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+Project Gutenberg's Gespraeche fuer Freimaurer, by Gotthold Ephraim Lessing
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
+other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
+whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
+the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
+www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
+to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
+
+Title: Gespraeche fuer Freimaurer
+
+Author: Gotthold Ephraim Lessing
+
+Posting Date: October 3, 2014 [EBook #9326]
+Release Date: November, 2005
+First Posted: September 22, 2003
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK GESPRAECHE FUER FREIMAURER ***
+
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+
+Produced by Delphine Lettau and Gutenberg Projekt-DE
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+Gespräche für Freimaurer
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+Gotthold Ephraim Lessing
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+
+
+
+ERSTES GESPRÄCH
+
+
+ERNST
+
+Woran denks du, Freund?
+
+FALK
+
+An nichts.
+
+ERNST
+
+Aber du bist so still.
+
+FALK
+
+Eben darum. Wer dekt, wenne er geniesst? Und ich geniesse des
+erquickenden Morgens.
+
+ERNST
+
+Du hast recht; und du hättest mir meine Frage nur zurückgeben dürfen.
+
+FALK
+
+Wenn ich an etwas dächte, würde ich darüber sprechen. Nichts geht
+über das laut denken mit einem Freund.
+
+ERNST
+
+Gewiss.
+
+FALK
+
+Hast du des schönen Morgens schon genug genossen, fällt dir etwas ein:
+so sprich du Mir fällt nichts ein.
+
+ERNST
+
+Gut das!--Mir fällt ein, dass ich dich schon längst um tewas fragen
+wollen.
+
+FALK
+
+So frage doch.
+
+ERNST
+
+Ist es wahr, Freund, dass du ein Freimäurer bist?
+
+FALK
+
+Die Frage ist eines, der keiner ist.
+
+ERNST
+
+Freilich!--Aber antworte mir geradezu.--Bist du ein Freimäurer?
+
+FALK
+
+Ich glaube es zu sein.
+
+ERNST
+
+Die Antwort ist eines, der seiner Sache eben nicht gewiss ist.
+
+FALK
+
+O doch! Ich bin meiner Sache so ziemlich gewiss.
+
+ERNST
+
+Denn du wirst ja wohl wissen, ob und wenn und wo und von wem du
+aufgenommen worden.
+
+FALK
+
+Das weiss ich allerdings; aber das würde so viel nicht sagen wollen.
+
+ERNST
+
+Nicht?
+
+FALK
+
+Wer nimmt nicht auf, und wer wird nicht aufgenommen!
+
+ERNST
+
+Erkläre dich.
+
+FALK
+
+Ich glaube ein Freimäurer zu sein; nicht sowohl, weil ich von älteren
+Maurern in einer gesetzlichen Loge aufgenommen worden: sondern weil
+ich einsehe und erkenne, was und warum die Freimäurerei ist, wenn und
+wo sie gewesen, wie und wodurch sie befördet oder gehindert wird.
+
+ERNST
+
+Und drückst dich gleichwohl so zweifelhaft aus?--"Ich glaube einer zu
+sein!"
+
+FALK
+
+Dieses Ausdrücks bin ich nun so gewohnt. Nicht zwar, als ob ich
+Mangel an eigner Ueberzeugung hätte: sondern weil ich nicht gern mich
+jemanden gerade in den Weg stellen mag.
+
+ERNST
+
+Du antwortest mir als einem Fremden.
+
+FALK
+
+Fremder oder Freund!
+
+ERNST
+
+Du bist aufgenommen, du weisst alles.
+
+FALK
+
+Andere sind auch aufgenommen und glauben zu wissen.
+
+ERNST
+
+Könntest du denn aufgenommen sein, ohne zu wissen, was du weisst?
+
+FALK
+
+Leider!
+
+ERNST
+
+Wieso?
+
+FALK
+
+Weil viele, welche aufnehmen, es selbst nicht wissen, die wenigen aber,
+die es wissen, es nicht sagen können.
+
+ERNST
+
+Und könntest du denn wissen, was du weiszt, ohne aufgenommen zu sein?
+
+FALK
+
+Warum nicht?--Die Freimäurerei ist nichts Willkürliches, nichts
+Entbehrliches, sondern etwas Notwendiges, das in dem Wesen des
+Menschen und der bürgerlichen Gesellschaft gegründet ist. Folglich
+muss man auch durch eignes Nachdenken ebensowohl darauf verfallen
+können, als man durch Anleitung darauf geführet wird.
+
+ERNST
+
+Die Freimäurerei wäre nichts Willkürliches?--Hat sie nicht Worte und
+Zeichen und Gebräuche, welche alle anders sein könnten und folglich
+willkürlich sind?
+
+FALK
+
+Das hat sie. Aber diese Worte und diese Zeichen und Gebräuche sind
+nicht die Freimäurerei.
+
+ERNST
+
+Die Freimäurerei wäre nichts Entbehrliches?--Wie machten es denn die
+Menschen, als die Freimäurerei noch nicht war?
+
+FALK
+
+Die Freimäurerei war immer.
+
+ERNST
+
+Nun, was ist sie denn, diese notwendige, diese untentbehrliche
+Freimäurerei?
+
+FALK
+
+Wie ich dir schon zu verstehen gegeben: Etwas das selbst die, die es
+wissen, nicht sagen können.
+
+ERNST
+
+Also ein Unding.
+
+FALK
+
+Uebereile dich nicht.
+
+ERNST
+
+Wovon ich einen Begriff habe, das kann ich auch mit Worten ausdrücken.
+
+FALK
+
+Nicht immer; und oft wenigsten nicht so, dass andere durch Worte
+volkommen ebendenselben Begriff bekommen, den ich dabei habe.
+
+ERNST
+
+Wenn nicht vollkommen ebendenselben, doch einen etwanigen.
+
+FALK
+
+Der etwanige Begriff wäre hier unnütz oder gefährlich. Unnütz, wenn
+er nicht genug, und gefährlich, wenn er das geringste zu viel
+enthielte.
