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+The Project Gutenberg EBook of Ulrich Schmidel, by Robert Lehmann-Nitsche
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Ulrich Schmidel
+ Der erste Geschichtschreiber der La Plata-Länder (1535-1555)
+
+Author: Robert Lehmann-Nitsche
+
+Release Date: March 21, 2008 [EBook #24887]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ULRICH SCHMIDEL ***
+
+
+
+
+Produced by Adrian Mastronardi, Markus Brenner and the
+Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+(This file was produced from images generously made
+available by The Internet Archive/American Libraries.)
+
+
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+
+
+ ULRICH SCHMIDEL
+
+ DER ERSTE GESCHICHTSCHREIBER
+ DER LA PLATA-LÄNDER
+
+ 1535-1555
+
+ VON
+
+ ROBERT LEHMANN-NITSCHE
+
+ DR. PHIL. ET MED.
+
+ PROFESSOR FÜR ANTHROPOLOGIE AN DEN UNIVERSITÄTEN
+ ZU LA PLATA UND BUENOS AIRES
+
+ ZWEITE UNVERÄNDERTE AUFLAGE
+
+ DRUCK UND VERLAG VON M. MÜLLER & SOHN
+ MÜNCHEN, SCHELLINGSTRASSE 41
+ 1912
+
+
+
+[Illustration: Contrafactur Ulrichs Schmidels.]
+
+
+
+
+Vorwort zur ersten Auflage.
+
+
+Wenig bekannt in weiteren Kreisen ist die älteste Geschichte
+Argentiniens, welche nicht lange nach der Entdeckung Amerikas ansetzt.
+Und doch verdienen gerade diese Zeiten genauer gekannt und gewürdigt zu
+werden; geben sie uns doch den Schlüssel zum Verständnis vieler
+politischer, wirtschaftlicher und sozialer Vorgänge der Gegenwart,
+welche den Europäer befremden. Aber ganz abgesehen davon, gehört es zur
+allgemeinen Bildung, wenigstens oberflächlich von den ältesten
+geschichtlichen Vorgängen der La Plata-Länder etwas zu wissen, und wir
+Deutsche sollten uns das ganz besonders zu Herzen nehmen; wie Federmann
+in Venezuela und Staden in Brasilien, so hat am Silberstrom Ulrich
+Schmidel seine Erlebnisse aufgezeichnet, und seine »warhafftige und
+liebliche Beschreibung etlicher furnemen Indianischen Landschafften und
+Insulen, die vormals in keiner Chronicken gedacht, und erstlich in der
+Schiffart Ulrici Schmidts von Straubingen, mit großer gefahr erkundigt,
+und von ihm selber auffs fleißigst beschrieben und dargethan« hat ihm
+die ehrenvolle Bezeichnung als ersten Geschichtschreiber der La
+Plata-Länder eingetragen.
+
+Verfasser dieses Heftchens hält es daher nicht für überflüssig, aus der
+hauptsächlichsten Literatur und unter vielfach wörtlicher, nicht immer
+extra als solcher bezeichneten Übernahme wichtiger Stellen eine
+übersichtliche Darstellung jener alten Vorgänge vorzulegen, welche allen
+denen willkommen sein dürfte, welche sich darüber orientieren wollen.
+
+[Illustration: PACOS oder AMIDA. Ein Indianisch Schaff.]
+
+
+
+
+Vorwort zur zweiten Auflage.
+
+
+Die Ende 1909 in Buenos Aires gedruckte erste Auflage wurde nur in 300
+Exemplaren hergestellt und war bald vergriffen. Dem Deutschtum im
+Auslande könnte aber wohl gedient werden, wenn die Kenntnis von dem
+wackeren Ulrich Schmidel in den weitesten Kreisen verbreitet würde, und
+so ließ ich die vorliegende zweite Auflage anfertigen. Geändert wurde
+nur der Titel, wo die Jahreszahlen 1535-1555 zugefügt wurden. Sonstige
+Änderungen an dem ganz volkstümlich gehaltenen Heftchen vorzunehmen, lag
+keine Veranlassung vor.
+
+Möge die deutsche Kolonie zu Buenos Aires bei passender Gelegenheit sich
+ihres Landsmannes entsinnen. Mögen die vorliegenden bescheidenen Zeilen
+diese Anregung in weite und denkende Kreise tragen!
+
+_Buenos Aires_, 14. September 1911.
+
+ Der Verfasser.
+
+[Illustration]
+
+
+
+
+I.
+
+
+»Als Columbus«, so beginnt Kohl sein schönes Buch, »im Jahre 1492 von
+Europa aussegelte, um auf einem nach Westen gerichteten Seewege die
+vielgepriesenen, volk- und produktenreichen Länder des östlichen und
+südlichen Asiens (Japan, China, den ostindischen Inselarchipel) zu
+erreichen, lag vor seinem Geiste als Fahrstraße ein ganz freier Ozean,
+ein weites Meer, wie er es sich zwischen beiden Weltteilen dachte.« Es
+ist bekannt, daß er bei seiner Ankunft in den Antillen glaubte, in der
+Tat schon diese breite Wasserkluft übersegelt zu haben und mitten
+zwischen den ostasiatischen Inseln in der Nähe von Japan oder in Japan
+selbst angelangt zu sein. Auf seinen weiteren Reisen fand er aber immer
+wieder den Zugang zu den reichen Provinzen des »Groß-Chans« (Kaisers von
+China) durch eine Barriere verschlossen, und seine Hoffnung, eine freie
+Durchfahrt, eine Meerenge nach Westen und Asien zu finden, wurde stets
+getäuscht. Auch alle ihm nachfolgenden Seefahrer ahnten anfänglich noch
+nichts von einem zusammenhängenden kolossalen Festlande, hielten
+vielmehr die von ihnen entdeckten Länder für Inseln von größerem oder
+geringerem Umfange.
+
+»Da man nach den Reisen des Columbus und seiner Zeitgenossen«, schließt
+Kohl diesen Abschnitt, »erfahren hatte, daß man im Karaibischen Meere in
+Central-Amerika mit Schiffen schwerlich durchkommen könne, so hoffte man
+denn auf solche Durchlasse im Norden und im Süden dieser Central-Partie,
+auf die Möglichkeit einer Durch- oder Umsegelung sowohl des nördlichen
+als auch des südlichen großen Länder-Flügels, und es entstanden so die
+viele Jahre lang fortgesetzten Bestrebungen zu der Auffindung einer
+nordwestlichen und einer südlichen Durchfahrt vom Osten zum Westen.
+Beide gaben Anlaß zu ganz großartigen Expeditionen, die allmählich die
+richtige geographische Kenntnis des Nordens und Südens Amerikas
+herbeiführten.«
+
+Hier interessiert uns nur der Süden. Aus diesen Bestrebungen erklärt
+sich die Entdeckung Brasiliens durch den Portugiesen Cabral (1500); die
+portugiesische Expedition zur Fortsetzung dieser Entdeckung, an welcher
+Vespucci teilnahm und welche ihn, was irrtümlich sein dürfte, sogar bis
+zum 52° südl. Br. geführt haben soll (1501); und die Expedition des
+Gonzalo Coelho (1503), welche allerdings unglücklich verlief und nur das
+jetzige Bahia erreichte. Schließlich auch die Reise des Spaniers Juan
+Díaz de Solís, welcher den Rio de la Plata entdeckte und dessen
+Persönlichkeit das folgende Kapitel behandeln soll.
+
+
+
+
+II.
