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@@ -0,0 +1,1555 @@
+The Project Gutenberg EBook of Ueber die Geometrie der alten Aegypter. by
+Emil Weyr
+
+
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no
+restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under
+the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or
+online at http://www.gutenberg.org/license
+
+
+
+Title: Ueber die Geometrie der alten Aegypter.
+
+Author: Emil Weyr
+
+Release Date: March 13, 2008 [Ebook #24817]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+
+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK UEBER DIE GEOMETRIE DER ALTEN AEGYPTER.***
+
+
+
+
+
+ ÜBER DIE
+
+ GEOMETRIE DER ALTEN ÆGYPTER
+
+ ------------------
+
+ VORTRAG
+
+ GEHALTEN IN DER
+
+ FEIERLICHEN SITZUNG DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN
+
+ AM
+
+ XXIX. MAI MDCCCLXXXIV
+
+ VON
+
+ DR. EMIL WEYR
+
+ WIRKLICHEM MITGLIEDE DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.
+
+ ------------------
+
+ WIEN
+
+ AUS DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI.
+
+ IN COMMISSION BEI KARL GEROLD’S SOHN,
+
+ BUCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.
+
+ 1884
+
+
+
+
+
+
+Möge mir gestattet sein, bei dem heutigen feierlichen Anlasse ein Bild zu
+entrollen, welches in grossen Strichen die allgemeinen Umrisse des
+Zustandes der geometrischen Wissenschaften bei den alten Aegyptern zur
+Darstellung bringen soll; und möge dasselbe Wohlwollen, das, gepaart mit
+einer althergebrachten Sitte, mich heute auf diesen eben so ehrenvollen
+als schwierigen Platz gestellt, auch bei der Beurtheilung der folgenden
+bescheidenen, weil schwachen Kräften entspringenden Leistung obwalten!
+
+So wie der Anfang aller menschlichen Kenntnisse, so ist auch der Ursprung
+der Geometrie in grauestes Alterthum zu versetzen, er ist zu suchen in
+jenen der Zeit nach unangebbaren Perioden der menschlichen Entwicklung, in
+welchen das erste Erwachen des Selbstbewusstseins zu finden wäre. Sind
+doch manche geometrische Anschauungen auch dem Thiere eigen; so jene der
+geraden Verbindungslinie zweier Punkte als der kürzesten Entfernung; jene
+des Mehr und Weniger bei Quantitäten der Entfernungen, Höhen, Neigungen,
+und so werden auch manche abstractere Raumanschauungen dem Menschen in
+seinen ersten Entwicklungsperioden eigen geworden sein, Anschauungen,
+welche durch die Möglichkeit und auf Grund der sprachlichen Bezeichnung
+jene Stabilität erhielten, die sie befähigte, als erste Fundamente der
+geometrischen Kenntnisse zunächst, und der Geometrie als Wissenschaft
+später aufzutreten.
+
+Geometrisches Denken entstand zu den verschiedensten Zeiten, an den
+verschiedensten Orten. Denn überall, wo der menschliche Geist sich zu
+entwickeln begann, und das menschliche Denken jene Höhe erreichte, auf
+welcher Abstractionen entstehen, bildeten sich die grundlegenden
+Raumbegriffe; der des Punktes, der geraden und krummen Linien, der ebenen
+und krummen Flächen. Denn überall in der Natur boten sich dem erwachenden
+Menschen Repräsentanten dieser Begriffe in grösserer oder geringerer
+Genauigkeit dar. Während der Anblick der auf- und untergehenden Sonne,
+sowie des vollen Mondes in südlichen Gegenden fast täglich das Bild der
+»vollkommensten«, der »schönsten« Linie, der Kreislinie vorführte,
+stellten sich die zahllosen Sterne des Abends dem Auge als glänzende
+Punkte dar, welche in ihren mannigfaltigen gegenseitigen
+Lagenverhältnissen die Phantasie des Menschen bei der, von ihm beliebten
+Eintheilung des Himmels in Sternbilder zur Herstellung so mancher geraden
+und krummen Linien verleiten mochten. Und selbst in seiner nächsten
+Umgebung fand der beobachtende Mensch geometrische Anklänge; das Gewebe
+der Spinne mit seinen kreisrunden und radialen Fäden, die sechseckige
+Bienenzelle, die beim Fallen eines Körpers in ruhendes Wasser entstehenden
+concentrischen Wellenringe, und wie vieles Andere musste, wenn auch nach
+und nach, so doch mit zwingender Nothwendigkeit den Menschen zur
+Beobachtung gesetzmässiger geometrischer Formen führen.
+
+Als Mutterland der Mathematik im Allgemeinen, und der Geometrie im
+Besonderen wird Aegypten angeführt; doch ist die Zeit längst vorbei, wo
+man sich Aegypten als einzigen Ursprungsort dieser Wissenschaften dachte,
+vielmehr muss als feststehend angenommen werden, dass jedes Volk in seinem
+Entwicklungsgange geometrische Anschauungen sich anzueignen schon durch
+praktische Bedürfnisse gezwungen war. Die Höhe, zu welcher sich die
+einzelnen Völker in ihren mathematischen Speculationen emporzuschwingen
+vermochten, hing von der Richtung des Bildungsganges, von dem Maasse des
+Bedürfnisses und nicht in letzter Reihe von dem Einflüsse religiöser
+Verhältnisse ab.
+
+Und so mag sich zunächst jene Naturgeometrie entwickelt haben, welche
+allen Völkern zugesprochen werden muss, und auf deren Vorhandensein, weil
+auf die Anwendungen ihrer freilich einfachsten Principien, Ueberreste von
+Bauten überall dort hinweisen, wo wir in der Lage sind, solche beobachten
+zu können. Die Pellasger, die vorhellenischen Ureinwohner Griechenlands,
+mussten lange vor Entstehung der Philosophie geometrische Kenntnisse in
+dem Maasse besessen haben, wie sie zur Aufführung von Wasserbauten,
+Dämmen, Canälen und Burgen, von denen man jetzt noch Spuren findet,
+nothwendig waren.
+
+Verfolgt man die Entwicklung der Geometrie zu ihren Quellen aufwärts, so
+dürfen wir nicht überrascht sein, dass man bei dem uns bekannten ältesten
+Culturvolke, bei den Aegyptern, am weitesten vorzudringen vermag, und zwar
+an der Hand der indirecten wie der directen Nachrichten, welche uns über
+diesen Gegenstand zugekommen sind. Leider jedoch sind die Ersteren ihrem
+Inhalte und die Letzteren ihrer Zahl nach nur spärliche zu nennen.
+
+Zahlreich sind wohl die Stellen in griechischen Philosophen und
+Geschichtschreibern, welche Bezug haben auf aegyptische Geometrie, es
+lässt sich jedoch nicht verkennen, dass oft die Späteren auf Frühere sich
+stützen, und wir es möglicherweise mit einer einzigen, durch Jahrhunderte
+fortgeführten Nachricht zu thun haben.
+
+Durch *Herodot*, welcher um die Mitte des fünften vorchristlichen
+Jahrhunderts (460) Aegypten bereiste, erfahren wir(1), dass die Geometrie
+von Aegypten nach Griechenland verpflanzt worden sei. Etwas später (393
+v. Chr.) berichtet *Isokrates* die Thatsache(2), dass die Aegypter »die
+Aelteren (unter ihren Priestern) über die wichtigsten Angelegenheiten
+setzten, dagegen die Jüngeren beredeten, mit Hintansetzung des Vergnügens,
+sich mit Astronomie, Rechenkunst und Geometrie zu beschäftigen«.
+
+In *Platon*’s _Phädrus_ sagt *Sokrates*: »Ich habe vernommen, zu Naukratis
+in Aegypten sei einer der dortigen alten Götter gewesen, dem auch der
+Vogel geheiligt ist, den sie Isis nennen, während der Gott selbst den
+Namen Teuth führt; dieser habe zuerst Zahlenlehre und Rechenkunst erfunden
+und Geometrie und Astronomie«(3), und einen directen Hinweis finden wir
+bei *Aristoteles*, welcher in seiner _Metaphysik_ sagt:(4) »Daher
+entstanden auch in Aegypten die mathematischen Wissenschaften, denn hier
+war den Priestern die dazu nöthige Müsse vergönnt.«
+
+Uebrigens schrieben sich die Aegypter neben der Erfindung der
+Buchstabenschrift auch jene der meisten Wissenschaften und Künste zu,
+worüber *Diodor*(5), welcher etwa 70 Jahre v. Chr. G. Aegypten bereiste,
+bemerkt: »Die Aegypter behaupten, von ihnen sei die Erfindung der
+Buchstabenschrift und die Beobachtung der Gestirne ausgegangen, ebenso
+seien von ihnen die Theoreme der Geometrie und die meisten Wissenschaften
+und Künste erfunden worden.«
+
+Neben diesen ganz allgemein gehaltenen Angaben sind hauptsächlich
+diejenigen Berichte zu erwähnen, welche sich auf die Art der
+wissenschaftlichen Leistungen der Aegypter beziehen.
+
+Da sagt zunächst *Herodot*(6) in Hinsicht auf die unter dem Könige
+*Sesostris* durchgeführte Ländereintheilung: »Auch sagten sie, dass dieser
+König das Land unter alle Aegypter so vertheilt habe, dass er jedem ein
+gleich grosses Viereck gegeben, und von diesem seine Einkünfte bezogen
+habe, indem er eine jährlich zu entrichtende Steuer auflegte. Wem aber der
+Fluss (Nil) von seinem Theile etwas wegriss, der musste zu ihm kommen und
+das Geschehene anzeigen; er schickte dann die Aufseher, die auszumessen
+hatten, um wie viel das Landstück kleiner geworden war, damit der Inhaber
+von dem übrigen nach Verhältniss der aufgelegten Abgaben steure. Hieraus
+erscheint mir die Geometrie entstanden zu sein, die von da nach Hellas
+kam.«
+
+Die, *Herodot*, dem Vater der Geschichtsschreibung folgenden
+Berichterstatter hielten sich nun, vielleicht erklärlicherweise,
+vorzüglich an den einen, die Nilüberschwemmungen betreffenden Theil obiger
+Nachricht, und wurde, gewiss Unberechtigtermassen der Nil als der
+unmittelbare Anstoss für alle geometrischen Arbeiten der Aegypter
+hingestellt. Und doch scheint es uns viel näherliegend, die einerseits
+behufs der Steuerbemessung und Controle, anderseits wegen der aus den
+Veränderungen im Besitzstande sich nothwendig ergebenden
+Flächenfestsetzungen als den Hauptbeweggrund jener Vermessungen zu
+erkennen, wobei die gesammelten Erfahrungen gewiss auch bei der
+Beurtheilung der unzweifelhaft nach den periodisch eintretenden
+Nilüberschwemmungen vorgekommenen Terrainveränderungen mit Vortheil
+benutzt worden sein mögen.
+
+Unverkennbar ist der Zug nach Aufbauschung und Ausschmückung des, jene
+Nilüberschwemmungen betreffenden Theiles des *Herodot*’schen Berichtes,
+wenn man die Aufzeichnungen späterer Gewährsmänner näher betrachtet.
+
+Zunächst finden wir bei *Heron* dem Aelteren die folgende diesbezügliche
+Stelle(7): »Die früheste Geometrie beschäftigte sich, wie uns die alte
+Ueberlieferung lehrt, mit der Messung und Vertheilung der Ländereien,
+woher sie Feldmessung genannt wurde. Der Gedanke einer Messung nämlich
+ward den Aegyptern an die Hand gegeben durch die Ueberschwemmungen des
+Nil. Denn viele Grundstücke, die vor der Flussschwelle offen dalagen,
+verschwanden beim Steigen des Flusses und kamen erst nach dem Sinken
+desselben zum Vorschein, und es war nicht immer möglich, über die
+Identität derselben zu entscheiden. Dadurch kamen die Aegypter auf den
+Gedanken einer solchen Messung des vom Nil blossgelegten Landes.«
+
+Weiter finden wir bei *Diodor*(8) einen Ausspruch, durch welchen wir
+übrigens auch über andere wissenschaftliche Leistungen der Aegypter
+belehrt werden; *Diodor* sagt: »Die Priester lehren ihre Söhne zweierlei
+Schrift, die sogenannte heilige, und die, welche man gewöhnlich lernt. Mit
+Geometrie und Arithmetik beschäftigen sie sich eifrig. Denn indem der
+Fluss jährlich das Land vielfach verändert, veranlasst er viele und
+mannigfache Streitigkeiten über die Grenzen zwischen den Nachbarn; diese
+können nun nicht leicht ausgeglichen werden, wenn nicht ein Geometer den
+wahren Sachverhalt durch directe Messung ermittelt. Die Arithmetik dient
+ihnen in Haushaltungsangelegenheiten und bei den Lehrsätzen der Geometrie;
+auch ist sie denen von nicht geringem Vortheile, die sich mit Sternkunde
+beschäftigen. Denn wenn bei irgend einem Volke die Stellungen und
+Bewegungen der Gestirne sorgfältig beobachtet worden sind, so ist es bei
+den Aegyptern geschehen; sie verwahren Aufzeichnungen der einzelnen
+Beobachtungen seit einer unglaublich langen Beihe von Jahren, da bei ihnen
+seit alten Zeiten her die grösste Sorgfalt hierauf verwendet worden ist.
+Die Bewegungen und Umlaufszeiten sowie die Stillstände der Planeten, auch
+den Einfluss eines jeden auf die Entstehung lebender Wesen und alle ihre
+guten und schädlichen Einwirkungen haben sie sehr sorgfältig beobachtet.«
+
+Am innigsten verknüpft erscheint die Geometrie der Aegypter mit den
+Ueberschwemmungen des Nil bei *Strabon*(9); welcher bemerkt, »dass es
+einer sorgfältigen und bis auf das Genaueste gehenden Eintheilung
+bedurfte, wegen der beständigen Verwüstung der Grenzen, die der Nil bei
+seinen Ueberschwemmungen veranlasst, indem er Land wegnimmt und zusetzt,
+und die Gestalt verändert, und die anderen Zeichen unkenntlich macht,
+wodurch das fremde und eigene Besitzthum unterschieden wird. Man müsse
+daher immer und immer wieder messen. Hieraus soll die Geometrie entstanden
+sein.«
+
+Den gesellschaftlichen Einrichtungen der Aegypter entsprechend, muss als
+feststehend angenommen werden, dass sich eine Kaste, nach eben Gehörtem
+die der Priester, mit dem wissenschaftlichen Theile der Geometrie
+beschäftigte, während eine andere, die der Feldmesser, die von den
+Ersteren aufgestellten und sorgsam gehüteten geometrischen Principien
+praktisch zur Anwendung brachte. Dabei wurden, wie wir später sehen
+werden, die Geheimnisse der Priester, insoweit sie geometrische Wahrheiten
+und Berechnungsregeln betrafen, möglicherweise nur insoweit enthüllt, dass
+bei deren Verwendung nur annäherungsweise richtige Resultate zum Vorschein
+kamen.
+
+Wohl sind einige Schriftsteller so weit gegangen, dass sie, die
+unläugbaren Uebertreibungen des Zusammenhanges zwischen den
+Nilüberschwemmungen und der ägyptischen Geometrie im Auge behaltend, die
+Existenz der letzteren einfach negirten, und alle die citirten Aussprüche
+in das Gebiet der Fabel verwiesen.
+
+Was macht man jedoch dann mit den wohlbeglaubigten Nachrichten über die
+Reisen, welche hervorragende griechische Philosophen nach Aegypten
+unternahmen, oft jahrelang dort verweilend, um sich in die Geheimnisse
+aegyptischer Priester einweihen und mit deren geometrischem Wissen
+vertraut machen zu lassen?
+
+*Eudemus von Rhodos*(10), einer der ältesten Peripatetiker, schrieb eine
+Geschichte der Mathematik, aus welcher uns durch *Proklos Diadochus*(11),
+einen Philosophen des fünften nachchristlichen Jahrhunderts, ein
+Bruchstück erhalten ist, welches sozusagen das einzige Mittel bildet, das
+uns einen Einblick in die geometrischen Errungenschaften der Griechen in
+den ersten dritthalb Jahrhunderten nach *Thales* gewährt. Hierin heisst es
+unter Anderem: »*Thales*, der nach Aegypten ging, brachte zuerst die
+Geometrie nach Hellas hinüber und Vieles entdeckte er selbst, von Vielem
+aber überlieferte er die Anfänge seinen Nachfolgern; das Eine machte er
+allgemeiner, das Andere mehr sinnlich fassbar.« Hundert Jahre nach dem
+Tode des *Pythagoras* berichtet der Redner *Isokrates*(12): »Man könnte,
+wenn man nicht eilen wollte, viel Bewunderungswürdiges von der Heiligkeit
+aegyptischer Priester anführen, welche ich weder allein noch zuerst
+erkannt habe, sondern viele der jetzt Lebenden und der Früheren, unter
+denen auch *Pythagoras* der Samier ist, der nach Aegypten kam und ihr
+Schüler wurde und die fremde Philosophie zuerst zu den Griechen
+verpflanzte.«
+
+Während der Aufenthalt des *Pythagoras* in Aegypten unter Anderen auch
+noch von *Strabon*(13) und *Antiphon*(14) bestätiget wird, nennt uns
+*Diodor*(15) eine ganze Reihe von Namen, indem er sagt; »Die aegyptischen
+Priester nennen unter den Fremden, welche nach den Verzeichnissen in den
+heiligen Büchern vormals zu ihnen gekommen seien, den *Orpheus*,
+*Musaios*, *Melampus* und *Daidalos*, nach diesen den Dichter *Homer*, den
+Spartaner *Lykurgos*, ingleichen den Athener *Solon* und den Philosophen
+*Platon*. Gekommen sei zu ihnen auch der Samier *Pythagoras* und der
+Mathematiker *Eudoxos*, ingleichen *Demokritos von Abdera* und *Oinopides
+von Chios*. Von allen diesen weisen sie noch Spuren auf, von den Einen
+Bildnisse von den Anderen Orte und Gebäude, die nach ihnen benannt sind.
+Aus der Vergleichung dessen, was jeder von ihnen in seinem Fache geleistet
+hat, führen sie den Beweis, dass sie Dasjenige um desswillen sie von den
+Hellenen bewundert werden, aus Aegypten entlehnt haben.« Aus diesen
+Stellen geht mit Sicherheit hervor, dass viele Griechen nach Aegypten
+zogen, um bei den dortigen Priestern Philosophie und Mathematik kennen zu
+lernen, da wohl in den Berichten nur die hervorragenden Männer angeführt
+wurden.
+
+Der Milesier *Thales*, welcher erst in vorgerücktem Alter, und nachdem er
+als Handelsmann früher gewiss schon mehrmals Aegypten besucht gehabt, sich
+daselbst behufs seiner Studien zu längerem Aufenthalt niederlies, ist
+merkwürdiger Weise in dem Berichte des Diodor nicht angeführt, und könnte
+man wohl aus diesem Umstande umsomehr einen gewissen Grad von
+Unglaublichkeit ableiten, als darin mythische Namen wie *Orpheus*,
+*Daidalos* und *Homer* angeführt erscheinen. Diese letzteren konnten
+jedoch sehr wohl dem im Ganzen und Grossen sonst richtigen Verzeichnisse
+vom Berichterstatter eigenwillig beigefügt worden sein, um dadurch das
+hohe Alter aegyptischer Wissenschaft in ein vorteilhaftes Licht zu setzen.
+
+Abgesehen jedoch von aller Wahrscheinlichkeit oder Unwahrscheinlichkeit
+für die Exactheit obiger Aussprüche in Bezug auf einzelne Namen, dürfte
+jedenfalls das als unumstössliche Wahrheit gelten, dass die ägyptischen
+Priester von den Griechen als in den Wissenschaften, insbesondere in der
+Geometrie sehr bewandert gehalten wurden, und zwar in einem solchen
+Maasse, dass eine Reihe hervorragender griechischer Philosophen es nicht
+verschmähte, die, für damalige Verhältnisse nicht unbedeutende Reise nach
+Aegypten zu unternehmen, ja oft jahrelang in diesem Lande mit unbekannter
+Sprache und Schrift zu verweilen, um sich die Kenntnisse der Aegypter
+anzueignen.
+
+Stellt man nun zunächst die Frage nach Quantität und Qualität des
+geometrischen Wissens, welches die Griechen von ihren Studienreisen mit
+nach Hause brachten, so scheint dies, selbst vom Standpunkte der
+unmittelbar nachpythagoräischen Geometrie, äusserst Weniges gewesen zu
+sein.
+
+*Thales* von Milet, einer der sieben griechischen Weltweisen, der
+Begründer der ionischen Schule, *Thales*, welcher für das Jahr 585
+v. Chr. G. eine, auch eingetroffene Sonnenfinsterniss vorherzusagen
+wusste, soll, den uns von *Proklos* zugekommenen Berichten zufolge, in
+Aegypten nicht viel mehr erfahren haben, als die Sätze über die Gleichheit
+der Winkel an der Basis eines gleichschenkligen Dreieckes, die Gleichheit
+der Scheitelwinkel am Durchschnitt zweier Geraden; er wusste ferner, wie
+ein Dreieck durch eine Seite und die beiden anliegenden Winkel bestimmt
+erscheint, diese Erörterung zur Messung der Entfernungen von Schiffen auf
+dem Meere benützend, es war ihm bekannt, dass ein Kreis durch einen
+Durchmesser halbirt wird,(16) und soll er die Höhe der Pyramiden aus der
+Länge des Schattens gemessen haben, höchst wahrscheinlich in dem Momente,
+wo die Schattenlänge eines senkrechten Stabes der Stablänge gleich
+ist,(17) möglicherweise jedoch, wie *Plutarch*(18) berichtet, auch zu
+einer beliebigen Tageszeit. Auch wird ihm von *Pamphile*(19) die Kenntniss
+des Satzes zugeschrieben, dass der Peripheriewinkel im Halbkreise ein
+rechter sei. Gewiss hat Thales wenigstens jene geometrischen Fundamente in
+Aegypten kennen gelernt, welche es ihm ermöglichten, die genannten Sätze
+als wahr zu erkennen, wenn auch bei ihm, selbst bei diesen einfachen
+Dingen an einen strengen Beweis nicht gedacht werden kann.
+
+Es wäre jedoch voreilig, aus der Geringfügigkeit der Thaletischen
+geometrischen Kenntnisse mit *Montucla* (20) zu schliessen, dass auch die
+Aegypter nicht viel mehr gewusst hätten. Man kann wohl annehmen, dass die
+aegyptischen Priester bei ihrer den Fremden gegenüber beobachteten
+Zurückhaltung nur einen Theil ihres Wissens offenbarten; wer könnte jedoch
+bemessen, in welchem Verhältnisse dieser Theil zu ihrem Gesammtwissen
+stand? Der Ansicht *Montucla*’s kann man entgegensetzen, dass die Aegypter
+den Fremden nur einen kleinen Bruchtheil ihres sorgsam im Verborgenen
+gehüteten Wissens preisgegeben haben mochten, wobei ferner nicht
+unberücksichtigt bleiben darf, dass den nach Aegypten gekommenen Griechen
+auch die Unkenntniss der Sprache und der Schrift weitere, nicht zu
+unterschätzende Schwierigkeiten bereitete, in dem Maasse als vielleicht
+Manches, was ihnen die aegyptischen Priester von aegyptischem Wissen zur
+Verfügung stellten, unverstanden bleiben konnte.
+
+Was nun das Wesen aegyptischer Geometrie betrifft, so finden wir in den
+Berichten der Alten fast gar keine Anhaltspunkte, um uns hierüber Klarheit
+verschaffen zu können, und war man bis vor Kurzem darauf hingewiesen, aus
+den Anfängen griechischer Mathematik auf den Stand der aegyptischen
+zurückzuschliessen, was, wie aus dem Vorhergesagten folgen dürfte, mit
+nicht geringen Schwierigkeiten verbunden erscheint.
+
+Die Ansicht, dass die Geometrie der Aegypter eigentlich nur constructiver
+Natur war, ähnlich dem was wir als Reisskunst zu bezeichnen pflegen,(21)
+dürfte sich nicht als stichhältig erweisen; es möge jedoch gleich jetzt
+darauf hingedeutet werden, dass die Aegypter im Construiren geometrischer
+Formen nicht unbewandert sein konnten.
+
+So sagt in etwas prahlerischer Weise *Demokritos* von *Abdera*(22) um 420
+v. Chr. G.: »Im Construiren von Linien nach Maassgabe der aus den
+Voraussetzungen zu ziehenden Schlüsse hat mich keiner je übertroffen,
+selbst nicht die sogenannten Harpedonapten der Aegypter«; und *Theon* von
+*Smyrna*(23) erzählt, dass »Babylonier, Chaldäer und Aegypter eifrig nach
+allerhand Grundgesetzen und Hypothesen suchten, durch welche den
+Erscheinungen genügt werden könnte; zu erreichen suchten sie dies dadurch,
+dass sie das früher Gefundene in Ueberlegung zogen, und über die
+zukünftigen Erscheinungen Vermuthungen aufstellten, wobei die Einen sich
+arithmetischer Methoden bedienten, wie die Chaldäer, die Anderen
+construirender wie die Aegypter«.
+
+Aus diesen und ähnlichen Berichten, sowie aus dem Umstande, dass die
+Anfänge der griechischen Geometrie selbst hauptsächlich constructiver
+Natur waren, muss man zu dem Schlusse kommen, dass die alten Aegypter seit
+unvordenklichen Zeiten die Reisskunst pflegten, und in der langen Reihe
+der Jahrhunderte sicherlich eine ziemlich bedeutende Masse sowohl
+einfacher als complicirterer Constructionen erfanden und in ein gewisses
+System brachten, von Ersteren zu Letzteren aufsteigend. Diese
+Constructionen dürften ihrem grösseren Theile nach, und zwar jenem Theile
+nach, welcher, wenn auch ohne Begründung Gemeingut der die Künste und
+Gewerbe betreibenden Kasten wurde, nur solche gewesen sein, die dem
+praktischen Bedürfnisse dienen konnten, also zumeist
+Ornamentenconstructionen. Wir bemerken hier unter Anderem das Vorkommen
+regelmässiger geometrischer Figuren auf uralten Wandgemälden, wie sie sich
+z. B. als färbige Zeichnungen aus den Zeiten der fünften Dynastie, also
+unmittelbar nach den Erbauern der Pyramiden, das ist 3400 Jahre v. Chr. G.
+etwa vorfinden.(24)
+
+Man sieht unter der grossen Menge der in dieser Zeit vorkommenden Figuren
+eine, aus verschobenen, ineinander gezeichneten, theilweise durch zu einer
+Diagonale Parallele zerlegten Quadraten zusammengesetzte Figur, ferner aus
+der Zeit von der zwölften bis zur sechsundzwanzigsten Dynastie, eine
+Figur, bestehend aus einem Quadrate, und zwei, längs der Diagonale
+centrisch hineingelegten lemniscatischen Curven, sowie eine
+Zusammenstellung von um fünfundvierzig Grade gegeneinander verdrehten,
+sich durchsetzenden Quadraten. Kreise erscheinen durch ihre Durchmesser in
+gleiche Kreisausschnitte getheilt; so zunächst durch zwei oder vier
+Durchmesser in vier beziehungsweise acht, und in späteren Zeiten auch
+durch sechs Durchmesser in zwölf gleiche Ausschnitte; die in den
+Zeichnungen vorkommenden Wagenräder besitzen zumeist sechs, seltener vier
+Speichen, so dass auch die Theilung des Kreises durch drei Diameter in
+sechs gleiche Kreisausschnitte vertreten erscheint.
+
+In einer unvollendet gebliebenen Kammer des Grabes *Seti I.*, des Vater
+*Ramses II.* aus der neunzehnten Dynastie (das sogenannte Grab
+*Belzoni*)(25) finden wir die Wände behufs Anbringung von Reliefarbeiten
+mit einem Netze gleich grosser Quadrate bedeckt, und es kann keinem
+Zweifel unterliegen, dass wir es hier mit der Anwendung eines
+Verkleinerungs- beziehungsweise Vergrösserungsmaassstabes zu thun haben.
+
+Wenn nun auch die einfachen Figuren des Dreieckes, Quadrates und des
+Kreises höchst wahrscheinlich ohne besondere Ueberlegung, einfach dem
+inneren geometrischen Formendrange entsprungen sein dürften, so ist doch
+gewiss, dass ihre verschiedenartige Zusammensetzung zu Mustern das
+Product, wenn auch primitiven geometrischen Denkens war, welches dann
+schon eine ziemliche Selbstständigkeit erreicht haben musste, als die
+vorerwähnte Anwendung von Proportionalmaassstäben in Uebung kam.
+
+Andererseits musste das öftere Betrachten der regelmässigen Figuren einen
+geometrisch disponirten Geist von selbst zum Aufsuchen unbekannter
+Eigenschaften derselben reizen, und vielleicht ist der Thaletische Satz
+von der Halbirung des Kreises durch einen Durchmesser nichts als eine aus
+der Betrachtung jener aegyptischen Zeichnungen gewonnene Abstraction, und
+huldigen wir in dieser Beziehung der Ansicht, dass *Thales* beim
+Ausspruche des erwähnten, für uns freilich höchst einfach klingenden
+Satzes, wahrscheinlich sagen wollte, nur der Kreis habe die ausgezeichnete
+Eigenschaft, von allen durch einen Punkt, den Mittelpunkt, gehenden
+Geraden in lauter untereinander gleiche Hälften getheilt zu werden.
+
+Von besonderer Wichtigkeit scheint uns jedoch der früher citirte
+selbstgefällige Ausspruch des *Demokritos* zu sein, da er uns vor einer
+ungerechtfertigten Unterschätzung aegyptischer Constructionsgewandtheit
+bewahren kann. Bedenklich in *Demokritos*’ Angabe könnte allenfalls jenes
+Selbstlob erscheinen, das er sich spendet; wenn es nun wohl auch schon im
+Alterthume Männer geben mochte, die ihre Berühmtheit vorzugsweise und oft
+nur der Hochschätzung verdankten, die sie sich selbst und ihren Werken
+gezollt, Männer, welche in der Verbreitung des eigenen Lobes so emsig, so
+unermüdlich waren, dass sich um sie als die davon Ueberzeugtesten noch ein
+Kreis von Gläubigen bildete, welche den, oft nur auf schwankenden Füssen
+einhergehenden Ruhm ihrer Profeten weiter führten, so ist doch die
+Bedeudung des Geometers *Demokritos* durch so viele, und verschiedenen
+Quellen entspringende Aussprüche beglaubigt, dass es gewiss Niemandem
+einfallen wird, seine Autorität als die eines gründlichen Kenners der
+Geometrie seiner Zeit in Zweifel zu ziehen. Wohl sind uns von den
+geometrischen Werken des *Demokritos*, und kaum von allen nur die ganz
+allgemein klingenden Titel erhalten.
+
+Während uns *Cicero*(26) diesen Philosophen als einen gelehrten, in der
+Geometrie vollkommen bewanderten Mann anpreist, theilt uns *Diogenes
+Laertius*(27) mit, dass *Demokritos* »über Geometrie«, »über Zahlen«,
+»über den Unterschied des Gnomon oder über die Berührung des Kreises und
+der Kugel«, sowie zwei Bücher »über irrationale Linien und die dichten
+Dinge« geschrieben habe, Schriften, deren Titel theilweise uns über ihren
+Inhalt ganz im Unklaren lassen. Legen wir den angeführten Zeugnissen
+Glauben bei, und es ist kein Grund vorhanden dies nicht zu thuh, so müssen
+wir von *Demokritos* als von einem »in der Geometrie vollkommenen Manne«
+voraussetzen, dass er mit den Errungenschaften des *Pythagoras*, welcher
+ein Jahrhundert vor *Demokritos* Aegypten besucht hatte, vollkommen
+vertraut war. Gewiss war ihm somit bekannt: die Methode der »Anlegung der
+Flächen«, welche wieder die Vertrautheit mit den Hauptsätzen aus der
+Theorie der Parallelen und der Winkel, so wie die Kenntniss der
+Abhängigkeit der Flächeninhalte von den ihnen zukommenden Ausmaassen
+voraussetzt. Nicht minder bekannt mussten ihm die, dem *Pythagoras*
+zugeschriebenen Constructionen der fünf regelmässigen, sogenannten
+kosmischen Körper sein, woraus sich weiter schliessen lässt, dass auch
+einerseits die Eigenschaften der Kugel, welcher doch jene Körper
+eingeschrieben wurden, und anderseits die Entstehungen der regelmässigen,
+jene Körper begrenzenden Vielecke, vor Allem die des Fünfeckes dem
+*Demokritos* nicht ungeläufig sein konnten. Die Construction des Letzteren
+erheischt wiederum die Kenntniss der Lehre vom goldenen Schnitt, und diese
+den Satz vom Quadrate der Hypothenuse(28). Hat nun *Demokritos* auch
+selbst nichts Neues hinzugefügt, so musste er doch Jenes kennen; wenn er
+nun anderseits sagt: »im Construiren hätte ihn Niemand, selbst nicht die
+Harpedonapten der Aegypter übertroffen«, so dürfen wir hieraus mit
+Sicherheit schliessen, dass die geometrischen Kenntnisse der aegyptischen
+Priester bedeutend genug gewesen sein mussten, weil sich *Demokritos*
+sonst kaum gerade über diese Geometer gesetzt hätte.
+
+Doch verlassen wir für jetzt die Nachrichten des griechischen Alterthums,
+welche in der Beurtheilung aegyptischer Geometrie nur Conjecturen
+zulassen, und blicken wir nach directen Denkmalen aegyptischen Ursprungs,
+aus denen vielleicht Schlüsse gezogen werden könnten auf Wesen und Umfang
+aegyptischer Geometrie.
+
+Das Britische Museum bewahrt eine Papyrusrolle, welche aus dem Nachlasse
+des Engländers *A. Henry Rhind* stammt, die derselbe nebst anderen
+werthvollen Rollen in Aegypten käufllich an sich gebracht haben dürfte.
+Der erwähnte Papyrus, ein altes Denkmal ägyptischer Mathematik, ist, wie
+es scheint, nicht mit vollster Berechtigung als ein »mathematisches
+Handbuch« der alten Aegypter bezeichnet worden(29). Der fragliche Papyrus
+nennt sich selbst eine Nachahmung älterer mathematischer Schriften, denn
+es heisst in der Einleitung: »Verfasst wurde diese Schrift im Jahre
+dreiunddreissig im vierten Monat der Wasserzeit unter König Ra-a-us, Leben
+gebend nach dem Muster alter Schriften in den Zeiten des Königs ...ât vom
+Schreiber Aahmes verfasst die Schrift.«
+
+Nachdem zuerst Dr. *Birch*(30) auf diesen mathematischen Papyrus durch
+einen kurzen vorläufigen Bericht aufmerksam gemacht hatte, wurde der
+Gegenstand von dem ausgezeichneten Heidelberger Aegyptologen Dr.
+*Eisenlohr* einer eingehenden, höchst schwierigen und zeitraubenden
+Untersuchung unterzogen, deren Resultate, was die Uebersetzung betrifft,
+unseren gegenwärtigen Betrachtungen zu Grunde liegen. Bezüglich des Alters
+des Papyrus hat man jenes der vorhandenen Abschrift von dem Alter des
+unbekannten Originals zu unterscheiden. Nach der von *Eisenlohr* gegebenen
+Vervollständigung der in der erwähnten Einleitung auf das Wort König
+folgenden Lücke, würde der Herrscher, unter dessen Regierung das Original
+entstanden ist, der König *Ra-en-mat* sein, dessen Regierungszeit
+*Lepsius*(31) auf 2221--2179 v. Chr. G. legt. Da ferner der Name *Ra-a-us*
+in den bis dahin vorhandenen Königslisten nicht vorkommt, sah man sich, um
+die Zeit der Entstehung der Abschrift wenigstens annähernd angeben zu
+können, darauf angewiesen, aus der bekannten Sitte der Aegypter die
+Eigennamen der eben herrschenden oder der unmittelbar vorhergegangenen
+Regenten zu gebrauchen, Schlüsse zu ziehen. Und da liess der Name *Aahmes*
+des Schreibers, sowie auch die (althieratische) Schrift des Papyrus
+vermuthen, dass derselbe um 1700 v. Chr. G. entstanden sein dürfte. Die
+Vermuthung in Bezug auf das Zeitalter der Abschrift hat sich nun neueren
+Forschungen zu Folge vollkommen bestätigt. Denn *Ra-a-us* wurde als der
+Hyksoskönig *Apophis* erkannt, und *Aahmes* dürfte seinen Namen von dem,
+kurze Zeit dem Apophis vorhergegangenen Könige *Amasis* entlehnt haben.
+
+Es erscheint so vollkommen sichergestellt, dass unser Papyrus aus dem
+achtzehnten Jahrhundert v. Chr. G. stammt. Die Eingangsworte des Papyrus,
+welche lauten: »Vorschrift zu gelangen zur Kenntniss aller dunklen Dinge,
+aller Geheimnisse, welche enthalten sind in den Gegenständen«, sowie die
+Anordnung des Stoffes in Arithmetik, Planimetrie und Stereometrie, an
+welche sich ein, verschiedene Beispiele enthaltender Theil anschliesst,
+konnten im ersten Augenblicke den Gedanken aufkommen lassen, dass wir es
+vielleicht mit einem Lehrbuche der Mathematik zu thun haben. Der Umstand
+jedoch, dass der Papyrus nur die Zusammenstellung, allerdings eine in
+gewissem Grade systematische Zusammenstellung von Aufgaben nebst ihren
+Lösungen und den zugehörigen Proben ist, ohne dass Definitionen oder
+Lehrsätze und Beweise vorkommen würden, liess den Papyrus wiederum als
+eine Aufgabensammlung, als ein Anleitungsbuch für Praktiker erscheinen.
+Man ist noch weiter gegangen, und stellte die Ansicht auf, der Autor habe
+bei Abfassung dieser Schrift vorzüglich an Landleute, welchen die Theorie
+unzugänglich war, gedacht. Daraufhin weise nicht nur die Formulirung des
+grössten Theiles der Aufgaben, welche Verhältnisse und Bedürfnisse der
+Landwirthschaft berücksichtigen, sondern auch der Schlusssatz des Papyrus,
+welcher sagt: »Fange das Ungeziefer und die Mäuse, (vertilge) das
+verschiedenartige Unkraut, bitte Gott *Ra* um Wärme, Wind und hohes
+Wasser«.
+
+Dass wir es nicht mit einem Handbuche, welches dem damaligen Standpunkte
+der mathematischen Wissenschaften in Aegypten entsprechen müsste, zu thun
+haben, ergibt sich nicht nur aus dem schon hervorgehobenen Mangel an
+Definitionen, Lehrsätzen und Beweisen, ja es fehlt selbst jede Erklärung,
+sondern auch aus dem Umstände, dass neben der richtigen Lösung einzelner
+Aufgaben die unrichtigen oder unvollendeten Lösungen derselben oder
+ähnlicher Aufgaben, sowie manche Wiederholungen vorkommen. Nur nebenbei
+verweisen wir darauf, dass in einem Handbuche unzweifelhaft wenigstens
+Anklänge an die erste der Wissenschaften des Alterthums, an die
+Astronomie, zu finden sein müssten. Doch ist von diesem Theile der
+Mathematik im Papyrus nicht die geringste Spur zu finden. Aufklärungen
+über den wahren Charakter des Originals unseres Papyrus, und eine viele
+Wahrscheinlichkeit besitzende Vermuthung über die Entstehung der uns
+beschäftigenden Abschrift, verdanken wir dem Scharfsinne des französischen
+Aegyptologen Eugène *Revillout*.(32)
+
+Bei richtiger Erwägung des Umstandes, dass oft auf ein fehlerlos gelöstes
+Beispiel, falsche Lösungen ähnlicher Beispiele folgen, welchen sich dann
+gewöhnlich eine Reihe von Uebungsrechnungen anschliesst, Rechnungen die
+einem Schulpensum in hohem Grade ähnlich sehen, bei Betrachtung der
+Thatsache ferner, wie ein und dasselbe Zahlenbeispiel oft einigemal und
+zwar so behandelt wird, dass der Reihe nach die vorkommenden Zahlenwerthe
+als die berechneten Resultate erscheinen, drängt sich uns mit *Eugène
+Revillout* die Ueberzeugung auf, dass wir es mit dem Uebungs- oder
+Aufgabenhefte eines Zöglings jener Unterrichtshäuser (a·sbo) zu thun
+haben, wie deren in so manchem Papyrus Erwähnung geschieht, und in denen
+die Schüler, welche später Landwirthe, Verwalter, Feldmesser oder
+Constructeure werden wollten, mit den für ihre künftige Laufbahn
+notwendigen Rechnungsoperationen vertraut gemacht wurden. Da dieses
+Schulheft selbstverständlich nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt sein
+konnte, so trägt es auch thatsächlich keinen Autornamen und keine
+Jahresangabe; denn, was die in der Einleitung bezüglich der Zeitperiode,
+in welcher das Original entstanden sein sollte, gemachte Erwähnung
+betrifft, so ist mehr als wahrscheinlich, dass dieselbe von dem
+Abschreiber *Aahmes* herrührt, welcher das Original einige Jahrhunderte
+nach seiner Entstehung auffand, und dasselbe, der Mathematik gewiss ganz
+unkundig, sammt allen Fehlern abschrieb, zu diesen noch neue hinzufügend.
+Nachdem *Aahmes* aus der Aehnlichkeit der Schriftart des mathematischen
+Heftes mit der Schrift anderer ihm bekannten Papyri auf das Alter des
+ersteren einen im Ganzen und Grossen nicht unrichtigen Schluss gezogen
+haben mochte, so können wir das Ende, vielleicht auch die Mitte des
+dritten Jahrtausends v. Chr. G. als jene Zeit betrachten, in welcher das
+Original der Abschrift entstanden sein dürfte. Ob *Aahmes* die Abschrift
+mit der viel versprechenden Einleitung und der zugleich praktischen und
+gottesfürchtigen Schlussregel in der Absicht versehen hatte, um sie an
+irgend einen einfachen aegyptischen Landmann um gutes Geld anzubringen,
+lassen wir dahingestellt, und wiederholen nur unsere Uebereinstimmung mit
+der Ansicht, dass das Original des Papyrus neben den von einem Lehrer der
+Mathematik herrührenden Musterbeispielen, die sehr oft verunglückten
+Uebungen eines Schülers enthält, eines Schülers überdies, der nicht zu den
+hervorragenden seiner Glasse gehört haben mochte. Und wie kostbar ist
+dennoch dieses altägyptische Schulheft! Wenn wir in aller Eile eine Skizze
+seines Inhaltes vorführen sollen, so müssen wir zunächst die sich auf acht
+Columnen der oben erwähnten Einleitung anschliessende Theilung der Zahl 2
+durch die Zahlen von 3 bis 99 erwähnen; jeder auftretende Bruch erscheint
+in zwei bis vier sogenannte Stammbrüche, Brüche mit dem Zähler Eins,
+zerlegt, und sind die Nenner der letzteren meist gerade Zahlen mit einer
+grösseren Divisorenanzahl. Im Anschluss an diese Tabelle finden wir sechs
+Beispiele, in denen in Form von Brodvertheilungen die Division der Zahlen
+l, 3, 6, 7, 8 und 9 durch die Zahl 10 gelehrt wird, und es folgt hierauf
+in 17 Beispielen die sogenannte Sequem- oder Ergänzungsrechnung, in
+welcher es sich darum handelt, Zahlenwerthe zu finden, die mit gegebenen
+Werthen durch Addition oder Multiplication verbunden, andere gegebene
+Zahlenwerthe liefern. Die nächsten 15 Beispiele gehören der sogenannten
+*Haurechnung* an, und finden wir in diesem Abschnitte die Lösungen
+linearer Gleichungen mit einer Unbekannten. Zwei weitere, der sogenannten
+*Tunnu-* oder Unterschiedsrechnung angehörige Beispiele belehren uns
+darüber, dass den alten Aegyptern der Begriff arithmetischer Reihen nicht
+fremd war. Es folgen nun sieben Beispiele über Volumetrie, ebensoviele
+über Geometrie und fünf Beispiele über Berechnungen von Pyramiden, also 19
+Aufgaben über die wir später noch einige Worte sagen müssen.
+
+Hieran schliessen sich endlich dreiundzwanzig verschiedenen Materien
+entlehnte, Fragen des bürgerlichen Lebens betreffende Beispiele, wie die
+Berechnung des Werthes von Schmuckgegenständen, abermals Vertheilungen von
+Broden oder von Getreide, Bestimmung des auf einen Tag entfallenden
+Theiles eines Jahresertrages, Berechnungen von Arbeitslöhnen,
+Nahrungsmitteln sowie des Futters für Geflügelhöfe. Einer besonderen
+Ankündigung werth erscheinen uns in dieser letzten Abtheilung zwei
+Beispiele; das eine derselben(33) lässt keinen Zweifel darüber aufkommen,
+dass den alten Aegyptern die Theorie der arithmetischen Progressionen
+vollkommen geläufig war, während wir in dem zweiten(34) unter der
+Aufschrift »eine Leiter« die geometrische Progression von 7 hoch 1 bis 7
+hoch 5 nebst deren Summe vorfinden, wobei die einzelnen Potenzen eigene
+Namen: an, Katze, Maus, Gerste, Maass zu führen scheinen.
+
+Nicht unbemerkt lassen wir endlich die in den Haurechnungen auftretende
+Benützung mathematischer Zeichen; so nach links oder rechts
+ausschreitender Beine für Addition und Subtraction, drei horizontale
+Pfeile für Differenz, sowie endlich ein besonderes, dem unseren nicht
+unähnliches Gleichheitszeichen.
+
+Aus dem geometrischen Theile heben wir zunächst, der Anordnung des Papyrus
+nicht folgend, die Flächenberechnungen von Feldern hervor. Die
+vorkommenden Beispiele beziehen sich auf quadratische, rechteckige,
+kreisrunde und trapezförmige Felder, deren Flächeninhalte aus ihren
+Längenmaassen bestimmt werden. Nachdem in den Aufgaben über die Berechnung
+des Fassungsvermögens von Fruchtspeichern mit quadratischer Grundfläche
+diese letztere gefunden wird durch Multiplication der Maasszahl der Seite
+mit sich selbst, kann es gar keinem Zweifel unterliegen, dass auch die
+Fläche des Rechteckes durch Multiplication der Maasszahlen zweier
+zusammenstossender Seiten erhalten wurde, da die Erkenntniss der
+Richtigkeit der einen Bestimmungsart, jene der Richtigkeit der anderen
+involvirt.
+
+Schon die Betrachtung solcher Proportionalmaassstäbe, wie wir sie im Grabe
+*Belzoni* bemerken konnten, hätte die alten Aegypter, die mit Gleichungen
+und arithmetischen Reihen umzugehen wussten, auf die Bestimmung der Fläche
+eines Rechteckes aus seinen beiden Seitenlängen mit Nothwendigkeit führen
+müssen, und werden wir uns durch den Umstand, dass im Papyrus der
+diesbezüglichen Aufgabe eine zu ihr nicht gehörige Lösung beigefügt ist,
+durchaus nicht beirren lassen.
+
+Von hohem Interesse ist die, an mehreren Stellen des Papyrus vorkommende
+Methode der Flächenberechnung eines Kreises, welche zeigt, dass die alten
+Aegypter mit ziemlicher Annäherung den Kreis zu quadriren wussten, in der
+That zu quadriren, weil sie aus dem Durchmesser eine Länge ableiten,
+welche als Seite ein Quadrat liefert, dessen Fläche jener des Kreises
+gleichgesetzt wurde. Da sie acht Neuntel des Durchmessers zur Seite jenes
+Quadrates machten, so entspricht dies einem Werthe der Ludolphischen Zahl,
+welcher dem richtigen Werthe gegenüber um nicht ganz zwei Hundertstel (um
+0,018901) zu hoch gegriffen erscheint; für das dritte Jahrtausend
+v. Chr. G. und im Vergleiche zu dem Werth pi = 3 der Babylonier, und noch
+mehr im Vergleiche zu dem Werthe pi = 4 späterer römischer Geometer,
+jedenfalls eine nicht zu unterschätzende Annäherung an den richtigen
+Werth.
+
+Eine Aufgabe behandelt die Flächenbestimmung des Dreieckes, wobei das
+Resultat als das Product zweier Seitenlängen gefunden wird. Die hier
+beigefügte Figur(35), welche in Wirklichkeit ein ungleichseitiges
+langgestrecktes Dreieck darstellt, kann ebensowohl als die verfehlte
+Zeichnung eines rechtwinkligen wie auch eines gleichschenkligen Dreieckes
+betrachtet werden.
+
+Letztere Annahme ist von *Eisenlohr* gemacht und von *Cantor*(36)
+acceptirt worden. Darnach würde sich die Methode der Dreiecksberechnung
+der alten Aegypter nur als eine Näherungsmethode darstellen, und ist auch
+von beiden genannten Gelehrten der begangene, in diesem Falle in der That
+nicht bedeutende Fehler ermittelt worden.
+
+Wir sind dagegen mit Revillout anderer Meinung.
+
+Mit Rücksicht auf den von uns klar erkannten Charakter des Originales des
+Papyrus als eines sehr ungenauen Collegienheftes, dessen Rechnungen
+ebensosehr wie die vorkommenden Zeichnungen von der Mittelmässigkeit
+seines Zusammenstellers beredtes Zeugniss ablegen, zweifeln wir keinen
+Augenblick, dass die fragliche Figur ein rechtwinkliges Dreieck
+vorzustellen hatte. Die mangelhafte Schülerzeichnung ist durch den
+Copisten *Aahmes* nur noch schlechter geworden. Dass ein rechtwinkliges
+Dreieck gemeint sein soll, erkennt man übrigens auch aus dem Umstande,
+dass in der Figur die Maasszahlen der multiplicirten Seiten bei den
+Schenkeln des, vom rechten Winkel nur wenig differirenden Winkels
+angesetzt sind, wo doch, wenn es sich hätte um ein gleichschenkliges
+Dreieck handeln sollen die Maasszahl der Schenkel in der Figur gewiss bei
+beiden Schenkeln zu finden wäre. Dieselben Gründe bestimmen uns zu der
+Annahme, dass die im Papyrus befindliche Flächenberechnung eines Trapezes
+eine vollkommen richtige ist, indem es sich auch hier nur um ein Trapez
+handeln kann, dessen zwei parallelen Seiten auf einer der nicht parallelen
+Seiten senkrecht stehen. Und warum sollten denn die alten Aegypter nicht
+die richtige Art der Flächenberechnung auch beliebiger Dreiecke gekannt
+haben?
+
+Konnte man einmal die Fläche eines Rechteckes genau bestimmen, so musste
+sich durch einfache Anschauung eines, durch eine Diagonale zerlegten
+Rechteckes, von selbst die Regel zur Flächenbestimmung des rechtwinkligen
+Dreieckes ergeben; und wurde nun ein beliebiges schiefwinkliges Dreieck
+durch ein Höhenperpendikel in zwei rechtwinklige zerlegt, so war nichts
+leichter als die allgemeine Regel zur Bestimmung der Dreieckfläche aus
+Basis und Höhe (tepro und merit) zu entwickeln. Dass die Gewinnung des
+Höhenperpendikels sowohl bei Constructionen als auch auf dem Felde den
+alten Aegyptern nicht unmöglich war, folgt zunächst aus der grossen
+Bedeutung der Winkelmaasses (hapt) für alle Operationen der praktischen
+Geometer Aegyptens. Nicht nur, dass wir in vielen aegyptischen Documenten
+das Winkelmaass erwähnt finden, sieht man auch Könige abgebildet, das
+Winkelmaass in der Hand, welches von ihnen vielleicht in derselben Weise
+durch symbolische Benützung geehrt wurde, wie der Kaiser von China
+alljährlich einmal den Pflug zu führen pflegt. Ein solches Winkelmaass
+sieht man übrigens auch auf einem Wandgemälde abgebildet, das eine
+Schreinerwerkstätte darstellt,(37) und es unterliegt keinem Zweifel, dass
+dasselbe ebensowohl zur Anlegung rechter Winkel als zum Fällen von
+Senkrechten benützt worden ist. Aber auch auf freiem Felde musste den
+Aegyptern die Construction rechter Winkel geläufig sein; sowohl die
+Pyramiden als auch die aegyptischen Tempel sind vollkommen orientirt, und
+wurde, wie uns alte Inschriften(38) belehren, die Orientirung in
+festlicher Weise vom Könige unter Beihilfe der Bibliotheksgöttin *Safech*
+vollzogen, mit den Worten: »Ich habe gefasst den Holzpflock und den Stiel
+des Schlägels, ich halte den Strick gemeinschaftlich mit der Göttin
+*Safech*. Mein Blick folgt dem Gange der Gestirne. Wenn mein Auge an dem
+Sternbilde des grossen Bären angekommen ist, und erfüllt ist der mir
+bestimmte Zeitabschnitt der Zahl der Uhr, so stelle ich auf die Eckpunkte
+Deines Gotteshauses.«
+
+In welchem Maasse bei diesen Operationen die von *Demokritos* so
+hochgestellten *Harpedonapten* oder Seilspanner betheiligt waren, hat
+*Cantor*(39) in höchst scharfsinniger Weise zu beleuchten versucht, und es
+erscheint auch uns wahrscheinlich, dass sich die alten Aegypter beim
+Construiren rechter Winkel sowie beim Fällen von Senkrechten auf dem
+Felde, der Thatsache bedienten, dass der eine Winkel in einem, die
+Seitenlängen drei, vier und fünf besitzenden Dreiecke, ein rechter Winkel
+sein müsse. Musste ja doch dieser Satz seit unvordenklichen Zeiten auch
+den Chinesen bekannt sein, da wir ihn in der bei ihnen so berühmten
+Schrift _Tschiu-pi_ finden, welche mehrere Jahrhunderte v. Chr. G.
+entstanden, auf den Kaiser *Tschiu-Kung* also in das Jahr 1100 v. Chr. G.
+etwa zurückgeführt wird.(40) Uebrigens konnten directe Messungsversuche an
+diagonalen Linien in den Proportionalmaassstäben sowohl zu dem erwähnten
+als auch noch zu anderen rechtwinkligen Dreiecken mit rationalen
+Seitenlängen geführt haben, und scheint uns die Möglichkeit nicht
+ausgeschlossen, dass der berühmte und berüchtigte Satz des *Pythagoras*
+über die Quadrate der Katheten und der Hypothenuse einer eingehenden
+Untersuchung solcher Proportionalmaassstäbe entsprungen ist.
+
+Wenn wir nun einerseits behaupten, dass die alten Aegypter nicht nur die
+Fläche des Kreises, des Quadrates, des Rechteckes, des rechtwinkligen
+sowie des schiefen Dreieckes, und unter Zuhilfenahme der Zerlegungen auch
+die Flächen beliebiger Polygone theoretisch genau zu bestimmen im Stande
+waren, mit Ausnahme der auch für uns eine solche bildenden Kreisfläche, so
+muss doch anderseits zugestanden werden, dass man sich bei praktischen
+Anwendungen mit Näherungen begnügte, welche im Laufe der Zeiten so
+ausarteten, dass der Gebrauch falscher Regeln ein allgemeiner wurde.
+
+Am linken Nilufer in der Mitte zwischen *Theben* und *Assuan* liegt
+*Edfu*, das alte *Appollinopolis Magna* mit einem stattlichen Tempelbau
+aus den Zeiten der Ptolomäer. Der Tempel, hauptsächlich dem Gotte *Horus*
+geweiht, ist mit einer freistehenden Umfassungsmauer umgeben,(41) deren
+Ostseite zwischen dem Brunnenthore und dem östlichen Pylonflügel eine
+Inschrift trägt, welche uns auf acht Feldern und in hundertvierundsechzig
+Columnen(42) eine Schenkungsurkunde des Königs *Ptolomäus XI. Alexander
+I.* (mit dem Beinamen *Philometor*) bekannt gibt. Das Geschenk, welches
+hier *Horus* und den übrigen Göttern von *Edfu* verliehen wird, besteht
+aus einer Anzahl von meist viereckigen Aeckern, deren vier Seitenlängen
+nebst Flächeninhalten angegeben erscheinen.
+
+Da jeder der vorkommenden Flächeninhalte identisch ist mit dem Producte
+der arithmetischen Mittel der beiden Gegenseitenpaare, so wurde nach
+*Lepsius* die Vermuthung aufgestellt, die alten Aegypter hätten, um
+Vierecke bei der Flächenbestimmung annähernd wie Rechtecke behandeln zu
+können, den Unterschied der Gegenseiten dadurch auszugleichen gesucht,
+dass sie die arithmetischen Mittel derselben in Rechnung zogen.
+
+Bei sehr vielen der in der *Edfu*er Schenkungsurkunde vorkommenden
+Vierecke ist der Unterschied je zweier Gegenseiten entweder Null oder
+verhältnissmässig so klein, dass man den betreffenden Vierecken eine vom
+Rechtecke wenig verschiedene Gestalt beilegen kann, und die erhaltenen
+Resultate somit eine ziemliche Annäherung an den richtigen Flächenwerth
+darstellen dürften, nach dem man mit Rücksicht auf die bei *Sesostris*
+bemerkte Eintheilung des Landes in Rechtecke voraussetzen darf, gerade
+diese oder eine ihr zunächst kommende Form der Felder sei die auch damals
+schon beliebte gewesen.
+
+Doch kommen auch Vierecke vor, wo der Längenunterschied der Gegenseiten
+ein bemerkenswerther ist; ja es werden auch Dreiecke als Vierecke mit
+einer verschwindenden Seite behandelt, so dass der begangene Fehler in
+manchen Fällen ein nicht unbedeutender ist.
+
+Nur nebenbei bemerken wir, dass man dieselbe unrichtige Flächenformel für
+das Viereck erhält, wenn man dasselbe zunächst durch eine Diagonale in
+zwei Dreiecke zerlegt, auf jedes dieser Dreiecke die unrichtige
+Flächenformel, die den Inhalt als das halbe Product der beiden Seiten
+liefert, anwendet, die beiden so erhaltenen Dreiecksflächen addirt und
+dann aus dieser Summe und jener, welche man bei dem ähnlichen Vorgange
+durch Zerlegung mittelst der zweiten Diagonale erhält, das arithmetische
+Mittel construirt.
+
+Nimmt man mit *Eisenlohr* und *Cantor* an, dass die Aegypter die
+Dreiecksfläche wirklich dem halben Producte zweier Seiten gleichsetzten,
+so steht man vor der Frage, warum nicht in derselben Art die Flächen der
+in der *Edfu*er Schenkungsurkunde auftretenden Dreiecke bestimmt
+erscheinen?
+
+Uebrigens wolle man sich darüber nicht wundern, dass es überhaupt möglich
+war, die Flächenberechnungen im praktischen Leben nach einer so falschen
+Methode durchzuführen. Wissen wir doch, dass im Alterthume, zur Zeit
+*Platon*s, einer der gebildetsten Männer, einer der hervorragendsten
+Geschichtschreiber, dass *Thukydides*(43) in seiner Unkenntniss der
+Beziehung zwischen Flächeninhalt und Umfang, die Fläche einer Insel nach
+der zu ihrer Umschiffung nothwendigen Zeit zu bestimmen suchte; in der
+Geometrie *Gerbert*’s,(44) des nachmaligen Papstes *Silvester II.* finden
+wir, 1000 Jahre nach Chr. G., die Fläche eines gleichschenkligen Dreieckes
+durch Multiplication des Schenkels mit der halben Basis berechnet, wo doch
+schon *Hero von ** Alexandrien*(45) 1100 Jahre früher die richtige Formel
+für diese Berechnung kennt.
+
+Wir berühren diese Thatsachen, und könnten noch eine ganze Reihe ähnlicher
+Beispiele anführen, nur um zu zeigen, wie übereilt es wäre, aus den oft
+nur schwache Annäherungen liefernden Berechnungen der *Edfu*er
+Schenkungsurkunde schliessen zu wollen, die richtigen Methoden seien den
+in die Wissenschaften eingeweihten aegyptischen Priestern nicht bekannt
+gewesen.
+
+Doch zurück zum Papyrus *Rhind*.
+
+Wir übergehen die Inhaltsbestimmungen von Fruchthäusern, bei denen der
+Inhalt durch Multiplication einer Fläche mit einer Länge bestimmt wird,
+weil wir es für müssig halten, Erörterungen darüber anzustellen, welche
+Flächen und Längen hiebei gemeint sind, so lange uns über die Form jener
+Fruchthäuser oder Speicher nichts bekannt ist.
+
+Dagegen erwecken die im Papyrus vorkommenden Pyramiden-Berechnungen das
+höchste Interesse, besonders nach den glänzenden Untersuchungen, welchen
+*Revillout* diesen Gegenstand unterzogen hat, und deren Resultate wir,
+entgegen der von *Eisenlohr* ausgesprochenen und auch von *Lepsius*(46)
+acceptirten Ansicht als solche betrachten, welche in einfacher und
+natürlicher Weise die sogenannte *Seket*-Rechnung der alten Aegypter
+beleuchten.
+
+Es wird in diesen Rechnungen die Böschung der Seitenflächen einer
+quadratischen Pyramide dadurch fixirt, dass jener Theil der Länge eines
+der beiden gleichlangen Schenkel des Winkelmaasses berechnet wird, der
+sich zur Länge des anderen Schenkels so verhält, wie die halbe Länge der
+Basisseite der quadratischen Pyramide zur Höhe derselben.
+
+Zu dem Behufe war der eine der beiden Schenkel des Winkelmaasses in eine
+gewisse Anzahl gleich grosser Theile getheilt, während der andere
+Schenkel, der Pyramidenhöhe entsprechend, und als Einheit betrachtet,
+ungetheilt blieb.
+
+Um nun den sogenannten *Seket* zu bestimmen, wurde die halbe Länge der
+Basisseite durch die Pyramidenhöhe dividirt und mit dem erhaltenen
+Quotienten die Anzahl der Theile des horizontalen, getheilten Schenkels
+des Winkelmaasses multiplicirt.
+
+Es war somit der Seket (welcher in derselben Art für einen geraden
+Kreiskegel aus dem Durchmesser der Basis und der Höhe bestimmt erscheint)
+als Verhältniss aufgefasst, die goniometrische Cotangente des
+Neigungswinkels der Seitenfläche der Pyramide, respective der Kegelkante
+zur Basis.
+
+Wenn wir selbstverständlich weit davon entfernt sind, hierin vielleicht
+Anfänge der Trigonometrie sehen zu wollen, so erkennen wir doch
+anderseits, dass den alten Aegyptern auch die Lehre proportionaler Linien,
+wenigstens in ihren Anwendungen, bekannt gewesen sein musste, und
+erscheint uns auch der am Eingange erwähnte Ausspruch über die dem
+Milesier *Thales* zugeschriebene Höhenmessung der Pyramiden als ein ganz
+glaubwürdiger, wenn wir sehen, wie im Papyrus von den drei Werthen: Basis,
+Höhe, Seket, jeder aus den beiden anderen berechnet erscheint.
+
+Fassen wir nun die Ergebnisse unserer Betrachtungen zusammen, so müssen
+wir aus der quellenmässig erwiesenen grossen Bewunderung, welche die
+ausgesprochen geometrisch hochentwickelten Griechen den aegyptischen
+Geometern rückhaltlos zollten, wir müssen aus der unanfechtbaren
+Thatsache, dass griechische Geometer den Grund zu ihren Kenntnissen und
+Entdeckungen in Aegypten suchten und fanden, wir müssen im Hinblicke auf
+das, aus der nun vollends entzifferten[42] *Edfu*er Schenkungsurkunde sich
+mit Sicherheit ergebende ausgebreitete und fest organisirte Katasterwesen
+der alten Aegypter, welches zugleich mit den zahlreichen, dem öffentlichen
+Leben dienenden Land- und Wasserbauten auf eine verhältnissmässig
+bedeutend entwickelte Vermessungskunde hinweist, wir müssen endlich aus
+dem von uns besprochenen Papyrus, der sich als eine ungenaue Abschrift
+eines mangelhaften, aus dem dritten Jahrtausend vor Chr. G. stammenden,
+mathematischen Collegien- oder Aufgabenheftes erweist, und aus dessen
+Vorhandensein sich fast mit Gewissheit auf damals existirende, neben den
+Regeln auch ihre Ableitungen enthaltende Lehrbücher schliessen lässt, wir
+können und müssen aus allen diesen Umständen den allgemeinen Schluss
+ziehen, dass bereits drei Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung sowohl die
+arithmetischen, als auch die geometrischen Kenntnisse der Aegypter, einen
+für dieses Zeitalter bedeutenden Grad der Entwicklung besassen.
+
+Insbesondere können wir in jenen fernen Zeiten eine staunenswerth
+weitgehende Annäherung bei der Berechnung der Kreisfläche beobachten, wir
+finden mit vollständiger Sicherheit richtige Flächenbestimmungen des
+Quadrates, Rechteckes und des rechtwinkligen Dreieckes; höchst
+wahrscheinlich auch richtige Bestimmungen der Flächen schiefwinkliger
+Dreiecke und Vierecke, welche im praktischen Leben durch leichter zu
+handhabende Annäherungsformeln ersetzt wurden; wir sehen Bestimmungen des
+Rauminhaltes durch ihre Dimensionen gegebener Körper und erkennen die
+Anfänge der Aehnlichkeitslehre.
+
+Was das geometrische Zeichnen betrifft, so kennen wir schon die
+Construction der früher beobachteten regelmässigen Figuren und dürfen
+weiter vermuthen, dass die Anlegung rechter Winkel und das Fällen von
+Senkrechten sowohl mittelst des Winkelmaasses als auch mittelst rationaler
+rechtwinkliger Dreiecke bekannt, und die Zerlegung gegebener Flächen
+behufs ihrer Inhaltbestimmung in allgemeiner Verwendung war.
+
+Gewiss werden auch theoretische Resultate bekannt gewesen sein; so die
+Hälftung des Kreises durch seinen Durchmesser, die sich aus der
+besprochenen Seketrechnung von selbst ergebende Winkelgleichheit an der
+Basis gleichschenkliger Dreiecke und gleichseitiger quadratischer
+Pyramiden, und wohl noch manches Andere.
+
+Möge es gelingen, durch Auffindung neuer, sowie durch Entzifferung der,
+noch ihrer Erklärung harrenden Denkmale und Schriften, von welchen
+letzteren, Dank der hohen Munificenz des Erlauchten Curators unserer
+Akademie, auch Wien eine imposante Zahl aufweisen kann, möge es so
+gelingen noch weitere Anhaltspunkte für die Kenntniss der mathematischen
+Thätigkeit des uns bekannten ältesten Culturvolkes, der Aegypter zu
+gewinnen!
+
+Diesen unseren Wunsch theilen gewiss Alle, denen die Erforschung der
+Culturgeschichte des menschlichen Geschlechtes nicht ohne Wichtigkeit
+erscheint!
+
+
+
+
+
+ 1 HERODOT, _Reisebericht_, II, 109.
+
+ 2 ISOKRATES, _Busiris_, c. 9.
+
+_ 3 Platonis__ Phaedrus_, ed. Ast. I. p. 246.
+
+ 4 ARISTOTELES, _Metaph. I_, 1.
+
+ 5 DIODOR, I, 69.
+
+ 6 Herodot l. c.
+
+_ 7 Heronis Alexandr.__ geom. et stereom. reliquiae_, ed. Hultsch. p.
+ 138.
+
+ 8 DIODOR, I, 81.
+
+ 9 STRABON, ed. Meinike, lib. XVII, C. 787, p. 1098.
+
+_ 10 Eudemi Rhodii__ Peripatetici fragmenta quae supersunt_. ed. L.
+ Spengel. Berlin 1870.
+
+_ 11 Procl.__ comment._ ed. Rasil. p. 19; _Barocius_ p. 37.
+
+ 12 ISOKRATES, _Busiris_, cap. 11.
+
+ 13 STRABON, XIV, 1. 16.
+
+ 14 PORPHYRIUS, _De vita Pythagorae_ cap. 7; DIOGENES LAERTIUS, VIII, 3.
+
+ 15 DIODOR, I, c. 96.
+
+ 16 PROKLOS, ed. Friedlein, 250, 299, 352, 157.
+
+ 17 DIOGENES LAERTIUS, I, 27. PLINIUS, _Hist. nat._ XXXVI, 12, 17.
+
+ 18 PLUTARCH, ed. Didot. Vol. 2, III, p. 174.
+
+ 19 DIOGENES LAERTIUS I, 24--25.
+
+ 20 MONTUCLA, _Hist. d. math._ 2. édit. t. I, p. 49.
+
+ 21 BRETSCHNEIDER, _Die Geometrie und die Geometer vor Euklides_, p. 11.
+ Dem Werke Bretschneiders, sowie jenem CANTOR’s: _Vorlesungen über
+ Geschichte der Mathematik_, sind die grundlegenden Gedanken
+ entnommen.
+
+ 22 CLEMENS ALEXANDRINUS, _Stromata_, ed. Potter, I, 357.
+
+ 23 THEON SMYRNAIOS, _lib. de astron._ ed. Martin, p. 272.
+
+ 24 PRISSE D’AVENNES, _Hist. de l’art Egypt. d’après les monuments._
+
+ 25 WILKINSON, _Manners and customs of the ancient Egyptians_, III, p.
+ 313.
+
+ 26 CICERO, _De finibus bonorum ed malorum_ I, 6, 20.
+
+ 27 DIOGENES LAERTIUS IX, 47.
+
+ 28 CANTOR, _Vorlesungen über Geschichte der Mathematik_, I, p. 144--159
+ (Leipzig 1880).
+
+ 29 EISENLOHR, _Ein math. Handbuch der alten Aegypter_. Leipzig 1877.
+
+ 30 BIRCH, in Lepsius’ _Zeitschrift für ägypt. Sprache und Alterthum_,
+ 1868, p. 108.
+
+ 31 LEPSIUS, _ägypt. Zeitschrift_, 1871, p. 63.
+
+ 32 REVILLOUT, EUGÈNE, _Revue Egyptologique_, 1881, Nr. II et III, p.
+ 304.
+
+ 33 EISENLOHR, _Ein math. Handbuch der alten Aegypter_. Nr. 64.
+
+ 34 ibid. Nr. 79.
+
+ 35 ibid. p. 125.
+
+ 36 CANTOR, _Vorlesungen aus der Geschichte der Mathematik_, I, p. 49.
+
+ 37 WILKINSON, _Manners and customs u. s. w._ III., p. 144.
+
+ 38 BRUGSCH, _Ueber Bau und Maasse des Tempels von __Edfu_ (_Zeitschrift
+ für ägypt. Sprache u. Alterth._ Bd. VIII.)
+
+ 39 CANTOR, _Vorlesungen u. s. w._ I, p. 55.
+
+ 40 ÉD. BIOT, _Journal Asiatique_, Paris 1841, I. Sem. p. 593.
+
+ 41 LEPSIUS, _Ueber eine hieroglyphische Inschrift am Tempel von
+ __Edfu_. _Abhandlung d. Acad. d. Wiss. in Berlin_, 1855, p. 69.
+
+ 42 BRUGSCH, _Thesaurus III_, Leipzig 1884.
+
+ 43 THUKYDIDES, ed. Rothe, VI. 1.
+
+ 44 ed. Olleris, Cap. LXX. p. 460.
+
+_ 45 Heronis Alexandrini__ geometricorum et stereometricorum reliquiae_
+ (ed. Hultsch, Berlin 1864).
+
+ 46 LEPSIUS, _Ueber die 6palmige grosse Elle von 7 kleinen Palmen Länge
+ in dem »math. Handbuche« von Eisenlohr_. (_Zeitschrift f. äg. Sp._
+ 1884. 1. Heft.)
+
+
+
+
+
+
+***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK UEBER DIE GEOMETRIE DER ALTEN AEGYPTER.***
+
+
+
+CREDITS
+
+
+March 13, 2008
+
+ Project Gutenberg TEI edition 01
+ * R. Stephan*
+
+
+
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+
+
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+generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation was created to provide a secure and permanent future for
+Project Gutenberg™ and future generations. To learn more about the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations
+can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at
+http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3.