+
+ERNST
+
+Sonderbar! Da also selbst die Freimäurer, welche das Geheimnis ihres
+Ordens wissen, es nicht wörtlich mitteilen können, wie breiten sie
+denn gleichwohl ihren Orden aus?
+
+FALK
+
+Durch Taten. Sie lassen gute Männer und Jûnglinge, die sie ihres
+nähern Umgangs würdigen, ihre Taten vermuten, erraten, sehen, soweit
+sie zu sehen sind; diese finden Geschmack daran und tun ähnliche Taten.
+
+ERNST
+
+Taten? Taten der Freimäurer? Ich kenne keine andere als ihre Reden
+und Lieder, die meistenteils schöner gedruckt als gedacht und gesagt
+sind.
+
+FALK
+
+Das haben sie mit mehrern Reden und Liedern gemein.
+
+ERNST
+
+Oder soll ich das für ihre Taten nehmen, was sie in diesen Reden und
+Liedern von sich rühmen?
+
+FALK
+
+Wenn sie es nicht bloss von sich rühmen.
+
+ERNST
+
+Und was rühmen sie denn von sich?--Lauter Dinge, die man von jedem
+guten Menschen, von jedem rechschaffnen Bürger erwartet.--Sie sind so
+freundlich, so guttätig, so gehorsam, so voller Vaterlandsliebe!
+
+FALK
+
+Ist denn das nichts?
+
+ERNST
+
+Nichts!--um sich dadurch von andern Menschen auszusondern.--Wer soll
+das nicht sein?
+
+FALK
+
+Soll!
+
+ERNST
+
+Wer hat, dieses zu sein, nicht, auch ausser der Freimäurerei, Antrieb
+und Gelegenheit genug?
+
+FALK
+
+Aber doch in ihr und durch sie eine Antrieb mehr.
+
+ERNST
+
+Sage mir nichts von der Menge der Antriebe. Lieber einem einzigen
+Antriebe alle mögliche intensive Kraft gegeben!--Die menge solcher
+Antriebe ist wie die Menge der Räder in einer Maschine. Je mehr Räder:
+desto wandelbarer.
+
+FALK
+
+Ich kann dir das nicht widersprechen.
+
+ERNST
+
+Und was für einen Antrieb mehr!--Der alle andre Antriebe verkleinert,
+verd¨chtig macht! sich selbst für den stärksten und besten ausgibt!
+
+FALK
+
+Freund, sei billig!--Hyperbel, Quidproquo jener schalen Reden und
+Lieder! Proberwerk! Jüngerarbeit!
+
+ERNST
+
+Das will sagen: Bruder Redner ist ein Schwätzer.
+
+FALK
+
+Das will nur sagen: was Bruder Redner an den Freimäurern preiset, das
+sind nun freilich ihre Taten eben nicht. Denn Bruder Redner ist
+wenigstens kein Plauderer; und Taten sprechen von selbst.
+
+ERNST
+
+Ja, nun merke ich, worauf du zielest. Wie konnten sie mir nicht
+gleich einfallen, diese Taten, diese sprechende Taten. Fast möchte
+ich sie schreiende nennen. Nicht genug, dass sich die Freimäurer
+einer den andern unterstützen, auf das kräfstigste unterstützen: denn
+das wäre nur die notwendige Eigenschaft einer jeden Bande. Was tun
+sie nicht für das gesamte Publikum eines jeden Staats, dessen Glieder
+sie sind!
+
+FALK
+
+Zum Exempel?--Damit ich doch höre, ob du auf der rechten Spur bist.
+
+ERNST
+
+Zum Exempel die Freimäurer in Stockholm!--Haben sie nicht ein grosses
+Findelhaus errichtet?
+
+FALK
+
+Wenn die Freimäurer in Stockholm sich nur auch bei einer andern
+Gelegenheit tätig erwiesen haben.
+
+ERNST
+
+Bei welchem andern?
+
+FALK
+
+Bei sonst andern, meine ich.
+
+ERNST
+
+Und die Freimäurer in Dresden, die arme junge Mädchen mit Arbeit
+beschäftigen, sie klöppeln und stükken lassen--damit das Findelhaus
+nur kleiner sein dürfe.
+
+FALK
+
+Ernst! Du weisst wohl, wenn ich dich deines Namens erinnere.
+
+ERNST
+
+Ohne alle Glossen dann. Und die Freimäurer in Braunschweig, die arme
+fähige Knaben im Zeichnen unterrichten lassen.
+
+FALK
+
+Warum nicht?
+
+ERNST
+
+Und die Freimäurer in Berlin, die das Basedowsche Philanthropin
+unterstützen.
+
+FALK
+
+Was sagst du?--Die Freimäurer? Das Philanthropin? unterstützen?--Wer
+hat dir das aufgebunden?
+
+ERNST
+
+Die Zeitung hat es ausposaunet.
+
+FALK
+
+Die Zeitung!--Da müsste ich Basedows eigenhändige Quittung sehen. Und
+müsste gewiss sein, dass die Quittung nicht an Freimäurer in Berlin,
+sondern an die Freimäurer gerichtet wäre.
+
+ERNST
+
+Was ist das?--Billigest du denn Basedows Institut nicht?
+
+FALK
+
+Ich nicht? Wer kann es mehr billigen?
+
+ERNST
+
+So wirst du ihm ja diese Unterstützung nicht misgönnen?
+
+FALK
+
+Misgönnen?--Wer kann ihm alles Gutes mehr gönnen als ich?
+
+ERNST
+
+Nun dann!--Du wirst mir unbegreiflich.
+
+FALK
+
+Ich glaube wohl. Dazu habe ich unrecht.--Denn auch die Freimäurer
+können etwas tun, was sie nicht als Freimäurer tun.
+
+ERNST
+
+Und soll das an allen auch ihren übrigen guten taten gelten?
+
+FALK
+
+Vielleicht!--Vielleicht, dass alle die guten Taten, die du mir da
+genammt hast, um mich eines scholastischen Ausdruckes der Kürze wegen
+zu bedienen, nur ihre Taten ad extra sind.
+
+ERNST
+
+Wie meinst du das?