+
+
+_Juan Díaz de Solís_ ist Spanier, angeblich aus Lebrija in Andalusien,
+dessen Leben erst bekannt wird, als nach Columbus' Rückkehr von seiner
+vierten Reise (1504) Ferdinand V. ihn und Vicente Yañez Pinzón mit einer
+Expedition nach Central-Amerika (1506) beauftragt, um jene Erforschungen
+fortzusetzen. Zwei Jahre später (1508) wurde er zum Piloto Real ernannt
+und gemeinsam mit Pinzón und Vespucci geht es nun weiter nach Süden, um
+da eine Umsegelung Südamerikas zu versuchen. Der Küste Brasiliens
+folgend, gelangten sie angeblich bis zum 40° südl. Br., es scheint aber
+nicht, als ob sie schon damals den La Plata entdeckt oder erkannt
+hätten. Nach seiner Rückkehr verklagt und verhaftet, trat Solís in
+portugiesische Dienste über, kehrte aber später nach Spanien zurück und
+wurde nach Vespuccis Tode (1512) an dessen Stelle zum »Piloto Mayor del
+Reino« ernannt; wegen seiner wissenschaftlichen Verdienste sah man
+hierbei von den gesetzlichen Bedingungen ab. Da er glaubte, daß das
+Gebiet der Molukken noch innerhalb der spanischen Besitzungen liege, so
+beauftragte ihn der König mit einer Expedition, aber die portugiesische
+Regierung reklamierte und es ist zweifelhaft, ob diese für 1512 geplante
+Reise zur Ausführung kam.
+
+[Illustration: Kampf mit den Kerandís bei Buenos Aires (1536).]
+
+Inzwischen entdeckte im Jahre 1513 Vasco Nuñez de Balboa die Südsee beim
+Überqueren des Isthmus von Panamá, und die später in Spanien
+eintreffenden Nachrichten über »Gold-Castilien«, alles Land, welches im
+Süden des Isthmus von Panamá lag, veranlaßten Ferdinand V., einerseits
+dem Gouverneur jenes Landes den Bau von Schiffen zur Erforschung der
+neuentdeckten Westküsten aufzutragen, andererseits mit Solís wegen einer
+Expedition Rücksprache zu nehmen, welche eine Durchfahrt nach der Südsee
+finden sollte, um die spanischen Schiffe in den Rücken von
+Gold-Castilien führen zu können (llevar las naves españolas á espaldas
+de Castilla del Oro). Gewiss war Solís selbst an solcher Reise
+interessiert, wenn auch nicht durch egoistische Motive, wie Fregeiro
+betont; er verlangte vom König nicht die geringste Vergünstigung, nur
+seinen Gehalt für anderthalb Jahre voraus. Am 8. Oktober 1515 segelte er
+mit drei Schiffen von San Lucar ab, lief noch die Canarischen Inseln an
+und sichtete schließlich das Cap San Roque an der brasilianischen Küste
+(5° südl. Br.), welche er nun südwärts herabfahrend genauer erforschte,
+so den Hafen von Rio de Janeiro und Santos. Am 2. Februar 1516 nahm er
+den »Puerto de Nuestra Señora de la Candelaria«, heute Montevideo,
+feierlichst für Spanien in Besitz. Die Fahrt ging dann weiter; am 12.
+März umschifften sie das Steilufer von San Gregorio und »fuhren dann in
+ein Gewässer ein, welches sehr groß und nicht salzig war und das sie
+deshalb das 'Süße Meer' ('Mar Dulce') nannten, anscheinend der Fluß, der
+heute La Plata und damals Solís genannt wurde«, schreibt der Chronist
+Herrera (wir werden gleich sehen, worauf dieser Namenswechsel
+zurückzuführen ist). Die Einzelheiten, welche Solís nun im nördlichen
+Mündungsgebiet des heutigen La Plata erforschte, sind zum Teil
+widersprechend und auch den modernen Schriftstellern, welche diese
+Angaben nachprüften, nicht vollkommen verständlich; es kommt hier auch
+nicht darauf an. Als Solís Mitte März 1516 mit einigen Begleitern in
+einer Barke an Land ging, fielen die Guaraní-Indianer über sie her,
+töteten sie mit Pfeilschüssen, ohne daß die Schiffsartillerie dies hätte
+verhindern können, »schleppten nun die Getöteten landeinwärts und
+angesichts der Schiffsbesatzung schnitten sie ihnen Köpfe, Arme und Füße
+ab, brieten die ganzen Körper und verspeisten sie« (Herrera). Nur ein
+Schiffsjunge, Francisco del Puerto, wurde am Leben gelassen (s. w. u.).
+Der Schwager des Solís, Francisco de Torres, übernahm nun das
+Oberkommando und kehrte im Oktober 1516 nach Spanien zurück; unterwegs
+gegenüber der brasilianischen Küste an der noch heute so genannten
+»Ponto dos Naufragados« in der Nähe der Insel Santa Catalina scheiterte
+noch eins der drei Schiffe, neun Mann der Besatzung konnten sich aber an
+Land retten und wurden von den Guaranís freundlich behandelt; diese
+erzählten ihnen, daß es ganz weit im Westen eine Gegend gäbe, sehr reich
+an kostbaren Metallen (das heutige Bolivien). Begeistert von diesen
+Erzählungen, nannten sie daher jene Gegend die »Sierra de la Plata« und
+bald machten sich auch sechs von ihnen auf, sie zu suchen. Unter Führung
+des Portugiesen Alejo García zogen sie ins heutige Paraguay, begleitet
+von 2000 Indianern, kämpften oder verhandelten mit den Indianerstämmen
+des Chaco, die sie antrafen, und erreichten als erste Europäer
+schließlich das Land der Inkas. Die bolivianischen Indianer aber zwangen
+sie zur Rückkehr, die sie in guter Ordnung mit silbernen und goldenen
+Wertsachen beladen antraten. Von Paraguay aus, wo sie blieben, sandten
+sie ihren zwei zurückgebliebenen Gefährten Briefe und drei Arrobas
+Silber, auch Goldsachen. Der Kapitän Rodrigo de Acuña, der im Juni 1526
+zu jener Küste kam, wollte jene Sachen mit nach Spanien nehmen, das Boot
+kenterte aber wegen des hohen Seeganges und es wurde fast nichts von dem
+kostbaren Metalle gerettet, aber wenigstens kam das Gerücht von einer
+Gegend mit vielem Silber nach Spanien. Diese für die Entdeckungsgeschichte
+sehr wichtigen Angaben sind erst neuerdings von Dominguez richtig
+beleuchtet worden; sie sind für die allgemeine Erdkunde von Wichtigkeit,
+weil dadurch ein Teil der Seefahrer von der Reise nach »Malucos« (»voy á
+Malucos«), deren Zugang Magallanes bald entdecken sollte, abgelenkt und
+nach jenen »Silberländern« geleitet werden sollte.
+
+[Illustration: Große Hungersnot in Buenos Aires (1536).]
+
+
+
+
+III.
+
+
+Die weltberühmte Fahrt des Fernando de Magallanes und die Lösung des so
+lang ersehnten geographischen Problems durch ihn ist so bekannt, daß wir
+hier von einer wenn auch nur kurzen Schilderung absehen können.
+Interessant für die Zwecke dieser Zeilen sind gewisse Einzelheiten
+seiner Reise; am Abend des 13. Januar 1520 fuhren die Seefahrer ein in
+den Rio de Solís, segelten zwei Tage und sichteten »einen Berg ähnlich
+einem Hute« (»una montaña hecha como un sombrero«), den sie »Monte Vidi«
+nannten. Magellanes ließ durch seine Schiffe darauf die =gesamten=
+Küsten und Zuflüsse jenes mächtigen Beckens erforschen, um eine
+Durchfahrt zu finden, und segelte Anfang Februar nach Süden weiter.
+Seiner Tatkraft gelang es, bis zu den Philippinen zu dringen, wo er am
+27. April 1521 durch die Eingeborenen den Tod finden sollte; 18
+erschöpfte Seefahrer unter dem Kommando des Sebastian del Cano langten
+schließlich als erste Weltumsegler auf einem Schiffe, der Victoria, am
+6. September 1522 in Spanien wieder an.