+
+
+ Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of
+Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service.
+The Foundation’s EIN or federal tax identification number is 64-6221541.
+Its 501(c)(3) letter is posted at
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+extent permitted by U.S. federal laws and your state’s laws.
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+S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
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+1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information
+can be found at the Foundation’s web site and official page at
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+
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+ Chief Executive and Director
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+
+
+Section 4.
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+checks, online payments and credit card donations. To donate, please
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+
+
+Section 5.
+
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+
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+
+
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+
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg™, including how
+to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation,
+how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email
+newsletter to hear about new eBooks.
+
+
+
+
+
+
+***FINIS***
+ \ No newline at end of file
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new file mode 100644
index 0000000..6652202
--- /dev/null
+++ b/24817-0.zip
Binary files differ
diff --git a/24817-8.txt b/24817-8.txt
new file mode 100644
index 0000000..32afa09
--- /dev/null
+++ b/24817-8.txt
@@ -0,0 +1,1555 @@
+The Project Gutenberg EBook of Ueber die Geometrie der alten Aegypter. by
+Emil Weyr
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+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no
+restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under
+the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or
+online at http://www.gutenberg.org/license
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+Title: Ueber die Geometrie der alten Aegypter.
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+Author: Emil Weyr
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+Release Date: March 13, 2008 [Ebook #24817]
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+Language: German
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+Character set encoding: ISO 8859-1
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+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK UEBER DIE GEOMETRIE DER ALTEN AEGYPTER.***
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+ BER DIE
+
+ GEOMETRIE DER ALTEN GYPTER
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+ VORTRAG
+
+ GEHALTEN IN DER
+
+ FEIERLICHEN SITZUNG DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN
+
+ AM
+
+ XXIX. MAI MDCCCLXXXIV
+
+ VON
+
+ DR. EMIL WEYR
+
+ WIRKLICHEM MITGLIEDE DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.
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+ WIEN
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+ AUS DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI.
+
+ IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN,
+
+ BUCHHNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.
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+ 1884
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+Mge mir gestattet sein, bei dem heutigen feierlichen Anlasse ein Bild zu
+entrollen, welches in grossen Strichen die allgemeinen Umrisse des
+Zustandes der geometrischen Wissenschaften bei den alten Aegyptern zur
+Darstellung bringen soll; und mge dasselbe Wohlwollen, das, gepaart mit
+einer althergebrachten Sitte, mich heute auf diesen eben so ehrenvollen
+als schwierigen Platz gestellt, auch bei der Beurtheilung der folgenden
+bescheidenen, weil schwachen Krften entspringenden Leistung obwalten!
+
+So wie der Anfang aller menschlichen Kenntnisse, so ist auch der Ursprung
+der Geometrie in grauestes Alterthum zu versetzen, er ist zu suchen in
+jenen der Zeit nach unangebbaren Perioden der menschlichen Entwicklung, in
+welchen das erste Erwachen des Selbstbewusstseins zu finden wre. Sind
+doch manche geometrische Anschauungen auch dem Thiere eigen; so jene der
+geraden Verbindungslinie zweier Punkte als der krzesten Entfernung; jene
+des Mehr und Weniger bei Quantitten der Entfernungen, Hhen, Neigungen,
+und so werden auch manche abstractere Raumanschauungen dem Menschen in
+seinen ersten Entwicklungsperioden eigen geworden sein, Anschauungen,
+welche durch die Mglichkeit und auf Grund der sprachlichen Bezeichnung
+jene Stabilitt erhielten, die sie befhigte, als erste Fundamente der
+geometrischen Kenntnisse zunchst, und der Geometrie als Wissenschaft
+spter aufzutreten.
+
+Geometrisches Denken entstand zu den verschiedensten Zeiten, an den
+verschiedensten Orten. Denn berall, wo der menschliche Geist sich zu
+entwickeln begann, und das menschliche Denken jene Hhe erreichte, auf
+welcher Abstractionen entstehen, bildeten sich die grundlegenden
+Raumbegriffe; der des Punktes, der geraden und krummen Linien, der ebenen
+und krummen Flchen. Denn berall in der Natur boten sich dem erwachenden
+Menschen Reprsentanten dieser Begriffe in grsserer oder geringerer
+Genauigkeit dar. Whrend der Anblick der auf- und untergehenden Sonne,
+sowie des vollen Mondes in sdlichen Gegenden fast tglich das Bild der
+vollkommensten, der schnsten Linie, der Kreislinie vorfhrte,
+stellten sich die zahllosen Sterne des Abends dem Auge als glnzende
+Punkte dar, welche in ihren mannigfaltigen gegenseitigen
+Lagenverhltnissen die Phantasie des Menschen bei der, von ihm beliebten
+Eintheilung des Himmels in Sternbilder zur Herstellung so mancher geraden
+und krummen Linien verleiten mochten. Und selbst in seiner nchsten
+Umgebung fand der beobachtende Mensch geometrische Anklnge; das Gewebe
+der Spinne mit seinen kreisrunden und radialen Fden, die sechseckige
+Bienenzelle, die beim Fallen eines Krpers in ruhendes Wasser entstehenden
+concentrischen Wellenringe, und wie vieles Andere musste, wenn auch nach
+und nach, so doch mit zwingender Nothwendigkeit den Menschen zur
+Beobachtung gesetzmssiger geometrischer Formen fhren.
+
+Als Mutterland der Mathematik im Allgemeinen, und der Geometrie im
+Besonderen wird Aegypten angefhrt; doch ist die Zeit lngst vorbei, wo
+man sich Aegypten als einzigen Ursprungsort dieser Wissenschaften dachte,
+vielmehr muss als feststehend angenommen werden, dass jedes Volk in seinem
+Entwicklungsgange geometrische Anschauungen sich anzueignen schon durch
+praktische Bedrfnisse gezwungen war. Die Hhe, zu welcher sich die
+einzelnen Vlker in ihren mathematischen Speculationen emporzuschwingen
+vermochten, hing von der Richtung des Bildungsganges, von dem Maasse des
+Bedrfnisses und nicht in letzter Reihe von dem Einflsse religiser
+Verhltnisse ab.
+
+Und so mag sich zunchst jene Naturgeometrie entwickelt haben, welche
+allen Vlkern zugesprochen werden muss, und auf deren Vorhandensein, weil
+auf die Anwendungen ihrer freilich einfachsten Principien, Ueberreste von
+Bauten berall dort hinweisen, wo wir in der Lage sind, solche beobachten
+zu knnen. Die Pellasger, die vorhellenischen Ureinwohner Griechenlands,
+mussten lange vor Entstehung der Philosophie geometrische Kenntnisse in
+dem Maasse besessen haben, wie sie zur Auffhrung von Wasserbauten,
+Dmmen, Canlen und Burgen, von denen man jetzt noch Spuren findet,
+nothwendig waren.
+
+Verfolgt man die Entwicklung der Geometrie zu ihren Quellen aufwrts, so
+drfen wir nicht berrascht sein, dass man bei dem uns bekannten ltesten
+Culturvolke, bei den Aegyptern, am weitesten vorzudringen vermag, und zwar
+an der Hand der indirecten wie der directen Nachrichten, welche uns ber
+diesen Gegenstand zugekommen sind. Leider jedoch sind die Ersteren ihrem
+Inhalte und die Letzteren ihrer Zahl nach nur sprliche zu nennen.
+
+Zahlreich sind wohl die Stellen in griechischen Philosophen und
+Geschichtschreibern, welche Bezug haben auf aegyptische Geometrie, es
+lsst sich jedoch nicht verkennen, dass oft die Spteren auf Frhere sich
+sttzen, und wir es mglicherweise mit einer einzigen, durch Jahrhunderte
+fortgefhrten Nachricht zu thun haben.
+
+Durch *Herodot*, welcher um die Mitte des fnften vorchristlichen
+Jahrhunderts (460) Aegypten bereiste, erfahren wir(1), dass die Geometrie
+von Aegypten nach Griechenland verpflanzt worden sei. Etwas spter (393
+v. Chr.) berichtet *Isokrates* die Thatsache(2), dass die Aegypter die
+Aelteren (unter ihren Priestern) ber die wichtigsten Angelegenheiten
+setzten, dagegen die Jngeren beredeten, mit Hintansetzung des Vergngens,
+sich mit Astronomie, Rechenkunst und Geometrie zu beschftigen.
+
+In *Platon*'s _Phdrus_ sagt *Sokrates*: Ich habe vernommen, zu Naukratis
+in Aegypten sei einer der dortigen alten Gtter gewesen, dem auch der
+Vogel geheiligt ist, den sie Isis nennen, whrend der Gott selbst den
+Namen Teuth fhrt; dieser habe zuerst Zahlenlehre und Rechenkunst erfunden
+und Geometrie und Astronomie(3), und einen directen Hinweis finden wir
+bei *Aristoteles*, welcher in seiner _Metaphysik_ sagt:(4) Daher
+entstanden auch in Aegypten die mathematischen Wissenschaften, denn hier
+war den Priestern die dazu nthige Msse vergnnt.
+
+Uebrigens schrieben sich die Aegypter neben der Erfindung der
+Buchstabenschrift auch jene der meisten Wissenschaften und Knste zu,
+worber *Diodor*(5), welcher etwa 70 Jahre v. Chr. G. Aegypten bereiste,
+bemerkt: Die Aegypter behaupten, von ihnen sei die Erfindung der
+Buchstabenschrift und die Beobachtung der Gestirne ausgegangen, ebenso
+seien von ihnen die Theoreme der Geometrie und die meisten Wissenschaften
+und Knste erfunden worden.
+
+Neben diesen ganz allgemein gehaltenen Angaben sind hauptschlich
+diejenigen Berichte zu erwhnen, welche sich auf die Art der
+wissenschaftlichen Leistungen der Aegypter beziehen.
+
+Da sagt zunchst *Herodot*(6) in Hinsicht auf die unter dem Knige
+*Sesostris* durchgefhrte Lndereintheilung: Auch sagten sie, dass dieser
+Knig das Land unter alle Aegypter so vertheilt habe, dass er jedem ein
+gleich grosses Viereck gegeben, und von diesem seine Einknfte bezogen
+habe, indem er eine jhrlich zu entrichtende Steuer auflegte. Wem aber der
+Fluss (Nil) von seinem Theile etwas wegriss, der musste zu ihm kommen und
+das Geschehene anzeigen; er schickte dann die Aufseher, die auszumessen
+hatten, um wie viel das Landstck kleiner geworden war, damit der Inhaber
+von dem brigen nach Verhltniss der aufgelegten Abgaben steure. Hieraus
+erscheint mir die Geometrie entstanden zu sein, die von da nach Hellas
+kam.
+
+Die, *Herodot*, dem Vater der Geschichtsschreibung folgenden
+Berichterstatter hielten sich nun, vielleicht erklrlicherweise,
+vorzglich an den einen, die Nilberschwemmungen betreffenden Theil obiger
+Nachricht, und wurde, gewiss Unberechtigtermassen der Nil als der
+unmittelbare Anstoss fr alle geometrischen Arbeiten der Aegypter
+hingestellt. Und doch scheint es uns viel nherliegend, die einerseits
+behufs der Steuerbemessung und Controle, anderseits wegen der aus den
+Vernderungen im Besitzstande sich nothwendig ergebenden
+Flchenfestsetzungen als den Hauptbeweggrund jener Vermessungen zu
+erkennen, wobei die gesammelten Erfahrungen gewiss auch bei der
+Beurtheilung der unzweifelhaft nach den periodisch eintretenden
+Nilberschwemmungen vorgekommenen Terrainvernderungen mit Vortheil
+benutzt worden sein mgen.
+
+Unverkennbar ist der Zug nach Aufbauschung und Ausschmckung des, jene
+Nilberschwemmungen betreffenden Theiles des *Herodot*'schen Berichtes,
+wenn man die Aufzeichnungen spterer Gewhrsmnner nher betrachtet.
+
+Zunchst finden wir bei *Heron* dem Aelteren die folgende diesbezgliche
+Stelle(7): Die frheste Geometrie beschftigte sich, wie uns die alte
+Ueberlieferung lehrt, mit der Messung und Vertheilung der Lndereien,
+woher sie Feldmessung genannt wurde. Der Gedanke einer Messung nmlich
+ward den Aegyptern an die Hand gegeben durch die Ueberschwemmungen des
+Nil. Denn viele Grundstcke, die vor der Flussschwelle offen dalagen,
+verschwanden beim Steigen des Flusses und kamen erst nach dem Sinken
+desselben zum Vorschein, und es war nicht immer mglich, ber die
+Identitt derselben zu entscheiden. Dadurch kamen die Aegypter auf den
+Gedanken einer solchen Messung des vom Nil blossgelegten Landes.
+
+Weiter finden wir bei *Diodor*(8) einen Ausspruch, durch welchen wir
+brigens auch ber andere wissenschaftliche Leistungen der Aegypter
+belehrt werden; *Diodor* sagt: Die Priester lehren ihre Shne zweierlei
+Schrift, die sogenannte heilige, und die, welche man gewhnlich lernt. Mit
+Geometrie und Arithmetik beschftigen sie sich eifrig. Denn indem der
+Fluss jhrlich das Land vielfach verndert, veranlasst er viele und
+mannigfache Streitigkeiten ber die Grenzen zwischen den Nachbarn; diese
+knnen nun nicht leicht ausgeglichen werden, wenn nicht ein Geometer den
+wahren Sachverhalt durch directe Messung ermittelt. Die Arithmetik dient
+ihnen in Haushaltungsangelegenheiten und bei den Lehrstzen der Geometrie;
+auch ist sie denen von nicht geringem Vortheile, die sich mit Sternkunde
+beschftigen. Denn wenn bei irgend einem Volke die Stellungen und
+Bewegungen der Gestirne sorgfltig beobachtet worden sind, so ist es bei
+den Aegyptern geschehen; sie verwahren Aufzeichnungen der einzelnen
+Beobachtungen seit einer unglaublich langen Beihe von Jahren, da bei ihnen
+seit alten Zeiten her die grsste Sorgfalt hierauf verwendet worden ist.
+Die Bewegungen und Umlaufszeiten sowie die Stillstnde der Planeten, auch
+den Einfluss eines jeden auf die Entstehung lebender Wesen und alle ihre
+guten und schdlichen Einwirkungen haben sie sehr sorgfltig beobachtet.
+
+Am innigsten verknpft erscheint die Geometrie der Aegypter mit den
+Ueberschwemmungen des Nil bei *Strabon*(9); welcher bemerkt, dass es
+einer sorgfltigen und bis auf das Genaueste gehenden Eintheilung
+bedurfte, wegen der bestndigen Verwstung der Grenzen, die der Nil bei
+seinen Ueberschwemmungen veranlasst, indem er Land wegnimmt und zusetzt,
+und die Gestalt verndert, und die anderen Zeichen unkenntlich macht,
+wodurch das fremde und eigene Besitzthum unterschieden wird. Man msse
+daher immer und immer wieder messen. Hieraus soll die Geometrie entstanden
+sein.
+
+Den gesellschaftlichen Einrichtungen der Aegypter entsprechend, muss als
+feststehend angenommen werden, dass sich eine Kaste, nach eben Gehrtem
+die der Priester, mit dem wissenschaftlichen Theile der Geometrie
+beschftigte, whrend eine andere, die der Feldmesser, die von den
+Ersteren aufgestellten und sorgsam gehteten geometrischen Principien
+praktisch zur Anwendung brachte. Dabei wurden, wie wir spter sehen
+werden, die Geheimnisse der Priester, insoweit sie geometrische Wahrheiten
+und Berechnungsregeln betrafen, mglicherweise nur insoweit enthllt, dass
+bei deren Verwendung nur annherungsweise richtige Resultate zum Vorschein
+kamen.
+
+Wohl sind einige Schriftsteller so weit gegangen, dass sie, die
+unlugbaren Uebertreibungen des Zusammenhanges zwischen den
+Nilberschwemmungen und der gyptischen Geometrie im Auge behaltend, die
+Existenz der letzteren einfach negirten, und alle die citirten Aussprche
+in das Gebiet der Fabel verwiesen.
+
+Was macht man jedoch dann mit den wohlbeglaubigten Nachrichten ber die
+Reisen, welche hervorragende griechische Philosophen nach Aegypten
+unternahmen, oft jahrelang dort verweilend, um sich in die Geheimnisse
+aegyptischer Priester einweihen und mit deren geometrischem Wissen
+vertraut machen zu lassen?
+
+*Eudemus von Rhodos*(10), einer der ltesten Peripatetiker, schrieb eine
+Geschichte der Mathematik, aus welcher uns durch *Proklos Diadochus*(11),
+einen Philosophen des fnften nachchristlichen Jahrhunderts, ein
+Bruchstck erhalten ist, welches sozusagen das einzige Mittel bildet, das
+uns einen Einblick in die geometrischen Errungenschaften der Griechen in
+den ersten dritthalb Jahrhunderten nach *Thales* gewhrt. Hierin heisst es
+unter Anderem: *Thales*, der nach Aegypten ging, brachte zuerst die
+Geometrie nach Hellas hinber und Vieles entdeckte er selbst, von Vielem
+aber berlieferte er die Anfnge seinen Nachfolgern; das Eine machte er
+allgemeiner, das Andere mehr sinnlich fassbar. Hundert Jahre nach dem
+Tode des *Pythagoras* berichtet der Redner *Isokrates*(12): Man knnte,
+wenn man nicht eilen wollte, viel Bewunderungswrdiges von der Heiligkeit
+aegyptischer Priester anfhren, welche ich weder allein noch zuerst
+erkannt habe, sondern viele der jetzt Lebenden und der Frheren, unter
+denen auch *Pythagoras* der Samier ist, der nach Aegypten kam und ihr
+Schler wurde und die fremde Philosophie zuerst zu den Griechen
+verpflanzte.
+
+Whrend der Aufenthalt des *Pythagoras* in Aegypten unter Anderen auch
+noch von *Strabon*(13) und *Antiphon*(14) besttiget wird, nennt uns
+*Diodor*(15) eine ganze Reihe von Namen, indem er sagt; Die aegyptischen
+Priester nennen unter den Fremden, welche nach den Verzeichnissen in den
+heiligen Bchern vormals zu ihnen gekommen seien, den *Orpheus*,
+*Musaios*, *Melampus* und *Daidalos*, nach diesen den Dichter *Homer*, den
+Spartaner *Lykurgos*, ingleichen den Athener *Solon* und den Philosophen
+*Platon*. Gekommen sei zu ihnen auch der Samier *Pythagoras* und der
+Mathematiker *Eudoxos*, ingleichen *Demokritos von Abdera* und *Oinopides
+von Chios*. Von allen diesen weisen sie noch Spuren auf, von den Einen
+Bildnisse von den Anderen Orte und Gebude, die nach ihnen benannt sind.
+Aus der Vergleichung dessen, was jeder von ihnen in seinem Fache geleistet
+hat, fhren sie den Beweis, dass sie Dasjenige um desswillen sie von den
+Hellenen bewundert werden, aus Aegypten entlehnt haben. Aus diesen
+Stellen geht mit Sicherheit hervor, dass viele Griechen nach Aegypten
+zogen, um bei den dortigen Priestern Philosophie und Mathematik kennen zu
+lernen, da wohl in den Berichten nur die hervorragenden Mnner angefhrt
+wurden.
+
+Der Milesier *Thales*, welcher erst in vorgercktem Alter, und nachdem er
+als Handelsmann frher gewiss schon mehrmals Aegypten besucht gehabt, sich
+daselbst behufs seiner Studien zu lngerem Aufenthalt niederlies, ist
+merkwrdiger Weise in dem Berichte des Diodor nicht angefhrt, und knnte
+man wohl aus diesem Umstande umsomehr einen gewissen Grad von
+Unglaublichkeit ableiten, als darin mythische Namen wie *Orpheus*,
+*Daidalos* und *Homer* angefhrt erscheinen. Diese letzteren konnten
+jedoch sehr wohl dem im Ganzen und Grossen sonst richtigen Verzeichnisse
+vom Berichterstatter eigenwillig beigefgt worden sein, um dadurch das
+hohe Alter aegyptischer Wissenschaft in ein vorteilhaftes Licht zu setzen.
+
+Abgesehen jedoch von aller Wahrscheinlichkeit oder Unwahrscheinlichkeit
+fr die Exactheit obiger Aussprche in Bezug auf einzelne Namen, drfte
+jedenfalls das als unumstssliche Wahrheit gelten, dass die gyptischen
+Priester von den Griechen als in den Wissenschaften, insbesondere in der
+Geometrie sehr bewandert gehalten wurden, und zwar in einem solchen
+Maasse, dass eine Reihe hervorragender griechischer Philosophen es nicht
+verschmhte, die, fr damalige Verhltnisse nicht unbedeutende Reise nach
+Aegypten zu unternehmen, ja oft jahrelang in diesem Lande mit unbekannter
+Sprache und Schrift zu verweilen, um sich die Kenntnisse der Aegypter
+anzueignen.
+
+Stellt man nun zunchst die Frage nach Quantitt und Qualitt des
+geometrischen Wissens, welches die Griechen von ihren Studienreisen mit
+nach Hause brachten, so scheint dies, selbst vom Standpunkte der
+unmittelbar nachpythagorischen Geometrie, usserst Weniges gewesen zu
+sein.
+
+*Thales* von Milet, einer der sieben griechischen Weltweisen, der
+Begrnder der ionischen Schule, *Thales*, welcher fr das Jahr 585
+v. Chr. G. eine, auch eingetroffene Sonnenfinsterniss vorherzusagen
+wusste, soll, den uns von *Proklos* zugekommenen Berichten zufolge, in
+Aegypten nicht viel mehr erfahren haben, als die Stze ber die Gleichheit
+der Winkel an der Basis eines gleichschenkligen Dreieckes, die Gleichheit
+der Scheitelwinkel am Durchschnitt zweier Geraden; er wusste ferner, wie
+ein Dreieck durch eine Seite und die beiden anliegenden Winkel bestimmt
+erscheint, diese Errterung zur Messung der Entfernungen von Schiffen auf
+dem Meere bentzend, es war ihm bekannt, dass ein Kreis durch einen
+Durchmesser halbirt wird,(16) und soll er die Hhe der Pyramiden aus der
+Lnge des Schattens gemessen haben, hchst wahrscheinlich in dem Momente,
+wo die Schattenlnge eines senkrechten Stabes der Stablnge gleich
+ist,(17) mglicherweise jedoch, wie *Plutarch*(18) berichtet, auch zu
+einer beliebigen Tageszeit. Auch wird ihm von *Pamphile*(19) die Kenntniss
+des Satzes zugeschrieben, dass der Peripheriewinkel im Halbkreise ein
+rechter sei. Gewiss hat Thales wenigstens jene geometrischen Fundamente in
+Aegypten kennen gelernt, welche es ihm ermglichten, die genannten Stze
+als wahr zu erkennen, wenn auch bei ihm, selbst bei diesen einfachen
+Dingen an einen strengen Beweis nicht gedacht werden kann.
+
+Es wre jedoch voreilig, aus der Geringfgigkeit der Thaletischen
+geometrischen Kenntnisse mit *Montucla* (20) zu schliessen, dass auch die
+Aegypter nicht viel mehr gewusst htten. Man kann wohl annehmen, dass die
+aegyptischen Priester bei ihrer den Fremden gegenber beobachteten
+Zurckhaltung nur einen Theil ihres Wissens offenbarten; wer knnte jedoch
+bemessen, in welchem Verhltnisse dieser Theil zu ihrem Gesammtwissen
+stand? Der Ansicht *Montucla*'s kann man entgegensetzen, dass die Aegypter
+den Fremden nur einen kleinen Bruchtheil ihres sorgsam im Verborgenen
+gehteten Wissens preisgegeben haben mochten, wobei ferner nicht
+unbercksichtigt bleiben darf, dass den nach Aegypten gekommenen Griechen
+auch die Unkenntniss der Sprache und der Schrift weitere, nicht zu
+unterschtzende Schwierigkeiten bereitete, in dem Maasse als vielleicht
+Manches, was ihnen die aegyptischen Priester von aegyptischem Wissen zur
+Verfgung stellten, unverstanden bleiben konnte.
+
+Was nun das Wesen aegyptischer Geometrie betrifft, so finden wir in den
+Berichten der Alten fast gar keine Anhaltspunkte, um uns hierber Klarheit
+verschaffen zu knnen, und war man bis vor Kurzem darauf hingewiesen, aus
+den Anfngen griechischer Mathematik auf den Stand der aegyptischen
+zurckzuschliessen, was, wie aus dem Vorhergesagten folgen drfte, mit
+nicht geringen Schwierigkeiten verbunden erscheint.
+
+Die Ansicht, dass die Geometrie der Aegypter eigentlich nur constructiver
+Natur war, hnlich dem was wir als Reisskunst zu bezeichnen pflegen,(21)
+drfte sich nicht als stichhltig erweisen; es mge jedoch gleich jetzt
+darauf hingedeutet werden, dass die Aegypter im Construiren geometrischer
+Formen nicht unbewandert sein konnten.
+
+So sagt in etwas prahlerischer Weise *Demokritos* von *Abdera*(22) um 420
+v. Chr. G.: Im Construiren von Linien nach Maassgabe der aus den
+Voraussetzungen zu ziehenden Schlsse hat mich keiner je bertroffen,
+selbst nicht die sogenannten Harpedonapten der Aegypter; und *Theon* von
+*Smyrna*(23) erzhlt, dass Babylonier, Chalder und Aegypter eifrig nach
+allerhand Grundgesetzen und Hypothesen suchten, durch welche den
+Erscheinungen gengt werden knnte; zu erreichen suchten sie dies dadurch,
+dass sie das frher Gefundene in Ueberlegung zogen, und ber die
+zuknftigen Erscheinungen Vermuthungen aufstellten, wobei die Einen sich
+arithmetischer Methoden bedienten, wie die Chalder, die Anderen
+construirender wie die Aegypter.
+
+Aus diesen und hnlichen Berichten, sowie aus dem Umstande, dass die
+Anfnge der griechischen Geometrie selbst hauptschlich constructiver
+Natur waren, muss man zu dem Schlusse kommen, dass die alten Aegypter seit
+unvordenklichen Zeiten die Reisskunst pflegten, und in der langen Reihe
+der Jahrhunderte sicherlich eine ziemlich bedeutende Masse sowohl
+einfacher als complicirterer Constructionen erfanden und in ein gewisses
+System brachten, von Ersteren zu Letzteren aufsteigend. Diese
+Constructionen drften ihrem grsseren Theile nach, und zwar jenem Theile
+nach, welcher, wenn auch ohne Begrndung Gemeingut der die Knste und
+Gewerbe betreibenden Kasten wurde, nur solche gewesen sein, die dem
+praktischen Bedrfnisse dienen konnten, also zumeist
+Ornamentenconstructionen. Wir bemerken hier unter Anderem das Vorkommen
+regelmssiger geometrischer Figuren auf uralten Wandgemlden, wie sie sich
+z. B. als frbige Zeichnungen aus den Zeiten der fnften Dynastie, also
+unmittelbar nach den Erbauern der Pyramiden, das ist 3400 Jahre v. Chr. G.
+etwa vorfinden.(24)
+
+Man sieht unter der grossen Menge der in dieser Zeit vorkommenden Figuren
+eine, aus verschobenen, ineinander gezeichneten, theilweise durch zu einer
+Diagonale Parallele zerlegten Quadraten zusammengesetzte Figur, ferner aus
+der Zeit von der zwlften bis zur sechsundzwanzigsten Dynastie, eine
+Figur, bestehend aus einem Quadrate, und zwei, lngs der Diagonale
+centrisch hineingelegten lemniscatischen Curven, sowie eine
+Zusammenstellung von um fnfundvierzig Grade gegeneinander verdrehten,
+sich durchsetzenden Quadraten. Kreise erscheinen durch ihre Durchmesser in
+gleiche Kreisausschnitte getheilt; so zunchst durch zwei oder vier
+Durchmesser in vier beziehungsweise acht, und in spteren Zeiten auch
+durch sechs Durchmesser in zwlf gleiche Ausschnitte; die in den
+Zeichnungen vorkommenden Wagenrder besitzen zumeist sechs, seltener vier
+Speichen, so dass auch die Theilung des Kreises durch drei Diameter in
+sechs gleiche Kreisausschnitte vertreten erscheint.
+
+In einer unvollendet gebliebenen Kammer des Grabes *Seti I.*, des Vater
+*Ramses II.* aus der neunzehnten Dynastie (das sogenannte Grab
+*Belzoni*)(25) finden wir die Wnde behufs Anbringung von Reliefarbeiten
+mit einem Netze gleich grosser Quadrate bedeckt, und es kann keinem
+Zweifel unterliegen, dass wir es hier mit der Anwendung eines
+Verkleinerungs- beziehungsweise Vergrsserungsmaassstabes zu thun haben.
+
+Wenn nun auch die einfachen Figuren des Dreieckes, Quadrates und des
+Kreises hchst wahrscheinlich ohne besondere Ueberlegung, einfach dem
+inneren geometrischen Formendrange entsprungen sein drften, so ist doch
+gewiss, dass ihre verschiedenartige Zusammensetzung zu Mustern das
+Product, wenn auch primitiven geometrischen Denkens war, welches dann
+schon eine ziemliche Selbststndigkeit erreicht haben musste, als die
+vorerwhnte Anwendung von Proportionalmaassstben in Uebung kam.
+
+Andererseits musste das ftere Betrachten der regelmssigen Figuren einen
+geometrisch disponirten Geist von selbst zum Aufsuchen unbekannter
+Eigenschaften derselben reizen, und vielleicht ist der Thaletische Satz
+von der Halbirung des Kreises durch einen Durchmesser nichts als eine aus
+der Betrachtung jener aegyptischen Zeichnungen gewonnene Abstraction, und
+huldigen wir in dieser Beziehung der Ansicht, dass *Thales* beim
+Ausspruche des erwhnten, fr uns freilich hchst einfach klingenden
+Satzes, wahrscheinlich sagen wollte, nur der Kreis habe die ausgezeichnete
+Eigenschaft, von allen durch einen Punkt, den Mittelpunkt, gehenden
+Geraden in lauter untereinander gleiche Hlften getheilt zu werden.
+
+Von besonderer Wichtigkeit scheint uns jedoch der frher citirte
+selbstgefllige Ausspruch des *Demokritos* zu sein, da er uns vor einer
+ungerechtfertigten Unterschtzung aegyptischer Constructionsgewandtheit
+bewahren kann. Bedenklich in *Demokritos*' Angabe knnte allenfalls jenes
+Selbstlob erscheinen, das er sich spendet; wenn es nun wohl auch schon im
+Alterthume Mnner geben mochte, die ihre Berhmtheit vorzugsweise und oft
+nur der Hochschtzung verdankten, die sie sich selbst und ihren Werken
+gezollt, Mnner, welche in der Verbreitung des eigenen Lobes so emsig, so
+unermdlich waren, dass sich um sie als die davon Ueberzeugtesten noch ein
+Kreis von Glubigen bildete, welche den, oft nur auf schwankenden Fssen
+einhergehenden Ruhm ihrer Profeten weiter fhrten, so ist doch die
+Bedeudung des Geometers *Demokritos* durch so viele, und verschiedenen
+Quellen entspringende Aussprche beglaubigt, dass es gewiss Niemandem
+einfallen wird, seine Autoritt als die eines grndlichen Kenners der
+Geometrie seiner Zeit in Zweifel zu ziehen. Wohl sind uns von den
+geometrischen Werken des *Demokritos*, und kaum von allen nur die ganz
+allgemein klingenden Titel erhalten.
+
+Whrend uns *Cicero*(26) diesen Philosophen als einen gelehrten, in der
+Geometrie vollkommen bewanderten Mann anpreist, theilt uns *Diogenes
+Laertius*(27) mit, dass *Demokritos* ber Geometrie, ber Zahlen,
+ber den Unterschied des Gnomon oder ber die Berhrung des Kreises und
+der Kugel, sowie zwei Bcher ber irrationale Linien und die dichten
+Dinge geschrieben habe, Schriften, deren Titel theilweise uns ber ihren
+Inhalt ganz im Unklaren lassen. Legen wir den angefhrten Zeugnissen
+Glauben bei, und es ist kein Grund vorhanden dies nicht zu thuh, so mssen
+wir von *Demokritos* als von einem in der Geometrie vollkommenen Manne
+voraussetzen, dass er mit den Errungenschaften des *Pythagoras*, welcher
+ein Jahrhundert vor *Demokritos* Aegypten besucht hatte, vollkommen
+vertraut war. Gewiss war ihm somit bekannt: die Methode der Anlegung der
+Flchen, welche wieder die Vertrautheit mit den Hauptstzen aus der
+Theorie der Parallelen und der Winkel, so wie die Kenntniss der
+Abhngigkeit der Flcheninhalte von den ihnen zukommenden Ausmaassen
+voraussetzt. Nicht minder bekannt mussten ihm die, dem *Pythagoras*
+zugeschriebenen Constructionen der fnf regelmssigen, sogenannten
+kosmischen Krper sein, woraus sich weiter schliessen lsst, dass auch
+einerseits die Eigenschaften der Kugel, welcher doch jene Krper
+eingeschrieben wurden, und anderseits die Entstehungen der regelmssigen,
+jene Krper begrenzenden Vielecke, vor Allem die des Fnfeckes dem
+*Demokritos* nicht ungelufig sein konnten. Die Construction des Letzteren
+erheischt wiederum die Kenntniss der Lehre vom goldenen Schnitt, und diese
+den Satz vom Quadrate der Hypothenuse(28). Hat nun *Demokritos* auch
+selbst nichts Neues hinzugefgt, so musste er doch Jenes kennen; wenn er
+nun anderseits sagt: im Construiren htte ihn Niemand, selbst nicht die
+Harpedonapten der Aegypter bertroffen, so drfen wir hieraus mit
+Sicherheit schliessen, dass die geometrischen Kenntnisse der aegyptischen
+Priester bedeutend genug gewesen sein mussten, weil sich *Demokritos*
+sonst kaum gerade ber diese Geometer gesetzt htte.
+
+Doch verlassen wir fr jetzt die Nachrichten des griechischen Alterthums,
+welche in der Beurtheilung aegyptischer Geometrie nur Conjecturen
+zulassen, und blicken wir nach directen Denkmalen aegyptischen Ursprungs,
+aus denen vielleicht Schlsse gezogen werden knnten auf Wesen und Umfang
+aegyptischer Geometrie.
+
+Das Britische Museum bewahrt eine Papyrusrolle, welche aus dem Nachlasse
+des Englnders *A. Henry Rhind* stammt, die derselbe nebst anderen
+werthvollen Rollen in Aegypten kufllich an sich gebracht haben drfte.
+Der erwhnte Papyrus, ein altes Denkmal gyptischer Mathematik, ist, wie
+es scheint, nicht mit vollster Berechtigung als ein mathematisches
+Handbuch der alten Aegypter bezeichnet worden(29). Der fragliche Papyrus
+nennt sich selbst eine Nachahmung lterer mathematischer Schriften, denn
+es heisst in der Einleitung: Verfasst wurde diese Schrift im Jahre
+dreiunddreissig im vierten Monat der Wasserzeit unter Knig Ra-a-us, Leben
+gebend nach dem Muster alter Schriften in den Zeiten des Knigs ...t vom
+Schreiber Aahmes verfasst die Schrift.
+
+Nachdem zuerst Dr. *Birch*(30) auf diesen mathematischen Papyrus durch
+einen kurzen vorlufigen Bericht aufmerksam gemacht hatte, wurde der
+Gegenstand von dem ausgezeichneten Heidelberger Aegyptologen Dr.
+*Eisenlohr* einer eingehenden, hchst schwierigen und zeitraubenden
+Untersuchung unterzogen, deren Resultate, was die Uebersetzung betrifft,
+unseren gegenwrtigen Betrachtungen zu Grunde liegen. Bezglich des Alters
+des Papyrus hat man jenes der vorhandenen Abschrift von dem Alter des
+unbekannten Originals zu unterscheiden. Nach der von *Eisenlohr* gegebenen
+Vervollstndigung der in der erwhnten Einleitung auf das Wort Knig
+folgenden Lcke, wrde der Herrscher, unter dessen Regierung das Original
+entstanden ist, der Knig *Ra-en-mat* sein, dessen Regierungszeit
+*Lepsius*(31) auf 2221--2179 v. Chr. G. legt. Da ferner der Name *Ra-a-us*
+in den bis dahin vorhandenen Knigslisten nicht vorkommt, sah man sich, um
+die Zeit der Entstehung der Abschrift wenigstens annhernd angeben zu
+knnen, darauf angewiesen, aus der bekannten Sitte der Aegypter die
+Eigennamen der eben herrschenden oder der unmittelbar vorhergegangenen
+Regenten zu gebrauchen, Schlsse zu ziehen. Und da liess der Name *Aahmes*
+des Schreibers, sowie auch die (althieratische) Schrift des Papyrus
+vermuthen, dass derselbe um 1700 v. Chr. G. entstanden sein drfte. Die
+Vermuthung in Bezug auf das Zeitalter der Abschrift hat sich nun neueren
+Forschungen zu Folge vollkommen besttigt. Denn *Ra-a-us* wurde als der
+Hyksosknig *Apophis* erkannt, und *Aahmes* drfte seinen Namen von dem,
+kurze Zeit dem Apophis vorhergegangenen Knige *Amasis* entlehnt haben.
+
+Es erscheint so vollkommen sichergestellt, dass unser Papyrus aus dem
+achtzehnten Jahrhundert v. Chr. G. stammt. Die Eingangsworte des Papyrus,
+welche lauten: Vorschrift zu gelangen zur Kenntniss aller dunklen Dinge,
+aller Geheimnisse, welche enthalten sind in den Gegenstnden, sowie die
+Anordnung des Stoffes in Arithmetik, Planimetrie und Stereometrie, an
+welche sich ein, verschiedene Beispiele enthaltender Theil anschliesst,
+konnten im ersten Augenblicke den Gedanken aufkommen lassen, dass wir es
+vielleicht mit einem Lehrbuche der Mathematik zu thun haben. Der Umstand
+jedoch, dass der Papyrus nur die Zusammenstellung, allerdings eine in
+gewissem Grade systematische Zusammenstellung von Aufgaben nebst ihren
+Lsungen und den zugehrigen Proben ist, ohne dass Definitionen oder
+Lehrstze und Beweise vorkommen wrden, liess den Papyrus wiederum als
+eine Aufgabensammlung, als ein Anleitungsbuch fr Praktiker erscheinen.
+Man ist noch weiter gegangen, und stellte die Ansicht auf, der Autor habe
+bei Abfassung dieser Schrift vorzglich an Landleute, welchen die Theorie
+unzugnglich war, gedacht. Daraufhin weise nicht nur die Formulirung des
+grssten Theiles der Aufgaben, welche Verhltnisse und Bedrfnisse der
+Landwirthschaft bercksichtigen, sondern auch der Schlusssatz des Papyrus,
+welcher sagt: Fange das Ungeziefer und die Muse, (vertilge) das
+verschiedenartige Unkraut, bitte Gott *Ra* um Wrme, Wind und hohes
+Wasser.
+
+Dass wir es nicht mit einem Handbuche, welches dem damaligen Standpunkte
+der mathematischen Wissenschaften in Aegypten entsprechen msste, zu thun
+haben, ergibt sich nicht nur aus dem schon hervorgehobenen Mangel an
+Definitionen, Lehrstzen und Beweisen, ja es fehlt selbst jede Erklrung,
+sondern auch aus dem Umstnde, dass neben der richtigen Lsung einzelner
+Aufgaben die unrichtigen oder unvollendeten Lsungen derselben oder
+hnlicher Aufgaben, sowie manche Wiederholungen vorkommen. Nur nebenbei
+verweisen wir darauf, dass in einem Handbuche unzweifelhaft wenigstens
+Anklnge an die erste der Wissenschaften des Alterthums, an die
+Astronomie, zu finden sein mssten. Doch ist von diesem Theile der
+Mathematik im Papyrus nicht die geringste Spur zu finden. Aufklrungen
+ber den wahren Charakter des Originals unseres Papyrus, und eine viele
+Wahrscheinlichkeit besitzende Vermuthung ber die Entstehung der uns
+beschftigenden Abschrift, verdanken wir dem Scharfsinne des franzsischen
+Aegyptologen Eugne *Revillout*.(32)
+
+Bei richtiger Erwgung des Umstandes, dass oft auf ein fehlerlos gelstes
+Beispiel, falsche Lsungen hnlicher Beispiele folgen, welchen sich dann
+gewhnlich eine Reihe von Uebungsrechnungen anschliesst, Rechnungen die
+einem Schulpensum in hohem Grade hnlich sehen, bei Betrachtung der
+Thatsache ferner, wie ein und dasselbe Zahlenbeispiel oft einigemal und
+zwar so behandelt wird, dass der Reihe nach die vorkommenden Zahlenwerthe
+als die berechneten Resultate erscheinen, drngt sich uns mit *Eugne
+Revillout* die Ueberzeugung auf, dass wir es mit dem Uebungs- oder
+Aufgabenhefte eines Zglings jener Unterrichtshuser (asbo) zu thun
+haben, wie deren in so manchem Papyrus Erwhnung geschieht, und in denen
+die Schler, welche spter Landwirthe, Verwalter, Feldmesser oder
+Constructeure werden wollten, mit den fr ihre knftige Laufbahn
+notwendigen Rechnungsoperationen vertraut gemacht wurden. Da dieses
+Schulheft selbstverstndlich nicht fr die Oeffentlichkeit bestimmt sein
+konnte, so trgt es auch thatschlich keinen Autornamen und keine
+Jahresangabe; denn, was die in der Einleitung bezglich der Zeitperiode,
+in welcher das Original entstanden sein sollte, gemachte Erwhnung
+betrifft, so ist mehr als wahrscheinlich, dass dieselbe von dem
+Abschreiber *Aahmes* herrhrt, welcher das Original einige Jahrhunderte
+nach seiner Entstehung auffand, und dasselbe, der Mathematik gewiss ganz
+unkundig, sammt allen Fehlern abschrieb, zu diesen noch neue hinzufgend.
+Nachdem *Aahmes* aus der Aehnlichkeit der Schriftart des mathematischen
+Heftes mit der Schrift anderer ihm bekannten Papyri auf das Alter des
+ersteren einen im Ganzen und Grossen nicht unrichtigen Schluss gezogen
+haben mochte, so knnen wir das Ende, vielleicht auch die Mitte des
+dritten Jahrtausends v. Chr. G. als jene Zeit betrachten, in welcher das
+Original der Abschrift entstanden sein drfte. Ob *Aahmes* die Abschrift
+mit der viel versprechenden Einleitung und der zugleich praktischen und
+gottesfrchtigen Schlussregel in der Absicht versehen hatte, um sie an
+irgend einen einfachen aegyptischen Landmann um gutes Geld anzubringen,
+lassen wir dahingestellt, und wiederholen nur unsere Uebereinstimmung mit
+der Ansicht, dass das Original des Papyrus neben den von einem Lehrer der
+Mathematik herrhrenden Musterbeispielen, die sehr oft verunglckten
+Uebungen eines Schlers enthlt, eines Schlers berdies, der nicht zu den
+hervorragenden seiner Glasse gehrt haben mochte. Und wie kostbar ist
+dennoch dieses altgyptische Schulheft! Wenn wir in aller Eile eine Skizze
+seines Inhaltes vorfhren sollen, so mssen wir zunchst die sich auf acht
+Columnen der oben erwhnten Einleitung anschliessende Theilung der Zahl 2
+durch die Zahlen von 3 bis 99 erwhnen; jeder auftretende Bruch erscheint
+in zwei bis vier sogenannte Stammbrche, Brche mit dem Zhler Eins,
+zerlegt, und sind die Nenner der letzteren meist gerade Zahlen mit einer
+grsseren Divisorenanzahl. Im Anschluss an diese Tabelle finden wir sechs
+Beispiele, in denen in Form von Brodvertheilungen die Division der Zahlen
+l, 3, 6, 7, 8 und 9 durch die Zahl 10 gelehrt wird, und es folgt hierauf
+in 17 Beispielen die sogenannte Sequem- oder Ergnzungsrechnung, in
+welcher es sich darum handelt, Zahlenwerthe zu finden, die mit gegebenen
+Werthen durch Addition oder Multiplication verbunden, andere gegebene
+Zahlenwerthe liefern. Die nchsten 15 Beispiele gehren der sogenannten
+*Haurechnung* an, und finden wir in diesem Abschnitte die Lsungen
+linearer Gleichungen mit einer Unbekannten. Zwei weitere, der sogenannten
+*Tunnu-* oder Unterschiedsrechnung angehrige Beispiele belehren uns
+darber, dass den alten Aegyptern der Begriff arithmetischer Reihen nicht
+fremd war. Es folgen nun sieben Beispiele ber Volumetrie, ebensoviele
+ber Geometrie und fnf Beispiele ber Berechnungen von Pyramiden, also 19
+Aufgaben ber die wir spter noch einige Worte sagen mssen.
+
+Hieran schliessen sich endlich dreiundzwanzig verschiedenen Materien
+entlehnte, Fragen des brgerlichen Lebens betreffende Beispiele, wie die
+Berechnung des Werthes von Schmuckgegenstnden, abermals Vertheilungen von
+Broden oder von Getreide, Bestimmung des auf einen Tag entfallenden
+Theiles eines Jahresertrages, Berechnungen von Arbeitslhnen,
+Nahrungsmitteln sowie des Futters fr Geflgelhfe. Einer besonderen
+Ankndigung werth erscheinen uns in dieser letzten Abtheilung zwei
+Beispiele; das eine derselben(33) lsst keinen Zweifel darber aufkommen,
+dass den alten Aegyptern die Theorie der arithmetischen Progressionen
+vollkommen gelufig war, whrend wir in dem zweiten(34) unter der
+Aufschrift eine Leiter die geometrische Progression von 7 hoch 1 bis 7
+hoch 5 nebst deren Summe vorfinden, wobei die einzelnen Potenzen eigene
+Namen: an, Katze, Maus, Gerste, Maass zu fhren scheinen.
+
+Nicht unbemerkt lassen wir endlich die in den Haurechnungen auftretende
+Bentzung mathematischer Zeichen; so nach links oder rechts
+ausschreitender Beine fr Addition und Subtraction, drei horizontale
+Pfeile fr Differenz, sowie endlich ein besonderes, dem unseren nicht
+unhnliches Gleichheitszeichen.
+
+Aus dem geometrischen Theile heben wir zunchst, der Anordnung des Papyrus
+nicht folgend, die Flchenberechnungen von Feldern hervor. Die
+vorkommenden Beispiele beziehen sich auf quadratische, rechteckige,
+kreisrunde und trapezfrmige Felder, deren Flcheninhalte aus ihren
+Lngenmaassen bestimmt werden. Nachdem in den Aufgaben ber die Berechnung
+des Fassungsvermgens von Fruchtspeichern mit quadratischer Grundflche
+diese letztere gefunden wird durch Multiplication der Maasszahl der Seite
+mit sich selbst, kann es gar keinem Zweifel unterliegen, dass auch die
+Flche des Rechteckes durch Multiplication der Maasszahlen zweier
+zusammenstossender Seiten erhalten wurde, da die Erkenntniss der
+Richtigkeit der einen Bestimmungsart, jene der Richtigkeit der anderen
+involvirt.
+
+Schon die Betrachtung solcher Proportionalmaassstbe, wie wir sie im Grabe
+*Belzoni* bemerken konnten, htte die alten Aegypter, die mit Gleichungen
+und arithmetischen Reihen umzugehen wussten, auf die Bestimmung der Flche
+eines Rechteckes aus seinen beiden Seitenlngen mit Nothwendigkeit fhren
+mssen, und werden wir uns durch den Umstand, dass im Papyrus der
+diesbezglichen Aufgabe eine zu ihr nicht gehrige Lsung beigefgt ist,
+durchaus nicht beirren lassen.
+
+Von hohem Interesse ist die, an mehreren Stellen des Papyrus vorkommende
+Methode der Flchenberechnung eines Kreises, welche zeigt, dass die alten
+Aegypter mit ziemlicher Annherung den Kreis zu quadriren wussten, in der
+That zu quadriren, weil sie aus dem Durchmesser eine Lnge ableiten,
+welche als Seite ein Quadrat liefert, dessen Flche jener des Kreises
+gleichgesetzt wurde. Da sie acht Neuntel des Durchmessers zur Seite jenes
+Quadrates machten, so entspricht dies einem Werthe der Ludolphischen Zahl,
+welcher dem richtigen Werthe gegenber um nicht ganz zwei Hundertstel (um
+0,018901) zu hoch gegriffen erscheint; fr das dritte Jahrtausend
+v. Chr. G. und im Vergleiche zu dem Werth pi = 3 der Babylonier, und noch
+mehr im Vergleiche zu dem Werthe pi = 4 spterer rmischer Geometer,
+jedenfalls eine nicht zu unterschtzende Annherung an den richtigen
+Werth.
+
+Eine Aufgabe behandelt die Flchenbestimmung des Dreieckes, wobei das
+Resultat als das Product zweier Seitenlngen gefunden wird. Die hier
+beigefgte Figur(35), welche in Wirklichkeit ein ungleichseitiges
+langgestrecktes Dreieck darstellt, kann ebensowohl als die verfehlte
+Zeichnung eines rechtwinkligen wie auch eines gleichschenkligen Dreieckes
+betrachtet werden.
+
+Letztere Annahme ist von *Eisenlohr* gemacht und von *Cantor*(36)
+acceptirt worden. Darnach wrde sich die Methode der Dreiecksberechnung
+der alten Aegypter nur als eine Nherungsmethode darstellen, und ist auch
+von beiden genannten Gelehrten der begangene, in diesem Falle in der That
+nicht bedeutende Fehler ermittelt worden.
+
+Wir sind dagegen mit Revillout anderer Meinung.
+
+Mit Rcksicht auf den von uns klar erkannten Charakter des Originales des
+Papyrus als eines sehr ungenauen Collegienheftes, dessen Rechnungen
+ebensosehr wie die vorkommenden Zeichnungen von der Mittelmssigkeit
+seines Zusammenstellers beredtes Zeugniss ablegen, zweifeln wir keinen
+Augenblick, dass die fragliche Figur ein rechtwinkliges Dreieck
+vorzustellen hatte. Die mangelhafte Schlerzeichnung ist durch den
+Copisten *Aahmes* nur noch schlechter geworden. Dass ein rechtwinkliges
+Dreieck gemeint sein soll, erkennt man brigens auch aus dem Umstande,
+dass in der Figur die Maasszahlen der multiplicirten Seiten bei den
+Schenkeln des, vom rechten Winkel nur wenig differirenden Winkels
+angesetzt sind, wo doch, wenn es sich htte um ein gleichschenkliges
+Dreieck handeln sollen die Maasszahl der Schenkel in der Figur gewiss bei
+beiden Schenkeln zu finden wre. Dieselben Grnde bestimmen uns zu der
+Annahme, dass die im Papyrus befindliche Flchenberechnung eines Trapezes
+eine vollkommen richtige ist, indem es sich auch hier nur um ein Trapez
+handeln kann, dessen zwei parallelen Seiten auf einer der nicht parallelen
+Seiten senkrecht stehen. Und warum sollten denn die alten Aegypter nicht
+die richtige Art der Flchenberechnung auch beliebiger Dreiecke gekannt
+haben?
+
+Konnte man einmal die Flche eines Rechteckes genau bestimmen, so musste
+sich durch einfache Anschauung eines, durch eine Diagonale zerlegten
+Rechteckes, von selbst die Regel zur Flchenbestimmung des rechtwinkligen
+Dreieckes ergeben; und wurde nun ein beliebiges schiefwinkliges Dreieck
+durch ein Hhenperpendikel in zwei rechtwinklige zerlegt, so war nichts
+leichter als die allgemeine Regel zur Bestimmung der Dreieckflche aus
+Basis und Hhe (tepro und merit) zu entwickeln. Dass die Gewinnung des
+Hhenperpendikels sowohl bei Constructionen als auch auf dem Felde den
+alten Aegyptern nicht unmglich war, folgt zunchst aus der grossen
+Bedeutung der Winkelmaasses (hapt) fr alle Operationen der praktischen
+Geometer Aegyptens. Nicht nur, dass wir in vielen aegyptischen Documenten
+das Winkelmaass erwhnt finden, sieht man auch Knige abgebildet, das
+Winkelmaass in der Hand, welches von ihnen vielleicht in derselben Weise
+durch symbolische Bentzung geehrt wurde, wie der Kaiser von China
+alljhrlich einmal den Pflug zu fhren pflegt. Ein solches Winkelmaass
+sieht man brigens auch auf einem Wandgemlde abgebildet, das eine
+Schreinerwerksttte darstellt,(37) und es unterliegt keinem Zweifel, dass
+dasselbe ebensowohl zur Anlegung rechter Winkel als zum Fllen von
+Senkrechten bentzt worden ist. Aber auch auf freiem Felde musste den
+Aegyptern die Construction rechter Winkel gelufig sein; sowohl die
+Pyramiden als auch die aegyptischen Tempel sind vollkommen orientirt, und
+wurde, wie uns alte Inschriften(38) belehren, die Orientirung in
+festlicher Weise vom Knige unter Beihilfe der Bibliotheksgttin *Safech*
+vollzogen, mit den Worten: Ich habe gefasst den Holzpflock und den Stiel
+des Schlgels, ich halte den Strick gemeinschaftlich mit der Gttin
+*Safech*. Mein Blick folgt dem Gange der Gestirne. Wenn mein Auge an dem
+Sternbilde des grossen Bren angekommen ist, und erfllt ist der mir
+bestimmte Zeitabschnitt der Zahl der Uhr, so stelle ich auf die Eckpunkte
+Deines Gotteshauses.
+
+In welchem Maasse bei diesen Operationen die von *Demokritos* so
+hochgestellten *Harpedonapten* oder Seilspanner betheiligt waren, hat
+*Cantor*(39) in hchst scharfsinniger Weise zu beleuchten versucht, und es
+erscheint auch uns wahrscheinlich, dass sich die alten Aegypter beim
+Construiren rechter Winkel sowie beim Fllen von Senkrechten auf dem
+Felde, der Thatsache bedienten, dass der eine Winkel in einem, die
+Seitenlngen drei, vier und fnf besitzenden Dreiecke, ein rechter Winkel
+sein msse. Musste ja doch dieser Satz seit unvordenklichen Zeiten auch
+den Chinesen bekannt sein, da wir ihn in der bei ihnen so berhmten
+Schrift _Tschiu-pi_ finden, welche mehrere Jahrhunderte v. Chr. G.
+entstanden, auf den Kaiser *Tschiu-Kung* also in das Jahr 1100 v. Chr. G.
+etwa zurckgefhrt wird.(40) Uebrigens konnten directe Messungsversuche an
+diagonalen Linien in den Proportionalmaassstben sowohl zu dem erwhnten
+als auch noch zu anderen rechtwinkligen Dreiecken mit rationalen
+Seitenlngen gefhrt haben, und scheint uns die Mglichkeit nicht
+ausgeschlossen, dass der berhmte und berchtigte Satz des *Pythagoras*
+ber die Quadrate der Katheten und der Hypothenuse einer eingehenden
+Untersuchung solcher Proportionalmaassstbe entsprungen ist.
+
+Wenn wir nun einerseits behaupten, dass die alten Aegypter nicht nur die
+Flche des Kreises, des Quadrates, des Rechteckes, des rechtwinkligen
+sowie des schiefen Dreieckes, und unter Zuhilfenahme der Zerlegungen auch
+die Flchen beliebiger Polygone theoretisch genau zu bestimmen im Stande
+waren, mit Ausnahme der auch fr uns eine solche bildenden Kreisflche, so
+muss doch anderseits zugestanden werden, dass man sich bei praktischen
+Anwendungen mit Nherungen begngte, welche im Laufe der Zeiten so
+ausarteten, dass der Gebrauch falscher Regeln ein allgemeiner wurde.
+
+Am linken Nilufer in der Mitte zwischen *Theben* und *Assuan* liegt
+*Edfu*, das alte *Appollinopolis Magna* mit einem stattlichen Tempelbau
+aus den Zeiten der Ptolomer. Der Tempel, hauptschlich dem Gotte *Horus*
+geweiht, ist mit einer freistehenden Umfassungsmauer umgeben,(41) deren
+Ostseite zwischen dem Brunnenthore und dem stlichen Pylonflgel eine
+Inschrift trgt, welche uns auf acht Feldern und in hundertvierundsechzig
+Columnen(42) eine Schenkungsurkunde des Knigs *Ptolomus XI. Alexander
+I.* (mit dem Beinamen *Philometor*) bekannt gibt. Das Geschenk, welches
+hier *Horus* und den brigen Gttern von *Edfu* verliehen wird, besteht
+aus einer Anzahl von meist viereckigen Aeckern, deren vier Seitenlngen
+nebst Flcheninhalten angegeben erscheinen.
+
+Da jeder der vorkommenden Flcheninhalte identisch ist mit dem Producte
+der arithmetischen Mittel der beiden Gegenseitenpaare, so wurde nach
+*Lepsius* die Vermuthung aufgestellt, die alten Aegypter htten, um
+Vierecke bei der Flchenbestimmung annhernd wie Rechtecke behandeln zu
+knnen, den Unterschied der Gegenseiten dadurch auszugleichen gesucht,
+dass sie die arithmetischen Mittel derselben in Rechnung zogen.
+
+Bei sehr vielen der in der *Edfu*er Schenkungsurkunde vorkommenden
+Vierecke ist der Unterschied je zweier Gegenseiten entweder Null oder
+verhltnissmssig so klein, dass man den betreffenden Vierecken eine vom
+Rechtecke wenig verschiedene Gestalt beilegen kann, und die erhaltenen
+Resultate somit eine ziemliche Annherung an den richtigen Flchenwerth
+darstellen drften, nach dem man mit Rcksicht auf die bei *Sesostris*
+bemerkte Eintheilung des Landes in Rechtecke voraussetzen darf, gerade
+diese oder eine ihr zunchst kommende Form der Felder sei die auch damals
+schon beliebte gewesen.
+
+Doch kommen auch Vierecke vor, wo der Lngenunterschied der Gegenseiten
+ein bemerkenswerther ist; ja es werden auch Dreiecke als Vierecke mit
+einer verschwindenden Seite behandelt, so dass der begangene Fehler in
+manchen Fllen ein nicht unbedeutender ist.
+
+Nur nebenbei bemerken wir, dass man dieselbe unrichtige Flchenformel fr
+das Viereck erhlt, wenn man dasselbe zunchst durch eine Diagonale in
+zwei Dreiecke zerlegt, auf jedes dieser Dreiecke die unrichtige
+Flchenformel, die den Inhalt als das halbe Product der beiden Seiten
+liefert, anwendet, die beiden so erhaltenen Dreiecksflchen addirt und
+dann aus dieser Summe und jener, welche man bei dem hnlichen Vorgange
+durch Zerlegung mittelst der zweiten Diagonale erhlt, das arithmetische
+Mittel construirt.
+
+Nimmt man mit *Eisenlohr* und *Cantor* an, dass die Aegypter die
+Dreiecksflche wirklich dem halben Producte zweier Seiten gleichsetzten,
+so steht man vor der Frage, warum nicht in derselben Art die Flchen der
+in der *Edfu*er Schenkungsurkunde auftretenden Dreiecke bestimmt
+erscheinen?
+
+Uebrigens wolle man sich darber nicht wundern, dass es berhaupt mglich
+war, die Flchenberechnungen im praktischen Leben nach einer so falschen
+Methode durchzufhren. Wissen wir doch, dass im Alterthume, zur Zeit
+*Platon*s, einer der gebildetsten Mnner, einer der hervorragendsten
+Geschichtschreiber, dass *Thukydides*(43) in seiner Unkenntniss der
+Beziehung zwischen Flcheninhalt und Umfang, die Flche einer Insel nach
+der zu ihrer Umschiffung nothwendigen Zeit zu bestimmen suchte; in der
+Geometrie *Gerbert*'s,(44) des nachmaligen Papstes *Silvester II.* finden
+wir, 1000 Jahre nach Chr. G., die Flche eines gleichschenkligen Dreieckes
+durch Multiplication des Schenkels mit der halben Basis berechnet, wo doch
+schon *Hero von ** Alexandrien*(45) 1100 Jahre frher die richtige Formel
+fr diese Berechnung kennt.
+
+Wir berhren diese Thatsachen, und knnten noch eine ganze Reihe hnlicher
+Beispiele anfhren, nur um zu zeigen, wie bereilt es wre, aus den oft
+nur schwache Annherungen liefernden Berechnungen der *Edfu*er
+Schenkungsurkunde schliessen zu wollen, die richtigen Methoden seien den
+in die Wissenschaften eingeweihten aegyptischen Priestern nicht bekannt
+gewesen.
+
+Doch zurck zum Papyrus *Rhind*.
+
+Wir bergehen die Inhaltsbestimmungen von Fruchthusern, bei denen der
+Inhalt durch Multiplication einer Flche mit einer Lnge bestimmt wird,
+weil wir es fr mssig halten, Errterungen darber anzustellen, welche
+Flchen und Lngen hiebei gemeint sind, so lange uns ber die Form jener
+Fruchthuser oder Speicher nichts bekannt ist.
+
+Dagegen erwecken die im Papyrus vorkommenden Pyramiden-Berechnungen das
+hchste Interesse, besonders nach den glnzenden Untersuchungen, welchen
+*Revillout* diesen Gegenstand unterzogen hat, und deren Resultate wir,
+entgegen der von *Eisenlohr* ausgesprochenen und auch von *Lepsius*(46)
+acceptirten Ansicht als solche betrachten, welche in einfacher und
+natrlicher Weise die sogenannte *Seket*-Rechnung der alten Aegypter
+beleuchten.
+
+Es wird in diesen Rechnungen die Bschung der Seitenflchen einer
+quadratischen Pyramide dadurch fixirt, dass jener Theil der Lnge eines
+der beiden gleichlangen Schenkel des Winkelmaasses berechnet wird, der
+sich zur Lnge des anderen Schenkels so verhlt, wie die halbe Lnge der
+Basisseite der quadratischen Pyramide zur Hhe derselben.
+
+Zu dem Behufe war der eine der beiden Schenkel des Winkelmaasses in eine
+gewisse Anzahl gleich grosser Theile getheilt, whrend der andere
+Schenkel, der Pyramidenhhe entsprechend, und als Einheit betrachtet,
+ungetheilt blieb.
+
+Um nun den sogenannten *Seket* zu bestimmen, wurde die halbe Lnge der
+Basisseite durch die Pyramidenhhe dividirt und mit dem erhaltenen
+Quotienten die Anzahl der Theile des horizontalen, getheilten Schenkels
+des Winkelmaasses multiplicirt.
+
+Es war somit der Seket (welcher in derselben Art fr einen geraden
+Kreiskegel aus dem Durchmesser der Basis und der Hhe bestimmt erscheint)
+als Verhltniss aufgefasst, die goniometrische Cotangente des
+Neigungswinkels der Seitenflche der Pyramide, respective der Kegelkante
+zur Basis.
+
+Wenn wir selbstverstndlich weit davon entfernt sind, hierin vielleicht
+Anfnge der Trigonometrie sehen zu wollen, so erkennen wir doch
+anderseits, dass den alten Aegyptern auch die Lehre proportionaler Linien,
+wenigstens in ihren Anwendungen, bekannt gewesen sein musste, und
+erscheint uns auch der am Eingange erwhnte Ausspruch ber die dem
+Milesier *Thales* zugeschriebene Hhenmessung der Pyramiden als ein ganz
+glaubwrdiger, wenn wir sehen, wie im Papyrus von den drei Werthen: Basis,
+Hhe, Seket, jeder aus den beiden anderen berechnet erscheint.
+
+Fassen wir nun die Ergebnisse unserer Betrachtungen zusammen, so mssen
+wir aus der quellenmssig erwiesenen grossen Bewunderung, welche die
+ausgesprochen geometrisch hochentwickelten Griechen den aegyptischen
+Geometern rckhaltlos zollten, wir mssen aus der unanfechtbaren
+Thatsache, dass griechische Geometer den Grund zu ihren Kenntnissen und
+Entdeckungen in Aegypten suchten und fanden, wir mssen im Hinblicke auf
+das, aus der nun vollends entzifferten[42] *Edfu*er Schenkungsurkunde sich
+mit Sicherheit ergebende ausgebreitete und fest organisirte Katasterwesen
+der alten Aegypter, welches zugleich mit den zahlreichen, dem ffentlichen
+Leben dienenden Land- und Wasserbauten auf eine verhltnissmssig
+bedeutend entwickelte Vermessungskunde hinweist, wir mssen endlich aus
+dem von uns besprochenen Papyrus, der sich als eine ungenaue Abschrift
+eines mangelhaften, aus dem dritten Jahrtausend vor Chr. G. stammenden,
+mathematischen Collegien- oder Aufgabenheftes erweist, und aus dessen
+Vorhandensein sich fast mit Gewissheit auf damals existirende, neben den
+Regeln auch ihre Ableitungen enthaltende Lehrbcher schliessen lsst, wir
+knnen und mssen aus allen diesen Umstnden den allgemeinen Schluss
+ziehen, dass bereits drei Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung sowohl die
+arithmetischen, als auch die geometrischen Kenntnisse der Aegypter, einen
+fr dieses Zeitalter bedeutenden Grad der Entwicklung besassen.
+
+Insbesondere knnen wir in jenen fernen Zeiten eine staunenswerth
+weitgehende Annherung bei der Berechnung der Kreisflche beobachten, wir
+finden mit vollstndiger Sicherheit richtige Flchenbestimmungen des
+Quadrates, Rechteckes und des rechtwinkligen Dreieckes; hchst
+wahrscheinlich auch richtige Bestimmungen der Flchen schiefwinkliger
+Dreiecke und Vierecke, welche im praktischen Leben durch leichter zu
+handhabende Annherungsformeln ersetzt wurden; wir sehen Bestimmungen des
+Rauminhaltes durch ihre Dimensionen gegebener Krper und erkennen die
+Anfnge der Aehnlichkeitslehre.
+
+Was das geometrische Zeichnen betrifft, so kennen wir schon die
+Construction der frher beobachteten regelmssigen Figuren und drfen
+weiter vermuthen, dass die Anlegung rechter Winkel und das Fllen von
+Senkrechten sowohl mittelst des Winkelmaasses als auch mittelst rationaler
+rechtwinkliger Dreiecke bekannt, und die Zerlegung gegebener Flchen
+behufs ihrer Inhaltbestimmung in allgemeiner Verwendung war.
+
+Gewiss werden auch theoretische Resultate bekannt gewesen sein; so die
+Hlftung des Kreises durch seinen Durchmesser, die sich aus der
+besprochenen Seketrechnung von selbst ergebende Winkelgleichheit an der
+Basis gleichschenkliger Dreiecke und gleichseitiger quadratischer
+Pyramiden, und wohl noch manches Andere.
+
+Mge es gelingen, durch Auffindung neuer, sowie durch Entzifferung der,
+noch ihrer Erklrung harrenden Denkmale und Schriften, von welchen
+letzteren, Dank der hohen Munificenz des Erlauchten Curators unserer
+Akademie, auch Wien eine imposante Zahl aufweisen kann, mge es so
+gelingen noch weitere Anhaltspunkte fr die Kenntniss der mathematischen
+Thtigkeit des uns bekannten ltesten Culturvolkes, der Aegypter zu
+gewinnen!
+
+Diesen unseren Wunsch theilen gewiss Alle, denen die Erforschung der
+Culturgeschichte des menschlichen Geschlechtes nicht ohne Wichtigkeit
+erscheint!
+
+
+
+
+
+ 1 HERODOT, _Reisebericht_, II, 109.
+
+ 2 ISOKRATES, _Busiris_, c. 9.
+
+_ 3 Platonis__ Phaedrus_, ed. Ast. I. p. 246.
+
+ 4 ARISTOTELES, _Metaph. I_, 1.
+
+ 5 DIODOR, I, 69.
+
+ 6 Herodot l. c.
+
+_ 7 Heronis Alexandr.__ geom. et stereom. reliquiae_, ed. Hultsch. p.
+ 138.
+
+ 8 DIODOR, I, 81.
+
+ 9 STRABON, ed. Meinike, lib. XVII, C. 787, p. 1098.
+
+_ 10 Eudemi Rhodii__ Peripatetici fragmenta quae supersunt_. ed. L.
+ Spengel. Berlin 1870.
+
+_ 11 Procl.__ comment._ ed. Rasil. p. 19; _Barocius_ p. 37.
+
+ 12 ISOKRATES, _Busiris_, cap. 11.
+
+ 13 STRABON, XIV, 1. 16.
+
+ 14 PORPHYRIUS, _De vita Pythagorae_ cap. 7; DIOGENES LAERTIUS, VIII, 3.
+
+ 15 DIODOR, I, c. 96.
+
+ 16 PROKLOS, ed. Friedlein, 250, 299, 352, 157.
+
+ 17 DIOGENES LAERTIUS, I, 27. PLINIUS, _Hist. nat._ XXXVI, 12, 17.
+
+ 18 PLUTARCH, ed. Didot. Vol. 2, III, p. 174.
+
+ 19 DIOGENES LAERTIUS I, 24--25.
+
+ 20 MONTUCLA, _Hist. d. math._ 2. dit. t. I, p. 49.
+
+ 21 BRETSCHNEIDER, _Die Geometrie und die Geometer vor Euklides_, p. 11.
+ Dem Werke Bretschneiders, sowie jenem CANTOR's: _Vorlesungen ber
+ Geschichte der Mathematik_, sind die grundlegenden Gedanken
+ entnommen.
+
+ 22 CLEMENS ALEXANDRINUS, _Stromata_, ed. Potter, I, 357.
+
+ 23 THEON SMYRNAIOS, _lib. de astron._ ed. Martin, p. 272.
+
+ 24 PRISSE D'AVENNES, _Hist. de l'art Egypt. d'aprs les monuments._
+
+ 25 WILKINSON, _Manners and customs of the ancient Egyptians_, III, p.
+ 313.
+
+ 26 CICERO, _De finibus bonorum ed malorum_ I, 6, 20.
+
+ 27 DIOGENES LAERTIUS IX, 47.
+
+ 28 CANTOR, _Vorlesungen ber Geschichte der Mathematik_, I, p. 144--159
+ (Leipzig 1880).
+
+ 29 EISENLOHR, _Ein math. Handbuch der alten Aegypter_. Leipzig 1877.
+
+ 30 BIRCH, in Lepsius' _Zeitschrift fr gypt. Sprache und Alterthum_,
+ 1868, p. 108.
+
+ 31 LEPSIUS, _gypt. Zeitschrift_, 1871, p. 63.
+
+ 32 REVILLOUT, EUGNE, _Revue Egyptologique_, 1881, Nr. II et III, p.
+ 304.
+
+ 33 EISENLOHR, _Ein math. Handbuch der alten Aegypter_. Nr. 64.
+
+ 34 ibid. Nr. 79.
+
+ 35 ibid. p. 125.
+
+ 36 CANTOR, _Vorlesungen aus der Geschichte der Mathematik_, I, p. 49.
+
+ 37 WILKINSON, _Manners and customs u. s. w._ III., p. 144.
+
+ 38 BRUGSCH, _Ueber Bau und Maasse des Tempels von __Edfu_ (_Zeitschrift
+ fr gypt. Sprache u. Alterth._ Bd. VIII.)
+
+ 39 CANTOR, _Vorlesungen u. s. w._ I, p. 55.
+
+ 40 D. BIOT, _Journal Asiatique_, Paris 1841, I. Sem. p. 593.
+
+ 41 LEPSIUS, _Ueber eine hieroglyphische Inschrift am Tempel von
+ __Edfu_. _Abhandlung d. Acad. d. Wiss. in Berlin_, 1855, p. 69.
+
+ 42 BRUGSCH, _Thesaurus III_, Leipzig 1884.
+
+ 43 THUKYDIDES, ed. Rothe, VI. 1.