+
+FALK
+
+Nur ihre Taten, die dem Volke in die Augen fallen;--nur Taten, die sie
+bloss deswegen tun, damit sie dem Volk in die Augen fallen sollen.
+
+ERNST
+
+Um Achtung und Duldung zu geniessen?
+
+FALK
+
+Könnte wohl sein.
+
+ERNST
+
+Aber ihre wahre Taten denn?--Du schweigst?
+
+FALK
+
+Wenn ich dir schon geantwortet hätte?--Ihre wahre Taten sind ihr
+Geheimnis.
+
+ERNST
+
+Ha! ha! Also auch nicht erklärbar durch Worte?
+
+FALK
+
+Nicht wohl!--Nur so viel kann und darf ich dir sagen: die wahren Taten
+die Freimäurer sind so gross, so weit aussehend, dass ganze
+Jahrhunderte vergehen können, ehe man sagen kann: das haben sie getan!
+Gleichwohl haben sie alles Gute getan, was noch in der Welt werden
+wird--merke wohl, in der Welt.
+
+ERNST
+
+O geh! Du hast mich zum besten.
+
+FALK
+
+Wahrlich nicht--Aber sieh! dort fliegt ein Schmetterling, den ich
+haben muss. Es ist der von der Wolfmichsraupe.--Geschwind sage ich
+dir nur noch: die wahren Taten der Freimäurer zielen dahin, um
+grösstenteils alles, was man gemeinlich gute Taten zu nennen pflegt,
+entbehrlich zu machen.
+
+ERNST
+
+Und sind doch auch gute Taten?
+
+FALK
+
+Es kann keine bessere geben.--Denke einen Augenblick darüber nach.
+Ich bin gleich wieder bei dir.
+
+ERNST
+
+Gute Taten, welche darauf zielen, gute taten entbehrlich zu machen?--
+Das ist ein Rätsel. Und über ein Rätsel denke ich nicht nach.--Lieber
+lege ich mich indes unter den Baum und sehe den Ameisen zu.
+
+
+
+
+
+ZWEITES GESPRÄCH
+
+
+ERNST
+
+Er lockte mich von Strauch bis an den Bach.--Auf einmal war er herüber.
+
+ERNST
+
+Ja, ja. Es gibt solche Locker!
+
+FALK
+
+Hast du nachgedacht?
+
+ERNST
+
+Ueber was? Ueber deine Rätsel?--Ich werde ihn auch nicht fangen, den
+schönen Schmetterling! Darum soll er mir aber auch weiter keine Mühe
+machen.--Einmal von der Freimäurern mit dir gesprochen und nie wieder.
+Denn ich sehe ja wohl; du bist wie sie alle.
+
+FALK
+
+Wie sie alle? Das sagen diese alle nicht.
+
+ERNST
+
+Nicht? So gibt es ja wohl auch Ketzer unter den Freimäurern? Und du
+wärest einer.--Doch alle Ketzer haben mit den Rechtgläubingen immer
+noch etwas gemein. Und davon sprach ich.
+
+FALK
+
+Wovon sprachst du?
+
+ERNST
+
+Rechtgläubinge oder ketzerische Freimäurer--sie alle spielen mit
+Worten und lassen sich fragen und antworten, ohne zu antworten.
+
+FALK
+
+Meinst du?--Nun wohl, so lass uns von etwas andern reden. Denn einmal
+hast du mich aus dem behaglichen Zustande des stummen Staunens
+gerissen.
+
+ERNST
+
+Nichts ist leichter, als dich in diesen Zustand wieder zu versetzen.--
+Lass dich nur hier bei mir nieder und sieh!
+
+FALK
+
+Was denn?
+
+ERNST
+
+Das Leben und Weben auf und in und um diesen Ameisenhaufen. Welche
+Geschäftigkeit und doch welche Ordnung! Alles trägt und schleppt und
+schiebt; und keines ist dem andern hinderlich. Sieh nur? Sie helfen
+einander sogar.
+
+FALK
+
+Die Ameisen leben in Gesellschaft wie die Bienen.
+
+ERNST
+
+Und in einer noch wunderbarern Gesellschaft als die die Bienen. Denn
+sie haben niemand unter sich, der sie zusammenhält und regieret.
+
+FALK
+
+Ordnung muss also doch auch ohne Regierung bestehen können.
+
+ERNST
+
+Wenn jedes einzelne sich selbst zu regieren weiss: warum nicht?
+
+FALK
+
+Ob es wohl auch einmal mit den Menschen dahin kommen wird?
+
+ERNST
+
+Wohl schwerlich!
+
+FALK
+
+Schade!
+
+ERNST
+
+Jawohl!
+
+FALK
+
+Steh auf und lass uns gehen. Denn sie werden dich bekriechen, die
+Ameisen; und eben fällt auch mir etwas bei, was ich bei dieser
+Gelegenheit dich doch fragen muss.--Iche kenne deine Gesinnungen
+darüber noch gar nicht.
+
+ERNST
+
+Worüber?
+
+FALK
+
+Ueber die bürgerliche Gesellschaft des Menschen überhaupt.--Wofür
+hälst du sie?
+
+ERNST
+
+Für etwas sehr Gutes.
+
+FALK
+
+Ohnestreitig.--Aber hälst du sie für Zweck oder Mittel?
+
+ERNST
+
+Ich verstehe dich nicht.
+
+FALK
+
+Glaubst du, dass die Menschen für die Staaten erschaffen werden? Oder
+dass die Staaten für die Menschen sind?
+
+ERNST
+
+Jenes scheinen einige behaupten zu wollen. Dieses aber mag wohl das
+Wahrere sein.
+
+FALK
+
+So denke ich auch.--Die Staaten vereinigen die Menschen, damit durch
+diese und in dieser Vereinigung jeder einzelme Mensch seinen Teil von
+Glückseligkeit desto besser und sichrer geniessen könne.--Das Totale
+der einzeln Glückseligkeiten aller Glieder ist die Glückseligkeit des
+Staats, bei welcher auch noch so wenig einzelme Glieder leiden und
+leiden müssen, ist Bemäntelung der Tyrannei. Anders nichts!
