger Factor; diese Industrie ist +aber bei gehörigem Schutze immer und überall binnen Kurzem zu schaffen, +wo jungfräulicher Boden und gesunde Bewohner, von einer starken aber +wohlwollenden Regierung geleitet, vorhanden sind. + +Ebenso haben aber die constitutionellen Einrichtungen und der politische +Liberalismus Bankerott gemacht. Man ist zur Ueberzeugung gekommen, dass +die Parlamente nur dem Parteikampfe und den Sonderinteressen gewisser +Classen dienen, dass sie niemals den Charakter einer eigentlichen +Volksvertretung haben und dass die constitutionellen Regierungen alle +Hände voll zu thun haben, um das Volk und das Staatsinteresse gegen die +Vertretungskörper in Schutz zu nehmen. Die weitaussehenden Pläne der +Politik, welcher doch Alles unterzuordnen ist, gestatten ihrer Natur +nach ohnehin keine Verhandlung mit den Parlamenten. Es ist also das +parlamentarische Regime nichts als ein Hemmschuh für alles Heilsame und +eine Gefahr für die wahren Staatsinteressen. + +Das Nationalitätenprincip ist ebensowenig mit dem österreichischen +Staatsinteresse verträglich, wie der Industrialismus und das +constitutionelle Princip und auch der Nationalitätenschwindel hat sich +schon ausgelebt, da die Arbeiterverbindungen, welche als politische +Factoren aufzutreten beginnen, sich international constituiren und da +andererseits die staatenbildende Kraft des Nationalitätenprincips +erschöpft, die geschichtliche und culturelle Aufgabe dieses Princips +gelöst ist und grössere staatliche Veränderungen unter dem Drucke dieses +treibenden Elementes nicht mehr zu erwarten sind. Da ist es nun klar, +dass Oesterreich bestimmt ist, eine führende Rolle in der politischen +und wirthschaftlichen Entwicklung Europas zu nehmen. + +Es steht an der Grenze der europäischen Cultur, an der Grenze der +constitutionellen Staaten, es lehnt sich an Gebiete, welche einer +einseitigen industriellen Entwicklung noch nicht verfallen sind, welche +für Cultur empfänglich und an verfassungsmässige Zustände noch nicht +gewöhnt sind, es ist Oesterreich berufen, den Nationalitätenhader ad +absurdum zu führen und demnach auch mehr als ein anderer civilisirter +Staat in Europa berufen, sich über seine eigenen Grenzen auszudehnen +(was aus nationalen Antrieben hervorgegangene Staaten nur im +beschränkten Masse vermögen, daher ihnen welthistorische Missionen +verschlossen sind), und das an Schätzen reiche, den nordamerikanischen +Territorien verwandte Gebiet nicht nur der europäischen Türkei, sondern +aller Staaten der Balkanhalbinsel in seinen Machtbereich zu ziehen. Nur +Oesterreich kann die Staatsform für ein Gebiet finden, welches von +nationaler Einheit absehen, auf welchem daher die directe Fürsorge des +Monarchen für das Wohl des gemeinen Mannes allem Geschrei nach einer +Repräsentativ-Verfassung ein Ende machen muss. + +In fernerer Zukunft, und wenn sich das Land vom auswärtigen Capitale +unabhängig gemacht hat, wird es wohl Zeit sein, dem Volke auch eine +Verfassung zu geben, welche aber bei der Vereinfachung aller +Verhältnisse und der Gleichheit aller Bewohner ein eigenartiges, von der +Interessenvertretung grundverschiedenes Gepräge haben müsste. + +Der oben erwähnte Beitritt zahlreicher Hauscommunionen würde dahin +führen, dass sich eine Art von Selbstverwaltung und gewisse politische +Rechte herausbilden würden. Das Volk würde wohl begreifen, dass die +Befugnisse des Starjesina der Gesellschaft dauernd übertragen werden +müssten, weil ihr mobiles Vermögen und die ihr zur Verfügung stehenden +intellectuellen Kräfte einen Erfolg ermöglichen, den eine kleine +Hauscommunion nie erzielen kann. Dadurch würde nun aber auch das +Familienerbvermögen entfallen und die beitretende Familie würde sich nun +als Ersatz dafür das Bürgerrecht bedingen, welches der Familie dieselbe +Sicherheit und höheren Genuss böte, als das dafür hingegebene Vermögen. +Das Bürgerrecht, dessen man nur durch Verbrechen verlustig gehen könnte, +würde das Heimatsrecht und die damit verbundene Versorgung der Kranken +und Arbeitsunfähigen, ferners das Recht in sich schliessen, Wohnsitz und +Beruf nicht ohne freie Wahl zu ändern, an der Controlle Theil zu nehmen +und für den Fall der Herausbildung verfassungsmässiger Zustände bei den +Volksabstimmungen das Stimmrecht auszuüben. Fremde Ansiedler würden von +diesem Zeitpunkte ab nur mit Zustimmung der Bürger vorübergehende +Aufnahme oder Aufnahme als Bürger erlangen können und zwar gegen +Einkauf, für dem Volke geleistete Dienste oder nach einem vieljährigen +Aufenthalte als Arbeiter im Lande bei tadelloser Aufführung. + +Im Falle der Einführung einer Verfassung -- jedenfalls erst nach +Abfertigung der Gesellschaft -- wäre der bis dahin zur Entwicklung +gelangte administrativ-wirthschaftliche Zustand als der gesetzliche zu +erklären, der ohne Beistimmung des Kaisers und Volkes nicht verändert +werden kann. Es wäre directe Volksabstimmung und Discussion der +Landesangelegenheiten in einem allgemein verbreiteten Regierungsblatte +in's Auge zu fassen. + +Die Länder des Balkans galten für nichts, so lange man den Werth von +Grund und Boden verkannte und alles auf Handelsbeziehungen und +Industrieen gab, welche nur langsam und ohne directen staatlichen +Einfluss in's Leben gerufen werden können. + +Amerika zeigt uns, was selbst nicht organisirte Thatkraft leisten kann, +wenn die jung aufstrebende Industrie staatlich geschützt ist. + +Für eine solche Politik würde das Gebiet der »Zadruga« als +Versuchsstation dienen, dort würde sich unter der Firma einer anonymen +Gesellschaft erproben lassen, was durch staatlich organisirte Production +erreichbar ist und bringt man es dahin, dass der Strom europäischer +Auswanderer nicht nach Amerika, sondern unter das Banner Oesterreichs +flüchtet, dann kann dieses ohne Besorgniss an der Seite Deutschlands +eine active Rolle übernehmen, die es bisher immer von der Hand gewiesen +hat. + +Die Gesellschaft böte der Regierung den Vortheil, dass etwaige +Missgriffe ihr Ansehen nicht beeinträchtigen und dass die Schuld des +allfälligen Misslingens, vor der Welt auf die Gesellschaft fiele. Man +könnte daher auch leichter wieder den betretenen Weg verlassen, wenn er +sich als unvortheilhaft erwiese und das gesellschaftliche Eigenthum +veräussern oder verpachten oder nach der gewöhnlichen Art mit +Lohnarbeitern bewirthschaften. + +Wenn nun aber fernere politische Ziele auf eine Massregel von scheinbar +geringerer Bedeutung hinweisen, so ist doch andererseits dafür zu +sorgen, dass näher liegende Interessen nicht gefährdet werden und da +eine Expropriation in etwas grösserer Ausdehnung Anstoss bei der +Bevölkerung erregen könnte, müssten wohl sorgfältige Erhebungen voraus +gehen. Es wäre daher nicht nur die künftige Organisation des zu +expropriirenden Territoriums zunächst nur nothdürftig zu enthüllen, +sondern auch zu versuchen, ob nicht ein Gebiet in genügender Ausdehnung +im Wege der Verhandlung allenfalls gegen Actien zu erwerben wäre. Der +Widerstand Einzelner ist nicht mehr zu fürchten, sobald Erfolge erzielt +sind und der massgebende Theil des Volkes, nämlich der numerisch und +physisch stärkere, Vertrauen in die Absichten und die Kraft der +Regierung gewonnen hat und die angrenzenden Grundeigenthümer zur +Erkenntniss kommen, dass sie wegen Mangels an Communicationen und +Capital, höherer Ansprüche der Arbeiter und Unvermögenheit, die +Organisation der »Zadruga« nachzuahmen, nicht concurriren können. + +Die Beschaffung eines grösseren, durchaus arrondirten, Gebietes ist aber +zur Garantirung des Erfolges unbedingt nothwendig. + +Der Widerstand der Bevölkerung wird übrigens nicht sehr in's Gewicht +fallen. Wenn der Verfasser recht berichtet ist, würde die Gesellschaft +zunächst auf die Besitzungen mahomedanischer Begs zu reflectiren haben, +die über beträchtlichen Grundbesitz verfügen. Diese Begs dürften zum +Theil auswanderungslustig sein und jedenfalls hat man nichts von den +Christen zu besorgen, wenn man gegen die der Zahl nach geringen +türkischen Einwohner mit der Expropriation vorgeht. Auch wäre es +erwünscht, wenn die Mahomedaner sich nach und nach aus Bosnien +zurückzögen, da die Verwaltung einer christlichen Regierung sich auf die +Dauer mit dem mahomedanischen Elemente nicht verträgt. Ihr Abzug würde +die Administration vereinfachen und eine Frage lösen, welche in nicht zu +ferner Zukunft sehr unbequem werden könnte. Andererseits würde die neue +Einrichtung, welche es Jedem ermöglicht, seinen Unterhalt überall zu +finden, wo die Gesellschaft herrscht, auch eine räumliche Sonderung der +Griechen und Katholiken ermöglichen, was für die Verwaltung unläugbar +ein grosser Gewinn wäre. + +Soweit die Verhältnisse in Bosnien bekannt sind, würde eine +Administration, welche auf volkswirthschaftlichem Gebiete ihre nächsten +Erfolge anstrebt, unläugbar das Volk bald moralisch erobern. Elemente +für eine grossartige Production sind genug vorhanden. Das Land ist +von überschwenglicher Fruchtbarkeit und Mannigfaltigkeit und ebenso +vielversprechend ist die Bevölkerung, die nur zum geringeren Theile +indolent und arbeitsunlustig ist, wogegen viele Stämme an Fleiss +und selbst mannigfaltigen, für das Kunstgewerbe verwendbaren, +Geschicklichkeiten nicht leicht übertroffen werden können. Mahomedaner +und Arnauten müssen, zunächst wenigstens, zurückgedrängt, die Griechen +vom Aberglauben und Schacher abgezogen werden und bald wird das Volk +fühlen, dass es unter den neuen Verhältnissen gewissermassen nur einen +unsichtbaren Herrn über sich hat, was dem Selbstgefühle der Bewohner +nicht empfindlich ist, dass aber doch nur der Einzelne für die +Gesammtheit arbeitet und sorgt, eine den Slaven, besonders den Südslaven +congeniale Verfassung der Zustände. Wenn das Alles von selbst +herankömmt, nicht verlangt und bewilliget, sondern wie ein Segen, den +die Zeit mit sich bringt, so wird es ohne jede Unordnung und Kampf +abgehen. Der griechische Priester ist glücklicher Weise arm und daher +bestechlich. Fühlt er, dass er mit der Gesellschaft rechnen muss, bietet +sie ihm, was sie als Verwalterin der Gesammtproduction leicht thun kann, +mehr als das Volk ihm bieten könnte, so wird er predigen, was man ihm +vorschreibt. Er wird sachte den Aberglauben ausrotten helfen und den +gläubigen Sinn des Volkes der österreichischen Regierung dienstbar +machen. Hierin muss man allerdings ein wenig Geduld haben und dafür +sorgen, dass die Popen aus solchen Elementen hervorgehen, welche eine +entsprechende Erziehung in Oesterreich genossen haben. Das ist eine +blosse Geldfrage zwischen der österreichischen Regierung einerseits und +den Klöstern und Bischöfen andererseits und das Geld liefert eben die +Gesellschaft. + +An die Gebräuche und Gewohnheiten des Volkes muss man selbstverständlich +überall anknüpfen, das Bessere nicht ohne Noth aufdrängen, sondern der +natürlichen Wahl des Volkes überlassen, wo immer man auf einen +wahrscheinlichen Erfolg rechnen kann. Eine Art von Luxus, einen Wunsch +nach Verbesserung der materiellen Lebensbedingungen, soweit selbe durch +organisirte Arbeit erreichbar ist, muss man einbürgern, wo man +civilisiren will und bald wird sich zeigen, dass, was die Beamten und +Functionäre, ihre Frauen und Kinder geniessen, die Nachahmung weckt und +zeigt sich, dass die Gesellschaft vorbereitet ist, Jedem, der sich in +die Verhältnisse schickt, gleiche Vortheile zu bieten, so wird sich bald +ein Wetteifer entwickeln, der den Regierungszwecken entgegen kömmt. Es +wird sich schliesslich jede Gemeinde als eine Familie betrachten, man +wird die Bürgermeisterstellen den Aeltesten der angesehensten Familien +übertragen und dergestalt eine wirthschaftliche Verfassung auf +patriarchalischer Grundlage errichten, die als organisch aus dem Volke +hervorgegangen einen ganz volksthümlichen Charakter annimmt. Dabei +bildet der Organismus der Production, das Aufeinanderangewiesensein der +entferntesten Gemeinden durch Theilung der Arbeit und das Aufhören eines +jeden Handels eine nur durch die Gesellschaft verkörperte Vereinigung, +einen Kitt, der die Familienbeziehung schliesslich über die Grenzen der +Gemeinde hinaus erweitert und da ja doch für den Denkenden jede +politische Frage nur eine Magenfrage ist, wird bald die Politik in der +wirthschaftlichen Einrichtung gänzlich aufgehen und ein Zustand +eintreten, wo unter der Führung des Monarchen Einer für Alle und Alle +für Einen einstehen. + +Die systematische Verdrängung der Mahomedaner durch neugeschaffene +wirthschaftliche Verhältnisse ist ohne Verletzung der bestehenden +Conventionen möglich, sie ist vom humanitären Gesichtspunkt statthaft, +vom politischen vortheilhaft. + +Sollte