+
+ 44 ed. Olleris, Cap. LXX. p. 460.
+
+_ 45 Heronis Alexandrini__ geometricorum et stereometricorum reliquiae_
+ (ed. Hultsch, Berlin 1864).
+
+ 46 LEPSIUS, _Ueber die 6palmige grosse Elle von 7 kleinen Palmen Lnge
+ in dem math. Handbuche von Eisenlohr_. (_Zeitschrift f. g. Sp._
+ 1884. 1. Heft.)
+
+
+
+
+
+
+***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK UEBER DIE GEOMETRIE DER ALTEN AEGYPTER.***
+
+
+
+CREDITS
+
+
+March 13, 2008
+
+ Project Gutenberg TEI edition 01
+ * R. Stephan*
+
+
+
+A WORD FROM PROJECT GUTENBERG
+
+
+This file should be named 24817-8.txt or 24817-8.zip.
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+This and all associated files of various formats will be found in:
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+renamed.
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+trademark, and may not be used if you charge for the eBooks, unless you
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+for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
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+Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial
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+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
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+you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+License (available with this file or online at
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+you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the
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+for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic work
+and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may
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+Project Gutenberg appears, or with which the phrase Project Gutenberg is
+associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or
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+or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
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+with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed
+by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project
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+Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic
+work, or any part of this electronic work, without prominently displaying
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+ already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed to
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+ donate royalties under this paragraph to the Project Gutenberg
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+ days following each date on which you prepare (or are legally
+ required to prepare) your periodic tax returns. Royalty payments
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+ Literary Archive Foundation at the address specified in Section 4,
+ Information about donations to the Project Gutenberg Literary
+ Archive Foundation.
+
+ You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
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+ receipt of the work.
+
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+
+
+1.E.9.
+
+
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+Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael Hart, the owner of the
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+
+
+1.F.
+
+
+1.F.1.
+
+
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+works in creating the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} collection. Despite these
+efforts, Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works, and the medium on which they
+may be stored, may contain Defects, such as, but not limited to,
+incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright
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+be read by your equipment.
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+OF SUCH DAMAGE.
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+refund in writing without further opportunities to fix the problem.
+
+
+1.F.4.
+
+
+Except for the limited right of replacement or refund set forth in
+paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS,' WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+
+1.F.5.
+
+
+Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the
+exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or
+limitation set forth in this agreement violates the law of the state
+applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make
+the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state
+law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement
+shall not void the remaining provisions.
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+
+1.F.6.
+
+
+INDEMNITY -- You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark
+owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works in accordance with this agreement, and
+any volunteers associated with the production, promotion and distribution
+of Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works, harmless from all liability, costs
+and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from
+any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of
+this or any Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} work, (b) alteration, modification, or
+additions or deletions to any Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} work, and (c) any Defect
+you cause.
+
+
+Section 2.
+
+
+ Information about the Mission of Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+
+
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} is synonymous with the free distribution of electronic
+works in formats readable by the widest variety of computers including
+obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the
+efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks
+of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance
+they need, is critical to reaching Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}'s goals and ensuring
+that the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} collection will remain freely available for
+generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation was created to provide a secure and permanent future for
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} and future generations. To learn more about the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations
+can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at
+http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3.
+
+
+ Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of
+Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service.
+The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541.
+Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. Contributions to the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full
+extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr.
+S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North
+1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information
+can be found at the Foundation's web site and official page at
+http://www.pglaf.org
+
+For additional contact information:
+
+
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4.
+
+
+ Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive
+ Foundation
+
+
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} depends upon and cannot survive without wide spread
+public support and donations to carry out its mission of increasing the
+number of public domain and licensed works that can be freely distributed
+in machine readable form accessible by the widest array of equipment
+including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are
+particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United States.
+Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable
+effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these
+requirements. We do not solicit donations in locations where we have not
+received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or
+determine the status of compliance for any particular state visit
+http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we have
+not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against
+accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us
+with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make any
+statements concerning tax treatment of donations received from outside the
+United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods
+and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including
+checks, online payments and credit card donations. To donate, please
+visit: http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+
+Section 5.
+
+
+ General Information About Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works.
+
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+concept of a library of electronic works that could be freely shared with
+anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} eBooks are often created from several printed editions,
+all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright
+notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance
+with any particular paper edition.
+
+Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook's eBook
+number, often in several formats including plain vanilla ASCII, compressed
+(zipped), HTML and others.
+
+Corrected *editions* of our eBooks replace the old file and take over the
+old filename and etext number. The replaced older file is renamed.
+*Versions* based on separate sources are treated as new eBooks receiving
+new filenames and etext numbers.
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}, including how
+to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation,
+how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email
+newsletter to hear about new eBooks.
+
+
+
+
+
+
+***FINIS***
+ \ No newline at end of file
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+The Gnutenberg Press - default CSS2 stylesheet
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+Any generated element will have a class "tei" and a class "tei-elem"
+where elem is the element name in TEI.
+The order of statements is important !!!
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+.tei { margin: 0; padding: 0;
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+
+ul.tei-index { list-style-type: none }
+
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+<div lang="de" class="tei tei-text" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em" xml:lang="de">
+ <div class="tei tei-front" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 2.00em">
+ <div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em">
+ <div id="pgheader" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 4.00em; margin-top: 4.00em"><div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 3.00em; margin-top: 3.00em"><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 2.00em">The Project Gutenberg EBook of Ueber die Geometrie der alten Aegypter. by Emil Weyr</p></div><div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 3.00em; margin-top: 3.00em"><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost
+ and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it,
+ give it away or re-use it under the terms of the Project
+ Gutenberg License <a href="#pglicense" class="tei tei-ref">included with this
+ eBook</a> or online at <a href="http://www.gutenberg.org/license" class="tei tei-xref">http://www.gutenberg.org/license</a></p></div><pre class="pre tei tei-div" style="margin-bottom: 3.00em; margin-top: 3.00em">Title: Ueber die Geometrie der alten Aegypter.
+
+Author: Emil Weyr
+
+Release Date: March 13, 2008 [Ebook #24817]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+
+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK UEBER DIE GEOMETRIE DER ALTEN AEGYPTER.***
+</pre></div>
+ </div>
+
+ <div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em">
+
+ </div>
+
+ <hr class="doublepage" /><div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em">
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.20em"><span style="font-size: 120%">ÜBER DIE</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.73em"><span style="font-size: 173%">GEOMETRIE DER ALTEN ÆGYPTER</span></p>
+ <div class="tei tei-tb"><hr style="width: 25%" /></div>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.44em"><span style="font-size: 144%">VORTRAG</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 0.90em"><span style="font-size: 90%">GEHALTEN IN DER</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.20em"><span style="font-size: 120%">FEIERLICHEN SITZUNG DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 0.90em"><span style="font-size: 90%">AM</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.20em"><span style="font-size: 120%">XXIX. MAI MDCCCLXXXIV</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 0.90em"><span style="font-size: 90%">VON</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.44em"><span style="font-size: 144%">DR. EMIL WEYR</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 0.90em"><span style="font-size: 90%">WIRKLICHEM MITGLIEDE DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.</span></p>
+ <div class="tei tei-tb"><hr style="width: 25%" /></div>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.44em"><span style="font-size: 144%">WIEN</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.00em"><span style="font-size: 100%">AUS DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI.</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.00em"><span style="font-size: 100%">IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN,</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.00em"><span style="font-size: 100%">BUCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.</span></p>
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.20em"><span style="font-size: 120%">1884</span></p>
+ </div>
+
+ </div>
+
+ <hr class="doublepage" /><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em">
+<span class="tei tei-pb" id="page03">[pg 03]</span><a name="Pg03" id="Pg03" class="tei tei-anchor"></a>
+<div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em">
+ <h1 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 3.46em; margin-top: 3.46em"></h1>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Möge mir gestattet sein, bei dem heutigen feierlichen Anlasse
+ein Bild zu entrollen, welches in grossen Strichen die
+allgemeinen Umrisse des Zustandes der geometrischen
+Wissenschaften bei den alten Aegyptern zur Darstellung
+bringen soll; und möge dasselbe Wohlwollen, das, gepaart
+mit einer althergebrachten Sitte, mich heute auf diesen eben so
+ehrenvollen als schwierigen Platz gestellt, auch bei der
+Beurtheilung der folgenden bescheidenen, weil schwachen
+Kräften entspringenden Leistung obwalten!
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+So wie der Anfang aller menschlichen Kenntnisse, so ist
+auch der Ursprung der Geometrie in grauestes Alterthum zu
+versetzen, er ist zu suchen in jenen der Zeit nach unangebbaren
+Perioden der menschlichen Entwicklung, in welchen
+das erste Erwachen des Selbstbewusstseins zu finden wäre.
+Sind doch manche geometrische Anschauungen auch dem
+Thiere eigen; so jene der geraden Verbindungslinie zweier
+Punkte als der kürzesten Entfernung; jene des Mehr und
+Weniger bei Quantitäten der Entfernungen, Höhen, Neigungen,
+und so werden auch manche abstractere Raumanschauungen
+dem Menschen in seinen ersten Entwicklungsperioden eigen
+geworden sein, Anschauungen, welche durch die Möglichkeit
+und auf Grund der sprachlichen Bezeichnung jene Stabilität
+erhielten, die sie befähigte, als erste Fundamente der geometrischen
+Kenntnisse zunächst, und der Geometrie als Wissenschaft
+später aufzutreten.
+</p>
+<span class="tei tei-pb" id="page04">[pg 04]</span><a name="Pg04" id="Pg04" class="tei tei-anchor"></a>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Geometrisches Denken entstand zu den verschiedensten
+Zeiten, an den verschiedensten Orten. Denn überall, wo
+der menschliche Geist sich zu entwickeln begann, und
+das menschliche Denken jene Höhe erreichte, auf welcher
+Abstractionen entstehen, bildeten sich die grundlegenden
+Raumbegriffe; der des Punktes, der geraden und krummen
+Linien, der ebenen und krummen Flächen. Denn überall
+in der Natur boten sich dem erwachenden Menschen
+Repräsentanten dieser Begriffe in grösserer oder geringerer
+Genauigkeit dar. Während der Anblick der auf- und untergehenden
+Sonne, sowie des vollen Mondes in südlichen
+Gegenden fast täglich das Bild der »vollkommensten«,
+der »schönsten« Linie, der Kreislinie vorführte, stellten sich
+die zahllosen Sterne des Abends dem Auge als glänzende
+Punkte dar, welche in ihren mannigfaltigen gegenseitigen
+Lagenverhältnissen die Phantasie des Menschen bei der, von
+ihm beliebten Eintheilung des Himmels in Sternbilder zur
+Herstellung so mancher geraden und krummen Linien verleiten
+mochten. Und selbst in seiner nächsten Umgebung
+fand der beobachtende Mensch geometrische Anklänge; das
+Gewebe der Spinne mit seinen kreisrunden und radialen
+Fäden, die sechseckige Bienenzelle, die beim Fallen eines
+Körpers in ruhendes Wasser entstehenden concentrischen
+Wellenringe, und wie vieles Andere musste, wenn auch
+nach und nach, so doch mit zwingender Nothwendigkeit
+den Menschen zur Beobachtung gesetzmässiger geometrischer
+Formen führen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als Mutterland der Mathematik im Allgemeinen, und
+der Geometrie im Besonderen wird Aegypten angeführt; doch
+ist die Zeit längst vorbei, wo man sich Aegypten als einzigen
+Ursprungsort dieser Wissenschaften dachte, vielmehr muss
+als feststehend angenommen werden, dass jedes Volk in
+<span class="tei tei-pb" id="page05">[pg 05]</span><a name="Pg05" id="Pg05" class="tei tei-anchor"></a>
+seinem Entwicklungsgange geometrische Anschauungen sich
+anzueignen schon durch praktische Bedürfnisse gezwungen
+war. Die Höhe, zu welcher sich die einzelnen Völker in ihren
+mathematischen Speculationen emporzuschwingen vermochten,
+hing von der Richtung des Bildungsganges, von
+dem Maasse des Bedürfnisses und nicht in letzter Reihe von
+dem Einflüsse religiöser Verhältnisse ab.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und so mag sich zunächst jene Naturgeometrie entwickelt
+haben, welche allen Völkern zugesprochen werden
+muss, und auf deren Vorhandensein, weil auf die Anwendungen
+ihrer freilich einfachsten Principien, Ueberreste von
+Bauten überall dort hinweisen, wo wir in der Lage sind,
+solche beobachten zu können. Die Pellasger, die vorhellenischen
+Ureinwohner Griechenlands, mussten lange vor Entstehung
+der Philosophie geometrische Kenntnisse in dem
+Maasse besessen haben, wie sie zur Aufführung von Wasserbauten,
+Dämmen, Canälen und Burgen, von denen man jetzt
+noch Spuren findet, nothwendig waren.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Verfolgt man die Entwicklung der Geometrie zu ihren
+Quellen aufwärts, so dürfen wir nicht überrascht sein, dass
+man bei dem uns bekannten ältesten Culturvolke, bei den
+Aegyptern, am weitesten vorzudringen vermag, und zwar an
+der Hand der indirecten wie der directen Nachrichten, welche
+uns über diesen Gegenstand zugekommen sind. Leider jedoch
+sind die Ersteren ihrem Inhalte und die Letzteren ihrer Zahl
+nach nur spärliche zu nennen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Zahlreich sind wohl die Stellen in griechischen Philosophen
+und Geschichtschreibern, welche Bezug haben auf
+aegyptische Geometrie, es lässt sich jedoch nicht verkennen,
+dass oft die Späteren auf Frühere sich stützen, und wir es
+möglicherweise mit einer einzigen, durch Jahrhunderte fortgeführten
+Nachricht zu thun haben.
+</p>
+<span class="tei tei-pb" id="page06">[pg 06]</span><a name="Pg06" id="Pg06" class="tei tei-anchor"></a>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+ Durch <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Herodot</span></span>, welcher <span class="tei tei-date">um die Mitte des fünften
+ vorchristlichen Jahrhunderts (460)</span> Aegypten bereiste, erfahren
+wir<a id="noteref_1" name="noteref_1" href="#note_1"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">1</span></span></a>,
+dass die Geometrie von Aegypten nach Griechenland
+verpflanzt worden sei. Etwas später (<span class="tei tei-date">393 v. Chr.</span>)
+berichtet <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Isokrates</span></span> die Thatsache<a id="noteref_2" name="noteref_2" href="#note_2"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">2</span></span></a>, dass die Aegypter »<span class="tei tei-q">die
+Aelteren (unter ihren Priestern) über die wichtigsten Angelegenheiten
+setzten, dagegen die Jüngeren beredeten, mit
+Hintansetzung des Vergnügens, sich mit Astronomie, Rechenkunst
+und Geometrie zu beschäftigen</span>«.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+In <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Platon</span></span>'s <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Phädrus</span></span> sagt
+<span id="a:sok" class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Sokrates</span></span>: »<span class="tei tei-q">Ich habe
+vernommen, zu Naukratis in Aegypten sei einer der dortigen
+alten Götter gewesen, dem auch der Vogel geheiligt ist,
+den sie Isis nennen, während der Gott selbst den Namen
+Teuth führt; dieser habe zuerst Zahlenlehre und Rechenkunst
+erfunden und Geometrie und Astronomie</span>«<a id="noteref_3" name="noteref_3" href="#note_3"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">3</span></span></a>,
+und einen
+directen Hinweis finden wir bei <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Aristoteles</span></span>, welcher in
+seiner <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Metaphysik</span></span> sagt:<a id="noteref_4" name="noteref_4" href="#note_4"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">4</span></span></a>
+»<span class="tei tei-q">Daher entstanden auch in Aegypten
+die mathematischen Wissenschaften, denn hier war den
+Priestern die dazu nöthige Müsse vergönnt.</span>«
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Uebrigens schrieben sich die Aegypter neben der Erfindung
+der Buchstabenschrift auch jene der meisten Wissenschaften
+und Künste zu, worüber <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Diodor</span></span><a id="noteref_5" name="noteref_5" href="#note_5"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">5</span></span></a>,
+welcher etwa
+<span class="tei tei-date">70 Jahre v. Chr. G.</span> Aegypten bereiste, bemerkt: »<span class="tei tei-q">Die
+Aegypter behaupten, von ihnen sei die Erfindung der Buchstabenschrift
+und die Beobachtung der Gestirne ausgegangen,
+ebenso seien von ihnen die Theoreme der Geometrie und
+die meisten Wissenschaften und Künste erfunden worden.</span>«
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Neben diesen ganz allgemein gehaltenen Angaben sind
+hauptsächlich diejenigen Berichte zu erwähnen, welche sich
+auf die Art der wissenschaftlichen Leistungen der Aegypter
+beziehen.
+</p>
+<span class="tei tei-pb" id="page07">[pg 07]</span><a name="Pg07" id="Pg07" class="tei tei-anchor"></a>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+ Da sagt zunächst <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Herodot</span></span><a id="noteref_6" name="noteref_6" href="#note_6"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">6</span></span></a>
+in Hinsicht auf die unter
+dem Könige <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Sesostris</span></span> durchgeführte Ländereintheilung:
+»<span class="tei tei-q">Auch sagten sie, dass dieser König das Land unter alle
+Aegypter so vertheilt habe, dass er jedem ein gleich grosses
+Viereck gegeben, und von diesem seine Einkünfte bezogen habe,
+indem er eine jährlich zu entrichtende Steuer auflegte.
+Wem aber der Fluss (Nil) von seinem Theile etwas
+wegriss, der musste zu ihm kommen und das Geschehene
+anzeigen; er schickte dann die Aufseher, die auszumessen
+hatten, um wie viel das Landstück kleiner geworden war,
+damit der Inhaber von dem übrigen nach Verhältniss der
+aufgelegten Abgaben steure. Hieraus erscheint mir die Geometrie
+entstanden zu sein, die von da nach Hellas kam.</span>«
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die, <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Herodot</span></span>, dem Vater der Geschichtsschreibung
+folgenden Berichterstatter hielten sich nun, vielleicht erklärlicherweise,
+vorzüglich an den einen, die Nilüberschwemmungen
+betreffenden Theil obiger Nachricht, und wurde,
+gewiss Unberechtigtermassen der Nil als der unmittelbare
+Anstoss für alle geometrischen Arbeiten der Aegypter hingestellt.
+Und doch scheint es uns viel näherliegend, die einerseits
+behufs der Steuerbemessung und Controle, anderseits
+wegen der aus den Veränderungen im Besitzstande sich
+nothwendig ergebenden Flächenfestsetzungen als den Hauptbeweggrund
+jener Vermessungen zu erkennen, wobei die
+gesammelten Erfahrungen gewiss auch bei der Beurtheilung
+der unzweifelhaft nach den periodisch eintretenden Nilüberschwemmungen
+vorgekommenen Terrainveränderungen mit
+Vortheil benutzt worden sein mögen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Unverkennbar ist der Zug nach Aufbauschung und Ausschmückung
+des, jene Nilüberschwemmungen betreffenden
+Theiles des <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Herodot</span></span>'schen Berichtes, wenn man die Aufzeichnungen
+späterer Gewährsmänner näher betrachtet.
+</p>
+<span class="tei tei-pb" id="page08">[pg 08]</span><a name="Pg08" id="Pg08" class="tei tei-anchor"></a>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+ Zunächst finden wir bei <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Heron</span></span> dem Aelteren die folgende
+ diesbezügliche Stelle<a id="noteref_7" name="noteref_7" href="#note_7"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">7</span></span></a>:
+ »<span class="tei tei-q">Die früheste Geometrie beschäftigte
+sich, wie uns die alte Ueberlieferung lehrt, mit der Messung und
+Vertheilung der Ländereien, woher sie Feldmessung genannt
+wurde. Der Gedanke einer Messung nämlich ward den Aegyptern
+an die Hand gegeben durch die Ueberschwemmungen des
+Nil. Denn viele Grundstücke, die vor der Flussschwelle offen
+dalagen, verschwanden beim Steigen des Flusses und kamen
+erst nach dem Sinken desselben zum Vorschein, und es war
+nicht immer möglich, über die Identität derselben zu entscheiden.
+Dadurch kamen die Aegypter auf den Gedanken
+einer solchen Messung des vom Nil blossgelegten Landes.</span>«
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Weiter finden wir bei <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Diodor</span></span><a id="noteref_8" name="noteref_8" href="#note_8"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">8</span></span></a>
+einen Ausspruch,
+durch welchen wir übrigens auch über andere wissenschaftliche
+Leistungen der Aegypter belehrt werden; <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Diodor</span></span>
+sagt: »<span class="tei tei-q">Die Priester lehren ihre Söhne zweierlei Schrift, die
+sogenannte heilige, und die, welche man gewöhnlich lernt.
+Mit Geometrie und Arithmetik beschäftigen sie sich eifrig.
+Denn indem der Fluss jährlich das Land vielfach verändert,
+veranlasst er viele und mannigfache Streitigkeiten über die
+Grenzen zwischen den Nachbarn; diese können nun nicht
+leicht ausgeglichen werden, wenn nicht ein Geometer den
+wahren Sachverhalt durch directe Messung ermittelt. Die
+Arithmetik dient ihnen in Haushaltungsangelegenheiten und
+bei den Lehrsätzen der Geometrie; auch ist sie denen von
+nicht geringem Vortheile, die sich mit Sternkunde beschäftigen.
+Denn wenn bei irgend einem Volke die Stellungen und Bewegungen
+der Gestirne sorgfältig beobachtet worden sind,
+so ist es bei den Aegyptern geschehen; sie verwahren Aufzeichnungen
+der einzelnen Beobachtungen seit einer unglaublich
+langen Beihe von Jahren, da bei ihnen seit alten
+Zeiten her die grösste Sorgfalt hierauf verwendet worden
+<span class="tei tei-pb" id="page09">[pg 09]</span><a name="Pg09" id="Pg09" class="tei tei-anchor"></a>
+ist. Die Bewegungen und Umlaufszeiten sowie die Stillstände
+der Planeten, auch den Einfluss eines jeden auf die Entstehung
+lebender Wesen und alle ihre guten und schädlichen
+Einwirkungen haben sie sehr sorgfältig beobachtet.</span>«
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Am innigsten verknüpft erscheint die Geometrie der
+Aegypter mit den Ueberschwemmungen des Nil bei <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Strabon</span></span><a id="noteref_9" name="noteref_9" href="#note_9"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">9</span></span></a>;
+welcher bemerkt, »<span class="tei tei-q">dass es einer sorgfältigen und bis auf das
+Genaueste gehenden Eintheilung bedurfte, wegen der beständigen
+Verwüstung der Grenzen, die der Nil bei seinen
+Ueberschwemmungen veranlasst, indem er Land wegnimmt
+und zusetzt, und die Gestalt verändert, und die anderen Zeichen
+unkenntlich macht, wodurch das fremde und eigene Besitzthum
+unterschieden wird. Man müsse daher immer und
+immer wieder messen. Hieraus soll die Geometrie entstanden
+sein.</span>«
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Den gesellschaftlichen Einrichtungen der Aegypter
+entsprechend, muss als feststehend angenommen werden,
+dass sich eine Kaste, nach eben Gehörtem die der Priester,
+mit dem wissenschaftlichen Theile der Geometrie beschäftigte,
+während eine andere, die der Feldmesser, die von den
+Ersteren aufgestellten und sorgsam gehüteten geometrischen
+Principien praktisch zur Anwendung brachte. Dabei wurden,
+wie wir später sehen werden, die Geheimnisse der Priester,
+insoweit sie geometrische Wahrheiten und Berechnungsregeln
+betrafen, möglicherweise nur insoweit enthüllt, dass
+bei deren Verwendung nur annäherungsweise richtige Resultate
+zum Vorschein kamen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wohl sind einige Schriftsteller so weit gegangen, dass
+sie, die unläugbaren Uebertreibungen des Zusammenhanges
+zwischen den Nilüberschwemmungen und der ägyptischen
+Geometrie im Auge behaltend, die Existenz der letzteren
+<span class="tei tei-pb" id="page10">[pg 10]</span><a name="Pg10" id="Pg10" class="tei tei-anchor"></a>
+einfach negirten, und alle die citirten Aussprüche in das
+Gebiet der Fabel verwiesen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Was macht man jedoch dann mit den wohlbeglaubigten
+Nachrichten über die Reisen, welche hervorragende griechische
+Philosophen nach Aegypten unternahmen, oft jahrelang
+dort verweilend, um sich in die Geheimnisse aegyptischer
+Priester einweihen und mit deren geometrischem Wissen
+vertraut machen zu lassen?
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Eudemus von Rhodos</span></span><a id="noteref_10" name="noteref_10" href="#note_10"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">10</span></span></a>,
+ einer der ältesten Peripatetiker,
+schrieb eine Geschichte der Mathematik, aus
+welcher uns durch <span id="a:pro" class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Proklos Diadochus</span></span><a id="noteref_11" name="noteref_11" href="#note_11"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">11</span></span></a>, einen Philosophen
+des fünften nachchristlichen Jahrhunderts, ein
+Bruchstück erhalten ist, welches sozusagen das einzige
+Mittel bildet, das uns einen Einblick in die geometrischen
+Errungenschaften der Griechen in den ersten dritthalb
+Jahrhunderten nach <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Thales</span></span> gewährt. Hierin heisst es unter
+Anderem: »<span class="tei tei-q"><span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Thales</span></span>, der nach Aegypten ging, brachte zuerst
+die Geometrie nach Hellas hinüber und Vieles entdeckte er
+selbst, von Vielem aber überlieferte er die Anfänge seinen
+Nachfolgern; das Eine machte er allgemeiner, das Andere
+mehr sinnlich fassbar.</span>« Hundert Jahre nach dem Tode des
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Pythagoras</span></span> berichtet der Redner <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Isokrates</span></span><a id="noteref_12" name="noteref_12" href="#note_12"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">12</span></span></a>: »<span class="tei tei-q">Man
+könnte, wenn man nicht eilen wollte, viel Bewunderungswürdiges
+von der Heiligkeit aegyptischer Priester anführen,
+welche ich weder allein noch zuerst erkannt habe, sondern
+viele der jetzt Lebenden und der Früheren, unter denen
+auch <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Pythagoras</span></span> der Samier ist, der nach Aegypten
+kam und ihr Schüler wurde und die fremde Philosophie
+zuerst zu den Griechen verpflanzte.</span>«
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Während der Aufenthalt des <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Pythagoras</span></span> in Aegypten
+unter Anderen auch noch von <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Strabon</span></span><a id="noteref_13" name="noteref_13" href="#note_13"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">13</span></span></a>
+und <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Antiphon</span></span><a id="noteref_14" name="noteref_14" href="#note_14"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">14</span></span></a>
+bestätiget wird, nennt uns <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Diodor</span></span><a id="noteref_15" name="noteref_15" href="#note_15"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">15</span></span></a>
+eine ganze Reihe von
+<span class="tei tei-pb" id="page011">[pg 011]</span><a name="V2Pg011" id="V2Pg011" class="tei tei-anchor"></a>
+Namen, indem er sagt; »<span class="tei tei-q">Die aegyptischen Priester nennen
+unter den Fremden, welche nach den Verzeichnissen in den
+heiligen Büchern vormals zu ihnen gekommen seien, den
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Orpheus</span></span>, <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Musaios</span></span>,
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Melampus</span></span> und <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Daidalos</span></span>, nach
+diesen den Dichter <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Homer</span></span>, den Spartaner <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Lykurgos</span></span>, ingleichen
+den Athener <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Solon</span></span> und den Philosophen <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Platon</span></span>.
+Gekommen sei zu ihnen auch der Samier <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Pythagoras</span></span> und
+der Mathematiker <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Eudoxos</span></span>, ingleichen <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos von
+ Abdera</span></span> und <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Oinopides von Chios</span></span>. Von allen diesen
+weisen sie noch Spuren auf, von den Einen Bildnisse von
+den Anderen Orte und Gebäude, die nach ihnen benannt
+sind. Aus der Vergleichung dessen, was jeder von ihnen in
+seinem Fache geleistet hat, führen sie den Beweis, dass sie
+Dasjenige um desswillen sie von den Hellenen bewundert
+werden, aus Aegypten entlehnt haben.</span>« Aus diesen Stellen
+geht mit Sicherheit hervor, dass viele Griechen nach
+Aegypten zogen, um bei den dortigen Priestern Philosophie
+und Mathematik kennen zu lernen, da wohl in den Berichten
+nur die hervorragenden Männer angeführt wurden.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Milesier <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Thales</span></span>, welcher erst in vorgerücktem
+Alter, und nachdem er als Handelsmann früher gewiss schon
+mehrmals Aegypten besucht gehabt, sich daselbst behufs
+seiner Studien zu längerem Aufenthalt niederlies, ist merkwürdiger
+Weise in dem Berichte des Diodor nicht angeführt,
+und könnte man wohl aus diesem Umstande umsomehr
+einen gewissen Grad von Unglaublichkeit ableiten, als darin
+mythische Namen wie <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Orpheus</span></span>, <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Daidalos</span></span> und <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Homer</span></span>
+angeführt erscheinen. Diese letzteren konnten jedoch sehr
+wohl dem im Ganzen und Grossen sonst richtigen Verzeichnisse
+vom Berichterstatter eigenwillig beigefügt worden sein,
+um dadurch das hohe Alter aegyptischer Wissenschaft in ein
+vorteilhaftes Licht zu setzen.
+</p>
+<span class="tei tei-pb" id="page12">[pg 12]</span><a name="Pg12" id="Pg12" class="tei tei-anchor"></a>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Abgesehen jedoch von aller Wahrscheinlichkeit oder
+Unwahrscheinlichkeit für die Exactheit obiger Aussprüche
+in Bezug auf einzelne Namen, dürfte jedenfalls das als
+unumstössliche Wahrheit gelten, dass die ägyptischen Priester
+von den Griechen als in den Wissenschaften, insbesondere
+in der Geometrie sehr bewandert gehalten wurden, und
+zwar in einem solchen Maasse, dass eine Reihe hervorragender
+griechischer Philosophen es nicht verschmähte, die, für
+damalige Verhältnisse nicht unbedeutende Reise nach
+Aegypten zu unternehmen, ja oft jahrelang in diesem Lande
+mit unbekannter Sprache und Schrift zu verweilen, um sich
+die Kenntnisse der Aegypter anzueignen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Stellt man nun zunächst die Frage nach Quantität und
+Qualität des geometrischen Wissens, welches die Griechen
+von ihren Studienreisen mit nach Hause brachten, so scheint
+dies, selbst vom Standpunkte der unmittelbar nachpythagoräischen
+Geometrie, äusserst Weniges gewesen zu sein.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Thales</span></span> von Milet, einer der sieben griechischen
+Weltweisen, der Begründer der ionischen Schule, <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Thales</span></span>,
+welcher für das Jahr 585 v. Chr. G. eine, auch eingetroffene
+Sonnenfinsterniss vorherzusagen wusste, soll, den uns von
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Proklos</span></span> zugekommenen Berichten zufolge, in Aegypten
+nicht viel mehr erfahren haben, als die Sätze über die Gleichheit
+der Winkel an der Basis eines gleichschenkligen Dreieckes,
+die Gleichheit der Scheitelwinkel am Durchschnitt
+zweier Geraden; er wusste ferner, wie ein Dreieck durch eine
+Seite und die beiden anliegenden Winkel bestimmt erscheint,
+diese Erörterung zur Messung der Entfernungen von Schiffen
+auf dem Meere benützend, es war ihm bekannt, dass ein
+Kreis durch einen Durchmesser halbirt wird,<a id="noteref_16" name="noteref_16" href="#note_16"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">16</span></span></a>
+und soll er die
+Höhe der Pyramiden aus der Länge des Schattens gemessen
+haben, höchst wahrscheinlich in dem Momente, wo die
+<span class="tei tei-pb" id="page13">[pg 13]</span><a name="Pg13" id="Pg13" class="tei tei-anchor"></a>
+Schattenlänge eines senkrechten Stabes der Stablänge gleich
+ist,<a id="noteref_17" name="noteref_17" href="#note_17"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">17</span></span></a>
+möglicherweise jedoch, wie <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Plutarch</span></span><a id="noteref_18" name="noteref_18" href="#note_18"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">18</span></span></a>
+berichtet,
+auch zu einer beliebigen Tageszeit. Auch wird ihm von
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Pamphile</span></span><a id="noteref_19" name="noteref_19" href="#note_19"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">19</span></span></a>
+die Kenntniss des Satzes zugeschrieben, dass
+der Peripheriewinkel im Halbkreise ein rechter sei. Gewiss
+hat Thales wenigstens jene geometrischen Fundamente in
+Aegypten kennen gelernt, welche es ihm ermöglichten, die
+genannten Sätze als wahr zu erkennen, wenn auch bei ihm,
+selbst bei diesen einfachen Dingen an einen strengen Beweis
+nicht gedacht werden kann.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es wäre jedoch voreilig, aus der Geringfügigkeit der
+Thaletischen geometrischen Kenntnisse mit <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Montucla</span></span>
+<a id="noteref_20" name="noteref_20" href="#note_20"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">20</span></span></a>
+zu schliessen, dass auch die Aegypter nicht viel mehr gewusst
+hätten. Man kann wohl annehmen, dass die aegyptischen
+Priester bei ihrer den Fremden gegenüber beobachteten
+Zurückhaltung nur einen Theil ihres Wissens offenbarten;
+wer könnte jedoch bemessen, in welchem Verhältnisse dieser
+Theil zu ihrem Gesammtwissen stand? Der Ansicht
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Montucla</span></span>'s kann man entgegensetzen, dass die Aegypter
+den Fremden nur einen kleinen Bruchtheil ihres sorgsam
+im Verborgenen gehüteten Wissens preisgegeben haben
+mochten, wobei ferner nicht unberücksichtigt bleiben darf,
+dass den nach Aegypten gekommenen Griechen auch die
+Unkenntniss der Sprache und der Schrift weitere, nicht zu
+unterschätzende Schwierigkeiten bereitete, in dem Maasse als
+vielleicht Manches, was ihnen die aegyptischen Priester von
+aegyptischem Wissen zur Verfügung stellten, unverstanden
+bleiben konnte.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Was nun das Wesen aegyptischer Geometrie betrifft, so
+finden wir in den Berichten der Alten fast gar keine Anhaltspunkte,
+um uns hierüber Klarheit verschaffen zu können, und
+war man bis vor Kurzem darauf hingewiesen, aus den
+<span class="tei tei-pb" id="page14">[pg 14]</span><a name="Pg14" id="Pg14" class="tei tei-anchor"></a>
+Anfängen griechischer Mathematik auf den Stand der aegyptischen
+zurückzuschliessen, was, wie aus dem Vorhergesagten
+folgen dürfte, mit nicht geringen Schwierigkeiten verbunden
+erscheint.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Ansicht, dass die Geometrie der Aegypter eigentlich
+nur constructiver Natur war, ähnlich dem was wir als Reisskunst
+zu bezeichnen pflegen,<a id="noteref_21" name="noteref_21" href="#note_21"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">21</span></span></a>
+dürfte sich nicht als stichhältig
+erweisen; es möge jedoch gleich jetzt darauf hingedeutet
+werden, dass die Aegypter im Construiren geometrischer
+Formen nicht unbewandert sein konnten.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+So sagt in etwas prahlerischer Weise <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span>
+von <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Abdera</span></span><a id="noteref_22" name="noteref_22" href="#note_22"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">22</span></span></a>
+um 420 v. Chr. G.: »<span class="tei tei-q">Im Construiren von
+Linien nach Maassgabe der aus den Voraussetzungen zu
+ziehenden Schlüsse hat mich keiner je übertroffen, selbst
+nicht die sogenannten Harpedonapten der Aegypter</span>«; und
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Theon</span></span> von <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Smyrna</span></span><a id="noteref_23" name="noteref_23" href="#note_23"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">23</span></span></a>
+erzählt, dass
+»<span class="tei tei-q">Babylonier, Chaldäer
+und Aegypter eifrig nach allerhand Grundgesetzen und
+Hypothesen suchten, durch welche den Erscheinungen
+genügt werden könnte; zu erreichen suchten sie dies dadurch,
+dass sie das früher Gefundene in Ueberlegung zogen, und
+über die zukünftigen Erscheinungen Vermuthungen aufstellten,
+wobei die Einen sich arithmetischer Methoden bedienten,
+wie die Chaldäer, die Anderen construirender wie
+die Aegypter</span>«.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aus diesen und ähnlichen Berichten, sowie aus dem
+Umstande, dass die Anfänge der griechischen Geometrie
+selbst hauptsächlich constructiver Natur waren, muss man
+zu dem Schlusse kommen, dass die alten Aegypter seit unvordenklichen
+Zeiten die Reisskunst pflegten, und in der langen
+Reihe der Jahrhunderte sicherlich eine ziemlich bedeutende
+Masse sowohl einfacher als complicirterer Constructionen
+erfanden und in ein gewisses System brachten, von Ersteren
+<span class="tei tei-pb" id="page15">[pg 15]</span><a name="Pg15" id="Pg15" class="tei tei-anchor"></a>
+zu Letzteren aufsteigend. Diese Constructionen dürften ihrem
+grösseren Theile nach, und zwar jenem Theile nach, welcher,
+wenn auch ohne Begründung Gemeingut der die Künste und
+Gewerbe betreibenden Kasten wurde, nur solche gewesen
+sein, die dem praktischen Bedürfnisse dienen konnten, also
+zumeist Ornamentenconstructionen. Wir bemerken hier unter
+Anderem das Vorkommen regelmässiger geometrischer
+Figuren auf uralten Wandgemälden, wie sie sich z. B. als
+färbige Zeichnungen aus den Zeiten der fünften Dynastie,
+also unmittelbar nach den Erbauern der Pyramiden, das ist
+3400 Jahre v. Chr. G. etwa vorfinden.<a id="noteref_24" name="noteref_24" href="#note_24"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">24</span></span></a>
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Man sieht unter der grossen Menge der in dieser Zeit
+vorkommenden Figuren eine, aus verschobenen, ineinander
+gezeichneten, theilweise durch zu einer Diagonale Parallele
+zerlegten Quadraten zusammengesetzte Figur, ferner aus der
+Zeit von der zwölften bis zur sechsundzwanzigsten Dynastie,
+eine Figur, bestehend aus einem Quadrate, und zwei, längs
+der Diagonale centrisch hineingelegten lemniscatischen
+Curven, sowie eine Zusammenstellung von um fünfundvierzig
+Grade gegeneinander verdrehten, sich durchsetzenden Quadraten.
+Kreise erscheinen durch ihre Durchmesser in gleiche
+Kreisausschnitte getheilt; so zunächst durch zwei oder vier
+Durchmesser in vier beziehungsweise acht, und in späteren
+Zeiten auch durch sechs Durchmesser in zwölf gleiche Ausschnitte;
+die in den Zeichnungen vorkommenden Wagenräder
+besitzen zumeist sechs, seltener vier Speichen, so dass
+auch die Theilung des Kreises durch drei Diameter in sechs
+gleiche Kreisausschnitte vertreten erscheint.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+In einer unvollendet gebliebenen Kammer des Grabes
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Seti I.</span></span>, des Vater
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Ramses II.</span></span> aus der neunzehnten Dynastie
+(das sogenannte Grab <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Belzoni</span></span>)<a id="noteref_25" name="noteref_25" href="#note_25"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">25</span></span></a>
+finden wir die Wände
+behufs Anbringung von Reliefarbeiten mit einem Netze gleich
+<span class="tei tei-pb" id="page16">[pg 16]</span><a name="Pg16" id="Pg16" class="tei tei-anchor"></a>
+grosser Quadrate bedeckt, und es kann keinem Zweifel unterliegen,
+dass wir es hier mit der Anwendung eines Verkleinerungs-
+beziehungsweise Vergrösserungsmaassstabes zu thun
+haben.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wenn nun auch die einfachen Figuren des Dreieckes,
+Quadrates und des Kreises höchst wahrscheinlich ohne
+besondere Ueberlegung, einfach dem inneren geometrischen
+Formendrange entsprungen sein dürften, so ist doch gewiss,
+dass ihre verschiedenartige Zusammensetzung zu Mustern
+das Product, wenn auch primitiven geometrischen Denkens
+war, welches dann schon eine ziemliche Selbstständigkeit
+erreicht haben musste, als die vorerwähnte Anwendung von
+Proportionalmaassstäben in Uebung kam.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Andererseits musste das öftere Betrachten der regelmässigen
+Figuren einen geometrisch disponirten Geist von
+selbst zum Aufsuchen unbekannter Eigenschaften derselben
+reizen, und vielleicht ist der Thaletische Satz von der
+Halbirung des Kreises durch einen Durchmesser nichts als
+eine aus der Betrachtung jener aegyptischen Zeichnungen
+gewonnene Abstraction, und huldigen wir in dieser Beziehung
+der Ansicht, dass <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Thales</span></span> beim Ausspruche des erwähnten,
+für uns freilich höchst einfach klingenden Satzes, wahrscheinlich
+sagen wollte, nur der Kreis habe die ausgezeichnete
+Eigenschaft, von allen durch einen Punkt, den Mittelpunkt,
+gehenden Geraden in lauter untereinander gleiche Hälften
+getheilt zu werden.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Von besonderer Wichtigkeit scheint uns jedoch der
+früher citirte selbstgefällige Ausspruch des <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span> zu
+sein, da er uns vor einer ungerechtfertigten Unterschätzung
+aegyptischer Constructionsgewandtheit bewahren kann. Bedenklich
+in <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span>' Angabe könnte allenfalls jenes
+Selbstlob erscheinen, das er sich spendet; wenn es nun
+<span class="tei tei-pb" id="page17">[pg 17]</span><a name="Pg17" id="Pg17" class="tei tei-anchor"></a>
+wohl auch schon im Alterthume Männer geben mochte, die
+ihre Berühmtheit vorzugsweise und oft nur der Hochschätzung
+verdankten, die sie sich selbst und ihren Werken gezollt,
+Männer, welche in der Verbreitung des eigenen Lobes so
+emsig, so unermüdlich waren, dass sich um sie als die
+davon Ueberzeugtesten noch ein Kreis von Gläubigen bildete,
+welche den, oft nur auf schwankenden Füssen einhergehenden
+Ruhm ihrer Profeten weiter führten, so ist doch die Bedeudung
+des Geometers <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span> durch so viele, und verschiedenen
+Quellen entspringende Aussprüche beglaubigt,
+dass es gewiss Niemandem einfallen wird, seine Autorität
+als die eines gründlichen Kenners der Geometrie seiner Zeit
+in Zweifel zu ziehen. Wohl sind uns von den geometrischen
+Werken des <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span>, und kaum von allen nur die ganz
+allgemein klingenden Titel erhalten.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Während uns <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Cicero</span></span><a id="noteref_26" name="noteref_26" href="#note_26"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">26</span></span></a>
+diesen Philosophen als einen
+gelehrten, in der Geometrie vollkommen bewanderten Mann
+anpreist, theilt uns <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Diogenes Laertius</span></span><a id="noteref_27" name="noteref_27" href="#note_27"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">27</span></span></a>
+mit, dass <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span>
+»<span class="tei tei-q">über Geometrie</span>«, »<span class="tei tei-q">über Zahlen</span>«, »<span class="tei tei-q">über den Unterschied
+des Gnomon oder über die Berührung des Kreises
+und der Kugel</span>«, sowie zwei Bücher »<span class="tei tei-q">über irrationale Linien
+und die dichten Dinge</span>« geschrieben habe, Schriften, deren
+Titel theilweise uns über ihren Inhalt ganz im Unklaren
+lassen. Legen wir den angeführten Zeugnissen Glauben bei,
+und es ist kein Grund vorhanden dies nicht zu thuh, so
+müssen wir von <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span> als von einem »<span class="tei tei-q">in der Geometrie
+ vollkommenen Manne</span>« voraussetzen, dass er mit den
+Errungenschaften des <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Pythagoras</span></span>, welcher ein Jahrhundert
+vor <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span> Aegypten besucht hatte, vollkommen vertraut
+war. Gewiss war ihm somit bekannt: die Methode der
+»<span class="tei tei-q">Anlegung der Flächen</span>«, welche wieder die Vertrautheit mit
+den Hauptsätzen aus der Theorie der Parallelen und der
+<span class="tei tei-pb" id="page18">[pg 18]</span><a name="Pg18" id="Pg18" class="tei tei-anchor"></a>
+Winkel, so wie die Kenntniss der Abhängigkeit der Flächeninhalte
+von den ihnen zukommenden Ausmaassen voraussetzt.
+Nicht minder bekannt mussten ihm die, dem <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Pythagoras</span></span>
+zugeschriebenen Constructionen der fünf regelmässigen,
+sogenannten kosmischen Körper sein, woraus sich weiter
+schliessen lässt, dass auch einerseits die Eigenschaften der
+Kugel, welcher doch jene Körper eingeschrieben wurden,
+und anderseits die Entstehungen der regelmässigen, jene
+Körper begrenzenden Vielecke, vor Allem die des Fünfeckes
+dem <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span> nicht ungeläufig sein konnten. Die Construction
+des Letzteren erheischt wiederum die Kenntniss der
+Lehre vom goldenen Schnitt, und diese den Satz vom Quadrate
+der Hypothenuse<a id="noteref_28" name="noteref_28" href="#note_28"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">28</span></span></a>.
+Hat nun <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span> auch selbst
+nichts Neues hinzugefügt, so musste er doch Jenes kennen;
+wenn er nun anderseits sagt: »<span class="tei tei-q">im Construiren hätte ihn
+ Niemand, selbst nicht die Harpedonapten der Aegypter übertroffen</span>«,
+so dürfen wir hieraus mit Sicherheit schliessen,
+dass die geometrischen Kenntnisse der aegyptischen Priester
+bedeutend genug gewesen sein mussten, weil sich <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span>
+sonst kaum gerade über diese Geometer gesetzt hätte.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doch verlassen wir für jetzt die Nachrichten des griechischen
+Alterthums, welche in der Beurtheilung aegyptischer
+Geometrie nur Conjecturen zulassen, und blicken wir nach
+directen Denkmalen aegyptischen Ursprungs, aus denen vielleicht
+Schlüsse gezogen werden könnten auf Wesen und
+Umfang aegyptischer Geometrie.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das Britische Museum bewahrt eine Papyrusrolle,
+welche aus dem Nachlasse des Engländers <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">A. Henry Rhind</span></span>
+stammt, die derselbe nebst anderen werthvollen Rollen in
+Aegypten käufllich an sich gebracht haben dürfte. Der
+erwähnte Papyrus, ein altes Denkmal ägyptischer Mathematik,
+ist, wie es scheint, nicht mit vollster Berechtigung als ein
+<span class="tei tei-pb" id="page19">[pg 19]</span><a name="Pg19" id="Pg19" class="tei tei-anchor"></a>
+»<span class="tei tei-q">mathematisches Handbuch</span>« der alten Aegypter bezeichnet
+worden<a id="noteref_29" name="noteref_29" href="#note_29"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">29</span></span></a>.
+ Der fragliche Papyrus nennt sich selbst eine
+Nachahmung älterer mathematischer Schriften, denn es heisst
+in der Einleitung: »<span class="tei tei-q">Verfasst wurde diese Schrift im Jahre
+dreiunddreissig im vierten Monat der Wasserzeit unter König
+Ra-ā-us, Leben gebend nach dem Muster alter Schriften in
+den Zeiten des Königs …ât vom Schreiber Aahmes verfasst
+die Schrift.</span>«
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nachdem zuerst Dr. <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Birch</span></span><a id="noteref_30" name="noteref_30" href="#note_30"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">30</span></span></a>
+auf diesen mathematischen
+Papyrus durch einen kurzen vorläufigen Bericht aufmerksam
+gemacht hatte, wurde der Gegenstand von dem
+ausgezeichneten Heidelberger Aegyptologen Dr. <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Eisenlohr</span></span>
+einer eingehenden, höchst schwierigen und zeitraubenden
+Untersuchung unterzogen, deren Resultate, was die Uebersetzung
+betrifft, unseren gegenwärtigen Betrachtungen zu
+Grunde liegen. Bezüglich des Alters des Papyrus hat man
+jenes der vorhandenen Abschrift von dem Alter des unbekannten
+Originals zu unterscheiden. Nach der von <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Eisenlohr</span></span>
+gegebenen Vervollständigung der in der erwähnten Einleitung
+auf das Wort König folgenden Lücke, würde der Herrscher,
+unter dessen Regierung das Original entstanden ist, der
+König <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Ra-en-mat</span></span> sein, dessen Regierungszeit <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Lepsius</span></span><a id="noteref_31" name="noteref_31" href="#note_31"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">31</span></span></a>
+auf 2221–2179 v. Chr. G. legt. Da ferner der Name
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Ra-a-us</span></span> in den bis dahin vorhandenen Königslisten nicht
+vorkommt, sah man sich, um die Zeit der Entstehung der
+Abschrift wenigstens annähernd angeben zu können, darauf
+angewiesen, aus der bekannten Sitte der Aegypter die Eigennamen
+der eben herrschenden oder der unmittelbar vorhergegangenen
+Regenten zu gebrauchen, Schlüsse zu ziehen.
+Und da liess der Name <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Aahmes</span></span> des Schreibers, sowie auch
+die (althieratische) Schrift des Papyrus vermuthen, dass derselbe
+um 1700 v. Chr. G. entstanden sein dürfte. Die Vermuthung
+<span class="tei tei-pb" id="page20">[pg 20]</span><a name="Pg20" id="Pg20" class="tei tei-anchor"></a>
+in Bezug auf das Zeitalter der Abschrift hat sich
+nun neueren Forschungen zu Folge vollkommen bestätigt.
+Denn <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Ra-a-us</span></span> wurde als der Hyksoskönig <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Apophis</span></span>
+erkannt, und <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Aahmes</span></span> dürfte seinen Namen von dem, kurze
+Zeit dem Apophis vorhergegangenen Könige <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Amasis</span></span> entlehnt
+haben.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es erscheint so vollkommen sichergestellt, dass unser
+Papyrus aus dem achtzehnten Jahrhundert v. Chr. G. stammt.
+Die Eingangsworte des Papyrus, welche lauten: »<span class="tei tei-q">Vorschrift
+zu gelangen zur Kenntniss aller dunklen Dinge, aller Geheimnisse,
+welche enthalten sind in den Gegenständen</span>«, sowie
+die Anordnung des Stoffes in Arithmetik, Planimetrie und
+Stereometrie, an welche sich ein, verschiedene Beispiele enthaltender
+Theil anschliesst, konnten im ersten Augenblicke
+den Gedanken aufkommen lassen, dass wir es vielleicht mit
+einem Lehrbuche der Mathematik zu thun haben. Der Umstand
+jedoch, dass der Papyrus nur die Zusammenstellung,
+allerdings eine in gewissem Grade systematische Zusammenstellung
+von Aufgaben nebst ihren Lösungen und den zugehörigen
+Proben ist, ohne dass Definitionen oder Lehrsätze
+und Beweise vorkommen würden, liess den Papyrus wiederum
+als eine Aufgabensammlung, als ein Anleitungsbuch für
+Praktiker erscheinen. Man ist noch weiter gegangen, und
+stellte die Ansicht auf, der Autor habe bei Abfassung dieser
+Schrift vorzüglich an Landleute, welchen die Theorie unzugänglich
+war, gedacht. Daraufhin weise nicht nur die Formulirung
+des grössten Theiles der Aufgaben, welche Verhältnisse
+und Bedürfnisse der Landwirthschaft berücksichtigen, sondern
+auch der Schlusssatz des Papyrus, welcher sagt: »<span class="tei tei-q">Fange das
+Ungeziefer und die Mäuse, (vertilge) das verschiedenartige
+Unkraut, bitte Gott <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Ra</span></span> um Wärme, Wind und hohes Wasser</span>«.
+</p>
+<span class="tei tei-pb" id="page21">[pg 21]</span><a name="Pg21" id="Pg21" class="tei tei-anchor"></a>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dass wir es nicht mit einem Handbuche, welches dem
+damaligen Standpunkte der mathematischen Wissenschaften
+in Aegypten entsprechen müsste, zu thun haben, ergibt sich
+nicht nur aus dem schon hervorgehobenen Mangel an Definitionen,
+Lehrsätzen und Beweisen, ja es fehlt selbst jede Erklärung,
+sondern auch aus dem Umstände, dass neben der
+richtigen Lösung einzelner Aufgaben die unrichtigen oder
+unvollendeten Lösungen derselben oder ähnlicher Aufgaben,
+sowie manche Wiederholungen vorkommen. Nur nebenbei
+verweisen wir darauf, dass in einem Handbuche unzweifelhaft
+wenigstens Anklänge an die erste der Wissenschaften des
+Alterthums, an die Astronomie, zu finden sein müssten. Doch
+ist von diesem Theile der Mathematik im Papyrus nicht die
+geringste Spur zu finden. Aufklärungen über den wahren
+Charakter des Originals unseres Papyrus, und eine viele Wahrscheinlichkeit
+besitzende Vermuthung über die Entstehung
+der uns beschäftigenden Abschrift, verdanken wir dem Scharfsinne
+des französischen Aegyptologen Eugène <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Revillout</span></span>.<a id="noteref_32" name="noteref_32" href="#note_32"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">32</span></span></a>
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Bei richtiger Erwägung des Umstandes, dass oft auf ein
+fehlerlos gelöstes Beispiel, falsche Lösungen ähnlicher Beispiele
+folgen, welchen sich dann gewöhnlich eine Reihe von
+Uebungsrechnungen anschliesst, Rechnungen die einem Schulpensum
+in hohem Grade ähnlich sehen, bei Betrachtung der
+Thatsache ferner, wie ein und dasselbe Zahlenbeispiel oft
+einigemal und zwar so behandelt wird, dass der Reihe nach
+die vorkommenden Zahlenwerthe als die berechneten Resultate
+erscheinen, drängt sich uns mit <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Eugène Revillout</span></span> die
+Ueberzeugung auf, dass wir es mit dem Uebungs- oder Aufgabenhefte
+eines Zöglings jener Unterrichtshäuser (a·sbo) zu
+thun haben, wie deren in so manchem Papyrus Erwähnung
+geschieht, und in denen die Schüler, welche später Landwirthe,
+Verwalter, Feldmesser oder Constructeure werden
+<span class="tei tei-pb" id="page22">[pg 22]</span><a name="Pg22" id="Pg22" class="tei tei-anchor"></a>
+wollten, mit den für ihre künftige Laufbahn notwendigen
+Rechnungsoperationen vertraut gemacht wurden. Da dieses
+Schulheft selbstverständlich nicht für die Oeffentlichkeit
+bestimmt sein konnte, so trägt es auch thatsächlich keinen
+Autornamen und keine Jahresangabe; denn, was die in der
+Einleitung bezüglich der Zeitperiode, in welcher das Original
+entstanden sein sollte, gemachte Erwähnung betrifft, so ist
+mehr als wahrscheinlich, dass dieselbe von dem Abschreiber
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Aahmes</span></span> herrührt, welcher das Original einige Jahrhunderte
+nach seiner Entstehung auffand, und dasselbe, der Mathematik
+gewiss ganz unkundig, sammt allen Fehlern abschrieb, zu
+diesen noch neue hinzufügend. Nachdem <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Aahmes</span></span> aus der
+Aehnlichkeit der Schriftart des mathematischen Heftes mit
+der Schrift anderer ihm bekannten Papyri auf das Alter des
+ersteren einen im Ganzen und Grossen nicht unrichtigen
+Schluss gezogen haben mochte, so können wir das Ende,
+vielleicht auch die Mitte des dritten Jahrtausends v. Chr. G.
+als jene Zeit betrachten, in welcher das Original der Abschrift
+entstanden sein dürfte. Ob <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Aahmes</span></span> die Abschrift
+mit der viel versprechenden Einleitung und der zugleich
+praktischen und gottesfürchtigen Schlussregel in der Absicht
+versehen hatte, um sie an irgend einen einfachen aegyptischen
+Landmann um gutes Geld anzubringen, lassen wir dahingestellt,
+und wiederholen nur unsere Uebereinstimmung mit
+der Ansicht, dass das Original des Papyrus neben den von
+einem Lehrer der Mathematik herrührenden Musterbeispielen,
+die sehr oft verunglückten Uebungen eines Schülers enthält,
+eines Schülers überdies, der nicht zu den hervorragenden
+seiner Glasse gehört haben mochte. Und wie kostbar ist
+dennoch dieses altägyptische Schulheft! Wenn wir in aller
+Eile eine Skizze seines Inhaltes vorführen sollen, so
+müssen wir zunächst die sich auf acht Columnen der oben
+<span class="tei tei-pb" id="page23">[pg 23]</span><a name="Pg23" id="Pg23" class="tei tei-anchor"></a>
+erwähnten Einleitung anschliessende Theilung der Zahl 2
+durch die Zahlen von 3 bis 99 erwähnen; jeder auftretende
+Bruch erscheint in zwei bis vier sogenannte
+Stammbrüche, Brüche mit dem Zähler Eins, zerlegt, und sind
+die Nenner der letzteren meist gerade Zahlen mit einer
+grösseren Divisorenanzahl. Im Anschluss an diese Tabelle
+finden wir sechs Beispiele, in denen in Form von Brodvertheilungen
+die Division der Zahlen l, 3, 6, 7, 8 und 9 durch
+die Zahl 10 gelehrt wird, und es folgt hierauf in 17 Beispielen
+die sogenannte Sequem- oder Ergänzungsrechnung,
+in welcher es sich darum handelt, Zahlenwerthe zu finden,
+die mit gegebenen Werthen durch Addition oder Multiplication
+verbunden, andere gegebene Zahlenwerthe liefern. Die nächsten
+15 Beispiele gehören der sogenannten <em class="tei tei-emph"><span style="font-weight: 700">Haurechnung</span></em>
+an, und finden wir in diesem Abschnitte die Lösungen linearer
+Gleichungen mit einer Unbekannten. Zwei weitere, der sogenannten
+<em class="tei tei-emph"><span style="font-weight: 700">Tunnu-</span></em> oder Unterschiedsrechnung angehörige
+Beispiele belehren uns darüber, dass den alten Aegyptern der
+Begriff arithmetischer Reihen nicht fremd war. Es folgen nun
+sieben Beispiele über Volumetrie, ebensoviele über Geometrie
+und fünf Beispiele über Berechnungen von Pyramiden, also
+19 Aufgaben über die wir später noch einige Worte sagen
+müssen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Hieran schliessen sich endlich dreiundzwanzig verschiedenen
+Materien entlehnte, Fragen des bürgerlichen Lebens
+betreffende Beispiele, wie die Berechnung des Werthes von
+Schmuckgegenständen, abermals Vertheilungen von Broden
+oder von Getreide, Bestimmung des auf einen Tag entfallenden
+Theiles eines Jahresertrages, Berechnungen von Arbeitslöhnen,
+Nahrungsmitteln sowie des Futters für Geflügelhöfe.
+Einer besonderen Ankündigung werth erscheinen uns in
+dieser letzten Abtheilung zwei Beispiele; das eine derselben<a id="noteref_33" name="noteref_33" href="#note_33"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">33</span></span></a>
+<span class="tei tei-pb" id="page24">[pg 24]</span><a name="Pg24" id="Pg24" class="tei tei-anchor"></a>
+lässt keinen Zweifel darüber aufkommen, dass den alten
+Aegyptern die Theorie der arithmetischen Progressionen
+vollkommen geläufig war, während wir in dem zweiten<a id="noteref_34" name="noteref_34" href="#note_34"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">34</span></span></a>
+unter der Aufschrift »<span class="tei tei-q">eine Leiter</span>« die geometrische Progression
+von 7 hoch 1 bis 7 hoch 5 nebst deren Summe vorfinden, wobei
+die einzelnen Potenzen eigene Namen: an, Katze, Maus,
+Gerste, Maass zu führen scheinen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nicht unbemerkt lassen wir endlich die in den Haurechnungen
+auftretende Benützung mathematischer Zeichen;
+so nach links oder rechts ausschreitender Beine für Addition
+und Subtraction, drei horizontale Pfeile für Differenz, sowie
+endlich ein besonderes, dem unseren nicht unähnliches
+Gleichheitszeichen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aus dem geometrischen Theile heben wir zunächst, der
+Anordnung des Papyrus nicht folgend, die Flächenberechnungen
+von Feldern hervor. Die vorkommenden Beispiele
+beziehen sich auf quadratische, rechteckige, kreisrunde und
+trapezförmige Felder, deren Flächeninhalte aus ihren Längenmaassen
+bestimmt werden. Nachdem in den Aufgaben über
+die Berechnung des Fassungsvermögens von Fruchtspeichern
+mit quadratischer Grundfläche diese letztere gefunden wird
+durch Multiplication der Maasszahl der Seite mit sich selbst,
+kann es gar keinem Zweifel unterliegen, dass auch die Fläche
+des Rechteckes durch Multiplication der Maasszahlen zweier
+zusammenstossender Seiten erhalten wurde, da die Erkenntniss
+der Richtigkeit der einen Bestimmungsart, jene der Richtigkeit
+der anderen involvirt.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Schon die Betrachtung solcher Proportionalmaassstäbe,
+wie wir sie im Grabe <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Belzoni</span></span> bemerken konnten, hätte
+die alten Aegypter, die mit Gleichungen und arithmetischen
+Reihen umzugehen wussten, auf die Bestimmung der Fläche
+eines Rechteckes aus seinen beiden Seitenlängen mit Nothwendigkeit
+<span class="tei tei-pb" id="page25">[pg 25]</span><a name="Pg25" id="Pg25" class="tei tei-anchor"></a>
+führen müssen, und werden wir uns durch den
+Umstand, dass im Papyrus der diesbezüglichen Aufgabe eine
+zu ihr nicht gehörige Lösung beigefügt ist, durchaus nicht
+beirren lassen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Von hohem Interesse ist die, an mehreren Stellen des
+Papyrus vorkommende Methode der Flächenberechnung eines
+Kreises, welche zeigt, dass die alten Aegypter mit ziemlicher
+Annäherung den Kreis zu quadriren wussten, in der That zu
+quadriren, weil sie aus dem Durchmesser eine Länge ableiten,
+welche als Seite ein Quadrat liefert, dessen Fläche jener des
+Kreises gleichgesetzt wurde. Da sie acht Neuntel des Durchmessers
+zur Seite jenes Quadrates machten, so entspricht dies
+einem Werthe der Ludolphischen Zahl, welcher dem richtigen
+Werthe gegenüber um nicht ganz zwei Hundertstel (um
+0,018901) zu hoch gegriffen erscheint; für das dritte Jahrtausend
+v. Chr. G. und im Vergleiche zu dem Werth π = 3
+der Babylonier, und noch mehr im Vergleiche zu dem Werthe
+π = 4 späterer römischer Geometer, jedenfalls eine nicht zu
+unterschätzende Annäherung an den richtigen Werth.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Eine Aufgabe behandelt die Flächenbestimmung des
+Dreieckes, wobei das Resultat als das Product zweier Seitenlängen
+gefunden wird. Die hier beigefügte Figur<a id="noteref_35" name="noteref_35" href="#note_35"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">35</span></span></a>, welche
+in Wirklichkeit ein ungleichseitiges langgestrecktes Dreieck
+darstellt, kann ebensowohl als die verfehlte Zeichnung eines
+rechtwinkligen wie auch eines gleichschenkligen Dreieckes
+betrachtet werden.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Letztere Annahme ist von <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Eisenlohr</span></span> gemacht und
+von <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Cantor</span></span><a id="noteref_36" name="noteref_36" href="#note_36"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">36</span></span></a>
+acceptirt worden. Darnach würde sich die
+Methode der Dreiecksberechnung der alten Aegypter nur als
+eine Näherungsmethode darstellen, und ist auch von beiden
+genannten Gelehrten der begangene, in diesem Falle in der
+That nicht bedeutende Fehler ermittelt worden.
+</p>
+<span class="tei tei-pb" id="page26">[pg 26]</span><a name="Pg26" id="Pg26" class="tei tei-anchor"></a>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wir sind dagegen mit Revillout anderer Meinung.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit Rücksicht auf den von uns klar erkannten Charakter
+des Originales des Papyrus als eines sehr ungenauen Collegienheftes,
+dessen Rechnungen ebensosehr wie die vorkommenden
+Zeichnungen von der Mittelmässigkeit seines
+Zusammenstellers beredtes Zeugniss ablegen, zweifeln wir
+keinen Augenblick, dass die fragliche Figur ein rechtwinkliges
+Dreieck vorzustellen hatte. Die mangelhafte Schülerzeichnung
+ist durch den Copisten <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Aahmes</span></span> nur noch
+schlechter geworden. Dass ein rechtwinkliges Dreieck gemeint
+sein soll, erkennt man übrigens auch aus dem Umstande,
+dass in der Figur die Maasszahlen der multiplicirten Seiten
+bei den Schenkeln des, vom rechten Winkel nur wenig differirenden
+Winkels angesetzt sind, wo doch, wenn es sich hätte
+um ein gleichschenkliges Dreieck handeln sollen die Maasszahl
+der Schenkel in der Figur gewiss bei beiden Schenkeln zu
+finden wäre. Dieselben Gründe bestimmen uns zu der
+Annahme, dass die im Papyrus befindliche Flächenberechnung
+eines Trapezes eine vollkommen richtige ist, indem es sich
+auch hier nur um ein Trapez handeln kann, dessen zwei
+parallelen Seiten auf einer der nicht parallelen Seiten senkrecht
+stehen. Und warum sollten denn die alten Aegypter
+nicht die richtige Art der Flächenberechnung auch beliebiger
+Dreiecke gekannt haben?
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Konnte man einmal die Fläche eines Rechteckes genau
+bestimmen, so musste sich durch einfache Anschauung eines,
+durch eine Diagonale zerlegten Rechteckes, von selbst die
+Regel zur Flächenbestimmung des rechtwinkligen Dreieckes
+ergeben; und wurde nun ein beliebiges schiefwinkliges
+Dreieck durch ein Höhenperpendikel in zwei rechtwinklige
+zerlegt, so war nichts leichter als die allgemeine Regel zur
+Bestimmung der Dreieckfläche aus Basis und Höhe (<span class="tei tei-foreign">tepro</span>
+<span class="tei tei-pb" id="page27">[pg 27]</span><a name="Pg27" id="Pg27" class="tei tei-anchor"></a>
+und <span class="tei tei-foreign">merit</span>) zu entwickeln. Dass die Gewinnung des Höhenperpendikels
+sowohl bei Constructionen als auch auf dem
+Felde den alten Aegyptern nicht unmöglich war, folgt zunächst
+aus der grossen Bedeutung der Winkelmaasses (<span class="tei tei-foreign">hapt</span>) für alle
+Operationen der praktischen Geometer Aegyptens. Nicht nur,
+dass wir in vielen aegyptischen Documenten das Winkelmaass
+erwähnt finden, sieht man auch Könige abgebildet, das Winkelmaass
+in der Hand, welches von ihnen vielleicht in derselben
+Weise durch symbolische Benützung geehrt wurde, wie der
+Kaiser von China alljährlich einmal den Pflug zu führen
+pflegt. Ein solches Winkelmaass sieht man übrigens auch auf
+einem Wandgemälde abgebildet, das eine Schreinerwerkstätte
+darstellt,<a id="noteref_37" name="noteref_37" href="#note_37"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">37</span></span></a>
+und es unterliegt keinem Zweifel, dass dasselbe
+ebensowohl zur Anlegung rechter Winkel als zum Fällen von
+Senkrechten benützt worden ist. Aber auch auf freiem Felde
+musste den Aegyptern die Construction rechter Winkel geläufig
+sein; sowohl die Pyramiden als auch die aegyptischen
+Tempel sind vollkommen orientirt, und wurde, wie uns alte
+Inschriften<a id="noteref_38" name="noteref_38" href="#note_38"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">38</span></span></a>
+belehren, die Orientirung in festlicher Weise
+vom Könige unter Beihilfe der Bibliotheksgöttin <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Safech</span></span> vollzogen,
+mit den Worten: »<span class="tei tei-q">Ich habe gefasst den Holzpflock und
+den Stiel des Schlägels, ich halte den Strick gemeinschaftlich
+mit der Göttin <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Safech</span></span>. Mein Blick folgt dem Gange der
+Gestirne. Wenn mein Auge an dem Sternbilde des grossen
+Bären angekommen ist, und erfüllt ist der mir bestimmte
+Zeitabschnitt der Zahl der Uhr, so stelle ich auf die Eckpunkte
+Deines Gotteshauses.</span>«
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+In welchem Maasse bei diesen Operationen die von
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Demokritos</span></span> so hochgestellten <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Harpedonapten</span></span> oder
+Seilspanner betheiligt waren, hat <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Cantor</span></span><a id="noteref_39" name="noteref_39" href="#note_39"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">39</span></span></a> in höchst
+scharfsinniger Weise zu beleuchten versucht, und es erscheint
+auch uns wahrscheinlich, dass sich die alten Aegypter beim
+<span class="tei tei-pb" id="page28">[pg 28]</span><a name="Pg28" id="Pg28" class="tei tei-anchor"></a>
+Construiren rechter Winkel sowie beim Fällen von Senkrechten
+auf dem Felde, der Thatsache bedienten, dass der
+eine Winkel in einem, die Seitenlängen drei, vier und fünf
+besitzenden Dreiecke, ein rechter Winkel sein müsse. Musste
+ja doch dieser Satz seit unvordenklichen Zeiten auch den
+Chinesen bekannt sein, da wir ihn in der bei ihnen so
+berühmten Schrift <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Tschiu-pī</span></span> finden, welche mehrere Jahrhunderte
+v. Chr. G. entstanden, auf den Kaiser <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Tschīu-Kung</span></span>
+also in das Jahr 1100 v. Chr. G. etwa zurückgeführt
+wird.<a id="noteref_40" name="noteref_40" href="#note_40"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">40</span></span></a>
+Uebrigens konnten directe Messungsversuche an
+diagonalen Linien in den Proportionalmaassstäben sowohl zu
+dem erwähnten als auch noch zu anderen rechtwinkligen
+Dreiecken mit rationalen Seitenlängen geführt haben, und
+scheint uns die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass der
+berühmte und berüchtigte Satz des <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Pythagoras</span></span> über die
+Quadrate der Katheten und der Hypothenuse einer eingehenden
+Untersuchung solcher Proportionalmaassstäbe entsprungen
+ist.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wenn wir nun einerseits behaupten, dass die alten
+Aegypter nicht nur die Fläche des Kreises, des Quadrates,
+des Rechteckes, des rechtwinkligen sowie des schiefen Dreieckes,
+und unter Zuhilfenahme der Zerlegungen auch die
+Flächen beliebiger Polygone theoretisch genau zu bestimmen
+im Stande waren, mit Ausnahme der auch für uns eine solche
+bildenden Kreisfläche, so muss doch anderseits zugestanden
+werden, dass man sich bei praktischen Anwendungen mit
+Näherungen begnügte, welche im Laufe der Zeiten so ausarteten,
+dass der Gebrauch falscher Regeln ein allgemeiner
+wurde.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Am linken Nilufer in der Mitte zwischen <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Theben</span></span> und
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Assuan</span></span> liegt <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Edfu</span></span>, das alte <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Appollinopolis Magna</span></span>
+mit einem stattlichen Tempelbau aus den Zeiten der Ptolomäer.