+
+ERNST
+
+Ich möchte das nicht so laut sagen.
+
+FALK
+
+Warum nicht?
+
+ERNST
+
+Eine Wahrheit, die jeder nach seiner eignen Lage beurteilet, kann
+leicht gemissbraucht werden.
+
+FALK
+
+Weisst du, Freund, dass du schon ein halber Freimäurer bist?
+
+ERNST
+
+Ich?
+
+FALK
+
+Du. Denn du erkennst ja schon Wahrheiten, die man besser verschweigt.
+
+ERNST
+
+Aber doch sagen könnte.
+
+FALK
+
+Der Weise kann nicht sagen, was er besser verschweigt.
+
+ERNST
+
+Nun, wie du wilst!--Lass uns auf die Freimäurer nicht wieder
+zurückkommen. Ich mag ja von ihnen weiter nichts wissen.
+
+FALK
+
+Verzeih!--Du siehst wenigstens meine Bereitwilligkeit, dir mehr von
+ihnen zu sagen.
+
+ERNST
+
+Du spottest!--Gut! das bürgerliche Leben des Menschen, alle
+Staatsverfassungen sind nichts als Mittel zur menschlichen
+Glückseligkeit. Was weiter?
+
+FALK
+
+Nichts als Mittel! Und Mittel menschlicher Erfindung; ob ich gleich
+nicht leugnen will, dass die Natur alles so eingerichtet, dass der
+Mensch, sehr bald auf diese Erfindung geraten müssen.
+
+ERNST
+
+
+
+Nun? wo bleibst du denn? Und hast den Schmeterling doch nicht?
+
+FALK
+
+Dieses hat denn auch gemacht, dass einige die bürgerliche Gesellschaft
+für Zweck der Natur gehalten. Weil alles, unsere Leidenschaften und
+unsere Bedürfnisse, alles darauf führe, sei sie folglich das letzte,
+worauf die Natur gehe. So schlossen sie. Als ob die Natur nicht auch
+die Mittel zweckmässig hervorbringen müssen! Als ob die Natur mehr
+die Glückseligkeit eines abgezogenen Begriffs--wie Staat,, Vaterland
+und dergleichen sind--als die Glückseligkeit jedes wirklichen einzeln
+Wesens zur Absicht gehabt hätte!
+
+FALK
+
+Sehr gut! Du kömmst mir auf dem rechten Wege entgegen. Denn nun sage
+mir; wenn die Staatsverfassungen Mittel, Mittel menschlicher
+Erfindungen sind; sollten sie allein von dem Schicksale menschlicher
+Mittel ausgenommen sein?
+
+ERNST
+
+Was nennst du Schicksale menschlicher Mittel?
+
+FALK
+
+Das, was unzertrennlich mit menschlichen Mitteln verbunden ist; was
+sie von göttlichen unfehlbaren Mitteln unterscheidet.
+
+ERNST
+
+Was ist das?
+
+FALK
+
+Das sie nicht unfehlbar sind. Dass sie ihrer Absicht nicht allein
+öfters nicht entsprechen, sondern auch wohl gerade das gegenteil davon
+bewirken.
+
+ERNST
+
+Ein Beispiel! wenn dir eines einfällt
+
+FALK
+
+So sind Schiffahrt und Schiffe Mittel, in entlegene Länder zu kommen;
+und werden Ursache, dass viele Menschen nimmermehr dahin gelangen.
+
+ERNST
+
+Die nämlich Schiffbruch leiden und ersaufen. Nun glaube ich dich zu
+verstehen.--Aber man weiss ja wohl, woher es kömmt, wenn so viel
+einzelne Menschen durch die Staatsverfassung an ihrer Glückseligkeit
+nichts gewinnen. Der Staatsverfassungen sind viele; eine ist also
+besser als die andere; manche ist sehr fehlerhaft, mit ihrer Absicht
+ofenbar streitend; und die beste soll vielleicht noch erfunden werden.
+
+FALK
+
+Das ungerechnet! Setze die beste Staatsverfassung, die sich nur
+denken lässt, schon erfunden; setze, dass alle Menschen in der ganzen
+Welt diese beste Staatsverfassung angenommen haben: meinst du nicht,
+dass auch dann noch, slebst aus dieser besten Staatsverfassung, Dinge
+entspringen müssen, welche der menschlichen Glückseligkeit höchst
+nachteilig sind, und wovon der mensch in dem Stande der Natur
+schlechterdings nichts gewusst hätte?
+
+ERNST
+
+Ich meine, wenn dergleichen Dinge aus der besten Staatsverfassung
+entsprängen, dass es sodann die beste Staatsverfassung nicht wäre.
+
+FALK
+
+Und eine bessere möglich wäre?--Nun, so nehme ich diese bessere als
+die beste an: und frage das nämliche.
+
+ERNST
+
+Du scheinest mir hier bloss von vorneherein aus dem angenommenen
+Begriffe zu vernünfieln, dass jedes Mittel menschlicher Erfindung,
+wofür du die Staatsverfassungen samt und sonders erklärest, nicht
+anders als mangelhaht sein könne.
+
+FALK
+
+Nicht bloss.
+
+ERNST
+
+Und es würde dir schwer werden, eins von jenen nachteiligen Dingen zu
+nennen.
+
+FALK
+
+Die auch aus der besten Staatsverfassung notwending entspringen
+müssen?--O zehne für eines.
+
+ERNST
+
+Nur eines erst.
+
+FALK
+
+Wir nehmen also die beste Staatsverfassung für erfunden an; wir nehmen
+an, dass alle Menschen in der Welt in dieser besten Staatsverfassung
+leben: würden deswegen alle Menschen in der Welt nur einen Staat
+ausmachen?
+
+ERNST
+
+Wohl schwerlich. Ein so ungeheurer Staat würde keiner Verwaltung
+fähig sein. Er müsste sich also in mehrere kleine Staaten verteilen,
+die alle nach den namlichen Gesetzen verwaltet würden.
+
+FALK
+
+Das ist: die Menschen würden auch dann noch Deutsche und Franzosen,
+Holländer und Spanier, Russen und Schweden sein, oder wie sie sonst
+heissen würden.