selbst theilweise die Expropriation gegen die Mahomedaner +eintreten müssen, so würde darin doch keine Verletzung der Convention +liegen, da ja der Oesterreicher selbst in Oesterreich sich die +Expropriation gefallen lassen muss und die Expropriation nicht nur die +Türken sondern auch die Christen beträfe. Der natürliche Gang der +wirthschaftlichen Dinge würde aber bald dahin führen, dass der +verschwenderische und faule Mahomedaner, sobald er aufhört zu herrschen +und als Handelsmann überflüssig wird, verarmt und entweder auswandert, +oder sich glücklich schätzt, wenn die Gesellschaft seine Kinder zur +Erziehung übernimmt. So stürbe der Mahomedanismus aus. Da aber die neuen +Einrichtungen Jedem, der arbeitet, eine menschenwürdige Existenz +eröffnen, kann Niemand es beklagen, dass der faule, grausame und +herrschsüchtige Mahomedaner den Folgen seiner Laster erliegt und im +schlimmsten Falle der Versorgung der Gemeinde oder der Arbeit +anheimfällt. In politischer Beziehung würde dieser Erfolg der +Administration Oesterreich nur Vortheile bringen. Es lässt sich ja doch +die orientalische Frage in populärer Weise nicht anders ausdrücken als +»hinaus mit den Türken«. Nirgends wird man daraus Oesterreich einen +Vorwurf machen. + +Die englischen Staatsmänner, welche der österreichischen Orientpolitik +am Ersten Schwierigkeiten bereiten möchten, würden Beifall klatschen +müssen, da sie vor allen Anderen den Ruf verbreitet haben, dass man die +Türken aus Europa verjagen, die unterjochten Christen ihrer Herrschaft +entziehen müsse. Nur Konstantinopel wird sich dagegen auflehnen, und +einer starken, zielbewussten Politik wäre ein energischer Protest zur +gegebenen Zeit nur willkommen, da sich daran die Weiterführung unseres +Werkes anknüpfen lässt. + +Inwieferne die Expropriation und die Ertheilung einer Zinsengarantie +unter Verpfändung der Hilfsquellen des Landes ausserhalb der bisher +factisch ausgeübten Regierungsgewalt im Occupationsgebiete liegt, ist +dem Privaten nicht leicht zu beurtheilen, allein es kann wohl behauptet +werden, dass die Ausübung eines solchen, bisher nicht in Anspruch +genommenen Rechtes gerade gegenwärtig am ehesten ausführbar erscheint, +da der Einfluss Russlands momentan geschwächt ist, und ist es selbst +abgesehen von anderen Vortheilen politisch, ein solches Recht bei +gelegener Zeit auszuüben, um in den unangefochtenen Besitz neuer +Befugnisse zu gelangen. + +Nicht hoch genug anzuschlagen wäre die voraussichtlich beträchtliche +Vermehrung der Bevölkerung und die Erhaltung, vielleicht auch Erhöhung +der physischen Tüchtigkeit der eingebornen Bewohner für die Wehrkraft +Oesterreichs. Da die gesellschaftliche Erziehung, welche in Wirklichkeit +eine staatliche wäre, von den ersten Kinderjahren an in Krippen, +Kindergärten, Volks- und Gewerbeschulen bis zum Alter der Militärpflicht +auf die Jugend wirken und die militärische Ausbildung vorbereiten würde, +wäre ohne Zweifel ein grosser Gewinn für die politische Machtstellung +der Monarchie von der vorgeschlagenen Organisation zu erwarten. + +Die eigenthümliche Form der vorgeschlagenen Stellung der Regierung zur +Gesellschaft würde es ausführbar erscheinen lassen, zur gelegenen Zeit +das Actiencapital durch Umwandlung in Hypothekarschulden oder eine +bosnische Staatsschuld bedeutend zu reduciren und die verbleibenden +Actien insgeheim für die Regierung aus Fonden einzulösen, welche der +parlamentarischen Controlle entzogen sind. Es könnte dann der +österreichische Fiscus anonym unter der Firma einer Actiengesellschaft +operiren und das Unternehmen ausschliesslich im Staatsinteresse +fortführen. + +Finanziell endlich ist unter der Voraussetzung der gänzlichen +Arrondirung des gesellschaftlichen Gebietes und des Ausschlusses aller +concurrirenden wirthschaftlichen Elemente der Erfolg des Unternehmens +gesichert. Man schätzt heute das österreichische Joch Grund in Bosnien +auf 20 fl., somit eine Quadratmeile auf 200.000 fl. + +Würde die Gesellschaft zunächst 5 Quadrat-Meilen erwerben, bewohnt von +etwa 6-7000 Menschen, so würden Grund und Boden auf eine Million, der +Häuserbesitz auf höchstens drei bis vier Millionen zu stehen kommen und +ein Betrag von sieben Millionen würde reichlich genügen, um dieses +Gebiet für Landwirthschaft, Industrie und Bergbau zu investiren. + +Auf diese Art wäre die zuerst einzuzahlende 40%ge Quote des +Actiencapitales in der Höhe von 12 Millionen zu verwenden. + +Nach zwei bis drei Jahren würde das Experiment so weit erprobt und der +Credit der Gesellschaft so weit gefestiget sein, dass sie ohne Zweifel +von Jahr zu Jahr zehn bis zwanzig, auch dreissig Quadrat-Meilen ihrem +Gebiete einverleiben könnte und in längstens zwölf Jahren dürfte sich +ihr Gebiet auf zwei bis dreihundert Quadrat-Meilen und ihre Bevölkerung +mit Einrechnung der Einwanderer auf etwa eine Million belaufen. + +Sobald eine Organisation geschaffen ist, welche die rasche Assimilation +neuer Gebiete erwarten lässt, wären zunächst noch die aushaftenden 18 +Millionen auf das Actiencapital einzufordern und weiters nach Bedarf +Prioritäten auszugeben. Da mit dem Fortschreiten der Civilisation und +der Industrie im Lande die eigenen Arbeitskräfte nach und nach sicher +ausreichen dürften, die Neuinvestirungen, zum grösseren Theile +wenigstens, zu bestreiten, wird das Gesammtcapital von 90 Millionen an +Actien und Prioritäten wahrscheinlich genügen, um den ganzen Plan +durchzuführen. + +Uebrigens wird auch mit geringerem Capitale eine rasche Erweiterung des +gesellschaftlichen Unternehmens möglich sein. Wo immer Gemeindeeigenthum, +Staatseigenthum oder Religionsfondsgüter sich befinden, wird es sofort +thunlich sein, diese Territorien auf Grund von Pachtverträgen auf 50 +Jahre in den gesellschaftlichen Betrieb einzubeziehen. Die Investirungen +auf den Staatsgütern schaffen gar keine Complicationen, weil das +Gesellschaftsvermögen ohnehin dem Staate zufällt und die Investirungen +auf Gemeinde- und Religionsfondsgütern würden entweder auf den Rückfall +nach 50 Jahren berechnet werden, oder Rechtsfragen schaffen, welche der +Staat nach Ablauf der Pachtdauer nach Belieben ausnützen oder zu Gunsten +der Fonde lösen könnte. + +Auch ausserdem würde sich der gesellschaftliche Besitz rasch vermehren, +ohne dass es nöthig wäre, im ausgedehnten Massstabe zur Expropriation zu +greifen oder grössere Geldmittel zur Erwerbung von Grund und Boden +aufzuwenden. Es wurde schon oben die Wahrscheinlichkeit des Beitrittes +der Hauscommunionen und die Modalitäten dargestellt, wie selber erfolgen +könnte. Man glaubt, dass auch die Priester für diesen Beitritt agitiren +würden und Personen, die die Verhältnisse in Serbien kennen, glauben, +dass sich für das Project unter der serbischen Bevölkerung leicht +Propaganda machen liesse. Dasselbe gilt auch für Bulgarien und wäre es +umso sicherer in Bosnien von Erfolg. Es liesse sich übrigens auch für +die Aufnahme von Hauscommunionen in Serbien und Bulgarien eine Form +finden, wenn auch dort die vermögensrechtlichen Beziehungen zur +Gesellschaft nicht zugleich die politische Administration in sich +schliessen könnten. Der gesellschaftliche Beamte könnte der Regierung +gegenüber immerhin die Stellung des Starjesina einnehmen. + +Ausländische Arbeiter geringerer Qualität würde man ohne baaren Lohn auf +Kündigung in den Dienst der Gesellschaft aufnehmen und Werkführer oder +Vorarbeiter, Aerzte, Lehrer, fachmännisch gebildete Beamte würden Lohn +oder Gehalt beziehen, der ausser der Naturalverpflegung gewährt und von +Jahr zu Jahr steigen würde, um die Erhaltung der tüchtigen Elemente zu +sichern. + +Von dem Zeitpunkte ab, wo der gesellschaftliche Besitz eine Ausdehnung +von etwa 250 Quadrat-Meilen erreicht hat, soll die Concessionsdauer von +50 Jahren berechnet werden, insofern sich mit der Zeit nicht die +Erspriesslichkeit einer Erweiterung der Concession ergäbe. + +Nehmen wir an, dass 12 Millionen zur Erwerbung und Investirung von fünf +Quadrat-Meilen mit einer Bevölkerung von 7000 Menschen genügen, so +müsste zur Erzielung von sechs Perzent und der laufenden +Amortisationsquote ein Reingewinn von circa 750.000 fl. erreicht werden, +was bei einem Arbeiterstande von etwa 5000 Menschen, einem fruchtbaren +Boden und der so vortheilhaften Organisation der Arbeit und Verwaltung, +gewiss leicht zu erreichen ist. Das umsomehr, nachdem mindestens sieben +Millionen ausser dem erworbenen Immobilarbesitz investirt werden und +deren Verzinsung nicht aus der Arbeits- sondern aus der Capitalsrente +resultirt. + +Wie schon erwähnt, würde man in den beiden ersten Jahren auf einen +pecuniären Ertrag gar nicht rechnen und die Zinsen dem Capitale +entnehmen, was im Handelsgesetze begründet und nichts weniger als +schwindelhaft ist. Es wären das Organisationskosten, die vernünftig +angewendet wären, da es vor Allem gilt, unter den Bewohnern für das +gewiss gesunde und wohlthätige Unternehmen Propaganda zu machen. + +Würde aber die Frage aufgeworfen, wie für später Zinsen und Amortisation +aufgebracht werden sollen, so ist Folgendes zu bemerken. Auf dem Gebiete +der »Zadruga« ist durch die Production vor Allem für den Bedarf der +eigenen Leute reichlich zu sorgen, wobei eben jede Concurrenz +ausgeschlossen ist. Zunächst dann ist daran zu denken, den Markt in +Bosnien und den angrenzenden Gebieten zu erobern, was industriell und +mercantil gleich geringe Schwierigkeiten bietet. Denn da diese Gebiete +bisher ihren Bedarf meist durch Hausindustrie deckten, wird die schon +besser geschulte Industrie der »Zadruga« bald für diesen Markt das +Bessere erzeugen. Mercantil ist aber die Gesellschaft durch die Lage +ihres Gebietes und die darauf berechneten, neu angelegten +Communicationen dabei dem Auslande voraus. + +Im Auslande und besonders in den österreichischen Provinzen würde +die Gesellschaft bald an Holzproducten, vielleicht auch Glas, Obst, +Gartenfrüchten, Schlachtvieh, Leder, erheblichen Absatz finden. Man darf +auch gar nicht daran verzagen, an eine Luxusindustrie zu denken. +Bedeutende Geldeinnahmen und die beste Verwerthung der gesellschaftlichen +Erzeugnisse wären vom reisenden Publicum zu erwarten, welches das Land, +in welchem persönliche Sicherheit herrscht und Communicationen aller +Art hergestellt sind, massenhaft besuchen würde. Die Naturschönheiten +ebenso, wie ethnographische, archäologische, geologische und +volkswirthschaftliche Studien würden viele Tausende dahin führen und +wäre für sie das Gebiet der Gesellschaft ein grosses Hôtel mit allen +erdenklichen Bequemlichkeiten. Das System der Pensionen würde erweitert +und dem Reisenden gegen eine Zahlung per Tag in verschiedenen Kategorien +eine alle Reisebedürfnisse umfassende Versorgung geboten. Für ein +Geringes würde da der Tourist überall gewöhnliche Unterkunft und +Verköstigung, für grössere Zahlung der Reiche glänzenden Haushalt, +Begleiter, Dolmetsch und Fuhrwerk oder Tragthiere ohne kleinliche +Einzelberechnung finden. In den gesellschaftlichen Bazars würde man sich +mit Mancherlei versorgen und die Gesellschaft, bei welcher der Reisende +seine Baarschaft deponirt, würde sich am Ende der Reise mit ihm +verrechnen. Diess veranschaulicht die Alles umfassenden Vortheile der +einheitlich organisirten Volkswirthschaft für Production sowohl als +Consumtion, da sie für die Wirthschaft ist, was der Saldosaal für den +Geldverkehr. + +Allein abgesehen von den zu erzielenden jährlichen Arbeitsüberschüssen ist +ja die collossale Erhöhung des Werthes von Grund und Boden in 50 Jahren in +Betracht zu ziehen und kann auf Abschlag dieser Erhöhung des Bodenwerthes +und aller in den ersten Jahren erfolgten Immobiliarinvestirungen der +Jahresgewinn bilancirt und darüber statutengemäss verfügt werden. Auf +Grund dieser Erhöhung des Bodenwerthes, der seinerzeit dem Staate +zufällt, kann derselbe ohne Zweifel mit ruhigem Gewissen Zinsen und +Capital garantiren. + +Kann nun die Bevölkerung zur Arbeit herangezogen werden und wird der +Productionswerth der Arbeit durch Maschinen erhöht, so wird das +finanzielle Resultat immer glänzend sein, wenn es sich auch nicht in +baarem Gelde ausdrückt. + +Wo fleissige Hände, unterstützt von mobilem Capitale, einen fruchtbaren +Boden bebauen, entstehen Reichthümer jeder Art und der Werth des +Immobiliarbesitzes, den die Gesellschaft erwirbt, muss sich, abgesehen +von den sonstigen Gütern, die sich im Laufe der Jahre anhäufen und zum +gesellschaftlichen Vermögen gehören, um das Zehnfache erhöhen. Obwohl +der gesellschaftliche Besitz gewissermassen dem Verkehr entzogen wird, +kann doch die Erhöhung der jährlichen Production und die Vermehrung der +Bevölkerung, worüber