+<span class="tei tei-pb" id="page29">[pg 29]</span><a name="Pg29" id="Pg29" class="tei tei-anchor"></a>
+Der Tempel, hauptsächlich dem Gotte <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Horus</span></span> geweiht,
+ist mit einer freistehenden Umfassungsmauer umgeben,<a id="noteref_41" name="noteref_41" href="#note_41"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">41</span></span></a>
+deren Ostseite zwischen dem Brunnenthore und dem östlichen
+Pylonflügel eine Inschrift trägt, welche uns auf acht
+Feldern und in hundertvierundsechzig Columnen<a id="noteref_42" name="noteref_42" href="#note_42"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">42</span></span></a> eine
+Schenkungsurkunde des Königs <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Ptolomäus XI. Alexander
+ I.</span></span> (mit dem Beinamen <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Philometor</span></span>) bekannt gibt. Das
+Geschenk, welches hier <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Horus</span></span> und den übrigen Göttern von
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Edfu</span></span> verliehen wird, besteht aus einer Anzahl von meist
+viereckigen Aeckern, deren vier Seitenlängen nebst Flächeninhalten
+angegeben erscheinen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Da jeder der vorkommenden Flächeninhalte identisch
+ist mit dem Producte der arithmetischen Mittel der beiden
+Gegenseitenpaare, so wurde nach <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Lepsius</span></span> die Vermuthung
+aufgestellt, die alten Aegypter hätten, um Vierecke bei der
+Flächenbestimmung annähernd wie Rechtecke behandeln zu
+können, den Unterschied der Gegenseiten dadurch auszugleichen
+gesucht, dass sie die arithmetischen Mittel derselben
+in Rechnung zogen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Bei sehr vielen der in der <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Edfu</span></span>er Schenkungsurkunde
+vorkommenden Vierecke ist der Unterschied je zweier Gegenseiten
+entweder Null oder verhältnissmässig so klein, dass
+man den betreffenden Vierecken eine vom Rechtecke wenig
+verschiedene Gestalt beilegen kann, und die erhaltenen Resultate
+somit eine ziemliche Annäherung an den richtigen
+Flächenwerth darstellen dürften, nach dem man mit Rücksicht
+auf die bei <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Sesostris</span></span> bemerkte Eintheilung des Landes
+in Rechtecke voraussetzen darf, gerade diese oder eine ihr
+zunächst kommende Form der Felder sei die auch damals
+schon beliebte gewesen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doch kommen auch Vierecke vor, wo der Längenunterschied
+der Gegenseiten ein bemerkenswerther ist; ja es werden
+<span class="tei tei-pb" id="page30">[pg 30]</span><a name="Pg30" id="Pg30" class="tei tei-anchor"></a>
+auch Dreiecke als Vierecke mit einer verschwindenden Seite
+behandelt, so dass der begangene Fehler in manchen Fällen
+ein nicht unbedeutender ist.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nur nebenbei bemerken wir, dass man dieselbe unrichtige
+Flächenformel für das Viereck erhält, wenn man dasselbe
+zunächst durch eine Diagonale in zwei Dreiecke zerlegt,
+auf jedes dieser Dreiecke die unrichtige Flächenformel,
+die den Inhalt als das halbe Product der beiden Seiten liefert,
+anwendet, die beiden so erhaltenen Dreiecksflächen addirt
+und dann aus dieser Summe und jener, welche man bei dem
+ähnlichen Vorgange durch Zerlegung mittelst der zweiten
+Diagonale erhält, das arithmetische Mittel construirt.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nimmt man mit <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Eisenlohr</span></span> und <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Cantor</span></span> an, dass die
+Aegypter die Dreiecksfläche wirklich dem halben Producte
+zweier Seiten gleichsetzten, so steht man vor der Frage,
+warum nicht in derselben Art die Flächen der in der <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Edfu</span></span>er
+Schenkungsurkunde auftretenden Dreiecke bestimmt erscheinen?
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Uebrigens wolle man sich darüber nicht wundern, dass
+es überhaupt möglich war, die Flächenberechnungen im
+praktischen Leben nach einer so falschen Methode durchzuführen.
+Wissen wir doch, dass im Alterthume, zur Zeit
+<span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Platon</span></span>s, einer der gebildetsten Männer, einer der
+hervorragendsten Geschichtschreiber, dass <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Thukydides</span></span><a id="noteref_43" name="noteref_43" href="#note_43"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">43</span></span></a> in seiner
+Unkenntniss der Beziehung zwischen Flächeninhalt und Umfang,
+die Fläche einer Insel nach der zu ihrer Umschiffung
+nothwendigen Zeit zu bestimmen suchte; in der Geometrie
+<span id="a:g" class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Gerbert</span></span>'s,<a id="noteref_44" name="noteref_44" href="#note_44"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">44</span></span></a>
+des nachmaligen Papstes <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Silvester II.</span></span>
+finden wir, 1000 Jahre nach Chr. G., die Fläche eines gleichschenkligen
+Dreieckes durch Multiplication des Schenkels
+mit der halben Basis berechnet, wo doch schon <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Hero von
+</span><span class="tei tei-pb" id="page31">[pg 31]</span><a name="Pg31" id="Pg31" class="tei tei-anchor"></a><span style="font-weight: 700">
+Alexandrien</span></span><a id="noteref_45" name="noteref_45" href="#note_45"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">45</span></span></a>
+1100 Jahre früher die richtige Formel
+für diese Berechnung kennt.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wir berühren diese Thatsachen, und könnten noch eine
+ganze Reihe ähnlicher Beispiele anführen, nur um zu zeigen,
+wie übereilt es wäre, aus den oft nur schwache Annäherungen
+liefernden Berechnungen der <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Edfu</span></span>er Schenkungsurkunde
+schliessen zu wollen, die richtigen Methoden seien
+den in die Wissenschaften eingeweihten aegyptischen Priestern
+nicht bekannt gewesen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doch zurück zum Papyrus <em class="tei tei-emph"><span style="font-weight: 700">Rhind</span></em>.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wir übergehen die Inhaltsbestimmungen von Fruchthäusern,
+bei denen der Inhalt durch Multiplication einer
+Fläche mit einer Länge bestimmt wird, weil wir es für
+müssig halten, Erörterungen darüber anzustellen, welche
+Flächen und Längen hiebei gemeint sind, so lange uns über
+die Form jener Fruchthäuser oder Speicher nichts bekannt
+ist.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dagegen erwecken die im Papyrus vorkommenden Pyramiden-Berechnungen
+das höchste Interesse, besonders nach
+den glänzenden Untersuchungen, welchen <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Revillout</span></span>
+diesen Gegenstand unterzogen hat, und deren Resultate wir,
+entgegen der von <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Eisenlohr</span></span> ausgesprochenen und auch
+von <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Lepsius</span></span><a id="noteref_46" name="noteref_46" href="#note_46"><span class="tei tei-noteref"><span style="font-size: 60%; vertical-align: super">46</span></span></a>
+acceptirten Ansicht als solche betrachten,
+welche in einfacher und natürlicher Weise die sogenannte
+<em class="tei tei-emph"><span style="font-weight: 700">Seket</span></em>-Rechnung der alten Aegypter beleuchten.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es wird in diesen Rechnungen die Böschung der Seitenflächen
+einer quadratischen Pyramide dadurch fixirt, dass
+jener Theil der Länge eines der beiden gleichlangen Schenkel
+des Winkelmaasses berechnet wird, der sich zur Länge des
+anderen Schenkels so verhält, wie die halbe Länge der Basisseite
+der quadratischen Pyramide zur Höhe derselben.
+</p>
+<span class="tei tei-pb" id="page32">[pg 32]</span><a name="Pg32" id="Pg32" class="tei tei-anchor"></a>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Zu dem Behufe war der eine der beiden Schenkel des
+Winkelmaasses in eine gewisse Anzahl gleich grosser Theile
+getheilt, während der andere Schenkel, der Pyramidenhöhe
+entsprechend, und als Einheit betrachtet, ungetheilt blieb.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Um nun den sogenannten <em class="tei tei-emph"><span style="font-weight: 700">Seket</span></em> zu bestimmen, wurde
+die halbe Länge der Basisseite durch die Pyramidenhöhe
+dividirt und mit dem erhaltenen Quotienten die Anzahl der
+Theile des horizontalen, getheilten Schenkels des Winkelmaasses
+multiplicirt.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war somit der Seket (welcher in derselben Art für
+einen geraden Kreiskegel aus dem Durchmesser der Basis
+und der Höhe bestimmt erscheint) als Verhältniss aufgefasst,
+die goniometrische Cotangente des Neigungswinkels der Seitenfläche
+der Pyramide, respective der Kegelkante zur Basis.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wenn wir selbstverständlich weit davon entfernt sind,
+hierin vielleicht Anfänge der Trigonometrie sehen zu wollen,
+so erkennen wir doch anderseits, dass den alten Aegyptern
+auch die Lehre proportionaler Linien, wenigstens in ihren
+Anwendungen, bekannt gewesen sein musste, und erscheint
+uns auch der am Eingange erwähnte Ausspruch über die
+dem Milesier <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Thales</span></span> zugeschriebene Höhenmessung der
+Pyramiden als ein ganz glaubwürdiger, wenn wir sehen, wie
+im Papyrus von den drei Werthen: Basis, Höhe, Seket, jeder
+aus den beiden anderen berechnet erscheint.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fassen wir nun die Ergebnisse unserer Betrachtungen
+zusammen, so müssen wir aus der quellenmässig erwiesenen
+grossen Bewunderung, welche die ausgesprochen geometrisch
+hochentwickelten Griechen den aegyptischen Geometern rückhaltlos
+zollten, wir müssen aus der unanfechtbaren Thatsache,
+dass griechische Geometer den Grund zu ihren Kenntnissen
+und Entdeckungen in Aegypten suchten und fanden,
+wir müssen im Hinblicke auf das, aus der nun vollends
+<span class="tei tei-pb" id="page33">[pg 33]</span><a name="Pg33" id="Pg33" class="tei tei-anchor"></a>
+entzifferten[42] <span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">Edfu</span></span>er Schenkungsurkunde sich mit Sicherheit
+ergebende ausgebreitete und fest organisirte Katasterwesen
+der alten Aegypter, welches zugleich mit den zahlreichen,
+dem öffentlichen Leben dienenden Land- und
+Wasserbauten auf eine verhältnissmässig bedeutend entwickelte
+Vermessungskunde hinweist, wir müssen endlich
+aus dem von uns besprochenen Papyrus, der sich als eine
+ungenaue Abschrift eines mangelhaften, aus dem dritten Jahrtausend
+vor Chr. G. stammenden, mathematischen Collegien- oder
+Aufgabenheftes erweist, und aus dessen Vorhandensein
+sich fast mit Gewissheit auf damals existirende, neben den
+Regeln auch ihre Ableitungen enthaltende Lehrbücher
+schliessen lässt, wir können und müssen aus allen diesen
+Umständen den allgemeinen Schluss ziehen, dass bereits drei
+Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung sowohl die arithmetischen,
+als auch die geometrischen Kenntnisse der Aegypter,
+einen für dieses Zeitalter bedeutenden Grad der Entwicklung
+besassen.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Insbesondere können wir in jenen fernen Zeiten eine
+staunenswerth weitgehende Annäherung bei der Berechnung
+der Kreisfläche beobachten, wir finden mit vollständiger
+Sicherheit richtige Flächenbestimmungen des Quadrates,
+Rechteckes und des rechtwinkligen Dreieckes; höchst wahrscheinlich
+auch richtige Bestimmungen der Flächen schiefwinkliger
+Dreiecke und Vierecke, welche im praktischen
+Leben durch leichter zu handhabende Annäherungsformeln
+ersetzt wurden; wir sehen Bestimmungen des Rauminhaltes
+durch ihre Dimensionen gegebener Körper und erkennen die
+Anfänge der Aehnlichkeitslehre.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Was das geometrische Zeichnen betrifft, so kennen wir
+schon die Construction der früher beobachteten regelmässigen
+Figuren und dürfen weiter vermuthen, dass die Anlegung
+<span class="tei tei-pb" id="page34">[pg 34]</span><a name="Pg34" id="Pg34" class="tei tei-anchor"></a>
+rechter Winkel und das Fällen von Senkrechten sowohl
+mittelst des Winkelmaasses als auch mittelst rationaler rechtwinkliger
+Dreiecke bekannt, und die Zerlegung gegebener
+Flächen behufs ihrer Inhaltbestimmung in allgemeiner Verwendung
+war.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Gewiss werden auch theoretische Resultate bekannt
+gewesen sein; so die Hälftung des Kreises durch seinen
+Durchmesser, die sich aus der besprochenen Seketrechnung
+von selbst ergebende Winkelgleichheit an der Basis gleichschenkliger
+Dreiecke und gleichseitiger quadratischer Pyramiden,
+und wohl noch manches Andere.
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Möge es gelingen, durch Auffindung neuer, sowie durch
+Entzifferung der, noch ihrer Erklärung harrenden Denkmale
+und Schriften, von welchen letzteren, Dank der hohen Munificenz
+des Erlauchten Curators unserer Akademie, auch Wien
+eine imposante Zahl aufweisen kann, möge es so gelingen
+noch weitere Anhaltspunkte für die Kenntniss der mathematischen
+Thätigkeit des uns bekannten ältesten Culturvolkes,
+der Aegypter zu gewinnen!
+</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Diesen unseren Wunsch theilen gewiss Alle, denen die
+Erforschung der Culturgeschichte des menschlichen Geschlechtes
+nicht ohne Wichtigkeit erscheint!
+</p>
+ </div>
+ <div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em">
+ <dl class="tei tei-list-footnotes"><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_1" name="note_1" href="#noteref_1">1.</a></dt><dd class="tei tei-notetext"><span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Herodot</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Reisebericht</span></span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">II, 109</span></span>.</dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_2" name="note_2" href="#noteref_2">2.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Isokrates</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Busiris</span></span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">c. 9.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_3" name="note_3" href="#noteref_3">3.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+<span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-title"><em class="tei tei-emph"><span style="font-style: italic; font-weight: 700">Platonis</span></em><span style="font-style: italic"> Phaedrus</span></span>,
+ ed. <span class="tei tei-editor">Ast.</span>
+ <span class="tei tei-biblScope">I. p. 246.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_4" name="note_4" href="#noteref_4">4.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Aristoteles</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Metaph. I</span></span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">1.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_5" name="note_5" href="#noteref_5">5.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Diodor</span></span>, <span class="tei tei-biblScope">I, 69</span></span>.</dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_6" name="note_6" href="#noteref_6">6.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ Herodot l. c.</dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_7" name="note_7" href="#noteref_7">7.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-title"><em class="tei tei-emph"><span style="font-style: italic; font-weight: 700">Heronis Alexandr.</span></em><span style="font-style: italic"> geom. et stereom. reliquiae</span></span>,
+ ed. <span class="tei tei-editor">Hultsch.</span>
+ <span class="tei tei-biblScope">p. 138.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_8" name="note_8" href="#noteref_8">8.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Diodor</span></span>, <span class="tei tei-biblScope"> I, 81.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_9" name="note_9" href="#noteref_9">9.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Strabon</span></span>, ed. <span class="tei tei-editor">Meinike</span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">lib. XVII, C. 787, p. 1098.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_10" name="note_10" href="#noteref_10">10.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-title"><em class="tei tei-emph"><span style="font-style: italic; font-weight: 700">Eudemi Rhodii</span></em><span style="font-style: italic"> Peripatetici fragmenta quae
+ supersunt</span></span>.
+ ed. <span class="tei tei-editor">L. Spengel.</span>
+ <span class="tei tei-biblScope">Berlin 1870.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_11" name="note_11" href="#noteref_11">11.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"></span><span class="tei tei-title"><em class="tei tei-emph"><span style="font-style: italic; font-weight: 700">Procl.</span></em><span style="font-style: italic"> comment.</span></span>
+ ed. <span class="tei tei-editor">Rasil.</span>
+ <span class="tei tei-biblScope">p. 19;</span></span>
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"></span><span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Barocius</span></span>
+ <span class="tei tei-biblScope">p. 37.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_12" name="note_12" href="#noteref_12">12.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Isokrates</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Busiris</span></span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">cap. 11.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_13" name="note_13" href="#noteref_13">13.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Strabon</span></span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">XIV, 1. 16.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_14" name="note_14" href="#noteref_14">14.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Porphyrius</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">De vita Pythagorae</span></span>
+ <span class="tei tei-biblScope">cap. 7;</span></span>
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Diogenes Laertius</span></span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">VIII, 3.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_15" name="note_15" href="#noteref_15">15.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Diodor</span></span>, <span class="tei tei-biblScope">I, c. 96.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_16" name="note_16" href="#noteref_16">16.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Proklos</span></span>, ed. <span class="tei tei-editor">Friedlein</span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">250, 299, 352, 157.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_17" name="note_17" href="#noteref_17">17.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Diogenes Laertius</span></span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">I, 27.</span></span>
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Plinius</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Hist. nat.</span></span>
+ <span class="tei tei-biblScope">XXXVI, 12, 17.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_18" name="note_18" href="#noteref_18">18.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Plutarch</span></span>, ed. <span class="tei tei-editor">Didot.</span>
+ <span class="tei tei-biblScope">Vol. 2, III, p. 174.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_19" name="note_19" href="#noteref_19">19.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Diogenes Laertius</span></span>
+ <span class="tei tei-biblScope">I, 24–25.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_20" name="note_20" href="#noteref_20">20.</a></dt><dd class="tei tei-notetext"><span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Montucla</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Hist. d. math.</span></span>
+ <span class="tei tei-biblScope">2. édit. t. I, p. 49.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_21" name="note_21" href="#noteref_21">21.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Bretschneider</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Die Geometrie und die Geometer vor Euklides</span></span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">p. 11.</span></span>
+Dem Werke Bretschneiders, sowie jenem <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Cantor</span></span>'s:
+ <span id="t:c" class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Vorlesungen über Geschichte
+ der Mathematik</span></span></span>, sind die grundlegenden Gedanken entnommen.</dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_22" name="note_22" href="#noteref_22">22.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Clemens Alexandrinus</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Stromata</span></span>,
+ ed. <span class="tei tei-editor">Potter</span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">I, 357.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_23" name="note_23" href="#noteref_23">23.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Theon Smyrnaios</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">lib. de astron.</span></span>
+ ed. <span class="tei tei-editor">Martin</span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">p. 272.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_24" name="note_24" href="#noteref_24">24.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Prisse d'Avennes</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Hist. de l'art Egypt. d'après les monuments.</span></span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_25" name="note_25" href="#noteref_25">25.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Wilkinson</span></span>,
+ <span id="t:w" class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Manners and customs of the ancient Egyptians</span></span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">III, p. 313.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_26" name="note_26" href="#noteref_26">26.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Cicero</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">De finibus bonorum ed malorum</span></span>
+ <span class="tei tei-biblScope">I, 6, 20.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_27" name="note_27" href="#noteref_27">27.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Diogenes Laertius</span></span>
+ <span class="tei tei-biblScope">IX, 47.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_28" name="note_28" href="#noteref_28">28.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Cantor</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Vorlesungen über Geschichte der Mathematik</span></span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">I, p. 144–159</span>
+ (<span class="tei tei-pubPlace">Leipzig</span> <span class="tei tei-date">1880</span>).</span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_29" name="note_29" href="#noteref_29">29.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Eisenlohr</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Ein math. Handbuch der alten Aegypter</span></span>.
+ <span class="tei tei-pubPlace">Leipzig</span> <span class="tei tei-date">1877</span>.</span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_30" name="note_30" href="#noteref_30">30.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Birch</span></span>, in Lepsius'
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Zeitschrift für ägypt. Sprache und Alterthum</span></span>,
+ <span class="tei tei-date">1868</span>, <span class="tei tei-biblScope">p. 108.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_31" name="note_31" href="#noteref_31">31.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Lepsius</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">ägypt. Zeitschrift</span></span>,
+ <span class="tei tei-date">1871</span>, <span class="tei tei-biblScope">p. 63.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_32" name="note_32" href="#noteref_32">32.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Revillout, Eugène</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Revue Egyptologique</span></span>,
+ <span class="tei tei-date">1881</span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">Nr. II et III, p. 304.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_33" name="note_33" href="#noteref_33">33.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Eisenlohr</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Ein math. Handbuch der alten Aegypter</span></span>.
+ <span class="tei tei-biblScope">Nr. 64.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_34" name="note_34" href="#noteref_34">34.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ ibid. Nr. 79.</dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_35" name="note_35" href="#noteref_35">35.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ ibid. p. 125.</dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_36" name="note_36" href="#noteref_36">36.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Cantor</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Vorlesungen aus der Geschichte der Mathematik</span></span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">I, p. 49.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_37" name="note_37" href="#noteref_37">37.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Wilkinson</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Manners and customs u. s. w.</span></span>
+ <span class="tei tei-biblScope">III., p. 144.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_38" name="note_38" href="#noteref_38">38.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Brugsch</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Ueber Bau und Maasse des Tempels von </span><span class="tei tei-name"><span style="font-style: italic; font-weight: 700">Edfu</span></span></span>
+ (<span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Zeitschrift für ägypt. Sprache u. Alterth.</span></span>
+ <span class="tei tei-biblScope">Bd. VIII.</span>)</span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_39" name="note_39" href="#noteref_39">39.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Cantor</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Vorlesungen u. s. w.</span></span>
+ <span class="tei tei-biblScope">I, p. 55.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_40" name="note_40" href="#noteref_40">40.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Éd. Biot</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Journal Asiatique</span></span>,
+ <span class="tei tei-pubPlace">Paris</span> <span class="tei tei-date">1841</span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">I. Sem. p. 593.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_41" name="note_41" href="#noteref_41">41.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Lepsius</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Ueber eine hieroglyphische Inschrift am Tempel von </span><span class="tei tei-name"><span style="font-style: italic; font-weight: 700">Edfu</span></span></span>.
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Abhandlung d. Acad. d. Wiss. in Berlin</span></span>,
+ <span class="tei tei-date">1855</span>, <span class="tei tei-biblScope">p. 69.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_42" name="note_42" href="#noteref_42">42.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Brugsch</span></span>, <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Thesaurus III</span></span>,
+ <span class="tei tei-pubPlace">Leipzig</span> <span class="tei tei-date">1884.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_43" name="note_43" href="#noteref_43">43.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Thukydides</span></span>,
+ ed. <span class="tei tei-editor">Rothe</span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">VI. 1.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_44" name="note_44" href="#noteref_44">44.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"></span> ed. <span class="tei tei-editor">Olleris</span>,
+ <span class="tei tei-biblScope">Cap. LXX. p. 460.</span></span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_45" name="note_45" href="#noteref_45">45.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+<span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-title"><em class="tei tei-emph"><span style="font-style: italic; font-weight: 700">Heronis Alexandrini</span></em><span style="font-style: italic"> geometricorum et stereometricorum reliquiae</span></span>
+ (ed. <span class="tei tei-editor">Hultsch</span>,
+ <span class="tei tei-pubPlace">Berlin</span> <span class="tei tei-date">1864</span>).</span></dd><dt class="tei tei-notelabel"><a id="note_46" name="note_46" href="#noteref_46">46.</a></dt><dd class="tei tei-notetext">
+ <span class="tei tei-bibl"><span class="tei tei-author"><span style="font-variant: small-caps">Lepsius</span></span>,
+ <span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Ueber die 6palmige grosse Elle von 7 kleinen Palmen Länge
+ in dem »math. Handbuche« von Eisenlohr</span></span>.
+ (<span class="tei tei-title"><span style="font-style: italic">Zeitschrift f. äg. Sp.</span></span>
+ <span class="tei tei-date">1884.</span> <span class="tei tei-biblScope">1. Heft.)</span></span></dd></dl>
+ </div>
+ </div>
+
+ <div class="tei tei-back" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 6.00em">
+ <div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em">
+ <div id="pgfooter" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 4.00em; margin-top: 4.00em"><pre class="pre tei tei-div" style="margin-bottom: 3.00em; margin-top: 3.00em">***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK UEBER DIE GEOMETRIE DER ALTEN AEGYPTER.***
+</pre><hr class="doublepage" /><div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 3.00em; margin-top: 3.00em"><a name="rightpageheader1" id="rightpageheader1"></a><a name="pgtoc2" id="pgtoc2"></a><a name="pdf3" id="pdf3"></a><h1 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 3.46em; margin-top: 3.46em"><span style="font-size: 173%">Credits</span></h1><table summary="This is a list." class="tei tei-list" style="margin-bottom: 1.00em; margin-top: 1.00em"><tbody><tr><th class="tei tei-label tei-label-gloss">March 13, 2008  </th></tr><tr><td class="tei tei-item"><table summary="This is a list." class="tei tei-list" style="margin-bottom: 1.00em; margin-top: 1.00em"><tbody><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item">Project Gutenberg TEI edition 01</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><span class="tei tei-respStmt"><span class="tei tei-name"><span style="font-weight: 700">R. Stephan</span></span></span></td></tr></tbody></table></td></tr></tbody></table></div><hr class="doublepage" /><div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 3.00em; margin-top: 3.00em"><a name="rightpageheader4" id="rightpageheader4"></a><a name="pgtoc5" id="pgtoc5"></a><a name="pdf6" id="pdf6"></a><h1 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 3.46em; margin-top: 3.46em"><span style="font-size: 173%">A Word from Project Gutenberg</span></h1><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">This file should be named
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+ work.</span></em></p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">To protect the Project Gutenberg™ mission of promoting the free
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+ at <a href="http://www.gutenberg.org/license" class="tei tei-xref">http://www.gutenberg.org/license</a>).</p><div id="pglicense1" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h2 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.88em; margin-top: 2.88em"><span style="font-size: 144%">Section 1.</span></h2><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">General Terms of Use &amp; Redistributing Project Gutenberg™
+ electronic works</span></h2><div id="pglicense1A" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h3 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">1.A.</span></h3><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">By reading or using any part of this Project Gutenberg™ electronic
+ work, you indicate that you have read, understand, agree to
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+ works. See paragraph <a href="#pglicense1E" class="tei tei-ref">1.E</a> below.</p></div><div id="pglicense1C" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h3 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">1.C.</span></h3><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">The Project Gutenberg Literary Archive Foundation (<span class="tei tei-q">the Foundation</span> or PGLAF), owns a compilation
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+ </p><div class="block tei tei-q" style="margin-bottom: 1.80em; margin-left: 3.60em; margin-top: 1.80em; margin-right: 3.60em"><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 0.90em"><span style="font-size: 90%">This eBook is for the use of
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+ as specified in paragraph <a href="#pglicense1E1" class="tei tei-ref">1.E.1.</a></p></div><div id="pglicense1E7" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.E.7.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing,
+ copying or distributing any Project Gutenberg™ works unless you comply with
+ paragraph <a href="#pglicense1E8" class="tei tei-ref">1.E.8</a> or 1.E.9.</p></div><div id="pglicense1E8" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.E.8.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to
+ or distributing Project Gutenberg™ electronic works provided that</p><table summary="This is a list." class="tei tei-list" style="margin-bottom: 1.00em; margin-top: 1.00em"><tbody><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label">•  </th><td class="tei tei-item"><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
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+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation.</span></a></p></td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
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+ distribution of Project Gutenberg™ works.</p></td></tr></tbody></table></div><div id="pglicense1E9" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.E.9.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg™ electronic work or
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+ Hart, the owner of the Project Gutenberg™ trademark. Contact the Foundation as set
+ forth in <a href="#pglicense3" class="tei tei-ref">Section 3</a> below.</p></div></div><div id="pglicense1F" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h3 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">1.F.</span></h3><div id="pglicense1F1" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.F.1.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to identify,
+ do copyright research on, transcribe and proofread public domain works
+ in creating the Project Gutenberg™ collection. Despite these efforts, Project Gutenberg™
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+ intellectual property infringement, a defective or damaged disk or other
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+ Replacement or Refund</span> described in <a href="#pglicense1F3" class="tei tei-ref">paragraph
+ 1.F.3</a>, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg™ trademark, and any
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+ YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR INCIDENTAL
+ DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.</p></div><div id="pglicense1F3" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.F.3.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND — If you discover a defect in
+ this electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a
+ refund of the money (if any) you paid for it by sending a written
+ explanation to the person you received the work from. If you received
+ the work on a physical medium, you must return the medium with your
+ written explanation. The person or entity that provided you with the
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+ is also defective, you may demand a refund in writing without further
+ opportunities to fix the problem.</p></div><div id="pglicense1F4" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.F.4.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Except for the limited right of replacement or refund set forth in
+ <a href="#pglicense1F3" class="tei tei-ref">paragraph 1.F.3</a>, this work is provided
+ to you 'AS-IS,' WITH NO OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR
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+ the exclusion or limitation of certain types of damages. If any
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+ trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
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+ in formats readable by the widest variety of computers including
+ obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the
+ efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks
+ of life.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+ assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg™'s goals and
+ ensuring that the Project Gutenberg™ collection will remain freely available for
+ generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a
+ secure and permanent future for Project Gutenberg™ and future generations. To learn
+ more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
+ Sections <a href="#pglicense3" class="tei tei-ref">3</a> and <a href="#pglicense4" class="tei tei-ref">4</a> and the Foundation web page at <a href="http://www.pglaf.org" class="tei tei-xref">http://www.pglaf.org</a>.</p></div><div id="pglicense3" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h2 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.88em; margin-top: 2.88em"><span style="font-size: 144%">Section 3.</span></h2><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation</span></h2><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation
+ organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax
+ exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or
+ federal tax identification number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter
+ is posted at <a href="http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf" class="tei tei-xref">http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf</a>. Contributions
+ to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S.
+ federal laws and your state's laws.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr.
+ S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are
+ scattered throughout numerous locations. Its business office is
+ located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801)
+ 596-1887, email business@pglaf.org. Email contact links and up to date
+ contact information can be found at the Foundation's web site and
+ official page at <a href="http://www.pglaf.org" class="tei tei-xref">http://www.pglaf.org</a></p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">For additional contact information:
+
+ </p><div class="block tei tei-address" style="margin-bottom: 1.80em; margin-left: 3.60em; margin-top: 1.80em; margin-right: 3.60em"><span class="tei tei-addrLine"><span style="font-size: 90%">Dr. Gregory B. Newby</span></span><br /><span class="tei tei-addrLine"><span style="font-size: 90%">Chief Executive and Director</span></span><br /><span class="tei tei-addrLine"><span style="font-size: 90%">gbnewby@pglaf.org</span></span><br /></div></div><div id="pglicense4" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h2 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.88em; margin-top: 2.88em"><span style="font-size: 144%">Section 4.</span></h2><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation</span></h2><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without wide spread public
+ support and donations to carry out its mission of increasing the number
+ of public domain and licensed works that can be freely distributed in
+ machine readable form accessible by the widest array of equipment
+ including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are
+ particularly important to maintaining tax exempt status with the
+ IRS.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+ charities and charitable donations in all 50 states of the United
+ States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+ considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+ with these requirements. We do not solicit donations in locations where
+ we have not received written confirmation of compliance. To SEND
+ DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state
+ visit <a href="http://www.gutenberg.org/fundraising/donate" class="tei tei-xref">http://www.gutenberg.org/fundraising/donate</a></p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+ have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+ against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+ approach us with offers to donate.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+ any statements concerning tax treatment of donations received from
+ outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and
+ addresses. Donations are accepted in a number of other ways including
+ checks, online payments and credit card donations. To donate, please
+ visit: <a href="http://www.gutenberg.org/fundraising/donate" class="tei tei-xref">http://www.gutenberg.org/fundraising/donate</a></p></div><div id="pglicense5" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h2 class="tei tei-head" style="text-align: left; margin-bottom: 2.88em; margin-top: 2.88em"><span style="font-size: 144%">Section 5.</span></h2><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">General Information About Project Gutenberg™ electronic
+ works.</span></h2><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"><span class="tei tei-name">Professor Michael S. Hart</span> is the
+ originator of the Project Gutenberg™ concept of a library of electronic works that
+ could be freely shared with anyone. For thirty years, he produced and
+ distributed Project Gutenberg™ eBooks with only a loose network of volunteer
+ support.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Project Gutenberg™ eBooks are often created from several printed editions, all of
+ which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright
+ notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in
+ compliance with any particular paper edition.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook's
+ eBook number, often in several formats including plain vanilla ASCII,
+ compressed (zipped), HTML and others.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Corrected <em class="tei tei-emph"><span style="font-weight: 700">editions</span></em> of our eBooks replace the old file
+ and take over the old filename and etext number. The replaced older file
+ is renamed. <em class="tei tei-emph"><span style="font-weight: 700">Versions</span></em> based on separate sources are treated
+ as new eBooks receiving new filenames and etext numbers.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Most people start at our Web site which has the main PG search
+ facility:
+
+ <a href="http://www.gutenberg.org" class="block tei tei-xref" style="margin-bottom: 1.80em; margin-left: 3.60em; margin-top: 1.80em; margin-right: 3.60em"><span style="font-size: 90%">http://www.gutenberg.org</span></a></p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">This Web site includes information about Project Gutenberg™, including how to
+ make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and
+ how to subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.</p></div></div></div>
+ </div>
+ </div>
+</div>
+</body></html>
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(erwachenden)-270(Menschen)-270(Repr\344sentanten)-271(dieser)-270(Begriffe)-270(in)-270(gr\366s-)]TJ 0 -13.5492 Td[(serer)-424(oder)-424(geringerer)-424(Genauigkeit)-424(dar.)-772(W\344hrend)-424(der)-424(Anblick)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-281(auf-)-280(und)-281(untergehenden)-281(Sonne,)-288(sowie)-281(des)-281(vollen)-281(Mondes)-280(in)]TJ 0 -13.5492 Td[(s\374dlichen)-203(Gegenden)-203(fast)-203(t\344glich)-203(das)-203(Bild)-203(der)-203(\273vollkommensten\253,)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-277(\273sch\366nsten\253)-277(Linie,)-283(der)-277(Kreislinie)-277(vorf\374hrte,)-284(stellten)-277(sich)-276(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(zahllosen)-397(Sterne)-396(des)-397(Abends)-397(dem)-396(Auge)-397(als)-397(gl\344nzende)-396(Punkte)]TJ 0 -13.5492 Td[(dar,)-232(welche)-227(in)-228(ihren)-227(mannigfaltigen)-228(gegenseitigen)-227(Lagenverh\344lt-)]TJ 0 -13.5492 Td[(nissen)-359(die)-358(Phantasie)-359(des)-359(Menschen)-358(bei)-359(der,)-386(von)-359(ihm)-358(beliebten)]TJ 0 -13.5492 Td[(Eintheilung)-244(des)-243(Himmels)-244(in)-243(Sternbilder)-244(zur)-243(Herstellung)-244(so)-243(man-)]TJ 0 -13.5492 Td[(cher)-209(geraden)-210(und)-209(krummen)-209(Linien)-209(verleiten)-210(mochten.)-236(Und)-209(selbst)]TJ 0 -13.5492 Td[(in)-414(seiner)-414(n\344chsten)-414(Umgebung)-414(fand)-414(der)-414(beobachtende)-413(Mensch)]TJ 0 -13.5492 Td[(geometrische)-506(Ankl\344nge;)-635(das)-507(Gewebe)-506(der)-507(Spinne)-506(mit)-506(seinen)]TJ 0 -13.5492 Td[(kreisrunden)-429(und)-429(radialen)-429(F\344den,)-474(die)-429(sechseckige)-429(Bienenzelle,)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-272(beim)-272(Fallen)-271(eines)-272(K\366rpers)-272(in)-272(ruhendes)-272(Wasser)-271(entstehenden)]TJ 0 -13.5492 Td[(concentrischen)-154(Wellenringe,)-174(und)-154(wie)-155(vieles)-154(Andere)-155(musste,)-173(wenn)]TJ 0 -13.5492 Td[(auch)-375(nach)-376(und)-375(nach,)-407(so)-375(doch)-376(mit)-375(zwingender)-375(Nothwendigkeit)]TJ 0 -13.5492 Td[(den)-379(Menschen)-380(zur)-379(Beobachtung)-380(gesetzm\344ssiger)-379(geometrischer)]TJ 0 -13.5492 Td[(Formen)-250(f\374hren.)]TJ 11.9552 -16.004 Td[(Als)-178(Mutterland)-178(der)-178(Mathematik)-178(im)-177(Allgemeinen,)-193(und)-178(der)-178(Geo-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(metrie)-203(im)-202(Besonderen)-203(wird)-203(Aegypten)-202(angef\374hrt;)-219(doch)-202(ist)-203(die)-202(Zeit)]TJ 0 -13.5492 Td[(l\344ngst)-382(vorbei,)-415(wo)-382(man)-382(sich)-382(Aegypten)-382(als)-382(einzigen)-382(Ursprungs-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ort)-266(dieser)-267(Wissenschaften)-266(dachte,)-270(vielmehr)-267(muss)-266(als)-266(feststehend)]TJ 0 -13.5492 Td[(angenommen)-240(werden,)-242(dass)-240(jedes)-240(Volk)-240(in)-480(seinem)-240(Entwicklungs-)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([05])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.7559 -13.5492 Td[(gange)-214(geometrische)-215(Anschauungen)-214(sich)-215(anzueignen)-214(schon)-214(durch)]TJ 0 -13.5492 Td[(praktische)-338(Bed\374rfnisse)-338(gezwungen)-338(war.)-515(Die)-338(H\366he,)-360(zu)-338(welcher)]TJ 0 -13.5492 Td[(sich)-342(die)-342(einzelnen)-343(V\366lker)-342(in)-342(ihren)-342(mathematischen)-342(Speculatio-)]TJ 0 -13.5492 Td[(nen)-282(emporzuschwingen)-281(vermochten,)-289(hing)-282(von)-281(der)-282(Richtung)-281(des)]TJ 0 -13.5492 Td[(Bildungsganges,)-263(von)-261(dem)-260(Maasse)-261(des)-261(Bed\374rfnisses)-260(und)-261(nicht)-260(in)]TJ 0 -13.5492 Td[(letzter)-250(Reihe)-250(von)-250(dem)-250(Einfl\374sse)-250(religi\366ser)-250(Verh\344ltnisse)-250(ab.)]TJ 11.9552 -16.004 Td[(Und)-225(so)-225(mag)-225(sich)-225(zun\344chst)-225(jene)-225(Naturgeometrie)-225(entwickelt)-226(ha-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(ben,)-317(welche)-303(allen)-303(V\366lkern)-304(zugesprochen)-303(werden)-303(muss,)-317(und)-303(auf)]TJ 0 -13.5492 Td[(deren)-336(Vorhandensein,)-357(weil)-335(auf)-336(die)-335(Anwendungen)-336(ihrer)-335(freilich)]TJ 0 -13.5492 Td[(einfachsten)-305(Principien,)-318(Ueberreste)-305(von)-304(Bauten)-305(\374berall)-305(dort)-304(hin-)]TJ 0 -13.5492 Td[(weisen,)-301(wo)-290(wir)-290(in)-291(der)-290(Lage)-291(sind,)-300(solche)-291(beobachten)-290(zu)-290(k\366nnen.)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.7715 518.1751 Td[(Die)-299(Pellasger,)-312(die)-299(vorhellenischen)-299(Ureinwohner)-299(Griechenlands,)]TJ 0 -13.5492 Td[(mussten)-519(lange)-519(vor)-520(Entstehung)-519(der)-519(Philosophie)-519(geometrische)]TJ 0 -13.5492 Td[(Kenntnisse)-431(in)-431(dem)-431(Maasse)-431(besessen)-431(haben,)-476(wie)-431(sie)-431(zur)-431(Auf-)]TJ 0 -13.5492 Td[(f\374hrung)-258(von)-258(Wasserbauten,)-260(D\344mmen,)-260(Can\344len)-258(und)-258(Burgen,)-260(von)]TJ 0 -13.5492 Td[(denen)-250(man)-250(jetzt)-250(noch)-250(Spuren)-250(findet,)-250(nothwendig)-250(waren.)]TJ 11.9552 -14.7766 Td[(Verfolgt)-301(man)-302(die)-301(Entwicklung)-302(der)-301(Geometrie)-302(zu)-301(ihren)-302(Quel-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(len)-325(aufw\344rts,)-343(so)-325(d\374rfen)-325(wir)-325(nicht)-325(\374berrascht)-324(sein,)-344(dass)-325(man)-324(bei)]TJ 0 -13.5492 Td[(dem)-462(uns)-461(bekannten)-462(\344ltesten)-461(Culturvolke,)-514(bei)-462(den)-461(Aegyptern,)]TJ 0 -13.5492 Td[(am)-335(weitesten)-335(vorzudringen)-335(vermag,)-357(und)-335(zwar)-335(an)-335(der)-335(Hand)-335(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(indirecten)-261(wie)-262(der)-261(directen)-261(Nachrichten,)-264(welche)-262(uns)-261(\374ber)-261(diesen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Gegenstand)-300(zugekommen)-300(sind.)-401(Leider)-300(jedoch)-300(sind)-300(die)-300(Ersteren)]TJ 0 -13.5492 Td[(ihrem)-262(Inhalte)-262(und)-262(die)-262(Letzteren)-262(ihrer)-262(Zahl)-262(nach)-262(nur)-262(sp\344rliche)-262(zu)]TJ 0 -13.5492 Td[(nennen.)]TJ 11.9552 -14.7766 Td[(Zahlreich)-336(sind)-336(wohl)-336(die)-336(Stellen)-336(in)-336(griechischen)-337(Philosophen)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(und)-336(Geschichtschreibern,)-357(welche)-336(Bezug)-336(haben)-336(auf)-336(aegyptische)]TJ 0 -13.5492 Td[(Geometrie,)-467(es)-423(l\344sst)-423(sich)-423(jedoch)-423(nicht)-424(verkennen,)-466(dass)-423(oft)-423(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(Sp\344teren)-389(auf)-389(Fr\374here)-389(sich)-389(st\374tzen,)-424(und)-389(wir)-388(es)-389(m\366glicherweise)]TJ 0 -13.5492 Td[(mit)-345(einer)-345(einzigen,)-368(durch)-345(Jahrhunderte)-345(fortgef\374hrten)-344(Nachricht)]TJ 0 -13.5492 Td[(zu)-250(thun)-250(haben.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.0235 0 Td[([06])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.0683 -14.7766 Td[(Durch)]TJ/F23 10.9091 Tf 30.4962 0 Td[(Herodot)]TJ/F16 10.9091 Tf 38.7818 0 Td[(,)-308(welcher)-297(um)-296(die)-297(Mitte)-296(des)-297(f\374nften)-296(vorchrist-)]TJ -81.2332 -13.5492 Td[(lichen)-244(Jahrhunderts)-244(\050460\051)-244(Aegypten)-243(bereiste,)-246(erfahren)-243(wir)]TJ/F16 7.9701 Tf 251.9602 3.9588 Td[(1)]TJ/F16 10.9091 Tf 4.4832 -3.9588 Td[(,)-245(dass)]TJ -256.4434 -13.5492 Td[(die)-239(Geometrie)-240(von)-239(Aegypten)-240(nach)-239(Griechenland)-240(verpflanzt)-239(wor-)]TJ 0 -13.5492 Td[(den)-443(sei.)-828(Etwas)-443(sp\344ter)-443(\050393)-443(v.)-442(Chr.\051)-829(berichtet)]TJ/F23 10.9091 Tf 219.4429 0 Td[(Isokrates)]TJ/F16 10.9091 Tf 47.856 0 Td[(die)]TJ -267.2989 -13.5492 Td[(Thatsache)]TJ/F16 7.9701 Tf 44.2254 3.9588 Td[(2)]TJ/F16 10.9091 Tf 4.4832 -3.9588 Td[(,)-370(dass)-346(die)-346(Aegypter)-346(\273die)-346(Aelteren)-346(\050unter)-346(ihren)-346(Prie-)]TJ -48.7086 -13.5492 Td[(stern\051)-210(\374ber)-211(die)-210(wichtigsten)-210(Angelegenheiten)-211(setzten,)-218(dagegen)-210(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(J\374ngeren)-213(beredeten,)-221(mit)-213(Hintansetzung)-213(des)-213(Vergn\374gens,)-220(sich)-213(mit)]TJ 0 -13.5492 Td[(Astronomie,)-250(Rechenkunst)-250(und)-250(Geometrie)-250(zu)-250(besch\344ftigen\253.)]TJ 11.9552 -14.7766 Td[(In)]TJ/F23 10.9091 Tf 13.1871 0 Td[(Platon)]TJ/F16 10.9091 Tf 30.3054 0 Td[('s)]TJ/F32 10.9091 Tf 10.307 0 Td[(Ph\344drus)]TJ/F16 10.9091 Tf 41.0707 0 Td[(sagt)]TJ/F23 10.9091 Tf 21.6743 0 Td[(Sokrates)]TJ/F16 10.9091 Tf 40.6036 0 Td[(:)-502(\273Ich)-375(habe)-376(vernommen,)]TJ -169.1033 -13.5492 Td[(zu)-445(Naukratis)-446(in)-445(Aegypten)-445(sei)-445(einer)-446(der)-445(dortigen)-445(alten)-445(G\366tter)]TJ 0 -13.5492 Td[(gewesen,)-300(dem)-291(auch)-290(der)-290(Vogel)-291(geheiligt)-290(ist,)-300(den)-291(sie)-290(Isis)-290(nennen,)]TJ 0 -13.5492 Td[(w\344hrend)-412(der)-411(Gott)-412(selbst)-411(den)-412(Namen)-412(Teuth)-411(f\374hrt;)-493(dieser)-411(habe)]TJ 0 -13.5492 Td[(zuerst)-437(Zahlenlehre)-436(und)-437(Rechenkunst)-436(erfunden)-437(und)-436(Geometrie)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-373(Astronomie\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 77.3955 3.9588 Td[(3)]TJ/F16 10.9091 Tf 4.4832 -3.9588 Td[(,)-403(und)-373(einen)-372(directen)-373(Hinweis)-373(finden)-372(wir)-373(bei)]TJ/F23 10.9091 Tf -81.8787 -13.5492 Td[(Aristoteles)]TJ/F16 10.9091 Tf 49.6799 0 Td[(,)-227(welcher)-222(in)-221(seiner)]TJ/F32 10.9091 Tf 81.5204 0 Td[(Metaphysik)]TJ/F16 10.9091 Tf 52.7072 0 Td[(sagt:)]TJ/F16 7.9701 Tf 20.6072 3.9588 Td[(4)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.0551 -3.9588 Td[(\273Daher)-222(ent)1(stan-)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(den)-218(auch)-219(in)-218(Aegypten)-219(die)-218(mathematischen)-219(Wissenschaften,)-224(denn)]TJ 0 -13.5492 Td[(hier)-250(war)-250(den)-250(Priestern)-250(die)-250(dazu)-250(n\366thige)-250(M\374sse)-250(verg\366nnt.\253)]TJ 11.9552 -14.7766 Td[(Uebrigens)-345(schrieben)-344(sich)-345(die)-345(Aegypter)-344(neben)-345(der)-345(Erfindung)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(der)-215(Buchstabenschrift)-216(auch)-215(jene)-216(der)-215(meisten)-216(Wissenschaften)-215(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(K\374nste)-304(zu,)-318(wor\374ber)]TJ/F23 10.9091 Tf 90.3846 0 Td[(Diodor)]TJ/F16 7.9701 Tf 32.7272 3.9588 Td[(5)]TJ/F16 10.9091 Tf 4.4832 -3.9588 Td[(,)-318(welcher)-304(etwa)-304(70)-304(Jahre)-305(v.)-304(Chr.)-304(G.)]TJ -127.595 -13.5492 Td[(Aegypten)-313(bereiste,)-329(bemerkt:)-376(\273Die)-313(Aegypter)-313(behaupten,)-328(von)-313(ih-)]TJ 0 -13.5492 Td[(nen)-174(sei)-175(die)-174(Erfindung)-175(der)-174(Buchstabenschrift)-175(und)-174(die)-174(Beobachtung)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-335(Gestirne)-336(ausgegangen,)-356(ebenso)-335(seien)-336(von)-335(ihnen)-335(die)-335(Theore-)]TJ 0 -13.5492 Td[(me)-320(der)-321(Geometrie)-320(und)-320(die)-321(meisten)-320(Wissenschaften)-320(und)-320(K\374nste)]TJ 0 -13.5492 Td[(erfunden)-250(worden.\253)]TJ 11.9552 -14.7766 Td[(Neben)-210(diesen)-209(ganz)-210(allgemein)-210(gehaltenen)-209(Angaben)-210(sind)-210(haupt-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(s\344chlich)-356(diejeni)1(gen)-356(Berichte)-356(zu)-355(erw\344hnen,)-382(welche)-355(sich)-356(auf)-355(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(Art)-250(der)-250(wissenschaftlichen)-250(Leistungen)-250(der)-250(Aegypter)-250(beziehen.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([07])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.7111 -14.7766 Td[(Da)-239(sagt)-239(zun\344chst)]TJ/F23 10.9091 Tf 76.2825 0 Td[(Herodot)]TJ/F16 7.9701 Tf 38.7818 3.9588 Td[(6)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.0889 -3.9588 Td[(in)-239(Hinsicht)-239(auf)-239(die)-238(unter)-239(dem)-239(K\366-)]TJ -134.1084 -13.5492 Td[(nige)]TJ/F23 10.9091 Tf 22.5862 0 Td[(Sesostris)]TJ/F16 10.9091 Tf 44.4043 0 Td[(durchgef\374hrte)-348(L\344ndereintheilung:)-447(\273Auch)-349(sagten)]TJ -66.9905 -13.5492 Td[(sie,)-302(dass)-291(dieser)-291(K\366nig)-292(das)-291(Land)-291(unter)-291(alle)-292(Aegypter)-291(so)-291(vertheilt)]TJ 0 -13.5492 Td[(habe,)-452(dass)-412(er)-412(jedem)-411(ein)-412(gleich)-412(grosses)-412(Viereck)-411(gegeben,)-452(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(von)-213(diesem)-213(seine)-213(Eink\374nfte)-213(bezogen)-213(habe,)-220(indem)-213(er)-213(eine)-213(j\344hrlich)]TJ 0 -13.5492 Td[(zu)-326(entrichtende)-327(Steuer)-326(auflegte.)-480(Wem)-326(aber)-327(der)-326(Fluss)-327(\050Nil\051)-326(von)]TJ 0 -13.5492 Td[(seinem)-185(Theile)-186(etwas)-185(wegriss,)-198(der)-186(musste)-185(zu)-185(ihm)-186(kommen)-185(und)-185(das)]TJ 0 -13.5492 Td[(Geschehene)-261(anzeigen;)-266(er)-261(schickte)-261(dann)-260(die)-261(Aufseher,)-264(die)-260(auszu-)]TJ 0 -13.5492 Td[(messen)-210(hatten,)-218(um)-209(wie)-210(viel)-210(das)-210(Landst\374ck)-210(kleiner)-210(geworden)-209(war,)]TJ 0 -13.5492 Td[(damit)-390(der)-390(Inhaber)-389(von)-390(dem)-390(\374brigen)-390(nach)-390(Verh\344ltniss)-390(der)-389(auf-)]TJ 0 -13.5492 Td[(gelegten)-337(Abgaben)-338(steure.)-512(Hieraus)-337(erscheint)-338(mir)-337(die)-337(Geometrie)]TJ 0 -13.5492 Td[(entstanden)-250(zu)-250(sein,)-250(die)-250(von)-250(da)-250(nach)-250(Hellas)-250(kam.\253)]TJ 11.9552 -14.7766 Td[(Die,)]TJ/F23 10.9091 Tf 20.6377 0 Td[(Herodot)]TJ/F16 10.9091 Tf 38.7817 0 Td[(,)-198(dem)-185(Vater)-184(der)-185(Geschichtsschreibung)-185(folgenden)]TJ -71.3746 -13.5492 Td[(Berichterstatter)-152(hielten)-152(sich)-153(nun,)-171(vielleicht)-153(erkl\344rlicherweise,)-171(vor-)]TJ 0 -13.5492 Td[(z\374glich)-354(an)-353(den)-354(einen,)-379(die)-354(Nil\374berschwemmungen)-353(betreffenden)]TJ 0 -13.5492 Td[(Theil)-320(obiger)-319(Nachricht,)-337(und)-320(wurde,)-337(gewiss)-319(Unberechtigtermas-)]TJ 0 -13.5492 Td[(sen)-309(der)-310(Nil)-309(als)-310(der)-309(unmittelbare)-309(Anstoss)-310(f\374r)-309(alle)-309(geometrischen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Arbeiten)-459(der)-459(Aegypter)-459(hingestellt.)-877(Und)-459(doch)-459(scheint)-458(es)-459(uns)]TJ 0 -13.5492 Td[(viel)-469(n\344herliegend,)-524(die)-469(einerseits)-469(behufs)-468(der)-469(Steuerbemessung)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-322(Controle,)-339(anderseits)-322(wegen)-322(der)-321(aus)-322(den)-322(Ver\344nderungen)-321(im)]TJ 0 -13.5492 Td[(Besitzstande)-280(sich)-279(nothwendig)-280(ergebenden)-279(Fl\344chenfestsetzungen)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.7715 518.1751 Td[(als)-497(den)-497(Hauptbeweggrund)-497(jener)-497(Vermessungen)-497(zu)-496(erkennen,)]TJ 0 -13.5492 Td[(wobei)-404(die)-404(gesammelten)-403(Erfahrungen)-404(gewiss)-404(auch)-404(bei)-404(der)-403(Be-)]TJ 0 -13.5492 Td[(urtheilung)-400(der)-399(unzweifelhaft)-400(nach)-399(den)-400(periodisch)-399(eintretenden)]TJ 0 -13.5492 Td[(Nil\374berschwemmungen)-282(vorgekommenen)-282(Terrainver\344nderungen)]TJ 0 -13.5492 Td[(mit)-250(Vortheil)-250(benutzt)-250(worden)-250(sein)-250(m\366gen.