+
+[Illustration: Sturm auf Buenos Aires durch die vier verbündeten
+Indianerstämme (23000 Mann) 1536.]
+
+Während Loaisa (1525-1526) die Fahrt durch die heute nach ihrem
+Entdecker benannte Magellanstraße wiederholte, wurde im Frühling des
+Jahres 1526 der Venezianer Sebastian Cabot, spanisch Gaboto, von Sevilla
+ausgesandt, um durch die Magellanstraße zur Südsee, zu den Molukken und
+»nach Ophir, China und Japan« zu gehen. Aber bei seiner Ankunft in
+Pernambuco (6. Juni 1526) erfuhr er durch den Geschäftsführer der
+Faktorei, Manuel de Braga, von den vermeintlichen Reichtümern des von
+Juan Díaz de Solís entdeckten Landes und diese Angaben wurden ihm von
+einem andern Portugiesen Gomez Arbolancha bestätigt, der dort in der
+Verbannung lebte. Auf seiner Weiterfahrt stieß dann Cabot bei der Insel
+Santa Catalina auf einen Trupp portugiesischer Seeleute und Soldaten,
+die von einem zur Flotte des Loaisa gehörenden Schiffe desertiert waren,
+welches unter dem Kommando des Rodrigo de Acuña nach Spanien
+zurückkehrte und, wie wir schon sahen, die Nachrichten von einem
+Silberlande mit nach drüben nahm. Cabot sprach auch jene zwei an der
+Küste gebliebenen Gefährten des Alejo García, welche ehemals zur
+Expedition des Solís gehört hatten, und diese erzählten ihm natürlich
+auch von den Schätzen, die sie aus dem Innern von ihren Kameraden
+erhalten hatten, und die Acuña hatte mitnehmen sollen. Cabot gab daher
+auf Grund dieser Nachrichten und gewiß auch wegen Zwistigkeiten mit
+seinen Kapitänen den ursprünglichen Reiseplan auf und segelte nach dem
+Río de Solís, wo er am 17. April 1527 an der östlichen Küste gegenüber
+der Insel Martín García ankerte. Hier fand er jenen Francisco del Puerto
+wieder, der nicht wie Solís und seine Gefährten dem Kannibalismus zum
+Opfer gefallen war und die Guaraní-Sprache erlernt hatte. Dieser
+erklärte, um zum Goldlande zu kommen, müsse man den Paraná herauffahren
+bis zum Carcarañá, der von den Bergen des Innern herabkomme. Cabot
+folgte diesem Rate und an besagter Stelle gründete er am 27. Mai 1527
+das Fort »Sancti Spiritus«, die erste spanische Niederlassung auf heute
+argentinischem Boden, ein guter Stützpunkt für weitere Stromfahrten nach
+dem Innern, heute nur durch einen Rancho gekennzeichnet (s. den Aufsatz
+von Outes). Von hier machte Cabot eine große Stromfahrt Paraná aufwärts
+bis zum heutigen Itatí, von den Guaranís gastlich mit Proviant versorgt,
+die Nachrichten von der Herkunft einiger Silber- und Goldsachen
+veranlaßten ihn aber, am 28. März 1528 wieder zurück und in den Paraguay
+einzufahren. Durch Vermittlung der Indianer erfuhr er von der Ankunft
+des Diego García am Río de Solís, welcher kurz nach Cabot von Spanien
+abgereist war, nun auch nach »Sancti Spiritus« gelangte und von hier am
+10. April auch den Paraná aufwärts fuhr. Cabot hatte inzwischen einen
+Bergantinführer den Río Bermejo vorausgesandt, um mit den Agaes
+(Payaguas) friedlich zu verhandeln, da diese viel Geld und Silber haben
+sollten, die Indianer schickten aber die Abenteurer übel zurück und
+Cabot kehrte wieder um, begleitet von Diego García, mit dem er sich auf
+dem Paraná getroffen hatte. In Sancti Spiritus, wo sie Ende April 1828
+anlangten, kam es bald zwischen beiden Führern zu Differenzen; Cabot
+sandte Nachricht nach Spanien und hielt den Diego García fest, beide
+machten aber schließlich doch gemeinsam eine neue Reise den Paraná und
+Paraguay aufwärts, wahrscheinlich bis zur Mündung des Pilcomayo. Nach
+Sancti Spiritus zurückgekehrt, fuhren sie bald weiter flußabwärts bis zu
+einer San Salvador genannten Stelle, während ihrer Abwesenheit wurde
+aber das Fort von den Indianern gestürmt (Ende August oder Anfang
+September 1529) und die Hälfte der Besatzung umgebracht; die andere floh
+flußabwärts bis San Salvador. Cabot und García kehrten zwar noch einmal
+zum zerstörten Fort zurück, warteten dann aber in San Salvador auf Hilfe
+aus Spanien, und da diese ausblieb, fuhren sie Ende Dezember 1529 heim,
+Silbersachen und Indianersklaven mitbringend. In dem gegen Cabot
+eingeleiteten Verfahren wurden dann die oben skizzierten Vorgänge klar
+gestellt.
+
+[Illustration: Das Fort Buena Esperanza (1536).]
+
+ * * * * *
+
+Die Expedition des Portugiesen Martim Affonso de Sousa hatte den Zweck,
+Gold und Silber zu holen aus dem Lande, von dem nun nach Cabots Rückkehr
+die ganze iberische Halbinsel sprach. Er fuhr die ganze brasilianische
+Küste herab und hielt sich Ende 1531 auch im La Plata-Becken auf, hatte
+aber mit Unfällen zu kämpfen und kehrte wieder nach Portugal zurück.
+Sein unberechtigtes Eingreifen in spanisches Gebiet hatte diplomatische
+Reklamationen zur Folge.
+
+
+
+
+IV.
+
+
+Die Nachrichten von dem Reichtume der neuen Länder, von denen wir schon
+gesprochen haben, neu geschürt durch die Heimkehr des goldbeladenen
+Pizarro aus Perú, veranlaßten eine Menge Projekte am spanischen Hofe.
+Schließlich erhält Don Pedro de Mendoza den offiziellen Auftrag, »ir á
+conquistar y poblar las tierras y provincias que hay en el río de Solís,
+que llaman de la Plata, y por allí calar y pasar la tierra hasta llegar
+á la Mar del Sur« (»auszuziehen, um die Länder und Provinzen am Río de
+Solís, der Silberstrom genannt wird, zu erobern und zu kolonisieren,
+und daselbst einzudringen und über Land zur Südsee zu gelangen«). Wenn
+also auch zum ersten Male von Kolonisieren die Rede ist, so war für
+Mendoza die Haupttriebsfeder sicher der Gedanke, zur Sierra de la Plata
+zu gelangen, und so versteht sich seine großartige Expedition, welche
+für die spätere Geschichte der »Silberländer« oder »La Plata-Staaten«
+von fundamentaler Bedeutung werden sollte; man kann sagen, daß sie damit
+eigentlich anhebt (siehe P. Larrouy).
+
+[Illustration: Riesenschlange von 25 Fuß Länge am Paraná (1539).]
