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You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Betrachtung + +Author: Franz Kafka + +Release Date: November 18, 2007 [EBook #23532] + +Language: German + +Character set encoding: ISO-8859-1 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK BETRACHTUNG *** + + + + +Produced by Jana Srna and the Online Distributed +Proofreading Team at http://www.pgdp.net + + + + + + + + + + FRANZ KAFKA + + BETRACHTUNG + + + + + MDCCCCXIII + + ERNST ROWOHLT VERLAG + + LEIPZIG + + + + + Dies Buch wurde in 800 numerierten + Exemplaren im November 1912 von der + Offizin Poeschel & Trepte gedruckt + No. + + + Copyright 1912 by Ernst Rowohlt Verlag, Leipzig + + + + + Für M. B. + + + + +INHALT + + +Kinder auf der Landstraße 1 + +Entlarvung eines Bauernfängers 17 + +Der plötzliche Spaziergang 27 + +Entschlüsse 32 + +Der Ausflug ins Gebirge 36 + +Das Unglück des Junggesellen 39 + +Der Kaufmann 42 + +Zerstreutes Hinausschaun 51 + +Der Nachhauseweg 53 + +Die Vorüberlaufenden 56 + +Der Fahrgast 59 + +Kleider 63 + +Die Abweisung 66 + +Zum Nachdenken für Herrenreiter 70 + +Das Gassenfenster 75 + +Wunsch, Indianer zu werden 77 + +Die Bäume 79 + +Unglücklichsein 80 + + + + +Kinder auf der Landstraße + + +Ich hörte die Wagen an dem Gartengitter vorüberfahren, manchmal sah ich +sie auch durch die schwach bewegten Lücken im Laub. Wie krachte in dem +heißen Sommer das Holz in ihren Speichen und Deichseln! Arbeiter kamen +von den Feldern und lachten, daß es eine Schande war. + +Ich saß auf unserer kleinen Schaukel, ich ruhte mich gerade aus zwischen +den Bäumen im Garten meiner Eltern. + +Vor dem Gitter hörte es nicht auf. Kinder im Laufschritt waren im +Augenblick vorüber; Getreidewagen mit Männern und Frauen auf den Garben +und rings herum verdunkelten die Blumenbeete; gegen Abend sah ich einen +Herrn mit einem Stock langsam spazieren gehn und paar Mädchen, die Arm +in Arm ihm entgegenkamen, traten grüßend ins seitliche Gras. + +Dann flogen Vögel wie sprühend auf, ich folgte ihnen mit den Blicken, +sah, wie sie in einem Atemzug stiegen, bis ich nicht mehr glaubte, daß +sie stiegen, sondern daß ich falle, und fest mich an den Seilen haltend +aus Schwäche ein wenig zu schaukeln anfing. Bald schaukelte ich stärker, +als die Luft schon kühler wehte und statt der fliegenden Vögel zitternde +Sterne erschienen. + +Bei Kerzenlicht bekam ich mein Nachtmahl. Oft hatte ich beide Arme auf +der Holzplatte und, schon müde, biß ich in mein Butterbrot. Die stark +durchbrochenen Vorhänge bauschten sich im warmen Wind, und manchmal +hielt sie einer, der draußen vorüberging, mit seinen Händen fest, wenn +er mich besser sehen und mit mir reden wollte. Meistens verlöschte die +Kerze bald und in dem dunklen Kerzenrauch trieben sich noch eine +Zeitlang die versammelten Mücken herum. Fragte mich einer vom Fenster +aus, so sah ich ihn an, als schaue ich ins Gebirge oder in die bloße +Luft, und auch ihm war an einer Antwort nicht viel gelegen. + +Sprang dann einer über die Fensterbrüstung und meldete, die anderen +seien schon vor dem Haus, so stand ich freilich seufzend auf. + +»Nein, warum seufzst Du so? Was ist denn geschehn? Ist es ein +besonderes, nie gut zu machendes Unglück? Werden wir uns nie davon +erholen können? Ist wirklich alles verloren?« + +Nichts war verloren. Wir liefen vor das Haus. »Gott sei Dank, da seid +Ihr endlich!« -- »Du kommst halt immer zu spät!« -- »Wieso denn ich?« +-- »Gerade Du, bleib zu Hause, wenn Du nicht mitwillst.« -- »Keine +Gnaden!« -- »Was? Keine Gnaden? Wie redest Du?« + +Wir durchstießen den Abend mit dem Kopf. Es gab keine Tages- und keine +Nachtzeit. Bald rieben sich unsere Westenknöpfe aneinander wie Zähne, +bald liefen wir in gleichbleibender Entfernung, Feuer im Mund, wie Tiere +in den Tropen. Wie Kürassiere in alten Kriegen, stampfend und hoch in +der Luft, trieben wir einander die kurze Gasse hinunter und mit diesem +Anlauf in den Beinen die Landstraße weiter hinauf. Einzelne traten in +den Straßengraben, kaum verschwanden sie vor der dunklen Böschung, +standen sie schon wie fremde Leute oben auf dem Feldweg und schauten +herab. + +»Kommt doch herunter!« -- »Kommt zuerst herauf!« -- »Damit Ihr uns +herunterwerfet, fällt uns nicht ein, so gescheit sind wir noch.« -- »So +feig seid Ihr, wollt Ihr sagen. Kommt nur, kommt!« -- »Wirklich? Ihr? +Gerade Ihr werdet uns hinunterwerfen? Wie müßtet Ihr aussehen?