die gesellschaftlichen Bücher ein zuverlässiges +statistisches Material liefern, als eine Grundlage für die Schätzung +dieser Werthserhöhung dienen. + +Dass aber die Bevölkerung unter den geschilderten Verhältnissen zur +Arbeit herangebildet wird, ist keinem Zweifel unterworfen. Es ist +längst constatirt, dass der gemeine Mann für die Wohlthaten menschlicher +Behandlung und wohlwollender Förderung seiner Interessen empfänglich ist +und schon Owen hat die Erfahrung gemacht, dass humane und milde +Behandlung des Arbeiters und Fürsorge für sein Wohl den Arbeitsgeber +bereichern. Es ist dabei in Rechnung zu ziehen, dass Ordnung und +Regelmässigkeit allen Unternehmungen, insbesondere aber den +wirthschaftlichen Unternehmungen im höchsten Grade förderlich ist. + +Und nicht leicht kann irgendwo die Ordnung, Regelmässigkeit und +Stetigkeit eines Betriebes so gesichert erscheinen, als auf einem +grossen geschlossenen Gebiete, wo es nur einen Hausherrn gibt, der +zugleich Arbeitsgeber, Familienvater und Obrigkeit ist, wenn übrigens +die Regierung diese alle Beziehungen umfassende Gewalt in Schranken +hält. + +Dass die Gesellschaft nur Mandatar der Regierung ist, ist zwar evident, +allein es genügt doch die vorgeschlagene Form, um Bedenken zu +beseitigen, die sonst beim heutigen Stande der politischen Verhältnisse +auftauchen könnten und sind die garantirten Bahnen ein Präcedens, das +einerseits zur Rechtfertigung dient, andererseits andeutet, welchen +Verlauf die vorgeschlagene Einrichtung in Beziehung auf die Stärkung der +Regierungsgewalt nehmen wird. + +Bedenkt man die wirthschaftlich glänzenden Erfolge der Jesuitenrepublik +in Paraguay, der Gründung am Salzsee und der Herrenhutergemeinde, so +kann ein wirthschaftliches Bedenken keinesfalls aufkommen. + +Es ist nicht zu zweifeln, dass sich in Bosnien eine ganz respectable +Industrie entwickeln würde, wenn man sich darum bemühen wollte, die +bestehenden Hausindustrieen auf einen höheren Stand der Ausbildung zu +bringen und ihnen einen Markt zu eröffnen, abgesehen davon, dass es +nichts Vernünftigeres geben könnte, als die arme Bevölkerung des +Riesengebirges mit ihrer Spitzenindustrie in ein Land zu versetzen, wo +Milch und Honig fliesst und der Zwischenhandel sich ersparen liesse. + +Es möchte Befremden erregen, dass ein über die abendländischen +Culturzustände weit hinausreichender Grad wirthschaftlichen und +culturellen Fortschrittes für ein Land begehrt wird, das heute noch in +Barbarei versunken liegt. Allein es ist das vollkommen erklärlich. Die +Residenz eines neu entstandenen Staates wird an Zweckmässigkeit und +Schönheit der Anlage leicht den Herrschersitz eines uralten Staates +überflügeln. Man hat eben Raum, und braucht keinen Schutt wegzuräumen, +um Platz für Neubauten zu gewinnen. Wenn zur Zeit der Nürnbergereier +die Remontoiruhr erfunden worden wäre, hätte kein Besitzer eines +Nürnbergereis daran gedacht, seine Uhr in eine Remontoiruhr umzuwandeln, +dafür aber auch Niemand, der eine neue Uhr brauchte, nach dem veralteten +Ei gegriffen. Man wird aber sagen, ein Volk sei kein Industrieerzeugniss, +es wachse, wie ein Naturproduct. Wozu dann Bosnien occupiren, wenn +ein Eingriff in sein natürliches Wachsthum nicht möglich ist? Dieser +Eingriff ist möglich und jedes Gesetz, jede Verwaltungsmassregel hat den +Zweck, auf die Entwicklung des Volkes entscheidenden Einfluss zu üben. +Dieser Einfluss ist aber ein vielfach mächtigerer, seit die Volksschule +zu grosser Entwicklung gelangt ist und wenn der Staat seine Befugnisse +erweitert und auch in der Volkswirthschaft nicht nur leitend, sondern +verwaltend eingreift. Bald wird man einsehen, dass der Staat den Beruf +hat, seine Sphäre immer weiter auszudehnen und dass er insbesondere den +Beruf hat, Unternehmer zu sein. + +Es ist für die Entwicklung des Menschengeschlechtes höchst +wünschenswerth, dass ein Unternehmen der hier geschilderten Art unter +staatlicher Aegide versucht werde und wird sich bald zeigen, dass der +Staat berufen ist, die Erziehung und die Volkswirthschaft nicht blos zu +fördern, sondern ihnen durch directe Einflussnahme die Wege zu weisen. + +Es hat der Staat nicht nur daran ein Interesse, dass die Kinder acht +Jahre in die Schule gehen, sondern auch, wie sie in der Wiege und den +ersten Jahren ihrer Entwicklung behandelt und gepflegt werden. Da schon +werden die Keime einer verfehlten physischen, geistigen und moralischen +Entwicklung gelegt und die Priester würden sich nie mit der blossen +Schulaufsicht begnügen, sie wissen, dass ihre Lehren in den Jahren der +frühesten Kindheit eingeprägt werden müssen, wenn sie Wurzel fassen +sollen. Ein gleiches Interesse hat der Staat und haben sich die Eltern +einmal daran gewöhnt, ihre Kinder während der etwa 10-stündigen +Arbeitszeit auch schon in der frühesten Jugend der öffentlichen Pflege +und Erziehung zu überlassen, zeigt es sich, wie viel Arbeit in der +Familie dadurch frei wird (Siehe Paris) und dass darin auch Oekonomie +liegt, so wird die Bevölkerung die Vortheile der staatlichen Erziehung +bald begreifen. + +Die Stellung der Regierung zur Leitung der gesellschaftlichen +Einrichtungen wird ihr die Herzen der Bevölkerung gewinnen. + +Die Regierung wird den Arbeiter auf administrativem Wege ganz anders +schützen können, als durch civilgerichtliche Judicatur und die allzusehr +herabgesetzte politische Administration wird wieder zu Ehren kommen. + +Es wird das viel zur Richtigstellung gewisser Doctrinen beitragen, wenn +neben den modernen Staaten sich ein Gebiet ohne Richter und Anwälte, +ohne Finanzbeamte und Kaufleute, ohne Banken und Geld und ohne Deputirte +aufrichtet und wenn die constitutionelle Regierung zu Hause mit der +Autorität auftreten kann, die ihre Erfolge im absolut regierten Gebiete +rechtfertigen. Man wird finden, dass der Rechtsstaat kein Gerichtsstaat +sein muss, ja dass die unveräusserlichen Rechte der Menschen nur im +administrativen Wege ausgiebig geschützt werden können. + +Die Aufbringung des Capitals mit Ausschluss aller Börsenmanöver wird +möglich sein, wenn man das Unternehmen als ein patriotisches lancirt und +wenn der Monarch Denjenigen sein Wohlgefallen bezeigt, die sich an dem +Unternehmen betheiligen. Ordenslustige und adelssüchtige Personen, +grosse Banken, reiche Financiers, hohe Aristokraten und Prälaten werden +sich dann bereit finden lassen, die Actien zu zeichnen. + +Auch ist anzunehmen, dass mancher Grundbesitzer in Bosnien seinen Besitz +gegen Actien verkauft. + +Sind aber die 30 Millionen auf diese Art nicht zu beschaffen, so müsste +man um des grossen Zweckes willen sich zu einem Zugeständnisse an die +Finanzwelt entschliessen und Actien im Betrage von 100 fl. +concessioniren. + +Es wäre solchergestalt dem Socialismus Alles entlehnt, was den +Staatsinteressen förderlich ist, ohne dass die Dinge auf den Kopf +gestellt und erworbene Rechte gefährdet würden. Es hätten die Anhänger +beider Richtungen, der reformatorischen und der capitalistischen, ihr +räumlich getrenntes Gebiet und der Abfluss der unbeschäftigten Arbeiter +nach einem neuen Asyle würde einerseits dem Elende auch bei uns steuern, +andererseits der gefährlichen socialistischen Agitation die Spitze +abbrechen und ihr die Streitkräfte entziehen. + + + + + [ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt, wobei + jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die geänderte Zeile + steht. + + der disciplinaren Ahndung durch die Gesellschaftsorgane noch Analogie + der disciplinaren Ahndung durch die Gesellschaftsorgane nach Analogie + + eines Theiles des gutgeschriebenen Lohnes endlich Ausweisung aus dem + eines Theiles des gutgeschriebenen Lohnes, endlich Ausweisung aus dem + + Wo aber Communicationen fehlen, kann die Production sich nicht heben + Wo aber Communicationen fehlen, kann die Production sich nicht heben. + + einem gemeinsamen, oft gewählten Oberhaupte darstellt. welche gemeinsamen + einem gemeinsamen, oft gewählten Oberhaupte darstellt, welche gemeinsamen + + die im Inlande nicht oder nicht mit Vorteil beschafft werden können, + die im Inlande nicht oder nicht mit Vortheil beschafft werden können, + + Sicherheit und höheren Genuss böte, als das dafür hingegebene Vermögen + Sicherheit und höheren Genuss böte, als das dafür hingegebene Vermögen. + + Aufname oder Aufname als Bürger erlangen können und zwar gegen + Aufnahme oder Aufnahme als Bürger erlangen können und zwar gegen + + allfälligen Misslingens, vor der Welt auf die Gesellschaft fiele. Mann + allfälligen Misslingens, vor der Welt auf die Gesellschaft fiele. Man + + Admistration, welche auf volkswirthschaftlichem Gebiete ihre nächsten + Administration, welche auf volkswirthschaftlichem Gebiete ihre nächsten + + und dem Reisenden gegen eine Zahlung per Tag in verschiedenen Kathegorien + und dem Reisenden gegen eine Zahlung per Tag in verschiedenen Kategorien + + hat, seine Sfäre immer weiter auszudehnen und dass er insbesondere den + hat, seine Sphäre immer weiter auszudehnen und dass er insbesondere den + + einmal daran gewöhnt ihre Kinder während der etwa 10-stündigen + einmal daran gewöhnt, ihre Kinder während der etwa 10-stündigen + + ] + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Viribus unitis, by Josef Neupauer + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VIRIBUS UNITIS *** + +***** This file should be named 29905-8.txt or 29905-8.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + http://www.gutenberg.org/2/9/9/0/29905/ + +Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. 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It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at http://www.pglaf.org. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at +http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact +information can be found at the Foundation's web site and official +page at http://pglaf.org + +For additional contact information: + Dr. Gregory B. Newby + Chief Executive and Director + gbnewby@pglaf.org + + +Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation + +Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide +spread public support and donations to carry out its mission of +increasing the number of public domain and licensed works that can be +freely distributed in machine readable form accessible by the widest +array of equipment including outdated equipment. Many small donations +($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt +status with the IRS. + +The Foundation is committed to complying with the laws regulating +charities and charitable donations in all 50 states of the United +States. 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Thus, we do not necessarily +keep eBooks in compliance with any particular paper edition. + + +Most people start at our Web site which has the main PG search facility: + + http://www.gutenberg.org + +This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, +including how to make donations to the Project Gutenberg Literary +Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to +subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. diff --git a/29905-8.zip b/29905-8.zip Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..f73245b --- /dev/null +++ b/29905-8.zip diff --git a/29905-h.zip b/29905-h.zip Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..266c73f --- /dev/null +++ b/29905-h.zip diff --git a/29905-h/29905-h.htm b/29905-h/29905-h.htm new file mode 100644 index 0000000..6369cc5 --- /dev/null +++ b/29905-h/29905-h.htm @@ -0,0 +1,1524 @@ +<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN" + "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd"> + +<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" lang="de" xml:lang="de"> + <head> + <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=iso-8859-1" /> + <title>The Project Gutenberg eBook of Viribus unitis, by Josef Neupauer</title> + <style type="text/css"> +<!