+
+Über diese so wichtige Expedition sind wir vorzüglich unterrichtet durch
+einen deutschen Landsknecht _Ulrich Schmidel_ aus Straubing, welcher mit
+dabei gewesen war und nach glücklicher Heimkehr alles sorgfältig zu
+Papier brachte sine ira et studio; sein Werk bildet so die unparteiische
+Darstellung jener hochwichtigen Vorgänge, von welcher aus die persönlich
+gefärbten Berichte der einzelnen Heerführer richtig beurteilt werden
+können. Ulrich Schmidel ist daher =»der erste Geschichtschreiber des Rio
+de la Plata«=; niemand Geringerer als Don Bartolomé Mitre hat in einem
+prächtigen Werke seine Verdienste hervorgehoben, und sämtliche
+argentinischen Geschichtsschreiber nehmen sein Buch als Grundlage ihrer
+Schilderung der ältesten geschichtlichen Ereignisse auf heut
+argentinischem Boden. Doch davon noch zum Schlusse dieser Zeilen. Geben
+wir das Wort zunächst Mondschein, der uns über die Persönlichkeit des
+Mannes im Jahre 1881 unterrichtet hat.
+
+[Illustration: Die Carios in Paraguay (1539).]
+
+»Ulrich Schmidel stammte aus einer hochangesehenen Patrizierfamilie
+Straubings, die mit dem ältesten Ratsgeschlechte der Stadt, den Zellern,
+vielfach verschwägert war. Ein Schmidel erscheint zuerst nach einer
+allerdings nicht verbürgten Angabe anno 1364, in welchem Jahre ein Peter
+Schmidel gestorben sein soll. Von der Mitte des 15. Jahrhunderts
+begegnen uns Mitglieder der Familie häufig als Lehenträger der Azlburg
+bei Straubing, sowie in den höchsten gemeindlichen, herzoglichen und
+bischöflich-augsburgischen Ämtern, als Zechverweser, fürstlicher Rat,
+Zollner, Symonkastner. Die Familie lieferte der Stadt nachweisbar von
+1449-1535 nicht weniger als 15 Stadtkämmerer oder Bürgermeister. Durch
+den stets geldbedürftigen Kaiser Friedrich III. erhielt sie ein Wappen
+verliehen, einen nach links gewendeten schwarzen Stierrumpf im weißen
+Felde, eine Krone um die Hörner. 1506 befand sich Wolfgang Schmidel als
+Bürgermeister der Stadt mit unter den Abgeordneten, welche zum
+Vergleiche am Schlusse des Landshuter Erbfolgestreites in diese Stadt
+zusammenberufen worden waren. Über die späteren Schicksale der Familie
+ist wenig bekannt. Ein Joh. Georg Joseph Schmidel in Straubing wird
+durch Kaiserliche Ernennung vom 12. August 1696 geadelt, in Bayern
+bestätigt und »von« bewilligt am 26. Mai 1698. Ein Zusammenhang mit dem
+alten Ratsgeschlechte war nicht nachzuweisen, vielmehr scheint nach dem
+bisherigen Stande der Kenntnis die Familie mit dem unverheirateten
+Ulrich Schmidel, in der Hauptlinie wenigstens, zu Regensburg
+ausgestorben zu sein.
+
+[Illustration: Kampf bei Lambaré (Asunción) mit den Carios (1539).]
+
+Das Geburtsjahr Ulrich Schmidels ist nicht bekannt, ebensowenig wie sein
+Sterbejahr, da leider die Geburts- und Sterbematrikeln der Straubinger
+Pfarrämter nicht so weit zurückreichen. Über seine Jugend ist nichts
+bekannt, doch scheint er eine bessere Erziehung genossen und eine
+lateinische Schule besucht zu haben ...... Sein Vater war Wolfgang
+Schmidel, der dreimal als Bürgermeister der Stadt, als Lehensträger der
+Azlburg, des Spitales und des dem Domkapitel Augsburg zustehenden Zolles
+erscheint; unser Ulrich ist wahrscheinlich zwischen 1500 und 1511 in
+einer zweiten Ehe seines Vaters geboren, hatte aber beim Antritt seiner
+Reise ein Alter von wenigstens 24 Jahren, was recht gut annehmbar
+erscheint. »Ulrich hatte 2 Brüder, Friedrich und Thomas, welch letzterer
+viermal als Bürgermeister der Stadt und später als Rat erscheint.«
+Mondschein fügt diesen Angaben noch eine Stammtafel des Geschlechtes
+Schmidel bei.
+
+»Über die Gründe,« fährt Mondschein fort, »die Ulrich Schmidel bewogen,
+an der Expedition Mendozas teilzunehmen und wie er nach Antwerpen kam,
+gibt er selbst keinen Aufschluß, die Angabe Gumpelzhaimers, er sei als
+=Handelsbeflissener= dahin gekommen, entbehrt zwar nicht der
+Wahrscheinlichkeit, ist aber nur mit dem allgemeinen Hinweis auf die
+vorhandenen Akten (wo?) und auf seine Reisebeschreibung begründet.« Ich
+füge ergänzend zu, daß auch Dominguez im Vorworte zu seiner englischen
+Übersetzung auf die gleiche Vermutung kam. »Dafür, daß ihn die Lust an
+Abenteuern vom stillen Strand der Donau in die Ferne trieb, spricht
+auch, daß er als gemeiner Soldat Dienste nahm, wie er denn auch nie ein
+Kommando inne hatte ...... Aber wenn auch nur gemeiner Soldat, war
+Ulrich Schmidel gewiß ein tüchtiger Kriegsmann, wie niemand in Abrede
+stellen wird, der sein Werk zur Hand genommen. Als Hauptmann Gonzalo
+Mendoza sich sechs tüchtige Soldaten zu einer Meerfahrt auswählte, nahm
+er Schmidel nebst fünf Spaniern, und während einer Unternehmung wird er
+einmal neben dem Hause des befreundeten indianischen Häuptlings
+»einfuriert«. Bei dem späteren Zuge nach Perú waren viele Leute vor
+Durst umgekommen und als die Eroberer in ein Dorf kamen, wo nur ein
+einziger Brunnen vorhanden war, wurde Schmidel die Wache an demselben
+übertragen, wobei er bei Edel und Unedel, bei männiglich große Gunst und
+Gnade erlangte, denn er war damit nicht zu »genausichtig«. Als er
+endlich nach 19jährigem Aufenthalte im Lande, wobei er anscheinend noch
+keineswegs an die Heimkehr dachte, einen Brief seines Bruders Thomas aus
+Straubing erhielt und daraufhin Urlaub begehrte, wollte ihm der
+Befehlshaber Irala denselben anfangs nicht gewähren, offenbar weil er
+den kriegserfahrenen Schmidel ungern entbehrte. Welch verwegene Kühnheit
+aber in diesem Manne steckte, das zeigte er in dem Entschlusse, den er
+auch glücklich durchführte, den Weg von Asunción nach San Vicente, wo
+eben ein portugiesisches Schiff lag, zu Lande zu nehmen. Ein einzelner
+Mann und 20 Indianer, wozu sich noch vier Deserteure gesellten, zog er
+ohne Weg noch Steg über Berg und Tal, durch dichte Urwälder und
+zahlreiche Sümpfe mitten durch Indianerstämme hindurch, die zwei seiner
+Gefährten auffraßen, ein Schicksal, das auch ihm drohte, 376 Meilen weit
+an die Küste. Sein früherer Oberbefehlshaber, Alvar Nuñez Cabeza de Vaca
+hatte mit 250 Mann fast denselben Weg genommen, dabei aber nahezu die
+Hälfte infolge der Strapazen verloren. Schmidel war in der Tat vom Glück
+in hohem Maße begünstigt.« ....
+
+[Illustration: Vernichtung der Expedition des Ayolas im westlichen
+Paraguay durch die Indianer (1540).]