« + +Wir machten den Angriff, wurden vor die Brust gestoßen und legten uns +in das Gras des Straßengrabens, fallend und freiwillig. Alles war +gleichmäßig erwärmt, wir spürten nicht Wärme, nicht Kälte im Gras, nur +müde wurde man. + +Wenn man sich auf die rechte Seite drehte, die Hand unters Ohr gab, da +wollte man gerne einschlafen. Zwar wollte man sich noch einmal aufraffen +mit erhobenem Kinn, dafür aber in einen tieferen Graben fallen. Dann +wollte man, den Arm quer vorgehalten, die Beine schiefgeweht, sich gegen +die Luft werfen und wieder bestimmt in einen noch tieferen Graben +fallen. Und damit wollte man gar nicht aufhören. + +Wie man sich im letzten Graben richtig zum Schlafen aufs äußerste +strecken würde, besonders in den Knien, daran dachte man noch kaum und +lag, zum Weinen aufgelegt, wie krank auf dem Rücken. Man zwinkerte, wenn +einmal ein Junge, die Ellbogen bei den Hüften, mit dunklen Sohlen über +uns von der Böschung auf die Straße sprang. + +Den Mond sah man schon in einiger Höhe, ein Postwagen fuhr in seinem +Licht vorbei. Ein schwacher Wind erhob sich allgemein, auch im Graben +fühlte man ihn, und in der Nähe fing der Wald zu rauschen an. Da lag +einem nicht mehr soviel daran, allein zu sein. + +»Wo seid Ihr?« -- »Kommt her!« -- »Alle zusammen!« -- »Was versteckst Du +Dich, laß den Unsinn!« -- »Wißt Ihr nicht, daß die Post schon vorüber +ist?« -- »Aber nein! Schon vorüber?« -- »Natürlich, während Du geschlafen +hast, ist sie vorübergefahren.« -- »Ich habe geschlafen? Nein so etwas!« +-- »Schweig nur, man sieht es Dir doch an.« -- »Aber ich bitte Dich.« -- +»Kommt!« + +Wir liefen enger beisammen, manche reichten einander die Hände, den +Kopf konnte man nicht genug hoch haben, weil es abwärts ging. Einer +schrie einen indianischen Kriegsruf heraus, wir bekamen in die Beine +einen Galopp wie niemals, bei den Sprüngen hob uns in den Hüften der +Wind. Nichts hätte uns aufhalten können; wir waren so im Laufe, daß wir +selbst beim Überholen die Arme verschränken und ruhig uns umsehen +konnten. + +Auf der Wildbachbrücke blieben wir stehn; die weiter gelaufen waren, +kehrten zurück. Das Wasser unten schlug an Steine und Wurzeln, als wäre +es nicht schon spät abend. Es gab keinen Grund dafür, warum nicht einer +auf das Geländer der Brücke sprang. + +Hinter Gebüschen in der Ferne fuhr ein Eisenbahnzug heraus, alle +Coupées waren beleuchtet, die Glasfenster sicher herabgelassen. Einer +von uns begann einen Gassenhauer zu singen, aber wir alle wollten +singen. Wir sangen viel rascher als der Zug fuhr, wir schaukelten die +Arme, weil die Stimme nicht genügte, wir kamen mit unseren Stimmen in +ein Gedränge, in dem uns wohl war. Wenn man seine Stimme unter andere +mischt, ist man wie mit einem Angelhaken gefangen. + +So sangen wir, den Wald im Rücken, den fernen Reisenden in die Ohren. +Die Erwachsenen wachten noch im Dorfe, die Mütter richteten die Betten +für die Nacht. + +Es war schon Zeit. Ich küßte den, der bei mir stand, reichte den drei +Nächsten nur so die Hände, begann den Weg zurückzulaufen, keiner rief +mich. Bei der ersten Kreuzung, wo sie mich nicht mehr sehen konnten, bog +ich ein und lief auf Feldwegen wieder in den Wald. Ich strebte zu der +Stadt im Süden hin, von der es in unserem Dorfe hieß: + +»Dort sind Leute! Denkt Euch, die schlafen nicht!« + +»Und warum denn nicht?« + +»Weil sie nicht müde werden.« + +»Und warum denn nicht?« + +»Weil sie Narren sind.« + +»Werden denn Narren nicht müde?« + +»Wie könnten Narren müde werden!« + + + + +Entlarvung eines Bauernfängers + + +Endlich gegen 10 Uhr abends kam ich mit einem mir von früher her nur +flüchtig bekannten Mann, der sich mir diesmal unversehens wieder +angeschlossen und mich zwei Stunden lang in den Gassen herumgezogen +hatte, vor dem herrschaftlichen Hause an, in das ich zu einer +Gesellschaft geladen war. + +»So!« sagte ich und klatschte in die Hände zum Zeichen der unbedingten +Notwendigkeit des Abschieds. Weniger bestimmte Versuche hatte ich schon +einige gemacht. Ich war schon ganz müde. + +»Gehn Sie gleich hinauf?« fragte er. In seinem Munde hörte ich ein +Geräusch wie vom Aneinanderschlagen der Zähne. + +»Ja.« + +Ich war doch eingeladen, ich hatte es ihm gleich gesagt. Aber ich war +eingeladen, hinaufzukommen, wo ich schon so gerne gewesen wäre, und +nicht hier unten vor dem Tor zu stehn und an den Ohren meines Gegenübers +vorüberzuschauen. Und jetzt noch mit ihm stumm zu werden, als seien wir +zu einem langen Aufenthalt auf diesem Fleck entschlossen. Dabei nahmen +an diesem Schweigen gleich die Häuser rings herum ihren Anteil, und das +Dunkel über ihnen bis zu den Sternen. Und die Schritte unsichtbarer +Spaziergänger, deren Wege zu erraten man nicht Lust hatte, der Wind, der +immer wieder an die gegenüberliegende Straßenseite sich drückte, ein +Grammophon, das gegen die geschlossenen Fenster irgendeines Zimmers +sang, -- sie ließen aus diesem Schweigen sich hören, als sei es ihr +Eigentum seit jeher und für immer. + +Und mein Begleiter fügte sich in seinem und -- nach einem Lächeln -- +auch in meinem Namen, streckte die Mauer entlang den rechten Arm +aufwärts und lehnte sein Gesicht, die Augen schließend, an ihn. + +Doch dieses Lächeln sah ich nicht mehr ganz zu Ende, denn Scham drehte +mich plötzlich herum. Erst an diesem Lächeln also hatte ich erkannt, daß +das ein Bauernfänger war, nichts weiter. Und ich war doch schon Monate +lang in dieser Stadt, hatte geglaubt, diese Bauernfänger durch und durch +zu kennen, wie sie bei Nacht aus Seitenstraßen, die Hände vorgestreckt, +wie Gastwirte uns entgegentreten, wie sie sich um die Anschlagsäule, bei +der wir stehen, herumdrücken, wie zum Versteckenspielen und hinter der +Säulenrundung hervor zumindest mit einem Auge spionieren, wie sie in +Straßenkreuzungen, wenn wir ängstlich werden, auf einmal vor uns schweben +auf der Kante unseres Trottoirs! Ich verstand sie doch so gut, sie waren +ja meine ersten städtischen Bekannten in den kleinen Wirtshäusern gewesen, +und ich verdankte ihnen den ersten Anblick einer Unnachgiebigkeit, die +ich mir jetzt so wenig von der Erde wegdenken konnte, daß ich sie schon +in mir zu fühlen begann. Wie standen sie einem noch gegenüber, selbst +wenn man ihnen schon längst entlaufen war, wenn es also längst nichts +mehr zu fangen gab! Wie setzten sie sich nicht, wie fielen sie nicht +hin, sondern sahen einen mit Blicken an, die noch immer, wenn auch nur +aus der Ferne, überzeugten! Und ihre Mittel waren stets die gleichen: +Sie stellten sich vor uns hin, so breit sie konnten; suchten uns +abzuhalten von dort, wohin wir strebten; bereiteten uns zum Ersatz eine +Wohnung in ihrer eigenen Brust, und bäumte sich endlich das gesammelte +Gefühl in uns auf, nahmen sie es als Umarmung, in die sie sich warfen, +das Gesicht voran. + +Und diese alten Späße hatte ich diesmal erst nach so langem Beisammensein +erkannt. Ich zerrieb mir die Fingerspitzen an einander, um die Schande +ungeschehen zu machen. + +Mein Mann aber lehnte hier noch wie früher, hielt sich noch immer für +einen Bauernfänger, und die Zufriedenheit mit seinem Schicksal rötete +ihm die freie Wange. + +»Erkannt!« sagte ich und klopfte ihm noch leicht auf die Schulter. +Dann eilte ich die Treppe hinauf und die so grundlos treuen Gesichter +der Dienerschaft oben im Vorzimmer freuten mich wie eine schöne +Überraschung. Ich sah sie alle der Reihe nach an, während man mir den +Mantel abnahm und die Stiefel abstaubte. Aufatmend und langgestreckt +betrat ich dann den Saal. + + + + +Der plötzliche Spaziergang + + +Wenn man sich am Abend endgültig entschlossen zu haben scheint, zu +Hause zu bleiben, den Hausrock angezogen hat, nach dem Nachtmahl beim +beleuchteten Tische sitzt und jene Arbeit oder jenes Spiel vorgenommen +hat, nach dessen Beendigung man gewohnheitsgemäß schlafen geht, wenn +draußen ein unfreundliches Wetter ist, welches das Zuhausebleiben +selbstverständlich macht, wenn man jetzt auch schon so lange bei Tisch +stillgehalten hat, daß das Weggehen allgemeines Erstaunen hervorrufen +müßte, wenn nun auch schon das Treppenhaus dunkel und das Haustor +gesperrt ist, und wenn man nun trotz alledem in einem plötzlichen +Unbehagen aufsteht, den Rock wechselt, sofort straßenmäßig angezogen +erscheint, weggehen zu müssen erklärt, es nach kurzem Abschied auch tut, +je nach der Schnelligkeit, mit der man die Wohnungstür zuschlägt, mehr +oder weniger Ärger zu hinterlassen glaubt, wenn man sich auf der Gasse +wiederfindet, mit Gliedern, die diese schon unerwartete Freiheit, die +man ihnen verschafft hat, mit besonderer Beweglichkeit beantworten, wenn +man durch diesen einen Entschluß alle Entschlußfähigkeit in sich +gesammelt fühlt, wenn man mit größerer als der gewöhnlichen Bedeutung +erkennt, daß man ja mehr Kraft als Bedürfnis hat, die schnellste +Veränderung leicht zu bewirken und zu ertragen, und wenn man so die +langen Gassen hinläuft, -- dann ist man für diesen Abend gänzlich aus +seiner Familie ausgetreten, die ins Wesenlose abschwenkt, während man +selbst, ganz fest, schwarz vor Umrissenheit, hinten die Schenkel +schlagend, sich zu seiner wahren Gestalt erhebt. + +Verstärkt wird alles noch, wenn man zu dieser späten Abendzeit einen +Freund aufsucht, um nachzusehen, wie es ihm geht. + + + + +Entschlüsse + + +Aus einem elenden Zustand sich zu erheben, muß selbst mit gewollter +Energie leicht sein. Ich reiße mich vom Sessel los, umlaufe den Tisch, +mache Kopf und Hals beweglich, bringe Feuer in die Augen, spanne die +Muskeln um sie herum. Arbeite jedem Gefühl entgegen, begrüße A. +stürmisch, wenn er jetzt kommen wird, dulde B. freundlich in meinem +Zimmer, ziehe bei C. alles, was gesagt wird, trotz Schmerz und Mühe mit +langen Zügen in mich hinein. + +Aber selbst wenn es so geht, wird mit jedem Fehler, der nicht ausbleiben +kann, das Ganze, das Leichte und das Schwere, stocken, und ich werde +mich im Kreise zurückdrehen müssen. + +Deshalb bleibt doch der beste Rat, alles hinzunehmen, als schwere Masse +sich verhalten und fühle man sich selbst fortgeblasen, keinen unnötigen +Schritt sich ablocken lassen, den anderen mit Tierblick anschaun, keine +Reue fühlen, kurz, das, was vom Leben als Gespenst noch übrig ist, mit +eigener Hand