-- + body { margin-left: 15%; margin-right: 15%; } + + p { margin-top: 0.75em; + margin-bottom: 0.75em; + text-align: justify; + text-indent: 1.5em; + } + p.center, + #tnote p { text-indent: 0em; } + + h1, h2 { text-align: center; + clear: both; + margin-top: 0em; + font-weight: normal; + } + h1 { font-size: large; } + h2 { font-size: large; margin-bottom: 1.5em; } + .new-h2 { margin-top: 6em; } + + hr { color: black; + background-color: black; + border: none; + height: 1px; + width: 4em; + margin: 2em auto; + } + + ins { text-decoration: none; border-bottom: 1px dashed #add8e6; } + + .gesperrt { letter-spacing: 0.15em; margin-right: -0.15em; } + + .center { text-align: center; } + + .figcenter { margin: 4em auto; text-align: center; } + + .pagenum { position: absolute; + display: inline; + right: 8%; + font-size: x-small; + text-align: right; + color: #808080; + font-style: normal; + border: 1px solid silver; + padding: 1px 4px 1px 4px; + font-variant: normal; + font-weight: normal; + text-decoration: none; + text-indent: 0em; + } + + #tnote { width: 26em; + border: 1px dashed #808080; + background-color: #f6f6f6; + text-align: justify; + padding: 0em 0.75em; + margin: 120px auto 120px auto; + } + + @page { margin: 2cm; } + + @media print { + body { margin: 2em; } + h2 { page-break-before: always; } + #tnote, pre, .pagenum { display: none; } + ins { text-decoration: none; border: none; color: black; } + } +--> + </style> + </head> +<body> + + +<pre> + +The Project Gutenberg EBook of Viribus unitis, by Josef Neupauer + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Viribus unitis + Wie könnte die europäische Cultur nach Bosnien verpflanzt werden? + +Author: Josef Neupauer + +Release Date: September 4, 2009 [EBook #29905] + +Language: German + +Character set encoding: ISO-8859-1 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VIRIBUS UNITIS *** + + + + +Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger + + + + + +</pre> + + + +<div id="tnote"> +<p class="center"><b>Anmerkungen zur Transkription:</b></p> +<p>Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden +übernommen; lediglich offensichtliche Druckfehler wurden +korrigiert. Änderungen sind im Text <ins title="so wie hier">gekennzeichnet</ins>, +der Originaltext erscheint beim Überfahren mit der Maus.</p> +</div> + +<div style="border: 1px solid black; margin: auto; width: 24em; padding: 2em;"> +<h1 style="line-height: 1.7em;"> +<span class="gesperrt">VIRIBUS UNITIS.</span><br/><br/> + +Wie könnte<br/> +<small>die</small><br/> +<big>EUROPÄISCHE CULTUR</big><br/> +<small>nach</small><br/> +Bosnien verpflanzt werden?</h1> + +<hr/> + +<p class="center" style="line-height: 1.7em;"><small>Von</small><br/> +<big>Dr. Josef Neupauer.</big></p> + +<div class="figcenter" style="width: 120px;"> +<img src="images/emblem.png" width="120" height="34" alt="" title="" /> +</div> + +<p class="center" style="line-height: 1.7em;">WIEN, 1884.<br/> +<small class="gesperrt">Im Selbstverlage des Verfassers.</small></p> +</div> + + +<p class="center" style="margin-top: 4em;"><small>Buchdruckerei von Heinrich Feitzinger & Co., Teschen.</small></p> + + + + +<div class="new-h2"> </div> +<div><span class="pagenum"><a name="Page_3">3</a></span></div> +<h2>I.</h2> + +<p class="center" style="margin: 0em auto 2em auto; width: 28em;"><big>Behufs Civilisirung und wirthschaftlicher Hebung +des Occupationsgebietes auf der Balkanhalbinsel +wird folgender Vorschlag gemacht.</big></p> + + +<p>Es wird eine Actiengesellschaft mit einem Actiencapitale von +30 Millionen Gulden unter der Firma »Zadruga« mit dem Sitze in +Wien gebildet; die Actien lauten auf den Betrag von 200 fl. und +auf den Inhaber. Es werden zunächst 40% des Actiencapitals +eingezahlt und die weiteren 60% nach Massgabe des Bedürfnisses +eingefordert. Nach voller Einzahlung des Actiencapitals können +mit Genehmigung der Regierung Prioritäten bis zum Maximalbetrage +von 60 Millionen ausgegeben werden.</p> + +<p>Das Verwaltungsgebiet der occupirten Länder garantirt die +Rückzahlung des Actiencapitals sammt 5% Interessen innerhalb +50 Jahren.</p> + +<p>Der »Zadruga« wird das Recht eingeräumt, auf dem Occupationsgebiete +ein im voraus festgesetztes, zusammenhängendes Terrain +bis zur Maximalausdehnung von 250 Quadrat-Meilen dergestalt +successive, nöthigenfalls durch Expropriation zu acquiriren, dass +nicht nur aller Grund und Boden, sammt Häusern, Bergwerken +und Industrie-Etablissements, sondern auch alle Communicationen, +Strassen, Wasserwege etc., etwa mit Ausnahme der bereits bestehenden +Eisenbahnen, in deren Privateigenthum übergehen. Von diesem +Rechte macht die »Zadruga« zunächst nur einen begrenzten Gebrauch +und erweitert die Erwerbungen durch freien Handkauf und nöthigenfalls +Expropriation nach Massgabe der materiellen, moralischen und +civilisatorischen Erfolge, welche sie erzielt.</p> + +<p><span class="pagenum"><a name="Page_4">4</a></span> +Die Regierung hält auf dem Gebiete der »Zadruga« mit Ausnahme +einer Anzahl von Regierungscommissären weder Verwaltungs- +noch Justiz- noch Finanz-Beamte, befreit das ganze Gebiet von +jeder Art von Steuern und sonstigen Auflagen und bezieht dafür +aus den Ueberschüssen der Verwaltung einen Pauschalbetrag, welcher +mit 10 fl. pr. Kopf der jeweilig am 31. December des Vorjahres +im Gesellschaftsgebiete conscribirt gewesenen Bevölkerung berechnet +wird, welcher Pauschalbetrag aber von 5 zu 5 Jahren um je einen +Gulden pr. Kopf steigt, somit im letzten Decennium der Concessionsdauer +19 fl. pr. Kopf erreicht.</p> + +<p>Auch fällt dem Staate, beziehungsweise dem Lande, nach +Amortisation des Gesellschaftscapitals sammt Zinsen oder gegen +Rückzahlung des noch aushaftenden Actiencapitals sammt Zinsen +das ganze immobile und mobile, im occupirten Terrain investirte +Vermögen der Gesellschaft zu.</p> + +<p>Macht die Regierung von der Einlösung vor Ablauf von +20 Jahren Gebrauch, so ist das Capital mit sechs ein halb Perzent +zu refundiren.</p> + +<p>Erfolgt die Einlösung später, so hat die Regierung zwar +nicht für mehr als 5% Zinsen aufzukommen; die mit ihrer Genehmigung +vertheilten höheren Dividenden werden aber nicht zurückerstattet. +Die Regierung bestimmt den Zeitpunkt, von welchem ab +die Actien durch Verlosung eingezogen werden, und den Verlosungsplan, +sowie die bei der Verlosung zu beobachtenden Formalitäten.</p> + +<p>Von dem Ueberschusse der Verwaltung, nämlich der Gesammtjahresproduction +abzüglich der Verwaltungskosten und des Steuerpauschales +dürfen keinesfalls mehr als sechs Perzent des Stammcapitals +und die laufende Amortisationsquote herausgezogen werden.</p> + +<p>Die sonstigen Ueberschüsse müssen unbedingt, auf Verlangen +der Regierung aber auch der Mehrgewinn von 1 Perzent zur Ausdehnung +des Unternehmens, zur Hebung der materiellen Lage und +der intellectuellen und moralischen Qualität der Bewohner, zur +Vermehrung des Viehstandes, Hebung der Landwirthschaft, Aufschliessung +<span class="pagenum"><a name="Page_5">5</a></span>der Bergschätze und Begründung jener Industrieen, welche +die Deckung des heimischen Bedarfes und die exportfähige Verarbeitung +der Landesproducte ermöglichen, verwendet werden.</p> + +<p>Innerhalb der ersten zwei Jahre wird gestattet, die fünfperzentige +Verzinsung des Actiencapitals dem Capitale zu entnehmen, +da diese beiden Jahre zur Vorbereitung des Unternehmens erforderlich +sind.</p> + +<p>Die Vertragsabschlüsse der »Zadruga,« sowie der Betriebsplan +der Unternehmung, die Ernennung der Oberbeamten, die Aufstellung +der Jahresbilanz und die Gewinnvertheilung bedürfen der +Genehmigung der österreichischen Regierung und ist hier, sowie +überall in dieser Schrift unter der österreichischen Regierung die +gemeinsame Regierung und ihr Verwaltungsapparat verstanden.</p> + +<p>Auch die Belastung des gesellschaftlichen Gebietes und die +sonstige Contrahirung von Schulden bedarf der Regierungsbewilligung.</p> + +<p>Die eigentliche Betriebsleitung ist nach Bosnien zu verlegen.</p> + +<p>Bezüglich der Aufrechthaltung der Ordnung und Ruhe, +bezüglich der Volksschule und der Volkserziehung, der sanitären +Einrichtungen, dann bezüglich der Communicationen, Schutzbauten +gegen Elementarschäden und der rationellen Einrichtung der Wald- +und Feldcultur werden die weitestgehenden Anforderungen an die +Gesellschaft gestellt und hat sie alle Anordnungen der Regierung, +soweit sie durch die verfügbaren Mittel erfüllbar sind, bei Verlust +der Concession und eines entsprechenden Theiles des Actiencapitales +zu vollziehen. Auch wird sich die Regierung unter gewissen Voraussetzungen +die Sequestration des gesellschaftlichen Vermögens +vorbehalten.</p> + +<p>Zur Sicherstellung der Erfüllung der von der Gesellschaft der +Regierung gegenüber übernommenen Verbindlichkeiten steht es der +Letzteren frei, das Pfandrecht bis zur Höhe eines Betrages von +zehn Millionen Gulden auf dem beweglichen und unbeweglichen +Besitze der Gesellschaft in der den Landesgesetzen entsprechenden +Form zu erwirken.</p> + +<p><span class="pagenum"><a name="Page_6">6</a></span> +Die Beziehungen der Gesellschaft zur Bevölkerung werden im +administrativen Wege geregelt und entschieden, ebenso die familienrechtlichen +Beziehungen der Einwohner untereinander und Verbrechen +und Vergehen, welche nicht der disciplinaren Ahndung +durch die Gesellschaftsorgane <ins title="noch">nach</ins> Analogie der Uebertretungen von +Unmündigen und der Ordnungswidrigkeiten von Dienstleuten überlassen +bleiben, werden von den Gerichten der angrenzenden Gebiete +abgeurtheilt, auch die Strafen dort abgebüsst und vollzogen.</p> + +<p>Einer besonderen Vereinbarung mit der »Zadruga« bleibt die +Feststellung der Bedingungen vorbehalten, unter welchen sie sich +innerhalb gewisser Grenzen verpflichtet, Findlinge, Waisen und erwerbsunfähige +Bewohner des österreichisch-ungarischen Gebietes gegen +mässiges Entgeld in Erziehung und beziehungsweise Verpflegung zu +übernehmen, sowie auch besserungsfähige, besonders jugendliche +Verbrecher aus diesen Ländern aufzunehmen, für welche der +Strafvollzug während der Dauer ihres Aufenthaltes im Gebiete der +»Zadruga« und unter der Voraussetzung eines tadellosen Verhaltens +aufgeschoben bleibt und welchen nach Ablauf einer gewissen Zeit +die Strafe ex lege erlassen ist.</p> + +<p>Von jenen Spirituosen, welche bei der Erzeugung einer indirecten +Abgabe unterworfen sind, hat die »Zadruga« weder bei der +Erzeugung noch beim Consum auf ihrem Territorium eine Abgabe +zu entrichten. Selbe ist nur von dem aus ihrem Gebiete ausgeführten +Producte zu erheben. Dagegen werden ihr die indirecten +Abgaben und die Finanzzölle von den zum Consum auf ihr Gebiet eingeführten +Artikeln vergütet.</p> + +<p>Bei der genauen Buchung der Production und Consumtion auf +dem Gesellschaftsgebiete wäre die Controlle eine vollkommen ausreichende.</p> + +<p>Für die Beförderung von Personen und Frachten auf den +Communicationen des gesellschaftlichen Gebietes im Durchzugsverkehr +hat die Gesellschaft zu sorgen und sind ihre Gebührentarife an die +Genehmigung der Regierung gebunden.</p> + +<p><span class="pagenum"><a name="Page_7">7</a></span> +Die Verträge mit fremden Ansiedlern müssen der österreichischen +Regierung zur Genehmigung vorgelegt werden und wird deren +Erfüllung seitens der Gesellschaft von der Regierung im administrativen +Wege erzwungen.</p> + +<p>Die Gesellschaft hat auch für jene Anordnungen, welche die +Arbeitsleistung der Bewohner, die Art ihrer Erzwingung und die +Aufrechthaltung der Disciplin betreffen, die Genehmigung der österreichischen +Regierung einzuhohlen.</p> + +<p>Entehrende und grausame Strafen sind ganz und gar ausgeschlossen +und haben sich die Strafen auf Entziehung von Tabak und +geistigen Getränken, Versetzung in eine geringere Classe von Arbeitern, +zwangsweise Versetzung an einen anderen Aufenthaltsort oder +zu schwereren und unbeliebteren Arbeiten, Vorenthaltung der Heiratsbewilligung +auf eine Reihe von Jahren, bei besoldeten Arbeitern +ausserdem auf Confiscation eines Theiles des gutgeschriebenen <ins title="Lohnes">Lohnes,</ins> +endlich Ausweisung aus dem Gebiete der »Zadruga« zu beschränken.</p> + +<p>Mit Rücksicht auf die privatrechtliche Natur des Besitzes der +Gesellschaft kann Niemand ein unbedingtes Recht des Aufenthaltes +erwerben, ausgenommen durch Leistung der gesetzlich geregelten +Arbeit durch die ganze Dauer der Arbeitsfähigkeit.</p> + +<p>Confiscation des gutgebuchten Lohnes und strafweise Ausweisung +setzt im Falle des Einspruches des Betreffenden die Bestätigung +der österreichischen Verwaltungsorgane voraus.</p> + +<p>Die Entlohnung der Arbeit erfolgt in der Regel durch Naturalleistungen, +welche aber nicht nur die materielle Versorgung, sondern +auch die Erhaltung der Familie, die Befriedigung der geistigen +und moralischen Bedürfnisse und die Altersversorgung in sich begreifen.</p> + +<p>Insoferne durch Vertrag auch ein Lohn in Geld bedungen ist, +wird derselbe gutgeschrieben und kann dessen Auszahlung in Baarem +nur unter der Voraussetzung gefordert werden, dass der Betreffende +das Gebiet sammt seinen nicht mehr erwerbsfähigen Familiengliedern +verlässt und auf Altersversorgung verzichtet.