+
+Am 24. Juni 1553 verließ dann Schmidel in San Vicente an der
+brasilianischen Küste die Länder, in welchen er durch achtzehn seiner
+besten Jahre ein rauhes Kriegsleben geführt. Nach viermonatlicher
+Überfahrt, auf welcher Spiritu Santo in Brasilien und die Azoreninsel
+Tercera angelaufen wurde, ward Lissabon erreicht. Schmidel begab sich
+von hier per Post nach Sevilla zu den Räten Sr. Majestät (des
+Indienhauses), der berühmten Casa de Contratación, seinen Auftrag
+auszurichten und seinen Brief Iralas abzugeben. Nach vierwöchentlichem
+Aufenthalt reiste er über San Lucar nach Cadix, um sich hier auf einem
+holländischen Fahrzeuge nach Antwerpen einzuschiffen und ließ alle seine
+Habe an Bord bringen. Der Schiffer, der dieselbige Nacht etwas zu viel
+gezecht hatte, stach ohne ihn in See, das Schiff ging aber durch ein
+merkwürdiges Mißgeschick bei Cadix zugrunde. »Durch einen glücklichen
+Zufall kam so zwar Schmidel mit dem Leben davon, aber er verlor durch
+diesen Schiffbruch all sein Hab und Gut, Papageien und was er sonst
+seiner staunenden Vaterstadt zu zeigen vorhatte, so daß er nach der
+glücklich vollbrachten Seefahrt über die Insel Wight und die Stadt
+Arnemniden den Boden des Vaterlandes zu Antwerpen, am 26. Januar 1554,
+ebenso arm betrat, wie er war, als er 20 Jahre früher davon wegfuhr.«
+»Er kam gerade noch rechtzeitig genug, um den Bruder am Leben zu
+treffen, der schon am 20. September desselben Jahres das Zeitliche
+segnete.«
+
+[Illustration: Verrat der Timbú und Sturm auf Corpus Christi (Buena
+Esperanza) 1539.]
+
+Schmidel wurde durch die Erbschaft wohlhabend und blieb nun die nächsten
+Jahre in Straubing, wo er seine Muße mit der Abfassung seiner
+Reisebeschreibung ausfüllte. Wenigstens ist dies wahrscheinlicher, als
+daß er 1562 bis 1563 in Regensburg daran schrieb. 1562 wurde er nämlich
+als Anhänger der Lehre Luthers nebst anderen Straubinger Bürgern von
+Herzog Wilhelm ausgewiesen; »als der letzte seines Stammes verließ er
+die Vaterstadt, in der Brüder, Vater, Großvater, alle seine Ahnen,
+soweit sie bekannt, die einflußreichsten Stellen bekleidet hatten, und
+begab sich mit anderen nach der benachbarten duldsamen freien
+Reichsstadt Regensburg.«
+
+Am 21. Mai 1563 wurde er in Regensburg als Bürger aufgenommen. Er war
+sehr geachtet und kaufte sich ein Haus, das heute noch steht und durch
+eine Denktafel gekennzeichnet ist. Noch heute werden von dem jetzigen
+Besitzer desselben eine Anzahl Kuriositäten aufbewahrt, die wohl aus dem
+Nachlasse Schmidels stammen. Hier in Regensburg nun »verlebte Ulrich
+Schmidel, der letzte seiner Familie, in Ruhe den Rest seines
+vielbewegten Lebens, in Regensburg muß er auch begraben sein. Sein
+Todesjahr ist ebensowenig bekannt wie sein Geburtsjahr.«
+
+
+
+Lassen wir nun inhaltlich Schmidels Buch an uns vorüberziehen; genauer
+darauf einzugehen ist bei dem langen Zeitraum von 20 Jahren, den es
+behandelt, und bei der Fülle der Vorkommnisse gar nicht möglich; wir
+wollen ja auch nicht die älteste Geschichte der La Plata-Länder
+schreiben, sondern auf die fundamentale Wichtigkeit von Schmidels Werk
+hinweisen. Ich lasse mich im folgenden hauptsächlich von Mondschein und
+Langmantel führen.
+
+Schmidel reiste 1535 von Antwerpen nach Cadix. »Bei ernennter Stadt
+Cadix sind gewest 14 große Schiff, von aller Munition und Notdurft wohl
+gerüst, die haben wollen fahren nach Rio de la Plata in Indiam. Auch
+sind allda gewesen 2500 Spanier und 500 Hochdeutsche, Niederländer und
+Sachsen und unser aller oberster Hauptmann, welcher mit seinem Zunamen
+geheißen Don Pedro Mendoza.
+
+Unter diesen 14 Schiffen hat eins gehört den Herren Sebastian Neithart
+und Jakoben Welser zu Nürnberg, so ihren Factor Heinrich Paimen mit
+Kaufmannschaft nach Rio de la Plata geschickt. Mit denen bin ich und
+andere Hochdeutsche (und) Niederländer, ungefähr bis in die 80 Mann,
+wohl gerüst mit Büchsen und Gewehr, nach Rio de la Plata gefahren.«
+
+Wir Deutsche hier am La Plata lesen mit Rührung die schlichte Nachricht
+vom =ersten deutschen Handelsschiffe=, welches herkam; der Anteil der
+Welser an der Entdeckung Südamerikas und ihre Besetzung Venezuelas ist
+ja bekannt.
+
+[Illustration: Schiffbruch bei San Gabriel; Schmidel wird gerettet
+(1538).]
+
+Nachdem so Mendoza die Streitkräfte für sein Unternehmen in Cadix
+gesammelt, fuhr die Flotte am 24. August 1535 von Sevilla ab, mußte aber
+noch einen achttägigen, durch ungünstigen Wind veranlaßten Aufenthalt in
+San Lucar de Barrameda nehmen. Auf den Kanarischen Inseln blieben sie
+ebenfalls vier Wochen; eine Liebesgeschichte brachte hier das deutsche
+Schiff und den Heinrich Paimen in Gefahr; Don Jorge Mendoza, ein Vetter
+des Oberbefehlshabers, der sich an Bord desselben befand, entführte
+nächtlich ein Mädchen und die Kanarier beschossen darauf das Schiff mit
+Kanonen; nur dadurch, daß der Entführer das Mädchen für seine legitime
+Frau erklärte und zurückbleiben mußte, wurde die Sache beigelegt; »nach
+dem ließen wir Don Jorge Mendoza und seine Hausfrau an Land, denn unser
+Hauptmann wollt ihn nit an seinem Schiff mehr haben.« Endlich geht es
+weiter zu den Capverdischen Inseln, zur Insel Fernando Noronha und nach
+Rio de Janeiro; hier ernennt der Oberbefehlshaber den Juan de Osorno,
+seinen »geschworenen Bruder«, zum Maestro de Campo, da er selbst
+»allzeit contract, schwach und krank war«, läßt ihn aber auf falsche
+Anschuldigung hin bald darauf töten.
+
+Die Reise geht nun weiter in die Mündungsbucht des Río de la Plata; bei
+San Gabriel (heute Colonia) im Gebiete der Charrúas landen sie am 6.
+Januar 1536, suchen aber bald eine neue Stelle auf der Südseite des
+Golfs im Gebiete der Kerandís (März 1536); an der Mündung des Riachuelo,
+der damals diesen Namen bekam, »haben wir eine Stadt gebaut, hat
+geheißen Buenos Ayres, das ist auf deutsch: =Guter Wind.= Wir haben auch
+72 Pferd und Stuten aus Hispanien auf den 14 Schiffen gebracht.« Es ist
+bekannt, daß diese Pferde sich zahllos vermehrten und in wilden Herden
+sich bald im ganzen Land verbreiteten. Der Name der Niederlassung,
+ehemals vollständig =Nuestra Señora Santa Maria de Buen Ayre= oder
+=Nuestra Señora de Buenos Ayres=, wurde ihr gegeben zu Ehren von
+»Nuestra Señora de Buen Ayre«, welcher schon vor der Entdeckung Amerikas
+in der Triana genannten Stadtgegend Sevillas und am Ufer des
+Guadalquivir ein Hospital nebst Kapelle geweiht war und deren Kultus
+eine »Bruderschaft der Seeleute« übernommen hatte; hatten ja Seeleute
+bei der damaligen Schiffahrt ein berechtigtes Interesse an günstigen
+Winden! Die in deutschen Kreisen übliche Übersetzung als »Stadt der
+guten _Lüfte_« ist daher unsinnig, wird allerdings entschuldigt durch
+die weitbekannte, phantastische Angabe des Dichters Ruy Díaz de Guzmán
+(der auch sonst unzuverlässig ist): der erste, welcher an Land sprang,
+ein gewisser Sancho del Campo, habe angesichts der Reinheit und Frische
+der Luft ausgerufen: »Qué buenos aires son los de este suelo!« (Wie gut
+sind die Lüfte in diesem Lande!)