niederdrücken, d. h., die letzte grabmäßige Ruhe noch +vermehren und nichts außer ihr mehr bestehen lassen. + +Eine charakteristische Bewegung eines solchen Zustandes ist das +Hinfahren des kleinen Fingers über die Augenbrauen. + + + + +Der Ausflug ins Gebirge + + +»Ich weiß nicht«, rief ich ohne Klang, »ich weiß ja nicht. Wenn +niemand kommt, dann kommt eben niemand. Ich habe niemandem etwas Böses +getan, niemand hat mir etwas Böses getan, niemand aber will mir helfen. +Lauter niemand. Aber so ist es doch nicht. Nur daß mir niemand hilft --, +sonst wäre lauter niemand hübsch. Ich würde ganz gern -- warum denn +nicht -- einen Ausflug mit einer Gesellschaft von lauter Niemand machen. +Natürlich ins Gebirge, wohin denn sonst? Wie sich diese Niemand +aneinander drängen, diese vielen quer gestreckten und eingehängten Arme, +diese vielen Füße, durch winzige Schritte getrennt! Versteht sich, daß +alle in Frack sind. Wir gehen so lala, der Wind fährt durch die Lücken, +die wir und unsere Gliedmaßen offen lassen. Die Hälse werden im Gebirge +frei! Es ist ein Wunder, daß wir nicht singen.« + + + + +Das Unglück des Junggesellen + + +Es scheint so arg, Junggeselle zu bleiben, als alter Mann unter +schwerer Wahrung der Würde um Aufnahme zu bitten, wenn man einen Abend +mit Menschen verbringen will, krank zu sein und aus dem Winkel seines +Bettes wochenlang das leere Zimmer anzusehn, immer vor dem Haustor +Abschied zu nehmen, niemals neben seiner Frau sich die Treppe +hinaufzudrängen, in seinem Zimmer nur Seitentüren zu haben, die in +fremde Wohnungen führen, sein Nachtmahl in einer Hand nach Hause zu +tragen, fremde Kinder anstaunen zu müssen und nicht immerfort +wiederholen zu dürfen: »Ich habe keine«, sich im Aussehn und Benehmen +nach ein oder zwei Junggesellen der Jugenderinnerungen auszubilden. + +So wird es sein, nur daß man auch in Wirklichkeit heute und später +selbst dastehen wird, mit einem Körper und einem wirklichen Kopf, also +auch einer Stirn, um mit der Hand an sie zu schlagen. + + + + +Der Kaufmann + + +Es ist möglich, daß einige Leute Mitleid mit mir haben, aber ich spüre +nichts davon. Mein kleines Geschäft erfüllt mich mit Sorgen, die mich +innen an Stirne und Schläfen schmerzen, aber ohne mir Zufriedenheit in +Aussicht zu stellen, denn mein Geschäft ist klein. + +Für Stunden im voraus muß ich Bestimmungen treffen, das Gedächtnis des +Hausdieners wachhalten, vor befürchteten Fehlern warnen und in einer +Jahreszeit die Moden der folgenden berechnen, nicht wie sie unter Leuten +meines Kreises herrschen werden, sondern bei unzugänglichen +Bevölkerungen auf dem Lande. + +Mein Geld haben fremde Leute; ihre Verhältnisse können mir nicht +deutlich sein; das Unglück, das sie treffen könnte, ahne ich nicht; wie +könnte ich es abwehren! Vielleicht sind sie verschwenderisch geworden +und geben ein Fest in einem Wirtshausgarten und andere halten sich für +ein Weilchen auf der Flucht nach Amerika bei diesem Feste auf. + +Wenn nun am Abend eines Werketages das Geschäft gesperrt wird und ich +plötzlich Stunden vor mir sehe, in denen ich für die ununterbrochenen +Bedürfnisse meines Geschäftes nichts werde arbeiten können, dann wirft +sich meine am Morgen weit vorausgeschickte Aufregung in mich, wie eine +zurückkehrende Flut, hält es aber in mir nicht aus und ohne Ziel reißt +sie mich mit. + +Und doch kann ich diese Laune gar nicht benützen und kann nur nach +Hause gehn, denn ich habe Gesicht und Hände schmutzig und verschwitzt, +das Kleid fleckig und staubig, die Geschäftsmütze auf dem Kopfe und von +Kistennägeln zerkratzte Stiefel. Ich gehe dann wie auf Wellen, klappere +mit den Fingern beider Hände und mir entgegenkommenden Kindern fahre ich +über das Haar. + +Aber der Weg ist zu kurz. Gleich bin ich in meinem Hause, öffne die +Lifttür und trete ein. + +Ich sehe, daß ich jetzt und plötzlich allein bin. Andere, die über +Treppen steigen müssen, ermüden dabei ein wenig, müssen mit eilig +atmenden Lungen warten, bis man die Tür der Wohnung öffnen kommt, haben +dabei einen Grund für Ärger und Ungeduld, kommen jetzt ins Vorzimmer, wo +sie den Hut aufhängen, und erst bis sie durch den Gang an einigen +Glastüren vorbei in ihr eigenes Zimmer kommen, sind sie allein. + +Ich aber bin gleich allein im Lift, und schaue, auf die Knie gestützt, +in den schmalen Spiegel. Als der Lift sich zu heben anfängt, sage ich: + +»Seid still, tretet zurück, wollt Ihr in den Schatten der Bäume, hinter +die Draperien der Fenster, in das Laubengewölbe?