+
+ERNST
+
+Ganz gewiss!
+
+FALK
+
+Nun, da haben wir ja schon eines. Denn nicht wahr, jeder dieser
+kleinern Staaten hätte sein eignes Interesse? und jedes Glied
+derselben hätte das Interesse seines Staats?
+
+ERNST
+
+Wie anders?
+
+FALK
+
+Diese verschiedene Interesse würden öfters in Kolision kommen, so wie
+itzt: und zwei Glieder aus zwei verschiedenen Staaten würden einander
+ebensowenig mit unbefangenem Gemüt begegnen können, als itzt ein
+Deutscher einem Franzose, ein Franzose einem Engländer begegnet.
+
+ERNST
+
+Seht wahrscheinlich!
+
+FALK
+
+Das ist: wenn itzt ein Deutscher einem Franzosen, ein Franzose einem
+Engländer oder umgekehrt begegnet, so begegnet nicht mehr ein blosser
+Mensch einem blossen Menschen die vermöge ihrer gleichen Natur
+gegeneinander angezogen werden, sondern ein solcher Mensch begegnet
+einem solchen Menschen, die ihrer verschiednen Tendenz sich bewusst
+sind, welches sie gegeneinander kalt, zurückhaltend, misstrauisch
+macht, noch ehe sie führ ihre einzelne Person das geringste
+miteinander zu schaffen und zu teilen haben.
+
+ERNST
+
+Das ist leider wahr.
+
+FALK
+
+Nun, so ist es denn auch wahr, dass das Mittel, welches die Menschen
+vereiniget, um sie durch diese Vereinigung ihres Glückes zu versichern,
+die Menschen zugleich trennet.
+
+ERNST
+
+Wenn du es so verstehest.
+
+FALK
+
+Tritt einen Schritt weiter. Viele von den kleinern Staaten würden ein
+ganz verschiedenes Klima, folglich ganz verschiedene Bedürfnisse und
+Befriedigungen, folglich ganz verschiedene Gewohnheiten und Sitten,
+folglich ganz verschiedene Sittenlehren, folglich ganz verschiedene
+Religionen haben. Meinst du nicht?
+
+ERNST
+
+Das ist ein gewaltiger Schritt!
+
+FALK
+
+Die Menschen würden auch dann noch Juden und Christen und Türken und
+dergleichen sein.
+
+ERNST
+
+Ich getraue mir nicht nein zu sagen.
+
+FALK
+
+Würden sie das, so würden sie auch, sie möchten heissen, wie sie
+wollten, sich untereinander nicht anders verhalten, als sich unsere
+Christen und Juden und Türken von jeher untereinander verhalten haben.
+Nicht als blosse Menschen gegen blosse Menschen, sondern als solche
+Menschen gegen solche Menschen, die sich einen gewissen geistigen
+Vorzug streitig machen und darauf Rechte gründen, die dem natürlichen
+Menschen nimmermehr einfallen könnten.
+
+ERNST
+
+Das ist sehr traurig, aber leider doch sehr vermutlich.
+
+FALK
+
+Nur vermutlich?
+
+ERNST
+
+Denn allenfalls dächte ich doch, so wie du angenommen hast, das alle
+Staaten einerlei Verfassung hätten, dass sie auch wohl eine einerlei
+Religion haben könnten. Ja, ich begreife nicht, wie einerlei
+Staatsverfassung ohne einerlei Religion auch nur möglich ist.
+
+FALK
+
+Ich ebensowenig.--Auch nahm ich jenes nur an, um deine Ausflucht
+abzuschneiden. Eines ist zuverlässig ebenso unmöglich als das andere.
+Ein Staat: mehrere Staaten. Mehrere Staaten: mehrere
+Staatverfassungen. Mehrere Staatverfassungen: mehrere Religionen.
+
+ERNST
+
+Ja, ja, so scheint es.
+
+FALK
+
+So ist es.--Nun sieh da das zweite Unheil, welches die bürgerliche
+Gesellschaft, ganz ihrer Absicht entgegen, verursacht. Sie kann die
+Menschen nicht vereinigen, ohne sie zu trennen; nicht trennen, ohne
+Klüfte zwischen ihnen zu befestigen, ohne Scheidemauern durch sie
+hinzuziehen.
+
+ERNST
+
+Und wie schrecklich diese Klüfte sind! wie unübersteiglich oft diese
+Scheidemauern!
+
+FALK
+
+Lass mich noch das dritte hinzufügen. Nicht genug, dass die
+bürgerliche Gesellschaft die Menschen in verschiedene Völker und
+Religionen teilet und trennet.--Diese Trennung in wenige grosse Teile,
+deren jeder für sich ein Ganzes wäre, wäre doch immer noch besser als
+gar kein Ganzes. Nein, die bürgerliche Gesellschaft setzt ihre
+Trennung auch in jedem dieser Teile gleichsam bis ins Unendliche fort.
+
+ERNST
+
+Wieso?
+
+FALK
+
+Oder meinest du, dass ein Staat sich ohne Verscheidenheit von Ständen
+denken lässt? Er sei gut oder schlecht, der Vollkommenheit mehr oder
+weiniger nahe: unmöglich können alle Glieder desselben unter sich das
+nämliche Verhältnis haben.--Wenn sie auch alle an der Gestzgebung
+Anteil haben, so können sie doch nict gleichen Anteil haben,
+wenigstens nicht gleich unmittelbaren Anteil. Es wird also vornehmere
+und geringere Glieder geben.--Wenn anfangs auch alle Besitzungen des
+Staats unter sie gleich verteilet worden, so kann diese gleiche
+Verteilung doch keine zwei Menschenalter bestehen. Einer wird sein
+Eigentum besser zu nutzen wissen als der andere. Einer wird sein
+schlechter genutztes Eigentum gleichwohl unter mehrere Nachkommen zu
+verteilen haben als der andere. Es wird also reichere und ärmere
+Glieder geben.
+
+ERNST
+
+Das versteht sich.
+
+FALK
+
+Nun überlege, wieviel Uebel es in der Welt wohl gibt, das in dieser
+Verschiedenheit der Stände seinen Grund nicht hat.