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Unverkennbar)-559(ist)-559(der)-558(Zug)-559(nach)-559(Aufbauschung)-559(und)-559(Aus-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(schm\374ckung)-677(des,)-783(jene)-677(Nil\374berschwemmungen)-676(betreffenden)]TJ 0 -13.5492 Td[(Theiles)-326(des)]TJ/F23 10.9091 Tf 53.7691 0 Td[(Herodot)]TJ/F16 10.9091 Tf 38.7818 0 Td[('schen)-326(Berichtes,)-345(wenn)-326(man)-326(die)-326(Aufzeich-)]TJ -92.5509 -13.5492 Td[(nungen)-250(sp\344terer)-250(Gew\344hrsm\344nner)-250(n\344her)-250(betrachtet.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.0235 0 Td[([08])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.0683 -15.1857 Td[(Zun\344chst)-406(finden)-405(wir)-406(bei)]TJ/F23 10.9091 Tf 113.4355 0 Td[(Heron)]TJ/F16 10.9091 Tf 34.1188 0 Td[(dem)-406(Aelteren)-405(die)-406(folgende)]TJ -159.5095 -13.5492 Td[(diesbez\374gliche)-474(Stelle)]TJ/F16 7.9701 Tf 94.8589 3.9588 Td[(7)]TJ/F16 10.9091 Tf 4.4832 -3.9588 Td[(:)-699(\273Die)-474(fr\374heste)-475(Geometrie)-474(besch\344ftigte)]TJ -99.3421 -13.5492 Td[(sich,)-251(wie)-250(uns)-251(die)-251(alte)-250(Ueberlieferung)-251(lehrt,)-251(mit)-250(der)-251(Messung)-250(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(Vertheilung)-469(der)-469(L\344ndereien,)-524(woher)-469(sie)-468(Feldmessung)-469(genannt)]TJ 0 -13.5492 Td[(wurde.)-445(Der)-314(Gedanke)-315(einer)-315(Messung)-315(n\344mlich)-315(ward)-315(den)-314(Aegyp-)]TJ 0 -13.5492 Td[(tern)-341(an)-342(die)-341(Hand)-342(gegeben)-341(durch)-342(die)-341(Ueberschwemmungen)-341(des)]TJ 0 -13.5492 Td[(Nil.)-593(Denn)-365(viele)-364(Grundst\374cke,)-394(die)-364(vor)-364(der)-365(Flussschwelle)-364(offen)]TJ 0 -13.5492 Td[(dalagen,)-225(verschwanden)-219(beim)-219(Steigen)-218(des)-219(Flusses)-219(und)-219(kamen)-218(erst)]TJ 0 -13.5492 Td[(nach)-389(dem)-389(Sinken)-389(desselben)-388(zum)-389(Vorschein,)-424(und)-389(es)-389(war)-388(nicht)]TJ 0 -13.5492 Td[(immer)-492(m\366glich,)-553(\374ber)-492(die)-493(Identit\344t)-492(derselben)-492(zu)-492(entscheiden.)]TJ 0 -13.5492 Td[(Dadurch)-355(kamen)-356(die)-355(Aegypter)-356(auf)-355(den)-356(Gedanken)-355(einer)-355(solchen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Messung)-250(des)-250(vom)-250(Nil)-250(blossgelegten)-250(Landes.\253)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Weiter)-328(finden)-327(wir)-328(bei)]TJ/F23 10.9091 Tf 99.7209 0 Td[(Diodor)]TJ/F16 7.9701 Tf 32.7272 3.9588 Td[(8)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.0562 -3.9588 Td[(einen)-328(Ausspruch,)-346(durch)-328(wel-)]TJ -152.4595 -13.5492 Td[(chen)-176(wir)-176(\374brigens)-176(auch)-176(\374ber)-176(andere)-176(wissenschaftliche)-175(Leistungen)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-286(Aegypter)-286(belehrt)-286(werden;)]TJ/F23 10.9091 Tf 132.6296 0 Td[(Diodor)]TJ/F16 10.9091 Tf 35.8466 0 Td[(sagt:)-322(\273Die)-286(Priester)-286(lehren)]TJ -168.4762 -13.5492 Td[(ihre)-411(S\366hne)-411(zweierlei)-411(Schrift,)-451(die)-411(sogenannte)-410(heilige,)-452(und)-410(die,)]TJ 0 -13.5492 Td[(welche)-374(man)-374(gew\366hnlich)-374(lernt.)-622(Mit)-374(Geometrie)-374(und)-374(Arithmetik)]TJ 0 -13.5492 Td[(besch\344ftigen)-326(sie)-327(sich)-326(eifrig.)-479(Denn)-326(indem)-326(der)-327(Fluss)-326(j\344hrlich)-326(das)]TJ 0 -13.5492 Td[(Land)-428(vielfach)-427(ver\344ndert,)-472(veranlasst)-428(er)-427(viele)-428(und)-427(mannigfache)]TJ 0 -13.5492 Td[(Streitigkeiten)-359(\374ber)-358(die)-359(Grenzen)-358(zwischen)-359(den)-359(Nachbarn;)-412(diese)]TJ 0 -13.5492 Td[(k\366nnen)-402(nun)-403(nicht)-402(leicht)-402(ausgeglichen)-402(werden,)-441(wenn)-402(nicht)-402(ein)]TJ 0 -13.5492 Td[(Geometer)-231(den)-232(wahren)-231(Sachverhalt)-232(durch)-231(directe)-232(Messung)-231(ermit-)]TJ 0 -13.5492 Td[(telt.)-245(Die)-235(Arithmetik)-236(dient)-235(ihnen)-235(in)-235(Haushaltungsangelegenheiten)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-351(bei)-352(den)-351(Lehrs\344tzen)-351(der)-351(Geometrie;)-402(auch)-352(ist)-351(sie)-351(denen)-351(von)]TJ 0 -13.5492 Td[(nicht)-270(geringem)-270(Vortheile,)-275(die)-270(sich)-270(mit)-270(St)1(ernkunde)-270(besch\344ftigen.)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(Denn)-346(wenn)-347(bei)-346(irgend)-347(einem)-346(Volke)-346(die)-347(Stellungen)-346(und)-346(Bewe-)]TJ 0 -13.5492 Td[(gungen)-396(der)-395(Gestirne)-396(sorgf\344ltig)-395(beobachtet)-396(worden)-395(sind,)-432(so)-395(ist)]TJ 0 -13.5492 Td[(es)-231(bei)-230(den)-231(Aegyptern)-231(geschehen;)-237(sie)-231(verwahren)-230(Aufzeichnungen)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-184(einzelnen)-183(Beobachtungen)-184(seit)-184(einer)-183(unglaublich)-184(langen)-183(Beihe)]TJ 0 -13.5492 Td[(von)-230(Jahren,)-234(da)-230(bei)-230(ihnen)-230(seit)-230(alten)-230(Zeiten)-230(her)-230(die)-230(gr\366sste)-230(Sorgfalt)]TJ 0 -13.5492 Td[(hierauf)-309(verwendet)-309(worden)-619(ist.)-427(Die)-309(Bewegungen)-309(und)-309(Umlaufs-)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([09])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.7559 -13.5492 Td[(zeiten)-213(sowie)-213(die)-212(Stillst\344nde)-213(der)-213(Planeten,)-220(auch)-213(den)-213(Einfluss)-212(eines)]TJ 0 -13.5492 Td[(jeden)-217(auf)-218(die)-217(Entstehung)-218(lebender)-217(Wesen)-218(und)-217(alle)-218(ihre)-217(guten)-217(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(sch\344dlichen)-210(Einwirkungen)-209(haben)-210(sie)-209(sehr)-210(sorgf\344ltig)-209(beobachtet.\253)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Am)-218(innigst)1(en)-218(verkn\374pft)-218(erscheint)-217(die)-218(Geometrie)-217(der)-218(Aegypter)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(mit)-400(den)-399(Ueberschwemmungen)-400(des)-400(Nil)-399(bei)]TJ/F23 10.9091 Tf 195.8286 0 Td[(Strabon)]TJ/F16 7.9701 Tf 37.5817 3.9588 Td[(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 4.4832 -3.9588 Td[(;)-474(welcher)]TJ -237.8935 -13.5492 Td[(bemerkt,)-341(\273dass)-323(es)-323(einer)-323(sorgf\344ltigen)-323(und)-323(bis)-323(auf)-323(das)-322(Genaueste)]TJ 0 -13.5492 Td[(gehenden)-318(Eintheilung)-318(bedurfte,)-335(wegen)-318(der)-318(best\344ndigen)-318(Verw\374-)]TJ 0 -13.5492 Td[(stung)-268(der)-268(Grenzen,)-272(die)-268(der)-268(Nil)-268(bei)-268(seinen)-267(Ueberschwemmungen)]TJ 0 -13.5492 Td[(veranlasst,)-207(indem)-195(er)-196(Land)-196(wegnimmt)-196(und)-195(zusetzt,)-207(und)-196(die)-195(Gestalt)]TJ 0 -13.5492 Td[(ver\344ndert,)-241(und)-239(die)-238(anderen)-239(Zeichen)-239(unkenntlich)-238(macht,)-241(wodurch)]TJ 0 -13.5492 Td[(das)-436(fremde)-436(und)-436(eigene)-436(Besitzthum)-436(unterschieden)-436(wird.)-807(Man)]TJ 0 -13.5492 Td[(m\374sse)-281(daher)-281(immer)-281(und)-280(immer)-281(wieder)-281(messen.)-343(Hieraus)-281(soll)-280(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(Geometrie)-250(entstanden)-250(sein.\253)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Den)-383(gesellschaftli)1(chen)-383(Einrichtungen)-383(der)-382(Aegypter)-383(entspre-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(chend,)-233(muss)-229(als)-229(feststehend)-229(angenommen)-229(werden,)-233(dass)-229(sich)-229(eine)]TJ 0 -13.5492 Td[(Kaste,)-415(nach)-383(eben)-382(Geh\366rtem)-383(die)-382(der)-382(Priester,)-416(mit)-382(dem)-382(wissen-)]TJ 0 -13.5492 Td[(schaftlichen)-434(Theile)-433(der)-434(Geometrie)-434(besch\344ftigte,)-480(w\344hrend)-433(eine)]TJ 0 -13.5492 Td[(andere,)-382(die)-356(der)-355(Feldmesser,)-382(die)-356(von)-355(den)-356(Ersteren)-355(aufgestellten)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-353(sorgsam)-353(geh\374teten)-353(geometrischen)-353(Principien)-353(praktisch)-352(zur)]TJ 0 -13.5492 Td[(Anwendung)-321(brachte.)-465(Dabei)-321(wurden,)-340(wie)-321(wir)-322(sp\344ter)-321(sehen)-321(wer-)]TJ 0 -13.5492 Td[(den,)-496(die)-448(Geheimnisse)-447(der)-447(Priester,)-496(insoweit)-447(sie)-447(geometrische)]TJ 0 -13.5492 Td[(Wahrheiten)-481(und)-481(Berechnungsregeln)-481(betrafen,)-538(m\366glicherweise)]TJ 0 -13.5492 Td[(nur)-355(insoweit)-356(enth\374llt,)-381(dass)-355(bei)-356(deren)-355(Verwendung)-355(nur)-355(ann\344he-)]TJ 0 -13.5492 Td[(rungsweise)-250(richtige)-250(Resultate)-250(zum)-250(Vorschein)-250(kamen.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Wohl)-236(sind)-236(einige)-237(Schriftsteller)-236(so)-236(weit)-236(gegangen,)-239(dass)-237(sie,)-239(die)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(unl\344ugbaren)-447(Uebertreibungen)-446(des)-447(Zusammenhanges)-446(zwischen)]TJ 0 -13.5492 Td[(den)-316(Nil\374berschwemmungen)-316(und)-316(der)-316(\344gyptischen)-316(Geometrie)-315(im)]TJ 0 -13.5492 Td[(Auge)-228(behaltend,)-233(die)-229(Existenz)-228(der)-228(letzteren)-457(einfach)-229(negirten,)-232(und)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7558 0 Td[([10])]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.7715 518.1751 Td[(alle)-250(die)-250(citirten)-250(Ausspr\374che)-250(in)-250(das)-250(Gebiet)-250(der)-250(Fabel)-250(verwiesen.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Was)-211(macht)-211(man)-211(jedoch)-211(dann)-211(mit)-211(den)-211(wohlbeglaubigten)-212(Nach-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(richten)-305(\374ber)-305(die)-305(Reisen,)-319(welche)-305(hervorragende)-304(griechische)-305(Phi-)]TJ 0 -13.5492 Td[(losophen)-194(nach)-194(Aegypten)-194(unternahmen,)-205(oft)-194(jahrelang)-194(dort)-194(verwei-)]TJ 0 -13.5492 Td[(lend,)-197(um)-183(sich)-183(in)-183(die)-183(Geheimnisse)-183(aegyptischer)-183(Priester)-183(einweihen)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-195(mit)-196(deren)-195(geometrischem)-196(Wissen)-195(vertraut)-196(machen)-195(zu)-195(lassen?)]TJ/F23 10.9091 Tf 11.9552 -15.1857 Td[(Eudemus)-511(von)-511(Rhodos)]TJ/F16 7.9701 Tf 106.9308 3.9588 Td[(10)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.4682 -3.9588 Td[(,)-576(einer)-511(der)-511(\344ltesten)-511(Peripatetiker,)]TJ -127.3542 -13.5492 Td[(schrieb)-275(eine)-274(Geschichte)-275(der)-275(Mathematik,)-280(aus)-275(welcher)-275(uns)-274(durch)]TJ/F23 10.9091 Tf 0 -13.5492 Td[(Proklos)-549(Diadochus)]TJ/F16 7.9701 Tf 90.8462 3.9588 Td[(11)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.4683 -3.9588 Td[(,)-623(einen)-549(Philosophen)-548(des)-549(f\374nften)-549(nach-)]TJ -99.3145 -13.5492 Td[(christlichen)-371(Jahrhunderts,)-401(ein)-370(Bruchst\374ck)-371(erhalten)-371(ist,)-400(welches)]TJ 0 -13.5492 Td[(sozusagen)-371(das)-370(einzige)-371(Mittel)-370(bildet,)-401(das)-371(uns)-370(einen)-371(Einblick)-370(in)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-295(geometrischen)-295(Errungenschaften)-295(der)-295(Griechen)-295(in)-295(den)-295(ersten)]TJ 0 -13.5492 Td[(dritthalb)-368(Jahrhunderten)-368(nach)]TJ/F23 10.9091 Tf 131.4086 0 Td[(Thales)]TJ/F16 10.9091 Tf 34.9302 0 Td[(gew\344hrt.)-604(Hierin)-368(heisst)-368(es)]TJ -166.3388 -13.5492 Td[(unter)-333(Anderem:)-415(\273)]TJ/F23 10.9091 Tf 79.6584 0 Td[(Thales)]TJ/F16 10.9091 Tf 30.9163 0 Td[(,)-353(der)-333(nach)-333(Aegypten)-332(ging,)-354(brachte)-332(zu-)]TJ -110.5747 -13.5492 Td[(erst)-432(die)-431(Geometrie)-432(nach)-431(Hellas)-432(hin\374ber)-431(und)-432(Vieles)-431(entdeckte)]TJ 0 -13.5492 Td[(er)-401(selbst,)-439(von)-401(Vielem)-402(aber)-401(\374berlieferte)-401(er)-401(die)-401(Anf\344nge)-401(seinen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Nachfolgern;)-304(das)-286(Eine)-286(machte)-286(er)-286(allgemeiner,)-295(das)-286(Andere)-286(mehr)]TJ 0 -13.5492 Td[(sinnlich)-345(fassbar.\253)-344(Hundert)-345(Jahre)-345(nach)-344(dem)-345(Tode)-345(des)]TJ/F23 10.9091 Tf 238.8153 0 Td[(Pythago-)]TJ -238.8153 -13.5492 Td[(ras)]TJ/F16 10.9091 Tf 17.9014 0 Td[(berichtet)-308(der)-308(Redner)]TJ/F23 10.9091 Tf 93.686 0 Td[(Isokrates)]TJ/F16 7.9701 Tf 43.0254 3.9588 Td[(12)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.4682 -3.9588 Td[(:)-366(\273Man)-308(k\366nnte,)-322(wenn)-308(man)]TJ -163.081 -13.5492 Td[(nicht)-320(eilen)-319(wollte,)-338(viel)-319(Bewunderungsw\374rdiges)-320(von)-320(der)-319(Heilig-)]TJ 0 -13.5492 Td[(keit)-205(aegyptischer)-205(Priester)-205(anf\374hren,)-214(welche)-205(ich)-205(weder)-204(allein)-205(noch)]TJ 0 -13.5492 Td[(zuerst)-371(erkannt)-371(habe,)-402(sondern)-371(viele)-371(der)-371(jetzt)-371(Lebenden)-371(und)-371(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(Fr\374heren,)-248(unter)-248(denen)-248(auch)]TJ/F23 10.9091 Tf 121.9892 0 Td[(Pythagoras)]TJ/F16 10.9091 Tf 55.4259 0 Td[(der)-248(Samier)-247(ist,)-249(der)-247(nach)]TJ -177.4151 -13.5492 Td[(Aegypten)-186(kam)-186(und)-185(ihr)-186(Sch\374ler)-186(wurde)-186(und)-186(die)-186(fremde)-185(Philosophie)]TJ 0 -13.5492 Td[(zuerst)-250(zu)-250(den)-250(Griechen)-250(verpflanzte.\253)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(W\344hrend)-360(der)-361(Aufenthalt)-360(des)]TJ/F23 10.9091 Tf 130.8374 0 Td[(Pythagoras)]TJ/F16 10.9091 Tf 56.6548 0 Td[(in)-360(Aegypten)-361(unter)]TJ -199.4474 -13.5492 Td[(Anderen)-366(auch)-366(noch)-366(von)]TJ/F23 10.9091 Tf 111.6976 0 Td[(Strabon)]TJ/F16 7.9701 Tf 37.5817 3.9588 Td[(13)]TJ/F16 10.9091 Tf 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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(und)-442(der)-441(Mathematiker)]TJ/F23 10.9091 Tf 105.9517 0 Td[(Eudoxos)]TJ/F16 10.9091 Tf 40.0144 0 Td[(,)-490(ingleichen)]TJ/F23 10.9091 Tf 58.3356 0 Td[(Demokritos)-442(von)]TJ -204.3017 -13.5492 Td[(Abdera)]TJ/F16 10.9091 Tf 37.9333 0 Td[(und)]TJ/F23 10.9091 Tf 19.1478 0 Td[(Oinopides)-255(von)-255(Chios)]TJ/F16 10.9091 Tf 96.5064 0 Td[(.)-266(Von)-255(allen)-255(diesen)-255(weisen)-256(sie)]TJ -153.5875 -13.5492 Td[(noch)-225(Spuren)-225(auf,)-230(von)-226(den)-225(Einen)-225(Bildnisse)-225(von)-225(den)-225(Anderen)-225(Orte)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-179(Geb\344ude,)-194(die)-179(nach)-179(ihnen)-179(benannt)-180(sind.)-226(Aus)-179(der)-179(Vergleichung)]TJ 0 -13.5492 Td[(dessen,)-218(was)-210(jeder)-211(von)-210(ihnen)-210(in)-210(seinem)-211(Fache)-210(geleistet)-210(hat,)-218(f\374hren)]TJ 0 -13.5492 Td[(sie)-356(den)-356(Beweis,)-383(dass)-356(sie)-356(Dasjenige)-357(um)-356(desswillen)-356(sie)-356(von)-356(den)]TJ 0 -13.5492 Td[(Hellenen)-214(bewundert)-215(werden,)-222(aus)-214(Aegypten)-214(entlehnt)-215(haben.\253)-214(Aus)]TJ 0 -13.5492 Td[(diesen)-382(Stellen)-382(geht)-382(mit)-382(Sicherheit)-382(hervor,)-415(dass)-382(viele)-382(Griechen)]TJ 0 -13.5492 Td[(nach)-219(Aegypten)-218(zogen,)-225(um)-219(bei)-218(den)-219(dortigen)-219(Priestern)-218(Philosophie)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-242(Mathematik)-242(kennen)-243(zu)-242(lernen,)-243(da)-243(wohl)-242(in)-242(den)-242(Berichten)-242(nur)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-250(hervorragenden)-250(M\344nner)-250(angef\374hrt)-250(wurden.)]TJ 11.9552 -16.004 Td[(Der)-246(Milesier)]TJ/F23 10.9091 Tf 58.0711 0 Td[(Thales)]TJ/F16 10.9091 Tf 30.9163 0 Td[(,)-246(welcher)-246(erst)-246(in)-245(vorger\374cktem)-246(Alter,)-246(und)]TJ -100.9426 -13.5492 Td[(nachdem)-469(er)-470(als)-469(Handelsmann)-469(fr\374her)-470(gewiss)-469(schon)-469(mehrmals)]TJ 0 -13.5492 Td[(Aegypten)-496(besucht)-496(gehabt,)-557(sich)-496(daselbst)-496(behufs)-496(seiner)-496(Studi-)]TJ 0 -13.5492 Td[(en)-366(zu)-366(l\344ngerem)-366(Aufenthalt)-366(niederlies,)-395(ist)-366(merkw\374rdiger)-366(Weise)]TJ 0 -13.5492 Td[(in)-401(dem)-400(Berichte)-401(des)-401(Diodor)-401(nicht)-400(angef\374hrt,)-439(und)-401(k\366nnte)-400(man)]TJ 0 -13.5492 Td[(wohl)-493(aus)-493(diesem)-493(Umstande)-493(umsomehr)-493(einen)-493(gewissen)-492(Grad)]TJ 0 -13.5492 Td[(von)-389(Unglaublichkeit)-388(ableiten,)-424(als)-388(darin)-389(mythische)-389(Namen)-388(wie)]TJ/F23 10.9091 Tf 0 -13.5492 Td[(Orpheus)]TJ/F16 10.9091 Tf 40.6145 0 Td[(,)]TJ/F23 10.9091 Tf 7.7593 0 Td[(Daidalos)]TJ/F16 10.9091 Tf 45.1856 0 Td[(und)]TJ/F23 10.9091 Tf 20.9348 0 Td[(Homer)]TJ/F16 10.9091 Tf 37.2875 0 Td[(angef\374hrt)-419(erscheinen.)-757(Diese)]TJ -151.7817 -13.5492 Td[(letzteren)-235(konnten)-236(jedoch)-235(sehr)-236(wohl)-235(dem)-235(im)-236(Ganzen)-235(und)-235(Grossen)]TJ 0 -13.5492 Td[(sonst)-412(richtigen)-413(Verzeichnisse)-412(vom)-412(Berichterstatter)-412(eigenwillig)]TJ 0 -13.5492 Td[(beigef\374gt)-275(worden)-274(sein,)-281(um)-274(dadurch)-275(das)-274(hohe)-275(Alter)-274(aegyptischer)]TJ 0 -13.5492 Td[(Wissenschaft)-250(in)-250(ein)-250(vorteilhaftes)-250(Licht)-250(zu)-250(setzen.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([12])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.7111 -16.004 Td[(Abgesehen)-189(jedoch)-190(von)-189(aller)-189(Wahrscheinlichkeit)-189(oder)-190(Unwahr-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(scheinlichkeit)-265(f\374r)-265(die)-264(Exactheit)-265(obiger)-265(Ausspr\374che)-265(in)-265(Bezug)-264(auf)]TJ 0 -13.5492 Td[(einzelne)-259(Namen,)-261(d\374rfte)-258(jedenfalls)-259(das)-259(als)-259(unumst\366ssliche)-258(Wahr-)]TJ 0 -13.5492 Td[(heit)-335(gelten,)-356(dass)-335(die)-334(\344gyptischen)-335(Priester)-335(von)-335(den)-335(Griechen)-334(als)]TJ 0 -13.5492 Td[(in)-315(den)-315(Wissenschaften,)-331(insbesondere)-315(in)-315(der)-315(Geometrie)-315(sehr)-315(be-)]TJ 0 -13.5492 Td[(wandert)-359(gehalten)-359(wurden,)-386(und)-358(zwar)-359(in)-359(einem)-359(solchen)-358(Maasse,)]TJ 0 -13.5492 Td[(dass)-176(eine)-176(Reihe)-175(hervorragender)-176(griechischer)-176(Philosophen)-176(es)-175(nicht)]TJ 0 -13.5492 Td[(verschm\344hte,)-262(die,)-262(f\374r)-260(damalige)-260(Verh\344ltnisse)-260(nicht)-259(unbedeutende)]TJ 0 -13.5492 Td[(Reise)-238(nach)-238(Aegypten)-239(zu)-238(unternehmen,)-241(ja)-238(oft)-238(jahrelang)-238(in)-238(diesem)]TJ 0 -13.5492 Td[(Lande)-382(mit)-382(unbekannter)-383(Sprache)-382(und)-382(Schrift)-382(zu)-382(verweilen,)-415(um)]TJ 0 -13.5492 Td[(sich)-250(die)-250(Kenntnisse)-250(der)-250(Aegypter)-250(anzueignen.)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 58.7267 518.1751 Td[(Stellt)-218(man)-219(nun)-218(zun\344chst)-218(die)-218(Frage)-219(nach)-218(Quantit\344t)-218(und)-219(Qualit\344t)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(des)-205(geometrischen)-204(Wissens,)-214(welches)-205(die)-204(Griechen)-205(von)-205(ihren)-204(Stu-)]TJ 0 -13.5492 Td[(dienreisen)-283(mit)-283(nach)-282(Hause)-283(brachten,)-291(so)-283(scheint)-283(dies,)-291(selbst)-282(vom)]TJ 0 -13.5492 Td[(Standpunkte)-481(der)-481(unmittelbar)-481(nachpythagor\344ischen)-480(Geometrie,)]TJ 0 -13.5492 Td[(\344usserst)-250(Weniges)-250(gewesen)-250(zu)-250(sein.)]TJ/F23 10.9091 Tf 11.9552 -16.004 Td[(Thales)]TJ/F16 10.9091 Tf 34.0521 0 Td[(von)-287(Milet,)-297(einer)-288(der)-287(sieben)-288(griechischen)-287(Weltweisen,)]TJ -46.0073 -13.5492 Td[(der)-414(Begr\374nder)-415(der)-414(ionischen)-414(Schule,)]TJ/F23 10.9091 Tf 171.1907 0 Td[(Thales)]TJ/F16 10.9091 Tf 30.9163 0 Td[(,)-455(welcher)-415(f\374r)-414(das)]TJ -202.107 -13.5492 Td[(Jahr)-352(585)-352(v.)-352(Chr.)-351(G.)-352(eine,)-378(auch)-352(eingetroffene)-351(Sonnenfinsterniss)]TJ 0 -13.5492 Td[(vorherzusagen)-336(wusste,)-357(soll,)-358(den)-336(uns)-336(von)]TJ/F23 10.9091 Tf 184.2489 0 Td[(Proklos)]TJ/F16 10.9091 Tf 39.4245 0 Td[(zugekomme-)]TJ -223.6734 -13.5492 Td[(nen)-443(Berichten)-443(zufolge,)-491(in)-443(Aegypten)-443(nicht)-443(viel)-443(mehr)-442(erfahren)]TJ 0 -13.5492 Td[(haben,)-257(als)-256(die)-255(S\344tze)-256(\374ber)-256(die)-255(Gleichheit)-256(der)-256(Winkel)-255(an)-256(der)-255(Basis)]TJ 0 -13.5492 Td[(eines)-327(gleichschenkligen)-327(Dreieckes,)-346(die)-327(Gleichheit)-327(der)-326(Scheitel-)]TJ 0 -13.5492 Td[(winkel)-331(am)-330(Durchschnitt)-331(zweier)-330(Geraden;)-371(er)-330(wusste)-331(ferner,)-350(wie)]TJ 0 -13.5492 Td[(ein)-248(Dreieck)-248(durch)-247(eine)-248(Seite)-248(und)-248(die)-248(beiden)-248(anliegenden)-247(Winkel)]TJ 0 -13.5492 Td[(bestimmt)-389(erscheint,)-424(diese)-389(Er\366rterung)-389(zur)-389(Messung)-388(der)-389(Entfer-)]TJ 0 -13.5492 Td[(nungen)-449(von)-449(Schiffen)-449(auf)-449(dem)-449(Meere)-449(ben\374tzend,)-499(es)-449(war)-449(ihm)]TJ 0 -13.5492 Td[(bekannt,)-251(dass)-251(ein)-252(Kreis)-251(durch)-251(einen)-251(Durchmesser)-251(halbirt)-251(wird,)]TJ/F16 7.9701 Tf 272.1615 3.9588 Td[(16)]TJ/F16 10.9091 Tf -272.1615 -17.508 Td[(und)-248(soll)-248(er)-248(die)-249(H\366he)-248(der)-248(Pyramiden)-248(aus)-248(der)-248(L\344nge)-248(des)-248(Schattens)]TJ 0 -13.5492 Td[(gemessen)-380(haben,)-414(h\366chst)-380(wahrscheinlich)-380(in)-381(dem)-380(Momente,)-413(wo)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-446(Schattenl\344nge)-224(eines)-223(senkrechten)-223(Stabes)-223(der)-223(Stabl\344nge)-223(gleich)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.0235 0 Td[([13])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.0235 -13.5492 Td[(ist,)]TJ/F16 7.9701 Tf 13.0363 3.9588 Td[(17)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.6036 -3.9588 Td[(m\366glicherweise)-280(jedoch,)-287(wie)]TJ/F23 10.9091 Tf 125.8826 0 Td[(Plutarch)]TJ/F16 7.9701 Tf 40.6036 3.9588 Td[(18)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.5219 -3.9588 Td[(berichtet,)-287(auch)-280(zu)]TJ -202.648 -13.5492 Td[(einer)-287(beliebigen)-287(Tageszeit.)-360(Auch)-287(wird)-287(ihm)-287(von)]TJ/F23 10.9091 Tf 211.4545 0 Td[(Pamphile)]TJ/F16 7.9701 Tf 44.2472 3.9588 Td[(19)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.5972 -3.9588 Td[(die)]TJ -267.2989 -13.5492 Td[(Kenntniss)-336(des)-335(Satzes)-336(zugeschrieben,)-357(dass)-336(der)-335(Peripheriewinkel)]TJ 0 -13.5492 Td[(im)-224(Halbkreise)-224(ein)-225(rechter)-224(sei.)-241(Gewiss)-225(hat)-224(Thales)-224(wenigstens)-224(jene)]TJ 0 -13.5492 Td[(geometrischen)-256(Fundamente)-255(in)-256(Aegypten)-256(kennen)-255(gelernt,)-257(welche)]TJ 0 -13.5492 Td[(es)-260(ihm)-260(erm\366glichten,)-262(die)-260(genannten)-260(S\344tze)-260(als)-260(wahr)-260(zu)-259(erkennen,)]TJ 0 -13.5492 Td[(wenn)-264(auch)-265(bei)-264(ihm,)-268(selbst)-264(bei)-264(diesen)-265(einfachen)-264(Dingen)-264(an)-264(einen)]TJ 0 -13.5492 Td[(strengen)-250(Beweis)-250(nicht)-250(gedacht)-250(werden)-250(kann.)]TJ 11.9552 -16.004 Td[(Es)-276(w\344re)-277(jedoch)-276(voreilig,)-283(aus)-276(der)-277(Geringf\374gigkeit)-276(der)-277(Thaleti-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(schen)-243(geometrischen)-243(Kenntnisse)-243(mit)]TJ/F23 10.9091 Tf 162.099 0 Td[(Montucla)]TJ/F16 7.9701 Tf 47.4984 3.9588 Td[(20)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.1194 -3.9588 Td[(zu)-243(schliessen,)]TJ -220.7168 -13.5492 Td[(dass)-397(auch)-397(die)-397(Aegypter)-397(nicht)-397(viel)-397(mehr)-397(gewusst)-397(h\344tten.)-691(Man)]TJ 0 -13.5492 Td[(kann)-382(wohl)-382(annehmen,)-416(dass)-382(die)-382(aegyptischen)-382(Priester)-382(bei)-382(ihrer)]TJ 0 -13.5492 Td[(den)-316(Fremden)-316(gegen\374ber)-317(beobachteten)-316(Zur\374ckhaltung)-316(nur)-316(einen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Theil)-340(ihres)-340(Wissens)-340(offenbarten;)-385(wer)-340(k\366nnte)-339(jedoch)-340(bemessen,)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(in)-287(welchem)-286(Verh\344ltnisse)-287(dieser)-287(Theil)-286(zu)-287(ihrem)-286(Gesammtwissen)]TJ 0 -13.5492 Td[(stand?)-374(Der)-291(Ansicht)]TJ/F23 10.9091 Tf 88.6005 0 Td[(Montucla)]TJ/F16 10.9091 Tf 44.8472 0 Td[('s)-291(kann)-292(man)-291(entgegensetzen,)-302(dass)]TJ -133.4477 -13.5492 Td[(die)-397(Aegypter)-396(den)-397(Fremden)-397(nur)-396(einen)-397(kleinen)-397(Bruchtheil)-396(ihres)]TJ 0 -13.5492 Td[(sorgsam)-205(im)-205(Verborgenen)-205(geh\374teten)-205(Wissens)-205(preisgegeben)-205(haben)]TJ 0 -13.5492 Td[(mochten,)-293(wobei)-284(ferner)-285(nicht)-284(unber\374cksichtigt)-284(bleiben)-285(darf,)-292(dass)]TJ 0 -13.5492 Td[(den)-192(nach)-191(Aegypten)-192(gekommenen)-192(Griechen)-191(auch)-192(die)-191(Unkenntniss)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-389(Sprache)-389(und)-390(der)-389(Schrift)-389(weitere,)-424(nicht)-389(zu)-389(untersch\344tzende)]TJ 0 -13.5492 Td[(Schwierigkeiten)-190(bereitete,)-202(in)-189(dem)-190(Maasse)-190(als)-190(vielleicht)-189(Manches,)]TJ 0 -13.5492 Td[(was)-358(ihnen)-358(die)-358(aegyptischen)-358(Priester)-358(von)-358(aegyptischem)-358(Wissen)]TJ 0 -13.5492 Td[(zur)-250(Verf\374gung)-250(stellten,)-250(unverstanden)-250(bleiben)-250(konnte.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Was)-193(nun)-192(das)-193(Wesen)-192(aegyptischer)-193(Geometrie)-192(betrifft,)-204(so)-193(finden)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(wir)-253(in)-254(den)-253(Berichten)-253(der)-254(Alten)-253(fast)-254(gar)-253(keine)-253(Anhaltspunkte,)-254(um)]TJ 0 -13.5492 Td[(uns)-335(hier\374ber)-335(Klarheit)-335(verschaffen)-335(zu)-335(k\366nnen,)-356(und)-335(war)-335(man)-335(bis)]TJ 0 -13.5492 Td[(vor)-219(Kurzem)-220(darauf)-219(hingewiesen,)-225(aus)-220(den)-438(Anf\344ngen)-219(griechischer)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7558 0 Td[([14])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.7558 -13.5492 Td[(Mathematik)-446(auf)-445(den)-446(Stand)-446(der)-446(aegyptischen)-445(zur\374ckzuschlies-)]TJ 0 -13.5492 Td[(sen,)-344(was,)-343(wie)-325(aus)-325(dem)-324(Vorhergesagten)-325(folgen)-325(d\374rfte,)-344(mit)-324(nicht)]TJ 0 -13.5492 Td[(geringen)-250(Schwierigkeiten)-250(verbunden)-250(erscheint.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Die)-296(Ansicht,)-309(dass)-296(die)-297(Geometrie)-296(der)-297(Aegypter)-296(eigentlich)-297(nur)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(constructiver)-429(Natur)-429(war,)-474(\344hnlich)-430(dem)-429(was)-429(wir)-429(als)-429(Reisskunst)]TJ 0 -13.5492 Td[(zu)-302(bezeichnen)-301(pflegen,)]TJ/F16 7.9701 Tf 101.3924 3.9588 Td[(21)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.9 -3.9588 Td[(d\374rfte)-302(sich)-301(nicht)-302(als)-302(stichh\344ltig)-301(erwei-)]TJ -113.2924 -13.5492 Td[(sen;)-570(es)-463(m\366ge)-464(jedoch)-463(gleich)-463(jetzt)-464(darauf)-463(hingedeutet)-463(werden,)]TJ 0 -13.5492 Td[(dass)-358(die)-358(Aegypter)-358(im)-358(Construiren)-358(geometrischer)-358(Formen)-357(nicht)]TJ 0 -13.5492 Td[(unbewandert)-250(sein)-250(konnten.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(So)-385(sagt)-384(in)-385(etwas)-385(prahlerischer)-384(Weise)]TJ/F23 10.9091 Tf 171.8087 0 Td[(Demokritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 58.7311 0 Td[(von)]TJ/F23 10.9091 Tf 20.5602 0 Td[(Ab-)]TJ -263.0552 -13.5492 Td[(dera)]TJ/F16 7.9701 Tf 21.2073 3.9588 Td[(22)]TJ/F16 10.9091 Tf 12.8261 -3.9588 Td[(um)-399(420)-400(v.)-399(Chr.)-400(G.:)-549(\273Im)-399(Construiren)-400(von)-399(Linien)-400(nach)]TJ -34.0334 -13.5492 Td[(Maassgabe)-263(der)-263(aus)-264(den)-263(Voraussetzungen)-263(zu)-263(ziehenden)-263(Schl\374sse)]TJ 0 -13.5492 Td[(hat)-245(mich)-244(keiner)-245(je)-244(\374bertroffen,)-246(selbst)-245(nicht)-244(die)-245(sogenannten)-244(Har-)]TJ 0 -13.5492 Td[(pedonapten)-347(der)-347(Aegypter\253;)-396(und)]TJ/F23 10.9091 Tf 145.3471 0 Td[(Theon)]TJ/F16 10.9091 Tf 33.4933 0 Td[(von)]TJ/F23 10.9091 Tf 20.1515 0 Td[(Smyrna)]TJ/F16 7.9701 Tf 36.9708 3.9588 Td[(23)]TJ/F16 10.9091 Tf 12.2562 -3.9588 Td[(erz\344hlt,)]TJ -248.2189 -13.5492 Td[(dass)-312(\273Babylonier,)-328(Chald\344er)-313(und)-312(Aegypter)-313(eifrig)-312(nach)-312(allerhand)]TJ 0 -13.5492 Td[(Grundgesetzen)-328(und)-328(Hypothesen)-328(suchten,)-347(durch)-328(welche)-328(den)-327(Er-)]TJ 0 -13.5492 Td[(scheinungen)-200(gen\374gt)-201(werden)-200(k\366nnte;)-217(zu)-200(erreichen)-201(suchten)-200(sie)-200(dies)]TJ 0 -13.5492 Td[(dadurch,)-352(dass)-332(sie)-332(das)-332(fr\374her)-332(Gefundene)-332(in)-332(Ueberlegung)-332(zogen,)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-205(\374ber)-205(die)-205(zuk\374nftigen)-205(Erscheinungen)-205(Vermuthungen)-204(aufstell-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ten,)-419(wobei)-385(die)-385(Einen)-385(sich)-385(arithmetischer)-384(Methoden)-385(bedienten,)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.7715 518.1751 Td[(wie)-201(die)-202(Chald\344er,)-211(die)-201(Anderen)-201(construirender)-202(wie)-201(die)-201(Aegypter\253.)]TJ 11.9552 -16.004 Td[(Aus)-263(diesen)-262(und)-263(\344hnlichen)-263(Berichten,)-266(sowie)-262(aus)-263(dem)-263(Umstan-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(de,)-365(dass)-342(die)-342(Anf\344nge)-342(der)-342(griechischen)-342(Geometrie)-341(selbst)-342(haupt-)]TJ 0 -13.5492 Td[(s\344chlich)-288(constructiver)-288(Natur)-288(waren,)-297(muss)-288(man)-288(zu)-288(dem)-287(Schlusse)]TJ 0 -13.5492 Td[(kommen,)-414(dass)-381(die)-381(alten)-381(Aegypter)-381(seit)-381(unvordenklichen)-381(Zeiten)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-226(Reisskunst)-225(pflegten,)-230(und)-226(in)-225(der)-226(langen)-225(Reihe)-226(der)-225(Jahrhunder-)]TJ 0 -13.5492 Td[(te)-327(sicherlich)-326(eine)-327(ziemlich)-327(bedeutende)-326(Masse)-327(sowohl)-326(einfacher)]TJ 0 -13.5492 Td[(als)-453(complicirterer)-454(Constructionen)-453(erfanden)-453(und)-454(in)-453(ein)-453(gewis-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ses)-426(System)-426(brachten,)-470(von)-426(Ersteren)-852(zu)-426(Letzteren)-426(aufsteigend.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.0235 0 Td[([15])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.0235 -13.5492 Td[(Diese)-297(Constructionen)-297(d\374rften)-297(ihrem)-297(gr\366sseren)-297(Theile)-297(nach,)-308(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(zwar)-284(jenem)-284(Theile)-283(nach,)-293(welcher,)-292(wenn)-284(auch)-284(ohne)-283(Begr\374ndung)]TJ 0 -13.5492 Td[(Gemeingut)-414(der)-414(die)-414(K\374nste)-414(und)-414(Gewerbe)-414(bet)1(reibenden)-414(Kasten)]TJ 0 -13.5492 Td[(wurde,)-245(nur)-244(solche)-243(gewesen)-244(sein,)-245(die)-244(dem)-244(praktischen)-243(Bed\374rfnis-)]TJ 0 -13.5492 Td[(se)-230(dienen)-229(konnten,)-234(also)-230(zumeist)-229(Ornamentenconstructionen.)-243(Wir)]TJ 0 -13.5492 Td[(bemerken)-418(hier)-418(unter)-418(Anderem)-418(das)-418(Vorkommen)-418(regelm\344ssiger)]TJ 0 -13.5492 Td[(geometrischer)-312(Figuren)-313(auf)-312(uralten)-313(Wandgem\344lden,)-328(wie)-312(sie)-312(sich)]TJ 0 -13.5492 Td[(z.)-295(B.)-296(als)-295(f\344rbige)-295(Zeichnungen)-296(aus)-295(den)-295(Zeiten)-296(der)-295(f\374nften)-295(Dyna-)]TJ 0 -13.5492 Td[(stie,)-313(also)-300(unmittelbar)-301(nach)-300(den)-300(Erbauern)-301(der)-300(Pyramiden,)-313(das)-300(ist)]TJ 0 -13.5492 Td[(3400)-250(Jahre)-250(v.)-250(Chr.)-250(G.)-250(etwa)-250(vorfinden.)]TJ/F16 7.9701 Tf 164.8142 3.9588 Td[(24)]TJ/F16 10.9091 Tf -152.859 -19.9628 Td[(Man)-224(sieht)-225(unter)-224(der)-225(grossen)-224(Menge)-225(der)-224(in)-225(dieser)-224(Zeit)-225(vorkom-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(menden)-457(Figuren)-456(eine,)-508(aus)-457(verschobenen,)-508(ineinander)-456(gezeich-)]TJ 0 -13.5492 Td[(neten,)-424(theilweise)-389(durch)-389(zu)-390(einer)-389(Diagonale)-389(Parallele)-389(zerlegten)]TJ 0 -13.5492 Td[(Quadraten)-496(zusammengesetzte)-497(Figur,)-558(ferner)-496(aus)-497(der)-496(Zeit)-496(von)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-286(zw\366lften)-285(bis)-286(zur)-285(sechsundzwanzigsten)-286(Dynastie,)-294(eine)-285(Figur,)]TJ 0 -13.5492 Td[(bestehend)-401(aus)-402(einem)-401(Quadrate,)-439(und)-402(zwei,)-439(l\344ngs)-401(der)-401(Diagona-)]TJ 0 -13.5492 Td[(le)-318(centrisch)-317(hineingelegten)-318(lemniscatischen)-318(Curven,)-335(sowie)-317(eine)]TJ 0 -13.5492 Td[(Zusammenstellung)-224(von)-223(um)-224(f\374nfundvierzig)-224(Grade)-223(gegeneinander)]TJ 0 -13.5492 Td[(verdrehten,)-391(sich)-362(durchsetzenden)-363(Quadraten.)-588(Kreise)-362(erscheinen)]TJ 0 -13.5492 Td[(durch)-306(ihre)-307(Durchmesser)-306(in)-307(gleiche)-306(Kreisausschnitte)-307(getheilt;)-334(so)]TJ 0 -13.5492 Td[(zun\344chst)-286(durch)-286(zwei)-286(oder)-286(vier)-286(Durchmesser)-286(in)-285(vier)-286(beziehungs-)]TJ 0 -13.5492 Td[(weise)-194(acht,)-206(und)-194(in)-194(sp\344teren)-194(Zeiten)-195(auch)-194(durch)-194(sechs)-194(Durchmesser)]TJ 0 -13.5492 Td[(in)-329(zw\366lf)-329(gleiche)-329(Ausschnitte;)-369(die)-329(in)-329(den)-329(Zeichnungen)-329(vorkom-)]TJ 0 -13.5492 Td[(menden)-297(Wagenr\344der)-297(besitzen)-298(zumeist)-297(sechs,)-309(seltener)-297(vier)-297(Spei-)]TJ 0 -13.5492 Td[(chen,)-239(so)-237(dass)-237(auch)-236(die)-237(Theilung)-237(des)-236(Kreises)-237(durch)-237(drei)-236(Diameter)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(in)-250(sechs)-250(gleiche)-250(Kreisausschnitte)-250(vertreten)-250(erscheint.)]TJ 11.9552 -14.7766 Td[(In)-260(einer)-260(unvollendet)-259(gebliebenen)-260(Kammer)-260(des)-260(Grabes)]TJ/F23 10.9091 Tf 238.5675 0 Td[(Seti)-260(I.)]TJ/F16 10.9091 Tf 27.3798 0 Td[(,)]TJ -277.9025 -13.5492 Td[(des)-313(Vater)]TJ/F23 10.9091 Tf 45.5937 0 Td[(Ramses)-313(II.)]TJ/F16 10.9091 Tf 53.7864 0 Td[(aus)-313(der)-312(neunzehnten)-313(Dynastie)-313(\050das)-313(soge-)]TJ -99.3801 -13.5492 Td[(nannte)-168(Grab)]TJ/F23 10.9091 Tf 54.5513 0 Td[(Belzoni)]TJ/F16 10.9091 Tf 34.549 0 Td[(\051)]TJ/F16 7.9701 Tf 3.6327 3.9588 Td[(25)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.2985 -3.9588 Td[(finden)-168(wir)-168(die)-167(W\344nde)-168(behufs)-168(Anbringung)]TJ -103.0315 -13.5492 Td[(von)-242(Reliefarbeiten)-241(mit)-242(einem)-242(Netze)-242(gleich)-483(grosser)-242(Quadrate)-241(be-)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([16])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.7559 -13.5492 Td[(deckt,)-525(und)-470(es)-470(kann)-470(keinem)-470(Zweifel)-470(unterliegen,)-525(dass)-470(wir)-470(es)]TJ 0 -13.5492 Td[(hier)-224(mit)-223(der)-224(Anwendung)-223(eines)-224(Verkleinerungs-)-223(beziehungsweise)]TJ 0 -13.5492 Td[(Vergr\366sserungsmaassstabes)-250(zu)-250(thun)-250(haben.)]TJ 11.9551 -14.7766 Td[(Wenn)-378(nun)-377(auch)-378(die)-377(einfachen)-378(Figuren)-377(des)-378(Dreieckes,)-410(Qua-)]TJ -11.9551 -13.5492 Td[(drates)-406(und)-406(des)-406(Kreises)-406(h\366chst)-406(wahrscheinlich)-405(ohne)-406(besondere)]TJ 0 -13.5492 Td[(Ueberlegung,)-205(einfach)-194(dem)-194(inneren)-194(geometrischen)-194(Formendrange)]TJ 0 -13.5492 Td[(entsprungen)-265(sein)-266(d\374rften,)-269(so)-265(ist)-265(doch)-266(gewiss,)-269(dass)-265(ihre)-265(verschie-)]TJ 0 -13.5492 Td[(denartige)-210(Zusammensetzung)-210(zu)-211(Mustern)-210(das)-210(Product,)-218(wenn)-210(auch)]TJ 0 -13.5492 Td[(primitiven)-186(geometrischen)-186(Denkens)-185(war,)-199(welches)-186(dann)-186(schon)-185(eine)]TJ 0 -13.5492 Td[(ziemliche)-358(Selbstst\344ndigkeit)-358(erreicht)-358(haben)-358(musste,)-385(als)-358(die)-358(vor-)]TJ 0 -13.5492 Td[(erw\344hnte)-346(Anwendung)-345(von)-346(Proportionalmaassst\344ben)-346(in)-345(Uebung)]TJ 0 -13.5492 Td[(kam.)]TJ 11.9551 -14.7766 Td[(Andererseits)-300(musste)-301(das)-300(\366ftere)-300(Betrachten)-300(der)-301(regelm\344ssigen)]TJ -11.9551 -13.5492 Td[(Figuren)-493(einen)-492(geometrisch)-493(disponirten)-493(Geist)-492(von)-493(selbst)-492(zum)]TJ 0 -13.5492 Td[(Aufsuchen)-538(unbekannter)-537(Eigenschaften)-538(derselben)-537(reizen,)-609(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(vielleicht)-254(ist)-254(der)-253(Thaletische)-254(Satz)-254(von)-254(der)-254(Halbirung)-254(des)-253(Kreises)]TJ 0 -13.5492 Td[(durch)-418(einen)-417(Durchmesser)-418(nichts)-418(als)-417(eine)-418(aus)-418(der)-417(Betrachtung)]TJ 0 -13.5492 Td[(jener)-453(aegyptischen)-452(Zeichnungen)-453(gewonnene)-452(Abstraction,)-503(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(huldigen)-250(wir)-251(in)-250(dieser)-251(Beziehung)-250(der)-251(Ansicht,)-250(dass)]TJ/F23 10.9091 Tf 225.1628 0 Td[(Thales)]TJ/F16 10.9091 Tf 33.6488 0 Td[(beim)]TJ -258.8116 -13.5492 Td[(Ausspruche)-295(des)-295(erw\344hnten,)-306(f\374r)-294(uns)-295(freilich)-295(h\366chst)-295(einfach)-294(klin-)]TJ 0 -13.5492 Td[(genden)-284(Satzes,)-292(wahrscheinlich)-284(sagen)-283(wollte,)-292(nur)-284(der)-284(Kreis)-283(habe)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-193(ausgezeichnete)-192(Eigenschaft,)-204(von)-193(allen)-192(durch)-193(einen)-192(Punkt,)-204(den)]TJ 0 -13.5492 Td[(Mittelpunkt,)-368(gehenden)-345(Geraden)-345(in)-344(lauter)-345(untereinander)-344(gleiche)]TJ 0 -13.5492 Td[(H\344lften)-250(getheilt)-250(zu)-250(werden.)]TJ 11.9552 -14.7766 Td[(Von)-456(besonderer)-455(Wichtigkeit)-456(scheint)-456(uns)-455(jedoch)-456(der)-456(fr\374her)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(citirte)-458(selbstgef\344llige)-458(Ausspruch)-457(des)]TJ/F23 10.9091 Tf 169.6485 0 Td[(Demokritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 59.5284 0 Td[(zu)-458(sein,)-510(da)]TJ -229.1769 -13.5492 Td[(er)-261(uns)-261(vor)-261(einer)-261(ungerechtfertigten)-261(Untersch\344tzung)-260(aegyptischer)]TJ 0 -13.5492 Td[(Constructionsgewandtheit)-200(bewahren)-200(kann.)-234(Bedenklich)-200(in)]TJ/F23 10.9091 Tf 249.7352 0 Td[(Demo-)]TJ -249.7352 -13.5492 Td[(kritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 27.2727 0 Td[(')-272(Angabe)-272(k\366nnte)-272(allenfalls)-272(jenes)-272(Selbstlob)-272(erscheinen,)-277(das)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.7715 518.1751 Td[(er)-330(sich)-330(spendet;)-371(wenn)-330(es)-330(nun)-661(wohl)-330(auch)-330(schon)-330(im)-330(Alterthume)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.0235 0 Td[([17])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.0235 -13.5492 Td[(M\344nner)-328(geben)-327(mochte,)-347(die)-328(ihre)-327(Ber\374hmtheit)-328(vorzugsweise)-327(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(oft)-377(nur)-377(der)-377(Hochsch\344tzung)-376(verdankten,)-409(die)-377(sie)-377(sich)-377(selbst)-376(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(ihren)-382(Werken)-382(gezollt,)-414(M\344nner,)-415(welche)-382(in)-382(der)-382(Verbreitung)-381(des)]TJ 0 -13.5492 Td[(eigenen)-370(Lobes)-371(so)-370(emsig,)-401(so)-370(unerm\374dlich)-371(waren,)-400(dass)-371(sich)-370(um)]TJ 0 -13.5492 Td[(sie)-242(als)-241(die)-242(davon)-241(Ueberzeugtesten)-242(noch)-242(ein)-241(Kreis)-242(von)-241(Gl\344ubigen)]TJ 0 -13.5492 Td[(bildete,)-398(welche)-369(den,)-398(oft)-369(nur)-369(auf)-368(schwankenden)-369(F\374ssen)-368(einher-)]TJ 0 -13.5492 Td[(gehenden)-389(Ruhm)-389(ihrer)-389(Profeten)-388(weiter)-389(f\374hrten,)-424(so)-389(ist)-389(doch)-388(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(Bedeudung)-254(des)-255(Geometers)]TJ/F23 10.9091 Tf 119.8131 0 Td[(Demokritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 57.3086 0 Td[(durch)-254(so)-255(viele,)-255(und)-254(ver-)]TJ -177.1217 -13.5492 Td[(schiedenen)-315(Quellen)-315(entspringende)-315(Ausspr\374che)-314(beglaubigt,)-331(dass)]TJ 0 -13.5492 Td[(es)-456(gewiss)-456(Niemandem)-456(einfallen)-456(wird,)-508(seine)-456(Autorit\344t)-456(als)-456(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(eines)-362(gr\374ndlichen)-362(Kenners)-363(der)-362(Geometrie)-362(seiner)-362(Zeit)-362(in)-362(Zwei-)]TJ 0 -13.5492 Td[(fel)-377(zu)-377(ziehen.)-631(Wohl)-377(sind)-377(uns)-377(von)-377(den)-376(geometrischen)-377(Werken)]TJ 0 -13.5492 Td[(des)]TJ/F23 10.9091 Tf 18.8487 0 Td[(Demokritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 54.5345 0 Td[(,)-431(und)-395(kaum)-395(von)-394(allen)-395(nur)-395(die)-395(ganz)-395(allgemein)]TJ -73.3832 -13.5492 Td[(klingenden)-250(Titel)-250(erhalten.)]TJ 11.9552 -18.4588 Td[(W\344hrend)-337(uns)]TJ/F23 10.9091 Tf 62.4818 0 Td[(Cicero)]TJ/F16 7.9701 Tf 30.8945 3.9588 Td[(26)]TJ/F16 10.9091 Tf 12.142 -3.9588 Td[(diesen)-337(Philosophen)-336(als)-337(einen)-337(gelehr-)]TJ -117.4735 -13.5492 Td[(ten,)-304(in)-293(der)-293(Geometrie)-293(vollkommen)-293(bewanderten)-293(Mann)-293(anpreist,)]TJ 0 -13.5492 Td[(theilt)-488(uns)]TJ/F23 10.9091 Tf 48.234 0 Td[(Diogenes)-488(Laertius)]TJ/F16 7.9701 Tf 86.5333 3.9588 Td[(27)]TJ/F16 10.9091 Tf 13.7944 -3.9588 Td[(mit,)-548(dass)]TJ/F23 10.9091 Tf 47.3674 0 Td[(Demokritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 59.8607 0 Td[(\273\374ber)]TJ -255.7898 -13.5492 Td[(Geometrie\253,)-227(\273\374ber)-222(Zahlen\253,)-227(\273\374ber)-222(den)-222(Unterschied)-222(des)-221(Gnomon)]TJ 0 -13.5492 Td[(oder)-443(\374ber)-443(die)-443(Ber\374hrung)-443(des)-443(Kreises)-443(und)-443(der)-443(Kugel\253,)-491(sowie)]TJ 0 -13.5492 Td[(zwei)-418(B\374cher)-417(\273\374ber)-418(irrationale)-417(Linien)-418(und)-417(die)-418(dichten)-417(Dinge\253)]TJ 0 -13.5492 Td[(geschrieben)-303(habe,)-317(Schriften,)-316(deren)-304(Titel)-303(theilweise)-303(uns)-303(\374ber)-303(ih-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ren)-291(Inhalt)-291(ganz)-292(im)-291(Unklaren)-291(lassen.)-374(Legen)-291(wir)-291(den)-291(angef\374hrten)]TJ 0 -13.5492 Td[(Zeugnissen)-323(Glauben)-322(bei,)-341(und)-323(es)-323(ist)-322(kein)-323(Grund)-323(vorhanden)-322(dies)]TJ 0 -13.5492 Td[(nicht)-394(zu)-394(thuh,)-430(so)-394(m\374ssen)-394(wir)-394(von)]TJ/F23 10.9091 Tf 158.054 0 Td[(Demokritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 58.8331 0 Td[(als)-394(von)-394(einem)]TJ -216.8871 -13.5492 Td[(\273in)-416(der)-415(Geometrie)-416(vollkommenen)-415(Manne\253)-416(voraussetzen,)-456(dass)]TJ 0 -13.5492 Td[(er)-288(mit)-288(den)-288(Errungenschaften)-288(des)]TJ/F23 10.9091 Tf 145.9805 0 Td[(Pythagoras)]TJ/F16 10.9091 Tf 52.7235 0 Td[(,)-298(welcher)-288(ein)-288(Jahr-)]TJ -198.704 -13.5492 Td[(hundert)-353(vor)]TJ/F23 10.9091 Tf 55.5732 0 Td[(Demokritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 58.3866 0 Td[(Aegypten)-353(besucht)-353(hatte,)-379(vollkommen)]TJ -113.9598 -13.5492 Td[(vertraut)-325(war.)-473(Gewiss)-325(war)-325(ihm)-324(somit)-325(bekannt:)-399(die)-325(Methode)-324(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(\273Anlegung)-212(der)-212(Fl\344chen\253,)-219(welche)-212(wieder)-212(die)-212(Vertrautheit)-212(mit)-211(den)]TJ 0 -13.5492 Td[(Haupts\344tzen)-424(aus)-424(der)-423(Theorie)-424(der)-424(Parallelen)-424(und)-424(der)-847(Winkel,)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.0235 0 Td[([18])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.0235 -13.5492 Td[(so)-348(wie)-348(die)-348(Kenntniss)-348(der)-348(Abh\344ngigkeit)-348(der)-347(Fl\344cheninhalte)-348(von)]TJ 0 -13.5492 Td[(den)-351(ihnen)-352(zukommenden)-351(Ausmaassen)-352(voraussetzt.)-554(Nicht)-351(min-)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-251(bekannt)-251(mussten)-251(ihm)-251(die,)-251(dem)]TJ/F23 10.9091 Tf 152.4711 0 Td[(Pythagoras)]TJ/F16 10.9091 Tf 55.4605 0 Td[(zugeschriebenen)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(Constructionen)-193(der)-194(f\374nf)-193(regelm\344ssigen,)-205(sogenannten)-193(kosmischen)]TJ 0 -13.5492 Td[(K\366rper)-359(sein,)-386(woraus)-359(sich)-359(weiter)-359(schliessen)-359(l\344sst,)-386(dass)-359(auch)-359(ei-)]TJ 0 -13.5492 Td[(nerseits)-275(die)-275(Eigenschaften)-274(der)-275(Kugel,)-281(welcher)-275(doch)-275(jene)-274(K\366rper)]TJ 0 -13.5492 Td[(eingeschrieben)-274(wurden,)-280(und)-275(anderseits)-274(die)-274(Entstehungen)-274(der)-274(re-)]TJ 0 -13.5492 Td[(gelm\344ssigen,)-234(jene)-231(K\366rper)-230(begrenzenden)-230(Vielecke,)-235(vor)-230(Allem)-230(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(des)-314(F\374nfeckes)-315(dem)]TJ/F23 10.9091 Tf 88.4513 0 Td[(Demokritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 57.9637 0 Td[(nicht)-314(ungel\344ufig)-315(sein)-314(konnten.)]TJ -146.415 -13.5492 Td[(Die)-342(Construction)-343(des)-342(Letzteren)-342(erheischt)-343(wiederum)-342(die)-342(Kennt-)]TJ 0 -13.5492 Td[(niss)-351(der)-350(Lehre)-351(vom)-351(goldenen)-351(Schnitt,)-376(und)-350(diese)-351(den)-351(Satz)-350(vom)]TJ 0 -13.5492 Td[(Quadrate)-319(der)-319(Hypothenuse)]TJ/F16 7.9701 Tf 118.4378 3.9588 Td[(28)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.4683 -3.9588 Td[(.)-457(Hat)-319(nun)]TJ/F23 10.9091 Tf 46.784 0 Td[(Demokritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 58.0135 0 Td[(auch)-319(selbst)]TJ -231.7036 -13.5492 Td[(nichts)-211(Neues)-212(hinzugef\374gt,)-219(so)-211(musste)-212(er)-211(doch)-212(Jenes)-211(kennen;)-224(wenn)]TJ 0 -13.5492 Td[(er)-204(nun)-203(anderseits)-204(sagt:)-227(\273im)-203(Construiren)-204(h\344tte)-204(ihn)-203(Niemand,)-213(selbst)]TJ 0 -13.5492 Td[(nicht)-374(die)-374(Harpedonapten)-374(der)-374(Aegypter)-374(\374bertroffen\253,)-404(so)-374(d\374rfen)]TJ 0 -13.5492 Td[(wir)-427(hieraus)-427(mit)-427(Sicherheit)-427(schliessen,)-471(dass)-427(die)-427(geometrischen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Kenntnisse)-288(der)-289(aegyptischen)-288(Priester)-289(bedeutend)-288(genug)-288(gewesen)]TJ 0 -13.5492 Td[(sein)-436(mussten,)-482(weil)-436(sich)]TJ/F23 10.9091 Tf 111.9483 0 Td[(Demokritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 59.2894 0 Td[(sonst)-436(kaum)-436(gerade)-436(\374ber)]TJ -171.2377 -13.5492 Td[(diese)-250(Geometer)-250(gesetzt)-250(h\344tte.)]TJ 11.9552 -16.004 Td[(Doch)-253(verlassen)-253(wir)-253(f\374r)-253(jetzt)-253(die)-253(Nachrichten)-253(des)-254(griechischen)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(Alterthums,)-268(welche)-265(in)-264(der)-264(Beurtheilung)-265(aegyptischer)-264(Geometrie)]TJ 0 -13.5492 Td[(nur)-308(Conjecturen)-308(zulassen,)-323(und)-308(blicken)-309(wir)-308(nach)-308(directen)-308(Denk-)]TJ 0 -13.5492 Td[(malen)-442(aegyptischen)-442(Ursprungs,)-490(aus)-442(denen)-442(vielleicht)-442(Schl\374sse)]TJ 0 -13.5492 Td[(gezogen)-343(werden)-342(k\366nnten)-343(auf)-343(Wesen)-342(und)-343(Umfang)-342(aegyptischer)]TJ 0 -13.5492 Td[(Geometrie.)]TJ 11.9552 -16.004 Td[(Das)-229(Britische)-229(Museum)-228(bewahrt)-229(eine)-229(Papyrusrolle,)-233(welche)-229(aus)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(dem)-412(Nachlasse)-412(des)-412(Engl\344nders)]TJ/F23 10.9091 Tf 144.6157 0 Td[(A.)-412(Henry)-412(Rhind)]TJ/F16 10.9091 Tf 82.8908 0 Td[(stammt,)-453(die)]TJ -227.5065 -13.5492 Td[(derselbe)-207(nebst)-208(anderen)-207(werthvollen)-207(Rollen)-208(in)-207(Aegypten)-207(k\344ufllich)]TJ 0 -13.5492 Td[(an)-318(sich)-317(gebracht)-318(haben)-317(d\374rfte.)-453(Der)-317(erw\344hnte)-318(Papyrus,)-334(ein)-317(altes)]TJ 0 -13.5492 Td[(Denkmal)-304(\344gyptischer)-305(Mathematik,)-318(ist,)-318(wie)-304(es)-305(scheint,)-318(nicht)-304(mit)]TJ 0 -13.5492 Td[(vollster)-318(Berechtigung)-319(als)-318(ein)-637(\273mathematisches)-318(Handbuch\253)-318(der)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([19])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.7559 -13.5492 Td[(alten)-173(Aegypter)-173(bezeichnet)-172(worden)]TJ/F16 7.9701 Tf 146.8193 3.9588 Td[(29)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.4682 -3.9588 Td[(.)-224(Der)-173(fragliche)-173(Papyrus)-173(nennt)]TJ -155.2875 -13.5492 Td[(sich)-339(selbst)-339(eine)-340(Nachahmung)-339(\344lterer)-339(mathematischer)-339(Schriften,)]TJ 0 -13.5492 Td[(denn)-331(es)-331(heisst)-331(in)-332(der)-331(Einleitung:)-412(\273Verfasst)-331(wurde)-331(diese)-331(Schrift)]TJ 0 -13.5492 Td[(im)-279(Jahre)-278(dreiunddreissig)-279(im)-279(vierten)-278(Monat)-279(der)-279(Wasserzeit)-278(unter)]TJ 0 -13.5492 Td[(K\366nig)-322(Ra-a-us,)-339(Leben)-322(gebend)-322(nach)-321(dem)-322(Muster)-322(alter)-321(Schriften)]TJ 0 -13.5492 Td[(in)-334(den)-334(Zeiten)-334(des)-334(K\366nigs)]TJ/F33 10.9091 Tf 116.3915 0 Td[(&)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.9091 0 Td[(\342t)-334(vom)-334(Schreiber)-334(Aahmes)-334(verfasst)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(sich)-340(ein,)-362(verschiedene)-340(Beispiele)-340(enthaltender)-340(Theil)-340(anschliesst,)]TJ 0 -13.5492 Td[(konnten)-318(im)-319(ersten)-318(Augenblicke)-319(den)-318(Gedanken)-319(aufkommen)-318(las-)]TJ 0 -13.5492 Td[(sen,)-266(dass)-263(wir)-262(es)-263(vielleicht)-263(mit)-262(einem)-263(Lehrbuche)-263(der)-262(Mathematik)]TJ 0 -13.5492 Td[(zu)-337(thun)-336(haben.)-511(Der)-336(Umstand)-337(jedoch,)-359(dass)-336(der)-337(Papyrus)-337(nur)-336(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(Zusammenstellung,)-257(allerdings)-255(eine)-255(in)-256(gewissem)-255(Grade)-255(systema-)]TJ 0 -13.5492 Td[(tische)-371(Zusammenstellung)-371(von)-372(Aufgaben)-371(nebst)-371(ihren)-371(L\366sungen)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-409(den)-409(zugeh\366rigen)-409(Proben)-409(ist,)-449(ohne)-409(dass)-408(Definitionen)-409(oder)]TJ 0 -13.5492 Td[(Lehrs\344tze)-343(und)-343(Beweise)-343(vorkommen)-343(w\374rden,)-366(liess)-343(den)-342(Papyrus)]TJ 0 -13.5492 Td[(wiederum)-318(als)-317(eine)-318(Aufgabensammlung,)-334(als)-318(ein)-317(Anleitungsbuch)]TJ 0 -13.5492 Td[(f\374r)-403(Praktiker)-402(erscheinen.)-708(Man)-402(ist)-403(noch)-402(weiter)-403(gegangen,)-440(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(stellte)-449(die)-449(Ansicht)-449(auf,)-499(der)-449(Autor)-449(habe)-448(bei)-449(Abfassung)-449(dieser)]TJ 0 -13.5492 Td[(Schrift)-235(vorz\374glich)-235(an)-235(Landleute,)-238(welchen)-235(die)-235(Theorie)-234(unzug\344ng-)]TJ 0 -13.5492 Td[(lich)-364(war,)-394(gedacht.)-593(Daraufhin)-365(weise)-364(nicht)-364(nur)-365(die)-364(Formulirung)]TJ 0 -13.5492 Td[(des)-233(gr\366ssten)-234(Theiles)-233(der)-233(Aufgaben,)-237(welche)-233(Verh\344ltnisse)-233(und)-233(Be-)]TJ 0 -13.5492 Td[(d\374rfnisse)-218(der)-218(Landwirthschaft)-218(ber\374cksichtigen,)-224(sondern)-218(auch)-218(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(Schlusssatz)-345(des)-345(Papyrus,)-369(welcher)-346(sagt:)-440(\273Fange)-345(das)-345(Ungeziefer)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-373(die)-374(M\344use,)-404(\050vertilge\051)-373(das)-373(verschiedenartige)-373(Unkraut,)-404(bitte)]TJ 0 -13.5492 Td[(Gott)]TJ/F23 10.9091 Tf 22.1236 0 Td[(Ra)]TJ/F16 10.9091 Tf 16.0581 0 Td[(um)-250(W\344rme,)-250(Wind)-250(und)-250(hohes)-250(Wasser\253.)]TJ/F16 7.9701 Tf -110.9376 0 Td[([21])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.7111 -18.4588 Td[(Dass)-215(wir)-214(es)-215(nicht)-214(mit)-215(einem)-215(Handbuche,)-221(welches)-215(dem)-215(damali-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(gen)-242(Standpunkte)-242(der)-242(mathematischen)-242(Wissenschaften)-242(in)-241(Aegyp-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ten)-272(entsprechen)-272(m\374sste,)-277(zu)-271(thun)-272(haben,)-277(ergibt)-272(sich)-272(nicht)-272(nur)-271(aus)]TJ 0 -13.5492 Td[(dem)-345(schon)-344(hervorgehobenen)-345(Mangel)-345(an)-344(Definitionen,)-368(Lehrs\344t-)]TJ 0 -13.5492 Td[(zen)-205(und)-204(Beweisen,)-214(ja)-204(es)-205(fehlt)-204(selbst)-205(jede)-204(Erkl\344rung,)-214(sondern)-204(auch)]TJ 0 -13.5492 Td[(aus)-342(dem)-342(Umst\344nde,)-364(dass)-342(neben)-342(der)-342(richtigen)-342(L\366sung)-341(einzelner)]TJ 0 -13.5492 Td[(Aufgaben)-316(die)-316(unrichtigen)-316(oder)-316(unvollendeten)-316(L\366sungen)-316(dersel-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ben)-407(oder)-407(\344hnlicher)-407(Aufgaben,)-446(sowie)-407(manche)-407(Wiederholungen)]TJ 0 -13.5492 Td[(vorkommen.)-350(Nur)-283(nebenbei)-284(verweisen)-283(wir)-283(darauf,)-292(dass)-283(in)-283(einem)]TJ 0 -13.5492 Td[(Handbuche)-287(unzweifelhaft)-287(wenigstens)-287(Ankl\344nge)-287(an)-287(die)-287(erste)-287(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(Wissenschaften)-380(des)-381(Alterthums,)-413(an)-380(die)-381(Astronomie,)-413(zu)-380(finden)]TJ 0 -13.5492 Td[(sein)-206(m\374ssten.)-235(Doch)-206(ist)-206(von)-205(diesem)-206(Theile)-206(der)-206(Mathematik)-206(im)-205(Pa-)]TJ 0 -13.5492 Td[(pyrus)-244(nicht)-244(die)-245(geringste)-244(Spur)-244(zu)-244(finden.)-248(Aufkl\344rungen)-244(\374ber)-244(den)]TJ 0 -13.5492 Td[(wahren)-275(Charakter)-274(des)-275(Originals)-274(unseres)-275(Papyrus,)-280(und)-275(eine)-274(viele)]TJ 0 -13.5492 Td[(Wahrscheinlichkeit)-235(besitzende)-234(Vermuthung)-235(\374ber)-235(die)-234(Entstehung)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-336(uns)-335(besch\344ftigenden)-336(Abschrift,)-357(verdanken)-335(wir)-336(dem)-335(Scharf-)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.7715 518.1751 Td[(sinne)-250(des)-250(franz\366sischen)-250(Aegyptologen)-250(Eug\350ne)]TJ/F23 10.9091 Tf 205.7124 0 Td[(Revillout)]TJ/F16 10.9091 Tf 42.4254 0 Td[(.)]TJ/F16 7.9701 Tf 2.7272 3.9588 Td[(32)]TJ/F16 10.9091 Tf -238.9098 -22.4176 Td[(Bei)-306(richtiger)-307(Erw\344gung)-306(des)-307(Umstandes,)-321(dass)-306(oft)-307(auf)-306(ein)-307(feh-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(lerlos)-415(gel\366stes)-416(Beispiel,)-456(falsche)-416(L\366sungen)-415(\344hnlicher)-415(Beispiele)]TJ 0 -13.5492 Td[(folgen,)-248(welchen)-247(sich)-248(dann)-247(gew\366hnlich)-247(eine)-248(Reihe)-247(von)-247(Uebungs-)]TJ 0 -13.5492 Td[(rechnungen)-473(anschliesst,)-529(Rechnungen)-474(die)-473(einem)-473(Schulpensum)]TJ 0 -13.5492 Td[(in)-483(hohem)-484(Grade)-483(\344hnlich)-483(sehen,)-542(bei)-483(Betrachtung)-483(der)-483(Thatsa-)]TJ 0 -13.5492 Td[(che)-396(ferner,)-432(wie)-396(ein)-395(und)-396(dasselbe)-396(Zahlenbeispiel)-396(oft)-395(einigemal)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-351(zwar)-351(so)-351(behandelt)-351(wird,)-376(dass)-351(der)-351(Reihe)-351(nach)-351(die)-351(vorkom-)]TJ 0 -13.5492 Td[(menden)-275(Zahlenwerthe)-274(als)-275(die)-275(berechneten)-275(Resultate)-274(erscheinen,)]TJ 0 -13.5492 Td[(dr\344ngt)-400(sich)-400(uns)-400(mit)]TJ/F23 10.9091 Tf 92.604 0 Td[(Eug\350ne)-400(Revillout)]TJ/F16 10.9091 Tf 85.7001 0 Td[(die)-400(Ueberzeugung)-400(auf,)]TJ -178.3041 -13.5492 Td[(dass)-353(wir)-352(es)-353(mit)-353(dem)-353(Uebungs-)-352(oder)-353(Aufgabenhefte)-353(eines)-352(Z\366g-)]TJ 0 -13.5492 Td[(lings)-359(jener)-359(Unterrichtsh\344user)-358(\050a\267sbo\051)-359(zu)-359(thun)-359(haben,)-386(wie)-358(deren)]TJ 0 -13.5492 Td[(in)-449(so)-450(manchem)-449(Papyrus)-449(Erw\344hnung)-450(geschieht,)-499(und)-449(in)-449(denen)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-371(Sch\374ler,)-400(welche)-371(sp\344ter)-371(Landwirthe,)-401(Verwalter,)-400(Feldmesser)]TJ 0 -13.5492 Td[(oder)-365(Constructeure)-365(werden)-729(wollten,)-394(mit)-365(den)-365(f\374r)-365(ihre)-364(k\374nftige)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.0235 0 Td[([22])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.0235 -13.5492 Td[(Laufbahn)-266(notwendigen)-266(Rechnungsoperationen)-266(vertraut)-265(gemacht)]TJ 0 -13.5492 Td[(wurden.)-826(Da)-442(dieses)-442(Schulheft)-442(selbstverst\344ndlich)-442(nicht)-442(f\374r)-442(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(Oeffentlichkeit)-288(bestimmt)-287(sein)-288(konnte,)-297(so)-288(tr\344gt)-288(es)-288(auch)-287(thats\344ch-)]TJ 0 -13.5492 Td[(lich)-480(keinen)-481(Autornamen)-480(und)-481(keine)-480(Jahresangabe;)-595(denn,)-538(was)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-329(in)-329(der)-329(Einleitung)-328(bez\374glich)-329(der)-329(Zeitperiode,)-349(in)-329(welcher)-328(das)]TJ 0 -13.5492 Td[(Original)-247(entstanden)-246(sein)-247(sollte,)-248(gemachte)-246(Erw\344hnung)-247(betrifft,)-247(so)]TJ 0 -13.5492 Td[(ist)-389(mehr)-389(als)-389(wahrscheinlich,)-423(dass)-389(dieselbe)-389(von)-389(dem)-388(Abschrei-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ber)]TJ/F23 10.9091 Tf 17.1734 0 Td[(Aahmes)]TJ/F16 10.9091 Tf 40.8134 0 Td[(herr\374hrt,)-309(welcher)-297(das)-297(Original)-298(einige)-297(Jahrhunderte)]TJ -57.9868 -13.5492 Td[(nach)-336(seiner)-336(Entstehung)-337(auffand,)-357(und)-336(dasselbe,)-358(der)-336(Mathematik)]TJ 0 -13.5492 Td[(gewiss)-229(ganz)-229(unkundig,)-233(sammt)-229(allen)-229(Fehlern)-228(abschrieb,)-234(zu)-228(diesen)]TJ 0 -13.5492 Td[(noch)-362(neue)-362(hinzuf\374gend.)-586(Nachdem)]TJ/F23 10.9091 Tf 159.112 0 Td[(Aahmes)]TJ/F16 10.9091 Tf 41.5205 0 Td[(aus)-362(der)-362(Aehnlich-)]TJ -200.6325 -13.5492 Td[(keit)-424(der)-425(Schriftart)-424(des)-425(mathematischen)-424(Heftes)-425(mit)-424(der)-424(Schrift)]TJ 0 -13.5492 Td[(anderer)-347(ihm)-346(bekannten)-347(Papyri)-347(auf)-347(das)-346(Alter)-347(des)-347(ersteren)-346(einen)]TJ 0 -13.5492 Td[(im)-327(Ganzen)-327(und)-328(Grossen)-327(nicht)-327(unrichtigen)-327(Schluss)-327(gezogen)-327(ha-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ben)-325(mochte,)-343(so)-324(k\366nnen)-325(wir)-325(das)-324(Ende,)-344(vielleicht)-324(auch)-325(die)-324(Mitte)]TJ 0 -13.5492 Td[(des)-359(dritten)-359(Jahrtausends)-359(v.)-359(Chr.)-359(G.)-359(als)-359(jene)-359(Zeit)-359(betrachten,)-386(in)]TJ 0 -13.5492 Td[(welcher)-359(das)-359(Original)-359(der)-360(Abschrift)-359(entstanden)-359(sein)-359(d\374rfte.)-577(Ob)]TJ/F23 10.9091 Tf 0 -13.5492 Td[(Aahmes)]TJ/F16 10.9091 Tf 41.823 0 Td[(die)-390(Abschrift)-390(mit)-389(der)-390(viel)-390(versprechenden)-390(Einleitung)]TJ -41.823 -13.5492 Td[(und)-316(der)-316(zugleich)-316(praktischen)-316(und)-316(gottesf\374rchtigen)-315(Schlussregel)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(in)-286(der)-286(Absicht)-286(versehen)-286(hatte,)-295(um)-286(sie)-286(an)-286(irgend)-286(einen)-286(einfachen)]TJ 0 -13.5492 Td[(aegyptischen)-274(Landmann)-274(um)-274(gutes)-274(Geld)-274(anzubringen,)-280(lassen)-273(wir)]TJ 0 -13.5492 Td[(dahingestellt,)-503(und)-452(wiederholen)-452(nur)-452(unsere)-452(Uebereinstimmung)]TJ 0 -13.5492 Td[(mit)-220(der)-219(Ansicht,)-226(dass)-220(das)-219(Original)-220(des)-220(Papyrus)-219(neben)-220(den)-220(von)-219(ei-)]TJ 0 -13.5492 Td[(nem)-256(Lehrer)-256(der)-255(Mathematik)-256(herr\374hrenden)-256(Musterbeispielen,)-257(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(sehr)-366(oft)-366(verungl\374ckten)-366(Uebungen)-366(eines)-366(Sch\374lers)-366(enth\344lt,)-394(eines)]TJ 0 -13.5492 Td[(Sch\374lers)-205(\374berdies,)-214(der)-205(nicht)-205(zu)-205(den)-205(hervorragenden)-205(seiner)-204(Glasse)]TJ 0 -13.5492 Td[(geh\366rt)-377(haben)-377(mochte.)-630(Und)-377(wie)-377(kostbar)-377(ist)-377(dennoch)-377(dieses)-376(al-)]TJ 0 -13.5492 Td[(t\344gyptische)-258(Schulheft!)-275(Wenn)-258(wir)-258(in)-259(aller)-258(Eile)-258(eine)-258(Skizze)-258(seines)]TJ 0 -13.5492 Td[(Inhaltes)-347(vorf\374hren)-347(sollen,)-371(so)-346(m\374ssen)-347(wir)-347(zun\344chst)-347(die)-347(sich)-346(auf)]TJ 0 -13.5492 Td[(acht)-342(Columnen)-342(der)-343(oben)-684(erw\344hnten)-342(Einleitung)-342(anschliessende)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([23])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.7559 -13.5492 Td[(Theilung)-354(der)-354(Zahl)-354(2)-355(durch)-354(die)-354(Zahlen)-354(von)-354(3)-354(bis)-354(99)-354(erw\344hnen;)]TJ 0 -13.5492 Td[(jeder)-411(auftretende)-411(Bruch)-410(erscheint)-411(in)-411(zwei)-411(bis)-411(vier)-410(sogenannte)]TJ 0 -13.5492 Td[(Stammbr\374che,)-421(Br\374che)-387(mit)-387(dem)-388(Z\344hler)-387(Eins,)-421(zerlegt,)-421(und)-387(sind)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-229(Nenner)-230(der)-229(letzteren)-230(meist)-229(gerade)-230(Zahlen)-229(mit)-230(einer)-229(gr\366sseren)]TJ 0 -13.5492 Td[(Divisorenanzahl.)-234(Im)-202(Anschluss)-201(an)-202(diese)-202(Tabelle)-202(finden)-202(wir)-201(sechs)]TJ 0 -13.5492 Td[(Beispiele,)-247(in)-247(denen)-247(in)-247(Form)-247(von)-247(Brodvertheilungen)-247(die)-246(Division)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-246(Zahlen)-247(l,)-247(3,)-247(6,)-247(7,)-248(8)-246(und)-247(9)-246(durch)-246(die)-247(Zahl)-246(10)-247(gelehrt)-246(wird,)-247(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(es)-346(folgt)-347(hierauf)-346(in)-347(17)-346(Beispielen)-346(die)-347(sogenannte)-346(Sequem-)-346(oder)]TJ 0 -13.5492 Td[(Erg\344nzungsrechnung,)-256(in)-255(welcher)-255(es)-255(sich)-254(darum)-255(handelt,)-256(Zahlen-)]TJ 0 -13.5492 Td[(werthe)-389(zu)-389(finden,)-424(die)-389(mit)-389(gegebenen)-389(Werthen)-388(durch)-389(Addition)]TJ 0 -13.5492 Td[(oder)-358(Multiplication)-357(verbunden,)-384(andere)-358(gegebene)-357(Zahlenwerthe)]TJ 0 -13.5492 Td[(liefern.)