« + +Ich rede mit den Zähnen und die Treppengeländer gleiten an den +Milchglasscheiben hinunter wie stürzendes Wasser. + +»Flieget weg; Euere Flügel, die ich niemals gesehen habe, mögen Euch ins +dörfliche Tal tragen oder nach Paris, wenn es Euch dorthin treibt. + +Doch genießet die Aussicht des Fensters, wenn die Prozessionen aus +allen drei Straßen kommen, einander nicht ausweichen, durcheinander gehn +und zwischen ihren letzten Reihen den freien Platz wieder entstehen +lassen. Winket mit den Tüchern, seid entsetzt, seid gerührt, lobet die +schöne Dame, die vorüberfährt. + +Geht über den Bach auf der hölzernen Brücke, nickt den badenden Kindern +zu und staunet über das Hurra der tausend Matrosen auf dem fernen +Panzerschiff. + +Verfolget nur den unscheinbaren Mann und wenn Ihr ihn in einen Torweg +gestoßen habt, beraubt ihn und seht ihm dann, jeder die Hände in den +Taschen, nach, wie er traurig seines Weges in die linke Gasse geht. + +Die verstreut auf ihren Pferden galoppierende Polizei bändigt die Tiere +und drängt Euch zurück. Lasset sie, die leeren Gassen werden sie +unglücklich machen, ich weiß es. Schon reiten sie, ich bitte, paarweise +weg, langsam um die Straßenecken, fliegend über die Plätze.« + +Dann muß ich aussteigen, den Aufzug hinunterlassen, an der Türglocke +läuten, und das Mädchen öffnet die Tür, während ich grüße. + + + + +Zerstreutes Hinausschaun + + +Was werden wir in diesen Frühlingstagen tun, die jetzt rasch kommen? +Heute früh war der Himmel grau, geht man aber jetzt zum Fenster, so ist +man überrascht und lehnt die Wange an die Klinke des Fensters. + +Unten sieht man das Licht der freilich schon sinkenden Sonne auf dem +Gesicht des kindlichen Mädchens, das so geht und sich umschaut, und +zugleich sieht man den Schatten des Mannes darauf, der hinter ihm +rascher kommt. + +Dann ist der Mann schon vorübergegangen und das Gesicht des Kindes ist +ganz hell. + + + + +Der Nachhauseweg + + +Man sehe die Überzeugungskraft der Luft nach dem Gewitter! Meine +Verdienste erscheinen mir und überwältigen mich, wenn ich mich auch +nicht sträube. + +Ich marschiere und mein Tempo ist das Tempo dieser Gassenseite, dieser +Gasse, dieses Viertels. Ich bin mit Recht verantwortlich für alle +Schläge gegen Türen, auf die Platten der Tische, für alle Trinksprüche, +für die Liebespaare in ihren Betten, in den Gerüsten der Neubauten, in +dunklen Gassen an die Häusermauern gepreßt, auf den Ottomanen der +Bordelle. + +Ich schätze meine Vergangenheit gegen meine Zukunft, finde aber beide +vortrefflich, kann keiner von beiden den Vorzug geben und nur die +Ungerechtigkeit der Vorsehung, die mich so begünstigt, muß ich tadeln. + +Nur als ich in mein Zimmer trete, bin ich ein wenig nachdenklich, aber +ohne daß ich während des Treppensteigens etwas Nachdenkenswertes +gefunden hätte. Es hilft mir nicht viel, daß ich das Fenster gänzlich +öffne und daß in einem Garten die Musik noch spielt. + + + + +Die Vorüberlaufenden + + +Wenn man in der Nacht durch eine Gasse spazieren geht, und ein Mann, +von weitem schon sichtbar -- denn die Gasse vor uns steigt an und es ist +Vollmond -- uns entgegenläuft, so werden wir ihn nicht anpacken, selbst +wenn er schwach und zerlumpt ist, selbst wenn jemand hinter ihm läuft +und schreit, sondern wir werden ihn weiter laufen lassen. + +Denn es ist Nacht, und wir können nicht dafür, daß die Gasse im +Vollmond vor uns aufsteigt, und überdies, vielleicht haben diese zwei +die Hetze zu ihrer Unterhaltung veranstaltet, vielleicht verfolgen beide +einen dritten, vielleicht wird der erste unschuldig verfolgt, vielleicht +will der zweite morden, und wir würden Mitschuldige des Mordes, +vielleicht wissen die zwei nichts von einander, und es läuft nur jeder +auf eigene Verantwortung in sein Bett, vielleicht sind es Nachtwandler, +vielleicht hat der erste Waffen. + +Und endlich, dürfen wir nicht müde sein, haben wir nicht soviel Wein +getrunken? Wir sind froh, daß wir auch den zweiten nicht mehr sehn. + + + + +Der Fahrgast + + +Ich stehe auf der Plattform des elektrischen Wagens und bin vollständig +unsicher in Rücksicht meiner Stellung in dieser Welt, in dieser Stadt, +in meiner Familie. Auch nicht beiläufig könnte ich angeben, welche +Ansprüche ich in irgendeiner Richtung mit Recht vorbringen könnte. Ich +kann es gar nicht verteidigen, daß ich auf dieser Plattform stehe, mich +an dieser Schlinge halte, von diesem Wagen mich tragen lasse, daß Leute +dem Wagen ausweichen oder still gehn oder vor den Schaufenstern ruhn. -- +Niemand verlangt es ja von mir, aber das ist gleichgültig. + +Der Wagen nähert sich einer Haltestelle, ein Mädchen stellt sich nahe +den Stufen, zum Aussteigen bereit. Sie erscheint mir so deutlich, als ob +ich sie betastet hätte. Sie ist schwarz gekleidet, die Rockfalten +bewegen sich fast nicht, die Bluse ist knapp und hat einen Kragen aus +weißer kleinmaschiger Spitze, die linke Hand hält sie flach an die Wand, +der Schirm in ihrer Rechten steht auf der zweitobersten Stufe. Ihr +Gesicht ist braun, die Nase, an den Seiten schwach gepreßt, schließt +rund und breit ab. Sie hat viel braunes Haar und verwehte Härchen an der +rechten Schläfe. Ihr kleines Ohr liegt eng an, doch sehe ich, da ich +nahe stehe, den ganzen Rücken der rechten Ohrmuschel und