</p> + +<p><span class="pagenum"><a name="Page_8">8</a></span> +Nimmt der Berechtigte aber die Altersversorgung für sich und +jene Verwandten in Anspruch, für die er selbst zu sorgen hat, so +muss er sich über eine Entschädigung, die aus seinem Guthaben zu +leisten ist, mit der Gesellschaft verständigen, der es übrigens frei +steht, ein solches Uebereinkommen abzulehnen und nach vorhergegangener +Kündigung das Arbeitsverhältniss zu lösen, in welchem +Falle die Auszahlung des Guthabens unter obiger Bedingung zu +erfolgen hat.</p> + + + +<div class="new-h2"> </div> +<div><span class="pagenum"><a name="Page_9">9</a></span></div> +<h2>II.</h2> + + +<p>Es frägt sich nun, ob sich die Concessionirung einer solchen +Gesellschaft mit den oben geschilderten Rechten vom rechtlichen, +socialen, politischen und finanziellen Standpunkte rechtfertiget und +wie das Capital beschafft werden kann.</p> + +<p>Vom gesetzlichen Standpunkte ist die Concessionirung sicherlich +statthaft, da die Expropriation in allen modernen Gesetzgebungen +gestattet ist, wo das öffentliche Interesse in Frage kommt.</p> + +<p>Das öffentliche Interesse ist aber offenbar und handgreiflich +vorhanden, wenn durch obige Einrichtungen das Wohl von Hunderttausenden +von Menschen, die materielle und geistige Cultur und die +Wohlfahrt im Lande gehoben werden kann, wenn sie ein Mittel ist, +die masslose Ausbeutung der Arbeit durch das Capital, die moralische +und physische Verderbniss der Bewohner des von der Expropriation +getroffenen Gebietes hintanzuhalten und andere Theile des +Landes von gefährlichen Elementen zu reinigen.</p> + +<p>Die Expropriation ist insbesondere durch folgende Betrachtung +gerechtfertiget.</p> + +<p>Das Land braucht vor Allem ein Netz von guten Communicationen.</p> + +<p>Diese und die Production stehen aber im innigsten Zusammenhange. +Wo die Production zurückbleibt, braucht man keine Communicationen, +beziehungsweise sind die Mittel dazu nicht aufzubringen.</p> + +<p>Wo aber Communicationen fehlen, kann die Production sich +nicht <ins title="heben">heben.</ins> Würde die Regierung die Communicationen in systematischer +Weise auf Kosten des Landes bauen, so würde Grund +und Boden enorm im Werthe steigen und der Reichthum und die +Macht der wenigen Grundbesitzer ausserordentlich erhöht werden, +was vom politischen ebenso, wie vom socialen Standpunkte verkehrt +<span class="pagenum"><a name="Page_10">10</a></span>wäre. Baut man aber nur einige Militärstrassen, so fehlt es denselben +an Zufahrtsstrassen und sie haben einen geringen wirthschaftlichen +Werth. Daher nun sehen wir, dass in Nordamerika die Landspeculation +und die Schienenwege in Verbindung gebracht sind, +wodurch es möglich wird, die Eisenbahnen durch unbewohnte Wildnisse +zu führen und findet die Eisenbahngesellschaft dabei ihre Rechnung +im Verkaufe der früher vom Staate billig erworbenen Ländereien.</p> + +<p>Die Losung ist daher, zuerst Communicationen, dann Urbarmachung +der Ländereien und Erhöhung ihrer Cultur. Aber wo es in +der Cultur zurückgebliebene eingeborene Einwohner gibt, muss man +noch weiter gehen und die Ländereien nicht verkaufen, sondern +durch eine längere Periode selbst bewirthschaften.</p> + +<p>Vom socialen Standpunkte ist die befürwortete Massregel gewiss +gerechtfertigt.</p> + +<p>Es ist Bosnien noch ein von der Cultur nicht belecktes Land +und wenn man daran geht, es der Cultur entgegenzuführen, ist es +gewiss erwünscht, von Haus aus im administrativen Wege vorzusorgen, +dass jene Auswüchse verhindert werden, die mit unseren wirthschaftlichen +Einrichtungen im Allgemeinen verbunden sind und gegen +welche, wenn sie einmal einreissen, kaum mehr Abhilfe gefunden +werden kann.</p> + +<p>Diese Länder stehen am Anfange einer wirthschaftlichen Entwicklung, +deren Ende erfahrungsgemäss krasser Luxus und Ausschweifung +neben grenzenlosem Elende ist und würde man es der +Regierung gewiss Dank wissen, wenn sie dem Capital zu diesem +Lande den Weg nur unter der Bedingung eröffnet, dass es dasselbe +mit mässigem Gewinn befruchtet und den Nutzen mit dem Arbeiter +redlich theilt. Dass auf diese Weise nicht nur das Land, sondern +auch das Volk rasch der Cultur gewonnen wird, ist nicht zu bezweifeln.</p> + +<p>Die Socialwissenschaft verspricht Ausserordentliches von der +Organisation der Arbeit und wenn auch der Erfolg im Voraus nicht +ermessen werden kann, so ist doch wahrscheinlich, dass die Gesellschaft +<span class="pagenum"><a name="Page_11">11</a></span>jedem Bewohner bei mässiger Arbeit eine gesunde und reinliche +Wohnung, reichliche Kleidung, endlich eine reichliche und vortrefflich +bereitete Nahrung in öffentlichen Speisehäusern wird bieten +können, dass an die Stelle elenden Brantweines gutes Bier und Wein +treten wird, dass die Arbeiter guten Tabak rauchen, dass alle Arbeiten +durch Maschinenbetrieb erleichtert werden.</p> + +<p>Die Einwohner werden sich dann erst als Menschen fühlen +können.</p> + +<p>Die freie Zeit soll dem Arbeiter zur Erholung und geistigen +Anregung dienen; man wird Spiele und Belustigungen, Schaustellungen +aller Art einführen, die der Auffassung des Volkes entsprechen +und Jedermann unentgeldlich offen stehen, man wird womöglich die +traditionelle Volkspoesie entwickeln, den Gesang und den nationalen +Tanz und dergleichen fördern und Allem schrittweise ein civilisirteres +Gepräge zu geben trachten; man wird in Ermangelung anderer +Zerstreuungen des Abends vom Priester, Arzt oder Lehrer Vorträge +halten lassen, die anregen und belehren, zugleich aber erziehlich +einwirken und das Volk daran erinnern sollen, wie seine Zustände +sich verändert haben und um wie viel glücklicher unter der väterlichen +Fürsorge des Kaisers sie sich gestalten als in anderen, viel +reicheren Ländern und wird es bald möglich sein, den Eindruck +solcher Belehrungen durch kleine theatralische Productionen zu verstärken.</p> + +<p>Diese Vorschläge mögen befremdend erscheinen, wenn wir aber +an das panem et circenses der Römer, die Aufgabe der Aedilen und +Anderes denken, was auch in alten Zeiten die Staatsklugheit ersonnen +hat, so wird man finden, dass in den angedeuteten Richtungen +nichts so unbedeutend ist, dass man es geringachten könnte. Man +wird aber auch finden, dass man heute zu Tage, bei dem enorm gesteigerten +Ertrag der Arbeit und der vorgeschlagenen Einschränkung +des Capitalgewinnes ganz Ausserordentliches wird bieten können.</p> + +<p>Dagegen tauscht man ein: Ablieferung der Waffen, Conscription +der Bevölkerung, Beaufsichtigung jedes Einzelnen, Unausführbarkeit +<span class="pagenum"><a name="Page_12">12</a></span>der Revolte und des bewaffneten Widerstandes, unausgesetzte Bearbeitung +des Volkes zu Gunsten der kaiserlichen Regierung, der für +Alles das Verdienst vindicirt wird.</p> + +<p>Es ist nicht zu bezweifeln, dass die Zivilisirung des Volkes in +Bosnien auf diese Weise leicht und rasch ausführbar erscheint, sonst +aber schwerlich erreicht wird. Es ist dabei in Betracht zu ziehen, +dass der Slave mehr als eine andere Nation zur Vergesellschaftung +neigt und den Individualismus zu opfern bereit wäre. Es ist das vorgeschlagene +System, besonders, da das Gesellschaftseigenthum schliesslich +dem Staate, also dem Lande anheim fällt, eine Art von Ausdehnung +des Systemes der Zadruga, wovon die Firma der Gesellschaft +entlehnt ist.</p> + +<p>Die Zadruga zeigt in ihrer Verfassung schon eine Fortentwicklung +über den Begriff der Familie in germanischen und romanischen +Ländern hinaus, da sie eine Vereinigung mehrerer verheirateter Familienglieder +unter einem gemeinsamen, oft gewählten Oberhaupte <ins title="darstellt.">darstellt,</ins> +welche gemeinsamen Haushalt, meist mit Ueberlassung der +Hauswirthschaft an die nach gewisser Reihenfolge sich ablösenden +Frauen, führt. Freilich bleibt da noch Antheil des Einzelnen am Stammvermögen +und Erbrecht aufrechterhalten. Es liegt der Einrichtung +aber ein wesentlich wirthschaftlicher Gedanke zu Grunde und ist die +Aufnahme Fremder in die Hauscommunion statthaft. Wo das System +der Zadruga in Bosnien und der Herzegowina verbreitet ist, müsste +man von jeder Expropriation auf lange hinaus absehen und die Aufmerksamkeit +darauf richten, den freien Beitritt zu erlangen, was Anlass +zur Begründung einer Art von Patriciat geben würde, welches +auch durch Einkauf und Verleihung erworben werden könnte und +gewisse Vorrechte in sich schliessen würde.</p> + +<p>Es würden nämlich ohne Zweifel jüngere Glieder der Familien, +vom Neuen angelockt, im gesellschaftlichen Gebiete vorübergehend +Dienste nehmen und in die Hauscommunion zurückgekehrt, für den +Anschluss Propaganda machen. Die Expropriation würde sich daher +auf den Grossgrundbesitz der Mahomedaner beschränken und auf +<span class="pagenum"><a name="Page_13">13</a></span>politisch sehr gefährliche Elemente, welche keinen Anhang im Lande +haben. Die Ausdehnung des gesellschaftlichen Territoriums würde +mit der Zeit auch durch das System der Confiscation gefördert +werden können, welches besonders bei Aufstand oder staatsgefährlichen +Umtrieben andere, grausame und doch unwirksame, Strafen zu ersetzen +hätte.</p> + +<p>Der Beitritt von Hauscommunionen würde mittelst Verträgen erfolgen, +welche nur allgemein geltende grundsätzliche Bestimmungen +enthielten, deren Natur erst festgestellt werden könnte, nachdem genügende +Erfahrungen gemacht worden.</p> + +<p>Politisch ist die vorgeschlagene Massregel für den Fernerblickenden +gewiss von unleugbarem Nutzen. Es ist nicht nur auf +keine Weise der Regierungszweck, nämlich die Förderung des Volkswohles, +besser und schneller zu erreichen, sondern im Falle des Gelingens +des Unternehmens hätte Oesterreich die mit der Uebernahme +des europäischen Mandats verbundene Aufgabe in ehrenvoller Weise +gelöst und seinen Beruf documentirt, auf der Balkanhalbinsel weitere +Erwerbungen zu machen.</p> + +<p>Ja, nachdem höchst wahrscheinlich die rasche Ausdehnung der +gesellschaftlichen Besitzungen durch Freihandankauf eine natürliche +Folge des wirthschaftlichen Uebergewichtes sein wird, welches die Gesellschaft +bald erlangen muss, braucht man nur darauf zu dringen, +dass die Gesellschaft als Industrie- und Handelsgesellschaft in der +Türkei und den anderen Balkanstaaten zum Geschäftsbetriebe, selbstverständlich +ohne irgend welche Privilegien, zugelassen wird, um +indirect auch auf solche Gebiete die Hand zu legen, die der österreichischen +Verwaltung noch nicht unterstehen.</p> + +<p>Es ist die grosse civilisatorische Aufgabe ins Auge zu fassen, +welche die Geschichte Oesterreich gestellt zu haben scheint.</p> + +<p>Wie einerseits der Stern Oesterreichs kurze Zeit zu erbleichen +schien und in den letzten Jahren doch auf's Neue zu Tage tritt, +welch' wichtige Stelle Oesterreich im europäischen Staatencomplexe +einnimmt, haben andererseits nur kurze Zeit Ideen und volkswirthschaftliche +<span class="pagenum"><a name="Page_14">14</a></span>Theorien regiert, mit welchen sich Oesterreich nur schwer +abfinden konnte. Es sind das der wirthschaftliche und politische Liberalismus +und das Nationalitäten-Princip. Diese Principien haben in +überraschend kurzer Zeit abgewirthschaftet und der Staatskunst stehen +Aufgaben bevor, in welchen gerade nur Oesterreich eine leitende +Rolle zu übernehmen berufen ist. Der Freihandel hat Bankerott gemacht, +der Industrialismus droht England zu ruiniren und man +kommt allgemach zur Erkenntniss, dass die Nationalökonomie viel +mehr auf Grund und Boden einerseits und auf tüchtiges Menschenmaterial +andererseits, als auf Freihandel und übertriebenen Industrialismus +zu fundiren ist.</p> + +<p>Dadurch gelangen Agrarstaaten zu höherer Bedeutung. Die +Industrie als Mittel, die Nachbarvölker auszubeuten, kann als allgemeiner +wirthschaftlicher Factor offenbar nicht gedacht werden, denn +wo Alles ausbeutet, kann doch nur eine Paralisirung der Bestrebungen +Aller sich ergeben.</p> + +<p>Aus diesem Grunde lässt sich England nicht copiren und von +der schrankenlosen industriellen Production kein Heil erwarten.</p> + +<p>Dagegen ist die staatlich geschützte und organisirte Industrie, +welche sich nicht die Aufgabe stellt, Reichthümer aus den Nachbarstaaten +zu ziehen, sondern dem Volke durch eigene Arbeit die +Bedingungen höherer materieller und geistiger Wohlfahrt zu schaffen +und nur das zu exportiren, was zum Austausch für nothwendige +Güter erforderlich ist, die im Inlande nicht oder nicht mit <ins title="Vorteil">Vortheil</ins> +beschafft werden können, allerdings ein wirthschaftlich wichtiger +Factor; diese Industrie ist aber bei gehörigem Schutze immer und überall +binnen Kurzem zu schaffen, wo jungfräulicher Boden und gesunde +Bewohner, von einer starken aber wohlwollenden Regierung geleitet, +vorhanden sind.