+
+ERNST
+
+Wenn ich dir doch widersprechen könnte!--Aber was hatte ich für
+Ursache, dir überhaupt zu widersprechen?--Nun ja, die Menschen sind
+nur durch Trennung zu vereinigen! nur durch unaufhörliche Trennung in
+Vereinigung zu erhalten! Das ist nun einmal so. Das kann nun nicht
+anders sein.
+
+FALK
+
+Das sage ich eben!
+
+ERNST
+
+Also, was willst du damit? Mir das bürgerliche Leben dadurch
+verleiden? Mich wünschen machen, dass den Menschen der Gedanke, sich
+in Staaten zu vereinigen, nie möge gekommen sein?
+
+FALK
+
+Verkennst du mich so weit?--Wenn die bürgerliche Gesellschaft auch nur
+das Gute hätte, dass allein in ihr die menschliche Vernunft angebauet
+werden kann: ich würde sie auch bei weit grössern Uebeln noch segnen.
+
+ERNST
+
+Wer des Feuers geniessen will, sagt das Sprichwort, muss sich den
+Rauch gefallen lassen.
+
+FALK
+
+Allerdings!--Aber weil der Rauch bei dem Feuer unvermeidlich ist:
+durfte man darum keinen Rauchfang erfinden? Und der den Rauchfang
+erfand, war der darum ein Feind des Feuers?--Sieh, dahin wollte ich.
+
+ERNST
+
+Wohin?--Ich verstehe dich nicht.
+
+FALK
+
+Das Gleichnis war doch sehr passend.--Wenn die Menschen nicht anders
+in Staaten vereiniget werden konnten als durch jene Trennungen: werden
+sie darum gut, jene trennungen?
+
+ERNST
+
+Das wohl nicht.
+
+FALK
+
+Werden sie darum heilig, jene Trennungen?
+
+ERNST
+
+Wie heilig?
+
+FALK
+
+Dass er verboten sein sollte, Hand an sie zu legen?
+
+ERNST
+
+In Absicht?...
+
+FALK
+
+In Absicht, sie nicht grösser einreissen zu lassen, als die
+Notwendigkeit erfordert. In Absicht, ihre Folgen so unschädlich zu
+machen als möglich.
+
+ERNST
+
+Wie könnte das verboten sein?
+
+FALK
+
+Aber geboten kann es doch auch nicht sein; durch bürgerliche Gesetze
+nicht geboten!--Denn bürgerliche Gesetze erstrecken sich nie über die
+grenzen ihres Staats. Und dieses würde nun gerade ausser den Grenzen
+aller und jeder Staaten liegen.--Folglich kann es nur ein Opus
+supererogatum sein: und es wäre bloss zu wünschen, dass sich die
+Weisesten und Besten eines jeden Staats diesem Operi superogato
+freiwillig unterzögen.
+
+ERNST
+
+Bloss zu wünschen; aber recht sehr zu wünschen.
+
+FALK
+
+Ich dächte! Recht sehr zu wünschen, dass es in jedem Staate Männer
+geben möchte, die über die Vorurteile des Völkerschaft hinweg wären
+und genau wüssten, wo Patriotismus Tugend zu sein aufhöret.
+
+ERNST
+
+Recht sehr zu wünschen!
+
+FALK
+
+Recht sehr zu wünschen, dass es in jedem Staate Männer geben möchte,
+die dem Vorurteile ihrer angebornen Religion nicht unterlägen; nicht
+glaubten, dass alles notwendig gut und wahr sein müsse, was sie für
+gut und wahr erkennen.
+
+ERNST
+
+Recht sehr zu wünschen!
+
+FALK
+
+Recht sehr zu wünschen, dass es in jedem Staate Männer geben möchte,
+welche bürgerliche Hoheit nicht blendet und bürgerliche
+Geringfügigkeit nicht ekelt; in deren Gesellschaft der Hohe sich gern
+herablässt und der Geringe sich dreist erhebet.
+
+ERNST
+
+Recht sehr zu wünschen!
+
+FALK
+
+Und wenn er erfüllt wäre, dieser Wunsch?
+
+ERNST
+
+Erfüllt?--Es wird freilich hier und da, dann und wann einen solchen
+Mann geben.
+
+FALK
+
+Nicht bloss hier und da; nicht bloss dann und wann.
+
+ERNST
+
+Zu gewissen Zeiten, in gewissen Ländern auch mehrere.
+
+FALK
+
+Wie, wenn es dergleichen Männer itzt überall gäbe? zu allen Zeiten
+nun ferner geben müsste?
+
+ERNST
+
+Wollte Gott!
+
+FALK
+
+Und diese Männer nicht in einer unwirksamen Zerstreuung lebten? nicht
+immer in einer unsichtbaren Kirche?
+
+ERNST
+
+Schöner Traum!
+
+FALK
+
+Dass ich es kurz mache.--Und diese Männer die Freimäurer wären?
+
+ERNST
+
+Was sagst du?
+
+FALK
+
+Wie, wenn es die Freimäurer wären, die sich mit zu ihrem Geschäfte
+gemacht hätten, jene Trennungen, wodurch die Menschen einander so
+fremd werden, so eng als möglich wieder zusammenzuziehen?
+
+ERNST
+
+Die Freimäurer?
+
+FALK
+
+Ich sage: mit zu ihrem Geschäfte.
+
+ERNST
+
+Die Freimäurer?
+
+FALK
+
+Ach! verzih!--Ich hatt' es schon wieder vergessen, dass du von den
+Freimäurern weiter nicht hören willst--Dort winkt man uns eben zum
+Frühstücke. Komm!
+
+ERNST
+
+Nicht doch!--Noch einen Augenblick!--Die Freimäurer, sagst du--
+
+FALK
+
+Das gespräch brachte mich wider Willen auf sie zurück. Verzeih!--Komm!
+Dort in der grössern Gesellschaft werden wir bald Stoff zu einer
+tauglichern Unterredung finden. Komm!