+
+Der Tag dieser ersten Gründung der Stadt ist nicht bekannt, es war etwa
+Mitte März 1536 (Schmidel rechnete nach einem anderen Kalender und
+schreibt 1535, wie man es noch irrtümlicherweise vielfach antrifft; die
+meisten Jahreszahlen Schmidels müssen um ein Jahr weiter datiert werden,
+wie es Lafone Quevedo festgestellt hat).
+
+[Illustration: Mit Hernando Ribero auf dem Zuge zum Silberland (1543).]
+
+Der Verkehr mit den Eingeborenen, den Kerandís, war anfangs friedlich;
+als diese aber einmal nicht ins Lager kamen, wurde der Oberrichter Pavón
+mit zwei Knechten zu ihnen geschickt, »hielten sich aber dermaßen, daß
+sie alle drei wohl abgebläut wurden und schicktens alsdann wieder heim
+in unser Lager«.
+
+»Daraufhin«, excerpiert Mondschein, »schickte Mendoza seinen Bruder mit
+300 Landsknechten (unter ihnen auch Schmidel) und 30 Reitern gegen die
+Indianer mit dem Befehle, sie alle tot zu schlagen. Diese, in einer
+Anzahl von 4000, stellten sich derartig zur Wehr, daß sie den Spaniern
+sechs Edelleute mit ihrem Führer, dem Admiral Don Diego de Mendoza, und
+zwanzig Knechte erschlugen. Die Reiter überwanden sie vermittelst
+steinerner Kugeln, die an einer langen Schnur befestigt waren
+(Boleadoras) und mit denen sie die Pferde zu Falle brachten, die Knechte
+erschossen sie mit Speeren. Die Indianer ergriffen zuletzt, nachdem sie
+tausend der Ihrigen verloren, die Flucht und die Spanier drangen, ohne
+Gefangene zu machen, in den Flecken ein. Nach der Rückkehr ins Lager
+wurde die Mannschaft in Arbeitsleute und Kriegsleute abgeteilt. 'Und man
+bauet daselbst eine Stadt und eine erdene Mauer eines halben Spieß Länge
+hoch darum, und ein stark Haus für unsern Obersten, die Stadtmauer breit
+drei Schuh, und was man alles bauet, das fiel alles wieder ein, denn das
+Volk hatte nicht zu essen, starb vor Hunger, hatten also große Armut.'
+
+Die Not wurde derart, 'daß weder Katzen noch Mäuse, Schlangen noch ander
+Ungeziefer nit genug vorhanden waren zur Ersättigung des großen
+jämmerlichen Hungers und unaussprechlicher Armut, auch Schuh und Leder,
+es mußt alles geessen sein.' Drei Spanier hatten ein Roß gestohlen und
+heimlich verzehrt. Durch die Folter zum Geständnis gezwungen, wurden sie
+alle drei gehenkt. 'Auf die Nacht sind andere Spanier zu diesen dreien
+Gehenkten zum Galgen kommen und haben ihnen die Schenkel abgehaut und
+Stücke Fleisch aus ihnen geschnitten zur Ersättigung ihres Hungers. Item
+ein Spanier aß seinen Bruder, der da gestorben war in der Stadt Buenos
+Aires.'«
+
+In dieser Not »sandte Mendoza den Hauptmann Luján mit 7 Fahrzeugen und
+350 Mann stromaufwärts, Lebensmittel von den Indianern zu holen; aber
+diese verbrannten ihre Wohnstätten und Lebensmittel und flohen davon, so
+daß Luján ohne jeden Erfolg umkehren mußte, nachdem er die Hälfte
+seiner Leute durch Hunger verloren.
+
+Da, es war am 27. Dezember 1536, erschienen plötzlich 23000 Indianer
+von den Stämmen der Kerandís, Guaranís, Charrúas und Chaná Timbús vor
+der Stadt, schossen mit brennenden Pfeilen die strohgedeckten Lehmhütten
+in Brand und liefen Sturm gegen die Stadt. Es gelang ihnen sogar, vier
+Schiffe, die eine Meile vom Ufer vor Anker lagen, in Brand zu schießen,
+so daß sie von der bestürzten Besatzung verlassen werden mußten. Erst
+als die Schiffskanonen gegen sie abgefeuert wurden, zogen sie ab,
+nachdem sie dreißig Europäer erschlagen.
+
+[Illustration: Kampf gegen die Carios in Paraguay nach Alvar Nuñez
+Absetzung (1546).]
+
+Daraufhin wurde beschlossen, die Unglückstätte zu verlassen. Mendoza
+übergab den Oberbefehl dem Don Juan Ayolas, der eine Musterung hielt,
+wobei sich von den 2500 Mann nur mehr 560 am Leben erwiesen, alle
+übrigen waren durch Hunger umgekommen! Ayolas ließ 180 bei den vier
+großen Schiffen unter Juan Romero mit Proviant zurück, er selbst und mit
+ihm Mendoza fuhr auf Brigantinen 84 Meilen weit den Strom hinauf zu den
+Timbús ....... in den Flecken der Indianer, den sie Buena Esperanza
+hießen.
+
+Vier Jahre lang blieben sie in Buena Esperanza, also von 1536 bis etwa
+1539; während dieser Zeit beschloß Mendoza, der vor Schwachheit weder
+Hände noch Füße rühren konnte und wohl am Erfolge der Unternehmung
+gänzlich verzweifelte, nach Spanien heimzukehren. Mit zwei Schiffen und
+50 Mann trat er die Rückfahrt an, aber ungefähr auf halbem Weg 'da griff
+ihn Gott der Allmächtige an, daß er armselig starb, Gott sei ihm
+gnädig!'«.
+
+Absichtlich haben wir die ältesten Vorgänge etwas ausführlich gehalten,
+da sie sich in Buenos Aires abspielten und uns am meisten interessieren.
+Nun müssen wir uns kürzer fassen.
+
+Ayolas, der in Buena Esperanza geblieben war, was auch Corpus Christi
+genannt wurde und nicht weit von jenem früheren Fort Sancti Spiritus
+lag, fuhr auf Mendozas Befehl den Paraná und Paraguay herauf bis zum 21°
+s. Br., überall von den Indianern freundlich aufgenommen und mit
+Lebensmitteln unterstützt; hier ließ er Domingo Martínez de Irala
+zurück, der auf ihn warten sollte, während er selber nach Westen zur
+»Sierra de la Plata« aufbrach, geführt von einem Indianer, der ehemals
+jenem früher erwähnten Alejo García gedient hatte. Mendoza, der damals
+noch in Buenos Aires weilte, schickte den Juan de Salazar aus, um
+Nachrichten den Ayolas betr. einzuholen. Salazar traf auch den wartenden
+Irala und kehrte wieder flußabwärts zurück und auf der Heimreise
+gründete er am 15. August 1537 neben dem Indianerdorfe Lambaré ein Fort,
+genannt Nuestra Señora de Asunción. Hier ließ er einige dreißig Mann und
+reiste zurück nach Buenos Aires, wo er den Mendoza nicht mehr antraf.
+Die folgenden Monate vergingen mit Hin- und Herreisen zwischen Buenos
+Aires, Corpus Christi und Asunción; Irala wartete unterdessen immer
+noch auf Ayolas.