</p> + +<p>Ebenso haben aber die constitutionellen Einrichtungen und der +politische Liberalismus Bankerott gemacht. Man ist zur Ueberzeugung +gekommen, dass die Parlamente nur dem Parteikampfe und +den Sonderinteressen gewisser Classen dienen, dass sie niemals den +<span class="pagenum"><a name="Page_15">15</a></span>Charakter einer eigentlichen Volksvertretung haben und dass die +constitutionellen Regierungen alle Hände voll zu thun haben, um +das Volk und das Staatsinteresse gegen die Vertretungskörper in +Schutz zu nehmen. Die weitaussehenden Pläne der Politik, welcher +doch Alles unterzuordnen ist, gestatten ihrer Natur nach ohnehin +keine Verhandlung mit den Parlamenten. Es ist also das parlamentarische +Regime nichts als ein Hemmschuh für alles Heilsame und +eine Gefahr für die wahren Staatsinteressen.</p> + +<p>Das Nationalitätenprincip ist ebensowenig mit dem österreichischen +Staatsinteresse verträglich, wie der Industrialismus und das +constitutionelle Princip und auch der Nationalitätenschwindel hat +sich schon ausgelebt, da die Arbeiterverbindungen, welche als politische +Factoren aufzutreten beginnen, sich international constituiren +und da andererseits die staatenbildende Kraft des Nationalitätenprincips +erschöpft, die geschichtliche und culturelle Aufgabe dieses +Princips gelöst ist und grössere staatliche Veränderungen unter dem +Drucke dieses treibenden Elementes nicht mehr zu erwarten sind. +Da ist es nun klar, dass Oesterreich bestimmt ist, eine führende +Rolle in der politischen und wirthschaftlichen Entwicklung Europas +zu nehmen.</p> + +<p>Es steht an der Grenze der europäischen Cultur, an der Grenze +der constitutionellen Staaten, es lehnt sich an Gebiete, welche einer +einseitigen industriellen Entwicklung noch nicht verfallen sind, +welche für Cultur empfänglich und an verfassungsmässige Zustände +noch nicht gewöhnt sind, es ist Oesterreich berufen, den Nationalitätenhader +ad absurdum zu führen und demnach auch mehr als ein +anderer civilisirter Staat in Europa berufen, sich über seine eigenen +Grenzen auszudehnen (was aus nationalen Antrieben hervorgegangene +Staaten nur im beschränkten Masse vermögen, daher ihnen welthistorische +Missionen verschlossen sind), und das an Schätzen reiche, +den nordamerikanischen Territorien verwandte Gebiet nicht nur der +europäischen Türkei, sondern aller Staaten der Balkanhalbinsel in +seinen Machtbereich zu ziehen. Nur Oesterreich kann die Staatsform +<span class="pagenum"><a name="Page_16">16</a></span>für ein Gebiet finden, welches von nationaler Einheit absehen, auf +welchem daher die directe Fürsorge des Monarchen für das Wohl des +gemeinen Mannes allem Geschrei nach einer Repräsentativ-Verfassung +ein Ende machen muss.</p> + +<p>In fernerer Zukunft, und wenn sich das Land vom auswärtigen +Capitale unabhängig gemacht hat, wird es wohl Zeit sein, dem Volke +auch eine Verfassung zu geben, welche aber bei der Vereinfachung +aller Verhältnisse und der Gleichheit aller Bewohner ein eigenartiges, +von der Interessenvertretung grundverschiedenes Gepräge haben müsste.</p> + +<p>Der oben erwähnte Beitritt zahlreicher Hauscommunionen würde +dahin führen, dass sich eine Art von Selbstverwaltung und gewisse politische +Rechte herausbilden würden. Das Volk würde wohl begreifen, +dass die Befugnisse des Starĵesina der Gesellschaft dauernd übertragen +werden müssten, weil ihr mobiles Vermögen und die ihr zur Verfügung +stehenden intellectuellen Kräfte einen Erfolg ermöglichen, den +eine kleine Hauscommunion nie erzielen kann. Dadurch würde nun aber +auch das Familienerbvermögen entfallen und die beitretende Familie +würde sich nun als Ersatz dafür das Bürgerrecht bedingen, welches +der Familie dieselbe Sicherheit und höheren Genuss böte, als das +dafür hingegebene <ins title="Vermögen">Vermögen.</ins> Das Bürgerrecht, dessen man nur durch +Verbrechen verlustig gehen könnte, würde das Heimatsrecht und die +damit verbundene Versorgung der Kranken und Arbeitsunfähigen, +ferners das Recht in sich schliessen, Wohnsitz und Beruf nicht ohne +freie Wahl zu ändern, an der Controlle Theil zu nehmen und für den +Fall der Herausbildung verfassungsmässiger Zustände bei den Volksabstimmungen +das Stimmrecht auszuüben. Fremde Ansiedler würden +von diesem Zeitpunkte ab nur mit Zustimmung der Bürger vorübergehende +<ins title="Aufname">Aufnahme</ins> oder <ins title="Aufname">Aufnahme</ins> als Bürger erlangen können und +zwar gegen Einkauf, für dem Volke geleistete Dienste oder nach +einem vieljährigen Aufenthalte als Arbeiter im Lande bei tadelloser +Aufführung.</p> + +<p>Im Falle der Einführung einer Verfassung – jedenfalls erst +nach Abfertigung der Gesellschaft – wäre der bis dahin zur Entwicklung +<span class="pagenum"><a name="Page_17">17</a></span>gelangte administrativ-wirthschaftliche Zustand als der gesetzliche +zu erklären, der ohne Beistimmung des Kaisers und Volkes +nicht verändert werden kann. Es wäre directe Volksabstimmung und +Discussion der Landesangelegenheiten in einem allgemein verbreiteten +Regierungsblatte in's Auge zu fassen.</p> + +<p>Die Länder des Balkans galten für nichts, so lange man den +Werth von Grund und Boden verkannte und alles auf Handelsbeziehungen +und Industrieen gab, welche nur langsam und ohne +directen staatlichen Einfluss in's Leben gerufen werden können.</p> + +<p>Amerika zeigt uns, was selbst nicht organisirte Thatkraft +leisten kann, wenn die jung aufstrebende Industrie staatlich +geschützt ist.</p> + +<p>Für eine solche Politik würde das Gebiet der »Zadruga« als +Versuchsstation dienen, dort würde sich unter der Firma einer +anonymen Gesellschaft erproben lassen, was durch staatlich organisirte +Production erreichbar ist und bringt man es dahin, dass der Strom +europäischer Auswanderer nicht nach Amerika, sondern unter das +Banner Oesterreichs flüchtet, dann kann dieses ohne Besorgniss an +der Seite Deutschlands eine active Rolle übernehmen, die es bisher +immer von der Hand gewiesen hat.</p> + +<p>Die Gesellschaft böte der Regierung den Vortheil, dass etwaige +Missgriffe ihr Ansehen nicht beeinträchtigen und dass die Schuld +des allfälligen Misslingens, vor der Welt auf die Gesellschaft fiele. +<ins title="Mann">Man</ins> könnte daher auch leichter wieder den betretenen Weg verlassen, +wenn er sich als unvortheilhaft erwiese und das gesellschaftliche +Eigenthum veräussern oder verpachten oder nach der gewöhnlichen +Art mit Lohnarbeitern bewirthschaften.</p> + +<p>Wenn nun aber fernere politische Ziele auf eine Massregel von +scheinbar geringerer Bedeutung hinweisen, so ist doch andererseits +dafür zu sorgen, dass näher liegende Interessen nicht gefährdet +werden und da eine Expropriation in etwas grösserer Ausdehnung +Anstoss bei der Bevölkerung erregen könnte, müssten wohl sorgfältige +Erhebungen voraus gehen. Es wäre daher nicht nur die +<span class="pagenum"><a name="Page_18">18</a></span>künftige Organisation des zu expropriirenden Territoriums zunächst +nur nothdürftig zu enthüllen, sondern auch zu versuchen, ob nicht +ein Gebiet in genügender Ausdehnung im Wege der Verhandlung +allenfalls gegen Actien zu erwerben wäre. Der Widerstand Einzelner +ist nicht mehr zu fürchten, sobald Erfolge erzielt sind und +der massgebende Theil des Volkes, nämlich der numerisch und +physisch stärkere, Vertrauen in die Absichten und die Kraft der +Regierung gewonnen hat und die angrenzenden Grundeigenthümer zur +Erkenntniss kommen, dass sie wegen Mangels an Communicationen +und Capital, höherer Ansprüche der Arbeiter und Unvermögenheit, die +Organisation der »Zadruga« nachzuahmen, nicht concurriren können.</p> + +<p>Die Beschaffung eines grösseren, durchaus arrondirten, Gebietes +ist aber zur Garantirung des Erfolges unbedingt nothwendig.</p> + +<p>Der Widerstand der Bevölkerung wird übrigens nicht sehr +in's Gewicht fallen. Wenn der Verfasser recht berichtet ist, würde +die Gesellschaft zunächst auf die Besitzungen mahomedanischer Begs +zu reflectiren haben, die über beträchtlichen Grundbesitz verfügen. +Diese Begs dürften zum Theil auswanderungslustig sein und jedenfalls +hat man nichts von den Christen zu besorgen, wenn man gegen +die der Zahl nach geringen türkischen Einwohner mit der Expropriation +vorgeht. Auch wäre es erwünscht, wenn die Mahomedaner +sich nach und nach aus Bosnien zurückzögen, da die Verwaltung +einer christlichen Regierung sich auf die Dauer mit dem mahomedanischen +Elemente nicht verträgt. Ihr Abzug würde die Administration +vereinfachen und eine Frage lösen, welche in nicht zu +ferner Zukunft sehr unbequem werden könnte. Andererseits würde die +neue Einrichtung, welche es Jedem ermöglicht, seinen Unterhalt +überall zu finden, wo die Gesellschaft herrscht, auch eine räumliche +Sonderung der Griechen und Katholiken ermöglichen, was für die +Verwaltung unläugbar ein grosser Gewinn wäre.</p> + +<p>Soweit die Verhältnisse in Bosnien bekannt sind, würde eine +<ins title="Admistration">Administration</ins>, welche auf volkswirthschaftlichem Gebiete ihre nächsten +Erfolge anstrebt, unläugbar das Volk bald moralisch erobern. +<span class="pagenum"><a name="Page_19">19</a></span>Elemente für eine grossartige Production sind genug vorhanden. Das +Land ist von überschwenglicher Fruchtbarkeit und Mannigfaltigkeit +und ebenso vielversprechend ist die Bevölkerung, die nur zum +geringeren Theile indolent und arbeitsunlustig ist, wogegen viele +Stämme an Fleiss und selbst mannigfaltigen, für das Kunstgewerbe +verwendbaren, Geschicklichkeiten nicht leicht übertroffen werden +können. Mahomedaner und Arnauten müssen, zunächst wenigstens, +zurückgedrängt, die Griechen vom Aberglauben und Schacher +abgezogen werden und bald wird das Volk fühlen, dass es unter den +neuen Verhältnissen gewissermassen nur einen unsichtbaren Herrn +über sich hat, was dem Selbstgefühle der Bewohner nicht empfindlich +ist, dass aber doch nur der Einzelne für die Gesammtheit arbeitet +und sorgt, eine den Slaven, besonders den Südslaven congeniale +Verfassung der Zustände. Wenn das Alles von selbst herankömmt, +nicht verlangt und bewilliget, sondern wie ein Segen, den die Zeit +mit sich bringt, so wird es ohne jede Unordnung und Kampf +abgehen. Der griechische Priester ist glücklicher Weise arm und +daher bestechlich. Fühlt er, dass er mit der Gesellschaft rechnen +muss, bietet sie ihm, was sie als Verwalterin der Gesammtproduction +leicht thun kann, mehr als das Volk ihm bieten könnte, so wird +er predigen, was man ihm vorschreibt. Er wird sachte den Aberglauben +ausrotten helfen und den gläubigen Sinn des Volkes der +österreichischen Regierung dienstbar machen. Hierin muss man +allerdings ein wenig Geduld haben und dafür sorgen, dass die +Popen aus solchen Elementen hervorgehen, welche eine entsprechende +Erziehung in Oesterreich genossen haben. Das ist eine blosse +Geldfrage zwischen der österreichischen Regierung einerseits und +den Klöstern und Bischöfen andererseits und das Geld liefert eben +die Gesellschaft.</p> + +<p>An die Gebräuche und Gewohnheiten des Volkes muss man +selbstverständlich überall anknüpfen, das Bessere nicht ohne Noth +aufdrängen, sondern der natürlichen Wahl des Volkes überlassen, +wo immer man auf einen wahrscheinlichen Erfolg rechnen kann. +<span class="pagenum"><a name="Page_20">20</a></span>Eine Art von Luxus, einen Wunsch nach Verbesserung der materiellen +Lebensbedingungen, soweit selbe durch organisirte Arbeit +erreichbar ist, muss man einbürgern, wo man civilisiren will und +bald wird sich zeigen, dass, was die Beamten und Functionäre, ihre +Frauen und Kinder geniessen, die Nachahmung weckt und zeigt +sich, dass die Gesellschaft vorbereitet ist, Jedem, der sich in die +Verhältnisse schickt, gleiche Vortheile zu bieten, so wird sich bald +ein Wetteifer entwickeln, der den Regierungszwecken entgegen +kömmt. Es wird sich schliesslich jede Gemeinde als eine Familie +betrachten, man wird die Bürgermeisterstellen den Aeltesten der angesehensten +Familien übertragen und dergestalt eine wirthschaftliche +Verfassung auf patriarchalischer Grundlage errichten, die als organisch +aus dem Volke hervorgegangen einen ganz volksthümlichen Charakter +annimmt. Dabei bildet der Organismus der Production, das Aufeinanderangewiesensein +der entferntesten Gemeinden durch Theilung der Arbeit +und das Aufhören eines jeden Handels eine nur durch die Gesellschaft +verkörperte Vereinigung, einen Kitt, der die Familienbeziehung +schliesslich über die Grenzen der Gemeinde hinaus erweitert und +da ja doch für den Denkenden jede politische Frage nur eine +Magenfrage ist, wird bald die Politik in der wirthschaftlichen Einrichtung +gänzlich aufgehen und ein Zustand eintreten, wo unter der +Führung des Monarchen Einer für Alle und Alle für Einen +einstehen.