-229(Die)-187(n\344chsten)-186(15)-187(Beispiele)-186(geh\366ren)-187(der)-187(sogenannten)]TJ/F34 10.9091 Tf 256.9898 0 Td[(Hau-)]TJ -256.9898 -13.5492 Td[(rechnung)]TJ/F16 10.9091 Tf 46.1035 0 Td[(an,)-230(und)-225(finden)-225(wir)-226(in)-225(diesem)-225(Abschnitte)-225(die)-225(L\366sungen)]TJ -46.1035 -13.5492 Td[(linearer)-487(Gleichungen)-487(mit)-488(einer)-487(Unbekannten.)-961(Zwei)-487(weitere,)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-224(sogenannten)]TJ/F34 10.9091 Tf 73.3458 0 Td[(Tunnu-)]TJ/F16 10.9091 Tf 37.0001 0 Td[(oder)-224(Unterschiedsrechnung)-223(angeh\366rige)]TJ -110.3459 -13.5492 Td[(Beispiele)-403(belehren)-402(uns)-403(dar\374ber,)-440(dass)-403(den)-402(alten)-403(Aegyptern)-402(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(Begriff)-359(arithmetischer)-359(Reihen)-359(nicht)-359(fremd)-359(war.)-577(Es)-359(folgen)-359(nun)]TJ 0 -13.5492 Td[(sieben)-353(Beispiele)-354(\374ber)-353(Volumetrie,)-380(ebensoviele)-353(\374ber)-353(Geometrie)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-321(f\374nf)-322(Beispiele)-321(\374ber)-322(Berechnungen)-321(von)-322(Pyramiden,)-339(also)-321(19)]TJ 0 -13.5492 Td[(Aufgaben)-250(\374ber)-250(die)-250(wir)-250(sp\344ter)-250(noch)-250(einige)-250(Worte)-250(sagen)-250(m\374ssen.)]TJ 11.9552 -18.4588 Td[(Hieran)-238(schliessen)-238(sich)-238(endlich)-238(dreiundzwanzig)-239(verschiedenen)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(Materien)-265(entlehnte,)-269(Fragen)-265(des)-265(b\374rgerlichen)-264(Lebens)-265(betreffende)]TJ 0 -13.5492 Td[(Beispiele,)-238(wie)-235(die)-234(Berechnung)-235(des)-235(Werthes)-235(von)-234(Schmuckgegen-)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.7715 518.1751 Td[(st\344nden,)-241(abermals)-239(Vertheilungen)-239(von)-239(Broden)-239(oder)-239(von)-238(Getreide,)]TJ 0 -13.5492 Td[(Bestimmung)-334(des)-334(auf)-335(einen)-334(Tag)-334(entfallenden)-334(Theiles)-334(eines)-334(Jah-)]TJ 0 -13.5492 Td[(resertrages,)-314(Berechnungen)-301(von)-301(Arbeitsl\366hnen,)-313(Nahrungsmitteln)]TJ 0 -13.5492 Td[(sowie)-368(des)-368(Futters)-368(f\374r)-369(Gefl\374gelh\366fe.)-604(Einer)-368(besonderen)-368(Ank\374n-)]TJ 0 -13.5492 Td[(digung)-348(werth)-348(erscheinen)-348(uns)-348(in)-348(dieser)-348(letzten)-348(Abtheilung)-348(zwei)]TJ 0 -13.5492 Td[(Beispiele;)-516(das)-428(eine)-427(derselben)]TJ/F16 7.9701 Tf 133.1171 3.9588 Td[(33)]TJ/F16 10.9091 Tf 17.7966 -3.9588 Td[(l\344sst)-428(keinen)-427(Zweifel)-428(dar\374ber)]TJ/F16 7.9701 Tf 140.1098 0 Td[([24])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.0235 -13.5492 Td[(aufkommen,)-306(dass)-295(den)-295(alten)-294(Aegyptern)-295(die)-295(Theorie)-295(der)-294(arithme-)]TJ 0 -13.5492 Td[(tischen)-389(Progressionen)-389(vollkommen)-388(gel\344ufig)-389(war,)-424(w\344hrend)-388(wir)]TJ 0 -13.5492 Td[(in)-427(dem)-427(zweiten)]TJ/F16 7.9701 Tf 70.5167 3.9588 Td[(34)]TJ/F16 10.9091 Tf 13.1266 -3.9588 Td[(unter)-427(der)-427(Aufschrift)-427(\273eine)-427(Leiter\253)-427(die)-427(geo-)]TJ -83.6433 -13.5492 Td[(metrische)-384(Progression)-385(von)-384(7)-384(hoch)-385(1)-384(bis)-384(7)-384(hoch)-385(5)-384(nebst)-384(deren)]TJ 0 -13.5492 Td[(Summe)-227(vorfinden,)-231(wobei)-226(die)-227(einzelnen)-226(Potenzen)-227(eigene)-226(Namen:)]TJ 0 -13.5492 Td[(an,)-250(Katze,)-250(Maus,)-250(Gerste,)-250(Maass)-250(zu)-250(f\374hren)-250(scheinen.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Nicht)-343(unbemerkt)-343(lassen)-343(wir)-343(endlich)-343(die)-343(in)-343(den)-344(Haurechnun-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(gen)-456(auftretende)-457(Ben\374tzung)-456(mathematischer)-456(Zeichen;)-560(so)-456(nach)]TJ 0 -13.5492 Td[(links)-369(oder)-369(rechts)-368(ausschreitender)-369(Beine)-369(f\374r)-369(Addition)-369(und)-368(Sub-)]TJ 0 -13.5492 Td[(traction,)-292(drei)-284(horizontale)-284(Pfeile)-283(f\374r)-284(Differenz,)-292(sowie)-284(endlich)-283(ein)]TJ 0 -13.5492 Td[(besonderes,)-250(dem)-250(unseren)-250(nicht)-250(un\344hnliches)-250(Gleichheitszeichen.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Aus)-157(dem)-157(geometrischen)-157(Theile)-156(heben)-157(wir)-157(zun\344chst,)-176(der)-157(Anord-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(nung)-335(des)-335(Papyrus)-335(nicht)-336(folgend,)-356(die)-335(Fl\344chenberechnungen)-335(von)]TJ 0 -13.5492 Td[(Feldern)-269(hervor.)-309(Die)-269(vorkommenden)-269(Beispiele)-270(beziehen)-269(sich)-269(auf)]TJ 0 -13.5492 Td[(quadratische,)-290(rechteckige,)-290(kreisrunde)-282(und)-282(trapezf\366rmige)-282(Felder,)]TJ 0 -13.5492 Td[(deren)-154(Fl\344cheninhalte)-154(aus)-154(ihren)-154(L\344ngenmaassen)-154(bestimmt)-154(werden.)]TJ 0 -13.5492 Td[(Nachdem)-320(in)-321(den)-320(Aufgaben)-321(\374ber)-320(die)-321(Berechnung)-320(des)-320(Fassungs-)]TJ 0 -13.5492 Td[(verm\366gens)-335(von)-335(Fruchtspeichern)-335(mit)-335(quadratischer)-334(Grundfl\344che)]TJ 0 -13.5492 Td[(diese)-239(letztere)-239(gefunden)-240(wird)-239(durch)-239(Multiplication)-239(der)-239(Maasszahl)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-211(Seite)-211(mit)-211(sich)-211(selbst,)-219(kann)-211(es)-211(gar)-211(keinem)-210(Zweifel)-211(unterliegen,)]TJ 0 -13.5492 Td[(dass)-383(auch)-383(die)-382(Fl\344che)-383(des)-383(Rechteckes)-383(durch)-383(Multiplication)-382(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(Maasszahlen)-368(zweier)-369(zusammenstossender)-368(Seiten)-369(erhalten)-368(wur-)]TJ 0 -13.5492 Td[(de,)-216(da)-208(die)-208(Erkenntniss)-208(der)-208(Richtigkeit)-208(der)-208(einen)-207(Bestimmungsart,)]TJ 0 -13.5492 Td[(jene)-250(der)-250(Richtigkeit)-250(der)-250(anderen)-250(involvirt.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Schon)-381(die)-381(Betrachtung)-381(solcher)-381(Proportionalmaassst\344be,)-414(wie)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(wir)-449(sie)-449(im)-449(Grabe)]TJ/F23 10.9091 Tf 84.4191 0 Td[(Belzoni)]TJ/F16 10.9091 Tf 39.4457 0 Td[(bemerken)-449(konnten,)-498(h\344tte)-449(die)-449(alten)]TJ -123.8648 -13.5492 Td[(Aegypter,)-198(die)-186(mit)-185(Gleichungen)-186(und)-185(arithmetischen)-186(Reihen)-185(umzu-)]TJ 0 -13.5492 Td[(gehen)-212(wussten,)-219(auf)-212(die)-212(Bestimmung)-211(der)-212(Fl\344che)-212(eines)-211(Rechteckes)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(aus)-202(seinen)-202(beiden)-202(Seitenl\344ngen)-202(mit)-202(Nothwendigkeit)-404(f\374hren)-202(m\374s-)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([25])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.7559 -13.5492 Td[(sen,)-356(und)-336(werden)-335(wir)-335(uns)-335(durch)-335(den)-336(Umstand,)-356(dass)-335(im)-335(Papyrus)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-293(diesbez\374glichen)-292(Aufgabe)-293(eine)-293(zu)-292(ihr)-293(nicht)-293(geh\366rige)-292(L\366sung)]TJ 0 -13.5492 Td[(beigef\374gt)-250(ist,)-250(durchaus)-250(nicht)-250(beirren)-250(lassen.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Von)-240(hohem)-240(Interesse)-239(ist)-240(die,)-242(an)-240(mehreren)-240(Stellen)-240(des)-240(Papyrus)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(vorkommende)-396(Methode)-396(der)-396(Fl\344chenberechnung)-396(eines)-396(Kreises,)]TJ 0 -13.5492 Td[(welche)-198(zeigt,)-208(dass)-197(die)-198(alten)-198(Aegypter)-197(mit)-198(ziemlicher)-197(Ann\344herung)]TJ 0 -13.5492 Td[(den)-320(Kreis)-319(zu)-320(quadriren)-319(wussten,)-337(in)-320(der)-319(That)-320(zu)-319(quadriren,)-337(weil)]TJ 0 -13.5492 Td[(sie)-305(aus)-305(dem)-305(Durchmesser)-305(eine)-305(L\344nge)-305(ableiten,)-318(welche)-305(als)-305(Seite)]TJ 0 -13.5492 Td[(ein)-219(Quadrat)-219(liefert,)-226(dessen)-219(Fl\344che)-219(jener)-219(des)-219(Kreises)-219(gleichgesetzt)]TJ 0 -13.5492 Td[(wurde.)-601(Da)-367(sie)-367(acht)-367(Neuntel)-367(des)-367(Durchmessers)-367(zur)-366(Seite)-367(jenes)]TJ 0 -13.5492 Td[(Quadrates)-429(machten,)-475(so)-429(entspricht)-430(dies)-429(einem)-430(Werthe)-429(der)-429(Lu-)]TJ 0 -13.5492 Td[(dolphischen)-282(Zahl,)-290(welcher)-281(dem)-282(richtigen)-282(Werthe)-282(gegen\374ber)-281(um)]TJ 0 -13.5492 Td[(nicht)-379(ganz)-380(zwei)-379(Hundertstel)-380(\050um)-379(0,018901\051)-380(zu)-379(hoch)-379(gegriffen)]TJ 0 -13.5492 Td[(erscheint;)-342(f\374r)-312(das)-311(dritte)-312(Jahrtausend)-311(v.)-312(Chr.)-311(G.)-311(und)-312(im)-311(Verglei-)]TJ 0 -13.5492 Td[(che)-397(zu)-397(dem)-398(Werth)-397(pi)-397(=)-397(3)-398(der)-397(Babylonier,)-434(und)-397(noch)-397(mehr)-397(im)]TJ 0 -13.5492 Td[(Vergleiche)-389(zu)-389(dem)-389(Werthe)-389(pi)-389(=)-389(4)-389(sp\344terer)-389(r\366mischer)-389(Geome-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ter,)-272(jedenfalls)-268(eine)-268(nicht)-268(zu)-268(untersch\344tzende)-268(Ann\344herung)-268(an)-268(den)]TJ 0 -13.5492 Td[(richtigen)-250(Werth.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Eine)-448(Aufgabe)-448(behandelt)-448(die)-448(Fl\344chenbestimmung)-448(des)-449(Drei-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(eckes,)-373(wobei)-349(das)-348(Resultat)-349(als)-348(das)-348(Product)-349(zweier)-348(Seitenl\344ngen)]TJ 0 -13.5492 Td[(gefunden)-251(wird.)-253(Die)-250(hier)-251(beigef\374gte)-251(Figur)]TJ/F16 7.9701 Tf 179.4244 3.9588 Td[(35)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.4683 -3.9588 Td[(,)-251(welche)-251(in)-251(Wirklich-)]TJ -187.8927 -13.5492 Td[(keit)-300(ein)-300(ungleichseitiges)-300(langgestrecktes)-300(Dreieck)-300(darstellt,)-312(kann)]TJ 0 -13.5492 Td[(ebensowohl)-184(als)-183(die)-184(verfehlte)-184(Zeichnung)-183(eines)-184(rechtwinkligen)-183(wie)]TJ 0 -13.5492 Td[(auch)-250(eines)-250(gleichschenkligen)-250(Dreieckes)-250(betrachtet)-250(werden.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Letztere)-301(Annahme)-301(ist)-301(von)]TJ/F23 10.9091 Tf 117.9628 0 Td[(Eisenlohr)]TJ/F16 10.9091 Tf 48.1424 0 Td[(gemacht)-301(und)-301(von)]TJ/F23 10.9091 Tf 79.5403 0 Td[(Can-)]TJ -257.6007 -13.5492 Td[(tor)]TJ/F16 7.9701 Tf 13.9309 3.9588 Td[(36)]TJ/F16 10.9091 Tf 12.7535 -3.9588 Td[(acceptirt)-393(worden.)-678(Darnach)-393(w\374rde)-393(sich)-393(die)-393(Methode)-392(der)]TJ -26.6844 -13.5492 Td[(Dreiecksberechnung)-255(der)-256(alten)-255(Aegypter)-256(nur)-255(als)-256(eine)-255(N\344herungs-)]TJ 0 -13.5492 Td[(methode)-197(darstellen,)-208(und)-198(ist)-197(auch)-198(von)-197(beiden)-198(genannten)-197(Gelehrten)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-203(begangene,)-212(in)-202(diesem)-203(Falle)-202(in)-203(der)-203(That)-202(nicht)-203(bedeutende)-202(Feh-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ler)-250(ermittelt)-250(worden.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([26])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.7111 -14.5311 Td[(Wir)-250(sind)-250(dagegen)-250(mit)-250(Revillout)-250(anderer)-250(Meinung.)]TJ 0 -14.5311 Td[(Mit)-517(R\374cksicht)-516(auf)-517(den)-516(von)-517(uns)-516(klar)-517(erkannten)-517(Charakter)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(des)-286(Originales)-285(des)-286(Papyrus)-285(als)-286(eines)-285(sehr)-286(ungenauen)-285(Collegien-)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.7715 518.1751 Td[(heftes,)-357(dessen)-336(Rechnungen)-335(ebensosehr)-336(wie)-336(die)-335(vorkommenden)]TJ 0 -13.5492 Td[(Zeichnungen)-256(von)-257(der)-256(Mittelm\344ssigkeit)-257(seines)-256(Zusammenstellers)]TJ 0 -13.5492 Td[(beredtes)-188(Zeugniss)-188(ablegen,)-201(zweifeln)-188(wir)-188(keinen)-188(Augenblick,)-200(dass)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-295(fragliche)-295(Figur)-294(ein)-295(rechtwinkliges)-295(Dreieck)-295(vorzustellen)-294(hat-)]TJ 0 -13.5492 Td[(te.)-659(Die)-387(mangelhafte)-386(Sch\374lerzeichnung)-387(ist)-386(durch)-387(den)-386(Copisten)]TJ/F23 10.9091 Tf 0 -13.5492 Td[(Aahmes)]TJ/F16 10.9091 Tf 40.2162 0 Td[(nur)-242(noch)-243(schlechter)-242(geworden.)-248(Dass)-242(ein)-243(rechtwinkliges)]TJ -40.2162 -13.5492 Td[(Dreieck)-323(gemeint)-323(sein)-322(soll,)-341(erkennt)-323(man)-323(\374brigens)-323(auch)-323(aus)-322(dem)]TJ 0 -13.5492 Td[(Umstande,)-306(dass)-294(in)-294(der)-295(Figur)-294(die)-295(Maasszahlen)-294(der)-294(multiplicirten)]TJ 0 -13.5492 Td[(Seiten)-191(bei)-191(den)-191(Schenkeln)-192(des,)-203(vom)-191(rechten)-191(Winkel)-191(nur)-191(wenig)-191(dif-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ferirenden)-295(Winkels)-294(angesetzt)-295(sind,)-306(wo)-295(doch,)-305(wenn)-295(es)-295(sich)-294(h\344tte)]TJ 0 -13.5492 Td[(um)-279(ein)-279(gleichschenkliges)-278(Dreieck)-279(handeln)-279(sollen)-279(die)-278(Maasszahl)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-228(Schenkel)-229(in)-228(der)-229(Figur)-228(gewiss)-229(bei)-228(beiden)-229(Schenkeln)-228(zu)-228(finden)]TJ 0 -13.5492 Td[(w\344re.)-447(Dieselben)-316(Gr\374nde)-316(bestimmen)-316(uns)-316(zu)-315(der)-316(Annahme,)-332(dass)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-372(im)-371(Papyrus)-372(befindliche)-372(Fl\344chenberechnung)-372(eines)-371(Trapezes)]TJ 0 -13.5492 Td[(eine)-230(vollkommen)-230(richtige)-230(ist,)-233(indem)-230(es)-230(sich)-230(auch)-230(hier)-230(nur)-230(um)-229(ein)]TJ 0 -13.5492 Td[(Trapez)-226(handeln)-226(kann,)-231(dessen)-226(zwei)-226(parallelen)-226(Seiten)-226(auf)-225(einer)-226(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(nicht)-187(parallelen)-186(Seiten)-187(senkrecht)-186(stehen.)-229(Und)-186(warum)-187(sollten)-186(denn)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-265(alten)-265(Aegypter)-265(nicht)-265(die)-265(richtige)-265(Art)-264(der)-265(Fl\344chenberechnung)]TJ 0 -13.5492 Td[(auch)-250(beliebiger)-250(Dreiecke)-250(gekannt)-250(haben?)]TJ 11.9552 -18.4588 Td[(Konnte)-385(man)-385(einmal)-384(die)-385(Fl\344che)-385(eines)-385(Rechteckes)-385(genau)-385(be-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(stimmen,)-198(so)-185(musste)-185(sich)-185(durch)-185(einfache)-185(Anschauung)-185(eines,)-198(durch)]TJ 0 -13.5492 Td[(eine)-355(Diagonale)-356(zerlegten)-355(Rechteckes,)-382(von)-355(selbst)-356(die)-355(Regel)-355(zur)]TJ 0 -13.5492 Td[(Fl\344chenbestimmung)-266(des)-267(rechtwinkligen)-266(Dreieckes)-267(ergeben;)-274(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(wurde)-501(nun)-501(ein)-501(beliebiges)-501(schiefwinkliges)-501(Dreieck)-501(durch)-501(ein)]TJ 0 -13.5492 Td[(H\366henperpendikel)-343(in)-343(zwei)-343(rechtwinklige)-343(zerlegt,)-366(so)-343(war)-343(nichts)]TJ 0 -13.5492 Td[(leichter)-313(als)-314(die)-313(allgemeine)-314(Regel)-313(zur)-314(Bestimmung)-313(der)-313(Dreieck-)]TJ 0 -13.5492 Td[(fl\344che)-420(aus)-420(Basis)-420(und)-421(H\366he)-420(\050tepro)-840(und)-420(merit\051)-420(zu)-420(entwickeln.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.0235 0 Td[([27])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.0235 -13.5492 Td[(Dass)-382(die)-382(Gewinnung)-381(des)-382(H\366henperpendikels)-382(sowohl)-382(bei)-381(Con-)]TJ 0 -13.5492 Td[(structionen)-383(als)-384(auch)-383(auf)-384(dem)-383(Felde)-384(den)-383(alten)-384(Aegyptern)-383(nicht)]TJ 0 -13.5492 Td[(unm\366glich)-375(war,)-407(folgt)-375(zun\344chst)-376(aus)-375(der)-376(grossen)-375(Bedeutung)-375(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(Winkelmaasses)-239(\050hapt\051)-240(f\374r)-239(alle)-240(Operationen)-239(der)-240(praktischen)-239(Geo-)]TJ 0 -13.5492 Td[(meter)-408(Aegyptens.)-723(Nicht)-408(nur,)-447(dass)-408(wir)-408(in)-408(vielen)-407(aegyptischen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Documenten)-335(das)-336(Winkelmaass)-335(erw\344hnt)-335(finden,)-357(sieht)-335(man)-335(auch)]TJ 0 -13.5492 Td[(K\366nige)-303(abgebildet,)-316(das)-304(Winkelmaass)-303(in)-303(der)-303(Hand,)-316(welches)-303(von)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 548.9335 Td[(22)-8396(Ueber)-250(die)-250(Geometrie)-250(der)-250(alten)-250(Aegypter.)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(ihnen)-382(vielleicht)-382(in)-381(derselben)-382(Weise)-382(durch)-382(symbolische)-381(Ben\374t-)]TJ 0 -13.5492 Td[(zung)-281(geehrt)-281(wurde,)-288(wie)-281(der)-281(Kaiser)-281(von)-281(China)-281(allj\344hrlich)-280(einmal)]TJ 0 -13.5492 Td[(den)-487(Pflug)-486(zu)-487(f\374hren)-487(pflegt.)-959(Ein)-487(solches)-487(Winkelmaass)-486(sieht)]TJ 0 -13.5492 Td[(man)-219(\374brigens)-219(auch)-219(auf)-219(einem)-219(Wandgem\344lde)-219(abgebildet,)-225(das)-219(eine)]TJ 0 -13.5492 Td[(Schreinerwerkst\344tte)-175(darstellt,)]TJ/F16 7.9701 Tf 126.4237 3.9588 Td[(37)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.5397 -3.9588 Td[(und)-175(es)-175(unterliegt)-175(keinem)-174(Zweifel,)]TJ -136.9634 -13.5492 Td[(dass)-258(dasselbe)-258(ebensowohl)-258(zur)-258(Anlegung)-258(rechter)-258(Winkel)-257(als)-258(zum)]TJ 0 -13.5492 Td[(F\344llen)-204(von)-205(Senkrechten)-204(ben\374tzt)-204(worden)-205(ist.)-234(Aber)-205(auch)-204(auf)-204(freiem)]TJ 0 -13.5492 Td[(Felde)-421(musste)-422(den)-421(Aegyptern)-422(die)-421(Construction)-422(rechter)-421(Winkel)]TJ 0 -13.5492 Td[(gel\344ufig)-329(sein;)-369(sowohl)-329(die)-329(Pyramiden)-329(als)-329(auch)-329(die)-329(aegyptischen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Tempel)-479(sind)-479(vollkommen)-480(orientirt,)-536(und)-479(wurde,)-537(wie)-479(uns)-479(alte)]TJ 0 -13.5492 Td[(Inschriften)]TJ/F16 7.9701 Tf 47.2581 3.9588 Td[(38)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.9617 -3.9588 Td[(belehren,)-338(die)-320(Orientirung)-320(in)-320(festlicher)-321(Weise)-320(vom)]TJ -59.2198 -13.5492 Td[(K\366nige)-376(unter)-375(Beihilfe)-376(der)-375(Bibliotheksg\366ttin)]TJ/F23 10.9091 Tf 199.8745 0 Td[(Safech)]TJ/F16 10.9091 Tf 35.0026 0 Td[(vollzogen,)]TJ -234.8771 -13.5492 Td[(mit)-459(den)-459(Worten:)-668(\273Ich)-459(habe)-459(gefasst)-459(den)-459(Holzpflock)-459(und)-459(den)]TJ 0 -13.5492 Td[(Stiel)-225(des)-226(Schl\344gels,)-230(ich)-225(halte)-225(den)-226(Strick)-225(gemeinschaftlich)-225(mit)-225(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(G\366ttin)]TJ/F23 10.9091 Tf 30.6389 0 Td[(Safech)]TJ/F16 10.9091 Tf 30.9054 0 Td[(.)-258(Mein)-252(Blick)-253(folgt)-252(dem)-253(Gange)-253(der)-252(Gestirne.)-258(Wenn)]TJ -61.5443 -13.5492 Td[(mein)-327(Auge)-327(an)-328(dem)-327(Sternbilde)-327(des)-327(grossen)-327(B\344ren)-327(angekommen)]TJ 0 -13.5492 Td[(ist,)-335(und)-318(erf\374llt)-318(ist)-319(der)-318(mir)-318(bestimmte)-318(Zeitabschnitt)-318(der)-318(Zahl)-318(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(Uhr,)-250(so)-250(stelle)-250(ich)-250(auf)-250(die)-250(Eckpunkte)-250(Deines)-250(Gotteshauses.\253)]TJ 11.9552 -18.4588 Td[(In)-531(welchem)-530(Maasse)-531(bei)-531(diesen)-530(Operationen)-531(die)-531(von)]TJ/F23 10.9091 Tf 252.3218 0 Td[(De-)]TJ -264.277 -13.5492 Td[(mokritos)]TJ/F16 10.9091 Tf 46.3078 0 Td[(so)-412(hochgestellten)]TJ/F23 10.9091 Tf 81.7065 0 Td[(Harpedonapten)]TJ/F16 10.9091 Tf 77.835 0 Td[(oder)-412(Seilspanner)]TJ -205.8493 -13.5492 Td[(betheiligt)-212(waren,)-219(hat)]TJ/F23 10.9091 Tf 90.9429 0 Td[(Cantor)]TJ/F16 7.9701 Tf 33.3272 3.9588 Td[(39)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.7804 -3.9588 Td[(in)-212(h\366chst)-212(scharfsinniger)-212(Weise)-212(zu)]TJ -135.0505 -13.5492 Td[(beleuchten)-316(versucht,)-333(und)-316(es)-317(erscheint)-316(auch)-316(uns)-316(wahrscheinlich,)]TJ 0 -13.5492 Td[(dass)-340(sich)-341(die)-340(alten)-340(Aegypter)-340(beim)-681(Construiren)-340(rechter)-340(Winkel)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([28])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.7559 -13.5492 Td[(sowie)-299(beim)-299(F\344llen)-298(von)-299(Senkrechten)-299(auf)-299(dem)-299(Felde,)-311(der)-298(Thatsa-)]TJ 0 -13.5492 Td[(che)-300(bedienten,)-314(dass)-300(der)-300(eine)-301(Winkel)-300(in)-301(einem,)-313(die)-300(Seitenl\344ngen)]TJ 0 -13.5492 Td[(drei,)-233(vier)-228(und)-229(f\374nf)-228(besitzenden)-229(Dreiecke,)-233(ein)-228(rechter)-229(Winkel)-228(sein)]TJ 0 -13.5492 Td[(m\374sse.)-443(Musste)-315(ja)-314(doch)-315(dieser)-314(Satz)-315(seit)-314(unvordenklichen)-314(Zeiten)]TJ 0 -13.5492 Td[(auch)-414(den)-413(Chinesen)-414(bekannt)-413(sein,)-454(da)-414(wir)-413(ihn)-414(in)-413(der)-414(bei)-413(ihnen)]TJ 0 -13.5492 Td[(so)-235(ber\374hmten)-235(Schrift)]TJ/F32 10.9091 Tf 93.7341 0 Td[(Tschiu-pi)]TJ/F16 10.9091 Tf 43.7756 0 Td[(finden,)-238(welche)-235(mehrere)-234(Jahrhun-)]TJ -137.5097 -13.5492 Td[(derte)-350(v.)-349(Chr.)-350(G.)-349(entstanden,)-375(auf)-350(den)-349(Kaiser)]TJ/F23 10.9091 Tf 198.0087 0 Td[(Tschiu-Kung)]TJ/F16 10.9091 Tf 65.0465 0 Td[(also)]TJ -263.0552 -13.5492 Td[(in)-334(das)-334(Jahr)-334(1100)-334(v.)-334(Chr.)-335(G.)-334(etwa)-334(zur\374ckgef\374hrt)-334(wird.)]TJ/F16 7.9701 Tf 238.2092 3.9588 Td[(40)]TJ/F16 10.9091 Tf 13.9478 -3.9588 Td[(Uebri-)]TJ -252.157 -13.5492 Td[(gens)-239(konnten)-239(directe)-239(Messungsversuche)-239(an)-239(diagonalen)-239(Linien)-239(in)]TJ 0 -13.5492 Td[(den)-223(Proportionalmaassst\344ben)-223(sowohl)-224(zu)-223(dem)-223(erw\344hnten)-223(als)-223(auch)]TJ 0 -13.5492 Td[(noch)-374(zu)-374(anderen)-375(rechtwinkligen)-374(Dreiecken)-374(mit)-374(rationalen)-374(Sei-)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.7715 518.1751 Td[(tenl\344ngen)-308(gef\374hrt)-308(haben,)-322(und)-308(scheint)-308(uns)-308(die)-308(M\366glichkeit)-307(nicht)]TJ 0 -13.5492 Td[(ausgeschlossen,)-264(dass)-261(der)-261(ber\374hmte)-261(und)-261(ber\374chtigte)-261(Satz)-260(des)]TJ/F23 10.9091 Tf 264.877 0 Td[(Py-)]TJ -264.877 -13.5492 Td[(thagoras)]TJ/F16 10.9091 Tf 43.8728 0 Td[(\374ber)-300(die)-299(Quadrate)-300(der)-300(Katheten)-299(und)-300(der)-300(Hypothenuse)]TJ -43.8728 -13.5492 Td[(einer)-169(eingehenden)-168(Untersuchung)-169(solcher)-168(Proportionalmaassst\344be)]TJ 0 -13.5492 Td[(entsprungen)-250(ist.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Wenn)-330(wir)-330(nun)-331(einerseits)-330(behaupten,)-350(dass)-330(die)-330(alten)-331(Aegypter)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(nicht)-464(nur)-465(die)-464(Fl\344che)-464(des)-464(Kreises,)-518(des)-464(Quadrates,)-518(des)-464(Recht-)]TJ 0 -13.5492 Td[(eckes,)-488(des)-440(rechtwinkligen)-440(sowie)-440(des)-440(schiefen)-440(Dreieckes,)-487(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(unter)-208(Zuhilfenahme)-207(der)-208(Zerlegungen)-208(auch)-207(die)-208(Fl\344chen)-207(beliebiger)]TJ 0 -13.5492 Td[(Polygone)-254(theoretisch)-254(genau)-254(zu)-254(bestimmen)-254(im)-254(Stande)-254(waren,)-254(mit)]TJ 0 -13.5492 Td[(Ausnahme)-338(der)-338(auch)-338(f\374r)-338(uns)-338(eine)-338(solche)-337(bildenden)-338(Kreisfl\344che,)]TJ 0 -13.5492 Td[(so)-269(muss)-268(doch)-269(anderseits)-269(zugestanden)-269(werden,)-273(dass)-269(man)-269(sich)-268(bei)]TJ 0 -13.5492 Td[(praktischen)-453(Anwendungen)-452(mit)-453(N\344herungen)-452(begn\374gte,)-503(welche)]TJ 0 -13.5492 Td[(im)-359(Laufe)-359(der)-360(Zeiten)-359(so)-359(ausarteten,)-387(dass)-359(der)-359(Gebrauch)-359(falscher)]TJ 0 -13.5492 Td[(Regeln)-250(ein)-250(allgemeiner)-250(wurde.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Am)-218(linken)-218(Nilufer)-218(in)-218(der)-218(Mitte)-218(zwischen)]TJ/F23 10.9091 Tf 178.4443 0 Td[(Theben)]TJ/F16 10.9091 Tf 37.5388 0 Td[(und)]TJ/F23 10.9091 Tf 18.7424 0 Td[(Assuan)]TJ/F16 10.9091 Tf -246.6807 -13.5492 Td[(liegt)]TJ/F23 10.9091 Tf 23.7744 0 Td[(Edfu)]TJ/F16 10.9091 Tf 23.0399 0 Td[(,)-439(das)-401(alte)]TJ/F23 10.9091 Tf 46.5688 0 Td[(Appollinopolis)-401(Magna)]TJ/F16 10.9091 Tf 109.3924 0 Td[(mit)-401(einem)-402(stattli-)]TJ -202.7755 -13.5492 Td[(chen)-351(Tempelbau)-351(aus)-351(den)-351(Zeiten)-351(der)-351(Ptolom\344er.)-1106(Der)-351(Tempel,)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.0235 0 Td[([29])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.0235 -13.5492 Td[(haupts\344chlich)-382(dem)-382(Gotte)]TJ/F23 10.9091 Tf 115.514 0 Td[(Horus)]TJ/F16 10.9091 Tf 33.261 0 Td[(geweiht,)-415(ist)-382(mit)-382(einer)-382(freiste-)]TJ -148.775 -13.5492 Td[(henden)-305(Umfassungsmauer)-304(umgeben,)]TJ/F16 7.9701 Tf 162.0696 3.9588 Td[(41)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.9414 -3.9588 Td[(deren)-305(Ostseite)-304(zwischen)]TJ -174.011 -13.5492 Td[(dem)-278(Brunnenthore)-279(und)-278(dem)-279(\366stlichen)-278(Pylonfl\374gel)-279(eine)-278(Inschrift)]TJ 0 -13.5492 Td[(tr\344gt,)-255(welche)-255(uns)-254(auf)-254(acht)-255(Feldern)-254(und)-254(in)-254(hundertvierundsechzig)]TJ 0 -13.5492 Td[(Columnen)]TJ/F16 7.9701 Tf 45.4581 3.9588 Td[(42)]TJ/F16 10.9091 Tf 13.4497 -3.9588 Td[(eine)-457(Schenkungsurkunde)-456(des)-457(K\366nigs)]TJ/F23 10.9091 Tf 172.6311 0 Td[(Ptolom\344us)]TJ -231.5389 -13.5492 Td[(XI.)-219(Alexander)-220(I.)]TJ/F16 10.9091 Tf 77.4753 0 Td[(\050mit)-219(dem)-220(Beinamen)]TJ/F23 10.9091 Tf 88.3844 0 Td[(Philometor)]TJ/F16 10.9091 Tf 52.1126 0 Td[(\051)-219(bekannt)-220(gibt.)]TJ -217.9723 -13.5492 Td[(Das)-219(Geschenk,)-226(welches)-219(hier)]TJ/F23 10.9091 Tf 124.4416 0 Td[(Horus)]TJ/F16 10.9091 Tf 31.4864 0 Td[(und)-219(den)-220(\374brigen)-219(G\366ttern)-219(von)]TJ/F23 10.9091 Tf -155.928 -13.5492 Td[(Edfu)]TJ/F16 10.9091 Tf 26.8881 0 Td[(verliehen)-353(wird,)-378(besteht)-353(aus)-353(einer)-352(Anzahl)-353(von)-353(meist)-353(vier-)]TJ -26.8881 -13.5492 Td[(eckigen)-256(Aeckern,)-257(deren)-256(vier)-256(Seitenl\344ngen)-256(nebst)-255(Fl\344cheninhalten)]TJ 0 -13.5492 Td[(angegeben)-250(erscheinen.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Da)-305(jeder)-304(der)-305(vorkommenden)-304(Fl\344cheninhalte)-305(identisch)-304(ist)-305(mit)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(dem)-231(Producte)-231(der)-232(arithmetischen)-231(Mittel)-231(der)-231(beiden)-231(Gegenseiten-)]TJ 0 -13.5492 Td[(paare,)-373(so)-349(wurde)-349(nach)]TJ/F23 10.9091 Tf 99.3895 0 Td[(Lepsius)]TJ/F16 10.9091 Tf 39.5755 0 Td[(die)-349(Vermuthung)-349(aufgestellt,)-373(die)]TJ -138.965 -13.5492 Td[(alten)-266(Aegypter)-267(h\344tten,)-270(um)-266(Vierecke)-267(bei)-266(der)-266(Fl\344chenbestimmung)]TJ 0 -13.5492 Td[(ann\344hernd)-202(wie)-203(Rechtecke)-202(behandeln)-203(zu)-202(k\366nnen,)-212(den)-202(Unterschied)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-458(Gegenseiten)-458(dadurch)-458(auszugleichen)-458(gesucht,)-510(dass)-458(sie)-458(die)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(arithmetischen)-250(Mittel)-250(derselben)-250(in)-250(Rechnung)-250(zogen.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Bei)-392(sehr)-391(vielen)-392(der)-391(in)-392(der)]TJ/F23 10.9091 Tf 121.9678 0 Td[(Edfu)]TJ/F16 10.9091 Tf 23.04 0 Td[(er)-392(Schenkungsurkunde)-391(vor-)]TJ -156.963 -13.5492 Td[(kommenden)-255(Vierecke)-256(ist)-255(der)-255(Unterschied)-256(je)-255(zweier)-255(Gegenseiten)]TJ 0 -13.5492 Td[(entweder)-416(Null)-415(oder)-416(verh\344ltnissm\344ssig)-416(so)-415(klein,)-457(dass)-416(man)-415(den)]TJ 0 -13.5492 Td[(betreffenden)-215(Vierecken)-215(eine)-215(vom)-215(Rechtecke)-215(wenig)-214(verschiedene)]TJ 0 -13.5492 Td[(Gestalt)-348(beilegen)-349(kann,)-373(und)-348(die)-348(erhaltenen)-349(Resultate)-348(somit)-348(eine)]TJ 0 -13.5492 Td[(ziemliche)-270(Ann\344herung)-270(an)-270(den)-270(richtigen)-270(Fl\344chenwerth)-269(darstellen)]TJ 0 -13.5492 Td[(d\374rften,)-335(nach)-319(dem)-318(man)-318(mit)-319(R\374cksicht)-318(auf)-318(die)-319(bei)]TJ/F23 10.9091 Tf 222.6225 0 Td[(Sesostris)]TJ/F16 10.9091 Tf 44.0763 0 Td[(be-)]TJ -266.6988 -13.5492 Td[(merkte)-299(Eintheilung)-299(des)-298(Landes)-299(in)-299(Rechtecke)-299(voraussetzen)-298(darf,)]TJ 0 -13.5492 Td[(gerade)-279(diese)-278(oder)-279(eine)-279(ihr)-279(zun\344chst)-278(kommende)-279(Form)-279(der)-278(Felder)]TJ 0 -13.5492 Td[(sei)-250(die)-250(auch)-250(damals)-250(schon)-250(beliebte)-250(gewesen.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Doch)-253(kommen)-254(auch)-253(Vierecke)-254(vor,)-254(wo)-253(der)-254(L\344ngenunterschied)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(der)-359(Gegenseiten)-359(ein)-360(bemerkenswerther)-359(ist;)-414(ja)-359(es)-359(werden)-718(auch)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([30])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.7559 -13.5492 Td[(Dreiecke)-335(als)-335(Vierecke)-334(mit)-335(einer)-335(verschwindenden)-335(Seite)-334(behan-)]TJ 0 -13.5492 Td[(delt,)-329(so)-313(dass)-313(der)-313(begangene)-313(Fehler)-313(in)-313(manchen)-312(F\344llen)-313(ein)-313(nicht)]TJ 0 -13.5492 Td[(unbedeutender)-250(ist.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Nur)-192(nebenbei)-193(bemerken)-192(wir,)-204(dass)-192(man)-193(dieselbe)-192(unrichtige)-193(Fl\344-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(chenformel)-275(f\374r)-275(das)-274(Viereck)-275(erh\344lt,)-281(wenn)-275(man)-275(dasselbe)-274(zun\344chst)]TJ 0 -13.5492 Td[(durch)-299(eine)-299(Diagonale)-300(in)-299(zwei)-299(Dreiecke)-299(zerlegt,)-312(auf)-299(jedes)-299(dieser)]TJ 0 -13.5492 Td[(Dreiecke)-409(die)-409(unrichtige)-410(Fl\344chenformel,)-449(die)-409(den)-409(Inhalt)-409(als)-409(das)]TJ 0 -13.5492 Td[(halbe)-277(Product)-277(der)-277(beiden)-277(Seiten)-277(liefert,)-284(anwendet,)-284(die)-277(beiden)-277(so)]TJ 0 -13.5492 Td[(erhaltenen)-358(Dreiecksfl\344chen)-359(addirt)-358(und)-358(dann)-359(aus)-358(dieser)-358(Summe)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-293(jener,)-304(welche)-293(man)-293(bei)-293(dem)-293(\344hnlichen)-293(Vorgange)-293(durch)-293(Zer-)]TJ 0 -13.5492 Td[(legung)-320(mittelst)-320(der)-320(zweiten)-319(Diagonale)-320(erh\344lt,)-338(das)-319(arithmetische)]TJ 0 -13.5492 Td[(Mittel)-250(construirt.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Nimmt)-246(man)-245(mit)]TJ/F23 10.9091 Tf 72.2969 0 Td[(Eisenlohr)]TJ/F16 10.9091 Tf 47.5389 0 Td[(und)]TJ/F23 10.9091 Tf 19.0445 0 Td[(Cantor)]TJ/F16 10.9091 Tf 36.008 0 Td[(an,)-247(dass)-245(die)-246(Aegypter)]TJ -186.8435 -13.5492 Td[(die)-295(Dreiecksfl\344che)-295(wirklich)-295(dem)-295(halben)-295(Producte)-295(zwei)1(er)-295(Seiten)]TJ 0 -13.5492 Td[(gleichsetzten,)-363(so)-341(steht)-340(man)-341(vor)-341(der)-340(Frage,)-364(warum)-340(nicht)-341(in)-340(der-)]TJ 0 -13.5492 Td[(selben)-390(Art)-389(die)-390(Fl\344chen)-390(der)-389(in)-390(der)]TJ/F23 10.9091 Tf 156.3898 0 Td[(Edfu)]TJ/F16 10.9091 Tf 23.0399 0 Td[(er)-390(Schenkungsurkunde)]TJ -179.4297 -13.5492 Td[(auftretenden)-250(Dreiecke)-250(bestimmt)-250(erscheinen?)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Uebrigens)-445(wolle)-444(man)-445(sich)-444(dar\374ber)-445(nicht)-445(wundern,)-493(dass)-445(es)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(\374berhaupt)-170(m\366glich)-170(war,)-186(die)-170(Fl\344chenberechnungen)-170(im)-169(praktischen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Leben)-337(nach)-338(einer)-337(so)-338(falschen)-337(Methode)-338(durchzuf\374hren.)-512(Wissen)]TJ 0 -13.5492 Td[(wir)-269(doch,)-273(dass)-269(im)-268(Alterthume,)-274(zur)-268(Zeit)]TJ/F23 10.9091 Tf 173.3216 0 Td[(Platon)]TJ/F16 10.9091 Tf 30.3054 0 Td[(s,)-273(einer)-269(der)-269(gebil-)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.7715 518.1751 Td[(detsten)-278(M\344nner,)-286(einer)-278(der)-279(hervorragendsten)-278(Geschichtschreiber,)]TJ 0 -13.5492 Td[(dass)]TJ/F23 10.9091 Tf 22.9483 0 Td[(Thukydides)]TJ/F16 7.9701 Tf 55.178 3.9588 Td[(43)]TJ/F16 10.9091 Tf 12.6312 -3.9588 Td[(in)-382(seiner)-381(Unkenntniss)-382(der)-381(Beziehung)-382(zwi-)]TJ -90.7575 -13.5492 Td[(schen)-219(Fl\344cheninhalt)-220(und)-219(Umfang,)-226(die)-219(Fl\344che)-219(einer)-220(Insel)-219(nach)-219(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(zu)-310(ihrer)-311(Umschiffung)-310(nothwendigen)-310(Zeit)-311(zu)-310(bestimmen)-310(suchte;)]TJ 0 -13.5492 Td[(in)-364(der)-364(Geometrie)]TJ/F23 10.9091 Tf 80.3857 0 Td[(Gerbert)]TJ/F16 10.9091 Tf 37.5599 0 Td[('s,)]TJ/F16 7.9701 Tf 8.9345 3.9588 Td[(44)]TJ/F16 10.9091 Tf 12.7532 -3.9588 Td[(des)-364(nachmaligen)-364(Papstes)]TJ/F23 10.9091 Tf 114.9347 0 Td[(Silve-)]TJ -254.568 -13.5492 Td[(ster)-362(II.)]TJ/F16 10.9091 Tf 36.6714 0 Td[(finden)-362(wir,)-389(1000)-362(Jahre)-362(nach)-362(Chr.)-362(G.,)-389(die)-362(Fl\344che)-362(eines)]TJ -36.6714 -13.5492 Td[(gleichschenkligen)-223(Dreieckes)-224(durch)-223(Multiplication)-224(des)-223(Schenkels)]TJ 0 -13.5492 Td[(mit)-486(der)-487(halben)-486(Basis)-486(berechnet,)-546(wo)-486(doch)-486(schon)]TJ/F23 10.9091 Tf 229.4152 0 Td[(Hero)-486(von)]TJ/F16 7.9701 Tf 61.6083 0 Td[([31])]TJ/F23 10.9091 Tf -291.0235 -13.5492 Td[(Alexandrien)]TJ/F16 7.9701 Tf 57.5781 3.9588 Td[(45)]TJ/F16 10.9091 Tf 12.1912 -3.9588 Td[(1100)-341(Jahre)-342(fr\374her)-341(die)-341(richtige)-341(Formel)-342(f\374r)-341(diese)]TJ -69.7693 -13.5492 Td[(Berechnung)-250(kennt.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Wir)-317(ber\374hren)-317(diese)-317(Thatsachen,)-333(und)-317(k\366nnten)-317(noch)-317(eine)-317(gan-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(ze)-371(Reihe)-371(\344hnlicher)-370(Beispiele)-371(anf\374hren,)-401(nur)-371(um)-371(zu)-370(zeigen,)-401(wie)]TJ 0 -13.5492 Td[(\374bereilt)-188(es)-188(w\344re,)-201(aus)-188(den)-188(oft)-188(nur)-188(schwache)-188(Ann\344herungen)-188(liefern-)]TJ 0 -13.5492 Td[(den)-205(Berechnungen)-205(der)]TJ/F23 10.9091 Tf 99.4004 0 Td[(Edfu)]TJ/F16 10.9091 Tf 23.04 0 Td[(er)-205(Schenkungsurkunde)-205(schliessen)-205(zu)]TJ -122.4404 -13.5492 Td[(wollen,)-272(die)-268(richtigen)-267(Methoden)-268(seien)-268(den)-267(in)-268(die)-267(Wissenschaften)]TJ 0 -13.5492 Td[(eingeweihten)-250(aegyptischen)-250(Priestern)-250(nicht)-250(bekannt)-250(gewesen.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Doch)-250(zur\374ck)-250(zum)-250(Papyrus)]TJ/F34 10.9091 Tf 118.1562 0 Td[(Rhind)]TJ/F16 10.9091 Tf 27.8944 0 Td[(.)]TJ -146.0506 -14.5311 Td[(Wir)-321(\374bergehen)-321(die)-321(Inhaltsbestimmungen)-321(von)-321(Fruchth\344usern,)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(bei)-278(denen)-279(der)-278(Inhalt)-279(durch)-278(Multiplication)-279(einer)-278(Fl\344che)-279(mit)-278(einer)]TJ 0 -13.5492 Td[(L\344nge)-435(bestimmt)-435(wird,)-481(weil)-434(wir)-435(es)-435(f\374r)-435(m\374ssig)-434(halten,)-481(Er\366rte-)]TJ 0 -13.5492 Td[(rungen)-313(dar\374ber)-312(anzustellen,)-328(welche)-313(Fl\344chen)-312(und)-313(L\344ngen)-312(hiebei)]TJ 0 -13.5492 Td[(gemeint)-197(sind,)-207(so)-197(lange)-197(uns)-197(\374ber)-196(die)-197(Form)-197(jener)-197(Fruchth\344user)-196(oder)]TJ 0 -13.5492 Td[(Speicher)-250(nichts)-250(bekannt)-250(ist.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Dagegen)-374(erwecken)-374(die)-374(im)-374(Papyrus)-374(vorkommenden)-375(Pyrami-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(den-Berechnungen)-434(das)-433(h\366chste)-434(Interesse,)-480(besonders)-434(nach)-433(den)]TJ 0 -13.5492 Td[(gl\344nzenden)-326(Untersuchungen,)-344(welchen)]TJ/F23 10.9091 Tf 171.1201 0 Td[(Revillout)]TJ/F16 10.9091 Tf 45.9784 0 Td[(diesen)-326(Gegen-)]TJ -217.0985 -13.5492 Td[(stand)-254(unterzogen)-253(hat,)-255(und)-254(deren)-254(Resultate)-253(wir,)-255(entgegen)-254(der)-253(von)]TJ/F23 10.9091 Tf 0 -13.5492 Td[(Eisenlohr)]TJ/F16 10.9091 Tf 47.4966 0 Td[(ausgesprochenen)-242(und)-242(auch)-242(von)]TJ/F23 10.9091 Tf 138.3975 0 Td[(Lepsius)]TJ/F16 7.9701 Tf 35.7708 3.9588 Td[(46)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.1067 -3.9588 Td[(acceptirten)]TJ -232.7716 -13.5492 Td[(Ansicht)-342(als)-342(solche)-342(betrachten,)-365(welche)-342(in)-342(einfacher)-341(und)-342(nat\374rli-)]TJ 0 -13.5492 Td[(cher)-318(Weise)-319(die)-318(sogenannte)]TJ/F34 10.9091 Tf 122.3386 0 Td[(Seket)]TJ/F16 10.9091 Tf 24.2727 0 Td[(-Rechnung)-318(der)-319(alten)-318(Aegypter)]TJ -146.6113 -13.5492 Td[(beleuchten.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Es)-190(wird)-190(in)-191(diesen)-190(Rechnungen)-190(die)-190(B\366schung)-190(der)-191(Seitenfl\344chen)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(einer)-219(quadratischen)-219(Pyramide)-219(dadurch)-219(fixirt,)-225(dass)-219(jener)-219(Theil)-219(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(L\344nge)-255(eines)-255(der)-256(beiden)-255(gleichlangen)-255(Schenkel)-255(des)-255(Winkelmaas-)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(ses)-365(berechnet)-365(wird,)-394(der)-366(sich)-365(zur)-365(L\344nge)-365(des)-365(anderen)-365(Schenkels)]TJ 0 -13.5492 Td[(so)-263(verh\344lt,)-266(wie)-263(die)-263(halbe)-263(L\344nge)-263(der)-263(Basisseite)-263(der)-262(quadratischen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Pyramide)-250(zur)-250(H\366he)-250(derselben.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.7559 0 Td[([32])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.7111 -14.5311 Td[(Zu)-225(dem)-224(Behufe)-225(war)-225(der)-224(eine)-225(der)-225(beiden)-224(Schenkel)-225(des)-225(Winkel-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(maasses)-352(in)-351(eine)-352(gewisse)-351(Anzahl)-352(gleich)-351(grosser)-352(Theile)-351(getheilt,)]TJ 0 -13.5492 Td[(w\344hrend)-223(der)-223(andere)-223(Schenkel,)-228(der)-223(Pyramidenh\366he)-223(entsprechend,)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-250(als)-250(Einheit)-250(betrachtet,)-250(ungetheilt)-250(blieb.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Um)-233(nun)-233(den)-233(sogenannten)]TJ/F34 10.9091 Tf 113.1873 0 Td[(Seket)]TJ/F16 10.9091 Tf 26.8159 0 Td[(zu)-233(bestimmen,)-237(wurde)-233(die)-233(hal-)]TJ -151.9584 -13.5492 Td[(be)-348(L\344nge)-348(der)-348(Basisseite)-348(durch)-348(die)-348(Pyramidenh\366he)-347(dividirt)-348(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(mit)-316(dem)-315(erhaltenen)-316(Quotienten)-315(die)-316(Anzahl)-316(der)-315(Theile)-316(des)-315(hori-)]TJ 0 -13.5492 Td[(zontalen,)-250(getheilten)-250(Schenkels)-250(des)-250(Winkelmaasses)-250(multiplicirt.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Es)-363(war)-364(somit)-363(der)-364(Seket)-363(\050welcher)-364(in)-363(derselben)-364(Art)-363(f\374r)-364(einen)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(geraden)-459(Kreiskegel)-460(aus)-459(dem)-460(Durchmesser)-459(der)-460(Basis)-459(und)-459(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(H\366he)-297(bestimmt)-297(erscheint\051)-296(als)-297(Verh\344ltniss)-297(aufgefasst,)-309(die)-296(gonio-)]TJ 0 -13.5492 Td[(metrische)-251(Cotangente)-251(des)-252(Neigungswinkels)-251(der)-251(Seitenfl\344che)-251(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(Pyramide,)-250(respective)-250(der)-250(Kegelkante)-250(zur)-250(Basis.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Wenn)-376(wir)-375(selbstverst\344ndlich)-376(weit)-375(davon)-376(entfernt)-376(sind,)-407(hier-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(in)-449(vielleicht)-450(Anf\344nge)-449(der)-450(Trigonometrie)-449(sehen)-450(zu)-449(wollen,)-499(so)]TJ 0 -13.5492 Td[(erkennen)-409(wir)-410(doch)-409(anderseits,)-449(dass)-409(den)-410(alten)-409(Aegyptern)-409(auch)]TJ 0 -13.5492 Td[(die)-435(Lehre)-435(proportionaler)-435(Linien,)-481(wenigstens)-435(in)-435(ihren)-434(Anwen-)]TJ 0 -13.5492 Td[(dungen,)-382(bekannt)-355(gewesen)-355(sein)-356(musste,)-381(und)-356(erscheint)-355(uns)-355(auch)]TJ 0 -13.5492 Td[(der)-432(am)-431(Eingange)-432(erw\344hnte)-431(Ausspruch)-432(\374ber)-431(die)-432(dem)-431(Milesier)]TJ/F23 10.9091 Tf 0 -13.5492 Td[(Thales)]TJ/F16 10.9091 Tf 35.6753 0 Td[(zugeschriebene)-436(H\366henmessung)-436(der)-437(Pyramiden)-436(als)-436(ein)]TJ -35.6753 -13.5492 Td[(ganz)-336(glaubw\374rdiger,)-356(wenn)-336(wir)-335(sehen,)-357(wie)-336(im)-335(Papyrus)-336(von)-335(den)]TJ 0 -13.5492 Td[(drei)-277(Werthen:)-303(Basis,)-283(H\366he,)-284(Seket,)-283(jeder)-276(aus)-277(den)-277(beiden)-276(anderen)]TJ 0 -13.5492 Td[(berechnet)-250(erscheint.)]TJ 11.9552 -14.5311 Td[(Fassen)-257(wir)-257(nun)-258(die)-257(Ergebnisse)-257(unserer)-257(Betrachtungen)-258(zusam-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(men,)-348(so)-328(m\374ssen)-328(wir)-328(aus)-329(der)-328(quellenm\344ssig)-328(erwiesenen)-328(grossen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Bewunderung,)-318(welche)-305(die)-304(ausgesprochen)-305(geometrisch)-304(hochent-)]TJ 0 -13.5492 Td[(wickelten)-524(Griechen)-524(den)-524(aegyptischen)-524(Geometern)-523(r\374ckhaltlos)]TJ 0 -13.5492 Td[(zollten,)-562(wir)-499(m\374ssen)-499(aus)-499(der)-500(unanfechtbaren)-499(Thatsache,)-561(dass)]TJ 0 -13.5492 Td[(griechische)-258(Geometer)-258(den)-258(Grund)-258(zu)-258(ihren)-258(Kenntnissen)-257(und)-258(Ent-)]TJ 0 -13.5492 Td[(deckungen)-470(in)-469(Aegypten)-470(suchten)-469(und)-470(fanden,)-524(wir)-470(m\374ssen)-469(im)]TJ 0 -13.5492 Td[(Hinblicke)-251(auf)-251(das,)-251(aus)-250(der)-251(nun)-251(vollends)-502(entzifferten[42])]TJ/F23 10.9091 Tf 249.1134 0 Td[(Edfu)]TJ/F16 10.9091 Tf 23.04 0 Td[(er)]TJ/F16 7.9701 Tf -344.9092 0 Td[([33])]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.7715 518.1751 Td[(Schenkungsurkunde)-246(sich)-246(mit)-246(Sicherheit)-246(ergebende)-245(ausgebreitete)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-320(fest)-321(organisirte)-320(Katasterwesen)-320(der)-320(alten)-321(Aegypter,)-337(welches)]TJ 0 -13.5492 Td[(zugleich)-219(mit)-218(den)-219(zahlreichen,)-225(dem)-218(\366ffentlichen)-219(Leben)-218(dienenden)]TJ 0 -13.5492 Td[(Land-)-344(und)-344(Wasserbauten)-344(auf)-344(eine)-344(verh\344ltnissm\344ssig)-343(bedeutend)]TJ 0 -13.5492 Td[(entwickelte)-170(Vermessungskunde)-169(hinweist,)-186(wir)-169(m\374ssen)-170(endlich)-169(aus)]TJ 0 -13.5492 Td[(dem)-293(von)-293(uns)-293(besprochenen)-292(Papyrus,)-304(der)-293(sich)-293(als)-293(eine)-292(ungenaue)]TJ 0 -13.5492 Td[(Abschrift)-351(eines)-350(mangelhaften,)-376(aus)-351(dem)-350(dritten)-351(Jahrtausend)-350(vor)]TJ 0 -13.5492 Td[(Chr.)-389(G.)-389(stammenden,)-423(mathematischen)-389(Collegien-)-389(oder)-388(Aufga-)]TJ 0 -13.5492 Td[(benheftes)-348(erweist,)-374(und)-348(aus)-349(dessen)-348(Vorhandensein)-348(sich)-349(fast)-348(mit)]TJ 0 -13.5492 Td[(Gewissheit)-301(auf)-302(damals)-301(existirende,)-315(neben)-301(den)-302(Regeln)-301(auch)-301(ihre)]TJ 0 -13.5492 Td[(Ableitungen)-199(enthaltende)-198(Lehrb\374cher)-199(schliessen)-198(l\344sst,)-209(wir)-198(k\366nnen)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-181(m\374ssen)-181(aus)-182(allen)-181(diesen)-181(Umst\344nden)-181(den)-181(allgemeinen)-181(Schluss)]TJ 0 -13.5492 Td[(ziehen,)-319(dass)-305(bereits)-305(drei)-305(Jahrtausende)-305(vor)-304(unserer)-305(Zeitrechnung)]TJ 0 -13.5492 Td[(sowohl)-210(die)-210(arithmetischen,)-218(als)-210(auch)-210(die)-210(geometrischen)-210(Kenntnis-)]TJ 0 -13.5492 Td[(se)-239(der)-238(Aegypter,)-241(einen)-239(f\374r)-238(dieses)-239(Zeitalter)-238(bedeutenden)-239(Grad)-238(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(Entwicklung)-250(besassen.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Insbesondere)-427(k\366nnen)-426(wir)-427(in)-426(jenen)-427(fernen)-426(Zeiten)-427(eine)-427(stau-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(nenswerth)-502(weitgehende)-501(Ann\344herung)-502(bei)-501(der)-502(Berechnung)-501(der)]TJ 0 -13.5492 Td[(Kreisfl\344che)-487(beobachten,)-546(wir)-486(finden)-487(mit)-487(vollst\344ndiger)-486(Sicher-)]TJ 0 -13.5492 Td[(heit)-378(richtige)-379(Fl\344chenbestimmungen)-378(des)-378(Quadrates,)-410(Rechteckes)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-337(des)-336(rechtwinkligen)-337(Dreieckes;)-380(h\366chst)-337(wahrscheinlich)-336(auch)]TJ 0 -13.5492 Td[(richtige)-468(Bestimmungen)-468(der)-468(Fl\344chen)-468(schiefwinkliger)-468(Dreiecke)]TJ 0 -13.5492 Td[(und)-389(Vierecke,)-424(welche)-389(im)-390(praktischen)-389(Leben)-389(durch)-389(leichter)-389(zu)]TJ 0 -13.5492 Td[(handhabende)-469(Ann\344herungsformeln)-469(ersetzt)-468(wurden;)-579(wir)-468(sehen)]TJ 0 -13.5492 Td[(Bestimmungen)-242(des)-241(Rauminhaltes)-242(durch)-241(ihre)-242(Dimensionen)-241(gege-)]TJ 0 -13.5492 Td[(bener)-250(K\366rper)-250(und)-250(erkennen)-250(die)-250(Anf\344nge)-250(der)-250(Aehnlichkeitslehre.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Was)-249(das)-250(geometrische)-249(Zeichnen)-250(betrifft,)-249(so)-250(kennen)-249(wir)-250(schon)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(die)-409(Construction)-408(der)-409(fr\374her)-408(beobachteten)-409(regelm\344ssigen)-408(Figu-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ren)-401(und)-401(d\374rfen)-401(weiter)-401(vermuthen,)-439(dass)-401(die)-401(Anlegung)-802(rechter)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.0235 0 Td[([34])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.0235 -13.5492 Td[(Winkel)-473(und)-472(das)-473(F\344llen)-473(von)-472(Senkrechten)-473(sowohl)-473(mittelst)-472(des)]TJ 0 -13.5492 Td[(Winkelmaasses)-288(als)-288(auch)-289(mittelst)-288(rationaler)-288(rechtwinkliger)-288(Drei-)]TJ 0 -13.5492 Td[(ecke)-226(bekannt,)-231(und)-227(die)-226(Zerlegung)-226(gegebener)-227(Fl\344chen)-226(behufs)-226(ihrer)]TJ 0 -13.5492 Td[(Inhaltbestimmung)-250(in)-250(allgemeiner)-250(Verwendung)-250(war.)]TJ 11.9552 -15.1857 Td[(Gewiss)-282(werden)-282(auch)-281(theoretische)-282(Resultate)-282(bekannt)-282(gewesen)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 548.9335 Td[(28)-8396(Ueber)-250(die)-250(Geometrie)-250(der)-250(alten)-250(Aegypter.)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.5434 518.1751 Td[(sein;)-251(so)-251(die)-251(H\344lftung)-250(des)-251(Kreises)-251(durch)-251(seinen)-250(Durchmesser,)-251(die)]TJ 0 -13.5492 Td[(sich)-311(aus)-311(der)-310(besprochenen)-311(Seketrechnung)-311(von)-311(selbst)-310(ergebende)]TJ 0 -13.5492 Td[(Winkelgleichheit)-381(an)-381(der)-381(Basis)-381(gleichschenkliger)-381(Dreiecke)-380(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(gleichseitiger)-237(quadratischer)-237(Pyramiden,)-239(und)-237(wohl)-237(noch)-236(manches)]TJ 0 -13.5492 Td[(Andere.)]TJ 11.9552 -14.4072 Td[(M\366ge)-253(es)-252(gelingen,)-254(durch)-252(Auffindung)-253(neuer,)-253(sowie)-253(durch)-253(Ent-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(zifferung)-435(der,)-482(noch)-435(ihrer)-436(Erkl\344rung)-435(harrenden)-435(Denkmale)-435(und)]TJ 0 -13.5492 Td[(Schriften,)-423(von)-388(welchen)-388(letzteren,)-423(Dank)-388(der)-388(hohen)-388(Munificenz)]TJ 0 -13.5492 Td[(des)-275(Erlauchten)-274(Curators)-275(unserer)-275(Akademie,)-280(auch)-275(Wien)-275(eine)-274(im-)]TJ 0 -13.5492 Td[(posante)-257(Zahl)-257(aufweisen)-257(kann,)-258(m\366ge)-257(es)-257(so)-257(gelingen)-257(noch)-256(weitere)]TJ 0 -13.5492 Td[(Anhaltspunkte)-464(f\374r)-464(die)-464(Kenntniss)-464(der)-464(mathematischen)-463(Th\344tig-)]TJ 0 -13.5492 Td[(keit)-369(des)-368(uns)-369(bekannten)-368(\344ltesten)-369(Culturvolkes,)-398(der)-369(Aegypter)-368(zu)]TJ 0 -13.5492 Td[(gewinnen!)]TJ 11.9552 -14.4071 Td[(Diesen)-391(unseren)-391(Wunsch)-390(theilen)-391(gewiss)-391(Alle,)-426(denen)-391(die)-391(Er-)]TJ -11.9552 -13.5492 Td[(forschung)-313(der)-312(Culturgeschichte)-313(des)-313(menschlichen)-312(Geschlechtes)]TJ 0 -13.5492 Td[(nicht)-250(ohne)-250(Wichtigkeit)-250(erscheint!)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 120.8162 268.9674 Td[(H)]TJ/F16 7.9701 Tf 7.8764 0 Td[(ERODOT)]TJ/F16 10.9091 Tf 32.3188 0 Td[(,)]TJ/F32 10.9091 Tf 5.4545 0 Td[(Reisebericht)]TJ/F16 10.9091 Tf 54.5344 0 Td[(,)-250(II,)-250(109.)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 120.8162 245.3079 Td[(I)]TJ/F16 7.9701 Tf 3.6327 0 Td[(SOKRATES)]TJ/F16 10.9091 Tf 41.1816 0 Td[(,)]TJ/F32 10.9091 Tf 5.4545 0 Td[(Busiris)]TJ/F16 10.9091 Tf 30.9163 0 Td[(,)-250(c.)-250(9.)]TJ
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+ <p rend="font-size: large; text-align: center">BER DIE</p>
+ <p rend="font-size: xx-large; text-align: center">GEOMETRIE DER ALTEN GYPTER</p>
+ <milestone unit="tb" rend="rule: 25%" />
+ <p rend="font-size: x-large; text-align: center">VORTRAG</p>
+ <p rend="font-size: small; text-align: center">GEHALTEN IN DER</p>
+ <p rend="font-size: large; text-align: center">FEIERLICHEN SITZUNG DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN</p>
+ <p rend="font-size: small; text-align: center">AM</p>
+ <p rend="font-size: large; text-align: center">XXIX. MAI MDCCCLXXXIV</p>
+ <p rend="font-size: small; text-align: center">VON</p>
+ <p rend="font-size: x-large; text-align: center">DR. EMIL WEYR</p>
+ <p rend="font-size: small; text-align: center">WIRKLICHEM MITGLIEDE DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.</p>
+ <milestone unit="tb" rend="rule: 25%" />
+ <p rend="font-size: x-large; text-align: center">WIEN</p>
+ <p rend="font-size: medium; text-align: center">AUS DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI.</p>
+ <p rend="font-size: medium; text-align: center">IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN,</p>
+ <p rend="font-size: medium; text-align: center">BUCHHNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.</p>
+ <p rend="font-size: large; text-align: center">1884</p>
+ </div>
+
+ </front>
+
+ <body rend="page-break-before: right">
+<pb n='03'/><anchor id='Pg03'/>
+<div>
+ <head />
+ <p>
+Mge mir gestattet sein, bei dem heutigen feierlichen Anlasse
+ein Bild zu entrollen, welches in grossen Strichen die
+allgemeinen Umrisse des Zustandes der geometrischen
+Wissenschaften bei den alten Aegyptern zur Darstellung
+bringen soll; und mge dasselbe Wohlwollen, das, gepaart
+mit einer althergebrachten Sitte, mich heute auf diesen eben so
+ehrenvollen als schwierigen Platz gestellt, auch bei der
+Beurtheilung der folgenden bescheidenen, weil schwachen
+Krften entspringenden Leistung obwalten!
+</p><p>
+So wie der Anfang aller menschlichen Kenntnisse, so ist
+auch der Ursprung der Geometrie in grauestes Alterthum zu
+versetzen, er ist zu suchen in jenen der Zeit nach unangebbaren
+Perioden der menschlichen Entwicklung, in welchen
+das erste Erwachen des Selbstbewusstseins zu finden wre.
+Sind doch manche geometrische Anschauungen auch dem
+Thiere eigen; so jene der geraden Verbindungslinie zweier
+Punkte als der krzesten Entfernung; jene des Mehr und
+Weniger bei Quantitten der Entfernungen, Hhen, Neigungen,
+und so werden auch manche abstractere Raumanschauungen
+dem Menschen in seinen ersten Entwicklungsperioden eigen
+geworden sein, Anschauungen, welche durch die Mglichkeit
+und auf Grund der sprachlichen Bezeichnung jene Stabilitt
+erhielten, die sie befhigte, als erste Fundamente der geometrischen
+Kenntnisse zunchst, und der Geometrie als Wissenschaft
+spter aufzutreten.
+</p>
+<pb n='04'/><anchor id='Pg04'/>
+<p>
+Geometrisches Denken entstand zu den verschiedensten
+Zeiten, an den verschiedensten Orten. Denn berall, wo
+der menschliche Geist sich zu entwickeln begann, und
+das menschliche Denken jene Hhe erreichte, auf welcher
+Abstractionen entstehen, bildeten sich die grundlegenden
+Raumbegriffe; der des Punktes, der geraden und krummen
+Linien, der ebenen und krummen Flchen. Denn berall
+in der Natur boten sich dem erwachenden Menschen
+Reprsentanten dieser Begriffe in grsserer oder geringerer
+Genauigkeit dar. Whrend der Anblick der auf- und untergehenden
+Sonne, sowie des vollen Mondes in sdlichen
+Gegenden fast tglich das Bild der vollkommensten,
+der schnsten Linie, der Kreislinie vorfhrte, stellten sich
+die zahllosen Sterne des Abends dem Auge als glnzende
+Punkte dar, welche in ihren mannigfaltigen gegenseitigen
+Lagenverhltnissen die Phantasie des Menschen bei der, von
+ihm beliebten Eintheilung des Himmels in Sternbilder zur
+Herstellung so mancher geraden und krummen Linien verleiten
+mochten. Und selbst in seiner nchsten Umgebung
+fand der beobachtende Mensch geometrische Anklnge; das
+Gewebe der Spinne mit seinen kreisrunden und radialen
+Fden, die sechseckige Bienenzelle, die beim Fallen eines
+Krpers in ruhendes Wasser entstehenden concentrischen
+Wellenringe, und wie vieles Andere musste, wenn auch
+nach und nach, so doch mit zwingender Nothwendigkeit
+den Menschen zur Beobachtung gesetzmssiger geometrischer
+Formen fhren.
+</p><p>
+Als Mutterland der Mathematik im Allgemeinen, und
+der Geometrie im Besonderen wird Aegypten angefhrt; doch
+ist die Zeit lngst vorbei, wo man sich Aegypten als einzigen
+Ursprungsort dieser Wissenschaften dachte, vielmehr muss
+als feststehend angenommen werden, dass jedes Volk in
+<pb n='05'/><anchor id='Pg05'/>
+seinem Entwicklungsgange geometrische Anschauungen sich
+anzueignen schon durch praktische Bedrfnisse gezwungen
+war. Die Hhe, zu welcher sich die einzelnen Vlker in ihren
+mathematischen Speculationen emporzuschwingen vermochten,
+hing von der Richtung des Bildungsganges, von
+dem Maasse des Bedrfnisses und nicht in letzter Reihe von
+dem Einflsse religiser Verhltnisse ab.
+</p><p>
+Und so mag sich zunchst jene Naturgeometrie entwickelt
+haben, welche allen Vlkern zugesprochen werden
+muss, und auf deren Vorhandensein, weil auf die Anwendungen
+ihrer freilich einfachsten Principien, Ueberreste von
+Bauten berall dort hinweisen, wo wir in der Lage sind,
+solche beobachten zu knnen. Die Pellasger, die vorhellenischen
+Ureinwohner Griechenlands, mussten lange vor Entstehung
+der Philosophie geometrische Kenntnisse in dem
+Maasse besessen haben, wie sie zur Auffhrung von Wasserbauten,
+Dmmen, Canlen und Burgen, von denen man jetzt
+noch Spuren findet, nothwendig waren.
+</p><p>
+Verfolgt man die Entwicklung der Geometrie zu ihren
+Quellen aufwrts, so drfen wir nicht berrascht sein, dass
+man bei dem uns bekannten ltesten Culturvolke, bei den
+Aegyptern, am weitesten vorzudringen vermag, und zwar an
+der Hand der indirecten wie der directen Nachrichten, welche
+uns ber diesen Gegenstand zugekommen sind. Leider jedoch
+sind die Ersteren ihrem Inhalte und die Letzteren ihrer Zahl
+nach nur sprliche zu nennen.
+</p><p>
+Zahlreich sind wohl die Stellen in griechischen Philosophen
+und Geschichtschreibern, welche Bezug haben auf
+aegyptische Geometrie, es lsst sich jedoch nicht verkennen,
+dass oft die Spteren auf Frhere sich sttzen, und wir es
+mglicherweise mit einer einzigen, durch Jahrhunderte fortgefhrten
+Nachricht zu thun haben.
+</p>
+<pb n='06'/><anchor id='Pg06'/>
+<p>
+ Durch <name rend='gesperrt'>Herodot</name>, welcher <date>um die Mitte des fnften
+ vorchristlichen Jahrhunderts (460)</date> Aegypten bereiste, erfahren
+wir<note place='end'><bibl><author>Herodot</author>, <title>Reisebericht</title>,
+ <biblScope>II, 109</biblScope></bibl>.</note>,
+dass die Geometrie von Aegypten nach Griechenland
+verpflanzt worden sei. Etwas spter (<date>393 v.&nbsp;Chr.</date>)
+berichtet <name rend='gesperrt'>Isokrates</name> die Thatsache<note place='end'>
+ <bibl><author>Isokrates</author>, <title>Busiris</title>,
+ <biblScope>c. 9.</biblScope></bibl></note>, dass die Aegypter <q>die
+Aelteren (unter ihren Priestern) ber die wichtigsten Angelegenheiten
+setzten, dagegen die Jngeren beredeten, mit
+Hintansetzung des Vergngens, sich mit Astronomie, Rechenkunst
+und Geometrie zu beschftigen</q>.
+</p><p>
+In <name rend='gesperrt'>Platon</name>'s <title>Phdrus</title> sagt
+<name rend='gesperrt' id='a:sok'>Sokrates</name>: <q>Ich habe
+vernommen, zu Naukratis in Aegypten sei einer der dortigen
+alten Gtter gewesen, dem auch der Vogel geheiligt ist,
+den sie Isis nennen, whrend der Gott selbst den Namen
+Teuth fhrt; dieser habe zuerst Zahlenlehre und Rechenkunst
+erfunden und Geometrie und Astronomie</q><note place='end'>
+<bibl><title><emph>Platonis</emph> Phaedrus</title>,
+ ed. <editor>Ast.</editor>
+ <biblScope>I. p. 246.</biblScope></bibl></note>,
+und einen
+directen Hinweis finden wir bei <name rend='gesperrt'>Aristoteles</name>, welcher in
+seiner <title>Metaphysik</title> sagt:<note place='end'>
+ <bibl><author>Aristoteles</author>, <title>Metaph. I</title>,
+ <biblScope>1.</biblScope></bibl></note>
+<q>Daher entstanden auch in Aegypten
+die mathematischen Wissenschaften, denn hier war den
+Priestern die dazu nthige Msse vergnnt.</q>
+</p><p>
+Uebrigens schrieben sich die Aegypter neben der Erfindung
+der Buchstabenschrift auch jene der meisten Wissenschaften
+und Knste zu, worber <name rend='gesperrt'>Diodor</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Diodor</author>, <biblScope>I, 69</biblScope></bibl>.</note>,
+welcher etwa
+<date>70 Jahre v.&nbsp;Chr.&nbsp;G.</date> Aegypten bereiste, bemerkt: <q>Die
+Aegypter behaupten, von ihnen sei die Erfindung der Buchstabenschrift
+und die Beobachtung der Gestirne ausgegangen,
+ebenso seien von ihnen die Theoreme der Geometrie und
+die meisten Wissenschaften und Knste erfunden worden.</q>
+</p><p>
+Neben diesen ganz allgemein gehaltenen Angaben sind
+hauptschlich diejenigen Berichte zu erwhnen, welche sich
+auf die Art der wissenschaftlichen Leistungen der Aegypter
+beziehen.
+</p>
+<pb n='07'/><anchor id='Pg07'/>
+<p>
+ Da sagt zunchst <name rend='gesperrt'>Herodot</name><note place='end'>
+ Herodot l. c.</note>
+in Hinsicht auf die unter
+dem Knige <name rend='gesperrt'>Sesostris</name> durchgefhrte Lndereintheilung:
+<q>Auch sagten sie, dass dieser Knig das Land unter alle
+Aegypter so vertheilt habe, dass er jedem ein gleich grosses
+Viereck gegeben, und von diesem seine Einknfte bezogen habe,
+indem er eine jhrlich zu entrichtende Steuer auflegte.
+Wem aber der Fluss (Nil) von seinem Theile etwas
+wegriss, der musste zu ihm kommen und das Geschehene
+anzeigen; er schickte dann die Aufseher, die auszumessen
+hatten, um wie viel das Landstck kleiner geworden war,
+damit der Inhaber von dem brigen nach Verhltniss der
+aufgelegten Abgaben steure. Hieraus erscheint mir die Geometrie
+entstanden zu sein, die von da nach Hellas kam.</q>
+</p><p>
+Die, <name rend='gesperrt'>Herodot</name>, dem Vater der Geschichtsschreibung
+folgenden Berichterstatter hielten sich nun, vielleicht erklrlicherweise,
+vorzglich an den einen, die Nilberschwemmungen
+betreffenden Theil obiger Nachricht, und wurde,
+gewiss Unberechtigtermassen der Nil als der unmittelbare
+Anstoss fr alle geometrischen Arbeiten der Aegypter hingestellt.
+Und doch scheint es uns viel nherliegend, die einerseits
+behufs der Steuerbemessung und Controle, anderseits
+wegen der aus den Vernderungen im Besitzstande sich
+nothwendig ergebenden Flchenfestsetzungen als den Hauptbeweggrund
+jener Vermessungen zu erkennen, wobei die
+gesammelten Erfahrungen gewiss auch bei der Beurtheilung
+der unzweifelhaft nach den periodisch eintretenden Nilberschwemmungen
+vorgekommenen Terrainvernderungen mit
+Vortheil benutzt worden sein mgen.
+</p><p>
+Unverkennbar ist der Zug nach Aufbauschung und Ausschmckung
+des, jene Nilberschwemmungen betreffenden
+Theiles des <name rend='gesperrt'>Herodot</name>'schen Berichtes, wenn man die Aufzeichnungen
+spterer Gewhrsmnner nher betrachtet.
+</p>
+<pb n='08'/><anchor id='Pg08'/>
+<p>
+ Zunchst finden wir bei <name rend='gesperrt'>Heron</name> dem Aelteren die folgende
+ diesbezgliche Stelle<note place='end'>
+ <bibl><title><emph>Heronis Alexandr.</emph> geom. et stereom. reliquiae</title>,
+ ed. <editor>Hultsch.</editor>
+ <biblScope>p. 138.</biblScope></bibl></note>:
+ <q>Die frheste Geometrie beschftigte
+sich, wie uns die alte Ueberlieferung lehrt, mit der Messung und
+Vertheilung der Lndereien, woher sie Feldmessung genannt
+wurde. Der Gedanke einer Messung nmlich ward den Aegyptern
+an die Hand gegeben durch die Ueberschwemmungen des
+Nil. Denn viele Grundstcke, die vor der Flussschwelle offen
+dalagen, verschwanden beim Steigen des Flusses und kamen
+erst nach dem Sinken desselben zum Vorschein, und es war
+nicht immer mglich, ber die Identitt derselben zu entscheiden.