+
+Ende des folgenden Jahres (1538) kam aus Spanien ein Gesandter mit der
+Nachricht vom Tode Mendozas und dem Auftrage, die Conquistadores sollten
+selber einen Führer wählen, falls Mendoza vor seiner Abreise keinen
+solchen ernannt hätte. In Asunción vereinigten sich nun die
+hauptsächlichsten Persönlichkeiten; es kam auch Irala herunter und
+zeigte eine von Ayolas ausgestellte Vollmacht, wonach ihm die gleichen
+Befugnisse zuerkannt wurden, die er selber besaß (Juni 1539). Alle
+mußten ihn daraufhin als Führer anerkennen.
+
+[Illustration: Kampf gegen die Maigenos auf Iralas Zug nach Perú
+(1548).]
+
+Irala kehrte nun wieder auf seinen Warteposten weiter nordwärts zurück
+und erfuhr schließlich das Schicksal des Ayolas: der war wirklich bis
+zur Sierra de la Plata gelangt und hatte Reichtümer erbeutet, wurde
+aber auf der Rückkehr von den Payaguás überfallen und mit allen seinen
+120 Leuten niedergemacht. Irala kehrte nun nach Asunción zurück und
+beschäftigte sich mit administrativen Angelegenheiten; um seine
+Besatzung zu verstärken, reiste er nach Buenos Aires und hob die dortige
+Niederlassung auf, da auch die Zerstörung des Forts Corpus Christi durch
+die Indianer eine kritische Lage geschaffen hatte; ein Schiff, welches
+er nach Santa Catalina sandte, um neue Lebensmittel zu holen, scheitert,
+Schmidel wird aber glücklich gerettet. Irala nahm nun die ganze
+Mannschaft nach Asunción, wo er seinen Kommandoposten bis zur Ankunft
+des Alvar Núñez Cabeza de Vaca inne behielt; Buenos Aires wurde also
+fünf Jahre nach seiner ersten Gründung aufgegeben (Mai 1541).
+
+Alvar Núñez, in Spanien zum Oberbefehlshaber der La Plata-Länder
+ernannt, reiste November 1540 von Cadix mit vier Schiffen und 400
+Soldaten ab. Im März 1541 kam er in Santa Catalina an der
+brasilianischen Küste an und sandte von hier aus seinen Neffen zu Schiff
+nach Asunción, während er selber dorthin über Land zog, wie zuerst Alejo
+García. In Asunción übernahm er das Kommando; den Irala sandte er
+flußaufwärts zur Erforschung des Landes und ackerbautreibender Stämme;
+nach dessen Rückkehr unternahm er selber einen Zug nach Perú, mußte aber
+auf Anraten seiner Offiziere und durch Krankheit genötigt wieder
+umkehren. Darauf sendet er eine kleine Schar unter Befehl des Hernando
+Rivero den Paraguay weiter hinauf, die Expedition kehrte auch
+goldbeladen glücklich zurück. In Asunción hatte sich inzwischen eine
+Strömung gegen Núñez gebildet; zwischen seinen und des Irala Anhängern
+kam es zur Revolution, die damit endete, daß Alvar Núñez gefangen und
+jener zum Oberbefehlshaber ernannt wurde (April 1544). Nach
+zehnmonatlicher Haft wurde er nach Spanien zurückgeschickt und dort zu
+Verbannung verurteilt, erhielt aber später seine Rechtfertigung wieder.
+Die Unruhen zwischen den beiden Parteien dauerten in Asunción noch
+länger fort. Die Indianer benutzen die Gelegenheit zu Überfällen und
+Irala hat viel damit zu tun. Nach Herstellung der Ruhe beschließt er
+gleich seinem Vorgänger das Silberland aufzusuchen; er reist mit einer
+starken Schar Spanier und Indianer Paraguay aufwärts bis San Fernando,
+läßt hier bei den Schiffen eine Bedeckungsmannschaft mit Proviant für
+zwei Jahre zurück und zieht landeinwärts weiter. Sie treffen mit den
+verschiedensten Indianerstämmen zusammen, die Schmidel alle nennt; der
+bei den Paresís herrschende Wassermangel macht bei dem einzigen Brunnen
+eine Wache nötig, welche Schmidel übertragen wird. Die Entscheidung des
+Loses, welches jetzt befragt wird, fällt auf Weitermarsch; das geschieht
+auch, aber Landboten des Vizekönigs von Perú, de La Gasca, der eben den
+Pizarro hatte hinrichten lassen, verbieten den Weiterzug, und auch eine
+Gesandtschaft, die Irala nach Lima sandte, richtet nichts aus! (Wie
+doch schon zu Beginn der spanischen Kolonialherrschaft der Keim ihres
+Zerfalles zu finden ist!) Irala kehrt also auf dem gleichen Wege wieder
+um und gelangt nach anderthalbjähriger Abwesenheit wieder zur
+Schiffsstation San Fernando, wo er die Usurpation des Abrigo vernimmt.
+Dieser hatte sich in der Zwischenzeit zum Oberbefehlshaber aufgeworfen,
+da er der Meinung war, Iralas Unternehmen sei in gleicher Weise
+gescheitert wie das des Ayolas; den von Irala zum Befehlshaber von
+Asunción ernannten Francisco Mendoza, der ihm die Anerkennung versagte,
+hatte Abrigo hinrichten lassen. Irala belagerte nun Asunción, da sich
+aber bald der größere Teil der Besatzung für ihn erklärte, so flüchtet
+der Empörer mit 50 Mann in die Wälder und es beginnt ein zweijähriger
+Kriegszustand, der mit einem »Convenio« endet.
+
+[Illustration: Untergang des Schiffes, auf welchem Schmidel reisen
+wollte, bei Cadiz 1554.]
+
+Zu dieser Zeit erhielt Schmidel, der alle diese Vorgänge miterlebt,
+einen Brief seines Bruders, der ihn zur Heimkehr bewog. Irala läßt ihn
+ungern ziehen und beauftragt ihn, ein Schreiben für die Casa de las
+Indias mitzunehmen. In der Beschreibung von Schmidels Leben haben wir
+seine weiteren Schicksale schon behandelt: er reist über Land an die
+brasilianische Küste, von hier nach Spanien, richtet seinen Auftrag aus
+und gelangt glücklich wieder in seine Heimatstadt Straubing. --
+
+
+
+
+Schluß.
+
+
+Die »Warhafftige und liebliche Beschreibung etlicher furnemen
+Indianischen Landschafften und Insulen, die vormals in keiner Chronicken
+gedacht, und erstlich in der Schiffart Ulrici Schmidts von Straubingen,
+mit großer gefahr erkundigt, und von ihm selber auffs fleissigst
+beschrieben und dargethan« (zum ersten Mal gedruckt Frankfurt a. M.
+1567) wird von den Geschichtschreibern hochgeschätzt. Wir kennen etwa 20
+verschiedene Ausgaben; übersetzt wurde sie schon sehr früh ins
+Lateinische, später ins Holländische, Französische, Englische,
+Spanische. Letztere Übersetzung, von 1742, wurde 1836 von Angelis in
+seiner berühmten Sammlung in Buenos Aires wieder aufgenommen, welche
+1901 zum Teil neu gedruckt wurde. Ich beschränke mich auf die Wiedergabe
+argentinischer Urteile über ihn. Azara Ende des 18. Jahrhunderts nennt
+das Buch »la mas puntual de todas las historias antiguas en las
+situaciones y distancias de los lugares y naciones que describe«.
+Angelis bezeichnet es als »das erste Denkmal unserer Geschichte und die
+einzige Quelle, aus der alle die schöpfen müssen, welche die ersten
+Schritte der Europäer in diesen fernen Gegenden verfolgen wollen«; den
+Verfasser charakterisiert er als den »escritor mas circunspecto de su
+época«.