</p> + +<p>Die systematische Verdrängung der Mahomedaner durch neugeschaffene +wirthschaftliche Verhältnisse ist ohne Verletzung der +bestehenden Conventionen möglich, sie ist vom humanitären Gesichtspunkt +statthaft, vom politischen vortheilhaft.</p> + +<p>Sollte selbst theilweise die Expropriation gegen die Mahomedaner +eintreten müssen, so würde darin doch keine Verletzung der +Convention liegen, da ja der Oesterreicher selbst in Oesterreich sich +die Expropriation gefallen lassen muss und die Expropriation nicht +nur die Türken sondern auch die Christen beträfe. Der natürliche +Gang der wirthschaftlichen Dinge würde aber bald dahin führen, dass +<span class="pagenum"><a name="Page_21">21</a></span>der verschwenderische und faule Mahomedaner, sobald er aufhört +zu herrschen und als Handelsmann überflüssig wird, verarmt und +entweder auswandert, oder sich glücklich schätzt, wenn die Gesellschaft +seine Kinder zur Erziehung übernimmt. So stürbe der Mahomedanismus +aus. Da aber die neuen Einrichtungen Jedem, der arbeitet, +eine menschenwürdige Existenz eröffnen, kann Niemand es beklagen, +dass der faule, grausame und herrschsüchtige Mahomedaner den +Folgen seiner Laster erliegt und im schlimmsten Falle der Versorgung +der Gemeinde oder der Arbeit anheimfällt. In politischer Beziehung +würde dieser Erfolg der Administration Oesterreich nur Vortheile +bringen. Es lässt sich ja doch die orientalische Frage in populärer +Weise nicht anders ausdrücken als »hinaus mit den Türken«. +Nirgends wird man daraus Oesterreich einen Vorwurf machen.</p> + +<p>Die englischen Staatsmänner, welche der österreichischen Orientpolitik +am Ersten Schwierigkeiten bereiten möchten, würden Beifall +klatschen müssen, da sie vor allen Anderen den Ruf verbreitet +haben, dass man die Türken aus Europa verjagen, die unterjochten +Christen ihrer Herrschaft entziehen müsse. Nur Konstantinopel wird +sich dagegen auflehnen, und einer starken, zielbewussten Politik wäre +ein energischer Protest zur gegebenen Zeit nur willkommen, da sich +daran die Weiterführung unseres Werkes anknüpfen lässt.</p> + +<p>Inwieferne die Expropriation und die Ertheilung einer Zinsengarantie +unter Verpfändung der Hilfsquellen des Landes ausserhalb +der bisher factisch ausgeübten Regierungsgewalt im Occupationsgebiete +liegt, ist dem Privaten nicht leicht zu beurtheilen, allein es kann +wohl behauptet werden, dass die Ausübung eines solchen, bisher nicht +in Anspruch genommenen Rechtes gerade gegenwärtig am ehesten +ausführbar erscheint, da der Einfluss Russlands momentan geschwächt +ist, und ist es selbst abgesehen von anderen Vortheilen politisch, ein +solches Recht bei gelegener Zeit auszuüben, um in den unangefochtenen +Besitz neuer Befugnisse zu gelangen.</p> + +<p>Nicht hoch genug anzuschlagen wäre die voraussichtlich beträchtliche +Vermehrung der Bevölkerung und die Erhaltung, vielleicht +<span class="pagenum"><a name="Page_22">22</a></span>auch Erhöhung der physischen Tüchtigkeit der eingebornen +Bewohner für die Wehrkraft Oesterreichs. Da die gesellschaftliche +Erziehung, welche in Wirklichkeit eine staatliche wäre, von den +ersten Kinderjahren an in Krippen, Kindergärten, Volks- und Gewerbeschulen +bis zum Alter der Militärpflicht auf die Jugend wirken +und die militärische Ausbildung vorbereiten würde, wäre ohne Zweifel +ein grosser Gewinn für die politische Machtstellung der Monarchie +von der vorgeschlagenen Organisation zu erwarten.</p> + +<p>Die eigenthümliche Form der vorgeschlagenen Stellung der +Regierung zur Gesellschaft würde es ausführbar erscheinen lassen, +zur gelegenen Zeit das Actiencapital durch Umwandlung in Hypothekarschulden +oder eine bosnische Staatsschuld bedeutend zu reduciren +und die verbleibenden Actien insgeheim für die Regierung aus +Fonden einzulösen, welche der parlamentarischen Controlle entzogen +sind. Es könnte dann der österreichische Fiscus anonym unter der +Firma einer Actiengesellschaft operiren und das Unternehmen ausschliesslich +im Staatsinteresse fortführen.</p> + +<p>Finanziell endlich ist unter der Voraussetzung der gänzlichen +Arrondirung des gesellschaftlichen Gebietes und des Ausschlusses +aller concurrirenden wirthschaftlichen Elemente der Erfolg des Unternehmens +gesichert. Man schätzt heute das österreichische Joch +Grund in Bosnien auf 20 fl., somit eine Quadratmeile auf 200.000 fl.</p> + +<p>Würde die Gesellschaft zunächst 5 Quadrat-Meilen erwerben, +bewohnt von etwa 6–7000 Menschen, so würden Grund und Boden +auf eine Million, der Häuserbesitz auf höchstens drei bis vier Millionen +zu stehen kommen und ein Betrag von sieben Millionen würde +reichlich genügen, um dieses Gebiet für Landwirthschaft, Industrie +und Bergbau zu investiren.</p> + +<p>Auf diese Art wäre die zuerst einzuzahlende 40%ge Quote des +Actiencapitales in der Höhe von 12 Millionen zu verwenden.</p> + +<p>Nach zwei bis drei Jahren würde das Experiment so weit +erprobt und der Credit der Gesellschaft so weit gefestiget sein, dass +sie ohne Zweifel von Jahr zu Jahr zehn bis zwanzig, auch dreissig +<span class="pagenum"><a name="Page_23">23</a></span>Quadrat-Meilen ihrem Gebiete einverleiben könnte und in längstens +zwölf Jahren dürfte sich ihr Gebiet auf zwei bis dreihundert Quadrat-Meilen +und ihre Bevölkerung mit Einrechnung der Einwanderer auf +etwa eine Million belaufen.</p> + +<p>Sobald eine Organisation geschaffen ist, welche die rasche Assimilation +neuer Gebiete erwarten lässt, wären zunächst noch die +aushaftenden 18 Millionen auf das Actiencapital einzufordern und +weiters nach Bedarf Prioritäten auszugeben. Da mit dem Fortschreiten +der Civilisation und der Industrie im Lande die eigenen Arbeitskräfte +nach und nach sicher ausreichen dürften, die Neuinvestirungen, +zum grösseren Theile wenigstens, zu bestreiten, wird das Gesammtcapital +von 90 Millionen an Actien und Prioritäten wahrscheinlich +genügen, um den ganzen Plan durchzuführen.</p> + +<p>Uebrigens wird auch mit geringerem Capitale eine rasche Erweiterung +des gesellschaftlichen Unternehmens möglich sein. Wo +immer Gemeindeeigenthum, Staatseigenthum oder Religionsfondsgüter +sich befinden, wird es sofort thunlich sein, diese Territorien auf +Grund von Pachtverträgen auf 50 Jahre in den gesellschaftlichen Betrieb +einzubeziehen. Die Investirungen auf den Staatsgütern schaffen +gar keine Complicationen, weil das Gesellschaftsvermögen ohnehin +dem Staate zufällt und die Investirungen auf Gemeinde- und Religionsfondsgütern +würden entweder auf den Rückfall nach 50 Jahren +berechnet werden, oder Rechtsfragen schaffen, welche der Staat nach +Ablauf der Pachtdauer nach Belieben ausnützen oder zu Gunsten +der Fonde lösen könnte.</p> + +<p>Auch ausserdem würde sich der gesellschaftliche Besitz rasch +vermehren, ohne dass es nöthig wäre, im ausgedehnten Massstabe +zur Expropriation zu greifen oder grössere Geldmittel zur Erwerbung +von Grund und Boden aufzuwenden. Es wurde schon oben die +Wahrscheinlichkeit des Beitrittes der Hauscommunionen und die +Modalitäten dargestellt, wie selber erfolgen könnte. Man glaubt, dass +auch die Priester für diesen Beitritt agitiren würden und Personen, +die die Verhältnisse in Serbien kennen, glauben, dass sich für das +<span class="pagenum"><a name="Page_24">24</a></span>Project unter der serbischen Bevölkerung leicht Propaganda machen +liesse. Dasselbe gilt auch für Bulgarien und wäre es umso sicherer +in Bosnien von Erfolg. Es liesse sich übrigens auch für die Aufnahme +von Hauscommunionen in Serbien und Bulgarien eine Form +finden, wenn auch dort die vermögensrechtlichen Beziehungen zur +Gesellschaft nicht zugleich die politische Administration in sich +schliessen könnten. Der gesellschaftliche Beamte könnte der Regierung +gegenüber immerhin die Stellung des Starĵesina einnehmen.</p> + +<p>Ausländische Arbeiter geringerer Qualität würde man ohne baaren +Lohn auf Kündigung in den Dienst der Gesellschaft aufnehmen und +Werkführer oder Vorarbeiter, Aerzte, Lehrer, fachmännisch gebildete +Beamte würden Lohn oder Gehalt beziehen, der ausser der Naturalverpflegung +gewährt und von Jahr zu Jahr steigen würde, um die +Erhaltung der tüchtigen Elemente zu sichern.</p> + +<p>Von dem Zeitpunkte ab, wo der gesellschaftliche Besitz eine +Ausdehnung von etwa 250 Quadrat-Meilen erreicht hat, soll die Concessionsdauer +von 50 Jahren berechnet werden, insofern sich mit +der Zeit nicht die Erspriesslichkeit einer Erweiterung der Concession +ergäbe.</p> + +<p>Nehmen wir an, dass 12 Millionen zur Erwerbung und Investirung +von fünf Quadrat-Meilen mit einer Bevölkerung von 7000 Menschen +genügen, so müsste zur Erzielung von sechs Perzent und der +laufenden Amortisationsquote ein Reingewinn von circa 750.000 fl. +erreicht werden, was bei einem Arbeiterstande von etwa 5000 Menschen, +einem fruchtbaren Boden und der so vortheilhaften Organisation +der Arbeit und Verwaltung, gewiss leicht zu erreichen ist. +Das umsomehr, nachdem mindestens sieben Millionen ausser dem +erworbenen Immobilarbesitz investirt werden und deren Verzinsung +nicht aus der Arbeits- sondern aus der Capitalsrente resultirt.</p> + +<p>Wie schon erwähnt, würde man in den beiden ersten Jahren +auf einen pecuniären Ertrag gar nicht rechnen und die Zinsen dem +Capitale entnehmen, was im Handelsgesetze begründet und nichts +weniger als schwindelhaft ist. Es wären das Organisationskosten, +<span class="pagenum"><a name="Page_25">25</a></span>die vernünftig angewendet wären, da es vor Allem gilt, unter den +Bewohnern für das gewiss gesunde und wohlthätige Unternehmen +Propaganda zu machen.</p> + +<p>Würde aber die Frage aufgeworfen, wie für später Zinsen +und Amortisation aufgebracht werden sollen, so ist Folgendes zu bemerken. +Auf dem Gebiete der »Zadruga« ist durch die Production +vor Allem für den Bedarf der eigenen Leute reichlich zu sorgen, +wobei eben jede Concurrenz ausgeschlossen ist. Zunächst dann ist +daran zu denken, den Markt in Bosnien und den angrenzenden Gebieten +zu erobern, was industriell und mercantil gleich geringe +Schwierigkeiten bietet. Denn da diese Gebiete bisher ihren Bedarf +meist durch Hausindustrie deckten, wird die schon besser geschulte +Industrie der »Zadruga« bald für diesen Markt das Bessere erzeugen. +Mercantil ist aber die Gesellschaft durch die Lage ihres Gebietes +und die darauf berechneten, neu angelegten Communicationen dabei +dem Auslande voraus.</p> + +<p>Im Auslande und besonders in den österreichischen Provinzen +würde die Gesellschaft bald an Holzproducten, vielleicht auch Glas, +Obst, Gartenfrüchten, Schlachtvieh, Leder, erheblichen Absatz finden. +Man darf auch gar nicht daran verzagen, an eine Luxusindustrie zu +denken. Bedeutende Geldeinnahmen und die beste Verwerthung der +gesellschaftlichen Erzeugnisse wären vom reisenden Publicum zu erwarten, +welches das Land, in welchem persönliche Sicherheit herrscht +und Communicationen aller Art hergestellt sind, massenhaft besuchen +würde. Die Naturschönheiten ebenso, wie ethnographische, archäologische, +geologische und volkswirthschaftliche Studien würden viele +Tausende dahin führen und wäre für sie das Gebiet der Gesellschaft ein +grosses Hôtel mit allen erdenklichen Bequemlichkeiten. Das System der +Pensionen würde erweitert und dem Reisenden gegen eine Zahlung per +Tag in verschiedenen <ins title="Kathegorien">Kategorien</ins> eine alle Reisebedürfnisse umfassende +Versorgung geboten. Für ein Geringes würde da der Tourist überall gewöhnliche +Unterkunft und Verköstigung, für grössere Zahlung der Reiche +glänzenden Haushalt, Begleiter, Dolmetsch und Fuhrwerk oder Tragthiere +<span class="pagenum"><a name="Page_26">26</a></span>ohne kleinliche Einzelberechnung finden. In den gesellschaftlichen +Bazars würde man sich mit Mancherlei versorgen und die Gesellschaft, +bei welcher der Reisende seine Baarschaft deponirt, würde sich am +Ende der Reise mit ihm verrechnen. Diess veranschaulicht die Alles +umfassenden Vortheile der einheitlich organisirten Volkswirthschaft für +Production sowohl als Consumtion, da sie für die Wirthschaft ist, was +der Saldosaal für den Geldverkehr.</p> + +<p>Allein abgesehen von den zu erzielenden jährlichen Arbeitsüberschüssen +ist ja die collossale Erhöhung des Werthes von Grund +und Boden in 50 Jahren in Betracht zu ziehen und kann auf +Abschlag dieser Erhöhung des Bodenwerthes und aller in den ersten +Jahren erfolgten Immobiliarinvestirungen der Jahresgewinn bilancirt +und darüber statutengemäss verfügt werden. Auf Grund dieser Erhöhung +des Bodenwerthes, der seinerzeit dem Staate zufällt, kann +derselbe ohne Zweifel mit ruhigem Gewissen Zinsen und Capital +garantiren.