den Schatten an +der Wurzel. + +Ich fragte mich damals: Wieso kommt es, daß sie nicht über sich +verwundert ist, daß sie den Mund geschlossen hält und nichts dergleichen +sagt? + + + + +Kleider + + +Oft wenn ich Kleider mit vielfachen Falten, Rüschen und Behängen sehe, +die über schönen Körper schön sich legen, dann denke ich, daß sie nicht +lange so erhalten bleiben, sondern Falten bekommen, nicht mehr gerade zu +glätten, Staub bekommen, der, dick in der Verzierung, nicht mehr zu +entfernen ist, und daß niemand so traurig und lächerlich sich wird +machen wollen, täglich das gleiche kostbare Kleid früh anzulegen und +abends auszuziehn. + +Doch sehe ich Mädchen, die wohl schön sind und vielfache reizende +Muskeln und Knöchelchen und gespannte Haut und Massen dünner Haare +zeigen, und doch tagtäglich in diesem einen natürlichen Maskenanzug +erscheinen, immer das gleiche Gesicht in die gleichen Handflächen legen +und von ihrem Spiegel widerscheinen lassen. + +Nur manchmal am Abend, wenn sie spät von einem Feste kommen, scheint es +ihnen im Spiegel abgenützt, gedunsen, verstaubt, von allen schon gesehn +und kaum mehr tragbar. + + + + +Die Abweisung + + +Wenn ich einem schönen Mädchen begegne und sie bitte: »Sei so gut, komm +mit mir« und sie stumm vorübergeht, so meint sie damit: + +»Du bist kein Herzog mit fliegendem Namen, kein breiter Amerikaner mit +indianischem Wuchs, mit wagrecht ruhenden Augen, mit einer von der Luft +der Rasenplätze und der sie durchströmenden Flüsse massierten Haut, Du +hast keine Reisen gemacht zu den großen Seen und auf ihnen, die ich weiß +nicht wo zu finden sind. Also ich bitte, warum soll ich, ein schönes +Mädchen, mit Dir gehn?« + +»Du vergißt, Dich trägt kein Automobil in langen Stößen schaukelnd durch +die Gasse; ich sehe nicht die in ihre Kleider gepreßten Herren Deines +Gefolges, die Segensprüche für Dich murmelnd in genauem Halbkreis hinter +Dir gehn; Deine Brüste sind im Mieder gut geordnet, aber Deine Schenkel +und Hüften entschädigen sich für jene Enthaltsamkeit; Du trägst ein +Taffetkleid mit plissierten Falten, wie es im vorigen Herbste uns +durchaus allen Freude machte, und doch lächelst Du -- diese Lebensgefahr +auf dem Leibe -- bisweilen.« + +»Ja, wir haben beide recht und, um uns dessen nicht unwiderleglich +bewußt zu werden, wollen wir, nicht wahr, lieber jeder allein nach Hause +gehn.« + + + + +Zum Nachdenken für Herrenreiter + + +Nichts, wenn man es überlegt, kann dazu verlocken, in einem Wettrennen +der erste sein zu wollen. + +Der Ruhm, als der beste Reiter eines Landes anerkannt zu werden, freut +beim Losgehn des Orchesters zu stark, als daß sich am Morgen danach die +Reue verhindern ließe. + +Der Neid der Gegner, listiger, ziemlich einflußreicher Leute, muß uns in +dem engen Spalier schmerzen, das wir nun durchreiten nach jener Ebene, +die bald vor uns leer war bis auf einige überrundete Reiter, die klein +gegen den Rand des Horizonts anritten. + +Viele unserer Freunde eilen den Gewinn zu beheben und nur über die +Schultern weg schreien sie von den entlegenen Schaltern ihr Hurra zu +uns; die besten Freunde aber haben gar nicht auf unser Pferd gesetzt, da +sie fürchteten, käme es zum Verluste, müßten sie uns böse sein, nun +aber, da unser Pferd das erste war und sie nichts gewonnen haben, drehn +sie sich um, wenn wir vorüberkommen und schauen lieber die Tribünen +entlang. + +Die Konkurrenten rückwärts, fest im Sattel, suchen das Unglück zu +überblicken, das sie getroffen hat, und das Unrecht, das ihnen +irgendwie zugefügt wird; sie nehmen ein frisches Aussehen an, als müsse +ein neues Rennen anfangen und ein ernsthaftes nach diesem Kinderspiel. + +Vielen Damen scheint der Sieger lächerlich, weil er sich aufbläht und +doch nicht weiß, was anzufangen mit dem ewigen Händeschütteln, +Salutieren, Sich-Niederbeugen und In-die-Ferne-Grüßen, während die +Besiegten den Mund geschlossen haben und die Hälse ihrer meist +wiehernden Pferde leichthin klopfen. + +Endlich fängt es gar aus dem trüb gewordenen Himmel zu regnen an. + + + + +Das Gassenfenster + + +Wer verlassen lebt und sich doch hie und da irgendwo anschließen möchte, +wer mit Rücksicht auf die Veränderungen der Tageszeit, der Witterung, +der Berufsverhältnisse und dergleichen ohne weiteres irgend einen +beliebigen Arm sehen will, an dem er sich halten könnte, -- der wird es +ohne ein Gassenfenster nicht lange treiben. Und steht es mit ihm so, daß +er gar nichts sucht und nur als müder Mann, die Augen auf und ab +zwischen Publikum und Himmel, an seine Fensterbrüstung tritt, und er +will nicht und hat ein wenig den Kopf zurückgeneigt, so reißen ihn doch +unten die Pferde mit in ihr Gefolge von Wagen und Lärm und damit endlich +der menschlichen Eintracht zu. + + + + +Wunsch, Indianer zu werden + + +Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden +Pferde, schief in der Luft, immer wieder kurz