+
+
+
+
+
+DRITTES GESPRÄCH
+
+
+ERNST
+
+Du bist mir den ganzen Tag im Gedränge der Gesellschaft ausgewichen.
+Aber ich verfolge dich in dein Schlafzimmer.
+
+FALK
+
+Hast du mir so etwas Wichtiges zu sagen? Der blossen Unterhaltung bin
+ich auf heute müde.
+
+ERNST
+
+Du spottest meiner Neugierde.
+
+FALK
+
+Deiner Neugierde?
+
+ERNST
+
+Die du diesen Morgen so meisterhaft zu erregen ,wusstest.
+
+FALK
+
+Wovon spachen wir diesen Morgen?
+
+ERNST
+
+Von den Freimäurern.
+
+FALK
+
+Nun?--Ich habe dir im Rausche des Pyrmonter doch nicht das Geheimnis
+verraten?
+
+ERNST
+
+Das man, wie du sagst, nicbt verraten kann.
+
+FALK
+
+Nun freilich; das beruhigt mich wieder.
+
+ERNST
+
+Aber du hast mir doch über die Freimäurer etwas gesagt, das mir
+unerwartet war; das mir auffiel; das mich denken rnachte.
+
+FALK
+
+Und was war das?
+
+ERNST
+
+0 quäle mich nicht!--Du erinnerst dich dessen gewiss.
+
+FALK
+
+Ja, es fällt mir nach und nach wieder ein.--Und das war es, was dich
+den ganzen langen Tag unter deinen Freunden und Freundinnen so
+abwesend machte?
+
+ERNST
+
+Das war es!--Und ich kann nicht einschlafen, wenn du mir wenigstens
+nicht noch eine Frage beantwortest.
+
+FALK
+
+Nach dem die Frage sein wird.
+
+ERNST
+
+Woher kannst du mir aber beweisen, wenigstens nur wahrscheinlich
+machen, dass die Freimäurer wirklich jene grosse und würdige Absichten
+haben?
+
+FALK
+
+Halbe ich dir von ihren Absichten gesprochen? lch wüsste nicht.--
+Sondern da du dir gar keinen Begriff von den wahren Taten der
+Freimäurer machen konntest, habe ich dich bloss auf einen Punkt
+aufmerksam machen wollen, wo noch so vieles geschehen kann, wovon sich
+unsere staatsklugen Köpfe gar nichts träumen lassen.--Vielleicht, dasz
+die Freimäurer da herum arheiten. Vielleicht!--da herum!--Nur um dir
+dein Vorurteil zu benehmen, dass alle baubedürftigen Plätze schon
+ausgefunden und besetzt, alle nötige Arbeiten schon unter die
+erforderlichen Hände verteilet wären.
+
+ERNST
+
+Wende dich itzt, wie du willst--Genug, ich denke mir nun aus deinen
+Reden die Freimâurer als Leule, die es freiwillig über sich genommen
+haben, den unvermeidlich en Uebeln des Staats entgegenzuarbeiten.
+
+FALK
+
+Dieser Begriff kann den Freimäurern wenigstens keine Schande machen.--
+Bleib dabei!--Nur fasse ihn recht. Menge nichts hinein, was nicht
+hineingehöret.--Den unvermeidlichen Uebeln des Staats!--Nicht dieses
+und jenes Staats. Nicht den unvermeidlichen Uebeln, welche, eine
+gewisse Staatsverfassung einmal angenommen, aus dieser angenommenen
+Staatsverfassung nun totwendig folgen. Mit diesen gibt sich der
+Freimäurer niemals ab; wenigstens nicht als Freimäurer. Die Linerung
+und Heilung dieser überlässt er dem Bürger, der sich nach seiner
+Einsicht, nach seinem Mute, auf seine Gefahr damit befassen mag.
+Uebel ganz andrer Art, ganz höherer Art sind der Gegenstand seiner
+Wirksamkeit.
+
+ERNST
+
+Ich habe das sehr wohl begriffen.--Night Uebel, welche den
+missvergnügten Bürger machen, sondern Uebel, ohne welche auch der
+glücklichste Bürger nicht ein kann.
+
+FALK
+
+Recht! Diesen entgegen--wie sagtest du?--entgegenzuarbeiten?
+
+ERNST
+
+Ja!
+
+FALK
+
+Das Wort sagt ein wenig viel.--Entgegenarbeiten!--Um sie vö11ig zu
+heben?--Das kann nicht sein. Denn man würde den Staat selbst mit
+ihnen zugleich vernichten.--Sie müssen nicht einmal denen mit eins
+merklich gemacht werden, die noch gar keine Empfindung davon haben.
+Höchstens diese Empfindung in dem Menschen von weitem veranlassen, ihr
+Aufkeimen begülnstigen, ihre Pflanzen versetzen, begäten beblatten--
+kann hier entgegenarbeiten heissen.--Begreifst du nun, warum ich sagte,
+ob die Freimäurer schon immer tätig wären, dass Jahrhunderte dennoch
+vergehen könnten, ohne dass.slch sagen lasse: das haben sie getan.
+
+ERNST
+
+Und verstehe auch nun den zweiten Zug des Rätsels--Gute Taten, welche
+gute Taten entbehrlich machen sollen.
+
+FALK
+
+Wohl!--Nun geh und studiere jene Uebel und lerne sie alle kennen und
+wäge all ihre Einflüsse gegeneinander ab, und sei versichert, dass dir
+dieses Studium Dinge aufschliessen wird, die in Tagen der Schwermut
+die niederschlagendsten, unauflöslichsten Einwürfe wider Vorsehung und
+Tugend zu sein scheinen. Dieser Aufschluss, diese Erleuchtung wird
+dich ruhig und glücklich machen--auch ohne Freimàurer zu heissen
+
+ERNST
+
+Du legest auf dieses heissen so viel Nachdruck.
+
+FALK
+
+Weil man etwas sein kann, ohne es zu heissen
+
+ERNST
+
+Gut das! ich versteh'--Aber auf meine Frage wieder zu kommen, die ich
+nur ein wenig anders einkleiden muss. Da ich sie doch nun kenne, die
+Uebel, gegen welcbe die Freimäurerei angehet.