+Dadurch kamen die Aegypter auf den Gedanken
+einer solchen Messung des vom Nil blossgelegten Landes.</q>
+</p><p>
+Weiter finden wir bei <name rend='gesperrt'>Diodor</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Diodor</author>, <biblScope> I, 81.</biblScope></bibl></note>
+einen Ausspruch,
+durch welchen wir brigens auch ber andere wissenschaftliche
+Leistungen der Aegypter belehrt werden; <name rend='gesperrt'>Diodor</name>
+sagt: <q>Die Priester lehren ihre Shne zweierlei Schrift, die
+sogenannte heilige, und die, welche man gewhnlich lernt.
+Mit Geometrie und Arithmetik beschftigen sie sich eifrig.
+Denn indem der Fluss jhrlich das Land vielfach verndert,
+veranlasst er viele und mannigfache Streitigkeiten ber die
+Grenzen zwischen den Nachbarn; diese knnen nun nicht
+leicht ausgeglichen werden, wenn nicht ein Geometer den
+wahren Sachverhalt durch directe Messung ermittelt. Die
+Arithmetik dient ihnen in Haushaltungsangelegenheiten und
+bei den Lehrstzen der Geometrie; auch ist sie denen von
+nicht geringem Vortheile, die sich mit Sternkunde beschftigen.
+Denn wenn bei irgend einem Volke die Stellungen und Bewegungen
+der Gestirne sorgfltig beobachtet worden sind,
+so ist es bei den Aegyptern geschehen; sie verwahren Aufzeichnungen
+der einzelnen Beobachtungen seit einer unglaublich
+langen Beihe von Jahren, da bei ihnen seit alten
+Zeiten her die grsste Sorgfalt hierauf verwendet worden
+<pb n='09'/><anchor id='Pg09'/>
+ist. Die Bewegungen und Umlaufszeiten sowie die Stillstnde
+der Planeten, auch den Einfluss eines jeden auf die Entstehung
+lebender Wesen und alle ihre guten und schdlichen
+Einwirkungen haben sie sehr sorgfltig beobachtet.</q>
+</p><p>
+Am innigsten verknpft erscheint die Geometrie der
+Aegypter mit den Ueberschwemmungen des Nil bei <name rend='gesperrt'>Strabon</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Strabon</author>, ed. <editor>Meinike</editor>,
+ <biblScope>lib. XVII, C. 787, p. 1098.</biblScope></bibl></note>;
+welcher bemerkt, <q>dass es einer sorgfltigen und bis auf das
+Genaueste gehenden Eintheilung bedurfte, wegen der bestndigen
+Verwstung der Grenzen, die der Nil bei seinen
+Ueberschwemmungen veranlasst, indem er Land wegnimmt
+und zusetzt, und die Gestalt verndert, und die anderen Zeichen
+unkenntlich macht, wodurch das fremde und eigene Besitzthum
+unterschieden wird. Man msse daher immer und
+immer wieder messen. Hieraus soll die Geometrie entstanden
+sein.</q>
+</p><p>
+Den gesellschaftlichen Einrichtungen der Aegypter
+entsprechend, muss als feststehend angenommen werden,
+dass sich eine Kaste, nach eben Gehrtem die der Priester,
+mit dem wissenschaftlichen Theile der Geometrie beschftigte,
+whrend eine andere, die der Feldmesser, die von den
+Ersteren aufgestellten und sorgsam gehteten geometrischen
+Principien praktisch zur Anwendung brachte. Dabei wurden,
+wie wir spter sehen werden, die Geheimnisse der Priester,
+insoweit sie geometrische Wahrheiten und Berechnungsregeln
+betrafen, mglicherweise nur insoweit enthllt, dass
+bei deren Verwendung nur annherungsweise richtige Resultate
+zum Vorschein kamen.
+</p><p>
+Wohl sind einige Schriftsteller so weit gegangen, dass
+sie, die unlugbaren Uebertreibungen des Zusammenhanges
+zwischen den Nilberschwemmungen und der gyptischen
+Geometrie im Auge behaltend, die Existenz der letzteren
+<pb n='10'/><anchor id='Pg10'/>
+einfach negirten, und alle die citirten Aussprche in das
+Gebiet der Fabel verwiesen.
+</p><p>
+Was macht man jedoch dann mit den wohlbeglaubigten
+Nachrichten ber die Reisen, welche hervorragende griechische
+Philosophen nach Aegypten unternahmen, oft jahrelang
+dort verweilend, um sich in die Geheimnisse aegyptischer
+Priester einweihen und mit deren geometrischem Wissen
+vertraut machen zu lassen?
+</p><p>
+<name rend='gesperrt'>Eudemus von Rhodos</name><note place='end'>
+ <bibl><title><emph>Eudemi Rhodii</emph> Peripatetici fragmenta quae
+ supersunt</title>.
+ ed. <editor>L. Spengel.</editor>
+ <biblScope>Berlin 1870.</biblScope></bibl></note>,
+ einer der ltesten Peripatetiker,
+schrieb eine Geschichte der Mathematik, aus
+welcher uns durch <name id='a:pro' rend='gesperrt'>Proklos Diadochus</name><note place='end'>
+ <bibl><author corresp='a:pro' /><title><emph>Procl.</emph> comment.</title>
+ ed. <editor>Rasil.</editor>
+ <biblScope>p. 19;</biblScope></bibl>
+ <bibl><author corresp='a:pro' /><title>Barocius</title>
+ <biblScope>p. 37.</biblScope></bibl></note>, einen Philosophen
+des fnften nachchristlichen Jahrhunderts, ein
+Bruchstck erhalten ist, welches sozusagen das einzige
+Mittel bildet, das uns einen Einblick in die geometrischen
+Errungenschaften der Griechen in den ersten dritthalb
+Jahrhunderten nach <name rend='gesperrt'>Thales</name> gewhrt. Hierin heisst es unter
+Anderem: <q><name rend='gesperrt'>Thales</name>, der nach Aegypten ging, brachte zuerst
+die Geometrie nach Hellas hinber und Vieles entdeckte er
+selbst, von Vielem aber berlieferte er die Anfnge seinen
+Nachfolgern; das Eine machte er allgemeiner, das Andere
+mehr sinnlich fassbar.</q> Hundert Jahre nach dem Tode des
+<name rend='gesperrt'>Pythagoras</name> berichtet der Redner <name rend='gesperrt'>Isokrates</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Isokrates</author>, <title>Busiris</title>,
+ <biblScope>cap. 11.</biblScope></bibl></note>: <q>Man
+knnte, wenn man nicht eilen wollte, viel Bewunderungswrdiges
+von der Heiligkeit aegyptischer Priester anfhren,
+welche ich weder allein noch zuerst erkannt habe, sondern
+viele der jetzt Lebenden und der Frheren, unter denen
+auch <name rend='gesperrt'>Pythagoras</name> der Samier ist, der nach Aegypten
+kam und ihr Schler wurde und die fremde Philosophie
+zuerst zu den Griechen verpflanzte.</q>
+</p><p>
+Whrend der Aufenthalt des <name rend='gesperrt'>Pythagoras</name> in Aegypten
+unter Anderen auch noch von <name rend='gesperrt'>Strabon</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Strabon</author>,
+ <biblScope>XIV, 1. 16.</biblScope></bibl></note>
+und <name rend='gesperrt'>Antiphon</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Porphyrius</author>, <title>De vita Pythagorae</title>
+ <biblScope>cap. 7;</biblScope></bibl>
+ <bibl><author>Diogenes Laertius</author>,
+ <biblScope>VIII, 3.</biblScope></bibl></note>
+besttiget wird, nennt uns <name rend='gesperrt'>Diodor</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Diodor</author>, <biblScope>I, c. 96.</biblScope></bibl></note>
+eine ganze Reihe von
+<pb n='011'/><anchor id='V2Pg011'/>
+Namen, indem er sagt; <q>Die aegyptischen Priester nennen
+unter den Fremden, welche nach den Verzeichnissen in den
+heiligen Bchern vormals zu ihnen gekommen seien, den
+<name rend='gesperrt'>Orpheus</name>, <name rend='gesperrt'>Musaios</name>,
+<name rend='gesperrt'>Melampus</name> und <name rend='gesperrt'>Daidalos</name>, nach
+diesen den Dichter <name rend='gesperrt'>Homer</name>, den Spartaner <name rend='gesperrt'>Lykurgos</name>, ingleichen
+den Athener <name rend='gesperrt'>Solon</name> und den Philosophen <name rend='gesperrt'>Platon</name>.
+Gekommen sei zu ihnen auch der Samier <name rend='gesperrt'>Pythagoras</name> und
+der Mathematiker <name rend='gesperrt'>Eudoxos</name>, ingleichen <name rend='gesperrt'>Demokritos von
+ Abdera</name> und <name rend='gesperrt'>Oinopides von Chios</name>. Von allen diesen
+weisen sie noch Spuren auf, von den Einen Bildnisse von
+den Anderen Orte und Gebude, die nach ihnen benannt
+sind. Aus der Vergleichung dessen, was jeder von ihnen in
+seinem Fache geleistet hat, fhren sie den Beweis, dass sie
+Dasjenige um desswillen sie von den Hellenen bewundert
+werden, aus Aegypten entlehnt haben.</q> Aus diesen Stellen
+geht mit Sicherheit hervor, dass viele Griechen nach
+Aegypten zogen, um bei den dortigen Priestern Philosophie
+und Mathematik kennen zu lernen, da wohl in den Berichten
+nur die hervorragenden Mnner angefhrt wurden.
+</p><p>
+Der Milesier <name rend='gesperrt'>Thales</name>, welcher erst in vorgercktem
+Alter, und nachdem er als Handelsmann frher gewiss schon
+mehrmals Aegypten besucht gehabt, sich daselbst behufs
+seiner Studien zu lngerem Aufenthalt niederlies, ist merkwrdiger
+Weise in dem Berichte des Diodor nicht angefhrt,
+und knnte man wohl aus diesem Umstande umsomehr
+einen gewissen Grad von Unglaublichkeit ableiten, als darin
+mythische Namen wie <name rend='gesperrt'>Orpheus</name>, <name rend='gesperrt'>Daidalos</name> und <name rend='gesperrt'>Homer</name>
+angefhrt erscheinen. Diese letzteren konnten jedoch sehr
+wohl dem im Ganzen und Grossen sonst richtigen Verzeichnisse
+vom Berichterstatter eigenwillig beigefgt worden sein,
+um dadurch das hohe Alter aegyptischer Wissenschaft in ein
+vorteilhaftes Licht zu setzen.
+</p>
+<pb n='12'/><anchor id='Pg12'/>
+<p>
+Abgesehen jedoch von aller Wahrscheinlichkeit oder
+Unwahrscheinlichkeit fr die Exactheit obiger Aussprche
+in Bezug auf einzelne Namen, drfte jedenfalls das als
+unumstssliche Wahrheit gelten, dass die gyptischen Priester
+von den Griechen als in den Wissenschaften, insbesondere
+in der Geometrie sehr bewandert gehalten wurden, und
+zwar in einem solchen Maasse, dass eine Reihe hervorragender
+griechischer Philosophen es nicht verschmhte, die, fr
+damalige Verhltnisse nicht unbedeutende Reise nach
+Aegypten zu unternehmen, ja oft jahrelang in diesem Lande
+mit unbekannter Sprache und Schrift zu verweilen, um sich
+die Kenntnisse der Aegypter anzueignen.
+</p><p>
+Stellt man nun zunchst die Frage nach Quantitt und
+Qualitt des geometrischen Wissens, welches die Griechen
+von ihren Studienreisen mit nach Hause brachten, so scheint
+dies, selbst vom Standpunkte der unmittelbar nachpythagorischen
+Geometrie, usserst Weniges gewesen zu sein.
+</p><p>
+<name rend='gesperrt'>Thales</name> von Milet, einer der sieben griechischen
+Weltweisen, der Begrnder der ionischen Schule, <name rend='gesperrt'>Thales</name>,
+welcher fr das Jahr 585 v.&nbsp;Chr.&nbsp;G. eine, auch eingetroffene
+Sonnenfinsterniss vorherzusagen wusste, soll, den uns von
+<name rend='gesperrt'>Proklos</name> zugekommenen Berichten zufolge, in Aegypten
+nicht viel mehr erfahren haben, als die Stze ber die Gleichheit
+der Winkel an der Basis eines gleichschenkligen Dreieckes,
+die Gleichheit der Scheitelwinkel am Durchschnitt
+zweier Geraden; er wusste ferner, wie ein Dreieck durch eine
+Seite und die beiden anliegenden Winkel bestimmt erscheint,
+diese Errterung zur Messung der Entfernungen von Schiffen
+auf dem Meere bentzend, es war ihm bekannt, dass ein
+Kreis durch einen Durchmesser halbirt wird,<note place='end'>
+ <bibl><author>Proklos</author>, ed. <editor>Friedlein</editor>,
+ <biblScope>250, 299, 352, 157.</biblScope></bibl></note>
+und soll er die
+Hhe der Pyramiden aus der Lnge des Schattens gemessen
+haben, hchst wahrscheinlich in dem Momente, wo die
+<pb n='13'/><anchor id='Pg13'/>
+Schattenlnge eines senkrechten Stabes der Stablnge gleich
+ist,<note place='end'>
+ <bibl><author>Diogenes Laertius</author>,
+ <biblScope>I, 27.</biblScope></bibl>
+ <bibl><author>Plinius</author>, <title>Hist. nat.</title>
+ <biblScope>XXXVI, 12, 17.</biblScope></bibl></note>
+mglicherweise jedoch, wie <name rend='gesperrt'>Plutarch</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Plutarch</author>, ed. <editor>Didot.</editor>
+ <biblScope>Vol. 2, III, p. 174.</biblScope></bibl></note>
+berichtet,
+auch zu einer beliebigen Tageszeit. Auch wird ihm von
+<name rend='gesperrt'>Pamphile</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Diogenes Laertius</author>
+ <biblScope>I, 24&ndash;25.</biblScope></bibl></note>
+die Kenntniss des Satzes zugeschrieben, dass
+der Peripheriewinkel im Halbkreise ein rechter sei. Gewiss
+hat Thales wenigstens jene geometrischen Fundamente in
+Aegypten kennen gelernt, welche es ihm ermglichten, die
+genannten Stze als wahr zu erkennen, wenn auch bei ihm,
+selbst bei diesen einfachen Dingen an einen strengen Beweis
+nicht gedacht werden kann.
+</p><p>
+Es wre jedoch voreilig, aus der Geringfgigkeit der
+Thaletischen geometrischen Kenntnisse mit <name rend='gesperrt'>Montucla</name>
+<note place='end'><bibl><author>Montucla</author>, <title>Hist. d. math.</title>
+ <biblScope>2. dit. t. I, p. 49.</biblScope></bibl></note>
+zu schliessen, dass auch die Aegypter nicht viel mehr gewusst
+htten. Man kann wohl annehmen, dass die aegyptischen
+Priester bei ihrer den Fremden gegenber beobachteten
+Zurckhaltung nur einen Theil ihres Wissens offenbarten;
+wer knnte jedoch bemessen, in welchem Verhltnisse dieser
+Theil zu ihrem Gesammtwissen stand? Der Ansicht
+<name rend='gesperrt'>Montucla</name>'s kann man entgegensetzen, dass die Aegypter
+den Fremden nur einen kleinen Bruchtheil ihres sorgsam
+im Verborgenen gehteten Wissens preisgegeben haben
+mochten, wobei ferner nicht unbercksichtigt bleiben darf,
+dass den nach Aegypten gekommenen Griechen auch die
+Unkenntniss der Sprache und der Schrift weitere, nicht zu
+unterschtzende Schwierigkeiten bereitete, in dem Maasse als
+vielleicht Manches, was ihnen die aegyptischen Priester von
+aegyptischem Wissen zur Verfgung stellten, unverstanden
+bleiben konnte.
+</p><p>
+Was nun das Wesen aegyptischer Geometrie betrifft, so
+finden wir in den Berichten der Alten fast gar keine Anhaltspunkte,
+um uns hierber Klarheit verschaffen zu knnen, und
+war man bis vor Kurzem darauf hingewiesen, aus den
+<pb n='14'/><anchor id='Pg14'/>
+Anfngen griechischer Mathematik auf den Stand der aegyptischen
+zurckzuschliessen, was, wie aus dem Vorhergesagten
+folgen drfte, mit nicht geringen Schwierigkeiten verbunden
+erscheint.
+</p><p>
+Die Ansicht, dass die Geometrie der Aegypter eigentlich
+nur constructiver Natur war, hnlich dem was wir als Reisskunst
+zu bezeichnen pflegen,<note place='end'>
+ <bibl><author>Bretschneider</author>,
+ <title>Die Geometrie und die Geometer vor Euklides</title>,
+ <biblScope>p. 11.</biblScope></bibl>
+Dem Werke Bretschneiders, sowie jenem <bibl><author>Cantor</author>'s:
+ <title id='t:c'>Vorlesungen ber Geschichte
+ der Mathematik</title></bibl>, sind die grundlegenden Gedanken entnommen.</note>
+drfte sich nicht als stichhltig
+erweisen; es mge jedoch gleich jetzt darauf hingedeutet
+werden, dass die Aegypter im Construiren geometrischer
+Formen nicht unbewandert sein konnten.
+</p><p>
+So sagt in etwas prahlerischer Weise <name rend='gesperrt'>Demokritos</name>
+von <name rend='gesperrt' type='place'>Abdera</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Clemens Alexandrinus</author>, <title>Stromata</title>,
+ ed. <editor>Potter</editor>,
+ <biblScope>I, 357.</biblScope></bibl></note>
+um 420 v.&nbsp;Chr.&nbsp;G.: <q>Im Construiren von
+Linien nach Maassgabe der aus den Voraussetzungen zu
+ziehenden Schlsse hat mich keiner je bertroffen, selbst
+nicht die sogenannten Harpedonapten der Aegypter</q>; und
+<name rend='gesperrt'>Theon</name> von <name rend='gesperrt' type='place'>Smyrna</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Theon Smyrnaios</author>, <title>lib. de astron.</title>
+ ed. <editor>Martin</editor>,
+ <biblScope>p. 272.</biblScope></bibl></note>
+erzhlt, dass
+<q>Babylonier, Chalder
+und Aegypter eifrig nach allerhand Grundgesetzen und
+Hypothesen suchten, durch welche den Erscheinungen
+gengt werden knnte; zu erreichen suchten sie dies dadurch,
+dass sie das frher Gefundene in Ueberlegung zogen, und
+ber die zuknftigen Erscheinungen Vermuthungen aufstellten,
+wobei die Einen sich arithmetischer Methoden bedienten,
+wie die Chalder, die Anderen construirender wie
+die Aegypter</q>.
+</p><p>
+Aus diesen und hnlichen Berichten, sowie aus dem
+Umstande, dass die Anfnge der griechischen Geometrie
+selbst hauptschlich constructiver Natur waren, muss man
+zu dem Schlusse kommen, dass die alten Aegypter seit unvordenklichen
+Zeiten die Reisskunst pflegten, und in der langen
+Reihe der Jahrhunderte sicherlich eine ziemlich bedeutende
+Masse sowohl einfacher als complicirterer Constructionen
+erfanden und in ein gewisses System brachten, von Ersteren
+<pb n='15'/><anchor id='Pg15'/>
+zu Letzteren aufsteigend. Diese Constructionen drften ihrem
+grsseren Theile nach, und zwar jenem Theile nach, welcher,
+wenn auch ohne Begrndung Gemeingut der die Knste und
+Gewerbe betreibenden Kasten wurde, nur solche gewesen
+sein, die dem praktischen Bedrfnisse dienen konnten, also
+zumeist Ornamentenconstructionen. Wir bemerken hier unter
+Anderem das Vorkommen regelmssiger geometrischer
+Figuren auf uralten Wandgemlden, wie sie sich z.&nbsp;B. als
+frbige Zeichnungen aus den Zeiten der fnften Dynastie,
+also unmittelbar nach den Erbauern der Pyramiden, das ist
+3400 Jahre v.&nbsp;Chr.&nbsp;G. etwa vorfinden.<note place='end'>
+ <bibl><author>Prisse d'Avennes</author>,
+ <title>Hist. de l'art Egypt. d'aprs les monuments.</title></bibl></note>
+</p><p>
+Man sieht unter der grossen Menge der in dieser Zeit
+vorkommenden Figuren eine, aus verschobenen, ineinander
+gezeichneten, theilweise durch zu einer Diagonale Parallele
+zerlegten Quadraten zusammengesetzte Figur, ferner aus der
+Zeit von der zwlften bis zur sechsundzwanzigsten Dynastie,
+eine Figur, bestehend aus einem Quadrate, und zwei, lngs
+der Diagonale centrisch hineingelegten lemniscatischen
+Curven, sowie eine Zusammenstellung von um fnfundvierzig
+Grade gegeneinander verdrehten, sich durchsetzenden Quadraten.
+Kreise erscheinen durch ihre Durchmesser in gleiche
+Kreisausschnitte getheilt; so zunchst durch zwei oder vier
+Durchmesser in vier beziehungsweise acht, und in spteren
+Zeiten auch durch sechs Durchmesser in zwlf gleiche Ausschnitte;
+die in den Zeichnungen vorkommenden Wagenrder
+besitzen zumeist sechs, seltener vier Speichen, so dass
+auch die Theilung des Kreises durch drei Diameter in sechs
+gleiche Kreisausschnitte vertreten erscheint.
+</p><p>
+In einer unvollendet gebliebenen Kammer des Grabes
+<name rend='gesperrt'>Seti&nbsp;I.</name>, des Vater
+<name rend='gesperrt'>Ramses&nbsp;II.</name> aus der neunzehnten Dynastie
+(das sogenannte Grab <name rend='gesperrt'>Belzoni</name>)<note place='end'>
+ <bibl><author>Wilkinson</author>,
+ <title id='t:w'>Manners and customs of the ancient Egyptians</title>,
+ <biblScope>III, p. 313.</biblScope></bibl></note>
+finden wir die Wnde
+behufs Anbringung von Reliefarbeiten mit einem Netze gleich
+<pb n='16'/><anchor id='Pg16'/>
+grosser Quadrate bedeckt, und es kann keinem Zweifel unterliegen,
+dass wir es hier mit der Anwendung eines Verkleinerungs-
+beziehungsweise Vergrsserungsmaassstabes zu thun
+haben.
+</p><p>
+Wenn nun auch die einfachen Figuren des Dreieckes,
+Quadrates und des Kreises hchst wahrscheinlich ohne
+besondere Ueberlegung, einfach dem inneren geometrischen
+Formendrange entsprungen sein drften, so ist doch gewiss,
+dass ihre verschiedenartige Zusammensetzung zu Mustern
+das Product, wenn auch primitiven geometrischen Denkens
+war, welches dann schon eine ziemliche Selbststndigkeit
+erreicht haben musste, als die vorerwhnte Anwendung von
+Proportionalmaassstben in Uebung kam.
+</p><p>
+Andererseits musste das ftere Betrachten der regelmssigen
+Figuren einen geometrisch disponirten Geist von
+selbst zum Aufsuchen unbekannter Eigenschaften derselben
+reizen, und vielleicht ist der Thaletische Satz von der
+Halbirung des Kreises durch einen Durchmesser nichts als
+eine aus der Betrachtung jener aegyptischen Zeichnungen
+gewonnene Abstraction, und huldigen wir in dieser Beziehung
+der Ansicht, dass <name rend='gesperrt'>Thales</name> beim Ausspruche des erwhnten,
+fr uns freilich hchst einfach klingenden Satzes, wahrscheinlich
+sagen wollte, nur der Kreis habe die ausgezeichnete
+Eigenschaft, von allen durch einen Punkt, den Mittelpunkt,
+gehenden Geraden in lauter untereinander gleiche Hlften
+getheilt zu werden.
+</p><p>
+Von besonderer Wichtigkeit scheint uns jedoch der
+frher citirte selbstgefllige Ausspruch des <name rend='gesperrt'>Demokritos</name> zu
+sein, da er uns vor einer ungerechtfertigten Unterschtzung
+aegyptischer Constructionsgewandtheit bewahren kann. Bedenklich
+in <name rend='gesperrt'>Demokritos</name>' Angabe knnte allenfalls jenes
+Selbstlob erscheinen, das er sich spendet; wenn es nun
+<pb n='17'/><anchor id='Pg17'/>
+wohl auch schon im Alterthume Mnner geben mochte, die
+ihre Berhmtheit vorzugsweise und oft nur der Hochschtzung
+verdankten, die sie sich selbst und ihren Werken gezollt,
+Mnner, welche in der Verbreitung des eigenen Lobes so
+emsig, so unermdlich waren, dass sich um sie als die
+davon Ueberzeugtesten noch ein Kreis von Glubigen bildete,
+welche den, oft nur auf schwankenden Fssen einhergehenden
+Ruhm ihrer Profeten weiter fhrten, so ist doch die Bedeudung
+des Geometers <name rend='gesperrt'>Demokritos</name> durch so viele, und verschiedenen
+Quellen entspringende Aussprche beglaubigt,
+dass es gewiss Niemandem einfallen wird, seine Autoritt
+als die eines grndlichen Kenners der Geometrie seiner Zeit
+in Zweifel zu ziehen. Wohl sind uns von den geometrischen
+Werken des <name rend='gesperrt'>Demokritos</name>, und kaum von allen nur die ganz
+allgemein klingenden Titel erhalten.
+</p><p>
+Whrend uns <name rend='gesperrt'>Cicero</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Cicero</author>, <title>De finibus bonorum ed malorum</title>
+ <biblScope>I, 6, 20.</biblScope></bibl></note>
+diesen Philosophen als einen
+gelehrten, in der Geometrie vollkommen bewanderten Mann
+anpreist, theilt uns <name rend='gesperrt'>Diogenes Laertius</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Diogenes Laertius</author>
+ <biblScope>IX, 47.</biblScope></bibl></note>
+mit, dass <name rend='gesperrt'>Demokritos</name>
+<q>ber Geometrie</q>, <q>ber Zahlen</q>, <q>ber den Unterschied
+des Gnomon oder ber die Berhrung des Kreises
+und der Kugel</q>, sowie zwei Bcher <q>ber irrationale Linien
+und die dichten Dinge</q> geschrieben habe, Schriften, deren
+Titel theilweise uns ber ihren Inhalt ganz im Unklaren
+lassen. Legen wir den angefhrten Zeugnissen Glauben bei,
+und es ist kein Grund vorhanden dies nicht zu thuh, so
+mssen wir von <name rend='gesperrt'>Demokritos</name> als von einem <q>in der Geometrie
+ vollkommenen Manne</q> voraussetzen, dass er mit den
+Errungenschaften des <name rend='gesperrt'>Pythagoras</name>, welcher ein Jahrhundert
+vor <name rend='gesperrt'>Demokritos</name> Aegypten besucht hatte, vollkommen vertraut
+war. Gewiss war ihm somit bekannt: die Methode der
+<q>Anlegung der Flchen</q>, welche wieder die Vertrautheit mit
+den Hauptstzen aus der Theorie der Parallelen und der
+<pb n='18'/><anchor id='Pg18'/>
+Winkel, so wie die Kenntniss der Abhngigkeit der Flcheninhalte
+von den ihnen zukommenden Ausmaassen voraussetzt.
+Nicht minder bekannt mussten ihm die, dem <name rend='gesperrt'>Pythagoras</name>
+zugeschriebenen Constructionen der fnf regelmssigen,
+sogenannten kosmischen Krper sein, woraus sich weiter
+schliessen lsst, dass auch einerseits die Eigenschaften der
+Kugel, welcher doch jene Krper eingeschrieben wurden,
+und anderseits die Entstehungen der regelmssigen, jene
+Krper begrenzenden Vielecke, vor Allem die des Fnfeckes
+dem <name rend='gesperrt'>Demokritos</name> nicht ungelufig sein konnten. Die Construction
+des Letzteren erheischt wiederum die Kenntniss der
+Lehre vom goldenen Schnitt, und diese den Satz vom Quadrate
+der Hypothenuse<note place='end'>
+ <bibl><author>Cantor</author>,
+ <title>Vorlesungen ber Geschichte der Mathematik</title>,
+ <biblScope>I, p. 144&ndash;159</biblScope>
+ (<pubPlace>Leipzig</pubPlace> <date>1880</date>).</bibl></note>.
+Hat nun <name rend='gesperrt'>Demokritos</name> auch selbst
+nichts Neues hinzugefgt, so musste er doch Jenes kennen;
+wenn er nun anderseits sagt: <q>im Construiren htte ihn
+ Niemand, selbst nicht die Harpedonapten der Aegypter bertroffen</q>,
+so drfen wir hieraus mit Sicherheit schliessen,
+dass die geometrischen Kenntnisse der aegyptischen Priester
+bedeutend genug gewesen sein mussten, weil sich <name rend='gesperrt'>Demokritos</name>
+sonst kaum gerade ber diese Geometer gesetzt htte.
+</p><p>
+Doch verlassen wir fr jetzt die Nachrichten des griechischen
+Alterthums, welche in der Beurtheilung aegyptischer
+Geometrie nur Conjecturen zulassen, und blicken wir nach
+directen Denkmalen aegyptischen Ursprungs, aus denen vielleicht
+Schlsse gezogen werden knnten auf Wesen und
+Umfang aegyptischer Geometrie.
+</p><p>
+Das Britische Museum bewahrt eine Papyrusrolle,
+welche aus dem Nachlasse des Englnders <name rend='gesperrt'>A. Henry Rhind</name>
+stammt, die derselbe nebst anderen werthvollen Rollen in
+Aegypten kufllich an sich gebracht haben drfte. Der
+erwhnte Papyrus, ein altes Denkmal gyptischer Mathematik,
+ist, wie es scheint, nicht mit vollster Berechtigung als ein
+<pb n='19'/><anchor id='Pg19'/>
+<q>mathematisches Handbuch</q> der alten Aegypter bezeichnet
+worden<note place='end'>
+ <bibl><author>Eisenlohr</author>,
+ <title>Ein math. Handbuch der alten Aegypter</title>.
+ <pubPlace>Leipzig</pubPlace> <date>1877</date>.</bibl></note>.
+ Der fragliche Papyrus nennt sich selbst eine
+Nachahmung lterer mathematischer Schriften, denn es heisst
+in der Einleitung: <q>Verfasst wurde diese Schrift im Jahre
+dreiunddreissig im vierten Monat der Wasserzeit unter Knig
+Ra-&amacron;-us, Leben gebend nach dem Muster alter Schriften in
+den Zeiten des Knigs &hellip;t vom Schreiber Aahmes verfasst
+die Schrift.</q>
+</p><p>
+Nachdem zuerst Dr. <name rend='gesperrt'>Birch</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Birch</author>, in Lepsius'
+ <title level='j'>Zeitschrift fr gypt. Sprache und Alterthum</title>,
+ <date>1868</date>, <biblScope>p. 108.</biblScope></bibl></note>
+auf diesen mathematischen
+Papyrus durch einen kurzen vorlufigen Bericht aufmerksam
+gemacht hatte, wurde der Gegenstand von dem
+ausgezeichneten Heidelberger Aegyptologen Dr. <name rend='gesperrt'>Eisenlohr</name>
+einer eingehenden, hchst schwierigen und zeitraubenden
+Untersuchung unterzogen, deren Resultate, was die Uebersetzung
+betrifft, unseren gegenwrtigen Betrachtungen zu
+Grunde liegen. Bezglich des Alters des Papyrus hat man
+jenes der vorhandenen Abschrift von dem Alter des unbekannten
+Originals zu unterscheiden. Nach der von <name rend='gesperrt'>Eisenlohr</name>
+gegebenen Vervollstndigung der in der erwhnten Einleitung
+auf das Wort Knig folgenden Lcke, wrde der Herrscher,
+unter dessen Regierung das Original entstanden ist, der
+Knig <name rend='gesperrt'>Ra-en-mat</name> sein, dessen Regierungszeit <name rend='gesperrt'>Lepsius</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Lepsius</author>, <title level='j'>gypt. Zeitschrift</title>,
+ <date>1871</date>, <biblScope>p. 63.</biblScope></bibl></note>
+auf 2221&ndash;2179 v.&nbsp;Chr.&nbsp;G. legt. Da ferner der Name
+<name rend='gesperrt'>Ra-a-us</name> in den bis dahin vorhandenen Knigslisten nicht
+vorkommt, sah man sich, um die Zeit der Entstehung der
+Abschrift wenigstens annhernd angeben zu knnen, darauf
+angewiesen, aus der bekannten Sitte der Aegypter die Eigennamen
+der eben herrschenden oder der unmittelbar vorhergegangenen
+Regenten zu gebrauchen, Schlsse zu ziehen.
+Und da liess der Name <name rend='gesperrt'>Aahmes</name> des Schreibers, sowie auch
+die (althieratische) Schrift des Papyrus vermuthen, dass derselbe
+um 1700 v.&nbsp;Chr.&nbsp;G. entstanden sein drfte. Die Vermuthung
+<pb n='20'/><anchor id='Pg20'/>
+in Bezug auf das Zeitalter der Abschrift hat sich
+nun neueren Forschungen zu Folge vollkommen besttigt.
+Denn <name rend='gesperrt'>Ra-a-us</name> wurde als der Hyksosknig <name rend='gesperrt'>Apophis</name>
+erkannt, und <name rend='gesperrt'>Aahmes</name> drfte seinen Namen von dem, kurze
+Zeit dem Apophis vorhergegangenen Knige <name rend='gesperrt'>Amasis</name> entlehnt
+haben.
+</p><p>
+Es erscheint so vollkommen sichergestellt, dass unser
+Papyrus aus dem achtzehnten Jahrhundert v.&nbsp;Chr.&nbsp;G. stammt.
+Die Eingangsworte des Papyrus, welche lauten: <q>Vorschrift
+zu gelangen zur Kenntniss aller dunklen Dinge, aller Geheimnisse,
+welche enthalten sind in den Gegenstnden</q>, sowie
+die Anordnung des Stoffes in Arithmetik, Planimetrie und
+Stereometrie, an welche sich ein, verschiedene Beispiele enthaltender
+Theil anschliesst, konnten im ersten Augenblicke
+den Gedanken aufkommen lassen, dass wir es vielleicht mit
+einem Lehrbuche der Mathematik zu thun haben. Der Umstand
+jedoch, dass der Papyrus nur die Zusammenstellung,
+allerdings eine in gewissem Grade systematische Zusammenstellung
+von Aufgaben nebst ihren Lsungen und den zugehrigen
+Proben ist, ohne dass Definitionen oder Lehrstze
+und Beweise vorkommen wrden, liess den Papyrus wiederum
+als eine Aufgabensammlung, als ein Anleitungsbuch fr
+Praktiker erscheinen. Man ist noch weiter gegangen, und
+stellte die Ansicht auf, der Autor habe bei Abfassung dieser
+Schrift vorzglich an Landleute, welchen die Theorie unzugnglich
+war, gedacht. Daraufhin weise nicht nur die Formulirung
+des grssten Theiles der Aufgaben, welche Verhltnisse
+und Bedrfnisse der Landwirthschaft bercksichtigen, sondern
+auch der Schlusssatz des Papyrus, welcher sagt: <q>Fange das
+Ungeziefer und die Muse, (vertilge) das verschiedenartige
+Unkraut, bitte Gott <name rend='gesperrt'>Ra</name> um Wrme, Wind und hohes Wasser</q>.
+</p>
+<pb n='21'/><anchor id='Pg21'/>
+<p>
+Dass wir es nicht mit einem Handbuche, welches dem
+damaligen Standpunkte der mathematischen Wissenschaften
+in Aegypten entsprechen msste, zu thun haben, ergibt sich
+nicht nur aus dem schon hervorgehobenen Mangel an Definitionen,
+Lehrstzen und Beweisen, ja es fehlt selbst jede Erklrung,
+sondern auch aus dem Umstnde, dass neben der
+richtigen Lsung einzelner Aufgaben die unrichtigen oder
+unvollendeten Lsungen derselben oder hnlicher Aufgaben,
+sowie manche Wiederholungen vorkommen. Nur nebenbei
+verweisen wir darauf, dass in einem Handbuche unzweifelhaft
+wenigstens Anklnge an die erste der Wissenschaften des
+Alterthums, an die Astronomie, zu finden sein mssten. Doch
+ist von diesem Theile der Mathematik im Papyrus nicht die
+geringste Spur zu finden. Aufklrungen ber den wahren
+Charakter des Originals unseres Papyrus, und eine viele Wahrscheinlichkeit
+besitzende Vermuthung ber die Entstehung
+der uns beschftigenden Abschrift, verdanken wir dem Scharfsinne
+des franzsischen Aegyptologen Eugne <name rend='gesperrt'>Revillout</name>.<note place='end'>
+ <bibl><author>Revillout, Eugne</author>,
+ <title level='j'>Revue Egyptologique</title>,
+ <date>1881</date>,
+ <biblScope>Nr. II et III, p. 304.</biblScope></bibl></note>
+</p><p>
+Bei richtiger Erwgung des Umstandes, dass oft auf ein
+fehlerlos gelstes Beispiel, falsche Lsungen hnlicher Beispiele
+folgen, welchen sich dann gewhnlich eine Reihe von
+Uebungsrechnungen anschliesst, Rechnungen die einem Schulpensum
+in hohem Grade hnlich sehen, bei Betrachtung der
+Thatsache ferner, wie ein und dasselbe Zahlenbeispiel oft
+einigemal und zwar so behandelt wird, dass der Reihe nach
+die vorkommenden Zahlenwerthe als die berechneten Resultate
+erscheinen, drngt sich uns mit <name rend='gesperrt'>Eugne Revillout</name> die
+Ueberzeugung auf, dass wir es mit dem Uebungs- oder Aufgabenhefte
+eines Zglings jener Unterrichtshuser (asbo) zu
+thun haben, wie deren in so manchem Papyrus Erwhnung
+geschieht, und in denen die Schler, welche spter Landwirthe,
+Verwalter, Feldmesser oder Constructeure werden
+<pb n='22'/><anchor id='Pg22'/>
+wollten, mit den fr ihre knftige Laufbahn notwendigen
+Rechnungsoperationen vertraut gemacht wurden. Da dieses
+Schulheft selbstverstndlich nicht fr die Oeffentlichkeit
+bestimmt sein konnte, so trgt es auch thatschlich keinen
+Autornamen und keine Jahresangabe; denn, was die in der
+Einleitung bezglich der Zeitperiode, in welcher das Original
+entstanden sein sollte, gemachte Erwhnung betrifft, so ist
+mehr als wahrscheinlich, dass dieselbe von dem Abschreiber
+<name rend='gesperrt'>Aahmes</name> herrhrt, welcher das Original einige Jahrhunderte
+nach seiner Entstehung auffand, und dasselbe, der Mathematik
+gewiss ganz unkundig, sammt allen Fehlern abschrieb, zu
+diesen noch neue hinzufgend. Nachdem <name rend='gesperrt'>Aahmes</name> aus der
+Aehnlichkeit der Schriftart des mathematischen Heftes mit
+der Schrift anderer ihm bekannten Papyri auf das Alter des
+ersteren einen im Ganzen und Grossen nicht unrichtigen
+Schluss gezogen haben mochte, so knnen wir das Ende,
+vielleicht auch die Mitte des dritten Jahrtausends v.&nbsp;Chr.&nbsp;G.
+als jene Zeit betrachten, in welcher das Original der Abschrift
+entstanden sein drfte. Ob <name rend='gesperrt'>Aahmes</name> die Abschrift
+mit der viel versprechenden Einleitung und der zugleich
+praktischen und gottesfrchtigen Schlussregel in der Absicht
+versehen hatte, um sie an irgend einen einfachen aegyptischen
+Landmann um gutes Geld anzubringen, lassen wir dahingestellt,
+und wiederholen nur unsere Uebereinstimmung mit
+der Ansicht, dass das Original des Papyrus neben den von
+einem Lehrer der Mathematik herrhrenden Musterbeispielen,
+die sehr oft verunglckten Uebungen eines Schlers enthlt,
+eines Schlers berdies, der nicht zu den hervorragenden
+seiner Glasse gehrt haben mochte. Und wie kostbar ist
+dennoch dieses altgyptische Schulheft! Wenn wir in aller
+Eile eine Skizze seines Inhaltes vorfhren sollen, so
+mssen wir zunchst die sich auf acht Columnen der oben
+<pb n='23'/><anchor id='Pg23'/>
+erwhnten Einleitung anschliessende Theilung der Zahl 2
+durch die Zahlen von 3 bis 99 erwhnen; jeder auftretende
+Bruch erscheint in zwei bis vier sogenannte
+Stammbrche, Brche mit dem Zhler Eins, zerlegt, und sind
+die Nenner der letzteren meist gerade Zahlen mit einer
+grsseren Divisorenanzahl. Im Anschluss an diese Tabelle
+finden wir sechs Beispiele, in denen in Form von Brodvertheilungen
+die Division der Zahlen l, 3, 6, 7, 8 und 9 durch
+die Zahl 10 gelehrt wird, und es folgt hierauf in 17 Beispielen
+die sogenannte Sequem- oder Ergnzungsrechnung,
+in welcher es sich darum handelt, Zahlenwerthe zu finden,
+die mit gegebenen Werthen durch Addition oder Multiplication
+verbunden, andere gegebene Zahlenwerthe liefern. Die nchsten
+15 Beispiele gehren der sogenannten <emph>Haurechnung</emph>
+an, und finden wir in diesem Abschnitte die Lsungen linearer
+Gleichungen mit einer Unbekannten. Zwei weitere, der sogenannten
+<emph>Tunnu-</emph> oder Unterschiedsrechnung angehrige
+Beispiele belehren uns darber, dass den alten Aegyptern der
+Begriff arithmetischer Reihen nicht fremd war. Es folgen nun
+sieben Beispiele ber Volumetrie, ebensoviele ber Geometrie
+und fnf Beispiele ber Berechnungen von Pyramiden, also
+19 Aufgaben ber die wir spter noch einige Worte sagen
+mssen.
+</p><p>
+Hieran schliessen sich endlich dreiundzwanzig verschiedenen
+Materien entlehnte, Fragen des brgerlichen Lebens
+betreffende Beispiele, wie die Berechnung des Werthes von
+Schmuckgegenstnden, abermals Vertheilungen von Broden
+oder von Getreide, Bestimmung des auf einen Tag entfallenden
+Theiles eines Jahresertrages, Berechnungen von Arbeitslhnen,
+Nahrungsmitteln sowie des Futters fr Geflgelhfe.
+Einer besonderen Ankndigung werth erscheinen uns in
+dieser letzten Abtheilung zwei Beispiele; das eine derselben<note place='end'>
+ <bibl><author>Eisenlohr</author>,
+ <title>Ein math. Handbuch der alten Aegypter</title>.
+ <biblScope>Nr. 64.</biblScope></bibl></note>
+<pb n='24'/><anchor id='Pg24'/>
+lsst keinen Zweifel darber aufkommen, dass den alten
+Aegyptern die Theorie der arithmetischen Progressionen
+vollkommen gelufig war, whrend wir in dem zweiten<note place='end'>
+ ibid. Nr. 79.</note>
+unter der Aufschrift <q>eine Leiter</q> die geometrische Progression
+von 7 hoch 1 bis 7 hoch 5 nebst deren Summe vorfinden, wobei
+die einzelnen Potenzen eigene Namen: an, Katze, Maus,
+Gerste, Maass zu fhren scheinen.
+</p><p>
+Nicht unbemerkt lassen wir endlich die in den Haurechnungen
+auftretende Bentzung mathematischer Zeichen;
+so nach links oder rechts ausschreitender Beine fr Addition
+und Subtraction, drei horizontale Pfeile fr Differenz, sowie
+endlich ein besonderes, dem unseren nicht unhnliches
+Gleichheitszeichen.
+</p><p>
+Aus dem geometrischen Theile heben wir zunchst, der
+Anordnung des Papyrus nicht folgend, die Flchenberechnungen
+von Feldern hervor. Die vorkommenden Beispiele
+beziehen sich auf quadratische, rechteckige, kreisrunde und
+trapezfrmige Felder, deren Flcheninhalte aus ihren Lngenmaassen
+bestimmt werden. Nachdem in den Aufgaben ber
+die Berechnung des Fassungsvermgens von Fruchtspeichern
+mit quadratischer Grundflche diese letztere gefunden wird
+durch Multiplication der Maasszahl der Seite mit sich selbst,
+kann es gar keinem Zweifel unterliegen, dass auch die Flche
+des Rechteckes durch Multiplication der Maasszahlen zweier
+zusammenstossender Seiten erhalten wurde, da die Erkenntniss
+der Richtigkeit der einen Bestimmungsart, jene der Richtigkeit
+der anderen involvirt.
+</p><p>
+Schon die Betrachtung solcher Proportionalmaassstbe,
+wie wir sie im Grabe <name rend='gesperrt'>Belzoni</name> bemerken konnten, htte
+die alten Aegypter, die mit Gleichungen und arithmetischen
+Reihen umzugehen wussten, auf die Bestimmung der Flche
+eines Rechteckes aus seinen beiden Seitenlngen mit Nothwendigkeit
+<pb n='25'/><anchor id='Pg25'/>
+fhren mssen, und werden wir uns durch den
+Umstand, dass im Papyrus der diesbezglichen Aufgabe eine
+zu ihr nicht gehrige Lsung beigefgt ist, durchaus nicht
+beirren lassen.
+</p><p>
+Von hohem Interesse ist die, an mehreren Stellen des
+Papyrus vorkommende Methode der Flchenberechnung eines
+Kreises, welche zeigt, dass die alten Aegypter mit ziemlicher
+Annherung den Kreis zu quadriren wussten, in der That zu
+quadriren, weil sie aus dem Durchmesser eine Lnge ableiten,
+welche als Seite ein Quadrat liefert, dessen Flche jener des
+Kreises gleichgesetzt wurde. Da sie acht Neuntel des Durchmessers
+zur Seite jenes Quadrates machten, so entspricht dies
+einem Werthe der Ludolphischen Zahl, welcher dem richtigen
+Werthe gegenber um nicht ganz zwei Hundertstel (um
+0,018901) zu hoch gegriffen erscheint; fr das dritte Jahrtausend
+v.&nbsp;Chr.&nbsp;G. und im Vergleiche zu dem Werth &pi; = 3
+der Babylonier, und noch mehr im Vergleiche zu dem Werthe
+&pi; = 4 spterer rmischer Geometer, jedenfalls eine nicht zu
+unterschtzende Annherung an den richtigen Werth.
+</p><p>
+Eine Aufgabe behandelt die Flchenbestimmung des
+Dreieckes, wobei das Resultat als das Product zweier Seitenlngen
+gefunden wird. Die hier beigefgte Figur<note place='end'>
+ ibid. p. 125.</note>, welche
+in Wirklichkeit ein ungleichseitiges langgestrecktes Dreieck
+darstellt, kann ebensowohl als die verfehlte Zeichnung eines
+rechtwinkligen wie auch eines gleichschenkligen Dreieckes
+betrachtet werden.
+</p><p>
+Letztere Annahme ist von <name rend='gesperrt'>Eisenlohr</name> gemacht und
+von <name rend='gesperrt'>Cantor</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Cantor</author>,
+ <title>Vorlesungen aus der Geschichte der Mathematik</title>,
+ <biblScope>I, p. 49.</biblScope></bibl></note>
+acceptirt worden. Darnach wrde sich die
+Methode der Dreiecksberechnung der alten Aegypter nur als
+eine Nherungsmethode darstellen, und ist auch von beiden
+genannten Gelehrten der begangene, in diesem Falle in der
+That nicht bedeutende Fehler ermittelt worden.
+</p>
+<pb n='26'/><anchor id='Pg26'/>
+<p>
+Wir sind dagegen mit Revillout anderer Meinung.
+</p><p>
+Mit Rcksicht auf den von uns klar erkannten Charakter
+des Originales des Papyrus als eines sehr ungenauen Collegienheftes,
+dessen Rechnungen ebensosehr wie die vorkommenden
+Zeichnungen von der Mittelmssigkeit seines
+Zusammenstellers beredtes Zeugniss ablegen, zweifeln wir
+keinen Augenblick, dass die fragliche Figur ein rechtwinkliges
+Dreieck vorzustellen hatte. Die mangelhafte Schlerzeichnung
+ist durch den Copisten <name rend='gesperrt'>Aahmes</name> nur noch
+schlechter geworden. Dass ein rechtwinkliges Dreieck gemeint
+sein soll, erkennt man brigens auch aus dem Umstande,
+dass in der Figur die Maasszahlen der multiplicirten Seiten
+bei den Schenkeln des, vom rechten Winkel nur wenig differirenden
+Winkels angesetzt sind, wo doch, wenn es sich htte
+um ein gleichschenkliges Dreieck handeln sollen die Maasszahl
+der Schenkel in der Figur gewiss bei beiden Schenkeln zu
+finden wre. Dieselben Grnde bestimmen uns zu der
+Annahme, dass die im Papyrus befindliche Flchenberechnung
+eines Trapezes eine vollkommen richtige ist, indem es sich
+auch hier nur um ein Trapez handeln kann, dessen zwei
+parallelen Seiten auf einer der nicht parallelen Seiten senkrecht
+stehen. Und warum sollten denn die alten Aegypter
+nicht die richtige Art der Flchenberechnung auch beliebiger
+Dreiecke gekannt haben?
+</p><p>
+Konnte man einmal die Flche eines Rechteckes genau
+bestimmen, so musste sich durch einfache Anschauung eines,
+durch eine Diagonale zerlegten Rechteckes, von selbst die
+Regel zur Flchenbestimmung des rechtwinkligen Dreieckes
+ergeben; und wurde nun ein beliebiges schiefwinkliges
+Dreieck durch ein Hhenperpendikel in zwei rechtwinklige
+zerlegt, so war nichts leichter als die allgemeine Regel zur
+Bestimmung der Dreieckflche aus Basis und Hhe (<foreign>tepro</foreign>
+<pb n='27'/><anchor id='Pg27'/>
+und <foreign>merit</foreign>) zu entwickeln. Dass die Gewinnung des Hhenperpendikels
+sowohl bei Constructionen als auch auf dem
+Felde den alten Aegyptern nicht unmglich war, folgt zunchst
+aus der grossen Bedeutung der Winkelmaasses (<foreign>hapt</foreign>) fr alle
+Operationen der praktischen Geometer Aegyptens. Nicht nur,
+dass wir in vielen aegyptischen Documenten das Winkelmaass
+erwhnt finden, sieht man auch Knige abgebildet, das Winkelmaass
+in der Hand, welches von ihnen vielleicht in derselben
+Weise durch symbolische Bentzung geehrt wurde, wie der
+Kaiser von China alljhrlich einmal den Pflug zu fhren
+pflegt. Ein solches Winkelmaass sieht man brigens auch auf
+einem Wandgemlde abgebildet, das eine Schreinerwerksttte
+darstellt,<note place='end'>
+ <bibl><author>Wilkinson</author>,
+ <title corresp='t:w'>Manners and customs u. s. w.</title>
+ <biblScope>III., p. 144.</biblScope></bibl></note>
+und es unterliegt keinem Zweifel, dass dasselbe
+ebensowohl zur Anlegung rechter Winkel als zum Fllen von
+Senkrechten bentzt worden ist. Aber auch auf freiem Felde
+musste den Aegyptern die Construction rechter Winkel gelufig
+sein; sowohl die Pyramiden als auch die aegyptischen
+Tempel sind vollkommen orientirt, und wurde, wie uns alte
+Inschriften<note place='end'>
+ <bibl><author>Brugsch</author>,
+ <title>Ueber Bau und Maasse des Tempels von <name type='place' rend='gesperrt'>Edfu</name></title>
+ (<title level='j'>Zeitschrift fr gypt. Sprache u. Alterth.</title>
+ <biblScope>Bd. VIII.</biblScope>)</bibl></note>
+belehren, die Orientirung in festlicher Weise
+vom Knige unter Beihilfe der Bibliotheksgttin <name rend='gesperrt'>Safech</name> vollzogen,
+mit den Worten: <q>Ich habe gefasst den Holzpflock und
+den Stiel des Schlgels, ich halte den Strick gemeinschaftlich
+mit der Gttin <name rend='gesperrt'>Safech</name>. Mein Blick folgt dem Gange der
+Gestirne. Wenn mein Auge an dem Sternbilde des grossen
+Bren angekommen ist, und erfllt ist der mir bestimmte
+Zeitabschnitt der Zahl der Uhr, so stelle ich auf die Eckpunkte
+Deines Gotteshauses.</q>
+</p><p>
+In welchem Maasse bei diesen Operationen die von
+<name rend='gesperrt'>Demokritos</name> so hochgestellten <name rend='gesperrt'>Harpedonapten</name> oder
+Seilspanner betheiligt waren, hat <name rend='gesperrt'>Cantor</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Cantor</author>,
+ <title corresp='t:c'>Vorlesungen u. s. w.</title>
+ <biblScope>I, p. 55.</biblScope></bibl></note> in hchst
+scharfsinniger Weise zu beleuchten versucht, und es erscheint
+auch uns wahrscheinlich, dass sich die alten Aegypter beim
+<pb n='28'/><anchor id='Pg28'/>
+Construiren rechter Winkel sowie beim Fllen von Senkrechten
+auf dem Felde, der Thatsache bedienten, dass der
+eine Winkel in einem, die Seitenlngen drei, vier und fnf
+besitzenden Dreiecke, ein rechter Winkel sein msse. Musste
+ja doch dieser Satz seit unvordenklichen Zeiten auch den
+Chinesen bekannt sein, da wir ihn in der bei ihnen so
+berhmten Schrift <title>Tschiu-p&imacron;</title> finden, welche mehrere Jahrhunderte
+v.&nbsp;Chr.&nbsp;G. entstanden, auf den Kaiser <name rend='gesperrt'>Tsch&imacron;u-Kung</name>
+also in das Jahr 1100 v.&nbsp;Chr.&nbsp;G. etwa zurckgefhrt
+wird.<note place='end'>
+ <bibl><author>d. Biot</author>, <title level='j'>Journal Asiatique</title>,
+ <pubPlace>Paris</pubPlace> <date>1841</date>,
+ <biblScope>I. Sem. p. 593.</biblScope></bibl></note>
+Uebrigens konnten directe Messungsversuche an
+diagonalen Linien in den Proportionalmaassstben sowohl zu
+dem erwhnten als auch noch zu anderen rechtwinkligen
+Dreiecken mit rationalen Seitenlngen gefhrt haben, und
+scheint uns die Mglichkeit nicht ausgeschlossen, dass der
+berhmte und berchtigte Satz des <name rend='gesperrt'>Pythagoras</name> ber die
+Quadrate der Katheten und der Hypothenuse einer eingehenden
+Untersuchung solcher Proportionalmaassstbe entsprungen
+ist.
+</p><p>
+Wenn wir nun einerseits behaupten, dass die alten
+Aegypter nicht nur die Flche des Kreises, des Quadrates,
+des Rechteckes, des rechtwinkligen sowie des schiefen Dreieckes,
+und unter Zuhilfenahme der Zerlegungen auch die
+Flchen beliebiger Polygone theoretisch genau zu bestimmen
+im Stande waren, mit Ausnahme der auch fr uns eine solche
+bildenden Kreisflche, so muss doch anderseits zugestanden
+werden, dass man sich bei praktischen Anwendungen mit
+Nherungen begngte, welche im Laufe der Zeiten so ausarteten,
+dass der Gebrauch falscher Regeln ein allgemeiner
+wurde.
+</p><p>
+Am linken Nilufer in der Mitte zwischen <name rend='gesperrt' type='place'>Theben</name> und
+<name rend='gesperrt' type='place'>Assuan</name> liegt <name rend='gesperrt' type='place'>Edfu</name>, das alte <name rend='gesperrt' type='place'>Appollinopolis Magna</name>
+mit einem stattlichen Tempelbau aus den Zeiten der Ptolomer.
+<pb n='29'/><anchor id='Pg29'/>
+Der Tempel, hauptschlich dem Gotte <name rend='gesperrt'>Horus</name> geweiht,
+ist mit einer freistehenden Umfassungsmauer umgeben,<note place='end'>
+ <bibl><author>Lepsius</author>,
+ <title>Ueber eine hieroglyphische Inschrift am Tempel von <name type='place' rend='gesperrt'>Edfu</name></title>.
+ <title level='j'>Abhandlung d. Acad. d. Wiss. in Berlin</title>,
+ <date>1855</date>, <biblScope>p. 69.</biblScope></bibl></note>
+deren Ostseite zwischen dem Brunnenthore und dem stlichen
+Pylonflgel eine Inschrift trgt, welche uns auf acht
+Feldern und in hundertvierundsechzig Columnen<note place='end'>
+ <bibl><author>Brugsch</author>, <title>Thesaurus III</title>,
+ <pubPlace>Leipzig</pubPlace> <date>1884.</date></bibl></note> eine
+Schenkungsurkunde des Knigs <name rend='gesperrt'>Ptolomus XI. Alexander
+ I.</name> (mit dem Beinamen <name rend='gesperrt'>Philometor</name>) bekannt gibt. Das
+Geschenk, welches hier <name rend='gesperrt'>Horus</name> und den brigen Gttern von
+<name rend='gesperrt' type='place'>Edfu</name> verliehen wird, besteht aus einer Anzahl von meist
+viereckigen Aeckern, deren vier Seitenlngen nebst Flcheninhalten
+angegeben erscheinen.
+</p><p>
+Da jeder der vorkommenden Flcheninhalte identisch
+ist mit dem Producte der arithmetischen Mittel der beiden
+Gegenseitenpaare, so wurde nach <name rend='gesperrt'>Lepsius</name> die Vermuthung
+aufgestellt, die alten Aegypter htten, um Vierecke bei der
+Flchenbestimmung annhernd wie Rechtecke behandeln zu
+knnen, den Unterschied der Gegenseiten dadurch auszugleichen
+gesucht, dass sie die arithmetischen Mittel derselben
+in Rechnung zogen.
+</p><p>
+Bei sehr vielen der in der <name rend='gesperrt' type='place'>Edfu</name>er Schenkungsurkunde
+vorkommenden Vierecke ist der Unterschied je zweier Gegenseiten
+entweder Null oder verhltnissmssig so klein, dass
+man den betreffenden Vierecken eine vom Rechtecke wenig
+verschiedene Gestalt beilegen kann, und die erhaltenen Resultate
+somit eine ziemliche Annherung an den richtigen
+Flchenwerth darstellen drften, nach dem man mit Rcksicht
+auf die bei <name rend='gesperrt'>Sesostris</name> bemerkte Eintheilung des Landes
+in Rechtecke voraussetzen darf, gerade diese oder eine ihr
+zunchst kommende Form der Felder sei die auch damals
+schon beliebte gewesen.
+</p><p>
+Doch kommen auch Vierecke vor, wo der Lngenunterschied
+der Gegenseiten ein bemerkenswerther ist; ja es werden
+<pb n='30'/><anchor id='Pg30'/>
+auch Dreiecke als Vierecke mit einer verschwindenden Seite
+behandelt, so dass der begangene Fehler in manchen Fllen
+ein nicht unbedeutender ist.
+</p><p>
+Nur nebenbei bemerken wir, dass man dieselbe unrichtige
+Flchenformel fr das Viereck erhlt, wenn man dasselbe
+zunchst durch eine Diagonale in zwei Dreiecke zerlegt,
+auf jedes dieser Dreiecke die unrichtige Flchenformel,
+die den Inhalt als das halbe Product der beiden Seiten liefert,
+anwendet, die beiden so erhaltenen Dreiecksflchen addirt
+und dann aus dieser Summe und jener, welche man bei dem
+hnlichen Vorgange durch Zerlegung mittelst der zweiten
+Diagonale erhlt, das arithmetische Mittel construirt.
+</p><p>
+Nimmt man mit <name rend='gesperrt'>Eisenlohr</name> und <name rend='gesperrt'>Cantor</name> an, dass die
+Aegypter die Dreiecksflche wirklich dem halben Producte
+zweier Seiten gleichsetzten, so steht man vor der Frage,
+warum nicht in derselben Art die Flchen der in der <name rend='gesperrt' type='place'>Edfu</name>er
+Schenkungsurkunde auftretenden Dreiecke bestimmt erscheinen?
+</p><p>
+Uebrigens wolle man sich darber nicht wundern, dass
+es berhaupt mglich war, die Flchenberechnungen im
+praktischen Leben nach einer so falschen Methode durchzufhren.
+Wissen wir doch, dass im Alterthume, zur Zeit
+<name rend='gesperrt'>Platon</name>s, einer der gebildetsten Mnner, einer der
+hervorragendsten Geschichtschreiber, dass <name rend='gesperrt'>Thukydides</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Thukydides</author>,
+ ed. <editor>Rothe</editor>,
+ <biblScope>VI. 1.</biblScope></bibl></note> in seiner
+Unkenntniss der Beziehung zwischen Flcheninhalt und Umfang,
+die Flche einer Insel nach der zu ihrer Umschiffung
+nothwendigen Zeit zu bestimmen suchte; in der Geometrie
+<name rend='gesperrt' id='a:g'>Gerbert</name>'s,<note place='end'>
+ <bibl><author corresp='a:g' /> ed. <editor>Olleris</editor>,
+ <biblScope>Cap. LXX. p. 460.</biblScope></bibl></note>
+des nachmaligen Papstes <name rend='gesperrt'>Silvester II.</name>
+finden wir, 1000 Jahre nach Chr.&nbsp;G., die Flche eines gleichschenkligen
+Dreieckes durch Multiplication des Schenkels
+mit der halben Basis berechnet, wo doch schon <name rend='gesperrt'>Hero von
+<pb n='31'/><anchor id='Pg31'/>
+Alexandrien</name><note place='end'>
+<bibl><title><emph>Heronis Alexandrini</emph> geometricorum et stereometricorum reliquiae</title>
+ (ed. <editor>Hultsch</editor>,
+ <pubPlace>Berlin</pubPlace> <date>1864</date>).</bibl></note>
+1100 Jahre frher die richtige Formel
+fr diese Berechnung kennt.
+</p><p>
+Wir berhren diese Thatsachen, und knnten noch eine
+ganze Reihe hnlicher Beispiele anfhren, nur um zu zeigen,
+wie bereilt es wre, aus den oft nur schwache Annherungen
+liefernden Berechnungen der <name rend='gesperrt' type='place'>Edfu</name>er Schenkungsurkunde
+schliessen zu wollen, die richtigen Methoden seien
+den in die Wissenschaften eingeweihten aegyptischen Priestern
+nicht bekannt gewesen.
+</p><p>
+Doch zurck zum Papyrus <emph>Rhind</emph>.
+</p><p>
+Wir bergehen die Inhaltsbestimmungen von Fruchthusern,
+bei denen der Inhalt durch Multiplication einer
+Flche mit einer Lnge bestimmt wird, weil wir es fr
+mssig halten, Errterungen darber anzustellen, welche
+Flchen und Lngen hiebei gemeint sind, so lange uns ber
+die Form jener Fruchthuser oder Speicher nichts bekannt
+ist.
+</p><p>
+Dagegen erwecken die im Papyrus vorkommenden Pyramiden-Berechnungen
+das hchste Interesse, besonders nach
+den glnzenden Untersuchungen, welchen <name rend='gesperrt'>Revillout</name>
+diesen Gegenstand unterzogen hat, und deren Resultate wir,
+entgegen der von <name rend='gesperrt'>Eisenlohr</name> ausgesprochenen und auch
+von <name rend='gesperrt'>Lepsius</name><note place='end'>
+ <bibl><author>Lepsius</author>,
+ <title>Ueber die 6palmige grosse Elle von 7 kleinen Palmen Lnge
+ in dem math. Handbuche von Eisenlohr</title>.
+ (<title level='j'>Zeitschrift f. g. Sp.</title>
+ <date>1884.</date> <biblScope>1. Heft.)</biblScope></bibl></note>
+acceptirten Ansicht als solche betrachten,
+welche in einfacher und natrlicher Weise die sogenannte
+<emph>Seket</emph>-Rechnung der alten Aegypter beleuchten.
+</p><p>
+Es wird in diesen Rechnungen die Bschung der Seitenflchen
+einer quadratischen Pyramide dadurch fixirt, dass
+jener Theil der Lnge eines der beiden gleichlangen Schenkel
+des Winkelmaasses berechnet wird, der sich zur Lnge des
+anderen Schenkels so verhlt, wie die halbe Lnge der Basisseite
+der quadratischen Pyramide zur Hhe derselben.
+</p>
+<pb n='32'/><anchor id='Pg32'/>
+<p>
+Zu dem Behufe war der eine der beiden Schenkel des
+Winkelmaasses in eine gewisse Anzahl gleich grosser Theile
+getheilt, whrend der andere Schenkel, der Pyramidenhhe
+entsprechend, und als Einheit betrachtet, ungetheilt blieb.
+</p><p>
+Um nun den sogenannten <emph>Seket</emph> zu bestimmen, wurde
+die halbe Lnge der Basisseite durch die Pyramidenhhe
+dividirt und mit dem erhaltenen Quotienten die Anzahl der
+Theile des horizontalen, getheilten Schenkels des Winkelmaasses
+multiplicirt.
+</p><p>
+Es war somit der Seket (welcher in derselben Art fr
+einen geraden Kreiskegel aus dem Durchmesser der Basis
+und der Hhe bestimmt erscheint) als Verhltniss aufgefasst,
+die goniometrische Cotangente des Neigungswinkels der Seitenflche
+der Pyramide, respective der Kegelkante zur Basis.
+</p><p>
+Wenn wir selbstverstndlich weit davon entfernt sind,
+hierin vielleicht Anfnge der Trigonometrie sehen zu wollen,
+so erkennen wir doch anderseits, dass den alten Aegyptern
+auch die Lehre proportionaler Linien, wenigstens in ihren
+Anwendungen, bekannt gewesen sein musste, und erscheint
+uns auch der am Eingange erwhnte Ausspruch ber die
+dem Milesier <name rend='gesperrt'>Thales</name> zugeschriebene Hhenmessung der
+Pyramiden als ein ganz glaubwrdiger, wenn wir sehen, wie
+im Papyrus von den drei Werthen: Basis, Hhe, Seket, jeder
+aus den beiden anderen berechnet erscheint.
+</p><p>
+Fassen wir nun die Ergebnisse unserer Betrachtungen
+zusammen, so mssen wir aus der quellenmssig erwiesenen
+grossen Bewunderung, welche die ausgesprochen geometrisch
+hochentwickelten Griechen den aegyptischen Geometern rckhaltlos
+zollten, wir mssen aus der unanfechtbaren Thatsache,
+dass griechische Geometer den Grund zu ihren Kenntnissen
+und Entdeckungen in Aegypten suchten und fanden,
+wir mssen im Hinblicke auf das, aus der nun vollends
+<pb n='33'/><anchor id='Pg33'/>
+entzifferten[42] <name rend='gesperrt' type='place'>Edfu</name>er Schenkungsurkunde sich mit Sicherheit
+ergebende ausgebreitete und fest organisirte Katasterwesen
+der alten Aegypter, welches zugleich mit den zahlreichen,
+dem ffentlichen Leben dienenden Land- und
+Wasserbauten auf eine verhltnissmssig bedeutend entwickelte
+Vermessungskunde hinweist, wir mssen endlich
+aus dem von uns besprochenen Papyrus, der sich als eine
+ungenaue Abschrift eines mangelhaften, aus dem dritten Jahrtausend
+vor Chr.&nbsp;G. stammenden, mathematischen Collegien- oder
+Aufgabenheftes erweist, und aus dessen Vorhandensein
+sich fast mit Gewissheit auf damals existirende, neben den
+Regeln auch ihre Ableitungen enthaltende Lehrbcher
+schliessen lsst, wir knnen und mssen aus allen diesen
+Umstnden den allgemeinen Schluss ziehen, dass bereits drei
+Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung sowohl die arithmetischen,
+als auch die geometrischen Kenntnisse der Aegypter,
+einen fr dieses Zeitalter bedeutenden Grad der Entwicklung
+besassen.
+</p><p>
+Insbesondere knnen wir in jenen fernen Zeiten eine
+staunenswerth weitgehende Annherung bei der Berechnung
+der Kreisflche beobachten, wir finden mit vollstndiger
+Sicherheit richtige Flchenbestimmungen des Quadrates,
+Rechteckes und des rechtwinkligen Dreieckes; hchst wahrscheinlich
+auch richtige Bestimmungen der Flchen schiefwinkliger
+Dreiecke und Vierecke, welche im praktischen
+Leben durch leichter zu handhabende Annherungsformeln
+ersetzt wurden; wir sehen Bestimmungen des Rauminhaltes
+durch ihre Dimensionen gegebener Krper und erkennen die
+Anfnge der Aehnlichkeitslehre.
+</p><p>
+Was das geometrische Zeichnen betrifft, so kennen wir
+schon die Construction der frher beobachteten regelmssigen
+Figuren und drfen weiter vermuthen, dass die Anlegung
+<pb n='34'/><anchor id='Pg34'/>
+rechter Winkel und das Fllen von Senkrechten sowohl
+mittelst des Winkelmaasses als auch mittelst rationaler rechtwinkliger
+Dreiecke bekannt, und die Zerlegung gegebener
+Flchen behufs ihrer Inhaltbestimmung in allgemeiner Verwendung
+war.
+</p><p>
+Gewiss werden auch theoretische Resultate bekannt
+gewesen sein; so die Hlftung des Kreises durch seinen
+Durchmesser, die sich aus der besprochenen Seketrechnung
+von selbst ergebende Winkelgleichheit an der Basis gleichschenkliger
+Dreiecke und gleichseitiger quadratischer Pyramiden,
+und wohl noch manches Andere.
+</p><p>
+Mge es gelingen, durch Auffindung neuer, sowie durch
+Entzifferung der, noch ihrer Erklrung harrenden Denkmale
+und Schriften, von welchen letzteren, Dank der hohen Munificenz
+des Erlauchten Curators unserer Akademie, auch Wien
+eine imposante Zahl aufweisen kann, mge es so gelingen
+noch weitere Anhaltspunkte fr die Kenntniss der mathematischen
+Thtigkeit des uns bekannten ltesten Culturvolkes,
+der Aegypter zu gewinnen!
+</p><p>
+Diesen unseren Wunsch theilen gewiss Alle, denen die
+Erforschung der Culturgeschichte des menschlichen Geschlechtes
+nicht ohne Wichtigkeit erscheint!
+</p>
+ </div>
+ <div>
+ <divGen rend="page-break-before: always" type="endnotes" />
+ </div>
+ </body>
+
+ <back>
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+</TEI.2>
+
diff --git a/24817.txt b/24817.txt
new file mode 100644
index 0000000..893af75
--- /dev/null
+++ b/24817.txt
@@ -0,0 +1,1555 @@
+The Project Gutenberg EBook of Ueber die Geometrie der alten Aegypter. by
+Emil Weyr
+
+
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no
+restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under
+the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or
+online at http://www.gutenberg.org/license
+
+
+
+Title: Ueber die Geometrie der alten Aegypter.
+
+Author: Emil Weyr
+
+Release Date: March 13, 2008 [Ebook #24817]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: US-ASCII
+
+
+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK UEBER DIE GEOMETRIE DER ALTEN AEGYPTER.***
+
+
+
+
+
+ UeBER DIE
+
+ GEOMETRIE DER ALTEN AEGYPTER
+
+ ------------------
+
+ VORTRAG
+
+ GEHALTEN IN DER
+
+ FEIERLICHEN SITZUNG DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN
+
+ AM
+
+ XXIX. MAI MDCCCLXXXIV
+
+ VON
+
+ DR. EMIL WEYR
+
+ WIRKLICHEM MITGLIEDE DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.
+
+ ------------------
+
+ WIEN
+
+ AUS DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI.
+
+ IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN,
+
+ BUCHHAeNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.
+
+ 1884
+
+
+
+
+
+
+Moege mir gestattet sein, bei dem heutigen feierlichen Anlasse ein Bild zu
+entrollen, welches in grossen Strichen die allgemeinen Umrisse des
+Zustandes der geometrischen Wissenschaften bei den alten Aegyptern zur
+Darstellung bringen soll; und moege dasselbe Wohlwollen, das, gepaart mit
+einer althergebrachten Sitte, mich heute auf diesen eben so ehrenvollen
+als schwierigen Platz gestellt, auch bei der Beurtheilung der folgenden
+bescheidenen, weil schwachen Kraeften entspringenden Leistung obwalten!