erzitterte über dem +zitternden Boden, bis man die Sporen ließ, denn es gab keine Sporen, +bis man die Zügel wegwarf, denn es gab keine Zügel, und kaum das Land +vor sich als glatt gemähte Heide sah, schon ohne Pferdehals und +Pferdekopf. + + + + +Die Bäume + + +Denn wir sind wie Baumstämme im Schnee. Scheinbar liegen sie glatt auf, +und mit kleinem Anstoß sollte man sie wegschieben können. Nein, das kann +man nicht, denn sie sind fest mit dem Boden verbunden. Aber sieh, sogar +das ist nur scheinbar. + + + + +Unglücklichsein + + +Als es schon unerträglich geworden war -- einmal gegen Abend im November +-- und ich über den schmalen Teppich meines Zimmers wie in einer +Rennbahn einherlief, durch den Anblick der beleuchteten Gasse +erschreckt, wieder wendete, und in der Tiefe des Zimmers, im Grund des +Spiegels doch wieder ein neues Ziel bekam, und aufschrie, um nur den +Schrei zu hören, dem nichts antwortet und dem auch nichts die Kraft des +Schreiens nimmt, der also aufsteigt, ohne Gegengewicht, und nicht +aufhören kann, selbst wenn er verstummt, da öffnete sich aus der Wand +heraus die Tür, so eilig, weil doch Eile nötig war und selbst die +Wagenpferde unten auf dem Pflaster wie wildgewordene Pferde in der +Schlacht, die Gurgeln preisgegeben, sich erhoben. + +Als kleines Gespenst fuhr ein Kind aus dem ganz dunklen Korridor, in dem +die Lampe noch nicht brannte, und blieb auf den Fußspitzen stehn, auf +einem unmerklich schaukelnden Fußbodenbalken. Von der Dämmerung des +Zimmers gleich geblendet, wollte es mit dem Gesicht rasch in seine +Hände, beruhigte sich aber unversehens mit dem Blick zum Fenster, vor +dessen Kreuz der hochgetriebene Dunst der Straßenbeleuchtung endlich +unter dem Dunkel liegen blieb. Mit dem rechten Ellbogen hielt es sich +vor der offenen Tür aufrecht an der Zimmerwand und ließ den Luftzug von +draußen um die Gelenke der Füße streichen, auch den Hals, auch die +Schläfen entlang. + +Ich sah ein wenig hin, dann sagte ich »Guten Tag« und nahm meinen Rock +vom Ofenschirm, weil ich nicht so halb nackt dastehen wollte. Ein +Weilchen lang hielt ich den Mund offen, damit mich die Aufregung durch +den Mund verlasse. Ich hatte schlechten Speichel in mir, im Gesicht +zitterten mir die Augenwimpern, kurz, es fehlte mir nichts, als gerade +dieser allerdings erwartete Besuch. + +Das Kind stand noch an der Wand auf dem gleichen Platz, es hatte die +rechte Hand an die Mauer gepreßt und konnte, ganz rotwangig, dessen +nicht satt werden, daß die weißgetünchte Wand grobkörnig war und die +Fingerspitzen rieb. Ich sagte: »Wollen Sie tatsächlich zu mir? Ist es +kein Irrtum? Nichts leichter als ein Irrtum in diesem großen Hause. Ich +heiße Soundso, wohne im dritten Stock. Bin ich also der, den Sie +besuchen wollen?« + +»Ruhe, Ruhe!« sagte das Kind über die Schulter weg, »alles ist schon +richtig.« + +»Dann kommen Sie weiter ins Zimmer herein, ich möchte die Tür +schließen.« + +»Die Tür habe ich jetzt gerade geschlossen. Machen Sie sich keine Mühe. +Beruhigen Sie sich überhaupt.« + +»Reden Sie nicht von Mühe. Aber auf diesem Gange wohnt eine Menge Leute, +alle sind natürlich meine Bekannten; die meisten kommen jetzt aus den +Geschäften; wenn sie in einem Zimmer reden hören, glauben sie einfach +das Recht zu haben, aufzumachen und nachzuschaun, was los ist. Es ist +einmal schon so. Diese Leute haben die tägliche Arbeit hinter sich; wem +würden sie sich in der provisorischen Abendfreiheit unterwerfen! +Übrigens wissen Sie es ja auch. Lassen Sie mich die Türe schließen.« + +»Ja was ist denn? Was haben Sie? Meinetwegen kann das ganze Haus +hereinkommen. Und dann noch einmal: Ich habe die Türe schon geschlossen, +glauben Sie denn, nur Sie können die Türe schließen? Ich habe sogar mit +dem Schlüssel zugesperrt.« + +»Dann ist gut. Mehr will ich ja nicht. Mit dem Schlüssel hätten Sie gar +nicht zusperren müssen. Und jetzt machen Sie es sich nur behaglich, +wenn Sie schon einmal da sind. Sie sind mein Gast. Vertrauen Sie mir +völlig. Machen Sie sich nur breit ohne Angst. Ich werde Sie weder zum +Hierbleiben zwingen, noch zum Weggehn. Muß ich das erst sagen? Kennen +Sie mich so schlecht?« + +»Nein. Sie hätten das wirklich nicht sagen müssen. Noch mehr, Sie hätten +es gar nicht sagen sollen. Ich bin ein Kind; warum soviel Umstände mit +mir machen?« + +»So schlimm ist es nicht. Natürlich, ein Kind. Aber gar so klein sind +Sie nicht. Sie sind schon ganz erwachsen. Wenn Sie ein Mädchen wären, +dürften Sie sich nicht so einfach mit mir in einem Zimmer einsperren.« + +»Darüber müssen wir uns keine Sorge machen. Ich wollte nur sagen: Daß +ich Sie so gut kenne, schützt mich wenig, es enthebt Sie nur der +Anstrengung, mir etwas vorzulügen. Trotzdem aber machen Sie mir +Komplimente. Lassen Sie das, ich fordere Sie auf, lassen Sie das. Dazu +kommt, daß ich Sie nicht überall und immerfort kenne, gar bei dieser +Finsternis. Es wäre viel besser, wenn Sie Licht machen ließen. Nein, +lieber nicht. Immerhin werde ich mir merken, daß Sie mir schon gedroht +haben.