+
+FALK
+
+Du kennest sie?
+
+ERNST
+
+Hast du mir sie nicht selbst genannt?
+
+FALK
+
+Icb habe dir einige zut Probe namhaft gemacht. Nur einige von denen,
+die auch dem kurzsichtigsten Auge einleuchten; nur einige von den
+unstreitigsten, weitumfassendsten.--Aber wie viele sind nicht noch
+übrig, die, ob sie schon nicht so einleuchten, nicht so unstreitig
+sind, nicht so viel umfassen, dennoch nicht weniger gewiss, nicht
+weniger notwendig sind!
+
+ERNST
+
+So lass mich meine Frage denn bloss auf diejeniten Stücke einschränken,
+die du mir selbst namhaft gemacht hast.--Wie beweisest du mir auch
+nur von diesen Stücken, dass die Freimäurer wirklich ihr Ahsehen
+darauf haben?--Du schweigst?--Du sinnest nach?
+
+FALK
+
+Wahrlich nicht dem, was ich auf diese Frage zu antworten hätte!--Aber
+ich weiss nicht, was ich mir für Ursachen denken so11, warum du mir
+diese Frage tust.
+
+ERNST
+
+Und du willst mir meine Frage beantworten, wenn ich dir die Ursachen
+derselben sage?
+
+FALK
+
+Das verspreche ich dir.
+
+ERNST
+
+Ich kenne und fürchte deinen Scharfsinn.
+
+FALK
+
+Meinen Scharfsinn?
+
+ERNST
+
+Ich fürchte, du verkaufst mir deine Spekulation für Tatsache.
+
+FALK
+
+Sehr verbunden!
+
+ERNST
+
+Be1eidiget dich das?
+
+FALK
+
+Vielmehr muss ich dir danken, dass du Scharfsinn nennest, was du ganz
+anders hättest benennen können.
+
+ERNST
+
+Gewiss nicht. Sondern ich weiss, wie leicht der Scharfsinnige sich
+selbst betriegt; wie leicht er andern Leuten Pläne und Absichten
+leihet und unterlegt, an die sie nie gedacht haben.
+
+FALK
+
+Aber woraus schliesst man auf der Leute Pläne und Absichten? Aus
+ihren einzeln Handlungen doch wohl?
+
+ERNST
+
+Woraus sonst?--Und hier bin ich wieder bei meiner Frage.--Aus welchen
+einzeln, unstreitigen Handlungen der Freimàurer ist abzunehmen, dass
+es auch nur mit ihr Zweck ist, jene von dir benannte Trennung, welche
+Staat und Staaten unter den Menschen notwendig machen müssen, durch
+sich und in sich wieder zu vereinigen?
+
+FALK
+
+Und zwar ohne Nachteil dieses Staats und dieser Staaten.
+
+ERNST
+
+Desto besser!--Es brauchen auch vielleicht nicht Handlungen zu sein,
+woraus jenes abzunehmen. Wenn es nur gewisse Eigentümlichkeiten,
+Besonderheiten sind, die dahin leiten oder daraus entspringen.--Von:
+dergleichen müsstest du sogar in deiner Spekulation ausgegangen sein;
+gesetzt, dass dein System nur Hypothese wäre.
+
+FALK
+
+Dein Misstrauen äussert sich noch.--Aber ich hoffe, es soll sich
+verlieren, wenn ich dir ein Grundgesetz der Freimäurer zu Gemüte führe.
+
+ERNST
+
+Und welches?
+
+FALK
+
+Aus welchem sie nie ein Geheimnis gemacht haben. Nach welchem sie
+immer vor den Augen der ganzen Welt gehandelt haben.
+
+ERNST
+
+Das ist?
+
+FALK
+
+Das ist, jeden würdigen Mann von gehöriger Anlage, ohne Unterschied
+des Vaterlandes, ohne Unterchied der Religion, ohne Unterschied seines
+bürgerlichen Standes in ihren Orden aufzunehmen.
+
+ERNST
+
+Wahrhaftig!
+
+FALK
+
+Freilich scheint dieses Grundgesetze dergleichen Männer, die über jene
+Trennungen hinweg sind, vielmehr bereits vorauszusetzen als die
+Absicht zu haben, sie zu bilden. Allein das Nitrum muss ja wohl in
+der Luft sein, ehe es sich als Salpeter an den Wänden anlegt.
+
+ERNST
+
+O ja!
+
+FALK
+
+Und warum sollten die Freimäurer sich nicht hier einer gewöhnlichen
+List haben bedienen dürfen?--Dass man einen Teil seiner geheimen
+Absichten ganz offenbar treibt, um den Argwohn irrezuführen, der immer
+ganz etwas anders vermutet, als er sieht.
+
+ERNST
+
+Warum nicht?
+
+FALK
+
+Warum sollte der Künstler, der Silber machen kann, nicht mit altem
+Bruchsilber handeln, damit man so weniger argwohne, dass er es machen
+kann?
+
+ERNST
+
+Warum nicht?
+
+FALK
+
+Ernst!--Hörst du mich?--Du antwortest im Traume, glaub' ich.
+
+ERNST
+
+Nein, Freund! Aber ich habe genug; genug auf diese Nacht. Morgen mit
+dem frühsten kehre ich wieder nach der Stadt.
+
+FALK
+
+Schon? Und warum so bald?
+
+ERNST
+
+Du kennst mich, und fragst? Wie lange dauert deine Brunnenkur noch?
+
+FALK
+
+Ich habe sie vorgestern erst angefangen.
+
+ERNST
+
+So sehe ich dich vor dem Ende derselben noch wieder.--Lebe wohl! gute
+Nacht!
+
+FALK
+
+Gute Nacht! lebe wohl!
+
+
+Ende dieses Projekt Gutenberg Etextes Gespräche für Freimaurer, von
+Gotthold Ephraim Lessing.
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Gespraeche fuer Freimaurer, by
+Gotthold Ephraim Lessing
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK GESPRAECHE FUER FREIMAURER ***
+
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+Literary Archive Foundation
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+increasing the number of public domain and licensed works that can be
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+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
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+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
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