+
+So wie der Anfang aller menschlichen Kenntnisse, so ist auch der Ursprung
+der Geometrie in grauestes Alterthum zu versetzen, er ist zu suchen in
+jenen der Zeit nach unangebbaren Perioden der menschlichen Entwicklung, in
+welchen das erste Erwachen des Selbstbewusstseins zu finden waere. Sind
+doch manche geometrische Anschauungen auch dem Thiere eigen; so jene der
+geraden Verbindungslinie zweier Punkte als der kuerzesten Entfernung; jene
+des Mehr und Weniger bei Quantitaeten der Entfernungen, Hoehen, Neigungen,
+und so werden auch manche abstractere Raumanschauungen dem Menschen in
+seinen ersten Entwicklungsperioden eigen geworden sein, Anschauungen,
+welche durch die Moeglichkeit und auf Grund der sprachlichen Bezeichnung
+jene Stabilitaet erhielten, die sie befaehigte, als erste Fundamente der
+geometrischen Kenntnisse zunaechst, und der Geometrie als Wissenschaft
+spaeter aufzutreten.
+
+Geometrisches Denken entstand zu den verschiedensten Zeiten, an den
+verschiedensten Orten. Denn ueberall, wo der menschliche Geist sich zu
+entwickeln begann, und das menschliche Denken jene Hoehe erreichte, auf
+welcher Abstractionen entstehen, bildeten sich die grundlegenden
+Raumbegriffe; der des Punktes, der geraden und krummen Linien, der ebenen
+und krummen Flaechen. Denn ueberall in der Natur boten sich dem erwachenden
+Menschen Repraesentanten dieser Begriffe in groesserer oder geringerer
+Genauigkeit dar. Waehrend der Anblick der auf- und untergehenden Sonne,
+sowie des vollen Mondes in suedlichen Gegenden fast taeglich das Bild der
+"vollkommensten", der "schoensten" Linie, der Kreislinie vorfuehrte,
+stellten sich die zahllosen Sterne des Abends dem Auge als glaenzende
+Punkte dar, welche in ihren mannigfaltigen gegenseitigen
+Lagenverhaeltnissen die Phantasie des Menschen bei der, von ihm beliebten
+Eintheilung des Himmels in Sternbilder zur Herstellung so mancher geraden
+und krummen Linien verleiten mochten. Und selbst in seiner naechsten
+Umgebung fand der beobachtende Mensch geometrische Anklaenge; das Gewebe
+der Spinne mit seinen kreisrunden und radialen Faeden, die sechseckige
+Bienenzelle, die beim Fallen eines Koerpers in ruhendes Wasser entstehenden
+concentrischen Wellenringe, und wie vieles Andere musste, wenn auch nach
+und nach, so doch mit zwingender Nothwendigkeit den Menschen zur
+Beobachtung gesetzmaessiger geometrischer Formen fuehren.
+
+Als Mutterland der Mathematik im Allgemeinen, und der Geometrie im
+Besonderen wird Aegypten angefuehrt; doch ist die Zeit laengst vorbei, wo
+man sich Aegypten als einzigen Ursprungsort dieser Wissenschaften dachte,
+vielmehr muss als feststehend angenommen werden, dass jedes Volk in seinem
+Entwicklungsgange geometrische Anschauungen sich anzueignen schon durch
+praktische Beduerfnisse gezwungen war. Die Hoehe, zu welcher sich die
+einzelnen Voelker in ihren mathematischen Speculationen emporzuschwingen
+vermochten, hing von der Richtung des Bildungsganges, von dem Maasse des
+Beduerfnisses und nicht in letzter Reihe von dem Einfluesse religioeser
+Verhaeltnisse ab.
+
+Und so mag sich zunaechst jene Naturgeometrie entwickelt haben, welche
+allen Voelkern zugesprochen werden muss, und auf deren Vorhandensein, weil
+auf die Anwendungen ihrer freilich einfachsten Principien, Ueberreste von
+Bauten ueberall dort hinweisen, wo wir in der Lage sind, solche beobachten
+zu koennen. Die Pellasger, die vorhellenischen Ureinwohner Griechenlands,
+mussten lange vor Entstehung der Philosophie geometrische Kenntnisse in
+dem Maasse besessen haben, wie sie zur Auffuehrung von Wasserbauten,
+Daemmen, Canaelen und Burgen, von denen man jetzt noch Spuren findet,
+nothwendig waren.
+
+Verfolgt man die Entwicklung der Geometrie zu ihren Quellen aufwaerts, so
+duerfen wir nicht ueberrascht sein, dass man bei dem uns bekannten aeltesten
+Culturvolke, bei den Aegyptern, am weitesten vorzudringen vermag, und zwar
+an der Hand der indirecten wie der directen Nachrichten, welche uns ueber
+diesen Gegenstand zugekommen sind. Leider jedoch sind die Ersteren ihrem
+Inhalte und die Letzteren ihrer Zahl nach nur spaerliche zu nennen.
+
+Zahlreich sind wohl die Stellen in griechischen Philosophen und
+Geschichtschreibern, welche Bezug haben auf aegyptische Geometrie, es
+laesst sich jedoch nicht verkennen, dass oft die Spaeteren auf Fruehere sich
+stuetzen, und wir es moeglicherweise mit einer einzigen, durch Jahrhunderte
+fortgefuehrten Nachricht zu thun haben.
+
+Durch *Herodot*, welcher um die Mitte des fuenften vorchristlichen
+Jahrhunderts (460) Aegypten bereiste, erfahren wir(1), dass die Geometrie
+von Aegypten nach Griechenland verpflanzt worden sei. Etwas spaeter (393
+v. Chr.) berichtet *Isokrates* die Thatsache(2), dass die Aegypter "die
+Aelteren (unter ihren Priestern) ueber die wichtigsten Angelegenheiten
+setzten, dagegen die Juengeren beredeten, mit Hintansetzung des Vergnuegens,
+sich mit Astronomie, Rechenkunst und Geometrie zu beschaeftigen".
+
+In *Platon*'s _Phaedrus_ sagt *Sokrates*: "Ich habe vernommen, zu Naukratis
+in Aegypten sei einer der dortigen alten Goetter gewesen, dem auch der
+Vogel geheiligt ist, den sie Isis nennen, waehrend der Gott selbst den
+Namen Teuth fuehrt; dieser habe zuerst Zahlenlehre und Rechenkunst erfunden
+und Geometrie und Astronomie"(3), und einen directen Hinweis finden wir
+bei *Aristoteles*, welcher in seiner _Metaphysik_ sagt:(4) "Daher
+entstanden auch in Aegypten die mathematischen Wissenschaften, denn hier
+war den Priestern die dazu noethige Muesse vergoennt."
+
+Uebrigens schrieben sich die Aegypter neben der Erfindung der
+Buchstabenschrift auch jene der meisten Wissenschaften und Kuenste zu,
+worueber *Diodor*(5), welcher etwa 70 Jahre v. Chr. G. Aegypten bereiste,
+bemerkt: "Die Aegypter behaupten, von ihnen sei die Erfindung der
+Buchstabenschrift und die Beobachtung der Gestirne ausgegangen, ebenso
+seien von ihnen die Theoreme der Geometrie und die meisten Wissenschaften
+und Kuenste erfunden worden."
+
+Neben diesen ganz allgemein gehaltenen Angaben sind hauptsaechlich
+diejenigen Berichte zu erwaehnen, welche sich auf die Art der
+wissenschaftlichen Leistungen der Aegypter beziehen.
+
+Da sagt zunaechst *Herodot*(6) in Hinsicht auf die unter dem Koenige
+*Sesostris* durchgefuehrte Laendereintheilung: "Auch sagten sie, dass dieser
+Koenig das Land unter alle Aegypter so vertheilt habe, dass er jedem ein
+gleich grosses Viereck gegeben, und von diesem seine Einkuenfte bezogen
+habe, indem er eine jaehrlich zu entrichtende Steuer auflegte. Wem aber der
+Fluss (Nil) von seinem Theile etwas wegriss, der musste zu ihm kommen und
+das Geschehene anzeigen; er schickte dann die Aufseher, die auszumessen
+hatten, um wie viel das Landstueck kleiner geworden war, damit der Inhaber
+von dem uebrigen nach Verhaeltniss der aufgelegten Abgaben steure. Hieraus
+erscheint mir die Geometrie entstanden zu sein, die von da nach Hellas
+kam."
+
+Die, *Herodot*, dem Vater der Geschichtsschreibung folgenden
+Berichterstatter hielten sich nun, vielleicht erklaerlicherweise,
+vorzueglich an den einen, die Nilueberschwemmungen betreffenden Theil obiger
+Nachricht, und wurde, gewiss Unberechtigtermassen der Nil als der
+unmittelbare Anstoss fuer alle geometrischen Arbeiten der Aegypter
+hingestellt. Und doch scheint es uns viel naeherliegend, die einerseits
+behufs der Steuerbemessung und Controle, anderseits wegen der aus den
+Veraenderungen im Besitzstande sich nothwendig ergebenden
+Flaechenfestsetzungen als den Hauptbeweggrund jener Vermessungen zu
+erkennen, wobei die gesammelten Erfahrungen gewiss auch bei der
+Beurtheilung der unzweifelhaft nach den periodisch eintretenden
+Nilueberschwemmungen vorgekommenen Terrainveraenderungen mit Vortheil
+benutzt worden sein moegen.
+
+Unverkennbar ist der Zug nach Aufbauschung und Ausschmueckung des, jene
+Nilueberschwemmungen betreffenden Theiles des *Herodot*'schen Berichtes,
+wenn man die Aufzeichnungen spaeterer Gewaehrsmaenner naeher betrachtet.
+
+Zunaechst finden wir bei *Heron* dem Aelteren die folgende diesbezuegliche
+Stelle(7): "Die frueheste Geometrie beschaeftigte sich, wie uns die alte
+Ueberlieferung lehrt, mit der Messung und Vertheilung der Laendereien,
+woher sie Feldmessung genannt wurde. Der Gedanke einer Messung naemlich
+ward den Aegyptern an die Hand gegeben durch die Ueberschwemmungen des
+Nil. Denn viele Grundstuecke, die vor der Flussschwelle offen dalagen,
+verschwanden beim Steigen des Flusses und kamen erst nach dem Sinken
+desselben zum Vorschein, und es war nicht immer moeglich, ueber die
+Identitaet derselben zu entscheiden. Dadurch kamen die Aegypter auf den
+Gedanken einer solchen Messung des vom Nil blossgelegten Landes."
+
+Weiter finden wir bei *Diodor*(8) einen Ausspruch, durch welchen wir
+uebrigens auch ueber andere wissenschaftliche Leistungen der Aegypter
+belehrt werden; *Diodor* sagt: "Die Priester lehren ihre Soehne zweierlei
+Schrift, die sogenannte heilige, und die, welche man gewoehnlich lernt. Mit
+Geometrie und Arithmetik beschaeftigen sie sich eifrig. Denn indem der
+Fluss jaehrlich das Land vielfach veraendert, veranlasst er viele und
+mannigfache Streitigkeiten ueber die Grenzen zwischen den Nachbarn; diese
+koennen nun nicht leicht ausgeglichen werden, wenn nicht ein Geometer den
+wahren Sachverhalt durch directe Messung ermittelt. Die Arithmetik dient
+ihnen in Haushaltungsangelegenheiten und bei den Lehrsaetzen der Geometrie;
+auch ist sie denen von nicht geringem Vortheile, die sich mit Sternkunde
+beschaeftigen. Denn wenn bei irgend einem Volke die Stellungen und
+Bewegungen der Gestirne sorgfaeltig beobachtet worden sind, so ist es bei
+den Aegyptern geschehen; sie verwahren Aufzeichnungen der einzelnen
+Beobachtungen seit einer unglaublich langen Beihe von Jahren, da bei ihnen
+seit alten Zeiten her die groesste Sorgfalt hierauf verwendet worden ist.
+Die Bewegungen und Umlaufszeiten sowie die Stillstaende der Planeten, auch
+den Einfluss eines jeden auf die Entstehung lebender Wesen und alle ihre
+guten und schaedlichen Einwirkungen haben sie sehr sorgfaeltig beobachtet."
+
+Am innigsten verknuepft erscheint die Geometrie der Aegypter mit den
+Ueberschwemmungen des Nil bei *Strabon*(9); welcher bemerkt, "dass es
+einer sorgfaeltigen und bis auf das Genaueste gehenden Eintheilung
+bedurfte, wegen der bestaendigen Verwuestung der Grenzen, die der Nil bei
+seinen Ueberschwemmungen veranlasst, indem er Land wegnimmt und zusetzt,
+und die Gestalt veraendert, und die anderen Zeichen unkenntlich macht,
+wodurch das fremde und eigene Besitzthum unterschieden wird. Man muesse
+daher immer und immer wieder messen. Hieraus soll die Geometrie entstanden
+sein."
+
+Den gesellschaftlichen Einrichtungen der Aegypter entsprechend, muss als
+feststehend angenommen werden, dass sich eine Kaste, nach eben Gehoertem
+die der Priester, mit dem wissenschaftlichen Theile der Geometrie
+beschaeftigte, waehrend eine andere, die der Feldmesser, die von den
+Ersteren aufgestellten und sorgsam gehueteten geometrischen Principien
+praktisch zur Anwendung brachte. Dabei wurden, wie wir spaeter sehen
+werden, die Geheimnisse der Priester, insoweit sie geometrische Wahrheiten
+und Berechnungsregeln betrafen, moeglicherweise nur insoweit enthuellt, dass
+bei deren Verwendung nur annaeherungsweise richtige Resultate zum Vorschein
+kamen.
+
+Wohl sind einige Schriftsteller so weit gegangen, dass sie, die
+unlaeugbaren Uebertreibungen des Zusammenhanges zwischen den
+Nilueberschwemmungen und der aegyptischen Geometrie im Auge behaltend, die
+Existenz der letzteren einfach negirten, und alle die citirten Aussprueche
+in das Gebiet der Fabel verwiesen.
+
+Was macht man jedoch dann mit den wohlbeglaubigten Nachrichten ueber die
+Reisen, welche hervorragende griechische Philosophen nach Aegypten
+unternahmen, oft jahrelang dort verweilend, um sich in die Geheimnisse
+aegyptischer Priester einweihen und mit deren geometrischem Wissen
+vertraut machen zu lassen?
+
+*Eudemus von Rhodos*(10), einer der aeltesten Peripatetiker, schrieb eine
+Geschichte der Mathematik, aus welcher uns durch *Proklos Diadochus*(11),
+einen Philosophen des fuenften nachchristlichen Jahrhunderts, ein
+Bruchstueck erhalten ist, welches sozusagen das einzige Mittel bildet, das
+uns einen Einblick in die geometrischen Errungenschaften der Griechen in
+den ersten dritthalb Jahrhunderten nach *Thales* gewaehrt. Hierin heisst es
+unter Anderem: "*Thales*, der nach Aegypten ging, brachte zuerst die
+Geometrie nach Hellas hinueber und Vieles entdeckte er selbst, von Vielem
+aber ueberlieferte er die Anfaenge seinen Nachfolgern; das Eine machte er
+allgemeiner, das Andere mehr sinnlich fassbar." Hundert Jahre nach dem
+Tode des *Pythagoras* berichtet der Redner *Isokrates*(12): "Man koennte,
+wenn man nicht eilen wollte, viel Bewunderungswuerdiges von der Heiligkeit
+aegyptischer Priester anfuehren, welche ich weder allein noch zuerst
+erkannt habe, sondern viele der jetzt Lebenden und der Frueheren, unter
+denen auch *Pythagoras* der Samier ist, der nach Aegypten kam und ihr
+Schueler wurde und die fremde Philosophie zuerst zu den Griechen
+verpflanzte."
+
+Waehrend der Aufenthalt des *Pythagoras* in Aegypten unter Anderen auch
+noch von *Strabon*(13) und *Antiphon*(14) bestaetiget wird, nennt uns
+*Diodor*(15) eine ganze Reihe von Namen, indem er sagt; "Die aegyptischen
+Priester nennen unter den Fremden, welche nach den Verzeichnissen in den
+heiligen Buechern vormals zu ihnen gekommen seien, den *Orpheus*,
+*Musaios*, *Melampus* und *Daidalos*, nach diesen den Dichter *Homer*, den
+Spartaner *Lykurgos*, ingleichen den Athener *Solon* und den Philosophen
+*Platon*. Gekommen sei zu ihnen auch der Samier *Pythagoras* und der
+Mathematiker *Eudoxos*, ingleichen *Demokritos von Abdera* und *Oinopides
+von Chios*. Von allen diesen weisen sie noch Spuren auf, von den Einen
+Bildnisse von den Anderen Orte und Gebaeude, die nach ihnen benannt sind.
+Aus der Vergleichung dessen, was jeder von ihnen in seinem Fache geleistet
+hat, fuehren sie den Beweis, dass sie Dasjenige um desswillen sie von den
+Hellenen bewundert werden, aus Aegypten entlehnt haben." Aus diesen
+Stellen geht mit Sicherheit hervor, dass viele Griechen nach Aegypten
+zogen, um bei den dortigen Priestern Philosophie und Mathematik kennen zu
+lernen, da wohl in den Berichten nur die hervorragenden Maenner angefuehrt
+wurden.
+
+Der Milesier *Thales*, welcher erst in vorgeruecktem Alter, und nachdem er
+als Handelsmann frueher gewiss schon mehrmals Aegypten besucht gehabt, sich
+daselbst behufs seiner Studien zu laengerem Aufenthalt niederlies, ist
+merkwuerdiger Weise in dem Berichte des Diodor nicht angefuehrt, und koennte
+man wohl aus diesem Umstande umsomehr einen gewissen Grad von
+Unglaublichkeit ableiten, als darin mythische Namen wie *Orpheus*,
+*Daidalos* und *Homer* angefuehrt erscheinen. Diese letzteren konnten
+jedoch sehr wohl dem im Ganzen und Grossen sonst richtigen Verzeichnisse
+vom Berichterstatter eigenwillig beigefuegt worden sein, um dadurch das
+hohe Alter aegyptischer Wissenschaft in ein vorteilhaftes Licht zu setzen.
+
+Abgesehen jedoch von aller Wahrscheinlichkeit oder Unwahrscheinlichkeit
+fuer die Exactheit obiger Aussprueche in Bezug auf einzelne Namen, duerfte
+jedenfalls das als unumstoessliche Wahrheit gelten, dass die aegyptischen
+Priester von den Griechen als in den Wissenschaften, insbesondere in der
+Geometrie sehr bewandert gehalten wurden, und zwar in einem solchen
+Maasse, dass eine Reihe hervorragender griechischer Philosophen es nicht
+verschmaehte, die, fuer damalige Verhaeltnisse nicht unbedeutende Reise nach
+Aegypten zu unternehmen, ja oft jahrelang in diesem Lande mit unbekannter
+Sprache und Schrift zu verweilen, um sich die Kenntnisse der Aegypter
+anzueignen.
+
+Stellt man nun zunaechst die Frage nach Quantitaet und Qualitaet des
+geometrischen Wissens, welches die Griechen von ihren Studienreisen mit
+nach Hause brachten, so scheint dies, selbst vom Standpunkte der
+unmittelbar nachpythagoraeischen Geometrie, aeusserst Weniges gewesen zu
+sein.
+
+*Thales* von Milet, einer der sieben griechischen Weltweisen, der
+Begruender der ionischen Schule, *Thales*, welcher fuer das Jahr 585
+v. Chr. G. eine, auch eingetroffene Sonnenfinsterniss vorherzusagen
+wusste, soll, den uns von *Proklos* zugekommenen Berichten zufolge, in
+Aegypten nicht viel mehr erfahren haben, als die Saetze ueber die Gleichheit
+der Winkel an der Basis eines gleichschenkligen Dreieckes, die Gleichheit
+der Scheitelwinkel am Durchschnitt zweier Geraden; er wusste ferner, wie
+ein Dreieck durch eine Seite und die beiden anliegenden Winkel bestimmt
+erscheint, diese Eroerterung zur Messung der Entfernungen von Schiffen auf
+dem Meere benuetzend, es war ihm bekannt, dass ein Kreis durch einen
+Durchmesser halbirt wird,(16) und soll er die Hoehe der Pyramiden aus der
+Laenge des Schattens gemessen haben, hoechst wahrscheinlich in dem Momente,
+wo die Schattenlaenge eines senkrechten Stabes der Stablaenge gleich
+ist,(17) moeglicherweise jedoch, wie *Plutarch*(18) berichtet, auch zu
+einer beliebigen Tageszeit. Auch wird ihm von *Pamphile*(19) die Kenntniss
+des Satzes zugeschrieben, dass der Peripheriewinkel im Halbkreise ein
+rechter sei. Gewiss hat Thales wenigstens jene geometrischen Fundamente in
+Aegypten kennen gelernt, welche es ihm ermoeglichten, die genannten Saetze
+als wahr zu erkennen, wenn auch bei ihm, selbst bei diesen einfachen
+Dingen an einen strengen Beweis nicht gedacht werden kann.
+
+Es waere jedoch voreilig, aus der Geringfuegigkeit der Thaletischen
+geometrischen Kenntnisse mit *Montucla* (20) zu schliessen, dass auch die
+Aegypter nicht viel mehr gewusst haetten. Man kann wohl annehmen, dass die
+aegyptischen Priester bei ihrer den Fremden gegenueber beobachteten
+Zurueckhaltung nur einen Theil ihres Wissens offenbarten; wer koennte jedoch
+bemessen, in welchem Verhaeltnisse dieser Theil zu ihrem Gesammtwissen
+stand? Der Ansicht *Montucla*'s kann man entgegensetzen, dass die Aegypter
+den Fremden nur einen kleinen Bruchtheil ihres sorgsam im Verborgenen
+gehueteten Wissens preisgegeben haben mochten, wobei ferner nicht
+unberuecksichtigt bleiben darf, dass den nach Aegypten gekommenen Griechen
+auch die Unkenntniss der Sprache und der Schrift weitere, nicht zu
+unterschaetzende Schwierigkeiten bereitete, in dem Maasse als vielleicht
+Manches, was ihnen die aegyptischen Priester von aegyptischem Wissen zur
+Verfuegung stellten, unverstanden bleiben konnte.
+
+Was nun das Wesen aegyptischer Geometrie betrifft, so finden wir in den
+Berichten der Alten fast gar keine Anhaltspunkte, um uns hierueber Klarheit
+verschaffen zu koennen, und war man bis vor Kurzem darauf hingewiesen, aus
+den Anfaengen griechischer Mathematik auf den Stand der aegyptischen
+zurueckzuschliessen, was, wie aus dem Vorhergesagten folgen duerfte, mit
+nicht geringen Schwierigkeiten verbunden erscheint.
+
+Die Ansicht, dass die Geometrie der Aegypter eigentlich nur constructiver
+Natur war, aehnlich dem was wir als Reisskunst zu bezeichnen pflegen,(21)
+duerfte sich nicht als stichhaeltig erweisen; es moege jedoch gleich jetzt
+darauf hingedeutet werden, dass die Aegypter im Construiren geometrischer
+Formen nicht unbewandert sein konnten.
+
+So sagt in etwas prahlerischer Weise *Demokritos* von *Abdera*(22) um 420
+v. Chr. G.: "Im Construiren von Linien nach Maassgabe der aus den
+Voraussetzungen zu ziehenden Schluesse hat mich keiner je uebertroffen,
+selbst nicht die sogenannten Harpedonapten der Aegypter"; und *Theon* von
+*Smyrna*(23) erzaehlt, dass "Babylonier, Chaldaeer und Aegypter eifrig nach
+allerhand Grundgesetzen und Hypothesen suchten, durch welche den
+Erscheinungen genuegt werden koennte; zu erreichen suchten sie dies dadurch,
+dass sie das frueher Gefundene in Ueberlegung zogen, und ueber die
+zukuenftigen Erscheinungen Vermuthungen aufstellten, wobei die Einen sich
+arithmetischer Methoden bedienten, wie die Chaldaeer, die Anderen
+construirender wie die Aegypter".
+
+Aus diesen und aehnlichen Berichten, sowie aus dem Umstande, dass die
+Anfaenge der griechischen Geometrie selbst hauptsaechlich constructiver
+Natur waren, muss man zu dem Schlusse kommen, dass die alten Aegypter seit
+unvordenklichen Zeiten die Reisskunst pflegten, und in der langen Reihe
+der Jahrhunderte sicherlich eine ziemlich bedeutende Masse sowohl
+einfacher als complicirterer Constructionen erfanden und in ein gewisses
+System brachten, von Ersteren zu Letzteren aufsteigend. Diese
+Constructionen duerften ihrem groesseren Theile nach, und zwar jenem Theile
+nach, welcher, wenn auch ohne Begruendung Gemeingut der die Kuenste und
+Gewerbe betreibenden Kasten wurde, nur solche gewesen sein, die dem
+praktischen Beduerfnisse dienen konnten, also zumeist
+Ornamentenconstructionen. Wir bemerken hier unter Anderem das Vorkommen
+regelmaessiger geometrischer Figuren auf uralten Wandgemaelden, wie sie sich
+z. B. als faerbige Zeichnungen aus den Zeiten der fuenften Dynastie, also
+unmittelbar nach den Erbauern der Pyramiden, das ist 3400 Jahre v. Chr. G.
+etwa vorfinden.(24)
+
+Man sieht unter der grossen Menge der in dieser Zeit vorkommenden Figuren
+eine, aus verschobenen, ineinander gezeichneten, theilweise durch zu einer
+Diagonale Parallele zerlegten Quadraten zusammengesetzte Figur, ferner aus
+der Zeit von der zwoelften bis zur sechsundzwanzigsten Dynastie, eine
+Figur, bestehend aus einem Quadrate, und zwei, laengs der Diagonale
+centrisch hineingelegten lemniscatischen Curven, sowie eine
+Zusammenstellung von um fuenfundvierzig Grade gegeneinander verdrehten,
+sich durchsetzenden Quadraten. Kreise erscheinen durch ihre Durchmesser in
+gleiche Kreisausschnitte getheilt; so zunaechst durch zwei oder vier
+Durchmesser in vier beziehungsweise acht, und in spaeteren Zeiten auch
+durch sechs Durchmesser in zwoelf gleiche Ausschnitte; die in den
+Zeichnungen vorkommenden Wagenraeder besitzen zumeist sechs, seltener vier
+Speichen, so dass auch die Theilung des Kreises durch drei Diameter in
+sechs gleiche Kreisausschnitte vertreten erscheint.
+
+In einer unvollendet gebliebenen Kammer des Grabes *Seti I.*, des Vater
+*Ramses II.* aus der neunzehnten Dynastie (das sogenannte Grab
+*Belzoni*)(25) finden wir die Waende behufs Anbringung von Reliefarbeiten
+mit einem Netze gleich grosser Quadrate bedeckt, und es kann keinem
+Zweifel unterliegen, dass wir es hier mit der Anwendung eines
+Verkleinerungs- beziehungsweise Vergroesserungsmaassstabes zu thun haben.
+
+Wenn nun auch die einfachen Figuren des Dreieckes, Quadrates und des
+Kreises hoechst wahrscheinlich ohne besondere Ueberlegung, einfach dem
+inneren geometrischen Formendrange entsprungen sein duerften, so ist doch
+gewiss, dass ihre verschiedenartige Zusammensetzung zu Mustern das
+Product, wenn auch primitiven geometrischen Denkens war, welches dann
+schon eine ziemliche Selbststaendigkeit erreicht haben musste, als die
+vorerwaehnte Anwendung von Proportionalmaassstaeben in Uebung kam.
+
+Andererseits musste das oeftere Betrachten der regelmaessigen Figuren einen
+geometrisch disponirten Geist von selbst zum Aufsuchen unbekannter
+Eigenschaften derselben reizen, und vielleicht ist der Thaletische Satz
+von der Halbirung des Kreises durch einen Durchmesser nichts als eine aus
+der Betrachtung jener aegyptischen Zeichnungen gewonnene Abstraction, und
+huldigen wir in dieser Beziehung der Ansicht, dass *Thales* beim
+Ausspruche des erwaehnten, fuer uns freilich hoechst einfach klingenden
+Satzes, wahrscheinlich sagen wollte, nur der Kreis habe die ausgezeichnete
+Eigenschaft, von allen durch einen Punkt, den Mittelpunkt, gehenden
+Geraden in lauter untereinander gleiche Haelften getheilt zu werden.
+
+Von besonderer Wichtigkeit scheint uns jedoch der frueher citirte
+selbstgefaellige Ausspruch des *Demokritos* zu sein, da er uns vor einer
+ungerechtfertigten Unterschaetzung aegyptischer Constructionsgewandtheit
+bewahren kann. Bedenklich in *Demokritos*' Angabe koennte allenfalls jenes
+Selbstlob erscheinen, das er sich spendet; wenn es nun wohl auch schon im
+Alterthume Maenner geben mochte, die ihre Beruehmtheit vorzugsweise und oft
+nur der Hochschaetzung verdankten, die sie sich selbst und ihren Werken
+gezollt, Maenner, welche in der Verbreitung des eigenen Lobes so emsig, so
+unermuedlich waren, dass sich um sie als die davon Ueberzeugtesten noch ein
+Kreis von Glaeubigen bildete, welche den, oft nur auf schwankenden Fuessen
+einhergehenden Ruhm ihrer Profeten weiter fuehrten, so ist doch die
+Bedeudung des Geometers *Demokritos* durch so viele, und verschiedenen
+Quellen entspringende Aussprueche beglaubigt, dass es gewiss Niemandem
+einfallen wird, seine Autoritaet als die eines gruendlichen Kenners der
+Geometrie seiner Zeit in Zweifel zu ziehen. Wohl sind uns von den
+geometrischen Werken des *Demokritos*, und kaum von allen nur die ganz
+allgemein klingenden Titel erhalten.
+
+Waehrend uns *Cicero*(26) diesen Philosophen als einen gelehrten, in der
+Geometrie vollkommen bewanderten Mann anpreist, theilt uns *Diogenes
+Laertius*(27) mit, dass *Demokritos* "ueber Geometrie", "ueber Zahlen",
+"ueber den Unterschied des Gnomon oder ueber die Beruehrung des Kreises und
+der Kugel", sowie zwei Buecher "ueber irrationale Linien und die dichten
+Dinge" geschrieben habe, Schriften, deren Titel theilweise uns ueber ihren
+Inhalt ganz im Unklaren lassen. Legen wir den angefuehrten Zeugnissen
+Glauben bei, und es ist kein Grund vorhanden dies nicht zu thuh, so muessen
+wir von *Demokritos* als von einem "in der Geometrie vollkommenen Manne"
+voraussetzen, dass er mit den Errungenschaften des *Pythagoras*, welcher
+ein Jahrhundert vor *Demokritos* Aegypten besucht hatte, vollkommen
+vertraut war. Gewiss war ihm somit bekannt: die Methode der "Anlegung der
+Flaechen", welche wieder die Vertrautheit mit den Hauptsaetzen aus der
+Theorie der Parallelen und der Winkel, so wie die Kenntniss der
+Abhaengigkeit der Flaecheninhalte von den ihnen zukommenden Ausmaassen
+voraussetzt. Nicht minder bekannt mussten ihm die, dem *Pythagoras*
+zugeschriebenen Constructionen der fuenf regelmaessigen, sogenannten
+kosmischen Koerper sein, woraus sich weiter schliessen laesst, dass auch
+einerseits die Eigenschaften der Kugel, welcher doch jene Koerper
+eingeschrieben wurden, und anderseits die Entstehungen der regelmaessigen,
+jene Koerper begrenzenden Vielecke, vor Allem die des Fuenfeckes dem
+*Demokritos* nicht ungelaeufig sein konnten. Die Construction des Letzteren
+erheischt wiederum die Kenntniss der Lehre vom goldenen Schnitt, und diese
+den Satz vom Quadrate der Hypothenuse(28). Hat nun *Demokritos* auch
+selbst nichts Neues hinzugefuegt, so musste er doch Jenes kennen; wenn er
+nun anderseits sagt: "im Construiren haette ihn Niemand, selbst nicht die
+Harpedonapten der Aegypter uebertroffen", so duerfen wir hieraus mit
+Sicherheit schliessen, dass die geometrischen Kenntnisse der aegyptischen
+Priester bedeutend genug gewesen sein mussten, weil sich *Demokritos*
+sonst kaum gerade ueber diese Geometer gesetzt haette.
+
+Doch verlassen wir fuer jetzt die Nachrichten des griechischen Alterthums,
+welche in der Beurtheilung aegyptischer Geometrie nur Conjecturen
+zulassen, und blicken wir nach directen Denkmalen aegyptischen Ursprungs,
+aus denen vielleicht Schluesse gezogen werden koennten auf Wesen und Umfang
+aegyptischer Geometrie.
+
+Das Britische Museum bewahrt eine Papyrusrolle, welche aus dem Nachlasse
+des Englaenders *A. Henry Rhind* stammt, die derselbe nebst anderen
+werthvollen Rollen in Aegypten kaeufllich an sich gebracht haben duerfte.
+Der erwaehnte Papyrus, ein altes Denkmal aegyptischer Mathematik, ist, wie
+es scheint, nicht mit vollster Berechtigung als ein "mathematisches
+Handbuch" der alten Aegypter bezeichnet worden(29). Der fragliche Papyrus
+nennt sich selbst eine Nachahmung aelterer mathematischer Schriften, denn
+es heisst in der Einleitung: "Verfasst wurde diese Schrift im Jahre
+dreiunddreissig im vierten Monat der Wasserzeit unter Koenig Ra-a-us, Leben
+gebend nach dem Muster alter Schriften in den Zeiten des Koenigs ...at vom
+Schreiber Aahmes verfasst die Schrift."
+
+Nachdem zuerst Dr. *Birch*(30) auf diesen mathematischen Papyrus durch
+einen kurzen vorlaeufigen Bericht aufmerksam gemacht hatte, wurde der
+Gegenstand von dem ausgezeichneten Heidelberger Aegyptologen Dr.
+*Eisenlohr* einer eingehenden, hoechst schwierigen und zeitraubenden
+Untersuchung unterzogen, deren Resultate, was die Uebersetzung betrifft,
+unseren gegenwaertigen Betrachtungen zu Grunde liegen. Bezueglich des Alters
+des Papyrus hat man jenes der vorhandenen Abschrift von dem Alter des
+unbekannten Originals zu unterscheiden. Nach der von *Eisenlohr* gegebenen
+Vervollstaendigung der in der erwaehnten Einleitung auf das Wort Koenig
+folgenden Luecke, wuerde der Herrscher, unter dessen Regierung das Original
+entstanden ist, der Koenig *Ra-en-mat* sein, dessen Regierungszeit
+*Lepsius*(31) auf 2221--2179 v. Chr. G. legt. Da ferner der Name *Ra-a-us*
+in den bis dahin vorhandenen Koenigslisten nicht vorkommt, sah man sich, um
+die Zeit der Entstehung der Abschrift wenigstens annaehernd angeben zu
+koennen, darauf angewiesen, aus der bekannten Sitte der Aegypter die
+Eigennamen der eben herrschenden oder der unmittelbar vorhergegangenen
+Regenten zu gebrauchen, Schluesse zu ziehen. Und da liess der Name *Aahmes*
+des Schreibers, sowie auch die (althieratische) Schrift des Papyrus
+vermuthen, dass derselbe um 1700 v. Chr. G. entstanden sein duerfte. Die
+Vermuthung in Bezug auf das Zeitalter der Abschrift hat sich nun neueren
+Forschungen zu Folge vollkommen bestaetigt. Denn *Ra-a-us* wurde als der
+Hyksoskoenig *Apophis* erkannt, und *Aahmes* duerfte seinen Namen von dem,
+kurze Zeit dem Apophis vorhergegangenen Koenige *Amasis* entlehnt haben.
+
+Es erscheint so vollkommen sichergestellt, dass unser Papyrus aus dem
+achtzehnten Jahrhundert v. Chr. G. stammt. Die Eingangsworte des Papyrus,
+welche lauten: "Vorschrift zu gelangen zur Kenntniss aller dunklen Dinge,
+aller Geheimnisse, welche enthalten sind in den Gegenstaenden", sowie die
+Anordnung des Stoffes in Arithmetik, Planimetrie und Stereometrie, an
+welche sich ein, verschiedene Beispiele enthaltender Theil anschliesst,
+konnten im ersten Augenblicke den Gedanken aufkommen lassen, dass wir es
+vielleicht mit einem Lehrbuche der Mathematik zu thun haben. Der Umstand
+jedoch, dass der Papyrus nur die Zusammenstellung, allerdings eine in
+gewissem Grade systematische Zusammenstellung von Aufgaben nebst ihren
+Loesungen und den zugehoerigen Proben ist, ohne dass Definitionen oder
+Lehrsaetze und Beweise vorkommen wuerden, liess den Papyrus wiederum als
+eine Aufgabensammlung, als ein Anleitungsbuch fuer Praktiker erscheinen.
+Man ist noch weiter gegangen, und stellte die Ansicht auf, der Autor habe
+bei Abfassung dieser Schrift vorzueglich an Landleute, welchen die Theorie
+unzugaenglich war, gedacht. Daraufhin weise nicht nur die Formulirung des
+groessten Theiles der Aufgaben, welche Verhaeltnisse und Beduerfnisse der
+Landwirthschaft beruecksichtigen, sondern auch der Schlusssatz des Papyrus,
+welcher sagt: "Fange das Ungeziefer und die Maeuse, (vertilge) das
+verschiedenartige Unkraut, bitte Gott *Ra* um Waerme, Wind und hohes
+Wasser".
+
+Dass wir es nicht mit einem Handbuche, welches dem damaligen Standpunkte
+der mathematischen Wissenschaften in Aegypten entsprechen muesste, zu thun
+haben, ergibt sich nicht nur aus dem schon hervorgehobenen Mangel an
+Definitionen, Lehrsaetzen und Beweisen, ja es fehlt selbst jede Erklaerung,
+sondern auch aus dem Umstaende, dass neben der richtigen Loesung einzelner
+Aufgaben die unrichtigen oder unvollendeten Loesungen derselben oder
+aehnlicher Aufgaben, sowie manche Wiederholungen vorkommen. Nur nebenbei
+verweisen wir darauf, dass in einem Handbuche unzweifelhaft wenigstens
+Anklaenge an die erste der Wissenschaften des Alterthums, an die
+Astronomie, zu finden sein muessten. Doch ist von diesem Theile der
+Mathematik im Papyrus nicht die geringste Spur zu finden. Aufklaerungen
+ueber den wahren Charakter des Originals unseres Papyrus, und eine viele
+Wahrscheinlichkeit besitzende Vermuthung ueber die Entstehung der uns
+beschaeftigenden Abschrift, verdanken wir dem Scharfsinne des franzoesischen
+Aegyptologen Eugene *Revillout*.(32)
+
+Bei richtiger Erwaegung des Umstandes, dass oft auf ein fehlerlos geloestes
+Beispiel, falsche Loesungen aehnlicher Beispiele folgen, welchen sich dann
+gewoehnlich eine Reihe von Uebungsrechnungen anschliesst, Rechnungen die
+einem Schulpensum in hohem Grade aehnlich sehen, bei Betrachtung der
+Thatsache ferner, wie ein und dasselbe Zahlenbeispiel oft einigemal und
+zwar so behandelt wird, dass der Reihe nach die vorkommenden Zahlenwerthe
+als die berechneten Resultate erscheinen, draengt sich uns mit *Eugene
+Revillout* die Ueberzeugung auf, dass wir es mit dem Uebungs- oder
+Aufgabenhefte eines Zoeglings jener Unterrichtshaeuser (a.sbo) zu thun
+haben, wie deren in so manchem Papyrus Erwaehnung geschieht, und in denen
+die Schueler, welche spaeter Landwirthe, Verwalter, Feldmesser oder
+Constructeure werden wollten, mit den fuer ihre kuenftige Laufbahn
+notwendigen Rechnungsoperationen vertraut gemacht wurden. Da dieses
+Schulheft selbstverstaendlich nicht fuer die Oeffentlichkeit bestimmt sein
+konnte, so traegt es auch thatsaechlich keinen Autornamen und keine
+Jahresangabe; denn, was die in der Einleitung bezueglich der Zeitperiode,
+in welcher das Original entstanden sein sollte, gemachte Erwaehnung
+betrifft, so ist mehr als wahrscheinlich, dass dieselbe von dem
+Abschreiber *Aahmes* herruehrt, welcher das Original einige Jahrhunderte
+nach seiner Entstehung auffand, und dasselbe, der Mathematik gewiss ganz
+unkundig, sammt allen Fehlern abschrieb, zu diesen noch neue hinzufuegend.
+Nachdem *Aahmes* aus der Aehnlichkeit der Schriftart des mathematischen
+Heftes mit der Schrift anderer ihm bekannten Papyri auf das Alter des
+ersteren einen im Ganzen und Grossen nicht unrichtigen Schluss gezogen
+haben mochte, so koennen wir das Ende, vielleicht auch die Mitte des
+dritten Jahrtausends v. Chr. G. als jene Zeit betrachten, in welcher das
+Original der Abschrift entstanden sein duerfte. Ob *Aahmes* die Abschrift
+mit der viel versprechenden Einleitung und der zugleich praktischen und
+gottesfuerchtigen Schlussregel in der Absicht versehen hatte, um sie an
+irgend einen einfachen aegyptischen Landmann um gutes Geld anzubringen,
+lassen wir dahingestellt, und wiederholen nur unsere Uebereinstimmung mit
+der Ansicht, dass das Original des Papyrus neben den von einem Lehrer der
+Mathematik herruehrenden Musterbeispielen, die sehr oft verunglueckten
+Uebungen eines Schuelers enthaelt, eines Schuelers ueberdies, der nicht zu den
+hervorragenden seiner Glasse gehoert haben mochte. Und wie kostbar ist
+dennoch dieses altaegyptische Schulheft! Wenn wir in aller Eile eine Skizze
+seines Inhaltes vorfuehren sollen, so muessen wir zunaechst die sich auf acht
+Columnen der oben erwaehnten Einleitung anschliessende Theilung der Zahl 2
+durch die Zahlen von 3 bis 99 erwaehnen; jeder auftretende Bruch erscheint
+in zwei bis vier sogenannte Stammbrueche, Brueche mit dem Zaehler Eins,
+zerlegt, und sind die Nenner der letzteren meist gerade Zahlen mit einer
+groesseren Divisorenanzahl. Im Anschluss an diese Tabelle finden wir sechs
+Beispiele, in denen in Form von Brodvertheilungen die Division der Zahlen
+l, 3, 6, 7, 8 und 9 durch die Zahl 10 gelehrt wird, und es folgt hierauf
+in 17 Beispielen die sogenannte Sequem- oder Ergaenzungsrechnung, in
+welcher es sich darum handelt, Zahlenwerthe zu finden, die mit gegebenen
+Werthen durch Addition oder Multiplication verbunden, andere gegebene
+Zahlenwerthe liefern. Die naechsten 15 Beispiele gehoeren der sogenannten
+*Haurechnung* an, und finden wir in diesem Abschnitte die Loesungen
+linearer Gleichungen mit einer Unbekannten. Zwei weitere, der sogenannten
+*Tunnu-* oder Unterschiedsrechnung angehoerige Beispiele belehren uns
+darueber, dass den alten Aegyptern der Begriff arithmetischer Reihen nicht
+fremd war. Es folgen nun sieben Beispiele ueber Volumetrie, ebensoviele
+ueber Geometrie und fuenf Beispiele ueber Berechnungen von Pyramiden, also 19
+Aufgaben ueber die wir spaeter noch einige Worte sagen muessen.
+
+Hieran schliessen sich endlich dreiundzwanzig verschiedenen Materien
+entlehnte, Fragen des buergerlichen Lebens betreffende Beispiele, wie die
+Berechnung des Werthes von Schmuckgegenstaenden, abermals Vertheilungen von
+Broden oder von Getreide, Bestimmung des auf einen Tag entfallenden
+Theiles eines Jahresertrages, Berechnungen von Arbeitsloehnen,
+Nahrungsmitteln sowie des Futters fuer Gefluegelhoefe. Einer besonderen
+Ankuendigung werth erscheinen uns in dieser letzten Abtheilung zwei
+Beispiele; das eine derselben(33) laesst keinen Zweifel darueber aufkommen,
+dass den alten Aegyptern die Theorie der arithmetischen Progressionen
+vollkommen gelaeufig war, waehrend wir in dem zweiten(34) unter der
+Aufschrift "eine Leiter" die geometrische Progression von 7 hoch 1 bis 7
+hoch 5 nebst deren Summe vorfinden, wobei die einzelnen Potenzen eigene
+Namen: an, Katze, Maus, Gerste, Maass zu fuehren scheinen.
+
+Nicht unbemerkt lassen wir endlich die in den Haurechnungen auftretende
+Benuetzung mathematischer Zeichen; so nach links oder rechts
+ausschreitender Beine fuer Addition und Subtraction, drei horizontale
+Pfeile fuer Differenz, sowie endlich ein besonderes, dem unseren nicht
+unaehnliches Gleichheitszeichen.
+
+Aus dem geometrischen Theile heben wir zunaechst, der Anordnung des Papyrus
+nicht folgend, die Flaechenberechnungen von Feldern hervor. Die
+vorkommenden Beispiele beziehen sich auf quadratische, rechteckige,
+kreisrunde und trapezfoermige Felder, deren Flaecheninhalte aus ihren
+Laengenmaassen bestimmt werden. Nachdem in den Aufgaben ueber die Berechnung
+des Fassungsvermoegens von Fruchtspeichern mit quadratischer Grundflaeche
+diese letztere gefunden wird durch Multiplication der Maasszahl der Seite
+mit sich selbst, kann es gar keinem Zweifel unterliegen, dass auch die
+Flaeche des Rechteckes durch Multiplication der Maasszahlen zweier
+zusammenstossender Seiten erhalten wurde, da die Erkenntniss der
+Richtigkeit der einen Bestimmungsart, jene der Richtigkeit der anderen
+involvirt.
+
+Schon die Betrachtung solcher Proportionalmaassstaebe, wie wir sie im Grabe
+*Belzoni* bemerken konnten, haette die alten Aegypter, die mit Gleichungen
+und arithmetischen Reihen umzugehen wussten, auf die Bestimmung der Flaeche
+eines Rechteckes aus seinen beiden Seitenlaengen mit Nothwendigkeit fuehren
+muessen, und werden wir uns durch den Umstand, dass im Papyrus der
+diesbezueglichen Aufgabe eine zu ihr nicht gehoerige Loesung beigefuegt ist,
+durchaus nicht beirren lassen.
+
+Von hohem Interesse ist die, an mehreren Stellen des Papyrus vorkommende
+Methode der Flaechenberechnung eines Kreises, welche zeigt, dass die alten
+Aegypter mit ziemlicher Annaeherung den Kreis zu quadriren wussten, in der
+That zu quadriren, weil sie aus dem Durchmesser eine Laenge ableiten,
+welche als Seite ein Quadrat liefert, dessen Flaeche jener des Kreises
+gleichgesetzt wurde. Da sie acht Neuntel des Durchmessers zur Seite jenes
+Quadrates machten, so entspricht dies einem Werthe der Ludolphischen Zahl,
+welcher dem richtigen Werthe gegenueber um nicht ganz zwei Hundertstel (um
+0,018901) zu hoch gegriffen erscheint; fuer das dritte Jahrtausend
+v. Chr. G. und im Vergleiche zu dem Werth pi = 3 der Babylonier, und noch
+mehr im Vergleiche zu dem Werthe pi = 4 spaeterer roemischer Geometer,
+jedenfalls eine nicht zu unterschaetzende Annaeherung an den richtigen
+Werth.
+
+Eine Aufgabe behandelt die Flaechenbestimmung des Dreieckes, wobei das
+Resultat als das Product zweier Seitenlaengen gefunden wird. Die hier
+beigefuegte Figur(35), welche in Wirklichkeit ein ungleichseitiges
+langgestrecktes Dreieck darstellt, kann ebensowohl als die verfehlte
+Zeichnung eines rechtwinkligen wie auch eines gleichschenkligen Dreieckes
+betrachtet werden.
+
+Letztere Annahme ist von *Eisenlohr* gemacht und von *Cantor*(36)
+acceptirt worden. Darnach wuerde sich die Methode der Dreiecksberechnung
+der alten Aegypter nur als eine Naeherungsmethode darstellen, und ist auch
+von beiden genannten Gelehrten der begangene, in diesem Falle in der That
+nicht bedeutende Fehler ermittelt worden.
+
+Wir sind dagegen mit Revillout anderer Meinung.
+
+Mit Ruecksicht auf den von uns klar erkannten Charakter des Originales des
+Papyrus als eines sehr ungenauen Collegienheftes, dessen Rechnungen
+ebensosehr wie die vorkommenden Zeichnungen von der Mittelmaessigkeit
+seines Zusammenstellers beredtes Zeugniss ablegen, zweifeln wir keinen
+Augenblick, dass die fragliche Figur ein rechtwinkliges Dreieck
+vorzustellen hatte. Die mangelhafte Schuelerzeichnung ist durch den
+Copisten *Aahmes* nur noch schlechter geworden. Dass ein rechtwinkliges
+Dreieck gemeint sein soll, erkennt man uebrigens auch aus dem Umstande,
+dass in der Figur die Maasszahlen der multiplicirten Seiten bei den
+Schenkeln des, vom rechten Winkel nur wenig differirenden Winkels
+angesetzt sind, wo doch, wenn es sich haette um ein gleichschenkliges
+Dreieck handeln sollen die Maasszahl der Schenkel in der Figur gewiss bei
+beiden Schenkeln zu finden waere. Dieselben Gruende bestimmen uns zu der
+Annahme, dass die im Papyrus befindliche Flaechenberechnung eines Trapezes
+eine vollkommen richtige ist, indem es sich auch hier nur um ein Trapez
+handeln kann, dessen zwei parallelen Seiten auf einer der nicht parallelen
+Seiten senkrecht stehen. Und warum sollten denn die alten Aegypter nicht
+die richtige Art der Flaechenberechnung auch beliebiger Dreiecke gekannt
+haben?
+
+Konnte man einmal die Flaeche eines Rechteckes genau bestimmen, so musste
+sich durch einfache Anschauung eines, durch eine Diagonale zerlegten
+Rechteckes, von selbst die Regel zur Flaechenbestimmung des rechtwinkligen
+Dreieckes ergeben; und wurde nun ein beliebiges schiefwinkliges Dreieck
+durch ein Hoehenperpendikel in zwei rechtwinklige zerlegt, so war nichts
+leichter als die allgemeine Regel zur Bestimmung der Dreieckflaeche aus
+Basis und Hoehe (tepro und merit) zu entwickeln. Dass die Gewinnung des
+Hoehenperpendikels sowohl bei Constructionen als auch auf dem Felde den
+alten Aegyptern nicht unmoeglich war, folgt zunaechst aus der grossen
+Bedeutung der Winkelmaasses (hapt) fuer alle Operationen der praktischen
+Geometer Aegyptens. Nicht nur, dass wir in vielen aegyptischen Documenten
+das Winkelmaass erwaehnt finden, sieht man auch Koenige abgebildet, das
+Winkelmaass in der Hand, welches von ihnen vielleicht in derselben Weise
+durch symbolische Benuetzung geehrt wurde, wie der Kaiser von China
+alljaehrlich einmal den Pflug zu fuehren pflegt. Ein solches Winkelmaass
+sieht man uebrigens auch auf einem Wandgemaelde abgebildet, das eine
+Schreinerwerkstaette darstellt,(37) und es unterliegt keinem Zweifel, dass
+dasselbe ebensowohl zur Anlegung rechter Winkel als zum Faellen von
+Senkrechten benuetzt worden ist. Aber auch auf freiem Felde musste den
+Aegyptern die Construction rechter Winkel gelaeufig sein; sowohl die
+Pyramiden als auch die aegyptischen Tempel sind vollkommen orientirt, und
+wurde, wie uns alte Inschriften(38) belehren, die Orientirung in
+festlicher Weise vom Koenige unter Beihilfe der Bibliotheksgoettin *Safech*
+vollzogen, mit den Worten: "Ich habe gefasst den Holzpflock und den Stiel
+des Schlaegels, ich halte den Strick gemeinschaftlich mit der Goettin
+*Safech*. Mein Blick folgt dem Gange der Gestirne. Wenn mein Auge an dem
+Sternbilde des grossen Baeren angekommen ist, und erfuellt ist der mir
+bestimmte Zeitabschnitt der Zahl der Uhr, so stelle ich auf die Eckpunkte
+Deines Gotteshauses."
+
+In welchem Maasse bei diesen Operationen die von *Demokritos* so
+hochgestellten *Harpedonapten* oder Seilspanner betheiligt waren, hat
+*Cantor*(39) in hoechst scharfsinniger Weise zu beleuchten versucht, und es
+erscheint auch uns wahrscheinlich, dass sich die alten Aegypter beim
+Construiren rechter Winkel sowie beim Faellen von Senkrechten auf dem
+Felde, der Thatsache bedienten, dass der eine Winkel in einem, die
+Seitenlaengen drei, vier und fuenf besitzenden Dreiecke, ein rechter Winkel
+sein muesse. Musste ja doch dieser Satz seit unvordenklichen Zeiten auch
+den Chinesen bekannt sein, da wir ihn in der bei ihnen so beruehmten
+Schrift _Tschiu-pi_ finden, welche mehrere Jahrhunderte v. Chr. G.
+entstanden, auf den Kaiser *Tschiu-Kung* also in das Jahr 1100 v. Chr. G.
+etwa zurueckgefuehrt wird.(40) Uebrigens konnten directe Messungsversuche an
+diagonalen Linien in den Proportionalmaassstaeben sowohl zu dem erwaehnten
+als auch noch zu anderen rechtwinkligen Dreiecken mit rationalen
+Seitenlaengen gefuehrt haben, und scheint uns die Moeglichkeit nicht
+ausgeschlossen, dass der beruehmte und beruechtigte Satz des *Pythagoras*
+ueber die Quadrate der Katheten und der Hypothenuse einer eingehenden
+Untersuchung solcher Proportionalmaassstaebe entsprungen ist.
+
+Wenn wir nun einerseits behaupten, dass die alten Aegypter nicht nur die
+Flaeche des Kreises, des Quadrates, des Rechteckes, des rechtwinkligen
+sowie des schiefen Dreieckes, und unter Zuhilfenahme der Zerlegungen auch
+die Flaechen beliebiger Polygone theoretisch genau zu bestimmen im Stande
+waren, mit Ausnahme der auch fuer uns eine solche bildenden Kreisflaeche, so
+muss doch anderseits zugestanden werden, dass man sich bei praktischen
+Anwendungen mit Naeherungen begnuegte, welche im Laufe der Zeiten so
+ausarteten, dass der Gebrauch falscher Regeln ein allgemeiner wurde.
+
+Am linken Nilufer in der Mitte zwischen *Theben* und *Assuan* liegt
+*Edfu*, das alte *Appollinopolis Magna* mit einem stattlichen Tempelbau
+aus den Zeiten der Ptolomaeer. Der Tempel, hauptsaechlich dem Gotte *Horus*
+geweiht, ist mit einer freistehenden Umfassungsmauer umgeben,(41) deren
+Ostseite zwischen dem Brunnenthore und dem oestlichen Pylonfluegel eine
+Inschrift traegt, welche uns auf acht Feldern und in hundertvierundsechzig
+Columnen(42) eine Schenkungsurkunde des Koenigs *Ptolomaeus XI. Alexander
+I.* (mit dem Beinamen *Philometor*) bekannt gibt. Das Geschenk, welches
+hier *Horus* und den uebrigen Goettern von *Edfu* verliehen wird, besteht
+aus einer Anzahl von meist viereckigen Aeckern, deren vier Seitenlaengen
+nebst Flaecheninhalten angegeben erscheinen.
+
+Da jeder der vorkommenden Flaecheninhalte identisch ist mit dem Producte
+der arithmetischen Mittel der beiden Gegenseitenpaare, so wurde nach
+*Lepsius* die Vermuthung aufgestellt, die alten Aegypter haetten, um
+Vierecke bei der Flaechenbestimmung annaehernd wie Rechtecke behandeln zu
+koennen, den Unterschied der Gegenseiten dadurch auszugleichen gesucht,
+dass sie die arithmetischen Mittel derselben in Rechnung zogen.
+
+Bei sehr vielen der in der *Edfu*er Schenkungsurkunde vorkommenden
+Vierecke ist der Unterschied je zweier Gegenseiten entweder Null oder
+verhaeltnissmaessig so klein, dass man den betreffenden Vierecken eine vom
+Rechtecke wenig verschiedene Gestalt beilegen kann, und die erhaltenen
+Resultate somit eine ziemliche Annaeherung an den richtigen Flaechenwerth
+darstellen duerften, nach dem man mit Ruecksicht auf die bei *Sesostris*
+bemerkte Eintheilung des Landes in Rechtecke voraussetzen darf, gerade
+diese oder eine ihr zunaechst kommende Form der Felder sei die auch damals
+schon beliebte gewesen.
+
+Doch kommen auch Vierecke vor, wo der Laengenunterschied der Gegenseiten
+ein bemerkenswerther ist; ja es werden auch Dreiecke als Vierecke mit
+einer verschwindenden Seite behandelt, so dass der begangene Fehler in
+manchen Faellen ein nicht unbedeutender ist.
+
+Nur nebenbei bemerken wir, dass man dieselbe unrichtige Flaechenformel fuer
+das Viereck erhaelt, wenn man dasselbe zunaechst durch eine Diagonale in
+zwei Dreiecke zerlegt, auf jedes dieser Dreiecke die unrichtige
+Flaechenformel, die den Inhalt als das halbe Product der beiden Seiten
+liefert, anwendet, die beiden so erhaltenen Dreiecksflaechen addirt und
+dann aus dieser Summe und jener, welche man bei dem aehnlichen Vorgange
+durch Zerlegung mittelst der zweiten Diagonale erhaelt, das arithmetische
+Mittel construirt.
+
+Nimmt man mit *Eisenlohr* und *Cantor* an, dass die Aegypter die
+Dreiecksflaeche wirklich dem halben Producte zweier Seiten gleichsetzten,
+so steht man vor der Frage, warum nicht in derselben Art die Flaechen der
+in der *Edfu*er Schenkungsurkunde auftretenden Dreiecke bestimmt
+erscheinen?
+
+Uebrigens wolle man sich darueber nicht wundern, dass es ueberhaupt moeglich
+war, die Flaechenberechnungen im praktischen Leben nach einer so falschen
+Methode durchzufuehren. Wissen wir doch, dass im Alterthume, zur Zeit
+*Platon*s, einer der gebildetsten Maenner, einer der hervorragendsten
+Geschichtschreiber, dass *Thukydides*(43) in seiner Unkenntniss der
+Beziehung zwischen Flaecheninhalt und Umfang, die Flaeche einer Insel nach
+der zu ihrer Umschiffung nothwendigen Zeit zu bestimmen suchte; in der
+Geometrie *Gerbert*'s,(44) des nachmaligen Papstes *Silvester II.* finden
+wir, 1000 Jahre nach Chr. G., die Flaeche eines gleichschenkligen Dreieckes
+durch Multiplication des Schenkels mit der halben Basis berechnet, wo doch
+schon *Hero von ** Alexandrien*(45) 1100 Jahre frueher die richtige Formel
+fuer diese Berechnung kennt.
+
+Wir beruehren diese Thatsachen, und koennten noch eine ganze Reihe aehnlicher
+Beispiele anfuehren, nur um zu zeigen, wie uebereilt es waere, aus den oft
+nur schwache Annaeherungen liefernden Berechnungen der *Edfu*er
+Schenkungsurkunde schliessen zu wollen, die richtigen Methoden seien den
+in die Wissenschaften eingeweihten aegyptischen Priestern nicht bekannt
+gewesen.
+
+Doch zurueck zum Papyrus *Rhind*.
+
+Wir uebergehen die Inhaltsbestimmungen von Fruchthaeusern, bei denen der
+Inhalt durch Multiplication einer Flaeche mit einer Laenge bestimmt wird,
+weil wir es fuer muessig halten, Eroerterungen darueber anzustellen, welche
+Flaechen und Laengen hiebei gemeint sind, so lange uns ueber die Form jener
+Fruchthaeuser oder Speicher nichts bekannt ist.
+
+Dagegen erwecken die im Papyrus vorkommenden Pyramiden-Berechnungen das
+hoechste Interesse, besonders nach den glaenzenden Untersuchungen, welchen
+*Revillout* diesen Gegenstand unterzogen hat, und deren Resultate wir,
+entgegen der von *Eisenlohr* ausgesprochenen und auch von *Lepsius*(46)
+acceptirten Ansicht als solche betrachten, welche in einfacher und
+natuerlicher Weise die sogenannte *Seket*-Rechnung der alten Aegypter
+beleuchten.
+
+Es wird in diesen Rechnungen die Boeschung der Seitenflaechen einer
+quadratischen Pyramide dadurch fixirt, dass jener Theil der Laenge eines
+der beiden gleichlangen Schenkel des Winkelmaasses berechnet wird, der
+sich zur Laenge des anderen Schenkels so verhaelt, wie die halbe Laenge der
+Basisseite der quadratischen Pyramide zur Hoehe derselben.
+
+Zu dem Behufe war der eine der beiden Schenkel des Winkelmaasses in eine
+gewisse Anzahl gleich grosser Theile getheilt, waehrend der andere
+Schenkel, der Pyramidenhoehe entsprechend, und als Einheit betrachtet,
+ungetheilt blieb.
+
+Um nun den sogenannten *Seket* zu bestimmen, wurde die halbe Laenge der
+Basisseite durch die Pyramidenhoehe dividirt und mit dem erhaltenen
+Quotienten die Anzahl der Theile des horizontalen, getheilten Schenkels
+des Winkelmaasses multiplicirt.
+
+Es war somit der Seket (welcher in derselben Art fuer einen geraden
+Kreiskegel aus dem Durchmesser der Basis und der Hoehe bestimmt erscheint)
+als Verhaeltniss aufgefasst, die goniometrische Cotangente des
+Neigungswinkels der Seitenflaeche der Pyramide, respective der Kegelkante
+zur Basis.
+
+Wenn wir selbstverstaendlich weit davon entfernt sind, hierin vielleicht
+Anfaenge der Trigonometrie sehen zu wollen, so erkennen wir doch
+anderseits, dass den alten Aegyptern auch die Lehre proportionaler Linien,
+wenigstens in ihren Anwendungen, bekannt gewesen sein musste, und
+erscheint uns auch der am Eingange erwaehnte Ausspruch ueber die dem
+Milesier *Thales* zugeschriebene Hoehenmessung der Pyramiden als ein ganz
+glaubwuerdiger, wenn wir sehen, wie im Papyrus von den drei Werthen: Basis,
+Hoehe, Seket, jeder aus den beiden anderen berechnet erscheint.
+
+Fassen wir nun die Ergebnisse unserer Betrachtungen zusammen, so muessen
+wir aus der quellenmaessig erwiesenen grossen Bewunderung, welche die
+ausgesprochen geometrisch hochentwickelten Griechen den aegyptischen
+Geometern rueckhaltlos zollten, wir muessen aus der unanfechtbaren
+Thatsache, dass griechische Geometer den Grund zu ihren Kenntnissen und
+Entdeckungen in Aegypten suchten und fanden, wir muessen im Hinblicke auf
+das, aus der nun vollends entzifferten[42] *Edfu*er Schenkungsurkunde sich
+mit Sicherheit ergebende ausgebreitete und fest organisirte Katasterwesen
+der alten Aegypter, welches zugleich mit den zahlreichen, dem oeffentlichen
+Leben dienenden Land- und Wasserbauten auf eine verhaeltnissmaessig
+bedeutend entwickelte Vermessungskunde hinweist, wir muessen endlich aus
+dem von uns besprochenen Papyrus, der sich als eine ungenaue Abschrift
+eines mangelhaften, aus dem dritten Jahrtausend vor Chr. G. stammenden,
+mathematischen Collegien- oder Aufgabenheftes erweist, und aus dessen
+Vorhandensein sich fast mit Gewissheit auf damals existirende, neben den
+Regeln auch ihre Ableitungen enthaltende Lehrbuecher schliessen laesst, wir
+koennen und muessen aus allen diesen Umstaenden den allgemeinen Schluss
+ziehen, dass bereits drei Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung sowohl die
+arithmetischen, als auch die geometrischen Kenntnisse der Aegypter, einen
+fuer dieses Zeitalter bedeutenden Grad der Entwicklung besassen.
+
+Insbesondere koennen wir in jenen fernen Zeiten eine staunenswerth
+weitgehende Annaeherung bei der Berechnung der Kreisflaeche beobachten, wir
+finden mit vollstaendiger Sicherheit richtige Flaechenbestimmungen des
+Quadrates, Rechteckes und des rechtwinkligen Dreieckes; hoechst
+wahrscheinlich auch richtige Bestimmungen der Flaechen schiefwinkliger
+Dreiecke und Vierecke, welche im praktischen Leben durch leichter zu
+handhabende Annaeherungsformeln ersetzt wurden; wir sehen Bestimmungen des
+Rauminhaltes durch ihre Dimensionen gegebener Koerper und erkennen die
+Anfaenge der Aehnlichkeitslehre.
+
+Was das geometrische Zeichnen betrifft, so kennen wir schon die
+Construction der frueher beobachteten regelmaessigen Figuren und duerfen
+weiter vermuthen, dass die Anlegung rechter Winkel und das Faellen von
+Senkrechten sowohl mittelst des Winkelmaasses als auch mittelst rationaler
+rechtwinkliger Dreiecke bekannt, und die Zerlegung gegebener Flaechen
+behufs ihrer Inhaltbestimmung in allgemeiner Verwendung war.
+
+Gewiss werden auch theoretische Resultate bekannt gewesen sein; so die
+Haelftung des Kreises durch seinen Durchmesser, die sich aus der
+besprochenen Seketrechnung von selbst ergebende Winkelgleichheit an der
+Basis gleichschenkliger Dreiecke und gleichseitiger quadratischer
+Pyramiden, und wohl noch manches Andere.
+
+Moege es gelingen, durch Auffindung neuer, sowie durch Entzifferung der,
+noch ihrer Erklaerung harrenden Denkmale und Schriften, von welchen
+letzteren, Dank der hohen Munificenz des Erlauchten Curators unserer
+Akademie, auch Wien eine imposante Zahl aufweisen kann, moege es so
+gelingen noch weitere Anhaltspunkte fuer die Kenntniss der mathematischen
+Thaetigkeit des uns bekannten aeltesten Culturvolkes, der Aegypter zu
+gewinnen!
+
+Diesen unseren Wunsch theilen gewiss Alle, denen die Erforschung der
+Culturgeschichte des menschlichen Geschlechtes nicht ohne Wichtigkeit
+erscheint!
+
+
+
+
+
+ 1 HERODOT, _Reisebericht_, II, 109.
+
+ 2 ISOKRATES, _Busiris_, c. 9.
+
+_ 3 Platonis__ Phaedrus_, ed. Ast. I. p. 246.
+
+ 4 ARISTOTELES, _Metaph. I_, 1.
+
+ 5 DIODOR, I, 69.
+
+ 6 Herodot l. c.
+
+_ 7 Heronis Alexandr.__ geom. et stereom. reliquiae_, ed. Hultsch. p.
+ 138.
+
+ 8 DIODOR, I, 81.
+
+ 9 STRABON, ed. Meinike, lib. XVII, C. 787, p. 1098.
+
+_ 10 Eudemi Rhodii__ Peripatetici fragmenta quae supersunt_. ed. L.
+ Spengel. Berlin 1870.
+
+_ 11 Procl.__ comment._ ed. Rasil. p. 19; _Barocius_ p. 37.
+
+ 12 ISOKRATES, _Busiris_, cap. 11.
+
+ 13 STRABON, XIV, 1. 16.
+
+ 14 PORPHYRIUS, _De vita Pythagorae_ cap. 7; DIOGENES LAERTIUS, VIII, 3.
+
+ 15 DIODOR, I, c. 96.
+
+ 16 PROKLOS, ed. Friedlein, 250, 299, 352, 157.
+
+ 17 DIOGENES LAERTIUS, I, 27. PLINIUS, _Hist. nat._ XXXVI, 12, 17.
+
+ 18 PLUTARCH, ed. Didot. Vol. 2, III, p. 174.
+
+ 19 DIOGENES LAERTIUS I, 24--25.
+
+ 20 MONTUCLA, _Hist. d. math._ 2. edit. t. I, p. 49.
+
+ 21 BRETSCHNEIDER, _Die Geometrie und die Geometer vor Euklides_, p. 11.
+ Dem Werke Bretschneiders, sowie jenem CANTOR's: _Vorlesungen ueber
+ Geschichte der Mathematik_, sind die grundlegenden Gedanken
+ entnommen.
+
+ 22 CLEMENS ALEXANDRINUS, _Stromata_, ed. Potter, I, 357.
+
+ 23 THEON SMYRNAIOS, _lib. de astron._ ed. Martin, p. 272.
+
+ 24 PRISSE D'AVENNES, _Hist. de l'art Egypt. d'apres les monuments._
+
+ 25 WILKINSON, _Manners and customs of the ancient Egyptians_, III, p.
+ 313.
+
+ 26 CICERO, _De finibus bonorum ed malorum_ I, 6, 20.
+
+ 27 DIOGENES LAERTIUS IX, 47.
+
+ 28 CANTOR, _Vorlesungen ueber Geschichte der Mathematik_, I, p. 144--159
+ (Leipzig 1880).
+
+ 29 EISENLOHR, _Ein math. Handbuch der alten Aegypter_. Leipzig 1877.
+
+ 30 BIRCH, in Lepsius' _Zeitschrift fuer aegypt. Sprache und Alterthum_,
+ 1868, p. 108.
+
+ 31 LEPSIUS, _aegypt. Zeitschrift_, 1871, p. 63.
+
+ 32 REVILLOUT, EUGENE, _Revue Egyptologique_, 1881, Nr. II et III, p.
+ 304.
+
+ 33 EISENLOHR, _Ein math. Handbuch der alten Aegypter_. Nr. 64.
+
+ 34 ibid. Nr. 79.
+
+ 35 ibid. p. 125.
+
+ 36 CANTOR, _Vorlesungen aus der Geschichte der Mathematik_, I, p. 49.
+
+ 37 WILKINSON, _Manners and customs u. s. w._ III., p. 144.
+
+ 38 BRUGSCH, _Ueber Bau und Maasse des Tempels von __Edfu_ (_Zeitschrift
+ fuer aegypt. Sprache u. Alterth._ Bd. VIII.)
+
+ 39 CANTOR, _Vorlesungen u. s. w._ I, p. 55.
+
+ 40 ED. BIOT, _Journal Asiatique_, Paris 1841, I. Sem. p. 593.
+
+ 41 LEPSIUS, _Ueber eine hieroglyphische Inschrift am Tempel von
+ __Edfu_. _Abhandlung d. Acad. d. Wiss. in Berlin_, 1855, p. 69.
+
+ 42 BRUGSCH, _Thesaurus III_, Leipzig 1884.
+
+ 43 THUKYDIDES, ed. Rothe, VI. 1.
+
+ 44 ed. Olleris, Cap. LXX. p. 460.
+
+_ 45 Heronis Alexandrini__ geometricorum et stereometricorum reliquiae_
+ (ed. Hultsch, Berlin 1864).
+
+ 46 LEPSIUS, _Ueber die 6palmige grosse Elle von 7 kleinen Palmen Laenge
+ in dem "math. Handbuche" von Eisenlohr_. (_Zeitschrift f. aeg. Sp._
+ 1884. 1. Heft.)
+
+
+
+
+
+
+***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK UEBER DIE GEOMETRIE DER ALTEN AEGYPTER.***
+
+
+
+CREDITS
+
+
+March 13, 2008
+
+ Project Gutenberg TEI edition 01
+ * R. Stephan*
+
+
+
+A WORD FROM PROJECT GUTENBERG
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+
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+
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+
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+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
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+Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service.
+The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541.
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+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+concept of a library of electronic works that could be freely shared with
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