« + +»Wie? Ich hätte Ihnen gedroht? Aber ich bitte Sie. Ich bin ja so froh, +daß Sie endlich hier sind. Ich sage >endlich<, weil es schon so spät +ist. Es ist mir unbegreiflich, warum Sie so spät gekommen sind. Da ist +es möglich, daß ich in der Freude so durcheinander gesprochen habe und +daß Sie es gerade so verstanden haben. Daß ich so gesprochen habe, gebe +ich zehnmal zu, ja ich habe Ihnen mit Allem gedroht, was Sie wollen. -- +Nur keinen Streit, um Himmelswillen! -- Aber wie konnten Sie es glauben? +Wie konnten Sie mich so kränken? Warum wollen Sie mir mit aller Gewalt +dieses kleine Weilchen Ihres Hierseins verderben? Ein fremder Mensch +wäre entgegenkommender als Sie.« + +»Das glaube ich; das war keine Weisheit. So nah, als Ihnen ein fremder +Mensch entgegenkommen kann, bin ich Ihnen schon von Natur aus. Das +wissen Sie auch, wozu also die Wehmut? Sagen Sie, daß Sie Komödie +spielen wollen, und ich gehe augenblicklich.« + +»So? Auch das wagen Sie mir zu sagen? Sie sind ein wenig zu kühn. Am +Ende sind Sie doch in meinem Zimmer. Sie reiben Ihre Finger wie verrückt +an meiner Wand. Mein Zimmer, meine Wand! Und außerdem ist das, was Sie +sagen, lächerlich, nicht nur frech. Sie sagen, Ihre Natur zwinge Sie, +mit mir in dieser Weise zu reden. Wirklich? Ihre Natur zwingt Sie? Das +ist nett von Ihrer Natur. Ihre Natur ist meine, und wenn ich mich von +Natur aus freundlich zu Ihnen verhalte, so dürfen auch Sie nicht +anders.« + +»Ist das freundlich?« + +»Ich rede von früher.« + +»Wissen Sie, wie ich später sein werde?« + +»Nichts weiß ich.« + +Und ich ging zum Nachttisch hin, auf dem ich die Kerze anzündete. Ich +hatte in jener Zeit weder Gas noch elektrisches Licht in meinem Zimmer. +Ich saß dann noch eine Weile beim Tisch, bis ich auch dessen müde wurde, +den Überzieher anzog, den Hut vom Kanapee nahm und die Kerze ausblies. +Beim Hinausgehen verfing ich mich in ein Sesselbein. + +Auf der Treppe traf ich einen Mieter aus dem gleichen Stockwerk. + +»Sie gehen schon wieder weg, Sie Lump?« fragte er, auf seinen über zwei +Stufen ausgebreiteten Beinen ausruhend. + +»Was soll ich machen?« sagte ich, »jetzt habe ich ein Gespenst im Zimmer +gehabt.« + +»Sie sagen das mit der gleichen Unzufriedenheit, wie wenn Sie ein Haar +in der Suppe gefunden hätten.« + +»Sie spaßen. Aber merken Sie sich, ein Gespenst ist ein Gespenst.« + +»Sehr wahr. Aber wie, wenn man überhaupt nicht an Gespenster glaubt?« + +»Ja meinen Sie denn, ich glaube an Gespenster? Was hilft mir aber +dieses Nichtglauben?« + +»Sehr einfach. Sie müssen eben keine Angst mehr haben, wenn ein Gespenst +wirklich zu Ihnen kommt.« + +»Ja, aber das ist doch die nebensächliche Angst. Die eigentliche Angst +ist die Angst vor der Ursache der Erscheinung. Und diese Angst bleibt. +Die habe ich geradezu großartig in mir.« Ich fing vor Nervosität an, +alle meine Taschen zu durchsuchen. + +»Da Sie aber vor der Erscheinung selbst keine Angst hatten, hätten Sie +sie doch ruhig nach ihrer Ursache fragen können!« + +»Sie haben offenbar noch nie mit Gespenstern gesprochen. Aus denen kann +man ja niemals eine klare Auskunft bekommen. Das ist ein Hinundher. +Diese Gespenster scheinen über ihre Existenz mehr im Zweifel zu sein, +als wir, was übrigens bei ihrer Hinfälligkeit kein Wunder ist.« + +»Ich habe aber gehört, daß man sie auffüttern kann.« + +»Da sind Sie gut berichtet. Das kann man. Aber wer wird das machen?« + +»Warum nicht? Wenn es ein weibliches Gespenst ist z. B.« sagte er und +schwang sich auf die obere Stufe. + +»Ach so«, sagte ich, »aber selbst dann steht es nicht dafür.« + +Ich besann mich. Mein Bekannter war schon so hoch, daß er sich, um mich +zu sehen, unter einer Wölbung des Treppenhauses vorbeugen mußte. »Aber +trotzdem«, rief ich, »wenn Sie mir dort oben mein Gespenst wegnehmen, +dann ist es zwischen uns aus, für immer.« + +»Aber das war ja nur Spaß«, sagte er und zog den Kopf zurück. + +»Dann ist es gut«, sagte ich und hätte jetzt eigentlich ruhig spazieren +gehen können. Aber weil ich mich gar so verlassen fühlte, ging ich +lieber hinauf und legte mich schlafen. + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Betrachtung, by Franz Kafka + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK BETRACHTUNG *** + +***** This file should be named 23532-8.txt or 23532-8.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + http://www.gutenberg.org/2/3/5/3/23532/ + +Produced by Jana Srna and the Online Distributed +Proofreading Team at http://www.pgdp.net + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. 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It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at http://www.pglaf.org. + + +Section 3. 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