+
+Pelliza in seiner Schmidelausgabe, welche 1881 in Buenos Aires erschien,
+nennt ihn einen »hombre de admirable fortaleza de ánimo y de no vulgar
+inteligencia«, »prudente y valeroso en toda la série de campañas«; »su
+libro contiene las primeras y mas exactas noticias que se han consignado
+sobre la colonización de esta parte de América«.
+
+Im Jahre 1891 erschien zu London eine englische Übersetzung, besorgt für
+die Hakluyt Society von dem dortigen argentinischen Gesandten Luis L.
+Dominguez. In einem prächtigen Foliowerke hat im Jahre 1890 der berühmte
+General Mitre Schmidels Verdienste hervorgehoben. Er nennt ihn einen
+»observador atento y tranquilo de la naturaleza, sin imaginación y
+despreocupado« ... »narra seca y concisamente los hechos, establece las
+fechas, determina las distancias, describe lo que ve como comprende, sin
+ornamentos de estilo ni divagaciones«, und regt eine mustergültige
+spanische Ausgabe an. Dies geschieht denn auch im Jahre 1903; die Junta
+de Historia y Numismática Americana zu Buenos Aires gab sie als ersten
+Band ihrer Veröffentlichungen in wundervoller Ausstattung heraus,
+reichlich kommentiert und beleuchtet von Lafone Quevedo; befriedigt
+schreibt dieser am Schlusse seiner Arbeit: »Se ha llegado al fin de la
+tarea .... si nos faltase nuestro _Ulrico Fabro_, ello dejaría un vacío
+irreparable entre las crónicas de su época«.
+
+Ja, Schmidels Wertschätzung geht in Argentinien noch weiter. Im Jahre
+1906 legte der argentinische Statistiker Carrasco der schon genannten
+Junta den Entwurf zu einem Wettbewerbe für ein Denkmal vor, das den
+Gründern der Stadt Buenos Aires gewidmet werden sollte. Auf der
+Westseite sollte Schmidels Medaillonbildnis eingelassen sein mit der
+Überschrift: »A la memoria de Ulrich Schmidel, Primer historiador del
+Rio de la Plata, 1535 bis 1555.« Wenn auch der Plan damals nicht zur
+Ausführung gelangte, so ist er doch für Schmidels Wertschätzung in
+argentinischen Kreisen bezeichnend.
+
+Verfasser dieser Broschüre hat als Titelbild jene »Contrafactur Ulrich
+Schmidels« wiedergegeben, welche sich in der lateinischen Ausgabe,
+veranstaltet von Hulsius im Jahre 1599, findet; desgleichen hat er im
+Texte die alten Stiche jener Ausgabe reproduziert; obgleich nur als
+Buchschmuck bestimmt, versetzen sie in den Geist jener Zeiten,
+namentlich wenn man den deutschen Originaltext liest, wie er nun durch
+Mondschein und Langmantel zugänglich gemacht und auf allen größeren
+Bibliotheken zu finden ist.
+
+Die sympathische Figur unseres Ulrich Schmidel wird gewiß das hohe
+Interesse seiner Landsleute erregen.
+
+_La Plata_, Museum, Oktober 1909.
+
+ ROBERT LEHMANN-NITSCHE.
+
+
+
+
+Verzeichnis der Literatur
+
+
+nach welcher der historische Teil dieser Broschüre, zum Teil in
+wörtlicher Übersetzung, zusammengestellt ist.
+
+=Carrasco=, Monumento á los fundadores de la ciudad de Buenos Aires.
+Bases para el concurso artístico. Buenos Aires 1906.
+
+=Dominguez=, La Sierra de la Plata. Asunción 1904.
+
+=Fregeiro=, Juan Díaz de Solís y el descubrimiento del Río de la Plata.
+Buenos Aires 1879.
+
+=Kohl=, Geschichte der Entdeckungsreisen und Schifffahrten zur
+Magallan's-Straße und zu den ihr benachbarten Ländern und Meeren. Berlin
+1877. (Auch in Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde, Bd. 11,
+erschienen.)
+
+=Lafone Quevedo=, El »Sebastián Gaboto« de Henry Harrisse. Boletín del
+Instituto Geográfico Argentino, XIX, 1898-1899.
+
+=Lafone Quevedo=, Schmidl. Rectificaciones al »Estudio Crítico sobre la
+Historia y Descubrimiento del Rio de la Plata y Paraguay« del Dr. M.
+Dominguez. Revista del Instituto Paraguayo, No. 29, 1901.
+
+=Lafone Quevedo=, Juan Díaz de Solís. Estudio histórico. Zeitschrift
+»Historia« (Buenos Aires), I, 1903.
+
+=Langmantel=, Ulrich Schmidels Reise nach Südamerika in den Jahren 1534
+bis 1554. Nach der Münchener Handschrift herausgegeben. Tübingen 1889.
+
+=Larrouy=, Los orígenes de Buenos Aires (1536-1580). Revista de la
+Universidad de Buenos Aires, III, 1905.
+
+=Larrouy=, La Historia argentina ....... por Carlos Cánepa, 7. Aufl.
+Buenos Aires 1908.
+
+=Madero=, Historia del Puerto de Buenos Aires. Buenos Aires 1892.
+
+=Mondschein=, Ulrich Schmidel von Straubing und seine Reisebeschreibung.
+Beilage zum Jahresberichte der Königl. Realschule Straubing pro 1880/81.
+Straubing 1881.
+
+=Mondschein=, Ulrich Schmidels Reise nach Südamerika in den Jahren 1534
+bis 1554, nach der Stuttgarter Handschrift herausgegeben. Programm zum
+Jahresberichte der K. Realschule Straubing für 1892/93. Straubing 1893.
+
+=Outes=, El primer establecimiento español en el territorio argentino.
+Noticia histórico-geográfica (1527-1902). Buenos Aires 1902.
+
+=Schmidel=, Historia y descubrimiento del Rio de La Plata y Paraguay.
+Con una introducción y observaciones críticas por M. A. P(elliza).
+Buenos Aires 1881.
+
+=Schmidel=, Viaje al Rio de la Plata (1534-1554). Notas bibliográficas y
+biográficas por Bartolomé Mitre. Prólogo, traducción y anotaciones por
+Samuel A. Lafone Quevedo. Biblioteca de la Junta de Historia y
+Numismática Americana, Tomo I, Buenos Aires 1903.
+
+
+
+[Anmerkungen zur Transkription: Die Verwendung von Anführungszeichen in
+den Zitaten wurde vereinheitlicht. Die nachfolgende Tabelle enthält eine
+Auflistung aller weiteren gegenüber dem Originaltext vorgenommenen
+Korrekturen.
+
+S. 10: Reise des Spaniers Juan Diaz de Solís -> Díaz
+S. 16: Expediton des Solís -> Expedition
+
+Textauszeichnungen wurden folgendermaßen ersetzt:
+
+Sperrung: _gesperrter Text_
+Fett: =fett gedruckter Text= ]
+
+
+
+[Transcriber's Note: The usage of quotation marks in the quoted sections
+have been normalized. The table below lists all other corrections
+applied to the original text.
+
+p. 10: Reise des Spaniers Juan Diaz de Solís -> Díaz
+p. 16: Expediton des Solís -> Expedition
+
+Marked-up text has been replaced by:
+
+Spaced-out: _spaced out text_
+Bold: =bold text= ]
+
+
+
+
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+ you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
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+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
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+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
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+ money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
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+ distribution of Project Gutenberg-tm works.
+
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+both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
+Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
+Foundation as set forth in Section 3 below.
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+1.F.
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+opportunities to fix the problem.
+
+1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
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+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
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+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
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+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
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+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
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+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
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