</p> + +<p>Kann nun die Bevölkerung zur Arbeit herangezogen werden +und wird der Productionswerth der Arbeit durch Maschinen erhöht, +so wird das finanzielle Resultat immer glänzend sein, wenn es sich +auch nicht in baarem Gelde ausdrückt.</p> + +<p>Wo fleissige Hände, unterstützt von mobilem Capitale, einen +fruchtbaren Boden bebauen, entstehen Reichthümer jeder Art und +der Werth des Immobiliarbesitzes, den die Gesellschaft erwirbt, muss +sich, abgesehen von den sonstigen Gütern, die sich im Laufe der +Jahre anhäufen und zum gesellschaftlichen Vermögen gehören, um +das Zehnfache erhöhen. Obwohl der gesellschaftliche Besitz gewissermassen +dem Verkehr entzogen wird, kann doch die Erhöhung der +jährlichen Production und die Vermehrung der Bevölkerung, worüber +die gesellschaftlichen Bücher ein zuverlässiges statistisches Material +liefern, als eine Grundlage für die Schätzung dieser Werthserhöhung +dienen.</p> + +<p>Dass aber die Bevölkerung unter den geschilderten Verhältnissen +zur Arbeit herangebildet wird, ist keinem Zweifel unterworfen. +<span class="pagenum"><a name="Page_27">27</a></span>Es ist längst constatirt, dass der gemeine Mann für die Wohlthaten +menschlicher Behandlung und wohlwollender Förderung seiner Interessen +empfänglich ist und schon Owen hat die Erfahrung gemacht, +dass humane und milde Behandlung des Arbeiters und Fürsorge für +sein Wohl den Arbeitsgeber bereichern. Es ist dabei in Rechnung +zu ziehen, dass Ordnung und Regelmässigkeit allen Unternehmungen, +insbesondere aber den wirthschaftlichen Unternehmungen im höchsten +Grade förderlich ist.</p> + +<p>Und nicht leicht kann irgendwo die Ordnung, Regelmässigkeit +und Stetigkeit eines Betriebes so gesichert erscheinen, als auf +einem grossen geschlossenen Gebiete, wo es nur einen Hausherrn +gibt, der zugleich Arbeitsgeber, Familienvater und Obrigkeit ist, +wenn übrigens die Regierung diese alle Beziehungen umfassende +Gewalt in Schranken hält.</p> + +<p>Dass die Gesellschaft nur Mandatar der Regierung ist, ist +zwar evident, allein es genügt doch die vorgeschlagene Form, um +Bedenken zu beseitigen, die sonst beim heutigen Stande der politischen +Verhältnisse auftauchen könnten und sind die garantirten Bahnen +ein Präcedens, das einerseits zur Rechtfertigung dient, andererseits +andeutet, welchen Verlauf die vorgeschlagene Einrichtung in Beziehung +auf die Stärkung der Regierungsgewalt nehmen wird.</p> + +<p>Bedenkt man die wirthschaftlich glänzenden Erfolge der +Jesuitenrepublik in Paraguay, der Gründung am Salzsee und der +Herrenhutergemeinde, so kann ein wirthschaftliches Bedenken +keinesfalls aufkommen.</p> + +<p>Es ist nicht zu zweifeln, dass sich in Bosnien eine ganz +respectable Industrie entwickeln würde, wenn man sich darum +bemühen wollte, die bestehenden Hausindustrieen auf einen höheren +Stand der Ausbildung zu bringen und ihnen einen Markt zu eröffnen, +abgesehen davon, dass es nichts Vernünftigeres geben könnte, +als die arme Bevölkerung des Riesengebirges mit ihrer Spitzenindustrie +in ein Land zu versetzen, wo Milch und Honig fliesst und +der Zwischenhandel sich ersparen liesse.</p> + +<p><span class="pagenum"><a name="Page_28">28</a></span> +Es möchte Befremden erregen, dass ein über die abendländischen +Culturzustände weit hinausreichender Grad wirthschaftlichen und +culturellen Fortschrittes für ein Land begehrt wird, das heute noch +in Barbarei versunken liegt. Allein es ist das vollkommen erklärlich. +Die Residenz eines neu entstandenen Staates wird an Zweckmässigkeit +und Schönheit der Anlage leicht den Herrschersitz eines uralten +Staates überflügeln. Man hat eben Raum, und braucht keinen Schutt +wegzuräumen, um Platz für Neubauten zu gewinnen. Wenn zur +Zeit der Nürnbergereier die Remontoiruhr erfunden worden wäre, +hätte kein Besitzer eines Nürnbergereis daran gedacht, seine Uhr +in eine Remontoiruhr umzuwandeln, dafür aber auch Niemand, der +eine neue Uhr brauchte, nach dem veralteten Ei gegriffen. Man wird +aber sagen, ein Volk sei kein Industrieerzeugniss, es wachse, wie +ein Naturproduct. Wozu dann Bosnien occupiren, wenn ein Eingriff +in sein natürliches Wachsthum nicht möglich ist? Dieser Eingriff +ist möglich und jedes Gesetz, jede Verwaltungsmassregel hat den +Zweck, auf die Entwicklung des Volkes entscheidenden Einfluss zu +üben. Dieser Einfluss ist aber ein vielfach mächtigerer, seit die +Volksschule zu grosser Entwicklung gelangt ist und wenn der +Staat seine Befugnisse erweitert und auch in der Volkswirthschaft +nicht nur leitend, sondern verwaltend eingreift. Bald wird man +einsehen, dass der Staat den Beruf hat, seine <ins title="Sfäre">Sphäre</ins> immer weiter +auszudehnen und dass er insbesondere den Beruf hat, Unternehmer +zu sein.</p> + +<p>Es ist für die Entwicklung des Menschengeschlechtes höchst +wünschenswerth, dass ein Unternehmen der hier geschilderten Art +unter staatlicher Aegide versucht werde und wird sich bald zeigen, +dass der Staat berufen ist, die Erziehung und die Volkswirthschaft +nicht blos zu fördern, sondern ihnen durch directe Einflussnahme +die Wege zu weisen.</p> + +<p>Es hat der Staat nicht nur daran ein Interesse, dass die +Kinder acht Jahre in die Schule gehen, sondern auch, wie sie in der +Wiege und den ersten Jahren ihrer Entwicklung behandelt und +<span class="pagenum"><a name="Page_29">29</a></span>gepflegt werden. Da schon werden die Keime einer verfehlten physischen, +geistigen und moralischen Entwicklung gelegt und die Priester +würden sich nie mit der blossen Schulaufsicht begnügen, sie +wissen, dass ihre Lehren in den Jahren der frühesten Kindheit eingeprägt +werden müssen, wenn sie Wurzel fassen sollen. Ein gleiches +Interesse hat der Staat und haben sich die Eltern einmal daran <ins title="gewöhnt">gewöhnt,</ins> +ihre Kinder während der etwa 10-stündigen Arbeitszeit auch +schon in der frühesten Jugend der öffentlichen Pflege und Erziehung +zu überlassen, zeigt es sich, wie viel Arbeit in der Familie dadurch frei +wird (Siehe Paris) und dass darin auch Oekonomie liegt, so wird die +Bevölkerung die Vortheile der staatlichen Erziehung bald begreifen.</p> + +<p>Die Stellung der Regierung zur Leitung der gesellschaftlichen +Einrichtungen wird ihr die Herzen der Bevölkerung gewinnen.</p> + +<p>Die Regierung wird den Arbeiter auf administrativem Wege +ganz anders schützen können, als durch civilgerichtliche Judicatur +und die allzusehr herabgesetzte politische Administration wird wieder +zu Ehren kommen.</p> + +<p>Es wird das viel zur Richtigstellung gewisser Doctrinen beitragen, +wenn neben den modernen Staaten sich ein Gebiet ohne +Richter und Anwälte, ohne Finanzbeamte und Kaufleute, ohne Banken +und Geld und ohne Deputirte aufrichtet und wenn die constitutionelle +Regierung zu Hause mit der Autorität auftreten kann, +die ihre Erfolge im absolut regierten Gebiete rechtfertigen. Man +wird finden, dass der Rechtsstaat kein Gerichtsstaat sein muss, ja +dass die unveräusserlichen Rechte der Menschen nur im administrativen +Wege ausgiebig geschützt werden können.</p> + +<p>Die Aufbringung des Capitals mit Ausschluss aller Börsenmanöver +wird möglich sein, wenn man das Unternehmen als ein patriotisches +lancirt und wenn der Monarch Denjenigen sein Wohlgefallen +bezeigt, die sich an dem Unternehmen betheiligen. Ordenslustige und +adelssüchtige Personen, grosse Banken, reiche Financiers, hohe +Aristokraten und Prälaten werden sich dann bereit finden lassen, +die Actien zu zeichnen.</p> + +<p><span class="pagenum"><a name="Page_30">30</a></span> +Auch ist anzunehmen, dass mancher Grundbesitzer in Bosnien +seinen Besitz gegen Actien verkauft.</p> + +<p>Sind aber die 30 Millionen auf diese Art nicht zu beschaffen, +so müsste man um des grossen Zweckes willen sich zu einem Zugeständnisse +an die Finanzwelt entschliessen und Actien im Betrage +von 100 fl. concessioniren.</p> + +<p style="margin-bottom: 120px;">Es wäre solchergestalt dem Socialismus Alles entlehnt, was +den Staatsinteressen förderlich ist, ohne dass die Dinge auf den +Kopf gestellt und erworbene Rechte gefährdet würden. Es hätten +die Anhänger beider Richtungen, der reformatorischen und der capitalistischen, +ihr räumlich getrenntes Gebiet und der Abfluss der +unbeschäftigten Arbeiter nach einem neuen Asyle würde einerseits +dem Elende auch bei uns steuern, andererseits der gefährlichen socialistischen +Agitation die Spitze abbrechen und ihr die Streitkräfte +entziehen.</p> + + + + + + + + +<pre> + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Viribus unitis, by Josef Neupauer + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VIRIBUS UNITIS *** + +***** This file should be named 29905-h.htm or 29905-h.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + http://www.gutenberg.org/2/9/9/0/29905/ + +Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. 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Redistribution is +subject to the trademark license, especially commercial +redistribution. + + + +*** START: FULL LICENSE *** + +THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE +PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK + +To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free +distribution of electronic works, by using or distributing this work +(or any other work associated in any way with the phrase "Project +Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project +Gutenberg-tm License (available with this file or online at +http://gutenberg.org/license). + + +Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm +electronic works + +1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm +electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to +and accept all the terms of this license and intellectual property +(trademark/copyright) agreement. 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It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at http://www.pglaf.org. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at +http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact +information can be found at the Foundation's web site and official +page at http://pglaf.org + +For additional contact information: + Dr. Gregory B. Newby + Chief Executive and Director + gbnewby@pglaf.org + + +Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation + +Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide +spread public support and donations to carry out its mission of +increasing the number of public domain and licensed works that can be +freely distributed in machine readable form accessible by the widest +array of equipment including outdated equipment. Many small donations +($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt +status with the IRS. + +The Foundation is committed to complying with the laws regulating +charities and charitable donations in all 50 states of the United +States. 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Donations are accepted in a number of other +ways including checks, online payments and credit card donations. +To donate, please visit: http://pglaf.org/donate + + +Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic +works. + +Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm +concept of a library of electronic works that could be freely shared +with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project +Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support. + + +Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed +editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. +unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily +keep eBooks in compliance with any particular paper edition. + + +Most people start at our Web site which has the main PG search facility: + + http://www.gutenberg.org + +This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, +including how to make donations to the Project Gutenberg Literary +Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to +subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. + + +</pre> + +</body> +</html> diff --git a/29905-h/images/emblem.png b/29905-h/images/emblem.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..a5b67aa --- /dev/null +++ b/29905-h/images/emblem.png diff --git a/29905-page-images.zip b/29905-page-images.zip Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..4d2d063 --- /dev/null +++ b/29905-page-images.zip diff --git a/29905-page-images/f0001-image.png b/29905-page-images/f0001-image.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..e07eb5a --- /dev/null +++ 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